# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84ad2523-a4be-5ef1-a0f0-a0fba61bcf9b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 24.03.2025 NP240009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP240009_2025-03-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: NP240009-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Reuss Valentini

Urteil vom 24. März 2025

in Sachen

A._____ AG, 
Klägerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ AG, 
Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Advokat Prof. Dr. iur. Y._____ 

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Dietikon vom 12. Februar 2024 (FV230014-M)

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Rechtsbegehren:
(Urk. 2 S. 2)

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 
27'823.05 zuzüglich Zins von 5% pro Jahr ab dem 22. September 2022 zu 
bezahlen.

 2. Es sei vom Vorbehalt der Nachklage Vormerk zu nehmen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. MWST, zulasten der Beklag-
ten."

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht
Dietikon vom 12. Februar 2024:

(Urk. 24 S. 14 f.) 

"1. Die Klage wird abgewiesen.

 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.

 3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss bezogen.

 4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 4'100.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

 5. [Schriftliche Mitteilung]

 6. [Berufung]"

Berufungsanträge:

der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 23 S. 2):

"1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 12. Februar 2024 im Ver-
fahren FV230014 aufzuheben. 

 2. Es sei festzustellen, dass …

2.1. … der von der Klägerin geltend gemachte Ertragsausfall in den 
Perioden zwischen dem 17. März 2020 und dem 10. Mai 2020 so-

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wie zwischen dem 22. Dezember 2020 und dem 18. April 2021 
von der Police … vom 19. März 2020 gedeckt ist und dass die 
Beklagte grundsätzlich eine Entschädigung für diesen Ertragsaus-
fall schuldet; und

2.2. … der Anspruch auf Entschädigung gemäss Art. 2.1. weder ver-
jährt noch verwirkt ist. 

3. Es sei die Sache an das Bezirksgericht Dietikon zur Weiterführung des Ver-
fahrens unter Berücksichtigung der Feststellungen gemäss Rechtsbegehren 
2 zurückzuweisen. 

 4. Es seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens im Endurteil neu zu 
verlegen. 

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. MWST, zulasten der Beru-
fungsbeklagten."

der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 28 S. 2):

"1. Es sei die Berufung abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklägerin 
(zzgl. allfällige MwSt.)."

Erwägungen:

A. Sachverhalt / Prozessgeschichte

1. Die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin) ist ein in der Gastrono-
mie tätiger Betrieb mit Sitz in C._____, der Fleischwaren und andere Lebensmittel 

herstellt und Gastronomiebetriebe damit beliefert (Urk. 2 S. 8 f. Rz 24, 29 ff.; 

Urk. 4/8). Die Beklagte und Berufungsbeklagte (fortan Beklagte) ist eine schweize-

rische Versicherung mit Sitz in D._____ (Urk. 2 S. 9 Rz 32; Urk. 10 S. 1). Die Klä-

gerin schloss bei der Beklagten am 19. März 2020 eine Betriebsversicherung (Po-

lice Nr. …) mit Vertragsbeginn am 16. März 2020 ab (Urk. 4/2, nachfolgend Police 

2020), welche unter anderem eine Epidemieversicherung beinhaltet (Urk. 4/2 S. 2). 

Mit Vertrag vom 2. September 2020 wurde diese Betriebsversicherung durch eine 

angepasste per 1. Januar 2021 wirksame Betriebsversicherung abgelöst (Urk. 4/3, 

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nachfolgend Police 2021). Vorliegend ist die Police 2020 anwendbar und als inte-

grierte Bestandteile die Policenbeilage (Urk. 4/4) und die Kundeninformationen und 

Allgemeine Bedingungen der Betriebs- und Gebäudeversicherung Ausgabe 

10.2019 (Urk. 4/5; vgl. Urk. 4/2 S. 1). Die Klägerin macht geltend, aufgrund der ab 

Frühjahr 2020 geltenden COVID-19-Massnahmen (Lockdowns zwischen dem 

17. März 2020 und dem 10. Mai 2020 sowie zwischen dem 22. Dezember 2020 

und dem 18. April 2021; vgl. COVID-19-Verordnung 2 [SR 818.101.24]) hätten 

zahlreiche ihrer Kunden (Restaurants, Imbisse und Cafés) ihre Betriebe ganz oder 

teilweise (nur noch Take-Away-Betrieb) schliessen müssen und daher keine oder 

signifikant weniger Produkte bei der Klägerin bestellt. Gestützt auf die Epidemie-

versicherung verlangt die Klägerin entsprechend die Entschädigung des ihr durch 

die behördlichen Schliessungsmassnahmen entstandenen Ertragsausfalls, einst-

weilen im Sinne einer Teilklage nur aus dem Geschäft mit bestimmten Kunden in 

der Höhe von Fr. 27'823.05 (Urk. 2 S. 4 Rz 3, S. 8 Rz 24 ff., S. 21 ff. Rz 91 ff.; 

Urk. 23 S. 4 f.). Nicht umstritten ist, dass das neue Coronavirus 2019 (COVID) eine 

übertragbare Krankheit im Sinne der Epidemieversicherung ist und die vom Bun-

desrat angeordneten Massnahmen zu dessen Bekämpfung grundsätzlich ein ver-

sichertes Risiko darstellen. Die Beklagte lehnt die Deckung des von der Klägerin 

geltend gemachten Schadens jedoch ab, weil nur Ertragsausfälle aufgrund der voll-

ständigen behördlich angeordneten Betriebsschliessung betreffend den versicher-

ten Betrieb oder bezüglich diesem zudienender, nicht aber abnehmender Betriebe 

gedeckt seien und eine allfällige klägerische Forderung ohnehin verjährt und ver-

wirkt wäre (Urk. 10 S. 4 ff. Rz 13 ff.). 

2. Am 16. Dezember 2022 gab die Klägerin ihr Schlichtungsgesuch bei der Post 
auf (Urk. 1). Mit Eingabe vom 1. Juni 2023 (Datum Poststempel) machte sie unter 

Beilage der Klagebewilligung des Friedensrichteramtes der Stadt C._____ vom 

16. Februar 2023 bei der Vorinstanz fristgerecht (vgl. Urk. 2 S. 6 Rz 13; Art. 209 

Abs. 3 i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO) ihre Klage rechtshängig (Urk. 1 und 2). Die 

Beklagte äusserte sich innert Frist (vgl. Urk. 5) mit Zuschrift vom 23. August 2023 

(Urk. 10). Mit Verfügung vom 25. August 2023 beschränkte die Vorinstanz - dem 

entsprechenden prozessualen Antrag der Klägerin folgend - das Verfahren einst-

weilen auf die Frage der Deckung und Verjährung oder Verwirkung allfälliger For-

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derungen aus dem Versicherungsvertrag (Urk. 12). Nach Durchführung der auf 

diese Fragen beschränkten Hauptverhandlung vom 5. Dezember 2023, anlässlich 

welcher die Parteien neue Tatsachen und Beweismittel vorbrachten und ihre Par-

teivorträge erstatteten (Prot. I S. 6 ff.), fällte die Vorinstanz unterm 12. Februar 2024 

das eingangs zitierte Urteil, womit die Klage abgewiesen wurde (Urk. 21 = Urk. 24). 

3. Dagegen erhob die Klägerin mit Eingabe vom 14. März 2024 Berufung mit 
den eingangs erwähnten Anträgen (Urk. 23). Den ihr mit Präsidialverfügung vom 

15. März 2024 für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens auferlegten Kos-

tenvorschuss von Fr. 3'000.– leistete sie in Anbetracht des Fristenstillstands wäh-

rend Ostern bis und mit Montag 8. April 2024 rechtzeitig am 12. April 2024 (vgl. 

Urk. 25 Anhang, zugestellt via Postfach am 19. März 2024; Art. 145 Abs. 1 lit. a 

ZPO; Urk. 26). Die fristwahrend (vgl. Urk. 27, Anhang) erstattete Berufungsantwort 

datiert vom 26. Juni 2024 (Urk. 28). Sie wurde mit Präsidialverfügung vom 9. Juli 

2024 der Klägerin zur Kenntnisnahme - und allfälliger Ausübung des Replikrechts 

- zugestellt (Urk. 30). Die Klägerin äusserte sich nicht mehr, womit sich das Verfah-

ren als spruchreif erweist. 

B. Prozessuales

1. Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben und mit Anträgen und ei-
ner Begründung versehen (Urk. 23 und Urk. 22/1). Die klägerischen Feststellungs- 

und das Rückweisungsbegehren erweisen sich dabei mit Blick auf das von der 

Vorinstanz auf die Fragen der Deckung und Verjährung bzw. Verwirkung be-

schränkte Verfahren (Urk. 12) als zulässige Berufungsanträge. Dem Eintreten steht 

nichts entgegen. 

2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richterlicher Ermessensausübung (Angemessen-

heitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). Zwar prüft die Beru-

fungsinstanz nicht nur die geltend gemachten Rügen (Rügeprinzip). Der Berufungs-

kläger hat sich aber mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids ausein-

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anderzusetzen; das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht von sich aus 

auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkürlich fest-

gestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden (ZK 

ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbe-

fugnis ist die Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argu-

mente oder an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch 

mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, 

a.a.O., Art. 310 N 6). Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter 

den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Rechtliche Ausführungen 

stellen keine Noven dar (BGer 4A_519/2011 vom 28. November 2011 E. 2.1). Das 

Berufungsgericht soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, 

nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Das 

Berufungsverfahren steht gewissermassen auf den Schultern des erstinstanzlichen 

Entscheides und dient nicht dazu, dass die Parteien Versäumtes nachbessern kön-

nen. Alles, was relevant ist, ist deshalb bereits in das erstinstanzliche Verfahren 

einfliessen zu lassen (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 N 31). 

C. Materielles

1. Die Vorinstanz hielt dafür, nach Ansicht der Klägerin, welche infolge der gan-
zen oder teilweisen Schliessung abnehmender Betriebe einen Ertragsausfall gel-

tend mache, sei die im Bausteinbeschrieb "0104 Epidemie, Ausgabe 07.2008", Zif-

fer 1 enthaltende Umschreibung des Versicherungsgegenstandes dahingehend 

auszulegen, dass ein Ertragsausfall infolge der Schliessung anderer Betriebe ver-

sichert sei, unabhängig davon, ob es sich um zudienende oder abnehmende Be-

triebe handle. Für den Begriff der Schliessung solcher Betriebe komme es nicht 

darauf an, ob beim Betrieb mehrerer Betriebe nur ein Teil dieser Betriebe oder der 

Gesamtbetrieb geschlossen worden sei. Nach Auffassung der Beklagten sei dem-

gegenüber die Bestimmung entsprechend ihrem klaren Wortlaut dahingehend aus-

zulegen, dass nur der Ertragsausfall infolge der vollständigen Schliessung des ei-

genen Betriebs oder diesem zudienender Betriebe versichert sei. Mangels eines 

ausdrücklich behaupteten bzw. nicht bewiesenen übereinstimmenden tatsächli-

chen Parteiwillens sei der Versicherungsvertrag nach dem Vertrauensprinzip aus-

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zulegen. Der Wortlaut der einschlägigen Bestimmung (Policenbeilage, Bausteinbe-

schrieb "0104 Epidemie, Ausgabe 07.2008", Ziffer 1 [Urk. 4/4 S. 19]) definiere den 

Gegenstand der Epidemieversicherung als den "Ertragsausfall […] infolge der […] 

Schliessung anderer, zudienender Betriebe (Rückwirkungsschäden) in der 

Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, […].". Entgegen der klägerischen Mei-

nung gehe aus der Formulierung klar hervor, dass Ertragsausfälle nicht nur im Falle 

der Betriebsschliessung des eigenen Betriebs, sondern auch im Falle der Schlies-

sung anderer Betriebe versichert seien, sofern es sich dabei um "zudienende Be-

triebe" handle. Die Verwendung des Adjektivs "andere" diene zunächst dazu, den 

Versicherungsgegenstand neben der versicherten Schliessung des eigenen Be-

triebs auf die Schliessung weiterer Betriebe auszudehnen, der mit Komma abge-

trennte Zusatz "zudienender" diene sodann der Präzisierung, welche "anderen" Be-

triebe gemeint seien. Daran ändere auch die Verwendung des Begriffs "Rückwir-

kungsschäden" in Klammern nichts. Zwar könnten solche, wie die Klägerin zutref-

fend ausführe, auch bei der Schliessung abnehmender Betriebe entstehen. Durch 

die Positionierung des Begriffs in Klammern hinter der Formulierung "anderer, zu-

dienender Betriebe" würden die vom Versicherungsgegenstand erfassten Rückwir-

kungsschäden indessen entsprechend eingegrenzt. Da die Bestimmung somit klar 

sei, gelange die (nur subsidiäre) Unklarheitsregel nicht zur Anwendung. Auch unter 

dem Gesichtspunkt des Vertrauensprinzips sei nicht von einer vom klaren Wortlaut 

abweichenden, breiteren Definition des versicherten Schadens auszugehen. Selbst 

wenn es im Einzelfall für einen Versicherungsnehmer unbefriedigend sei, wenn ge-

wisse Schäden nicht gedeckt seien, dürfe eine Versicherung die von ihr gedeckten 

Schäden - insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen - selbstverständlich eingren-

zen. Dieses Ergebnis werde auch von der systematischen Auslegung gestützt. Die 

Klägerin habe sich sodann nicht auf die in den Kundeninformationen nur in verein-

fachter Form festgehaltene Umschreibung des versicherten Schadens verlassen 

dürfen, zumal die Kundeninformationen, wie diese einleitend ausdrücklich festhiel-

ten, Vereinfachungen enthielten und weder die Police noch die allgemeinen Versi-

cherungsbedingungen ersetzen würden. Auch aus dem Umstand, dass die Formu-

lierung in der per 1. Januar 2021 neu abgeschlossenen Police angepasst worden 

sei, könne nichts zugunsten der Klägerin abgeleitet werden, zumal die neue Police 

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unbestrittenermassen keine Anwendung auf die vorliegend zu beurteilenden An-

sprüche finde. Weil es sich um Parteiverhalten nach Vertragsschluss handle, wel-

ches bei der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip nicht zu berücksichtigen sei, 

sei unbeachtlich, dass Herr E._____ als offizielle Ansprechperson der Klägerin ge-

sagt haben solle, der Ertragsausfall sei gedeckt, ebenso, dass die Beklagte die 

Klägerin in deren Korrespondenz mit der F._____, bei welcher die Klägerin über 

eine Betriebsversicherung bis Ende 2020 verfügt habe, unterstützt habe. Zudem 

spielten die von der Klägerin aufgeführten Zahlungen der Beklagten an andere Be-

triebe keine Rolle. Zusammengefasst sei festzuhalten, dass Ertragsausfälle infolge 

behördlich angeordneter Massnahmen unter der zwischen den Parteien abge-

schlossenen, auf die vorliegenden Ansprüche zur Anwendung kommenden Be-

triebsversicherung nur dann gedeckt seien, wenn diese aus der Schliessung des 

eigenen Betriebs oder diesem zudienender Betriebe resultieren würden. Die von 

Seiten der Klägerin geltend gemachte (bestrittene) Zusicherung der Beklagten, die 

Haftung für den Ertragsausfall anzuerkennen, sofern sie, die Klägerin, im Gegen-

zug eine neue Police abschliessen würde, was am 2. September 2020 denn auch 

geschehen sei, habe die Klägerin nicht ausreichend zu behaupten, geschweige 

denn zu belegen vermocht. Und schliesslich wären allfällige Ansprüche der Kläge-

rin auch verjährt und verwirkt, weil auf den vorliegenden Versicherungsvertrag noch 

die zweijährige und nicht die fünfjährige Verjährungsfrist nach neuem per 1. Januar 

2022 in Kraft getretenem Versicherungsrecht sowie die (entsprechend gültig) ver-

traglich vereinbarte zweijährige Verwirkungsfrist anwendbar seien. Insgesamt sei 

die Klage daher abzuweisen (Urk. 24 S. 5 ff.).

2. Die Klägerin rügt, es treffe - entgegen der Vorinstanz - nicht zu, dass keine 
der Parteien einen übereinstimmenden tatsächlichen Willen betreffend die anwend-

bare Ziffer 1 des Bausteinbeschriebs 0104 Epidemie, Ausgabe 07.2008, behauptet 

habe. Sie habe festgehalten, dass die Beklagte selbst anerkannt habe, die Defini-

tion der relevanten Fremdbetriebe in der Police 2020 sei nicht präzise formuliert. In 

der Police 2021 habe sie klargestellt, dass zudienende und abnehmende Betriebe 

gemeint seien. Die Beklagte habe anerkannt, dass der von ihr selbst verfasste Ver-

tragstext den wirklichen Willen der Parteien unscharf wiedergebe und die Formu-

lierung in der neuen Fassung angepasst, um sicherzustellen, dass der wirkliche 

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Wille korrekt zum Ausdruck komme. Nach diesem Willen seien Rückwirkungsschä-

den versichert, unabhängig davon, ob Lieferanten- oder Kundenbetriebe geschlos-

sen werden müssten. Sie habe vor Vorinstanz auch festgehalten, dass ihre offizielle 

Ansprechperson bei der Beklagten, E._____, keine Zweifel daran gehabt habe, 

dass auch Ertragsausfall infolge Massnahmen gegen Kunden gedeckt sei. Mit des-

sen klaren Äusserung ("Da … bei uns eine Differenzdeckung besteht, …") habe die 

Vorinstanz sich nicht auseinandergesetzt, sondern lediglich pauschal festgehalten, 

die zitierte Passage könne nicht als Anerkennung der Deckung des Schadenfalls 

gewertet werden. E._____ habe gewusst, dass nur Massnahmen gegen Kunden 

der Klägerin den Ertragsausfall verursacht hätten und sie einzig diesen Ertrags-

ausfall der Beklagten gegenüber als Schaden geltend gemacht habe. Wenn er mit 

diesem Wissen bestätige, dass eine Deckung bestehe, könne sich diese Bestäti-

gung nur auf den konkreten Schadenfall beziehen und entsprechend auf den Willen 

der Beklagten bei Vertragsschluss nur vier Monate zuvor. Bei den (späteren) An-

gaben weiterer Vertreter der Beklagten, wie etwa G._____, handle es sich demge-

genüber offensichtlich um Schutzbehauptungen. Offen sei nicht der Grundsatz der 

Deckung, sondern deren Betrag gewesen, welcher vom Umfang der Deckung 

durch die F._____ abhängig gewesen sei. Die Vorinstanz habe E._____ Zusiche-

rungen im Zusammenhang mit dem Abschluss der Police 2021 als separate An-

spruchsgrundlage geprüft. Dies entspreche indes nicht der klägerischen Sachver-

haltsdarstellung. Die Klägerin habe nicht behauptet, die Beklagte habe eine Ent-

schädigung zugesichert, die vertraglich nicht geschuldet gewesen sei, sondern die 

Beklagte habe anerkannt, dass der geltend gemachte Ertragsausfall durch die Epi-

demieversicherung gedeckt sei. Bei Vertragsschluss und danach sei beiden Par-

teien klar gewesen, dass behördliche Massnahmen gegen den Versicherungsneh-

mer, dessen Lieferanten und Kunden das versicherte Risiko seien, und dass Er-

tragsausfall infolge solcher Massnahmen von der Police 2020 gedeckt sei. Es liege 

mithin ein entsprechender tatsächlicher Konsens vor (Urk. 23 S. 5-8). 

Für den Eventualfall der Auslegung nach dem Vertrauensgrundsatz sei der Wort-

laut von Ziffer 1 des Bausteinbeschriebs 0104 - entgegen der Vorinstanz - nicht 

klar. Die Klägerin habe vor Vorinstanz ausführlich dargetan, dass das Verhältnis 

der beiden Adjektive "andere" und "zudienende" gerade nicht klar sei. Die von der 

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Beklagten gewählte Formulierung ergebe nur dann Sinn, wenn die beiden Adjektive 

verschiedene Arten von Betrieben beschreiben würden. Wären dagegen aussch-

liesslich Lieferanten gemeint, wäre das Adjektiv "andere" überflüssig, denn "zudie-

nende" Betriebe seien immer auch andere Betriebe als der versicherte Betrieb. In-

dem die Beklagte differenziere zwischen "anderen" und "zudienenden" Betrieben, 

komme letzterem Adjektiv keine ausschliessende Wirkung, sondern eine ergän-

zende Wirkung zu. Versichert sei der Ertragsausfall wegen der Schliessung ande-

rer Betriebe, zu denen auch zudienende Betriebe gehören würden. Aus dem Um-

stand, dass die beiden Adjektive durch ein Komma getrennt seien, schliesse die 

Vorinstanz unzutreffenderweise, dass das erste Adjektiv einer Erweiterung des 

Versicherungsgegenstandes diene, während das zweite diese Erweiterung wieder 

einschränke. Das Komma habe vielmehr eine bloss grammatikalische Funktion. Es 

trenne zwei Adjektive, wie das in der deutschen Sprache vorgesehen sei. Auf die 

Bedeutung habe das keinen Einfluss. Zwar sei die Auslegung der Vorinstanz 

sprachlich nicht völlig ausgeschlossen, klar sei die Formulierung jedoch keines-

wegs. Die Beklagte habe zwei Adjektive gewählt, um die relevanten Betriebe zu 

beschreiben. Indem sie es unterlassen habe, das Verhältnis zwischen diesen Ad-

jektiven klar zu fassen, habe sie eine Unklarheit geschaffen, die sie zu vertreten 

habe. Hätte die Beklagte die Rückwirkungsschäden (im Text in Klammern gesetzt) 

einschränken wollen auf Schäden infolge von Massnahmen gegen Lieferanten, 

hätte sie das klar zum Ausdruck bringen müssen. Bei der Auslegung nach Vertrau-

ensprinzip dürfe vernünftigerweise nicht davon ausgegangen werden, dass die Par-

teien eine willkürliche Vereinbarung hätten treffen wollen. Die Klägerin habe ge-

zeigt, dass die Differenzierung zwischen zudienenden und abnehmenden Betrie-

ben mit Bezug auf Rückwirkungsschäden rein künstlich und ökonomisch irrelevant 

sei. Die Vorinstanz habe das grundsätzlich anerkannt. Weil sie aber unzutreffend 

gemeint habe, die Formulierung sei klar, habe sie sich an die willkürliche Differen-

zierung gebunden gefühlt. Es möge zwar zutreffen, dass die neue Formulierung in 

der Police 2021 auf die Auslegung nach Vertrauensprinzip keinen Einfluss habe. 

Immerhin habe die Beklagte durch ihr Verhalten aber gezeigt, dass sie selbst die 

Formulierung des Bausteinbeschriebs für klärungsbedürftig halte. Unter diesen 

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Umständen könne nicht von einem klaren Text ausgegangen werden (Urk. 23 S. 8-

10). 

Die Vorinstanz und die Parteien würden darin übereinstimmen, dass Ziffer I11 der 

AVB 10.2019 (Urk. 4/5) eine Verjährungs- bzw. Verwirkungsfrist von zwei Jahren 

vorsehe und die Klägerin das Schlichtungsgesuch nach Ablauf von zwei Jahren 

gestellt habe. Entgegen der Vorinstanz, welche sich einer Mindermeinung der 

Lehre angeschlossen habe, sei gestützt auf Art. 49 Abs. 1 SchlT ZGB jedoch die 

neue, per 1. Januar 2022 in Kraft getretene längere fünfjährige Verjährungsfrist ge-

mäss Art. 46 Abs. 1 VVG anwendbar, zumal Art. 103a VVG nicht abschliessender 

Natur sei. Die Vorinstanz habe sich nicht mit der von der Klägerin zitierten Lehre 

und Praxis auseinandergesetzt und das Recht falsch angewandt. Die Forderungen 

seien weder verjährt noch verwirkt (Urk. 23 S. 10 ff.). 

3. Die Beklagte hält entgegen, auffällig sei, dass die Klägerin ständig ihre Argu-
mentation ändere, was zeige, dass sie kein Klagefundament habe. Die Klägerin 

unterstelle der Beklagten im Berufungsverfahren neu den subjektiven Willen, mit 

der Wendung "anderer, zuliefernder Betriebe" auch abnehmende Betriebe der Klä-

gerin gemeint zu haben. Die Beklagte habe indes nichts solches gewollt. E._____ 

habe in seiner E-Mail vom 4. August 2020 weder die Deckung durch die Beklagte 

anerkannt noch den konkreten Vertragsinhalt besprochen, sondern lediglich darauf 

hingewiesen, dass sich die Klägerin zunächst an die F._____ halten müsse, weil 

die vorliegend strittige Police aus einem Vertragswechsel hervorgegangen sei und 

bloss im Nachgang an diese Police der F._____ zum Tragen kommen könne. Die 

Beklagte habe im Gegenteil von Anfang an und durchgehend kommuniziert, dass 

der vorliegende Streitfall unter der angerufenen Police nicht gedeckt sei. Es sei 

sodann nicht bewiesen, dass die von der Klägerin genannten Kunden eine vorbe-

haltlose Deckung gestützt auf eine identische Police und Ausgangslage erhalten 

hätten. Tatsächlich habe sie breitflächig Kulanzzahlungen geleistet. Eine Kulanz-

zahlung an andere Unternehmen könne indes nicht als Indiz für einen tatsächlichen 

Parteiwillen der Beklagten im Zeitpunkt des Vertragsschlusses dienen. Die Be-

klagte habe nichts anerkannt. Aus dem Wortlaut der neuen Police 2021 lasse sich 

nichts solches schliessen. Im Gegenteil liege ein komplett neues Versicherungs-

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produkt vor. Zudem sei es in der Police 2021 gerade darum gegangen, die abneh-

menden Betriebe in den Versicherungsschutz einzuschliessen, weil sie bis dahin 

nicht in der Deckung eingeschlossen gewesen seien, und der Schutz aufgrund der 

Covid-Erfahrungen aus dem Jahr 2020 habe ausgedehnt werden sollen. Was die 

objektive Vertragsauslegung anbelange, lasse die Formulierung der Klausel ("an-

dere, zuliefernde Betriebe") keinen anderen Schluss zu, als dass nur die Schlies-

sung von anderen Betrieben relevant sei, sofern diese der Versicherungsnehmerin 

zudienen. Abgesichert sei das Risiko, dass die Versicherungsnehmerin nicht pro-

duzieren könne, weil ihre Zulieferer geschlossen seien. Die Police 2020 enthalte 

keine Absatzgarantie, sondern eine Absicherung von Produktionsausfall. Die Tren-

nung der beiden Adjektive "andere, zudienende" durch ein Komma könne nur be-

deuten, dass "zudienende" "andere" konkretisiere. Die Klammer "Rückwirkungs-

schäden" zeige einzig, dass die Beklagte die Folgen der Schliessung von anderen, 

zudienenden Betrieben als Rückwirkungsschäden bezeichne. Der Kontext der 

Klammer sei nachvollziehbar und die Formulierung klar. Das versicherte Risiko sei 

klar umschrieben und fernab von willkürlich. Die Klägerin anerkenne immerhin, 

dass die Beklagte keine separate Zusicherung gemacht habe. Zudem wäre eine 

allfällige Forderung verjährt, zumal die Vorinstanz in Übereinstimmung mit der Bot-

schaft, der herrschenden Lehre und Praxis richtigerweise zum Schluss gelangt sei, 

dass auf den vorliegenden Streit das aVVG mit der zweijährigen Verjährungsfrist 

anwendbar sei (lex specialis Art. 103a VVG e contrario; Urk. 28 S. 3 ff.). 

4.1. Der eigene Betrieb der Klägerin wurde nicht behördlich geschlossen. Umstrit-
ten ist vorliegend vielmehr die Deckung sogenannter Rückwirkungsschäden, d.h. 

von Ertragsausfällen zufolge der Schliessung anderer Betriebe als jener des Versi-

cherten. Die Parteien sind sich namentlich uneinig, ob nur Ertragsausfälle aufgrund 

vollständiger oder teilweiser Schliessungen zudienender Betriebe (Lieferanten der 

Klägerin) oder aber auch abnehmender Betriebe (Kunden der Klägern, wie Restau-

rants, Imbisse, Cafés etc.) von der Epidemieversicherung gedeckt sind. Auszule-

gen ist folgende, Vertragsbestandteil bildende Klausel der Policenbeilage "0104 

Epidemie, Ausgabe 07.2008" (Urk. 4/4 S. 19), welche den Gegenstand der Epide-

mieversicherung folgendermassen definiert: 

"1.1 Ertragsausfall

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Infolge der Betriebsschliessung […]; der Schliessung anderer, zudienender 
Betriebe (Rückwirkungsschäden) in der Schweiz und im Fürstentum Liechten-
stein; [   ]."

4.2. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundsätze der Vertragsauslegung zutref-
fend dargetan (Urk. 24 S. 6 m.H.). Zwecks Ergänzung und Verdeutlichung ist fest-

zuhalten, was folgt: In erster Linie ist der (behauptete) übereinstimmende wirkliche 

Wille der Parteien festzustellen (Art. 18 Abs. 1 OR). Diese subjektive Vertragsaus-

legung beruht auf Beweiswürdigung. Erst wenn eine tatsächliche Willensüberein-

stimmung unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens 

die Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips auszulegen, wie sie 

nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umständen ver-

standen werden durften und mussten (statt vieler: BGE 131 III 606 E. 4.1; BGer 

4C.120/2006 vom 30. Juni 2006 E. 2.3). Beim Willen der Parteien handelt es sich 

um eine innere Tatsache, über die Beweis geführt werden kann (ZK OR-

Jäggi/Gauch/Hartmann, Art. 18 N 315 und 361). Der übereinstimmende tatsächli-

che Parteiwille ist mittels Indizien zu ergründen. Dazu gehören der Wortlaut der 

Erklärungen, die gesamten Begleitumstände beim Vertragsschluss, der Vertrags-

zweck, die Beweggründe der Parteien und das Verhalten der Parteien vor und nach 

Vertragsschluss (BGE 142 III 239 E. 5.2.1; BGE 129 III 675 E. 2.3; BGer 

4A_200/2015 vom 3. September 2015 E. 4.1.1; BGer 4C.62/2006 vom 21. April 

2006 E. 3.1; BSK OR I-Wiegand, Art. 18 N 19 und N 26 ff.). Von einem klaren Ver-

tragswortlaut ist jedoch nur abzuweichen, wenn sich ernsthafte Anhaltspunkte dafür 

ergeben, dass dieser nicht dem übereinstimmenden Willen der Parteien entspricht 

(BGE 137 III 444 E. 4.2.4 S. 451). Das Verhalten nach Vertragsschluss ist aller-

dings nur insofern zu berücksichtigen, als daraus Rückschlüsse auf die Willenslage 

bei Vertragsschluss zu ziehen sind. Das Resultat der Auslegung mit diesem Mittel 

führt nach der Rechtsprechung zur Feststellung des wirklichen Willens; bei der ob-

jektiven Auslegung ist nachträgliches Parteiverhalten nicht von Bedeutung (BSK 

OR I-Wiegand, Art. 18 N 29 m.w.H.). Mehrdeutige Wendungen in allgemeinen Ge-

schäftsbedingungen sind im Zweifel zu Lasten jener Partei auszulegen, die sie ver-

fasst hat (sog. Unklarheitsregel). In allgemeinen Versicherungsbedingungen sind 

mehrdeutige Klauseln somit gegen den Versicherer als deren Verfasser zu inter-

pretieren. Die Unklarheitsregel kommt jedoch nur subsidiär zur Anwendung, wenn 

- 14 -

sämtliche übrigen Auslegungsmittel versagen. Es genügt mithin nicht, dass die Par-

teien über die Bedeutung einer Erklärung streiten, sondern es ist vielmehr voraus-

gesetzt, dass die Erklärung nach Treu und Glauben auf verschiedene Weisen ver-

standen werden kann und es nicht möglich ist, den Zweifel mit den übrigen Ausle-

gungsmitteln zu beseitigen (vgl. BGE 148 III 57 E. 2.2.2 m.w.H.). 

4.3. Tatsächlicher Konsens

Ein tatsächlicher Konsens, wonach (auch) der Ertragsausfall aufgrund der Schlies-

sung abnehmender Betriebe der Klägerin von der Versicherung Police 2020 ge-

deckt sein soll, wurde von der Klägerin zwar behauptet (vgl. Urk. 23 S. 6 Rz 22 

i.V.m. Urk. 2 S. 15 Rz 62), ist jedoch im Einklang mit der Vorinstanz (Urk. 24 S. 7) 

nicht erstellt. So weist E._____, die offizielle Ansprechperson der Klägerin bei der 

Beklagten, in seiner von der Klägerin erwähnten E-Mail vom 4. August 2020 

(Urk. 4/92; vgl. Urk. 23 S. 6 Rz 23 f.) die Klägerin lediglich in genereller Weise dar-

auf hin, dass diese bis 31. Dezember 2020 bei der F._____ versichert sei und bei 

der Beklagten eine Differenzdeckung bestehe, weshalb zunächst bei der F._____ 

eine Schadenmeldung vorgenommen werden müsse (Urk. 17/92). Es wird damit, 

wie die Vorinstanz zutreffend erwog (Urk. 24 S. 7 oben), in keiner Art und Weise 

eine bestimmte Differenzdeckung im vorliegenden Versicherungsfall anerkannt 

bzw. eine konkrete Schadensdeckung zugesichert. Vielmehr ist der Beklagten zu-

zustimmen, dass diese von Anfang an hinsichtlich der Ablehnung der Deckung klar 

und deutlich kommunizierte (Urk. 28 S. 3 f. Rz 9, 14 S. 9 f. Rz 38; Urk. 10 S. 3 Rz 9, 

S. 10 Rz 61, S. 14 Rz 88; Urk. 4/28). Selbst wenn E._____ damals wusste, dass 

nur Massnahmen gegen die Kunden der Klägerin den Ertragsausfall verursacht 

hatten und die Klägerin nur diesen Ertragsausfall der Beklagten gegenüber als 

Schaden geltend machte (Urk. 23 S. 6 f. Rz 24), ändert solches nichts daran, dass 

- mit der Vorinstanz - nicht von einer Anerkennung einer solchen Deckung durch 

E._____ bzw. die Beklagte auszugehen ist. Zudem ist im Hinblick auf die neue Po-

lice 2021 nicht von einer angeblichen Klarstellung der Deckung auch hinsichtlich 

der Schliessung abnehmender Betriebe (Urk. 4/3 S. 9, Rubrik Rückwirkungsschä-

den) betreffend die Police 2020 (vgl. Urk. 2 S. 15 Rz 62) auszugehen. Bei der Po-

lice 2021 handelt es sich, wie die Beklagte einleuchtend dartut, vielmehr um ein 

- 15 -

neues Versicherungsprodukt ("Hygieneversicherung"; vgl. Urk. 4/3 S. 3, 8 f.; 

Urk. 10 S. 11 Rz 63, S. 12 Rz 67 und 69; Urk. 28 S. 9 Rz 37). An ihren Beweisof-

ferten vor Vorinstanz (Parteibefragung und Zeugeneinvernahmen, vgl. Urk. 24 S. 7 

m.H.) hält die Klägerin im Berufungsverfahren zu Recht nicht mehr fest (Urk. 23 

S. 5-8). Dass die Zahlungen, welche die Beklagte an (versicherte) Kunden der Klä-

gerin leistete, welche selbst von den Lockdowns betroffen waren (wo es mithin nicht 

um Rückwirkungsschäden ging), im vorliegenden Zusammenhang irrelevant sind, 

hat nunmehr auch die Klägerin eingesehen (Urk. 23 S. 7 Rz 28). Ob es sich dabei 

um Kulanzzahlungen handelt (Urk. 24 S. 7; Urk. 23 S. 7 Rz 29; Urk. 28 S. 10 

Rz 41), kann dementsprechend dahingestellt bleiben. Weiterungen zu einer von 

der Vorinstanz mangels Substantiierung zu Recht verneinten allfälligen Zusiche-

rung einer vertraglich nicht geschuldeten Entschädigung seitens der Beklagten 

(Urk. 24 S. 9-11) erübrigen sich, nachdem die Klägerin eine solche separate An-

spruchsgrundlage nie geltend gemacht haben will (Urk. 23 S. 7 f. Rz 30 f.). 

4.4. Normativer Konsens

Nach dem Wortlaut der einschlägigen Bestimmung sind nebst Ertragsausfällen auf-

grund der Schliessung des eigenen Betriebs des Versicherten auch solche zufolge 

Schliessung anderer, zudienender Betriebe (Rückwirkungsschäden) gedeckt 

(Urk. 4/4 S. 19). Gemäss dieser klaren Formulierung sind Ertragsausfälle aufgrund 

der Schliessung abnehmender Betriebe nicht gedeckt. Die Verwendung des Adjek-

tivs "andere" dient, mit der Vorinstanz (Urk. 24 S. 8), dazu, den Versicherungsge-

genstand neben der versicherten Schliessung des eigenen Betriebs auf die 

Schliessung weiterer Betriebe auszudehnen. Der mit Komma abgetrennte Zusatz 

"zudienender" präzisiert, welche anderen Betriebe gemeint sind (vgl. Urk. 24 S. 8). 

Der in Klammern vermerkte Begriff "Rückwirkungsschäden" ändert daran nichts. 

Die Rückwirkungsschäden werden damit klar auf solche aus der Schliessung zu-

dienender Betriebe beschränkt. Das Verhältnis der beiden Adjektive zueinander, 

erscheint damit, entgegen der klägerischen Auffassung (Urk. 23 S. 8 Rz 35), durch-

aus klar. Die Formulierung ist eindeutig und kann von einem vernünftigen Dritten 

jedenfalls nicht dahingehend verstanden werden, dass nebst den zudienenden 

auch abnehmende Betriebe erfasst bzw. sämtliche denkbaren Rückwirkungsschä-

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den versichert sein sollen. Solches überdehnt den Wortlaut. Worin der Unterschied 

zwischen der von der Klägerin vorgeschlagenen (klaren) Formulierung ("andere 

Betriebe, die dem Versicherten zudienen"; Urk. 23 S. 9 Rz 38) und der Kurzversion 

der Beklagten (anderer, zudienender Betriebe), liegen soll, erschliesst sich sodann 

nicht (vgl. auch Urk. 28 S. 11 Rz 46). Das Adjektiv "andere", welches die Klägerin 

in der ihrerseits vorgeschlagenen Formulierung immerhin selbst verwendet, mag 

zwar allenfalls überflüssig sein, dient aber der Verdeutlichung der Abgrenzung vom 

eigenen Betrieb des Versicherten und erscheint damit sinnvoll. Eine andere, ver-

nünftige Leseart der Bestimmung, als die dargestellte, vermag die Klägerin nicht 

darzutun (vgl. Urk. 23 S. 8 f.). Von Unklarheit kann nicht die Rede sein, weshalb 

die Vorinstanz zu Recht die (nur subsidiäre) Unklarheitsregel nicht anwandte 

(Urk. 24 S. 8 m.H. auf BGE 122 III 118 E. 2d S. 124). 

Auch die zweckorientierte Auslegung führt zu keinem anderen Schluss. Es war den 

Parteien mit Blick auf die Vertragsfreiheit unbenommen, im Rahmen der Police 

2020 nur das Produktionsausfallrisiko und nicht auch das Absatzrisiko zu versi-

chern. Von einer rein künstlichen und ökonomisch irrelevanten bzw. willkürlichen 

Differenzierung (vgl. Urk. 2 S. 15 Rz 61; Urk. 23 S. 10 Rz 44) ist keineswegs aus-

zugehen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, ändert auch nichts, wenn 

die (eingeschränkte) Deckung im Einzelfall für einen Versicherungsnehmer unbe-

friedigend ist. Eine Versicherung darf die von ihr gedeckten Schäden selbstredend 

- nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen - einschränken (vgl. Urk. 24 S. 8). Sollte 

die Klägerin tatsächlich eine andere als die abgeschlossene Versicherung gewollt 

haben, hätte sie solches über allfällige Willensmängel geltend machen müssen. 

Die Vorinstanz hat sodann richtig erkannt, dass ebenso die systematische Ausle-

gung unter Heranziehen der in den Kundeninformationen enthaltenen Umschrei-

bung, welche, wie dies einleitend ausdrücklich festgehalten wird (Urk. 4/5 S. 2), 

Vereinfachungen enthalten und weder die Police noch die allgemeinen Versiche-

rungsbedingungen ersetzen (Urk. 4/5 S. 2), zu keinem anderen Ergebnis führt 

(Urk. 24 S. 8 f.). Dies wurde von der Klägerin im Berufungsverfahren denn auch 

nicht mehr kritisiert (Urk. 23 S. 9 f.).  

- 17 -

4.5. Nach dem Gesagten kam die Vorinstanz somit korrekt zum Schluss, dass Er-
tragsausfälle infolge behördlich angeordneter Massnahmen unter der zwischen den 

Parteien abgeschlossenen, auf die vorliegenden Ansprüche zur Anwendung kom-

menden Betriebsversicherung nur dann gedeckt sind, wenn diese aus der Schlies-

sung des eigenen Betriebs oder diesem zudienender Betriebe resultieren. 

4.6. Verjährung / Verwirkung

Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Versicherungsvertragsgesetz in Kraft getreten. 

Gemäss der eigenen, abschliessenden Übergangsbestimmung von Art. 103a VVG 

(lex specialis) gelten für Verträge, die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

19. Juni 2020 abgeschlossen worden sind, folgende Bestimmungen des neuen 

Rechts: die Formvorschriften (lit. a) und das Kündigungsrecht nach den Artikeln 

35a und 35b VVG (lit. b). Alle anderen Bestimmungen gelten nur für neu abge-

schlossene Verträge (vgl. Botschaft zur Änderung des Versicherungsvertragsge-

setzes vom 28. Juni 2017, BBl 2017 5089 ff., 5136). Die dem vorliegenden Rechts-

streit zugrunde liegende Betriebsversicherung wurde am 19. März 2020 und damit 

vor dem 1. Januar 2022 abgeschlossen. Mit Ausnahme der Formvorschriften und 

des Kündigungsrechts sind daher die Bestimmungen des VVG in der bis Ende 2021 

geltenden Fassung anwendbar (vgl. BGer 4A_189/2024 vom 27. Januar 2025 

E. 2.4.4.-2.4.8, zur Publikation vorgesehen). Vorliegend ging die Vorinstanz somit 

zu Recht von der altrechtlichen zweijährigen Verjährungs- bzw. Verwirkungsfrist 

aus (aArt. 46 VVG; Urk. 4/5 Ziffer I11 Abs. 1 und 2; Urk. 24 S. 13), womit eine all-

fällige Forderung verjährt bzw. verwirkt wäre, zumal unbestritten ist, dass die Klä-

gerin das Schlichtungsgesuch nach Ablauf von zwei Jahren seit dem Beginn der 

Verjährung und Verwirkung mit Eintritt des ersten Lockdowns am 17. März 2020, 

nämlich am 16. Dezember 2022 (Urk. 1) gestellt hat (vgl. auch Urk. 23 S. 10 f. 

Rz 49 f.). 

4.7. Resümiert wies die Vorinstanz die Klage somit mangels Versicherungsde-
ckung des geltend gemachten Schadens sowie zufolge Verjährung/Verwirkung all-

fälliger Ansprüche zu Recht ab, womit die Berufung abzuweisen und der angefoch-

tene Entscheid zu bestätigen ist.

- 18 -

D. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Ausgangsgemäss (Art. 106 Abs. 1 ZPO) sind die erstinstanzlichen Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (Urk. 24 S. 14, Dispositivziffern 2, 3 und 4) zu bestätigen. 

Die Kosten des Berufungsverfahrens sind der Klägerin aufzuerlegen und mit deren 

Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– (vgl. Urk.  26) zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 

ZPO). Die Klägerin hat sodann der Beklagten für das Berufungsverfahren eine Par-

teientschädigung von Fr. 2'540.–, zuzüglich 8.1 % MWSt. (Fr. 205.75), mithin total 

Fr. 2'745.75 zu bezahlen (§ 4 Abs. 1 und 2 [Reduktion der Entschädigung um 20 % 

aufgrund der Verfahrensbeschränkung, vgl. Urk. 24 S. 14 E. 5] und § 13 Abs. 1 und 

2 AnwGebV). 

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts im verein-

fachten Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 12. Februar 2024 bestä-

tigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'745.75 zu bezahlen.

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

- 19 -

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 27'823.05.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 24. März 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

lic. iur. A. Huizinga

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Reuss Valentini

versandt am:
jo