# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0796ba41-adcc-54ff-b17f-24cbf0c53a67
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.01.2018 IV 2015/255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-255_2018-01-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/255

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 09.01.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 09.01.2018
Art. 28 IVG. Art. 88a IVV. Eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 
mindestens 40% während eines Jahres vor dem verfügten Rentenbeginn ist 
nicht überwiegend wahrscheinlich. Abweisung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2018, IV 
2015/255).

Besetzung

a.o. Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei (Vorsitz), Versicherungsrichterin 

Christiane Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; 

Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.  

IV 2015/255

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Rechsteiner,

FRT Rechtsanwälte, Unterer Graben 1, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin

Gegenstand 

Rentenbeginn

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 9. Februar 2010 erstmals zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Sie hatte sich am 23. Mai 2009 bei einem Sturz 

von einem Hocker eine distale leicht dislozierte intraartikuläre Radiusfraktur rechts und 

eine Radiusköpfchen-Fraktur links zugezogen. Nach konservativer Behandlung der 

beiden Gelenke wurde am 20. Juni 2009 im Spital B.___ operativ ein freies 

osteochondrales Flake im linken Ellbogen entfernt (IV-act. 1, vgl. IV-act. 22-4 f.). Die 

behandelnden Ärzte der Rehaklinik Bellikon, wo sich die Versicherte vom 16. Dezember 

2009 bis 20. Januar 2010 stationär befunden hatte, hatten mit Austrittsbericht vom 26. 

Januar 2010 zudem unter anderem eine Tendovaginitis stenosans de Quervain rechts, 

eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), ein 

chronisches Zervikovertebralsyndrom und Lumbovertebralsyndrom sowie eine Migräne 

diagnostiziert. Sie hatten beurteilt, für die letzte Tätigkeit als Verpackerin sowie für 

andere berufliche Tätigkeiten sei die Versicherte derzeit voll arbeitsunfähig. Das 

Ausmass der geschilderten Schmerzen sei durch objektivierbare Befunde nicht 

vollumfänglich erklärt (IV-act. 1-5 ff.). RAD-Ärztin Dr. med. C.___, Praktische Ärztin, 

erachtete nach Rücksprache mit Hausarzt Dr. med. D.___, FMH Allgemeine Medizin, 

am 18. März 2010 eine adaptierte Tätigkeit halbtags als zumutbar (IV-act. 20). Gestützt 

auf den Bericht vom 21. Juli 2010 von Suva-Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt FMH für 

orthopädische Chirurgie, ging RAD-Ärztin Dr. C.___ sodann ab dem 22. Juli 2010 von 

einer Arbeitsfähigkeit von 100% aus (IV-act. 40, Fremdakten). 

A.b  Am 9. August 2010 gewährte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und 

Unterstützung bei der Stellensuche durch ihre Eingliederungsberatung (IV-act. 39). Mit 

Vorbescheid vom 31. Januar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, das 

Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen abzuweisen, da keine 

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gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche bestehe (IV-act. 52). 

Dagegen erhob die Versicherte unter Beilage des Berichts von Dr. med. F.___, 

Handchirurgie, Orthopädie G.___, St. Gallen, vom 17. Februar 2011 Einwand (IV-act. 

53, vgl. ergänzende Begründung durch Rechtsvertreter vom 11. Mai 2011; IV-act. 60). 

Dr. F.___ hatte unter anderem ausgeführt, er möchte die Versicherte zu einer Arbeit 

motivieren, bezweifle aber, ob die Tätigkeit in der Wäscherei das Richtige sei. Zurzeit 

könne er der Versicherten keine “intelligente Therapie“ anbieten (IV-act. 53-3 f.).

A.c  Weil PD Dr. med. H.___, Klinik I.___ und Dr. D.___ davon ausgingen, dass für die 

Beschwerden der Versicherten wahrscheinlich hauptsächlich eine Tendovaginitis de 

Quervain verantwortlich sei (IV-act. 65, 67), führte letzterer am 18. August 2011 eine 

Handgelenksarthroskopie mit Débridement, eine partielle Handgelenksdenervation und 

eine Erweiterung des 1. Strecksehnenfachs rechts durch (IV-act. 69). Mit undatiertem 

Bericht an die IV-Stelle erwähnte Dr. F.___ zusätzlich ein seit Mai 2009 bestehendes 

Schulter-Armsyndrom rechts bei Zustand nach Sturz. Die Versicherte sei seit 30. Juni 

2009 in ihrer angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig (IV-act. 74). Eine von Dr. F.___ 

bzw. Prof. Dr. med. J.___, Orthopädie G.___, am 24. Oktober 2011 aufgrund einer 

Diskushernie C5/C6 vorgeschlagene Operation liess die Versicherte nicht durchführen 

(IV-act. 75-6, 78).

A.d  Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 86 f.) wurde die Versicherte im Mai, Juni und 

Juli 2012 durch Ärzte der MEDAS Interlaken GmbH polydisziplinär (Innere Medizin, 

Handchirurgie, Psychiatrie, Neurologie) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 4. 

September 2012 nannten sie als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

seit Mai 2009 bestehendes chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.4) und eine 

nach Mai 2009 aufgetretene Dysthymie (ICD-10: F34.1). Sie erachteten die bisherigen 

Tätigkeiten sowie eine adaptierte Tätigkeit in einem Pensum von 8 Stunden täglich 

zumutbar, wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit von 25% einzuräumen sei. Ab 

dem Unfall vom 23. Mai 2009 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sechs Monate 

anzunehmen. Nach der Operation vom 18. August 2011 sei die Versicherte sodann 

nochmals für vier Wochen zu 100% arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 93).

A.e  Die IV-Stelle nahm die Abklärungen über Möglichkeiten zur beruflichen 

Eingliederung in der Folge wieder auf (vgl. IV-act. 100 f., 104, 108). Am 3. September 

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2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das Leistungsbegehren auf berufliche 

Massnahmen werde abgewiesen, da sie sich momentan nicht in der Lage sehe, an 

solchen teilzunehmen (IV-act. 112).

A.f  Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 115 ff.) wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren mit Verfügung vom 9. Oktober 2013 ab und begründete, es bestehe 

eine volle Arbeitsfähigkeit. Die durch die Gutachter festgestellten Diagnosen seien 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht als invalidisierend anzusehen (IV-

act. 119). Dagegen erhob die Versicherte am 24. Oktober 2013 Beschwerde beim 

Versicherungsgericht St. Gallen (IV-act. 121).

A.g  Am 18. Februar 2013 war die Versicherte durch Suva-Kreisarzt Dr. med. K.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

FMH, untersucht worden. Mit Bericht vom 20. Februar 2013 hatte dieser befunden, 

adaptierte Tätigkeiten könnten vollschichtig ausgeübt werden (IV-act. 124). RAD-Ärztin 

Dr. C.___ empfahl aufgrund zwischenzeitlich eingegangener Arztberichte (vgl. IV-act. 

134 ff.), insbesondere dem Bericht vom 30. November 2013 von Dr. med. L.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche der Versicherten aufgrund einer 

schweren Depression eine Arbeitsunfähigkeit von 75% attestiert hatte (vgl. IV-act. 136), 

eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung (IV-act. 154). Darauf widerrief die 

Beschwerdegegnerin am 24. März 2014 die Verfügung vom 9. Oktober 2013 (IV-act. 

162, vgl. IV-act. 155 ff.) und das Versicherungsgericht schrieb das Verfahren in der 

Folge ab (Entscheid vom 27. März 2014, IV 2013/531; IV-act. 165).

A.h  Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 175) fand am 4. September 2014 eine 

Verlaufsbegutachtung bei Dr. med. M.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

MEDAS Interlaken GmbH, statt. Mit Gutachten vom 4. November 2014 listete er als 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwergradige depressive 

Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) auf. Die Dysthymie (ICD-10: 

F34.1) und die anhaltende Schmerzstörung mit körperlichen und psychologischen 

Anteilen (ICD-10: F45.41) wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Es sei 

insgesamt davon auszugehen, dass die Versicherte nach dem Unfall für sechs Monate 

aufgrund somatischer Faktoren zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Anschliessend 

habe sich eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit, bedingt durch die Beeinträchtigung des 

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Handgelenks und teilweise durch die Dysthymie gezeigt. Aufgrund der schweren 

depressiven Episode sei sie in der angestammten Tätigkeit im Sommer 2013 zu 50%, 

im Dezember 2013 zu 75% und zum Begutachtungszeitpunkt zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen. Für eine adaptierte Tätigkeit gelte der gleiche Verlauf, wobei die 

Restarbeitsfähigkeit nicht auf 0%, sondern 10% gesunken sei, allerdings eher im 

Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes (IV-act. 183).

A.i Mit Vorbescheid vom 16. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Juni 

2014 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und ab 1. Dezember 2014 auf eine 

ganze Rente in Aussicht (IV-act. 195). Dagegen erhob die Versicherte am 30. April 2015 

Einwand und beantragte die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. März 2011 (IV-act. 

197). Nach Rücksprache mit RAD-Ärztin Dr. C.___ (vgl. IV-act. 200) verfügte die IV-

Stelle am 13. Juli 2015 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 202 ff.).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 13. Juli 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 28. August 2015. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragt 

darin, es sei die Verfügung dahingehend aufzuheben, dass ihr rückwirkend ab dem 1. 

März 2011 eine IV-Rente zugesprochen werde. Eventualiter sei die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung resp. Anordnung eines Obergutachtens an die Vorinstanz 

zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sie bringt vor, das 

Gutachten der MEDAS Interlaken sei fehlerhaft und entspreche nicht den damaligen 

und aktuellen Verhältnissen. Wäre sie vor dem 1. Juni 2013 zu 100% arbeitsfähig 

gewesen, so wären die beruflichen Eingliederungsmassnahmen nicht gescheitert. Die 

physischen Beschwerden hätten seit dem Unfalldatum eine volle Arbeitsunfähigkeit zur 

Folge, weshalb ihr ab 1. März 2011 eine ganze IV-Rente zuzusprechen sei (act. G1).

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragt in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie 

verweist auf ihre Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2013 im Verfahren IV 

2013/531 (vgl. IV-act. 131) und hält fest, eine zusätzliche somatische Einschränkung 

(nebst der unbestrittenen psychischen Einschränkung ab Juni 2013) und somit eine 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor dem Juni 2013 könne nicht angenommen 

werden (act. G4).

B.c  Mit Replik vom 11. Januar 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest. Sie macht geltend, der Verweis der Beschwerdegegnerin auf ihre Eingabe im 

rechtskräftigen Verfahren IV 2013/531 sei unzulässig. Mit Blick auf die neue 

bundesgerichtliche Rechtsprechung seien die früheren Gutachten überholt. Der 

bisherige Verlauf zeige eindeutig auf, dass die im MEDAS-Gutachten vom 4. 

September 2012 angenommene 100%ige Arbeitsfähigkeit widersprüchlich zu den 

aktenkundigen Eingliederungsversuchen sei. Aus dem beigelegten aktuellsten 

Gutachten des KSSG vom 20. Oktober 2015 (vgl. act. G9.1) gehe hervor, dass der 

Beschwerdeführerin aus handchirurgischer Sicht eine adaptierte Tätigkeit noch zu 60% 

zumutbar sei (act. G9).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G11).

Erwägungen

1. 

Die Beschwerdeführerin hat unbestritten und aktenmässig ausgewiesen aufgrund 

psychischer Beeinträchtigungen seit 1. Juni 2014 einen Rentenanspruch. Vorliegend zu 

prüfen ist, ob bereits zuvor ein Rentenanspruch bestanden hat.

1.1  Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

Anspruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind. Die gerichtlich bestätigte 

Verwaltungspraxis lässt zur Eröffnung der Wartezeit eine Einschränkung 

(Arbeitsunfähigkeit) von 20% genügen (HANS-ULRICH STAUFFER/BASILE 

CARDINAUX, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 

303). Laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

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Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2. 

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Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2014 eine Rente 

zugesprochen, da sie im Jahr davor, mithin seit 1. Juni 2013, gestützt auf das 

Verlaufsgutachten von Dr. M.___ (vgl. IV-act. 183) zwischen 50% und 100% 

arbeitsunfähig war (IV-act. 204). Vorliegend ist zu prüfen, ob bereits zuvor während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens eine 40%ige 

Arbeitsunfähigkeit vorlag.

2.1  Der neurologische MEDAS-Teilgutachter Dr. med. N.___ hielt in seinem 

Teilgutachten vom 16. Juli 2012 fest, dass in den Vorakten eine “dorsale 

Diskusprotrusion C5/6“ beschrieben wurde (IV-act. 93-48, vgl. aber IV-act. 75-6, 83, 

wo von einer grösseren medianen und rechtsforaminalen Diskushernie C5/6 

gesprochen wird). Er stellte bei seiner Untersuchung vom 14. Juli 2012 jedoch keine 

Anhaltspunkte für eine Myelopathie, Radikulopathie oder periphere Neuropathie fest 

(IV-act. 93-47 f., 93-19 f.). Die Beschwerdeführerin hatte ihm gegenüber weder spontan 

noch auf Nachfrage hin Cervicalgien oder Cervico-Brachialgien angegeben. Auch 

klinisch fanden sich keine Einschränkungen (IV-act. 93-46 ff.). Mit RAD-Ärztin Dr. C.___ 

(vgl. IV-act. 96) ist damit nicht von einer relevanten Einschränkung durch 

Rückenbeschwerden auszugehen und sind im Folgenden nur noch allfällige 

Beeinträchtigungen der beiden oberen Extremitäten zu prüfen.

2.2  Kreisarzt Dr. E.___ berichtete nach einer persönlichen Untersuchung der 

Beschwerdeführerin am 18. November 2009 über klinisch durchaus günstige 

Verhältnisse mit nur gering eingeschränkter Handgelenksbeweglichkeit rechts und 

diskretem Streckausfall im linken Ellbogen. Klinisch bestünden keine Hinweise auf eine 

Dystrophie oder einen fehlenden Frakturdurchbau bei auffällig günstiger muskulärer 

Situation. Restbeschwerden im rechten Handgelenk seien zwar glaubwürdig, sie 

würden von der diesbezüglich ängstlich wirkenden Versicherten aber etwas 

überbewertet (Bericht vom 18. November 2009; bei den Fremdakten). Am 21. Juli 2010 

befand Dr. E.___ sodann, die klinische Untersuchung zeige einen Normalbefund am 

linken Ellbogen mit reizloser Narbe und freier Beweglichkeit. Am rechten Handgelenk 

bestehe objektivierbar eine zu erwartende leichte Bewegungseinschränkung. Rein 

bezüglich dieser Beweglichkeit sei aber eine Funktionseinbusse zu negieren. Die von 

der Versicherten angegebene massive Funktionseinschränkung der rechten Hand 

könne anhand objektivierbarer Befunde klar widerlegt werden. Bei klinisch und 

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bildgebend unauffälligen Verhältnissen sei sowohl am rechten Handgelenk wie am 

linken Ellbogen auch die Schmerzhaftigkeit nicht erklärbar. Er verweise dabei auf die 

vielen Schmerzsyndrome, welche die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit gezeigt 

habe. Die in der Untersuchung gezeigte massive Krafteinbusse sei rein medizinisch-

theoretisch nicht erklärbar. Er halte die Beschwerdeführerin für voll arbeitsfähig (Bericht 

vom 21. Juli 2010; bei den Fremdakten). Am 20. Februar 2013 befand auch Kreisarzt 

Dr. K.___, leichte körperliche Tätigkeiten könnten unter Vermeiden von 

Vibrationsbelastungen und von Tätigkeiten, die einen vermehrten und repetitiven 

Krafteinsatz der rechten Hand erforderten, vollschichtig ausgeübt werden (IV-act. 124).

2.3  Aus verschiedenen weiteren aktenkundigen medizinischen Berichten ergeben sich 

ebenfalls keine organisch objektiv ausgewiesenen Befunde. So hielt Handchirurge Dr. 

med. O.___, Klinik P.___, am 26. Januar 2010 fest, auf dem CT vom 11. Januar 2010 

sei eine sehr schön verheilte distale Radiusfraktur ersichtlich. Es handle sich um ein 

weitgehend normales Handgelenk. Die beklagten Beschwerden könnten nicht erklärt 

werden und es liege eine gewisse Symptomausweitung vor (IV-act. 1-15). Die 

behandelnden Ärzte der Rehaklinik Bellikon führten im Austrittsbericht vom 26. Januar 

2010 aus, das Ausmass der von der Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen und 

funktionellen Einschränkungen sei durch die objektivierbaren Befunde nicht 

vollumfänglich erklärbar (IV-act. 1-5 ff.). Dr. med. Q.___, Facharzt für Neurologie, 

berichtete am 9. Juni 2010 über ein chronifiziertes Schmerzsyndrom des rechten 

Handgelenks, welches von neurologischer Seite her nicht zu erklären sei. Es lägen 

weder Hinweise für eine peripher-neurogene Schädigung noch für eine vegetative 

Störung bei klinisch regelrechtem Befund vor (bei den Fremdakten, zur Diagnose eines 

chronischen Schmerzsyndroms vgl. auch IV-act. 28-3). Dr. F.___ befand am 17. 

Februar 2011 sodann, eine handchirurgische Diagnose sei schwierig zu stellen. Man 

würde die Problematik gerne mit dem Begriff Fibromyalgie umschreiben (IV-act. 53-3 

f.). Hausarzt Dr. D.___ erachtete am 6. Dezember 2012 feinmotorische Arbeiten für 

zumutbar (IV-act. 102). Am 27. November 2013 hielt Dr. F.___ fest, es liege ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom vor. Für die Weiterbehandlung der 

Beschwerdeführerin fielen ihm keine guten Ideen ein, was auch seinen Kollegen so 

gehe (IV-act. 135). Mit Gutachten vom 20. Oktober 2015 führten Prof. Dr. med. R.___ 

und Dr. med. S.___, Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, 

KSSG, schliesslich aus, es bestehe radiologisch sowie klinisch und anatomisch kein 

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klares Korrelat zu den angegebenen Beschwerden. Die angegebenen Beschwerden 

bestünden zu einem wesentlichen Anteil aus Schmerzen ohne morphologisches 

Korrelat (act. G9.1).

2.4  Grundsätzlich mit diesen Einschätzungen übereinstimmend, stellten die MEDAS-

Gutachter keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende somatische Diagnose. Den 

als Diagnosen erfassten Zuständen nach wenig dislozierter intraartikulärer 

Radiusfraktur rechts, Radiusköpfchenfraktur Ellbogen links und Tendovaginitis de 

Quervain Handgelenk rechts mit Strecksehnenfacherweiterung massen sie keine 

Auswirkung auf die Arbeits¬fähigkeit zu (IV-act. 93-22). Bei der Konsensbeurteilung der 

Auswirkungen auf die bisherige Tätigkeit befanden die MEDAS-Gutachter, es wirke 

sich das chronische Schmerzsyndrom und vor allem die Dysthymie aus (vgl. dazu E. 

2.5). Die leichtgradige Arthrose und latente scapholunäre Insuffizienz wirkten sich auf 

eine leichte manuelle Tätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus. Die bisherige sowie 

eine Tätigkeit, welche keine schwerere Belastung oder repetitive Bewegung der 

rechten Hand benötigten, seien acht Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 93-28 ff.). Wie 

bereits im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 11. März 2016 bezüglich der 

unfallversicherungsrechtlichen Streitsache UV 2014/24, E. 2.3.1 f. (abrufbar unter 

www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen, Rechtsprechung, Versicherungsgericht) 

ausgeführt wurde, bestehen gemäss den MEDAS-Gutachtern übereinstimmend mit 

den weiteren medizinischen Akten die für die Arbeitsfähigkeit relevanten 

Einschränkungen praktisch einzig durch die Schmerzen (IV-act. 93-30, vgl. IV-act. 

93-47). Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, weshalb die von den MEDAS-

Gutachtern aufgeführte “Einschränkung der Beweglichkeit im rechten Handgelenk“ zu 

einer verminderten Leistungsfähigkeit von 25% in einer adaptierten Tätigkeit ohne 

relevante Belastung des rechten Handgelenks führen sollte (vgl. dazu UV 2014/24, E. 

2.3.2). Diese Einschätzung stützt sich auf das handchirurgische Teilgutachten von Dr. 

med. T.___, welcher eine leichte bewegungsabhängige Schmerzhaftigkeit sowie eine 

Einschränkung der Belastbarkeit des rechten Handgelenks aufgrund der Frakturfolgen 

und der Bandläsion für objektivierbar hielt (IV-act. 93-54). Dies jedoch im Gegensatz 

zur Feststellung, die leichtgradige Handgelenksarthrose und die Irregularität im distalen 

Radioulnargelenk führten zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung qualitativer und 

quantitativer Art der Arbeitsfähigkeit. Vielmehr im Vordergrund stehe das mittlerweile 

chronifizierte Schmerzsyndrom dorsoradial am rechten Handgelenk im Bereich der 

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beiden Narben (IV-act. 93-52, 93-27, 93-22). Die durch Dr. T.___ gemachten Angaben 

bezüglich Objektivierbarkeit der geltend gemachten Beschwerden am rechten 

Handgelenk sind damit widersprüchlich und vor dem Hintergrund der oben 

aufgeführten medizinischen Berichte nicht nachvollziehbar.

2.5  Es ist folglich entgegen dem MEDAS-Gutachten, aber in Übereinstimmung mit den 

Ausführungen der Suva-Kreisärzte (vgl. E. 2.2) nicht von einer somatisch bedingten 

Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit auszugehen. Das 

Scheitern der Eingliederungsbemühungen (vgl. IV-act. 108, 112) bedeutet sodann nicht 

per se, dass eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden hatte, zumal offenbar der 

vorgesehene Einsatz bei U.___ nicht ausreichend adaptiert gewesen wäre, wie aus dem 

Protokoll der Eingliederungsverantwortlichen hervorgeht (IV-act. 108-2).

2.6  Weiter zu prüfen ist eine allfällige frühere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch 

psychische Beschwerden.

2.6.1  Das MEDAS-Gutachten wurde am 4. September 2012 ausgefertigt. Der 

psychiatrische Teilgutachter Dr. M.___ diagnostizierte ein chronisches 

Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Anteilen (die verwendete 

Codierung ICD-10: F45.4 entspricht einer somatoformen Schmerzstörung) sowie eine 

Dysthymie (ICD-10: F34.1). Während Dr. M.___ in seinem Teilgutachten erwähnte, die 

10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beziehe sich auf 

die Dysthymie (IV-act. 93-43 f.) und festhielt, die vom Bundesgericht für die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren 

Beschwerdebildern als massgeblich erachteten Foersterkriterien (BGE 130 V 352) seien 

nicht erfüllt (IV-act. 93-22, 93-42), wurde in der Konsensbeurteilung das chronische 

Schmerzsyndrom aber im Widerspruch dazu dennoch als Diagnose mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit aufgelistet (IV-act. 93-22). Zudem findet sich die Feststellung, auf 

die bisherige Tätigkeit wirkten sich das chronische Schmerzsyndrom und vor allem die 

Dysthymie aus (IV-act. 93-28). Die Beschwerdegegnerin hatte die psychiatrischen 

Diagnosen aus rechtlicher Sicht als nicht invalidisierend betrachtet (vgl. IV-act. 119, 

131).

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2.6.2  Seither hat sich allerdings die Praxis des Bundesgerichts zu den pathogenetisch-

ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische 

Grundlage erheblich geändert. Mit dem am 3. Juni 2015 gefällten BGE 141 V 281 hat 

das Bundesgericht die von ihm geschaffene Überwindbarkeitsvermutung und den sich 

an den Foersterkriterien orientierenden Prüfungsraster aufgegeben. Das bisherige 

Regel-/Ausnahme-Modell wurde durch ein “strukturiertes“ Beweisverfahren ersetzt. 

Nach der neuen Rechtsprechung hat die Invaliditätsbemessung bei 

psychosomatischen Störungen den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu 

berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen 

muss. Massgebend seien in Schweregrad und Konsistenz der funktionellen 

Auswirkungen eingeteilte Standardindikatoren. Die Anerkennung eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrads sei nur zulässig, wenn die funktionellen 

Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im 

Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit 

(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen seien (BGE 141 V 307 f. 

E. 6; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015, 8C_421/2015, E. 5.2). 

Mit Urteil vom 30. November 2017, 8C_130/2017, E. 7.2, weitete das Bundesgericht 

die Anwendbarkeit des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 auf 

sämtliche psychischen Erkrankungen aus.

2.6.3  Medizinische Gutachten, die noch nach alter Praxis des Bundesgerichts 

eingeholt wurden, verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Es ist im Einzelfall zu prüfen, 

ob das betreffende Gutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen 

Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlaubt 

oder nicht, wobei je nach Abklärungstiefe und -dichte eine punktuelle Ergänzung 

genügen kann. Somit führt ein nach alter Praxis des Bundesgerichts erstattetes 

Gutachten nicht zwangsläufig zu einer neuen Begutachtung oder anderen 

abklärungsrechtlichen Weiterungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Mai 2017, 

8C_842/2017, E. 5.2.1 mit Hinweisen). Vorliegend erübrigt sich insofern eine Prüfung 

der Standardindikatoren, als Dr. M.___ überzeugend von einer lediglich 10%igen 

psychiatrisch bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging (vgl. IV-act. 93-21), 

welche für sich alleine ohnehin nicht ausgereicht hätte, um das Wartejahr zu eröffnen. 

Sodann werfen weder die Verlaufsbegutachtung von Dr. M.___ (vgl. IV-act. 183) noch 

die Einschätzungen von Dr. L.___ (vgl. IV-act. 136, 170) Zweifel an der Einschätzung 

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der psychiatrisch bedingten Arbeits¬unfähigkeit des MEDAS-Gutachtens auf. Selbst 

wenn man davon ausginge, dass sich Dr. M.___ bei seiner 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 10% lediglich auf die Dysthymie bezogen und einen 

Einfluss der chronischen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit verneint hat, wäre 

dies entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G9) nicht zu beanstanden. 

Dr. M.___ hielt ohne weitere Begründung (und in gewissem Widerspruch zum restlichen 

MEDAS-Gutachten, s. oben) fest, die Foersterkriterien bezüglich einer somatoformen 

Schmerzstörung seien nicht erfüllt (IV-act. 93-22, 93-42). Dies ist insofern 

nachvollziehbar, als dem Gutachten durchaus Ressourcen der Beschwerdeführerin 

entnommen werden können. Dr. M.___ hielt zusammenfassend fest, die 

Beschwerdeführerin habe eine hohe sprachliche Ausdrucksfähigkeit und sei sehr 

differenziert, auch habe sie ein breites Repertoire an Ressourcen (IV-act. 93-42). Ihre 

Hauptstärken seien kognitive sowie verbale Fähigkeiten, ihre Intelligenz und auch ihre 

interpersonellen Stärken (IV-act. 93-44). Im Gespräch gab die Beschwerdeführerin 

gegenüber Dr. M.___ an, sie habe sieben Kinder und lebe zusammen mit ihrem 

Ehemann und der Familie ihres Sohnes. Sie übernehme einen Teil der Betreuung der 

Grosskinder und helfe in der Haushaltsarbeit mit, so gut es gehe. Mit der Familie im 

Ursprungsland habe sie immer noch regen Kontakt, zuletzt habe sie die Familie im 

vorherigen Sommer besucht. Sie fühle sich psychisch gesund. Zwar fühle sie sich oft 

als eine Last für alle anderen, aber sie wisse, dass ihre Kinder dies anders sehen 

würden. Hobbies machten ihr nur noch begrenzt Freude, am besten ginge es ihr noch 

im Kontakt mit der Familie (IV-act. 93-36 f., 93-14). Eine psychisch ausgewiesene 

Komorbidität, welche der Beschwerdeführerin Ressourcen rauben würde (vgl. BGE 141 

V 281 E. 4.3.1.3), ist gemäss Dr. M.___ sodann nicht oder nur sehr bedingt vorhanden 

(IV-act. 93-41 f.).

2.7  Zusammenfassend ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass bei der 

Beschwerdeführerin bereits vor dem 1. Juni 2014 während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40% 

i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG vorlag. Folglich entstand – wie von der 

Beschwerdegegnerin verfügt – erst am 1. Juni 2014 ein Rentenanspruch. Hinweise auf 

eine unvollständige Erhebung des Gesundheitszustandes bestehen nicht, so dass auf 

weitere medizinische Abklärungen zu verzichten ist.

3. 

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3.1  Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 13. Juli 2015 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

anzurechnen.

3.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 600.-- angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.01.2018
	Art. 28 IVG. Art. 88a IVV. Eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40% während eines Jahres vor dem verfügten Rentenbeginn ist nicht überwiegend wahrscheinlich. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Januar 2018, IV 2015/255).

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