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**Case Identifier:** 1ec6f2ec-3946-5053-b1ae-c6977b273df1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.08.2018 200 2018 265
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-265_2018-08-23.pdf

## Full Text

200 18 265 IV
GRD/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. August 2018

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2014 unter Hinweis auf eine Anpassungs-
störung mit depressiver Reaktion bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 2). Nach Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht ge-
währte die IVB der Versicherten Integrationsmassnahmen (Aufbautraining 
[AB 30, 35, 44]) und berufliche Massnahmen (Praktikum mit Job Coaching 
[AB 47, 54]). In der Folge nahm die IVB weitere medizinische Erhebungen 
vor, insbesondere liess sie die Versicherte auf Empfehlung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 88 S. 4 ff.) psychiatrisch und neurologisch 
begutachten (vgl. Gutachten vom 19. September 2017 [AB 104.1 S. 2 ff.] 
und 22. September 2017 [AB 103.1]). Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 
2017 stellte die IVB der Versicherten die Ablehnung des Leistungsbegeh-
rens mit der Begründung in Aussicht, es sei aus medizinischer Sicht kein 
objektivierbarer Gesundheitsschaden ausgewiesen (AB 105). Nach erho-
benem Einwand (AB 107, 111) und Rücksprache mit dem RAD (AB 117) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 27. Februar 2018 entsprechend dem 
Vorbescheid einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
(AB 120).

B.

Mit Eingabe vom 9. April 2018 erhob die Versicherte, vertreten durch die 
B.________ AG, Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung vom 27. Fe-
bruar 2018 sei aufzuheben; eventualiter sei die Verfügung vom 27. Februar 
2018 aufzuheben und die Angelegenheit zwecks Rentenprüfung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2018 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 3

Mit Eingabe vom 28. Juni 2018 nahm die Beschwerdeführerin unaufgefor-
dert zur Beschwerdeantwort Stellung. Am 29. Juni 2018 stellte der Instruk-
tionsrichter der Beschwerdegegnerin ein Doppel dieser Eingabe zu.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Februar 2018 
(AB 120). Streitig und zu prüfen ist allein der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf eine Invalidenrente (vgl. Beschwerde S. 1 und S. 5 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 5

Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 6

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 27. Oktober 2014 diagnostizierte Dr. med. 
C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störung mit Suizidversuch (ICD-10 
F33.2) am 21. Juli 2014. Die Prognose sei offen, zurzeit bestünden psychi-
sche Einschränkungen. Er attestierte ab dem 21. Oktober 2014 bis auf 
Weiteres eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 13 S. 2 f.).

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Psychiatrie und Psychotherapie, erwähnte im Bericht vom 5. November 
2014 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpas-
sungsstörung mit vorwiegend depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) und ev. 
eine akzentuiert selbstunsichere und abhängige Persönlichkeit (AB 16 
S. 1). Die bisherige Tätigkeit sei zurzeit nicht mehr zumutbar. Zumutbar 

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wäre eine angepasste Tätigkeit im Rahmen eines Reintegrationspro-
gramms zu 20 bis 40 % (AB 16 S. 3).

3.1.3 Im Arztbericht der psychiatrischen Klinik E.________ vom 19. No-
vember 2014 wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion mit Suizidversuch, eine 
Migräne mit Aura und eine Endometriose mit St. n. anamnestisch multiplen 
Operationen aufgeführt. Die Patientin habe vom 22. Juli bis 10. Oktober 
2014 in der psychiatrischen Klinik E.________ in stationärer Behandlung 
gestanden. Die Prognose sei mittelfristig gut (AB 19 S. 2). Aufgrund der 
Neigung zu depressiver Symptomatik bestehe bei Überforderung das Risi-
ko einer erneuten Dekompensation mit Suizidalität. Eine schrittweise Wie-
dereingliederung sei unbedingt erforderlich. Zunächst sei die bisherige 
Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar, dann weitere Steigerungen in 
25 %-Schritten (AB 19 S. 4). 

3.1.4 Am 18. November 2016 hielt Dr. med. F.________, Fachärztin für 
Neurologie, als Diagnosen eine invalidisierende Müdigkeit unklarer Ursa-
che, eine Migraine accompagnée (1998) und den Verdacht auf eine Com-
motio cerebri 1998 bei Sturz (keine sichere Bewusstlosigkeit, Schädel-CT 
verlaufsanamnestisch unauffällig) fest (AB 75 S. 1). Die evozierten Poten-
ziale sowohl visuell, motorisch wie auch somatosensibel hätten allesamt 
unauffällige Befunde ergeben. Die Fatigue-Skala für Motorik und Kognition 
habe sowohl kognitiv wie auch motorisch eine sehr schwere Fatigue ge-
zeigt (AB 75 S. 2). Die Arbeitsfähigkeit sei eingeschränkt (AB 75 S. 3).

3.1.5 Dr. med. D.________ führte im Verlaufsbericht vom 14. Dezember 
2016 aus, trotz stetiger Optimierung der beruflichen Massnahmen habe 
keine zufriedenstellende Präsenz am Arbeitsplatz erreicht werden können. 
Der Gesundheitszustand sei stationär und habe sich seit der letzten Dia-
gnosestellung nicht verändert. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit lägen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vermeidenden, 
abhängigen und histrionischen Zügen (ICD-10 F61), rezidivierend depres-
sive Episoden, gegenwärtig leicht bis mittelgradig (ICD-10 F33.1), eine 
grenzwertige Hypothyreose, demyelinisierende Läsionen im Schädel-MRI 
vom 19. August 2016 (mit/bei leichter Gang- und Standataxie und diskreter 
Extremitätenataxie des linken Beines, sehr schwere Fatigue in Fatigue-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 8

Skala für Kognition und Motorik, vereinbar mit MS), eine Migraine accom-
pagnée und eine Erhöhung der Lebertransaminasen unklarer Ätiologie vor 
(AB 78 S. 2). Zurzeit könne nicht von einer kurz- bis mittelfristigen Besse-
rung des Zustands ausgegangen werden. Die Arbeitsfähigkeit betrage 
50 % von April 2015 bis auf Weiteres. Die Versicherte leide unter einer 
deutlich reduzierten Belastbarkeit, insbesondere in Bezug auf die Belas-
tungszeit bei chronischer Müdigkeit, welche sich nach ca. 4 – 5 h Arbeit als 
nicht mehr überwindbar erweise. Bei einem Pensum von 50 % scheine die 
bisherige Arbeit (…) zumutbar, wobei darauf geachtet werden müsse, dass 
die Patientin keine Schichtarbeit verrichten müsse und möglichst regelmäs-
sig gleichbleibende Tagesarbeitszeiten habe. Eine Steigerung der Arbeits-
fähigkeit mit beruflichen Massnahmen sei nicht möglich und zumutbar 
(AB 78 S. 3).

3.1.6 Im psychiatrischen Gutachten vom 19. September 2017 (AB 104.1 
S. 2 ff.) diagnostizierte Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, keine krankheitswertige psychische Störung mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit nannte er eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) und eine 
Persönlichkeitsakzentuierung ohne Krankheitswert (ICD-10 Z73.1; 
AB 104.1 S. 22). Zusammenfassend werde bei der Versicherten von ak-
zentuierten Persönlichkeitseigenschaften ausgegangen und einer gewissen 
Vulnerabilität für das Erleiden einer psychischen Symptomatik, die dann mit 
depressiver Reaktion bis hin zur kurzfristigen Suizidalität einhergehen kön-
ne. Es handle sich dabei jedoch um eine jeweils situativ getriggerte Sym-
ptomatik, nicht um eine andauernde psychiatrische Erkrankung oder gar 
ein überdauernder psychischer Gesundheitsschaden. Aus dieser Betrach-
tung und Sichtweise leite sich ab, dass die Versicherte als normal arbeits-
fähig betrachtet werde, so wie sie es in den vergangenen Jahren auch ge-
schafft habe, eine Arbeitstätigkeit zu erbringen. Die begleitende psychiatri-
sche und psychotherapeutische Behandlung möge der Versicherten helfen, 
Verhaltensmuster und Schemata besser zu erkennen. Hierbei sei allerdings 
durch eine verstehende oder gar aufdeckende Therapie nicht umgekehrt 
der Beweis erbracht, dass bei der Versicherten eine gravierende psychia-
trische Erkrankung vorläge oder aber sie gar in ihrer Arbeitsfähigkeit auf 

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Dauer deutlich (um mehr als 10 oder 20 %) eingeschränkt wäre (AB 104.1 
S. 19).

Im neurologischen Gutachten vom 22. September 2017 (AB 103.1) stellte 
Dr. med. H.________, Facharzt für Neurologie, keine Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierte er eine Migräne mit Aura seit dem 17. Lebensjahr (ICD-10 
G43.1; AB 103.1 S. 17, 25). Diese Symptomatik trete weiterhin in Erschei-
nung. Die Versicherte sei aber aufgrund dieser Kopfschmerzen in der Ver-
gangenheit noch nie in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen, habe 
sie doch während vielen Jahren 100 % gearbeitet. Lediglich im August 
2017 sei deswegen vom behandelnden Neurologen eine Arbeitsunfähigkeit 
von zwei Tagen attestiert worden. Dementsprechend handle es sich bei 
dieser Diagnose nicht um eine Erkrankung mit einem anhaltenden und re-
levanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Anamnese und die klinischen 
Befunde seien nicht verdächtig für eine Multiple Sklerose im Sinne von 
schubförmigen Ereignissen, die MRI-Veränderungen seien gut kompatibel 
mit den bei einer Migräne bekannten und gehäuft auftretenden unspezifi-
schen Signalhyperintensitäten im supratentoriellen Marklager beidseits. Die 
von der Versicherten beklagte Müdigkeit könne somit nicht auf ein Korrelat 
im Sinne einer klaren Diagnose zurückgeführt werden. Die Müdigkeit sei im 
Übrigen nicht klar von einer exzessiven Tagesschläfrigkeit unterscheidbar. 
Von Seiten des Nervensystems sei sie für sämtliche Tätigkeiten uneinge-
schränkt arbeitsfähig (AB 103.1 S. 20 f.).

Aus bidisziplinärer Sicht ergebe sich folgende Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit: Aus neurologischer Sicht bestehe aktuell keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, so dass auch keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestehe. Aus psychiatrischer 
Sicht bestehen ebenfalls aktuell keine krankheitswertige psychische 
Störung und keine Minderung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähig-
keit. Die Versicherte weise akzentuierte Persönlichkeitseigenschaften ohne 
Krankheitswert auf und durchlitt inzwischen remittierte Anpassungsstörun-
gen. Aus interdisziplinärer (neurologischer und psychiatrischer) Sicht resul-
tiere dementsprechend bei der Versicherten aktuell eine normale Arbeits-
fähigkeit (AB 103.1 S. 28 f., AB 104.1 S. 19 f.).

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3.1.7 Dr. med. D.________ führte in der Stellungnahme vom 12. Dezem-
ber 2017 (AB 115 S. 2 ff.) aus, psychosoziale Belastungsfaktoren schlös-
sen die Diagnose einer Depression nicht aus (AB 115 S. 2). Lebensüber-
druss stelle ein bei einer Depression absolut gängiges Symptom dar, könne 
diese also ebenfalls nicht ausschliessen. Die Dauer einer Anpassungs-
störung über einen Zeitraum von mehr als sechs Monate sei unüblich. Die 
lange Erkrankungsdauer und die offensichtlich über einen langen Zeitraum 
notwendige Hospitalisation sprächen für diesen Vorgang. Eher unüblich 
jedoch vorhanden und dokumentiert seien rezidivierend suizidale Episoden 
im Rahmen einer Anpassungsstörung. Widersprüchlich mute auch die Tat-
sache an, dass der Gutachter bei der Erhebung der Befunde keinerlei Hin-
weise für Auffälligkeiten der Persönlichkeit finde, um dann später doch in 
den Schlussfolgerungen vom Vorliegen einer akzentuierten Persönlichkeit 
zu sprechen. Die Diagnose einer rezidivierenden Depression sei mit den 
Argumenten des Gutachters nicht widerlegt. Anlässlich der letzten Konsul-
tation im Verlauf von 2017 habe er hingegen tatsächlich keine depressiven 
Symptome mehr gefunden, so dass von einer Remission ausgegangen 
werden könne. Hingegen habe weiterhin eine vermehrte Müdigkeit bestan-
den und damit verbunden eine reduzierte Belastbarkeit, deren Ursache 
nicht abschliessend geklärt sei. Diese Symptome seien es derzeit aussch-
liesslich, welche die Arbeitsfähigkeit und die Belastbarkeit der Patientin 
einschränkten (AB 115 S. 3). Nach wie vor nicht ausgeschlossen werden 
könne, dass die Versicherte unter einer Multiplen Sklerose (ICD-10 G35-
37) leide. Zudem bestehe die Differenzialdiagnose (DD) eines Chronic Fa-
tigue Syndroms (ICD-10 G93.3), welche eine häufige Komorbidität mit De-
pressionen aufweise. Es bestehe weiterhin eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 50 %. Aktuell teile er jedoch die Ansicht des Gutachters, dass 
nicht von einer überdauernden psychischen Krankheit mit entsprechendem 
Gesundheitsschaden ausgegangen werden könne (AB 115 S. 4). Es sei 
keinesfalls zulässig, die Müdigkeit durch eine schlechte Schlafhygiene zu 
erklären. Die Tatsache allein, dass die Patientin derart ausgedehnte 
Schlafzeiten aufweise, stelle ein pathologisches Verhalten dar. Es bestün-
den weitere Belastungsfaktoren wie die Hypothyreose, ein Vitamin-D-
Mangel sowie der nicht geklärte Befund des Schädel-MRI, welche durch-
aus als Co-Faktoren bei der Verursachung der Müdigkeit in Erwägung ge-
zogen werden müssten (AB 115 S. 5).

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3.1.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurologie und 
Psychiatrie und Psychotherapie, legte in der Stellungnahme vom 16. Fe-
bruar 2018 (AB 117 S. 2 ff.) dar, dass das Gutachten von Dr. med. 
H.________ aus fachneurologischer Sicht vollständig, schlüssig und nach-
vollziehbar sei. Der Gutachter leite die fehlende Existenz der Diagnose 
einer Multiplen Sklerose streng nach den leitliniengerechten Diagnosekrite-
rien her, weshalb die fachfremden Ausführungen von Dr. med. D.________ 
hinsichtlich dem unzureichenden Eingehen auf neurologische Befunde, 
nicht nachvollziehbar seien. Dr. med. H.________ habe die Diagnose einer 
Migräne und die bildmorphologischen Auffälligkeiten im MRI des Schädels 
überzeugend in Einklang bringen können. Das Gutachten von Dr. med. 
G.________ stelle sich aus fachpsychiatrischer Sicht ebenfalls als vollstän-
dig, schlüssig und nachvollziehbar dar. So könne der psychiatrische Gut-
achter überzeugend die Benennung einer rezidivierend depressiven 
Störung zugunsten einer Anpassungsstörung widerlegen. Bei Nachweis 
erheblicher psychosozialer Belastungsfaktoren und klarer Darstellung der 
biografischen Anamnese sowie der Berufsanamnese könne psychiatrisch 
nur eine Persönlichkeitsakzentuierung vornehmlich mit histrionischen Antei-
len postuliert werden (AB 117 S. 3).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-

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weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 27. Februar 2018 (AB 120) massgeblich auf die bidisziplinäre Begut-
achtung der Dres. med. G.________ und H.________ vom 19. bzw. 
22. September 2017 (AB 104.1 S. 2 ff., AB 103.1) gestützt. Die Expertisen 
der beiden Fachärzte erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten An-
forderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihnen volle Beweiskraft zukommt 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben sich in den 
ärztlichen Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkun-
gen auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen in Kenntnis der Vor-
akten und gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Insbeson-
dere diskutierten sie auch invaliditätsfremde Faktoren und Diskrepanzen 
mit anderen Arztberichten. Die Ausführungen in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schluss-
folgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Auf die 
Gutachten der Dres. med. G.________ und H.________ ist somit abzustel-
len.

3.3.1 Aus psychiatrischer Sicht begründet Dr. med. G.________ nach-
vollziehbar und überzeugend, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Insbesondere konnte der Gutachter im Rah-
men seiner Untersuchung (20. Juni 2017) weder eine rezidivierende de-
pressive Störung noch eine Persönlichkeitsstörung feststellen (AB 104.1 
S. 17). Die vom behandelnden Psychiater im Verlaufsbericht vom 14. De-
zember 2016 beschriebene rezidivierend depressive Störung, leicht bis 
mittelgradig (AB 78 S. 2), konnte der Gutachter mit Blick auf die erhobene 
Befundlage nicht bestätigen. So führt er zutreffend aus, es ergaben sich 
weder Hinweise auf derartige stationäre Behandlungen, dass von einer 
rezidivierenden affektiven Störung ausgegangen werden müsste, noch war 
jemals von einer Phasenprophylaxe oder einem entsprechenden Verlauf 
mit symptomfreien Intervallen und klar abgrenzbaren depressiven Episoden 
mit Beginn und deutlicher Besserung/Ende der Symptomatik die Rede. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 13

Dies findet auch Rückhalt in den Berichten der psychiatrischen Klinik 
E.________ über die stationäre Behandlung vom 22. Juli bis 10. Oktober 
2014. Darin erwähnten die behandelnden Ärzte als Diagnose primär eine 
Anpassungsstörung. Eine depressive Episode oder gar eine rezidivierende 
depressive Störung diagnostizierten sie dagegen nicht (AB 19 S. 2, 
AB 27.2 S. 6). Dr. med. G.________ widerlegt damit überzeugend die Be-
nennung einer rezidivierenden depressiven Störung zugunsten einer An-
passungsstörung, was die RAD-Ärztin Dr. med. I.________ in ihrer Stel-
lungnahme vom 16. Februar 2018 (AB 117 S. 3) bestätigt. Zudem zeigt der 
Gutachter mit Verweis auf die beklagte Tagesmüdigkeit und die verminder-
te Belastbarkeit, die auf einer schlechten Schlafhygiene und motivationalen 
Faktoren basieren, einleuchtend auf, dass die Anpassungsstörung 
vollständig remittiert ist (AB 104.1 S. 17 f.). Schliesslich legt Dr. med. 
G.________ anhand der biographischen und beruflichen Anamnese stich-
haltig dar, dass nicht von einer durchgehenden Persönlichkeitsstörung 
auszugehen ist, sondern lediglich eine Persönlichkeitsakzentuierung ohne 
Krankheitswert (ICD-10 Z73.1) vorliegt (AB 104.1 S. 18 f.). Die im Nach-
gang zur Begutachtung verfasste Stellungnahme von Dr. med. D.________ 
vom 12. Dezember 2017 (AB 115 S. 2 ff.) ist nicht geeignet, den Beweis-
wert des psychiatrischen Gutachtens in Zweifel zu ziehen. Einerseits erge-
ben sich aus dessen Stellungnahme keine wichtigen Aspekte, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 
2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Andererseits fand der behandelnde Psychia-
ter offenkundig im Verlauf von 2017 keine depressiven Symptome mehr 
(AB 115 S. 3 unten) und er geht ebenfalls nicht von einer überdauernden 
psychischen Krankheit mit entsprechendem Gesundheitsschaden aus 
(AB 115 S. 4 unten).

3.3.2 Aus somatischer (neurologischer) Sicht führt Dr. med. H.________ 
überzeugend aus, dass die Beschwerdeführerin an keiner Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet. Anlässlich der klinisch-
neurologischen Untersuchung konnte der Gutachter keine relevanten ab-
normen Befunde feststellen (AB 103.1 S. 20). Er bestätigt zwar die Diagno-
se einer Migräne mit Aura, begründet jedoch nachvollziehbar, dass es sich 
hierbei nicht um eine Erkrankung mit einem anhaltenden und relevanten 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit handelt, da die Beschwerdeführerin auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 14

grund der Kopfschmerzen in der Vergangenheit – ausser im August 2017 
während zwei Tagen – noch nie in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war 
(AB 103.1 S. 20 f.). Sodann legt Dr. med. H.________ ausführlich und dif-
ferenziert dar, dass (aktuell) die Diagnose einer Multiplen Sklerose nicht 
gestellt werden kann. Er weist darauf hin, dass die diesbezüglich geforder-
ten diagnostischen Kriterien der räumlichen und zeitlichen Dissemination 
nicht erfüllt sind. Die Beschwerdeführerin hat insbesondere auch keine spi-
nalen Läsionen und in der Lumbalpunktion wurden keine entzündlichen 
Veränderungen nachgewiesen (AB 103.1 S. 21). Der Gutachter kommt 
zum Schluss, dass die beklagte Müdigkeit neurologisch nicht auf ein Korre-
lat im Sinne einer klaren Diagnose zurückgeführt werden kann. Dies steht 
auch im Einklang mit den Berichten von Dr. med. F.________. Die behan-
delnde Neurologin konnte keine klare Ursache für die Müdigkeit finden 
(AB 75 S. 2 – 6 und S. 8 ff.). In der Folge vermögen die fachfremden Aus-
führungen von Dr. med. D.________ vom 12. Dezember 2017 (AB 115 
S. ff.) die Einschätzung des neurologischen Gutachters nicht in Zweifel zu 
ziehen. 

3.3.3 Die in der Beschwerde vorgebrachten Einwände vermögen das bi-
disziplinäre Gutachten ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Entgegen der 
Ansicht der Beschwerdeführerin wurde die im Rahmen der Abklärung in der 
Abklärungstelle J.________, beschriebene Leistungsminderung berück-
sichtigt (vgl. Beschwerde S 4 Ziff. 3). Die Beschwerdegegnerin unterbreite-
te die Erkenntnisse der beruflichen Eingliederungsmassnahmen dem RAD 
(AB 76), woraufhin dieser nach Einholung zusätzlicher medizinischer Be-
richte eine bidisziplinäre Begutachtung empfahl (AB 88). Anschliessend 
zogen auch die Dres. med. G.________ und H.________ die Erkenntnisse 
der Abklärung in ihre gutachterlichen Beurteilungen mit ein (AB 104.1 S. 8, 
AB 103 S. 5 f. 8, 13, 19, 24 – 26). Unter diesen Umständen wurde sehr 
wohl eine medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen. 
Sodann kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, im Gutachten 
vom 19. September 2017 werde festgehalten, die Beschwerdeführerin leide 
an einem Fatigue Symptom, welches unter anderem die chronische Müdig-
keit erkläre; diese Diagnose sei unbestritten (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 6). 
Vielmehr stellt der Gutachter Dr. med. G.________ das Vorliegen eines 
Fatigue-Syndroms gerade in Frage. Er führt aus, es erscheine auch aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 15

der neuropsychiatrischen Einschätzung heraus fraglich, ob die Auffälligkei-
ten tatsächlich ataktische Störungen des Beines, eine schwere Fatigue und 
Auffälligkeiten der Kognition und Motorik darstellten und verweist zudem 
auf den unauffälligen Untersuchungsbefund (AB 104.1 S. 19). Dr. med. 
H.________ hält zudem ausdrücklich fest, dass die im Vordergrund der 
Symptomatik stehende Müdigkeit nicht einer klaren neurologischen Dia-
gnose zugeordnet werden kann; die Müdigkeit ist im Übrigen nicht klar von 
einer exzessiven Tagesschläfrigkeit unterscheidbar (AB 103.1 S. 21 f.). 
Eine fachärztlich einwandfrei diagnostizierte Gesundheitsbeeinträchtigung 
liegt damit nicht vor (vgl. E. 2.2 hiervor). Soweit die Beschwerdeführerin 
schliesslich vorbringt, das Vorliegen von psychosozialen Belastungsfakto-
ren im Vorfeld einer depressiven Episode spräche in keiner Weise gegen 
die Diagnose einer rezidivierenden Depression (vgl. Eingabe vom 28. Juni 
2018; in den Gerichtsakten), ist festzuhalten, dass ein invalidisierender 
psychischer Gesundheitsschaden nur dann gegeben ist, wenn das klini-
sche Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und sozikulturellen 
Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unter-
scheidbare Befunde umfasst. Grundsätzlich ist von der „Validität“, d.h. von 
der Gesundheit, der die materielle Beweislast tragenden Person auszuge-
hen (BGE 142 V 106, 141 V 585, 142 V 342). Nur wenn objektiv nachge-
wiesen werden kann, dass der versicherten Person keine Arbeitsleistung 
mehr zuzumuten ist, besteht Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung (BGE 141 V 281 E. 3.7 S. 295 ff.). Dieser Nachweis ist vorliegend 
aufgrund des schlüssigen bidisziplinären Gutachtens nicht erbracht. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten 
vom 19. bzw. 22. September 2018 (AB 104.1 S. 2 ff., AB 103.1) erstellt, 
dass keine Diagnosen mit langandauernder Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit vorliegen bzw. vorlagen, womit es von vornherein an einem invali-
disierenden Gesundheitsschaden fehlt. Die unlängst erfolgte höchstrichter-
liche Praxisänderung (vgl. E. 2.2 hiervor) wirkt sich in der vorliegenden 
Konstellation nicht aus, denn angesichts der gutachterlich verneinten Ar-
beitsunfähigkeit erübrigt sich die Indikatorenprüfung im Rahmen eines 
strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417, 143 V 
418 E. 7.1 S. 427 f.). Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung – und damit auch auf die hier bean-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 16

tragte Rente – mit Verfügung vom 27. Februar 2018 (AB 120) folglich zu 
Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2018, IV/18/265, Seite 17

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG  z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.