# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c5e575e-d064-51ba-a172-4bf63c91652f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.02.2021 S 2019 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-122_2021-02-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 122

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser, Pedretti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 2. Februar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ wohnhaft in B._____, arbeitete saisonal seit dem 22. Mai 2017 

als Hilfsarbeiter bei der C._____ AG, D._____, und war somit bei der Suva 

berufs- und nichtberufsunfallversichert. Gemäss Schadenmeldung vom 

1. Juni 2017 erlitt er am 23. Mai 2017 einen Arbeitsunfall, indem er von 

einem Dach stürzte und sich dabei an der rechten Hand eine Fraktur des 

Kahnbeins zuzog. Die Erstbehandlung fand am 1. Juni 2017 im E._____ 

D._____ SA statt, wo anhand des Röntgenbefunds eine Handgelenkskon-

tusion mit Verdacht auf eine mögliche Fissur im Bereich des Processus 

styloideus radii festgestellt wurde. Der Rechtshänder A._____ wurde ab 

dem 1. Juni 2017 als 100 % arbeitsunfähig eingestuft.

2. Mit Verfügung vom 2. Juli 2019 verneinte die Suva, Abteilung Versiche-

rungsleistungen (nachfolgend: Suva), den Anspruch von A._____ auf eine 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 2.85 % und einem Leidens-

abzug von 5 %. Gleichzeitig sprach sie ihm eine Integritätsentschädigung 

von CHF 7'410.-- aufgrund einer Integritätseinbusse von 5 % zu.

3. Dagegen erhob A._____ am 31. Juli 2019 Einsprache, die mit Einspra-

cheentscheid vom 9. September 2019 abgewiesen wurde. Begründend 

führte die Suva im Wesentlichen an, dass noch immer kein rentenbegrün-

dender Invaliditätsgrad erreicht werde, selbst bei einem Leidensabzug von 

10 %, da der Invaliditätsgrad dann blosse 7.96 % betrage. Bestätigt wurde 

die Integritätsentschädigung von 5 %.

4. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 10. Oktober 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den Anträgen, der Einsprache-Entscheid der Suva vom 

9. September 2019 sei aufzuheben und es sei ein Leidensabzug von 

20 %, mindestens von 15 %, ein Invaliditätsgrad von mindestens 13.08 % 

sowie der Rentenanspruch des Gesuchstellers festzustellen; es sei eine 

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Integritätseinbusse von mindestens 10 %, mit entsprechender Integritäts-

entschädigung, sowie folgender Ausbezahlung der dem Versicherungs-

nehmer gestützt darauf zustehenden gesetzlichen Versicherungsleistun-

gen festzustellen; eventuell sei die Sache zur Neuentscheidung an die 

Suva zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 

der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen 

geltend, seit dem Unfall sei es ihm nicht mehr einmal möglich, sich auf der 

rechten Hand abzustützen, die Hand sei sichtlich blockiert und nur noch in 

geringem Ausmasse einsatzfähig. Die Einschränkungen in der Beweglich-

keit und der Funktionsweise seiner rechten Hand verunmöglichte es ihm, 

entgegen der Ansicht der Suva, einer Arbeit im Baugewerbe nachzuge-

hen. Hinzu trete, dass er an Hämophilie Typ A leide. Eine Gesamteinschät-

zung über alle Kriterien hinweg müsse demnach einen Leidensabzug von 

20 %, mindestens jedoch 15 % ergeben. Somit sei es höchst unwahr-

scheinlich, dass er unter den genannten Umständen einen Tabellenlohn 

von CHF 5'340.-- nach Leidensabzug von 5 % erzielen könne. Bezüglich 

der zugesprochenen Integritätsentschädigung von CHF 7'410.-- gehe die 

Beschwerdegegnerin nicht auf die Argumente des Beschwerdeführers in 

der Einsprache vom 31. Juli 2019 ein. Nebst dem Arthrosebefund sei auch 

die allgemeine Einschränkung der Beweglichkeit der Hand zu berücksich-

tigen und die Integritätsentschädigung somit auf 10 % zu erhöhen.

5. In der Beschwerdeantwort vom 22. November 2019 schloss die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den Einspra-

cheentscheid vom 9. September 2019 auf die Abweisung der Beschwerde.

6. In der Replik vom 6. Januar 2020 hielt der Beschwerdeführer unverändert 

an seinen Rechtsbegehren fest und hob insbesondere hervor, dass er die 

an ihn gestellten Pflichten (SVA-Eingliederungsberatung, Deutschkurs, 

Physiotherapie, Beschäftigungsprogramm F._____) sehr wohl erfülle. Im 

Beschäftigungsprogramm der F._____ ab 24. Oktober 2019 habe er 

leichte Handwerksarbeiten ausgeführt, nämlich das Zusammensetzen und 

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Basteln von Weihnachtsdekorationen und die Reparatur von Holzmöbeln, 

die seinem Zumutbarkeitsprofil entsprächen. Von Anfang an habe er auch 

bei nur leichten Arbeitsbewegungen starke Schmerzen im rechten Hand-

gelenk verspürt trotz ausreichender Pausen, grösstmöglicher Schonung 

und wechselseitigen Belastungen. Bis zum 17. November 2019 habe er 

durchgehalten. Am 18. November 2019 habe er sich in ärztliche Behand-

lung ins E._____ in D._____ begeben und sei seither krankgeschrieben. 

Am 5. Dezember 2019 sei er in die handchirurgische Sprechstunde bei Dr. 

med. G._____, leitender Arzt am U._____, gegangen. Dieser habe eine 

eingeschränkte Handgelenksbeweglichkeit rechts (Flexion/Extension 30-

0-40°, Radial- und Ulnarduktion 20-0-30°), was seiner Ansicht nach erheb-

lich von den Normwerten eines gesunden Handgelenks abweiche, eine 

Weichteilschwellung und Rötung über dem Handgelenk sowie erhebliche 

Druckdolenzen diagnostiziert. Die Radiologie habe eine deutliche Gewe-

beverhärtung des gesamten Scaphoids, osteophytäre Anbauten der dor-

salen Radiuslippe, und einen SL-Winkel von knapp 90° ergeben. Der 

Fachmediziner halte die Beschwerden des Beschwerdeführers als glaub-

haft begründet. Die aktuellen Beschwerden seien im radiocarpalen Hand-

gelenk zu lokalisieren. Prognostisch müsse davon ausgegangen werden, 

dass eine handwerkliche Berufstätigkeit für den Beschwerdeführer nicht 

mehr zumutbar sei. Der Facharzt stelle bei ihm kein Motivationsproblem 

fest. Die weiteren Behandlungsvorschläge liessen zwar eine Reduktion 

der Schmerzen, aber auch eine weitere Einschränkung der Beweglichkeit 

und Kraft erwarten. Der Kreisarzt solle ihn deshalb erneut fachärztlich be-

gutachten, da sich die Arbeitssituation nun so geändert habe, dass 

gemäss Facharzt eine Arbeitsanpassung notwendig sei. Der angefoch-

tene Einspracheentscheid gehe von nicht ermittelten bzw. nicht zutreffen-

den Werten der Bewegungsfreiheit der Hand und von nicht aktuell beste-

henden Kraftmöglichkeiten aus. Auch würdige er die glaubhaften Be-

schwerden nicht, ebenso wenig weitere Bewegungseinschränkungen 

nach weiteren Eingriffen. Zumindest sei eine Rückweisung zur Neubeur-

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teilung durch die Beschwerdegegnerin zur fachärztlichen Begutachtung 

(Beweglichkeit, Beeinträchtigung durch weitere chirurgische Intervention, 

Grobkraft einschliesslich Daumen im Schlüsselgriff) notwendig, um die 

tatsächlichen bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen zu quantifizie-

ren und daraus den Invaliditätsgrad zu bestimmen.

7. In der Duplik vom 27. Januar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 

bisherigen Standpunkt bezüglich Rentenberechnung (insbesondere Lei-

densabzug) und Integritätsschaden fest. Sie führte im Wesentlichen an, 

dass der Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 6. Dezember 2019 dem 

Kreisarzt Dr. med. H._____ zur Stellungnahme vorgelegt worden sei. Dr. 

med. H._____ habe sich dahingehend geäussert, dass er bereits anläss-

lich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung darauf hingewiesen habe, 

dass mit Folgeoperationen zu rechnen sei. Dementsprechend könne sich 

der Beschwerdeführer für die Übernahme von Folgeoperationen bei der 

Beschwerdegegnerin zur Prüfung melden. Dies habe aber keinen Zusam-

menhang mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren und unabhängig 

davon zu erfolgen. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses habe der medizini-

sche Endzustand vorgelegen. Ob die vom Kreisarzt gesetzten Zumutbar-

keitslimiten vom Beschwerdeführer eingehalten würden, könne aufgrund 

der Unterlagen nicht gesagt werden. Es bestünden aber keine Zweifel am 

voll beweiswertigen Untersuchungsbericht von Dr. med. H._____.

8. Unaufgefordert reichte der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2020 eine 

Eingabe und mehrere Beilagen ein. Darin schilderte er, dass sich im Rah-

men einer IV-Vorbereitungsmassnahme bei der I._____ ab dem 3. Fe-

bruar 2020 trotz sehr leichter Belastung und geringem Arbeitspensum von 

nur 16 Stunden pro Woche starke Schmerzen bemerkbar gemacht hätten, 

ebenso wie bei einem Einsatz in der Küche im Restaurant J._____ ab dem 

1. Juli 2020. Der daraufhin aufgesuchte Arzt Dr. med. G._____ beabsich-

tige, eine weitere Operation zur Schmerzreduktion durchzuführen.

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 9. September 2019. Gemäss Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen ei-

nen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Be-

schwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben wer-

den, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeer-

hebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton 

Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit er-

gibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formel-

ler und materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist 

der Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein schutzwürdi-

ges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im 

Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzu-

treten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).

2. Zu prüfen ist – identisch wie im Einspracheverfahren – ob die Beschwer-

degegnerin mit Einspracheentscheid vom 9. September 2019 zu Recht ei-

nen Invalidenrentenanspruch gemäss UVG ab 1. August 2019 verneinte 

und eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 5 % 

zusprach. Damit sind das Anfechtungsobjekt und der Streitgegenstand 

vorgegeben und das Gericht daran gebunden (BGE 131 V 407 E.2.1.2.1, 

119 V 347 E.1b). Nicht Streitgegenstand ist hingegen der Fallabschluss 

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durch die Suva per 31. Juli 2019, welcher durch den Beschwerdeführer 

nicht moniert wurde.

3.1. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei Be-

rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die 

versicherte Person nach einem Unfall Anspruch auf die zweckmässige Be-

handlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie zufolge Unfalls voll oder teilweise ar-

beitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein 

Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens zehn Prozent in-

valid (Art. 8 ATSG), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 

1 UVG). Kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-

hafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwar-

tet werden und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden-

versicherung abgeschlossen (Art. 19 Abs. 1 UVG), hat die zuständige Un-

fallversicherungsgesellschaft den Fall unter Einstellung der vorübergehen-

den Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invali-

denrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. BGE 

134 V 109 E.4.1, 133 V 57 E.6.6.2). Für die Bestimmung des Invaliditäts-

grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-

keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

3.2. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger 

und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen 

vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die medi-

zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gülti-

gen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie 

alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweis-

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-109
http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-57

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regeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, 

dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-

chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 

es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Den-

noch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswür-

digung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizini-

scher Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu-

stellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b). Betreffend Beweiswert 

eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-

mnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zu-

sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-

leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 135 V 465 E.4.6, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Den Berichten 

eines Versicherungsmediziners kommt Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-

spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-

keit seiner Feststellungen, so sind weitere Abklärungen notwendig (vgl. 

BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit weiteren Hinweisen, BGE 139 V 

225 E.5.2, 135 V 465 E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee, vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E.5.1.2).

3.3. Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer einen Fall in dem 

Zeitpunkt abzuschliessen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der 

http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018

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versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede-

rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Satz 

1). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleis-

tungen dahin (Satz 2). In dieser Norm wird zunächst geregelt, wann ein 

Versicherungsfall zum Abschluss zu bringen ist (BGE 134 V 109 E.3.2). 

Die vorübergehenden Leistungen, wie Taggelder und Heilbehandlung, hat 

der Unfallversicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung abgeschlossen sind – nur so lange zu gewähren, 

als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies 

nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistun-

gen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf eine Invalidenrente 

und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 144 V 354 

E.4.1, 134 V 109 E.4.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_371/2020 vom 

7. September 2020 E.2.2). Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, 

bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steige-

rung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbe-

dingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 

Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmäs-

sige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung 

ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht 

(BGE 134 V 109 E.4.3; GEERTSEN, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommen-

tar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 19 UVG, Rz. 8 f.). Weder eine 

weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwarten-

der geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren 

Durchführung. Der Begriff der ärztlichen Behandlung setzt eine kontinuier-

liche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung 

des Gesundheitszustands gerichtete Vorkehr voraus. Blosse ärztliche Ver-

laufskontrollen, manualtherapeutische Behandlungen und vergleichbare 

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Vorkehren erfüllen dieses Erfordernis nicht (HÜRZELER/KIESER, a.a.O., 

Art. 19 UVG, Rz. 7; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. 

September 2016 E.5.3). In diesem Zusammenhang muss der Gesund-

heitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund re-

trospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteile des Bundesgerichts 

8C_399/2020 vom 28. September 2020 E.3.2, 8C_371/2020 vom 7. Sep-

tember 2020 E.2.2 und 4.1, 8C_614/2019 vom 29. Januar 2020 E.5.2). 

Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die 

ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krank-

heitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst wer-

den (Urteil des Bundesgerichts 8C_651/2016 vom 15. Dezember 2016 

E.4.1).

3.4. Der Beschwerde- und Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers prä-

sentiert sich wie folgt: Nach der Erstbehandlung im E._____ D._____ SA 

am 1. Juni 2017 mit Verdacht auf eine mögliche Fissur im Bereich des 

Processus styloideus radii erfolgte am 4. Juli 2017 ein MRI in der Klinik 

K._____, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie, gestützt 

darauf Dr. med. L._____, Facharzt für Radiologie FMH, eine frischere Sca-

phoidfraktur am rechten Handgelenk, mit ausgeprägtem Knochenödem 

und Gelenkserguss, eine leichte Abkippung des distalen Anteils, MR-to-

mographisch Zeichen einer partiellen zentralen Konsolidierung, ein Kno-

chenödem im distalen Ulnaköpfchen, eine Distorsion der Strecksehne im 

ersten Fach und eine Distorsion bzw. Partialruptur der extrinsischen Bän-

der dorsal feststellte (Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 und 4). 

Gemäss Verlaufsberichten von Dr. med. M._____ am E._____ D._____ 

SA erfolgte eine konservative Therapierung (Beschwerdegegnerische Ak-

ten [Bg-act.] 26, 31, 40, 52, 53). Der Beschwerdeführer war ab dem 1. Juni 

2017 zu 100 % arbeitsunfähig. Gemäss CT vom 23. August 2017 bestand 

beim Beschwerdeführer eine Pseudoarthrose des Scaphoids, so dass 

durch Dr. med. N._____, Leitender Arzt Handchirurgie, am 13. November 

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2017 die Indikation für eine Operation am 6. Dezember 2017 gestellt 

wurde (Bg-act. 54). Am 15. November 2017 meldete die Beschwerdegeg-

nerin den Fall der Invalidenversicherung (Bg-act. 56, 58, 60-61). Am 6. De-

zember 2017 erfolgte am U._____ aufgrund der persistierenden Be-

schwerdesymptomatik die indizierte Operation, eine Sanierung der Pseu-

doarthrose mittels Scaphoid-Rekonstruktion mit Beckenkammspan und 

Spongiosaplastik; dazu wurde eine weitere Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

für mindestens drei Monate festgehalten (Bg-act. 69, 72). Es erfolgten ab 

dem 11. Dezember 2017 Verlaufskontrollen am U._____ (Bg-act. 76, 77, 

85, 93, 94, 99, 111, 118, 126, 136). Am 16. April 2018 erfolgte die Beur-

teilung durch PD Dr. med. O._____, Leitender Arzt Radiologie, wonach 

nach der Skaphoidrekonstruktion dorsalseitig eine zunehmende 

knöcherne Überbrückung ohne Nachweis einer fortschreitenden knöcher-

nen Integration des palmarseitigen Knochenspans bestand (Bg-act. 101). 

Am 28. Mai 2018 erfolgte ein CT Scaphoid rechts durch Dr. med. N._____. 

Im Vergleich zur Voraufnahme vom 16. April 2018 zeigte sich keine we-

sentliche Progredienz der knöchernen Durchbauung. Als Procedere wur-

den Kraftaufbau und Steigerung des Bewegungsumfangs vorgesehen 

(Bg-act. 111). Gemäss Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 7. Septem-

ber 2018 zeigte sich gestützt auf das CT vom 6. September 2018 im Ver-

gleich zur Voraufnahme keine wesentliche Progredienz der knöchernen 

Durchbauung. Weiter lagen unverändert keine Schraubendislokation oder 

Lockerungszeichen vor, keine Sinterung der Fraktur bei insgesamt guter 

dorsal betonter Konsolidierung und Durchbauung. Nach wie vor bestand 

eine leichte Humpback-Deformität. Die Handgelenksbeweglichkeit zeigte 

sich wie folgt: Flexion/Extension 45-0-40°, Radialduktion weiterhin 10° und 

eingeschränkt, die Ulnarduktion bei etwa 20°. Als Procedere wurde ab so-

fort eine Arbeitsaufnahme (50 % als Dachdecker) für zwei Monate vorge-

sehen, im Wesentlichen Arbeiten im Magazin und nicht auf dem Dach (Bg-

act. 126 S. 1, 130). Am 29. Oktober 2018 erging die von der Beschwerde-

gegnerin angeforderte Zweitmeinung von Prof. Dr. med. P._____ und Dr. 

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med. Q._____, Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirur-

gie. Sie empfahlen primär die Entfernung der Schraube. Über allfällige 

weitere Massnahmen müsse nach dem Eindruck der Stabilität des Kno-

chens durch den primären Operateur am U._____ entschieden werden 

(Bg-act. 133). Am 16. November 2018 beschrieb Dr. med. G._____ den 

klinischen und radiologischen Befund ("klassische Pseudarthrose") sowie 

die Beurteilung und das Operations-Procedere (Bg-act. 143). Am 21. De-

zember 2018 erfolgte die zweite Operation (Operations-Bericht, Bg-act. 

146; prov. Austrittsbericht, Bg-act. 149). Es erfolgten danach Verlaufskon-

trollen am U._____ (Bg-act. 156, 162). Am 27. März 2019 äusserten die 

Dres. med. R._____ und S._____, Radiologen, nach der Untersuchung 

vom 25. März 2019 den Befund einer gering zunehmenden Sklerosierung 

des proximalen und distalen Scaphoidpoles, kein Scaphoidkollaps, keine 

sekundäre Deformierung, gelenkgerechte Stellung, Alignement der Hand-

wurzelknochen erhalten und eine geringe Ulnaplusvariante (Bg-act. 165). 

Am 29. März 2019 erfolgte eine erste kreisärztliche Beurteilung durch den 

Kreisarzt Dr. med. H._____ (Bg-act. 163). Am 3. Mai 2019 beurteilte Dr. 

med. G._____ abschliessend, das Scaphoid sei konsolidiert, ein möglicher 

Schmerzfaktor sei die nunmehr entfernte Schraube gewesen. Die Schmer-

zen seien nun besser als präoperativ. Er habe heute eine Infiltration mit 

Lidocain und Kortison durchgeführt. Die Ergotherapie solle für mindestens 

sechs Monate postoperativ weitergeführt werden, um eine Verbesserung 

der Handgelenksbeweglichkeit zu erzielen und auch eine Prognose über 

die Arbeitszuweisung geben zu können. Die Kraft sei gut und wahrschein-

lich kein einschränkendes Kriterium im angestammten Beruf. Allerdings 

sei der Beschwerdeführer nach seinen eigenen Angaben weiterhin im Be-

ruf eingeschränkt (erhebliche Ermüdung, Schmerzen, eingeschränkte 

Handgelenksbeweglichkeit). Die Einschätzung über die Anpassung am Ar-

beitsplatz überlasse er der Suva respektive dem Kreisarzt. Chirurgisch 

lasse sich die Situation aktuell nicht verbessern. Vorbehältlich einer erneu-

ten Zuweisung aufgrund etwaiger Zunahme von Beschwerden (arthroti-

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sche Veränderungen) erfolge der Behandlungsabschluss (Bg-act. 174). 

Am 24. Mai 2019 stellte die behandelnde Physiotherapeutin fest, die Si-

tuation bezüglich Beweglichkeit und Kraft würde sich im Laufe der Zeit nur 

mehr geringgradig verbessern (Bf-act. 12; Bg-act. 217, S. 17). Am 5. Juni 

2019 fand die kreisärztliche Untersuchung bei Kreisarzt Dr. med. H._____, 

Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein-, Unfall- und Handchirurgie, Mit-

glied FMH, statt. Er beurteilte am 11. Juni 2019 den Fall wie folgt: "Der 

Verlauf ist kompliziert in Folge der verzögerten Rekonstruktion des Os 

scaphoideums bei etablierter Scaphoidpseudarthrose und Status nach 

partieller Styloidektomie des Radius. Der Endzustand ist erreicht, die Rest-

folgen des Unfallereignisses sind dauernd und erheblich. Die Arbeit in der 

angestammten Tätigkeit als Dachdecker ist nicht mehr zumutbar, insbe-

sondere Arbeiten auf Dächern, Gerüsten und Leitern dürfen aus Sicher-

heitsgründen nicht mehr ausgeführt werden. Zumutbar sind jedoch ganz-

tägige Tätigkeiten mit Wechselbelastung der rechten Hand unter Vermei-

den von Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken Belastungen 

der rechten Hand. Die Physiotherapieserie kann noch abgeschlossen wer-

den, Schmerzmedikation bei Bedarf. Je nach Verlauf werden möglicher-

weise weitere Operationen notwendig sein, welche durch die Suva über-

nommen werden" (Bg-act. 186). Am 18. Juni 2019 erging das Schreiben 

der Beschwerdegegnerin über die Einstellung der Heilkosten und des Tag-

gelds per 31. Juli 2019; mit Kopie z.K. auch an die IV-Stelle Graubünden 

(Bg-act. 190). Gleichentags meldete die Beschwerdegegnerin den Be-

schwerdeführer für IV-Eingliederungsmassnahmen an (Bg-act. 197; siehe 

auch Bg-act. 189 S. 1, 208 S. 2). Am 21. Juni 2019 beurteilte der Kreisarzt 

Dr. med. H._____ den Integritätsschaden auf 5 % (Bg-act. 203). Am 2. Juli 

2019 erging die Verfügung der Beschwerdegegnerin, wonach kein Invali-

denrentenanspruch gemäss UVG ab 1. August 2019 jedoch Anspruch auf 

eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 5 %, 

d.h. von CHF 7'410.--, bestehe (Bf-act. 13; Bg-act. 207). Am 10. Juli 2019 

bestätigte Dr. med. T._____, E._____ D._____ SA, die volle Arbeitsfähig-

- 14 -

keit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit ab 1. August 2019 

(vgl. Bf-act. 14). Ab November 2019, d.h. nach Ergehen des angefochte-

nen Einspracheentscheids vom 9. September 2019, machte der Be-

schwerdeführer wieder verstärkt Beschwerden geltend, die auch zum Ab-

bruch der Tätigkeiten im Rahmen von Einsatzprogrammen geführt haben 

sollen (Bf-act. 18-25). Am 6. Dezember 2019 beurteilte Dr. med. G._____, 

dass das Scaphoid verheilt sei, dass aber die aktuellen Beschwerden, die 

glaubhaft begründet seien, eindeutig auf das radiocarpale Handgelenks-

gefüge zurückzuführen seien. Klinisch und radiologisch entsprächen die 

Befunde einer beginnenden posttraumatischen Arthrose. Prognostisch 

müsse man davon ausgehen, dass ein handwerklicher Beruf nicht mehr 

für den Patienten zumutbar sei und dies bereits nun auch mehrfach aus-

probiert worden sei. Ein Motivationsproblem bestehe nach seiner Ein-

schätzung nicht. Es gäbe die Möglichkeiten einer Resektion des Scapho-

ids bei gleichzeitiger Teilarthrodese oder Proximal row carpectomie. Er 

bitte die Beschwerdegegnerin um eine kreisärztliche Begutachtung, da 

sich die Arbeitssituation nun so geändert habe, dass eine Arbeitsanpas-

sung seines Erachtens notwendig sei (Bf-act. 25).

3.5. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Rechtmässigkeit der Ablehnung 

einer Invalidenrente nach UVG und ein (geltend gemachter) Anspruch auf 

eine Integritätsentschädigung, die höher ist als 5 %. Bei der Beurteilung 

der streitigen Fragen ist der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis 

zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids am 9. September 

2019 verwirklicht hat (BGE 142 V 337 E.3.2.2). Der Sozialversicherungs-

prozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Ge-

richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Es darf eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist. 

Massgeblich ist dabei der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis-

- 15 -

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 V 15 E.3.1, 138 V 

218 E.6).

3.6.1. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine Invaliden-

rente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist (Art. 7 

und 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Er-

werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-

werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-

den wäre (Art. 16 ATSG). Am 3. Mai 2019 bezeichnete der behandelnde 

Arzt Dr. med. G._____ den Behandlungsabschluss (Bg-act. 174). Am 24. 

Mai 2019 stellte die behandelnde Physiotherapeutin fest, die Situation be-

züglich Beweglichkeit und Kraft würde sich im Laufe der Zeit nur mehr ge-

ringgradig verbessern (Bg-act. 217 S. 17). Und am 11. Juni 2019 bezeich-

nete der Kreisarzt Dr. med. H._____ den Endzustand als erreicht (Bg-act. 

186). Zugleich erstellte er nach persönlicher Untersuchung des Beschwer-

deführers am 5. Juni 2019 die Zumutbarkeitsbeurteilung hinsichtlich einer 

Berentung, wonach die Arbeit in angestammter Tätigkeit als Dachdecker 

nicht mehr zumutbar sei, insbesondere Arbeiten auf Dächern, Gerüsten 

und Leitern aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt werden dürften. 

Zumutbar aber seien ganztägige Tätigkeiten in Wechselbelastung der 

rechten Hand unter Vermeiden von Schlägen und Vibrationen und repeti-

tiven starken Belastungen der rechten Hand (Bg-act. 186 S. 5). Und am 

10. Juli 2019 bestätigte Dr. med. T._____ die volle Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit ab 1. August 2019 (vgl. Bf-

act. 14).

Bezüglich der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist auf die ärztli-

chen und physiotherapeutischen Berichte vor dem Fallabschluss abzustel-

len. Nicht berücksichtigt werden rechtsprechungsgemäss nach Fallab-

- 16 -

schluss geltend gemachte Beschwerden; solche sind vielmehr im Sinne 

eines Rückfalls/einer Spätfolge (Art. 11 UVV) in einem neuen Verfahren 

durch die Suva zu prüfen. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses hat der medi-

zinische Endzustand vorgelegen. Massnahmen, die der Stabilisierung ei-

nes Zustands dienen, stehen einem Fallabschluss nicht entgegen (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E.5). Auch 

ist nicht notwendig, dass keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich ist 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 E.4.2). 

Aufgrund des Gesagten ist der Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 

6. Dezember 2019 vorliegend nicht zu berücksichtigen.

Vorliegend sind aufgrund der vor dem Fallabschluss erstellten ärztlichen 

und physiotherapeutischen Berichte keine Anhaltspunkte ersichtlich, die 

an der vollumfänglichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in angepasster Tätigkeit zweifeln lassen. Dr. med. 

G._____ stellte am 3. Mai 2019 fest, das Scaphoid sei konsolidiert, ein 

möglicher Schmerzfaktor sei die Scaphoidschraube gewesen, die nun ent-

fernt sei. Die Schmerzen seien nun besser als präoperativ. Die Ergothera-

pie solle für mindestens sechs Monate postoperativ weitergeführt werden, 

um eine Verbesserung der Handgelenksbeweglichkeit zu erzielen und 

eine Prognose über die Arbeitszuweisung geben zu können. Die Kraft sei 

gut und wahrscheinlich kein einschränkendes Kriterium im angestammten 

Beruf, allerdings bestehe nach längerer Belastung offenbar eine erhebli-

che Ermüdung und Schmerzen. Zudem sei der Patient gemäss eigenen 

Angaben aufgrund der eingeschränkten Handgelenksbeweglichkeit im Be-

ruf weiterhin eingeschränkt. Dr. med. G._____ überliess die Einschätzung 

über die Anpassung am Arbeitsplatz der Beschwerdegegnerin resp. dem 

Kreisarzt (Bf-act. 11 S. 2, Bg-act. 172 S. 2). Auch die behandelnde Phy-

siotherapeutin am E._____ D._____ SA ging am 24. Mai 2019 davon aus, 

dass sich die Situation bezüglich Beweglichkeit und Kraft im Laufe der Zeit 

nur mehr geringfügig verbessern werde (Bf-act. 12 S. 2, Bg-act. 217, 

- 17 -

S. 17). Der Kreisarzt Dr. med. H._____ befand mit Bericht vom 11. Juni 

2019, aufgrund persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers am 

5. Juni 2019, in Kenntnis von Anamnese, vollständiger Bildgebung und Ak-

tenlage, dass der Endzustand erreicht und die Restfolgen des Unfallereig-

nisses dauernd und erheblich seien. Die Arbeit in der angestammten 

Tätigkeit als Dachdecker sei nicht mehr zumutbar, insbesondere Arbeiten 

auf Dächern, Gerüsten und Leitern dürften aus Sicherheitsgründen nicht 

mehr ausgeführt werden. Als zumutbar erachtete er jedoch ganztägige 

Tätigkeiten mit Wechselbelastung der rechten Hand unter Vermeiden von 

Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken Belastungen der rechten 

Hand (Bg-act. 186). Aufgrund dieser vorliegenden Untersuchungs- und 

Behandlungsergebnisse war die Zumutbarkeitsbeurteilung von Kreisarzt 

Dr. H._____ vom 11. Juni 2019 vertretbar und wurde sie vom Beschwer-

deführer nicht moniert. Was das Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten 

Tätigkeit anbelangt, darf mit der Beschwerdegegnerin festgehalten wer-

den, dass der Beurteilung von Kreisarzt Dr. med. H._____ voller Beweis-

wert zukommt, ist sie doch für die streitigen Belange umfassend, beruht 

sie auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers am 

5. Juni 2019, berücksichtigt sie die geklagten Beschwerden des Be-

schwerdeführers, wurde sie in Kenntnis der Vorakten (Anamnese, Bildge-

bung und Akten) abgegeben und leuchtet sie in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation ein. Sie ist schlüssig und – wenn auch knapp, so doch – nachvoll-

ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei und es sprechen keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit. Da keine auch nur geringen Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellun-

gen im Zeitpunkt des Fallabschlusses bestehen, sind keine weiteren me-

dizinischen Abklärungen notwendig.

Der Beschwerdeführer selbst hat das Zumutbarkeitsprofil, das von Kreis-

arzt Dr. med. H._____ nach der Untersuchung vom 5. Juni 2019 am 

- 18 -

11. Juni 2019 erstellt wurde, nicht beanstandet. Es wird auch nicht vom 

behandelnden Arzt Dr. med. G._____ oder von den Ärzten am E._____ 

D._____ SA angezweifelt oder in Frage gestellt. Dem Beschwerdeführer 

steht ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten 

offen, welche in Wechselbelastung der rechten Hand unter Vermeiden von 

Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken Belastungen ausgeführt 

werden können. Zu denken ist hierbei an einfache Überwachungs-, Prüf- 

und Kontrolltätigkeiten, bei denen die rechte Hand zumutbar einsetzbar 

ist. Dies trifft auch unter Berücksichtigung der Hämophilie A zu, die dem 

Kreisarzt Dr. med. H._____ bekannt war und in seiner Beurteilung mit-

berücksichtigt wurde. Hierbei ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer 

seit über zwölf Jahren zu 100 % als Hilfsspengler bzw. Hilfsdachdecker 

(saisonal) tätig war, obschon er erblich bedingt und ihm bekannt, an Hä-

mophilie A leidet. Zudem wird er z.B. vor medizinischen Eingriffen jeweils 

mit Faktor VIII substituiert, d.h. die Hämophilie A wird adäquat medizinisch 

begleitet (Bg-act. 53).

3.6.2.1. Das Invalideneinkommen (IVEK) berechnete die Beschwerdegegnerin in 

der Verfügung vom 2. Juli 2019 anhand des Tabellenlohns gemäss 

Schweizerischer Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

(LSE 2016, Schweiz, privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer), unter 

Gewährung eines Leidensabzugs (LA) von 5 % (CHF 5'340.-- x 12 : 40 x 

41.7 + Index 0.4 % (2017] + 0.5 % [2018] + 0.5 % [2019] ./. 5 % LA), was 

einem IVEK von CHF 64'356.-- entsprach (Bg-act. 207). Im Einspracheent-

scheid berechnete die Beschwerdegegnerin ein IVEK unter Berücksichti-

gung eines Leidensabzugs von 10 % von CHF 60'969.--.

3.6.2.2. Bezüglich des Invalideneinkommens (IVEK) begründet der Beschwerde-

führer seinen Anspruch, es sei ihm ein höherer Leidensabzug zu ge-

währen als der von der Beschwerdegegnerin zugesprochene von maximal 

10 % damit, dass eine Gesamtschätzung über alle Kriterien (leidensbe-

dingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskatego-

- 19 -

rie und Beschäftigungsgrad) einen Leidensabzug von 20 %, mindestens 

jedoch 15 % ergeben müsse. Er sei spanischer Staatsangehöriger, 42-jäh-

rig, habe über zwölf Jahre in der Schweiz zu 100 % als Hilfsspengler bzw. 

Hilfsdachdecker im gleichen Betrieb gearbeitet, verfüge über die Aufent-

haltsbewilligung B und sei keiner amtlichen Landessprache mächtig (Bg-

act. 33 S. 2, 55, 89). Er verfüge nicht über eine in der Schweiz abgeschlos-

sene Berufslehre. Seit dem Unfall sei es ihm nicht mehr möglich, sich auf 

der rechten Hand abzustützen, sie sei sichtlich blockiert und nur noch in 

geringem Ausmass einsatzfähig. Ein Job im Baugewerbe sei verunmög-

licht, weshalb dieser Sektor auszusortieren sei. Zudem leide er an Hämo-

philie Typ A, so dass ihm gemäss spanischem Recht ein InvaliditätsGrad 

von 38 % zugesprochen worden sei (Bf-act. 16, Bg-act. 182). Somit sei es 

ihm aufgrund des erhöhten Risikos einer lebensgefährlichen Situation 

nicht möglich, grosse Maschinen zu bedienen. Gewisse Wirtschaftszweige 

fielen damit ausser Betracht (Tiefbau, Produktionsfertigung, etc.). Einen 

Tabellenlohn von CHF 5'340.-- nach Leidensabzug von 5 % zu erzielen, 

sei für ihn höchst unwahrscheinlich (Bf-act. 17).

3.6.2.3. Beim Invalideneinkommen ist nach der Rechtsprechung primär von der 

beruflich erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person 

konkret steht. Erzielt die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-

schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-

tätigkeit, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 

herangezogen werden (BGE 135 V 297 E.5.2, Urteile des Bundesgerichts 

8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E.7.1, 8C_448/2014 vom 29. Dezember 

2014 E.5.1). Rechtsprechungsgemäss kann von dem auf statistischer 

Grundlage ermittelten Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug 

vorgenommen werden (BGE 135 V 297 E.5.2 mit Hinweisen). Wird das 

Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts-

werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 

- 20 -

Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche 

und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens-

alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti-

gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 142 V 

178 E.1.3, 124 V 321 E.3b/aa) und die versicherte Person je nach Ausprä-

gung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli-

chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg 

verwerten kann (BGE 126 V 75 E.5b/aa i.f.). Der leidensbedingte Abzug 

soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände 

im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen 

und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 

126 V 75 E.5b/bb-cc, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_112/2020 vom 13. 

Mai 2020 E.7.1). Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Ar-

beitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht 

zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 

so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (BGE 

146 V 16 E.4.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2020 vom 15. Oktober 

2020 E.7.2, 8.1 und 8.2.2). Grundsätzlich können für einen Leidensabzug 

nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E.6.3.2 und 

8C_61/2018 vom 23. März 2018 E.6.5.2). Die Frage nach der Höhe des 

Leidensabzugs ist eine typische Ermessensfrage. Das kantonale Gericht 

darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der 

Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, 

welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender er-

scheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_477/2016 vom 23. No-

vember 2016 E.4.1 m.w.H.).

Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass das Alter des Be-

schwerdeführers kaum ins Gewicht fällt, da Hilfsarbeiten auf dem mass-

- 21 -

gebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) 

grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter bei 

Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten Kompetenzniveau 1 im 

Alterssegment von 40 bis 64/65 eher lohnerhöhend auswirkt (BGE 146 V 

16 E.7.2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_477/2016 vom 23. November 

2016 E.4.2). Der Beschwerdeführer selbst tut nicht dar, inwiefern er als 

41-jähriger (im Zeitpunkt des Einspracheentscheids; im Urteilszeitpunkt 

43-Jähriger) in der Verwertung seiner (Rest-)Arbeitsfähigkeit einge-

schränkt wäre. Altersmässig steht er mitten in seiner beruflichen Erwerbs-

tätigkeit und es ist nicht davon auszugehen, dass ihm altersbedingt sein 

wirtschaftliches Fortkommen erschwert wäre. Gleiches gilt praxisgemäss 

auch hinsichtlich der fehlenden Ausbildung, wenn der statistische Durch-

schnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 

angewendet wird (BGE 146 V 16 E.6.2.3, Urteile des Bundesgerichts 

8C_139/2020 vom 30. Juli 2020 E.6.3.4 mit Hinweis, 8C_61/2018 vom 23. 

März 2018 E.6.5.2; Bg-act. 56 S. 5). Die Beschwerdegegnerin geht von 

Einsatzmöglichkeiten im privaten Arbeitssektor aus. Der Tatsache, dass 

der Beschwerdeführer keine Berufsausbildung und keine Kenntnisse der 

hiesigen Sprachen hat, ist mit der Einstufung im Kompetenzniveau 1 

Rechnung getragen, welches gerade eine Vielzahl von Hilfstätigkeiten be-

inhaltet. Hilfsarbeitertätigkeiten, wie sie im Kompetenzniveau 1 enthalten 

sind, erfordern keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache (vgl. etwa 

Urteil des Bundesgerichts 9C_695/2018 vom 13. März 2019 E.5.3). Die 

Bedeutung der Dienstjahre nimmt im privaten Sektor ab, je niedriger das 

Anforderungsprofil ist. So kommt im Kompetenzniveau 1 der Dauer der 

Betriebszugehörigkeit praxisgemäss keine relevante Bedeutung zu (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_884/2017 vom 24. Mai 2018 E.4.3). Der Be-

schwerdeführer war vom 20. April 2005 bis 31. Mai 2017, d.h. über zwölf 

Jahre lang, jeweils vom Frühjahr bis anfangs Winter als Hilfsdachdecker 

und Hilfsspengler bei der C._____ AG tätig (Bf-act. 9), was rechtspre-

chungsgemäss bezüglich Leidensabzug aber nicht entscheidrelevant ist, 

- 22 -

so dass sich nicht erschliesst, was der Beschwerdeführer daraus ableiten 

möchte. Das Argument des Beschwerdeführers, es sei ihm aufgrund des 

erhöhten Risikos einer lebensgefährlichen Situation nicht möglich, grosse 

Maschinen zu bedienen, so dass gewisse Wirtschaftszweige (Tiefbau, 

Produktionsfertigung etc.) ausser Betracht fielen, ist aktenmässig nicht be-

legt und damit bezüglich Leidensabzug nicht stichhaltig. Die Hämophilie A 

ist zudem kein unfallbedingtes Leiden, so dass sie höchstens die Auswahl 

der Arbeitsstellen schmälern könnte, nicht jedoch in die Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-

nung desselben Gesichtspunkts führen darf.

Mit der Beschwerdegegnerin darf davon ausgegangen werden, dass das 

umschriebene Zumutbarkeitsprofil ein breites Spektrum an zumutbaren 

Verweisungstätigkeiten eröffnet, die keine besondere Beanspruchung der 

rechten Hand hinsichtlich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität erfordern. 

Eine faktische Einarmig- oder Einhändigkeit, die den anbegehrten Abzug 

von 20 %, mindestens 15 % rechtfertigen soll, liegt unter diesen Umstän-

den nicht vor. Sie wird von keinem der behandelnden Ärzten dokumentiert. 

Bei vergleichbarer Ausgangslage hat das Bundesgericht die Vornahme ei-

nes leidensbedingten Abzugs grundsätzlich auch schon als ungerechtfer-

tigt erachtet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_495/2019 vom 11. De-

zember 2019 E.4.2.2, 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E.5.2, je mit Hinwei-

sen). Zudem hat es selbst bei Vorliegen einer funktionellen Einarmigkeit 

oder Einhändigkeit – wovon vorliegendenfalls nicht auszugehen ist - Ab-

züge von (nur) 10 % als angemessen bezeichnet (Urteil des Bundesge-

richts 8C_587/2019 vom 30. Oktober 2019 E.7.3 mit Hinweisen). Die Höhe 

des aufgrund der Einschränkungen an der rechten Hand gewährten Ab-

zugs von 10 % liegt somit jedenfalls im Ermessensspielraum der Be-

schwerdegegnerin. Dass weitere Umstände einen höheren Abzug erfor-

dern sollen, wird nicht substanziiert geltend gemacht und es liegen keine 

entsprechenden Anhaltspunkte vor. Das Gericht setzt sein Ermessen nicht 

- 23 -

ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, so dass es 

beim leidensbedingten Abzug von maximal 10 % sein Bewenden hat.

3.6.3 Das Valideneinkommen (VEK) beruht auf einem Schreiben der ehemali-

gen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers vom 19. Juni 2019 (Bg-act. 

200; Stundenlohn von CHF 28.-- zuzüglich Ferienentschädigung und An-

teil 13. Monatslohn) und wurde in der Verfügung vom 2. Juli 2019 mit 

CHF 66'246.-- beziffert (Bg-act. 207 S. 2). Es blieb im Einsprache- und im 

Beschwerdeverfahren unbestritten und ist nicht zu beanstanden.

3.6.4. Bei einem Valideneinkommen von CHF 66'246.-- und einem Invalidenein-

kommen von somit CHF 60'969.-- (unter Berücksichtigung eines Leidens-

abzugs von 10 %) ergibt sich ein nicht rentenbegründender Invaliditäts-

grad von maximal 7.96 %. Der Einspracheentscheid ist somit rechtskon-

form und die Beschwerde bezüglich des Invalidenrentenanspruchs nach 

UVG abzuweisen.

3.7.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Anspruch auf eine höhere 

Integritätsentschädigung, als zugesprochen. Der Anspruch auf eine ange-

messene Integritätsentschädigung entsteht, wenn ein Versicherter durch 

den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG). Gemäss 

Art. 25 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleis-

tung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des ver-

sicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Abs. 1). Der Bundesrat regelt 

die Bemessung der Entschädigung (Abs. 2). Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVV 

gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während 

des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheb-

lich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig 

von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Nach 

Art. 36 Abs. 2 UVV gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung 

- 24 -

die Richtlinien des Anhangs 3. Diese Skala wurde von der Beschwerde-

gegnerin in diversen Tabellen konkretisiert. Die 22 Suva-Tabellen zur "In-

tegritätsentschädigung gemäss UVG" enthalten Richtwerte (sog. Feinras-

ter; BGE 124 V 29 E.1c). Die Feststellung des Integritätsschadens ist eine 

Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (Urteile des Bundesgerichts 

8C_734/2019 vom 23. Dezember 2019 E.4.2, 8C_121/2018 vom 14. Juni 

2018 E.4.1, 8C_42/2018 vom 6. Juni 2018 E.5.1 mit Hinweisen u.a. auf 

BGE 132 V 393 E.3.2; BERGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI 

(Hrsg.), Basler Kommentar zum Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, 

Art. 25 Rz. 13). Dabei beurteilt sich die Schwere des Integritätsschadens 

einzig nach dem medizinischen Befund; allfällige individuelle Besonder-

heiten des Versicherten bleiben, im Gegensatz zur privatrechtlichen Ge-

nugtuung, unberücksichtigt (BGE 113 V 218 E.4). Der Kreisarzt Dr. med. 

H._____ beurteilte am 21. Juni 2019 nach der Untersuchung des Be-

schwerdeführers vom 5. Juni 2019, dass eine mässiggradige Arthrose des 

Handgelenks gemäss Suva-Tabelle 5.2 ("Integritätsschaden bei Arthro-

sen") einen Integritätsschaden von 5 bis 10 % ergebe (Bg-act. 203).

Der Beschwerdeführer moniert, die Höhe der gesprochenen Integritätsent-

schädigung von CHF 7'410.-- sei äquivalent zum Verlust von mindestens 

zwei Gliedern eines Langfingers gemäss UVV Anhang 3. Der Beschwer-

deführer sei trotz zwei Operationen und etlichen Therapien nach wie vor 

stark eingeschränkt und dies werde voraussichtlich auch so bleiben. Es 

sei ihm nicht mehr möglich, sowohl beruflichen wie auch privaten Tätigkei-

ten unbeschwert und ohne Einbussen nachzugehen. Aufgrund der Blo-

ckade und der fehlenden Kraftübertragung sei das Abstützen auf dem 

Handgelenk nicht mehr möglich. Er besitze noch alle fünf Finger, könne 

diese aber nicht im gewünschten Sinne nutzen. Nebst dem Arthrosebe-

fund sei auch die allgemeine Einschränkung der Beweglichkeit der Hand 

zu berücksichtigen und die Integritätsentschädigung entsprechend auf 

10 % zu erhöhen.

- 25 -

3.7.2. Die Beschwerdegegnerin verweist auf die persönliche Untersuchung des 

Beschwerdeführers durch Kreisarzt Dr. med. H._____ am 5. Juni 2019, 

welcher eine mässige Handgelenk-Arthrose feststellte und gestützt auf 

ihre Tabelle 5 auf einen Integritätsschaden von 5-10 % schloss (Bg-act. 

186, 203).

3.7.3. Mit der Beschwerdegegnerin erachtet das Gericht die kreisärztliche Beur-

teilung als nachvollziehbar und voll beweiswertig. Es ist den Akten nichts 

zu entnehmen, was gegen seine Ausführungen spricht. Von einer Pseu-

doarthrose des Scaphoids spricht bereits Dr. med. N._____, Leitender Arzt 

Handchirurgie, am 13. November 2017 (Bg-act. 54). Der Kreisarzt Dr. 

med. H._____ nahm seine Beurteilung auf der Grundlage der gesamten 

Aktenlage (Anamnese, Bildgebung und Akten) und nach einer persönli-

chen Untersuchung des Beschwerdeführers vor. Er berücksichtigte die be-

klagten Beschwerden. Es sind keine Berichte von behandelnden Ärzten 

vorhanden, die einen höheren Integritätsschaden angeben, vielmehr äus-

sert sich nur Kreisarzt Dr. med. H._____ zu dieser Thematik und dies zu-

verlässig und schlüssig. Weitere medizinische Abklärungen hierzu erübri-

gen sich und in antizipierter Beweiswürdigung kann darauf verzichtet wer-

den, da keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten wären (vgl. 

BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3). Auch die Integritätsentschädigung 

wurde von der Beschwerdegegnerin in Ausübung ihres Ermessens rechts-

konform auf 5 % festgelegt. Zusammengefasst erweist sich der Einspra-

cheentscheid vom 9. September 2019 damit als rechtens, womit die Be-

schwerde abzuweisen ist.

4. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG iVm. Art. 83 ATSG ist das Verfahren – vor-

behältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für die 

Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden. Ein 

Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht zu-

gesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]