# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed8d5f02-cf2f-5a6e-a977-7a9e7246632a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.09.2018 LF180040
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF180040_2018-09-05.pdf

## Full Text

Art. 91 Abs. 2 ZPO, Streitwert der Ausschlagung einer Erbschaft. Die Aus-
schlagung einer Erbschaft ist eine vermögensrechtliche Angelegenheit, und in 
aller Regel geht es dabei um eine mögliche / befürchtete Haftung für mindestens 
Fr. 10'000 (Art. 308 Abs. 2 ZPO), aber auch für mindestens Fr. 30'000.-- (Art. 74 
Abs. 1 BGG) - und das ist der massgebliche Streitwert. 
 
 (aus den Erwägungen des Obergerichts:) 
 

 (II) 1.  Für die Entgegennahme von Ausschlagungserklärungen ist das 

Einzelgericht zuständig (vgl. § 137 lit. d GOG/ZH). Die Protokollierung der Aus-

schlagungserklärung ist ein Akt der freiwilligen Gerichtsbarkeit (vgl. OGer ZH 

LF110108 vom 27. Oktober 2011, E. III./1a; BGE 114 II 220 ff., E. 1). Es ist das 

summarische Verfahren als kantonales Recht anwendbar (vgl. § 137 lit. d i.V.m. 

§ 142a GOG/ZH i.V.m. Art. 248 ff. ZPO; BGE 139 III 225 ff., E. 2.2). Erbrechtliche 

Angelegenheiten sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich 

vermögensrechtliche Streitigkeiten (vgl. BGE 135 III 578 ff., E. 6; BGer 

5A_395/2010 vom 22. Oktober 2010, E. 1.2.2). So auch die Ausschlagung, da 

auch dort finanzielle Interessen im Vordergrund stehen bzw. damit überwiegend 

ein wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird (vgl. BGE 118 II 528 ff., E. 2c), etwa die 

Verhinderung der gesetzlichen Haftung für allfällige Schulden des Erblassers. 

Daher ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrecht erhal-

tenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO).  

 Auf die tatsächliche Höhe der Schulden kommt es freilich nicht an. Wenn ein 

Erbe die Erbschaft ausschlägt, weil er nicht für Schulden haften will, mag er ein-

zelne solcher Schulden kennen, es liegt aber in der Natur der Sache, dass er die 

genaue Situation des Erblassers nicht kennt. Millionenschulden kann ein Privater 

in der Regel zwar nicht anhäufen. Es ist aber nicht ungewöhnlich, oder es ist so-

gar der Normalfall, dass eine überschuldete Person Verbindlichkeiten von mehr 

als Fr. 10'000.-- und auch von mehr als Fr. 30'000.-- hat, oder dass das jedenfalls 

ernsthaft zu befürchten ist. In aller Regel ist daher das kantonale Rechtsmittel im 

Streit über das Protokollieren einer Ausschlagung die Berufung, und auch für den 

Weiterzug ans Bundesgericht darf von einem Streitwert von über Fr. 30'000.-- 

ausgegangen werden.  

 

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Obergericht, II. Zivilkammer 
Urteil vom 5. September 2018 
Geschäfts-Nr.: LF180040-O/U