# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7f3e138-c8ed-5332-8391-b86a2ab7d878
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 23.10.2015 ZK2 2015 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ZK2-2015-33_2015-10-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 23. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 15 33 26. Oktober 2015

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuar ad hoc Crameri

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X . _ _ _ _ _ S A , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Remo Cavegn, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Landquart vom 12. März 
2015, mitgeteilt am 21. Mai 2015, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ A G , 
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg, 
Dorfstrasse 42, 7220 Schiers, gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die X._____SA ist eine Unternehmung der Kantone Waadt und Wallis, 
deren Aktionariat sich aus rund 45 waadtländischen und 35 Walliser Gemeinden 
zusammensetzt. Sie ist mit dem Gemeindeverband für Abfallentsorgung in 
Graubünden (GEVAG) vergleichbar. Die A._____ (nachfolgend: A._____) ist eine 
juristische Person gemäss kantonalem öffentlichem Recht (vgl. art. 1 della Legge 
concernente l’istituzione dell’A._____ [LACR; RL 9.2.1.2]). Die A._____ sah sich 
im Jahr 2009 mit der Entsorgung einer sehr grossen Menge Abfall konfrontiert und 
beauftragte zahlreiche Transportunternehmungen – darunter die Y._____AG, 
Transporte (nachfolgend Y._____AG) – mit der Entsorgung der angefallenen 
Abfallmengen. Unter anderem führte die Y._____AG am 04. September 2009 drei 
Transporte zur X._____SA aus, nämlich:

 Transport 1: 20.010 Tonnen Abfall (Ankunft: 07.31 Uhr); Bulletin de Pasage 
Nr. 90939.1;

 Transport 2: 23.390 Tonnen Abfall (Ankunft: 08.12 Uhr); Bulletin de Pasage 
Nr. 90952.1; und

 Transport 3: 18.810 Tonnen Abfall (Ankunft: 13.28 Uhr); Bulletin de Pasage 
Nr. 91014.1.

B. Nachdem der Betrag für den Transport 2 offen geblieben ist und die 
X._____SA mehrfach versuchte, den Betrag in der Höhe von CHF 3'397.65 bei 
der Y._____AG einzufordern, leitete sie am 29. September 2011 (Vorinstanz act. 
II/26) die Betreibung gegen die Y._____AG, Transporte ein. Die Y._____AG erhob 
in der Folge Rechtsvorschlag, woraufhin die X._____SA am 22. März 2012 beim 
Vermittleramt des Bezirks Landquart ein Schlichtungsgesuch einreichte. Da die 
Parteien anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 24. April 2012 keine 
Einigung erzielten, stellte die Vermittler-Stellvertreterin am 05. Juli 2012 die 
Klagebewilligung aus (Vorinstanz act. I/1). Am 05. Oktober 2012 liess die 
X._____SA, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cavegn, beim 
Bezirksgericht Landquart Klage erheben und stellte folgende Rechtsbegehren:

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 3'397.65 nebst 
Zins zu 5% seit 4. März 2011 zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt. zu Lasten 
der Beklagten."

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Begründend führte die Klägerin im Wesentlichen an, dass die Y._____AG die 
Abfälle von 23.390 Tonnen am 04. September 2009 bei der X._____SA abgeladen 
habe und damit ein Vertrag zwischen der Klägerin und Beklagten entstanden sei, 
woraus ein Guthaben von CHF 3'397.65 zugunsten der Klägerin resultiere. 

C. Die Beklagte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg, liess mit 
Klageantwort vom 08. Januar 2013 was folgt beantragen:

"1. Die Klage sei abzuweisen, sofern darauf überhaupt einzutreten sei.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin."

Sie führte insbesondere aus, dass sie mit der Klägerin in keiner vertraglichen 
Beziehung stehe und namentlich die A._____ Vertragspartnerin der Klägerin sei, 
nicht jedoch die Beklagte. Die Beklagte sei damit nicht aktivlegitimiert (recte: 
passivlegitimiert).

D. Am 20. Februar 2013 fand sodann die Instruktionsverhandlung vor dem 
Einzelrichter und Präsidenten des Bezirksgerichts Landquart statt. Der Präsident 
führte anlässlich dieser Verhandlung aus, dass er von einem Vertragsverhältnis 
zwischen der Klägerin und der Beklagten ausgehe. Der Transporteur sei 
Schuldner der Forderung und es fehle der Nachweis, dass es bei anderen 
Transporten anders gehandhabt worden sei. Die Beklagte habe Kehricht bei der 
Klägerin abgeladen und die Klägerin wisse nicht, woher dieser Kehricht komme. 
Aus den Akten sei nichts ersichtlich, das für die Beklagte spreche (vgl. Vorinstanz 
act. I/4, Seite 3 des Protokolls).

E. Am 16. April 2013 liess die Beklagte dem Bezirksgericht Landquart eine 
Ergänzung des Sachverhalts samt Beweisanträgen zugehen. Darin führte sie aus, 
dass der Geschäftsführer der A._____, B._____, sich bei der Klägerin erkundigt 
habe, ob diese den Abfall annehmen könne. Die A._____ habe am 04. September 
2009 nur eine einzige Lieferung Abfall zur Klägerin führen lassen und Letztere 
habe die Abrechnung gegenüber der A._____ mit Rechnung Nr. 57010 vom 21. 
Oktober 2009 mit 23.390 Tonnen abgeschlossen. 

F. Die Klägerin liess dem Bezirksgericht Landquart am 28. Mai 2013 ihre 
schriftliche Stellungnahme zugehen und führte aus, dass bestritten werde, dass 
B._____ am 03. September 2009 die Klägerin über die Lieferung informiert haben 
soll. Weiter führte die Klägerin aus, dass die fragliche Lieferung, nämlich 
betreffend 23.390 Tonnen Abfall (Ankunft: 8.12 Uhr), Bulletin de Pasage Nr. 
90952.1, nicht bezahlt worden sei und die Beklagte demnach eine andere 
Rechnung meine. 

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G. Am 30. September 2014, mitgeteilt am 01. Oktober 2014, erliess der 
Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart eine Beweisverfügung, in der er der 
klagenden Partei den Hauptbeweis für das Bestehen eines Vertragsverhältnis 
zwischen der Klägerin und der Beklagten betreffend die Entsorgung von Abfällen 
vom 04. September 2009 auferlegte. Der Beklagten wurde der Hauptbeweis für 
das Vorliegen eines Vertragsverhältnisses zwischen der Beklagten und der 
A._____ betreffend Transport vom 04. September 2009 sowie für das 
Vertragsverhältnis zwischen der Klägerin und der A._____ betreffend die 
Entsorgung von Abfällen auferlegt. 

H. Die Hauptverhandlung fand sodann am 12. März 2015 vor dem 
Einzelrichter des Bezirksgerichts Landquart in Anwesenheit der Rechtsvertreter 
der Parteien statt. Die Parteien hielten an ihren Rechtsbegehren fest und gaben 
ihre schriftlichen Plädoyers zuhanden des Protokolls ab.

I. Mit Entscheid vom 12. März 2015, mitgeteilt am 21. Mai 2015, erkannte der 
Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart was folgt:

"1. Die Klage wird abgewiesen.

2.a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 3'000.00 gehen zu Lasten 
der klägerischen Partei und werden mit dem geleisteten Vorschuss 
verrechnet. Den Fehlbetrag in der Höhe von CHF 1'000.00 hat die 
klägerische Partei dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem 
Einzahlungsschein zu bezahlen.

  b) Die klägerische Partei hat die Gegenpartei mit CHF 5'963.58 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

3.a) (Rechtsmittel)

   b) (Rechtsmittel Kostenentscheid)

3. [sic] (Mitteilungen)"

Das Bezirksgericht Landquart hielt im Wesentlichen fest, dass bei der 
Abfallentsorgung jeweils drei Parteien beteiligt seien: Eine Partei, die Abfall bei 
einer zweiten Partei entsorgen will und dafür eine dritte Partei mit dem Transport 
des Abfalls beauftragt. Vorliegend habe die A._____ bei der Klägerin ihren Abfall 
entsorgen wollen und mit dem Transport die Beklagte beauftragt. Demnach 
bestehe ein Vertragsverhältnis zwischen der A._____ und der Klägerin sowie 
zwischen der A._____ und der Beklagten. Ein Vertragsverhältnis zwischen der 
Klägerin und der Beklagten sei indessen keines vorhanden. Ebensowenig habe 
der Arbeitnehmer der Y._____AG, der über keine Zeichnungsberechtigung 
verfügte, ein solches begründen können; zudem könne weder von einem 
Bürgschaftsvertrag nach Art. 492 ff. OR oder einer Garantieverpflichtung nach Art. 

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111 OR ausgegangen werden. Eine rechtliche Verpflichtung der Beklagten zur 
Zahlung des Betrages von CHF 3'397.65 zuzüglich fünf Prozent Zins seit dem 04. 
März 2011 bestehe daher keine.

J. Gegen diesen Entscheid liess die X._____SA mit Eingabe vom 22. Juni 
2015 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erheben und 
beantragte was folgt:

"1. Der Entscheid des Einzelrichters des Bezirksgerichts Landquart vom 
12. März 2015, mitgeteilt am 21. Mai 2015, zugegangen am 22. Mai 
2015, sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Klage der X._____SA vom 5. Oktober 2012 sei gutzuheissen und 
es sei die Beklagte und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der 
Klägerin und Beschwerdeführerin CHF 3'397.65 nebst Zins zu 5% seit 
4. März 2011 zu bezahlen.

3. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 
MWSt. für beide Instanzen zu Lasten der Beklagten und 
Beschwerdegegnerin."

Die Beschwerdeführerin führte insbesondere aus, dass ein Vertragsverhältnis 
zwischen ihr und der Beschwerdegegnerin bestanden habe und darüberhinaus 
bereits früher Lieferungen der Beschwerdegegnerin entgegengenommen und – 
wie vorliegend geltend gemacht – abgerechnet wurden. 

K. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Eingabe vom 25. August 2015 die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde und führte aus, dass sie im Auftrag 
der A._____ gehandelt habe, d.h. für diese Abfall zur Beschwerdeführerin führte, 
und demnach gar nicht erst Vertragspartei der Beschwerdeführerin geworden sei. 
Eine Anspruchsgrundlage der Beschwerdeführerin gegen die 
Beschwerdegegnerin bestehe demnach nicht, weshalb Letztere auch nicht 
passivlegitimiert sei.

L. Am 26. August 2015 übermittelte der Vorsitzende der II. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort 
der Beschwerdegegnerin vom 25. August 2015 und teilte mit, dass ein weiterer 
Schriftenwechsel nicht vorgesehen sei.

M. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im 
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1.a) Erstinstanzliche Entscheide in vermögensrechtlichen Angelegenheiten, 
welche die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 nicht erreichen, sind nicht 
berufungsfähig und einzig mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a ZPO). Für die 
Festlegung des Streitwerts wird darauf abgestellt, was im zuletzt 
aufrechterhaltenen Rechtsbegehren der klägerischen Partei zur Zeit der Fällung 
des angefochtenen Entscheids noch verlangt worden ist (h.L., vgl. statt vieler Kurt 
Blickenstorfer, in: Brunner et al. [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 
Zürich/St. Gallen 2011, N 24 zu Art. 308 ZPO mit Hinweisen). Mit Klage vom 05. 
Oktober 2012 verlangte die damalige Klägerin und jetzige Beschwerdeführerin die 
Verurteilung der Beklagten und Beschwerdegegnerin zur Zahlung von CHF 
3'397.65 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 04. März 2011. An diesen 
Rechtsbegehren hat sie auch anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. März 
2015 festgehalten. Da vor der Entscheidungsfällung weder eine (Teil-
)Klageanerkennung noch ein (teilweiser) Rückzug oder ein (Teil-)Vergleich 
erfolgte, lag der Entscheidung der Vorinstanz demnach der mit Klage geltend 
gemachte Forderungsbetrag zugrunde (in die Streitwertberechnung werden die 
Zinsen nicht miteinbezogen, Art. 91 Abs. 1 ZPO). Folglich handelt es sich beim 
Anfechtungsobjekt um einen mangels Erreichung des Streitwerts (vgl. Art. 308 
Abs. 2 ZPO) nicht berufungsfähigen erstinstanzlichen Endentscheid, gegen den 
einzig das Rechtsmittel der Beschwerde zulässig ist (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 308 
Abs. 2 ZPO). Die Zuständigkeit der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) und Art. 7 der 
Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts 
(Kantonsgerichtsverordnung, KGV; BR 173.100). Nachdem die Beschwerde 
gegen den angefochtenen Entscheid innert der Rechtsmittelfrist von 30 Tagen 
schriftlich und begründet eingegangen ist, ist darauf einzutreten (Art. 321 Abs. 1 
ZPO).

b) Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die 
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 
ZPO). Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden Verstoss 
gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht. Die Beschwerdeinstanz 
überprüft entsprechende Rügen mit freier Kognition. Für die Beschwerde 
hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung gilt indessen eine beschränkte Kognition. 
Diesfalls ist eine qualifiziert fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts erforderlich, 

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wobei „offen-sichtlich unrichtig“ gleichbedeutend mit willkürlich im Sinne von Art. 9 
der Bundes-verfassung (BV; SR 101) ist (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-
Somm/Hasen-böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich 2013, N 3 ff. zu Art. 320 ZPO; 
Spühler, a.a.O., N 1 und N 3 zu Art. 320 ZPO). 

c) Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind neue Anträge, neue 
Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel, welche nicht bereits im 
vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht oder vorgelegt wurden, im 
Beschwerdeverfahren ausgeschlossen. Es gilt mithin im Rahmen des 
Beschwerdeverfahrens ein umfassendes Novenverbot. Die Beschwerde bezweckt 
grundsätzlich eine Rechtskontrolle des vorinstanzlichen Entscheids; einer 
Fortführung des Verfahrens dient sie hingegen im Allgemeinen, anders als die 
Berufung, nicht (vgl. Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 3 f. zu Art. 326 ZPO).

2.a) Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass bei der 
Abfallentsorgung drei Parteien beteiligt seien, nämlich: Eine Partei, die den Abfall 
bei einer zweiten Partei entsorgen will und dafür eine dritte Partei mit dem 
Transport des Abfalls beauftragt. Vorliegend habe die A._____ Abfall bei der 
Beschwerdeführerin entsorgen wollen und mit dem Transport die 
Beschwerdegegnerin beauftragt. Ein Vertragsverhältnis habe demnach zwischen 
der A._____ und der Beschwerdeführerin sowie zwischen der A._____ und der 
Beschwerdegegnerin bestanden. Zwischen der Beschwerdeführerin und der 
Beschwerdegegnerin habe indessen kein Vertragsverhältnis bestanden. Demnach 
sei die Beschwerdegegnerin auch nicht passivlegitimiert. Des Weiteren hielt die 
Vorinstanz fest, dass auch der nicht zeichnungsberechtigte Arbeitnehmer die 
Arbeitgeberin durch die Unterzeichnung des Bulletin de Pasage nicht habe 
verpflichten können. Ebenso liege kein Bürgschaftsvertrag und kein 
Garantievertrag vor. Die Beschwerdegegnerin könne folglich nicht verpflichtet 
werden, die ausstehende Rechnung zu begleichen.

b/aa) Die Beschwerdeführerin rügt indessen die offensichtlich falsche 
Sachverhaltsfeststellung sowie die unrichtige Rechtsanwendung der Vorinstanz. 
Im Einzelnen bringt sie vor, was folgt: Lieferungen würden sich in der Praxis so 
abspielen, dass der mit der Transportladung ankommende Chauffeur bei der 
Pforte der Beschwerdeführerin angebe, von welchem Transportunternehmen er 
sei und für welche Unternehmung ("Client") er die Ladung mitführe. Sei der 
Auftraggeber unbekannt oder sei dies intern anders geregelt worden, so trete die 
Transportunternehmung selber als "Client" auf. Im Bulletin de Pasage würden das 

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abgeladene Gewicht und der Kunde angegeben und unter Transporteuer 
eingetragen, wer für den Transport aufkomme. Des Weiteren werde das 
Kennzeichen des Transport-fahrzeuges erfasst; das Bulletin de Pasage werde 
sodann vom Chauffeur unterzeichnet, welches folgenden Passus enthalte: "Le 
transporteur est responsable du contenu de son véhicule et du paiement des 
factures relatives au coût de traitement de ses apports à X._____. Les factures 
adressées au client qui restent impayées durant 45 jours seront adressées au 
transporteur pour règlement." Damit sei der Transporteur für den Inhalt der 
Ladung und die Begleichung der Rechnung gegenüber der Beschwerdeführerin 
verantwortlich gewesen.

bb) Unbestritten sei des Weiteren entsprechend dem angefochtenen Entscheid, 
dass die Beschwerdegegnerin am 04. September 2009 drei Transporte zur 
Beschwerdeführerin durchgeführt habe (vgl. vorstehend Ziff. A.). Die Lieferung 2 
(23.390 Tonnen Abfall, Bulletin de Pasage Nr. 90952.1) zu einem Preis von CHF 
3'397.65 sei bisher nicht bezahlt worden; demgegenüber sei die Lieferung 1 von 
der A._____ und die Lieferung 3 von der Beschwerdegegnerin beglichen worden.

cc) Des Weiteren bestreitet die Beschwerdeführerin die vorinstanzlichen 
Ausführungen, wonach kein Vertragsverhältnis zwischen ihr und der 
Beschwerdegegnerin bestehe. Diesbezüglich verweist sie auf frühere Lieferungen 
der Beschwerdegegnerin an die Beschwerdeführerin, deren Rechnungen von der 
Beschwerdegegnerin ausnahmslos beglichen worden seien. Die vorinstanzlichen 
Erwägungen würden sich vor diesem Hintergrund als rechtswidrig erweisen.

dd) Im Übrigen sei klar, dass der Chauffeur mit der Unterzeichnung des 
Bulletins de Pasage nicht sich selbst, sondern den Arbeitgeber im Rahmen seiner 
üblichen Arbeitnehmertätigkeit gebunden habe. Dies müsse umso mehr gelten, als 
dass die Beschwerdegegnerin die Abläufe bei der Beschwerdeführerin aus der 
bisherigen Geschäftstätigkeit kenne. 

c) Die Beschwerdegegnerin hielt demgegenüber fest, dass es im 
Beschwerdeverfahren nur um die Lieferung von 23.390 Tonnen Abfall gehe 
(Lieferung 2) und die übrigen Lieferungen ausser Betracht fallen. Die 
Beschwerdegegnerin hält im Übrigen an den Ausführungen der Vorinstanz fest, 
wonach kein Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin 
bestehe. Die Vorinstanz habe zu Recht ausgeführt, dass der Geschäftsführer der 
A._____, B._____, die Abfallentsorgung mit der Beschwerdeführerin vorgängig 
abgesprochen habe. Zudem sei die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach 

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die fragliche Lieferung unbekannter Herkunft gewesen sei, neu und im Sinne von 
Art. 326 Abs. 1 ZPO unzulässig. Des Weiteren bestritt die Beschwerdegegnerin, 
dass vorliegend die allgemeinen Lieferbedingungen der Beschwerdeführerin, 
wonach die Kosten zu Lasten des Klienten, sofern dieser überhaupt angegeben 
wurde bzw. nicht der Transporteuer selber ist, im Unterlassungsfalle zu Lasten 
des Transporteurs gehen würden, zur Anwendung gelangen, weil erstens kein 
Vertrag bestehe und zweitens – sofern ein Vertrag bestehen würde, was bestritten 
wird – nicht Vertragsbestandteil geworden seien. Die Beschwerdegegnerin sei 
auch nicht durch das Handeln des Chauffeurs zur Zahlung verpflichtet worden, da 
dieser lediglich als Erfüllungsgehilfe gehandelt habe und als solcher nur 
Tatsachenhandlungen auszuführen vermöge, nicht aber rechtsgeschäftliche 
Willenserklärungen abgeben könne.

3.a) Unbestritten ist die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin am 04. 
September 2009 drei Transporte zur Beschwerdeführerin durchgeführt hatte. 
Diese Transporte wurden wie folgt durchgeführt:

 Transport 1: 20.010 Tonnen Abfall, Ankunft 07.31 Uhr, Bulletin de Pasage 
Nr. 90939.1

 Transport 2: 23.390 Tonnen Abfall, Ankunft 08.12 Uhr, Bulletin de Pasage 
Nr. 90952.1

 Transport 3: 18.810 Tonnen Abfall, Ankunft 13.28 Uhr, Bulletin de Pasage 
Nr. 91014.1

Die Beschwerdegegnerin hatte sich im vorinstanzlichen Verfahren zunächst auf 
den Standpunkt gestellt, dass sie nur eine Lieferung an die Beschwerdeführerin 
durchgeführt habe. Mit Schreiben vom 04. Mai 2011 hatte sie sogar gegenüber 
der Beschwerdeführerin ausgeführt: "Wir haben Ihnen nie Ware angeliefert [sic] 
Ihre Rechnung betrifft den [sic] A._____" (Vorinstanz act. II/18). Dass diese 
Behauptung aktenwidrig ist, ergibt sich aus den nachfolgenden Ausführungen. Aus 
den klägerischen Beilagen (Vorinstanz act. II/7) geht hervor, dass beim Transport 
2 als Kundin ("Client") die Beschwerdegegnerin aufgeführt wird und bei der Rubrik 
"Transporteur" auf die Kundin verwiesen wird. Betreffend den Inhalt wird 
festgehalten, dass dieser gewöhnlicher Industrieabfall ("Déchets indutriels 
ordinaires") sei. Demgegenüber ergibt sich aus dem Bulletin de Pasage betreffend 
den Transport 1, dass dort die Kundin ("Client") die A._____ ist (Vorinstanz Edition 

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act. 1) und die Erfassung des Transports 3 analog dem Transport 2 erfolgt ist 
(Vorinstanz Edition act. 4). 

Des Weiteren ergibt sich aus den klägerischen Beilagen (Vorinstanz act. II/10 und 
act. II/11), dass die Beschwerdegegnerin am 20. August 2009 und am 31. August 
2009 je zwei Lieferungen mit gewöhnlichem Industrieabfall ("Déchets indutriels 
ordinaires") zur Beschwerdeführerin durchgeführt hat. Aus dem Bulletin de Pasage 
Nr. 89881.1 und 90436.1 ist ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin als Kundin 
("Client") sowie identisch als Transporteurin aufgeführt wird.

b) Vorliegend ist die wesentliche Frage strittig, ob zwischen der 
Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ein Vertragsverhältnis besteht 
oder nicht. Die Vorinstanz hat in Erwägung 3.a des angefochtenen Entscheid 
ausgeführt, dass drei Parteien an der Abfallentsorgung beteiligt seien, nämlich: 
Eine Partei, die Abfall bei einer zweiten Partei entsorgen wolle und dafür eine 
dritte Partei mit dem Transport des Abfalls beauftrage. Vorliegend bestehe 
demnach zwischen der A._____ und der Beschwerdegegnerin ein 
Vertragsverhältnis betreffend den Transport. Des Weiteren bestehe ein Vertrag 
zwischen der A._____ und der Beschwerdeführerin betreffend die Annahme des 
Abfalls. Die Ausführungen der Vorinstanz zum Bestehen eines allfälligen 
Vertragsverhältnisses sind kurz ausgefallen, zumal der zuständige Einzelrichter 
anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 20. Februar 2013 ausgeführt hatte, 
dass aufgrund der Akten "von einem Vertragsverhältnis zwischen der Y._____AG 
und X._____ AG ausgegangen" würde (vgl. Vorinstanz act. 4, Seite 3). 
Folgerichtig erliess die Vorinstanz am 30. September 2014, mitgeteilt am 1. 
Oktober 2014, eine Beweisverfügung, wonach der Klägerin der Hauptbeweis für 
das Bestehen eines Vertragsverhältnisses zwischen ihr und der Beklagten sowie 
der Beklagten der Hauptbeweis für das Bestehen eines Vertragsverhältnisses 
zwischen ihr und der A._____ betreffend den Transport sowie für das Bestehen 
eines Vertragsverhältnisses zwischen der Klägerin und der A._____ auferlegt 
wurde (vgl. Vorinstanz act. 7, Seite 2). Unergründlich ist, weshalb die Vorinstanz 
von ihrer anlässlich der Instruktionsverhandlung geäusserten Auffassung für das 
Vorliegen eines Vertragsverhältnisses zwischen der Klägerin und der Beklagten 
abgewichen ist, zumal die beklagte Partei den ihr auferlegten Hauptbeweis für das 
Bestehen eines Vertragsverhältnisses zwischen der Klägerin und der A._____ 
nicht erbringen konnte. Im nunmehr gegenständlichen Beschwerdeverfahren teilt 
die Beschwerdegegnerin die Auffassung der Vorinstanz, wonach zwischen ihr und 
der Beschwerdeführerin kein Vertragsverhältnis bestehe, während die 
Beschwerdeführerin von einem solchen ausgeht. Im Nachfolgenden ist demnach 

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zu prüfen, ob ein Vertragsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der 
Beschwerdegegnerin betreffend die Annahme von Industrieabfall besteht oder 
nicht.

aa) Zum Abschluss eines Vertrages ist die übereinstimmende gegenseitige 
Willensäusserung der Parteien erforderlich, wobei Letztere eine ausdrückliche 
oder stillschweigende sein kann (Art. 1 OR). Mit anderen Worten muss zwischen 
den Parteien Konsens vorliegen. Der Konsens im Sinne von Art. 1 OR muss sich 
vorliegend zumindest auf die Abfallentsorgung und deren wesentliche Konditionen 
wie auch den Grundsatz der Entgeltlichkeit beziehen (essentialia negotii). Zur 
prüfen ist demnach, ob das Bulletin de Pasage mit der Unterschrift des 
Arbeitnehmers der Beschwerdegegnerin als Vertrag gilt oder ob ein solcher 
gegebenenfalls bereits vorher aufgrund der gegenseitig übereinstimmenden 
Willensäusserung entstanden ist. 

bb) Eine Willensäusserung kann stillschweigend, d.h. konkludent erfolgen, 
indem der Vertragspartner ein Verhalten an den Tag legt, das den inneren Willen 
zum Vertragsabschluss nicht durch eine Erklärung oder ein Zeichen zum 
Ausdruck bringt, sondern sich aus den Umständen, sog. schlüssiges oder 
konkludentes Verhalten, ergibt (vgl. Eugen Bucher, in: Honsell/Vogt/Wiegand 
[Hrsg.], Basler Kommentar Obligationenrecht I, Art. 1-529, 5. Auflage, Basel 2014, 
N 17 zu Art. 1 OR; Jolanta Kren Kostkiewicz, in: Kren 
Kostkiewicz/Bertschinger/Breitschmid/ Schwander [Hrsg.], Handkommentar 
Schweizerisches Obligationenrecht, Zürich 2002, N 15 zu Art. 1 OR). Nach 
heutiger Auffassung ist die Willensäusserung einer einzelnen Person nicht 
subjektiv, d.h. auf dessen persönliches Verständnis seiner eigenen Erklärung 
zurückbezogen, zu interpretieren; massgebend ist vielmehr die Deutung, die der 
Partner und Adressat der Erklärung dieser unter den gegebenen Umständen in 
guten Treuen beilegen durfte. Gemäss Art. 1 OR ist die Erklärungstheorie 
entscheidend, wonach nicht auf das intern Gewollte, sondern die Äusserung der 
persönlichen Intention abgestellt wird. Damit ist der Adressat der Erklärung die 
Hauptperson; Lehre und Rechtsprechung haben in Weiterentwicklung der 
Erklärungstheorie die sog. Vertrauenstheorie entwickelt, wonach weder der innere 
Wille des Erklärenden noch der Wortlaut des Erklärten massgeblich ist, sondern 
der Sinn, welcher der Erklärung von dem (als redlich und vernünftig 
vorausgesetzten) Adressaten beigelegt werden durfte oder musste. Zu 
berücksichtigen sind dabei alle Umstände des möglichen Vertragsschlusses (vgl. 
Eugen Bucher, a.a.O., N 6 zu Art. 1 OR).

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cc) Vorliegend verhält es sich demnach wie folgt: Wie vorstehend dargelegt, 
hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin am 20. und 31. August 2009 
mit ordentlichem Industrieabfall ("Déchets industriels ordinaires") beliefert und 
dabei jeweils sich selbst als Kundin ("Client") bzw. als Transporteurin auf dem 
Bulletin de Pasage angegeben. Am 04. September 2009 erfolgten sodann drei 
weitere Lieferungen. Die zweite und dritte Lieferung an diesem Tag, nämlich die 
fragliche Lieferung von 23.390 Tonnen sowie die Lieferung von 18.810 Tonnen, 
jeweils mit ordentlichem Industrieabfall ("Déchets industriels ordinaires"), wurden 
genau wie die Lieferungen am 20. und 31. August 2009 erfasst und abgerechnet, 
nämlich mit der Beschwerdegegnerin als Kundin ("Client") und als Transporteurin. 
Bei der ersten Lieferung am 04. September 2009 wurde indessen die A._____ als 
Kundin ("Client") erfasst. Hinzuzufügen ist, dass das Bulletin de Pasage betreffend 
die Lieferung vom 31. August 2009 sowie die strittige Lieferung vom 04. 
September 2009 von demselben Chauffeur der Beschwerdegegnerin 
unterzeichnet wurde. Für die Lieferungen vom 20. und 31. August 2009 wurden 
die Rechnungen an die Beschwerdegegnerin gestellt und vorbehaltlos beglichen. 
Mit anderen Worten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin in 
diesen Fällen selbst von einer vertraglichen Verpflichtung zur Begleichung der 
Rechnungen ausgegangen ist, ansonsten diese Rechnungen ebenfalls offen 
geblieben wären. In der Folge wurden die Lieferungen zwei und drei vom 04. 
September 2009 ebenso erfasst und abgerechnet. Einen Unterschied dazu bildet 
die Lieferung 1 von demselben Datum, auf welcher die A._____ als Kundin 
("Client") im Bulletin de Pasage aufgeführt wurde. Eine weitere Differenz zu den 
vorgenannten Lieferungen ergibt sich bei Letztgenannter hinsichtlich des 
angelieferten Materials, wonach diese "Dechéts ind. Ordinaires de petites 
dimension" enthielt und die Übrigen mit der Beschwerdegegnerin als Kundin 
("Client") ordentliche Industrieabfälle ("Déchets industriels ordinaires").

dd) Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist es vorliegend 
entscheidend, wie sich das bisherige vertragliche Verhältnis zwischen den 
Parteien zugetragen hat, zumal sich daraus Anhaltspunkte für das konkludente 
Verhalten der Parteien ergeben. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen erhellt, 
dass die Beschwerdegegnerin – entgegen ihrer Ausführung vor der Vorinstanz, 
act. II/18 – die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit bereits mehrmals mit 
Abfalllieferungen bedient hat. Das Bulletin de Pasage gibt dabei Auskunft darüber, 
dass – mit Ausnahmen – die Beschwerdegegnerin als Kundin ("Client") aufgeführt 
wurde und dass diese Rechnungen vorbehaltlos bezahlt wurden. Einzig bei der 
fraglichen Rechnung aus dem Bulletin de Pasage Nr. 90952.1 vom 04. September 

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2009 scheint die Beschwerdegegnerin eine andere Rechtsauffassung zu 
vertreten. Vor dem Hintergrund, dass vorgängig bereits Lieferungen gleich wie die 
hier gegenständliche erfasst, abgerechnet und vorbehaltlos bezahlt wurden, 
erscheint das Verhalten betreffend die vorliegende Rechnung von Seiten der 
Beschwerdegegnerin als geradezu widersprüchlich und mithin als venire contra 
factum proprium. Dieses Verhalten verdient keinen Rechtsschutz.

ee) Nach dem Ausgeführten kann festgehalten werden, dass ein Vertrag 
zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin zustande 
gekommen ist. Der Vertrag ist demgegenüber nicht gestützt auf die 
Lieferbedingungen, wie dies die Beschwerdegegnerin unterstellt, zustande 
gekommen, sondern gestützt auf die gegenseitig übereinstimmenden 
Willensäusserungen, wonach die Beschwerdegegnerin bei der 
Beschwerdeführerin ordentliche Industrieabfälle ("Déchets industriels ordinaires") 
von 23.390 Tonnen entsorgen wollte. Offen bleiben kann vorliegend, welcher 
Rechtsnatur der Vertrag ist. Aus den vor der Vorinstanz eingereichten 
Beweismitteln erhellt, dass für ordentliche Industrieabfälle ("Déchets industriels 
ordinaires") CHF 135.00 pro Tonne geschuldet sind, was einen Betrag von CHF 
3'157.65, zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer, damit total CHF 3'397.65, ergibt. Im 
Übrigen ist der Betrag von der Beschwerdegegnerin zu keinem Zeitpunkt 
bestritten worden, vielmehr bestritt sie einzig, dass es an der vertraglichen 
Grundlage fehle. Des Weiteren kann die Beschwerdegegnerin sich auch nicht auf 
den Standpunkt stellen, allfällige Lieferbedingungen seien ihr nicht bekannt 
gewesen, da sie nachgewiesenermassen bereits früher bei der 
Beschwerdeführerin Industrieabfälle entsorgte und demnach die Bedingungen 
kannte oder kennen musste.  

ff) Zum Handeln des Chauffeurs ist Folgendes festzuhalten. Während sich die 
Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, dass dieser mit der Unterzeichnung 
des Bulletin de Pasage die Beschwerdegegnerin vertraglich gebunden hat, hält die 
Beschwerdegegnerin dagegen, dass dieser sie nicht rechtskräftig vertreten durfte, 
da er – unbestrittenermassen – nicht als Organ der Beschwerdegegnerin 
handelte. Vorliegend verhält es sich indessen – wie sich auch aus den 
vorstehenden Ausführungen ergibt – wie folgt: Bereits am 31. August 2009 
unterzeichnete der Chauffeur ein Bulletin de Pasage, das genau dieselben Daten 
enthält, wie das Bulletin de Pasage vom 04. September 2009 betreffend die 
fragliche Lieferung. Erstere Lieferung und Unterzeichnung beanstandete die 
Beschwerdegegnerin indessen nicht; Letztere hingegen schon. Auch hier verhält 
sich die Beschwerdegegnerin widersprüchlich. Hinzuzufügen ist sodann, dass der 

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Vertrag betreffend die Abfallannahme zwischen der Beschwerdeführerin und der 
Beschwerdegegnerin nicht erst durch die Unterzeichnung des Bulletin de Pasage 
zustande gekommen ist. Diese Argumentation würde zu kurz greifen. Vielmehr ist 
es so, dass Kosens betreffend den fraglichen Vertrag bereits früher bestanden 
hat. Die Beschwerdeführerin hat nämlich ihre Leistungen angeboten und die 
Beschwerdegegnerin hat das Angebot der Beschwerdeführerin in dem Zeitpunkt 
angenommen, als die Beschwerdegegnerin sich dazu entschieden hat, die 
fragliche Lieferung zur Beschwerdeführerin zu führen, bzw. spätestens im 
Zeitpunkt, als der Transporteur bei der Beschwerdeführerin vorfuhr, um den Abfall 
zu entsorgen. In diesem Zeitpunkt ist der Vertrag entstanden; mithin bleibt 
festzuhalten, dass der vorliegende Vertrag gemäss Art. 11 Abs. 1 OR formfrei 
gültig abgeschlossen werden kann.

gg) Vor dem Hintergrund des Ausgeführten ist im Übrigen auch auf die 
vorinstanzlichen Erwägungen betreffend den Bürgschaftsvertrag nicht weiter 
einzugehen, zumal sowohl die Beschwerdeführerin als auch die 
Beschwerdegegnerin nicht von einem solchen Vertragsverhältnis ausgehen. 
Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zwischen der 
Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ein (nicht näher definierter) 
Vertrag zustande gekommen ist und dass sich daraus die Pflicht zur Begleichung 
der in Rechnung gestellten Gebühr durch die Beschwerdegegnerin resultiert. 
Nachdem die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin mit Rechnung vom 1. 
Februar 2011 zur Begleichung derselben innert 30 Tagen aufgefordert hat, lief der 
Verzugszins ab 04. März 2011 zu fünf Prozent. Die Beschwerde ist demnach 
gutzuheissen.

4. Nach Art. 327 Abs. 3 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz, wenn sie die 
Beschwerde gutheisst, den Entscheid oder die prozessleitende Verfügung 
aufheben und die Sache an die Vorinstanz zurückweisen (lit. a) oder neu 
entscheiden, wenn die Sache spruchreif ist (lit. b). Da die Sache vorliegend ohne 
Weiteres spruchreif ist, entscheidet das Kantonsgericht statt einer Rückweisung 
an den vorinstanzlichen Richter direkt neu. Da es  sich im Übrigen um ein 
Verfahren mit einem Streitwert von unter CHF 5'000.00 handelt, ergeht das 
vorliegende Urteil in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 7 Abs. 2 EGzZPO).

5.a) Gemäss Art. 104 Abs. 1 ZPO entscheidet das Gericht über die 
Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung 
(vgl. Art. 95 Abs. 1 ZPO), in der Regel im Endentscheid. Die Prozesskosten 
werden gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO nach Massgabe des Obsiegens und 

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Unterliegens verteilt. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin vollumfänglich 
obsiegt, womit die Prozesskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.

b) Nach Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Zivilsachen (BR 320.210; VZG) beläuft sich die Entscheidgebühr zivilrechtlicher 
Beschwerden zwischen CHF 500.00 und CHF 8'000.00. Aufgrund der sich 
stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen rechtfertigt sich vorliegend eine 
pauschale Entscheidgebühr von CHF 2'000.00.

c) Die Parteikosten der Beschwerdeführerin werden bei diesem Ausgang des 
Verfahrens ebenfalls der Beschwerdegegnerin auferlegt. Mangels Einreichung 
einer Honorarnote wird der Aufwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 
nach Ermessen des Gerichts festgelegt (Art. 2 der Honorarverordnung über die 
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 
[Honorarverordnung, HV; BR 310.250]). In Anbetracht der sich stellenden 
Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des für die Beschwerdeschrift angefallenen 
Aufwandes erscheint eine Parteientschädigung von pauschal CHF 1'500.00 (inkl. 
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

d) Im Übrigen werden der Beschwerdegegnerin die Parteikosten der 
Beschwerdeführerin von CHF 5'751.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) für 
das vorinstanzliche Verfahren gemäss Honorarnote vom 12. März 2015 sowie die 
Gerichtskosten der Vorinstanz von CHF 3'000.00 auferlegt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Entscheid des Bezirksgerichts 
Landquart vom 12. März 2015, mitgeteilt am 21. Mai 2015, (Proz. Nr. 135-
2012-327) wird aufgehoben und die Klage der X._____SA gutgeheissen. 

2. Die Y._____AG wird verpflichtet, der X._____SA CHF 3'397.65 zuzüglich 
Zins zu 5% seit dem 04. März 2011 zu bezahlen.

3. Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens von CHF 3'000.00 
gehen zu Lasten der Y._____AG, welche die X._____SA überdies für das 
vorinstanzliche Verfahren aussergerichtlich mit CHF 5'751.00 (inkl. 
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

4. a) Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten 
der Y._____AG und werden mit dem von der X._____SA geleisteten 
Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet. Die Y._____AG, 
Transporte wird verpflichtet, der X._____SA den Betrag von CHF 2'000.00 
direkt zu ersetzen.

    b) Die Y._____AG hat die X._____SA mit CHF 1'500 (inkl. Barauslagen und 
Mehrwertsteuer) für das Beschwerdeverfahren aussergerichtlich zu 
entschädigen. 

5. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG 
Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden 
Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.

6. Mitteilung an: