# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3af5f1c-9480-5828-b392-011a95648283
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2018 E-3082/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3082-2018_2018-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3082/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Andrea Berger-Fehr;     

Gerichtsschreiberin Nina Klaus. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Ass. iur. Christian Hoffs,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 30. April 2018 / N (…). 

 

 

 

E-3082/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am 29. August 2015 in der Schweiz 

um Asyl. Per Zufallsprinzip wurde er dem Testbetrieb des Verfahrenszent-

rums (VZ) Zürich zugewiesen, wo er am 4. September 2015 summarisch 

zu seiner Person befragt wurde (BzP, Protokoll in den SEM-Akten: A7/1-7). 

Am 30. Juni 2015 fand das beratende Vorgespräch statt. 

A.b Mit Schreiben vom 1. Oktober 2015 teilte die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer mit, sein Verfahren werde ausserhalb der Testphase wei-

tergeführt.   

A.c Am 16. Juni 2017 und ergänzend am 8. August 2017 hörte die Vor-

instanz den Beschwerdeführer eingehend zu seinen Asylgründen an (Pro-

tokolle in den SEM-Akten: A31/18 und A34/10). 

A.d Im Rahmen seiner Befragungen begründete der Beschwerdeführer 

sein Asylgesuch im Wesentlichen damit, er sei eritreischer Staatsangehö-

riger und gehöre der Ethnie der Saho an. Er sei in B._______ geboren, wo 

er mit seinen vier jüngeren Geschwistern und seiner Mutter gelebt habe. 

Da sein Vater in C._______ im Militärdienst stationiert gewesen sei und 

seine Mutter sich mit seiner damals nierenkranken Schwester etwa fünf 

Monate lang im Spital in D._______ aufgehalten habe, habe er zu seinen 

anderen Geschwistern schauen müssen. Die Schule habe er deswegen 

nur bis zur 8. Klasse besucht; denn nachdem er während einer Woche vom 

Schulunterricht ferngeblieben sei, sei er im März oder Mai (…) von der 

Schule verwiesen worden. Die Soldaten hätten im Rahmen von Razzien 

einige seiner Freunde zwangsrekrutiert, welche die Schule nicht mehr be-

sucht hätten. Er habe sich deshalb jeweils nachts in der Einöde versteckt. 

Da er sich nicht länger von den Soldaten habe fernhalten wollen und ver-

zweifelt gewesen sei, habe er sich zur Ausreise entschlossen. Bis zu seiner 

Flucht habe er jedoch nie ein Aufgebot für den Militärdienst erhalten, sei 

nie in eine Razzia gekommen und habe auch sonst keine Probleme mit 

den Behörden gehabt. 

Im März oder April (…) sei er im Alter von (…) Jahren mit einem Freund zu 

Fuss illegal von Eritrea nach E._______ gereist, wo er sich zwischen 12 

und 17 Monaten im Flüchtlingscamp F._______ aufgehalten habe. An-

schliessend habe er etwa während vier Monaten in einem Kleiderladen in 

G._______ gearbeitet. Vom Sudan sei er über Libyen und Italien am 

31. August 2015 (recte: 29. August 2015) in die Schweiz gelangt, wo er 

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gleichentags um Asyl nachgesucht habe. Bei einer allfälligen Rückkehr in 

sein Heimatland befürchte er, inhaftiert zu werden, weil er keinen Militär-

dienst geleistet habe. 

A.e Während des erstinstanzlichen Asylverfahrens reichte der Beschwer-

deführer zwei Fotografien seines eritreischen Schulzeugnisses zu den 

Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 30. April 2018 – eröffnet am 1. Mai 2018 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 

(Dispositivziffer 1); es lehnte das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) und ordnete den 

Vollzug der Wegweisung an (Dispositivziffern 4 und 5). Der Entscheid 

wurde im Asylpunkt mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen begründet. 

C.  

Diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

25. Mai 2018 beim Bundesverwaltungsgericht teilweise anfechten. Er be-

antragte die Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 der angefochtenen 

Verfügung, die Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht er-

suchte er um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht, um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung seines Rechts-

vertreters als amtlichen Rechtsbeistand.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Mai 2018 hiess die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie 

Rechtsverbeiständung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Ass. iur. Christian Hoffs wurde als amtlicher Rechtsbeistand 

des Beschwerdeführers eingesetzt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

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Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richtet sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. Art. 

112 AuG [SR 142.20]; BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein Rechtsmittel, das durch einen kürz-

lich ausgefällten Koordinationsentscheid des Bundesverwaltungsgerichts 

offensichtlich unbegründet geworden ist. Das Urteil ist deshalb nur sum-

marisch zu begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz 

angeordneten Vollzug der Wegweisung. Die Dispositivziffern 1 – 3 der an-

gefochtenen Verfügung des SEM sind – wie bereits von der Instruktions-

richterin in ihrer Zwischenverfügung vom 31. Mai 2018 festgestellt – man-

gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen und bilden nicht Gegenstand 

des Verfahrens. 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

5.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

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Seite 5 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer führt in seinem Rechtsmittel im Wesentlichen 

aus, der Wegweisungsvollzug sei angesichts der ihm in Eritrea drohenden 

Einziehung in den Nationaldienst unzulässig. Er macht insbesondere gel-

tend, der vom SEM angeordnete Vollzug verletze seine durch Art. 3 und 4 

EMRK geschützten Menschenrechte. 

6.2 Das SEM geht von der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs aus in der angefochtenen Verfügung.  

6.3 Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers – bei seiner Ausreise aus 

Eritrea und im heutigen Zeitpunkt – erscheint seine Befürchtung, bei einer 

Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, plausibel (vgl. zur 

eritreischen Musterungspraxis auch das Referenzurteil D-2311/2016 vom 

17. August 2017, E. 13.2 – 13.4). 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich kürzlich in einem Koordina-

tionsentscheid mit der Frage befasst, ob der Vollzug der Wegweisung auch 

angesichts einer drohenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst 

als zulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) quali-

fiziert werden könne (Urteil E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 [zur Publikation 

als Referenzurteil vorgesehen]). Beides hat das Gericht nach einer aus-

führlichen Auswertung der zur Verfügung stehenden Länderinformationen 

mit den folgenden Erwägungen bejaht: 

7.2  

7.2.1 Die Verpflichtung eritreischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, 

Nationaldienst zu leisten, kann nach Auffassung des Gerichts nicht als Aus-

übung quasi-eigentumsrechtlicher Befugnisse gegenüber der betreffenden 

Person durch den eritreischen Staat bezeichnet werden. Zudem kann, 

auch wenn der Nationaldienst formal nicht befristet ist und sich teilweise 

über Jahre erstreckt, nicht von jenem dauerhaften Zustand ausgegangen 

werden, der für die Annahme von Leibeigenschaft vorausgesetzt wäre. 

Beim eritreischen Nationaldienst handelt es sich demnach weder um Skla-

verei noch um Leibeigenschaft im Sinn von Art. 4 Abs. 1 EMRK (vgl. Urteil 

E-5022/2017 E. 6.1 insbes. 6.1.4). 

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7.2.2 In seiner heutigen Ausgestaltung (namentlich angesichts seiner 

Zweckentfremdung als Mittel zur Arbeitskraftbeschaffung für das gesamte 

Wirtschaftssystem und der unabsehbaren Dauer) kann der eritreische Na-

tionaldienst nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts zwar nicht 

als "übliche Bürgerpflicht" im Sinn von Art. 4 Abs. 3 Bst. d EMRK verstan-

den werden. Die Bedingungen im Nationaldienst sind folglich grundsätzlich 

als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die 

Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs reicht diese Ein-

schätzung jedoch nicht aus. Vielmehr wäre hierfür erforderlich, dass durch 

die Einziehung das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung von Art. 4 

Abs. 2 EMRK bestünde, der eritreische Nationaldienst mithin diese Bestim-

mung ihres essenziellen Inhalts berauben würde. Eine solche Situation 

liegt indessen – auch unter Berücksichtigung der Dienstdauer, der niedri-

gen Besoldung und der Berichte über Misshandlungen und Übergriffe wäh-

rend der Dienstzeit – nach Auffassung des Gerichts nicht vor (vgl. a.a.O. 

E. 6.1 insbes. 6.1.5). 

7.2.3 In der Folge befasste sich das Bundesverwaltungsgericht in seinem 

Koordinationsentscheid mit der Frage, ob bei einer Rückkehr nach Eritrea 

aufgrund der Verhältnisse im Nationaldienst oder im Zusammenhang mit 

einer allfälligen Inhaftierung – beispielsweise aufgrund einer illegalen Aus-

reise – eine Verletzung des konventionsrechtlichen Verbots von Folter oder 

unmenschlicher Behandlung (Art. 3 EMRK) drohen könnte. Auch in diesem 

Zusammenhang ging das Gericht davon aus, dass in Eritrea Misshandlun-

gen und sexuelle Übergriffe während der Dienstzeit oder im Fall einer In-

haftierung nicht derart flächendeckend sind, dass jede nach Eritrea zurück-

kehrende dienstpflichtige Person dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, 

selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es bestehe daher auch insoweit kein 

ernsthaftes Risiko von Folter oder einer unmenschlichen Behandlung (vgl. 

a.a.O. E. 6.1 insbes. 6.1.6 und E. 6.1.8). 

7.3 Anschliessend stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die  

drohende Einziehung in den eritreischen Nationaldienst mangels einer  

hinreichend konkreten Gefährdung auch nicht generell zur Feststellung der 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG 

führe (vgl. a.a.O. E. 6.2) 

 

8.  

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

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Seite 7 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

8.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Art. 4 EMRK 

beinhaltet die Verbote der Sklaverei und Leibeigenschaft (Abs. 1) sowie 

der Zwangs- oder Pflichtarbeit (Abs. 2 und 3). 

8.1.2 Die Vorinstanz hat in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hingewiesen, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refou-

lement nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. 

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwer-

deführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 

AsylG rechtmässig. 

8.2  

8.2.1 Nach dem oben Ausgeführten stehen einerseits das Verbot der Skla-

verei und der Leibeigenschaft (Art. 4 Abs. 1 EMRK) dem Vollzug der Weg-

weisung des Beschwerdeführers auch bei einer anstehenden Einziehung 

in den Nationaldienst nicht entgegen. Andererseits ist aufgrund der verfüg-

baren Quellen auch nicht davon auszugehen, es bestehe generell das 

ernsthafte Risiko einer krassen Verletzung des Verbots der Zwangs- und 

Pflichtarbeit während des Nationaldiensts (Art. 4 Abs. 2 EMRK).  

8.2.2 Aus den Akten ergeben sich sodann keine Anhaltspunkte für die An-

nahme, der Beschwerdeführer müsste bei einer Rückkehr in den Heimat-

staat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder 

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Seite 8 

Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung befürchten. Auch die prob-

lematische allgemeine Menschenrechtssituation in Eritrea lässt den Weg-

weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt praxisgemäss nicht als unzuläs-

sig erscheinen.  

8.3 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich da-

mit – sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen – als zulässig. 

9.  

9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.2 Wie oben dargelegt, vermag die bevorstehende Einziehung in den erit-

reischen Nationaldienst für sich alleine nicht zur Annahme einer existenzi-

ellen Gefährdung führen. 

9.3  

9.3.1 Im Urteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 (als Referenzurteil publi-

ziert) hatte sich das Bundesverwaltungsgericht ausführlich mit der Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea beschäftigt. Dabei kam es 

nach Auswertung der zur Verfügung stehenden Quellen zum Schluss, an-

gesichts der dokumentierten Verbesserungen in der Nahrungsmittel- und 

Wasserversorgung, im Bildungswesen sowie im Gesundheitssystem Erit-

reas sei die frühere Praxis, wonach eine Rückkehr nur bei begünstigenden 

individuellen Umständen zumutbar sei (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-

gen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2005 Nr. 12), nicht länger berechtigt. Angesichts der schwierigen allgemei-

nen – und insbesondere wirtschaftlichen – Lage des Landes müsse bei 

Vorliegen besonderer individueller Umstände aber nach wie vor von einer 

Existenzbedrohung ausgegangen werden. Die Frage der Zumutbarkeit 

bleibe daher im Einzelfall zu beurteilen (vgl. Referenzurteil D-2311/2016 

E. 17.2). 

 

9.3.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann, der 

in Eritrea noch über ein familiäres und soziales Beziehungsnetz verfügt, 

das ihn bei seiner Rückkehr unterstützen kann. Seine Schulterschmerzen 

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stehen einem Vollzug der Wegweisung offensichtlich nicht entgegen. Auch 

sonstige besondere individuelle Umstände, aufgrund derer bei einer Rück-

kehr nach Eritrea von einer existenziellen Bedrohung ausgegangen wer-

den müsste, sind nicht ersichtlich, und der Beschwerdeführer selbst macht 

geltend, abgesehen vom drohenden Einzug in den Nationaldienst stehe 

einer Rückkehr nach Eritrea nichts entgegen. 

 

9.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zu-

mutbar. 

10.  

Die zwangsweise Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea 

ist zurzeit generell nicht möglich. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr 

steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs entgegen. Es obliegt daher dem Beschwerdeführer, sich 

bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12).  

Der Vollzug der Wegweisung ist deshalb auch als möglich zu bezeichnen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

11.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 49 VwVG) und angemessen ist (Art. 49 

VwVG) . Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

13.   

13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Bundesver-

waltungsgericht das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten mit Zwi-

schenverfügung vom 31. Mai 2018 gutgeheissen hat und keine Verände-

rung seiner finanziellen Verhältnisse ersichtlich ist, sind indes keine Kosten 

zu erheben. 

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Seite 10 

13.2 Der amtliche Rechtsbeistand hat mit der Beschwerde eine Kosten-

note zu den Akten gereicht, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von 

insgesamt 3.25 Stunden ausweist, was angemessen erscheint. Unter Be-

rücksichtigung des massgebenden Stundenansatzes von Fr. 150.– (vgl. 

Zwischenverfügung vom 31. Mai 2018, S. 3) ist dem Rechtsbeistand dem-

nach vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von insge-

samt Fr. 557.50 (inklusive Auslagen) auszurichten. 

 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

ein Honorar in der Höhe von Fr. 557.50 ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Nina Klaus 

 

 

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