# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03e3d3c8-2994-5e28-8b22-33edfbe45c84
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.01.2019 200 2017 259
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-259_2019-01-10.pdf

## Full Text

200 17 259 IV
ACT/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Januar 2019

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________,
Rechtsanwältin C.________, 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Januar 2019, IV/17/259, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene, aus … stammende A.________ (Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer), anerkannter Flüchtling, meldete sich im März 2015 bei 
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Ant-
wortbeilagen [AB] 1, 14 S. 28 f.). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen. Gestützt 
auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS D.________ AG vom 
22. September 2016 (AB 37.1 - 37.4) stellte sie mit Vorbescheid vom 5. Ja-
nuar 2017 (AB 43) die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht und 
begründete dies damit, dass der Versicherungsfall mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit bereits vor der Einreise in die Schweiz am 23. Dezem-
ber 2008 eingetreten sei. Am 15. Februar 2017 verfügte die IVB wie an-
gekündigt (AB 45).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsan-
wältin C.________, mit Eingabe vom 10. März 2017 Beschwerde mit dem 
Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien eine 
ganze Invalidenrente sowie berufliche Eingliederungsmassnahmen zuzu-
sprechen. Des Weiteren ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin C.________ als amtli-
che Anwältin.

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. April 
2017 die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Juli 2018 ordnete der (damals zu-
ständige) Instruktionsrichter eine polydisziplinäre Begutachtung durch die 
MEDAS E.________ AG an. Das vom 21. September 2018 datierende 
Gutachten ging am 25. September 2018 beim Gericht ein.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 6. November 2018 gewährte der (neu 
zuständige) Instruktionsrichter den Parteien das rechtliche Gehör bezüglich 
des Gutachtens der MEDAS E.________ AG vom 21. September 2018. 
Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, mitzuteilen und zu bele-
gen, weshalb seine Rechtsschutzversicherung gemäss Formular "Gesuch 
um unentgeltliche Prozessführung" vom 17. März 2017 Leistungen für sei-
ne Anwältin, nicht jedoch für die Gerichtskosten erbringe.

Mit Eingabe vom 22. November 2018 nahm die Beschwerdegegnerin unter 
Festhalten am bisherigen Antrag Stellung zum Gutachten der MEDAS 
E.________ AG vom 21. September 2018.

Der Instruktionsrichter stellte mit prozessleitender Verfügung vom 5. De-
zember 2018 fest, dass der Beschwerdeführer einerseits auf das Einrei-
chen einer Stellungnahme zum Gerichtsgutachten verzichtet hat und ande-
rerseits der Aufforderung gemäss prozessleitender Verfügung vom 6. No-
vember 2018 nicht nachgekommen ist. Er gewährte dem Beschwerdeführer 
eine Nachfrist, um die entsprechenden Auskünfte zu erteilen und zu bele-
gen; dies unter Androhung, dass bei Nichteinhalten der Frist das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege als zurückgezogen gelte.

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, seine 
Rechtsschutzversicherung habe die Übernahme von allfälligen Gerichts-
kosten bestätigt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich – siehe jedoch sogleich E. 1.2 – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Februar 2017 
(AB 45). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invali-
denversicherung. Soweit die Zusprechung beruflicher Eingliederungsmass-
nahmen beantragt wird (Beschwerde S. 2), ist auf die Beschwerde nicht 
einzutreten, da die Beschwerdegegnerin darüber nicht verfügt hat (BGE 
125 V 413 E. 1a S. 414).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 1 des Bundesbeschlusses vom 4. Oktober 1962 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge und Staatenlosen in der Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenversicherung (FlüB; SR 831.131.11) haben Flücht-
linge mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz unter den 
gleichen Voraussetzungen wie Schweizerbürger Anspruch auf die ordentli-
chen Renten und die Hilflosenentschädigungen der schweizerischen Invali-
denversicherung.

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2.2 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei 
Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet 
haben (Art. 36 Abs. 1 IVG).

2.3 Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald 
sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfor-
derliche Art und Schwere erreicht hat. Das IVG beruht somit auf dem Kon-
zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 
S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit-
punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherten Per-
son festzustellen; zufällige externe Faktoren, wie insbesondere die subjek-
tive Kenntnis des Leistungsansprechers oder der Leistungsansprecherin, 
sind unerheblich (BGE 112 V 275 E. 1b S. 277; ZAK 1987 S. 46 E. 3a; AHI 
2003 S. 209 E. 2a). Der Zeitpunkt des Invaliditätseintritts richtet sich insbe-
sondere nicht danach, wann eine Anmeldung eingereicht oder von wann an 
eine Leistung gefordert wird. Er braucht auch nicht mit jenem Zeitpunkt 
identisch zu sein, in welchem die versicherte Person erstmals erfährt, dass 
ihr Gesundheitsschaden einen Leistungsanspruch zu begründen vermag 
(BGE 118 V 79 E. 3a S. 82).

2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt.

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Praxis nicht oh-
ne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten 
ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der Gerichts-
barkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizi-
nisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachverhaltshy-

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pothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346) oder wenn ein vom Ge-
richt eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann zudem 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-
fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; SVR 2014 UV 
Nr. 32 S. 107 E. 3.2).

2.8 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer ist seit November 2009 anerkannter Flücht-
ling (AB 14 S. 28 f.) mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der 
Schweiz, womit er unter den gleichen Voraussetzungen wie Schweizerbür-
ger Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente hat (Art. 1 Abs. 1 FlüB; 
vgl. E. 2.1 hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch zu-
folge nicht erfüllter versicherungsmässiger Voraussetzungen abgelehnt 
(AB 45 S. 1). Nachfolgend ist damit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 
bereits mit dem Gesundheitsschaden in die Schweiz eingereist ist oder ob 
er im Zeitpunkt des Eintritts der (rentenspezifischen) Invalidität die Voraus-
setzung der Mindestbeitragsdauer für eine ordentliche Rente (Art. 36 
Abs. 1 IVG; vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt hat.

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3.2 In medizinischer Hinsicht sind für die Zeit vor der Einreise in die 
Schweiz keine Berichte aktenkundig. Es erscheint auch ausgeschlossen, 
dass die Beschwerdegegnerin in Wahrnehmung ihrer Abklärungspflicht 
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) solche Berichte in der Heimat des Beschwerdefüh-
rers (… [AB 1 S. 1]) erheben könnte. Folglich müssen die hier massgebli-
chen Fragen mit Hilfe der in der Schweiz gewonnenen Erkenntnisse be-
antwortet werden. Aus den medizinischen Akten ergibt sich diesbezüglich 
das Folgende:

3.2.1 Im Bericht vom 26. Februar 2014 (AB 3 S. 2 ff.) diagnostizierte Dr. 
med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen Ver-
dacht auf psychotische Störung mit Symptomen einer paranoid-
halluzinatorischen Schizophrenie (bspw. ICD-10: F20 oder auch F23, F25). 
Es müsse eine weitgehende Einschränkung der Leistungs- und Arbeits-
fähigkeit angenommen werden. Der Beginn des Syndroms sei unklar.

3.2.2 Dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS D.________ AG 
vom 22. September 2016 sind die folgenden Diagnosen mit Relevanz für 
die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (AB 37.1 S. 28):

- Hebephrene Schizophrenie (ICD-10: F20.1)
- Flexionskontraktur Dig. III PIP Hand rechts und Brachymetakarpie (Bra-

chyphalangie) Dig. IV Hand rechts mit Hyperostosen ulnar- und radialsei-
tig deformiertes Mittelglied Dig. IV bei St. n. operativem Eingriff in der 
Kindheit (anamnestisch nicht klar, ob Zustand nach Trauma oder Synd-
aktylie bei unterschiedlicher Angabe des Patienten)

- Flexionskontraktur linke Langfinger mit multiplen Deformitäten Dig. III-V 
links unklarer Genese.

Die Arbeitsfähigkeit betrage 20 % im geschützten Rahmen (AB 37.1 S. 29). 
Die psychiatrische Diagnose ermögliche nur Arbeit im geschützten Rah-
men. Die Verkrüppelung beider Hände ermögliche keine manuellen Tätig-
keiten. Entsprechend potenzierten sich die verschiedenen Diagnosen und 
erschwerten eine geeignete Arbeit zusätzlich, da die Arbeiten im geschütz-
ten Rahmen eher manuelle Tätigkeiten seien (AB 37.1 S. 35).

Im Falle einer hebephrenen Schizophrenie handle es sich um eine erfah-
rungsgemäss früh beginnende Abart innerhalb der Gruppe der Schizophre-
nien (typisches Erkrankungsalter zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr). 
Allerdings sei auch ein späterer Erkrankungsbeginn möglich. Eine genaue 

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zeitliche Differenzierung lasse sich aufgrund des Untersuchungsergebnis-
ses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vornehmen, auch wenn der 
Explorand angegeben habe, seit ca. acht Jahren unter seinen Beschwer-
den zu leiden. Der psychopathologische Befund weise auf einen deutlich 
fortgeschrittenen Chronifizierungsgrad hin (Negativsymptomatik, Affektver-
flachung). Dies spreche für einen sicherlich mehrjährigen Krankheitsver-
lauf. Orthopädisch gelte das negative Zumutbarkeitsprofil seit vielen Jah-
ren, allenfalls auch schon seit Kindheit (AB 37.1 S. 29).

3.2.3 Die Gutachter der MEDAS E.________ AG erwähnten im Ge-
richtsgutachten vom 21. September 2018 (in den Gerichtsakten) die fol-
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6):

1. Schizophrenie (DSM-5: F20)
2. Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand aufgrund einer Flexionskon-

traktur Digitus III sowie Brachymetakarpie Digitus IV mit Hyperostosen 
und deformiertem Mittelglied Digitus IV
- Deutliche Bewegungseinschränkung des 4. Fingers der rechten Hand
- Unvollständiger Faustschluss der rechten Hand
- Unvollständige Fingerstreckung D3/D4 rechts

3. Funktionseinschränkung der linken Hand bei Bewegungseinschränkun-
gen der Langfinger 3 - 5 mit multiplen Deformitäten
- Unvollständige Fingerstreckung D3/D4 links
- Unvollständiger Faustschluss der linken Hand.

Aus psychiatrischer Sicht könne festgehalten werden, dass ohne Zweifel 
eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis vorliege, die nach 
alter Diktion als Hebephrenie einzuordnen sei. Aufgrund dieser Gesund-
heitsstörung sei die Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
nicht gegeben. Ob der Versicherte perspektivisch an einem geschützten 
Arbeitsplatz eingesetzt werden könne, sei mehr als fraglich. Bis auf die 
Einschränkungen beider Hände fänden sich keine Beeinträchtigungen auf 
orthopädisch-traumatologischem Fachgebiet. Dem Versicherten seien 
sämtliche Arbeiten abzuverlangen, die kein permanentes Grob- und Fein-
geschick der Hände erforderten. Allein aus allgemein-internistischer Sicht 
sei das Belastungsprofil nicht eingeschränkt (S. 7).

Hinsichtlich des retrospektiven Verlaufs der Arbeitsfähigkeit hielten die 
Gutachter fest, sie gingen mangels anderer Dokumentation davon aus, 
dass der Versicherte bisher noch nicht gearbeitet habe, was jedenfalls für 
die Zeit seit Eintreffen in der Schweiz gelte. Somit sei es aus formalen 

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Gründen im Jahr 2009 zu einer Aufhebung der Arbeitsfähigkeit gekommen. 
Eine genauere Einordnung oder gar die Angabe von Wahrscheinlichkeiten 
sei allerdings nicht möglich, was auch daran liege, dass keine Unterlagen 
aus der Zeit vor 2009 vorlägen. Dies wäre allerdings erforderlich, um eine 
entsprechende Aussage über die Entwicklung im Längsschnitt treffen zu 
können (S. 8).

3.3 Das polydisziplinäre Gerichtsgutachten der MEDAS E.________ 
AG vom 21. September 2018 (in den Gerichtsakten) erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines Gutachtens 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.7 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Gestützt darauf ist erstellt, dass der Beschwerdeführer unter anderem an 
einer Schizophrenie leidet (S. 6) und schon aus diesem Grund vollständig 
arbeitsunfähig ist (S. 7). Zum Eintritt dieses Gesundheitsschadens konnte 
sich der psychiatrische Gerichtsgutachter nicht abschliessend äussern: Die 
Problematik habe "offenbar im Jahre 2009 begonnen", eine genauere Ein-
ordnung sei mangels Unterlagen vor 2009 nicht möglich (S. 27); gemäss 
Gesamtkonsens der Gerichtsgutachter "scheint" es 2009 zu einer rich-
tungsweisenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen 
zu sein (S. 13 Ziff. 3). Dies deckt sich in etwa mit den Angaben des psych-
iatrischen Vorgutachters der MEDAS D.________ AG vom 17. September 
2015, wonach seit "sicherlich 8 Jahren oder allenfalls auch länger" keine 
Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (AB 37.1 S. 27; vgl. auch 37.4 S. 15). Aus 
dem – im Rahmen des Asylverfahrens erstellten – Befragungsprotokoll vom 
7. Januar 2009 (AB 14 S. 12 ff.) kann direkt nichts abgeleitet werden; im-
merhin sind darin keine Eigentümlichkeiten resp. auffallende Befunde rap-
portiert. Gesamthaft gesehen sind der psychische Gesundheitsschaden 
und die daraus fliessende vollständige Arbeitsunfähigkeit spätestens 2009 
eingetreten. Unter Berücksichtigung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 
1 lit. b IVG wäre eine – hier offensichtlich über 40 % liegende – Invalidität 
damit spätestens 2010 eingetreten. Der genaue Eintritt kann jedoch offen 
bleiben, denn im Jahr 2010 konnte der Beschwerdeführer die notwendige 
dreijährige Mindestbeitragszeit gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG nicht erfüllt ha-
ben, da er erst am 23. Dezember 2008 in die Schweiz eingereist ist (AB 14 
S. 11) und er seit November 2009 den Flüchtlingsstatus aufweist (AB 14 

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S. 28 und AB 42 S. 2). Mangels Erfüllung der Mindestbeitragszeit besteht in 
der Folge kein Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente.

Die somatischen Gesundheitsschäden an den Fingern (Gerichtsgutachten, 
S. 6) bestanden mit Sicherheit bereits vor der Einreise in die Schweiz (Ge-
richtsgutachten, S. 35), so dass in dieser Hinsicht die versicherungsmässi-
gen Voraussetzungen nicht erfüllt sind und auch insoweit kein Rentenan-
spruch bestehen kann.

3.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
15. Februar 2017 (AB 45) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 (in den Gerichtsakten) hat der Be-
schwerdeführer bestätigt, dass seine Rechtsschutzversicherung nicht nur 
die Kosten der Rechtsvertretung, sondern auch allfällige Gerichtskosten 
übernimmt. Das Erfordernis der Bedürftigkeit ist dementsprechend nicht 
erfüllt, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

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Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.3 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung aufgelegt.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. De-

zember 2018 [ohne Beilage])
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.