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**Case Identifier:** a5aabd9a-1982-527a-9781-b807cef6879a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 05.05.2020 B 2019/185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-185_2020-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/185

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 05.05.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 05.05.2020
Berufsbildung, Art. 18 Abs. 2 der Verordnung des SBFI über die berufliche 
Grundbildung Fachfrau Gesundheit / Fachmann Gesundheit mit 
eidgenössischem Fähigkeitszeugnis vom 13. November 2008. Die Bewertung 
der Prüfungsleistung durch die vorgesetzte Fachkraft konnte in keiner Weise 
von Bedeutung sein. Eine dazu befähigte Expertin hat die gesamte 
"Individuelle Praktische Arbeit" der Beschwerdeführerin begleitet und 
benotet. Soweit sie für die Noten eine Bandbreite festgesetzt hat, bestehen 
keine Anhaltspunkte dafür, dass sie einer Bewertung der Leistung auch im 
mittleren bis oberen Bereich dieser Bandbreite nicht zugestimmt hätte. Die 
Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschwerdegegner angewiesen, der 
Beschwerdeführerin das Fähigkeitszeugnis auszustellen 
(Verwaltungsgericht, B 2019/185).

Entscheid vom 5. Mai 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

M.__,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Nicole G. Zürcher Fausch, Rüesch 

Rechtsanwälte, Oberer Graben 43, 9000 St. Gallen,

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gegen

Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen, Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Kantonaler Gewerbeverband, Oberer Graben 12, Postfach, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Qualifikationsverfahren Fachfrau Gesundheit EFZ

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

M.__ absolvierte im Frühling 2018 das Qualifikationsverfahren zur Fachfrau Gesundheit 

mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und erzielte dabei folgende Noten:

Praktische Arbeiten  3.8

Berufskenntnisse 4.0

Allgemeinbildung  4.7

Gesamtnote  4.0

Die Note im Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" (gemäss hier anwendbarer 

Wegleitung OdASanté 2011: "Praktische Arbeit IPA") setzt sich zusammen aus der 

doppelt gewichteten Teilnote für die "Individuelle Praktische Arbeit" (4.0, gemäss 

Wegleitung

OdASanté 2011: "Praktische Arbeit mit Dokumentation") und der einfach gewichteten 

Teilnote für das dazugehörende Fachgespräch und die Präsentation (3.5, auch gemäss 

Wegleitung: "Fachgespräch und Präsentation"). Mit Verfügung vom 19. Juni 2018 teilte 

der Kantonale Gewerbeverband M.__ mit, sie habe das Qualifikationsverfahren nicht 

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bestanden, weil sie im Fach "Praktische Arbeiten" die reglementarische Minimalnote 

von 4.0 nicht erreicht habe (act. 7/29a/1-6).

B.

Mit E-Mail vom 20. Juni 2018 teilte M.__ dem Amt für Berufsbildung mit, sie sei mit der 

Bewertung der praktischen Prüfung nicht einverstanden (act. 7/29a/1-1). Am 4. Juli 

2018 fand im Amt für Berufsbildung eine Besprechung zwischen der zuständigen 

Ausbildungsberaterin des Amtes für Berufsbildung, der Chefexpertin für das 

Qualifikationsverfahren Fachfrau Gesundheit (nachfolgend: Chefexpertin) und M.__ 

statt. Am 11. und am 16. Juli 2018 fanden zwei weitere Besprechungen zwischen M.__ 

und der Ausbildungsberaterin statt. Das E-Mail vom 20. Juni 2018 wurde als 

Rekurserhebung behandelt und M.__ Gelegenheit gegeben, sich bis 20. Juli 2018 über 

die Weiterführung des Verfahrens zu äussern.

C.

M.__, vertreten durch ihren damaligen Rechtsvertreter, gab dem Bildungsdepartement 

mit Eingabe vom 20. Juli 2018 bekannt, sie halte am Rekurs fest, und ergänzte das 

Rechtsmittel mit dem Antrag, der Prüfungsentscheid vom 19. Juni 2018 sei aufzuheben 

und es sei festzustellen, die Prüfung zur Fachfrau Gesundheit sei insgesamt mit der 

Note 5 bestanden, samt Begründung. Das Bildungsdepartement hiess den Rekurs am 

12. August 2019 teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung vom 19. Juni 2018 auf 

und wies den Kantonalen Gewerbeverband an, M.__ unentgeltlich und ohne 

Anrechnung des bisherigen erfolglosen Prüfungsversuchs die Möglichkeit zu geben, 

den Prüfungsteil "Praktische Arbeiten" zu wiederholen.

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Prüfungsleistung könne 

objektiv nicht mehr untersucht werden. Untersucht werden könne einzig, ob es unter 

Berücksichtigung der Vorbringen aller Beteiligten und der Akten aus dem 

Prüfungsverfahren Hinweise auf Rechtsverletzungen gebe oder ob sich die Expertinnen 

von sachfremden oder sonst wie offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hätten leiten 

lassen, so dass ihr Entscheid unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten nicht mehr 

vertretbar sei. Aus dem Umstand, dass das von der vorgesetzten Fachkraft 

handschriftlich geführte Prüfungsprotokoll, das Ausgangspunkt für die Festlegung der 

Note durch die vorgesetzte Fachkraft und die Expertin war, "verschwunden" war, 

schloss das Bildungsdepartement, das Prüfungsverfahren sei unfair und die Benotung 

der "Individuellen Praktischen Arbeit" willkürlich gewesen. Dem Begehren, die Prüfung 

sei als bestanden zu bewerten, entsprach es nicht mit der Begründung, Voraussetzung 

für die Erteilung des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses sei in jedem Fall ein 

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gültiges Prüfungsresultat. Ein solches liege selbst bei unzweifelhaft nachgewiesenen 

Verfahrensfehlern nicht vor.

D.

M.__ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid des Bildungsdepartements 

(Vorinstanz) vom 12. August 2019 durch ihre jetzige Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 

26. August 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragt, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer sei der angefochtene Entscheid 

aufzuheben, soweit der Rekurs abgewiesen worden sei, und es sei der Kantonale 

Gewerbeverband anzuweisen, ihr das eidgenössische Fähigkeitszeugnis "Fachfrau 

Gesundheit EFZ" auszustellen, das für "Praktische Arbeiten" (Schlussnote IPA) eine 

Note von 4.2 und eine Gesamtnote von 4.2 ausweise.

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2019 die 

Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin und 

verwies zur Begründung auf ihren Entscheid vom 12. August 2019. Mit Eingabe vom 

26. September 2019 verzichtete der Kantonale Gewerbeverband (Beschwerdegegner) 

auf eine Vernehmlassung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin des 

angefochtenen Entscheids ist die im Rekursverfahren teilweise unterlegene 

Beschwerdeführerin zur Erhebung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung 

mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 

12. August 2019 wurde mit Eingabe vom 26. August 2019 rechtzeitig erhoben und 

erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2. Streitgegenstand

Die Verfahrensbeteiligten gehen übereinstimmend davon aus, dass auf das 

Qualifikationsverfahren der Beschwerdeführerin, welche die Ausbildung vor dem 

bis

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1. Januar 2017 begonnen hat, entsprechend der Übergangsbestimmung von Art. 26 

Abs. 1 der Verordnung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation 

über die berufliche Grundbildung Fachfrau Gesundheit / Fachmann Gesundheit mit 

eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 5. August 2016 (SR 412.101.220.96) 

noch die Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Fachfrau Gesundheit / 

Fachmann Gesundheit mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis vom 13. November 

2008 (AS 2008 S. 5963, nachfolgend V FaGe 2008) anwendbar ist.

Gemäss Art. 16 Abs. 1 V FaGe 2008 ist die Abschlussprüfung bestanden, wenn der 

Qualifikationsbereich "Praktische Arbeit" mit der Note vier oder höher bewertet wird 

(lit. a) und die Gesamtnote vier oder höher erreicht wird (lit. b). Unbestritten ist auch, 

dass für die Beschwerdeführerin die Erfahrungsnote entfällt und sich die Gesamtnote 

nach der besonderen Regel von Art. 18 Abs. 2 V FaGe 2008 – "Praktische Arbeit" 

fünfzig Prozent, "Berufskenntnisse" dreissig Prozent, "Allgemeinbildung" zwanzig 

Prozent – berechnet. Ebenso besteht Einigkeit darüber, dass sich die Note für den 

Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" (beziehungsweise "Praktische Arbeit IPA") 

aus der Teilnote für die "Individuelle Praktische Arbeit" (beziehungsweise "Praktische 

Arbeit mit Dokumentation", zwei Drittel) und der Teilnote für "Präsentation und 

Fachgespräch" (ein Drittel) berechnet (vgl. Organisationen der Arbeitswelt Santé, 

Ziff. 5.3 der Wegleitung zum Qualifikationsverfahren Fachfrau / Fachmann Gesundheit 

EFZ vom 2. Februar 2011, gültig bis und mit Qualifikationsverfahren 2019, 

www.odasante.ch, Berufliche Grundbildung / Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ, 

nachfolgend Wegleitung OdASanté 2011; act. 7/33a/2-11).

Aufgrund des diesbezüglich unbestritten gebliebenen Rekursentscheides steht auch 

fest, dass die Teilnote 4.0 für die "Individuelle Praktische Arbeit" in einem willkürlichen 

Verfahren zustande gekommen ist und für die Ermittlung der Note im 

Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" und die Gesamtnote der Abschlussprüfung 

nicht berücksichtigt werden darf. Umstritten ist, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, 

um die von der Beschwerdeführerin am 10. April 2018 (act. 7/14a/1-2) bei der 

"Individuellen Praktischen Arbeit" erbrachte Leistung mit einer Teilnote von 4.5 zu 

bewerten (Rz. 15 der Beschwerde), so dass sich zusammen mit der unbestrittenen 

Teilnote von 3.5 für das Fachgespräch und die Präsentation (Rz. 13 der Beschwerde) 

für den Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" eine – auf eine Dezimalstelle 

aufgerundete – Note von 4.2 (2x4.5, 1x3.5, Durchschnitt 4.1667, aufzurunden auf eine 

Dezimalstelle) ergibt (Rz. 15 der Beschwerde) und die Beschwerdeführerin das 

Qualifikationsverfahren mit einer Gesamtnote von 4.2 bestanden hat (Rz. 17 der 

Beschwerde).

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3. Tatsachen und Beweiswürdigung

In tatsächlicher Hinsicht geht die Beschwerdeführerin davon aus, dass ihre 

Prüfungsleistung vom 10. April 2018 anhand der – um den Einfluss der vorgesetzten 

Fachkraft bereinigten – Beurteilung durch die Expertin 1 korrekt und fair bewertet 

werden könne, ohne dass eine Rechtsmittelbehörde ihr Ermessen an die Stelle des 

Ermessens der Expertin setzen müsse. Mit dem von der Expertin 1 handschriftlich 

ausgefüllten Beurteilungs- und Bewertungsraster (act. 7/22a/3) liege ein rechtsgültiger 

Beweis vor. Deshalb treffe die Auffassung der Vorinstanz, die Prüfungsleistung könne 

objektiv nicht mehr untersucht werden, nicht zu.

Tatsachen

Der Beurteilungs- und Bewertungsraster ist nach den sieben geprüften 

Kompetenzbereichen aufgebaut. Je Kompetenz können maximal dreissig Punkte erzielt 

werden. Zu jeder der Kompetenzen sind mögliche Bewertungskriterien aus dem 

Bildungsplan – aufgeteilt in die Rubriken "Fähigkeiten", "Haltungen" und "Betriebliche 

Präzisierungen" – angeführt. Die Expertin 1 hat daneben in der Rubrik "Bemerkungen" 

handschriftlich und stichwortartig ihre Feststellungen, die sie anlässlich der Prüfung 

machte, festgehalten. Auf eine Punktzahl hat sie sich nicht festgelegt. Ebenso wenig 

wie die Vorinstanz verfügt das Verwaltungsgericht über die Fachkenntnisse, die es 

erlauben würden, anhand der Vorgaben und der Bemerkungen der Expertin 1 im 

Beurteilungs- und Bewertungsraster eine Punktzahl festzulegen.

Die Expertin 1 hat sodann zu jeder der Kompetenzen eine ungefähre Note oder eine 

Notenbandbreite festgehalten, nämlich für "Pflege und Betreuung, Kompetenz 3.2" 3.0, 

"Pflege und Betreuung, Kompetenz 3.3" 3.0, "medizinaltechnische Verrichtung, 

Kompetenz 4.2" 4.5-5, "Medizinaltechnik Kompetenz 4.3" 4.5, "Alltagsgestaltung 

Kompetenz 8.2" 5.0-5.5 (ursprünglich 5.5), "Alltagsgestaltung Kompetenz 10.1" 5

(ursprünglich 5-5.5; vgl. auch act. 7/33a/2-9), "Administration und Logistik Kompetenz 

12.3" 4.5-5. Aus diesen Noten ergibt sich ein Durchschnitt zwischen 4.21 (Summe der 

tiefsten Bewertungen 29.5, abzurunden auf 4.0) und 4.5 (Summe der höchsten 

Bewertungen 31.5). Aus den mittleren Bewertungen (3.0, 3.0, 4.75, 4.5, 5.25, 5.25, 

4.75) ergäbe sich ein Durchschnitt von 4.36 (Summe der mittleren Bewertungen 30.5, 

aufzurunden auf 4.5). Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, unter den gegebenen 

besonderen Umständen müsse für die Benotung auf die von der Expertin 1 ihrer 

Auffassung nach jeweils höchste gerechtfertigte Note abgestellt werden.

Unbestritten ist, dass auf die Beurteilung der vorgesetzten Fachkraft aufgrund der 

fehlenden Handnotizen und des betriebsinternen Drucks auf die vorgesetzte Fachkraft, 

3.1. 

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die Beschwerdeführerin durch die Prüfung fallen zu lassen, nicht abgestellt werden 

durfte. Unter diesen Umständen war die Bewertung der Arbeit der Beschwerdeführerin 

durch die vorgesetzte Fachkraft, wie auch immer sie im Detail ausgefallen ist, für die 

Benotung der "Individuellen Praktischen Arbeit" der Beschwerdeführerin nicht relevant. 

Schon deshalb kann nicht von einer Differenz zwischen der Bewertung durch die 

vorgesetzte Fachkraft einerseits und die Expertin 1 anderseits ausgegangen werden. 

Der Beschwerdegegner vertrat in der Vernehmlassung vom 4. April 2019 im 

vorinstanzlichen Rekursverfahren die Auffassung, die Expertin habe nach den 

bestehenden Regeln nicht die Kompetenz, eine Bewertung zu erstellen, so dass sie 

sich gegenüber der Bewertung der vorgesetzten Fachkraft nicht durchsetzen könne. 

Dieser Sicht steht entgegen, dass überhaupt keine gültige Bewertung durch die 

vorgesetzte Fachkraft vorliegt, gegen welche sich die Auffassung der Expertin hätte 

durchsetzen können oder müssen. Grundlage der Bewertung kann unter diesen 

Umständen einzig die Beurteilung sein, welche die Expertin 1 unabhängig von der 

Beurteilung der vorgesetzten Fachkraft vorgenommen hat.

Beim konkreten Vorgehen mit einer zwar lediglich formellen Einigung erübrigte sich ein 

Entscheid durch die Chefexpertin. Dass letztere vor der Vorinstanz in der Eingabe vom 

4. April 2019 für den Beschwerdegegner äusserte, sie erachte die Note vier als 

gerechtfertigt (act. 7/33a/1 zu Rz. 15), kann nicht ausschlaggebend sein, zumal sie im 

Rekursverfahren auch mit gegen sie gerichteten Vorwürfen hinsichtlich der Planung 

und Durchführung der praktischen Prüfung der Beschwerdeführerin konfrontiert war.

Beweismass

Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 VRP würdigt das Verwaltungsgericht 

die Beweise nach freier Überzeugung. Als Regelbeweismass gilt der volle (strikte) 

Beweis. Dieser ist erbracht, wenn das Gericht – nach objektiven Gesichtspunkten (vgl. 

BGE 140 III 610 E. 4.1) – am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften 

Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht – unerheblich (BGE 128 

III 271 E. 2b/aa) – erscheinen. Verlangt wird ein so hoher Grad der Wahrscheinlichkeit, 

dass vernünftigerweise mit der Möglichkeit des Gegenteils nicht mehr zu rechnen ist. 

Demgegenüber stellt das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 

Beweiserleichterung dar und genügt nicht für den Vollbeweis (BGer 2C_605/2015 vom 

5. November 2015 E. 2.3.2 mit Hinweisen auch auf die zivilprozessuale 

Rechtsprechung). Die Funktion des Regelbeweismasses besteht darin, dem materiellen 

Recht im Prozess zum Durchbruch zu verhelfen. Die Rechtsdurchsetzung darf nicht 

daran scheitern, dass zu hohe oder uneinheitliche Anforderungen an das Beweismass 

gestellt werden (vgl. BGE 128 III 271 E. 2b/aa). Absolute Gewissheit kann nicht verlangt 

3.2. 

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werden. Die Überzeugung muss von der Lebenserfahrung und Vernunft getragen und 

auf sachliche Gründe abgestützt sein (vgl. VerwGE B 2015/162 vom 26. Oktober 2016 

E. 3.6 mit Hinweisen).

Das Verwaltungsgericht würdigt die Beweise wie dargelegt nach freier Überzeugung. 

Dies bedeutet, dass die Bewertung der einzelnen Beweismittel nicht starren Regeln 

folgt und dass das Gericht frei darüber befindet, ob das gesetzlich geforderte 

Beweismass erreicht ist. Kann eine Tatsache nicht direkt bewiesen werden, ist es 

zulässig, mittelbar auf diese zu schliessen. Diesfalls müssen Umstände 

(Vermutungsbasis) vorliegen, die auf die zu beweisende Tatsache (Vermutungsfolge) 

mit Sicherheit oder doch mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit schliessen lassen (vgl. 

VerwGE B 2015/162 vom 26. Oktober 2016 E. 3.6 mit Hinweisen auf Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 615 f., 619 und 621, 

und auf BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen). Die Gewichtung der einzelnen 

Beweismittel soll sich aus der inneren Qualität, das heisst aus der anzunehmenden 

Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, ergeben und nicht durch äussere Eigenart (vgl. 

VerwGE B 2016/147 vom 14. Dezember 2012 E. 5.2.1 mit Hinweis auf VerwGE B 

2013/172 vom 19. August 2014 E. 2.1).

Beweiswürdigung

Ob das Gericht davon überzeugt ist, dass die Expertin 1 bei entsprechender 

Bewertung durch die vorgesetzte Fachkraft auch einer Benotung entsprechend der 

ihrer Auffassung nach je Kompetenz möglichen mittleren bis höchsten Bewertung 

zugestimmt hätte, ist anhand der fachlichen Qualifikation der Expertin 1 und der Art 

und Weise, mit welcher sie an der praktischen Prüfung teilgenommen hat, zu 

beurteilen.

3.3. 

Rolle der Expertin 1 im Regelfall

Die Rolle der Expertin 1 richtete sich nach der Wegleitung des Bundesamtes für 

Berufsbildung und Technologie über individuelle praktische Arbeiten (IPA) im Rahmen 

der Abschlussprüfung im Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung vom 

22. Oktober 2007 (nachfolgend Wegleitung BBT, act. 7/22a/6). Die Wegleitung galt für 

Qualifikationsverfahren, in denen in der zugehörigen Verordnung über die Grundbildung 

– wie in Art. 15 Abs. 2 Ingress und lit. a V FaGe 2008 – im massgebenden Artikel 

"Gegenstand, Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens" eine 

"Individuelle Praktische Arbeit" vorgesehen ist (Ziff. 1.1.1). Sie regelte das Prinzip und 

die Rahmenbedingungen für das Qualifikationsverfahren und verteilte die Aufgaben 

zwischen der direkt vorgesetzten Fachkraft und der Expertin. Im Rahmen der 

3.3.1. 

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"Individuellen Praktischen Arbeit" führte die zu qualifizierende Person an ihrem 

betrieblichen Arbeitsplatz mit den gewohnten Mitteln und Methoden einen Auftrag aus. 

Während einer festgelegten Zeitspanne wurden konkrete Praxisaufträge speziell 

beobachtet und beurteilt (Ziffer 1.2.3). Die Beurteilung der Auftragserfüllung und der 

erstellten Dokumentation oblag der vorgesetzten Fachkraft (Ziffer 1.2.4). Mindestens 

ein Mitglied des Expertenteams hatte die durch die vorgesetzte Fachkraft 

vorgenommene Beurteilung der Auftragserfüllung und die Plausibilität der 

vorgeschlagenen Bewertung zu überprüfen (Ziffer 2.4.3). Das Expertenteam und die 

vorgesetzte Fachkraft sollten sich nach Vorliegen des Bewertungsvorschlags für den 

ausgeführten Prüfungsauftrag über die abschliessende Bewertung einigen. Mangels 

Einigung hatte die von der kantonalen Behörde bezeichnete Prüfungsinstanz zu 

entscheiden (Ziffer 2.4.5). Die Chefexpertin überprüfte die durch das Expertenteam und 

die vorgesetzte Fachkraft vorgenommene Beurteilung und die Plausibilität der erteilten 

Noten (vgl. Ziffer 6.1.5 der Wegleitung OdASanté 2011, vgl. auch Schweizerisches 

Dienstleistungszentrum Berufsbildung / Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, 

Qualifikationsverfahren FaGe EFZ, Erläuterungen 2018; nachfolgend: Erläuterungen 

SDBB FaGe EFZ 2018; act. 7/22a/4). Die Leistungen im abschliessenden 

Qualifikationsverfahren werden mit den Noten eins bis sechs bewertet, wobei halbe 

Zwischennoten zulässig sind (vgl. Erläuterungen SDBB FaGe EFZ 2018, act. 7/22a/4; 

vgl. zum Ganzen auch D4 des Bildungsplans FaGe EFZ, Version vom 13. Version vom 

13. November 2008, mit Änderungen vom 30. Oktober 2009 sowie vom 1. Juli 2011, 

https://www.odasante.ch/ fileadmin/odasante.ch/docs/Berufliche_Grundbildung/

Bildungsplan_FaGe_OdASante_ 01072011.pdf, S. 64 ff.).

Aus den verschiedenen Wegleitungen und Erläuterungen ergibt sich 

zusammenfassend, dass die "Individuelle Praktische Arbeit" von der vorgesetzten 

Fachkraft bewertet wird. Die Überprüfung der "Individuellen Praktischen Arbeit" auf 

formale Korrektheit und die Begleitung der Ausführung des Auftrags durch die Expertin 

beschränkt sich grundsätzlich auf Stichproben. Die Prüfungsbesuche beschränken sich 

auf das ausführungsabhängige nötige Mass und dienen in erster Linie der 

Vertrauensbildung und den ergänzenden Beobachtungen für die Gesamtbeurteilung. 

Mindestens ein Mitglied des Expertenteams – das heisst die Expertin 1 – überprüft die 

durch die Fachkraft vorgenommene Beurteilung der Auftragserfüllung und die 

Plausibilität der vorgeschlagenen Bewertung. Bei Uneinigkeit entscheidet die 

Chefexpertin.

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Rolle der Expertin 1 im vorliegenden Fall

Zwar hat die Expertin 1 für die Beurteilung der "Individuellen Praktischen Arbeit" 

grundsätzlich keinen Bewertungsauftrag, sondern prüft nur die Bewertung durch die 

vorgesetzte Fachkraft auf Plausibilität hin. Dass ihre Rolle diesbezüglich grundsätzlich 

beschränkt ist, liegt darin begründet, dass die praktische Prüfung auf die gewohnten 

Mittel und Methoden am Arbeitsplatz der Auszubildenden ausgerichtet ist. Zu 

berücksichtigen ist allerdings, dass die Beschwerdeführerin ihre Vorbildung ausserhalb 

der geregelten beruflichen Grundbildung erworben hat und im Betrieb, in welchem sie 

die praktischen Erfahrungen im Hinblick auf den Abschluss der Ausbildung sammelte, 

vergleichsweise kurze Zeit tätig war und während längerer Zeit, aufgrund der 

schwierigen Situation im Pflegeteam und des belasteten Verhältnisses zur Leitung der 

Einrichtung, krankheitsbedingt fehlte. Deshalb relativiert sich die Bedeutung der 

betrieblichen Besonderheiten. Entsprechend gewinnt die Einschätzung einer 

aussenstehenden Expertin an Gewicht.

Im vorliegenden Fall hat die Expertin 1 sodann aufgrund der besonderen Umstände – 

Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin am Arbeitsplatz – die gesamte "Individuelle 

Praktische Arbeit" der Beschwerdeführerin begleitet und – wie die vorgesetzte 

Fachkraft – den Beurteilungs- und Bewertungsraster vollständig ausgefüllt. Bei ihrer 

Plausibilitätskontrolle des Bewertungsvorschlags der vorgesetzten Fachkraft kam sie 

zum Schluss, dieser entspreche nicht den Vorgaben. Folgerichtig griff sie deshalb in 

die Bewertung ein. Die anschliessende Einigung mit der vorgesetzten Fachkraft war 

rein formeller Natur, da die Beurteilung durch die vorgesetzte Fachkraft aufgrund der 

konkreten Umstände in keiner Weise von Bedeutung sein konnte. Nicht relevant kann 

unter diesen Umständen auch sein, dass sich die vorgesetzte Fachkraft nicht auf den 

von der Expertin 1 vorgeschlagenen oberen Rahmen ihrer Beurteilung eingelassen hat 

(vgl. dazu oben Erwägung 3.3.1).

Im Rekursverfahren führte der Beschwerdegegner in der Vernehmlassung vom 

30. November 2018 (act. 7/22a/1) aus, die Expertin 1 sei eine fachlich versierte und 

erfahrene Fachperson, die bestens auf ihre Aufgabe und Rolle vorbereitet gewesen sei. 

Sie werde als sehr pflichtbewusst erlebt und nehme auch auf der Tertiärstufe 

Fachgespräche ab. Vorbehalte und Befangenheiten melde sie transparent. Auch der 

Beschwerdegegner hält fest, dass die Expertin 1 aufgrund der besonderen Situation 

den Beurteilungs- und Bewertungsraster vollständig ausgefüllt hat. Unter diesen 

Umständen ist davon auszugehen, dass die Expertin 1 ohne weiteres in der Lage war, 

die von ihr beobachtete Erfüllung des Auftrags durch die Beschwerdeführerin 

3.3.2. 

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umfassend und gültig zu beurteilen und dies tatsächlich auch gemacht hat. Die 

Kompetenzen, welche einer Expertin bei einer Visitation oder Hospitation 

normalerweise zukommen, sind deshalb nicht von Belang.

Notenrahmen

Schliesslich fragt sich, ob unter den konkreten Umständen des vorliegenden Einzelfalls 

auf die mittlere bis günstigste Beurteilung durch die Expertin 1 abgestellt werden darf. 

Die Beschwerdeführerin hat die aus ihrer Sicht gerechtfertigte Benotung der 

Leistungen der Beschwerdeführerin in den sieben geprüften Kompetenzen, teilweise 

als Bandbreite, festgehalten. Es besteht – angesichts der Rolle der Expertin 1 – kein 

ernsthafter Zweifel daran, dass sie im Bewertungsverfahren jeder mit ihrer eigenen 

Beurteilung übereinstimmenden Bewertung durch die vorgesetzten Fachkraft 

zugestimmt hätte. Das Verwaltungsgericht geht deshalb davon aus, mit dem von der 

Expertin 1 vollständig ausgefüllten Beurteilungs- und Bewertungsraster liege ein 

Beweismittel vorliegt, mit dem – frei gewürdigt – unter Berücksichtigung aller konkreten 

Umstände dargetan ist, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der "Individuellen 

Praktischen Arbeit" vom 10. April 2018 eine Leistung erbracht hat, die mit einer – 

allenfalls aufgerundeten – Teilnote von 4.5 bewertet werden kann.

3.3.3. 

Zusammenfassend liegt ein durch die Expertin 1 festgestelltes gültiges 

Prüfungsergebnis vor. Da sich die Auffassung der Expertin 1 nicht gegenüber der 

vorgesetzten Fachkraft durchzusetzen brauchte, kann mit Blick auf die Besonderheiten 

des vorliegenden Falles auf die Noten der Expertin 1 – soweit sie einen Rahmen 

festgelegt hat auf den mittleren bis oberen Wert – abgestellt werden. Ohnehin 

erschiene es als stossend, wenn die Beschwerdeführerin die "Individuelle Praktische 

Arbeit" ohne Anrechnung des "ersten Versuchs" wiederholen "dürfte", vielmehr 

müsste, obschon nicht ansatzweise erkennbar ist, dass sie die Nichtverwertbarkeit der 

Bewertung der Prüfungsleistung bewirkt oder sonst wie zu verantworten hat. Die 

Ursache für die Nichtverwertbarkeit ist vielmehr auf das vom Arbeitgeber ausgelöste 

und im Ergebnis unhaltbare Verhalten der vorgesetzten Fachkraft und das nicht 

durchwegs professionelle Gebaren der anderen Beteiligten im Nachgang zur Prüfung 

zu erblicken. Die Beschwerdeführerin alleine die sich daraus ergebenden Lasten tragen 

zu lassen, erschiene unter den dargelegten konkreten Umständen und insbesondere 

angesichts einer vollständigen Bewertung ihrer "Individuellen Praktischen Arbeit" durch 

eine dazu befähigte Expertin als verfehlt und geradezu stossend.

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/14

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4.  

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit 

aufzuheben, als er – in Ziffer 1 des Dispositivs – den Beschwerdegegner anweist, der 

Beschwerdeführerin ohne Anrechnung des erfolgslosen Prüfungsversuchs die 

Möglichkeit zu geben, den Prüfungsteil "Praktische Arbeiten" zu wiederholen. Es ist 

festzustellen, dass die Beschwerdeführerin – ausgehend von der Benotung ihrer 

praktischen Prüfung durch die Expertin 1 – die "Praktische Arbeit mit Dokumentation" 

mit der Teilnote 4.5, den Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" mit der Note 4.2 

(2x4.5, 1x3.5, Durchschnitt 4.16, auf eine Dezimalstelle aufzurunden) und die 

Abschlussprüfung mit der Gesamtnote 4.2 (4.2 fünfzig Prozent, 4.0 dreissig Prozent, 

4.7 zwanzig Prozent; 4.24, auf eine Dezimalstelle abzurunden) bestanden hat. Der 

Beschwerdegegner ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin das entsprechende 

Fähigkeitszeugnis gemäss Art. 19 V FaGe 2008 auszustellen.

4.1. 

Der vorinstanzliche Kostenspruch ist insoweit aufzuheben, als die amtlichen Kosten 

des Rekursverfahrens von CHF 800 vollumfänglich dem Beschwerdegegner 

aufzuerlegen sind (Ziffer 2 des Dispositivs). Es bleibt dabei, dass auf die Erhebung der 

Kosten beim Beschwerdegegner verzichtet wird und die Vorinstanz der 

Beschwerdeführerin den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 800 

vollumfänglich zurückerstattet (Ziffer 2 des Dispositivs).

4.2. 

Sodann ist der vorinstanzliche Kostenspruch hinsichtlich der Höhe der ausseramtlichen 

Entschädigung aufzuheben (Ziffer 3 des Dispositivs), da der Beschwerdegegner die 

Beschwerdeführerin für die ausseramtlichen Kosten des Rekursverfahrens 

vollumfänglich zu entschädigen hat. Aus der vorinstanzlichen Verlegung der amtlichen 

Kosten im Verhältnis von einem Drittel zu zwei Dritteln ergäbe sich eine Entschädigung 

der ausseramtlichen Kosten der Beschwerdeführerin im Umfang von einem Drittel. Bei 

der festgesetzten Entschädigung von CHF 2‘000 ergäbe das CHF 6‘000. Diese 

Entschädigung läge am obersten Rand des Rahmens für die Honorarpauschale im 

Verfahren vor Verwaltungsbehörden (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. a der 

Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Eine solche Pauschalentschädigung möchte 

einem Vergleich mit Rekursverfahren in anderen Rechtsgebieten nicht stand zu halten 

und überschritte den Rahmen des der Vorinstanz zukommenden Ermessens.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/14

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5.  

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben, 

soweit die Vorinstanz den Beschwerdegegner angewiesen hat, der Beschwerdeführerin 

unentgeltlich und ohne Anrechnung des bisher erfolglosen Prüfungsversuchs die 

Möglichkeit zu geben, den Prüfungsteil "Praktische Arbeiten" zu wiederholen. 

Aufgehoben wird auch der

vorinstanzliche Kostenspruch, soweit damit der Beschwerdeführerin ein Drittel der 

amtlichen Kosten des Rekursverfahrens auferlegt und die Höhe der vom 

Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin zu leistenden Entschädigung der 

ausseramtlichen Kosten des Rekursverfahrens festgesetzt wurden.

2.

Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin den Prüfungsteil "Individuelle 

Praktische Arbeit" mit der Teilnote 4.5, den Qualifikationsbereich "Praktische Arbeiten" 

mit der Note 4.2 und die Abschlussprüfung mit der Gesamtnote 4.2 bestanden hat. Der 

Beschwerdegegner wird angewiesen, der Beschwerdeführerin das entsprechende 

Fähigkeitszeugnis als "Fachfrau Gesundheit EFZ" auszustellen.

3.

Der Beschwerdegegner trägt die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 800 

und des Beschwerdeverfahrens von CHF 1‘500. Auf die Erhebung wird verzichtet. Der 

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem 

Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die von der 

Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 800 im Rekursverfahren 

und von CHF 1'500 im Beschwerdeverfahren sind ihr zurückzuerstatten.

5.1. 

Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin für das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren ermessensweise mit einem Pauschalhonorar von je CHF 3‘000 

zuzüglich CHF 120 Barauslagen (pauschal vier Prozent von CHF 3‘000) und 7,7 

Prozent Mehrwertsteuer zu entschädigen (Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. a und 

lit. b, Art. 28  und 29 der Honorarordnung, sGS 963.75).

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/14

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Beschwerdeführerin werden die von ihr geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 800 im 

Rekursverfahren und CHF 1'500 im Beschwerdeverfahren zurückerstattet.

4.

Der Beschwerdegegner entschädigt die Beschwerdeführerin für das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren mit je CHF 3‘120 inklusive Barauslagen, zusammen CHF 6‘240, 

zuzüglich 7.7 Prozent Mehrwertsteuer.

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 05.05.2020
	Berufsbildung, Art. 18 Abs. 2 der Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Fachfrau Gesundheit / Fachmann Gesundheit mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis vom 13. November 2008. Die Bewertung der Prüfungsleistung durch die vorgesetzte Fachkraft konnte in keiner Weise von Bedeutung sein. Eine dazu befähigte Expertin hat die gesamte "Individuelle Praktische Arbeit" der Beschwerdeführerin begleitet und benotet. Soweit sie für die Noten eine Bandbreite festgesetzt hat, bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie einer Bewertung der Leistung auch im mittleren bis oberen Bereich dieser Bandbreite nicht zugestimmt hätte. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Beschwerdegegner angewiesen, der Beschwerdeführerin das Fähigkeitszeugnis auszustellen (Verwaltungsgericht, B 2019/185).

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		2024-05-27T01:13:30+0200
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