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**Case Identifier:** b1219e8d-63ea-5b0b-b430-417cfe5b188d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2022 100 2021 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-72_2022-02-01.pdf

## Full Text

100.2021.72U
STE/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 1. Februar 2022  

Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Geiser Keller

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Einwohnergemeinde Ipsach
handelnd durch den Gemeinderat, Dorfstrasse 8, 2563 Ipsach
Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne
Hauptstrasse 6, Postfach 304, 2560 Nidau

betreffend Kanalisationsanschlussgebühr (Entscheid der stellvertretenden 
Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises Biel/Bienne vom 
18. Februar 2021; vbv 27/2020)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.02.2022, Nr. 100.2021.72U, 
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Sachverhalt:

A. 

A.________ ist Eigentümer der in der Landwirtschaftszone der Einwoh-
nergemeinde (EG) Ipsach gelegenen Parzelle Gbbl. Nr. 1________. 
Nachdem er das Bauernhaus und das Stöckli an die öffentliche Kanalisation 
angeschlossen hatte, stellte die EG Ipsach ihm am 14. Mai 2020 eine 
Anschlussgebühr von Fr. 18'149.50 in Rechnung. Dagegen erhoben 
A.________ und seine Ehefrau B.________ am 9. Juni 2020 Einsprache. Mit 
Verfügung vom 27. August 2020 hielt die EG Ipsach an ihrer Forderung fest.

B.

Gegen diese Verfügung reichten A.________ und B.________ am 
25. September 2020 Beschwerde beim Regierungsstatthalteramt (RSA) 
Biel/Bienne ein. Mit Entscheid vom 18. Februar 2021 hiess die stellvertre-
tende Regierungsstatthalterin die Beschwerde teilweise gut und hob die Ver-
fügung vom 27. August 2020 auf, soweit diese sich gegen B.________ 
richtet; soweit weitergehend wies sie die Beschwerde ab.

C.

Am 8. März 2021 hat A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben 
mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; 
eventuell sei die in der Verfügung der EG Ipsach vom 27. August 2020 fest-
gehaltene «virtuelle Häuserparzelle» auf insgesamt 1'060 m2 zu reduzieren 
und eine entsprechend reduzierte Anschlussgebühr in Rechnung zu stellen.

Die EG Ipsach beantragt mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2021, die Be-
schwerde sei abzuweisen. Ebenfalls auf Abweisung schliesst das RSA 
Biel/Bienne mit Vernehmlassung vom 21. April 2021.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist mit fol-
gendem Vorbehalt einzutreten: Soweit sich der Beschwerdeführer mit sei-
nem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids auch auf die 
teilweise Gutheissung beziehen sollte (vorne Bst. C und B) – wovon nicht 
auszugehen ist, da sich B.________ nicht am verwaltungsgerichtlichen 
Verfahren beteiligt –, wäre auf die Beschwerde mangels Beschwer nicht ein-
zutreten. 

1.2 Da der Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht, fällt der Entscheid in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er eine Anschlussgebühr schul-
det. Strittig ist ausschliesslich deren Höhe. 

2.1 Die Kantone sorgen für die Erstellung öffentlicher Kanalisationen und 
zentraler Anlagen zur Reinigung von verschmutztem Abwasser (Art. 10 des 
Bundesgesetzes vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer [Ge-
wässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20]). Art. 60a Abs. 1 Satz 1 GSchG 

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verpflichtet sie, dafür zu sorgen, dass die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, 
Sanierung und Ersatz der Abwasseranlagen, die öffentlichen Zwecken die-
nen, mit Gebühren oder anderen Abgaben den Verursacherinnen und Ver-
ursachern überbunden werden. Im Kanton Bern sind die Gemeinden für die 
Erstellung der Abwasseranlagen zuständig (Art. 6 Abs. 1 des kantonalen 
Gewässerschutzgesetzes vom 11. November 1996 [KGSchG; BSG 821.0]). 
Nach den kantonalrechtlichen Finanzierungsgrundsätzen muss die Abwas-
serentsorgung finanziell selbsttragend sein (Art. 24 Abs. 1 KGSchG; Art. 32 
Abs. 1 der kantonalen Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 
[KGV; BSG 821.1]). Sie wird namentlich durch einmalige Gebühren sowie 
wiederkehrende Grund- und Verbrauchsgebühren finanziert (Art. 24 Abs. 2 
Bst. a KGSchG). Zur Deckung der Investitionskosten für die Erstellung und 
Anpassung von Anlagen können die Gemeinden gestützt auf ein Reglement 
von den Anschlusspflichtigen für jeden Anschluss eine Anschlussgebühr er-
heben (Art. 33 Abs. 1 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und 2 KGV), welche auf den Zeit-
punkt des Kanalisationsanschlusses fällig wird (Art. 36 Abs. 1 KGV). Die An-
schlussgebühr ist auf Grund der Belastungswerte (BW), der zonengewichte-
ten Grundstücksfläche (ZGF) oder einer anderen verursachergerechten 
Bemessungsgrundlage zu erheben (Art. 33 Abs. 2 KGV). 

2.2 Die EG Ipsach finanziert die öffentliche Abwasserentsorgung u.a. mit 
einmaligen Anschlussgebühren (Art. 28 Abs. 1 Bst. a des Abwasserentsor-
gungsreglements vom 21. März 2002 [im Folgenden: AER]). Nach Art. 30 
AER sind zur Deckung der Investitionskosten für die Erstellung, Anpassung 
und Erneuerung von Anlagen für jeden Anschluss einmalige Gebühren (An-
schlussgebühren für Abwasser und Regenabwasser) zu bezahlen (Abs. 1). 
Die Anschlussgebühr wird aufgrund der ZGF erhoben (Abs. 2). Die ZGF ist 
gemäss Art. 32 Abs. 1 AER folgendermassen zu ermitteln: Innerhalb der 
Bauzone durch Multiplikation der Parzellenfläche mit dem Grundfaktor der 
Parzelle nach Absatz 3 (Bst. a), ausserhalb der Bauzone durch Multiplikation 
der Fläche des Umschwungs gemäss amtlichem Schätzungsprotokoll mit 
dem Grundfaktor der Parzelle nach Absatz 3 (Bst. b) und für Regenabwasser 
(von Hof- und Dachflächen sowie Privat-, Gemeinde- und Kantonsstrassen) 
und Reinabwasser, das in die Kanalisation eingeleitet wird, durch Multiplika-
tion der nach Bst. a bzw. b ermittelten ZGF mit den entsprechenden Zu-
schlagsfaktoren für Hofflächen, Dachflächen und Grundstücksdrainagen 

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(Bst. c). Die einmalige Anschlussgebühr pro m2 ZGF beträgt Fr. 22.35.-- 
(Art. 1 Abs. 1 der Abwasserentsorgungsverordnung der EG Ipsach vom 
24. Oktober 2005). Das Grundstück Nr. 1________ des Beschwerdeführers 
befindet sich in der Landwirtschaftszone (vgl. Zonenplan der EG Ipsach vom 
27. Mai 1993). Massgebend für die Ermittlung der ZGF ist demnach die 
Fläche des Umschwungs gemäss amtlichem Schätzungsprotokoll und der 
Grundfaktor 0,4 (Art. 32 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 3 Bst. k AER).

3.

Der Beschwerdeführer macht vorab geltend, die Regelung in Art. 32 Abs. 1 
Bst. b AER für Gebäude ausserhalb der Bauzone sei nicht verursacherge-
recht und verstosse damit gegen übergeordnetes Recht, denn die Fläche 
des Umschwungs sei ausserhalb der Bauzone überdurchschnittlich gross 
und sage nichts über die aktuelle oder zukünftige Nutzung oder die zu erwar-
tende Belastung des Abwasserentsorgungssystems aus. 

3.1 Die ZGF ist gemäss ausdrücklichem kantonalem Recht (Art. 33 
Abs. 2 KGV) und ständiger Praxis eine genügend verursachergerechte Be-
messungsgrundlage für einmalige Anschlussgebühren. Denn das in Art. 60a 
GSchG statuierte Verursacherprinzip entfaltet seine Wirkung vorab bei perio-
disch anfallenden Benutzungsgebühren; diese müssen notwendigerweise 
einen Bezug zur produzierten Abwassermenge aufweisen. Die Bemessung 
der einmaligen Anschlussgebühren kann sich  hingegen auch nach anderen 
sachbezogenen, nicht allein auf dem Verursacherprinzip gründenden Krite-
rien richten (BGer 2C_411/2019 vom 1.10.2019 E. 4.2, 2C_67/2015 vom 
12.11.2015 E. 3.2). In Anwendung des verfassungsrechtlichen Äquivalenz-
prinzips als Ausprägung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes nach Art. 5 
Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und des Willkürverbots nach 
Art. 9 BV darf die Gebühr allerdings nicht in einem offensichtlichen Missver-
hältnis zum objektiven Wert der Leistung des Gemeinwesens stehen und hat 
sich in vernünftigen Grenzen zu bewegen. Der objektive Wert der Leistung 
ist dabei nicht in jedem Einzelfall zu ermitteln, sondern es darf auf schema-
tische Kriterien wie die Bruttogeschossfläche oder die ZGF abgestellt wer-
den, die regelmässig einen auch unter dem Gesichtspunkt des Verursacher-

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prinzips genügenden Bezug zur produzierten Abwassermenge aufweisen. 
Für die Anschlussgebühr muss demnach nicht primär auf die effektiv produ-
zierte Abwassermenge abgestellt werden, sondern auf die Kapazität, die für 
die potenzielle Menge ausreicht (BGer 2C_67/2015 vom 12.11.2015 E. 3.5, 
2C_1054/2013 vom 20.9.2014 E. 5 f., 2C_341/2009 vom 17.5.2010 E. 4.2; 
BVR 2007 S. 79 E. 4.2 mit Hinweisen; Peter Karlen, Die Erhebung von 
Abwasserabgaben aus rechtlicher Sicht, in URP 1999 S. 539 ff., S. 557 ff.). 

3.2 Innerhalb der Bauzone ermittelt die Gemeinde die ZGF aufgrund der 
gesamten Parzellenfläche, ausserhalb der Bauzone anhand der Fläche des 
Umschwungs gemäss amtlichem Schätzungsprotokoll (Art. 32 Abs. 1 Bst. a 
und b AER). Letztere ist als derjenige Flächenanteil eines Grundstücks defi-
niert, welcher normalerweise für die Erstellung und den Betrieb eines Ge-
bäudes nach den einschlägigen Vorschriften benötigt wird. Bei der Ausschei-
dung der Position «Platz Umschwung» ist bei der amtlichen Bewertung Fol-
gendes zu beachten: Die Gebäudefläche, die Lage des Gebäudes auf dem 
Grundstück, die Gebäude- und Grenzabstände nach den einschlägigen Vor-
schriften sowie die Betriebsart (z.B. Zu- und Wegfahrt; vgl. Art. 182 Abs. 3 
des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]; Steuerverwaltung 
des Kantons Bern, Nichtlandwirtschaftliche Bewertungsnormen vom 
10.10.2018 Ziff. 2.2.9). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist 
ein derart umrissener Umschwung im Vergleich zu einer Parzelle in der 
Bauzone nicht grundsätzlich übermässig gross. In der Bauzone wird die ZGF 
anhand der ganzen Parzellenfläche ermittelt, auch wenn nur ein kleiner Teil 
des Grundstücks bebaut ist, und selbst wenn eine Parzelle baulich voll aus-
genützt ist, schliesst die Berechnung stets nicht bebaubaren Umschwung mit 
ein. Entsprechend rechtfertigt sich, auch in der Landwirtschaftszone nicht 
bloss auf die Grundfläche der Gebäude abzustellen, sondern deren unmit-
telbare Umgebung in die Berechnung einzubeziehen. Dafür liefert die Posi-
tion «Platz Umschwung» gemäss amtlicher Bewertung eine taugliche Grund-
lage. 

3.3 Die Fläche «Platz Umschwung» der Parzelle Nr. 1________ betrug 
gemäss dem im Zeitpunkt der Verfügung massgeblichen amtlichen 
Schätzungsprotokoll 4'290 m2 (seit dem Steuerjahr 2020: 3'866 m2; vgl. 
Grundstückprotokolle vom 10.6.2013 und 5.10.2020; Vorakten hinter 5A2). 

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Die Gemeinde hat ihrer Berechnung nicht diese (ganze) Fläche zugrunde 
gelegt, sondern eine «virtuelle Häuserparzelle» von rund 1'885 m2 
ausgeschieden, die bloss die Fläche der beiden angeschlossenen Gebäude 
(Bauernhaus mit Ökonomieteil und Wohnstock) und deren unmittelbare 
Umgebung umfasst (vgl. Situationsplan; Vorakten 5A2 Beilage 7); der Rest 
des Umschwungs gemäss Grundbuch mit den Ökonomiebauten blieb 
unberücksichtigt. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist die 
Gemeinde damit zugunsten des Beschwerdeführers vom Wortlaut ihres 
Reglements abgewichen. Die beiden anderen aktenkundigen Beispiele 
zeigen, dass es der Praxis der Gemeinde entspricht, für die Ermittlung der 
ZGF in der Landwirtschaftszone nicht auf den ganzen Umschwung des 
Schätzungsprotokolls abzustellen (vgl. Situationspläne und Rechnungen für 
die Parzellen Nrn. 2________ und 3________, Vorakten 5A2 Beilagen 2-5). 
Sie trägt damit offensichtlich der Tatsache Rechnung, dass der nach den 
Regeln der amtlichen Bewertung von Grundstücken ausgewiesene «Platz 
Umschwung» in der Landwirtschaftszone grössere Flächen mit nicht an die 
Kanalisation angeschlossenen Ökonomiebauten und deren Umgebung 
einschliessen kann. In diesen Fällen weicht die Gemeinde zugunsten der 
Betroffenen vom Wortlaut der Norm ab. Inwiefern diese Praxis gegen 
übergeordnetes Recht verstossen sollte, ist nicht ersichtlich. Mit Blick auf die 
für Anschlussgebühren geltenden Grundsätze (vorne E. 3.1) erscheint sie 
vielmehr ohne weiteres als rechtlich haltbar. Bei der Zonengewichtung sieht 
Art. 32 Abs. 3 Bst. k AER für die Landwirtschaftzone zudem den kleinsten 
Grundfaktor vor, der etwa auch für die Wohnzone W2 gilt. Anders als der 
Beschwerdeführer meint, werden Grundeigentümerinnen und Grundeigen-
tümer in der Landwirtschaftszone gegenüber jenen in der Bauzone bei der 
Berechnung der Anschlussgebühr somit nicht systematisch benachteiligt.

4.

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, in seinem Fall hätte wie im Fall 
der Parzelle Nr. 3________ nur die «Bodenbedeckung der Gebäude» 
berücksichtigt werden dürfen. Damit verlangt er sinngemäss eine 
Gleichbehandlung im Unrecht.

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4.1 Nach der Rechtsprechung geht der Grundsatz der Gesetzmässigkeit 
(Art. 66 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 5 
Abs. 1 BV) der Verwaltung in der Regel demjenigen der Gleichbehandlung 
(Art. 10 Abs. 1 KV; Art. 8 Abs. 1 BV) vor. Ein Anspruch auf «Gleichbehand-
lung im Unrecht» wird nur ausnahmsweise und sehr zurückhaltend ange-
nommen. Voraussetzung dafür ist zunächst, dass die zu beurteilenden Fälle 
in den tatbestandserheblichen Sachverhaltselementen überhaupt überein-
stimmen. Sodann muss eine eigentliche gesetzwidrige Behördenpraxis be-
stehen. Eine falsche Rechtsanwendung in einem einzigen Fall oder in eini-
gen wenigen Fällen begründet keinen Anspruch, ebenfalls abweichend von 
der Norm behandelt zu werden. Ausserdem muss die zuständige Behörde 
ausdrücklich zu erkennen geben, auch inskünftig nicht gesetzeskonform ent-
scheiden zu wollen. Nur wenn eine Behörde nicht gewillt ist, eine bewusst 
geübte rechtswidrige Praxis aufzugeben, kann das Interesse an der Gleich-
behandlung der Betroffenen dasjenige an der Gesetzmässigkeit überwiegen. 
Einer Gleichbehandlung im Unrecht dürfen aber keine überwiegenden 
Gesetzmässigkeitsinteressen oder Interessen Dritter entgegenstehen 
(BGE 146 I 105 E. 5.3.1, 139 II 49 E. 7.1 [Pra 102/2013 Nr. 33]; BVR 2019 
S. 15 [VGE 2018/23 vom 13.9.2018] nicht publ. E. 5.2, 2013 S. 85 E. 8.1, je 
mit Hinweisen). 

4.2 Der Beschwerdeführer bezieht sich auf die Rechnung vom 27. Feb-
ruar 2019 für die Kanalisationsanschlussgebühr der Gemeinde an die 
Grundeigentümerin der Parzelle Nr. 3________ (in Vorakten act. 5A1). 
Daraus gehe hervor, dass nicht auf eine «virtuelle Häuserparzelle», sondern 
auf die Bodenbedeckung der Gebäude abgestellt worden sei. Wortwörtlich 
stehe darin: 

«Da Ihr Grundstück eine Fläche von 47'986 m2 aufweist, haben wir für 
unsere Berechnung nur die Teilfläche, auf welchem die Gebäude ste-
hen, genommen (Daten aus dem Grundbuchblatt).» 

Die Gemeinde hat vor der Vorinstanz ausgeführt, sie habe auch in diesem 
Fall eine «virtuelle Häuserparzelle» von ca. 1'773 m2 ausgeschieden und die 
Anschlussgebühr entsprechend berechnet (Beschwerdeantwort, Vorakten 
pag. 47; Situationsplan und Rechnung, Vorakten 5A2 Beilagen 4 f.). Wie aus 
der detaillierten, vom Beschwerdeführer eingereichten Rechnung vom 
27. Februar 2019 hervorgeht (in Vorakten act. 5A1), trifft dies nicht zu. Viel-

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mehr hat die Gemeinde in diesem Fall tatsächlich (nur) die im Grundbuch 
ausgewiesene Fläche «Bodenbedeckung Gebäude» von 1'343 m2 mit dem 
Grundfaktor 0,4 multipliziert (entspricht 537,2 ZGF). Zusammen mit den Hof- 
und Dachflächen von je 107,44 ergab dies eine ZGF von 752,08 und eine 
Anschlussgebühr von Fr. 18'103.30. Obwohl diese Berechnung der Gebühr 
nicht mit den reglementarischen Vorgaben in Einklang zu bringen ist, kann 
der Beschwerdeführer daraus schon deshalb nichts zu seinen Gunsten ab-
leiten, weil es sich um einen Einzelfall handelt, welcher der erklärten Praxis 
der Gemeinde widerspricht. Im Ergebnis resultierte zudem für vergleichbar 
grossen Umschwung eine fast gleich hohe Gebühr. Der andere aktenkun-
dige Fall in der Landwirtschaftszone betraf die Parzelle Nr. 2________. Dort 
ist die Gemeinde gemäss ihrer Praxis vorgegangen. Sie hat die ZGF anhand 
einer «virtuellen Hausparzelle» bestimmt, welche den Parzellenteil mit dem 
angeschlossenen Gebäude sowie dessen Umschwung umfasst (vgl. Plan 
vom 10.6.2020 und Rechnung vom 26.9.2012, Vorakten 5A2 Beilagen 2 und 
3). 

5.

Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, er habe sich vorgängig 
bei der Gemeinde nach der Höhe der Anschlussgebühr erkundigt und die 
Auskunft erhalten, für die Berechnung der ZGF werde in der Landwirtschafts-
zone die Fläche «Bodenbedeckung sämtlicher Gebäude» herangezogen. 
Damit beruft der Beschwerdeführer sich auf den Grundsatz von Treu und 
Glauben. 

5.1 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen nach 
Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV; vgl. auch Art. 11 Abs. 2 
KV). Der Grundsatz verleiht einer Person den Anspruch auf Schutz des be-
rechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, be-
stimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden. Vorausge-
setzt ist, dass die Auskunft für einen bestimmten Einzelfall aufgrund einer 
vollständigen und richtigen Darstellung des Sachverhalts vorbehaltslos er-
teilt wurde, die Amtsstelle zur Auskunftserteilung zuständig war oder gut-
gläubig als zuständig erachtet werden durfte, die Unrichtigkeit der Auskunft 

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bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit nicht ohne weiteres erkennbar war, im 
Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft unwiderrufliche oder nicht ohne 
Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen wurden und die 
Rechtslage sich seit der Auskunftserteilung nicht geändert hat. Selbst wenn 
diese Voraussetzungen erfüllt sind, scheitert die Berufung auf Treu und 
Glauben, wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen 
(BGE 146 I 105 E. 5.1.1, 137 I 69 E. 2.5.1; BVR 2017 S. 483 E. 6.2.2, 2004 
S. 316 E. 6a, je mit Hinweisen).

5.2 Die Gemeinde hat bereits vor der Vorinstanz bestätigt, dass am 
5. Juni 2019 eine Besprechung zwischen dem Beschwerdeführer und der 
stellvertretenden Leiterin der Bauabteilung stattgefunden und die Gemein-
devertreterin bei dieser Gelegenheit erläutert hat, wie die Anschlussgebühr 
berechnet wird. Ihre handschriftliche Notiz ist aktenkundig und enthält fol-
gende Berechnung (vgl. Beilage zur Replik vom 18.11.2020, in act. 5A1):

1'060 m2 x 0,4 = 424.0

424.0 x 1,2 = 84.8

424.0 x 1,2 = 84.8

593.60

Grundgebühr jährlich 178.10

Anschlussgebühren

593.6 ZGF x 22.35 = 13'266.95

Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Fläche von 1'060 m2 wohl nicht 
zufällig genau der im Grundbuch festgehaltenen Fläche «Bodenbedeckung 
Gebäude» entspricht. Es spricht vielmehr einiges dafür, dass die Gemeinde-
vertreterin tatsächlich diese Fläche für die Berechnung der ZGF für massge-
blich hielt, zuzüglich eines Zuschlags für Hof- und Dachflächen, zumal schon 
die Berechnung für die Parzelle Nr. 3________ nach diesem Muster erfolgt 
war (vgl. oben E. 4.2). Mit der Vorinstanz ist deshalb von einer konkreten 
Auskunft auszugehen. Allerdings war die Unrichtigkeit dieser Auskunft offen-
sichtlich und hätte der Beschwerdeführer dies bei pflichtgemässer Aufmerk-
samkeit erkennen können; ein Blick ins Reglement hätte dafür ausgereicht 
(vgl. BGE 135 III 489 E. 4.4). Denn die laut Notiz implizit für massgeblich er-
klärte Fläche («Bodenbedeckung Gebäude») widerspricht eindeutig Art. 32 

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Abs. 1 Bst. b AER («Umschwung gemäss amtlichem Schätzungsprotokoll»). 
Dass der Begriff «Umschwung» nicht nur eine Gebäudefläche meinen kann, 
sondern die nähere Umgebung einschliessen muss, ist auch für juristische 
Laien ohne weiteres erkennbar, ebenso wie die Tatsache, dass die Fläche 
der Gebäude zwar im Grundbuch ausgewiesen wird, im Protokoll der amtli-
chen Schätzung aber nicht bzw. mit Null. Der Beschwerdeführer kann sich 
folglich nicht mit Erfolg auf Vertrauensschutz berufen. Ob die stellvertretende 
Leiterin der Baubabteilung für die Auskunftserteilung zuständig war (vgl. 
Art. 35 Abs. 1 AER), kann bei diesem Ergebnis ebenso offenbleiben wie die 
Frage, ob der Beschwerdeführer gestützt auf die Auskunft nicht ohne Nach-
teil wieder rückgängig zu machende Dispositionen getroffen hat, indem er 
beide Wohngebäude an die Kanalisation angeschlossen bzw. seinen Tier-
bestand nicht erhöht hat.

6. 

Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist 
abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind 
keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

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Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegnerin
- Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.