# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c0200d6-a07b-5049-a084-84d4f16f2360
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240504-O1
**Docket/Reference:** SB240504-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240504-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240504-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

lic. iur. B. Amacker sowie der Gerichtsschreiber MLaw W. Dharshing

Urteil vom 26. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Fürsprecher lic. iur. X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 24. Juli 2024 

(DG240010)

-   2   -

Anklage

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Limmattal/Albis  vom  30.  April  2024 

(Urk. 34) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 70 S. 29 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

















des  gewerbsmässigen  Diebstahls  im  Sinne  von  Art.  139  Ziff. 1  i.V.m. Ziff.  2 
aStGB,

des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,

der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,

der qualifizierten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 
StGB,

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,

des mehrfachen Verweisungsbruchs im Sinne von Art. 291 StGB, 

der mehrfachen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG, 

des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b 
AIG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

261 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.

3.

4.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a i.V.m. Art. 66b StGB für 20 Jahre des 

Landes verwiesen. 

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet. 

6.

Die unter der Polis-Geschäfts-Nr. 79599443 sichergestellten Gegenstände werden 

eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur gut-

scheinenden Verwendung überlassen: 

-   3   -

–

–

Handwerkzeug Schraubenzieher (Asservaten-Nr. A014'675'344);

Handwerkzeug Schraubenzieher (Asservaten-Nr. A014'675'355).

7.

Der  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  der  Privatklägerin  2  (B._____  [Gesellschaft]) 

Fr. 1'750.– zu bezahlen.

8.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte anerkennungsgemäss der Privatklägerin 

3  (C._____)  und  dem  Privatkläger  4  (D._____)  aus  den  eingeklagten  Ereignissen 

(Dossier 5 und 6) dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs werden die Privatkläger 3 und 

4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Es  wird  festgestellt,  dass  der  Beschuldigte  anerkennungsgemäss  der  Privatkläge-

rin 1 (E._____), Privatklägerin 3 (C._____) und dem Privatkläger 5 (F._____) aus den 

eingeklagten  Ereignissen  (Dossier 5,  7  und  8)  dem  Grundsatz  nach  genugtuungs-

pflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs der Genugtuung werden die Pri-

vatkläger 1, 3 und 5 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

4'500.00;

  die weiteren Kosten betragen:

2'100.00

  Gebühr für das Vorverfahren,

7'060.95

  Auslagen der Polizei

11. Rechtsanwalt MLaw X2._____ wird für seine Aufwendungen als derzeitiger amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'096.– (inkl. Baraus-

lagen und 8.1 % Mehrwertsteuer) entschädigt.

12. Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ wird für seine Aufwendungen als vormaliger amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 2'445.– (inkl. Barausla-

gen  und  7.7  %  Mehrwertsteuer  auf  Fr.  1'487.40  bzw.  8.1 %  Mehrwertsteuer  auf 

Fr. 957.70) entschädigt.

13. Die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  gerichtlichen  Verfahrens,  ausgenommen 

diejenigen der derzeitigen und der vormaligen amtlichen Verteidigung, werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

-   4   -

14. Die Kosten der derzeitigen und der vormaligen amtlichen Verteidigung werden auf 

die  Gerichtskasse  genommen;  vorbehalten  bleibt  je  eine  Nachforderung  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

15.

(Mitteilungen)

16.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge

Der Verteidigung (Urk. 73 S. 2 f.; Urk. 87 S. 21):

1.

A._____  sei  zusätzlich  zum  gewerbsmässigen  Diebstahl,  zum  mehrfachen 

einfachen Diebstahl, zum mehrfachen Hausfriedensbruch und zu den mehrfachen 

einfachen Sachbeschädigungen auch betreffend Dossier 7 einzig wegen einer ein-

fachen Sachbeschädigung schuldig zu sprechen.

2.

A._____  sei  im  Weiteren  nur  wegen  mehrfachen  Verweisungsbruchs  und 

nicht wegen Verletzung von Art. 115 AIG zu bestrafen.

3.

4.

A._____ sei mit einer Strafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe zu belegen.

Die anzuordnende Landesverweisung sei auf 10 Jahre zu beschränken und 

auf eine Ausschreibung im SIS sei zu verzichten.

5.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  seien  vollumfänglich,  d.h.  inkl.  der 

Kosten der Verteidigung definitiv auf die Staatskasse zu nehmen.

-   5   -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefoch-

tenen Entscheid (Urk. 70 S. 4 E. I.). Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz am 

24.  Juli  2024  gemäss  dem  vorab  wiederholten  Urteilsdispositiv  schuldig  gespro-

chen und bestraft (a.a.O., S. 39 ff.). Innert Frist liess er Berufung anmelden und 

erklären (Urk. 63 und 73; vgl. dazu auch Urk. 69/2). Mit Verfügung vom 13. Novem-

ber  2024  ging  die  Berufungserklärung  an  die  Privatkläger  und  die  Staatsanwalt-

schaft  und  wurde  diesen  Frist  angesetzt,  um  zu  erklären,  ob  Anschlussberufung 

erhoben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 75). Mit Eingabe vom 18. November 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft 

die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Entscheids  und  verzichtete  auf  eine  An-

schlussberufung (Urk. 77). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen. Mit Ver-

fügung vom 21. Januar 2025 wurde auf entsprechendes Gesuch hin die amtliche 

Verteidigung ausgewechselt (Urk. 79 f.). Am 26. Mai 2025 fand die Berufungsver-

handlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Vertei-

digers Fürsprecher lic. iur. X1._____ erschienen ist (vgl. Prot. II S. 4).

2.

Umfang der Berufung

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffer 1 in Bezug auf al. 1, 2, 6, 7 und 8 sowie 

die Dispositiv-Ziffern 6-14 des vorinstanzlichen Urteils, in welchem Umfang dieses 

in  Rechtskraft  erwuchs,  was  mit  Beschluss  festzuhalten  ist.  Im  übrigen  Umfang 

steht der Entscheid zur Disposition. Es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 

Abs.  2  StPO).  Soweit  die  Verteidigung  im  Berufungsverfahren  eine  Überprüfung 

des vorinstanzlichen Schuldspruchs wegen Art. 115 AIG beantragt, ist dieser nicht 

Gegenstand des Berufungsverfahrens (vgl. Urk. 73). Die Anwendung von Art. 404 

Abs. 2  StPO  fällt  ausser  Betracht,  da  von  der  Bestimmung  nur  zurückhaltend 

Gebrauch  zu  machen  ist  (vgl.  Urteil  6B_492/2018  E. 2.3.)  und  eine  qualifiziert 

rechtswidrige Rechtsanwendung nicht ersichtlich ist.

-   6   -

3.

Prozessuales

Soweit  für  die  tatsächliche  und  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten  Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit  Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches  Gehör  die  Pflicht  des  Gerichts  folgt,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  muss  sich  nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen  und  diese  widerlegen.  Es  kann  sich  mithin  auf  die  für  den 

Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken.  Ein  unverhältnismässiger  Motivati-

onsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in  der  Weise  auslegen,  dass  eine  detaillierte  Antwort  auf  jedes  Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf und Ausgangslage

1.1. Die  heute  noch  zur  Diskussion  stehenden  Anklagepunkte  –  mehrfache 

(teilweise  qualifizierte)  Sachbeschädigung  und  mehrfacher  Hausfriedensbruch, 

begangen  im  Zusammenhang  mit  den  ansonsten  rechtskräftig  abgeurteilten 

(Einbruch)diebstählen gemäss Dossier 1-9 – ergeben sich im Detail aus der beige-

hefteten Anklageschrift (Urk. 34 S. 2 ff.), darauf kann verwiesen werden. 

1.2. Der Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt vollumfänglich anerkannt 

(vgl. Prot. I S. 15; Urk. 86 S. 7). Dieses Geständnis deckt sich – wie schon von der 

Vorinstanz richtig festgestellt (Urk. 70 S. 6 E. II.) – mit dem Untersuchungsergebnis, 

womit der eingeklagte Sachverhalt erstellt ist.

Was die mehrfache Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB gemäss 

Dossier 1-6, 8 und 9 betrifft, so wurde dieser Vorwurf vom Beschuldigten und seiner 

-   7   -

Verteidigung  vor  Vorinstanz  anerkannt  (Urk.  59  S.  1),  was  folgerichtig  zu  einem 

entsprechenden Schuldspruch durch die Vorinstanz führte (vgl. dazu Urk. 70 S. 8 

E.  III.3.).  Im  Berufungsverfahren  in  Frage  gestellt  wird  vom  Beschuldigten  und 

seiner  Verteidigung  in  Bezug  auf  Dossier  7  der  Vorwurf  der  (aufgrund  der 

Schadenshöhe)  qualifizierten  Sachbeschädigung  im  Sinne  Art.  144  Abs.  3  StGB 

(Urk. 59  S. 1  bzw.  Prot.  I  S.  23):  Wie  die  Verteidigung  dabei  zu  Recht  ausführt 

(Urk. 87  S. 5  f.),  ist  ein  Schaden  von  Fr. 10'000.–  nicht  ansatzweise  belegt.  Ein 

Schaden in dieser Höhe erscheint vorliegend gemäss der schlüssigen Berechnung 

der  Verteidigung  wenig  plausibel.  Es  ist  von  einem  Schaden  von  deutlich  unter 

Fr. 10'000.–  auszugehen,  weshalb  der  Beschuldigte  auch  betreffend  Dossier  7 

wegen einfacher Sachbeschädigung zu verurteilen ist. Sodann blieb vor Vorinstanz 

auch der Vorwurf des mehrfachen Hausfriedensbruchs in Bezug auf die Dossiers 1-

9  unbestritten  (Urk. 59  S.  1),  woraufhin  richtigerweise  auch  diesbezüglich  ein 

Schuldspruch erfolgte (vgl. dazu Urk. 70 S. 10 E. III.5.).

III. Strafpunkt

1.

Strafzumessung

1.1. Vorbemerkungen

1.1.1. Die  Vorinstanz  hat  grundsätzlich  richtige  Ausführungen  zum  anwendbaren 

Recht, zur Gesamtstrafenbildung, zur Strafart und zu den Strafzumessungsregeln 

gemacht (Urk. 70 S. 12-15 E. IV.2.-4.), diese können mit folgenden Korrekturen und 

Ergänzungen übernommen werden.

1.1.2. Was das anwendbare Recht betrifft, so ist die Begründung der Vorinstanz, 

wonach nach altem Recht eine Geldstrafe möglich war und deshalb dieses als lex 

mitior zur Anwendung gelange (Urk. 70 S. 12 E. IV.1.2., am Ende), bei Anwendung 

der  konkreten  Methode  zur  Bestimmung  der  lex  mitior  (a.a.O.,  E. IV.1.1.)  nicht 

zutreffend, zumal auch die Vorinstanz richtigerweise davon ausgeht, dass vorlie-

gend eine Gesamtfreiheitsstrafe zu bilden ist. Letzteres, da die zu sanktionierenden 

Einzeltaten  zeitlich  und  sachlich  eng  miteinander  verknüpft  sind  und  eine  blosse 

Geldstrafe  nicht  geeignet  ist,  in  genügendem  Mass  präventiv  auf  den  mehrmals 

-   8   -

vorbestraften  Beschuldigten  einzuwirken,  der  schon  früher  teilweise  einschlägig 

delinquierte  und  den  auch  erstandene  Gefängnisstrafen  nicht  davon  abhielten, 

weiter zu machen (vgl. dazu im Einzelnen Urk. 31/1 und 5-7 sowie Urk. 72). Dies 

gälte  auch,  wenn  man  für  die  Einzeltaten  separate  Strafen  festsetzen  würde 

(vgl. dazu  statt  Weiterer  auch  BGE  6B_244/2021  bzw.  6B_254/2021,  Urteil  vom 

17. April  2023,  E.  5.3.2.,  am  Ende,  mit  Verweisen).  Da  mithin  auch  nach  altem 

Recht  eine  Freiheitsstrafe  auszufällen  ist,  ist  dies  der  Grund,  weshalb  das  neue 

Recht nicht milder ist und damit nicht zur Anwendung gelangt.

1.1.3. Teilweise  ergänzend  und  rekapitulierend  ist  sodann  zu  den  Strafzu-

messungsregeln  festzuhalten,  was  folgt:  Hat  der  Täter  durch  eine  oder  mehrere 

Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so ver-

urteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie ange-

messen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als 

die  Hälfte  erhöhen.  Dabei  ist  es  an  das  gesetzliche  Höchstmass  der  Strafart 

gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung ist bei einer Mehrzahl von begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung 

der  angemessenen  Sanktion  nach  der  sogenannten  konkreten  Methode  vorzu-

gehen  und  in  diesem  Zusammenhang  grundsätzlich  für  jede  konkrete  Tat  die 

angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 

IV 217 ff.). Dabei ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen 

möglich, während ungleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere gleichar-

tige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jede einzelne Straftat 

eine  gleichartige  Strafe  ausfällt  bzw.  ausfällen  würde.  Nach  der  gesetzlichen 

Konzeption basiert die Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren selbständigen Einzel-

strafen,  was  voraussetzt,  dass  das  Gericht  zumindest  gedanklich  für  sämtliche 

begangenen Taten eine konkrete Strafe gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig 

lässt das Bundesgericht für bestimmte Konstellationen aber nach wie vor Ausnah-

men von der konkreten Methode zu, dies insbesondere dann, wenn verschiedene 

Delikte zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich 

nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteile des Bundes-

gerichts 6B_483/2016 vom 30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 

2017, E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Oberge-

-   9   -

richts  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom  10.  Januar  2019,  SB180398, 

E. III./4.).

1.2. Tatkomponente

1.2.1. Einsatzstrafe für den gewerbsmässigen Diebstahl (Dossiers 1-7)

Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang unter anderem, hinsichtlich der 

objektiven Tatschwere sei festzuhalten, dass der Beschuldigte über einen Zeitraum 

von knapp 4.5 Monaten sieben (teilweise versuchte) Diebstähle verübt und dabei 

einen Deliktserlös von rund Fr. 41'403.00 erbeutet habe. Die Intensität des delikti-

schen Tuns sei zusammen mit der Deliktsumme auch innerhalb des qualifizierten 

Tatbestands  der  Gewerbsmässigkeit  als  beträchtlich  einzustufen.  Das  Vorgehen 

wirke  spontan  und  wenig  professionell,  habe  aber  dennoch  zu  einem  massiven 

Schaden  geführt.  Die  Delinquenz  des  Beschuldigten  habe  eine  grosse  Anzahl 

Geschädigter betroffen, wobei er jeglichen Respekt gegenüber diesen bzw. deren 

Eigentum habe vermissen lassen. Die Verteidigung habe vorgebracht, der Beschul-

digte  sei  weder  planmässig  noch  raffiniert  vorgegangen  und  habe  die  Häuser 

zufällig ausgesucht, wobei er nach herumliegenden Steinen oder einem Flachwerk-

zeug  gegriffen  habe,  um  sich  Einlass  zu  verschaffen.  Dieses  nicht  raffinierte 

Vorgehen – so die Vorinstanz dazu – habe sehr wohl insofern eine gewisse Plan-

mässigkeit aufgewiesen, als der Beschuldigte letztlich doch einen Deliktserlös von 

über  Fr.  40'000.00  generiert  habe.  Das  objektive  Verschulden  sei  insgesamt  als 

noch leicht zu qualifizieren (Urk. 70 S. 15 f. E. IV.5.2., unter Hinweis auf die Akten). 

Diese Erwägungen können übernommen werden. Der Beschuldigte offenbarte eine 

erhebliche  kriminelle  Energie.  Er  brach  durchgehend  in  Einfamilienhäuser  und 

Wohnungen ein, womit er – viel mehr als beispielsweise bei unbewohnten Gewer-

beliegenschaften – in Kauf nahm, auf Menschen zu treffen, was schnell zu einer 

konfrontativen und damit gefährlichen Situation hätte führen können. Hinsichtlich 

der  subjektiven  Tatschwere  führte  die  Vorinstanz  aus,  der  Beschuldigte  habe 

direktvorsätzlich und aus rein finanziellen und somit egoistischen Beweggründen 

gehandelt.  Er  sei  ein  Kriminaltourist  ohne  jede  Beziehung  zur  Schweiz  und  nur 

hierhergereist,  um  Einbruchdiebstähle  zu  begehen.  Die  Verteidigung  mache 

geltend, es handle sich bei ihm nicht um den klassischen Kriminaltouristen, zumal 

-   10   -

er  aus  einer  existentiellen  Not  heraus  gehandelt  habe,  da  er  in  den  Herbst-  und 

Wintermonaten keine anderen Einkünfte gehabt und deshalb auch Bettwäsche und 

Schaf-Felle gestohlen habe. Der Beschuldigte – so die Vorinstanz – habe an der 

Hauptverhandlung ausgeführt, dass er bei den ersten Vorfällen unter Alkohol- und 

Drogeneinfluss gestanden habe und sich nicht erklären können, wieso er dies getan 

habe. Er habe indes – entgegen der Verteidigung – nicht aus reiner existentieller 

Not  heraus  gehandelt,  sondern  sich  dazu  entschieden,  statt  sich  eine  Arbeit  zu 

suchen, andere zu bestehlen. Die subjektive Tatschwere relativiere die objektive 

nicht (a.a.O., S. 16 E. IV.5.3., unter Hinweis auf die Akten). Diese Ausführungen 

können ebenfalls übernommen werden. Auch mit Blick auf seine Vorstrafensitua-

tion (vgl. dazu nachfolgend unter E. III.1.3.) besteht kein Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte  dem  klassischen  Typus  des  Kriminaltouristen  entspricht.  Eine  das 

Tatverschulden  relativierende  Einschränkung  der  Schuldfähigkeit  kann  ihm  trotz 

des  geltend  gemachten  Alkohol-  bzw.  Drogeneinflusses  in  einigen  Fällen  nicht 

attestiert werden. Die von der Vorinstanz festgesetzte Einsatzstrafe von 20 Mona-

ten Freiheitsstrafe ist zu bestätigen. 

1.2.2. Asperation aufgrund des mehrfachen Diebstahls (Dossier 8 und 9)

Die Vorinstanz hielt zum objektiven Tatverschulden fest, bei Dossier 8 handle es 

sich um einen geringen Deliktsbetrag [Fr. 145.00], wobei der Beschuldigte auf einen 

möglichst hohen aus gewesen sei. Bei Dossier 9 hingegen handle es sich um einen 

hohen  Deliktsbetrag  von  Fr.  21'030.00.  Wiederum  habe  der  Beschuldigte 

Eigentumsrechte  verletzt.  Der  Beschuldigte  sei  nicht  sehr  planmässig  vorgegan-

gen, die Auswahl der Objekte sei zufällig erfolgt. Die objektive Tatschwere wiege 

leicht. In subjektiver Hinsicht sei zu bemerken, dass der Beschuldigte direktvorsätz-

lich und aus egoistischen, nämlich ausschliesslich finanziellen Motiven gehandelt 

habe. Die subjektive Tatschwere wiege gerade noch leicht (Urk. 70 S. 17 E. IV.6.). 

Diese Ausführungen können ebenfalls übernommen werden. Ergänzend ist dazu 

festzuhalten,  dass  das  vorne  unter  E. III.1.2.1.  Erwogene  mutatis  mutandis  auch 

hier gilt, unter anderem dass der Beschuldigte als Kriminaltourist eine erhebliche 

kriminelle Energie offenbarte. Asperierend erhöhte die Vorinstanz die Einsatzstrafe 

um 6 Monate (Dossier 8: 1 Monat und Dossier 9: 5 Monate), was angemessen ist. 

-   11   -

1.2.3. Asperation  aufgrund  der  mehrfachen  Sachbeschädigung  und  des  mehr-

fachen Hausfriedensbruchs

1.2.3.1. Eingangs führte die Vorinstanz aus, die zu beurteilende mehrfache Sach-

beschädigung  sowie  der  mehrfache  Hausfriedensbruch  stünden  in  einem  sehr 

engen Zusammenhang mit den bereits beurteilten Delikten, da diese lediglich einen 

Schritt auf dem Weg zu den (versuchten) Diebstählen dargestellt hätten, weshalb 

die dort gemachten Überlegungen grundsätzlich auch für die folgenden Ausführun-

gen gälten (Urk. 70 S. 17 E. IV.7.), was zutrifft.

1.2.3.2. Bezüglich der objektiven Tatschwere hielt die Vorinstanz zur mehrfachen 

Sachbeschädigung  fest,  der  vom  Beschuldigten  verursachte  Sachschaden  sei 

beträchtlich. Er sei rücksichtslos und teilweise unter massiver Gewaltanwendung 

vorgegangen, um sich Zugang zu den Räumlichkeiten und den sich darin befind-

lichen Wertgegenständen zu verschaffen. Für die neun einzelnen Sachbeschädi-

gungen (Dossier 1-9) rechtfertigten sich hypothetische Einzelstrafen im Bereich von 

9 Monaten  (Urk. 70  S.  18  E.  IV.8.).  Diese  Ausführungen  können  übernommen 

werden und im Resultat ist es angemessen, asperierend eine Straferhöhung um 

weitere 8 Monate vorzunehmen.

1.2.3.3. Hinsichtlich  der  objektiven  Tatschwere  hielt  die  Vorinstanz  zum  mehr-

fachen Hausfriedensbruch unter anderem fest, der Beschuldigte habe durchwegs 

bewohnte Einfamilienhäuser oder Wohnungen und nicht etwa Geschäftsräumlich-

keiten unbefugt betreten, was von einer erheblichen kriminellen Energie und der 

Geringschätzung der Privatsphäre Dritter zeuge und straferhöhend zu berücksich-

tigen sei. So hinterlasse ein gewaltsames Eindringen in das Zuhause der Bewohner 

oft auch über lange Zeit ein Gefühl der Verunsicherung oder Angst und führe zum 

Verlust des Sicherheitsgefühls. Der Beschuldigte sei insgesamt neun Mal gewalt-

sam in Wohnräumlichkeiten eingedrungen, was mit einer Einsatzstrafe im Bereich 

von 12 Monaten zu bestrafen sei und asperierend zu einer Straferhöhung von acht 

Monaten führe (Urk. 70 S. 18 f. E. IV.9). Auch diese Überlegungen können grund-

sätzlich  übernommen  werden.  Allerdings  ist  die  Einsatzstrafe  bei  12  Monaten 

festzusetzen und die Strafe asperierend um 9 Monate zu erhöhen. 

-   12   -

1.2.4. Asperation aufgrund des Verweisungsbruchs (Dossier 10)

Zur objektiven Tatschwere führte die Vorinstanz unter anderem aus, der Beschul-

digte habe gerade einmal 10 Monate nach der per 21. Oktober 2019 für acht Jahre 

ausgesprochene  Landesverweisung  dagegen  verstossen.  Dies  nicht  aus  "ehren-

werten Gründen", um etwa seine eigenen Kinder zu besuchen, sondern einzig und 

allein deshalb, um in der Schweiz erneut zu delinquieren. Bis zur Verhaftung sei er 

mehrmals für einige Monate bzw. Tage in der Schweiz gewesen, habe mithin mehr-

fachen Verweisungsbruch begangen. In subjektiver Hinsicht sei zu beachten, dass 

der Beschuldigte vorsätzlich und aus rein egoistischen Beweggründen gehandelt 

habe,  was  das  objektive  Verschulden  nicht  relativiere.  Dies  rechtfertige  eine 

Freiheitsstrafe von 14 Monaten, was asperierend zu einer Erhöhung der Einsatz-

strafe um weitere 10 Monate führe (Urk. 70 S. 19 E. IV.10.). Diese Überlegungen 

sind zu übernehmen.

1.2.5. Asperation aufgrund des rechtswidrigen Aufenthalts und rechtswidrige Ein-

reise (Dossier 10)

Bezüglich der objektiven Tatschwere hielt die Vorinstanz fest, strafschärfend [recte: 

straferhöhend]  sei  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschuldigte  während  einer 

Zeitspanne von drei Jahren dreimal rechtswidrig, d.h. trotz bestehendem Einreise-

verbot,  in  die  Schweiz  eingereist  sei  und  sich  hier  aufgehalten  habe,  um  zu 

delinquieren. In subjektiver Hinsicht falle in Betracht, dass er vorsätzlich gehandelt 

und  gewusst  habe,  dass  er  nicht  in  die  Schweiz  einreisen  und  sich  nicht  hier 

aufhalten durfte. Dafür setzte die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von sechs Mona-

ten fest und erhöhte die Einsatzstrafe asperierend um vier Monate Freiheitsstrafe 

(Urk. 70 S. 19 f. E. IV.11.). Aufgrund der starken Überschneidung der betroffenen 

Rechtsgüter  erweist  sich  in  zweiter  Instanz  eine  geringfügigere  Asperation  um 

2 Monate als angemessen, wobei aber nochmals erwähnt sei, dass der Beschul-

digte einzig in die Schweiz einreiste, um zu delinquieren.

-   13   -

1.3. Täterkomponente

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur Täterkomponente kann ver-

wiesen  werden  (Urk. 70  S.  20  f.  E.  IV.12.1.).  Die  persönlichen  Verhältnisse  des 

Beschuldigten präsentieren sich im Berufungsverfahren unverändert (vgl. Urk. 86 

S. 1 ff.). Aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten lassen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten. Gleiches gilt 

für  sein  Nachtatverhalten.  Der  Beschuldigte  weist  diverse,  teils  einschlägige 

Vorstrafe auf (Urk. 31/1 und 5-7 sowie Urk. 72), was die Vorinstanz straferhöhend 

berücksichtigte, wobei sie die für die Tatkomponente eingesetzte Einsatzstrafe um 

weitere  11  Monate  erhöhte,  was  zu  übernehmen  ist.  Der  Beschuldigte  reichte 

anlässlich der Berufungsverhandlung unter anderem Zahlungsbelege von Spenden 

an G._____ [Stiftung] und das H._____ [Stiftung] sowie einen Brief betreffend die 

Kontaktaufnahme  mit 

der  Organisation 

"I._____ 

[Stiftung]" 

ein 

(vgl. Urk. 88/2+88/5). Geständnis, Reue und Nachtatverhalten ist in zweiter Instanz 

mit einer Strafreduktion von 22 Monaten Rechnung zu tragen (vgl. Urk. 70 S. 21 f. 

E. IV.12.3.).  Entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  ist  im  Umstand,  dass  der 

Beschuldigte  mit  8  Jahren  begann  Süssigkeiten  zu  verkaufen  und  mit  10,  in  der 

Kalkherstellung und Fellverarbeitung zu arbeiten (vgl. Urk. 86 S. 6), kein strafzu-

messungsrelevanter Aspekt zu sehen, der seine spätere Delinquenz in einem an-

deren Licht erscheinen lassen würde.

1.4. Ergebnis

In Würdigung aller für die Strafzumessung relevanten Umstände ist der Beschul-

digte mit einer Freiheitsstrafe von 44 Monaten zu bestrafen. 567 Tage erstandene 

Haft bzw. vorzeitiger Strafvollzug sind anzurechnen.

2.

Vollzug

Hinsichtlich  des  Vollzugs  der  auszufällenden  Strafe  kann  auf  die  zutreffenden 

vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 70 S. 22 E. V.).

-   14   -

IV. Landesverweisung und Ausschreibung im SIS

1.

Landesverweisung

1.1. Die  Anordnung  einer  Landesverweisung  stand  bereits  vor  Vorinstanz  nicht 

mehr zur Diskussion (Urk. 59 S. 11 sowie dazu Urk. 70 S. 23 E. VI.). Diesbezüglich 

kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Zur Diskussion steht 

heute noch die anzuordnende Dauer der Landesverweisung, wobei der Beschul-

digte  –  wie  schon  vor  Vorinstanz  (Urk. 59  S.  11)  –  eine  Beschränkung  auf  zehn 

Jahre verlangt (Urk. 73 S. 2 und Urk. 87 S. 19 ff.).

1.2. Begeht  jemand,  nachdem  gegen  ihn  eine  Landesverweisung  angeordnet 

worden  ist,  eine  neue  Straftat,  welche  die  Voraussetzungen  für  eine  Landesver-

weisung nach Artikel 66a erfüllt, so ist die neue Landesverweisung auf 20 Jahre 

auszusprechen (Art. 66b Abs. 1 StGB). Die Landesverweisung kann auf Lebenszeit 

ausgesprochen werden, wenn der Verurteilte die neue Tat begeht, solange die für 

die  frühere  Tat  ausgesprochene  Landesverweisung  noch  wirksam  ist  (Art. 66b 

Abs. 2  StGB).  Art.  66b  regelt  die  Konstellation  des  Rückfalltäters  (sog.  Wieder-

holungsfall) und konkretisiert BV Art. 121 Abs. 5 Satz 2 (vgl. Botschaft, BBl 2013 

6031). Im Sinne der Verfassungsbestimmung sind einmal mit einer Landesverwei-

sung sanktionierte Täter, die nichtsdestotrotz wieder in der Schweiz delinquieren 

und  dabei  eine  Katalogtat  erfüllen,  zwingend  mit  einer  mindestens  20-jährigen 

Landesverweisung zu belegen (vgl. dazu statt Weitere OFK, HEIMGARTNER, N 1 zu 

Art. 66b StGB).

1.3. Der Beschuldigte wurde mit rechtskräftigem Entscheid des Tribunal de Police 

Lausanne vom 21. Oktober 2019 für acht Jahre des Landes verwiesen, worauf er 

am 19. Dezember 2019 ausgeschafft wurde (Urk. 31/1). Ab dem 3. Oktober 2020 

startete  er  in  der  Schweiz  die  heute  abzuurteilenden,  teilweise  gewerbsmässig 

begangenen  Einbruchdiebstähle.  Die  neuen  Katalogtaten  im  Sinne  von  Art. 66b 

Abs. 1 StGB beging der Beschuldigte während der vom Tribunal de Police de Lau-

sanne verhängten und noch laufenden Landesverweisung. Damit ist in Anwendung 

von Art. 66b Abs. 2 StGB die neue Landesverweisung auf 20 Jahre auszusprechen. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 87 S. 19) erscheint die Dauer der nun-

-   15   -

mehr zweiten Landesverweisung angesichts des schwachen Bezugs des Beschul-

digten zur Schweiz nicht unverhältnismässig.

2.

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS)

2.1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Ausschreibung einer Landes-

verweisung  im  Schengener  Informationssystem  (SIS)  zutreffend  dargestellt 

(Urk. 70 S. 24 f. E. VII.3.), darauf kann verwiesen werden.

2.2. Beim Beschuldigten, einem Albaner, handelt es sich um einen Drittstaatsan-

gehörigen.  Er  ist  unter  anderem  des  gewerbsmässigen  Diebstahls  schuldig  zu 

sprechen, wofür das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vorsieht. 

Konkret wird der Beschuldigte mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe in der Höhe 

von 44 Monaten sanktioniert, was deutlich über einem Jahr liegt. Selbstredend kann 

nicht mehr von Bagatelldelinquenz die Rede sein. Die Schwere des Verschuldens 

sowie die Vorstrafen sprechen für eine deutliche Beeinträchtigung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung, weshalb eine Ausschreibung im SIS verhältnismässig ist. 

Auch Art. 8 EMRK steht dem nicht entgegen: Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte 

an,  er  habe  zur  Zeit  keinen  Kontakt  zu  seinen  beiden  in  Frankreich  lebenden 

Söhnen, die bei seiner Ehefrau seien,  mit der  er sich in einem laufenden Schei-

dungsverfahren  befinde  (vgl.  dazu  Urk.  70  S.  20  E.  IV.12.1.,  Prot.  I  S. 10  f.  und 

Urk. 86 S. 4 f.). Dementsprechend ist die Ausschreibung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) anzuordnen.

V. Kostenfolgen

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahrens  beträgt  Fr. 3'600.–.  Die  Kosten 

des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 

oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Der Beschuldigte erreicht mit seiner Berufung eine etwas tiefere Strafe, wobei es 

sich  allerdings  um  einen  wohlwollenden  Ermessensentscheid  handelt,  der  keine 

Reduktion der Kostenauflage rechtfertigt, weshalb ihm die Kosten des Berufungs-

verfahrens gleichwohl vollumfänglich aufzuerlegen sind. Die Kosten der amtlichen 

-   16   -

Verteidigung  des  Beschuldigten  sind  einstweilen  und  unter  Vorbehalt  der  Nach-

zahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Der amtliche Verteidiger Fürsprecher lic. iur. X1._____ reichte im Zusammenhang 

mit seinen Aufwendungen im Berufungsverfahren seine Honorarnote über ein Total 

von  Fr.  6'240.04  ein  (Urk. 89).  Das  ist  angemessen,  weshalb  er  – zuzüglich  der 

Aufwendungen für die Berufungsverhandlung – mit Fr. 7'250.– (inkl. MwSt.) zu ent-

schädigen  ist.  Der  vormalige  amtliche  Verteidiger  Rechtsanwalt  MLaw  X2._____ 

wurde bereits mit Fr. 3'401.91 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 24. Juli 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 
i.V.m. Ziff. 2 aStGB,

des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,

(…),

(…),

(…),

des mehrfachen Verweisungsbruchs im Sinne von Art. 291 StGB, 

der mehrfachen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. 
a AIG, 

des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 
Abs. 1 lit. b AIG.

















2.

3.

4.

5.

(…)

(…)

(…)

(…)

-   17   -

6.

Die unter der Polis-Geschäfts-Nr. 79599443 sichergestellten Gegenstände 

werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils zur gutscheinenden Verwendung überlassen: 

–

–

Handwerkzeug Schraubenzieher (Asservaten-Nr. A014'675'344);

Handwerkzeug Schraubenzieher (Asservaten-Nr. A014'675'355).

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (B._____ [Gesell-

schaft]) Fr. 1'750.– zu bezahlen.

8.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte anerkennungsgemäss der Privat-

klägerin 3 (C._____) und dem Privatkläger 4 (D._____) aus den eingeklagten 

Ereignissen (Dossier 5 und 6) dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruchs werden 

die Privatkläger 3 und 4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte anerkennungsgemäss der Privat-

klägerin 1 (E._____), Privatklägerin 3 (C._____) und dem Privatkläger 5 

(F._____) aus den eingeklagten Ereignissen (Dossier 5, 7 und 8) dem Grund-

satz nach genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs 

der Genugtuung werden die Privatkläger 1, 3 und 5 auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

F

F

F

4'500.00;

2'100.00

7'060.95

r
.
r
.
r
.

  die weiteren Kosten betragen:

  Gebühr für das Vorverfahren,

  Auslagen der Polizei

11. Rechtsanwalt MLaw X2._____ wird für seine Aufwendungen als derzeitiger 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 11'096.– (inkl. Barauslagen und 8.1 % Mehrwertsteuer) entschädigt.

12. Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ wird für seine Aufwendungen als vormaliger 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 2'445.– 

(inkl. Barauslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer auf Fr. 1'487.40 bzw. 8.1 % 

Mehrwertsteuer auf Fr. 957.70) entschädigt.

-   18   -

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der derzeitigen und der vormaligen amtlichen Verteidigung, 

werden dem Beschuldigten auferlegt.

14. Die Kosten der derzeitigen und der vormaligen amtlichen Verteidigung wer-

den auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt je eine Nachforde-

rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15.

(Mitteilungen)

16.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil und 

an die Privatkläger 1-5 im Auszug. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist zudem schuldig





der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 
StGB,

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 44 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 567 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug 

erstanden sind.

3.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a i.V.m. Art. 66b StGB für 

20 Jahre des Landes verwiesen. 

4.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird angeordnet. 

-   19   -

5.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'401.91   amtliche Verteidigung RA X2._____ (inkl. 8,1% MWSt)

7'250.–

  amtliche Verteidigung Frsp. X1._____ (inkl. 8,1% 
MWSt)

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

-   20   -

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 26. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw W. Dharshing