# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e19bc8f-6d5f-5bdd-8849-47582fe39f8a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.07.2014 SB140018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140018_2014-07-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB140018-O/U/jv 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Oberrichter lic. iur.  

M. Langmeier und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Grieder 

 
Urteil vom 3. Juli 2014 

in Sachen 
 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Scherrer 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

sowie 
 
A._____,  
Privatklägerin und III. Berufungsklägerin (Rückzug) sowie  

Anschlussberufungsklägerin  

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 
 
B._____, 
Beschuldigter und II. Berufungskläger (Rückzug) sowie Anschlussberufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

 

 

 

betreffend 

versuchte vorsätzliche Tötung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 11. Juli 2013  
(DG130010) 

-   2   - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV vom 13. Mai 2013 ist diesem Urteil 

beigeheftet (Urk. 18). 

 
Urteil der Vorinstanz: 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB. Eines weiteren Deliktes ist er nicht schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–. Die Busse gilt 

als durch 5 Tage Untersuchungshaft erstanden. 

3. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 27. Septem-

ber 2011 ausgefällte, bedingt aufgeschobene Geldstrafe von 30 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– wird nicht widerrufen. 

4. Von der Anordnung einer Massnahme wird abgesehen. 

5. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin A._____ wird abgewiesen. 

6. Das Forensische Institut Zürich wird angewiesen, der Privatklägerin auf  

erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft folgende Asservate heraus zu 

geben: 

 - Blue Jeans, Grösse M (A…) 
 - Damenjacke, Fleece grau, Grösse L (A…) 

- Jacke schwarz/blau, Grösse M, graues Fleece, Marke Whales  
(A…) 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. Wird auf eine schriftliche 

Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um 

einen Drittel.  

8. Die Gerichtsgebühr wird dem Beschuldigten zu 1/5 auferlegt und im Übrigen 

auf die Gerichtskasse genommen. 

-   3   - 

9. Dem Beschuldigten werden Fr. 30'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 11. Februar 

2013 als Genugtuung für die erstandene und nicht angerechnete Haft  

aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die weitergehenden Genugtuungs-

ansprüche werden abgewiesen.  

10. Die Kosten des psychiatrischen Gutachtens von Fr. 14'314.30 werden auf 

die Gerichtskasse genommen. Von den weiteren Untersuchungskosten  

bestehend in: 

Fr. 5'209.35 übrige Auslagen Vorverfahren 

Fr. 1'925.– Kosten der Kantonspolizei Zürich  

Fr. 3'000.– Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung mit Ankla-
geschrift oder Antrag gemäss Art. 374 StPO und § 4 
Abs. 1 lit. d GebV StrV 

werden zu 1/5 dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die  

Gerichtskasse genommen.  

11. Die im Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 25. Juni 2013 

(Geschäfts-Nr. UB130062-O) angefallene Gerichtsgebühr von Fr. 800.– wird 

auf die Gerichtskasse genommen. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Geschä-

digtenvertreterin werden auf die Gerichtskasse genommen. 

13. Rechtsanwalt lic.iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und  

Barauslagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 21'354.85 

(inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

14. Rechtsanwältin lic.iur. X._____ wird für ihre Bemühungen und  

Barauslagen als unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft mit 

Fr. 6'199.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

15. (Mitteilungen) 

16. (Rechtsmittel) 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 133 S. 2) 

1. Hauptantrag: Schuldigsprechung des Beschuldigten B._____ wegen  

versuchter vorsätzlicher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB und Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren 

2. Eventualiter: Schuldigsprechung des Beschuldigten wegen versuchter 

schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB und Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren 

3. Subeventualiter: Schuldigsprechung des Beschuldigten wegen Gefährdung 

des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB und Bestrafung mit einer unbeding-

ten Freiheitsstrafe von 30 Monaten  

4. Subsubeventualiter: Schuldigsprechung des Beschuldigten wegen versuch-

ter einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 

und 6 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und Bestrafung mit einer Freiheits-

strafe von 15 Monaten  

5. Anordnung einer ambulanten vollzugsbegleitenden Massnahme bzw. allen-

falls einer stationären Massnahme bei Aussprechung einer unbedingten 

Freiheitsstrafe 

6. Widerruf der Vorstrafe vom 27. September 2011 

7. Kostenauflage zulasten des Beschuldigten  

b) Der Vertreterin der Privatklägerin A._____: 

(Urk. 134 S. 1) 

1. In Gutheissung der Anschlussberufung sei Ziffer 5 des Urteilsdispositivs des 

Bezirksgerichts Uster vom 11. Juli 2013 aufzuheben und es sei der Geschä-

digten eine Genugtuung von Fr. 25'000.-- nebst Schadenszins von 5% seit 

tt. September 2012 zuzusprechen, wobei diese Summe durch den Beschul-

digten zu bezahlen ist. 

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2. Eventuell sei die Zivilforderung der Privatklägerin auf den Zivilweg zu  

verweisen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien, incl. der Kosten der unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, dem Beschuldigten aufzuer-

legen, eventuell auf die Staatskasse zu nehmen. 

c) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 135 S. 2 f.) 

1. Der Beschuldigte sei von jeglichem Tatvorwurf, insbesondere 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,  

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 und 6 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB sowie auch  

− der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und 2 StGB 

vollumfänglich freizusprechen. 

2. Allfällige weiterhin adhäsionsweise geltend gemachte Zivilansprüche seien 

vollumfänglich abzuweisen, sofern darauf einzutreten sei.  

3.1. Die gesamten Verfahrenskosten wie auch diejenigen des Berufungsverfah-

rens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

3.2. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung aus der  

Gerichtskasse zuzusprechen.   

 

-   6   - 

Das Gericht erwägt: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1.  Verfahrensgang 

1.1.  Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus 
dem Urteil vom 11. Juli 2013 (Urk. 86 S. 4 f.).  

1.2.  Mit dem vorstehend aufgeführten Urteil sprach die Vorinstanz den Beschul-
digten am 11. Juli 2013 der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schul-

dig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 500.-, wobei die Busse als durch  

5 Tage Untersuchungshaft erstanden galt. Die mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft See/Oberland vom 27. September 2011 ausgefällte, bedingt aufgeschobe-

ne Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.- wurde nicht widerrufen. Von der 

Anordnung einer Massnahme wurde abgesehen. Das Genugtuungsbegehren  

der Privatklägerin A._____ wurde abgewiesen. Sodann wurde das Forensische 

Institut Zürich angewiesen, der Privatklägerin nach Eintritt  

der Rechtskraft drei Asservate herauszugeben. Dem Beschuldigten wurden 

Fr. 30'000.- zuzüglich Zins ab 11. Februar 2013 als Genugtuung für die erstande-

ne und nicht angerechnete Haft aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

1.3.  Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
am 12. Juli 2013 Berufung an (Urk. 70). Je mit Eingaben vom 22. Juli 2013 mel-

deten auch der Beschuldigte und die Privatklägerin Berufung an (Urk. 73 und 75). 

Das begründete Urteil konnte der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich und 

der Privatklägerin am 16. Dezember 2013 (Urk. 85/3 und 85/4) und dem Beschul-

digten am 20. Dezember 2013 (Urk. 85/1) zugestellt werden. Die Berufungserklä-

rung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich datiert vom 16. Dezember 

2013 (Urk. 87). Mit Eingabe vom 6. Januar 2014 teilte die Rechtsvertreterin der 

Privatklägerin die Adressänderung ihrer Klientin mit und zog die Berufung vollum-

fänglich zurück (Urk. 89). Der Beschuldigte liess die Berufung am 9. Januar 2014 

zurückziehen (Urk. 91). Mit Präsidialverfügung vom 22. Januar 2014 wurden die 

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Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft sowie die Berufungsrückzüge je den 

übrigen Parteien zugestellt und dem Beschuldigten und der Privatklägerin Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die  

Berufung zu beantragen. Sodann wurde dem Beschuldigten die gleiche Frist an-

gesetzt, um das Datenerfassungsblatt sowie aufgelistete Unterlagen einzureichen 

(Urk. 96). Am 10. Februar 2014 reichte der Beschuldigte diverse Unterlagen  

ein (Urk. 98/1-13). Je mit Eingaben vom 17. Februar 2014 liessen sowohl der  

Beschuldigte als auch die Privatklägerin Anschlussberufung erheben (Urk. 100, 

Urk. 102). Die entsprechenden Eingaben wurde mit Präsidialverfügung vom  

18. Februar 2014 den übrigen Parteien zugestellt (Urk. 104). Am 3. April 2014 

wurde auf den 3. Juli 2014 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 106). Mit 

Schreiben vom 21. Mai 2014 teilte die Vertreterin der Privatklägerin die neue 

Post- und E-Mailadresse und die Telefon- und Faxnummer mit (Urk. 108).  

1.4.  Mit Eingabe vom 23. Mai 2014 teilte die Privatklägerin dem Gericht mit, dass 
sie während Monaten versucht habe, mit ihrer Rechtsvertreterin in Kontakt zu  

treten, sie nun auf diesem Weg den vollständigen Rückzug verlange und sie nicht 

mehr mit dieser zusammen arbeiten könne und wolle (Urk. 110). Eine Kopie  

dieses Schreibens wurde der Vertreterin der Privatklägerin mit Präsidialverfügung 

vom 26. Mai 2014 zugestellt und ihr Frist angesetzt, um mitzuteilen, ob das 

Schreiben der Privatklägerin vom 23. Mai 2014 als Rückzug der Anschlussberu-

fung aufzufassen sei und ob sie in der Lage und willens sei, die unentgeltliche 

Vertretung der Privatklägerin weiterhin wahrzunehmen bzw. ob im Falle eines 

Rückzuges der Anschlussberufung aus Sicht der Vertreterin nach wie vor die  

unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin erforderlich wäre (Urk. 112). Mit 

Schreiben vom 10. Juni 2014 teilte die Vertreterin der Privatklägerin mit, dass das 

Schreiben ihrer Klientin nicht als Rückzug der Anschlussberufung aufzufassen  

sei und dass sie in der Lage und willens sei, die unentgeltliche Vertretung der  

Privatklägerin weiterhin wahrzunehmen (Urk. 114).  

1.5.  Mit Schreiben vom 18. Juni 2014 teilte der Kammerpräsident den Parteien 
den geplanten Ablauf der Berufungsverhandlung mit und wies in Anwendung von 

Art. 333 StPO in Verbindung mit Art. 379 StPO darauf hin, dass sich allenfalls die 

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Frage stellen könnte, ob das Verhalten des Beschuldigten den Tatbestand der 

Gefährdung des Lebens erfüllen könnte und ersuchte den Staatsanwalt, sich im 

Hinblick auf die Berufungsverhandlung die erforderlichen Formulierungen der 

Tatbestandsmerkmale von Art. 129 StGB zu überlegen bzw. an der Berufungs-

verhandlung vorzubringen (Urk. 118).  

1.6.  Mit Schreiben vom 20. Juni 2014 teilte der Staatsanwalt mit, dass er seine 
Anklageschrift um den Tatbestand der Gefährdung des Lebens ergänzt habe und 

legte die ergänzte Anklageschrift bei (Urk. 120 u. Urk. 120 A). Diese wurde den 

übrigen Parteien in der Folge zugestellt (Urk. 124/1-2).  

1.7.  Am 3. Juli 2014 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 7 ff.).  

2.  Umfang der Berufung 

2.1.  Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich verlangt einen anklagege-
mässen Schuldspruch. Eventualiter beantragt sie einen Schuldspruch wegen ver-

suchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22  

Abs. 1 StGB und eine Bestrafung mit 4 Jahren Freiheitsstrafe. Subeventualiter 

verlangt sie die Schuldigsprechung des Beschuldigten wegen Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB und Bestrafung mit einer unbedingten Frei-

heitsstrafe von 30 Monaten. Subsubeventualiter beantragt sie einen Schuldspruch 

wegen versuchter einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und 

Ziffer. 2 Abs. 1 und 6 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und eine Bestrafung mit  

einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Weiter wurde seitens der 

Staatsanwaltschaft beantragt, es sei eine vollzugsbegleitende ambulante oder  

– falls die auszusprechende Freiheitsstrafe bereits durch Haft verbüsst sein  

sollte – stationäre Massnahme anzuordnen. Im Übrigen wurde ein Widerruf der 

Vorstrafe vom 27. September 2011 und Kostenauflage zulasten des Beschuldig-

ten beantragt (bisherige Anträge anlässlich der Berufungsverhandlung korrigiert: 

Urk. 133 S. 2, Prot. II S. 14).  

2.2.  Mit Anschlussberufung vom 17. Februar 2014 lässt der Beschuldigte  
den Schuldspruch betreffend Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB, die 

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ausgefällte Busse und die teilweise Kostenauflage anfechten und einen voll-

umfänglichen Freispruch beantragen. Weiter lässt der Beschuldigte beantragen, 

es seien sämtliche Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen und ihm eine ent-

sprechende Entschädigung minimal im Umfang derjenigen des erstinstanzlichen 

Entscheides zuzusprechen (Urk. 100). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

brachte die Verteidigung ausserdem vor, die adhäsionsweise geltend gemachten 

Zivilansprüche seien vollumfänglich abzuweisen, sofern darauf einzutreten sei 

und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung aus der Gerichts-

kasse zuzusprechen (Urk. 135 S. 2 f.). 

2.3.  Die Privatklägerin lässt mit Anschlussberufung beantragen, es seien im Falle 
der Verurteilung des Beschuldigten die von der Privatklägerin im erstinstanzlichen 

Verfahren gestellten Genugtuungsansprüche gutzuheissen und der Beschuldigten 

dementsprechend zu verpflichten, diese zu bezahlen. Eventualiter sei die  

Zivilforderung der Privatklägerin auf den Zivilweg zu verweisen. Sodann seien  

die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive der Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung der Privatklägerin, dem Beschuldigten aufzuerlegen,  

eventuell auf die Gerichtskasse zu nehmen (Urk. 134 S. 1).  

2.4.  Mangels Berufung sind einzig die Ziffern 6 (Herausgabe der Asservate), 7 
(Kostenfestsetzung) und 11 bis 14 (Kostenübernahme des Beschlusses des 

Obergerichtes des Kantons Zürich vom 25. Juni 2013 im Geschäft Nr. UB130062-

O, Regelung hinsichtlich Festsetzung und Übernahme der Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin auf die  

Gerichtskasse) in Rechtskraft erwachsen. Das ist vorab vorzumerken. Die Frage 

einer Massnahme ist konnex zur Ausfällung einer möglichen Strafe.  

3.  Strafantrag 

3.1.  Der Beschuldigte verlangt im Rahmen der Anschlussberufung einen vollum-
fänglichen Freispruch mit der Begründung, dass ein Strafantrag wegen Verzichts 

der Privatklägerin als Prozessvoraussetzung fehle, mithin gar keine Verurteilung 

im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB erfolgen könne. Eine Verfolgung von Amtes 

wegen im Sinne von Abs. 2 derselben Bestimmung entfalle sodann mangels  

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Voraussetzung nur schon eines regelmässigen faktischen Zusammenlebens,  

welches allenfalls, aber eben nicht in casu, lit. c erfüllen würde (Urk. 100 S. 2).  

3.2.  Eine Verfolgung der Tätlichkeit von Amtes wegen fällt vorliegend jedoch 
schon deshalb ausser Betracht, da gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB eine wie-

derholte Tatbegehung gefordert wird, was dem Beschuldigten gar nicht vorgewor-

fen wird. Insbesondere sind die dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen 

des Packens, Würgens und Stossens nicht als für die wiederholte Tatbegehung 

erforderlichen "mindestens zwei selbständigen Vorfälle" zu betrachten (Trechsel/ 

Fingerhuth in Trechsel/Pieth, [Hrsg.], StGB PK, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2013, Art. 126 N 8), vielmehr handelt es sich dabei um eng zusammenhängende 

Tathandlungen. Demnach ist das Verfahren in diesem Punkt einzustellen, da  

die Privatklägerin keinen Strafantrag gestellt hat und eine Verfolgung von Amtes 

wegen ausser Betracht fällt (Art. 329 Abs. 4 StPO).  

4.  Anklageschrift 

Der Verteidiger bezeichnete die Ergänzung der Anklageschrift als äusserst  

stossend, anerkannte aber deren Rechtmässigkeit (Urk. 135 S. 4). Gemäss 

Art. 333 in Verbindung mit Art. 379 StPO kann das Gericht auch im Rechtsmittel-

verfahren der Staatsanwaltschaft Gelegenheit geben, die Anklage zu ändern, 

wenn nach seiner Auffassung der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt 

einen anderen Tatbestand erfüllen könnte, die Anklageschrift aber den gesetzli-

chen Anforderungen nicht entspricht. Folglich entspricht die hier vorgenommene 

Ergänzung der Anklageschrift den gesetzlichen Bestimmungen. Im Übrigen wurde 

den Parteien das rechtliche Gehör gewährt. Ob die Anklageschrift dem Anklage-

prinzip in den einzelnen Punkten genügt, ist an den entsprechenden Stellen zu 

prüfen. Weiter sind die Parteien anlässlich der Berufungsverhandlung gestützt auf 

Art. 344 in Verbindung mit Art. 379 StPO darauf aufmerksam gemacht worden, 

dass der eingeklagte Sachverhalt allenfalls unter dem Gesichtspunkt der Nötigung 

zu prüfen wäre. 

 

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5.  Vorfragen/Beweisanträge 

Im Rahmen der Berufungsverhandlung waren keine Vorfragen zu klären (Prot. II 

S. 9); es wurden keine Beweisanträge gestellt (Prot. II S. 14).  

II. Sachverhalt 

1.  Unbestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte hat sowohl in der Untersuchung als auch vor Vorinstanz  

anerkannt, sich am tt. September 2012 gegen 23.00 Uhr zusammen mit der  

Privatklägerin im Glattpärkli im Bereich der Sitzbänke bei der Fussgängerbrücke 

Strehlgasse / Bahnhofstrasse in 8600 Dübendorf aufgehalten zu haben (Urk. 6/5 

S. 2.). Er stellt auch nicht in Abrede, dass es dort zwischen ihm und der Privatklä-

gerin zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen ist (Urk. 6/2 Antwort  

14 ff., Urk. 6/4 S. 1 f., Urk. 6/5 S. 2). 

2.  Bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte bestreitet jedoch, die Privatklägerin im Rahmen der  

Auseinandersetzung im Glattpärkli mit seinen Händen am Hals gepackt und  

gewürgt zu haben (Urk. 6/5 S. 2). Zudem habe die Privatklägerin bei der verbalen 

Auseinandersetzung nicht mit dem Rücken zur Glatt gestanden (Urk. 6/5 S. 2). 

Der Beschuldigte konnte sich nicht mehr daran erinnern, dass er der Privatkläge-

rin sinngemäss gesagt habe, er werde sie umbringen (Urk. 6/1 Antwort 35). Der 

Beschuldigte bestreitet weiter, die Privatklägerin in die Glatt gestossen zu haben 

(Urk. 6/4 S. 2).  

3.  Somit ist im Folgenden zu prüfen, ob der eingeklagte Sachverhalt aufgrund 
der Akten rechtsgenügend nachgewiesen werden können.  

4.  Als Beweismittel liegen die Aussagen der Geschädigten A._____ (Privatklä-
gerin) und jene des Beschuldigten vor. Zudem liegt die Zeugenaussage des Poli-

zeibeamten C._____ vor (Urk. 55). Weiter liegt eine Fotodokumentation des Fo-

rensischen Instituts Zürich (Urk. 7), der Amtsbericht des Amtes für Abfall, Wasser, 

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Energie und Luft des Kantons Zürich vom 10. April 2013 (Urk. 2/3), das psychiat-

rische Gutachten über den Beschuldigten vom 6. Februar 2013 (Urk. 8/2), die 

beiden pharmakologisch-toxikologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedi-

zin der Universität Zürich über den Beschuldigten und die Privatklägerin vom 19. 

Oktober 2012 (Urk. 9/5 und 9/6) sowie die beiden Gutachten  

zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigen und der Privatklägerin vom  

3. Dezember 2012 (Urk. 9/7 und 9/8) bei den Akten.  

4.1.  Auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Beweiswürdi-
gung im Allgemeinen kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen  

werden (Urk. 86 S. 6-10; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2.  Die Teilnahmerechte des Beschuldigten bei den Beweiserhebungen wurden 
gewahrt und die genannten Beweismittel sind uneingeschränkt verwertbar.  

5.  Aussagen der Privatklägerin 

5.1.  Am tt. September 2012, um 00:33 Uhr, also rund eineinhalb Stunden nach 
dem eingeklagten Vorfall, wurde die Privatklägerin bei der Kantonspolizei Zürich 

befragt (Urk. 5/1). Sie gab zu Protokoll, dass der Beschuldigte und sie mit mehre-

ren Personen bei den Bänken bei der Glatt gesessen, etwas getrunken und es 

lustig gehabt hätten. Da ihr Freund immer lauter geworden sei, seien die anderen 

Personen gegangen. Plötzlich sei er ihr gegenüber aggressiv und laut geworden 

(Urk. 5/1 S. 1 Antwort 5). Er habe sie gewürgt und gesagt: "Wenn Du blöd tust, 

bringe ich dich um und werfe ich dich in die Glatt". Da er dies aber bereits mehr-

mals geäussert habe, habe sie es nicht ernst genommen (Urk. 5/1 S. 2 Antwort 

6). Er habe sie mit einer Hand am Hals gepackt und sie rücklings in die Glatt  

geworfen (Urk. 5/1 S. 2 Antwort 7). Auf die Frage, ob sie während dem Würgen 

Atemnot gehabt habe, sagte die Privatklägerin, dass sie es nicht mehr genau  

wisse, das sei alles so schnell gegangen. Sie hätte nie gedacht, dass er sie in die 

Glatt werfen würde. Sie habe weder Schwindel gehabt noch sei ihr schwarz vor 

den Augen geworden. Sie sei auch nicht in Ohnmacht gefallen. Während dem 

Würgen habe sie keinen Urinabgang gehabt, dies sei erst im Wasser erfolgt. Die 

Frage, ob sie Todesangst gehabt habe, als der Beschuldigte sie gewürgt habe, 

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verneinte die Privatklägerin mit dem Hinweis, dass alles viel zu schnell gegangen 

sei (Urk. 5/1 Antworten 8-12). Im Wasser habe es sie sofort in die Mitte und fort 

gezogen. Die Strömung sei sehr stark gewesen. Sie sei mehrmals untergetaucht 

und habe mit den Armen und Beinen versucht an der Oberfläche zu bleiben. Sie 

habe sich panisch gefühlt und habe Angst gehabt, dass sie sterben könnte (Urk. 

5/1 S. 2 Antworten 13 und 14). Sie könne normal schwimmen und schwimme seit 

Kindheit (Urk. 5/1 S. 2 Antwort 15). Der Wasserstand sei unterschiedlich tief  

gewesen, ca. 1m. Sie habe mehrmals mit den Knien an Steinen angeschlagen. 

Sie sei mehrmals Richtung Ufer gepaddelt und sei unter einer Brücke Richtung 

Rechen getrieben. Sie habe gewusst, dass dieser bald komme. Sie habe  

mehrmals versucht, sich am Ufer festzuhalten und beim dritten Mal habe sie es 

geschafft. Sie sei ca. 10 min im Wasser in dieser Stellung geblieben und habe 

sich festgehalten. Dann habe sie sich langsam ans Ufer retten können. Aber den 

genaue Ort wisse sie nicht mehr (Urk 5/1 S. 3 Antworten 17 und 18).  

5.2.  Rund drei Stunden später wurde die Privatklägerin erneut befragt (Ein-
vernahme bei der Kantonspolizei Zürich vom tt. September 2012, 03:21 Uhr, 

Urk. 5/2). Auf entsprechende Frage führte die Privatklägerin aus, dass der  

Beschuldigte und sie seit bald 3.5 Jahren ein Paar seien. Es sei eine sehr innige 

und tiefe Beziehung. Es sei eine Seelenverwandtschaft. Die Beziehung lebe vom 

Sex, sie hätten viel und intensiv Sex. Sie lebe aber auch davon, dass er da sei. Er 

sei jedoch sehr egoistisch, er sei nicht für sie da, sondern einfach da. Im Verlaufe 

der weiteren Befragung schilderte die Privatklägerin den Tagesablauf sowie den 

Alkohol- und Drogenkonsum vor der Tat (Urk. 5/2 S. 1 f.). Auf Frage erklärte die 

Privatklägerin, als Folge der Tat Nackenschmerzen, Halsschmerzen und einen 

geschwollenen Hals davon getragen zu haben (Urk. 5/2 S. 2 Antwort 12).  

5.3.  Am 2. Oktober 2012 wurde die Privatklägerin bei der Staatsanwaltschaft IV 
des Kantons Zürich befragt (Urk. 5/3). Auf die Frage, ob sie sich an die Befragung 

bei der Polizei in der gleichen Nacht nach dem Vorfall erinnern könne, sagte die 

Privatklägerin, dass sie dies halbwegs könne aber auch ein paar Löcher in der  

Erinnerung habe. Auf die Frage, ob sie sich daran erinnern könne und ob sie bei 

-   14   - 

der Polizei richtig ausgesagt habe, sagte sie, dass sie es nicht mehr so genau 

wisse, es seien sehr viele Fragen gewesen (Urk. 5/3 S. 3).  

 Es sei ein schöner Tag gewesen, das wisse sie noch. Gegen Abend habe 

sie dann noch raus gewollt. Der Beschuldigte und sie seien dann zusammen  

zu den "Bänkli", die es vis-à-vis vom Denner bei der Glatt habe, gegangen. Sie 

hätten dort gesessen und getrunken. Sie hätten Bier getrunken und Bier hätten 

sie schon vorher getrunken. Zudem hätten sie so kleine Appenzeller, das sei ein 

Schnaps, getrunken. Es habe auch noch andere Leute dort bei dem "Bänkli" ge-

habt und die Stimmung sei eigentlich gut gewesen. Die anderen Leute seien dann 

"nahdiesnah" gegangen und der Beschuldigte und sie seien dann alleine dort ge-

wesen. Der Beschuldige sei dann noch eine Flasche Wodka kaufen gegangen. 

Sie wisse nicht, ob er die im Denner gekauft habe oder in der Esso Tankstelle die 

in der Nähe sei und bis um 22 Uhr offen habe. Sie hätten dann noch vom Wodka 

getrunken, aber sie glaube nicht mehr den ganzen (Urk. 5/3 S. 3). Sie habe  

dann auch ein bisschen angefangen zu "zünden". Sie wisse nicht mehr, um  

was es überhaupt gegangen sei. Dann habe der Beschuldigte retour "gezündet". 

Dann habe er sie gepackt und in die Glatt reingeworfen. Das sei alles so schnell 

gegangen und sie sei eigentlich gar nicht mehr nachgekommen. Sie wisse nicht 

mehr genau, wo der Beschuldigte sie gepackt habe, entweder an der Schulter 

oder am Hals. Sie wisse es nicht mehr genau. Auf die Frage, ob ihre in der poli-

zeilichen Einvernahme vom tt. September 2012 zu Protokoll gegebene Aussage, 

wonach der Beschuldigte sie mit der Hand am Hals gepackt habe und rücklings in 

die Glatt geworfen habe, richtig sei, sagte die Privatklägerin sie glaube schon. 

Ganz sicher sei sie nicht. Sie glaube schon, dass er sie am Hals gepackt habe. 

Sie habe dann ja am Hals auch Spuren gehabt und das sei ja von der Polizei 

auch fotografiert worden. Es sei richtig, dass es mehr ein Packen als ein eigentli-

cher Würgevorgang gewesen. Sie wisse auch nicht , ob er selbst noch ins Wasser 

gefallen sei (Urk. 5/3 S. 4). Auf den Vorhalt ihrer Aussage anlässlich der polizeili-

chen Einvernahme, wonach der Beschuldigte plötzlich aggressiv und laut gewor-

den sei, sie gewürgt und gesagt habe, dass wenn sie blöd tue er sie umbringen 

und in die Glatt werfen würde, sagte die Privatklägerin, dass sie es nicht mehr 

wisse. Irgendetwas habe er schon gesagt. Ob es genau das gewesen sei, wisse 

-   15   - 

sie nicht. Es sei alles so schnell gegangen. Wenn er wütend sei, sage er schon 

Sachen (Urk. 5/3 S. 4). Sie sei nicht untergetaucht, die Jacke habe ihr Auftrieb 

gegeben (Urk. 5/3 S. 5).  

5.4.  In der Befragung vor Vorinstanz (Urk. 56) bestätigte die Privatklägerin, dass 
der Beschuldigte die allermeiste Zeit bei ihr an der D._____-Strasse ... gelebt ha-

be und er nur wenn sie Streit gehabt hätten, ins Hotel gegangen sei (Urk. 56 

S. 2). Der Beschuldige habe auch persönliche Sachen, Kleider usw. in ihrer Woh-

nung gehabt und diese befänden sich immer noch bei ihr. Allerdings habe sie in-

zwischen einen neuen Partner (Urk. 56 S. 2 f.).  

 Die Privatklägerin führte aus, dass sie sich an nichts Konkretes erinnere.  

Sie hätten einfach gestritten und sie wisse aber nicht mehr genau, um was es  

ursprünglich gegangen sei. Sie sei auch auf dieser Bank gesessen und sie wisse 

nicht mehr, wer als erstes aufgestanden sei (Urk. 56 S. 3). 

 Auf die Frage, was der Beschuldigte zu ihr gesagt habe im Zusammenhang 

mit der Glatt, meinte die Privatklägerin, dass er nur irgendetwas gesagt habe von 

hinein werfen. Das wisse sie noch. Er habe dies gesagt kurz bevor sie hineinge-

fallen sei und nachdem sie aufgestanden seien. Sie seien in diesem Zeitpunkt 

beide vor dem Bänkchen auf der Wiese vor der Glatt gestanden. Sie seien nicht 

mehr auf der Strasse, sondern auf dem Gras gestanden (Urk. 56 S. 4). Auf Vor-

halt von Urk. 7 S. 7 sagte die Privatklägerin, dass auf dem Foto Herr E._____ und 

sie zu sehen seien. Sie sei damals wahrscheinlich etwas näher beim Kiesweg  

gestanden als auf dem Foto. Auf Vorhalt der vom IRM festgestellten Spuren an  

ihrem Hals und am Kinn sowie hinter dem rechten Ohr (Urk. 9/8 S. 2 f.) führte die 

Privatklägerin aus, dass er sie einfach mit einer Hand am Hals gehalten und sie 

hineingeworfen habe. Sie könne auch nicht mehr genau sagen, ob es am Hals 

gewesen sei oder irgendwo an der Achsel, es sei so schnell gegangen. Sie wisse 

auch nicht mehr genau, ob er sie überhaupt gehalten habe. Es sei mehr ein 

"Schupfen" gewesen. Sie sei wegen dem "Schupf" ins Wasser gefallen. Sie sei 

rückwärts gefallen und wahrscheinlich sei der ganze Körper gleichzeitig nass ge-

worden (Urk. 56 S. 5). Sie sei dann einfach im Wasser gewesen und abgetrieben. 

Sie wisse nicht, was der Beschuldigte dann gemacht habe respektive ob er auch 

-   16   - 

noch in die Glatt gefallen sei oder nicht. Die Frage, ob der Beschuldigte, bevor sie 

ins Wasser gefallen sei, gestürzt sei, verneinte die Privatklägerin und sagte, dass 

sie das nicht wisse. Sie seien beide gestanden. Der Beschuldigte habe nicht  

seine Hilfe angeboten, nachdem sie in die Glatt gefallen sei und sie wisse nicht 

mehr, ob sie um Hilfe gerufen habe. Sie habe einfach mit den Händen gepaddelt. 

Sie glaube nicht, dass sie gross um Hilfe gerufen habe. Sie sei einfach  

geschwommen (Urk. 56 S. 6). Die Privatklägerin konnte sich nicht mehr daran  

erinnern, ob der Beschuldigte gesagt habe, dass er sie umbringe und in die Glatt 

werfe. Sie wisse nur, dass er das nie getan hätte. Auf die Frage, ob sie selbst den 

Eindruck gehabt habe, der Beschuldigte habe sie in die Glatt werfen wollen, sagte 

die Privatklägerin, sie denke das nicht. Sie denke es sei einfach ein Impuls  

gewesen. Er habe sie sicher nicht mit Absicht in die Glatt geworfen (Urk. 56 S. 7).  

6.  Fotodokumentation des Forensischen Instituts Zürich (Urk. 7) 

6.1.  Aufnahme Verletzungen Privatklägerin 

Auf der Übersichtsaufnahme vom Hals der Privatklägerin sind im oberen  

Halsbereich deutlich rote Spuren zu sehen (Urk. 7 S. 20). Die Detailaufnahme der 

Verletzungen am Hals der Privatklägerin (Urk. 7 S. 21) und die Detailaufnahme 

vom Hals der Geschädigte bei nach hinten gekipptem Kopf (Urk. 7 S. 22) zeigen 

Verletzungen, die über eine blosse Rötung hinausgehen. Ebenfalls sind solche 

Verletzungen seitlich des oberen Halsbereiches sowohl auf der rechten als auch 

auf der linken Halsseite zu sehen (Urk. 7 S. 23 f.).  

6.2.  Aufnahmen Tatort samt Umgebung und Ausstiegsstelle 

Die Fotodokumentation enthält auf den Seiten 2-10 Aufnahmen des Aufenthalt-

sortes vor der Tat und Übersichtsaufnahmen des Tatortes am Glattufer. Auf den 

Übersichtsaufnahmen Park des mutmasslichen Aufenthaltsortes vor der Tat sind 

die verschiedenen "Bänkli" zu sehen und es kann festgestellt werden, dass zwar 

eine Lampe helles Licht auf den Weg wirft, die Glatt aber im Dunkeln liegt (Urk. 7 

S. 2 f.). Die Übersichtsaufnahme Tatort am Glattufer zeigt, dass die Glatt doch  

eine gewisse Breite hat (Urk. 7 S. 4). Die Detailaufnahme gegenüber Tatort zeigt, 

-   17   - 

dass das Ufer zuerst relativ flach, dann aber steil abfällt, wobei der steile Bereich 

bei der Wassermenge auf dem Foto nicht ganz einen Meter misst (Urk. 7 S. 7). 

Die Übersichtsaufnahme und Detailaufnahme vom Ausstiegsort zeigt drei  

dünnstämmige Bäume, wobei sich einer davon genau auf der Uferkante befindet 

(Urk. 7 S. 10).  

7.  Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin (Urk. 9/8) 

Bei den Akten liegt sodann das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin zur 

körperlichen Untersuchung der Privatklägerin vom 3. Dezember 2012 (Urk. 9/8). 

Dem Gutachter lagen die anlässlich der rechtsmedizinischen Untersuchung am 

tt.09.2012 erhobenen Befunde, die vom FOR Zürich angefertigten Fotografien 

vom tt.09.2012 und der Rapport der Kantonspolizei Zürich, Ges.-Nr. 55842483, 

verfasst von Wm F._____, Station …, vom tt.09.2012 vor. Das Gutachten be-

schreibt detailliert die Verletzungen bei der Privatklägerin und hält fest, dass die 

festgestellten Verletzungen als Folge stumpfer Gewalteinwirkungen anzusehen 

sind (Urk. 9/8 S. 2 f.). Sodann wird folgendes festgehalten: "Aus rechtsmedizini-

scher Sicht sind die Befunde am Hals vereinbar mit den Schilderungen von 

A._____, indem sie von ihrem Lebensgefährten mit der rechten Hand gewürgt, 

bzw. gepackt worden sei. Dafür insbesondere typisch die vier  

nebeneinanderliegenden, teils streifigen Verletzungen rechtsseitig am Hals und 

die über dem Kehlkopf quer verlaufende Schürfung. Anhand der festgestellten Be-

funde und der geschilderten Symptome lässt sich eine konkrete Lebensgefahr 

nicht belegen. Weil aber ein Angreifer während der Ausführung nicht erkennen 

kann, ab welcher Intensität oder Dauer der Halskompression er das Opfer in kon-

krete Lebensgefahr durch Beeinträchtigung der Gehirndurchblutung bringt, ist ein 

Angriff gegen den Hals, der Verletzungen hinterlässt, die auf eine Kompression 

der Halsweichteile schliessen lassen, aus rechtsmedizinsicher Sicht als bedroh-

lich zu bezeichnen. Zeitlich lassen sich alle Verletzungen dem gegenständlichen 

Ereigniszeitraum zuordnen, lediglich die verkrustete Hautabschürfung hinter dem 

rechten Ohr war vorbestanden" (Urk. 9/8 S. 3 f.).  

 

-   18   - 

8.  Amtsbericht ad ref A-5/2012/739 des AWEL, Amt für Abfall, Wasser, 
Energie und Luft vom 10. April 2013 (Urk. 2/3) 

Aus dem Amtsbericht des AWEL vom 10. April 2013 geht hervor, dass die unweit 

des hier fraglichen Flussabschnittes gelegene hydrometrische Messstation ZH 

533 Glatt-Dübendorf in der Tatnacht folgende Werte aufzeichnete: Pegel 

P=432,57 m ü.M., Abfluss Q=8,0 m3/s, Wassertemperatur T=19,3 °C, mittlere 

Fliessgeschwindigkeit vmitt=0,9-1,0 m/s, mittlere Oberflächengeschwindigkeit 

vsup,mitt=1,1-1,2 m/s, maximale Oberflächengeschwindigkeit vsup,max=1,5 m/s, 

mittlere Gerinntiefe tmitt=57-65 cm.  

9.  Aussagen des Beschuldigten 

9.1.   Der Beschuldigte wurde am nächsten Morgen nach dem fraglichen Vorfall, 
d.h. am tt. September 2012, um 02:16 Uhr, bei der Kantonspolizei Zürich einver-

nommen (Urk. 6/2). Er schilderte auf entsprechende Frage den Verlauf des Tages 

des tt. September 2012 und führte dazu aus, dass er um 08.00 Uhr aufgestanden 

sei. Seine Freundin (die Privatklägerin) sei etwa um 09.30 Uhr aufgestanden. Sie 

hätten dann zusammen ferngesehen. Sie hätten auch Alkohol getrunken. Bis zum 

Mittag hätten sie ferngesehen und hätten auch zu Mittag gegessen. Er habe  

Suppe und Siedfleisch gegessen und seine Freundin habe, so glaube er, den 

ganzen Tag nichts gegessen. Nach dem Mittagessen sei er in den Getränkemarkt 

Rio gegangen und habe dort Zigaretten gekauft. Dann sei er zum Bahnhof ge-

gangen und habe ihre beiden Natels für je 10 Franken aufgeladen. Anschliessend 

sei er ins Pärkchen gegangen und habe dort jemanden getroffen, den er gekannt 

habe. Dort habe er ein Bierchen, 5 dl, getrunken. Nach etwa einer Viertelstunde 

sei er wieder nach Hause gegangen. Er sei um etwa 15.00 Uhr wieder zu Hause 

gewesen. Sie seien dann bis etwa 16.00 oder 17.00 Uhr zu Hause gewesen und 

hätten wiederum Fernsehen geschaut. Sie hätten dann die Wohnung wieder ver-

lassen und seien mit den Fahrrädern nochmals zum Getränkemarkt Rio gefahren. 

Dort habe er nochmals ein Sechserpack Bier gekauft. Seine Freundin habe sich 

noch einen Appenzeller und er sich noch einen Deziliter Wodka besorgt. Danach 

seien sie zusammen zum Pärkchen gefahren und hätten sich zusammen auf ein 

Bänkchen gesetzt. Sie hätten es soweit lustig zusammen mit noch anderen  

-   19   - 

Leuten gehabt. Um ca. 19.00 Uhr seien die Leute dann weg gegangen. Sie hätten 

zusammen Bier und seine Freundin dann noch den Appenzeller und er den  

Wodka getrunken. Zusammen mit seiner Freundin habe er etwa sechs Dosen 

Bier à 5 dl. konsumiert. Im Pärkchen hätten sie nochmals etwa drei Dosen Bier  

zusammen getrunken. Seine Freundin habe dann noch mehr Lust nach einem 

Appenzeller gehabt und er sei dann schnell in den Denner vis-à-vis gegangen. Da 

es keine Appenzeller gegeben habe, habe er einen halben Liter Wodka gekauft. 

Sie hätten beide aus dieser Flasche getrunken, einen oder zwei Schlücke, nicht 

viel. Danach habe er nochmals eine Dose Bier getrunken. Er schätze, er habe an 

diesem Tag etwa sechs bis sieben Dosen Bier getrunken. Dies ohne Gewähr 

(Urk. 6/2 S. 2). 

 Die Frage, ob sie Drogen konsumiert hätten, bejahte der Beschuldigte und 

führte aus, sie hätten ein bisschen Koks zu sich genommen und auch noch eines 

gekifft. Etwa 0,3 Gramm Kokain und einen Joint. Den Joint hätten sie zusammen 

um die Mittagszeit konsumiert und das Kokain hätten sie zusammen einge-

nommen, bevor sie am Abend das Haus verlassen hätten (Urk. 6/2 S. 2 und 3).  

 Nach dem Vorfall befragt, sagte der Beschuldigte, dass es schon in der 

Dämmerung gewesen sei, so Grössenordnung 19.00 oder 20.00 Uhr. Sie hätten 

sich in diesem Pärkchen bei der Glatt befunden. Sie seien schon etwas vernebelt 

vom Alkohol und den Drogen gewesen. Zuvor sei er mit seiner Freundin und mit 

ein paar anderen Personen, die sie vom Sehen her kennen würden, zusammen-

gestanden. Es seien keine näheren Kollegen. Sie würden sie nur flüchtig kennen 

und keinen näheren Kontakt zu ihnen haben. Da er Rückenbeschwerden habe, 

habe er dann irgendwann zuerst einmal am Boden gekauert. Anschliessen habe 

er sich dann aber auf ein Bänkchen setzen müssen. Die anderen Personen seien 

dann nacheinander gegangen und seine Freundin habe sich zu ihm gesetzt. Aus 

dem Nichts heraus habe ihn dann seine Freundin in gehässigem Ton gefragt, was 

er so dumm tue. Er habe ihr gesagt, dass er sich nur gesetzt habe, weil er  

Rückenweh habe. Es sei dann weiter mit ihrer Gehässigkeit gegangen, er sei so 

etwas von eifersüchtig (Urk. 6/2 S. 3). Auf entsprechende Rückfrage führte der 

Beschuldigte aus, dass er es nicht wisse. Sie habe keinen Grund, ihm die  

-   20   - 

Eifersucht einzureden. Er habe ihr gesagt, sie solle sich doch jetzt beruhigen, sie 

sässen jetzt doch noch etwas da an der Glatt und anschliessend würden sie dann 

nach Hause gehen. Seine Freundin habe aber nicht aufgehört mit ihrem gehässi-

gen Getue. Er sei wütend geworden und habe mit seinen beiden Händen auf das 

Bänkchen hinuntergeschlagen. Er habe ihr gesagt sie solle doch jetzt bitte schön 

aufhören, sei solle doch nun wieder herunterkommen. Das habe schon etwas  

lauter getönt als eine normale Unterhaltung. Da sie nicht aufgehört habe, habe er 

mit der flachen Hand auf die neben ihm auf dem Bänkchen stehende Bierdose 

geschlagen. Diese sei dann halbwegs eingeknickt. Seine Freundin habe ihm dann 

wegen dieser Dose vorgeworfen, dass er jetzt spinne. Er glaube, dass er ihr  

dann gesagt habe, sie solle jetzt endlich aufhören, sonst könne sie dann  

noch schwimmen oder baden gehen. Er habe damit gemeint, dass sie ihr  

Temperament abkühlen solle (Urk. 6/2 S. 3 f.).  

 Zum weiteren Verlauf befragt, gab der Beschuldigte folgendes zu Protokoll: 

"Wie es dann weitergegangen ist, weiss ich nicht mehr genau. Wir sind dann  

aufgestanden, meine Freundin giftelte weiter und weiter und irgendwie rutschte 

sie dann aus, das Glattufer hinunter und fiel in die Glatt. Ich ging zu ihr hinunter. 

Ich sah, dass meine Freundin sich noch am Glattufer festhalten konnte. Ich stieg 

ebenfalls in die Glatt und wollte sie festhalten bzw. wieder an Land ziehen. Sie 

konnte sich aber nicht mehr festhalten und wurde von der Strömung fortgerissen. 

Ich versuchte, meine Freundin zu erreichen. Dabei riss es mich dann auch fort. 

Die Strömung war so stark, dass es mich auch umgehauen hatte, als ich meiner 

Freundin in der Glatt zu Hilfe eilen wollte" (Urk. 6/2 S 4 Antwort auf Frage 19). 

 Der Beschuldigte führte weiter aus, dass es dunkel gewesen sei. Er habe 

seine Freundin nicht mehr gesehen und auch nichts von ihr gehört, das heisse, 

am Anfang, als es sie weggetrieben habe, habe er sie noch rufen gehört, dann 

aber sei es still gewesen. Er sei ebenfalls noch im Wasser gewesen. Es habe ihn 

Richtung Brücke der Bahnhofstrasse getrieben. Dort sei er irgendwo ans Ufer  

gekommen, wo er sich habe festhalten und schliesslich aus der Glatt steigen  

können. Wo er genau aus der Glatt gestiegen sei, wisse er nicht mehr. Während 

er in der Glatt gewesen sei, sei er ein paar Mal mit dem Kopf unter Wasser ge-

-   21   - 

kommen. Die Strömung sei sehr stark gewesen. Während er in der Glatt gewesen 

sei, habe er seiner Freundin noch zweimal etwas nachgerufen (Urk. 6/2 S. 4 f.). 

 Als er aus der Glatt gestiegen sei, sei er auf dem Weg noch weiter die Glatt 

herunter gelaufen. Er habe seiner Freundin gerufen, aber sie habe keine Antwort 

gegeben, nichts, nichts, nichts. Es könne sein, dass es ihn vielleicht noch weiter 

die Glatt hinuntergetrieben habe als sie, dass sie vielleicht schon vor ihm wieder 

an Land gewesen sei. Als er von seiner Freundin nichts mehr gehört habe, sei  

er zum Pärkchen gegangen und habe dort sein Fahrrad geholt. Er sei damit zum 

Kino gefahren und habe an der Bar gebeten, die Polizei sofort zu verständigen.  

Er habe dort auf die Polizei gewartet und als diese gekommen sei, habe man  

ihn sofort verhaftet. Man habe ihm gesagt, dass man seine Freundin in der  

Zwischenzeit gefunden habe (Urk. 6/2 S. 5 Antwort auf Frage 23). 

 Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin, wonach er plötzlich aggressiv 

geworden sei, sagte der Beschuldigte, ja er sei, als er auf das Bänkchen und 

dann noch auf die Bierbüchse geschlagen habe, aggressiv gewesen. Dies nur, 

weil seine Freundin keine Ruhe gegeben habe. Es habe weder Hand noch  

Fuss gehabt, was sie da herausgelassen und ihm vorgeworfen habe. Er sei ein  

eifersüchtiger Hund und so weiter. Dabei sei er die Ruhe in Person gewesen, bis 

es ihm dann zu bunt geworden sei (Urk. 6/2 S. 6 Antwort auf Frage 30). 

 Er werde nur aggressiv, wenn man ihn so nerve, wie das jetzt auch wieder 

passiert sei. Er trinke täglich seine Biere. Ab und zu nehme er mal einen kleinen 

Wodka, ein kleines Fläschchen, keine Deziliter. Er nehme extra keine starken  

Getränke, weil er dann aggressiv werden könne. Er wisse das und deshalb halte 

er sich zurück. Wenn einmal, dann wirklich nur in ganz kleinen Mengen. Wenn 

seine Freundin nur zwei Appenzeller nehme und dann noch ein paar Bierchen 

dazu, dann sei sie es, die ausflippe und ihn provozieren könne. Es stimme,  

dass sie zusammen einen Joint geraucht hätten und dass sie ab und zu Kokain 

konsumierten (Urk. 6/2 S. 7). 

 Auf den Vorhalt, wonach er die Privatklägerin gewürgt und ihr gedroht  

habe: "Wenn Du blöd tust, bringe ich dich um und werfe dich in die Glatt", sagte 

-   22   - 

der Beschuldigte, dass er keine Ahnung habe, ob er das gesagt habe. So viel er 

wisse, habe er ihr gesagt, wenn sie keine Ruhe gebe, dann könne sie in die Glatt 

gehen und sich abkühlen. Was er ihr genau gesagt und gedroht habe, wisse  

er nicht mehr. Ob er ihr mit dem Leben gedroht habe, wisse er auch nicht. Er sei 

einfach verrückt geworden und habe mit den Händen auf die Bank und die  

Bierdose geschlagen. Auf die Frage, wie die Privatklägerin auf diese Drohung  

reagiert habe, sagte der Beschuldigte, dass, als er auf das Bänkchen und die 

Bierdose geschlagen habe, sie ihm vorgeworfen habe, dass er jetzt wieder spinne 

(Urk. 6/2 S. 7 Antwort auf Frage 36).  

 Er wisse es nicht mehr, ob er seine Freundin gewürgt habe (Urk. 6/2 S. 8 

Antwort auf Frage 39).  

 Auf entsprechenden Vorhalt, wonach er seine Freundin mit der Hand am 

Hals gepackt habe und sei rücklings in die Glatt geworfen habe, gab der Beschul-

digte zu Protokoll, dass sie fast schwerer sei als er, wie er sie da werfen solle.  

Er wisse wirklich nicht mehr, was passiert sei. Seine Freundin habe ihn auf die 

Palme getrieben, angeschuldigt, er sei eifersüchtig und so weiter. Er habe sie 

nicht in die Glatt geworfen (Urk. 6/2 S. 8 Antworten auf Fragen 41 und 42).  

 Die Frage, wie es dazu gekommen sei, dass seine Freundin in die Glatt  

gelangt sei, beantwortete der Beschuldigte wie folgt: "Ich weiss nicht mehr, wie  

alles geschehen ist. Wir hatten eine Auseinandersetzung, meine Freundin macht 

mich wütend. Ich sagte ihr, dass wir uns doch jetzt auf den Heimweg machen 

wollten. Irgendwann sind wir dann aufgestanden vom Bänkchen und ich sah sie 

dann plötzlich das Bord in die Glatt hinunter rutschen. Ich weiss auch nicht mehr, 

ob ich noch am Uferrand oder schon in der Glatt gestanden bin, als sie davonge-

schwommen ist. Ich wollte ihr helfen. Mich hat die Strömung dann wie gesagt 

auch mitgerissen. Ich habe keine blasse Ahnung, wie alles genau passiert ist" 

(Urk. 6/2 Antwort auf Frage 43).  

 Auf den Vorhalt der Aussage der Privatklägerin, dass sie nie damit gerech-

net hätte, dass er sie in die Glatt werfen würde, sagte der Beschuldigte, dass sie 

ja schwerer sei als er. Wie das gehen solle. Wie solle er sie in die Glatt werfen 

-   23   - 

können. Er sei 180 cm gross und irgendwie so um die 82 Kilogramm schwer. Sie 

sei ca. 175 cm gross und ca. 70-75 Kilogramm schwer (Urk. 6/2 S. 9 Antworten 

Fragen 46-48).  

 Es stimme, dass die Strömung sehr stark gewesen sei. Er habe auch grosse 

Mühe gehabt, dass er überhaupt das Ufer wieder habe erreichen können (Urk. 6/2 

S. 9 Antwort auf Frage 49). 

 Der Beschuldigte bestätigte, dass er – wie die Privatklägerin – auch  

mehrmals untergetaucht sei und mit den Beinen und Armen versucht habe, an der 

Oberfläche zu bleiben (Urk. 6/2 S. 9 Antwort auf Frage 59).  

 Auf den Vorhalt, wonach die Privatklägerin panische Angst gehabt habe,  

sie müsse sterben, sagte der Beschuldigte, er habe sich auch nicht mehr wohl  

gefühlt, als es ihn unter Wasser gedrückt habe (Urk. 6/2 S. 9 Antwort auf Frage 

51).   

 Der Beschuldigte bestätigt, auf entsprechenden Vorhalt, wonach die Privat-

klägerin mehrmals Richtung Ufer gepaddelt und unter einer Brücke Richtung  

Rechen getrieben sei und mehrmals versucht habe, sich am Ufer festzuhalten, 

dass es ihm auch etwa so ergangen sei und er es auch x-mal probiert habe.  

Dann sei es noch dunkel gewesen, teilweise stockdunkel (Urk. 6/2 S. 9 Frage und 

Antwort 52).  

 Gegen Ende der Einvernahme schilderte der Beschuldige noch die  

Beziehung mit der Privatklägerin und sagte, dass sie im Grossen und Ganzen  

eine schöne Beziehung hätten. Als die Polizei jeweils habe kommen müssen,  

seien das Ausrutscher gewesen. In der Regel seien sie friedlich und hätten es 

schön (Urk. 6/2 S. 10 Antwort auf Frage 54).  

9.2.  Am 5. September 2012 fand bei der Staatsanwaltschaft IV des Kantons  
Zürich in Anwesenheit des Verteidigers die Hafteinvernahme statt (Urk. 6/3).  

Auf entsprechende Vorhalte sagte der Beschuldigte, dass er heute nichts dazu 

sagen wolle und verwies auf seine bei der Kantonspolizei zu Protokoll gegebenen 

Aussagen (Urk. 6/3 S. 2). 

-   24   - 

9.3.  Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft IV des Kantons  
Zürich vom 2. Oktober 2012 (Urk. 6/4) gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass er 

sie (die Privatklägerin) dort stehend schon gepackt habe. Dann sei sie auf ihn 

losgekommen. Sie seien dann zusammen umgefallen. Er unten, sie oben. Und 

damit sie nicht auf ihn drauffalle, habe er im Effekt dann eine Drehbewegung mit 

dem Arm gemacht und so müsse sie wohl das Bort hinunter in die Glatt gefallen 

sein. Das Bort sei dort steil und rutschig. Er habe ihr zugerufen, dass er sie raus-

holen wolle. Sie habe nein gerufen. Er sei dann ausgerutscht und mit dem "Füdli 

auch in die Glatt" gefallen. Er habe sie eben trotzdem rausholen wollen. Genau in 

diesem Moment habe die Strömung sie erwischt und mitgezogen. Er sei dann 

soweit er gekonnt habe reingegangen, dann habe es ihm den Stand auch ge-

nommen. Er habe sie ja rausholen wollen. Er sei dann auch ein paar Mal unterge-

taucht, er habe die grösste Mühe gehabt, sich über Wasser zu halten. Er habe ihr 

dann gerufen, sei solle ihm doch Antwort geben (Urk. 6/4 S. 2). Er habe Frau 

A._____ (Privatklägerin) nicht bedroht, dass er sie in die Glatt stossen würde. Wie 

die polizeilich festgestellten Hämatome entstanden seien, wisse er nicht. Er habe 

das nicht gesehen. Er habe ja gesagt, dass er sie kurz gepackt habe und schon 

seien sie umgefallen. Das sei noch auf dem Weg gewesen (Urk. 6/4 S. 2).  

 Der Beschuldigte wurde darauf hingewiesen, dass er anlässlich der polizeili-

chen Einvernahme noch geltend gemacht habe, dass Frau A._____ ohne sein Zu-

tun in die Glatt gefallen sei, weil diese ausgerutscht sei. Heute sage er, dass Frau 

A._____ in die Glatt gefallen sei, weil er am Boden liegend eine reflexartige Ab-

wehr- und Drehbewegung gemacht habe, was im Widerspruch zu den Aussagen 

bei der Polizei stehe (Urk. 6/4 S. 2). Dazu sagte der Beschuldigte, dass er damals 

1,8 Promille gehabt und es nicht mehr recht gewusst habe. Jetzt habe er lange 

Zeit 24 Stunden am Tage im Gefängnis Zeit, um nachzudenken und sich zu erin-

nern und jetzt habe er gesagt, woran er sich erinnere. Er habe sie dann nicht 

mehr in der Glatt gesehen und habe versucht ans Ufer zu kommen. Das sei sehr 

mühsam gewesen. Er habe es dann geschafft rauszukommen. Er habe nach ihr 

gerufen, habe sie aber nirgends sehen oder hören können. Da habe er gedacht, 

dass er jetzt anders handeln müsse. Er sei zurück zum Velo gegangen und zum 

Kino Orion gefahren, das habe noch offen gehabt. Von dort habe er die Polizei 

-   25   - 

verständigt, damit man ihr helfen könne. Sein Natel sei wegen dem Wasser nicht 

mehr gegangen (Urk. 6/4 S. 3).  

9.4.  Am 27. März 2013 fand bei der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
die Schlusseinvernahme mit dem Beschuldigten statt (Urk. 6/5). Nach entspre-

chender Durchsicht der Fotos von Frau A._____ in der Dokumentation FOR sagte 

der Beschuldigte, dass er ja immer gesagt habe, dass er sie nicht am Hals ge-

würgt habe, sondern dass er ihr einfach den Mund zugedrückt habe. Dies habe er 

getan, indem er ihr mit der Hand den Kiefer nach oben gedrückt und ihr so den 

Mund zugedrückt habe. An die Gurgel sei er ihr nicht gegangen. Dies sei auf den 

Fotos bestätigt (Urk. 6/5 S. 2).  

 Auf Vorhalt, wonach es dann dort zu einem vorerst verbalen Streit zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin gekommen sei, wobei sich die beiden 

am Rande des Flusses Glatt gegenübergestanden hätten, der Beschuldigte  

frontal zum Gewässer und die Privatklägerin mit dem Rücken zum Gewässer, 

sagte der Beschuldigte, dass diese Positionen so nicht stimmen würden. Sie  

seien parallel zum Fluss gestanden. Sie sei in Sichtrichtung Bahnhofstrasse und 

er in die Gegenrichtung zu ihr gestanden. Ausserdem sei der Streit schon vorher 

losgegangen (Urk. 6/5 S. 3).  

 Dem Beschuldigten wurde weiter vorgehalten, dass er im Rahmen dieses 

Streites und in dieser Position wütend die Privatklägerin dann mit seinen Händen 

am Hals gepackt und sie gewürgt habe, wobei er dadurch im Halsbereich der  

Privatklägerin mehrere Hauteinblutungen und Oberhautabschürfungen verursacht 

habe. Dazu habe er der Privatklägerin sinngemäss gesagt, dass er sie umbringen 

und in die Glatt werfen würde. Dann habe er die Privatklägerin in bewusster  

Umsetzung dieser Ankündigung rücklings in die Glatt geworfen. Der Beschuldigte 

sagte dazu, dass das so nicht stimme. Es sei über längere Zeit gegangen. Er  

habe auf dem Bänkli gesessen und sie habe ihm immer wieder vorgeworfen, er 

sei "aggro". Er habe gesagt, es stimme ja gar nicht und sie solle sich entspannen. 

So sei es dann weiter gegangen. Er sei dann aufgestanden und habe ihr in  

genannter Weise den Mund zugehalten. Dann sei sie auf ihn losgekommen. Sie 

sei auf seinen Fuss gestanden und sei nach vorne auf ihn gefallen. Dann habe er 

-   26   - 

eine Drehbewegung gemacht, damit sie nicht voll auf ihn falle. Er sei dann zu  

Boden gefallen. Ihm sei kurz schwarz geworfen, wegen dem Schmerz vom  

Aufprall im Beckenbereich. Dann habe er gesehen, dass sie unten am Bord, halb 

im Wasser gewesen sei. Es sei dunkel gewesen. Er habe sie gefragt, ob er ihr 

aufhelfen solle. Sie habe gesagt, es sei nicht nötig. Es sei dort aber wegen den 

Algen glitschig gewesen. Dies habe er nachher auch bemerkt, er sei ja dann auch 

ins Wasser gefallen (Urk. 6/5 S. 3).  

 Soweit er sich erinnere, habe er sie mit der linken Hand am Kinn gefasst und 

ihr so den Mund zugedrückt. Nach entsprechendem Vorhalt, wonach gemäss IRM 

ZH die Befunde am Hals von Frau A._____ aber mit den Würgevorwürfen  

vereinbar seien, sagte der Beschuldigte, dass er das seltsam fände. Er habe ja 

eine Diskushernie und gar keine Kraft im rechten Arm (Urk. 6/5 S. 3).  

9.5.  Anlässlich seiner Befragung im Rahmen der Hauptverhandlung vor  
Vorinstanz (Urk. 57) bejahte der Beschuldigte die Frage, ob er den Vorfall – wie er 

sich damals ereignet habe – wirklich vor Augen habe, klar mit: "Ja, ich meine 

schon". Auf die Frage, wie Frau A._____ in der Glatt gelegen habe, als er sie dort 

zuerst gesehen habe, erklärte er, dass sie irgendwie kniend gewesen sei, aber er 

habe es nicht ganz genau gesehen. Auf jeden Fall sei sie nicht ganz  

gelegen. Wahrscheinlich habe sie versucht aufzustehen, er wisse es aber nicht 

mehr ganz genau (Urk. 57 S. 5 f.). Die Frage, wie Frau A._____ in diese Lage ge-

raten sei, führte der Beschuldigte aus, er habe auf die Bierdose geschlagen, sei 

aufgestanden und zu ihr hin gegangen. Er habe sie mit der linken Hand am Kinn 

gehalten und habe ihr gesagt, sie solle still sein und ihm zuhören. In dem Mo-

ment, als er sie am Kinn gehalten habe, sei sie einen Schritt auf ihn zugekommen 

und sie seien beide rückwärts gefallen. Da er Rückenschmerzen gehabt habe, 

habe er Frau A._____ nach rechts abgedreht, damit sie nicht auf ihn falle. Es ha-

be ihm dann die Luft verschlagen. Als er sich dann auch abgedreht habe, nach-

dem er auf dem Boden gewesen sei, habe er sie am Abhang auf der Wiese hin-

unter "rutschen" gesehen. Er habe einfach noch gesehen, wie ein Kopf runter ge-

he. Dann sei er aufgesessen und habe gesehen, dass sie schon etwa einen hal-

ben Meter in der Glatt gewesen sei. Sie habe keinen Kontakt mehr gehabt mit der 

-   27   - 

Böschung, sie sei im Wasser gewesen (Urk. 57 S. 6). Der Beschuldigte bestritt, 

Frau A._____ – nachdem er sie am Hals oder am Kinn gepackt hatte – gestossen 

zu haben. Ebenfalls bestritt er, sinngemäss gesagt zu haben, er werde sie nun 

umbringen und in die Glatt werfen (Urk. 57 S. 6). Der Beschuldigte sagte auf ent-

sprechende Frage, dass er ja nicht einmal gewusst habe, dass sie  

rückwärts umfallen würden und er habe sicher keine Tötungsabsicht gehabt.  

Das Wasser sei zu diesem Zeitpunkt auch nicht kalt gewesen. Gewürgt habe  

er sie auch nicht. Mit diesem Wasserstand könne man auch gar nicht ertrinken, 

zudem sei ja sogar er wieder rausgekommen und er sei ein schlechter  

Schwimmer (Urk. 57 S. 7).  

9.6.  Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte keine neuen 
Aussagen, verwies auf seine vorinstanzlichen Aussagen und machte von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 132 S. 11 ff.). 

10.  Aussagen des Zeugen C._____ (Urk. 55)  

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Zeugen C._____ korrekt wiedergegeben,  

darauf ist zu verweisen (Urk. 86 S. 25 Ziff. 2.6.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

11.  Würdigung 

11.1.  Die vorinstanzlichen Ausführungen zur generellen Glaubwürdigkeit  
der Beteiligten sind zutreffend und es kann zur Vermeidung von Wiederholungen 

darauf verwiesen werden (Urk. 86 S. 25-27; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Zutreffend ist, dass sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin gemäss 

den pharmakologisch-toxikologischen Gutachten des IRM unter der Einwirkung 

von Alkohol, Kokain und Cannabis gestanden hatten, wobei die Privatklägerin  

zusätzlich positiv auf Benzodiazepine getestet worden war (Urk. 9/5 und 9/6). Der 

Beschuldigte wies eine Stunde nach dem Vorfall beim durchgeführten Atemluft-

test einen Wert von 1.84 Promille auf und gemäss der um 03.32 Uhr durchgeführ-

ten Blutentnahme einen Gewichtspromillewert von 1.62 (Mittelwert, Urk. 9/6 S. 2). 

Die Privatklägerin wies rund dreieinhalb Stunden nach dem Vorfall einen Blut-

alkoholwert von 0.93 Gewichtspromille (Mittelwert) auf und wurde positiv auf  

-   28   - 

Kokain, Cannabis und Benzodiazepine getestet (Urk. 9/5). Der von der Kantons-

polizei Zürich bei der Privatklägerin durchgeführten Atemlufttest ergab einen Wert 

von 1,43 Promille (Urk. 1 S. 5).  

11.2.  Erstellung des Anklagesachverhaltes 

11.2.1.  Würgen, Packen und Stossen 

11.2.1.1.  Die anlässlich der ersten Einvernahme der Privatklägerin in der  
Tatnacht deponierten Aussagen sind plastisch, unverfälscht, lebensnah und somit 

glaubhaft. Daran ändert auch nichts, dass die Privatklägerin in den späteren  

Befragungen teilweise Erinnerungslücken geltend machte bzw. teilweise  

abschwächend aussagte. Im Kerngehalt hat die Privatklägerin stets ausgesagt, 

der Beschuldigte habe sie unvermittelt in der Halsgegend gepackt (zu Beginn 

noch: gewürgt, später: gepackt) und in die Glatt gestossen. Dass sie anfangs von  

"hineinwerfen" und später von gestossen bzw. geschubst sprach, spielt keine  

entscheidende Rolle, schliesslich geht es dabei immer um dasselbe, nämlich dass 

der Beschuldigte den Sturz der Privatklägerin in die Glatt direkt verursacht hat.  

11.2.1.2.  Wenn der Verteidiger in Bezug auf die Aussagen der Privatklägerin 
moniert, sie seien nicht glaubhaft, da sie in einem fragwürdigen Zustand (Alkohol, 

Drogen und Medikamente) erfolgt seien (Urk. 135 S. 13), ist dem zu entgegnen, 

dass knapp 1 Gewichtspromille Alkohol jemanden, der Alkohol gewöhnt ist, nicht 

derart beeinträchtigt, dass seine Aussagen unglaubhaft werden, zumal auch die 

Untersuchungen des rechtsmedizinischen Instituts keine Auffälligkeiten in Bezug 

auf den Zustand der Privatklägerin kurze Zeit nach dem Vorfall und der Befragung 

feststellen konnten (Urk. 9/3). Kokain haben die Privatklägerin und der Beschul-

digte bereits Stunden vor der Befragung eingenommen, weshalb dessen Wirkung 

auf die Antworten der Privatklägerin keinen grossen Einfluss mehr gehabt haben 

dürfte. 

11.2.1.3.  Die Aussagen des Beschuldigten sind in diesem zentralen Punkt merk-
lich flach, unbestimmt, ausweichend und insbesondere in sich widersprüchlich, 

gab er doch mehrere Varianten an, wie die Privatklägerin in die Glatt gelangt sein 

-   29   - 

soll. Auffällig ist, dass der Beschuldigte zum ganzen Tagesablauf, zu den konsu-

mierten Speisen und dem exakten Alkoholkonsum, trotz des nicht unerheblichen 

Blutalkoholgehalts, sehr detailliert Auskunft geben konnte, nicht aber zur hier  

interessierenden zentralen Frage. Die Aussagen des Beschuldigten sind in  

diesem Bereich unglaubhaft.  

11.2.1.4.  Bei der Fotodokumentation des FOR (Urk. 7) befinden sich die Bilder 
der Halsverletzungen der Privatklägerin. Das IRM-Gutachten hat festgehalten, 

dass die bei der Privatklägerin festgestellten Verletzungen am Hals mit ihren 

Schilderungen vereinbar seien. Der Hinweis der Vorinstanz, dass das Gutachten 

nichts über die Frage aussage, inwieweit die festgestellten Verletzungen auch 

durch ein Packen am Kinn oder während dem Aufenthalt der Privatklägerin in der 

Glatt entstanden sein könnten, ist grundsätzlich zutreffend. Ebenfalls ist anzumer-

ken, dass die Privatklägerin diverse Schürfungen an den Unterarmen und den 

Knien aufwies, welche von Steinen in der Glatt stammen können. Allerdings  

ist nicht davon auszugehen, dass die eher grossflächige Verletzung bzw. 

Hauteinblutung gleich unterhalb des Kinns von ihrem Aufenthalt im Fluss  

stammen, denn dies würde bedeuten, dass sie mit dem Kinn sozusagen auf 

Grund gelaufen wäre, was aufgrund einer horizontalen Schwimmhaltung mit den 

Händen schräg unterhalb des Oberkörpers und dann bei aufrechter Haltung in 

Ufernähe beim Aussteigen aus dem Fluss wenig wahrscheinlich ist.  

11.2.2.  Position der Beteiligten während der Auseinandersetzung 

 Die Vorinstanz hat die einzelnen Aussagen der Privatklägerin und des  

Beschuldigten zur Position während der Auseinandersetzung korrekt zusammen-

gefasst und kam zum Schluss, dass die beiden Beteiligten nicht wie in der Ankla-

geschrift aufgeführt am Rande des Flusses (unten) standen, sondern sich oben 

beim Bord befunden hätten. Die Ausrichtung der Beteiligten könne offen bleiben, 

da auch aus einer parallelen Position ein Stoss in Richtung Wasser ausgeführt 

werden könne und sich aus der Ausrichtung der Beteiligten nichts für oder gegen 

den Beschuldigten ableiten lasse könne (Urk. 86 S. 29 Ziff. 2.9.1.1.-1.3.). Die  

Privatklägerin hat jedoch bereits in der ersten Einvernahme klar ausgesagt, dass 

der Beschuldigte sie rücklings in die Glatt gestossen habe. Weiter hat sie diese 

-   30   - 

Aussage in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigt ("ich hatte das 

Wasser im Rücken"). Wenn sie diese Aussagen an der Hauptverhandlung wieder 

relativiert und ausgesagt hat, dass sie nicht wisse, ob sie seitwärts gestanden  

habe oder so, wie es auf dem Fotos zu sehen sei (Urk. 56 S. 5 oben), ist davon 

auszugehen, dass sie diese Aussage als Konzession zu den entsprechenden 

Aussagen des Beschuldigten machte, welchem die Privatklägerin gemäss  

eigenen Aussagen in gewisser Weise hörig ist. Nur einige Fragen später gibt  

sie denn auch wieder zu Protokoll, sie sei rückwärts gefallen (Urk. 56 S. 5 unten). 

Es ist aufgrund der tatnahen Aussagen der Privatklägerin davon auszugehen, 

dass sie kurz vor dem Sturz in die Glatt mit dem Rücken zu derselben und der 

Beschuldigte ihr direkt vis à vis stand.   

11.2.3.  Drohung 

 Die Vorinstanz hat die Aussagen der beiden Beteiligten zutreffend  

zusammengefasst und kam zum Schluss, dass nicht erstellt sei, dass der  

Beschuldigte der Privatklägerin gesagt habe, er werde sie umbringen (Urk. 86  

S. 29 f.). Es ist aufgrund der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin anlässlich 

der ersten Einvernahme erwiesen, dass der Beschuldigte der Privatklägerin  

sinngemäss sagte, er werde sie umbringen und in die Glatt werfen. Diese  

Äusserung war aber weder als ernste Todesdrohung gemeint, noch wurde sie von 

der Privatklägerin als solche aufgefasst (vgl. Urk. 56 S. 7). Dem Beschuldigten 

ging es bei der Androhung, die Privatklägerin in die Glatt zu werfen, eher darum, 

dass sich das erhitzte Gemüt der Privatklägerin etwas abkühlt (Urk. 6/2 S. 7).  

12.  Fazit 

 Insgesamt ist erstellt, dass es zwischen den Parteien aus nichtigem Anlass 

– nachdem sie zuvor beide eine nicht unerhebliche Menge alkoholischer Getränke 

und auch etwas Kokain sowie Cannabis (die Privatklägerin zusätzlich Benzodia-

zepine) konsumiert hatten – zu einer vorerst verbalen Auseinandersetzung kam. 

Beide standen am Bord der Glatt, die Privatklägerin mit dem Rücken zur Glatt, der 

Beschuldigte ihr direkt gegenüber. Wie erwähnt lässt sich zumindest in subjektiver 

Hinsicht eine Todesdrohung des Beschuldigten gegen die Privatklägerin nicht  

-   31   - 

erstellen. Erstellt ist jedoch, dass der Beschuldigte dann die Privatklägerin mit ei-

ner Hand im Bereich Hals / Kehle packte, was dazu führte, dass die auf den Fotos 

ersichtlichen und im Gutachten des IRM beschriebenen Blessuren entstanden. 

Diese Blessuren waren nicht lebensgefährlich. Der Beschuldigte stiess die Privat-

klägerin in die ca. 19.3° kalte Glatt, wobei die Privatklägerin etwas vor 23.00 Uhr 

rücklings in die Glatt fiel. Die Glatt führte nicht wenig Wasser (ca. 57 - 65 cm) mit 

sich, die maximale Fliessgeschwindigkeit an der Oberfläche betrug 5.4 km/h 

(Schrittgeschwindigkeit). Zudem war es praktisch dunkel. Die Privatklägerin 

tauchte – auch mit dem Kopf – unter Wasser und wurde nach dem Sturz in die 

Mitte der Glatt hinausgetrieben. Sie konnte sich nach einer "Schwimmstrecke" 

von ca. 230 Metern selber retten, indem sie sich an einem ins Wasser hängenden 

Ast festhalten und – nach einer Verschnaufpause von mehreren Minuten – aus 

der Glatt klettern konnte. Der Beschuldigte stiegt hierauf selber ins Wasser, um 

der Privatklägerin hinaus zu helfen, was jedoch misslang. In der Folge begab sich 

der Beschuldigte zum Kino Orion und rief von dort aus die Polizei.  

III. Rechtliche Würdigung 

1.  Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten in seiner 
ergänzten Anklageschrift als versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, eventualiter als versuchte schwere  

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

subeventualiter als Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB und  

subsubeventualiter als versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 und 6 StGB in Verbindung mit Art 22 Abs. 1 StGB  

(Urk. 120A S. 3).  

2.  Versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB 

 Die Vorinstanz hat hierzu zutreffende Ausführungen gemacht, auf welche 

verwiesen werden kann (Urk. 86 S. 38 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weder die  

Todesdrohung noch das Würgen der Privatklägerin durch den Beschuldigten, 

-   32   - 

welche Handlungen auf einen Vorsatz hingedeutet hätten, sind erstellt. Allein auf-

grund dessen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin in die Glatt gestossen hat, 

kann jedenfalls nicht abgeleitet werden, er habe die Privatklägerin töten wollen, 

ausser es hätte sich um einen reissenden Strom und bei der Privatklägerin um ei-

ne Nichtschwimmerin gehandelt, was beides nicht der Fall ist. Im Übrigen deutet 

auch das Nachtatverhalten – der Rettungsversuch – des Beschuldigten darauf 

hin, dass er keinen Tötungsvorsatz hatte 

 Ob der Tatbestand in objektiver Hinsicht überhaupt erfüllt wäre, kann in  

diesem Zusammenhang mit der Vorinstanz offen bleiben. Jedenfalls ist nicht  

davon auszugehen, dass unter den konkreten Umständen ein Stossen der  

Privatklägerin in die Glatt in der gegebenen Situation nach dem normalen Lauf 

der Dinge zu einer Tötung hätte führen können.  

3.  Versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in Verbindung 
mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

3.1.  Wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich 
den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen 

bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich, oder geisteskrank macht, das Gesicht eines 

Menschen arg und bleibend entstellt, wer vorsätzlich eine andere schwere  

Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines 

Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe 

nicht unter 180 Tagessätzen bestraft (Art. 122 StGB). 

3.2.  Der Staatsanwalt führt zwar anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass 
die Privatklägerin aufgrund der Umstände (dunkle Nacht, starke Strömung der 

Glatt, kaltes Wasser, deutliche Alkoholisierung und Kokaineinfluss, Schocksitua-

tion durch den plötzlichen Kontakt mit dem Wasser und vorgängiges Würgen)  

hätte lebensgefährliche Verletzungen erleiden können (Urk. 133 S. 5). In der  

Anklageschrift sind jedoch weder die potentiellen Verletzungen umschrieben, 

noch die daraus resultierende Lebensgefahr. Eine Verurteilung wegen versuchter 

schwerer Körperverletzung käme nur unter Verletzung des Anklageprinzips in 

Frage. Es ist jedoch auch nicht ersichtlich, wie eine schwere Körperverletzung 

-   33   - 

beim Stossen der Privatklägerin in die Glatt hätte resultieren können, dies etwa  

im Unterschied zu jenen Fällen, bei denen eine körperlich erheblich reduzierte 

Person ohne Vorwarnung unvermittelt mittels Faustschlag zu Boden geschlagen 

wird und mit dem Kopf auf eine harte Unterlage prallt. Das Wasser war im  

Vergleich eher "weich" (abgesehen von allfälligen, in der Anklage nicht erwähnten 

Steinen). Der Beschuldigte ist demzufolge der versuchten schweren Körperver-

letzung nicht schuldig und von diesem Vorwurf freizusprechen.   

4.  Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB 

4.1.  Wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr 
bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 129 

StGB).  

4.2.  Der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB setzt voraus, dass eine Hand-
lung beliebiger Art eine unmittelbare Lebensgefahr für einen Menschen bewirkt. 

Objektiv ist eine konkrete, unmittelbare Lebensgefahr erforderlich. Dies ist der 

Fall, wenn sich aus dem Verhalten des Täters direkt die Wahrscheinlichkeit  

oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergibt. Der subjektive Tatbestand verlangt 

das sichere Wissen des Täters, dass die eigene Handlung einen bestimmten 

Menschen in eine unmittelbare Lebensgefahr bringt, sowie den Willen, diesen 

Menschen in unmittelbare Lebensgefahr zu bringen. Ferner setzt Art. 129 StGB 

voraus, dass sich der Täter durch eine skrupellose Einstellung auszeichnet. 

4.3.  Subjektiver Tatbestand 

4.3.1.  Eine Tatbestandserfüllung gemäss Art. 129 StGB erfordert direkten 
Vorsatz bezüglich der unmittelbaren Lebensgefahr. Eventualvorsatz reicht nicht. 

Zu beachten ist, dass vorsätzlich nur handelt, wer die Tat mit Wissen und Willen 

ausführt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Damit stellt das Gesetz klar, dass das blosse  

Wissen um die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung nicht genügt. Der  

Täter muss die Verwirklichung wollen (BSK StGB I - Niggli/Maeder, 3. Auflage, 

2013, N 22 und 42 zu Art. 12 StGB). Der subjektive Tatbestand verlangt mithin  

-   34   - 

einen direkten Gefährdungsvorsatz (Trechsel/Fingerhuth, in Trechsel/Pieth 

[Hrsg.], StGB Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, N 4 zu Art. 129 StGB). 

4.3.2.  Der Beschuldigte wollte die Privatklägerin jedoch nicht in Lebensgefahr 
bringen, sondern er wollte sie "abkühlen" (vgl. Ziff. II. 11.2.3.). Das zeigt insbe-

sondere auch sein Nachtatverhalten, bei welchem davon ausgegangen werden 

muss, dass er – offensichtlich selbst überrascht von seiner Tat – sofort ebenfalls 

in die Glatt stieg, um der Privatklägerin wieder herauszuhelfen. Ein direkter  

Gefährdungsvorsatz kann dem Beschuldigten demnach nicht nachgewiesen  

werden. Sofern eine unmittelbare Lebensgefahr überhaupt bestanden hätte, was 

offen bleiben kann, hätte der Beschuldigte allenfalls in Kauf genommen, dass  

er die Privatklägerin einer solchen aussetzt, indem er sie in die Glatt stiess, was 

jedoch lediglich einem Eventualvorsatz entsprechen würde und somit nicht vom 

Straftatbestand der Gefährdung des Lebens umfasst ist. Demnach ist der  

Beschuldigte der Gefährdung des Lebens nicht schuldig und auch von diesem 

Vorwurf freizusprechen.  

5.  Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

5.1.  Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder 
durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu  

unterlassen oder zu dulden, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder  

Geldstrafe bestraft.  

5.2.  Durch das Handeln des Beschuldigten wurde die Privatklägerin gezwungen 
zu erdulden, dass sie in die Glatt fällt, nass wurde, Ängste erlitt, schwimmend 

bzw. paddelnd ca. 230 m weiter unten aus der Glatt klettern und dann nass nach 

Hause gehen musste. Das tangierte ganz offensichtlich ihre Willensbestätigungs-

freiheit (vgl. BSK StGB II - Delnon/Rüdy, a.a.O., N 7 zu Art. 181). Zu beachten ist 

allerdings, dass bei einem Packen einer Person am Kragen, einem Verabreichen 

von Schlägen etc. sich die Tathandlung in diesen Tätlichkeiten bzw. Köperver-

letzungen erschöpft und nicht zusätzlich noch als Nötigung strafbar ist, auch wenn 

die Schläge erduldet werden müssen (BGE 104 IV 172). Ebenso werden eigentli-

che Nebenfolgen von andern Delikten nicht als Nötigung erfasst, auch wenn der 

-   35   - 

Täter sie vorausgesehen oder in Kauf genommen hat. Das betrifft etwa eine  

zeitweise Immobilisierung nach einer Körperverletzung, Spitalaufenthalte, Arztbe-

suche etc. (BSK StGB II - Delnon/Rüdy, N 55 zu Art. 181 m.w.H.). Im vorzitierten 

BGE 104 IV 172 erschien dem Bundesgericht die durch Gewalt und Drohung  

bewirkte Beeinträchtigung als etwas über den Tatbestand des Körperverletzungs-

deliktes Hinausgehendes, das mit jenem keine Handlungseinheit mehr bildete und 

von ihm auch nicht abgegolten wurde, weil der Täter das Opfer 2 ½ Stunden fest-

gehalten hatte. Vorliegend handelt es sich um eine ähnliche Situation: Die eigent-

liche Tätlichkeit beschränkte sich auf das Packen bzw. Stossen. Das Fallen in den 

Fluss ist keine gleichsam zwingende Nebenfolge der Tätlichkeit, sondern etwas 

darüber Hinausgehendes. Der "Erfolg" der Handlung des Beschuldigten ging 

vielmehr weit über eine Tätlichkeit und damit verbundenen Nebenfolgen hinaus. 

Der Sturz ins Wasser und die damit einhergehenden Folgen bildeten das  

eigentlich Zentrale am ganzen Sachverhalt. Demzufolge hat der Beschuldigte die 

Privatklägerin durch sein Packen bzw. Stossen derselben in die Glatt genötigt, 

dass sie ein Nass-werden und vom Fluss Mitgerissen-werden über ca. 230 Meter 

erdulden musste und sie gleichsam genötigt war, über eine solche Strecke zu 

schwimmen. Der Beschuldigte hat sich damit in objektiver Hinsicht der Nötigung 

schuldig gemacht.  

5.3.  Der Beschuldigte hat auch den subjektiven Tatbestand erfüllt. Der  
Beschuldigte hatte zweifelsohne das Bewusstsein, die Privatklägerin mindestens 

möglicherweise in ihre Handlungsfreiheit zu beschränken und sie dadurch zum 

vorstehend umschriebenen Verhalten zu veranlassen. Mindestens nahm er dies 

in Kauf. 

5.4.   Das Handeln des Beschuldigten war auch rechtswidrig. Zwar kann man sich 
noch fragen, ob der mit der Nötigung verfolgte Zweck (Abkühlung im Wasser) als 

solches unerlaubt war. Jedenfalls stand das verwendete Mittel zum angestrebten 

Zweck in einem krassen Missverhältnis. 

5.5.   Demzufolge hat sich der Beschuldigte der Nötigung im Sinne von Art. 181 
StGB schuldig gemacht.  

-   36   - 

6.  Versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 
Abs. 1 und 6 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

6.1.  Wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise (als gemäss Art. 122 und 
Art. 126) an Körper oder Gesundheit schädigt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). 

6.2.  In Bezug auf Verletzungen ist einzig eingeklagt, dass der Beschuldigte der 
Privatklägerin Hauteinblutungen und Oberhautabschürfungen zugefügt haben 

soll, welche Blessuren jedoch Tätlichkeiten darstellen (BSK Strafrecht II, Roth/ 

Keshelava, 3. Auflage, Basel 2013, N 5 zu Art. 126; betreffend Tätlichkeiten vgl. 

Ziff. I. 3.2.). Weitere, insbesondere durch den Stoss in die Glatt zu erwartende 

Verletzungen sind nicht eingeklagt und auch aufgrund der Akten nicht ersichtlich. 

Der Beschuldigte ist demzufolge der versuchten einfachen Körperverletzung nicht 

schuldig; er ist von diesem Vorwurf freizusprechen. 

7.  Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB 

 Hinsichtlich des Vorwurfs der Tätlichkeit ist auf die obigen Ausführungen in 

Ziff. I. 3.2. zu verweisen, wonach das Verfahren in diesem Punkt einzustellen ist.  

IV. Sanktion 

1.  Allgemeine Prinzipien der Strafzumessung 

 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es  

berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die 

Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsgut, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen 

des Täter sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren  

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).  

-   37   - 

 Das Bundesgericht hat in neueren Entscheiden die Regeln zur Strafzu-

messung modifiziert und in Grundsatzentscheiden das nachfolgend skizzierte 

Modell vorgegeben (BGE 136 IV 55 E.5.4.; Entscheide des Bundesgerichts 

6B_323/2010 vom 23. Juni 2010 E. 2, 6B_865/2009 vom 25. März 2010 und 

6B_238/2009 vom 8. März 2010, je mit Hinweisen). Die Ausführungen des  

Bundesgerichts werden ergänzt durch weitere Strafzumessungskriterien, die sich 

aus der Literatur und der weiteren Rechtsprechung des Bundesgerichts ergeben.  

 Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat das Gericht das Verschulden 

zu bewerten. Es hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und wel-

che verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu 

einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. Dem Tatverschul-

den kommt nach der Rechtsprechung bei der Strafzumessung eine entscheiden-

de Rolle zu (Urteil des Bundesgerichtes 6B_165/2011 vom 19. Juli 2011 E. 1.5.2.; 

BGE 136 IV 55 E. 5.4. und BGE 134 IV 17 E. 2.1.). Dieses beurteilt sich anhand 

der gesamten Tatumstände. Der Gesetzgeber hat einzelne Kriterien aufgeführt, 

welche für die Verschuldenseinschätzung von wesentlicher Bedeutung sind und 

allenfalls bewirken können, das Verschulden als derart gering einzustufen, dass 

eine Strafe unterhalb des ordentlichen Strafrahmens geboten ist. So trifft etwa  

– neben einer allfällig verminderten Schuldfähigkeit – denjenigen einen geringe-

ren Schuldvorwurf, dem lediglich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist 

(Art. 12 Abs. 2 StGB). Das Strafgesetzbuch selbst erwähnt verschiedene  

Umstände, die das Verschulden reduzieren können: Wenn der Täter aus  

achtenswerten Beweggründen, in schwerer Bedrängnis oder unter dem Eindruck 

einer schweren Drohung gehandelt hat; ebenso wenn sein Handeln durch eine 

Person, der er Gehorsam schuldet oder von der er abhängig ist, veranlasst  

worden ist (Art. 48 lit. a StGB). Im gleichen Sinne ist von einem minderen Ver-

schulden auszugehen, wenn der Täter durch das Verhalten der verletzten Person 

ernsthaft in Versuchung geführt worden ist (Art. 48 lit. b StGB), wenn er in einer 

heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung (Art. 48 lit. c 

StGB) gehandelt hat. Ein reduziertes Verschulden trifft auch denjenigen, der die 

Tat durch Unterlassung begeht (Art. 11 Abs. 4 StGB). Zu nennen sind schliesslich 

die entschuldbare Notwehr (Art. 16 Abs. 1 StGB) und der entschuldbare Notstand 

-   38   - 

(Art. 18 Abs. 1 StGB), der vermeidbare Irrtum über die Rechtswidrigkeit (Art. 21 

StGB), der Rücktritt (Art. 23 Abs. 1 StGB) und die Gehilfenschaft (Art. 25 StGB). 

In all diesen Fällen liegen Sachverhaltselemente vor, die sich verschuldens-

mindernd auswirken, was zu einer milderen Strafe führt. Auf der anderen Seite 

sind Umstände denkbar, welche das Tatverschulden erhöhen und namentlich die 

wegen der reduzierten Einsichts- bzw. Steuerungsfähigkeit des Täters geringere 

Schuld wieder auszugleichen vermögen. Zu erwähnen ist beispielsweise ein  

verwerfliches Motiv.  

 Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, 

die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, Gefähr-

dung/Risiko, Sachschaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt 

hat, das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Inten-

sität des deliktischen Willens (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar 

zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013,, N 7 u. N 11  

zu Art. 47 StGB samt Zitaten). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Entscheide des 

Bundesgerichts 6S.270/2006 vom 5. September 2006 E. 6.2.1., 6S.43/2001 vom 

19. Juni 2001 E. 2. und 6S.333/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 1.1.; BGE 122 

IV 241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, AT II, 

2.A., Bern 2006, S. 179 N 13; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch,  

Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen, 2012, N 21 zu Art. 47 StGB). Auch die  

Grösse des Tatbeitrages (bei mehreren Tätern) und die hierarchische Stellung 

sind von Bedeutung (vgl. Hans Wiprächtiger in BSK StGB I, 3.A., Basel 2013,  

N 69 ff. zu Art. 47 StGB; Trechsel, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 47 StGB). 

 Die Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, 

insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach  

der Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder  

ein abgelegtes Geständnis (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., S. 118 ff. 

m.w.H.). 

 Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die verschie-

denen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Gericht ist nicht gehalten, in 

-   39   - 

Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskrite-

rien bewertet (Urteil des Bundesgerichtes 6B_524/2010&6B_626/2011 vom  

8. Dezember 2011 E. 4.4.).  

 Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB 

im Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Ab-

stufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Das Bundesgericht drängt in seiner 

aktuellen Praxis vermehrt darauf, dass Formulierung des Verschuldens und  

Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen (Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_524/2010&6B_626/2011 vom 8. Dezember 2011 E. 4.4., 

6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2., 6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.2. 

und 6B_763/2010 vom 26. April 2011 E. 4.1.). 

 Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des  

ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung 

festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit  

gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Ent-

gegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Straf-

rahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch 

erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den übli-

chen Zumessungskriterien festzusetzen wäre (Urteil 6S.73/2006 vom 5. Februar 

2007 E. 3.2). Zwar ist auch in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darauf 

hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine Strafrahmenerweiterung vor (vgl. 

BGE 116 IV 300 E. 2a S. 302). Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, dass 

der Richter infolge eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nicht 

mehr in jedem Fall an die Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. 

Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu 

hart bzw. zu milde erscheint (Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafen und Mass-

nahmen, 8. Auflage, 2007, S. 74). Die Frage einer Unterschreitung des ordentli-

chen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende 

Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter 

relativieren, so dass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens dem 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2013&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+136+IV+55&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-IV-300%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page300

-   40   - 

Rechtsempfinden widerspräche. Dabei hat der Richter zu entscheiden, in  

welchem Umfang er den unteren Rahmen wegen der besonderen Umstände  

erweitern will.  

 Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller 

Regel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den 

Richter namentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu 

berücksichtigen. Die verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb grundsätz-

lich nicht dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu bedarf es 

weiterer ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als besonders 

leicht erscheinen lassen. Nur eine solche Betrachtungsweise vermag der gesetz-

geberischen Wertung des Unrechtsgehaltes einer Straftat und damit letztlich der 

Ausgleichsfunktion (auch) des Strafrechts Rechnung zu tragen.  

 Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zur Verfügung stehenden 

Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden 

entspricht (Urteil des Bundesgerichtes 6B_524/2010 und 6B_626/2011 vom  

8. Dezember 2011 E. 4.4.).  

2.  Strafrahmen 

 Die Strafandrohung für die Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB ist  

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Gestützt auf das Gutachten von 

G._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 6. Februar 2013 

(Urk. 8/2 S. 57 und 66) ist von einer leichten Verminderung der Schuldfähigkeit 

auszugehen, was leicht strafmildernd zu berücksichtigen ist (Art. 19  

Abs. 2 StGB), jedoch kein Anlass ist, den ordentlichen Strafrahmen nach unten zu 

verlassen.  

3.  Tatkomponente 

3.1.  Betreffend die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 
die Privatklägerin durch sein Handeln in eine – zumindest im ersten Moment – 

beängstigende und sicherlich unangenehme Situation brachte. Das Vorgehen  

des Beschuldigten zeugt von einer gewissen Skrupellosigkeit. Er bugsierte die  

-   41   - 

Privatklägerin unvermittelt ins Wasser und zwang diese zu einer nächtlichen 

Schwimmübung, verbunden mit Angst und Unannehmlichkeiten. Sein Verschul-

den wiegt in objektiver Hinsicht etwas mehr als nicht mehr leicht. 

3.2.  Was die subjektive Tatschwere betrifft, handelte der Beschuldigte zumindest 
eventualvorsätzlich. Der Beschuldigte hat aus nichtigem Anlass, nämlich aus  

Ärger über die Äusserungen der Privatklägerin, mit welcher er eine Beziehung 

führte, am Hals gepackt und sie in die Glatt gestossen. Dies zeugt von einer  

Geringschätzung gegenüber der Person der Privatklägerin. In subjektiver Hinsicht 

wiegt das Verschulden ebenfalls nicht mehr leicht. 

3.3.  Unter Berücksichtigung der leichten Verminderung der Schuldfähigkeit  
ist das Verschulden als nicht mehr leicht einzustufen. Dies führt zu einer Einsatz-

strafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen.  

4.  Täterkomponente 

4.1.  Persönliche Verhältnisse, Werdegang 

 Bezüglich Täterkomponente ist auf die zutreffenden Ausführungen der  

Vorinstanz hinzuweisen (Urk. 86 S. 46 f.).  

 Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte  

aktualisierend und ergänzend aus, er sei aktiver geworden und schaue mehr auf 

seine Gesundheit. Er habe nach seiner Arbeit bei der H._____ im Jahre 2006 

noch bei der Firma I._____ gearbeitet, habe dann aber diese Arbeit wegen psy-

chischer Probleme nicht mehr weiter führen können. Seither habe  

er aus gesundheitlichen Gründen keine Arbeit mehr gesucht. Er werde aber mit 

seinem Arzt zusammen wegen eines Wiedereingliederungsprogrammes schauen. 

Die Schulden im Betrag von Fr. 42'949.90 resultierten aus Verlustscheinen. Zu 

seinem Tagesablauf gab er zu Protokoll, er stehe jeweils um 6 Uhr morgens auf, 

gehe eine Runde laufen, esse Frühstück, gehe dann ins Krafttraining, esse zu 

Mittag und gehe dann eine Runde Velo fahren. Danach mache er normale  

Kommissionen. Am Abend sei er eigentlich immer zu Hause. Er leide an einer 

Diskushernie, das strahle in den rechten Arm aus. Er sei seit 2004 von J._____ 

-   42   - 

geschieden. Er lebe zur Zeit allein. Er trinke jeden Tag zwei, drei Halbliter Bier. Er 

trinke viel weniger als vor dem Vorfall vom tt. September 2012. Kokain und Ha-

schisch konsumiere er seit seiner Inhaftierung nicht mehr. Wegen  

seines Alkoholkonsums gehe er alle zwei bis drei Wochen zum Psychologen  

Dr. K._____. An Medikamenten nehme er Nexium, ein Magenschutz, Exforce  

und 2 Seresta täglich. Zur Privatklägerin habe er heute ein freundschaftliches und 

kollegiales Verhältnis.    

 Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Werdegang lassen sich keine 

strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. 

4.2.  Vorstrafen /Delinquenz während laufender Probezeit 

 Der Beschuldigte hat zwei nicht einschlägige Vorstrafen (Urk. 94). Zudem 

hat er die vorliegend zu beurteilenden Delikte während laufender Probezeit der 

Vorstrafe aus dem Jahre 2011 begangen. Diese Umstände wirken sich leicht 

straferhöhend aus.  

4.3.  Nachtatverhalten 

 Mit der Vorinstanz ist beim Beschuldigten zur berücksichtigen, dass er  

versuchte, der Privatklägerin zu helfen, indem er sich in den Fluss begab, um die 

Privatklägerin zu retten (Urk. 86 S. 47 Ziff. 4.2.2.3.), und er anschliessend selber 

die Polizei alarmierte und auf deren Eintreffen wartete. Dies kann beim Nachtat-

verhalten leicht strafmindernd berücksichtigt werden. Eine aufrichtige Reue ist 

beim Beschuldigten jedoch nicht erkennbar.  

5.  Strafhöhe 

 Ausgehend von der Einsatzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe oder  

270 Tagessätzen Geldstrafe und unter Berücksichtigung der leicht straferhöhen-

den (zwei Vorstrafen, Delinquenz während laufender Probezeit) und leicht  

strafmindernden (Nachtatverhalten) und sich somit neutral auswirkenden Täter-

komponente, erscheint eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten oder eine Geldstrafe 

-   43   - 

von 270 Tagessätzen dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten angemessen.  

6.  Strafart 

 Für Strafen von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz  

Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 Satz 1 StGB). 

Im Vordergrund steht dabei die Geldstrafe. Das ergibt sich aus dem Prinzip der 

Verhältnismässigkeit, wonach bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen 

im Regelfall diejenige gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche 

Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Bei  

der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer 

bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 

sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (Franz Riklin, Neue Sanktionen 

und ihre Stellung im Sanktionensystem, in: Reform der strafrechtlichen  

Sanktionen, Stefan Bauhofer/Pierre-Henri Bolle [Hrsg.], Zürich 1994, S. 168; 

ders., Zur Revision des Systems der Hauptstrafen, ZStrR 117/1999 S. 259; vgl. 

dazu BGE 134 IV 82 E. 4.1 und BGE 134 IV 97 E. 4.2.). 

 Der Beschuldigte wurde in den vergangenen 6 Jahren bereits zu zwei Geld-

strafen verurteilt, was ihn aber offensichtlich nicht an einer weiteren Delinquenz 

gehindert hat. Nochmals eine Geldstrafe auszufällen, scheint im Hinblick auf ein 

anzustrebendes künftiges Legalverhalten daher nicht mehr zweckmässig. Es ist 

deshalb angezeigt, den Beschuldigten mit einer Freiheitstrafe zu belegen.   

7.  Vollzug 

 Da – wie noch zu zeigen sein wird – der Beschuldigte einer Massnahme be-

darf, stellt sich die Frage des (teil)bedingten Vollzugs nicht bzw. ist die ausgefällte 

Freiheitsstrafe zwingend unbedingt auszusprechen, da eine Massnahme eine 

Schlechtprognose voraussetzt (geht bereits aus Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB hervor). 

 

 

-   44   - 

8.  Fazit 

 Der Beschuldigte ist mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 9 Monaten zu 

bestrafen, welche bereits durch die entstandene Haft erstanden ist. Mithin hat der 

Beschuldigte 270 Tage bereits verbüsst. 

V. Massnahme 

1.  Allgemeines 

1.1.  Der Gutachter diagnostiziert ein Alkohol- und Kokainabhängigkeitssyndrom. 
Er beschreibt nachvollziehbar, dass das Delikt vom tt. September 2012 mit dieser 

Krankheit in Zusammenhang steht, dass eine Rückfallgefahr für Gewaltdelikte in-

klusive tötungsnaher Handlungen gegenüber der Privatklägerin oder im Rahmen 

einer vergleichbaren partnerschaftlichen Beziehungskonstellation als deutlich zu 

beurteilen sei (Urk. 12 S. 67) sowie dass die Krankheit behandelbar sei (Urk. 12 

S. 68). Der Gutachter hält aufgrund der Komplexität der psychischen Gesund-

heitsbeeinträchtigung des Beschuldigten eine langwierige, schätzungsweise  

ein- bis zweijährige Therapie für erforderlich, damit legalprognostisch nachhaltige 

positive Veränderungen bewirkt werden könnten (Urk. 12 S. 68). Im Falle einer 

bedingten Freiheitsstrafe sei eine stationäre suchttherapeutische Behandlung  

im Sinne von Art. 60 StGB angezeigt, um die Rückfallgefahr zu senken. Eine  

ambulante Behandlung in Freiheit reiche nicht aus, um die Rückfallgefahr ausrei-

chend zu senken (Urk. 12 S. 68 unter Hinweis auf die S. 57 ff.). Für eine solche 

stationäre Massnahme nach Art. 60 StGB gebe es ausreichend bewährte  

Suchttherapieinstitutionen (Urk. 12 S. 69 unten). Im Falle einer unbedingten  

Freiheitsstrafe sei eine strafvollzugsbegleitende Massnahme nach Art. 63 StGB 

zweckmässig (Urk. 12 S. 69). Letztere könnte beispielsweise in der Justizvoll-

zugsanstalt Pöschwies durchgeführt werden. 

1.2.  Ein ambulante, vollzugsbegleitende Massnahme kommt vorliegend nicht in 
Frage, da der Beschuldigte die ihm auferlegte Freiheitsstrafe bereits verbüsst hat 

(vgl. Ziff. IV. 8.). Als Alternative bleibt somit eine stationäre Suchtbehandlung 

nach Art. 60 StGB. 

-   45   - 

2.  Massnahme nach Art. 60 StGB (stationäre Suchtbehandlung) 

2.1.  Wenn ein Täter von Suchtstoffen (oder in anderer Weise) abhängig ist,  
so kann das Gericht eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter  

ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, welches mit der Abhängigkeit in 

Zusammenhang steht und zudem zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Gefahr 

weiterer mit der Abhängigkeit in Zusammenhang stehenden Taten begegnen  

(Art. 60 Abs. 1 StGB). 

2.2.  Gestützt auf das eingeholte psychiatrische Gutachten sind alle Voraus-
setzungen für die Anordnung einer stationären therapeutischen Suchtbehandlung 

erfüllt: 

− Der Beschuldigte hat tatbestandsmässig und rechtswidrig ein Ver-
gehen (Nötigung) verübt (Art. 60 Abs. 1 lit. a StGB) 

− Es liegt eine umfassende sachverständige Begutachtung vor (Art. 56 
Abs. 3 StGB) 

− Der Gutachter hat ein Alkohol- und Kokainabhängigkeitssyndrom diag-
nostiziert (Art. 56 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 StGB) 

− Es besteht gemäss Gutachten ein Zusammenhang zwischen der Alko-
holabhängigkeit und der Anlasstat (Art. 56 Abs. 1 lit. c in Verbindung 
mit Art. 60 Abs. 1 lit. a StGB) 

− Der Beschuldigte ist aufgrund seiner Lebensgeschichte behandlungs-
bedürftig (Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB) 

− Die vom Gutachter vorgeschlagene Massnahme entfaltet die geforder-
te präventive Wirkung, indem die diagnostizierte Rückfallgefahr ge-
senkt werden kann; mit anderen Worten ist die Massnahme auch ge-
eignet (Art. 56 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 lit. b StGB) 

− Es stehen ausreichend viele geeignete Suchtbehandlungsinstitutionen 
zur Verfügung, die die Defizite des Beschuldigten angehen können 
(Art. 56 Abs. 5 StGB) 

− Die Massnahme ist auch erforderlich (Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB), weil 
aufgrund der nach wie vor bestehenden Alkoholabhängigkeit des  
Beschuldigten (daran konnte die Haftzeit letztlich nichts Wesentliches 
ändern) gemäss Gutachten eine deutliche Rückfallgefahr besteht und 
die auszufällende Freiheitsstrafe, da bereits verbüsst, keine Wirkung 
mehr zu entfalten vermag. 

− Auf die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne (Art. 56 Abs. 2 StGB) ist 
noch näher einzugehen: 

-   46   - 

2.3.  Bei der Verhältnismässigkeit im engeren Sinn (Art. 56 Abs. 2 StGB) muss 
zwischen dem öffentlichen Interesse und dem betroffenen privaten Interesse  

abgewogen werden. Zwischen dem Eingriffszweck des Gesellschaftsschutzes 

und der Eingriffswirkung beim Massnahmenunterworfenen muss im konkreten 

Fall ein "vernünftiges Verhältnis" bestehen.  

 Der Gutachter geht von einer deutlichen Rückfallgefahr für ein Gewaltdelikt 

(inklusive tötungsnaher Handlungen) gegenüber der Privatklägerin oder im  

Rahmen einer vergleichbaren partnerschaftlichen Beziehungskonstellation aus 

(Urk. 12 S. 67). Gestützt auf das eben von der Privatklägerin eingereichte Schrei-

ben ist davon auszugehen, dass die Beziehung – in welcher Weise auch immer – 

nach wie vor besteht. Mithin muss das Rückfallrisiko, falls keine Therapie stattfin-

det, als deutlich bezeichnet werden. Demgegenüber steht der Grundrechtseingriff 

gegenüber dem Beschuldigten: Suchttherapeutische stationäre Massnahmen 

dauern in der Regel wenige Monate, wobei allenfalls eine ambulante Behandlung 

anzuschliessen hat. Wägt man diese beiden Interessen gegeneinander ab, muss 

dasjenige des Beschuldigten klarerweise in den Hintergrund treten. 

2.4.  Mithin sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären  
Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 StGB erfüllt, weshalb eine solche anzu-

ordnen ist. Zu betonen ist, dass diese wohl anschliessend durch eine ambulante 

Therapie zu ergänzen sein wird, was sich aber erst nach Abschluss der  

stationären Therapie beurteilen lässt. 

VI. Widerruf 

1.  Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder  
Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, 

so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB).  

2.  Wie bei den Ausführungen zur Massnahme bereits festgehalten (vgl. Ziff. V. 
2.2.), kann dem Beschuldigten keine günstige Prognose gestellt werden, weshalb 

zwingend ein Widerruf zu erfolgen hat und die mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

-   47   - 

schaft See/Oberland vom 27. September 2011 (eröffnet am 6. Oktober 2011)  

verhängte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- zu vollziehen ist, jedoch  

bereits durch weitere 30 Tage Haft als erstanden gilt.   

VII. Zivilansprüche 

1.  Die Privatklägerin verlangt eine Genugtuung von Fr. 25'000.- zuzüglich 5% 
Zins seit dem tt. September 2012 (Urk. 58 S. 1). Die Privatklägerin sei Opfer eines 

plötzlichen Gewaltausbruchs des Beschuldigten geworden, der sie am Hals ge-

packt – was durch Unterblutungen im Halsbereich erstellt sei – und rückwärts das 

Bord hinunter in den Fluss Glatt geworfen habe. Die Privatklägerin sei direkt in 

den Fluss geflogen, sei dort sofort in die Mitte gezogen worden und habe rund 

230 Meter im Fluss schwimmen müssen, bis sie sich am Ast eines Baumes habe 

festhalten und sich, nachdem sie etwa 10 Minuten habe verschnaufen müssen, 

schliesslich aus dem Wasser habe ziehen können. Auch wenn die Privatklägerin 

eine gute Schwimmerin sei, habe sie Panik und Todesangst gehabt (Urk. 58 S. 4). 

Zu beachten sei, dass auch ein guter Schwimmer in einem Fluss mit viel Wasser 

und einer relativer starken Fliessgeschwindigkeit rasch an seine Grenzen  

kommen könne, sei es, dass er ermüde und sich nicht weiter über Wasser halten 

könne, sei es, dass er in einen Wirbel gerate, aus welchem er sich nicht befreien 

könne. Die Handlung des Beschuldigten sei damit durchaus geeignet gewesen, 

die Privatklägerin zu Tode zu bringen und es sei wohl einzig glücklichen Umstän-

den zu verdanken, dass der Privatklägerin physisch nich