# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 968601dd-5eff-5f63-b4f8-8340196f8cdb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2025 D-8091/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8091-2025_2025-11-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8091/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann;   

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Peru,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, 

substituiert durch MLaw Michael Meyer,  

(…) 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 19. September 2025 / N (…). 

 

 

 

D-8091/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der (damals noch minderjährige) Beschwerdeführer reiste am 10. Ok-

tober 2021 zusammen mit seiner Mutter B._______ (vorinstanzliche Akten 

N […]), seiner Schwester C._______ und seinem Bruder D._______ in die 

Schweiz ein, wo alle am 13. Oktober 2021 um Asyl ersuchten. 

 

Zur Begründung brachte er vor, seine Mutter habe wegen Problemen mit 

der Justiz im Jahr 2018 das Land verlassen, sei dann aber wieder nach 

Peru zurückgekehrt. Während der Abwesenheit der Mutter habe eine Tante 

zu ihm und seinen Geschwistern geschaut. Nach ihrer Rückkehr habe sich 

seine Mutter, welche im Zusammenhang mit einem versuchten Auftrags-

mord zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden sei, im Haus versteckt. 

Sein Vater arbeite in E._______ und habe seine Familie immer wieder be-

sucht und ihn sowie seine Tante unterstützt. Im August 2021 sei er – der 

Beschwerdeführer – einmal von Unbekannten bedroht und aufgefordert 

worden, den Aufenthaltsort seiner Mutter bekanntzugeben. Nach diesem 

Vorfall habe er weiterhin unbekannte Personen um das Haus herum gese-

hen. Schliesslich habe sich seine Mutter zur erneuten Ausreise – diesmal 

mit ihren Kindern – entschlossen.  

 

Nach Erreichen der Volljährigkeit wurde vom SEM für den Beschwerdefüh-

rer ein eigenes Dossier (N 827 162) eröffnet. 

 

A.b Mit Verfügung vom 16. Mai 2024 stellte das SEM fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte dessen 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Wegweisungsvollzug ab. 

Ebenfalls mit Verfügung vom 16. Mai 2024 fällte das SEM einen gleichlau-

tenden Entscheid betreffend seine Mutter und seine Geschwister.  

A.c Die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde wurde vom Bun-

desverwaltungsgericht mit Urteil D-3845/2024 vom 10. Februar 2025 ab-

gewiesen. 

Mit Urteil D-3849/2024 vom gleichen Tag wies das Bundesverwaltungsge-

richt auch die Beschwerde der Familienangehörigen ab. 

B.  

Mit als "Wiedererwägungsgesuch und Gesuch um vorläufige 

D-8091/2025 

Seite 3 

Massnahmen" bezeichneter Eingabe vom 7. Juli 2025 gelangte der Be-

schwerdeführer erneut an das SEM und machte dabei im Wesentlichen 

geltend, er befinde sich in stationärer psychiatrischer Behandlung, da sich 

seine Situation nach einem (…) im April 2025 nicht verbessert habe. Er 

leide an einer (…), an (…) und unter (…), mit mehreren weiteren (…) in 

den vergangenen Wochen. Eine Rückkehr nach Peru sei gemäss Auffas-

sung der behandelnden Ärzte nicht vertretbar, zumal er dort weder ein 

stabiles Netzwerk noch familiäre Unterstützung habe und dort seinem Va-

ter ausgesetzt sei, welcher in Vergangenheit beziehungsweise während 

der Abwesenheit seiner Mutter gewalttätig gewesen sei; zu jener Zeit habe 

er bereits einen ersten Suizidversuch unternommen. Im Fall einer Rück-

kehr würde seine Mutter sofort inhaftiert werden und er müsste dann für 

seine beiden Geschwister sorgen, wobei die Schwester schwer behindert 

sei und der Bruder ausdrücklich erklärt habe, nicht fremdbetreut und nicht 

von seinem Bruder getrennt werden zu wollen. Alle drei Geschwister seien 

während der Abwesenheit ihrer Mutter vom Vater physisch und psychisch 

misshandelt worden. Ihre Tante sei vom Vater beziehungsweise von ihrem 

Schwager auch sexuell belästigt worden und habe deswegen gegen ihn 

eine Anzeige eingereicht. Die Entziehung der elterlichen Sorge wäre in 

Peru zwar möglich, aber mit strukturellen Hürden verbunden. Auch fehle 

es an einem funktionierenden Kinderschutzsystem, das eine unmittelbare 

Intervention gewährleiste. Eine Rückkehr nach Peru würde voraussichtlich 

dazu führen, dass der Bruder wieder in die Obhut des Vaters gelange, zu-

mal auch die Tante – falls sie denn die Obhut erhalten würde – nicht in der 

Lage wäre, die Betreuung zu gewährleisten. Aufgrund seiner psychischen 

Erkrankung, der drohenden Trennung von der Mutter sowie der zu befürch-

tenden erneuten Misshandlungen durch den Vater würde der Wegwei-

sungsvollzug sein Wohlbefinden erheblich gefährden. Es sei daher die Un-

zulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen 

und er sei vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean-

tragte der Beschwerdeführer die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs 

bis zum Entscheid und die entsprechende Anweisung an die kantonale Be-

hörde sowie die Kostenbefreiung aufgrund seiner Mittellosigkeit sowie den 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zur Stützung der Vorbringen wurden verschiedene, in der angefochtenen 

Verfügung einzeln aufgelistete Beweismittel zu den Akten gegeben. 

C.  

Das SEM setzte den Vollzug der Wegweisung am 3. September 2025 

einstweilen aus. 

D-8091/2025 

Seite 4 

D.  

D.a Mit Verfügung vom 19. September 2025 – eröffnet am 22. September 

2025 – wies das SEM das Wiedererwägungsgesuch ab und stellte fest, 

dass seine Verfügung vom 16. Mai 2024 rechtskräftig und vollstreckbar sei. 

Gleichzeitig wies es das Gesuch um Erlass von Verfahrenskosten ab, er-

hob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.– und stellte fest, einer allfälligen 

Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

 

D.b Mit Verfügung vom 25. September 2025 lehnte das SEM auch das 

Wiedererwägungsgesuch der Mutter und Geschwister des Beschwerde-

führers ab. 

E.  

E.a Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 22. Oktober 2025 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Darin beantragt er die Aufhebung 

der SEM-Verfügung vom 19. September 2025 und die Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs, allenfalls die Rückweisung der Sache zur "Neubeurtei-

lung und vertieften Abklärung" an die Vorinstanz. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersucht er darum, es sei seiner Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen und der Wegweisungsvollzug sei superprovisorisch 

auszusetzen. Zudem sei das vorliegende Verfahren mit demjenigen seiner 

Familienangehörigen zu vereinigen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Pro-

zessführung zu bewilligen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten. 

Der Beschwerdeführer verweist dabei auf die Vorakten und reicht die mit 

dem Wiedererwägungsgesuch eingereichten Unterlagen erneut zu den Ak-

ten. 

 

E.b Die Familienangehörigen erhoben gleichentags ebenfalls Beschwerde 

gegen die sie betreffende Verfügung des SEM (Beschwerdeverfahren 

D-8092/2025). 

F.  

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2025 setzte die Instruktionsrichterin den 

Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

 
 
 

D-8091/2025 

Seite 5 

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). 

 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG).  

1.3 Eine Vereinigung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mit demje-

nigen der Mutter und Geschwister erscheint nicht zwingend erforderlich, 

zumal den auf dem Spiel stehenden Interessen durch eine zeitlich koordi-

nierte und im gleichen Spruchkörper erfolgende Behandlung der Be-

schwerden Rechnung getragen werden kann. Das Gesuch um Verfahrens-

vereinigung (Rechtsbegehren Ziff. 6) ist daher abzuweisen. 

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel. 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 6 

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

 

In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-

gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine 

nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (sog. ein-

faches Wiedererwägungsgesuch; vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). 

 

4.2 Das SEM hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Behandlung 

der eingereichten Beweismittel und der damit verbundenen Vorbrin- 

gen – soweit den Wegweisungsvollzug betreffend – nicht in Abrede gestellt 

und ist auf die als Wiedererwägungsgesuch entgegengenommene Ein-

gabe in diesem Punkt eingetreten. Bei dieser Sachlage kann offenbleiben, 

ob die 30-tägige Frist (vgl. E. 4.1) eingehalten war, nachdem das Gerichts-

urteil betreffend die Tante vom August 2024 datiert und im ärztlichen Be-

richt vom 22. Juli 2025 bereits auf einen solchen vom 9. April 2025 (einge-

reicht mit dem Wiedererwägungsgesuch der Familienangehörigen) verwie-

sen wird. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist demnach zu prüfen, ob 

das SEM in seiner Verfügung vom 19. September 2025 zu Recht zum 

Schluss kam, es liege nach wie vor kein Wegweisungsvollzugshindernis 

vor. Für die Beurteilung des Wegweisungsvollzugs ist der sich im Urteils-

zeitpunkt präsentierende Sachverhalt massgebend. 

5.  

5.1 Das SEM bemerkte in der angefochtenen Verfügung zunächst, weder 

er selber noch seine Mutter hätten im Rahmen des ordentlichen Verfahrens 

davon gesprochen, dass der Vater ihn oder seine Geschwister misshandelt 

hätte oder er ihnen gegenüber gewalttätig gewesen wäre. Zwar habe der 

Beschwerdeführer in der Anhörung angedeutet, kein gutes Verhältnis zum 

Vater gehabt zu haben und bei vielen Themen nicht einverstanden gewe-

sen zu sein beziehungsweise eine andere Sichtweise gehabt zu haben; als 

Konsequenz davon habe er – der Beschwerdeführer – sich sauer und ge-

stresst gefühlt und sich geärgert. Obwohl er aber mehrfach – in der Anhö-

rung und auch im ordentlichen Beschwerdeverfahren – dazu Gelegenheit 

hätte, habe er nie erwähnt, der Vater hätte seine Kinder misshandelt oder 

wäre gewalttätig gewesen. Vielmehr soll der Vater den Beschwerdeführer 

und seine Familie unterstützt und mit dem Nötigen versorgt haben, als sich 

die Mutter zu Hause versteckt gehalten haben; auch habe er bei der 

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Beschaffung der Pässe und der Ausreise geholfen. Der Beschwerdeführer 

habe – wie seine Mutter – ohnehin angegeben, er und seine Geschwister 

seien während der Abwesenheit der Mutter bei der Tante wohnhaft gewe-

sen, während sein Vater in E._______ gearbeitet und gelebt habe.  

Im Weiteren falle auf, dass der Beschwerdeführer seine Gesundheit im or-

dentlichen Verfahren nie thematisiert habe, im vorliegenden Schreiben je-

doch geltend mache, bereits in Peru – auch aufgrund der schlechten Be-

ziehung zum Vater – psychische Probleme gehabt und sogar einen Suizid-

versuch unternommen zu haben. Dessen ungeachtet seien die psychi-

schen Probleme des Beschwerdeführers auch in Peru gut behandelbar 

und das peruanische Gesundheitssystem biete einen relativ hohen Stan-

dard. So gebe es im ganzen Land, auch in ländlichen Gebieten, nebst ver-

schiedenen privaten Einrichtungen sogenannte "Centros de Salud Mental 

Comunitaria (CSMC)", deren Behandlung der Beschwerdeführer in An-

spruch nehmen könnte. Ausserdem könnten sich sämtliche Staatsbürge-

rinnen und Staatsbürger beim "Seguro Integral de Salud (SIS)" anmelden 

und dann die staatlichen Leistungen, auch psychiatrische Behandlungen, 

kostenlos in Anspruch nehmen. Da der Beschwerdeführer in der Schweiz 

in ärztlicher Behandlung sei, könne einer möglicherweise erneut auftreten-

den akuten Suizidalität medikamentös und therapeutisch entgegengewirkt 

werden. Entsprechend sei nicht auf das Vorliegen einer medizinischen Not-

lage zu schliessen. Überdies stehe es dem Beschwerdeführer frei, bei der 

kantonalen Rückkehrberatungsstelle medizinische Rückkehrhilfe zu bean-

tragen.  

 

Schliesslich sei auf den Asylentscheid vom 16. Mai 2024 zu verweisen. Der 

Beschwerdeführer sei ein junger, volljähriger, in Peru aufgewachsener und 

sozialisierter Mann mit guter Bildung. Er könne auf ein familiäres Netzwerk 

zurückgreifen; so lebe seine Tante, welche ihn und seine Geschwister be-

reits in der Vergangenheit unterstützt habe, nach wie vor in F._______, und 

auch seine Cousins, zu denen er ein gutes Verhältnis gepflegt habe und 

die teilweise ebenfalls schon volljährig seien, könnten ihn bei der Rein-

tegration unterstützen. Zudem sei davon auszugehen, dass er weiterhin 

das Haus seiner Mutter nutzen könne.  

 

5.2 In der Beschwerdeschrift werden die im Wiedererwägungsgesuch ge-

machten Vorbringen wiederholt und es wird auf die dort eingereichten Be-

weismittel hingewiesen. Sodann wird ausgeführt, der Beschwerdeführer 

habe sich erst als er von den sexuellen Übergriffen des Vaters auf seine 

Tante erfahren habe, getraut, von der Misshandlung zu berichten. Das 

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Seite 8 

Ausmass und die Schwere der Misshandlungen seien dann durch die The-

rapie in der Schweiz offensichtlich geworden. Da seine Mutter bei einer 

Rückkehr inhaftiert würde, wäre er allein für die Betreuung seiner Ge-

schwister zuständig, was seine psychische Belastung zusätzlich erhöhen 

würde, zumal sein jüngerer Bruder mit Nachdruck erklärt habe, er wolle 

nicht durch eine Fremdunterbringung von ihm getrennt werden. Eine Tren-

nung der Geschwister sowie eine Fremdplatzierung widerspräche auch 

dem Vorrang des Kindeswohls gemäss Art. 3 des Übereinkommens über 

die Rechte der Kinder (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) und auch 

dem Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK. 

 

Die Einschätzung der Vorinstanz bezüglich der Behandelbarkeit psychi-

scher Probleme in Peru sei zwar grundsätzlich richtig, ignoriere jedoch die 

spezifischen Umstände des Beschwerdeführers, welcher in ein Umfeld zu-

rückkehren müsste, das mit seiner Gewaltgeschichte sowie mit psychi-

schen Krisen und einem Suizidversuch verbunden sei und das ihn in die 

Isolation führen würde. Dabei würde ihn die Tatsache, dass er nach der 

Rückkehr nach Peru auch für seine beiden Geschwister verantwortlich 

wäre, zusätzlich belasten. Im Übrigen sei auch nicht gesichert, dass seine 

Tante und seine Cousins ihm tatsächlich ausreichend Unterstützung bieten 

könnten.  

 

Schliesslich wird gerügt, die Bedeutung der psychischen Probleme des Be-

schwerdeführers und die potenziellen Gefahren bei einer Rückkehr nach 

Peru seien im bisherigen Verfahren nicht hinreichend berücksichtigt wor-

den. Es bestehe die dringende Notwendigkeit, dies umfassend zu prüfen 

und eine "vollständige Sachverhaltsermittlung" vorzunehmen. Insbeson-

dere müsse die Frage geklärt werden, ob der Beschwerdeführer unter den 

gegebenen Umständen tatsächlich auf ein funktionierendes Unterstüt-

zungssystem zurückgreifen könnte. 

 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer beantragt allenfalls eine Rückweisung der An-

gelegenheit an die Vorinstanz (vgl. Beschwerde S. 8). 

 

6.2 Die Vorinstanz hat sich in ihrer angefochtenen Verfügung mit den Vor-

bringen des Beschwerdeführers und den eingereichten Beweismitteln (ins-

besondere auch mit denjenigen betreffend die gesundheitliche Situation 

des Beschwerdeführers sowie betreffend die Unterbringung und Unterstüt-

zung in der Heimat) auseinandergesetzt und dabei eingehend dargelegt, 

wieso es die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Peru als zumutbar 

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erachtete. Allein der Umstand, dass das SEM die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht so beurteilt wie von ihm gewünscht, lässt weder auf 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch auf eine unrichtige 

oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung schliessen. Vielmehr handelt 

es sich dabei um eine materielle Frage, welche nachfolgend zu prüfen ist. 

6.3 Es besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufzuhe-

ben. Der Subeventualantrag auf Rückweisung der Sache "zur Neubeurtei-

lung und vertieften Abklärung" an die Vorinstanz (Rechtsbegehren Ziff. 3) 

ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass das SEM zu Recht zur Erkenntnis gelangt ist, es lägen keine 

Gründe vor, welche die Rechtskraft seiner Verfügung vom 16. Mai 2024 

beseitigen könnten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann grundsätz-

lich auf die einlässlichen und zutreffenden Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung verwiesen werden, zumal auf Beschwerdeebene nichts 

Neues vorgebracht wird. 

 

7.2 Das SEM hat sich bereits im ordentlichen Verfahren eingehend mit der 

Frage mit der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwerde-

führers nach Peru befasst und sich dabei auch zu den vom Beschwerde-

führer dort vorgebrachten Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater 

und zu seiner Unterbringungssituation sowie derjenigen seiner zwei Ge-

schwistern in F._______ (auch bei Abwesenheit der Mutter zufolge allfälli-

ger Haft) geäussert. Die Ausführungen im Wiedererwägungsgesuch und in 

der Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung sind nicht geeignet, die 

diesbezüglichen Erkenntnisse grundsätzlich in Frage zu stellen. Zunächst 

ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer stets erklärt hatte, er habe sich 

während der Abwesenheit seiner Mutter in der Schweiz in den Jahren 2018 

und 2019 in der Obhut seiner Tante in F._______ – und nicht bei seinem 

Vater, der in E._______ gearbeitet habe – befunden; während seine Tante 

(jeweils abends) gearbeitet habe, habe er – obwohl damals selber erst (…) 

beziehungsweise (…)jährig - zu seinen Geschwistern geschaut und ihnen 

beim Wechseln der Kleider geholfen (vgl. SEM-Akten […]-16 zu F11 ff.).  

 

Sodann äusserte das SEM zu Recht Erstaunen an den im Wiedererwä-

gungsverfahren vorgebrachten Misshandlungen durch den Vater, wobei 

die in der Beschwerdeschrift abgegebene Erklärungen dazu, wieso er dies 

nicht schon im ordentlichen Verfahren geltend gemacht habe (er habe sich 

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Seite 10 

erst nach der Thematisierung der sexuellen Belästigung seiner Tante durch 

seinen Vater getraut, über die Misshandlungen zu sprechen wobei deren 

Schwere erst in der Therapie "offensichtlich" geworden sei; vgl. Be-

schwerde S. 5) nicht zu überzeugen vermögen. Angesichts der Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer sich im ordentlichen Verfahren eingehend 

dazu äusserte, wieso er sich über seinen Vater geärgert habe (vgl. SEM-

Akten […]-16 zu F15-17 und F25f.) erscheint es nicht verständlich, dass 

die angeblichen Misshandlungen durch den Vater im ordentlichen Verfah-

ren gänzlich unerwähnt geblieben sind; dies gilt umso mehr, als der Be-

schwerdeführer auch zu Protokoll gab, sein Vater habe ihn zur Anzeigeer-

hebung gegen die unbekannten Bedroher auf den Polizeiposten begleitet 

(vgl. SEM-Akten […]-16 zu F29). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 

der Beschwerdeführer keinerlei Unterlagen betreffend die im Wiedererwä-

gungsverfahren vorgebrachten, angeblich bereits in der Heimat aufgrund 

der Misshandlungen durch den Vater bestehenden psychischen Probleme 

zu den Akten gab. Dass die psychischen Probleme im Heimatland nicht 

behandelbar wären, macht der Beschwerdeführer sodann selber nicht gel-

tend. Im Übrigen zeigt das eingereichte Urteil betreffend die Tante (vgl. 

SEM-Akten […]-7/13 beziehungsweise […]-9/13), dass die peruanischen 

Behörden im Falle von Übergriffen im privaten Rahmen durchaus tätig wer-

den und entsprechende Schutzmassnahmen treffen. Der Vollständigkeit 

halber ist sodann festzuhalten, dass der kurz vor Erreichen des Erwachse-

nenalters in die Schweiz eingereiste und inzwischen volljährige Beschwer-

deführer aus der KRK nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Vorbringen und Beweismittel 

im Wiedererwägungsverfahren nicht geeignet sind, zu einer Anpassung 

der Verfügung des SEM vom 16. Mai 2024 zu führen. Das SEM hat das 

Wiedererwägungsgesuch vom 21. August 2025 zu Recht abgelehnt. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird mit Erlass des 

vorliegenden Beschwerdeurteils gegenstandslos. Der am 23. Oktober 

2025 angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin. 

10.  

Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, wes-

halb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses als gegenstandslos erweist. 

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Seite 11 

11.  

11.1 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbei-

stand (vgl. Beschwerde S. 10) sind – ungeachtet der geltend gemachten, 

jedoch nicht nachgewiesenen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – ab-

zuweisen, da die Begehren gemäss den vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf – angesichts der 

grösstenteils übereinstimmenden Vorbringen in den beiden konnexen Ver-

fahren – auf insgesamt (reduzierte) Fr. 1'100.– festzusetzen (Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-8091/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Verfahrensvereinigung wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'100.‒ werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: