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**Case Identifier:** 7cff94af-927a-5c69-b0ef-437f3738d1ce
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.06.2023 SK.2022.30
**Docket/Reference:** SK.2022.30
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2022-30_2023-06-21

## Full Text

Mehrfache, ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); mehrfache, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB) (eventualiter mehrfaches Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [Art. 76 aI 6 bzw. 7 BVG]); schwerer Fall von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 FinfraG, bzw. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG); mehrfaches versuchtes Ausnützen von Insiderinformationen (...;;Mehrfache, ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); mehrfache, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB) (eventualiter mehrfaches Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [Art. 76 aI 6 bzw. 7 BVG]); schwerer Fall von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 FinfraG, bzw. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG); mehrfaches versuchtes Ausnützen von Insiderinformationen (...;;Mehrfache, ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB); mehrfache, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB) (eventualiter mehrfaches Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [Art. 76 aI 6 bzw. 7 BVG]); schwerer Fall von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 FinfraG, bzw. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG); mehrfaches versuchtes Ausnützen von Insiderinformationen (...;;

Urteil vom 21. Juni 2023  
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stefan Heimgartner, Vorsitz 

Sylvia Frei und Martin Stupf  

Gerichtsschreiber Friedo Breitenfeldt 

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch a. o. Staats-

anwalt des Bundes Oliver Otto 

und als Privatklägerschaft 

 

1. B., vertreten durch E. 

 

2. C., vertreten durch Rechtsanwalt Manuel Stengel 

  

3. D. AG, vertreten durch Rechtsanwalt Sandro Abegglen 

 

gegen 

 

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Hans Hofstetter 

 

und als Drittbetroffene 

 

F. 

 

Gegenstand  
Mehrfache ungetreue Amtsführung, mehrfache qualifizierte 

ungetreue Geschäftsbesorgung (eventualiter mehrfaches 

Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Al-

ters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge), schwerer 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.30 

- 2 - 

SK.2022.30 

Fall von Ausnützen von Insiderinformationen, mehrfaches 

versuchtes Ausnützen von Insiderinformationen, mehrfa-

che Geldwäscherei 

- 3 - 

SK.2022.30 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. Schuldigsprechung von A. im Sinne der Anklageschrift. 

2. Anrechnung der erstandenen Haft. 

3. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren. 

4. Vollzug der Freiheitsstrafe. 

5. Verpflichtung des A. zur Ablieferung von Fr. 3’116’423.56 als Ersatzforderung für 

den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil an den Staat. 

6. Aufrechterhaltung der Beschlagnahme der Konto- und Depot-Guthaben, Grund-

stücke, Uhren, Goldbarren und der Barschaft bis im Zwangsvollstreckungsver-

fahren betreffend die Verfahrenskosten und Ersatzforderung über Sicherungs-

massnahmen entschieden wurde oder die Ersatzforderung und Verfahrenskos-

ten getilgt wurden, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt 

der Rechtskraft des Entscheides betreffend Verpflichtung zur Bezahlung der Ver-

fahrenskosten und Ersatzforderung. 

7. Kostenauflage. 

Anträge der Privatklägerschaft B.: 

1. Es sei der Beschuldigte im Sinn der Anklage  

− wegen des gewebsmässigen Betruges i.S.v. Art. 146 Abs. 2 StGB; 

− eventualiter der mehrfachen ungetreuen Amtsführung im Sinn von Art. 314 StGB;  

− eventualiter der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung ge-

mäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB; 

− eventualiter des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die be-

rufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge im Sinn von Art. 76 Abs. 6 

BVG; 

− eventualiter des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die be-

rufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge im Sinn von Art. 76 Abs. 7 

BVG; 

- 4 - 

SK.2022.30 

− des schweren Falls von Ausnutzen von Insiderinformationen im Sinn von Art. 154 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 FinfraG und im Sinn von Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 

aBEHG; 

− des versuchten mehrfachen Ausnutzens von Insiderinformationen im Sinne von 

Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG und im Sinn von Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG jeweils 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Geldwäscherei im Sinn von Art. 305bis Ziff. 1 StGB; 

schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. 

2. Es sei dem B., E., adhäsionsweise Schadenersatz in der Höhe von 

Fr. 1‘298’547.45 zuzüglich Zins von 5 % seit dem jeweiligen Datum des einzelnen 

schädigenden Ereignisses (Ereignisse vom 17. Juni 2008 bis zum 31. Okto-

ber 2014) zuzusprechen. 

3. Es seien sämtliche einzuziehenden Gegenstände und Vermögenswerte 

und/oder deren Verwertungserlöse sowie die vom Beschuldigten zu bezahlenden 

Geldstrafen, Bussen und Ersatzforderungen gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. a-c StGB 

dem B. im Umfang von dessen Zivilforderungen von Fr. 1’298’547.45 zuzüglich 

Zins von 5 % Zins seit dem jeweiligen Datum der einzelnen schädigenden Ereig-

nisse (Ereignisse vom 17. Juni 2008 bis zum 31. Oktober 2014) zuzusprechen. 

4. Eventualiter sei die Zuweisung der einzuziehenden Gegenstände und Vermö-

genswerte und/oder deren Verwertungserlöse sowie die vom Beschuldigten zu 

bezahlenden Geldstrafen, Bussen und Ersatzforderungen gemäss Art. 73 Abs. 1 

lit. a-c StGB bis zum Entscheid über die Zivilforderung auszusetzen und die Be-

schlagnahme bis zu diesem Zeitpunkt aufrechtzuerhalten. 

5. Die Forderungen der übrigen Privatklägerinnen seien abzuweisen, soweit sie un-

seren Anträgen entgegenstehen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschuldigten. 

Anträge der Privatklägerschaft C.: 

1. Es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklage wegen 

− des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB; 

− eventualiter der mehrfachen ungetreuen Amtsführung im Sinne von Art. 314 

StGB; 

- 5 - 

SK.2022.30 

− eventualiter der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung ge-

mäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB; 

− eventualiter des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die be-

rufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge im Sinne von Art. 76 

Abs. 6 BVG; 

− eventualiter des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die be-

rufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge im Sinne von Art 76 

Abs. 7 BVG; 

− des schweren Falls von Ausnützen von Insiderinformationen im Sinne von 

Art. 154 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 FinfraG und im Sinne von Art. 40 Abs. 1 lit. a 

i.V.m. Abs. 2 aBEHG; 

− des versuchten mehrfachen Ausnutzens von Insiderinformationen im Sinne von 

Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG und im Sinne von Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG jeweils 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB; 

schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. 

2. Es sei der C., adhäsionsweise Schadenersatz in der Höhe von Fr. 3’116’423.56 

zzgl. 5 % Zins seit dem jeweiligen Datum der einzelnen schädigenden Ereignisse 

zuzusprechen. 

3. Eventualiter zu Rechtsbegehren I sei der C., adhäsionsweise Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 1’817’476.11 zzgl. 5 % Zins seit dem jeweiligen Datum der ein-

zelnen schädigenden Ereignisse zuzusprechen. 

4. Es seien sämtliche einzuziehenden Gegenstände und Vermögenswerte 

und/oder deren Verwertungserlöse sowie die vom Beschuldigten zu bezahlenden 

Geldstrafen, Bussen und Ersatzforderungen gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. a-c StGB 

Im Umfang der Zivilforderungen von Fr. 3’116’423.56 zzgl. 5 % Zins seit dem 

jeweiligen Datum der einzelnen schädigenden Ereignisse bis zum 15. Mai 2023 

der C. zuzusprechen. 

5. Eventualiter zu Rechtsbegehren 3 seien sämtliche einzuziehenden Gegenstände 

und Vermögenswerte und/oder deren Verwertungserlöse sowie die vom Be-

schuldigten zu bezahlenden Geldstrafen, Bussen und Ersatzforderungen ge-

mäss Art. 73 Abs. 1 lit. a-c StGB im Umfang der Zivilforderungen von 

Fr. 1’817’476.11 zzgl. 5 % Zins seit dem jeweiligen Datum der einzelnen schädi-

genden Ereignisse der C. zuzusprechen. 

- 6 - 

SK.2022.30 

6. Subeventualiter sei die Zuweisung der einzuziehenden Gegenstände und Ver-

mögenswerte und/oder deren Verwertungserlöse sowie die vom Beschuldigten 

zu bezahlenden Geldstrafen, Bussen und Ersatzforderungen gemäss Art. 73 

Abs. 1 lit. a-c StGB bis zum Entscheid über die Zivilforderung auszusetzen und 

die Beschlagnahme bis zu diesem Zeitpunkt aufrechtzuerhalten. 

7. Die Forderungen der übrigen Privatklägerinnen seien abzuweisen. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschuldigten. 

Anträge der Privatklägerschaft D. AG 

1. Es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklage zum Nachteil der Privatklägerin D. 

schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen sowie zu verpflichten, der 

Privatklägerin D. folgende Beträge zu bezahlen: 

− Fr. 3’116’423.56 zzgl. Zins von 5 % p.a. seit dem 16. Mai 2023; und 

− Fr. 1’366’223.05 als aufgelaufener Zins von 5 % p.a. seit dem jeweiligen Datum 

der einzelnen schädigenden Ereignisse bis zum 15. Mai 2023. 

2. Es seien die nachfolgend aufgelisteten, beschlagnahmten und gesperrten Ver-

mögenswerte unter Aufhebung der Beschlagnahme und Verzicht auf Einziehung 

(Art. 70 Abs. 1 in fine StGB) der Privatklägerin D. zur Deckung ihrer Forderung 

gemäss Ziff. 1 auszuhändigen: 

− Konto 1 bei der G. AG, lautend auf A. (Buchgeld, Saldo per 07.07.2021: Fr. 

6’536.41, BA act. 80201001 ff., insbesondere BA act. 80201012 f.); 

− E-Trading-Konto 2 bei der G. AG, lautend auf A. (Wertschriften und Buchgeld, 

Saldo per 07.07.2021: Fr. 784’227.48, BA act. 80201001 ff., insbesondere BA 

act. 80201012 und 17); 

− Konto Nr. 3 bei der H. AG, lautend auf A. (Wertschriften und Buchgeld, Saldo per 

07.07.2021: Fr. 44’785.06, BA act. 80301001, insbesondere BA act. 80301017 

und -20); 

− Miteigentumsanteil zu ½ von A. am Grundstück: Einfamilienhaus an der  

I.-Strasse in Z.; Liegenschaft Nr. 4; E-GRID 5 (BA act. 80401001 ff., insbeson-

dere BA act. 804010010); 

− Miteigentumsanteil zu ½ von A. am Grundstück: Stockwerkeigentum an der  

J.-Strasse in Z.; Stockwerkeigentum Nr. 6; E-GRID 7 (BA act. 80401001 ff., ins-

besondere BA act. 804010010); 

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SK.2022.30 

− Alleineigentum von A. am Grundstück: Miteigentumsanteil 8 in Y.; E-GRID 9, (BA 

act. 80501001 ff., insbesondere BA act. 80501012); 

− Depot 10 bei der K.-Bank, lautend auf A. und F. (Wertschriften, Saldo per 

12.07.2021: Fr. 140’807.44, [BA act. 80601001 ff., insbesondere BA act. 

80601029]); 

− Wertschriftendepot 11, Privatkonto 12 und Abrechnungskonto Depot 13 bei der 

L.-Bank, alle lautend auf A. (Wertschriften und Buchgeld, Saldo per 07.07.2021 

insgesamt Fr. 396’966.28, BA act. 80701001 ff., insbesondere BA 

act. 80701024); 

− Wertschriftendepot 14 und Abrechnungskonto Depot 15 bei der L.-Bank, lautend 

auf A. und F. (Wertschriften und Buchgeld, Saldo per 07.07.2021 insgesamt 

Fr. 409’691.03, BA act. 80701001ff., insbesondere BA act. 80701026); 

− Armbanduhr IWC, S-Nr. 16; Armbanduhr IWC, Fliegeruhr Mark XVII; 3 Goldbar-

ren à 1 kg inkl. Zertifikate-Nr. 17, 18, 19 (BA act. 80801002 ff., zurzeit als Sach-

kaution Nr. 20 bei der Kasse der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich); 

− Bargeld Fr. 8'000.--, GBP 1820, LEI 161 und EUR 925 (insgesamt Fr. 11’282, 

zurzeit bei der Kasse der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, BA 

act. 81101001ff.). 

3. Eventualiter zu Rechtsbegehren Ziff. 2 seien die nachfolgend aufgelisteten, be-

schlagnahmten und gesperrten Vermögenswerte unter Aufhebung der Beschlag-

nahme einzuziehen und die eingezogenen Vermögenswerte und Verwertungs-

erlöse (subeventualiter allfällige Ersatzforderungen, Geldstrafen und Bussen) der 

Privatklägerin D. im Umfang ihrer Forderungen gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 

zuzusprechen, unter Abtretung ihrer Forderung in diesem Umfang an die Eidge-

nossenschaft (Art. 73 Abs. 1 und 2 StGB): 

− Konto 1 bei der G. AG, lautend auf A. (Buchgeld, Saldo per 07.07.2021: 

Fr. 6’536.41, BA act. 80201001 ff., insbesondere BA act. 80201012 f.); 

− E-Trading-Konto 2 bei der G. AG, lautend auf A. (Wertschriften und Buchgeld, 

Saldo per 07.07.2021: Fr. 784’227.48, BA act. 80201001 ff., insbesondere BA 

act. 80201012 und 17); 

− Konto Nr. 3 bei der H. AG, lautend auf A. (Wertschriften und Buchgeld, Saldo per 

07.07.2021: Fr. 44’785.06, BA act. 80301001, insbesondere BA act. 80301017 

und -20); 

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SK.2022.30 

− Miteigentumsanteil zu ½ von A. am Grundstück: Einfamilienhaus an der  

I.-Strasse in Z.; Liegenschaft Nr. 4; E-GRID 5 (BA act. 80401001 ff., insbeson-

dere BA act. 804010010); 

− Miteigentumsanteil zu ½ von A. am Grundstück: Stockwerkeigentum an der  

J.-Strasse in Z.; Stockwerkeigentum Nr. 6; E-GRID 7 (BA act. 80401001 ff., ins-

besondere BA act. 804010010); Alleineigentum von A. am Grundstück: Miteigen-

tumsanteil 8 in Y.; E-GRID 9, (BA act. 80501001 ff., insbesondere BA 

act. 80501012). 

Anträge der Verteidigung: 

1. A. sei von den Vorwürfen der mehrfachen ungetreuen Amtsführung, der mehrfa-

chen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, des mehrfachen Vergehens 

gegen das Bundesgesetz über die beruflich Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denvorsorge im Sinne von Art. 76 Abs. 7 BVG, des vollendeten Ausnutzens von 

Insiderinformationen, des versuchten mehrfachen Ausnutzens von Insiderinfor-

mationen sowie vom Vorwurf der mehrfachen Geldwäscherei freizusprechen. 

2. A. sei des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die berufliche 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge im Sinne von Art. 76 Abs. 6 BVG 

für den Zeitraum Juli 2015 bis 30. August 2018 schuldig zu sprechen. 

3. A. sei dafür mit einer bedingt zu erlassenden Freiheitsstrafe von 5 Monaten unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren sowie zu einer Verbindungsbusse von 

Fr. 5’000.-- zu bestrafen. 

4. Die Beschlagnahme sämtlicher Vermögenswerte sei aufzuheben und sämtliche 

beschlagnahmten Vermögenswerte seien dem Angeschuldigten bzw. seiner 

Ehefrau herauszugeben. 

5. Die Zivilklagen der Privatklägerschaft seien abzuweisen, eventualiter auf den Zi-

vilweg zu verweisen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des 

Staates. 

  

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SK.2022.30 

Prozessgeschichte: 

A. Am 4. Dezember 2017 erstattete die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht 

(FINMA) beim Kantonalen Untersuchungsamt des B.s Strafanzeige gegen A. 

(hinfort: «der Beschuldigte») wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesor-

gung. In der Anzeige wird zusammengefasst ausgeführt, dass der Beschuldigte 

als Portfoliomanager seit dem 1. Januar 2003 beim B. bzw. ab dem 1. Novem-

ber 2014 bei der C. für die Verwaltung zweier Teilvermögen («M.» und «N.») des 

Umbrella-Fonds «O.» verantwortlich gewesen sei. Als Fondsleitung habe die 

D. AG geamtet. Gemäss ersten Abklärungen der FINMA habe der Beschuldigte 

in der Zeit von 1. Januar 2013 bis 30. April 2016 über 3'500 private Transaktio-

nen abgewickelt, die eine grosse Parallelität zu den von diesem im Rahmen sei-

ner Funktion als Portfoliomanager verwalteten vorgenannten Teilvermögen auf-

weisen würden. Es bestehe daher der Verdacht, dass er Informationen über be-

vorstehende, grossvolumige Börsengeschäfte der durch ihn verwalteten Teilver-

mögen mittels privater Transaktionen für sich ausgenutzt habe, indem er seine 

privaten Kauf- und Verkaufsaufträge mit denjenigen für die von ihm verwalteten 

Teilvermögen abgestimmt habe, um zu seinen Gunsten entsprechende Gewinne 

zu realisieren (BA 20101001 ff.). 

B. Am 14. Dezember 2017 übermittelte das kantonale Untersuchungsamt des B.s 

die Strafanzeige zwecks Durchführung eines Ermächtigungsverfahrens an die 

Anklagekammer des B.s (BA 10101001 ff.). Mit Entscheid vom 21. Dezem-

ber 2017 erteilte die Anklagekammer des B.s die Ermächtigung zur Eröffnung 

eines Strafverfahrens gegen den Beschuldigten (BA 10101003 ff.). 

C. Am 22. Januar 2018 wurden gestützt auf einen entsprechenden Antrag zwei aus-

serkantonale Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich für 

das vorliegende Strafverfahren eingesetzt (BA 10201001 ff.). 

D. Mit Verfügung vom 13. April 2018 eröffnete die Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten wegen ungetreuer 

Amtsführung gemäss Art. 314 StGB und ungetreuer Geschäftsbesorgung ge-

mäss Art. 158 Ziff. 1 StGB (BA 10101009). 

E. Anschliessend nahm die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich mehrere Er-

mittlungshandlungen vor; mitunter führte sie mehrere Hausdurchsuchungen 

durch, edierte verschiedenste Unterlagen und beschlagnahmte mehrere Vermö-

genswerte des Beschuldigten und seiner Ehefrau F. (BA Rubrik 04 und 08). 

F. Der Beschuldigte befand sich vom 26. September 2018, 6.05 Uhr, bis 27. Sep-

tember 2018, 19.15 Uhr, in Haft (BA 80101001 ff.). In dieser Zeit fanden zwei 

Hafteinvernahmen mit dem Beschuldigten statt (BA 50101001 ff.; 50101055 ff.). 

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SK.2022.30 

G. Anschliessend nahm die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich weitere Be-

weiserhebungen vor, namentlich ernannte sie am 11. Juli 2019 – nach vorgängi-

ger Gewährung des rechtlichen Gehörs – P. der Q. AG als Sachverständigen und 

beauftragte diesen mit der Erstellung eines Gutachtens im Zusammenhang mit 

dem vorliegend relevanten Sachverhalt (BA 41601065 ff.). Das schriftliche Gut-

achten wurde am 15. Oktober 2019 erstattet (BA 41601107) und am 10. Ja-

nuar 2020 ergänzt (BA 41501164). 

H. Am 10. Februar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich ein Er-

suchen um Verfahrensübernahme an die Bundesanwaltschaft, da der dem Be-

schuldigten vorgeworfene Sachverhalt voraussichtlich ebenfalls den Tatbestand 

des Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 154 FinfraG erfülle und 

die Verfolgung und Beurteilung gemäss Art. 156 Abs. 1 FinfraG ausschliesslich 

der Bundesgerichtsbarkeit unterstünden (BA 10101010 ff.). 

I. Am 14. September 2020 bestätigte die Bundesanwaltschaft die Verfahrensüber-

nahme und Weiterführung des Verfahrens in Bundeskompetenz (BA 10101015) 

und setzte gleichzeitig die das Verfahren bisher geführten ausserkantonalen 

Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich als ausserordentli-

che Staatsanwälte des Bundes ein (BA 10401001 ff.). 

J. Anschliessend wurden weitere Ermittlungshandlungen vorgenommen, nament-

lich fand am 20. November 2020 eine weitere Einvernahme des Beschuldigten 

sowie am 8. Juli 2021 die Schlusseinvernahme mit diesem statt 

(BA 50201001 ff.; 50301001 ff.)  

K. Mit Schreiben vom 9. Juli 2021 kündigte die Bundesanwaltschaft den Parteien 

den bevorstehenden Abschluss des Vorverfahrens an, informierte sie über die 

beabsichtigte Anklageerhebung gegen den Beschuldigten und setzte ihnen eine 

Frist von 10 Tagen zur Stellung von Beweisanträgen, die – aufgrund entspre-

chender Anträge – bis zum 31. August 2021 erstreckt wurde (BA 70101025 ff.; 

70401013 ff.; 70601362 ff.; 70701003 ff.). Die Privatklägerschaft verzichtete da-

rauf, Beweisanträge zu stellen (BA 70401013 ff.; 70601369; 70701003 ff.). Die 

Verteidigung beantragte mit Schreiben vom 24. August 2021 zwei Ergänzungen 

des Gutachtens der Q. AG (BA 70101030 ff.). Mit Verfügung vom 8. Septem-

ber 2021 wies die Bundesanwaltschaft beide Beweisanträge ab 

(BA 70101037 ff.). 

L. Am 30. Juni 2022 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts Anklage (TPF pag. 24.100.001) gegen den Beschuldigten we-

gen mehrfacher ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB), mehrfacher qualifizier-

ter ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB), eventu-

- 11 - 

SK.2022.30 

aliter mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die berufliche Al-

ters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Art. 76 al. 6 und 7 BVG), eines 

schweren Falles von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a 

i.V.m. Abs. 2 FinfraG resp. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG), mehrfachen 

versuchten Ausnützens von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG 

resp. Art. 40 Abs. 1 aBEHG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) und mehrfacher Geldwä-

scherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB). 

M. Mit Verfügung vom 20. Juli 2022 lud der Vorsitzende die Parteien ein, bis zum 

3. August 2022 Beweisanträge zu stellen und zu begründen (TPF 

pag. 24.400.001 f.). Die Frist wurde letztlich aufgrund entsprechender Anträge 

der Parteien bis zum 31. August 2022 verlängert (TPF pag. 24.400.004 f.). Die 

Verteidigung wiederholte mit Schreiben vom 26. August 2022 ihre im Vorverfah-

ren gestellten und durch die Bundesanwaltschaft abgewiesenen Beweisanträge 

(TPF pag. 24.521.007 ff.). Am 29. September 2022 hiess der Vorsitzende den 

Antrag des Beschuldigten auf Ergänzung des von der Q. AG im Rahmen des 

Vorverfahrens erstellten Gutachtens gut. Zudem erteilte er einen Gutachtensauf-

trag an das Schweizerische Institut für Rechtsvergleichung (TPF pag. 24.250.003 

ff.). Die übrigen Verfahrensbeteiligten verzichten auf die Stellung von Beweisan-

trägen. 

N. Die Hauptverhandlung fand am 6. Juni 2023 in Anwesenheit der Bundesanwalt-

schaft, des Beschuldigten in Begleitung seines Verteidigers sowie Vertretern der 

Privatklägerschaft B., C. sowie D. AG am Sitz des Bundesstrafgerichts statt. Die 

Drittbetroffene F. verzichtete auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung. 

O. Das Urteil wurde am 21. Juni 2023 mündlich eröffnet und begründet. 

P. Die Bundesanwaltschaft, die Privatklägerschaft B., C. und D. AG sowie der Be-

schuldigte meldeten allesamt fristgerecht Berufung gegen das Urteil an.  

  

- 12 - 

SK.2022.30 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

Die angeklagten Straftaten unterstehen gestützt auf Art. 44 aBEHG bzw. Art. 156 

Abs. 1 FinfraG i.V.m. Art. 26 Abs. 2 StPO der Bundesgerichtsbarkeit. Damit ist 

die Zuständigkeit des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

gegeben (Art. 19 StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 und Art. 36 des Bundesgesetzes 

über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 

[StBOG; SR 173.71]). 

1.2 Schweizerische Strafhoheit 

1.2.1 Rechtliches 

Dem Schweizerischen Strafrecht ist grundsätzlich nur unterworfen, wer in der 

Schweiz ein Verbrechen oder Vergehen begeht (Art. 3 Abs. 1 StGB). Ein Verbre-

chen oder Vergehen gilt als da begangen, wo der Täter es ausführt oder pflicht-

widrig untätig bleibt, und da, wo der Erfolg eingetreten ist (Art. 8 Abs. 1 StGB). 

Dem schweizerischen Strafrecht sind gemäss Art. 7 Abs. 1 StGB (aktives Perso-

nalitätsprinzip) ferner unterworfen, wer als Schweizer Bürger im Ausland ein Ver-

brechen oder Vergehen begeht, ohne dass die Voraussetzungen der Art. 4-6 

(Verbrechen oder Vergehen im Ausland gegen den Staat, Straftaten gegen Min-

derjährige im Ausland, gemäss staatsvertraglicher Verpflichtung verfolgte Aus-

landtaten) erfüllt sind, wenn die Tat auch am Begehungsort strafbar ist oder der 

Begehungsort keiner Strafgewalt unterliegt (lit. a), der Täter sich in der Schweiz 

befindet oder ihr wegen dieser Tat ausgeliefert wird (lit. b) und nach schweizeri-

schem Recht die Tat die Auslieferung zulässt, der Täter jedoch nicht ausgeliefert 

wird (lit. c). Eine Auslieferung ist nach schweizerischem Recht zulässig, wenn die 

Tat nach dem Recht sowohl der Schweiz als auch des ausländischen Staates 

mit einer freiheitsbeschränkenden Sanktion im Höchstmass von mindestens ei-

nem Jahr oder mit einer schwereren Sanktion bedroht ist (Art. 35 Abs. 1 lit. a 

IRSG). 

Dem Beschuldigten werden verschiedene Handlungen vorgeworfen. Die Mehr-

heit hiervon soll er in der Schweiz begangen haben. Diesbezüglich ist die schwei-

zerische Strafhoheit ohne Weiteres gegeben (Art. 3 Abs. 1 StGB). Die Anklage 

wirft dem Beschuldigten unter dem Gesichtspunkt der Geldwäscherei aber auch 

vor, dass er an verschiedenen Bankschaltern und Geldautomaten im Ausland 

(Deutschland, Frankreich, Österreich, Rumänien, Spanien, Ungarn, Vereinigtes 

Königreich [England]) Bargeld, das aus einem Verbrechen herrühre, bezogen 

und dadurch die Sicherstellung, Beschlagnahme und Einziehung dieser Gelder 

erschwert habe. Diese mutmasslichen Auslandbarbezüge wurden nicht im Sinne 

- 13 - 

SK.2022.30 

von Art. 3 Abs. 1 StGB in der Schweiz begangen. Deshalb und mangels Vorlie-

gens der Voraussetzungen von Art. 4-6 StGB ist näher zu prüfen, ob die Voraus-

setzungen des aktiven Personalitätsprinzips gemäss Art. 7 Abs. 1 StGB erfüllt 

sind. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Bargeldbezüge fallen unter den Tat-

bestand der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB, der eine Höchst-

strafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Zudem war und ist der Beschuldigte 

Schweizer Bürger und befindet sich bis heute in der Schweiz. Schliesslich stellt 

die Geldwäscherei entsprechend den vorgenannten Strafandrohungen ein Aus-

lieferungsdelikt i.S.v. Art. 35 IRSG dar, sodass die Auslieferung grundsätzlich zu-

lässig ist. Der Beschuldigte wird indes wegen seiner Schweizer Staatsbürger-

schaft nicht ausgeliefert (Art. 25 Abs. 1 BV; Art. 7 Abs. 1 IRSG). Genauer zu be-

leuchten ist die Frage des Erfordernisses der beidseitigen Strafbarkeit i.S.v. Art. 7 

Abs. 1 lit. a StGB hinsichtlich der Geldwäschereihandlungen sowie der entspre-

chenden Vortaten. 

1.2.2 Gutachterauftrag 

Zu diesem Zweck erteilte die Verfahrensleitung dem Schweizerischen Institut für 

Rechtsvergleichung am 13. Oktober 2022 einen Gutachtensauftrag mit folgender 

Fragestellung: «(1) Wie lautete der Geldwäschereitatbestand (inkl. Strafandro-

hung) zu nachstehenden Zeitpunkten im Strafrecht folgender Staaten? (a) in 

Frankreich am 5. September 2017 (b) in Rumänien am 20. Oktober 2015 und 

15. September 2016 (c) in Spanien am 14. Januar 2015 (d) in Ungarn am 23. Ap-

ril 2016, 9. August 2016 und 31. Oktober 2017 (e) in England am 5. Mai 2014, 

30. Oktober 2014, 21. März 2015, 5. Mai 2015 und 20. Oktober 2017? (2) Fanden 

die jeweiligen ausländischen Geldwäschereitatbestände zu den vorgenannten 

Zeitpunkten auch auf Personen Anwendung, welche die Vortat begangen ha-

ben? (3) Waren nachfolgende Delikte, wenn in der Schweiz begangen, taugliche 

Vortaten für die jeweiligen ausländischen Geldwäschereitatbestände zu vorge-

nannten Zeitpunkten? (a) qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB) (b) ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB) (c) schwe-

rer Fall von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Abs. 2 FinfraG bzw. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG)? (4) Bildeten sämt-

liche, durch eine Vortat gemäss Ziffer 3 erlangten Vermögenswerte unabhängig 

ihrer Höhe taugliche Tatobjekte der jeweiligen ausländischen Geldwäschereitat-

bestände? Falls nein, ab welcher Höhe waren sie erfasst?» (TPF pag. 

24.264.2.014 ff.). Am 17. Januar 2023 wurde das Gutachten dem Gericht vorge-

legt (TPF pag. 24.264.2.039 ff.).  

1.2.3 Frankreich 

Das Gutachten hält zum französischen Recht zusammengefasst Folgendes fest: 

Das Strafgesetzbuch stelle die «allgemeine Geldwäscherei» in Artikel 324-1 un-

ter Strafe. Die Geldwäschereihandlung bestehe aus zwei Elementen: einem ma-

- 14 - 

SK.2022.30 

teriellen Element, das in zwei Bereiche unterteilt werden könne und einem ge-

meinsamen subjektiven Element: dem Vorsatz. Was das materielle Element be-

trifft, so seien die beiden Formen der Geldwäscherei in den Absätzen 1 und 2 

des Artikels 324-1 des Strafgesetzbuches geregelt. Der Straftatbestand der 

Geldwäscherei könne entweder in der Beihilfe zur Herkunftsverschleierung von 

Vermögenswerten und Einkünften (Abs. 1), oder in der Unterstützung eines Ge-

schäfts, dessen Erträge aus einem Verbrechen oder Vergehen stammten 

(Abs. 2), bestehen. Was das subjektive Element betreffe, so sei Vorsatz notwen-

dig. Für die erste Form, die in Absatz 1 von Artikel 324-1 des Strafgesetzbuches 

genannt werde, müsse der Beschuldigte Kenntnis von der Existenz der Haupttat 

haben. Bei der zweiten Form nach Absatz 2 müsse der Beschuldigte wissen, 

dass das Geschäft, an dem er mitwirke, den direkten oder indirekten Ertrag aus 

einem Verbrechen oder Vergehen zum Gegenstand habe. Die Strafandrohung 

sei in den Artikeln 324-1 und 324-2 des Strafgesetzbuches geregelt, wobei der 

erste die einfache Geldwäscherei und der zweite die schwere Geldwäscherei un-

ter Strafe stelle.  

Die Begehung von Geldwäschedelikten setze die Begehung eines Verbrechens 

oder Vergehens als Vortat voraus. Dessen objektiven und subjektiven Elemente 

müssten erfüllt sein. Zunächst müsse die Vortat nach französischem Recht straf-

bar sein. Die zweite Voraussetzung sei die schuldhafte Erfüllung der Vortat. Zu-

dem müsse diese dem Täter einen Gewinn verschaffen (Artikel 324-1 Abs. 1 

Strafgesetzbuch) oder einen sonstigen Ertrag hervorbringen (Artikel 324-1 Abs. 2 

Strafgesetzbuch). In der Lehre umstritten sei, ob der Vortäter sein eigener Geld-

wäscher sein könne, was die Rechtsprechung jedoch bejahe. So sei die Kumu-

lierung des Straftatbestands der Geldwäscherei mit demjenigen der Vortat zuläs-

sig, wenn die Taten auf einen unterschiedlichen Vorsatz zurückzuführen seien. 

Gemäss französischem Strafrecht könne die Vortat auch im Ausland begangen 

worden sein. Vorliegend kämen grundsätzlich Betrug, Korruptionsdelikte oder 

Veruntreuung als Vortaten in Frage. Ein Mindestdeliktbetrag werde nicht voraus-

gesetzt (TPF pag. 24.264.2.043 ff.). 

1.2.4 Rumänien 

Zum rumänischen Recht ist dem Gutachten zusammengefasst Folgendes zu ent-

nehmen: Dieses kenne mit Art. 29 des Gesetzes 656/2002 ebenfalls eine Geld-

wäschereistrafnorm. Gemäss der Rechtsprechung des rumänischen Verfas-

sungsgerichts könne der Vortäter sein eigener Geldwäscher sein. Hinsichtlich 

der Vortat kenne das rumänische Recht den sog. all crime-Ansatz, wonach sämt-

liche Straftatbestände des rumänischen Strafrechts, darunter die rumänischen 

Äquivalente der ungetreuen Amtsführung, ungetreuen Geschäftsführung sowie 

der Insiderstrafnorm, mögliche Vortaten bildeten. Auch ausländische Vortaten 

seien von der rumänischen Geldwäschereistrafnorm erfasst. Ein Mindestdelikt-

betrag werde nicht vorausgesetzt (TPF pag. 24.264.2.055 ff.). 

- 15 - 

SK.2022.30 

1.2.5 Spanien 

Zum spanischen Recht führt das Gutachten Folgendes aus: Auch dieses kenne 

mit Art. 301 des spanischen Strafgesetzbuchs einen Geldwäschereistraftatbe-

stand. Nach dieser Bestimmung begehe Geldwäscherei, wer Vermögenswerte 

erwerbe, besitze, verwende, umwandle oder mit sich führe und dabei wisse, dass 

sie aus einer von ihm oder einem Dritten (in Spanien oder im Ausland) begange-

nen kriminellen Tätigkeit stammten oder wer eine andere Handlung vornehme, 

um deren unrechtmässige Herkunft zu verbergen oder der Person, die an der 

Straftat beteiligt gewesen sei, dabei zu helfen, sich der Strafverfolgung zu ent-

ziehen. Geldwäscherei könne auch durch grobe Fahrlässigkeit begangen wer-

den. Der Vortäter könne sein eigener Geldwäscher sein. Auch Spanien kenne 

den all crime-Ansatz, wonach jeder Tatbestand des spanischen Strafrechts eine 

Vortat zur Geldwäscherei darstellen könne, darunter das jeweilige Äquivalent im 

spanischen Strafrecht der ungetreuen Amtsführung, der ungetreuen Geschäfts-

führung sowie des Insiderhandels. Ein Mindestdeliktbetrag bestehe lediglich im 

Falle des Insiderhandels (EUR 500'000.--). Ebenfalls erfasst seien ausländische 

Vortaten (TPF pag. 24.2642.059 ff.). 

1.2.6 Ungarn 

Gemäss den Ausführungen des Gutachtens habe das ungarische Recht zum 

Tatzeitpunkt eine Geldwäschereistrafnorm aufgewiesen, die jedoch in ihrem An-

wendungsbereich nicht deckungsgleich mit derjenigen des Schweizer Rechts 

sei. So seien die infrage kommenden Art. 399 sowie 400 des ungarischen Straf-

gesetzbuches lediglich auf körperliche Gegenstände anwendbar. Zwar wende 

die Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs diese Tatbestände ebenfalls auf 

Buchgeld sowie Kryptowährungen an, dies jedoch contra legem und ohne wei-

tere Begründung. Der Gutachter kommt deshalb zum Schluss, dass Geldwä-

scherei nach dem zum damaligen Zeitpunkt in Kraft gewesenen Recht lediglich 

an körperlichen Gegenständen (Sachen) habe begangen werden können. Als 

Vortat komme jegliche Straftat in Betracht – darunter das jeweilige Äquivalent im 

ungarischen Strafrecht der ungetreuen Amtsführung, der ungetreuen Geschäfts-

führung sowie des Insiderhandels – bei der es sich nicht um eine blosse Über-

tretung handle. Gemäss ungarischer Rechtsprechung und Literatur spiele es 

keine Rolle, ob die Vortat innerhalb oder ausserhalb Ungarns begangen worden 

sei. Ein Mindestdeliktbetrag sei nicht vorgesehen (TPF pag. 24.264.2.067 ff.). 

1.2.7 England 

Das Gutachten äussert sich folgendermassen zur Rechtslage in England (und 

Wales) zum Tatzeitpunkt: Mit dem Proceeds of Crime Act (POCA) bestehe eine 

Geldwäschereistrafnorm. Diese bestrafe namentlich die Ausfuhr, den Besitz, die 

Erlangung von Vermögenswerten krimineller Herkunft für sich selbst oder für ei-

nen Dritten. Auch England kenne den sogenannten all crime-Ansatz, weshalb 

- 16 - 

SK.2022.30 

sämtliche Straftatbestände infrage kämen, darunter das jeweilige Äquivalent im 

englischen Strafrecht der ungetreuen Amtsführung, der ungetreuen Geschäfts-

führung sowie des Insiderhandels. Ein Mindestdeliktbetrag (GBP 250.--) bestehe 

lediglich bei der Beurteilung von Handlungen von Finanzinstituten (TPF pag. 

24.264.2.079 ff.).  

1.2.8 Würdigung 

Die Ausführungen im Rahmen des Gutachtens des Schweizerischen Instituts für 

Rechtsvergleichung vom 17. Januar 2023 können als vollständig, nachvollzieh-

bar und schlüssig bezeichnet werden. Im Ergebnis besteht kein triftiger Grund, 

um von den Schlussfolgerungen im genannten Bericht in fachlicher Hinsicht ab-

zuweichen, womit grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.  

1.2.9 Frankreich 

Es ist zu prüfen, ob das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit für die in Frank-

reich begangenen Geldwäschereihandlungen gegeben ist. Zunächst ist festzu-

halten, dass Geldwäscherei in Frankreich zum Tatzeitpunkt eine strafbare Hand-

lung darstellte. Als Vortat gemäss französischem Recht kommt Art. 313-1 des 

französischen Strafgesetzbuchs in Frage. Hierbei handelt es sich um den Tatbe-

stand des Betrugs («escroquerie»). Betrug ist gemäss französischer Rechtsauf-

fassung die Tatsache, dass eine natürliche oder juristische Person entweder 

durch die Verwendung eines falschen Namens oder einer falschen Eigenschaft, 

durch den Missbrauch einer wahren Eigenschaft oder durch betrügerische Ma-

chenschaften getäuscht wird, um sie so zu ihrem eigenen Schaden oder zum 

Schaden eines Dritten dazu zu bringen, Geld, Werte oder einen beliebigen Ver-

mögenswert zu übergeben, eine Dienstleistung zu erbringen oder eine Handlung 

vorzunehmen, die eine Verpflichtung oder Entlastung bewirkt («L'escroquerie est 

le fait, soit par l'usage d'un faux nom ou d'une fausse qualité, soit par l'abus d'une 

qualité vraie, soit par l'emploi de manœuvres frauduleuses, de tromper une per-

sonne physique ou morale et de la déterminer ainsi, à son préjudice ou au préju-

dice d'un tiers, à remettre des fonds, des valeurs ou un bien quelconque, à fournir 

un service ou à consentir un acte opérant obligation ou décharge»). Im Sinne 

einer summarischen Prüfung kann das Verhalten des Beschuldigten unter diesen 

Tatbestand subsumiert werden. So nutzte der Beschuldigte erwiesenermassen 

seine Stellung als Portfoliomanager dazu aus, einen vermögenswerten Vorteil zu 

erzielen und schädigte auf diese Weise seinen jeweiligen Arbeitgeber. Im Ergeb-

nis besteht die beidseitige Strafbarkeit für die durch den Beschuldigten in Frank-

reich begangenen Geldwäschereihandlungen.   

1.2.10 Rumänien 

Aus den Feststellungen des Gutachtens geht hervor, dass die Geldwäscherei 

zum Tatzeitpunkt im rumänischen Recht eine Straftat darstellte. Zudem bestand 

- 17 - 

SK.2022.30 

ein Äquivalent zur ungetreuen Amtsführung im rumänischen Recht. Im Ergebnis 

besteht die beidseitige Strafbarkeit für die durch den Beschuldigten in Rumänien 

begangenen Geldwäschereihandlungen.   

1.2.11 Spanien 

Aus den Feststellungen des Gutachtens geht hervor, dass die Geldwäscherei 

zum Tatzeitpunkt im spanischen Recht eine Straftat darstellte. Zudem bestand 

ein Äquivalent zur ungetreuen Amtsführung im spanischen Recht. Im Ergebnis 

besteht die beidseitige Strafbarkeit für die durch den Beschuldigten in Spanien 

begangenen Geldwäschereihandlungen.   

1.2.12 Ungarn 

Aus den Feststellungen des Gutachtens geht hervor, dass die Geldwäscherei 

zum Tatzeitpunkt im ungarischen Recht eine Straftat darstellte. Zwar sei die 

Rechtslage bezüglich des Buchgelds als Geldwäschereiobjekt zum Tatzeitpunkt 

unklar gewesen, jedoch gehe aus der Rechtsprechung des Obersten Gerichts-

hofes hervor, dass dieses von der ungarischen Geldwäschereistrafnorm erfasst 

(gewesen) sei. Folglich fielen die Handlungen des Beschuldigten aus ungari-

scher Sicht unter den Tatbestand der Geldwäscherei. Zudem bestand ein Äqui-

valent zur ungetreuen Amtsführung im ungarischen Recht. Im Ergebnis besteht 

die beidseitige Strafbarkeit für die durch den Beschuldigten in Ungarn begange-

nen Geldwäschereihandlungen. 

1.2.13 England 

Aus den Feststellungen des Gutachtens geht hervor, dass die Geldwäscherei 

zum Tatzeitpunkt im englischen (und walisischen) Recht eine Straftat darstellte. 

Zudem bestand ein Äquivalent zur ungetreuen Amtsführung im englischen 

Recht. Im Ergebnis besteht die beidseitige Strafbarkeit für die durch den Beschul-

digten in England begangenen Geldwäschereihandlungen.   

1.2.14 Ergebnis 

Im Ergebnis ist das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit i.S.v. Art. 7 Abs. 1 

lit. a StGB bei sämtlichen dem Beschuldigten vorgeworfenen Geldwäscherei-

handlungen erfüllt und es besteht folglich schweizerische Strafhoheit hinsichtlich 

der betreffenden Auslandstaten.  

1.3 Anwendbares Recht 

1.3.1 Gemäss dem strafrechtlichen Rückwirkungsverbot (Art. 2 Abs. 1 StGB) gilt 

grundsätzlich das alte Recht. Art. 2 Abs. 2 StGB sieht indes vor, dass das neue 

Recht anzuwenden ist, wenn es für den Täter das mildere ist als das zum Zeit-

punkt der Tat geltende (sog. lex mitior; vgl. in Bezug auf die Verjährung auch 

- 18 - 

SK.2022.30 

Art. 389 StGB). Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 

sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 

konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 

E. 6.2.1). Entsprechend dem Grundsatz der Alternativität gelangt jedoch in Be-

zug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht zur 

Anwendung. Hat der Täter indessen mehrere selbständige strafbare Handlungen 

begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob 

das alte oder das neue Recht milder ist (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3).  

1.3.2 Der Beschuldigte soll die ihm zur Last gelegten Handlungen im Zeitraum vom 

17. Juni 2008 bis 30. August 2018 begangen haben, mithin teils vor und teils 

nach der Revision von Art. 97 StGB (Verfolgungsverjährung) vom 1. Januar 2014 

(AS 2013 4417), der teilweisen Aufhebung des aBEHG und Inkrafttretens des 

FinfraG bzw. der Überführung der entsprechenden Straf- und weiteren Bestim-

mungen vom aBEHG ins FinfraG am 1. Januar 2016 (AS 2015 5339) und der 

Revision des Sanktionenrechts vom 1. Januar 2018 (AS 2016 1249). Im Übrigen 

bestehen keine relevanten Unterschiede zwischen dem zum Tatzeitpunkt und 

dem heute geltenden Recht.  

1.4 Ermächtigung 

Dem Beschuldigten werden teilweise Verbrechen und Vergehen, die dessen 

Amtsführung beim B. bzw. bei der C. betreffen, vorgeworfen (zur Beamtenstel-

lung des Beschuldigten vgl. E. 3.4.1). Die hierfür im B. erforderliche Ermächti-

gung zur Strafverfolgung der Anklagekammer (Art. 7 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 17 

Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf- und Jugendstrafpro-

zessordnung des B.s [EG-StPO; sGS 962.1]) wurde mit Entscheid vom 21. De-

zember 2017 erteilt (BA 10101003 ff.). 

1.5 Verjährung 

1.5.1 Die Anklage wirft dem Beschuldigten unter anderem vor, sich aufgrund von im 

Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 vorgenommenen verlustbrin-

genden Transaktionen des mehrfachen versuchten Ausnützens von Insiderinfor-

mationen (Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) strafbar ge-

macht zu haben. 

1.5.2 Zur Klärung der Frage der Verjährung bedarf es einer antizipierten Subsumtion 

des qualifizierten Falls. Dies, weil dort die Verjährungsfrist aufgrund der ange-

drohten Strafe bei 15 Jahren liegt. Der qualifizierte Fall gemäss Art 40 aBEHG 

Abs. 2, der einen Vermögensvorteil von mehr als einer Million Franken voraus-

setzt, liegt nur dann vor, wenn gestützt auf ein und dieselbe Information ein Net-

togewinn in dieser Höhe erzielt wird. Geschieht dies mittels mehrerer Transakti-

onen, so müssen diese in natürlicher Handlungseinheit erfolgen. In casu liegt  

- 19 - 

SK.2022.30 

a priori weder ein Ausnützen von ein und derselben Information noch eine natür-

liche Handlungseinheit vor. Da die Verfolgungsverjährung für Straftaten, die mit 

einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren bedroht waren bis zum 31. Dezember 2013 

lediglich 7 Jahre betrug, wären sämtliche vor diesem Datum begangenen Insi-

derdelikte am 31. Dezember 2020 verjährt gewesen. Für Taten ab dem 1. Ja-

nuar 2014 beträgt die Verjährungsfrist 10 Jahre, sodass alle späteren Insiderde-

likte gemäss Abs. 1 von Art. 40 aBEHG bzw. Art. 154 FinfraG noch nicht verjährt 

sind. Dies betrifft konkret die vom Beschuldigten unter dem Aspekt des versuch-

ten Ausnützens von Insiderinformationen vorgenommenen Handlungen im Zu-

sammenhang mit folgenden drei Transaktionen: 

− Transaktion vom 14. Mai 2013 (ID 1630) 

− Transaktion vom 23. Mai 2013 (ID 1644) 

− Transaktion vom 13. Juni 2013 (ID 1663) 

1.5.3 Das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen versuchten mehrfachen Ausnüt-

zens von Insiderinformationen ist in dieser Hinsicht einzustellen. 

2. Schwerer Fall des Ausnützens von Insiderinformationen sowie mehrfaches 

versuchtes Ausnützen von Insiderinformationen 

2.1 Anklagevorwurf 

Betreffend den Anklagevorwurf kann im Wesentlichen auf die bei der ungetreuen 

Amtsführung gemachten Ausführungen verwiesen werden (E. 3.1). Unter dem 

Gesichtspunkt des schweren Falls des Ausnützens von Insiderinformationen wird 

dem Beschuldigten indes lediglich ein Teil der vorne beschriebenen Transaktio-

nen vorgeworfen. Konkret werden ihm 705 Transaktionen vorgeworfen, die er im 

Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 30. August 2018 vorgenommen und mittels derer 

er einen persönlichen Ertrag von Fr. 2'402'346.47 erzielt haben soll. 

Zudem wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten versuchtes Ausnützen 

von Insiderinformationen aufgrund von 69 Transaktionen vor, in denen ein Ver-

lust resultiert habe. 

2.2 Rechtliches 

2.2.1 Vorliegend stellt sich zunächst die Frage des anwendbaren Rechts. Der Beschul-

digte soll die ihm zur Last gelegten Handlungen im Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 

30. August 2018 begangen haben. Der Tatbestand des Ausnützens von Insider-

informationen sowie dessen qualifizierter schwerer Fall war in der Zeit vom 

1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2015 durch Art. 40 aBEHG geregelt. Per 1. Ja-

nuar 2016 wurde der Insidertatbestand – zusammen mit weiteren einschlägigen 

Bestimmungen – vom aBEHG ohne materielle Änderung in das FinfraG übertra-

gen (AS 2015 5339; Botschaft zum Finanzmarktinfrastrukturgesetz [FinfraG] vom 

- 20 - 

SK.2022.30 

3. September 2014, BBl 2014 7483, 7587). Unter Berücksichtigung des straf-

rechtlichen Rückwirkungsverbots (Art. 2 Abs. 1 StGB) ist mangels milderen 

Rechts für die im Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2015 mutmasslich 

vorgenommenen Handlungen das aBEHG in seiner damals geltenden Fassung 

massgebend. Die Beurteilung der ab dem 1. Januar 2016 bis zum 30. Au-

gust 2018 mutmasslich begangenen Handlungen richtet sich hingegen nach den 

Bestimmungen des FinfraG in seiner damals geltenden Fassung. 

2.2.2 Des Ausnützens von Insiderinformationen macht sich unter anderem strafbar, 

wer als Organ oder Mitglied eines Leitungs- oder Aufsichtsorgans eines Emitten-

ten oder einer den Emittenten beherrschenden oder von ihm beherrschten Ge-

sellschaft oder als eine Person, die aufgrund ihrer Beteiligung oder aufgrund ihrer 

Tätigkeit bestimmungsgemäss Zugang zu Insiderinformationen hat, sich oder ei-

nem anderen einen Vermögensvorteil verschafft, indem er eine Insiderinforma-

tion dazu ausnützt, Effekten, die an einer Börse oder einer börsenähnlichen Ein-

richtung bzw. einem Handelsplatz in der Schweiz zum Handel zugelassen sind, 

zu erwerben oder zu veräussern (Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG in der ab dem 

1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2015 geltenden Fassung bzw. Art. 154 Abs. 1 

lit. a FinfraG in der ab dem 1. Januar 2016 bis zum 31. Juli 2021 geltenden Fas-

sung). Ein schwerer Fall des Ausnützens von Insiderinformationen liegt vor, wenn 

durch die vorgenannte Handlung ein Vermögensvorteil von mehr als einer Million 

Franken erzielt wird (Art. 40 Abs. 2 aBEHG in der ab dem 1. Mai 2013 bis 31. De-

zember 2015 geltenden Fassung bzw. Art. 154 Abs. 2 FinfraG). 

2.2.3 Täter gemäss Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG sind 

sog. Primärinsider. Zwischen der Position des Primärinsiders und der Kennt-

niserlangung der Insiderinformation muss ein funktionaler Zusammenhang be-

stehen. Erforderlich ist, dass die konkrete Tätigkeit der fraglichen Person not-

wendig damit einhergeht, dass sie die Insiderinformation erfährt. Dies kann da-

rauf zurückzuführen sein, dass die Information zur ordnungsgemässen Erledi-

gung der Tätigkeit benötigt wird oder dass die fragliche Person bei dem Sach-

verhalt mitwirkt, auf den sich die Information bezieht (Urteil des Bundesstrafge-

richts SK.2017.3 vom 8. Juni 2017 E. 3.1; SETHE/FAHRLÄNDER, in: Sethe et al. 

[Hrsg.], Schulthess Kommentar, Kommentar zum Finanzmarktinfrastrukturge-

setz [FinfraG], 2017, Art. 154 FinfraG N. 10; WOHLERS/PFLAUM, in: Watter/Bahar 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Finanzmarktaufsichtsgesetz/Finanzmarktinfrastruk-

turgesetz, 3. Aufl. 2019, Art. 154 FinfraG N. 27 f.).  

2.2.4 Tatobjekt ist eine Insiderinformation. Als solche gilt eine vertrauliche Information, 

deren Bekanntwerden geeignet ist, den Kurs von Effekten, die an einer Börse 

oder einer börsenähnlichen Einrichtung bzw. einem Handelsplatz in der Schweiz 

zum Handel zugelassen sind, erheblich zu beeinflussen (Art. 2 lit. f aBEHG in der 

ab dem 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2015 geltenden Fassung bzw. Art. 2 lit. j 

FinfraG in der ab dem 1. Januar 2016 bis zum 31. Juli 2021 geltenden Fassung). 

- 21 - 

SK.2022.30 

2.2.4.1 Es ist näher auf den Begriff der Information einzugehen. Dieser wurde mit der 

per 1. Mai 2013 in Kraft getretenen Revision der Insiderstrafnorm und deren 

Überführung ins aBEHG eingeführt, nachdem unter dem alten Recht (aArt. 160 

Ziff. 1 StGB in der bis zum 30. April 2013 geltenden Fassung) noch der Terminus 

der Tatsache verwendet wurde. Damit wurde der Straftatbestand an die in der 

Europäischen Union gebräuchliche Terminologie angepasst. Eine Ausdehnung 

des sachlichen Anwendungsbereichs der Strafnorm war mit dieser terminologi-

schen Änderung nicht verbunden (Botschaft zur Änderung des Börsengesetzes 

[Börsendelikte und Marktmissbrauch], BBl 2011 6873, 6885). Das Bundesgericht 

hielt bereits in Bezug auf das alte Recht fest, dass als Tatsachen i.S.v. aArt. 161 

Ziff. 1 StGB reale firmeninterne oder -externe Sachverhalte gelten und darunter 

unter anderem auch Pläne oder feste Absichten fallen, jedenfalls soweit sie ein 

bestimmtes Mass an Konkretisierung und Realisierungswahrscheinlichkeit er-

langt haben (BGE 145 IV 407 E. 3.2). Dies gilt gemäss Rechtsprechung des Bun-

desstrafgerichts auch für das unter dem aBEHG und FinfraG geltenden Recht 

(siehe Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 

E. 4.8.4; SK.2020.59 vom 10. Mai 2021 E. 3.3; SK.2020.36 vom 22. Juni 2021 

E. 2.4.9). Ob darüber hinaus weitere Umstände als Insiderinformationen gelten 

wird in casu zu zeigen sein (vgl. E. 2.4.15).  

2.2.4.2 Die Information muss vertraulich sein. Als vertraulich gilt eine Information, wenn 

sie nicht allgemein, sondern nur einem beschränkten Personenkreis bekannt ist 

(BGE 145 IV 407 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1052/2017 vom 

12. Juni 2018 E. 3.2). Dies ist in casu ohne Weiteres der Fall, da lediglich der 

Beschuldigte über betreffende Informationen verfügte. 

2.2.4.3 Seit der Revision des Insidertatbestands im Jahr 2013 (BBl 2011 6873 ff. 6885 f.) 

können gemäss Art. 2 lit. j FinfraG nicht mehr nur (interne) unternehmens-, son-

dern auch (externe) marktbezogene Informationen, d.h. solche die sich aus-

schliesslich auf Transaktionen von Aktien etc. eines Unternehmens beziehen, 

gegebenenfalls Insiderinformationen darstellen (SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., 507 

m.Hinw.; Art. 2 lit. j., N 61 ff.; FAHRLÄNDER, Der revidierte schweizerische Insider-

straftatbestand, Diss. Zürich 2015, S. 211). Die vorliegend im Raum stehenden 

Informationen in Form von bevorstehenden Aktienkäufen in erheblichem Umfang 

kommen demgemäss als tatbestandsmässige Insiderinformationen in Betracht.  

2.2.4.4 In der Lehre umstritten (pro, REMUND, L’exploitation d’informations d’initiés selon 

les articles 154 et 142 LIMF, Diss. Lausanne 2021, S. 470; SETHE/FAHRLÄNDER, 

Art.154, N 137; contra BSK FinfraG-WOHLERS/PFLAUM, Art. 154 N 40) und von 

der Rechtsprechung bisher nicht geklärt ist die Frage ob es sich auch bei vom 

Primärinsider selbst geschaffenen inneren Tatsachen, namentlich eigenen Plä-

nen und Absichten, ggf. um Insiderinformationen gemäss Art. 2 lit. f aBEHG bzw. 

Art. 2 lit. j FinfraG handeln kann (vgl. zum alten Recht: Urteil des Bundesgerichts 

1A.110/2002 vom 26. November 2002, E. 4.4). In diesem Zusammenhang fragt 

sich grundsätzlich, ob sogenanntes Frontrunning ggf. ebenfalls den Tatbestand 

- 22 - 

SK.2022.30 

von Art. 154 FinfraG zu erfüllen vermag (bejahend, da nicht erforderlich sei, dass 

die inkriminierte Information dem Insider von aussen zukomme, REMUND, a.a.O., 

S. 470; SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 154, N 60, 126 ff., 138). Beim klassi-

schen Frontrunning hat der Vermögensverwalter, Treuhänder oder Händler die 

Information über die Transaktion bestimmungsgemäss von einem Dritten erlangt, 

sodass ohne Weiteres eine Insiderinformation vorliegt und die ausnutzende Per-

son eine Primärinsiderstellung einnimmt (SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art.154, 

N 60). Vorliegende Konstellation ist insoweit atypisch als der Beschuldigte selber 

selbständig die betreffenden Transaktionsentscheide getroffen hat. Weder der 

Wortlaut noch die Gesetzesmaterialien enthalten einen Hinweis darauf, dass sel-

ber geschaffene Informationen keine Insiderinformationen darstellen könnten. 

Ein Teil der Lehre plädiert indes dafür, dass selbst gefasste Transaktionsabsich-

ten vom Anwendungsbereich der Insiderstrafnorm auszunehmen seien, weil der 

Wortlaut zu weit gefasst sei (BSK FinfraG-WOHLERS/PFLAUM, Art. 154 N 40). Eine 

derartige teleologische Reduktion lässt sich jedenfalls dann nicht begründen, 

wenn die betreffende Information der ausnützenden Person juristisch fremd ist, 

weil er für einen Dritten Transaktionen ausführt (in fine SETHE/FAHRLÄNDER, 

Art.154, N 12). Dies ist in casu der Fall, weil der Beschuldigte als Vertreter der 

M.N.O.-Fonds gehandelt hat. Mithin könnte sich der Beschuldigte bei gegebener 

Kursrelevanz des Tatbestands schuldig machen, indem er als Vermögensver-

walter der M.N.O.-Fonds kurz vor Ausführung der von ihm auf dessen Vermögen 

getroffenen Order für sein Privatvermögen entsprechende Effekten gehandelt hat 

(vgl. mutatis mutandis SETHE/FAHRLÄNDER, Frontrunning durch Vermögensver-

walter als Insiderdelikt, in: Jositsch et al. (Hrsg.), Festschrift für Andreas Do-

natsch, Zürich 2017, 499 ff., 511).  

2.2.4.5 Qualitativ wird vorausgesetzt, dass die vertrauliche Information kursrelevant ist, 

d.h. voraussichtlich bei ihrem Bekanntwerden geeignet ist, den Kurs von Effek-

ten, die an einer Börse oder einer börsenähnlichen Einrichtung bzw. einem Han-

delsplatz in der Schweiz zum Handel zugelassen sind, erheblich zu beeinflussen 

(Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches [Streichung 

von Art. 161 Ziff. 3 StGB] vom 8. Dezember 2006; BBl 2007 439, 444; Botschaft 

zur Änderung des Börsengesetzes vom [Börsendelikte und Marktmissbrauch] 

vom 31. August 2011, BBl 2011 6873, 6885; Botschaft zum Finanzmarktinfra-

strukturgesetz [FinfraG] vom 3. September 2014, BBl 2014 7483, 7587). Mass-

gebend für die Beurteilung des Kursbeeinflussungspotentials ist eine objektivie-

rende Betrachtungsweise ex ante. Im Zeitpunkt der Tat müssen für den Insider 

sowohl die Ausschlagrichtung (nach oben oder unten) als auch deren Intensität 

in groben Zügen vorhersehbar sein (BGE 145 IV 407 E. 3.2; TPF 2019 4 E. 4.6).  

2.2.4.6 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts beurteilt sich die Erheb-

lichkeit der Kursveränderung in Anlehnung an das US-amerikanische Insider-

recht nach dem sog. Reasonable Investor Test (so auch REMUND, a.a.O., 

S. 373 f., LEUENBERGER/THORMANN, Öffentliche Übernahmen und das revidierte 

- 23 - 

SK.2022.30 

Insiderhandelsverbot, in: Mergers & Acquisitions IV, 2014, S. 221 f., FAHRLÄN-

DER, a.a.O., S. 280 ff., die feste Grenzwerte ablehnen). Demnach ist die Kurser-

heblichkeit gegeben, wenn ein vernünftiger Anleger die Information mit erhebli-

cher Wahrscheinlichkeit als Teil der Grundlage seiner Anlageentscheidung nut-

zen würde (BGE 145 IV 407 E. 3.4.1; näher TPF 2019 4 E. 4.6). Auch die FINMA 

sieht ausdrücklich von der Nennung konkreter Grenzwerte ab (Anhörungsbericht 

FINMA-RS 13/8, 16; BSK-HOCH/HOTZ, Art. 2 lit. j FinfraG, N. 20). Da die Kursre-

levanz von unsicheren Informationen über unsichere Sachverhalte sowohl von 

der Zutreffenswahrscheinlichkeit der Informationen als auch von der Existenz- 

oder Eintrittswahrscheinlichkeit des Sachverhalts abhängt, wird der Reasonable 

Investor Test – ebenfalls in Anlehnung an das US-amerikanische Recht – zuwei-

len durch den Probability Magnitude Test ergänzt (FAHRLÄNDER, a.a.O., S. 299; 

vgl. dazu E. 2.4.16).  

2.3 Gutachten Q. 

2.3.1 Im Vorverfahren beauftragte die Bundesanwaltschaft P. und S., beide Partner bei 

der Q. AG, zur Erstellung eines Gutachtens. Zweck war zunächst die Beantwor-

tung der Frage, welche Transaktionen auf dem privaten H.-Konto des Beschul-

digten mit den ab 2008 für die Teilfonds «M.» und «N.» des Umbrellafonds «O.» 

durch den Beschuldigten als Portfoliomanager getätigten Transaktionen überein-

stimmen. Weiter war die Frage zu beantworten, wie viel Ertrag (nach Abzug der 

durch H. verrechneten Kommissionen) für den Beschuldigten aus den identifi-

zierten korrespondierenden Transaktionen resultierte. Zuletzt bildete zudem die 

Frage, ob die Sachverständigen in ihren Analysen weitere Statistiken gefunden 

hätten, die Anlass zu weiteren Bemerkungen geben würden. Das Gutachten 

wurde am 15. Oktober 2019 fertiggestellt und anschliessend zu den Verfahrens-

akten genommen (BA 41601).  

2.3.2 Am 12. Oktober 2022 beauftragte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts P. 

und T., beide Partner bei der Q. AG, mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens 

(vgl. E. M). Zweck war zunächst die Beantwortung der Frage, in welchem Ver-

hältnis die jeweiligen Fondskäufe zur Gesamtkapitalisierung des jeweiligen Titels 

im jeweiligen Zeitpunkt standen, in dem der Beschuldigte angeblich für sich privat 

die mit den angeblichen Fondskäufen korrespondierenden Effektenkäufe getätigt 

hat (nachfolgend: Handlungszeitpunkt). Weiter war die Frage nach dem Verhält-

nis der jeweiligen Fondskäufe zur Anzahl der im jeweiligen angeblichen Hand-

lungszeitpunkt an der Börse gehandelten Aktien der jeweiligen Gesellschaft (sog. 

free float) zu beantworten. Sodann bildete die Frage nach der Höhe des durch-

schnittlichen täglichen Handelsvolumens der jeweiligen Effekten innerhalb der 

letzten 20 Börsentage vor dem erstmaligen angeblichen privaten Kauf der Effek-

ten durch den Beschuldigten pro Ereignis mit mindestens einem privaten Kauf 

innerhalb von fünf Tagen vor einem Fondskauf und mindestens einem privaten 

Verkauf innerhalb von zwei Tagen nach dem Fondskauf Gegenstand des  

- 24 - 

SK.2022.30 

Gutachterauftrags. Weiter war die Frage zu beantworten, ob im jeweiligen an-

geblichen Handlungszeitpunkt eine Veränderung des Kurses der jeweiligen Ef-

fekten gestützt auf das angebliche Wissen über die bevorstehenden Fondskäufe 

für einen verständigen Anleger voraussehbar war und – falls ja – in welchem 

Ausmass. Schliesslich war zu beantworten, in welchem Ausmass sich der Kurs 

der jeweiligen Effekten unmittelbar nach den jeweiligen angeblichen Fondskäu-

fen tatsächlich verändert hat bzw. welcher Anteil einer allfälligen Preisänderung 

direkt auf die Fondskäufe zurückgeführt werden kann. Das Gutachten wurde am 

7. Dezember 2022 fertiggestellt und anschliessend zu den Verfahrensakten ge-

nommen. Grundlage für die Ausfertigung des Gutachtens bildeten die privaten 

Transaktionslisten des Beschuldigten bei der H., Fonds-Transaktionslisten, die 

von der C. bereitgestellt wurden sowie Marktdaten, die einerseits von der R. AG 

zur Verfügung gestellt und andererseits über die U.-Datenplattform bezogen wur-

den (TPF pag. 24.264.1.023 ff.). 

2.3.3 Die Ausführungen im Rahmen beider Gutachten der Q. AG können als vollstän-

dig, nachvollziehbar und schlüssig bezeichnet werden. Im Ergebnis besteht kein 

triftiger Grund, um von den Schlussfolgerungen im genannten Bericht in fachli-

cher Hinsicht abzuweichen, womit grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.  

2.4 Äusserer Sachverhalt und Kurserheblichkeit 

2.4.1 Unbestritten und erstellt ist, dass der Beschuldigte für die Vermögensverwaltung 

des B. Amts für Vermögensverwaltung bzw. der C. zuständig war und in diesem 

Zusammenhang in «Alleinregie» die entsprechenden Investitionen tätigte (hierzu 

E. 3.4.1). Strittig ist einzig deren Qualifikation als Insiderhandel i.S.v. Art. 40 

aBEHG bzw. Art. 154 FinfraG. 

2.4.2 Die folgenden Erwägungen basieren auf den Feststellungen des Gutachtens Q. 

vom 12. Oktober 2022 bzw. den dem Gutachten zugrundeliegenden Datensät-

zen. 

2.4.3 In den Zeitraum zwischen dem 1. Mai 2013 und dem 30. August 2018 fielen 

776 Ereignisse. Diese wurden für die Fragen 1 und 2 in Unterereignisse geglie-

dert für die Tage mit privaten Effektenkäufen («Handlungstage») pro Ereignis. 

Von den daraus resultierenden 1196 Unterereignissen konnten 1193 (99,7 %) 

mit Index-Daten verknüpft werden. Für den restlichen, marginalen Teil von drei 

Unterereignissen waren keine Daten verfügbar, weshalb er von der Analyse aus-

geschlossen wurde. 

2.4.4 Das Verhältnis zwischen den Fondskäufen zur Gesamtkapitalisierung der betref-

fenden Gesellschaften lag bei 99,5 Prozent der Unterereignisse zwischen 0 und 

0,5 Prozent mit einem Median von 0,060 Prozent. 

- 25 - 

SK.2022.30 

2.4.5 Das Verhältnis zwischen den Fondskäufen zum Free Float (gemäss R. frei han-

delbare Effekten) lag bei 99,5 Prozent der Unterereignisse zwischen 0 und 

0,8 Prozent mit einem Median von 0,089 Prozent. 

2.4.6 Das Verhältnis zwischen dem Betrag der Fondskäufe (in CHF) zum durchschnitt-

lichen Handelsvolumen (in CHF) während der 20 Tage vor dem ersten Hand-

lungszeitpunkt pro Ereignis betrug bei 408 von 772 Ereignissen (52,8 %) über 

25 Prozent, bei 267 Ereignissen (34,6 %) über 50 Prozent und bei 131 Ereignis-

sen (17,0 %) gar über 100 %. Mit anderen Worten war der Umfang der Fonds-

käufe regelmässig beträchtlich im Vergleich zum durchschnittlichen Handelsvo-

lumen.  

2.4.7 In sämtlichen Fällen war im jeweiligen Handlungszeitpunkt eine Veränderung des 

Kurses der jeweiligen Effekten gestützt auf das angebliche Wissen über die be-

vorstehenden Fondskäufe für einen Anleger grundsätzlich voraussehbar.  

2.4.8 Der zu erwartende prozentuale Preisanstieg betrug nach dem Quadratwurzelge-

setz durchschnittlich 1,1 Prozent und im Median 0,88 Prozent. Bei 327 Ereignis-

sen (42,6 Prozent) war der zu erwartende Preisanstieg höher als 1 Prozent.  

2.4.9 Die durchschnittliche Preisänderung unmittelbar nach den Fondskäufen betrug 

+0,35 Prozent, was zwei Grössenordnungen höher ist als die durchschnittliche 

tägliche Rendite von 0,005 Prozent des Swiss Performance Index («SPI») zwi-

schen 1. Mai 2013 und 30. August 2018 und mehr als zwanzig Mal höher als die 

durchschnittliche tägliche Rendite von +0,013 Prozent für alle relevanten Effek-

ten während desselben Zeitraums. Bei 266 Ereignissen war die Preisänderung 

negativ, bei 34 Ereignissen gab es keine Änderung, und bei 476 Ereignissen gab 

es eine positive Preisänderung.  

2.4.10 Es kann konstatiert werden, dass die erwartete Preisänderung mithin nicht mit 

der tatsächlich beobachteten Preisänderung korrespondiert, was indes nicht wei-

ter erstaunt (vgl. dazu E. 2.4.11). Aus dem Anhang des Gutachtens «Ereignislis-

ten» lässt sich überdies herauslesen, dass selbst in den Fällen, in welchen der 

Kurs der betreffenden Effekten einen Anstieg verzeichnete, letzterer nicht immer 

auf das Ereignis (die Aktienkäufe für die Fonds) zurückzuführen war. Gestützt 

auf das Gutachten resp. die diesem zugrunde liegende Analyse kann nicht ge-

schlossen werden, dass in jedem Fall durch die Käufe der Effekten die zu erwar-

tende Kursveränderung eingetreten ist. Wie sogleich aufgezeigt wird, sind zwar 

andere Gesichtspunkte für die Annahme einer potentiellen Kurserheblichkeit 

massgebend. Da es indes eines dadurch verschafften Vermögensvorteils bedarf, 

ist gleichwohl ein adäquat kausaler Zusammenhang zwischen der Verwendung 

der Insiderinformation und des (Buch-)Gewinns vorauszusetzen. Fehlt es an ei-

nem solchen Nachweis kommt lediglich eine Versuchsstrafbarkeit in Betracht. 

Zusammenfassend ist in casu eine differenzierte Betrachtung der inkriminierten 

Effektenkäufe unerlässlich.  

- 26 - 

SK.2022.30 

2.4.11 Im Allgemeinen bedarf es einer Wertung, unter welchen Prämissen ein 

reasonable investor (vgl. E. 2.2.4.6) das Wissen um das kursrelevante Ereignis 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit als Teil der Grundlage seiner Anlageentschei-

dung nutzen würde (TPF 2019 4 E. 4.6). Um die ex ante-Kurserheblichkeit ob-

jektivierbar festzustellen, werden wie vorliegend Finanzmarktanalysen erstellt, 

die anhand der gängigen Methoden die aufgrund der Kennzahlen zu erwarten-

den Kursveränderungen berechnet. Soweit wie in casu die Kursveränderungen 

die Folge von feststehenden marktbezogenen Informationen (Transaktionen) 

darstellen, kann diese theoretisch zu erwartende Kursveränderung mittels der 

Parameter der täglichen Volatilität, des Transaktionsumfangs und des täglichen 

Handelsvolumens berechnet werden (sog. Square Root Law; vgl. Gutachten Q., 

S. 25). Selbstredend tritt in der Realität die prognostizierte Veränderung i.d.R. 

nicht wie berechnet ein, weil Märkte bisweilen irrational auf Ereignisse reagieren 

oder andere nicht einbezogene Marktbewegungen den Markt beeinflussen. Indes 

ist aus der Warte der Massfigur des reasonable investors die aufgrund der be-

kannten Kennzahlen zu erwartende Kursveränderung massgebend.  

2.4.12 Im US-amerikanischen Rechtskreis wird für die Frage, ob ein vernünftiger Anle-

ger gestützt auf die Kenntnis auch die betreffenden Effekten kaufen würde, weiter 

berücksichtigt, wie hoch bei einer ex ante-Betrachtung die Wahrscheinlichkeit ist, 

dass das Ereignis eintritt (sog. Probability Magnitude Test). Das dieser Theorie 

zugrunde liegende Kriterium, dass vernünftige Investoren einen Kauf- oder Ver-

kaufsentscheid mitunter davon abhängig machen, wie hoch die Wahrscheinlich-

keit ist, dass das prognostizierte Ereignis eintritt oder nicht, erscheint plausibel 

(vgl. dazu REMUND, a.a.O., S. 136). Kurzum: desto unsicherer ein Ereignis ist, 

desto höher muss die Signifikanz der zu erwartenden Kursveränderung sein, da-

mit diese als derart erheblich bewertet wird, als dass ein vernünftiger Investor 

einen Transaktionsentscheid trifft. Umgekehrt gilt demgemäss: Je sicherer das 

Ereignis eintritt, je weniger signifikant muss der impact auf den Kurs sein, damit 

ein vernünftiger Investor dieses mutmassliche Ereignis als Grundlage seiner An-

lageentscheidung nutzt. Obschon der Probability Magnitude Test nicht auf die 

vorliegende Art von «Ereignis» zugeschnitten ist, sondern auf handelsbezogene 

Ereignisse, wie etwa Merger & Acquisition, kann aus der diesem «Test» zu-

grunde liegenden finanzpsychologischen Hypothese abgeleitet werden, dass der 

Grad der Sicherheit des Ereigniseintritts ein Kriterium im Transaktionsentschei-

dungsprozess eines vernünftigen Anlegers darstellt. 

2.4.13 In Fällen des Frontrunnings, wie in casu, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das 

fragliche Ereignis eintritt, 100 %, weil der frontrunner a priori mit Sicherheit weiss, 

dass er die betreffenden Effekten später (für den Dritten) im beschlossenen Vo-

lumen kaufen resp. verkaufen wird. Dementsprechend sind in solchen Konstella-

tionen die Anforderungen an das Kursveränderungspotenzial des Ereignisses 

tiefer.  

- 27 - 

SK.2022.30 

2.4.14 Weiter ist in Betracht zu ziehen, wie ein vernünftiger Investor das Verlustrisiko 

der entsprechenden Effektenkäufe ex ante beurteilt hätte. Hierzu kann vorliegend 

festgehalten werden, dass es sich beim Beschuldigten um einen erfahrenen An-

leger handelte, der grundsätzlich gestützt auf eigene Analysen und Prognosen 

Anlageentscheide fällte und dies auf sehr erfolgreiche Weise. Mithin ist davon 

auszugehen, dass er grundsätzlich – neben den durch die prognostizierten 

markt- resp. titelbezogenen Kursbewegungen – von (für seine Titel) positiven 

Kursveränderungen durch die nachfolgenden Transaktionen ausging (vgl. muta-

tis mutandis Urteil des Bundesstrafgerichts vom 22. Juni 2021, SK.2020.36 

E. 2.4.13.11; 2.4.6). Aufgrund der Art der Käufe und Verkäufe (Aktien, SPI-Titel) 

hielt sich zudem sein Verlustrisiko in engen Grenzen. Das vorliegende Setting 

würde bei der Massfigur des verständigen Anlegers mit gleichem Anlagehorizont 

(sog. day trader) dazu führen, dass schon relativ geringfügige potentielle Tages-

gewinne resp. Gewinne innerhalb von wenigen Tagen als opportunities ange-

schaut respektive ein Kaufentscheid gefällt würde. 

2.4.15 In casu festzusetzen ist, bei welchen Transaktionen bei objektiver Betrachtung 

nach dem Reasonable Investor Test davon auszugehen war, dass durch die 

nachfolgenden Käufe für die Fonds der Kurs auf signifikante Weise beeinflusst 

würde. Aufgrund des im Grossen und Ganzen in allen Fällen übereinstimmenden 

modus operandi und ähnlichen Handels- und Marktumständen kann diesbezüg-

lich ein und derselbe Kursanstiegsschwellenwert festgesetzt werden. Als 

Schwellenwert hat das Gericht vorliegend einen Wert von 2.5 % als adäquat be-

trachtet. Neben den oben skizzierten Umständen wurde dabei einerseits berück-

sichtigt, dass ab einem solchen Wert (in Kombination) mit der angenommenen 

günstigen Titel- resp. Marktprognose eine beträchtliche Tages- resp. Wochen-

rendite erlangt werden kann. Andererseits wurde in Betracht gezogen, dass bei 

einem Wert unter dieser Schwelle nach Abzug von Kommissionen und Steuern 

der prognostizierte Gewinn für einen vernünftigen Trader nicht als hinreichender 

Grund für eine Anlageentscheidung dieser Art erscheint. Eine pauschale An-

nahme, dass bei sämtlichen Transaktionen ein signifikanter Gewinn in Aussicht 

stand – wie es die Bundesanwaltschaft geltend macht – scheitert am Umstand, 

dass diese Hypothese nicht objektivierbar ist. Hat sich doch aus der Analyse der 

Kennzahlen durch die Finanzmarktanalyse ergeben, dass der prognostizierte im-

pact der Transaktionen teilweise marginal war. In diesem Sinne kann auch der 

pauschalen Betrachtungsweise der Bundesanwaltschaft nicht gefolgt werden, 

wonach gestützt auf den durchschnittlich zu erwartenden Kursanstieg von 1.1 % 

bei sämtlichen Käufen für die M.N.O.-Fonds eine Kursrelevanz anzunehmen sei. 

Vielmehr muss für jede Transaktion der Nachweis erbracht sein, dass sie poten-

tiell erheblich kursrelevant war (vgl. dazu E. 2.2.4.5 f.). 

  

- 28 - 

SK.2022.30 

2.4.16 An dieser Stelle sei betont, dass dieser Wert einzelfallbezogen gestützt auf den 

Reasonable Investor Test unter Berücksichtigung der konkreten Umstände fest-

gesetzt wird. Das Gericht will damit in keiner Weise seine bisherige Praxis relati-

vieren (TPF 2019 4 E. 4.6), welche ältere Lehrmeinungen verworfen hat, die für 

die Annahme der Kurserheblichkeit grundsätzlich auf Schwellenwerte abgestellt 

hat (vgl. dazu E. 2.2.4.6).  

2.4.17 Wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich ist, nahm der Beschuldigte insge-

samt 44 Transaktionen mit einem (infolge der nachfolgenden Käufe für die 

Fonds) prognostizierten Kursanstieg von über 2.5 % vor. Dabei hat bei 5 Trans-

aktionen ein Verlust resultiert und bei 10 Transaktionen war der impact der inkri-

minierten Käufe auf den generierten Gewinn gleich Null resp. negativ. Mithin wa-

ren die Gewinne in diesen Fällen auf andere Ereignisse resp. die Marktentwick-

lung zurückzuführen. Soweit der impact der Käufe negativ war, waren auch die 

(aus anderen Gründen entstandenen) Kursgewinne nicht adäquat kausale Folge 

des inkriminierten Ausnützens der Insiderinformation. Die betreffenden trades 

wurden als blosse Versuche qualifiziert. Insgesamt hat der Beschuldigte durch 

den Insiderhandel einen Gewinn von Fr. 175'758.80 (und einen Verlust von rund 

Fr. 16'050.--) erzielt. 

- 29 - 

EREIGNIS ID 
ERWARTETE  

PREISBEEINFLUSSUNG 
PROZENT 

ZURECHENBARER 
ANTEIL PROZENT 

GEWINN VERLUST 

1970 2.6712 57.87 894.51   

2133 2.5910 -74.79     

2166 3.0739 -53.31     

2234 2.9052 26.59 2240.15   

2237 2.7256 27.08 728.23   

2250 6.7906 10.11 29035.07   

2254 4.1462 -20.19   -4732.4100 

2259 3.5624 28.47 1181.37   

2272 6.2494 16.84 23830.65   

2281 3.6095 66.76 15134.4   

2319 3.7155 37.01 8514.07   

2485 2.9978 -115.69     

2523 6.6499 -23.14   -646.4300 

2525 6.3278 -13.84     

2578 2.6467 -13.37     

2613 4.2639 -538.01     

2527 3.6521 9.38 688.18   

2630 2.6019 48.55 285.83   

2667 2.5976 151.42 452.23   

2691 3.0820 -150.12     

2705 2.6581 54.46 170.88   

2708 2.9342 28.69 7860.81   

2763 2.8249 186.12   -2174.3500 

2769 6.7028 -11.57   -739.2500 

2773 6.9054 6.29 3044.92   

2782 3.2331 23.67 16564.54   

2787 3.3223 -24.75     

2806 2.7786 50.62 11814.28   

2829 3.2187 NULL 6198.55   

2848 2.5520 76.17 9228.2   

2852 3.4608 NULL 4596.3   

2864 3.8497 25.74 1871.93   

2875 3.4083 47.21 1583.87   

2890 2.6027 36.08 3521.32   

2892 3.2938 26.15 2234.79   

2919 2.6209 483.63 1968.95   

2922 2.8795 -259.14     

2943 2.7587 47.20 8334.09   

2958 5.2291 -13.18   -7756.9300 

2967 3.5895 70.98 2221.87   

2969 2.5734 NULL 4325.74   

2987 4.0444 -11.18     

3012 5.2578 64.83 1028.6   

3043 3.4070 37.82 6204.47   

     

  TOTAL 175’758.80 -16’049.37 

- 30 - 

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2.4.18 «Ausnützen» setzt eine Kausalität zwischen Kenntnis der Insiderinformation und 

dem Handeln des Insiders voraus. Ein solches Ausnützen lag bei genannten 

Transaktionen in casu vor. Zwar hatte der Beschuldigte zunächst aufgrund seiner 

research und den von ihm erstellten markt- resp. titelbezogenen Kursprognosen 

den Transaktionsentscheid für die Fonds gefällt. Indes entschied er dann auf-

grund dieses Wissens um die spätere Transaktion zunächst die betreffenden Ti-

tel privat für sich zu kaufen. Den Transaktionen lag somit eine zweifache Kausa-

lität zugrunde. Eine derartige Mitkausalität genügt nach h.L. für die Annahme ei-

nes tatbestandsmässigen Ausnützens (vgl. FAHRLÄNDER, a.a.O., S. 350; RE-

MUND, a.a.O., S. 458). Aufgrund des systematischen parallelen Vorgehens des 

Beschuldigten ist zudem klar, dass er die betreffenden Geschäfte ohne das Wis-

sen um die späteren Transaktionen für die Fonds nicht in gleicher Weise vorge-

nommen hätte. Insoweit wäre auch nach der von einer Mindermeinung vertrete-

nen Auffassung, dass die Kenntnis der Insiderinformation das entscheidende 

Transaktionsmotiv (conditio sine qua non) gewesen sein muss, eine Kausalität 

gegeben (vgl. REMUND, a.a.O., S. 458 m.Hinw.); ist doch nach dieser Meinung zu 

untersuchen, ob die Parameter der Transaktion (Art der Effekten, Volumen, Preis 

und Zeitraum) anders ausgefallen wären ohne die Kenntnis der Information (BSK 

FinfraG-HOCH/HOTZ, Art. 142 N 29). In casu hätte der Beschuldigte ohne die 

Kenntnis der parallelen Transaktionen jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt die 

betreffenden Effekten im gleichen Volumen privat gehandelt. Dies ergibt sich 

ohne Weiteres aus seiner Vorgehensweise. Insoweit ist nach beiden Theorien 

die für das Ausnützen erforderliche Kausalität gegeben.  

2.4.19 In subjektiver Hinsicht musste dem Beschuldigten als erfahrenem Anleger in die-

sem Bereich bewusst sein, dass die relativ hoch volumigen Käufe für die Fonds, 

die Kurse der von ihm privat erworbenen Titel erheblich beeinflussen könnten 

und er durch das Ausnützen dieser Kenntnisse einen unter anderem darauf zu-

rückzuführenden Gewinn generieren könnte. Es ist somit von vorsätzlichem Vor-

gehen auszugehen. Auffällig ist auch, dass der Beschuldigte stets zuerst für sich 

privat gekauft hat. Dieser Umstand lässt nur den Schluss zu, dass er systema-

tisch von den nachfolgenden – durch die Transaktionen für die Fonds – zu er-

wartenden Kursbewegungen profitieren wollte. Auch hat der Beschuldigte mit 

dem Vorsatz gehandelt, einen Vermögensvorteil zu erlangen, was er zumindest 

indirekt eingestand (vgl. TPF pag. 24.731.015). In Bezug auf die Transaktionen, 

bei denen nach dem Reasonable Investor Test in objektivierbarer Weise eine 

erhebliche Kursveränderung in Aussicht stand, der Beschuldigte indes keine 

resp. aus anderen Gründen einen Kursgewinn machte, liegt indes ein diesbezüg-

licher Versuch vor. Strebte der Beschuldigte doch selbstredend auch hier einen 

Vermögensvorteil an. Bei den übrigen Transaktionen trifft letzteres zwar auch zu, 

doch fehlt es diesbezüglich (mangels erheblicher Kursrelevanz) in objektiver Hin-

sicht am Tatbestandselement der Insiderinformation. Aus dogmatischen Grün-

den (Ermangelung einer minimalen Rechtsgutsgefährlichkeit; vgl. mutatis mutan-

- 31 - 

SK.2022.30 

dis BGE 140 IV 150 E. 3.6) ist zweifelhaft, ob untaugliche Versuche des Ausnüt-

zens von Insiderinformationen bei fehlender hinreichender Kursrelevanz über-

haupt strafbar sein können. Vorliegend fällt eine Strafbarkeitsprüfung von un-

tauglichen Versuchen aufgrund des Ausnützens einer untauglichen «Insiderin-

formation» schon deshalb ausser Betracht, weil solche nicht angeklagt wurden. 

2.5 Ergebnis 

Im Ergebnis erfolgt in 727 Fällen ein Freispruch, in 29 Fällen ein Schuldspruch 

wegen Ausnützens von Insiderinformationen, in 15 wegen Versuchs dazu. Ange-

sichts des erlangten Vermögensvorteils von Fr. 175'758.80 liegt a priori kein 

schwerer Fall i.S.v. Art. 40 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 

lit. a und Abs. 2 FinfraG vor (vgl. im Übrigen E. 1.5.2), weswegen diesbezüglich 

ein Freispruch erfolgen muss.  

3. Mehrfache ungetreue Amtsführung 

3.1 Anklagevorwurf 

3.1.1 Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, in der Zeit vom 

17. Juni 2008 bis 30. August 2018 sein privates Handelsverhalten auf seinem 

Konto bei der H. AG mit dem in seiner Funktion als Portfoliomanager beim E. des 

B.s (1. Januar 2003 bis 31. Oktober 2014) und bei der C. (1. November 2014 bis 

30. August 2018) vorgenommenen geschäftlichen und das die Verwaltung von 

Vorsorgegeldern der zweiten Säule der Angestellten des B.s betreffende Han-

delsverhalten in Bezug auf Aktien der M. und N., die an der Schweizer Börse 

R. AG zum Handel zugelassen seien, abgestimmt zu haben. Insgesamt soll er 

dadurch im vorgenannten Zeitraum private Erträge von insgesamt 

Fr. 3'116'423.25 erzielt haben, indem er jeweils maximal 5 Handelstage vor den 

geschäftlichen Käufen für die M. und N. insgesamt 1’190 private Kauftransaktio-

nen betreffend gleicher Aktientitel getätigt habe und anschliessend maximal 

2 Handelstage nach den geschäftlichen Transaktionen entsprechende private 

Verkaufstransaktionen vorgenommen habe (näher zu den konkret vorgeworfe-

nen Transaktionen vgl. Anhänge A-C der Anklageschrift). 

3.1.2 Konkret habe der Beschuldigte in seiner Funktion als Portfoliomanager für das 

E. des B.s und die C. jeweils selbständig über Zeitpunkt, Umfang und Art der von 

ihm vorgenommenen Käufen für die M. und N. entscheiden können. Er habe sich 

im Zeitpunkt als er die vorgenannten privaten Aktienkäufe getätigt habe, bereits 

dazu entschlossen, gleiche Aktientitel für die M. und N. zu kaufen. Aus seiner 

Erfahrung habe er zudem gewusst, dass sein geplantes geschäftliches Handels-

verhalten eine Kurssteigerung im privat gekauften Aktientitel zur Folge haben 

könnte. Entsprechend habe er sein Wissen um die geplanten geschäftlichen Ak-

tienkäufe dazu verwendet, um jeweils vorgängig – vor der entsprechenden ge-

schäftlichen Transaktion – privat gleiche Aktien zu kaufen und anschliessend – 

- 32 - 

SK.2022.30 

nach getätigter geschäftlicher Transaktion – aufgrund der dadurch jeweils vo-

rausgesehenen und herbeigeführten Kurssteigerung seine privat gekauften Ak-

tien mit einem Gewinn zu verkaufen. Indem der Beschuldigte sein privates und 

geschäftliches Handelsverhalten wie beschrieben aufeinander abgestimmt und 

daraus persönlich Gewinne erzielt habe, habe er die ihm obliegenden gesetzli-

chen und vertraglichen Pflichten verletzt (die Treue- und Sorgfaltspflicht; das Ver-

bot des «front/parallel running»; das Verbot von Eigengeschäften; das Gebot, 

Interessenskonflikte zu vermeiden; das Verbot, seine Stellung zur Erlangung von 

persönlichen Vermögensvorteilen auszunutzen). Weiter habe er diese persönli-

chen Gewinne im Umfang von insgesamt Fr. 3'116'423.56 unter Verletzung sei-

ner Offenlegungs- und Herausgabepflicht weder gegenüber dem E. des B.s und 

der C. offengelegt noch die Gewinne an diese herausgegeben. 

3.1.3 Durch die Handlungen des Beschuldigten sei dem B. und der C. einerseits ein 

finanzieller Schaden von insgesamt Fr. 3'116'423.56 (Fr. 1'298'947.45 [recte: 

Fr. 1'298'547.45] zum Nachteil des B.s bzw. Fr. 1'817'876.11 zum Nachteil der 

C.) entstanden, indem der Beschuldigte die ihm durch den vorgenannten, abge-

stimmten Handel persönlich angefallenen Erträge nicht herausgegeben habe. 

Andererseits sei auch ein ideeller Schaden entstanden, indem das vom Beschul-

digten vorgenommene abgestimmte Handelsverhalten das Legalitätsprinzip 

schwer verletzt habe. Die Handlungen des Beschuldigten hätten daher das Ver-

trauen der Bürger darin beeinträchtigt, dass der Beschuldigte als Portfoliomana-

ger beim B. bzw. bei der C. entsprechend dem Legalitätsprinzip gehandelt habe. 

Insgesamt habe sein Handeln dem öffentlichen Ansehen des B.s und der C. ge-

schadet. 

3.2 Rechtliches 

3.2.1 Der ungetreuen Amtsführung macht sich strafbar, wer als Mitglied einer Behörde 

oder als Beamter bei einem Rechtsgeschäft die von ihm zu wahrenden öffentli-

chen Interessen schädigt, um sich oder einem andern einen unrechtmässigen 

Vorteil zu verschaffen (Art. 314 StGB). 

3.2.2 Bei Art. 314 StGB handelt es sich um ein echtes Sonderdelikt. Der Tatbestand 

kann nur von einem Behördenmitglied oder einem Beamten erfüllt werden. Als 

Beamter gelten die Beamten und Angestellten einer öffentlichen Verwaltung und 

der Rechtspflege sowie die Personen, die provisorisch ein Amt bekleiden oder 

provisorisch bei einer öffentlichen Verwaltung oder der Rechtspflege angestellt 

sind oder vorübergehend amtliche Funktionen ausüben (Art. 110 Abs. 3 StGB). 

Entscheidend für die Beamtenstellung ist, ob die übertragene Funktion amtlicher 

Natur ist, das heisst, ob sie zur Erfüllung einer dem Gemeinwesen zustehenden 

öffentlich-rechtlichen Aufgabe übertragen wurde (BGE 141 IV 329 E. 1.3 mit Hin-

weisen). Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann den Tatbe-

- 33 - 

SK.2022.30 

stand von Art. 314 StGB auch ein Beamter erfüllen, der selbst zwar keine end-

gültigen Entscheidungen trifft, jedoch aufgrund seines Fachwissens und seiner 

Stellung faktische Entscheidungskompetenz hat. Wer als Beamter einen Ent-

scheid derart beeinflusst, kann die öffentlichen Interessen auch schädigen, wenn 

er formell nicht selbst entscheidet (BGE 114 IV 133 E. 1a; Urteile des Bundesge-

richts 6B_128/2014 vom 23. September 2014 E. 5.2.2; 6B_343/2020 vom 

14. Dezember 2021 5.1). Ein Vermögensschaden liegt gemäss Bundesgericht 

vor, wenn bei tatsächlicher Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Ver-

mehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermeh-

rung der Aktiven sowie dann, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet 

wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist (BGE 121 IV 104 

E. 2c). 

3.2.3 Das tatbestandsmässige Verhalten von Art. 314 StGB setzt ein rechtsgeschäftli-

ches Handeln für das Gemeinwesen voraus, insbesondere beim Abschluss pri-

vater oder öffentlich-rechtlicher Verträge. Hierunter fällt etwa der Kauf von Aktien 

(BGE 91 IV 71). Der Unrechtsgehalt der ungetreuen Amtsführung besteht darin, 

dass der Beamte bei einem Rechtsgeschäft private Interessen auf Kosten der 

öffentlichen bevorzugt (Urteile des Bundesgerichts 6B_916/2008 vom 21. Au-

gust 2009 E. 7.5, nicht publ. in BGE 135 IV 198; 6B_343/2020 vom 14. Dezem-

ber 2021 5.1). Die vom Täter zu wahrenden öffentlichen Interessen können nach 

der Rechtsprechung sowohl finanzieller als auch ideeller Art sein (BGE 114 IV 

133 E. 1b; Urteil des Bundesgerichts 6B_343/2020 vom 14. Dezember 2021 5.1). 

Sie müssen durch das Rechtsgeschäft selber und dessen rechtliche Wirkungen 

geschädigt werden (BGE 101 IV 407 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_343/2020 vom 14. Dezember 2021 5.1). Eine Beeinträchtigung ideeller öf-

fentlicher Interessen liegt etwa vor, wenn das Vertrauen der Bürger in die Integ-

rität der Verwaltung und die rechtsgleiche Behandlung erheblich erschüttert ist 

(BGE 114 IV 133 E. 1b; Urteil des Bundesgerichts 6B_343/2020 vom 14. Dezem-

ber 2021 5.1).  

3.2.4 Subjektiv ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt (Art. 12 Abs. 1 

und 2 StGB), sowie die Absicht erforderlich, sich oder einem anderen einen un-

rechtmässigen Vorteil zu verschaffen.  

3.3 Aussagen des Beschuldigten 

3.3.1 Anlässlich seiner Einvernahme vom 26. September 2018 (Hafteinvernahme) gab 

der Beschuldigte Folgendes zu Protokoll: Er sei seit der Gründung der Fonds für 

deren Verwaltung zuständig (BA 50101003 Z. 11 f.). Anlässlich seiner Einver-

nahme vom 8. Juli 2021 gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass es für ihn «frag-

lich» sei, ob er bei der Pensionskasse eine Funktion im öffentlichen Dienst inne-

- 34 - 

SK.2022.30 

gehabt habe. Er habe lediglich den Auftrag gehabt, «diese Vermögen» zu ver-

walten. Eine Pensionskasse sei für ihn «eine normale Stiftung, ein normaler Ar-

beitgeber» (BA 50301003). Anlässlich der Hauptverhandlung äusserte sich der 

Beschuldigte sinngemäss (TPF pag. 24.731.005 f.). 

3.3.2 Die Frage, ob er sein privates Effektenkaufverhalten mit den von ihm geschäftlich 

für die M. und N. vorgenommenen Kauf- und Verkaufsaufträgen abgestimmt 

habe, bejahte er und erklärte, dies gemacht zu haben, da dies gute Investitionen 

gewesen seien (BA 50101004 Z. 21 ff.; BA 50101005 Z. 26). Aus diesem Grund 

habe er jeweils «parallel mitinvestiert» (BA 50101005 Z. 30). Auf Vorhalt, dass er 

durch ein solches Abstimmen private Gewinne erwirtschaftet habe, gab er zu 

Protokoll, dass er «dies zwar gemacht» habe, die Gewinne indes nicht durch das 

Abstimmen entstanden seien, «sondern weil es kluge Investitionen» gewesen 

seien (BA 50101016 Z. 77). Das Verbot von frontrunning gemäss Art. 48j BVV 2 

kenne er zwar nicht im Wortlaut, habe aber gewusst, dass eine solche Norm 

existiere. Seines Erachtens habe er die Kenntnis der geschäftlichen Kauf- und 

Verkaufsaufträge aber nicht «ausgenutzt» (BA 50101017 Z. 81). Anlässlich sei-

ner Einvernahme vom 20. November 2020 wiederholte der Beschuldigte seine 

Auffassung, wonach die Pensionskasse, aufgrund seines Verhaltens keinen 

Nachteil erlitten habe (BA 50201008). Zudem gab der Beschuldigte an, nie 

Fondsgelder für private Transaktionen eingesetzt zu haben (BA 50301008). An-

lässlich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, den äusseren 

Sachverhalt zwar grundsätzlich zu akzeptieren, das Wort «abgestimmt» gefalle 

ihm jedoch nicht (TPF pag. 24.731.004). Er habe zwar gewusst, dass er sich da 

auf «dünnem Eis» bewege und sein Verhalten gegenüber sich selbst so gerecht-

fertigt, dass er keinen Vorteil daraus ziehe. Er habe lediglich dieselben guten 

Investment-Ideen umsetzen wollen, die er für seine Arbeitgeber umgesetzt habe 

(TPF pag. 24.731.008). Danach gefragt, wie viele Transaktionen er getätigt habe, 

gab der Beschuldigte an, dies nicht mehr zu wissen, aber es seien «einige» ge-

wesen (BA 50101004 Z. 25).  

3.3.3 Die Investitionsentscheide für die Fonds habe er selbständig getroffen (BA 

50101005 Z. 33; BA 50101006 Z. 34). Niemand anders habe entscheiden kön-

nen (BA 50101008 Z. 50). Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte der Be-

schuldigte diese Aussage mit der Präzisierung, dass es sich im Bereich «Aktien 

Schweiz» so verhalten habe (TPF pag. 24.731.005). Auf Nachfrage gab der Be-

schuldigte an, die privaten Käufe unter anderem vom Arbeitsplatz aus getätigt zu 

haben (BA 50101007 Z. 45). 

3.3.4 Der Beschuldigte bestätigte, dass er sein Konto bei H. gegenüber den Steuerbe-

hörden bewusst nicht deklariert habe. Dies deshalb, da er aufgrund der von ihm 

häufig vorgenommenen Transaktionen steuerrechtlich nicht als qualifizierter An-

leger mit erhöhter Besteuerung habe gelten wollen (BA 50101017 f.). Einen Teil 

des sich auf diesem Konto bei der H. befindlichen Vermögen habe er unter an-

derem auf ein Konto bei der G. überwiesen und deshalb – um nicht erklären zu 

- 35 - 

SK.2022.30 

müssen, wie dieses Geld erwirtschaftet worden sei – auch letzteres Konto habe 

er gegenüber den Steuerbehörden nicht angegeben (BA 50101018 f.). Der Be-

schuldigte wiederholte diese Aussagen anlässlich der Hauptverhandlung im We-

sentlichen, präzisierte jedoch, dass er nicht wisse, ob die Kontoeröffnung mög-

licherweise erfolgt sei, nachdem er aufgehört habe seine Steuern zu deklarieren 

(TPF pag. 24.731.018).  

3.4 Zu den einzelnen Tatbestandsvoraussetzungen 

3.4.1 Beamter 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten, dass der Beschuldigte zu-

nächst auf den 1. Januar 2003 eine Stelle als Fachspezialist E. des B.s innehatte. 

Diese Stelle hatte der Beschuldigte gestützt auf eine Anstellungsverfügung des 

E.s des B.s vom 27. September 2002 angetreten, die ihre rechtliche Grundlage 

wiederum in der Verordnung über den Staatsdienst fand (BA 41301220 f.). Es 

besteht daher kein Zweifel daran, dass es sich um eine Anstellung als öffentlich-

rechtlicher Angestellter handelte (BA 41301220). Ab dem 1. November 2014 war 

der Beschuldigte bei der C. als Portfoliomanager tätig, wobei sein Aufgabenbe-

reich keine Veränderung erfuhr (BA 41301220 ff.; 41301008 ff.). Die C. erfüllt die 

Aufgaben einer Vorsorgeeinrichtung nach dem Bundesgesetz über die berufliche 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Art. 1 Abs. 2 Gesetz über die B. 

Pensionskasse). Der Beschuldigte, der mit der Verwaltung der Vorsorgegelder 

betraut war, übte somit auch nach dem (rein formellen) Arbeitgeberwechsel eine 

Funktion im Dienst der Öffentlichkeit aus. Zusammenfassend ist festzuhalten, 

dass der Beschuldigte sowohl während seiner Tätigkeit beim E. als auch derje-

nigen bei der C. als Beamter i.S.v. Art. 110 Abs. 3 StGB zu qualifizieren war 

(siehe BGE 141 IV 329). 

3.4.2 Rechtsgeschäftliches Handeln für das Gemeinwesen 

Der Beschuldigte war während seiner Anstellung beim E. des B.s bzw. der C. seit 

Lancierung der Teilvermögen M. und N., deren Vermögen insbesondere aus den 

Vorsorgegeldern der zweiten Säule der Kantonsangestellten B. bestanden, für 

deren Bewirtschaftung verantwortlich. Der Beschuldigte entschied dabei im Rah-

men seiner Tätigkeit selbständig über den Auf- und Abbau von Aktienpositionen 

und legte selbständig die Parameter (Zeitpunkt Ordereingabe, Ordergrösse, 

Preislimite [limitiert/unlimitiert etc.) der dafür nötigen einzelnen Transaktionen in-

nerhalb der von ihm betreuten Teilvermögen fest (BA 50101002 ff., insbesondere 

BA 50101006). Im Ergebnis steht fest, dass der Beschuldigte im Rahmen seines 

Aufgabenbereichs rechtsgeschäftlich für das B. Gemeinwesen handelte.  

  

- 36 - 

SK.2022.30 

3.4.3 Schädigung von zu wahrenden öffentlichen Interessen 

3.4.3.1 Vom 1. Januar 2005 bis 31. Juli 2011 präsentierte sich die Rechtslage wie folgt: 

Personen und Institutionen, die mit der Anlage und Verwaltung von Vorsorgever-

mögen betraut waren, durften Eigengeschäfte tätigen, sofern solche Geschäfte 

durch die zuständigen Organe nicht ausdrücklich untersagt worden waren und 

nicht missbräuchlich waren (Art. 53a lit. a des Bundesgesetzes über die berufli-

che Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG] vom 25. Juni 1982 

[BVG; SR 831.40; in der bis zum 31. Juli 2011 geltenden Fassung] i.V.m. Art. 48f 

Abs. 1 BVV 2 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge vom 18. April 1984 [BVV 2; SR 831.441.1; in der bis zum 

31. Juli 2011 geltenden Fassung]). Gemäss Art. 48f Abs. 2 BVV 2 (in der bis 

zum 31. Juli 2011 geltenden Fassung) war namentlich das Ausnützen eines 

kursrelevanten Informationsvorsprunges zur Erlangung eines Vermögensvorteils 

(lit. a) und das sog. Frontrunning, das Tätigen von Anlagen in Kenntnis von ge-

planten oder beschlossenen Transaktionen der Vorsorgeeinrichtung (lit. c) miss-

bräuchlich, unabhängig davon, ob daraus Vermögensvorteile resultieren oder 

nicht. 

3.4.3.2 Seit 1. August 2011 sind die Eigengeschäfte in Art. 48j BVV 2 geregelt, der fest-

hält, dass «Personen und Institutionen, die mit der Vermögensverwaltung betraut 

sind, im Interesse der Einrichtung handeln müssen. Sie dürfen insbesondere 

nicht die Kenntnis von Aufträgen der Einrichtung zur vorgängigen, parallelen oder 

unmittelbar danach anschliessenden Durchführung von gleichlaufenden Eigen-

geschäften («Front / Parallel / After Running») ausnutzen». 

3.4.3.3 Des Weiteren verpflichtete sich der Beschuldigte, mittels Unterschrift zur Einhal-

tung des Reglements über die Einhaltung der Loyalitäts- und Integritätsvorschrif-

ten der C. (BA 41301268, 41301053). Diesem ist in Ziff. 5, Abschnitt 3, Folgendes 

zu entnehmen: ««Front Running» (Geschäft in Kenntnis künftiger Transaktionen 

der PK), «Parallel Running» (gleichzeitiges Handeln) und «After Running» (An-

hängen eines Eigengeschäftes) sind verboten. Betroffene Personen dürfen 

Transaktionen in Anlageinstrumente oder davon abgeleiteten Werten erst dann 

tätigen, wenn die ihnen bekannten kursrelevanten Transaktionen der C. vollstän-

dig und seit mindestens 48 Stunden abgeschlossen sind». 

3.4.3.4 Die Weisung zu den Loyalitäts- und Integritätsvorschriften des BVG (BA 

41301266) und später das Reglement über die Einhaltung der Loyalitäts- und 

Integritätsvorschriften der C. erklärten den Verhaltenskodex der ASIP-Charta 

und die Fachrichtlinie des Schweizerischen Pensionskassenverbands als für ihre 

Mitarbeiter verbindlich anwendbar. Beide fanden spätestens ab dem Jahr 2010 

Anwendung auf den Beschuldigten (BA 41301262). In «Teil 2 – Materielle Vor-

teile» (beide Versionen) wird in Ziff. 2.1 festgehalten: «(...) PK-Verantwortliche 

dürfen darüber hinaus keine persönlichen Vermögensvorteile entgegennehmen, 

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SK.2022.30 

die ihnen ohne ihre Stellung bei der PK nicht gewährt wurden. (...). Die PK-Ver-

antwortlichen haben jährlich gegenüber dem obersten Organ schriftlich zu erklä-

ren, dass sie sämtliche weiteren Vermögensvorteile der PK abgeliefert haben. 

(...)». In Ziff. 2.2 («Handelsaktivität der in die Vermögensverwaltung involvierten 

Personen») heisst es: «(...) Die involvierten Personen dürfen ihre Stellung nicht 

zur Erlangung von persönlichen Vermögensvorteilen verwenden (...)» und dass 

«die PK (...) für Eigengeschäfte von involvierten Personen geeignete Weisun-

gen» erlässt, «die verhindern sollen, dass (...) c. die involvierten Personen ihre 

Stellung in der PK zur Erlangung von persönlichen Vermögensvorteilen ausnut-

zen können (...), wie beispielsweise durch Missbrauch von Insider-Informationen 

(...), «front, parallel und after running» (...)». 

3.4.3.5 Mit seinem Verhalten verstiess der Beschuldigte unbestrittenermassen gegen 

das Verbot abgestimmter Transaktionen («front, parallel bzw. after running») und 

handelte gegen die ihm obliegenden Pflichten als Beamter des B.s. 

3.4.4 Schaden und Kausalität 

3.4.4.1 Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beträgt der durch den Beschuldigten verur-

sachte Schaden zulasten des Gemeinwesens Fr. 3’116’423.56, wobei dies den 

Erträgen des Beschuldigten im Rahmen von dessen abgestimmten trades ent-

spreche. Diese Auffassung ist abzulehnen. Der Schaden des Gemeinwesens 

(Amt für Vermögensverwaltung des B.s bzw. C.) ist vielmehr in Anwendung des 

klassischen Schadensbegriffs zu eruieren (Differenztheorie). Folglich ist der Ver-

mögensstand der Geschädigten bei Ausbleiben der Tathandlungen des Beschul-

digten demjenigen nach Begehung der Tathandlungen gegenüberzustellen. 

Dadurch, dass der Beschuldigte mittels Frontrunning private Transaktionen tä-

tigte bevor er anschliessend im Auftrag seiner Arbeitgeberin Titel erwarb, trieb er 

den Preis derselben in die Höhe. Auf diese Weise war der Einstiegskurs bei Er-

werb der Titel für die Arbeitgeberin höher, als dies der Fall gewesen wäre, hätte 

der Beschuldigte keine privaten trades getätigt. Angesichts der Kursschwankun-

gen und den relativ geringfügigen privaten Käufen, dürfte der zulasten des Ge-

meinwesens verursachte Schaden eher geringfügig ausgefallen sein. Unbestrit-

ten ist jedoch, dass der Beschuldigte durch seine Handlungen, mit denen er so-

wohl gegen die von ihm unterzeichneten Weisungen und Loyalitätserklärungen 

als auch gegen die Gesetzgebung über die Pensionskassen verstiess, dem B. 

einen nicht unerheblichen ideellen Schaden zufügte. So war das Abstimmen pri-

vater und geschäftlicher Kauf- und Verkaufsaufträge sowie insbesondere das 

Frontrunning geeignet, das Vertrauen der Bürger darin, dass der Beschuldigte 

als Portfoliomanager beim Amt für Vermögensverwaltung des B.s, bzw. später 

der C., dem Legalitätsprinzip entsprechend handelte, zu beeinträchtigen. Soweit 

die Vorwürfe im Rahmen dieses Verfahrens an die Öffentlichkeit gelangten, was 

spätestens im Rahmen der öffentlichen Hauptverhandlung bzw. der entspre-

chenden Medienberichterstattung der Fall war, trat dieser ideelle Schaden denn 

auch tatsächlich ein. Im Ergebnis schädigte das Verhalten des Beschuldigten das 

- 38 - 

SK.2022.30 

öffentliche Ansehen des B.s und der C. Im Ergebnis erfüllte er den Tatbestand 

der mehrfachen ungetreuen Amtsführung vorsätzlich. 

3.4.5 Vorsatz und unrechtmässige Vorteilsabsicht  

Der Beschuldigte handelte mit Gewinnabsicht, was er auch selbst zu Protokoll 

gab (hierzu oben E. 3.3.1). Aufgrund der gezielten Platzierung von orders vor 

dem Kauf von Titeln auf Rechnung des Gemeinwesens agierte der Beschuldigte 

vorsätzlich und planmässig. Zugleich tat er alles um seine Spuren zu verwischen, 

etwa in dem er diejenigen Konti, die Spuren zu den illegitimen Transaktionen 

beinhalteten, gegenüber dem Gemeinwesen verschwieg. Zugleich unterschrieb 

er regelmässig den Code of Conduct inklusive dessen Regeln betreffend Eigen-

transkationen, die ihm von seiner Arbeitgeberin vorgelegt wurden (BA 41301259 

ff.; hierzu unten E. 4.3.2). 

3.4.6 Ergebnis 

Im Ergebnis erfüllte der Beschuldigte mehrfach den Tatbestand der ungetreuen 

Amtsführung i.S.v. Art. 314 StGB. 

4. Mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, eventualiter mehr-

faches Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenvorsorge 

4.1 Anklagevorwurf 

4.1.1 Betreffend den Anklagevorwurf kann im Wesentlichen auf die bei der ungetreuen 

Amtsführung gemachten Ausführungen verwiesen werden (E. 3.1). Ergänzend 

ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten unter dem Aspekt der ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung zusätzlich vorgeworfen wird, dass er in Verletzung seiner Of-

fenlegungs- und Herausgabepflicht die persönlichen Gewinne im Umfang von 

insgesamt Fr. 3'116'423.25 weder dem B. und der C., noch der der Fondsleitung, 

D. AG, offengelegt und herausgegeben habe. Dadurch sei dieser ein Schaden in 

Höhe von insgesamt Fr. 3'116'423.25 entstanden. 

4.1.2 Eventualiter habe sich der Beschuldigte gemäss Anklage wegen der vorgenann-

ten Handlungen des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die 

berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge gemäss Art. 76 al. 6 

und 7 BVG strafbar gemacht. 

4.2 Rechtliches 

Der ungetreuen Geschäftsbesorgung macht sich strafbar, wer aufgrund des Ge-

setzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut 

ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung 

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SK.2022.30 

zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zu-

lässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird (Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB). Subjektiv ist Vorsatz verlangt, wobei Eventualvorsatz genügt 

(Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). Eine qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB liegt vor, wenn der Täter in der Absicht 

handelt, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern. 

4.3 Zu den einzelnen Tatbestandsvoraussetzungen 

4.3.1 Geschäftsführereigenschaft  

Der Beschuldigte traf selbstständig Anlageentscheide und verwaltete das ihm 

anvertraute (nicht unerhebliche) Pensionskassenvermögen. Er ist somit ohne 

Weiteres als Geschäftsführer i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren.  

4.3.2 Treuepflicht 

4.3.2.1 Während den Beschuldigten unbestrittenermassen eine Treuepflicht gegenüber 

seinem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber traf, stellt sich die Frage, ob ihn eine 

solche ebenfalls gegenüber der D. AG traf. 

4.3.2.2 Der Verwaltung der Pensionskassenvermögen lag ein Vertrag zwischen der 

D. AG und der C. vom 1. Oktober 2014 zugrunde (hinfort: «Vermögensverwal-

tungsvertrag»). Dieser statuiert verschiedene Pflichten der C. Vermögensverwal-

terin, darunter eine allgemeine Sorgfaltspflicht (Ziff. 3 des Vermögensverwal-

tungsvertrags), die Verpflichtung, von missbräuchlichen Handlungen wie etwa 

Kursmanipulation abzusehen (Ziff. 3.8) sowie die D. AG in Bezug auf die Prüfung 

zur Einhaltung des Code of Conduct zu unterstützen (Ziff. 4.8); letzteres nament-

lich mithilfe von Fragebögen. Am 8. Januar 2016, 1. Januar 2017 sowie 24. Ok-

tober 2017 wurde der Vertrag jeweils ohne wesentliche inhaltliche Änderung ak-

tualisiert bzw. wurden Anhänge vereinbart. Der Beschuldigte war zu keinem Zeit-

punkt Vertragspartei dieses Vermögensverwaltungsvertrags. 

4.3.2.3 Zwecks Bestätigung der Einhaltung der Bestimmungen des Code of Conduct, 

der namentlich das Frontrunning untersagt (hierzu oben E. 0) wurde dem Be-

schuldigten jährlich zwischen 2009 und 2017 ein Bestätigungsformular vorgelegt. 

Dieses unterzeichnete der Beschuldigte sowie der jeweils verantwortliche Com-

pliance Officer der C. Aus dem Wortlaut dieser Bestätigungen geht hervor, dass 

diese in Umsetzung von Ziff. 3.8 des Vermögensverwaltungsvertrags erfolgten. 

So sind die Bestätigungen denn auch hinsichtlich des Beschuldigten in der dritten 

Person verfasst: «Hiermit wird nach bestem Wissen und Gewissen bestätigt, 

dass [der Beschuldigte] alle Vorgaben und Auflagen gemäss SFA ‘Verhaltensre-

geln bei der schweizerischen Fondswirtschaft’ bei den oben erwähnten Fonds 

eingehalten hat» (BA 41301259 ff). D