# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23eedaa2-9d17-52b4-bd9f-9935074923a4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2007 B-2165/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2165-2006_2007-05-31.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2165/2006
{T 0/2}

Urteil vom 31. Mai 2007 

Mitwirkung: Richterin Maria Amgwerd (vorsitzende Richterin); Richter 
Bernard Maitre (Abteilungspräsident); Richterin Vera 
Marantelli; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

N._______,
Beschwerdeführerin

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Anerkennung eines Diploms.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. N._______,  schweizerische  Staatsangehörige,  stellte  am  19. September 
2005  beim  Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  (Bundesamt) 
das Gesuch, ihr Meistertitel  im Augenoptikerhandwerk (ausgestellt  am 7. 
Juni 2005 von der Handwerkskammer Kassel) sei als gleichwertig mit dem 
eidgenössischen  Diplom als  Augenoptiker  anzuerkennen.  Den  Gesuchs-
beilagen ist zu entnehmen, dass N._______ vom 10. Januar 2005 bis 29. 
April 2005 die Meisterschule am Institut für Berufsbildung (IfB) in Karlsru-
he,  einer  staatlich  anerkannten  privaten  Fachschule  für  Augenoptik  und 
Optometrie,  absolviert  hatte.  Im Weiteren hatte N._______ von 2001 bis 
2003 den zweijährigen  Vollzeitlehrgang der  Höheren Fachschule  für  Au-
genoptik in Olten besucht.

Mit  Verfügung  vom  15.  Dezember  2005  entschied  das  Bundesamt,  die 
Meisterprüfung  werde  der  Höheren  Fachprüfung  gleichgestellt  unter  der 
Bedingung, dass N._______ als Ausgleichsmassnahme entweder a. eine 
Eignungsprüfung in den Fächern Pathologie sowie Allgemeine Optik & Ins-
trumente  ablege  oder  b.  einen  einjährigen  Anpassungslehrgang  in  der 
Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenoptikers absolviere 
und die Fächer  Pathologie  sowie Allgemeine Optik & Instrumente an der 
Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  in  Olten  besuche.  Zur  Begründung 
hielt das Bundesamt fest, die Schweiz habe mit dem Freizügigkeitsabkom-
men das System der Europäischen Union (EU) zur gegenseitigen Anerken-
nung von Diplomen in ihren Mitgliedstaaten angenommen und wende zur 
Beurteilung der Gleichwertigkeit  bei reglementierten Berufen die europäi-
schen Richtlinien an. Diese Richtlinien sähen vor, dass der Aufnahmestaat 
einem EU/EFTA-Bürger den Zugang zu seinem Arbeitsmarkt nicht verwei-
gern  könne,  wenn  der  Gesuchsteller  in  seinem Heimatland  für  die  Aus-
übung  seines  Berufes  qualifiziert  sei.  Bestünden  indessen  Unterschiede 
bezüglich der Dauer und dem Inhalt der Ausbildung, könne der Aufnahme-
staat vom Gesuchsteller Ausgleichsmassnahmen verlangen. Die Tätigkeit 
als Augenoptiker sei in der Schweiz reglementiert. Die Ausbildung zur Vor-
bereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) zum diplomierten Augenopti-
ker daure zwei Jahre. In den wichtigsten Fächern Augenoptik (Pathologie, 
Anatomie,  Physiologie,  Pharmakologie),  Optik  und  Kontaktlinsenanpas-
sung vermittle die Schule über 1500 Lektionen. Gesamthaft  umfasse der 
Lehrplan der Schule 2750 Lektionen. Bei der HFP mit den Fallfächern Pa-
thologie,  Refraktionsbestimmung,  Kontaktlinsen  und  Allgemeine  Optik 
dienten  optometrische/physikalische  Grundlagen  als  Qualifikationsbasis. 
Hingegen  liege  in  den  handwerklichen  Meisterprüfungen  in  Deutschland 
das  Schwergewicht  bei  der  Meisterprüfungsarbeit  und  der  Arbeitsprobe, 
die auch Teile der Refraktion und Kontaktlinsen-Abgabe beinhalte. Das im 
Rahmen der HFP geprüfte Fallfach Pathologie werde bei der Meisterprü-
fung "nur" als Teilbereich im Fach Augenoptik geprüft. Im Vergleich zu den 
schweizerischen  Fallfächern  Kontaktlinsen  und  Refraktionsbestimmung 
fehlten in Deutschland wichtige Teilbereiche wie die äussere und innere In-
spektion des Auges, die ihrerseits fundierte Kenntnisse in Pathologie vor-

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aussetzten. Die Pathologie und die Inspektion des Auges erlangten in der 
Schweiz vor allem vor dem Hintergrund der kantonalen Berufsausübungs-
vorschriften elementare Bedeutung, sei doch der diplomierte Augenoptiker 
verpflichtet, bei Erkennen oder Verdacht auf Augenkrankheiten einen Kun-
den dem Facharzt  zuzuweisen.  Das schweizerische  Fallfach  Allgemeine 
Optik  &  Instrumente  werde  in  Deutschland  nur  sehr  rudimentär  geprüft. 
Das schweizerische Reglement betrachte dieses Fach als unabdingbares 
Grundlagenfach zum Verständnis der Berufsausübung und zur Lehrlingsin-
struktion.  Aus  diesen  Gründen  seien  die  Höhere  Fachprüfung  in  der 
Schweiz und die Meisterprüfung in Deutschland inhaltlich nicht vergleich-
bar und somit nicht gleichwertig.

Am 22. Dezember 2005 teilte das Bundesamt N._______ mit, dass es auf 
ihre telefonische Anfrage hin ihr Gesuch noch einmal  überprüfen werde. 
Am  27.  Dezember  2005  reichte  N._______  beim  Bundesamt  ihr  Ab-
schlusszeugnis  der  Höheren Fachprüfung im Augenoptikerberuf  vom 26. 
September 2003 ein. Daraus geht hervor, dass N._______ an der Höheren 
Fachprüfung im Fach Pathologie des Auges die Note 4.3 und im Fach All-
gemeine Optik & Instrumente die Note 3.5 erzielt hatte. 

Mit Verfügung vom 23. Januar 2006 hielt das Bundesamt an seinem Ent-
scheid vom 15. Dezember 2005 fest.

Gegen diese Verfügung erhob N._______ am 20. Februar  2006 Verwal-
tungsbeschwerde bei  der Rekurskommission EVD (Beschwerdeverfahren 
HA/2006-15).

Mit Verfügung vom 28. Februar 2006 zog das Bundesamt seine Verfügun-
gen vom 15. Dezember 2005 und 23. Januar 2006 teilweise in Wiederer-
wägung, in dem es die von N._______ an der Höheren Fachprüfung 2003 
erfolgreich abgelegte Teilprüfung im Fach Pathologie bei der Beurteilung 
der Gleichwertigkeit berücksichtigte und neu entschied, dass sich die Eig-
nungsprüfung oder der einjährige Anpassungslehrgang nur noch auf das 
Fach Allgemeine Optik & Instrumente beschränke. Zur Begründung führte 
es aus,  Abklärungen  bei  der  Europäischen Kommission  hätten  ergeben, 
dass erfolgreich bestandene Teilprüfungen bei der Beurteilung der Gleich-
wertigkeit berücksichtigt werden dürften, auch wenn die Ausbildung insge-
samt nicht erfolgreich abgeschlossen worden sei.

Mit  Eingabe  vom 16.  März  2006  zog  N._______  ihre  Beschwerde  vom 
20. Februar 2006 gegen die Verfügung vom 23. Januar 2006 beziehungs-
weise vom 15.  Dezember  2005 zurück.  Mit  Abschreibungsverfügung der 
Rekurskommission EVD vom 21.  März 2006 wurde das Beschwerdever-
fahren  HA/2006-15  als  durch  Rückzug  der  Beschwerde  erledigt  abge-
schrieben.

B. Gegen die Verfügung vom 28. Februar 2006 erhob N._______ (Beschwer-
deführerin)  am  16.  März  2006  Beschwerde  bei  der  Rekurskommission 
EVD.  Sie  beantragt  sinngemäss,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 28. 
Februar 2006 sei aufzuheben und es sei ihr Meistertitel im Augenoptiker-
handwerk als mit dem eidgenössischen Diplom des Augenoptikers gleich-

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wertig anzuerkennen. Zur Begründung führt sie aus, wie den beigelegten 
Semesterzeugnissen  der  Höheren  Fachschule  in  Olten entnommen wer-
den könne, habe sie die erforderlichen Kenntnisse im Fach Allgemeine Op-
tik  &  Instrumente  bereits  erworben.  Der  Besuch  des  zweijährigen  Lehr-
gangs an der Höheren Fachschule in Olten werde dem in der Verfügung 
erwähnten einjährigen Anpassungslehrgang bei Weitem gerecht, weshalb 
der einjährige Anpassungslehrgang als absolviert betrachtet werden müs-
se.  Im Weiteren  verstehe  sie  nicht,  weshalb  die  Praxisänderung  im De-
zember 2005 vorgenommen worden sei, obschon sich weder am schwei-
zerischen  noch  am  deutschen  Schulstoff  etwas  geändert  habe.  Mit  der 
Umwandlung  der  Höheren  Fachschule  in  eine  Fachhochschule  im  Jahr 
2007 könnte ihrer Ansicht nach eine Praxisänderung gerechtfertigt werden. 
Im Übrigen rügt sie, die neue Regelung werde rückwirkend angewendet.

C. Mit Verfügung vom 22. März 2006 ersuchte die Rekurskommission EVD, 
das Bundesamt, bis am 27. April 2006 eine Stellungnahme einzureichen.

Nachdem das Bundesamt  innert  Frist  weder  eine Vernehmlassung noch 
die  Vorakten  eingereicht  hatte,  schloss  die  Rekurskommission  EVD  mit 
Verfügung vom 3. Mai 2006 den Schriftenwechsel ab.

D. Mit Vernehmlassung vom 30. Mai 2006 beantragt das Bundesamt die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung führt es aus, am 1. Dezember 
1937 hätten die Regierungen der Schweiz  und Deutschland ein Abkom-
men  zur  Gleichstellung  deutscher  und  schweizerischer  handwerklicher 
Prüfungen unterzeichnet.  Wahrscheinlich  sei  dieses  Abkommen von den 
deutschen  und  schweizerischen  Behörden  gelegentlich  angewandt  wor-
den. Es sei jedoch weder ratifiziert noch in der systematischen Sammlung 
des Bundesrechts publiziert  und daher in keiner Weise rechtskräftig.  Mit 
dem Inkrafttreten  des  Freizügigkeitsabkommens  (FZA)  am 1.  Juni  2002 
habe sich die Anerkennung ausländischer Diplome in der Schweiz grundle-
gend geändert.  Die Umsetzung der bilateralen Abkommen habe eine ge-
wisse  Zeit  gedauert.  Bei  der  Anerkennung  von  Ausbildungen  deutscher 
Optiker  würden  die  Schweizer  Behörden  nun  Anhang  III  des  Freizügig-
keitsabkommens anwenden.  Auf  Grund der wortgetreuen Auslegung des 
Abkommens  von  1937  seien  Ausbildungen  anerkannt  worden,  die  nicht 
den Anforderungen der Schweizer Ausbildungen entsprächen. Dies wider-
spreche ganz offensichtlich den in Anhang III FZA aufgenommenen Richtli-
nien.

Zur  Praxisänderung  sei  festzuhalten,  dass  eine Verwaltungspraxis  keine 
rechtliche Regelung darstelle und Privatpersonen keine Rechte daraus ab-
leiten könnten. Der Rechtsgleichheitsgrundsatz könne nicht zur Folge ha-
ben,  dass  die  Verwaltung  immer  an ihrer  Praxis  festhalten  müsse.  Dies 
gelte vor allem dann, wenn eine Änderung der Praxis wie im vorliegenden 
Fall auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen sei. Eine Praxisänderung 
müsse sofort für alle Fälle gelten und nur vorgängig angekündigt werden, 
wenn sie die Rechte der Bürgerinnen und Bürger auf unwiderrufliche Wei-
se beeinträchtige.  Das sei  hier  nicht  der  Fall,  da ein  Diplom nach einer 
nicht einmal einen halben Tag dauernden Prüfung anerkannt werden kön-

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ne.

Gemäss den europäischen Richtlinien zur Anerkennung von Diplomen sei-
en die  wichtigsten Kriterien  für  die Prüfung eines  Anerkennungsgesuchs 
Dauer und Inhalt der Ausbildungen. Der Entscheid des Bundesamtes, der 
auf  einem Vergleich  der  Ausbildungen beruhe,  entspreche somit  dem in 
den europäischen Richtlinien vorgesehenen System. In der Schweiz werde 
ein Grossteil der Berufsausbildungen in Form von Prüfungen mit fakultati-
ver Ausbildung durchgeführt. Die erlangten Titel (Fachausweise und Diplo-
me) ermöglichten den Zugang zu Berufen mit grosser Verantwortung und 
hohem Wissenstand.  Trotzdem würden diese in der EU nicht  anerkannt, 
weil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer im Sinne der Richtli-
nien berufen könnten. In Anbetracht dessen sei die Schweiz nicht bereit, 
über die Anforderungen der europäischen Richtlinien hinauszugehen. Eine 
Person ohne Berufserfahrung, deren Ausbildungsdauer deutlich kürzer sei 
als die im Aufnahmestaat vorgeschriebene Dauer, erhalte keine Anerken-
nung und habe keinen  Anspruch auf  Ausgleichsmassnahmen.  Im vorlie-
genden Fall gehe es hauptsächlich um den Unterrichtsinhalt. Da die euro-
päischen Richtlinien  aber auf den Kriterien Ausbildungsdauer und -inhalt 
aufbauten,  müsse man sich auf einen Ausbildungsweg beziehen, um die 
Ausbildung der Beschwerdeführerin mit derjenigen in der Schweiz zu ver-
gleichen.  Die  Ausbildung  an  der  Schule  in  Olten  erlaube  einen  gültigen 
Vergleich, weil sie den Erwerb der durch die Prüfungsordnung der höheren 
Fachprüfung vom 12. Juni 1991 geforderten Kenntnisse ermögliche.

Die Ausbildung der Beschwerdeführerin sei vom Schweizer Optikverband 
geprüft worden. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die beiden Fä-
cher, für die Ausgleichsmassnahmen gefordert würden, in Deutschland zu 
oberflächlich behandelt würden. Entgegen dem Standpunkt der Beschwer-
deführerin  sei  es  nicht  möglich,  sich  bei  einer  derart  unterschiedlichen 
Ausbildungsdauer den gleichen Stoff anzueignen. Im Rahmen dieser bei-
den Fächer würden Inhalte vermittelt, die zur Berufsausübung unerlässlich 
seien. Eine zuwandernde Person könne nach Belieben eine Eignungsprü-
fung oder einen Anpassungslehrgang absolvieren.  Das Bundesamt habe 
darauf  verzichtet,  im  Fach  Rechtskunde  Ausgleichsmassnahmen  zu  for-
dern, denn es gehe davon aus,  dass es sich dabei nicht um Kenntnisse 
handle, die für die Berufsausbildung unerlässlich seien.

E. Mit  Verfügung vom 22.  Juni  2006  teilte  die  Rekurskommission EVD der 
Beschwerdeführerin mit, dass sie das Recht auf die Durchführung einer öf-
fentlichen  Verhandlung  im Sinne  der  Europäischen  Menschenrechtskon-
vention habe. Die Beschwerdeführerin verzichtete stillschweigend auf de-
ren Durchführung.

Am  31.  August  2006  äusserte  sich  das  Bundesamt  zur  Bewertung  des 
Lehrgangs und reichte unter anderem Weisungen betreffend die Durchfüh-
rung der Eignungsprüfung ein.

Am 7. September 2006 gab die Rekurskommission EVD der Beschwerde-
führerin Gelegenheit, sich zu diesen und weiteren Eingaben des Bundes-
amtes zu äussern. Die Beschwerdeführerin liess sich dazu mit Schreiben 

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vom 19. September 2006 vernehmen und reichte ihre Semesterzeugnisse 
2002/2003  der  Höheren  Fachschule  in  Olten  sowie  weitere  Dokumente 
ein. Dazu hält sie fest, wie der (Mail-) Auskunft der Schweizerischen Höhe-
ren  Fachschule  für  Augenoptik  vom  29.  Juni  2006  entnommen  werden 
könne, werde der Anpassungslehrgang in die laufenden Semester der Hö-
heren Fachschule in Olten integriert.  Der Unterricht  im Rahmen des An-
passungslehrgangs entspreche daher dem Unterricht, an welchem die Stu-
dierenden der Höheren Fachschule teilnehmen. Auch die Lehrmittel seien 
identisch. Der Anpassungslehrgang werde als bestanden bewertet,  wenn 
in den Prüfungen eine genügende Note erreicht werde. Wie ihren Semes-
terzeugnissen  2002/2003  der  Höheren  Fachschule  entnommen  werden 
könne, habe sie in allen vier Semestern des Faches Allgemeine Optik & In-
strumente  der  Höheren Fachschule  genügende Noten erreicht.  Sie habe 
daher  die  Anforderungen  an den Anpassungslehrgang,  welcher  den Be-
such von nur zwei Semestern des Faches Allgemeine Optik & Instrumente 
vorsehe, mehr als erreicht. Im Weitern macht sie rechtsungleiche Behand-
lung geltend. Dazu führt sie aus, dass Kolleginnen und Kollegen, die den 
selben Meistertitel in Deutschland erworben und einige Monate vor ihr das 
Gesuch eingereicht haben, vom Bundesamt die Gleichstellung mit der Hö-
heren Fachprüfung erhalten haben. 

F. Per 1. Januar 2007 überwies die Rekurskommission EVD die Verfahrens-
akten  an  das  neu  geschaffene  Bundesverwaltungsgericht.  Dieses  über-
nahm das Verfahren mit Verfügung vom 18. Januar 2007.

G. Am 23. Februar 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Schwei-
zer Optikverband (SOV) mehrere Fragen im Zusammenhang mit dem vom 
Bundesamt alternativ verfügten Anpassungslehrgang. Der Schweizer Op-
tikverband beantwortete am 5. März 2007 die an ihn gerichteten Fragen.

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 
mit  freier  Kognition  (vgl.  BGE 130 II  65 E.  1;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich 
1998, Rz. 410).

Anfechtungsgegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  der  Entscheid 
des  Bundesamtes  vom 28.  Februar  2006,  mit  welchem  das  Bundesamt 
seine Verfügung vom 15. Dezember 2005 bzw. 23. Januar 2006 teilweise 
in  Wiedererwägung  gezogen  hat.  Der  Entscheid  vom  28.  Februar  2006 
stellt  eine  Verfügung  im Sinne  des  Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  dar  (VwVG,  SR  172.021;  Art. 5 
Abs. 1 Bst. c). Diese Verfügung war bisher bei der Rekurskommission EVD 
angefochten, welche vor dem Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgeset-
zes  vom 17.  Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  am 1.  Januar  2007  (vgl.  AS 

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2006  1069)  zur  Beurteilung  der  Streitsache  sachlich  und  funktionell  zu-
ständig war (vgl. Art. 61 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 BBG œ[zitiert in E. 2], AS 2003 
4557; aufgehoben gemäss Anhang Ziff. 35 zum VGG, AS 2006 2248).

Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss  Art.  31  VGG  als  Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG be-
urteilt,  ist nach Art. 53 Absatz 2 VGG (i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG) für die 
Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnah-
me nach Art. 32 VGG greift.

Soweit vorliegend das Abkommen über die Personenfreizügigkeit (zitiert in 
E. 3)  zur  Anwendung gelangt,  hat  dieses keine Änderungen auf  die hier 
dargestellte (innerstaatliche) Ordnung des Rechtsschutzes zur Folge (vgl. 
STEPHAN BREITENMOSER/MICHAEL ISLER, Der Rechtsschutz im Personenfreizügig-
keitsabkommen zwischen der Schweiz und der EG sowie den EU-Mitglied-
staaten,  Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2002  S. 1003  ff.,  insbes. 
S. 1018).

1.1 Dem Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 22. Dezember 
2005 wurde im angefochtenen Entscheid vom 28. Februar 2006 nur teil-
weise entsprochen, indem das Bundesamt feststellte,  sie habe das Fach 
Pathologie des Auges mit der Note 4.3 bestanden und das Bundesamt nur 
noch in einem Fach (Allgemeine Optik & Instrumente) Ausgleichsmassnah-
men als Bedingung zur Anerkennung der Gleichwertigkeit des Meistertitels 
mit dem eidgenössischen Diplom verlangte. Insofern ist die Beschwerde-
führerin,  welche  am  Verfahren  vor  dem  Bundesamt  teilgenommen  hat, 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Sie hat zudem ein 
als  schutzwürdig  anzuerkennendes  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder 
Änderung, weshalb sie zur Beschwerdeführung legitimiert ist (Art. 48 Abs. 
1 VwVG).

Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Be-
schwerdeschrift  sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-
vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

1.2 Das Bundesamt hat seine Vernehmlassung verspätet eingereicht.  Im Be-
schwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime (Art. 12 und 13 VwVG), 
was zur Folge hat, dass es der entscheidenden Behörde erlaubt ist, ver-
spätete Parteivorbringen, die ausschlaggebend erscheinen, zu berücksich-
tigen (Art. 32 Abs. 2 VwVG; Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 
70.23 E.  11.5 mit  Verweis  auf  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz.  325 und 944;  vgl. 
auch Urteile des Bundesgerichts 2A.186/2000 vom 28. Juli 2000 E. 1d und 
5A.18/2001 vom 21. Dezember 2001 E. 2b/bb). 

Ausser Frage steht, dass die Vernehmlassung des Bundesamtes von Ent-
scheidrelevanz ist. Dem Bundesverwaltungsgericht ist es daher nicht ver-
wehrt,  die  verspätet  eingereichte  Vernehmlassung  des  Bundesamtes  zu 
berücksichtigen.

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2. Nach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes  vom 13.  Dezember  2002 (BBG, 
SR 412.10) regelt dieses Gesetz sämtliche Berufsbereiche ausserhalb der 
Hochschulen, so unter anderem die berufliche Grundbildung, einschliess-
lich  der  Berufsmaturität;  die  höhere  Berufsbildung;  die  berufsorientierte 
Weiterbildung und die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art.  2 
Abs. 1 Bst. a - d BBG).

Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die Regelung der Anerken-
nung ausländischer Diplome und Ausweise der Berufsbildung im Geltungs-
bereich  des  Berufsbildungsgesetzes.  Zur  Förderung  der  internationalen 
Zusammenarbeit und Mobilität in der Berufsbildung kann der Bundesrat in 
eigener Zuständigkeit internationale Vereinbarungen abschliessen (Art. 68 
Abs.  2  BBG).  Der  Bundesrat  erlässt  die  Ausführungsbestimmungen,  wo 
das Gesetz die Zuständigkeit nicht anders regelt (Art. 65 Abs. 1 BBG). Mit 
dem Erlass der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, 
SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgen-
des bestimmt:
1 Das Bundesamt anerkennt ausländische Diplome und Ausweise, wenn diese: 

a) im Herkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und 

b) einem schweizerischen Ausweis oder Titel gleichwertig sind.
2  Einem schweizerischen Diplom oder Ausweis gleichwertig ist ein ausländisches 

Diplom oder ein ausländischer Ausweis dann, wenn:

a) die gleiche Bildungsstufe gegeben ist;

b) die Bildungsdauer äquivalent ist;

c) die Inhalte vergleichbar sind; und

d) der  Bildungsgang  neben  theoretischen  auch  praktische  Qualifikationen 
umfasst. 

3  Antragsberechtigt ist, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder als Grenzgängerin 
oder Grenzgänger tätig ist.

4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten.

Wird die Ausübung einer Berufstätigkeit  durch Rechtsvorschriften an den 
Besitz  eines bestimmten Diploms oder Ausweises gebunden und verfügt 
die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über ein ausländisches Diplom 
oder einen ausländischen Ausweis, der in der Schweiz nicht als gleichwer-
tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Kan-
tonen oder mit Organisationen der Arbeitswelt für Ausgleichsmassnahmen, 
mit  denen  die  verlangten  Qualifikationen  erreicht  werden  können.  Aus-
gleichsmassnahmen  bestehen  in  ergänzenden  Eignungsprüfungen,  An-
passungslehrgängen  oder  anderen  Qualifikationsverfahren  (vgl.  Art. 70 
Abs. 1 und 3 BBV).

3. Am  1.  Juni  2002  trat  das  Abkommen  vom  21. Juni 1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR 0.142.112.681)  in  Kraft.  Nach Art.  1 
Bst. a Freizügigkeitsabkommen hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri-
gen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz 

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ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er-
werbstätigkeit und Niederlassung als Selbstständiger sowie das Recht auf 
Verbleib im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräumen. Der Grund-
satz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) gewährleistet den Staatsan-
gehörigen der Schweiz und der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter ge-
stellt  zu  werden  als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen 
handhabt (YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen 
der Staatsangehörigkeit  im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit  der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem 
Zusammenhang  bestimmt  Art. 9  Freizügigkeitsabkommen,  dass  die  Ver-
tragsparteien gemäss Anhang III  die  erforderlichen Massnahmen treffen, 
um den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft und der Schweiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän-
digen Erwerbstätigkeiten und deren Ausübung sowie die Erbringung von 
Dienstleistungen zu erleichtern.

Anhang III  trägt  die Bezeichnung "Gegenseitige Anerkennung beruflicher 
Qualifikationen (Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstiger  Befähigungs-
nachweise)". Nach dessen Bestimmungen wenden die Vertragsparteien im 
Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachwei-
se  untereinander  die  gemeinschaftlichen  Rechtsakte,  auf  die  Bezug  ge-
nommen wird, in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens 
geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge-
nannten Änderungen oder  gleichwertige  Vorschriften  an (vgl.  hierzu  und 
zum Ganzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur Genehmigung der sektoriel-
len  Abkommen zwischen der  Schweiz  und der  EG,  Botschaft,  BBl  1999 
6128,  insbes.  S.  6155  und  S.  6347  ff.;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 mit Hinweis auf:  RUDOLF NATSCH, 
Gegenseitige  Anerkennung beruflicher  Qualifikationen,  in:  Bilaterale  Ver-
träge Schweiz - EG, Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; MAX WILD, Die 
Anerkennung von Diplomen im Rahmen des Abkommens über die Freizü-
gigkeit  der Personen, in: Bilaterale Abkommen Schweiz - EU, Basel etc. 
2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesamt für Berufsbildung und Techno-
logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer Diplome in der Schweiz 
und die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland:  Regelungen, 
bestehende Praktiken und Handlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f., im Folgen-
den: Bericht 2001).

Hinsichtlich  der  Anerkennung  der  beruflichen Qualifikationen erfasst  das 
bilaterale Personenfreizügigkeitsabkommen nur die im Aufnahmestaat reg-
lementierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglementierten Berufe ste-
hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per-
sonenfreizügigkeitsabkommen ohne Bedeutung.  Ist  ein Beruf  im Aufnah-
mestaat nicht reglementiert, bedarf es somit keiner Prüfung der Gleichwer-
tigkeit des Diploms und eine Arbeitsbewilligung genügt (vgl. NATSCH, a.a.O., 
S. 205;  WILD, a.a.O., S. 386 f.;  HILDEGARD SCHNEIDER, Die Anerkennung von 
Diplomen in der Europäischen Gemeinschaft, Antwerpen-Apeldoorn 1995, 
S. 177).

10

Als reglementierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der 
die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem 
Mitgliedstaat direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif-
ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachweises (bzw. 
Diploms) gebunden ist. Dazu gehört insbesondere die Ausübung einer be-
ruflichen Tätigkeit in Verbindung mit der Führung eines Titels, der nur von 
Personen geführt werden darf, die einen Ausbildungs- oder Befähigungs-
nachweis  (bzw.  ein  Diplom)  besitzen,  die  in  einschlägigen  Rechts-  und 
Verwaltungsvorschriften festgelegt sind; sowie die Ausübung einer berufli-
chen Tätigkeit im Gesundheitswesen, wenn die Vergütung dieser Tätigkeit 
und/oder  eine  diesbezügliche  Erstattung  durch  das  einzelstaatliche  Sys-
tem der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähi-
gungsnachweises (bzw. Diploms) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der Richtlinie 
92/51/EWG bzw.  Art.  1  Bst.  d  der  Richtlinie  89/48/EWG,  beide zitiert  in 
E. 3.2).  Berufsverbände  oder  -organisationen,  die  ihren  Mitgliedstaaten 
derartige Titel  ausstellen und von den Behörden anerkannt  werden, kön-
nen sich nicht auf ihre private Natur berufen, um sich der Anwendung der 
mit dieser Richtlinie vorgesehenen Regelung zu entziehen (Vorspann der 
Richtlinie 89/48/EWG).

Das Bundesamt hat eine Liste der reglementierten Berufe in der Schweiz 
herausgegeben (abrufbar unter www.bbt.admin.ch [Themen/Internationale 
Diplomanerkennung/EU-Diplomanerkennung/Liste der reglementierten Be-
rufe]). Der Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N. 1.04). So-
mit ist das Freizügigkeitsabkommen zur Prüfung der Gleichwertigkeit des 
Meistertitels im Augenoptikerhandwerk grundsätzlich anwendbar.

3.1 Die Beschwerdeführerin arbeitet als Augenoptikerin im Kanton Luzern.

Der  Kanton  Luzern  regelt  die  Tätigkeit  zur  selbstständigen  Berufsaus-
übung als Augenoptiker in der Verordnung vom 17. Dezember 1985 über 
die Berufe der Gesundheitspflege (SRL 806). Zur selbstständigen und ge-
werbsmässigen Berufsausübung ist eine Berufsausübungsbewilligung des 
Gesundheits- und Sozialdepartementes erforderlich (vgl. § 1 und § 4 der 
Verordnung). Der Augenoptiker hat unter anderem über die nach ärztlicher 
Verordnung oder eigener Brillenglasbestimmung angefertigten Brillen und 
Kontaktlinsen Aufzeichnungen zu machen und diese während zehn Jahren 
aufzubewahren, in einem separaten Raum Brillengläser zu bestimmen und 
Kontaktlinsen anzupassen,  bei  Vermutung krankhafter  Augenveränderun-
gen eine augenärztliche Untersuchung zu empfehlen, sich an ärztliche Re-
zepte zu halten, Heilbehandlungen von Augen und die Abgabe von Arznei-
mitteln zu unterlassen (§ 13 der Verordnung). Für das Bestimmen von Bril-
lengläser  und das Anpassen von Kontaktlinsen ist  der Ausweis über die 
höhere eidgenössische Fachprüfung als Augenoptiker oder ein gleichwerti-
ges ausländisches Diplom nötig (§ 12 Abs. 2 der Verordnung).

Damit steht fest,  dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe-
rufs im Kanton Luzern im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG reglementiert ist.

3.2 Das europäische Recht unterscheidet  spezielle und allgemeine Anerken-
nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen Harmo-

11

nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver-
trauens  in  die  Ausbildung  der  anderen  Mitgliedstaaten  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 6347 f.). Sieben sektorielle Richtlinien wurden nach dem System 
der Harmonisierung gestaltet und ermöglichen damit sechs medizinischen 
und paramedizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle-
gepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme) sowie Architekten die auto-
matische  Anerkennung  (vgl.  WILD,  a.a.O.,  S.  396  f.;  SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 167).

Die allgemeine Anerkennungsregelung, welche nicht für bestimmte berufli-
che Tätigkeiten  gilt,  setzt  sich  aus  der  Richtlinie  89/48/EWG des  Rates 
vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung 
der  Hochschuldiplome,  die  eine  mindestens  dreijährige  Berufausbildung 
abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16, im Folgenden: Richtlinie 89/48/EWG) 
sowie aus der  Richtlinie  92/51/EWG des Rates vom 18. Juni  1992 über 
eine  zweite  allgemeine  Regelung  zur  Anerkennung  beruflicher  Befähi-
gungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. L 209 S. 25, 
im Folgenden: Richtlinie 92/51/EWG) zusammen.

3.3 Die  beiden  allgemeinen  Richtlinien  89/48/EWG  und  92/51/EWG  stützen 
sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur Gründung 
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bezwecken, dass Angehö-
rige der Mitgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih-
ren  Beruf  auch  in  einem  anderen  Mitgliedstaat  ausüben  können  als  in 
demjenigen,  in  dem sie ihre  beruflichen  Qualifikationen  erworben haben 
(vgl. einleitende Bemerkungen der Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG, 
1. Abs.).

Von der Richtlinie 89/48/EWG erfasst werden Studienabschlüsse nach ei-
nem Studium von mindestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. Gedanken-
strich  der  Richtlinie  89/48/EWG;  SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  239;  WILD,  a.a.O., 
S. 399). Die Richtlinie 92/51/EWG bezieht  sich auf die Sekundarschulbil-
dung sowie die kurzen postsekundären Studiengänge von mindestens ei-
nem Jahr und alle im Anhang C der Richtlinie aufgeführten Studiengänge 
(vgl. E. 9 der Richtlinie 92/51/EWG und Art. 1 der Richtlinie 92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O.,  S. 239; Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, 
Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Die  Beschwerdeführerin  hat  1993 in  der  Schweiz  das  Fähigkeitszeugnis 
als Augenoptikerin erworben. Sie hat in Deutschland (Herkunftsstaat) eine 
Ausbildung zur Meisterin im Augenoptikerhandwerk absolviert. 

Sowohl  der  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  in  Deutschland  (Her-
kunftsstaat) wie auch das Diplom des Augenoptikers in der Schweiz (Auf-
nahmestaat)  sind  Berufsabschlüsse  im  postsekundären  Bereich,  deren 
Ausbildungen weniger als drei Jahre dauern (vgl. § 49 des Gesetzes der 
Bundesrepublik  Deutschland  vom 17.  September  1953 zur Ordnung des 
Handwerks  [konsolidierte  Fassung,  BGBI  I  1953,  1411,  im  Folgenden: 
HwO]  und  §  2  der  Verordnung  der  Bundesrepublik  Deutschland  vom 
4. März 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenopti-
kerin [im Folgenden: AugOptAusbV 1997]  sowie Art.  23 und Art.  10 des 

12

Reglements vom 12. Juni 1991 über die Durchführung der Höheren Fach-
prüfung im Augenoptikerberuf  [Prüfungsreglement]).  Die berufliche Tätig-
keit des Augenoptikers wird zudem weder von einer sektoriellen Richtlinie 
noch von einer in Anhang A der Richtlinie 92/51/EWG aufgeführten Richtli-
nie erfasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/51/EWG). Daher ist für den 
Beruf des Augenoptikers die Richtlinie 92/51/EWG anwendbar.

3.4 Die  Beschwerdeführerin  ist  Schweizer  Bürgerin  und  hat  in  Deutschland 
eine postsekundäre Ausbildung absolviert, welche sie in der Schweiz aner-
kennen lassen will.

Nach  Art.  2  Abs.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG erstreckt  sich  der  Anwen-
dungsbereich dieser Richtlinie auf alle Angehörigen eines Mitgliedstaates, 
die als  Selbstständige oder abhängig  Beschäftigte einen reglementierten 
Beruf  in  einem Aufnahmestaat  ausüben  wollen.  Nach dem Wortlaut  von 
Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die Richtlinie auch auf Inländer bezieht, 
welche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen wollen. 
Für die Auslegung der Begriffe des Gemeinschaftsrechts ist die Rechtspre-
chung  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Gemeinschaften  (EuGH)  bis 
zum Zeitpunkt vor der Unterzeichnung des Abkommens zu berücksichtigen 
(Art.  16  Abs.  2  FZA  "acquis  communautaire"  auf  dem  Stand  vom 
21. Juni 1999; BREITENMOSER/ISLER, a.a.O., S. 1011). Der Gerichtshof der Eu-
ropäischen Gemeinschaften hat in Vorabentscheidungen erkannt, dass die 
Freizügigkeit  der  Arbeitnehmer  und  das  Niederlassungsrecht  im  System 
der Gemeinschaft grundlegende Freiheiten darstellten, "die nicht voll ver-
wirklicht  wären,  wenn  die  Mitgliedstaaten  die  Anwendung  des  Gemein-
schaftsrechts  denjenigen  ihrer  Staatsangehörigen  versagen  dürften,  die 
von den im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Erleichterungen Gebrauch 
gemacht und dank dieser Erleichterung berufliche Qualifikationen in einem 
anderen Mitgliedstaat als demjenigen erworben haben, dessen Staatsan-
gehörigkeit sie besitzen" (vgl. Urteil vom 31. März 1993 in der Rechtssa-
che C-19/92, Kraus, Sammlung der Rechtsprechung [Slg.], I-1663, Rand-
nr. 16 und Urteil vom 6. Oktober 1981 in der Rechtssache 246/80, Broek-
meulen, Slg., 2311, Randnrn. 18 ff.; vgl. SCHNEIDER, a.a.O., S. 260; JACQUES 
PERTEK, Une dynamique de la reconnaissance des diplômes à des fins pro-
fessionelles  et  à des fins  académiques:  réalisations  et  nouvelles réflexi-
ons,  in:  La reconnaissance des  qualifications  dans un espace européen 
des formations et des professions, Bruxelles 1998, S. 189 f.;  e contrario 
hat  das  Bundesgericht  festgehalten,  dass  das  Freizügigkeitsabkommen 
Schweizer Bürgern ohne grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt keine 
Rechte  einräumt  und deren Rechtsstellung  sich  grundsätzlich  nach dem 
Landesrecht richtet, vgl. BGE 130 I 26 E. 1.2.3 und BGE 129 II 249 E. 4.3 
und 5.1).

3.5 Wird der Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Ausübung 
im Aufnahmestaat von dem Besitz eines Diploms im Sinne der Richtlinie 
92/51/EWG oder  der  Richtlinie  89/48/EWG abhängig  gemacht,  kann der 
Aufnahmestaat einem Angehörigen eines Mitgliedstaates, der im Besitz ei-
nes Diploms im Sinne dieser  Richtlinien  ist,  grundsätzlich  nicht  den Zu-
gang oder die Ausübung eines reglementierten Berufes wegen mangelnder 

13

Qualifikation verweigern, wenn dieses Diplom Zugangs- oder Ausübungs-
voraussetzung für den entsprechenden Beruf im Herkunftsstaat ist (Art. 3 
Bst. a der Richtlinie 92/51/EWG). 

Als Diplome im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG gelten Ausbildungsnach-
weise, die in einem Mitgliedstaat von einer nach dessen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften  bestimmten  zuständigen  Stelle  ausgestellt  werden, 
und aus denen hervorgeht, dass der Diplominhaber erfolgreich einen nicht 
in Art. 1 Bst. a der Richtlinie 89/48/EWG genannten postsekundären Aus-
bildungsgang von mindestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von 
entsprechender Dauer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil-
dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. Gedankenstrich und 2. Gedan-
kenstrich Ziff. i der Richtlinie 92/51/EWG).

Die Schweizerischen Höheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter 
Anhang C der Richtlinie  92/51/EWG (vgl.  dazu Bundesamt für  Berufsbil-
dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der  Meistertitel  der  Beschwerdeführerin  ist  von  der  Handwerkskammer 
Kassel ausgestellt  worden. Hierbei handelt  es sich um eine Körperschaft 
des öffentlichen Rechts, welche zur Vertretung der Interessen des Hand-
werks errichtet worden ist (vgl. § 90 Abs. 1 HwO). Der Meistertitel der Be-
schwerdeführerin  ist  daher  von einer  zuständigen Stelle  ausgestellt  wor-
den.  Der deutsche Augenoptikermeister  ist  in Anhang C Nummer 2 (Bil-
dungs- und Ausbildungsgänge zum "Meister" für die nicht unter die Richtli-
nien des Anhangs A fallenden handwerklichen Tätigkeiten) der Richtlinie 
92/51/EWG aufgeführt.  Beim Meistertitel  in  Deutschland (Herkunftsstaat) 
handelt  es  sich  somit  ebenfalls  um  ein  Diplom  im  Sinne  der  Richtlinie 
92/51/EWG.

Das Augenoptikerhandwerk in Deutschland stellt ein zulassungspflichtiges 
Handwerk  dar.  Die  Ausbildungsbezeichnung  Meister/Meisterin  in  Verbin-
dung mit  einem zulassungspflichtigen Handwerk darf  nur führen,  wer für 
dieses  zulassungspflichtige  Handwerk  die  Meisterprüfung  bestanden  hat 
(vgl. § 1 i.V.m. Anlage A Nr. 33 HwO sowie § 51 HwO). Insofern ist dieser 
Beruf auch in Deutschland reglementiert  (vgl.  auch den Leitfaden für die 
allgemeine Regelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach-
weise der Europäischen Kommission, Anhang 1). Der Meistertitel berech-
tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. 
§ 45 Abs. 2 HwO).

Grundsätzlich  kann  die  Schweiz  daher  der  Beschwerdeführerin  den  Zu-
gang oder die Ausübung des reglementierten Berufes nicht  wegen man-
gelnder Qualifikation verweigern.

3.6 Hingegen hat der Aufnahmestaat das Recht, Ausbildung und Berufserfah-
rung mit seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der 
Diplome als gleichwertig abzulehnen, wenn die Ausbildung des Antragstel-
lers sich in Bezug auf Dauer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche wesentlich 
unterscheidet.  Die  Kompensation  unterschiedlicher  Ausbildungsdauer 
kann  durch  den  Nachweis  von  Berufserfahrung  erbracht  werden  (Art.  4 

14

Abs. 1 Bst.  a der Richtlinie  92/51/EWG).  Im Falle  von unterschiedlichen 
Ausbildungsinhalten darf der Aufnahmestaat vom Antragsteller verlangen, 
dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung 
ablegt  (Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  der  Richtlinie  92/51/EWG;  NATSCH,  a.a.O., 
S. 206 f., WILD, a.a.O., S. 400). Macht der Aufnahmestaat bei unterschiedli-
chem Ausbildungsinhalt von der Möglichkeit eines Anpassungsinstrumen-
tes Gebrauch, so muss er dem Antragsteller die Wahl zwischen dem An-
passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art.  4  Bst.  b Unter-
abs. 3 der Richtlinie 92/51/EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 257; JACQUES PERTEK, 
L'Europe des diplômes et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). Der Auf-
nahmestaat darf die Anpassungsinstrumente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b 
nicht  kumulativ  anwenden  (Art.  4  Abs.  2  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 198;  PERTEK, L'Europe des diplômes et des professi-
ons, a.a.O., S. 80).

3.7 Das Bundesamt hat im vorliegenden Verfahren zu Recht erkannt, dass die 
Beschwerdeführerin  die  Anforderungen  an  die  Ausbildungsdauer  (diese 
beträgt  in  der  Schweiz  mindestens  8  Jahre,  vgl.  Art.  10  Prüfungsregle-
ment) erfüllt.

Hingegen stellte das Bundesamt in der ursprünglich angefochtenen Verfü-
gung  vom  15.  Dezember  2005  (Beschwerdeverfahren  REKO/EVD 
HA/2006-15) fest, dass die Meisterprüfung in Deutschland mit der Höheren 
Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und somit nicht gleichwertig sei, 
weshalb es in den Fächern Pathologie und Allgemeine Optik & Instrumente 
Ausgleichsmassnahmen anordnete. Mit Verfügung vom 28. Februar 2006 
zog das Bundesamt diese Verfügung teilweise in Wiedererwägung, in dem 
es die von N._______ an der Höheren Fachprüfung 2003 erfolgreich abge-
legte Teilprüfung im Fach Pathologie bei der Beurteilung der Gleichwertig-
keit  berücksichtigte  und  neu  entschied,  dass  sich  die  Eignungsprüfung 
oder der einjährige Anpassungslehrgang nur noch auf das Fach Allgemei-
ne Optik & Instrumente beschränke. 

Insofern  macht  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
28. Februar 2006 von Art. 4 Abs. 1 Bst.  b der Richtlinie 92/51/EWG Ge-
brauch, wonach der Aufnahmestaat im Falle von unterschiedlichem Inhalt 
der  Ausbildung  als  Kompensation  von der  Gesuchstellerin  einen Anpas-
sungslehrgang oder eine Eignungsprüfung verlangen kann.

Die Frage, ob sich die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk inhaltlich 
wesentlich von der Höheren Fachprüfung des Augenoptikers unterscheidet 
und das Bundesamt als Voraussetzung für  die Anerkennung der Gleich-
wertigkeit deutscher Meistertitel zu Recht eine Ausgleichsmassnahme ver-
langt,  kann  hier  offen  gelassen  werden,  da die  Beschwerde  aus  andern 
Gründen gutzuheissen ist.

4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe von 2001 bis 2003 am zwei-
jährigen Lehrgang der Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenop-
tik in Olten teilgenommen. Wie ihren Semesterzeugnissen 2002/2003 ent-
nommen werden könne, habe sie in allen vier Semestern des Faches All-
gemeine Optik & Instrumente genügende Noten erreicht. Der Besuch des 

15

zweijährigen Lehrgangs an der Höheren Fachschule in Olten werde dem in 
der Verfügung erwähnten einjährigen Anpassungslehrgang bei Weitem ge-
recht, weshalb der einjährige Anpassungslehrgang als absolviert betrach-
tet werden müsse. Damit macht sie sinngemäss geltend, der vom Bundes-
amt verlangte Anpassungslehrgang sei nicht verhältnismässig.

4.1 Nach der Richtlinie 92/51/EWG erkennt der einen Beruf reglementierende 
Mitgliedstaat die in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Befähigungs-
nachweise an und gestattet  deren Inhabern in  seinem Hoheitsgebiet  die 
Ausübung  ihrer  Tätigkeit  unter  den für  Inländer  geltenden Bedingungen. 
Es gilt der in Art. 3 der Richtlinie 92/51/EWG niedergelegte Grundsatz des 
gegenseitigen  Vertrauens in  die  Qualität  der  in  einem anderen  Mitglied-
staat absolvierten Ausbildung und der gegenseitigen Anerkennung von Di-
plomen. Hierzu bilden die Anpassungsinstrumente des Art. 4 die Ausnah-
me und  sind  dementsprechend  restriktiv  anzuwenden  (SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 200). Führt jedoch ein Vergleich mit den im innerstaatlichen Recht vor-
geschriebenen Kenntnissen und Fähigkeiten zur Feststellung, dass erheb-
liche  Unterschiede  zwischen  der  vorgeschriebenen  und  der  erworbenen 
Ausbildung bestehen und deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung 
für eine Ausübung des Berufs im Aufnahmestaat ist, so bietet der Aufnah-
memitgliedstaat dem Antragsteller die Möglichkeit nachzuweisen, dass er 
die fehlenden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat. Er muss dem An-
tragsteller  die  Wahl  zwischen  dem  Anpassungslehrgang  und  der  Eig-
nungsprüfung  lassen  (vgl.  einleitende  Bemerkungen  der  Richtlinie 
92/51/EWG). Als "Anpassungslehrgang" gilt die Ausübung eines reglemen-
tierten Berufs,  die in dem Aufnahmestaat  unter  der Verantwortung eines 
qualifizierten Berufsangehörigen erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zu-
satzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung. 
Die Einzelheiten des Anpassungslehrgangs und seine Bewertung werden 
von  den  zuständigen  Behörden  des  Aufnahmestaates  festgelegt  (Art.  1 
Bst.  i  der  Richtlinie  92/51/EWG).  Als  "Eignungsprüfung"  gilt  eine  aus-
schliesslich die beruflichen Kenntnisse des Antragstellers betreffende und 
von den zuständigen Stellen des Aufnahmestaats durchgeführte Prüfung, 
mit der die Fähigkeit des Antragstellers, in diesem Mitgliedstaat einen reg-
lementierten Beruf  auszuüben, beurteilt  werden soll.  Die Modalitäten der 
Eignungsprüfung werden von den zuständigen Behörden des Aufnahme-
staates festgelegt (Art. 1 Bst. j der Richtlinie 92/51/EWG). 

Nach dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG ("Ar-
tikel 3 hindert den Aufnahmestaat nicht daran, vom Antragsteller ebenfalls 
zu verlangen,  dass er einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang 
absolviert  oder  eine Eignungsprüfung ablegt....")  kommt der  zuständigen 
Behörde,  dem Bundesamt,  beim Entscheid,  ob eine Ausgleichsmassnah-
me verlangt werden soll,  ein Entschliessungsermessen zu. Dem Bundes-
amt wird durch das Ermessen ein Spielraum für den Entscheid im Einzel-
fall eingeräumt. Dies bedeutet aber nicht, dass es in seiner Entscheidung 
völlig frei ist. Es hat innerhalb seines Entscheidungsspielraums unter Be-
rücksichtigung der Rechtsgrundsätze der Ermessensausübung, die zweck-
mässigste Lösung zu treffen. Das Bundesamt ist dabei an die Verfassung 

16

gebunden und hat insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip zu befol-
gen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 441; VPB 66.22 E. 3.5.2 mit Hin-
weisen). 

4.2 Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  stellt  kein  verfassungsmässiges 
Recht, sondern bloss einen verfassungsmässigen Grundsatz dar. Das ver-
fassungsmässige Gebot der Verhältnismässigkeit umfasst nach Praxis und 
Lehre drei Elemente, die kumulativ beachtet werden müssen. Es verlangt, 
dass staatliche Hoheitsakte für das Erreichen eines im übergeordneten öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet,  notwendig und für den Be-
troffenen zumutbar sind (BGE 131 I 91 E. 3.3, BGE 128 I 92 E. 2b, BGE 
128 II  292 E. 5.1, BGE 126 I  112 E. 5b, je mit  Hinweisen;  RENÉ RHINOW, 
Grundzüge  des  Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel  etc.  2003, 
Rz. 1135  f.; JEAN-FRANCOIS AUBERT/PASCAL MAHON,  Petit  commentaire  de  la 
Constitution  fédérale  de  la  Confédération  suisse  du  18  avril  1999, 
Zurich/Bâle/Genève  2003,  Art.  5  Rz.  12  f.  und  Art.  36  Rz.  15  f.; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 581). 

Ungeeignet  ist  eine  Massnahme dann,  wenn sie am Ziel  vorbeischiesst, 
d.h. keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet. 
Zu  prüfen  ist  also  die  Zwecktauglichkeit  einer  Massnahme  (HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  587,  mit  Hinweisen;  RHINOW/  KRÄHENMANN, 
a.a.O., Nr. 58 IVa, S. 180; BGE 130 I 140 E. 5.3.6).

Das staatliche Handeln muss ferner erforderlich sein, das heisst es muss 
grundsätzlich notwendig sein. Als erforderlich erweist sich eine staatliche 
Handlung,  wenn kein weniger  einschneidendes  Mittel  zur  Verwirklichung 
des öffentlichen Interesses zur Wahl steht (zweckkonformer mildester Ein-
griff). Verboten ist ein das unabdingbar Notwendige übertreffendes Vorge-
hen. Die Massname darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personel-
ler Hinsicht nicht über das Notwendige hinausgehen (RENÉ RHINOW, a.a.O., 
Rz.  1136;  AUBERT/MAHON,  a.a.O.,  Art.  36  Rz.  16;  YVO HANGARTNER in:  Die 
Schweizerische  Bundesverfassung:  Kommentar/  hrsg.  von  BERNHARD 
EHRENZELLLER ...  [et  al.],  Zürich  etc.  2002,  hiernach:  Kommentar,  Art.  5 
Rz. 33 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 591).

Schliesslich muss die Verwaltungsmassnahme auch zumutbar sein. Sie ist 
nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem an-
gestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den betroffenen Privaten be-
wirkt, wahrt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614; YVO HANGARTNER, Kom-
mentar, a.a.O., Art. 36 Rz. 24; AUBERT/MAHON, a.a.O., Art. 36 Rz. 16).

4.3 Im angefochtenen Entscheid hat das Bundesamt in einem Fach (Allgemei-
ne Optik & Instrumente) Ausgleichsmassnahmen verlangt. Mit den alterna-
tiv  verfügten  Ausgleichsmassnahmen  (einjähriger  Anpassungslehrgang 
oder Eignungsprüfung)  bezweckt  das  Bundesamt,  dass  sich  die  Be-
schwerdeführerin  die  ihr  -  nach  Meinung  des  Bundesamtes  -  fehlenden 
Kenntnisse im Fach Allgemeine Optik & Instrumente aneignen beziehungs-
weise direkt den Nachweis genügender Kenntnisse in diesem Fach durch 
Ablegen einer Prüfung erbringen kann. 

17

In den Berufen des Gesundheitswesens - wie Augenoptiker - besteht in der 
Tat ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass nur fähige Leute tä-
tig sind, handelt es sich doch gerade bei der Gesundheit um ein Rechts-
gut, das des gewerbepolizeilichen Schutzes in hohem Masse bedarf (vgl. 
BGE 125 I 322 E. 3d, BGE 125 I 335 E. 3b, BGE 112 Ia 322 E. 4c mit Hin-
weisen).  Ausser  Frage  steht,  dass  die  vorliegend  verfügten  Ausgleichs-
massnahmen geeignet  sind,  nachzuweisen,  dass der Inhaber  eines aus-
ländischen Diploms über die nötigen Kenntnisse verfügt,  die zur  Berufs-
ausübung  als  Augenoptiker  unerlässlich  sind.  In  diesem Sinne kann die 
Zwecktauglichkeit der verlangten Ausgleichsmassnahmen bejaht werden.

Der  vom  Bundesamt  alternativ  verfügte  einjährige  Anpassungslehrgang 
besteht  einerseits  aus  einer  obligatorischen  Ausbildung  an  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik in Olten im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te und andererseits aus einem Praktikum unter Anleitung eines diplomier-
ten Augenoptikers.

Der Schweizerische Optikverband (SOV) führt die Höheren Fachprüfungen 
für Augenoptiker durch und bietet mit der Höheren Fachschule für Augen-
optik einen zweijährigen (fakultativen) Ausbildungsgang an. Das Bundes-
amt hat in der angefochtenen Verfügung den Schweizer Optikverband mit 
der  Durchführung  der  angeordneten  Ausgleichsmassnahmen  beauftragt. 
Auf Grund der Stellungnahme des Schweizer Optikverbandes vom 5. März 
2007 ergibt sich bezüglich der Ausgestaltung des Anpassungslehrganges 
Folgendes: 

Die Absolventen des einjährigen Anpassungslehrgangs besuchen den or-
dentlichen Unterricht an dem auch die Absolventen des (2-jährigen) Voll-
zeitstudiums  der  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  teilnehmen.  Der 
Lehrgang  beinhaltet  den  Besuch  des  3. und  4.  Semesters  der  Höheren 
Fachschule in Olten. Es gelten inhaltlich die gleichen Anforderungen wie 
bei den Absolventen der schweizerischen Ausbildung, identisch sind auch 
die Lehrmittel und die Dozenten. Die Bewertung des Ausbildungslehrgan-
ges  erfolgt  im  Rahmen  der  ordentlichen  Semesterprüfungen  (vgl.  auch 
"Merkblatt  Ausgleichsmassnahmen im Bereich Optik"  des BBT vom Sep-
tember 2006 sowie die [e-mail-] Auskunft  des Schweizer Optikverbandes 
vom 29.  Juni  2006 an die  Beschwerdeführerin).  Die  Semesterprüfungen 
bestehen jeweils aus zwei schriftlichen Einzelprüfungen, und die erforderli-
che  Schlussbewertung  pro  Ausbildungsfach  bildet  der  Durchschnitt  aller 
vier Einzelprüfungen. Einzig der Bewertungsraster weicht von demjenigen 
der  normalen  Prüfungen  der  Schule  ab.  Bei  der  Bewertung  werden  die 
vom BBT verfügten Bewertungskriterien der Eignungsprüfung auch für den 
Anpassungslehrgang übernommen, indem die Anforderungen für ein "ge-
nügend" 50 % der möglichen Punktzahl (gegenüber 60 % bei den regulä-
ren Kursteilnehmern) betragen. Im weitern weist der Schweizer Optikver-
band darauf  hin,  dass  der  Lehrgang vom Arbeitgeber  in  Form eines Ar-
beitszeugnisses  als  erfüllt  bestätigt  werden müsse.  Diese Forderung be-
treffe  den Schweizer  Optikverband  als  Kursanbieter  nicht  und sei  durch 
den Arbeitgeber vorzunehmen.

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4.4 Die Beschwerdeführerin nahm von 2001 bis 2003 am Vollzeitstudium der 
Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten teil (vgl. Se-
mesterzeugnisse 2002/2003). Das Fach "Allgemeine Optik & Instrumente", 
für welches das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung Ausgleichs-
massnahmen verlangt, wurde in allen vier Semestern unterrichtet und ge-
prüft.  In diesem Fach erhielt  die Beschwerdeführerin im 1. Semester  die 
Note 4.5, im 2. Semester die Note 5.0, im 3. Semester die Note 4.0 und im 
4.  Semester  die  Note  4.5.  Damit  hat  die  Beschwerdeführerin  in  diesem 
Fach  (nach  dem strengeren  Bewertungsmasstab  der  regulären  Kursteil-
nehmer) im 3. und 4. Semester genügende Noten (Noten 4.0 und 4.5) er-
zielt.

Nach Auskunft des Schweizer Optikverbandes endet der letzte ordentliche 
Lehrgang  der  Schweizerischen  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  im 
September 2007. Das Reglement für Höhere Fachprüfungen im Augenopti-
kerberuf  von  1991  werde  voraussichtlich  im  Jahr  2011  aufgehoben.  Ab 
2010 würden durch die Fachhochschule Nordwestschweiz die ersten Ba-
chelor-Ausweise  in  Optometrie  abgegeben  (vgl.  Stellungnahme  des 
Schweizer Optikverbandes vom 5. März 2007 S. 2). Solange das aktuelle 
Reglement der Höheren Fachprüfung in Kraft sei, seien auch die entspre-
chenden Ausgleichsmassnahmen sichergestellt.

Da nach Angaben des SOV beim Anpassungslehrgang inhaltlich die glei-
chen Anforderungen an die Absolventen der Höheren Fachschule gestellt 
werden und feststeht, dass sich die Anforderungen seit 1991 (Inkrafttreten 
des Prüfungsreglements)  nicht  geändert  haben,  Dozenten und Lehrmittel 
die gleichen sind wie im ordentlichen Unterricht, ist daraus zu schliessen, 
dass  die  Beschwerdeführerin  -  wie  sie  zu  Recht  geltend  macht  -  einen 
identischen Lehrgang an der Schule in Olten bereits 2003 mit genügenden 
Noten im Fach "Allgemeine Optik & Instrumente"  abgeschlossen und sie 
damit den Nachweis der nötigen Kenntnisse im entsprechenden Fach er-
bracht hat. Daher erweist sich im konkreten Fall die vom Bundesamt ver-
langte einjährige Ausbildung (gleichen Inhaltes) an der Höheren Fachschu-
le für Augenoptik als nicht erforderlich und damit unzulässig.

4.5 Im weitern ordnete das Bundesamt an, dass der einjährige Anpassungs-
lehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Augenopti-
kers zu erfolgen habe und mit  Bestätigung des Begleiters nachgewiesen 
werden müsse.  Im Merkblatt  des BBT wird  hiezu festgehalten,  dass  der 
Lehrgang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt be-
stätigt  werden müsse.  Das BBT empfehle,  die Absolventen eines Prakti-
kums wie ausgebildete Personen anzusehen, die ihre Ausbildung gemäss 
Verfügung vervollständigen.  Die Bezahlung solle  sich grundsätzlich nach 
den Ansätzen eines Augenoptikers richten (vgl. Merkblatt S. 3). 

Die Beschwerdeführerin verfügt seit Abschluss der Lehre 1993 über eine 
langjährige  Berufserfahrung  als  Augenoptikerin,  was  die  beigelegten  Ar-
beitszeugnisse  bestätigen.  Dem  Arbeitszeugnis  der  "D._______"  in 
X._______ (LU) vom 22. Dezember 2004 ist zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin  vom 1. Dezember 2003 bis 31. Dezember 2004 in die-

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sem Unternehmen als Augenoptikerin tätig war und ihr Aufgabengebiet un-
ter  anderem die  Kundenberatung,  Kontaktlinsenanpassungen,  Nachkont-
rollen  und  Kontaktlinsenverkauf,  die  Refraktion  sowie  Werkstattarbeiten 
umfasste. Die Vorgesetzte, eine eidgenössisch diplomierte Augenoptikerin, 
führte in ihrem Arbeitszeugnis aus, dass die Beschwerdeführerin ihre Auf-
gaben immer zu ihrer vollen Zufriedenheit  ausgeführt  habe und äusserst 
zuverlässig gewesen sei. In einer Arbeitsbestätigung des selben Unterneh-
mens vom 30. Juni 2005 bescheinigt die Vorgesetzte, dass die Beschwer-
deführerin vom 16. Mai 2005 bis 30. Juni 2005 als Stellvertretung der ab-
wesenden Refraktionistin und Kontaktlinsenspezialistin angestellt war.

Somit  kann  das  vom Bundesamt  im Rahmen des Anpassungslehrgangs 
verlangte einjährige Praktikum unter Anleitung eines diplomierten Augen-
optikers als erfüllt betrachtet werden. 

Auf Grund der guten Qualifikation durch den Arbeitgeber ist davon auszu-
gehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer beruflichen Tätigkeit über die 
notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse einer Augenoptikerin verfügt und 
sich auch über die erforderlichen Kenntnisse im Fach "Allgemeine Optik & 
Instrumente" ausgewiesen hat. 

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin auf Grund ih-
rer (höheren) Ausbildung in der Schweiz sowie der übrigen beruflichen Tä-
tigkeit über genügende Kenntnisse im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te verfügt  und die Anforderungen an den vom Bundesamt angeordneten 
einjährigen Anpassungslehrgang (Schulbesuch und Praktikum) bereits im 
Zeitpunkt  des  angefochtenen Entscheides  erfüllt  waren.  Das Bundesamt 
hat zu Unrecht die von der Beschwerdeführerin - nebst der Ausbildung in 
Deutschland - erworbenen Kenntnisse in seinem Entscheid nicht berück-
sichtigt. Da Ausgleichsmassnahmen (Anpassungslehrgang oder Eignungs-
prüfung) alternativ zu verfügen sind und die Beschwerdeführerin die Anfor-
derungen an den einjährigen Anpassungslehrgang erfüllt, erweist sich die 
Anordnung von Ausgleichsmassnahmen als nicht nötig und damit unver-
hältnismässig.  Die Voraussetzungen für  die Anerkennung der Gleichwer-
tigkeit  des Meistertitels sind im konkreten Fall  gegeben. Dies führt  dazu, 
dass  die  angefochtenen  Ausgleichsmassnahmen  ersatzlos  aufzuheben 
sind. 

6. Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen  und  die  Verfügung  des  Bundesamtes 
vom  28.  Februar  2006  aufzuheben.  Es  wird  festgestellt,  dass  der  am 
7. Juni 2005 in Deutschland verliehene Meistertitel  im Augenoptikerhand-
werk mit  dem eidgenössischen Diplom als  Augenoptiker  gleichwertig  ist. 
Das Bundesamt wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine Gleichwer-
tigkeitsbestätigung auszustellen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdeführerin obsiegen-
de Partei. Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden 
Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten wer-
den Vorinstanzen  auferlegt  (vgl.  Art. 63 Abs. 2 VwVG).  Der  von der  Be-
schwerdeführerin  am  16.  März  2006  geleistete  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.- ist ihr zurückzuerstatten.

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8. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.  64 
Abs.  1  VwVG).  Die  Beschwerdeführerin  war  im  vorliegenden  Verfahren 
nicht  vertreten,  und  auch  sonst  sind  ihr  keine  anrechenbaren  Kosten  in 
diesem Sinn entstanden.  Daher  ist  keine Parteientschädigung  zuzuspre-
chen.

9. Gegen diesen Beschwerdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös-
sischen Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten  eingereicht  werden  (Art.  82  Bst.  a  und  Art.  86  Abs.  1  Bst.  a  i.V.m. 
Art. 100  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesamtes 
für Berufsbildung und Technologie vom 28. Februar 2006 aufgehoben.

Es wird festgestellt,  dass der am 7. Juni 2005 in Deutschland verliehene 
Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit dem eidgenössischen Diplom als 
Augenoptiker  gleichwertig  ist.  Das Bundesamt wird angewiesen,  der  Be-
schwerdeführerin eine Gleichwertigkeitsbestätigung auszustellen.

2. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.- wird der Beschwerdeführerin aus der Gerichtskasse zurückerstat-
tet, sobald dieses Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (mit Gerichtsurkunde; Ref-Nr. 353/han/7180)

- dem Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartement  (mit  Gerichtsurkun-
de)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Bernard Maitre Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieses  Urteil  kann  innert  dreissig  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen 
Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. 

Versand am: 4. Juni 2007