# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a322e78-f4b6-5b17-b696-4438d3ab3413
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.02.2018 IV 2015/293
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-293_2018-02-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/293

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.09.2019

Entscheiddatum: 08.02.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 08.02.2018
Art. 28 IVG. Invalidenrente. Die somatische Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist nicht umstritten. Nach 
Aufgabe der Depressionsrechtsprechung durch das Bundesgericht ist 
jedoch auch die psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 
berücksichtigen (E. 2.3). Es ist somit auf die gutachterlich postulierte 
Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 %, und nicht auf die rein somatisch 
begründete Arbeitsfähigkeit von 70 % abzustellen (E. 2.4). Rentenbeginn (E. 
2.7) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. 
Februar 2018, IV 2015/293).

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),

Marie Löhrer und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber

Jürg Schutzbach

Geschäftsnr.  

IV 2015/293

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stephanie Bialas,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Oberer Graben 44, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 15. September 2009 erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (Rente, berufliche Massnahmen), nachdem das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 7. Juli 2009 einen 

entsprechenden Leistungsanspruch abgewiesen hatte. Er machte geltend, sein 

Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Es sei zusätzlich ein 

Schultergelenksleiden aufgetreten, das zwei Mal operativ habe versorgt werden 

müssen. Er habe deshalb seine Tätigkeit als Gipser nicht mehr aufnehmen können und 

sei seit längerem aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden (act. G 4.1/76). Mit 

Stellungnahme vom 14. Dezember 2009 bestätigte die zuständige RAD-Ärztin eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands und regte die Einholung weiterer 

Arztberichte an (act. G 4.1/83.2). Am 21. Dezember 2009 und am 3. Juni 2010 reichten 

der Hausarzt Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, St. Gallen, sowie der 

behandelnde Orthopäde Dr. med. C.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, 

weitere ärztliche Unterlagen ein (act. G 4.1/84 und 99). Dabei gab Dr. C.___ an, der 

Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser zu 100 % arbeitsunfähig. 

Arbeiten über Kopf und in Zwangshaltung sowie Tragen von Gewichten über 10 kg 

seien nicht mehr möglich. In angepassten Tätigkeiten sei eine volle Arbeitsfähigkeit 

möglich (act. G 4.1/99.7). Auch Dr. B.___ bestätigte in seinem Verlaufsbericht vom 14. 

September 2010, dass in der angestammten Tätigkeit als Gipser keine Arbeitsfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mehr bestehe. Dagegen sei eine leidensadaptierte Tätigkeit ohne Belastung der oberen 

Extremität links ganztags mit reduzierter Leistung realisierbar (act. G 4.1/115.2). Mit 

einem weiteren Verlaufsbericht vom 19. April 2011 beschrieb Dr. B.___ den 

Gesundheitszustand des Versicherten als verschlechtert. Es seien neu unklare 

Kniegelenksbeschwerden links sowie ein chronisches Lumbovertebralsyndrom 

hinzugekommen. Während eines Arbeitsversuchs des RAV (Remetex) hätten die 

Schulter- und Armschmerzen links und auch die genannten Knie- und lumbalen 

Schmerzen zugenommen. Es habe sich gezeigt, dass auch in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit eine erhebliche Einschränkung bestehe. Eine Arbeitstätigkeit sei nur 

realisierbar ohne Einsatz des linken Armes sowie in einer körperlich nicht belastenden 

Tätigkeit (act. G 4.1/124.1 f.).

A.b  Am 16. Mai 2011 teilte der Versicherte der Eingliederungsverantwortlichen mit, er 

sehe sich nicht mehr in der Lage, eine Berufstätigkeit auszuüben, worauf die IV-Stelle 

St. Gallen am 28. Juni 2011 die entsprechenden Bemühungen einstellte (act. G 4.1/125 

und 131). 

A.c  Am 26. Oktober 2011 teilte die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten mit, dass eine 

erneute medizinische Abklärung notwendig sei (act. G 4.1/135). Mit dieser Abklärung 

(polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung) wurde erneut das Zentrum für medizinische 

Begutachtung ZMB Basel beauftragt (act. G 4.1/136).

A.d  In ihrem internistisch-orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 31. Januar 

2013 diagnostizierten die Experten (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein 

chronisches Schmerzsyndrom an der linken Schulter, ein chronisches 

lumbovertebrales und intermittierendes lumbospondylogenes Syndrom, ein 

chronisches Schmerzsyndrom am linken Knie sowie eine anhaltende affektive Störung 

mit mittelgradiger depressiver Symptomatik und somatischem Syndrom bei einer 

Persönlichkeit mit akzentuierten narzisstischen Zügen. Aus rein somatischer Sicht wäre 

der Versicherte für körperlich adaptierte Tätigkeiten, ohne Bewegen von Lasten über 10 

kg, ohne repetitive  Einnahme von körperlichen Zwangshaltungen, ohne repetitive 

Überkopfarbeiten theoretisch mit einer gewissen Verminderung des Rendements zu ca. 

70 % arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht komme jedoch auf Grund der 

mittelgradigen Depression eine Einschränkung hinzu, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine 50 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten 

attestiert werden müsse. Am Wichtigsten sei, dass der Versicherte mit Hilfe der IV 

baldmöglichst in eine berufliche Massnahme eingeschleust werde, da ansonsten der 

Prozess der Chronifizierung und der depressiven Entwicklung fortschreiten werde. Bei 

erfolgreicher Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit sei nicht ausgeschlossen, dass sich 

das psychische Befinden verbessern und eine höhere Arbeitsfähigkeit resultieren 

könnten. In der angestammten Tätigkeit als Gipser bestehe jedoch seit 29. April 2008 

definitiv eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1/143.39 ff.).

A.e  Mit Stellungnahme vom 26. Februar 2013 ging der RAD Ostschweiz von einem 

verschlechterten Gesundheitszustand und von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer 

adaptierten Tätigkeit aus, bestehend ab dem Begutachtungszeitpunkt (8. November 

2012 [act. G 4.1/144.2]). Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin ging in seiner 

Stellungnahme vom 27. März 2014 (gestützt auf die damalige Rechtsprechung) davon 

aus, dass es sich bei der vom ZMB diagnostizierten anhaltenden affektiven Störung mit 

mittelgradiger depressiver Symptomatik nicht um eine eigenständige psychische 

Erkrankung handle, die nicht im Zusammenhang mit den syndromalen Leiden und der 

schwierigen psychosozialen Situation (Fürsorgeabhängigkeit) stehe. Der Versicherte sei 

damit aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig. Insgesamt sei von einer 

Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer (körperlich) angepassten Tätigkeit auszugehen (act. 

G 4.1/160.2). Mit Feststellung vom 2. Juni 2014 berechnete die IV-Stelle St. Gallen 

einen Invaliditätsgrad von 45,01 % bei einem Valideneinkommen von Fr. 78'645.-- 

(2011) und einem Invalideneinkommen von Fr. 43'243.-- (LSE 2011, Niveau 4, Mann, 70 

% [act. G 4.1/161]).

A.f  Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2014 teilte die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten 

mit, es bestehe ab dem 8. November 2012 ein Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 

4.1/162 f.). Trotz Einwands der damaligen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers - 

mit der Nichtberücksichtigung der mittelschweren depressiven Störung widerspreche 

die IV-Stelle nicht nur dem ZMB-Gutachten, sondern auch dem eigenen RAD - verfügte 

letztere am 29. April 2015/17. Juli 2015 wie angekündigt (act. G 4.1/167, 4.1/172 und G 

1.2).

B. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 14. 

September 2015 mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es 

sei dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente, beginnend am 1. April 2010, 

auszurichten. Gemäss Gutachten bestehe in einer körperlich angepassten Tätigkeit mit 

einer gewissen Verminderung des Rendements eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. 

Allerdings halte das Gutachten fest, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer 

Sicht auch in einer solchen Verweistätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig wäre. 

Gemäss der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141 V 281) sei es nicht 

haltbar, die psychische Komponente ausser Acht zu lassen, da insbesondere die 

Morbiditätskriterien nach Foerster fallen gelassen worden seien. Die 

Beschwerdegegnerin gehe in nicht nachvollziehbarer Weise davon aus, dass es keine 

Hinweise auf eine eigenständige psychische Erkrankung des Beschwerdeführers gebe. 

Ausserdem unterstelle sie ihm eine fehlende Krankheitseinsicht, da er sich keiner 

längerdauernden psychiatrischen Behandlung unterzogen habe. Er habe jedoch bis 

2008 in psychiatrischer Behandlung von Dr. D.___ gestanden, der ihm bereits im Jahr 

2004 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit ausgeprägter depressiver 

Komponente attestiert habe. Inzwischen würden die Psychopharmaka, die der 

Beschwerdeführer wegen seiner Depression einnehme, vom Hausarzt verschrieben. 

Der psychiatrische Gutachter sei der Auffassung, dass wegen der 

persönlichkeitsbedingten mangelnden Flexibilität des Beschwerdeführers von einer 

Gesprächstherapie keine zusätzliche Verbesserung zu erwarten sei. Es treffe somit 

nicht zu, dass die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers nicht behandelt 

werde. Vielmehr habe der Beschwerdeführer alles in seinem Einflussbereich Stehende 

getan, um seine Depressionen behandeln zu lassen. Streitig sei im Weiteren der Beginn 

der gesundheitlichen Verschlechterung. Nicht sachgerecht sei, wenn dazu erst auf den 

Zeitpunkt der zweiten ZMB-Begutachtung abgestellt werde. Der Beschwerdeführer 

habe sich am 1. Oktober 2009 erneut zum Bezug von Leistungen angemeldet. Es 

dürfte überwiegend wahrscheinlich sein, dass mit der neu aufgetretenen 

Schultererkrankung und der damit verbundenen Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit 

auch die Depressionen verstärkt worden seien. Es sei somit auf das Anmeldedatum 

abzustellen und die sechsmonatige Wartefrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

hinzuzurechnen, sodass die Rente ab dem 1. April 2010 auszurichten sei. Beim 

Einkommensvergleich gehe die Beschwerdegegnerin richtigerweise von einem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Valideneinkommen von Fr. 78'645.-- aus, was dem letzten erzielten Jahreslohn 

entspreche. Beim Invalideneinkommen würde das Einkommen bei einer 50 %-

Anstellung rechnerisch Fr. 30'889.-- betragen. Es sei jedoch gerichtsnotorisch, dass es 

insbesondere gesundheitlich eingeschränkten männlichen Versicherten nicht möglich 

sei, bei Ausübung einer Teilzeittätigkeit das statistische Durchschnittseinkommen zu 

erwirtschaften. Es sei somit mit einem Tabellenlohnabzug von 10 % zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 

entsprechend einsetzbaren Personen lohnmässig benachteiligt sei. Es resultiere ein 

zumutbares Einkommen von Fr. 27'800.--, womit die Erwerbseinbusse 64,65 % 

betrage, was einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründe (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2015 beantragt die Verwaltung, es sei 

festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab Mai 2011 Anspruch auf eine Viertelsrente 

hat, im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Eine psychiatrische Diagnose 

begründe als solche noch keine Arbeitsunfähigkeit. Eine somatoforme Schmerzstörung 

oder ein sonstiger vergleichbarer pathogenetisch ätiologisch unklarer syndromaler 

Zustand könne die Arbeitsfähigkeit lediglich dann einschränken, wenn entsprechende 

Befunde im notwendigen Schweregrad mit daraus stringent ableitbaren 

Funktionsausfällen vorlägen. Im Weiteren habe eine versicherte Person die 

therapeutischen Optionen in Anspruch zu nehmen, die für die Behandlung eines 

syndromalen oder anderen Leidens zur Verfügung ständen. Werde keine Therapie in 

Anspruch genommen, liege in der Regel keine Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 

ATSG vor. Zudem müssten psychosoziale und soziokulturelle Belastungen bei der 

Invaliditätsbemessung ausgeklammert bleiben. Vorliegend sei unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer seit 2008 nicht mehr in fachpsychiatrischer Behandlung stehe. Es 

würden ihm einzig Psychopharmaka vom Hausarzt verschrieben. Damit absolviere er 

keine konsequente Depressionstherapie im Sinn der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung, weshalb er juristisch nicht als invalid gelte. Daran habe auch das 

Bundesgerichtsurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) nichts geändert. Demnach sei 

die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit aus 

körperlicher Sicht ausgegangen. Gemäss Gutachten sei seit dem 24. Mai 2011 von 

einem protrahierten Verlauf mit persistierendem Impingement an der linken Schulter 

und neu von einem chronischen Schmerzsyndrom am linken Knie auszugehen. Es sei 

deshalb gerechtfertigt, ab Mai 2011 von einem verschlechterten Gesundheitszustand, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

also von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit, auszugehen. Es 

sei von einem Tabellenwert von Fr. 65'654.-- (2013) gemäss Anhang 2 der IVG-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV auszugehen. Weil die gesundheitlichen 

Einschränkungen mit dem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 % bereits grosszügig 

berücksichtigt worden seien, sei ein zusätzlicher Leidensabzug nicht gerechtfertigt. 

Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 45'958.-- und der Invaliditätsgrad 42 %. 

Der Beschwerdeführer habe folglich Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 16. Dezember 2015 lässt der Beschwerdeführer ausführen, dass 

gemäss polydisziplinärem ZMB-Gutachten auch in einer körperlich adaptierten 

Tätigkeit auf Grund seiner psychischen Erkrankung nur eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Zudem sei auf Grund des Gutachtens erstellt, dass er von weiteren 

psychiatrisch-psychotherapeutisch orientierten Therapien nicht profitieren würde. Es 

könne ihm somit nicht vorgeworfen werden, er habe nicht alle 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Die Berücksichtigung der psychiatrischen 

Diagnose sei nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung geradezu 

gefordert, weshalb die Beschwerdegegnerin Recht verletze, wenn sie diese in 

Abweichung des von ihr selbst eingeholten Gutachtens ausser Acht lasse. Der von der 

Beschwerdegegnerin erwähnte Beginn des protrahierten Verlaufs im Mai 2011 betreffe 

die somatischen Leiden des Beschwerdeführers, welche für die Annahme einer 50 %-

igen Arbeitsfähigkeit nicht im Vordergrund gestanden hätten. Der behandelnde 

Psychiater Dr. D.___ habe bereits im Jahr 2004 eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung mit ausgeprägter depressiver Komponente diagnostiziert. Es sei 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereits zum Zeitpunkt der 

Wiederanmeldung im Oktober 2009 die aktuellen psychiatrischen Leiden in dem später 

im Gutachten dokumentierten Ausmass aufgewiesen habe. Der Zeitpunkt sei allenfalls 

gutachterlich abzuklären (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik 

(act. G 8).

Erwägungen

1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.1  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich 

hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen 

Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall 

bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120). Wird eine Schätzung 

vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von 

Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser 

Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.4  Gemäss neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei leichten bis 

mittelschweren depressiven Störungen, wie bei jeder geltend gemachten 

gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit, im Einzelfall (einzig) danach zu fragen, ob 

und wie sich die Krankheit leistungslimitierend auswirkt, wobei eine leistungs-, 

insbesondere rentenbegründende Invalidität jedenfalls eine psychiatrische, lege artis 

gestellte Diagnose voraussetzt. Denn gerade mit Blick darauf, dass auch bei einem 

depressiven Leiden soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen 

zeitigen, auszuklammern sind, setzt die vorzunehmende Abgrenzung zu reaktiven, 

invaliditätsfremden Geschehen auf psychosoziale Belastungen eine nachvollziehbare 

Diagnosestellung voraus. Nicht zuletzt im Sinne der Einzelfallgerechtigkeit ist es sach- 

und systemgerecht, solche Leiden ebenfalls einem strukturierten Beweisverfahren nach 

BGE 141 V 281 zu unterziehen. Entscheidend ist dabei, unabhängig von der 

diagnostischen Einordnung ihres Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter 

Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle 

Beweislast zu tragen hat. Wie bei den somatoformen Schmerzstörungen und 

vergleichbaren psychosomatischen Leiden verbleiben aber Verlauf und Ausgang von 

Therapien als wichtige Schweregradindikatoren. Dementsprechend ist es Aufgabe des 

medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich 

leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung 

im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit auswirken. Zudem haben medizinische Studien gezeigt, dass eine 

adäquate, leitlinienkonforme antidepressive Therapie als eine notwendige 

Voraussetzung für günstige Verläufe hinsichtlich Arbeitsfähigkeit und 

Wiedereingliederung anzusehen ist. Eine konsequente, adäquate psychotherapeutische 

Therapie des depressiven Geschehens ist dabei nach medizinischer Ansicht wie auch 

im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht zumutbar 

(Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_841/2016, E.4.5.2 mit 

weiteren Hinweisen).

2. 

2.1  Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht 

infolge der chronischen Schmerzsyndrome an der linken Schulter, an der 

Lendenwirbelsäule sowie am linken Knie auch in adaptierten Tätigkeiten bei 

vermindertem Rendement zu 30 % arbeitsunfähig ist. Im Weiteren macht der 

Beschwerdeführer nicht geltend, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit 

Erstellung des ZMB-Gutachtens vom 31. Januar 2013 verschlechtert habe. 

Diesbezüglich sei zudem darauf verwiesen, dass die angefochtene Verfügung vom 17. 

Juli 2015 ohnehin die zeitliche Grenze der Überprüfungsbefugnis des 

Versicherungsgerichts bildet. Im Übrigen verlieren Gutachten, die vor der Änderung der 

Rechtsprechung bezüglich patogenetisch-ätiologisch unklare Beschwerdebilder ohne 

nachweisbare organische Grundlage sowie vor der Änderung der Rechtsprechung 

betreffend Depressionen erstellt wurden, nicht per se an Beweiskraft (BGE 141 V 281 

E. 8 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Auch sind keine Anhaltspunkte dafür 

ersichtlich, dass das Gutachten nicht den vorstehend erwähnten Qualitätskriterien 

entsprechen würde (vgl. E. 1.3). Somit kann grundsätzlich weiterhin auf das ZMB-

Gutachten vom 31. Januar 2013 abgestellt werden. Umstritten ist einzig, ob dem 

Beschwerdeführer aus psychiatrischen Gründen eine über die anerkannte somatische 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % hinausgehende Arbeitsunfähigkeit, nämlich von insgesamt 

50 %, zuzubilligen ist.

2.2  Auszugehen ist dabei von der unbestrittenen psychiatrischen Diagnose einer 

anhaltenden affektiven Störung mit mittelgradiger depressiver Symptomatik und 

somatischem Syndrom bei einer Persönlichkeit mit akzentuierten narzisstischen Zügen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. G 4.1/143.40). Die Beschwerdegegnerin verneint einen Einfluss dieses 

Beschwerdebildes auf die Arbeitsfähigkeit mit der auf der früheren Rechtsprechung 

des Bundesgerichts beruhenden Argumentation, eine psychiatrische Diagnose 

begründe als solche noch keine Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe vielmehr die 

Vermutung, dass die Auswirkungen der psychischen Krankheit mit einer zumutbaren 

Willensanstrengung überwindbar seien (Urteil des Bundesgerichts I 290/06 vom 22. 

Januar 2007). Ausserdem könne eine somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger 

vergleichbarer pathogenetisch bzw. ätiologisch unklarer syndromaler Zustand die 

Arbeitsfähigkeit lediglich dann einschränken, wenn entsprechende Befunde im 

notwendigen Schweregrad mit daraus stringent ableitbaren Funktionsausfällen 

vorlägen. Im Weiteren habe die versicherte Person die therapeutischen Optionen in 

Anspruch zu nehmen, die für die Behandlung eines syndromalen Leidens oder anderer 

Leiden zur Verfügung ständen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2). Werde keine Therapie in 

Anspruch genommen, liege in der Regel keine Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 

ATSG vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015). Vorliegend sei 

unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit 2008 nicht mehr in fachpsychiatrischer 

Behandlung stehe (act. G 4.1/143.37). Es würden ihm einzig Psychopharmaka vom 

Hausarzt verschrieben. Damit absolviere er keine konsequente Depressionstherapie im 

Sinn der erwähnten Rechtsprechung, weshalb er aus juristisch-psychiatrischer Sicht 

nicht als invalid gelte.

2.3  Dieser Auffassung ist jedoch entgegen zu halten, dass das Bundesgericht in der 

Zwischenzeit seine Rechtsprechung, wonach leichte bis mittelschwere depressive 

Leiden in der Regel behandelbar und damit nicht invalidisierend sind (sog. 

Depressionspraxis), mit den unlängst ergangenen Urteilen vom 30. November 2017 

aufgegeben hat. Gemäss Urteil 8C_130/2017 sind alle Fälle mit psychischen Leiden, 

laut Urteil 8C_841/2016 namentlich auch solche mit leichten bis mittelschweren 

Depressionen, dem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen 

(vgl. E. 1.4). Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung 

noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 

3.1 mit Hinweisen auf ZAK 1990 S. 255; Urteile 9C_125/2015 vom 18. November 2015 

E. 5.1, 9C_354/2015 vom 29. Februar 2016 E. 5 mit weiteren Hinweisen) und ist somit 

auch im vorliegenden Fall massgebend.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.4  Vorliegend geht der psychiatrische Gutachter davon aus, dass die von ihm 

diagnostizierte anhaltende affektive Störung (ICD-10  F34.8.8) mit mittelgradiger 

depressiver Symptomatik (F32.11) und somatischem Syndrom bei einer Persönlichkeit 

mit akzentuierten narzisstischen Zügen zu einer teilweisen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führe, wobei nun im Unterschied zur Vorbegutachtung vom 27. März 

2007 die depressive Komorbidität im Vordergrund stehe. Die Aufnahme einer Teilarbeit 

in einer adaptierten Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer jedoch zuzumuten, da er dafür 

noch über ausreichende psychische Ressourcen verfüge (act. G 4.1/143.37). In der 

Konsensschätzung gehen die Gutachter davon aus, dass der Beschwerdeführer aus 

rein somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit mit einer gewissen Verminderung 

des Rendements zu ca. 70 % arbeitsfähig sei. Aus psychiatrischer Sicht komme jedoch 

auf Grund der mittelgradigen Depression eine Einschränkung hinzu, weshalb zum 

aktuellen Zeitpunkt eine 50 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei 

(act. G 4.1/143.42). Der psychiatrische Gutachter berücksichtigt somit die Ressourcen 

des Beschwerdeführers und geht insofern von einem konstanten Verhalten des 

Beschwerdeführers aus, als er von einer depressiv-disphorischen Grundstimmung mit 

Missmut, Freud- und Interesselosigkeit, Lärmüberempfindlichkeit, 

Verstimmungszuständen und Insomnie berichtet (act. G 4.1/143.34, 143.37 und 

143.41). Soweit aus dem Gutachten ersichtlich, wirken sich diese Zustände nicht nur 

auf die Arbeitsfähigkeit sondern gleichermassen auf die übrigen Lebensbereiche aus. 

Die akzentuierten, narzisstischen Persönlichkeitszüge äussern sich gemäss Gutachter 

in einer erhöhten Kränkbarkeit und Verletzbarkeit sowie im Ehrgeiz mit Neigung zur 

Selbstüberforderung (act. G 4.1/143.36). Auf Grund des Gutachtens ist zudem nicht 

von einer bloss vorübergehenden (unbeachtlichen) Einschränkung des 

Gesundheitszustands auszugehen. Vielmehr ist in psychiatrischer Hinsicht von einer 

Chronifizierung auszugehen, da die depressive Problematik bereits seit vielen Jahren 

besteht. Eine allfällige Verbesserung der Arbeitsfähigkeit wird sodann erst für die 

Zukunft - unter der Bedingung einer erfolgreichen Arbeitsintegration - in Aussicht 

gestellt. Schliesslich erhofft sich der psychiatrische Experte auf Grund der 

persönlichkeitsbedingten mangelnden Flexibilität des Beschwerdeführers von einer 

Psychotherapie keinen Gewinn. In der Konsensbeurteilung wird in psychiatrischer 

Hinsicht lediglich die Fortführung der bisherigen (hausärztlichen, auch eine 

antidepressive medikamentöse Behandlung umfassende) Behandlung empfohlen (act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G 4.1/143.37 und 143.42), sodass dem Beschwerdeführer die fehlende aktuelle 

psychiatrisch-fachärztliche Behandlung nicht entgegen gehalten werden kann. Im 

Gutachten sind somit nachvollziehbare Angaben zur Ausprägung der 

diagnoserelevanten Befunde, zu Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -

resistenz sowie zu Komorbiditäten enthalten. Ebenso werden die 

Persönlichkeitsmerkmale sowie persönlichen Ressourcen des Beschwerdeführers 

umschrieben. Sein soziales Umfeld wird berücksichtigt und nicht zuletzt werden keine 

Inkonsistenzen festgehalten. Zusammenfassend erweist sich das Gutachten als 

beweiskräftig, sodass unter Berücksichtigung der jüngsten höchstrichterlichen 

Rechtsprechung von der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer 

adaptierten Tätigkeit auszugehen ist (vermindertes Rendement, keine Lasten über 5 kg 

[Orthopädie; act. G 4.1/143.31] bzw. 10 kg [Konsens; act. G 4.1/143.42], ohne 

repetitive Einnahme von körperlichen Zwangshaltungen, ohne repetitive 

Überkopfarbeiten).

2.5  Sodann ist die Berechnung des Invaliditätsgrades umstritten. Die 

Beschwerdegegnerin geht beim Valideneinkommen vom zuletzt in der Tätigkeit als 

Gipser erzielten Einkommen von Fr. 5'921.-- (x13; Basis 2009) aus und passt dieses für 

2011 auf Fr. 78'645.-- an (act. G 4.1/106.3 und 161.2). Dieses wird vom 

Beschwerdeführer nicht bestritten und erscheint nachvollziehbar, sodass darauf 

abzustellen ist. Beim Invalideneinkommen stellt die Beschwerdegegnerin auf die 

Tabellenlöhne ab (LSE 2011, Niveau 4 [ab 2012: Kompetenzniveau 1], Mann, 70 %) und 

legt der Berechnung zunächst einen Wert von Fr. 43'243.-- zu Grunde. In der 

Beschwerdeantwort geht sie nunmehr von einem solchen von Fr. 45'958.-- aus, wobei 

sich dieser auf das Jahr 2013 bezieht. Nachdem sich das Valideneinkommen jedoch 

auf das Jahr 2011 als das Jahr des Rentenbeginns bezieht, ist auch beim 

Invalideneinkommen auf das gleiche Jahr abzustellen, wie dies die 

Beschwerdegegnerin ursprünglich getan hat. Gemäss Tabelle ergibt sich für 2011 ein 

Wert von Fr. 30'955.-- (50 % von Fr. 61'910.-- [vgl. Anhang 2 in der IVG-Ausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV 2015]). Der Invaliditätsgrad beträgt damit 60,64 %, was dem 

Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente verleiht ([Fr. 78'645.-- - Fr. 

30'955.--] : Fr. 78'645.-- x 100).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.6  Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ihm ein zusätzlicher 

leidensbedingter Abzug zu gewähren. Er begründet dies damit, dass es bei Ausübung 

einer Teilzeittätigkeit insbesondere männlichen Versicherten nicht möglich sei, das 

statistische Durchschnittseinkommen zu erwirtschaften. Die Tabellenlöhne würden bei 

gesunden Personen erhoben. Mit dem Tabellenlohnabzug sei zu berücksichtigen, dass 

gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 

beeinträchtigt seien, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend 

einsetzbaren Personen lohnmässig benachteiligt seien und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Löhnen rechnen müssten. Zwar weist der Beschwerdeführer 

nebst den rein quantitativen (bereits mit dem Arbeitsfähigkeitsgrad berücksichtigten) 

auch qualitative Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit auf. Diese sind allerdings nicht 

besonders gravierend, kann der Beschwerdeführer doch leichte bis mittelschwere 

manuelle Montagearbeiten auf Brustkorbhöhe durchführen, sowie auch 

Kontrollarbeiten oder Pförtnertätigkeiten verrichten (act. G 4.1/143.31), sodass nicht 

davon auszugehen ist, er erleide gegenüber einer gesunden Person mit einem 50 %-

Pensum eine stark überproportionale Einkommensreduktion. Die Frage eines 

leidensbedingten Abzugs braucht indessen nicht abschliessend geklärt zu werden, 

würde doch selbst ein Abzug von 15 % nicht zu einem höheren Rentenanspruch führen 

(Invalideneinkommen somit Fr. 26'312.-- [Fr. 30'955.-- x 85 %]). Der Invaliditätsgrad 

würde in diesem Fall 66,54 % betragen ([Fr. 78'645.-- - Fr. 26'312.--] : Fr. 78'645.-- x 

100), was ebenfalls einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründen würde.

2.7  Gemäss Gutachten besteht die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Gipser seit dem 29. April 2008, an welchem Datum 

anlässlich einer MRI-Untersuchung eine RM-Läsion (Rotatorenmanschette) bestätigt 

wurde (act. G 4.1/143.42). Dies entspricht der Meldung des Hausarztes vom 18. August 

2009, wonach seit der letzten Berichterstattung (bzw. nach dem bereits beurteilten 

Zeitraum bis zum Verfügungserlass vom 21. September 2007 [vgl. Urteil des 

Versicherungsgerichts vom 7. Juli 2009, IV 2007/407, E. 2.4]) eine Veränderung des 

Gesundheitszustands eingetreten sei, indem ein zusätzliches Schultergelenksleiden 

aufgetreten sei, das operativ habe versorgt werden müssen. Der Beschwerdeführer 

habe seine Tätigkeit als Gipser nicht mehr aufnehmen können und sei seit längerer Zeit 

aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden (act. G 4.1/74). Es ist somit davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Gipser 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

spätestens ab dem 29. April 2008 nicht mehr ausüben konnte. Hingegen ist aus dem 

Gutachten nicht konkret ersichtlich, ab wann die attestierte Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit besteht. Immerhin konnten die weiteren somatischen Diagnosen 

eines chronischen lumbovertebralen und intermittierenden lumbospondylogenen 

Syndroms und eines chronischen Schmerzsyndroms am linken Knie erst nach 

Erstellung der entsprechenden MRI am 24. Mai 2011 gestellt werden (act. G 

4.1/143.40). Die Gutachter gehen bei ihrer Schätzung der adaptierten Arbeitsfähigkeit 

implizit vom Vorliegen aller drei somatischen Beschwerdebilder (Schulter, 

Lendenwirbelsäule und Knie) aus. Die lumbalen Beschwerden konnten denn anlässlich 

der letzten Begutachtung vom Februar 2007 noch nicht objektiviert werden. Es zeigten 

sich lediglich diskrete Abnützungserscheinungen. Es fanden sich keine Hinweise für ein 

rheumatisches Geschehen und auch der klinische Befund zeigte sich unauffällig (act. G 

4.1/62.19 f.). Es rechtfertigt sich daher, die Einschränkung von 50 % ab der 

dokumentierten Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands im Mai 2011 

anzuerkennen. Ein früherer Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im genannten Umfang in einer 

adaptierten Tätigkeit gestützt auf die Schulterbeschwerden allein, und damit auch eine 

rentenbegründende Invalidität von mindestens 40 %, sind demgegenüber nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Daran vermag auch nichts zu ändern, 

dass gemäss der neuen Rechtsprechung nunmehr auch das psychische Leiden mit zu 

berücksichtigen ist. Dieses besteht zwar offenbar seit längerer Zeit, begründete aber 

mangels erforderlichen Schweregrads für sich allein in der Zeit vor der somatischen 

Verschlechterung vom Mai 2011 ebenfalls keinen Rentenanspruch. In der 

Vorbegutachtung vom Februar 2007 wurde keine aktuelle Depression festgestellt 

(Status nach depressiver Episode anamnestisch [act. G 4.1/62.23]). Diese wurde erst 

anlässlich der jetzigen Expertise vom November 2012 gutachterlich diagnostiziert und 

ist damit grundsätzlich erst ab diesem Zeitpunkt ausgewiesen. Nachdem aber mit dem 

Beschwerdeführer davon auszugehen ist, dass sich das psychische Leiden nicht über 

Nacht entwickelt hat, rechtfertigt es sich, die zusätzliche psychiatrische Einschränkung 

ebenfalls ab Mai 2011 zu berücksichtigen. Ein psychiatrisches Ergänzungsgutachten 

erübrigt sich damit (vgl. Antrag in der Replik [act. G 6]). Zusammenfassend ergibt sich, 

dass die erforderliche Mindestinvalidität von 40 % (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) im Mai 2011 

- nach erfülltem Wartejahr (April 2008 bis April 2009) - eingetreten ist. Nachdem auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Wiederanmeldung vom 15. September 2009 keinen limitierenden Faktor darstellt, 

besteht der Rentenanspruch ab dem 1. Mai 2011 (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).

3. 

3.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente, beginnend am 1. Mai 2011, zuzusprechen.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; VRP]). Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Der Beschwerdeführer obsiegt im Hauptpunkt - der 

Rentenhöhe - vollständig. Die formell teilweise Gutheissung bezieht sich einzig auf den 

Rentenbeginn, wobei der Beschwerdeführer auch hier eine Vorverlegung um 

anderthalb Jahre erreichen kann, was von der Beschwerdegegnerin denn auch 

zugestanden wird. Es rechtfertigt sich somit, in Bezug auf die Kostenverlegung von 

einem vollständigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Dementsprechend 

ist die Gerichtsgebühr der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer 

ist der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

3.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer sodann Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Die 

Rechtsvertreterin  des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Eine 

praxisgemässe Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) erscheint als sach- und aufwandsangemessen.

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 17. 

Juli 2015 aufgehoben und dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente, beginnend am 

1. Mai 2011, zugesprochen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 08.02.2018
	Art. 28 IVG. Invalidenrente. Die somatische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist nicht umstritten. Nach Aufgabe der Depressionsrechtsprechung durch das Bundesgericht ist jedoch auch die psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen (E. 2.3). Es ist somit auf die gutachterlich postulierte Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 %, und nicht auf die rein somatisch begründete Arbeitsfähigkeit von 70 % abzustellen (E. 2.4). Rentenbeginn (E. 2.7) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Februar 2018, IV 2015/293).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte