# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cbfd6dd-7d2d-5432-9950-3b824854dbab
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.08.2010 D-6923/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6923-2008_2010-08-05.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6923/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...), Sri Lanka,
alle vertreten durch Berner Rechtsberatungsstelle für 
Menschen in Not,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6923/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  aus  Z._______  mit  letztem  Wohnsitz  in 
Y._______, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 
23. November 2007  und  gelangte  über  Singapur  und  Italien  am 
25. November 2007 in die Schweiz, wo er am Tag darauf ein Asylge-
such stellte. Am 30. November 2007 wurde er durch das BFM im Em-
pfangs-  und  Verfahrenszentrum  X._______  summarisch  befragt  und 
am 16. Januar 2008 einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen gel -
tend, er habe vom 11. Oktober 1989 bis zum 14. September 2005 als 
Polizeibeamter in der (...)abteilung gearbeitet. Am 29. Juli 2001 seien 
im Haus seiner Schwiegereltern bei einer Bombenexplosion zwei Per-
sonen,  welche  bei  seinen  Schwiegereltern  gewohnt  und  gearbeitet 
hätten, gestorben. Er, seine Frau, seine Schwiegermutter und später 
auch sein Schwager seien festgenommen worden, weil die Polizei den 
Verdacht gehabt habe, dass diese beiden Personen mit der LTTE zu 
tun gehabt hätten, und die Bombe, welche aus Versehen bei ihnen zu 
Hause explodiert  sei, eigentlich an einem anderen Ort hätten einset-
zen wollen. Seine Schwiegermutter und seine Frau habe man wieder 
gehen lassen. Fünfzehn Tage später sei seine Schwiegermutter, wel-
che bei der Explosion verletzt worden sei,  gestorben. Zu dieser Zeit  
sei auch er nach fünfzehntägiger Haft wieder freigelassen worden, ha-
be aber nicht mehr nach Hause gedurft, sondern auf dem Posten blei -
ben müssen. Sein Schwager habe die Schuld für den Fall auf sich ge-
nommen,  weshalb  dieser  weiter  in  Haft  geblieben  sei.  Er  (der  Be-
schwerdeführer)  habe seine Frau und seine Kinder zu seiner Mutter 
nach Z._______ gebracht, und sei selber in Y._______ geblieben und 
habe weiter  gearbeitet. Nach dem Tsunami  habe er  seine Frau und 
seine Kinder wieder nach Y._______ geholt. Im Juli 2005 seien in der 
Nähe ihres Hauses Claymore-Minen gefunden worden. Er sei festge-
nommen und befragt worden, weil es die gleiche Art von Bombe wie 
im Jahr 2001 gewesen sei und er an diesem Tag nicht bei der Arbeit  
erschienen sei. Während der folgenden Zeit sei er von der Polizei ver-
dächtigt worden, die LTTE zu unterstützen, und die LTTE ihrerseits ha-
be von ihm verlangt,  ihnen zu helfen, und habe ihn verdächtigt,  ihre 
Leute an die Behörden zu verraten. Dann hätten sie versucht, seinen 
Sohn mitzunehmen. Nachdem er am 14. September 2005 um elf Uhr 
abends von der Arbeit zurückgekehrt sei, habe man ihn von draussen 

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auf singhalesisch gerufen. Er sei aus Angst nicht rausgegangen, aber 
seine Frau. Als er gehört habe, wie sie seine Frau geschlagen hätten, 
sei er auch hinausgegangen. Die drei Personen hätten ihn dann gefes-
selt und mitgenommen. Zuerst sei er zu der SIU gebracht worden, wo 
man ihn während sieben bis  acht  Monaten festgehalten und schwer 
misshandelt habe. Man habe ihm vorgeworfen, der LTTE zu helfen. Da-
nach hätten sie ihn ins Armeelager W._______ und nach sieben Mo-
naten  schliesslich  wieder  zur  SIU  nach  Y._______  gebracht,  wo  er 
wieder  gefoltert  worden  sei.  Ein  ehemaliger  Kollege  von  ihm sei  im 
Oktober 2007 erschossen worden und er habe gewusst, dass sie auch 
ihn  erschiessen würden. Am 15. Oktober 2007 habe ihn ein  Freund, 
mit dem er früher gearbeitet habe, während einer Party, an der alle be-
trunken  gewesen  seien,  freigelassen.  Er  sei  daraufhin  zu  seinem 
Schwiegervater gegangen und später ausgereist.

B.
Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder hatten Sri Lanka gemäss ei-
genen Angaben bereits am 9. Oktober 2007 verlassen und waren über 
Katar und Italien am 11. Oktober 2007 in die Schweiz gelangt, wo sie 
gleichentags ein Asylgesuch eingereicht hatten. Am 22. Oktober 2007 
waren die Beschwerdeführerin und ihr Sohn durch das BFM im Em-
pfangs-  und  Verfahrenszentrum  X._______  summarisch  befragt  und 
am 12. August 2008  einlässlich  zu  ihren  Asylgründen  angehört  wor-
den.

Zur  Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
wie ihr Ehemann die Bombenexplosion im Jahre 2001 und die Verhaf-
tung ihres Ehemannes am 14. September 2005 geltend. Am nächsten 
Tag sei sie zur Polizeistation gegangen und habe mit dem Chef dort  
gesprochen. Er habe gesagt, er wisse, dass sie LTTE-Sympathisanten 
seien, und sie solle doch dort nach ihrem Mann fragen. In der Folge 
habe sie mehrmals auf dem Polizeiposten vorgesprochen und sei dort 
geschlagen und sexuell  belästigt  worden. Im November 2005 sei  sie 
auch zur LTTE gegangen, um ihren Mann zu suchen. Am gleichen Tag 
habe die Polizei sie bei sich zu Hause gesucht, und ihr Vater habe ih-
nen gesagt,  sie sei ihren Mann bei der LTTE suchen gegangen. Auf 
Aufforderung der Polizei vom 14. August 2007 hin sei  sie am 15. Au-
gust 2007 auf  den Posten gegangen. Man habe sie den ganzen Tag 
warten  lassen  und  dann  von  ihr  verlangt,  ein  Geständnis  zu  unter -
schreiben, dass ihr Mann mit der LTTE zu tun gehabt habe. Sie habe 
sich geweigert. Am Abend seien Polizisten oder Soldaten zu ihr nach 

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Hause gekommen, hätten sie und ihren Sohn geschlagen und wieder 
verlangt, dass sie das Geständnis unterschreibe. Sie hätten sie ausge-
zogen,  schikaniert,  versucht  sie zu  vergewaltigen und Petrol  auf  sie 
und ihre Kinder gegossen. Ihr Vater habe ihre Schreie gehört und sei 
mit  Dorfleuten  zu  ihrem  Haus  gekommen,  woraufhin  die  Polizisten 
oder Soldaten geflohen seien. Daraufhin habe sie sich mit ihren Kin-
dern zuerst beim Pfarrer versteckt und sei dann über Colombo ausge-
reist.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin eine Be-
stätigung des Bezirksvorstehers, dass ihr Haus am 29. Juli 2001 bom-
bardiert  worden sei,  ein  Formular  der  LTTE vom 4. November 2005, 
dass sie mit dem LTTE-Büro Kontakt aufnehmen solle und dass sie am 
5. November 2005  nach  Hause  zurückgekehrt  sei,  eine  Bestätigung 
des Dorfvorstehers, dass ihr Haus beim Tsunami zerstört worden sei, 
drei Fotos von ihr und ihrem Ehemann (teilweise in Uniform), zwei Be-
stätigungen, dass ihr Mann nicht mehr bei der Polizei arbeite, und eine 
Vorladung der Polizei vom 22. Oktober 2005 ein.

Der Sohn der Beschwerdeführenden machte im Wesentlichen diesel-
ben Probleme wie seine Eltern geltend. Zudem gab er an,  im Jahre 
2007 hätten Unbekannte zwei Mal versucht, ihn zu entführen.

C.
Mit  Verfügung vom 1. Oktober 2008 – eröffnet  am 2. Oktober 2008 – 
lehnte  das  BFM das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  ab  und 
ordnete deren Wegweisung an, nahm sie jedoch wegen Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzuges in der Schweiz vorläufig auf.

D.
Mit  Eingabe  vom 3. November 2008  (Poststempel)  erhoben  die  Be-
schwerdeführenden – handelnd durch ihren Rechtsvertreter  – gegen 
diesen Entscheid Beschwerde und beantragten die Aufhebung der Dis-
positivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung und die Asylgewäh-
rung sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. 
In formeller Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
und um eine Parteikostenentschädigung.

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E.
Mit Verfügung vom 10. November 2008 verzichtete die Instruktionsrich-
terin  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG gut.

F.
In seiner Vernehmlassung vom 13. November 2008 – welche den Be-
schwerdeführenden  am  14. November 2008  zur  Kenntnis  gebracht 
wurde – beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit Eingabe vom 14. Januar 2009 reichten die Beschwerdeführenden 
diverse Beweismittel nach. Dabei handle es sich um einen Zeitungsar-
tikel vom 19. Juli 2005 zur Verhaftung von sieben Personen nach der 
Entdeckung von Claymore Minen,  einen Zeitungsartikel  vom 9. Sep-
tember 2007  zur  Ermordung  eines  ehemaligen  Kollegen  des  Be-
schwerdeführers, ein Schreiben des „Y._______ Citizens' Committee“ 
vom 8. Dezember 2008 und Gerichtsakten betreffend das Zivilverfah-
ren nach der Explosion im Jahr 2001 gegen den Schwager des Be-
schwerdeführers.

H.
Mit Eingabe vom 24. Februar 2009 reichten die Beschwerdeführenden 
ein  Arztzeugnis  betreffend  die  Beschwerdeführerin  ein  und  führten 
aus, bei ihren gesundheitlichen Beschwerden (kleine Zyste auf Stimm-
bändern nach einer Verletzung, wie sie bei starkem Druck von aussen 
mit gleichzeitigem Schreien entstehen kann) dürfte es sich um eine di-
rekte Folge der Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte im August 
2007 handeln.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-

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gericht  ist  daher  zuständig für  die  Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asyls  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführenden  sind  durch 
die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; 
sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Der mit der Beschwerde gestellte Antrag auf Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz wurde in der Folge in keiner Weise begründet. Aus 
den Akten ergeben sich denn auch keine Hinweise, dass der rechtser-
hebliche  Sachverhalt  nicht  genügend  erstellt  wurde.  Der  Antrag  auf 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz wird demnach abgewiesen.

4.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG).

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5.
5.1 Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides führte das BFM 
im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden seien 
nicht  glaubhaft.  Der  Beschwerdeführer  habe  sich  widersprochen,  in-
dem er bei der Erstbefragung ausgesagt habe, er sei im Jahr 2001 al -
lein verhaftet worden, bei der Anhörung aber angegeben habe, auch 
seine Frau und seine Schwiegermutter seien verhaftet worden. Zudem 
habe er seine letzte Mitnahme bei der Erstbefragung auf den 14.  Sep-
tember 2007 und bei der Anhörung auf das Jahr 2005 datiert.  Ferner 
hätten sich die Beschwerdeführerin und ihr Sohn im Laufe des Verfah-
rens widersprochen. Während die Beschwerdeführerin explizit zu Pro-
tokoll gegeben habe, nur sie sei mit Petrol übergossen worden, habe 
ihr Sohn ausgesagt, auch er sei mit Petrol übergossen worden. Weiter  
wolle  der  Sohn bereits  seit  dem 15. August 2007 in  Colombo gelebt 
habe, während die Beschwerdeführerin vorher noch fünf Tage in einer 
Kirche gewesen sein wolle. Zudem hätten sie sich bezüglich der Um-
stände der Reise nach Colombo, der Dauer des dortigen Aufenthaltes, 
sowie der Dauer der polizeilichen Intervention im August 2007 wider-
sprochen.

Weiter lasse sich die geltend gemachte Haftzeit des Beschwerdefüh-
rers (14. September 2005 bis 15. Oktober 2007, somit zirka 25 Mona-
te) nicht logisch mit seinen anderen Aussagen vereinbaren, wonach er 
zirka sieben Monate im Armeelager W._______ und sieben Monate bei 
der SIU in Y._______ zugebracht  habe, da in  seinen Angaben noch 
zirka  elf  Monate  fehlten.  Auch  vermöge  nicht  zu  überzeugen,  dass 
während seiner Haft kein offizielles Gerichtsverfahren gegen den Be-
schwerdeführer eingeleitet worden sei, da die srilankischen Behörden 
bei  tatsächlichem Verdacht auf  LTTE-Unterstützung sehr rigoros vor-
gingen. Darüber hinaus sei  bei  der geschilderten Art  und Weise der 
Flucht nicht nachvollziehbar, wieso er nicht bereits früher habe entwei-
chen können. Auch entspreche die Ausreise über den Flughafen Co-
lombo nicht dem von einer aus einer Haftanstalt entwichenen Person 
benutzten  Fluchtweg,  und  es  sei  davon  auszugehen,  dass  er  dabei 
verhaftet worden wäre. 

Sodann äussere sich der Beschwerdeführer auf Nachfrage bei der An-
hörung nur allgemein über die erlittenen Misshandlungen im Armeela-
ger  W._______  und  beschreibe  auch  das  Lager  nur  oberflächlich. 
Nach mehrmonatiger Haft wären detaillierte Schilderungen und Real-
kennzeichen zu erwarten gewesen. Auch die Beschwerdeführerin kön-

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ne in Bezug auf die zahlreichen Kontaktaufnahmen mit der Polizei we-
der den Namen des diensthabenden Offiziers mit Sicherheit und voll-
ständig nennen noch angeben, wie oft  und in welcher Häufigkeit die 
Besuche  stattgefunden  hätten.  Zur  Frage,  was  man  von  ihr  gewollt 
habe, und zum Inhalt der Vorladungen habe sie nicht klar und detail-
liert Auskunft geben können. Die Vorfälle auf dem Posten schildere sie 
wenig lebensnah und teilnahmslos. Auch die Kontaktaufnahme mit der 
LTTE beschreibe sie nur allgemein. Den Vorfall  vom 14. August 2007 
bei sich zu Hause gebe sie nur dürftig wieder, und zur versuchten Ver-
gewaltigung äussere sie sich wenig erlebnisreich und personenbezo-
gen. Dasselbe treffe auf die Vorfälle vom 15. August 2007 zu. Auch die 
Vorbringen des Sohnes der Beschwerdeführenden betreffend die ver-
suchten Entführungen im Sommer 2007 seien wenig detailliert gewe-
sen. So habe er angegeben, während dieser Zeit anonyme Drohanrufe 
erhalten zu haben,  sei  indessen ausserstande gewesen,  den Inhalt, 
die Anrufer sowie die Reaktion seiner Mutter lebensnah, detailliert und 
überzeugend wiederzugeben. Bezüglich der Entführung mit dem weis-
sen Van wisse er nicht, an welchem Datum sich der Vorfall ereignet ha-
be, um was für Personen und um wie viele Entführer es sich gehandelt 
habe. Auch die versuchte Entführung durch die Motorradfahrer schilde-
re er pauschal.

Die  eingereichten Beweismittel  stellten  keinen  tauglichen Beweis  für 
die behauptete Mitnahme des Beschwerdeführers dar. Aus der in Ko-
pie  vorliegenden  Bestätigung  des  Bezirksvorstehers  zur  Bombardie-
rung ihres Hauses im Jahr 2001 lasse sich kein Hinweis darauf ent-
nehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  dieser  Gelegenheit  wegen 
LTTE-Verdachts  festgenommen  worden  sei.  Auch  das  Formular  der 
LTTE vom 4. November 2005 liege bloss in Kopie vor und widerspre-
che  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin,  wonach  sie  sich  ohne 
Aufgebot bei diesen gemeldet haben wolle. Die Bestätigung des Dorf-
vorstehers über das beim Tsunami zerstörte Haus, die Fotos und die 
Bestätigungen bezüglich des Dienstverhältnisses des Beschwerdefüh-
rers liessen ebenfalls keine Schlüsse auf eine asylrelevante Verfolgung 
zu. Schliesslich seien die zahlreichen geltend gemachten Kontakte der 
Beschwerdeführerin mit der Polizei bereits für unglaubhaft qualifiziert  
worden. Daran vermöge auch die polizeiliche Vorladung vom 22. Okto-
ber 2005,  bei  der  es sich zudem um ein handschriftlich ausgefülltes 
Blankoformular handle, nichts zu ändern.

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5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe hielten die Beschwerdeführenden den 
Erwägungen des BFM entgegen, die Angaben des Beschwerdeführers 
zur Verhaftung im Jahre 2001 widersprächen sich nicht, vielmehr habe 
er während der Erstbefragung nur von sich erzählt und an der Anhö-
rung präzisiert, dass die Familienangehörigen ebenfalls kurz verhaftet 
worden seien. Bezüglich der  letzten Mitnahme gehe zudem aus den 
Akten deutlich  hervor,  dass  er  immer vom September  2005 gespro-
chen habe. Bei der vom BFM erwähnten anderslautenden Datumsan-
gabe müsse es sich um einen Fehler handeln. Die gesamte Dauer der 
Inhaftierung habe er verschiedentlich angegeben, indem er den Okto-
ber 2007 wiederholt als Fluchtzeitpunkt angegeben habe und von über 
zwei Jahren ohne richtigen Schlaf und ohne seine Familie gesprochen 
habe. Seine Angaben über die Dauer des ersten Aufenthaltes im SIU-
Bunker in Y._______ und des Aufenthaltes im Armeelager W._______ 
könnten  nicht  als  unlogisch  betrachtet  werden,  nur  weil  damit  noch 
nicht die gesamten knapp 25 Monate abgedeckt seien. Der zweite Auf-
enthalt im SIU-Bunker habe ja noch gefolgt, und nach dessen Dauer 
sei er nicht gefragt worden. Zudem sei es für Gefangene bekanntlich 
schwierig, genaue zeitliche Angaben zu machen, zumal er angegeben 
habe, während der Inhaftierung ein Blackout gehabt zu haben. Er sei 
psychisch stark angeschlagen gewesen und habe nicht mehr gewusst, 
was mit ihm geschehe. Aus den Befragungsprotokollen gehe deutlich 
hervor, in welch schlechtem Gesundheitszustand er sich nach seiner 
Flucht befunden habe. Seine damaligen Schilderungen könnten nicht 
als generell und oberflächlich bezeichnet werden. Die befragende Per-
son habe es offenbar nicht als angebracht erachtet, nach weiteren De-
tails zu fragen. In der Schweiz befinde er sich nun in ständiger ärzt li-
cher  Behandlung. Entgegen der  Behauptung der  Vorinstanz erschie-
nen seine über zweijährige Haft und die Misshandlungen ohne die Er-
öffnung  eines  offiziellen  Verfahrens  angesichts  der  Umstände  in  Sri 
Lanka  durchaus  plausibel.  Gemäss  einem  Bericht  der  Schweizeri-
schen Flüchtlingshilfe (SFH) vom Dezember 2007 könnten Verdächtige 
angeklagt und unbegrenzt festgehalten werden. Bis eine Verurteilung 
erfolge, könne es mehrere Jahre dauern. Verurteilungen erfolgten auf-
grund von Geständnissen. Er habe aber trotz Folter kein falsches Ge-
ständnis abgelegt, das eine Anklage ermöglicht hätte. Weiter gehe aus 
den im Bericht geforderten Besuchsmöglichkeiten für das IKRK an den 
Haftorten hervor, dass seine Inhaftierung in verborgenen Räumen, die 
für das IKRK nicht zugänglich seien, als realistisch bezeichnet werden 
müsse. 

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6.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die zum 
Entschluss der Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben, gesamt-
haft als glaubhaft gemacht zu erachten sind.

6.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 
muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs. 3 
AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswech-
selt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-
zustellen (vgl. die weiterhin gültige Rechtsprechung der ARK in Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f. mit weiteren Hinweisen).

6.2 Diesen  herabgesetzten  Beweismassanforderungen  hat  die  Vor-
instanz vorliegend nicht genügend Rechnung getragen. Ihre Erkennt-
nis, wonach die Gesuchsgründe der Beschwerdeführenden in den we-
sentlichen Punkten unglaubhaft  seien, gründen auf einer zu restrikti-
ven Handhabung der Beweisregel von Art. 7 AsylG.

6.3 Zunächst ist auf die Vorfälle im Jahre 2001 einzugehen. Das BFM 
meinte einen Widerspruch darin zu erkennen, dass der Beschwerde-

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führer bei der ersten Befragung nur seine eigene Verhaftung und die 
seines Schwagers erwähnte, während er erst später auf die gleichzeiti-
ge  Mitnahme seiner  Frau und seiner  Schwiegermutter  hinwies. Dies 
lässt  sich  allerdings zunächst  mit  dem summarischen Charakter  der 
Erstbefragung erklären. Vor allem aber ist zu beachten, dass es sich 
bei ihm selbst und beim Schwager tatsächlich um die Verhaftung von 
Verdächtigen handelte, während die Ehefrau und die Schwiegermutter 
offensichtlich eher zur Befragung mitgenommen und bald wieder ent-
lassen worden waren. Aufgrund dieser Umstände, ist die unterschiedli-
che Gewichtung der Festnahmen nachvollziehbar und muss vielmehr 
als  Realkennzeichen  in  dem  Sinne  gedeutet  werden,  dass  der  Be-
schwerdeführer die zunächst  rudimentäre Geschichte der  Verhaftung 
später kohärent und in Übereinstimmung mit den Aussagen der Ehe-
frau verfeinern konnte. In diesem Sinne führte auch die Beschwerde-
führerin selber bei der Erstbefragung lediglich aus, auch sie sei mitge-
nommen worden, ohne dabei ihre Mutter zu erwähnen (A2 S. 6), und 
bei der Anhörung erwähnte sie nicht einmal mehr ihre eigene Verhaf-
tung (A11 S.5). Nicht ganz in Übereinstimmung gebracht werden kön-
nen die Aussagen der Beschwerdeführenden einzig insofern, dass der 
Beschwerdeführer  aussagte,  beide  bei  der  Explosion  gestorbenen 
Männer hätten bei seinen Schwiegereltern gewohnt (A7 S. 15), wäh-
rend die Beschwerdeführerin angab, lediglich einer habe bei ihnen ge-
wohnt,  der andere müsse ein Freund von diesem gewesen sein (A2 
S.6). Dabei handelt  es sich aber nicht um wesentliche Sachverhalts-
elemente,  bei  denen  es  leicht  zu  Ungenauigkeiten  zwischen  zwei 
Sachverhaltsvorträgen kommen kann. Im Wesentlichen haben die bei-
den  Beschwerdeführenden  die  diesbezüglichen  Ereignisse  jedoch 
übereinstimmend und nachvollziehbar geschildert und vermochten die 
Explosion mit  Beweismitteln zu untermauern. Auch die  Tätigkeit  des 
Beschwerdeführers als Polizeibeamter vermochte er durch ein Beweis-
mittel  zu belegen. In  das Bild  der  damaligen politischen und gesell-
schaftlichen Verhältnisse passt denn auch, dass der Beschwerdeführer 
als tamilischer Polizist im Dienst des Staates zwischen die Fronten ge-
raten ist. Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass die Erzählun-
gen  der  Beschwerdeführenden  mit  verschiedenen  Details  ausge-
schmückt  sind,  die  die  Ereignisse  als  durchaus  nachvollziehbar  er-
scheinen lassen. Auch die Konsequenzen, die die Verdächtigungen zu-
nächst für ihn und seine Familie hatten, der Beschwerdeführer musste 
im Polizeiquartier verbleiben und die Familie zog zu den Eltern des Be-
schwerdeführers,  wurden  von  allen  übereinstimmend  und  nachvoll-
ziehbar  geschildert.  Schliesslich  vermag  auch  zu  überzeugen,  dass 

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sich die Situation des Beschwerdeführers mit dem Zeitablauf und auch 
vor  dem  Hintergrund  der  Friedensabkommen  zwischen  den  Jahren 
2001 und 2005 nach und nach normalisiert  hatte, der Verdacht aber 
nie ganz abzuschütteln war.

6.4 Im Weiteren ist auf die Ereignisse im Jahre 2005 und die darauf 
folgende Haft einzugehen. 

6.4.1 Besonderes Gewicht bei der Beurteilung der Vorbringen kommt 
im vorliegenden Fall der überaus glaubhaften Schilderungen der Be-
schwerdeführenden zu, die ihre Erlebnisse durch eine freie, relativ de-
taillierte, mit zahlreichen Realkennzeichen versehene und emotionale 
Erzählweise  vorbrachten. So beschrieben beide ihre  Verfolgungsvor-
bringen über mehr als eine A4 Seite in freier Rede und im Wesentli-
chen, wie auch in verschiedenen Details übereinstimmend. Auch dass 
es eben zu kleineren Abweichungen zwischen den Vorträgen der bei-
den Beschwerdeführenden kam, unterstreicht deren Glaubwürdigkeit, 
zumal einige Ereignisse Jahre zurück lagen. Auffallend ist auch, dass 
während  der  Befragungen  der  Erzählfluss  insbesondere  des  Be-
schwerdeführers immer wieder durch die aufwallenden Emotionen ins 
Stocken geriet. Seine Befragung musste sogar unterbrochen werden, 
und der Beschwerdeführer war während der Befragungen zum Teil nur 
schwer ansprechbar. Auch die Beschwerdeführerin verwies verschie-
dentlich auf psychische Probleme des Beschwerdeführers. Diese Um-
stände wurden von der Vorinstanz mit keinem Wort erwähnt, vielmehr 
wurde festgestellt, dass die Beschwerdeführenden in zentralen Punk-
ten ihrer Vorbringen sehr vage und unsubstanziiert  blieben. Aus den 
Protokollen wird aber deutlich, dass dem Beschwerdeführer das Spre-
chen über die erlittene Folter grösste Mühe bereitete (vgl. A7, S. 20).  
Dies ist bei Folteropfern häufig zu beobachten. Auch ergeben sich aus 
den recht ausführlichen Protokollen verschiedene Details zu den ein-
zelnen Haftorten. So  erwähnt  der  Beschwerdeführer  die  Namen der 
einzelnen  Gefängnisse  und  wo  diese  liegen.  Auch  erzählt  der  Be-
schwerdeführer spontan, dass in eine Zelle Meerwasser eingedrungen 
ist, dass die Wut der Befrager besonders gross war, wenn es ausser-
halb  des  Gefängnisses  zum Tod eines  Militärs  gekommen  war  und 
dass ihm zur Beruhigung Pillen verabreicht worden waren. 

6.4.2 In Bezug auf die vom Beschwerdeführer widersprüchliche zeit li-
che Einordnung der damaligen Festnahme ist festzustellen, dass – mit  
einer einzigen Ausnahme – die Verhaftung des Beschwerdeführers von 

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allen Familienmitgliedern stets auf das Jahr 2005 datiert wurde. Einzig 
im Rahmen der summarischen Befragung wurde einmal das Jahr 2007 
genannt,  in der gleichen Befragung jedoch auch das Jahr 2005. Aus 
dem Zusammenhang wird insgesamt deutlich, dass diesbezüglich von 
einem Fehler  oder  Missverständnis  ausgegangen werden  muss und 
nicht  von einem Widerspruch in  den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers. 

6.4.3 Ungewöhnlich ist immerhin, dass gegen den Beschwerdeführer 
weder ein offizielles Verfahren eingeleitet worden sei, noch habe das 
IKRK Zugang zu den jeweiligen Haftorten gehabt. Aufgrund der ein-
schlägigen  Berichte  ist  davon  auszugehen,  dass  das  IKRK  zu  den 
meisten Haftorten Zugang hat. Dass es aber diesbezüglich auch Aus-
nahmen geben  kann,  kann  jedenfalls  nicht  ausgeschlossen  werden, 
dies nicht zuletzt  auch mit Blick auf die besondere Position des Be-
schwerdeführers als Staatsangestellter. Auch die Flucht aus dem Ge-
fängnis  durch  die  Mithilfe  eines  früheren  Kollegen  wirft  Fragen  auf, 
scheint sie doch in Anbetracht der Umstände allzu einfach gewesen zu 
sein. 

6.5 Die  Schilderungen  der  Beschwerdeführerin  sind  ihrerseits  mit 
zahlreichen Details ausgeschmückt auf die hier im Einzelnen nicht ein-
zugehen braucht. Auch die Übereinstimmung mit den Vorbringen des 
Beschwerdeführers fällt auf, ohne dass aber der Eindruck entsteht, die 
Ereignisse seien auswendig gelernt worden. Vielmehr zeichnet sich die 
Schilderung  durch  freie  Erzählung  und  auch  dadurch  aus,  dass  die 
Sicht der Beschwerdeführerin mit deren unterschiedlichen Gewichtung 
einzelner Sachverhaltselemente stark zur Geltung kommt, sich die Er-
eignisse aber ohne weiteres in den vom Beschwerdeführer beschrie-
benen Verfolgungshintergrund wie auch in die politischen und gesell-
schaftlichen Ereignisse vor Ort einfügen lassen. Auch die Beschwerde-
führerin ist während der Befragung stark emotional aufgewühlt gewe-
sen und konnte  ihre  Tränen über  weite Strecken nicht  zurückhalten. 
Dies gilt  auch für den für die Beschwerdeführerin schliesslich flucht-
auslösenden Überfall  der Polizei im Jahre 2007, den auch der Sohn 
der Beschwerdeführerin in den wesentlichen Zügen gleich schilderte. 
So  stimmen  die  Aussagen  insofern  überein,  wie  die  Polizisten  ins 
Haus eingedrungen sind, wie sie sich verhielten, was sie von der Be-
schwerdeführerin verlangten, dass sie die Beschwerdeführerin mit Pe-
trol  übergossen und dass sie schliesslich vom Vater, der zusammen 
mit einigen Nachbarn zu Hilfe kam, gerettet worden waren. Unwesent-

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lich  ist  in  diesem Zusammenhang  der  vom BFM angeführte  Wider-
spruch bezüglich des Petrols. So kann jedenfalls nicht ausgeschlossen 
werden, dass beim Angriff  auf die Mutter  mit  Petrol  auch die Kinder 
betroffen  worden  sind,  ohne  dass  dies  von  der  Beschwerdeführerin 
klar erkannt werden konnte (A 12, Anhang). Im Übrigen gab sie bei der 
Erstbefragung zu Protokoll,  man habe Petrol  auf sie und ihre Kinder 
geschüttet (A 2 S. 7). Dass der Angriff in erster Linie der Mutter gegol-
ten hatte, geht jedenfalls auch aus der Schilderung des Sohnes hervor. 
Weniger  nachvollziehbar  sind  allerdings  die  Widersprüche  in  den 
Sachvorträgen zwischen Mutter  und Sohn bezüglich  der  Reise nach 
Colombo, führt doch der Sohn im Gegensatz zur Mutter aus, sie seien 
mit Passierscheinen in einem Reisebus gereist. Auch bleibt der Sohn 
inkohärent, was die zeitliche Einordnung der Entführungsversuche und 
des Schulabbruchs betreffen. Letztlich darf den Aussagen des Sohnes 
aber nicht übermässiges Gewicht beigemessen werden, war er doch 
im Zeitpunkt der Befragung erst 16 Jahre alt und im Zeitpunkt der ent -
sprechenden Ereignisse entsprechend jünger.

6.6 Schliesslich  bleibt  anzumerken,  dass  das  BFM den  Besuch  der 
Polizisten  bei  der  Beschwerdeführerin  zu  Hause  und  die  versuchte 
Vergewaltigung  in  seinen  Erwägungen  fälschlicherweise  auf  den 
14. August 2007 datiert. Die Beschwerdeführerin führte demgegenüber 
übereinstimmend aus, sie habe an diesem Tag nur die Vorladung er-
halten, und erst am 15. August 2007 hätten die Beamten sie bei sich 
zu Hause belästigt. Ein Widerspruch in den Aussagen lässt sich hier 
nicht erkennen. Vielmehr bleibt unklar, was das BFM mit den Ereignis-
sen  vom  14. August 2007  und  was  mit  den  Vorfällen  vom  15. Au-
gust 2007 meint. 

6.7 Nach Abwägung der  Argumente,  die  für  die  Glaubhaftigkeit  und 
denjenigen, die dagegen sprechen, kommt das Bundesverwaltungsge-
richt insgesamt zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, die zu beur-
teilende Verfolgungsgeschichte entspreche in den wesentlichen Punk-
ten den Tatsachen, höher ist, als die – wenn auch nicht restlos auszu-
schliessende  –  Möglichkeit,  sie  sei  von  den  Beschwerdeführenden 
bloss inszeniert worden. Bei einer Gesamtbeurteilung aller massgebli-
chen  Aspekte  überwiegen  die  für  die  Richtigkeit  der  Asylvorbringen 
der Beschwerdeführenden sprechenden Elemente gegenüber den Un-
glaubhaftigkeitsindizien (vgl. EMAKR 2004 Nr. 1). Den Beschwerdefüh-
renden ist es demnach gelungen, den zur Begründung ihrer Asylgesu-
che vorgetragenen Sachverhalt  in allen wesentlichen Punkten glaub-

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haft zu machen. Somit bleibt unter Verzicht auf weitergehende Abklä-
rungen zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden damit die Vorausset-
zungen für die Anerkennung als Flüchtlinge gemäss Art. 3 AsylG zu 
erfüllen vermögen.

7.
Entsprechend der Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flücht -
lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte 
Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise sol-
che im Fall einer Rückkehr in den Heimatsaat mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach-
teile  müssen  der  asylsuchenden  Person  gezielt  und  aufgrund  be-
stimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein.  Nach 
neuerer Rechtsprechung kann eine Verfolgungshandlung im Sinne von 
Art. 3 AsylG von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren ausgehen 
(vgl.  EMARK  2006  Nr.  18).  Die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft  setzt zudem voraus, dass die betroffene Person einer landes-
weiten Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen Teil 
ihres  Heimatstaates  in  Schutz  bringen  kann  (EMARK 2006  Nr. 18). 
Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die 
Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Verfolgung oder 
begründete Furcht  vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt  des 
Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität 
der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objekti-
ven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid 
sind deshalb  zugunsten und zulasten der  ein Asylgesuch stellenden 
Person zu berücksichtigen (vgl. EMARK 2000 Nr. 2 E. 8b, 1994 Nr. 24 
E.  8a; WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt 
a. M. 1990, S.135 ff.). 

7.1 Bei  den  von  den  Beschwerdeführenden  erlittenen  Übergriffen 
durch die lokalen Sicherheitskräfte handelt es sich zweifellos um ziel-
gerichtete staatliche Verfolgung, die die Beschwerdeführenden wegen 
ihrer Ethnie und dem Verdacht auf Tätigkeit für die LTTE traf. Die sri -
lankischen  Behörden  führten  einen  landesweiten  Kampf  gegen  die 
LTTE, und die Sicherheitskräfte in Y._______ handelten in ihrer amtli-
chen Funktion. Auch hinsichtlich Intensität sind die Anforderungen an 
die Asylrelevanz erfüllt, sind doch die Nachteile, die die Beschwerde-
führenden kurz vor der Ausreise erlitten, als ernsthaft  zu betrachten. 
Schliesslich ist angesichts der gegebenen Umstände auch nicht davon 
auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden sich  in  einem anderen 

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Landesteil  hätten in  Sicherheit  bringen können. Sind doch praxisge-
mäss  an  die  Effektivität  des  am  innerstaatlichen  Zufluchtsort  durch 
den  Heimatstaat  gewährten  Schutzes  –  unter  Berücksichtigung  des 
Umstandes, dass die betroffene Person in einem Teil des Heimatstaa-
tes bereits verfolgt worden ist  – hohe Anforderungen zu stellen (vgl.  
EMARK 1996 Nr. 1). 

7.2 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich  als  Zwischenergebnis,  dass 
die  Beschwerdeführenden  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  ernsthaften 
Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt waren beziehungs-
weise sich vor weitergehenden ernsthaften Nachteilen objektiv begrün-
det fürchten mussten. Diesen Übergriffen hätten sie auch nicht inner-
staatlich ausweichen können. 

7.3 Schliesslich stellt sich die Frage, ob aufgrund der politischen Ver-
änderungen im Heimatstaat der Beschwerdeführenden nicht mehr von 
einer aktuellen Gefährdungslage auszugehen ist. 

7.3.1 Die Asylgewährung dient nicht dem Ausgleich vergangener Un-
bill, sondern soll Schutz vor aktueller oder künftiger Verfolgung bie ten 
(vgl. WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 
1990, S. 127). Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor 
zukünftiger Verfolgung muss daher nicht nur sachlich und zeitlich kau-
sal  für  die  Ausreise  aus dem Heimat-  oder  Herkunftsstaat,  sondern 
grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f. und dort zitierte Urteile).  Ge-
genüber Personen, die bereits einmal asylrelevante Verfolgung erlitten 
haben, ist jedoch mit günstigen Prognosen Zurückhaltung zu üben, die 
Verhältnisse müssen sich für die ein Asylgesuch stellende Person we-
sentlich  zu  ihren  Gunsten  verändert  haben  und  diese  Änderungen 
müssen  als  ernsthaft  und  dauerhaft  erscheinen  (KÄLIN,  a.a.O., 
S. 129 f.).

7.3.2 Zwar hat  sich  seit  der  Ausreise  der  Beschwerdeführenden die 
politische und gesellschaftliche Situation in Sri Lanka wesentlich ver-
ändert. Ob allerdings von einer deutlichen und stabilen Verbesserung 
der Situation ausgegangen werden kann, die den Beschwerdeführen-
den entgegengehalten werden könnte, ist bezogen auf den Einzelfall 
zu prüfen. Vorauszuschicken ist dabei, dass der Bürgerkrieg mit dem 
am 18. Mai 2009 ausgerufenen Sieg der srilankischen Armee über die 
LTTE vorerst ein Ende gefunden hat. Im Dezember 2009 gab die sri -
lankische Regierung die Öffnung der in den vormaligen Rebellenge-

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bieten eingerichteten Camps bekannt, in denen zirka 280'000 Tamilen 
aus den umkämpften Gebieten festgehalten worden waren, ohne dass 
Hilfsorganisationen oder unabhängigen Beobachtern der Zugang ge-
währt worden wäre. Es wird geschätzt, dass sich Mitte Juni 2010 noch 
zirka 40'000 Menschen in den inzwischen "offenen" Lagern befanden, 
für die ein Pass-System Bewegungsfreiheit ermöglicht, und 9'000 wei-
tere  wegen  angeblicher  Verbindungen  mit  der  LTTE  in  Hochsicher-
heitslagern festgehalten wurden. Die Sicherheitsmassnahmen werden 
von den srilankischen Behörden – namentlich im Grossraum Colombo 
– nur sehr langsam gelockert. So bleiben Notstandsgesetze (Emergen-
cy Rules) – wenn auch in abgeschwächter Form – und das Anti-Terror-
Gesetz (Prevention of Terrorism Act) weiterhin in Kraft, sodass willkür-
liche Verhaftungen auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden kön-
nen. Zudem besteht auch die Registrierungspflicht für eine Niederlas-
sung in Colombo fort, und vor allem junge tamilische Männer können 
dabei auf Schwierigkeiten stossen. Wie im ganzen Land wurden auch 
in Colombo Checkpoints zum Teil abgebaut und viele Strassen wieder 
dem  Verkehr  freigegeben.  Die  Präsenz  der  Sicherheitskräfte  bleibt 
dennoch gross und Tamilen werden an Checkpoints weiterhin diskrimi-
nierend behandelt. Grossfahndungen und Durchsuchungsoperationen 
haben zwar  abgenommen,  finden aber  weiterhin statt. Grundsätzlich 
sind dabei junge Männer aus dem Norden und Osten der Insel (insbe-
sondere Personen ohne Arbeit oder legitimen Grund für den Aufenthalt 
in Colombo) dem grössten Risiko ausgesetzt. Die politische Situation 
ist  insbesondere im Osten und im Norden des Landes, aber auch in 
Colombo nach wie vor äusserst  angespannt. Die LTTE wurden zwar 
zersplittert, es kann aber aus heutiger Sicht noch nicht davon ausge-
gangen werden, dass diese sich nicht wieder neu formieren könnten. 
Die weitere Entwicklung der allgemeinen Lage in Sri Lanka muss als 
vollkommen  offen  bezeichnet  werden  (UNHCR,  UNHCR  Eligibility 
Guidelines for Assessing the International Protection Needs of Asylum 
Seekers from Sri Lanka, 5. Juli 2010; Freedom House, Countries at the 
Crossroads  2010  -  Sri  Lanka,  April 2010;  US  Department  of  State, 
Country  Report  on Human Rights, März 2010; Human Rights Watch 
[HRW], Legal Limbo. The Uncertain Fate of Detained LTTE Suspects in 
Sri Lanka, Februar 2010; HRW, World Report 2010, Januar 2010; In-
ternational Crisis Group [ICG], War Crimes in Sri Lanka. Asia Report 
N°191,  17. Mai 2010;  ICG,  Sri  Lanka:  A  Bitter  Peace.  Asia  Briefing 
N°99,  11. Januar 2010;  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH]/Judith 
Macchi/Rainer Mattern,  Sri  Lanka: Aktuelle Situation, Bern 2009; UK 

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Border Agency, Report  of information gathering visit  to Colombo, Sri 
Lanka, Oktober 2009).

7.3.3 Angesichts der  veränderten politischen Lage kommen gewisse 
Zweifel am nach wie vor bestehenden Verfolgungsinteresse gegenüber 
den Beschwerdeführenden auf. Auf der anderen Seite ist festzustellen, 
dass – wie oben dargelegt – weitere Verfolgungshandlungen nicht aus-
geschlossen  werden  können.  Von einer  wesentlichen  Verbesserung, 
die ernsthaft und dauerhaft ist, wie es die Praxis verlangt, kann ange-
sichts der vorstehenden Erwägungen für den Beschwerdeführer nicht 
ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer war immerhin im Staats-
dienst tätig und wurde als solcher der LTTE-Verbindungen verdächtigt.  
Aufgrund des Verdachts der LTTE-Zugehörigkeit wurde er monatelang 
inhaftiert und gefoltert. Angesichts des von den Beschwerdeführenden 
in der Vergangenheit Erlebten und der nach wie vor angespannten Si -
tuation im Heimatstaat ist demnach mindestens die subjektive Furcht 
der Beschwerdeführenden vor weiteren Verfolgungshandlungen durch 
staatliche Behörden objektiv begründet. 

7.3.4 Angesichts dieser Umstände lässt sich die veränderte politische 
Lage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführenden  diesen  nicht  entge-
genhalten.

7.3.5 Vor diesem Hintergrund ist insgesamt festzustellen, dass die Be-
schwerdeführenden im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen 
im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt waren. Zwar hat sich die poli ti-
sche Situation in jüngerer Zeit wesentlich verändert,  von einer ernst-
haften und dauerhaften Verbesserung zugunsten der Beschwerdefüh-
renden kann jedoch aufgrund einer Betrachtung der gesamten Akten-
lage nicht ausgegangen werden.  

8.
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführenden  den  Anforderungen  von  Art.  3  AsylG  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  genügen; ferner  bestehen aufgrund der  Akten 
keine Hinweise auf das Vorliegen allfälliger Asylausschlussgründe im 
Sinne von Art. 53 AsylG. Die Verfügung der Vorinstanz ist aufzuheben 
und  den  Beschwerdeführenden  Asyl  zu  gewähren.  Demzufolge  er-
übrigt es sich, auf weitere Beschwerdevorbringen einzugehen. 

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9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung für  die  ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7  Abs. 1 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Den Beschwerdeführenden sind daher für die ihnen erwachsenen not-
wendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  Parteientschädi-
gung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE). Von 
der  Rechtsvertretung  wurde  keine  Kostennote  eingereicht.  Auf  das 
Nachfordern einer solchen kann indes verzichtet werden, da sich der 
notwendige  Vertretungsaufwand aufgrund  der  Akten  hinreichend  zu-
verlässig abschätzen lässt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die 
in  Betracht  zu ziehenden Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 9-13 VGKE) 
ist die Parteientschädigung – welche vom BFM zu entrichten ist  – auf 
Fr. 1'500.– (inklusive Auslagen  und allfällige  Mehrwertsteuer)  festzu-
setzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden Asyl zu er tei-
len.

3.
Es werden keine Kosten erhoben. 

4.
Das BFM hat den Beschwerdeführenden für das Verfahren vor der Be-
schwerdeinstanz eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 1'500.– zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- ...

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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