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**Case Identifier:** 714e187d-b483-5af8-9938-c76e888f166e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.11.2022 100 2020 449
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-449_2022-11-15.pdf

## Full Text

100.2020.449U
STN/MAL/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. November 2022

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Marti

A.________
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
vom 12. November 2020; 2020.SIDGS.648)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2022, Nr. 100.2020.449U, 
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Prozessgeschichte:

A. 

A.________ (Jg.1981), Staatsbürger von Kosovo, heiratete am 31. Januar 
2007 in Kosovo die in der Schweiz niederlassungsberechtigte mazedonische 
Staatsangehörige B.________. Er reiste am 22. März 2007 in die Schweiz 
ein. Gestützt auf seine Ehe erhielt A.________ eine Aufenthaltsbewilligung 
im Familiennachzug, zuletzt gültig bis 21. März 2012. 

Per 13. Dezember 2011 wurde der gemeinsame Haushalt der kinderlos ge-
bliebenen Eheleute A.________-B.________ aufgehoben. Am 11. Juli 2012 
wurde die Ehe geschieden. Die Einwohnergemeinde (EG) Bern, 
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), sistierte mit 
Zwischenverfügung vom 6. Dezember 2012 das Verfahren um Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung von A.________, nachdem sie von einem 
hängigen Strafverfahren und der Scheidung erfahren hatte.

Mit Urteil vom 31. Mai 2017 sprach das Obergericht des Kantons Bern (nach-
folgend: Obergericht) A.________ (im zweiten Rechtsgang) unter anderem 
schuldig der sexuellen Nötigung und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe 
von 16 Monaten. Eine von A.________ gegen das Urteil erhobene Be-
schwerde wies das Bundesgericht am 11. Juni 2019 ab, soweit es darauf 
eintrat (BGer 6B_1094/2017).

Die EG Bern nahm am 5. Dezember 2019 das Verfahren um Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung wieder auf. Mit Verfügung vom 1. Juli 2020 ord-
nete sie die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.________ 
an und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 30. Juli 2020 Beschwerde bei 
der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies die Beschwerde 
mit Entscheid vom 12. November 2020 ab und setzte A.________ eine neue 
Ausreisefrist auf den 12. Januar 2021.

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C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 11. Dezember 2020 Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Ent-
scheid sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern; 
eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2021 die Abweisung 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Die EG Bern schliesst mit Stellung-
nahme vom 13. Januar 2021 ebenfalls auf Beschwerdeabweisung. Gleich-
zeitig hat sie dem Verwaltungsgericht ein Rückreisevisum («Familienbesuch 
bei Frau und Kindern») im Winter 2020/2021 zur Kenntnis gebracht. Am 
10. Januar 2022 hat die EG Bern einen Auszug aus dem heimatlichen Hei-
rats- und Geburtsregister von A.________ eingereicht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG). Nach der Rechtsprechung ist mangels anderslauten-
der übergangsrechtlicher Vorschriften grundsätzlich das zum Zeitpunkt der 
erstmaligen Regelung eines Rechtsverhältnisses in Kraft stehende Recht 
massgebend (statt vieler BGE 144 II 326 E. 2.1.1 [Pra 108/2019 Nr. 14], 139 
II 243 E. 11.1, 127 II 306 E. 7c S. 315 f., 126 III 431 E. 2a S. 434; BVR 2016 
S. 293 E. 4.1). Davon abweichend gilt nach Art. 126 Abs. 1 AuG bzw. AIG, 
dass auf Verfahren, die vor Inkrafttreten des neuen Rechts auf Gesuch hin 
oder von Amtes wegen eingeleitet worden sind, das bisherige materielle 
Recht anwendbar ist (BGer 2C_329/2009 vom 14.9.2009 E. 2.1; vgl. auch 
BGer 2D_10/2020 vom 9.7.2020 E. 2.2 f.; BVR 2020 S. 231 E. 4; einlässlich 
VGE 2019/162 vom 23.6.2021 E. 3.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer 
ersuchte mit auf den 20. Januar 2012 datierter Verfallsanzeige um Verlän-
gerung seiner bis 21. März 2012 gültigen Aufenthaltsbewilligung (vgl. Akten 
EG Bern 3C pag. 52). Die EG Bern sistierte am 6. Dezember 2012 das Ver-
fahren und nahm es am 5. Dezember 2019 wieder auf (Akten EG Bern 3C 
pag. 61, 303). Materiell ist hier folglich das alte Recht in der bis zum 30. Sep-
tember 2016 gültigen Fassung anwendbar (AuG, Fassung AS 2007 
S. 5437).

3.

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs.

3.1 Der Beschwerdeführer kritisiert die Aktenführung der EG Bern und 
das Vorgehen der SID. Die Akten der EG Bern seien unvollständig, da sich 
in diesen nur Unterlagen ab März 2012 befinden würden. Die SID hätte des-
halb die Akten zur Vervollständigung an die EMF zurückweisen müssen. In-

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dem sie dies unterliess, habe die SID den Sachverhalt unvollständig abge-
klärt und ihm sein Recht verweigert (Beschwerde S. 4). Zugleich beantragt 
der Beschwerdeführer im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, es seien 
die «gesamten Vorakten» (gemeint Akten des MIDI vor März 2012) einzuho-
len (Beschwerde S. 5).

3.2 Nach dem Untersuchungsgrundsatz stellen die Behörden den Sach-
verhalt von Amtes wegen fest (Art. 18 Abs. 1 VRPG). Sie sind verpflichtet, 
diesen richtig und vollständig abzuklären, wobei der Untersuchungspflicht 
die Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 20 Abs. 1 VRPG) gegenübersteht 
(vgl. Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 1 und 5). Sowohl aufgrund der Untersu-
chungsmaxime als auch gestützt auf den Anspruch auf rechtliches Gehör 
(vgl. Art. 21 ff. VRPG; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1]; Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) sind die Be-
hörden verpflichtet, die von den Parteien anerbotenen Beweise abzuneh-
men, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu er-
hellen (sog. Beweisabnahmepflicht). Gelangen sie aber in freier, pflicht-
gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, die vorhandenen Akten er-
laubten die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der 
Streitsache nicht von Bedeutung, können sie in antizipierter Beweiswürdi-
gung auf das Erheben weiterer Beweise verzichten (statt vieler BGE 141 I 60 
E. 3.3; BVR 2019 S. 344 E. 5.5; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 27 f.). Aus 
dem Gehörsanspruch folgt ferner die Pflicht zur vollständigen Aktenführung 
der Behörden und Gerichte. In den Akten ist alles festzuhalten, was zur Sa-
che gehört und entscheidwesentlich sein kann (BVR 2015 S. 557 E. 3.1, 
2013 S. 407 E. 3.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 23 N. 2 und 5).

3.3 In diesem Licht sind die Vorwürfe des Beschwerdeführers wie folgt 
zu würdigen:

3.3.1 Der Beschwerdeführer und seine Exfrau hatten zuletzt in … 
gemeinsamen Wohnsitz (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 21). Nach der 
Aufhebung des gemeinsamen Haushalts am 13. Dezember 2011 wohnte der 
Beschwerdeführer vorübergehend in … und zog per 1. März 2012 nach Bern 
(vgl. Akten EG Bern 3C pag. 3 f.). Vor seinem Zuzug nach Bern war das Amt 

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für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für 
Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), zuständige 
Ausländerbehörde. Die EG Bern holte die Akten des MIDI zur Einsicht ein 
(vgl. Anfrage vom 1.3.2012, Akten EG Bern 3C pag. 2), erstellte jedoch keine 
Kopien zuhanden ihrer Akten. Die Vorinstanz hat auf einen Beizug der Akten 
des MIDI respektive auf eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Akten-
ergänzung verzichtet in der Meinung, die Akten zu den Vorjahren seien nicht 
entscheidrelevant. 

3.3.2 Das Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Der Be-
schwerdeführer legt nicht substanziiert dar, inwiefern die Akten des MIDI vor 
seinem Zuzug nach Bern im März 2012 für die Frage, ob sein Aufenthalt zu 
verlängern ist, entscheidwesentlich sein sollten. Dies ist auch nicht ersicht-
lich. Die Behauptung, es fehle zudem «insbesondere das entsprechende 
Strafurteil, auf welches sich die Vorinstanzen […] abstützten» (Beschwerde 
S. 4; vgl. auch Beschwerde S. 6), ist unzutreffend. Der Schuldspruch des 
Obergerichts vom 31. Mai 2017 wurde mit Urteil des Bundesgerichts vom 
11. Juni 2019 (6B_1094/2017) rechtskräftig; beide Urteile sind Bestandteil 
der Akten (Akten EG Bern 3C pag. 181 ff. und pag. 283 ff.). In den Akten 
findet sich ebenfalls das erste Urteil des Obergerichts vom 17. April 2015, 
welches das Bundesgericht am 2. November 2016 (6B_1068/2015) aufge-
hoben hatte (Akten EG Bern 3C pag. 121 ff.). Die Akten der EG Bern und 
der SID für die Zeit ab März 2012 sind vollständig. 

Da sich der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend aus den Akten ergibt, 
ist der im Verfahren vor Verwaltungsgericht gestellte Beweisantrag auf Ein-
holung der gesamten Vorakten (gemeint Akten des MIDI vor März 2012) ab-
zuweisen.

3.3.3 Hinsichtlich der Aktenordnung trifft zu, dass die EG Bern ihre Akten 
nicht fortlaufend nummeriert hat, sondern beide Bände mit «pag. 1» begin-
nen, wobei der erste Band mit den neusten Unterlagen, der zweite Band mit 
den ältesten Unterlagen beginnt (angefochtener Entscheid E. 1.4). Diese Ak-
tenführung hinderte den Beschwerdeführer indes nicht daran, die Verfügung 
der EG Bern sachgerecht anzufechten (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 21 
N. 28 mit Hinweisen). Es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz darauf 

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verzichtet hat, die Akten zur Verbesserung zurückzuweisen. Eine Gehörs-
verletzung liegt nicht vor.

4.

Umstritten sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

4.1 Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilli-
gung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 AuG). Nach 
Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch auf 
Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 50 
Abs. 1 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre be-
standen hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Bst. a) oder wichtige 
persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich 
machen (Bst. b). Der Anspruch erlischt unter anderem, wenn Widerrufs-
gründe nach Art. 62 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 2 Bst. b AuG). Ein auslän-
derrechtlicher Widerrufsgrund liegt insbesondere vor, wenn die ausländische 
Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 62 Bst. b 
AuG). Unter einer längerfristigen Freiheitsstrafe ist eine solche von mehr als 
einem Jahr zu verstehen, wobei mehrere Strafen nicht kumuliert werden dür-
fen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder unbedingt 
ausgesprochen wurde (BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das 
Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 2.1, 2013 
S. 543 E. 3.1). 

4.2 Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte den Beschwerdeführer 
am 31. Mai 2017 wegen sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 
16 Monaten, wegen mehrfacher Drohung zu einer Geldstrafe von 120 Ta-
gessätzen zu Fr. 90.-- und wegen mehrfacher Tätlichkeiten zu einer Busse 
von Fr. 600.--. Das Obergericht verhängte die Strafen kumulativ, da für die 
drei Delikte je eine unterschiedliche Strafart zum Zuge kam (keine Anwen-
dung des Asperationsprinzips; vgl. Akten EG Bern 3C pag. 216). Überdies 
wurde der Beschwerdeführer zur Bezahlung einer Genugtuung von 

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Fr. 5ʹ000.-- zzgl. Zins an das Opfer verurteilt. Mit dieser Verurteilung hat der 
Beschwerdeführer den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe ge-
setzt, womit ein allfälliger Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 AuG erloschen ist. 

4.3 Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter Anordnung 
der Wegweisung ist auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, 
wenn sie aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung 
als verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AuG). Im Rah-
men dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Entfernungs-
massnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die 
privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in der 
Schweiz gegeneinander abzuwägen, wobei die Gesamtheit der rechts-
wesentlichen Umstände im Einzelfall zu berücksichtigen ist (BGE 139 I 16 
E. 2.2.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beeinträchtigt die Entfernungsmass-
nahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen oder das Privatleben 
(Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser Interessen-
abwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 
E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1).

5.

Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung und Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Verschuldens, 
dem Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allge-
meinen und der Rückfallgefahr.

5.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristi-
gen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung 
des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens bemisst sich re-
gelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe 
(BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 4.2).

5.1.1 Das Obergericht des Kantons Bern verurteilte den Beschwerdeführer 
wegen sexueller Nötigung (einmalig begangen zwischen Sommer 2010 und 
Dezember 2011) zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten (Akten EG 
Bern 3C pag. 223). Es erachtete es als erwiesen, dass der Beschwerdefüh-

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rer seine Exfrau während der Ehe mit Gewalt zur Duldung einer beischlaf-
ähnlichen Handlung nötigte, indem er gegen ihren Willen den Analverkehr 
vollzog. Die Exfrau habe ihre deutliche Ablehnung nicht nur verbal, sondern 
auch körperlich zum Ausdruck gebracht und erfolglos versucht, den sexuel-
len Übergriff abzuwehren. Nach Ansicht des Obergerichts war das Gewalt-
element zweifellos erfüllt (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 204 f.). Das Oberge-
richt begründete auch, weshalb es eine Falschbezichtigung durch die Exfrau 
ausschloss (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 203). Es trifft zwar zu, dass das 
Obergericht das Tatverschulden des Beschwerdeführers bezüglich der se-
xuellen Nötigung angesichts der maximalen Strafdrohung von zehn Jahren 
Freiheitsstrafe (Art. 189 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
[StGB; SR 311.0]) als leicht bezeichnete (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 215). 
Diese Einschätzung bedeutet aber nicht, dass dem Beschwerdeführer aus-
länderrechtlich kein schweres Verschulden vorgehalten werden darf 
(VGE 2021/12 vom 8.2.2022 E. 3.1.5, 2019/99 vom 30.12.2019 E. 4.1 [be-
stätigt durch BGer 2C_129/2020 vom 9.3.2020]). Die Rechtsprechung ver-
folgt bei schweren Straftaten, insbesondere bei Sexualdelikten, eine strenge 
Praxis (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 125 II 521 E. 4a/aa; BGer 2C_1054/2018 
vom 3.12.2018 E. 2.2 f.; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3 a.E.). In ihre Würdigung 
durfte die Vorinstanz auch einbeziehen, dass es sich bei sexueller Nötigung 
um eine Anlasstat gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. h StGB handelt, die heute 
grundsätzlich zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. Auch wenn 
diese Bestimmung hier nicht direkt anwendbar ist, weil die Tat vor deren In-
krafttreten begangen wurde, unterstreicht sie die Schwere der Gesetzes-
verletzung und ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen 
(Art. 121 Abs. 3 Bst. a BV) insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem 
Widerspruch zu übergeordnetem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; statt 
vieler VGE 2021/12 vom 8.2.2022 E. 3.1.5).  

5.1.2  Das Obergericht sprach den Beschwerdeführer gleichzeitig wegen 
Drohungen und Tätlichkeiten zum Nachteil seiner Exfrau schuldig. Es erach-
tete es als erwiesen, dass der Beschwerdeführer seine Exfrau zwischen 
Sommer 2010 und Dezember 2011 massiv und mehrmalig bedroht hatte, 
u.a. mit dem Tod, und ihr ein Messer an die Pulsschlagader ihrer Hand bzw. 
ihres Handgelenks sowie an ihren Hals gehalten hatte (Akten EG Bern 3C 
pag. 205 f.). 

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5.1.3 Auf der Grundlage dieser Verurteilungen ist nicht zu beanstanden, 
dass die Vorinstanz unter ausländerrechtlichen Gesichtspunkten von einem 
«wesentlichen Verschulden» ausgegangen ist (angefochtener Entscheid 
E. 4.1).

5.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten des Beschwerdeführers 
gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Per-
sonen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert haben, besteht auf-
grund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheitspolizeiliches Inte-
resse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder gar notorische 
Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende Person von 
Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie 
nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (vgl. 
BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit Hinweisen). – Der Be-
schwerdeführer wurde, wie dargelegt, wegen mehrerer Delikte zum Nachteil 
seiner Exfrau verurteilt. Ansonsten ist er im Strafregister nicht verzeichnet 
(vgl. Akten EG Bern 3C pag. 32, 233). Sein Verhalten gegenüber der öffent-
lichen Ordnung und Sicherheit verleiht dem öffentlichen Interesse an der 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung folglich kein 
zusätzliches Gewicht. 

5.3 Zur Rückfallgefahr ergibt sich Folgendes:

5.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten, wozu insbesondere Sexual-
delikte zählen, muss ausländerrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfall-
risiko nicht hingenommen werden, da von solchen Straftaten potenziell eine 
Gefahr für die Gesellschaft ausgeht (BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BGer 
2C_44/2022 vom 15.8.2022 E. 6.1; BVR 2011 S. 289 E. 5.3.1). Da Art. 5 An-
hang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; SR 0.142.112.681) hier nicht 
Anwendung findet, ist zudem das Vorliegen einer konkreten gegenwärtigen 
Gefahr nicht Voraussetzung für eine Entfernungsmassnahme. Vielmehr dür-
fen auch generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden 
(BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; BGer 2C_230/2022 vom 26.8.2022 
E. 5.3). Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten (und somit der 
Rückfallgefahr) sowie dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist 

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zwar im Rahmen der umfassenden fremdenpolizeilichen Interessenabwä-
gung ebenfalls Rechnung zu tragen; die beiden Umstände geben aber nicht 
den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 
mit Hinweisen).

5.3.2 Der Beschwerdeführer wurde schuldig erklärt wegen sexueller Nöti-
gung, einmalig begangen zwischen Sommer 2010 und Dezember 2011. Die 
Tat richtete sich gegen ein hochwertiges Rechtsgut und er hat die sexuelle 
Selbstbestimmung seiner Exfrau empfindlich beeinträchtigt, weshalb bereits 
eine geringe Rückfallgefahr ein gesteigertes öffentliches Interesse an der 
Beendigung seines Aufenthalts begründet (vgl. BGer 2C_81/2021 vom 
29.7.2020 E. 5.2 und 5.3.2, 2C_367/2021 vom 30.9.2021 E. 4.3.2; 
VGE 2021/12 vom 8.2.2022 E. 3.3.2). Aus dem Umstand, dass die Freiheits-
strafe bedingt ausgesprochen wurde, kann der Beschwerdeführer nichts Ent-
scheidendes zu seinen Gunsten ableiten. Weder kann aus der Verurteilung 
zu einer (lediglich) bedingten Strafe automatisch auf das Fehlen einer Rück-
fallgefahr geschlossen werden, noch bedeutet eine günstige Legalprognose, 
dass von Verurteilten keine Gefahr im ausländerrechtlichen Sinn mehr aus-
geht. Zudem dürfen generalpräventive Überlegungen in die Beurteilung 
einfliessen (vgl. E. 5.3.1 hiervor). Es ist anzuerkennen, dass der Beschwer-
deführer seither, soweit aus den Akten ersichtlich, nicht mehr straffällig ge-
worden ist. Dieses Wohlverhalten ist indes angesichts der drohenden aus-
länderrechtlichen Entfernungsmassnahme und der erst kürzlich abgelaufe-
nen Probezeit zu relativieren. Zudem lässt sich hier nicht auf Reue und 
Einsicht schliessen: Während der gesamten Dauer des Strafverfahrens be-
stritt der Beschwerdeführer jegliche Vorwürfe, war sich keiner Schuld be-
wusst und tat die Vorwürfe seiner Exfrau als Racheaktion ab (vgl. Akten EG 
Bern 3C pag. 60, 195 ff., 285 f.). Auch nach Rechtskraft des Schuldspruchs 
zeigte er sich uneinsichtig, indem er in seiner Beschwerde an die Vorinstanz 
die «sehr schlimme Justizpolitik wie mit Männern umgegangen [werde]» an-
prangerte und darauf beharrte, er sei zu Unrecht verurteilt worden und seine 
Exfrau habe ihn mit haltlosen Anschuldigungen «zerstören» wollen (Akten 
SID pag. 9; vgl. auch Akten EG Bern 3C pag. 268). Dies darf bei der Ein-
schätzung der Rückfallgefahr mitberücksichtigt werden (vgl. VGE 2021/12 
vom 8.2.2022 E. 3.3.2, 2020/109 vom 30.3.2021 E. 3.3.3 mit Hinweis [bestä-
tigt durch BGer 2C_367/2021 vom 30.9.2021]). Der Beschwerdeführer hat in 

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der Zwischenzeit erneut geheiratet und ist Vater einer Tochter (geb. 2019); 
seine Ehefrau und Tochter wohnen in Kosovo. Daraus ergibt sich jedoch 
keine hinreichende Gewähr, dass er nicht erneut im einschlägigen Bereich 
straffällig wird. Gesamthaft ist der Vorinstanz zu folgen (angefochtener Ent-
scheid E. 4.3 f.), wenn sie eine gewisse Rückfallgefahr nicht ausschliesst 
und diese angesichts der schweren Delinquenz in einem äusserst sensiblen 
Bereich als nicht hinnehmbar beurteilt.  

5.4 Insgesamt ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz aufgrund 
des wesentlichen Verschuldens und der bestehenden, wenn auch geringen 
Rückfallgefahr auf ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Nichtverlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung geschlossen hat (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 4.4). 

6.

Bei den privaten Interessen, die der Entfernungsmassnahme entgegenste-
hen können, sind die Dauer der Anwesenheit, die Integration in der Schweiz 
sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen drohenden Nach-
teile zu berücksichtigen. 

6.1 Der heute 41-jährige Beschwerdeführer ist seit seiner Einreise im 
Jahr 2007 in der Schweiz aufenthaltsberechtigt. Im Zeitpunkt der Anordnung 
der Entfernungsmassnahme durch die EG Bern hielt er sich seit rund 13 Jah-
ren hier auf. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, begründet dies 
ein gewichtiges privates Interesse am Verbleib in der Schweiz (angefochte-
ner Entscheid E. 5.1).  

6.2 Die Vorinstanz hat die beruflich-wirtschaftliche Integration lediglich 
als unterdurchschnittlich beurteilt (angefochtener Entscheid E. 5.2). Diese 
Einschätzung ist nicht zu beanstanden, denn die vom Beschwerdeführer be-
hauptete «stete Arbeitstätigkeit» (Beschwerde S. 9) ist in den Akten nur an-
satzweise dokumentiert. Soweit ersichtlich, übte der Beschwerdeführer wäh-
rend seines Aufenthalts verschiedene Aushilfstätigkeiten auf Baustellen aus 
und war als Maler und Gipser tätig (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 24). Der 
Arbeitsvertrag vom 30. Mai 2011 sah ein Pensum von bloss 20 Prozent vor; 

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ein Vollzeitpensum wurde anscheinend erst per 23. Mai 2015 vereinbart (Ak-
ten EG Bern 3C pag. 33 f., 118). Vor Verwaltungsgericht hat der Beschwer-
deführer einen Arbeitsvertrag als Hilfsgipser im Stundenlohn mit Arbeits-
beginn ab 1. September 2020 eingereicht; ein Mindestpensum lässt sich 
dem Vertrag aber nicht entnehmen (act. 1C). Mit Ausnahme einer einzigen 
Lohnabrechnung von Oktober 2018 (Bruttolohn Fr. 922.80; Akten EG Bern 
3C pag. 255) finden sich in den Akten keine Belege über tatsächlich geleis-
tete Arbeitseinsätze. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer bis anhin 
nicht von der Sozialhilfe unterstützt werden musste. Jedoch ist er verschul-
det. Im Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-Mittelland war der 
Beschwerdeführer am 14. Oktober 2019 mit einem Verlustschein von 
Fr. 34ʹ811.45 verzeichnet (Akten EG Bern 3C pag. 276). Auch wenn sich 
seine Schuldensituation im Vergleich zum Auszug vom 2. Oktober 2017 
leicht verbessert hat (vgl. Akten EG Bern 3C pag. 229), kann seine Integra-
tion in beruflich-wirtschaftlicher Hinsicht insgesamt nicht als gelungen be-
zeichnet werden. 

6.3 Der Beschwerdeführer behauptet, er sei sozial gut integriert und ver-
füge über einen Freundeskreis. Elemente, die eine vertiefte soziale Integra-
tion aufzeigen könnten, hat der (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführer je-
doch trotz seiner Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sachverhalts 
weder vor der Vorinstanz noch vor dem Verwaltungsgericht vorgebracht. Na-
mentlich hat er nicht belegt, dass er in besonderem Mass gefestigte Kontakte 
und Freundschaften zur einheimischen Bevölkerung pflegt, deren Abbruch 
ihn besonders hart treffen würde (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 
Bst. a und b AuG; BGE 138 II 229 E. 3.2.3; BGer 2C_855/2020 vom 
6.4.2021 E. 4.2; BVR 2015 S. 391 E. 5.5, 2010 S. 541 E. 4.2.3). In sprachli-
cher Hinsicht verweist der Beschwerdeführer auf gute Deutschkenntnisse, 
ohne dies indes nachzuweisen. In den Akten findet sich einzig ein Beleg über 
den Besuch eines Deutschkurses Niveau A1 im Jahr 2010 (Akten EG Bern 
3C pag. 269). Angesichts der insgesamt unzureichenden Integration wären 
allerdings selbst gute Deutschkenntnisse nicht von entscheidender Bedeu-
tung.

6.4 Zu würdigen sind schliesslich die Auswirkungen der Entfernungs-
massnahme auf den Beschwerdeführer und seine Angehörigen.

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Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 26 Jahren in die Schweiz. Somit 
verbrachte er seine prägenden Kindheits- und Jugendjahre sowie einen Teil 
seines Erwachsenenlebens in Kosovo. Für eine enge Verbundenheit mit sei-
ner Heimat spricht die erneute Heirat in Kosovo und der Umstand, dass der 
Beschwerdeführer während seines bisherigen Aufenthalts in der Schweiz 
mehrmals pro Jahr ein Rückreisevisum – teils für mehrere Wochen – bean-
tragte, um seine Familienangehörigen in Kosovo zu besuchen zu können 
(vgl. Akten EG Bern 3B pag. 8 und 27 [Auflistung]; 3C pag. 38, 41, 49, 65, 
69, 75, 78, 80, 83 f., 86 f., 90 ff., 104, 116 f., 162 f., 168, 172, 239, 241, 245, 
247, 251, 264, 267, 293, 307; act. 4A). Seit 31. Juli 2019 ist er mit der Mutter 
seiner Tochter (geb. 2019) verheiratet (act. 6A). Ehefrau und Tochter leben 
in Kosovo. Eine Rückkehr in seine Heimat stellt nach dem Gesagten keine 
besondere persönliche Härte dar und ist ihm ohne weiteres zumutbar. Seine 
in der Schweiz gesammelten Arbeitserfahrungen und die hier gewonnenen 
Sprachkenntnisse können ihm dabei helfen, beruflich Fuss zu fassen.

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die privaten Interessen des 
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz einzig auf seiner Anwesen-
heitsdauer gründen. Der Rückkehr nach Kosovo stehen keine unüberwind-
baren Hindernisse entgegen. 

7.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen 
ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde insbesondere wegen sexu-
eller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt und hat da-
bei ein wesentliches Verschulden auf sich geladen (vorne E. 5.1). Verbun-
den mit der Rückfallgefahr, selbst wenn diese gering ist, begründet dies ein 
gewichtiges öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung seines Aufent-
halts (vgl. E. 5.4). Demgegenüber sind die privaten Interessen trotz der eher 
langen Anwesenheit in der Schweiz von geringerem Gewicht (vgl. E. 6). Un-
ter dem Gesichtspunkt des Rechts auf Privatleben ist zwar nach der jüngeren 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach einer rechtmässigen Aufenthalts-
dauer von rund zehn Jahren anzunehmen, dass die sozialen Beziehungen 
in der Schweiz so eng geworden sind, dass eine Aufenthaltsbeendigung be-

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sonderer Gründe bedarf (BGE 144 I 266 E. 3.9). Solche Gründe liegen hier 
mit Blick auf die Straffälligkeit des Beschwerdeführers indes vor, zumal die 
Integration wie dargelegt gesamthaft nicht erfolgreich verlaufen ist (vgl. zu 
diesem Gesichtspunkt BVR 2019 S. 314 E. 5.2 mit Hinweisen). Eine Rück-
kehr nach Kosovo, wo seine Ehefrau und Tochter leben, ist ihm zumutbar. 
Eine Verletzung des Rechts auf Privatleben ist daher zu verneinen. Insge-
samt überwiegen die öffentlichen Interessen an der strittigen Entfernungs-
massnahme. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich dem-
nach auch im Licht von Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV als verhält-
nismässig. 

8.

Der angefochtene Entscheid hält der Rechtskontrolle stand. Es besteht da-
her kein Anlass, die Sache unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, wie der Beschwerde-
führer mit Eventualbegehren beantragt (vgl. vorne Bst. C). Die Beschwerde 
erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Da die von der Vorinstanz 
angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue anzusetzen (vgl. 
BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungsgerichts 
in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere Umstände 
zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AuG). Solche liegen aber nicht 
vor. 

9.

Bei diesem Verfahrensausgang wird der unterliegende Beschwerdeführer 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. Dezember 2022.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Einwohnergemeinde Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.