# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f418c17-6ee8-5c0a-8301-4f61e39a96b4
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 05.12.2023 601 2023 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2023-46_2023-12-05.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Rue des Augustins 3, case postale 630, 1701 Fribourg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2023 46

Urteil vom 5. Dezember 2023

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud
Richter: Dominique Gross

Stéphanie Colella
Gerichtsschreiberin: Anna Schwaller

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

gegen

PRÜFUNGSKOMMISSION FÜR DIE ANWALTSPRÜFUNGEN, Vorinstanz 

Gegenstand Schule und Bildung 

Anwaltsprüfungen – Rückzug und wichtiger Grund (Nichtbestehen)

Beschwerde vom 12. April 2023 gegen den Entscheid vom 16. Februar 2023

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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin), geboren im Jahr 1995, hat ihr Studium der Rechts-
wissenschaften in Freiburg im Februar 2020 mit dem Master abgeschlossen. Von Oktober 2020 bis 
März 2022 hat sie das Anwaltspraktikum absolviert. Anschliessend hat sich die Beschwerdeführerin 
bei der Prüfungskommission für die Anwaltsprüfungen (Vorinstanz) via das Amt für Justiz für die 
Anwaltsprüfungen der Session im September 2022 angemeldet; sie bestand die Prüfung "Strafrecht 
und Strafprozessrecht". Am 7. November 2022 hat sie sich fristgerecht für die Session im 
Januar 2023 eingeschrieben, um die zwei nichtbestandenen Prüfungen "Privatrecht, Zivilprozess, 
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht" (Privatrecht) sowie "Verwaltungsrecht und 
Verwaltungsverfahren" (Verwaltungsrecht) zu wiederholen. 

Mit Schreiben vom 7. Dezember 2022 informierte die Vorinstanz sie über die Prüfungstermine vom 
19. Januar 2023 (Privatrecht) und 2. Februar 2023 (Verwaltungsrecht).

Am 11. Januar 2023 teilte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz per E-Mail mit: "[I]ch möchte Sie 
informieren, dass ich nicht an die schriftlichen Prüfungen im Januar 2023 antreten werde". 

Die Vorinstanz informierte sie in einem Telefongespräch, dass dieser Rückzug verspätet erfolgt sei. 
Daraufhin reichte die Beschwerdeführerin am 19. Januar 2023 ein auf den 18. Januar 2023 datiertes 
Arztzeugnis mit folgendem Inhalt nach: "[H]iermit bescheinige ich, Dr. B.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, dass das fehlende Abmelden der Prüfung durch meine oben 
genannte Patientin in den letzten zwei Wochen krankheitsbedingt erfolgt ist". Zeitgleich mit dem 
Arztzeugnis reichte sie die E-Mail-Konversation mit dem behandelnden Facharzt ein, in der sie 
diesen um Ausstellung eines Arztzeugnisses bitte, um sich einen Neuversuch in ein paar Jahren 
offenzuhalten.

Mit E-Mail vom 24. Januar 2024 führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, sie stelle fest, dass der 
Rückzug bzw. die Abmeldung ohne Angabe von Gründen und nicht innert Frist erfolgt sei. Sie setzte 
der Beschwerdeführerin eine Frist bis zum 31. Januar 2023, um ihren Rückzug zu begründen. Diese 
antwortete mit E-Mail vom gleichen Tag und hielt fest, dass sie seit der Lernphase unter starken 
Schlafstörungen und Depressionen leide. Sie ergänzte: "Seither gehe ich regelmässig zu Herrn 
Dr. B.________ in psychiatrische Konsultation. Wie im Arztzeugnis beschrieben erfolgte die 
Abmeldung der Prüfungen krankheitshalber und ich versuche mich momentan so weit zu erholen, 
dass ich allenfalls später nochmals die Examenssession wiederholen werde." 

B. Mit Entscheid vom 16. Februar 2023 hielt die Vorinstanz fest, dass die Prüfungen im Privat- 
und Verwaltungsrecht als nicht bestanden gelten, da die Beschwerdeführerin keinen wichtigen 
Grund angegeben habe, obwohl die Frist für den Rückzug schon abgelaufen sei; die Prüfungsgebühr 
werde nicht rückerstattet. Zur Begründung erwägt sie unter anderem, die Beschwerdeführerin habe 
keinen Zusammenhang zwischen den in der Stellungnahme vorgebrachten Leiden und der verspä-
teten Prüfungsabmeldung hergestellt. Der behandelnde Arzt bestätige, dass die Beschwerdeführerin 
die Prüfungen krankheitshalber nicht habe ablegen können, benenne aber weder die Krankheit noch 
ihre Auswirkungen auf die Prüfung. 

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C. Am 12. April 2023 hat die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid Beschwerde an das 
Kantonsgericht erhoben. Sie beantragt im Wesentlichen, es sei festzustellen, dass der verspätete 
Rückzug von den schriftlichen Prüfungen aus wichtigem Grund erfolgt sei und damit nicht als Miss-
erfolg gelte; die Prüfungsgebühren seien ihr zurückzuerstatten.

D. Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 2. Juni 2023 auf eine Stellungnahme und verweist 
auf den angefochtenen Entscheid.

E. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 37 des kantonalen Gesetzes 
vom 12. Dezember 2002 über den Anwaltsberuf, AnwG; SGF 137.1) in Verbindung mit Art. 114 
Abs. 1 Bst. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege, VRG; 
SGF 150.1). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels gegen den vorliegenden 
Entscheid legitimiert (Art. 76 Bst. a VRG). Die Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 
VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss rechtzeitig bezahlt (Art. 128 Abs. 2 VRG). Auf die 
Beschwerde ist daher einzutreten.

2.

Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist vorliegend 
ausgeschlossen (Art. 77 und 78 VRG).

3.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid zu Recht verfügt hat, 
dass die Beschwerdeführerin die Prüfungen im Privat- und Verwaltungsrecht nicht bestanden hat, 
da sie keine wichtigen Gründe für den Rückzug angegeben hat, obwohl die Frist für eine unbegrün-
dete Abmeldung schon abgelaufen war.

3.1. Nach Art. 23 Abs. 1 AnwG soll die Prüfung darüber Aufschluss geben, ob die betroffene 
Person die zur Ausübung des Anwaltsberufes erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt. 
Nach einem dritten Fehlversuch wird die betroffene Person nicht mehr zur Prüfung zugelassen 
(Art. 23 Abs. 3 AnwG). Der Staatsrat erlässt ein Prüfungsreglement und den Gebührentarif (Art. 24 
Abs. 1 AnwG). 

Gemäss den anwendbaren Bestimmungen der kantonalen Verordnung vom 1. Juli 2003 über den 
Anwaltsberuf (AnwV; SGF 137.11) muss die Person, die zum Examen zugelassen werden möchte, 
ein schriftliches Gesuch einreichen und die Bescheinigung darüber vorlegen, dass sie ihr Anwalts-
praktikum gemäss den Bestimmungen des AnwG absolviert hat (Art. 19c Abs. 1 AnwV). Nach einem 
Misserfolg beträgt die Frist für die Anmeldung zu den nächsten Prüfungen 10 Tage. Die Frist beginnt 

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bei nicht bestandenen schriftlichen Prüfungen am Tag nach Erhalt des Protokolls, das die Begrün-
dung des Misserfolgs enthält, zu laufen (Art. 19c Abs. 4 Bst. a AnwV). Ein Rückzug von den Anwalts-
prüfungen ohne Angabe von Gründen ist bis zu 20 Tage vor der ersten schriftlichen Prüfung oder 
vor den mündlichen Prüfungen möglich (Art. 19d Abs. 1 AnwV). Nach Ablauf dieser Frist kommt ein 
Rückzug ohne wichtigen Grund einem Nichtbestehen der abzulegenden Prüfung oder Prüfungen 
gleich (Art. 19d Abs. 2 AnwV). Die Prüfungskommission entscheidet, ob der Grund zulässig ist und 
welche Prüfungen gegebenenfalls noch abgelegt werden müssen. Bei gesundheitlichen Problemen 
muss ein ärztliches Zeugnis vorgewiesen werden (Art. 19d Abs. 3 AnwV). 

3.1.1. Das Festsetzen einer Einschreibe- und Rückzugsfrist sowie spezifischer Bedingungen bei 
späterer An- oder Abmeldung ist notwendig für die Organisation der Prüfungen. So erlauben diese 
Fristen beispielsweise zu erkennen, wie viele Kandidaten sich präsentieren werden (siehe Urteile 
BGer 2C_221/2014 vom 14. Januar 2015 E. 5.1 f. und 2C_349/2019 vom 27. Juni 2019 E. 3.4). Das 
Bundesgericht hat in Bezug auf Prüfungen allgemein festgehalten, dass eine strenge Anwendung 
der Regeln für die Durchführung von Wiederholungsprüfungen bei Prüfungsunfähigkeit – insbeson-
dere, wenn diese Unfähigkeit im Nachhinein geltend gemacht wird – eine Ungleichbehandlung von 
Kandidaten verhindert, die Verfahren zur Behandlung von Prüfungsabsenzen aufgrund von wichti-
gen persönlichen Umständen vorhersehbar macht und Missbrauchsfälle verhindert. Zudem muss 
nach der Rechtsprechung ein Kandidat, der seine Fähigkeit, eine Prüfung zu bestehen, anfechten 
oder einen Mangel im Zusammenhang mit der Durchführung der Prüfung geltend machen will, dies 
so bald wie möglich tun (Urteil BGer 2C_116/2020 vom 18. Mai 2020 E. 5.4 bezüglich Notariatsprü-
fungen).

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein unverschuldetes Verpassen der Frist nicht 
nur bei objektiver Unmöglichkeit oder höherer Gewalt möglich, sondern auch bei subjektiver Unmög-
lichkeit infolge persönlicher Umstände oder eines entschuldbaren Fehlers (Urteil BGer 2C_349/2019 
vom 27. Juni 2019 E. 7.2). Auch ein Krankheitszustand kann, wenn und solange er jegliches auf die 
Fristenwahrung gerichtete Handeln verunmöglicht, ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung 
führendes Hindernis sein (vgl. Urteil BGer 9C_259/2012 vom 11. April 2012 E. 2.2). Entscheidend 
für die Frage der Entschuldbarkeit ist, ob es der Pflichtige an der nach Treu und Glauben zumutbaren 
Aufmerksamkeit hat fehlen lassen (Urteil BVGer A-2787/2019 vom 3. Juni 2020 E. 4.6.2.1). 

3.1.2. Unter krankheitsbedingten Einschränkungen, die in einer Prüfungsunfähigkeit resultieren, ist 
die teilweise oder vollständige Leistungsunfähigkeit während der Prüfung aus gesundheitlichen 
Gründen zu verstehen (BAUMANN, Die Rekurskommission der Universität Freiburg: Organisation, 
Verfahren und ausgewählte Fragen, FZR 2001, S. 269). Die Prüfungsunfähigkeit ist durch die 
Person zu beweisen, die sie geltend macht; sie trägt aufgrund der allgemeinen Beweislastregel nach 
Art. 8 ZGB die Folgen der Beweislosigkeit (Urteile BGer 8C_619/2014 vom 13. April 2015 E. 3.2.1; 
BVGer A-1190/2021 vom 14. März 2023 E. 6.1.2 betreffend Arztzeugnis zu Arbeits- resp. Studierfä-
higkeit).

3.1.3. Gemäss konstanter Rechtsprechung nimmt die Person, die in Kenntnis einer bestehenden 
gesundheitlichen Beeinträchtigung eine Prüfung antritt, das Risiko eines Misserfolges bewusst in 
Kauf und kann sich im Nachhinein nicht auf die Prüfungsunfähigkeit berufen. Zieht sich die zu prüfen-
de Person nicht zurück oder tritt erst gar nicht zur Prüfung an, so gilt die Prüfung grundsätzlich als 
abgelegt, auch wenn ein ärztliches Zeugnis im Nachhinein die Prüfungsunfähigkeit bestätigt 
(BAUMANN, a.a.O., S. 269 sowie Urteil KG FR 601 2017 50 vom 15. Mai 2017). Ausnahmen von 
diesem Grundsatz lässt die Rechtsprechung jeweils nur unter strengen, kumulativ zu erfüllenden 
Voraussetzungen zu, insbesondere wenn die zu prüfende Person aus objektiver Sicht und unver-

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schuldet nicht in der Lage war, den Verhinderungsgrund zu erkennen und unverzüglich geltend zu 
machen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ihr zu gegebener Zeit die Fähigkeit fehlte, ihre 
gesundheitliche Situation genügend zu überblicken, um einen Entscheid über den Antritt einer 
Prüfung zu fällen, oder bei einem zwar bestehenden Bewusstsein über die gesundheitlichen Proble-
me entsprechend ihrer Einsicht zu handeln (vgl. Urteil BGer 2C_780/2016 vom 6. Februar 2017 E. 5; 
Urteil BVGer A-541/2009 vom 24. November 2009 E. 5.5; Urteile KG FR 601 2021 184 vom 
10. März 2022 E. 2.2 und 601 2020 89 vom 16. April 2021 E. 3.2). Bei Kandidaten, die sich bereits 
seit längerer Zeit in ärztlicher Behandlung befinden, stellt sich zudem die Frage, ob der 
Krankheitsausbruch vorhersehbar war (Misserfolg) oder nicht (kein Misserfolg, siehe BAUMANN, 
a.a.O., S. 270 und Urteil KG SG BR.2015.1 vom 19. Februar 2016). In jedem Fall hat sich die zu 
prüfende Person bei auftretenden Zweifeln im Hinblick auf ihr reduziertes Leistungsvermögen 
unverzüglich um Aufklärung ihres Gesundheitszustandes zu bemühen. Diese strenge Praxis soll 
nicht nur Rechtsmissbrauch verhindern, sondern dient auch Beweiszwecken. Es liegt an den 
Prüfungskandidaten, sich im Rahmen ihrer Mitwirkungsobliegenheit im Prüfungsverfahren darüber 
Klarheit zu verschaffen, ob ihre Leistungsfähigkeit durch aussergewöhnliche Umstände, 
insbesondere durch Krankheit, erheblich beeinträchtigt ist, und bejahendenfalls daraus unverzüglich 
die gebotenen Konsequenzen zu ziehen (Urteil VGer ZH VB.2020.00577 vom 17. Dezember 2020 
E. 3.2).

3.2. Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin per E-Mail vom 11. Januar 2023 für die Prüfun-
gen vom 19. Januar bzw. 2. Februar 2023 abgemeldet. Die Frist von 20 Tagen für einen unbegrün-
deten Rückzug war zu diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen verstrichen. Es ist zu prüfen, ob es 
der Beschwerdeführerin möglich gewesen wäre, diese Frist einzuhalten bzw. ob ihr das Verpassen 
der Frist vorwerfbar ist. 

Im ersten Arztzeugnis vom 18. Januar 2023 hält der behandelnde Arzt fest, dass das Abmelden von 
den Prüfungen krankheitsbedingt erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin ergänzt sodann in ihrer E-Mail 
vom 24. Januar 2023, dass sie wegen Depressionen und Schlafstörungen in regelmässiger Behand-
lung stehe. In ihrer Beschwerdeschrift führt sie aus, es lasse sich ohne Weiteres erkennen, dass die 
mit E-Mail vom 24. Januar 2023 vorgebrachten behandelten Schlafstörungen und Depressionen zu 
der verspäteten Prüfungsabmeldung geführt hätten. Das zweite von ihr eingereichte Arztzeugnis 
vom 3. April 2023 attestiert ebenfalls, dass die fehlende Abmeldung krankheitsbedingt erfolgt sei.

Die Beschwerdeführerin macht neben dem allgemeinen Hinweis auf die Depressionen und Schlaf-
störungen keine weiteren Ausführungen, wieso sie deswegen den Fristenlauf nicht mehr hätte über-
blicken können. Allein aus den von ihr erwähnten Diagnosen ergibt sich aber noch keine – für eine 
Wiederherstellung der Frist geforderte – Unfähigkeit der Betroffenen, rational zu denken. Es folgt 
denn auch aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin, mit Ausnahme der Frist für den unbegrün-
deten Rückzug, alle anderen Fristen einhalten und die nötigen Schritte zur Wahrung ihrer Interessen 
wahrnehmen konnte (vgl. ähnlich Urteil VGer BE 100 2016 231 vom 13. März 2017 E. 5.5.2). So hat 
sie sich im November 2022 fristgerecht für die Wiederholungsprüfung angemeldet und auch im 
weiteren Verfahren keine Fristen verpasst. Vielmehr hat sie im E-Mail-Verkehr mit der Vorinstanz 
teilweise noch gleichentags bzw. nur rund eine Stunde nach Eingang der E-Mail geantwortet (vgl. 
E-Mail vom 24. Januar 2023, Vorakten Nr. 5) und sich auch im vorliegenden Verfahren regelmässig 
nach dem Dossierstand erkundigt. 

Zudem wurde das Arztzeugnis auf Ersuchen der Beschwerdeführerin ausgestellt, und nicht etwa in 
Folge einer Konsultation, an der festgestellt wurde, dass sie akut nicht in der Lage wäre, den Fristen-
lauf zu überblicken bzw. entsprechend zu handeln. So schrieb die Beschwerdeführerin ihrem Arzt 

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am 17. Januar 2023 folgendes: “Ich wurde heute von der Anwaltsprüfungskommission darauf hinge-
wiesen, dass ich mich offenbar zu spät für die Prüfungen abgemeldet habe, weshalb das Nichtan-
treten als Misserfolg gilt und ich dann nur noch einen Versuch hätte. Ich wollte Sie deshalb bitten, 
mir ein Arztzeugnis auszustellen. So würde ich mir dennoch einen möglichen Neuversuch in ein paar 
Jahren offenhalten.” Der Arzt fragt in seiner E-Mail vom 18. Januar 2023 nach: “[W]ürde hierfür die 
folgende Formulierung reichen: ‘[D]as fehlende [A]bmelden der Prüfungen ist krankheitsbedingt 
erfolgt..’?” woraufhin die Beschwerdeführerin antwortet: “Ja ich denke das würde reichen” (Vorakten 
Nr. 6). Die Feststellung im Arztzeugnis vom 18. Januar 2023, wonach die Beschwerdeführerin die 
Frist für einen Rückzug krankheitsbedingt verpasst habe, ohne dass hierfür konkretere (Krank-
heits-)Gründe angegeben werden, kann damit nur dahingehend verstanden werden, dass sie die 
subjektive Auffassung und den Wunsch der Beschwerdeführerin wiedergibt (vgl. ähnlich Urteil VGer 
BE VGE 100.2009.295 vom 27. November 2009 E. 4.3.1). Die Beschwerdeführerin vermag dies 
nicht damit zu entkräften, dass sie bereits seit einem Jahr in regelmässiger Behandlung steht: Das 
eingereichte Arztzeugnis wurde gemäss den Akten offenbar unabhängig von einem Arzttermin und 
in Absprache mit der Beschwerdeführerin erstellt.

Weiter ist in Bezug auf die Einhaltung der Frist festzustellen, dass die Konsultationen gemäss den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin auch aufgrund der Lernphase und dem Wissen um den 
erheblichen Druck erfolgten. Sie war sich demnach ihres Gesundheitszustandes und allfälliger damit 
einhergehender Schwierigkeiten bewusst. Unter diesen Umständen kann von ihr erwartet werden, 
dass sie sich die Daten für die An- und Abmeldung, die sich im Übrigen klar aus dem Gesetz erge-
ben, notiert und diese einhält, falls sie die Gründe für den Rückzug nicht bekannt geben will (vgl. 
Urteil BGer 2C_349/2019 vom 27. Juni 2019 E. 5.2 betreffend Einhaltung der Frist für das Absolvie-
ren der Anwaltsprüfungen nach Abschluss des Praktikums). Sie hat es damit auch an der nach Treu 
und Glauben zumutbaren Aufmerksamkeit fehlen lassen. 

Insgesamt ist damit festzustellen, dass kein Krankheitszustand glaubwürdig dargelegt ist, der jegli-
ches auf die Fristenwahrung gerichtete Handeln verunmöglicht hat. Es ist weder durch die Arztzeug-
nisse noch durch die Ausführungen der Beschwerdeführerin erstellt, warum sie nicht in der Lage 
gewesen wäre, die Frist für einen unbegründeten Rückzug einzuhalten. 

3.3. Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, dass die Beschwerdeführe-
rin keinen wichtigen Grund angegeben hat, obwohl die Frist für einen unbegründeten Rückzug schon 
abgelaufen war.

3.3.1. Die Beschwerdeführerin gab bei der Abmeldung am 11. Januar 2023 gar keine Gründe für 
den Rückzug an. Nachdem sie durch die Vorinstanz telefonisch auf die gesetzlichen Bestimmungen 
aufmerksam gemacht worden war, reichte sie am 19. Januar 2023 (am Tag der Prüfung) kommen-
tarlos das auf den 18. Januar 2023 datierte Arztzeugnis ein (Vorakten Nr. 7). Die Vorinstanz machte 
sie daraufhin mit E-Mail vom 24. Januar 2023 erneut darauf aufmerksam, dass ihr Rückzug ohne 
Angabe von Gründen erfolgt sei und setzte ihr eine Frist bis zum 31. Januar 2023, um den Rückzug 
zu begründen. Die Beschwerdeführerin antwortete innert einer Stunde und beschränkte sich darauf 
festzuhalten, dass sie sich aufgrund von Schlafstörungen und Depressionen in Behandlung befinde 
und die Abmeldung krankheitshalber erfolge. Allein durch diesen Verweis vermag sie nicht rechtsge-
nügend darzulegen, inwiefern ihre Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt war.

Erst in der Beschwerdeschrift führt sie ergänzend aus, dass sich die depressive Episode im Januar 
2023 derart verschlimmert habe, dass sie einen Erfolg an den Anwaltsprüfungen habe ausschliessen 
können. Diese Ausführung vermag jedoch nicht zu genügen, um einen erst während der 20-tägigen 

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Frist bzw. im Januar auftretenden wichtigen Grund zu belegen. Es wäre in dem Moment, in dem sie 
eine Veränderung festgestellt hat, Aufgabe der Beschwerdeführerin gewesen, sich um Aufklärung 
ihres Gesundheitszustandes zu bemühen. Eine ärztliche Konsultation mit Blick auf die vorgebrachte 
Veränderung des Gesundheitszustandes scheint aber nicht erfolgt zu sein bzw. wird von ihr nicht 
behauptet. Vielmehr erfolgte die Ausstellung des ersten Arztzeugnis auf Anfrage ihrerseits und das 
zweite datiert erst vom 3. April 2023, mithin zwei Monate nach den Prüfungen.

Gemäss diesem Arztzeugnis vom 3. April 2023 ist die Beschwerdeführerin seit dem 
18. Februar 2022 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung, unter anderem wegen einer 
Anpassungsstörung mit ängstlichen und depressiven Symptomen gemischt (ICD-10: F43.22) und 
nicht organischer Insomnie (ICD-10 F51.0). Das Vorhandensein dieser Krankheiten ist vorliegend 
an sich nicht bestritten. 

Aus den Arztzeugnissen folgt aber nicht, warum der Beschwerdeführerin deswegen eine Teilnahme 
an den Prüfungen im Januar 2023 nicht möglich gewesen wäre. So bezieht sich das am 
18. Januar 2023 eingereichte Arztzeugnis nur auf die Fristwahrung und nicht auf die Prüfungen 
(siehe dazu E. 3.2). Die im zweiten Arztzeugnis gestellten Diagnosen lassen zwar einen Schluss auf 
den allgemeinen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu, stellen aber für sich allein 
genommen keinen wichtigen Grund dar, der eine kurzfristige Abmeldung rechtfertigt. Sie ist gemäss 
ihren eigenen sowie den Angaben des behandelnden Arztes seit Februar 2022 in psychiatrischer 
Behandlung aufgrund dieser Leiden. Weder sie noch der Facharzt machen aber geltend, dass sie 
während der gesamten Behandlungszeit prüfungsunfähig gewesen wäre. Ansonsten hätte sie auch 
die Prüfungssession im September 2022 nicht antreten und auch die übrigen Fristen nicht wahren 
können. 

Den Arztzeugnissen ist aber auch keine kurzfristige – erst während der Rückzugsfrist auftretende – 
Veränderung des Gesundheitszustandes oder ähnliches zu entnehmen, die ihr eine Teilnahme 
verunmöglicht hätten. Dabei wird nicht übersehen, dass der Arzt dem Berufsgeheimnis unterliegt. 
Details zu den Leiden sind, wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift zutreffend 
ausführt, nicht erforderlich. Ausreichend, gleichzeitig aber auch notwendig, ist jedoch, dass die vom 
Arzt abgegebenen Erklärungen im Gesamtzusammenhang betrachtet das Gericht zu überzeugen 
vermögen, dass ein wichtiger Grund gegeben ist, der einen kurzfristigen Rückzug zu rechtfertigen 
vermag (vgl. ähnlich Urteil der Rekurskommission des Kantons TG vom 16. August 1999 E. 3, in 
RBOG-TG 1999, S. 172 ff., Nr. 27). 

Zudem wurde das erwähnte zweite Zeugnis erst am 3. April 2023 ausgestellt, mithin über zwei 
Monate nach der Abmeldung. Das Zeugnis ist damit in Bezug auf den Zustand der Beschwerdefüh-
rerin im Januar 2023 nur wenig aussagekräftig (vgl. Urteil VGer ZH VB.2009.00502 vom 2. Dezem-
ber 2009 E. 4.7; überdies auch KG FR 601 2017 50 vom 15. Mai 2017). Es bescheinigt beispielswei-
se nicht, ab wann ein wichtiger Grund vorgelegen hätte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass auch 
dieses Arztzeugnis mit Blick auf das vorliegende Verfahren in Zusammenarbeit mit der Beschwer-
deführerin formuliert wurde. Ein Arztzeugnis muss aber verständlich darlegen, was der Arzt selbst 
festgestellt und wo er sich auf die Angaben des Patienten gestützt hat (vgl. ETH-Beschwerdekom-
mission, Rechenschaftsbericht an den ETH-Rat 2020, S. 28, wo auf Ziff. 6.4. des Leitfadens "Recht-
liche Grundlagen im medizinischen Alltag" verwiesen wird; Urteil der Rekurskommission TG vom 
16. August 1999 E. 3, in RBOG-TG 1999, S. 172 ff., Nr. 27). 

3.3.2. Kandidaten, die sich während einer laufenden Prüfungssession krankschreiben lassen 
müssen, müssen sich diese Prüfungen dann als Misserfolg anrechnen lassen, wenn sie die erste(n) 

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Prüfung(en) in Kenntnis der Umstände (im Wissen um ihre Krankheit) angetreten sind. Dies gilt 
selbst dann, wenn für die nicht angetretenen Prüfungen derselben Session die Prüfungsunfähigkeit 
nachgewiesen ist (siehe insbesondere Urteil KG SG BR.2015.1 vom 19. Februar 2016 E. 3; ähnlich 
VGer ZH VB.2012.00278 vom 22. August 2023 E. 2.3). Gleiches muss analog für die Beschwerde-
führerin gelten, wenn sie sich verspätet, in Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen sowie ihrer 
Diagnosen und bei einer gefühlten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes ohne Angabe 
eines wichtigen Grundes von den Prüfungen zurückzieht.

3.3.3. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass eine sogenannte "Prüfungssperre", das heisst eine 
durch die Prüfungssituation ausgelöste psychische Störung im Sinne einer gesteigerten Examens-
angst bis hin zur Blockierung, nicht als Prüfungsunfähigkeit gilt. In diesem Fall liegt die Ursache der 
Prüfungsunfähigkeit nicht in einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Kandidaten, sondern in 
der Prüfungssituation als solcher bzw. der damit verbundenen Umstände. Etwas anderes gilt bei 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die zwar unmittelbar durch die bevorstehende Prüfung ausge-
löst werden, jedoch in der Person begründet sind (BAUMANN, S. 271 mit Bezug auf einen mit Depres-
sionen verbundenen gesteigerten Angstzustand, der gemäss ärztlicher Bescheinigung am Vorabend 
der Prüfung in einer Prüfungsunfähigkeit resultierte, was drei Tage später von einem anderen Arzt 
bestätigt wurde). Es ist auf die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin zu verweisen (Art. 47 
VRG). Weder die Vorinstanz noch das Gericht haben Mutmassungen darüber anzustellen, ob eine 
Prüfungssperre oder eine Prüfungsunfähigkeit vorliegt.

3.4. Zusammenfassend lag es in der Verantwortung der Beschwerdeführerin, sich um die Abklä-
rung einer im Januar und damit nach Ablauf der Rückzugsfrist auftretenden gefühlten Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes zu bemühen, diese durch ein ärztliches Zeugnis belegen zu lassen 
und die Vorinstanz darüber zu informieren. Es war ihr zumutbar, erklärende Ausführungen zu 
machen, spätestens nachdem sie von der Vorinstanz zwei Mal auf diese Notwendigkeit aufmerksam 
gemacht worden war. Insgesamt hat sie keinen wichtigen Grund angegeben, obwohl die Frist für 
den Rückzug schon abgelaufen war. Die Beschwerdeführerin ist damit bewusst das Risiko eines 
Misserfolges eingegangen.

3.5. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass der Rückzug ohne wichtigen Grund 
erfolgt ist und die Prüfungen in Privatrecht vom 19. Januar 2023 sowie Verwaltungsrecht vom 
2. Februar 2023 nicht bestanden wurden. 

4.

Die Person, die zum Examen zugelassen werden möchte, muss ein schriftliches Gesuch einreichen 
und die Bescheinigungen darüber vorlegen, dass sie ihr Anwaltspraktikum gemäss den Bestimmun-
gen des Gesetzes über den Anwaltsberuf absolviert hat (Art. 19c Abs. 1 AnwV). Die Person, die das 
Examen ablegt, überweist dem Amt für Justiz innerhalb der angesetzten Frist die Gebühr, die 
gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. h für die Bezahlung der Examenskosten vorgesehen ist (Art. 19c Abs. 3 
AnwV). Für Anwaltsexamen werden bei den ersten schriftlichen Prüfungen CHF 400.- an Gebühren 
erhoben (Art. 20 Abs. 2 Bst. h Ziff. 1 AnwV); pro zusätzliche Prüfung werden CHF 200.- erhoben 
(Art. 20 Abs. 2 Bst. h Ziff. 2 AnwV). Im Falle eines Rückzuges entscheidet das Amt für Justiz, ob und 
in welchem Umfang die Gebühren zurückerstattet werden (19d Abs. 4 AnwV). 

Die Vorinstanz schliesst auf eine Nichtrückerstattung der Gebühren. Die Beschwerdeführerin bean-
tragt in ihrer Beschwerde die Rückerstattung der Gebühren, begründet dies aber nicht weiter. 

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Vorliegend wurde festgestellt, dass der Rückzug von den Prüfungen ohne wichtigen Grund erfolgt 
ist und damit einem Nichtbestehen gleichkommt. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, 
dass die Gebühren geschuldet sind. 

5.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und der angefochtene Entscheid ist zu bestäti-
gen.

6.

Die Gerichtskosten, die in Anwendung von Art. 1 f. des kantonalen Tarifes vom 17. Dezember 1991 
der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (Tarif VJ; SGF 150.12) auf 
CHF 2’000.- festgelegt werden, sind dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführe-
rin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 131 Abs. 1 VRG). 

Es besteht kein Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 137 VRG).

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2'000.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt 
und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die 
Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 5. Dezember 2023/dgr/asc

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin