# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c3e5ec0b-1679-58e4-83c1-5ee58401d22a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-04-14
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.7.2006 - 30.6.2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.7.2006 - 30.6.2007
**Docket/Reference:** DB.2010.259
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2010_259_pr.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2010.259 
1 ST.2010.356 

Entscheid 

14. April 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichterin Rhea 
Schircks Denzler und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

A   A G ,    

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.7.2006 - 30.6.2007 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 1.7.2006 - 30.6.2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) erhielt 2001 von der C AG in D den 

Auftrag,  elektronische  Geräte  im  Wert  von  rund  Fr.  3  Mio.  zu  liefern.  Am  5.  Au-

gust 2002  zeichnete 

ihr  Hauptaktionär  eine  Wandelobligation  der  C  AG  von 

Fr. 500'000.-  und  finanzierte  diese  aus  seinem  Privatvermögen.  Mit  Kaufvertrag  vom 

22.  März  2006  übernahm  die  Pflichtige  die  Wandelobligation  zum  Preis  von 

Fr. 475'000.-.  

Im  Jahresabschluss  für  das  Geschäftsjahr  1.7.2006  –  30.6.2007  wies  die 

Pflichtige einen Jahreserfolg von Fr. 151'783.18 aus, welchen sie mit kumulierten Vor-

jahresverlusten  vollständig  verrechnete  und  auf diese Weise einen steuerbaren  Rein-

gewinn  von  Fr.  0.-  sowie  ein  steuerbares  Eigenkapital  von  Fr.  1'654'000.-  auswies. 

Nach durchgeführter Untersuchung stellte die Steuerkommissärin fest, dass die Pflich-

tige auf der Wandelanleihe im Geschäftsjahr 1.7.2005 – 30.6.2006 eine Abschreibung 

von  Fr. 425'000.-  und  im  Geschäftsjahr  1.7.2006  –  30.6.2007  von  Fr.  50'000.-  vorge-

nommen hatte, und kam zum Schluss, dass der Kauf der Wandelanleihe zu einem of-

fenkundig übersetzten Preis erfolgt war, sodass die Abschreibungen geschäftsmässig 

nicht  begründet  seien.  Dementsprechend  liess  sie  in  beiden  Steuerperioden  die  Ab-

schreibungen  nicht  zum  Abzug  zu,  wodurch  sich  der  Verlustvortrag  für  die  Einschät-

zung 1.7.2006 – 31.6.2007 entsprechend reduzierte. Am 12. August 2010 schätzte sie 

die Pflichtige  deshalb für  die Staats-  und Gemeindesteuern  1.7.2006  –  30.6.2007  mit 

einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 207'100.- und einem steuerbaren Eigenkapital 

von Fr. 1'764'000.- ein bzw. stellte für die direkte Bundessteuer eine  Veranlagung mit 

gleichem steuerbarem Reingewinn und Eigenkapital in Aussicht. Am 30. August 2008 

erging  die  entsprechende  Schlussrechnung/Veranlagungsverfügung  für  die  direkte 

Bundessteuer.  

B.  Die hiergegen  erhobenen  Einsprachen  vom  13./14.  September  2010  wies 

das kantonale Steueramt am 1. November 2010 ab.  

C.  Mit  Beschwerde  bzw.  Rekurs  vom  1.  Dezember  2010  liess  die  Pflichtige 

beantragen, für die Steuerperiode 1.7.2005 bis 30.6.2006 auf die Aufrechnung der Ab-

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schreibung  auf  der  Wandelanleihe  von  Fr.  425'000.-  sei  zu  verzichten,  wodurch  sich 

der  auf  die  nächste  Periode  vortragbare  Verlustvortrag  entsprechend  erhöhe;  für  die 

Staats- und Gemeindesteuern bzw. direkte Bundessteuer 1.7.2006 – 30.6.2007 sei sie 

mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 0.- einzuschätzen. In formeller Hinsicht rüg-

te  sie,  dass  sie  für  die  Steuerperiode  1.7.2005  –  30.6.2006  noch  keinen  Einschät-

zungsentscheid erhalten habe. Zur Sache führte sie aus, die Zeichnung der Wandelan-

leihe  sei  Voraussetzung  für  den  Erhalt  des  Auftrags  der  C  AG  gewesen.  Ihr 

Verwaltungsrat  habe  das  Geschäft  zuerst  abgelehnt,  weil  die  Liquidität  für  die  Zeich-

nung  nicht  vorhanden gewesen  sei.  Er  habe  aber  später  das Geschäft gutgeheissen, 

nachdem  sich  der  Hauptaktionär  und  Geschäftsführer  bereit  erklärt  habe,  die  Zeich-

nung  privat  vorzunehmen.  Die  spätere  Übernahme der Wertschriften  gemäss  Vertrag 

vom 22. März 2006 sei zum Gestehungspreis erfolgt, weil zwischen der Pflichtigen und 

dem  Hauptaktionär  Einigkeit  bestanden  habe,  dass  tatsächlich  immer  die  Pflichtige 

wirtschaftlich Berechtigte gewesen sei. Es sei zutreffend, dass dieses Engagement in 

der  Jahresrechnung  hätte  erfasst  werden  müssen.  Die  Steuerkommissärin  habe  der 

Wandelanleihe  per  31.  Dezember  2005  selbst  einen  Wert  von  60%  beigemessen, 

weshalb die Abschreibung zumindest teilweise anzuerkennen sei.  

In der Beschwerde-/Rekursantwort vom 5. Januar 2011 beantragte das kanto-

nale Steueramt, den steuerbaren Reingewinn in teilweiser Gutheissung der Rechtsmit-

tel  auf  Fr.  32'153.-  festzusetzen.  Die  Wandelanleihe  sei  klar  im  Eigentum  des  Mehr-

heitsaktionärs gewesen, habe er diese doch auch in seiner Steuererklärung deklariert 

und die Zinsen vereinnahmt. Sie sei an der E Börse gehandelt worden; per März 2006 

sei ein Tageskurs von 35% zu entnehmen; demnach habe der Wert der Wandelanleihe 

35%  von  Fr.  500'000.-  betragen.  Dementsprechend  sei  eine  Abschreibung  von  Fr. 

125'000.- im Geschäftsjahr 1.7.2005 – 30.6.2006 und von Fr. 50'000.- im Geschäftsjahr 

1.7.2006 – 30.6.2007 zum Abzug zuzulassen. Dies ergebe unter Berücksichtigung des 

Verlustvortrags neu einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 32'153.-.  

Die  Pflichtige  hielt  in  ihrer  Replik  vom  25.  Februar  2011  an  ihren  Anträgen 

fest. Die Überlegungen in Bezug auf die teilweise Zulässigkeit der Abschreibung seien 

nachvollziehbar und richtig. Sie griffen aber zu kurz, da im Kreis des Verwaltungsrats 

jederzeit  klar  gewesen  sei,  dass  die  Pflichtige  die  Wandelanleihe  zu  einem  späteren 

Zeitpunkt unter Schadloshaltung des Mehrheitsaktionärs übernehmen werde. In seiner 

Duplik vom 16. März 2011 hielt das kantonale Steueramt ebenfalls an seinen Anträgen 

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gemäss  Rekurs-/Beschwerdeantwort  fest.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess 

sich jeweils nicht vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  Pflichtige  stellt  Einschätzungsanträge  in  Bezug  auf  die  Steuerperiode 

1.7.2005 – 30.6.2006 und macht hierzu geltend, dass sie noch keine Einschätzungen 

erhalten habe. Nach den Ausführungen des kantonalen Steueramts in der Beschwer-

de-/Rekursantwort  ist  die  Schlussrechnung  für  die  direkte  Bundessteuer  1.7.2005  – 

30.6.2006  jedoch  am  30.  August  2010  und  diejenige  für  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuer 1.7.2005 – 30.6.2006 am 31. August 2010 versandt worden.  

a) Ob die Einschätzungen damit korrekt eröffnet worden sind, kann offen blei-

ben, da unstreitig kein Einspracheentscheid vorliegt und das Steuerrekursgericht des-

halb für die Behandlung der diesbezüglichen Einschätzungsanträge nicht zuständig ist 

(Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezem-

ber 1990, DBG, bzw. § 147 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Inso-

weit ist auf die Rechtsmittel nicht einzutreten. 

b) In Bezug auf die Steuerperiode 1.7.2006 – 30.6.2007 besteht keine Veran-

lassung, mit der Behandlung der Beschwerde bzw. des Rekurses bis zur Klärung allfäl-

liger  Unklarheiten  in  der  Vorsteuerperiode  zuzuwarten.  Denn  bei  einer  Einschätzung 

mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  0.-  erwächst  nur  diese  in  Rechtskraft  und 

nicht  auch  die  Berechnung  des  Verlusts.  Aus  diesen  Gründen kann  bei  der  späteren 

Geltendmachung  dieser  Verluste  deren  Ermittlung  erneut  überprüft  werden  (Rich-

ner/Frei/ Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 67 N 10 und 

Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 70 N 13). Unter 

den Parteien ist nicht streitig, dass die Einschätzungen für die Steuerperiode 1.7.2005 

– 30.6.2006 je auf einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 0.- zu lauten haben; streitig 

ist  nur  die  Frage  der  Höhe  des  resultierenden  Verlustvortrags  für  die  streitbetroffene 

Folgeperiode. Diese Frage kann aber nach dem Gesagten im vorliegenden Verfahren 

ungeachtet der Frage der Rechtskraft der Vorsteuerperiode behandelt werden.  

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2. a)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  setzt  sich  gemäss 

Art. 58  Abs. 1  DBG  und  § 64  Abs. 1  StG  zusammen  aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrech-

nung, unter Berücksichtigung des Saldovortrags des Vorjahres (lit. a bzw. Ziff. 1), und 

(unter anderem) allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiede-

nen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung  von  geschäftsmässig 

begründetem  Aufwand  verwendet  werden  (lit. b  bzw.  Ziff. 2),  wie  insbesondere  ge-

schäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen (al. 2 bzw. lit. b) 

sowie  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  und  geschäftsmässig  nicht  be-

gründete  Zuwendungen  an  Dritte  (al.  5  bzw.  lit. e).  Geschäftsmässig  begründet  sind 

Aufwendungen,  Abschreibungen  und Rückstellungen,  die  objektiv  im  Zusammenhang 

mit der Unternehmenstätigkeit und damit im Interesse des Unternehmensziels getätigt 

werden (vgl. Kuhn/Brülisauer, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 

2. A.,  Art. 24  N 57  ff.  StHG).  Geldwerte  Leistungen  in  letzterem  Sinn  sind  nach  der 

Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine 

gleichwertige  Gegenleistung  erhält,  (b)  der  Aktionär  bzw.  Anteilsinhaber  direkt  oder 

indirekt  (z.B.  über  eine  ihm  nahestehende  Person  oder  Unternehmung)  einen  Vorteil 

empfängt, der einem Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, 

die Leistung also insofern ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für 

die Gesellschaftsorgane erkennbar war (vgl. BGE 119 Ib 116 E. 2 S. 119 f.; 115 Ib 274 

E.  9b  S. 279;  ASA  69,  202  E.  2;  68,  246  E.  3a;  je  mit  weiteren  Hinweisen).  Diesfalls 

liegt keine geschäftsmässige Begründetheit  vor, denn  die Zuwendung  erfolgt  nicht  im 

Interesse  der  juristischen  Person,  sondern  in  jenem  des  an  ihr  Beteiligten  oder  einer 

ihm nahestehenden Person.  

Ob  eine  Leistung  der  Gesellschaft  an  den  Inhaber  von  Beteiligungsrechten 

gerade  wegen  dieser  Eigenschaft  erfolgt  ist  und  einem  Dritten  nicht  erbracht  worden 

wäre,  bestimmt  sich  danach,  ob  die  Leistung  ungewöhnlich  ist  und  sich  mit  einem 

sachgemässen  Geschäftsgebaren  nicht  vereinbaren  lässt,  also  als  geschäftsmässig 

nicht  begründet  erscheint  (BGE  113  Ib  23  E.  2c).  Anzustellen  ist  dazu  ein  Drittver-

gleich. Dabei sind in jedem Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Ge-

sellschaft  und  dem  Anteilseigner  abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen  und 

es  muss  davon  ausgehend  bestimmt  werden,  ob  das  Geschäft  in  gleicher  Weise  mit 

einem  der  Gesellschaft  nicht  Verbundenen  auch  abgeschlossen  worden  wäre 

(BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).  

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Um  die  Beurteilung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  von  geltend  ge-

machten  Aufwendungen,  Abschreibungen  und  Rückstellungen – mithin  der  allfällig 

damit verbundenen verdeckten Gewinnausschüttungen – zu ermöglichen, ist die steu-

erpflichtige  Kapitalgesellschaft  kraft  der  sie  treffenden  gesetzlichen  Obliegenheiten 

gehalten, an der Abklärung der behaupteten Tatsachen mitzuwirken, wobei sie für de-

ren Verwirklichung die Beweislast trägt (vgl. RB 1987 Nr. 35; VGr, 12. Dezember 2007, 

SB.2007.00050, je auch zum Folgenden). Insbesondere hat sie spätestens vor Steuer-

rekursgericht innerhalb der Rekurs- bzw. Beschwerdefrist eine substanziierte Sachdar-

stellung  vorzutragen  und  die Beweismittel für  deren  Richtigkeit  beizubringen  oder  an-

zubieten.  Fehlt  es  an  einer  genügenden Substanziierung  oder  Beweisleistung,  ist  der 

Nachweis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  der  geltend  gemachten  Aufwendun-

gen, Abschreibungen und Rückstellungen zu Ungunsten der beweisbelasteten Kapital-

gesellschaft als misslungen zu betrachten.  

b) Es ist unbestritten, dass die Pflichtige von ihrem Hauptaktionär mit Kaufver-

trag vom 22. März 2006 Wandelobligationen von nominal Fr. 500‘000.- zu einem Kauf-

preis  von  Fr. 475'000.-  erworben hat;  die Leistung  des  Kaufpreises erfolgte  – rückda-

tiert  auf  den  1.  Juli  2005  –  durch  Gutschrift  auf  das  Konto  Darlehen  Aktionär.  Das 

kantonale Steueramt legt das Kursblatt der E Börse vor, welches für die Wandelanleihe 

per März 2006 einen Kurswert (Geld) von 35% ausweist. Dies ergibt einen Marktwert 

der verkauften Anteile von Fr. 175'000.- (35% von nominal Fr. 500'000.-). Demnach hat 

die  Pflichtige  Fr.  300'000.-  mehr  bezahlt,  als  die  Wandelanleihe  zu  diesem  Zeitpunkt 

erkennbar wert war. Daraus ergibt sich ohne weiteres eine verdeckte Gewinnausschüt-

tung an den Pflichtigen in diesem Umfang.  

c) Der Einwand der Pflichtigen, sie sei von Anfang an wirtschaftlich Berechtig-

te der Wandelanleihe gewesen, verfängt nicht: Es ist unbestritten, dass der Mehrheits-

aktionär die Wandelanleihe in eigenem Namen und aus eigenen Mitteln erworben hat. 

Nach den Feststellungen des kantonalen Steueramts hat er diese in der Folge in seiner 

privaten  Steuererklärung  deklariert  und  die  Zinszahlungen  vereinnahmt.  Demgegen-

über  ist  die Wandelanleihe  nie  in  der  Buchhaltung  der  Pflichtigen  aufgeführt  worden. 

Damit  war  sie  bis  zum  Kauf  auch  nie  rechtliche  Eigentümerin.  Daran  ändert  nichts, 

dass der Kauf nach Sachdarstellung der Pflichtigen – ein Beleg hierzu liegt nicht vor – 

im Zusammenhang mit dem Abschluss des Liefervertrags mit der  C AG stand. Selbst 

wenn das Motiv für den Kauf darin bestanden hätte, den Liefervertrag erst zu ermögli-

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chen, ändert dies nichts daran, dass rechtlich eben der Hauptaktionär der Käufer war 

und nicht die Pflichtige.  

d) Die Pflichtige macht weiter geltend, die spätere Übernahme der Wandelan-

leihe zum Gestehungspreis sei bereits 2002 mit dem Hauptaktionär vereinbart worden. 

Eine  geschäftsmässige  Begründetheit  für  ein  solch  ungewöhnliches  Vorgehen  ist  in-

dessen nicht ersichtlich: 

aa)  Die  Pflichtige  führte  hierzu  ursprünglich  aus,  der  Kauf  durch  den  Mehr-

heitsaktionär sei damals lediglich deshalb erfolgt, weil es ihr an Liquidität gefehlt habe, 

um die Wandelanleihe selber zu zeichnen. Entsprechende Ausführungen enthält auch 

der  Ingress  des  Kaufvertrags  vom  22.  März  2006.  Diese  Sachdarstellung  leuchtet  in-

dessen  in  keiner  Weise  ein.  Wenn  die  Geschäftsleitung  tatsächlich  entschlossen  ge-

wesen wäre, das Geschäft mit der C AG zu den genannten Bedingungen abzuschlies-

sen,  wäre  es  ihr  ohne  weiteres  möglich  gewesen,  die  notwendige  Liquidität  zu 

beschaffen,  da  der  Hauptaktionär  offenkundig  über  die  flüssigen  Mittel  verfügte  und 

bereit  war,  das  Engagement  einzugehen.  Eine  weitere  Variante  wäre  gewesen,  dass 

der  Hauptaktionär  die  Wertschriften  erworben  und  unter  Gutschrift  auf  seinem  Aktio-

närskonto  in  die  Pflichtige  eingebracht  hätte,  wie  man  es  dann  ja  auch  im  Jahr  2006 

gemacht  hat.  Zudem  legt  das  kantonale  Steueramt  im  Einspracheentscheid  nachvoll-

ziehbar dar, dass bei der Pflichtigen im Zeitpunkt der Zeichnung am 2. August 2002 die 

notwendige  Liquidität  durchaus  vorhanden  war,  verfügte  sie  doch  gemäss  Jahresab-

schluss per 1. Juli 2002 über flüssige Mittel von rund Fr. 2 Mio. Die bloss schematische 

Darstellung  der  Pflichtigen  vermag  dies  nicht  zu  wiederlegen.  Die  Behauptung,  die 

Wandelanleihe sei aufgrund mangelnder Liquidität durch den Hauptaktionär gezeichnet 

worden,  ist  damit  in keiner  Art  und Weise  plausibel,  und  wenn  dies  sogar  im  Ingress 

des Kaufvertrags vom 22. März 2006 explizit festgehalten wird, erweist sich dieser Ver-

trag  insgesamt  als  unglaubwürdig.  Mit  Liquiditätsproblemen  lässt  sich  das  Geschäft 

nicht erklären.  

bb) Auf S. 2 der Replik macht die Pflichtige neu geltend, der Kauf durch den 

Mehrheitsaktionär  sowie  eine  spätere  Übernahme  der Wandelobligation  unter  Schad-

loshaltung  desselben  sei  vereinbart  worden,  weil  der  Grossauftrag  firmenseitig  gar  

„nicht finanzierbar" gewesen sei. Erst als sich der Hauptaktionär bereit erklärt habe, die 

Zeichnung  der  Wandelobligationen  aus  privaten  Mitteln  vorzunehmen,  habe  der  Ver-

waltungsrat  seine  Zustimmung  zum  Liefervertrag  mit  der  C  AG  gegeben.  Bei  dieser 

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Sachdarstellung  ist  indessen  unklar,  was  die  Pflichtige  unter  "nicht  finanzierbar"  ver-

steht.  Der  Hauptaktionär  war  nach  ihrer  Sachdarstellung  ja  bereit,  die  notwendigen 

finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, sodass das Geschäft für die Pflichtige ein-

fach hätte vorgenommen werden können. Sollte das Geschäft als für die Pflichtige zu 

riskant  betrachtet  worden  sein,  bleibt  rätselhaft,  weshalb  die  Variante  Kauf  durch 

Mehrheitsaktionär/spätere  Übernahme  unter  Schadloshaltung  desselben  hätte  vorge-

zogen werden sollen, ist doch wirtschaftlich mit diesem Vorgehen genau dasselbe Ri-

siko  verbunden  wie  bei  einem  Kauf  von  Anfang  an.  Mithin  ist  die  angeblich  gewählte 

Variante ebenso wenig "finanzierbar". Zudem ist der Inhalt der angeblichen ursprüngli-

chen  Vereinbarung  zwischen  der  Pflichtigen  und  ihrem  Hauptaktionär  völlig  im  Dun-

keln, existiert doch kein schriftlicher Vertrag. Das von der Pflichtigen eingereichte Ver-

waltungsratsprotokoll vom 16. November 2001 hilft nicht weiter, enthält es hierzu doch 

keine Ausführungen. Zudem bleibt  ungeklärt, weshalb der Mehrheitsaktionär Zinszah-

lungen auf den Wandelanleihen selbst vereinnahmt hat.  

Mithin  vermag  auch  diese  Sachdarstellung  die  geschäftsmässige  Begründet-

heit  des  gewählten  Vorgehens  nicht  aufzuzeigen.  Da  eine  Zeugeneinvernahme  eine 

substanziierte Sachdarstellung  voraussetzt,  an  welcher  es demnach in Bezug  auf  die 

geschäftsmässige Begründetheit fehlt, erübrigt es sich, die von der Pflichtigen angebo-

tenen Verwaltungsräte hierzu als Zeugen einzuvernehmen.  

e) Die Steuerkommissärin kommt der Pflichtigen in der Beschwerde-/Rekurs-

antwort  insoweit  entgegen,  als  sie  von  einem  Wert  der  Wandelanleihe  von  35%  im 

Zeitpunkt  des  Kaufs  am  22.  März  2006  ausgeht  und  dementsprechend  einen  Erwerb 

zu diesem Wert  als  geschäftsmässig  begründet betrachtet.  Davon  ausgehend  akzep-

tiert  sie  eine  Abschreibung  von  diesem  Wert,  und  zwar  auf  Fr.  50'000.-  per  30.  Ju-

ni 2006  und  auf  Fr.  0.-  per  30.  Juni  2007.  Damit  setzt  sie  voraus,  dass  die  Pflichtige 

bereit gewesen wäre, anstelle des effektiv vollzogenen Kaufvertrags einen solchen zu 

einem Preis von 35% abzuschliessen, und dass ein solcher Kauf geschäftsmässig be-

gründet gewesen wäre. Diese Annahmen sind aber nicht gerechtfertigt:  

Ein Artikel der F vom … "C: Hoffen auf ein Wunder" berichtet von Verlusten in 

Millionenhöhe und bezeichnet das Unternehmen als "serbelnd". Ein Auszug aus einem 

Wirtschafts-Blog  vom  …  spricht  sodann  vom  "finanziellen  Schiffbruch"  des  Projekts 

und  einem  drohenden  Konkurs.  Zudem  war  gemäss  Kursblatt  auch  schon  vor  dem 

22. März 2006 einmal ein Tiefststand der Wandelanleihe von 20% zu verzeichnen. Der 

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notierte Kurs von 35% war zudem offenkundig nicht repräsentativ für die Zukunft: zum 

Einen  erfolgten  Verkäufe  an  der  E  Börse  nicht  stetig,  sondern  mit  grösseren  Abstän-

den,  erfolgte  doch  gemäss  Kursblatt  vom  22.  März  2006  letztmalig  ein  Verkauf  am 

16. März  2006.  Zum  Anderen  aber  geht  aus  dem  erwähnten  Wirtschaftsblog  hervor, 

dass diverse Bilanzsanierungsvarianten diskutiert wurden, wovon die aussichtsreichste 

Option  in  einer  Wandlung  der  Wandelanleihe,  einem  Aktienkapitalschnitt  und  einer 

anschliessenden  Kapitalerhöhung  bestanden  hatte.  Gemäss  Mitteilung  auf  der  Inter-

netseite  der  E  Börse  ist  der  Handel  mit  der Wandelanleihe  auf  Antrag  der  C  AG  per 

Mai 2006 sistiert worden, da der Verwaltungsrat "einen Nachlass" vorbereitet. Gemäss 

einer  weiteren  Mitteilung  erfolgte  per  Juli  2006  schliesslich  die  Aussetzung  des  Han-

dels mit der Wandelanleihe  wegen einer Gerichtsverhandlung über ein Nachlassstun-

dungsgesuch.  Auch  wenn  diese  Aussetzung  des  Handels  erst  nach  dem  Abschluss 

des Kaufvertrags vom 22. März 2006 erfolgte, konnte es der Pflichtigen nicht entgan-

gen sein, dass sich die C AG in einer schwierigen finanziellen Lage befand (Hinweise 

dafür finden sich im Kaufvertrag selber); dies gesteht sie denn auch ein. Demnach war 

im Zeitpunkt des Kaufs ein weiterer erheblicher Preiszerfall der Obligation nicht auszu-

schliessen  sondern  vielmehr  zu  erwarten,  womit  sich  das  Geschäft  als  sehr  riskant 

erwies.  Die  Pflichtige  bezweckt  die  Herstellung  und  den  Vertrieb  von  elektronischen 

Geräten; die Investition in Risikoanlagen gehört nicht zu ihrem Geschäftsbereich. Unter 

ihren  Aktiven  befinden  sich  keine  weiteren  solchen  Wertpapiere.  Damit  ist  keine  ge-

schäftsmässige Begründung  ersichtlich,  sich auf  den Erwerb  einer  offenkundig  notlei-

denden  und  damit  risikobehafteten  Wandelobligationsanleihe  überhaupt  einzulassen. 

Dass  sie  es  dennoch  getan  hat,  lässt  sich  nur  mit  der  beherrschenden  Stellung  des 

Verkäufers und Mehrheitsaktionärs erklären.  

Ist  demnach  keine  geschäftliche  Begründung  für  das  Geschäft  erkennbar, 

fehlt  auch  eine  Grundlage  für  die  Zulassung  der  nachfolgend  vorgenommenen  Ab-

schreibungen. Damit sind entgegen dem Antrag des kantonalen Steueramts in der Be-

schwerde-/Rekursantwort die Einschätzungen zu bestätigen.  

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde und der Rekurs abzu-

weisen. Ausgangsgemäss sind die Beschwerde- und Rekurskosten der Pflichtigen auf-

zuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG und Art. 144 Abs. 1 DBG) und ist ihr keine Parteientschä-

digung  zuzusprechen  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

1 DB.2010.259 
1 ST.2010.356 

 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

[…] 

1 DB.2010.259 
1 ST.2010.356