# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8d4025e-4750-5129-af79-dbc86125e329
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2011 D-7984/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7984-2010_2011-01-10.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung IV
D-7984/2010

Urteil vom 10. Januar 2011

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Kadima Muriel Beck, Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), alias 
B._______, geboren (…), 
Eritrea,   
vertreten durch lic. phil. I Annelise Gerber, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 14. Oktober 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer suchte am 9. Dezember 2008 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nach. Dazu wurde er am 
29. Dezember 2008 vom BFM im EVZ C._______ befragt 
(Kurzbefragung) und am 19. Februar 2010 in D._______ angehört 
(Anhörung).

Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er gehöre 
zur Volksgruppe der Tigre und stamme aus D._______ (Provinz E._______), wo er die ersten Jahre seines 
Lebens mit seinen Eltern und Geschwistern auch gelebt habe. Im Jahre 1998 oder 1999 sei er mit seiner 
Familie nach F._______ (Provinz G._______) umgezogen, wo er bis zu seiner Ausreise aus Eritrea 
gewohnt habe. Im Jahre 2006 sei sein Vater verhaftet worden. Im selben Jahr sei er in der Schule von der 
Polizei zwangsrekrutiert und nach H._______ gebracht worden, wo er die militärische Grundausbildung 
habe absolvieren müssen. Eines Tages habe er aus der Kaserne in H._______fliehen können, woraufhin 
er nach F._______ zurückgekehrt sei, wo er als Schäfer gearbeitet habe. Eines Nachts sei er zu Hause 
von den eritreischen Behörden gefunden und nach I._______ gebracht worden, wo er in einem 
unterirdischen Gefängnis inhaftiert worden sei. Nach einigen Monaten sei er erneut in die Kaserne in 
H._______ zur Fortsetzung der militärischen Ausbildung gebracht worden. Nach zirka drei Monaten sei er 
zum zweiten Mal desertiert und zu seinem Onkel geflohen, der ihm bei der Organisierung seiner Ausreise 
behilflich gewesen sei. Am 9. Februar 2008 habe er Eritrea auf il�legalem Weg verlassen und sei nach 
J._______ (Sudan) gereist, von wo er mit einem Auto nach Khartum ge�fahren sei. Nach einem 
mehr�monatigen Aufenthalt sei er nach Libyen gereist, wo er sich ein paar Monate aufgehalten habe. Via 
Italien sei er anschliessend unter Um�gehung der Grenzkontrolle am 9. Dezember 2008 in die Schweiz 
ge�langt.

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer anlässlich der Kurz�befragung die eritreischen Identitätskarten 
seiner Eltern (in Kopie) zu den Akten.

B. 
Die Vorinstanz stellte mit Verfügung vom 14. Oktober 2010 - eröffnet am 
folgenden Tag - fest, der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlings�eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
ordnete das BFM die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz an, wobei es den Vollzug wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten 
einer vorläufigen Aufnahme aufschob.

C. 
Mit Beschwerde vom 15. November 2010 (Faxeingang am 15. November 
2010, Poststempel vom 16. November 2010) liess der 
Be�schwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin be�antragen, es sei 

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der negative Asylentscheid vom 14. Oktober 2010 aufzuheben, es sei 
seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und als Folge davon sei ihm in 
der Schweiz Asyl zu gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge�mäss Art. 65 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht.

D. 
Mit Zwischenverfügung vom 19. November 2010 verfügte der 
zu�ständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts unter 
anderem, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abgewiesen werde. 
Gleichzeitig ordnete er an, dass der Beschwerdeführer einen 
Kosten�vorschuss von Fr. 600.-- bis zum 3. Dezember 2010 zu bezahlen 
habe. Der Kostenvorschuss ging am 2. Dezember 2010 bei der 
Gerichtskasse des Bundesver�waltungsgericht ein.

E. 
Mit Eingabe vom 24. Dezember 2010 reichte die Vertreterin des 
Beschwerdeführers einen Brief der Mutter des Beschwerdeführers mit 
deutscher Übersetzung ein, worin die Mutter festhält, "dass ihr Mann 
wahrscheinlich festgehalten wurde, weil der Beschwerdeführer aus dem 
Militärcamp flüchtete".

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungs�gericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor�instanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet be�treffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes-
verwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 
endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 
SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der 
Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung be�sonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf�hebung 
beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 
Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungs�gericht 
kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung eines Schrif-
tenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2. 
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1. Das BFM lehnte das Asylgesuch mit der Begründung ab, die 
Vor�bringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Im Wesent�lichen 
führte die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe bezüglich der von 
ihm geltend gemachten Verhaftung seines Vaters im Jahre 2006 
widersprüchliche Angaben gemacht. So habe er bei der An�hörung 
ausgesagt, sein Vater sei im Januar oder Februar 2006 ver�haftet 
worden, als er selbst noch zur Schule gegangen sei, während er 
anlässlich der Kurzbefragung zu Protokoll gegeben habe, sein Vater 
befinde sich wegen seiner (des Beschwerdeführers) Flucht im Gefäng-
nis. Zudem habe sich der Beschwerdeführer auch bezüglich seines 
Militärdienstes widersprochen. Überdies habe er seine angeb�lich ab-
solvierte militärische Ausbildung nicht detailliert und substanziiert zu 
schildern vermocht, weshalb ihm nicht geglaubt werden könne, dass er in 
Eritrea Militärdienst geleistet habe. Ausserdem habe er sich hin-sichtlich 
des geltend gemachten Gefäng�nisaufenthalts in I._______ in massive 

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Widersprüche verstrickt. Aufgrund dieser massiven wider-sprüchlichen 
Angaben erscheine seine gesamte Verfolgungssituation als unglaubhaft. 
Des Weiteren habe der Beschwerdeführer angege-ben, zwischen 1986 
und 1999 bei seinen Eltern in D._______ gelebt zu haben. Gemäss den 
eingereichten Kopien der Identitätskarten seiner Eltern seien diese 
Dokumente 1993 in K._______ im Sudan ausge-stellt worden. Es sei 
somit anzunehmen, dass die Eltern des Be-schwerdeführers zu dieser 
Zeit nicht, wie von ihm angegeben, in Eritrea gelebt hätten. Vor dem 
Hintergrund seiner ohnehin unglaub-haften Angaben sei davon 
auszugehen, dass er bereits als kleines Kind im Sudan gelebt habe oder 
womöglich dort geboren worden sei. Es werde zwar nicht an der 
eritreischen Herkunft des Beschwer-deführers gezweifelt, sein Aufenthalt 
in Eritrea und seine vorgebrachte Verfolgungssituation würden jedoch als 
gänzlich unglaubhaft erachtet.

Für den weiteren Inhalt der angefochtenen Verfügung wird auf die Akten verwiesen.

3.2. Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner 
Rechts�mitteleingabe im Wesentlichen geltend, er sei bei der 
Kurzbefragung sehr aufgeregt gewesen, weshalb er lediglich ungenau 
Auskunft habe geben können. Zudem halte er fest, dass sein Vater 
wegen seiner Flucht aus dem Militärcamp in Sawa inhaftiert worden sei. 
Zum jetzigen Zeitpunkt hätte er bei einer erzwungenen Rückkehr nach 
Eri�trea unter politischer Verfolgung zu leiden.

Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde wird - soweit wesentlich - in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

4. 

4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person 
an�erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zu�letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

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4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft 
nach�weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft 
ge�macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.3. Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie 
genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen 
sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten 
nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder den 
Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Da-rüber 
hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwürdig er�scheinen, was 
insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige Tatsachen 
unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Ver�fahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nach�schiebt oder 
die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaub�haftmachung 
bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes 
Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Ein�wände und 
Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entschei-dend ist, ob die 
Gründe, welche für die Richtigkeit der Sach�ver-haltsdarstellung 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte 
Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; Ent�scheidungen und 
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs�kommission [EMARK] 
2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5. 

5.1. Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer den Wortlaut 
sämtlicher Protokolle mit seiner Unterschrift genehmigt hat und sich 
deshalb seine Aussagen grundsätzlich entgegenhalten lassen muss. 
Seine Behauptung in der Rechtsmittelschrift, wonach er bei der 
Kurz�befragung sehr aufgeregt gewesen sei, weshalb er lediglich 
ungenau Auskunft habe geben können, findet in den Akten keine Stütze. 
Sie ist daher lediglich als Schutzbehauptung zu werten. Im Weiteren ist 
darauf hinzuweisen, dass den Aussagen einer asylsuchenden Person im 
Empfangszentrum zu den Asylgründen angesichts des summa-rischen 
Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaf-tigkeit nur ein 
beschränkter Beweiswert zukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 7 E. 6.2.1 S. 

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66 und die dort zitierte, weiterhin gültige Praxis). Widersprüche dürfen nur 
dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum 
in wesentlichen Punkten der Asylbe-gründung von den späteren 
Aussagen in der Anhörung beim Kanton oder beim BFM diametral 
abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche 
später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits bei der 
Befragung im Empfangszentrum zumindest ansatzweise erwähnt werden.

5.2. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist – nach Prüfung der Akten 
durch das Gericht – festzuhalten, dass die Asylvorbringen des 
Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten widersprüchlich sind. So 
sagte er anlässlich der Anhörung aus, sein Vater sei im Januar oder März 
2006 verhaftet worden, als er selbst noch zur Schule gegangen sei 
(Akten BFM A 10/17, S. 4 f.), während er bei der Kurzbefragung zu 
Protokoll gab, sein Vater sei wegen seiner Flucht (der Flucht des 
Beschwerdeführers) im Gefängnis (Akten BFM A 1/10, S. 6). Als dem 
Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung diese widersprüchlichen 
Aussagen vorgehalten wurden, war er nicht in der Lage, den Wider-
spruch aufzulösen. Zudem machte er bei der Kurzbefragung geltend, er 
sei in der 18. Runde rekrutiert und in die 2. KS, 2. Brigade, 3. Bataillon, 4. 
Haile, 2. Ganta, 3. Mesre eingeteilt worden (Akten BFM A 1/10, S. 3), 
wohingegen er anlässlich der An�hörung vorbrachte, er sei in der 19. 
Runde rekrutiert und in die 1. KS, 2. Brigade, 2. Bataillon, 3. Haile, 2. 
Ganta, 3. Mesre eingeteilt und später in die 3. KS, 2. Bridade, 3. 
Bataillon, 2. Haile, 2. Ganta, 3. Mesre umgeteilt worden (Akten BFM A 
10/17, S. 7). Es ist davon auszu�gehen, dass der Beschwerdeführer bei 
den Befragungen in der Lage gewesen wäre, übereinstimmende 
Aussagen bezüglich der militärischen Einheit zu machen, hätte er in 
Eritrea tatsächlich Militär�dienst geleistet. Im Weiteren ist festzustellen, 
dass sich der Be�schwerdeführer bei der Kurzbefragung hin�sichtlich 
der Dauer des geltend gemachten Gefängnisaufenthalts in I._______ 
erheblich wider�sprach. So gab er zuerst an, er sei von Juni 2007 bis 
Februar 2008 dort in�haftiert gewesen (Akten BFM A 1/10, S. 2), 
während er kurz darauf aussagte, er sei von Juli 2006 bis Januar 2007 im 
Gefäng-nis gewesen (Akten BFM A 1/10, S. 6). Auf diesen Widerspruch 
an�gesprochen gab der Beschwerdeführer eine weitere Version zu 
Protokoll, indem er geltend machte, er sei von April 2006 bis Oktober 
2007 eingesperrt gewesen (Akten BFM A 1/10 S. 6). Auf Vorhalt dieser 
widersprüch�lichen Zeitangaben brachte der Beschwerdeführer 
schliesslich vor, er sei von Juni 2006 bis September 2006 in I._______ im 
Gefängnis ge�wesen (Akten BFM A 1/10, S. 6). Wäre der 

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Be�schwerdeführer tat�sächlich - wie von ihm behauptet - in einem 
Ge�fängnis in I._______ in�haftiert gewesen, wäre es ihm mit Sicherheit 
an�lässlich der Kurzbefragung möglich gewesen, die Dauer seines 
Ge�fängnisaufenthalts übereinstimmend beziehungsweise ohne allzu 
gros-se Differenzen anzugeben.

Zudem ist festzuhalten, dass die Schilderungen des Beschwerde�führers bezüglich der angeblichen 
militärischen Ausbildung in H._______ respektive des geltend gemachten Gefängnisaufenthalts in 
I._______ unsubstanziiert und stereotyp ausgefallen sind (Akten BFM A 10/17, S. 7 f., S. 10 f.), was den 
Schluss zulässt, dass er insbesondere keine militärische Ausbildung absolviert hat, ist doch davon 
auszugehen, dass der Be�schwerdeführer die militärische Ausbildung und den Ge-fängnisaufenthalt 
ansonsten ausführlicher und mit mehr Realkenn-zeichen hätte schildern können.

Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist ausserdem festzustellen, dass sich aus den Akten Ungereimtheiten 
hinsichtlich des vom Be�schwerdeführer geltend gemachten Aufenthaltsortes in Eritrea er�geben. So gab 
der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung zu Protokoll, er habe von Geburt an bis 1999 mit seinen 
Eltern in D._______ gelebt (Akten BFM A 10/17, S. 2). Gemäss den eingereichten Kopien der eritreischen 
Identitätskarten seiner Eltern wurden diese Dokumente 1993 im Sudan (in J._______ beziehungsweise in 
K._______) ausgestellt. Es ist daher anzunehmen, dass die Eltern des Beschwerdeführers zu dieser Zeit 
nicht, wie von diesem behauptet, in Eritrea, sondern im Sudan gelebt haben, wären die Identitätskarten der 
Eltern doch sonst nicht im Sudan ausgestellt worden. Da in den Akten keine glaubhaften Hinweise darauf 
ersichtlich sind, dass sich der Beschwer-deführer während dieser Zeit ohne seine Eltern in Eritrea 
aufgehalten hat und unter Be�rücksichtigung seiner ohnehin unglaub�haften Verfol-gungsvorbringen ist - 
entgegen seiner Behauptung - davon auszu-gehen, dass er sich (vor seiner Asylgesuchstellung in der 
Schweiz) nicht in Eritrea, sondern insbesondere im Sudan aufgehalten hat.

Aufgrund des Gesagten ist zwar nicht an der eritreischen Herkunft des Beschwerdeführers zu zweifeln. 
Jedoch sind seine geltend gemachte Verfolgungssituation, sein behaupteter Aufenthalt in Eritrea und dem-
zufolge auch seine angebliche illegale Ausreise aus diesem Land als un�glaubhaft zu erachten.

5.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem 
Beschwerde�führer nicht gelungen ist nachzuweisen oder zumindest 
glaubhaft zu machen, dass er in seinem Heimatland ernsthafte Nachteile 
gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder im Fall einer Rückkehr nach Eritrea 
be�fürchten müsste. Der Beschwerdeführer vermag mit seinen 
unsubstan-ziierten Be�schwerdevorbringen und mit dem Brief seiner 
Mutter zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen, weshalb es sich 
erübrigt, weiter darauf einzugehen. Er erfüllt somit die Voraussetzungen 
zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weswegen die Vorin-
stanz das Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat.

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6. 

6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrecht�liche 
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. Entscheide des Schweizerischen 
Bundes�verwaltungsgerichts [BVGE] 2008/34 E. 9.2).

7. 

7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsver�hältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf�nahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2. Da der Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 14. Okto-ber 
2010 in der Schweiz vorläufig aufgenommen wurde (vgl. Ziffern 4 - 7 
dieser Verfügung) und diese vorläufige Aufnahme nach wie vor besteht, 
erübrigen sich Ausführungen zur Frage des Weg�weisungs-vollzugs.

8. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 
Be�schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf 
ins�gesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 2. 
Dezember 2010 in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu 
verrechnen.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem am 2. Dezember 2010 vom 
Be�schwerdeführer zu Gunsten der Gerichtskasse in derselben Höhe 
ge�leisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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Seite 12

Zustellung erfolgt an:

– die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
– das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten N (…) (per Kurier; in 

Kopie)
– (…)