# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bcdf5f2-f4cd-52be-b23b-bcd259038d3c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-05
**Language:** de
**Title:** Würdigung medizinisches Gutachten; Invaliditätsbemessung.
**Docket/Reference:** IV.2012.00972
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00972.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00972
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Giger
Urteil
vom
5. Dezember 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Helsana Rechtsschutz AG
Entfelderstrasse
2, Postfach 2502, 5001 Aarau
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1959, von Beruf Metallbauarbeiter, meldete sich im April 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/20).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte
die erwerblichen und medizinischen Abklärungen durch und zog Berichte von den
behandelnden Ärzten (
Urk.
7/7-19
;
Urk.
7/28;
Urk.
7/30;
Urk.
7/32;
Urk.
7/38-40
;
Urk.
7/42;
Urk.
7/44;
7/51;
Urk.
7/53
), die Akten des
Krankentag
geldversicherers
(
Urk.
7/29)
, einen Auszug aus dem individuellen Konto
(
Urk.
7/27)
sowie einen Fragebogen für
Arbeitgebende
(
Urk.
7/31) bei. Mit Schrei
ben vom 30. August 2010 führte sie gegenüber dem Versicherten aus, es sei
en
der
zeit aufgrund seines Gesundheitszustands keine beruflichen Mass
nahmen mög
lich (
Urk.
7/34).
A
m 16. Dezember 2010 teilte sie ihm sodann mit, es sei eine
medizinische Abklärung notwendig, und gab bei
Dr.
med.
Y.___
,
ortho
pädische Chirurgie FMH,
ein rheumato
logisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/41).
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Akten des
Kran
ken
tag
geld
versicherers
zu den Akten, so ein
Gutachten
des
Z.___
betreffend Evaluation der funk
tionellen Leis
tungsfähigkeit
des Versicherten vom 20. Dezember 2010 (
Urk.
7/45).
Am 27.
April 2011 er
statte
te
Dr.
Y.___
sein rheumatologi
sches Gutachten,
gemäss
welchem beim Be
schwerdeführer derzeit eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
bestehe und diese sich innerhalb von etwa 2-3 Monaten auf 70
%
steigern lasse (
Urk.
7/57). In einem Schreiben vom 31.
Mai 2011 (
Urk.
7/59
) nahm
Dr.
Y.___
sodann noch Stellung zu einer Ergänzungs
frage der IV-Stelle vom 13. Mai 2011 (
Urk.
7/58).
Die IV-Stelle
holte
in der Folge weitere Berichte von behandelnden Ärzten
ein
(
Urk.
7/66
;
Urk.
7/88,
Urk.
7/98
). Am 27. September 2011 teilte sie dem
Ver
sicherten den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit, nachdem dieser angegeben hatte, er wünsche keine Unterstützung seitens der Eingliederungsberatung (
Urk.
7/82).
Am 18. Novem
ber 2011 legte die IV-Stelle das Dossier ihrem Regio
na
len ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor. Dieser nahm am 24. November 2011
zur medizinischen Sachlage Stellung (
Urk.
7/101/6). Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten für den Zeitraum
vom
1.
No
vember 2010 bis 30. September 2011 die
Zusprache
einer halben Rente in Aussicht (
Urk.
7/103). Da
gegen erhob der Versicherte, vertreten durch
A.___
von der Helsana Rechtsschutz AG, mit Eingabe
n
vom 14. März
,
2.
Mai
, und 11. Juni
2012 Ein
wand (
Urk.
7/106
,
Urk.
7/110;
Urk.
7/112
).
Die IV-Stelle ver
fügte
schliesslich
am 13. Juli 2012 im Sinne des Vorbescheids und sprach dem
Versicherten für den Zeitraum 1. November 2010 bis 30. September 2011 eine halbe Rente zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess
der Versicherte mit Eingabe vom 14. September 2012 Beschwerde
erheben mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe
ben
;
es sei ihm die bisherige halbe Rente weiterhin auszurichten
;
es sei ein zweiter
Schriftenwechsel anzuordnen; alles unter Kosten- und
Entschädigungs
folge
zu
las
ten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1). In ihrer Vernehmlassung vom 15. Okto
ber
2012 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6). Mit Verfügung vom 16. Oktober 2012 wurde ein zweiter
Schriften
wechs
el
angeordnet (
Urk.
8).
Der Beschwerdeführer erklärte in der Folge in einem Schrei
ben vom 19. November 2012, er verzichte auf eine Replik (
Urk.
10), was der Beschwerdegegnerin am 2
2.
November 2012 angezeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbs
unfä
higkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fas
sung).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Er
werbseinkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
ge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Re
duktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch
erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Be
fristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der
Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a
, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der
versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die
Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des
Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu er
fassen (Ur
teil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
wei
sen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie
stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
le
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 3. Aufl. 1994, S.
24 f.).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit
unter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
Im Folgenden ist zunächst die medizinische Aktenlage darzustellen:
2.1
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts
bis zum Zeitpunkt der
Z.___
-Begut
achtung vom 7./8. Oktober 2010 wird auf die Anamnese in eben diesem Gut
achten verwiesen (
Urk.
7/45/
7-8).
2.2
2.2.1
Das
Z.___
selber stellte in seinem Gutachten folgende Diagnosen
(
Urk.
7/45/2)
:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, aktuell mit Ausstrah
lung
en
bds
., bei
-
abgeflachter und langgezogener BWS-Kyphose;
-
Status nach dorsaler
transpedikulärer
Stabilisation und TLIF L4/L5 am 6.11.2009, bildgebend ohne Nachweis einer
Implantatlockerung
oder Nervenwurzelkompression;
-
klinisch ohne
Zeichen
einer Nervenwurzelkompression;
-
Periarthropathia
humeroscapularis
linksseitig bei
leichtgradiger
Supraspi
natustendinose
,
leichtgradiger
AC-Gelenksarthrose und
Acromionmorpholo
gie
Typ II nach
Bigliani
;
-
rechtsseitige Knieschmerzen, vor allem im dorsalen Bereich;
-
dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten.
2.2.2
In seiner Beurteilung
(
Urk.
7/45/3)
führte das
Z.___
aus, beim Beschwerdeführer be
stünden heute lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in geringerem Ausmass in beide Beine mit begleitenden
Parästhesien
im Bereich des linken Beins von dauerndem Charakter mit jeweils belastungsabhängiger Verstärkung, linksseitige und bei Elevationsbewegungen auftretende Schulterschmerzen so
wie rechtsseitige und vor allem unmittelbar beim Aufstehen aus sitzender Posi
tion manifeste Knieschmerzen.
Die Rückenschmerzen hätten ihren Anfang schon vor 22 Jahren genommen, mit jeweils wiederholt notwendigen
infiltrativen
Massnahmen durch den behan
delnden Hausarzt/Rheumatologen und zeitweilig auch notwendigen peroralen
Glucocortikoidbehandlungen
. Die
Schmerzexazerba
tion
im Februar/März 2009 habe gemäss Angaben des Beschwerdeführers zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit
geführt, worauf die weitergehenden Abklärungen die Symptomatik auf eine Funk
tionsstörung des Segments L4/L5 zurückgeführt hätten. Nachdem weitere
infiltrative
Massnahmen und auch Physiotherapien die Symptomatik nicht we
sentlich verbessert hätten, sei am 6. November 2009 die dorsale Stabilisation von L4/L5 erfolgt, worauf gemäss Akten das Beschwerdebild insgesamt deutlich rückläufig gewesen sei, vor allem die ausstrahlenden Schmerzen. Die Sympto
matik habe nach Wiederaufnahme einer angepassten Tätigkeit in reduziertem Arbeitspensum ab März 2010 wieder zugenommen, weshalb bis heute eine wei
tere Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich gewesen sei. In diesem Zu
sammenhang hätten sich keine Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik bzw. bildgebend keine Zeichen einer
Implantatlockerung
gezeigt, weshalb sich eine Indikation zur Revision der Stabilisation L4/L5 bisher nicht ergeben habe.
Im Februar 2010 seien rechtsseitige Knieschmerzen manifest geworden, welche damals auf Spritzenbehandlungen hin gebessert hätten. Die linksseitigen
Schul
ter
schmerzen
seien erstmals im Juni 2010 aufgetreten. In diesem Zusam
men
hang sei eine
leichtgradige
Supraspinatustendinose
, eine
leichtgradige
AC-Ge
lenks
arthrose
sowie eine
Acromionmorphologie
Typ II nach
Bigliani
aufge
führt worden.
Die jeweilige Beschwerdezeich
n
ung und auch die heutige klinische Befundlage sprächen für eine mechanisch-statische Ursache der jeweiligen
Schmerzlokali
sationen
, ohne Hinweise für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Als die Belastungstoleranz der Wirbelsäule herabsetzende Faktoren seien eine abge
flachte und leicht verlängerte BWS-Kyphose und Degeneration im Bereich der LWS mit insbesondere Status nach
Spondylodese
L4/L5
gefunden worden. Zei
chen einer
radikulären
Reiz- oder sensomotorischen Ausfallsymptomatik seien anlässlich der Untersuchung nicht zu erkennen gewesen. Eine verminderte mus
kuläre Stabilisationsfähigkeit der Lendenwirbelsäule habe im Rahmen der
Be
lastungstests
beobachtet werden können.
Seitens des linksseitigen Schultergelenks habe der Beschwerdeführer bei
Elevati
onsbewegungen
mit Abwehrreaktionen reagiert, wobei anlässlich der Tests „Ar
beit über Schulterhöhe“ Schmerzen in beiden Schultergelenken angegeben wor
den seien und das
Testitem
selbstlimitiert abgebrochen worden sei. Hinsichtlich des rechten Knies hätten keine wesentlichen Befunde festgehalten werden kön
ne
n
,
insbesondere klinisch kein Reizerguss und auch kein
Patella-Verschiebe
schmerz
, währenddessen bei der
Hockestellung
ein Selbstabbruch wegen Schmer
zen im rechten Kniegelenk erfolgt sei.
Nach den durchaus strukturell-funktionellen Befunden habe sich beim Be
schwer
deführer doch ein gewisses dysfunktionales Schmerz- und
Krankheits
verhalten
bestätigt, dies im Einklang mit den jeweiligen Selbstlimitierungen, den Reaktio
nen während der klinischen Untersuchung und während den
Belas
tungstests
, den
Inkonsistenzen und auch der tiefen Selbsteinschätzung der eige
nen Leistungs
fähig
keit. Aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers müsse davon aus
gegangen werden, dass hier vor allem Angst vor
Symptom
verschlechterung
und
auch ein mangelndes Selbstvertrauen in die eigene Leis
tungsfähigkeit eine we
sent
liche Rolle spielten.
2.2.3
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit führte
das
Z.___
aus, aufgrund nicht präziser Angaben der angestammten und an
ge
passten
Tätigkeit und den Selbstlimitierungen sei eine Beurteilung der Ar
beits
f
ähigkeit schwierig, obwohl eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit über
wie
gend
wahrscheinlich zumutbar sei. Es sei eine Arbeitsplatzabklärung zu emp
feh
len, allenfalls auch im Rahmen des vorgeschlagenen arbeitsbezogenen
Reha
b
i
litationsprogramms
. Wahrscheinlich dürfte die aktuell angepasste Tätig
keit mi
t einem höheren Pensum als 50
%
zumutbar sein. In der angestammten Tä
tig
keit
dürften weiterhin
Limiten
hinsichtlich de
r
zu hantierenden Gewichten wahr
schein
lich sein.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte das
Z.___
aus, in einer körperlich leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit und unter Be
rücksichtigung folgender aufgeführten
Limiten
bestehe eine volle Arbeitsfä
hig
keit: Heben Boden zu Taillenhöhe maximal/selten wahrscheinlich um 12.5 – 15 kg
(bei den Tests Selbstlimitierung); Heben Taillen-
zu Kopfhöhe mindestens
maxi
mal
/selten (gezeigte Leistung bei manchmal), wahrscheinlich maxi
mal/
selten
12.5 kg; Heben horizontal maximal/selten 15 kg
;
Tragen rechte Hand maximal/
selten
12.5 kg
;
Tragen linke Hand maximal selten 10 kg; vorgeneigtes Stehen und
Hockestellung
wahrscheinlich mindestens selten (jeweils sofortige
Selbst
li
mi
tierung
)
; wiederholte Kniebeugen
wahrscheinlich manchmal (gezeigte Leistung
selten mit Selbstlimitierung)
;
Arbeit über Schulterhöhe, vorgeneigtes Sitzen, Ro
tation im Stehen, Treppensteigen mindestens manchmal (30 min. bis 3 Stunden pro 8h-Arbeitstag).
In zeitlicher Hinsicht ist dem Gutachten zu entnehmen, nach Aufnahme des arbeitsbezogenen
Rehabilitationprogramms
sei eine Steigerung der 50%igen Ar
beitsfähigkeit zumutbar. Spätestens nach drei Monaten lasse sich die Arbeitsfä
higkeit auf 75
%
steigern, spätestens nach sechs Monaten auf 100
%
. Eine an
gepasste Tätigkeit wie oben beschrieben sei medizinisch sofort zumutbar (
Urk.
7/45/5)
.
2.3
2.3.1
Dr.
Y.___
führte in seinem Gutachten vom 27. April 2011 folgende Diag
nosen
auf
(
Urk.
7/57/5)
:
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, bei
-
Segmentdegeneration L4/L5,
Duralsackeindellung
nach
mediolateral
links bei zirkulärer Erschlaffung der Bandscheibe L4/L5 ohne gesichertes Vorliegen einer
foraminellen
Stenose oder Spinalkanalstenose (MRI vom 26.02.2010);
-
St. n. dorsaler
transpedikulärer
Stabilisation und TLIS L4/L5 (November 2009
)
;
-
Schulterbeschwerden links bei leichter
Supraspinatustendinose
,
leichtgradi
ger
AC-Gelenksarthrose und
Acromionmorphologie
Typ II nach
Bigliani
(
Arthro
-MRI
vom 15.07.2010);
-
anhaltende Rückenbeschwerden;
-
anhaltende Schulterbeschwerden links.
2.3.2
Im Zusammenhang mit den Untersuchungsbefunden
(
Urk.
7/57/3-5)
führte der Gutachter aus, der Beschwerdeführer sei 181.5 cm gross und 90 kg schwer (BMI 27.5). Der Gang im Untersuchungszimmer sei ohne Hinken erfolgt. Der
Zehen
gang
sei mit etwas Unsicherheitsgefühl möglich gewesen, ebenso der
Fersen
gang
, bei welchem der Explorand sich an der Wand gehalten habe.
Was die Gesamtwirbelsäule betreffe, bestehe im Stehen kein wesentlicher Schul
ter- oder Beckenschiefstand. Es sei eine normale Haltung erkennbar gewesen.
Es habe eine leichte thorakal rechtskonvexe (6°),
thorakolumbal
linkskonvexe (4°)
Skoliose bestanden. Der FBA habe 60 cm betragen. Das Seitneigen nach beid
seits
sei mit Schmerzen je 10°, die Rotation des Oberkörpers bei fixiertem Be
cken je etwa 40° möglich gewesen.
Im Bereich der HWS habe der Kinn-Sternum-Abstand 0 – 20 cm betragen. Die Rotation in Normalhaltung des Kopfes habe ein Ergebnis von 40-0-40°, ohne Schmerzen, geliefert, die Rotation des Kopfes in Flexion 55-0-55°, mit leichter
Schmerzangabe im HWS-Bereich. Das Seitneigen habe ein Ergebnis von 35-0-35°
beidseits ergeben, ohne Schmerzen.
Die Elevation des Schultergelenks nach vorne habe rechts bis 170°, links bis 90° betragen. Die Elevation zur Seite links bis 90°. Die Elevation links nach vorn und zur Seite sei ab 60° schmerzhaft gewesen. Die Aussenrotation bei
elevierten
Armen habe rechts bis 70°, links bis 40° ergeben; die Innenrotation bei
elevier
ten
Armen rechts bis
8
0°, links bis 40°, die Aussenrotation bei angelegten Ar
men rechts 70°, links 40°; die Innenrotation bei angelegten Armen beidseits 90°
.
Im Bereich der Ellbogengelenke habe die Flexion/Extension ein Ergebnis von 125-0-0° ergeben, die Pro-/
Supination
90-0-80° beidseits (ohne Schmerzen).
Im Bereich der Handgelenke und Finger wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei Rechtshänder. Die Finger seien vollständig erhalten gewesen. Die Fle
xion/
Extension der Handgelenke habe ein Ergebnis von 80-0-90° beidseits er
geben, die
Radial-/
Ulnarduktion
20-0-45° beidseits. Die Kreiselbewegungen der Handge
lenke
seien seitengleich ohne Schmerzen erfolgt. Der Faustschluss sei in beiden Hän
den mit und ohne eingeschlagenen Daumen gelungen. Der Spitzgriff der
Lang
fingerkuppen
zur Kuppe des Daumen
s
sei seitengleich mit allen Lang
fingern möglich gewesen.
Die
Abspreizung
aller Finger sei seitengleich ohne Schmerzen
gelungen. Die Sensibilität sei in beiden Armen, Händen und Fingern als seiten
gleich
angegeben worden. Die Reflexe (Trizeps, Radiusköpfchen und
Vorder
arm
reflex
) seien seitengleich auslösbar gewesen.
Die Flexion/Extension der Hüftgelenke habe ein Ergebnis von 110-0-0° beid
seits
ergeben, ohne Schmerzen, die Ab-/Adduktion 40-0-15° beidseits, ohne Schmer
zen;
AR/IR 40-0-20° beidseits, ohne Schmerzen.
Die Flexion/Extension der Kniegelenke sei beidseits zu 125-0-0° möglich gewe
sen, ohne Schmerzen. Der Bandapparat habe sich in allen Ebenen als stabil prä
sentiert. Schmerzen sei
en
bei
palpatorischer
Untersuchung der Kniegelenke keine
angegeben worden.
Im Bereich der Fussgelenke und Zehen seien letztere vollständig erhalten gewe
sen. Die Dorsal-/
Plantarflexion
habe ein Ergebnis von 15-0-40° geliefert, ohne Schmerzen. Die Kreiselbewegungen der Füsse seien seitengleich ohne Schmer
zen durchführbar gewesen. Die Einzelbewegung der Zehen sei nicht gelungen. Die Bewegung aller Zehen im Rahmen einer Dorsal- oder
Plantarflexion
sei
sei
tengleich
kombiniert ohne Schmerzen möglich gewesen. Die
Sensibilitäts
prü
fung
im Bereich der Oberschenkel vorne, innen, aussen und hinten sei als seiten
gleich
angegeben worden.
Die Sensibilitätsempfindung im Bereich der Unterschenkel sei herabgesetzt gewesen, links vielleicht etwas mehr als rechts, angegeben im Bereich der Vorderseite, der Innenseite und der Aussenseite. Die Sensibilität in der Wadenregion, Hinterseite der Unterschenkel, sei als praktisch seitengleich an
gegeben worden. Die Sensibilität im Bereich des Fussrückens und der
Zehen
rücken
, der Fusssohle und der Unterseite der Zehen sei als identisch angegeben worden. Der PSR sei seitengleich auslösbar gewesen. In sitzender Stellung mit hängenden Füssen sei der ASR schlecht auslösbar gewesen. In kniender Position hätten die ASR seitengleich schwach ausgelöst werden kön
nen.
2.3.3
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit legte der Gutachter dar,
gemäss Angaben seines Arbeitgebers arbeite der Beschwerdeführer zurzeit 50
%
. E
r
müsse dabei keine Lasten über 10 kg heben. Allerdings würde er dies
trotzdem tun. Der Arbeitsplatz, an dem er zuschneiden müsse, sei angepasst wor
den
. Die Arbeitshöhe sei erhöht worden, so dass er sich beim Zuschneiden nicht stark bücken müsse. Im Moment sei dies die effektiv geleistete und er
brachte
Arbeitsfähigkeit. Es sollte aber wohl in monatlichen Abständen eine Steigerung auf 70
%
möglich sein.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erklärte
Dr.
Y.___
, im Bereich des bereits bestehenden Arbeitsplatzes, den der Be
schwerdeführer seit vielen Jahren einnehme, scheine eine Steigerung der Ar
beitsfähigkeit auf 70
%
innerhalb von etwa zwei bis drei Monaten möglich, da er
an seinem bisherigen Arbeitsplatz
bereits in angepasster Tätigkeit arbeite.
In zeitlicher Hinsicht bemerkte der Gutachter, die Steigerung der Arbeitsfähig
keit von 50 auf 70
%
sollte im Verlauf von zwei bis drei Monaten zumutbar sein.
Dazu soll auch die physikalische Therapie weitergeführt werden. Auch me
dika
men
töse Therapien, allenfalls auch Infiltrationen
,
seien zum Erhalt der Ar
beits
fähigkeit und zur Steigerung derselben weiter notwendig und sinnvoll.
2.3.4
Abschliessend führte der Gutachter aus, sofern administrativ und aufgrund von Gesetz und Verordnung möglich, würde er empfehlen, mit dem Rentenentscheid noch ca. drei bis sechs Monate zuzuwarten, weil die Behandlung ja noch laufe und es sich (noch) nicht um einen stabilisierten Zustand handle (
Urk.
7/57/
5-6).
2.4
In einem Schreiben vom 13. Mai 2011 bat die Beschwerdegegnerin den Gutach
ter
Dr.
Y.___
um ergänzende Angaben zur Frage, ab wann die postulierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
in bisheriger Tätigkeit gelte und wie das Belastungs- und Ressourcenprofil definiert sei
(
Urk.
7/58)
.
Dr.
Y.___
erklärte in seiner
Stellungnahme vom 31. Mai 2011, er würde empfehlen, die im Gutachten pos
tu
lierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
bis Ende Juni 2011 laufen zu lassen und dann dem Beschwerdeführer etwa drei Monate Zeit zu geben, um die Arbeitsfä
higkeit auf 70
%
zu steigern. Hinsichtlich des Belastungs- und
Ressourcenpro
fils
ver
wies der Gutachter auf das entsprechende Beiblatt, wo das Profil wie folgt defi
niert ist: Körperlich leichte Arbeit ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg; wechselnd zwischen sitzender und stehender Position (je halbtags), besser
wechselbelastend, Gehen nur auf ebenem Gelände ohne häufi
ges Bücken; generell ohne Kauern/Hocken und Arbeit über Kopf, Rotation des Rumpfes nur im Stehen, ohne Steigen auf Leitern/Gerüste oder häufiges Trep
pensteigen (
Urk.
7/59).
2.5
Die
B.___
, wo der Versicherte sich vom 14. Juni bis 4. Juli 2011 in
stationärer Rehabilitation befand, führte in ihrem Austrittsbericht vom 8. Juli 2011
(
Urk.
7/66) folgende Diagnosen auf:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont mit intermittieren
den
Sensibilitätsstörungen, bei
-
Status nach dorsaler,
transpedikulärer
Stabilisation und TLIF LWK4/5 2009;
-
MR- und computertomographisch kein Nachweis einer
Implantatlocke
rung
oder Nervenwurzelkompression;
-
normale
m neurologischen und elektrophysiologischen
Untersuchungsbe
fund 23.12.2010;
-
Schulterschmerzen beidseits, bei
-
l
eichtgradiger
Supraspinatustendinose
,
leichtgradiger
AC-Gelenkarthrose links (
Arthro
-MRI 15.07.2010);
-
Status nach AC-Gelenkinfiltration links 12/2010 ohne
Beschwerdelinde
rung
;
-
Status nach
subacromialer
Infiltration 01/2011 ohne relevante
Beschwer
delinderung
;
-
s
eborrhoisches
Ekzem.
In ihrer Beurteilung hielt
en
die behandelnden Klinikärzte fest, bei Eintritt habe
der Beschwerdeführer über seit Jahren bestehende lumbale Rückenschmerzen be
richtet, die insgesamt aber seit der Operation der LWS weniger stark ausge
prägt
seien. Zudem bestünden seit ca. einem Jahr beidseitige
Schulterschmer
zen
,
links
betont
, welche im Jahr 2010 diagnostisch abgeklärt worden seien. Es hätten be
reits mehrere Infiltrationsbehandlungen sowohl an der Schulter links als auch im
Bereich der LWS stattgefunden, die jeweils entweder nur für kurze Zeit oder gar nicht geholfen hätten. Die
Gehdauer
betrage aktuell ca.
eine
3/4 Stunde, danach bestünden Schmerzen und ein Schwächegefühl in den Beinen, so dass der Be
schwerdeführer
eine Pause
einlegen müsse. Ziel des stationären Aufenthalts sei
gewesen
,
neben einer Verbesserung der Beweglichkeit und der Kraftausdauer nach
Möglichkeit eine Schmerzreduktion zu erreichen.
Der stationäre Verlauf sei problemlos gewesen. Der Beschwerdeführer habe mo
ti
viert an den angebotenen Therapien teilgenommen und zusehends auch Übung
en
selbständig durchgeführt. Eine Instruktion für ein Heimprogramm sei erfolgt. Der
bei Eintritt und Austritt durchgeführte Back-Performance-Test habe keine
Be
fund
änderung
gezeigt (jeweils 8/15 Punkte) und somit eine mittel
schwere Ein
schränkung. Heben von Lasten sei max.
fünf
mal für 5 kg möglich gewesen. Es habe sich eine deutlich eingeschränkte
Ventralflexion
der Wirbel
säule mit FBA von 64 cm gezeigt. Die Laborkontrolle habe eine erhöhte Nüch
tern-Glukose ergeben, die regelmässigen Blutzuckerkontrollen im Tagesprofil hätten überwie
gend Werte im Normbereich gezeigt, sodass keine
Therapiean
passung
erfolgt
sei. Während des stationären Aufenthalts habe ein ausführliches Gespräch mit dem
Patienten und dessen Ehefrau sowie der Case-Managerin be
züglich des wei
teren Therapiebedarfs und der Arbeitsfähigkeit stattgefunden.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit legte die Klinik dar, der Beschwerdeführer sei bei
entsprechend angepasstem Arbeitsplatz (leichte Tätigkeit mit wechselnder Be
lastung, d.h. kein langes Stehen oder Sitzen für mehr als 60
Minuten
; kein Heben von Lasten über 5 kg; regelmässige Pausen, mindestens jede zweite Stunde für 15 Minuten) arbeitsfähig. Das Pensum sollte zunächst bei 50
%
an
gesetzt und im Verlauf weiter ausgebaut werden. Aus medizinisch-rheumatolo
gischer Sicht sollte eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bei angepasstem Arbeitsplatz möglich sein.
2.6
In ihrem Arztbericht vom 18. August 2010 führte die
Klinik C.___
aus, zwischenzeitlich sei der Beschwerdeführer vom 14. Juni bis 4. Juli 2011 in der
B.___
untergebracht gewesen. Laut dem
Beschwerde
führer seien
d
ie Schulterbeschwerden unter dem aktiven Therapieprogramm et
was zurückgegangen bei gleichbleibenden Rückenschmerzen. Es sei
ihm
emp
fohlen worden, weiterhin einem aktiven Trainingsprogramm nachzugehen. Die Beurteilung der Klinik
B.___
, wonach
sich
bei entsprechend angepasstem Ar
beitsplatz die derzeitige Arbeitsfähigkeit von 50
%
im Verlauf bis auf 100
%
ausbauen lasse
, werde unterstützt
(
Urk.
7/88/11-12)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Rentenentscheid auf das Gutachten von
Dr.
Y.___
vom 27. April bzw. 31. Mai 2011. Der Gutachter ging davon
aus, dass die angestammte Tätigkeit als Metallbauarbeiter grundsätzlich
lei
dens
adaptiert
sei und dass die im Zeitpunkt der Begutachtung festgestellte Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
noch bis Ende Juni 2011 als gültig anzu
sehen sei
. Anschliessend sei dem Beschwerdeführer etwa drei Monate Zeit zu ge
ben, um das Pensum auf 70
%
zu steigern.
Vorliegend beruht d
as
Gutach
ten
von
Dr.
Y.___
auf eigenständigen Abklärungen und ist für die streiti
gen Belange umfassend. Die medizinischen
Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt.
Zwar fällt zunächst auf, dass
Dr.
Y.___
gleichsam einen Vorbehalt unter seine Beurteilung machte, in
dem
er auf den (noch) nicht stabilisierten Zustand des Be
schwerdeführers hinwies.
Die zeitlich nach der Begutachtung ergangenen
ärztlichen Einschätzungen stütz
en jedoch hinreichend die optimistische gut
ach
terliche Prognose
.
So hatte die
B.___
nach dem stationären Auf
enthalt vom 14. Juni bis 4. Juli 2011 ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
festgestellt und dabei auch darauf hingewiesen, dass im Verlauf
gar
ein Ausbau bis auf 100
%
möglich sei (vgl. E. 2.5). Die Klinik
C.___
schloss sich dieser
Beurteilung am 18. August 2011 ausdrücklich an (vgl. E. 2.6). Die Tatsache, dass
die behandelnden
Ärzte
der
B.___
und der
C.___
im Juli bzw. August 201
1
von einer Steigerung der Arbeitsfä
higkeit bis auf 100
%
ausgingen, ist ein gewichtiges Indiz für die Zuverlässig
keit der Beurteilung von
Dr.
Y.___
, wonach per 1. Oktober 2011 eine 70
%
ige
Arbeitsfähigkeit an
zu
nehmen sei.
Im Übrigen hatte bereits das
Z.___
in seinem Gutachten vom 20.
De
zember 2011 die Arbeitsfähigkeit zum damaligen Zeitpunkt auf 50
%
ge
schätzt und dabei eine Steigerung auf 100
%
spätestens
nach sechs Monaten als zumutbar erachtet. Die Beurteilung von
Dr.
Y.___
macht somit deutlich,
dass sich die vom
Z.___
prognostisch ein
geschätzte volle Arbeitsfähigkeit per Juli
2011 offenbar nicht realisieren
liess
.
Die Fehlerhaftigkeit der Annahme einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ab Oktober 2011 ist damit aber nicht dargetan.
Einzig
Dr.
D.___
scheint davon auszugehen, dass sich das Arbeitspensum nicht mehr
steigern lasse, und attestiert
seit dem 29. März 2010 durchgehend bis auf
wei
teres
eine 50%ige
Arbeitsunfä
higkeit
, zuletzt im Bericht vom 18. Januar 201
2 (
Urk.
7/98). Die dauer
hafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
w
urde
jedoch
nie konkret
begründet und insbesondere findet
in den beiden neusten Be
richten vom 14. November 2011 (
Urk.
7/88) und 18. Januar 2012 auch
keine Auseinanderset
zung mit den
Beurteilungen
von
Dr.
Y.___
, der
B.____
und der
C.___
statt, welche wie erwähnt allesamt eine Stei
ge
rung der Arbeitsfähigkeit als zumutbar erachteten.
3.2
Zusammenfassend kommt dem Gutachten von
Dr.
Y.___
im vorliegenden Verfahren voller Beweiswert zu. In zeitlicher Hinsicht
hatte der RAD in seiner
Stellungnahme vom 8. Juni 2011 (
Urk.
7/101/5)
zutreffend ausgeführt, dass sei
tens
des Gutachters (auch auf Nachfrage hin) nicht beantwortet wurde, ab wann
die Beurteilung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ihre Gültigkeit hat. Mit
der Beu
r
teilung des RAD
ist deshalb der zeitliche Beginn auf das Datum der IV-Anmel
dung, konkret auf den 1. April 2010 festzusetzen. Die 50%
ige
Arbeitsun
fähig
keit ist bis zum 30. September 2011 als
massgebend
zu erachten, ab 1. Oktober 2011
ist
gemäss
den Angaben von
Dr.
Y.___
von einer 70%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Ob im Übrigen
darüber hinaus
gemäss
den Ein
schätzung
en
des RAD
vom 24. November 2011 (
Urk.
7/101/6)
per 1. Januar 2012 gar eine
100%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen ist, braucht nicht
ab
schliessend
beantwor
tet zu werden, wie sich aus den nachfolgenden Erwägun
gen (E.
4) er
gibt.
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Was das
Valideneinkommen
betrifft,
stellte
die Beschwerdegegnerin in der an
ge
fochtenen Verfügung
zutreffender
weise
auf die Angaben
des Arbeitgebers
im
Fragebogen vom 15. Juni 2010 (
Urk.
7/31)
ab, womit vorliegend
von
einem Be
trag
von Fr. 62‘400.-- auszugehen ist.
4.3
Hinsichtlich des Invalideneinkommens errechnete die Beschwerdegegnerin ge
stützt
auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamts f
ür Statistik
, hoch
gerechnet auf das Jahr 2010, einen Wert von Fr. 61‘667.10
(Ausgabe 2008, Ta
belle TA1, Zentralwert, Männer, Anforderungsniveau 4).
Nachdem
gemäss
Anga
ben
von
Dr.
Y.___
die vom Beschwerdeführer zuletzt über
mehrere
Jahre aus
geübte Arbeit als Metallbauarbeiter ihm grundsätzlich immer noch zumutbar ist, erscheint das
Heranziehen des
allgemeinen Hilfsarbeiterlohn
s
fraglich. Um
dem zumutbaren Resterwerbspotential des Beschwerdeführers ge
recht zu werden,
ist hier vielmehr – gleich wie beim
Valideneinkommen
- auf jenen (höheren) Verdienst abzustellen, welchen der Beschwerdeführer seit 2002 bei der
E.___
AG erzielte, somit auf den betreffenden Betrag von
Fr.
62‘400.--.
Da folglich zur
Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe
Vergleichs
grösse
he
rangezogen wird, kann nachstehend zur
Invaliditätsbemes
sung
ein
Pro
zent
vergleich
vorgenommen werden.
Im Übrigen ist
anzumerken, dass die
Beschwer
degegnerin
von einer Kürzung de
s
Invalideneinkommens in der Form eines
Lei
densabzugs
in vertretbarer Weise abgesehen hat.
4.4
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Rente bei Weg
fall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06
vom 20. November 2006 E. 3.3).
Dies führt vorliegend dazu, dass die Aufhebung der Rente erst auf den 1. Januar 2012
erfolgen darf.
4.5
Im Ergebnis
ist die angefochtene Verfügung
damit
insoweit zu korrigieren, als der Rentenbe
ginn bereits
auf den
1. Oktober 2010 und die Befristung auf den 31. Dezember 2011 festzusetzen ist.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des ge
setzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- fest
zusetzen und
zu Fr. 200.-- der Beschwerdegegnerin und zu Fr. 400.--
dem
Beschwerde
führer aufzuerlegen.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass di
e teilweise Gutheissung der Beschwerde in geringfügigem
Umfang, die auf
keinem
Vorbringen des Beschwerdeführers fusst, keine
Parteientschädigung
rechtfertigt
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 13. Juli 2012 da
hin
gehend abgeändert, als der Beschwerdeführer vom 1. Oktober 2010 bis
31.
Dezember 2011 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer zu Fr. 400.-- und der Beschwerdegegnerin zu Fr. 200.-- auferlegt. Rechnung und Einzah
lungs
schein werden den Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Helsana Rechtsschutz AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstGiger