# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1a3fcb5-e97a-5dac-b57e-4ff54b226896
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-21
**Language:** de
**Title:** Gestützt auf Gutachten sowie versicherungsinterne Beurteilung keine Unfallkausalität der Schulterbeschwerden mehr gegeben. Abweisung. (BGE 8C_689/2019)
**Docket/Reference:** UV.2018.00068
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2018.00068.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2018.00068
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Fonti
Urteil
vom
2
1.
August 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Christine Fleisch
Meier
Fingerhuth
Fleisch
Häberli
, Rechtsanwälte
Lutherstrasse 36, 8004 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1978, war vom 1. September 2007 bis
31. Oktober
2015
(vgl. Urk. 13/A26)
bei der
Y.___
AG als Sicherheitsangestellter am
Z.___
angestellt und in dieser Funktion gegen die Folgen von Unfällen bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend: AXA)
versichert. Am 11. April 2014 verlor der Versicherte auf der Schrägbank
beim
50 kg Schulterdrücken die Kon
trolle über die Langhantel und verletzte sich dabei an der linken Schulter und der Halswirbelsäule (
Urk. 13/A1-A2). Die AXA gewährte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 13/A10). Mit Verfügung vom 9. Februar 2017 stellte die AXA die Leistun
gen mangels Kausalität der Beschwerden zum Ereignis vom 11. April 2014 per 31. Dezember 2016 ein (Urk. 13/A49).
Die dagegen am 10. März 2017 erhobene Einsprache (Urk. 13/A57; vgl. auch Ergänzung vom 27. April 2017, Urk. 13/A60) wies die AXA mit Entscheid vom 12. Februar 2018 ab (Urk. 13/A69 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 14. März 2018 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom 12. Februar 2018 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzu
heben und es seien ihm bis auf W
eiteres die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventuell sei eine orthopädische und neurolo
gische Begutachtung durchzuführen
auf Kos
ten der AXA (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 29. Juni 2018 reichte der Versicherte zwei ärztliche Berichte (Urk. 9/1-2) ein und machte Ausführungen dazu (Urk. 8).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2018 beantragte die AXA die Abweisung der Beschwerde (Urk. 12).
Der Beschwerdeführer beantragte m
it Replik vom 5. November 2018 ergänzend die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens über die Frage der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den bild
gebend ausgewiesenen Verletzungen sowie der daraus resultierenden Leistungs
fähigkeit (Urk. 19). Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 23. Januar 2019 an der beantragten Abweisung fest (Urk. 23), was dem Beschwerdeführer am 31. Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 24). Mit Eingabe vom 14. Februar 2019 (Urk. 25) legte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht ins Recht (Urk. 26).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. April 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) da
von aus, gestützt auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten vom 10. Oktober 2016 beziehungsweise 23. November 2016
seien die Leistungen für die linksseitigen Schulter-/Armbeschwerden per 31. Dezember 2016 einzustellen, da diese nicht mehr natürlich kausal zum Ereignis vom 11. April 2014 seien (S. 13 ff. Ziff. 2.3.3 f.).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin i
n der Beschwerdeantwort (Urk. 12) wie auch in der Duplik (Urk.
23) fest.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, auf das Gutachten von
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
könne aus
näher genannten
Gründen nicht abge
stellt werden. Die anhaltenden Beschwerden würden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stehen, weshalb die Be
schwerdegegnerin weiterhin leistungspflichtig sei (S. 7 ff. Ziff. 4 ff.; vgl. auch Urk. 8 und Urk. 19).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die über den 31. Dezember 2016 hinaus anhaltenden Beschwerden des Beschwerdeführers noch in einem Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 11. April 2014 stehen und dementsprechend weiterhin ein An
spruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin besteht.
3.
3.1
Aufgrund des
wenige
Tage nach dem Unfall angefertigten MRI der Halswirbel
säule (
HWS
) sowie des
Art
hro
-MRI der linken Schulter
wurde vom zuständigen Radiologen folgende Beurteilung abgegeben
(Bericht des Zentrums für Radiolo
gie, Röntgeninstitut
B.___
,
vom 14.
April 2014, Urk.
14/M5 Beilage)
: «Partialruptur der
Supraspinatussehne
und der
Infraspinatussehne
wie beschrie
ben, keine
transmurale
Rupturkomponente
. Bursitis
subacromialis
.
Acromeon
Typ II nach
Bigliani
.
Tendinose
der
Subscapularissehne
und umschriebene Riss
bildung/Partialruptur in den kranialen Anteilen.
Bizepssehne
intakt. Kein Knochenmarksödem. Mässige AC-
Gelenksarthrose.»
Vier Monate später zeigte
n
sich gemäss Bericht vom
8.
Oktober 2014
desselben radiologischen Zentrums
zur gleichentags durchgeführten MRI-
Arthrographie
der linken Schulter im Vergleich zur Voruntersuchung bei zwischenzeitlich deutlich weniger ödematösen/entzündlichen Veränderungen der Sehnen ein Nachweis einer
kurzstreckigen
transmuralen
Ruptur der
Supraspinatussehne
ansatznahe auf einer Länge von etwa 2 Millimetern mit Unterflächenausdünnung, leichte Unterflächenveränderungen der
Infraspinatussehne
und
geringe
n
Zeichen der Tendinitis der
Subscapularissehne
. Die Muskulatur sei unverändert kräfti
g. Die übrigen Verhältnisse sei
e
n
stationär und das
g
l
enohumerale
Gelenk altersentspre
chend normal
(
Urk.
14/M8)
.
3.2
Aufgrund persistierender Beschwerden (Schmerzen, Bewegungseinschränkung) der linken Schulter (vgl. Bericht vom 2
1.
Oktober 2014 der
C.___
Klinik, Urk.
14/M5) erfolgte anfangs November 2014 eine Schulterarthroskopie links mit Tenotomie und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
,
Supraspinatussehnenrepair
,
Acromioplastik
und
Bursektomie
subacromia
l
(vgl. Austrittsbericht vom 6.
November 2014 sowie Operationsbericht vom
3.
November 2014
der
C.___
Klinik
, Urk.
14/M7).
3.3
Im weiteren Verlauf wurde beim Beschwerdeführer eine postoperative
Frozen
shoulder
links
diagnostiziert
. Die Bewegungseinschränkung sei weder unter NSAR-Therapie noch mittel
s
physiotherapeutischer Übung
beeinflussbar (Bericht vom 27.
Januar
2015 der
C.___
Klink, Urk.
14/M11). Schliesslich sei auf
grund der
therapierefrektären
postoperativen
Frozen
shoulder
mit deutlicher Be
wegungseinschränkung aktiv wie passiv die Indikation zu einem
Revisionsein
griff (diagnostische Schulterarthroskopie mit partieller
Adhäsiolyse
/ventralem Kapselrelease sowie partieller Fadenankerentfernung)
gestellt. Im pr
äoperativ durchgeführten
Arthro
-
MRI habe sich eine weiterhin intakte
Rotatorenman
schette
gezeigt
.
Die präoperative Narkoseuntersuchung habe eine
so gut wie uneingeschränkte passive Schultergelenksbeweglichkeit
gezeigt
mit
freie
r
glenohumerale
r
Abduk
tion bis 90
°
bei passiv tiefer Aussenrotation von
50
°
, Aussenrotation in Abduk
tion 90
°
, Innenrotation knapp 40
°
. Die Flexion sei bis knapp 120
°
gelungen
.
Intra
operativ hätten sich keine wegweisenden Befunde gezeigt, welche die schmerz
haften Bewegungseinschränkungen erklären könnten
(Bericht vom 24. November 2015 der
C.___
Klinik, Urk. 14/M23
S. 1
«Anamnese»; vgl. auch Operations
bericht vom 15. Oktober 2015 der
C.___
Klinik, Urk. 14/M21)
.
Postoperativ habe sich im Vergleich zur Narkoseuntersuchung wiederum eine deutlich eingeschränkte
aktive wie passive Beweglichkeit mit Flexion/Abduktion bis knapp oberhalb der Horizontalen, Aussenrotation tief gut
30
°
, Innenrotation sak
ral gezeigt. Es wur
de ein Verdacht auf eine
myofasz
iale
Schmerzkomponente (differentialdiagnostisch
complex
regional
pain
syndrome
[
CRPS
]
) gestellt (Bericht vom 24.
November 2
015 der
C.___
Klinik, Urk.
14/M23
S. 1
). Aus orthopädischer Sicht wurde festgehalten, dass die Ursache der Bewegungsein
schränkung sicherlich nicht durch ein mechanisches Problem verursacht worden sei
(Bericht vom 29.
Januar 2
016 der
C.___
Klinik, Urk.
14/M24
; vgl. auch
Urk. 14/M23 S. 2
«Beurteilung und Procedere»
).
3.4
Die weiteren Abklärungen ergaben auch aus neurologischer Sicht kein klinisches oder elektrophysiologisches Korrelat für die geklagten chronischen Schulter
schmerzen links (vgl. Bericht
vom 6.
Oktober 2
016 der
C.___
Klinik, Urk.
14/M34).
Eine kausale Beteiligung der Halswirbelsäule an den seitens der Schulter geklagten Beschwerden sei auszuschliessen (
Berichte vom 28. Oktober 2016, Urk. 14/M35, und vom 22. Dezember 2016, Urk. 14/M38, jeweils unter «Anamnese und Verlauf»).
Der
Szintigraphiebef
und
der linken Schulter vom 20.
Septe
mber 2016 fiel normal aus (Urk.
14/M36).
3.5
Am 29.
Oktober 2016 erstattete
Dr.
A.___
im Auftrag der Invalidenversiche
rung und unter Beteiligung der Beschwerdegegnerin ein internistisch-rheumato
logisches Gutachten
(Urk.
14/37/1)
.
Zu seinem aktuellen Leiden habe der Beschwerdeführer angegeben, er habe bei Bewegung Schmerzen in der linken Schulter, die er deshalb kaum bewege und auch nicht einsetzen könne. In Ruhe spüre er keine Schulterbeschwerden. Daher benöt
ige er selten Schmerzmittel (S. 40 Ziff.
7.2).
Die Gutachterin hielt fest, der Beschwerdeführer zeige einen Schulterhochstand links, der sich bei Ablenkung deutlich verbessere. Er bewege die Schulter aktiv nur minimal. Eine passive Prü
fung der Beweglichkeit der linken Schulter lasse er nicht zu wegen der Schmer
zen. Es bestehe kein systematischer Unterschied der Oberarmumfänge rechts zu links. Die beiden an beiden Vorderarmen gemessenen Umfänge seien
seitengleich (S.
53 unten).
Die Messung der Knochendichte habe im rechten Radius des rechten Vorderarmes eine leichte
Osteopenie
ergeben. Die Knochendichte am linken Radius des linken Vorderarmes sei knapp normal gewesen und damit besser als rechts (der Beschwerde
führer sei Linkshänder; vgl. S.
43 Mitte). Dies beweise einen normalen Einsatz des linken Vorderarmes seit langem.
Die Angabe des Beschwerdeführers, dass er den linken Arm kaum mehr einsetze, könne durch die Knochendichtemessung nicht bestätigt werden. Bei einem lang andauernden
Mindergebrauch eines Armes trete schon nach wenigen Monaten eine deutliche Verminderung der Knochendichte im betroffenen Arm auf. Mit dem vorliegenden Ergebnis sei die Angabe des Beschwerdeführers, dass er mit dem linken Arm und der linken Hand schmerzbedingt kaum mehr etwas machen könne, offensichtlich falsch
(S.
54 Mitte). Eine weitere Ungereimtheit finde sich in der Angabe, er kon
sumiere keine Drogen und kiffe kein Cannabis. Allerdings sei ein Cannabis-Konsum
im
Urinsc
reening nachweisbar gewesen (S.
54 unten).
Zusammenfassend
habe im Oktober 2015 in der Narkoseuntersuchung eine nor
male Beweglichkeit der linken Schulter festgestellt werden können, weshalb kein mechanisches Hindernis für die Schulterbeweglichkeit bestanden habe. Die Ske
lettszintigraphie habe keine vermehrte Knochenumbau-Aktivität gezeigt. Die Knochendichtemessung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer den linken Arm und die linke Hand seit langem normal einsetze und mehr als den rechten Arm und die rechte Hand. Diese objektiven Befunde würden daher das Ausmass der Beschwerden nur zu
einem kleinen Teil erklären (S.
55 oben). Diskrepant zur An
gabe, er lenke sein Auto für kurze Strecken selbst, sei die gezeigte maximale Handkraft von links 12
%
der Norm (rechts 99
%
). Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine fast fehlende Handkraft links. Hier habe
bei der Messung
sicher eine Selbstlimitierung bestanden
(S.
55 unten
; v
gl. zu den Dis
krepanzen auch S. 64 Ziff.
V.1
).
Zum natürlichen Kausalzusammenhang machte
Dr.
A.___
folgende Angaben (S.
66): Die
kurzstreckige
Ruptur der
Supraspinatus
-Sehne links von etwa 2
mm sowie die begleitende Sehnenausdünnung
von etwa 15
mm stehe mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 11.
April 201
4.
Aufgrund der Ruptur der
Supraspinatus
-Sehne mit zweimaliger Arthroskopie bestehe eine dauerhafte verminderte Belastbarkeit des linken Schul
terge
lenkes. Er benötige daher eine s
chulterschonende Tätigkeit und k
önne maximal Lasten bis zu 12.5
kg hantieren.
Die deutlich eingeschränkte Beweglich
keit und die weitgehende Funktionsunfähigkeit des linken Schultergelenks könne durch die objektiven Befunde nicht erklärt werden. Diese seien daher nicht eine Folge des Unfalles.
Dr.
A.___
stellte folgende Diagnosen mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit (S.
52 Ziff.
9.2):
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden des linken Schultergelenks nach Unf
all am 11.
April 2014 mit Kontusion der linken Schulter mit
kurzstreckiger
trans
muraler
Supraspinatus
-Ruptur (2
mm) und beglei
ten
de Sehnenausdünnung von etwa 15
mm Länge
-
verminderte Belastbarkeit der HWS
,
aktuell ohne Beschwerden
Sofern der Beschwerdeführer bei seiner bisherigen Tätigkeit als Sicherheitsange
stellter keine Lasten über 12.5
kg hantieren müsse, entspreche diese eine
r
ange
passten Tätigkeit und sei ihm zu 100
%
zumutbar (S. 56 f.).
3.6
Aufgrund des diagnostizierten
myofaszialen
Schmerzsyndroms der linken Schul
ter wurde dem Beschwerdeführer von
Dr.
med.
D.___
, praktischer Arzt, Sportmedizin
C.___
Klinik,
bis zum 31. Januar 2017
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
, wobei auch mittelfristig aufgrund des komplexen Schmerzszenarios nicht mit einer Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit zu rech
nen sei. Es sei eine zunehmende psychophysische Erschöpfung zu sehen
(Bericht vom 22. Dezember 2016, Urk.
14/
M
38
S. 2
; vgl. auch Schreiben vom 28. Februar 2017, Urk. 14/M
40
).
3.7
Aus dem Bericht zur Verlaufskontrolle vom 1
1.
Januar 2017 der
C.___
Klinik (
Urk.
14/M39
) geht hervor, dass weder durch die durchgeführte Neuraltherapie noch durch die angepasste Schmerzmedikation eine Änderung des Beschwerde
bildes eingetreten sei. Die Ursache der Beschwerden sei weiterhin völlig unklar. Aus orthopädischer Sicht gebe es keinerlei chirurgische Möglichkeiten, das Beschwerdebild zu beeinflussen. Es sei eine schmerztherapeutische Herangehens
weise in einem stationären Setting mit begleitender psychologischer Betreuung zu empfehlen.
3.8
Am 14.
Juni 2018 nahm der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
E.___
,
Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Stellung (
Urk.
14/M41
).
Dr.
E.___
hielt fest
, na
ch der MRI-Untersuchung vom 18.
Septem
ber 2015 (vgl. Urk.
14/M20)
und der Re-Arthroskopie vom 15. Oktober 2015 (vgl. Urk.
14/M21) seien übereinstimmende Befunde einer suffizienten Sehnenheilung (-kontinuität) der
Rotatorenmanschette
bekannt. Die Voraussetzungen für eine muskuläre Rehabilitation innert weniger Monate wären offensichtlich gewesen. Bei
der Narkoseuntersuchung vom 15.
Oktober 2015 sei die Schulter als passiv nicht bewegungseingeschränkt er
schienen,
aspektmässig
habe sich im Schultergelenk selber keine entzündliche oder adhäsive Manifestation gezeigt, so dass die Hypothese einer
retraktiven
Capsulitis
(
Frozen
shoulder
) zu Recht wieder verworfen worden sei. Es sei nicht gelungen, ein mechanisches Hindernis oder irgendwelche
Traumafolgen
zu do
kumentieren. Ein
radikuläres
Syndrom aus der HWS habe nicht eindeutig verifi
ziert werden können, was aber ohnehin nicht unfallbedingt zu werten gewesen wäre. Somit sei das zum Zeitpunkt der rheumatologischen-psychiatrischen Begutachtung gezeigte funktionelle Schadensbild nicht mit objektivierbaren
organischen Befunden vereinbar und erklärbar gewesen. Es habe somit im soma
tischen Verständnis eine erhebliche Diskrepanz zwischen den subjektiven Beschwerden und den objek
tiven Befunden bestanden (Ziff.
2.1).
Mit Bezug auf
den Schadensmechanismus vom 11.
April 2014 gebe es keine un
fallkausalen Einschränkungen (
Ziff.
2.4).
4.
4.1
Zur Frage der vorliegend strittigen Unfallkausalität
erfolgte eine Beurteilung durch
Dr.
A.___
und
Dr.
E.___
. Beide Ärzte legten schlüssig und nachvollzieh
bar dar, weshalb spätestens die über den 31. Dezember 2016 hinaus anhaltenden Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unfallkausal zu werten sind.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführer
s
(vgl. Urk. 1 S. 11 Ziff. 5.3) ent
spricht
das
be
i
Dr.
A.___
von der Invalidenversicherung unter Mitbeteiligung der Beschwerdegegnerin
eingeholte Gutachten
den erforderlichen Kriterien (vor
stehend E. 1.3). Da die spezifisch unfallversicherungsrechtlich relevanten Themen des natürlichen Kausalzusammenhangs und des Integritätsschadens behandelt wurden (vgl. Urk. 14/M37/1 S. 66 f.), ist das Gutachten insbesondere
auch für die vorliegend
e Streitigkeit beweiskräftig.
Dr.
A.___
führte aus, die vom Beschwerdeführer geklagte eingeschränkte Beweglichkeit der linken Schulter beziehungsweise des linken Armes sowie die weitgehende Funktionsunfähigkeit könn
t
en durch die objektiven Befunde nicht erklärt werden und seien nicht unfallkausal (vorstehend E. 3.5). Die Berichte der Ärzte der
C.___
Klinik vermögen diese Beurteilung nicht in Frage zu stellen:
Auch aus deren Berichte
n
geht hervor, dass e
ine kausale Beteiligung der HWS
zu
vernein
en ist
und die Beschwerden weder aus orthopädischer noch aus neurolo
gischer
Sicht erklär
bar seien
.
Dies gilt auch für den Bericht von
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates,
G.___
, vom 1
6.
Oktober 2018 (Urk. 26).
Sodann zeigte sich in Narkose eine weitgehend freie Beweglichkeit der Schulter, was gegen eine mechanische
Problematik spreche
(vgl. vorstehend E. 3.3-4 und E. 3.7).
Da weder die Armumfänge rechts und links wesentlich
differierten
,
noch
eine passive Beweglichkeitsprüfung zugelassen wurde und die Knochendichte
messung links sogar besser ausfiel als rechts (vgl. vorstehend E. 3.5), ist die vom Beschwerdeführer gezeigte erhebliche Einschränkung des linken Armes fragwür
dig.
Die vom behandelnden Arzt
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für orthopä
dische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, angeführte Argu
mentation, in Narkose sei die Schmerzempfindung ausgeschaltet, weshalb
aufgrund der unter diesen Umständen möglichen Schulterbeweglichkeit nicht auf eine fehlende Unfallkausalität geschlossen werden könne
(vgl. Urk. 9/1 S. 2)
, ver
mag nicht zu überzeugen. Er verkennt einerseits die übrigen zuvor genannten Umstände und vermag auch keine objektivierbaren Befunde aufzuzeigen, welche für eine Unfallkausalität der Beschwerden sprechen würden. Die von ihm diagnostizierte
Frozen
shoulder
wurde bereits früher in Erwägung gezogen, habe sich aber nicht bestätigt (vgl. vorstehend E. 3.8). Die von ihm kundgetane Kritik am Gutachten von
Dr.
A.___
vermag dieses somit nicht in Zweifel zu ziehen.
Auf das Gutachten von
Dr.
A.___
ist daher abzustellen.
4.2
Auch die Darlegung des Beschwerdeführers, wonach vor diesem Ereignis keinerlei Beschwerden an der Schulter bestanden hätten (vgl.
Urk.
1 S. 10 Ziff. 4.2.6),
ver
fängt nicht
. Damit folgt er der Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», wonach eine gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis eines natürlichen Kausalzusam
menhangs nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_355/2018 vom 2
9.
Juni 2018 E. 3.2).
4.3
Der Beschwerdeführer beanstandete, es handle sich vorliegend um eine rein orthopädisch-neurologische Problematik. Es sei nicht ersichtlich, weshalb
Dr.
A.___
als
Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation in der Lage sein solle, die Frage der Unfallkausalität zu beurteilen (Urk. 1 S. 11 Ziff. 5.3). Zuerst ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
A.___
Fachärztin für Rheumatologie ist. Sodann sind d
ie Orthopädie und die Rheumatologie einander verwandte Fach
gebiete, die sich zu einem gewichtigen Teil überschneide
n und ergänzen. Weshalb nur ein
Facha
rzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
und nicht auch eine Rheumatologin die Beschwerden des Beschwerde
führers
beurteilen können soll, ist nicht nachvollziehbar, bilden doch (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_275/2016 vom 19. August 2016 E. 4.3.1
).
Indem der beigezogene beratende Arzt
Dr.
E.___
eine orthopädi
sche Facharzt
ausbildung vorweist, wurde
n
vorliegend ohnehin sämtliche Fach
gebiete abgedeckt (vgl. vorstehend E. 3.8).
4.4
Dr.
E.___
führte aus, wenige Tage nach dem Unfall sei ein MRI der Schulter durch
geführt worden. Das
Fehlen jeglicher
osteochondraler
Kontusionszeichen an der
Rotatorenmanschette
und von Bandläsionen spreche gegen eine hohe
Trauma
energie
und gegen eine heftige exzentrische Krafteinwirkung. Die
Bezeichnung einer Partialruptur präjudiziere ungeschickterweise eine
Traumarelevanz
. Man könne diesen Veränderungen nicht ansehen, dass sie traumatisch entstanden seien. Aus dem morphologischen Schadensbild könne keine relevante frische Schädigung am linken Schultergelenk erkannt
werden, welche als Folge des Ereignisses vom April 2014 verstanden werden könne (Urk. 14/M41 Ziff. 2.2 «das morphologische Schadensbild»
)
.
Auch
Dr.
E.___
stellte fest, es würden erhebliche Diskrepanzen zwischen den
dokumentierbaren
Schädigungsmerkmalen an der linken Schulter und dem Schweregrad der Invalidisierung der funktionellen Ge
brauchsfähigkeit der linken Schulter bestehen (Urk. 14/M41 Ziff. 2.2 «das funk
tionelle Schadensbild»).
Gestützt auf diese Ausführungen von
Dr.
E.___
sowie
die
Darlegungen von
Dr.
A.___
und den Ärzten der
C.___
Klinik
sowie der
G.___
(Urk. 26)
, welche allesamt von aus somatischen Grün
den nicht erklärbaren Beschwerden ausgehen (vgl. vorstehend E. 4.1), ist die feh
lende Unfallkausalität der über den 31. Dezember 2016 anhaltenden Beschwerden plausibel und nachvollziehbar.
4.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht per 31. Dezember 2016 verneinte, da die darüber hinaus andau
ernden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht kausal auf das Ereignis vom April 2014 zurückzuführen sind.
Da von weiteren Abklärungen keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist von der beschwer
deweise beantragten Anordnung eines Gutachtens abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, BGE 122 V 157 E. 1d).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christine Fleisch
-
AXA Versicherungen AG unter Beilage einer Kopie von
Urk.
25+26
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannFonti