# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b48525c-2333-5581-89b0-875171a4de57
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.08.2020 200 2020 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-201_2020-08-17.pdf

## Full Text

200 20 201 IV
FUE/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. August 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________, C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

D.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 6. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), ... 
(Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung [IV], Antwortbeilage 
[AB] 2 S. 3), seit 1. Mai 2008 bei der E.________ angestellt (AB 13), mel-
dete sich am 12. Dezember 2016 unter Hinweis auf einen erlittenen ischä-
mischen Hirninfarkt bei der IV zum Leistungsbezug an (AB 1). Die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte medizinische und erwerbliche 
Abklärungen und sprach Frühinterventionsmassnahmen (AB 24, 33, 43, 
49) sowie berufliche Eingliederungsmassnahmen (AB 60, 68) zu. Letztere 
wurden per 30. Juni 2018 abgeschlossen (AB 68, 83). In der Folge liess die 
IVB die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) neuro-
psychologisch-neurologisch untersuchen (Berichte vom 17. Januar 2019 
[AB 95] und vom 1. Februar 2019 [AB 103]) und durch ihren Abklärungs-
dienst einen Abklärungsbericht Haushalt vom 19. Juni 2019 (AB 107) er-
stellen. Mit Vorbescheid vom 31. Juli 2019 (AB 108) stellte sie bei einem 
Status von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Aufgabenbereich Haushalt so-
wie einem Invaliditätsgrad von 44 % bzw. 52 % die Zusprache einer Vier-
telsrente ab 1. November 2017 bzw. einer halben Rente ab 1. Januar 2018 
in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachten Einwänden (AB 111) und dies-
bezüglichen Stellungnahmen des RAD (AB 117) und des Abklärungsdiens-
tes (AB 118) verfügte die IVB am 6. Februar 2020 (AB 120) wie angekün-
digt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch C.________, 
B.________, mit Eingabe vom 9. März 2020 Beschwerde mit den folgen-
den Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. Februar 2020 sei 
aufzuheben. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin 
den Sachverhalt unrichtig abgeklärt hat. Die Sache sei zur Ab-
klärung des vollständigen und richtigen Sachverhaltes und zur 

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Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Anschliessend 
sei über das Leistungsbegehren neu zu verfügen.

2. Eventuell sei unter Aufhebung der Verfügung der Beschwerdegeg-
nerin vom 6. Februar 2020 über das Leistungsbegehren neu zu 
entscheiden und die entsprechenden Korrekturen vorzunehmen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 28. April 2020 auf 
die Einreichung einer einlässlichen Beschwerdeantwort, verwies auf die 
angefochtene Verfügung und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 16. Juli 2020 lud der Instruktionsrichter die D.________ 
(Beigeladene) zum Verfahren bei. Gleichzeitig erteilte er ihr Gelegenheit 
zur Einreichung einer Stellungnahme, worauf diese mit Eingabe vom 
17. Juli 2020 verzichtete.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Februar 2020 
(AB 120). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung.

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2). Folglich 
ist der generelle Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der In-
validenversicherung zu prüfen, unter Einschluss der ab 1. November 2017 
zugesprochenen Viertelsrente bzw. der halben Rente ab 1. Januar 2018.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-

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werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201 [in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Die Berechnung 

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des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach 
Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch 
die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Er-
werbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die 
Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis 
Abs. 3 IVV [in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Für die Berech-
nung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im 
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person 
nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Auf-
gabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV [in der seit 1. Januar 2018 
gültigen Fassung]).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 

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haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist zum Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin bzw. ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit – soweit ent-
scheidwesentlich – das Folgende zu entnehmen:

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3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals F.________ vom 18. November 
2016 (AB 10 S. 15 ff.) betreffend die Hospitalisation vom 13. bis 18. No-
vember 2016 wurde das Folgende diagnostiziert: 

1. Akuter ischämischer Hirninfarkt im Media-Stromgebiet rechts bei Carotis-
T-Verschluss rechts am 13.11.2016
- Symptome bei Eintritt: Faziobrachiocrurales Hemisyndrom links, Kopf-

schmerzen, Erbrechen (NIHSS 15 Punkte)
- Symptome bei Austritt: Leichtes beinbetontes sensomotorisches Hemi-

syndrom links (NIHSS 2 Punkte)
- Therapie: intravenöse Thrombolyse 80 min nach Symptombeginn, DSA 

ohne Intervention (TlCl 2b), Stroke Komplexbehandlung (Aufnahme 
Stroke Unit) > 72h

- Aetiologie: unklar
- Risikofaktoren: Dyslipidämie, PFO III°

2. Mittelschweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
- Respiratorische Polygraphie 13.11.2016: AHI 19.9/h

3. Ventrikuläre Extrasystolie
Therapie mit Metozerok

3.1.2 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 13. Dezember 
2016 (AB 10 S. 8 ff.) betreffend die Hospitalisation vom 21. November bis 
9. Dezember 2016 wurden erfreuliche Fortschritte unter der interdiszi-
plinären stationären Neurorehabilitation festgehalten. Medizinische Kompli-
kationen seien keine aufgetreten. Die Patientin sei aktuell über fünf Wo-
chen vollständig arbeitsunfähig. Es werde eine berufliche Integration unter 
neuropsychologischer Begleitung empfohlen.

3.1.3 Im Bericht vom 24. Januar 2017 (AB 10 S. 1 ff.) hielt Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, die Prognose 
sei gut. Die Patientin habe begonnen, in einem Pensum von 30 % zu arbei-
ten.

3.1.4 Dem Bericht des Spitals F.________ vom 8. Mai 2017 (AB 21) ist 
zu entnehmen, dass die Patientin nach einer ersten Heilungs- und Rehabili-
tationsphase bereits am 19. Januar 2017 mit der beruflichen Wiederein-
gliederung begonnen habe. Nachdem sie aufgrund von Überforderung bei 
stark reduzierter Belastbarkeit mehrmals die Arbeitstätigkeiten wieder wo-
chenweise habe unterbrechen müssen, besuche sie seit März ein ambulan-
tes neurovaskuläres Rehabilitationsprogramm, das zwei Nachmittage pro 
Woche in Anspruch nehme. Hauptziel sei die Verbesserung der Belastbar-

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keit. In der Folge sei ein therapeutisch begleiteter Arbeitsversuch bei 100 % 
Arbeitsunfähigkeit initiiert worden.

In einem weiteren Bericht derselben Klinik vom 29. Juni 2017 (AB 28 S. 2 
f.) wurde festgehalten, im Vergleich zu alters- und bildungsentsprechenden 
Normen habe sich bei der Patientin insgesamt ein unauffälliges (norm-
gemässes) kognitives Leistungsprofil erfassen lassen. In zwei Funktionsbe-
reichen (Alertness sowie unmittelbare Sprachverarbeitung und Textverar-
beitung) seien die Leistungen jedoch deutlich abgewichen.

Dem Bericht vom 11. Juli 2017 (AB 37 S. 2 f.) ist zu entnehmen, dass bei 
der Patientin nach Abschluss der ambulanten Neurorehabilitation leicht bis 
vereinzelt mittelschwer reichende Hirnfunktionsstörungen (aphasische 
Restsymptomatik; vermindertes grundlegendes Aktivierungsniveau) 
bestünden, die – wie der bisherige Arbeitsversuch gezeigt habe – mit ent-
sprechenden prozentualen und inhaltlichen Anpassungen teilweise recht 
gut kompensiert würden. Die Rehabilitationsmassnahmen seien weitge-
hend ausgeschöpft. Die Hauptproblematik im beruflichen Alltag bestehe vor 
allem im Bereich der kognitiven Belastbarkeit und aphasischen Restsym-
ptomatik. Aufgrund der beschriebenen Einschränkungen sei prognostisch 
davon auszugehen, dass die frühere Tätigkeit nicht mehr in der gleichen 
Art und in vollem Ausmass möglich sein werde.

3.1.5 Dr. med. de H.________ führte im Verlaufsbericht vom 18. Sep-
tember 2017 (AB 35 S. 1 ff.) aus, aktuell bestünden Müdigkeit, Schwäche 
der linken Körperseite, Schlafstörungen und episodenweise Schwindel. 
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei die Prognose schlecht. Zwischen dem 
13. November 2016 und dem 31. Juli 2017 habe eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit vorgelegen. Seit dem 1. August 2017 bis auf weiteres bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 80 - 85 %.

3.1.6 Im Bericht vom 31. Mai 2018 (AB 74) vermerkte Dr. med. 
I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, einen stationären 
Gesundheitszustand. Die Wortfindungsstörungen seien etwas besser ge-
worden. Stationär sei die residuelle Fussheberschwäche im linken Fuss 
und auch die Sensibilitätsstörung der linken Körperhälfte. Die Patientin wir-
ke antriebsgeschwächt. Ab Juli 2018 bestehe eine dauerhafte Arbeitsun-

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fähigkeit von 60 - 80 %. Zeitlich sei ihre aktuelle Arbeit zu 40 % zumutbar, 
die Leistung betrage gemäss Arbeitgeberin 20 %.

3.1.7 Der RAD-Psychologe Dr. phil. J.________, Fachpsychologe für 
Neuropsychologie FSP, diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 
17. Januar 2019 (AB 95) leichte bis mittelschwere neuropsychologische 
Dysfunktionen mit exekutiven Minderfunktionen, verbal-mnestischen Insta-
bilitäten und primär zerebral bedingter erhöhter mentaler Ermüdbarkeit. In 
der dreieinhalbstündigen Untersuchung mache die Explorandin von Beginn 
an einen müden, geschwächten und kraftlosen Eindruck. Trotz Müdigkeit 
sei sie aber mental immer präsent und könne für die Bearbeitung der Auf-
gaben eine adäquate konzentrative Spannung aufbauen und aufrechterhal-
ten. Zur Kompensation von Ermüdung und Erschöpfung müsse die Explo-
randin im Verlauf jedoch immer mehr Energie aufwenden, was wieder Er-
müdung und Erschöpfung verstärkten. Ausdauer und Belastbarkeit müss-
ten als deutlich eingeschränkt beurteilt werden. Auf Testebene hingegen 
würden trotz klinisch evidenter Müdigkeit in den zeitlich auf einige Minuten 
begrenzten Konzentrationsaufgaben weitgehend normale Leistungen er-
bracht. Rein auf Testebene resultierten wie in der Voruntersuchung leichte 
bis mittelschwere Minderfunktionen in Form von exekutiven Dysfunktionen, 
verbal-mnestischen Instabilitäten und feinmotorischer Verlangsamung. Die 
figural-mnestischen Leistungen und auch die attentativen Funktionen zeig-
ten auf Testebene keine pathologisch relevanten Beeinträchtigungen. Die 
früher beschriebene Verminderung des Aktivierungsniveaus könne insofern 
bestätigt werden, als auch in der jetzigen Untersuchung eine ausgeprägte 
mentale Ermüdbarkeit mit vorzeitiger Erschöpfung und verminderter Be-
lastbarkeit imponierten. Weiter habe wie in der Voruntersuchung eine Ka-
pazitätsverminderung des Arbeitsgedächtnisses, eine reduzierte verbale 
Ideenproduktion und eine fehlerhafte kognitive Umstellfähigkeit bzw. feh-
lerhafte kognitive Impulskontrolle objektiviert werden können. Andere da-
malige Minderfunktionen (akustische Merkspanne, Textgedächtnis) hätten 
hingegen nicht reproduziert werden können. Ohne Einbezug von hoher 
Ermüdbarkeit und verminderter Belastbarkeit vermöchten die leichten bis 
mittelschweren testpsychologischen Minderfunktionen nach den Richtlinien 
des neuropsychologischen Berufsverbandes (SVNP) eine Leistungsminde-
rung von bis zu 50 % zu begründen. Im vorliegenden Fall spielten die kli-

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nisch evidenten Phänomene einer hohen Ermüdbarkeit und einer geringen 
Belastbarkeit in Bezug auf die verminderte Leistungsfähigkeit jedoch eine 
mindestens ebenso bedeutende Rolle wie die testpsychologisch objekti-
vierbaren Minderfunktionen. Zusammen mit der klinisch evidenten und 
nach zerebralen Affektionen häufig zu beobachtenden Ermüdbarkeit müsse 
daher aus neuropsychologischer Perspektive eine Leistungsminderung von 
60 % postuliert werden. Bei der hohen mentalen Ermüdbarkeit handle es 
sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um ein zerebral, also durch die 
Ischämie bedingtes Symptom, wobei eine Akzentuierung durch eine latente 
depressive Symptomatik nicht auszuschliessen sei.

3.1.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Neurologie, 
hielt im Untersuchungsbericht vom 1. Februar 2019 (AB 103) fest, die Ver-
sicherte habe infolge eines Verschlusses der Arteria carotis rechts eine 
Hirnschädigung mit Schädigung der Inselrinde wie auch der Basalganglien 
rechts erlitten. Im Anschluss an die optimale Akutbehandlung habe nahtlos 
die Rehabilitation angeschlossen; hier habe sich eine stetige Besserung 
der Defizite gezeigt. Nach mehr als zwei Jahren nach dem Ereignis sei jetzt 
von einer stabilen Situation auszugehen. An funktionellen Einschränkungen 
bestünden ein diskretes sensomotorisches Hemisyndrom links, eine mögli-
che aphasische Restsymptomatik (Linkshänderin), wobei diese von der 
Fremdsprachigkeit schwer abzugrenzen sei, und testpsychologisch objekti-
vierte kognitive Minderfunktionen von leicht bis mittelschwer mit im Vorder-
grund stehender Ermüdbarkeit. Aufgrund des klinischen Eindrucks wirke 
die Stimmung auch eher bedrückt und die Versicherte leide auch an 
Schlafstörungen, mit vermutlich inkonsequenter Einnahme des Trimipra-
mins (Spiegel nicht messbar). Die nicht medizinischen Unterlagen zum 
beruflichen Wiedereinstieg liessen erkennen, dass die Versicherte früh sehr 
motiviert gewesen sei, wieder in ihre Tätigkeit einzusteigen. Der therapeu-
tisch begleitete Arbeitsversuch an der bisherigen Arbeitsstelle sei jedoch 
gescheitert und es sei im Rahmen der beruflichen Eingliederung eine An-
stellung in einem Pensum von 40 % (20 % … und 20 % …) in einem … 
gefunden worden. Aufgrund der leicht- bis mittelgradigen neuropsychologi-
schen und der leichten körperlichen Einschränkungen sei ein Pensum von 
50 % in einer Bürotätigkeit, als was die Tätigkeit als … zu definieren sei, 
nachvollziehbar. In der … selber würden sich die körperlichen Defizite ver-

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mehrt auswirken, hingegen die kognitiven eine kleinere Rolle spielen. Auf-
grund der Ermüdbarkeit sei von einer zusätzlichen Leistungsminderung von 
bis zu 20 % auszugehen. Die vom Hausarzt wie auch der Arbeitgeberin 
postulierte Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 % lasse sich mit den erhobenen 
Befunden nicht begründen. Es sei davon auszugehen, dass sich mit einer 
regelmässigen Einnahme des Trimipramins diese zusätzliche Leistungs-
einschränkung vermindern liesse und allenfalls eine vermehrte begleitende 
Gesprächstherapie bei der Krankheitsverarbeitung helfen könnte. Seit dem 
Ereignis am 13. November 2016 habe bis zum 31. Juli 2017 eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit bestanden, vom 1. August 2017 bis zum 30. Juni 
2018 eine solche von 80 % und ab dem 1. Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit 
von 40 %.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 13

erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte die hier angefochtene Verfügung 
(AB 120) in medizinischer Hinsicht auf den Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
K.________ vom 1. Februar 2019 (AB 103). Dieser erfüllt die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Beweis. Die 
RAD-Ärztin setzte sich in Kenntnis der Aktenlage und gestützt auf die im 
Rahmen der persönlichen Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse aus-
führlich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden aus-
einander. Dabei berücksichtigte sie insbesondere auch den RAD-
Untersuchungsbericht des Dr. phil. J.________ vom 17. Januar 2019 
(AB 95). Gestützt auf den RAD-ärztlichen Bericht ist davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin seit dem am 13. November 2016 erlittenen 
ischämischen Hirninfarkt in der Arbeitsfähigkeit wie folgt eingeschränkt war: 
100 % vom 13. November 2016 bis zum 31. Juli 2017, 80 % vom 1. August 
2017 bis zum 30. Juni 2018 und 60 % ab dem 1. Juli 2018 bis auf Weiteres. 
Bezogen auf den letzten Zeitraum attestierte die RAD-Ärztin zwar eine Ar-
beitsunfähigkeit von 40 % (AB 103 S. 7), dabei handelt es sich jedoch of-
fensichtlich um einen Verschrieb, hielt sie doch in einer Bürotätigkeit ein 
Pensum von 50 % mit einer Leistungseinschränkung von 20 % für zumut-
bar (AB 103 S. 7 oben). Dies entspricht einer Arbeitsfähigkeit von 40 % 
bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Diese Arbeitsfähigkeitseinschät-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 14

zung steht überdies im Einklang mit derjenigen von Dr. phil. J.________, 
welcher ebenfalls von einer Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungsminderung 
von 60 % ausging (AB 95 S. 9).

Was die Beschwerdeführerin gegen das von der RAD-Ärztin definierte Zu-
mutbarkeitsprofil vorbringt, führt zu keinem anderen Ergebnis. Dr. med. 
K.________ war in der Lage, eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % medizinisch 
nachzuvollziehen. Eine höhergradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, 
mithin eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 %, vermochte sie anhand der 
erhobenen Defizite jedoch nicht zu begründen. Die abschliessende Beurtei-
lung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen 
Leistungseinschränkungen obliegt in der Hauptsache dem Arzt oder der 
Ärztin und nicht den Fachleuten der Berufsberatung bzw. der beruflichen 
Eingliederung (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV Nr. 75 
S. 231 E. 4.1.1). Damit begründet die Einschätzung der Fachleute der be-
ruflichen Integration, wonach lediglich ein Pensum von 40 % ([17 Stunden] 
und nicht 50 %) möglich sei (vgl. AB 72 S. 7), keine Zweifel an der Beurtei-
lung der RAD-Ärztin. Was die Leistungsfähigkeit betrifft, gaben die Einglie-
derungsfachleute im Übrigen keine eigene Einschätzung ab (insbesondere 
verzichteten sie auf die Durchführung einer Leistungsevaluation [AB 72 
S. 7]), vielmehr verwiesen sie auf die Angaben der Arbeitgeberin, die einen 
Lohn entsprechend einer Leistung von 20 % ausrichtete (AB 82 S. 2). Die-
ser Leistungslohn ist darüber hinaus gestützt auf die Berichte bzgl. der be-
ruflichen Eingliederung nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Namentlich 
kann dem Protokoll vom 8. Mai 2018 entnommen werden, dass die Be-
schwerdeführerin als … bzw. im … Bereich wieder eine "volle Leistung" 
erbringe, gelinge es ihr doch, bei einem Richtwert von eineinhalb Stunden 
pro Bericht in vier Stunden drei …-Berichte zu erledigen; dies bei attestier-
ter sehr guter Qualität (AB 72 S. 7). Davon ausgehend wäre bei einem 
Verhältnis von neun Stunden Arbeit als … zu acht Stunden Arbeit in der … 
(AB 82 S. 4) allein mit Ersterer bereits eine Leistung von ca. 20 % gege-
ben. Damit sind gewisse Zweifel angebracht, ob der effektive Lohn der 
Leistung tatsächlich entspricht, auch wenn Anpassungen an den Fachauf-
gaben vorgenommen wurden (vgl. AB 88). Überdies wies die RAD-Ärztin 
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin das Trimipramin gemäss der 
durchgeführten Blutspiegelkontrolle nicht regelmässig einnahm (Spiegel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 15

nicht messbar [AB 103 S. 5]) und die Arbeitsfähigkeit u.a. durch eine kon-
sequente Medikamenteneinnahme verbessert werden könnte (AB 103 
S. 7).

Eine eigentliche Konsensbeurteilung durch Dr. med. K.________ und 
Dr. phil. J.________ war vorliegend – entgegen der Rüge der Beschwerde-
führerin (Beschwerde S. 5) – nicht notwendig, handelt es sich doch nicht 
um eine interdisziplinäre Untersuchung, sondern um eine neurologische 
Untersuchung, unter Berücksichtigung der aus der neuropsychologischen 
Testung gewonnenen Erkenntnisse. Damit genügte, dass der RAD-Neuro-
psychologe seine Ergebnisse mit der RAD-Neurologin am 19. Januar 2019 
ausführlich besprach (AB 96), bevor diese ihren Bericht vom 1. Februar 
2019 (AB 103) verfasste.

Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Bericht der Hausärztin 
Dr. med. I.________ vom 31. Mai 2018 (AB 74) beruft, welche von einer 
Arbeitsfähigkeit von 20 % ausging (Beschwerde S. 4 f.), ist festzustellen, 
dass diese lediglich auf die Angaben der Arbeitgeberin abstellte und keine 
eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgab (AB 74 S. 4 Ziff. 14). Oh-
nehin verfügte sie als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin nicht über 
die fachliche Qualifikation, um die neurologische Beurteilung der RAD-
Ärztin Dr. med. K.________ zu entkräften (Entscheid des Bundesgerichts 
vom 6. Oktober 2014, 9C_139/2014, E. 5.2). Folglich bestand für die Neu-
rologin denn auch kein Anlass, sich im Anhörungsverfahren (vgl. AB 117) 
vertieft mit dem hausärztlichen Bericht auseinanderzusetzen (Beschwerde 
S. 5).

Schliesslich ist bezüglich der geltend gemachten psychischen Beeinträchti-
gung (Beschwerde S. 6 f.) festzuhalten, dass die Diagnose einer depressi-
ven Störung bisher von keinem Arzt gestellt wurde. Der behandelnde Psy-
chologe berichtete denn auch lediglich von depressiven Symptomen, wel-
che sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken könnten (Akten der 
Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage 2). Bestanden keine Hinweise auf 
eine ernsthafte psychische Erkrankung, durfte die Beschwerdegegnerin auf 
entsprechende Abklärungen verzichten (antizipierte Beweiswürdigung: 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 16

Gestützt auf die nach dem Dargelegten überzeugende Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärztin Dr. med. K.________ ist nachfolgend 
der Invaliditätsgrad zu bemessen.

4.

Die Beschwerdegegnerin nahm die Invaliditätsbemessung in Anwendung 
der gemischten Methode vor (vgl. E. 2.3 hiervor); dies unter Berücksichti-
gung eines Status von 80 % Erwerb und 20 % Aufgabenbereich Haushalt 
(AB 120 S. 3 f.). Dies ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin 
war gemäss Bestätigung der Beigeladenen vom 17. Juli 2020 (in den Ge-
richtsakten) vom 1. Mai 2008 bis zum 31. Dezember 2011 zu einem Pen-
sum von 100 % und ab dem 1. Januar 2012 zu einem Pensum von 80 % 
bei der E.________ angestellt. Wie im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb 
vom 19. Juni 2019 zutreffend festgehalten wurde, ergeben sich aus den 
Akten keine Hinweise, dass die Beschwerdeführerin beabsichtigt hätte, ihr 
seit dem 1. Januar 2012 ausgeübtes Erwerbspensum von 80 % auf 90 % 
oder gar 100 % (vgl. Beschwerde S. 8) zu erhöhen (vgl. AB 107 S. 7 Ziff. 
3.4). Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus geltend macht, sie sei 
als Teilzeiterwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu bemessen, womit die 
gemischte Methode nicht zur Anwendung gelange (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 
S. 53 und E. 5.2 S. 54; vgl. Beschwerde S. 8), bleibt ihr Vorbringen, sie 
habe die durch die Pensumsreduktion frei gewordene Zeit für ihre Freizeit 
(Wandern, Fitness, Nähen und soziales Engagement) und nicht für die Er-
ledigung des Haushalts benutzt, gänzlich unbelegt. Im Übrigen würde eine 
Invaliditätsbemessung als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu ih-
ren Ungunsten ausfallen, weil auch diesfalls die Einschränkung im Er-
werbsbereich zu gewichten wäre (vgl. BGE 142 V 290 E. 7.3 S. 298), ohne 
dass anschliessend – wie dies im Rahmen der gemischten Methode erfolgt 
– eine Einschränkung im Aufgabenbereich zu addieren wäre.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 17

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Mit Blick auf die im Dezember 2016 erfolgte Anmel-
dung zum Leistungsbezug (AB 1) und dem im November 2017 abgelaufe-
nen Wartejahr ist mit der Beschwerdegegnerin der Beginn des Rentenan-
spruchs auf November 2017 festzusetzen (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 
Abs. 1 IVG). Per 1. Januar 2018 wurden die Änderungen der IVV betref-
fend gemischte Methode (Art. 27 und Art. 27bis Abs. 2-4 IVV; AS 2017 
7581) in Kraft gesetzt. Es sind deshalb nach den intertemporalrechtlichen 
Grundsätzen (BGE 140 V 41 E. 6.3.1 S. 44, 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220; 
SVR 2018 KV Nr. 2 S. 14 E. 2) je nach den jeweils gültigen Bestimmungen 
gesonderte Invaliditätsbemessungen für die Zeit vom 1. November 2017 
bis 31. Dezember 2017 bzw. für die Zeit ab 1. Januar 2018 durchzuführen 
(vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372). Die Verbesserung des Gesundheitszu-
standes ab 1. Juli 2018 (vgl. E. 3.4 hiervor) stellt einen Revisionsgrund dar 
und hat sodann eine weitere Invaliditätsbemessung zur Folge.

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen korrekterweise an-
hand des bei der E.________ zuletzt erzielten Einkommens in der Höhe 
von Fr. 68'252.-- für ein Pensum von 80 % (AB 9 S. 4 Ziff. 2.11) bestimmt. 
Dieser Wert ist für die Invaliditätsbemessung betreffend den Zeitraum vom 
1. November 2017 bis 31. Dezember 2017 zu berücksichtigen. Für die In-
validitätsbemessung ab 1. Januar 2018 ist dieser Wert auf ein Pensum von 
100 % umzurechnen (vgl. E. 2.3 hiervor) und auf das Jahr 2018 zu indexie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 18

ren. Daraus resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 85'647.-- (Fr. 68'252.-- 
/ 80 x 100 / 102.7 x 103.1 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex 2011-
2018, Frauen, Ziff. 86-88 {Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen}, 
2017 bzw. 2018]).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 297).

5.3.1 Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des 
Invalideneinkommens nicht auf das effektiv erzielte Einkommen abgestellt, 
da die Beschwerdeführerin in der aktuellen Tätigkeit ihre aus medizinisch-
theoretischer Sicht zumutbare Leistung nicht ausschöpft (vgl. AB 107 S. 5 
f., 8 f.). Nicht korrekt hingegen ist das Heranziehen des zuletzt erzielten 
Einkommens (vgl. E. 5.2) und dessen Umrechnung auf das dem Zumutbar-
keitsprofil entsprechende Pensum (AB 107 S. 8 f.). Es ist nicht erstellt, dass 
die Arbeitgeberin eine dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Stelle mit 
einem Pensum von 50 % (mit einer Leistung von 40 %) angeboten hätte 
(vgl. dazu THOMAS ACKERMANN, Die Bemessung des Invaliditätsgrades, in: 
KIESER/LENDFERS [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2012, S. 33). 
Zudem ist angesichts des aktuellen, um 50 % reduzierten Lohnes bei ei-
nem Pensum von 40 % (vgl. AB 107 S. 6) offensichtlich, dass die Arbeitge-
berin nicht den von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten Lohn bezahlt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 19

hätte. Das Invalideneinkommen ist dementsprechend anhand eines LSE-
Tabellenlohnes zu bestimmen.

Die Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin ist darüber hinaus 
auch insoweit fehlerhaft, als sie bereits ab November 2017 von einer Ar-
beitsfähigkeit von 40 % ausging (AB 107 S. 8 f.), statt von der seitens der 
RAD-Ärztin attestierten Arbeitsfähigkeit von lediglich 20 % für den Zeitraum 
vom 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 (AB 103 S. 7).

5.3.2 Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2016, Frauen, Ziffer 86-88 (Ge-
sundheits- und Sozialwesen), Kompetenzniveau 2 ("Praktische Tätigkeiten 
wie […] Pflege/Datenverarbeitung und Administration […]") und unter 
Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der Nominalloh-
nentwicklung sowie der RAD-ärztlich festgestellten zumutbaren Arbeits-
fähigkeit ergeben sich die folgenden, als Invalideneinkommen zu berück-
sichtigenden Jahreseinkommen:

- Fr. 12'894.-- ab 1. November 2017 (Fr. 5'156.-- x 12 / 40 Wochen-
stunden x 41.6 Wochenstunden [BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01, 
Ziff. 86-88] / 102.5 x 102.7 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnin-
dex 2011-2018, Frauen, Ziff. 86-88, 2016 bzw. 2017] x 0.2).

- Fr. 12'945.-- ab 1. Januar 2018 (Fr. 5'156.-- x 12 / 40 Wochen-
stunden x 41.6 Wochenstunden [BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01, 
Ziff. 86-88] / 102.5 x 103.1 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnin-
dex 2011-2018, Frauen, Ziff. 86-88, 2016 bzw. 2018] x 0.2).

- Fr. 25'889.-- ab 1. Juli 2018 (Fr. 5'156.-- x 12 / 40 Wochenstunden 
x 41.6 Wochenstunden [BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01, Ziff. 86-
88] / 102.5 x 103.1 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex 2011-
2018, Frauen, Ziff. 86-88, 2016 bzw. 2018] x 0.4).

5.4 Aus der Gegenüberstellung der jeweiligen Vergleichseinkommen 
(vgl. E. 5.2 und 5.3.2 hiervor), gewichtet mit dem Status von 80 % (vgl. E. 4 
hiervor), resultieren die folgenden Einschränkungen im Bereich Erwerb:

- 64.89 % ab 1. November 2017 ([Fr. 68'252.-- - Fr. 12'894.--] / 
Fr. 68'252.-- x 0.8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 20

- 67.91 % ab 1. Januar 2018 ([Fr. 85'647.-- - Fr. 12'945.--] / 
Fr. 85'647.-- x 0.8).

- 55.82 % ab 1. Juli 2018 ([Fr. 85'647.-- - Fr. 25'889.--] / Fr. 85'647.-- 
x 0.8).

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

6.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 19. Juni 2019 ermittel-
te die Beschwerdegegnerin anhand des Betätigungsvergleichs eine Ein-
schränkung von ungewichtet 19.2 % (AB 107 S. 15), was gewichtet einer 
Einschränkung von 3.84 % (19.2 % x 0.2 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4 hiervor]) 
entspricht. Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der 
Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort am 7. Juni 2019 
verfasst. Das Ergebnis stützt sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin 
zu den sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im 
Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben ent-
spricht den Vorgaben des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit 
in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherungen in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 21

der ab 1. Januar 2018 gültigen Fassung (KSIH, Rz. 3087). Die Gewichtung 
der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort ange-
gebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht 
zu beanstanden. Was die Gewichtung der einzelnen Einschränkungen an-
belangt, ist der Betätigungsvergleich nachvollziehbar begründet und hinrei-
chend detailliert. Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin des Weiteren die 
Bemessung der Einschränkungen im Haushalt unter Berücksichtigung der 
Schadenminderung in Form der Dritthilfe des Ehemannes und der im glei-
chen Haushalt lebenden Tochter vorgenommen (vgl. Rz. 3090 KSIH), wel-
che weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu er-
wartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Klare Fehlein-
schätzungen der Abklärungsfachperson, welche einen Eingriff des Gerichts 
in deren Ermessen rechtfertigen würden (vgl. E. 6.1 hiervor), sind nicht 
ersichtlich. Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 19. Juni 2019 
(AB 107) ist demnach voll beweiskräftig.

7.

Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 5.4 hiervor) und im Haushalt 
(vgl. E. 6.2 hiervor) resultieren Invaliditätsgrade von gerundet (vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 69 % (64.89 % + 3.84 %) ab 1. November 
2017, 72 % (67.91 % + 3.84 %) ab 1. Januar 2018 und 60 % (55.82 % + 
3.84 %) ab 1. Juli 2018. Damit hat die Beschwerdeführerin ab dem 1. No-
vember 2017 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, auf eine ganze Rente ab 
1. Januar 2018 und – unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV – auf 
eine Dreiviertelsrente ab 1. Oktober 2018 (vgl. E. 2.2 hiervor). In diesem 
Sinne ist die gegen die Verfügung vom 6. Februar 2020 (AB 120) erhobene 
Beschwerde gutzuheissen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 22

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihr nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

8.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Die Beschwerdeführerin wird durch C.________, B.________, vertreten. 
Entsprechend dessen nicht zu beanstandender Kostennote vom 15. Mai 
2020 wird die Parteientschädigung auf Fr. 1'081.30 festgesetzt (Honorar 
von Fr. 1'075.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 6.30). Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 6. Februar 2020 dahingehend abgeändert, als ab 
1. November 2017 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, ab 1. Januar 
2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Oktober 2018 
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente besteht.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Aug. 2020, IV/20/201, Seite 23

3. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'081.30 (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________, C.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Einga-

be der D.________ vom 17. Juli 2020)
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der D.________ vom 17. Juli 2020)
- D.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.