# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac9f546f-306a-5455-9604-c49de1be9054
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-30
**Language:** de
**Title:** Beschwerdeführerin verweigerte im Revisionsverfahren ihre Mitwirkung an der Sachverhaltsabklärung, weswegen sie zufolge Umkehr der Beweislast die Folgen der Beweislosigkeit in Bezug auf das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu tragen hat.
**Docket/Reference:** UV.2013.00230
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00230.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00230
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiber Wilhelm
Urteil
vom
30. April 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Ronald
Pedergnana
Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
Postfach, 8010 Zürich
Sachverhalt:
1.
1.1
Aufgrund der Folgen eines 1996 erlittenen Autounf
alls (vgl.
Urk.
7/1 ff.) bezog
X.___
, geboren 1969, seit
Januar
1999 eine Rente der Invali
denversicherung (
IV-Grad 65 %;
vgl. Urk. 7/174/7) und seit Jan
uar 2005 eine Ko
mpleme
n
tärrente der Unfallversicherung
, welche ihr die Allianz Suisse Versi
cherungs-Gesellschaft
(nachfolgend: Allianz)
als zuständiger Unfallversicherer mit Verfügung vom 2
4.
März 2005 zusprach
(Urk. 7/183).
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Haftpflichtversicherer des seinerzei
tigen Unfallverursachers, liess die Versicherte von April bis Juli 2009 sowie von Januar bis April 2010 durch ein Überwachungsunternehmen bei verschiedenen ausserhäuslichen Aktivitäten observieren
und legte die Ergeb
nisse der Obser
vie
rung (drei Ermittlungsberichte sowie auf verschiedenen DVD gespeicherte
s
Bild
m
a
terial; v
gl.
Urk.
8
/1-3 und Urk
. 8/DVD1-4)
Dr.
med.
Y.___
,
Spezialärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabi
litation, spe
ziell Rheu
maerkrankungen, vor. Diese erstatte
te
gestützt darauf
das Aktengut
ach
ten vom 3
1.
August 2010
(Urk. 7/208).
Mit Verfügung vom 3
0.
November 2010
hob die Allianz die Versicherungsleis
tungen per Verfügungsdatum auf (Urk. 7/209).
1.2
Gegen die Verfügung vom 3
0.
November 2
010 erhob die Versicherte am 8.
Dezem
ber 2010 Einsprache und beantragte die Aufhebung der Verfügung (Urk. 7/213). Mit Schreiben vom
4.
Februar 2011 setzte die Allianz die Versich
er
te darüber in Kenntnis, dass sie
eine
polydis
ziplinäre
Begutachtung anzuord
nen
gedenke
(Urk. 7/217).
Am
4.
August 2011 erliess sie betreffend Anordnung der Be
gutachtung eine formelle Zwischenverfügung (Urk. 7/229). Die von der Ver
sicherten am 1
4.
September 2011
dagegen
erhobene Beschwerde (Urk. 7/233) wie
s das hiesige Gericht mit Urteil vom
7.
Mai 2012
ab
(Urk. 7/249).
Das Urteil blieb unangefochten.
1.3
Am 2
8.
Juni 2012 reichte die Versicherte das von ihr veranlasste Gutachten von
Dr.
med.
Z.___
,
Facharzt FMH für Neurologie, vom
4.
April 2012 ein
(Urk. 7/250a-b). Am
8.
Oktober 2012 forderte die Allianz die Beschwerdeführe
rin
förmlich zur Mitwirkung an der
von ihr vorgesehenen
Abklärungsmass
nahme auf (
Urk.
7/263). Dies lehnt
e die Beschwerdeführerin am 28.
September 2012 ausdrücklich ab (
Urk.
7/
268). Das von der Allianz mit der Begutachtung beauf
tragte
A.___
verfasste daraufhin
am 2
6.
Juni 2013
ein Aktengutachten (Urk.
7/271). Dazu liess s
ich die Versicherte am 2.
Septem
ber
2013 vernehmen (Urk. 7/276). Am
4.
September 2013
erliess die Allianz den Ein
spracheentscheid und bestätigte damit die am 3
0.
November 2010 verfügte Auf
hebung der Versicherungsleistungen (Urk. 2 =
Urk.
7/278).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
4.
September 2013 erhob die Versicherte
am
1.
Oktober 2013 Beschwerde. Sie beantragte die Aufhebung
der Leistungs
ein
stellung
und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die Kosten für die Be
gut
achtung durch
Dr.
Z.___
zu tragen. Eventualiter beantragte
sie
die Einho
lung eines gerichtlichen Gutachtens (Urk. 1).
Die Allianz beantragte in der Be
schwer
deantwort vom 1
0.
Oktober 201
3 die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien un
d die Akten ist, soweit erforde
r
l
ich, in den
nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 S.
349 mit Hin
wei
sen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
kon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Invaliditäts
bemessung be
ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinw
eisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b
/cc).
1.
3
Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte ertei
len, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versiche
rungs
leistungen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Der Versicherungsträ
ger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen,
die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in un
ent
schuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen; er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hin
weisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG)
.
1.4
Kommt die versicherte Person in einem
Revisionsverfahren,
das heisst
wenn
strittig ist, ob sich die Anspruchsgrundlagen verändert haben und sich nament
lic
h der Gesundheitszustand verbessert hat
,
trotz Ermahn
ung und eingeräumter Bedenkzeit
ihrer Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht
nicht nach
, hat
dies
eine Umkehr der Beweislast zu Folge. Während es grundsätzlich Aufgabe der Ver
waltung ist, eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades abzuklären, wenn sie die Rente reduzieren oder aufheben will, wird ihr dies bei einer schuldhaften Verletzung der Mitwirkungspflicht durch die versicherte Person verunmöglicht. In einem
solchen Fall obliegt es dieser
nachzuweisen, dass sich ihr Gesund
heitszustand oder andere
für den E
ntscheid
wesentliche Umstände nicht in ei
nem den Invaliditätsgrad beeinflussenden
Ausmass verändert haben (
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_961/2008 vom 3
0.
November
2009, E.
6.3.3
,
8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.2
,
je
mit Hinweisen
; vgl. auch SZS 2010 S. 39
)
.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die
Einstellung der Versicherungsleistungen
rech
tens war.
Die Beschwerdegegnerin führte zur Sache aus, ob seit der Zuspre
chung der Rente eine für die Leistung relevante Veränderung eingetreten sei
, sei
trotz der erfolgten Abklärungsmassnahmen
offen geblieben
. Zwecks Ergänzung des von
Dr.
Y.___
gestützt auf die Berichte und das Bildmaterial der Obser
vie
rung verfasste
n
Aktengutachten
s
sei eine
Abklärung
durch das
A.___
für nötig
erachtet worden und die anschliessende gerichtliche Überprüfung habe
bestä
tigt,
dass die
Anord
n
ung
dieser Begutachtung
z
u R
echt erfolgt sei. In der Folge habe sich die Beschwerdeführerin
aber geweigert an der Untersuchung mitzu
wirken
, weswegen die Ärzte des
A.___
ausser Stande gewesen seien, die an sie gestellten Fragen zu beantworten. Das von der Beschwerdeführerin eingereichte Gutachten von
Dr.
Z.___
enthalte keine überzeugenden Schlussfolgerungen. Über den Ver
lauf und eine allfällige Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin seit der Rentenzusprechung liege somit keine allen Beweis
anforde
rung
en genügende Abklärung vor. Da
sich
die Beschwerdeführerin der Begutachtung durch die Ärzte des
A.___
ohne entschuldbare Gründe
widersetzt habe, erfolge eine Beweislastumkehr in dem Sinne, dass sie die Folgen der Be
weislosigkeit in Bezug auf eine Veränderung ihres gesundheitlichen Zustandes zu
tragen
habe (Urk. 2 S. 16 ff.
Ziff.
5 ff.,
Urk. 6 S. 5 ff.).
2.2
Die
Beschwerdeführerin machte geltend,
die unfallbedin
gte
gesundheitliche Be
ein
trächtigung
sei noch immer
ernst und behindere sie auch weiterhin bei der Be
rufsausübung.
Das Gutachten von
Dr.
Z.___
belege dies schlüssig.
Zur Obser
vation habe
Dr.
Z.___
festgehalten, dass die Einschränkungen der körperlichen
Funktionen
belastungs-
,
positions- und zeitabhängig seien.
Die Beeinträchti
gung
en seien mit den beobachteten Bewegungen vereinbar. Es lägen keine Lähmung
en vor, es bestünden keine fixen Kontrakturen
und auch keine Blo
ckie
r
ung
en. Das Hauptproblem seien die S
chme
rzen, die bestimmte körperliche
Belas
tungen begleiteten und dies
e in der zeitlichen Ausführung
beeinflussten.
Das
Fluktuieren der Beschwerden
sei
vo
n Beginn an aktenkundig gewesen
. Die gefilm
ten Situationen zeigten keine Umstände, die
gegen die angegebenen Ein
schränkungen sprächen.
Die Gutachter des
A.___
hätten Dr.
Z.___
darin beige
pflichtet, dass es bei fehlenden neurologischen Störungen und Lähmungen durc
haus möglich sei, die gefilmten Bewegungen auszuführen. Das Problem seien die Häufigkeit, mit denen diese Bewegungen ausgeführt würden und die jeweils vorhandene Schmerzintensität.
Die
Bewegungen heute
zeigten
den Ein
druck einer
ausgeprägteren
Steifigkeit im Bereich von Brust- und Halswirbel
säule, dies als Folge der Chronizität und der Anwendung von Schonstrategien.
Den
A.___
-Gutachtern
hätten
die Vorakten entgegen der Erwähnung im Gut
achten nicht vollständig zur Verfügung gestanden.
Entgegen der Auffassung der
A.___
-Gutachter seien Tests im Hinblick auf einen Infiltrationseingriff (Ra
dio
frequenz-Neurotomie) nicht positiv verlaufen. Von den
A.___
-Gutachtern seien ferner Berichte von
Dr.
B.___
,
Facharzt FMH für Ohren
-
, Hals- und
Ge
sichts
chirurgie
, verschwiegen worden. Am Ende hätten sich die Gutachter
zu
dem
selber
widersprochen. Es sei davon auszugehen, dass das
A.___
-Gutachten von einer Praxisassistentin verfasst worden sei und die Ärzte dieses nach einer kurs
ori
schen D
urchsicht unterzeichnet hätten. Ein Gutachten habe nachvoll
ziehbar zu sein und
auf
medizinischen Untersuchungen zu beruhen. Diese Vo
raussetzung erfülle nur das Gutachten von
Dr.
Z.___
(Urk. 1
S. 5 ff. Rz. 17 ff. und
S. 7 f
. Ziff.
25 ff.).
3.
3.1
Da
die Revision einer Rente verglichen mit dem Zeitpunkt der Leistungszuspre
chung eine für die Leistung relevante Veränderung der tatsächlichen Verhält
niss
e voraussetzt, hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprache
entscheid die bei der Zusprechung der Rente im Jahr 2005 vorge
legen
en ärztli
chen Be
richte und Expertisen und den im Hinblick auf den vorliegenden Ent
scheid ein
geholten aufgeführt und einander gegenübergestellt (Urk. 2 S.
9 ff.
Ziff.
4.1.1-2, und S.
11 ff.
Ziff.
4.2.1-10)
. Auf die entsprechenden Ausführungen ist zu ver
weisen.
3.2
In Bezug auf die
im Revisionsverfahren
erfolgten Abklärungen hielt die Be
schwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid fest
, zwar sei die Ob
servation der Beschwerdeführerin rechtmässig gewesen und
das von Dr.
Y.___
vom 3
1.
August 2010
gestützt darauf verfasste Aktengutachten daher grund
sätzlich verwertbar, jedoch sei offen, ob es inhaltlich den praxisgemässen An
forderungen an eine medizinische Expertise entspreche
, weswegen die Begut
ach
tung durch die Ärzte des
A.___
in Auftrag gegeben worden sei
(Urk. 2 S. 16 ff
.
Ziff.
5 und
Ziff.
6.1).
Diese
erstatteten ihr Gutachten am 2
6.
Juni 2012
(Urk. 7/271
)
gestützt auf die ihnen zur Verfügung gestellten Akten
,
nachdem die
Beschwerdeführerin eine Untersuchung durch die Ärzte abgelehnt
hatte (Urk. 7/262
,
Urk.
7/268
).
Auf eigenen
Wunsch
untersuchen liess sich die Be
schwer
deführerin hingegen von
Dr.
Z.___
, dessen Gutachten vom 4.
April 2012
(Urk.
7/250b)
sie
im Einspracheverfa
hren einreichte (Urk. 7/250a).
3.3
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor unter den Folgen des 1996 erlittenen Autounfalls leidet.
Der von
Dr.
Z.___
gestellten Diagnose
eines
Status nach HWS-Distorsions
trauma mit diversen Begleiterscheinungen
(Urk. 7/250
b S.
33
Ziff.
4) pflichteten die Ärzte
des
A.___
ohne Vorbehalt bei (Urk. 7/271 S. 53)
.
Betreffend die Ressourcen im Erwerbsbereich kam
Dr.
Z.___
zum Schluss
,
d
ie
Beschwerdeführerin sei
in ihrer
angestammten
Tätigkeit als Personalverant
wort
liche eines mittleren Unternehmens wesentlich eingeschränkt und ledig
lich noch zu 40 % arbeitsfähig
. In einer angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfä
higkeit ebenfalls 40 %, wobei eine „theoretische Möglichkeit“ bestehe, dass die Arbeits
belastung nach einer „angemessenen Pro
bezeit“ auf 50 %
erhöht werden könne (
Urk.
7/250b S. 38 f.
Ziff.
10a-b
).
Da
Dr.
Z.___
seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung keine Er
läuterungen beifügte und sich auch im Zusammenhang mit der attestierten Steiger
ungsmöglich
keit
des Pen
sums in angepasster Tätigkeit weder zur Dauer der Probezeit noch zu den
für eine Steigerung gegebenenfalls nötigen Massnahmen äusserte, ist für den
Rechtsanwender nicht nachvollziehbar, worauf
Dr.
Z.___
seine Erkenntnisse stützt
e
, zumal zwischen der angestammten und der angepassten Tätigkeit effek
tiv
qualitative Unterschiede bestehen.
In Betracht fällt auch, dass die von
Dr.
Z.___
in Bezug auf die Leistungsfähig
keit
in einer angepassten Tätigkeit (leichte Beschäftigung administrativer Art/leichte
Bürotätigkeit
;
Urk.
7/250b S. 39) als relevant eingestuften neuropsy
chologi
schen
Defizite (Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, verminderte Belastbar
keit,
rasche Ermüdbarkeit; Urk.
7/
250b S. 37 f.
Ziff.
9) nicht
anlässlich
einer aktuell
en
fachärztlichen Untersuchung
validiert wurden.
Dr.
Z.___
selber erhob
den neu
ro
logischen Status und
liess den orthopädischen Status durch
Dr.
med.
C.___
, Fach
arzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion,
erheben (Urk. 7/250b
S.
21 ff.
Ziff.
7)
. Soweit aus dem Gutachten ersicht
lich, basieren die diesbezüglichen Feststellungen
primär auf den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung
(
vgl.
Urk.
7/250b S. 19).
Diese aber ermöglichen keine zuve
rlässige Beurteilung.
3.4
Die Gutachter des
A.___
pflichteten
Dr.
Z.___
auch dahingehend be
i
,
es sei durch
aus möglich, die anlässlich der Observation gefilmten Bewegungen aus
zuführen, denn es seien weder
Lähmungen
noch sonstige neurologische
Störun
gen
vor
han
den
(
Urk.
7/271 S. 53).
Eine andere Auffassung vertra
ten die
A.___
-Gutachter in Bezug auf das mögliche Arbeitspensum in bisheriger und an
gepasster Tätig
keit. Sie kamen zum Schluss, ohne eine EFL lasse sich das
An
forderungs
- res
pek
tive Zumutbarkeitsprofil gar nicht abschliessend
festlegen
, weswegen sie auf eine konkrete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit verzichteten (Urk. 7/271 S. 53 f.).
3.5
Dr.
Y.___
setzte sich im Aktengutachten vom 3
1.
August 2010 ausschliesslich mit dem Observationsmaterial auseinander und kam zum Schluss, aufgrund des Bildmaterials seien die medizinisch attestierten Beschwerden und Beeinträchti
gungen nicht nachvollziehbar, weswegen sie weder für eine Tätigkeit im Haus
halt noch in der angestammten Tätigkeit eine
Beeinträchtigung verneinte (Urk. 7/208 S. 14).
Vorakten standen
Dr.
Y.___
zwar zur Verfügung, jedoch ist unklar, welche (vgl.
Urk.
7/208 S. 2
Ziff.
2a). Insbesondere aber fehlt eine de
tail
lierte und nachvollziehbare Darlegung ihrer Erkenntnisse
in
Bezug auf die von
den Ärzten bis dahin gestellten Diagnose einerseits und in Bezug auf die ge
klagten Beschwerden und die erhobenen Befunde andererseits.
Auf die Frage der
Verwertbarkeit des Observationsmaterials
(vgl. dazu
Urk.
2 S. 17
f
f
.
Ziff.
5.3)
ist
bei diesem Beweisergebnis (vgl. auch nachstehende E. 4)
nicht näher
einzu
gehen.
3.6
Zusammenfassend
lässt sich festzustellen, dass
wed
er das Gutachten von Dr.
Y.___
noch das Gutachten von
Dr.
Z.___
oder
dasjenige des
A.___
eine
rechtsgenügliche
Beurteilung
der
Entwicklung des gesundheitlichen Zustandes der Beschwerdeführerin und ihrer erwerblichen Ressourcen seit der Zusprechung der Rente
erlaubt
.
4.
4.1
Mit Verfügung vom
4.
August 2011 hatte die Beschwerdegegnerin die Durch
führung einer polydisziplinären Begutachtung angeordnet (Urk. 7/229).
Mit Ur
teil
IV.2011.00253
vom
7.
Mai 2012 hatte das hiesige Gericht
die von der Be
schwerdeführerin dagegen erhobene Beschwerde abgewiesen (Urk.
7/226b). Der Entscheid blieb unangefochten.
Am
8.
Oktober 2012 forderte die Beschwerde
gegnerin die Beschwerdeführerin förmlich dazu auf, an der Abklärungsmass
nahme
mitzuwirken, unter Eröffnung
des Mahn- und Bedenkzei
tverfahrens im Sinne von
Art.
43
Abs.
3 ATSG (Urk. 7/263).
Am 28. September 2012 erklärte die Beschwerdeführerin schriftlich, sie werde sich der Begutachtung nicht unter
ziehen (Urk. 7/268).
4.2
Der Verzicht der
A.___
-Gutachter auf weitergehende Abklärungen, insbesondere auf
die Durchführung
eine
r
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit, und die Beschränkung auf ein Aktengutachten hat
nach dem Gesagten
seine Ursache darin, dass die Beschwerdeführerin ihre persönliche Mitwirkung an der Abklärungsmassnahme
ablehnte
.
Da die Beschwerdegegnerin die Abklärungs
massnahme zu Recht angeordnet und die Beschwerdeführerin formell korrekt zur Mitwirkung aufgefordert hatte, wäre die Beschwerdeführerin gehalten ge
we
sen, daran teilzunehmen, auch wenn sie selber damit nicht einverstanden war.
4.3
Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 3
0.
November 2010 die Versi
cherungsleistungen per Verfügungsdatum aufgehoben. Zur Begründung führte sie
aus, die Expertise von
Dr.
Y.___
sowie die Ergebnisse der Observation zeigten, dass der status quo ante respektive status quo sine eingetreten sei. Mangels natür
lichem Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom Mai 1996
und den geklagten Gesundheitsbeschwerden bestehe keine weitere Leistungs
pflich
t mehr (Urk. 7/209 S. 4 f.).
Wie es sich effektiv
verhält,
bleibt
mangels
Mitwirkung der Beschwerdeführerin
an d
en
von der Beschwerdegegnerin angeordneten Abklärungsmassnahmen of
fen.
Da die Observation
der Beschwerdeführerin
begründeten Anlass
zur An
nahme gab, es könnte ein
Revisionsgrund gegeben sei
n
, die Beschwerdeführerin sich in der Folge
aber
weigerte
,
sich
an den
versicherungsseits
zu R
echt a
nge
ordne
ten Sachverhaltsabklärung
en
zu beteiligen
,
und ihr
überdies
mit dem von ihr ein
gereichten Gutachten der Nachweis
nicht gelang
, ihr Ges
undheitszustand sei unverändert
geblieben
, hat die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Einspracheentscheid
zu R
echt an der Aufhebung der Leistungseinstellung fest
gehalten.
Die zu Unrecht verweigerte Mitwirkung
hat eine Umkehr der Beweis
last zu Folge
(vgl. vorstehende E. 1.4)
.
Damit erweist sich
die
Beschwerde
als unbegründet und ist abzuweisen.
Anzufügen bleibt, dass für die Fällung des Entscheides die beantragte förmliche Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk. 1.
S.
3) nicht erforderlich
ge
wesen ist
.
Der in § 19 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt
(GSVGer) vorbehaltene förmliche zweite Schriftenwechsel wird praxisge
mäss
angeordnet
, wenn in der Beschwerdeantwort neue Gesichtspunkte tat
säch
licher oder rechtlicher Natur vorgebracht wurden (
Kobel, in: Gesetz über das
Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 20 zu § 19 GSVGer),
was vorliegend nicht der Fall war. Der Beschwerdeführerin wäre es unbenommen gewesen, sich von sich
aus
ein weiteres Mal zur Sache zu äussern,
dies
unabhängig davon,
ob die ihr zugestellte Beschwerdeantwort neue und/oder
wesentliche Vorbringen enthielt. Es ist Sache der Parteien zu beurtei
len, ob eine
Entgegnung erforderlich ist oder nicht (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_367/2013
vom 1
0.
Deze
mber 2013, E.
3.1 mit Hinweisen).
5
.
Da die Beschwerde
führ
erin unterliegt
,
hat sie keinen Anspruch auf eine Prozess
entschädigung
.
Somit besteht
insbesondere
auch kein Anspruch auf
den bean
tragten
Ersatz der Kosten
für das
von ihr e
ingeholte
Parteig
utachten
von
Dr.
Z.___
vom
4.
April 2013
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Ronald Pedergnana
-
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der
angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GrünigWilhelm