# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fbb7206-7d40-5ff4-8df4-68f9d412421d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2012 C-229/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-229-2012_2012-03-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-229/2012/mes/wam 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,  

Richterin Franziska Schneider,    

Gerichtsschreiber Marc Wälti. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenversicherung, Rentenanspruch, Verfügung vom  

16. Dezember 2011. 

 

 

C-229/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die Beschwerdeführerin am 13. Januar 2012 (Postaufgabe) die 

Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA, im Folgenden 

auch: Vorinstanz) vom 16. Dezember 2011 betreffend Abweisung ihres 

Leistungsbegehrens vom 29. September 2010 mangels rentenanspruchs-

begründender Invalidität (vgl. act. 73) beim Bundesverwaltungsgericht 

angefochten hat, 

dass die Beschwerdeführerin sinngemäss beantragt hat, in Aufhebung 

dieser Verfügung sei ihr eine Rente der schweizerischen Invalidenver-

sicherung (IV) zuzusprechen, 

dass sie zugleich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege (Erlass der Verfahrenskosten) gestellt hat,  

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes 

vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173. 

32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vor-

instanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG vorliegt, 

dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten hat, 

und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen ist 

(vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 

über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), 

dass auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 59 

und 60 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1] sowie Art. 52 des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver-

fahren [VwVG, SR 172.021]), so dass auf die Beschwerde einzutreten ist, 

dass die angefochtene Verfügung im Wesentlichen gestützt auf die Stel-

lungnahmen des regionalen ärztlichen Dienstes Rhone (Dr. med. 

A._______) vom 27. April, 9. November und 1. Dezember 2011 erlassen 

worden ist,  

dass Dr. med. A._______ der Beschwerdeführerin für ihre Tätigkeit im 

Haushalt ab dem 6. Juni 2005 einen Invaliditätsgrad von 20% sowie eine 

vollschichtige Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich attestierte (vgl. act. 38, 

66 und 70),  

C-229/2012 

Seite 3 

dass dieses Leistungskalkül einzig auf einer Würdigung der Vorakten, 

namentlich medizinischer Dokumente aus der Zeit vom 18. April 2005 bis 

zum 25. Oktober 2011 (vgl. act. 13 bis 20, 30 bis 34, 42, 49, 50, 56 und 

59 bis 60) beruht,  

dass Dr. med. A._______ indes die von den Dres. med. B._______ und 

C._______ erstellten fachärztlichen Gutachten (vgl. act. 62; vgl. auch act. 

61 und 67) sowie ein neurologischer Bericht vom 29. November 2011 von 

Dr. med. D._______ (vgl. act. 71 S. 4) nicht zur Beurteilung vorlagen (vgl. 

act. 70; vgl. auch act. 38 und 66), 

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 10. Februar 2012 die 

Abweisung der Beschwerde beantragt und ergänzend ausgeführt hat, die 

erwähnten medizinischen Dokumente der Dres. med. B._______, 

C._______ und D._______ sowie ein vom deutschen Landesgericht 

E._______ am 22. Dezember 2011 bei Dr. med. F._______ in Auftrag 

gegebenes Gutachten seien zu edieren und ihr zur Stellungnahme 

zuzustellen, da diese von der Beschwerdeführerin nicht eingereichten 

Unterlagen für die Beurteilung der Frage, ob ein Anspruch auf eine IV-

Rente bestehe, von Bedeutung sein könnten, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 20. Februar 

2012 sinngemäss ihre Beschwerdeanträge sowie ihr Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege bekräftigt hat, 

dass die weitere Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 1. März 

2012 am 7. März 2012, also nach Ablauf der mit Verfügung vom 15. 

Februar 2012 gesetzten Frist, der Schweizerischen Post übergeben 

worden ist und daher als verspätet zu gelten hat, so dass sie mangels 

ausschlaggebender neuer Argumente im Beschwerdeverfahren nicht zu 

berücksichtigen (Art. 32 Abs. 2 VwVG), wohl aber der Vorinstanz zur 

Kenntnis zu bringen ist, 

dass für die Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch 

auf eine IV-Rente hat, sämtliche Dokumente relevant sind, die fachärzt-

liche Feststellungen und Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 

und/oder der Arbeitsfähigkeit bis zum vorliegend massgebenden Zeit-

punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 16. Dezember 

2011 beinhalten (vgl. BGE 130 V 329 sowie BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit 

Hinweisen), 

C-229/2012 

Seite 4 

dass die Vorinstanz die angefochtene Verfügung erlassen hat, ohne die 

erwähnten medizinischen Unterlagen der Dres. med. B._______, 

C._______, und D._______ beizuziehen, obwohl ihr deren Existenz 

bekannt gewesen ist (vgl. act. 62, 63 und 71 S. 4), 

dass sie die Beschwerdeführerin auch nicht aufgefordert hat, diese 

Unterlagen einzureichen, so dass nicht von einer Verletzung der Mit-

wirkungspflichten ausgegangen werden kann (vgl. Art. 43 Abs. 2 und 3 

ATSG), 

dass demnach die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt unvoll-

ständig erhoben hat (vgl. Art. 49 Bst. b VwVG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen seiner Kognition (vgl. 

Art. 49 VwVG) die Beschwerde vom 12. Januar 2012 auch aus anderen 

als den geltend gemachten Gründen gutheissen kann (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG sowie FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 

1983, S. 212), 

dass die Beschwerde demnach in dem Sinne gutzuheissen ist, als die 

angefochtene Verfügung vom 16. Dezember 2011 aufgehoben und die 

Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird (Art. 61 Abs. 1 VwVG), da-

mit sie die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter 

Berücksichtigung sämtlicher im Verfahren vor dem deutschen Landes-

gericht E._______ erhobenen medizinischen Akten und allenfalls zusätz-

licher ärztlicher Abklärungen beurteile und anschliessend neu in der 

Sache verfüge, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 

erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1), 

dass das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege (Erlass der Verfahrenskosten) unter diesen Um-

ständen als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist, 

dass der obsiegenden, nicht vertretenen Beschwerdeführerin nur ver-

hältnismässig geringe Kosten entstanden sind, so dass keine Partei-

entschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 

Abs. 1 und 3 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

C-229/2012 

Seite 5 

 
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung vom 

16. Dezember 2011 aufgehoben und Sache an die Vorinstanz zurück-

gewiesen wird, damit sie die im Sinne der Erwägungen erforderlichen 

zusätzlichen Abklärungen und Beurteilungen vornehme und neu in der 

Sache verfüge.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr.________; Beilage: Doppel der Eingabe der 

Beschwerdeführerin vom 1. März 2012 samt Beilagen in Kopie) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Stefan Mesmer Marc Wälti 

 

 

 

C-229/2012 

Seite 6 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraus-

setzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 

Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 

Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). 

Versand: