# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1856962e-7af0-50e6-9ba8-d5c19ad21ba3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.02.2025 D-95/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-95-2025_2025-02-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-95/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;    

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

sowie die Kinder 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 27. Dezember 2024. 

 

 

 

D-95/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführer gelangten gemäss eigenen Angaben am 8. Septem-

ber 2024 in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchten. 

B.  

Der Beschwerdeführer A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

wurde am 12. September 2024 zu den Personalien von ihm und seinen 

Kindern sowie dem Reiseweg befragt. 

C.  

Nach Beendigung eines sogenannten Dublin-Verfahrens wurde der Be-

schwerdeführer am 13. Dezember 2024 eingehend zu den Fluchtgründen 

angehört. 

Er machte dabei geltend, dass er und seine Kinder vom neuen Partner 

seiner Ex-Frau bedroht würden. Ferner sei er anlässlich von Razzien im 

Jahre 1993 oder 1995 mehrmals zusammen mit seinem Vater festgenom-

men worden. Im Alter von neun Jahren sowie im Jahre 2000 sei er zudem 

von Polizisten körperlich misshandelt worden. Seine Familie stehe ferner 

unter staatlichem Druck. So sei etwa sein Onkel zu einer dreissigjährigen 

Gefängnisstrafe verurteilt und nach seiner Freilassung offenbar vom Staat 

ermordet worden. Auch der Sohn seines Onkels sei vor Jahren getötet wor-

den. 

D.  

Am 20. Dezember 2024 nahmen die Beschwerdeführer mittels Eingabe der 

ihnen zugewiesenen Rechtsvertretung zu einem Entscheidentwurf des 

SEM Stellung. 

E.  

Mit Verfügung vom 27. Dezember 2024 (Eröffnung am gleichen Tag) stellte 

das SEM fest, dass die Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllten, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

Das SEM führte zur Begründung aus, dass sich die türkischen Behörden 

hinsichtlich Bedrohungen durch Private grundsätzlich als schutzfähig und 

schutzwillig erweisen würden. Ferner hätten sich die Beschwerdeführer 

mittels Verlegung ihres Wohnsitzes der Bedrohung durch den neuen Part-

ner der Ex-Frau entziehen können. Die Verhaftungen und Misshandlungen 

D-95/2025 

Seite 3 

durch die Polizei stünden in keinem hinreichenden zeitlichen Konnex zur 

Ausreise. Schliesslich seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, 

dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner familiären Verbindungen in 

jüngster Zeit ernst zu nehmenden behördlichen Massnahmen ausgesetzt 

gewesen wäre, weshalb nicht von einer hinreichenden Reflexverfolgungs-

gefahr auszugehen sei.  

Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. So seien 

die medizinischen Leiden der Beschwerdeführer in der Türkei grundsätz-

lich behandelbar. Die Kinder des Beschwerdeführers könnten aufgrund der 

kurzen Aufenthaltszeit in der Schweiz noch nicht als hier verwurzelt gelten. 

Zudem stellten die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen im Leben von 

Kindern dar. Die Kinder würden mit ihrem Vater in die Türkei und somit ein 

kulturell und sprachlich vertrautes Umfeld zurückkehren, weshalb das Kin-

deswohl einer Rückkehr nicht entgegenstehe. 

F.  

Am 27. Dezember 2024 legte die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Man-

dat nieder. 

G.  

Mit Eingabe vom 4. Januar 2025 (Datum Poststempel) fochten die Be-

schwerdeführer die Verfügung des SEM vom 27. Dezember 2024 beim 

Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragten die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung, verbunden mit der Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft und der Gewährung von Asyl. Eventualiter sei eine vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung sowie um Wieder-

herstellung der aufschiebenden Wirkung. 

In ihrer Eingabe wurde vorgebracht, dass das SEM den Anspruch der Be-

schwerdeführer auf rechtliches Gehör verletzt habe, da nicht alle bei der 

Vorinstanz eingereichten Dokumente betreffend die staatlichen Verfol-

gungshandlungen übersetzt worden seien. Ferner bestehe die Möglichkeit, 

dass gegen den Beschwerdeführer ein geheimes Ermittlungsverfahren ein-

geleitet und ein Haft- oder Festnahmebefehl erlassen worden sei. Seine 

Familie werde vom türkischen Staat zudem als politischer Gegner betrach-

tet, weshalb die Beschwerdeführer aufgrund ihres Nachnamens stark dis-

kriminiert würden. 

D-95/2025 

Seite 4 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2025 stellte das Bundesverwal-

tungsgericht fest, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschie-

bende Wirkung zukomme. Gleichzeitig wies es die Gesuche um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeistän-

dung wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab und erhob einen Kos-

tenvorschuss. 

I.  

Mit Eingabe vom 21. Januar 2025 (Datum Poststempel) ergänzten die Be-

schwerdeführer ihre Vorbringen.  

J.  

Am 22. Januar 2025 beglichen sie den Kostenvorschuss. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführer haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Schliesslich wurde der Kostenvorschuss fristgerecht bezahlt. Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

D-95/2025 

Seite 5 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten persönlich erlebten Verhaf-

tungen und Misshandlungen durch den türkischen Staat in den Jahren 

1993 bis 2000 sind mangels Aktualität als nicht kausal für die Ausreise zu 

erachten (zum Erfordernis der Kausalität vgl. WALTER STÖCKLI, in: Auslän-

derrecht – Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Auslände-

rinnen und Ausländer in der Schweiz, 3. Aufl. 2022, N 14.38). Demgegen-

über fehlt es an konkreten Hinweisen, dass die Beschwerdeführer auch 

aktuell einer Verfolgung von asylrelevanter Intensität ausgesetzt sein könn-

ten. Der Umstand, dass nicht alle Dokumente betreffend die frühere Ver-

folgung ins Deutsche übersetzt wurden, ändern an dieser Feststellung 

nichts, zumal die Glaubhaftigkeit der damaligen Verfolgung vom SEM nicht 

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Seite 6 

in Abrede gestellt wird. Dem SEM kann deshalb auch keine Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör respektive des Untersuchungsgrundsat-

zes vorgeworfen werden (zum Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1). Die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe erfah-

ren, dass gegen ihn möglicherweise eine geheime Ermittlung eingeleitet 

worden sei und womöglich ein Haftbefehl vorliege, ist als zu wenig sub-

stanziiert zu erachten, als dass sich daraus eine hinreichende asylrele-

vante Verfolgungsgefahr ableiten liesse. 

5.2 Eine Verfolgungsgefahr aufgrund familiärer Verbindungen – insbeson-

dere zum verstorbenen Onkel – ist ebenfalls zu verneinen. So ist aufgrund 

der Aussagen des Beschwerdeführers anzunehmen, dass sich das be-

hördliche Interesse am Beschwerdeführer auf die Ergreifung des Onkels 

beschränkte (vgl. act. […]-38/16, F50), weshalb es nach dessen Tod nicht 

mehr bestehen dürfte. Den Akten sind denn auch keine Anhaltspunkte zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer in jüngster Zeit aufgrund seiner 

familiären Verbindungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen 

wäre. 

5.3 Hinsichtlich der Bedrohung durch den neuen Partner seiner Ex-Frau ist 

dem SEM dahingehend zuzustimmen, dass die türkischen Behörden 

grundsätzlich willens und in der Lage sind, Schutz vor Verfolgung durch 

Private zu gewähren, und eine funktionierende Schutzinfrastruktur zur Ver-

fügung steht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-180/2025 vom 

21. Januar 2025 E. 5.2 m.w.H.). Dem Beschwerdeführer steht somit die 

Möglichkeit offen, sich gegebenenfalls an die Polizei zu wenden und diese 

um Schutz vor Nachstellungen und Drohungen seitens des neuen Partners 

seiner Ex-Frau zu ersuchen. Gründe, weshalb ihm die Behörden einen 

adäquaten Schutz verweigern könnten, sind nicht ersichtlich. Überdies 

stünde den Beschwerdeführern eine zumutbare innerstaatliche Fluchtalter-

native innerhalb der Türkei offen, weshalb sie sich Nachstellungen auch 

durch eine Verlegung des Wohnsitzes entziehen könnten.  

5.4 Schliesslich sind die allgemeinen Diskriminierungen, welchen Angehö-

rige der kurdischen Ethnie in der Türkei bisweilen ausgesetzt sind, praxis-

gemäss als zu wenig intensiv für die Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft zu erachten. 

5.5 Zusammenfassend ist folglich festzuhalten, dass das SEM zu Recht 

die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführer verneint und ihr Asylge-

such abgelehnt hat. 

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Seite 7 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführer verfügen insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

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Seite 8 

7.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Hei-

matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führer noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihnen das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen.  

7.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Das SEM hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu Recht 

bejaht. Der Beschwerdeführer leidet gemäss den im Recht liegenden Arzt-

berichten sowie seinen eigenen Angaben an einer (…). Sein Sohn 

B._______ leidet gemäss Arztbericht an (…) (act. […]-36/2) und darüber 

hinaus – gemäss Angaben des Beschwerdeführers – an (…) (vgl. act. […]-

38/16, F48). Dazu ist zu bemerken, dass die Türkei grundsätzlich über ein 

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Seite 9 

funktionierendes Gesundheitssystem verfügt, das insbesondere in grösse-

ren Städten dem europäischen Standard entspricht (vgl. Urteil BVGer 

D-1554/2022 vom 29. Juli 2022 E. 9.3.4 m.w.H.), weshalb sich daraus 

keine Unzumutbarkeit ableiten lässt. Das SEM führt auch zutreffend aus, 

dass das Kindeswohl (zum Kindeswohl vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6) dem 

Vollzug der Wegweisung nicht entgegensteht. 

7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als 

zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführern, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-

führern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Für die Begleichung der Kosten ist der in gleicher Höhe 

geleistete Kostenvorschuss zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführern aufer-

legt. Für die Bezahlung der Kosten wird der in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger 

 

 

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