# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d0c09b6-eab6-54fa-8178-6eb8cdc4fed7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.03.2016 S 2015 110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-110_2016-03-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 110

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 8. März 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ machte eine Anlehre als Textilverkäuferin. Sie ist Mutter von vier 

Kindern und war ab 1977 vorwiegend im Haushalt und der Kinderbetreu-

ung tätig. Ab 1983 arbeitete sie temporär im Verkauf und im Service. Seit 

2000 war sie arbeitslos, arbeitete aber zeitweise für ihren selbständig täti-

gen Ehemann. Sie ist seit Mai 2011 geschieden und wird fürsorgerecht-

lich von ihrer Wohnortsgemeinde X._____ unterstützt.

2. Mit Gesuch vom 12. Juli 2011 meldete sich A._____ wegen psychischer 

Leiden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) holte unter ande-

rem einen Bericht vom 11. Oktober 2011 ein, in welchem Dr. med. 

B._____, die behandelnde Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

eine Anpassungsstörung diagnostizierte und eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit attestierte. Vom 5. bis 16. März 2012 war A._____ in der psych-

iatrischen Klinik Waldhaus hospitalisiert. Im Austrittsbericht der Psychia-

trischen Dienste Graubünden (PDGR) vom 30. März 2012 wurde eine 

nicht näher bezeichnete leichtgradige Demenz diagnostiziert. Im Auftrag 

der IV-Stelle wurde A._____ interdisziplinär begutachtet von Dr. med. 

C._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. phil. 

D._____, Fachpsychologe FSP, Dr. med. E._____, Spezialarzt FMH für 

Neurologie, Elektroenzephalographie und Elektromyographie und von Dr. 

med. F._____, Facharzt FMH für Innere Medizin. Im interdisziplinären 

Konsensbericht vom 11. April 2012 wurden eine zurzeit auch ohne Anti-

epileptika anfallsfreie Epilepsie und ein primärer Hyperparathyreoidismus 

diagnostiziert. Zur Arbeitsfähigkeit wurde angegeben, Einschränkungen 

der Arbeitsfähigkeit bestünden lediglich aus neurologischer Sicht. Wegen 

der Epilepsie kämen Arbeiten an gefährlichen Maschinen, Steigen auf 

Leitern und Gerüste und Autofahren nicht in Frage. Aus psychiatrischer 

Sicht gebe es keine Einschränkungen. Gestützt auf dieses interdisziplinä-

re Gutachten und auf die Beurteilung von Dr. med. G._____ vom Regio-

nalen ärztlichen Dienst (RAD) vom 24. April 2012 wies die IV-Stelle das 

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Leistungsbegehren nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit 

Verfügung vom 28. Juni 2012 ab. Diese Verfügung erwuchs unangefoch-

ten in Rechtskraft.

3. Am 28. Januar 2013 trat A._____ eine vom Sozialdienst Y._____ vermit-

telte, vom Roten Kreuz Graubünden betreute geschützte Arbeitsstelle als 

Küchenhilfe im Landwirtschaftlichen Berufsbildungszentrum I._____ an. 

Dort war sie jeweils vormittags von 8 bis 11 Uhr mit Gemüserüsten und 

Abwaschen beschäftigt.

4. Mit Schreiben vom 21. März 2013 teilte Dr. med. B._____ der IV-Stelle 

mit, der gesundheitliche Zustand von A._____ habe sich verschlechtert. 

Mit Arztbericht vom 18. Juli 2013 beschrieb Dr. med. B._____ die psychi-

schen Beeinträchtigungen der Versicherten und die Probleme, die bei der 

Arbeit als Küchenhilfe aufgetreten waren. Mit Bericht vom 14. Oktober 

2013 attestierte Dr. med. B._____ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin und von 70 % in einer adaptierten 

Tätigkeit (engmaschige persönliche Betreuung, überschaubare Aufgaben, 

die genau angeleitet werden). Dr. med. G._____ vom RAD kam in seiner 

Beurteilung vom 1. November 2013 zum Schluss, es bestehe ein im We-

sentlichen unveränderter Gesundheitszustand. Mit Vorbescheid vom 11. 

November 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegeh-

rens in Aussicht. Mit Einwand vom 15. Januar 2014 beantragte A._____ 

die Vornahme einer Demenzabklärung. Dr. med. G._____ vom RAD gab 

in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2014 an, es habe bereits eine 

fachgerechte Demenzabklärung stattgefunden. Mit Verfügung vom 24. 

Januar 2014 wies die IV-Stelle daraufhin das Leistungsbegehren ab, weil 

weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vorliege, so-

fern diese keine Arbeiten an gefährlichen Maschinen, kein Steigen auf 

Leitern und Gerüste sowie kein Lenken eines Motorfahrzeuges beinhalte. 

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

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5. Mit Gesuch vom 5. August 2014 meldete sich A._____ erneut zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an. Im Arztbericht vom 29. 

September 2014 führte Dr. med. B._____ aus, der psychische Zustand 

der Versicherten habe sich seit dem letzten Bericht deutlich verschlech-

tert. Neue Erkenntnisse erlaubten die endgültige Diagnosestellung. Es lä-

gen eine posttraumatische Belastungsstörung und eine wahnhafte 

Störung vor. Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit dem 17. Oktober 2012 

100 %. Mit Bericht vom 17. November 2014 ergänzte Dr. med. B._____ 

ihre Ausführungen. Vom 19. Januar bis zum 6. März 2015 war A._____ 

im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung zum zweiten Mal in der 

psychiatrischen Klinik Waldhaus hospitalisiert. Zuweisungsgrund war 

gemäss dem Austrittsbericht der PDGR vom 23. März 2015 ein versuch-

ter Suizid. Am 18. Februar 2015 wurde für A._____ von der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden eine Beistandschaft ein-

gerichtet. Am 23. März 2015 wurde A._____ im Auftrag der IV-Stelle er-

neut von Dr. med. C._____ exploriert. Mit Verlaufsgutachten vom 27. April 

2015 führte dieser aus, es könne keine psychische Krankheit diagnosti-

ziert werden, aus psychiatrischer Sicht lasse sich darum eine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit weiterhin nicht begründen. Teil dieses Gutach-

tens war die neuropsychologische Beurteilung vom 20. April 2015, in wel-

cher Dr. phil. D._____ zum Schluss gekommen war, dass die Testergeb-

nisse deutliche Indizien für eine Antwortverzerrung aufweisen würden. Mit 

Vorbescheid vom 26. Mai 2015 teilte die IV-Stelle A._____ sodann mit, 

sie werde das Leistungsbegehren voraussichtlich abweisen, weil ein im 

Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand attestiert worden sei. 

Mit Einwand vom 19. Juni 2015 machte A._____ geltend, gemäss Aus-

trittsbericht der PDGR vom 23. März 2015 sei sie stark depressiv. Es 

bestünden zudem olfaktorische Halluzinationen sowie eine Demenz. Eine 

Erwerbstätigkeit ausserhalb eines geschützten Rahmens sei nicht mehr 

möglich. Am 7. Juli 2015 reichte A._____ eine Stellungnahme von Dr. 

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med. B._____ vom 6. Juli 2015 nach. Dr. med. G._____ vom RAD erach-

tete die Vorbringen im Einwand und in der Stellungnahme von Dr. med. 

B._____ in seiner Stellungnahme vom 29. Juni 2015 als unbeachtlich. Mit 

Verfügung vom 14. Juli 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab 

und führte aus, Dr. med. C._____ habe sich in seinem Verlaufsgutachten 

mit dem Austrittsbericht der PDGR und mit der Beurteilung von Dr. med. 

B._____ auseinandergesetzt. Letztere bringe in ihrer Stellungnahme vom 

6. Juli 2015 keine neuen Argumente vor.

6. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführe-

rin) am 10. September 2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, even-

tuell sei ein Obergutachten einzuholen, subeventuell sei die Angelegen-

heit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessua-

ler Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung und Rechts-

verbeiständung. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie 

bemühe sich seit 2010 erfolglos wieder ins Berufsleben einzusteigen. Sie 

schaffe dies weder aus eigener Kraft noch mit Unterstützung des Roten 

Kreuzes, weil sie selbst im hochgradig geschützten Arbeitsumfeld als 

Küchenhilfe im I._____ zu verwirrt, kognitiv zu sehr eingeschränkt und 

sozial zu eigenartig sei. Die IV-Stelle habe zu Unrecht auf das Gutachten 

von Dr. med. C._____ abgestellt. Dieses Gutachten stehe im Widerspruch 

zur Beurteilung von Dr. med. B._____, welche sie seit Jahren behandle. 

Es stehe ebenfalls im Widerspruch zu den Feststellungen des I._____s 

und des Roten Kreuzes Graubünden, welche seit zweieinhalb Jahren die 

Arbeitsintegration durchführten. Die Beschwerdeführerin beantragte die 

Einvernahme der zuständigen Einsatzleiterin des Roten Kreuzes 

Graubünden als Zeugin. Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, 

Dr. med. C._____ habe ihre Gewalt- und Missbrauchserfahrungen nicht 

richtig gewürdigt, sich aufdrängende Diagnosen trotz klarer Befunde nicht 

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gestellt und die Geschehnisse rund um die Arbeitsintegration nicht einbe-

zogen. Es sei auf die Beurteilung von Dr. med. B._____ abzustellen oder 

ein Obergutachten einzuholen.

7. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 19. Oktober 2015 

die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, sie 

habe zu Recht auf das Gutachten von Dr. med. C._____ vom 27. April 

2015 abgestellt, dieses Gutachten sei voll beweiskräftig und berücksichti-

ge alle relevanten Vorkommnisse in gebührender Weise. Die Beschwer-

deführerin schliesse zu Unrecht von den erfolglosen Arbeitsintegrations-

bemühungen auf das Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die IV-Stelle sprach sich gegen die Ein-

vernahme der zuständigen Einsatzleiterin des Roten Kreuzes Graubün-

den aus. 

8. In ihrer Replik vom 2. November 2015 vertiefte die Beschwerdeführerin 

ihren Standpunkt und mit Schreiben vom 6. November 2015 verzichtete 

die IV-Stelle auf eine Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf die Argumente im angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 14. Juli 2015. Das Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

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i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zur Beur-

teilung der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Als Verfügungs-

adressatin ist die Beschwerdeführerin zudem beschwert und zur Be-

schwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf 

die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 60 und 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten. 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat, beziehungsweise ob die Be-

schwerdeführerin ab dem 1. Februar 2015, das heisst ab Beginn des 

sechsten Monates nach der Einreichung des Gesuchs am 5. August 2014 

(Art. 29 IVG), einen Rentenanspruch hat. Im Zentrum steht dabei die Fra-

ge nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinde-

rungsgeeigneten Tätigkeit. Massgebend ist der Sachverhalt, der sich bis 

zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 14. Juli 2015 verwirklicht 

hat (BGE 129 V 1 E.1.2).

3. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit, 

welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; Art. 4 Abs. 1 

IVG). Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist aufgrund eines Ein-

kommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu-

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mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 

das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Validen-

einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus 

der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertels-

rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier-

telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 70 % auf eine ganze Ren-

te (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

b) Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist die Frage entscheidend, 

welche Arbeitsleistungen der Versicherten in welchem Umfang noch zu-

gemutet werden können, beziehungsweise wie gross die Arbeitsfähigkeit 

in einer optimal angepassten Tätigkeit ist. Für die Beantwortung dieser 

Frage ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall der Richter) auf Unterla-

gen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute 

zur Verfügung stellen (BGE 125 V 256 E.4). Aufgabe des Arztes ist es, 

den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und Stel-

lung zu nehmen zu der Frage, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E.4, BGE 125 V 261 

E.4). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit können sich die IV-Stellen 

und die Sozialversicherungsgerichte auf den Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD, Art. 59 Abs. 2bis IVG), auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen 

und Ärzte oder auf externe medizinische Sachverständige stützen (Art. 59 

Abs. 3 IVG). 

c) Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in sozialversiche-

rungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 

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ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt deshalb 

nach der Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen Belange um-

fassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Be-

schwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und der medizinischen Situation einleuchten und in den daraus gezoge-

nen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht 

oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch hat es das Bundesge-

richt mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erach-

tet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutach-

ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Gut-

achten versicherungsexterner Ärzte vollen Beweiswert, wenn sie aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-

sigen Ergebnissen gelangen, solange nicht konkrete Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit sprechen. Nur wenn die Schlüssigkeit eines solchen Gut-

achtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, sind ergänzende 

Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzuordnen 

(BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). Bei Berichten von behan-

delnden Ärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rech-

nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus-

sagen. Der Bericht eines behandelnden Arztes hat somit nicht den glei-

chen Rang wie ein von der IV-Stelle nach dem vorgegebenen Verfahrens-

recht eingeholtes Gutachten. Ein solcher Bericht verpflichtet indessen - 

wie jede substantiiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gut-

achten - den Richter zu prüfen, ob der Bericht des behandelnden Arztes 

die Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutach-

ters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 135 

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V 465 E.4.5 125 V 361 E.3c). Bei einer psychiatrischen Exploration ist 

nach der Rechtsprechung zudem zu beachten, dass diese von der Natur 

der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut-

achtenden Psychiater praktisch immer einen Spielraum für verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen, was zulässig und zu respek-

tieren ist, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher kann es 

nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise 

stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschät-

zungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffas-

sungen festhalten (Urteil des Bundesgerichts 9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 

E.3.2). Ergeben die im Administrativverfahren eingeholten medizinischen 

Berichte und Sachverständigengutachten ein überzeugendes Beweiser-

gebnis, stellt das angerufene Gericht für seine Beurteilung abschliessend 

darauf ab (BGE 122 V 157 E.1d). 

d) Bei der Würdigung von psychiatrischen Gutachten ist auf die „Qualitäts-

richtlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invaliden-

versicherung abzustellen. Die Qualitätsrichtlinien vereinheitlichen seit ih-

rer Publikation im Februar 2012 die psychiatrische Begutachtung zuhan-

den der Invalidenversicherung und anderen Sozialversicherern. Sie ver-

stehen sich als Empfehlungen, von welchen die Gutachter nur im begrün-

deten Einzelfall abweichen sollten. Dem Rechtsanwender dienen sie als 

Orientierung zur Beurteilung der Qualität von psychiatrischen Gutachten 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_207/2015 vom 5. Juni 2015 E.4.2; Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 13 141 vom 

25. November 2014 E.5i; MARELLI, Das psychiatrische Gutachten, in: RIE-

MER-KAFKA (Hrsg.), Psyche und Gesundheit, Zürich 2014, S. 83). 

4. a) Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Juli 2015 abgewiesen (IV-act. 

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102). Dabei hat sie auf das psychiatrische Verlaufs-Gutachten von Dr. 

med. C._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

27. April 2015 abgestellt (IV-act. 93). In diesem Gutachten kam Dr. med. 

C._____ zum Schluss, eine eindeutige psychiatrische Diagnose könne 

weiterhin nicht gestellt werden, so dass die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei. Be-

standteil dieses Gutachtens ist die neuropsychologische Beurteilung von 

Dr. phil. D._____, Fachpsychologe FSP, vom 20. April 2015 (IV-act. 93 S. 

50). Die Beschwerdeführerin ist hingegen der Ansicht, es sei auf die Beur-

teilung der behandelnden Psychiaterin Dr. med. B._____ abzustellen, 

welche in ihrem Bericht vom 29. September 2014 eine komplexe post-

traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1) sowie eine wahnhafte 

Störung (ICD-10 F 22.0) diagnostizierte und eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit attestierte (IV-act. 71). Der Auffassung der Beschwerdeführerin 

kann nicht gefolgt werden. Die IV-Stelle hat – aus den nachfolgend darge-

legten Gründen - zu Recht auf das Gutachten von Dr. med. C._____ ab-

gestellt. 

b) Dr. med. C._____ ist als Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera-

pie sowie als zertifizierter medizinischer Gutachter SIM für die gutachterli-

che Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychia-

trischer Sicht qualifiziert. Sein versicherungsexternes Gutachten hat nach 

der Rechtsprechung vollen Beweiswert, wenn es aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

verfasst wurde und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-

gebnissen gelangt, und wenn keine konkreten Indizien gegen seine Zu-

verlässigkeit sprechen (vgl. oben E.3c). Dass das Gutachten von Dr. med. 

C._____ alle diese Voraussetzungen zu erfüllen vermag, wird im Folgen-

den im Detail aufgezeigt.

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c) Dr. med. C._____ erstattete sein Gutachten aufgrund eingehender Beob-

achtungen und Untersuchungen. Am 23. März 2015 explorierte er die Be-

schwerdeführerin während eineinhalb Stunden persönlich. In einer aus-

führlichen Anamnese befragte er sie zu ihren aktuellen Beschwerden und 

den daraus resultierenden Einschränkungen, zur Entwicklung der Krank-

heit, zu den Eckpunkten ihrer Biographie, zu ihrem schulischen und beruf-

lichen Werdegang, zur aktuellen Lebenssituation, zu ihrem Tagesablauf 

und ihrer Freizeitgestaltung, zum Konsum von Suchtstoffen, zum allge-

meinen Gesundheitszustand, zum Medikamentenkonsum und zu allfälli-

gen psychischen Erkrankungen in der Familie. Damit deckte er alle The-

men ab, welche von den Qualitätsrichtlinien (vgl. vorne E.3d) empfohlen 

werden. Aufgrund dieser eingehenden Anamnese wusste er insbesonde-

re auch um die zahlreichen, zum Teil gravierenden Probleme, mit wel-

chen die Beschwerdeführerin auf ihrem Lebensweg konfrontiert worden 

war (Gewalt und sexueller Missbrauch als Kind und Jugendliche, Proble-

me bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder, Scheidung, kaum Kontakt zu 

Kindern und Enkeln, Arbeitslosigkeit, Klinikaufenthalt nach Selbstmord-

versuch etc.). Durch eine differenzierte Verhaltensbeobachtung erhob Dr. 

med. C._____ einen nachvollziehbaren psychopathologischen Befund. 

Dabei erhob er den Psychostatus vom Untersuchungstag in Einklang mit 

den Qualitätsrichtlinien nach dem von der „Arbeitsgemeinschaft für Me-

thodik und Dokumentation in der Psychiatrie“ entwickelten AMPD-System 

(IV-act. 93 S. 37; www.amdp.de, besucht am 2. Mai 2016). Er nahm eine 

testpsychologische Abklärung mittels Hamilton Depressionsskala vor, bei 

welcher das Ergebnis nicht für das Vorliegen einer Depression sprach, 

und er führte eine Laboruntersuchung bezüglich verschiedener Stoffe vor, 

die unauffällige Ergebnisse lieferte (IV-act. 93 S. 39). Zusätzlich zu den 

eigenen Beobachtungen und Untersuchungen konnte sich Dr. med. 

C._____ auf die neuropsychologische Beurteilung von Dr. phil. D._____ 

abstützen (IV-act. 93 S. 63). Dr. phil. D._____ klärte die Beschwerdefüh-

rerin während zweimal dreieinhalb Stunden auf ihre neurokognitive Funk-

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tionstüchtigkeit im Hinblick auf die erwerbliche Eingliederungsfähigkeit ab. 

Nebst Erhebung der Anamnese und der Befunde nach AMPD-

Klassifikation führte er umfangreiche Testverfahren durch. Die kognitive 

Leistungsfähigkeit testete er mithilfe des Weichsler Intelligenztests für Er-

wachsene (WIE), das Gedächtnis mit dem Inventar zur Gedächtnisdia-

gnostik (IGD), die Konzentrationsfähigkeit mit der Testbatterie zur Auf-

merksamkeitsprüfung (TAP) und dem Frankfurter Aufmerksamkeits-

Inventar (FAIR II). Zur Beurteilung der exekutiven Funktionstüchtigkeit 

stütze sich Dr. phil. D._____ auf die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprü-

fung (TAP), den Trail-Making-Test (TMT), das Verfahren Turm-von-

London (TL-D), den Regensburger Wortflüssigkeitstest (RWT) und den 

Ruff-Figural-Fluency-Test (RFFT). Die Beschwerdeführerin erzielte in die-

sen Tests Ergebnisse, die ab und zu durchschnittlich, meist aber leicht- 

oder schwergradig eingeschränkt waren. Die Plausibilität dieser Ergeb-

nisse schätzte Dr. phil. D._____ auf der Grundlage der von SLICK, SHER-

MAN und IVERSON (1999) vorgeschlagenen Kriterien zur Simulationsab-

klärung ein. Dazu benutzte er zur Beurteilung möglicher Motivationsdefizi-

te die Testbatterie zur forensischen Neuropsychologie (TBFN), das Test-

verfahren Reliable Digit Span (RDS) und den Rey Memory Test (RMT), 

welche deutliche Indizien für eine Antwortverzerrung lieferten. Dr. phil. 

D._____ kam so zum Schluss, es müsse davon ausgegangen werden, 

dass die erzielten Daten nicht die tatsächliche neurokognitive Funktions-

tüchtigkeit der Testperson abbildeten. Anschaulich erklärte er, das erzielte 

neurokognitive Fähigkeitsprofil charakterisiere eine Person mit schweren 

neurokognitiven Einschränkungen, die der Hilfe von Drittpersonen zum 

Lebensvollzug bedürfe, so etwa in einem Heim für Demenzkranke, was 

der tatsächlichen Lebenssituation widerspreche. Dr. phil. D._____s Ab-

klärung erscheint vollständig, sorgfältig und schlüssig, so dass sie als 

aussagekräftige Grundlage für das Gutachten von Dr. med. C._____ ein-

zustufen ist. Zu erwähnen ist schliesslich, dass Dr. med. C._____ zusätz-

lich zu den aktuellen Untersuchungsergebnissen auch auf die Erkenntnis-

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se zurückgreifen konnte, welche er bei der erstmaligen Exploration und 

Begutachtung der Beschwerdeführerin im Frühling 2012 gewonnen hatte 

(Psychiatrisches Gutachten vom 11. April 2012, erstellt im Rahmen der in-

terdisziplinären Abklärung, IV-act. 35 S. 6 ff.). Auch damals war Dr. med. 

C._____ zum Schluss gekommen, es könne keine psychiatrische Diagno-

se gestellt werden und aus psychiatrischer Sicht sei darum die Arbeits-

fähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 35 S. 50).

d) Dr. med. C._____ verfasste sein Gutachten nach Einsicht in sämtliche 

relevanten Akten. Ihm stand das gesamte Dossier der IV-Stelle zur Verfü-

gung, und in Übereinstimmung mit der entsprechenden Vorgabe in den 

Qualitätsrichtlinien listete er alle wesentlichen medizinischen Vorakten un-

ter Nennung ihrer zentralen Aussagen auf (IV-act. 93 S. 4 ff.). 

e) Dr. med. C._____ gelangte bei der Erörterung seiner Befunde zu einem 

schlüssigen Ergebnis. Bei seiner umfassenden Befunderhebung hatte er 

zwar gewisse Beeinträchtigungen festgestellt (Merkfähigkeitsstörungen, 

vages und sprunghaftes Antworten, Vorbeireden, Grübeln und Gedan-

kenkreisen, Schuld- und Insuffizienzgefühle). Er vermochte aber nach-

vollziehbar darzulegen, dass keine Befunde beziehungsweise Symptome 

vorlagen, welche mit genügender Deutlichkeit für eine psychische Krank-

heit gesprochen hätten. In nachvollziehbarer Weise gab Dr. med. 

C._____ an, im Rahmen der Untersuchung hätten sich keinerlei Hinweise 

für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer symptomati-

schen psychischen Störung, einer Störung durch psychotrope Substan-

zen, einer Schizophrenie, einer schizotypen oder wahnhaften Störung ge-

funden. Ebenfalls keine Hinweise hätten vorgelegen für eine Demenz, ei-

ne affektive Erkrankung, eine neurotische oder somatoforme Störung, ei-

ne Belastungs- oder Persönlichkeitsstörung (IV-act. 93 S. 41 ff.).

- 15 -

f) Somit bleibt darzulegen, dass weder die Berichte von Dr. med. B._____ 

noch sonstige Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. 

med. C._____ sprechen.

aa) Dr. med. B._____ attestierte der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 

29. September 2014 (IV-act. 71) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 

17. Oktober 2012. Sie diagnostizierte eine komplexe posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10 F 43.1) und vor deren Hintergrund eine 

wahnhafte Störung (ICD-10 F 22.0) und gab an, diese Diagnosen bestün-

den seit Jahrzehnten. Dank der langdauernden und engmaschigen Be-

handlung habe eine bessere psychotherapeutische Beziehung aufgebaut 

werden können, welche mehr Einblick in überaus prägende Episoden er-

möglicht habe. Erst diese Erkenntnisse hätten die endgültige Diagnose-

stellung erlaubt. Es habe sich eindeutig herausgestellt, dass die Be-

schwerdeführerin in ihrer Kindheit im Alter zwischen fünf und sechzehn 

Jahren von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht worden sei. Auch sei 

körperliche Gewalt an der Tagesordnung gewesen. Dadurch sei sie emo-

tional abgestumpft und habe ein hohes Aggressionspotenzial gegen sich 

selber und andere aufgebaut. Gegenüber ihren eigenen Kindern sei die 

Beschwerdeführerin vernachlässigend und tätlich gewesen. Die daraus 

resultierenden Schuldgefühle halte sie mit der wahnhaften Störung im 

Zaum. Vor diesem Hintergrund seien auch die starken Schwankungen in 

der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit zu interpretieren, die sogar 

zu fehlerhafter Ausführung von Routineaufgaben führten. Mit Bericht vom 

17. November 2014 (IV-act.75 S. 2 f.) ergänzte Dr. med. B._____, beson-

ders während des letzten Jahres habe die Beschwerdeführerin zuneh-

mend paranoide Denkinhalte entwickelt. Sie sei in hohem Masse aggres-

siv, meistens verbal, gegen sich selber und gegen andere. Dies geschehe 

vor allem dann, wenn sie an ihre Traumata erinnert werde. Für viele Er-

eignisse bestehe eine Amnesie. In Triggersituationen werde sie von 

Flashbacks heimgesucht, die sie alsdann dissoziativ abspalte. Die Be-

- 16 -

schwerdeführerin rede, denke und handle äusserst auffällig. Die Abnor-

mitäten zeigten sich auch an ihrem geschützten Arbeitsplatz, wo eine 

engmaschigere Betreuung notwendig geworden sei und sich ihre Ein-

satzmöglichkeiten weiter eingeschränkt hätten.

bb) Dr. med. B._____s Beurteilung vermag aus verschiedenen Gründen nicht 

zu überzeugen. Mit Bericht vom 12. Juni 2012 hatte Dr. med. B._____ 

noch eine nicht näher bezeichnete Demenz diagnostiziert (IV-act. 40 S. 

6). Die Änderung der Diagnose zu einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung erklärte sie in ihrem Bericht vom 29. September 2014 

damit, dass die vertiefte psychotherapeutische Beziehung Einblick in ver-

gangene, überaus prägende Episoden im Leben der Beschwerdeführerin 

erlaubt habe, und dass es sich nun anamnestisch eindeutig herausgestellt 

habe, dass sie in ihrer Kindheit im Alter zwischen fünf und sechzehn Jah-

ren von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht worden sei (IV-act. 71 S.1 

und 2). Diese Erklärung mutet eigenartig an, sind doch die Missbrauchs- 

und Gewalterfahrungen der Beschwerdeführerin bereits seit dem Frühjahr 

2012 aktenkundig. Bereits im Rahmen der ersten, interdisziplinären Be-

gutachtung hatte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. med. C._____ 

offen gelegt, dass sie eine sehr schwierige Kindheit und Jugend gehabt 

hatte und jahrelang von ihrem Stiefvater missbraucht worden war (Gut-

achten Dr. med. C._____ vom 11. April 2012, IV-act. 35 S. 32). Nach der 

Aktenlage hatte Dr. med. B._____ Einblick in dieses Gutachten gehabt, in 

ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2012 war sie sogar im Detail auf die 

biografische Anamnese eingegangen (IV-act. 40 S. 5). Dr. med. B._____ 

vermag somit nicht nachvollziehbar zu erklären, weshalb sie im Juni 2012 

im Wissen um das Trauma noch von einer nicht näher bezeichneten De-

menz ausging und dann im September 2014 eine komplexe posttraumati-

sche Belastungsstörung diagnostizierte.

- 17 -

cc) Dr. med. C._____ nahm in seinem Gutachten vom 27. April 2015 ausführ-

lich Stellung zu der abweichenden Beurteilung von Dr. med. B._____ (IV-

act. 93 S. 41 ff.). Wie bereits erwähnt ging Dr. med. B._____ bis zu ihrem 

Bericht vom 29. September 2014 von einer nicht näher bezeichneten 

Demenz aus (Bericht vom 12. Juni 2012; IV-act. 40). Dem hielt Dr. med. 

C._____ in überzeugender Weise entgegen, alle bisher durchgeführten 

MRI-Untersuchungen des Kopfes seien unauffällig verlaufen, eine EEG-

Untersuchung habe ebenfalls kein eindeutiges Resultat gezeigt und auch 

bei den verschiedenen neuropsychologischen Testungen hätten keine 

eindeutigen Resultate erzielt werden können. Insbesondere spreche der 

von Dr. med. B._____ erhobene Mini-Mental-Status (MMS) mit 27 von 30 

Punkten einem normalen Resultat (Bericht vom 11. Oktober 2011, IV-act. 

23 S. 5). Letzteres wird durch eine Internetrecherche bestätigt, liegt doch 

der Grenzwert zur leichten Demenz bei einer Person mit eher tiefem Bil-

dungsniveau bei 24 Punkten (www.gesundheitundalter.ch/Portals/ 3/me-

dia/geriatrische/PDF/MMT.pdf, besucht am 2. Mai 2016). Diese Sichtwei-

se von Dr. med. C._____ wird gestützt durch Dr. med. G._____ vom 

RAD. Dieser führte in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2014 aus, 

Dr. med. C._____ und Dr. med. D._____ hätten bei der interdisziplinären 

Begutachtung im Frühjahr 2012 eine fachgerechte Demenzabklärung 

vorgenommen und zu Recht eine Demenz verneint (IV-act. 63 S. 10). Der 

von Dr. med. B._____ mit Bericht vom 29. September 2014 gestellten 

Diagnose einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung hielt Dr. 

med. C._____ entgegen, es hätten sich keine Hinweise für eine Belas-

tungsstörung gefunden (IV-act. 93 S. 42). Es sei nicht plausibel, dass die-

selbe Symptomatik, welche für Dr. med. B._____ zunächst Anlass für die 

Diagnose einer nicht näher bezeichneten Demenz gewesen sei, nun 

plötzlich Symptome einer komplexen posttraumatischen Belastungs-

störung und einer wahnhaften Störung sein sollten. Die Hypothese von 

Dr. med. B._____, dass die Beschwerdeführerin Schuldgefühle wegen ih-

rer Verhaltensweise als Mutter habe und dass sie diese Schuldgefühle mit 

- 18 -

einer wahnhaften Störung im Zaum halte, sei nichts weiter als spekulativ. 

Die von Dr. med. B._____ als Beispiele angeführten Überzeugungen der 

Beschwerdeführerin in Bezug auf gewisse Medikamente und Nahrungs-

mittel stünden gemäss seiner Nachfrage meist in Zusammenhang mit ih-

rem Hyperparathyreoidismus und seien nicht wirklich wahnhaft, auch 

wenn sie vielleicht der schulmedizinischen Grundlage entbehrten. Ge-

stützt wird die Sichtweise von Dr. med. C._____ durch die Tatsache, dass 

im Austrittsbericht der PDGR vom 23. März 2015 weder eine posttrauma-

tische Belastungsstörung noch eine wahnhafte Störung diagnostiziert 

wurden (IV-act 88 S. 7). Allem Anschein nach präsentierte sich den Klini-

kärzten der PDGR während der rund zweimonatigen stationären Behand-

lung der Beschwerdeführerin vom 19. Januar bis zum 6. März 2015 keine 

entsprechende Symptomatik, obwohl sie gestützt auf eine umfassende 

Anamnese um die Misshandlungen der Beschwerdeführerin durch die El-

tern und ihre Probleme mit den eigenen Kindern wussten (IV-act. 88 S. 3 

und 6). Vor diesem Hintergrund wird die Einschätzung von Dr. med. 

C._____ auch nicht erschüttert durch das Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin, wonach es nicht glaubhaft sei, dass der in der Kindheit und Jugend 

erlebte sexuelle Missbrauch und die damals fast täglich erlittene körperli-

che Gewalt nicht von Bedeutung sein sollen. Es ist allgemein bekannt, 

dass auch schwere Traumatisierungen nicht zwangsläufig zu einem psy-

chischen Leiden mit Krankheitswert führen.

dd) Im Austrittsbericht der PDGR vom 23. März 2015 wurde eine nicht näher 

bezeichnete Demenz diagnostiziert (IV-act. 88 S. 7). Diese Diagnose 

stützte sich ganz wesentlich auf eine neuropsychologische Testung, wel-

che Dr. phil. H._____ am 20. Februar 2015 durchgeführt hatte. Mittels der 

neuropsychologischen Testbatterie CERAD, dem MMS und dem Uhren-

test war er zum Schluss gekommen, insgesamt sei von einer leichten 

Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit auszugehen (IV-act. 88 

S. 5). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag dies die Zu-

- 19 -

verlässigkeit des Gutachtens von Dr. med. C._____ aber ebenfalls nicht 

zu erschüttern. Dr. med. C._____ wies zu Recht darauf hin, dass die von 

der Beschwerdeführerin bei Dr. phil. H._____ erzielten Resultate im MMS 

(27 von 30 Punkten) und im Uhrentest (6 von 7 Punkten) nicht als Hinweis 

auf Demenz gewertet werden könnten (vgl. oben E.4f/cc; IV-act. 93 S. 

41). Entscheidend ist aber vor allem, dass Dr. phil. D._____ bei seiner 

umfassenden neuropsychologischen Beurteilung mittels einer sachge-

rechten Beschwerdevalidierung aufgezeigt hatte, dass die in den Tests 

festgestellten neurokognitiven Einschränkungen infolge Antwortverzer-

rung nicht die tatsächliche neurokognitive Funktionstüchtigkeit abbildeten 

(vgl. vorne E.4c; IV-act. 93 S. 50 ff). Dieses Ergebnis entsprach im We-

sentlichen demjenigen der Abklärung vom Frühjahr 2012, wo Dr. phil. 

D._____ im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung zum Schluss 

gekommen war, es sei von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Simula-

tion auszugehen (Bericht vom 6. Februar 2012; IV-act. 35 S. 62). Die 

diesbezügliche Kritik von Dr. med. B._____ ist nicht stichhaltig. Dr. med. 

B._____ geht nicht auf das Ergebnis der Beschwerdevalidierung ein und 

bringt nichts Konkretes vor, was Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beur-

teilung von Dr. phil. D._____ wecken würde (Stellungnahme von Dr. med. 

B._____ vom 6. Juli 2015; IV-act. 101). Dr. phil. H._____ hat keine Be-

schwerdevalidierung vorgenommen. Angesichts der Beurteilung von Dr. 

phil. D._____ hat Dr. med. C._____ die Ergebnisse von Dr. phil. H._____ 

somit zu Recht in Zweifel gezogen. Entsprechend ist auch Dr. med. 

G._____ vom RAD der Ansicht, dass der Austrittsbericht der PDGR das 

Gutachten von Dr. med. C._____ nicht zu erschüttern vermag (Stellung-

nahme vom 29. Juni 2015; IV-act. 103 S. 11).

g) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem Gutachten von 

Dr. med. C._____ volle Beweiskraft zukommt und dass es weder durch 

die Berichte von Dr. med. B._____ und von den PDGR noch durch sons-

tige Indizien in seiner Zuverlässigkeit derart erschüttert wird, dass davon 

- 20 -

abzuweichen wäre oder dass weitere Abklärungen notwendig wären. Auf 

die Einholung eines Obergutachtens, wie von der Beschwerdeführerin 

beantragt, ist deshalb zu verzichten, da hievon keine neuen entscheidre-

levanten Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung, 

BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90 E.4b). Festzuhalten ist in diesem Zusam-

menhang auch, dass sich aus den Akten keine Hinweise darauf finden, 

dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der Un-

tersuchung bei Dr. med. C._____ am 23. März 2015 wesentlich ver-

schlechtert hätte. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass das 

Gutachten von Dr. med. C._____ den Gesundheitszustand beschreibt, 

wie er zum massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 14. Juli 

2015 bestand.

5. An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie bemühe 

sich seit 2010 erfolglos, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Sie schaffe 

dies wegen ihrer kognitiven Beeinträchtigungen weder aus eigener Kraft 

noch mit Hilfe des Sozialdienstes und des Roten Kreuzes. Selbst im 

hochgradig geschützten Arbeitsumfeld als Küchenhilfe im I._____ sei sie 

nur unter engmaschiger Betreuung einsetzbar. Die Wahrnehmung der In-

tegrationsstellen widerspreche der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 

Dr. med. C._____ diametral. Dazu reichte die Beschwerdeführerin zwei 

Verlaufsberichte des Roten Kreuzes Graubünden vom 12. August 2013 

und vom 9. September 2015 ein. In diesen Berichten kam die zuständige 

Einsatzleiterin des Roten Kreuzes gestützt auf die Rückmeldungen des 

Küchenchefs jeweils zum Fazit, es bestehe absolut keine Chance auf 

dem ersten Arbeitsmarkt (Beilagen der Beschwerdeführerin  [Bf-act.] Nr. 6 

und 7). Der Argumentation der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt 

werden. Eine Arbeitsintegration kann nämlich erfahrungsgemäss nicht nur 

aus gesundheitlichen und damit IV-relevanten Gründen scheitern, son-

dern es können auch IV-fremde Gründe vorliegen wie zum Beispiel man-

- 21 -

gelnde Leistungsbereitschaft. Wie bereits erwähnt, ist es Aufgabe des 

Arztes, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (vgl. oben E.3b; BGE 125 V 256 

E.4). Personen ohne fundierte medizinische Kenntnisse sind nicht in der 

Lage, die Arbeitsfähigkeit sachgerecht zu beurteilen und dabei in der ge-

botenen Weise zwischen IV-relevanten und IV-fremden Faktoren zu un-

terscheiden. Dem Antrag der Beschwerdeführerin auf Befragung der Ein-

satzleiterin des Roten Kreuzes kann deshalb nicht Folge geleistet werden. 

Zur Klärung der hier entscheidenden Frage, ob bei der Beschwerdeführe-

rin ein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

vorliegt, kann sie ohne psychologisches beziehungsweise psychiatrisches 

Fachwissen nichts Wesentliches beitragen (antizipierte Beweiswürdigung; 

BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90 E.4b). Die Beschwerdeführerin wirft Dr. 

med. C._____ vor, er habe in seinem Gutachten die Geschehnisse rund 

um die Arbeitsintegration nicht berücksichtigt. Die trifft nicht zu. Dr. med. 

C._____ war über die Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin an ihrer 

geschützten Arbeitsstelle informiert, zitierte er doch ausführlich aus den 

Arztberichten von Dr. med. B._____ vom 18. Juli 2013 und vom 17. No-

vember 2014, in welchen letztere die Schwierigkeiten bei der Arbeit an-

schaulich dargelegt hatte (IV-act. 52 und 93 S. 8).

6. Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass Dr. med. C._____ seine Beur-

teilung nach einem nur eineinhalbstündigen Gespräch abgegeben habe. 

Damit erfasst sie den zeitlichen Umfang der Untersuchung nicht vollstän-

dig. Für das streitige Gutachten vom 27. April 2014 führte Dr. med. 

C._____ eine eineinhalbstündige Untersuchung durch (IV-act. 93 S. 2). 

Weil dieses Gutachten ein Verlaufsgutachten zum Gutachten vom April 

2012 darstellt, ist zudem zu berücksichtigen, dass Dr. med. C._____ die 

Beschwerdeführerin bereits 2012 während rund eineinhalb Stunden un-

tersucht hatte (IV-act. 35 S. 9). Zu berücksichtigen ist weiter, dass Dr. 

med. C._____ ein Untergutachten miteinbezog, für welches Dr. phil. 

D._____ die Beschwerdeführerin an zwei verschiedenen Tagen während 

- 22 -

je dreieinhalb Stunden untersucht hatte (IV-act. 93 S.50). Damit war der 

zeitliche Aufwand für das Gutachten eher überdurchschnittlich und es 

sind keine Gründe ersichtlich, weshalb dieser zeitliche Aufwand der Fra-

gestellung und der zu beurteilenden Pathologie nicht angemessen sein 

sollte (Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2015 vom 14. Oktober 2015 

E.4.3). Hinzu kommt, dass es für den Aussagegehalt eines medizinischen 

Gutachtens nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt, sondern 

vielmehr darauf, ob das Gutachten inhaltlich vollständig und im Ergebnis 

schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2015 vom 14. Oktober 

2015 E.4.3). Dies trifft vorliegend wie gezeigt zu (vgl. vorne E.4).

7. Die Beschwerdeführerin ist seit dem 18. Februar 2015 verbeiständet (Bf-

act. 14). Von dieser Tatsache können indessen keine direkten Schlüsse 

auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gezogen werden, kann eine 

Verbeiständung doch aus IV-relevanten und aus IV-fremden Gründen er-

folgen. Im vorliegenden Fall ergeben sich denn auch aus den Akten ver-

schiedentlich Hinweise darauf, dass IV-fremde Faktoren wie zum Beispiel 

mangelnde Motivation und psychosoziale Belastungsfaktoren eine ge-

wichtige Rolle spielten (Neuropsychologische Beurteilung von Dr. phil. 

D._____ vom 20. April 2015, IV-act. 93-50; Beurteilung von Dr. med. 

G._____ vom RAD vom 24. April 2012, IV-act. 42 S. 10 und 12). Die Be-

schwerdeführerin macht geltend, die Verbeiständung sei alleine aus ge-

sundheitlichen Gründen erfolgt. Dabei beruft sie sich auf die von Dr. med. 

B._____ und den PDGR gestellten Diagnosen, welche aber wie gezeigt 

nach der schlüssigen Beurteilung von Dr. med. C._____ nicht plausibel 

sind (vgl. oben E.4f/cc und 4f/dd). 

8. Somit ergibt sich, dass die IV-Stelle zu Recht gestützt auf das Gutachten 

von Dr. med. C._____ vom 27. April 2015 (und gestützt auf das Interdis-

ziplinäre Gutachten vom 11. April 2012) von einer 100%igen Arbeitsfähig-

keit in jeglicher Tätigkeit ohne Arbeiten an gefährlichen Maschinen, ohne 

- 23 -

das Steigen auf Leitern und Gerüste und ohne Autofahren ausgegangen 

ist. Die IV-Stelle hat deshalb korrekterweise einen nicht rentenbegrün-

denden Invaliditätsgrad ermittelt und das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin zu Recht abgewiesen. Die angefochtene Verfügung 

vom 14. Juli 2015 erweist sich damit in jeder Hinsicht als rechtens, wes-

halb die Beschwerde abzuweisen ist.

9. a) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel ver-

fügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren 

nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte not-

wendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbei-

stand. Da die Beschwerdeführerin als Sozialhilfebezügerin zweifellos be-

dürftig ist, der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch von vorn-

herein aussichtslos erscheint und auch die anwaltliche Vertretung gebo-

ten ist, wird dem Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 

Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsan-

walt Dr. iur. Thomas Castelberg stattgegeben.

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren 

bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-

Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Vor-

liegend werden die Kosten auf Fr. 700.-- festgesetzt. Sie sind angesichts 

des Verfahrensausganges der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen und werden im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege auf die 

Gerichtskasse genommen.

c) Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seinem Schrei-

ben vom 2. November 2015 einen Honoraranspruch im Betrag von total 

- 24 -

Fr.  3'225.95 geltend. Dieser Anspruch ist sowohl in Bezug auf den zu-

grunde liegenden Zeitaufwand (14.50 Stunden) als auch in Bezug auf 

den angewendeten Stundenansatz von Fr. 200.-- der Honorarverordnung 

[HV; BR 310.250]) nicht zu beanstanden. Die Fr. 3'225.95 (inkl. 3 % Spe-

sen und 8 % MWST) werden im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung von der Gerichtskasse übernommen. Hinzuweisen ist auf 

den Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach die erlassenen Gerichtskosten 

und die Kosten für die Rechtsverbeiständung zu erstatten sind, wenn sich 

die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin 

dereinst verbessern und sie dazu finanziell in der Lage ist.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. a) In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Kosten von 

Fr. 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse übernommen. 

b) A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg 

ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit Fr. 3'225.95 (inkl. MWST) entschädigt. 

c) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]