# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bf83794-cbef-537d-8381-9707d418d7ba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.04.2025 A-7747/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7747-2024_2025-04-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-7747/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richter Keita Mutombo,    

Gerichtsschreiber Alexander Cochardt. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ GmbH,  

(…),   

vertreten durch KPMG Basel,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-IT). 

 

 

 

A-7747/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Das Comando generale della Guardia di Finanza, II Reparto, Ufficio 

Cooperazione Internazionale e Rapporti con Enti Collaterali (nachfolgend: 

GdF oder ersuchende Behörde), hat am (Datum) und gestützt auf Art. 27 

des Abkommens vom 9. März 1976 zwischen der Schweiz und Italien zur 

Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Regelung einiger anderer 

Fragen auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen 

(SR 0.672.945.41; nachfolgend: DBA CH-IT) ein Amtshilfeersuchen betref-

fend Y._______ S.p.A. (nachfolgend: betroffene Person) an die Eidgenös-

sische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) gerichtet. Als Informations-

inhaberin wurde die X._______ GmbH (nachfolgend: schweizerische Ge-

sellschaft) genannt. 

A.b Die GdF hat zum Sachverhalt im Wesentlichen Folgendes ausgeführt: 

Die zuständige italienische Behörde führe eine Überprüfung der Steuerbe-

lange der betroffenen Person durch betreffend die direkten Steuern für die 

Steuerperioden 2020 (1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021) bis 2021 (1. Juli 2021 

bis 30. Juni 2022). Die betroffene Person habe in den Steuerperioden 2020 

und 2021 Kosten für den Kauf von Waren von einer Konzerngesellschaft, 

der schweizerischen Gesellschaft, geltend gemacht. Die Abzugsfähigkeit 

dieser Kosten könne unter anderem durch die Abschaffung der Bundes-

praxis zu Steuerausscheidungen bei Prinzipalgesellschaften und die Ein-

führung von Art. 61a des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über 

die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11) beeinträchtigt sein. 

A.c Die GdF hat die ESTV für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 

2022 um nachstehende Informationen über die schweizerische Gesell-

schaft ersucht: 

«(…)» 

A.d Die ersuchende Behörde erklärte, dass das Ersuchen ihrem inner-

staatlichen Recht, ihrer Verwaltungspraxis und dem zugrundeliegenden 

Abkommen entspreche; dass die Informationen unter vergleichbaren Um-

ständen nach ihrem Recht und im üblichen Rahmen ihrer Verwaltungspra-

xis eingeholt werden könnten; dass alle auf dem eigenen Staatsgebiet zur 

Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft worden seien, mit Ausnahme 

solcher, die mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden gewesen wä-

ren; dass sämtliche durch das vorliegende Ersuchen erhaltenen Auskünfte 

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vertraulich behandelt und nur für solche Zwecke verwendet werden wür-

den, die im zugrundeliegenden Abkommen genehmigt worden seien. 

A.e Nach Prüfung des Ersuchens gelangte die ESTV zum Schluss, dass 

auf dieses einzutreten sei, und eröffnete ein Verfahren mit der Nummer 

(…). Daraufhin ersuchte sie am (Datum) die Steuerverwaltung des Kantons 

(…) (nachfolgend: Steuerverwaltung [Kanton]) und die schweizerische Ge-

sellschaft je mittels Editionsverfügung, ihr (der ESTV) die ersuchten Infor-

mationen zukommen zu lassen. Die Steuerverwaltung (Kanton) ist der Auf-

forderung der ESTV fristgerecht nachgekommen. Die schweizerische Ge-

sellschaft ist der Aufforderung der ESTV innert zweimalig erstreckter Frist 

nachgekommen. 

A.f Die ESTV informierte die schweizerische Gesellschaft mit Schreiben 

vom (Datum) über den wesentlichen Inhalt des Amtshilfeersuchens und 

über die Informationen, welche sie der ersuchenden Behörde übermitteln 

wolle. Sie gab ihr Gelegenheit, innerhalb von zehn Tagen ab Zustellung 

des Schreibens zur vorgesehenen Übermittlung der Informationen Stellung 

zu nehmen. 

A.g Mit Schreiben vom (Datum) an die ESTV hat die schweizerische Ge-

sellschaft gegen die Gewährung der Amtshilfe opponiert. 

A.h Mit Schlussverfügung vom (Datum) erkannte die ESTV (nachfolgend 

auch: Vorinstanz), dass der GdF Amtshilfe betreffend die betroffene Person 

zu leisten und die ersuchten Informationen zu übermitteln seien. 

B.  

B.a Gegen die Schlussverfügung vom (Datum) lässt die schweizerische 

Gesellschaft (nachfolgend auch: Beschwerdeführerin) am (Datum) (Post-

stempel vom [Datum]) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhe-

ben. Sie beantragt, die angefochtene Schlussverfügung aufzuheben und 

die Amtshilfe an Italien zu verweigern. Eventualiter sei das Verfahren zur 

Vornahme näher bezeichneter Schwärzungen an die ESTV zurückzuwei-

sen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. 

B.b Mit Vernehmlassung vom (Datum) beantragt die Vorinstanz, die Be-

schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen. 

 

Auf die vorstehenden und die weiteren Vorbringen der 

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Verfahrensbeteiligten sowie die Akten wird nachfolgend unter den Erwä-

gungen insoweit eingegangen, als sie für den vorliegenden Entscheid we-

sentlich sind. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt dieses Gericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). 

Die ESTV gehört als Behörde nach Art. 33 VGG zu den Vorinstanzen des 

Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 

im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

folglich für die Beurteilung der vorliegenden Sache zuständig. 

1.2 Die Durchführung des DBA CH-IT richtet sich nach dem Bundesgesetz 

vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen 

(StAhiG, SR 651.1; Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG). Allenfalls abweichende 

Bestimmungen des vorliegend anwendbaren DBA CH-IT gehen vor (Art. 1 

Abs. 2 StAhiG). 

1.3 Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen über 

die Bundesrechtspflege und somit nach dem VwVG, soweit das VGG oder 

das StAhiG nichts anderes bestimmen (Art. 5 Abs. 1 und Art. 19 Abs. 5 

StAhiG, Art. 37 VGG). 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin gemäss Art. 48 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 StAhiG zur Beschwerde le-

gitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist folglich 

einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die beschwerdeführende Partei 

kann mit der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die 

unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts sowie die Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

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2.  

In einem ersten Schritt ist auf die formelle Rüge der Verletzung des recht-

lichen Gehörs einzugehen. 

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör 

verletzt, indem sie ihr das von der ersuchenden Behörde eingereichte 

Amtshilfeersuchen vom (Datum) nicht vor Erlass der angefochtenen 

Schlussverfügung vom (Datum) zugestellt habe. 

2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) haben die Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehör. Das Recht auf Akteneinsicht ist Teil dieses 

verfassungsrechtlichen Anspruchs (BGE 140 V 464 E. 4.1, 135 II 286 

E. 5.1; Urteil des BGer 2C_112/2015 vom 27. August 2015 E. 2). Auf spe-

zialgesetzlicher Ebene enthält das Steueramtshilfegesetz Vorschriften, die 

aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleitet 

sind. Dazu zählt insbesondere Art. 14 Abs. 1 StAhiG, wonach die ESTV die 

betroffene Person über die wesentlichen Teile des Ersuchens informiert. 

Zu diesen Vorschriften gehört ferner auch die Regelung von Art. 14 Abs. 2 

StAhiG, nach welcher die ESTV die weiteren Personen, von deren Be-

schwerdeberechtigung sie nach Art. 19 Abs. 2 StAhiG ausgehen muss, 

über das Amtshilfeverfahren informiert (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-360/2017 vom 5. April 2017 E. 2.3). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist die ESTV gemäss Art. 14 Abs. 2 StAhiG nur gehalten, 

die vom Amtshilfeverfahren nicht betroffenen Personen, deren Name aber 

in den zur Übermittlung vorgesehenen Unterlagen erscheint, über den Be-

stand dieses Verfahrens zu informieren, wenn deren Beschwerderecht im 

Sinne von Art. 19 Abs. 2 StAhiG aus den Akten klarerweise hervorgeht 

bzw. «evident» ist (vgl. BGE 146 I 172 E. 7.3.1 f.; Urteil des BGer 

2C_687/2019 vom 13. Juli 2020 E. 6.2 und 6.3.1). 

2.3 Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom (Datum) 

über den wesentlichen Inhalt des Amtshilfeersuchen informiert (vgl. Sach-

verhalt Bst. A.f). Das Bundesverwaltungsgericht hat den betreffenden In-

halt mit dem tatsächlichen Inhalt des Amtshilfeersuchen verglichen, was 

zum Ergebnis führt, dass die Vorinstanz in Übereinstimmung mit Art. 14 

Abs. 1 StAhiG der Beschwerdeführerin den wesentlichen Inhalt schriftlich 

korrekt mitgeteilt und ihr auch Gelegenheit gegeben hat, sich rechtsgenü-

gend dazu zu äussern und Beweismittel zu bezeichnen. Eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs liegt deshalb nicht vor. 

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3.  

3.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen betrifft den Zeitraum vom 1. Juli 

2020 bis 30. Juni 2022 und stützt sich auf Art. 27 DBA CH-IT und auf 

Bst. ebis des ebenfalls unter SR 0.672.945.41 aufgeführten dazugehörigen 

Zusatzprotokolls vom 9. März 1976 (nachfolgend: Zusatzprotokoll zum 

DBA CH-IT). 

3.2  

3.2.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 Satz 1 DBA CH-IT tauschen die zuständigen 

Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen 

aus, die zur Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder 

Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und 

Bezeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten oder ihrer politischen 

Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhoben werden, 

voraussichtlich erheblich sind (vgl. dazu E. 3.4), soweit die diesem Recht 

entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht. Der 

Informationsaustausch in Anwendung von Art. 27 DBA CH-IT ist nicht 

durch Art. 1 DBA CH-IT (persönlicher Geltungsbereich) und Art. 2 DBA 

CH-IT (sachlicher Geltungsbereich bzw. unter das Abkommen fallende 

Steuern) eingeschränkt (Art. 27 Abs. 1 Satz 2 DBA CH-IT). 

3.2.2 Gemäss Bst. ebis Ziff. 1 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-IT besteht 

Einvernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Begehren 

um Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er alle in seinem 

innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Be-

schaffung der Informationen ausgeschöpft hat (sog. Subsidiaritätsprinzip). 

Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (nachfolgend E. 3.5) 

besteht rechtsprechungsgemäss kein Anlass, an einer von der 

ersuchenden Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller 

üblichen innerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liegt ein gegen 

die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips sprechendes sowie ein ernsthafte 

Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung begründendes konkretes Element 

vor (vgl. BGE 144 II 206 E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-2324/2021 vom 

26. Oktober 2022 E. 2.3.3, A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.4.2, 

A-6744/2019 vom 15. Dezember 2020 E. 2.5.2). 

3.3  

3.3.1 Gemäss Bst. ebis Ziff. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-IT besteht 

Einvernehmen darüber, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staa-

tes bei der Stellung eines Amtshilfebegehrens nach Artikel 27 den 

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Steuerbehörden des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu 

liefern haben: (i) die Identität der in eine Überprüfung oder Untersuchung 

einbezogenen Person; (ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen 

verlangt werden; (iii) eine Beschreibung der verlangten Informationen so-

wie Angaben hinsichtlich der Form, in der der ersuchende Staat diese In-

formationen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; (iv) den Steuer-

zweck, für den die Informationen verlangt werden; (v) soweit bekannt, den 

Namen und die Adresse des mutmasslichen Inhabers der verlangten Infor-

mationen. 

3.3.2 Enthält ein Amtshilfeersuchen alle Informationen, die gemäss dem 

anwendbaren Übereinkommen erforderlich sind, kann das Vorliegen einer 

sog. «fishing expedition» (vgl. hierzu E. 3.4.1) grundsätzlich verneint wer-

den (vgl. Urteil des BGer 2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.3; 

Urteile des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.2.2, 

A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 6.1). 

3.4  

3.4.1 Der Informationsaustausch in Anwendung des DBA CH-IT bedingt – 

wie erwähnt (E. 3.2) – die voraussichtliche Erheblichkeit der auszutau-

schenden Informationen. Gemäss Bst. ebis Ziffer 3 des Zusatzprotokolls 

zum DBA CH-IT besteht Einvernehmen darüber, dass der Zweck der Ver-

weisung auf Informationen, die «voraussichtlich erheblich» sind, darin be-

steht, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch in Steuerbe-

langen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlauben, «fishing 

expeditions» zu betreiben oder um Informationen zu ersuchen, deren Er-

heblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steuerpflichti-

gen Person unwahrscheinlich ist. Bst. ebis Ziffer 2 des Zusatzprotokolls 

sieht zwar wichtige verfahrenstechnische Voraussetzungen für die Vermei-

dung von «fishing expeditions» vor, seine Buchstaben i-v sind jedoch nicht 

so auszulegen, dass sie einen wirksamen Informationsaustausch behin-

dern. 

3.4.2 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, 

wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünf-

tige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheb-

lich erweisen werden (BGE 144 II 206 E. 4.3, 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des 

BVGer A-2676/2017 vom 3. April 2019 E. 3.3.1). Keine Rolle spielt, ob sich 

diese Informationen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde 

als nicht erheblich herausstellen (BGE 144 II 206 E. 4.3, 142 II 161 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-144-II-206
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-143-II-185
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=03-04-2019-A-2676-2017
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-144-II-206
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-142-II-161

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E. 2.1.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4603/2019 vom 17. Au-

gust 2020 E. 2.3.3 m.w.H.). 

3.4.3 Die voraussichtliche Erheblichkeit von Informationen muss sich be-

reits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 

141 II 436 E. 4.4.3; statt vieler: Urteil des BVGer A-882/2023 vom 20. No-

vember 2023 E. 2.3.3). Nach der Edition der verlangten Unterlagen hat die 

Steuerverwaltung des ersuchten Staates zu prüfen, ob die betreffenden In-

formationen für die Erhebung der Steuer voraussichtlich erheblich sind. 

Dem «voraussichtlich» kommt eine doppelte Bedeutung zu: Der ersu-

chende Staat muss die Erheblichkeit voraussehen und deshalb im Amts-

hilfeersuchen geltend machen, und der ersuchte Staat muss nur solche 

Unterlagen übermitteln, die voraussichtlich erheblich sind (BGE 143 II 185 

E. 3.3.2). 

3.4.4 Ob eine Information tatsächlich erheblich ist, hängt im Wesentlichen 

vom (Verfahrens-)Recht des ersuchenden Staates ab. Nach ständiger bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet dies freilich nicht, dass sich der 

ersuchte Staat im Rahmen des Amtshilfeverfahrens zum internen (Verfah-

rens-)Recht des ersuchenden Staates zu äussern hätte. Entsprechend 

kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend feststellen, ob 

eine Information tatsächlich erheblich ist (BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 

161 E. 2.1.1; Urteil des BGer 2C_918/2020 vom 28. Dezember 2021 

E. 4.3; statt vieler: Urteil des BVGer A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 

E. 2.4.8). Die Rolle des ersuchten Staates beschränkt sich bei der Beurtei-

lung der voraussichtlichen Erheblichkeit daher auf eine Prüfung der Plau-

sibilität des Ersuchens (vgl. BGE 144 II 29 E. 4.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1; 

Urteil des BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 E. 4.2.2; Urteile des 

BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6, A-846/2018 vom 30. Au-

gust 2018 E. 2.1.4 m.w.H.). 

Die ersuchte Behörde hat nicht zu entscheiden, ob der im Ersuchen dar-

gestellte Sachverhalt gänzlich der Realität entspricht, sondern sie muss 

nur überprüfen, ob die ersuchten Informationen einen Bezug zu diesem 

Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im aus-

ländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3, 

142 II 161 E. 2.1.1; Urteile des BGer 2C_282/2021 vom 15. Juni 2022 

E. 4.2.2, 2C_703/2020 vom 15. März 2021 E. 4.2.2; Urteile des BVGer 

A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6, A-846/2018 vom 30. August 2018 

E. 2.1.4 m.w.H.). 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=17-08-2020-a-4603-2019&sel_lang=de
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=17-08-2020-a-4603-2019&sel_lang=de
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-143-II-185
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-141-II-436
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=08-02-2019-A-3773-2018

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Seite 9 

3.4.5 Der ersuchte Staat darf somit Auskünfte – mit der Begründung, dass 

die verlangten Informationen nicht «voraussichtlich erheblich» im Sinne der 

Amtshilfeklausel seien – nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwi-

schen den verlangten Angaben und der im ersuchenden Staat durchge-

führten Untersuchung unwahrscheinlich bzw. wenig wahrscheinlich er-

scheint (BGE 143 II 185 E. 3.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BVGer 

A-3755/2020 vom 14. Juli 2022 E. 4.3.3). Der Begriff der voraussichtlichen 

Erheblichkeit bildet daher eine nicht sehr hohe Hürde für ein Amtshilfeer-

suchen (BGE 145 II 112 E. 2.2.1, 143 II 185 E. 3.3.2; Urteil des BVGer 

A-840/2022 vom 19. Januar 2023 E. 2.4.4). 

3.5  

3.5.1 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet das völkerrechtliche Vertrauensprinzip. Diesem Grundsatz nach be-

steht – ausser bei offensichtlichem Rechtsmissbrauch oder bei berechtig-

ten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder 

internationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – prinzipiell kein Anlass, an 

Sachverhaltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln 

(vgl. BGE 146 II 150 E. 7.1, 142 II 218 E. 3.1; Urteil des BVGer 

A-4830/2021 vom 23. Oktober 2023 E. 2.5.1 m.w.H.). 

3.5.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips ist die ersuchte 

Behörde an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebun-

den, als diese nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprü-

che sofort entkräftet werden kann (BGE 142 II 218 E. 3.1, 139 II 451 

E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.3, 

A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.2, A-2175/2021 vom 22. Septem-

ber 2021 E. 2.3). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebe-

nen Erklärungen. Werden diese sofort entkräftet, kann der ersuchte Staat 

ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteile des BVGer A-2259/2021 vom 

18. Februar 2022 E. 2.2, A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 3.9). Das 

Vertrauensprinzip schliesst indessen nicht aus, dass der ersuchte Staat 

vom ersuchenden Staat zusätzliche Erklärungen verlangt, wenn ernsthafte 

Zweifel an der Einhaltung der völkerrechtlichen Grundsätze bestehen 

(BGE 146 II 150 E. 7.1, 144 II 206 E. 4.4). Allerdings kann die Vermutung, 

dass der ersuchende Staat nach Treu und Glauben handelt, nur aufgrund 

erstellter Umstände umgestossen werden (BGE 144 II 206 E. 4.4, 143 II 

202 E. 8.7.1). 

3.5.3 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den 

massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet 

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Seite 10 

werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. 

Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe nicht vereinbar, sollen doch 

aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat 

befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden 

(vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1; BVGE 2011/14 E. 2; Urteil des BVGer 

A-765/2019 vom 20. September 2020 E. 2.1.6). Aus diesem Grund ver-

langt die Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht den strikten 

Beweis des Sachverhalts, sondern diese muss nur – aber immerhin – hin-

reichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (BGE 139 II 451 

E. 2.1 und 2.2.1, 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-765/2019 vom 

20. September 2020 E. 2.1.6). 

3.6  

3.6.1 Im Rahmen der Erfüllung eines internationalen Amtshilfeersuchens 

in Steuersachen liegt ein spontaner Informationsaustausch vor, wenn In-

formationen von der ersuchten Behörde übermittelt werden, die voraus-

sichtlich erheblich sind, jedoch von der ersuchenden Behörde nicht ange-

fordert wurden (BGE 147 II 116 E. 5.1; Urteil des BGer 2C_1087/2016 vom 

31. März 2017 E. 3.3; vgl. auch die Definition in Art. 3 Bst. d StAhiG). Die 

Vornahme eines spontanen Informationsaustausches ist nicht dem Ermes-

sen der Bundesverwaltung überlassen, sondern setzt eine ausdrückliche 

gesetzliche Grundlage im innerstaatlichen Recht voraus (BGE 147 II 116 

E. 5.1; Urteil des BGer 2C_1087/2016 vom 31. März 2017 E. 3.3.1). 

3.6.2 Die Feststellung, ob eine Information ersucht wurde oder nicht – und 

damit Amtshilfe auf Ersuchen oder spontaner Natur vorliegt –, ist eine 

Frage der Auslegung des Amtshilfeersuchens (BGE 147 II 116 E. 5.2). 

Diese Auslegung muss im Lichte des von der ersuchenden Behörde ver-

folgten Zwecks erfolgen und darf den wirksamen bzw. möglichst weitge-

henden Informationsaustausch nicht behindern (BGE 147 II 116 E. 5.2; 

Bst. ebis Ziffer 3 des Zusatzprotokolls zum DBA CH-IT). Mit anderen Wor-

ten: Der ersuchte Staat muss die Amtshilfeersuchen nach dem völkerrecht-

lichen Prinzip von Treu und Glauben auslegen (BGE 147 II 116 E. 5.2). 

4.  

4.1  

4.1.1 Das vorliegend zu beurteilende Amtshilfeersuchen erfüllt die an ein 

solches gestellten formellen Anforderungen (E. 3.3.1). 

4.1.2 Wie gerade festgehalten, erfüllt das Amtshilfeersuchen die formellen 

Anforderungen, welche «fishing expeditions» verhindern sollen. Das 

A-7747/2024 

Seite 11 

Ersuchen ist auf einen konkreten Sachverhalt bezogen, der recht detailliert 

beschrieben ist. Auch erklärt die ersuchende Behörde, warum sie davon 

ausgeht, dass die Informationen, um die sie ersucht, für die Besteuerung 

der Beschwerdeführerin voraussichtlich erheblich sind. Von einer «fishing 

expedition» oder einer Anfrage aufs Geratewohl kann keine Rede sein. 

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es liege eine «fishing expe-

dition» vor, weil die Informationen, um die ersucht werde, nicht voraussicht-

lich erheblich seien, ist dieses Vorbringen unter dem Titel der voraussicht-

lichen Erheblichkeit der entsprechenden Informationen zu prüfen 

(vgl. E. 4.3). 

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des Subsidiaritäts-

prinzips (E. 3.2.2) geltend, wenn sie vorbringt, dass die ersuchende Be-

hörde die üblichen innerstaatlichen Mittel nicht ausgeschöpft habe. Aus der 

Schlussverfügung vom (Datum) gehe nicht hervor, ob die ersuchende Be-

hörde allfällige ihr nach innerstaatlichem Recht zur Verfügung stehende 

Mittel ausgeschöpft hat, um die gewünschten Informationen zu erlangen. 

Die Information, dass sie (die Beschwerdeführerin) ein kantonales Ruling 

habe, sei öffentlich zugänglich (in den über die U.S. Securities and 

Exchange Commission erhältlichen Jahresberichten ihrer amerikanischen 

Muttergesellschaft Z._______ Inc für die Jahre […] [Beschwerdebeilage 7]) 

und hätte mittels einfacher Recherche im Internet gefunden werden kön-

nen. Daher sei die Amtshilfe an Italien zu verweigern. 

4.2.2 Im Amtshilfeersuchen hat die GdF erklärt, dass alle auf dem eigenen 

Staatsgebiet zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft worden seien, 

mit Ausnahme solcher, die mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden 

gewesen wären (vgl. Sachverhalt Bst. A.d). Diese Erklärung der GdF hat 

die ESTV auch in ihrer Schlussverfügung vom (Datum) wiedergegeben. 

Ferner hat die GdF den Sachverhalt im Rahmen der innerstaatlichen Un-

tersuchung so präzise abgeklärt, dass sie gestützt auf diesen das vorlie-

gende Amtshilfeersuchen stellen konnte. 

4.2.3 Mit dem Vorbringen, dass die Information betreffend das kantonale 

Ruling der Beschwerdeführerin öffentlich zugänglich sei, gelingt es der Be-

schwerdeführerin nicht, ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung 

der GdF betreffend die Ausschöpfung der üblichen innerstaatlichen Mittel 

zu begründen bzw. die Erklärung sofort zu entkräften. Gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung kann von einer ausländischen Behörde unter 

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Seite 12 

dem Titel des Subsidiaritätsprinzips nicht erwartet werden, sich mit der 

Funktionsweise und dem Inhalt der hiesigen öffentlichen Register vertraut 

zu machen (Urteil des BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 E. 7.4). Ent-

sprechend kann dies auch nicht in Bezug auf die Funktionsweise und den 

Inhalt von weiteren, aus Sicht der ersuchenden Behörde ausländischen öf-

fentlichen Registern verlangt werden. Ohnehin liesse sich den öffentlich 

zugänglichen Jahresberichten der Z._______ Inc für die Jahre (…) ledig-

lich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin über ein kantonales Ruling 

verfügt. Über den Inhalt eines allfälligen Rulings, wie ihn die ersuchende 

Behörde im Amtshilfeersuchen anfordert («copia dell'eventuale accordo di 

ruling, o altro documento equipollente»; vgl. Sachverhalt Bst. A.c), lassen 

sich den genannten Jahresberichten keine näheren Informationen entneh-

men. 

Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Vorbringen impliziert, die GdF 

würde allenfalls Informationen verlangen, in deren Besitz sie schon ist, 

kann diese daraus ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Informatio-

nen können nämlich auch dann als voraussichtlich erheblich zur Anwen-

dung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts qualifiziert werden, 

wenn sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber nicht völlig zwei-

felsfreier Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden Staates verlangt 

werden (vgl. zu diesem sog. Verifikationszweck Urteile des BVGer 

A-5447/2020 vom 6. Oktober 2021 E. 3.2.2.3, A-4811/2019 vom 26. April 

2021 E. 5.1, A-765/2019 vom 20. September 2019 E. 3.3.2.3 m.w.H. [be-

stätigt durch Urteil des BGer 2C_864/2019 vom 17. August 2020]). Somit 

ist das Subsidiaritätsprinzip vorliegend eingehalten. 

4.2.4 Das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin, die angefochtene 

Schlussverfügung aufzuheben und die Amtshilfe an Italien zu verweigern, 

ist daher abzuweisen. 

4.3  

4.3.1 Als Eventualbegehren macht die Beschwerdeführerin geltend, es 

seien in den zur Übermittlung vorgesehenen Steuererklärungen für die 

Jahre 2021 und 2022 (act. 15) näher bezeichnete Schwärzungen 

bzw. Aussonderungen vorzunehmen. Konkret bezieht sich die Beschwer-

deführerin auf ihre Stellungnahme vom (Datum) im Vorverfahren, in der sie 

der ESTV geschwärzte Versionen der Steuererklärungen für die Jahre 

2021 und 2022 übermittelte. Die beantragten Schwärzungen bzw. Ausson-

derungen beziehen sich insbesondere auf Informationen im Zusammen-

hang mit einem Steuerruling zwischen ihr und der Steuerverwaltung 

A-7747/2024 

Seite 13 

(Kanton) vom (Datum) über die Anwendung von Art. (…) des Gesetzes 

vom (…) über die direkten Steuern des Kantons (…) (StG [Kanton], […]; 

nachfolgend: kantonales Ruling), welches den genannten Steuererklärun-

gen beiliegt. Das kantonale Ruling sei vollständig zu schwärzen bzw. aus-

zusondern. Die Beschwerdeführerin begründet ihre Schwärzungsanträge 

sinngemäss damit, dass die zu schwärzenden bzw. auszusondernden In-

formationen von der GdF nicht angefragt worden und in Bezug auf die von 

der GdF durchgeführten Steuerprüfung auch nicht voraussichtlich erheb-

lich seien. 

4.3.2 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die ersuchende Behörde 

ausdrücklich um die Steuererklärungen und allfällige Steuerrulings der Be-

schwerdeführerin ersucht hat (vgl. Sachverhalt Bst. A.c). Der Einwand der 

Beschwerdeführerin, die GdF ersuche ausschliesslich um Informationen 

auf Stufe der direkten Bundessteuer – und daher nicht um das kantonale 

Ruling –, indem im Amtshilfeersuchen explizit auf Art. 61a DBG verwiesen 

werde, verfängt nicht. Wird doch aus dem Amtshilfeersuchen an mehreren 

Stellen deutlich, dass die ersuchende Behörde sich nicht auf den Erhalt 

von Informationen betreffend die direkte Bundessteuer beschränkt: Zum 

einen unterscheidet die ersuchende Behörde in ihrem Amtshilfeersuchen 

nicht zwischen Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern, sondern spricht 

vom Schweizer Steuerregime («regime fiscale svizzero»). Zum andern be-

steht das Ziel der Anfrage gemäss Amtshilfeersuchen darin, zu beurteilen, 

ob die Änderung der Besteuerungspraxis in der Schweiz hinsichtlich Prin-

zipalgesellschaften Auswirkungen auf den Umfang der Besteuerung der 

betroffenen Person in Italien hat. Dass sich die ersuchende Behörde dabei 

auf die Stufe der direkten Bundessteuer beschränken würde, erscheint im 

Lichte dieses Ziels nicht nachvollziehbar. Folglich ergibt die Auslegung des 

Amtshilfeersuchens, die den wirksamen bzw. möglichst weitgehenden In-

formationsaustausch nicht behindern darf (vgl. E. 3.6.2), dass in der vorlie-

gend geplanten Übermittlung des kantonalen Rulings kein unzulässiger 

spontaner Informationsaustausch zu erblicken ist. 

4.3.3 Indem die ersuchende Behörde ausdrücklich um die Steuererklärun-

gen und allfällige Steuerrulings der Beschwerdeführerin ersucht hat 

(vgl. Sachverhalt Bst. A.c und E. 4.3.2), hat sie zum Ausdruck gebracht, 

dass sie die entsprechenden Informationen als voraussichtlich erheblich 

erachtet. Das Bundesverwaltungsgericht hat im Zusammenhang mit Kon-

zerngesellschaften bereits erkannt, dass Steuerrulings als voraussichtlich 

erheblich zu erachten sind (Urteil des BVGer A-2453/2021 vom 3. Mai 2023 

E. 3.5.6.10). Wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt, weist das kantonale 

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Seite 14 

Steuerruling einen Bezug zu den Abklärungen in Italien auf und ist geeignet 

zur Klärung der dort offenen Steuerfragen beizutragen. So gibt das kanto-

nale Ruling Aufschluss darüber, inwiefern die Beschwerdeführerin von 

Steuervorteilen profitiert hat, was sich wiederum auf die Besteuerung der 

betroffenen Person als Konzerngesellschaft in Italien auswirken kann. Die 

Übermittlung des betreffenden, zur Übermittlung vorgesehenen kantonalen 

Rulings erweist sich auch unter dem Aspekt der Nachvollziehbarkeit der zu 

übermittelnden Steuererklärungen als angebracht. Das kantonale Ruling 

ist nach dem Gesagten als voraussichtlich erheblich zu betrachten und der 

GdF somit zu übermitteln.  

Nicht anders verhält es sich mit jenen weiteren Stellen in den zur Übermitt-

lung vorgesehenen Steuererklärungen, deren Schwärzung die Beschwer-

deführerin beantragt. Die entsprechenden Schwärzungsanträge hat die 

Beschwerdeführerin nicht substantiiert geltend gemacht. Im Übrigen bezie-

hen sich die betreffenden, zur Schwärzung beantragten Stellen nicht auf 

Angaben, die rein zufällig in den zur Übermittlung vorgesehenen Doku-

menten auftauchen (keine «fruit d'un pur hasard»; vgl. statt vieler: Urteil 

des BGer 2C_287/2019 vom 13. Juli 2020 E. 5; Urteil des BVGer 

A-4987/2021 vom 20. Mai 2022 E. 2.2.6 m.w.H.). 

4.3.4 Die Eventualbegehren der Beschwerdeführerin um Schwärzung 

bzw. Aussonderung sind damit abzuweisen. Das Bundesverwaltungsge-

richt sieht denn auch keine Veranlassung, weitere Schwärzungen vorzu-

nehmen. Somit sind die zu übermittelnden Unterlagen nicht über die von 

der Vorinstanz vorgenommenen Schwärzungen unkenntlich zu machen. 

5.  

Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die in der Schlussver-

fügung vorgesehene Amtshilfeleistung erfüllt. Die Beschwerde erweist sich 

als unbegründet und ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der unterliegenden Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskos-

ten sind auf Fr. 5'000.– festzusetzen (vgl. Art. 1, Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in 

gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist für die Bezahlung der Verfah-

renskosten zu verwenden. 

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Seite 15 

6.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE). 

7.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 

2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen 

nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das 

Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen 

um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG 

handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, ent-

scheidet das Bundesgericht. 

  

A-7747/2024 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der von ihr in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Alexander Cochardt 

 

  

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Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-7747/2024 

Seite 18 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)