# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 569ace0a-7bf8-51f5-865a-06ea3f021c0e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 29.02.2016 KES.2015.31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_KES-2015-31_2016-02-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KES.2015.31

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 29.02.2016

Entscheiddatum: 29.02.2016

Entscheid Kantonsgericht, 29.02.2016
Art. 442 Abs. 1 ZGB: Die örtliche Zuständigkeit der KESB richtet sich nach 
dem Wohnsitz der betroffenen Person. Situation bei Eintritt in ein Wohnheim 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 29. Februar 2016, KES.2015.31).

Aus den Erwägungen:

1.    Können sich verschiedene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden nicht im 

Sinne eines Meinungsaustauschs gemäss Art. 444 Abs. 3 ZGB über ihre Zuständigkeit 

verständigen, so unterbreitet die zuerst befasste Behörde die Frage der 

Verwaltungsrekurskommission (VRK; Art. 444 Abs. 4 ZGB; Art. 27 EG KES). 

Beschwerden gegen deren Entscheide beurteilt das Kantonsgericht (Art. 28 Abs. 1 EG 

KES); zuständig ist die II. Zivilkammer (Art. 14 Abs. 1 lit. c GO).

2.    Auf das vorliegende Verfahren sind, soweit das ZGB oder das EG KES keine 

Regelungen enthalten, die Bestimmungen der ZPO sachgemäss anwendbar (Art. 11 lit. 

b EG KES). Die Prozessvoraussetzungen, die von Amtes wegen zu prüfen sind, sind 

erfüllt (Art. 59 f. ZPO). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

3.    Die Zuständigkeit der KESB richtet sich nach dem Wohnsitz der betroffenen 

Personen (Art. 442 Abs. 1 Satz 1 ZGB). Dabei wird an den zivilrechtlichen 

Wohnsitzbegriff gemäss Art. 23 ff. ZGB angeknüpft (Botschaft zur Änderung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 

Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006, S. 7075; BaslerKomm Erwachsenenschutz/

Vogel, Art. 442 ZGB, N 3; FamKomm Erwachsenenschutz/Wider, Art. 442 ZGB, N 9; 

Kuhn, Das Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, recht 2014, 

218, 220). Ist ein Verfahren rechtshängig, so bleibt die örtliche Zuständigkeit bis zu 

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dessen Abschluss erhalten, auch wenn die betroffene Person inzwischen weggezogen 

ist (Art. 442 Abs. 1 Satz 2 ZGB; Botschaft, a.a.O., S. 7075; BaslerKomm 

Erwachsenenschutz/Vogel, Art. 442 ZGB, N 3; BaslerKomm ZGB I/Auer/Marti, Art. 444 

ZGB, N 13).

Sinn der Wohnsitzzuständigkeit ist es, dass die Massnahmeführung (hier: die 

Beistandschaft) mit dem Lebensmittelpunkt der betroffenen Person verbunden ist und 

den lokalen Gegebenheiten Rechnung tragen kann (BaslerKomm Erwachsenenschutz/

Vogel, Art. 442 ZGB, N 3).

Bei der Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit steht mithin das Wohl der betroffenen 

Person an erster Stelle; massgebend ist vor allem deren Interesse (OGer SH, CAN 2015 

Nr. 6, 19; FamKomm Erwachsenenschutz/Wider, Art. 442 ZGB, N 10). Fiskalische 

Überlegungen der beteiligten Gemeinwesen haben zurückzustehen.

4.    Nach Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo 

sie sich mit Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Demgemäss setzt die 

Wohnsitznahme ein objektives und ein subjektives Tatbestandselement voraus, welche 

beide kumulativ erfüllt sein müssen: den Aufenthalt an einem bestimmten Ort sowie die 

Absicht des Verweilens (BGE 134 V 236, E. 2.1 = Pra 2009 Nr. 39; Hausheer/Aebi-

Müller, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, N 09.23; 

BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 5 ff., 20 ff.; BernerKomm/Bucher, Art. 23 

ZGB, N 15 ff.). Da der Wohnsitz nicht nur für die betroffene Person, sondern auch für 

Drittpersonen und das Gemeinwesen relevant ist, ist die innere Absicht des dauernden 

Verbleibens nur insoweit von Bedeutung, als sie nach aussen erkennbar geworden ist. 

Massgebend ist daher der Ort, wo sich nach den konkreten Umständen objektiv 

betrachtet der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet. Dieser liegt gewöhnlich 

dort, wo man schläft, die Freizeit verbringt und wo sich die persönlichen Effekten 

befinden (BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 6). Jede Person muss einen 

rechtlichen Wohnsitz haben (Grundsatz der Notwendigkeit des Wohnsitzes, Art. 24 

ZGB). Sie hat andererseits ausschliesslich einen rechtlichen Wohnsitz (Grundsatz der 

Ausschliesslichkeit des Wohnsitzes, Art. 23 Abs. 2 ZGB).

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5.    Der Aufenthalt zu einem Sonderzweck wie der Ausbildung oder die Unterbringung 

einer Person in einer Erziehungs- oder Pflegeeinrichtung, einem Spital oder einer 

Strafanstalt begründet für sich allein keinen Wohnsitz (Art. 23 Abs. 1 Satz 2 ZGB; 

BaslerKomm Erwachsenenschutz/Vogel, Art. 442 ZGB, N 5).

Dabei vermag die Einweisung in eine Anstalt selbst dann keinen Wohnsitz zu 

begründen, wenn sie auf unbestimmte Zeit erfolgte, der Lebensmittelpunkt in die 

Anstalt verlegt und alle Beziehungen zum bisherigen Wohnsitz abgebrochen wurden 

(BaslerKomm ZGB I/ Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19g). Als Anstalten in diesem Sinne 

gelten öffentliche oder private Einrichtungen, die einem vorübergehenden 

Sonderzweck (z.B. Pflege, Heilung, Erziehung, Strafverbüssung, Kur, Ferien) und nicht 

dem allgemeinen Lebenszweck dienen. Es muss sich nicht um eine geschlossene 

Anstalt handeln, auch ein betreutes Wohnheim für Menschen mit psychischen und 

sozialen Problemen oder ein Altersheim für behinderte Personen kann eine Anstalt im 

Sinne von Art. 23 Abs. 1 ZGB darstellen (BGE 127 V 237, E. 2b; BaslerKomm ZGB I/

Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19i).

Die Wohngemeinschaft T bietet Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung für 

längere oder kürzere Zeit ein Zuhause (…). Sie verfügt über (…) Einzelzimmer. 

Begleitpersonen sind von (…) Uhr und eine Laufwache (…) in der Nacht anwesend. Die 

Wohngemeinschaft T ist also eine Einrichtung, die mehrere Personen zu einem 

Sonderzweck beherbergt. Bei ihr handelt es sich mithin zweifellos um eine Anstalt im 

Sinne von Art. 23 ZGB. Dieser Umstand wird von den Parteien auch nicht bestritten.

6.    Eine betroffene Person, die urteilsfähig und volljährig ist, kann allerdings nach 

Rechtsprechung und Lehre entgegen Art. 23 Abs. 1 ZGB am Ort der Anstalt Wohnsitz 

erwerben, wenn sie sich aus freien Stücken, d.h. freiwillig und selbstbestimmt, zu 

einem Anstaltsaufenthalt unbeschränkter Dauer entschliesst, sie die Anstalt und den 

Aufenthaltsort frei wählt und den Lebensmittelpunkt in die Anstalt verlegt (BGE 137 III 

593, E. 4.1; KGer LU, 21. Januar 2015, 3H 14 117, www.gerichte.lu.ch; OGer SH, CAN 

2015 Nr. 6, 19; BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19h; BaslerKomm 

Erwachsenenschutz/Vogel, Art. 442 ZGB, N 5; Häfeli, Grundriss zum 

Erwachsenenschutzrecht, N 31.02). Dieser Grundsatz gilt, weil damit die Wahl des 

Lebensmittelpunktes selbstbestimmt erfolgte (BGE 127 V 237, E. 2b; CHK/Vogel, Art. 

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442 ZGB, N 4), und kann z.B. sowohl beim freiwilligen Eintritt in ein Pflegeheim als 

auch bei einem solchen in eine therapeutische Institution für Drogenabhängige zur 

Anwendung gelangen, sofern der Aufenthalt längere Zeit dauern wird (BaslerKomm 

ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19h). Die betroffene Person muss also freiwillig in die 

Anstalt gegangen sein und in für Dritte erkennbarer Weise die Absicht bekundet haben, 

am entsprechenden Ort auf Dauer verweilen zu wollen (BGE 135 III 49, E. 6.2; 137 II 

122, E. 3.6; BGer 5C.16/2001, E. 4a). Auch ein von vornherein bloss vorübergehender 

Aufenthalt kann jedoch einen Wohnsitz begründen, wenn er auf eine bestimmte Dauer 

angelegt ist und der Lebensmittelpunkt dorthin verlegt wird. Der Plan, einen Ort später 

zu verlassen, schliesst eine Wohnsitzbegründung nicht aus (BGE 127 V 237, E. 2c). Die 

Absicht dauernden Verweilens muss sodann nur im Moment der Entstehung eines 

Wohnsitzes vorgelegen haben. Ändert sich diese, so bleibt der einmal erworbene 

Wohnsitz bis zur Begründung eines neuen bestehen. Als freiwillig und selbstbestimmt 

gilt der Anstaltseintritt im Übrigen selbst dann, wenn er vom "Zwang der 

Umstände" (etwa Angewiesensein auf Betreuung, finanzielle Gründe) diktiert wird (vgl. 

BGE 137 III 593, E. 4.1; 133 V 309, E. 3.1; 134 V 236, E. 2.1; 127 V 237, E. 2c; 

BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19h; Häfeli, Grundriss zum 

Erwachsenenschutzrecht, N 31.02). Insgesamt ist eine Wohnsitzbegründung 

grosszügig anzunehmen, wenn eine urteilsfähige, volljährige Person selbstbestimmt in 

eine Einrichtung eintritt (OGer SH, CAN 2015 Nr. 6, 19; KGer BL, 11. September 2013, 

810 13 149, www.bl.ch/kantonsgericht; Rosch/Büchler/Jakob, 

Erwachsenenschutzrecht, Art. 442 ZGB, N 6; FamKomm Erwachsenenschutz/Wider, 

Art. 442 ZGB, N 10).

7.    Vorliegend ist die Voraussetzung der Volljährigkeit offensichtlich erfüllt. Für die 

Begründung eines Wohnsitzes ist im Weiteren Urteilsfähigkeit vorausgesetzt. Diese 

zweifelt die Beschwerdeführerin X insofern an, als sie geltend macht, C gehe jegliche 

Fähigkeit zur Selbstbestimmung bezüglich der Wahl ihrer Wohnsituation ab (…), weil 

sie aus psychischen Gründen auf Beistand und Betreuung nicht nur betreffend die 

Finanzen, sondern auch für das Lesen und Verarbeiten jedes alltäglich anfallenden 

Papiers und für trivialste Fragen der Alltagsgestaltung angewiesen sei.

Dieser Auffassung widersprechen sowohl C selbst als auch die KESB Z (…). Die VRK 

war sogar noch davon ausgegangen, die Urteilsfähigkeit von C sei unbestritten 

geblieben (…).

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8.    Urteilsfähigkeit bedeutet, fähig zu sein, vernunftgemäss zu handeln (Art. 16 ZGB), 

d.h. eine konkrete Lage richtig zu beurteilen, sich einen Willen zu bilden und danach zu 

handeln (BaslerKomm ZGB I/Bigler-Eggenberger/Fankhauser, Art. 16 ZGB, N 7 ff.). Die 

Urteilsfähigkeit darf nicht leichthin verneint werden (BaslerKomm ZGB I/Bigler-

Eggenberger/Fankhauser, Art. 16 ZGB, N 2). Sie ist immer in Bezug auf die konkrete 

Situation im Zeitpunkt der Vornahme einer Handlung einzuschätzen (BaslerKomm 

ZGB I/Bigler-Eggenberger/Fankhauser, Art. 16 ZGB, N 34).

Betreffend die Wohnsitzfrage werden sodann an die Urteilsfähigkeit keine strengen 

Anforderungen gestellt (BGE 137 III 593, E. 4.2; 127 V 237, E. 2c; KGer LU, 21. Januar 

2015, 3H 14 117, www.gerichte.lu.ch; Rosch/Büchler/Jakob, Erwachsenenschutzrecht, 

Art. 442 ZGB, N 6).

Gemäss ihrer Psychotherapeutin benötigt C Unterstützung in rechtlichen, schriftlichen 

und finanziellen Angelegenheiten (…). Damit sie auch künftig destruktive 

Verhaltensweisen in eine gesunde Selbstbehauptung verwandeln könne, brauche sie 

eine betreute Wohn- und Arbeitssituation, medikamentöse Behandlung, 

psychotherapeutische Begleitung und eine Beistandschaft im Bereich Finanzen sowie 

weiterer administrativer Tätigkeiten. Die Bezugsperson im betreuten Wohnen müsse 

Unterstützung bieten in Alltagsthemen wie Ämtli übernehmen, Kräfte einteilen, 

Ruhezeiten planen, Umgang in der Gruppe etc. Auch mit Blick auf einen Austritt (evtl. in 

ein/zwei Jahren) in ein begleitetes Wohnen in der eigenen Wohnung sei eine 

Beistandschaft ein erster Schritt für den übenden Umgang mit externen, 

unterstützenden Amtspersonen.

Nach ihrer eigenen Schilderung (…) fühlt sich C wegen psychischer Probleme nicht 

belastbar und instabil. Sie könne deswegen ihre finanziellen Probleme nicht meistern.

C wurde nie umfassend verbeiständet. Sie bedarf zwar der Unterstützung bei 

administrativen Tätigkeiten und der Anleitung in der Alltagsbewältigung. Anzeichen, 

dass sie nicht in der Lage wäre, vernunftgemäss zu entscheiden, wo und wie sie 

wohnen möchte, und nach dieser Einsicht zu handeln, sind aus den Akten nicht 

ersichtlich. C scheint zu einer freien Willensbildung durchaus fähig. Ihr gesundheitlicher 

Zustand steht dem augenscheinlich nicht entgegen. Sie kann sich demnach ein Bild 

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über ihre Situation machen, ihre Wohnbedürfnisse schildern und danach handeln. Nur 

weil eine Person Mühe hat, ihren Alltag zu strukturieren, eigene Grenzen zu erkennen 

und Administratives zu bewältigen, schränkt das ihre - gesetzlich vermutete - 

Urteilsfähigkeit nicht ein, zumal bei der Wohnsitzfrage, wie erwähnt, diesbezüglich nur 

geringe Anforderungen gelten. Den Akten lassen sich auch keinerlei Hinweise 

entnehmen, dass dies im Zeitpunkt des Eintritts in die Wohngemeinschaft T anders 

gewesen wäre (…). Das SJD traut C sogar zu, das vorliegende Gerichtsverfahren selbst 

bzw. in Zusammenarbeit mit einer Beiständin zu führen, ohne anwaltliche 

Unterstützung (…).

Insgesamt ist C fähig, einen selbständigen Wohnsitz zu begründen und ihre 

Urteilsfähigkeit ist diesbezüglich gegeben.

9.    In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob C freiwillig in die Wohngemeinschaft T 

eingetreten ist.

Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Wohngemeinschaft T befinde sich auf dem 

Areal (…). C habe diese wegen des betreuerischen, infrastrukturellen und pflegerischen 

Angebots sowie der räumlichen Nähe zur (…) gewählt (…). Ihr Aufenthalt dort gelte als 

unfreiwillig, da er zwingend erforderlich und keine freie Wohnsitznahme ausserhalb 

einer betreuten Einrichtung möglich sei. Die Annahme, dass sich C nicht gegen eine 

Unterbringung im Haus T gewehrt habe, heisse nicht, dass sie freiwillig eingetreten sei 

(…). Vielmehr sei sie vom Sozialarbeiter untergebracht worden (…).

C entgegnet, sie sei selbstbestimmt und freiwillig in die Institution eingetreten (…). Sie 

habe sich völlig autonom und ohne Zwang in einem Standortgespräch für den 

Wohnheimaufenthalt im Haus T entschieden. Die Entscheidfindung über den Eintritt 

erfolge jeweils gemeinsam mit den potentiellen Bewohnerinnen. Sie, C, habe am 

Aufnahmeverfahren aktiv mitgewirkt, was zeige, dass ihre Fähigkeit zur 

Selbstbestimmung bezüglich der Wohnsitzwahl völlig intakt sei.

10.  Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Am 18. März (…) teilte ein Mitarbeiter der 

Kantonalen Psychiatrischen Dienste (…) mit, sie hätten sich auf die Suche nach einem 

betreuten Wohnen in (…) gemacht, da die Zuständigkeit von X angenommen und mit T 

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eine geeignete Einrichtung gefunden worden sei, welche einen zeitnahen Übertritt 

ermöglicht habe (…). C hat in der Folge ab dem 9. November (…) eine 

Schnupperwoche absolviert und bereits am 11. November (…) mitgeteilt, sie könne 

sich gut vorstellen, hier zu wohnen (…). Am 14. November (…) gab auch das T an, ein 

Eintritt von C wäre erwünscht. Im anschliessenden gemeinsamen 

Auswertungsgespräch wurde dann über den Eintritt entschieden. Aus der Checkliste 

des T ergibt sich entsprechend, dass nach dem Probewohnen jeweils in einem 

gemeinsamen Gespräch mit der potentiellen Bewohnerin über den Eintritt oder den 

Nicht-Eintritt befunden wird (…).

11.  Aus diesem Ablauf ergibt sich klar, dass C aus freien Stücken ins T eingetreten ist, 

und zwar nach einer angemessenen Überlegungsfrist (Probewohnen). Die 

Beschwerdeführerin macht dabei zu Recht nicht geltend, dass das Haus T die einzig 

mögliche Unterbringungsvariante für C gewesen wäre und sie kein anderes, geeignetes 

Wohnheim hätte finden können. Eine solche fehlende freie Anstaltswahl wäre nämlich 

einer Unterbringung gleich gekommen (BGE 137 III 593, E. 4.4).

Eine Unterbringung, wie sie die Beschwerdeführerin geltend macht, wäre, als 

fremdbestimmte Einweisung durch Dritte, seien das Behörden oder Private, lediglich 

dann anzunehmen gewesen, wenn der Aufenthalt im Haus T nicht aus eigenem Willen 

von C erfolgt wäre (BGE 137 III 593, E. 4.1; BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, 

N 19h; Rosch/Büchler/Jakob, Erwachsenenschutzrecht, Art. 442 ZGB, N 6). Das ist 

vorliegend offensichtlich nicht der Fall. C wurde zu einem Eintritt ins Haus T nicht 

gezwungen. Wie schon die Vorinstanz zu Recht festhielt, widerspräche ein solches 

Vorgehen auch dem Konzept der (…), wonach die Bewohner selber entscheiden, ob sie 

eintreten wollen und wie lange sie bleiben möchten (…). Der Sozialarbeiter hat C nicht 

eingewiesen, sondern war als Fachperson bei der Suche nach einer geeigneten 

Wohnform lediglich unterstützend tätig. Der Eintritt ins Haus T entsprang deren 

eigenem Willensentschluss. Das Angewiesensein auf eine Betreuung vermag im 

Übrigen nicht den Zwang Dritter zu ersetzen, der für eine Unterbringung erforderlich 

wäre (Pra 2001 Nr. 131, E. 4b; BernerKomm/Bucher, Art. 26 ZGB, N 14). Vielmehr 

fliesst sie aus dem "Zwang der Umstände".

Insgesamt ergibt sich, dass C freiwillig und selbstbestimmt in das Haus T eingetreten 

ist.

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12.  Schliesslich bleibt zu prüfen, ob der Lebensmittelpunkt von C in X liegt und sie in 

für Dritte erkennbarer Weise ihre Absicht, hier dauerhaft zu verweilen, kundgetan hat.

C hält sich seit mehr als zwei Jahre im Haus T auf. Nach ihren eigenen Angaben hat sie 

die Absicht, hier dauerhaft zu verbleiben, und sie sieht ihren Lebensmittelpunkt in X 

(…). Auch nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist die Wohngemeinschaft T der 

Mittelpunkt der Lebensbeziehungen von C (…). Die VRK sieht das Haus T ebenfalls als 

deren Lebensmittelpunkt und hat ihre Absicht, auf Dauer hier zu bleiben, 

wahrgenommen (…). Dabei steht die Möglichkeit, dass C das Haus T dereinst wieder 

verlässt, einer Wohnsitzbegründung nicht entgegen (BGE 127 V 237, E. 2c).

Ohnehin liegt es nach der Rechtsprechung auf der Hand, dass eine 

betreuungsbedürftige Person, sei sie nun wegen einer Verbeiständung oder wegen 

ihres Alters in ihren sozialen Möglichkeiten eingeschränkt, die meisten 

Lebensbeziehungen in der von ihr gewählten Anstalt hat (Pra 2001 Nr. 131, E. 4b).

C ist auf unbestimmte Zeit in der Wohngemeinschaft T zu Hause. Weder sie noch die 

Beschwerdeführerin machten geltend, sie habe zu anderen Orten intensivere 

Beziehungen. Der Lebensmittelpunkt von C liegt mithin in X; hier unterhält sie 

offensichtlich ihre engsten gesellschaftlichen und beruflichen Beziehungen. Zudem hat 

sie erkennbar die Absicht, dauerhaft zu verweilen. Ihr zivilrechtlicher Wohnsitz liegt 

folglich in X.

13.  Dabei ist es ohne Belang, dass Y weiterhin der Unterstützungswohnsitz von C ist. 

Die zuständige Sozialhilfebehörde und der zivilrechtliche Wohnsitz sind nämlich 

voneinander abzugrenzen (Rosch/Büchler/Jakob, Erwachsenenschutzrecht, Art. 442 

ZGB, N 6a), da Erwachsene einen öffentlich-rechtlichen Unterstützungswohnsitz nie 

durch einen freiwilligen Anstaltsaufenthalt begründen können (BaslerKomm ZGB I/

Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19h; BaslerKomm Erwachsenenschutz/Vogel, Art. 442 ZGB, 

N 5; FamKomm Erwachsenenschutz/Wider, Art. 442 ZGB, N 12).

Ebensowenig ausschlaggebend für den zivilrechtlichen Wohnsitz ist, wo sich eine 

Person einwohneramtlich angemeldet und ihre Schriften hinterlegt hat (Pra 2011 Nr. 14, 

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E. 4.5; BGE 133 V 309, E. 3.3; 127 V 237, E. 2c; OGer SH, CAN 2015 Nr. 6, 19; 

BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 23).

14.  Dem Argument der Beschwerdeführerin, Zweck von Art. 23 Abs. 1 ZGB sei die 

Entlastung der Gemeinden, auf deren Gebiet sich die Anstalt befindet (act. 1, S. 6, mit 

Verweis auf BaslerKomm ZGB I/Staehelin, Art. 23 ZGB, N 19a), und sinngemäss sei 

daher eine Wohnsitznahme nicht leichthin anzunehmen, ist erstens entgegen zu halten, 

dass das Wohl der betroffenen Privatperson höher zu gewichten ist als das fiskalische 

Interesse einer Gemeinde. Zweitens wird der erwähnte Zweck vornehmlich dadurch 

erreicht, dass der Unterstützungs- und der zivilrechtliche Wohnsitz auseinander fallen 

können, womit verhindert wird, dass Kantone oder Gemeinden mit 

Spezialeinrichtungen finanziell übermässig belastet werden (BaslerKomm 

Erwachsenenschutz/Vogel, Art. 442 ZGB, N 5).

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		2025-07-19T08:23:02+0200
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