# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63088104-9429-5b5c-9788-92794305cf69
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-27
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 27.10.2023 BS 2022 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-69_2023-10-27.pdf

## Full Text

20230908_144633_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 69

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber I. Cathry

Beschluss vom 27. Oktober 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin C.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Nichtanhandnahme

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Sachverhalt

1.1 Die Geschwister D.________ und E.________ befinden sich seit langem in einem Streit um 
den Nachlass ihrer Eltern. Die Geschwister sind Eigentümer von je 45 % der Aktien der 
F.________ AG. Die restlichen 10 % der Aktien sind im Eigentum von G.________, der 
Tochter von D.________. Die F.________ AG hält ihrerseits alle Aktien der H.________ AG, 
die wiederum alleinige Aktionärin der A.________ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ist. 
Bis zum Verkauf am 14. September 2017 war die H.________ AG Eigentümerin der Liegen-
schaft a.________ und die Beschwerdeführerin Eigentümerin der Liegenschaft b.________ 
jeweils in ________ (Ort) (nachfolgend zusammen: ab._______-Liegenschaften). Die Gültig-
keit dieser Grundstückverkäufe ist umstritten. Die F.________ AG ist zudem Alleinaktionärin 
der I.________ AG und der J.________ AG.

1.2 Zwischen D.________ und E.________ wie auch zwischen den involvierten Gesellschaften, 
Gesellschaftsorganen und weiteren Akteuren waren oder sind zahlreiche Verfahren zivil-, 
verwaltungs- und strafrechtlicher Natur hängig. Hauptsächlich geht es dabei um die Vorgän-
ge rund um den erwähnten Verkauf der ab.________-Liegenschaften.

1.3 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden hingegen die Umstände rund 
um den Verkauf des Stockwerkeigentumsanteils c.________ (Sonderrecht an der 3,5-
Zimmer-Wohnung ________ in ________ (Ort)) samt alleinigem und ausschliesslichem 
Benützungsrecht am Einstellplatz Nr. ________ (nachfolgend: c.________-Liegenschaft) im 
Jahr 2018. Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 16. November 2018 wurde diese 
Liegenschaft von der Beschwerdeführerin als damalige Alleineigentümerin an K.________ 
und L.________ (neue Miteigentümer) verkauft. Der Kaufpreis betrug CHF 670'000.00 (da-
von CHF 635'000.00 für die Wohnung und CHF 35'000.00 für den Einstellplatz; Vi 
act. 20/1/3-9).

2.1 Mit Eingabe vom 24. Juni 2022 erstatte Rechtsanwalt B.________ namens der Beschwerde-
führerin Strafanzeige gegen E.________ und M.________ (nachfolgend zusammen: Be-
schuldigte) mit dem Vorwurf, diese hätten als seinerzeitige Verwaltungsräte die c.________-
Liegenschaft der Beschwerdeführerin zu einem zu tiefen Preis verkauft (Vi HD 2/1 ff.; Verfah-
ren 2A 2022 97/98).

2.2 Am 23. August 2022 verfügte die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug die Nichtanhandnah-
me im erwähnten Strafverfahren (act. 1/1). 

3.1 Mit Eingabe vom 5. September 2022 reichte Rechtsanwalt B.________ namens der Be-
schwerdeführerin eine Beschwerde mit folgenden Anträgen ein (act. 1):

1. Es sei die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 23. August 2022 
(Geschäftsnummer 2A 2022 97/98) vollumfänglich aufzuheben.

2. Es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, gegen die Beschuldigten ein Vorverfahren zu 
eröffnen und den angezeigten Tatverdacht zu untersuchen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.

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3.2 Mit Eingabe vom 9. September 2022 stellte Rechtsanwalt N.________ im Namen von 
E.________ folgende Anträge (act. 5):

1. Es sei festzustellen, dass D.________ und die von ihr bestellten Rechtsbeistände der 
F.________ AG, der I.________ AG, der J.________ AG, der H.________ AG und der 
A.________ AG in den Strafverfahren gegen meinen Klienten [E.________] nicht (mehr) 
zur Vertretung der vorgenannten Gesellschaften legitimiert sind.

2. Es sei zu prüfen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die von D.________ und 
den von ihr bestellten Rechtsvertretern der F.________ AG, der I.________ AG, der 
J.________ AG, der H.________ AG und der A.________ AG veranlassten Prozesshand-
lungen rechtswirksam sind.

3.3 Mit Eingabe vom 16. September 2022 verzichtete Rechtsanwalt N.________ auf eine Stel-
lungnahme zur Beschwerde. Anträge in Bezug auf die Nichtanhandnahmeverfügung stellte er 
keine (act. 8). 

3.4 Der Beschuldigte M.________, vertreten durch Rechtsanwalt O.________, liess sich nicht 
vernehmen.

3.5 Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme, die Beschwerde sei abzuweisen, 
soweit darauf eingetreten werden könne, und die Kosten seien der Beschwerdeführerin auf-
zuerlegen (act. 9).

3.6 Mit Eingabe vom 13. Oktober 2022 stellte Rechtsanwalt B.________ folgende Anträge 
(act. 12):

1. Der Antrag auf Feststellung fehlender Vertretungslegitimation von D.________ und der 
"von ihr bestellten" Rechtsbeistände der F.________ AG, der I.________ AG, der 
J.________ AG, der H.________ AG und der A.________ AG in den Strafverfahren ge-
gen E.________ sei abzuweisen.

2. Der Antrag auf Prüfung der Wirksamkeit der bisher von D.________ und den vorgenann-
ten Rechtsbeiständen veranlassten Prozesshandlungen sei abzuweisen.

3. Eventualiter sei der Unterzeichnete für die F.________ AG, I.________ AG, H.________ 
AG, A.________ AG und/oder J.________ AG als amtlicher Privatklägervertreter zu be-
stimmen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten von E.________.

3.7 Am 17. Oktober 2022 reichte Rechtsanwalt B.________ einen Nachtrag zu seiner Eingabe 
vom 13. Oktober 2022 ein (act. 13).

3.8 Mit Eingabe vom 7. November 2022 stellte Rechtsanwalt N.________ folgende Anträge 
(act. 16):

1. Auf den Eventualantrag der Beschwerdeführerinnen, RA B.________ zum Privatkläger-
vertreter zu ernennen, sei nicht einzutreten, gegebenenfalls sei dieser abzuweisen.

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2. Die Verfahren BS 2022 50 und BS 2022 69 seien zu sistieren, bis das Kantonsgericht Zug 
im Verfahren ES 2022 595 über das Gesuch E.________s auf Einsetzung eines Sachwal-
ters für die F.________ AG entschieden habe.

3.9 In der Eingabe vom 4. Dezember 2022 schloss Rechtsanwalt B.________ auf "vollumfängli-
che Abweisung des Sistierungsbegehrens" (act. 20).

3.10 Am 30. Januar 2023 gab Rechtsanwalt N.________ eine siebenseitige Aktennotiz von 
E.________ zu den Akten (act. 22 und 22/1).

3.11 Mit Eingabe vom 14. März 2023 reichte Rechtsanwalt B.________ einen Entscheid des Ein-
zelrichters am Kantonsgerichts Zug ein, der Organisationsmängel der F.________ AG betraf 
(Verfahren ES 2022 595; act. 24).

3.12 Zu dieser Eingabe replizierte Rechtsanwalt N.________ am 5. April 2023 (act. 25).

3.13 Mit Eingabe vom 7. August 2023 stellte Rechtsanwalt N.________ folgende Anträge 
(act. 26):

1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

2. Der amtlichen Verteidigung von E.________ sei für die notwendige Beteiligung am Ver-
fahren eine angemessene Entschädigung auszurichten.

3. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und D.________ zu 
verpflichten, dem Staat diese Kosten zu ersetzen.

3.14 Am 31. August 2023 reichte Rechtsanwalt B.________ eine weitere Eingabe ein (act. 30).

Erwägungen

1. Der Beschuldigte E.________ stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin habe 
ihren Rechtsvertreter Rechtsanwalt B.________ nicht gehörig bevollmächtigt.

1.1 Er macht geltend, mangels Organstellung und Vertretungsbefugnis habe D.________ die In-
teressen der F.________ AG schon seit dem 30. Juni 2019 auch in den Generalversamm-
lungen der Tochtergesellschaften I.________ AG, J.________ AG und H.________ AG nicht 
mehr wirksam wahrnehmen können. Eine allfällige Wiederwahl von D.________ in die Ver-
waltungsräte der Tochtergesellschaften (und der Beschwerdeführerin als Tochter der 
H.________ AG) anlässlich von Generalversammlungen der Tochtergesellschaften – soweit 
solche nach dem 30. Juni 2019 noch durchgeführt worden seien – wäre demnach ohne die 
erforderliche Ermächtigung erfolgt. Konsequenz davon sei, dass die F.________ AG wie 
auch deren Tochter- und Enkelinnengesellschaften keinen rechtmässig gewählten Verwal-
tungsrat mehr aufweisen würden. Soweit D.________ oder die von ihr bevollmächtigten 
Rechtsanwälte noch im Namen der Gesellschaften auftreten würden, erfolgten diese Hand-
lungen ohne gültiges Mandat (act. 5).

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1.2 Rechtsanwalt B.________ entgegnet, bei der Beschwerdeführerin und der H.________ AG 
habe zur Zeit der Wahl von D.________ in den Verwaltungsrat am 27. August 2019 die 
Amtsdauer des Verwaltungsrates jeweils drei Jahre betragen. Dies gelte denn auch für die 
anderen Untergesellschaften I.________ AG und J.________ AG. D.________ sei damit 
auch zur Zeit der Vollmachtserteilung am 7. Februar 2022 ohne die Notwendigkeit einer zwi-
schenzeitlichen Wiederwahl Verwaltungsrätin dieser Gesellschaften gewesen (act. 12)

1.3 Zur Rechtsvertretung juristischer Personen vor schweizerischen Gerichten ist nur berechtigt, 
wer sich auf eine Vollmacht berufen kann, die von Personen unterzeichnet ist, die ihrerseits 
die juristische Person gültig vertreten können. Die Gültigkeit der Vollmacht ist von Amtes we-
gen zu prüfen, wobei die Parteien an der Feststellung des massgebenden Sachverhalts mit-
zuwirken haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_454/2018 vom 5. Juni 2019 E. 2.4 m.H.).

1.3.1 Das Obergericht Zug hatte im Verfahren Z2 2023 26 zu entscheiden, ob bei der F.________ 
AG ein Organisationsmangel vorliegt. In seinem Urteil vom 4. Juli 2023 hielt es fest, dass das 
Verwaltungsratsmandat von D.________ für diese Gesellschaft am 30. Juni 2019 geendet 
habe und sie deshalb nicht mehr gültig zu einer Generalversammlung dieser Gesellschaft 
habe vorladen können. 

1.3.2 Was jedoch die Beschwerdeführerin betrifft, so gilt es Folgendes zu beachten: An der Uni-
versalversammlung der F.________ AG vom 27. August 2019 (Beginn um 08.00 Uhr) wurde 
P.________ unbestrittenermassen gültig als Verwaltungsrat gewählt (act. 12/12). Offenblei-
ben kann vorliegend, ob die Amtszeit von D.________ als Verwaltungsrätin der F.________ 
AG am 30. Juni 2019 geendet hatte oder sie am 27. August 2019 noch Verwaltungsrätin war 
und durch die "Zuwahl" von P.________ als Verwaltungsrätin bestätigt wurde. Sodann war 
die F.________ AG zumindest durch ihren Verwaltungsrat P.________ (Art. 718 Abs. 3 OR) 
an der anschliessenden Universalversammlung ihrer Tochtergesellschaft H.________ AG 
(Beginn um 11.00 Uhr) gültig vertreten und konnte demnach D.________ und P.________ 
gültig in deren Verwaltungsrat wählen (act. 12/14). Der Umstand, dass der Vorsitz von 
D.________ übernommen wurde und dies den Statuten widersprochen haben soll (so der 
Beschuldigte E.________), führte – falls tatsächlich ein Statutenverstoss vorliegt – höchstens 
zur Anfechtbarkeit der gefällten Beschlüsse, nicht jedoch zur Nichtigkeit (Schott, Aktienrecht-
liche Anfechtbarkeit und Nichtigkeit von Generalversammlungsbeschlüssen wegen Verfah-
rensmängeln, 2009, § 11 N 50 f.). Folglich war auch die Alleinaktionärin der Beschwerdefüh-
rerin an deren Universalversammlung (Beginn um 12.00 Uhr) gültig durch die Verwaltungs-
räte der H.________ AG (D.________ und P.________) vertreten und konnte D.________ 
und P.________ gültig in den Verwaltungsrat wählen (act. 12/13). Aufgrund der dreijährigen 
Amtsdauer (s. Art. 13 der Statuten der Beschwerdeführerin [act. 12/17]) war D.________ am 
7. Februar 2022 somit (noch) befugt, namens der Beschwerdeführerin die Vollmacht an 
Rechtsanwalt B.________ zu erteilen.

1.4 Mithin ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren rechtsgültig 
durch Rechtsanwalt B.________ vertreten ist.

2. Der eigentliche Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Staatsan-
waltschaft die Strafuntersuchung gegen die Beschuldigten betreffend ungetreue Geschäfts-
besorgung zu Recht nicht anhand genommen hat.

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2.1 Die Eröffnung einer Strafuntersuchung setzt einen hinreichenden Tatverdacht voraus 
(Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen 
tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Natur 
sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht soll eine 
plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die konkrete Möglichkeit ergibt, dass eine 
Straftat begangen worden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_700/2020 vom 17. August 2021 
E. 3.3 m.H.). Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung, 
sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen 
Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 
Abs. 1 lit. a StPO).

2.2 Nach dem Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 
StGB wird bestraft, wer auf Grund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines 
Rechtsgeschäfts damit betraut ist, das Vermögen eines andern zu verwalten oder eine sol-
che Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten 
bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird (Abs. 1). Handelt der 
Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Frei-
heitsstrafe von einem Jahr bis zu 5 Jahren erkannt werden (Abs. 3).

2.2.1 Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB ist, wer in tatsächlich oder formell selbstständi-
ger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für einen nicht unerheblichen 
Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichen-
des Mass an Selbstständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Vermögen oder über 
wesentliche Bestandteile desselben, über Betriebsmittel oder das Personal eines Unterneh-
mens verfügen kann. 

2.2.2 Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher kann in einer tatsächli-
chen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Vermin-
derung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt bereits 
vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen 
Wert vermindert ist. Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen 
Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen werden muss. 
Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss ein Kausalzu-
sammenhang bestehen.

2.2.3 Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung 
besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als 
Geschäftsführer generell, aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftrag-
gebers bzw. des Geschäftsherrn treffen. Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem 
jeweiligen Grundverhältnis. Pflichtwidrig im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB handelt, 
wer als Vermögensverwalter ein unerlaubtes Geschäftsrisiko eingeht, indem er Weisungen 
des Klienten missachtet. Tätigkeiten, die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Ge-
schäftsführung halten, sind nicht tatbestandsmässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispo-
sitionen zu einem Verlust führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein um-
sichtiger Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde. Es ist daher in einem 

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solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die eingegangenen Risiken den getroffenen Vereinba-
rungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwiderlaufen.

2.2.4 Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des Handelns 
oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kausalzusammenhang zwischen 
dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Eventualvorsatz genügt. An des-
sen Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen, da der objektive Tatbestand, namentlich 
das Merkmal der Pflichtverletzung, relativ unbestimmt ist. Der qualifizierte Treubruchtatbe-
stand gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB setzt die Absicht unrechtmässiger Bereicherung 
voraus. Eventualabsicht genügt (zum Ganzen: BGE 142 IV 346 E. 3.2 m.H.).

3. Die Staatsanwaltschaft begründete die Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung gegen die 
Beschuldigten betreffend ungetreue Geschäftsbesorgung zusammengefasst wie folgt:

3.1 Der vorliegenden Strafanzeige lasse sich kein hinreichender Tatverdacht im ausgeführten 
Sinne bzw. keine Tathandlungen der ungetreuen Geschäftsbesorgung entnehmen. Im We-
sentlichen bemängle die Anzeigeerstatterin [Beschwerdeführerin] das Nichteinholen einer 
aktuellen Bewertungsbegutachtung und mache geltend, der beauftragte Makler habe seine 
eigene, veraltete Verkehrswertschätzung als Richtpreis genommen und sei wohl an einem 
schnellen Abschluss interessiert gewesen. Damit unterstelle die Beschwerdeführerin dem 
Makler im Ergebnis, dieser habe die Wohnung bewusst unterpreisig verkauft. Vielmehr liege 
aber im Hinblick auf den Marktpreis der Wohnung Gegenteiliges nahe: Die Mandatierung 
eines Maklers gewährleiste grundsätzlich die Erzielung eines guten Verkaufspreises, dies 
besonders dann, wenn es sich um einen Makler handle, der die örtlichen Begebenheiten 
kenne. Der beauftragte Makler habe sein Maklerunternehmen in ________ (Ort), wo sich die 
Wohnung befunden habe. Ohne weitere, griffige Verdachtsmomente sei deshalb nicht davon 
auszugehen bzw. kein Motiv des Maklers erkennbar, weshalb er die Immobilie zu einem zu 
tiefen Preis hätte verkaufen sollen, zumal die Maklerprovision vom erzielten Verkaufserlös 
abhänge. 

Auch die übrigen Vorbringen in der Strafanzeige vermöchten einen Tatverdacht nicht hinrei-
chend darzulegen: Es sei nicht pflichtwidrig, einen Verkaufspreis bzw. Mindestverkaufspreis 
anzugeben, und auch nicht, diesen den Bietenden bekanntzugeben. Im Gegenteil könne da-
von ausgegangen werden, dass die Bekanntgabe der Messlatte geradezu wettbewerbsstei-
gernd sei und einem Bieterverfahren gleichkomme. Unerheblich bzw. zur Beweisführung 
nicht geeignet sei der von D.________ "angesetzte" Bekannte, da dieser kein ernsthaftes 
Kaufinteresse gezeigt habe und lediglich vorgeschoben worden sei. Weitere Kaufinteressen-
ten seien offensichtlich keine vorhanden gewesen, dies auch nicht nach einer "Mandatsdauer 
von Q.________ AG" von über zwei Monaten. 

3.2 Ergänzend werde geltend gemacht, der Verkauf sei eine ungültige Liquidationshandlung ge-
wesen, dies mit dem Verweis auf eine andere Strafuntersuchung mit dem Aktenzeichen 
2A 2017 168/169 sowie auf ein Urteil des Obergerichts vom 16. Februar 2022. Dieser Ver-
weis halte nicht stand. Das Obergericht habe noch nie entschieden, der Verkauf der Liegen-
schaften, die sich in den Gesellschaften der Familienholding befunden hätten, seien Liquida-
tionshandlungen gewesen. Im Entscheid vom 16. Februar 2022 sei es lediglich darum ge-

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gangen, ob der Käufer der ab.________-Liegenschaften in ________ (Ort) davon hätte aus-
gehen müssen, dass die Verkäufe Liquidationshandlungen seien. 

4. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber zusammengefasst Folgendes geltend:

4.1 Unter dem Titel "fehlerhafte Sachverhaltsfeststellungen" geht sie zuerst auf den Entscheid 
des Obergerichts vom 16. Februar 2022 ein und führt aus, dieser äussere sich sehr wohl zur 
Frage der Liquidation der Beschwerdeführerin durch Verkauf der Grundstücke. E. 7.5 jenes 
Entscheids laute wie folgt: "[…] Dass der Verkauf der Liegenschaften als eine solche Liquida-
tionshandlung zu qualifizieren ist, ist zumindest wahrscheinlich". Das Obergericht beschrän-
ke sich damit gerade nicht auf die Bösgläubigkeit des Käufers. Schon damals habe das 
Obergericht im Verkauf der Grundstücke eine faktische Liquidation gesehen. Ein rechtsgülti-
ger Liquidationsbeschluss der Generalversammlung der Beschwerdeführerin habe unstrittig 
zu keinem Zeitpunkt vorgelegen, womit sich die Staatsanwaltschaft in der Nichtanhandnah-
meverfügung nicht auseinandergesetzt habe. Ebenso wenig setze sich die Staatsanwalt-
schaft mit dem Tatverdacht der von den Beschuldigten überschrittenen Vertretungsbefugnis 
und -macht und demzufolge mit einer Verletzung von Art. 158 Ziff. 2 StGB auseinander. Wei-
ter sei nicht verständlich, weshalb die Staatsanwaltschaft nicht die E-Mail von R.________ 
Rechtsanwälte vom 29. Oktober 2018 gewürdigt habe, worin dem Beschuldigten E.________ 
geraten werde, mit dem Verkauf der c.________-Liegenschaft zuzuwarten, bis ein damals 
rechtshängiges "Nichtigkeits-Feststellungsverfahren" (Verfahren A3 2017 7 vor Kantonsge-
richt Zug) mit Bezug auf Liquidationsbeschlüsse von Generalversammlungen verschiedener 
F.________ AG-Gesellschaften, unter anderem der Beschwerdeführerin, abgeschlossen sei. 
Die Beschwerdeführerin verweist sodann auf weitere Akten ("Gesprächsnotiz", "Strategie-
memorandum", "Urteil des Obergerichts Zug vom 3. Juni 2020" usw.), welche die Staatsan-
waltschaft nicht geprüft und gewürdigt habe. Deshalb erscheine die Argumentation der 
Staatsanwaltschaft, wonach der Verkauf der c.________-Liegenschaft keine pflichtwidrige 
Liquidationshandlung gewesen sein solle, aktenwidrig.

4.2 Unter dem Titel "Rechtsverletzung und Unangemessenheit" rügt die Beschwerdeführerin, die 
Staatsanwaltschaft könne nicht entgegenhalten, der Verkauf der c.________-Liegenschaft 
sei keine Liquidation, weil der handelsregisterliche Zweck in der Vermögensverwaltung (nicht 
aber spezifisch im Halten von Immobilien) bestehe. Die Staatsanwaltschaft übersehe, dass 
jedenfalls im Innenverhältnis für die Verwaltungsräte und die Pflichtkonformität ihres Han-
delns der faktisch gelebte Zweck massgeblich sei. Die Staatsanwaltschaft verkenne, dass die 
Beschwerdeführerin seit ihrer Gründung ________ (Jahr) durchgängig nur Immobilien be-
sessen und keine anderen Zwecke verfolgt habe. 

Zudem verkenne die Staatsanwaltschaft die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht von Ver-
waltungsräten einer Aktiengesellschaft beim Verkauf von Immobilien aus dem Gesellschafts-
vermögen. Um der Gewinnmaximierungspflicht nachzukommen, würden "die rechtlichen 
Vorgaben" das Einholen eines unabhängigen Bewertungsgutachtens verlangen. Die Beauf-
tragung eines Maklers werde in keiner Rechtsquelle als für die Gewinnmaximierung hinrei-
chende Sorgfaltsmassnahme betrachtet. Der Grund dafür liege auf der Hand: Der Makler 
habe in erster Linie – und dies sei ein allgemeiner Erfahrungssatz – ein Interesse an einem 
raschen Verkauf und damit an einer raschen Provision. Die Staatsanwaltschaft übersehe so-
dann, dass ein Makler weisungsgebunden sei. Wenn also wie hier (offenbar) die Beschuldig-

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ten den Makler angewiesen hätten, die Wohnung zu einem Richtpreis weit unter dem indika-
tiven Marktwert gemäss S.________ AG zum Verkauf auszuschreiben, so werde damit für 
die nachfolgende Preisgestaltung mit etwaigen Interessenten ein zu tiefer Anker gesetzt und 
der resultierende Verkaufspreis aus Verkäufersicht negativ präjudiziert. Dem Gesagten lasse 
sich auch nicht entgegenhalten, dass "vorliegendenfalls" ein Bieterverfahren zwischen zwei 
Bietern stattgefunden habe. Denn Ausgangspunkt des Bieterverfahrens sei ein Richtpreis 
gewesen, der ohne unabhängiges Bewertungsgutachten gestützt auf eine veraltete Ein-
schätzung mit CHF 660'000.00 deutlich unter dem Marktwert zum Verkaufszeitpunkt gewe-
sen sei. Bieterverfahren mit tiefen Ausgangspreisen würden erfahrungsgemäss nicht zu 
marktkonformer Preisgestaltung führen, sondern viel eher Schnäppchenjäger anlocken. So 
oder anders liege aber kein öffentliches Bieterverfahren vor, da von lediglich zwei Bietern 
Angebote eingeholt worden seien. Die Staatsanwaltschaft übersehe, dass in Wirklichkeit die 
Differenz zwischen den Bewertungen durch S.________ AG einerseits und des Maklers an-
dererseits eine Schadensstiftung in Höhe von ca. CHF 300'000.00 zum Verkaufszeitpunkt im 
Sinne eines hinreichenden Tatverdachts indiziert sei.

Die Staatsanwaltschaft habe einen weiteren Erfahrungssatz verletzt, wenn sie die Auffas-
sung vertrete, es sei nicht pflichtwidrig, bei der zweiten Angebotsrunde die "Messlatte" 
(sprich: die bisherige Gebotshöhe) anzugeben, wie dies hier geschehen sei. Entgegen der 
Annahme der Staatsanwaltschaft garantiere dies gerade nicht den höchstmöglichen Preis 
und sei somit nicht gewinnmaximierend. Gewinnmaximierung würde mindestens vorausset-
zen, dass man den Bietenden zum Beispiel bekanntgebe: "Sie haben die Möglichkeit, ihr An-
gebot zu verbessern, da es noch nicht das höchste ist" – und zwar ohne konkrete Angabe 
des bisher konkret erreichten Höchstgebots. Denn fehlende Kenntnis einer solchen "Messlat-
te" führe erfahrungsgemäss zu weit höheren Zweitgeboten als bei gegebener Kenntnis. Bei 
dieser Sachlage sei sodann rechtsfehlerhaft, dass das höhere Kaufangebot des von 
D.________ "angesetzten" Bekannten nicht relevant sei. Die Staatsanwaltschaft übersehe 
nämlich, dass die Ablehnung dieses Angebots die fehlende Bereitschaft zur Gewinnmaximie-
rung auf Seiten der Beschuldigten belege. Die Staatsanwaltschaft erwähne zu Recht nicht, 
der von den Beschuldigten instruierte Mäkler hätte die Ernsthaftigkeit des Kaufangebots in 
Zweifel gezogen, und in Tat und Wahrheit habe es für den Makler hierzu keinen Anlass ge-
geben. Auch sei die Behauptung, der Bekannte D.________s hätte (sichtbar) keine Ernsthaf-
tigkeit "gezeigt", durch nichts belegt und willkürlich. Die Reaktion des Maklers und der ihn in-
struierenden Beschuldigten untermauere somit (im Sinne eines dringenden Tatverdachts) de-
ren Pflichtvergessenheit und Inkaufnahme just der hier zur Debatte stehenden Schädigung 
durch Profitverlust. 

Irrelevant sei bei dieser Sachlage die Behauptung, wonach keine weiteren Kaufinteressenten 
vorhanden gewesen seien, und dies "selbst nach einer Mandatsdauer des Maklers von zwei 
Monaten". Abgesehen davon, dass eine zweimonatige Vermarktungsdauer für einen Immobi-
lienverkauf unangemessen kurz sei und nur schon deshalb keinerlei Aussage über das vor-
handene Kaufinteresse zulasse, würden die soeben getätigten Ausführungen zum abgelehn-
ten Höhergebot des Bekannten von D.________ zeigen: Es habe auf Seiten der Beschuldig-
ten ganz offensichtlich jegliche Bereitschaft gefehlt, weitere potentielle Kaufinteressenten 
auch nur anzuhören, obschon es keinerlei Anlass für einen überhasteten Verkauf gegeben 
habe und die Anhörung noch ohne Weiteres möglich gewesen wäre.

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Die Staatsanwaltschaft stütze im Lichte des Gesagten ihre Entscheidung schliesslich auf 
einen rechtsfehlerhaften Beweis- und Bemessungsstandard: Sie impliziere bei ihren Aus-
führungen, dass für eine Anhandnahme der Untersuchung ein "qualifizierter" Tatverdacht 
vorausgesetzt sei, und lege diesen auch noch dergestalt eng aus, dass er letztlich auf das 
Erfordernis einer nahezu strikten Beweisführung der Privatklägerschaft hinauslaufe. Die 
Staatsanwaltschaft übersehe, dass eine Nichtanhandnahme nur erlaubt sei, wenn feststehe, 
dass die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt seien. Bei blossen Zweifeln, ob ein 
Straftatbestand vorliege oder ob der Nachweis strafbaren Verhaltens gelingen werde, dürfe 
keine Nichtanhandnahme erfolgen.

5. Der in Frage kommende Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsführung wäre eindeutig 
nicht erfüllt, wenn die Beschuldigten namens der Beschwerdeführerin eine lokale Maklerin 
mit der einzigen Anweisung beauftragt haben, die c.________-Liegenschaft zum bestmögli-
chen Preis zu verkaufen. Eine zusätzliche Pflicht (die Beschwerdeführerin spricht von – nicht 
näher umschriebenen – "rechtlichen Vorgaben"), ein öffentliches Bieterverfahren durchzu-
führen oder vorab ein "unabhängiges" Bewertungsgutachten einzuholen, bestand vorliegend 
nicht. Zudem können die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang aufgestell-
ten Thesen (Interesse des Maklers an einem raschen Verkauf; hedonische Bewertungsme-
thoden der S.________ AG gehören zu den verlässlichsten in der Schweiz etc.) nicht als all-
gemeine Erfahrungssätze angesehen werden, welche wie Normen allgemeine Geltung bean-
spruchen könnten (vgl. dazu BGE 140 III 115 E. 2). 

6. Ob die Beschuldigten mit der Beauftragung einer Maklerin einen Beitrag zur rechtlichen oder 
faktischen Liquidation der Beschwerdeführerin leisteten, ist sodann irrelevant. Denn wie be-
reits im Urteil des Obergerichts Zug BS 2019 91 vom 3. September 2020 ausgeführt (dortige 
E. 5.5), ist das Tatbestandselement des Vermögensschadens nicht schon aufgrund der Tat-
sache des Liegenschaftsverkaufs erfüllt. Erforderlich ist vielmehr ein Verkauf zu ungünstigen 
Bedingungen mit der Folge eines Vermögensschadens der Beschwerdeführerin. Selbst wenn 
die c.________-Liegenschaft das letzte Aktivum der Beschwerdeführerin war, begründet de-
ren Verkauf allein noch keinen materiellen Schaden der Beschwerdeführerin. Ein allfälliger 
immaterieller Schaden genügt für einen strafrechtlichen Vorwurf nicht.

7. Vorliegend ist indes unklar, ob die Beschuldigten die Maklerin (Q.________ AG) damit beauf-
tragt haben, die c.________-Liegenschaft zum bestmöglichen Preis zu verkaufen. Vielmehr 
besteht ein gewisser Verdacht, dass Nebenabreden zwischen den Beschuldigten und der 
Maklerin bestanden und die Beschuldigten einen unterpreisigen Verkauf zugunsten eines 
schnellen Verkaufs jedenfalls in Kauf genommen haben. Folgende Indizien deuten darauf 
hin, dass eine Schädigung der Beschwerdeführerin zumindest in Kauf genommen und dem-
nach eine Pflichtverletzung begangen wurde:

7.1 Mit "Auftrag und Vollmacht zum Verkauf von Liegenschaften" vom 24. bzw. 30. August 2018 
beauftragte die Beschwerdeführerin, vertreten durch die Beschuldigten E.________ und 
M.________, die Q.________ AG, vertreten durch T.________ und U.________, mit dem 
Verkauf der c.________-Liegenschaft (Vi act. 10/1-2; nachfolgend: Mäklervertrag). Im Mäk-
lervertrag wurde als "Richtpreis" für Wohnung und Garagenplatz ein Total 
von CHF 660'000.00 aufgeführt. Dieser Preis beruhte offensichtlich auf einer von 
D.________ früher in Auftrag gegebenen Bewertung (Zweck dieser Bewertung: "periodische 

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interne Wertüberprüfung") der nämlichen Q.________ AG vom 11. März 2015. "Bewerter" 
war damals T.________. Der von ihm ermittelte Verkehrswert belief sich auf CHF 660'000.00 
(Vi act. 20-1-27). Ob nun die Festlegung eines "Richtpreises" in einem Mäklervertrag in Fäl-
len wie dem vorliegenden üblich ist, geht aus den Akten nicht hervor. Ebenso wenig ist ak-
tenkundig und nachvollziehbar, wer diesen Richtpreis festgelegt hat und weshalb dies ge-
stützt auf eine über drei Jahre alte "Wertüberprüfung" erfolgte. Von welchen Überlegungen 
sich die Beschuldigten oder die Maklerin haben leiten lassen, kann für den Tatbestand von 
Art. 158 StGB relevant sein.

7.2 Am 17. September 2018 wurde das betreffende Verkaufsinserat – soweit ersichtlich – erst-
mals online geschaltet (Vi act. 20/1/24). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, weshalb innert 
bloss zwei Wochen nach Aufschaltung des Inserates bereits Besichtigungen mit Interessen-
ten durchgeführt worden waren und sich die Maklerin U.________ bei den Beschuldigten am 
1. Oktober 2018 nach der weiteren Vorgehensweise erkundigte: "Möchten Sie dieses [Ange-
bot des dritten Interessenten] noch abwarten? Möchten Sie ein Biet[er]verfahren? Dass jede 
Partei ein letztes Angebot hinterlegen kann? Oder möchten Sie sich für einen bereits ent-
scheiden?" (Vi act. 20/1/28). Offenbar hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt erst drei Interes-
senten gemeldet. Der Verdacht, dass zulasten eines bestmöglichen Preises die üblichen 
Fristen abgekürzt wurden, lässt sich bei dieser Vorgehensweise nicht von der Hand weisen. 
Daran ändert nichts, dass auf Anweisung von M.________ noch eine einmalige Gebotsrunde 
durchgeführt und dabei eine Frist bis zum 12. Oktober 2018 gesetzt wurde (Vi act. 20/1/29). 
Denn auch diese Frist erscheint kurz. Auffällig ist auch, dass der Maklerin offenbar sehr we-
nig Freiheiten in der Vermittlung oder im Nachweis des Verkaufs gelassen wurden. Die Mak-
lerin holte sich nämlich mehrmals detaillierte Instruktionen über die weitere Vorgehensweise 
ein (Vi act. 20/1/29), dies obschon eine Maklerin in der Ausführung ihres Auftrags sehr viel 
freier ist als beispielsweise eine Beauftragte bei einem einfachen Auftrag (vgl. BGE 144 III 43 
E. 3.1.2). Eine erhöhte Weisungsgebundenheit ergibt sich vorliegend auch nicht aus dem 
Mäklervertrag, was den Anfangsverdacht, wonach – allenfalls vermögensschädigende – Ne-
benabreden bestanden, zusätzlich nährt. Selbst wenn die Mandatierung einer Maklerin 
grundsätzlich die Erzielung eines guten Verkaufspreises gewährleistet, so würde dies bedin-
gen, dass diese ihre Kenntnisse in Bezug auf die örtlichen Begebenheiten einbringen und 
nutzen kann. Dass dies jedoch durch die Q.________ AG erfolgt sein soll, um einen höheren 
Verkaufspreis zu erzielen, geht aus den Akten auch nicht hervor.

7.3 Das Verhalten der Maklerin weist – soweit dies aufgrund der Akten beurteilt werden kann – 
ebenfalls Auffälligkeiten auf. So soll V.________, ein Bekannter von D.________, sich am 
7. November 2018 telefonisch bei der Maklerin nach dem Objekt erkundigt und Bereitschaft 
gezeigt haben, ein höheres Angebot als das bisherige Höchstgebot, zu unterbreiten. 
U.________ soll ihm am Telefon jedoch ausgerichtet haben, das Objekt sei bereits verkauft 
und am Folgetag finde die Beurkundung statt (Vi HD 2/1/4). Die Beurkundung fand jedoch 
erst am 16. November 2018 statt. Hinzu kommt, dass das Käuferehepaar (jetzige Mit-
eigentümer) zwei Tage darauf, am 9. November 2018, einen Betrag von CHF 585'000.00 – 
dies entspricht genau dem Kaufpreis (CHF 670'000.00) abzüglich des Betrages zur "Sicher-
stellung" für Steuern, Gebühren, Maklerhonorar usw. (CHF 85'000.00) – an die Beschwerde-
führerin überwiesen (Vi act. 20/1/21). Dass die Käufer die CHF 85'000.00 für die "Sicherstel-
lung" hätten überweisen wollen, aber versehentlich CHF 500'000.00 zu viel bezahlt haben, 
scheint unplausibel, sodass die Frage nach dem Grund der zu frühen Bezahlung offenbleibt. 

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Weshalb zudem diese Zahlung im öffentlich beurkundeten Kaufvertrag nicht erwähnt wurde, 
ist ebenfalls erklärungsbedürftig (vgl. Vi act. 20/1/6: "CHF 85'000.00 sind bereits […] bezahlt 
worden" und "CHF 585'000.00 sind innert 3 Bankwerktagen nach Antrittstag auf das Konto 
[…] zu bezahlen"). Hinzu kommt der Verdacht, dass T.________ um die Familienstreitigkei-
ten hinter der Beschwerdeführerin Bescheid wusste. Die Q.________ AG ist oder war näm-
lich auch Verwalterin der Stockwerkeigentümergemeinschaft W.________, zu der die 
c.________-Liegenschaft gehörte. Im Jahr 2016 bezahlte die Beschwerdeführerin, deren 
Verwaltungsräte damals einzig die Beschuldigten E.________ und M.________ waren, die 
Stockwerkeigentümerbeiträge nicht mehr. D.________ führte damals ein Telefonat mit 
T.________ und liess sich die Forderungen der "STWEG W.________" gegenüber der Be-
schwerdeführerin (CHF 7'296.75 gemäss Mahnung vom 14. November 2016; Vi act. 20/1/79) 
abtreten (Vi act. 20/1/77-78). 

7.4 Im Weiteren scheinen auch die nachfolgenden Umstände auf Seiten der Käufer der 
c.________-Liegenschaft zumindest erklärungsbedürftig: So soll sich X.________, eine Be-
kannte von D.________, namens des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin am 10. Juni 
2022 telefonisch bei L.________ mit dem Anliegen gemeldet haben, die Umstände des 
Kaufs- bzw. Verkaufs in einem Gespräch zu klären. L.________ soll zum Erstaunen von 
X.________ daraufhin als erstes gesagt haben, sie hätten "diese Wohnung gutgläubig ge-
kauft". K.________ soll zudem von 1992 bis 1997 an der Universität ________ studiert ha-
ben, zu einer Zeit, zu der der Beschuldigte E.________ auch dort studiert habe (Vi 
act. 20/1/34).

7.5 Weiter wendet die Beschwerdeführerin zu Recht ein, dass die Umstände rund um den Ver-
kauf der c.________-Liegenschaft nicht losgelöst von den Umständen rund um den Verkauf 
der ab._______-Liegenschaften betrachtet werden dürften. Bei den ab._______-
Liegenschaften gibt es bekanntlich Indizien, die darauf hindeuten, dass der schnelle Ver-
kaufsprozess nicht dem üblichen Vorgehen entsprach und es sich nicht um einen gewöhnli-
chen Liegenschaftsverkauf handelte (vgl. etwa Urteil des Obergerichts Z2 2021 21 vom 
16. Februar 2022 E. 7.4.6 [Vi act. 20/1/69]). Auch bei den (bedeutend wertvolleren) 
ab._______-Liegenschaften hätte E.________ finanziell von einem besseren Verkaufspreis, 
der bei einem üblichen Verkaufsprozess allenfalls erzielbar gewesen wäre, profitiert. Insofern 
ist das Argument der Staatsanwaltschaft in der Nichtanhandnahmeverfügung, wonach 
E.________ als 45%-Aktionär an der F.________ AG selber auch von einem Verkauf der 
c.________-Liegenschaft zu einem höheren Preis profitiert hätte, nicht stichhaltig.

7.6 Schliesslich fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte M.________ seinen Entwurf eines Pro-
tokolls der Verwaltungsratssitzung der Beschwerdeführerin vom 20. Juli 2018 an Rechtsan-
wältin Y.________ von R.________ Rechtsanwälte zur "kritische[n] Durchsicht" mailte. Am 
29. Oktober 2018 antwortete ihm Rechtsanwältin Z.________ von R.________ Rechtsanwäl-
te und teilte ihm mit, aus "rechtlicher Sicht wäre es empfehlenswert, mit dem Verkauf der 
Liegenschaft in ________ (Ort) zuzuwarten, bis das Nichtigkeitsverfahren rechtskräftig abge-
schlossen ist". Ansonsten habe sie keine weiteren Bemerkungen zum Protokoll (Vi 
act. 20/1/76). Der Beschuldigte E.________ war im Cc dieser E-Mail-Korrespondenz. Offen-
bar folgten aber die Beschuldigten dieser Empfehlung nicht. Dies ist ein (weiterer) Hinweis 
darauf, dass die Beschuldigten es mit dem Verkauf besonders eilig hatten. 

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8. Nach dem Gesagten liegt sachverhaltsmässig und rechtlich gerade kein klarer Fall vor, der 
es gebieten würde, die Sache nicht an die Hand zu nehmen. Sowohl die erwähnten akten-
kundigen Umstände als auch die bis jetzt nicht weiter verifizierten Schilderungen über die 
von Bekannten von D.________ geführten Telefonate mit der Maklerin und der Käuferschaft 
gehen über blosse Gerüchte und Vermutungen hinaus. Alle diese Umstände lassen den An-
fangsverdacht aufkommen, die Beschuldigten könnten zum Zwecke des schnellstmöglichen 
Verkaufs der c.________-Liegenschaft eine schadensstiftende (unterpreisige) Veräusserung 
zumindest in Kauf genommen haben. 

Mithin ist eine Strafuntersuchung zu eröffnen und durchzuführen. Insbesondere werden die 
Makler T.________ und U.________ von der Q.________ AG sowie die Käufer K.________ 
und L.________ zu befragen sein. In diesem Zusammenhang wird zu ermitteln sein, ob Ne-
benabreden zum Mäklervertrag bestanden haben, die darauf hindeuten könnten, dass nicht 
der bestmögliche Verkaufspreis, sondern einzig der schnellstmögliche Verkauf angestrebt 
wurde und dadurch objektiv ein Vermögenschaden in Form einer Verminderung des Wertes 
des von den Beschuldigten verwalteten Vermögens eingetreten ist.

9. Zu entscheiden bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

9.1 Im Beschwerdeverfahren tragen die Parteien die Kosten grundsätzlich nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Im vorliegenden Fall obsiegt die 
Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde, weshalb die Kosten des Verfahrens auf die 
Staatskasse zu nehmen sind. 

9.2 Hebt die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid nach Art. 409 StPO auf, so haben die Parteien 
Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelver-
fahren und im aufgehobenen Teil des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 436 Abs. 3 StPO). 
Nach der Lehre ist diese Regel kongruent zur Kostenregelung nach Art. 428 Abs. 4 StPO, 
d.h. es besteht eine Entschädigungspflicht, weil davon auszugehen ist, dass die Vorinstanz 
fehlerhaft entschied. Die Bestimmung verweist auf eine Aufhebung im Berufungsverfahren 
nach Art. 409 StPO; sie ist aber auch im Beschwerdeverfahren anwendbar, wenn nach 
Art. 397 Abs. 2 StPO eine Rückweisung erfolgt (Schmid/Jositsch, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Praxiskommentar, 3. A. 2018, Art. 436 StPO N 4; Wehrenberg/Bernhard, 
Basler Kommentar, 2. A. 2014, Art. 436 StPO N 14 ff.; Griesser, in: Donatsch/Lieber/ Sum-
mers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, 
Art. 436 StPO N 4, je mit Hinweisen). 

9.2.1 Die Beschwerdeführerin (Privatklägerin) ist demnach für die notwendigen Aufwendungen im 
Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse zu entschädigen. Ob, inwieweit und von wem sie 
für ihre Aufwendungen im Untersuchungsverfahren zu entschädigen ist, wird nach dessen 
Abschluss zu entscheiden sein.

9.2.2 Ebenfalls aus der Staatskasse angemessen für das Beschwerdeverfahren zu entschädigen 
ist Rechtsanwalt N.________, amtlicher Verteidiger des Beschuldigten E.________, da es 
sich um eine notwendige Verteidigung handelt (GVP 2017 S. 182 ff.). Rechtsanwalt 
N.________ macht ein Honorar von CHF 1'729.65 (inkl. MWST) geltend (act. 21/1). Materiell 
setzte er sich mit der Beschwerde jedoch nicht auseinander (vgl. act. 8). Seine Ausführungen 

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beschränkten sich fast ausschliesslich auf die angeblich nicht gehörige Bevollmächtigung 
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dies obschon die Gültigkeit der Vollmacht von 
Amtes wegen zu prüfen ist. Die geltend gemachte Position von 4 Stunden für die Ausarbei-
tung der entsprechenden Stellungnahme ist daher auf 2 Stunden zu kürzen. Angemessen er-
scheint somit ein Aufwand von 5,3 Stunden, entsprechend einem Honorar von gerundet 
CHF 1'260.00 (inkl. MWST). 

Beschluss

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft des Kantons Zug vom 23. August 2022 (Verfahren Nrn. 2A 2022 97/98) aufgehoben.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 1'200.00 Gebühren
CHF 105.00 Auslagen
CHF 1'305.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen. Der Beschwerdeführerin wird der von ihr 
geleistete Kostenvorschuss von CHF 1'200.00 zurückerstattet.

3.1 Die Beschwerdeführerin wird für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 2'200.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

3.2 Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten E.________, Rechtsanwalt N.________, wird für 
das Beschwerdeverfahren mit CHF 1'260.00 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen Ziff. 3.2 dieses Entscheids ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in Verbin-
dung mit Art. 393 ff. StPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des 
Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids beim Bundes-
strafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

5. Gegen die übrigen Ziffern dieses Entscheids ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides 
und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausan-
ne 14, einzureichen.

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6. Mitteilung an:
- Rechtsanwalt B.________ (z.Hd. der Beschwerdeführerin)
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (unter Rückgabe der eingereichten Akten 

2A 2022 97/98)
- Rechtsanwalt N.________ (z.Hd. des Beschuldigten E.________)
- Rechtsanwalt O.________ (z.Hd. des Beschuldigten M.________)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer I. Cathry
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

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