# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d2816e1-8aa1-5112-9770-b24977aafb86
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 18.02.2022 UV 2021/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-20_2022-02-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.06.2022

Entscheiddatum: 18.02.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 18.02.2022
Art. 18, 24 UVG. Abweisung der Beschwerde im Rentenpunkt bei Abstellen 
auf die kreisärztliche Beurteilung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde 
bezüglich des Antrags auf eine höhere Integritätsentschädigung (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Februar 2022, UV 
2021/20).

Entscheid vom 18. Februar 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2021/20

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, Caviezel Thöny Cantieni 

Scarpatetti, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 12. Juli 2010 mit einem Pensum von 50 

% als Logistikerin bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 11. Juli 2016 stürzte die 

Versicherte auf einem Waldweg in C.___ vom Fahrrad und erlitt dabei eine subkapitale 

Humerus Fraktur links, multiple Exkoriationen, eine Contusio capitis sowie Frakturen 

der Rippen 7 und 8 links (Suva-act. 1, 32). Am 20. Juli 2016 wurde die Versicherte im 

Spital D.___ durch Dr. med. E.___, Stv. Chefarzt Chirurgie, operiert (Diagnose: 

proximale Humerus-Mehrfragment-Fraktur links; Operation: offene Reposition und 

Philos-Plattenosteosynthese; Suva-act. 12-4 f.). Am 26. Juli 2016 erfolgte bei 

Fragmentfehllage ein weiterer Eingriff durch Dr. E.___ (Reoperation mit Refixation der 

Rotatorenmanschette; Suva-act. 12-8 f.). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht 

(Suva-act. 3).

A.a. 

Während sich die Versicherte von den Rippenfrakturen und der Schädelprellung 

gänzlich erholte, persistierten trotz Physio- und Wassertherapie die Schmerzen an der 

linken Schulter und im linken Oberarm (Suva-act. 39). Mit Arztbericht vom 3. Februar 

2017 führte Dr. E.___ aus, dass bezüglich Schmerzen ein gutes, bezüglich Funktion ein 

sehr schlechtes Resultat vorliege. Nur mit einer inversen Schultergelenksendoprothese 

könne die Beweglichkeit verbessert werden. Dazu sei die Versicherte noch nicht bereit. 

Auch mit der Implantation einer Prothese könnte die Versicherte keine Arbeiten mehr 

A.b. 

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über Kopf ausführen. Arbeiten unter Schulterniveau sollten aber möglich sein, dies 

auch verbunden mit dem Heben leichter Lasten (Suva-act. 69).

Am 8. Februar 2017 begab sich die Versicherte für eine Zweitmeinung zu Dr. med. 

F.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Orthopädie G.___. Dieser diagnostizierte eine erhebliche 

schmerzarme Funktionsstörung Schulter links. Mittel- bis langfristig bleibe nur die 

Implantation einer inversen Prothese, eventuell mit Spanplastik und Versuch der 

Reinsertion Infraspinatus und wenn möglich Subscapularis. Im Moment wolle die 

Versicherte diese Operation noch nicht durchführen (Suva-act. 73).

A.c. 

Am 20. März 2017 untersuchte Kreisärztin med. pract. H.___, Fachärztin für 

Chirurgie, die Versicherte. Sie diagnostizierte aktuell eine schmerzarme Funktions-/

Bewegungsstörung Schulter links. Objektiv habe sich die subjektiv angegebene 

deutliche Funktions- und Bewegungseinschränkung der linken Schulter bestätigt. Die 

Versicherte habe eine bis maximal 40/45 Grad in allen Ebenen bewegliche Schulter und 

sei im Nacken- und Schürzengriff eingeschränkt. Aktuell bestünden keine 

neurologischen Auffälligkeiten, keine Kribbelparästhesien und keine Hypästhesien. Es 

sei von einem Endzustand auszugehen. Eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit 

sei nicht mehr zu erwarten, höchstens durch die inverse Schulterprothese, welche die 

Versicherte aktuell ablehne. Es werde empfohlen, die Physio- und Wassertherapie auf 

einmal wöchentlich zu reduzieren und im Verlauf komplett auf Heimübung 

überzugehen. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Möglich sei aber 

eine sehr leichte bis leichte Tätigkeit in voller Präsens ohne Schläge und Vibrationen 

auf die linke obere Extremität, ohne dauerhaftes Arbeiten über Brustniveau und ohne 

Tragen von Lasten am langen Hebel. Das Besteigen von Leitern und Gerüsten sei 

aufgrund allenfalls verminderter Haltekraft dauerhaft nicht zumutbar. Die zumutbare 

Tätigkeit sollte keine dauerhafte bimanuelle Arbeit erforderlich machen, sondern sollte 

teilweise auch nur mit der rechten Hand bzw. dem rechten Arm erledigt werden 

können. Dennoch sei die linke Hand deutlich mehr als nur als Zudienhand zu 

bezeichnen (Suva-act. 86). Den Integritätsschaden schätzte med. pract. H.___ auf 17.5 

% (Suva-act. 87).

A.d. 

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Die Invalidenversicherung des Kantons St. Gallen sprach der Versicherten mit 

Mitteilung vom 28. August 2017 eine Potenzialabklärung im I.___ für die Dauer vom 4. 

bis 29. September 2017 zu (Suva-act. 109). Im Schlussbericht wurde festgehalten, 

dass die Versicherte die Massnahme am 15. September 2017 aus gesundheitlichen 

Gründen, insbesondere wegen einer Schmerzzunahme in der linken Schulter, habe 

abbrechen müssen (Suva-act. 116).

A.e. 

Mit Arztbericht vom 25. Januar 2018 diagnostizierte Dr. F.___ eine erhebliche, jetzt 

schmerzreiche Funktionsstörung Schulter links und eine jetzt zunehmende Nekrose 

des Humeruskopfanteils. Es sei mit den aktuellen Röntgenbildern verständlich, dass 

die Schmerzsymptomatik deutlich zugenommen habe, auch in Ruhe. Auch die 

Funktion habe abgenommen. Die Hand sei nur noch als marginale Hilfshand zur 

Stabilisation einsetzbar, insbesondere da die Rotation, im Sinne der Aussenrotation, 

praktisch nicht mehr möglich sei. Die Versicherte könne somit auch nicht auf Tischhöhe 

etwas arbeiten, da sie den Arm nicht in diese Position bringe. Es werde die inverse 

Schulterprothese empfohlen, womit eine Chance auf Verbesserung der Lebensqualität 

und auch der Funktion bestehe. Es sei aber darauf hinzuweisen, dass die 

Arbeitsfähigkeit nach inverser Prothese nicht genau vorausgesagt werden könne 

(Suva-act. 143).

A.f. 

Am 11. Mai 2018 kam es zum empfohlenen Eingriff durch Dr. F.___ (offene 

Revision, Metallentfernung, Arthrolyse, Implantation einer inversen Schulter-TP links; 

Suva-act. 163). Nach einem komplikationslosen peri- und postoperativen Verlauf 

konnte die Versicherte am 16. Mai 2018 bei reizlosen und trockenen 

Wundverhältnissen sowie in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden 

(Suva-act. 164). In den folgenden Kontrolluntersuchungen bis Ende Februar 2019 

berichtete Dr. F.___ von einem guten Verlauf praktisch ohne Schmerzen (vgl. Suva-act. 

169, 173, 178, 184).

A.g. 

Am 24. April 2019 untersuchte Kreisarzt Dr. med. J.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, die Versicherte. 

Er diagnostizierte aktuell eine mittelgradige Funktionsbeeinträchtigung des linken 

Schultergelenks mit Kraftverlust, Bewegungslimitierung und lageabhängigen 

Belastungsschmerzen beim Liegen auf der Seite, begleitenden myofaszialen 

A.h. 

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Muskelverspannungen im Schultergürtelbereich sowie einem stabilen postoperativen 

Gesundheitszustand bei über Monate dokumentierten gleichbleibenden 

Bewegungswerten. Aufgrund einer sich seit der kreisärztlichen Untersuchung am 20. 

März 2017 konsekutiv entwickelnden Humeruskopfnekrose sei am 11. Mai 2018 eine 

inverse Schultertotalprothese links implantiert worden. Im postoperativen Verlauf sei es 

in den letzten nahezu zwölf Monaten zu einer deutlichen Verbesserung der 

Bewegungs- und Belastungsschmerzen, der Ruheschmerzen und auch der 

Bewegungsausmasse des linken Schultergelenks gekommen. Es sei ein gutes 

postoperatives Behandlungsergebnis erzielt worden. Knapp ein Jahr nach der 

Operation könne von einem stabilen Gesundheitszustand der unfallbedingten Folgen 

ausgegangen werden. Bezüglich der unfallkausalen Zumutbarkeit werde auf die im 

Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. März 2017 formulierte 

Zumutbarkeitsbeurteilung verwiesen, die trotz der Verbesserung der aktiven 

Bewegungswerte und einer deutlichen Reduzierung der Ruhe- und 

Bewegungsschmerzen weiterhin Gültigkeit habe. Die Versicherte könne für leichte 

körperliche, leidensadaptierte Tätigkeiten auch in Zukunft vollschichtig eingesetzt 

werden. Auch bezüglich des Integritätsschadens werde auf die Beurteilung von med. 

pract. H.___ verwiesen. Über den Fallabschluss hinaus könne die Versicherte für die 

Dauer von drei Jahren jährlich jeweils vier Behandlungsserien zu neun 

Behandlungseinheiten Physiotherapie in Anspruch nehmen (Suva-act. 190).

Mit Sprechstundenbericht vom 29. Mai 2019 führte Dr. F.___ aus, dass es 

bezüglich Schmerzen gut gehe. Abduktion und Flexion seien bis zur Horizontalen 

möglich, die Aussenrotation abduziert ca. 20 Grad (Suva-act. 197).

A.i. 

Per 1. August 2019 stellte die Suva die Taggeldleistungen ein (Suva-act. 228).A.j. 

Mit Sprechstundenbericht vom 23. März 2020 führte Dr. F.___ aus, dass es 

bezüglich Schmerzen so weit gut gehe, die Versicherte aber nicht auf der linken Seite 

liegen könne. Auch habe sie Schmerzen beim Versuch, Bewegungen über die 

Horizontale durchzuführen. Abduktion sei aktuell bis 80 Grad möglich, Flexion 90 Grad, 

Aussenrotation abduziert ca. 60 Grad, adduziert 20 Grad. Passiv sei die Beweglichkeit 

besser und klinisch bestehe eine stabile Situation. Bildgebend zeige sich die bekannte 

fehlende Kortikalis proximal und eine Saumbildung im Schaftbereich periprothetisch. 

A.k. 

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Klinisch und radiologisch zeigten sich aber keine direkten Lockerungszeichen und 

glenoidal bestünden keine Auffälligkeiten. In der Aktivität sei die Versicherte frei und 

eine Kontrolle in zwei Jahren geplant (Suva-act. 229).

Mit Schreiben vom 11. Mai 2020 an die Versicherte bzw. deren Ehemann führte Dr. 

F.___ aus, dass er die inverse Schulterprothese empfohlen habe, weil dadurch 

zumindest die Chance auf eine Verbesserung der Lebensqualität und der Funktion 

bestanden habe. Durch die Operation sei es dann auch zu einer deutlichen 

Verbesserung bezüglich der Schmerzen und der Funktion, insbesondere der Abduktion 

und Flexion, gekommen, wenngleich das Resultat nicht als sehr gut qualifiziert werden 

müsse, was angesichts der Anamnese aber auch nicht zu erwarten gewesen sei. 

Bezüglich Integritätsschaden sei auf den Wert bei Endoprothesen nach erheblicher 

posttraumatischer Schädigung mit mässigem Erfolg abzustellen. Seiner Einschätzung 

nach bestünden auch bei leidensadaptierten Tätigkeiten Einschränkungen. Das 

Ausmass müsse sicher arbeitstechnisch noch herausgefunden bzw. verifiziert werden, 

evtl. mit einem EFL-Gutachten. Auch im Haushalt sei die Versicherte erheblich 

eingeschränkt (Suva-act. 232).

A.l. 

Das Schreiben von Dr. F.___ vom 11. Mai 2020 wurde Dr. J.___ zur 

Stellungnahme unterbreitet. Dieser führte am 8. Oktober 2020 aus, dass gemäss Suva-

Tabelle 5 bei einer operativ versteiften Schulter (Arthrodese) ein Integritätsschaden von 

25 % resultiere. Die Versicherte sei aber deutlich besser gestellt, da sie wenig 

Schmerzen habe und der Arm bis zur Horizontalen beweglich sei. Die Bewertung des 

Integritätsschadens nach Operationserfolg sei sehr problematisch, da es dabei um eine 

subjektive Bewertung gehe. Wenn Dr. F.___ sein Operationsergebnis als mässig 

qualifiziere, sei dies nicht nachvollziehbar. Wie erwähnt habe die Versicherte kaum 

Schmerzen und könne den Arm bis zur Horizontalen bewegen. Mehr sei in der Regel 

nach einer endoprothetischen Operation ohnehin nicht zu erwarten. Das Problem sei 

die Kommunikation vor der Operation, wenn Ärzte ihren Patienten zu viel versprechen 

würden. Es sei von einem guten Ergebnis ohne Komplikationen und einem palliativen 

Erfolg der Schmerzlinderung auszugehen. Entsprechend sei die Taxierung des 

Zustands mit dem Mittelwert nach gutem Erfolg nach Endoprothese erfolgt. Die 

Versicherte könne den Arm durchaus bei administrativen Arbeiten und leichten 

industriellen Produktionstätigkeiten einsetzen, weshalb eine volle Zumutbarkeit für 

A.m. 

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B.  

leidensangepasste Tätigkeiten bestehe. In dieser Situation von Einarmigkeit zu 

sprechen, entspreche nicht der Realität (Suva-act. 246).

Mit Verfügung vom 21. Oktober 2020 sprach die Suva der Versicherten ab dem 1. 

August 2019 eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 13 

% und einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 28'898.-- zu. Mit gleicher Verfügung 

sprach die Suva der Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 17.5 % zu (Suva-act. 260).

A.n. 

Mit Sprechstundenbericht vom 10. November 2020 führte Dr. F.___ aus, dass das 

Ganze etwas stagniere. Die Versicherte habe jeden Tag Schmerzen, mal stärker, mal 

weniger stark, je nachdem, welchen Aktivitäten sie nachgehe. Unregelmässig nehme 

sie Analgetika ein. Es sei – im Gegensatz zur Suva-Meinung – nicht von einem guten 

Operationsresultat auszugehen, was indes auch nicht zu erwarten gewesen sei. Es sei 

allerdings so, dass durch die Prothese eine deutliche Besserung eingetreten sei. Es 

bestünden im Alltag eine Bewegungseinschränkung und auch Schmerzen. Seines 

Erachtens sei der Integritätsschaden auf mindestens 22.5 % festzulegen und die 

Versicherte auch in adaptierter Tätigkeit nur teilweise arbeitsfähig. Es seien ihr Arbeiten 

praktisch nur mit rechts möglich. Der linken Seite komme lediglich eine Behelfsfunktion 

zu. So könne die Versicherte links keine permanenten Bewegungen und Arbeiten 

verrichten, schon gar nicht unter Belastung. Die Schmerzen würden dann schon nach 

wenigen Minuten stärker auftreten und sie müsse die Arbeit beenden (Suva-act. 262).

A.o. 

Am 18. November 2020 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 

iur. Adrian Scarpatetti, Chur, gegen die Verfügung vom 21. Oktober 2020 Einsprache. 

Der Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer höheren Rente (mindestens 22 %) 

sowie die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung basierend auf einer 

Integritätseinbusse von 22.5 %. Die effektive Erwerbsfähigkeit sei unter Einbezug einer 

EFL-Abklärung durch einen unabhängigen Sachverständigen (Orthopädie, 

Rheumatologie etc.) abklären zu lassen (Suva-act. 263).

B.a. 

Mit Entscheid vom 19. Februar 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 

270).

B.b. 

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C.  

Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Februar 2021 erhob die weiterhin durch 

Rechtsanwalt Adrian Scarpatetti vertretene Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 22. März 2021 Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter 

beantragte, der Einspracheentscheid sei vollumfänglich aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei ab 1. August 2019 eine in der Höhe noch zu ermittelnde UVG-

Rente, mindestens jedoch eine UVG-Rente in Höhe von 22 %, sowie eine 

Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 22.5 % 

zuzusprechen. Die effektive Erwerbsfähigkeit bzw. Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit sei unter Einbezug einer EFL-Abklärung 

durch einen unabhängigen Sachverständigen bzw. Fachspezialisten im Bereich von 

Schulterbeschwerden (Orthopädie, Rheumatologie etc.) abklären zu lassen. Es sei eine 

mündliche Verhandlung anzuordnen und die Beschwerdeführerin persönlich anzuhören 

bzw. zu befragen. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.7 % 

MwSt.).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 19. Februar 2021 (act. G 3).

C.b. 

In der Replik vom 17. Juni 2021 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

an den in der Beschwerde gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. G 5).

C.c. 

Mit Schreiben vom 11. August 2021 erneuerte die Beschwerdegegnerin ihren 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Einreichung einer 

umfassenden Duplik (act. G 7).

C.d. 

Auf Nachfrage des Versicherungsgerichts verzichtete die Beschwerdeführerin auf 

die in der Beschwerde beantragte mündliche Verhandlung bzw. persönliche Anhörung 

(act. G 11).

C.e. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.f. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Höhe des 

Rentenanspruchs sowie der Integritätsentschädigung.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. 

Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 

19 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

1.1. 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die 

Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein 

Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 

24 Abs. 2 UVG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

1.3. 

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2.

Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. zum Fallabschluss 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143) bezüglich des 

Unfalls vom 11. Juli 2016 unbestritten und medizinisch ausgewiesen ist (Suva-act. 

190-6). Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung eines Rentenanspruchs (vgl. Art. 

19 Abs. 1 UVG) und einer Integritätsentschädigung (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG). Ebenfalls 

unbestritten und medizinisch ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin im 

Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs und darüber hinaus an unfallkausalen 

Beeinträchtigungen an der linken Schulter nach Implantation einer Prothese litt bzw. 

leidet. Umstritten ist indes die Höhe der Arbeitsfähigkeit bzw. des Invaliditätsgrads und 

des Integritätsschadens aufgrund dieser Problematik.

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls 

besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten 

(BGE 122 V 157).

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3.  

Zu prüfen ist im ersten Schritt, ob die medizinische Situation und die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach der Implantation der Schulterprothese 

am 11. Mai 2018 bzw. nach dem diesbezüglichen Erreichen des medizinischen 

Endzustands ab August 2019 rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die 

Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Einschätzung, bei der Beschwerdeführerin 

bestehe bei Fallabschluss eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit, 

letztlich auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. J.___. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin verweist für seine Annahme einer weitergehenden Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit auf die Ausführungen des behandelnden Spezialisten Dr. F.___, 

welche mehr als nur starke Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung hervorrufen 

würden.

3.1. 

Bezüglich des medizinischen Sachverhalts nach der Implantation der 

Schulterprothese am 11. Mai 2018 liegen folgende Unterlagen im Recht:

3.2. 

Der Bericht von Dr. F.___ vom 20. Juni 2018, worin dieser gegenüber dem 

Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. K.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, 

ausführte, dass es letzterer soweit gut gehe und sie praktisch keine Schmerzen habe 

(Suva-act. 169-2). Weiter berichtete Dr. F.___ nach einem Untersuch Mitte August 

2018, dass es bezüglich Schmerzen soweit gut gehe und die Abduktion bis 75 Grad, 

die Aussenrotation lediglich ca. 20 bis 30 Grad möglich sei. Ansonsten bestehe eine 

soweit stabile Situation und die passive Rotation an sich sei erstaunlich gut, annähernd 

frei möglich (Suva-act. 173-2). Nach einer Kontrolluntersuchung vom 13. November 

2018, rund ein halbes Jahr nach der Operation, führte Dr. F.___ aus, dass der Verlauf 

bis jetzt gut sei, praktisch keine Schmerzen bestünden, die Beschwerdeführerin 

allerdings noch nicht auf der linken Seite liegen könne. Die aktive Abduktion und 

Flexion sei nun knapp bis zur Horizontalen möglich, die Aussenrotation abduziert ca. 

30 bis 40 Grad, adduziert 25 bis 30 Grad. Passiv bestehe praktisch eine freie 

Beweglichkeit und insgesamt eine klinisch stabile Situation (Suva-act. 178-1). Nach 

einem weiteren Untersuch vom 5. Februar 2019 führte Dr. F.___ zuhanden des 

Hausarztes aus, dass es der Beschwerdeführerin zunehmend besser gehe. Sie habe 

Einschränkungen bei Bewegungen über 70 Grad, sowohl bei Abduktion und Flexion, 

als auch bei Kraftanwendungen. Bezüglich Schmerzen gehe es ihr recht gut, sie könne 

aber noch nicht lange auf der linken Seite liegen. Die Abduktion sei bis 80 Grad 

möglich, die Aussenrotation (abduziert) betrage 40 bis 50 Grad, adduziert 20 Grad. 

Passiv bestehe eine deutlich bessere Beweglichkeit (Suva-act. 184-2).

3.2.1. 

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Der Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 24. April 2019 

durch Dr. J.___, gemäss welchem die Beschwerdeführerin bezüglich der aktuellen 

Beschwerden angab, dass sie keine Ruheschmerzen habe, aber nächtliche Probleme 

beim Liegen auf dem linken Arm. Dr. J.___ hielt fest, dass die Rotation des Arms, die 

Umwendbewegungen des Unterarms und die Bewegungsmasse des linken 

Schultergelenks limitiert seien. Die Beweglichkeit habe sich in den letzten Monaten 

nicht deutlich verändert. Längere Strecken beim Autofahren seien nicht möglich, kurze 

Strecken für Einkäufe indes durchführbar. In der klinischen Untersuchung der aktiven 

Beweglichkeit des linken Schultergelenks betrug die ventrale Elevation 85 Grad und die 

seitliche Abduktion 80 Grad. Die Aussenrotation war bis 10 Grad und die Innenrotation 

bis Hüfthöhe möglich. Es bestand eine deutliche Kraftminderung des linken Arms 

gegen Widerstand, wobei die Beschwerdeführerin beim Austesten der 

Bewegungsausmasse keine Schmerzen äusserte. Dr. J.___ kam in Würdigung der 

medizinischen Vorakten, der Bildgebung und der klinisch erhobenen Befunde zum 

nachvollziehbaren Schluss, dass es im postoperativen Verlauf in den letzten fast zwölf 

Monaten zu einer deutlichen Verbesserung der Bewegungs-, Belastungs- und 

Ruheschmerzen sowie der Bewegungsausmasse des linken Schultergelenks 

gekommen sei (Suva-act. 190).

3.2.2. 

Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar und es wird auch nicht substantiiert 

geltend gemacht, dass Dr. J.___ objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt 

hätte. Die Befunde decken sich denn auch mit den Feststellungen von Dr. F.___ (vgl. 

vorstehende E. 3.2.1), welcher auch nach einem Untersuch vom 28. Mai 2019, rund ein 

Jahr postoperativ zuhanden des Hausarztes, festhielt, dass es der Beschwerdeführerin 

bezüglich Schmerzen gut gehe und Abduktion und Flexion bis zur Horizontalen, die 

Aussenrotation abduziert bis ca. 20 Grad möglich seien (Suva-act. 197). Es leuchtet bei 

diesen Befunden ein, dass Dr. J.___ bei deutlicher Verbesserung der 

Schmerzproblematik nach der Implantation der Schulterprothese eine adaptierte 

Tätigkeit medizinisch-theoretisch zu 100 % zumutbar erachtete. Nachvollziehbar ist im 

Weiteren, dass der Kreisarzt in Bezug auf das Belastungsprofil, welches den 

Bewegungseinschränkungen und den belastungsabhängigen Schmerzen in der linken 

oberen Extremität umfassend Rechnung trägt, auf die Beurteilung von med. pract. 

H.___ vom 20. März 2017 verwies (sehr leichte bis leichte Tätigkeit ohne Schläge und 

Vibrationen auf die linke obere Extremität, ohne dauerhaftes Arbeiten über Brustniveau, 

ohne Tragen von Lasten am langen Hebel, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten 

und ohne dauerhafte bimanuelle Arbeit; Suva-act. 86-5), zumal seither gar von einem 

verbesserten Zustand auszugehen ist. Von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit ging (vorerst) offenbar auch Dr. F.___ aus (Suva-act. 198-1). Im 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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Weiteren hat Dr. J.___ entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1 S. 6 f.) nicht unbesehen die 

Zumutbarkeitsbeurteilung von med. pract. H.___, in welcher die (zukünftige) 

Schmerzproblematik ohne Prothese bei zunehmender Nekrose noch nicht 

berücksichtigt war, übernommen, sondern auf diese nach lege artis durchgeführter 

eigener Exploration in Beachtung der Beeinträchtigungen nach der Implantation der 

Schulterprothese verwiesen (Suva-act. 190-7). Diese Schlussfolgerung ist 

nachvollziehbar.

An der schlüssigen (quantitativen und qualitativen) Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. J.___ per Fallabschluss ändern auch die späteren Berichte von Dr. F.___ nichts. So 

führte dieser mit Sprechstundenbericht vom 23. März 2020 weiterhin aus, dass es 

bezüglich Schmerzen so weit gut gehe, wobei die Beschwerdeführerin nicht auf der 

linken Seite liegen könne. Auch bestünden Schmerzen beim Versuch, Bewegungen 

über die Horizontale durchzuführen. Abduktion sei aktuell bis 80 Grad möglich, Flexion 

bis 90 Grad, Aussenrotation abduziert bis ca. 60 Grad, adduziert 20 Grad. Passiv sei 

die Beweglichkeit besser und klinisch bestehe eine stabile Situation. Bildgebend zeige 

sich die bekannte fehlende Kortikalis proximal und eine Saumbildung im Schaftbereich 

periprothetisch. Klinisch und radiologisch würden sich aber keine direkten 

Lockerungszeichen zeigen und glenoidal bestünden keine Auffälligkeiten. In der 

Aktivität sei die Beschwerdeführerin frei und eine nächste Kontrolle in zwei Jahren 

geplant (Suva-act. 229-2 f.). Gestützt auf diese Untersuchungsbefunde lässt sich auf 

jeden Fall keine andere Einschätzung der quantitativen Arbeitsfähigkeit bei Einhaltung 

des Belastungsprofils ableiten. Erst auf Veranlassung des Ehemanns der 

Beschwerdeführerin und zuhanden dessen führte Dr. F.___ mit Schreiben vom 11. Mai 

2020 aus, dass seiner Einschätzung nach auch in leidensadaptierten Tätigkeiten 

Einschränkungen bestehen würden, deren Ausmass arbeitstechnisch, allenfalls mittels 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), zu verifizieren sei (Suva-act. 232). 

Mit Sprechstundenbericht vom 10. November 2020 führte Dr. F.___, diesmal zuhanden 

des Hausarztes, nochmals aus, dass die Beschwerdeführerin auch in adaptierter 

Tätigkeit nur teilweise arbeitsfähig sei. Die Beschwerdeführerin habe jeden Tag 

Schmerzen, mal stärker, mal weniger stark, je nachdem, welchen Aktivitäten sie 

nachgehe. Unregelmässig nehme sie Analgetika ein. Es seien ihr Arbeiten praktisch nur 

mit rechts möglich. Die linke Seite habe lediglich Behelfsfunktionen. So könne sie links 

keine permanenten Bewegungen und Arbeiten verrichten, schon gar nicht unter 

Belastung. Die Schmerzen würden dann schon nach wenigen Minuten stärker auftreten 

und sie müsse die Arbeit beenden (Suva-act. 262). Dr. F.___ begründet seine 

abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei gleichem Befund einzig aufgrund 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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einer abweichenden Wertung der Schmerzproblematik, wobei auffällt, dass sich diese 

Wertung nicht vollends mit den vorangegangenen Schmerzangaben in Einklang 

bringen lässt (vgl. dazu vorstehende E. 3.2.1). Auch benennt Dr. F.___ keine Aspekte, 

welche im Rahmen der kreisärztlichen Beurteilung unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben wären. Damit vermag er aber keine auch nur geringen Zweifel an der 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. J.___ zu schüren. Dies 

bedeutet nicht, dass Dr. F.___ die Befunde nicht korrekt erhoben, die ihm geklagten 

Beschwerden unzutreffend geschildert hätte oder seine Behandlungen bzw. die 

Angaben dazu zu beanstanden wären. Es ist indes zu beachten, dass die medizinische 

Folgenabschätzung unausweichlich Ermessenszüge trägt (BGE 140 V 194 f. E. 3.1), 

wobei behandelnde Arztpersonen in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (BGE 135 V 470 E. 4.5) bzw. geklagte Schmerzen zu deren Gunsten 

auslegen. Dies zeigt sich im vorliegenden Fall darin, dass Dr. F.___ vorerst (im Mai 

2019), in Übereinstimmung mit Dr. J.___, von einer 100%-igen Leistungsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit ausgegangen war (Suva-act. 198-1) und sich erst bei Nachhaken/

Nachfragen durch den Ehemann der Beschwerdeführerin im Mai 2020 bzw. im 

November 2020 für eine Teilarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit aussprach (Suva-

act. 232, 262). Der Schluss liegt nahe, dass sich Dr. F.___ bei den letzten Beurteilungen 

auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin bzw. des Ehemanns der 

Beschwerdeführerin stützte, anstatt in Würdigung der objektivierbaren Problematik 

seine Einschätzung aus medizinisch-theoretischer Sicht abzugeben. Wie die 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort richtig ausführt, kann auf eine 

Überprüfung der Arbeitsfähigkeit mittels EFL verzichtet werden, zumal es sich 

vorliegend nicht um ein multiples und schwierig einzuschätzendes Krankheitsbild 

handelt, welches eine EFL zwingend erforderlich machen würde (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Februar 2016, 8C_691/2015, E. 3.4). Ausserdem ergibt sich 

aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin im September 2017 die 

Potenzialabklärung auch aufgrund von Schmerzen abbrechen musste (vgl. vorstehende 

lit. A.e), keine Notwendigkeit einer Evaluation. Jene Abklärung fand vor der 

Protheseneinsetzung statt, wobei die Humeruskopfnekrose bzw. die daraus 

resultierenden Schmerzen mit der Implantation der Schulterprothese grösstenteils 

beseitigt wurden.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die medizinische Situation und die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin per Fallabschluss Ende Juli 2019 mit der 

Beurteilung von Dr. J.___ hinlänglich abgeklärt und begründet wurden. Schlüssig ist 

diesbezüglich auch, dass bei diesem Beschwerdebild nicht von Einarmigkeit 

auszugehen ist bzw. die linke Hand – ohne die Einschränkungen in der linken oberen 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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4.

Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. dazu 

vorstehende E. 1.1).

Extremität in Frage zu stellen – mehr als nur als Behelfshand bzw. Zudienhand 

eingesetzt werden kann. Trotz Restfolgen ist damit von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten auszugehen. Von weiteren medizinischen 

Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter 

Beweiswürdigung zu verzichten ist. Bereits an dieser Stelle sei erwähnt, dass der 

Beschwerdeführerin bei diesem Zumutbarkeitsprofil (sehr leichte bis leichte Tätigkeiten 

ohne Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität, ohne dauerhaftes 

Arbeiten über Brustniveau, ohne Tragen von Lasten am langen Hebel, ohne Besteigen 

von Leitern und Gerüsten und ohne dauerhafte bimanuelle Arbeit) auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensichtlich noch ein genügend weites Feld an 

Beschäftigungsmöglichkeiten offensteht bzw. die Arbeitsfähigkeit verwertbar ist. Ihr 

sind beispielsweise noch Stellen als Hilfsarbeiterin im Bereich von Überwachungs-, 

Administrativ-, und Kontrolltätigkeiten wie auch leichtere Verpackungs-, 

Maschinenbedienungs- und Sortierarbeiten zumutbar (vgl. dazu auch Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 30. Juli 2004, U 337/03, E. 3.3).

Unbestritten und ausgewiesen ist das Valideneinkommen, welches im Jahr 2019 

bei einem Vollpensum gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin Fr. 56'748.-- 

(12 x Fr. 4'365.-- + 12 x Fr. 364.--) betragen hätte (Suva-act. 218-3).

4.1. 

 4.2. 

Nicht streitig und richtig ist weiter, dass als Grundlage für die Bemessung des 

Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen sind. Der LSE-

Hilfsarbeiterinnenlohn hat im Jahr 2018 Fr. 54'681.-- betragen (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 

41.7; vgl. LSE-Tabellenlöhne 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen). 

Nominallohnindexiert resultiert für das Jahr 2019 ein Einkommen von Fr. 55'173.-- (Fr. 

54'681.-- x 1.009).

4.2.1. 

Zur Beurteilung steht letztlich ein Abzug vom Tabellenlohn. Wird das 

Invalideneinkommen auf Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist 

der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Mit dem 

Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 

4.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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5.  

Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 

voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen 

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 

rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person wie Alter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 E. 

4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2).

Die Beschwerdegegnerin gewährte bei der Rentenberechnung einen Abzug vom 

Tabellenlohn von 10 %. In der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 stellte die 

Beschwerdegegnerin gar eine reformatio in peius zur Diskussion, nachdem sich 

grundsätzlich kein Abzug rechtfertige (act. G 3 S. 7 f.). Die Beschwerdeführerin 

beantragt einen Abzug von 20 %. Von einer reformatio in peius ist im vorliegenden 

Verfahren abzusehen, selbst wenn, wie vorstehend ausgeführt wurde, rechtsgenüglich 

erstellt ist, dass die linke adominante Hand mehr als nur als Zudienhand eingesetzt 

werden kann. Die Beschwerdeführerin ist offenkundig auch bei sehr leichten bis 

leichten Tätigkeiten aufgrund der unfallkausalen Problematik eingeschränkt (vgl. dazu 

das vorerwähnte Belastungsprofil), sodass sich grundsätzlich ein Abzug vom 

Tabellenlohn rechtfertigt. Diese Einschränkungen sind indes nicht derart, dass der von 

der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 10 % nicht angemessen erschiene. 

Vorausgesetzte triftige Gründe (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 14. Mai 2018, 

8C_744/2017, E. 3.3), vom gewährten Abzug von 10 % nach oben oder unten 

abzuweichen, liegen auf jeden Fall nicht vor. Entsprechend resultiert ein 

Invalideneinkommen von Fr. 49'656.-- (Fr. 55'173.-- x 0.9).

4.2.3. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 56'748.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 49'656.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 7'092.-- und ein 

Invaliditätsgrad von aufgerundet 13 % (Fr. 7'092.-- / Fr. 56'748.-- x 100). Dies 

entspricht dem von der Beschwerdegegnerin verfügten, womit die Beschwerde in 

diesem Punkt abzuweisen ist.

4.3. 

Zu beurteilen bleibt die Höhe des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Die 

Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin gestützt auf die kreisärztlichen 

Beurteilungen vom 20. März 2017 (Suva-act. 87), 25. April 2019 (Suva-act. 190-7) und 

8. Oktober 2020 (Suva-act. 246-2) eine solche basierend auf einem Integritätsschaden 

von 17.5 % zu. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt deren Erhöhung 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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auf 22.5 % und verweist insbesondere auf die Einschätzungen von Dr. F.___ vom 11. 

Mai 2020 (Suva-act. 232) und 10. November 2020 (Suva-act. 262).

Die Integritätsentschädigung wird entsprechend der Schwere des 

Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist der 

Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. 

Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt. Die 

Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen 

Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische 

Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei 

subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 

vom 14. Januar 2021, 8C_658/2020, E. 2.2, und vom 23. April 2014, 8C_49/2014, E. 

4.3, je mit Hinweisen).

5.2. 

Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

wird die Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV 

bemessen. Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend 

anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die 

Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem 

Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis). Trotz des Feinrasters 

der Suva-Tabellen gibt es Integritätsschäden, die sich nicht direkt einer Position der 

Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen zuordnen lassen. In diesen Fällen 

ist in direkter oder analoger Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von Anhang 3 zur UVV der 

Grad der Schwere für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden vom 

Skalenwert bzw. von Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten. Zuerst ist mithin zu 

prüfen, ob ein Integritätsschaden in der Skala von Anhang 3 zur UVV figuriert. Falls dies 

nicht zutrifft, ist in den Suva-Tabellen eine passende Position zu suchen. Bei negativem 

Ausgang der Suche ist schliesslich die Schwere des Integritätsschadens mittels 

Vergleichs zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen 

abzuleiten (Thomas Frei, N 17 f. zu Art. 25, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018). Insbesondere die Einordnung von Nichtlisten- und 

kombinierten Fällen öffnet dem Arzt oder der Ärztin einen grossen 

Ermessensspielraum, in welchen die Verwaltung bzw. das Sozialversicherungsgericht 

nicht ohne Not bzw. nur dann eingreifen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung 

im Hinblick auf die Liste im Anhang 3 UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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stossenden Ungleichheiten führen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 

2008, 8C_660/2007, E. 4.2).

Gemäss Bundesgericht hat die Bemessung des Integritätsschadens auch bei 

Versorgung mit Endoprothesen nach dem unkorrigierten Zustand zu erfolgen. 

Begründet wird dies damit, dass die Integritätsentschädigung den körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden als solchen ausgleicht und nicht dessen Auswirkungen 

auf die Lebensfunktionen und die allgemeine Lebensgestaltung. Aus diesem Grunde ist 

nicht zu unterscheiden zwischen der Korrektur mit Hilfsmitteln (vgl. dazu Anhang 3 Ziff. 

1 Abs. 4 UVV) oder dem Ausgleich mit implantierten Prothesen. Es ist unerheblich, ob 

der Integritätsschaden dadurch unter Umständen soweit ausgeglichen werden kann, 

dass praktisch keine Beeinträchtigung der entsprechenden Lebensfunktion mehr 

besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2002, 8C_600/2007, E. 2.1.2, mit 

Hinweisen; vgl. ferner Einleitung der Suva-Tabelle 5, wonach dies zumindest gelten 

soll, wenn die Endoprothese – wie vorliegend – nicht direkt nach dem Unfall eingesetzt 

wird).

5.4. 

Gestützt auf die vorstehende Ausführung ist der Integritätsschaden in Würdigung 

des unkorrigierten Zustands, wie er vor der Implantation der inversen Schulterprothese 

am 11. Mai 2018 bestanden hatte, zu beziffern. Vor der Implantation litt die 

Beschwerdeführerin unter einer schmerzreichen Funktionsstörung der linken Schulter 

bei Vorliegen einer Humeruskopfnekrose. Dr. F.___ beschrieb zu jenem Zeitpunkt, dass 

die Rotation, im Sinne der Aussenrotation, praktisch nicht mehr möglich sei. Ein 

Arbeiten auf Tischhöhe sei nicht möglich, da die Beschwerdeführerin den Arm nicht in 

die entsprechende Position bringen könne (Suva-act. 143-2 f.). Dieses Beschwerdebild 

ist der Schätzung des Integritätsschadens zugrunde zu legen. Med. pract. H.___ hat 

bei ihrer Beurteilung vom 20. März 2017 die danach eingetretene Verschlechterung der 

Schultersituation bei zunehmender Nekrose und damit einhergehenden 

Funktionsbeeinträchtigungen bzw. steigenden Schmerzen nicht (ausreichend) 

miteinbezogen. Dr. J.___ (Suva-act. 190-7, 246-2) und Dr. F.___ (Suva-act. 232, 262-2) 

legten ihren Einschätzungen insbesondere den Zustand nach statt vor der Implantation 

bzw. den Erfolg der Endoprothese gemäss Suva-Tabelle 5 zur Bezifferung des 

Integritätsschadens zugrunde. Entsprechend kann abschliessend weder auf die 

Einschätzung und Begründung von med. pract. H.___, noch auf diejenigen von Dr. 

J.___ oder Dr. F.___ abgestellt werden.

5.5. 

Dennoch erweist sich eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen bezüglich Höhe 

des Integritätsschadens als nicht notwendig (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 

vom 5. April 2017, 8C_809/2016, E. 3.2.2, unten). Die Anträge divergieren lediglich um 

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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6.  

5 % (17.5 % bis 22.5 %) und der Integritätsschaden ist bei kritischer gerichtlicher 

Würdigung der medizinischen Aktenlage auch in diesem Bereich festzusetzen. In der 

Skala von Anhang 3 zur UVV und auch in den Suva-Tabellen findet sich für den 

vorliegenden Gesundheitsschaden vor Implantation der Schulterprothese keine 

Position. Entsprechend ist nach dem Gesagten die Schwere des Integritätsschadens 

mittels Vergleichs zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-

Tabellen abzuleiten. Heranzuziehen ist dabei Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei 

Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) und Suva-Tabelle 5 

(Integritätsschaden bei Arthrosen). Zu beachten ist dabei, dass die mit den 

funktionellen Beeinträchtigungen einhergehenden Schmerzen in diesen Tabellen mit 

dem entsprechenden Prozentsatz abgegolten sind (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. Februar 2020, 8C_756/2019, E. 4.3). Gemäss Suva-Tabelle 1 wird eine 

Schulterbeweglichkeit bis zur Horizontalen mit 15 % bemessen. Diese Beweglichkeit 

erreichte die Beschwerdeführerin im relevanten Zeitpunkt nicht, weshalb der 

Integritätsschaden höher zu beziffern ist. Eine schwere Omarthrose mit damit 

einhergehenden Schmerzen rechtfertigt nach Suva-Tabelle 5 einen Integritätsschaden 

von 10 bis 25 %, eine Gelenksresektion oder Arthrodese 25 %. Nachdem die 

Gelenkbeweglichkeit nicht vollständig aufgehoben war, wie es bei einer Arthrodese der 

Fall ist, indes eine beträchtliche Funktionsstörung mit erheblichen Schmerzen analog 

einer schweren Arthrose im linken Schultergelenk vorlag, rechtfertigt sich vorliegend 

die Annahme eines Integritätsschadens von 20 % (Mittel zwischen 15 % und 25 % 

bzw. mehr als 15 %, weniger als 25 %). Diese Einschätzung erscheint beim vorliegend 

relevanten Beschwerdebild naheliegender als die Beurteilung durch die 

Beschwerdegegnerin. Damit besteht ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einem Integritätsschaden von 20 %.

Zusammengefasst ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, der Beschwerdeführerin eine 

Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integritätsschadens von 20 % 

auszurichten. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Zur Festsetzung und 

Ausrichtung der Integritätsentschädigung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

6.2. 
bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Der angefochtene Einspracheentscheid wird im Sinne der Erwägungen insofern 

abgeändert und die Beschwerde dahingehend gutgeheissen, als der 

Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung basierend auf einem 

Integritätsschaden von 20 % zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Integritätsentschädigung wird die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 1'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. Der Rechtsvertreter hat bezüglich Integritätsentschädigung zu Recht den 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin angefochten bzw. diesbezüglich im 

Grundsatz Recht bekommen. Er ist aber mit seinen Argumenten in Bezug auf die Kritik 

an den medizinischen Beweisgrundlagen hinsichtlich Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin und damit im Rentenpunkt nicht durchgedrungen. Vor diesem 

Hintergrund erscheint es in Beachtung des gerechtfertigten Aufwands angemessen, 

eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zuzusprechen.

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.02.2022
	Art. 18, 24 UVG. Abweisung der Beschwerde im Rentenpunkt bei Abstellen auf die kreisärztliche Beurteilung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde bezüglich des Antrags auf eine höhere Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Februar 2022, UV 2021/20).

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