# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8aceca0-e88f-5d04-a41e-6570ef0a39f6
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.10.2022 I 2022 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2022-19_2022-10-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2022 19

Entscheid vom 17. Oktober 2022 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
lic.iur. Prisca Reichlin Brügger, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

C.________,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Unfallkausalität; Rente und 
Integritätsentschädigung)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 19__) war als Kriminalanalytiker bei der D.________ an-
gestellt und dadurch bei der E.________ AG obligatorisch unfallversichert, als er 
am 9. September 2015 morgens auf dem Weg zur Arbeit mit dem Motorrad ver-
unfallte, indem beim Vorbeifahren an einem Abbruchobjekt / einer Abbruchbau-
stelle in T.________ eine Mauer gegen und auf die Hauptstrasse stürzte, 
A.________ traf und zu Fall brachte (vgl. Schadenmeldung Vi-act. 4; Polizeirap-
port, Vi-act. 504). A.________ erlitt dabei mehrfache Verletzungen (Operations-
bericht vom 17.9.2015, Vi-act. 5). Per 1. Januar 2021 hat die U.________ AG 
von der E.________ AG das UVG-Portfolio übernommen (vgl. angefocht. Ein-
spracheentscheid Erw. A1.1; Vi-act. 477, 489). 

B. Ab dem 26. September 2016 war A.________ aus orthopädischer Sicht 
wieder zu 100% arbeitsfähig, worauf er die Arbeit versuchsweise zu 100% auf-
nahm (Vi-act 184, 186, 188). Ab dem 20. Oktober 2016 schrieb der behandelnde 
Psychiater A.________ zu 50% aus psychischen Gründen arbeitsunfähig, ab 
dem 7. November 2016 zu 40% und ab dem 20. Februar 2017 noch zu 30% (Vi-
act. 190, 195, 196, 201, 213, 215). Infolge Arthroskopie am rechten Handgelenk 
vom 23. Januar 2017 war er zudem ab Eingriff bis 12. Februar 2017 erneut 100% 
arbeitsunfähig (Vi-act. 224). Ab dem 20. Februar 2017 bestand aus psychischen 
Gründen weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 30% (Vi-act. 215, 238, 244, 247, 
274). Ab dem 1. Juli 2017 attestierte der behandelnde Psychiater neuerlich eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit (Vi-act. 282), später jedoch korrigiert auf wieder-
um 30% AUF (Vi-act 309, 335, vgl. Zusammenfassung Vi-act. 474). Im August 
2017 wurde A.________ per 30. September 2017 vorzeitig pensioniert (Vi-act. 
340).

C. Am 3. August 2017 erfolgte eine orthopädische kreisärztliche Abschluss-
untersuchung (Vi-act. 326), am 5. September 2017 die versicherungspsychiatri-
sche Untersuchung durch den Konsiliarpsychiater (Vi-act. 348). Am 7. Februar 
2018 erfolgte eine neurologische Beurteilung (Vi-act. 395). Weitere Abklärungen 
erfolgten wegen Kniebeschwerden sowie die Urologie betreffenden Beschwerden 
(Vi-act. 391, 401, 403).

D. Die E.________ AG verfügte am 4. April 2018 den Fallabschluss unter Ent-
richtung des Taggeldes bis 30. April 2018. Wegen dauerhafter Einschränkung an 
der rechten Hand wurde A.________ eine Integritätsentschädigung bei einer 
Einbusse von 20% zugesprochen. Da gemäss ärztlicher Beurteilung die ange-
stammte Tätigkeit im Innendienst der D.________ aufgrund der unfallbedingten 

3

Einschränkungen wieder ganztägig ohne Einschränkungen zumutbar sei, wurde 
ein Rentenanspruch verneint (Vi-act. 408). 

E. Am 6. April 2018 erhob A.________ Einsprache und beantragte die weitere 
Ausrichtung des Taggeldes, eine ganze Rente sowie eine Integritätsentschädi-
gung von 70% (Vi-act. 410, 416, 420). 

F. In Gewährung des rechtlichen Gehörs erging am 30. August 2019 der Auf-
trag für eine interdisziplinäre Begutachtung (Rheumatologie, Orthopädie, Psych-
iatrie, Urologie und Pneumologie) an die MEDAS Zentralschweiz (Vi-act. 453). 
Am 17. Januar 2020 wurde das Gutachten erstattet (Vi-act. 458). Am 17. Februar 
2020 und am 3. März 2020 stellte der Rechtsvertreters von A.________ Ergän-
zungsfragen (Vi-act. 462, 464), welche der MEDAS unterbreitet und von dieser 
am 15. Juni 2020 beantwortet wurden (Vi-act. 467, 469).

G. Mit Einspracheentscheid vom 15. Februar 2022 wies die U.________ AG 
die Einsprache ab (Vi-act. 493).

H. Am 14. März 2022 lässt A.________ gegen den Einspracheentscheid beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit 
den Anträgen:

1. Der Einspracheentscheid vom 15. Februar 2022 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer eine ganze Rente und 
eine Integritätsentschädigung von 70% auszurichten.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten 
der Beschwerdegegnerin.

I. Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2022 beantragt die Vorinstanz:

1. Die Beschwerde sei abzuweisen,

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.

J. Mit Replik vom 30. Mai 2022 resp. Duplik vom 5. Juli 2022 resp. Triplik vom 
7. Juli 2022 halten die Parteien je an ihren Anträgen fest. Am 20. Juli 2022 er-
sucht der instruierende Richter die Vorinstanz um Einreichung fehlender Akten 
und/oder Bestätigung der Aktenvollständigkeit. Am 25. Juli 2022 werden weitere 
Akten eingereicht und die Vollständigkeit bestätigt.

4

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Der Beschwerdeführer erlitt auf dem Weg zur Arbeit am 9. September 2015 
einen Unfall, dessen Sachverhalt im Polizeirapport vom 17. November 2015 wie 
folgt beschrieben ist (Vi-act. 504):

A.________ fuhr mit dem Motorrad, SZ (…) auf der Hauptstrasse von V.________ 
Richtung W.________. Er befand sich auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz. Im 
Dorf T.________, wurde er während der Vorbeifahrt an einem Abbruch-Objekt von 
einer umstürzenden Backsteinwand sowie der Bauabschrankung getroffen und zu 
Boden geworfen. Das Material stammte vom Rückbau des Rest. X.________ di-
rekt am rechtsseitigen Strassenrand. Dort waren zur kritischen Zeit die letzten 
Baggerarbeiten am Abbruch-Objekt im Gang. Das Opfer hatte keine Möglichkeit für 
eine Reaktion, sei es Ausweichen oder Bremsen.

1.2 Der Beschwerdeführer wurde von Passanten, namentlich einem sich auf 
dem Arbeitsweg befindlichen Rettungssanitäter erstversorgt, bevor der Ret-
tungsdienst vor Ort eintraf und der Beschwerdeführer durch die Rega ins Kan-
tonsspital Luzern überführt wurde, wo er bis 10. Oktober 2015 hospitalisiert war. 
Im Austrittsbericht (ohne Datum) werden folgende Diagnosen aufgelistet (Vi-act. 
40):

Diagnosen 
1. Polytrauma als Motorradfahrer bei Mauereinsturz am 09.09.2015 mit/bei: 

- Traumatischer Milzruptur und aktiver Blutung 
- Rippenserienfraktur links 4-9 
- Lungenkontusionen bds, linksbetont 
- Kleiner Pneumothorax links 
- Distale, mehrfragmentäre, intraartikuläre Radiusfraktur rechts 
- Akromionfraktur links, undisloziert 
- Scapulafraktur links 
- Metacarpale IV Köpfchenfraktur links 

2. Diabetes mellitus 
3. Osteoporose 
4. Katarakt linkes Auge 
5. Allergien Azithromycin, Penicillin, Ciproxin, Metronidazol, Mefanaminsäure 
6. Komplikationen: 

- Aspirationspneumonie 17./18.9.2015 
- Harnwegsinfekt am 7.10.2015 
- Akute posttraumatische Belastungsstörung 
- Mangelernährung 

An Therapien erbrachte das Luzerner Kantonsspital:

Therapien 
1. lnterventionelles Coiling der Milzarterie am 09.09.2015 
2. Geschlossene Reposition Radiusfraktur und Ruhigstellung im gespaltenen Un-

terarmgips 09.09.2015 
3. Einlage einer tunnelierter PDK thorakal 09.09.2015 
4. K-Drahtosteosynthese Metacarpalefraktur links am 17.09.2015, […]

5

5. Offen Reposition und Doppelplattenosteosynthese rechter distaler Radius von 
volar und dorsal am17.09.2015, […]

6. lntensivmedizinische Therapie vom 09.09.- 10.09.2015 und 20.09. - 26.09.2015 
7. Antibiotische Therapie: Tazobac von 18.9.15 - 24.09.2015, Co Amoxy mepha 

ab 5.10.2015 
8. Parenterale Ernährung sowie über Magensonde, Ernährungsberatung 
9. Umstellung der antidiabetischen Therapie auf Diamicron 
10.Mobilisation mit Analgesie 
11.Therapie eines Mund-/Rachensoors mit Amphomoronal und Diflucan 19.9. bis 

6.10.2015 
12.Beginn einer Therapie mit Dipiperon bei Belastungsreaktion 

Zum notfallmässigen Spitaleintritt hält der Austrittsbericht was folgt fest:

Jetzige Leiden 
Zuweisung durch den Rettungsdienst über den Schockraum. Der Patient berichtet, 
dass er als Motorradfahrer in einer Autokolonne fuhr. Bei einer Baustelle sei eine 
Mauer eingerissen worden, welche ihn traf. Er habe Dyspnoe gehabt und Schmer-
zen in der linke Schulter und der rechten Handgelenk. Keine Bewusstlosigkeit. Hat 
Helm getragen. 

Fokussierter Status 
__-jähriger Patient in vermindertem Allgemeinzustand, wach, orientiert, GCS 15. 
Wird mit Stiffneck, Beckengurt und auf Vacuummatratze immobilisiert gebracht. 

A: Spontan atmend ohne hörbaren Stridor. Atemwege klinisch frei. 
B: SO2 von 90% mit 10l O2 über Reservoirmaske 
C: Kreislaufstabile Verhältnisse (BD 120/81, P 73/min), Hb 114g/l. Keine aktiven 

äusserlichen Blutungen. FAST-Sonographie: Milz nicht sicher beurteilbar 
D: GCS 14 (E4, M6, V4), Pupillen rund/mittelweit/isokor, prompt direkt und kon-

sensuell Lichtreagibel. Sensibilität an allen Extremitäten symmetrisch normal. 
Motorik zu Beginn nicht geprüft. 

E: initial warm bis in die Peripherie. 

Kopf: Keine äusseren Verletzungen. Kalotten klopfindolent. Gesichtsschädel palpa-
torisch stabil und indolent. Kein Hinweis auf Rhino-/Otoliquorrhoe. 
Hals: im harten Halskragen. 
Thorax: Klinisch Thoraxkompressionsschmerz links und über Sternum. AG über al-
len LF auskultierbar. 
Wirbelsäule: BWS, LWS und Sakrum indolent. 
Abdomen: weich, Druckdolenz linker Oberbauch. 
Becken: Fixiert im Beckengurt. 
Extremitäten: Druckdolenzen über Scapula links. Schulter links schmerzbedingt 
nicht beweglich. 
Druckdolenz über distalem Radius rechts. Restliche Extremitäten ohne Kontusi-
onsmarken oder Druckdolenzen. Sensibilität allseits intakt. Grobneurologisch un-
auffällig. 

1.3 Am 10. September 2015 konnte der Beschwerdeführer auf die Betten-
station verlegt werden und am 10. Oktober 2015 wurde er zur stationären musku-
loskelettalen Rehabilitation bis 30. Oktober 2015 in die Klinik F.________ über-
führt (Vi-act. 31). 

6

1.4 Am 2. Mai 2016 startete der Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch mit 
drei Halbtagen pro Woche, wobei er von Schiessübungen, welche er mit seiner 
verletzten Hand nicht durchführen könne, dispensiert wurde (Vi-act. 106). Der 
Arbeitsversuch gestaltete sich aus Sicht Arbeitgeber erfreulich (Vi-act. 114, 152). 
Demgegenüber zeigte sich der Beschwerdeführer am 18. Mai 2016 nicht erfreut. 
Er sehe nur die Beschwerden und Probleme, welche er wegen des Unfalls habe; 
er habe nicht mehr viel Geduld. Auch stresse ihn vor allem, dass er seiner Frau 
und der Familie nicht mehr so wie früher helfen könne, er sei einfach nicht fit. 
Den Vorschlag der Versicherung, einen Psychologen in Anspruch zu nehmen, 
lehnte der Beschwerdeführer ab, er habe kein Vertrauen zu Psychologen (Vi-act. 
116). 

1.5 Am 10. Juni 2016 erfolgte eine Arthroskopie der linken Schulter (gemäss 
Bericht fälschlicherweise rechte Schulter, Vi-act. 128) bei Diagnose SLAP-Läsion 
Grad II, Tendinose der langen Bizepssehne und partielle Unterflächen Ruptur der 
Suprapinatussehne nach Polytrauma mit Scapulafraktur. Der Beschwerdeführer 
war dadurch erneut 100% arbeitsunfähig.

1.6 Am 10. August 2016 informiert der Beschwerdeführer die Versicherung, 
dass er am 10. August 2016 ein Erstgespräch bei einem Psychologen [recte 
Psychiater] habe (Vi-act. 155). 

1.7 In der Orthopädie-Sprechstunde vom 22. August 2016 zeigte sich ein er-
freulicher Verlauf mit guter Patientenzufriedenheit, so dass die berufliche Re-
integration aus orthopädischer Sicht gestartet werden konnte (50% AUF ab 
29.8.2016; Vi-act. 159). 

1.8 Nachdem der Beschwerdeführer vom 10. bis 25. September 2016 eine Mo-
torradtour in den USA absolvierte, nahm er die Arbeit am 26. September 2016 
wieder zu 100% auf (Vi-act. 162; vgl. zur geplanten Tour auch Vi-act. 175, 163, 
165, 171, 182). Nach der Verlaufskontrolle vom 17. Oktober 2016 berichtete der 
behandelnde Orthopäde Dr.med. G.________ (Facharzt für Orthopädie und 
Traumatologie), subjektiv gehe es dem Beschwerdeführer recht gut. Die physi-
schen Verletzungen seien im Wesentlichen verheilt; demgegenüber stünden die 
psychischen Folgen; der Beschwerdeführer sei entsprechend in psychiatrischer 
Behandlung (Vi-act. 188). Am 19. Oktober 2016 attestierte der Psychiater 
Dr.med. J.________ (Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie) dem Beschwer-
deführer neu eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ab dem Folgetag (Vi-act. 189) und 
am 9. November 2016 eine solche von 40% ab dem 7. November 2016 (Vi-act. 
195). 

7

1.9 Wegen persistierender Schmerzproblematik im rechten Handgelenk erfolg-
te am 23. Januar 2017 eine Arthroskopie zur Beurteilung des intraartikulären Zu-
standes und zur Entfernung des Osteosynthesematerials (Vi-act. 210). Ab Ein-
griff wurde der Beschwerdeführer durch Dr.med. G.________ bis 12. Februar 
2017 100% arbeitsunfähig geschrieben (Vi-act. 210). Ab 20. Februar 2017 attes-
tierte der Psychiater noch eine Arbeitsunfähigkeit von 30% (Vi-act. 215).

1.10 Am 23. Februar 2017 informierte der Beschwerdeführer seinen Rechtsver-
treter über Probleme mit der Atmung (Vi-act. 228). Der Pneumologe Dr.med. 
H.________ (Facharzt FMH für Innere Medizin sowie Pneumologie) berichtete 
dem Hausarzt am 29. März 2017 die Diagnose: Restriktive Pneumopathie bei 
St.n. Rippenserienfraktur 4 bis 9 und Lungenkontusion links am 09.09.2015; TLC 
80% Soll, hochnormale dynamische Lungenvolumina, in Relation zum Alveolar-
volumen normaler Gasaustausch. 

1.11 Nach der Verlaufssprechstunde vom 7. März 2017 berichtete Dr.med. 
G.________, durch die Arthroskopie am rechten Handgelenk habe die lokale Si-
tuation subjektiv und klinisch wesentlich verbessert werden können. Das Hand-
gelenk sei voll einsatzfähig. Aufgrund der Gesamtsituation finde sich der Be-
schwerdeführer in der beruflichen Reintegration mit einer 20%igen Arbeitsun-
fähigkeit. Die Behandlung der Unfallfolgen des Bewegungsapparates (Schulter, 
Handgelenk) werde abgeschlossen, da chirurgisch keine weiteren Verbesserun-
gen erreicht werden könnten (Vi-act. 230). Seitens Psychiatrie bestand weiterhin 
eine Arbeitsunfähigkeit von 30% (Vi-act. 244, 247).

1.12 Auf Zuweisung des Hausarztes hin erfolgte am 14. März 2017 ein urologi-
scher Untersuch (Vi-act. 231). Hierauf berichtete Dr.med. I.________ (Facharzt 
Urologie): 

Diagnosen: 
1. Rezidivierende Harnwegsinfekte bzw. Verdacht auf chronische Prostatitis 
2. Zustand nach Polytrauma am 09.09.2015 
3. Diabetes mellitus 

Anamnese: 
Der Patient war bereits 2013 bei uns wegen LUTS und erektiler Dysfunktion bei 
uns in Behandlung. Damals kein Hinweis für rezidivierende Infekte. Inzwischen ist 
er natürlich im Rahmen des Polytraumas sehr lange Zeit mit einem Dauerkatheter 
versorgt gewesen. Die Antibiose mit Furadantin ist jetzt seit 4 Wochen beendet. 
Aktuell besteht keine Algurie mehr, auch keine Hämaturie. Nykturie 1- bis 3-mal. 

(…)

Beurteilung und Procedere:
Ich denke, dass Herr A.________ sich möglicherweise durch die langfristige Ka-
theterbehandlung eine chronische Prostatitis zugezogen hat und der Erreger mög-

8

lichweise in der Prostata sitzt. Wenn wir ihn nicht im Exprimaturin nachweisen 
können, würden wir demnächst eine Ejakulatkultur veranlassen. Danach werde ich 
erneut berichten. 

1.13 Am 7. Juni 2017 informierte der Arbeitgeber die Versicherung über drei für 
ihn mögliche Szenarien, nämlich 100% Arbeitsfähigkeit, Reduktion des Pensums 
mit Taggeldleistung der Versicherung für restliche Arbeitsunfähigkeit oder die 
Frühpensionierung des Beschwerdeführers (Vi-act. 262). 

1.14 Mit Verlaufsbericht vom 19. Juni 2017 berichtete Dr.med. J.________, die 
Arbeitsfähigkeit habe von 50% auf aktuell 70% gesteigert werden können. Da die 
starke Müdigkeit, Erschöpfung und die begrenzte Belastbarkeit weiterbestehen 
würden, habe die Arbeitsfähigkeit noch nicht weiter gesteigert werden können. 
Es bestünden auch Anzeichen, dass die Belastungsgrenze mit 70% erreicht sein 
könnte. Inwieweit die Umstellung auf ein anderes Antidepressivum eine weitere 
Steigerung der Arbeitsfähigkeit unterstützen könne, habe bisher leider noch nicht 
ausprobiert werden können (Vi-act. 274).

1.15 Ein am 21. Juli 2017 wegen zunehmenden massiven Kniebeschwerden 
rechts anteromedial durchgeführtes MRI Knie rechts nativ und mit KM i.v. bei 
Fragestellung nach einer Meniskusläsion anteromediale Tibia zeigte einen ra-
diären Riss der Hinterhornanhaftung des Innenmeniskus, Extrusion um 6mm, ei-
ne Knorpel Chondropathie Grad IV im medialen Kompartiment sowie eine flapar-
tige Knorpelläsion an der medialen Patellafacette (Vi-act. 307, 315).

1.16 Am 3. August 2017 erfolgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung des 
Beschwerdeführers durch Dr.med. K.________ (Facharzt Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kreisarzt SUVA). Nach Wie-
dergabe des aktenmässigen Verlaufs, der Anamnese sowie der Befunderhebung 
notierte der Kreisarzt folgendes (Vi-act. 326): 

Diagnosen 
1. Polytrauma als Motorradfahrer bei Mauereinsturz am 09.09.2015 mit/bei: 

- Traumatischer Milzruptur und aktiver Blutung 
- Rippenserienfraktur links 4-9 
- Lungenkontusionen bds, linksbetont 
- Kleiner Pneumothorax links 
- Distale, mehrfragmentäre, intraartikuläre Radiusfraktur rechts 
- Akromionfraktur links, undisloziert 
- Scapulafraktur links 
- SLAP-Läsion Grad II links 
- Partielle Unterflächen Ruptur der Supraspinatussehne 
- Metacarpale IV Köpfchenfraktur links 

2. Komplikationen: 
- Aspirationspneumonie 17./18.9.2015 

9

- Harnwegsinfekt am 7.10.2015 
- Akute posttraumatische Belastungsstörung 
- Mangelernährung 

3. Rezidivierende Harnwegsinfekte bei Verdacht auf chronische Prostatitis (Staph. 
hämolyticus, Enterococcus fäkalis) 

Unfallfremd: 
4. Diabetes mellitus 
5. Osteoporose 
6. Katarakt linkes Auge 
7. Allergien Azithromycin, Penicillin, Ciproxin, Metronidazol, Mefanaminsäure 

Auf die Frage nach der Unfallkausalität der Beschwerden hielt der Kreisarzt fest, 
nur die auf dem unfallchirurgisch/orthopädischen Fachgebiet geltend gemachten 
Beschwerden beurteilt zu haben (nicht urologische, neurologische, psychiatri-
sche Beschwerden). Die Beschwerden im Schultergelenk links, Handgelenk 
rechts sowie Thorax links seien überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 
9. September 2015 zurückzuführen. Rein unfallchirurgisch/orthopädisch bestün-
den keine Beeinträchtigungen im Innendienst der D.________; auch stehe dem 
Fallabschluss nichts entgegen, vorbehalten bleibe noch die Beurteilung der Knie-
beschwerden. Den Integritätsschaden schätzte er auf 20%, begründet durch die 
funktionelle Beeinträchtigung des rechten Handgelenkes (Vi-act. 325, 326).

1.17 Am 31. August 2017 informierte die Arbeitgeberin die Versicherung über 
die Frühpensionierung des Beschwerdeführers per 30. September 2017 (Vi-act. 
340).

1.18 Am 5. September 2017 erfolgte eine psychiatrische Untersuchung durch 
Dr.med. L.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Konsiliararzt 
Suva). Der Konsiliarpsychiater verneinte relevante Symptome einer posttraumati-
schen Belastungsstörung; hingegen liege fraglos ein depressives Geschehen 
vor, gekennzeichnet durch chronische Müdigkeit bzw. einen Mangel an Energie 
und vor allem ein ausgeprägt resignatives Lebensgefühl. Die Körperschmerzen 
und die Anstrengungsdyspnoe würden mit dem depressiven Leiden interferieren. 
Dr.med. L.________ stellte die Diagnose einer persistierenden depressiven 
Störung (Dysthymie, DSM-5 304.4). Dies stehe nicht im Widerspruch zur Beurtei-
lung von Dr.med. J.________, der im Sinne von F43.21 eine Anpassungsstörung 
mit längerer depressiver Reaktion diagnostiziert habe. Das fluktuierend sich ma-
nifestierende, von momentanen Lebensumständen (Stresspegel) abhängende 
depressive Geschehen könne durchaus als anhaltende Anpassungsstörung an 
die unfallbedingten körperlichen Unfallfolgen interpretiert werden. Zudem stellte 
Dr.med. L.________ fest, das psychische Störungsbild stehe in natürlich kausa-
lem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9. September 2015. Im langfris-

10

tigen Verlauf sei von einer psychisch bedingten 30%igen Beeinträchtigung des 
somatischen Zumutbarkeitsprofils auszugehen. Ob ein psychisch begründbarer 
Integritätsschaden vorliege, welcher die Erheblichkeitsschwelle überschreite, 
könne frühestens in einem Jahr (nach den weiteren Operationen und Angewöh-
nung an den Status eines Pensionierten) beurteilt werden (Vi-act. 348).

1.19 Nach Vorlage der neuen medizinischen Unterlagen inkl. Bildgebung betref-
fend Knie rechts gelangte Dr.med. K.________ am 3. Oktober 2017 zur Beurtei-
lung, das MRI zeige eine zunehmende degenerative Veränderung im Sinne einer 
medialen Arthrose; überwiegend wahrscheinlich unfallbedingte strukturelle Läsi-
onen seien nicht abgebildet (Vi-act. 350). Dies bestätigte er mit ausführlicher 
ärztlicher Beurteilung vom 16. November 2017 (Vi-act. 376). Entsprechend lehn-
te die Versicherung die Kostenübernahme für die Kniebeschwerden rechts ab 
(Vi-act. 380). Hiermit zeigte sich der Beschwerdeführer nicht einverstanden (Vi-
act. 381, 382).

1.20 Nach der Sprechstunde vom 15. September 2017 stellte Dr.med. 
I.________ die Diagnose eines relativ grossen Nierenkelchsteins links (Vi-act. 
354). Am 6. Oktober 2017 erfolgte im Spital Schwyz eine Steinzertrümmerung 
(Vi-act. 369). Nach Aussage des Beschwerdeführers soll Dr.med. I.________ 
den Nierenstein mit der langen Liegezeit erklärt, und damit auf den Unfall 
zurückgeführt haben (Vi-act. 382).

Am 20. Oktober 2017 erfolgte eine urologische Konsultation bei Prof. Dr.med. 
M.________ (Chefarzt Neuro-Urologie SPZ). Es zeigte sich eine Blasenfunkti-
onsstörung mit funktionell kleinkapazitärer Harnblase und Restharnbildung bei 
chronischer Prostatitis, wobei der zeitliche Verlauf und die durch ihn erhobenen 
Befunde gemäss Prof. Dr.med. M.________ für einen Zusammenhang der ge-
schilderten Beschwerden auf urologischem Fachgebiet mit dem Unfallereignis 
und der Langzeit-Harnableitung mittels transurethralem Katheter sprechen (Vi-
act. 357). Zur Ursächlichkeit der erektilen Dysfunktion äusserte er sich nicht, führ-
te sie auch in der Diagnoseliste nicht auf.

1.21 Am 7. Februar 2018 gelangte Dr.med. Q.________ (Facharzt Neurologie) 
in einer neurologischen Beurteilung zum Schluss, aus den im Polizeirapport do-
kumentierten Aussagen der Zeugen vom Unfallgeschehen gehe hervor, dass der 
Beschwerdeführer im Anschluss an den Unfall durchgehend auf Ansprache rea-
giert habe. Abgestützt auf die Dokumentation über die Erstversorgung im Luzer-
ner Kantonsspital habe er sich durch den Unfall ein Polytrauma ohne Kopf-
verletzung zugezogen. Im Beatmungsprotokoll über die Behandlung vom 9. bis 
10. September 2015 sei vermerkt, dass keine Kopfverletzung und keine Ge-

11

sichtsschädelverletzung vorgelegen hätten; im Austrittsbericht sei vermerkt, dass 
infolge des Unfalls keine Bewusstlosigkeit bestanden habe und der Versicherte 
den Helm getragen hatte und bei Spitaleintritt ein GCS 15 ohne neurologische 
Defizite und ohne äussere Verletzungszeichen am Kopf festgestellt worden sei. 
Mit der MRT-Untersuchung vom 3. August 2017 hätten keine Hinweise auf un-
fallbedingte intrakranielle pathologische Veränderungen nachgewiesen werden 
können. Eine unfallbedingte Hirnverletzung könne abgestützt auf die klinischen 
Informationen und die dokumentierten Befunde der bildgebenden Diagnostik 
nicht angenommen werden. Dr.med. Q.________ gelangte zum Schluss: Das 
neurologische Fachgebiet betreffend habe sich der Beschwerdeführer durch den 
Unfall vom 9. September 2015 keine dauerhafte Gesundheitsbeeinträchtigung 
zugezogen. Klinisch habe ab dem 19. Oktober 2015 eine Peroneusparese rechts 
bestanden mit vollständiger Regredienz bis 30. Oktober 2015. Insbesondere 
könne eine substanzielle Hirnverletzung infolge des Unfalls vom 9. September 
2015 nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit angenommen werden. Eine unfallbedingte organische Grundlage kogniti-
ver Gesundheitsbeeinträchtigungen liege nicht vor (Vi-act. 395).

1.22 Mit chirurgischer Beurteilung vom 9. März 2018 stellte med.pract. 
N.________ (Facharzt Chirurgie, Chirurgie und Unfallchirurgie sowie Viszeral-
chirurgie) fest, aus der medizinischen Dokumentation gehe keine langdauernde 
Immobilisation und keine Beatmungstherapie unter intensivmedizinischen Bedin-
gungen hervor. Der Beschwerdeführer sei vom 9. bis zum 26. September 2015 
mit einem transurethralen Dauerkatheter zur Urinableitung versorgt worden; das 
entspreche einer langdauernden Behandlung mit einem Urinkatheter. Es sei be-
kannt, dass dies Harnwegsinfektionen den Weg bahnen und auch wiederkehren-
de Harnwegsinfekte begünstigen könne; auch werde durch die Anlage eines 
trans-urethralen Katheters eine Prostatitis begünstigt. Es sei überwiegend wahr-
scheinlich, dass die rezidivierenden Harnwegsinfekte Unfallfolge seien und dass 
die chronische Prostatitis zumindest teilkausal Folge des Unfallereignisses sei. 
Hingegen schliesst med.pract. N.________ aus, dass der Stein in einem Kelch 
der linken Niere mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folge des 
Unfall-ereignisses sei und ebenso wenig die Beschwerden im Sinne von LUTS 
und die erektile Dysfunktion (Vi-act. 401). Zudem stellte med.pract. N.________ 
fest, aufgrund der unfallkausalen urologischen Beschwerden sei keine Inte-
gritätsentschädigung geschuldet (Vi-act. 404).

1.23 Mit Verfügung vom 4. April 2018 schloss die Versicherung den Fall ab (Vi-
act. 408); Heilkostenleistungen wurden per Briefdatum eingestellt; Taggelder 
wurden noch bis zum 30. April 2018 ausgerichtet. Zudem wurde dem Beschwer-

12

deführer eine Integritätsentschädigung von Fr. 25'200.-- bei einer Integritätsein-
busse von 20% zugesprochen. Ein Rentenanspruch wurde verneint.

Zwischen dem Unfallereignis vom 9. September 2015 und den gemeldeten Knie-
beschwerden bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammen-
hang. Auch die erektile Dysfunktion und die Beschwerden eines 'lower urinary 
tract symptoms' (LUTS) sowie die operativ entfernten Harnsteine könnten nicht 
als Folge des Unfalles betrachtet werden. Zudem stünden die neurologischen/ 
neuropsychologischen Beschwerden nicht im Zusammenhang mit dem Unfall-
ereignis. 

2.1 Am 6. April 2018, ergänzt am 23. April 2018 und 23. Mai 2018, erhob der 
Beschwerdeführer Einsprache, wobei er die Weiterausrichtung des Taggeldes, 
eine ganze Rente sowie eine Integritätsentschädigung von 70% beantragte (Vi-
act. 410, 416, 420). Die Heilbehandlung dauere noch an; ein Endzustand sei 
noch nicht erreicht; eine Arbeitsfähigkeit sei zu verneinen, die zahlreichen orga-
nischen und psychosomatischen Unfallfolgen seien natürlich und adäquat unfall-
kausal. 

2.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens unterbreitete die Versicherung dem 
Beschwerdeführer am 24. Mai 2019 ihre Absicht, bei der MEDAS Zentralschweiz 
ein polydisziplinäres Gutachten (Rheumatologie, Orthopädie, Psychiatrie, Urolo-
gie und Pneumologie) in Auftrag zu geben (Vi-act. 440). Am 28. Mai 2019 stimm-
te der Beschwerdeführer der Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz zu 
und formulierte Ergänzungsfragen bzw. Anpassungen der Gutachterfragen (Vi-
act. 444). Am 30. August 2019 erging der Auftrag (Vi-act. 453). 

2.3 Im MEDAS-Gutachten vom 17. Januar 2020 wurden folgende Diagnosen 
aufgeführt (Vi-act. 458 S. 41):

Überwiegend wahrscheinlich unfallkausale (Ereignis vom 09.09.2015) Dia-
gnosen 

Eingeschränkte Handgelenks-Beweglichkeit und Hypästhesie des Handrückens 
rechts nach: 
- Distaler intra-artikulärer Radius-Fraktur am 09.09.2015 
- Non-union einer Fraktur Processus styloideus ulnae am 09.09.2015 
- Osteosynthese mit 3 Platten am 17.09.2015 
- Plattenentfernung und Tenolyse Strecksehnen am 23.01.2016 

Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter nach 
- Scapula-Fraktur am 09.09.2015 
- SLAP II-Läsion 
- Arthroskopie, subacromialer Dekompression, Tenotomie lange Bizeps-Sehne, 

Debridement Labrum glenoidale und Supraspinatussehne am 10.06.2016 

13

Anstrengungsdyspnoe MMRC 1 bei Dekonditionierung und möglicher Compliance-
Störung des Thorax bei 
- Zustand nach Rippenserienfrakturen links (IV-IX) und Lungenkontusion und klei-

nem Pneumothorax links am 09.09.2015. 
- aktuell normale Lungenvolumina. 
- Spiroergometrisch 2017 leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit, VO2peak 25 

ml/kg 
- aktuell keine bronchiale Hyperreagibilität 

Rezidivierende bakterielle Prostatitis 

Anhaltende depressive Episode, gegenwärtig mittelschwer gemäss ICD-10 F32.1 

Noch subsyndromale posttraumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10 F43.1 

Nicht unfallkausale Diagnosen 

Heberden-Arthrosen DIP II bis IV rechts und II, III und V links 

Bouchard-Arthrosen PIP II bis IV rechts, sowie II und V links 

Idiopathische Varus-Stellung beider Femora 

Leichte mediale Gelenkspaltverschmälerung Knie beidseits, links mehr als rechts 
bei: 
- Chondromalazie I bis II rechts medial und retropatellär 

Leichtes Extensionsdefizit rechtes Kniegelenk nach: 
- Implantation einer unicondylären Knie-Prothese medial am 13.11.2017 

BWS-Kyphose und degenerative Veränderungen an BWS und LWS nach: 
- Morbus Scheuermann 

Erektile Dysfunktion mit: 
- Aktenanamnestisch erstmals erwähnt 2013, damals laut anamnestischen Anga-

ben wegen psychischem Stress bedingt 
- laut Patient massive Verschlechterung seit Unfallereignis bzw. seit dem Aufent-

halt auf der IPS-Station im September 2015 
- bis zum Zeitpunkt des Gutachtens kaum Therapieversuche (einmaliger Einsatz 

eines PDF-5-Hemmers ca. 2017 - offenbar damals ohne Erfolg) 
- anamnestisch normale Testosteronwerte 

Diabetes mellitus Typ II, ED 2015 
- behandelt mit oralen Antidiabetika und Diät, aktuell nicht optimal eingestellt 

(HbA1c 7.4 %) 

Arterielle Hypertonie 

Nephrolithiasis 
- Status nach ESWL-Therapie eines Nierensteines links 2017 

Hypercholesterinämie 

Anamnestisch Polyallergie auf diverse Medikamente: Azithromycin, Penicillin, Ci-
proxin, Metronidazol, Mefenaminsäure 

In Beantwortung der Gutachtenfragen stellten die Gutachter fest, die somati-
schen Diagnosen würden überwiegend wahrscheinlich auf einem organischen 
Substrat beruhen und liessen sich objektivieren. Von weiteren Behandlungs-

14

massnahmen seien aus orthopädisch-traumatologischer Sicht keine Verbesse-
rungen zu erwarten; pneumologisch bestehe bei selbständiger regelmässiger 
Fortführung der körperlichen Kraft- und Ausdaueraktivitäten nur noch ein gerin-
ges Verbesserungspotential. Urologisch könne nicht vorausgesagt werden, ob je 
wieder eine Behandlungsbedürftigkeit bestehe; Rezidive seien prinzipiell jeder-
zeit möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei die fortbestehende depressive, post-
traumatische und somatoforme Symptomatik eng verknüpft mit den verbliebenen 
körperlichen Einschränkungen. Eine relevante Besserung sei unwahrscheinlich; 
mit einer gewissen Stabilisierung könne nach Fallabschluss gerechnet werden 
(Vi-act. 458 S. 57 f.).

Die Gutachter gehen des Weiteren von einer Einschränkung der Leistungsfähig-
keit aus, aus somatischer Sicht von geschätzten 20% und auch psychiatrisch sei 
er in für seine berufliche Tätigkeit relevanten Fähigkeiten eingeschränkt. Alters-
bedingt (im Zeitpunkt der Begutachtung 66jährig) stehe eine Wiedereingliederung 
aber nicht mehr zur Diskussion (Vi-act. 458 S. 58).

Die Arbeitsfähigkeit wird aus orthopädischer Sicht als Folge des Unfallereignis-
ses auf 80% und aus psychiatrischer Sicht auf 50% festgesetzt. Aus pneumolo-
gischer und urologischer Sicht würden sich keine zusätzlichen Einschränkungen 
ergeben. Die gesamtheitlich attestierte Restarbeitsfähigkeit liegt gemäss Gutach-
tern bei 50% (Vi-act. 458 S. 59). 

Schliesslich schätzten die Gutachter den Integritätsschaden beruhend auf den 
orthopädischen Befunden auf 20%, worin die Wechselwirkungen eingerechnet 
seien; der psychiatrisch bedingte Integritätsschaden könne noch nicht festgelegt 
werden.

2.4 Am 17. Februar 2020 nahm der Beschwerdeführer Stellung zum Gutachten 
und er formulierte Ergänzungsfragen zum urologischen Gutachten (Vi-act. 462). 
Weitere Ergänzungsfragen betreffend Neurologie/Neuropsychologie folgten am 
3. März 2020 (Vi-act. 464). Am 23. April 2020 unterbreitete die Versicherung der 
MEDAS-Zentralschweiz ergänzende Fragestellungen (Vi-act. 467). Da keine 
neurologische und keine neuropsychologische Begutachtung durchgeführt wur-
de, nahm die MEDAS Zentralschweiz zu den entsprechenden Ergänzungsfragen 
keine Stellung (Vi-act. 469). Die Ergänzungsfragen Urologie wurden am 9. Juni 
2020 beantwortet (Vi-act. 469), wobei der Gutachter festhielt, ein direkter oder 
indirekter kausaler Zusammenhang des Unfallereignisses und der erektilen Dys-
funktion bei diesem Exploranden könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, 
stehe also im Bereich des Möglichen, ohne indes überwiegend wahrscheinlich zu 
sein. Ein Zusammenhang könne höchstens postuliert, unmöglich aber bewiesen 
werden. 

15

2.5 Per 1. Januar 2021 übernahm die U.________ AG von der E.________ AG 
das UVG-Portfolio (Vi-act. 477, 489). Nach weiteren Abklärungen betreffend das 
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers (vgl. Vi-act. 485) wies die Vorinstanz 
die Einsprache mit Entscheid vom 15. Februar 2022 ab (Vi-act. 493) und 
bestätigte damit die Verfügung vom 4. April 2018 (vgl. oben Erw. 1.23). 

3.1 Vor Verwaltungsgericht beantragt der Beschwerdeführer eine ganze Rente 
und eine Integritätsentschädigung von 70%. Er trägt hierzu verschiedene Rügen 
vor:

3.1.1  Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die erektile Dysfunktion nicht über-
wiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen sei. Gemäss Sozialver-
sicherungsrecht genüge zum einen, dass bei zwei Sachverhaltsvarianten eine 
Variante wahrscheinlicher sei und zum andern genüge im UVG eine indirekte 
Kausalität und eine Teilkausalität. Der Kausalzusammenhang müsse weder si-
cher, noch direkt, noch die alleinige Ursache sein. Ein 'relativierender' Vorzu-
stand ("schon 2 Jahre vorher unter einer gewissen erektilen Dysfunktion litt") 
genüge nicht zur Verneinung einer indirekten Teilkausalität. Selbst beim Vorzu-
stand spreche der Gutachter nur von 'wahrscheinlich'. Der urologische Gutachter 
bestätige, es sei anzunehmen, dass die erektile Dysfunktion unter psychischem 
Druck schlechter werde, insofern das Unfallereignis sicher ein Stressfaktor sei 
und die psychische Situation und indirekt dadurch die erektile Funktion ver-
schlechtert habe. Die unfallbedingten psychischen Beschwerden würden sich 
laut Konsensgutachten durch das ganze Dossier ziehen. Entsprechend sei im 
Rahmen juristischer Beweiswürdigung die überwiegend wahrscheinliche indirekte 
Teilkausalität der erektilen Dysfunktion zu bejahen und hierfür eine Integritäts-
entschädigung festzulegen.

3.1.2  Weiter rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz verneine zu Unrecht das 
Vorliegen einer durch den Unfall verursachten neurologischen/neuropsycholo-
gischen Beeinträchtigung und lehne auch zu Unrecht eine notwendige neurologi-
sche/neuropsychologische Begutachtung ab. Der Rettungssanitäter P.________ 
als Ersthelfer bestätige, dass der Beschwerdeführer initial nicht ansprechbar, 
sondern bewusstlos gewesen sei. Auch R.________, welche den Beschwerde-
führer am Unfallort betreut habe, bestätige, dieser sei nicht ansprechbar und 
desorientiert gewesen; im Dialekt würde sie von 'Delirium' sprechen. Beide Zeu-
genaussagen seien selber verfasst und unterzeichnet und hätten gegenüber der 
indirekten Sachverhaltszusammenfassung im Polizeirapport höhere Beweiskraft. 
Fehlende bildgebende Diagnostik oder fehlende Organizität der Befunde würden 
nicht gegen eine relevante Hirnverletzung sprechen. Die LTHV (leichte traumati-

16

sche Hirnverletzung; auch MTBI, früher commotio cerebri) zeichne sich durch 
fehlende Organizität und fehlende bildgebende Diagnostik aus. Nach einer LTHV 
würden sich 10 bis 15% der Betroffenen über Dauerbeschwerden beklagen. 
Posttraumatische Beschwerden und Alter seien Risikofaktoren. Gemäss einer äl-
teren Publikation würden sich die klinischen Beschwerden im Langzeitverlauf nur 
bei 90% der Betroffenen zurückbilden; die Verknüpfungen der Hirnregionen wür-
den sich nicht vollständig normalisieren. Die neueste Forschung zeige, dass die 
Schwere des Unfalls und der initialen Verletzung nicht entscheidend für den 
Langzeitverlauf seien. Zudem habe die Vorinstanz (damals die Suva) am 23. 
April 2020 selber Ergänzungsfragen betreffend MTBI (LTHV) gestellt, weil das 
Gutachten diesbezüglich unklar gewesen sei. Die Gutachter hätten diese nicht 
beantwortet, weil gar kein neurologisches / neuropsychologisches Gutachten er-
stellt worden sei. Dies müsse nachgeholt werden. 

3.1.3  Sodann rügt der Beschwerdeführer eine fehlerhafte Adäquanzbeurteilung. 
Beim Unfall vom 9. September 2015 handle es sich entgegen der Vorinstanz ers-
tens nicht um einen mittelschweren Unfall im engeren Sinne, sondern einen im 
Grenzbereich zu den schweren Unfällen. Zweitens sei die Adäquanz nicht nach 
der Psychopraxis sondern die Praxis für die zu einem HWS-Distorsionstrauma 
äquivalenten Verletzungen anwendbar. In Beurteilung der Kriterien gelangt der 
Beschwerdeführer zum Schluss, der Unfall sei als 'besonders eindrücklich' zu 
beurteilen. In besonderem Masse erfüllt sei auch das Kriterium der schweren Art 
der Verletzung. Auch würden Dauerschmerzen vorliegen, weswegen das Kriteri-
um 'erhebliche Beschwerden' erfüllt sei. Zu bejahen seien auch eine lange Dauer 
der physischen Arbeitsunfähigkeit sowie eine fortgesetzt spezifische, belastende 
ärztliche Behandlung. Und schliesslich sei auch das Kriterium 'erhebliche Arbeits-
unfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung erfüllt. Damit sei die Adäquanz der 
psychischen Beschwerden zu bejahen. Zudem komme ihnen entgegen der vor-
instanzlichen Erwägungen auch eine invalidisierende Einschränkung zu. 

3.1.4  Da die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu bejahen sei, müssten 
diese gemäss Beschwerdeführer auch bei der Schätzung des Integritätsscha-
dens berücksichtigt werden. Die Vorinstanz habe dies infolge Verneinung der 
Adäquanz unterlassen. 

3.1.5  Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine fehlerhafte Feststellung der 
unfallbedingten Lohneinbusse bzw. der Feststellung, es liege überhaupt keine 
unfallbedingte Erwerbseinbusse vor. So sei es unzutreffend, dass er bereits im 
August 2017 somatisch voll arbeitsfähig gewesen sei. Er habe die Arbeit nicht zu 
100% aufnehmen können, weshalb ihm von den Vorschlägen der Arbeitgeberin 

17

nur die Kündigung oder vorzeitige Pensionierung übrig geblieben sei. Und selbst 
wenn von einer somatischen Arbeitsfähigkeit ausgegangen würde, so stehe doch 
fest, dass er weiterhin psychisch arbeitsunfähig gewesen sei. Eine unfallbedingte 
Erwerbseinbusse sei daher zu bejahen und eine Rente sei geschuldet. Selbst 
wenn nur auf die somatische Einschränkung abgestellt würde, stehe fest, dass 
ihm kein Invalideneinkommen als […] angerechnet werden könne. Aus der An-
wendung der Tabellenlöhne resultiere eine Einbusse von 59% und somit eine IV-
Rente von 59%. Unter Berücksichtigen der psychischen Arbeitsunfähigkeit be-
stehe eine Erwerbseinbusse von 100% und damit ein Anspruch auf eine ganze 
Rente.

3.2 Bevor die beschwerdeführerischen Rügen zu prüfen sind, kann folgendes 
festgehalten werden:

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwi-
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 
Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 
109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). Dies gilt ebenso für die Integritätsent-
schädigung (vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG).

Die Vorinstanz bestreitet das Vorliegen von neurologischen / neuropsychologi-
schen Einschränkungen. Mithin stellt sich diesbezüglich die Frage der natürlichen 
Kausalität schon gar nicht. Vielmehr ist zu prüfen, ob die Vorinstanz eine ent-
sprechende Gesundheitsschädigung zu Recht ausgeschlossen hat.

Die Diagnose einer erektilen Dysfunktion ist unbestritten; ebenso das Fehlen ei-
nes unfallbedingten, objektivierbaren organischen Substrats. Die Vorinstanz be-
streitet die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis und der erektilen 
Dysfunktion. Gemäss Beschwerdeführer ist hingegen eine indirekte Teilkausalität 
überwiegend wahrscheinlich. Er begründet diese insbesondere mit der psychi-
schen Situation des Beschwerdeführers, welche auch gemäss Gutachter die 
erektile Funktion verschlechtert habe. Damit eine Leistungspflicht der Vorinstanz 
überhaupt in Frage käme, müssten diese psychischen Beschwerden natürlich 
und adäquat kausal sein (was sie gemäss Beschwerdeführer sind).

Dass aus psychiatrischer Sicht Diagnosen bestehen und dass diese in natürli-
chem Kausalzusammenhang zum Unfall vom 9. September 2015 stehen, ist un-
bestritten. Gemäss Vorinstanz fehlt es jedoch an der Adäquanz, was der Be-
schwerdeführer bestreitet. 

Und schliesslich hängen auch die Fragen der unfallbedingten Erwerbseinbusse 
sowie der Höhe des Integritätsschadens wesentlich von der Frage der adäquaten 
Kausalität der psychischen Beschwerden ab. 

18

Da viele strittige Punkte von der Frage abhängen, ob die natürlich kausalen psy-
chischen Beschwerden für die Frage der Leistungspflicht der Vorinstanz relevant 
sind oder nicht und dies nur dann der Fall ist, wenn sie auch adäquat-kausal 
sind, gilt es vorab die Adäquanzbeurteilung bezogen auf die psychischen Be-
schwerden vorzunehmen.

4.1.1  Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfass-
bare) Unfallereignis. Im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu 
untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer er-
scheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung 
nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Die Unfallschwere 
ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften zu beurteilen. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Begleit-
umstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können; 
solchen Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu 
tragen (BGE 140 V 356 Erw. 5.1 S. 359; Urteil 8C_176/2018 vom 27. 9.2018 
Erw. 10.1). Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in 
die Beurteilung einzubeziehen. 

4.1.2  Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Einspracheentscheid fest, der Un-
fall stelle ein mittelschweres Ereignis im engeren Sinne gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung dar (Erw. 6), woran vernehmlassend festgehalten wird. Es 
lägen keine erschwerenden Umstände vor. Die umstürzende Mauer bzw. die Ab-
sperrgitter hätten den Beschwerdeführer von der Seite getroffen und er sei von 
ihnen zu Boden geworfen worden. Die Mauer sei nicht über ihm zusammen-
gebrochen und er sei nicht von ihr verschüttet worden. Zudem sei er bei der Kol-
lision eine Geschwindigkeit von weniger als 50 km/h gefahren.

4.1.3  Der Beschwerdeführer seinerseits betont, das Unfallereignis bestehe aus 
einer Kollision mit einer Mauer. Dies sei grundsätzlich analog wie eine solche mit 
einem Personenwagen zu beurteilen. Erschwerend komme hinzu, dass die Mau-
er umstürzte und über ihm zusammengebrochen sei. Analog der für die Unfall-
schwere relevanten Grösse des Kollisionsfahrzeuges oder ein Wegschleudern 
sei ein zusätzlich erschwerender Umstand zu bejahen, so dass der Unfall als mit-
telschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizieren sei.

4.1.4  Der Sachverhalt des Unfallereignisses vom 9. September 2015 gemäss 
Polizeirapport vom 17. November 2015 wurde bereits wiedergegeben (vgl. oben 
Erw. 1.1; Vi-act. 504).

19

Der Beschwerdeführer selber führte gegenüber der Polizei am 23. Oktober 2015 
aus:

Ich war, wie immer zur selben Zeit, auf dem Weg vom Wohnort an meinen Arbeits-
platz in W.________. Am 09.09.2015 benutzte ich das Motorrad. Ich kann mich 
noch erinnern, durch das Dorf T.________ gefahren zu sein. Ich bemerkte auch, 
dass bei der besagten Baustelle eine Baumaschine in Bewegung war. Dann sah 
ich "eine Wand kommen". Von da weg ist eine 'Lücke' vorhanden. Ich weiss noch, 
dass ich von verschiedenen Personen angesprochen wurde. Nach der Verabrei-
chung von Schmerzmitteln war ich dann 'ganz weg'. Aus Erfahrung kann ich noch 
sagen, dass ich zur fraglichen Zeit sicher mit weniger als 50km/h auf die spätere 
Unfallstelle zugefahren bin. Mit grösster Wahrscheinlichkeit bin ich ungefähr in der 
Mitte der Fahrspur gefahren. 

Hinter dem Beschwerdeführer war ein weiterer Motorradfahrer unterwegs, wel-
cher der Polizei folgende Auskunft erteilte:

Ich fuhr mit meinem Motorrad hinter dem späteren Opfer von V.________ bis zur 
Unfallstelle. Im Dorf T.________, höhe Y.________, mussten wir wegen einem 
Linksabbieger verkehrsbedingt fast anhalten. Danach fuhr ich wieder los in Rich-
tung W.________. Zum voranfahrenden Motorrad hatte ich einen Abstand von ca. 
20-25m. Die Geschwindigkeit betrug ca. 40-50 km/h. Plötzlich sah ich, wie von 
rechts her ein 'Hindernis' auf die Fahrspur und somit gegen den Motorradfahrer 
fiel. Ich selbst bremste brüsk ab und vermochte mein Motorrad ca. 2m vor den letz-
ten Mauer-resten zum Stillstand bringen. 

Weiter lässt sich den Polizeiakten entnehmen, dass die umstürzende Mauer eine 
Backsteinaussenwand war. Sie wies eine Höhe von 2.55m auf und stand in ei-
nem Abstand von 1.5m (im Süden) bis 2m (im Norden) parallel zur Strasse. Vor 
der Wand (in einem Abstand von ca. 0.5m) war ein Absperrgitter (mobiles Bau-
zaunelement auf Gummi-Standfüssen) aufgestellt. Während den Abrissarbeiten 
stürzte die Backsteinmauer gegen das Absperrgitter und beides auf die Strassen-
fahrbahn, welche der Beschwerdeführer befuhr. Der Kriminaltechnische Dienst 
der Kantonspolizei machte anlässlich der Tatbestandsaufnahme vor Ort folgende 
Feststellungen (Vi-act. 504):

Im Zusammenhang mit Abbrucharbeiten an einem alten Wohnhaus war eine rund 
255 cm hohe Hauswand (strassenseitige Aussenwand vom Erdgeschoss) auf die 
Hauptstrasse gestürzt bzw. umgekippt. Der Trümmerbereich des Backsteinmauer-
werkes befand sich auf der Fahrbahn …. Durch die umstürzende Aussenwand 
wurde gleichzeitig auch der aus mobilen Zaun-Gitterelementen bestehende Ab-
grenzungszaun, welcher zwischen dem Strassenrand und dem Abbruchobjekt auf-
gestellt gewesen war, zu Boden bzw. auf die Strassenoberfläche umgedrückt. Ein 
gleichzeitig vorbeifahrender Motorradlenker wurde in der Folge zusammen mit sei-
nem Fahrzeug vom umstürzenden Abgrenzungszaun und den darauf liegenden 
Trümmerteilen der Backsteinwand getroffen und zu Boden geworfen, wo er schwer 
verletzt liegen blieb.

Gemäss Fotodokumentation befand sich die Unfallendlage des Motorrades und 
des Beschwerdeführers unmittelbar beim umgeworfenen Zaun. Das Motorrad 

20

wurde als im Frontbereich stark beschädigt beschrieben; der Helm des Be-
schwerdeführers wies deutliche Kratzspuren auf (vgl. Unfallbilder Vi-act. 504 so-
wie 506). 

4.1.5  Beim strittigen Ereignis handelt es sich um einen Motorradunfall, weshalb 
die Kasuistik zu Personenwagenunfällen nur begrenzt einschlägig ist (vgl. zu je-
ner Kasuistik VGE I 2021 50 vom 14.1.2022 Erw. 7.5.3 mit diversen Hinweisen; 
Urteil BGer 8C_627/2019 vom 10.3.2020 Erw. 5.3.2). Der vorliegende Unfall, der 
durch eine umstürzende Mauer verursacht wurde, lässt sich auch nicht direkt mit 
Zusammenstössen zwischen Motorrädern und Personenwagen vergleichen. Da 
indes für die Adäquanzbeurteilung der augenfällige Geschehensablauf mit den 
sich dabei entwickelten Kräften massgeblich ist (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, 
U 2/07 Erw. 5.3.1) und sich das Schadenspotential für den Motorradfahrer nicht 
viel verändert, ob der Zusammenprall mit einer umstürzenden Mauer oder einem 
andern, seitlich heranfahrenden Verkehrsteilnehmer erfolgt, kann - wie auch der 
Beschwerdeführer geltend macht - diese Rechtsprechung zumindest herangezo-
gen werden. 

Das Bundesgericht hat folgende Zusammenstösse zwischen einem Motorrad und 
einem Personenwagen als mittelschwer im engeren Sinn beurteilt: Ein Motorrad-
sturz der Versicherten als Mitfahrerin in einer Kurve auf regennasser Fahrbahn 
bei einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h (Urteil BGer 8C_902/2010 vom 
6.4.2011 Erw. 5.1). Der Versicherte stiess auf einer Dorfstrasse mit seinem Mo-
torrad, auf dessen Hintersitz die Freundin sass, in die linksseitige Front eines von 
der Gegenfahrbahn nach links abbiegenden Personenwagens (Urteil BGer 
8C_726/2007 vom 16.5. 2008 Erw. 4.3.1 und 4.3.2.1). Der Versicherte kollidierte 
mit seinem Motorrad auf einer Hauptstrasse ausserorts mit einer Geschwindigkeit 
von ca. 60-70 km/h frontal in den hinteren seitlichen Teil eines vortrittsbelasteten, 
die Fahrbahn im Rahmen eines Linksabbiegemanövers überquerenden Perso-
nenwagens (Urteil BGer U 78/07 vom 17.3.2008 Erw. 5.1 f.). Der mit dem Motor-
rad an einer stockenden Autokolonne vorbeifahrende Versicherte prallte mit einer 
Geschwindigkeit von ca. 50 km/h ungebremst in einen plötzlich nach links aus-
scherenden Personenwagen (Urteil BGer U 115/05 vom 14.9.2005 Erw. 2.4.1 mit 
weiterem Beispiel). Der Versicherte stiess mit einem vortrittsbelasteten Perso-
nenwagen zusammen und wurde über dessen Front geschleudert (Urteil BGer 
U 415/00 vom 8.2.2001 Sachverhalt A. und E. 3a). Der Versicherte kollidierte als 
Motorradfahrer mit einem Personenwagen, wurde über dessen Kühlerhaube ge-
schleudert und prallte auf der anderen Seite des Fahrzeugs auf der Strasse auf 
(Urteil BGer U 3/92 vom 22.12.1993 Erw. 3b). Der Versicherte prallte mit dem 
Motorrad bei einem Überholmanöver seitlich mit einem ebenfalls zum Überholen 

21

ausscherenden Personenwagen zusammen und wurde über eine Böschung ge-
schleudert (BGE 117 V 359 Erw. 7a f. S. 368). Der Versicherte war mit dem Mo-
torrad innerorts mit einer Geschwindigkeit von mindestens 56 km/h unterwegs 
und wurde von einem abbiegenden Auto zu Fall gebracht (Urteil BGer 
8C_473/2019 vom 11.11.2019 Erw. 5.1). Eine mit 20 km/h fahrende PW-Lenkerin 
wollte auf einer Kreuzung links abbiegen und übersah dabei einen entgegen-
kommenden Motorradfahrer, der mit ca. 60-70 km/h unterwegs war und mit dem 
Auto kollidierte. Er stürzte zu Boden, von wo aus es ihn nochmals in hohem Bo-
gen auf die Wiese katapultierte, wo er liegen blieb (Urteil BGer 8C_137/2014 
vom 5.6.2014 Erw. 6.1). Höchstens als Unfall im eigentlichen mittleren Bereich 
qualifizierte das Bundesgericht sodann einen Unfall, bei dem der Verunfallte auf 
seinem Motorrad mit höchstens 60 km/h unterwegs war, als ein seitlich einbie-
gender Personenwagen seinen Vortritt missachtete und trotz sofortiger Brem-
sung seitens des Versicherten eine Kollision nicht verhindert werden konnte (Ur-
teil BGer 8C_430/2016 vom 31.10.2016 Erw. 7.4). 

Als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den schweren wurde vom Bun-
desgericht hingegen ein Unfall qualifiziert, bei dem ein Lenker eines Motorrades 
mit einem entgegenkommenden Personenwagen kollidierte und beide Fahrzeuge 
mit rund 50 km/h unterwegs waren. Als erschwerendes Element kam in diesem 
Fall dazu, dass sowohl der Motorradlenker als auch seine mitfahrende Freundin 
rund 10 m durch die Luft geschleudert wurden (Urteile BGer 8C_746/2008 vom 
17.8.2009 Erw. 5.1.2; 8C_134/2015 vom 14.9.2015 Erw. 5.3.1). In dieselbe Ka-
tegorie fallen Ereignisse, bei denen ein Lenker eines Lieferwagens am Steuer 
einschlief und in der Folge ungebremst mit einem Roller zusammenstiess (Urteil 
BGer 8C_917/2010 vom 28.9.2011 Erw. 5.3) oder ein Motorradlenker bei einer 
unübersichtlichen Kurve eine Kolonne überholte und dabei mit einem abbiegen-
den Traktor kollidierte (Urteil BGer 8C_484/2007 vom 3.9.2008 Erw. 6.2). Als er-
schwerend fiel bei ersterem die Art, insbesondere die Grösse und damit die 
Wucht des Autos ins Gewicht. Bei letzterem der angeführten Urteile ging das 
Bundesgericht von einer erheblichen Geschwindigkeit des herannahenden Mo-
torrades aus, da sich nur so erklären liess, dass es dem Lenker nicht mehr mög-
lich war, eine Vollbremsung oder ein Ausweichmanöver einzuleiten.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Kollisionen zwischen Motorrädern und Per-
sonenwagen in der Regel als mittlere Ereignisse im engeren Sinne zu qualifizie-
ren sind, soweit nicht zusätzliche erschwerende Umstände wie beispielsweise 
die Beteiligung einer mitfahrenden Person, das Wegschleudern über mehrere 
Meter, die Grösse des Kollisionsfahrzeuges oder hohe Geschwindigkeiten in Be-
tracht zu ziehen sind (vgl. Urteil BGer 8C_627/2019 vom 10.3.2020 Erw. 5.3.3 
mit vielen Hinweisen). 

22

4.1.6  Vorliegend ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im objektiven 
Unfallgeschehen keine erschwerenden Elemente zu erkennen vermochte. Der 
Beschwerdeführer fuhr innerorts mit erlaubter Geschwindigkeit, wohl zwischen 40 
und 50 km/h. Die Backsteinmauer stürzte nicht über dem Beschwerdeführer ein, 
sondern parallel zur Strasse auf die Fahrbahn. Dabei traf die Mauer, bzw. der 
von dieser mitgerissene Absperrzaun den vorbeifahrenden Beschwerdeführer, 
was diesen zu Fall brachte. Dadurch drehte es das Motorrad um 180°; die End-
lage des Motorrades wie auch des Beschwerdeführers befand sich aber unmit-
telbar bei der Stelle des Zusammenpralls, was ein Wegschleudern ausschliesst. 
Das Motorrad wies im Frontbereich starke Beschädigungen auf; der Helm zeigt 
Kratzspuren, der Kopf wies keine äusseren Verletzungszeichen auf, andere äus-
sere Verletzungen sind nicht dokumentiert (vgl. Eintrittsstatus am Unfalltag betr. 
Extremitäten: Druckdolenzen über Scapula links. Schulter links schmerzbedingt 
nicht beweglich. Druckdolenz über distalem Radius rechts. Restliche Ex-
tremitäten ohne Kontusionsmarken oder Druckdolenzen. Sensibilität allseits in-
takt. Grobneurologisch unauffällig; Vi-act 40; das Verlaufsblatt der IPS notiert für 
den 9.9.2015 keine Hautverletzungen; Vi-act. 36). Insgesamt rechtfertigt es sich, 
den Unfall mit jenen Motorradunfällen zu vergleichen, da einem innerorts korrekt 
fahrenden Motorrad durch ein seitlich auf die Fahrbahn rollendes Fahrzeug der 
Vortritt genommen wird und es zu einem Zusammenprall mit Sturz kommt. Diese 
werden als mittlere Ereignisse im engeren Sinne qualifiziert. 

4.2.1  Die Adäquanzprüfung nahm die Vorinstanz im Einspracheentscheid ohne 
weitere Ausführungen anhand der Psycho-Praxis, BGE 115 V 133, vor (vgl. an-
gefochtener Einspracheentscheid Erw. 6). 

4.2.2  Nach Darstellung des Beschwerdeführers ist dies falsch. Es sei nicht 
zulässig, zur Psychopraxis zu wechseln, wenn die physischen Einschränkungen 
des bunten Beschwerdebildes weitgehend abgeklungen seien, aber die psychi-
schen Einschränkungen des bunten Beschwerdebildes noch fortbestehend sei-
en. Die Psychopraxis komme trotz SHT erlittener HWS-Distorsion nur zur An-
wendung, wenn die typischen HWS-Beschwerden im Vergleich zur psychischen 
Problematik ganz in den Hintergrund treten würden. Dies treffe nur zu, wenn sehr 
bald nach dem Unfall, gleichsam an diesen anschliessend, die psychische Pro-
blematik derart überwiege, dass das bunte Beschwerdebild völlig nebensächlich 
werde. Vorliegend sei dies nicht der Fall. Bezüglich körperliche Beschwerden 
habe - gemäss Vorinstanz - erst ab August 2017 ein Endzustand bestanden, so-
mit erst zwei Jahre ab dem Unfalltag; aus Sicht des Beschwerdeführers noch 
später. Danach habe eine bleibende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in kör-
perlich belastender Tätigkeit zu 20% persistiert. Bei der beruflichen Wiederein-

23

gliederung hätten sich Wortfindungsstörungen, Erinnerungslücken, Mühe beim 
Tippen von Namen, Erschöpfung und rasche Ermüdung mit totalem Ausgelaugt-
sein gezeigt. Massgebend für die Wahl der Adäquanzpraxis sei, ob die typischen 
bunten HWS-Beschwerden oder aber die psychischen Beschwerden dominieren, 
was während der gesamten Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeit-
punkt zu beurteilen sei. Vorliegend hätten ab Unfall bis Beurteilungszeitpunkt 
nicht bloss die psychischen Beschwerden dominiert. Während zweier Jahre sei-
en die somatischen sowie neuropsychologischen, zum bunten Beschwerdebild 
gehörenden, typischen Beschwerden eines Schädel-Hirn-Traumas mitursächlich 
für die Arbeitsunfähigkeit gewesen. Erst am 19. November 2016 habe der Psych-
iater einen ersten Verlaufsbericht erstellt, womit bis dahin das Somatische im 
Vordergrund gestanden habe. Erst die Auflösung des Arbeitsverhältnisses habe 
den Beschwerdeführer in ein schweres psychisches Loch geworfen. Damit habe 
die psychische Problematik weder bereits unmittelbar nach dem Unfall im Vor-
dergrund gestanden, noch hätten physische Beschwerden bis zum Beurteilungs-
zeitpunkt nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Deshalb sei die 
Adäquanzpraxis für die zu einem HWS-Distorsionstrauma äquivalenten Verlet-
zungen anwendbar.

4.2.3  Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nach-
weisbaren Unfallfolgeschäden ist rechtsprechungsgemäss wie folgt zu differen-
zieren (vgl. Urteil BGer 8C_417/2015 vom 17.12.2015 Erw. 3.2.1 m.w.H.): Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma 
der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein 
Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtspre-
chung gemäss BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Ab-
klärungen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen 
erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer 
solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im 
Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft 
dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 Erw. 
6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze mass-
gebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 
134 V 109 Erw. 10.2 f. definierten Kriterien. Gleiches gilt, wenn die im Anschluss 
an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Be-
schwerdebild eines HWS- oder Schädelhirntraumas gehören. Erforderlichenfalls 
ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im An-
schluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um blosse 
Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbständige (sekundäre) 
Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbesondere Art und 

24

Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder 
der Zeitablauf von Bedeutung sind. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs 
ist nur dann unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach 
Unfall zu beurteilen, wenn die psychische Problematik bereits unmittelbar nach 
dem Unfall eindeutige Dominanz aufweist. Wird die zitierte Rechtsprechung in 
einem späteren Zeitpunkt angewendet, ist zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen 
Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwer-
den gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit 
ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz 
nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu 
beurteilen.

4.3 In Beachtung der eben zitierten Rechtsprechung besteht vorliegend keine 
Veranlassung, die Psychopraxis gemäss BGE 115 V 133 nicht anzuwenden.

4.3.1  In einem ersten Schritt gilt es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer beim 
Unfall vom 9. September 2015 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine 
dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlit-
ten hat. Dies ist zu verneinen.

Im Austrittsbericht des Luzerner Kantonsspitals ist dokumentiert, der Beschwer-
deführer habe bei Aufnahme berichtet, er habe Dyspnoe gehabt und Schmerzen 
in der linken Schulter und dem rechten Handgelenk. Keine Bewusstlosigkeit. 
Helm getragen (Vi-act. 40). Zum fokussierten Status wurde ein verminderter All-
gemeinzustand, wach, orientiert, GCS 15 notiert (Vi-act. 40). Im definitiven Kurz-
austrittsbericht nach dem Aufenthalt auf der Intensivstation (vom 11.9.2015) ist 
dokumentiert: "Keine Bewusstlosigkeit. Bei Eintritt in den Schockraum ist der Pa-
tient wach, ansprechbar und hämodynamisch stabil" (Vi-act. 43). Unauffällig zeig-
te sich denn auch das am 9. September 2015 erstellte CT Schädel und HWS: 
"Keine intrakranielle Blutung. Keine Fraktur. Keine Mittellinienverlagerung. Kein 
intraorbitales Hämatom. Kein Hinweis auf eine traumatische Carotisdissektion. 
Mässige Atlantodental-Arthrose sowie leichte degenerative multisegmentale Wir-
belkörperveränderungen. Dens zentriert. Kein intraspinales Hämatom" (Vi-act. 
40). All dem entsprechend wurde im Verlaufsblatt der Intensivstation für den 
9. September 2015 als 1. Diagnose notiert "Mono-/Polytrauma (ohne Schädel-
Hirn-Trauma)" (Vi-act. 36). Die Diagnoseliste des Luzerner Kantonsspitals (Vi-
act. 40) enthält überhaupt keine Hinweise auf ein Schleudertrauma der Halswir-
belsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-
Hirntrauma. Der Austrittsbericht der Klinik F.________, wo sich der Beschwerde-
führer zur stationären Rehabilitation aufhielt, nennt rezidivierende Schwindelbe-
schwerden, Drehschwindelanfälle am 27. Oktober 2015 sowie einen paroxysma-

25

len Lagerungsschwindel, betont aber, das Schädel-CT des Vorspitals sei un-
auffällig gewesen, und geht nicht weiter darauf ein (Vi-act. 31). Das Vorliegen ei-
nes Schleudertraumas der Halswirbelsäule, einer dem Schleudertrauma äquiva-
lenten Verletzung oder eines Schädel-Hirntraumas kann hieraus nicht abgeleitet 
werden.

Der Beschwerdeführer selber macht Bewusstlosigkeit im Anschluss an den Unfall 
geltend. Er legt hierzu eine Bestätigung von P.________ vom 1. März 2020 ins 
Recht. Dieser ist Rettungssanitäter und war im Unfallzeitpunkt auf dem Weg zur 
Arbeit. Er bestätigte am 1. März 2020 unterschriftlich, den Beschwerdeführer am 
Unfallort betreut zu haben. "Er war initial nicht ansprechbar (bewusstlos), hat 
aber immer wieder das Bewusstsein erlangt. In den Wachphasen hat er etwas 
von Schmerzen gemurmelt. Der Motorradfahrer war sichtlich in einem sehr 
schlechten Zustand und konnte mir keine konkreten Angaben zum Unfallhergang 
und zu den Schmerzen machen. (…) Als Rettungssanitäter mit mehrjähriger Be-
rufserfahrung kann ich sagen, dass ich eine mehrmalige Bewusstlosigkeit beim 
Motorradfahrer eindeutig feststellen konnte" (Bf-act. 3). R.________, welche 
ebenfalls vor Ort war, bestätigte am 18. Februar 2022 unterschriftlich: "Der Ver-
unfallte war nicht ansprechbar. Er war desorientiert. Er sagte nur 'Au, au'. Ob 
dieser 'bewusstlos' war oder nicht, kann ich nicht sagen, da ich mich in medizini-
schen Belangen nicht auskenne. Ich würde sagen, er war in einem Delirium, wie 
wir im Dialekt sagen. Auf Fragen gab er jedenfalls keine Antworten" (Bf-act. 4). 
Bezüglich Bewusstlosigkeit lässt sich den Akten des Weiteren entnehmen: Am 
Unfalltag erklärte P.________ der Polizei noch vor Ort: "Als ich bei der Unfallstel-
le eintraf, wurde der Motorradlenker bereits durch eine Frau und einen Mitarbei-
ter der Baustelle betreut. (…) Das Opfer war die ganze Zeit ansprechbar" (Vi-act. 
504 S. 4). R.________ begab sich sofort zum Unfallort und half beim Betreuen 
des Verunfallten (Vi-act. 504 S. 4). Der Beschwerdeführer selber erklärte ge-
genüber der Polizei am 23. Oktober 2015: "Dann sah ich 'eine Wand kommen'. 
Von da weg ist eine 'Lücke' vorhanden. Ich weiss noch, dass ich von verschiede-
nen Personen angesprochen wurde. Nach der Verabreichung der Schmerzmittel 
war ich dann 'ganz weg'" (Vi-act. 504 S. 5). Am 4. Januar 2016 erklärte der Be-
schwerdeführer gegenüber der Versicherung: "Nach dem Unfall war ich anfäng-
lich noch bei Bewusstsein, konnte mich aber nicht bewegen. Ich war komplett 
handlungsunfähig. In dieser Phase dachte ich, dass ich sterben würde. Ich 
schloss innerlich bereits mit dem Leben ab. Kurze Zeit später verlor ich das Be-
wusstsein. Das Eintreffen der Reha [sic] sowie der anschliessende Flug ins Lu-
zerner Kantonsspital kam ich nicht mit über, resp. kann ich mich nicht daran erin-
nern. Meine erste darauf folgende Erinnerung ist, als ich im Schockraum (…) 
wieder zu mir kam" (Vi-act. 506). Wie bereits erwähnt, dokumentierte das Luzer-

26

ner Kantonsspital, es habe keine Bewusstlosigkeit bestanden (Vi-act. 40, 43). 
Mithin ist mehrfach, ereignisnah ausdrücklich dokumentiert, dass keine Bewusst-
losigkeit bestand. Auch die Aussage von R.________, wonach sie seinen Zu-
stand als 'Delirium' beschreibt, schliesst eine Bewusstlosigkeit aus. P.________ 
traf nachweislich erst ein, als der Beschwerdeführer bereits betreut war. Seine 
Aussage, der Beschwerdeführer sei nicht immer ansprechbar gewesen, mag zu-
treffen, bedeutet aber nicht zwingend Bewusstlosigkeit, sondern kann Folge der 
Schmerzen und des 'Deliriums' sein und lässt sich auch gut mit dem vom Be-
schwerdeführer Erlebten erklären. Zudem erfolgte diese Aussage fünf Jahre 
nach dem Unfall und nach seiner Erstaussage, gemäss welcher keine Bewusst-
losigkeit bestand. Gemäss Erstaussage des Beschwerdeführers war er erst nach 
der Schmerzmittelgabe 'ganz weg'. In der Befragung zur Begutachtung führte der 
Beschwerdeführer zum Unfallereignis aus, er selber könne sich erinnern, dass 
die Ambulanz eingetroffen sei und ihn jemand von der Ambulanz angesprochen 
habe, er könne sich auch erinnern, dass er das Helmvisier habe öffnen wollen 
und wegen der Verletzungen am linken Arm nicht habe öffnen können, auch ha-
be er Schmerzen gehabt links am Thorax, die rechte Hand habe er glaublich 
noch nicht so gespürt. Dass er dann mit der REGA ins Kantonsspital Luzern ge-
flogen worden sei, wisse er nicht aus eigener Erinnerung, nur aus fremden Schil-
derungen. Er könne sich dann wieder erinnern, dass er im Spital einen grossen 
Monitor gesehen habe und ein Arzt davon gesprochen habe, dass er jetzt eine 
Untersuchung mache wegen der verletzten Milz (Vi-act. 458 S. 31 Ziff. 2.2.7). 
Mithin ist eine Bewusstlosigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-
wiesen. Vielmehr ergibt sich ein Bild, wonach der Beschwerdeführer stets rea-
giert hat, wenn auch nicht immer adäquat, und er selbst sich erst ab Schmerz-
mittelgabe an nichts mehr erinnern konnte. Kommt hinzu, dass eine allfällige 
commotio cerebri (welche allerdings nicht nachgewiesen ist) für die Anwendung 
der Schleudertrauma-Praxis ohnehin nicht genügen würde (vgl. Urteil BGer 
8C_812/2021 vom 17.2.2022 Erw. 6.2 m.w.H.).

Damit ergibt sich aus den vorliegenden medizinischen Berichten, dass der Be-
schwerdeführer beim Unfall vom 9. September 2015 mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit kein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, keine dem Schleuder-
trauma äquivalente Verletzung und kein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Damit 
aber ist die Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis vorzunehmen.

4.3.2  Soweit der Beschwerdeführer Ausführungen macht, wonach gemäss 
Rechtsprechung ein Wechsel zur Psycho-Praxis nur rechtens sei, wenn im Ver-
laufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die phy-
sischen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt 

27

haben und insgesamt in den Hintergrund getreten sind, so ist dies vorliegend un-
beachtlich. Wie zuvor aufgezeigt, liegen gar kein Schleudertrauma oder diesem 
äquivalente Verletzungen und kein Schädel-Hirn-Trauma vor, weshalb die Psy-
chopraxis von Anbeginn weg anzuwenden ist; es ist nicht die Voraussetzung für 
einen Praxiswechsel zu prüfen. Ohne Diagnose eines Schleudertraumas der 
Halswirbelsäule, einer dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzung oder ei-
nem Schädel-Hirntrauma ist die Psychopraxis anzuwenden (vgl. oben Erw. 
4.2.3).

4.3.3  Ist die Frage der adäquaten Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer 
geklagten, jedoch organisch nicht hinreichend fassbaren Beschwerden nach der 
Praxis zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen, so hat dies einzig unter 
Berücksichtigung der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens zu er-
folgen; die psychischen Komponenten bleiben bei der Beurteilung und Gewich-
tung der einzelnen Kriterien unberücksichtigt (BGE 140 V 356 Erw. 3.2).

4.4 Die Adäquanz lässt sich bei den Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht 
aufgrund des Unfalls allein beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare 
Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als di-
rekte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzu-
beziehen. Da es sich nach dem Gesagten vom Unfall vom 9. September 2015 
um einen mittelschweren im engeren Sinne handelt (vgl. oben Erw. 4.1), müssen 
zur Bejahung der Adäquanz drei der massgeblichen Kriterien oder eines ausge-
prägt erfüllt sein (vgl. Urteil BGer 8C_867/2015 vom 20.4.2016 Erw. 4.2), wobei 
die Rechtsprechung Adäquanzkriterien nur mit grosser Zurückhaltung als aus-
geprägt erfüllt anerkennt (Urteil BGer 8C_131/2021 vom 2.8.2021 Erw. 6.4.1 
m.w.H.). Der Kriterienkatalog lautet dabei (vgl. BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa; Urteil 
BGer 8C_627/2019 vom 10.3.2020 Erw. 5.4):
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ih-

re erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (zum Ganzen: 

BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).

28

4.4.1  Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Ein-
drücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des 
subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (BGE 140 V 
356 Erw. 5.6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall 
eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Beja-
hung des Kriteriums ausreichen kann (Urteile BGer 8C_66/2021 vom 6.7.2021 
Erw. 8.2; 8C_398/2012 vom 6.11.2012 Erw. 6.1 mit Beispielen aus der Recht-
sprechung).

Der Besonderheit des vorliegenden Unfallereignisses ist mit der Qualifizierung 
als mittelschwer bereits Nachachtung verschafft. Im Übrigen sind objektiv be-
trachtet keine Umstände auszumachen, welche als besonders dramatisch zu be-
urteilen wären. Wohl wurde der Beschwerdeführer von einer umstürzenden Mau-
er getroffen. Der Beschwerdeführer stürzte, wurde aber nicht weggeschleudert; 
er erlitt keine äusseren Verletzungen; er verlor äusserlich kein Blut, Hilfe wurde 
umgehend geleistet. Weitere Beteiligte gab es keine (vgl. Ausführungen oben 
Erw. 4.1). Das Kriterium ist nicht erfüllt.

4.4.2  Was das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verlet-
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlent-
wicklungen auszulösen (vgl. BGE 140 V 356 Erw. 5.5; Urteile BGer 8C_528/2021 
vom 3.5.2022 Erw. 7.3.1; 8C_398/2012 vom 6.11.2012 Erw. 6.2 mit Hinweisen 
auf die Rechtsprechung), anbelangt, so steht fest, dass der Beschwerdeführer 
ein Polytrauma erlitt. Zu erwähnen sind die Milzruptur mit aktiver Blutung, die 
Rippenserienfraktur links 4-9, die Lungenkontusion und kleiner Pneumothorax 
links, die distale, mehrfragmentäre, intraartikuläre Radiusfraktur rechts, die undis-
lozierte Akromionfraktur links, die Scapulafraktur links sowie die Metacarpale IV 
Köpfchenfraktur links (vgl. oben Erw. 1.2). 

Die Schulter- und Handverletzungen können nicht als besonders schwer be-
zeichnet werden; die Therapie und der Verlauf entsprachen ebenfalls den Erwar-
tungen. Von Komplikationen, wie sie der Beschwerdeführer erwähnt, kann nicht 
die Rede sein. Die Schulterverletzung wurde anfänglich konservativ behandelt; 
im Juni 2016 dann jedoch arthroskopiert sowie stets mit Physiotherapie begleitet. 
Im Oktober 2016 führte Dr.med. G.________ aus, ein Jahr nach Unfall seien die 
Folgen der physischen Verletzung am Radius rechts und an der linken Schulter 
im Wesentlichen mit einem guten funktionellen und auch subjektiven Ergebnis 
verheilt (Vi-act. 182). An der Hand erfolgte im Januar 2017 noch eine Arthrosko-
pie und die Entfernung des Osteosynthesematerials, wobei sich intraartikulär 
gemäss Dr.med. G.________ in Berücksichtigung der Verletzung ein sehr schö-
ner Gelenksbefund zeigte; das Risiko einer Entwicklung einer posttraumatischen 

29

Arthrose wurde als gering bezeichnet (Vi-act. 211). Die vom Beschwerdeführer 
geltend gemachte Tatsache, dass ihm für die Handverletzung eine Integritätsent-
schädigung von 20% zugesprochen wurde, vermag für sich allein das Kriterium 
nicht zu erfüllen. Die Milzruptur wurde noch am Unfalltag mittels interventionellem 
Coiling erfolgreich therapiert und zeitigte keine weiteren Folgen. Als belastend im 
Sinne der Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, könnte allenfalls 
die Thoraxverletzung bezeichnet werden, welche den Beschwerdeführer nach-
weislich bei der Atmung behinderte, wobei zu keiner Zeit eine Intubation notwen-
dig war. Das Kriterium ist nicht erfüllt, auf keinen Fall besonders ausgeprägt.

4.4.3  Auch das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der physisch beding-
ten ärztlichen Behandlung ist nicht erfüllt. Dieses ist nicht allein nach einem zeit-
lichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind auch Art und Intensität der 
Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesund-
heitszustandes zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuier-
liche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheits-
zustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vor-
liegen. Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes und 
medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen 
nicht. Einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienenden Vorkehren kommt 
auch nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (Urteile BGer 
8C_344/2013 vom 10.10.2013 Erw. 10; 8C_729/2012 vom 4.4.2013 Erw. 8.3). 

Wie bereits erwähnt, erfolgten die notfallmässigen Eingriffe während der Hospita-
lisation im Luzerner Kantonsspital (vgl. Vi-act. 40). Die Schulter wurde vorab 
konservativ behandelt, im Juni 2016 dann aber doch einmalig arthroskopiert (Vi-
act. 128). Im Januar 2017 erfolgte die Arthroskopie des Handgelenkes mit Ent-
fernung des OSME (Vi-act. 210). Im Übrigen beschränkten sich die orthopä-
disch-traumatologischen Arztbesuche auf Verlaufskontrollen. Auch die Thorax-
beschwerden bedurften keiner ärztlichen Behandlung. Nicht auszuschliessen ist, 
dass die unfallbedingte rezidivierende bakterielle Prostatitis gelegentlich weitere 
ärztliche (medikamentöse) Behandlungen notwendig macht. Dies allein vermag 
indes nicht zur Erfüllung des Kriteriums zu führen. Die ärztlichen Behandlungen 
des rechten Knies sowie der Nephrolithiasis stellen keine Unfallfolgen dar und 
haben entsprechend unbeachtlich zu bleiben. 

4.4.4  Umstritten ist sodann das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen im 
Sinn von über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden (RKUV 2005 
Nr. U 549 S. 241 Erw. 5.2.6 [U 380/04]; Urteil 8C_137/2014 vom 5.6.2014 
Erw. 7.4). 

30

Die Schmerzsituation zeigt sich im Verlauf unterschiedlich (vgl. Zusammenfas-
sung des aktenmässigen Verlaufs im Gutachten, Vi-act. 458). Unbestrittener-
massen führte das Unfallereignis zu starken Schmerzen (Vi-act. 40). Während 
der stationären Rehabilitation standen die Schmerzen vonseiten der verschiede-
nen Frakturen dann nie im Vordergrund (Vi-act. 31). Aktenkundig ist, dass die 
Schulterarthroskopie letztlich Folge persistierender Schmerzen war (Vi-act. 125). 
Und auch die Handverletzung verursachte anhaltende Schmerzen. Zutreffend ist 
sodann, dass der Beschwerdeführer gegenüber den MEDAS-Gutachtern über 
Schmerzen klagte (Vi-act. 458 S. 7; 30; 32 f.). Bestätigt ist anderseits auch, dass 
die Schmerzen nie invalidisierend waren und der Beschwerdeführer auch kaum 
Schmerzmittel benötigt, etwa 1x pro Monat eine Tablette Dafalgan 1 g (Vi-act. 
458 S. 34). Damit ist dieses Kriterium keinesfalls ausgeprägt erfüllt. Ob es über-
haupt erfüllt ist, kann offen bleiben, da die Adäquanz selbst bei Erfüllung nicht zu 
bejahen wäre.

4.4.5  Unbestrittenermassen nicht erfüllt ist das Kriterium einer ärztlichen Fehl-
behandlung, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert. 

4.4.6  Bleibt das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten Ar-
beitsunfähigkeit. Dieses bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im 
angestammten Beruf (Urteil BGer 8C_488/2017 vom 27.11.2017 Erw. 6.9 
m.w.H.). Zu wiederholen ist, dass allein die physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 
zu beurteilen ist, wogegen eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit unbeacht-
lich zu bleiben hat. 

Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer aus orthopädisch-trauma-
tologischer Sicht im Mai 2016 mit einem Arbeitsversuch beginnen konnte. An-
lässlich einer Verlaufskontrolle vom 12. Mai 2016, d.h. während des Arbeitsver-
suches, bestätigte Dr.med. G.________, die Belastungserprobung im Rahmen 
der beruflichen Reintegration könne aus seiner Sicht fortgesetzt werden (Vi-act. 
112). Erst die Schulterarthroskopie vom 10. Juni 2016 führte neuerlich zu einer 
100%-igen Arbeitsunfähigkeit (Vi-act. 128). Anlässlich des Standortgespräches 
vom 18. Juli 2016 zeigte sich der Arbeitgeber zufrieden mit dem Arbeitsversuch 
und hielt fest, der Beschwerdeführer könne die Arbeit wieder aufnehmen, sobald 
dies medizinisch wieder möglich sei (Vi-act. 152). Dr.med. G.________ bestätigte 
ab dem 29. August 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50% und ab dem 26. Septem-
ber 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit (Vi-act. 188). Dies bestätigte er ausdrücklich 
nach der Verlaufskontrolle ein Jahr nach Unfall (Vi-act. 188). Die dann per 20. 
Oktober 2016 durch den Psychiater attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit ist psy-
chisch bedingt (Vi-act. 196) und kann entsprechend nicht berücksichtigt werden 
(vgl. oben Erw. 4.3.3). Mithin ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aus somati-

31

scher Sicht bereits im Mai 2016 mit einem Arbeitsversuch starten konnte. Die 
Schulterarthroskopie hatte dann noch einmal einen Einbruch in der Arbeitsfähig-
keit zur Folge. Rund ein Jahr nach dem Unfallereignis wurde ihm aus orthopä-
disch-traumatologischer Sicht aber wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. 
Selbst wenn berücksichtigt wird, dass die Arthroskopie des Handgelenks und 
OSME (23.1.2017; Vi-act. 210) noch einmal eine kurzzeitige Arbeitsunfähigkeit 
zur Folge hatte, und die Gutachter dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht 
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestieren, ist das Kriterium des Grads und der 
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt.

4.4.7  Zusammenfassend ist damit höchstens ein Kriterium (körperliche Dauer-
schmerzen im Sinn von über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwer-
den) erfüllt, dies aber keinesfalls ausgeprägt. Damit aber sind nicht mindestens 
drei Kriterien erfüllt, so dass die Adäquanz für die psychischen Beschwerden zu 
verneinen ist. Da - wie nachfolgend aufzuzeigen ist - auch keine Diagnose einer 
LTHV gegeben ist, ist auch nicht weiter auf die vom Beschwerdeführer geforderte 
Prüfung einer Praxisänderung der Adäquanzkriterien einzugehen.

4.5 Ist die Adäquanz für die (natürlich kausalen) psychischen Beschwerden zu 
verneinen, besteht für den Unfallversicherer bezüglich deren Folgen keine Leis-
tungspflicht. Insbesondere hat auch die Beurteilung der Gutachter, wonach die 
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bei 50% und damit auch gesamthaft bei 
50% liegt, unbeachtlich zu bleiben. Für die erektile Dysfunktion besteht gemäss 
Gutachter keine überwiegend wahrscheinliche natürliche Unfallkausalität. Ein or-
ganisches Substrat als Ursache der Dysfunktion wird zudem verneint (vgl. Vi-act. 
458 S. 55), was Seitens Beschwerdeführer nicht bestritten wird. Soweit auch die 
erektile Dysfunktion auf psychischen Stress im Allgemeinen und im Zusammen-
hang mit dem Unfallereignis zurückzuführen wäre, würde auch hierzu die 
Adäquanz fehlen, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.

5. Der Beschwerdeführer macht eine neurologische und neuropsychologische 
unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geltend. Die entsprechende 
Sachlage sei gutachterlich nicht abgeklärt, weshalb diesbezüglich eine Begutach-
tung anzuordnen sei. Die Vorinstanz habe entsprechende Unfallfolgen zu Un-
recht und in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bestritten.

5.1 Es trifft zu, dass sich das MEDAS-Gutachten zur Neurologie/Neuropsy-
chologie nicht geäussert hat und entsprechend auch Ergänzungsfragen unbe-
antwortet blieben. Es fand weder eine neurologische noch eine neuropsychologi-
sche Begutachtung statt (vgl. Vi-act. 469). Die Vorinstanz stellte vielmehr auf die 
neurologische Beurteilung von Dr.med. Q.________ vom 7. Februar 2018 ab (Vi-

32

act. 395; vgl. oben Erw. 1.21). Es gelangt daher die Rechtsprechung zur Anwen-
dung, wonach Berichten von versicherungsinternen Ärzten Beweiswert zukommt, 
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi-
derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Ur-
teil BGer 8C_672/2020 vom 15.4.2021 Erw. 2.3).

5.2 Hinsichtlich Neurologie/Neuropsychologie ergibt sich aus den Akten: Der 
Beschwerdeführer zeigte sich auf der notfallmässigen Spitalaufnahme wach, ori-
entiert mit GCS 15; grobneurologisch unauffällig. Der Kopf wies keine äusseren 
Verletzungen auf, die Kalotten waren klopfindolent, ebenso der Gesichtsschädel. 
Das CT Schädel des Unfalltages zeigte keine intrakranielle Blutung, keine Frak-
tur, keine Mittellinienverlagerung, kein intraorbitales Hämatom, keinen Hinweis 
auf eine traumatische Carotisdissektion (Vi-act. 40). Ein Schädel-Hirn-Trauma 
wurde im Spital explizit ausgeschlossen (Vi-act. 36). Auch bei der Aufnahme in 
die stationäre Rehabilitation wurde nach kursorischer Prüfung ein unauffälliger 
neurologischer Status dokumentiert (Vi-act. 31). Ein Jahr nach dem Unfall be-
klagte der Beschwerdeführer neurologische Beschwerden (Vi-act. 182). Am 
22. Juni 2017 ersuchte der Rechtsanwalt um eine neurologische und neuropsy-
chologische Abklärung, nachdem der Beschwerdeführer und seine Ehefrau 'ein-
drücklich über neurologische und neuropsychologische Auffälligkeiten berichtet 
haben' (Vi-act. 276, 277). In der Folge ersuchte der Kreisarzt um Beizug der 
Bildgebung vom Unfalltag und er hielt fest: 'Sollte der Schädel unauffällig gewe-
sen sein, ist die vorliegende Problematik (vgl. Schilderungen der Ehefrau) wohl 
eher psychiatrischer Natur' (Vi-act. 279). Zudem ersuchte er um Vorlage der Un-
terlagen an den Facharzt Neurologie (Vi-act. 297), worauf Dr.med. S.________ 
(Fachärztin für Neurologie) ein MRI des Kopfs mit suszeptibilitätsgewichteten 
Sequenzen zum Ausschluss resp. zur Verifizierung allfälliger unfallbedingter Lä-
sionen anforderte (Vi-act. 313), das am 3. August 2017 bei Fragestellung 'unfall-
bedingte Läsionen?' erstellt wurde. Es zeigte einen unauffälligen Befund und kei-
nen Hinweis auf posttraumatische Läsionen (Vi-act. 318). In der neurologischen 
Beurteilung vom 7. Februar 2018 fasste Dr.med. Q.________ den aktenmässi-
gen Verlauf zusammen und verwies ebenso auf das jüngste MRI Schädel. Er 
kam zum Schluss, dass eine unfallbedingte Hirnverletzung abgestützt auf die kli-
nischen Informationen und die dokumentierten Befunde der bildgebenden Dia-
gnostik nicht angenommen werden könne. Die im langfristigen Heilverlauf vom 
Versicherten beklagten kognitiven Gesundheitsbeeinträchtigungen in Form von 
Konzentrationsstörungen und Gedächtnisstörungen könnten somit nicht auf eine 
unfallbedingte organische Hirnverletzung zurückgeführt werden (Vi-act. 395). Im 
Rahmen des Einspracheverfahrens wurde mit Zustimmung des Beschwerdefüh-
rers ein externes polydisziplinäres Gutachten eingeholt und zwar ohne Neurolo-

33

gie/Neuropsychologie, was auch vom Beschwerdeführer nicht gefordert wurde 
(vgl. Vi-act. 450, 453). Nach Vorlage des Gutachtens, unterbreitete der Be-
schwerdeführer die Zeugenbestätigung P.________ vom 1. März 2020, wonach 
der Beschwerdeführer bewusstlos gewesen sei (vgl. oben Erw. 4.3.1) und er 
formulierte zwei Ergänzungsfragen betreffend neurologische / neuropsychologi-
sche Beschwerden (Vi-act. 464), die von der Vorinstanz der MEDAS-
Zentralschweiz unterbreitet, von dieser aber nicht beantwortet wurden (Vi-act. 
467, 469). 

5.3.1  Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid, wonach keine unfallkausalen neu-
rologischen/neuropsychologischen Beschwerden vorliegen und keine weitere 
Begutachtung notwendig sei, auf die Beurteilung von Dr.med. Q.________ ab. 
Von dieser Beurteilung abweichende Stellungnahmen anderer medizinischer 
Fachpersonen liegen keine vor, was Zweifel an der versicherungsinternen Beur-
teilung in aller Regel ausschliesst (vgl. etwa Urteil 8C_106/2020 vom 17.3.2020 
Erw. 4.1). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers stellt auch die Tat-
sache, dass der MEDAS Ergänzungsfragen betreffend Neurolo-
gie/Neuropsychologie unterbreitet wurden, keine abweichende ärztliche Beurtei-
lung dar. Denn die Fragen hatte der Beschwerdeführer selbst beantragt und sie 
wurden 1:1 übernommen (vgl. Vi-act. 464 - 467). Es bestehen keine Hinweise, 
dass die Ergänzungsfragen aufgrund versicherungsinterner Abklärung notwendig 
waren. 

5.3.2  Soweit der Beschwerdeführer auf die Aussagen von P.________ und 
R.________ (Bf-act. 3 und 4) verweist und eine nach dem Unfall eingetretene 
Bewusstlosigkeit geltend macht, kann auf das zuvor Ausgeführte verwiesen wer-
den; von einer Bewusstlosigkeit kann nicht mit dem erforderlichen Grad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden (vgl. oben Erw. 4.3.1).

5.3.3  Der Beschwerdeführer begründet die s.E. notwendigen weiteren Abklärun-
gen zudem mit dem Vorliegen einer LTHV, welche sich gerade durch fehlende 
Organizität und bildgebende Diagnostik sowie GCS nicht tiefer als 13 auszeichne 
und bei welcher 10-15% der Betroffenen Dauerbeschwerden beklagen würden, 
wobei die Schwere des Unfalls und der initialen Verletzung für den Langzeitver-
lauf nicht entscheidend seien (vgl. oben Erw. 3.1.2). Der Beschwerdeführer be-
streitet nicht, dass vorliegend sowohl am Unfalltag als auch am 3. August 2017 
die Bildgebung des Schädels unauffällig war und unfallbedingte Läsionen ausge-
schlossen wurden. Wenn Dr.med. Q.________ sodann feststellte, die ereignis-
nahen medizinischen Berichte würden keine klinischen Auffälligkeiten dokumen-
tieren, so ist dies nicht zu beanstanden. Namentlich den Berichten des Luzerner 

34

Kantonsspitals (Austrittsbericht Spital; Kurz-Austrittsbericht IPS; IPS-Berichte, Vi-
act. 36, 38, 40) lassen sich keine Hinweise auf eine LTHV entnehmen. Soweit 
der Beschwerdeführer auf einen Artikel zur LTHV von 2020 verweist (Bf-act. 5) 
und dieser für die Diagnosestellung auf in der Akutsituation oder noch in den ers-
ten Tagen nach dem Ereignis häufig auftretende Kopfschmerzen, Schwindel, 
Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus 
und emotionale Störungen hinweist, so fehlen entsprechende Hinweise eben ge-
rade. Nichts anderes ergibt sich aus der Publikation von 2017 (Bf-act. 6), welche 
ebenfalls auf die gut bekannten klinischen Auffälligkeiten in der Frühphase hin-
weist. Diese sind vorliegend nicht dokumentiert. Die Tatsache allein, dass ein 
GCS von 15 festgestellt wurde (also > 13), vermag eine LTHV nicht zu belegen. 
Die Feststellung in der Literatur, 10 bis 15% der Betroffenen würden über dau-
ernde Beschwerden klagen, lässt sodann nicht den Rückschluss zu, dass trotz 
Fehlen von ereignisnahen Hinweisen auf eine LTHV später geklagte Beschwer-
den dennoch auf eine LTHV zurückzuführen sind, auf keinen Fall mit dem not-
wendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. 

5.3.4  Wenn aber keine von der neurologischen Beurteilung vom 7. Februar 2018 
abweichende ärztliche Berichte vorliegen, organische Läsionen nicht nachgewie-
sen sind und auch keine klinischen Auffälligkeiten ereignisnah dokumentiert sind, 
welche die Diagnose einer LTHV erhärten würden, dann bestehen an der Beur-
teilung von Dr.med. Q.________ keine auch nur geringen Zweifel, weshalb die 
Vorinstanz zu Recht darauf abgestützt hat. Weder sind neurologische / neuro-
psychologische Beschwerden überwiegend wahrscheinlich unfallkausal, noch 
drängen sich weitere Abklärungen hierzu auf.

6. Der Beschwerdeführer rügt des Weitern eine fehlerhafte Feststellung der 
unfallbedingten Lohneinbusse. 

6.1 Die Vorinstanz lehnte einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab 
und begründete dies wie folgt (Einspracheentscheid Erw. 8):
- Gemäss Gutachten bestehe somatisch aufgrund der orthopädisch-trauma-

tologischen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von 20%, wobei dies mit dem 
Wegfall der körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten begründet werde;

- gemäss ehemaliger Arbeitgeberin hätten die körperlich anspruchsvollen Tätig-
keiten 5% der Arbeit des Beschwerdeführers ausgemacht;

- zudem sei der Beschwerdeführer gemäss ehemaliger Arbeitgeberin von die-
sen körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten ohne Lohneinbusse dispensiert 
gewesen;

35

- damit sei überhaupt keine Erwerbseinbusse und damit keine Invalidität ent-
standen.

Zudem hielt die Vorinstanz fest, an dieser Beurteilung ändere nichts, dass der 
Beschwerdeführer 2017 vor die Wahl gestellt worden sei, entweder 100% zu ar-
beiten, 50% in einem anderen Departement zu arbeiten oder sich vorzeitig pen-
sionieren zu lassen oder die Kündigung entgegenzunehmen. Denn der medizini-
sche Endzustand sei damals erreicht und der Beschwerdeführer 95% arbeits-
fähig gewesen sowie von den 5% ohne Lohneinbusse befreit.

6.2 Es gilt vorauszuschicken, dass für die Frage der Arbeitsfähigkeit und damit 
auch der Erwerbseinbusse und des Invaliditätsgrades allein die unfallbedingten 
somatischen Gesundheitsschädigungen massgeblich sind, nachdem die 
Adäquanz der psychischen Beschwerden zu verneinen ist (vgl. oben Erw. 4). 
Soweit also der Beschwerdeführer die Berücksichtigung der psychischen Be-
schwerden fordert und auch die MEDAS-Gutachter eine 50% Arbeitsunfähigkeit 
infolge psychischer Beschwerden festhalten, hat dies unbeachtlich zu bleiben.

6.3.1  In der integrativen Gesamtbeurteilung führten die MEDAS-Gutachter die 
Gesundheitsschäden auf, welche ganz oder teilweise, direkt oder indirekt durch 
das Ereignis vom 9. September 2015 verursacht wurden (vgl. oben Erw. 2.3). 
Auch bestätigten sie, dass alle somatischen Diagnosen auf einem organischen 
Substrat beruhen und dass aus orthopädisch-traumatologischer Sicht von weite-
ren Behandlungsmassnahmen keine Besserung des unfallbedingten Gesund-
heitszustandes mehr zu erwarten ist (Vi-act. 458 S. 57). 

Das Zumutbarkeitsprofil als Folge des Unfallereignisses vom 9. September 2015 
definierten die MEDAS-Gutachter für den Beschwerdeführer aus somatischer / 
orthopädischer Sicht wie folgt (Vi-act. 458 S. 58):

- Gehen, Stehen, Sitzen ohne Einschränkungen 

- beidhändiges Heben von Lasten bis maximal 10 kg 

- Tragen von Lasten mit der rechten Hand maximal 5 kg 

- rechtshändiges Arbeiten mit Halten von Geräten und Maschinen mit Vibrationen 

und oder Rückschlägen sind nicht zumutbar 

- Arbeiten mit der linken oberen Extremität über Brusthöhe sind nicht möglich.

Bezogen auf die Frage nach dem zeitlichen und leistungsmässigen Umfang ge-
langten die MEDAS-Gutachter zum Schluss, aus orthopädischer Sicht ergebe 
sich als Folge des Unfallereignisses vom 9. September 2015 eine Arbeitsfähig-
keit von 80%. Aus pneumologischer und urologischer Sicht würden sich keine 
zusätzlichen Einschränkungen ergeben.

36

Im orthopädischen Teilgutachten präzisierte der Gutachter die Arbeitsfähigkeit 
und Zumutbarkeit zudem wie folgt: "Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht 
besteht im Beruf, den der Versicherte vor dem Ereignis vom 09.09.2015 aus-
geübt hatte, für die reine Bürotätigkeit als Kriminal-Analytiker keine Einschrän-
kung. Als Mitglied des D.________ hatten allerdings körperlich anspruchsvolle 
Tätigkeiten zum Beruf gehört, z.B. regelmässiges Training im Pistolenschiessen, 
sowie Sport und Fitness. Durch Wegfall dieser Tätigkeiten dürfte eine Einschrän-
kung von rund 20% in der angestammten Arbeit resultieren." Zudem stellte der 
Gutachter fest, die vom Rechtsvertreter im Schreiben vom 23. April 2018 postu-
lierte Einschränkung der Feinmotorik rechts könne er nicht nachvollziehen 
(Vi-act. 458 S. 17 des orthopädischen Teilgutachtens). Konkret beantwortete der 
Gutachter die Frage nach der unfallbedingten Einschränkung im angestammten 
Beruf: "Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht besteht im angestammten Be-
ruf als Kriminal-Analytiker eine Einschränkung von schätzungsweise 20%" (Vi-
act. 458 S. 20 f. des orthopädischen Teilgutachtens).

6.3.2  Diese Beurteilung durch die MEDAS-Gutachter wird von keiner Partei be-
stritten. Dies zu Recht. Sie basiert auf dem Beizug und der Berücksichtigung der 
umfassenden medizinischen Akten sowie persönlichem Untersuchung durch die 
einzelnen Fachgutachter. Sowohl die Gesamtbeurteilung wie auch das ortho-
pädische Teilgutachten sind - soweit hier von Interesse - in sich schlüssig, nach-
vollziehbar und überzeugend. Widersprüche zu anderslautenden medizinischen 
Berichten sind nicht auszumachen. Nachdem keine konkreten Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit des nach Art. 44 ATSG eingeholten MEDAS-Gutachtens spre-
chen, ist ihm volle Beweiskraft zuzuerkennen (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.4). 

6.4 Soweit die Vorinstanz einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers aus-
geschlossen hat mit der Begründung, trotz attestierter 20%iger Arbeitsunfähigkeit 
im angestammten Beruf habe er nach Aussage des Arbeitgebers keine Erwerbs-
einbusse erlitten, weshalb keine Rente geschuldet sei, so kann dem nicht gefolgt 
werden.

6.4.1  Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid mit einer Auskunft des Arbeitge-
bers des Beschwerdeführers, wonach die gemäss Gutachter für den Beschwer-
deführer unzumutbaren körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, wie regelmässi-
ges Training im Pistolenschiessen, Sport, Fitness, Nahkampf in der Tätigkeit als 
Kriminalanalytiker max. 5% ausgemacht haben und er von diesen ohne Lohnein-
busse befreit gewesen sei (vgl. Vi-act. 487 sowie oben Erw. 6.3.1). Dies ist aber 
für die vorliegend zu klärende Rentenfrage nicht entscheidend.

37

6.4.2  Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten 
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 
eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 
(sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkom-
men; vgl. BGE 130 V 121). Für die Bemessung der Invalidität sind die Verhältnis-
se im Zeitpunkt des  (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massge-
bend, wobei das Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage 
zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Erlass der Verfügung zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 Erw. 4.2; 
BSK ATSG-Frey /Lang, Art. 16 N 31). Entscheidend ist in der Unfallversicherung 
mithin der Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. Art. 19 UVG). Dies ist vorliegend 
der 30. April 2018 (Vi-act. 408).

6.4.3  Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass 
sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali-
denlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na-
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei-
ne oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom-
men hat, so können nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 Erw. 2.2; BGE 135 V 297 Erw. 5.2; SVR 2014 IV 
Nr. 37 S. 130; Urteil BGer 8C_378/2017 vom 29.11.2017). 

6.4.4  Vorliegend hat der Beschwerdeführer seine ursprüngliche Tätigkeit als 
Kriminalanalytiker bei D.________ nach dem Unfallereignis nie mehr voll aufge-
nommen. Und er konnte sie auch gar nicht mehr voll aufnehmen. Auf die Frage 
der Vorinstanz, wie sich die Umstände rund um die Frühpensionierung genau 
verhielten, antwortete der Arbeitgeber am 22. März 2021 (Vi-act. 485):

Es ist richtig, dass wir mit A.________ vor Ablauf der gesetzlichen 2-jährigen Lohn-
fortzahlungspflicht Gespräche mit ihm führten. Auch die von Ihnen erwähnten Vari-
anten haben wir dabei besprochen: 

1. Aufnahme der Arbeit zu 100%, wobei diese Variante aufgrund der vorhanden 
Arztzeugnisse nicht in Frage kam.

38

2. Weitere Anstellung bei der […] zu einem tieferen Pensum. Allerdings konnte 
Herrn A.________ zu diesem Zeitpunkt keine konkrete Stelle angeboten wer-
den, auch nicht im […]. Wann und ob es eine mögliche Stelle mit passendem 
Pensum für A.________ gegeben hätte, war zu diesem Zeitpunkt unsicher. 

3. Vorzeitige Pension. 

4. Auflösung des Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der 2-jährigen Lohnfortzah-
lungspflicht.

In der Folge wählte man die vorzeitige Pension, welche per 30. September 2017 
vereinbart wurde (Vi-act. 340). Per Ablauf der zweijährigen Lohnfortzahlungs-
pflicht (Ende September 2017) kam es somit notgedrungen zu einer beruflichen 
Veränderung des Beschwerdeführers, da es aufgrund der damals vorliegenden 
Arztzeugnisse ausgeschlossen war, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit 
wieder zu 100% aufnahm. Eine konkrete Alternativanstellung konnte der Arbeit-
geber nicht anbieten. Gewählt wurde daher die vorzeitige Pension. Dies brachte 
es aber mit sich, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses 
und damit des frühestmöglichen Rentenbeginns keine Anstellung hatte und somit 
nach Eintritt der Invalidität keine Erwerbstätigkeit ausübte, auf welche für die Er-
mittlung des Invalideneinkommens hätte abgestellt werden können. Insbesonde-
re kann nicht auf das bisherige und ungekürzte Einkommen als Valideneinkom-
men abgestellt werden, da dieses faktisch nicht erzielt wurde und aufgrund der 
Frühpensionierung auch gar nicht erzielt werden konnte. Es wurde ihm vom Ar-
beitgeber schon gar nicht angeboten. Von einer stabilen Arbeitssituation kann 
nicht die Rede sein. 

Liegt aber im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bzw. nach Eintritt 
der Invalidität keine Erwerbstätigkeit vor, so sind rechtsprechungsgemäss die 
LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen.

6.4.5  Wenn eine versicherte Person nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit alters-
halber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder sich das vorgerückte Alter (im Be-
reich von "rund 60 Jahren", BGE 122 V 418 Erw. 1b) erheblich als Ursache der 
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II), sind gemäss Art. 28 
Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) vom 
20. Dezember 1982 für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbsein-
kommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter (d.h. von 41 bis 42 
bzw. zwischen 40 und 45 Jahren; BGE 122 V 418 Erw. 1b; RKUV 1990 Nr. 
U 115 S. 389 Erw. 4d a.E.) bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung 
erzielen könnte (BGE