# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16d8a1af-4628-5692-b537-57133c2a65d1
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** Zusammenschlussvorhaben Universitätsspital Basel St. Claraspital Stellungnahme der WEKO vom 21. Oktober 2025
**Docket/Reference:** Zusammenschlussvorhaben%20Universit%C3%A4tsspital%
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2025/zusammenschlussvorhaben_universitaetsspital_basel_st-claraspital_stellungnahme_der_weko_vom_21_oktober_2025.pdf.download.pdf/Zusammenschlussvorhaben%20Universit%C3%A4tsspital%20Basel_St.%20Claraspital_Stellungnahme%20der%20WEKO%20vom%2021.%20Oktober%202025.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

 Stellungnahme der Wettbewerbskommis-
sion vom 21. Oktober 2025 

betreffend das Zusammenschlussvorhaben  

41-1125: Universitätsspital Basel/St. Claraspital 
AG 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A 

B 

Sachverhalt ................................................................................................................ 3 

Erwägungen ............................................................................................................... 6 

B.1  Geltungsbereich ........................................................................................................... 6 
Unternehmen .......................................................................................................... 7 
B.1.1 
B.1.2 
Unternehmenszusammenschluss ............................................................................ 7 
B.2  Vorbehaltene Vorschriften und regulatorischer Rahmen .............................................. 7 
B.2.1  Grundversicherungsbereich .................................................................................... 7 
B.2.1.1  Spitalplanung .......................................................................................................... 7 
B.2.1.2  Tarifsystem für akutstationäre Behandlungen .......................................................... 9 
B.2.2 
Zusatzversicherungsbereich .................................................................................. 10 
B.2.3  Weitere Kostenträger ............................................................................................ 11 
B.2.4 
Fazit ...................................................................................................................... 12 
B.3  Meldepflicht ............................................................................................................... 12 
B.4  Beurteilung des Zusammenschlussvorhabens im Rahmen der vorläufigen Prüfung .. 12 
B.4.1 
Relevante Märkte .................................................................................................. 14 
B.4.1.1  Sachlich relevante Märkte ..................................................................................... 14 
B.4.1.2  Räumlich relevante Märkte .................................................................................... 16 
B.4.2 
Voraussichtliche Stellung in den betroffenen Märkten ........................................... 20 
B.4.2.1  Vorbemerkungen ................................................................................................... 20 
B.4.2.2  Aktueller Wettbewerb ............................................................................................ 23 
B.4.2.3  Potenzieller Wettbewerb ....................................................................................... 25 
B.4.2.4  Stellung der Marktgegenseite ................................................................................ 26 
B.4.2.4.1.  Grundversicherungsbereich .............................................................................. 26 
B.4.2.4.2.  Zusatzversicherungsbereich ............................................................................. 26 
Ergebnis ................................................................................................................ 27 
B.4.3 

2 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
  
 
 
A 

Sachverhalt 

1. 
Am  25.  September  2025  hat  die  Wettbewerbskommission  (nachfolgend:  WEKO)  die 
Meldung über ein Zusammenschlussvorhaben erhalten. Demnach beabsichtigt das Universi-
tätsspital  Basel  (nachfolgend:  USB)  100 %  der  Aktien  der  St.  Claraspital  AG  (nachfolgend: 
SCS), 100 % der Aktien der St. Clara Infra AG und 90 % der Aktien der St. Clara Forschung 
AG, alle domiziliert in Basel, von der St. Clara AG zu übernehmen.  

Die Unternehmen 

2. 
Das USB ist ein durch den Kanton Basel-Stadt zu 100 % beherrschtes Unternehmen in 
der Form einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit 
und Sitz in Basel. Das USB ist ein öffentliches Spital der Maximalversorgung. Es dient gemäss 
§ 3 Abs. 1 ÖSpG1
 der kantonalen, regionalen und überregionalen medizinischen Versorgung 
im Rahmen der Leistungsaufträge gemäss KVG2. Zudem trägt das USB im Rahmen von Leis-
tungsvereinbarungen mit Hochschulen zur Forschung und Lehre bei und erbringt bedarfsge-
recht gemeinwirtschaftliche Leistungen (vgl. § 3 Abs. 2 und 3 ÖSpG). Die Leistungsaufträge 
im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend: HSM) sind auf der nationalen Spi-
talliste des HSM-Beschlussorgans3

 ersichtlich.4  

Insgesamt verfügt das USB über 615 Normal-Betten und 197 Spezial-Betten (Intensiv-
3. 
station, Intermediate Care, Isolierstation, Stroke Unit, Nuklearmedizin und Kurzzeitklinik). Als 
Maximalversorger deckt das USB den gesamten Bereich der Fachabteilungen für Chirurgie, 
innere Medizin, Hals-Nasen-Ohren, Dermatologie, Ophthalmologie, Gynäkologie und Geburts-
hilfe  ab.  Der  universitäre  Leistungsauftrag  der  medizinischen  Fakultät  der  Universität  Basel 
bezieht sich auf die medizinische Ausbildung bis und mit Staatsexamen.5 

4. 

Das USB hält folgende relevante Beteiligungen.  

•  Das USB hat mit der SCS im Jahre 2018 das Gemeinschaftsunternehmen Clarunis AG 
(nachfolgend: Clarunis) gegründet. Mit dem Erwerb sämtlicher Aktien der SCS erwirbt das 
USB auch die alleinige Kontrolle (bisher hielt das USB 45 % der Aktien) an Clarunis, d.h. 
es findet ein Kontrollwechsel statt. Die von Clarunis abgedeckten Fachdisziplinen werden 
nachfolgend in die allgemeine Betrachtung der Marktumschreibungen, Umsätze und Be-
rechnung der Marktanteile integriert, jedoch separat ausgewiesen. Clarunis ist eine ge-
meinnützige Aktiengesellschaft mit universitärem Leistungs- und Ausbildungsauftrag und 
ein integraler Bestandteil der kantonalen und regionalen medizinischen Versorgung in der 
Nordwestschweiz.  Clarunis  betreibt  als  HSM-zertifiziertes  Bauchzentrum  spezialisierte, 
hochqualifizierte medizinische Leistungen in den Bereichen Viszeralchirurgie, Gastroente-
rologie sowie Hepatologie und ist ein vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- 
und  Fortbildung  (SWIF)  anerkanntes  Ausbildungszentrum.  Die  Gesellschaft  führt  unter 
anderem die hochkomplexen, bundesrechtlich geregelten Eingriffe gemäss HSM-Mandat 

1   Gesetz vom 16. Februar 2011 über die öffentlichen Spitäler des Kantons Basel-Stadt (Öffentliche Spitäler-Ge-

setz, ÖSpG; SG BS 331.100). 

2   Bundesgesetz  vom  18.  März  1994  über  die  Krankenversicherung  (Krankenversicherungsgesetz,  KVG; 

SR 832.10). 

3   Mit weitergehenden Ausführungen RPW 2018/4, 1014 Rz 39, Universitätsspital Basel-Stadt/Kantonsspital Ba-

sel-Land.   

4   Meldung, Rz 16. 

5   Meldung, Rz 17 ff. 

3 

 
 
 
  
 
 
 
(u.a. Pankreas-, Ösophagus-, tiefrektale Tumorresektionen, komplexe bariatrische Chirur-
gie) für die Region nördlich des Jurabogens durch.6 

•  Das USB hat im Jahr 2022 60 % der Aktien der Bethesda Spital AG (nachfolgend: BSB) 
übernommen.7 Die BSB ist ein gemeinnütziges, steuerbefreites Privatspital in Basel. Es 
verfügt über rund 150 stationäre Betten und bietet Leistungen in den Bereichen Frauen-
medizin (Gynäkologie, Geburtshilfe, Brustzentrum), Bewegungsapparat (Rheumatologie, 
Wirbelsäulenchirurgie,  Schmerzmedizin),  Rehabilitation  sowie  spezialisierte  Palliative 
Care an. Seit Oktober 2024 betreibt das Spital eine neu strukturierte Notfallaufnahme für 
die Bereiche Frauenmedizin und Bewegungsapparat.8 

•  Per 1. Januar 2024 hat die BSB das vormals am St. Alban-Ring angesiedelte Palliativ-
zentrum Hildegard übernommen; zum 1. Januar 2025 wurde diese Einrichtung rechtlich 
und räumlich vollständig in die BSB integriert. Das Zentrum dient nun als Klinik für Pallia-
tivmedizin am BSB.9  

•  Healthcare  Infra  AG,  in  Basel  (100 %),  Rhenus  Ergotherapie  GmbH,  in  Lörrach 
(100 %), deren Geschäftstätigkeit Ende 2024 eingestellt wurde und sich in Liquidation be-
findet, Rhenus Infra AG, in Basel (100 %), Numeraria AG, in Basel (100 %), Videris AG, 
in  Basel  (100 %),  Neurostatus-UHB  AG,  in  Basel  (100 %),  Margarethenklinik  AG,  in 
Basel (80 %), die im März 2025 vom USB ausgegründet wurde und die 24 Stunden Apo-
theke Basel AG, in Basel (55 % seit Juni 2025).10  

5. 
Der Kanton ist im Besitz folgender weiterer Unternehmen, die teilweise in den vorliegend 
interessierenden Bereichen tätig sind: Das Universitäts-Kinderspital beider Basel, welches 
ein eigenständiges, universitäres Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendmedizin sowie für 
Lehre und Forschung ist. Weiter besitzt der Kanton Basel-Stadt 100 % der Anteile der Univer-
sitären Altersmedizin Felix Platter. Diese ist spezialisiert auf die akute Altersmedizin (Geri-
atrie), Alterspsychiatrie und Rehabilitation. Sodann sind die Universitären Psychiatrischen 
Kliniken zu 100 % im Kantonsbesitz. Sie sind im Bereich der psychiatrisch-psychotherapeu-
tischen Versorgung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen tätig.11
 Diese drei Unterneh-
men  sind  gemäss  der  Meldung  nicht  im  Bereich der  Akutsomatik  der  Erwachsenenmedizin 
tätig und verfügen über Leistungsaufträge in anderen Bereichen als das USB.12 

6. 
Die St. Clara AG ist eine Holdinggesellschaft und bezweckt den Erwerb, die Verwaltung 
und die Veräusserung von Beteiligungen, namentlich an der SCS in Basel, der St. Clara For-
schung AG in Basel, und der St. Clara Infra AG in Basel sowie an andern von den massgebli-
chen kantonalen (Gewinn-), Einkommens- und (Kapital-)Vermögenssteuern befreiten Einrich-
tungen mit Sitz im Kanton Basel-Stadt.13  

Alleinige Eigentümerin der St. Clara AG ist das Kloster Ingenbohl Provinz Schweiz, 
7. 
eine  gemeinnützige  Ordensgemeinschaft  mit  Sitz  in  Ingenbohl.  Das  Kloster  verfolgt  aus-
schliesslich  gemeinnützige  und  kirchliche  Zwecke,  insbesondere  im  Bereich  der  Bildung, 

6   Meldung, Rz 27 ff. 

7   Vgl. RPW 2022/3, 657 ff., Universitätsspital Basel/Bethesda Spital AG; Meldung, Rz 30. 

8   Meldung, Rz 30 ff. 

9   Meldung, Rz 33. 

10   Meldung, Rz 36. 

11   Meldung, Rz 48 ff. 

12   Meldung, Rz 52. 

13   Meldung, Rz 56. 

4 

 
 
 
  
 
 
 
Pflege und sozialen Fürsorge. Das Kloster übt keine operative Tätigkeit im Spitalbetrieb aus, 
sondern nimmt ausschliesslich die Trägerfunktion wahr.14 

8. 
Die Übernahme betrifft drei Unternehmen, nämlich die SCS mit Sitz in Basel (zu 100 %), 
die St. Clara Infra AG mit Sitz in Basel (zu 100 %) und die St. Clara Forschung AG mit Sitz in 
Basel (zu 90 %). Die beiden letztgenannten Unternehmen haben «nur» Hilfsfunktionen für das 
Hauptunternehmen (Spitalbetrieb) ohne wesentliche wettbewerbsrechtliche Implikationen.15 

9. 
Die SCS ist ein gemeinnütziges, steuerbefreites Privatspital mit Sitz in Basel. Das Spital 
gehört zu 100 % der St. Clara AG. Es ist Bestandteil der kantonalen, regionalen und überregi-
onalen  medizinischen  Versorgung.  Die  SCS  in  ihrer  Rolle  als  Zentrumsspital  erfüllt  umfas-
sende Leistungsaufträge der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie weiterer Kan-
tone und bietet Leistungen im Bereich der HSM an. Die SCS verfügt über 200 stationäre Betten 
und betreibt eine 24/7 Notfallaufnahme sowie eine Intensivstation. Das medizinische Angebot 
umfasst  eine  breite  Palette  von Grund-  und  Spezialversorgungsleistungen mit  einem  klaren 
Schwerpunkt auf Tumorerkrankungen und abdomineller Medizin (insbesondere viszerale Chi-
rurgie, Gastroenterologie und Hepatologie). Weiter verfügt das Spital über eine Palliativstation 
und hält aktuell sechs HSM-Leistungsaufträge. Weitere Leistungsbereiche sind unter anderem 
Kardiologie,  Pneumologie  und  Thoraxchirurgie, Urologie,  Endokrinologie,  Gynäkologie (inkl. 
zertifiziertem Brustzentrum), Radiologie, Nuklearmedizin und Labordiagnostik. Die SCS ist als 
Forschungs- und Lehrspital der Universität Basel akademisch eingebunden und betreibt For-
schung über die eigene Tochtergesellschaft Clara Forschung AG.16  

10.  Die  SCS  hält  an  folgenden  Unternehmen  eine  Mehrheitsbeteiligung  und  die  Umsätze 
und Aktivitäten dieser Unternehmen sind der SCS zuzurechnen: 

•  Mit dem USB besteht das gemeinsame Universitäre Bauchzentrum Clarunis. Die SCS 

hält 55 % der Anteile an Clarunis.17 

•  Am gemeinnützigen Begegnungszentrum CURA AG (nachfolgend: CURA) mit Sitz in 
Basel hält die SCS 85 % der Anteile. Es handelt sich dabei um einen niederschwellig 
zugänglichen Anlaufpunkt der SCS, der chronisch erkrankten Patientinnen und Patien-
ten – etwa mit Krebs, Diabetes oder Atemwegserkrankungen – sowie deren Angehöri-
gen ganzheitliche Beratung, psychosoziale Unterstützung und edukative Angebote aus 
einer Hand bietet.18 

Gründe und Ziele des Zusammenschlusses 

11.  Gemäss eigenen Angaben sehen sich die beiden Spitäler mit einem sich kontinuierlich 
beschleunigenden medizinischen Fortschritt, hohen Anforderungen von Patientinnen und Pa-
tienten,  dem  zunehmendem  Fachkräftemangel  und  einem  massiven  Kostendruck  konfron-
tiert.19 Um wirtschaftlich sinnvoller und effizienter arbeiten zu können und dadurch auch den 
Fortschritten im Bereich der Medizin adäquat zu begegnen, haben die Spitäler die Übernahme 
der  SCS  durch  das  USB  beschlossen.20  Bereits  bestehende  Synergien  sollen  dabei  weiter 

14   Meldung, Rz 57. 

15   Meldung, Rz 21. 

16   Meldung, Rz 22 ff. 

17   Zum Tätigkeitsbereich von Clarunis vgl. Rz 4. 

18   Meldung, Rz 53 und 55. 

19   Vgl. Meldung, Rz 10 und 64. 

20   Vgl. Meldung, Rz 10 f. 

5 

 
 
 
  
 
 
 
ausgebaut,  Doppelspurigkeiten  gezielt  abgebaut,  die  akademischen  Versorgungsstrukturen 
weiterentwickelt und langfristig auf hohem Standard gewährleistet werden.21 Durch die Über-
nahme soll das USB seine Stellung in der Schweiz in der universitären Medizin stärken, sein 
Leistungsangebot patientenorientierter gestalten und seine Attraktivität als Arbeitgeber inter-
national erhöhen können.22 Gemäss Meldung pflegen die Spitäler bereits heute eine erfolgrei-
che Kooperation durch Clarunis. Die SCS ist dank dieser Zusammenarbeit mit dem USB in 
den Bereich der universitären und der HSM eingetreten und konnte sich dort erfolgreich etab-
lieren.23 Die Spitäler erachten das Zusammenschlussvorhaben als Chance, das Potenzial wei-
terer Kooperationen in vollem Umfang ausschöpfen zu können. 

Frühere Zusammenschlussvorhaben in der Gesundheitsregion Basel 

12.  Das USB war bereits 2017 in ein den Wettbewerbsbehörden gemeldetes Zusammen-
schlussvorhaben zwischen dem USB selbst und dem Kantonsspital Baselland (nachfolgend: 
KSBL) involviert.24 Die WEKO hatte damals im Rahmen einer vertieften Prüfung eine Stellung-
nahme verfasst und kam zu dem Ergebnis, dass trotz des Vorliegens von Anhaltspunkten für 
eine marktbeherrschende Stellung des neuen Unternehmens diese nicht zu einer Beseitigung 
des  wirksamen  Wettbewerbs  auf  den  damals  definierten  relevanten  Märkten  führen  würde, 
insbesondere aufgrund der im Grundversicherungsbereich geltenden Regulierung.25  

13.  Auch im Jahr 2022 befasste sich die WEKO mit der Gesundheitsregion Basel und dem 
USB. Damals betraf das Zusammenschlussvorhaben das USB, welches von der Stiftung Dia-
konat  Bethesda  60 %  der  Aktien  der  BSB  zu  übernehmen  beabsichtigte.  Im  Rahmen  einer 
vorläufigen Prüfung und basierend auf den Erkenntnissen des Zusammenschlussvorhabens 
Universitätsspital/Kantonsspital-Basel-Land gelangte die WEKO zum Schluss, dass es durch 
die Übernahme zu keiner Beseitigung des Wettbewerbs kommen werde. Davon war insbeson-
dere deshalb auszugehen, da auf den relevanten Märkten genügend Wettbewerbsdruck durch 
andere Gesundheitsdienstleister zu erwarten war. Ausserdem sorgten die geltende Regulie-
rung sowie die unterschiedlichen Positionierungen des USB als Universitätsspital und der BSB 
als Privatspital dafür, dass diese auch nach Vollzug des Zusammenschlussvorhabens in wich-
tigen Bereichen (wie bspw. den Tarifverhandlungen oder in Bezug auf die Vergabe von Leis-
tungsaufträgen) eigenständig auftreten konnten.26  

B 

Erwägungen 

B.1  Geltungsbereich 

14.  Das  Bundesgesetz  vom  6.  Oktober  1995  über  Kartelle  und  andere  Wettbewerbsbe-
schränkungen (Kartellgesetz, KG; SR 251) gilt für Unternehmen des privaten und öffentlichen 
Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden treffen, Marktmacht ausüben oder sich 
an Unternehmenszusammenschlüssen beteiligen (Art. 2 KG). 

21   Vgl. Meldung, Rz 2 und 62. 

22   Vgl. Meldung, Rz 2 und 10 f. 

23   Meldung, Rz 12. 

24   Dieses Projekt scheiterte letztlich an der Urne und wurde nicht umgesetzt.   

25   RPW 2018/4, 1029 Rz 150, Universitätsspital Basel-Stadt/Kantonsspital Basel-Land.   

26   RPW 2022/3, 669 Rz 79, Universitätsspital Basel-Stadt/Bethesda Spital AG. 

6 

 
 
 
  
 
 
 
B.1.1  Unternehmen 

15.  Als Unternehmen gelten sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleis-
tungen im Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 
Abs. 1bis KG). Die am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen sind als solche Unterneh-
men zu qualifizieren. 

16. 
In Anlehnung  an  die Überlegungen  bei  der  Analyse des  Zusammenschlussvorhabens 
USB/BSB kann die Frage, ob der Kanton oder das USB als das beteiligte Unternehmen gilt, 
vorliegend offengelassen werden, da so oder anders ein meldepflichtiges Zusammenschluss-
vorhaben vorliegt. Wie bereits bei der Beurteilung der Zusammenschlussvorhaben USB/KSBL 
und USB/BSB wird für die Zwecke vorliegender Zusammenschlusskontrolle vom USB als be-
teiligtem Unternehmen ausgegangen.27 Sowohl die SCS als auch die St. Clara Infra AG und 
die St. Clara Forschung AG qualifizieren als beteiligte Unternehmen gemäss Kartellgesetz.  

B.1.2  Unternehmenszusammenschluss 

17.  Als Unternehmenszusammenschluss gilt jeder Vorgang, wie namentlich der Erwerb ei-
ner Beteiligung oder der Abschluss eines Vertrages, durch den ein oder mehrere Unternehmen 
unmittelbar oder mittelbar die Kontrolle über ein oder mehrere bisher unabhängige Unterneh-
men oder Teile von solchen erlangen (Art. 4 Abs. 3 Bst. b KG). 

18.  Das USB  plant,  100 % der  Aktien  der  SCS,  100 %  der  Aktien  der  St. Clara  Infra AG, 
90 % der Aktien der St. Clara Forschung AG (die restlichen 10 % verbleiben bei der Stiftung 
Lindenhof Bern) von der St. Clara AG und indirekt über die SCS die übrigen 55 % der Anteile 
an der Clarunis sowie 100 % der Anteile an der CURA zu übernehmen. 

19.  Es handelt sich dabei um einen Unternehmenszusammenschluss im Sinne von Art. 4 
Abs. 3 Bst. b KG. 

B.2 

Vorbehaltene Vorschriften und regulatorischer Rahmen 

20.  Dem Kartellgesetz sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Wa-
ren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche 
Markt-  oder  Preisordnung  begründen,  und  solche,  die  einzelne  Unternehmen  zur  Erfüllung 
öffentlicher Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG). Ebenfalls nicht 
unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzge-
bung über das geistige Eigentum ergeben. Hingegen unterliegen Einfuhrbeschränkungen, die 
sich auf Rechte des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 
Abs. 2 KG). 

B.2.1  Grundversicherungsbereich 

B.2.1.1  Spitalplanung 

21.  Das KVG definiert die Spitäler als Leistungserbringer (Art. 35 Abs. 2 Bst. h KVG). Spitäler 
sind  Anstalten  oder  deren  Abteilungen,  die  der  stationären  Behandlung  akuter  Krankheiten 
oder der stationären Durchführung von Massnahmen der medizinischen Rehabilitation dienen 

27   Vgl. RPW 2022/3, 659 Rz 16; dazu ausführlicher RPW 2018/4, 1013 Rz 31, Universitätsspital Basel-Stadt/Kan-

tonsspital Basel-Land. 

7 

 
 
 
  
 
 
 
(Art. 39 Abs. 1 KVG). Als stationäre Behandlung gelten gemäss Art. 3 VKL28 Aufenthalte zur 
Untersuchung, Behandlung und Pflege im Spital oder im Geburtshaus (Bst. a) von mindestens 
24  Stunden,  (Bst.  b)  von  weniger  als  24  Stunden,  bei  denen  während  einer  Nacht  ein  Bett 
belegt wird, (Bst. c) im Spital bei Überweisung in ein anderes Spital, (Bst. d) im Geburtshaus 
bei Überweisung in ein Spital und (Bst. e) bei Todesfällen. 

22.  Gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e KVG werden Spitäler unter anderem zugelassen, 
wenn sie der von einem oder mehreren Kantonen gemeinsam aufgestellten Planung für eine 
bedarfsgerechte Spitalversorgung entsprechen, wobei private Trägerschaften angemessen in 
die  Planung  miteinzubeziehen  (Bst.  d),  und  auf  der  nach  Leistungsaufträgen  in  Kategorien 
gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind (Bst. e). 

23.  Die Kantone haben aufgrund der vom Bundesrat in Art. 58a bis 58e KVV29 aufgestellten 
Planungskriterien ihre Spitalplanung mittels Spitalliste zu erstellen und basierend auf dieser 
die  Leistungsaufträge  an  die  Einrichtungen  zu  vergeben  (Art.  39  Abs.  1  Bst.  e  KVG  i.V.m. 
Art. 58f Abs. 1 KVV). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG koordinieren die Kantone ihre Planung.30 
Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft arbeiten innerhalb der sog. Gemeinsamen Ge-
sundheitsregion (GGR) bei diversen Gesundheitsthemen eng zusammen. Die Grundlage für 
die GGR bildet der Staatsvertrag betreffend Planung, Regulation und Aufsicht in der Gesund-
heitsversorgung.31 Dieser definiert die Rahmenbedingungen im stationären und ambulanten 
Bereich und führt  die  dazu notwendigen Planungsinstrumente  ein.  Leistungsaufträge an  öf-
fentliche und private Spitäler wurden durch die beiden Kantone nach einheitlichen und trans-
parenten Kriterien gemeinsam vergeben. Die gleichlautenden Spitallisten traten in beiden Kan-
tonen per 1. Juli 2021 in Kraft.32 

24.  Durch  die  Spitallisten  wird  das  Angebot  durch  die  Kantone  bedarfsgerecht  gesteuert 
(Art. 58a und 58b KVV). Über die Gestaltung der Spitalliste kann die Anzahl der Akteure auf 
dem Markt beeinflusst werden.33 Tatsächlich kommt den Kantonen34 ein erheblicher Ermes-
sensspielraum bei der Gestaltung der Spitalliste zu.35 Bei der Ausübung des ihnen zustehen-
den Auswahlermessens haben die Behörden die allgemeinen Schranken der Ermessensbe-
tätigung zu beachten.36 Der Kanton ist zudem bei der Selektion der Spitäler für die Spitalliste 
an die Planungsgrundsätze von Art. 58a bis 58e KVV gebunden. Diese Planungskriterien neh-
men den in Art. 32 Abs.1 KVG statuierten Grundsatz der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und 

28   Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburts-

häuser und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL; SR 832.104). 

29   Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102). 

30   Im Bereich der HSM beschliessen die Kantone gemeinsam eine gesamtschweizerische Planung (Art. 39 Abs. 
2bis  KVG).  Dieser  Pflicht sind  die  Kantone  durch  den  Abschluss  der  interkantonalen  Vereinbarung vom  14. 
März 2008 über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) und der darauf basierenden Spitalliste für HSM nach-
gekommen. 

31   Staatsvertrag vom 6. Februar 2018 zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft betreffend Pla-

nung, Regulation und Aufsicht in der Gesundheitsversorgung (SG 333.200). 

32   Chance Gesundheit, <https://chance-gesundheit.ch/de/medien/2021> (19.9.2025). 

33   RPW 2018/4, 1016 Rz 53, Universitätsspital Basel-Stadt/Kantonsspital Basel-Land. 

34   Im Bereich der HSM kommt das Ermessen dem HSM-Beschlussorgan zu. Bei der Erstellung der HSM-Spitalliste 

ist auch das HSM-Beschlussorgan an die Planungsgrundsätze von Art. 58a bis 58e KVV gebunden. 

35   BVGer,  C-401/2012  vom  28.1.2014  E.  3.2;  BVGer,  C-6088/2011  vom  6.  Mai  2014  E.  2.5.3.2;  BVGer,  C-
4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 4.1; vgl. unter der alten Spitalfinanzierung BGE 132 V 6 E. 2.4.1 mit Hinweisen. 

36   BVGer, C‒6504/2011 vom 3. Dezember 2013 E. 6.3.3.  

8 

 
 
 
  
 
 
 
Wirtschaftlichkeit auf. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine umfangreiche Entscheidpraxis, 
die von den Kantonen bei der Beurteilung berücksichtigt werden muss.37  

25.  Gemäss  dieser  Praxis  muss  eine  Wirtschaftlichkeitsprüfung  erfolgen,  bei  welcher  die 
leistungsbezogenen Kostenunterschiede der verschiedenen Spitäler aufgrund der erhobenen 
finanziellen  Daten  untersucht  werden  müssen.  Diese  kann  mit  einem  Benchmarking  vorge-
nommen werden.38 Zudem muss eine Qualitätsprüfung durchgeführt werden.39 Einen Rechts-
anspruch auf die Aufnahme in die Spitalliste gibt das Gesetz den einzelnen Spitälern nicht.40  

26.  Aufgrund dieser Kriterien und im Einklang mit einem Gutachten der WEKO aus dem Jahr 
201041 ist festzuhalten, dass der Entscheid über die Spitalplanung eine politische Dimension 
hat und eine kartellrechtliche Kontrolle der Gestaltung der Spitalliste aufgrund der gesetzlichen 
Regelung ausgeschlossen ist.  

27.  Vor diesem Hintergrund ist im Rahmen von Art. 3 Abs. 1 KG zu prüfen, wieweit die staat-
liche  Marktregulierung  –  d.h.  vorliegend  die  kantonale  Spitalliste  –  den  Wettbewerb  aus-
schliesst.42 Dem Vorbehalt von Art. 3 Abs. 1 KG ist nur in restriktiver Weise Geltung zu ver-
schaffen  und  der  Ausschluss  der  Anwendung  des  Kartellgesetzes  ist  nur  gestützt  auf  eine 
klare gesetzliche Grundlage möglich, die ein wettbewerbsbehinderndes Verhalten verordnet 
oder zulässt.43  

28.  Der auf die Aufnahme auf die Spitalliste gerichtete Wettbewerb unter den Spitälern wird 
durch die gesetzlich vorgesehene Spitalliste nicht ausgeschlossen, da ein Spital durchaus ei-
nen Anreiz hat, durch wirtschaftlich effiziente, qualitativ hochwertige und zweckdienliche An-
gebote auf  der  Spitalliste geführt  zu  werden.  Auch  wenn der  Entscheid über  die Aufnahme 
eine politische Dimension hat, sind dennoch nachvollziehbare Ermessensentscheide und ins-
besondere die Berücksichtigung der Planungskriterien, an welchen sich die Spitäler messen 
können,  erforderlich (vgl.  Rz  24 f.).  Der Gesetzgeber  wollte  den Wettbewerb  betreffend die 
Aufnahme auf die Spitalliste nicht ausschliessen, sondern die Zielsetzung der KVG-Revision 
war  es  im  Gegenteil,  dass  «[…]  einzig  die  Markt-  und  Wettbewerbsregeln  bestimmen,  wer 
[Eingang auf die kantonale Liste findet und somit] Zugang zum Markt erhält.»44 Entsprechend 
ist davon auszugehen, dass keine Vorschriften i.S.v. Art. 3 KG bestehen, die den Wettbewerb 
zwischen den Spitälern über die Aufnahme auf die Spitalliste ausschliessen. 

B.2.1.2  Tarifsystem für akutstationäre Behandlungen 

Im  Grundversicherungsbereich  werden  für  die  Vergütung  der  stationären  Behandlung 
29. 
einschliesslich des Aufenthalts und der Pflegeleistungen in einem Spital Pauschalen verein-

37   BVGer, C-3413/2014 vom 11. Mai 2017; BVGer, C-2389/2012 und C-1841/2014 vom 21. August 2015; BVGer, 
C-4302/2011 vom 15. Juli 2015; BVGer, C-6088/2011 vom 6. Mai 2014; BVGer, C-5647/2011 vom 16. Juli 2013. 

38   BVGer, C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 7.1.1. 

39   BVGer, C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 E. 8 ff. 

40   BVGer, C-6504/2011 vom 3. Dezember 2013 E. 6.3.3; BVGer, C-255/2015 vom 19. April 2017 E. 4.2.5. 

41   RPW  2010/2,  430  Rz  34  und  43,  Gutachtensauftrag  der  Gesundheitsdirektion  des  Kantons  Zürich  gemäss 

Art. 47 KG betreffend Spitalplanung 2012. 

42   BGE 141 II 66, E. 2.2.1. 

43   BGE 141 II 66, E. 2.2.3. 

44   Botschaft betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (Spitalfinanzierung), BBl 

2004, 5587. 

9 

 
 
 
  
 
 
 
bart. Diese sind leistungsbezogen und beruhen auf gesamtschweizerisch einheitlichen Struk-
turen (Art. 49 Abs. 1 KVG).45 Seit dem 1. Januar 2012 ist SwissDRG (Swiss Diagnosis Related 
Groups) das in der Schweiz geltende Tarifsystem für akutstationäre Spitaldienstleistungen. Es 
setzt die gesetzgeberischen Vorgaben um. In diesem System wird jeder Spitalaufenthalt an-
hand bestimmter Kriterien (Hauptdiagnose, Nebendiagnosen, Behandlungen usw.) einer Fall-
gruppe  zugeordnet  und  pauschal  vergütet.  Die  SwissDRG-Tarifstruktur  wird  jedes  Jahr  auf 
Basis  neuer  Kosten-  und  Leistungsdaten  der  Spitäler  verfeinert  und  ergibt  das  schweizweit 
einheitliche Kostengewicht einer Behandlung.46 

30.  Die Höhe der Abgeltung für akutstationäre Behandlungen wird berechnet, indem das für 
die jeweilige Behandlung geltende Kostengewicht (SwissDRG) mit dem Basispreis (Baserate) 
multipliziert wird. Die Basispreise werden jährlich durch die Tarifpartner (Versicherer und Leis-
tungserbringer) verhandelt und von der kantonalen Regierung genehmigt (Art. 46 Abs. 4 KVG). 
Die so berechnete Vergütung wird vom Kanton und den Versicherern anteilsmässig übernom-
men, wobei der kantonale Anteil mindestens 55 % beträgt (Art. 49a Abs. 1 und 2ter KVG). 

31.  Bei den Tarifen der neuen Spitalfinanzierung steht der Wettbewerbsgedanke im Vorder-
grund.47 Die neue Spitalfinanzierung soll den Wettbewerb zwischen den Spitälern stärken so-
wie zu einer Verbesserung der Qualität und Steigerung der Effizienz führen.48 Trotz des Vor-
liegens eines Tarifsystems sind die Spitäler im Vergleich zur Vergangenheit einem stärkeren 
Wettbewerbsdruck ausgesetzt (yardstick competition49). Mit der Einführung der neuen Spital-
finanzierung wollte der Gesetzgeber mehr Wettbewerb unter den auf den Spitallisten erschei-
nenden Spitälern schaffen und nicht das Gegenteil. Hinzu kommt, dass im stationären Bereich 
unter  Anwendung  des  SwissDRG  durch  die  unterschiedlichen  Baserates  nicht  durchwegs 
identische Preise zur  Anwendung  kommen.  Das Vergütungssystem  basiert  zwar  insgesamt 
auf einem regulierten Preissystem. Hinzu kommt, dass der Preis für die Versicherten aufgrund 
der Versicherungsdeckung nicht entscheidend ist und sie diesen oftmals gar nicht kennen bzw. 
ihre Entscheidung, in welchem Spital sie sich behandeln lassen wollen, jedenfalls nicht vom 
Preis  abhängt.50  Der  Preiswettbewerb  gegenüber  den  Versicherern  ist  jedoch  aufgrund  der 
unterschiedlichen Baserates nicht vollständig ausgeschlossen. Die Spitäler haben zudem im 
Sinne der Wirtschaftlichkeitskriterien der neuen Spitalfinanzierung einen Anreiz, die Preise tief 
zu halten.  

B.2.2  Zusatzversicherungsbereich 

32.  Die Tätigkeit der beteiligten Unternehmen beschränkt sich nicht auf Leistungserbringun-
gen im Bereich der Grundversicherung, sondern sie bieten auch Behandlungen zu Lasten der 

45   Für die stationäre Rehabilitation wurde die einheitliche Tarifstruktur «Tarifsystem Rehabilitation» («ST Reha») 
von der SwissDRG AG in Zusammenarbeit mit den interessierten Kreisen entwickelt. Was Langzeitbehandlun-
gen betrifft, so werden diese typischerweise von Pflegeheimen durchgeführt und von der Krankenversicherung 
nach Massgabe von Art. 25a KVG teilweise übernommen.  

46   Vgl.  SwissDRG,  Aufgaben  und  Verantwortung,  <https://www.swissdrg.org/de/ueber-uns/organisation/aufga-

ben-und-verantwortung> (13.10.2025). 

47   Botschaft betreffend die Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (Spitalfinanzierung), BBl 

2004, 5569. 

48   Vgl. RPW 2018/4, 1016 Rz 57, Universitätsspital Basel-Stadt/Kantonsspital Basel-Land, m.w.H. 

49   DRANOVE DAVID/SATTERTHWAITE MARK A., Handbook of Health Economics, S. 1118 ff. 

50   Vgl. diesbezüglich RPW 2008/4, 573 Rz 157, Tarifverträge Zusatzversicherung Kanton Luzern. 

10 

 
 
 
  
 
 
 
Zusatzversicherung an. In diesem Bereich gilt das VVG51 und somit grundsätzlich auch Ver-
tragsfreiheit.  Um  im  Zusatzversicherungsbereich  wettbewerbsfähig  zu  sein,  muss  ein  Spital 
allerdings faktisch auf der Spitalliste geführt sein. Dies rührt daher, dass sich die Einnahmen 
eines Spitals in der Regel aus einem Anteil der Grundversicherung und einem Anteil der Zu-
satzversicherung zusammensetzen. Ohne Entschädigung aus der Grundversicherung ist ein 
Spital deshalb nicht in gleichem Masse in der Lage, die Kosten zu decken. Entsprechend bietet 
die überragende  Mehrheit  der  Spitäler  auch im  Zusatzversicherungsbereich  nur  Leistungen 
an, für die sie auf der Spitalliste sind.  

33.  Die Vertragsfreiheit im Zusatzversicherungsbereich zeigt sich insbesondere in Zusam-
menhang mit den Tarifverhandlungen zwischen den Zusatzversicherern und den Leistungser-
bringern  für  die  entsprechenden  Leistungen.  Scheitern  die  Tarifverhandlungen,  wendet  ein 
Spital in der Regel die hauseigene, einseitig festgelegte Taxordnung an. Die Forderungen aus 
den  Rechnungen  richten  sich  an  die  Patientinnen  und  Patienten.  Die  von  der  versicherten 
Person der Zusatzversicherung eingereichte Rechnung wird in der Folge je nach Versicherer 
und Versicherungsprodukt vergütet oder nicht (resp. teilweise vergütet). 

34.  Weder die zwischen den Leistungserbringern und den Versicherern ausgehandelten Ta-
rife im Bereich der Zusatzversicherung noch die Bestimmungen des VVG stellen vorbehalte-
nen Vorschiften i.S.v. Art. 3 Abs. 1 KG dar.52   

B.2.3  Weitere Kostenträger 

35.  Spitäler erbringen auch Leistungen zulasten der Kostenträger Unfallversicherung, Inva-
lidenversicherung und Militärversicherung. Betreffend die vorliegend zu beurteilenden Leistun-
gen der Spitäler ist festzuhalten, dass zwar der Umfang der Kostenübernahme variieren kann, 
die Abrechnung an sich jedoch vom oben beschriebenen Rahmen nicht abweicht. So wird im 
stationären Bereich ebenfalls nach SwissDRG abgerechnet (vgl. Art. 56 UVG53 i.V.m. Art. 70 
ff.  UVV54,  Art.  14bis  IVG55  und  Art.  27  IVG  i.V.m.  Art.  3quater  IVV56  und  Art.  26  MVG57  i.V.m. 
Art. 13 MVV58). Zu beachten ist, dass der Kanton für Behandlungen im Rahmen der Unfall- 
und  Militärversicherung  keinen  Kostenanteil  zu  tragen  hat59  und  für  solche  im  Rahmen  der 
Invalidenversicherung der Kostenanteil des Kantons 20 % bei Spitälern auf der Spitalliste be-
trägt (Art. 14bis IVG). 

51   Bundesgesetz  vom  2.  April  1908  über  den  Versicherungsvertrag  (Versicherungsvertragsgesetz,  VVG; 

SR 221.229.1). 

52   Vgl. RPW 2006/3, 521 Rz 69 ff., Vorbehaltene Vorschriften in der Zusatzversicherung. 

53   Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). 

54   Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202). 

55   Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). 

56   Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). 

57   Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über die Militärversicherung (MVG; SR 833.1).  

58   Verordnung vom 10. November 1993 über die Militärversicherung (MVV; SR 833.11). 

59   Vgl.  Vereinbarung  zwischen  den  Versicherern  gemäss  Bundesgesetz  über  die  Unfallversicherung,  vertreten 
durch die Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK); der Invalidenversicherung (IV) vertreten durch das Bundes-
amt für Sozialversicherungen; der Militärversicherung vertreten durch die Schweizerische Unfallversicherungs-
anstalt (SUVA) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren 
(GDK) betreffend der Mitfinanzierung von stationären UV/MV/IV-Patienten durch die Kantone vom August 2011. 

11 

 
 
 
  
 
 
 
B.2.4  Fazit  

36. 
In den im Zusammenhang mit dem vorliegenden Zusammenschlussvorhaben zu beur-
teilenden Märkten bestehen keine Vorschriften, die einer Anwendung des Kartellgesetzes ent-
gegenstehen.  

37.  Wie in der Stellungnahme USB/KSBL festgehalten und im Entscheid USB/BSB bestätigt, 
sind Spitalfusionen wie andere Unternehmenszusammenschlüsse den Wettbewerbsbehörden 
zur  Zusammenschlusskontrolle  zu  melden,  sofern  die  Voraussetzungen  (Unternehmenszu-
sammenschluss sowie Erreichen der Meldeschwellen) erfüllt sind. 

B.3  Meldepflicht 

38.  Vorhaben über Zusammenschlüsse von Unternehmen sind vor ihrem Vollzug der WEKO 
zu melden, sofern die beteiligten Unternehmen im letzten Geschäftsjahr vor dem Zusammen-
schluss  einen  Umsatz  von  insgesamt  mindestens  2 Milliarden  Franken  oder  einen  auf  die 
Schweiz entfallenden Umsatz von insgesamt mindestens 500 Millionen Franken erzielten; und 
mindestens zwei der beteiligten Unternehmen einen Umsatz in der Schweiz von je mindestens 
100 Millionen Franken erzielten (Art. 9 Abs. 1 Bst. a und Bst. b KG). 

39. 

Im Jahr 2024 wurden gemäss den Parteien folgende Umsätze erzielt: 

Tabelle 1: Umsätze der beteiligten Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 

Unternehmen 

Umsatz weltweit (in TCHF) 

Umsatz Schweiz (in TCHF) 

USB (inkl. Beteiligungen) 

SCS 

St. Clara Infra AG 

St. Clara Forschung AG 

CURA 

Clarunis 

Total 
Quelle: Angaben der Parteien.60 

1 457 268 

252 697 

1 758 

1 476 

641 

32 236 

1' 746 076 

1 457 115 

252 697 

1 758 

1 476 

641 

32 236 

1 745 923 

40.  Die Schwellenwerte gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. a und b KG sind erreicht, womit das Zu-
sammenschlussvorhaben meldepflichtig ist.  

B.4 

Beurteilung des Zusammenschlussvorhabens im Rahmen der 
vorläufigen Prüfung 

41.  Meldepflichtige Zusammenschlüsse unterliegen der vertieften Prüfung durch die WEKO, 
sofern sich in einer vorläufigen Prüfung (Art. 32 Abs. 1 KG) Anhaltspunkte ergeben, dass sie 
eine  marktbeherrschende  Stellung  begründen  oder  verstärken  (Art. 10  Abs. 1  KG).  Sodann 
kann die WEKO einen Unternehmenszusammenschluss untersagen oder mit Auflagen zulas-
sen, wenn die entstandene oder verstärkte marktbeherrschende Stellung die Gefahr der Be-
seitigung des wirksamen Wettbewerbs mit sich bringt (Art. 10 Abs. 2 KG). 

42.  Um zu beurteilen, ob Anhaltspunkte dafür bestehen, dass durch den Zusammenschluss 
eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt wird, sind zunächst die relevanten 

60   Meldung, Rz 76. 

12 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Märkte abzugrenzen. In einem zweiten Schritt wird die Veränderung der Stellung der beteilig-
ten Unternehmen auf diesen Märkten durch den Zusammenschluss beurteilt. 

43.  Es werden nur diejenigen sachlichen und räumlichen Märkte einer eingehenden Analyse 
unterzogen, in welchen der gemeinsame Marktanteil in der Schweiz von zwei oder mehr der 
beteiligten Unternehmen 20 % oder mehr beträgt oder der Marktanteil in der Schweiz von ei-
nem  der  beteiligten  Unternehmen  30 %  oder  mehr  beträgt  (vgl.  Art. 11  Abs. 1  Bst. d  VKU, 
diese  Märkte  werden  hier  als  «vom  Zusammenschluss betroffene Märkte»  bezeichnet).  Wo 
diese Schwellen nicht erreicht werden, kann von der Unbedenklichkeit des Zusammenschlus-
ses ausgegangen werden. In der Regel erübrigt sich dann eine nähere Prüfung. 

44.  Was die Beschaffungsmärkte betrifft, so kann den Parteien aufgrund der von ihnen vor-
gelegten Informationen insofern zugestimmt werden, dass die Übernahme der SCS keine we-
sentlichen  Auswirkungen  auf  diese  Märkte  haben  wird,  was  den  Einkauf  von  Arzneimitteln, 
medizinischen Produkten und medizinischen Geräten betrifft.61 Besondere Beachtung verdient 
hingegen die Stellung des USB als Arbeitgeber, insbesondere für Medizinalberufe im Zusam-
menhang mit der Spitalversorgung. Diese Stellung wird durch den Erwerb der SCS gestärkt, 
und das USB beabsichtigt, weitere Schritte zu unternehmen, um kooperativere, ressourcen-
schonendere Versorgungsmodelle zu entwickeln und somit die vorhandenen knappen perso-
nellen Kapazitäten effizient und patientenorientiert einzusetzen.62 

45.  Gemäss  der  Meldung  werden  folgende  Leistungsbereiche63  durch  das  Zusammen-
schlussvorhaben tangiert: 

Tabelle 2: Übersicht über die gemeinsamen Leistungsbereiche (SPLB) bzw. Spitalgrup-
pen (SPLG) 

SPLB 

Basispaket 

Dermatologie 

Endokrinologie 

SPLG 

BP 

DER1, DER1.1 

END1 

Gastroenterologie 

GAE1, GAE1.1 

Gefässchirurgie 

GEFA 

Gynäkologie 

Hämatologie 

GYN1, GYN2, GYNT 

HAE1, HAE2, HAE3 

Bemerkungen 

Dermatologie (inkl. Geschlechtskrankheiten) 

Interventionen in Gefässchirurgie, intraabdomi-

nale Gefässe 

Hals-Nasen-Ohren 

HNO2 

Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie 

Kardiologie 

Nephrologie 

Neurologie 

Onkologie 

Pneumologie 

Radiologie 

Radio-Onkologie 

KAR1, KAR1.1, KAR1.1.1, KAR1.2 KAR1.3 

NEP1 

NEU1, NEU2, NEU2.1, NEU3 

ONK1 

PNE1, PNE1.1, PNE2 

RAD1 

RAO1 

Interventionelle Radiologie 

61   Meldung, Rz 120. 

62   Meldung, Rz 64. 

63   Das Spitalplanungs-Leistungsgruppenkonzept ist ein von der Gesundheitsdirektion Zürich entwickeltes Klassi-
fikationssystem, in welchem medizinische Leistungen zu Leistungsgruppen zusammengefasst werden, und wel-
ches  für  die  leistungsorientierte  Spitalplanung  und  die  Formulierung  von  Leistungsaufträgen  an  die  Spitäler 
verwendet wird. Das SPLG-Konzept ermöglicht die Koordination der Spitalplanungen unter den Kantonen, vgl. 
GDK, Spitalplanungs-Leistungsgruppenkonzept für die Akutsomatik, <https://www.gdk-cds.ch/de/gesundheits-
versorgung/spitaeler/planung/splg> (19.09.2025). 

13 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rheumatologie 

RHE1 

Schwere Verletzungen 

UNF1 

Thoraxchirurgie 

THO1, THO1.1 

Urologie 

URO1,  URO1.1,  URO1.1.1,  URO1.1.3, 

Viszeralchirurgie 

URO1.1.8 

VIS1, VIS4 

Quelle: Angaben der Parteien,64 Tabelle: Aufstellung des Sekretariats der Wettbewerbskommission (nachfolgend: 
Sekretariat). 

B.4.1  Relevante Märkte 

B.4.1.1  Sachlich relevante Märkte 

46.  Der sachliche Markt umfasst alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite 
hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als substituier-
bar angesehen werden (Art. 11 Abs. 3 Bst. a VKU). 

47.  Die  WEKO  hat  sich  bereits  mehrfach  mit  der  Abgrenzung  des  relevanten  sachlichen 
Marktes bei Zusammenschlussvorhaben zwischen Spitälern befasst. Nicht nur verfasste sie 
im  Jahr  2018  eine  Stellungnahme  zum  Zusammenschlussvorhaben  USB/KSBL,65  sondern 
liess zudem im Jahr 2022 die Fusion zwischen dem USB und der BSB zu.66 

48.  Auf  der  Grundlage  dieser  Praxis  im  Zusammenhang  mit  Zusammenschlussvorhaben 
von Spitälern werden nachfolgend die wesentlichen Überlegungen im Hinblick auf den vorlie-
genden Fall herausgearbeitet und konkretisiert.  

49.  Eine erste Unterteilung im Hinblick auf das Angebot Gesundheitsdienstleistungen in der 
Schweiz ist jene zwischen ambulanter67 und stationärer Behandlung. Diese beiden Arten der 
medizinischen  Versorgung  sind  getrennt  zu  betrachten,  da  sie  weder  untereinander  aus-
tauschbar sind noch den gleichen Tarifregelungen unterliegen.68  

50.  Weiter ist im Bereich der stationären Behandlung der Versorgungsbereich der akutso-
matischen Spitalbehandlung von den Versorgungsbereichen der Rehabilitation und der psy-
chiatrischen Behandlung abzugrenzen. Dabei handelt es sich gemäss der Praxis der WEKO 

64   Meldung, Rz 200 ff. 

65   RPW 2018/4, Universitätsspital Basel/Kantonsspital Basel-Landschaft. 

66   RPW 2022/3, Universitätsspital Basel/Bethesda Spital AG. 

67   Ambulante Behandlungen sind im Allgemeinen diejenigen, die auch von Ärztinnen und Ärzten oder anderen 
ambulanten  Leistungserbringern  (Physiotherapeutinnen  und  -therapeute,  Chiropraktikerinnen  und  -praktiker 
usw.) in ihren Praxen angeboten werden. Da seit einigen Jahren der Grundsatz «Ambulant vor Stationär» gilt, 
werden Operationen zunehmend ambulant durchgeführt. Diese Behandlungen erfordern allerdings einen aus-
gestatteten Operationssaal und qualifiziertes Personal. Die Entwicklung des Angebots an ambulanten Operati-
onen wird bei der Definition der relevanten Märkte und deren Analyse im Falle von Spitalfusionen zunehmend 
zu berücksichtigen sein, vgl. RPW 2025/1, 234 Rz 5, 22 und 28, Hirslanden AG/Spital Männedorf AG/Ambulante 
Klinik  Meilen  AG;  Bundesamt  für  Gesundheit  BAG,  <https://www.bag.admin.ch/de/ambulant-vor-stationaer> 
(30.09.2025). 

68   Im Bereich der ambulanten Grundversicherung haben sich die Leistungserbringer und die Versicherungsgesell-
schaften auf die Tarifstruktur TARMED (tarif médical) geeinigt (Art. 43 Abs. 5 KVG). Die Tarifstruktur TARMED 
wird per 1. Januar 2026 durch die Einzelleistungstarifstruktur TARDOC sowie durch eine Tarifstruktur mit am-
bulanten Pauschalen ersetzt, vgl. Bundesamt für Gesundheit BAG, Ambulanter Arzttarif, <https://www.bag.ad-
min.ch/de/ambulanter-arzttarif> (13.10.2025). 

14 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
um  separate  Versorgungsbereiche,  da  sie  aufgrund  ihrer  unterschiedlichen  medizinischen 
Schwerpunkte und Zielsetzungen nicht untereinander austauschbar sind.69  

51.  Bei einer weiteren Abgrenzung des sachlich relevanten Marktes für akutsomatische Spi-
talbehandlungen ist auf eine Unterteilung der verschiedenen Gesundheitsdienstleistungen ge-
mäss dem Klassifikationssystem der Spitalleistungsgruppen (SPLG)70 abzustellen. Dabei han-
delt es sich um ein von der Gesundheitsdirektion Zürich entwickeltes Klassifikationssystem, in 
welchem medizinische Leistungen zu Leistungsgruppen zusammengefasst werden und wel-
ches für die leistungsorientierte Spitalplanung und die Formulierung von Leistungsaufträgen 
an  die  Spitäler  verwendet  wird.  Das  SPLG-Konzept  ermöglicht  zudem  die  Koordination  der 
Spitalplanungen unter den Kantonen.71  

52.  Bei der Vergabe der Leistungsaufträge wird jedes Spital aufgrund der nach den SPLG 
erbrachten  Leistungen  bewertet,  wobei  insbesondere  die  Qualität  und  die  Wirtschaftlichkeit 
der erbrachten Gesundheitsdienstleistungen berücksichtigt werden. Zudem hängt die Anzahl 
vergebener  Leistungsaufträge pro  SPLG vom  Deckungsbedarf  der kantonalen  Bevölkerung 
für die Dauer des Mandats ab. Bereits bei der Bewerbung für die Aufnahme auf die Spitalliste 
– und dementsprechend auch für den Erhalt von Leistungsaufträgen – werden die einzelnen 
SPLG relevant und legen die Tätigkeitsbereiche der Spitäler zumindest für die Dauer der kan-
tonalen Spitalplanung klar fest. Die SPLG72 sind daher als relevante Märkte bei Zusammen-
schlüssen zwischen Spitälern zu betrachten. 

53.  Unter den verschiedenen SPLG sind diejenigen abzugrenzen, die sich auf HSM bezie-
hen, da sich die Planung und die Koordination diesbezüglich zentralisiert über das Gebiet der 
gesamten Schweiz erstrecken und deshalb nicht alle Spitäler in der Schweiz zum Anbieten 
solcher Leistungen berechtigt sind (vgl. Art. 39 Abs. 2bis KVG). 

54.  Schliesslich  sind  bei  den  Leistungen  gemäss  SPLG  zwischen  solchen,  die  von  der 
Grundversicherung, und solchen, die von der Zusatzversicherung rückvergütet werden, zu un-
terscheiden. Auch diese Unterteilung entspricht der Praxis der WEKO.73 

Graphik 1: Unterteilung der Märkte im Bereich der stationären Behandlung 

69   RPW 2018/4, 1020 Rz 82 ff., Universitätsspital Basel/Kantonsspital Basel-Landschaft; RPW 2022/3, 662 Rz 34, 

Universitätsspital Basel/Bethesda Spital AG. 

70   Vgl. GDK, Spitalplanungs-Leistungsgruppenkonzept für die Akutsomatik, <https://www.gdk-cds.ch/de/gesund-

heitsversorgung/spitaeler/planung/splg> (07.10.2025). 

71   Die Spitalliste Akutsomatik des Kantons Basel-Stadt unterscheidet zwischen 38 Leistungsbereiche (SPLB, z.B. 
Dermatologie).  Diese  umfassen  145  Leistungsgruppen  (z.B.  DER1.1  Dermatologische  Onkologie,  DER1.2 
Schwere Hauterkrankungen etc.). Diese Leistungsgruppen sind  präzise bestimmt, vgl. hierzu Kanton Zürich, 
Spitalplanungs-Leistungsgruppen  &  Grouper-Software,  <https://www.zh.ch/de/gesundheit/spitaeler-klini-
ken/spital-leistungsgruppen-und-splg-grouper.html#-1062264543> (3.10.2025). 

72   Siehe Meldung, Beilage 1. 

73   RPW 2018/4, 1020 Rz 86 ff., Universitätsspital Basel/Kantonsspital Basel-Landschaft; RPW 2022/3, 662 Rz 36, 

Universitätsspital Basel/Bethesda Spital AG. 

15 

 
 
 
  
 
 
 
Graphik: Darstellung des Sekretariats. 

Im  vorliegenden  Fall  sind  somit  folgende  Märkte  zu  berücksichtigen:  Je  ein  Markt  für 
55. 
akutstationäre Spitaldienstleistungen pro Spitaldienstleistungsgruppe, unterteilt in ein Grund-
versicherungs- und ein Zusatzversicherungssegment. 

B.4.1.2  Räumlich relevante Märkte 

56.  Der räumliche Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sach-
lichen  Markt  umfassenden  Waren  oder  Leistungen  nachfragt  oder  anbietet  (Art. 11  Abs. 3 
Bst. b VKU). 

57.  Für die Definition des relevanten räumlichen Marktes hat sich die WEKO in den Fällen, 
in denen dies erforderlich war, auf die in den Vereinigten Staaten entwickelte Praxis gestützt. 
Diese  basiert  auf  der  Analyse der  Patientenströme  zwischen  den  verschiedenen  Regionen. 
Ausgangspunkt dieser Analyse ist der Elzinga-Hogarty-Test74, der auf zwei Indikatoren basiert: 
LIFO (Little In From Outside) und LOFI (Little Out From Inside), wobei sich die Begriffe «In» 
und «Out» nicht auf Patientinnen und Patienten, sondern auf den Import und Export von Ge-
sundheitsdienstleistungen beziehen.75 Liegen die Werte dieser Indikatoren zwischen 10 und 
25 %76, kann der relevante räumliche Markt auf die untersuchte Region abgegrenzt werden. 
Bei höheren Werten muss der Markt hingegen erweitert werden, d.h. die Indikatoren würden 
unter Einbezug eines grösseren räumlichen Gebietes in den relevanten Markt neu berechnet, 
sodass die Werte innerhalb dieser Bandbreite angesiedelt sind.77  

74   Vgl.  ELZINGA  KENNETH  G./HOGARTY  THOMAS  F.,  The  Problem  of  Geographic  Market  Definition  Revisited:  The 

Case of Coal, 23 Antitrust Bull. 1 (1978). 

75   RPW 2018/4, 1021 Rz 96 ff., Universitätsspital Basel/Kantonsspital Basel-Landschaft. 

76   Ein Kritikpunkt an diesem Test betrifft die Wahl dieser prozentualen Werte, da sie nicht auf wissenschaftlichen 

Studien beruhen würden. 

77   Das deutsche Bundeskartellamt (BKart) stützt sich zur Analyse des räumlich relevanten Marktes ebenfalls auf 
die Patientenströme, entscheidet jedoch nicht auf der Grundlage starrer Grenzwerte, sondern passt diese im 

16 

                                                                                                                                                 
 
 
  
 
 
 
 
58.  Ein  Abstützen  auf  den  LIFO-/LOFI-Test  bei  Fusionen  von  Spitäler  wurde  in  den  USA 
zunehmend kritisiert78 und durch andere, mehr oder weniger komplexe Tests ersetzt. Diese 
werden ebenfalls von europäischen Behörden angewendet.79 

59.  Angesichts der Besonderheiten des Schweizer Gesundheitssystems und insbesondere 
der institutionellen Aspekte, die das Angebot an Spitalleistungen prägen, stellt sich zudem die 
Frage, ob der Elzinga-Hogarty-Test sowie andere Tests, die zur Definition des geografischen 
Marktes  bei  Zusammenschlüssen  verwendet  werden,  in  der  Schweiz  uneingeschränkt  an-
wendbar sind. 

60.  Während die mangelnde  Preissensibilität  der  Patientinnen  und Patienten ein  Problem 
vieler Gesundheitssysteme ist80, kommt in der Schweiz ferner die Frage der kantonalen Spi-
talliste und der Festlegung der Leistungsaufträge für Spitäler auf der Grundlage des geschätz-
ten Bedarfs hinzu. Nachdem ein Kanton den Bedarf an Behandlungen in den verschiedenen 
SPLG ermittelt hat,81 wendet er sich primär an die Anbieter in seinem Gebiet und subsidiär an 
Leistungserbringer ausserhalb des Kantons. Letztere kommen zum Einsatz, wenn es im Kan-
tonsgebiet  generell  nicht  genügend  Anbieter  gibt,82  wenn  nicht  genügend  Anbieter  in  einer 
bestimmten Fachrichtung vorhanden sind oder wenn, wie im Fall von HSM-Eingriffen, der Be-
darf nur ausserhalb des Kantons gedeckt werden kann. 

Ist die definitive Spitalliste inkl. der Leistungsaufträge gemäss SPLG und somit auch die 
61. 
von der Grundversicherung übernommenen Gesundheitsdienstleistungen bekannt, kann da-
von ausgegangen werden, dass sich potenzielle Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im 
Kantonsgebiet,  vor  allem  aber  das  Gesundheitspersonal,  das  die  potenziellen  Patientinnen 
und Patienten begleitet, vorrangig an diesem Angebot orientieren. Ein erster Faktor, der den 
Patientenfluss und damit den relevanten geografischen Markt beeinflussen könnte, sind somit 
die kantonalen Spitallisten. Je mehr Spitäler aus dem Kanton auf dieser Liste stehen, desto 
wahrscheinlicher ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Kantons keine bzw. weniger 
Spitalbehandlungen ausserhalb der Kantonsgrenzen in Anspruch nehmen.83 

62.  Die Spitalliste kann  nicht  nur  ein  Indikator  für  die Mobilität  der  im  Kanton wohnhaften 
Patientinnen und Patienten sein, aber auch für den Patientenstrom von anderen Kantonen in 

Rahmen einer mehrdimensionalen Gesamtanalyse aufgrund der tatsächlichen Umstände relativiert an. Aus den 
bisherigen Entscheidungen geht hervor, dass das BKart die kritische Schwelle in der Regel bei etwa 20% an-
setzt, vgl. hierzu RPW 2008/4, 544 ff. Rz 97 ff., 101 und 104, Tarifverträge Zusatzversicherung Kanton Luzern. 

78   Vgl. TENN STEVEN/VENDERGRIFT SOPHIA, Geographic Market Definition in Urban Hospital Mergers: Lessons from 

the Advocate-NorthShore Litigation, in: the antitrust source, 2017. 

79  Vgl.  MAKHKAMOVA  LOLA,  Techniques  for  Geographic  Market  Definition  in  Hospitals,  <http://www.comp-

com.co.za/wp-content/uploads/2014/09/Techniques-for-geographic-market-definition-in-hospitals.pdf> 
(8.10.2025). 

80   Die Tatsache, dass die Patientin oder der Patient die Spitalleistungen nicht selbst bezahlt, ist eines der zentralen 
Elemente, die den Markt für Spitalleistungen von anderen Märkten unterscheiden und beispielsweise die An-
wendung von Tests wie dem SSNIP-Test zur Definition des geografischen Marktes erschweren. 

81   Für ein Beispiel, wie ein Kanton den Bedarf anhand der Anzahl der erforderlichen Eingriffe definiert, vgl. Kon-
solidierte Prognose - Anzahl prognostizierte Hospitalisierungen von Patient/-innen aus der Analyseregion nach 
Prognoseszenario  und  Leistungsgruppe  (Akutsomatik),  2023-2034,  Analyseregion:  SO,  <https://so.ch/filead-
min/internet/ddi/ddi-gesa/PDF/Behandlung_und_Pflege/Spitaeler_und_Kliniken/2025-06-
26_Fallzahlen_Prognose_je_SPLG.pdf> (07.10.2025). 

82   D.h. wenn die kantonale Bedarfsrechnung ergibt, dass die voraussichtlichen Fallzahlen nicht gedeckt werden 

können. 

83   Übertragen auf die Sprache des Elzinga-Hogarty-Tests würde der Import von Spitaldienstleistungen (LIFO) re-

duziert werden oder zumindest prozentual innerhalb der Bandbreite liegen. 

17 

 
 
 
  
 
 
 
den Ausgangskanton.84 Mit anderen Worten lässt die Spitalliste Annahmen zu, wie stark der 
Export von Spitaldienstleistungen in andere Kantone (LOFI) ist. Der Export von Gesundheits-
dienstleistungen bzw. die Zuwanderung von Patientinnen und Patienten aus anderen Kanto-
nen ist das zweite wichtige Element für die Bestimmung des relevanten geografischen Mark-
tes. Der Patientenstrom aus anderen Kantonen zeigt, inwieweit die Spitäler eines Kantons mit 
denen benachbarter Kantone konkurrieren. Je bedeutender dieser Patientenstrom ist, desto 
eher ist davon auszugehen, dass die benachbarten Kantone als Teil des relevanten geografi-
schen Marktes zu betrachten sind. Statistische Daten zu diesen beiden Indikatoren sind auch 
für die einzelnen SPLG zunehmend öffentlich zugänglich. 

63. 
Im vorliegenden Fall ist die Konstellation noch etwas komplexer, da die beiden Halbkan-
tone Basel-Stadt und Basel-Landschaft gestützt auf einen Staatsvertrag (vgl. Rz 23) ihre Spi-
tallisten85 koordinieren und somit den Bedarf der Bevölkerung an Gesundheitsdienstleistungen 
gemeinsam ermitteln und abdecken. In bestimmten Fachgebieten konzentrieren sie somit die 
Gesundheitsdienstleistungen auf die wichtigsten Zentren (USB, SCS und KSBL).86 Tatsächlich 
stehen diese Spitäler für bestimmte SPLG87 nicht miteinander «im Wettbewerb». Das einzige 
Spital auf dieser Liste, das nicht in den beiden Halbkantonen liegt, ist das soH Spital Dornach 
im Kanton Solothurn, dem einige SPLG zugeordnet sind. 

64.  Die Untersuchung der Patientenströme in den Kanton Basel-Stadt hinein und aus ihm 
heraus  bestätigt,  dass  der  Kanton  Basel-Landschaft  als  integraler  Bestandteil  des  geografi-
schen  Marktes für  die  oben  definierten  sachlichen  Märkte  zu  betrachten  ist.  Es  gilt  also  zu 
prüfen,  ob  dieses  geografische Gebiet  erweitert werden muss,  um  den  räumlich relevanten 
Markt abschliessend abzugrenzen. 

65.  Auf der Grundlage der Daten aus dem Jahr 2023 bestätigen die Patientenströme88 im 
Wesentlichen, dass sich die meisten Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz in Basel-Stadt 
oder  Basel-Landschaft  innerhalb  dieses  Gebiets  behandeln  lassen.  Diese  Erkenntnis  zieht 
sich über alle SPLB, die vom Zusammenschluss betroffen sind, hinweg. Die Abwanderung in 
andere Kantone erreicht insgesamt knapp 10 %, konzentriert sich jedoch nie auf einen einzi-
gen Kanton.  Die Kantone,  die  am  häufigsten  von  Basler  Patientinnen  und  Patienten  aufge-
sucht werden, sind Aargau und Solothurn. Die SPLB, bei denen mindestens 9 % der Patienten 

84   Vom  Bundesverwaltungsgericht  wurde  vorgegeben,  dass  nicht  nur  der  innerkantonalen  Nachfrage,  sondern 
auch  der  ausserkantonalen  Nachfrage  Rechnung  getragen  werden  muss  (BVGer,  C-1966/2014  vom 
23.11.2015 E. 4.1.3). Empfehlungen der GDK zur Spitalplanung vom 20. Mai 2022, S. 9. 

85   Kanton Basel-Stadt, Gemeinsame Gesundheitsregion (GGR), <https://www.bs.ch/gd/bereich-gesundheitsver-

sorgung/strategien-programme-und-projekte/gemeinsame-gesundheitsregion-ggr> (8.10.2025). 

86   Siehe hierzu Gesundheitsdepartement des Kanton Basel-Stadt/Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des 
Kanton Basel-Landschaft, Spitalliste des Kantons Basel-Stadt 2021 im Bereich der Akutsomatik (gültig ab 1. Ja-
nuar  2025),  <https://media.bs.ch/original_file/42bc8aaef34e2d5ff5282b4cee18b84f35781781/spitalliste-akut-
somatik-25-01.pdf> (07.10.2025). 

87   Ohne Berücksichtigung der HSM-Leistungen hat das KSBL z.B. keinen Leistungsauftrag in Bereich Herzchirur-
gie (HER1 und ff.) oder im Bereich Neochirurgie (NCH1, NCH1.1 und NCH2). Andere solche Beispiele sind in 
der Spitalliste der beiden Kantone zu finden. 

88   Siehe hierzu Gesundheitsdepartement des Kanton Basel-Stadt/Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des 
Kantons Basel-Landschaft, Wirkungsanalyse GGR, <https://bl-api.webcloud7.ch/politik-und-behorden/direktio-
nen/volkswirtschafts-und-gesundheitsdirektion/amt-fur-gesundheit/spitaeler-und-therapieeinrichtungen/versor-
gungsplanung/dokumente-wirkungsanalyse-ggr/wirkungsanalyse-ggr.pdf> (07.10.2025). 

18 

 
 
 
  
 
 
 
aus  den  beiden  Halbkantonen  ausserkantonal  behandelt  wurden,  sind  Basispaket  (BP)89, 
HNO, Neurologie, Viszeralchirurgie und schwere Verletzungen. 

66.  Weniger einheitlich ist das Bild hinsichtlich der Patientenströme aus anderen Kantonen, 
d.h. dem Export von Gesundheitsdienstleistungen. Betrachtet man zunächst die Gesamtzahl 
der Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz ausserhalb der Kantone Basel-Stadt und Basel-
Landschaft, die sich 2023 im geografischen Gebiet der beiden Halbkantone behandeln liessen, 
so zeigt sich, dass diese 19 % der insgesamt behandelten Patientinnen und Patienten ausma-
chen.  Werden  die  Ströme  allerdings  differenziert  nach  den  einzelnen  Kantonen  untersucht, 
wird ersichtlich, dass die 10-Prozent-Grenze in keinem Fall erreicht wird. 

67.  Diese auf die einzelnen Kantone bezogene Perspektive wird teilweise durch eine detail-
liertere Aufschlüsselung der Daten zu den Patientenströmen auf der Grundlage der Medstat-
Regionen90 in Frage gestellt. Diese zeigen, dass in bestimmten Regionen des Kantons Aargau 
und des Kantons Solothurn der Bevölkerungsanteil, der sich in den Spitälern der beiden Basel 
behandeln lässt, deutlich über 20 % liegt. Dieser Faktor spricht für eine Ausweitung des rele-
vanten geografischen Marktes auch auf diese Regionen.  

68.  Bei genauerer Betrachtung der zur Verfügung stehenden Daten zeigt sich, dass es bei 
einigen SPLB91 Anzeichen dafür gibt, dass zum Markt der beiden Halbkantone Regionen des 
Kantons Aargau (für Ophthalmologie und Radio-Onkologie) und des Kantons Jura (für Neuro-
chirurgie und Thoraxchirurgie) hinzukommen. 

69.  Zusammenfassend lässt sich auf der Grundlage der verfügbaren Daten und unter einer 
pragmatischen und an  den  Schweizer  Markt  angepassten  Anwendung  des Patientenstrom-
tests feststellen, dass der relevante geografische Markt im Allgemeinen die Region nördlich 
des Jura darstellt. Diese besteht aus den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Teilen 
der Kantone Aargau und Solothurn. Je nach Verfügbarkeit der Daten ist dieser Markt entspre-
chend den verschiedenen SPLB auf Regionen des Kantons Jura auszuweiten. 

Tabelle  3:  Marktanteile  in  den  wichtigsten  Leistungsbereichen  der  meldenden  Unter-
nehmen basierend auf der Anzahl behandelter akutstationärer Fälle in der Region nörd-
lich des Jura 2023 

2023 

Marktanteile 

USB/BSB 

SCS 

Total 

Andere 

Gesamtmarkt 

[30-40]% 

[0-10]% 

[40-50]% 

[50-60]% 

SPLB 

Basispaket (BP) 

Dermatologie (DER) 

Endokrinologie (END) 

Gastroenterologie (GAE) 

Gefässchirurgie (GEF) 

[20-30]% 

[50-60]% 

[20-30]% 

[20-30]% 

[50-60]% 

[0-10]% 

[0-10]% 

[10-20]% 

[20-30]% 

[0-10]% 

[30-40]% 

[60-70]% 

[40-50]% 

[50-60]% 

[60-70]% 

[60-70]% 

[30-40]% 

[50-60]% 

[50-60]% 

[30-40]% 

89   Das Basispaket umfasst alle medizinischen und chirurgischen Leistungen, die nicht zu den fachspezifischen 
Leistungsgruppen gehören (alle Leistungen der Grundversorgung). Das BP bildet die Grundlage für alle Spitäler 
mit einer Notfallstation und ist für diese obligatorisch. 

90   Bundesamt für Statistik, Medstat-Regionen, <https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/no-

menklaturen/medsreg.html> (8.10.2025). 

91   Womöglich würde die Betrachtung gemäss einer tiefergehenden Aufschlüsselung nach SPLG präzisere Aus-
sagen ermöglichen. Mangels verfügbarer Daten auf der Stufe der SPLG wird in der vorliegenden Prüfung hier-
von abgesehen.  

19 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gynäkologie (GYN) 

Hämatologie (HAE) 

Hals-Nasen-Ohren (HNO) 

Kardiologie (KAR) 

Nephrologie (NEP) 

Neurologie (NEU) 

Onkologie (ONK) 

Pneumologie (PNE) 

Radiologie (RAD) 

Radio-Onkologie (RAO) 

Rheumatologie (RHE) 

[50-60]% 

[30-40]% 

[20-30]% 

[60-70]% 

[30-40]% 

[50-60]% 

[10-20]% 

[40-50]% 

[30-40]% 

[40-50]% 

[60-70]% 

Schwere Verletzungen (UNF) 

[50-60]% 

Thoraxchirurgie (THO) 

Urologie (URO) 

Viszeralchirurgie (VIS) 

[50-60]% 

[20-30]% 

[20-30]% 

[10-20]% 

[20-30]% 

[30-40]% 

[0-10]% 

[0-10]% 

[0-10]% 

[60-70]% 

[10-20]% 

[20-30]% 

[40-50]% 

[0-10]% 

[0-10]% 

[20-30]% 

[20-30]% 

[20-30]% 

[60-70]% 

[60-70]% 

[50-60]% 

[70-80]% 

[30-40]% 

[50-60]% 

[80-90]% 

[60-70]% 

[60-70]% 

[90-100]% 

[60-70]% 

[50-60]% 

[70-80]% 

[40-50]% 

[50-60]% 

Quelle: Angaben der Parteien, Tabelle: Aufstellung des Sekretariats. 

[30-40]% 

[30-40]% 

[40-50]% 

[20-30]% 

[60-70]% 

[40-50]% 

[10-20]% 

[30-40]% 

[30-40]% 

[0-10]% 

[30-40]% 

[40-50]% 

[20-30]% 

[50-60]% 

[40-50]% 

B.4.2  Voraussichtliche Stellung in den betroffenen Märkten 

B.4.2.1  Vorbemerkungen  

70.  Um die voraussichtliche Stellung in den betroffenen Märkten einschätzen zu können, ist 
es erforderlich, sich das Wettbewerbsumfeld und dessen Konzeption  im Kontext des vorlie-
genden Zusammenschlussvorhabens zu gewärtigen. Wie vorstehend dargelegt, herrscht zwi-
schen den Spitälern ein weitgehend regulierter Wettbewerb, welcher auf verschiedenen, inei-
nander  verzahnten  Ebenen  greift.  Nachfolgend  wird  einleitend  auf  die  verschiedenen 
Erscheinungsformen von Wettbewerb eingegangen, die auf den betreffenden Märkten vorzu-
finden sind, und zudem deren jeweilige Funktionsweise kurz dargestellt. 

71.  Zunächst stehen die Spitäler im Wettbewerb beim Vergabeverfahren der Leistungsauf-
träge,  also  im  Wettbewerb  um  Aufnahme,  Verbleib  und  Wiederaufnahme  auf  die  kantonale 
Spitalliste. Interessierte Spitäler reichen ihre Teilnahmeanträge ein und der Kanton teilt Leis-
tungsaufträge insbesondere unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und der Qualität der Leis-
tungserbringung von den Bewerbern zu (Art. 58b Abs. 4 Bst. a KVV).92 Spitäler haben dadurch 
den Anreiz, durch wirtschaftlich effiziente, qualitativ hochwertige und zweckdienliche Angebote 
auf der Spitalliste geführt zu werden. Die Wirtschaftlichkeit und die Qualität sind zentrale Wett-
bewerbsparameter, welche – im Anschluss an die Planung – auch in Zusammenhang mit an-
deren Erscheinungsformen des Wettbewerbs eine Rolle spielen. Auch wenn mit dem Erlass 
einer Spitalliste und im Anschluss daran bis zur Neuauflage der Spitalliste notwendigerweise 
eine gewisse Statik im Markt erzeugt wird, konkurrieren die Spitäler zunächst um Aufnahme 
auf die Spitalliste. Die Zielsetzung der KVG-Revision – und damit auch die Aufgabe der Kan-
tone  im  Rahmen  der  Spitalplanung  –  ist  es,  die  Aufnahme  von  Leistungserbringern  auf  die 
Spitalliste idealerweise durch Markt- und Wettbewerbsregeln zu gestalten.93 

92   Zusätzlich zu diesen ersten zwei Kriterien berücksichtigen die Kantone insbesondere den Zugang der Patien-
tinnen und Patienten zur Behandlung innert nützlicher Frist und die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrichtung 
zur Erfüllung des Leistungsauftrags (Art. 58b Abs. 4 Bst. b und c KVV). 

93   Botschaft  betreffend  die  Änderung  des  Bundesgesetztes  über  die  Krankenversicherung  (Spitalfinanzierung), 

BBl 2004, 5587. 

20 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
72.  Nach Erstellung der Spitalliste müssen die darauf aufgeführten Spitäler durch eine qua-
litativ hochstehende und möglichst effiziente Leistungserbringung die Zuweisenden, Patientin-
nen  und  Patienten  und  Krankenversicherer  überzeugen  (Qualitätswettbewerb  in  der  Leis-
tungserbringung). Die Qualität und das Leistungsniveau von Spitälern beeinflussen einerseits 
den Ruf eines Spitals und sind andererseits auch im Hinblick und zur Positionierung auf eine 
Aktualisierung und den Erlass neuer bzw. der Neuauflage der Spitallisten von erheblicher Re-
levanz.94 Über Qualität können sich die Spitäler von der Konkurrenz abheben, ihre Kapazitäten 
auslasten und sich für die nächste Spitalplanung wettbewerbsstrategisch vorteilhaft positionie-
ren.  

73.  Ergänzt wird dieser Qualitätswettbewerb in der Leistungserbringung durch einen gewis-
sen Kosten- und/oder Preiswettbewerb bei den Tarifverhandlungen. Die Krankenversicherer 
als  Tarifpartner  bilden  in  dieser  Hinsicht  die  Marktgegenseite.  Aufgrund  unterschiedlicher 
Baserates haben die Spitäler im Sinne der Wirtschaftlichkeitskriterien einen Anreiz, ihre Preise 
–  oder  zumindest  die  eigenen  Kosten  –  tief  zu  halten.  Darüber  hinaus  zeigen  aktuelle  Bei-
spiele, dass einige Spitäler bereit sind, mit Krankenversicherern zusammenzuarbeiten, um im 
Gegenzug für eine Senkung der Kosten (Tarife) einen grösseren Pool an Versicherten/Patien-
tinnen und Patienten zu erschliessen.95 Solche Projekte können einen direkten Wettbewerb 
zwischen den Spitälern auslösen, sofern es für bestimmte Spitalleistungen mehrere Anbieter 
gibt. Insofern haben sowohl Preise wie auch Qualität Einfluss auf die Anzahl Leistungen pro 
Leistungserbringer und die Positionierung derselben im Markt. 

74.  Vor  diesem  Hintergrund  wird  deutlich,  dass  den  Kantonen  eine  zentrale  Funktion  im 
wettbewerbsorientierten Spitaldienstleistungssystem zukommt, in welchem Qualität und Effi-
zienz der Leistungserbringung eine wesentliche Rolle einnehmen. Die Kantone entscheiden 
über das Instrument der Spitalplanung mit, wie fest und wie gut der Wettbewerb in einem Markt 
spielt. Obschon sie teilweise selbst Eigner der grössten Spitäler sind, ist davon auszugehen, 
dass sie als staatliche Behörden selbst von einem effizienten und qualitätsorientierten Umgang 
mit Ressourcen profitieren. Vor dem Hintergrund der Interessen ihrer Wohnbevölkerung und 
deren ausreichenden und patientennahen Versorgung haben die Kantone ihre Planungsent-
scheide mit der entsprechenden und auch zu erwartenden Verantwortung zu treffen.  

75.  Je höher die Fallzahl einer Spitaleinrichtung ist, desto mehr Routine entwickelt diese in 
Bezug auf die einzelnen Spitaldienstleistungen. Diese Erfahrung spiegelt sich in einer Erhö-
hung der Qualität wider.96 Die Kantone sind auch in dieser Hinsicht bestrebt, die Spitaldienst-
leistungen und die entsprechenden Fallzahlen zu konzentrieren, um dadurch Überkapazitäten 
abzubauen und somit die Qualität der Leistungen zu fördern.97 Nicht zuletzt hat die Spitalpla-

94   Mit der Vergabe der kantonalen Leistungsaufträge verpflichten die Kantone die Spitäler, an den durch den Na-
tionalen Verein zur Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) koordinierten nationalen Messungen 
teilzunehmen. Die spitalindividuellen Ergebnisse werden vom ANQ nach den vom Verein definierten Grundsät-
zen  publiziert,  vgl.  Konferenz  der  kantonalen  Gesundheitsdirektorinnen  und  -direktoren,  Empfehlungen  der 
GDK zur Spitalplanung vom 20. Mai 2022, S. 14. 

95   CSS,  Neues 

integriertes  Versorgungsmodell 

der  Spitalgruppe  Moncucco 

und 

der  CSS, 

<https://www.css.ch/de/ueber-css/story/medien-publikationen/medien/medienmitteilungen/css-versorgungs-
modell-moncucco-tessin.html> (15.10.2025). 

96   Beispielsweise sinken die Anzahl Komplikationen bei Eingriffen und die Anzahl Rehospitalisierungen wird ver-

mindert. 

97   News Service Bund, Patienten erhalten mehr Informationen über die Behandlung in den Spitälern, <news.ad-
min.ch/de/nsb?id=58340> (15.10.2025); vgl. auch <https://www.baselland.ch/> > Organisation > Regierungsrat 
> Medienmitteilung > Ab 1. Juli 2021: Gleichlautende Spitallisten für Basel-Stadt und Basel-Landschaft > 4_Stel-
lungnahme Fachkommission, S. 6 (15.10.2025). 

21 

 
 
 
  
 
 
 
nung zum Ziel, die Auswirkungen einer durch das Angebot induzierten Nachfrage zu minimie-
ren.98  Auch  der  potenzielle Wettbewerb  beim  Eintritt  in diese Märkte  wird dadurch  konstant 
verringert. Letztlich wird sich, wie durch das Zusammenschlussvorhaben zwischen dem USB 
und der SCS bestätigt, die Leistungserbringung im akutstationären Spitalbereich zunehmend 
auf wenige Anbieter konzentrieren, denen der Grossteil der Leistungsaufträge zugeteilt wird. 

76. 
Im vorliegenden Fall sind zweierlei Überlegungen hinsichtlich der Prüfung der Wettbe-
werbsintensität  auf  den  verschiedenen  betroffenen  Märkten  zu  beachten.  Einerseits  ist  das 
derzeitige Angebot an akutstationären Spitalleistungen das Ergebnis der kantonalen Spitalpla-
nung und der darauf aufbauenden Spitalliste, die gemeinsam von den Kantonen Basel-Stadt 
und Basel-Landschaft  aufgestellt  wurde.  In  umfassender  Kenntnis  aller Aspekte,  die  für  die 
Vergabe der Leistungsaufträge zu berücksichtigen sind, haben sich die beiden Halbkantone 
2021 für eine Konzentration der Leistungen auf das USB, das KSBL und gezielt auch auf die 
SCS entschieden. Für das betreffende Gebiet ist dies die einzige Privatklinik, die einen mass-
geblichen  Einfluss  auf  dem  Markt  hat  und  sich  nicht  wie  die  anderen  privaten  Kliniken  auf 
Spitalleistungen im Bereich des Bewegungsapparates konzentriert.99 Die SCS spielt daher seit 
Jahren eine wichtige Rolle bei der Abdeckung der notwendigen Spitalversorgung für Patien-
tinnen und Patienten in den beiden Halbkantonen. Sie ist für das USB eine wichtige Stütze bei 
der  Entwicklung  von  Kooperationen  in  bestimmten  Bereichen.  Schliesslich  befürwortet  der 
Kanton Basel-Stadt den Kauf der SCS, obwohl dieser Zusammenschluss den Verlust eines 
unabhängigen,  privaten Konkurrenten  von  gewissem  Rang  unter  den  Anbietern bestimmter 
Spitalleistungen auf dem kantonalen Gebiet bedeutet. Seiner Ansicht nach sei die weitere Zu-
nahme der Konzentration und damit der Qualität der heute der SCS anvertrauten Spitalleis-
tungen gegenüber einem anhaltenden Wettbewerb um die Qualität dieser Leistungen, die der 
Bevölkerung von zwei Spitälern unabhängig voneinander erbracht würden, vorzuziehen.100  

77.  Der Kanton Basel-Landschaft befürchtet anlässlich der Übernahme der SCS, dass hin-
sichtlich der Grundversorgung mit einer erheblichen Abnahme der Konkurrenz auf dem Ge-
sundheitsmarkt zu rechnen sei und die Gefahr bestünde, dass eine Konzentration der Leistun-
gen bei dem USB zu einer Gesundheitskostensteigerung ohne zusätzlichen Mehrwert für die 
Patientinnen  und  Patienten  führen  würde.  Der  Kanton  weist  insbesondere  darauf  hin,  dass 
dies der Fall sein könnte, wenn Leistungen der SCS, die derzeit mit der SCS-Baserate vergütet 
werden, beim USB konzentriert und neu zur USB-Baserate vergütet würden.101 

78.  Diese Bedenken können wiederum angesichts der planerischen Tätigkeiten der Kantone 
und deren Einfluss auf die Spitaldienstleistungsmärkte relativiert werden. Die verschiedenen 

98   Die Kantone können spezifische Massnahmen zur Vermeidung von medizinisch nicht indizierten stationären 
Behandlungen, von unverhältnismässigen Mengenausweitungen oder von Überkapazitäten ergreifen, vgl. Kon-
ferenz  der  kantonalen  Gesundheitsdirektorinnen  und  -direktoren,  Empfehlungen  der  GDK  zur  Spitalplanung 
vom 20. Mai 2022, S. 18. 

99   Gemäss den Parteien erfolgte die Konzentration auf den relevanten Märkten aufgrund der Vergabe von Leis-
tungsaufträgen nach objektiven Eignungsindikatoren (bspw. Anforderungen an Mindestfallzahlen, 24/7-Vorhal-
tepflicht von Notfall- und Intensivmedizin, Präsenz von Fachärztinnen und -ärzten der Inneren Medizin, chirur-
gischer Spezialdisziplinen usw.). Die Bedarfsmengen sollten in erster Linie durch jene Spitäler gedeckt werden, 
die  in  der  jeweiligen  SPLG  den  höchsten  Nutzwert  aufwiesen.  Die  Eignung  von  Privatkliniken  wurde  somit 
gleichermassen  berücksichtigt,  vgl.  Zusätzliche  Angaben  der  Parteien  vom  13.  Oktober  2025,  Antwort  zu 
Frage 1;  <https://www.baselland.ch/>  >  Organisation  >  Regierungsrat  > Medienmitteilung  >  Ab  1.  Juli  2021: 
Gleichlautende Spitallisten für Basel-Stadt und Basel-Landschaft > 4_Stellungnahme Fachkommission, S. 14 
(15.10.2025). 

100  Vgl. Antworten Gesundheitsdepartement Kanton Basel-Stadt vom 29. August 2025, Antwort zu Fragen 1 und 

9. 

101  Vgl. Antworten Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft vom 13. Oktober 2025, Antwort 

zu Fragen 1 und 2. 

22 

 
 
 
  
 
 
 
Leistungsaufträge werden auf Gesuch hin in einem bi-kantonalen Verfahren und standortbe-
zogen an die unterschiedlichen Leistungserbringer vergeben. Eine konzerninterne Verschie-
bung von Leistungsaufträgen ohne formelle Genehmigung durch die Regierungsräte von Ba-
sel-Stadt und Basel-Landschaft ist deshalb nicht zulässig.102 

79.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  in  den  vorliegend  relevanten  Märkten  einer-
seits  der  Wettbewerb  in  den  dargelegten  Erscheinungsformen  spielt,  andererseits  aber  die 
Anwendung  des  Kartellgesetzes  durch  regulatorische  Hürden  beeinflusst  wird.  Der  Kanton 
Basel-Stadt als unternehmerischer Entscheidungsträger über die Übernahme der SCS durch 
das USB verfügt im Bereich der Spitaldienstleistungen über die erforderlichen Fachkenntnisse 
und Kompetenzen, um das Zusammenschlussvorhaben zukunftsorientiert zu gestalten. Vom 
Kanton Basel-Stadt wird indes gefordert, dass dieser im Interesse seiner Bevölkerung handelt 
und eine Reduktion der Gesundheitskosten im Kanton Basel-Stadt sowie langfristig die Ver-
besserung der sozialen Wohlfahrt anstrebt. Entsprechend trägt auch der Kanton die Verant-
wortung über das Gelingen der Übernahme im Sinne der Sicherstellung einer qualitativ hoch-
wertigeren,  effizienteren  medizinischen  Versorgung 
Innovation  und 
Patientenorientiertheit103 ohne Kostenerhöhung in der Grundversicherung104.  

sowie  der 

80.  Um  die  Effektivität  des  kantonalen  Handelns  nicht  zu  beeinträchtigen,  ist  es  aufgrund 
dieser Erkenntnisse geboten, dass sich die Wettbewerbsbehörden in vorliegender Angelegen-
heit die gebotene Zurückhaltung auferlegen. In der Folge wird dennoch aufgezeigt, dass sich 
bei der Beurteilung der betroffenen Märkte gemäss Art. 11 Abs. 1 Bst. d VKU kritische Struk-
turen im Sinne des Kartellgesetzes ausweisen lassen. Deren Würdigung versteht sich zwar im 
Kontext  des  regulatorischen  Rahmens  (vgl.  Rz  20  ff.)  und  der  damit  zusammenhängenden 
Auswirkungen  auf  das  vorliegende  Wettbewerbsumfeld,  d.h.  der  vorstehend  erläuterten  Er-
scheinungsformen des Wettbewerbs (vgl. Rz 70 ff.). Gleichwohl obliegt es dem Kanton Basel-
Stadt, diese Aspekte bei der Umsetzung des Zusammenschlussvorhabens sowie bei der Spi-
talplanung in Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Landschaft miteinfliessen zu lassen.   

B.4.2.2  Aktueller Wettbewerb 

Im Vergleich zu den beiden Fällen USB/KSBL105 und USB/BSB106 sind vorliegend deut-

81. 
lich höhere Marktanteile in vereinzelten SPLG zu verzeichnen.  

82.  Angesichts der angestrebten und fortschreitenden Konsolidierung in der Spitaldienstleis-
tungserbringung ist bei Zusammenschlussvorhaben zwischen Spitälern mit zunehmend hohen 
Marktanteilsadditionen zu rechnen. Daraus ergibt sich, dass die Anzahl der Marktteilnehmer 
kontinuierlich und zugunsten der Marktanteile verbleibender Wettbewerber abnimmt. Aus die-
sem Grund erweist sich in diesem Bereich ein Abstellen auf die Vermutung, wonach bei Markt-
anteilen ab 50 % grundsätzlich von einer marktbeherrschenden Stellung ausgegangen werden 
kann,107  als  nicht  in  jeder  Hinsicht  sachgerecht.  Vielmehr  erfordert  der  Umstand  des  kon-

102  Vgl. Antworten Gesundheitsdepartement Kanton Basel-Stadt vom 29. August 2025, Antwort zu Frage 4. 

103  Vgl. Antworten Gesundheitsdepartement Kanton Basel-Stadt vom 29. August 2025, Antwort zu Frage 1. 

104  Vgl. Antworten Gesundheitsdepartement Kanton Basel-Stadt vom 29. August 2025, Antwort zu Frage 5. 

105  RPW 2018/4, 1022 Rz 103, Universitätsspital Basel-Stadt/Kantonsspital Basel-Land. 

106  RPW 2022/3, 665 ff. Rz 52 und 61, Universitätsspital Basel-Stadt/Bethesda Spital AG. 

107  <https://www.weko.admin.ch>  > Rechtliches/Dokumentation > Merkblätter > Merkblatt: Wettbewerbsregeln  – 
kurz  erklärt  (15.10.2025);  vgl.  auch  Urteil  BGer,  2C_395/2021  vom  9.  Mai  2023  E.  9.1,  Swisscom  WAN-
Anbindung I; RPW 2011/1, 124 Rz 184, SIX/Terminals mit Dynamic Currency Conversion (DCC); RPW 1999/4, 
642 E. 5.1.2, Beschwerdeentscheid vom 4. November 1999 betreffend Vorsorgliche Massnahmen. 

23 

 
 
 
  
 
 
 
zentrierten  Marktes  den  Beizug  höherer  Marktanteilsschwellen,  um  gewisse,  durch  Zusam-
menschlüsse neu gebildete Unternehmensstrukturen als wettbewerbsrechtlich bedenklich ein-
zustufen. Somit besteht vorliegend in jenen Spitalleistungsbereichen, in denen die restlichen, 
nicht  auf  die  meldenden  Unternehmen  entfallenden Marktanteile  40 %  oder  mehr  betragen, 
die begründete Annahme, dass im Verhältnis zur strukturell und politisch noch möglichen Wett-
bewerbsintensität  genügend  aktueller  Wettbewerb  durch  alternative  Leistungserbringer  vor-
handen ist.  

83.  Von jenen gemeinsamen Marktanteilen der beteiligten Unternehmen, die über 60 % be-
tragen,  sind  für  die  vorliegende  Beurteilung  jene  Märkte  von  geringer  Bedeutung,  in  denen 
eines der beiden Unternehmen einen Marktanteil von weniger als 10 % innehat, d.h. Gefäss-
chirurgie (GEFA), Rheumatologie (RHE1) und Dermatologie (DER1, DER1.1). Dies ist darauf 
zurückzuführen, dass kleine Marktanteile bei einem Zusammenschluss in einem weitgehend 
konzentrierten Markt keinen massgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsverhältnisse haben.  

84.  Bei vorstehend genannten Marktanteilsgrenzwerten handelt es sich um Schwellenwerte, 
die ein Indiz zur Relevanz des Zusammenschlussvorhabens in den entsprechenden Märkten 
liefern. Da aber die Grösse der Marktanteile nicht als alleiniges Kriterium zur Beurteilung von 
kritischen  Strukturen  herangezogen  wird und  der  Schwellenwert  je  nach Kontext stark  vari-
iert,108 können diese Schwellenwerte nicht einer statischen Betrachtung unterliegen.109 

85.  Ferner ist auch in den Märkten im Grund- und Zusatzversicherungsbereich gemäss den 
SPLG Pneumologie (PNE1, PNE1.1, PNE2) und Radiologie (RAD1) nicht von der Möglichkeit 
der Wettbewerbsbeseitigung auszugehen. Die kumulierten Marktanteile überschreiten in bei-
den Märkten nur marginal die oben definierte Schwelle von 60 %, wobei der Anteil der SCS in 
der Pneumologie lediglich [10-20] % ausmacht. Angesichts des politischen Hintergrunds, der 
damit gewünschten Konzentration der Spitaldienstleistungen und der Spezialisierung auf we-
nige Anbieter kann der Restwettbewerb, der von weiteren Leistungserbringern mit insgesamt 
[30-40] % in beiden Märkten ausgeht, als ausreichend disziplinierend erachtet werden. Sowohl 
in  der  Pneumologie  wie  auch  in  der  Radiologie  stehen  den  meldenden  Unternehmen  das 
KSBL  mit  jeweils  [10-20]  %  der  Marktanteile  sowie  weitere,  kleinere  Wettbewerber  gegen-
über.110 

86.  Die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen deuten damit in fünf Leis-
tungsbereichen  auf  die  Begründung  bzw.  Verstärkung  einer  marktbeherrschenden  Stellung 
hin. In Anbetracht dessen würde in diesen Märkten auch die Frage nach der Möglichkeit einer 
Wettbewerbsbeseitigung aufgeworfen. So werden das USB und die SCS in der Radio-Onko-
logie (RAO1), der Onkologie (ONK1), der Thoraxchirurgie (THO1, THO1.1), der Kardiologie 
(KAR1,  KAR1.1,  KAR1.1.1,  KAR1.2,  KAR1.3)  und  der  Gynäkologie  (GYN1,  GYN2,  GYNT) 
nach dem Zusammenschluss einen bedeutenden Marktanteil halten.  

Tabelle 4: Problematische Marktanteile der meldenden Unternehmen basierend auf der 
Anzahl der behandelten akutstationären Fälle in der Region nördlich des Jura 2023 

2023 

Marktanteile 

USB/BSB 

SCS 

Total 

Andere 

108  Die WEKO hat beispielsweise Bedingungen bei hohen Marktanteilen von 82–92 % verfügt, vgl. RPW 2003/2, 
340 Rz 90, Pfizer Inc./Pharmacia Corp. Demgegenüber hat die WEKO auch bereits bei niedrigeren Marktantei-
len bestimmte Auflagen erlassen, vgl. RPW 2003/2, 350 Rz 109, Pfizer Inc./Pharmacia Corp. 

109  Vgl. BGer, 2C_395/2021 vom 9. Mai 2023 E. 9.1, Swisscom WAN-Anbindung I; BGE 139 I 72 E 9.3.3.2, Pub-
ligroupe SA; BGer, 2C_113/2017 vom 12. Februar 2020 E. 5.5.2, Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich. 

110  Meldung Rz 234 und 236. 

24 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gesamtmarkt 

[30-40]% 

[0-10]% 

[40-50]% 

[50-60]% 

SPLB 

Radio-Onkologie (RAO) 

Onkologie (ONK) 

Thoraxchirurgie (THO) 

Kardiologie (KAR) 

Gynäkologie (GYN) 

[40-50]% 

[10-20]% 

[50-60]% 

[60-70]% 

[50-60]% 

[40-50]% 

[60-70]% 

[20-30]% 

[0-10]% 

[90-100]% 

[0-10]% 

[80-90]% 

[10-20]% 

[70-80]% 

[20-30]% 

[70-80]% 

[20-30]% 

[10-20]% 

[60-70]% 

[30-40]% 

Quelle: Angaben der Parteien, Tabelle: Aufstellung des Sekretariats. 

87.  Durch die Meldung und die weiteren Informationen, die der Wettbewerbskommission auf 
Anfrage hin zugestellt wurden, hatten die Parteien Gelegenheit, sich ausführlich zur Situation 
nach der Fusion im Allgemeinen und zu den in der Tabelle aufgeführten und anderen SPLG 
zu  äussern.  Das  USB  hat  die  Gründe,  die  seiner  Meinung  nach  die  Zusammenlegung  der 
beiden Spitäler rechtfertigen, ausführlich dargelegt. In diesem Zusammenhang ist anzumer-
ken, dass nach den vorliegenden Informationen eine gezielte Verlagerung bestimmter Leis-
tungen von der SCS zum USB vorgesehen ist. Diese Massnahme soll die universitäre Medizin 
des USB gegenüber anderen Universitätsspitälern in der Schweiz und im Ausland stärken und 
dabei die Qualität der Versorgung gewährleisten und verbessern. Die SCS wird ihre Tätigkeit 
in den Bereichen fortsetzen, die in seiner Zuständigkeit verbleiben und gegebenenfalls ausge-
baut  werden.  Die  Kooperationsfähigkeit  der  beiden  Spitäler  wurde  bereits  im  Rahmen  des 
Projekts Clarunis positiv getestet. 

88.  Ohne dies in Frage zu stellen, bleibt aus wettbewerblicher Sicht zumindest für die SPLG, 
in denen die Marktanteile der Parteien zusammen bedeutend sein werden, die Frage offen, ob 
die Qualität der Leistungen generell verbessert wird, wenn diese an einem einzigen Standort 
konzentriert werden, und ob für andere Leistungen nicht ein starker externer Konkurrent – in 
diesem Fall die SCS – fehlt, der dazu anregt, eine bestimmte Qualität und Effizienz der Ver-
sorgung aufrechtzuerhalten (vgl. Rz 76 ff.). Hinzu kommt, dass die Patientinnen und Patienten 
bei bestimmten Leistungen eine Wahlmöglichkeit weniger haben werden als heute. 

89.  Nicht zuletzt wird es in der Region zu einer Konzentration der medizinischen Berufe und 
der direkt oder indirekt mit der Spitaltätigkeit verbundenen Berufe kommen, wobei das USB 
der wichtigste Arbeitgeber sein wird. 

90. 
In diesem Zusammenhang werden die Entscheidungen des USB bzw. des Kantons von 
zentraler  Bedeutung  sein,  um  einen  fairen  Wettbewerb  mit  den  anderen  Akteuren  auf  den 
Märkten aufrechtzuerhalten. 

B.4.2.3  Potenzieller Wettbewerb 

91.  Wie bereits erwähnt, wird der potenzielle Wettbewerb aufgrund der regulatorischen Hür-
den beim Eintritt in die vorliegenden Märkte und der bereits stattfindenden Konzentration in 
der  Versorgungsregion  kontinuierlich  eingeschränkt  (vgl.  Rz  75).  Insbesondere  ist  die  Leis-
tungserbringung zu Lasten der Krankenversicherung nur möglich mit einem entsprechenden 
Leistungsauftrag der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.111 Die entsprechenden Leis-
tungserbringer müssten über spezialisiertes ärztliches und pflegerisches Fachpersonal sowie 

111  Meldung, Rz 262. 

25 

 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
über  spezifische  Infrastrukturen  verfügen.112  Auch  die  damit  zusammenhängenden  hohen 
Kosten sprechen für wenig potenziellen Wettbewerb in Bezug auf die Möglichkeit eines neu in 
den Markt eintretenden Spitalleistungserbringers. Hinweise, dass in den nächsten drei Jahren 
ein Markteintritt eines neuen Spitalunternehmens erfolgen könnte, liegen ebenfalls nicht vor.113 

92.  Hingegen scheint naheliegender, dass es innerhalb der verschiedenen SPLG zu verän-
derten Wettbewerbskonstellationen kommen könnte. Auf Ebene der SPLG betrachtet, stehen 
die Leistungserbringer, die sich neu um Leistungsaufträge bewerben können, im potenziellen 
Wettbewerb mit jenen Gesundheitsdienstleistern, die bereits Leistungsaufträge von den Kan-
tonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft besitzen.114 Die disziplinierende Wirkung auf die Par-
teien geht also von der Vergabe der Leistungsaufträge gemäss den Kriterien der Wirtschaft-
lichkeit,  Zweckmässigkeit  und  Wirksamkeit  (Art.  32  KVG)  durch  den  Kanton  aus  und  dem 
Streben der verbleibenden Spitäler nach zusätzlichen Leistungsaufträgen. Ungeachtet dessen 
bleibt die Vergabe der Leistungsaufträge und somit auch die Steuerung des über die folgende 
Planungsperiode herrschenden Wettbewerbsumfelds in der Verantwortung der Kantone. 

B.4.2.4  Stellung der Marktgegenseite 

B.4.2.4.1.  Grundversicherungsbereich 

93.  Die  Patientinnen  und  Patienten  sind  die  direkten  Nutzerinnen  und  Nutzer  von  Spital-
dienstleistungen. Im Zusammenhang mit den Tarifen und deren Verhandlungen spielen indes 
die Krankenversicherer die Hauptrolle gegenüber den Spitälern (relevante Marktgegenseite). 

94. 
In der obligatorischen Krankenversicherung ist der Verhandlungsspielraum sehr einge-
schränkt, da das vom Gesetzgeber 2012 eingeführte System (SwissDRG) bewirkt, dass die 
Verhandlungsmacht  der  Spitäler  zugunsten  der  Krankenversicherer  durch  einen  nationalen 
Kostenbenchmark reduziert wird.115 Darüber hinaus werden die Tarife zwischen den Versiche-
rungen und den Spitälern verhandelt und anschliessend durch die kantonale Regierung ge-
nehmigt. Bei Ausbleiben eines Verhandlungserfolges werden die Tarife durch die kantonale 
Regierung festgesetzt. Den Versicherungen und Spitälern verbleibt hierbei die Möglichkeit ei-
ner Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 53 Abs. 1 KVG). 

95.  Aufgrund der hohen Regulierungsdichte im Grundversicherungsbereich bleibt der Raum 
für autonomes Preissetzungsverhalten trotz verstärkter Marktanteile der Parteien nach erfolg-
tem Zusammenschluss beschränkt.   

B.4.2.4.2.  Zusatzversicherungsbereich 

96.  Anders als im obligatorischen Bereich gibt es in der Zusatzversicherung keine Regelun-
gen,  die  ein  staatliches  Preissystem  schaffen.  Die  Versicherer  und  die  Spitäler  können  die 
Tarife entsprechend ihrer Verhandlungsmacht frei aushandeln. 

112  Meldung, Rz 261. 

113  Meldung, Rz 260. 

114  Vgl. die Bewerbungen für neue Leistungsaufträge, <https://www.baselland.ch/> > Organisation > Regierungsrat 
> Medienmitteilung > Ab 1. Juli 2021: Gleichlautende Spitallisten für Basel-Stadt und Basel-Landschaft > 3_Ge-
meinsamer Bericht zu den gleichlautenden Spitallisten, S. 30 ff. (15.10.2025). 

115  Vgl.  Einkaufsgemeinschaft  HSK,  Benchmark  SwissDRG  Tarifjahr  2023,  <https://ecc-hsk.info/application/fi-

les/1316/6843/8690/221114_DRG_Benchmark-Dok_TJ2023_DE_FINAL.pdf> (16.10.2025). 

26 

 
 
 
  
 
 
 
97.  Obwohl die starke Stellung der Spitäler und Kliniken, die auf der Spitalliste stehen, oft 
betont werden, haben die Krankenversicherer die Mittel, dieser Situation entgegenzuwirken. 
Sie haben, wie bereits in einer früheren Untersuchung der WEKO bezüglich der Tarifverträge 
der  Zusatzversicherungen  im  Kanton  Luzern  erläutert,116  die  Möglichkeit  der  gemeinsamen 
Verhandlungen zum Aufbau einer Gegenmacht («Countervailing Power») gegenüber den Spi-
tälern. Solche gemeinsamen Verhandlungen auf Seiten der Krankenversicherer können ge-
mäss Art. 5 Abs. 2 KG gerechtfertigt werden, wenn die in der damaligen Untersuchung formu-
lierten Voraussetzungen eingehalten werden.117 

98.  Weiter zeigen die Massnahmen der Krankenversicherer zur Förderung der Transparenz 
bei der Spitalabrechnung im Zusatzversicherungsbereich, die nach Intervention der Eidgenös-
sischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) und des Preisüberwachers und auf Basis eines gemein-
samen Konzepts (Branchen-Framework)118 ergriffen wurden, dass die Krankenversicherer den 
Spitälern und Kliniken nicht hilflos ausgeliefert sind. Auch das Beispiel Helsana, welche 2018 
infolge fehlender Einigung mit dem USB betreffend die Tarife für die halbprivate und private 
Abteilung zunächst einseitig Höchsttarife festsetzte, verdeutlicht das Ausmass der Verhand-
lungsmacht der Krankenversicherer.119 

99.  Damit bleibt auch im Zusatzversicherungsbereich nach Vollzug des Zusammenschluss-
vorhabens der Spielraum des neu strukturierten USB, höhere Tarife durchzusetzen, trotz des 
fehlenden rechtlichen Rahmens begrenzt. 

B.4.3  Ergebnis 

100.  Liegen wie gegenwärtig Anhaltspunkte für die Begründung einer marktbeherrschenden 
Stellung durch ein Zusammenschlussvorhaben vor, wird dieses grundsätzlich in einer zweiten 
Phase  gemäss  Art. 33 KG  i.V.m.  Art.  10  Abs.  2 KG  eingehend  geprüft (Art.  10  Abs.  1  KG). 
Dabei wird beurteilt, ob sich die Anhaltspunkte bestätigen und ob durch die Begründung oder 
Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung die Möglichkeit geschaffen wird, wirksamen 
Wettbewerb zu beseitigen. 

101.  Wie vorstehend dargelegt wurde, haben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 
ihre gemeinsamen Versorgungsziele, u.a. die Konzentration und Koordination der Leistungen 
zur Sicherstellung der notwendigen Qualität sowie die Vermeidung von Über-, Unter- und Fehl-
versorgung, im gemeinsamen Gesundheitsraum im Interesse der Bevölkerung beider Kantone 
zu  verwirklichen.  Dies  nicht  zuletzt  im  Hinblick  auf  die  Dämpfung  des  Gesundheitskosten-
wachstums und auf die nachhaltige Sicherung des universitären Leistungs- und Forschungs-
profils der Region Basel. Zufolge dieses politischen Willens und der entsprechend hohen Re-
gulationsdichte  durch  das  KVG,  ist  davon  auszugehen,  dass  eine  Bereinigung  der 
Spitallandschaft notwendig ist. Diese äussert sich zwangsläufig in Spitalschliessungen, Spital-
fusionen und – wie auch im vorliegenden Fall – durch Spitalübernahmen. Die damit verbun-
dene Leistungs- und Fallzahlkonzentration auf einige wenige Anbieter und daher fortschrei-
tende Ballung der Marktanteile ist somit systemimmanent. 

102.  Schliesslich  wird  es  dem  USB  nach  erfolgtem  Zusammenschluss  auch  im  Falle  einer 
marktbeherrschenden  Stellung  nicht  möglich  sein,  unabhängig die Wettbewerbssituation  zu 

116  RPW 2008/4, 544 ff., Tarifverträge Zusatzversicherung Kanton Luzern. 

117  RPW 2008/4, 591 Rz 233, Tarifverträge Zusatzversicherung Kanton Luzern. 

118  Vgl. SVV, Branchen-Framework zu «Mehrleistungen VVG», <https://www.svv.ch/de/branche/regelwerke/bran-

chen-framework-zu-mehrleistungen-vvg> (15.10.2025). 

119  Helsana, Einigung zwischen Helsana und dem Universitätsspital Basel, <https://www.helsana.ch/de/helsana-
gruppe/medien-publikationen/mitteilungen/einigung-mit-dem-universitaetsspital-basel.html> (15.10.2025). 

27 

 
 
 
  
 
 
 
ändern.  Die  Spitäler  sind  an  den  oben  beschriebenen  regulatorischen  Rahmen  gebunden. 
Auch bezüglich der Tarifverhandlungen wird es dem USB nach erfolgtem Zusammenschluss 
nicht möglich sein, sich gegenüber den Grund- und Zusatzversicherern unabhängig zu verhal-
ten.  Die  ausgeprägten  Verhandlungspositionen  letzterer  –  sei  es  aufgrund  der  verfügbaren 
Informationen aus Benchmark oder durch die Möglichkeit der Nachfragebündelung – beein-
flussen die Verhandlungsführung massgeblich und schränken auch Spitäler mit hohen Markt-
anteilen in ihrer Autonomie ein. 

103.  Aus  den  oben  genannten  Gründen  wird  auf  die  Einleitung  einer  Prüfung  gemäss 
Art. 33 KG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 KG verzichtet. Dem Kanton Basel-Stadt wird allerdings nahe-
gelegt, die wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkte sowohl bei der konkreten Umsetzung des 
Zusammenschlussvorhabens als auch bei künftigen Planungsprozessen in Bezug auf die Spi-
tallisten und die Vergabe der Leistungsaufträge angemessen zu berücksichtigen. 

28