# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49092904-1042-54fe-b117-4727076d87eb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 13.04.2021 460 19 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-161_2021-04-13.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
13. April 2021 (460 19 161) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafrecht 

 
 
Fahrlässige Körperverletzung 

 
 
Bei einem Arbeitsunfall auf einer Baustelle zufolge Umsturz eines Bauteils besteht immer die 
ernst zu nehmende Wahrscheinlichkeit, dass Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten worden 
sind. Damit geht auch der naheliegende Verdacht einher, dass den Personen, welche für die 
Einhaltung dieser Vorschriften verantwortlich sind, eine strafrechtlich relevante Pflichtverletzung 
vorgeworfen werden muss. Sofern die betreffenden Personen bei den ersten Einvernahmen nicht 
auf ihr Aussageverweigerungsrecht hingewiesen werden, sind die jeweiligen Depositionen nicht 
verwertbar. Sind im entsprechenden Verfahren zwei für die Ausführung der Bauarbeiten 
verantwortliche Personen beschuldigt, besteht aufgrund der Problematik der Abgrenzung ihrer 
Verantwortlichkeitsbereiche eine Interessenkollision, was eine Verteidigung durch denselben 
Rechtsbeistand ausschliesst (E. II.3.1). Die Beweisregeln des Strafprozesses gelten auch für den 
Adhäsionsprozess. Somit sind strafrechtliche Beweisverwertungsverbote oder der Grundsatz "in 
dubio pro reo" auch für die Beurteilung der Zivilforderung massgeblich (E. II.4.10).  
 
Das Umfallen oder Abstürzen eines Gegenstands kann immer durch Fixierung an einer ent- 
sprechend konstruierten Haltevorrichtung verhindert werden. Die blosse Möglichkeit einer Siche-
rung bedeutet indessen nicht, dass eine solche stets erforderlich wäre. Es sind jeweils nur jene 
Sorgfaltsmassnahmen zu ergreifen, die nach den Verhältnissen geboten und technisch 
möglich sind. Die Sicherheitsvorschrift der Suva, wonach Bauteile gegen das Umkippen gesichert 
werden müssen und nie vom Kran abgehängt werden dürfen, bevor sie stabilisiert und zuver-
lässig befestigt sind, erfasst nicht sämtliche Gefahren, die sich bei der Montage schwerer Bauteile 
verwirklichen können. Vielmehr zielt die Norm auf die Sicherung von Gegenständen ab, welche 
aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften instabil sind und deshalb ein Risiko für die Arbeits-
sicherheit bergen. Sie bezweckt indessen nicht, Verletzungen zu vermeiden, welche auf die 
fehlerhafte Montage des Bauteils oder Manipulationen an einem Arbeitsgerät zurückzuführen 
sind (E. II.4.7-4.9). 
 
 
  

 
 
 

 
 
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Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.),  

Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiber Bryan Smith 
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde 
 
A.____,  
vertreten durch Advokat Gaël Jenoure,  
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel,  
Privatkläger und Berufungskläger 

  
 

gegen 
 
 

 B.____, 
vertreten durch Advokat Alain Joset,  
Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal,  
Beschuldigter 1 
 
C.____, 
vertreten durch Advokat Peter Nedwed,  
Steinenvorstadt 73, Postfach, 4002 Basel,  
Beschuldigter 2 
 
 

Gegenstand fahrlässige Körperverletzung 
Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-
Landschaft vom 24. Mai 2019 

 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 

 
 
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A. Am 21. Dezember 2017 erhob die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine 
Hauptabteilung (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), gegen B.____ (nachfolgend: Beschuldigter 1) 
und C.____ (nachfolgend: Beschuldigter 2) Anklage wegen fahrlässiger schwerer Körperver- 
letzung. Den beiden Beschuldigten wurde vorgeworfen, im Rahmen der Montage eines Kragarm-
Regals die einschlägigen Sicherheitsvorschriften nicht beachtet zu haben. Diese Sorgfaltswidrig-
keit habe dazu geführt, dass A.____ durch ein umstürzendes L-Profil eine offene Fraktur am Wa-
denbein mit Weichteilverletzung und Knochenverlust erlitten habe.  
 
B. Das Vizepräsidium des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) 
sprach die Beschuldigten 1 und 2 mit Urteil vom 24. Mai 2019 (300 17 459) vom Vorwurf der 
fahrlässigen schweren Körperverletzung frei (Dispositiv-Ziffern I.1 und II.1). Es verwies die For-
derungen des Privatklägers A.____ auf den Zivilweg und lehnte seinen Antrag auf Zusprechung 
einer Parteientschädigung ab (Dispositiv-Ziffer III). Die Kosten des Verfahrens sowie die Partei-
entschädigung des privat verteidigten Beschuldigten 2 gingen zu Lasten der Staatskasse (Dispo-
sitiv-Ziffern I.2 und II.2).  
 
Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben und 
Anträge der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden 
Urteils eingegangen. 
 
C. Gegen das vorgenannte Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 28. Mai 
2019 und der Privatkläger mit Schreiben vom 3. Juni 2019 die Berufung an.  
 
D. Am 10. Juli 2019 erklärte A.____ (nachfolgend: Berufungskläger), vertreten durch Advo-
kat Dominik Zehntner, Berufung gegen das ihm in begründeter Ausfertigung zugestellte Urteil des 
Strafgerichts vom 24. Mai 2019. Er beantragte, die Beschuldigten 1 und 2 seien im Sinne der 
Anklageschrift der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig zu befinden (Ziffer 1). Sie seien 
sodann gemäss den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2015 zu bestrafen 
und dem Grundsatz nach solidarisch zu verpflichten, dem Privatkläger den durch das Ereignis 
vom 11. Februar 2015 entstandenen materiellen und immateriellen Schaden vollständig zu er-
setzen (Ziffer 2). Weiter wurde ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit 
Beiordnung des Unterzeichnenden als Rechtsvertreter gestellt (Ziffer 3). Ferner stellte der Privat-
kläger die Beweisanträge, dass er vom Kantonsgericht als Auskunftsperson zu befragen sei, ein 
Gutachten über die Einhaltung der Grundregeln der Bausicherheit eingeholt werde und die von 
ihm eingereichten Dokumente als Beweismittel zu den Akten zu nehmen seien.   
 
E. Mit Eingabe vom 15. Juli 2019 zog die Staatsanwaltschaft die angemeldete Berufung 
zurück.  
 
F. Der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 
(nachfolgend: Kantonsgericht) stellte mit Verfügung vom 19. August 2019 fest, dass die Staats-

 
 
 

 
 
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anwaltschaft und die Beschuldigten innert Frist weder Antrag auf Nichteintreten auf die Beru-
fungserklärung gestellt noch Anschlussberufung erklärt haben. Dem Berufungskläger wurde eine 
Frist zur Einreichung einer Begründung seiner Berufungserklärung angesetzt.  
 
G. Am 3. Oktober 2019 reichte der Berufungskläger die Berufungsbegründung sowie 
weitere Beweisdokumente über seinen Gesundheitszustand, Kostengutsprachen der Invaliden-
versicherung und eine Stellungnahme der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfol-
gend: Suva) vom 3. September 2019 ein.  
 
H. Die Staatsanwaltschaft stellte mit Eingabe vom 6. November 2019 den Antrag, die Be-
rufung des Privatklägers sei gutzuheissen. Die Beschuldigten seien der fahrlässigen Körperver-
letzung schuldig zu sprechen und zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen. 
 
I. Der Beschuldigte 2, vertreten durch Advokat Peter Nedwed, begehrte mit Eingabe vom 
3. Dezember 2019, die Berufung des Privatklägers sei sowohl in straf- als auch in zivilrechtlicher 
Hinsicht unter o/e Kostenfolge abzuweisen und das Urteil des Strafgerichts vom 24. Mai 2019 sei 
zu bestätigen. Weiter wurde beantragt, das Gesuch des Privatklägers um unentgeltliche Rechts-
pflege abzuweisen und diesen zur Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO zu verpflichten. Im 
Kostenpunkt wurde schliesslich das Rechtsbegehren gestellt, dem Beschuldigten für das erst-
instanzliche Verfahren zusätzlich eine Entschädigung für die vormalige Wahlverteidigung im Be-
trag von Fr. 7'313.80 zuzusprechen.  
 
J. Der Beschuldigte 1, vertreten durch Advokat Alain Joset, beantragte in seiner Stellung-
nahme vom 20. Januar 2020 die vollumfängliche Abweisung der Berufung und die Bestätigung 
des vorinstanzlichen Erkenntnisses unter o/e-Kostenfolge.  
 
K. Das Präsidium des Kantonsgerichts bewilligte dem Privatkläger mit Verfügung vom 
16. Dezember 2019 die unentgeltliche Rechtspflege für das zweitinstanzliche Verfahren mit Ad-
vokat Dominik Zehntner als unentgeltlichem Rechtsbeistand.   
 
L. Mit Verfügung vom 23. Januar 2020 wurden die Beweisanträge des Berufungsklägers, 
er sei als Auskunftsperson vor Kantonsgericht zu befragen und es sei die Suva-Broschüre "Neun 
lebenswichtige Regeln für die Stahlbau-Montage" zu den Akten zu nehmen, gutgeheissen. Zu-
gleich wurde das Beweisbegehren auf Einholung eines Gutachtens über die Einhaltung der 
Grundregeln der Bausicherheit abgewiesen.  
 
M. Die für den 28. August 2020 angesetzte kantonsgerichtliche Hauptverhandlung musste 
aufgrund der Erkrankung eines Parteivertreters mit Verfügung vom 6. August 2020 abgeboten 
werden. Den Parteien wurde mitgeteilt, dass sie zu einer neu terminierten mündlichen Berufungs-
verhandlung geladen werden. 
 
N. Mit Verfügung vom 30. November 2020 wurde Advokat Dominik Zehntner infolge Ein-
stellung seiner beruflichen Aktivität als Rechtsvertreter per 31. Dezember 2020 als unentgeltlicher 

 
 
 

 
 
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Rechtsbeistand des Berufungsklägers entbunden. Dem Berufungskläger wurde die unentgeltli-
che Rechtspflege für das zweitinstanzliche Verfahren neu mit Advokat Gaël Jenoure als unent-
geltlichem Rechtsbeistand bewilligt. 
 
O. Am 13. April 2021 fand die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht statt, anlässlich 
welcher der Berufungskläger und die beiden Beschuldigten einvernommen wurden. Die Beschul-
digten machten zur Sache keine Aussagen. Im Schlussvortrag bezifferte der Berufungskläger 
seine Genugtuungsforderung. Er stellte den Antrag, die beiden Beschuldigten seien solidarisch 
zu verpflichten, ihm für den erlittenen immateriellen Schaden Fr. 37'800.– zu bezahlen, nebst 
Schadenszins in Höhe von 5% auf Fr. 75'600.– ab dem 11. Februar 2015 bis zum 2. Juni 2020 
und nebst Schadenszins in Höhe von 5% auf Fr. 37'800.– vom 2. Juni 2020 bis zum Zeitpunkt 
des Vorliegens des rechtskräftigen Urteils in dieser Sache. Im Übrigen hielten die Parteien an 
ihren bisherigen Anträgen fest. Das gleichentags gefällte Urteil des Kantonsgerichts wurde den 
Parteien mündlich eröffnet und im Anschluss an die Verhandlung im Dispositiv schriftlich zuge-
stellt.   
 
Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 
ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-
dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-
bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 
(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen 
Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und da-
nach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung einzureichen.  
 
2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 24. Mai 2019 angefochten, welches ein 
taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 3. Juni 2019 (Berufungsanmeldung) 
und 10. Juli 2019 (Berufungserklärung) hat der Berufungskläger die Rechtsmittelfrist gewahrt und 
ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Als Privatkläger und Geschädigter hat er ein rechtlich 
geschütztes Interesse an der Aufhebung und Änderung des erstinstanzlichen Entscheides im 
Sinne seiner Anträge. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts als Berufungs-
gericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie 
aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EG StPO, SGS 250). Die Berufung erfüllt sämtliche Formalien, so dass auf diese einzutreten ist.  
 

 
 
 

 
 
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II. Materielles 

1. Allgemeines 

1.1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 
Urteil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Der Berufungskläger 
ist im Verfahren vor dem Strafgericht als Privatkläger aufgetreten. Er beantragt einen Schuld-
spruch im Sinne der Anklageschrift sowie die Gutheissung seiner Zivilforderung. Diese Rechts-
begehren sind im Rahmen von Art. 382 Abs. 2 StPO zulässig. Das vorinstanzliche Urteil ist 
damit im Berufungsverfahren vollumfänglich und umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 
StPO).  
 
1.2. Bei der Würdigung des Sachverhalts hat das Gericht belastenden und entlastenden Um-
ständen mit gleicher Sorgfalt nachzugehen. Das Gesetz gebietet die sorgfältige und objektive 
Beweiswürdigung von Amtes wegen (Art. 6 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 2 StPO). Nach dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung hat das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner 
aus dem gesamten Verfahren gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter 
Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein 
Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache spre-
chen, und ohne Rücksicht auf die Art des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Be-
weise. Massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht, 
2011, Rz. 234; HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 10, N 41 ff.). Die Überzeugung 
für das Vorliegen rechtlich erheblicher Tatsachen kann direkt oder indirekt gewonnen werden. 
Auch Indizien können einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben (BGE 102 IV 
29, E. 2.a).  
 
1.3. Gemäss dem in Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) und Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) kodifizierten Grundsatz "in dubio pro 
reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 
Handlung Angeklagte unschuldig ist. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tat-
sächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschul-
digte Person günstigeren Sachlage aus. Der vorgenannte Grundsatz verpflichtet das Gericht, den 
Beschuldigten freizusprechen, wenn nach Würdigung aller vorhandenen Beweise erhebliche und 
unüberwindbare Zweifel an der Tatbestandsverwirklichung bestehen oder bestehen müssten 
(SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. A. 2017, N 235). Als 
Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime "in dubio pro reo", dass sich das Gericht nicht von 
der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, 
wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob 
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht 
massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden 
kann (BGE 138 V 74, E. 7). Wenn Zweifel daran bestehen, welche von mehreren in Betracht 
kommenden Sachverhaltsmöglichkeiten der Wahrheit entspricht, hat das Gericht seinem Urteil 
die für den Beschuldigten günstigste Sachverhaltsvariante zugrunde zu legen (WOHLERS, Zürcher 

 
 
 

 
 
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Kommentar StPO, 3. A. 2020, Art. 10, N 11; SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 233). Eine Verurteilung 
darf nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass 
sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende 
Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit 
gefordert. Demnach hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung An-
klagesachverhalt und Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt 
sind (TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 10, N 83 und Fn 268 zu N 83; BGer Ur-
teil 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Bereich 
der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 
IV 6, E. 6.1).  
 
2. Ausgangslage und Standpunkte der Parteien 

2.1. Die Anklage wirft den Beschuldigten im Wesentlichen vor, dass sie als Montageleiter 
bzw. Geschäftsführer der X.____ GmbH Kenntnis von der Pflicht hätten, zur Verhütung von Be-
rufsunfällen alle nach der Erfahrung notwendigen, nach dem Stand der Technik anwendbaren 
und den gegebenen Verhältnissen angemessenen Massnahmen zu treffen. Sie hätten die Bau-
arbeiten so zu planen, dass das Risiko von Unfällen möglichst klein sei, alle notwendigen Sicher-
heitsmassnahmen eingehalten würden und die geeigneten Materialien, Installationen und Geräte 
in genügender Menge und rechtzeitig zur Verfügung stünden. Diesen Pflichten seien sie vorlie-
gend nicht hinreichend nachgekommen, so dass sie für die Verletzungen des Berufungsklägers 
strafrechtlich verantwortlich seien.  
 
Die Beschuldigten hätten die Montage eines Kragarm-Regals geplant, welches unter anderem 
aus L-förmigen Winkelprofilen (L-Profile) mit einer Höhe von 5.48 Metern, einem Standfuss von 
2.48 Metern Länge und 0.32 Metern Breite sowie einem Gewicht von rund 310 Kilogramm be-
standen habe. Es sei vorgesehen gewesen, dass die L-Profile am Boden zusammengeschraubt 
und anschliessend durch einen Hub- bzw. Gabelstapler mittels Kranschlaufe hochgehoben, 
transportiert und am definitiven Standort punktgenau abgestellt würden. Nach der Befestigung 
des Profils mit den Verstrebungen habe die Gabel des Hubstaplers aus der Kranschlaufe heraus-
gezogen werden sollen. Dieses Vorgehen sei bei der Montage solcher Regale üblich gewesen. 
Bei der Montage des betreffenden Regals am 11. Februar 2015 seien der Beschuldigte 1, der 
Berufungskläger, zwei von der Auftraggeberin zur Verfügung gestellte Hilfsmonteure sowie ein 
Staplerfahrer vor Ort gewesen. Weil im vorliegenden Fall das Fundament für das Regal höher 
geschaffen gewesen sei als üblich, sei es dem Hubstapler nicht möglich gewesen, dasselbe zu 
befahren und die L-Profile punktgenau abzustellen. Diesen Umstand habe der Beschuldigte 1 
dem Beschuldigten 2 telefonisch mitgeteilt. Sie hätten sich in der Folge darauf geeinigt, dass die 
am Boden montierten L-Profile durch den Gabelstapler hochgehoben und so nahe wie möglich 
an ihrem definitiven Standort hätten abgestellt werden sollen. Anschliessend hätten die 
freistehenden Profile mit Körperkraft an ihren Bestimmungsort verschoben und an den Verstre-
bungen befestigt werden sollen.  
 

 
 
 

 
 
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Der Beschuldigte 1 habe in der Folge dem Berufungskläger und den beiden Hilfsmonteuren die 
Anweisungen erteilt und den Staplerfahrer angeleitet. Die Hilfsmonteure sowie der Berufungsklä-
ger hätten die L-Profile am Boden zusammengeschraubt, und der Beschuldigte 1 habe die durch 
den Gabelstapler hochgehobenen und abgestellten L-Profile zusammen mit dem Berufungsklä-
ger manuell an ihren definitiven Standort verschoben. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Kran-
schlaufe nicht mehr in der Lastgabel des Staplers befunden. Bei der Montage des neunten L-
Profils sei dieses durch unvorsichtige Zieh- bzw. Stossbewegungen, wegen der mangelhaften 
Befestigung der Schrauben, durch ein unabsichtliches Touchieren mit dem Gabelstapler oder 
aufgrund einer Kombination dieser Ursachen seitlich ins Wanken geraten und mangels Sicherung 
umgefallen. Dabei habe der Standfuss des L-Profils den Berufungskläger am rechten Bein ge-
troffen, so dass dieser eine offene Fraktur am Wadenbein mit Weichteilverletzung und Knochen-
verlust erlitten habe. Die komplexe Verletzung habe einen stationären Spitalaufenthalt von über 
zwei Monaten, mehrere Operationen und eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit zur Folge ge-
habt. Es seien Mobilitätsbeschwerden und Funktionsstörungen an beiden Beinen zu erwarten.  
 
Das von den Beschuldigten gewählte Vorgehen habe dazu geführt, dass die L-Profile nach dem 
Abstellen durch den Gabelstapler frei gestanden seien und ohne Sicherung mit Körperkraft an 
ihren Bestimmungsort hätten verschoben werden müssen. Aufgrund der Ausmasse der L-Profile 
sei ihre Sicherung gegen das Umkippen bis zur definitiven Befestigung geboten gewesen. Den-
noch hätten die Beschuldigten pflichtwidrig darauf verzichtet, einen Unterbruch der Arbeiten zu 
veranlassen und ein für die erforderliche Sicherung geeignetes Arbeitsgerät, z.B. einen Kran, zu 
beschaffen. Es sei für die Beschuldigten vorhersehbar gewesen, dass die L-Profile wegen der 
fehlenden Sicherung hätten umstürzen und jemanden verletzen können. Die in der Anklage ge-
nannten Ursachen für das Umkippen seien nicht derart aussergewöhnlich, dass mit ihnen nicht 
hätte gerechnet werden müssen.  
 
2.2.  Das Strafgericht erwog in seinem Urteil vom 24. Mai 2019 zunächst in formeller Hinsicht, 
dass die im Rahmen der polizeilichen Vorermittlungen erhobenen Aussagen der Beschuldigten 
nicht zu ihren Lasten verwertbar seien. Die entsprechenden Befragungen seien trotz des damals 
schon bestehenden Tatverdachts ohne die gemäss Art. 158 Abs. 1 StPO erforderliche Belehrung 
erfolgt. Gleiches gelte für die Einvernahme des Beschuldigten 1 durch die Staatsanwaltschaft 
vom 6. Mai 2015 (act. 243 ff.). Weiter führe der Umstand, dass die Beschuldigten 1 und 2 trotz 
bestehender Interessenkollision zunächst durch denselben Wahlverteidiger vertreten worden 
seien, zur Unverwertbarkeit aller belastenden Aussagen anlässlich der Einvernahmen vom 
2. März 2016 (act. 263 ff.) und 14. Dezember 2016 (act. 368.47 ff.). Es habe von Beginn an damit 
gerechnet werden müssen, dass beide Beschuldigten die Unfallursache implizit oder explizit dem 
Verantwortungsbereich des jeweils anderen hätten zuweisen können. Im Ergebnis resultiere aus 
der Vertretung der beiden Beschuldigten durch den gleichen Verteidiger eine Verletzung ihrer 
Teilnahmerechte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO. Der von den Verteidigungen beanstandete Bei-
zug verschiedener Akten des Arbeitsinspektorats und der Suva sei im vorliegenden Verfahren 
unerheblich, weil die Beweiswürdigung nicht auf diese Unterlagen abstelle.  
 

 
 
 

 
 
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In Bezug auf den Sachverhalt erachtete es das Strafgericht als erstellt, dass die Schrauben am 
Standfuss des umgekippten L-Profils locker gewesen seien. Es sei unbestritten, dass die L-Profile 
zunächst am Boden zusammengeschraubt und dann mittels Kranschlaufe durch einen Gabel-
stapler aufgestellt worden seien. Weil das Fundament des zu errichtenden Regals eine grössere 
Differenz zum Boden aufgewiesen habe als geplant, sei das Befahren desselben mit dem Gabel-
stapler nicht möglich gewesen. Deshalb hätten die L-Profile nicht näher als 50-60 Zentimeter von 
ihrem Bestimmungsort entfernt abgestellt werden können. Anschliessend hätten sie manuell dort-
hin verschoben werden müssen, ohne dass sie vom Gabelstapler in der Schlaufe gehalten wor-
den seien. Ein manuelles Ausrichten der L-Profile wäre gemäss den Aussagen des Beschuldigten 
2 auch bei einem Aufstellen derselben mittels eines Krans notwendig gewesen. Die L-Profile 
seien am Boden liegend vom Berufungskläger und zwei Hilfsmonteuren der Bauherrschaft zu-
sammengeschraubt worden. Der Beschuldigte 1 habe die ersten beiden L-Profile und die mon-
tierten Standfüsse kontrolliert und es sei nichts zu beanstanden gewesen. Gemäss den Aus-
führungen des Berufungsklägers habe es beim Zusammenbau des umgekippten L-Profils ver-
mutlich ein Missverständnis gegeben. Die beiden Hilfsmonteure hätten zum Zeitpunkt des Unfalls 
ihre Arbeit bereits niedergelegt. Der Berufungskläger sei davon ausgegangen, dass sie die 
Schrauben am Standfuss schon festgezogen hätten, während letztere wohl gedacht hätten, er 
werde dies noch erledigen. Im Ergebnis erachtete das Strafgericht die mangelhafte Montage des 
Standfusses als die wahrscheinlichste unmittelbare Ursache für das Umkippen des L-Profils. Es 
sei gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten 1 und des Berufungsklägers kurz nach dem 
Abstellen umgefallen. Zu diesem Zeitpunkt habe der Beschuldigte 1 dem Fahrer des Gabelstap-
lers noch nicht die Weisung erteilt, sich zu entfernen. Nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ sei 
von der für die Beschuldigten günstigsten Sachverhaltsvariante auszugehen.  
 
In materieller Hinsicht zog das Strafgericht in Erwägung, dass die einschlägigen Sorgfaltsnormen 
vorliegend keine detaillierten Vorgaben enthalten würden, unter welchen Voraussetzungen ein 
Gegenstand nicht als standsicher einzustufen sei, und welche Massnahmen unter welchen Um-
ständen ergriffen werden müssten. Es bestehe in der vorliegenden Konstellation ein grosser Er-
messensspielraum. Das Risiko lasse sich bei derartigen Arbeiten nie auf null reduzieren, auch 
nicht mit dem Einsatz eines Krans. Je nach Wahl eines alternativen Arbeitsgeräts hätten sich 
andere Risiken ergeben können und eine punktgenaue Platzierung der Ladung wäre auch damit 
nicht möglich gewesen. Auch wenn das Fundament vorliegend höher als geplant ausgefallen sei, 
hätten die verantwortlichen Personen eine Methode wählen müssen, welche das Risiko hinrei-
chend minimiert habe. Die entscheidende Frage sei, ob die L-Profile für sich alleine grundsätzlich 
standfest gewesen seien. Davon hätten die beiden Beschuldigten vorliegend ausgehen dürfen, 
zumal die L-Profile bei korrekter Montage der Füsse frei hätten stehen können und das Risiko 
des Umfallens sich nicht aufgedrängt habe. Unter dieser Prämisse erscheine der Entscheid, die 
L-Profile während laufender Montagearbeiten frei stehen zu lassen, an sich vertretbar. Damit sei 
noch kein relevantes Risiko geschaffen worden, welches besondere Sicherungsmassnahmen er-
fordert hätte. Das L-Profil sei nachweislich nicht beim Verschieben umgefallen, sondern kurz nach 
dem Absetzen. Die unfallkausalen Umstände würden vorliegend in der Montage des Standfusses 

 
 
 

 
 
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des L-Profils liegen. In diesem Zusammenhang schildere die Anklageschrift keine Sorgfaltspflicht-
verletzung. Im Ergebnis seien die Beschuldigten daher von der Anklage der fahrlässigen schwe-
ren Körperverletzung freizusprechen.  
 
2.3. In der Berufungsbegründung vom 3. Oktober 2019 brachte der Berufungskläger im We-
sentlichen vor, dass sich ein Verwertungsverbot hinsichtlich der Aussagen der Beschuldigten 
nicht auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken könne. In tatsächlicher Hinsicht habe die 
Vorinstanz aus dem Umstand, dass acht L-Profile nicht umgefallen seien, zu Unrecht auf deren 
Standfestigkeit geschlossen. Aus den einschlägigen Sorgfaltsnormen der Suva für den Metallbau 
folge, dass ein gefährliches Bauteil erst dann von der Sicherung abgehängt werden dürfe, wenn 
es stabilisiert und zuverlässig befestigt sei. Wenn eine offensichtliche Grundregel im Stahlbau 
verletzt worden sei, könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschuldigten den Beru-
fungskläger hinreichend instruiert hätten. In Bezug auf das Risiko des Umkippens des L-Profils 
habe die Vorinstanz in technischer Hinsicht ohne weitere Überprüfung auf die Aussagen der Be-
schuldigten abgestellt. Erst ein Sachverständigengutachten könne diese Frage abschliessend 
beurteilen. Ein solches werde beantragt, sofern man davon ausgehe, dass die Sorgfaltsnorm der 
Suva nicht zur Anwendung gelange. Das von den Beschuldigten gewählte Vorgehen habe Art. 3 
Abs. 1 und 5 der Bauarbeitenverordnung (BauAV, SR 832.311.141) sowie Art. 3 Abs. 1 der Ver-
ordnung über die Unfallverhütung (VUV, SR 832.30) verletzt. Es werde nicht bestritten, dass die 
ungenügend angezogenen Schrauben den Sturz mitverursacht hätten, doch wäre es bei einer 
genügenden Sicherung nicht zu einem Umkippen des L-Profils gekommen. Aus der Stellung-
nahme der Suva vom 3. September 2019 gehe hervor, dass die Sicherung der L-Profile mit dem 
Hubstapler als eine den Regeln nicht genügende Improvisation anzusehen sei und ein Mobilkran 
hätte eingesetzt werden müssen. Es sei klar, dass ein Gericht nicht über genügende Kenntnisse 
von komplexen Abläufen auf dem Bau und die einzuhaltenden Sicherheitsvorschriften verfüge. 
Daher sei ein Gutachten über die Einhaltung der Grundregeln der Bausicherheit im vorliegenden 
Fall in Auftrag zu geben. Weil sich der Gesamtschaden des Berufungsklägers zum aktuellen Zeit-
punkt noch nicht abschätzen lasse, könne kein entsprechend präzises Rechtsbegehren gestellt 
werden. Deshalb werde beantragt, über die Zivilforderung dem Grundsatz nach zu entscheiden.  
 
2.4. Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Stellungnahme vom 6. November 2019 auf die 
vorstehenden Ausführungen des Berufungsklägers. Die Anklägerin sei nach wie vor der Meinung, 
dass der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt sei.  
 
2.5. In seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 2019 brachte der Beschuldigte 2 zusammen-
gefasst vor, dass das vorinstanzliche Urteil ausführlich darlege, weshalb ein Teil der Beweismittel 
nicht zu Lasten der Beschuldigten verwertbar sei. Dies gelte entgegen der Auffassung des Beru-
fungsklägers auch für die adhäsionsweise Beurteilung der Zivilklage. Der vom Berufungskläger 
eingereichte Bericht der Suva vom 3. September 2019 sei zur Beurteilung der Strafbarkeit ebenso 
wenig brauchbar wie der von der Vorinstanz zu Recht als nicht tragfähig eingestufte Unfallbericht. 
Die einzig objektivierbare Ursache für den Umsturz des L-Profils liege darin, dass die Schrauben 
am Standfuss nicht korrekt angezogen worden seien. Weiter sei hinreichend erstellt, dass die L-
Profile genügend standfest gewesen seien. Ein Bauteil, das von alleine stabil stehe, benötige 

 
 
 

 
 
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keine Sicherung gegen das Umkippen. Mit dem Geschehensablauf, auf den die Vorinstanz zu-
treffend abstelle, hätten die beiden Beschuldigten nicht rechnen müssen. Das L-Profil sei beim 
Absetzen und nicht beim Verschieben umgestürzt. Das korrekte Anziehen der Schrauben beim 
Standfuss sei die Aufgabe des diesbezüglich erfahrenen sowie hinreichend instruierten Beru-
fungsklägers gewesen. Die Beschuldigten hätten sich darauf verlassen dürfen, dass die L-Profile 
korrekt verschraubt worden seien. Der Antrag des Berufungsklägers auf Einholung eines Gutach-
tens sei abzuweisen, weil damit keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien.  
 
2.6. Der Beschuldigte 1 verwies in seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2020 zunächst auf 
die Begründung des vorinstanzlichen Urteils. Entgegen der Auffassung des Berufungsklägers 
könnten für die Beurteilung der Zivilklage nur die für das Strafurteil massgeblichen Beweismittel 
herangezogen werden und es gelte auch diesbezüglich der Grundsatz "in dubio pro reo". Der 
Beschuldigte 1 sei vorliegend nicht für die Ausarbeitung des Montage- und Sicherheitskonzepts 
verantwortlich gewesen. Ihm sei als Monteur die Aufgabe zugekommen, das Projekt vor Ort ver-
antwortungsvoll umzusetzen und es seien für ihn keine Fehler ersichtlich gewesen, welche ihn 
hätten veranlassen müssen, die Arbeiten zu stoppen. Es sei bundesrechtskonform, das mangel-
hafte Anziehen der Schrauben am Standfuss des L-Profils als die Hauptursache für das Ein-
knicken und Umfallen desselben anzusehen. Der Beschuldigte 1 könne nicht für das unfallur-
sächliche Verhalten des Berufungsklägers strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.  
 
2.7. In ihren Schlussvorträgen anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 
13. April 2021 hielten die Parteien im Wesentlichen an den bisherigen Anträgen und Ausführun-
gen fest.  
 
Der Berufungskläger brachte ergänzend vor, dass er während der Montage des neunten L-Profils 
Arbeiten zusammen mit dem Beschuldigten 1 erledigt habe. Somit sei offensichtlich, dass er das 
Verschrauben nicht selber habe vornehmen können. Daher hätte der Beschuldigte 1 im Rahmen 
seiner Sorgfaltspflicht das L-Profil auf ein korrektes Verschrauben hin kontrollieren müssen. Der 
Umstand, dass die Schrauben nicht angezogen gewesen seien, könne nicht dem Berufungsklä-
ger angelastet werden. Noch vor dem Aufstellen des L-Profils sei festgestellt worden, dass das 
Abdeckblech am Standfuss nicht korrekt verschraubt gewesen sei. Spätestens dann hätte eine 
Veranlassung für die Kontrolle der Verschraubung bestanden, insbesondere deshalb, weil man 
sich auf die Standfestigkeit der Profile verlassen habe. Eine Kontrolle der ersten zwei Profile 
könne hier nicht genügen, zumal die Ausgangslage beim neunten Profil eine andere gewesen 
sei. Der Privatkläger sei seinerseits nicht verpflichtet gewesen, die Arbeiten der Monteure zu kon-
trollieren. Seit dem Unfall seien bereits 6 Jahre verstrichen und es bestünden regelmässig wie-
derkehrende Schmerzen. Dem Berufungskläger sei von der IV eine Integritätsentschädigung im 
Betrag von Fr. 37'800.– zugesprochen worden. Gestützt darauf werde ein Genugtuungsanspruch 
in gleicher Höhe beziffert. Der Schadenszins von 5% sei auf einem Gesamtbetrag von 
Fr. 75'600.– seit dem Unfalltag geschuldet, ab dem Entscheid über die Integritätsentschädigung 
sei der Zins noch auf dem Differenzbetrag zu entrichten.  
 

 
 
 

 
 
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Die Staatsanwaltschaft machte in ihrem Parteivortrag unter anderem geltend, dass die fehlende 
Rechtsbelehrung bei der ersten Einvernahme sowie die Mehrfachvertretung der Beschuldigten 
entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Unverwertbarkeit der Aussagen zur Folge habe. 
Die Befragung als Auskunftsperson zu Beginn der Strafuntersuchung sei zu Recht erfolgt, denn 
es handle sich nicht um einen Fall notwendiger Verteidigung. Den Beschuldigten sei die Wahl 
ihres privaten Verteidigers freigestanden und es sei zum Zeitpunkt seiner Mandatierung kein po-
tentieller Interessenkonflikt ersichtlich gewesen. Sodann sei der Unfallrapport der Suva nicht ge-
nerell unverwertbar, weil diesbezüglich keine verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflichten bestan-
den hätten. Folglich sei der Grundsatz "nemo tenetur" vorliegend nicht tangiert. 
 
Hinsichtlich der Aussagen des Berufungsklägers an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung 
führte der Beschuldigte 1 aus, dass ihre Beweiskraft angesichts des Zeitablaufs sowie der Mög-
lichkeit einer Vorbereitung marginal sei. Die Depositionen anlässlich der polizeilichen Befragung 
im Spital seien dagegen zu Gunsten des Beschuldigten zu würdigen. Die Aussage des Beru-
fungsklägers, wonach er selber nicht kontrolliert habe, ob die Schrauben angezogen seien, spre-
che dafür, dass er sich hierfür verantwortlich gefühlt habe.  
 
3. Sachverhalt und Beweiswürdigung  

3.1.  In Bezug auf die eingeschränkte Verwertbarkeit der Einvernahmen der beiden Beschul-
digten kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (E. I.1 und I.2) ver-
wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft lag be-
reits zu Beginn der Strafuntersuchung ein dringender Tatverdacht vor. Bei einem Arbeitsunfall 
auf einer Baustelle zufolge Umsturz eines Bauteils besteht immer die ernst zu nehmende Wahr-
scheinlichkeit, dass Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten worden sind. Damit geht auch der 
naheliegende Verdacht einher, dass den Personen, welche für die Einhaltung dieser Vorschriften 
verantwortlich sind, eine strafrechtlich relevante Pflichtverletzung vorgeworfen werden muss. So-
dann war die Interessenkollision der gemeinsamen Wahlverteidigung spätestens mit der Einver-
nahme des Beschuldigten 1 vom 6. Mai 2015 (act. 243 ff.) geradezu evident. Auf die Frage, wes-
halb man die Profile nicht mit einem Kran gesichert habe, antwortete dieser: "Das müssen Sie 
nicht mich fragen. Das müssen Sie den Auftraggeber und meinen Chef fragen." (act. 249, Rz. 129 
ff.). Die Problematik einer Abgrenzung der Verantwortlichkeitsbereiche war damit offenkundig. 
Hinsichtlich des von der Verteidigung beanstandeten Beizugs der Berichte des Arbeitsinspekto-
rats sowie der Suva kann mit der Vorinstanz (E. I.3) davon ausgegangen werden, dass diese 
Unterlagen für die Beweiswürdigung vorliegend nicht von Bedeutung sind. Schliesslich ist festzu-
halten, dass die vorinstanzlichen Erwägungen zur Verwertbarkeit der Beweismittel im Rahmen 
der Berufung der Privatklägerschaft gar nicht beanstandet worden sind.  
 
3.2. Der Berufungskläger wurde am 10. März 2015 von der Polizei zum Unfallgeschehen 
befragt (act. 139 ff.). Dort sagte er im Wesentlichen aus, dass er in den letzten zwei Monaten 
während 12 Tagen für die X.____ GmbH tätig gewesen sei. Dabei habe er immer mit dem Be-
schuldigten 1 zusammengearbeitet. Er sei Montagehelfer gewesen und der Beschuldigte 1 habe 

 
 
 

 
 
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ihm jeweils gesagt, was als nächstes zu tun sei. Dieser habe den Aufbau koordiniert. Der Beru-
fungskläger habe am 11. Februar 2015 zusammen mit zwei Mitarbeitern der Y.____ AG die L-
Profile am Boden zusammengeschraubt. Er habe die Schrauben jeweils mit einem Schlagschrau-
ber angezogen, dann seien die L-Profile mit Hilfe eines Gabelstaplers an ihren Bestimmungsort 
gebracht worden. Sie hätten anschliessend bis zum Ort ihrer Montage noch rund 30 Zentimeter 
von Hand bewegt werden müssen. Zum Zeitpunkt des Unfalls hätten die anderen beiden Arbeiter 
bereits Feierabend gemacht. Sie hätten vorgängig selbständig die L-Profile von Hand zusam-
mengeschraubt. Bei den ersten acht Profilen habe der Berufungskläger die Schrauben festgezo-
gen, beim letzten Profil jedoch nicht, weil er zu diesem Zeitpunkt eine Arbeit zusammen mit dem 
Beschuldigten 1 erledigt habe. Es sei unklar, ob die beiden anderen Arbeiter gemeint hätten, der 
Berufungskläger werde die Schrauben noch anziehen. Der Fahrer des Hubstaplers habe vom 
Berufungskläger das Zeichen bekommen, das L-Profil herunter zu lassen; kurz darauf sei es um-
gefallen. Vielleicht sei es von der Gabel berührt und umgeworfen worden. Was genau der Grund 
für den Umsturz gewesen sei, könne der Berufungskläger jedoch nicht sagen. Das Profil sei zu-
nächst gut auf dem Boden gestanden und plötzlich sei es umgefallen. Bei der Montage der ersten 
acht L-Profile habe es keine Probleme gegeben. Beim neunten L-Profil habe der Berufungskläger 
nicht kontrolliert, ob die Schrauben angezogen gewesen seien; er könne jedoch nicht sagen, in 
wessen Verantwortung das Anziehen der Schrauben gestanden sei. Der Berufungskläger sei der 
Meinung gewesen, die Arbeiter der Y.____ AG hätten die Schrauben am neunten Profil festge-
zogen.  
 
Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht am 13. April 2021 (Verhandlungspro-
tokoll, S. 5 ff.) sagte der Berufungskläger zusammengefasst aus, dass er schon vor dem Unfall-
ereignis an der Montage von Hochregalen mitgewirkt habe. Das am 11. Februar 2015 montierte 
Regal sei grösser als die bisherigen gewesen, wobei aber die gleichen Arbeiten hätten vorge-
nommen werden müssen. Der Berufungskläger sei damit beauftragt gewesen, die L-Profile zu 
verschrauben und diese zusammen mit dem Beschuldigten 1 und dem Staplerfahrer aufzustellen. 
An die konkrete Aufgabenverteilung beim Verschrauben der L-Profile könne sich der Berufungs-
kläger nicht mehr erinnern. Bei den ersten 7 oder 8 L-Profilen habe er die Schrauben mit einem 
Schlagschrauber fest angezogen; er sei diesbezüglich vom Beschuldigten 1 instruiert worden. 
Wie die Arbeitsteilung mit den beiden Arbeitern der Y.____ AG abgesprochen gewesen sei, wisse 
der Berufungskläger nicht mehr. Beim neunten L-Profil habe es vermutlich ein Missverständnis 
gegeben. Der Berufungskläger habe die beiden anderen Arbeiter nicht darauf hingewiesen, dass 
sie die Schrauben selber festziehen sollten. Er habe gedacht, dass dies ihre Aufgabe gewesen 
sei. Er habe die Verschraubung auch nicht kontrolliert, weil er nicht der Chef gewesen sei. Er 
wisse nicht, was der Grund für das Umstürzen des L-Profils gewesen sei. Die Sicherung gegen 
das Umkippen sei nie ein Thema gewesen. Bei den früheren Arbeitseinsätzen hätten die L-Profile 
ohne Hilfe von Maschinen aufgestellt werden können.  
 
3.3. Der Beschuldigte 1 sagte anlässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 
6. Mai 2015 (act. 243 ff.) unter anderem aus, dass er am Tag vor dem Unfallereignis zusammen 
mit dem Berufungskläger das Material abgeladen und dem Berufungskläger genau erklärt habe, 

 
 
 

 
 
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wie die Montage vor sich gehe. Sie hätten gemeinsam zwei L-Profile am Boden liegend zusam-
mengeschraubt. Am nächsten Tag seien zwei Mitarbeiter der Y.____ AG und ein Staplerfahrer 
dazu gestossen. Der Beschuldigte 1 habe den Berufungskläger damit beauftragt, die L-Profile mit 
den beiden anderen Arbeitern am Boden zusammen zu schrauben. Die montierten L-Profile seien 
dann mit dem Gabelstapler hochgehoben, an ihren Bestimmungsort verschoben und mit den Ver-
strebungen des Regals verbunden worden. Bei der Montage der oberen Verbindungskreuze sei 
eine Hebebühne verwendet worden, wobei der Beschuldigte 1 für diese Arbeiten den Berufungs-
kläger beigezogen habe. Das umgestürzte L-Profil sei an den Stapler gehängt und aufgestellt 
worden. Der Beschuldigte 1 habe dem Staplerfahrer gesagt, er solle das L-Profil langsam ablas-
sen, bis es sicher gestanden sei. Der Staplerfahrer habe dann zurückgesetzt. Plötzlich habe es 
einen Rück gegeben und das Profil sei ihnen aus den Fingern geglitten. Es sei einen kurzen 
Moment ruhig gestanden. Der Beschuldigte 1 habe selber nicht gesehen, wie der Staplerfahrer 
rückwärtsgefahren sei. Bevor die beiden Arbeiter der Y.____ AG Feierabend gemacht hätten, 
habe der Beschuldigte 1 die Arbeiter und A.____ gefragt, ob sie mit ihren Arbeiten "nach" seien, 
was alle bejaht hätten.  
 
Am 2. März 2016 wurde der Beschuldigte 1 von der Staatsanwaltschaft erneut befragt (act. 253 
ff.). Dort sagte er zusammengefasst aus, dass er bei der Montage dem Staplerfahrer die Anwei-
sung gegeben habe, das Element langsam auf den Boden zu stellen und zu warten, bis dieses 
sicher stehe. Beim umgestürzten L-Profil sei der Staplerfahrer offenbar davongefahren, ohne 
dass der Beschuldigte 1 ihm eine entsprechende Anweisung gegeben habe. Hätte er dies nicht 
getan, so wäre das umgestürzte L-Profil am Stapler hängen geblieben. Der Entscheid darüber, 
anstelle eines Staplers einen Kran für die Montage zu verwenden, habe nicht in der Kompetenz 
des Beschuldigten 1 gestanden. Die Arbeitsweise mit dem Stapler habe dem üblichen Vorgehen 
entsprochen. Sie seien bisher immer so vorgegangen, was nach Einschätzung des Beschuldigten 
1 auch nicht mit besonderen Risiken verbunden gewesen sei. Welche Geräte für einen Auftrag 
verwendet würden, entscheide der Vorgesetzte in Absprache mit dem Kunden. Der Beschuldigte 
1 könne nicht auf die Baustelle gehen und sagen, dass er mit den zur Verfügung gestellten Ge-
räten nicht arbeiten wolle.  
 
Vor den Schranken des Strafgerichts wiederholte der Beschuldigte 1 im Wesentlichen die bisher 
gemachten Aussagen (act. S 161 ff.). Er habe den Mitarbeitern der Y.____ AG erklärt, was er-
wartet werde und wie das L-Profil korrekt montiert werden müsse. Der Berufungskläger sei auch 
dabei gewesen und habe bestätigt, dass er diese Arbeit mit den anderen beiden Personen ma-
chen werde. Der Beschuldigte 1 habe bei den ersten beiden L-Profilen die Vorbereitung, Montage 
und Verschraubung kontrolliert und es sei einwandfrei gewesen. An den am Boden liegenden L-
Profilen sei eine Schlaufe befestigt worden. Diese habe man an die Gabel des Staplers gehängt 
und er habe die L-Profile an der Schlaufe hochgezogen. Dann seien sie an ihren Bestimmungsort 
gebracht und abgesetzt worden. Der Beschuldigte 1 habe dem Staplerfahrer jeweils die Anwei-
sungen erteilt, dass er die L-Profile langsam ablassen solle, bis sie sicher gestanden seien. Erst 
dann habe er ihm gesagt, dass er zurücksetzen und sich mit dem Stapler entfernen könne. Die 
Ständer seien von alleine stabil gestanden und man habe sie schieben können. Man habe dies 

 
 
 

 
 
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schon mehrmals so gemacht und es hätten keine Bedenken gegen das gewählte Vorgehen be-
standen. Der Beschuldigte 1 habe noch nie zuvor die Montage mit einem Kran gemacht. Das 
neunte L-Profil sei nicht verschoben worden, bevor er umgestürzt sei. Als es abgestellt worden 
sei, habe es einen Knall gegeben und das Profil sei ihnen aus den Fingern gerutscht.  
 
3.4. Der Beschuldige 2 wurde am 2. März 2016 von der Staatsanwaltschaft einvernommen 
(act. 263 ff.). Dort sagte er zusammengefasst aus, dass er das Projekt für die Erstellung des 
Kragarm-Regals mit der zuständigen Person der Y.____ AG besprochen habe. Es sei ihm vor-
geschlagen worden, dass der Kunde aus Kostengründen eigene Arbeitskräfte als Hilfsarbeiter für 
das Zusammenschrauben des Regals sowie einen Staplerfahrer einsetzen könne. Der Beschul-
digte 2 habe darauf hingewiesen, dass der Staplerfahrer über die entsprechende Ausbildung ver-
fügen müsse. Man habe einen Schwerlaststapler mit 3 Tonnen Hubkraft eingesetzt. Die Auftrag-
geberin habe dem Beschuldigten 2 mitgeteilt, dass die Durchgangsstrasse vor dem zu erstellen-
den Regal nicht vollständig gesperrt werden dürfe.  Der Beschuldigte 2 sei vor Ort gewesen und 
habe sich ein Bild der Örtlichkeiten gemacht. Am 10. Februar 2015 habe der Beschuldigte 1 ge-
meldet, dass die Bodenverhältnisse nicht gut seien. Die Höhe des Sockels habe 8 bis 10 Zenti-
meter betragen, weshalb der Hubstapler Probleme gehabt habe, diesen zu befahren. Die Aufga-
benverteilung der Montage habe der Beschuldigte 1 in Absprache mit dem Beschuldigten 2 um-
gesetzt. Die Ursache des Umstürzens des L-Profils sei darin zu sehen, dass man die Schrauben 
am Fuss nicht richtig angezogen habe und dass der Staplerfahrer nach dem Absetzen des Profils 
ohne Kommando des Beschuldigten 1 weggefahren sei. Der Berufungskläger habe 10 Tage vor 
dem Unfallereignis in Zürich bei der Montage eines vergleichbaren Regals mitgewirkt. Dort sei er 
vom Beschuldigten 2 instruiert, auf die entsprechenden Gefahren hingewiesen und daran erinnert 
worden, dass er eine Arbeit erledigen solle, bevor er eine neue anfange. Eine Sicherung der 
Elemente bis zum fertigen Verschrauben am Regal sei nicht nötig gewesen, weil dieses freiste-
hend sei. Der Gebrauch eines Hubstaplers zum Aufrichten der L-Profile entspreche der allgemei-
nen Vorgehensweise und es sei nicht branchenüblich, hierfür einen Kran zu verwenden. Dieser 
würde wie der Stapler ebenfalls mit einem Haltegurt arbeiten. Wäre die Arbeit am umgestürzten 
L-Profil ordentlich gemacht worden und wäre der Staplerfahrer nicht zu früh weggefahren, hätte 
der Unfall verhindert werden können.   
 
Im Rahmen einer weiteren Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 14. Dezember 2016 
(act. 368.47 ff.) sagte der Beschuldigte 2 im Wesentlichen aus, dass die Auftraggeberin den Auf-
bau des Regals aus Kostengründen möglichst mit eigenem Personal habe bewerkstelligen wol-
len. Weil der Beschuldigte 1 darauf bestanden habe, mindestens einen eigenen Mitarbeiter vor 
Ort zu haben, sei entschieden worden, den Berufungskläger beizuziehen. Dieser habe schon 
über Erfahrungen mit der Montage von Kragarm-Regalen verfügt. Die umgefallene Stütze sei 
nicht ordnungsgemäss zusammengeschraubt worden, denn die Schrauben seien nur mit einer 
Umdrehung provisorisch befestigt worden. Man müsse jedoch die Hülsen "einschlagen", was 
nicht gemacht worden sei. Offenbar habe auch der Staplerfahrer das Gerät bei der fraglichen 
Stütze nicht auf Kommando des Beschuldigten 2 bedient. Der Unfall lasse sich auf drei unglück-
liche Umstände zurückführen: die mangelhafte Verschraubung des Fusses, die fehlende Kon-
trolle der Verschraubung sowie das Verhalten des Staplerfahrers. Es sei auch nicht üblich, dass 

 
 
 

 
 
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das Fundament, auf welchem das Regal erstellt werde, eine so grosse Differenz zum Boden 
aufweise. Daher habe man entschieden, dass die L-Profile vom Stapler so tief wie möglich abge-
setzt und anschliessend von zwei Arbeitern nach hinten verschoben würden. Dieser Entscheid 
sei auf Basis der Einschätzung des Beschuldigten 1 gefällt worden. Wenn man die Stütze korrekt 
vormontiere und schiebe, bestehe keine Gefahr, dass diese umstürze. Die Montage mit einem 
Kran sei kein Thema gewesen. Falls man die Schlaufe erst dann habe lösen wollen, nachdem 
die L-Profile fixiert gewesen wären, hätte das gesamte Regal weiter vorne montiert werden 
müssen. Dies hätte vor Ort die Durchfahrt verhindert, welche gemäss Auftraggeberin habe frei 
bleiben müssen.  
 
Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht wurde der Beschuldigte 2 erneut zur Sa-
che befragt (act. S 169 ff.). Dort sagte er unter anderem aus, dass es branchenüblich sei, die 
Elemente eines Kragarm-Regals mit einem Hubstapler aufzurichten. So sei man flexibler, schnel-
ler und könne die Profile näher am Bestimmungsort abstellen. Im konkreten Fall seien die Platz-
verhältnisse eng gewesen, so dass die Verwendung eines Krans auch deshalb nie zur Diskussion 
gestanden sei. Bei der Montage mit einem Kran müssten die L-Profile ebenfalls von zwei Perso-
nen an ihren definitiven Standort verschoben werden. Der Beschuldigte 1 habe den Beschuldig-
ten 2 angerufen, als er beim Fundament des Regals eine Höhendifferenz von rund 10 Zentime-
tern zum Boden festgestellt habe. Sie hätten dann vor Ort das weitere Vorgehen besprochen und 
den Entscheid für das weitere Vorgehen gefällt.  
 
3.5. Der Fahrer des Hubstaplers, D.____, wurde am 22. April 2016 von der Staatsanwalt-
schaft als beschuldigte Person einvernommen (act. 351 ff.). Dieser sagte zum Unfallgeschehen 
im Wesentlichen aus, dass er sich immer an die Instruktionen des Chefmonteurs gehalten habe. 
Ansonsten habe ihm niemand spezielle Anweisungen erteilt. Er habe die L-Profile stets auf Befehl 
des Chefs abgestellt. Der Gurt sei lose heruntergehangen und D.____ habe dann mit der Gabel 
des Hubstaplers rückwärts herausfahren können. Er habe immer das gemacht, was ihm gesagt 
worden sei. Das L-Profil sei erst umgefallen, als die anderen beiden dasselbe gestossen hätten; 
zu diesem Zeitpunkt sei er bereits drei Meter entfernt gewesen.  
 
3.6. Im Rapport der Polizei Basel-Landschaft, Hauptposten Allschwil, vom 12. März 2015 
(act. 61 ff.) sind die polizeilichen Feststellungen zum Unfallhergang dokumentiert. Der rapportie-
rende Polizeibeamte, Fw E.____, beschreibt in diesem Bericht zunächst den Gegenstand und 
Ablauf der Arbeiten, wie er dem Anklagesachverhalt zu Grunde liegt. Weiter führt Fw E.____ aus, 
dass er das umgefallene L-Profil auf Kontakt- oder Schlagspuren abgesucht und nichts derglei-
chen gefunden habe. Er habe jedoch bemerkt, dass die Schrauben der beiden Profile, welche 
seitlich an der Stele hätten fixiert sein sollen, locker gewesen seien. Es habe auf jeder Seite 0.5 
bis 1 Zentimeter Spiel zwischen den Bauteilen bestanden. Dies ermögliche hochgerechnet auf 
eine Höhe von 6 Metern an der Spitze der Stele seitliche Abweichungen von 30 bis 60 Zentime-
tern. Weil an diesem Tag nur ganz schwacher Wind geherrscht habe, liege der Grund für das 
Umfallen des L-Profils in der mangelhaften Verschraubung (act. 73, 99). Sodann stellte Fw 
E.____ fest, dass der Berufungskläger die Schrauben an den Füssen der L-Profile jeweils mit 
einem Schlagschrauber angezogen habe. Dies sei indes beim neunten Element wohl vergessen 

 
 
 

 
 
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gegangen, was sich auf die Stabilität des L-Profils ausgewirkt habe. Entsprechend sei der Unfall 
auf das Zusammenspiel einzelner Fehler zurück zu führen: Der Berufungskläger habe vergessen, 
die Schrauben am neunten L-Profil festzuziehen, weder der Berufungskläger noch der Beschul-
digte 1 hätten die Verschraubung des Profils kontrolliert, und die Arbeiten seien ohne Sicherung 
des L-Profils an einem Kran durchgeführt worden (act. 77 f.). Gemäss den Aussagen des Beru-
fungsklägers könne davon ausgegangen werden, dass das L-Profil aufgrund seiner Instabilität 
direkt umgefallen sei und die Ursache hierfür nicht in der Verschiebung desselben liege (act. 81).         
 
3.7. Der Fuss des umgestürzten L-Profils wurde fotografisch dokumentiert. Auf den entspre-
chenden Fotografien (act. 339-343) ist ersichtlich, dass die Schrauben, welche den Fuss mit der 
Stütze verbinden, nicht vollständig angezogen sind. Zwischen den Muttern, den Unterlagscheiben 
und dem Metallprofil bestehen unterschiedlich grosse Abstände. Bei einer Schraube fehlen so-
wohl die Mutter als auch die Unterlagscheibe.   
 
3.8. Gestützt auf das vorstehend zusammengefasste Beweisergebnis geht das Kantonsge-
richt in Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz (E. II.1) sowie in Nachachtung des 
Grundsatzes "in dubio pro reo" in sachverhaltsmässiger Hinsicht davon aus, dass die Schrauben 
am Standfuss des umgekippten L-Profils nicht hinreichend satt angezogen waren und die 
mangelhafte Montage dieses Standfusses als einzig objektivierbare, wahrscheinlichste und un-
mittelbare Ursache für das Umkippen des L-Profils anzusehen ist. Es ist zwar nicht ausgeschlos-
sen, dass sich die Muttern und Schrauben beim Umsturz weiter gelockert haben. Doch kann mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich eine Verschraubung 
nicht so präsentiert, wenn sie vorgängig mit einem Schlagschrauber korrekt festgezogen wurde. 
Sodann ist zu erwägen, dass die ersten acht, korrekt montierten L-Profile sicher gestanden sind, 
während dies beim neunten L-Profil nicht der Fall war. Zumal in tatsächlicher Hinsicht keine offe-
nen Fragen in Bezug auf die Unfallursache bestehen, erscheint die Anordnung eines Gutachtens 
zur Feststellung des Sachverhalts (Art. 182 StPO) nicht erforderlich, weshalb der entsprechende 
Beweisantrag des Berufungsklägers bereits mit Verfügung des Präsidenten des Kantonsgerichts 
vom 23. Januar 2020 (Ziffer 3) abgewiesen worden ist. Dieses Begehren wurde vom Berufungs-
kläger anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung nicht erneut gestellt, weshalb vor-
liegend nicht mehr darüber befunden werden muss.  
 
Unbestritten ist sodann, dass die L-Profile am Boden liegend vom Berufungskläger und zwei 
Hilfsmonteuren der Bauherrschaft zusammengeschraubt worden sind. Der Beschuldigte 1 hat die 
entsprechende Anweisung erteilt und die ersten beiden L-Profile sowie die montierten Standfüsse 
kontrolliert, wobei nichts zu beanstanden war. Gemäss den Depositionen des Berufungsklägers 
als polizeiliche Auskunftsperson vom 10. März 2015 habe er beim neunten L-Profil nicht kon-
trolliert, ob die Schrauben angezogen gewesen seien. Er sei der Meinung gewesen, die Arbeiter 
der Y.____ AG hätten die Schrauben festgezogen (act. 149, 151). Möglicherweise hätten die 
beiden anderen Arbeiter gemeint, er werde diese noch anziehen (act. 141). Anlässlich der kan-
tonsgerichtlichen Hauptverhandlung führte der Berufungskläger als Auskunftsperson aus, dass 
es bei der Montage des neunten L-Profils vermutlich ein Missverständnis gegeben habe. Er habe 
die beiden anderen Arbeiter nicht darauf hingewiesen, dass sie die Schrauben selber festziehen 

 
 
 

 
 
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sollten. Er habe gedacht, dies sei ihre Aufgabe, und er habe die Verschraubung auch nicht kon-
trolliert, weil er nicht der Chef gewesen sei (Verhandlungsprotokoll, S. 8 f.). Damit kann als erstellt 
angesehen werden, dass beim Zusammenbau des umgekippten L-Profils ein Missverständnis 
zwischen dem Berufungskläger und den zwei Hilfsmonteuren der Bauherrschaft bestanden hat. 
Ersterer hat eine Arbeit zusammen mit dem Beschuldigten 1 erledigt und ist davon ausgegangen, 
dass die Monteure das L-Profil vollständig verschrauben werden. Letztere haben hingegen ge-
dacht, der Berufungskläger werde die vormontierten Schrauben mit dem Schlagschrauber fest 
anziehen, wie er dies bei den vorangegangenen acht L-Profilen ebenfalls gemacht hatte. Vor dem 
Aufrichten des neunten L-Profils haben weder der Beschuldigte 1 noch der Berufungskläger kon-
trolliert, ob der Standfuss korrekt verschraubt war.  
 
Weiter kann gestützt auf die Aussagen der Beteiligten davon ausgegangen werden, dass die L-
Profile so standfest waren, dass sie ohne zusätzliche Sicherung von zwei Personen über eine 
Strecke von 30 bis 50 Zentimetern verschoben werden konnten, bevor sie durch Montage der 
Streben mit dem Kragarm-Regal fest verbunden wurden. Das neunte L-Profil ist kurz nach dem 
Absetzen durch den Hubstapler umgekippt, ohne dass es vorgängig verschoben worden ist. Zu 
diesem Zeitpunkt hatte der Fahrer des Hubstaplers die Gabel bereits aus der am L-Profil befes-
tigten Schlaufe herausgezogen und war rückwärtsgefahren, ohne dass er eine entsprechende 
Weisung erhalten hatte. Angesichts der Depositionen des Beschuldigten 1 sowie des Berufungs-
klägers sind die Aussagen des Staplerfahrers, wonach er immer gemacht habe, was ihm gesagt 
worden sei, und das L-Profil erst umgefallen sei, als die anderen beiden dasselbe gestossen 
hätten, als Schutzbehauptungen zu werten.  
 
4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB in Verbindung mit 
Art. 12 Abs. 3 StGB macht sich strafbar, wer einen Menschen aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 
am Körper oder an der Gesundheit schwer schädigt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn 
der Täter die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persön-
lichen Verhältnissen verpflichtet ist. Ein Verhalten ist sorgfaltswidrig und damit fahrlässig, wenn 
der Täter im Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten 
die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen, 
und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere Nor-
men ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden 
Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Bei der Bestimmung des im Einzelfall anzuwen-
denden Massstabes sorgfaltsgemässen Verhaltens kann auf Normen zurückgegriffen werden, 
die der Unfallverhütung und der Sicherheit dienen. Wurde die nach den Umständen geforderte 
Sorgfalt nicht aufgewendet, ist anhand der persönlichen Verhältnisse zu überprüfen, ob neben 
der objektiven auch die subjektive Sorgfaltspflicht verletzt wurde. Es wird danach gefragt, was ein 
gewissenhafter und besonnener Mensch mit der Ausbildung und den individuellen Fähigkeiten 
der beschuldigten Person in der fraglichen Situation getan oder unterlassen hätte. Es kommt 
mithin auf die individuelle Voraussehbarkeit des Erfolgs an. Voraussetzung der Strafbarkeit ist 

 
 
 

 
 
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ferner die Vermeidbarkeit des Erfolgs. Beherrschbar ist ein Geschehensablauf nur, wenn der Tä-
ter die Fähigkeit hat, das mit seinem Verhalten verbundene Risiko auszuschalten, sei es durch 
entsprechende Vorsichtsmassnahmen oder durch Unterlassen der riskanten Handlung. Auch hier 
kommt es auf die individuellen Fähigkeiten des Täters an (BGer Urteil 6B_516/2009 vom 3. No-
vember 2009, Erw. 3.3.1). 
 
4.2. Soweit die Verletzung einer Sorgfaltsnorm nachgewiesen ist, kann die strafrechtliche 
Verantwortlichkeit wegen fehlender Erfolgsrelevanz des Sorgfaltsverstosses entfallen. Der Täter 
haftet nur für solche Erfolge, in deren Eintritt sich das von ihm geschaffene, unerlaubte Risiko 
verwirklicht hat. Ein sorgfaltswidriges Verhalten ist nicht strafbar, wenn auch ein sorgfaltsgemäs-
ses Vorgehen die Verletzung des Rechtsguts nicht hätte verhindern können. Kontrovers ist hin-
gegen, welche Anforderungen zu gelten haben, wenn die Missachtung der gebotenen Sorgfalt 
die Wahrscheinlichkeit des Erfolgseintritts nicht alleine begründet, diese jedoch erhöht hat. Die 
Rechtsprechung und ein Teil der Lehre machen die Zurechnung des Erfolgs in solchen Fällen 
davon abhängig, mit welcher Wahrscheinlichkeit er bei sorgfaltsgemässem Verhalten ausgeblie-
ben wäre. Stellt man dabei an den Grad der Wahrscheinlichkeit zu geringe Anforderungen, ist 
dies mit Blick auf den Grundsatz "in dubio pro reo" problematisch. Die strafrechtliche Haftung für 
fahrlässiges Verhalten unterliegt ausserdem normativen Beschränkungen. Dabei geht es um die 
Frage, ob der Erfolg, so wie er sich verwirklicht hat, dem spezifischen Schutzzweck der Norm 
widerspricht. Die Verletzung oder Gefährdung des Rechtsguts muss auf den Grund zurückzufüh-
ren sein, dessentwegen die Sorgfaltspflicht besteht. Damit soll eine Haftung für solche Erfolge 
entfallen, die mit dem unsorgfältigen Verhalten nicht in typischer Weise einhergehen (vgl. 
NIGGLI/MAEDER, Basler Kommentar StGB, 4. A. 2019, Art. 12, N 117 ff., m.w.H).  
 
4.3.  Bei Fahrlässigkeitsdelikten müssen in der Anklageschrift sämtliche Umstände aufge-
führt werden, aus denen sich die Pflichtwidrigkeit des vorgeworfenen Verhaltens sowie die Vor-
hersehbarkeit und die Vermeidbarkeit des eingetretenen Erfolges ergeben sollen (BGE 116 Ia 
455, E. 3; BGE 120 IV 348 E. 3.c). Dies folgt aus dem Anklagegrundsatz, wonach die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens bestimmt (Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die dem Beschuldigten zur Last 
gelegten Delikte sind so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver 
Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen 
können, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt ist und wie ihr Verhalten rechtlich qualifi-
ziert wird, damit sie ihre Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst 
an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGer Urteil 
6B_1452/2019 vom 25. September 2020, E. 1.2, m.w.H.). 
 
4.4. Die im Rahmen von Art. 125 StGB zu prüfende Verletzung von Sorgfaltspflichten kann 
sich aus einer Missachtung von Regeln der Baukunde ergeben, wobei die Strafbarkeit für das 
Gefährdungsdelikt nach Art. 229 StGB unter Umständen Rückschlüsse auf das fahrlässige Ver-
letzungsdelikt zulässt (vgl. BGer Urteil 6B_516/2009 vom 3. November 2009, Erw. 3.3.1). Ge-
mäss Art. 3 Abs. 1 der Bauarbeitenverordnung (BauAV, SR 832.311.141) müssen Bauarbeiten 
so geplant werden, dass das Risiko von Berufsunfällen möglichst klein ist und die notwendigen 

 
 
 

 
 
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Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden können. Nach Art. 3 Abs. 5 BauAV hat der Arbeit-
geber dafür zu sorgen, dass geeignete Materialien, Installationen und Geräte in genügender 
Menge und rechtzeitig zur Verfügung stehen. Sie müssen sich in betriebssicherem Zustand be-
finden und den Anforderungen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes entsprechen. 
Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV, SR 832.30) schreibt in allgemeiner 
Weise vor, dass der Arbeitgeber zur Wahrung und Verbesserung der Arbeitssicherheit alle An-
ordnungen erteilen und alle Schutzmassnahmen treffen muss, die den Vorschriften dieser Ver-
ordnung und den für seinen Betrieb zusätzlich geltenden Bestimmungen über die Arbeitssicher-
heit sowie den anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entspre-
chen. Konkrete Vorschriften über die Sicherung von Bauteilen finden sich in der vorgenannten 
Erlassen nicht. Die Suva hat eine einschlägige Broschüre mit dem Titel "Neun lebenswichtige 
Regeln für die Stahlbau-Montage" verfasst. Darin werden Sicherheitsvorschriften formuliert, wel-
che die vorgenannten gesetzlichen Bestimmungen für den Bereich der Stahlbau-Montage präzi-
sieren. Sie können folglich als Grundlage für die Beurteilung einer Sorgfaltspflichtverletzung her-
angezogen werden. Gemäss Ziffer 6 dieses Regelwerks hat der Vorgesetzte für geeignete Ma-
schinen und Werkzeuge zu sorgen und zu kontrollieren, dass die Mitarbeitenden diese Arbeits-
mittel beherrschen. Ziffer 7 enthält die Vorschrift, dass die in Position gebrachten Bauteile bei der 
Montage gegen Umkippen zu sichern sind. Ein Bauteil darf demnach nie vom Kran abgehängt 
werden, bevor es stabilisiert und zuverlässig befestigt ist. Der Vorgesetzte hat seine Mitarbeiten-
den entsprechend zu instruieren und für die sichere Umsetzung des Montagekonzepts zu sorgen.  
 
4.5.  Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 21. Dezember 2017 wirft den Beschul-
digten im Wesentlichen vor, dass das Aufstellen und Verschieben der L-Profile nicht unter stän-
diger Sicherung gegen das Umkippen erfolgt sei. Darin liege eine Verletzung der massgeblichen 
Vorschriften zum Schutz der Sicherheit der Arbeitnehmer. Der Beschuldigte 2 habe es unter-
lassen, das geeignete Arbeitsgerät zur Verfügung zu stellen, und der Beschuldigte 1 habe die 
Arbeiten unter diesen Bedingungen weder instruieren noch durchführen dürfen. Der vom Beru-
fungskläger erhobene Vorwurf, der Beschuldigte 1 habe es als vorgesetzte Person pflichtwidrig 
unterlassen, den Standfuss des umgestürzten L-Profils vor dem Aufstellen auf seine korrekte 
Verschraubung hin zu überprüfen, ist dagegen von der Anklage nicht hinreichend umfasst. Die 
Anklageschrift (S. 4 f.) hält bloss fest, dass der Beschuldigte 1 nicht kontrolliert habe, ob die 
Schrauben fest angezogen gewesen seien. Doch geht daraus nicht hervor, inwiefern der Be-
schuldigte 1 mit diesem Verhalten eine konkrete Sorgfaltspflicht verletzte, deren Beachtung ein 
vorhersehbares Unfallereignis hätte verhindern können. Die entsprechende Sorgfaltswidrigkeit 
könnte folglich keine Grundlage einer Verurteilung bilden (Art. 9 Abs. 1 StPO). Diesbezüglich 
bleibt anzumerken, dass der Beschuldige 1 den Berufungskläger hinreichend instruierte, letzterer 
in der Montage von L-Profilen offensichtlich nicht unerfahren war, und der Beschuldigte 1 die 
ersten zwei Bauteile auf ihre korrekte Verschraubung hin überprüft hat. Die Sorgfaltspflichten 
einer vorgesetzten Person würden klarerweise überdehnt, wenn man verlangen würde, dass 
diese jeden einzelnen Arbeitsschritt der unterstellten Mitarbeiter permanent verifizieren müsste. 
Eine arbeitsteilige Organisation von Bauarbeiten liesse sich unter diesen Bedingungen weder 
sinnvoll noch praktikabel umsetzen.    
 

 
 
 

 
 
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4.6. Mit Bezug auf den Beschuldigten 1 ist zu erwägen, dass dieser die ungünstige bauliche 
Beschaffenheit des Fundaments seinem Vorgesetzten, dem Beschuldigten 2, gemeldet hat. Das 
Aufrichten und Verschieben der L-Profile mittels eines Hubstaplers entsprach dem betriebsübli-
chen Vorgehen. Die L-Profile erwiesen sich als hinreichend standfest und mussten in jedem Fall 
noch manuell ausgerichtet werden, bevor sie mit dem Regal verschraubt werden konnten. Zumal 
der Hubstapler das Fundament wegen der Höhendifferenz nicht befahren konnte, wurde in Rück-
sprache mit dem Beschuldigten 2 entschieden, die L-Profile für die letzten 30 bis 50 Zentimeter 
manuell an ihren definitiven Bestimmungsort zu verschieben, ohne dass die daran fixierte 
Schlaufe in der Gabel des Hubstaplers eingehängt blieb. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen 
bei der Montage von Kragarm-Regalen sowie der üblichen Arbeitsweise bestand für den Beschul-
digten 1 vorliegend keine objektiv begründete Veranlassung, diese Art der Auftragserfüllung ent-
gegen den Anweisungen seines Vorgesetzten zu verweigern. Im Rahmen des arbeitsrechtlichen 
Subordinationsverhältnisses kann sein Verhalten daher keinesfalls als sorgfaltswidrig qualifiziert 
werden.  
 
4.7. Es bleibt zu prüfen, ob der Beschuldigte 2 eine Sorgfaltspflicht verletzte, indem er es 
zuliess, dass die Arbeiten unter den gegebenen Bedingungen mit einem Hubstapler durchgeführt 
wurden, der keine Sicherung der L-Profile bis zu ihrer definitiven Verschraubung mit dem Regal 
garantieren konnte. Es stellt sich mit anderen Worten die Frage, ob der Beschuldigte 2 verpflichtet 
gewesen wäre, die Arbeiten am Kragarm-Regal zu unterbrechen und einen Kran zu organisieren, 
der es erlaubt hätte, die Schlaufen der L-Profile bis zum Abschluss ihrer Montage in einem si-
chernden Haken eingehängt zu lassen. Diesbezüglich ist zu erwägen, dass das Umfallen oder 
Abstürzen eines Gegenstands immer durch Fixierung an einer entsprechend konstruierten Hal-
tevorrichtung verhindert werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Sicherung bedeutet indessen 
nicht, dass eine solche stets erforderlich wäre. Es sind jeweils nur jene Sorgfaltsmassnahmen zu 
ergreifen, die nach den Verhältnissen geboten und technisch möglich sind. Die L-Profile wurden 
vorliegend mittels einer Schlaufe in der Gabel des Hubstaplers gehalten, so lange sie aufgerichtet 
und hingestellt wurden. In dieser für die Stabilität kritischen Phase entsprach die Sicherung der 
Bauteile der Arbeitsweise mit einem Kran. Anschliessend war es zulässig, die Gabel des Hub-
staplers aus der Schlaufe zu entfernen. Eine ununterbrochene Sicherung bis zur Montage am 
Regal wäre nur dann geboten gewesen, wenn die L-Profile beim Abstellen oder Verschieben 
leicht aus dem Gleichgewicht geraten wären. Sie erwiesen sich jedoch als hinreichend standfest 
und drohten nicht umzukippen, als sie auf dem Fundament abgestellt und von zwei Personen 
über eine Distanz von 30 bis 50 Zentimetern verschoben wurden. Ihr Umstürzen bedurfte folglich 
einer besonderen Einwirkung, die im Rahmen des üblichen Arbeitsablaufs nicht zu erwarten war. 
Die Beschuldigten mussten daher nicht damit rechnen, dass ein L-Profil zufolge mangelhafter 
Verschraubung des Standfusses oder aufgrund einer Einwirkung mit der Gabel des Hubstaplers 
umfällt, wie ihnen von der Anklage vorgeworfen wird.  
 
4.8. Die Sicherheitsvorschrift der Suva, wonach die in Position gebrachten Bauteile gegen 
das Umkippen gesichert werden müssen und nie vom Kran abgehängt werden dürfen, bevor sie 
stabilisiert und zuverlässig befestigt sind, erfasst nicht sämtliche Gefahren, die sich bei der Mon-

 
 
 

 
 
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tage schwerer Bauteile verwirklichen können. Vielmehr zielt die Norm auf die Sicherung von Ge-
genständen ab, welche aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften instabil sind und deshalb ein 
Risiko für die Arbeitssicherheit bergen. Sie bezweckt indessen nicht, Verletzungen zu vermeiden, 
welche auf die Montage des Bauteils oder Manipulationen an einem Arbeitsgerät zurückzuführen 
sind. Dies ist augenscheinlich, zumal auch die fehlerhafte Bedienung des sichernden Krans das 
Bauteil zu Fall bringen kann. Ebenso kann es umstürzen, wenn es nicht korrekt montiert oder 
unzureichend mit den stabilisierenden Elementen verbunden worden ist. Es ist zwar zutreffend, 
dass die Sicherung des L-Profils mittels eines Krans im konkreten Fall das Umstürzen hätte ver-
hindern können. Doch liegt die Ursache hierfür in der mangelhaften Verschraubung des Stand-
fusses, was nicht vom Schutzzweck der vorgenannten Sicherheitsvorschrift umfasst ist.  
 
4.9. Selbst man davon ausgehen würde, dass eine Norm der Arbeitssicherheit missachtet 
worden ist, deren Schutzzweck sich auf die vorliegende Unfallursache bezieht, hat sich kein auf 
die Sorgfaltspflichtverletzung spezifisch zurückzuführendes Risiko verwirklicht. Das von den Be-
schuldigten organisierte Sicherheitsdispositiv und der Arbeitsablauf hätten ein Umstürzen des L-
Profils zufolge mangelhafter Montage des Standfusses wirksam verhindern können. Es war vor-
gesehen, dass der Hubstapler das Bauteil langsam ablässt, die am Profil befestigte Schlaufe lose 
in der Gabel hängt, und der Hubstapler auf Anweisung des Beschuldigten 1 die Gabel aus der 
Schlaufe zieht, wenn das L-Profil stabil auf dem Boden steht. Vorliegend ist das L-Profil gemäss 
den Aussagen des Beschuldigten 1 sowie des Berufungsklägers kurz nach dem Absetzen um-
gekippt. Es muss zu Gunsten des Beschuldigten 1 davon ausgegangen werden, dass er dem 
Staplerfahrer zu diesem Zeitpunkt noch nicht den Befehl erteilt hatte, sein Fahrzeug zurück zu 
setzen. Hätte der Fahrer des Hubstaplers die Anweisungen des Beschuldigten 1 konsequent be-
folgt, wäre die sichernde Schlaufe des L-Profils noch von der Gabel des Hubstaplers gehalten 
worden, als das Bauteil aus dem Gleichgewicht geriet. Damit hätte ein Umstürzen des L-Profils 
mit den daraus resultierenden Verletzungsfolgen vermieden werden können.  
   
4.10. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen kann zusammengefasst festgehalten wer-
den, dass weder dem Beschuldigten 1 noch dem Beschuldigten 2 die Verletzung einer Sorgfalts-
pflicht vorgeworfen werden kann, wie dies der Tatbestand von Art. 125 Abs. 2 StGB voraussetzt. 
Die Sicherung des L-Profils mittels eines Krans war unter den gegebenen Umständen nicht er-
forderlich. Die Beschuldigten mussten nicht damit rechnen, dass der hinreichend erfahrene und 
gehörig instruierte Berufungskläger die Füsse der L-Profile nicht korrekt verschraubt und vor dem 
Aufstellen des Bauteils nicht selbständig kontrolliert, wie es seinem Arbeitsauftrag entsprochen 
hätte. Es fehlt damit auch an der Vorhersehbarkeit der konkreten Schadensverursachung. Even-
tualiter ist die Erfolgsrelevanz eines Sorgfaltsverstosses weder in normativer noch in tatsächlicher 
Hinsicht gegeben. Daher sind die Beschuldigten in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils vom 
Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freizusprechen. Bei diesem Ergebnis ist die Zivilforde-
rung des Berufungsklägers auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). Diesbe-
züglich kann festgehalten werden, dass die Beweisregeln des Strafprozesses entgegen der Auf-
fassung des Berufungsklägers auch für den Adhäsionsprozess gelten (DOLGE, Basler Kommentar 
StPO, 2. A. 2014, Art. 122, N. 9). Somit sind strafrechtliche Beweisverwertungsverbote oder der 
Grundsatz "in dubio pro reo" auch für die Beurteilung der Zivilforderung massgeblich. Im Ergebnis 

 
 
 

 
 
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ist daher das Urteil des Strafgerichts vom 24. Mai 2019 (300 17 459) in Abweisung der Berufung 
der Privatklägerschaft vollumfänglich zu bestätigen.  
 
 
III. Kosten 

1. Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren  

Die Vertreter der Beschuldigten 1 und 2 beantragen die Zusprechung einer Parteientschädigung 
für das erstinstanzliche Verfahren vor dem Strafgericht. Da der Beschuldigte 1 seine Forderungen 
nicht beziffert, sondern bloss vorbehalten hat, hat die Vorderrichterin nur über einen Teil der Par-
teientschädigungen befunden. Den Beschuldigten wurde in Anwendung von Art. 429 Abs. 2 StPO 
die Gelegenheit gegeben, ihre Ansprüche nach Rechtskraft des Urteils einzubringen. Mangels 
einer entsprechenden Berufung oder Anschlussberufung bildet die Beurteilung dieser Entschädi-
gungsansprüche nicht Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens (Art. 404 Abs. 1 StPO), ansons-
ten den Parteien auch eine Instanz verloren gehen würde. Die Parteien sind folgerichtig gehalten, 
allfällige noch nicht beurteilte Ansprüche innert 30 Tagen seit der Rechtskraft des Urteils beziffert 
und belegt an das Strafgericht zu stellen.  
 
2. Verfahrenskosten 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren 
Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Vorliegend werden die 
erstinstanzlichen Freisprüche sowie der Entscheid über die Zivilforderung bestätigt, so dass der 
Berufungskläger vollumfänglich unterliegt. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in 
Höhe von Fr. 11'750.–, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 11'500.– (§ 12 Abs. 1 der Verord-
nung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 250.–, sind 
damit grundsätzlich vom Berufungskläger zu tragen. Weil er jedoch zufolge Gutheissung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Rechtsmittelverfahren von den Verfahrenskosten befreit ist 
(Art. 379 i.V.m. Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO), gehen diese zu Lasten des Staates.  
 
3. Parteientschädigung für das Berufungsverfahren 

3.1. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtu-
ung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 ff. StPO. Diesen Bestimmungen ist keine Rege-
lung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen. Dessen ungeachtet hat sich indes auch 
der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe des Obsiegens oder 
Unterliegens zu richten (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessord-
nung, 2011, Rz. 578; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. A. 2018, Art. 436 N 1; 
WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 436 N 4). Die Regel, wonach die 
Verantwortung des Staates für die Strafverfolgung dazu führt, dass der Staat auch deren Kosten 
trägt, wird gegenstandslos, sobald das Verfahren nur noch auf Betreiben der Privatklägerschaft 
fortgesetzt wird. Die allein den Rechtsweg beschreitende Privatklägerschaft wird daher im Beru-
fungsverfahren entschädigungspflichtig, soweit sie unterliegt (BGE 147 IV 47, E. 4.2.5 und 4.2.6). 

 
 
 

 
 
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Die unentgeltliche Rechtspflege befreit nicht von der Pflicht zur Leistung einer Parteientschädi-
gung (Art. 136 Abs. 2 StPO e contrario). Daher hat der Berufungskläger die Parteikosten der 
Beschuldigten 1 und 2 zu ersetzen.  
 
3.2. Die Höhe der Parteientschädigung richtet sich nach den kantonalen Anwaltstarifen. Die 
Kosten der Vertretung müssen in einem vernünftigen Verhältnis zur Komplexität des Falles und 
zur Wichtigkeit der Sache stehen. Unnötige und übersetzte Kosten sind nicht zu ersetzen 
(WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 429, N 16). Analog zur amtlichen 
Verteidigung sind alle angemessenen Aufwendungen zur wirkungsvollen Ausübung des Mandats 
zu entschädigen, wobei dies nur jene Bemühungen umfasst, die in kausalem Zusammenhang mit 
der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und die verhältnismässig und notwendig sind 
(RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, 2. A. 2014, Art. 135, N. 3; LIEBER, Zürcher Kommentar 
StPO, 3. A. 2020, Art. 135, N 6). Sekretariatsarbeiten und anwaltliche Kürzestaufwände werden 
nicht vergütet (LIEBER, a.a.O., Art. 135, N 4). Gemäss § 2 und 3 der Tarifordnung für die Anwäl-
tinnen und Anwälte (TO, SGS 178.112) bestimmt sich die Parteientschädigung im Strafverfahren 
nach dem Zeitaufwand, wobei je nach Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der damit ver-
bundenen Verantwortung sowie der persönlichen und finanziellen Verhältnisse der vertretenen 
Person ein Honorar von Fr. 200.– bis Fr. 350.– pro Stunde zu entrichten ist. Bei unentgeltlicher 
Verbeiständung sowie bei amtlicher Verteidigung beträgt das Honorar Fr. 200.– pro Stunde. Für 
die Bemühungen von Substitutinnen oder Substituten sind 1/3 bis 2/3 des für den konkreten Fall 
massgebenden Stundenansatzes zu berechnen. Angesichts des durchschnittlichen Verfahrens-
aufwands ist den Vertretern der Beschuldigten 1 und 2 ein Honorar von Fr. 250.– pro Stunde zu 
entrichten. Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Berufungsklägers beträgt Fr. 
200.– pro Stunde.  
 
3.3. Mit Honorarnoten vom 31. Dezember 2019 und 12. April 2021 weist der Vertreter des 
Beschuldigten 1, Advokat Alain Joset, einen Aufwand von insgesamt 12.66 Stunden zu einem 
Ansatz von Fr. 280.– zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer aus, wobei er die Bemühungen der 
Berufungsverhandlung noch nicht berücksichtigt hat. Der zu entschädigende Aufwand für die 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht beläuft sich auf 5.5 Stunden. Dies ergibt einen dem 
Umfang und der Komplexität des Verfahrens angemessenen Gesamtaufwand von total 18.16 
Stunden, der zu einem Ansatz von Fr. 250.– entschädigt wird. Daraus resultiert ein Betrag von 
total Fr. 4'672.10 (inkl. Auslagen von Fr. 130.40), worauf 7.7% MWST (= Fr. 359.75) zu entrichten 
sind. Das vom Berufungskläger zu entschädigende Honorar beläuft sich damit auf total Fr. 
5'031.85. 
 
3.4. Mit Honorarnote vom 12. April 2021 weist der Vertreter des Beschuldigten 2, Advokat 
Peter Nedwed, einen Aufwand von insgesamt 22.6 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 250.– zu-
züglich Auslagen und Mehrwertsteuer aus, wobei er die Bemühungen der Berufungsverhandlung 
noch nicht berücksichtigt hat. Der zu entschädigende Aufwand für die Hauptverhandlung vor dem 
Kantonsgericht (inkl. Anreise) beläuft sich auf 6.5 Stunden. Dies ergibt einen dem Umfang und 
der Komplexität des Verfahrens angemessenen Gesamtaufwand von total 29.1 Stunden, der zu 
einem Ansatz von Fr. 250.– entschädigt wird. Daraus resultiert ein Betrag von total Fr. 7'444.50 

 
 
 

 
 
Seite 25  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(inkl. Auslagen von Fr. 169.50), worauf 7.7% MWST (= Fr. 573.25) zu entrichten sind. Das vom 
Berufungskläger zu entschädigende Honorar beläuft sich damit auf total Fr. 8'017.75. 
 
3.5. Zufolge Gutheissung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklägerschaft im 
Rechtsmittelverfahren wird dem Rechtsvertreter des Berufungsklägers, Advokat Gaël Jenoure, 
ein Honorar aus der Staatskasse ausgerichtet. Der Berufungskläger ist verpflichtet, dem Kanton 
das Honorar zurückzuzahlen und seinem Rechtsvertreter die Differenz zwischen der amtlichen 
Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 379 i.V.m. Art. 136 Abs. 2 lit. c, Art. 138 Abs. 1 und Art. 135 StPO).  
 
Mit Honorarnote vom 12. April 2021 weist der unentgeltliche Rechtsbeistand, Advokat Gaël 
Jenoure, einen Aufwand von insgesamt 24.5 Stunden zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer 
aus, wobei er die Bemühungen der Berufungsverhandlung noch nicht berücksichtigt hat. Der zu 
entschädigende Aufwand für die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht (inkl. Anreise) be-
läuft sich auf 6.5 Stunden. Dies ergibt einen dem Umfang und der Komplexität des Verfahrens 
angemessenen Gesamtaufwand von total 31 Stunden, der zu einem Ansatz von Fr. 200.– ent-
schädigt wird. Daraus resultiert ein Betrag von total Fr. 6'341.10 (inkl. Auslagen von Fr. 141.10), 
worauf 7.7% MWST (= Fr. 488.25) zu entrichten sind. Das aus der Staatskasse zu entschädi-
gende Honorar beläuft sich damit auf total Fr. 6'829.35. 
 
  

 
 
 

 
 
Seite 26  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 
 
://:  I. Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 

24. Mai 2019, auszugsweise lautend: 
 
"I. B.____ 
 
1.  B.____ wird von der Anklage der fahrlässigen schweren 
 Körperverletzung freigesprochen. 
 
2. Die B.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus 
 den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 2'000.50 und der 
  Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.--, gehen zu Lasten des 
 Staates. 
 Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil 
 verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche 
  Gebühr auf Fr. 750.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT).  
 
II. C.____ 
 
1. C.____ wird von der Anklage der fahrlässigen schweren 

 Körperverletzung freigesprochen. 
 

2. a) Die C.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend 
 aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 1'950.50 und der 
 Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.--, gehen zu Lasten des 
  Staates. 
 Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil 
 verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche 
  Gebühr auf Fr. 750.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 
 
    b)  Die Kosten der Wahlverteidigung von C.____ in Höhe 
 von Fr. 8'896.70 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) 
 gehen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu Lasten 
 des Staates. 
 
III.  Forderungen der Privatklägerschaft 
 
Die Zivilforderung von A.____ wird auf den Zivilweg verwiesen.  
 
Der Antrag von A.____ auf Zusprache einer Parteientschädigung wird 
abgewiesen. 
 

 
 
 

 
 
Seite 27  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(…)" 
 
wird in Abweisung der Berufung des Privatklägers vollumfäng-
lich bestätigt. 
 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 
CHF 11'750.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 11'500.-- so-
wie Auslagen von CHF 250.--, gehen zufolge Gutheissung der unent-
geltlichen Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Rechtsmittelver-
fahren zu Lasten des Staates. 
 

 III. 1. Der Privatkläger A.____ wird verpflichtet, dem Beschuldigten 
 B.____ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
 in der Höhe von CHF 4'672.10 (inkl. Auslagen) zuzüglich 
 7,7% MWST (= CHF 359.75), somit total CHF 5'031.85, zu 
 bezahlen.  
 
2. Der Privatkläger A.____ wird verpflichtet, dem Beschuldigten 

C.____ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 
in der Höhe von CHF 7'444.50 (inkl. Auslagen) zuzüglich
 7,7% MWST (= CHF 573.25), somit total CHF 8'017.75, zu be-
zahlen. 

 
  IV. Zufolge Gutheissung der unentgeltlichen Rechtspflege für die  

Privatklägerschaft im Rechtsmittelverfahren wird dem Rechts-vertre-
ter des Privatklägers, Advokat Gaël Jenoure, ein Honorar in der Höhe 
von CHF 6'341.10 (inkl. Auslagen) zuzüglich 7,7% MWST 
(= CHF 488.25), somit total CHF 6'829.35, aus der Staatskasse aus-
gerichtet. 
 
A.____ ist verpflichtet, dem Kanton das Honorar zurückzuzahlen und 
seinem Rechtsvertreter die Differenz zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 
 

 
 
 
 

 
 
 

 
 
Seite 28  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Bryan Smith 

 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.