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**Case Identifier:** 4880ff60-c64f-54a4-b77d-9daee675742d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.11.2018 200 2018 399
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-399_2018-11-30.pdf

## Full Text

200 18 399 IV
KOJ/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. November 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 16. November 2015 unter Hinweis auf Rückenbeschwer-
den, eine Arthrose in verschiedenen Gelenken und in den Fingergelenken, 
einen Diabetes mellitus sowie ein psychisches Leiden bei der Invalidenver-
sicherung zum Leistungsbezug an (Antwortbeilagen der Invalidenversiche-
rung [AB] 1 und 42 S. 2). Gestützt auf Abklärungen im medizinischen, er-
werblichen und häuslichen Bereich (insb. eine polydisziplinäre Expertise 
der D.________ [MEDAS] vom 11. November 2016 [AB 38.1] und einen 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 20. Januar 2017 [AB 43]) ermittel-
te die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) in Anwendung der 
gemischten Methode (Erwerb: 60 %; Haushalt: 40 %) einen Invaliditätsgrad 
(IV-Grad) von 15 % (AB 43 S. 11 Ziff. 8). Mit Vorbescheid vom 26. Januar 
2017 (AB 44) stellte sie eine Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht. 
Dagegen erhob die Versicherte am 13. Februar 2017 (ergänzt am 3. März 
2017; AB 45 und 49) Einwand. Hierauf tätigte die IVB weitere medizinische 
Abklärungen (u.a. Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
[RAD] vom 23. Juni und 28. September 2017 [AB 62 und 69]) und holte 
eine Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 13. November 2017 
(AB 76) ein. Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid vom 21. November 
2017 (AB 78) der Versicherten bei einem nach Massgabe der gemischten 
Methode (Erwerb: 60 %; Haushalt: 40 %) ermittelten IV-Grad von 15 % die 
Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Daran hielt sie nach erho-
benem Einwand vom 1. Dezember 2017 (ergänzt am 12. Januar 2018; AB 
79 und 81) fest und verneinte - nach Einholung weiterer Stellungnahmen 
des RAD vom 16. März 2018 (AB 86 f.) und eines neuen Abklärungsbe-
richts Haushalt/Erwerb vom 20. März 2018 (AB 90) - mit Verfügung vom 
30. April 2018 (AB 91) einen Anspruch der Versicherten auf eine Invaliden-
rente. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch lic. iur. C.________, 
B.________, am 23. Mai 2018 Beschwerde. Sie beantragt, der ergangene 
Verwaltungsakt sei aufzuheben und es seien Rentenleistungen zu ge-
währen. Es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und es 
sei eine erneute Abklärung vor Ort (Haushaltabklärung) durchzuführen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2018 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 30. April 2018 (AB 91). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 

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für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf 
abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; 
BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 
142 V 290 E. 4 S. 293, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Dem Bericht des Zentrums E.________ vom 4. März 2016 (AB 17) 
sind als Diagnosen unter anderem ein Diabetes mellitus Typ II, eine Hyper-
lipidämie, eine Adipositas Grad I, ein rezidivierendes lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom und ein reaktiv depressives Zustandsbild mit chronifizier-

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ter Insomnie zu entnehmen (AB 17 S. 1). In der aktuellen gesundheitlichen 
Verfassung sei die polymorbide Beschwerdeführerin aus medizinischen 
Gründen nicht in der Lage, eine Arbeitsleistung von mehr als 40 % zu er-
bringen. Körperlich schwere Tätigkeiten seien vor allem aufgrund der de-
generativen Befunde des Bewegungsapparates derzeit und auch in Zukunft 
nicht mehr möglich (AB 17 S. 2). 

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 1. April 2016 (AB 19) mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) bei 
Status nach sexuellem Missbrauch als Kind, zahlreiche körperliche Be-
schwerden und Probleme in der primären Bezugsgruppe (ICD-10 Z63.0) 
oder eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0; AB 19 S. 2 Ziff. 1.1). Die 
bisherige Tätigkeit (als … bei der G.________ und als …; AB 19 S. 3 Ziff. 
1.4) sei ihr zu vier Stunden pro Tag zumutbar, dabei bestehe eine vermin-
derte Leistungsfähigkeit von 50 %. In einer angepassten Tätigkeit bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von zwei bis vier Stunden pro Tag (AB 19 S. 4 Ziff. 
1.7). Die Prognose sei eher ungünstig (AB 19 S. 3 Ziff. 1.4).

3.1.3 Im polydisziplinären (allgemeininternistisch-rheumatologisch-
psychiatrischen) Gutachten der MEDAS vom 11. November 2016 (AB 38.1) 
wurden als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chro-
nisches Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen, eine 
kalzifizierende Periarthropathie der linken Schulter mit einer AC-
Gelenksreizung und einer beginnenden Omarthrose sowie Fingerarthralgi-
en bei degenerativen Veränderungen (Dupuytren'sche Formationen II, Ill, V 
rechts und III links) genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien 
eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32), aktuell unvollständig 
remittiert, differenzialdiagnostisch eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2), 
ein Diabetes mellitus Typ II und eine Adipositas (BMI [Body-Mass-Index] 
29kg/m2; AB 38.1 S. 16 Ziff. III). Die internistische Untersuchung habe 
keine wesentlichen Auffälligkeiten und keine Hinweise auf eine kardiale 
oder pulmonale Insuffizienz ergeben (AB 38.1 S. 13). In rheumatologischer 
Hinsicht zeige sich ein chronisch erlebtes Körpersyndrom, welches nicht 
einem systemisch entzündlichen oder anderweitig differenzierten 
rheumatologischen Krankheitsbild zugeordnet werden könne. Es finde sich 

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ein Mischbild von referred-pain Symptomatik, pseudoradikulären Sensatio-
nen sowie funktionell-myotendinotisch geprägten Beschwerden. Die Kriteri-
en für eine Fibromyalgiesymptomatik seien nicht erfüllt; vier von fünf 
Waddelzeichen seien positiv gewesen und es liege eine überwiegend will-
kürlich getriggerte sowie durchaus auch demonstrativ wirkende muskuläre 
Dysbalance vor (AB 38.1 S. 12 f.). Als Therapieoptionen würden eine me-
dizinische Trainingstherapie, Entspannungsmassnahmen und ein Training 
rückengerechter Verhaltensweisen empfohlen (AB 38.1 S. 16 Ziff. IV.3). 
Aus rheumatologischer Sicht bestehe sowohl in den bisherigen als auch in 
angepassten Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsmin-
derung von 20 % (AB 38.1 S. 12), bedingt durch einen vermehrten 
Pausenbedarf (zur Sicherstellung/Ermöglichung der Ausführung von 
Lockerungs-, Dehnungs- und Gymnastikübungen) und/oder ein 
verlangsamtes Arbeitstempo (als Folge der Einhaltung ergonomischer 
Empfehlungen; AB 38.3 S. 10 f.). In psychiatrischer Hinsicht stünden bei 
diagnostizierter mittelgradiger depressiver, aktuell unvollständig remittierter 
Episode zahlreiche äussere Belastungsfaktoren im Vordergrund, so dass 
differentialdiagnostisch auch eine Anpassungsstörung auszumachen sei. 
Die Kriterien für eine Somatisierungsstörung seien aber nicht erfüllt. Die 
Beschwerdeführerin weise eine erhebliche Resilienz auf. Sie habe 
bewiesen, dass sie persönliche Probleme bewältigen könne: sie habe 
während zweier problematischer Ehen drei Kinder grossgezogen und 
kümmere sich um ihren hochbetagten, tadelnden Vater, welcher mit ihr und 
ihrem Partner im Haus lebe. Die depressive Störung bzw. die 
Anpassungsstörung zeige somit eine deutliche Remissionstendenz mit 
noch verbleibenden therapeutischen Optionen (AB 38.1 S. 13). Vergleiche 
man den von Dr. med. F.________ im Jahr 2015/2016 erhobenen psycho-
pathologischen Befund mit der derzeitigen Situation, so scheine die Be-
schwerdeführerin bei Behandlungsbeginn beim Psychiater am Tiefpunkt 
gewesen zu sein. Dennoch sei es zu keinem dauerhaften Aussetzen der 
beruflichen Tätigkeiten in dieser Zeit gekommen (AB 38.1 S. 11). Derzeit 
liege kein psychischer Gesundheitsschaden im invalidenversicherungs-
rechtlichen Sinne mit einer andauernden Beeinträchtigung vor, welche 
durch therapeutische Massnahmen nicht ausreichend behoben werden 
könne (AB 38.1 S. 14 Ziff. I.2). Als mobilisierbare Ressourcen seien die 
beruflichen Tätigkeiten und das stabile familiäre Umfeld (Partner, Kinder, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 8

Enkelkinder) der Beschwerdeführerin zu nennen (AB 38.1 S. 15 f. Ziff. I.8 
und II.5). Sollte aus psychiatrischer Sicht die Remissionstendenz nicht an-
halten, so könnten weitere therapeutische Massnahmen wie eine 
(teil-)stationäre Behandlung, eine Anpassung der Pharmakotherapie oder 
eine Instruktion bezüglich Umgangsstrategien mit Belastung (z.B. Pflege 
des Vaters) erwogen werden (AB 38.1 S. 16 f. Ziff. IV.3). Polydisziplinär 
bestehe sowohl in den bisherigen als auch in angepassten Tätigkeiten eine 
volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20 %. Hinsichtlich 
des retrospektiven Verlaufs der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in 
einer leidensadaptierten Tätigkeit hielten die Gutachter fest, es möge im 
Rahmen der Krise in der zweiten Jahreshälfte von 2015 zu einer zeitweisen 
Einschränkung der quantitativen und qualitativen Leistungsfähigkeit ge-
kommen sein, jedoch sei eine differenzierte Beurteilung nicht möglich, da 
keine psychiatrischen Krankschreibungen vorlägen (AB 38.1 S. 18 Ziff. VI).

3.1.4 Vom 21. Februar bis 10. März 2017 hielt sich die Beschwerdeführe-
rin zur stationären Behandlung in den psychiatrischen Diensten 
H.________ auf. Im Austrittsbericht vom 16. März 2017 (AB 51) wurde als 
psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, aktuell 
schwere Episode (ICD-10 F33.2), genannt (AB 51 S. 2). Die Beschwerde-
führerin habe über multiple finanzielle und soziale Belastungen, insbeson-
dere über die sehr aufwändige Betreuung ihres Vaters berichtet. Aus die-
sem Grund sei ein Standortgespräch mit den Familienangehörigen (dem 
Partner und ihren drei Kindern) über die in Betracht kommenden Entlas-
tungmöglichkeiten geführt worden (AB 51 S. 3). Die Ärzte bescheinigten 
eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Februar bis 17. März 2017 (AB 
52 S. 5). 

3.1.5 Die MRI-Untersuchung der LWS vom 18. April 2017 (AB 55 S. 2) 
ergab eine Wurzelkompression S1 links rezessal auf Höhe LWK5/SWK1 im 
Rahmen einer chronischen, links paramedianen bis lateralen, diskret nach 
kaudal umgeschlagenen Bandscheibenprotrusion, eine Osteochondrose 
LWK3 bis SWK1 mit Anzeichen einer Aktivierung auf Höhe LWK5/SWK1 
links, eine intraspongiöse Bandscheibenprotrusion in der Deckplatte LWK5 
und eine Bandscheibendegeneration LWK3 bis SWK1. Die radiologische 
Untersuchung sei zur Standortbestimmung durchgeführt worden. 

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3.1.6 Dr. med. F.________ verwies im Bericht vom 3. Juli 2017 (AB 67 S. 
4 bis 7) auf die von den psychiatrischen Diensten H.________ gestellte 
Diagnose, wobei zur Zeit bloss eine leichte bis mittelgradige depressive 
Episode vorliege (AB 67 S. 5 Ziff. 3 und 5). Die Beschwerdeführerin fühle 
sich weiterhin krank und hadere mit ihrem Schicksal (keine glückliche 
Kindheit, keine Ausbildung, zwei Scheidungen, Pflege des an Demenz er-
krankten Vaters; AB 67 S. 4 Ziff. 1), welches bis anhin sicher nicht einfach 
gewesen sei. Derzeit kämpfe sie mit der Invalidenversicherung (AB 67 S. 5 
Ziff. 5). Das psychische Leiden lasse sich schlecht objektivieren (AB 67 S. 
6 Ziff. 7). Es sei davon auszugehen, dass psychosoziale Faktoren einen 
Einfluss auf das aktuelle Zustandsbild hätten (AB 67 S. 6 Ziff. 8). Die ge-
genwärtige Behandlung finde ein- bis zweimal monatlich statt (AB 67 S. 5 
Ziff. 6). Die Beschwerdeführerin könne die bisherige Tätigkeit als … mit 
einem Arbeitspensum von 10 % weiterhin ausüben, jedoch seien körperlich 
schwere Arbeiten kaum mehr möglich (AB 67 S. 6 Ziff. 10). 

3.1.7 Im Verlaufsbericht des Zentrums E.________ vom 17. Juli 2017 (AB 
66) wurde ein verschlechterter Gesundheitszustand bei unveränderter 
Diagnose festgehalten. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert (AB 
66 S. 2 Ziff. 1 f. und S. 3 Ziff. 11). 

3.1.8 Dr. med. F.________ gab im Verlaufsbericht vom 31. Juli 2017 (AB 
67 S. 2 f.) einen stationären Gesundheitszustand bei unveränderter Dia-
gnose an (AB 67 S. 2 Ziff. 1 f.). Körperlich leichteste Arbeiten seien der 
Beschwerdeführerin zu zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar (AB 67 S. 
3 Ziff. 14). 

3.1.9 Hierzu nahm der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin, am 28. September 2017 Stellung (AB 69) und 
führte aus, dass das MRI-Bild der LWS vom 18. April 2017 keine trauma-
tisch bedingte Veränderung der Wirbelkörper zeige resp. eine relevante 
Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes infolge eines 
Sturzes im Januar 2017 nicht ausgewiesen sei. Der radiologische Befund 
allein reiche nicht aus, um eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen; aus-
schlaggebend seien durch eine klinische Untersuchung zu objektivierende 
funktionelle Einschränkungen. Im Verlaufsbericht des Zentrums 
E.________ vom 17. Juli 2017 (AB 66) seien aber - verglichen mit dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 10

Zeitpunkt vor dem Sturzereignis - keine zusätzlichen Einschränkungen be-
schrieben worden. In psychiatrischer Hinsicht habe sich im Vergleich zur 
Begutachtung durch die MEDAS keine relevante Veränderung ergeben. 
Die von Dr. med. F.________ im Bericht vom 3. Juli 2017 festgehaltene 
Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode stimme mit 
derjenigen des psychiatrischen Gutachters der MEDAS überein (AB 69 S. 
3). 

3.1.10 Im Bericht vom 8. Februar 2018 (AB 83 S. 2 f.) hielt Dr. med. 
F.________ eine mittelgradige depressive Episode fest. Angesichts der 
Biografie der Beschwerdeführerin müsse davon ausgegangen werden, 
dass es sich um eine rezidivierende Erkrankung handle (ICD-10 F33.1). Zu 
erwähnen sei der sexuelle Missbrauch durch ihre Brüder, als die Be-
schwerdeführerin noch ein Kind gewesen sei. Diese Traumatisierung habe 
auch heute noch ihre Bedeutung. In der Zwischenzeit habe die Beschwer-
deführerin weitere Schicksalsschläge erlitten, welche aber von der Invali-
denversicherung nicht gewürdigt werden könnten. Je nach Vorliegen der 
äusseren Belastungsfaktoren gehe es der Beschwerdeführerin unterschied-
lich gut (AB 83 S. 2 Ziff. 1). Die bisherige Tätigkeit im … könne die Be-
schwerdeführerin kaum mehr ausüben. Sowohl das Tragen der … als auch 
das regelmässige Treppensteigen dürften ihr schwer fallen. In dieser Tätig-
keit liege somit keine Arbeitsfähigkeit mehr vor. Die Stelle beim … habe die 
Beschwerdeführerin mittlerweile verloren (AB 83 S. 2 f. Ziff. 2). Bezüglich 
einer angepassten Tätigkeit bestünden keine realistischen Chancen auf 
dem ersten Arbeitsmarkt; die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, 
eine vernünftige Arbeitsleistung zu erbringen (AB 83 S. 3 Ziff. 3). 

3.1.11 Stellung nehmend dazu führte der RAD-Arzt Dr. med. 
J.________ (im Medizinalberuferegister [vgl. www.medregom.admin.ch] 
ohne anerkannten Facharzttitel verzeichnet) am 16. März 2018 aus, dass 
sich die depressive Symptomatik reaktiv im Verlauf seit der Begutachtung 
im Jahr 2016 kurzzeitig verstärkt habe, jedoch seit dem Austritt aus den 
psychiatrischen Diensten H.________ im März 2017 eine leicht- bis mittel-
gradige depressive Episode und damit ein Status ante (wie bei der Begut-
achtung) vorlägen. Psychosoziale Faktoren spielten eine relevante Rolle 
bei der Aufrechterhaltung der depressiven Symptomatik. Die Therapie sei 

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nicht als lege artis zu bewerten. Durch therapieoptimierende Massnahmen 
könne mit einer wesentlichen Besserung der depressiven Symptomatik 
gerechnet werden (AB 87 S. 5). Unter Verweis auf das psychiatrische Teil-
gutachten der MEDAS sei das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung und -
akzentuierung auszuschliessen (AB 87 S. 6). Der RAD-Arzt kam zum 
Schluss, dass aus rein psychiatrischer Sicht weiterhin auf die bisherige 
Beurteilung des RAD abgestellt werden könne (AB 87 S. 6 Ziff. 2). 

Zum selben Schluss gelangte der RAD-Arzt Dr. med. I.________ am 
16. März 2018 hinsichtlich der somatischen Seite, wonach weiterhin auf die 
bisherige Beurteilung des RAD abgestellt werden könne und deshalb weite-
re medizinische Abklärungen nicht notwendig seien (AB 86 S. 3 Ziff. 1 f.). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 30. April 2018 (AB 91) massgeblich auf das polydisziplinäre Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 12

der MEDAS vom 11. November 2016 (AB 38.1), bestätigt durch die Berich-
te des RAD vom 28. September 2017 und 16. März 2018 (AB 69 und 86 f.), 
gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die darin ent-
haltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuch-
tend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und 
zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. Auch stehen die 
einzelnen Fachbeurteilungen in Übereinstimmung untereinander und flos-
sen in die interdisziplinäre Beurteilung ein, so dass - für den Zeitpunkt der 
Begutachtung - darauf abzustellen ist; dies wird im Übrigen von der Be-
schwerdeführerin auch nicht bestritten (vgl. Beschwerde). Demnach be-
steht sowohl in den bisherigen als auch in angepassten Tätigkeiten eine 
volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20 % (AB 38.1 
S. 18 Ziff. VI). Diese Einschätzung gilt, entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 3 f. Ziff. 2), auch für die Zeit nach 
der Begutachtung bis zum für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 30. April 2018 (AB 91; vgl. E. 3.4 f. 
hiernach).

3.4 Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf den Bericht der 
psychiatrischen Dienste H.________ vom 16. März 2017 (AB 51 S. 2) eine 
seit der Begutachtung eingetretene wesentliche Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustandes postuliert (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 
2), hat der RAD-Arzt Dr. med. J.________ im Bericht vom 16. März 2018 
(AB 87) schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass sich die 
gutachterlich diagnostizierte depressive Symptomatik reaktiv im Verlauf seit 
der Begutachtung durch die MEDAS im Jahr 2016 zwar kurzzeitig verstärkt 
hat, jedoch seit dem Austritt aus den psychiatrischen Diensten H.________ 
im März 2017 erneut - wie zum Zeitpunkt der Begutachtung - eine leicht- 
bis mittelgradige depressive Episode vorliegt. Diese Beurteilung findet in 
den Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.________ vom 
3. Juli 2017, 31. Juli 2017 und 8. Februar 2018 ihren Rückhalt, wonach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 13

wieder eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode besteht (AB 67 
S. 5 Ziff. 5, AB 67 S. 2 Ziff. 1 und AB 83 S. 2 Ziff. 1). Die von den psychia-
trischen Diensten H.________ diagnostizierte schwere depressive Episode 
hat demnach höchstens einige Monate gedauert, damit einhergehend war 
auch die von verschiedenen Ärzten für diesen Zeitraum attestierte volle 
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (vgl. AB 52 S. 2 bis 5). Des 
Weiteren geht aus der Beschreibung des psychischen Verlaufs der Be-
schwerdeführerin im Bericht der psychiatrischen Dienste H.________ deut-
lich hervor, dass das Beschwerdebild in nicht unerheblichem Masse von 
multiplen finanziellen und sozialen, mithin invaliditätsfremden psychosozia-
len (Faktoren) mitbestimmt wird (AB 51 S. 3). 

Auch aus den Berichten von Dr. med. F.________ vom 3. Juli 2017, 31. 
Juli 2017 und 8. Februar 2018 (AB 67 S. 4 bis 7, AB 67 S. 2 f. und AB 83 S. 
2 f.) lässt sich eine wesentliche Verschlechterung des psychischen Ge-
sundheitszustandes der Beschwerdeführerin für die Zeit nach dem Gutach-
ten vom 11. November 2016 nicht ableiten. Zunächst enthalten diese Be-
richte keine Befunde oder funktionellen Einschränkungen, welche nicht 
bereits im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS berücksichtigt 
worden wären. Des Weiteren ist nicht ersichtlich und wird von Dr. med. 
F.________ auch nicht begründet, inwiefern sich das von ihm stets gleich 
beschriebene Beschwerdebild in seiner Beschaffenheit oder seinem Aus-
mass substanziell verändert hätte. Im Gegenteil, gingen doch - wie der 
RAD-Arzt Dr. med. I.________ zutreffend ausgeführt hat (AB 69 S. 3) - 
sowohl der psychiatrische Gutachter der MEDAS als auch der behandelnde 
Psychiater von keinem schwerwiegenden psychischen Geschehen aus (AB 
38.1 S. 13 und AB 67 S. 5 Ziff. 5, AB 66 S. 2 Ziff. 1 und AB 83 S. 2 Ziff. 1). 
Im Einklang damit steht auch die geringe Behandlungsfrequenz von ein bis 
zwei Sitzungen im Monat (AB 67 S. 5 Ziff. 6), wobei im Juli 2017 offenbar 
gar kein Arztbesuch stattgefunden hat (vgl. AB 67 S. 3 Ziff. 10). Mit Blick 
darauf kann nicht von einem hohen Leidensdruck der Beschwerdeführerin 
gesprochen werden. Sodann stellten sowohl der psychiatrische Gutachter 
wie auch der behandelnde Psychiater erhebliche invaliditätsfremde 
psychosoziale Belastungsfaktoren fest (AB 38.1 S. 13 und AB 67 S. 6 
Ziff. 8). In diesem Zusammenhang wies Dr. med. F.________ darauf hin, 
dass sich das psychische Zustandsbild der Beschwerdeführerin je nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 14

Vorliegen der Belastungsfaktoren verändert (AB 83 S. 2 Ziff. 1). Dies deckt 
sich auch mit der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. J.________ im 
Bericht vom 16. März 2018 (AB 87), wonach der kurzfristige Anstieg der 
Schwere der depressiven Störung als reaktives Geschehen auf die 
psychosozialen Belastungsfaktoren zu sehen sei (AB 87 S. 5). Was 
schliesslich die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des behandelnden Psychia-
ters angeht (AB 83 S. 3 Ziff. 3), gilt es auch der Erfahrungstatsache Rech-
nung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 
S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden 
Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht 
für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrau-
ensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst be-
dingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute: BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass nicht mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass es in der Zeit nach der Begut-
achtung durch die MEDAS (AB 38.1) bis zum Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 30. April 2018 (AB 91) zu einer relevanten Veränderung 
resp. Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes gekommen ist. 
Gestützt auf die Beurteilungen der RAD-Ärzte Dr. med. I.________ vom 
28. September 2017 und Dr. med. J.________ vom 16. März 2018 (AB 69 
S. 3 und AB 87 S. 6 Ziff. 2) kann weiterhin auf die gutachterliche 
psychiatrische Einschätzung der MEDAS mit der ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellten Diagnose einer mittelgradigen depressiven 
Störung abgestellt werden. Damit erübrigen sich diesbezüglich weitere me-
dizinische Abklärungen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 
1d S. 162). 

3.5 Anhaltspunkte für eine nach der Begutachtung im hier zu 
überprüfenden Zeitraum (bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 30. April 2018; AB 91) eingetretene wesentliche Veränderung bzw. 
Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes können sodann 
weder dem MRI-Bericht betreffend die LWS vom 18. April 2017 (AB 55 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 15

S. 2) noch dem Verlaufsbericht des Zentrums E.________ vom 17. Juli 
2017 (AB 66) entnommen werden. Der RAD-Arzt Dr. med. I.________ hat 
im Bericht vom 28. September 2017 (AB 69) ausführlich und 
nachvollziehbar dargelegt, dass das besagte MRI-Bild vom 18. April 2017 
keine traumatisch bedingte Veränderung der Wirbelkörper zeige resp. eine 
relevante Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes infol-
ge eines Sturzes im Januar 2017 nicht ausgewiesen sei. Weiter hat er ein-
leuchtend und schlüssig begründet, dass der radiologische Befund allein 
keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge (AB 69 S. 3) und im Ver-
laufsbericht des Zentrums E.________ vom 17. Juli 2017 (AB 66) - vergli-
chen mit dem Zeitpunkt vor dem Sturzereignis - keine zusätzlichen funktio-
nellen Einschränkungen beschrieben worden seien. Hierfür sprechen auch 
die Umstände, dass im betreffenden Verlaufsbericht des Zentrums 
E.________ eine Begründung für die angegebene Gesundheitsverschlech-
terung gänzlich fehlt und eine Arbeitsunfähigkeit nicht attestiert wurde (AB 
66 S. 3 Ziff. 11). 

Anhaltspunkte, dass weitere abklärungsbedürftige bzw. somatische Befun-
de mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen, sind weder ersicht-
lich noch werden solche von der Beschwerdeführerin geltend gemacht. 
Damit erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162) die beantragten weiteren Abklärungen (vgl. Beschwerde, 
S. 4).

4.

4.1 Es steht zu Recht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin als 
Teilzeiterwerbstätige (Erwerbsbereich: 60 %; Haushaltbereich: 40 %) zu 
qualifizieren ist (vgl. AB 90 S. 4 Ziff. 3.3) und damit die gemischte Invali-
ditätsbemessungsmethode zur Anwendung gelangt (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Aufgrund der Akten (vgl. AB 9 S. 1, AB 12 S. 3, AB 14 S. 3 Ziff. 2.9 und AB 
90 S. 4 Ziff. 3.2) besteht kein Anlass zu einer abweichenden Einschätzung. 
Dies wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (vgl. 
Beschwerde).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 16

4.2 Zu prüfen ist die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haus-
halt.

4.2.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

Den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kommt kein genereller 
Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im Haus-
halt zu. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommensver-
gleichs nach Art. 16 ATSG kann beim Betätigungsvergleich nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität ab-
gestellt werden. Massgebend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Auf-
gabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Ver-
hältnisse im Einzelfall festzustellen ist. Die von der Invalidenversicherung 
eingeholten Abklärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im 
Regelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung dar. Nach 
der Rechtsprechung bedarf es des Beizuges eines Arztes, der sich zu den 
einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der 
Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei 
unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu 
den ärztlichen Befunden stehen (SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 17

4.2.2 Der auf der Erhebung vor Ort (17. Januar 2017) basierende Ab-
klärungsbericht vom 20. März 2018 (AB 90) überzeugt und erfüllt die Krite-
rien der Beweistauglichkeit (vgl. E. 4.2.1 hiervor) vollumfänglich. Er enthält 
eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt 
anfallenden Tätigkeiten. Weiter hält er in angemessener Ausführlichkeit die 
Aussagen der Beschwerdeführerin zu den einzelnen Haushaltstätigkeiten, 
mit Einschluss der behinderungsbedingten Einschränkungen, fest; hierbei 
berücksichtigt er die massgeblichen Diagnosen und die sich daraus erge-
benden Beeinträchtigungen sowie die seit Herbst 2017 bestehende 
veränderte Lebenssituation der Beschwerdeführerin (Trennung von ihrem 
Lebenspartner; AB 90 S. 3 Ziff. 2) und die seit Jahren - aus invaliditäts-
fremden Gründen - erbrachte Mithilfe der nicht im selben Haushalt woh-
nenden erwachsenen Kinder (AB 76 S. 3 und AB 90 S. 9 f.). Damit stellt 
der Abklärungsbericht vom 20. März 2018 (AB 90) eine zuverlässige 
Grundlage zur Beurteilung der Beeinträchtigung in den einzelnen Aufga-
benbereichen im Haushalt dar. Gestützt darauf liegt im Aufgabenbereich 
als Hausfrau eine Invalidität von 6.3 % bzw. gewichtet (Anteil der Haus-
haltstätigkeit von 40 %; vgl. E. 4.1 hiervor) von 2.52 % vor (AB 90 S. 11 f.).

4.2.3 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag daran aus 
folgenden Gründen nichts zu ändern: 

Zunächst stehen im hier zu beurteilenden Fall die Ergebnisse der Ab-
klärung vor Ort nicht im Widerspruch zu den gutachtlichen und RAD-
ärztlichen Einschätzungen bzw. zu den aus den medizinischen Diagnosen 
sich ergebenden Beeinträchtigungen; die von den Ärzten attestierte volle 
Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 20 % (AB 38.1 S. 18 Ziff. 
VI), bedingt durch einen vermehrten Pausenbedarf (zur 
Sicherstellung/Ermöglichung der Ausführung von Lockerungs-, Dehnungs- 
und Gymnastikübungen) und/oder ein verlangsamtes Arbeitstempo (als 
Folge der Einhaltung ergonomischer Empfehlungen; AB 38.3 S. 10 f.), wur-
de bei der Abklärung der im Haushalt anfallenden körperlich schweren 
Tätigkeiten bzw. bei der Gartenarbeit angemessen berücksichtigt (AB 90 
S. 10). 

Sodann gilt es in diesem Zusammenhang zu beachten, dass bei der Bewäl-
tigung des eigenen Haushalts in der Regel mehr Spielraum und Flexibilität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 18

für die Einteilung sowie die Ausführung der Arbeit besteht als im Rahmen 
eines Anstellungsverhältnisses. Mit häuslichen Aufgaben betraute Ver-
sicherte haben denn auch Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die 
Auswirkungen der Behinderung reduzieren und ihnen eine möglichst 
vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsverrichtungen er-
möglichen. Vermag die versicherte Person wegen ihrer Beeinträchtigung 
gewisse Tätigkeiten lediglich noch mühsam und mit viel höherem Zeitauf-
wand zu meistern, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend 
gliedern, wobei sie die durch den gesundheitsbedingten Wegfall der er-
werblichen Beschäftigung gewonnene Zeit auf die Aufgaben im Haushalt 
zu verwenden hat (Entscheid BGer vom 12. Juli 2018, 9C_671/2017, E. 
4.4.4). Vorliegend steht der Beschwerdeführerin wegen der mittlerweile 
intensivierten Spitex-Betreuung des pflegebedürftigen Vaters (vgl. Be-
schwerde, S. 5) mehr Zeit für den Haushalt zur Verfügung; damit bleibt 
genügend Zeit für eine schadenmindernde Einteilung, Planung sowie lei-
densangepasste (hier vor allem rückenschonende) Erledigungsweise der 
einzelnen Verrichtungen (vgl. AB 76 S. 3). 

Was die seit Herbst 2017 veränderte Lebenssituation der 
Beschwerdeführerin (Trennung von ihrem Lebenspartner; AB 90 S. 3 Ziff. 
2) resp. die von der Abklärungsperson angerechnete Mithilfe des 
Lebenspartners bei verschiedenen Hausarbeiten (alltägliche 
Reinigungsarbeiten in der Küche, Staubsaugen, Wechseln der Bettwäsche 
und Bodenpflege; AB 90 S. 8 f. Ziff. 7) angeht, so übersieht die 
Beschwerdeführerin bei ihrer sinngemässen Argumentation, mit dem 
Auszug des Lebenspartners aus dem gemeinsamen Haushalt habe sich 
die Einschränkung zufolge des Wegfalls der Schadenminderungspflicht des 
Lebenspartners vergrössert (vgl. Beschwerde, S. 5), dass der Auszug des 
Lebenspartners aus dem gemeinsamen Haushalt auch dazu geführt hat, 
dass nur noch die in einem Einpersonenhaushalt anfallenden Arbeiten 
verrichtet werden müssen, was einen spürbaren Minderaufwand nach sich 
zieht. Mit Blick darauf und auf die medizinisch zumutbare Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin 
somit zu Recht davon ausgegangen, dass hinsichtlich der Einschränkung 
im Haushalt keine entscheidend ins Gewicht fallende Veränderung 
stattgefunden hat (vgl. AB 89 S. 2). Hinzu kommt, dass eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 19

krankheitsbedingte Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von 
mindestens 70 % (ungewichtet) vorliegen müsste, damit eine 
rentenbegründende Invalidität gegeben wäre (vgl. E. 5.4 hiernach). Eine 
solche ist nach Lage der Akten nicht ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund 
erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162) weitere Erhebungen vor Ort.

5.

5.1 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im 
Erwerbsbereich verhält. Ausgehend von der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
von 100 % mit einer Leistungsminderung von 20 % sowohl in den 
bisherigen als auch in angepassten Tätigkeiten (vgl. E. 3.3 ff. hiervor) ist 
der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen. 

Es ist darauf hinzuweisen, dass auf den 1. Januar 2018 Art. 27bis IVV um 
die Absätze 2 bis 4 ergänzt wurde (vgl. AS 2017 7581 f.) und damit die 
gemischte Methode anders als bisher gehandhabt wird. Das neue 
Berechnungsmodell bringt insoweit eine Änderung mit sich, als das Teilzeit-
Valideneinkommen nunmehr auf eine (hypothetische) Vollerwerbstätigkeit 
hochgerechnet und der IV-Grad erst dann gewichtet wird (vgl. Art. 27bis 
Abs. 2 ff. IVV). Nach der Rechtsprechung kann die Invaliditätsbemessung 
nach dem neuen Berechnungsmodell im Hinblick auf eine einheitliche und 
rechtsgleiche Behandlung der Versicherten erst ab dem Zeitpunkt des 
Inkrafttretens dieser Bestimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (Entscheid 
des BGer vom 8. August 2018, 8C_145/2018, E. 6.2). 

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 20

Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall 
gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung vom 16. November 2015 (AB 1) und in Anwendung von Art. 29 
Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach Ablauf von 
sechs Monaten nach der Geltendmachung) der 1. Mai 2016. Der Einkom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 21

mensvergleich ist auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen (BGE 143 V 295 
E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). 

5.3 Da die Beschwerdeführerin keine berufliche Ausbildung abge-
schlossen (AB 1 S. 5 Ziff. 5.2 f.) und häufig wechselnde, verschiedene 
Tätigkeiten ohne Berufskenntnisse (AB 10 S. 2), zuletzt Tätigkeiten als … 
bei der G.________ und als … ausgeübt hat (AB 10 S. 2 und AB 14 S. 2 f. 
Ziff. 1 und 2.7), ist beim Valideneinkommen vom Tabellenlohn bzw. vom 
durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn für Frauen bei einfachen Tätig-
keiten körperlicher oder handwerklicher Art (Tabelle TA1 der LSE 2016, 
Kompetenzniveau 1, Total) auszugehen; damit wird ein breites Spektrum 
möglicher Stellen im Gesundheitsfall abgebildet. 

Das Invalideneinkommen ist mit Blick auf das ärztlich attestierte Zumutbar-
keitsprofil (vgl. E. 3.3 ff. hiervor) und den Umstand, dass die Beschwerde-
führerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen hat, 
aufgrund desselben Tabellenlohns zu ermitteln.

Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung; diesfalls ent-
spricht der IV-Grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichti-
gung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 30. Juli 
2012, 8C_365/2012, E. 7 mit Hinweis). 

Da die invaliditätsbedingten Einschränkungen bereits mit der um 20 % 
reduzierten Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.3 ff. hiervor) berücksichtigt wurden 
und keine weiteren Gründe, die zu einer Einkommenseinbusse führen 
könnten, ersichtlich sind (vgl. E. 5.1.2 hiervor), rechtfertigt sich vorliegend 
kein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn. Ein Abzug rechtfertigt sich 
zudem bereits deshalb nicht, weil hier sowohl Validen- als auch Invaliden-
einkommen aufgrund der LSE festzusetzen sind und invaliditätsfremde 
Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäfti-
gungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5).

Demnach könnte die Beschwerdeführerin bei einer zumutbaren Arbeits-
fähigkeit von 100 % und einer Leistungsminderung von 20 % noch 80 % 
des hypothetischen Valideneinkommens (bzw. des LSE-Tabellenlohnes) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 22

erzielen, womit ein IV-Grad im erwerblichen Bereich von 20 % resultiert. 
Bei einem Erwerbsanteil von 60 % im Validitätsfall (vgl. E. 4.1 hiervor) er-
gibt dies einen gewichteten IV-Grad von 12 %.

5.4 Bei einer gewichteten Einschränkung von 12 % im Erwerbsbereich 
und einer solchen von 2.52 % im Haushaltsbereich (vgl. E. 4.2.2 f. hiervor) 
resultiert ein IV-Grad von insgesamt gerundet 15 % (zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit besteht kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente.

5.5 Auch mit Blick auf Art. 27bis Abs. 3 IVV (vgl. E. 5.1 hiervor) ändert 
sich nichts am Ergebnis, da auch bei einer Hochrechnung des hypotheti-
schen Valideneinkommens auf 100 % die Leistungsminderung und damit 
der IV-Grad im erwerblichen Bereich ebenfalls 20 % beträgt. 

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 30. April 2018 
(AB 91) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 23

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art.  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Nov. 2018, IV/18/399, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.