# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99495f3b-3410-5e0e-907e-aebb509f1558
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2020 IV 2018/216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-216_2020-06-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/216

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.10.2020

Entscheiddatum: 25.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2020
Art. 5, 13 und 29 BV, 42 und 49 ATSG und 28 IVG; keine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs wegen Verzichts auf Einholung der vollständigen 
Krankengeschichte, wenn damit keine wesentlichen zusätzlichen 
medizinischen Erkenntnisse gewonnen werden können. Verwertbarkeit von 
illegal erhobenem Observationsmaterial. Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 25. Juni 2020, IV 2018/216).

Entscheid vom 25. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2018/216

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ erhält seit 1994 von der IV-Stelle ein Hörgerät als Hilfsmittel (IV-act. 7; vgl. 

auch IV-act 14 und 22).

A.a. 

Am 23. Mai 2014 meldete die Versicherte sich zum Bezug von weiteren Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 27). Sie war zuletzt als ungelernte Arbeiterin im 

Textilbereich zu 100% berufstätig. Die Stelle wurde ihr aus wirtschaftlichen Gründen 

am 29. August 2013 per 30. November 2013 gekündigt. Wegen Krankheit verlängerte 

sich die Kündigungsfrist bis 31. Mai 2014 (IV-act. 39-1 ff. und 64-23). Seit dem 

29. August 2013 ist die Versicherte durchgehend krankgeschrieben (IV-act. 39-11 ff.).

A.b. 

Mit Mitteilung vom 27. November 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

um berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, aufgrund des 

Gesundheitszustands der Versicherten seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen 

möglich (IV-act. 45). Nachdem sie Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt hatte, 

gab sie eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, 

Neurologie und Rheumatologie) bei der SMAB AG Swiss Medical, Bern (nachfolgend: 

SMAB), in Auftrag (vgl. IV-act. 52, 54 und 59). Diese fand im Juli 2015 statt (IV-act. 60).

A.c. 

Im Gutachten vom 21. August 2015 stellten die SMAB-Gutachter folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode (F33.2), generalisierte Angststörung (F41.1), 

Agoraphobie ohne Panikstörung, mässig ausgeprägt (F40.00) sowie generalisiertes und 

chronifiziertes Weichteil-Schmerzsyndrom. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit nannten sie insbesondere einen psychogenen Tremor (F44.8; IV-

A.d. 

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act. 64-12). Die Arbeitsfähigkeit betrage sowohl in der bisherigen als auch in einer 

Verweistätigkeit seit dem 29. August 2013 durchgehend 0% (IV-act. 64-14 f.).

Am 2. März 2016 erteilte die IV-Stelle einen Überwachungsauftrag (IV-act. 81). 

Daraufhin wurde die Versicherte im Zeitraum vom 4. März bis 4. April 2016 sowie am 

20. und 29. April 2016 observiert (vgl. IV-act. 85 f.).

A.e. 

Vom 13. Oktober bis 7. Dezember 2016 befand sich die Versicherte bei der Klinik 

B.___, Psychiatrische Dienste C.___, in stationärer Behandlung (IV-act. 126).

A.f. 

Am 9. November 2016 fand bei der IV-Stelle ein Standortgespräch statt. An 

diesem wurde sie zu ihrem aktuellen Befinden befragt und zudem über die Ergebnisse 

der Observation informiert. Sie sah sich dabei auch die erstellten Filmmaterialien an (IV-

act. 115).

A.g. 

Im Februar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine 

bidisziplinäre Untersuchung (Psychiatrie, Neurologie) als notwendig erachte. Die 

entsprechende Begutachtung werde durch Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. E.___, Facharzt Neurologie FMH, 

erfolgen (IV-act. 128 und 131).

A.h. 

Mit Gutachten vom 4. Dezember 2017 kamen Dr. D.___ (Untersuchungen vom 

17. August und 17. September 2017) und Dr. E.___ (Untersuchung vom 17. August 

2017) zum Schluss, es könnten weder auf neurologischem noch auf psychiatrischem 

Fachgebiet Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Dabei 

stützten sie sich unter anderem auf die am 24. November 2017 durch Dr. phil. F.___, 

Fachpsychologe für Psychotherapie, Neuropsychologe SVNP, durchgeführte 

neuropsychologische Untersuchung (IV-act. 149-1; bidisziplinärer Konsens, IV-

act. 148-1 ff., insbesondere IV-act. 148-5, Ziff. 12.5.4). Es würden Diskrepanzen, 

Widersprüche und Hinweise auf eine Aggravation und teilweise gezielte Manipulation 

bestehen. Die Versicherte könne völlig normal bimanuell ohne relevante 

Einschränkungen tätig sein. Dass nach dem Stellenverlust und als Reaktion darauf 

tatsächlich eine depressive Verstimmung aufgetreten sei, sei plausibel. Nicht plausibel 

sei hingegen die seither diagnostizierte anhaltende schwere depressive Episode (IV-

act. 147-80 und 148-3). Die psychiatrische Vorbegutachtung habe sich ausschliesslich 

A.i. 

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auf die Angaben der Versicherten abgestützt und darum zu einer anderen Einschätzung 

kommen müssen (IV-act. 148, 147-66 und 147-80).

Mit Verlaufsbericht vom 25. März 2018 äusserte die behandelnde Psychiaterin, 

Dr. med. G.___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, was Dr. D.___ als 

Aggravation beschreibe, seien krankheitsbedingte Symptome. Die 

neuropsychologische Untersuchung habe klar widergespiegelt, dass die Versicherte 

sehr schnell abgelenkt sei. Die Versicherte sei deshalb gepflegt, weil ihre Töchter sich 

darum kümmern würden und nicht möchten, dass die Mutter verwahrlost aussehe. Wie 

alle anderen Psychiater, welche die Versicherte untersucht hätten, bestätige Dr. G.___ 

die Diagnosen rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige depressive 

Episode (F33.3), generalisierte Angststörung (F41.1) und anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (F45.4).

A.j. 

Mit Schreiben vom 29. März 2018 hielt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, fest, er kenne die Versicherte seit mehr als 20 Jahren. Sie sei 

schon früher immer eine nervöse, unruhige, teils etwas wirre Patientin gewesen, 

weshalb sie den Eindruck erwecke, dass sie etwas übertreibe, was aber nicht richtig 

sei. Die Versicherte habe auch mit grossen Schmerzen immer gearbeitet, sich nie krank 

schreiben lassen. Auch deshalb habe der Verlust der Arbeit ihr sehr weh getan. Die 

Versicherte als Simulantin darzustellen, wie die IV-Stelle das mehrfach mache, finde er 

absolut falsch. Dr. H.___ verstehe auch nicht, warum ein Dolmetscher beigezogen 

worden sei. Die Versicherte spreche sehr gut Deutsch. Dies erwecke nur den Eindruck, 

dass sie nicht integriert sei, die Sprache nicht habe lernen wollen, was auch falsch sei. 

Die Versicherte sei wirklich seit längerer Zeit krank (IV-act. 158).

A.k. 

Mit Vorbescheid vom 25. April 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ablehnung ihres Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 162). Dagegen erhob die 

Versicherte am 4. Mai 2018 Einwand (IV-act. 165).

A.l. 

Mit Verfügung vom 24. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 

Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, die im Konsens von der SMAB 

attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% basiere auf Diagnosen, welche sich 

ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Versicherten gestützt hätten. 

A.m. 

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B.  

Ausgehend von den Observationserkenntnissen habe die IV-Ärztin eine Überprüfung 

der psychiatrischen Situation empfohlen. Anlässlich der psychiatrisch-neurologischen 

Begutachtung seien keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 

worden. Das bidisziplinäre Gutachten sei beweiskräftig. Die Behauptung, der Tremor 

sei Folge einer früheren verfehlten Medikation, lasse sich auch anhand der neu 

beigebrachten ärztlichen Berichte nicht nachvollziehen. Die Schwerhörigkeit 

beeinträchtige die Leistungsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit nicht. Aus den am 

4. April 2018 eingereichten Berichten würden keine neuen Aspekte hervorgehen, 

welche eine Änderung der bisherigen Feststellungen rechtfertigen könnten. Ein 

Gesundheitsschaden, der einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, sei nicht 

nachgewiesen. In jeglichen angepassten Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. 

Somit bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 168).

Gegen diese Verfügung erhebt A.___ am 22. Juni 2018 Beschwerde. Sie 

beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei mindestens eine 

halbe Rente zu gewähren. Eventualiter sei eine neue polydisziplinäre Abklärung vom 

Gericht in Auftrag zu geben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% 

Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdegegnerin habe 

das rechtliche Gehör verletzt. Sie schreibe, die von der Beschwerdeführerin 

beigebrachten medizinischen Berichte würden nichts zum Tremor aussagen. Dabei sei 

ausdrücklich beantragt worden, dass der Bericht der Klinik Valens über die 

Falschmedikation beigezogen werde. Dies sei nachzuholen. Die Beschwerdegegnerin 

habe nicht zu den Berichten von Dr. med. I.___, Spezialarzt FMH für 

Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, Audio-Neurootologie und 

Aequilibriometrie, und Dr. med. J.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Stellung genommen. Ständig werde die Kündigung als Ursache der Depression 

angesehen, dabei sei die Beschwerdeführerin nachweislich lange vor Erhalt der 

Kündigung erkrankt. Die SMAB-Gutachter hätten eine vollständige Berentung 

vorgeschlagen. Die Grundprämissen des bidisziplinären Gutachtens träfen nicht zu. 

Dr. D.___ habe nicht beachtet, dass die Beschwerdeführerin als Kind beide Eltern 

verloren habe und bei einer Tante, die ebenfalls an Tremor gelitten habe, 

aufgewachsen sei. Die Fachmediziner müssten klären, ob der Tremor der 

B.a. 

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Beschwerdeführerin familiär/genetisch bedingt oder durch falsche Medikation 

eingetreten sei. Die Schwerhörigkeit der Beschwerdeführerin sei nicht berücksichtigt 

worden. Die Gutachter hätten die Vorakten von Dr. K.___ nicht besessen, welche 

einzuholen seien. Die Übersetzer hätten nicht korrekt übersetzt. So habe sie nach ihrer 

Erinnerung einmal gesagt, dass sie oft im Bett sein müsse, wobei übersetzt worden sei, 

dass sie den ganzen Morgen im Bett verbringe. Die Materialien der illegalen 

Observation seien aus den Akten zu eliminieren. Die Versuche des Bundesgerichts, die 

fehlende gesetzliche Grundlage mit dem öffentlichen Interesse zu ersetzen, seien 

"politische Versuche, die kochende Volkswut zu beruhigen". Sie seien aber nicht 

EMRK-konform (act. G1).

Mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe 

keinen konkreten Antrag gestellt, den "Bericht der Klinik Valens über die 

Falschmedikation" beizuziehen. Dass ein solcher Bericht existiere, werde bezweifelt. 

Die Frage nach der Genese des Tremors sei letztlich irrelevant, da er nach 

gutachterlicher Einschätzung keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

habe. Der beantragte Beizug einer vollständigen Krankengeschichte sei weder sinnvoll 

noch erforderlich. Dass seit langem eine depressive Symptomatik vorgelegen habe, 

werde von Dr. D.___ ausdrücklich festgehalten. Dennoch habe die Kündigung 

unbestreitbar einen wesentlichen Einfluss auf die psychische Situation der 

Beschwerdeführerin gehabt. Das Gutachten lasse durchaus eine schwere Kindheit 

erkennen. Die belastete Vergangenheit ändere aber nichts daran, dass die 

Beschwerdeführerin heute ein nicht authentisches Beschwerdebild präsentiere 

(act. G4).

B.b. 

Mit Replik vom 2. November 2018 bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe bei 

der letzten Stelle wegen des Tremors Mühe beim Einfädeln gehabt. Diesbezüglich sei 

ein Augenschein bei der letzten Arbeitgeberin durchzuführen oder die Mitarbeiterinnen, 

welche der Beschwerdeführerin jeweils geholfen hätten, zu befragen. Die 

Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz missachtet. Die 

Beschwerdeführerin habe den Bericht der Klinik Valens vom 16. Januar 2002 über den 

stationären Aufenthalt beim Hausarzt Dr. H.___ erhältlich gemacht. Daraus sei 

ersichtlich, dass sie schon damals an einer Anpassungsstörung mit ängstlich-

B.c. 

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depressiver Reaktion mittleren bis schweren Grades und an essentiellem Tremor der 

rechten Hand gelitten habe. Die Tremorproblematik sei also über 16 Jahre alt und 

chronifiziert. Darum müsse vom Gericht aus eine Klärung des Tremors stattfinden. Der 

Tremor habe bereits bei der letzten Tätigkeit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin gehabt. Die lapidare Bemerkung, er habe keinen wesentlichen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, sei sibyllinisch. Die Gutachter hätten nicht über die 

vollständige Krankengeschichte verfügt (Behandlung Dr. J.___, Dr. I.___ und Dr. K.___). 

Die Gutachter würden sich diametral widersprechen und im neuen Gutachten würden 

die Beurteilungen der behandelnden Ärzte einschliesslich des Kantonsspitals St. Gallen 

als Hirngespinste dargestellt. Auf das bidisziplinäre Gutachten könne nicht abgestellt 

werden. Die Beschwerdeführerin berichte, dass sie immer noch observiert werde. Es 

liege also eine langandauernde Observation vor. Die dürftige Darstellung der schweren 

Kindheit der Beschwerdeführerin im Gutachten genüge den Anforderungen nicht 

(act. G6).

Mit Duplik vom 7. Januar 2019 führt die Beschwerdegegnerin aus, der Tremor 

finde keine somatische Erklärung. Aus dem von der Beschwerdeführerin eingereichten 

Bericht der Klinik Valens vom 16. Januar 2002 lasse sich nicht ableiten, dass der 

Tremor durch ein Medikament ausgelöst worden sei. Bei dem von der 

Beschwerdeführerin damals schlecht vertragenen Medikament handle es sich um ein 

Antidepressivum, von dem keine solchen Nebenwirkungen bekannt seien. Nachdem er 

bei der Observation nicht zu beobachten gewesen sei, stehe die Authentizität des 

Tremors in Frage. Auf jeden Fall habe er keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit, weshalb dieses Thema nicht weiter zu erörtern sei. Durch 

den Beizug der früheren Krankengeschichte würde sich kaum Erhellendes zum Thema 

ergeben. Im Übrigen sei nicht einzusehen, warum die Beschwerdeführerin diese Akten 

nicht selber beibringe. Die Auskunftspflicht der Ärzte gegenüber der IV sei beschränkt. 

Dagegen könne die Beschwerdeführerin als Patientin ohne Weiteres in ihre vollständige 

Krankengeschichte Einsicht nehmen. Ihre wiederkehrenden Rügen würden vor diesem 

Hintergrund querulatorisch anmuten. Von den dem Einwand vom 4. Mai 2018 

beigelegten zwei Schreiben Dr. J.___s sei mindestens eines falsch datiert. Der viel 

zitierte Tremor habe darin keine Erwähnung gefunden, obwohl die angeschriebene 

Klinik für Neurologie wahrscheinlich für die Abklärung und Therapie eines solchen 

B.d. 

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Erwägungen

1.  

Leidens zuständig gewesen wäre. Daraus sei zu schliessen, dass der Tremor in der 

Wahrnehmung der Beschwerdeführerin und des behandelnden Psychiaters keine 

wesentliche Bedeutung gehabt habe. Die Beschwerdegegnerin habe das 

Abklärungsverfahren abgeschlossen und tätige keine Überwachung mehr. Von einer 

weiteren Begutachtung sei Abstand zu nehmen, da dadurch nicht nur unnötige Kosten 

entstehen würden, sondern die Beschwerdeführerin auch in ihrer Krankenrolle weiter 

bestärkt würde (act. G8).

Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, 

weil die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht ungenügend nachgekommen 

sei. Das formellrechtliche Vorbringen der Gehörsverletzung ist vorweg zu prüfen. 

Soweit die Beschwerdeführerin zusätzlich eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes geltend macht, weil die Beschwerdegegnerin keine 

Berichte von Dr. I.___, Dr. J.___ und Dr. K.___ sowie der Klinik Valens eingeholt habe, 

wird auf E. 4 nachstehend verwiesen.

1.1. 

Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Ein wesentlicher Bestandteil des Gehörsanspruchs ist die Begründungspflicht. Die 

Pflicht der Verwaltung, Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren der 

Parteien nicht voll entsprechen, ist für das Sozialversicherungsrecht in Art. 42 und 

Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) normiert. Die Verwaltung hat sich 

ausdrücklich mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest 

die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen 

kann (BGE 124 V 183 E. 2b). Dabei ist jedoch nicht erforderlich, dass sie sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2014, 

8C_586/2014, E. 2.2.1). Die Begründung muss wenigstens kurz die Überlegungen 

nennen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid 

stützt. Der Zweck der Begründungspflicht liegt darin, dass die betroffene Person die 

Verfügung sachgerecht anfechten kann (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Bern/

St. Gallen/ Zürich 2020, Art. 49 N 66 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).

1.2. 

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2.  

Zwar ist die Beschwerdegegnerin nicht auf alle Vorbringen der Beschwerdeführerin 

einzeln eingegangen. Sowohl der Vorbescheid als auch die Verfügung sind aber 

ausführlich begründet und die für den Entscheid wesentlichen Punkte wurden darin 

aufgeführt. Insbesondere ergibt sich aus der Begründung der Beschwerdegegnerin, 

dass sie die von der Beschwerdeführerin geforderte Einholung weiterer Akten nicht als 

erforderlich erachtete, da sie sich daraus keine wesentlichen zusätzlichen Erkenntnisse 

erhoffte. Zudem sah sie die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu ihrem 

Gesundheitszustand und ihren Einschränkungen nicht als rentenrelevant an. Ob dies 

vor Gericht standhält, wird die nachfolgende Überprüfung zeigen. Eine 

Gehörsverletzung wegen Verletzung der Begründungspflicht ist jedoch zu verneinen.

1.3. 

Die Beschwerdeführerin verlangt die Entfernung der Observationsunterlagen aus 

dem Jahr 2016 aus den Akten.

2.1. 

Für die von der Beschwerdegegnerin veranlasste Observation fehlte die 

gesetzliche Grundlage, womit die Observationsergebnisse unrechtmässig erhoben 

worden sind. Beiden Parteien ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (nachfolgend: EGMR) in Sachen Vukota-Bojic gegen Schweiz, Urteil 

no. 61838/10, vom 18. Oktober 2016 bekannt, in welchem die Konventionswidrigkeit 

festgehalten wurde (zur Verfassungswidrigkeit siehe Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 6. Dezember 2016, IV 2016/145, E. 3, insoweit bestätigt im 

Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2017, 8C_69/2017, E. 5). Anzumerken ist, 

dass die Beschwerdegegnerin die Observation abgeschlossen hatte, bevor das Urteil 

des EGMR in Sachen Vukota-Bojic ergangen ist. Die Vorwürfe des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, diese werde weiterhin – mithin auch nach dem Urteil Vukota-Bojic 

– von der Beschwerdegegnerin überwacht (vgl. etwa sein Schreiben vom 1. Mai 2017, 

IV-act. 139) finden in den Akten keine Stütze.

2.2. 

Was die Verwertbarkeit illegal beschaffter Beweismittel anbelangt, so ist das 

Bundesgericht im Wesentlichen zur Auffassung gelangt, dass von der IV-Stelle in 

Auftrag gegebenes, illegal beschafftes Observationsmaterial grundsätzlich verwertbar 

sei, sofern die Überwachung aufgrund ausgewiesener Zweifel eingeleitet sowie im 

öffentlich einsehbaren Raum erfolgt sei und die versicherte Person keiner 

systematischen oder ständigen Überwachung ausgesetzt gewesen sei. Von einem 

absoluten Verwertungsverbot sei insoweit auszugehen, als es sich um Beweismaterial 

handelt, das im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (BGE 

143 I 377 E. 5.1 ff. mit Hinweisen; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 

2.3. 

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9. November 2017, 9C_328/2017). Das Bundesgericht räumt dem Interesse des 

Sozialversicherers und der Versichertengemeinschaft an der Verhinderung 

unrechtmässiger Leistungsbezüge eine vorrangige Stellung in der Interessenabwägung 

ein (BGE 143 I 377 E. 5.1.2; Thomas Gächter/Michael E. Meier, Rechtswidrige 

Observationen in der IV - Verwertbarkeit der Observationserkenntnisse, Bemerkungen 

zum Leitentscheid 9C_806/2016 vom 14. Juli 2017, in: Jusletter vom 14. August 2017, 

Rz 104). Wie in der Lehre für die Prüfung der Verwertbarkeit illegal beschafften 

Beweismaterials gefordert, ist im Rahmen einer ergebnisoffenen, umfassenden 

Interessenabwägung auch den Schutzinteressen der verletzten Rechtsgüter gebührend 

Rechnung zu tragen. Die verletzten Rechtsgüter sind einerseits die Privatsphäre der 

versicherten Person (Art. 13 BV; Art. 8 der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]) und andererseits auch das 

Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV) als solches (Gächter/Meier, a.a.O., Rz 104; siehe 

zum Ganzen beispielhaft den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. Dezember 

2018, IV 2017/5, E. 2.1 ff.).

Die Observation muss gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung objektiv 

geboten sein. Damit ist gemeint, dass konkrete Anhaltspunkte vorliegen müssen, die 

Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend 

gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können 

beispielsweise gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person, 

oder wenn Zweifel an der Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben 

und Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen 

Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung. Diese Elemente 

können einzeln oder in Kombination zureichende Hinweise liefern, die zur objektiven 

Gebotenheit der Observation führen (vgl. BGE 143 I 377 E. 5.1 i.V.m. BGE 137 I 327 

E. 5.4.2.1).

2.4. 

Vorliegend stellte der RAD suboptimales Leistungsverhalten sowie relevante 

Inkonsistenzen fest, da im Gutachten festgehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin 

die Medikamente nicht regelmässig nehme und den Empfehlungen der behandelnden 

Psychiaterin nicht folge (RAD-Stellungnahme, Dr. med. M.___, vom 10. September 

2015, IV-act. 66). Die Beschwerdegegnerin entnahm dem SMAB-Gutachten nebst 

schlechter Therapie- und Medikamentencompliance, dass eine völlige Lustlosigkeit zur 

Verbesserung des Gesundheitszustands aufgefallen sei, die Versicherte keine 

Tagesstruktur habe, bis Mittag im Bett liegen bleibe und angeblich ein ausgeprägter 

sozialer Rückzug bestehe. Die Beschwerdeführerin sehe sich ausserstande, den 

Haushalt zu führen oder einer Arbeit nachzugehen. Die Beschwerdegegnerin hielt 

2.5. 

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zudem fest, es würden Hinweise auf eine Somatisierungsstörung und starke 

Selbstlimitierung vorliegen (IV-act. 67). Weiter stellte die IV-Ärztin Dr. med. N.___ fest, 

die bisherige medizinische Einschätzung basiere grossenteils auf subjektiven Angaben. 

Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Versicherte in ihrem unbeobachteten Alltag ein 

deutlich höheres Funktionsniveau als das in den medizinischen Behandlungs- und 

Untersuchungssituationen präsentiere. Es stelle sich die Frage, ob die mangelnde 

Inanspruchnahme der therapeutischen Optionen tatsächlich im Rahmen der 

psychiatrischen Symptomatik zu interpretieren sei oder ob ein nicht ausreichender 

Leidensdruck, sekundärer Krankheitsgewinn oder andere Gründe dafür verantwortlich 

seien (IV-act. 76-2). Es bestanden somit gestützt auf das SMAB-Gutachten sowie die 

Stellungnahme von Dr. M.___ und Dr. N.___ Zweifel an der Dauer sowie Höhe der 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin.

Die Somatisierungstendenz der Beschwerdeführerin wurde zudem im Bericht des 

Kantonsspitals St. Gallen, Rheumatologie und Rehabilitation, vom 5. Oktober 1999 ("im 

Gegenteil könnte dies die Somatisierungstendenz der Patientin weiterhin unterstützen", 

IV-act. 52-13), im Austrittsbericht des Spitals O.___ vom 8. Juni 2015 ("Insgesamt ist 

eine Somatisierung im Rahmen der Depression nicht auszuschliessen", IV-act. 64-55) 

und im neurologischen Teil des SMAB-Gutachtens ("Zu beachten ist, dass in der 

Vorgeschichte in den letzten Jahren multiple andere Somatisierungen vorkamen und 

dass bei der klinisch-neurologischen Untersuchung ausgesprochen variable und 

unübliche Konstellationen des Zitterns auffallen", IV-act. 64-47) beschrieben. Die 

Beschwerdegegnerin durfte insbesondere aufgrund dieser Somatisierungstendenz 

davon ausgehen, dass eine unauffällige Beobachtung der alltäglichen Verrichtungen 

der Beschwerdeführerin in ihrem häuslichen Umfeld eine zuverlässigere Einschätzung 

der bestehenden Leistungsbeeinträchtigungen ermöglichen würde als eine 

angekündigte Abklärung innerhalb des sozialversicherungsrechtlichen Kontexts. 

Zudem konnte sie sich aufgrund der Beobachtung Hinweise auf den Grund für die 

fehlende Behandlungsmotivation erhoffen, die auf andere Weise nicht erhältlich zu 

machen gewesen wären, da die Beschwerdeführerin auch gegenüber anderen 

medizinischen Fachpersonen dieselben Angaben gemacht hätte.

2.6. 

Die Observation erfolgte an elf Tagen während eines Zeitraums von knapp zwei 

Monaten (IV-act. 85 f.). Sie erfasste das Verhalten der Beschwerdeführerin im 

öffentlichen Raum im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. hierzu 

Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2019, 8C_837/2018, E. 5.1, und vom 9. März 

2012, 8C_830/2011, E. 6.4). Auf ihr Verhalten nahmen die Abklärungspersonen keinen 

Einfluss. Unter diesen Umständen war die Observation verhältnismässig (vgl. Urteil des 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/23

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3.  

Bundesgerichts vom 15. Januar 2019, 8C_689/2018, E. 4.1 f.). Ein überwiegendes 

privates Interesse an der vollständigen Entfernung des Observationsmaterials ist nicht 

auszumachen. Die Observationserkenntnisse sind somit gestützt auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung verwertbar und verbleiben in den Akten.

Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

3.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

3.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

3.4. 

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4.  

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Die urteilenden Instanzen haben 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen.

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

3.5. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit 

Hinweisen).

3.6. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf das bidisziplinäre Gutachten könne 

schon deshalb nicht abgestellt werden, weil es nicht in Kenntnis der vollständigen 

Vorakten erstellt worden sei. Insbesondere habe die Beschwerdegegnerin es versäumt, 

Berichte von Dr. K.___ (früherer Neurologe), Dr. J.___ (früherer Psychiater) und Dr. I.___ 

(Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie) einzuholen. Die Beschwerdeführerin macht 

damit eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend.

4.1. 

Die Beschwerdeführerin reichte einen Bericht Dr. I.___s vom 24. April 2015 ein (IV-

act. 164-3). Dieser Bericht lag den SMAB-Gutachtern ebenfalls vor (vgl. IV-act. 64-8). 

Dadurch konnten auch die späteren Gutachter von dessen Inhalt Kenntnis nehmen, da 

sie über die kompletten Vorakten der Beschwerdegegnerin, namentlich auch das 

SMAB-Gutachten, verfügten (vgl. IV-act. 147-3). Dr. I.___ hielt in diesem Bericht fest, 

der aktuelle Hörverlust von rechts 99.8% und links 69.6% habe sich im Verlauf der 

letzten vier Jahre (mithin seit dem Jahr 2011) nicht wesentlich verändert. Die 

Abklärungen aus dem Jahr 2011 liegen bei den IV-Akten (IV-act. 18 und 20), über 

4.2. 

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welche sowohl die SMAB-Gutachter als auch Dr. D.___ und Dr. E.___ verfügten. 

Nachdem das Hörvermögen über vier Jahre stabil geblieben ist, bestand für die 

Beschwerdegegnerin kein Anlass, weitere Abklärungen diesbezüglich anzustellen, 

zumal die Beschwerdeführerin selbst nie substantiiert geltend machte, ihr 

Hörvermögen habe sich erheblich verschlechtert. Da die Beschwerdeführerin zwischen 

2011 und 2013 wie schon in den Jahren davor zu 100% erwerbstätig war (die 

Kündigung ihrer damaligen Anstellung erfolgte aus wirtschaftlichen Gründen am 

29. August 2013 per 30. November 2013; wegen Krankheit verlängerte sich die 

Kündigungsfrist bis 31. Mai 2014, vgl. IV-act. 39-10 und 64-23), ist ausgewiesen, dass 

ihr eingeschränktes Hörvermögen keine Arbeitsunfähigkeit begründet. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Untersuchungsgrundsatz somit nicht verletzt, indem sie 

keine weiteren Arztberichte bei Dr. I.___ eingeholt hat.

Dr. J.___ war der vorbehandelnde Psychiater der Beschwerdeführerin. Sie befindet 

sich seit dem 22. Januar 2014 bei Dr. G.___ in psychiatrischer Behandlung (IV-

act. 36-1). Die IV-Anmeldung erfolgte am 23. Mai 2014 (IV-act. 27), mithin rund vier 

Monate nach Beginn der Behandlung bei Dr. G.___. Der Rentenanspruch kann 

frühestens nach Ablauf des Wartejahrs gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (welches frühestens 

mit der ersten Krankschreibung ab 29. August 2013, bzw. ab 17. September 2013 

begann, vgl. IV-act. 47-35 bzw. act. G4.2/1-10) und der sechsmonatigen Karenzfrist ab 

Anmeldung (Art. 29 Abs. 1 IVG) entstehen, vorliegend also frühestens ab 1. November 

2014. Relevant ist folglich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab 

November 2013 (Wartejahr im Sinne eines Jahres vor Ende der Karenzfrist). Für den 

Zeitraum ab September 2013 liegt der Bericht der Klinik B.___ vom 28. November 2013 

über die stationäre Behandlung vom 17. September 2013 bis 26. November 2013 im 

Recht (IV-act. 36-3 ff.; vgl. auch den Bericht vom 4. Juni 2014, IV-act. 47-30 ff.). 

Danach war die Beschwerdeführerin nicht mehr bei Dr. J.___, sondern bei Dr. G.___ in 

Behandlung. Dr. J.___ kann lediglich über den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin während der bei ihm erfolgten Behandlung Auskunft erteilen. Wie 

sich der Gesundheitszustand ab November 2013 darstellte, kann er also nicht mehr 

beurteilen. Dies obliegt vielmehr der Beurteilung der Klinik B.___ und Dr. G.___s. 

Vertiefte oder zusätzliche Erkenntnisse waren (und sind) demnach von einem 

Arztbericht Dr. J.___s nicht zu erwarten. Der Untersuchungsgrundsatz gebietet mithin 

nicht, einen Arztbericht von Dr. J.___ einzuholen.

4.3. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei schon vor der Kündigung 2013 

psychisch krank gewesen. Die Kündigung sei nicht der Auslöser für ihre psychische 

4.4. 

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Erkrankung gewesen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass ihre Behandlung 

aktenkundig ist und den SMAB- wie auch den bidisziplinären Gutachtern bekannt war.

Beispielsweise gab die Beschwerdeführerin schon anlässlich des Gesprächs zur 

Früherfassung vom 22. Mai 2014 gegenüber der Beschwerdegegnerin an, sie sei schon 

seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung. Trotzdem habe sie immer 

gearbeitet. Im Frühling 2013 hätten sich die depressiven Beschwerden verstärkt und 

Dr. J.___ habe zu einem Klinikeintritt geraten. Ende August sei sie dann 

krankgeschrieben worden, worauf umgehend die Kündigung des Arbeitgebers erfolgt 

sei. Da sei "etwas explodiert" in ihrem Kopf. Ihre Beschwerden hätten sich massiv 

verstärkt (IV-act. 30-2).

4.4.1. 

Die Klinik B.___ hielt mit Bericht vom 28. November 2013 fest: "Erste 

Hospitalisation aufgrund einer seit Jahren bestehenden depressiven und Angststörung, 

chronifiziert, psychisch mitbedingte Kopfschmerzen mit Dekompensation nach 

Arbeitsplatzverlust." (IV-act. 36-6). Aus diesem Bericht geht wie aus dem Gespräch zur 

Früherfassung hervor, dass die Beschwerdeführerin seit langem in psychiatrischer 

Behandlung stand, dass die Dekompensation aber mit der Kündigung der Arbeitsstelle 

erfolgte.

4.4.2. 

Die SMAB-Gutachter hielten in der Konsens-Beurteilung fest, bei der 

Beschwerdeführerin sei es bei langjährig bestehender rezidivierender depressiver 

Störung ab Anfang 2013 zu einer schweren depressiven Episode gekommen (IV-

act. 64-13 und 64-18). Gegenüber dem psychiatrischen SMAB-Gutachter äusserte die 

Beschwerdeführerin, eine Depression sei erstmals 2003 aufgetreten. Soweit sie sich 

erinnere, sei damals aufgrund von Problemen der Firma ihre Arbeitsstelle in Gefahr 

gewesen. Zu einer Verschlechterung der Depression sei es gekommen, nachdem ab 

Frühjahr 2013 deutlich geworden sei, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren werde (IV-

act. 64-21). Die SMAB-Gutachter haben damit offenkundig richtig erfasst, dass die 

Beschwerdeführerin bereits vor 2013 in psychiatrischer Behandlung war. Zudem war 

es die Beschwerdeführerin selbst, die den SMAB-Gutachtern gegenüber (wie bereits 

schon früher gegenüber anderen Stellen) mitteilte, dass die psychische 

Dekompensation mit dem befürchteten und dann eingetretenen Verlust der 

Arbeitsstelle zusammenhing.

4.4.3. 

Dr. D.___ hielt fest, dass die depressive Symptomatik bereits 2003 erwähnt 

werde (IV-act. 147-63). Ausserdem hat die Beschwerdeführerin auch ihm gegenüber 

angegeben, dass die Kündigung 2013 eine massive Verschlimmerung ausgelöst habe 

("sie wisse nur, dass etwas in ihrem Kopf kaputt gegangen sei", als sie die Kündigung 

4.4.4. 

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erhalten habe, IV-act. 147-47). Seit der Kündigung gehe es immer gleich schlecht oder 

sogar noch schlechter (IV-act. 147-63). Schliesslich wird in der neuropsychologischen 

Beurteilung vom 24. November 2017 festgehalten, die beklagten Symptome hätten 

sich gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin schleichend entwickelt. Erst vor 

ungefähr vier Jahren sei es in ihrem Kopf "explodiert", sie habe dann "alles 

aufgegeben" (IV-act. 149-2).

Nach dem Gesagten wurde die psychiatrische Anamnese hinreichend erhoben. 

Die Feststellung, dass die Kündigung der Arbeitsstelle mit einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands einherging, ist nicht zu beanstanden, zumal die 

Beschwerdeführerin selbst angab, dass sie bis ins Jahr 2013 "immer gearbeitet" habe 

(IV-act. 30-2). Sowohl sie selbst als auch ihre Behandler machen mithin geltend, die 

langandauernde Arbeitsunfähigkeit sei 2013 eingetreten. Weitere Erhebungen zum 

gesundheitlichen Vorzustand (psychiatrische Behandlung vor 2013) waren somit nicht 

notwendig.

4.4.5. 

Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe den Bericht der Klinik 

Valens aus dem Jahr 2002 nicht eingeholt. Aus diesem gehe hervor, dass die 

Beschwerdeführerin damals bereits psychisch erkrankt gewesen sei und einen Tremor 

der rechten Hand entwickelt habe (act. G1 und G6). Zwischenzeitlich hat die 

Beschwerdeführerin diesen Bericht selbst eingereicht (act. G6.1). Daraus ergibt sich, 

dass die Beschwerdeführerin in der Klinik Valens nicht wegen einer Depression (damals 

wurde als Diagnose lediglich eine – definitionsgemäss zeitlich begrenzte – 

Anpassungsstörung mit ängstlich-depressiver Reaktion diagnostiziert) oder 

Agoraphobie, sondern wegen Schmerzen (Schmerzsyndrom) behandelt wurde, wobei 

vornehmlich ein Ergonomietraining durchgeführt wurde. Bezüglich Tremor der rechten 

Hand wurde lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt (V.a. essentiellen Tremor, 

act. G6.1). Aus diesem Bericht ergeben sich folglich keine relevanten medizinischen 

Erkenntnisse, welche bei der Begutachtung der Beschwerdeführerin hätten 

berücksichtigt werden müssen bzw. nicht ohnehin schon berücksichtigt worden sind. 

Dies war auch nicht zu erwarten, zumal die Beschwerdeführerin nach ihrem 

Klinikaufenthalt in Valens 2001 noch über zehn Jahre berufstätig war, zuletzt in einem 

100%-Pensum bei ihrer letzten Arbeitgeberin (siehe hierzu Auszug aus dem 

Individuellen Konto, IV-act. 34).

4.5. 

Die Beschwerdeführerin verlangt die Einholung eines Arztberichts bzw. der 

Krankengeschichte bei Dr. K.___. Dabei handelt es sich gemäss beiden Parteien um 

den Vorbehandler von Dr. med. P.___, Spezialärztin Neurologie FMH, welche dessen 

Praxis übernommen hat. Dr. P.___ behandelt die Beschwerdeführerin schon seit 

4.6. 

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5.  

spätestens 2010 (vgl. Arztbericht Dr. P.___ vom 13. Dezember 2010, IV-act. 52-21 ff.). 

Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern aus einem Bericht von Dr. K.___ vertiefte 

medizinische Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Die Beschwerdegegnerin war 

somit nicht verpflichtet, diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen.

Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin den 

Sachverhalt grundsätzlich rechtsgenüglich abgeklärt hat.

4.7. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, auf das bidisziplinäre Gutachten sei nicht 

abzustellen. Stattdessen sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% gemäss SMAB-

Gutachten auszugehen. Es ist deshalb nachfolgend zu klären, ob das bidisziplinäre 

Gutachten Dr. D.___s und Dr. E.___s beweiskräftig ist.

5.1. 

Das bidisziplinäre Gutachten stützt sich auf die vollständigen Vorakten, welche 

nach dem Gesagten nicht durch weitere Arztberichte früherer Behandler ergänzt 

werden müssen. Beide Gutachter nahmen eine persönliche Untersuchung vor, 

anlässlich welcher die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden schildern konnte. Zudem 

wurde die Beschwerdeführerin neuropsychologisch abgeklärt (IV-act. 149). Das 

Gutachten erfüllt somit die Anforderung, auf allseitigen Untersuchungen zu beruhen, in 

Kenntnis der Vorakten ergangen zu sein und die beklagten Beschwerden 

berücksichtigt zu haben. Es ist für die Fachgebiete Psychiatrie und Neurologie 

umfassend und leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und 

der medizinischen Situation grundsätzlich ein. Seine Schlussfolgerungen sind 

begründet und nachvollziehbar. Damit erfüllt es grundsätzlich die Kriterien an ein 

beweiskräftiges Gutachten. Zu prüfen bleibt, ob die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin bzw. die im Recht liegenden Berichte der Behandler sowie das 

SMAB-Gutachten an den Ergebnissen der bidisziplinären Begutachtung Zweifel zu 

wecken vermögen.

5.2. 

Weshalb die Einholung weiterer Arztberichte und medizinischer Unterlagen bei den 

Dres. I.___, J.___ und K.___ sowie der Klinik Valens nicht erforderlich war, wurde 

vorstehend bereits erläutert (E. 4).

5.3. 

Auch auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei schon vor 2013 

psychisch krank gewesen, wurde bereits eingegangen (siehe E. 4.4 vorstehend). An 

dieser Stelle ist lediglich noch einmal zu erwähnen, dass Dr. D.___ und Dr. E.___ 

bekannt war, dass die Beschwerdeführerin schon Jahre vor dem Verlust ihrer 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/23

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Arbeitsstelle in psychiatrischer Behandlung stand. Insofern ist das bidisziplinäre 

Gutachten beweiskräftig.

Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihre Schwerhörigkeit sei von den Gutachtern 

nicht berücksichtigt worden. Ihr Hörvermögen ist jedoch weder dem psychiatrischen 

noch dem neurologischen Fachgebiet zugeordnet und war schon aus diesem Grund 

nicht von Dr. D.___ und Dr. E.___ zu beurteilen. Die beiden Gutachter hielten explizit 

fest, dass weder auf neurologischem noch auf psychiatrischem Fachgebiet eine 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne (IV-act. 148-1). 

Diagnosen aus anderen Fachgebieten wurden demnach von ihnen korrekterweise nicht 

gestellt. Auch für das SMAB-Gutachten wurde kein entsprechender Facharzt 

(Otorhinolaryngologie) beigezogen (vgl. IV-act. 64-1). Für beide Begutachtungen war 

ein Beizug eines Otorhinolaryngologen auch nicht notwendig. Das Hörvermögen der 

Beschwerdeführerin ist nachweislich eingeschränkt, ihr ist aber mittels Hörgeräten die 

Wahrnehmung von Geräuschen sowie die Kommunikation möglich. Insbesondere 

konnte die Beschwerdeführerin Gespräche mit den Verantwortlichen der 

Beschwerdegegnerin ebenso führen wie mit den Gutachtern bzw. den Dolmetschern, 

welche anlässlich der Gutachten übersetzten. Dr. E.___ erwähnt denn auch, die 

Übersetzerin habe in normaler Zimmerlautstärke gesprochen und die 

Beschwerdeführerin habe dies gut verstanden (IV-act. 146-11). Anlässlich der 

neuropsychologischen Beurteilung vom 24. November 2017 war es der 

Beschwerdeführerin ohne Weiteres möglich, den auditiv vorgegebenen Anweisungen 

zu folgen. Es liessen sich während der gesamten Abklärung keine 

Verständnisschwierigkeiten feststellen (IV-act. 149-3). Auch aus dem 

Observationsmaterial ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die 

Beschwerdeführerin durch ihr vermindertes Hörvermögen im Alltag wesentlich 

eingeschränkt ist. Insbesondere war es ihr möglich, sich in einem Geschäft mit ihrem 

Ehemann über Einkaufsartikel zu beraten (IV-act. 85-11 f.) und sich vor dem Haus mit 

einem Mann und einem Kind zu unterhalten (IV-act. 85-17). Wie bereits erwähnt, blieb 

der Hörverlust sodann über Jahre hinweg stabil, wobei die Beschwerdeführerin 100% 

erwerbstätig sein konnte (siehe E. 4.2 vorstehend). Der Hinweis auf ihre 

Schwerhörigkeit vermag nach dem Gesagten keine Zweifel am bidisziplinären 

Gutachten (oder auch am SMAB-Gutachten) zu wecken.

5.5. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihre schwere Kindheit sei nur dürftig 

dargestellt und bei der Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

berücksichtigt worden. Sie bezieht sich dabei darauf, dass sie als Neunjährige die 

Mutter, wenig später einen älteren Bruder und schliesslich als Elfjährige den Vater 

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

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verloren hat, danach von einer Tante aufgezogen worden sei und keine Ausbildung 

habe absolvieren können. Dies wird im Bericht der Klinik B.___ vom 28. November 

2013 ebenso ausgeführt wie im SMAB-Gutachten und im bidisziplinären Gutachten (IV-

act. 36-4, 64-22 und 147-61), war somit den Gutachtern ebenso wie den Behandlern 

bekannt. Solche Ereignisse in der Kindheit führen aber nicht ohne Weiteres zu 

psychiatrischen Diagnosen oder einer Arbeitsunfähigkeit im Erwachsenenalter. Die 

Beschwerdeführerin war denn auch über 20 Jahre lang in der Lage, einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen, zuletzt bis ins Jahr 2013 in einem 100%-Pensum. Für 

den Zeitraum der Kindheit und Jugend hat die Beschwerdeführerin selbst in der 

neuropsychologischen Beurteilung vom 24. November 2017 keine Einschränkungen 

angegeben (IV-act. 149-2). Für das Erwachsenenalter und insbesondere den Zeitraum 

ab 2013 geben zudem auch die Behandler, insbesondere Dr. G.___, keine 

psychiatrische Erkrankung als Folge der in der Kindheit und Jugend erlebten Ereignisse 

an.

Die Beschwerdeführerin bemängelt, der Tremor der rechten Hand sei ungenügend 

abgeklärt worden. Dem kann nicht zugestimmt werden. Schon im SMAB-Gutachten 

klärte der neurologische Gutachter den Tremor ausführlich ab. Er hielt insbesondere 

fest: "Es fallen auch ausgesprochen variable und unübliche Konstellationen der 

klinischen Ausprägung des Tremors der rechten Hand auf. Zu beobachten sind die 

variable Frequenz sowie die Reduktion oder gar das Verschwinden des Zitterns bei 

Ablenkung oder im beiläufigen Gespräch." (IV-act. 64-46). Zu beachten sei, dass in der 

Vorgeschichte multiple Somatisierungen vorgekommen seien. Ein wichtiges Kriterium 

bei einem nicht organischen Zittern sei die tastbare muskuläre Vorspannung der 

Extremität, die hier deutlich vorhanden sei, einerseits tonisch, dann aber auch 

zahnradartig. Bei wiederholten Ablenkungen während der Untersuchung verschwinde 

das Zittern weitgehend. Die Beurteilung als dystoner Tremor werde von den SMAB-

Gutachtern deshalb nicht geteilt, sie hätten auch keine anderweitige Dystonie 

feststellen können. Trotz des Zitterns konnte bei der Untersuchung keine wesentliche 

Beeinträchtigung in alltäglichen Verrichtungen festgestellt werden (IV-act. 64-47). 

Gestützt auf die Observationsergebnisse kommt Dr. E.___ sodann zum Schluss, dass 

die Beschwerdeführerin "völlig normal bimanuell ohne relevante Einschränkung tätig 

sein kann." (IV-act. 146-10). Dr. E.___ begründet im Weiteren ausführlich, weshalb kein 

dystoner Tremor vorliegt und mit einiger Wahrscheinlichkeit von einem psychogenen 

Tremor ausgegangen werden müsse (IV-act. 146-13 f.). Beide Gutachten sind in 

diesem Punkt nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Unabhängig vom Ursprung 

des Tremors hat dieser keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin 

kann beidhändig tätig sein. Sie hat das im Übrigen in der Vergangenheit schon 

5.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

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bewiesen. Aus dem von ihr selbst eingereichten Bericht der Klinik Valens vom 

16. Januar 2002 ergibt sich, dass der Tremor schon damals vorlag. Die 

Beschwerdeführerin gibt zudem selbst an, dass ihr deshalb an ihrer letzten 

Arbeitsstelle Mitarbeiterinnen beim Einfädeln geholfen hätten. Dennoch konnte sie mit 

dem Tremor noch über zehn Jahre lang erwerbstätig sein, zuletzt bis Sommer 2013 in 

einer 100% Anstellung. Arztberichte, welche die Einschätzung des SMAB-Gutachters 

und Dr. E.___s in Zweifel ziehen, liegen nicht im Recht. Damit ist auch der in der Replik 

gestellte Antrag der Beschwerdeführerin, bei der letzten Arbeitgeberin einen 

Augenschein zu nehmen oder ihre ehemaligen Mitarbeiterinnen als Zeuginnen zu 

befragen, abzuweisen.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Übersetzung sei nicht in allen Teilen 

korrekt erfolgt. Sie habe beispielsweise nicht gesagt, dass sie bis am Mittag im Bett 

bleibe. Gemäss den Akten hat die Beschwerdeführerin gegenüber den verschiedenen 

SMAB-Gutachtern leicht variierende Angaben gemacht. So hat sie gegenüber dem 

neurologischen SMAB-Gutachter offenbar geäussert, ihre Töchter würden sie am 

Morgen wecken, sonst würde sie einfach bis 12:00 Uhr liegen bleiben (IV-act. 64-44). 

Dem psychiatrischen Gutachter erzählte sie offenbar, sie stehe zwischen 7:00 und 8:00 

Uhr auf, teilweise bleibe sie aber auch bis zum frühen Nachmittag im Bett (IV-

act. 64-21). Gegenüber dem internistischen Gutachter äusserte die 

Beschwerdeführerin, dass sie zwischen 7:00 und 10:00 Uhr aufstehe. Sie sei nicht in 

der Lage, alleine aufzustehen. Die Kinder oder der Ehemann würden sie wecken (IV-

act. 64-38). Diese Angaben wirken differenziert. Auch aus den übrigen Schilderungen in 

den Gutachten entsteht nicht der Eindruck, die Übersetzung könnte in wesentlichen 

Teilen fehlerhaft sein. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin, wie ihr Hausarzt Dr. 

H.___ betont, gut deutsch spricht (IV-act. 158). Es ist deshalb davon auszugehen, dass 

sie ihre Dolmetscher bei groben Falschübersetzungen korrigiert hätte, zumal, wenn es 

sich um lebensnahe Angaben wie etwa den Tagesablauf gehandelt hätte. Im Übrigen 

wurden von Dr. D.___, Dr. E.___ und den SMAB-Gutachtern verschiedene Dolmetscher 

beigezogen. Sprachliche Verständigungsschwierigkeiten wurden keine vermerkt.

5.8. 

Die Beschwerdeführerin beantragt, für die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei auf das 

SMAB-Gutachten abzustellen und von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen 

Gründen auszugehen. Dr. D.___ begründete indes ausführlich, weshalb er keine 

psychiatrische Diagnose stellen kann und von den Einschätzungen der Behandler 

sowie dem Vorgutachter abweicht. Insbesondere führte er aus, bei der aktuellen 

Untersuchung habe die Beschwerdeführerin eine gewisse depressive Symptomatik 

demonstriert und beschrieben. Allerdings sei bereits im Gespräch eine starke 

5.9. 

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Aggravation aufgefallen (siehe hierzu IV-act. 147-63 ff.). Die Beschwerdeführerin habe 

angegeben, dass sie sich im Beisein der Töchter wohl fühle und es ihr beim Gang zur 

nahegelegenen Kapelle gut gehe, was sich allerdings rasch verändere, wenn sie wieder 

daheim sei. Bei Vorliegen einer depressiven Verstimmung wäre die Beschwerdeführerin 

hingegen nicht auslenkbar und es würde sich nichts an ihrer Befindlichkeit ändern. Es 

würden sich daher keine eindeutigen und zuverlässigen Hinweise für das Vorliegen 

einer depressiven Episode finden (IV-act. 147-65 f.). Eine generalisierte Angststörung 

dürfe aus formalen Gründen nicht neben einer Depression diagnostiziert werden (IV-

act. 147-67). Eine Persönlichkeitsstörung werde übereinstimmend mit dem 

Vorgutachter ausgeschlossen (IV-act. 147-67). Invaliditätsfremde Faktoren würden eine 

wesentliche Rolle spielen (zur Dekompensation sei es nach dem Arbeitsplatzverlust 

gekommen. Die Beschwerdeführerin spreche die deutsche Sprache schlecht, sie habe 

keine Berufsausbildung abgeschlossen, die Familie wäre auf ihr Einkommen 

angewiesen. Gegenwärtig werde sie von ihren Kindern unterstützt, ein für sie schwer 

auszuhaltender Zustand. Auch sei die Beschwerdeführerin natürlich in einem etwas 

fortgeschrittenen Alter; IV-act. 147-68). Wichtig ist im vorliegenden Kontext auch die 

Feststellung Dr. D.___s, der Vorgutachter sei davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeschilderung der Beschwerdeführerin zuverlässig gewesen sei. Diesem 

seien die Observationsergebnisse und vor allem auch die Ergebnisse der aktuellen 

neuropsychologischen Untersuchung nicht zur Verfügung gestanden (IV-act. 147-73). 

Dr. D.___ hielt weiter fest, es würden erhebliche Diskrepanzen zwischen 

Beschwerdeschilderung und dem gezeigten Verhalten bzw. der Aktenlage bestehen. 

Das Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Observation sei mit den 

Einschränkungen, wie sie in den Vorakten dokumentiert seien, nicht vereinbar. Mit den 

Schilderungen der Aktivitäten bei der aktuellen Untersuchung seien sie doch deutlich 

besser vereinbar. Die Beschwerdeführerin habe bei der aktuellen Untersuchung 

gewisse Aktivitäten eingeräumt, allerdings auch nicht widerspruchsfrei (IV-act. 147-77).

Dr. G.___ machte zwar mit ihrem Verlaufsbericht vom 25. März 2018 geltend, die 

neuropsychologische Untersuchung habe widergespiegelt, dass die 

Beschwerdeführerin sehr schnell abgelenkt sei. Dem kann nicht gefolgt werden. 

Einerseits wird in den Akten dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin ihren Blick 

nicht, wie vorgängig durch die Dolmetscherin erläutert, auf den Bildschirm richtete und 

auf die relevanten Reize reagierte (rasches Betätigen der Antworttaste), sondern immer 

wieder aus dem Fenster schaute und dabei wahllos die Antworttaste betätigte (IV-

act. 149-11). Andererseits waren die Testergebnisse (mit Ausnahme eines 

grenzwertigen Testergebnisses) deutlich auffällig und wiesen damit auf eine 

Antwortverzerrung hin. Die hoch auffälligen Schwankungen der 

5.10. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

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Reaktionsgeschwindigkeit der Beschwerdeführerin sind für die Simulationssensibilität 

des Alertness-Tests von Bedeutung. Das Verhalten der Beschwerdeführerin anlässlich 

dieser Untersuchung hatte zur Folge, dass aus den erzielten Daten keine Aussage über 

ihre Arbeitsfähigkeit aus rein neuropsychologischer Sicht gemacht werden konnte (IV-

act. 149-10 ff.). Dr. G.___ hält sodann an der Diagnose sowohl einer Depression wie 

auch einer generalisierten Angststörung fest, obschon Dr. D.___ in seinem Gutachten 

darauf hingewiesen hat, dass die Kombination einer depressiven Episode mit einer 

generalisierten Angststörung nach ICD-10 nicht in Frage kommt. Im ICD-10 werde 

dazu explizit ausgeführt, dass ein vorübergehendes Auftreten anderer Symptome 

während jeweils weniger Tage, besonders von Depression, eine generalisierte 

Angststörung als Hauptdiagnose nicht ausschliesse, der Betreffende aber nicht die 

vollständigen Kriterien für eine depressive Episode erfüllen dürfe (IV-act. 147-67). Damit 

hat sich die behandelnde Psychiaterin ebenso wenig auseinandergesetzt wie mit der 

von Dr. D.___ beschriebenen Auslenkbarkeit der Beschwerdeführerin, welche ebenfalls 

gegen eine depressive Erkrankung spricht.

Nach dem Gesagten wecken weder die Ausführungen der Beschwerdeführerin 

noch die im Recht liegenden Arztberichte ernsthafte Zweifel am Ergebnis der 

bidisziplinären Begutachtung. Ein nicht auflösbarer Widerspruch zum SMAB-Gutachten 

besteht nicht. Vielmehr ist die abweichende Diagnosestellung und Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und einleuchtend erklärt. Das bidisziplinäre Gutachten 

ist demnach beweiskräftig und es ist darauf abzustellen. Die Gutachter hielten fest, es 

sei nicht auszuschliessen, dass zu einem früheren Zeitpunkt die Kriterien einer 

depressiven Episode erfüllt gewesen seien. Überwiegend wahrscheinlich sei dies 

während des ersten Aufenthalts in der Klinik B.___ der Fall gewesen. Nicht plausibel sei 

die seither diagnostizierte anhaltende schwere depressive Episode. Diese Diskrepanz 

sei damit zu erklären, dass sich die Behandler und der Vorgutachter in erster Linie auf 

die Angaben der Explorandin gestützt hätten (IV-act. 147-66). Formal könne man eine 

100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit während der Klinikaufenthalte und der 

Tagesklinikaufenthalte begründen, zuvor und danach aber nicht (IV-act. 147-80). 

Gemäss den getätigten Schlussfolgerungen ist somit davon auszugehen, dass lediglich 

als Reaktion auf den Arbeitsplatzverlust eine gravierende depressive Verstimmung 

aufgetreten ist. Für die übrige Zeit ist mangels Diagnosen sowie festgestellten 

Einschränkungen davon auszugehen, dass eine Arbeitsunfähigkeit nicht ausgewiesen 

ist.

5.11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt unter Anrechnung des Kostenvorschusses von 

Fr. 600.-- die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--.

Gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten ist die Beschwerdeführerin sowohl in 

ihrer angestammten als auch in anderen adaptierten Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig. 

Somit ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. 

Ausgangsgemäss hat sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

6.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2020
	Art. 5, 13 und 29 BV, 42 und 49 ATSG und 28 IVG; keine Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen Verzichts auf Einholung der vollständigen Krankengeschichte, wenn damit keine wesentlichen zusätzlichen medizinischen Erkenntnisse gewonnen werden können. Verwertbarkeit von illegal erhobenem Observationsmaterial. Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2020, IV 2018/216).

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