# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d30ed06f-0fd7-50d9-8b96-e7a2ca0257e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.03.2022 SB210459
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210459_2022-03-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210459-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

R. Affolter und Ersatzoberrichter lic. iur. P. Castrovilli sowie  

die Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle 

 

Urteil vom 10. März 2022 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. R. Egli, 

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Diebstahl etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung,  
vom 11. Mai 2021 (DG190348) 
 

sowie 

 

B._____,  
Beschwerdeführer 

 

- 2 - 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Entschädigung amtliche Verteidigung  
 
Beschwerde gegen Ziffer 15 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 
10. Abteilung, vom 11. Mai 2021, DG190348-L 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 12. Oktober 2018 

(Urk. 24) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Beschluss und Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 170 S. 50 ff.) 

 

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird betreffend Anklagedossier Nr. 5 (in Bezug auf den 

Straftatbestand des Diebstahls), Nr. 9 (in Bezug auf den Straftatbestand der 

unrechtmässigen Aneignung) sowie Anklagedossier Nr. 16 (in Bezug auf den 

Straftatbestand des Hausfriedensbruchs) eingestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen, teilweise geringfügigen, Diebstahls im Sinne von Art. 139 
Ziff. 1 StGB sowie Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, 

− der mehrfachen, teilweise geringfügigen, Sachbeschädigung im Sinne von 
Art. 144 Abs. 1 StGB sowie von Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG, 

− der Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 
Abs. 1 lit. a SVG, 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird (unter Einbezug des Strafrestes von 243 Tagen aus dem 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. April 2014) bestraft mit einer 

Freiheitsstrafe von 32 Monaten als Gesamtstrafe, wobei bis und mit heute 
846 Tage durch Haft und vorzeitigen Massnahmenvollzug erstanden sind, sowie 

- 4 - 

mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 10.– und mit einer Busse von 

CHF 200.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die 

Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt 

an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. September 2017 

bewilligte vorzeitige Massnahmenvollzug im Sinne von Art. 60 StGB wird 

aufgehoben.  

5. Es wird vollzugsbegleitend eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im 

Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung) angeordnet.  

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 

beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden Gegenstände werden 

eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 2 Pack Zigaretten, Chesterfield (Asservat Nr. unbekannt) 
− 1 Beschriftungsetikette (A010'626'025) 
− 1 Schuhkarton, Nike, violett/schwarz (A010'626'069) 
− 1 Federball, Spielzeug (A010'729'712) 
− 1 Sportcap (A010'729'745) 

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 beschlagnahmte 

und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde Kamera-Objektiv, Marke "Sony" 

(A010'639'562) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 

beschlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft lagernden 

Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen: 

− 1 Paar Handschuhe, Marke "Ziener" (A010'094'754) 

− 1 Paar Damenlederstiefel, Marke "Navyboot", braun (A010'662'632) 

- 5 - 

− 1 iPhone 6, silber, inkl. SIM-Karte (A'010'635'140) 

− 1 BlackBerry Bold, inkl. SIM-Karte (A010'635'151) 

− 1 PostFinance-Karte, lautend auf C._____ (A010'635'162) 

− 1 Paar Neoprenschuhe, Marke "Delta short" (A010'635'173) 

10. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lager-

nummer A010'639'540 und A010'639'551) werden eingezogen und der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen. 

11. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzbegehren folgender 

Privatkläger im Grundsatz anerkannt hat: 

− D._____ AG, … [Adresse], 

− E._____ AG, … [Adresse], 

− F._____ AG, [Adresse], 

− G._____, geboren tt. März 1972, Staatsangehöriger von Nigeria,  
… [Adresse], 

− H._____ AG, … [Adresse], 

− Restaurant / Bar I._____, … [Adresse] 

Bezüglich Höhe werden sie auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses 

verwiesen. 

12. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 (E._____ AG) wird abgewiesen. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr der Strafuntersuchung 

Fr. 1'650.75   Auslagen (Untersuchungen Spital Limmattal und FOR) 

Fr. 13'481.10   Auslagen (Gutachten Dr. med. J._____) 

Fr. 9'968.60   amtliche Verteidigung RA X1._____ 

Fr. 16'000.00   amtliche Verteidigung RA B._____ 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens gemäss vor-

stehender Dispositiv-Ziffer 13, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

- 6 - 

15. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. B._____, wird für 

seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger pauschal mit Fr. 16'000.00 (inkl. 

Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt (unter Anrechnung der 

bereits ausgerichteten Vorschüsse von Fr. 8'077.50 und Fr. 5'000.00; auszuzahlen 

verbleibt ein Betrag in Höhe von Fr. 2'922.50). Vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16. (Mitteilungen) 

17. (Rechtsmittel) 

18. (Rechtsmittel)" 

 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 171, teilweise sinngemäss) 

 Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 11. Mai 2021 wird 

betreffend den Schuldpunkt in Dispositiv-Ziffer 1 Lemma 1 bis 3 

angefochten. 

 Das Strafmass in Dispositiv-Ziffer 2 sei auf 28 Monate zu reduzieren.  

 Es sei von einer Landesverweisung abzusehen. 

 Die Gutachterkosten von CHF 13'481.10 seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

 (Urk. 179, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

- 7 - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales / Prozessgeschichte 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 170 S. 7 ff.). 

1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 11. Mai 2021 

gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und 

bestraft. Gegen dieses Urteil liess er mit Eingabe vom 20. Mai 2021 fristgerecht 

Berufung anmelden (Urk. 162) sowie innert Frist die Berufungserklärung (Urk. 

171) erstatten. 

1.3. Mit Verfügung vom 16. September 2021 ging die Berufungserklärung an 

die Staatsanwaltschaft und an die Privatkläger. Zugleich wurde diesen Frist 

angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird oder um ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde der Beschuldigte 

aufgefordert, ein Datenerfassungsblatt sowie diverse Unterlagen zu seinen 

finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 176). Mit Eingabe vom 

29. September 2021 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 179). Mit 

Eingabe vom 4. Oktober 2021 liess der Beschuldigte die eingeforderten 

Unterlagen einreichen (Urk. 180). Die Privatkläger liessen sich innert Frist nicht 

vernehmen. Mit Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts vom 

11. November 2021 wurden die Sistierung des Beschwerdeverfahrens betreffend 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung aufgehoben und die Beschwerde der I. 

Strafkammer zur weiteren Behandlung überwiesen (Urk. 178 und 182).  

1.4. Die Berufungsverhandlung wurde auf den 28. Februar 2022 angesetzt, 

musste jedoch infolge eines Verteidigerwechsels auf den 10. März 2022 ver-

schoben werden (Urk. 184, Urk. 187 ff., Urk. 197 und Urk. 199). Dem ehemaligen 

amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wurde zudem mit Verfügung vom 

- 8 - 

23. Februar 2022 Frist angesetzt, um seine Honorarbeschwerde so weit als 

möglich zu begründen und seine Honorarnote für das Berufungsverfahren 

einzureichen (Urk. 197). Mit Zuschrift vom 7. März 2022 ging die Stellungnahme 

des ehemals amtlichen Verteidigers des Beschuldigten samt Honorarnote frist-

gerecht ein (Urk. 203 und Urk. 205). Am 10. März 2022 fand die Berufungs-

verhandlung statt (Prot. II S. 5).  

2. Umfang der Berufung  

2.1. Der Beschuldigte focht in seiner Berufungserklärung Dispositiv-Ziffer 1 

dahingehend an, als ein Strafantragsrückzug noch rechtsgültig eingereicht 

werden kann (Art. 33 Abs. 1 StGB). Entsprechend galten die Schuldsprüche 

betreffend (teilweise geringfügige) Diebstähle sowie die Sachbeschädigungen und 

Hausfriedensbrüche als angefochten. Anlässlich der Berufungsverhandlung liess 

der Beschuldigte seine Berufung diesbezüglich zurückziehen (vgl. Urk. 210 S. 1 

und Prot. II S. 6). Die Schuldsprüche in Dispositiv-Ziffer 1 sind demnach nicht 

mehr angefochten. Weiterhin angefochten ist Dispositiv-Ziffern 2 und 3 (Sanktion), 

indem eine Gesamtstrafe von 28 Monaten und eine geringere Geldstrafe 

beantragen werden sowie die Anordnung einer Landesverweisung in Dispositiv-

Ziffer 6. Schliesslich wurde vom Beschuldigten beantragt, dass die 

Gutachterkosten in Ergänzung zu Dispositiv-Ziffer 14 auf die Staatskasse zu 

nehmen seien (Urk. 171), was anlässlich der Berufungsverhandlung ebenfalls 

zurückgezogen wurde (vgl. Prot. II S. 6).   

2.2. Demgemäss ist das vorinstanzliche Urteil betreffend 

Einstellungsbeschluss, Dispositiv-Ziffer 1 (Schuldsprüche), Dispositiv-Ziffern 4 

und 5 (Anordnung einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme nach 

Art. 63 StGB), Dispositiv- 

Ziffern 7-10 (Einziehungen), Dispositiv-Ziffern 11+12 (Zivilforderungen), 

Dispositiv-Ziffer 13 (Kostenfestsetzung teilweise, mit Ausnahme Honorar amtliche 

Verteidigung RA B._____) und Dispositiv-Ziffer 14 (Kostenauflage) in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist. 

- 9 - 

3. Formelles 

Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsgericht 

kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 mit Hinweisen).  

II. Sanktion / Vollzug / Rückversetzung 

1. Grundlagen und Grundsätze der Strafzumessung  

1.1. Der Beschuldigte beging die Delikte vor Inkrafttreten der seit 

1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts; AS 2016 1249). Wie zu 

zeigen sein wird, sind vorliegend eine Freiheitsstrafe und eine Geldstrafe 

auszusprechen. Bei der Bestimmung des Strafrahmens ist zu beachten, dass für 

die Geldstrafe nach neuem Recht mindestens drei und höchstens 

180 Tagessätze vorgesehen sind (Art. 34 Abs. 1 StGB). Darüber hinausgehend 

kommt nur noch eine Freiheitsstrafe in Frage (Art. 40 StGB). Demgegenüber war 

vor dem 1. Januar 2018 eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen möglich 

(Art. 34 Abs. 1 aStGB). Das neue Sanktionenrecht ist für den Beschuldigten 

betreffend Strafmass und Vollzug demnach nicht milder. Der Grundsatz der lex 

mitior (Art. 2 Abs. 2 StGB) gelangt für die verübten Delikte nicht zur Anwendung. 

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die 

Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in 

Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1 S. 316 ff., 217 E. 2.2 

und E. 3 S. 219 ff.; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67 f.; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf 

die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 170 S. 22 ff.) kann vorab 

verwiesen werden. 

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Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 

Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip 

nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere 

gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden 

einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die 

anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, 

genügt nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 S. 267 f.; 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f.; je 

mit Hinweisen). Wie noch zu zeigen ist, sind die Voraussetzungen für die 

Bildung von jeweiligen Gesamtstrafen (eine Gesamtfreiheitsstrafe und eine 

Gesamtgeldstrafe) gegeben. 

Das Bundesgericht unterstreicht in seiner jüngeren Rechtsprechung, dass 

Art. 49 Abs. 1 StGB keine Ausnahme von der konkreten Methode erlaubt. Es 

schliesst die Ausfällung einer Einheitsstrafe im Sinne einer Gesamtbetrachtung 

aus (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4 S. 235 f. mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung 

wurde wiederholt bestätigt (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2 S. 317 f.; Urteile 

6B_712/2018 vom 18. Dezember 2019 E. 3.1, 6B_1033/2019 vom 

4. Dezember 2019 E. 5.2 f., 6B_166/2019 vom 6. August 2019 E. 3.2.4, 

6B_409/2018 vom 7. Juni 2019 E. 2.3 und 6B_884/2018 vom 5. Februar 2019 

E. 1.2.2). Damit sind nach der "konkreten Methode" für sämtliche Delikte 

gedanklich Einzelstrafen zu bilden. Dies hat die Vorinstanz – etwa indem sie 

die verübten Diebstähle, Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche als 

Ganzes beurteilte – teilweise unterlassen. 

2. Wahl der Sanktionsart 

2.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 

und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 

134 IV 97 E. 4.2 S. 100 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der 

Verhältnismässigkeit soll nach konstanter Rechtsprechung bei alternativ zur 

Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten 

Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die 

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persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 

Urteil 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.2; je mit Hinweis). 

Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). 

Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in 

die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 

S. 101, 82 E. 7.2.2 S. 90). Am Vorrang der Geldstrafe hat der Gesetzgeber im 

Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der 

ursprünglichen Stossrichtung festgehalten (BGE 144 IV 217 E. 3.6 S. 237 f. mit 

Hinweisen). 

2.2. Zu beurteilen sind vorliegend 27 Delikte (davon 4 Übertretungen). Ob mit 

Blick auf die Zweckmässigkeit der Sanktion und den Schuldausgleich für die 

verschiedenen Verbrechen und Vergehen eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe 

angemessen erscheint, wird bei der Würdigung der einzelnen Delikte zu prüfen 

sein. 

3. Teilweise Zusatzstrafe  

3.1. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell 

vom 4. August 2017 wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von 

Art. 186 StGB, fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst im Sinne von 

Art. 222 Abs. 1 StGB, Tätlichkeiten nach Art. 126 Abs. 1 StGB und mehrfacher 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes nach Art. 19a BetmG schuldig 

gesprochen und mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Monaten sowie mit 

einer Busse von Fr. 500.– bestraft (Urk. 186 S. 2). Die vorliegend zu 

beurteilenden Taten liegen mehrheitlich vor dem 4. August 2017. Entsprechend 

liegt ein Fall einer teilweisen retrospektiven Konkurrenz vor.  

3.2. Hat das Gericht Straftaten zu beurteilen, die der Täter teils vor und teils 

nach einer früheren Verurteilung begangen hat, ist teilweise eine Zusatzstrafe zur 

erwähnten früheren Verurteilung auszusprechen. Dabei ist wie folgt vorzugehen: 

Hat der Täter mehrere Taten vor und nach einer früheren Verurteilung begangen, 

sind zuerst die Straftaten zu sanktionieren, die vor dem rechtskräftigen früheren 

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Urteil begangen wurden. Kommt die gleiche Strafart wie im früheren Urteil in 

Betracht, hat das Gericht eine Zusatzstrafe auszufällen. In einem zweiten Schritt 

ist die Strafe für die Delikte nach dem Ersturteil festzusetzen. Abschliessend sind 

die ermittelten Strafen zusammenzuzählen (BGE 145 IV 1 E. 1; BGE 142 IV 265 

E. 2.3 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_192/2020 vom 19. August 2020 E. 2.4; 

MATHYS, a.a.O., N 550 ff.). 

3.3. Vorliegend sind demnach zunächst – soweit auf die gleiche Straftart 

erkannt wird – zwei Gesamtstrafen in Bezug auf die zu beurteilenden Delikte zu 

bilden, die eine für Delikte, bei denen die retrospektive Konkurrenz zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 4. August 2017 besteht 

(mithin als Zusatzstrafe), in Berücksichtigung der damals verhängten Strafe, die 

andere für die Delikte, welche nach dem 4. August 2017 verübt wurden. Die 

beiden Strafen sind in der Folge zu addieren.  

4. Strafrahmen 

Das Gesetz sieht für den Diebstahl i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 StGB als schwerstes 

Delikt (für die Delikte vor und nach dem 4. August 2017) eine Strafandrohung von 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Strafschärfungs- und 

Strafmilderungsgründe führen nur bei aussergewöhnlichen Umständen dazu, 

die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen und sie nach oben 

oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen), was 

vorliegend nicht der Fall ist. Strafschärfungsgründe sind aber straferhöhend 

und Strafmilderungsgründe strafmindernd zu berücksichtigen.  

5. Konkrete Strafzumessung für Delikte bis zum 4. August 2017  

5.1. Diebstahl Dossier 6 

5.1.1. Ausgangspunkt der Strafzumessung bildet der verübte Diebstahl in 

Dossier 6. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte einen Einbruchdiebstahl in eine Diskothek / Bar beging und dabei Ein-

weghandschuhe benutze, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen (Urk. D6/4/2), 

weshalb von einer gewissen Planmässigkeit und einer nicht unerheblichen 

- 13 - 

kriminellen Energie auszugehen ist. Der erbeutete Deliktsbetrag fällt mit 

insgesamt Fr. 9'627.90 zudem unter Berücksichtigung der bescheidenen 

finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten beachtlich aus. Aufgrund des 

gestohlenen Deliktsgutes (Computer, Jacken, Parfüm, Spirituosen etc.) ist davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte einfach alles mitnahm, was er irgendwie 

verwenden bzw. gewinnbringend verkaufen konnte. Die objektive Tatschwere 

wiegt insgesamt nicht mehr leicht.  

5.1.2. Subjektiv ging der Beschuldigte mit direktem Vorsatz vor. Sein Motiv war 

rein egoistischer, monetärer Natur. Leicht strafmindernd zu veranschlagen ist, 

dass es sich um einen Fall einer klassischen Beschaffungskriminalität handelt. 

Beim Beschuldigten besteht seit über 10 Jahren eine schwere Abhängigkeit von 

multiplen Substanzen (Kokain, Opiate, Amphetamine etc.) (Urk. 131 S. 76 f.). 

Dem Forensisch-Psychiatrischen Gutachten vom 11. Juni 2020 bzw. der 

Ergänzung dazu vom 2. September 2020 kann zudem bezüglich einer 

Verminderung der Schuldfähigkeit entnommen werden, dass "theoretisch" (zu 

wenig aussagekräftige Informationen) von einer allenfalls leichtgradigen 

Verminderung der Schuldfähigkeit und damit einer leicht verminderten 

Schuldfähigkeit auszugehen sei (Urk. 131 und Urk. 147 S. 2). Insgesamt wiegt die 

subjektive Tatschwere deshalb gerade noch leicht.  

5.1.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere leicht zu ver-

mindern, weshalb von einem gerade noch leichten Tatverschulden auszugehen 

und die Einsatzstrafe auf 180 Strafeinheiten festzusetzen ist.  

5.1.4. In Bezug auf die Wahl der Strafart ist festzuhalten, dass es sich beim Be-

schuldigten bezüglich des Diebstahls um einen scheinbar unbelehrbaren Wieder-

holungstäter handelt, bei dem davon ausgegangen werden muss, dass er sich mit 

einer reinen Geldstrafe nicht von der Begehung weiterer (Einbruchs-)Diebstähle 

abhalten lassen wird. Es kommt hinzu, dass nicht einmal die 24-monatige 

Freiheitsstrafe vom 29. April 2014 nachhaltig wirkte, weshalb eine Geldstrafe als 

mildere Sanktion ausser Betracht fällt. Weiter ist aufgrund der prekären 

finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten und der zu erwartenden hohen 

Gesamtstrafe davon auszugehen, dass eine (hohe) Geldstrafe nicht vollzogen 

- 14 - 

werden könnte. Sowohl die präventive Effizienz als auch die Zweckmässigkeit 

gebieten, eine Freiheitsstrafe auszufällen und von einer Einsatzstrafe von 6 

Monaten auszugehen.  

5.2. Sachbeschädigung Dossier 6 

5.2.1. In objektiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte eine 

Fensterscheibe einschlug, um in die Räumlichkeiten der Diskothek zu gelangen, 

wodurch er einen Sachschaden von rund Fr. 400.– verursachte. Der verursachte 

Schaden liegt an der Grenze zur Geringfügigkeit. Es ist insgesamt von einem 

leichten Verschulden auszugehen. 

5.2.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, wobei er die 

Sachbeschädigung beging, um den Diebstahl begehen zu können. Auch hier ist 

die Beschaffungskriminalität leicht strafmindernd zu veranschlagen und von einer 

leichtgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit (vgl. E. 5.1.2) auszugehen.  

5.2.3. Insgesamt wiegt das Verschulden leicht. Isoliert betrachtet erscheint eine 

Strafe von 30 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des Zusammenhangs mit 

dem Einbruchdiebstahl und den dort dargelegten Gründen (E. 5.1.4) ist auch hier 

auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 20 Tage angemessen 

ist.  

5.3. Hausfriedensbruch Dossier 6 

5.3.1. Der Beschuldigte hielt sich in der Diskothek auf, um die Räumlichkeiten 

nach Sachen zu durchsuchen. Nach Begehung des Diebstahls suchte er wieder 

das Weite. Der Hausfriedensbruch stellte demnach für den Beschuldigten in 

subjektiver Hinsicht lediglich eine Nebenerscheinung des Hauptdeliktes, mithin 

des Diebstahls, dar, was sein Verschulden in einem für ihn günstigeren Licht 

erscheinen lässt. Zu berücksichtigen ist zudem auch hier eine leichtgradige 

Verminderung der Schuldfähigkeit (vgl. E. 5.1.2).  

- 15 - 

5.3.2. Insgesamt ist von einem leichten Verschulden auszugehen und isoliert 

betrachtet eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des 

Zusammenhangs mit dem Einbruchdiebstahl und den dort dargelegten Gründen 

(E. 5.1.4) ist auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in 

Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 10 Tage 

angemessen ist.  

5.4. Diebstahl Dossier 4 

5.4.1. In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte in 

verschiedenen Geschäften des Einkaufszentrums K._____ Waren mitgehen liess, 

wobei sich das gestohlene Deliktsgut auf insgesamt cirka Fr. 500.– beläuft und 

damit nicht sehr weit vom Grenzwert für einen noch geringfügigen Diebstahl 

entfernt ist. Das Verschulden wiegt insgesamt noch leicht. 

5.4.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und rein egoistisch motiviert. 

Auch hier ist die Beschaffungskriminalität leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

Dem Forensisch-Psychiatrischen Gutachten kann bezüglich der Verminderung 

der Schuldfähigkeit wiederum eine (allenfalls) leicht verminderte Schuldfähigkeit 

entnommen werden (Urk. 147 S. 2). 

5.4.3. Insgesamt ist von einem noch leichten Verschulden auszugehen. Isoliert 

betrachtet erscheint eine Bestrafung mit 30 Strafeinheiten angemessen. Auch hier 

ist bezüglich der Strafart auf das oben Ausgeführte zu verweisen (vgl. E. 5.1.4), 

weshalb auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen ist. In Anwendung des Asperations-

prinzips ist die Einsatzstrafe um 20 Tage zu erhöhen.  

5.5. Diebstahl Dossier 8 

5.5.1. In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte bei diesem 

Einbruchdiebstahl wiederum eine gewisse Planmässigkeit an den Tag legte. So 

trug er Einweghandschuhe und drang über den Hintereingang in die Lebensmittel-

handlung ein (Urk. D8/8/2 S. 4 f.). Erschwerend kommt hinzu, dass der 

Beschuldigte mehrfach in den Laden zurückkehrte und dabei grössere Menge an 

Zigaretten (ca. 80 Stangen im Gesamtwert von rund Fr. 6'000.–) und Bargeld 

- 16 - 

(rund Fr. 400.–) entwendete, sowie mit einem unbekannten Mittäter 

zusammenarbeitete. Die objektive Tatschwere wiegt insgesamt nicht mehr leicht. 

5.5.2. Zur subjektiven Tatschwere ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Sein Motiv war rein egoistischer, monetärer Natur. Sein 

Handeln zeugt von einer nicht unerheblichen kriminellen Energie, obschon auch 

hier die Beschaffungskriminalität wohl im Vordergrund stand. Gemäss dem 

Forensisch-Psychiatrischen Gutachten ist hier trotz Suchtmittelabhängigkeit 

jedoch von einer vollen Schuldfähigkeit auszugehen (Urk. 147 S. 2). Die 

subjektive Tatschwere wiegt insgesamt ebenfalls nicht mehr leicht. 

5.5.3. Insgesamt ist isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 180 Strafeinheiten 

angemessen. Auch hier gilt bezüglich der Strafart das bereits Ausgeführte 

(E. 5.1.4). In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um weitere 

5 Monate zu erhöhen.  

5.6. (Mehrfacher) Hausfriedensbruch Dossier 8 

5.6.1. In objektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte 

über den Hintereingang Zugang zur Lebensmittelhandlung verschaffte, indem er 

ein Abdeckblech wegriss und mehrfach die Räumlichkeiten gegen den 

mutmasslichen Willen der Berechtigten betrat. Dies zeugt von einer 

Geringschätzung gegenüber dem Eigentum anderer und einer nicht 

unerheblichen kriminellen Energie. Das Verschulden wiegt nicht mehr leicht. 

5.6.2. Subjektiv ist von einem direkten Vorsatz auszugehen. Der 

Hausfriedensbruch stellte für den Beschuldigten in subjektiver Hinsicht jedoch 

lediglich eine Nebenerscheinung des Hauptdeliktes, mithin des Diebstahls, dar, 

was sein Verschulden in einem für ihn etwas günstigeren Licht erscheinen lässt. 

5.6.3. Insgesamt ist von einem gerade noch leichten Verschulden auszugehen. 

Isoliert betrachtet ist eine Einzelstrafe von etwa 90 Strafeinheiten angemessen. 

Auch hier gilt aufgrund des Zusammenhangs mit dem Diebstahl das bereits 

Ausgeführte zur Strafart (E. 5.1.4). In Anwendung des Asperationsprinzips ist 

die Einsatzstrafe um 45 Tage zu erhöhen.  

- 17 - 

5.7. Diebstahl Dossier 9 

5.7.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass es sich 

vorliegend um einen Einbruchsdiebstahl in ein Mehrfamilienhaus und keine 

Geschäftsräumlichkeit handelt. Obschon der Beschuldigte das Deliktsgut aus 

nicht direkt bewohnten Räumlichkeiten wie dem Keller- und Estrichbereich 

entwendete, zeugt sein Vorgehen von einer nicht unerheblichen Geringschätzung 

gegenüber dem Eigentum anderer. Das Deliktsgut beziffert sich auf insgesamt 

Fr. 6'860.– und fällt damit unter Berücksichtigung der bescheidenen finanziellen 

Verhältnisse des Beschuldigten beträchtlich aus. Das Verschulden wiegt 

insgesamt nicht mehr leicht. 

5.7.2. In subjektiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Leicht strafmindernd zu veranschlagen ist auch hier, 

dass es sich um einen Fall einer klassischen Beschaffungskriminalität handelt. 

Dem Forensisch-Psychiatrischen Gutachten vom 11. Juni 2020 bzw. der 

Ergänzung dazu vom 2. September 2020 kann bezüglich einer Verminderung der 

Schuldfähigkeit lediglich entnommen werden, dass "theoretisch" (zu wenig 

aussagekräftige Information) von einer allenfalls leichtgradigen Verminderung der 

Schuldfähigkeit und damit einer leicht verminderten Schuldfähigkeit auszugehen 

sei (Urk. 131 und 147 S. 2). Insgesamt wiegt die subjektive Tatschwere gerade 

noch leicht.  

5.7.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere moderat 

strafmindernd zu beeinflussen, weshalb isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 

180 Strafeinheiten angemessen ist. Bezüglich der Strafart kann auf das oben 

Ausgeführte verwiesen werden (E. 5.1.4). In Anwendung des Asperationsprinzips 

ist die Einsatzstrafe um weitere 3 Monate zu erhöhen.  

5.8. Sachbeschädigung Dossier 9 

5.8.1. Der Beschuldigte verschaffte sich Zutritt zu den Keller- bzw. Estrichabteilen, 

indem er zwei Holztüren mittels Pickel aufbrach sowie Holzlatten zu vier Estrichen 

wegriss, wodurch er insgesamt einen nicht unerheblichen Sachschaden von ca. 

- 18 - 

Fr. 1'300.– verursachte. Dies zeugt von einer Geringschätzung gegenüber dem 

Eigentum anderer. Obschon auch diese Sachbeschädigung eine Neben-

erscheinung des Diebstahls war, wiegt das Verschulden durch die erwähnte 

Vorgehensweise gerade noch leicht.  

5.8.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Die Beschaffungskriminalität ist leicht strafmindernd zu 

veranschlagen und von einer leichtgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit 

auszugehen (E. 5.7.2). Insgesamt wiegt die subjektive Tatschwere noch leicht. 

5.8.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere moderat 

strafmindernd zu beeinflussen, weshalb isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 

90 Strafeinheiten angemessen ist. Aufgrund des Zusammenhangs mit dem 

Einbruchdiebstahl und den dort dargelegten Gründen (E. 5.7.3) ist auch hier auf 

eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des Asperationsprinzips 

eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 45 Tage angemessen ist. 

5.9. Hausfriedensbruch Dossier 9 

5.9.1. Der Beschuldigte hielt sich im Keller- und Estrichbereich des 

Mehrfamilienhauses auf, um die Räumlichkeiten nach Sachen zu durchsuchen. 

Nach Begehung des Diebstahls suchte er wieder das Weite. Der 

Hausfriedensbruch stellte demnach für den Beschuldigten in subjektiver Hinsicht 

lediglich eine Nebenerscheinung des Hauptdeliktes, mithin des Diebstahls, dar, 

was sein Verschulden in einem für ihn günstigeren Licht erscheinen lässt. Zu 

berücksichtigen ist auch hier die leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit 

(E. 5.7.2).  

5.9.2. Insgesamt ist von einem leichten Verschulden auszugehen und isoliert 

betrachtet eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des 

Zusammenhangs mit dem Einbruchdiebstahl und den dort dargelegten Gründen 

(E. 5.7.3) ist auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in 

Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 10 Tage 

angemessen ist.  

- 19 - 

5.10. Diebstahl Dossier 11 

5.10.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass es sich vor-

liegend um einen Einbruchsdiebstahl in ein Mehrfamilienhaus und keine 

Geschäftsräumlichkeit handelt. Obschon der Beschuldigte das Deliktsgut aus 

nicht direkt bewohnten Räumlichkeiten wie dem Kellerbereich entwendete, zeugt 

dies von einer nicht unerheblichen Geringschätzung gegenüber dem Eigentum 

anderer. Das Deliktsgut beziffert sich auf insgesamt Fr. 8'296.87. Das 

Verschulden wiegt insgesamt nicht mehr leicht. 

5.10.2. In subjektiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte direkt-

vorsätzlich handelte. Leicht strafmindernd zu veranschlagen ist auch hier, dass es 

sich um einen Fall einer klassischen Beschaffungskriminalität handelt. Dem 

Forensisch-Psychiatrischen Gutachten vom 11. Juni 2020 bzw. der Ergänzung 

dazu vom 2. September 2020 kann bezüglich einer Verminderung der Schuld-

fähigkeit lediglich entnommen werden, dass theoretisch von einer allenfalls leicht-

gradigen Verminderung der Schuldfähigkeit und damit einer leicht verminderten 

Schuldfähigkeit auszugehen sei (Urk. 131 und 147 S. 2). Insgesamt wiegt die 

subjektive Tatschwere gerade noch leicht.  

5.10.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere moderat 

strafmindernd zu beeinflussen, weshalb isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 

6 Monaten angemessen ist. Bezüglich der Strafart kann auf das oben Ausgeführte 

verwiesen werden (E. 5.1.4). In Anwendung des Asperationsprinzips ist 

die Einsatzstrafe um weitere 3 Monate zu erhöhen.  

5.11. Sachbeschädigung Dossier 11 

5.11.1. In objektiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte ein Schloss 

entfernte bzw. aufbrach, um ein Lattenverschlag im Keller öffnen zu können. Der 

effektiv verursachte Schaden ist sehr gering. Es ist von einem sehr leichten 

Verschulden auszugehen. 

5.11.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, wobei der Beschuldigte die 

Sachbeschädigung beging, um den Diebstahl begehen zu können. Auch hier ist 

- 20 - 

die Beschaffungskriminalität leicht strafmindernd zu veranschlagen und von einer 

leichtgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit (E. 5.10.2) auszugehen.  

5.11.3. Insgesamt wiegt das Verschulden sehr leicht. Isoliert betrachtet erscheint 

eine Strafe von 20 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des Zusammenhangs 

mit dem Einbruchdiebstahl und den dort dargelegten Gründen (E. 5.10.3) ist auch 

hier auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 10 Tage angemessen 

ist.  

5.12. Hausfriedensbruch Dossier 11 

5.12.1. Der Beschuldigte hielt sich im Kellerbereich des Mehrfamilienhauses auf, 

um einen Diebstahl zu begehen und durchsuchte deshalb die Räumlichkeiten 

nach Sachen. Der Hausfriedensbruch ist demnach als Nebenerscheinung des 

Diebstahls zu sehen. Zu berücksichtigen ist zudem die leichtgradige 

Verminderung der Schuldfähigkeit (E. 5.10.2). Insgesamt ist von einem leichten 

Verschulden auszugehen.  

5.12.2. Isoliert betrachtet ist eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. Auf-

grund des Zusammenhangs mit dem Einbruchdiebstahl und den dort bereits 

dargelegten Gründen (E. 5.10.3) ist auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu 

erkennen, weshalb in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der 

Einsatzstrafe um 5 Tage vorzunehmen ist.  

5.13. Diebstahl Dossier 12 

5.13.1. In objektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte ein Vespino 

(Elektro-Scooter) zum Gebrauch entwendete, indem er zunächst das Schloss 

aufbrach, eine gewisse, unbekannte Strecke damit fuhr und ihn dann wieder 

stehen liess, jedoch die Batterie vom Vespino entwendete. Dieses Vorgehen 

zeugt von einer erheblichen Geringschätzung gegenüber dem Eigentum anderer 

und einer gewissen Dreistigkeit. Das objektive Verschulden wiegt nicht mehr 

leicht. 

- 21 - 

5.13.2. In subjektiver Hinsicht liegt ein direktvorsätzliches und egoistisches 

Handeln vor. Die Beschaffungskriminalität fällt strafmindernd ins Gewicht. Dem 

Forensisch-Psychiatrischen Gutachten vom 11. Juni 2020 bzw. der Ergänzung 

dazu vom 2. September 2020 kann bezüglich einer Verminderung der Schuld-

fähigkeit lediglich entnommen werden, dass "theoretisch" (zu wenig aussage-

kräftige Informationen) von einer allenfalls leichtgradigen Verminderung der 

Schuldfähigkeit und damit einer leicht verminderten Schuldfähigkeit auszugehen 

sei (Urk. 131 und 147 S. 2). Insgesamt wiegt die subjektive Tatschwere gerade 

noch leicht.  

5.13.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere moderat 

strafmindernd zu beeinflussen, weshalb isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 

120 Strafeinheiten angemessen ist. Bezüglich der Strafart kann auf das oben 

Ausgeführte (E. 5.1.4) verwiesen werden. In Anwendung des Asperationsprinzips 

ist die Einsatzstrafe um weitere 2 Monate zu erhöhen.  

5.14. Sachbeschädigung Dossier 12 

5.14.1. In objektiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte das Schloss 

des Vespinos auf unbekannte Weise knackte und die Satteldecke aufriss, 

wodurch ein Sachschaden in unbekannter Höhe entstand. Dies zeugt von einer 

gewissen Skrupellosigkeit. Es ist von einem gerade noch leichten Verschulden 

auszugehen. 

5.14.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, wobei der Beschuldigte die 

Sachbeschädigung beging, um mit dem Vespino wegfahren und später dessen 

Batterie entwenden zu können. Auch hier ist von einer leichtgradigen 

Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen und dies strafmindernd zu 

berücksichtigen (E. 5.13.2).  

5.14.3. Insgesamt wiegt das Verschulden noch leicht. Isoliert betrachtet erscheint 

eine Strafe von 30 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des Zusammenhangs 

mit dem Diebstahl und den dort dargelegten Gründen (E. 5.13.3) ist auch hier auf 

- 22 - 

eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des Asperationsprinzips 

eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 15 Tage angemessen ist.  

5.15. Hausfriedensbruch Dossier 5 

5.15.1. Der Beschuldigte betritt das Mehrfamilienhaus und alsdann das dortige 

Estrichzimmer, indem er mittels Körpergewalt das Vorhängeschloss des Estrich-

zimmers entfernte, um dieses nach Gegenständen zu durchsuchen. Der Haus-

friedensbruch ist demnach wiederum als Nebenerscheinung des (geringfügigen) 

Diebstahls, wofür wie gesagt kein Strafantrag vorliegt, zu sehen. Der verursachte 

Sachschaden liegt nahe der Grenze zur Geringfügigkeit. Gemäss Gutachten lag 

hier keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit vor (Urk. 147). Insgesamt ist von 

einem leichten Verschulden auszugehen.  

5.15.2. Isoliert betrachtet ist eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. 

Aufgrund des Zusammenhangs mit dem Diebstahl und den bereits dargelegten 

Gründen (E. 5.1.4) ist auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in 

Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 5 Tage 

vorzunehmen ist.  

5.16. Hausfriedensbruch Dossier 10 

5.16.1. Der Beschuldigte betrat die L._____ Filiale trotz Hausverbot, um dort 

Lebensmittel zu stehlen. Der Hausfriedensbruch ist mithin als Nebenerscheinung 

des (geringfügigen) Diebstahls zu sehen. Insgesamt ist von einem leichten 

Verschulden auszugehen.  

5.16.2. Isoliert betrachtet ist eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. 

Aufgrund des Zusammenhangs mit dem (geringfügigen) Diebstahl und den 

bereits dargelegten Gründen (E. 5.1.4) ist auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu 

erkennen, weshalb in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der 

Einsatzstrafe um 5 Tage vorzunehmen ist.  

5.17. Zwischenfazit 

- 23 - 

Nach dem Gesagten resultiert eine hypothetische Einsatzstrafe von 760 Tagen 

bzw. 25 Monaten und 10 Tagen.  

5.18. Strassenverkehrsdelikte / Fahren in fahrunfähigem Zustand Dossier 7 

5.18.1. Der Beschuldigte hat sich des Fahrens in fahrunfähigem Zustand i.S.v. 

Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG, des Fahrens ohne Berechtigung i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. b 

SVG und der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch i.S.v. Art. 94 

Abs. 1 lit. a SVG schuldig gemacht. Alle drei Delikte sehen einen Strafrahmen von 

einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Die Vorinstanz 

hat für die begangenen Strassenverkehrsdelikte auf eine (separate) 

Gesamtgeldstrafe anerkannt (Urk. 170 S. 28 f.). Diese Auffassung ist zu teilen. 

Die Strassenverkehrsdelikte haben keinen direkten sachlichen Zusammenhang 

zu den (Einbruch-) Diebstählen, Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüchen 

und weisen eine geringere Eingriffsintensität auf, weshalb eine Geldstrafe 

zweckmässig erscheint. Zudem ist davon auszugehen, dass es dem 

Beschuldigten trotz bescheidener finanziellen Verhältnissen möglich sein sollte, 

eine nicht allzu hohe Geldstrafe zu bezahlen.  

5.18.2. Als Ausgangspunkt für die Bemessung der Geldstrafe und schwerstes 

Delikt ist mit der Vorinstanz (Urk. 170 S. 28 f.) das Fahren in fahrunfähigem 

Zustand auszumachen, zumal dies stets eine nicht unerhebliche Gefährdung im 

Strassenverkehr darstellt.  

5.18.3. Der Beschuldigte lenkte trotz Heroin- und Kokainkonsums den zuvor von 

unbekannt entwendeten Lieferwagen Citroën Berlingo auf einer gradlinigen 

Nebenstrasse entlang eines Parkplatzareals bzw. parkierte den Lieferwagen um. 

Dabei fuhr er eine gerade Strecke von ca. 100 Meter. Obschon dies wohl von 

kurzer Dauer war und in einer verkehrsarmen Gegend stattfand, zeugt dies von 

einer nicht unerheblichen Geringschätzung gegenüber anderen 

Verkehrsteilnehmern. Hinzu kommt, dass sich der Vorfall kurz vor Mitternacht um 

etwa 23.00 Uhr, mithin zur Dunkelheit ereignete, was die Gefahr eines Unfalls 

erhöhte. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 170 S. 25 f.). Das Verschulden wiegt insgesamt noch 

- 24 - 

leicht. In subjektiver Hinsicht ist auch hier zu Gunsten des Beschuldigten eine 

leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit zu berücksichtigen (Urk. 131 und 

147). Die Einsatzstrafe ist auf 40 Strafeinheiten bzw. Tagessätze festzusetzen.  

5.19. Fahren ohne Berechtigung Dossier 7 

Der Beschuldigte lenkte den Lieferwagen Citroën Berlingo, obschon er nicht über 

den erforderlichen Führerausweis verfügte. Auch hier fällt die Gefährdung anderer 

Verkehrsteilnehmer erschwerend ins Gewicht. Der Beschuldigte handelte indes 

spontan und nicht geplant (vgl. Urk. D7/1 S. 3 und Urk. D7/3/1 S. 3). Zu Gunsten 

des Beschuldigten ist die leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit zu 

berücksichtigen, weshalb isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 

30 Strafeinheiten bzw. Tagessätzen angemessen erscheint. In Anwendung des 

Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 15 Tagessätze zu erhöhen. 

5.20. Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch Dossier 12 

Der Beschuldigte entwendete den Vespino, um damit eine kurze Strecke im 

Quartier zurückzulegen. Indem er ihn an einem Fahrradparkplatz abstellte, er-

möglichte er die zeitnahe Wiedererlangung durch den Besitzer (Urk. D12/1/2+4). 

Er handelte mit direktem Vorsatz. Zu berücksichtigen ist auch hier die 

leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit. Das Verschulden wiegt 

insgesamt sehr leicht. Die Einzelstrafe ist auf 10 Strafeinheiten bzw. Tagessätze 

festzusetzen und die Einsatzstrafe um weitere 5 Tagessätze zu erhöhen. 

5.21. Täterkomponente 

5.21.1. Bezüglich der Biografie und den persönlichen und finanziellen Ver-

hältnissen des Beschuldigten kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 170 S. 29 f.). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung führte der Beschuldigte aktualisierend aus, in diesem Winter saisonal 

im Stundenlohn als Patrouilleur im Skigebiet M._____ tätig gewesen zu sein (vgl. 

auch Urk. 211/3) und im Sommer bzw. per 1. April 2022 eine Stelle als 

Bademeister antreten zu können. Zuvor habe er bei seinem "Schwiegervater" 

gearbeitet. Mit seiner Partnerin habe er einen Beauty Salon, wo er auch je nach 

- 25 - 

Bedarf arbeite. Die ursprünglichen Schulden in der Höhe von Fr. 100'000.– seien 

grösstenteils abbezahlt, wobei seine Mutter etwa Fr. 55'000.– abbezahlt habe. Es 

gebe nur noch die Schulden in Form von Gerichtskosten (Urk. 209 S. 1 ff.). Die 

Biografie ist strafzumessungsneutral zu werten.  

5.21.2. Stark straferhöhend fallen die teilweise einschlägige Vorstrafe vom  

29. April 2014, das wiederholte, deliktische Handeln während eines laufenden 

Strafverfahrens sowie die erneute Delinquenz während laufender Probezeit nach 

bedingter Entlassung vom 19. September 2016 ins Gewicht (Urk. 186).  

5.21.3. Moderat strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte 

vollumfänglich geständig zeigte, wobei allerdings die Beweislage bereits er-

drückend ausfiel. Insgesamt überwiegen die Gründe für die Erhöhung die re-

duzierenden Faktoren. Es ist eine Erhöhung der Einsatzstrafen um rund 3 Monate 

(Freiheitsstrafe) und 30 Tagessätze (Geldstrafe) vorzunehmen.  

5.21.4. Eine besondere Strafempfindlichkeit ist zu verneinen.  

5.22. Verfahrensdauer 

Schliesslich ist zu Gunsten des Beschuldigten eine Reduktion um zwei Monate 

(Freiheitsstrafe) und 20 Tagessätze (Geldstrafe) aufgrund der langen 

Verfahrensdauer vorzunehmen. 

6. Zwischenfazit  

Unter Berücksichtigung sämtlicher strafzumessungsrelevanter Kriterien resultiert 

für die neu zu beurteilenden Delikte bis zum 4. August 2017 eine 

Gesamtfreiheitsstrafe von 26 Monaten und 10 Tagen sowie eine 

Gesamtgeldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 10.–. Die Höhe des Tagessatzes ist 

auf Fr. 10.– festzusetzen.  

7. Übertretungen 

7.1. Allgemeines 

- 26 - 

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass für die Übertretungen eine Busse 

festzusetzen ist, wobei von einem bis zu Fr. 10'000.– auszugehen ist (Urk. 170 

S. 22 und 29). Innerhalb dieses Strafrahmens ist die Busse anhand der persön-

lichen und finanziellen Verhältnisse und des Verschuldens (Art. 106 Abs. 3 StGB) 

zu bemessen. Ausgangspunkt der Strafzumessung bildet die geringfügige 

Sachbeschädigung in Dossier 5, wobei auch hier in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Einsatzstrafe festzulegen ist, welche für die übrigen 

Übertretungen angemessen zu asperieren ist. 

7.2. Geringfügige Sachbeschädigung Dossier 5 

Der verursachte Sachschaden durch den Einbruchsdiebstahl des Beschuldigten 

beläuft sich auf cirka Fr. 50.– (vgl. Urk. 170 S. 11) und fällt sehr gering aus. Die 

Sachbeschädigung ist als Nebenerscheinung des (geringfügigen) Diebstahls, 

wofür wie gesagt kein Strafantrag vorliegt, zu sehen. Die Schuldfähigkeit war 

gemäss Gutachten nicht beeinträchtigt (Urk. 147 S. 2). Insgesamt ist von einem 

sehr leichten Verschulden auszugehen. Die Einsatzstrafe ist auf eine Busse von 

Fr. 100.– festzusetzen.  

7.3. Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes Dossier 7 

Der Beschuldigte konsumierte eine unbestimmte Menge an Heroin- und Kokain, 

wobei er unter einer seit über 10 Jahren dauernden Suchtmittelabhängigkeit litt. 

Das Verschulden wiegt demzufolge sehr leicht. Es rechtfertigt sich eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe um Fr. 50.–. 

7.4. Geringfügiger Diebstahl Dossier 10 

Der vom Beschuldigten erbeutete Betrag in der L._____ Filiale von Fr. 12.50 fällt 

sehr gering aus. Zu berücksichtigen ist zudem die leichtgradige Verminderung der 

Schuldfähigkeit. Das Verschulden wiegt sehr leicht. Die Einsatzstrafe ist um 

weitere Fr. 50.– zu erhöhen.  

7.5. Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes Dossier 10 

- 27 - 

Der Beschuldigte führte anlässlich der Personenkontrolle eine zum eigenen 

Konsum bestimmte Portion Kokain mit. Zu berücksichtigen ist, dass der Be-

schuldigte seit über 10 Jahren unter einen schweren Suchtmittelabhängigkeit litt. 

Das Verschulden wiegt sehr leicht. Die Einsatzstrafe ist um weitere Fr. 50.– zu 

erhöhen.  

7.6. Täterkomponente und Verfahrensdauer 

Bezüglich der Täterkomponente und der Verfahrensdauer kann auf das soeben 

Ausgeführte (E. 5.21 f.) verwiesen werden. Es ist eine leichte Erhöhung der 

Busse um Fr. 50.– auf Fr. 300.– vorzunehmen.  

8. Teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell 
vom 4. August 2017 

Vorliegend erweist sich die Gesamtstrafe von 26 Monaten und 10 Tagen für die 

neu zu beurteilenden Delikte als schwerste Straftat und ist demnach als Grund-

strafe festzulegen. Entsprechend ist diese mit der von der Staatsanwaltschaft 

Bischofszell mit Strafbefehl vom 4. August 2017 ausgefällten Freiheitsstrafe von 

4 Monaten, welche ebenfalls eine Gesamtstrafe darstellt, angemessen, d.h. in 

Beachtung des Asperationsprinzips, zu erhöhen, in casu um 3 Monate. Da es sich 

um zwei Gesamtstrafen handelt, kann vorliegend der bereits im Rahmen der 

Gesamtstrafenbildung erfolgten Asperation durch eine gemässigte Berück-

sichtigung bei der Zusatzstrafenbildung Rechnung getragen werden (BGE 142 

IV 265 E. 2.4.4). Anschliessend ist von der (gedanklich) gebildeten Gesamtstrafe, 

welche sich hier auf 29 Monate und 10 Tage beläuft, die bereits ausgesprochene 

Freiheitsstrafe von 4 Monaten abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt. Dasselbe 

Vorgehen ist mit der mit Strafbefehl vom 4. August 2017 ausgefällten Busse von 

Fr. 500.– vorzunehmen. Die (gedanklich) gebildete Gesamtstrafe der Busse 

beläuft sich auf Fr. 700.– (Fr. 300.– plus Fr. 400.–), wovon die bereits 
ausgesprochene Busse von Fr. 500.– abzuziehen ist.  

Für die heute zu beurteilenden Taten bis zum 4. August 2017 ist nach dem 

Gesagten unter Berücksichtigung von Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe von 

- 28 - 

25 Monaten und 10 Tagen sowie eine Busse von Fr. 200.– auszusprechen. 

Zudem ist eine separate Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 10.– auszufällen.  

9. Konkrete Strafzumessung für Delikte nach dem 4. August 2017  

9.1. Diebstahl Dossier 15 

9.1.1. Der Beschuldigte entwendete auf einer Grossbaustelle aus einem offen-

stehenden Aufenthalts- und Materialraum Werkzeuge im Gesamtwert von cirka 

Fr. 4'754.05, was einen nicht unerheblichen Deliktsbetrag darstellt. Zudem zeugt 

sein Handeln von grosser Gleichgültigkeit gegenüber dem Eigentum anderer. Das 

Verschulden wiegt insgesamt nicht mehr leicht. 

9.1.2. In subjektiver Hinsicht ist ein direktvorsätzliches Handeln auszumachen. Er 

handelte nur wenige Tage nach der Eröffnung des Strafbefehls der 

Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 4. August 2017, was seine Unbelehrbarkeit 

verdeutlicht. Strafmindernd ins Gewicht fällt indessen auch hier die 

Beschaffungskriminalität und eine leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit 

(Urk. 131 und Urk. 147), weshalb die subjektive Tatschwere als gerade noch 

leicht zu taxieren ist.  

9.1.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere leicht straf-

mindernd zu beeinflussen. Die Einsatzstrafe ist auf 120 Strafeinheiten festzu-

setzen. Bezüglich der Wahl der Strafart kann auf das bereits Ausgeführte 

verwiesen werden (E. 5.1.4). Es ist auf eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten als 

Einsatzstrafe zu erkennen.  

9.2. Hausfriedensbruch Dossier 15 

9.2.1. Der Beschuldigte betrat die durch einen Schutzzaun umfriedete 

Grossbaustelle, um einen Diebstahl begehen zu können. Der Hausfriedensbruch 

stellte demnach für den Beschuldigten in subjektiver Hinsicht lediglich eine 

Nebenerscheinung des Hauptdelikts, mithin des Diebstahls, dar, was sein 

Verschulden in einem für ihn günstigeren Licht erscheinen lässt. Zu 

berücksichtigen ist zudem die leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit. 

- 29 - 

9.2.2. Insgesamt ist von einem noch sehr leichten Verschulden auszugehen und 

isoliert betrachtet eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des 

Zusammenhangs zum Diebstahl und den dort dargelegten Gründen (E. 9.1.3) ist 

auch hier auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 5 Tage angemessen ist.  

9.3. Diebstahl Dossier 16 

9.3.1. Auch hier handelt es sich wiederum um einen Diebstahl auf einer Gross-

baustelle von Werkzeugen und weiteren Gegenständen im Wert von insgesamt 

cirka Fr. 2'270.–. Zudem zeugt sein Handeln von grosser Gleichgültigkeit 

gegenüber dem Eigentum anderer. Das Verschulden wiegt insgesamt nicht mehr 

leicht. 

9.3.2. In subjektiver Hinsicht ist ein direktvorsätzliches Handeln auszumachen. Er 

handelte nur wenige Tage nach der Eröffnung des Strafbefehls der 

Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 4. August 2017, was seine Unbelehrbarkeit 

verdeutlicht. Strafmindernd ins Gewicht fällt indessen auch hier die 

Beschaffungskriminalität und eine leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit 

(Urk. 131 und Urk. 147), weshalb die subjektive Tatschwere als gerade noch 

leicht zu taxieren ist.  

9.3.3. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere leicht straf-

mindernd zu beeinflussen. Die Einzelstrafe ist auf 90 Strafeinheiten festzusetzen. 

Bezüglich der Wahl der Strafart ist auf das bereits Ausgeführte zu verweisen 

(E. 5.1.4). Die Einsatzstrafe ist um 60 Tage zu erhöhen.   

9.4. Hausfriedensbruch Dossier 16 

9.4.1. Der Beschuldigte betrat die durch einen Schutzzaun umfriedete Gross-

baustelle, um einen Diebstahl begehen zu können. Der Hausfriedensbruch stellte 

demnach für den Beschuldigten in subjektiver Hinsicht lediglich eine Neben-

erscheinung des Hauptdelikts, mithin des Diebstahls, dar, was sein Verschulden 

in einem für ihn günstigeren Licht erscheinen lässt. Zu berücksichtigen ist zudem 

die leichtgradige Verminderung der Schuldfähigkeit (E. 9.3.2).  

- 30 - 

9.4.2. Insgesamt ist von einem noch sehr leichten Verschulden auszugehen und 

isoliert betrachtet eine Strafe von 15 Strafeinheiten angemessen. Aufgrund des 

Zusammenhangs zum Diebstahl und den dort dargelegten Gründen ist auch hier 

auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, weshalb in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um weitere 5 Tage 

angemessen ist.  

9.5. Zwischenfazit 

Nach dem Gesagten resultiert eine hypothetische Einsatzstrafe von 7 Monaten 

und 10 Tagen. 

9.6. Täterkomponente 

9.6.1. Bezüglich der Biografie und den persönlichen und finanziellen 

Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

(Urk. 170 S. 29 f.) und das zuvor Ausgeführte verwiesen werden (E. 5.21.1). Die 

Biografie ist strafzumessungsneutral zu werten.  

9.6.2. Spürbar straferhöhend fallen die zwei Vorstrafen vom 29. April 2014 und 

vom 4. August 2017, das wiederholte deliktische Handeln während laufender 

Strafuntersuchung sowie die erneute Delinquenz während laufender Probezeit 

nach der bedingten Entlassung vom 19. September 2016 ins Gewicht (Urk. 186).  

9.6.3. Moderat strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte 

vollumfänglich geständig zeigte, wobei die Beweislage bereits erdrückend ausfiel. 

Insgesamt überwiegen die Gründe für die Erhöhung die reduzierenden Faktoren. 

Es ist eine leichte Erhöhung der Einsatzstrafe um 20 Tage vorzunehmen, was 

eine Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Monaten ergibt. 

9.6.4. Eine besondere Strafempfindlichkeit ist zu verneinen.  

9.7. Verfahrensdauer 

- 31 - 

Schliesslich ist zu Gunsten des Beschuldigten eine Reduktion um 15 Tage 

aufgrund der langen Verfahrensdauer vorzunehmen, weshalb eine 

Gesamtfreiheitsstrafe von 7 ½ Monaten resultiert.   

10. Gesamtstrafe 

In Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB sind die teilweise Zusatzstrafe von 

25 Monaten und 10 Tagen Freiheitsstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Bischofszell vom 4. August 2017 und die Busse von Fr. 200.– sowie die für die 

Delikte nach dem 4. August 2017 ausgefällte Gesamtstrafe von 7 ½ Monate, zu 

addieren, womit eine Gesamtstrafe von 32 Monaten und 25 Tagen Freiheitsstrafe, 

eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie eine Busse von Fr. 200.– 

resultiert, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Bischofszell vom 4. August 2017.  

11. Rückversetzung und Vollzug 

11.1. Gestützt auf einen Entscheid des Amtes für Justizvollzug des Kantons 

Zürich vom 6. September 2016 wurde der Beschuldigte am 19. September 2016 

unter Ansetzung einer Probezeit von einem Jahr vorzeitig bedingt aus dem Straf-

vollzug betreffend das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. April 2014 ent-

lassen, bei einer Reststrafe von 243 Tagen (Urk. 186). Wenige Monate nach der 

Entlassung setzte der Beschuldigte sein strafbares Verhalten im Frühjahr 2017 

durch Einbruchsdiebstähle usw. fort. Er wurde somit während noch laufender 

Probezeit erneut und wiederholt straffällig. Die Vorinstanz ordnete deshalb die 

Rückversetzung nach Art. 89 Abs. 1 StGB an. 

11.2. Der Widerruf einer Verfügung, mit welcher einem Verurteilten die bedingte 

Entlassung gewährt wird, hat sich an den zeitlichen Grenzen von Art. 89 Abs. 4 

StGB zu orientieren. Danach kommt ein Widerruf bzw. eine Rückversetzung in 

den Strafvollzug drei Jahre nach Ablauf der Probezeit nicht mehr in Frage. In 

diesem Zeitraum muss ein entsprechender Entscheid vorliegen, andernfalls ein 

Widerruf unzulässig wird (BGE 141 IV 55 E. 3.4.6).  

- 32 - 

11.3. Indem die Vorinstanz vorliegend nach Ablauf der Probezeit die Rück-

versetzung anordnete, verletzte sie demnach Bundesrecht. Der Widerruf der be-

dingten Entlassung darf gestützt auf Art. 89 Abs. 4 StGB nicht mehr erfolgen.  

11.4. Aufgrund der Vorstrafen des Beschuldigten sowie des Umstandes, dass er 

wiederholt während laufender Strafuntersuchung und während laufender 

Probezeit nach der bedingten Entlassung vom 19. September 2016 rückfällig 

wurde, kann ihm für die vorliegend zu beurteilenden Delikte jedoch keine günstige 

Prognose gestellt werden. Entsprechend wurde von der Vorinstanz auch eine 

ambulante Massnahme angeordnet. Dem Gutachten kann zudem entnommen 

werden, dass von einer erhöhten bis hohen Gefahr für weitere (erhebliche) 

Straftaten auszugehen sei, wobei es sich um Betäubungsmittel-, Eigentums- oder 

Strassenverkehrsdelikte handeln könne (Urk. 170 S. 78). Entsprechend kommt 

nur der unbedingte Strafvollzug in Frage. Die Busse von Fr. 200.– ist ohnehin von 

Gesetzes wegen unbedingt auszusprechen unter Anordnung einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung.  

11.5. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung des Ver-

schlechterungsverbotes mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten, 

einer unbedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie einer Busse 

von Fr. 200.– unter Androhung einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen bei 

Nichtbezahlung der Busse zu sanktionieren.  

11.6. Der Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 11 Tagen 

(Urk. 12/1+5+9+10+15+16+21+22+27+28+33+34+39+41+46) steht nichts ent-

gegen (Art. 51 StGB). Im Weiteren anzurechnen sind die Tage des Beschuldigten 

im vorzeitigen Massnahmevollzug und der Sicherheitshaft, abzüglich seiner 

Entweichungen (vgl. dazu Urk. 54 und 72 und 94; 26. September 2017 bis 

17. November 2017, 18. November 2017 bis 14. Januar 2018, 16. Januar 2018 

bis 16. Februar 2018, 18. Februar 2018 bis 11. März 2018, 12. März 2018 bis 

18. Juni 2018, 25. Juli 2018 bis 22. November 2018, 22. November 2018 bis 

21. März 2019, 6. April 2019 bis 24. Juni 2019) sowie die Tage des Beschuldigten 

im vorzeitigen Strafvollzug vom 24. Juni 2019 bis 26. Februar 2020 (Urk. 94 und 

- 33 - 

Urk. 112), was insgesamt nochmals 835 Tage ergibt. Es sind nach dem Gesagten 

insgesamt 846 Tage an die Freiheitsstrafe anzurechnen.  

III. Landesverweisung 

1. Allgemeines 

1.1. Wird ein Ausländer wegen einer Katalogtat schuldig gesprochen, so 

verweist ihn das urteilende Gericht unabhängig von der Höhe der Strafe für 5 bis 

15 Jahre aus der Schweiz. Vorliegend hat sich der Beschuldigte der Katalogtat 

des Diebstahls in Verbindung mit Hausfriedensbruch mehrfach schuldig gemacht. 

Damit ist der Beschuldigte gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB grundsätzlich 

obligatorisch des Landes zu verweisen.  

1.2. Von der Landesverweisung kann gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB nur 

"ausnahmsweise" abgesehen werden, wenn sie kumulativ [1] einen "schweren 

persönlichen Härtefall" bewirken würde (vgl. nachfolgende Erw. VI. 3.1 ff.) und [2] 
"die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen" (vgl. 

nachfolgende Erw. VI. 3.5). Diese sog. Härtefallklausel dient der Umsetzung des 

Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 145 IV 364 E. 3.2; 144 

IV 332 E. 3.1.2; je mit Hinweisen). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332 

E. 3.3.1, publ. in: Pra 6/2019 S. 698; Urteile des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 

19. Januar 2021 E. 2.2, 6B_1474/2019 vom 23. März 2020 E. 1.2). Dabei ist 

anhand der gängigen Integrationskriterien eine Einzelfallprüfung vorzunehmen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1024/2019 vom 29. Januar 2020 E. 1.3.2 mit 

Hinweisen, E. 1.3.6). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur 

Prüfung des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der 

Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 

der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-

tätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Zu berücksichtigen sind namentlich 

der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, einschliesslich 

familiärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, 

Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr 

- 34 - 

und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tragen. Das Gericht darf auch vor dem 

Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen (BGE 146 

IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.3.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 

19. Januar 2021 E. 2.2, 6B_348/2020 vom 14. August 2020 E. 1.2.1). Nach der 

gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuordnen, 

wenn die Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, so dass die 

Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwendig erscheint. 

Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass 

massgebend auf die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, 

die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche 

Sicherheit und auf die Legalprognose abgestellt wird (Urteile des Bundesgerichts 

6B_348/2020 vom 14. August 2020 E. 1.2.1; 6B_742/2019 vom 23. Juni 2020 

E. 1.1.2; 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.6.2; je mit Hinweisen).  

2. Härtefallprüfung 

2.1. Zunächst ist mit der Vorinstanz festhalten, dass der heute 35-jährige 

Beschuldigte in seinem sechsten Lebensjahr in die Schweiz kam und hier die 

Primar- und Realschule besuchte (Urk. 3/7 S. 13), weshalb er in der Schweiz 

aufgewachsen ist. Er zählt zu den "Ausländern der zweiten Generation" 

(Secondos) und spricht fliessend Schweizerdeutsch. Je länger die Anwesenheit in 

der Schweiz, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an 

Fernhaltemassnahmen bei Ausländern der zweiten Generation zu stellen. 

Umgekehrt gesprochen, sind vor dem Hintergrund der langen Anwesenheitsdauer 

des Beschuldigten an den Grad seiner Integration keine hohen Anforderungen zu 

stellen. Die langjährige Anwesenheit führt für sich aber regelmässig nicht zur 

Anerkennung eines Anwesenheitsrechts. Die Ausweisung eines sogar in der 

Schweiz geborenen und aufgewachsenen Ausländers ist ipso facto nicht 

ausgeschlossen. Sie ist aber nur mit Zurückhaltung auszusprechen, wenn der 

Ausländer zum Heimatstaat kaum mehr Beziehungen hat (Art. 66a Abs. 2 2. Satz; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.5). 

2.2. Der Beschuldigte hat in der Schweiz eine Lehre als Sanitärmonteur 

angefangen, jedoch wieder abgebrochen. Anschliessend absolvierte er eine 

- 35 - 

Anlehre als Reifenpraktiker, arbeitete für fünf Jahre als Stv. Filialleiter bei der 

N._____ sowie dann bei der Firma O._____ in der 

Kündigungsabteilung/Eskalation und zuletzt wenige Monate im Jahr 2016 bei der 

Firma L._____ als Verkäufer (Urk. 3/7 S. 13 und Prot. I S. 15). Zudem war er 

zeitweise von der Sozialhilfe abhängig (Urk. 7/3/1 S. 4). Nach seiner 

Haftentlassung im Frühjahr 2020 wurde er von seiner Verlobten und seinen Eltern 

finanziell unterstützt (Prot. I S. 57; Urk. 158/1). Im Rahmen der Befragung vor 

Vorinstanz gab er an, sich umgeschult und zusammen mit seiner Verlobten in die 

Beauty Branche eingestiegen zu sein (Prot. I S. 57 f.). Ziel sei es, 50 % auf dem 

Bau und 50 % im Beautybereich tätig zu sein, sobald seine Verletzungen an der 

Hand geheilt sei (Prot. I S. 62). Es kann bis zur Verhandlung vor Vorinstanz nicht 

von einer gelungenen wirtschaftlichen Integration in die hiesige Gesellschaft 

gesprochen werden. Der Beschuldigte hatte zudem Schulden von über 

Fr. 90'000.–, wobei seine Mutter ungefähr Fr. 55'000.– direkt ans Betreibungsamt 

bezahlte. Im Jahr 2020 waren es immer noch weit über Fr. 30'000.– nach 

Angaben des Beschuldigten (Prot. I S. 64 f.). Seit seinem 15. Lebensjahr hat der 

Beschuldigte zudem Drogenprobleme und mit einer starken 

Suchtmittelabhängigkeit zu kämpfen. Trotz der (vorzeitigen) stationären 

Massnahme und den Suchtbehandlungen kam es zu Rückfällen und mehreren 

Entweichungen aus den Institutionen, wobei er sich Mitte Juni 2018 gar für einen 

Monat in sein Heimatland nach Spanien absetzte (Prot. I S. 14 ff., S. 62 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung konnte der Beschuldigte einen leicht 

positiven Trend in den letzten zwei Jahren darlegen, indem er sich bemüht, mit 

seiner saisonalen, temporären Stelle als Patrouiller im Skigebiet M._____, welche 

er im kommenden Winter wieder antreten möchte, und seiner künftigen Stelle im 

Sommer als Bademeister, eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen (vgl. Urk. 209 

S. 1 ff.; Urk. 211/3). Im Weiteren konnte auch die Schuldensanierung 

vorangetrieben werden (Urk. 210 S. 9 und Urk. 211/1+5+6).  

2.3. In familiärer und persönlicher Hinsicht ist trotz langen Anwesenheit des 

Beschuldigten kaum eine gefestigte Bindung zur Schweiz auszumachen. Abge-

sehen von seiner Verlobten, mit welcher er seit Mitte 2018 in einer Beziehung ist, 

und deren Eltern bzw. Familie sowie seinem Bruder und einen Kollegen namens 

- 36 - 

P._____, scheint der Beschuldigte hierzulande keine engen und insbesondere 

keine tragfähigen sozialen Beziehungen zu führen. Die Verlobte des 

Beschuldigten stammt zudem aus demselben Ort in Spanien wie er (Prot. I S. 56). 

Zu seiner in der Schweiz lebenden Tochter, welche im mm. 2013 geboren wurde 

und mittlerweile in die 2. Klasse geht, hat der Beschuldigte seit ihrem zweiten 

Geburtstag keinen Kontakt mehr und bezahlt auch keine Unterhaltsbeiträge 

(Prot. I S. 59 und Urk. 209 S. 8 und S. 11). Mit anderen Worten hat sich der 

Beschuldigte in den vergangenen sechs Jahren weder persönlich noch finanziell 

um seine Tochter gekümmert. Vielmehr sprach er vor Vorinstanz davon, sich 

"komplett abgekoppelt" zu haben (Prot. I S. 60). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte an, sein Psychiater habe ihm dazu 

geraten, mit der Kontaktaufnahme zur Tochter zu warten, bis das Ganze 

abgeschlossen sei (Urk. 209 S. 8). Der Beschuldigte wohnt seit seiner 

Haftentlassung im Frühjahr 2020 mit seiner Verlobten und deren Kind zusammen 

und versteht sich gemäss seinen Angaben auch mit seinen (künftigen) 

Schwiegereltern. Dabei handelt es sich aber nicht um den geschützten 

Familienkreis im Sinne von Art. 8 Abs. 2 EMRK. Diese Personen sind nicht auf ihn 

angewiesen. Vielmehr lebt(e) der Beschuldigte unter anderem von deren 

Grosszügigkeit und Unterstützung. Abgesehen davon hatte der Beschuldigte 

seither einen (Drogen)Absturz, indem er mehrere Tage in Zürich abtauchte 

(Prot. I S. 62). Der Umstand, dass sich der Beschuldigte einer psychiatrischen 

Therapie unterzieht (vgl. Prot. I S. 63 f. und Urk. 209 S. 8), spricht nicht gegen 

eine Landesverweisung (Urteil des Bundesgerichtes 6B_759/2021 vom 16. 

Dezember 2021 E. 4.3.3 a.E.).  

2.4. Der Beschuldigte ist mit der spanischen Mentalität und den dortigen 

Lebensverhältnissen ebenfalls vertraut. Seine Eltern und seine Verwandten 

(Onkel, Grossmutter usw.) leben dort. Zudem hielt er sich in der Vergangenheit 

regelmässig in Spanien auf. Seine Verlobte stammt wie bereits erwähnt aus der 

gleichen Ortschaft in Spanien. Die familiäre Bindung zu Spanien erweist sich 

demnach als intakt, und auch eine dortige Integration im Erwerbsleben erscheint 

realistisch, sei es in der Beauty Branche, im Baugewerbe oder im ursprünglich 

erlernten Beruf als "Pneumonteur". Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass der 

- 37 - 

Beschuldigte seit seiner Kindheit in der Schweiz lebt und damit eine lange 

Anwesenheitsdauer aufweisen kann. Zudem kann mittlerweile von einer 

gefestigten Beziehung zu seiner Verlobten gesprochen werden. Im Weiteren fällt 

die berufliche bzw. wirtschaftliche Entwicklung des Beschuldigten in den letzten 

zwei Jahren positiv ins Gewicht.  

2.5. In Anbetracht all dieser Umstände ist ein schwerer persönlicher Härtefäll 

beim Beschuldigten noch knapp zu bejahen, weshalb nachfolgend eine 

Interessenabwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an einer Wegweisung 

und dem privaten Interesse des Beschuldigten am Verbleib vorzunehmen ist.  

3. Interessenabwägung 

Mit Verweis auf die ausführliche und sorgfältige Begründung der Vorinstanz 

(Urk. 170 S. 45 f.) überwiegt das öffentliche Interesse an der Landesverweisung 

des Beschuldigten seine privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz. Zu-

sammengefasst besteht beim Beschuldigten ein erhöhtes bis hohes Risiko für 

weitere (erhebliche) Straftaten, wobei auch das Risiko für gewalttätige 

Handlungen von der Gutachterin als mittelgradig eingeschätzt wurde (Urk. 131 

S. 78). Das bisherige Verhalten des Beschuldigten zeugte von einer beachtlichen 

Missachtung der geltenden Rechtsordnung, insbesondere des fremden 

Eigentums. Es besteht mithin ein erhebliches öffentliches Interesse an einer 

Fernhaltung. Aktuell sind nebst dem vorliegenden zwei weitere Strafverfahren 

gegen den Beschuldigten pendent wegen Strassenverkehrsdelikten und einfacher 

Körperverletzung (Urk. 186). Die privaten Interessen des Beschuldigten am 

Verbleib fallen geringer aus. Zur 8-jährigen Tochter, welche in den geschützten 

Bereich von Art. 8 EMRK, d.h. der Kernfamilie, fallen würde, hat der Beschuldigte 

wie gezeigt seit Jahren keinen Kontakt mehr. Die Verlobte des Beschuldigten fällt 

hingegen nicht in den geschützten Bereich der Kernfamilie.  

- 38 - 

4. Vereinbarkeit mit FZA 

4.1. Zu prüfen bleibt schliesslich, ob die Landesverweisung mit dem 

Freizügigkeitsabkommen (FZA; SR 0.142.112.681) vereinbar ist. Auch das ist 

entgegen der Auffassung der Verteidigung zu bejahen.  

4.2. Das FZA berechtigt den Beschuldigten als Bürger Spaniens, eines 

Mitgliedstaates der EU, grundsätzlich zum Aufenthalt und zur Erwerbstätigkeit in 

der Schweiz (Art. 1 lit. a und Art. 4 FZA, Art. 6 ff. Anhang I FZA). Gemäss Art. 5 

Abs. 1 Anhang I FZA kann das Recht aber eingeschränkt werden. Art. 5 Abs. 1 

Anhang I FZA ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eng auszulegen. 

Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die Prüfung der Verhältnismässigkeit 

staatlichen Handelns bei der Einschränkung der Freizügigkeit im Sinne des Art. 5 

Abs. 1 Anhang I FZA (BGE 145 IV 364 E. 3.8 und E 3.9 S. 375). Die EU-

binnenrechtliche Freizügigkeitsrechtsprechung ist nach der aktuellen Rechtslage 

für die Schweiz strafmassnahmenrechtlich nicht massgebend (Rückweisungsurteil 

6B_48/2019 vom 9. August 2019 E. 2.8.1-2.8.3). In casu kann auf die 

ausführlichen Darstellungen der Rechtsprechung zum FZA verwiesen werden 

(Urteile 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.5 und 6B_736/2019 vom 

3. April 2020 E. 1.1.3). Mit seinem Verhalten gefährdete der Beschuldigte die 

öffentliche Ordnung und Sicherheit der Schweiz. Seine finanzielle Lage in der 

Schweiz ist seit vielen Jahren angespannt und führte – auch in Kombination mit 

seinem Drogenkonsum – zu wiederholter Delinquenz. Künftiges Wohlverhalten ist 

nicht zu erwarten, was auch die bereits mehrfach gescheiterten Versuche im 

Hinblick auf rechtskonformes Leben zeigen. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung kann schon ein geringes Rückfallsrisiko für eine 

aufenthaltsbeendende Massnahme genügen, sofern dieses Risiko eine schwere 

Verletzung hoher Rechtsgüter wie namentlich die körperliche Unversehrtheit 

beschlägt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 19. Januar 2021 

E. 2.5.1). Dem Gutachten lässt sich entnehmen, dass von einer erhöhten bis 

hohen Wahrscheinlichkeit für weitere (erhebliche) Straftaten des Beschuldigten 

auszugehen sei, wobei die Wahrscheinlichkeit für gewalttätige Handlungen als 

mittelgradig eingeschätzt wurde (Urk. 131 S. 78). Das FZA berechtigt lediglich zu 

- 39 - 

einem doppelt bedingten Aufenthalt in der Schweiz, nämlich einerseits nach 

Massgabe der spezifischen Vertragsvereinbarungen als Voraussetzung eines 

rechtmässigen Aufenthalts und andererseits nach Massgabe des 

rechtskonformen Verhaltens im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA. Als 

mehrfach schuldig gesprochener Straftäter hat sich der Beschuldigte evidenter-

massen nicht an die Konformitätsbedingungen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 

Anhang I FZA gehalten (BGE 145 IV 364 E. 3.4.4 S. 370; Urteile des 

Bundesgerichts 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.5.4; 6B_736/2019 vom 

3. April 2020 E. 1.1.3). Auch das FZA gewährleistet Straftätern keinen Aufenthalt 

in der Schweiz (Urteil des Bundesgerichts 6B_379/2019 vom 22. Mai 2019 E. 

4.5).  

4.3. Zusammengefasst verheisst die diverse, über mehrere Jahre sich er-

streckende deliktische Vergangenheit des Beschuldigten keine gute Legal-

prognose. Namentlich sind einschlägige Vorstrafen, wie sie auch der Beschuldigte 

aufweist, als erheblich ungünstiges Element zu gewichten (vgl. vorne Erw. III., 

namentlich E. III. 5.21, Täterkomponente; Urk. 186; Urteil des Bundesgerichts 

6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.6). Überdies ist es angesichts der neuen, 

im Wohnkanton Glarus gegen ihn geführten Strafuntersuchungen aus den 

Jahren 2020 und 2021 zumindest sehr fraglich, ob sich der Beschuldigte seit 

seiner Haftentlassung im Frühling 2020 deliktsfrei verhalten hat. Selbst wenn dem 

so wäre, wäre das neutral zu werten und nicht als besonderes Verdienst (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.6). 

4.4. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte des Landes zu verweisen.   

5. Dauer der Landesverweisung 

5.1. Die Bemessung der Dauer der Landesverweisung liegt im Einzelfall im 

Ermessen des Gerichts, das sich insbesondere am 

Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 36 Abs. 3 BV) zu orientieren hat (Botschaft 

zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von 

Art. 121 Abs. 3–6 BV über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und 

Ausländer], BBl 2013, 5975 ff., 6021). Ebenfalls beigezogen werden kann die 

- 40 - 

bisherige Praxis zu Art. 67 Abs. 3 AIG, wonach eine Landesverweisung von über 

fünf Jahren nur auszusprechen ist, wenn durch die Anwesenheit der 

beschuldigten Person in der Schweiz eine schwerwiegende Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung droht (siehe DE WECK, a.a.O., Art. 66a StGB 

N 30 mit weiteren Hinweisen).  

5.2. Vorliegend sind eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten, eine Geldstrafe von 

70 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie eine Busse von Fr. 200.– auszusprechen. Das 

Verschulden des Beschuldigten wurde hinsichtlich der meisten Delikte und somit 

insgesamt betrachtet als gerade noch leicht taxiert. Die Gewichtung wird 

allerdings relativiert durch den bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe reichenden 

Strafrahmen und die Vielzahl der teilweise mehrfach begangenen Delikte. Der 

Beschuldigte trat wiederholt durch Einbruchdiebstähle, eine Katalogtat, 

strafrechtlich in Erscheinung. Durch dieses bedenkenlose Vorgehen und die 

Gleichgültigkeit gegenüber dem Eigentum anderer stellt seine Anwesenheit in der 

Schweiz eine nicht unerhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

dar. Zudem besteht gemäss Gutachten auch eine erhöhte bis hohe 

Wahrscheinlichkeit für weitere (erhebliche) Straften wie Betäubungsmittel-, 

Eigentums- oder Strassenverkehrsdelikte (Urk. 131 S. 78). Gegenwärtig sind 

wiederum zwei weitere Strafverfahren gegen den Beschuldigten pendent 

(Urk. 186). Daher ist es mit der Vorinstanz gerechtfertigt, die Landesverweisung 

für eine Dauer von sieben Jahren auszusprechen. 

5.3. Da der Beschuldigte spanischer Staatsangehöriger und somit EU-Bürger 

ist, hat im vorliegenden Falle von Gesetzes wegen keine Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (SIS) zu erfolgen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren  

1.1. Kosten 

Die Kostenfestsetzung in Dispositiv-Ziffer 13 wird mit Ausnahme der Höhe der 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung nicht mehr beanstandet.  

- 41 - 

1.2. Entschädigung amtliche Verteidigung  

1.2.1. Die Vorinstanz entschädigte die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

mit Fr. 16'000.– pauschal (unter Anrechnung der bereits ausgerichteten 

Vorschüsse von Fr. 8'077.50 und Fr. 5'000.–) (Dispositivziffer 15). In den 

Erwägungen der Vorinstanz findet sich keine Begründung für die Höhe dieser 

Entschädigung (Urk. 170 S. 50). Die amtliche Verteidigung ersuchte vor 

Vorinstanz um eine Entschädigung von Fr. 20'879.50 (abzüglich der Vorschüsse), 

wobei der Aufwand für die Teilnahme an der Hauptverhandlung und eine 

Nachbesprechung noch nicht in den ins Recht gelegten Honorarnoten enthalten 

war (Urk. 155 und 159). 

1.2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. 

B._____, erhob deshalb gegen die vorinstanzliche Dispositiv-Ziffer 15 mit Eingabe 

vom 20. Mai 2021 Beschwerde an die III. Strafkammer des Obergerichts und 

beantragte eine Entschädigung von total Fr. 22'004.95 (inkl. MwSt.) inklusive des 

Aufwands für die Hauptverhandlung und die Nachbesprechung mit dem 

Beschuldigten (Urk. 183/2+10). Mit Beschluss der III. Strafkammer vom 

20. September 2021 wurde das Beschwerdeverfahren zunächst sistiert 

(Urk. 183/13) und wie eingangs erwähnt mit Beschluss der III. Strafkammer vom 

11. November 2021 der hiesigen Kammer zur Behandlung überwiesen (Urk. 

183/18).  

1.2.3. Da die Vorinstanz die vorgenommene Kürzung nicht begründete, ist es der 

Berufungsinstanz nicht möglich, die Angemessenheit und Korrektheit der Kürzung 

zu überprüfen. Die Vorinstanz hat damit ihre Begründungspflicht verletzt, was 

grundsätzlich eine (erneute) Rückweisung rechtfertigen würde. Da die 

Berufungsinstanz jedoch über eine volle Entscheidbefugnis verfügt, wird aus 

pragmatischen Gründen darauf verzichtet und die Entschädigung neu durch die 

Berufungsinstanz festgesetzt. 

1.2.4. Gemäss Praxis ist bei der Festsetzung des Honorars des amtlichen Ver-

teidigers bei sogenannt einfachen Standardverfahren von den in der Verordnung 

über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Anwaltsgebührenverordnung; 

- 42 - 

LS 215.3) aufgeführten Ansätzen auszugehen. In Verfahren, die nicht zu solch 

einfachen Standardfällen gezählt werden können, ist demgegenüber gestützt auf 

eine sachgerechte Auslegung der Anwaltsgebührenverordnung von der Honorar-

abrechnung des Verteidigers auszugehen (vgl. ZR 111 [2012] Nr. 16 E. 2.1.3 mit 

weiteren Hinweisen). 

Im vorliegenden Fall ist in Anbetracht der gesamten Umstände von einem ein-

fachen Standardverfahren im Sinne der Rechtsprechung auszugehen. Der Akten-

umfang ist überschaubar und der Fall weist weder besondere tatsächliche noch 

rechtliche Schwierigkeiten auf. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist 

es zudem zulässig, für das Anwaltshonorar Pauschalen vorzusehen (BGE 143 

IV 453 E. 2.5.1). 

1.2.5. Im Vorverfahren bemisst sich die Gebühr nach dem notwendigen Zeit-

aufwand der Verteidigung (§ 16 Abs. 1 AnwGebV). Die Gebühr für die Führung 

eines Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teil-

nahme an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der kollegialgerichtlichen 

Zuständigkeit in der Regel Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– (§ 17 Abs. 1 lit. b 

AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den 

besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen und 

den Schwierigkeiten des Falles, bemessen (vgl. § 2 AnwGebV). 

1.2.6. Vorliegend wurde Rechtsanwalt lic. iur. B._____ nach Eingang der Anklage 

per 22. Januar 2017 als amtlicher Verteidiger bestellt (Urk. 27), weshalb es sich 

bei den geltend gemachten Aufwendungen ausschliesslich um solche nach 

Anklageerhebung handelt.  

1.2.7. Angesichts der konkreten Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie im 

Hinblick auf die durch den Verteidiger zu tätigenden Bemühungen ist vorliegend 

für das erstinstanzlichen Verfahren nach Anklageerhebung, innerhalb des weiten 

Rahmens von Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.–, die Grundgebühr auf Fr. 15'000.– 

festzusetzen. Zu berücksichtigen ist zudem, dass Rechtsanwalt lic. iur. B._____ 

aufgrund seiner Mandatierung nach Anklageerhebung zusätzlich auch Kenntnis 

der Akten erlangen musste, weshalb es angemessen erscheint, die Grundgebühr 

- 43 - 

um weitere Fr. 3'000.– (fünf Bundesordner und ein Akten-Thek) auf pauschal 

Fr. 18'000.– zu erhöhen. Zusätzlich zu entschädigen sind die Barauslagen von 

insgesamt Fr. 587.70 (Urk. 155 und 159; Urk. 183/3/2/1+2), mithin Fr. 633.– inkl. 

MwSt. Rechtsanwalt lic. iur. B._____ ist somit für seine Aufwendungen nach 

Anklageerhebung mit Fr. 18'633.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu ent-

schädigen.  

2. Berufungs- und Beschwerdeverfahren  

2.1. Kosten 

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist mit Fr. 2'800.– etwas tiefer als 

praxisüblich anzusetzen, zumal anlässlich der Berufungsverhandlung noch ein 

teilweiser Berufungsrückzug erfolgte (vgl. Urk. 210). Im Berufungsverfahren 

tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder 

Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinen 

Anträgen vollumfänglich. Unter diesen Umständen sind die Kosten des 

Berufungsverfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen sind, wobei 

diesbezüglich die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten vorbehalten bleibt 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist auf Fr. 1'800.– festzusetzen. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind im Verhältnis des Obsiegens und 

Unterliegens aufzuteilen. Somit sind die Kosten zur Hälfte dem Beschwerdeführer 

Rechtsanwalt lic. iur. B._____ aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse 

zu nehmen.  

2.2. Entschädigungen 

Im Rahmen der Honorarbeschwerde betreffend amtliche Verteidigung obsiegt 

Rechtsanwalt lic. iur. B._____ teilweise. In Anbetracht der konkreten 

Aufwendungen rechtfertigt es sich deshalb, Rechtsanwalt lic. iur. B._____ eine 

reduzierte Prozessentschädigung von pauschal Fr. 700.– (inkl. MwSt.) 

zuzusprechen. 

- 44 - 

Die ehemals amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht zudem für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 1'174.45 (inkl. MwSt.) geltend 

(Urk. 205). Dabei wird ein Aufwand für das Studium des vorinstanzlichen Urteils 

geltend gemacht, was bereits von der erstinstanzlichen Entschädigung abgedeckt 

ist und nicht mehr im Berufungsverfahren geltend gemacht werden kann. Der 

ehemals amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist deshalb mit pauschal 

Fr. 900.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.  

Für die Zusprechung einer Prozessentschädigung an die erbetene Verteidigung 

des Beschuldigte besteht bei diesem Verfahrensausgang kein Raum.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss und das Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich vom 11. Mai 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen sind:  

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird betreffend Anklagedossier Nr. 5 (in Bezug auf den 

Straftatbestand des Diebstahls), Nr. 9 (in Bezug auf den Straftatbestand der 

unrechtmässigen Aneignung) sowie Anklagedossier Nr. 16 (in Bezug auf den 

Straftatbestand des Hausfriedensbruchs) eingestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen, teilweise geringfügigen, Diebstahls im Sinne von Art. 139 
Ziff. 1 StGB sowie Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, 

− der mehrfachen, teilweise geringfügigen, Sachbeschädigung im Sinne von 
Art. 144 Abs. 1 StGB sowie von Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB, 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG, 

- 45 - 

− der Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 
Abs. 1 lit. a SVG, 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. … 

3. … 

4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. September 2017 

bewilligte vorzeitige Massnahmenvollzug im Sinne von Art. 60 StGB wird 

aufgehoben.  

5. Es wird vollzugsbegleitend eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im 

Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung) angeordnet.  

6. … 

7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 

beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden Gegenstände werden 

eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 2 Pack Zigaretten, Chesterfield (Asservat Nr. unbekannt) 
− 1 Beschriftungsetikette (A010'626'025) 
− 1 Schuhkarton, Nike, violett/schwarz (A010'626'069) 
− 1 Federball, Spielzeug (A010'729'712) 
− 1 Sportcap (A010'729'745) 

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 beschlagnahmte 

und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde Kamera-Objektiv, Marke "Sony" 

(A010'639'562) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 

beschlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft lagernden 

Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen: 

− 1 Paar Handschuhe, Marke "Ziener" (A010'094'754) 

- 46 - 

− 1 Paar Damenlederstiefel, Marke "Navyboot", braun (A010'662'632) 

− 1 iPhone 6, silber, inkl. SIM-Karte (A'010'635'140) 

− 1 BlackBerry Bold, inkl. SIM-Karte (A010'635'151) 

− 1 PostFinance-Karte, lautend auf C._____ (A010'635'162) 

− 1 Paar Neoprenschuhe, Marke "Delta short" (A010'635'173) 

10. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lager-

nummer A010'639'540 und A010'639'551) werden eingezogen und der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen. 

11. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzbegehren folgender 

Privatkläger im Grundsatz anerkannt hat: 

− D._____ AG, … [Adresse], 
− E._____ AG, … [Adresse], 

− F._____ AG, … [Adresse], 

− G._____, geboren tt. März 1972, Staatsangehöriger von Nigeria,  
… [Adresse], 

− H._____ AG, … [Adresse], 

− Restaurant / Bar I._____, … [Adresse] 

Bezüglich Höhe werden sie auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses 

verwiesen. 

12. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 (E._____ AG) wird abgewiesen. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr der Strafuntersuchung 

Fr. 1'650.75   Auslagen (Untersuchungen Spital Limmattal und FOR) 

Fr. 13'481.10   Auslagen (Gutachten Dr. med. J._____) 

Fr. 9'968.60   amtliche Verteidigung RA X1._____ 

Fr. …   amtliche Verteidigung RA B._____ 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

- 47 - 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens gemäss vor-

stehender Dispositiv-Ziffer 13, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

15. ...." 

2. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde des amtlichen Verteidigers 

Rechtsanwalt lic. iur. B._____ wird diesem in Korrektur des Urteils des 

Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 11. Mai 2021 (DG190348) für 

seine Aufwendungen im Hauptverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 18'633.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer, abzüglich der 

Akontozahlungen von Fr. 8'077.50 und Fr. 5'000.–) aus der Gerichtskasse 

zugesprochen. Im übrigen Umfang wird die Beschwerde abgewiesen. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren (UP210021) wird 

festgesetzt auf Fr. 1'800.–. 

4. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird zur Hälfte dem 

amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. B._____ auferlegt und zur Hälfte 

auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Dem amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. B._____ wird für das 

Beschwerdeverfahren (UP210021) eine reduzierte Prozessentschädigung 

von Fr. 700.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

7. Gegen Ziffer 2 bis 5 dieses Entscheids kann bundesrechtliche 
Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 48 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten als 

Gesamtstrafe, wovon 846 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, teilweise als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 4. August 2017. 

2. Der Beschuldigte wird zudem bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tages-

sätzen zu Fr. 10.– sowie mit einer Busse von Fr. 200.–, teilweise als 

Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 

4. August 2017. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 900.–   amtliche Verteidigung RA B._____. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- 49 - 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt) 
− Rechtsanwalt lic. iur. B._____ (versandt) 

sowie versandt an 

− die Privatklägerin D._____ AG  
− die Privatklägerin Q._____ GmbH  
− die Privatklägerin E._____ AG  
− die Privatklägerin F._____ AG  
− den Privatkläger G._____ (ad acta) 
− den Privatkläger R._____ 
− die Privatklägerin H._____ AG 
− die Privatklägerin Restaurant / Bar I._____  

 (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− Rechtsanwalt lic. iur. B._____ (im Auszug) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ-

massnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

- 50 - 

− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG) 

− die Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage (K170726007, 
K170830081 und K170730016) gem. erstinstanzliche Disp. Ziffern 7, 8 
und 10 

− die Bezirksgerichtskasse (SK 32523, 33001 und 33017) gem. erst-
instanzliche Disp. Ziffer 9 und Disp. 2 des zweitinstanzlichen 
Beschlusses. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 10. März 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. B. Gut 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw T. Künzle 
 

 

	Urteil vom 10. März 2022
	1. Das Verfahren wird betreffend Anklagedossier Nr. 5 (in Bezug auf den Straftatbestand des Diebstahls), Nr. 9 (in Bezug auf den Straftatbestand der unrechtmässigen Aneignung) sowie Anklagedossier Nr. 16 (in Bezug auf den Straftatbestand des Hausfried...
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen, teilweise geringfügigen, Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB,
	 der mehrfachen, teilweise geringfügigen, Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie von Art. 144 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 172ter StGB,
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
	 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG,
	 der Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG,
	 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG
	 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird (unter Einbezug des Strafrestes von 243 Tagen aus dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 29. April 2014) bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten als Gesamtstrafe, wobei bis und mit heute 846 Tage durch Haft und vo...
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. September 2017 bewilligte vorzeitige Massnahmenvollzug im Sinne von Art. 60 StGB wird aufgehoben.
	5. Es wird vollzugsbegleitend eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Suchtbehandlung) angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	 2 Pack Zigaretten, Chesterfield (Asservat Nr. unbekannt)
	 1 Beschriftungsetikette (A010'626'025)
	 1 Schuhkarton, Nike, violett/schwarz (A010'626'069)
	 1 Federball, Spielzeug (A010'729'712)
	 1 Sportcap (A010'729'745)

	8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich lagernde Kamera-Objektiv, Marke "Sony" (A010'639'562) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. Oktober 2018 beschlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	 1 Paar Handschuhe, Marke "Ziener" (A010'094'754)
	 1 Paar Damenlederstiefel, Marke "Navyboot", braun (A010'662'632)
	 1 iPhone 6, silber, inkl. SIM-Karte (A'010'635'140)
	 1 BlackBerry Bold, inkl. SIM-Karte (A010'635'151)
	 1 PostFinance-Karte, lautend auf C._____ (A010'635'162)
	 1 Paar Neoprenschuhe, Marke "Delta short" (A010'635'173)

	10. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Lagernummer A010'639'540 und A010'639'551) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	11. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzbegehren folgender Privatkläger im Grundsatz anerkannt hat:
	 D._____ AG, … [Adresse],
	 E._____ AG, … [Adresse],
	 F._____ AG, [Adresse],
	 G._____, geboren tt. März 1972, Staatsangehöriger von Nigeria,  … [Adresse],
	 H._____ AG, … [Adresse],
	 Restaurant / Bar I._____, … [Adresse]
	Bezüglich Höhe werden sie auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.

	12. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 (E._____ AG) wird abgewiesen.
	13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens gemäss vorstehender Dispositiv-Ziffer 13, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	15. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. B._____, wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger pauschal mit Fr. 16'000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt (unter Anrechnung der bere...
	16. (Mitteilungen)
	17. (Rechtsmittel)
	18. (Rechtsmittel)"
	Erwägungen:
	I. Prozessuales / Prozessgeschichte
	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 170 S. 7 ff.).
	1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 11. Mai 2021 gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er mit Eingabe vom 20. Mai 2021 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. ...
	1.3. Mit Verfügung vom 16. September 2021 ging die Berufungserklärung an die Staatsanwaltschaft und an die Privatkläger. Zugleich wurde diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird oder um ein Nichteintreten auf die Berufu...
	1.4. Die Berufungsverhandlung wurde auf den 28. Februar 2022 angesetzt, musste jedoch infolge eines Verteidigerwechsels auf den 10. März 2022 verschoben werden (Urk. 184, Urk. 187 ff., Urk. 197 und Urk. 199). Dem ehemaligen amtlichen Verteidiger des ...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der Beschuldigte focht in seiner Berufungserklärung Dispositiv-Ziffer 1 dahingehend an, als ein Strafantragsrückzug noch rechtsgültig eingereicht werden kann (Art. 33 Ab