# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a93ed180-8d12-59da-994d-f3bbe072eedd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-10-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.10.2003 SB 2003 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-25_2003-10-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 1. Oktober 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 21 (nicht mündlich eröffnet)

03 22
03 25

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde 
vom Bundesgericht mit Urteil vom 05. Juli 2004 (6S.119/2004) abgewiesen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Jegen und Riesen-Bienz
Aktuarin ad hoc Wacker

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In den strafrechtlichen Berufungen

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Christian Rathgeb, Postfach 101, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur,

und 

der A. Z., Adhäsionsklägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin lic. iur. Jaqueline Moser, c/o Anwaltsbüro Schnyder, Hauptstrasse 94, 7220 
Schiers,

sowie

der C. und B. Z., Adhäsionskläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsan-
walt lic. iur. Martin Suenderhauf, Postfach 545, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur,

gegen

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das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 22. Januar 2003, mitgeteilt am 28. 
April 2003, in Sachen gegen X.,

betreffend Gefährdung des Lebens etc.,

hat sich ergeben:

A. X. wurde am 13. Dezember 1973 in F. geboren und wuchs zusammen 
mit zwei Brüdern bei seinen Eltern in G. auf, wo er während sechs Jahren die Pri-
mar- und während drei Jahren die Realschule besuchte. Anschliessend absolvierte 
er bei der Bauunternehmung H. in I. eine Lehre als Maurer, welche er 1992 mit 
Erfolg abschloss. In der Folge arbeitete er während fünf Jahren bei der Firma H.. 
Parallel dazu besuchte er die Abendpolierschule, welche er nach vier Jahren mit 
dem Diplom beendete. Seit 1997 ist X. als selbständiger Kundenmaurer tätig. Je 
nach Saison beschäftigt er in seinem Betrieb bis zu sieben Mitarbeiter. Aus der Ver-
bindung von X. und A. Z. ging am 27. November 2001 die Tochter D. hervor.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Eintragung verzeich-
net. Mit Strafmandat vom 11. Mai 1998 wurde er vom Kreispräsidenten Chur wegen 
vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand und Missachtens der Abgaswar-
tungspflicht zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen bei einer Probezeit 
von 2 Jahren und zu Fr. 800.— Busse verurteilt. Ausserdem wurde er vom Unter-
suchungsrichteramt Altstätten mit Verfügung vom 8. Mai 2002 wegen grober Verlet-
zung von Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 800.-- bestraft. Im SVG-Massnah-
meregister (ADMAS) ist X. mit fünf Führerausweisentzügen verzeichnet. Gemäss 
Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung vom 3. April 2002 wurde X. für die Jahre 
1999/2000 mit einem Reineinkommen von Fr. 52'600.— veranlagt. Vermögen be-
sitzt er keines.

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 30. April 
2002 geniesst X. in seiner Wohngemeinde J. einen rechten Leumund. Seinen Ver-
pflichtungen gegenüber der Gemeinde komme er nach. Abgesehen davon, dass 
der Betreiber des K.’s in G. beim Kreisamt Fünf Dörfer ein Hausverbot für X. erlangt 
habe, gebe dessen Verhalten und Lebensführung zu keinen Klagen Anlass. Aller-

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dings weise X. gemäss Auskunft des Betreibungsamtes Fünf Dörfer vom 30. April 
2002 seit dem 1. Januar 2000 insgesamt vier Betreibungen im Gesamtbetrag von 
Fr. 4'981.25 auf. 

X. wurde am 11. April 2002 festgenommen und befand sich anschliessend 
wie folgt in Untersuchungshaft:

▪ 11.04.2002 – 12.04.2002 Kantonsspital F., Krankenzelle
▪ 12.04.2002 – 16.04.2002 Psych. Klinik Waldhaus, Chur
▪ 16.04.2002 – 07.05.2002 Kantonsspital F., Krankenzelle
▪ 07.05.2002 – 15.05.2002 Strafanstalt Sennhof, Chur

B. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 1. November 2002 im wesentlichen folgender 
Sachverhalt zugrunde:

„X. wird angeklagt

1. der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 StGB und des mehrfa-
chen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies 
StGB,

Der Angeklagte wohnte ab April 2000 zusammen mit A. Z., geb. 4. 
März 1981, an der L.-Strasse in G.. Am 27. November 2001 wurde 
ihr gemeinsames Kind D. Z. geboren. Nachdem es zwischen X. 
und A. Z. wiederholt zum Streit gekommen war, zog Letztere am 
6. Januar 2002 aus der gemeinsamen Wohnung aus und wohnte 
zunächst bei ihren Eltern in M., ehe sie ab 1. Februar 2002 im 
Mehrfamilienhaus N. AK. in M. für sich und ihre Tochter eine Woh-
nung mietete. 

A. Z. hielt sich bereits im Dezember 2001 vorübergehend bei ihren 
Eltern in M. auf. Vom 20. Dezember 2001 bis 1. Februar 2002 te-
lefonierte der Angeklagte häufig zu allen Tages- und Nachtzeiten 
auf den Anschluss der Eheleute B. und C. Z., obwohl er mehrmals 
aufgefordert worden war, dies zu unterlassen. X. übermittelte den 
Eheleuten Z. auch SMS mit beleidigendem Inhalt. U.a. bezeichnete 
er C. Z. als „alten Sack, der nicht einmal in der Lage sei, eins und 
eins zusammenzuzählen“. Ausserdem warf er ihnen vor, sie seien 
„krank im Kopf“. Am 14. Januar 2002 teilte der Angeklagte A. Z. 
per SMS mit: „Vu miar hesch du und dini eltera as läba lang nid rua 
säb chasch sicher si.“

Einmal drohte der Angeklagte damit, zuerst B. Z. und dann A. Z. 
zu erschiessen. 

C. und B. Z. stellten Strafantrag wegen Drohung und Missbrauchs 
einer Fernmeldeanlage.

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Der Angeklagte gibt die Belästigungen per Telefon und SMS zu, 
stellt sich aber auf den Standpunkt, er sei berechtigt gewesen, 
nach M. zu telefonieren, weil sich damals seine Tochter bei den 
Eheleuten Z. aufgehalten habe.

2. der Nötigung gemäss Art. 181 StGB,

Am Morgen des 6. Januars 2002 entschloss sich A. Z., die gemein-
same Wohnung an der L.-Strasse in G. zu verlassen. In der Nacht 
vorher hatte sich X. im AJ. in F. aufgehalten und war erst am frühen 
Morgen nach Hause gekommen. Dabei musste er feststellen, dass 
A. Z. bereits einige Taschen gepackt hatte. O. war ebenfalls in der 
Wohnung anwesend. Der Angeklagte wollte dann von A. Z. wissen, 
wohin sie gehe. Diese wollte sich aber auf keine weitere Diskus-
sion einlassen und antwortete nicht. In der Folge hinderte X. A. Z. 
daran, das Schlafzimmer zu verlassen, indem er sich mit ver-
schränkten Armen in den Türrahmen stellte. Auf diese Weise wollte 
er A. Z. zu einer Antwort zwingen. Daraufhin versuchte diese, die 
Wohnung durchs Fenster zu verlassen. Dies verhinderte der An-
geklagte dadurch, dass er das Fenster zuschob. Erst nachdem A. 
Z. dem Angeklagten Ohrfeigen verpasst hatte, konnte sie das 
Schlafzimmer verlassen.

3. der Drohung gemäss Art. 180 StGB und der Tätlichkeiten gemäss 
Art. 126 StGB

B. Z. begab sich am Abend des 22. Februar 2002 ins P. nach G., 
um dort mit X. zu sprechen. Dieser soll nämlich vorher A. Z. ge-
genüber Morddrohungen ausgesprochen haben. Um eine laut-
starke verbale Auseinandersetzung mit B. Z. im Restaurant zu ver-
meiden, verliess er dieses. Aus diesem Grunde erfolgte die Aus-
einandersetzung vor dem Restaurant. In deren Verlauf sagte der 
Angeklagte, es sei vielleicht besser, sie, B. Z., zu erschiessen, und 
stellte dabei die Frage, ob sie überhaupt eine Kugel wert sei. An-
schliessend packte er B. Z. am Oberarm und schüttelte sie. 

B. Z. stellte Strafantrag wegen Drohung und Tätlichkeiten.

X. ist weitgehend geständig, behauptet allerdings, er habe B. Z. 
bloss mit dem gestreckten Zeigefinger am Oberarm und mit der 
Hand an den Haaren berührt. Auch will er sie nicht geschüttelt ha-
ben. 

4. des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB und des Ungehorsams gegen eine 
amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB, 

Am 23. März 2002 begab sich der Angeklagte zwischen 19.00 Uhr 
und 21.30 Uhr nach M., drang dort in das Mehrfamilienhaus ein 

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und eignete sich den im Treppenhaus abgestellten Kinderwagen, 
Marke Teutonia, im Wert von Fr. 1'349.— an. Diesen Kinderwagen 
hatte X. gemäss schriftlicher Vereinbarung am 9. Januar 2002 zu 
Eigentum A. Z. überlassen. Anschliessend versteckte der Ange-
klagte den Kinderwagen und weigert sich bis zum heutigen Tag, 
diesen A. Z. zu erstatten. 

Mit provisorischem Amtsbefehl vom 28. März 2002 befahl das 
Kreisamt Fünf Dörfer dem Angeklagten, den Kinderwagen bis 
spätestens 4. April 2002 A. Z. auszuhändigen. Dieser Amtsbefehl 
erfolgte unter Hinweis auf Art. 292 StGB, welcher Artikel in der Ver-
fügung wörtlich zitiert wurde. X. weigerte sich trotzdem, diesem 
Amtsbefehl nachzukommen. Er stellt sich auf den Standpunkt, den 
Kinderwagen selber bezahlt zu haben. Er habe vor, mit einer an-
deren Frau weitere Kinder zu zeugen, und brauche deshalb diesen 
Kinderwagen.

5. der vorsätzlichen Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 
237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

Am 26. März 2002 fuhr X. mit seinem Jeep wiederum nach M. zum 
Haus von A. Z.. Als er sich um 08.20 Uhr auf der Rückfahrt befand, 
kam ihm zwischen den Häusern N. AL. und AM. B. Z. zu Fuss ent-
gegen. Kaum hatte der Angeklagte B. Z. gewahrt, steuerte er sei-
nen Jeep direkt auf die Fussgängerin zu. Um nicht angefahren zu 
werden, musste diese auf den talseitigen Parkplatz springen. X. 
setzte seine Fahrt ohne anzuhalten fort. 

Der Angeklagte bestreitet diesen Vorwurf und behauptet, er wäre 
ganz normal an B. Z. vorbeigefahren, auch wenn diese nicht auf 
den Parkplatz ausgewichen wäre.

6. der Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB und des Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB, 

Am Abend des 8. April 2002 begab sich X. erneut nach M. und 
betrat dort das Wohnhaus von A. Z.. Es gelang ihm jedoch nicht, 
in deren Wohnung einzudringen. Im Treppenhaus stellte er fest, 
dass A. Z. einen neuen Kinderwagen gekauft hatte. Der Ange-
klagte versteckte nun diesen Kinderwagen in einem leeren Keller-
abteil des Wohnhauses N. AK. und fuhr nach Hause zurück.

In der Meinung, der Kinderwagen sei gestohlen worden, liess A. Z. 
am folgenden Tag durch ihre Anwältin bei der Kantonspolizei G. 
Strafanzeige wegen Diebstahls erstatten. Bei der darauffolgenden 
Tatbestandsaufnahme wurde der Kinderwagen durch die Polizei 
gefunden.

A. Z. stellte Strafantrag wegen Diebstahls und Hausfriedens-
bruchs. 

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Der Angeklagte gibt die Tat zu. Er habe den Kinderwagen ver-
steckt, weil er sich über das Verhalten von A. Z. geärgert habe.

7. der Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB, der einfachen 
Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Sach-
beschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des Hausfriedens-
bruchs gemäss Art. 186 StGB sowie des Missbrauchs und der Ver-
schleuderung von Material gemäss Art. 73 Ziff. 1 MStG, 

In der Nacht auf den 11. April 2002 fuhr der Angeklagte mit seinem 
Personenwagen, Marke Audi, xxx., erneut nach M. zum Wohnhaus 
N. AK., nachdem er den militärischen Tarnanzug (TAZ) angezogen 
und sein Sturmgewehr behändigt hatte. Dort kletterte er mit um-
gehängtem Sturmgewehr von einem Balkon zum andern bis zum 
3. Stockwerk. Auf dem Balkon der von A. Z. gemieteten Wohnung 
rauchte er zunächst zwei Zigaretten. Anschliessend zertrümmerte 
er mit dem Kolben seines Sturmgewehrs die untere Doppelvergla-
sung der Balkontüre und drang in das Schlafzimmer von A. Z. ein, 
wobei er das Sturmgewehr auf dem Balkon zurückliess. Der Ange-
klagte, der Handschuhe trug, warf sich in der Folge sofort auf die 
im Bett liegende A. Z. und hinderte sie vorerst durch Zudücken des 
Mundes am Schreien. Anschliessend fasste er sie mit beiden Hän-
den am Hals und fing an, sie zu würgen. A. Z. versuchte zunächst, 
sich zu wehren. Sie wollte mit einem Teller, der sich auf dem 
Nachttisch befand, auf X. einschlagen. Dies gelang ihr jedoch 
nicht. In der Folge stellte sie sich tot. Der Angeklagte liess sie dann 
los. Kurze Zeit später würgte er A. Z. ein zweites Mal, worauf sich 
diese wiederum tot stellte. Nach einiger Zeit liess X. von seinem 
Opfer ab und verliess das Schlafzimmer durch die beschädigte 
Balkontüre. Nachdem er das Sturmgewehr umgehängt hatte, 
wollte er über die Fassade hinunterklettern. Als er sich im 2. Stock 
an einem Pflanzengitter festhielt, gab dieses Gitter nach und er fiel 
auf den Vorplatz hinunter. Beim Aufprall zog er sich am rechten 
Fuss eine mehrfache Trümmerfraktur im Bereich des Sprungge-
lenkes, des Unterschenkels und der Mittelfussknochen zu. X. 
konnte deshalb nur noch kriechend zu seinem Fahrzeug gelangen. 
Trotz der erwähnten Verletzung fuhr er mit seinem Fahrzeug nach 
I., um sich bei Dr. med. Q. behandeln zu lassen. Dieser wies den 
Angeklagten sofort ins Spital F. ein. Die Kantonspolizei stellte 
später in dessen Fahrzeug das Sturmgewehr sicher. Im Patronen-
lager befand sich ein Schuss. Das Sturmgewehrmagazin fehlte je-
doch und blieb auch in der Folge unauffindbar. 

A. Z. erlitt gemäss Arztbericht von PD Dr. med. R. am Hals strei-
fige, zum Teil punktförmige Hauteinblutungen sowie drei sehr ober-
flächliche, unterblutete Hautschürfungen. Im Nacken stellte der 
Arzt eine feine regelmässige Spur fest, welche feinsten Hautein-
blutungen eines Kettchens entspricht. Weitere feinste Blutungs-
punkte fanden sich im Gesicht und an der Oberlippeninnenseite. 
A. Z. musste sich in der Folge auch von einem Psychiater behan-

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deln lassen, der bei ihr eine posttraumatische Belastungsstörung 
diagnostizierte. 

A. Z. stellte gegen X. Strafantrag wegen Körperverletzung, Sach-
beschädigung und Hausfriedensbruchs.

Der Angeklagte bestätigt im Wesentlichen den oben geschilderten 
Tatablauf. Als Tatmotiv muss der Umstand betrachtet werden, 
dass A. Z. die Beziehung mit ihm abgebrochen hatte und der An-
geklagte dies nicht akzeptieren wollte.

8. der mehrfachen vorsätzlichen Störung des öffentlichen Verkehrs 
gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverlet-
zung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des vorsätzlichen 
Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG. 

Nachdem X. die Wohnung von A. Z. verlassen hatte, telefonierte 
diese sofort ihren Eltern und teilte ihnen mit, was geschehen war. 
Die Eheleute Z., die in M., N. 110, wohnen, standen sofort auf, um 
zum Wohnhaus ihrer Tochter hinaufzugehen. Kaum hatte B. Z. ihr 
Haus verlassen und auf der N.strasse etwa 20 – 30 m zurückge-
legt, kam ihr der Angeklagte mit seinem Fahrzeug mit grosser Ge-
schwindigkeit entgegen. B. Z. war überzeugt, dass X. sie anfahren 
würde. Um dies zu verhindern, sprang sie über den talseitigen 
Strassenrand hinaus und hielt sich mit beiden Händen am Quer-
balken des Bündnerzauns fest, worauf X. seine Fahrt fortsetzte. 

Beim Wohnhaus der Eheleute Z. bildet die Strasse eine unüber-
sichtliche Rechtskurve. Als X. diese Rechtskurve befuhr, kam ihm 
C. Z. entgegen. Da er diesem Fahrzeug nicht mehr ausweichen 
konnte, sprang er auf dessen Motorhaube, um nicht angefahren zu 
werden. Kurze Zeit später fiel er aber zu Boden, während X. seine 
Fahrt ohne anzuhalten fortsetzte. 

C. Z. erlitt bei diesem Zusammenstoss Quetschungen an beiden 
Knien. Die Heilungsdauer betrug zehn Tage. C. Z. stellte gegen X. 
Strafantrag wegen Körperverletzung.

X. wurde nach seiner Einweisung ins Spital F. einer Blutprobe zu-
geführt. Deren Auswertung ergab für den Zeitpunkt der Fahrt von 
G. nach M. (03.00 Uhr) einen Blutalkoholgehalt von mindestens 
1,30 Gewichtspromille. 

Der Angeklagte will B. Z. auf der N.strasse gar nicht gesehen ha-
ben. Auch bestreitet er, sein Fahrzeug direkt auf C. Z. zugesteuert 
zu haben. Dieser habe beim Vorbeifahren mit der Hand gegen das 
Fahrzeug geschlagen. Dabei sei der rechte Aussenspiegel wegge-
schlagen worden. Hingegen anerkennt der Angeklagte das Ergeb-
nis der Blutanalyse.

9. der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB, 

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Mitte Januar 2002 stellte der Angeklagte in seiner Wohnung an der 
L.-Strasse in G. mit dem Scanner seines Computers 18 100er-No-
ten her. Diese Falsifikate weisen keinerlei Sicherheitsmerkmale auf 
und sind auf gewöhnlichem Papier gedruckt worden. 

X. hatte ursprünglich die Absicht, mit diesen Falisfikaten die Vor-
hänge zu „bezahlen“, welche er von A. Z. zurückforderte. Später 
hat er diese Idee aber verworfen und das Geld nie in Umlauf ge-
setzt. 

Die Bundesanwaltschaft, welche an sich für die Untersuchung von 
Geldfälschungsdelikten zuständig ist, hat die vorliegende Strafsa-
che mit Verfügung vom 28. Mai 2002 zur Untersuchung und Beur-
teilung dem Kanton Graubünden übertragen. 

10.der mehrfachen Widerhandlungen gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, 

Zwischen Januar und April 2002 rauchte der Angeklagte bei sich 
zuhause insgesamt etwa vier bis fünf Joints (Marihuana). Diesen 
Stoff will er von einem Kollegen, dessen Namen er nicht preisge-
ben will, gratis erhalten haben. 

11.der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG,

Am 11. Dezember 2001 fuhr der Angeklagte mit seinem Gelände-
wagen, Marke Hyundai Galopper, yyy., bei der T. in G.-U. frontal 
gegen eine Zonenparkverbotstafel und beschädigte diese. Ansch-
liessend brachte er den mitgeführten Anhänger zur Reparatur in 
die T.. Beim Wegfahren stiess er wiederum mit dieser Tafel zusam-
men. Als X. am folgenden Tag seinen Anhänger abholen wollte, 
kollidierte er erneut mit der Zonenparkverbotstafel.

12.des Fahrens trotz Führerausweisentzugs gemäss Art. 95 Ziff. 2 
SVG, 

Am 5. August 2002 lenkte X. seinen Lieferwagen, Marke Hyundai, 
zzz., in G. über die AN.-Strasse, obwohl ihm das Strassenver-
kehrsamt Graubünden den Führerausweis mit Verfügung vom 20. 
Juni 2002 auf unbestimmte Zeit entzogen hatte.“

C. Das im Auftrage des Untersuchungsrichteramtes F. von den Psychia-
trischen Diensten Graubünden (Klinik Waldhaus, F.) erstellte Gutachten vom 3. Juni 
2002 gelangte im wesentlichen zum Schluss, dass X. aufgrund seiner persönlich-
keitsbedingten Tendenz zu Überempfindlichkeit und Unsicherheit, verstärkt durch 
mangelndes Selbstvertrauen und der Angst, missverstanden oder falsch behandelt 
zu werden, zunehmend unter Stress geraten sei. Dies habe sich insofern verstärkt, 

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als er beinahe überzeugt gewesen sei, dass ihn seine Freundin betrüge. Persön-
lichkeitsbedingt reagiere X. unangemessen, irritiert oder auch aggressiv. Die Tat, 
welche er bei vollem Bewusstsein gezielt und mit nicht unerheblicher Brutalität aus-
geführt habe, sei psychologisch in diesem Umfeld einzubetten. Im Einzelnen beant-
wortete der begutachtende Arzt, Dr. med. V., die ihm im Gutachterauftrag gestellten 
Fragen wie folgt:

„1. Litt der Angeschuldigte im Zeitpunkt der Taten an einer Geistes-
krankheit, an Schwachsinn oder an einer schweren Störung des 
Bewusstseins, so, dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Un-
recht der Taten oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht aufge-
hoben war (Art. 10 StGB)?

Nach Auswertung aller uns zugänglich gemachten Unterlagen 
und den Ergebnissen unserer eigenen Untersuchungen und der 
Zusatzuntersuchungen haben wir keinerlei Anhaltspunkte dafür 
gefunden, dass bei Herrn X. eine Geisteskrankheit etwa in Form 
einer Psychose aus dem Formenkreis der Schizophrenien, der af-
fektiven Störungen oder eine hirnorganische Beeinträchtigung 
vorliegt. Schwachsinn ist gleichfalls auszuschliessen. Mit den Be-
handlern der Psychiatrischen Klinik Waldhaus sind wir ebenfalls 
der Ansicht, dass die vorherrschende psychische Problematik bei 
Herrn X. im Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung besteht. Herr 
X. leidet unter einer ausgeprägten emotional instabilen Persön-
lichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10: F60.30). Hierfür 
spricht sowohl die Biographie als auch der Eindruck bei der Ex-
ploration und insbes. das testpsychologische Ergebnis. Hervorzu-
heben sind seine deutliche Tendenz zu Überempfindlichkeit und 
zu Irritation und unangemessenem und aggressivem Reagieren 
in Belastungssituationen.

2. War der Angeschuldigte zur Zeit der Taten in seiner geistigen Ge-
sundheit beeinträchtigt oder war er geistig mangelhaft entwickelt, 
so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Taten oder 
zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war, wenn ja 
in welchem Grad (Art. 11 StGB)? 

Bei Herrn X. liegt aufgrund seiner Persönlichkeit eine mangelhafte 
geistige Entwicklung vor. Bezüglich seiner Taten ergibt sich aus 
dem Gesamttatverhalten und nach eigenen Angaben von Herrn 
X. über seine Motive sowie aus den Angaben seiner Bekannten 
für den gesamten Tatkomplex kein Hinweis, dass seine Fähigkeit, 
das Unrecht eines derartigen Vorgehens einzusehen in nennens-
werter Weise beeinträchtigt gewesen sei. Eine Bewusstseinstrü-
bung ist aufgrund des klaren und gezielten Tatvorgehens des Be-
schuldigten ebenfalls auszuschliessen. Uns liegen auch keine 
Hinweise dafür vor, die dafür sprächen, dass bei Herrn X. die 
Fähigkeit, gemäss vorhandener Einsicht zu handeln einge-
schränkt gewesen wäre. Die zum Tatzeitpunkt gemessene Blutal-
koholkonzentration von mind. 1.3 und maximal 1.96 Gew.Promille 

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können hier einen gewissen Einfluss ausüben. Allerdings bleibt 
festzuhalten, dass Herr X. nach eigenen Angaben an einen regel-
mässigen Alkoholkonsum in leichtem Ausmass in Form von Bier 
adaptiert war, so dass dies kaum für eine Handlungsfähig-
keitseinschränkung reicht. 

3. Erfordert der Geisteszustand des Angeschuldigten ärztliche Be-
handlung oder besondere Pflege und ist anzunehmen, eine allfäl-
lige Rückfallgefahr lasse sich durch eine Einweisung in eine Heil- 
und Pflegeanstalt verhindern oder vermindern (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB)?

Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 
Abs. 1 letzter Satz StGB?

Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Be-
handlung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug 
schwer beeinträchtigt?

In unseren Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Herr X. im All-
tagsleben deutlich dazu neigt, bestehende Schwierigkeiten zu ne-
gieren und zu überspielen, um einen möglichst problemlosen Ein-
druck zu erzeugen. Er ist daher aufgrund seiner Persönlichkeitss-
törung behandlungsbedürftig. Unseres Erachtens käme als Me-
thode der Wahl in erster Linie eine ambulante psychiatrische Be-
handlung mit regelmässigen, zunächst etwa ein Mal wöchentli-
chen Gesprächen in Frage. Eine solche ambulante Behandlung 
im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 letzter Satz StGB würde genügen. Der 
sofortige Strafvollzug wäre mit einer solchen Behandlung durch-
aus vereinbar, und diese würde durch den Vollzug nicht beein-
trächtigt. 

4. Gefährdet der Angeschuldigte in schwerwiegender Weise die öf-
fentliche Sicherheit, so dass er in einer Anstalt verwahrt werden 
muss, um ihn vor weiterer Gefährdung anderer abzuhalten (Art. 
43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB)?

Gemäss Bericht des Rechtsmediziners, Dr. med. W. R., ist auf-
grund des erhobenen Spurenbildes festzustellen, dass Herr X. 
nicht unerheblich Gewalt angewandt hat. Aufgrund der Einschät-
zung gemäss üblichen Gemeingefährlichkeitskriterien gehört Herr 
X. jedoch nicht zu jener Tätergruppe, welche die öffentliche Si-
cherheit in derart schwerwiegender Weise gefährdet, dass eine 
Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ausgesprochen 
werden müsste. Wir verweisen an dieser Stelle an unseren Be-
richt vom 15. Mai 2002 an Sie.

5. Für den Fall eines bedingten Strafvollzuges:

Ist eine psychiatrische Behandlung notwendig oder zweckmässig 
(Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB), so dass Weisungen (welche?) ange-
zeigt wären oder Schutzaufsicht angeordnet werden sollte?

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Eine ambulantpsychiatrische Behandlung bei Herrn X. ist notwen-
dig und zweckmässig, so dass wir psychiatrischerseits vorschla-
gen, im Falle eines bedingten Strafvollzuges die Weisung zu er-
lassen, sich einer solchen oben genannten ambulanten Behand-
lung gemäss Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB zu unterziehen. Eine 
Schutzaufsicht ist psychiatrischerseits derzeit nicht notwendig. 

6. Sind andere Massnahmen zweckmässig, z.B. Bevormundung, 
Verbeiständung? 

Zur Zeit sind andere Massnahmen, insbes. Bevormundung oder 
Verbeiständung psychiatrischerseits nicht vorzuschlagen.“ 

D. a). Die Schlussverfügung erging am 12. Juli 2002. Am 5. August 2002 
reichte A. Z., vertreten durch lic. iur. Jacqueline Moser, bei der Staatsanwaltschaft 
Graubünden fristgemäss Adhäsionsklage ein. Dabei stellte sie folgende Anträge:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für die anwaltlichen 
Aufwendungen im Untersuchungsverfahren den Betrag von Fr. 
6'159.30, zuzüglich Zins seit dem 11. April 2002, zu bezahlen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 
767.70 (Ersatz Kinderwagen), zuzüglich 5% Zins seit dem 6. April 
2002 zu bezahlen.

3. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung 
von Fr. 25'000.— oder einen Betrag nach richterlichem Ermessen, 
zuzüglich 5% Zins seit dem 11. April 2002, zu bezahlen.

4. Es sei gerichtlich davon Vormerk zu nehmen, dass es sich bei den 
in Ziffern 1 und 3 geltend gemachten Forderungen um eine Teil-
klage handelt. Die Klägerin behält sich ausdrücklich vor, zu einem 
späteren Zeitpunkt weitere Schadens- und Genugtuungsan-
sprüche einzuklagen.

5. Im Übrigen sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin ge-
genüber für sämtliche Folgekosten seiner von ihm begangenen 
Straftat vollumfänglich ersatzpflichtig ist.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu 
Lasten des Adhäsionsbeklagten.“

Als Begründung machte die Adhäsionsklägerin insbesondere geltend, dass 
sie seit dem Vorfall vom 11. April 2002 unter einem Schockzustand leide. Sie traue 
sich nicht mehr auf die Strasse, habe aber auch Angst, alleine zu Hause zu sein. 
Hinzu komme eine grosse Angst um ihre Tochter D.. Die Spätfolgen der durch diese 
Tat verursachten seelischen und körperlichen Schädigung seien im gegenwärtigen 
Zeitpunkt noch nicht absehbar, weshalb die Geltendmachung späterer Forderungen 
ausdrücklich vorbehalten werde.

12

b). Die Eltern von A. Z., B. und C. Z., reichten mit Eingabe vom 2. August 
2002, vertreten durch lic. iur. Martin Suenderhauf, mit folgenden Rechtsbegehren 
ebenfalls eine Adhäsionsklage ein:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin und dem Kläger für 
die anwaltlichen Aufwendungen im Untersuchungsverfahren je Fr. 
1'622.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Mai 2002, eventualiter den 
Klägern gemeinsam Fr. 3'244.--, zuzüglich 5% Zins seit dem 1. 
Mai 2002, zu bezahlen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 150.-- zuzüglich 
5% Zins seit 11. April 2002 (Beschädigung der Hose) zu bezahlen.

3. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für bisher entstan-
dene Franchise und Krankenkassenselbstbehaltskosten Fr. 
309.85, nebst 5% Zins auf Fr. 286.30 ab 11. Mai 2002 und 5% 
Zins auf Fr. 23.85 ab 3. August 2002, zu bezahlen. 

4. Im Übrigen sei festzustellen, dass der Beklagte den Klägern ge-
genüber für sämtliche Folgekosten seiner von ihm begangenen 
Straftaten voll ersatzpflichtig ist.

5. Es sei gerichtlich davon Vormerk zu nehmen, dass es sich bei den 
in Ziff. 1 – 3 geltend gemachten Schadenspositionen um eine Teil-
schadenersatzklage handelt, und es sei im Urteilsdispositiv ein 
Vorbehalt zugunsten einer späteren selbständigen Klage der Ad-
häsionskläger aufzunehmen. 

6. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägern eine Genugtuung in 
Höhe von je Fr. 5'000.--, zuzüglich 5% Zins seit 1. Mai 2002, even-
tualiter nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.

7. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Der Rechtsvertreter der Eheleute Z. begründet die Adhäsionsklage damit, 
dass der Psychoterror des Beklagten die ganze Familie physisch und psychisch 
nachhaltig geschädigt habe. Die über Monate erfolgten Beleidigungen, Beschimp-
fungen, Tätlichkeiten und Drohungen hätten die Adhäsionskläger zermürbt, und die 
späteren Eskalationen hätten der Klägerin derart zugesetzt, dass sie sich in psych-
iatrische Behandlung habe begeben müssen. In Bezug auf die Genugtuung, welche 
sich nur schwer beziffern lasse, sei auf die ausserordentlich enge Beziehung zwi-
schen den Eheleuten Z. und deren Tochter A. hinzuweisen.

c). Schliesslich reichten auch die AO.-Versicherungen, Leistungscenter 
F., bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine Adhäsionsklage gegen X. ein. Mit 
ihrer Eingabe vom 3. September 2002 machte die Adhäsionsklägerin eine Forde-
rung von Fr. 6'706.50 geltend. Es handle sich bei diesem Betrag um das Taggeld 
für einen Monat, welches X. in Folge des Ereignisses vom 11. April 2002 ausbezahlt 

13

worden sei. Da jedoch in Zusammenhang mit vorsätzlich ausgeführten Verbrechen 
oder Vergehen erlittene Unfälle von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen 
seien, sei X. zu verpflichten, den erhaltenen Betrag zurückzuerstatten.

E. Mit Verfügung vom 1. November 2002 wurde X. von der Staatsanwalt-
schaft Graubünden wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Tätlichkeiten gemäss Art. 126 StGB, Gefährdung des Lebens 
gemäss Art. 129 StGB, Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, Sachentziehung 
gemäss Art. 141 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, mehrfa-
chen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies StGB, mehrfacher 
Drohung gemäss Art. 180 StGB, Nötigung gemäss Art. 181 StGB, mehrfachen 
Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, mehrfacher vorsätzlicher Störung des 
öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Geldfälschung gemäss 
Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB, Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss 
Art. 292 StGB, Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Ver-
bindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand 
gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG, Fahrens trotz Führerausweisentzugs gemäss Art. 95 
Ziff. 2 SVG, mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie wegen 
Missbrauchs und Verschleuderung von Material gemäss Art. 73 Ziff. 1 MStG in den 
Anklagezustand versetzt. Gleichzeitig wurde der Fall gestützt auf Art. 346 StGB und 
Art. 47 StPO dem Bezirksgericht Landquart zur Beurteilung überwiesen. Dieses er-
kannte mit Urteil vom 22. Januar 2003, mitgeteilt am 28. April 2003, wie folgt:

„1. X. wird bezüglich Ziff. 4 der Anklageschrift vom Vorwurf des Haus-
friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, bezüglich Ziff. 5 der Ankla-
geschrift vom Vorwurf der vorsätzlichen Störung des öffentlichen 
Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und bezüglich Ziff. 
8 der Anklageschrift vom Vorwurf der mehrfachen vorsätzlichen 
Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB freigesprochen.

2. X. ist schuldig der mehrfacher Drohung gemäss Art. 180 StGB, 
des mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss 
Art. 179septies StGB, der Nötigung gemäss Art. 181 StGB, der Tät-
lichkeiten gemäss Art. 126 StGB, des Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB, des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung 
gemäss Art. 292 StGB, der Sachentziehung gemäss Art. 141 
StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 
StGB, der Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB, der 
mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB, des Missbrauchs und der Verschleuderung von Material 
gemäss Art. 73 Ziff. 1 MStG, des vorsätzlichen Fahrens in ange-
trunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG, der Geldfäl-

14

schung gemäss Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB, der mehrfachen Wi-
derhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, der Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 
90 Ziff. 1 SVG sowie des Fahrens trotz Führerausweisentzugs 
gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG.

3. Dafür wird X. mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten Gefängnis 
und einer Busse von Fr. 100.— bestraft.

4. Die erstandene Untersuchungshaft von 35 Tagen wird an den 
Strafvollzug angerechnet.

5. Die sichergestellten gefälschten Banknoten werden in Anwendung 
von Art. 249 StGB gerichtlich eingezogen und vernichtet.

Bezüglich der Adhäsionsklage von A. Z. wird wie folgt entschieden:

6. X. wird verpflichtet, der Adhäsionsklägerin A. Z. für die anwaltli-
chen Aufwendungen im Untersuchungsverfahren den Betrag von 
Fr. 4'374.30 (OHG-Tarif) zuzüglich die gesetzliche Mehrwert-
steuer, zuzüglich Zins seit dem 11. April 2002, zu bezahlen.

7. X. wird verpflichtet, an A. Z. den Betrag von Fr. 767.70 (Ersatz 
Kinderwagen) zuzüglich 5% Zins seit dem 6. April 2002, zu be-
zahlen.

8. X. wird verpflichtet, an A. Z. eine Genugtuung von Fr. 5'000.— 
zuzüglich 5% Zins seit dem 11. April 2002, zu bezahlen.

9. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass es sich bei 
den unter vorstehenden Ziffern 6 und 8 geltend gemachten For-
derungen um eine Teilklage handelt und dass sich A. Z. ausdrück-
lich vorbehält, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Schadens- 
und Genugtuungsansprüche einzuklagen.

10. Es wird gerichtlich festgestellt, dass X. gegenüber A. Z. für sämt-
liche Folgekosten der von ihm begangenen Straftaten vollumfäng-
lich ersatzpflichtig ist.

11. X. wird verpflichtet, an A. Z. eine ausseramtliche Entschädigung 
von Fr. 2'000.— zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu be-
zahlen.

Betreffend die Adhäsionsklage von B. und C. Z. gilt Folgendes:

12. X. wird verpflichtet, an B. und C. Z. für die anwaltlichen Aufwen-
dungen im Untersuchungsverfahren gemeinsam Fr. 3'244.--, zu-
züglich 5% Zins seit 1. Mai 2002, zu bezahlen (vereinbarter Tarif).

13. X. wird verpflichtet, an C. Z. Fr. 150.—zuzüglich 5% Zins seit 11. 
April 2002 (Beschädigung der Hose) zu bezahlen.

15

14. X. wird verpflichtet, an B. Z. für bisher entstandene Franchise und 
Krankenkassenselbstbehaltskosten Fr. 309.85, nebst 5% Zins auf 
Fr. 286.30 ab 11. Mai 2002 und 5% Zins auf Fr. 23.55 ab 3. August 
2002, zu bezahlen.

15. Es wird gerichtlich festgestellt, dass X. gegenüber B. und C. Z. für 
sämtliche Folgekosten seiner von ihm begangenen Straftaten voll 
ersatzpflichtig ist.

16. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass es sich bei 
den unter vorstehenden Ziff. 12 bis 14 erwähnten Schadensposi-
tionen um eine Teilschadenersatzklage handelt und dass sich B. 
und C. Z. ausdrücklich vorbehalten, zu einem späteren Zeitpunkt 
weitere Schadens- und Genugtuungsansprüche einzuklagen.

17. Hinsichtlich der geltend gemachten Genugtuungsforderung von 
B. und C. Z. wird ihre Adhäsionsklage abgewiesen.

18. X. wird verpflichtet, an B. und C. Z. zusammen eine ausseramtli-
che Entschädigung von Fr. 2'000.—zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer zu bezahlen.

In Bezug auf die Adhäsionsklage der AO.-Versicherung wird erkannt 
(Ziff. 19):

19. Auf die Adhäsionsklage der AO.-Versicherung wird infolge ver-
späteter Eingabe nicht eingetreten.

20. Die Kosten des vorliegenden Strafverfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft
Graubünden Fr. 7'035.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 4'771.45
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart Fr. 2'500.00
- den Kosten der amtlichen Verteidigung (inklusive

Mehrwertsteuer) Fr. 10'016.05
total somit Fr. 24'322.50

werden X. auferlegt.

21. Die Kosten für die erstandene und anzurechnende Untersu-
chungshaft in Höhe von Fr. 2'340.— werden gestützt au Art. 158 
Abs. 3 und Art. 188 StPO dem Kanton Graubünden auferlegt.

22. (Rechtsmittelbelehrung).

23. (Mitteilungen).“

16

F. Gegen dieses Urteil liess X. am 15. Mai 2003, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Christian Rathgeb, beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
strafrechtliche Berufung erheben. Dabei stellte er folgende Rechtsbegehren:

„1. Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei teilweise aufzuheben, und 
zwar betreffend Schuldspruch bezüglich

- mehrfache Drohung gemäss Art. 180 StGB,

- mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 
179septies StGB,

- Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB,

- Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB,

- Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB,

- Einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB,

- Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB.

X. sei betreffend den vorerwähnten Artikeln freizusprechen.

2. Ziff. 3, Ziff. 6 – 16, Ziff. 18 und Ziff. 20 des angefochtenen Urteils 
seien aufzuheben.

3. X. sei mit höchstens 12 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei in jedem Falle aufzuschieben.

5. Die Adhäsionsklage von A. Z. sei unter gesetzlicher Kostenfolge 
abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

6. Die Adhäsionsklage von B. und C. Z. sei unter gesetzlicher Kos-
tenfolge abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

7. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

Formeller Antrag

Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger für das Berufungsver-
fahren einzusetzen.“

Mit Schreiben vom 27. Mai 2003 nahm die Staatsanwaltschaft Graubünden 
zu gewissen Ausführungen in der Berufungsschrift von X. Stellung. Das Bezirksge-
richt Landquart ersuchte mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2003 unter Hinweis auf 
die Ausführungen im angefochtenen Urteil um vollumfängliche Abweisung der Be-
rufung. Auch A. Z. liess sich vernehmen und beantragte am 6. Juni 2003 die Abwei-
sung der Berufung. Die Eltern B. und C. Z. schliesslich nahmen mit Vernehmlassung 
vom 26. August 2003 ebenfalls ablehnend Stellung zur Berufung von X.. 

17

G. a). A. Z. liess gegen das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 22. 
Januar 2003 ebenfalls Berufung einreichen. In ihrer Eingabe vom 19. Mai 2003 
stellte sie folgende Rechtsbegehren:

„1. Ziffer 6 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart 
vom 22. Januar 2003 sei dahingehend abzuändern, dass X. ver-
pflichtet wird, der Geschädigten und Berufungsklägerin A. Z. für 
die anwaltlichen Aufwendungen im Untersuchungsverfahren den 
Betrag von Fr. 6'159.30, zuzüglich 5% Zins seit dem 11. April 2002 
zu bezahlen.

2. Ziffer 11 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart 
vom 22. Januar 2003 sei dahingehend abzuändern, dass X. ver-
pflichtet wird, der Geschädigten und Berufungsklägerin A. Z. eine 
ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'666.--, zuzüglich der ge-
setzlichen Mehrwertsteuer zu bezahlen. 

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 27. Mai 
2003 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Demgegenüber ersuchte die Vor-
instanz am 10. Juni 2003 um vollumfängliche Abweisung der Berufung. Das Be-
zirksgericht Landquart hielt dabei jedoch unter anderem fest, dass die Ausführun-
gen bezüglich der Ausrichtung einer Entschädigung unter dem Titel des Opferhilfe-
gesetzes tatsächlich einer näheren Überprüfung bedürften und dass diese in das 
Ermessen des Kantonsgerichtsausschusses gestellt werde. X. liess sich am 29. Juli 
2003 vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung der Berufung von A. Z..

b). Auch B. und C. Z. liessen am 19. Mai 2003 beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 22. Januar 
2003 einreichen. Ihre Rechtsbegehren lauteten wie folgt:

„1. a). Ziff. III. 1 und 3 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtes 
Landquart vom 22. Januar 2003, mitgeteilt 28. April 2003, seien 
insoweit aufzuheben, als X. bezüglich Ziff. 5 der Anklageschrift 
vom Vorwurf der vorsätzlichen Störung des öffentlichen Ver-
kehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und bezüglich Ziff. 8 
der Anklageschrift vom Vorwurf der vorsätzlichen Störung des 
öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum 
Nachteil von C. Z., M., freigesprochen worden ist.

    b). X. sei bezüglich Ziff. 5 der Anklageschrift der vorsätzlichen 
Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB und bezüglich Ziff. 8 der Anklageschrift der vorsätzli-
chen Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB z. N. von C. Z. schuldig zu sprechen und für diese 
Tatbestände angemessen in Ergänzung zu den Schuld-

18

sprüchen gemäss III. Ziff. 3 des Dispositivs des Urteils des Be-
zirksgerichts Landquart vom 22. Januar 2003 zu bestrafen.

2. a). Ziff. 17 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Land-
quart vom 22. Januar 2003, mitgeteilt 28. April 2003, sei aufzu-
heben.

    b). Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, den Berufungsklä-
gern eine Genugtuung in Höhe von je Fr. 5'000.--, zuzüglich 5% 
Zins seit 1. Mai 2002, eventualiter nach richterlichem Ermessen 
zu bezahlen.

Eventualiter sei gerichtlich festzustellen, dass der Berufungs-
beklagte den Berufungsklägern im Zusammenhang mit den 
Sachverhalten gemäss II. Ziff. 1, 3, 5, 7 und 8 der Anklageschrift 
eine Genugtuung schuldet, deren Höhe in einem nachträgli-
chen zivilgerichtlichen Verfahren festzulegen ist.

Subeventualiter sei die Genugtuungsklage der Berufungskläger 
ad separatum zu verweisen.

3. III. Ziff. 18 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Land-
quart vom 22. Januar 2003, mitgeteilt 28. April 2003, sei aufzuhe-
ben und der Berufungsbeklagte zu verpflichten, an B. und C. Z. 
zusammen eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 5'780.25 
für die anwaltlichen Aufwendungen ab 2. August 2002 bis und mit 
vorinstanzlichem Hauptverfahren vom 22. Januar 2003 auszurich-
ten.

4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 
Berufungsklägers.

Prozessuale Anträge

1. Psychiatrische Exploration der Berufungskläger durch Dr. med. 
W., G., zu folgenden Themenbereichen:

- Gesundheitliche Auswirkungen als Folge der strafbaren Hand-
lungen des Berufungsbeklagten zum Nachteil der Berufungs-
klägerschaft gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden und Urteil des Bezirksgerichtes Landquart.

- Psychische Auswirkungen des Tatbestandes der Gefährdung 
des Lebens gemäss Art. 129 StGB, beziehungsweise der Kör-
perverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nach-
teil der Tochter A. Z. in Bezug auf Frau B. Z. und C. Z..

- Folgeschäden der verschiedenen Übergriffe des Berufungs-
beklagten zum Nachteil der Berufungskläger in psychischer 
Hinsicht.

2. Dr. med. W., G., sei als Zeuge (evt. schriftliche Auskunft) zu fol-
genden wesentlichen Fragestellungen einzuvernehmen:

19

- Gesundheitliche Auswirkungen als Folge der strafbaren Hand-
lungen des Berufungsbeklagten zum Nachteil der Berufungs-
klägerschaft gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden und Urteil des Bezirksgerichtes Landquart.

- Psychische Auswirkungen des Tatbestandes der Gefährdung 
des Lebens gemäss Art. 129 StGB, beziehungsweise der Kör-
perverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nach-
teil der Tochter A. Z. in Bezug auf Frau B. Z. und C. Z..

- Folgeschäden der verschiedenen Übergriffe des Berufungs-
beklagten zum Nachteil der Berufungskläger in psychischer 
Hinsicht.

3. Es sei E. Z., N. 110, 7303 M., als Zeuge zu folgenden Themenbe-
reichen zu befragen:

- Entwicklung der familiären Situation ab Dezember 2001 bis 
heute.

- Psychische Auswirkungen der Straftaten des Berufungsbe-
klagten zum Nachteil der Berufungskläger und deren Tochter 
A. Z..

4. Aktueller schriftlicher Bericht Dr. med. W. zur jetzigen Behand-
lungssituation bei B. Z. (wird nachgereicht).“

Das Bezirksgericht Landquart ersuchte mit Schreiben vom 10. Juni 2003 um 
vollumfängliche Abweisung der Berufung. X. stellte mit seiner Vernehmlassung vom 
29. Juli 2003 den primären Antrag, auf die Berufung von B. und C. Z. nicht einzu-
treten. Eventualiter sei die Berufung abzuweisen.

H. Auf die Begründung der Anträge und die Erwägungen im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erhe-
ben (Art. 141 Abs. 1 StPO). In gleicher Weise können solche Entscheide über Ad-
häsionsklagen angefochten werden (Art. 133 StPO). Die Berufung ist innert zwanzig 
Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzurei-
chen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen 
Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-

20

rungen vermögen die vorliegenden Berufungen zu genügen. Auf sie ist daher ein-
zutreten. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Adhäsionskläger 
B. und C. Z. ohne weiteres und im gleichen Umfang wie der Angeklagte berechtigt 
sind, auch in der Strafsache – allerdings beschränkt auf den Schuldspruch – Beru-
fung einzulegen (vgl. Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden (StPO), 2. Aufl. Chur 1996, S. 334 f.). Dies ergibt sich zum einen 
für jene Fälle, wo die Eheleute Z. im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG direkt als Opfer 
zu betrachten sind. Zum anderen folgt dies aber auch aus Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG 
in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 lit. b und c OHG, wonach die Eltern eines Opfers im 
Sinne des Gesetzes einen Gerichtsentscheid mit denselben Rechtsmitteln anfech-
ten dürfen wie der Beschuldigte – sofern sie sich zuvor bereits am Verfahren betei-
ligt haben und der Entscheid ihre Zivilansprüche betrifft oder sich auf deren Beur-
teilung auswirken kann. A. Z. wurde, wie nachstehend noch zu zeigen sein wird, 
durch verschiedene Straftaten in ihrer körperlichen und psychischen Integrität be-
einträchtigt und ist somit zweifellos ein Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG. So-
weit also B. und C. Z. Zivilansprüche gegenüber X. zustehen, und sie nicht direkt 
als Opfer zu betrachten sind, werden sie gemäss Art. 2 Abs. 2 lit. b und c OHG 
ihrer Tochter A. gleichgestellt (vgl. dazu auch nachstehend Erwägung 9 a). 

2. Im Zusammenhang mit den hier zu beurteilenden Vorfällen liegen dem 
Kantonsgerichtsausschuss drei Rechtsschriften vor: Die Berufung von X. vom 15. 
Mai 2003 gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Landquart vom 22. Januar 2003 
(SB 03 21; nachstehend „Berufung“ genannt. Entsprechend wird in der Folge X. als 
„Berufungskläger“ bezeichnet), die Berufung von A. Z. vom 19. Mai 2003 gegen 
dieses Urteil (SB 03 25) sowie die gleichentags erhobene Berufung von B. und C. 
Z. (SB 03 22). Der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden wird sich nachfol-
gend erst mit dem Strafpunkt des vorinstanzlichen Urteils beschäftigen und ansch-
liessend über die Adhäsionsklagen von A., B. und C. Z., beziehungsweise über die 
Berufungen SB 03 25 und 03 22 befinden.

3. a). Wird im Berufungsverfahren eine Änderung des vorinstanzlichen Ur-
teils zu Ungunsten des Verurteilten beantragt, so kann dieser die Durchführung ei-
ner mündlichen Berufungsverhandlung verlangen. In den übrigen Fällen kann der 
Kantonsgerichtspräsident eine solche von sich aus oder auf Antrag der Parteien 
anordnen, wenn die persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der 
Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Verhand-

21

lung statt, so trifft der Kantonsgerichtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivor-
tritt aufgrund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Unabhängig von der kantonalen 
Verfahrensordnung hat der Angeschuldigte auch gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Dieser 
Anspruch ist Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein faires Verfahren. Das Ge-
bot der Verfahrensöffentlichkeit gilt dabei nicht nur für das erstinstanzliche Strafver-
fahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit des Strafverfahrens inklusive des 
gesamten Rechtsmittelweges; also auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 
141 ff. StPO. Keinesfalls aber ist eine Rechtsmittelinstanz verpflichtet, in jedem 
Falle eine mündliche Hauptverhandlung durchzuführen (vgl. BGE 119 Ia 318 f.). 
Von einer mündlichen Verhandlung kann insbesondere dann abgesehen werden, 
wenn die erste Instanz tatsächlich mündlich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen 
oder aber Tatfragen, die sich leicht aufgrund der Akten beurteilen lassen, zur Dis-
kussion stehen, oder wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache 
von geringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person oder deren Charakter 
stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; ZGRG 2/99 S. 46). Schliesslich darf einem 
nichtöffentlichen Verfahren keinerlei öffentliches Interesse entgegenstehen.

Der Betroffene ist berechtigt, auf eine mündliche Berufungsverhandlung zu 
verzichten. Voraussetzung für einen wirksamen Verzicht ist jedoch, dass er aus-
drücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig 
ergibt. Im vorliegenden Fall hat der Rechtsvertreter des Berufungsklägers auf die 
Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verzichtet. Es ist daher im 
folgenden zu prüfen, ob die Voraussetzungen für das Absehen von einer mündli-
chen Berufungsverhandlung erfüllt sind.

b). Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Landquart wurde am 
22. Januar 2003 im Anschluss an eine mündliche Hauptverhandlung erlassen. Da 
sich im vorliegenden Berufungsverfahren keinerlei Fragen zur Person und zum Cha-
rakter des Täters stellen, welche sich nicht auch aufgrund der Akten beantworten 
liessen, kann grundsätzlich auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung 
verzichtet werden (vgl. BGE 119 Ia 318 f.; PKG 2001 Nr. 19). Ein öffentliches Inter-
esse gegen die Durchführung einer nichtöffentlichen Verhandlung liegt ebenfalls 
nicht vor. Der Kantonsgerichtsausschuss kommt demnach zum Schluss, dass die 
streitige Strafsache gestützt auf die vorliegenden Akten ohne mündliche Verhand-
lung sachgerecht entschieden werden kann. Von einer mündlichen Berufungsver-
handlung ist demzufolge abzusehen.

22

4. In seiner Berufungsschrift vom 15. Mai 2003 ersucht X. für das Beru-
fungsverfahren um Bestellung einer amtlichen Verteidigung in der Person von 
Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Rathgeb. 

Gemäss Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO hat ein Angeklagter sowohl für das Ge-
richtsverfahren vor der ersten Instanz als auch für das Berufungsverfahren An-
spruch auf einen amtlichen Verteidiger, falls die tatsächliche oder rechtliche Schwie-
rigkeit des Falles dies rechtfertigt (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 274). Die dazu erforderli-
che Schwierigkeit ist abhängig von den jeweiligen Umständen des Einzelfalles. Zur 
relativen Schwere des Falles müssen besondere tatsächliche oder rechtliche 
Schwierigkeiten treten, denen der Angeklagte nicht gewachsen ist, so zum Beispiel 
im Hinblick auf seinen Bildungsstand, seine Fähigkeiten, seine prozessualen Erfah-
rungen oder aufgrund allfälliger komplizierter Beweiserhebungen oder verwickelter 
Rechtsprobleme (BGE 120 Ia 43; Padrutt, a.a.O., S. 127). X. wäre den tatsächlichen 
und rechtlichen Schwierigkeiten des vorliegenden Falles ohne Verteidigung nicht 
mit Sicherheit gewachsen gewesen, weshalb ihm Rechtsanwalt Dr. iur. Christian 
Rathgeb als amtlicher Verteidiger zu bestellen ist. 

5. Der Berufungskläger bestreitet das Vorliegen diverser Tatbestände, 
weshalb im folgenden die entsprechenden Schuldsprüche zu überprüfen sind. Da-
bei gilt es zu beachten, dass dem Kantonsgerichtsausschuss als Berufungsinstanz 
zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition zukommt (Art. 146 StPO), er 
jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung 
gestellten Anträge überprüft (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 375). 

a). Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeu-
gung. Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 
des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP). So hat das Gericht 
von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner 
persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Be-
weise darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht 
(vgl. BGE 115 IV 268 f.). Freie Beweiswürdigung gilt auch dort, wo Aussage gegen 
Aussage steht. Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle 
Wahrheit wegleitend, so kann für diese Beurteilung einzig die freie Meinung des 
Gerichts massgebend sein (vgl. Robert Hauser/ Erhard Schweri, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 1999, § 54 N 2, S. 215). 

23

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, wann 
er eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Lehre und 
Rechtsprechung führen hierzu aus, dass eine blosse Wahrscheinlichkeit für eine 
Verurteilung nicht genüge, eine absolute Sicherheit aber auch nicht erforderlich sei. 
Entsprechend rechtfertige eine theoretisch entfernte Möglichkeit eines anderen 
Sachverhalts aber auch noch keinen Freispruch (vgl. Hauser /Schweri, a.a.O., § 54 
N 11, S. 217). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind mit anderen Worten 
hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlich-
keit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, 
ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und 
sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die 
Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld 
des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die 
vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 
1987 Nr. 12; W. Padrutt, a.a.O., S. 307; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auf-
lage, Zürich 1997, N 289). Bei Zeugen interessiert nicht in erster Linie deren per-
sönliche Glaubwürdigkeit, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit einer kon-
kreten Aussage (vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit 
Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Die Aussage muss 
dabei auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der 
übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Kriterien des glaubwürdigen Aussa-
geinhalts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie 
die Homogenität der Aussage (vgl. Friedrich Arntzen / Else Michaelis-Arntzen, Psy-
chologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, 
München 1993, S. 15 ff.).

Schliesslich darf sich der Strafrichter nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 
6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" nicht von der 
Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen ei-
nes verurteilenden Erkenntnisses bestehen (vgl. BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoreti-
sche und abstrakte Zweifel sind nicht massgebend, da solche immer möglich sind 
und eine absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr 
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln; Zweifel, welche sich 
nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Es ist also stets anhand 
sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umständen zu untersuchen, ob die Dar-
stellung der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeu-
gen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der 

24

anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" 
der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 
Nr. 31; W. Padrutt, a.a.O., S. 307 f.). Die dem Kantonsgerichtsausschuss vorliegen-
den Beweismittel und Indizien sind daher einer eingehenden Prüfung und Würdi-
gung zu unterziehen, um abzuklären, ob der X. zur Last gelegte Sachverhalt be-
weismässig erstellt ist.

b). Für die nachfolgend vorzunehmende Beweiswürdigung gilt es insbe-
sondere festzuhalten, dass die diversen Protokolle polizeilicher Einvernahmen ohne 
weiteres mitberücksichtigt werden können. Grundsätzlich gilt, dass die Polizei zu 
formlosen Einvernahmen von Personen befugt ist, dass diesen aber erst vor dem 
Untersuchungsrichter Zeugenqualität zukommt (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 312). 
Nach der Praxis der Rechtsprechungsorgane der Europäischen Menschenrechts-
konvention ist es aber dennoch zulässig, auf belastende polizeilich protokollierte 
Aussagen aus der Voruntersuchung abzustellen. Voraussetzung hierzu ist einzig, 
dass der Angeschuldigte im Laufe des Verfahrens die Möglichkeit erhielt, die belas-
tenden Aussagen zu bestreiten. Mit anderen Worten erachtet es die Kommission 
als ausreichend, wenn die Möglichkeit zu irgend einem Zeitpunkt im Laufe des Ver-
fahrens bestand. Der Anspruch des Angeschuldigten auf Mitwirkung besteht indes-
sen nur, wenn er rechtzeitig darum ersucht, da er auf sein Recht auch ausdrücklich 
oder stillschweigend verzichten kann (vgl. Entscheid des Kantonsgerichtsausschus-
ses Graubünden vom 18. Oktober 2000 in Sachen P. K., SB 00 60, S. 14 ff.; W. 
Padrutt, a.a.O., S. 140; H. Miesler / T. Vogler, Internationaler Kommentar zur Eu-
ropäischen Menschenrechtskonvention, Köln 1995, N 379 und 551; Urteil des Eu-
ropäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 27. September 1990 i.S. Win-
disch c. A., EGMR Série A, vol. 186, Ziff. 26 und vom 26. April 1991 i.S. Asch c. A., 
EGMR Série A, vol. 203, Ziff. 27; BGE 124 I 274). Im vorliegenden Strafverfahren 
wurden die meisten der polizeilich einvernommenen Personen in der Folge noch 
untersuchungsrichterlich befragt. Überdies forderte das Bezirksgericht Landquart X. 
mit Schreiben vom 25. November 2002 auf, im Sinne von Art. 103 ff. StPO Antrag 
auf Aktenergänzung zu stellen (vgl. SB 03 21, act. 08.1.). Dem Berufungskläger 
stand somit eine Frist von fünf Tagen zur Verfügung, um eine Vorladung von Zeu-
gen zur Hauptverhandlung zu beantragen (vgl. Art. 105 StPO). Diese Möglichkeit 
nahm X. offensichtlich nicht wahr. Damit verzichtete er stillschweigend auf das in 
Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK festgehaltene Recht auf weitere Befragung von Belastungs-
zeugen. Da der Berufungskläger mit anderen Worten im Laufe des Strafverfahrens 
Gelegenheit erhielt, den ihn belastenden Personen Fragen zu stellen, kann nach-

25

folgend ohne weiteres auch auf nur polizeilich protokollierte Aussagen aus der Vor-
untersuchung abgestellt werden. 

6. Die Vorinstanz sprach X. gestützt auf Ziffer 1 der Anklageschrift (vgl. 
act. 1.45.) der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 StGB und des mehrfachen 
Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies für schuldig. X. habe ge-
droht, B. und A. Z. zu erschiessen. Dies werde durch verschiedene Zeugenaussa-
gen bestätigt. Zudem lägen dem Gericht zwei Listen mit SMS-Mitteilungen vor, 
worin X. gegenüber A. Z. und deren Eltern ebenfalls Drohungen ausgestossen 
habe. Diese Abschriften der SMS-Mitteilungen habe die Kantonspolizei mit den Ori-
ginalmitteilungen verglichen und als richtig bestätigt. Damit bestehe keinerlei Zwei-
fel an der Authentizität dieser SMS, zumal es nach dem Stande der Technik nicht 
möglich sei, empfangene SMS-Mitteilungen abzuändern. 

Der Berufungskläger macht hierzu geltend, dass die von Art. 180 StGB ge-
forderte „schwere Drohung“ nicht nachgewiesen sei und es bezüglich des Tatbe-
standes von Art. Art. 179septies an der erforderlichen Bosheit und dem Mutwillen 
fehle. Mit seinen Telefonanrufen habe er einzig die Kontaktnahme mit A. Z. be-
zweckt und sich nach dem Wohle des gemeinsamen Kindes erkundigen wollen, was 
angesichts der überraschenden Trennung von Frau und Tochter durchaus nachvoll-
ziehbar sei. Die SMS, welche A. Z. und ihre Eltern abgeschrieben und mittels zweier 
Listen der Staatsanwaltschaft überreicht hätten, habe er nicht geschrieben. Der In-
halt dieser SMS passe denn auch nicht zum Zweck seiner Telefonanrufe. Zudem 
sei es entgegen den Ausführungen der Vorinstanz durchaus möglich, empfangene 
SMS-Mitteilungen zu verändern und unter dem Namen des ursprünglichen Senders 
abzuspeichern. Der durch die Kantonspolizei vorgenommenen Nachkontrolle der 
fraglichen SMS komme folglich keine Bedeutung zu. 

a). aa). Den Tatbestand von Art. 180 StGB erfüllt, wer jemanden durch 
schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Die Drohung wird in der Lehre 
umschrieben als Angriff auf die Freiheit der Willensbildung oder –betätigung durch 
Ankündigung eines erheblichen Übels (vgl. Stephan Trechsel, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, 1997, N 1 zu Art. 180 StGB; Jörg 
Rehberg / Niklaus Schmid, Strafrecht III, 7. Auflage, Zürich 1997, S. 337). Der Täter 
muss eine schwere Drohung anwenden, er muss also Nachteile in Aussicht stellen, 
welche sich objektiv dazu eignen, das Opfer in Angst oder Schrecken zu versetzen. 
Ob eine Drohung im erwähnten Sinne als schwer einzustufen ist, hängt in einem 
gewissen Masse vom Ermessen des Richters ab. Unerheblich hingegen ist, ob eine 

26

Drohung ernstgemeint ist und ob sie realisierbar wäre. So hat das Bundesgericht 
beispielsweise bei einer Drohung mit „casser la geule“ den Tatbestand von Art. 180 
StGB als erfüllt betrachtet (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 2 zu Art. 180 StGB; Rehberg 
/ Schmid, a.a.O., S. 337 f.; BGE 99 IV 216). Der Gefährdungserfolg schliesslich liegt 
darin, dass das Opfer tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt wird. Dabei 
genügt bereits ein Verlust des Sicherheitsgefühls (vgl. St. Trechsel, a.a.O. N. 3 zu 
Art. 180 StGB). 

bb). A. Z. gab anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
18. April 2002 zu Protokoll, dass ihr X. gedroht habe, erst ihre Mutter B. Z. und 
anschliessend sie selber zu erschiessen (vgl. act. 4.4., S. 2). Am 20. Dezember 
2001 informierte A. ihre Mutter telefonisch über die Äusserung von X. (vgl. act. 5.7., 
S. 1). Diese gab gegenüber der Kantonspolizei zu Protokoll, über das Telefon gehört 
zu haben, wie sich X. mit den Worten äusserte, dass damit für ihn sämtliche Pro-
bleme gelöst wären (vgl. act. 5.7., S. 1 f.). B. Z. führte weiter aus, dass X. im De-
zember 2001 immer wieder vom Erschiessen gesprochen habe. Dies habe sie in 
Angst und Schrecken versetzt. Sie sei überzeugt gewesen, dass irgend etwas 
Schlimmes passieren werde (vgl. act. 5.12., S. 2). Am 22. Februar 2002 habe ihr A. 
weinend mitgeteilt, dass X. ihr die gemeinsame Tochter D. mittels Gerichtsentscheid 
wegnehmen wolle. Sollte dies nicht gelingen, hätte D. seinen Aussagen zufolge bald 
kein Mami mehr und er werde mit der Tochter auf dem Grabe der Mutter die Blumen 
giessen (vgl. act. 5.7., S. 2). Die entsprechende Aussage von X – welche A. auch 
ihrer Bekannten Y. erzählte (vgl. act. 11.16.) - bestätigte A. Z. vor dem Untersu-
chungsrichter (vgl. act. 4.4., S. 4). Auch die zunächst als Auskunftsperson befragte 
AA. bestätigte sinngemäss die geäusserten Tötungsabsichten von X. gegenüber A. 
Z.. Gemäss den Angaben von AA. als Zeugin erzählte ihr X. Anfang des Jahres 
2002 von seinen Problemen mit A.; er habe erwähnt, dass Mord nicht mehr sein 
letzter Gedanke sei (vgl. act. 5.9., S.1; act. 11.19.). 

Am Abend des 22. Februar 2002 suchte B. Z. X. auf und stellte ihn vor dem 
P. in G. zur Rede (vgl. Ziffer 3 der Anklageschrift). Ihren Aussagen zufolge habe X. 
dabei die Morddrohung gegen A. Z. wiederholt und angefügt, dass es vielleicht bes-
ser wäre, sie, B. Z. zu erschiessen (vgl. act. 5.7., S. 2). AB., ein Zeuge dieser Aus-
einandersetzung, gab gegenüber dem einvernehmenden Untersuchungsrichter zu 
Protokoll, dass X. sich dahingehend geäussert habe, dass A. noch auf dem Friedhof 
landen werde (vgl. act. 7.5., S. 2). Diese Äusserungen wurden von X. nicht bestritten 
und in der Berufungsschrift vom 15. Mai 2003 entsprechend auch nicht in Abrede 
gestellt (vgl. act. 4.5., S. 4; act. 7.5., S. 2 f. und SB 03 21, act. 01, S. 3 ff.). 

27

B. Z. untermauerte ihre wegen Drohung erhobene Strafanzeige schliesslich 
noch mit dem Vorbringen, dass zwischen Dezember 2001 und Januar 2002 auf ihr 
Mobiltelefon verschiedene, von X. gesendete SMS-Mitteilungen eingegangen 
seien, welche sie teilweise ebenfalls als Drohung empfunden habe (vgl. act. 5.1., S. 
3 und act. 5.7., S. 2).

cc). Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass X. zwischen Dezem-
ber 2001 und Februar 2002 wiederholte Male und in teilweise verklausulierter Form 
davon sprach, A. Z. und / oder B. Z. zu töten. Die B. Z. betreffende Morddrohung 
sprach der Berufungskläger sowohl direkt ihr gegenüber als auch gegenüber A. Z. 
aus. Die A. betreffende Morddrohung äusserte X. gegenüber A. selber, gegenüber 
B. Z. und sinngemäss auch gegenüber AA.. Zudem bestätigte B. Z. die Drohung 
gegenüber ihrer Tochter als Zeugin vom „Hörensagen“, was nach der Lehre eben-
falls als Beweismittel berücksichtigt werden kann (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 210). 
Schliesslich bestätigte auch der Zeuge AB. eine entsprechende, A. Z. betreffende 
Drohung. 

Es ist somit zweifellos erstellt, dass der Berufungskläger sowohl A. wie auch 
B. Z. wiederholte Male mit dem Tode drohte. Ob die umstrittenen, von X. stammen-
den SMS-Mitteilungen ebenfalls Drohungen enthalten; beziehungsweise ob der In-
halt einer SMS nach dem Stande der Technik vom Empfänger abgeändert werden 
kann, kann damit offen bleiben. Die verschiedenen, in sich übereinstimmenden Aus-
sagen erlauben dem Kantonsgerichtsausschuss bereits ohne weiteres eine zuver-
lässige Beurteilung des rechtlich relevanten Sachverhalts. Der von Rechtsanwalt 
lic. iur. Martin Suenderhauf in seiner Vernehmlassung vom 26. August 2003 ge-
stellte Beweisantrag auf Einholung einer Expertise bezüglich Abänderbarkeit von 
SMS-Mitteilungen (vgl. SB 03 21, act. 14, S. 3) ist daher im Sinne einer antizipierten 
Beweiswürdigung abzulehnen (vgl. Robert Hauser / Erhard Schweri, a.a.O., § 54 N. 
1, § 55 N. 10 mit Hinweisen; Niklaus Schmid, a.a.O., N 291 mit Hinweisen; BGE 121 
I 308 f., 124 I 211; PKG 1993 Nr. 27).

X. stellte mit seinen Morddrohungen einen Nachteil in Aussicht, welcher zwei-
fellos geeignet ist, ein Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Drohungen 
wurden denn von B. Z. auch als ernstgemeint empfunden, was insbesondere die 
Tatsache belegt, dass sie sich ab dem 8. Februar 2002 in ärztliche Behandlung 
begeben musste. Der behandelnde Arzt, Dr. med. R. AC., G., diagnostizierte ihr 
eine psychische Erkrankung, welche klar auf die Drohungen und Beschimpfungen 
von X. zurückzuführen sei (vgl. act. 1.39.). Der negative Einfluss der Drohungen auf 

28

das psychische Befinden von B. Z. wurde auch von ihrem Psychotherapeuten Dr. 
med. W., G., bestätigt. Die Drohungen des Berufungsklägers gegenüber B. Z. hät-
ten zusammen mit den übrigen Vorkommnissen dazu geführt, dass die verschiede-
nen Psychotraumen gar nie hätten verarbeitet werden können (vgl. act. 1.42.). 
Diese Arztberichte belegen somit zweifelsfrei, dass die Drohungen B. Z. in Angst 
und Schrecken versetzten, was sie im übrigen auch ausdrücklich bestätigte (vgl. 
act. 5.12., S. 2). Bei A. Z. führte das Verhalten des Berufungsklägers zu noch gra-
vierenderen gesundheitlichen Störungen. Gemäss einem Arztbericht von Dr. med. 
W. vom 24. August 2002 führten die diversen Erlebnisse dazu, dass A. nun in einem 
Zustand der Gefühlsabspaltung handle. Dies äussere sich dahingehend, dass das 
Geschehende vorerst gar nicht im Bewusstsein wahrgenommen werde und sich an-
schliessend unspezifische Reaktionen (wie beispielsweise Gefühllosigkeit) entwi-
ckeln würden. A. versuche zu vermeiden, alleine auf der Strasse unterwegs zu sein, 
leide aber auch unter Panikattacken, wenn sie sich alleine in der Wohnung befinde 
(vgl. act. 1.22.). Damit ist erstellt, dass der objektive Tatbestand der Drohung 
gemäss Art. 180 StGB bei B. wie auch bei A. Z. zweifellos erfüllt ist. Zu prüfen bleibt 
der subjektive Tatbestand. 

dd). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz gefordert. Der Täter muss mit Vor-
satz handeln, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen und dafür eine ob-
jektiv geeignete Drohung zu verwenden (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 338). 
Nach Art. 18 Abs. 2 StGB handelt vorsätzlich, wer ein Verbrechen mit Wissen und 
Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört dabei nur das auf die objektiven Merkmale des 
Delikttatbestandes bezogene Wissen und Wollen, nicht aber das Bewusstsein der 
Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit (vgl. BGE 107 IV 207). 
Schliesslich kann aus dem Wissen des Täters um das Vorliegen eines objektiven 
Tatbestandes ohne weiteres auf das Wollen geschlossen werden, wenn das Han-
deln vernünftigerweise nicht anders als eine Billigung des vom Gesetz verpönten 
Verhaltens ausgelegt werden kann (vgl. BGE 92 IV 67). Was der Täter weiss, will 
oder in Kauf nimmt, ist ein innerer Vorgang und damit Tatfrage (vgl. BGE 104 IV 36; 
119 IV 2).

Das Wissen darüber, dass eine Morddrohung Angst und Schrecken auslöst, 
kann der Berufungskläger nicht bestreiten. Wenn sich X. nun gegenüber A. und B. 
Z. dennoch wiederholte Male in diesem Sinne äusserte, kann dies nicht anders ver-
standen werden, als dass er mit seinen Äusserungen das vom Gesetz verpönte 
Verhalten auch wollte oder zumindest billigend in Kauf nahm. Damit wurde der sub-

29

jektive Tatbestand ebenfalls erfüllt, weshalb sich X. der mehrfachen Drohung 
gemäss Art. 180 StGB schuldig gemacht hat.

b). aa). Den Tatbestand von Art. 179septies StGB erfüllt, wer eine Fernmelde-
anlage aus Bosheit oder Mutwillen zur Beunruhigung oder Belästigung eines ande-
ren missbraucht. Unter den Begriff der Fernmeldeanlage fallen gemäss Art. 3 lit. d 
FMG sämtliche Geräte, Leitungen oder Einrichtungen, welche zur 
fernmeldetechnischen Übertragung von Informationen benutzt werden – unter 
anderem somit Festnetz- und Mobiltelefone. Die tatbestandsmässige Handlung 
besteht darin, dass der Täter mittels einer solchen Anlage den Empfänger 
beunruhigt oder belästigt, indem er beispielsweise zu Unzeit oder in grosser 
Häufigkeit Telefonate tätigt oder schikanöse E-Mails verschickt (vgl. Peter von Ins / 
Peter-René Wyder, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. AM. – 401 StGB, 
Hrsg.: Marcel Alexander Niggli / Hans Wiprächtiger, Basel / Genf / München 2003, 
N 4 zu Art. 179septies StGB; Rehberg/Schmid, a.a.O., S. 334). 

bb). X. ist überführt und geständig, vom 20. Dezember 2001 bis zum 1. 
Februar 2002 wiederholte Male auf den Festnetzanschluss von B. und C. Z. in M. 
und auf das Mobiltelefon von B. Z. angerufen zu haben, teilweise gar nach 
Mitternacht (vgl. act. 4.5., S. 2; act. 4.12., S. 2 und 4.13., S. 2). Diese Anrufe gingen 
gemäss Angaben von C. Z. bis Anfang Januar 2002 beinahe täglich und zu 
sämtlichen Tages- und Nachtzeiten ein, und zwar pro Tag wiederholte Male. 
Anschliessend habe X. in Abständen von etwa drei Tagen telefoniert (vgl. act. 5.8.). 
Unbestritten ist auch, dass der Berufungskläger in jener Zeit B. Z. mehrere SMS-
Mitteilungen zukommen liess (vgl. act. 4.5., S. 2). Die Ehegatten Z. gaben 
übereinstimmend zu Protokoll, dass sie sich durch das Verhalten von X. belästigt 
gefühlt hätten (vgl. act. 5.12., S. 1; act. 5.13., S. 1 f.).

Betrachtet man die Häufung der Telefonate und SMS-Mitteilungen sowie die 
Tatsache, dass die Anrufe teilweise zu Unzeit erfolgten, ist der Missbrauch der 
Fernmeldeanlagen und damit der objektive Tatbestand von Art. 179septies StGB 
zweifellos ausgewiesen. 

cc). In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 179septies StGB neben Vorsatz das 
besondere Tatmotiv der Bosheit oder des Mutwillens (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., 
S. 334). Mutwille ist rücksichtsloses Handeln in Befolgung momentaner Launen; 
Bosheit liegt vor, wenn dem Täter der Schaden oder die Belästigung, welche er 

30

anderen zufügte, eine besondere Befriedigung oder Freude verschafft (vgl. von Ins 
/ Wyder, a.a.O., N 10 zu Art. 179septies StGB; Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 334).

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 24. April 2002 
stellte X. nicht in Abrede, von den Eheleuten Z. aufgefordert worden zu sein, das 
Telefonieren und Verschicken von SMS zu unterlassen (vgl. act. 4.5., S. 2). Am 30. 
April 2002 gab der Berufungskläger demgegenüber zu Protokoll, sich an derartige 
Aufforderungen nicht mehr erinnern zu können. Er habe aber gespürt, dass seine 
Anrufe unerwünscht waren (vgl. act. 5.12., S. 2 und act. 5.13., S. 2). Fest steht 
somit, dass X. die Eltern von A. Z. bewusst belästigte. Dieses Verhalten muss als 
rücksichtslos und damit als mutwillig bezeichnet werden, zumal der Berufungskläger 
zu sämtlichen Tages- und Nachtzeiten anrief und auch der Bitte der Eheleute Z., 
zumindest den Festanschluss in Ruhe zu lassen, nicht nachkam (vgl. act. 5.13., S. 
2). Der subjektive Tatbestand von Art. Art. 179septies StGB ist somit ebenfalls erfüllt, 
weshalb sich X. des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage schuldig gemacht hat.

7. Gestützt auf Ziffer 3 der Anklageschrift (vgl. act. 1.45.) sprach die Vor-
instanz X. unter anderem der Tätlichkeit gemäss Art. 126 StGB für schuldig. X. habe 
zugestanden, B. Z. anlässlich der Auseinandersetzung vor dem P. vom 22. Februar 
2002 mit dem Zeigefinger gestossen und ihre Haare berührt zu haben. Dieses Ver-
halten gehe bereits über das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass 
hinaus und habe bei B. Z. ein deutliches Missbehagen ausgelöst. Selbst wenn man 
nur auf die Aussagen von X. abstellen wollte, sei somit der Tatbestand von Art. 126 
StGB erfüllt. Hinzu käme die Zeugenaussage von AD., wonach X. B. Z. am Arm 
gepackt und geschüttelt habe. 

Der Berufungskläger bringt hierzu vor, dass B. Z. die verbale 
Auseinandersetzung iniziiert habe. Dass sie anlässlich dieses Konflikts von X. 
geschüttelt worden sei, hätten die Zeugen AB. und AD. nicht bestätigen können. Im 
übrigen sei eine Berührung mit dem gestreckten Zeigefinger keine Tätlichkeit im 
Sinne des Gesetzes, zumal nach der Lehre hierzu eine Einwirkung auf den 
menschlichen Körper mit einer gewissen Intensität erforderlich sei.

a). Den Tatbestand einer Tätlichkeit erfüllt derjenige, welcher gegen je-
manden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesund-
heit zur Folge haben (vgl. Art. 126 Abs. 1 StGB). Als Tätlichkeit gilt somit im Unter-
schied zur einfachen Körperverletzung nur der geringfügige und folgenlose Angriff 
auf den Körper oder die Gesundheit eines Menschen. Damit aber überhaupt eine 

31

strafbare Handlung vorliegt, ist eine Einwirkung auf den Körper mit einer bestimmten 
Intensität erforderlich. Hierzu genügt es jedoch bereits, wenn das allgemein übliche 
und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwirkung auf den Körper eines anderen 
überschritten wird (vgl. Andreas Roth, in: Niggli / Wiprächtiger, Basler Kommentar 
zum StGB, Band II, Basel/Genf/München 2003, N 1 f. und 5 zu Art. 126 StGB). 
Verursacht ein Verhalten bei jemandem eine Störung des Wohlbefindens oder ein 
deutliches Missbehagen, ist dieses Verhalten als Tätlichkeit zu qualifizieren. Straf-
würdig ist daher beispielsweise auch das Begiessen mit Wasser, das Stossen, Her-
umbugsieren oder das Zerstören einer kunstvollen Frisur (vgl. Stefan Trechsel, 
a.a.O., N 2 zu Art. 123 StGB; Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 26 f.).

b). B. Z. gab anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
30. April 2002 zu Protokoll, dass X. sie am Ende der Auseinandersetzung vor dem 
P. zweimal am Oberarm gepackt und ihr anschliessend im Sinne einer abschätzigen 
Handbewegung in die Haare gegriffen habe (vgl. act. 7.7., S. 2). Diese Aussage 
wurde von AD., welche den Vorfall beobachtete, insofern bestätigt, als X. den 
Oberarm von B. Z. gehalten und bewegt habe und ihr in beleidigender Weise das 
Haar mit der Hand zurückgestossen habe (vgl. act. 7.6., S. 2). Demgegenüber 
konnte der zur Auseinandersetzung zwischen B. Z. und X. hinzutretende AB. kein 
Festhalten oder Schütteln des Armes beobachten, wobei er jedoch ausdrücklich 
darauf hinwies, dem Wortgefecht nur wenige Sekunden lang beigewohnt zu haben. 
Was vorher und nachher geschehen sei, wisse er nicht (vgl. act. 7.5., S. 3). Seine 
Aussage vermag daher jene von B. Z. und AD. nicht zu widerlegen. Der 
Berufungskläger selber bestreitet nicht, das Haar von B. Z. berührt zu haben. Es 
treffe aber nicht zu, dass er B. am Oberarm angefasst habe, vielmehr habe er sie 
lediglich mit dem Zeigefinger ein wenig am Oberarm gestossen (vgl. act. 7.6., S. 3 
und act. 7.7., S. 3). Angesichts der übereinstimmenden und in sich geschlossenen 
Aussagen von B. Z. und AD. muss dieses Vorbringen des Berufungsklägers als 
reine Schutzbehauptung gewertet werden. Damit ist erwiesen, dass sich der Vorfall 
wie von B. Z. und AD. geschildert zugetragen hat. 

Wer jemandem während einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Tode 
droht und anlässlich dieses Konfliktes den Oberarm der angesprochenen Person 
hält und bewegt und ihr durch das Haar fährt, überschreitet das allgemein übliche 
und gesellschaftlich geduldete Mass einer Einwirkung auf den Körper eines ande-
ren. So bezeichnete B. Z. denn auch den Griff in ihre Haare explizit als abschätzige 
Handbewegung (vgl. act. 7.7., S. 2), womit sie sinngemäss ein empfundenes Miss-

32

behagen geltend macht. Damit ist erstellt, dass X. den Tatbestand der Tätlichkeit 
gemäss Art. 126 StGB in objektiver Hinsicht erfüllte. 

c). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz in Bezug auf die Tathandlung und 
den Erfolg gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., 
S. 27; A. Roth, a.a.O., N 12 zu Art. 126 StGB). Straflos bleibt somit, wer eine Ein-
wirkung auf den Körper eines anderen im Umfange einer Tätlichkeit nur fahrlässig 
– beispielsweise aus Unachtsamkeit – hervorruft (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 
27).

X. kann nicht geltend machen, B. Z. nur aus Unachtsamkeit in die Haare 
gegriffen und am Oberarm gepackt zu haben. Es war dies vielmehr eine bewusste 
Handlung seinerseits. Auch war dem Berufungskläger angesichts der gesamten 
Tatumstände – mitunter der verbalen Auseinandersetzung mit Morddrohungen - 
zweifellos bewusst, dass sein Verhalten bei B. Z. ein Missbehagen auslösen 
musste. X. ist daher zumindest ein Handeln mit Eventualvorsatz anzulasten, womit 
auch der subjektive Tatbestand von Art. 126 StGB erfüllt ist. Der Berufungskläger 
wurde somit zu Recht wegen Tätlichkeit schuldig gesprochen. Ob B. Z. die verbale 
Auseinandersetzung iniziiert hat ist dabei nicht von Belang und vermag am 
Schuldspruch nichts zu ändern. Insbesondere kann sich der Berufungskläger nicht 
auf den Rechtfertigungsgrund der Notwehr berufen, da das Verhalten von B. Z. 
keinen Angriff im Sinne von Art. 33 StGB darstellt (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 4 zu 
Art. 33 StGB).

8. Ihren gestützt auf Ziffer 4 der Anklageschrift (vgl. act. 1.45.) wegen 
Diebstahls ausgesprochenen Schuldspruch begründet die Vorinstanz damit, dass 
das Eigentum am Kinderwagen gemäss einer undatierten Vereinbarung zwischen 
A. Z. und X. A. überlassen worden sei. Der Kinderwagen habe sich zum Tatzeitpunkt 
im Treppenhaus des Wohnblocks von A. und damit in ihrem Gewahrsam befunden. 
Auch die Bereicherungsabsicht seitens von X. sei klar ausgewiesen, benötigte er 
doch den Kinderwagen seinen Angaben zufolge für eigene Zwecke. Der Umstand, 
dass X. A. einen anderen Wagen zur Verfügung stellte vermöge an seiner 
Bereicherungsabsicht nichts zu ändern, zumal der Ersatzwagen weitaus weniger 
Wert habe als der ursprünglich weggenommene. 

Der Berufungskläger macht dazu geltend, dass er A. Z. die erwähnte 
Vereinbarung lediglich im Sinne eines Vorschlages respektive einer 
Diskussionsgrundlage unterbreitet habe. A. habe ihm die Vereinbarung nach 

33

Annahme des Vorschlages wieder zugestellt. Nach obligationenrechtlichen 
Grundsätzen sei demzufolge kein Vertrag entstanden, und er sei Eigentümer des 
Kinderwagens geblieben. Damit fehle es am Tatbestandselement der „fremden“ 
beweglichen Sache. Schliesslich fehle auch die Absicht der unrechtmässigen 
Bereicherung.

a). Des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer 
jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder 
einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. 

Fremd ist eine Sache nur dann, wenn sie weder im Alleineigentum des Täters 
steht noch herrenlos ist; mithin wenn sie im zivilrechtlichen Eigentum eines anderen 
steht. Hat der Täter folglich gemeinsam mit jemand anderem Mit- oder 
Gesamteigentum an einer Sache im Sinne von Art. 646 bzw. 652 ZGB, bleibt diese 
für ihn fremd im Sinne von Art. 137 StGB. Der Begriff einer „fremden“ Sache wird 
also durch das Zivilrecht bestimmt (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 4 vor Art. 137 StGB; 
Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 108 i.V.m. S. 74; BGE 85 IV 230; 88 IV 16). Wegneh-
men im Sinne von Art. 137 StGB bedeutet den Bruch fremden und die Begründung 
neuen Gewahrsams; wobei der Gewahrsam nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung in der tatsächlichen Sachherrschaft besteht, verbunden mit dem Willen, 
sie auszuüben (vgl. BGE AK. IV 11).

b). X. ist geständig, am 23. März 2002 im Treppenhaus der Liegenschaft 
N. AK. in M. den Kinderwagen der Marke Toitonya weggenommen zu haben. Er 
habe ihn gegen einen in der Brockenstube gekauften Kinderwagen – ein älteres 
Modell - ausgetauscht (vgl. act. 4.5., S. 5 f.; act. 8.4. und 8.10.). Der 
weggenommene Kinderwagen gehöre ihm, da er ihn bezahlt habe. Zudem brauche 
er diesen Wagen, da er beabsichtige, mit einer anderen Frau weitere Kinder zu 
zeugen. Beim weggenommenen Kinderwagen handle es sich um das „Beste vom 
Besten“; er habe ihn für seine zukünftigen Kinder und nicht für jenes von A. Z. 
gekauft (vgl. act. 4.5., S. 6). Weiter gab der Berufungskläger zu Protokoll, dass er 
A. Z. im Januar 2002 einen schriftlichen Vorschlag unterbreitet habe, wonach ihr 
der Kinderwagen am 9. Januar 2002 zugestellt worden wäre. A. habe diesen 
Vorschlag jedoch weder unterzeichnet noch retourniert (vgl. act. 4.5., S. 5). Auf 
entsprechenden Vorhalt des einvernehmenden Untersuchungsrichters hin nahm 
der Berufungskläger zur Kenntnis, dass die sich bei den Akten befindliche Erklärung 
beidseitig unterzeichnet wurde (vgl. act. 4.5., S. 6 und act. 8.3.).

34

c). Aufgrund der Vorbringen von X. ist vorab zu prüfen, ob ihm der 
entwendete Kinderwagen „fremd“ im Sinne des Gesetzes war. Damit stellt sich die 
Frage, wer zum Tatzeitpunkt dessen Eigentümer war. Das Vorbringen des 
Berufungsklägers, wonach er den sieben Monate zuvor (vgl. act. 8.5.) gekauften 
Kinderwagen bezahlt habe (vgl. act. 4.5., S. 5 und act. 8.4.) vermag diese Frage 
nicht zu beantworten. So kann beispielsweise nicht ausgeschlossen werden, dass 
seit dem Kauf Rechtsgeschäfte bezüglich der Eigentumsverhältnisse am 
Kinderwagen getätigt wurden. Ein solches Rechtsgeschäft stellt offensichtlich die 
undatierte Vereinbarung zwischen dem Berufungskläger und A. Z. dar (vgl. act. 
8.3.). In dieser Erklärung wird festgehalten, dass A. am 9. Januar 2002 unter 
anderem der Kinderwagen zugestellt werde. X. und A. Z. erklärten sich 
unterschriftlich mit der Vereinbarung einverstanden. Damit ist diese Vereinbarung 
zweifellos zustandegekommen, zumal für die vom Berufungskläger sinngemäss 
geltend gemachte verspätete Annahme des Vorschlags (vgl. act. 4.5., S. 5; und SB 
03 21, act. 01, S. 5) keinerlei Anhaltspunkte vorliegen. Aus der Vereinbarung geht 
also der übereinstimmende Wille der Parteien hervor, A. Z. den Kinderwagen zu 
überlassen. Dass damit auch das Eigentumsrecht verbunden war, liegt auf der 
Hand, zumal mittels der Vereinbarung das Inventar der gemeinsamen Wohnung 
aufgeteilt werden sollte (vgl. act. 8.3.). Zum gleichen Schluss gelangt man unter 
Berücksichtigung von Art. 930 Abs. 1 ZGB, wonach der Besitzer einer beweglichen 
Sache vermutungsweise als deren Eigentümer anzusehen ist. A. Z. übte zum 
Tatzeitpunkt die tatsächliche Gewalt über den Kinderwagen aus (vgl. Art. 919 Abs. 
1 ZGB) und ist somit als dessen Eigentümerin zu betrachten. Damit steht fest, dass 
der entwendete Kinderwagen X. zum Tatzeitpunkt „fremd“ im Sinne von Art. 139 
Ziff. 1 StGB war.

Die Wegnahme des Kinderwagens, mitunter den Gewahrsamsbruch und die 
Begründung neuen Gewahrsams durch den Berufungskläger ist unbestritten und 
ebenfalls ausgewiesen. X. hat somit den objektiven Tatbestand von Art. 139 Ziff. 1 
StGB erfüllt.

d). In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 139 Ziff. 1 StGB Vorsatz sowie 
Aneignungs- und Bereicherungsabsicht (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 116 f.). 
Der Kinderwagen, welcher am 25. August 2001 im Hinblick auf die Geburt von D. Z. 
gekauft wurde (vgl. act. 8.5.), befand sich zum Tatzeitpunkt im Treppenhaus des 
Wohnhauses von A. Z. in M.. A., beziehungsweise die am 27. November 2001 
geborene Tochter D. war die alleinige Nutzerin dieses Kinderwagens. X. konnte 
daher nicht guten Glaubens davon ausgehen, als Eigentümer ein Anrecht auf den 

35

Wagen zu haben. Mit anderen Worten kann sich der Berufungskläger nicht auf eine 
fehlende Vorstellung von einer „fremden“ Sache und damit auf fehlenden Vorsatz 
berufen (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 116). 

Die Absicht der Aneignung und damit der Wille von X., A. Z. endgültig aus 
der Eigentümerstellung zu verdrängen (vgl. BGE 121 IV 25, 118 IV 152), ist 
aufgrund seiner Aussagen ebenfalls klar erwiesen. Gleiches gilt für das Erfordernis 
der Absicht ungerechtfertigter Bereicherung. Darunter ist die Absicht des Täters zu 
verstehen, sich ohne Rechtsanspruch einen Vermögensvorteil zu verschaffen. 
Diese Absicht liegt regelmässig dann vor, wenn der Täter die Sache als solche sich 
selber oder einem anderen zueignen will (vgl. Rehberg / Schmid, a.a.O., S. 117 
i.V.m. S. 77 ff.). X. gab an, den entwendeten Kinderwagen zu benötigen weil er mit 
einer anderen Frau weitere Kinder zeugen wolle (vgl. act. 4.5., S. 6). Folglich 
beabsichtigte der Berufungskläger, sich den Wagen selber zuzueignen. Die 
wirtschaftliche Besserstellung schliesslich besteht aus dem in das Vermögen des 
Berufungsklägers einverleibten Wert des Kinderwagens. Das Tatbestandselement 
der unrechtmässigen Bereicherung ist folglich ebenfalls klar erfüllt. Daran vermag 
auch die Tatsache nichts zu ändern, dass der Berufungskläger A. Z. einen anderen 
Kinderwagen ins Treppenhaus stellte. So entfällt die Absicht ungerechtfertigter 
Bereicherung nach der Rechtsprechung nur dann, wenn der Täter dem Eigentümer 
der Sache deren vollen Gegenwert vergütet (vgl. BGE 107 IV 167). Der 
Berufungskläger hatte den A. Z. zur Verfügung gestellten Kinderwagen in der 
Brockenstube zu einem Preis von Fr. 50.— erworben (vgl. act. 8.1., S. 3). Der 
Kaufpreis des entwendeten Kinderwagens der Marke Toitonya betrug 
demgegenüber Fr. 1’349.— (vgl. act. 8.5.). Von einer Vergütung des vollen 
Gegenwertes kann daher keine Rede sein, was der Berufungskläger denn auch 
sinngemäss zugestand. So gab er wiederholt zu Protokoll, aufgrund des 
provisorischen Amtsbefehls des Kreises Fünf Dörfer vom 28. März 2002 verpflichtet 
gewesen zu sein, A. Z. einen Kinderwagen zur Verfügung zu stellen, dass jedoch 
bezüglich Aussehen und Preis des Ersatzkinderwagens nichts aus dem Schreiben 
hervorgehe. In gleichem Zusammenhang erwähnte X. auch, dass es sich bei dem 
von ihm entwendeten Kinderwagen um „das Beste vom Besten“ handle (vgl. act. 8. 
10., 4.5. und act. 8.9.). Damit ist erstellt, dass der Ersatzkinderwagen in keiner 
Weise dem entwendeten Wagen gleichgestellt werden kann. 

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass X. mit seinem Verhalten sämtliche 
subjektiven Tatbestandselemente erfüllte, weshalb er auch des Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist. 

36

9. In Bezug auf den unter Anklage gestellten Tatbestand der 
vorsätzlichen Störung des öffentlichen Verkehrs (vgl. Ziffer 5 der Anklageschrift vom 
1. November 2002, act. 1.45.) wurde X. vom Bezirksgericht Landquart mit der 
Begründung freigesprochen, dass sich die Anklage einzig auf die Aussage von B. 
Z. stütze. Am Tatvorsatz des Angeklagten bestünden insbesondere im Hinblick auf 
die örtlichen Verhältnisse erhebliche Zweifel.

Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf beantragt diesbezüglich in seiner 
im Namen von B. und C. Z. ergriffenen Berufungsschrift vom 19. Mai 2003 (SB 03 
22, act. 01) eine Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils. X. habe am 26. März 2002 
gezielt versucht, B. Z. anzufahren. Die Aussagen von B. Z. seien in sich 
geschlossen, wiesen die erforderliche Aussagekontinuität auf und liessen sich ohne 
weiteres in die Chronologie der sich abzeichnenden, damaligen Eskalation der 
Ereignisse einfügen. Zudem sei die Strasse zwischen den beiden Häusern N. AL. 
und AM. in M. entgegen den Ausführungen der Vorinstanz relativ breit und 
übersichtlich. Für ein Kreuzmanöver zwischen Fahrzeug und Fussgänger sei 
genügend Platz vorhanden. X. habe seinen Jeep direkt auf B. Z. gelenkt, welche 
zuvor eigens am linken Strassenrand stehen geblieben sei. Folglich sei X. der 
vorsätzlichen Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen.

Der Rechtsvertreter der Eheleute Z. ist in diesem Zusammenhang darauf hin-
zuweisen, dass innerhalb einer Berufungsschrift nicht auf schriftliche Einlagen an-
stelle einer eigenen Begründung verwiesen werden kann (vgl. W. Padrutt, a.a.O., 
S. 368). Der vom Vertreter der Eheleute Z. innerhalb seiner Berufungsschrift vom 
19. Mai 2003 angeführte Verweis auf das bei der Vorinstanz schriftlich zu den Akten 
gegebene Plädoyer (vgl. SB 03 22, act. 01, S. 5) ist demnach für das vorliegende 
Berufungsverfahren ohne Bedeutung.

a). In seiner Vernehmlassung vom 10. Juni 2003 (vgl. SB 03 22, act. 07) 
stellt das Bezirksgericht Landquart vorweg die Frage nach der Legitimation von B. 
und C. Z., Berufung zu führen und trotz unterlassener Berufung seitens der 
Staatsanwaltschaft die Bestrafung des Täters zu fordern. Dieses Recht steht den 
Eheleuten Z. jedoch ohne Zweifel zu. So kann eine Adhäsionsklage gemäss Art. 
133 Abs. 1 StPO mit Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss weigergezogen 
werden und zwar unabhängig davon, ob strafrechtliche Berufung erhoben wurde 
(vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 334). Den Strafpunkt darf der Adhäsionskläger 
grundsätzlich nicht anfechten. Ist er indessen zugleich Opfer im Sinne von Art. 2 

37

OHG, kann er in gleichem Umfang wie der Angeklagte auch in der Strafsache selbst 
– allerdings beschränkt auf den Schuldpunkt – Berufung einlegen, sofern sich der 
Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken kann (Art. 8 Abs. 1 lit. 
c OHG; vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 334; BGE 120 Ia 107). 

Als Opfer im Sinne des OHG gilt jede Person, welche durch eine Straftat in 
ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt 
wurde (vgl. Art. 2 Abs. 1 OHG). Der Ehegatte des Opfers, dessen Kinder, Eltern und 
andere Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahe stehen, werden dem Opfer bei 
der Geltendmachung von Verfahrensrechten und Zivilansprüchen gleichgestellt - 
soweit ihnen Zivilansprüche gegenüber dem Täter zustehen (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. b 
und c OHG). B. Z. konnte durch den hier zu beurteilenden Angriff des Berufungs-
klägers physisch beeinträchtigt werden und fällt damit direkt unter den Opferbegriff 
des OHG. Gleiches gilt gestützt auf Art. 2 Abs. 2 lit. b und c OHG für ihren Ehemann 
C. Z.. Da mit anderen Worten beide Adhäsionskläger den Opferbegriff erfüllen, 
stand ihnen ohne weiteres das Recht zu, auch in der Strafsache Berufung einzule-
gen und einen Schuldspruch von X. in Bezug auf den Tatbestand der Störung des 
öffentlichen Verkehrs zu beantragen (vgl. dazu auch vorstehend Erwägung 1).

b). Der Störung des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
macht sich schuldig, wer vorsätzlich den öffentlichen Verkehr, namentlich den Ver-
kehr auf der Strasse, auf dem Wasser oder in der Luft, hindert, stört oder gefährdet 
und dadurch wissentlich Leib und Leben von Menschen in Gefahr bringt. 

Die Öffentlichkeit des Verkehrs ist dann gegeben, wenn er sich auf Flächen 
bzw. in Lufträumen abspielt, welche einem unbestimmten Personenkreis offenste-
hen (vgl. BGE 105 IV 44; 101 IV 175). Für einen Schuldspruch notwendig ist eine 
Einwirkung des Täters, die eine Erhöhung der dem Verkehr immanenten Gefahr zur 
Folge hat. Das Verhalten des Täters muss zu einer konkreten Gefährdung von Leib 
und Leben eines Menschen führen. Dabei genügt es nicht, wenn die Verletzung 
objektiv möglich ist. Erforderlich ist vielmehr die nahe und ernsthafte 
Wahrscheinlichkeit einer Verletzung eines Menschen (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 
10, 11 und 13 zu Art. 237 StGB; BGE 73 IV 183).

c). X. bestreitet ausdrücklich, B. Z. mit seiner Fahrweise gefährdet zu 
haben. Es treffe nicht zu, dass ihm B. Z. an jenem Morgen auf der Strasse 
entgegengekommen sei. Vielmehr habe er sie auf einem Parkplatz neben der 
Strasse stehen sehen, als er an ihr vorbeigefahren sei. Er habe keineswegs die 

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Absicht gehabt, B. Z. zu erschrecken oder zu überfahren (vgl. act. 4.5., S. 6 f. und 
act. 9.4.). B. Z. gab demgegenüber zu Protokoll, dass sie am linken Strassenrand 
bergwärts spaziert sei, als sie den Jeep von X. habe nahen sehen. Da sie aus 
verschiedenen Gründen Angst vor X. gehabt habe, habe sie am linken Strassenrand 
angehalten. In der Folge sei X. direkt auf sie zugefahren, weshalb sie auf den 
Parkplatz neben der Strasse gesprungen sei (vgl. act. 9.3. und 9.6.). Diese 
Sachverhaltsversion wurde von X. – im Widerspruch zu seinen früheren Aussagen 
– am 30. April 2002 indirekt bestätigt. So gab er gegenüber dem 
Untersuchungsrichter zu Protokoll, dass er B. Z. auch dann nicht angefahren hätte, 
wenn sie nicht auf den Parkplatz ausgewichen wäre (vgl. act. 9.6., S. 2).

d). Zu prüfen ist die Frage, ob der Berufungskläger B. Z. am 26. März 
2002 auf der N.strasse in M. konkret gefährdet hat. Die Lehre fordert hierfür eine 
wahrscheinliche Gefahr mindestens einer schweren Körperverletzung (vgl. St. 
Trechsel, a.a.O., N 11 und 13 zu Art. 237 StGB; BGE 71 IV 100). Um den Vorfall 
vom 26. März 2002 umfassend beurteilen zu können, ist die genaue Position von B. 
Z. von Bedeutung. Ausschlaggebend jedoch sind die örtlichen Verhältnisse. 
Gemäss Fotoblatt der Kantonspolizei Graubünden vom 26. März 2002 beträgt die 
Strassenbreite bei der ungefähren Position von B. Z. 3.10 Meter (vgl. act. 9.2.). Die 
Strasse war damit offensichtlich genügend breit für ein problemloses Kreuzmanöver 
zwischen B. Z. und dem Fahrzeug des Berufungsklägers – und zwar selbst dann, 
wenn sich B. Z. auf der Strasse und nicht auf dem Parkplatz befand. Mit anderen 
Worten kann die von B. Z. geltend gemachte konkrete Gefährdung nicht mit Hilfe 
der örtlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht werden. Damit bleibt einzig ihre Aus-
sage, wonach X. direkt auf sie zugefahren sei. Dies wird jedoch vom Berufungsklä-
ger vehement bestritten. Seinen Ausführungen zufolge fuhr er ganz normal an B. Z. 
vorbei, ohne sie dabei in irgendeiner Art und Weise zu gefährden (vgl. act. 4.5, S. 6 
f.; act. 9.4. und 9.6., S. 2). Keine der beiden Sachverhaltsdarstellungen wird von 
weiteren Beweismitteln gestützt. Damit stehen sich zwei Aussagen gegenüber, die 
erhebliche Zweifel am genauen Tathergang aufkommen lassen. Insbesondere kann 
nicht allein aus dem subjektiven Empfinden von B. Z., wonach sie einer konkreten 
Gefahr ausgesetzt gewesen sei, auf den objektiven Tathergang geschlossen wer-
den. Gleiches gilt für die Aussage von X., wonach B. Z. auf den Parkplatz ausgewi-
chen sei. So kann nicht ausgeschlossen werden, dass B. Z. rein vorsichtshalber auf 
die Seite trat. An der objektiven Sachlage bestehen mit anderen Worten gewichtige 
Zweifel, weshalb gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten 
günstigere Sachverhalt angenommen werden muss (vgl. BGE 124 Iv 87 f.; 120 Ia 

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37; W. Padrutt, a.a.O., S. 307 f.; PKG 1978 Nr 31). Der X. zur Last gelegte objektive 
Tatbestand der Gefährdung von B. Z. ist somit beweismässig nicht erstellt.

e). Demzufolge kann X. auch der in subjektiver Hinsicht erforderliche 
Vorsatz, welcher sich auf das gefährdende Verhalten und den Gefährdungserfolg 
richten muss (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 14 zu Art. 237 StGB), nicht nachgewiesen 
werden. Dass B. Z. die erlebte Situation als bedrohlich empfand, ist angesichts der 
gesamten Umstände durchaus verständlich und soll keineswegs in Frage gestellt 
werden. Indessen kann nicht von ihrem Empfinden auf den Willen des 
Berufungsklägers geschlossen werden, welcher eine Gefährdungsabsicht denn 
auch ausdrücklich bestritt (vgl. act. 4.5., S. 7). 

Nach dem Gesagten ist somit festzuhalten, dass X. die Tatbestandselemente 
von Art. 237 Ziff. 1 Abs. 1 StGB weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht 
erfüllte, weshalb der vorinstanzliche Freispruch zu bestätigen und das Begehren 
der Eheleute Z. abzuweisen ist. 

10. Gestützt auf Ziffer 7 der Anklageschrift (vgl. act. 1. 45) sprach die Vor-
instanz X. unter anderem der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 StGB für schul-
dig. X. habe A. Z. in unmittelbare Lebensgefahr gebracht, indem er sie derart stark 
am Hals gewürgt habe, dass sie verschiedene typische Verletzungen davontrug. So 
werde gemäss einem Bericht des beigezogenen Rechtsmediziners bei Gewalt ge-
gen den Hals mit Stauungsblutungen und Urinabgang aus rechtsmedizinischer 
Sicht davon ausgegangen, dass eine lebensgefährliche Situation geherrscht habe. 
Aufgrund der Intensität des Gewaltübergriffes durch X. habe zweifellos die nahe 
Möglichkeit eines Todeseintritts bestanden, zumal in der Halsgegend wichtige Blut-
versorgungsbahnen lägen. Hinzu komme, dass X. die Tat trotz der geltend gemach-
ten Verzweiflung und des vorgebrachten Alkoholkonsums bei klarem Verstand aus-
geübt habe. Der Gefährungsvorsatz sei aufgrund seiner Vorgehensweise klar zu 
bejahen.

Der Berufungskläger bestreitet vorweg das Vorliegen einer unmittelbaren 
Lebensgefahr. Insbesondere beruhe der vorliegende Bericht des Rechtsmediziners 
auf der falschen Annahme eines Urinabgangs. Wie aus dem später eingeholten 
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin in St. Gallen hervorgehe, sei es bei A. Z. 
zu keinem solchen Urinabgang gekommen. Eine nahe oder akute Lebensgefahr sei 
demnach höchst fraglich. Dies werde auch durch den Umstand in Frage gestellt, 
dass A. Z. nach dem Ablassen des Angeklagten in der Lage war, sich bewusstlos 

40

zu stellen. Zudem habe sie den Tathergang anlässlich der diversen Einvernahmen 
detailliert schildern können. Massgebend sei auch, dass die Tathandlung nur sehr 
kurze Zeit gedauert habe. So stelle nicht jedes Würgen a priori eine akute 
unmittelbare Lebensgefahr dar. In subjektiver Hinsicht schliesslich sei zu beachten, 
dass der Angeklagte weder Verletzungs- noch Gefährdungsabsicht gehabt habe. 
Antrieb und Ursache seines – in erheblich alkoholisiertem Zustand erfolgten - 
Handelns sei vielmehr die Verzweiflung infolge der unbewältigten Beziehungskrise 
gewesen. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln des „Eindruckmachens“ und 
des „Zeichensetzens“ habe er die Familienidylle retten wollen. Unter diesen 
Gegebenheiten könne es nicht die Absicht des Angeklagten gewesen sein, seine 
Lebenspartnerin – mit der er wieder habe eine Familie bilden wollen - ernsthaft an 
Leib und Leben zu gefährden. Im Übrigen könne eine ernsthafte Lebensgefahr auch 
dann bestehen, wenn ein Gefährdungsvorsatz zu verneinen sei.

a). Der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 StGB macht sich schuldig, 
wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. 

Eine Lebensgefahr liegt dann vor, wenn nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit des Todeseintritts besteht, 
wobei nicht eine mathematische Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% 
vorausgesetzt ist (vgl. Peter Aebersold, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 
AM.-401 StGB, Basel/Genf/München 2003, N 17 zu Art. 129 StGB; Rehberg / 
Schmid, a.a.O., S. 47; St. Trechsel, a.a.O., N 2 zu Art. 129 StGB und N 1 zu vor Art. 
127 StGB; BGE 94 IV 62). Die Lebensgefahr muss zudem eine unmittelbare sein. 
Dies trifft nicht erst dann zu, wenn die Wahrscheinlichkeit des Todes grösser ist als 
dessen Vermeidung, sondern bereits dann, wenn überhaupt eine nahe