# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4a82283-6f16-5995-a02b-cd8b836db730
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 21.12.2017 110 2017 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-69_2017-12-21.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/69 Bern, 21. Dezember 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Wohlen, Departement Bau und Planung, 
Hauptstrasse 26, 3033 Wohlen
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Fürsprecher A.________

und

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 13. Juni 2017 
(bbew 415/2015; Asphaltbelag) und die Verfügung des Amtes für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) vom 11. Mai 2017 (G.-Nr.: 381 15 2533)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin reichte am 27. August 2015 ein Baugesuch ein für den 

Einbau eines Asphaltbelags auf einem Naturstrassenabschnitt der C.________strasse auf 

Parzelle Wohlen bei Bern Grundbuchblatt Nr. B.________ (Länge 275 m, Breite 3.50 m). 

Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone. Der betroffene Strassenabschnitt ist zudem 

im Inventar der historischen Verkehrswege verzeichnet (IVS-Objekt von regionaler 

Bedeutung BE E.________). Im Verkehrsrichtplan "Fussverkehr" der Gemeinde ist die 

C.________strasse als historischer Verkehrsweg aufgeführt. Gegen das Bauvorhaben 

gingen keine Einsprachen ein. 

RA Nr. 110/2017/69 2

Das Tiefbauamt, Oberingenieurkreis II (TBA OIK II) beantragte mit Fachbericht "historische 

Verkehrswege der Schweiz" vom 14. Oktober 2015, das Bauvorhaben sei nicht zu 

bewilligen. Mit Stellungnahme vom 19. Februar 2016 kam das AGR zum Schluss, das 

Vorhaben sei nicht zonenkonform; aufgrund der fehlenden Zustimmung des TBA OIK II sei 

dieses zudem nicht mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar, weshalb auch 

keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG1 erteilt werden könne. Nachdem die 

Beschwerdeführerin hierzu Stellung nahm und nach einer von ihr beantragten Sistierung 

des Verfahrens verweigerte das AGR mit Verfügung vom 11. Mai 2017 die 

Ausnahmebewilligung. Gestützt darauf erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-

Mitteland mit Gesamtentscheid vom 13. Juni 2017 den Bauabschlag.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 6. Juli 2017 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die Aufhebung 

des Gesamtentscheides vom 13. Juni 2017 und die Erteilung der Baubewilligung mitsamt 

der Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb des Baugebiets und der Bewilligung 

für das Bauen in Waldesnähe gemäss Baugesuch vom 26. August 2015. Eventualiter sei 

der Gesamtentscheid vom 13. Juni 2017 aufzuheben und die Angelegenheit zum neuen 

Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei bestreitet sie die Schutzwürdigkeit des 

betroffenen Strassenabschnitts und bringt zudem vor, die geplante Asphaltierung sei 

aufgrund einer Interessenabwägung zulässig.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Neben den Verfahrensbeteiligten 

wurde auch das TBA OIK II zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mit Schreiben vom 

13. Juli 2017 verzichtete das Regierungsstatthalteramt unter Verweis auf die Akten auf das 

Einreichen einer förmlichen Vernehmlassungseingabe. Das AGR mit Stellungnahme vom 

22. Juli 2017 und das TBA OIK II mit Eingabe vom 4. August 2017 beantragen die 

Abweisung der Beschwerde. 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

RA Nr. 110/2017/69 3

4. Mit Stellungnahme vom 29. August 2017 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zur 

Eingabe des TBA OIK II vom 4. August 2017. Das Rechtsamt holte sodann eine fachliche 

Beurteilung zu den Unterhalts- und Investitionskosten des betreffenden Strassenabschnitts 

beim TBA OIK II ein. Die Verfahrensbeteiligten hatten danach Gelegenheit, zu diesem 

Fachbericht vom 20. Oktober 2017 Stellung zu nehmen und Schlussbemerkungen zum 

Verfahren einzureichen. Diese Gelegenheit nahm die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

17. November 2017 wahr.

5. Auf die Rechtsschriften und die Fachberichte des TBA OIK II wird, soweit für den 

Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide – und 

mit ihnen zusammen die Verfügungen des AGR nach Art. 24 ff. RPG – können nach 

Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE 

angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den 

Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen und 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen und Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführerin, deren Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen 

Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).

RA Nr. 110/2017/69 4

2. Ausgangslage, rechtliche Grundlagen

a) Zu beurteilen ist der Einbau eines Asphaltbelags auf einem Naturstrassenabschnitt 

mit einer Länge von 275 m. Das Bauvorhaben liegt in der Landwirtschaftszone. Es ist 

unbestrittenermassen nicht landwirtschaftlich begründet und deshalb nicht zonenkonform, 

weshalb es auf eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG angewiesen ist. Näher zu 

prüfen sind einzig die Ausnahmetatbestände von Art. 24 RPG und Art. 24c RPG; die 

übrigen Ausnahmetatbestände (Art. 24a RPG Zweckänderung ohne bauliche 

Massnahmen; Art. 24b RPG nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe; Art. 24d RPG 

landwirtschaftsfremde Wohnnutzung und Zweckänderung von schützenswerten Bauten; 

Art. 24e hobbymässige Tierhaltung; Art. 37a RPG zonenfremde gewerbliche Bauten) 

finden auf das umstrittene Bauvorhaben keine Anwendung.

Es ist unbestritten, dass die streitbetroffene Gemeindestrasse (C.________strasse) vor 

dem 1. Juli 1972 erstellt wurde und damit grundsätzlich in den Anwendungsbereich von 

Art. 24c RPG fällt. Nach dieser Bestimmung und den dazugehörigen 

Ausführungsbestimmungen in der RPV5 (Art. 41 und 42 RPV) werden 

bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die vor dem 

1. Juli 1972 rechtmässig erstellt wurden, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Sie 

dürfen zudem erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut 

werden. (Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG, Art. 41 Abs. 1 RPV). Eine Änderung gilt als teilweise 

und eine Erweiterung als massvoll, wenn die Identität der Baute oder Anlage 

einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 Abs. 1 

RPV). In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung 

vorbehalten (Art. 24c Abs. 5 RPG). 

Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG setzt voraus, dass der Zweck der Bauten 

und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (Standortgebundenheit, 

Art. 24 lit. a RPG) und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 24 Bst. b 

RPG). 

5 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1).

https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fa
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fb
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fb

RA Nr. 110/2017/69 5

Das AGR kam in seiner Verfügung vom 11. Mai 2017 zum Schluss, dass der Belagseinbau 

auf der altrechtlich erstellten Strasse zwar noch eine teilweise Änderung im Sinne von 

Art. 24c Abs. 2 RPG darstelle, das Vorhaben jedoch aufgrund der Einwände des TBA 

OIK II im Fachbericht "historische Verkehrswege der Schweiz" vom 14. Oktober 2015 nicht 

mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar sei. Eine Ausnahmebewilligung 

nach Art. 24c RPG könne daher nicht erteilt werden. Angesichts der fehlenden 

Zustimmung des TBA OIK II und der im Vergleich zu den geltend gemachten Argumenten 

der Gemeinde höher zu gewichtenden Interessen des historischen Verkehrswegs stünden 

dem Vorhaben auch überwiegende Interessen im Sinne von Art. 24 Bst. b RPG entgegen, 

was zu einer Verweigerung der Standortgebundenheit in Sinne von Art. 24 RPG führe. 

b) Der umstrittene Naturstrassenabschnitt der C.________strasse ist gemäss dem 

Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) zudem Teil eines historischen 

Verkehrswegs von regionaler Bedeutung mit Substanz (IVS-Objekt BE E.________).

Gesetzliche Grundlage für den Schutz der historischen Verkehrswege auf Bundesebene ist 

das NHG6. Das Gesetz bezweckt unter anderem, "das heimatliche Landschafts- und 

Ortsbild, die geschichtlichen Stätten sowie die Natur- und Kulturdenkmäler des Landes zu 

schonen, zu schützen sowie ihre Erhaltung und Pflege zu fördern" (Art. 1 Bst. a NHG). 

Anders als die Objekte von nationaler Bedeutung unterstehen Objekte von regionaler und 

lokaler Bedeutung nicht der VIVS7 und nicht dem erhöhten Schutz von Art. 6 NHG. Da das 

vorliegende Bauvorhaben eine Ausnahme nach Art. 24 ff. RPG für das Bauen ausserhalb 

der Bauzone erfordert, handelt es sich um die Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinn von 

Art. 2 NHG. Deshalb kommt Art. 3 NHG zur Anwendung, wonach der Bund und die 

Kantone dafür sorgen, dass solche Objekte geschont werden und, wo das allgemeine 

Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben. 

Art. 86 BauG verpflichtet die Gemeinden, Schutzgebiete zu bezeichnen. Dazu gehören 

explizit auch Orts- und Strassenbilder (Art. 86 Abs. 1 BauG). Nicht nur die Objekte von 

nationaler Bedeutung, sondern auch die Objekte von regionaler und lokaler Bedeutung mit 

Substanz und mit viel Substanz sind daher als Hinweis zwingend in ein kommunales 

Planungsinstrument (Zonenplan, Schutzzonenplan, Hinweisplan, Inventarplan) 

aufzunehmen. Die Aufnahme dient der Rechtssicherheit bzw. der Information der 

6 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451).
7 Verordnung über das Bundesinventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (VIVS; SR 451.13).

RA Nr. 110/2017/69 6

Bevölkerung, ist also deklaratorischer Natur.8 Die Beschwerdeführerin ist dieser Forderung 

nachgekommen: So ist der betreffende historische Verkehrsweg, welchem das umstrittene 

Teilstück angehört, in den Verkehrsrichtplan Fussverkehr9 aufgenommen worden. Gemäss 

Art. 38 GBR10 sind zudem die Objekte des IVS in ihrem Verlauf und mitsamt ihren 

Bestandteilen wie überlieferte Oberflächen, Mauern und Böschungen, Brücken, 

wegbegleitende Vegetation und Einrichtungen ungeschmälert zu erhalten (Abs. 1). Der 

Unterhalt im traditionellen Sinne soll eine angepasste Nutzung gewährleisten und die 

Substanz erhalten. Bauliche Eingriffe an historischen Verkehrswegen dürfen dem 

Schutzzweck nicht zuwiderlaufen (Abs. 2). 

Gemäss dem Sachplan Wanderroutennetz des Kantons Bern11 ist das umstrittene 

Wegstück dagegen nicht Teil einer Wanderroute. Dieser verläuft vielmehr auf einem 

anderen Wegstück parallel zur Strasse. Das FWG12 gelangt deshalb nicht zur Anwendung. 

c) Ob die umstrittene Asphaltierung des Naturstrassenabschnitts zulässig ist, muss 

damit anhand einer umfassenden Interessenabwägung im Sinne von Art. 3 RPV beurteilt 

werden. Eine solche wird einerseits im Zusammenhang mit den Ausnahmetatbeständen 

von Art. 24c RPG bzw. Art. 24 RPG verlangt (vgl. Art. 24c Abs. 5 sowie Art. 24 Bst. b 

RPG). Andererseits ist auch nach den Vorgaben des NHG ein Eingriff in einen historischen 

Verkehrsweg nur zulässig, wenn das allgemeine Interesse an der ungeschmälerten 

Erhaltung nicht überwiegt. 

Bei der vorzunehmenden, umfassenden Interessenabwägung sind sämtliche für den 

Entscheid relevanten öffentlichen und privaten Interessen einzubeziehen und zu 

gewichten. Bei ihrer Gewichtung spielen Normen des raumrelevanten Verfassungs- und 

Gesetzesrechts eine entscheidende Rolle: Bedeutsam sind insbesondere die Normen der 

Verfassung wie Art. 73 bis 78 BV13 sowie deren Konkretisierung in der 

8 siehe zum Ganzen: Tiefbauamt des Kantons Bern, Historische Verkehrswege im Kanton Bern, Erläuterungen 
zum Vollzug, 2011.
9 Verkehrsrichtplan Fussverkehr der Gemeinde Wohlen vom 3. November 2009, genehmigt vom AGR am 
11. März 2011. 
10 Baureglement der Gemeinde Wohlen vom 1. Dezember 2009, genehmigt durch das AGR am 11. März 2011.
11 Sachplan Wanderroutennetz vom 22. August 2012, nachgeführt am 15. Januar 2016, zu finden im Geoportal 
des Kantons Bern.
12 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1985 über Fuss- und Wanderwege (FWG; SR 704).
13 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).

RA Nr. 110/2017/69 7

Spezialgesetzgebung. Sie werden ergänzt durch die Planungsziele und -grundsätze der 

Art. 1 und 3 RPG, die Normen des Umweltrechts sowie des Natur- und 

Heimatschutzrechts.14 Die Anforderungen für eine ausnahmsweise Bewilligung von 

Deckbelägen auf bestehenden Naturstrassen sind hoch. Einem Belagseinbau sollten 

deshalb stets sorgfältige Abklärungen der Notwendigkeit und umfassende 

Interessenabwägungen vorausgehen.15

Nachfolgend werden – nach Behandlung der Rüge der mangelhaften Begründung des 

Entscheids (E. 3) – die verschiedenen Aspekte vorweg einzeln geprüft (vgl. E. 4 bis 8). 

Anschliessend folgt die Interessenabwägung (E. 9).

3. Begründungspflicht  

a) Die Beschwerdeführerin rügt vorab, die Vorinstanzen und das TBA OIK II hätten die 

umfassende Interessenabwägung nicht durchgeführt. Sowohl im Fachbericht des TBA 

OIK II als auch in der angefochtenen Verfügung des AGR werde einzig und ohne weitere 

Begründung festgehalten, der Hartbelagseinbau verstosse gegen das NHG sowie gegen 

das kommunale Baureglement. Eine Ermittlung, Bewertung und Abwägung der Interessen 

habe nicht stattgefunden. Der Bauabschlag müsse als ungenügend begründet bezeichnet 

werden. 

b) Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG16 muss eine Verfügung eine Begründung enthalten. 

Eine Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht 

anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde 

muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit 

den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.17

14 Aemisegger, Moor, Ruch, Tschannen, Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, Schulthess 
2017, Art. 24 N. 21 ff. sowie Art. 24c N. 45 ff.  
15 Inforaum VLP-ASPAN Nr. 5/10, S. 5.
16 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
17 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 
N. 5.

RA Nr. 110/2017/69 8

c) Vorab ist festzuhalten, dass sich das TBA OIK II in seiner Funktion als kantonale 

Fachstelle für den Schutz historischer Verkehrswege in seinem Fachbericht nur zu dieser 

Thematik zu äussern hatte. Es ist – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin – 

nicht die Aufgabe der Fachbehörde, die umfassende Interessenabwägung vorzunehmen; 

vielmehr haben sie das umstrittene Bauvorhaben hinsichtlich ihres Fachgebiets zu 

beurteilen. Die Interessenabwägung ist vielmehr durch die Leitbehörde oder – wenn es wie 

hier um ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone geht – durch das AGR als 

Entscheidbehörde bei Ausnahmebewilligungen nach Art. 24 ff. RPG vorzunehmen. 

Trotzdem hat sich auch das TBA OIK II in einem an die Gemeinde gerichteten Schreiben 

vom 14. März 201718 eingehend mit den Argumenten und Beweggründen der Gemeinde 

für eine Asphaltierung auseinandergesetzt und damit begründet, wieso seiner Ansicht nach 

beim betroffenen Wegabschnitt auf einen Hartbelag zu verzichten sei. 

Im angefochtenen Entscheid vom 13. Juni 2017 verweist das Regierungsstatthalteramt 

hauptsächlich auf die Ausführungen der negativen Verfügung des AGR vom 11. Mai 2017. 

Dieses Vorgehen ist durchaus üblich und legitim, zumal der Entscheid des AGR für die 

Baubewilligungsbehörde verbindlich ist. Immerhin geht das Regierungsstatthalteramt im 

Zusammenhang mit den Ausführungen zur Eigentumsgarantie (E. 3.4 des angefochtenen 

Entscheids) auf verschiedene auf dem Spiel stehende Interessen einer allfälligen 

Asphaltierung ein. So wird nach einer Aufführung der öffentlichen Interessen an der 

Erhaltung des Naturbelages festgehalten, dass die Verweigerung der Baubewilligung das 

einzige geeignete Mittel sei, um den öffentlichen Interessen nachzukommen, zumal die 

Entwässerungsproblematik mit anderen Massnahmen minimiert werden könne und das 

Wegstück im Waldbereich verlaufe, womit der Staubbelastung keinerlei Bedeutung 

zukomme. Die Verweigerung der Baubewilligung sei der Bauherrschaft angesichts des 

gewichtigen öffentlichen Interesses zumutbar und damit verhältnismässig. Das AGR führte 

in seiner Verfügung vom 11. Mai 2017 nach einer Wiederholung der Einschätzung des TBA 

OIK II in seinem Fachbericht aus, dass die von der Gemeinde vorgebrachten Gründe 

(Mehrkosten des Strassenunterhalts, Staubentwicklung, Werkeigentümerhaftung) für 

diesen für das Verkehrsnetz der Gemeinde unbedeutenden Strassenabschnitt zu wenig 

gewichtig seien und die Interessen des IVS höher gewichtet werden müssten. 

18 Beilage zur Stellungnahme des TBA OIK II vom 4. August 2017 im Rahmen des Beschwerdeverfahrens.

RA Nr. 110/2017/69 9

d) Auch wenn die Ausführungen der Leitbehörde und des AGR zur Interessenabwägung 

eher knapp ausgefallen sind, so lässt sich dem angefochtenen Entscheid des 

Regierungsstatthalteramts und der angefochtenen Verfügung des AGR entnehmen, warum 

die öffentlichen Interessen an der Erhaltung des Naturbelags stark gewichtet wurden, den 

Gründen der Gemeinde für Asphaltierung dagegen keine grosse Bedeutung zugemessen 

wurde. Die Beschwerdeführerin war damit in der Lage, den Bauabschlag der Vorinstanz 

sachgerecht anzufechten. Damit wurden die Anforderungen an die Begründungspflicht 

erfüllt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist zu verneinen. 

4. Bedeutung des Wegabschnitts als Verbindungs- und Erschliessungsstrasse

a) Die Beschwerdeführerin begründet die Notwendigkeit einer Asphaltierung damit, 

dass das Strassenstück innerhalb der Gemeinde wichtig sei und einiges an Verkehr 

aufnehmen müsse. Es verbinde die Ortschaften F.________ und G.________, erschliesse 

die Hundeschule mit 110 Aktivmitgliedern sowie verschiedene Anwohnerinnen und 

Anwohner. Es handle sich um eine bedeutende Gemeindestrasse. 

Das TBA OIK II entgegnet in seiner Stellungnahme vom 4. August 2017, die 

Verkehrsmenge vermöge die Asphaltierung nicht zu begründen. Es gebe sehr wohl 

Strassen mit recht hohem Verkehrsaufkommen ohne Hartbelag. Im Verkehrsrichtplan 

"Motorisierter Individualverkehr" sei der Abschnitt F.________ - H.________ 

(Hundeschule) - I.________ als Hauszufahrt deklariert. Laut Erläuterungsbericht seien die 

Gemeindestrassen ausserorts von unnötigem Durchgangsverkehr zu entlasten. Der 

motorisierte Individualverkehr solle möglichst direkt auf die übergeordnete Kantonsstrasse 

geleitet werden. Eine Asphaltierung des Wegabschnitts könne zu einer Zunahme des 

motorisierten Individualverkehrs zwischen G.________ und F.________ führen, was dem 

Verkehrsrichtplan widerspreche.

Die Beschwerdeführerin entgegnet in ihrer Eingabe vom 29. August 2017, anders als das 

TBA OIK II gehe sie nicht davon aus, dass die Asphaltierung zu einer Zunahme des 

motorisierten Individualverkehrs auf diesem Weg führen werde. Für den 

Durchgangsverkehr bleibe die Strecke über die Kantonsstrasse allemal schneller und 

deutlich attraktiver. Einzig für Anwohnende des östlichen Teils der C.________strasse sei 

die Wegstrecke über die J.________ minim kürzer und schneller und deshalb eine valable 

RA Nr. 110/2017/69 10

Alternative. Wer das Teilstück der C.________strasse schon heute befahre, werde es auch 

weiterhin befahren. Umgekehrt könne aber ausgeschlossen werden, dass weitere 

Anwohnerinnen und Anwohner neu über diese Strasse fahren werden. Es gelte dabei zu 

berücksichtigen, dass das Teilstück zwischen der Abzweigung D.________strasse und 

dem Dorfeingang G.________ weiterhin über einen Naturbelag verfügen werde. Die 

Bezeichnung "Hauszufahrt" im Richtplan dürfe nicht im Sinne von Art. 106 Abs. 3 BauG 

verstanden werden. Das Strassenstück sei unzweifelhaft ohne Einschränkung dem 

Verkehr gewidmet und werde von der Gemeinde unterhalten, weshalb es sich nicht um 

eine private Hauszufahrt im Sinne des BauG handle. 

b) Die Beschwerdeführerin begründet die Notwendigkeit einer Asphaltierung des 

umstrittenen Wegabschnitts in ihrer Beschwerde unter anderem mit der Wichtigkeit dieses 

Strassenabschnitts als Verbindungsweg zwischen F.________ und G.________. Es ist 

daher in einem ersten Schritt näher auf die Bedeutung dieses Teilstücks als 

Durchgangsstrasse und Verbindung zwischen den beiden erwähnten Ortschaften 

einzugehen.

Dabei ist vorab festzustellen, dass die Beschwerdeführerin zwar die Wichtigkeit dieses 

Abschnitts als Durchgangsstrasse und Verbindung zwischen F.________ und G.________ 

betont, dies jedoch im Widerspruch zu ihren eigenen planerischen Grundlagen steht. So ist 

die Strasse im Verkehrsrichtplan der Gemeinde19 nicht dem Typ "Ortsverbindung" 

zugeordnet. Vielmehr ist sie ab der Abzweigung von der Kantonsstrasse bei F.________ 

bis zur Weggabelung C.________strasse / D.________strasse nach dem umstrittenen 

Teilabschnitt als "Hauszufahrt" eingetragen.20 Das Teilstück zwischen der Weggabelung 

C.________strasse / D.________strasse bis zum östlichen Ende von G.________ ist 

sodann im Verkehrsrichtplan als "übriger Weg ohne Erschliessungsfunktion" verzeichnet. 

Diese Einstufungen machen deutlich, dass die C.________strasse zwischen F.________ 

und G.________ nach den planerischen Grundlagen der Gemeinde nicht die Funktion 

einer Durchgangs- oder Verbindungsstrasse zukommen soll. Bereits aus diesem Grund 

kann die angebliche Wichtigkeit des Weges als Verbindung zwischen den beiden 

Ortschaften nicht als Argument für eine Asphaltierung dieser Strasse beigezogen werden. 

19 Einwohnergemeinde Wohlen, Verkehrsrichtplan "Motorisierter Individualverkehr" vom 26. Oktober 2009, 
beschlossen durch den Gemeinderat am 3. November 2009, genehmigt durch das AGR am 11. März 2011. 
20 Die als Hauszufahrt eingetragene Strecke führt dann neben der Hundeschule weiter der D.________strasse 
entlang.

RA Nr. 110/2017/69 11

Dass die Gemeinde den betreffenden Waldweg zwischen F.________ und G.________ 

nicht als Ortsverbindung klassiert hat, passierte aus nachvollziehbarem Grund: So besteht 

mit der nahegelegenen Kantonsstrasse eine gut ausgebaute und mehr als ausreichend 

dimensionierte Verbindungsstrasse zwischen diesen beiden Ortschaften. Selbst für 

Bewohnerinnen und Bewohner am östlichen Ende von G.________ (an der 

C.________strasse) stellt der Weg über die Kantonsstrasse zeitmässig kaum einen 

Umweg dar, wenn sie von G.________ nach F.________ gelangen wollen oder umgekehrt. 

Zwar ist der Weg über die C.________strasse mit dem betroffenen Wegabschnitt 

distanzmässig weniger weit. Allerdings macht dies zeitlich kaum eine Differenz aus, da auf 

der Kantonsstrasse höhere Geschwindigkeiten zugelassen und möglich sind als auf der 

unasphaltierten Waldstrasse. Auch die Beschwerdeführerin kommt in ihrer Stellungnahme 

vom 29. August 2017 zum Schluss, der Weg über die C.________strasse sei nur minim 

kürzer und schneller als derjenige über die Kantonsstrasse, und dies auch nur für die 

Anwohnerinnen und Anwohner am östlichen Ende von G.________. Für alle anderen sei 

der Weg über die Kantonsstrasse schneller. Damit steht fest, dass mit der Kantonsstrasse 

eine genügende und ebenso so schnelle Verbindung zwischen F.________ und 

G.________ besteht, was im Übrigen auch für die Notfalldienste gilt. Die 

C.________strasse wird daher als Verbindungs- bzw. Durchgangsstrasse nicht benötigt. 

Gemäss dem Erläuterungsbericht zum Verkehrsrichtplan der Gemeinde21 verfolgt der 

Gemeinderat mit dem Verkehrsrichtplan u.a. das folgende Ziel: "Entlasten der 

Gemeindestrassen ausserorts von unnötigem Durchgangsverkehr; der motorisierte 

Individualverkehr (MIV) wird möglichst direkt auf die übergeordneten Kantonsstrassen 

geleitet." Wenn nun die C.________strasse asphaltiert wird, selbst wenn dies nur auf 

einem Teilstück passiert, so führt dies – der Einschätzung des TBA OIK II folgend – zu 

einer gewissen Attraktivitätssteigerung dieses Weges für den Durchgangsverkehr. Ob dies 

tatsächlich eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs mit sich bringen würde, 

lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Jedenfalls aber wird damit ein zusätzlicher Anreiz 

geschaffen, dass Autofahrende diese distanzmässige Abkürzung vermehrt benützen; eine 

Zunahme des motorisierten Individualverkehrs scheint daher zumindest wahrscheinlich. 

Die Schaffung eines solchen Anreizes für den Durchgangsverkehr steht im klaren 

Widerspruch zum Verkehrsrichtplan der Gemeinde und der Zielsetzung gemäss 

21 Verkehrsrichtplan, Erläuterungsbericht, Genehmigungsexemplar vom 26. Oktober 2009, S. 13.

RA Nr. 110/2017/69 12

Erläuterungsbericht, solche Strassen ausserorts von unnötigem Durchgangsverkehr zu 

entlasten und diesen auf die nahe Kantonsstrasse zu leiten. 

Weder gestützt auf die planerischen Grundlagen noch basierend auf der tatsächlichen 

Strassensituation (mit der als Verbindungsstrasse besser geeigneten Kantonsstrasse) 

kann damit der C.________strasse eine Bedeutung als Durchgangsstrasse und 

Verbindung zwischen F.________ und G.________ zugemessen werden. Als Argument für 

eine Asphaltierung fällt dies daher nicht ins Gewicht. Im Gegenteil: Diese Umstände 

sprechen gar gegen eine Asphaltierung des umstrittenen Wegstücks. 

c) Die Beschwerdeführerin bringt als Argument für eine Asphaltierung sodann vor, das 

umstrittene Wegstück habe auch Erschliessungsfunktion, so insbesondere für eine 

Hundeschule mit 110 Aktivmitgliedern. Auch dieses Argument ist jedoch zu relativieren: So 

gibt es keine Anwohnerinnen oder Anwohner, deren Grundstück einzig über das 

umstrittene Wegstück erreichbar ist. Sowohl die Hundeschule und die wenigen Gebäude 

am D.________weg Richtung G.________ als auch der von der Beschwerdeführerin 

erwähnte Landwirtschaftsbetrieb im K.________ sind auch von G.________ her zu 

erreichen, und dies gar über eine durchgehend asphaltierte Strasse. Sie sind damit nicht 

zwingend auf die Wegvariante über die C.________strasse angewiesen, weshalb ihr 

Interesse an einer Asphaltierung des umstrittenen Wegstücks nicht stark ins Gewicht fallen 

kann. Dass dieser Weg für die Besucherinnen und Besucher der Hundeschule eine 

Abkürzung Richtung Bern darstellt und sie deshalb in der Regel diese Wegvariante wählen, 

mag zwar stimmen, kann aber auch kaum als Grund für eine Asphaltierung des 

umstrittenen Wegstücks beigezogen werden. So kommt es nicht selten vor, dass kleinere 

und unasphaltierte, aber für den Verkehr freigegebene Strassen durch den Wald eine 

Abkürzung zu den grösseren Überlandstrassen darstellen. Wäre dieses Argument für eine 

Asphaltierung massgebend, so würde dies die Asphaltierung von zahlreichen anderen 

Waldstrassen zur Folge haben. 

Damit kann die Erschliessungsfunktion der C.________strasse in höchstens 

untergeordneter Form als Argument für eine Asphaltierung des Wegstücks beigezogen 

werden.  

5. Nutzung des Wegabschnitts durch den Langsamverkehr, Staubbelastung

RA Nr. 110/2017/69 13

a) Die Beschwerdeführerin betont, das umstrittene Wegstück werde auch durch 

Freizeitnutzende rege benutzt. Entgegen der Ansicht des TBA OIK II sei die 

Staubentwicklung zudem durchaus ein Problem, da das Strassenstück für den 

Langsamverkehr von Bedeutung sei.

Das TBA OIK II entgegnete, da sich die Strasse im Wald befinde, finde auch keine 

Staubbelästigung von Anwohnern statt. Dass diese für den Langsamverkehr hoch sei, 

möge im Einzelfall zutreffen. Dieses Privatinteresse vermöge indessen das Interesse an 

der Erhaltung des Weges im heutigen Zustand in keiner Weise zu überwiegen, zumal es 

immer wieder andere Personen treffe und der Einzelne höchst selten davon betroffen sei. 

Das Argument sei zudem mit Blick auf die Lage im Wald stark zu relativieren: Im Wald 

seien die Naturstrassen wesentlich länger feucht und würden daher weniger Staub 

entwickeln.

b) Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Gruppe der Freizeitnutzenden (zu 

Fuss Gehende, Reitende, Velofahrende) kaum ein Interesse an einer asphaltierten Strasse 

haben. Diese Erholungssuchenden ziehen in aller Regel eine Naturstrasse vor. Am 

ehesten könnten noch die Velofahrenden – und dabei insbesondere diejenigen, welche die 

Strasse regelmässig (etwa für ihren täglichen Arbeitsweg) befahren – ein gewisses 

Interesse an einer Asphaltierung haben, da solche Strassen für sie besser bzw. sicherer 

befahrbar sind. Die Gruppe derjenigen Velofahrenden, welche den Weg regelmässig 

befahren, dürfte jedoch nicht allzu gross sein, so dass dieses Interesse kaum ins Gewicht 

fällt. Kommt dazu, dass auch diese Gruppe – wie die Nutzergruppe des Langsamverkehrs 

generell – kein Interesse daran hat, dass die Verbindung durch eine Asphaltierung für den 

motorisierten Individualverkehr attraktiver wird. 

c) Das umstrittene Wegstück ist beidseitig von Wald umgeben und es gibt keine 

Anwohnerinnen und Anwohner an diesem Strassenabschnitt. Der Naturbelag hat daher 

auch keine Staubbelästigung von Anwohnerinnen und Anwohnern zur Folge. Auch die 

Beschwerdeführerin betont das Problem der Staubbelastung einzig im Zusammenhang mit 

dem Langsamverkehr / den Freizeitnutzenden. Da Naturstrassen im Wald wesentlich 

länger feucht bleiben, entwickeln diese deutlich weniger Staub als solche, die der Sonne 

RA Nr. 110/2017/69 14

vollständig ausgesetzt sind.22 Auch für den Langsamverkehr dürfte daher die 

Staubentwicklung kaum ein grösseres Problem darstellen. Die (relativ geringe) 

Staubbelastung stellt damit kein zu beachtendes Interesse dar, welches für die 

Asphaltierung des umstrittenen Wegstücks spricht.23

d) Insgesamt entsteht – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – für die 

Nutzergruppe des Langsamverkehrs kein Vorteil oder wesentlicher Mehrwert, wenn das 

umstrittene Wegstück asphaltiert wird. Deren Interesse für eine Asphaltierung fällt daher 

bei der Interessenabwägung nicht oder nur sehr unwesentlich ins Gewicht.

6. Reduktion des Unterhaltsaufwandes

a) Die Beschwerdeführerin macht als Gründe für die Asphaltierung die hohen 

Unterhaltskosten des umstrittenen Wegstücks geltend. Aufgrund der teilweise markanten 

Steigung von bis zu 14.5 % sei die Erosion der Naturstrasse besonders ausgeprägt und 

problematisch. Die Steigung sei hier derart ausgeprägt, dass ein Kiesbelag selbst mit 

Stabilisierung nicht mehr als geeignet bezeichnet werden könne. Das betroffene 

Strassenstück weise immer wieder Schäden auf, was ein Sicherheitsrisiko darstelle. 

Mit Eingabe vom 29. August 2017 hat die Beschwerdeführerin eine detaillierte 

Zusammenstellung der Unterhalts- und Investitionskosten für das umstrittene Wegstück 

eingereicht. Danach seien – unter Berücksichtigung der Eigenleistungen 

(Wegmeisterstunden) – für das Wegstück in den letzten acht Jahren im Schnitt pro Jahr 

Kosten für den laufenden Unterhalt von rund Fr. 5'512.50 angefallen, was jährliche Kosten 

von Fr. 20.05 pro Laufmeter Strasse ergebe. Bei sonstigen Naturstrassen belaufe sich 

dieser Wert auf Fr. 8.70 pro Laufmeter, bei Asphaltstrassen Fr. 4.85 pro Laufmeter. Dies 

zeige, dass der laufende Unterhalt für das betroffene Teilstück Kosten verursache, die 

mehr als doppelt so hoch seien wie bei anderen Naturstrassen und mehr als viermal so 

hoch wie bei Asphaltstrassen. Vergleicht man die für das Wegstück anfallenden 

Gesamtkosten über einen Zeitraum von 30 Jahren, so würden sich diese für das 

umstrittene Teilstück auf annähernd Fr. 200'000.00 belaufen (laufender Unterhalt + 

periodisch notwendiger Ersatz der Verschleissschicht), bei Asphaltstrassen dagegen 

lediglich auf rund Fr. 65'000.00. 

22 Stellungnahme des TBA OIK II vom 4. August 2017, S. 2.
23 so auch VGE 2012/78 vom 12. November 2011, E. 5.3.

RA Nr. 110/2017/69 15

b) Das TBA OIK II erachtet die von der Beschwerdeführerin aufgeführten Kosten als zu 

hoch. In dem von der BVE eingeforderten Fachgutachten zu Unterhalts- und 

Investitionskosten C.________strasse vom 20. Oktober 2017 kommt die Fachbehörde zu 

folgenden Schlüssen: Ausgehend vom geschätzten Gesamtverkehr auf der 

C.________strasse sei die Strasse der Verkehrslastklasse T1 zuzuordnen, was eine sehr 

leichte Belastung bedeute. Die Neigung der Strasse sei sodann ein entscheidender Faktor 

für die Unterhaltskosten und die technische Ausgestaltung der Strasse. Eine Nachmessung 

habe ergeben, dass das Wegstück als Maximalwert auf einem Abschnitt von 20 m eine 

Neigung von 14 % aufweise. Da das Wegstück nur auf einem kurzen Abschnitt eine 

Neigung von mehr als 12 % aufweise, seien bei einer Naturbelagstrasse insgesamt keine 

grösseren Erosionsschäden zu erwarten. Der Strassenabschnitt habe bezüglich 

Oberflächenerosion den Charakter einer 12 % steilen Strasse. Ausschlaggebend für die 

korrekte Wahl des Belags sei primär der Winterdienst und die Neigung und weniger die 

Belastung. Gestützt auf die Annuitätenmethode würden die Berechnungen der Gemeinde 

bei der C.________strasse im nicht asphaltierten Zustand durchschnittliche jährliche 

Erhaltungskosten von Fr. 26.10 pro Laufmeter und Jahr ergeben. Dieser Wert reihe sich 

weder in die Durchschnittskosten für andere Naturstrassen der Gemeinde ein, noch könne 

der Wert in die Angaben der Literatur bzw. der Experten eingeordnet werden. Unter 

Würdigung aller in den Akten vorhandenen Unterlagen könnten Erhaltungskosten bis ca. 

Fr. 18.00 pro Laufmeter und Jahr nachvollzogen werden. Auch dieser Wert sei immer noch 

sehr hoch und schliesse den erhöhten Unterhalt infolge Winterdiensts mit ein. Die durch 

die Gemeinde geschätzten Erhaltungskosten für eine asphaltierte C.________strasse 

würden sich dagegen mit ihrer Einschätzung decken und bei ca. Fr. 8.90 pro Laufmeter 

und Jahr liegen. Das TBA OIK II zog insgesamt folgende Schlussfolgerungen aus ihrer 

Einschätzung:

- Sofern der betreffende Strassenabschnitt ganzjährig für den urbanen Alltagsverkehr 

befahrbar sein müsse, sei das Bedürfnis, die Strasse im genannten Abschnitt zu 

asphaltieren, nachvollziehbar. Entscheidend sei, ob die Strasse für den ordentlichen 

Winterdienst ausgelegt werden müsse. Falls ja, so sei aus technischer Sicht ein 

Hartbelag fast unumgänglich.

- Die Gemeinde lege dar, dass eine Naturstrasse etwa dreimal so hohe Unterhaltskosten 

nach sich ziehe wie eine Asphaltstrasse. Solange im betroffenen Abschnitt ordentlicher 

Winterdienst betrieben werde, müsse die Gemeinde bei der Variante Naturbelag mit 

zementstabilisierter Verschleissschicht nach ihrer Einschätzung jedoch nur mit rund den 

RA Nr. 110/2017/69 16

doppelten Erhaltungskosten rechnen im Vergleich zur Variante Asphaltbelag. Dies 

würde für die Gemeinde zu Mehrkosten von ca. Fr. 2'500.00 pro Jahr führen. 

- Sofern auf die vollständige Schneeräumung und damit den Einsatz eines Schneepfluges 

verzichtet werden könne, so würden die Kosten für eine zementstabilisierte 

Verschleissschicht im ähnlichen Rahmen liegen wie bei einer asphaltierten 

Belagstrasse. Die primäre Frage müsse daher lauten, ob die C.________strasse im 

Winter für den Alltagverkehr offen bleiben müsse oder ob ein reduzierter Winterdienst 

möglich wäre. 

c) Die allfällige Möglichkeit der Reduktion der Unterhaltskosten bei einer Asphaltstrasse 

im Vergleich zu einem Naturbelag ist ein Element, welches bei der Interessenabwägung zu 

berücksichtigen ist. Bei ausreichendem Unterhalt kann jedoch auch eine Naturstrasse so 

betrieben werden, dass kein Sicherheitsrisiko besteht. Die von der Beschwerdeführerin 

vorgebrachten Sicherheitsbedenken stellen bei der Interessenabwägung daher kein 

Argument für eine Asphaltierung dar. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann 

sodann bei den Unterhaltskosten der Naturstrasse nicht einfach auf die von ihr 

errechneten, in der Vergangenheit angefallenen Kosten abgestellt werden. Diese sind – 

wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen – zu hoch ausgefallen. Vielmehr ist für eine 

objektive Beurteilung auf Durchschnittswerte abzustellen, welche üblicherweise für solche 

Strassen anfallen. Hierzu hat die BVE das TBA OIK II beigezogen. Dieses kam zum 

Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin errechneten Erhaltungskosten von Fr. 26.10 

pro Laufmeter und Jahr im Vergleich zu den Angaben in der Literatur und der Experten, 

wie auch im Vergleich zu den Durchschnittskosten der Gemeinde für Naturstrassen, 

deutlich zu hoch seien und (bei ordentlichem Winterdienst) vielmehr höchstens von 

Fr. 18.00 pro Laufmeter und Jahr ausgegangen werden dürfe. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin sind diese Zahlen nicht "aus der Luft gegriffen". Vielmehr leitet die 

Fachbehörde diese Annahmen aus verschiedenen Erfahrungswerten ab. Dabei wurde 

nicht nur die einschlägige Literatur beigezogen, sondern auch verschiedene 

Expertenmeinungen eingeholt. Die BVE sieht daher keinen Anlass, diese Schlüsse des 

TBA OIK II in Frage zu stellen. 

Es kann offen bleiben, wieso der von der Beschwerdeführerin errechnete Wert von 

Fr. 26.10 deutlich höher ist. Das TBA OIK II hat jedoch verschiedentlich darauf 

hingewiesen, dass die Entwässerung des Wegabschnitts verbesserungsfähig sei. So hielt 

RA Nr. 110/2017/69 17

die Fachbehörde etwa im Schreiben vom 14. März 2017 an die Gemeinde24 fest, dass der 

Weg nur über eine bergseitige Entwässerung verfüge und mit punktuellen Anpassungen 

der Entwässerung (zusätzliche Schächte, 1-2 Querabschläge) die Situation entschärft 

werden könne. Gemäss den Fotos scheint der Weg sodann im Querprofil eher flach zu 

sein, so dass das Wasser auf der Strasse bleibt und bei den vorhandenen Gefällen 

vermehrt zu Erosionsschäden führt.25 Diese Schäden könnten allenfalls auch mit einer 

Anpassung der Fahrbahnform (z.B. Bombierung oder Dachprofil26) reduziert werden. 

Solche baulichen Massnahmen für eine verbesserte Entwässerung würden zwar anfänglich 

gewisse Investitionskosten mit sich bringen, jedoch insgesamt eine Reduktion der 

Unterhaltskosten bewirken. 

Schliesslich ist – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – eine zementstabilisierte 

Naturstrasse realisierbar, auch wenn der Wegabschnitt in einem Bereich eine Steigung von 

14 % aufweist. Gemäss einer Wegleitung des TBA27 wird zwar die die Methode der 

Zementstabilisierung für Strassen mit einer Steigung von über 12-15 % erfahrungsgemäss 

problematisch, da einerseits die Verschleissschicht häufig weggeschwemmt wird und 

andererseits Starkniederschläge bei ungenügender Entwässerung den Wegkörper 

angreifen und damit zerstören können. Vorliegend ist jedoch zu beachten, dass der 

Abschnitt mit einer Steigung von 13-14 % sehr kurz ist und bei Weitem nicht den ganzen 

Wegabschnitt betrifft. Sodann verläuft der Weg auf der ganzen Länge im Wald, so dass die 

Wassermenge auf dem Weg geringer sein dürfte als etwa im offenen Feld.28 Schliesslich 

hat sich die Variante mit Zementstabilisierung im vorliegenden Fall in den vergangenen 

Jahren als umsetzbar erwiesen, wobei mit punktuellen Anpassungen der Entwässerung 

auch die Unterhaltskosten reduziert werden könnten. Das TBA OIK II ging daher zu Recht 

davon aus, dass eine Naturstrasse mit Zementstabilisierung vorliegend möglich ist. 

Damit ist – der plausiblen Einschätzung der Fachbehörde folgend – davon auszugehen, 

dass die Unterhaltskosten einer Naturstrasse höchstens doppelt so hoch sind wie 

diejenigen bei einer asphaltierten Strasse. Auch dieser Wert ist jedoch zu relativieren, da er 

24 Beilage zur Stellungnahme des TBA OIK II vom 4. August 2017 im Rahmen des Beschwerdeverfahrens.
25 Solche Erosionsschäden sind beispielsweise auf dem Foto des Strassenabschnitts, Beschwerdebeilage 
Nr. 5, erkennbar.  
26 Vgl. hierzu E. Burlet, Detailprojektierung von Wald- und Güterstrassen, 2003, S. 25.
27 Tiefbauamt des Kantons Bern, Historische Verkehrswege im Kanton Bern, Erläuterungen zum Vollzug, Juni 
2016, S. 57.
28 so auch das TBA OIK II in der Stellungnahme vom 4. August 2017, S. 2.

RA Nr. 110/2017/69 18

von einem ordentlichen Winterdienst ausgeht, was vorliegend nicht nötig ist (vgl. 

nachfolgend). 

d) Massgebend für die Interessenabwägung können letztlich nur diejenigen Kosten sein, 

welche beim vorliegend umstrittenen Wegabschnitt tatsächlich notwendig sind, damit diese 

die von ihr zu übernehmende Funktion noch wahrnehmen kann. Entscheidend ist nach den 

Ausführungen des TBA OIK II insbesondere die Frage, ob auf dem umstrittenen Wegstück 

ein ordentlicher Winterdienst (mit Einsatz eines Schneepflugs) notwendig ist oder ob nicht 

auch ein reduzierter Winterdienst (mit Splitt-Einsatz) ausreichen würde. 

Die Beschwerdeführerin ist in ihren Schlussbemerkungen von 17. November 201 der 

Ansicht, dass ein vollständiger Winterdienst aufgrund der Wichtigkeit des Wegstücks 

notwendig ist. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Wie bereits ausgeführt (E. 4) kann 

der C.________strasse weder gestützt auf die eigenen planerischen Grundlagen der 

Gemeinde noch basierend auf der tatsächlichen Strassensituation zwischen F.________ 

und G.________ mit der nahe gelegenen Kantonsstrasse eine Bedeutung als 

Durchgangsstrasse und Verbindung zwischen diesen beiden Ortsteilen zugemessen 

werden. Für die Hundeschule und die wenigen Häuser an der D.________strasse wie auch 

für den Landwirtschaftsbetrieb im K.________ ist der umstrittene Weg nicht die einzige 

Erschliessungsmöglichkeit; vielmehr besteht sogar eine Erschliessung über eine bereits 

asphaltierte Zufahrt. Aufgrund der Asphaltierung ist auf dieser Erschliessungsvariante ein 

ordentlicher Winterdienst mit Einsatz eines Schneepfluges einfacher machbar als auf einer 

Naturstrasse. Selbst wenn bei dieser Erschliessungsvariante ein enges Teilstück zu 

passieren ist, wie dies die Beschwerdeführerin vorbringt, so bleibt eine ganzjährige 

Erreichbarkeit über diese Zufahrt bestehen. Das enge Teilstück ist relativ kurz und 

überblickbar. Es bestehen mit anderen Worten keine bewohnten oder bewohnbaren 

Grundstücke, welche nur über das umstrittene Wegstück erreichbar wären. Die 

Notwendigkeit eines vollständigen Winterdiensts lässt sich daher auch aus der 

untergeordneten Erschliessungsfunktion dieses Wegabschnitts nicht ableiten. Vielmehr ist 

auf dem umstrittenen Wegstück aufgrund der Funktion der C.________strasse und der 

asphaltierten Erschliessungsvariante höchstens ein reduzierter Winterdienst angezeigt. Ein 

solcher würde – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin – nicht dazu führen, 

dass dieser Weg im Winter gar nicht mehr passierbar wäre und damit die Hundeschule bei 

Schnee nicht mehr über die C.________strasse erreichbar wäre. Vielmehr bliebe bei 

reduziertem Winterdienst ein Befahren dieses Abschnitts mit wintertauglich ausgerüsteten 

RA Nr. 110/2017/69 19

Fahrzeugen und in angepasster Fahrweise trotzdem noch möglich. Dies gilt insbesondere 

auch für Notfallfahrzeuge (Feuerwehr, Ambulanz), wobei diese – wie schon festgehalten 

(E. 4b) – über das umstrittene Wegstück kaum schneller sein dürften als über die 

Kantonsstrasse. 

Damit zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin bei der Interessenabwägung in diesem 

Zusammenhang höchstens die Unterhaltskosten bei reduziertem Winterdienst geltend 

machen kann. Nach Einschätzung des TBA OIK II führt dies dazu, dass bei einer 

zementstabilisierten Verschleissschicht verglichen mit einer asphaltierten Belagstrasse 

keine oder kaum erhöhte Erhaltungskosten zu erwarten sind. Die BVE sieht auch hier 

keinen Grund, diese Einschätzung der Fachbehörde in Zweifel zu ziehen. Vielmehr ist es 

nachvollziehbar, dass bei Verzicht auf einen ordentlichen Winterdienst deutlich weniger 

Schäden an der Naturstrasse anfallen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin in 

ihren Schlussbemerkungen vom 17. November 2017 hat ein reduzierter Winterdienst daher 

nicht nur eine Reduktion der ordentlichen, jährlichen Unterhaltskosten zur Folge. Vielmehr 

reduzieren sich bei reduziertem Winterdienst wegen des schonenderen Eingriffs auch die 

periodischen Unterhaltskosten für den notwendigen Ersatz der Verschleissschicht 

(maschinelle Reprofilierung) deutlich. 

Dazu kommt, dass aufgrund der Kategorisierung des umstrittenen Wegabschnitts im 

Verkehrsrichtplan der Gemeinde und der fehlenden Bedeutung dieses Abschnitts als 

Durchgangs- und Verbindungsstrasse gar eine temporäre Schliessung dieses Wegs im 

Winter oder dessen gänzliche Schliessung für den ordentlichen Verkehr (Fahrverbot, 

allenfalls mit Zubringerdienst zur Hundeschule) nicht ausgeschlossen wären. Diese 

Varianten würden den Unterhaltsaufwand auf dem umstrittenen Teilstück aufgrund 

kleinerer Beanspruchung noch weiter reduzieren.

e) Zusammenfassend ist beim vorliegend umstrittenen Wegabschnitt bei ordentlichem 

Winterdienst gestützt auf die Einschätzung der Fachbehörde bei der Variante "Naturstrasse 

mit Zementstabilisierung" im Vergleich zur asphaltierten Variante mit höchstens den 

doppelten Kosten zu rechnen. Da jedoch ein reduzierter Winterdienst oder gar eine 

Einschränkung des Verkehrs angezeigt wäre, reduzieren sich die für die 

Interessenabwägung massgebenden Erhaltungskosten zusätzlich, so dass zwischen den 

beiden Varianten kaum noch ein Unterschied besteht. Dem Argument der Kostenreduktion 

RA Nr. 110/2017/69 20

kommt daher im Rahmen der Interessenabwägung kein oder ein höchstens geringfügiges 

Gewicht zu.    

7. Landschaftsschutz im Allgemeinen, Trennung Bau-/Nichtbaugebiet

a) Zu den wichtigen Anliegen der Raumplanung gehört die Schonung der Landschaft 

(Art. 3 Abs. 2 RPG). Insbesondere sollen sich Siedlungen, Bauten und Anlagen in die 

Landschaft einordnen und naturnahe Landschaften und Erholungsräume sollen erhalten 

bleiben (Art. 3 Abs. 2 Bst. b und d RPG). Die natürlichen Lebensgrundlagen (Boden, Luft, 

Wasser, Wald, Klima) und die Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt sind zu schützen 

(Art. 1 Abs. 2 Bst. a RPG, Art. 54 Abs. 2 Bst. a BauG). Mit der Asphaltierung des 

Naturstrassenabschnitts wird eine in der Landwirtschaftszone liegende Fläche versiegelt, 

was diesen Vorgaben widerspricht.

b) Zu beachten ist auch, dass sich das umstrittene Wegstück ausserhalb der Bauzone 

befindet. Bauliche Vorkehren ausserhalb der Bauzone sind aufgrund des für die 

Raumplanung grundlegenden Prinzips der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet nur 

zurückhaltend zu bewilligen. Der umstrittene Strassenabschnitt verbindet vorab die zwei 

Ortschaften F.________ und G.________. Diese verfügen jedoch mit der Verbindung über 

die Kantonsstrasse über eine genügende und mindestens gleichwertige Erschliessung, so 

dass ein Ausbau des umstrittenen Wegabschnitts für die Erschliessung zwischen diesen 

Ortschaften nicht notwendig ist (vgl. E. 4). Für die Hundeschule und die wenigen Gebäude 

am D.________strasse und im K.________, welche sich in der Landwirtschaftszone 

befinden, stellt dieser Wegabschnitt nicht die einzige Erschliessung dar, so dass auch 

diese nicht unbedingt auf einen Ausbau dieses Wegs angewiesen sind. Die Asphaltierung 

des umstrittenen Wegstücks dürfte diesen Weg – wie ausgeführt (E. 4b) – vor allem für den 

Durchgangsverkehr zwischen F.________ und G.________ attraktiver machen, was nicht 

nur den planerischen Grundlagen der Gemeinde widerspricht, sondern auch den 

erwähnten raumplanerischen Grundsätzen zuwiderläuft. 

8. Landschaftsschutz im Besonderen: Historischer Verkehrsweg

RA Nr. 110/2017/69 21

a) Gemäss IVS gehört das Wegstück zwischen F.________ und G.________ zur 

historischen Verbindung E.________ und ist im IVS als Verkehrsweg von regionaler 

Bedeutung "historischer Verlauf mit Substanz" verzeichnet. Die IVS-Dokumentation äussert 

sich wie folgt (IVS Nr. E.________): 
"Die Linienführung E.________ ist zwischen Bern und Aarberg durchgehend erhalten. Sie quert die Aare bei 

Stuckishaus auf der Neubrück und ist bis T.________ mit der Strecke Bern-Aarberg BE 29 identisch. Zuerst 

verläuft sie sanft ansteigend durch die Dörfer am Südhang des Frienisberges und senkt sich nach dem 

höchsten Punkt bei L.________ in weiten Kurven und Serpentinen nach Aarberg hinab. Mit Ausnahme des 

Teilstücks zwischen T.________ und U.________ ist die gesamte Linienführung zu einer modernen Erstklass-

Strasse von mindestens 6 m Breite ausgebaut."

Das streitbetroffene Teilstück zwischen F.________ und G.________ gehört zur nördlichen 

Variante des dritten Teilstücks. Zu diesem dritten Teilstück enthält das IVS folgende 

Angaben: 
"Das dritte Teilstück von F.________ nach L.________ weist zwei Varianten auf. Die südliche via M.________ 

ist baulich eine Fortsetzung der Erstklass-Strasse. Die nördliche Variante via G.________ ist bis zum 

Ortseingang ein geschotterter Fahrweg von 3.5 m Breite. Im Siedlungsbereich von G.________ wurde die 

Wegoberfläche asphaltiert und stellenweise auf 4 m Breite ausgebaut. Die beiden Gasthöfe N.________ und 

O.________ stehen nördlich von M.________ beziehungsweise in L.________." 

Neben dem geschotterten Fahrweg wird in der Inventarkarte auch noch auf eine 

hangseitige Böschung im Bereich R.________ hingewiesen.

b) Das TBA ist die kantonale Fachstelle für den Schutz historischer Verkehrswege 

(Art. 12 SV29). Das TBA OIK II nahm in seinem Fachbericht vom 14. Oktober 2015 wie folgt 

Stellung: Historisch belegt sei die Verbindung E.________ in der ersten Hälfte des 19. 

Jahrhunderts, als die Kunststrasse von Bern nach Aarberg erstellt worden sei. Die 

nördliche Variante sei bis S.________ als "Landstrasse" eingetragen, die südliche 

zwischen F.________ und G.________ bis M.________ als "Fussweg" (Topographische 

Karte der Schweiz, Blatt XII 1860). Im Topographischen Atlas der Schweiz (1870) 

erscheine sie als "Kunststrasse von 3-5 m Breite". Mit Ausnahme zweier Teilstücke (ca. 

370 m westlich T.________ und 930 m zwischen J.________ und G.________) weise der 

gesamte Verlauf eine asphaltierte Oberfläche auf. Im Bereich des Bauvorhabens weise die 

Strasse Substanz auf. Die Substanz beziehe sich auf die traditionelle Wegoberfläche (Kies) 

und die vorhandenen Böschungen. Die Strasse befinde sich heute in einem sehr guten 

29 Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 (SV; BSG 732.111.1).

RA Nr. 110/2017/69 22

Zustand. Insgesamt stimmte die Fachbehörde einer Asphaltierung des 

Naturstrassenabschnitts nicht zu. 

Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass das hier interessierende Strassenstück materiell 

überhaupt schutzwürdig sei und effektiv noch nennenswerte Substanz aufweise. Diese 

Frage sei im Baubewilligungs- bzw. Baubeschwerdeverfahren zu klären, da dem IVS keine 

verbindliche Schutzwirkung zukomme. Einzig die Kiesoberfläche könne für die Qualifikation 

des Strassenstücks als "mit Substanz" gesorgt haben. Andere Substanzelemente (wie 

Hecken, Randsteine, Kunstbauten oder Wegbegleiter) seien nicht vorhanden. Die 

Wegoberfläche sei zudem bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit Zement stabilisiert 

worden. Die Verschleissschicht (Mergel) stamme sodann vom Gantrischgebiet und sei 

damit auch ortsfremd. Die Wegoberfläche sei damit nicht mehr schutzwürdig. Von einer 

wesentlichen Prägung des hier interessierenden Strassenabschnitts durch 

Substanzelemente könne nicht die Rede sein. Die blosse Existenz einer bereits 

verfestigten Kiesoberfläche auf einigen hundert Metern reiche dafür nicht aus. Wenn 

überhaupt von Schutzwürdigkeit auszugehen sei, so wäre diese jedenfalls am unteren 

Ende der Skala anzusiedeln, so dass das Interesse am Erhalt dieser Substanz sehr gering 

ausfalle. Durch den Belagseinbau drohe auch keine anderweitige Beseitigung des 

Charakters der Strasse; Böschungselemente und Verlauf blieben unverändert, eine 

Verbreiterung finde nicht statt.

c) Als historischer Verkehrsweg ist beim umstrittenen Wegabschnitt der besondere 

Landschaftsschutz gemäss Art. 9a BauG zu beachten. So gilt die betreffende Strasse 

aufgrund dieser Klassierung als geschichtliche Stätte im Sinn von Art. 9a Abs. 1 Bst. e 

BauG, auf die in besonderem Masse Rücksicht zu nehmen ist. Weiter trägt der historische 

Verkehrsweg zum kulturgeschichtlichen Wert von Landschaften im Sinn von Art. 9a Abs. 1 

Bst. b BauG bei.

Nach den Vorgaben des NHG ist ein Eingriff in einen historischen Verkehrsweg nur 

zulässig, wenn das allgemeine Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung nicht 

überwiegt (Art. 3 NHG). Zu beachten ist sodann Art. 38 Abs. 2 GBR, wonach bauliche 

Eingriffe an historischen Verkehrswegen dem Schutzzweck nicht zuwiderlaufen laufen 

dürfen. Diese Bestimmung des kommunalen Rechts ist zwar – der Ansicht der 

Beschwerdeführerin folgend – nicht dahingehend zu verstehen, dass inventarisierte 

Verkehrswege einen absoluten Schutz geniessen würden, sondern über Eingriffe im 

RA Nr. 110/2017/69 23

Rahmen einer Interessenabwägung zu entscheiden ist. Die Bestimmung macht jedoch 

deutlich, dass der ungeschmälerten Erhaltung der historischen Verkehrswege 

grundsätzlich ein grosses Gewicht einzuräumen ist.

d) Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde richtig ausführt, ist über die Schutz- 

und Erhaltungswürdigkeit des umstrittenen Wegstücks als historischer Verkehrsweg im 

Baubewilligungsverfahren zu befinden (Art. 13e Abs. 4 BauV30). Der Ansicht der 

Beschwerdeführerin, wonach der betreffende Wegabschnitt gar nicht mehr schutzwürdig 

sei, kann jedoch nicht gefolgt werden. Trotz der vorgenommenen Zementstabilisierung 

handelt es sich noch immer um einen Naturbelag, welcher sich der Einschätzung des TBA 

OIK II folgend, grundsätzlich in gutem Zustand befindet und in der Landschaft auch optisch 

als Naturbelag wahrgenommen wird, was die in den Akten vorhandenen Fotos bestätigen. 

Zur Substanz tragen gemäss Fachbehörde sodann nicht nur die traditionelle 

Wegoberfläche (Kies), sondern auch und die vorhandenen Böschungen bei. Die Schutz- 

und Erhaltungswürdigkeit ist damit zu bejahen. 

Was den Grad der Schutzwürdigkeit betrifft, so kommt auch das TBA OIK II in seiner 

Stellungnahme vom 4. August 2017 zum Schluss, dass die Substanz dieses Weges an der 

unteren Grenze dessen liege, was zur Beurteilung "mit Substanz" führe. Aufgrund der 

bereits vorgenommenen Eingriffe (Zementstabilisierung, ortsfremde Verschleissschicht) 

sowie des Umstands, dass das erste Teilstück der C.________strasse ebenfalls schon 

asphaltiert wurde, kann dieser Einschätzung zugestimmt werden. Dies ändert jedoch auch 

nach Ansicht der Fachbehörde nichts daran, dass die Wegoberfläche trotzdem noch eine 

gewisse schutzwürdige Substanz aufweist, an welcher gestützt auf die aufgeführten 

Grundlagen des NHG und des kommunalen Rechts ein Interesse an der ungeschmälerten 

Erhaltung besteht.

Mit einer Asphaltierung geht dieser verbleibende Substanzwert aufgrund der natürlichen 

Wegoberfläche vollständig verloren. Es ist davon auszugehen, dass der fragliche 

Wegabschnitt dadurch zu einem historischen Verkehrsweg "ohne Substanz" herabgestuft 

würde, selbst wenn an den vorhandenen Böschungen keine Eingriffe vorgesehen sind und 

der historische Wegverlauf unverändert bleibt. Aufgrund des gänzlichen Verlusts der 

geschützten Substanz im Falle der Asphaltierung kann nicht mehr von nur geringen 

30 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1).

RA Nr. 110/2017/69 24

Auswirkungen des Projekts auf den historischen Verkehrsweg gesprochen werden kann. 

Aus diesen Gründen kommt die BVE zum Schluss, dass die Asphaltierung einen 

bedeutsamen Eingriff in die Qualität des fraglichen Wegabschnittes darstellt und somit 

Art. 3 NHG zuwiderläuft, was bei der Interessenabwägung ebenfalls zu berücksichtigen ist.

9. Interessenabwägung, Fazit

Eine umfassende Abwägung der oben diskutierten Interessen führt zu folgendem Ergebnis: 

Den Interessen für einen Belagseinbau kommt kein grosses Gewicht zu. Dem umstrittenen 

Wegstück bzw. der C.________strasse zwischen F.________ und G.________ soll weder 

gestützt auf die planerischen Grundlagen der Gemeinde noch basierend auf der 

tatsächlichen Strassensituation in der Umgebung eine Funktion als Verbindungs- und 

Durchgangsstrasse zukommen. Diese Umstände sprechen gar gegen eine Asphaltierung, 

was bei der Interessenabwägung entsprechend zu berücksichtigen ist. Die 

Erschliessungsfunktion der C.________strasse kann höchstens in untergeordneter Form 

als Argument für eine Asphaltierung des Wegstücks beigezogen werden. Kaum ein 

Interesse an der Asphaltierung hat die Nutzergruppe des Langsamverkehrs. Die 

Asphaltierung wirkt sich sodann höchstens geringfügig auf den Unterhaltsaufwand aus, so 

dass das Argument der Reduktion des Unterhaltsaufwands ebenfalls in höchstens 

untergeordneter Form zu berücksichtigen ist. Diesen geringfügigen Interessen am 

Belagseinbau stehen gewichtige öffentliche Interessen entgegen (Schutz der Landschaft, 

Erhaltung des historischen Verkehrswegs, Vermeidung des Ausbaus von unnötigen 

Strassenverbindungen in der Landwirtschaftszone), welche klar überwiegen. Das 

Vorhaben steht damit nicht nur im Widerspruch zu Art. 3 NHG, sondern kann – der Ansicht 

des AGR folgend – auch nicht mittels Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG bewilligt 

werden. Die Vorinstanz hat zu Recht den Bauabschlag erteilt, die Beschwerde ist 

abzuweisen.

10. Beweismittel und Kosten 

a) Die massgeblichen Sachverhaltselemente konnten anhand der zur Verfügung 

stehenden Akten genügend überprüft bzw. festgestellt werden. Auf den von der 

RA Nr. 110/2017/69 25

Beschwerdeführerin beantragten Augenschein konnte daher verzichtet werden, da von 

diesem Beweismittel keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten waren.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie ist als 

Bauherrin in ihren Vermögensinteressen betroffen (Art. 108 Abs. 2 VRPG), weshalb sie die 

Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von 

Fr. 2'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV31). Parteikosten sind keine 

zu sprechen (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland vom 13. Juni 2017 und die Verfügung 

des AGR vom 11. Mai 2017 werden bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 werden der Beschwerdeführerin zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher A.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, A-Post

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis II (TBA OIK II), Schermenweg 

11/Postfach, 3001 Bern, A-Post

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

31 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 110/2017/69 26

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin