# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fada4913-b921-5533-8459-5fc7eb603e7f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2003 PVG 2003 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2003-34_2003-12-31.pdf

## Full Text

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Verfahren 14
Procedura

Rekurslegitimation   (Praxisänderung).
– Im Rekursverfahren vor Verwaltungsgericht gilt ins- 

künftig – abgesehen von allfälligen spezialgesetzlichen 
Vorgaben – bei der Prüfung der Rekurslegitimation eine 
einheitliche Regelung; Art. 52 VGG wird nunmehr gene- rell 
analog Art. 103 lit. a OG und der hierzu ergangenen 
Rechtsprechung ausgelegt (E. 2a-c).

– Kann die Rekurslegitimation bejaht werden, darf eine 
opponierende Partei alle Rügen anbringen, die für ihre 
Position Vorteile erwarten lassen und den Streitgegen- 
stand betreffen (E. 2d).

Legittimazione al ricorso (cambiamento della prassi).
– A prescindere da eventuali disposizioni speciali, per i ri- 

corsi davanti al Tribunale amministrativo varrà in futuro una 
regola unitaria per l’esame della legittimazione al ri- corso; 
l’art. 52 LTA verrà interpretato analogamente all’art. 103 
lett. a OG ed alla relativa giurisprudenza (cons. 2a-c).

– Se la legittimazione al ricorso può essere ammessa, la 
parte ricorrente può addurre tutte le censure che po- 
trebbero apportare dei vantaggi alla sua situazione e che 
riguardano l’oggetto della vertenza (cons. 2d).

Erwägungen:
2. a) Laut Art. 52 VGG ist zur Erhebung eines Rekurses be-

rechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und 
ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 
geltend macht. Die Rekurslegitimation nach Art. 52 VGG ent- 
spricht dem Wortlaut nach der in Art. 103 lit. a OG und Art. 48 
VwVG verankerten Legitimationsumschreibung zur Verwaltungs- 
gerichtsbeschwerde bzw. zur Verwaltungsbeschwerde vor Bun- 
desbehörden. Alle drei Bestimmungen wurden in etwa zur selben 
Zeit erlassen (Art. 52 VGG: 1967; Art. 48 VwVG und Art. 103 lit. a 
OG: 1968). Ihnen liegt im Wesentlichen dieselbe ratio legis zu- 
grunde. In der Botschaft des Kleinen Rates an den Grossen Rat zur

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Einführung der Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton Graubün- 
den vom 10. März 1966 (S. 38 ff.) heisst es in diesem Zusammen- 
hang denn auch:

«Art. 54. … wird in dieser Bestimmung die Fassung des 
vom Bundesrat vorgeschlagenen Art. 102 lit. a OG übernommen. 
Ausgeschlossen ist die Popularklage. Das allgemeine Interesse an 
der Gesetzmässigkeit der Verwaltung begründet kein genügend 
intensives Rechtschutzbedürfnis, um jedermann zu gestatten, 
selbst eine ihm nicht persönlich angehende Verwaltungsverfü- 
gung der gerichtlichen Überprüfung zuzuführen (BGE 62 I 167). 
Anderseits berührt ein Verwaltungsakt häufig nicht allein die 
Rechtssphäre des Adressaten, sondern auch diejenige anderer. 
Man denke etwa bei Baubewilligungen an die baupolizeilichen Be- 
schränkungen, die im Blick auf die Nachbarschaft aufgestellt wer- 
den. Die getroffene Ordnung lässt sich auch davon leiten, dass es 
Aufgabe eines jeden Prozessverfahrens ist, bestrittene Rechts- 
lagen und unsichere Rechtsansprüche durch Urteile zu klären. Sie 
geht von folgenden Momenten aus:

– Der Rekurrent muss in einem besonders nahen Verhält- 
nis zum angefochtenen Entscheid stehen. Diese Bedin- 
gung ist erfüllt, wenn er vom angefochtenen Entscheid 
berührt ist und ein Interesse an seiner Aufhebung oder 
Änderung hat. (…) vergleiche die bundesgerichtliche 
Praxis zu Art. 88 OG, etwa BGE 86 I 284 ff., 89 I 517 ff. und
88 I 179 ff.

– Der Rekurrent muss durch den angefochtenen Entscheid 
belastet sein und infolgedessen ein aktuelles Interesse 
an seiner Aufhebung oder Änderung haben.

– Der Rekurrent muss ein Interesse behaupten, das vom 
geltenden Recht geschützt ist oder im Lichte der do- 
minierenden Grundsätze unserer Rechtsordnung schüt- 
zenswert ist.
Der Rekurrent muss dementsprechend

– nachweisen, dass er durch den Entscheid berührt ist und 
ein aktuelles Interesse an seiner Aufhebung oder Ände- 
rung hat,

– behaupten, er habe ein schutzwürdiges Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des Entscheides (vgl. BBl 
1965, II, S. 1320).»

Während in der Botschaft bei der Frage des schutzwürdi- 
gen Interesses noch auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
zu Art. 88 OG, mithin auf die restriktivere Legitimationsvorausset-

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zung zur Staatsrechtlichen Beschwerde verwiesen wird, führte der 
Kommissionsreferent Dr. Raschein am 24. Mai 1966 im Grossen 
Rat in der ersten Lesung zu Art. 54 VGG (heute Art. 52 VGG) u.a. 
aus:

«Die Vorberatungskommission sei sich bewusst, dass die 
Rekurslegitimation gelegentlich zu Schwierigkeiten führen werde, 
deren Lösung aber der Praxis überlassen werden solle. Die allge- 
meine Rekurslegitimation sei geregelt, wie sie der Bund in seiner 
Regelung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorsehe. Eine Po- 
pularbeschwerde sei nicht möglich.»

In der Praxis lehnte sich das Verwaltungsgericht in den fol- 
genden Jahren bei der Auslegung von Art. 52 VGG, namentlich bei 
der Interpretation des Begriffes «schutzwürdiges Interesse», trotz- 
dem an die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 88 OG 
(und nicht an jene zu Art. 103 lit. a OG) an und hielt in konstanter 
Rechtsprechung fest, gemeint sei damit ein rechtlich geschütztes 
Interesse (an Stelle vieler: VGE 531/85 Erw. 1d). Das Bundesgericht 
hat diese Auslegung noch im unveröffentlichten BGE vom 4. Juli 
1985 i.S. B. Immob. AG c. Gemeinde Laax und Verwaltungsgericht 
Graubünden ausdrücklich geschützt. Für Baueinsprecher bedeu- 
tete dies, dass sie zur Rekurserhebung nur zugelassen wurden, 
wenn sie die Verletzung einer Norm geltend machen konnten, die 
nicht lediglich allgemeine öffentliche Interessen sondern auch pri- 
vate Interessen schützte (PVG 1987 Nr. 23). Allein dann konnte von 
einem schutzwürdigen Interesse im Sinne von Art. 52 VGG bzw. 
einem rechtlich geschützten Interesse im Sinne der Rechtspre- 
chung die Rede sein.

Unter dem Einfluss des vermehrt aufkommenden Bundes- 
verwaltungsrechts (so z.B. des Raumplanungsrechts, wo auf- 
grund von Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG die Rekurslegitimation unter be- 
stimmten Voraussetzungen im Umfang von Art. 103 lit. a OG zu 
gewährleisten ist) erweiterte das Gericht die Rekurslegitimation 
(vgl. z.B. PVG 1985 Nr. 56). In solchen Fällen genügte nun bereits 
ein faktisches Interesse; entsprechend wurde denn auch u.a. die 
Legitimation in Bausachen immer weiter ausgedehnt. Sie wurde 
bereits dann bejaht, wenn eine Verletzung von kantonalen oder 
kommunalen Vorschriften gerügt wurde, welche als Ausführungs- 
recht zum Raumplanungsrecht qualifiziert werden konnten. Dazu 
zählten grundsätzlich alle jene Bauvorschriften, welche z.B. der 
planungsrechtlichen Zonenordnung ihren konkreten Inhalt geben 
(so u.a. die Vorschriften über die Gebäudelänge, die Strassen- und 
Grenzabstände). Als rekurslegitimiert wurde in solchen Fällen nun

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bereits derjenige betrachtet, der durch die angefochtene Verfü- 
gung berührt war und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf- 
hebung hatte. Dabei konnte nun das Interesse rechtlicher aber 
auch tatsächlicher Natur sein (PVG 1996 Nr. 29; BGE 118 Ib 31). Ver- 
langt wurde aber regelmässig, dass ein Rekurrent mehr als jeder- 
mann betroffen war und in einer besonderen, beachtenswerten 
nahen Beziehung zum Streitgegenstand stand. Wenn von Rekur- 
renten in Bausachen aber Bestimmungen angerufen wurden, wel- 
che die Praxis nicht als Ausführungsrecht zum Raumplanungs- 
recht qualifiziert hatte, dann verneinte das Gericht auch weiterhin 
die Legitimation; dabei handelte es sich u.a. um die vorwiegend 
technischen Normen über die baustatische Sicherheit, um Bestim- 
mungen über die Verkehrssicherheit oder die innere Erschlies- 
sung der Räume, über den Brandschutz, die Hygiene oder Ästhe- 
tikvorschriften (vgl. statt vieler PVG 1993 Nr. 31). Diese Rügen 
wurden weiterhin nach der engeren Legitimationsumschreibung 
von Art. 52 VGG geprüft und entsprechend ein rechtlich geschütz- 
tes Interesse vorausgesetzt. Dies hatte zur Folge, dass ein Nachbar 
eine Verletzung der Ästhetikbestimmungen im Einsprache- und 
Rekursverfahren nur dann rügen konnte, wenn er zugleich nach- 
wies, dass sein Grundstück infolge der Baurechtsverletzung eine 
erhebliche Wertminderung erfuhr (PVG 1987 Nr. 22). In den letzten 
Jahren erfolgten jedoch bei der Auslegung von Art. 52 VGG ver- 
schiedene Praxisänderungen (so z.B. in PVG 1999 Nr. 50, 51; VGU 
R 03 75), welche eine Erweiterung der Rekurslegitimation mit sich 
brachten.

b) Dieser Entwicklung folgend soll nun Art. 52 VGG ins- 
künftig einheitlich ausgelegt werden. Es soll grundsätzlich derje- 
nige zum Rekurs berechtigt sein, der durch den angefochtenen 
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner 
Aufhebung oder Änderung geltend macht. Als schutzwürdig soll 
dabei nicht nur ein rechtlich geschütztes, sondern auch ein bloss 
faktisches Interesse an der Aufhebung oder Änderung der ange- 
fochtenen Verfügung genügen. Damit soll erreicht werden, dass – 
abgesehen von spezialgesetzlichen Regelungen – inskünftig eine 
einheitliche Regelung für die Rekurslegitimation vor Verwaltungs- 
gericht gilt. Dabei liegt es nahe, Art. 52  VGG  generell  analog  
Art. 103 OG und der hierzu entwickelten Rechtsprechung auszu- 
legen. Diese Auslegung steht – wie oben dargelegt – letztlich auch 
im Einklang mit dem Gesetzestext und mit dem Willen des histo- 
rischen Gesetzgebers. Eine auf die bundesrechtlichen Bestim- 
mungen abgestimmte Rechtsanwendung erscheint im Bereich der

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kantonalen Legitimationsvoraussetzungen umso mehr angezeigt, 
als das kantonale Verfahrensrecht das Rekursrecht ohnehin min- 
destens im Umfang der bundesrechtlichen Regelung gewähren 
muss, wenn ein Entscheid an eine Bundesrechtspflegeinstanz ge- 
zogen werden kann (Art. 98a OG für die Verwaltungsgerichtsbe- 
schwerde; Grundsatz der Einheit des Verfahrens; vgl. BGE 122 II 
132, 121 II 74). Dies ist heute immer mehr der Fall (so z.B. in den Be- 
reichen der Raumplanung, des Umweltschutzes, des Gewässer- 
schutzes, der Waldgesetzgebung, des Natur- und Heimatschutzes, 
des Sozialversicherungsrechts). Bereits mit Rücksicht darauf, er- 
scheint es unzweckmässig und verwirrlich, die Rekursbefugnis 
ohne begründeten Anlass an anderen Kriterien zu messen als den 
bundesrechtlichen. Dies gilt im Ergebnis auch hinsichtlich der 
zulässigen Beschwerdegründe.

c) Die Voraussetzungen zur erweiterten Rekurslegitima- 
tion lassen sich im Wesentlichen wie folgt umschreiben:

Inskünftig werden – spezialgesetzliche Regelungen ausge- 
nommen – alle diejenigen zum Rekurs berechtigt sein, welche 
durch die angefochtene Verfügung berührt sind und ein schutz- 
würdiges Interesse an deren Aufhebung haben. Das schutzwür- 
dige Interesse hängt dabei vom Ausmass der Beschwer ab. Wer 
Adressat einer Verfügung und mit seinen Anträgen nicht durchge- 
drungen ist, ist dabei regelmässig durch die Verfügung beschwert 
(so genannte formelle Beschwer). Er kann damit regelmässig als 
bereits im erforderlichen Masse beschwert gelten (BGE 121 II 362). 
Für ihn ergibt sich ohne weiteres auch die materielle Beschwer. Im 
Streit um die eigene Verfahrenslegitimation ist auch eine Person, 
die sich am Verfahren beteiligen will, als Partei und als Adressatin 
einer Nichteintretensverfügung formell beschwert. Auch sie ist 
damit zur Anfechtung dieser Verfügung befugt, unbesehen da- 
rum, ob sie in der Sache selber Erfolg haben wird (BGE 121 II 436). 

Mitunter betrifft eine Verfügung aber nicht nur diejenigen 
Personen, mit denen sie ein Rechtsverhältnis regelt, sondern auch 
Dritte (Nachbarn, Gewerbegenossen, etc.). Die Auswirkungen auf 
am Rechtsverhältnis an sich nicht beteiligte Personen können da- 
bei so intensiv sein, dass auch diesen ein schutzwürdiges Inter- 
esse an der Überprüfung der Verfügung zugebilligt werden muss 
(vgl. z.B. VGU R 02 143, Rekurslegitimation bei Mobilfunkanlagen). 
Das schutzwürdige Interesse ergibt sich aber nicht nur aus dem 
Umstand, dass sie formell beschwert sind, d.h. dass sie am Ver- 
fahren teilgenommen haben und mit ihren Anträgen unterlegen 

sind. Sondern sie müssen vielmehr auch ein schutzwürdiges In-

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teresse an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung haben 
(so ausdrücklich Art. 52 VGG), was wiederum voraussetzt, dass 
die angefochtene Verfügung für sie nachteilig ist. Dritte müssen 
daher nebst der formellen Beschwer zusätzlich auch noch ein ma- 
terielles Schutzbedürfnis ausweisen können, weil bei ihnen ein 
solches nicht auf der Hand liegt. Sie müssen mit anderen Worten 
nebst dem formellen auch ein tatsächliches Betroffensein auf- 
zeigen können. Diese besondere Betroffenheit grenzt die Dritt- 
beschwerde von der unzulässigen Popularbeschwerde ab (vgl. 
statt vieler BGE 121 II 177 f., 120 Ib 51). Anfechtungswillige Dritte 
müssen daher durch eine Verfügung in höherem Masse als eine 
beliebige Drittperson betroffen sein.

Erforderlich ist ferner, dass Anfechtungswillige zum Streit- 
gegenstand eine besondere Beziehungsnähe haben. Nicht mehr 
vorausgesetzt wird hingegen, dass die Vorschriften, deren An- 
wendung ein Betroffener rügen will, diesen besonders schützen; 
es kommt daher nicht mehr auf die Schutzrichtung der Nomen an, 
und es muss auch keine Verletzung rechtlich geschützter Interes- 
sen mehr dargelegt werden. Es genügt, wenn ein Betroffener ein 
tatsächliches, z.B. ein wirtschaftliches oder ideelles Anfechtungs- 
interesse (so etwa der Wunsch, ein günstiges Geschäft abzu- 
schliessen, weniger Steuern zu bezahlen, sein Land zu überbauen, 
die freie Aussicht zu behalten oder keinen zusätzlichen Lärm ertra- 
gen zu müssen) aufzeigen kann.

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass nicht jede Betroffen- 
heit die Rekursbefugnis begründet (vgl. z.B. BGE 121 II 176 ff.; 120 
Ib 431 ff.); es muss sich vielmehr um eine hinreichende Beschwer 
handeln, um ein Interesse, das einen ausreichenden Anlass zur 
Überprüfung der streitigen Verfügung bietet. Das Interesse muss 
daher intensiv genug sein, um als unmittelbares und eigenes (per- 
sönliches) anerkannt zu werden. Daher wird auch inskünftig vor- 
ausgesetzt, dass etwas Reales bzw. handfeste Belange, persön- 
liche Vor- und Nachteile hinter dem Schutzanliegen stehen (vgl. 
BGE 122 II 369; 121 II 361 f., 177 ff.). Das Interesse besteht damit im 
praktischen Nutzen, den eine erfolgreiche Anfechtung ihnen ein- 
bringen würde, d.h. in der Abwendung eines materiellen oder 
ideellen Nachteils, den der angefochtene Entscheid für sie hätte 
(PVG 1996 Nr. 29; BGE 120 Ib 487 f.).

Das Interesse muss in der Regel aktuell sein (vgl. z.B. BGE
120 Ib 308). Ein solches aktuelles Interesse besteht z.B. dann, 
wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation der rekursführen- 
den Person durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst wird.

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Sofern die Begehren nicht darauf abzielen, gleichsam auf Vorrat 
Rechtsfragen abklären zu lassen, spielt es in solchen Fällen auch 
keine Rolle, wenn die möglichen Wirkungen erst in Zukunft ein- 
treten werden. Unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet die 
Praxis auf das Erfordernis der Aktualität, lässt ein virtuelles Inter- 
esse genügen. Dies z.B. dann, wenn es um eine Frage von grund- 
sätzlicher Bedeutung geht, die sich jederzeit und unter ähnlichen 
Umständen wieder stellen und wegen der Dauer des Verfahrens 
kaum je einer endgültigen Beurteilung zugeführt werden könnte, 
oder wenn eine Entscheidung in der Sache aus anderen Gründen 
als angezeigt erscheint.

d) Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass ins- 
künftig bei der Prüfung der Rekurslegitimation analog der bundes- 
gerichtlichen Rechtsprechung zur Verwaltungs- und Verwaltungs- 
gerichtsbeschwerde lediglich noch danach gefragt werden wird,  
ob jemand in seinen schutzwürdigen Interessen im oben darge- 
legten Sinne betroffen ist. Trifft dies zu, so kann die opponierende 
Partei grundsätzlich auch alle Rügen anbringen, die für ihre Posi- 
tion Vorteile erwarten lassen und den Streitgegenstand betreffen 
(vgl. URP 1994 S. 451 ff. mit weiteren Hinweisen).
R 03 69 Urteil vom 11. Dezember 2003

Dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Be- 
schwerde noch hängig.