# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb488c44-56eb-5179-b57c-39a4c8c3d7db
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 24.09.2018 110 2018 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-67_2018-09-24.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/67 Bern, 24. September 2018

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

Frau D.________
Beschwerdeführerin 4

die Beschwerdeführenden 2 – 4 vertreten durch Herrn Rechtsanwalt E.________

und

Herrn F.________
Beschwerdegegner

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt G.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 
3001 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern vom 18. April 2018 
(Baukontroll-Nr. 2017-0598; Wohnhaus mit Carport)

RA Nr. 110/2018/67 2

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner reichte am 22. August 2017 bei der Stadt Bern ein 

Baugesuch ein für den Neubau eines Wohnhauses mit Carport und Teilabbruch der 

bestehenden Garage auf Parzelle Bern, Kreis 3, Grundbuchblatt Nr. H.________. Die 

Parzelle liegt in der Wohnzone, Bauklasse 3. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter 

anderem die Beschwerdeführenden Einsprache.

Mit Gesamtentscheid vom 18. April 2018 wies die Stadt Bern die Einsprachen ab und 

erteilte dem Bauvorhaben die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer 1 am 11. Mai 2018 und die 

Beschwerdeführenden 2 – 4 am 18. Mai 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und 

Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die Aufhebung des 

Gesamtentscheids vom 18. April 2018 und die Erteilung des Bauabschlags. 

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, vereinigte die 

beiden Beschwerdeverfahren, holte die Vorakten ein und gab der Stadt sowie dem 

Beschwerdegegner Gelegenheit, zu den Beschwerden Stellung zu nehmen. Sie 

beantragen die Abweisung der Beschwerden und die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Entscheids.

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, 

die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, 

deren Einsprachen abgewiesen wurden, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 

eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

2. Erker und Länge der Längsseite

a) Das Bauvorhaben sieht auf der Südseite des Gebäudes im ersten Stock einen Erker 

vor, der Richtung Strasse ins Vorland ragt. Gemäss Art. 40 Abs. 1 Bst. a BO4 darf an den 

gegen eine öffentliche Verkehrsanlage gerichteten Gebäudefassaden ein Erker zwar das 

Vorland überragen, die Breite des Erkers darf allerdings höchstens einen Drittel der 

betreffenden Fassadenbreite betragen (vgl. Art. 40 Abs. 5 BO). 

b)  Die Beschwerdeführenden 2 - 4 machen in ihrer Beschwerde geltend, bei genauer 

Betrachtung falle auf, dass die Längsseite des Hauses nicht wie angegeben 10.35 m 

sondern nur 10.30 m messe. Der Erker dürfe maximal ein Drittel der Fassade breit sein, 

um das Vorland überragen zu dürfen. Mit einer Abmessung von  3.45 m sei er zu breit. In 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
4 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006, amtlich genehmigt vom Amt für Gemeinden und 
Raumordnung am 28. Dezember 2006.

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ihrer Eingabe vom 2. August 2018 präzisieren sie, der Erker nütze die erlaubten Masse 

maximal aus, oder überschreite sie sogar. Allenfalls seien die unterschiedlichen 

Abmessungen auf die Qualität der Kopien der Baupläne zurückzuführen. Es werde aber in 

jedem Fall verlangt, dass die geforderten Masse eingehalten werden. Der 

Beschwerdegegner erklärt, die Länge der Hauptfassade betrage 10.35 m. Wenn die 

Beschwerdeführenden 2 - 4 von einem anderen Mass ausgingen, sei dies auf einen 

Messfehler zurückzuführen.

c) Gemäss den Angaben in den Baugesuchsplänen misst die gegen Süden gerichtete 

Fassade 10.35 m. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Angabe nicht den tatsächlichen 

Verhältnissen entsprechen sollte. Es sind keine Anhaltspunkte vorhanden, die darauf 

hindeuteten, dass die eingereichten Pläne nicht korrekt vermasst sind. Der Erker ist damit 

nicht mehr als ein Drittel so breit wie die Fassade. Diese Rüge erweist sich, soweit die 

Beschwerdeführenden 2 - 4 überhaupt daran festhalten, als unbegründet.

3. Gebäudegrundriss 

a) Das Bauvorhaben weist eine Gebäudelänge von 10.35 sowie eine Gebäudebreite 

von 9.315 m auf. Gemäss Art. 33 Abs. 1 BO bezeichnet der grosse Grenzabstand die 

kürzeste, rechtwinklig und horizontal zur Fassade gemessene Entfernung der Längsseiten 

der Gebäude oder Gebäudegruppe von der Grundstücksgrenze. Bei annähernd 

quadratischen oder unregelmässigen Gebäudegrundrissen werden die Längsseiten unter 

Berücksichtigung von Siedlungsstruktur und Besonnung von der Baubewilligungsbehörde 

bestimmt (Art. 33 Abs. 4 BO). Als annähernd quadratisch gelten gemäss der Praxis der 

Stadt Bern Bauten, wenn keine Seite mehr als 10 % länger ist als die andere.5 Die 

Breitseite gilt als Basis für die Berechnung und damit als 100 %. Gestützt darauf ist die 

Stadt Bern in ihrem Entscheid zum Schluss gekommen, die Längsseite sei mehr als 11 % 

länger als die Breitseite. Das Bauvorhaben sei nicht annähernd quadratisch.

b) Der Beschwerdeführer 1 stützt sich ebenfalls auf die von der Stadt Bern 

angewandten 10 % - Regel, macht aber geltend, gemäss dem allgemeinen Verständnis sei 

die Längsseite mit 100 % gleichzusetzen. Daher messe die Breitseite genau 90 % der 

5 Vgl. Baubewilligung 2017-0598 vom 18. April 2018, S. 6, sowie Stellungnahme vom 12. Juni 2018.

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Längsseite. Die Längsseite übertreffe die Breitseite nicht um mehr als 10 % und es handle 

sich somit um ein annähernd quadratisches Gebäude. Bei diesem Gebäude müsse die 

Westseite als besonnte Längsseite gelten. Demgegenüber sind die Beschwerdeführenden 

2 - 4 der Auffassung, es sei zwar bei der Berechnung von der Breitseite auszugehen, 

allerdings sei nicht starr auf die 10 % - Regel abzustellen. Diese sei zwar grundsätzlich 

sinnvoll. Es sei aber trotzdem eine Einzelfallbeurteilung erforderlich, wobei auch die 

Siedlungsstruktur und die Besonnung einzubeziehen seien. Unter Berücksichtigung dieser 

Aspekte, müsse die Westseite als Längsseite gelten. Daher halte das Gebäude den 

grossen Grenzabstand nicht ein.

c) Die Praxis der Stadt Bern, wonach ein Gebäude als annähernd quadratisch gilt, wenn 

keine Seite mehr als 10 % länger ist als die andere, ist nicht zu beanstanden und entspricht 

der Praxis und der Rechtsprechung im Kanton Bern.6 Gemäss dieser Regel ist im 

vorliegenden Fall bei einer Gebäudebreite von 9.315 m und einer Gebäudelänge von 10.35 

m die Längsseite des Gebäudes 11.1 % länger als die Breitseite. Das Gebäude gilt 

dementsprechend nicht als annähernd quadratisch. Das schematische Abstellen der Stadt 

Bern auf diese Berechnung ist nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die Rechtssicherheit ist 

die Regel zu begrüssen. Zudem lässt die 10 % - Regel eine Einzelfallberücksichtigung zu, 

da nicht nur bei exakt quadratischen Gebäuden die besonnte Längsseite von der 

Baubewilligungsbehörde zu bestimmen ist, sondern bei allen, bei denen der 

Längenunterschied weniger als 10 % beträgt. Der Siedlungsstruktur und der Besonnung 

des Gebäudes ist bei der Festlegung der als besonnte Längsseite geltende Gebäudeseite 

durch die Baubewilligungsbehörde Rechnung zu tragen, aber eben nur, falls es sich um ein 

annähernd quadratisches Gebäude handelt. Das Bauvorhaben, dessen Längsseite mehr 

als 11 % länger ist als die Breitseite, gilt hingegen nicht als annähernd quadratisch. 

Dementsprechend wäre der grosse Grenzabstand auf der Südseite des Gebäudes zu 

messen. Da diese Seite der Strasse zugewandt ist und der Strassenabstand dem 

allgemeinen Grenzabstand vorgeht,7 hat das Gebäude an der Südseite "nur" den 

Strassenabstand einzuhalten. Auf der West- und Ostseite des Gebäudes, ist der kleine 

Grenzabstand massgebend. Das Bauvorhaben hält daher die erforderlichen Grenz- und 

Strassenabstände ein. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Rügen erweisen sich 

als unbegründet.

6 BVR 1977 S. 221, bestätigt durch VGE 16125 vom 23. März 1981, E. 3; Musterbaureglement des Amtes für 
Gemeinden und Raumordnung, Anhang A1, A123 Abs. 2.
7 BVR 2010 S. 507 E. 2.2.2.

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4. Zufahrt

a) Das Bauvorhaben sieht eine Zufahrt mit einer Breite von 5.71 m vor. Diese Zufahrt 

erschliesst den vorgesehenen Carport, der Platz für zwei Autoabstellplätze bieten soll. Die 

Vorinstanz erteilte eine Ausnahmebewilligung für eine Öffnung des Vorlands von mehr als 

3 m Breite. Die Beschwerdeführenden 2 - 4 bringen vor, es liege keine Situation vor, die 

eine Ausnahme rechtfertigte für eine Zufahrt mit einer Breite von mehr als 3 m. Der weitere 

Verlust von Aussenraum sei einzig auf die Dimensionierung des Bauvorhabens 

zurückzuführen. Weder die Bauparzelle noch das Bauprojekt wiesen Besonderheiten auf, 

die eine Ausnahme i.S.v. Art. 26 BauG rechtfertigten.

Der Beschwerdegegner sowie die Stadt Bern entgegnen, die beiden gedeckten 

Autoabstellplätze könnten nur anders erschlossen werden, wenn die Parkplätze weiter in 

den Hofbereich verschoben würden, damit würde wertvoller Aussenraum verloren gehen. 

Dies sei auf die vorbestehende Situation zurückzuführen und auch die bestehende Zufahrt 

überschreite die Breite von 3 m deutlich.

b) Gemäss Art. 11 Abs. 1 BO ist der Raum zwischen strassenseitiger Fassadenflucht 

und der Grenze der Verkehrsanlage als Garten zu gestalten. Sofern die Einheitlichkeit des 

Vorlandes, der lokale Charakter des Strassenbildes oder andere schutzwürdige Interessen 

nicht beeinträchtigt werden, darf in Ausnahmefällen, z.B. vor Ladenlokalen, ein Teil des 

Vorlandes als Verkehrsanlage und Parkierfläche benützt und gestaltet werden (Art. 11 

Abs. 3 BO). Art. 12 BO präzisiert, dass wo ein Autoabstellplatz erstellt werden darf, eine 

Zufahrt von maximal 3 m Breite durch das Vorland zulässig ist. 

Von einzelnen Bauvorschriften können Ausnahmen gewährt werden, wenn besondere 

Verhältnisse es rechtfertigen und keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt und keine 

wesentlichen nachbarlichen Interessen verletzt werden (Art. 26 Abs. 1 und 2 BauG).  

Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der 

Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend 

erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den 

Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den 

geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den 

Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter 

Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen 

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der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen, 

der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber 

keine Ausnahmebewilligung. Die Gewährung einer Ausnahme rechtfertigt sich 

insbesondere auch dann nicht, wenn zumutbare Alternativen zur Verfügung stünden.8 Die 

Erteilung einer Ausnahme soll vielmehr ausgesprochene Unbilligkeiten und 

Unzweckmässigkeiten vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die 

Bauwilligen zur Folge hätte. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund 

keine absolute Grösse ist. Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt 

von drei Komponenten ab: vom Interesse an der Ausnahme, von der Bedeutung der 

Vorschrift, von der abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten 

Abweichung.9

c) Bereits heute befindet sich auf dem Grundstück eine Zufahrt, die deutlich breiter als 

3 m ist. Sie erschliesst einen dahinterliegenden Autounterstand. Der Neubau des 

Zweiparteienhaus verursacht einen Parkplatzbedarf von mindestens einem Abstellplatz für 

ein Motorfahrzeug (vgl. Art. 51 Abs. 1 Bst. b BauV10). Dieser Parkplatz soll neben dem 

bestehenden realisiert werden. Konkret soll die bisherige Garage abgebrochen und ein 

breiterer Autounterstand für zwei Fahrzeuge erstellt werden. Damit dieser zusätzliche 

Parkplatz, der ca. 6 m hinter der Grundstückgrenze liegt, ohne aufwändige Manöver 

erreicht werden kann, muss die Zufahrt dieselbe Breite wie der Autounterstand aufweisen, 

daher soll sie auf 5.71 m verbreitert werden. Eine Zufahrt, die im Bereich des Vorlands nur 

eine Breite von 3 m aufweisen würde, wäre für die Erschliessung eines zweiten 

Parkplatzes nur dann möglich, wenn der Autounterstand weiter von der Strasse entfernt, 

das heisst, weiter hinten im Garten realisiert würde und über einen Vorplatz erreicht 

werden könnte. Dies bedeutete, dass mehr Grünfläche für die Erschliessung der 

Parkplätze beansprucht würde und stellte somit eine deutlich schlechtere Alternative dar. 

Der Grund für die Notwendigkeit der Ausnahme ist zudem nicht auf die Dimensionierung 

des Bauvorhabens zurückzuführen; auch ein Einfamilienhaus benötigte einen zusätzlichen 

Parkplatz. Vielmehr liegt es daran, dass das weiter im Norden der Parzelle liegende 

bestehende Haus und der dazugehörende Parkplatz auch über den I.________ 

erschlossen sind. Die Realisierung eines neuen Wohnhauses führt dementsprechend 

8 BVR 2006 S. 145.
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 26-
27 N. 4.
10 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1). 

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immer dazu, dass zwei Parkplätze über dieselbe Zufahrt erschlossen werden sollten. 

Schliesslich beschränkt sich die Bauherrschaft auf das Minimum der notwendigen 

Parkplätze und respektiert soweit wie möglich das Gebot, das Vorland als Garten zu 

gestalten. Die Notwendigkeit für die Erteilung einer Ausnahme gründet dementsprechend 

insbesondere in der bestehenden Situation und der Tatsache, dass zwei Gebäude auf der 

gleichen Parzelle über die gleiche Zufahrt erschlossen werden sollen. Die mögliche 

Alternative würde zu einem deutlich grösseren Verlust an Grünfläche führen. Schliesslich 

scheint die Praxis der Stadt Bern in Bezug auf die Erteilung von Ausnahmen von diesen 

Vorschriften grosszügig zu sein; an dieser Strasse gibt es verschiedene Zufahrten, die 

breiter als 3 m sind oder Vorland, das nicht als Garten ausgestaltet ist. Die Breite der 

Zufahrt beeinträchtigt zudem keine öffentlichen Interessen. Vielmehr dient die neue 

Gestaltung der Zufahrt der Verkehrssicherheit. Die Einsprechenden machen zudem auch 

keine Verletzung von nachbarlichen Interessen geltend. Der Gewährung einer Ausnahme 

stehen somit keine gegenteiligen Interessen gegenüber. Es ist nicht zu beanstanden, dass 

die Vorinstanz vom Überschreiten der zulässigen Breite der Zufahrt durch das Vorland eine 

Ausnahme gewährte. 

5. Parkierungssituation

a) Auf der Parzelle des Bauvorhabens sind zwei Abstellplätze für Motorfahrzeuge 

vorgesehen. Damit bei der Ausfahrt die notwendigen Sichtbermen eingehalten sind, plant 

die Stadt einen Parkplatz der blauen Zone aufzuheben. Die Beschwerdeführenden 2 - 4 

machen geltend, das Bauvorhaben verstosse gegen Art. 16 BauG i.V.m Art. 50 ff. BauV. 

Mit dem Bauvorhaben würden keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen, vielmehr müsse 

ein weiterer Parkplatz der blauen Zone weichen. 

b) Die Beschwerdegegner entgegnen, für das bestehende Gebäude bestehe heute ein 

Parkplatz in der geschlossenen Garage. Dieser werde abgerissen und durch einen Carport 

mit zwei Parkierungsmöglichkeiten ersetzt. Für das neu zu erstellende Wohnhaus sei 

demnach ein neuer Parkplatz im Carport vorgesehen. Parkplätze in der blauen Zone seien 

bei der Berechnung von Parkplätzen nicht zu berücksichtigen und der aufzuhebende 

Parkplatz müsste auf Grund der heutigen Verkehrssituation auch unabhängig von 

Bauvorhaben aufgehoben werden.

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c) Wie bereits festgehalten (E. 4c), verursacht das Bauvorhaben einen Parkplatzbedarf 

von mindestens einem Abstellplatz für Motorfahrzeuge (Art. 51 BauV). Das Bauvorhaben 

sieht das Erstellen einer zusätzlichen Parkierungsmöglichkeit vor. Es entspricht damit 

Art. 16 BauG i.V.m. Art. 51 BauV. Die Aufhebung eines öffentlichen Parkplatzes, der keiner 

bestimmten Nutzung zugeschrieben ist, widerspricht keinen öffentlich-rechtlichen 

Vorschriften.11 Die entsprechenden Rügen erweisen sich daher als unbegründet.

6. Spielplatz und Aufenthaltsbereich

a) Die Beschwerdeführenden 2 - 4 bemängeln, durch das Bauprojekt werde 

Aussenraum vernichtet. Auf Grund des Neubaus seien für das bestehende 

Mehrfamilienhaus nicht mehr genügend Aufenthaltsbereiche und Spielplätze vorhanden.

b) Beim Bau von Mehrfamilienhäusern sind im Freien Aufenthaltsbereiche für die 

Bewohner und Kinderspielplätze zu schaffen (Art. 15 BauG). Unter Mehrfamilienhäusern 

sind Wohnhäuser mit mehr als zwei Familienwohnungen zu verstehen. Als 

Familienwohnungen gelten Wohnungen mit wenigstens drei Zimmern (Art. 43 Abs. 3 

BauV). Die Fläche der Kinderspielplätze hat wenigstens 15 %, der Aufenthaltsbereich 5 % 

der Hauptnutz- und Konstruktionsfläche zu entsprechen, resp. pro Mehrfamilienhaus sind 

mindestens 20 m2 für Aufenthaltsbereiche vorzusehen (Art. 45 Abs. 1 und 2 BauV).

c)  Das Bauvorhaben selber stellt kein Mehrfamilienhaus dar. Dementsprechend sind 

für dieses Gebäude keine speziellen Aufenthalts- und Spielflächen vorzusehen. Allerdings 

weist das bestehende Haus eine Fünf-, eine Vier- sowie eine Dreizimmerwohnung auf. 

Dabei handelt es sich somit um ein Mehrfamilienhaus, das über entsprechende 

Aufenthalts- und Spielflächen verfügen muss. Das Bauvorhaben darf nicht dazu führen, 

dass die erforderlichen Aufenthalts- und Spielflächen des bestehenden 

Mehrfamilienhauses nicht mehr vorhanden wären. 

Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers weist das Mehrfamilienhaus eine 

Totalfläche von insgesamt 397.5 m2 auf. Zwar verfügt die Stadt Bern über keine Pläne, auf 

welchen diese Angaben detailliert überprüft werden könnten, allerdings besteht kein Grund 

11 BDE 110/1997/41 vom 5. August 1997, E. 2d.

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an diesen Angaben zu zweifeln: Das Gebäude weist eine Grundfläche von 161 m2 auf. Im 

ersten Obergeschoss ist ein Teil dieser Fläche für die Terrasse genutzt, welche an die 

massgebliche Fläche nicht anzurechnen ist und das Dachgeschosses kann auf Grund der 

grossen Dachfläche und Dachschrägen nicht voll genutzt werden. Die Berücksichtigung 

einer Totalfläche von 397.5 m2 für die Berechnung der notwendigen Spiel- und 

Aufenthaltsflächen scheint daher mit Blick auf die vorhandenen Pläne grosszügig 

bemessen zu sein und ist nicht zu beanstanden. Diese Angabe wird von den 

Beschwerdeführenden 2 - 4 auch nicht kritisiert. Dementsprechend benötigt das 

bestehende Gebäude eine Spielfläche von knapp 60 m2 sowie eine Aufenthaltsfläche von 

20 m2. In dem am 20. Juli 2018 vom Beschwerdegegner eingereichten Plan ist ersichtlich, 

dass auch nach der Realisierung des Bauvorhabens insgesamt eine Fläche von 123 m2 für 

Aufenthalts- und Spielflächen vorhanden ist. Zwar sind die konkreten Angaben der 

einzelnen Aufenthalts- und Spielflächen in den Plänen falsch, da der Beschwerdegegner 

für die Berechnung der Spielfläche 5 % und für die Berechnung der Aufenthaltsfläche 15 % 

der Hauptnutz- und Konstruktionsfläche verwendete. Diese Verwechslung ist allerdings 

unerheblich, da aus diesen Plänen insgesamt ersichtlich ist, dass auch nach der 

Realisierung des Bauvorhabens für das bestehende Mehrfamilienhaus genügend Spiel- 

und Aufenthaltsfläche vorhanden ist. Ob diese insbesondere in Bezug auf die Gestaltung 

den Anforderungen von Art. 44 BauV entsprechen, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu 

überprüfen. Das Bauvorhaben führt nicht dazu, dass das bestehende Mehrfamilienhaus 

nicht mehr über genügend Aufenthalts- und Spielfläche verfügt. Die entsprechende Rüge 

erweist sich dementsprechend ebenfalls als unbegründet. 

7. Ästhetik- und Ortsbildschutz

a) Das Zweiparteienhaus ist als Gebäude mit Flachdach geplant. Das Erdgeschoss 

weist grosszügige Fensterflächen auf und soll im Übrigen verputzt oder mit Sichtbeton 

ausgestaltet werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll es eine 

Holzschindelfassade aufweisen. Die gegen Süden gerichtete Fassade ist auf der Höhe des 

Erkers leicht abgewinkelt, das heisst, sie weist in diesem Bereich einen leichten "Knick" 

auf. Der Beschwerdeführer zweifelt an der guten Einordnung des Bauvorhabens in die 

Nachbarschaft, vielmehr komme es einer Zwängerei gleich. Die Beschwerdeführenden 2 - 

4 bemängeln, die einzige Baute im Quartier, die in ihrem Erscheinungsbild Holz aufweise, 

sei das Fachwerkhaus am I.________. Lediglich das Riegwerk bestehe aus Holz. Es sei 

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fraglich, wie die Stadtbildkommission zum Schluss habe kommen könne, dass die Häuser 

im Quartier verschiedentlich Holz aufwiesen. Da im J.________quartier nirgendwo ein 

ähnlich gestaltetes Haus wie das Bauvorhaben vorkomme, stelle es einen klaren 

Fremdkörper dar. Das gesamte Erscheinungsbild des Hauses, aber insbesondere der 

Knick in der Fassade, seien einzigartig. Worauf dieser Knick zurückzuführen sei, sei für die 

gestalterische Beurteilung unerheblich. Schliesslich sei in Bezug auf die Einpassung in das 

Quartierbild auch unerheblich, dass Holz als Baumetrial eine hohe Wertschätzung 

geniesse. Um den Anforderungen der Gestaltungsvorschriften zu genügen, müsste sich 

das Bauvorhaben an den qualitativ hochstehenden Bauten in der Umgebung orientieren 

und genau dies mache es mit dem Flachdach und der Holzschindelfassade nicht. 

Insbesondere könne das Gebäude nicht als sekundäres Element betrachtet werden, 

sondern es habe wie alle anderen Bauten die Voraussetzungen der 

Gestaltungsvorschriften zu erfüllen und genau dies tue es nicht.

Die Stadt Bern betont, die Stadtbildkommission habe sich im Baubewilligungsverfahren 

positiv zum Vorhaben geäussert. Es bestehe kein Anlass, diese Einschätzung 

anzuzweifeln. Insbesondere der Hinweis, es komme im Quartier kein ähnliches Haus vor, 

würde dazu führen, dass eine Modernisierung in den städtischen Quartieren 

ausgeschlossen wäre. Auch die Denkmalpflege vertrete die Ansicht, dass neue Elemente 

möglich seien, diese sollten aber als solche erkennbar sein. Kopien seien nach Möglichkeit 

zu vermeiden. Der Beschwerdegegner führt denn auch aus, das Bauvorhaben nehme 

vorbestehende Gestaltungselemente auf. Hingegen bestehe anspruchsvolle Architektur 

nicht im blossen Nachbau solcher Gestaltungselemente.

b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften, 

Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt 

die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. 

Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden 

Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften 

erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften 

müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die 

Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders 

formulieren.12

12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen.

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Art. 6 Abs. 1 BO legt fest, dass Bauten, Gebäudeteile und Gestaltungen des öffentlichen 

sowie privaten Aussenraums, die sich in ihrer Erscheinung nicht in das Stadt-, Quartier- 

und Strassenbild sowie die Stadtsilhouette einfügen oder die Einheitlichkeit der 

wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung nicht wahren, unzulässig sind, auch 

wenn sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. Für die Einordnung sind nach Abs. 2 

von Art. 6 BO insbesondere die Gestaltung und Anordnung folgender Elemente 

massgebend:

a.  Standort, Stellung und Form (Baukubus und Dach) des Gebäudes;

b. Gliederung der Aussenflächen (Fassaden und Dach), insbesondere von 

Sockelgeschoss, Dachrand, Balkone, Erker und Attika;

c. Material und Farbe;

d. Eingänge, Ein- und Ausfahrten;

e. Aussenraum, insbesondere die Begrenzung gegenüber dem Strassenraum, die 

Lärmschutzmassnahmen, die Abstellplätze und die Bepflanzung.

Die Regelung der Stadt Bern enthält ein positives Einordnungs- bzw. Einfügungsgebot und 

nicht nur ein Beeinträchtigungsverbot. Art. 6 BO geht damit über die Generalklausel von 

Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus, womit dieser Bestimmung selbständige Bedeutung zukommt.13 

Allerdings ist diese Bestimmung auslegungsbedürftig. Dabei gilt es zu beachten, dass der 

Stadt in ihrer Ortsplanung im Rahmen der Gesetzgebung und der übergeordneten Planung 

ein relativ grosser Entscheidungsspielraum zusteht. Es ist vorab ihre Sache zu bestimmen, 

wie sie die kommunale Vorschrift verstanden haben will. Im Beschwerdeverfahren ist daher 

die Anwendung dieser kommunalen Vorschrift nur mit einer gewissen Zurückhaltung zu 

prüfen. Allerdings muss die von der Gemeinde vertretene Auffassung rechtlich haltbar 

sein.14

c) Die Stadtbildkommission hat die Umgebung und das Bauvorhaben folgendermassen 

beurteilt:

Die Nachbarschaft des Bauvorhabens setze sich aus mehreren schützens- und 

erhaltenswerten Objekten zusammen. Sie stammten mehrheitlich aus der Zeit um 1890 bis 

1920 und gehorchten in Ausdruck, Volumetrie, Materialisierung und Farbigkeit den 

13 BVR 2008 S. 117 E. 2a.
14 BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1, mit Hinweisen.

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Standards ihrer Erstehungszeit. Es handle sich durchwegs um sorgfältig gestaltete und 

solide gebaute typische Baumeisterhäuser. Die bestehenden Hauptbauten seien massiv 

konstruiert. Holz komme mehrfach bei Riegwerken, Dachvorsprüngen, Lauben und 

Nebenbauten zur Anwendung. Es seien verschiedene Grundrissproportionen, Dachformen 

und Dachneigungen zu beobachten. Die Qualität des Quartiers beruhe nicht nur auf der 

Einheitlichkeit, sondern auch auf einer gewissen Variation von Formen und Oberflächen, 

welche die historischen Kontexte und die jeweiligen Möglichkeiten der Bauherrschaften 

widerspiegeln. Das Gebäude I.________ 16-20 habe eine neue Typologie und einen 

neuen Massstab eingeführt, wie sie zuvor vorwiegend entlang der 

Haupterschliessungsstrassen anzutreffen gewesen seien. Dieser Bau ergebe aber als 

Referenzbau für das Projekt wenig Sinn, sondern er verweise höchstens darauf, dass die 

Zeit auch in diesem Quartier nicht spurlos vorübergegangen sei.

Die Stadtbildkommission ist zum Schluss gelangt, das Bauvorhaben orientiere sich an den 

erstgenannten städtebaulichen und typologischen Vorgaben. Das Bauvorhaben ordne sich 

massstäblich und volumetrisch gut in diese Nachbarschaft ein. Der Knick in der Fassade 

sei nicht als gestalterisches Motiv zu interpretieren, sondern wohl das Resultat der 

Evaluation, mit der das Gebäude umsichtig in die Parzelle gesetzt worden sei. Das 

Bauvorhaben ordne sich mit seinem Ausdruck auch ins Quartier- und Stadtbild ein. 

Verputzte Oberflächen stünden heute oft für billige Machart und lieblose Details, während 

Holz als natürlicher Baustoff eine hohe Wertschätzung geniesse und daher mit den 

verputzten Bauten aus der Zeit vor einem Jahrhundert vergleichbar sei. Insbesondere auf 

der Ausdrucks- und Bedeutungsebene ordne sich das Gebäude ins Stadtbild ein. Es 

mache auch Sinn, dass sich der Bau als sekundäres Element an den vorhandenen 

sekundären Elemente wie Lauben und Gartenhäusern orientiere, und die Materialisierung 

füge sich mit ihrer organischen Oberfläche auch gut in den Grünraum, der für den Standort 

konstituierend sei, ein. 

Insgesamt habe sich die Architektur im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts gewandelt, 

neue Stile und Materialien erlebt und für die gleiche Bauaufgabe neue 

Ausdrucksmöglichkeiten erschlossen. Das Projekt pflege einen umsichtigen und 

verantwortungsvollen Umgang mit diesen architektonischen Themen.

d) Die Stadtbildkommission hat die bestehende Situation detailliert und bildlich 

umschrieben. Sie hat die Qualitäten des Quartiers hervorgehoben und klar zum Ausdruck 

RA Nr. 110/2018/67 15

gebracht, dass sich das Bauvorhaben an den qualitativ hochstehenden Bauten zu 

orientieren habe. Sie hat auch anschaulich dargelegt, dass die Zeit auch an diesem 

Quartier nicht spurlos vorbeigegangen ist und dass eine neue Materialisierung 

entsprechend der heutigen Zeit möglich sein muss, resp. einem Festhalten an den 

ursprünglichen Materialien vorzuziehen ist. Ihre Einschätzung, wonach das Bauvorhaben 

sich in die bestehende Umgebung gut einfüge, ist den auch gut nachvollziehbar und 

überzeugt: Das Bauvorhaben ordnet sich mit seiner Volumetrie im Vergleich zu den 

umliegenden Gebäuden eher unter. Mit seiner Ausrichtung und Stellung gliedert es sich in 

die bestehende Bebauung gut ein. Zwar weist es mit dem Knick in der Fassade ein sonst 

im Quartier fremdes Element auf, allerdings tritt dieses auf Grund der ansonsten ruhigen 

Fassadengestaltung nicht stark in Erscheinung. Auf dem Situationsplan ist überdies 

ersichtlich, dass der Knick die Fassadenführung des gegenüberliegenden Gebäudes 

aufnimmt. Weiter leuchtet es ein, dass sich ein Gebäude mit einer qualitativ 

hochstehenden und den heutigen Anforderungen entsprechender Materialisierung ohne 

Weiteres in das bestehende Quartier einfügen kann und eine Weiterentwicklung der 

Architektur und der Materialisierung einem Nachempfinden von vergangenen Stilen 

vorzuziehen ist. Das Bauvorhaben bringt zudem keine neuen massstäblichen oder 

gestalterischen Elemente ins Quartier, sondern orientiert sich an den bestehenden 

Strukturen. Insbesondere bleibt auch der bestehende Grünraum im Bereich des Vorlands 

grösstenteils erhalten. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass das Bauvorhaben zwar von 

Baudenkmälern umgeben ist, aber das Gebiet keine Baugruppe darstellt, bei welcher das 

gesamte Erscheinungsbild massgebend ist. Insgesamt ist die Beurteilung der Vorinstanz 

nachvollziehbar und rechtlich haltbar. Das Bauvorhaben fügt sich ins Quartier und 

Strassenbild ein und beeinträchtigt auch die Einheitlichkeit der wesentlichen Merkmale der 

betreffenden Bebauung nicht. Damit erweist sich auch diese Rüge als unbegründet.

e) Der Beschwerdegegner reichte eine ausführliche Projektpräsentation ein. Die 

Stadtbildkommission hat zudem sowohl das Bauvorhaben als auch die Umgebung 

anschaulich umschrieben. Zudem ergeben sich wichtige Aspekte der Umgebung auch aus 

dem Bauinventar der Stadt Bern. Die BVE konnte sich daher auf Grund der Akten ein 

ausführliches Bild machen. Eine weitere Klärung des Sachverhaltes und damit die 

Durchführung eines Augenscheins erwies sich als nicht notwendig. Der entsprechende 

Antrag der Beschwerdeführenden 2 - 4 wird abgewiesen. 

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8. Verfahrenskosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer 

Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.00 bis Fr. 4'000.00 je 

Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV15). Vorliegend wurden 

gegen den Entscheid der Stadt Bern zwei Beschwerden eingereicht. Die Bearbeitung der 

Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 – 4 erwies sich als deutlich aufwändiger als die 

Beschwerde des Beschwerdeführers 1. Daher wird die Pauschalgebühr für die 

Beschwerde des Beschwerdeführers 1 auf Fr. 900.00 und diejenige der 

Beschwerdeführenden 2 – 4 auf Fr. 2'100.00 festgesetzt (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. 

Art. 19 Abs. 1 GebV). Auf Grund der Vereinigung der Verfahren werden die 

Verfahrenskosten um je 1/3 reduziert. Die Verfahrenskosten für die Beschwerde des 

Beschwerdeführers 1 betragen somit Fr. 600.00, diejenigen für die Beschwerde der 

Beschwerdeführenden 2 – 4 betragen Fr. 1'400.00.

Die Beschwerdeführenden haben zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Beschwerdegegner macht ein Honorar von 

Fr. 5'600.00 zuzüglich Auslagen von Fr. 277.30 und Mehrwertsteuer geltend. Die 

Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand 

(Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV16 beträgt das Honorar in 

verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz. 

Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache 

gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 

Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG17). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als 

unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und nur ein sehr 

beschränktes Beweisverfahren durchgeführt wurde. Auf Grund der Vereinigung der 

Verfahren hätte der Beschwerdegegner zudem nur in einer Rechtsschrift zu den 

Beschwerden Stellung nehmen können. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch 

von rund Fr. 900'000.– und den umstrittenen Rechtsfragen sind die Bedeutung der 

Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses insgesamt als knapp durchschnittlich 

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).
16 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; 
PKV; BSG 168.811).
17 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).

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einzustufen. Daher erscheint eine Ausschöpfung des Rahmentarifs von knapp 40 % resp. 

ein Honorar von Fr. 4'800.– zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer als angemessen. 

Auch die Auslagen sind um einen Viertel auf Fr. 208.00 zu kürzen. Die 

Parteientschädigung des Beschwerdegegners wird daher insgesamt auf Fr. 5'393.60 

festgesetzt. Gemäss den Ausführungen des Anwalts des Beschwerdegegners fiel 1/3 des 

Aufwands auf die Bearbeitung der Beschwerde des Beschwerdeführers 1 und 2/3 des 

Aufwands auf die Bearbeitung der Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 – 4. Der 

Beschwerdeführer 1 hat somit dem Beschwerdegegner Parteikosten von Fr. 1'797.85 zu 

ersetzen. Die Beschwerdeführenden 2 – 4 haben dem Beschwerdegegner Parteikosten 

von Fr. 3'595.75 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerden werden abgewiesen. Die Baubewilligung der Stadt Bern vom 

18. April 2018 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten für die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 von Fr. 600.– 

werden dem Beschwerdeführer 1 zur Bezahlung auferlegt. 

Die Verfahrenskosten für die Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 – 4 von 

Fr. 1'400.00 werden den Beschwerdeführenden 2 – 4 auferlegt. Die 

Beschwerdeführenden 2 – 4 haften solidarisch für den gesamten Betrag. 

Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Der Beschwerdeführer 1 hat dem Beschwerdegegner Parteikosten im Betrag von 

Fr. 1'797.85 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

Die Beschwerdeführenden 2 – 4 haben dem Beschwerdegegner Parteikosten im 

Betrag von Fr. 3'595.75 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die 

Beschwerdeführenden 2 – 4 haften solidarisch für den gesamten Betrag.

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IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt E.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt G.________, eingeschrieben

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- Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern, Bauinspektorat, eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident