# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98c54376-8cf3-5068-9194-c3f2b11a4625
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.03.2022 LZ200037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ200037_2022-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ200037-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw V. Stübi 

Beschluss und Urteil vom 25. März 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 
 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  
 

gegen 

 

B._____,  
Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 
 

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge C._____,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  
 

betreffend Unterhalt 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 2. Oktober 2020 (FP170056-L)  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

- des Klägers (Urk. 11 S. 1-3): 
" 1. Der Beklagte sei zu verpflichten, zur Deckung des Barbedarfs des 

Klägers monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats zahlbare angemessene Unterhaltsbeiträge, zuzüglich ge-
setzliche und/oder vertragliche Familienzulagen, dies rückwirkend 
seit 19. Januar 2016, wie folgt zu bezahlen: 
− CHF 1'999.–, rückwirkend seit 19. Januar 2016 bis 

31. Dezember 2016, abzüglich der bereits geleisteten Unter-
haltsbeiträge von März bis Dezember 2016 in der Höhe von je 
CHF 600.– pro Monat, 

− CHF 1'231.– seit 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2017, 
− CHF 2'977.65 (inkl. Fremdbetreuungskosten von monatlich 

Fr. 1'746.65) vom 1. März 2017 bis 31. August 2017, 
− CHF 1'231.– seit 1. September 2017 bis 11. Juli 2020, 
− CHF 1'481.– vom tt.mm.2020 bis 11. Juli 2026 und 
− CHF 1'781.– vom tt.mm.2026 bis zum Abschluss einer ange-

messenen Erstausbildung, mindestens aber bis zur Volljährig-
keit des Klägers. 

Zusätzlich zum Barunterhalt sei der Beklagte zu verpflichten, für 
den Kläger einen monatlichen Betreuungsunterhalt wie folgt zu 
bezahlen: 
− CHF 3'191.60 rückwirkend seit 1. Januar 2017 bis 10. Mai 2017 
− CHF 2'941.60 vom 11. Mai 2017 bis 11. Juli 2024 
− CHF 1'041.60 vom tt.mm.2024 bis 11. Juli 2030 

 2. Diese Unterhaltsbeträge gemäss Ziffer 1 hievor seien an die Mut-
ter als gesetzliche Vertreterin des Klägers zahlbar, solange dieser 
in ihrem Haushalt lebt und keine eigene Ansprüche stellt bzw. 
keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

 3. Es sei festzustellen, dass diese Unterhaltsbeiträge auf dem Lan-
desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, 
Stand Ende Dezember 2016 mit 100,0 Punkten (Basis Dezember 
2010 = 100 Punkte), basieren. Sie seien jährlich auf den 
1. Januar dem Indexstand per Ende November des Vorjahres an-
zupassen, erstmals auf den 1. Januar 2018. Berechnungsart: 

         Neuer Unterhaltsbeitrag = 
(alter Unterhaltsbeitrag) x (neuer Index) 

100,0 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWST) zu-
lasten des Beklagten." 

- 3 - 

- des Beklagten (Urk. 13 S. 1 f. und Urk. 55 S. 1): 
" 1. Der Beklagte sei zu verpflichten, an die Kosten des Unterhalts des 

Klägers monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge von total CHF 600.00 (inkl. 
allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Kinder-
zulagen) zu bezahlen. 

 2. Eventualiter sei festzuhalten, dass sich der monatliche Unterhalts-
beitrag für den Kläger automatisch auf CHF 600.00 inkl. allfällige 
vom Beklagten bezogene, gesetzliche oder vertragliche Kinderzu-
lagen reduziert, wenn der Kläger seinen Wohnsitz an einen Ort 
ausserhalb der Schweiz verlegt.  

 3. Es sei festzustellen, dass der Beklagte seiner Unterhaltspflicht, mit 
Ausnahme der Monate Februar und März 2017, bis und mit dem 
Monat Mai 2018 bzw. einem späteren Urteilszeitpunkt vollumfäng-
lich nachgekommen ist. 

 4. Im Mehrbetrag sei die Klage abzuweisen. 
 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% bzw. ab 

1. Januar 2018 7.7% MwSt. zu Lasten des Klägers." 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich, I. Abteilung - Einzelgericht, 
vom 2. Oktober 2020: 

(Urk. 184 S. 46 ff. = Urk. 191 S. 46 ff.) 

1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger monatliche Unterhaltsbeiträge, 
wie folgt zu bezahlen: 

a) Rückwirkend für den Januar 2016 Fr. 373.– (inkl. Kinderzulagen) und 
rückwirkend vom 1. Februar 2016 bis 31. Juli 2016 Fr. 746.– (inkl. Kin-
derzulagen) pro Monat. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 19. Januar 2016 
bis 31. Juli 2016 erbrachten Leistungen im Umfang von Fr. 3'600.– in 
Abzug zu bringen. 

b) Rückwirkend vom 1. August 2016 bis 31. Dezember 2016 Fr. 930.– 
(inkl. Kinderzulagen) pro Monat. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. August 2016 
bis 31. Dezember 2016 erbrachten Leistungen im Umfang von 
Fr. 3'000.– in Abzug zu bringen. 

c) Rückwirkend vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2018 Fr. 1'555.– (inkl. 
Kinderzulagen) pro Monat. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. Januar 2017 
bis 31. Juli 2018 erbrachten Leistungen im Umfang von Fr. 8'800.– in 
Abzug zu bringen. 

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d) Rückwirkend vom 1. August 2018 bis 31. März 2019 Fr. 1'590.– (inkl. 
Kinderzulagen) pro Monat. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. August 2018 
bis 31. März 2019 erbrachten Leistungen im Umfang von Fr. 4'800.– in 
Abzug zu bringen. 

e) Rückwirkend vom 1. April 2019 bis 31. Mai 2020 Fr. 1'540.– pro Monat. 
Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder 
Ausbildungszulagen sind zusätzlich zu bezahlen. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. April 2019 bis 
31. Mai 2020 erbrachten Leistungen im Umfang von Fr. 8'400.– in Ab-
zug zu bringen. 

f) (Rückwirkend) vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2024 Fr. 1'300.– pro Mo-
nat. Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder 
Ausbildungszulagen sind zusätzlich zu bezahlen. 
Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. Juni 2020 bis 
und mit September 2020 erbrachten Leistungen im Umfang von 
Fr. 2'400.– in Abzug zu bringen. 

g) Vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2026 Fr. 1'470.– pro Monat. Gesetzli-
che und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbil-
dungszulagen sind zusätzlich zu bezahlen.  

h) Ab 1. August 2026 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbil-
dung Fr. 1'000.– pro Monat. Gesetzliche und/oder vertragliche Fami-
lien- bzw. Kinder- und/oder Ausbildungszulagen sind zusätzlich zu be-
zahlen. 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus an die Mutter des 
Klägers bzw. an dessen jeweilige gesetzliche Vertretung. 
Es wird auf die Möglichkeit der Abänderung gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB 
hingewiesen. 

2. Die (zukünftigen) Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex für Kon-
sumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September 
2020 mit 101.2 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie werden 
jeweils auf den 1. Januar eines jeden Kalenderjahres, ausgehend vom je-
weiligen Indexstand per Ende November des Vorjahres, erstmals auf den 
1. Januar 2022, nach folgender Formel angepasst: 

neuer Unterhaltsbeitrag = 
Unterhaltsbeitrag x neuer Index 

alter Index  

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 
Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-

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haltsbeiträge gemäss Ziffer 1 nur proportional zur tatsächlichen Einkom-
menssteigerung angepasst. 
Fällt der Index unter den Stand von Ende September 2020, berechtigt dies 
nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

3. Der Antrag Ziffer 2 des Beklagten wird abgewiesen. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 10'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'290.–   Dolmetscher 

 Allfällige weitere Auslagen sind vorbehalten. 

5. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt.  

6. Der Beklagte wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Klä-
gers eine (volle) Parteientschädigung von Fr. 12'000.– (inkl. Mehrwertsteuer 
von 8% bzw. 7.7%) zu bezahlen. 

7. [Schriftliche Mitteilung] 

8. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage] 

Zuletzt aufrechterhaltene Anträge im Berufungsverfahren: 
(zu den ursprünglichen Anträgen im Berufungsverfahren 

vgl. Urk. 190 [Beklagter] und Urk. 202 [Kläger]) 

- des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten 
(Urk. 222 S. 1-3): 
" 1. Dispositiv Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

2. Oktober 2020 (FP170056-L) sei wie folgt abzuändern (Ände-
rung kursiv): "Der Berufungskläger wird verpflichtet, dem Beru-
fungsbeklagten folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

  - Für Januar 2016 bis März 2019 total CHF 0.00 
  - Für April 2019 bis Mai 2020 total CHF 8'201.00 
  - Rückwirkend vom 1. Juni 2020 bis Ende Februar 2021 

CHF 1'300.00 pro Monat. Gesetzliche und/oder vertragliche 
Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbildungszulagen sind zu-
sätzlich zu bezahlen. Der Beklagte ist berechtigt, die für diesen 
Zeitraum bereits erbrachten Leistungen im Umfang von min-
destens 8'300.00 in Abzug zu bringen. 

  - Vom 1. März 2021 bis 31. Juli 2024 CHF 1'060.00 pro Monat. 
Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/ 
oder Ausbildungszulagen sind zusätzlich zu bezahlen. Der Be-

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klagte ist berechtigt, die für diesen Zeitraum bereits erbrachten 
Leistungen im Umfang von mindestens CHF 9'100.00 in Abzug 
zu bringen. 

  - Vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2026 CHF 1'135.00 pro Monat. 
Gesetzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/ 
oder Ausbildungszulagen sind zusätzlich zu bezahlen. 

  - Vom 1. August 2026 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung CHF 790.00 pro Monat. Gesetzliche und/oder 
vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbildungszula-
gen sind zusätzlich zu bezahlen. 

 Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus an die 
Mutter des Klägers bzw. an dessen jeweilige gesetzliche Vertre-
tung. 

 Es wird auf die Möglichkeit der Abänderung gemäss Art. 286 
Abs. 2 ZGB hingewiesen. 

 2. Dem Berufungskläger sei Gelegenheit zur abschliessenden Bezif-
ferung der von ihm für den Zeitraum Oktober 2020 bis Urteil 
Obergericht bezahlten Unterhaltsbeiträge unmittelbar vor Erlass 
des Urteils des Obergerichts zu gewähren. 

 3. Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
2. Oktober 2020 (FP170056-L) sei aufzuheben und die Gerichts-
kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Berufungsbe-
klagten aufzuerlegen, eventualiter seien sie auf die Staatskasse 
zu nehmen. 

 4. Dispositiv Ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
2. Oktober 2020 (FP170056-L) sei aufzuheben. 

 5. Die Anschlussberufung sei vollumfänglich abzuweisen. 
 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten 

des Berufungsbeklagten." 
 
- des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers 
(Urk. 212 S. 1 f.): 
" 1. Die Berufung des Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuwei-

sen. 
 2. In Abänderung von Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei der Be-

rufungskläger zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten folgenden 
Unterhalt zu bezahlen: 

 2.1. Rückwirkend für die Zeit vom 19. Januar 2016 bis 31. Mai 2020 
Fr. 79'492.--. 

 2.2. Ab 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2024 Fr. 1'855.-- pro Monat. Gesetzli-
che und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Aus-
bildungszulagen seien zusätzlich zu bezahlen. 

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  Der Berufungskläger sei berechtigt zu erklären, die für die Zeit ab 
1. Juni 2020 geleisteten Zahlungen in Abzug zu bringen. 

 2.3. Ab 1. August 2024 bis 31. Juli 2026 Fr. 2'055.-- pro Monat. Ge-
setzliche und/oder vertragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder 
Ausbildungszulagen seien zusätzlich zu bezahlen. 

 2.4. Ab 1. August 2026 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung Fr. 1'692.-- pro Monat. Gesetzliche und/oder ver-
tragliche Familien- bzw. Kinder- und/oder Ausbildungszulagen 
seien zusätzlich zu bezahlen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten des Berufungsklägers, 

  eventualiter sei dem Berufungsbeklagten die unentgeltliche Pro-
zessführung zu bewilligen und in der Person der Unterzeichnen-
den eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen." 

Erwägungen: 

I. 

 1. Der Beklagte, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagte (fort-

an Beklagter) ist der Vater des am tt.mm.2014 geborenen Klägers, Berufungsbe-

klagten und Anschlussberufungsklägers (fortan Kläger). Er und die Kindsmutter, 

C._____ (fortan Kindsmutter), lernten sich im Herbst 2013 in D._____ kennen, 

lebten jedoch nie zusammen. Die Kindsmutter hatte mit dem Kläger in D._____ 

gewohnt, bis sie im August 2016 mit ihm in die Schweiz umzog. 

 2. Am 7. April 2017 machte der Kläger – unter Einreichung der Klagebe-

willigung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise … + …, vom 17. März 

2017 – bei der Vorinstanz eine Unterhaltsklage gegen den Beklagten anhängig 

(Urk. 1-3). Mit Verfügung vom 13. April 2017 wurde dem Kläger die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ ein 

unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 5). Betreffend den weiteren Verlauf 

des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf die Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 191 E. I.2 S. 3-5). Am 2. Oktober 2020 erliess die Vorinstanz 

das eingangs zitierte Urteil (Urk. 191). 

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 3. Gegen dieses Urteil erhob Rechtsanwältin lic. iur. X._____ im Namens 

des Beklagten mit Eingabe vom 17. November 2020 rechtzeitig (vgl. Urk. 186) Be-

rufung (Urk. 190). Mit der Berufung wehrte sich der Beklagte zunächst einzig ge-

gen die vorinstanzliche Unterhaltsregelung betreffend den Zeitraum Januar 2016 

bis Mai 2020 sowie gegen die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsrege-

lung und verlangte überdies die Anrechnung weiterer bereits erbrachter Unter-

haltsleistungen (vgl. im Einzelnen Urk. 190 S. 2 ff.). Mit Verfügung vom 

7. Dezember 2020 wurde dem Beklagten Frist zur Einreichung einer auf Rechts-

anwältin lic. iur. X._____ lautenden Originalvollmacht und zur Leistung eines Kos-

tenvorschusses von Fr. 3'000.– angesetzt (Urk. 194). Sowohl die Vollmacht wie 

auch der Kostenvorschuss gingen hierorts innert Frist ein (vgl. Urk. 197-199). 

 Mit Mandatsanzeige vom 14. Dezember 2020 orientierte Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____ unter Beilage einer Vollmacht darüber, dass der Kläger nunmehr 

von ihr vertreten werde (Urk. 195  f.). Am 15. Februar 2021 erstattete der Kläger 

fristgerecht (vgl. Urk. 200) seine Berufungsantwort und erhob gleichzeitig An-

schlussberufung (Urk. 202). Mit Letzterer verlangte der Kläger sowohl für die Zeit 

von Januar 2016 bis und mit Februar 2021 wie auch für sämtliche weiteren Pha-

sen der Unterhaltsberechnung höhere als die von der Vorinstanz festgelegten Un-

terhaltsbeiträge (vgl. Urk. 202 S. 2 f.).  

 Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 nahm der Beklagte zur Berufungsantwort 

Stellung und erstattete gleichzeitig seine Anschlussberufungsantwort (Urk. 206). 

Dazu liess sich der Kläger innert angesetzter Frist (vgl. Urk. 209-211) mit Eingabe 

vom 29. Juni 2021 nochmals vernehmen, wobei er seine Berufungsanträge – im 

eingangs zitierten Wortlaut – zu Gunsten des Beklagten modifizierte und damit für 

sämtliche Phasen der Unterhaltsberechnung tiefere als die bisher von ihm bean-

tragten Unterhaltsbeiträge forderte (vgl. Urk. 212 S. 1 f. und Urk. 200 S. 202 

S. 2 f.). Im Rahmen einer weiteren Eingabe vom 2. August 2021 stellte der Kläger 

einen Editionsantrag betreffend die Erwerbssituation des Beklagten (vgl. 

Urk. 216). Die klägerischen Eingaben vom 29. Juni 2021 und vom 2. August 2021 

wurden dem Beklagten mit Verfügung vom 24. August 2021 zugestellt, dies unter 

Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zum Editionsantrag (Urk. 219). Innert 

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erstreckter bzw. angesetzter Frist (vgl. Urk. 220 f.) nahm der Beklagte am 

20. September 2021 – unter Beilage neuer Unterlagen – zu den klägerischen Ein-

gaben Stellung (Urk. 222-224/1-2). Dabei liess auch er modifizierte Anträge (wie 

eingangs wörtlich zitiert) stellen, welche insofern über seine bisherigen Beru-

fungsanträge hinausgehen, als dass damit nunmehr auch für die Zeit ab 1. Juni 

2020 bis zum Abschluss der Erstausbildung des Klägers tiefere als die vorinstanz-

lich zugesprochenen Unterhaltsbeiträge beantragt werden (vgl. Urk. 222 S. 1-3; 

Urk. 212 S. 1 f.). Mit Verfügung vom 27. September 2021 wurde dem Kläger Frist 

zur Stellungnahme zu den Noven und zu den geänderten Berufungsanträgen an-

gesetzt (Urk. 225). Die entsprechende Stellungnahme des Klägers erfolgte innert 

erstreckter Frist (vgl. Urk. 227 f.) mit Eingabe vom 18. Oktober 2021 (Urk. 229). 

Dazu liess sich der Beklagte mit Eingabe vom 5. November 2021 unaufgefordert 

nochmals vernehmen (Urk. 232). Die Doppel dieser beklagtischen Eingabe wur-

den dem Kläger am 16. November 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt (vgl. 

Urk. 232; Prot. S. 14). Da daraufhin keine weitere Eingaben erfolgten, wurde den 

Parteien mit Verfügung vom 8. Februar 2022 angezeigt, dass das Verfahren 

spruchreif und in die Phase der Urteilsberatung übergegangen sei (Urk. 235).  

 4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-189).  

II. 

 1. Prozessuale Vorbemerkungen 

 1.1 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 

138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-

- 10 - 

chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-

den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist insoweit auf die Partei-

vorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 

134 I 83 E. 4.1). 

 1.2 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen grundsätzlich nur noch 

unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO sta-

tuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das 

Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne 

Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche der umfassenden 

Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsver-

fahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestim-

mung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit nicht für Verfahren, in welchen Kinderbe-

lange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

 1.3 Wie noch aufzuzeigen sein wird (vgl. unten E. III.B.7.4), beruhen die 

mit Eingabe vom 20. September 2021 erweiterten Berufungsanträge des Beklag-

ten auf einem seitens des Klägers eingebrachten Novum. Entsprechend ist die 

Erweiterung der Berufung ohne weiteres zulässig.  

 2. Prozessgegenstand 

 2.1 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist einerseits die 
vom Beklagten aufgeworfene Frage der Aktivlegitimation des Klägers in Bezug 

auf die Geltendmachung von Unterhaltsbeiträgen für die Zeit vom 1. Oktober 

2016 bis 30. April 2019, in welcher die Kindsmutter für sich und den Kläger Sozi-

alhilfe in Anspruch nahm. Andererseits ist der Umfang der Unterhaltspflicht in 

sämtlichen acht Phasen der vorinstanzlichen Unterhaltsberechnung streitig. Ange-

fochten ist im Weiteren die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Dispositiv-Ziffern 5 und 6 des angefochtenen Urteils). 

- 11 - 

 2.2 Gegen die Dispositiv Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils, mit welcher 

der Beklagte verpflichtet wurde, dem früheren (unentgeltlichen) Rechtsbeistand 

des Klägers eine (volle) Parteientschädigung von Fr. 12'000.– (inkl. Mehrwert-

steuer) zu bezahlen, hat Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ im eigenen Namen Be-

schwerde erhoben. Diese wird im Verfahren RZ200011-O separat behandelt. 

 2.3 Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des an-

gefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Dis-

positiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils blieb unangefochten und ist damit in 

Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken. 

III. 

A. Aktivlegitimation 

 1. Der Beklagte stellte sich bereits im vorinstanzlichen Verfahren auf den 

Standpunkt, der Kläger sei zur Geltendmachung von Unterhaltsforderungen für 

den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 30. April 2019 nicht aktivlegitimiert, da er 

und die Kindsmutter in dieser Zeit vom Sozialamt unterstützt worden seien. Die 

Vor-instanz verwarf diesen Einwand unter Verweis auf die Rechtsprechung des 

Bundesgerichts in BGE 143 III 177 E. 6.3.3 sowie auf jene des Obergerichts des 

Kantons Zürich in den Entscheiden OGer ZH LZ180030 und RZ180006 vom 

8. März 2019. Konkret erwog sie, dass das Gemeinwesen auch im Rahmen der 

allgemeinen Fürsorge- bzw. Sozialhilfe bezüglich aller von ihm für den Unterhalt 

des Kindes erbrachten Leistungen in die konkrete Unterhaltsforderung des Kindes 

subrogiere. Allerdings tangiere diese Subrogation die Gestaltungsrechte und die 

prozessualen Befugnisse des Kindes hinsichtlich des Dauerschuldverhältnisses 

nicht. Daher bleibe das Kind auch dann aktivlegitimiert, wenn das Gemeinwesen 

in zeitlicher und quantitativer Hinsicht vollständig in einen Unterhaltsanspruch 

subrogiere (Urk. 191 E. II.2 S. 8 f.). 

 2. Der Beklagte beanstandet die vorinstanzliche Auffassung und hält be-

rufungsweise daran fest, dass dem Kläger für die Zeitspanne vom 1. Oktober 

2016 bis 30. April 2019 zufolge Subrogation des Gemeinwesens die Aktivlegitima-

- 12 - 

tion fehle. Wie bereits vorinstanzlich geltend gemacht worden sei, hätten die 

Kindsmutter und der Kläger im besagten Zeitraum nämlich Sozialhilfeleistungen 

im Gesamtbetrag von Fr. 123'037.35 erhalten. Nur wenn der Unterhaltsanspruch 

des Klägers für diesen Zeitraum insgesamt höher wäre, könnte davon ausgegan-

gen werden, dass der Kläger betreffend diesen Zeitraum noch aktivlegitimiert wä-

re. Dies sei offensichtlich nicht der Fall, zumal vorliegend insbesondere die 

Grundbeträge der Kindsmutter und des Klägers, ihre Wohnkosten, Krankenversi-

cherungsprämien (KVG und VVG) und ungedeckten Gesundheitskosten wie auch 

die Fremdbetreuungskosten des Klägers – mithin praktisch alle im Bedarf des 

Klägers zu berücksichtigenden Kosten – von der Sozialhilfe getragen worden sei-

en, und sich der Beklagte überdies mit monatlichen Unterhaltsbeiträgen von 

Fr. 600.– beteiligt habe (Urk. 190 S. 4-6 mit Verweis auf Urk. 119 S. 1 f. und 

Urk. 141 S. 1). 

 3. Der Kläger ist demgegenüber der Ansicht, die vorinstanzliche Argu-

mentation sei zutreffend und ergebe sich klar aus dem zitierten Obergerichtsent-

scheid (OGer ZH LZ180030 vom 8. März 2019). Entsprechend sei im Falle einer 

Subrogation von einer "beiderseitigen" Aktivlegitimation des Kindes und des un-

terstützenden Gemeinwesens auszugehen, welche aber nicht von beiden zu-

sammen ausgeübt werden müsse (vgl. im Einzelnen Urk. 202 S. 3 f.). 

 4. Zwar ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz den Entscheid OGer 

ZH LZ180030 vom 8. März 2019 unvollständig wiedergeben hat, wurde darin mit 

Verweis auf BGE 143 III 177 doch vielmehr festgehalten, dass das Kind selbst 

dann neben dem Gemeinwesen aktivlegitimiert bleibe, wenn dieses in zeitlicher 

und quantitativer Hinsicht vollständig in einen Unterhaltsanspruch subrogiere (vgl. 

E. II.3-4 des besagten Obergerichtsentscheids). Alsdann vertrat die entscheiden-

de Kammer auch in einem jüngeren Entscheid noch die Auffassung, die vom Un-

terhaltsschuldner einzig gegen die Kindsmutter (als Prozessstandschafterin des 

Kindes) erhobene Abänderungsklage sei wegen fehlender Passivlegitimation des 

Kindes abzuweisen, zumal die Sozialbehörde aufgrund ihrer erbrachten Leistun-

gen in die Unterhaltsansprüche der Kinder subrogiert sei, womit der Kindsvater 

seine Klage nicht alleine gegen die Kinder bzw. die Kindsmutter richten könne, 

- 13 - 

sondern neben den Kindern bzw. der Kindsmutter zwingend auch das Gemein-

wesen ins Recht zu fassen habe (vgl. OGer ZH LE200013 vom 27. April 2020, 

E. III.1.5 f.).  

 Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das Bundesgericht mit BGer 

5A_75/2020 vom 12. Januar 2022 (zur Publikation vorgesehen) seine Praxis in 

Bezug auf die Frage des Umfangs der Subrogation und deren Auswirkungen auf 

die Sachlegitimation bei Unterhaltsklagen geändert hat. Bis dahin hatte das Bun-

desgericht angenommen, dass die Subrogation nicht nur die tatsächlich erbrach-

ten bzw. bevorschussten Unterhaltsleistungen, sondern den Anspruch auf Unter-

halt bzw. das Stammrecht umfasse (BGE 137 III 193; 143 III 177; BGer 

5A_634/2013 vom 12. März 2014, E. 4.1; 5A_499/2015 vom 20. Januar 2016, 

E. 2.3) und gestützt darauf gefolgert, dass bei Bevorschussung des Unterhalts zu-

folge Subrogation das Kind und das Gemeinwesen gemeinsam einzuklagen seien 

(BGer 5A_643/2016 vom 21. Juni 2017, 5A_847/2018 vom 6. Dezember 2019, 

5A_694/2019 vom 24. Februar 2020, 5A_943/2019 vom 29. April 2020 sowie 

5D_211/2019 vom 29. Mai 2020). Nach eingehender Auseinandersetzung mit der 

von Lehre und kantonalen Gerichten wie auch seitens der bevorschussenden 

Stellen des Gemeinwesens geäusserten Kritik (vgl. dazu insb. BGer 5A_75/2020 

vom 12. Januar 2022, E. 3 und E. 4) kommt das Bundesgericht nunmehr aber 

zum Schluss, dass Art. 289 Abs. 2 ZGB im Rahmen einer teleologischen Ausle-

gung auf das zu reduzieren sei, was der Gesetzgeber damit beabsichtigt habe: 

Das Kind solle nicht auf Fürsorgeleistungen angewiesen sein, wenn es einen zivil-

rechtlichen Unterhaltsanspruch habe, und eben dieser Anspruch solle für den 

Fall, dass das Gemeinwesen an Stelle des Unterhaltsschuldners vorschussweise 

Unterhalt leiste, als zivilrechtlicher auf das Gemeinwesen übergehen. Hierfür ge-

nüge es, wenn das Gemeinwesen in die effektiv bevorschussten, sich aus dem 

Stammrecht ergebenden periodischen Einzelforderungen subrogiere (BGer 

5A_75/2020 vom 12. Januar 2022, E. 6.5). 

 Damit verwirft das Bundesgericht auch seine bisherige Auffassung in Bezug 

auf die Sachlegitimation, indem es für die Abänderungsklage des Unterhalts-

schuldners statuiert, dass unabhängig davon, ob und ab wann bzw. wie lange ei-

- 14 - 

ne Bevorschussung bestehe, immer nur der Unterhaltsschuldner und das Kind 

(oder dessen gesetzlicher Vertreter als Prozessstandschafter) die Prozesspartei-

en seien, aber nie das bevorschussende Gemeinwesen. Dies folge insbesondere 

aus dem Umstand, dass sich die Unterhaltspflicht als solche – d.h. aus der Per-

spektive des Kindes das Stammrecht – unmittelbar aus dem Kindesverhältnis er-

gebe und ab der Geburt bestehe. Da das unmittelbar dem persönlichen Kindes-

verhältnis entspringende Stammrecht auch im Falle der Bevorschussung von pe-

riodischen Unterhaltsbeiträgen beim Kind verbleibe und nicht auf das Gemeinwe-

sen übergehe, sei die Frage obsolet, in welcher prozessualen Form dieses an ei-

nem gegen das Kind (oder die Eltern) gerichteten Abänderungsverfahren zu be-

teiligen wäre (BGer 5A_75/2020 vom 12. Januar 2022, E. 6.7). 

 5. Diese neue Rechtsprechung ist auch im vorliegenden Fall – betreffend 

die spiegelbildliche Frage der Aktivlegitimation des Kindes – einschlägig. Sie ist 

sofort anwendbar und gilt somit nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeit-

punkt der Änderung noch hängigen Fälle (BGE 142 V 551 E. 4.1; 135 II 78 E. 3.2; 

132 II 153 E. 5.1; BGer 2C_199/2017 vom tt.mm.2018, E. 3.5). 

 Im Lichte der neuen Rechtsprechung erweist sich der vorinstanzliche Ent-

scheid im Ergebnis als zutreffend: Da das Stammrecht auf Unterhalt trotz Sub-

rogation des Gemeinwesens beim Kläger verbleibt, ist er auch für die Zeit, in wel-

cher Sozialhilfe in Anspruch genommen wurde, (alleine) zur Erhebung einer Un-

terhaltsklage gegen den Beklagten legitimiert – und zwar unabhängig davon, ob 

sein Unterhaltsanspruch in der fraglichen Zeitperiode über die vom Gemeinwesen 

erbrachten Leistungen hinausgeht oder nicht. Insofern verfängt die beklagtische 

Argumentation nicht. 

 6. Soweit der Beklagte das Doppelzahlungsrisiko ins Feld führt (vgl. 

Urk. 190 S. 7), ist der Vollständigkeit halber auf Folgendes hinzuweisen: Rück-

ständige Unterhaltsbeiträge sind im Rahmen der Schuldbetreibung durch den 

Gläubiger einzufordern. Grundsätzlich darf nur dem durch den Rechtsöffnungstitel 

ausgewiesenen Gläubiger Rechtsöffnung erteilt werden (Stücheli, Die Rechtsöff-

nung, Zürich 2000, S. 169). Allerdings ist das Gemeinwesen gestützt auf Art. 289 

Abs. 2 ZGB berechtigt ist, die Rechtsöffnung zu verlangen (BSK ZGB I-

- 15 - 

Fountoulakis/Breitschmid/Kamp, Art. 289 N 10). Im Rechtsöffnungsverfahren hat 

das Gericht die Frage, ob der Betreibende der Berechtigte aus dem Titel ist, von 

Amtes wegen zu prüfen (Stücheli, a.a.O.; BSK SchKG-Staehelin, Art. 80 N 33; 

BGE 144 III 221 E. 4). Das Gemeinwesen, das den Unterhalt eines Kindes bevor-

schusst (bzw. im Rahmen von Sozialhilfe erbracht hat) und die Beiträge vom 

Pflichtigen zurückfordern will, hat neben dem die Unterhaltspflicht festlegenden 

Titel die Voraussetzungen für den Eintritt in die Gläubigerstellung durch Urkunde 

zu belegen. Auch steht es dem Schuldner im Rechtsöffnungsverfahren offen, die 

Voraussetzungen der Subrogation durch glaubhafte Einwendungen zu bestreiten. 

Demgegenüber ist das Rechtsöffnungsbegehren des ursprünglichen Gläubigers 

abzuweisen, wenn der Schuldner durch Urkunde belegt, dass die Forderung an 

einen Dritten übergegangen ist (vgl. zum Ganzen Stücheli, a.a.O., S. 173-175 mit 

weiteren Hinweisen und Verweisen). 

 Vor diesem Hintergrund erscheint das Doppelzahlungsrisiko des Beklagten 

als gebannt, sodass auch seine diesbezüglichen Vorbringen ins Leere zielen. 

 7. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die Aktivlegitimation des Klä-

gers für die gesamte Unterhaltsklage – insbesondere auch betreffend den Zeit-

raum 1. Oktober 2016 bis 30. April 2019 – zu Recht bejaht.  

B. Unterhaltsberechnung 

 1. Ausgangslage 

 Wie bereits erwähnt, hat die Vorinstanz den Unterhalt in acht verschiedenen 

Zeitphasen berechnet, welche allesamt Gegenstand des vorliegenden Berufungs-

verfahren bilden. Im Folgenden ist daher die Unterhaltspflicht des Beklagten in al-

len Zeitphasen zu überprüfen. 

 2. Phase 1 (19. Januar 2016 bis 31. Juli 2016) 

 2.1 Für diese Zeitperiode, in welcher der Kläger zusammen mit der Kinds-

mutter in D._____ lebte, bezifferte die Vorinstanz seinen Bedarf auf Fr. 600.– pro 

Monat (Urk. 191 E. II.3.2.1 S. 10 f.). Der Beklagte ist der Ansicht, dieser Bedarf 

- 16 - 

sei für die Monate Juni und Juli 2016 auf monatlich Fr. 433.35 zu reduzieren, zu-

mal ab Juni 2016 keine Wohnkosten mehr angefallen seien (vgl. Urk. 206 S. 5 f.). 

Damit macht der Beklagte für die Phase 1 einen durchschnittlichen Bedarf von 

rund Fr. 550.– pro Monat geltend ([Fr. 600.– x 4.4 Monate + Fr. 433.35 x 

2 Monate] / 6.4 Monate). Dieser reduzierte Durchschnittswert wird vom Kläger im 

Berufungsverfahren anerkannt (vgl. Urk. 212 S. 3 f.). Zudem stimmen die Parteien 

im Berufungsverfahren zuletzt darin überein, dass für den Kläger während seiner 

Zeit in China keine Kinderzulagen hätten bezogen werden können (vgl. Urk. 202 

S. 6; Urk. 206 S. 7; Urk. 212 S. 3). Für die Unterhaltsberechnung in der Phase 1 

ist demnach von einem zu deckenden Barunterhalt des Klägers von Fr. 550.– pro 

Monat auszugehen. 

 2.2 Die Vorinstanz berücksichtigte auf Seiten des Beklagten einen monatli-

chen Bedarf von Fr. 3'580.– und bezifferte sein monatliches Einkommen – unter 

Aufrechnung einer Spesenvergütung von Fr. 50.– pro Monat – auf Fr. 4'620.– 

(Urk. 191 E. II.3.3 S. 12 f.). Der Kläger stimmt dem Beklagten im Berufungsver-

fahren darin zu, dass die Spesenvergütung zu Unrecht aufgerechnet worden sei 

(vgl. Urk. 206 S. 7; Urk. 212 S. 3-5). Ausgehend vom einem reduzierten Einkom-

men des Beklagten von Fr. 4'570.– pro Monat beträgt seine Leistungsfähigkeit in 

der Phase 1 demnach Fr. 990.– pro Monat. Nach Deckung des Barbedarfs des 

Klägers verbleibt – wie bereits vorinstanzlich angenommen (vgl. Urk. 191 

E. II.3.4.2 S. 16) – ein monatlicher Überschuss von Fr. 440.–. 

 2.3 Diesen Überschuss hat die Vorinstanz im Umfang von Fr. 145.– (1/3) 

dem Kläger und im Umfang von Fr. 295.– (2/3) dem Beklagten zugewiesen 

(Urk. 191 E. II.3.4.2 S. 16). Soweit der Beklagte die Ansicht vertritt, dem Kläger 

könne nach der vom Bundesgericht statuierten Regel "grosse und kleine Köpfe" 

lediglich 1/5 des Überschusses zugewiesen werden (vgl. Urk. 206 S. 6), kann ihm 

nicht gefolgt werden. Die Verteilung im Verhältnis der "grossen und kleinen Köp-

fe" (gemeint: Eltern und minderjährige Kinder) ergibt in der vorliegenden Konstel-

lation das von der Vorinstanz angewandte Teilungsverhältnis von 1/3 zu 2/3, zu-

mal die Kindsmutter nicht am Überschuss des Beklagten partizipiert und damit le-

diglich der Beklagte ("grosser Kopf") und der Kläger ("kleiner Kopf") zu berück-

- 17 - 

sichtigen sind. Begründet erscheint demgegenüber der Einwand des Beklagten, 

wonach die Vor-instanz den unterschiedlichen Preisniveaus von China und der 

Schweiz bei der Überschussverteilung keine Rechnung getragen hat (vgl. 

Urk. 206 S. 6). Da die Lebenshaltungskosten in D._____ in der fraglichen Zeit et-

wa 41.4% tiefer lagen als in der Schweiz (vgl. Urk. 191 E. II.3.2.1 S. 10), rechtfer-

tigt es sich, von der Aufteilung nach grossen und kleinen Köpfen abzuweichen 

und den Überschussanteil des Klägers entsprechend den Lebenshaltungskosten 

anzupassen. Dass die Kindsmutter in dieser Zeitperiode erwerbstätig war, er-

scheint demgegenüber im Rahmen der Verteilung des auf Seiten des Beklagten 

resultierenden Überschusses – entgegen der Ansicht des Klägers (vgl. Urk. 212 

S. 4) – nicht von Relevanz. Nach dem Gesagten ist dem Kläger ein Überschus-

santeil von rund Fr. 100.– zuzuweisen. 

 2.4 Insgesamt sind die Kinderunterhaltsbeiträge somit auf monatlich 

Fr. 650.– festzusetzen (Fr. 550.– Barunterhalt + Fr. 100.– Überschussbeteili-

gung). Für die gesamte Zeitdauer der Phase 1 resultiert demnach eine Unterhalts-

forderung von Fr. 4'160.– (Fr. 650.– x 6.4 Monate). Unbestrittenermassen hat der 

Beklagte davon bereits Fr. 3'600.– geleistet (vgl. Urk. 191 E. II.3.4.3 S. 16; 

Urk. 206 S. 7; Urk. 212 S. 5). Mithin verbleibt für die Phase 1 gesamthaft ein Un-

terhaltsanspruch von Fr. 560.–. 

 3. Phase 2 (1. August bis 31. Dezember 2016) 

 3.1 In dieser Phase, welche mit dem Umzug des Klägers in die Schweiz 

beginnt, bezifferte die Vorinstanz den Bedarf des Klägers auf Fr. 930.– pro Monat, 

wobei sie diesen Betrag anhand der "Zürcher Tabelle" ermittelte (vgl. Urk. 191 

E. II.4.2 S. 17 f.). Wie beide Parteien im Berufungsverfahren zu Recht geltend 

machen bzw. anerkennen (vgl. Urk. 206 S. 8; Urk. 212 S. 5), ist die Verwendung 

solcher Tabellen gemäss geltender Rechtsprechung des Bundesgerichts unzu-

lässig (BGE 147 III 265 E. 6.4). Stattdessen ist der Unterhaltsbeitrag zweistufig zu 

berechnen, d.h. insbesondere unter Berücksichtigung des konkreten Barbedarfs 

des Klägers sowie unter Einrechnung eines angemessenen Überschussanteils 

(vgl. im Einzelnen BGE 147 III 265 E. 7 ff.). 

- 18 - 

 3.2 Hinsichtlich des Barbedarfs des Klägers stimmen die Parteien im Beru-

fungsverfahren darin überein, dass in der vorliegenden Phase keine Wohnkosten 

zu berücksichtigen sind (vgl. Urk. 206 S. 8; Urk. 212 S. 5). Der Beklagte ist zudem 

der Ansicht, auch Krankenkassenprämien seien in den Monaten August bis De-

zember 2016 nicht zu berücksichtigen, da die Kindsmutter – zufolge Übernahme 

der fraglichen Kosten durch die Sozialhilfe – keine solchen bezahlt habe (Urk. 206 

S. 8; Urk. 222 S. 5). Demgegenüber will der Kläger für die Krankenkassenprämien 

einen Durchschnittsbetrag von Fr. 70.– pro Monat (Fr. 348.70 / 5 Monate) ange-

rechnet wissen (vgl. Urk. 212 S. 5). Aus der neu eingereichten Prämienrechnung 

der E._____ AG geht hervor, dass der Betrag von Fr. 348.70 für die Prämien der 

Monate Oktober bis Dezember 2016 in Rechnung gestellt wurde, wobei Adressat 

der Rechnung die "F._____" ist (vgl. Urk. 214/1). Auch wenn die Krankenkassen-

kosten bereits durch Fürsorgegelder gedeckt worden sind, ändert dies nichts da-

ran, dass sie zum Barbedarf des Klägers gehören und primär über die zivilrechtli-

che Unterhaltspflicht abzudecken sind (vgl. oben E. III.A.4). Daher sind die Prä-

mien im belegten Umfang von durchschnittlich Fr. 70.– pro Monat im Barbedarf 

des Klägers zu berücksichtigen. Entsprechend beläuft sich dieser insgesamt auf 

Fr. 470.– pro Monat (Grundbetrag Fr. 400.– + Krankenkassenprämien Fr. 70.–). 

 3.3 Soweit der Kläger das vorinstanzliche Vorgehen betreffend Kinderzula-

gen beanstandet, ist seine Kritik (vgl. Urk. 202 S. 6 ff.) begründet: Wie die 

Vorinstanz an anderer Stelle festhält (vgl. Urk. 191 E. II.5.5.1 S. 26), hat der Be-

klagte selbst zu verantworten, dass er die Kinderzulagen für den Kläger (teilwei-

se) nicht bezogen hat. Entsprechend soll es sich auch zu seinen Lasten auswir-

ken, sofern er diese nicht innert Frist rückwirkend geltend gemacht hat (vgl. auch 

Urk. 191 E. II.7.5.1 S. 36 f.). Werden die Kinderzulagen jedoch – entsprechend 

dem Vorgehen der Vorinstanz – vom klägerischen Barbedarf nicht abgezogen, 

resultiert ein kleinerer Überschuss und folglich auch ein geringerer Kinderunter-

haltsbeitrag. Unzutreffend ist dabei auch die vorinstanzliche Klammerbemerkung 

"inkl. allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen, d.h. allfällige 

vom Beklagten rückwirkend [...] bezogene Kinderzulagen sind nicht geschuldet" 

(vgl. Urk. 191 E. II.4.4 S. 19). Rein rechnerisch sind die Kinderzulagen demnach 

vom Barbedarf abzuziehen, um den massgebenden Überschuss zu berechnen. 

- 19 - 

Hernach ist für die Berechnung des Kinderunterhaltsbeitrages aber wieder der 

Barbedarf (ohne Abzug der Kinderzulagen) zu berücksichtigen, da nur so sicher-

gestellt ist, dass sich ein allfällig fehlender Bezug bzw. eine unterlassene Nach-

forderung der Kinderzulagen nicht zu Lasten des Klägers auswirkt. 

 3.4 Da die Leistungsfähigkeit des Beklagten in der Phase 2 weiterhin 

Fr. 990.– beträgt (Fr. 4'570.– ./. Fr. 3'580.–; vgl. insb. Urk. 206 S. 8 und Urk. 212 

S. 5 f.), verbleibt nach Deckung des Barbedarfs abzüglich Kinderzulagen 

(= Fr. 270.–) ein Überschuss von Fr. 720.–. Bei dieser Ausgangslage erscheint 

das Vorgehen der Vorinstanz, dem Kläger zufolge Geringfügigkeit einen Anspruch 

auf Überschussbeteiligung abzusprechen (vgl. Urk. 191 E. II.4.4.1 S. 19), nicht 

(mehr) angemessen. Dem Kläger ist daher darin zuzustimmen, dass ihm nach der 

besagten Verteilungsregel auch in der Phase 2 ein Überschussanteil von 1/3 (= 

Fr. 240.–) zusteht (vgl. Urk. 206 S. 7 f.; Urk. 212 S. 5 f.). Soweit der Beklagte den 

Beteiligungsanspruch des Klägers auf max. 1/5 des Gesamtüberschusses fest-

setzen will (vgl. Urk. 206 S. 8), kann auf das vorstehend Ausgeführte (vgl. oben 

E. III.B.2.3) verwiesen werden. Für eine weitere Reduktion des Überschussanteils 

besteht in der Phase 2 kein Anlass.  

 3.5 Insgesamt sind die Kinderunterhaltsbeiträge (inkl. Kinderzulagen) in 

der Phase 2 somit auf monatlich Fr. 710.– festzusetzen (Fr. 470.– Barbedarf + 

Fr. 240.– Überschussbeteiligung). Für die gesamte Zeitdauer der Phase 2 resul-

tiert demnach eine Unterhaltsforderung von Fr. 3'550.– (Fr. 710.– x 5 Monate). 

Unbestrittenermassen hat der Beklagte davon bereits Fr. 3'000.– geleistet (vgl. 

Urk. 191 E. II.4.4.2 S. 19; Urk. 206 S. 9; Urk. 212 S. 6). Mithin verbleibt für die 

Phase 2 gesamthaft ein Unterhaltsanspruch von Fr. 550.–. 

 4. Phase 3 (1. Januar 2017 bis 31. Juli 2018) 

 4.1 Da am 1. Januar 2017 die neuen Bestimmungen zum Kindesunter-

haltsrecht in Kraft getreten sind, hat die Vorinstanz ab diesem Zeitpunkt eine neue 

Unterhaltsberechnung vorgenommen. Dabei erwog sie hinsichtlich des vom Klä-

ger geforderten Betreuungsunterhalts im Wesentlichen, die Kindsmutter sei in 

D._____ einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und habe mit ihrem Einkommen ih-

- 20 - 

ren Lebensunterhalt zu bestreiten vermocht. Im Sommer 2016 habe sie sich aus 

freiem Willen – und nicht weil der Kläger oder der Beklagte es gewollt hätten – 

dazu entschlossen, ihre Arbeit und somit ihre Existenz in D._____ aufzugeben 

und mit dem Kläger in die Schweiz zu ziehen. Einer relevanten Erwerbstätigkeit 

sei die Kindsmutter in der Schweiz in der vorliegenden Zeitphase nicht nachge-

gangen. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass ihr Eigenversorgungsmanko nicht 

betreuungs-, sondern umzugsbedingt sei. Auch in der Zeit ab Mitte März 2017, in 

welcher die Kindsmutter Deutschkurse und Beschäftigungsprogramme absolviert 

und den Kläger jeweils drei resp. fünf Tage pro Woche in einer Kita habe fremd-

betreuen lassen, sei ihr Manko nicht zufolge der Betreuung des Klägers entstan-

den, sondern weil die Kindsmutter Kurse besucht habe, um damit ihre Chancen 

auf dem Arbeitsmarkt langfristig und nachhaltig zu erhöhen bzw. um sich – ge-

stützt auf ihren freien Willen – in der Schweiz eine Existenz aufbauen zu können. 

Mangels betreuungsbedingter Einbusse sei dem Kläger daher in der vorliegenden 

Phase kein Betreuungsunterhalt zuzusprechen. Folglich seien die Lebenshal-

tungskosten der Kindsmutter nicht zu ermitteln. Gleichzeitig sei ihr zeitweise er-

zieltes Einkommen von rund Fr. 250.– netto pro Monat bei der Unterhaltsberech-

nung ausser Acht zu lassen, habe sie dieses doch zur teilweisen Deckung ihres 

eigenen Bedarfs benötigt (Urk. 191 E. II.5.2 S. 20 f.). 

 4.2 Der Kläger beanstandet diese vorinstanzlichen Erwägungen und hält 

daran fest, dass er nach der Übersiedlung in die Schweiz und während der vo-

rübergehenden Erwerbslosigkeit der Kindsmutter Anspruch auf Betreuungsunter-

halt habe. Zusammengefasst führt er dazu aus, die Kindsmutter sei aufgrund der 

Schweizer Staatsbürgerschaft des Klägers im Rahmen des "umgekehrten Famili-

ennachzugs" berechtigt, in der Schweiz zu leben. Zudem habe sie die Bedürfnis-

se des damals rund zweijährigen Klägers in ihren Entscheid einbezogen, wenn 

nicht sogar sein Wohl über ihr eigenes gestellt, indem sie mit der Übersiedlung in 

die Schweiz ihre sozialen Kontakte in China weitgehend aufgegeben und unge-

wisse Aussichten auf ihre wirtschaftliche Selbständigkeit in Kauf genommen habe. 

Mitunter habe sie bei ihrem Entscheid erwogen, dass die medizinische Versor-

gung sowie die Schul-, Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Schweiz für 

den Kläger besser seien und es sich hier auch sicherer und freier leben lasse. 

- 21 - 

Nicht zuletzt habe sie aber auch gehofft, dem Kläger "zu einem Vater zu verhel-

fen", wenn sie mit ihm in die Schweiz ziehe. Die Kindsmutter habe in der Schweiz 

grösste Anstrengungen unternommen, um möglichst schnell auf eigenen Füssen 

stehen zu können. Bereits nach drei Jahren habe sie über so gute Deutschkennt-

nisse verfügt, dass sie eine qualifizierte Arbeitsstelle habe antreten können. Inso-

fern könne ihr kein Vorwurf gemacht werden. Vor allem aber könne es nicht an-

gehen, den Kläger für den (vernünftigen und zu seinem Wohl) gefällten Entscheid 

seiner Mutter zu bestrafen, indem ihm kein Betreuungsunterhalt zugesprochen 

werde (Urk. 202 S. 8-10). 

 4.3 Wie der Beklagte zu Recht vorbringt (Urk. 206 S. 9 f.) und der Kläger in 

seiner späteren Eingabe auch selbst einräumt (vgl. Urk. 212 S. 6 f.), sind die Mo-

tive für den Umzug in die Schweiz nicht entscheidend für die Frage des An-

spruchs auf Betreuungsunterhalt. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang zu prü-

fen, ob beim betreuenden Elternteil eine betreuungsbedingte Einbusse in der Ei-

genversorgung vorliegt, zumal mit dem Betreuungsunterhalt indirekte Kosten zu 

decken sind, welche durch die persönliche Betreuung durch einen Elternteil ent-

stehen (so bereits die Vorinstanz vgl. Urk. 191 E. II.1.3 S. 7; siehe auch OGer ZH 

LE180018 vom 16. Oktober 2018, E. III.5.1; LZ170009 vom 31. Januar 2018, 

E. II.3.2.c). Dass die Vorinstanz das vorübergehende Eigenversorgungsmanko 

der Kindsmutter nicht als betreuungsbedingt qualifizierte, erweist sich unter Wür-

digung der relevanten Umstände als zutreffend. So ist nicht nur zu berücksichti-

gen, dass die Kindsmutter in D._____ trotz des jungen Alters des Klägers er-

werbstätig war, sondern auch, dass die Kindsmutter gemäss eigenen Angaben 

nach ihrem Umzug schnellstmöglichst in den schweizerischen Arbeitsmarkt inte-

griert werden wollte. Mit anderen Worten beabsichtigte sie auch in der Schweiz 

nicht eine persönliche Betreuung des Klägers, wie sie durch den Betreuungsun-

terhalt sichergestellt werden soll. Dass sie vorübergehend erwerbslos war, war 

vielmehr darauf zurückzuführen, dass die Kindsmutter in der Schweiz zuerst 

Deutsch lernen musste, um hier intakte Chancen auf eine qualifizierte Arbeitsstel-

le zu erhalten. Zu diesem Zweck nahm sie auch bereits kurz nach ihrer Übersied-

lung in die Schweiz die hiesigen Fremdbetreuungsangebote in Anspruch. Ihr vo-

rübergehendes Eigenversorgungsmanko war insofern nicht auf die Betreuung des 

- 22 - 

Klägers zurückzuführen, sondern auf den mit der Auswanderung und Integration 

verbundenen Aufwand. 

 Bei der gegebenen Ausgangslage vermag der Kläger auch aus seinem Hin-

weis auf die "10/16-Regel" bzw. das Schulstufenmodell (vgl. Urk. 202 S. 10; 

Urk. 212 S. 7; Urk. 229 S. 3) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Genauso we-

nig muss beurteilt werden, ob die Kindsmutter im Falle der Aufnahme einer Tätig-

keit im Niedriglohnbereich wegen ihrer Betreuungsaufgaben nicht hätte arbeiten 

können (vgl. dazu Urk. 212 S. 7). Massgebend sind einzig die tatsächlichen Ver-

hältnisse. Diese begründen – wie aufgezeigt – keinen Anspruch auf Betreuungs-

unterhalt. 

 4.4 Da ohne Betreuungsunterhalt in der Unterhaltsberechnung der vorlie-

genden Phase kein Manko, sondern ein Überschuss resultiert (vgl. unten 

E. III.B.4.5), hat die Vorinstanz sowohl beim Beklagten als auch beim Kläger zu 

Recht sämtliche Positionen des erweiterten familienrechtlichen Existenzminimums 

aufgerechnet. Der Einwand des Klägers, es seien lediglich die Existenzminima 

der Parteien massgebend (vgl. Urk. 202 S. 11), ist damit unbegründet. Im Übrigen 

blieben die Bedarfszahlen der Vorinstanz im Berufungsverfahren unangefochten 

(vgl. Urk. 202 S. 11; Urk. 206 S. 10 f.). Damit beläuft sich der Barbedarf des Klä-

gers auf insgesamt Fr. 1'470.– pro Monat (vgl. Urk. 191 E. II.5.3 S. 21-24) und der 

erweiterte Bedarf des Beklagten auf Fr. 3'920.– pro Monat (vgl. Urk. 191 

E. II.5.4.2 S. 25 f.). Unbestritten blieb auch, dass der Beklagte in der vorliegenden 

Phase zufolge Stellenwechsels über ein höheres Nettoeinkommen von durch-

schnittlich Fr. 5'640.– pro Monat verfügte (vgl. Urk. 191 E. II.5.4.1 S. 24 f.; 

Urk. 202 S. 11; Urk. 206 S. 10). 

 4.5 Hinsichtlich der Kinderzulagen ist in der vorliegenden Phase aus den 

genannten Gründen gleich vorzugehen wie in der vorangehenden Phase (vgl. 

oben E. III.B.3.3). Ausgehend von der beklagtischen Leistungsfähigkeit von 

Fr. 1'720.– (Fr. 5'640.– Einkommen ./. Fr. 3'920.– Bedarf) resultiert nach Deckung 

des Barbedarfs abzüglich Kinderzulagen (= Fr. 1'270.–) ein Überschuss von 

Fr. 450.–. Ein Überschussanteil von 1/3 (= Fr. 150.–) erscheint weiterhin ange-

messen (vgl. oben E. III.B.3.4). 

- 23 - 

 4.6 Insgesamt sind die Kinderunterhaltsbeiträge (inkl. Kinderzulagen) in 

der Phase 3 somit auf monatlich Fr. 1'620.– festzusetzen (Fr. 1'470.– Barbedarf + 

Fr. 150.– Überschussbeteiligung). Für die gesamte Zeitdauer der Phase 3 resul-

tiert demnach eine Unterhaltsforderung von Fr. 30'780.– (Fr. 1'620.– x 

19 Monate). Unbestrittenermassen hat der Beklagte davon bereits Fr. 8'800.– ge-

leistet (vgl. Urk. 191 E. II.5.5.2 S. 26 f.; Urk. 202 S. 12; Urk. 206 S. 11). Mithin 

verbleibt für die Phase 3 gesamthaft ein Unterhaltsanspruch von Fr. 21'980.–. 

 5. Phase 4 (1. August 2018 bis 31. März 2019) 

 5.1 In der Phase 4 bezifferte die Vorinstanz den Barbedarf des Klägers zu-

folge reduzierter Wohn- und Fremdbetreuungskosten auf Fr. 1'240.– pro Monat. 

Auf Seiten des Beklagten ergab sich aufgrund einer Veränderung seiner Wohnsi-

tuation ein leicht reduzierter familienrechtlicher Bedarf von monatlich Fr. 3'770.–. 

Gleichzeitig wurde bei ihm von einem höheren monatlichen Nettoeinkommen von 

Fr. 6'060.– ausgegangen (vgl. Urk. 191 E. II.6.2-6.3 S. 27-29).  

 5.2 Soweit die Parteien die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung der Pha-

se 4 beanstanden, gehen ihre Vorbringen nicht über die bereits abgehandelten 

Rügen hinaus (vgl. Urk. 202 S. 12 f.; Urk. 206 S. 11 f.; Urk. 212 S. 8 f.; Urk. 222 

S. 6; Urk. 229 S. 4). Entsprechend kann vollumfänglich auf das Gesagte verwie-

sen werden (vgl. oben insb. E. III.B.4.3-4.5). Ergänzend ist lediglich festzuhalten, 

dass die Vorinstanz in dieser Phase nicht – wie der Kläger zu meinen scheint (vgl. 

Urk. 202 S. 12) – einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt grundsätzlich bejaht, 

sondern diesen weiterhin mit derselben – zutreffenden – Begründung verneint 

(vgl. Urk. 191 E. II.6.4.2 S. 30). Ihre Ausführungen zum Schulstufenmodell erfolg-

ten in einem anderen Zusammenhang, nämlich zur Begründung, weshalb der 

Kindsmutter kein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei, wie es der Beklag-

te forderte (vgl. Urk. 191 E. II.6.1 S. 27). 

 5.3 Insgesamt ist die vorinstanzliche Berechnung daher einzig hinsichtlich 

der Kinderzulagen anzupassen (vgl. dazu oben E. III.B.3.3 und E. III.B.4.5). Aus-

gehend von der beklagtischen Leistungsfähigkeit von Fr. 2'290.– (Fr. 6'060.– Ein-

kommen ./. Fr. 3'770.– Bedarf) resultiert nach Deckung des Barbedarfs abzüglich 

- 24 - 

Kinderzulagen (= Fr. 1'040.–) ein Überschuss von Fr. 1'250.–. Ein Überschussan-

teil von rund 1/3 (= Fr. 420.–) erscheint weiterhin angemessen (vgl. auch oben 

E. III.B.3.4). 

 5.4 Insgesamt sind die Kinderunterhaltsbeiträge (inkl. Kinderzulagen) in 

der Phase 4 somit auf monatlich Fr. 1'660.– festzusetzen (Fr. 1'240.– Barbedarf + 

Fr. 420.– Überschussbeteiligung). Für die gesamte Zeitdauer der Phase 4 resul-

tiert demnach eine Unterhaltsforderung von Fr. 13'280.– (Fr. 1'660.– x 8 Monate). 

Unbestrittenermassen hat der Beklagte davon bereits Fr. 4'800.– geleistet (vgl. 

Urk. 191 E. II.6.4.2 S. 30; Urk. 202 S. 13; Urk. 206 S. 12). Mithin verbleibt für die 

Phase 4 gesamthaft ein Unterhaltsanspruch von Fr. 8'480.–. 

 6. Phase 5 (1. April 2019 bis 31. Mai 2020) 

 6.1 Für diese Zeitperiode bezifferte die Vorinstanz den Barbedarf des Klä-

gers auf monatlich Fr. 1'740.– pro Monat, den Bedarf des Beklagten auf monatlich 

Fr. 3'925.– und denjenigen der Kindsmutter auf monatlich Fr. 3'086.–, wobei bei 

allen Beteiligten Positionen des sog. erweiterten familienrechtlichen Existenzmi-

nimums aufgerechnet wurden. Beim Beklagten berücksichtigte die Vorinstanz ein 

monatliches Nettoeinkommen von Fr. 6'300.– (inkl. Wertschriftenertrag), bei der 

Kindsmutter, welche per 1. April 2019 eine 100%-Stelle als Hilfslaboratorin antrat, 

ein solches von Fr. 4'255.– und beim Kläger die Kinderzulagen von monatlich 

Fr. 200.–. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass der Beklagte keinen Bei-

trag in Form von Pflege und Erziehung erbringt, auferlegte die Vorinstanz den 

klägerischen Barunterhalt von Fr. 1'540.– (Barbedarf abzüglich Kinderzulagen) 

vollumfänglich dem Beklagten. Eine Partizipation des Klägers am beklagtischen 

Überschuss von Fr. 835.– erachtete die Vorinstanz – angesichts des auf Seiten 

der Kindsmutter resultierenden Überschusses – indessen nicht für angezeigt. 

Entsprechend wurde der Beklagte in der besagten Zeitperiode zu monatlichen 

Kinderunterhaltsbeiträgen von Fr. 1'540.– zzgl. allfälliger gesetzlicher und/oder 

vertraglicher Kinderzulagen verpflichtet, dies unter Anrechnung der bereits er-

brachten Unterhaltsleistungen von Fr. 600.– pro Monat (vgl. Urk. 191 E. II.7 S. 30-

38 mit weiteren Verweisen). 

- 25 - 

 6.2 Soweit die Parteien im Berufungsverfahren ohne nähere Begründung 

leicht abweichende Bedarfszahlen geltend machen (vgl. Urk. 202 S. 15; Urk. 206 

S. 12; Urk. 212 S. 9 f.), ist auf ihre Vorbringen zufolge Geringfügigkeit der Abwei-

chungen (allesamt unter Fr. 10.–) nicht weiter einzugehen. Streitig bleibt damit 

letztlich einzig die Frage der Überschussbeteiligung. Diesbezüglich macht der 

Kläger geltend, die vorinstanzliche Vorgehensweise widerspreche der geltenden 

Rechtsprechung des Bundesgerichts und sei insbesondere deshalb unangemes-

sen, weil der Beklagte keinerlei Betreuungs- und Erziehungsarbeit leiste. Da die 

Kindsmutter nicht nur die Betreuungs- und Erziehungsarbeit vollumfänglich über-

nehme, sondern zudem auch zu 100% erwerbstätig sei, erscheine es angemes-

sen, dem Kläger einen Drittel des beklagtischen Überschusses, mithin monatlich 

Fr. 277.–, zuzuweisen, sodass der Kinderunterhaltsbeitrag (ausgehend von einem 

Netto-Barbedarf von Fr. 1'535.–) auf insgesamt Fr. 1'812.– pro Monat zu beziffern 

sei (vgl. Urk. 202 S. 15 f.; Urk. 212 S. 9 f.). Der Beklagte erachtet demgegenüber 

die vorinstanzlichen Erwägungen als zutreffend; alternativ plädiert er weiterhin da-

für, dass dem Kläger maximal 1/5 des beklagtischen Überschusses zuzuweisen 

sei (Urk. 206 S. 12 f.). 

 6.3 Zwar ist zutreffend, dass ausgehend von den genannten Bedarfs- und 

Einkommenszahlen auf Seiten der Kindsmutter ein monatlicher Überschuss von 

Fr. 1'170.– und auf Seiten des Beklagten – nach Deckung des klägerischen Ba-

runterhalts – ein solcher von Fr. 835.– resultiert. Allerdings greift die vorinstanzli-

che Argumentation zu kurz und trägt den konkreten Umständen weder in finanzi-

eller Hinsicht noch mit Blick auf die gelebte Betreuungssituation Rechnung. Un-

bestrittenermassen besteht zwischen dem Kläger und dem Beklagten keinerlei 

Kontakt, sodass sämtliche Kinderkosten – insbesondere auch jene für Freizeitak-

tivitäten an sämtlichen Wochenenden und während der Ferien – auf Seiten der 

Kindsmutter anfallen. Daher erschiene es umso stossender, wenn die Kindsmut-

ter, welche trotz des noch jungen Alters des Klägers bereits seit April 2019 zu 

100% erwerbstätig ist, sämtliche über den familienrechtlichen Bedarf hinausge-

henden Kinderkosten (etwa Kosten für Reisen, Ferienlager, Hobbies) mit dem von 

ihr erwirtschafteten Überschuss finanzieren müsste, wohingegen der Beklagte 

über seinen Überschuss gänzlich frei verfügen könnte. Solches lässt sich beim 

- 26 - 

gegebenen Verhältnis der Überschüsse der Eltern nicht rechtfertigten. Vielmehr 

soll der Kläger an den Einkommensüberschüssen beider Elternteile partizipieren, 

geht es bei der Überschussverteilung doch darum, alle Familienmitglieder über 

das jeweilige familienrechtliche Existenzminimum hinaus an den insgesamt zur 

Verfügung stehenden Mitteln in vergleichbarer Weise Anteil haben zu lassen (vgl. 

BGer 5A_365/2019 vom 14. Dezember 2020, E. 5.3.2). Insofern erscheint ange-

messen, dem Kläger 1/6 des beklagtischen Überschusses, d.h. rund Fr. 140.–, 

zuzugestehen. Auf diese Weise verbleibt dem Beklagten ein Freibetrag von mo-

natlich Fr. 695.–, wohingegen dem Kläger und der Kindsmutter insgesamt monat-

lich Fr. 1'310.– als Freibetrag zur Verfügung stehen, sodass den Bedürfnissen al-

ler Beteiligten hinreichend Rechnung getragen wird. 

 6.4 Insgesamt sind die Kinderunterhaltsbeiträge in der Phase 5 somit auf 

monatlich Fr. 1'680.– festzusetzen (Fr. 1'540.– Barunterhalt + Fr. 140.– Über-

schussbeteiligung). Da die Kindsmutter in der vorliegenden Phase berufstätig ist, 

erscheint es angemessen, wenn sie sich um die Nachforderung allfälliger nicht 

bezogener Zulagen bemüht (so bereits die Vorinstanz, vgl. Urk. 191 E. II.7.5.1 

S. 37). Entsprechend sind die Kinderzulagen in der Phase 5 nicht zum Unter-

haltsbeitrag hinzuzurechnen. Für die gesamte Zeitdauer der Phase 5 resultiert 

demnach eine Unterhaltsforderung von Fr. 23'520.– (Fr. 1'680.– x 14 Monate). 

Unbestrittenermassen hat der Beklagte davon bereits Fr. 8'400.– geleistet (vgl. 

Urk. 191 E. II.7.5.2 S. 38; Urk. 202 S. 17; Urk. 206 S. 12). Mithin sind für die ge-

samte Zeitperiode der Phase 5 noch Kinderunterhaltsbeiträge von insgesamt 

Fr. 15'120.– ausstehend.  

 7. Phase 6 (1. Juni 2020 bis 31. Juli 2024) 

 7.1 Für diese Zeitperiode ging die Vorinstanz beim Kläger und der Kinds-

mutter zufolge Umzugs in eine neue Wohnung von höheren Wohnkosten  

(+ Fr. 350.–) aus, sodass sie den Barbedarf des Klägers auf monatlich Fr. 1'840.– 

pro Monat (+ Fr. 100.–) und den Bedarf der Kindsmutter auf monatlich Fr. 3'336.– 

(+ Fr. 250.–) bezifferte. Zudem berücksichtigte die Vorinstanz, dass die Kindsmut-

ter seit Juni 2020 als Biomedizinische Analytikerin über ein höheres Nettoein-

kommen von monatlich Fr. 5'255.– (inkl. 13. Monatslohn) verfügte. Auf Seiten des 

- 27 - 

Beklagten wurde demgegenüber von gleichbleibenden Bedarfs- und Einkom-

menszahlen ausgegangen. Entsprechend wurde die Leistungsfähigkeit des Be-

klagten auf Fr. 2'375.– (Fr. 6'300.– ./. Fr. 3'925.–) und diejenige der Kindsmutter 

auf rund Fr. 1'920.– (Fr. 5'255.– ./. Fr. 3'336.–) beziffert. Davon ausgehend, dass 

die Leistungsfähigkeit des Beklagten 55% und diejenige der Kindsmutter 45% be-

trage, erwog die Vorinstanz, dass sich die Kindsmutter an der Deckung des Bar-

bedarfs des Klägers zu beteiligen habe, wobei unter Berücksichtigung der ausge-

prägten Doppelbelastung der Kindsmutter eine Beteiligung im Umfang von 20% 

angemessen erscheine. Der Beklagte sei demnach zu verpflichten, 80% des Bar-

bedarfs des Klägers zu tragen und habe somit monatliche Kinderunterhaltsbeiträ-

ge von Fr. 1'300.– zzgl. allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzula-

gen zu bezahlen, wobei er die im Zeitraum Juni bis September 2020 bereits er-

brachten Unterhaltsleistungen von Fr. 600.– pro Monat in Abzug bringen könne 

(vgl. Urk. 191 E. II.8 S. 38 ff. mit weiteren Verweisen). 

 7.2 Soweit der Kläger hinsichtlich seines Barbedarfs geltend macht, die 

Vor-instanz habe die gesamten Wohnkosten nicht exakt im Verhältnis 1/3 (Anteil 

Kläger) zu 2/3 (Anteil Kindsmutter) verteilt (Urk. 202 S. 17 f.), ist seine Beanstan-

dung unbegründet, zumal solche Rundungen – wie er selbst einräumt – keine 

massgebenden Auswirkungen auf die Unterhaltsberechnung haben. 

 7.3 Näher zu beleuchten ist aber die Frage, ob der Kläger in der vorliegen-

den Zeitperiode nach wie vor Anspruch auf Prämienverbilligungen hat, wovon die 

Vorinstanz ausging, indem sie ihm weiterhin nur KVG-Prämien von Fr. 25.– pro 

Monat (nebst monatlichen VVG-Prämien von Fr. 10.–) anrechnete (vgl. Urk. 191 

E. II.5.3 S. 21 i.V.m. E. II.8.2 S. 38). Der Kläger macht diesbezüglich geltend, spä-

testens ab 2021 bestehe offensichtlich kein Anspruch auf Prämienverbilligung 

mehr, zumal die Kindsmutter inzwischen, d.h. per 1. März 2021, über ein höheres 

Nettoeinkommen von monatlich Fr. 5'888.– inkl. Kinderzulagen verfüge (Urk. 212 

S. 10 f.). Im Jahr 2020 hätten zwar noch Prämienverbilligungen bezogen werden 

können, dies sei im Rahmen der Unterhaltsberechnung der vorliegenden Phase 

aber vernachlässigbar (Urk. 229 S. 4 f.). Entsprechend plädiert der Kläger dafür, 

seine KVG-Prämien von Fr. 88.– pro Monat in der vorliegenden Phase vollum-

- 28 - 

fänglich im Barbedarf anzurechnen (Urk. 202 S. 17; Urk. 229 S. 4). Der Beklagte 

stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, der Kläger habe sowohl für das 

Jahr 2020 wie auch ab 2021 weiterhin Anspruch auf Prämienverbilligungen (vgl. 

im Einzelnen Urk. 206 S. 13; Urk. 222 S. 6 f.). 

 Per 1. April 2020 wurde das neue Einführungsgesetz zum Krankenversiche-

rungsgesetz (EG KVG) in Kraft gesetzt. Damit wurde das bisherige Modell der in-

dividuellen Prämienverbilligung (IPV), das nach Einkommensgruppen abgestufte 

Vergütungen vorsah, durch ein neues Modell ersetzt. Nach dem neuen System 

müssen die IPV-Berechtigten einen Grundbetrag von 40% der Prämie selbst be-

zahlen. Vom Rest müssen sie einen weiteren, einkommensabhängigen Anteil 

übernehmen. Damit hängt die Höhe der IPV also weiterhin vom Einkommen ab. 

Die neuen Grundlagen sind erstmals für das Prämienverbilligungsjahr 2021 an-

wendbar. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat zudem für das Jahr 2021 

verschiedene Eckwerte festgelegt, die zur Bestimmung des Kreises der IPV-

berechtigten Personen massgebend sind. Für Familien mit ausschliesslich min-

derjährigen Kindern wurde die Einkommensgrenze für den Mindestanspruch auf 

Fr. 67'000.– festgelegt, wobei das massgebende Einkommen grundsätzlich der 

Differenz zwischen den gesamten steuerrechtlichen Einkünften und Abzügen ent-

spricht (vgl. zum Ganzen Regierungsratsbeschluss Nr. 176/2020 vom 26. Februar 

2020, abrufbar unter https://www.zh.ch/de/news-

uebersicht/medienmitteilungen/2020/03/neue-rechtsgrundlagen-zur-

praemienverbilligung.html [zuletzt besucht am 16. Februar 2022]). 

 Gemäss den im Berufungsverfahren neu eingereichten Lohnabrechnungen 

der Kindsmutter verfügt sie seit dem 1. März 2021 über ein Nettoeinkommen von 

Fr. 6'162.– pro Monat bzw. von Fr. 73'944.– pro Jahr (inkl. Anteil 13. Monatslohn, 

zzgl. Kinderzulagen; vgl. Urk. 214/8). Da zu diesem Betrag die Kinderunterhalts-

beiträge von jährlich rund Fr. 14'400.– (vgl. dazu unten E. III.B.7.4) und die Kin-

derzulagen von jährlich Fr. 2'400.– hinzuzurechnen sind, ergibt sich unter Berück-

sichtigung der jährlichen Steuerabzüge von Fr. 25'980.– (so der Kläger, vgl. 

Urk. 229 S. 5) bzw. von Fr. 26'300.– (so der Beklagte, vgl. Urk. 222 S. 7) ein mas-

sgebendes Jahreseinkommen von weniger als Fr. 67'000.–. Entsprechend ist da-

- 29 - 

von auszugehen, dass die Kindsmutter auch für das Jahr 2021 und die weitere 

Dauer der vorliegenden Phase Prämienverbilligungen für den Kläger beanspru-

chen kann. Die genaue Höhe der Verbilligung ist derzeit noch unbestimmt. Aus-

gehend von den genannten Grundsätzen und unter Berücksichtigung des Ein-

kommens der Kindsmutter erscheint der vorinstanzlich berücksichtigte Betrag von 

Fr. 25.– pro Monat für KVG-Prämien aber zu tief angesetzt.  

 Wie der Kläger zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 229 S. 5), ist hinsichtlich seines 

Barbedarfs auch zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz den auf den Kinderun-

terhaltsbeitrag entfallenden Steueranteil ausser Acht liess, indem sie die Steuern 

auf Seiten der Kindsmutter nur im Rahmen des Quellensteuerabzugs berücksich-

tigte (vgl. Urk. 191 E. II.7.3.2 S. 35). Der Steueranteil des Klägers dürfte ange-

sichts der Höhe der Kinderunterhaltsbeiträge (vgl. dazu sogleich) sowie unter Be-

rücksichtigung der Steuerabzüge und -vorteile, welche für das im Haushalt leben-

de Kind geltend gemacht werden können (so der Beklagte, vgl. Urk. 232 S. 3), 

aber gering ausfallen. 

 Angesichts dessen, dass ab 2021 mit einem höheren selber zu tragenden 

Betrag für KVG-Prämien zu rechnen ist und zudem auch für Steuern ein geringer 

Betrag einzusetzen wäre, rechtfertigt es sich, den vorinstanzlich ermittelten Bar-

bedarf von Fr. 1'840.– auf Fr. 1'900.– aufzurunden. Damit resultiert in der Phase 4 

nach Abzug der Kinderzulagen ein monatlicher Barunterhalt von Fr. 1'700.–. 

 7.4 Im Rahmen seiner Anschlussberufung hatte der Kläger für die vorlie-

gende Zeitperiode – nebst der vollumfänglichen Übernahme des Barbedarfs 

durch den Beklagten – wiederum die Zuweisung eines 1/3-Anteils am beklagti-

schen Überschuss verlangt, womit die monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge ge-

mäss seiner Rechnung nach Abzug der Kinderzulagen auf Fr. 1'928.– zu liegen 

kämen (vgl. Urk. 202 S. 19 f.). In seiner Eingabe vom 29. Juni 2021, mit welcher 

die besagte Einkommenserhöhung auf Seiten der Kindsmutter offengelegt wurde, 

führte der Kläger dann jedoch aus, dass am 1/3-Anteil des beklagtischen Über-

schusses für die gesamte Zeit vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2024 nicht festgehal-

ten werde. Stattdessen sei in seinem Barbedarf ein Pauschalbetrag von Fr. 150.– 

für Sport- und Musikkurse aufzurechnen, zumal derartige Aufwendungen im fami-

- 30 - 

lienrechtlichen Existenzminimum nicht enthalten seien. Entsprechend belaufe sich 

der vollumfänglich vom Beklagten zu deckende Barbedarf nach Abzug der Kin-

derzulagen (nach der Berechnung des Klägers) auf Fr. 1'855.– pro Monat 

(Urk. 212 S. 12; so auch Urk. 229 S. 5-7). 

 Der Beklagte, welcher der vorinstanzlichen Lösung zunächst im Ergebnis 

noch zugestimmt hatte (vgl. im Einzelnen Urk. 206 S. 2 und S. 13 f.), beantragte 

mit Eingabe vom 20. September 2021, dass die vorinstanzlich festgesetzten Kin-

derunterhaltsbeiträge per 1. März 2021 auf monatlich Fr. 1'060.– zu reduzieren 

seien (vgl. Urk. 222 S. 2). Zur Begründung liess er ausführen, dass nunmehr die 

Kindsmutter zufolge ihrer weiteren Einkommenserhöhung leistungsfähiger sei als 

er. Entsprechend dem neuen Verhältnis der Leistungsfähigkeit des Beklagten 

(45%) und der Kindsmutter (55%) habe er lediglich noch 45% des klägerischen 

Barbedarfs zu tragen, wobei dem Kläger noch maximal ein Anteil von 1/5 des be-

klagtischen Überschusses zuzuweisen sei (Urk. 222 S. 7-9). 

 Wie das Bundesgericht in seinen jüngeren Entscheiden mehrfach festgehal-

ten hat, gilt im Unterhaltsrecht weiterhin der Grundsatz, dass der nicht bzw. nicht 

wesentlich betreuende Elternteil grundsätzlich für den Barunterhalt des Kindes 

aufzukommen hat, während der andere (betreuende) Elternteil seinen Unterhalts-

beitrag in natura, also durch Pflege und Erziehung bzw. Betreuung erbringt (BGE 

147 III 265 E. 5.5; BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.1, in: FamP-

ra.ch 2019 S. 1215; 5A_339/2018 vom 8. Mai 2019, E. 5.4.3). Von diesem Grund-

satz kann das Gericht ermessensweise abweichen und den hauptbetreuenden El-

ternteil dazu verpflichten, neben dem Naturalunterhalt einen Teil des Barunter-

halts des Kindes zu decken. Dabei stehen die Grössenordnung des Überschus-

ses als solcher und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit zwischen den Eltern in 

einer Wechselbeziehung. Je besser die finanziellen Verhältnisse sind und ent-

sprechend höher der Überschuss des hauptbetreuenden Elternteils ausfällt, desto 

eher ist eine Beteiligung desselben am Barunterhalt des Kindes in Betracht zu 

ziehen. Andererseits kommt eine Beteiligung des hauptbetreuenden Elternteils in-

frage, wenn er leistungsfähiger ist als der andere Elternteil. Ist der hauptbetreu-

ende Elternteil sogar überproportional leistungsfähiger als der andere Elternteil, 

- 31 - 

ist er am Barunterhalt des Kindes zu beteiligen (BGE 147 III 265 E. 8; BGer 

5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.2 mit Hinweisen auf BGE 134 III 337 

E. 2.2.2 und BGer 5A_339/2018 vom 8. Mai 2019, E. 5.4.3). 

 Dem Beklagten ist darin zuzustimmen, dass sich das Verhältnis der Leis-

tungsfähigkeit der Eltern mit der besagten Einkommenssteigerung der Kindsmut-

ter massgeblich verändert hat. So ist die monatliche Leistungsfähigkeit der 

Kindsmutter per 1. März 2021 von Fr. 1'919.– (Fr. 5'255.– Einkommen ./. 

Fr. 3'336.– Bedarf) auf Fr. 2'826.– (Fr. 6'162.– Einkommen ./. Fr. 3'336.– Bedarf) 

gestiegen, wohingegen diejenige des Beklagten nach wie vor Fr. 2'375.– 

(Fr. 6'300.– Einkommen ./. Fr. 3'925.– Bedarf) beträgt. Damit verfügt die Kinds-

mutter seither über eine höhere Leistungsfähigkeit (ca. 55%) als der Beklagte (ca. 

45%). Weiterhin zu berücksichtigen ist aber, dass die Kindsmutter den Naturalun-

terhalt für den in dieser Phase sechs- bis zehnjährigen Kläger alleine erbringt. 

Dass der Kläger an fünf Tagen pro Woche bzw. während der Erwerbstätigkeit der 

Kindsmutter fremdbetreut wird, stellt – entgegen der Ansicht des Beklagten (vgl. 

Urk. 206 S. 14) – nicht per se ein Umstand dar, zufolge welchem der Unterhalt 

vollumfänglich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kindseltern aufzu-

teilen wäre. Ausschliessliches Kriterium für die Aufteilung des Barunterhalts auf 

die Eltern ist deren finanzielle Leistungsfähigkeit nur dann, wenn sie das Kind je 

hälftig betreuen (vgl. BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019, E. 4.3.2.2 mit 

Verweis auf den vom Beklagten zitierten BGer 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019). 

Erbringt demgegenüber ein Elternteil den Naturalunterhalt praktisch alleine, darf 

die Verteilung des Barunterhalts zwischen den Eltern nicht strikt nach Leistungs-

fähigkeit erfolgen, ansonsten dem Prinzip der Gleichwertigkeit von Natural- und 

Geldunterhalt keine Nachachtung verschafft würde. Zu berücksichtigen ist aus-

serdem, dass der Naturalunterhalt nicht nur zu jenen Zeiten erbracht wird, wäh-

rend welcher gewöhnlich einer Erwerbstätigkeit nachgegangen werden kann. 

Vielmehr wird der Naturalunterhalt auch morgens, abends, nachts, an den Wo-

chenenden und während der Ferien geleistet. Er umfasst nicht bloss die unmittel-

bare Aufsicht über das Kind, sondern Leistungen wie Kochen, Waschen, Einkau-

fen, Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Unterstützung bei der Bewältigung 

der Alltags- und sonstigen Sorgen des heranwachsenden Kindes etc. (vgl. zum 

- 32 - 

Ganzen BGE 147 III 265 E. 8.1; BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019, 

E. 4.3.3 mit weiterem Verweis auf BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). 

 Hätte vorliegend weiterhin der Beklagte für den gesamten Barunterhalt des 

Klägers aufzukommen, verbliebe ihm nur noch ein monatlicher Überschuss von 

Fr. 675.– (Fr. 2'375.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 1'700.– gesamter Barunterhalt). Auf 

Seiten der Kindsmutter und des Klägers betrüge der Überschuss diesfalls dem-

gegenüber von Juni 2020 bis Februar 2021 monatlich Fr. 1'919.– und vom März 

2021 bis Juli 2024 sogar monatlich Fr. 2'826.–. Auch unter Einbezug des von der 

Kindsmutter erbrachten Naturalunterhalts wäre mit dieser Lösung die Unterhalts-

last unter den beiden Elternteilen unausgeglichen. Umso weniger rechtfertigt sich 

die vom Kläger geforderte Erhöhung des Barunterhalts durch Hinzurechnung ei-

nes Pauschalbetrages für Freizeitaktivitäten, welche gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ohnehin unzulässig wäre (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). Vielmehr 

drängt es sich bei den gegebenen Verhältnissen für die gesamte Zeitperiode der 

vorliegenden Phase auf, vom besagten Grundsatz abzuweichen und die Kinds-

mutter zur Übernahme eines Teils des klägerischen Barbedarfs zu verpflichten. 

 Um den Leistungsfähigkeiten beider Eltern einerseits und den mit der Dop-

pelbelastung durch Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit verbundenen Ein-

schränkungen in der eigenen Lebensführung auf Seiten der Kindsmutter anderer-

seits hinreichend Rechnung zu tragen, erscheint es vorliegend angemessen, dem 

Beklagten rund 70% und der Kindsmutter rund 30% des klägerischen Barbedarfs 

zu überbinden. Wird nämlich der Beklagte zur Leistung eines Barunterhalts von 

Fr. 1'200.– (rund 70% von Fr. 1'700.–) verpflichtet, so verbleibt ihm ein Über-

schuss von Fr. 1'175.– (Fr. 2'375.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 1'200.– Anteil Barun-

terhalt), wohingegen im Haushalt der Kindsmutter und des Klägers in der über-

wiegenden Zeit der vorliegenden Phase ein Überschuss von Fr. 2'326.– 

(Fr. 2'826.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 500.– Anteil Barunterhalt) resultiert. Ein Bar-

unterhalt von monatlich Fr. 1'200.– erscheint auch für die wenigen Monate von 

Juni 2020 bis Februar 2021 angemessen, zumal der im Haushalt der Kindsmutter 

resultierende Überschuss (Fr. 1'919.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 500.– Barunterhalt 

- 33 - 

= Fr. 1'419.– Überschuss) auch in dieser Zeit höher ausfällt als derjenige des Be-

klagten. 

 Folglich sind die vom Beklagten zu leistenden Kinderunterhaltsbeiträge für 

die Phase 6 auf monatlich Fr. 1'200.–, zzgl. allfällige gesetzliche und/oder vertrag-

liche Kinderzulagen, festzusetzen. Aktenkundig hat der Beklagte im Zeitraum 1. 

Juni 2020 bis und 19. September 2021 bereits Unterhaltsleistungen von insge-

samt Fr. 16'900.– erbracht (Fr. 2'400.– von Juni bis und mit September 2020, vgl. 

Urk. 191 E. II.8.5 S. 39 f.; Fr. 9'700.– von Oktober 2020 bis 1. Juni 2021, vgl. 

Urk. 193/2 und Urk. 208/1; Fr. 4'800.– vom 28. Juni 2021 bis 1. September 2021, 

vgl. Urk. 224/2; siehe auch Urk. 202 S. 20; Urk. 206 S. 16; Urk. 212 S. 14; 

Urk. 222 S. 11; Urk. 229 S. 8), welche an seine rückwirkende Unterhaltspflicht der 

vorliegenden Phase entsprechend anzurechnen sind. Weitere Zahlungen wurden 

im Berufungsverfahren nicht geltend gemacht. Solche hätte der Beklagte unauf-

gefordert vorbringen müssen. Eine förmliche Fristansetzung, wie sie der Beklagte 

verlangt, ist nicht vorgesehen und wäre angesichts dessen, dass das Verfahren 

damit nie zur Spruchreife käme, auch nicht praktikabel. 

 7.5 Entsprechend der Vorgehensweise der Vorinstanz sind die künftigen 

Unterhaltsbeiträge gerichtsüblich zu indexieren, wobei die Indexklausel an die ak-

tuellen Verhältnisse anzupassen ist. 

- 34 - 

 8. Phase 7 (ab 1. August 2024 bis 31. Juli 2026) 

 8.1 Da der Kläger im Sommer 2024 das 10. Altersjahr erreichen wird, 

rechnete die Vorinstanz für die Zeit ab 1. August 2024 in seinem Barbedarf nicht 

mehr nur Fr. 400.–, sondern Fr. 600.– als Grundbetrag an, was zu einer entspre-

chenden Erhöhung seines Barbedarfs (auf Fr. 2'040.–) bzw. seines Barunterhalts 

(auf Fr. 1'840.–) führte. Unter dem Hinweis, dass sich hinsichtlich der Leistungs-

fähigkeiten der Eltern nichts verändere, wurde der Barunterhalt alsdann im glei-

chen Verhältnis wie in der Vorperiode auf den Beklagten (80%) und die Kindsmut-

ter (20%) verteilt. Daraus resultierte ein vom Beklagten zu leistender Kinderunter-

haltsbeitrag von Fr. 1'470.– pro Monat (vgl. Urk. 191 E. II.9 S. 40). 

 8.2 Soweit die Parteien die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung der vor-

liegenden Zeitperiode monieren, gehen ihre Vorbringen nicht über die bereits ab-

gehandelten Beanstandungen hinaus (vgl. Urk. 202 S. 21; Urk. 206 S. 16; 

Urk. 212 S. 12 f.; Urk. 222 S. 9; Urk. 229 S. 7; Urk. 232 S. 3). Diesbezüglich kann 

daher vollumfänglich auf das Ausgeführte verwiesen werden. 

 8.3 Ausgehend vom Barunterhalt der vorangehenden Phase von monatlich 

Fr. 1'700.– (Fr. 1'900.– Barbedarf ./. Fr. 200.– Kinderzulagen, vgl. oben 

E. III.B.7.3) resultiert unter Berücksichtigung der Erhöhung des Grundbetrags für 

die vorliegende Phase 7 ein Barunterhalt von monatlich Fr. 1'900.– (Fr. 2'100.– 

Barbedarf ./. Fr. 200.– Kinderzulagen). Die verbesserten Einkommensverhältnisse 

auf Seiten der Kindsmutter wirken sich auch in der vorliegenden Phase auf das 

Verhältnis der Leistungsfähigkeiten der Eltern aus. Der Verteilschlüssel der vo-

rangehenden Phase erscheint nach wie vor angemessen. Wird nämlich der Be-

klagte zur Leistung eines Barunterhalts von monatlich Fr. 1'330.– (70% von 

Fr. 1'900.–) verpflichtet, so verbleibt ihm ein monatlicher Überschuss von 

Fr. 1'045.– (Fr. 2'375.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 1'330.– Anteil Barunterhalt), wo-

hingegen im Haushalt der Kindsmutter und des Klägers ein solcher von 

Fr. 2'256.– (Fr. 2'826.– Leistungsfähigkeit ./. Fr. 570.– Anteil Barunterhalt) resul-

tiert. Damit wird sowohl den Leistungsfähigkeiten der Eltern als auch dem durch 

die Kindsmutter erbrachten Naturalunterhalt hinreichend Rechnung getragen. 

Entsprechend sind die vom Beklagten zu leistenden Kinderunterhaltsbeiträge für 

- 35 - 

die Phase 7 auf monatlich Fr. 1'330.–, zzgl. allfällige gesetzliche und/oder vertrag-

liche Kinderzulagen, festzusetzen. Auch diese Unterhaltsbeiträge sind gerichtsüb-

lich zu indexieren, wobei die Indexklausel an die aktuellen Verhältnisse anzupas-

sen ist. 

 9. Phase 8 (ab 1. August 2026) 

 9.1 In der letzten Phase, welche mit dem voraussichtlichen Übertritt des 

Klägers in die Sekundarstufe beginnt und bis zum Abschluss einer angemesse-

nen Erstausbildung dauert, ging die Vorinstanz von einer Reduktion des klägeri-

schen Barbedarfs um Fr. 440.– pro Monat aus. Dabei erwog sie im Wesentlichen, 

dass sich die Fremdbetreuungskosten (bisher Fr. 900.– pro Monat) erheblich re-

duzieren würden, zumal eine Fremdbetreuung in dieser Zeit – wenn überhaupt – 

wohl nur noch über Mittag beansprucht werden müsse. Für die Mittagsverpfle-

gung und/oder Mittagsbetreuung setzte die Vorinstanz einen monatlichen Betrag 

von Fr. 180.– ein. Im Weiteren erwog sie, dass mit zunehmendem Alter des Kin-

des gemäss allgemeiner Lebenserfahrung weitere Auslagen, etwa für Schulmate-

rial, Hobbies/Freizeit, Sackgeld, Telefon und öV, anfielen und dass sich zudem 

die Krankenkassenkosten erhöhen würden. Für diese Auslagen sei – unter Be-

rücksichtigung der ab dem 16. Altersjahr um Fr. 50.– höheren Kinderzulagen – ei-

ne Pauschale von Fr. 280.– zu berücksichtigen. Nach Abzug der Kinderzulagen 

ergebe sich damit ein Barunterhalt von Fr. 1'400.–. Da der persönliche Betreu-

ungsaufwand bzw. die unmittelbare Beaufsichtigung des Klägers kontinuierlich 

abnehmen werde, Leistungen wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausaufgabehil-

fe, Krankenbetreuung, Bewältigung der Alltagssorgen etc. aber bestehen blieben, 

sei der Beklagte zur Übernahme von rund 70% des klägerischen Barbedarfs und 

damit zur einer Leistung von Fr. 1'000.– pro Monat (zzgl. gesetzliche und/oder 

vertragliche Kinder-/Ausbildungszulagen) zu verpflichten (Urk. 191 E. II.10 

S. 41 f.). 

 9.2 Der Kläger ist der Ansicht, der vorinstanzlich angerechnete Betrag für 

Fremdbetreuung sei zu tief angesetzt, zumal dabei die Kosten für die Ferienbe-

treuung (insbesondere Ferienlager) nicht berücksichtigt worden seien. Für Letzte-

res veranschlagt er monatlich Fr. 300.– (9 Wochen Lager à Fr. 400.– pro Jahr), 

- 36 - 

für Mittagessen demgegenüber (nur) monatlich Fr. 146.– (Mittagessen à Fr. 45.– 

pro Woche, bei 39 Wochen pro Jahr), womit er insgesamt Fr. 446.– pro Monat für 

"Mittag/Ferien" geltend macht. Im Weiteren beanstandet der Kläger unter Hinweis 

auf die geltende Rechtsprechung die Aufrechnung des Pauschalbetrags und be-

ziffert stattdessen die Kosten für Schulweg, Schulmaterial und Projektwochen auf 

Fr. 141.– pro Monat. Insgesamt macht er damit einen – gegenüber der Vorperiode 

– um Fr. 313.– tieferen Barbedarf geltend (vgl. Urk. 202 S. 21-24). 

 Der Beklagte moniert demgegenüber, es seien gar keine Fremdbetreuungs-

kosten mehr anzurechnen, zumal solche bei einem Sekundarschüler nicht anfie-

len und sich der Kläger auch über Mittag alleine verpflegen könne. Auch Kosten 

für den öffentlichen Verkehr seien keine zu berücksichtigen, da der Schulweg in 

die Sekundarschule mit dem Fahrrad zu erreichen sei und heute in keiner Art und 

Weise absehbar sei, dass der Kläger dereinst das Gymnasium besuchen werde. 

Aus demselben Grund seien auch keine weiteren Schulkosten anzurechnen – in 

der Sekundarschule sei das Schulmaterial gratis (Urk. 206 S. 16-18). 

 Zutreffend ist, dass Auslagen für Ferien, Hobby, u.Ä.m., nicht als Zusatzpo-

sitionen im Barbedarf des Kindes aufgerechnet werden dürfen, sondern aus ei-

nem allfälligen Überschussanteil zu finanzieren sind (BGE 147 III 265 E. 7.2). Aus 

diesem Grund kann es nicht angehen, dem Kläger für Ferienlager weitere Kosten 

anzurechnen. Abgesehen davon erscheint auch lebensfremd, dass ein Kind im 

Oberstufenalter pro Jahr neun Wochen seiner Schulferien in kostenpflichtigen La-

gern verbringt. Dem Umstand, dass der Betreuungsaufwand während der gesam-

ten Schulferien auf Seiten der Kindsmutter anfällt, ist im Rahmen der Aufteilung 

des Barunterhalts zwischen den Eltern Rechnung zu tragen, indem der von der 

Kindsmutter erbrachte Naturalunterhalt entsprechend einbezogen wird (so bereits 

oben E. III.B.7.4). Auch vor diesem Hintergrund verfängt die klägerische Argu-

mentation nicht. Mit der einlässlichen Begründung der Vorinstanz hinsichtlich der 

zu berücksichtigenden Kosten für Mittagsverpflegung und/oder Mittagsbetreuung 

setzen sich beide Parteien nicht genügend auseinander. Entsprechend besteht 

kein Anlass, den Betrag von Fr. 180.– pro Monat nach oben oder unten zu korri-

gieren. Anzumerken bleibt, dass die Unterhaltsberechnung – gerade mit Blick auf 

- 37 - 

künftige Bedarfsverhältnisse – nicht ohne gewisse Annahmen auskommt, sodass 

bezüglich der einzelnen Positionen keine exakte Abrechnung verlangt werden 

kann. Das Aufrechnen eines Pauschalbetrages vom Fr. 280.– für weitere Ausla-

gen ist – wie beide Parteien anerkennen – aber nicht zulässig. Angesichts seines 

Alters in der vorliegenden Phase gerechtfertigt erscheint immerhin, dem Kläger 

für Kommunikation monatlich Fr. 50.– (gerichtsüblicher Betrag) sowie Mobilitäts-

kosten von Fr. 70.– pro Monat (Kosten für ein ZVV-Jahresabonnement für 

3 Zonen) zuzugestehen, zumal solche Kosten im Teenageralter üblicherweise an-

fallen. 

 Ausgehend vom Barbedarf der vorangehenden Phase von monatlich 

Fr. 2'100.– (vgl. oben E. III.B.8.3) resultiert unter Berücksichtigung der besagten 

Veränderungen (./. Fr. 900.– Fremdbetreuung + Fr. 180.– Mittagsverpflegung 

und/oder -betreuung + Fr. 50.– Kommunikationskosten + Fr. 70.– Mobilitätskos-

ten) für die vorliegende Phase 8 ein Barbedarf von monatlich Fr. 1'500.–. Wie 

beide Parteien zutreffend ausführen (vgl. Urk. 202 S. 21; Urk. 206 S. 18), erhöhen 

sich die Kinderzulagen bereits mit Vollendung des 12. Altersjahres des Kindes auf 

Fr. 250.– pro Monat, sodass für die gesamte Zeit der Phase 8 mit diesem Betrag 

zu rechnen ist. Der Barunterhalt kommt damit auf monatlich Fr. 1'250.– zu liegen 

(Fr. 1'500.– Barbedarf ./. Fr. 250.– Kinderzulagen). 

 9.3 Zwar ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass der persönliche Be-

treuungsbedarf des Klägers mit zunehmendem Alter kontinuierlich abnimmt, so-

dass auch der von der Kindsmutter zu erbringende Naturalunterhalt im Laufe der 

Zeit kleiner wird. Auf der anderen Seite ist jedoch zu berücksichtigen, dass für 

Kinder im Teenageralter höhere Kosten für Freizeitaktivitäten (inkl. Ferien) anfal-

len. Dem ist bei der Aufteilung des Barunterhalts auf die Eltern hinreichend Rech-

nung zu tragen, zumal solche Kosten allesamt aus dem Überschuss zu decken 

sind. Werden im Weiteren auch die Leistungsfähigkeiten der Eltern miteinbezo-

gen, so erscheint es angemessen, den Beklagten zur Leistung eines Barunter-

halts von monatlich Fr. 1'000.– (80% von Fr. 1'250.–) zu verpflichten. Dem Be-

klagten verbleibt damit ein monatlicher Überschuss von Fr. 1'375.– (Fr. 2'375.– 

Leistungsfähigkeit ./. Fr. 1'000.– Anteil Barunterhalt). Dieser Betrag steht in an-

- 38 - 

gemessenem Verhältnis zu dem auf Seiten der Kindsmutter und des Klägers re-

sultierenden Überschuss von Fr. 2'575.– (Fr. 2'825.– Leistungsfähigkeit ./. 

Fr. 250.– Anteil Barunterhalt), mit welchem – wie erwähnt – auch sämtliche über 

das familienrechtliche Existenzminimum hinausgehenden Kinderkosten zu finan-

zieren sind. Entsprechend ist der Beklagte zu verpflichten, ab 1. August 2026 bis 

zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung des Klägers monatliche Kin-

derunterhaltsbeiträge von Fr. 1'000.–, zzgl. allfälliger gesetzlicher und/oder ver-

traglicher Kinderzulagen, zu leisten. Auch diese Unterhaltsbeiträge sind gerichts-

üblich zu indexieren, wobei die Indexklausel an die aktuellen Verhältnisse anzu-

passen ist. 

 10. Zusammenfassung 

 10.1 Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, sind für den Zeitraum bis 

zum 31. Mai 2020 gesamthaft noch folgende Kinderunterhaltsbeiträge ausste-

hend: 

- für den Zeitraum 19. Januar bis 31. Juli 2016  
insgesamt Fr. 560.– (inkl. Kinderzulagen)  
(vgl. oben E. III.B.2.4) 

- für den Zeitraum 1. August bis 31. Dezember 2016  
insgesamt Fr. 550.– (inkl. Kinderzulagen)  
(vgl. oben E. III.B.3.5) 

- für den Zeitraum 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2018  
insgesamt Fr. 21'980.– (inkl. Kinderzulagen)  
(vgl. oben E. III.B.4.6) 

- für den Zeitraum 1. August 2018 bis 31. März 2019  
insgesamt Fr. 8'480.– (inkl. Kinderzulagen)  
(vgl. oben E. III.B.5.4) 

- für den Zeitraum 1. April 2019 bis 31. Mai 2020  
insgesamt Fr. 15'120.– (allfällige Kinderzulagen sind  
von der Kindsmutter nachzufordern)  
(vgl. oben E. III.B.6.4). 

 Entsprechend ist der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger an den rückwir-
kenden Unterhalt für die Zeit vom 19. Januar 2016 bis 31. Mai 2020 gesamthaft 
Fr. 46'690.– zu bezahlen. Allfällige gesetzliche und/oder vertragliche Kinderzula-

- 39 - 

gen für die Zeit vom 1. April 2019 bis 31. Mai 2020 sind von der Kindsmutter 

nachzufordern. 

 10.2 Im Weiteren ist der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger monatliche 

Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder- und/oder Ausbil-

dungszulagen, wie folgt zu leisten (zahlbar monatlich im Voraus an die Mutter des 

Klägers bzw. an dessen jeweilige gesetzliche Vertretung): 

 - vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2024: Fr. 1'200.–  
  (vgl. oben E. III.B.7.4) 

 - vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2026: Fr. 1'330.–  
  (vgl. oben E. III.B.8.3) 

 - ab 1. August 2026 bis zum Abschluss  
einer angemessenen Erstausbildung: Fr. 1'000.–  
(vgl. oben E. III.B.9.3) 

 Der Beklagte ist berechtigt, die für den Zeitraum vom 1. Juni 2020 bis und 

mit 19. September 2021 bereits erbrachten Unterhaltsleistungen von insgesamt 

Fr. 16'900.– in Abzug zu bringen (vgl. oben E. III.B.7.4). 

C. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1.1 Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr unangefochten auf 

Fr. 10'000.– und die Dolmetscherkosten auf Fr. 1'290.– fest (Urk. 191 Dispositiv-

Ziff. 4). Hinsichtlich der Verteilung der Prozesskosten erwog sie, dass diese 

grundsätzlich nach dem Ausgang des Verfahrens auferlegt würden, wobei in fami-

lienrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO eine Verteilung 

nach Ermessen möglich sei. Bei minderjährigen Kindern gehöre zur Unterhalts-

pflicht der Eltern im Sinne von Art. 276 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB auch der Rechts-

schutz. Die Eltern seien daher gehalten, auch für die Gerichtskosten und die Aus-

lagen der Rechtsvertretung ihres minderjährigen Kindes aufzukommen. Dem 

(einkommens- und vermögenslosen) Kläger seien daher keine Prozesskosten 

aufzuerlegen. Die Kindsmutter könne in der aktuellen Phase ihren eigenen Bedarf 

nur knapp selbst decken und verfüge über kein Vermögen. Überdies könnten der 

Kindsmutter, welcher im vorliegenden Verfahren keine Parteistellung zukomme, 

- 40 - 

ohnehin keine Kosten auferlegt werden. Folglich seien die gesamten Prozesskos-

ten dem Beklagten aufzuerlegen (Urk. 191 E. IV.2 S. 44 f.). 

 1.2 Entsprechend ihrem Entscheid betreffend Kostenverteilung verpflichte-

te die Vorinstanz den Beklagten zudem, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des 

Klägers – Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ – eine (volle) Parteientschädigung von 

Fr. 12'000.– zu bezahlen (Urk. 191 E. IV.1-2 S. 44 f. und Dispositiv-Ziffer 6). 

 2. Der Beklagte wehrt sich gegen diese Regelung der Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen. Dabei macht er im Wesentlichen geltend, die Gegenüberstel-

lung der vom Kläger beantragten und der vorinstanzlich zugesprochenen Unter-

haltsbeiträge zeige deutlich, dass die Unterhaltsforderungen des Klägers völlig 

überrissen gewesen seien. Für den Zeitraum März bis August 2017 seien die ge-

forderten Unterhaltsbeiträge sogar höher als sein Einkommen gewesen und auch 

in den übrigen Zeitphasen hätten sie seine Leistungsfähigkeit offensichtlich bei 

weitem überstiegen, sodass er gezwungen gewesen sei, sich diesen Forderungen 

zu widersetzen. Es entspreche nicht der Billigkeit, dass bei einer solchen Aus-

gangslage ein von der Mutter im Namen des Kindes initiierter Prozess vollum-

fänglich zu Lasten des Kindsvaters geführt werde und diesem (dem Kindsvater) 

erhebliche Kosten verursache, obwohl der Kindsvater weitgehend obsiegt habe. 

Vielmehr müssten die Prozesskosten in einem solchen Fall grundsätzlich dem 

Kind auferlegt werden, wobei die Kindsmutter diese dann dem Kind grundsätzlich 

zu ersetzen habe. Zudem sei zu berücksichtigen, dass dem Kläger die unentgelt-

liche Rechtspflege gewährt worden sei. Er müsse die Gerichtskosten also nicht 

bezahlen. Nach der Praxis der Inkassostelle der Zürcher Gerichte würden Minder-

jährigen auferlegte Kosten vom Staat nicht zurückgefordert, wenn dem Minderjäh-

rigen die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden sei. Im Übrigen werde der 

Nachforderungsanspruch des Staates verjähren, bevor der Kläger volljährig wer-

de. Es könne nicht angehen, dass die Kindsmutter einen unsinnigen Prozess füh-

re und letztlich er (zur Schonung der Staatskasse) für die dadurch verursachten 

Prozesskosten aufkommen müsse. Da er dem Kläger aus den genannten Grün-

den keine Parteientschädigung schulde, sei der unentgeltliche Rechtsvertreter 

des Klägers aus der Staatskasse zu entschädigen (Urk. 190 S. 9 f.). 

- 41 - 

 3. Der Kläger hält dem entgegen, die Prozesskosten würden zum Barbe-

darf des Kindes gehören, welcher vom Beklagten vollumfänglich zu tragen sei. Da 

der "Aufwand" nicht in die Unterhaltsberechnung aufgenommen worden sei, habe 

der Beklagte diesen zusätzlich zu übernehmen, wozu er angesichts seines Ver-

mögens auch in der Lage sei. Der Kindsmutter könnten demgegenüber keine 

Prozesskosten auferlegt werden, zumal sie im vorliegenden Verfahren nicht Partei 

sei (Urk. 202 S. 25; Urk. 212 S. 14 f.). 

 4.1 Zwar ist zutreffend, dass in familienrechtlichen Verfahren – zu welchen 

auch das vorliegende zählt (vgl. BK ZPO-Sterchi, Art. 107 N 12) – die Prozess-

kosten abweichend von der allgemeinen Regel (Art. 106 ZPO) verteilt werden 

können. Die Kostenverteilung nach Ermessen gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO 

bedeutet allerdings nicht, dass die Gesichtspunkte des Obsiegens und Unterlie-

gens gänzlich ausser Acht gelassen werden. Vielmehr erlaubt die Bestimmung, 

Umstände wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Parteien oder ein sehr 

ungleiches wirtschaftliches Kräfteverhältnis der Parteien in den Entscheid über die 

Kostenverteilung einzubeziehen (Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozess-

recht, 2. A., Zürich 2013, § 16 Rz 36; ZK ZPO-Jenny, Art. 107 N 12; BSK ZPO-

Rüegg/Rüegg, Art. 107 N 6; Botschaft ZPO, BBl. 2006 7298 betr. Art. 107 Abs. 1 

lit. f ZPO).  

 4.2 Vor Vorinstanz beantragte der Kläger Kinderunterhaltsbeiträge von ge-

samthaft rund Fr. 656'000.– (Fr. 1'999.– x 1.4 Monate + Fr. 1'399.– x 10 Monate + 

Fr. 1'231.– x 2 Monate + Fr. 2'978.– x 6 Monate + Fr. 1'231.– x 34.3 Monate + 

1'481.– x 72 Monate + Fr. 1'781.– x 72 Monate [gerechnet bis zur Volljährigkeit] + 

Fr. 3'192.– x 4.3 Monate + Fr. 2'942.– x 86 Monate + Fr. 1'042.– x 72 Monate; vgl. 

Urk. 11 S. 1 f.). Demgegenüber verlangte der Beklagte, die Kinderunterhaltsbei-

träge seien auf Fr. 600.– pro Monat festzusetzen, wobei er seiner Unterhaltspflicht 

– mit Ausnahme der Monate Februar und März 2017 – bis und mit Mai 2018 be-

reits nachgekommen sei (Urk. 13 S. 1 f. und Urk. 55 S. 1). Sein Antrag ist damit 

auf insgesamt rund Fr. 103'000.– zu beziffern (Fr. 1'200.– für Februar und März 

2017 + Fr. 101'600.– für 14 Jahre und 1.3 Monate [gerechnet bis zur Volljährigkeit 

des Klägers]). Zugesprochen werden im Ergebnis gesamthaft rund Fr. 194'000.– 

- 42 - 

([Fr. 46'690.– + Fr. 1'200.– x 50 Monate + Fr. 1'330.– x 24 Monate + Fr. 1'000.– x 

72 Monate] ./. Fr. 16'900.–, vgl. oben E. III.B.10). Ausgehend von den Parteian-

trägen im vorinstanzlichen Verfahren unterliegt der Kläger damit zu über 80%. Der 

Einwand des Beklagten, wonach er weitgehend obsiege, kann damit nicht von der 

Hand gewiesen werden. 

 Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beklagte seit März 2021 über 

eine geringere Leistungsfähigkeit als die Kindsmutter verfügt und dass ihm aktuell 

bzw. bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheides (in der Phase 6 der 

Unterhaltsberechnung) nach Deckung seines familienrechtlichen Notbedarfs und 

Bezahlung der Unterhaltsbeiträge lediglich ein monatlicher Überschuss von 

Fr. 1'175.– verbleibt (vgl. oben E. III.B.7.4). Entgegen der Darstellung des Klägers 

kann ausserdem auch nicht ohne Vorbehalt gesagt werden, der Beklagte sei ver-

mögend: Im vorinstanzlichen Verfahren wurde ihm mit Verfügung vom 

10. November 2017 auf entsprechenden Antrag hin die unentgeltliche Rechtspfle-

ge bewilligt (Urk. 25). Alsdann zog der Beklagte sein Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege am 2. September 2020 zurück, nachdem ihm bewusst geworden 

war, dass ihm seit Ende 2011 formal zunächst ein mit lebenslangem unentgeltli-

chem Nutzniessungsrecht zu Gunsten seiner Mutter belastetes Grundstück und 

danach eine Forderung gegenüber seiner Mutter im Umfang von Fr. 180'000.– 

zustand (vgl. im Einzelnen Urk. 174; siehe auch Urk. 191 E. III S. 43 mit weiteren 

Hinweisen und Verweisen). Vor diesem Hintergrund bleibt fraglich, inwieweit der 

Beklagte über liquide Mittel verfügt, was im gegebenen Kontext aber nicht näher 

abzuklären ist. Festzuhalten bleibt vielmehr, dass angesichts der aufgezeigten 

Umstände auf Seiten des Beklagten jedenfalls keine ausgesprochen guten wirt-

schaftliche Verhältnisse vorliegen, welche eine vollumfängliche Kostenauflage an 

ihn rechtfertigen würden. Genauso wenig kann von einem sehr ungleichen wirt-

schaftlichen Kräfteverhältnis der Parteien die Rede sein, sind doch auf Seiten des 

Klägers zweifellos auch die finanziellen Verhältnisse der Kindsmutter miteinzube-

ziehen (vgl. dazu unten E. IV.2.4). 

 4.3 Unter Berücksichtigung all dieser Umstände erscheint es vorliegend 

unbillig, dem Beklagten die gesamten Prozesskosten des vorinstanzlichen Verfah-

- 43 - 

rens aufzuerlegen und ihn zur Leistung einer Parteientschädigung an den unent-

geltlichen Rechtsbeistand des Klägers zu verpflichten. Vielmehr ist in Anwendung 

von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO sowie unter Einbezug der relevanten Gesichtspunk-

te (insb. Verfahrensausgang und wirtschaftliche Kräfteverhältnisse der Parteien) 

eine je hälftige Kostenauflage an beide Parteien angebracht. Dabei ist der Anteil 

des Klägers zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das erstin-

stanzliche Verfahren (vgl. oben E. I.2) definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

 4.4 Da die Kosten je hälftig von den Parteien zu tragen sind, sind für das 

erstinstanzliche Verfahren auch keine Parteientschädigungen zuzusprechen. Wird 

der unentgeltlich prozessführenden Partei keine Parteientschädigung zu Lasten 

der Gegenpartei zugesprochen, ist der unentgeltliche Rechtsbeistand durch den 

Kanton zu entschädigen (Huber, DIKE-Komm-ZPO, Art. 122 N 7; BSK ZPO-

Rüegg/Rüegg, Art. 122 N 2 f.). Entsprechend wird die Vorinstanz über die ange-

messene Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands, Rechtsanwalt lic. 

iur. Z._____, nach Vorlage seiner Honorarnote zu entscheiden haben. 

IV. 

 1. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1.1 Die Vorinstanz sprach dem Kläger Unterhaltsbeiträge von gesamthaft 

rund Fr. 214'600.– zu (Fr. 373.– + [Fr. 746.– x 6 Monate ./. Fr. 3'600.–] + 

[Fr. 930.– x 5 Monate ./. Fr. 3'000.–] + [Fr. 1'555.– x 19 Monate ./. Fr. 8'800.–] + 

[Fr. 1'590.– x 8 Monate ./. Fr. 4'800.–] + [Fr. 1'540.– x 14 Monate ./.Fr. 8'400.–] + 

[Fr. 1'300.– x 50 Monate ./. Fr. 2'400.–] + Fr. 1'470.– x 24 Monate + Fr. 1'000.– x 

72 Monate [gerechnet bis zur Volljährigkeit des Klägers], vgl. Urk. 191 Dispositiv-

Ziff. 1 S. 46 f.). Im Berufungsverfahren beantragt der Kläger Kinderunterhaltsbei-

träge von gesamthaft rund Fr. 326'500.– (Fr. 79'492.– + [Fr. 1'855.– x 50 Monate 

./. Fr. 16'900.–] + Fr. 2'055.– x 24 Monate + Fr. 1'692.– x 72 Monate [gerechnet 

bis zur Volljährigkeit]; vgl. Urk. 212 S. 2). Der Streitwert der Berufung beträgt 

demnach Fr. 111'900.– (Fr. 326'500.– ./. 214'600.–). Mit seiner Anschlussberu-

fung strebt der Beklagte eine Reduktion der Kinderunterhaltsbeiträge auf gesamt-

haft rund Fr. 122'300.– an (Fr. 8'201.– + [Fr. 1'300.– x 9 Monate ./. Fr. 8'300.–] + 

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[Fr. 1'060.– x 41 Monate ./. Fr. 16'900.–] + Fr. 1'135.– x 24 Monate + Fr. 790.– x 

72 Monate; vgl. Urk. 222 S. 1 f.). Der Streitwert der Anschlussberufung beträgt 

somit Fr. 92'300.– (Fr. 214'600.– ./. Fr. 122'300.–) und ist zum Streitwert der Beru-

fung hinzuzurechnen (BGE 139 III 24 E. 4.4). Insgesamt ergibt sich damit für das 

Berufungsverfahren ein Streitwert von rund Fr. 204'200.–. 

 Ausgehend von diesem Streitwert sowie unter Berücksichtigung des Zeit-

aufwands des Gerichts und der Schwierigkeit des Falles ist die Gerichtsgebühr für 

das Berufungsverfahren auf Fr. 6'000.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 und Abs. 2 in 

Verbindung mit § 2 und § 4 Abs. 1 und 3 GebV OG). 

 1.2 Auch im Rechtsmittelverfahren können die Kosten nach Ermessen ver-

legt werden. Die obgenannten Grundsätze der Kostenverteilung (E. III.C.4.1) sind 

daher auch im Berufungsverfahren zu berücksichtigen. In der Regel kommt aber 

in diesem Stadium den Gesichtspunkten des Obsiegens und Unterliegens ein 

grösseres Gewicht zu (Urwyler/Grütter, DIKE-Komm-ZPO, Art. 107 N 5). 

 1.3 Ausgehend von den beantragten Kinderunterhaltsbeiträgen im Beru-

fungsverfahren (Kläger: gesamthaft rund Fr. 326'500.–, Beklagter: gesamthaft 

Fr. 122'300.–; vgl. oben E. IV.1.1) und unter Berücksichtigung der im Ergebnis 

zugesprochenen Kinderunterhaltsbeiträge von gesamthaft rund Fr. 194'000.– (vgl. 

oben E. III.C.4.2) unterliegt der Kläger im Berufungsverfahren zu rund 65%. Wer-

den im Weiteren auch die wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten der Parteien be-

rücksichtigt (vgl. im Einzelnen oben E. III.C.4.2), erscheint grundsätzlich auch für 

das Berufungsverfahren eine hälftige Kostentragung angemessen. Zwar ist dem 

Kläger für das Berufungsverfahren keine unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-

ren (vgl. unten E. IV.2). Da nach der Praxis der entscheidenden Kammer Kindern 

in Verfahren der vorliegenden Art keine Prozesskosten auferlegt werden (vgl. 

OGer ZH LZ190022 vom 20. November 2019, E. D.2; LZ20006 vom 18. Mai 

2020, E. IV.2.2; LZ200012 vom 6. August 2020, E. 7.3), ist der Anteil des Klägers 

zu Lasten der Gerichtskasse abzuschreiben (Art. 107 Abs. 2 ZPO). 

 1.4 Insgesamt sind die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 6'000.– 

damit im Umfang von Fr. 3'000.– dem Beklagten aufzuerlegen und mit dem von 

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ihm geleisteten Vorschuss derselben Höhe zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

Der Anteil des Klägers (Fr. 3'000.–) ist zu Lasten der Staatskasse abzuschreiben. 

Zufolge der hälftigen Kostentragung sind auch für das zweitinstanzliche Verfahren 

keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

 2. Unentgeltliche Rechtspflege für das zweitinstanzliche Verfahren 

 2.1 Der Kläger stellt im Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsver-

treterin in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____. Zur Begründung lässt 

er im Wesentlichen ausführen, er sei ein einkommens- und vermögensloser Pri-

marschüler. Derzeit verfüge er einzig über Einnahmen seitens des Beklagten von 

monatlich Fr. 600.– und über Kinderzulagen von Fr. 200.– pro Monat. Die rück-

wirkenden Zahlungen des Bekl