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**Case Identifier:** bbcf3767-3702-56e5-928e-225c97445d06
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.11.2017 200 2017 832
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-832_2017-11-23.pdf

## Full Text

200 17 832 IV
MAW/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. November 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. August 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitet seit dem 17. November 2003 für die C.________ (Dossier der Inva-
lidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 13, 18 S. 2). Er meldete sich am 31. 
Januar 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum 
Leistungsbezug an, wegen Schmerzen an der Halswirbelsäule (HWS) und 
Rücken, Kopfschmerzen, Drehschwindel, Gleichgewichtsstörungen sowie 
Taubheitsgefühl in den Fingern seit dem am 8. Juni 2012 erlittenen Auffah-
runfall (AB 1). Die IVB holte verschiedene Unterlagen ein (u.a. IK-Auszug 
[AB 12], Fragebogen Arbeitgeber [AB 13]). Nach Einholung der Akten der 
D.________ (u.a. Unfallanalytisches Gutachten vom 21. September 2012 
[AB 16.1 S. 40 ff.] und Biomechanische Kurzbeurteilung vom 20. November 
2012 [AB 16.1 S. 27 ff.]) veranlasste die IVB eine Begutachtung durch die 
Dres. med. E.________, Facharzt für Neurologie/Verhaltensneurologie 
SGVN, und F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (neu-
rologisch-psychiatrisches Gutachten vom 18. Oktober 2013 [AB 29.1]). Da-
nach holte die IVB weitere Akten der D.________ ein (u.a. verschiedene 
Berichte der Arbeitsmedizin der D.________ [AB 37.1 S. 232, 282, 
AB 39.4, AB 43.2], Stellungnahme des Neurologen Dr. med. G.________ 
zuhanden der H.________ vom 5. Juli 2014 [AB 50.1 S. 24], neurologi-
sches Gutachten von Prof. Dr. med. Dominik I.________, Facharzt für Neu-
rologie, vom 19. November 2014 [AB 54.1 S. 18 ff.] sowie die Ergänzung 
vom 5. August 2015 [AB 58 S. 2 ff.]).

B.

Der Versicherte erhielt per 1. November 2015 einen neuen Arbeitsvertrag 
von der Arbeitgeberin mit einer 50 %igen Anstellung (AB 61). Am 3. No-
vember 2015 erliess die Pensionskasse der Arbeitgeberin einen Rentenbe-
scheid betreffend einer Teilinvalidenrente (Beschwerdebeilage [BB] 5). Mit 
Verfügung vom 7. September 2016 sprach die D.________ dem Versicher-
ten eine Rente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 50 % und eine Integritäts-

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entschädigung von 30 % zu (BB 7); diese Verfügung wurde nicht angefoch-
ten. 

C.

Die IVB holte weitere Akten der D.________ ein (u.a. eine Beurteilung der 
Arbeitsmedizin der D.________ [AB 59 S. 2 ff, 69 S. 1 f.] und eine Kritik der 
Haftpflichtversicherung am Gutachten von Prof. Dr. med. I.________ vom 
22. September 2016 [AB 77 S. 2 f.]). Ferner erfolgte eine neuropsychologi-
sche Untersuchung durch Dr. phil. J.________ (Bericht vom 2. November 
2016 [AB 85]) und eine Aktenbeurteilung durch die RAD-Ärztin med. pract. 
K.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 
3. Januar 2017 (AB 87 S. 6 ff.). Die IVB veranlasste danach eine psychia-
trische Begutachtung durch Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, 
Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 19. Mai 2017 [AB 111.1]). 
Mit Vorbescheid vom 9. Juni 2017 (AB 112) stellte die IVB die Abweisung 
des Leistungsbegehrens bei fehlender Invalidität in Aussicht (AB 112). 
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, Einwand (AB 121). Nach Einholung einer Stellungnahme der 
RAD-Ärztin Dr. med. K.________ vom 25. Juli 2017 (AB 124 S. 2) verfügte 
die IVB am 16. August 2017, das Leistungsbegehren werde abgewiesen 
(AB 126).

D.

Mit Beschwerde vom 17. September 2017 beantragt der Versicherte, ver-
treten durch Rechtsanwältin B.________, die Verfügung sei aufzuheben 
und ihm sei eine halbe Rente zuzusprechen.

Mit Verzicht auf eine umfassende Beschwerdeantwort beantragt die IVB 
am 18. Oktober 2017, die Beschwerde sei abzuweisen. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
16. August 2017 (AB 126). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine 
Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung stimmt mit 
demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung und in der Militärver-
sicherung grundsätzlich überein, weshalb die Schätzung der Invalidität, 
auch wenn sie für jeden Versicherungszweig grundsätzlich selbstständig 
vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Re-
gelfall zum selben Ergebnis führen muss (BGE 129 V 222 E. 4.2 S. 223, 
127 V 129 E. 4d S. 135). Die Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs entbin-
det die verschiedenen Sozialversicherungsträger nicht davon, die Invali-
ditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbstständig vorzunehmen. Kei-
nesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Über-
nahme des von einem anderen Versicherer festgelegten Invaliditätsgrades 
begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1 S. 553).

Die Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers entfaltet gegenüber der 
Invalidenversicherung keine Bindungswirkung. Die IV-Stelle ist daher nicht 
zur Einsprache gegen die Verfügung und zur Beschwerde gegen den Ein-
spracheentscheid des Unfallversicherers über den Rentenanspruch als 
solchen oder den Invaliditätsgrad legitimiert (BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Den Akten ist bezüglich des medizinischen Sachverhalts im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Laut Berichten vom 6. August 2012 des Zentrums M.________ lag 
(nach einem MR des Hirns) ein altersentsprechender Befund vor, ohne 
Hinweise auf einen Status nach Kontusionsblutungen und ohne anderweiti-
ge pathologische Signalstörungen (AB 16.1 S. 93). Der Befund (nach MR 
der HWS) ergab weiter degenerative Veränderungen mit Hauptbefund auf 
Höhe C6/7 mit ossärer Reizung der C7 Wurzel links intraforaminal. Auf 
Höhe C5/6 sei eine zeitweilige Reizung der C6 Wurzel links intraforaminal 
wahrscheinlich (AB 16.1 S. 94).

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3.1.2 Im Bericht vom 4. April 2013 der Klinik N.________ wurde ausge-
führt, beim heutigen Assessment zeige der Patient eine gute Leistungsbe-
reitschaft bei allerdings erheblicher Dekonditionierung. Nach nunmehr fast 
zehnmonatiger Einnahme der muskelrelaxierenden, analgetischen Medi-
kamente werde dringend empfohlen, dies zu sistieren. Angesichts der ge-
klagten Beschwerden wie Ermüdung und Schwindel sollte eine Überprü-
fung der Leberfunktion veranlasst werden. Im Hinblick auf die heutigen Re-
sultate sei von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf ein 
Vollpensum auszugehen (AB 19.1 S. 201).

3.1.3 Im Bericht vom 17. Juni 2013 diagnostizierten die Ärzte des Zen-
trums O.________ eine Kochleovestibulopathie links (ICD-10 H81.3), ein 
subtotales Funktionsdefizit des linken Vestibularapparates und eine Hoch-
tonschwerhörigkeit links sowie einen Status nach Akzelerations-
/Dezelerationstrauma der HWS am 8. Juni 2012. Zusammen mit den wie-
derholten Schwindelepisoden sei von einer fortschreitenden peripheren 
Vestibulopathie auszugehen, welche sich schrittweise eingestellt habe 
(AB 28.1 S. 201).

3.1.4 Im bidisziplinären (neurologischen/psychiatrischen) Gutachten vom 
18. Oktober 2013 diagnostizierten die Dres. med. E.________ und 
F.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein oberes Cervical-
syndrom, cervicocephale Beschwerden, eine diskrete kognitive Störung bei 
Schmerz und Schwindel, eine Fatigue und eine periphere Vestibulopathie 
links bei Zustand nach Halswirbelsäulendistorsion am 8. Juni 2012 sowie 
degenerativen Halswirbelsäulenveränderungen (MRI vom 6. August 2012; 
AB 29.1 S. 10). Die Gutachter führten aus, es liege keine Psychopathologie 
vor; aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit. Die Prognose sei gut. In der klinisch-
neurologischen Untersuchung finde sich ein leicht rechtsbetontes, insbe-
sondere oberes Cervicalsyndrom mit entsprechenden typischen Befunden. 
Die verhaltens-neurologisch/neuropsychologische Untersuchung belege 
diskrete bis höchstens leicht ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen mit 
insbesondere Störung verbal-mnestischer Funktion bei Rekrutierungs-
störung sowie leichter Beeinträchtigung der geteilten Aufmerksamkeit und 
Suppressionsfähigkeit. Die Fatigue Skala für Motorik und Kognition weise 

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auf eine Fatigue hin. Die Beschwerden hätten sich vorallem nach stattge-
habtem Schwindel- und Gleichgewichtstraining im Sommer 2013 gebes-
sert. Der Explorand habe seine Arbeitstätigkeit im Juni 2013 auf 40 % ge-
steigert, ab dem 26. August 2013 auf 45 %. In der angestammten Tätigkeit 
könnten diese attestierten Arbeitsfähigkeiten nachvollzogen werden. Ab 
dem Zeitpunkt des Gutachtens sei von einer 50 %igen Beeinträchtigung 
auszugehen. Ab Januar 2014 sei die Arbeitsfähigkeit auf 60 %, ab April 
2014 auf 70 % anzuheben. Sollten diese Vorgaben nicht erfüllt werden 
können, müsste eine Reevaluation erwogen werden. Insgesamt sollte im 
weiteren Verlauf eine Steigerung auf mindestens 80 % bis 90 % möglich 
sein. Ungünstig wirke sich der lange Arbeitsweg aus. In angepasster Tätig-
keit, ohne den täglich anfallenden Arbeitsweg von 2 ½ Stunden, wäre be-
reits heute von einer deutlich höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen und die 
Arbeitsfähigkeit dann bei einem angenommenen Arbeitsweg von einer hal-
ben Stunde in der Tätigkeit als ... auf 70 % einzuschätzen. In Tätigkeiten 
ohne besondere Anforderungen an die höheren Hirnfunktionen, an die Ge-
dächtnis- und Konzentrationsfähigkeit wäre von einer 90 %igen Arbeits-
fähigkeit auszugehen (AB 29.1 S. 16).

3.1.5 In der ärztlichen Beurteilung vom 23. Oktober 2013 ging Dr. 
med. P.________, Arbeitsmedizin der D.________, davon aus, ein teilwei-
ser Ausfall des linken Gleichgewichtsorgans werde im Allgemeinen inner-
halb von    12-16 Monaten zentral kompensiert. Die Drehschwindelanfälle 
seien deutlich regredient; anfänglich seien sie täglich, zwischenzeitlich nur 
noch zwei bis drei Mal in den vergangenen zwei Monaten aufgetreten (AB 
37.1 S. 283).

3.1.6 Die otoneurologische Verlaufskontrolle vom 24. Februar 2014 durch 
das Zentrum O.________ zeigte ein im Wesentlichen analoges Bild. Die 
Otolithenfunktion könne zentral nicht kompensiert werden und sei mehrheit-
lich verantwortlich für die Beschwerden (Bericht vom 24. April 2014; AB 
39.3 S. 24).

3.1.7 Nach einer otoneurologischen Untersuchung vom 10. April 2014 
führte Dr. med. Q.________, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie, Ar-
beitsmedizin der D.________, aus, es zeige sich eine zentral annähernd 
kompensierte Bogengangsfunktion bei subjektiv noch anhaltenden Schwin-

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delbeschwerden. Patienten mit einer Otolithenfunktionsstörung zeigten eine 
erheblich beeinträchtigte postulare Kontrolle während Stand- und Gangü-
bungen, was sich während der Untersuchung nicht eindeutig manifestiert 
habe. Als … verrichte der Explorand eine vorwiegend kognitive Tätigkeit in 
Ruheposition; eine Otolithenfunktionsstörung sollte nicht zu einer 50 %igen 
Arbeitsunfähigkeit führen (Bericht vom 15. April 2014 [AB 43.2 S. 5]).

3.1.8 In der Aktenbeurteilung vom 5. Juli 2014 führte der Neurologe 
Dr. med. G.________ zuhanden der H.________ aus, die Veränderungen 
der HWS seien degenerativ bedingt. Eine Commotio cerebri sei nicht über-
wiegend wahrscheinlich, jegliche Hinweise auf eine makrostrukturelle 
Schädigung von Hirn oder HWS fehlten. Der Schwindel werde durch eine 
Commotio labyrinthi erklärt, was beim Fehlen einer Commotio cerebri doch 
etwas eigenartig anmute. Eine Commotio labyrinthi sei seines Erachtens 
ebenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich (AB 50.1 S. 32).

3.1.9 Im neurologischen Gutachten vom 19. November 2014 – zuhanden 
der Unfallversicherung – diagnostizierte der Neurologe Prof. Dr. med. 
I.________ ein chronifiziertes komplexes posttraumatisches Syndrom nach 
Auffahrunfall am 8. Juni 2012 mit Beteiligung des vestibulären, cochleären 
und cervikalen Systems, ED 12. Dezember 2014, eine Commotio labyrinthi, 
einen Verdacht auf eine Commotio cerebri, ED Juni 2012 (aktenanamnes-
tisch) und ein HWS-Beschleunigungstrauma (Whiplash associated disor-
der), ED Juni 2012 (aktenanamnestisch). Der Gutachter ging von einer 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus (AB 54.1 S. 24). In Bezug auf die Arbeits-
fähigkeit beinhalte das Gutachten ausschliesslich eine Beurteilung der Be-
einträchtigung aufgrund des objektivierten vestibulären Ausfallsyndroms 
(AB 54.1 S. 25). In der Ergänzung vom 5. August 2015 stellte Prof. 
Dr. med. I.________ die gleichen Diagnosen (AB 58 S. 2). Zur Frage, für 
welche Diagnose bildgebend objektivierbare, organisch nachweisbare Be-
funde vorlägen, erwähnte der Gutachter die Commotio labyrinthi; es beste-
he ein vestibuläres Ausfallsyndrom links, ED Juni 2013 und ein cochleäres 
Ausfallsyndrom, ED Juni 2013 (AB 58 S. 3). Der Gutachter hielt fest, es sei 
anzunehmen, dass der Explorand im Rahmen des Verkehrsunfalls eine 
kombinierte Verletzung, d.h. neben der Commotio labyrinthi auch zusätzlich 
eine Commotio cerebri und ein HWS-Beschleunigungstrauma, erlitten ha-

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be. Es liege unmittelbar nach dem Trauma jedoch keine neurokognitive 
Untersuchung vor (AB 58 S. 3 Ziff. 3). In der angestammten Tätigkeit als … 
liege eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor. Diese Einschätzung erfolge 
ausschliesslich in Bezug auf die Beeinträchtigung aufgrund des vesti-
bulären Anteils des posttraumatischen Syndroms (AB 58 S. 3). Zum Zu-
mutbarkeitsprofil hielt der Gutachter fest, zumutbar sei eine rein im Sitzen 
zu verrichtende Tätigkeit mit wenig Kopf-Rotation, ohne Leiter/Gerüste zu 
besteigen oder auf solchen zu arbeiten, mit nur gelegentlichem Gehen von 
Treppen, ohne Lasten zu heben und zu tragen, ohne Bedienung …, ohne 
Arbeiten mit hohen Konzentrationsanforderungen, ohne Lärmbelastungen 
und ohne störende Lichtverhältnisse (AB 58 S. 4).

3.1.10 Im Untersuchungsbericht vom 2. November 2016 (AB 85) führte der 
RAD-Fachpsychologe für Neuropsychologie Dr. phil. J.________ aus, es 
stellten sich in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung kaum 
mehr als minimale kognitive Leistungseinschränkungen in Form grenzwer-
tiger verbal-mnestischer Leistungen dar (AB 85 S. 8). Obwohl also nicht 
von zerebral bedingten neuropsychologischen Dysfunktionen auszugehen 
sei, so würden die subjektiv erlebten Leistungsbeeinträchtigungen in Folge 
von Ermüdung, Schwindel- oder Schmerzbeschwerden nicht in Frage ge-
stellt. Wie jedermann aus eigenem Erleben wisse, könnten derartige Belas-
tungen selbstverständlich die kognitive (bzw. jegliche) Leistungsfähigkeit 
kompromittieren. Bei diesen Beschwerden handle es sich jedoch um sub-
jektive Phänomene, die nur der betroffenen Person unmittelbar zugänglich 
seien. Aufgrund ihrer Subjektivität entzögen sich derartige Phänomene aus 
erkenntnistheoretischen Gründen prinzipiell einer Objektivierung und Quan-
tifizierung (AB 85 S. 9). 

3.1.11 Im Bericht vom 3. Januar 2017 diagnostizierte die RAD-Ärztin med. 
pract. K.________ mit vorübergehenden Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit einen Status nach sehr leichtem Schädelhirntrauma ohne Nach-
weis eines Hirnsubstanzdefekts (CD/MRI Schädel) mit/bei cervicogenem 
Schwindel nach dem Unfall (ab Juli 2012 keiner mehr), eine Vestibulococh-
leare Funktionsstörung links mit partiellem Ausfall des linken Gleichge-
wichtsorganes mit/bei zentraler fortgeschrittener Kompensation bei fehlen-
dem Spontannystagmus, unauffälliger Lageprobe im Juni 2013, das Zen-

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trum O.________ verweigerter weiterer Untersuchungen zur genauen Veri-
fizierung, einen Drehschwindel zwei bis drei Mal pro Monat laut Angaben 
des Beschwerdeführers im Juni 2013, laut des Zentrums O.________ vom 
24. Februar 2014 eine Bogenfunktionsstörung zentral weitgehend kompen-
siert, ein geotroper Lagenystagmus zu beiden Seiten (benigner Lagerungs-
nystagmus hält wenige Sekunden, maximal eine Minute an), durch Blickfi-
xation unterdrückbarem Nystagmus und fraglichem psychogenem Schwin-
del bei subjektivem Schwindelgefühl (AB 87 S. 34). Zur Arbeitsfähigkeit und 
zum Zumutbarkeitsprofil führte die RAD-Ärztin aus, ab dem 2. Juli 2012 
wäre die sehr leichte Tätigkeit als … im mittleren Kader der Kraftwerke der 
C.________ mindestens zu 80 % im … wieder zumutbar gewesen. Zudem 
sei der Arbeitgeber bereit gewesen, die ehemalige Arbeit – mit 50 % inter-
ner … und ..0 sowie mit 50 % externer Tätigkeit mit … – zugunsten der 
internen Tätigkeit zu verschieben. Weiter hätte der Beschwerdeführer Ho-
meoffice betreiben können. Ab dem Gutachten vom 18. Oktober 2013 wäre 
ihm die ursprüngliche Tätigkeit als … wieder zu 100 % ohne Leistungsein-
schränkung zumutbar gewesen (AB 87 S. 34).

3.1.12 Im psychiatrischen Gutachten vom 19. Mai 2017 hielt Dr. med. 
L.________ fest, es bestünden aus rein psychiatrischer Sicht keinerlei 
Funktionseinschränkungen. Die Situation werde vielmehr durch die persis-
tierenden körperlichen Beeinträchtigungen geprägt. Es bestünden keine 
Hinweise auf Aggravation oder bewusste Übertreibungen, Simulation etc. 
(AB 111.1 S. 17).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 
3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, 
die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 
58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.4 Es ist zu Recht unbestritten, dass der medizinische Sachverhalt aus 
psychiatrischer Sicht genügend abgeklärt ist und dass keine psychische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 13

Erkrankung vorliegt. Diesbezüglich ist auf das nachvollziehbare und über-
zeugende Gutachten von Dr. med. L.________ vom 19. Mai 2017 (AB 
111.1) abzustellen. Bereits Dr. med. F.________ war im bidisziplinären 
Gutachten vom 18. Oktober 2013 (AB 29.1) davon ausgegangen, dass 
keine Psychopathologie vorliegt; es war denn auch die neurologische Beur-
teilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
massgebend (vgl. AB 29.1 S. 16).

3.5 In neurologischer Hinsicht erfolgten zweimalige Begutachtungen 
des Beschwerdeführers: Im bidisziplinären Gutachten vom 18. Oktober 
2013 (AB 29.1) schätzte der Neurologe Dr. med. E.________ die Arbeits-
fähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung auf 50 % und prognostizierte eine 
mögliche Steigerung auf mindestens 80 bis 90 %, andernfalls müsste eine 
Reevaluation erwogen werden; weiter ging er davon aus, dass sich der 
Arbeitsweg von 2 ½ Stunden ungünstig auswirke und bei einem Arbeitsweg 
von lediglich 30 Minuten die Arbeitsfähigkeit auf 70 % einzuschätzen wäre 
(AB 29.1 S. 16). Demgegenüber erachtete der Neurologe Prof. Dr. med. 
I.________ im Gutachten vom 11. November 2014 (AB 54.1 S. 24) bzw. in 
der Ergänzung vom 5. August 2015 (AB 58 S. 3), dass dem Beschwerde-
führer die angestammte Tätigkeit lediglich zu 50 % zumutbar sei. Diese 
Beurteilung führte er auf das vestibuläre Ausfallsyndrom links, das er als 
objektivierbaren organischen Befund einschätzte, bzw. den damit verbun-
denen (Schwank-)Schwindel zurück (vgl. AB 58 S. 3). Die Beurteilung von 
Prof. Dr. med. I.________ wurde von der Arbeitsmedizin der D.________ 
übernommen (Bericht vom 24. September 2015; AB 59 S. 2) und gestützt 
darauf sprach die D.________ dem Beschwerdeführer eine Rente zu bei 
einer Erwerbsunfähigkeit von 50 % (BB 7). Auch die Pensionskasse der 
R.________ erliess einen entsprechenden Rentenbescheid (BB 5). Weder 
sind diese Entscheide hier zu überprüfen noch ist darauf abzustellen, denn 
die Beschwerdegegnerin ist nicht an die Beurteilung in den genannten Ver-
fahren gebunden. Vielmehr ist eine freie Prüfung vorzunehmen (vgl. E. 2.2 
hiervor).

3.6 Aus neurologischer Sicht kann auf die Beurteilung von Dr. med. 
E.________ im bidisziplinären Gutachten vom 18. Oktober 2013 (AB 29.1) 
nicht abgestellt werden. Die von ihm prognostizierte Arbeitsfähigkeit von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 14

mindestens 80 bis 90 % wurde nicht erreicht, weshalb seines Erachtens in 
einem solchen Fall ohnehin eine Reevaluation nötig war.

Auch auf die Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 % in 
der angestammten Tätigkeit durch den Neurologen Prof. Dr. med. 
I.________ kann nicht unbesehen abgestellt werden. Er setzte sich in sei-
nem Gutachten vom November 2014 bzw. in der Ergänzung vom August 
2015 mit der Prognose des Neurologen Dr. med. E.________ nicht ausein-
ander. Auch die Einschätzung von Dr. med. E.________, die Arbeitsfähig-
keit läge bei einem kürzeren Arbeitsweg bereits im Gutachtenszeitpunkt 
(Oktober 2013) bei 70 %, hat Prof. Dr. med. I.________ nicht diskutiert. Es 
liegt denn auch aus neurologischer Sicht keine übereinstimmende Beurtei-
lung durch die Gutachter vor; vielmehr gingen sie jeweils von unterschiedli-
chen Einschätzungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aus. Obwohl Prof. 
Dr. med. I.________ in den Diagnosen bloss einen Verdacht auf eine 
Commotio cerebri nannte, stützte er danach seine Beurteilung darauf, dass 
der Beschwerdeführer eine kombinierte Verletzung erlitten habe (Commotio 
labyrinthi, Commotio cerebri und HWS-Beschleunigungstrauma; AB 54.1 
S. 25), wobei er lediglich für die Commotio labyrinthi auf objektive Befunde 
hinwies. Diese Einschätzung wird von der RAD-Ärztin med. pract. 
K.________ in Zweifel gezogen. Sie geht vielmehr davon aus, dass sich 
der Beschwerdeführer – wenn überhaupt – ein sehr leichtes Schädelhirn-
trauma zugezogen habe, welches innerhalb einiger Wochen ohne negative 
Folgen hätte abklingen sollen (vgl. AB 87 S. 27). Auch der Neurologe 
Dr. med. G.________ hatte zuvor im Bericht vom 5. Juli 2014 angeführt, 
dass eine Commotio cerebri und eine Commotio labyrinthi nicht überwie-
gend wahrscheinlich vorgelegen haben (AB 50.1 S. 32). Obwohl Prof. Dr. 
med. I.________ Kenntnis der abweichenden Meinung hatte (AB 54.1 S. 
21), setzte er sich damit nicht auseinander. Dass ein (Schwank)-Schwindel 
vorliegt, welcher die Arbeitsfähigkeit sogar zu 50 % beeinflusst, wird auch 
aus otoneurologischer Sicht von Dr. med. Q.________, Arbeitsmedizin der 
D.________, bezweifelt; dies selbst bei Vorliegen einer allfälligen Oto-
lithenfunktionsstörung (Bericht vom 15. April 2014 [AB 43.2 S. 5]). Nicht 
überzeugend ist die Beurteilung von Prof. Dr. med. I.________, wonach die 
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf das vestibuläre Ausfallsyndrom 
links bzw. den Schwindel zurückzuführen sei (vgl. AB 54.1 S. 25; AB 58 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 15

S. 3 Ziff. 3), auch mit Blick auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer 
mit dem Auto zur Arbeit fährt und offenbar auch längere (Ferien)reisen un-
ternehmen kann (AB 111.1 S. 8), was sich mit dem attestierten Schwindel 
bzw. der deswegen eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit schlecht ver-
trägt.

3.7 Anlässlich der Untersuchung im November 2016 stellte der Neuro-
psychologe Dr. phil. J.________ (AB 85) fest, dass der Beschwerdeführer – 
nachdem er am Vormittag bereits drei Stunden gearbeitet hatte – bei den 
gegen Ende der 2 ¾-stündigen Abklärung durchgeführten Konzentrations-
aufgaben, auch bei einer monotonen, selbstgetakteten Aufgabe der selekti-
ven Aufmerksamkeit, mit konstant gutem Tempo und normaler Fehlerquote 
gearbeitet hatte (AB 85 S. 8 oben). Demzufolge attestierte der Neuropsy-
chologe „kaum mehr als minimale kognitive Leistungseinschränkungen in 
Form grenzwertiger verbal-mnestischer Leistungen“ (AB 85 S. 8 unten). Er 
ging im Vergleich zur Voruntersuchung von Dr. med. E.________ davon 
aus, dass keine Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeits- oder der Exeku-
tivfunktionen mehr feststellbar waren (AB 85 S. 8). Daran ändert nichts, 
dass er die vom Beschwerdeführer angegebenen subjektiven Leistungsbe-
einträchtigungen als Folge von Ermüdung, Schwindel- oder Schmerzbe-
schwerden nicht in Frage stellte. Denn es ist – wie der Neuropsychologe 
ausführte – ohnehin aus rein erkenntnistheoretischen Gründen nicht mög-
lich, diese mittels psychometrischer Methoden messen zu wollen (AB 85 S. 
9). Letztlich führt dies dazu, dass die Einschätzung einer 50 %igen Arbeits-
unfähigkeit durch Prof. Dr. med. I.________ nicht überzeugt. Auf den Be-
richt des Neuropsychologen kann jedoch auch nicht abgestellt werden, 
einerseits äusserte er sich nicht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit, ande-
rerseits vermöchte sein Bericht eine ärztliche (neurologische) Einschätzung 
ohnehin nicht zu ersetzen. 

3.8 Die RAD-Ärztin med. pract. K.________ äusserte sich in der Akten-
beurteilung vom 3. Januar 2017 (AB 87) zur Problematik des beschriebe-
nen Lagerungs- und Drehschwindels (vgl. AB 87 S. 27 ff.), der Nackenbe-
schwerden und der Konzentrationseinschränkungen, so dass ihre Beurtei-
lung die Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch Prof. Dr. 
med. I.________ grundsätzlich in Frage zu stellen vermag. Auch wenn sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 16

eine ausführliche und detaillierte Beurteilung vorgenommen hat, verfügt die 
RAD-Ärztin aber weder über einen Facharzttitel als Neurologin noch hat sie 
eine eigene Untersuchung durchgeführt. Es kann auf ihre Einschätzung, 
wonach der Beschwerdeführer bereits ab Juli 2012 zu 80 % und ab Sep-
tember 2013 zu 100 % in der angestammten Tätigkeit arbeitsfähig gewe-
sen wäre, nicht abgestellt werden. 

3.9 Es ist somit unklar, ob als Folge des Auffahrunfalles vom 8. Juni 
2012 ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt sowie ob und wie 
sich ein solcher allenfalls auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt(e). Daraus ergibt 
sich, dass eine fachmedizinische Begutachtung zur Abklärung der neuro-
otologischen Situation durchzuführen und die Sache deshalb an die Vor-
instanz zurückzuweisen ist. Anschliessend wird die IVB über den Leis-
tungsanspruch neu zu verfügen haben. Bei Vorliegen einer bisher vollstän-
dig ungeklärten Frage steht die Rückweisung zur weiteren Abklärung in 
Einklang mit der Rechtsprechung in BGE 137 V 210.

Die Beschwerde ist gutzuheissen und die angefochtene Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 16. August 2017 (AB 126) ist aufzuheben. Die Sache geht 
zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen zurück an die Vor-
instanz.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2017, IV/17/832, Seite 17

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Kostennote 
vom 16. November 2017 macht Rechtsanwältin B.________ einen Auf-
wand von 16 Stunden 40 Minuten und ein Honorar von  Fr. 4‘500.-- (16,66 
à Fr. 270.--), zuzüglich Aufwand von Fr. 294.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 
383.50, total Fr. 5‘177.50 geltend, wobei sie auch den Aufwand für das 
Einwandverfahren miteinbezogen hat, welches hier jedoch nicht zu berück-
sichtigen ist. Beschränkt auf das vorliegende Verfahren (Aufwand ab 23. 
August 2017) resultiert ein Aufwand von 5 Stunden 20 Minuten. Die Partei-
entschädigung ist auf Fr. 1‘716.10 (Gebühr von Fr. 1‘440.-- [5,33 Stunden à 
Fr. 270.--], zuzüglich Auslagen für Kopien/Fax/Porti/Telefon von Fr. 149.-- 
[ab dem 23. August 2017] und Mehrwertsteuer von Fr. 172.10 [8% auf 
Fr. 1‘589.--]) festzusetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. August 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘716.10 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers

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- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.