# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e028e70-e97a-5920-8511-dd97af664049
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-18
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 18.06.2021 S1 21 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-21-48_2021-06-18.pdf

## Full Text

Mit Urteil vom 27. Januar 2022 (8C_494/2021) wies das Bundesgericht eine gegen vorlie-

genden Entscheid gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ab. 

 

S1 21 48 

 

 

URTEIL VOM 18. JUNI 2021 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Eve-Marie Dayer-Schmid und Thomas 

Brunner, Kantonsrichter/in; Renata Kreuzer, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

DIENSTSTELLE FÜR INDUSTRIE, HANDEL UND ARBEIT, 1951 Sitten, 

Beschwerdegegnerin  

 

 

(Vermittlungsfähigkeit / Maskentragepflicht) 

Beschwerde gegen den Entscheid vom 12. Februar 2021 

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Sachverhalt 

A. 

Der 1982 geborene X _________ hatte mit dem Restaurant A _________ in Zermatt 

einen Saisonarbeitsvertrag als Servicemitarbeiter ab dem 27. November 2020 abge-

schlossen. Ab dem 18. Oktober 2020 galt eine landesweite Maskentragpflicht im Gast-

gewerbe. Der Arbeitsvertrag mit dem Restaurant A _________ wurde am 25. November 

2020 im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst, weil sich X _________ weigerte, eine 

Maske zu tragen und das Restaurant ihm keine Arbeit anbieten konnte, die er ohne das 

Tragen einer Maske hätte verrichten können. X _________ meldete sich zur Arbeitsver-

mittlung und zum Taggeldbezug ab dem 27. November 2020. Das RAV machte ihn da-

rauf aufmerksam, dass seine Vermittlungsfähigkeit abgeklärt werden müsse, falls er sich 

weiterhin weigere, sich an die Maskentragepflicht zu halten. Damit erklärte sich 

X _________ mit seiner Unterschrift einverstanden. Er bestätigte ebenfalls, dass keine 

medizinischen Gründe für seine Weigerung, eine Maske zu tragen, vorlägen, sondern 

dass er das Tragen einer Maske als Eingriff in seine persönliche Freiheit betrachte und 

dass dieses seine Gesundheit gefährden würde. Seine Arbeitslosigkeit sei nicht durch 

ihn, sondern durch den Bundesrat verschuldet. 

B. 

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2020 verneinte die Dienststelle für Industrie, Handel 

und Arbeit DIHA die Vermittlungsfähigkeit von X _________. Dieser habe seit dem Jahr 

2008 fast ausschliesslich in Hotels gearbeitet. Darauf habe er auch seine Stellensuche 

konzentriert. Es sei offensichtlich, dass die von ihm gestellte Bedingung, keine Maske 

tragen zu müssen, mit der Arbeit in einem Hotel nicht vereinbar sei und somit keine 

Anstellungschancen bestünden. Der Versicherte schränke durch die Bevorzugung sei-

ner individuellen Freiheit die Auswahl der für ihn in Frage kommenden Arbeitsplätze er-

heblich ein und habe die daraus folgenden Konsequenzen zu tragen. 

Die gegen die Verfügung erhobene Einsprache wies die DIHA mit Entscheid vom 

12. Februar 2021 ab. 

 

 

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C. 

Dagegen erhob X _________ am 17. Februar 2021 Beschwerde bei der Sozialversiche-

rungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Wallis. Er beantragte die Aufhebung 

des angefochtenen Entscheids und die Zusprache von Taggeld der Arbeitslosenversi-

cherung ab dem 27. November 2020. Es sei falsch, dass er seine Arbeitssuche auf Stel-

len im Gastgewerbe beschränkt habe. Vielmehr habe er sich um Stellen im Freien, auf 

dem Bau und in der Landwirtschaft, beworben, wo keine Maske getragen werden müsse. 

Es treffe zwar zu, dass er in der Schweiz meistens in der Hotellerie gearbeitet habe, er 

sei aber bereit, auch andere Stellen anzunehmen. So habe er im Januar 2021 sieben 

Tage für eine Baufirma gearbeitet. Damit habe er seine Vermittlungsfähigkeit bewiesen. 

Der Beschwerde legte X _________ einen Einsatzvertrag der Personalberatungsstelle 

«das team» bei, wonach er ab dem 13. Januar 2021 im 100% Pensum bei der Firma 

B _________ AG als Hilfsarbeiter angestellt war. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. März 2021 beantragte die DIHA die Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf den Einspracheentscheid. 

X _________ replizierte am 31. März 2021. Er habe bereits wieder eine neue Arbeit 

gefunden und es gehe nicht an, dass er kein Arbeitslosentaggeld erhalte für die Zeit, in 

der er nicht habe arbeiten können. Er sei zu jeder Zeit vermittlungsfähig gewesen. Im 

Januar 2021 habe er 7 Tage gearbeitet. Selbst wenn er im Restaurant A _________ 

geblieben wäre, hätte er zu Hause bleiben müssen, da dieses bis im Juni 2021 geschlos-

sen gewesen wäre. Wenn die Kasse nicht bezahle, habe er zu wenig zum Leben. Als 

weiteres Beweismittel reichte X _________ einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit dem 

Hotel C _________ in Zermatt für eine Anstellung als Portier ab dem 1. April 2021 ein. 

Nachdem die DIHA auf eine Duplik verzichtet hatte, wurde der Schriftenwechsel am 

15. April 2021 abgeschlossen. 

Auf weitere Parteivorbringen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

  

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Erwägungen 

1. 

1.1  Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver-

sicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 (Arbeitslosengesetz, 

AVIG) sind die Bestimmungen des Bundesgesetztes über den allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) auf das AVIG anwendbar, soweit 

dieses nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt. 

Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide innert einer Frist von 

30 Tagen nach deren Eröffnung Beschwerde bei einem vom Kanton bestellten Versiche-

rungsgericht eingereicht werden (Art. 57 ATSG und Art. 60 ATSG). Die am 17. Feb-

ruar  2021 eingereichte Beschwerde erfolgte fristgerecht. 

1.2  Die beschwerdeführende Person hat ihren Wohnsitz im Kanton Wallis. Die sachliche 

und örtliche Zuständigkeit der angerufenen Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung 

des Kantonsgerichts ist somit gegeben (Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 und Art. 

119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversi-

cherung und die Insolvenzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV]; Art. 7 Abs. 2 des 

Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG], Art. 1 Abs. 2 des Ver-

fahrensreglements des kantonalen Versicherungsgerichts vom 2. Oktober 2001 [RVG] 

und Art. 81a Abs. 1 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-

rechtspflege vom 6. Oktober 1976 [VVRG]). Der Beschwerdeführer ist von der Verfügung 

bzw. dem Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin berührt (Art. 59 ATSG) und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Be-

schwerde legitimiert. Auf die fristgerecht und den formalen Anforderungen entspre-

chende Beschwerde kann eingetreten werden. 

2. 

2.1  Die Beschwerdeinstanz hat nicht zu prüfen, ob sich der angefochtene Entscheid 

unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im 

Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen zu untersuchen (Rügeprinzip). Von den 

Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwer-

deinstanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 

1a). 

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2.2  Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der Einspracheent-

scheid der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2021. Streitig ist, ob der Beschwerde-

führer Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung hat. 

3. 

3.1  Grundsätzlich hat der Versicherte nur dann Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-

gung, wenn er sämtliche Voraussetzungen des Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt und unter an-

derem vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 2 lit. f). Vermittlungsfähig ist eine arbeitslose 

Person, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh-

men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 AVIG). Die arbeitslose 

Person soll jederzeit erreichbar und täglich zum Antritt einer Beschäftigung oder arbeits-

marktlichen Massnahme in der Lage sein (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversiche-

rung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 

2016, Rz. 268 S. 2347). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Arbeits-

fähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft 

entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzu-

setzen (BGE 125 V 51 E. 6a S. 58; Urteil 8C_674/2014 vom 5. Mai 2015 E. 2.1, in: ARV 

2015 S. 152). Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, somit aufgrund der tat-

sächlichen Verhältnisse, wie sie bis zum Erlass des Einspracheentscheides bestanden 

haben (BGE 120 V 385 E. 2; vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo-

senversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Auflage, Zürich 2013, S. 70 f.). Die 

Vermittlungsfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. 

Entweder ist die versicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumut-

bare Arbeit anzunehmen, oder nicht (BGE 143 V 168 E. 2). 

3.2  Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz seit Dezember 2008 prak-

tisch ausschliesslich im Gastgewerbe gearbeitet hat und auch über einen Arbeitsvertrag 

im Gastgewerbe verfügte, als er arbeitslos wurde, da er sich aus persönlicher Überzeu-

gung weigerte, eine Hygienemaske zu tragen, ohne dafür medizinische Gründe zu ha-

ben, reduziert seine reellen Chancen, auf dem ihm offenstehenden Arbeitsmarkt eine 

Stelle zu finden, erheblich. Ebenfalls die Möglichkeit, an Eingliederungsmassnahmen 

teilzunehmen, ist ohne die Bereitschaft zum Tragen einer Hygienemaske, nicht gegeben. 

Mit derart engen Grenzen ist das Finden einer passenden Stelle kaum realistisch. Wenn 

der Beschwerdeführer behauptet, er sei zu jeder Zeit vermittelbar gewesen, da er sich 

nicht nur um Stellen im Gastgewerbe beworben habe, ist dem entgegenzuhalten, dass 

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zur Vermittlungsfähigkeit auch die Bereitschaft zur Teilnahme an Eingliederungsmass-

nahmen gehört, was ohne Tragen einer Hygienemaske nicht möglich war und sich zu-

dem aus den Arbeitsbemühungen der Monate November und Dezember 2020 klar 

ergibt, dass sich seine Bewerbungen mit wenigen Ausnahmen auf Anstellungen im Gast-

gewerbe richteten. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer offenbar im Januar 2021 

für sieben Tage an eine Baufirma vermittelt war, besagt nichts über die Vermittlungsfä-

higkeit für zukünftige Arbeitsstellen. Der Beschwerdeführer wurde aus selbst zu verant-

wortenden Gründen arbeitslos und ebenfalls aus selbst zu verantwortenden Gründen ist 

seine Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verneinen (vgl. Urteil 8C_714/2014 vom 

26. März 2015 E. 4.2). 

3.3  Nach dem Gesagten ist die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Sinne 

von Art. 15 Abs. 1 AVIG nicht gegeben. Der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen 

und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.  

4. 

Abgesehen von Ausnahmen, die hier nicht interessieren, sind im Bereich der Arbeitslo-

senversicherung keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. f bis ATSG). Es werden 

keine Parteientschädigungen ausgerichtet (BGE 123 V 309 E. 10, 118 V 169 E. 7, 112 V 

361 E. 6). 

 

  

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Demnach wird erkannt 

1. Der Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen ausgerichtet. 

Sitten, 18. Juni 2021