# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7793d974-18b0-5202-a42e-7bd16c92238b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 02.09.2010 R 2010 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-55_2010-09-02.pdf

## Full Text

R 10 55

5. Kammer 

URTEIL
vom 2. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Nachdem das Verwaltungsgericht aufgrund einer Beschwerde von … mit 

VGU R 08 67 vom 10. März 2009 einen Bau- und Einspracheentscheid 

betreffend ein Projekt zur Erstellung von Haus A und Haus B auf Parzelle 

2387 wegen ungenauer Pläne aufgehoben hatte, bewilligte die Gemeinde am 

28. Mai 2009 die Häuser A und B mit Tiefgarage auf Parzelle 2387. Am 22. 

Oktober 2009 bewilligte die Baubehörde rechtskräftig ein am 21. September 

2009 von der … AG gestelltes Projektänderungsgesuch für die Häuser A und 

B. Am 2. November 2009 wurde von Parzelle 2387 die Parzelle 1811 mit einer 

Fläche von 769 m² abgetrennt.

2. Am 22. März 2010 wurde seitens der Eheleute … das Gesuch für eine zweite 

Projektänderung, lediglich betreffend Haus A, eingereicht. Diese enthält 

Fassaden- und Dachänderungen, Grundrissänderungen sowie eine 

Änderung des Wintergartens und der Terrasse im Dachgeschoss.

3. Am 15. April 2010 erhoben … dagegen Einsprache und beantragten die 

Abweisung des Baugesuchs. Zur Begründung führten sie aus, das Projekt 

befinde sich auf Parzelle 1811; das ursprüngliche Baugrundstück Parzelle 

2387 sei in der Zwischenzeit parzelliert worden. Für die neue Parzelle 1811 

fehle es an einer Ausnützungsberechnung, oder eine solche sei zumindest 

nicht einsehbar gewesen. Es sei davon auszugehen, dass die Ausnützung 

nicht eingehalten sei. Ferner machten sie geltend, im Osten des Gebäudes 

solle eine - nicht zulässige - Stützmauer und eine ebenfalls nicht zulässige 

Terrainaufschüttung erstellt werden. Zudem sei die geänderte Dachform nicht 

profiliert gewesen. Die Grenzabstände des Hauses und der Tiefgarage seien 

nach erfolgter Parzellierung nicht eingehalten oder zumindest in den Plänen 

nicht ersichtlich. Weiter fehle es am Ausweis über den Erstwohnungsanteil. 

4. Nach Einholung einer Stellungnahme bei der Bauherrschaft wies der 

Gemeindevorstand am 6., mitgeteilt am 7. Mai 2010, die Einsprache im Sinne 

der Erwägungen ab, soweit er darauf eintrat und bewilligte die 

Projektänderungen. In seiner Begründung führte er aus, einspracheberechtigt 

seien nur jene Teile des Baugesuchs, welche gegenüber dem bewilligten 

Projekt auch tatsächlich geändert hätten. Sämtliche Projektänderungen seien 

ohne Auswirkung auf die Berechnung der Bruttogeschossfläche (BGF). Diese 

bleibe unverändert, weswegen auch keine neue Berechnung habe 

nachgereicht werden müssen. Böschungen und Mauern hätten gemäss Art. 

76 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG) 

einen Grenzabstand von maximal 2.5 Meter einzuhalten. Die Parzelle der 

Einsprecher sei überall mehr als 5 Meter von der Bauparzelle entfernt. 

Grenzabstandsverletzungen lägen daher keine vor. Zudem besitze die 

Bauherrschaft Näherbaurechte gegenüber Parzelle 2387. 

Ortsbildschützerische Gründe, welche gegen die Erstellung der ostseitigen 

Stützmauer und Böschung sprächen, lägen ebenfalls keine vor. Weiter 

machte der Gemeindevorstand geltend, Dachvorsprünge und Dachformen 

würden jeweils nicht profiliert. Zudem werde seitens der Bauherrschaft auf die 

Änderung der Dachabschrägung beim Hauseingang verzichtet. Er führte 

ferner aus, dass die Tiefgarage und das Haus in ihrer Grösse und Lage nicht 

geändert würden, unter Beibehaltung der Grenzabstände. Auf diesen 

Einsprachepunkt werde daher nicht eingetreten. Der Grenzabstand zwischen 

der Parzelle der Einsprecher und jener der Bauherrschaft betrage mehr als 5 

Meter. Bei einem grossen Grenzabstand von 5 Meter müsse eine Verletzung 

des Grenzabstandes ausgeschlossen werden. Weiter legte der 

Gemeindevorstand dar, dass die Wohnungsgrössen ebenso wenig geändert 

würden wie die Erstwohnungsanteile. Diese seien im früheren 

Bewilligungsverfahren festgelegt worden und nicht mehr Gegenstand dieses 

Verfahrens, weswegen auf diesen Punkt nicht eingetreten werden könne. Die 

Erstwohnungen beträfen im Übrigen Parzelle 1811.

Ebenfalls am 7. Mai 2010 teilte die Gemeinde der Bauherrschaft mit, dass die 

Projektänderungen gemäss beiliegenden Plänen bewilligt worden seien.

5. Am 9. Juni 2010 (Poststempel) erhoben … dagegen Beschwerde und 

beantragten die Aufhebung des Einspracheentscheides und die Abweisung 

des Baugesuches unter Nichtbewilligung der Projektänderungen. Die 

Beschwerdeführer machten geltend, das rechtliche Gehör sei mehrfach 

verletzt. So sei ihnen die Stellungnahme der Bauherrschaft vom 22. April 2010 

nicht zugestellt respektive erst mit dem angefochtenen Entscheid unterbreitet 

worden. Ferner seien weder eine Einspracheverhandlung noch ein 

Augenschein durchgeführt worden. Schliesslich sei die Begründungspflicht in 

folgenden Punkten des Einspracheentscheids verletzt worden:

- Zu 2.2.: Eine Ausnützungsberechnung sei verlangt worden. Dabei gelte es, 

die vollzogene Parzellierung zu beachten und die heutige 

Grundstücksfläche von Parzelle 1811 zu berücksichtigen.

- Zu 2.3.: Die Vorinstanz habe keine Profilierung der Böschungen und 

Mauern verlangt. Der angebliche Grenzabstand ergebe sich nicht aus den 

Plänen und die Parzellierung sei unbeachtet geblieben. Auch die neue 

Grenze aufgrund der vollzogenen Parzellierung sei zu beachten. Das 

angeblich begründete Näherbaurecht sei nicht nachgewiesen. Ihnen sei 

der Inhalt nicht eröffnet worden. Ins Grundbuch könnten sie nicht Einsicht 

nehmen.

- Zu 2.4.: Dachvorsprünge und Dachformen seien nicht profiliert gewesen 

und das Haus habe seine Grösse durch die Änderungen am Wintergarten 

und der Dachform geändert.

- Zu 2.5.: Der Erstwohnungsanteil solle gemäss Eingabe der Bauherrschaft 

vom 22. April 2010 im Grundbuch auf Parzelle 1811 eingetragen werden, 

was von der Gemeinde nicht überprüft worden sei. Aus dem 

Grundbuchauszug bei den Akten ergebe sich kein Hinweis auf eine solche 

Anmerkung.

Weiter machten die Beschwerdeführer geltend, die Grenzabstände 

gegenüber Parzelle 1811 seien nicht eingehalten, die Parzellierung sei 

unbeachtet geblieben und die Ausnützungsberechnung fehle und sei neu 

vorzulegen, da die Projektänderungen zu Änderungen der 

Ausnützungsberechnung führten. Vorsorglich werde festgehalten, dass die 

zulässige Ausnützung überschritten sei. Ferner seien die Stützmauer und die 

Aufschüttung im Osten in der geplanten Höhe unzulässig. Die Grenzabstände 

seien nicht eingehalten. Planunterlagen mit den aktuellen Grenzen nach der 

Parzellierung fehlten. Zudem fehle eine klare Regelung betreffend die 

Erstwohnungsanteile sowie auch jede Absicherung (Auflagen oder 

Grundbucheintrag). Weiter rügten die Beschwerdeführer, dass bei der 

Verlegung der Verfahrenskosten im Einspracheentscheid der Umstand des 

Verzichts auf die Änderungen der Dachabschrägung seitens der 

Beschwerdeführer nicht berücksichtigt worden sei. Selbst bei einer 

Bestätigung des angefochtenen Entscheides müsste dies zu einer Aufteilung 

der Einsprachebehandlungskosten führen.

6. Am 24. Juni 2010 beantragte die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei. Begründend führte sie aus, bei der 

Parzellierung seien unter anderem auch Grenz- und Näherbaurechte zu 

Gunsten und zulasten der beteiligten Parzellen 2387 und 1811 errichtet 

worden. Es sei im Rahmen der Entscheidfindung nicht auf die Stellungnahme 

der Bauherrschaft vom 22. April 2010 abgestellt worden. Diese habe auch 

keine rechtlichen Ausführungen enthalten. Zudem hätten die 

Beschwerdeführer die Beschwerde ans Verwaltungsgericht in Kenntnis der 

Stellungnahme ausarbeiten können. Zudem bestehe kein Anspruch auf einen 

doppelten Schriftenwechsels im Baubewilligungsverfahren. Selbst, wenn 

jedoch das rechtliche Gehör verletzt wäre, wäre die Verletzung vorliegend 

heilbar. Es gebe keinen Anspruch auf eine Einspracheverhandlung und ein 

Augenschein. Es habe auch keinen Grund für die Durchführung gegeben. Die 

Baubehörde habe beim Haus A am 22. Oktober 2009 eine BGF von 211.9 m² 

bewilligt. Die Bauparzelle für Haus A weise seit der Abparzellierung im 

November 2009 eine Fläche von 769 m² auf, was bei einer Ausnützungsziffer 

(AZ) von 0.3 eine BGF von 230.7 m² zulasse. Die hier zu prüfende 

Projektänderung habe auf beanspruchte BGF keinerlei Einfluss, weswegen 

die Baubehörde ohne weiteres auf die Einreichung einer neuen BGF-

Berechnung habe verzichten dürfen. Hinsichtlich Profilierung der Böschung 

verwies die Gemeinde auf den angefochtenen Entscheid. Die gegenüber dem 

bewilligten Projekt abgeänderte Stützmauer habe aus nachvollziehbaren 

Gründen (Abgrabung) nicht profiliert werden können. Ansonsten hätten keine 

der Profilierungspflicht unterliegenden Böschungen und Mauern Gegenstand 

des hier zu prüfenden Baugesuchs gebildet. Stützmauern dürften an die 

Grenze gestellt werden (Art. 76 Abs. 3 KRG). Die vorgesehene Stützmauer 

liege an keiner Grenze. Weiter legte die Gemeinde dar, es gebe keine 

Profilierungspflicht für Dachform und Dachvorsprünge. Ferner sei der 

Standort des Haus A bereits früher bewilligt worden. Die nachträgliche 

Parzellierung bilde nicht Gegenstand der vorliegend angefochtenen 

Baubewilligung. Auf die Rügen betreffend Grenzabstände sei nicht 

einzutreten. Zudem seien die entsprechenden Näher- und Grenzbaurechte im 

Rahmen der Parzellierung statuiert worden. Weiter sei auf die Rüge einer 

angeblichen Verletzung der Bestimmungen über den Erstwohnungsanteil 

mangels Betroffenheit nicht einzutreten. Weiter führte die Gemeinde aus, die 

Einsprecher seien mit ihren Rügen in der Einsprache vollumfänglich 

gescheitert, die Auferlegung der Kosten sei folglich rechtens gewesen. Der 

Verzicht auf einen Teil der Änderung der Dachform habe mit der Einsprache 

nichts zu tun. Die Änderung der Dachform hätte ohne weiteres bewilligt 

werden können.

7. Am 14. Juli 2010 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren Anträgen 

fest. Zur Begründung führten sie aus, die neue Ausschreibung des 

Bauvorhabens auf Parzelle 2387 sei ihnen nicht mitgeteilt worden und sie 

hätten erst nach Ablauf der Frist davon erfahren. Ein Gesuch um 

Wiederherstellung der Frist sei vom Gemeindevorstand am 9. Juli 2009 

rechtskräftig abgewiesen worden. Sie machen weiter geltend, Parzelle 2387 

sei in zwei Parzellen aufgeteilt worden. Zu Gunsten des hier massgebenden 

Bauprojekts auf Parzelle 1811 sei kein Näherbaurecht stipuliert worden, 

weswegen es die Grenzabstände nicht einhalte. Die Parzellierungsurkunde 

habe sich zudem nicht bei den Auflageakten befunden. In den Plänen seien 

die Höhe der Stützmauer sowie die Grenzabstände nicht eingezeichnet und 

die Kaminhöhe sei nicht vermasst. Ferner sei die Argumentation betreffend 

Heilung der Gehörsverletzung unbehelflich. Zumindest müssten dann die 

Beschwerdegegner sämtliche Verfahrenskosten im Einsprache- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren tragen. Die Fakten seien nicht ersichtlich 

gewesen. Am 11. Juli 2008 seien Pläne eingereicht worden, welche die 

Beschwerdeführer nicht hätten einsehen können. Die 

Grenzabstandsangaben fehlten in den Unterlagen, ebenso die 

Ausnützungsberechnung. Es sei nicht klar, welchen Einfluss der Einbau von 

Wintergärten auf die einzuhaltende bauliche Ausnützung habe. Es fehlten 

auch Angaben zur Höhe der neuen Stützmauer und der Erstwohnungsanteile. 

Die abgeänderte Stützmauer übersteige das zuvor vorgesehene 

gewachsenen Terrain. Neu solle das Terrain weiter angehoben werden und 

eine solche Veränderung sei zu profilieren. Gemäss Art. 104 des Baugesetzes 

der Gemeinde … (BG) müssten Lage, Höhe und Gestalt einer Baute aus der 

Profilierung klar erkennbar sein, was hier nicht der Fall sei. Massgebend seien 

Grundstücksgrenzen im Zeitpunkt eines Baubewilligungsentscheides. Der 

Grenzabstand sei nicht eingehalten und ein Näherbaurecht sei nicht 

eingeräumt worden, zumindest fehle eine Einräumung in den Akten.

8. Die Gemeinde liess sich nicht mehr vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, sowie im Entscheid 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid des Gemeindevorstands … vom 6. Mai 2010. Streitig 

und zu prüfen ist, ob der Gemeindevorstand das Bauvorhaben der 

Beschwerdegegner zu Recht bewilligt hat. Die Beschwerdeführer machen 

zudem eine mehrfache Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. 

2. In formeller Hinsicht gilt es zunächst die Rüge der Beschwerdeführer 

betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs zu klären. 

a) Die Beschwerdeführer machen geltend, die Vorinstanz habe das rechtliche 

Gehör verletzt, indem diese ihnen die Stellungnahme der Bauherrschaft vom 

22. April 2010 nicht respektive erst mit dem angefochtenen Entscheid 

unterbreitet habe. Ferner habe es die Vorinstanz unterlassen, eine 

Einspracheverhandlung und einen Augenschein durchzuführen. 

Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) gewährleistete Anspruch 

auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert 

andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im 

Verfahren, soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die 

Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, 

hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage Zürich 

2006, Rz. 1673 ff.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV und der langjährigen 

Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgarantien finden für die kantonalen 

Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen Verfahrensvorschriften 

Anwendung (BGE 131 I 185, E. 2.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör für 

das Verwaltungsverfahren wird auf kantonaler Ebene durch Art. 16 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Graubünden (VRG) 

gewährleistet. Daraus ergibt sich jedoch weder ein Anspruch auf eine 

Einspracheverhandlung noch auf einen Augenschein oder einen doppelten 

Schriftenwechsel (vgl. Art. 16 Abs. 1 VRG). Hingegen ergibt sich gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) fliessender 

Anspruch der Parteien, sich zu jedem neu eingereichten Aktenstück äussern 

zu können (BGE 133 I 100, E. 4.3). Dies gilt auch im Verwaltungsverfahren 

(vgl. Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, Bern 2008, S. 61). 

Dadurch, dass den Beschwerdeführern die Möglichkeit vereitelt wurde, vor 

dem Einspracheentscheid noch zur Stellungnahme der Bauherrschaft vom 

22. April 2010 replizieren zu können, wurde das rechtliche Gehör verletzt. 

Zwar reichte die Bauherrschaft mit ihrer Stellungnahme nur Pläne ein, die 

ohnehin schon auflagen; dies ändert jedoch nichts am Anspruch, sich zu dem 

neu eingereichten Aktenstück äussern zu können. 

Nach der Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, jedoch geheilt werden, 

wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und den 

Beschwerdeführern daraus auch kein Nachteil erwächst. Eine Heilung ist 

ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende 

Verletzung der Parteirechte handelt, und sie soll die Ausnahme bleiben (BGE 

134 I 335, E. 3.1; 126 I 72, E. 2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). Vorliegend 

lässt sich die ausnahmsweise nachträgliche Heilung rechtfertigen, zumal dem 

Verwaltungsgericht volle Kognition zukommt (Art. 51 Abs. 1 VRG), mithin eine 

umfassende Prüfung der Sach- und Rechtslage möglich ist. Die 

Stellungnahme der Bauherrschaft wurde den Beschwerdeführern zusammen 

mit dem angefochtenen Entscheid zugestellt, so dass sie in Kenntnis 

derselben Beschwerde erheben konnten und ihnen daher kein rechtlich 

relevanter Mangel entstand. Eine Rückweisung würde daher nur zu einem 

formalisierten Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen, 

weshalb davon im konkreten Fall abgesehen wird (BGE 116 V 187, E. 3d). 

Durch die Nicht-Durchführung einer Einspracheverhandlung sowie eines 

Augenscheins wurde das rechtliche Gehör hingegen nicht verletzt. 

b) Ebenfalls aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV 

folgt ein Mindestanspruch auf Begründung eines hoheitlichen Aktes, wobei 

sich diese Begründungspflicht für kantonale Behörden aus dem kantonalen 

Verfahrensrecht ergibt. In diesem Sinne schreibt Art. 22 Abs. 1 VRG 

ausdrücklich vor, Entscheide zu begründen. Der Bürger soll wissen, warum 

die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die Begründung eines 

Entscheides muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn 

sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des 

Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten 

liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 129 I 232 E. 3.2; 126 I 97, 

E. 2b). Immerhin darf sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken. Es ist nicht nötig, dass sich die Behörde mit 

jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97, E. 2b). Ob die 

Begründung dann auch rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist nicht eine Frage 

des formellen Anspruches auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen 

Beurteilung der Streitfrage. Verfügungen oder Entscheide, die unter 

Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen sind, sind nach der Praxis des 

Verwaltungsgerichtes in der Regel aufzuheben und zur Durchführung eines 

ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden 

zurückzuweisen (statt vieler: PVG 1996 Nr. 107; 1987 Nr. 85). Wenn es sich 

jedoch aus verfahrensökonomischen Gründen geradezu aufdrängt, ist die 

Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren 

zuzulassen (vgl. PVG 1996 Nr. 107).

aa) Die Beschwerdeführer machen geltend, es fehle in vorliegender 

Angelegenheit eine Ausnützungsberechnung, welche eine Überprüfung der 

baulichen Ausnützung durch die Projektänderung hinsichtlich der heutigen 

Grundstücksfläche der Bauparzelle 1811 ermögliche. Die Gemeinde … 

verweist in ihrer Stellungnahme auf den Einspracheentscheid vom 6., 

mitgeteilt am 7. Mai 2010, mit welchem sie dargelegt habe, dass sämtliche 

Projektänderungen keine Auswirkungen auf die BGF-Berechnung hätten. Aus 

den hier zur Verfügung stehenden Akten geht klar hervor, dass alle geplanten 

Projektänderungen ohne Auswirkungen auf die BGF sind. Ferner werden 

gemäss Art. 53 Abs. 4 lit. c BG bei Wintergärten und ähnlichen unisolierten 

und verglasten Gebäudeteilen, die nicht beheizt werden und ausserhalb der 

isolierten Fassade konzipiert sind, eine Fläche von 15% der vorhandenen 

BGF als nicht anrechenbare Fläche akzeptiert. Vorliegendenfalls beträgt die 

BGF 211.90 m2. Der gemäss der vorgenannten gesetzlichen Bestimmung 

BGF-neutrale Anteil von 15% beträgt demnach 31.8 m2. Gemäss den bei den 

Akten liegenden Plänen beträgt die Bruttofläche des Wintergartens 20.5 m2 

(vgl. Gemeindebeilage 5), womit dieser im BGF-neutralen Toleranzbereich 

liegt und nicht anzurechnen ist. Die Begründung des heutigen 

Beschwerdegegners erweist sich im Lichte der eingangs erwähnten Lehre 

und Rechtsprechung betrachtet, als genügend. Mit der Abweisung der 

Einsprache hat die Gemeinde unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass 

sie ihren Einwand in Bezug auf die Berechnung der Ausnützungsziffer als 

nicht zutreffend betrachtet. Die Beschwerdeführer waren denn auch in der 

Lage - wie ihre Eingabe zeigt - den missliebigen Einspracheentscheid 

sachgerecht anzufechten. Der Einwand der Beschwerdeführer erweist sich 

somit als unbegründet. 

bb) Zur Rüge der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe keine Profilierung der 

Böschung und Mauern verlangt und der angebliche Grenzabstand ergebe 

sich nicht aus den Plänen, gilt festzuhalten, dass die Gemeinde bereits im 

Oktober 2009 eine erste Projektänderung bewilligte, welche im Osten des 

Hauses eine dem heutigen Projekt sehr ähnliche Stützmauer/Aufschüttung 

vorgesehen hat. Der Vergleich der Pläne der ersten und der vorliegenden, 

zweiten Projektänderung lässt die identischen Dimensionen klar zum 

Ausdruck kommen. Die vorgesehene Stützmauer/Aufschüttung überragt 

sodann das gewachsene Terrain nur um ca. 20 bis 50 cm, also minimal. Somit 

wurde von Seiten der Gemeinde zu Recht auf die Profilierung der Böschung 

und Mauern verzichtet. Den Beschwerdeführern stand die Möglichkeit, die 

Pläne vom Oktober 2009 der ersten Projektänderung einzusehen offen, 

hätten sie dies gewollt. In ihrem Einspracheentscheid hat die Gemeinde die 

Zurückweisung des diesbezüglichen Arguments der Beschwerdeführer damit 

begründet, dass gegenüber den ehemaligen Einsprechern und heutigen 

Beschwerdeführern keine Abstandsvorschriften verletzt seien, und dass 

gegenüber der Parzelle 2387 Näherbaurechte bestünden, womit der 

Begründungspflicht auch in diesem Punkt Genüge getan ist. 

cc) Die Beschwerdeführer rügen weiter die Verletzung der Begründungspflicht in 

Bezug auf die nicht eingehaltenen Erstwohnungsanteilsvorschriften. Gemäss 

Art. 30 VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen 

Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung 

oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. 

Verlangt wird dabei auf Seiten der Beschwerdeführenden unter anderem eine 

materielle Beschwer. Diese setzt voraus, dass die Beschwerdeführenden 

stärker als die Allgemeinheit betroffen sind und in einer besonderen, 

beachtenswerten, nahen Beziehung zum Streitgegenstand stehen (Alfred 

Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 

Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 541). Vorliegendenfalls sind die 

Beschwerdeführer jedoch von einer allfälligen Verletzung der 

Erstwohnungsanteilsvorschriften nicht mehr berührt, als jedermann, womit es 

ihnen an der Legitimation für die Geltendmachung dieses Einwandes fehlt 

(vgl. dazu VGU R 10 15, E. 3; VGU R 09 40, E. 5). Daher erübrigt sich eine 

diesbezügliche Prüfung der Verletzung der Begründungspflicht. Selbst wenn 

die Legitimation bejaht werden könnte, kommt die Gemeinde im 

angefochtenen Entscheid ihrer Begründungspflicht ausreichend nach, indem 

sie ausführt, dass die Erstwohnungen bereits im früheren 

Bewilligungsverfahren festgelegt worden seien. 

dd) Richtig ist hingegen, dass der Parzellierungsplan vom 2. November 2009 nicht 

bei den Auflageakten lag. Damit blieb es den Beschwerdeführern verwehrt, 

zu überprüfen, ob der Grenzabstand zwischen Parzellen 2387 und 1811 

eingehalten sei. Durch das vorliegende Verfahren ist jedoch diese behauptete 

Gehörsverletzung geheilt worden, konnten die Beschwerdeführer doch 

Kenntnis nehmen von dem durch die Gemeinde in ihrer Vernehmlassung 

eingereichten Parzellierungsplan. 

c) Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass sich der 

Einwand der Beschwerdeführer, das rechtliche Gehör sei verletzt, als 

unbegründet erweist beziehungsweise die durch die Vorinstanz begangene 

Gehörsverletzung, mit dem hier vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt 

wird. 

3. a) Materiell rügen die Beschwerdeführer, die Grenzabstände des neuen 

Einfamilienhauses auf Parzelle 1811 würden nicht eingehalten, die 

diesbezüglichen Planunterlagen würden fehlen und die Parzellierung sei 

unbeachtet geblieben. Die Gemeinde entgegnet, der Standort des Hauses A 

sei bereits früher bewilligt worden. Daran habe sich mit der hier zur Diskussion 

stehenden Projektänderung nichts geändert. Die nachträgliche Parzellierung 

sei am 2. November 2009 erfolgt und bilde nicht Gegenstand der von den 

Beschwerdeführern angefochtenen Baubewilligung, weshalb auf die Rügen 

betreffend Grenzabstände nicht einzutreten sei. 

b) Vorab gilt es festzuhalten, dass aus dem Parzellierungsplan vom 2. November 

2009 klar hervor geht, dass der Parzelle 1811 zulasten der Parzelle 2387 

Näher- und Grenzbaurechte eingeräumt wurden, was zudem mittels 

Grundbuchauszug des Grundbuchamts … untermauert wurde. Aufgrund der 

eindeutigen Aktenlage scheint es denn auch schwer verständlich, dass die 

Beschwerdeführer die bestehenden Näher- und Grenzbaurechte bis heute 

nicht zur Kenntnis nehmen wollen. 

c) Im vorliegenden Fall wurde am 2. November 2009 vom ursprünglichen 

Grundstück 2387 Parzelle 1811 mit einer Fläche von 769 m2 abgetrennt. 

Entgegen der Auffassung der Gemeinde sind aufgrund der geänderten 

Parzellengrenzen die Grenzabstände einer Projektänderung - wenn auch 

ohne wesentliche Veränderung des Gebäudegrundrisses und -kubus sowie 

der Umgebung - zu prüfen. Gemäss Art. 77 Abs. 1 KRG kann die kommunale 

Baubehörde Unterschreitungen der in diesem Gesetz und im Baugesetz der 

Gemeinde festgelegten Bauabstände bewilligen, wenn eine Vereinbarung 

zwischen den Betroffenen vorliegt und keine überwiegenden öffentlichen 

Interessen entgegenstehen. Durch die in casu eingeräumten Näherbaurechte 

zugunsten der Parzelle 1811 und zulasten der Parzelle 2387 wurde dieser 

Bestimmung Genüge getan und die Rüge der Beschwerdeführer hinsichtlich 

der nichteingehaltenen Grenzabstände läuft ins Leere. 

4. Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, es fehle an einer klaren 

Regelung der Erstwohnungsanteile. Die Baubehörde hat bereits in der 

Baubewilligung vom 22. Oktober 2009 Auflagen betreffend den 

Erstwohnungsanteil verfügt (vgl. Gemeindebeilage 1). Durch die hier zur 

Diskussion stehende zweite Projektänderung (Gesuch vom 22. März 2010) 

ändert sich daran nichts, weshalb auf die Rüge nicht einzutreten ist. Des 

Weiteren fehlt es den Beschwerdeführer wie unter Erwägung 2. b ausgeführt, 

an der Legitimation für die Geltendmachung des Einwandes.

5. Ferner wenden die Beschwerdeführer ein, die Stützmauer im Osten des 

Gebäudes sowie die Terrainaufschüttung seien in der geplanten Höhe 

unzulässig und auch die Grenzabstände seien nicht eingehalten, wobei 

Planunterlagen mit den aktuellen Grenzen fehlten. Bereits im Oktober 2009 

hat die Gemeinde eine erste Projektänderung bewilligt, die eine der heutigen 

sehr ähnliche Stützmauer/Aufschüttung vorgesehen hat. Vergleicht man die 

Pläne der ersten und zweiten Projektänderung, geht klar hervor, dass die 

Dimensionen der Stützmauer/Aufschüttung identisch sind. Der Einwand der 

Beschwerdeführer ist demnach nicht zu hören. Wie bereits ausgeführt, 

bestehen zugunsten der Parzelle 1811 gegenüber der Parzelle 2387 Näher- 

und Grenzbaurechte. Die Mauer liegt an keiner Grenze. Wie aus den bei den 

Akten liegenden Plänen klar ersichtlich ist, liegt in casu auch keine 

Gesetzesverletzung durch nicht eingehaltene Grenzabstände vor. Die 

Beschwerde ist demnach auch in diesem Punkt unbegründet.  

6. a) Die Beschwerdeführer rügen, bei der Verlegung der Verfahrenskosten sei 

nicht berücksichtigt worden, dass die Bauherrschaft aufgrund der Einsprache 

auf die Dachabschrägung beim Hauseingang verzichtet habe. Die Gemeinde 

entgegnet, dass die Einsprecher und heutigen Beschwerdeführer mit ihren 

Rügen in der Einsprache vollumfänglich gescheitert seien. Die 

Kostenauferlegung im angefochtenen Entscheid sei damit rechtens erfolgt 

und der Umstand, dass die Bauherrschaft auf einen Teil der Änderungen 

verzichtet habe, sei für die Einsprache unerheblich. 

b) Gemäss Art. 96 Abs. 2 Satz 2 KRG sind die Kosten, die sich aus der 

Behandlung von Einsprachen ergeben, den Einsprechenden zu überbinden, 

wenn die Einsprache abgewiesen oder darauf nicht eingetreten wird. Die 

Beschwerdeführer sind im Einspracheverfahren vollständig unterlegen, 

weshalb es sich rechtfertigt, ihnen sämtliche Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet. 

7. a) Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. Die 

Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführer. 

b) Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine 

Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen, besteht vorliegend kein 

Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 390.--

zusammen Fr. 3'390.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.