# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86eca45a-3dc3-57d3-8f3e-a1fe3a2539fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2025 E-2248/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2248-2024_2025-10-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2248/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann;   

Gerichtsschreiberin Joëlle Lenherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, (…),  

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 13. März 2024 / N (…). 

 

 

 

E-2248/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben 

zufolge am 18. August 2022, reiste über die Türkei und Griechenland in die 

Schweiz ein und suchte am 22. November 2022 um Asyl nach. Am 

1. Dezember 2022 fand die Personalienaufnahme (PA), am 14. April 2023 

die Anhörung nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) und – nachdem sein 

Asylgesuch am 8. Dezember 2023 dem erweiterten Verfahren zugeteilt 

worden war – am 6. Februar 2024 eine ergänzende Anhörung statt, an 

welchen er im Wesentlichen ausführte, er sei kurdischer Ethnie und sei mit 

seinen Eltern und Geschwistern im Dorf B._______ im Quartier C._______ 

in der Provinz D._______ aufgewachsen. Später seien sie aus 

wirtschaftlichen Gründen in die Stadt E._______ gezogen. Er habe die 

Schule bis zur 9. Klasse besucht. Die Familie habe ihren Lebensunterhalt 

mit Viehhandel bestritten. Im Jahr 2006, nachdem er die Schule verlassen 

habe, sei er aus beruflichen Gründen nach F._______ gezogen und habe 

dort in einem (…) gearbeitet. Wegen eines möglichen Militärdienstes des 

Regimes sei er im Jahr 2011 wieder nach E._______ zurückgekehrt. In den 

Jahren 2015 bis 2016 habe er Militärdienst bei der PKK (Partiya Karkerên 

Kurdistanê, Anm. BVGer) geleistet und sei im Jahr 2016 wieder nach 

E._______ zurückgekehrt. 

Er habe sich in eine Frau namens G._______ verliebt. Nach drei Jahren 

habe er seine Familie gebeten, um die Hand von G._______ anzuhalten. 

Diese habe daraufhin bei deren Familie zwei- beziehungsweise dreimal 

versucht, eine Zustimmung zu erhalten. Die Familie von G._______ habe 

abgelehnt, da sie mit den Havals beziehungsweise Apuci (Angehörige der 

Partei Partiya Yekîtiya Demokrat; nachfolgend PYD, Anm. BVGer) 

sympathisieren würden, während er und seine Familie Sympathisanten der 

Barzani seien. Er sei politisch nicht aktiv gewesen und habe bislang keine 

Schwierigkeiten gehabt. Seine Familie habe jedoch an Demonstrationen 

im Zusammenhang mit Barzani teilgenommen und sei dabei von den 

Havals schikaniert worden. 

Er und G._______ seien in der Folge gemeinsam weggelaufen und hätten 

im Dorf H._______ Zuflucht bei einem Scheich gesucht, in der Hoffnung, 

dass sich die Familien mit dessen Hilfe einigen würden und sie nach zwei 

bis drei Monaten zurückkehren könnten. Der Scheich habe sie aufgenom-

men und am zweiten Tage einen muslimischen Scheich organisiert, der sie 

religiös getraut habe.  

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Seite 3 

Der Scheich habe auf sein Ersuchen das Fahrzeug zurückgebracht, mit 

welchem sie geflüchtet seien. Die Familie von G._______ habe das Fahr-

zeug gesehen und daraufhin sein Zuhause angegriffen, wobei auf das 

Fahrzeug sowie auf das Zuhause der Familie geschossen worden sei. Die 

Eltern von G._______ hätten die daraufhin vorgenommenen Versöhnungs-

versuche des Scheichs abgelehnt und der Vater habe mitgeteilt, beide um-

bringen zu wollen. Abklärungen des Scheichs am Flughafen I._______ hät-

ten ergeben, dass seine Identitätskarte (des Beschwerdeführers) zerbro-

chen sei und er noch immer vom syrischen Regime wegen des Militär-

dienstes gesucht werde. Zudem würde die PKK ihn ins Gefängnis bringen, 

da seine Flucht mit G._______ als Entführung und Vergewaltigung gelte. 

Die Familie von G._______ habe eine Anzeige wegen Entführung gegen 

den Beschwerdeführer bei der PKK eingereicht, woraufhin am (…) Dezem-

ber 2022 anstelle des Beschwerdeführers dessen Vater inhaftiert worden 

sei, der sich seither im Gefängnis in J._______ befinde. 

Bei einer Rückkehr nach Syrien würde der Beschwerdeführer entweder in-

haftiert oder umgebracht werden. Sowohl das syrische Regime, als auch 

die Havals und die Familie von G._______ würden ihn suchen. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer seine 

Identitätskarte, einen Auszug aus dem Familienbüchlein, die Identitätskarte 

seiner Ehefrau, sein Militärbüchlein der YPG, einen Militär-Marschbefehl 

des syrischen Regimes, zwei Fotografien eines mit Einschusslöchern ver-

sehenen Fahrzeugs, einen Gefängnisbesuchsschein (alles in Kopie) sowie 

einen USB-Stick mit einem Video, das die Festnahme seines Vaters durch 

die PYD dokumentieren soll, zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. März 2024 – eröffnet am Folgetag – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung schob es wegen Unzumutbarkeit 

zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Zudem händigte sie die 

editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

C.  

Mit Eingabe vom 12. April 2024 reichte der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertretung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und be-

antragte, die angefochtene Verfügung des SEM vom 13. März 2024 sei 

aufzuheben und die Sache sei zur vollständigen und richtigen Abklärung 

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Seite 4 

und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung auf-

zuheben und ihm sei unter Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl 

zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und er sei als 

Flüchtling anzuerkennen. In formeller Hinsicht ersuchte er um vollumfäng-

liche Einsicht in die Akten 7/1, 12/1, 19/1, 28/1, 29/1, 34/1, 35/1 und den 

USB-Stick, sowie um angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwer-

deergänzung nach Gewährung der Akteneinsicht. Ferner ersuchte er um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und dass der Be-

schwerdeführer weiterhin von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu be-

freien sei. Eventualiter sei ihm eine angemessene Frist zur Bezahlung ei-

nes Gerichtskostenvorschusses anzusetzen. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der vorinstanzlichen Verfügung vom 

13. März 2024 sowie eine Sozialhilfebestätigung ORS vom 24. März 2024 

bei. 

 

D.  

Die Vorinstanz wurde mit Instruktionsverfügung vom 16. April 2024 einge-

laden, sich zur Beschwerde, insbesondere zum Vorbringen in der Be-

schwerde, der Beschwerdeführer habe am 22. März 2024 Einsicht in sämt-

liche Beweismittel beantragt, dennoch habe er keine Einsicht in den 

USB-Stick erhalten, vernehmen zu lassen.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. April 2024 nahm die Vorinstanz Bezug auf 

die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. April 

2024. In der Beilage stellte sie dem Beschwerdeführer eine Kopie des Ak-

tenverzeichnisses sowie Kopien der gewünschten Akten – soweit diese 

nicht wesentliche öffentliche oder private Interessen der Geheimhaltung 

erfordern würden oder es sich um interne Akten handle – zu. In die Akten-

stücke Nr.1/2, 5/1, 7/1, 12/1, 19/1, 22/1, 28/1, 29/1, 30/2, 34/1 und 35/1 

könne aus vorgenannten Gründen keine Einsicht gewährt werden. 

F.  

Mit Vernehmlassung vom 30. April 2024 nahm die Vorinstanz Stellung zur 

Beschwerde sowie zur ergänzenden Akteneinsicht. Bei der Akte 7/1 («Rap-

port examen identité») handle es sich um das Dokument «Bericht Identi-

tätsabklärung». Dieses werde in der Vorbereitungsphase von den Identifi-

kationsdiensten des SEM bei der Aufnahme der persönlichen Daten einer 

asylsuchenden Person erstellt und bestätige die Abfrage verschiedener 

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Seite 5 

Datenbanken bei der Identitätsabklärung einer Person. Zudem werde so 

attestiert, dass vorstehende Überprüfungen stattgefunden hätten. Es sei 

für den internen Gebrauch bestimmt. Das Bundesverwaltungsgericht habe 

den internen Charakter in verschiedenen Verfahren bestätigt. Ferner werde 

die Identität des Beschwerdeführers nicht angezweifelt. Auch hätten die 

Abklärungen keine Auswirkungen auf ihren Entscheid. 

Bei den Akten 12/1 («Aktennotiz Sicherheitsfragen»), 19/1 («Mitteilung_er-

gänzende Anhörung-Schwerpunkt und Vertiefung_17.4.2023-08:47») wie 

auch bei den Akten 28/1, 29/1, 34/1 und 35/1 («verwaltungsinterne Korres-

pondenz») handle es sich ebenfalls um interne Dokumente, welche ver-

waltungsinternen Prozessabläufen dienten und nicht unter das Aktenein-

sichtsrecht nach Art. 27 VwVG fallen würden. 

In Bezug auf die Akte 8/1 (USB-Stick) bringt die Vorinstanz vor, da der Be-

schwerdeführer den USB-Stick selbst eingereicht habe, sei davon auszu-

gehen, dass er oder sein Rechtsvertreter über Kopien der entsprechenden 

Dateien verfügten. Wäre dies unzutreffend gewesen, hätte jederzeit die 

Einsicht in entsprechendes Beweismittel beantragt werden können, was 

aber nicht erfolgt sei. Eine Verletzung des Anspruchs auf Akteneinsicht 

liege nicht vor, zumal dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 

24. April 2024 ein USB-Stick mit Kopie des Videos zugesandt worden sei.  

G.  

Mit Eingabe vom 22. Mai 2024 replizierte der Beschwerdeführer.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. September 2025 nahm das Bundesver-

waltungsgericht Bezug auf die Rüge der Verletzung des Akteneinsichts-

rechts und des Ersuchens um Einsicht in die Aktenstücke 7/1, 8/1, 12/1, 

19/1, 28/1, 29/1, 34/1 und 35/1. Es verwies hinsichtlich der Akten 7/1, 8/1, 

19/1, 28/1, 29/1, 34/1, 35/1 auf die Ausführungen der Vorinstanz in ihrer 

Vernehmlassung. Bezüglich des Aktenstücks 12/1 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das SEM an, dem Beschwerdeführer im Sinne der Erwägun-

gen Einsicht zu gewähren, und wies den Antrag auf Fristansetzung zur Be-

schwerdeergänzung ab. 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Es entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 

ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-

stimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu behan-

deln, weil sie sich im Ergebnis als offensichtlich begründet erweist (Art. 111 

Bst. e AsylG). 

4.  

4.1 Hinsichtlich der Rüge einer Verletzung des Akteneinsichtsrechts und 

des Ersuchens um Einsicht in die Aktenstücke 7/1, 8/1, 12/1, 19/1, 28/1, 

29/1, 34/1, 35/1 ist auf die Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 

30. September 2025 zu verweisen. 

4.2  Mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens (vgl. E. 7) erübrigt sich eine 

Auseinandersetzung mit den weiteren formellen Rügen. 

  

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Seite 7 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).   

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie das Referenzurteil 

des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 m.w.H.).  

6.  

6.1 Im März 2011 brach in Syrien nach regimekritischen Demonstrationen 

und zunehmend gewaltsamer Repression seitens der staatlichen syrischen 

Sicherheitskräfte ein Konflikt aus, der schliesslich in einen offenen Bürger-

krieg mündete. Die damit in Zusammenhang stehende menschenrechtli-

che und politische Situation blieb seither anhaltend schwierig und volatil 

(vgl. aus der publizierten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

BVGE 2015/3 E. 6.2, Referenzurteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 

E. 5.3 und 5.7.2, BVGE 2020 VI/4 E. 5.3). Am 8. Dezember 2024 kam es 

in Syrien zum Sturz des bisherigen staatlichen Regimes unter Präsident 

Bashar al-Asad, wodurch die mehr als fünfzigjährige Herrschaft der Asad-

Familie endete. Seither hat sich unter dem Vorsitz von Ahmed al-Sharaa, 

dem Anführer des Hay’at Tahrir al-Sham (HTS; Komitee zur Befreiung der 

Levante, Anm. BVGer), der wichtigsten Gruppierung innerhalb der für den 

Umsturz verantwortlichen Koalition bewaffneter Oppositionsgruppen, eine 

Übergangsregierung gebildet. Am 13. März 2025 wurde eine sogenannte 

"Verfassungserklärung" verabschiedet, die als rechtliche Grundlage für die 

politische Übergangsphase dienen soll. Die Verfassungserklärung und die 

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Seite 8 

konkreten Modalitäten der staatlichen Reformen bleiben umstritten, wobei 

insbesondere die wichtigsten syrisch-kurdischen Akteure, darunter na-

mentlich die hinter der Autonomen Administration Nord- und Ostsyrien 

(englisch "Democratic Autonomous Administration of North and East Syria" 

[DAANES]) stehenden politischen Kräfte, eine ablehnende Haltung vertre-

ten. Die Frage, wie sich die Situation in Syrien weiter entwickeln wird, ist 

zum heutigen Zeitpunkt als offen zu bezeichnen. Dies betrifft eine weite 

Bandbreite von Aspekten wie die territoriale Kontrolle, die Durchsetzung 

des staatlichen Gewaltmonopols, die allgemeine Sicherheit sowie die öko-

nomische und humanitäre Lage (vgl. zum Ganzen EUROPEAN UNION 

AGENCY FOR ASYLUM, Syria: Country Focus, Country of Origin Information 

Report, März 2025, S. 19 ff.; INTERNATIONAL CRISIS GROUP, What lies in 

store for Syria as a new government takes power?, 25. April 2025; MINISTE-

RIE VAN BUITENLANDSE ZAKEN [Niederländisches Ministerium für auswärtige 

Angelegenheiten], Algemeen ambtsbericht Syrië, Mai 2025, S. 8 ff.). 

6.2 Bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft ist der Ausgangspunkt die 

im Zeitpunkt der Ausreise der asylsuchenden Person bestehende Verfol-

gungssituation. Nach Lehre und Praxis wird jedoch auf die Gefährdungs-

lage im Moment des Asylentscheides abgestellt, wenn sich die Lage im 

Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid massgeblich zu Guns-

ten oder zu Lasten der asylsuchenden Person verändert hat (vgl. BVGE 

2011/51 E. 6.1 m.w.H.). 

6.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). 

6.4 Auch wenn die künftige Entwicklung der allgemeinen Lage in Syrien 

derzeit noch nicht absehbar ist, stellt sich dennoch bereits jetzt die Frage, 

welche Schlüsse im vorliegenden Fall aus dem Sturz des bisherigen staat-

lichen Regimes zu ziehen respektive wie die aktuellen Verhältnisse einzu-

schätzen sind. Dabei ist nicht nur eine Beurteilung der aktuellen Situation 

in Syrien vor dem Hintergrund der Ereignisse seit dem 8. Dezember 2024 

vorzunehmen. Sondern es ist auch danach zu fragen, inwiefern sich die 

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Seite 9 

betreffenden Veränderungen der Lage im Heimatstaat auf die vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Asylgründe auswirken. Eine solche 

umfassende Beurteilung eines grundlegend veränderten Sachverhalts ist 

nicht auf Beschwerdeebene, sondern im Rahmen eines erstinstanzlichen 

Verfahrens durch das SEM vorzunehmen. Es rechtfertigt sich deshalb eine 

Kassation der angefochtenen Verfügung. Dabei wird durch die Vorinstanz 

bei der Abklärung des Sachverhalts zum einen die erforderliche allgemeine 

Lagebeurteilung vorzunehmen, zum anderen dem Beschwerdeführer in 

angemessener Weise das rechtliche Gehör zu erteilen sein. Im Übrigen 

bleibt auf diese Weise der Instanzenzug erhalten, was umso wesentlicher 

ist, als das Bundesverwaltungsgericht im Anwendungsbereich des AsylG 

als einzige gerichtliche Behörde und mithin letztinstanzlich entscheidet 

(vgl. E. 1.1). 

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung vom 13. März 2024 beantragt wird. Die 

Verfügung des SEM vom 13. März 2024 ist aufzuheben und die Sache von 

Amtes wegen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das 

SEM wird die erforderlichen Massnahmen durchzuführen und gestützt auf 

die entsprechenden Erkenntnisse das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

erneut zu prüfen haben. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten ist da-

mit gegenstandslos geworden. 

9.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für 

die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es 

wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen 

Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung wird 

in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung 

der massgeblichen Bemessungsfaktoren von Amtes wegen auf insgesamt 

Fr.  1’700.– (inkl. Mehrwertsteueranteil und Auslagen) festgelegt. 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 13. März 2024 wird aufgehoben und die Sache an das 

SEM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1’700.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Joëlle Lenherr 

 

 

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