# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e84fb62-3ead-5944-81e9-8b8b04c5bbd7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 A-1602/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1602-2006_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1602/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ in Liquidation,
vertreten durch Y._______ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (3. Quartal 2001); Vorsteuerabzug; 
Lizenzrechtsvertrag.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1602/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG in Liquidation wurde am 20. Juni 1991 (Handelsre-
gistereintrag:  21.  Juni  1991)  unter  dem  Namen  Z._______ AG 
gegründet  und bezweckte die Ausübung von treuhänderischer Tätig-
keit jeglicher Art. Die Namensänderung in X._______ AG erfolgte am 
14. Mai 1996. Der Geschäftszweck bestand neu in der Führung eines 
Druck- und Kopierbetriebs bzw. seit dem 23. Juni 1999 in der Herstel-
lung von Druckerzeugnissen aller Art. Am 22. Oktober 2002 wurde der 
Konkurs über sie eröffnet,  welcher mit  Verfügung vom 29. November 
2002 mangels Aktiven wieder eingestellt wurde. Sie besteht nur noch 
zum  Zweck  der  Liquidation.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung 
(ESTV) führte sie gestützt auf ihre Angaben vom 1. Juni 2000 bis zum 
22. Oktober 2002 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen.

B.
In der Abrechnung für das 3. Quartal 2001 machte die X._______ AG 
in Liquidation (nachfolgend auch Steuerpflichtige) Vorsteuern von ins-
gesamt Fr. 766'215.67 geltend und reichte eine von der A._______ AG 
in Liquidation (Konkurs am 2. Februar 2005; Einstellung mangels Akti-
ven am 19. April 2005) an sie ausgestellte Rechnung vom 29. Septem-
ber 2001 über Fr. 10'760'000.-- ein. Auf Nachfrage hin übermittelte sie 
der  ESTV  zudem  einen  mit  der  A._______  AG  in  Liquidation  am 
28. September  2001  abgeschlossenen  Lizenzrechtsvertrag sowie  die 
Bilanz und Erfolgsrechnung 2002. Gestützt auf diese Unterlagen kam 
die ESTV zum Schluss, dass der Vorsteuerabzug im Zusammenhang 
mit dem Lizenzrechtsvertrag zu Unrecht erfolgt sei, und verlangte von 
der Steuerpflichtigen mit der Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 
5. April  2002 einen Betrag von Fr. 760'000.--,  zuzüglich Verzugszins, 
zurück. Am 10. April 2002 verlangte die Steuerpflichtige einen anfecht-
baren Entscheid.

C.
Am 12. September 2002 liess die X._______ AG in Liquidation bei der 
Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) eine Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde  gegen  die  ESTV  einreichen,  da  diese  den  anbe-
gehrten  Entscheid  bis  zu  diesem Zeitpunkt  nicht  erlassen habe. Mit 
Entscheid vom 9. Oktober 2002 wies die SRK die Beschwerde ab. Am 
9. Dezember 2002 erliess die ESTV den verlangten Entscheid und be-
stätigte  die  Aufrechnung des Vorsteuerabzugs  von Fr. 760'000.--  für 

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das 3. Quartal 2001. Zur Begründung trug sie im Wesentlichen vor, das 
von der Steuerpflichtigen eingereichte Schreiben vom 29. September 
2001  stelle  lediglich  eine  Bestätigung  des  Rahmenbetrags  dar,  sei 
mithin jedoch keine Rechnung im mehrwertsteuerlichen Sinn. Mit Ein-
gabe vom 3. Januar 2003 liess die Steuerpflichtige Einsprache erhe-
ben und die Aufhebung des Entscheids beantragen. 

D.
Am 10. März 2004 liess die Steuerpflichtige erneut bei der SRK eine 
Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen die ESTV einreichen, da diese 
den Einspracheentscheid  noch nicht  gefällt  habe. Die  SRK wies  die 
Beschwerde  mit  Entscheid  vom 4.  Mai  2004  ab. Am  10.  November 
2004 führte die ESTV eine punktuelle Steuerkontrolle durch, welche in 
den Räumlichkeiten der Rechtsvertreterin  der Steuerpflichtigen statt-
fand. Am 27. März 2006 liess Letztere wiederum bei der SRK Rechts-
verzögerungsbeschwerde erheben.

E.
Mit  Einspracheentscheid vom 28. April  2006 wies die ESTV die Ein-
sprache ab und hielt fest, die EA Nr. ... über Fr. 760'000.--, zuzüglich 
Verzugszins, sei zu Recht erstellt worden; die Steuerpflichtige schulde 
und  habe  ihr  daher  für  das  3.  Quartal  2001  (Zeit  vom  1.  Juli  bis 
30. September 2001) noch Fr. 3'093.05 Mehrwertsteuer, zuzüglich Ver-
zugszins, zu bezahlen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen da-
für, die Steuerpflichtige habe die Leistung, für  deren Bezug der Vor-
steuerabzug geltend gemacht wird, gar nie erhalten. Es müsse davon 
ausgegangen werden, dass der Lizenzrechtsvertrag gar nie zum Tra-
gen gekommen sei. Ebenso wenig erfülle die angebliche "Rechnung" 
die Anforderungen an eine Rechnung im mehrwertsteuerlichen Sinn. 
Es könne nicht festgestellt werden, was für eine Leistung erbracht wor-
den sei  bzw. hätte  erbracht  werden sollen. Hinsichtlich  des  Entgelts 
fehle es im Weiteren am Wahrheitsgehalt. Schliesslich sei die weitere 
Voraussetzung  für  einen  Vorsteuerabzug,  die  Verwendung  für  eine 
steuerbare Tätigkeit, nicht nachgewiesen. 

F.
Mit  Verfügung  vom  15.  Mai  2006  schrieb  die  SRK  die  Rechtsver-
zögerungsbeschwerde  der  Steuerpflichtigen  vom  27.  März  2006  in-
folge Gegenstandslosigkeit ab. Am 31. Mai bzw. 12. Juni 2006 lässt die 
X._______ AG in Liquidation (Beschwerdeführerin)  bei  der  SRK Be-
schwerde erheben und die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 

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28. April  2006 beantragen. Es sei  festzustellen,  dass der  in  der  Ab-
rechnung für das 3. Quartal 2001 ausgewiesene Vorsteuerüberschuss 
von  Fr.  756'906.95  zu  Gunsten  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht 
bestehe. Zudem sei ihr in verfahrensrechtlicher Hinsicht zur Ergänzung 
der  Beschwerdeschrift  eine  Nachfrist  bis  zum  30.  September  2006 
einzuräumen. Zur  Begründung der  materiellen  Anträge bringt  sie  im 
Wesentlichen vor, der Anspruch auf Abzug der Vorsteuer entstehe am 
Ende der Abrechnungsperiode, in welcher die steuerpflichtige Person 
die Rechnung erhalten habe. Die Rechnung datiere vom 29. Septem-
ber 2001. Der Anspruch sei daher am Ende des 3. Quartals 2001 ent-
standen. Es treffe nicht zu, dass der Lizenzrechtsvertrag nicht umge-
setzt worden sei; dies ergebe sich schon aus dem Vorvertrag, der per 
16. April 2001 vereinbart worden sei. 

G.
Auf  Antrag  der  Beschwerdeführerin  hin  bestätigt  die  SRK  mit  Zwi-
schenentscheid  vom  4.  August  2006  den  einverlangten  Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 5'000.--. Die dagegen erhobene Beschwerde 
weist  das  Bundesgericht  am 1. September  2006 ab. Am 29. Januar 
2007 teilt das Bundesverwaltungsgericht den Verfahrensbeteiligten mit, 
es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeitshalber übernommen.

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2007 beantragt die ESTV die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde. Am 26. Juni 2007 wird der Be-
schwerdeführerin auf Ersuchen hin [...]  die Möglichkeit  zur  Aktenein-
sicht  gewährt.  Mit  Schreiben  vom  28.  Juni  2007  beantragt  die  Be-
schwerdeführerin die Aufdeckung sämtlicher Stellen im Kontrollbericht 
mit dem Vermerk "betrifft interne Notiz". Am 25. September 2007 weist 
das Bundesverwaltungsgericht das Gesuch ab. Auf die dagegen erho-
bene Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil vom 5. Dezember 
2007 nicht ein.

Auf  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  an  die  SRK bzw. das 
Bundesverwaltungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf  dem Gebiet  der  Mehrwertsteuer  nach Art. 44 ff. des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [aMWSTG,  AS  2000 
1300],  in der Fassung vom 1. Januar 2001,  aufgehoben per 31. De-
zember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es 
zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängigen Rechtsmittel. Die 
Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Ver-
waltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Das Verfahren richtet sich 
nach dem VwVG, soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt (Art. 37 
VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Behandlung  der  Be-
schwerde sachlich wie funktionell zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d 
VGG).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; ANDRÉ MO-
SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73 ff.  Rz. 2.149 ff.,  ULRICH HÄFE-
LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1758 ff.). 

1.3 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist  dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststel-
lungsverfügung subsidiär  gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen 
(BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990,  Nr. 36,  S. 109 f.). Soweit  die  Beschwerdeführerin  ihre  Anträge 
formell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutzwür-
diges Interesse an deren Behandlung, weil bereits das negative Leis-

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tungsbegehren, der Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Nachfor-
derung (durch Aufhebung des Einspracheentscheids), gestellt worden 
ist. Damit kann anhand eines konkreten Falls entschieden werden, ob 
die fragliche Vorsteuerabzugsberechtigung besteht, was das Feststel-
lungsinteresse  hinfällig  werden  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BVGE 2007/24 E. 1.3; Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1505/2006  vom  25. September 
2008 E. 1.2). Mit dieser Einschränkung ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.4 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-
lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Da es im vorliegenden Fall um 
das  3.  Quartal  2001  geht,  ist  in  materieller  Hinsicht  deshalb  das 
aMWSTG anwendbar. 

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne  von Art.  113  Abs. 3  MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige  Verfahren  anzuwenden  sind,  und  es  dabei  nicht  zu  einer 
Anwendung von neuem materiellen  Recht  auf  altrechtliche Sachver-
halte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3).

Kein  Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden 
Entscheid etwa die nachfolgend abgehandelten Themen wie die Buch-
führungs-  und  Aufbewahrungspflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip, 
die Ausbezahlung eines (Vorsteuer-)Überschusses oder  gar der  Ver-
zugszins etc. dar, so dass vorliegend diesbezüglich noch altes Recht 
anwendbar  ist.  Keine  Anwendung  finden  deshalb  beispielsweise 
Art. 70, 71, 77, 87 oder 88 MWSTG, obwohl sie unter dem Titel "Ver-
fahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" stehen.

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2.

2.1

2.1.1 Nach Art. 53 VwVG gestattet  die  Beschwerdeinstanz  dem Be-
schwerdeführer,  der  in  seiner  sonst  ordnungsgemäss  eingereichten 
Beschwerde darum nachsucht, die Begründung innert einer angemes-
senen Nachfrist  zu ergänzen,  sofern es der aussergewöhnliche Um-
fang oder die besondere Schwierigkeit einer Beschwerdesache erfor-
dert. Die Gewährung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung ist in-
des auf Ausnahmefälle zu beschränken; dies jedenfalls dann, wenn die 
beschwerdeführende Partei  oder  ihre Rechtsvertreterin  bereits  zuvor 
im Rahmen eines verwaltungsinternen Einsprache- oder Beschwerde-
verfahrens Gelegenheit hatte, ihren Standpunkt einlässlich darzulegen 
und im hängigen Rechtsmittelverfahren darauf aufbauen konnte (MOS-
ER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 104 f. Rz. 2.241 f.).  

2.1.2 Was  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Gesuchs 
vorbringt, vermag die Einräumung einer Nachfrist für eine ergänzende 
Beschwerdeschrift  entgegen  ihrer  Auffassung  nicht  zu  rechtfertigen. 
Zwar stellt die ESTV nicht in Abrede, betreffend die Beschwerdeführe-
rin und vier weitere Steuerpflichtige, die alle von demselben Treuhand-
unternehmen vertreten werden, vom 28. April  bis 9. Mai 2006 insge-
samt zwei Entscheide und acht Einspracheentscheide erlassen zu ha-
ben. Allerdings wurden zwei Einspracheentscheide offensichtlich nicht 
weitergezogen. Die übrigen sechs sind, selbst wenn es sich um Ent-
scheide von 35 bis 41 Seiten handelt, praktisch gleich aufgebaut und 
enthalten inhaltlich zum überwiegenden Teil vergleichbare bzw. sogar 
identische Ausführungen. Die spezifischen, jeweils auf den konkreten 
Fall zutreffenden und deshalb nicht allgemeingültigen Erwägungen be-
schränken sich  auf  einige wenige Seiten. Im Weitern  sind  auch hin-
sichtlich  der  individuellen  Erwägungen  wieder  augenfällige  Überein-
stimmungen  festzustellen:  Mit  Ausnahme eines  einzigen  Verfahrens, 
bei dem es um die Problematik der seitens der ESTV vorgenommenen 
Umstellung der Abrechnungsart geht, sind bei den übrigen Verfahren 
ausschliesslich Vorsteueransprüche zu prüfen. In drei Fällen sind Lie-
ferverträge, bei welchen gleichzeitig oder im Nachhinein Abzahlungs-
vereinbarungen getroffen worden sind, zu beurteilen. Den übrigen zwei 
Verfahren, worunter auch das vorliegende fällt, liegen Lizenzrechtsver-
träge zu Grunde. Die Lizenzrechte unterscheiden sich zwar inhaltlich, 
die Art und Weise der Vertragsabwicklung ist jedoch ähnlich ausgestal-
tet worden. Dementsprechend hat sich die ESTV in den jeweils ähnlich 
gelagerten Fällen auf die gleichen rechtlichen Grundlagen abgestützt 

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und die  selben Argumente angeführt. Hinzuzufügen ist,  dass  in  vier 
Verfahren die  gleiche Unternehmung als  Leistungserbringerin  aufge-
treten ist. Was die beiden (Erst-)Entscheide betrifft, so ist aus den Ak-
ten nicht ersichtlich, ob die betroffenen Personen bzw. Unternehmen 
überhaupt Einsprache erhoben haben. Unklar ist auch, inwieweit sich 
in diesen Verfahren andere Rechtsfragen gestellt  haben könnten. Die 
Beschwerdeführerin macht jedenfalls weder das eine noch das andere 
geltend oder erbringt dafür einen Nachweis. Dies wäre indes ein Leich-
tes für sie gewesen (durch Vorlage der Entscheide bzw. der Einspra-
chen). Unter den gegebenen Umständen kann nicht von einem ausser-
gewöhnlichen Umfang im Sinne von Art. 53  VwVG gesprochen  wer-
den,  zumal  die  Rechtsvertreterin  schon  mehrere  Jahre  bestens  mit 
den Fällen vertraut ist und sich nicht erst in die Verfahren einarbeiten 
musste (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.160/2004 vom 9. Juni 
2005 E. 3). Daran vermag auch der Umstand, dass die ESTV zwischen 
den Entscheiden und den Einspracheentscheiden teilweise umfassen-
de Sachverhaltsabklärungen getroffen hat,  nichts zu ändern. Sie hat 
aus  den  Ergebnissen  in  allen  Fällen  die  selben  Schlüsse  gezogen. 
Schliesslich ist auch das Vorliegen einer besonderen Schwierigkeit zu 
verneinen. Dass die SRK in der Abschreibungsverfügung vom 15. Mai 
2006 betreffend die Rechtsverzögerungsbeschwerde der Beschwerde-
führerin vom 27. März 2006 festgehalten hat, es handle sich nicht um 
einen leichten Sachverhalt, reicht jedenfalls nicht dafür aus, dass von 
einer solchen besonderen Schwierigkeit ausgegangen werden müsste. 

Nicht  zu  hören ist  im Übrigen das Vorbringen,  eine  Nachfrist  würde 
zudem den Umständen Rechnung tragen, dass der Unterzeichnende 
als Doktorand der Universität B._______ nur ein reduziertes Arbeits-
pensum wahrnehmen könne  und  angesichts  der  Betriebsgrösse  der 
Rechtsvertreterin eine Delegation nicht möglich sei. Dasselbe gilt  für 
den  Einwand,  weitere  fristgebundene  Arbeiten  sowie  das  herkömm-
liche  Tagesgeschäft  würden  unverändert  Zeit  beanspruchen.  Hiebei 
handelt  es  sich  ausschliesslich  um  organisatorische  Umstände  der 
Rechtsvertreterin,  welche von Vornherein  keinen Grund für  eine Be-
schwerdeergänzung darzustellen vermögen. 

Nach dem Vorgesagten ist  ferner  nicht  ersichtlich,  weshalb  sich  der 
Erlass der zehn Entscheide unter dem Gesichtspunkt des "fair trial" als 
stossend erweisen oder den Grundsatz der Waffengleichheit verletzen 
könnte (vgl. zum Ganzen HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1655 ff.). 
Im Übrigen hat die Rechtsvertreterin selber im vorliegenden sowie in 

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zwei weiteren Fällen gleichzeitig bei der SRK Rechtsverzögerungsbe-
schwerde erhoben mit  dem Antrag, die ESTV sei anzuhalten, umge-
hend Einspracheentscheide zu  fällen. Nach unwidersprochen geblie-
bener Darstellung in der Vernehmlassung wurde in den anderen Ver-
fahren zudem wiederholt die Einreichung einer solchen Beschwerde in 
Aussicht  gestellt.  Dass  die  ESTV  unter  diesen  Umständen  von  der 
zeitlich gestaffelten Eröffnung der Entscheide absah und so allfällige 
Fragen nach der Bevorzugung vermied,  ist  insbesondere auch unter 
dem Gesichtspunkt  der  Gleichbehandlung der  betroffenen Unterneh-
men nicht zu beanstanden. 

2.2 Die  Beschwerdeführerin  führt  in  ihrer  Eingabe  ans  Bundesver-
waltungsgericht vom 30. Mai 2007, mit welcher sie Akteneinsicht in die 
Vernehmlassungsbeilagen  beantragt,  zudem  an,  dass  sie  es  ange-
sichts der durchwegs ungeheuerlichen Vorbringungen der ESTV sehr 
bedaure, dass kein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde. 

Ein zweiter Schriftenwechsel ist grundsätzlich möglich, wenn auch pra-
xisgemäss gewöhnlich die Ausnahme (Entscheid der SRK vom 9. Feb-
ruar  2006,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden 
[VPB] 70.57 E. 1d.aa). Die Beschwerdeinstanz kann die Parteien auf 
jeder  Stufe des  Verfahrens zu  einem weiteren Schriftenwechsel  ein-
laden (Art. 57 Abs. 2 VwVG). Ein weiterer Schriftenwechsel ist nament-
lich  dann  geboten,  wenn  die  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  mit 
Bezug  auf  die  angefochtene  Verfügung  neue,  erhebliche  Vorbringen 
tatsächlicher  oder  rechtlicher  Art  enthält  (vgl.  Urteile  des  Bundes-
gerichts vom 12. November 1998, veröffentlicht in Archiv für Schwei-
zerisches Abgaberecht [ASA] 68 S. 652 E. 1a, vom 27. April 1994, ver-
öffentlicht  in  ASA  66  S. 158  E. 2;  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1647/2006 vom 31. März 2009 E. 1.3, A-1380/2006 + 
A-1381/2006 vom 27. September  2007 E. 3.1;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-
LER, a.a.O., S. 123 ff. Rz. 3.37 ff.). 

Solches macht die Beschwerdeführerin offensichtlich nicht geltend und 
ist denn auch gar nicht ersichtlich. Vielmehr ist die Sache spruchreif, 
ein weiterer Schriftenwechsel drängt sich daher für das Bundesverwal-
tungsgericht, welches das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat, 
nicht auf. (BGE 119 V 347 E. 1a; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). Im Übrigen reichte die Beschwer-
deführerin am 28. Juni 2007 eine schriftliche Eingabe ein, in welcher 
sie sich noch einmal zum hängigen Verfahren geäussert hat und ins-

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besondere Stellung nahm zur seinerzeit durchgeführten Steuerkontrol-
le. Soweit die Ausführungen als entscheidrelevant zu betrachten sind, 
würden  sie  ohnehin  bei  der  Beurteilung  berücksichtigt  werden. Den 
massgeblichen (verfassungsrechtlichen)  Vorgaben wurde damit  ohne 
Weiteres  Rechnung  getragen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts A-5550/2008 vom 21. Oktober 2009 E.1.1.3).

2.3 Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  prozessualer  Hinsicht 
schliesslich  die  Einholung  einer  Amtsauskunft  bei  der  ESTV  sowie 
beim  Konkursamt  ...  . Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung 
kann  das  Beweisverfahren  geschlossen  werden,  wenn  die  noch  im 
Raum  stehenden  Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  be-
treffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweis-
eignung abgeht oder – gerade umgekehrt – die betreffende Tatsache 
aus  den  Akten  bereits  genügend  ersichtlich  ist  (anstelle  vieler: 
BGE 131 I 153 E. 3, BGE 124 I 208 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. auch 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1562/2006  vom  26. Sep-
tember 2008 E. 3.2.5.4, A-1444/2006 + A-1445/2006 vom 22. Juli 2008 
E. 7.1;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., S. 165 Rz. 3.144). Das Bun-
desverwaltungsgericht erachtet den Sachverhalt aufgrund der vorhan-
denen Akten für genügend geklärt. Überdies ist nicht ersichtlich, was 
die Amtsauskünfte zur Klärung des vorliegenden Falls beitragen könn-
ten,  was nicht  ohnehin  schon  aus  den  Akten  hervorgeht.  Auf  deren 
Einholung ist folglich in einer vorweggenommenen (antizipierten) Be-
weiswürdigung zu verzichten. 

3.

3.1

3.1.1 Verwendet  die  steuerpflichtige  Person  Gegenstände  oder 
Dienstleistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in 
ihrer Steuerabrechnung u. a. die ihm von anderen Steuerpflichtigen mit 
den Angaben nach Art. 37 aMWSTG in Rechnung gestellte Steuer für 
Lieferungen und Dienstleistungen abziehen (Art. 38 Abs. 1 Bst. a und 
b sowie Abs. 2 aMWSTG). 

3.1.2 Für einen Vorsteuerabzug ist gemäss Art. 38 Abs. 1 aMWSTG – 
in  Abweichung  zur  Rechtsprechung  des  Gerichtshofs  der  Europä-
ischen Gemeinschaften (EuGH) und etwa des deutschen Rechts (sog. 
"erfolgloser Unternehmer")  –  u. a. erforderlich,  dass die mit  der  Vor-
steuer belasteten Gegenstände und Dienstleistungen ("Input") für  ei-
nen geschäftlich begründeten Zweck gemäss Abs. 2 der Bestimmung 

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verwendet werden, namentlich für steuerbare Lieferungen und Dienst-
leistungen ("Output"; statt vieler: BGE 132 II 353 E. 8.3, 10; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1566/2006 vom 11. August 2008 E. 2.2, 
A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.2, A-1351/2006 vom 29. Oktober 
2007 E. 4.1). Verlangt wird gemäss Rechtsprechung ein "objektiv wirt-
schaftlicher Zusammenhang zwischen steuerbarer Eingangs- und Aus-
gangsleistung"  (BGE  132  II  353  E.  8.2 f.,  10;  Urteile  des  Bundes-
gerichts 2A.650/2005 vom 16. August 2006 E. 3.4, 2A.175/2002 vom 
23. Dezember 2002 E. 5.2 in fine; Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts A-1394/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.1, A-1357/2006 vom 27. Juni 
2007 E. 2.1 mit Hinweisen). Nicht genügend ist nach dem auf das vor-
liegende Verfahren noch anwendbare aMWSTG (vgl. E. 1.5 hievor) ei-
ne lediglich für die Zukunft beabsichtigte Verwendung; das schweize-
rische Recht knüpft an die tatsächliche Verwendung der Eingangsleis-
tung  für  steuerbare  Umsätze  und  nicht  nur  an  die  Unternehmerei-
genschaft  (Urteil  des Bundesgerichts  2A.349/2004 vom 1. Dezember 
2004  E.  4.3.2  mit  Hinweis  auf  DANIEL RIEDO,  Vom Wesen  der  Mehr-
wertsteuer  als  allgemeine  Verbrauchsteuer  und  von  den  entspre-
chenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht,  Bern  1999, 
S. 257 ff.;  Entscheide  der  SRK  vom 14. März  2006,  veröffentlicht  in 
VPB  70.79  E. 3c/aa,  vom  24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in  VPB 
70.41  E. 2c/aa;  in  gleicher  Weise  auch  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1538/2006  vom  28. Mai  2008  E. 2.3,  A-1376/2006 
vom 20. November  2007 E. 5.2,  A-1361/2006 vom 19. Februar  2007 
E. 5.2; anderer Ansicht ein Teil der Lehre: CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O.,  Rz. 1395;  IVO P.  BAUMGARTNER,  mwst.com,  Kommentar  zum 
Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 44, 46 ff. zu 
Art. 38,  mit  Verweisen  auf  die  europäische  Rechtsprechung;  siehe 
auch ANNIE ROCHAT PAUCHARD, Création d'une nouvelle entreprise et dé-
but  d'assujettissement  à  la  TVA,  in:  Der  Schweizer  Treuhänder  [ST] 
2005 S. 927). 

3.1.3 Werden  bezogene  Leistungen  nicht  für  einen  geschäftlich  be-
gründeten  Zweck  bzw. nicht  für  einen  steuerbaren  Ausgangsumsatz 
verwendet,  liegt  Endverbrauch  beim  Steuerpflichtigen  vor,  welcher 
nicht  zum Vorsteuerabzug berechtigt  (BGE 132 II  353 E. 10; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.4, 
A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 2.3; RIEDO, a.a.O., S. 254 f., 260, 
283). Endverbrauch ist  nicht zwingend privat. Auch juristische Perso-
nen als Steuerpflichtige können (wie natürliche Personen) ein Neben-
einander  von  unternehmerischer  und  nichtunternehmerischer  Betäti-

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gung aufweisen und im Umfang,  in  dem sie  die  Eingangsleistungen 
nicht  für  steuerbare  Zwecke  verwenden,  findet  Endverbrauch  statt 
(sog.  "Endverbrauch  in  der  Unternehmensspähre";  BGE  132  II  353 
E. 8.2; BGE 123 II 295 E. 7a; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1575/2006 vom 5. Oktober 2009 E. 2.2.1, A-1595/2006 vom 2. April 
2009 E. 2.6.2, A-1479/2006 vom 10. September 2008 E. 2.2.3). 

3.2 Übersteigen die abziehbaren Vorsteuern die geschuldete Steuer, 
so  wird  der  Überschuss  nach  Art.  48  Abs. 1  aMWSTG  der  steuer-
pflichtigen Person ausbezahlt. Die Rechtsprechung hat bestätigt, dass 
Vorsteuerüberhänge zulässig sind (BGE 132 II 353 E. 8.4, Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_632/2007  vom  7.  April  2008  E.  3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1575/2006  vom  5.  Oktober  2009 
E. 2.2.2, A-12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.6.1). Ferner hat sich das 
Bundesgericht  mit  der  Frage  auseinandergesetzt,  ob  der  Vorsteuer-
abzug  verweigert  werden  darf  bei  einem  offensichtlichen  Missver-
hältnis zwischen der Höhe der Vorsteuern und der Höhe der steuer-
baren Umsätze. Es hat jedoch festgestellt, dass (unter dem Vorbehalt 
der  Steuerumgehung)  auch  bei  quantitativem  Ungleichgewicht  zwi-
schen  Vorsteuern  und  Steuern  eine  Verweigerung  des  Vorsteuer-
abzugs  nicht  gerechtfertigt  ist,  wenn  die  bezogenen  Leistungen 
effektiv  im  Sinne  von Art.  38  Abs. 1  und  2  aMWSTG für  einen  ge-
schäftlich begründeten Zweck verwendet werden. Es hat deshalb eine 
qualitative Prüfung der Frage zu erfolgen, wozu die bezogenen Leis-
tungen verwendet worden sind. Die alleinige Tatsache, dass die Vor-
steuern höher sind als die Steuern, lässt noch nicht den Schluss zu, 
dass  die  Leistungsbezüge  nicht  steuerbaren  Zwecken  dienten 
(BGE 132 II 353 E. 10).

3.3 Die Beweiswürdigung endet  mit  dem richterlichen Entscheid  da-
rüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als  erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 
E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, so fragt sich, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-

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weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast 
trägt (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1479/2006 
vom 10. September 2008 E. 1.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, 
je  mit  weiteren  Hinweisen  GYGI,  a.a.O.,  S.  279  f.;  ZWEIFEL,  a.a.O., 
S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, wel-
che die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuerforderung 
erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden und -erhöhenden Tat-
sachen.  Demgegenüber  ist  der  Steuerpflichtige  für  die  steueraufhe-
benden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für sol-
che Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung be-
wirken (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröf-
fentlicht  in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile  des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1418/2006  vom  14.  Mai  2008  E. 5.1,  A-1373/2006  vom 
16. November 2007 E. 2.1, je mit zahlreichen Hinweisen). 

4.
Im vorliegenden Fall liegt die Vorsteuerabzugsberechtigung im Zusam-
menhang mit  einem zwischen der  A._______ AG in Liquidation  und 
der  Beschwerdeführerin  abgeschlossenen  Lizenzrechtsvertrag  im 
Streit. Die ESTV ist  zum Schluss gekommen, das im Vertrag enthal-
tene Geschäftsmodell sei gar nie zum Tragen gekommen. Sowohl die 
Rechte als auch die Pflichten seien sistiert worden. Zudem habe sich 
zuvor das Geschäft – laut den Akten – nicht wie geplant entwickelt und 
die Beschwerdeführerin habe keinerlei Nachweise für die tatsächliche 
Geschäftstätigkeit aus dem geltend gemachten Lizenzrechtsvertrag er-
bracht. Es stehe fest, dass sie die Leistung, für deren Bezug sie den 
Vorsteuerabzug  geltend  machen  wolle,  gar  nie  erhalten  habe. 
Schliesslich seien auch die weiteren Voraussetzungen für den Vorsteu-
erabzug,  die  Verwendung  der  bezogenen  Leistung  für  steuerbare 
Zwecke  und  das  Vorhandensein  einer  rechtsgenüglichen  Rechnung, 
nicht erfüllt. 

4.1 Der  fragliche  Lizenzrechtsvertrag  betreffend  "..."  datiert  vom 
28. September 2001 und umfasst sowohl Lizenz- als auch Nutzungs- 
und  Bezugsrechte.  Gegenstand  des  Vertrags  ist  gemäss  Ziff.  2  ein 
Lösungskonzept, welches die Implementierung von Leistungen im Zu-
sammenhang mit Internet, Homepage (Design und Gestaltung), Con-
tentmanagement,  E-Commerce,  Print-on-Demand-System,  Marketing 
für  die  Vertriebsförderung,  Schulung  der  Mitarbeiter  sowie  Konditio-
nengestaltung beinhaltet. Zentral im Vordergrund soll das Lizenzrecht 
stehen,  welches  der  Beschwerdeführerin  das  generelle  Recht  ein-

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räumt, das Lösungskonzept der A._______ AG in Liquidation zu nut-
zen  (Ziff.  2.1  des  Vertrags).  Unter  dem  Nutzungsrecht  ist  gemäss 
Vertrag das Recht  der Beschwerdeführerin  zu verstehen,  Beratungs-
leistungen der A._______ AG in Liquidation zu beziehen, für die Kun-
denakquisition einzusetzen und zu verwerten (Ziff. 2.2 des Vertrags). 
Das Bezugsrecht soll  der Beschwerdeführerin das Recht zum Bezug 
sämtlicher Dienstleistungsprodukte einräumen, welche im Zusammen-
hang mit dem Lösungskonzept stehen. Die A._______ AG in Liquida-
tion hat dieses ständig weiterzuentwickeln und für eine fortwährende 
Verbesserung  der  angebotenen  Dienstleistungsprodukte  zu  sorgen 
(Ziff. 2.3 des Vertrags). Die vorgesehene Vertragsdauer beträgt 15 Jah-
re; als Datum des Inkrafttretens wurde der 1. Oktober 2001 vereinbart 
(Ziff.  4  des  Vertrags).  Gemäss  Ziff.  5  belaufen  sich  die  Kosten  des 
Vertragsrahmens  auf  pauschal  Fr.  10'000'000.--  exkl.  MWST.  Dem 
Vertrag kann allerdings entnommen werden, dass die Beschwerdefüh-
rerin während einer Übergangsphase von 12 Monaten keine Zahlung 
schuldete. Die erste Zahlung wurde ausdrücklich per 1. Oktober 2002 
vereinbart und hernach jeweils auf jeden ersten eines Monats. Die mo-
natlichen Basiszahlungen variieren von Fr. 10'000.-- im ersten Jahr bis 
zu Fr. 30'000.-- ab 1. Oktober 2006 (Ziff. 5.1.1 des Vertrags). Für den 
Fall, dass diese fix vereinbarten Zahlungen weniger als 40% der Ein-
nahmen ausmachen, war bis zur vollständigen Amortisation des Kos-
tenrahmens  auch  ein  allfälliger  Differenzbetrag  geschuldet.  Danach 
sollte  die  Beschwerdeführerin  jeweils  20% der  Einnahmen  abliefern 
(Ziff. 5.1.2 und 5.1.3 des Vertrags). 

4.2 Am 30. Mai/1. Juni  2002 schlossen die  Beschwerdeführerin  und 
die A._______ AG in Liquidation im Zusammenhang mit dem Lizenz-
rechtsvertrag  eine  Sistierungsvereinbarung  ab.  Darin  wurde  seitens 
der A._______ AG in Liquidation Folgendes festgehalten: "Wir haben 
(auch) zur Kenntnis genommen, dass durch die vorläufige Weigerung 
der Vorsteueranerkennung [...] die Vertragswirkungen sich nicht so ent-
falten, wie Sie es ursprünglich angenommen haben. [...] Damit Sie sich 
auf das Rechtsmittelverfahren mit der ESTV konzentrieren können und 
nicht durch die Vertragspflichten mit uns in Probleme geraten (nament-
lich durch Zahlung unserer Rechnungen, ohne dass Sie dafür die Vor-
steuer geltend machen dürfen), erklären wir uns damit einverstanden, 
dass die Wirkungen des Vertrags (Vertragspflichten und Rechte) einst-
weilen ruhen. Diese Sistierung dauert  bis spätestens zum Abschluss 
des  Rechtsmittelverfahrens  bei  der  ESTV. [...]  Nach  Abschluss  des 

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Verfahrens leben die Rechtswirkungen des Vertrags vom 28. Septem-
ber 2001 wieder auf". 

4.3 Im Lizenzrechtsvertrag wird unter Ziff. 5.1.1 zur Begründung, wes-
halb die erste Zahlung seitens der Beschwerdeführerin erst am 1. Ok-
tober 2002 geschuldet sei, Folgendes ausgeführt: "Für die Bereitstel-
lung aller Leistungsgrundlagen und die abschliessende Vertriebs- und 
Verkaufsplanung ist  ein  Zeitraum von 12 Monaten veranschlagt. Die 
Frist wird von der A._______ AG benötigt, um die volle Leistungsbe-
reitschaft herzustellen". Die A._______ AG in Liquidation hat sich zu-
dem vertraglich verpflichtet, das Personal der Beschwerdeführerin auf 
eigene Kosten nach dem Lösungskonzept  zu  schulen und weiterzu-
bilden sowie in diesem Zusammenhang in allen Fragen zu beraten. Für 
die Implementation hatte sie der Beschwerdeführerin ausserdem einen 
Berater  zur  Verfügung  zu  stellen,  der  die  Umsetzung  des  Vertrags 
koordiniert (Ziff. 3.1 des Vertrags). Aufgrund der Vertragsausgestaltung 
wird  deutlich,  dass  das  unter  E.  5.1  hievor  umschriebene  Lösungs-
konzept  von  der  Beschwerdeführerin  nicht  von  Anfang  an  genutzt 
werden konnte. Vielmehr waren zuvor umfassende Implementierungs- 
und Vorarbeiten der A._______ AG in Liquidation notwendig. Eine Ver-
wendung  dieser  Leistungen  für  steuerbare  Zwecke  war  mithin  nicht 
sofort möglich.

4.4 Die erwähnte Sistierungsvereinbarung hält explizit fest, dass sämt-
liche Wirkungen des Vertrags ruhen. Betroffen sind demnach nicht nur 
die Zahlungs- und übrigen Pflichten der Beschwerdeführerin, die sich 
aus dem Lizenzrechtsvertrag ergeben, sondern im Besonderen auch 
ihre Rechte, d.h. die Lizenz-, Nutzungs- und Bezugsrechte. Im Gegen-
zug sind auch die Pflichten und Rechte der  A._______ AG in Liqui-
dation  sistiert.  Damit  wird  deutlich,  dass  es  der  Beschwerdeführerin 
seit dem 30. Mai bzw. 1. Juni 2002 von Vornherein nicht mehr möglich 
war, steuerbare Umsätze aus dem Lösungskonzept zu erzielen. Hinzu 
kommt,  dass  sie  gemäss  ihren  eigenen  Angaben  seit  dem  31. Juli 
2002 gar keine Angestellten mehr hatte, welche das Lösungskonzept 
zur  Erzielung  von  steuerbaren  Leistungen  Dritten  gegenüber  hätten 
nutzen  können,  und  bereits  die  Löhne  für  die  Monate  April  bis  Juli 
2002 über die Insolvenzentschädigung abgewickelt wurden (Vernehm-
lassungsbeilage 76). Schliesslich wurde am 22. Oktober 2002 der Kon-
kurs über sie eröffnet. 

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Doch  auch  für  die  Zeit  vor  Abschluss  der  Sistierungsvereinbarung, 
also  vom 1. Oktober  2001  (Vertragsbeginn)  bis  31.  Mai  2002,  kann 
aufgrund der  Akten  nicht  davon ausgegangen werden,  dass  die  an-
geblichen (Eingangs-)Leistungen aus dem Lösungskonzept in steuer-
bare  Ausgangsleistungen  gemündet  haben. Wie  gesehen  gehen  die 
Vertragsparteien selber von einem Zeitraum von 12 Monaten aus für 
die Bereitstellung aller Leistungsgrundlagen, die Implementierung etc. 
Darüber hinaus hat die A._______ AG in Liquidation, die im Dezember 
2000  gegründet  worden  ist,  nach  eigenen  Angaben  in  den  Jahren 
2001 und 2002 gar keine Arbeitnehmer beschäftigt, welche die erfor-
derlichen mannigfaltigen Vorarbeiten oder die Implementierung hätten 
vornehmen  und  betreuen  können.  Demnach  konnte  sie  auch  keine 
Schulung  des  Personals  der  Beschwerdeführerin  durchführen;  eine 
solche war für die Nutzung des Konzepts jedoch offenbar ebenfalls un-
abdingbar (vgl. E. 4.3 hievor). Aufgrund der Akten ist im Übrigen auch 
nicht davon auszugehen, dass die A._______ AG in Liquidation diese 
Leistungen bei einem Dritten eingekauft hat. Die Beschwerdeführerin 
wiederum  verpflichtete  sich  zur  konzentrierten  Akquisition  von  Neu-
kunden und zur Bekanntmachung des E-Commerce-Vertriebssystems 
(Ziff. 3.2 des Vertrags). Gemäss Vertrag müsste sie halbjährlich einen 
Akquisitionsplan ausarbeiten und diesen der A._______ AG in Liquida-
tion vorlegen, erstmals per 31. März 2002. Diese sollte sich zur Hälfte 
an den Kosten der Akquisitionsmassnahmen beteiligen, wobei die Be-
schwerdeführerin die Ausgaben jeweils zusammen mit  der Vorlegung 
des Akquisitionsplans abrechnen sollte (Ziff. 6 des Vertrags). Weder in 
den  Akten  des  vorliegenden  Verfahrens  noch  in  den  Geschäftsun-
terlagen  der  A._______  AG in  Liquidation  befindet  sich  ein  solcher 
Akquisitionsplan  oder  eine  dazugehörige  Rechnung.  Zumindest  den 
Plan per 31. März 2002 hätte die Beschwerdeführerin jedoch erstellen 
müssen. 

4.5 Es ist  mithin höchst zweifelhaft,  ob der Lizenzrechtsvertrag bzw. 
das  darin  umschriebene  Geschäftsmodell  überhaupt  umgesetzt 
worden ist. Die Frage muss indes nicht abschliessend geklärt werden. 
Nach  den  vorstehenden  Darstellungen  erscheint  es  nämlich,  selbst 
wenn einzelne Leistungen seitens der A._______ AG in Liquidation er-
bracht  worden wären,  sehr  unwahrscheinlich,  dass die  Beschwerde-
führerin die behauptete geschäftliche Tätigkeit aufnehmen und daraus 
während der massgeblichen Zeit steuerbare Umsätze erzielen konnte. 
Auch sie selber vermag in keiner Weise nachzuweisen, dass die an-
geblichen Eingangsleistungen – entgegen der Aktenlage – tatsächlich 

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in  steuerbare  Ausgangsleistungen  gemündet  haben.  Dieser  Zusam-
menhang ist jedoch unabdingbare Voraussetzung für den Vorsteuerab-
zug; eine lediglich für die Zukunft beabsichtigte Verwendung ist nicht 
ausreichend (vgl. E. 3.1.2 und E. 3.1.3 hievor). Insbesondere kann in 
den Zahlungen der A._______ AG in Liquidation gestützt auf den Vor-
vertrag zum Lizenzrechtsvertrag vom 16. April 2001 kein Hinweis auf 
solche steuerbaren  Ausgangsleistungen gesehen  werden. In  diesem 
Vorvertrag  wird  diesbezüglich  Folgendes  ausgeführt:  Die  A._______ 
AG unterstützt die X._______ AG im Hinblick auf den Lizenzrechtsver-
trag mit Barzahlungen im Sinne einer Provision. Mit diesen Barleistun-
gen soll die X._______ AG für ihre Aufwendungen für die gesamte Ver-
tragsvorbereitung unter allen Titeln entschädigt werden. Die Gesamt-
höhe  beträgt  Fr. 400'000.--  [...]"(Ziff.  4  des  Vorvertrags; Vernehmlas-
sungsbeilage 25). Diese Zahlungen haben ihren Grund ausschliesslich 
im Vorvertrag, gewissermassen als Finanzierung, jedoch unter keinen 
Umständen in der Form des Entgelts (allenfalls Drittentgelt) für steuer-
bare Ausgangsleistungen; die Fakturierung erfolgte denn auch gestützt 
darauf (Vernehmlassungsbeilage 12). 

4.6 Nach dem Gesagten wird deutlich, dass die ESTV zu Recht  am 
Vorhandensein von steuerbaren Ausgangsleistungen bzw. an der Ver-
wendung  der  angeblichen  Leistungen  für  steuerbare  Zwecke  ge-
zweifelt hat. Es wäre demnach an der Beschwerdeführerin, den Nach-
weis für das Gegenteil zu erbringen. Dies gelingt ihr gerade nicht; sie 
vermochte  keinerlei  Belege  vorzulegen,  um  die  angeblichen  Aus-
gangsleistungen nachzuweisen. Daher hat sie die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen (vgl. E. 3.3 hievor). Dessen ist sich im Grunde auch 
die Beschwerdeführerin bewusst, indem sie geltend macht, ein allfälli-
ger Untergang ihrer Geschäfts- bzw. Buchhaltungsunterlagen hätte die 
Verwaltung zu verantworten. Dabei kann ihr nicht zugestimmt werden. 
Sie macht in diesem Zusammenhang geltend, nicht zu wissen, wo sich 
ihre Geschäftsunterlagen befänden; ein Untergang, ob auf dem Kon-
kursamt oder bei ihr selbst, könne nicht ausgeschlossen werden. Die 
ESTV  hätte  seit  Anfang  2002  Kenntnis  vom  fraglichen  Vorsteuer-
überhang gehabt,  dennoch habe sie mit  der Kontrolle  bis November 
2004 zugewartet. Dadurch habe sie bewusst und billigend den Unter-
gang der Geschäftsunterlagen in Kauf genommen. Auf jeden Fall seien 
die dadurch entstandenen Erschwernisse nicht von der Beschwerde-
führerin zu tragen. Die Beschwerdeführerin ist daran zu erinnern, dass 
sie  von Gesetzes wegen dazu verpflichtet  ist,  ihre Geschäftsbücher, 
Belege,  Geschäftspapiere  und  sonstigen  Aufzeichnungen  während 

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zehn bzw. 20 Jahren ordnungsgemäss aufzubewahren (Art. 58 Abs. 2 
aMWSTG, ebenso Art. 70 Abs. 2 und 3 MWSTG). Berücksichtigt man 
zudem, dass der Konkurs während eines laufenden Entscheidverfah-
rens betreffend ein behauptetes Vorsteuerguthaben von Fr. 760'000.-- 
eingetreten ist  und die Beschwerdeführerin als Grund gegen die Lö-
schung  im  Handelsregister  am 12. Dezember  2002  gerade  die  Not-
wendigkeit  der Klärung der Vorsteuerabzugsberechtigung angegeben 
hat,  ist  nicht  nachzuvollziehen,  weshalb sie keine Kopien angefertigt 
oder es unterlassen hat, sich über den Verbleib der Unterlagen genau-
er zu orientieren. Im Übrigen erschiene eine Rückgabe der Unterlagen 
an  die  Beschwerdeführerin  infolge  des  Einspruchs  gegen  die  Lö-
schung  ohnehin  wahrscheinlicher  (BGE 131  IV  56  E. 1.2;  vgl.  auch 
Vernehmlassungsbeilage 64).

4.7 Die ESTV hat den geltend gemachten Vorsteuerabzug folglich zu 
Recht  verweigert.  Unter  den  gegebenen  Umständen  kann  offenblei-
ben, ob das als Rechnung bezeichnete Schreiben der A._______ AG 
in  Liquidation vom 29. September  2001 als  Rechnung im mehrwert-
steuerlichen Sinn zu gelten hätte oder in welchem Zeitpunkt der An-
spruch auf  den Vorsteuerabzug in  einem Fall  wie  dem vorliegenden 
grundsätzlich  entstehen würde. Ebenso erübrigt  sich eine Auseinan-
dersetzung  mit  den  weitreichenden  zivilrechtlichen  Ausführungen  in 
den  Eingaben  an  das  Bundesverwaltungsgericht  zum  konkreten  Li-
zenzrechtsvertrag oder zum Wesen des Lizenzvertrags an sich.

5.
Schliesslich vermögen auch die übrigen Vorbringen der Beschwerde-
führerin nicht durchzudringen:

5.1 Sie ist der Ansicht, die ESTV habe den Anspruch auf rechtliches 
Gehör verletzt, indem sie ihr nie die Möglichkeit zur Stellungnahme zu 
inhaltlichen Fragen eingeräumt habe. Eine materielle Auseinanderset-
zung mit dem Wesen des Lizenzvertrags habe nie stattgefunden.

5.1.1 Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ergibt  sich  aus  Art.  29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999  (BV, SR 101). Er  umfasst  eine  Anzahl  verschie-
dener  verfassungsrechtlicher  Verfahrensgarantien  (vgl.  zum  Ganzen 
auch  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  1672 ff.,  MARKUS SCHEFER, 
Grundrechte in der Schweiz, Bern 2005, S. 285 ff.). Zunächst gehört 
dazu  das  Recht  auf  vorgängige  Äusserung  und  Anhörung,  welches 
den  Betroffenen  einen  Einfluss  auf  die  Ermittlung  des  wesentlichen 

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Sachverhalts sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffe-
nen Person der Anspruch zu,  sich vorgängig einer behördlichen An-
ordnung zu allen wesentlichen Punkten,  welche die Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts betreffen, zu äussern und von der be-
treffenden Behörde alle dazu notwendigen Informationen zu erhalten 
(vgl.  SCHEFER,  a.a.O.,  S.  290  ff.).  Des  Weitern  leitet  sich  aus  dem 
Grundsatz des rechtlichen Gehörs die Pflicht  der Behörden ab, Ent-
scheide zu begründen (BGE 123 I 31 E. 2c; vgl. etwa GEROLD STEINMANN, 
in: Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar (St. Galler Kom-
mentar), Bernhard Ehrenzeller ... [et al.](Hrsg.), 2. Aufl.,  Zürich 2008, 
Rz. 27 zu Art. 29; zum Ganzen auch BVGE 2007/21 E. 10.2; vgl. ferner 
Art.  35  Abs.  1  VwVG).  Die  Begründung  eines  Entscheids  muss  so 
abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn sachgerecht anfechten 
kann. Dies ist  nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmit-
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen kön-
nen. In  diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-
nannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche 
sie  ihren Entscheid  stützt. Sie  kann sich  dabei  auf  die  für  den Ent-
scheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (BGE  129  I  232 
E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b; vgl. auch  LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begrün-
dungspflicht, Bern 1998, S. 22 ff.).

5.1.2 Die Beschwerdeführerin hatte sowohl vor Erlass des Entscheids 
als auch im Rahmen der Einsprache Gelegenheit zur Stellungnahme. 
Die ESTV ist der Pflicht zur Anhörung in hinreichender Weise nachge-
kommen. Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge eine Verletzung 
der Begründungspflicht geltend machen, ist ihr Folgendes entgegenzu-
halten: Die ESTV hat sich im Einspracheentscheid mit dem konkreten 
Lizenzrechtsvertrag  sowie  der  ihrer  Ansicht  nach  fehlenden  Umset-
zung auseinandergesetzt; sie hat ausserdem rechtsgenüglich begrün-
det, weshalb die Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug nicht gege-
ben sind. Auch hat sie die Erkenntnisquellen, auf welche sie sich ge-
stützt hat, offen dargelegt. Die Beschwerdeführerin konnte sich, eben-
so wie das Bundesverwaltungsgericht, ein Bild über die Tragweite des 
Entscheids  machen  und  diesen  dadurch  auf  jeden  Fall  sachgerecht 
anfechten; dass das Gericht den Argumenten nicht folgt und den an-
gefochtenen Entscheid stützt, ist nicht relevant. Die Tatsache, dass der 
Einspracheentscheid nebst den Erwägungen zur Umstellung der Ab-
rechnungsart viele weitere Ausführungen enthält, die allerdings gröss-
tenteils  nicht  direkt  mit  dieser Frage in  Zusammenhang stehen,  ver-
mag ebenfalls nichts daran zu ändern, dass die ESTV ihrer Begrün-

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dungspflicht  hinreichend nachgekommen ist. Die ergänzenden Sach-
verhaltsabklärungen  im  Einspracheverfahren  waren  darüber  hinaus 
ohne Weiteres  zulässig: dieses zielt  darauf  ab, ungenügende Abklä-
rungen oder Fehlbeurteilungen, aber auch Missverständnisse, die den 
angefochtenen  Verwaltungsverfügungen  zugrunde  liegen,  in  einem 
kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren auszuräumen, ohne 
dass  die  übergeordneten  Gerichte  angerufen  werden  müssen  (BGE 
131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hinweisen). Damit soll ein einfaches und ra-
sches  verwaltungsinternes  Verfahren  gewährleistet  werden.  Die  Ver-
waltung nimmt dabei – soweit nötig – weitere, ergänzende Abklärun-
gen vor und überprüft die eigenen Anordnungen aufgrund des vervoll-
ständigten Sachverhalts (BGE 125 V 188 E. 1b und c). Sie kann noch-
mals über  die  strittigen Punkte  entscheiden,  bevor  allenfalls  die  Be-
schwerdeinstanz angerufen wird. Demnach ist ebenso wenig zu bean-
standen, dass die ESTV erst im Einspracheentscheid materiell zum Li-
zenzvertrag Stellung nahm. Im Entscheid vom 9. Dezember 2002 hat 
sie den Vorsteuerabzug ausschliesslich mit der Begründung, es mang-
le an einer Rechnung, verneint. Eine inhaltliche Auseinandersetzung 
mit dem Lizenzrechtsvertrag konnte damals offenbleiben. Unter diesen 
Umständen erweist  sich die Auffassung der  Beschwerdeführerin,  die 
ESTV habe den Lizenzvertrag zunächst anerkannt und erst in einem 
späteren Zeitpunkt "verweigert", offensichtlich als unzutreffend. Die Er-
gänzung der Begründung im Einspracheentscheid stellt  nebenbei er-
wähnt auch keine reformatio in peius dar (Art. 62 Abs. 2 VwVG). 

Im Übrigen könnte die Beschwerdeführerin selbst bei Vorliegen einer 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  nichts  zu  ihrem  Vorteil  ableiten. 
Eine solche könnte nach der Rechtsprechung als geheilt gelten, da je-
ne im vorliegenden Verfahren vor einer Instanz mit umfassender Kog-
nition (vgl. E. 1.2 hievor) die Möglichkeit hatte, sich zu äussern (BGE 
133 I 201 E. 2.2, BGE 127 V 431 E. 3d, BGE 126 V 130 E. 2b; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1681/2006  vom  13.  März  2008 
E. 2.4,  A-1737/2006  vom 22. August  2007  E. 2.2,  A-1621/2006 vom 
6. März 2007 E. 4.2.2).

5.2 Die  Beschwerdeführerin  rügt  darüber  hinaus  ein  "unfaires  Ver-
halten" der ESTV, indem diese Fragen, wie sie sich bei der Begehung 
künftiger  Verträge zu verhalten habe,  nie  beantwortet  habe. Wie  die 
Vorinstanz  zutreffend  in  der  Vernehmlassung  ausführt,  besteht  ihre 
Aufgabe nicht in der Instruierung bzw. allgemeinen Beratung von Steu-
erpflichtigen,  sondern  bloss  in  der  Überprüfung  der  gemachten  An-

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gaben (vgl. auch Art. 62 Abs. 1 aMWSTG). Die Steuerpflichtigen haben 
–  gestützt  auf  das  Selbstveranlagungsprinzip  –  selbst  und  un-
aufgefordert über ihre Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und den 
geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag rechtzeitig an die ESTV abzulie-
fern  (vgl.  Art. 46 f.  aMWSTG;  s.a.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.109/2005  vom  10. März  2006  E. 2.1;  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6150/2007 vom 26. Februar 2009 E. 2.4).

6.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten  werden kann. Die  Kosten für  das  Beschwerdeverfahren vor 
der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht, welche auf Fr. 5'000.-- 
festgesetzt  werden,  sind  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (vgl. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe zu verrechnen. Für einen (teilweisen) Erlass dieses Betrags 
besteht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kein Anlass 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 3. Satz VwVG bzw. Art. 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. BVGE 2007/41 
E. 9.2). Das Bundesverwaltungsgericht trägt der finanziellen Lage der 
Beschwerdeführerin bereits hinreichend Rechnung, indem es sich am 
untersten Bereich des Kostenrahmens orientiert. Eine Parteientschädi-
gung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 
VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 5'000.-- verrechnet. 

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  keine  Parteientschädigung  zugespro-
chen.

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4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ... ; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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