# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82d0be52-127c-5ba4-a994-423c4e846806
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.04.2010 UV 2009/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-30_2010-04-21.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/30

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 21.04.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2010
Art. 7f., 16 und 43 ATSG, Art. 18 UVG: Unfallversicherung hat Unfallfolgen 
(Auswirkungen eines CRPS [Complex Regional Pain Syndrom] bzw. einer 
Sudeck'schen Dystrophie) genügend abgeklärt und ist bei Bemessung der 
Invalidität des Beschwerdeführers zutreffend von voller Leistungsfähigkeit in 
leidensangepasster Tätigkeit ausgegangen. Adäquanz der psychischen 
Beeinträchtigungen zu Recht verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 21. April 2010, UV 2009/30).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 21. April 2010

in Sachen

P.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Invalidenrente

Sachverhalt:

A.       

A.a   P.___, geb. 1956, arbeitete als Schweisser und Lackierer bei der A.___ und war 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen 

Unfälle versichert. Am 17. September 2005 überrollte ein Personenwagen seinen linken 

Fuss und verursachte eine bimalleoläre Luxationsfraktur des oberen Sprunggelenks 

(OSG) mit zweitgradig geschlossenem Weichteilschaden (UV-act. 1f.). Am Unfalltag 

wurde ein Fixateur externe angebracht und die Frakturen am 22. September 2005 

mittels Schrauben und Platten offen reponiert (UV-act. 19 und 20). Die Suva erbrachte 

die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und Taggelder). Da sich die Heilung 

verzögerte, stellte der Hausarzt, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, 

den Versicherten Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparats, vor (UV-act. 12). Dieser diagnostizierte eine 

Sudeck'sche Dystrophie Stadium II mit erheblicher Schmerzsymptomatik und 

Entmedialisierung des Knochens (UV-act. 13). Die Situation besserte sich weiterhin 

kaum (anhaltende Schmerzen, höchstens kurzzeitige Vollbelastung, Gehen mit 

Stockhilfe; UV-act. 14 und 24), weshalb der Versicherte vom 14. Juni bis 14. Juli 2006 

stationär in der Rehaklinik Bellikon behandelt wurde (UV-act. 29 bis 32). Bei 

andauernder voller Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, mehrheitlich stehend 

ausgeführten Tätigkeit als Schweisser und Lackierer im Stahlbau wurde ihm eine 

leichte, wechselbelastende 

Tätigkeit im Sitzen als ganztags zumutbar erklärt. Da von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine wesentliche Besserung der Situation zu erwarten sei, empfahlen 

die Ärzte der Rehaklinik Bellikon ein Jahr nach dem Unfall den Fallabschluss.

A.b   Von der Suva veranlasste Bemühungen um die Wiedereingliederung des 

Versicherten wurden nach Analyse der Ausgangslage durch die beauftragte Firma J.___ 

am 14./15. November 2006 abgebrochen (UV-act. 46). Die Arbeitsstelle bei der A.___ 

wurde ihm am 12. Dezember 2006 per Ende Februar 2007 gekündigt (UV-act. 59). 

Nach eingehender Analyse der medizinischen Situation durch Dr. C.___ und Kreisarzt 

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Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, erneutem Computertomogramm des 

Sprunggelenks am 15. Februar 2007 und nach Rücksprache mit dem Versicherten am 

4. April 2007 wurde gegen die Materialentfernung und Korrektur-Osteotomie 

entschieden (UV-act. 63, 66 bis 69 und 71). Die Suva teilte dem Versicherten am 

5. April 2007 mit, dass ihm ab 23. April 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

wechselbelastenden Tätigkeit zumutbar sei und forderte ihn auf, sich umgehend bei 

der Arbeitslosenversicherung anzumelden (UV-act. 72). Mit Zeugnis vom 4. Mai 2007 

attestierte Dr. B.___ dem Versicherten 100% Arbeitsunfähigkeit wegen Unfallfolgen und 

einer schweren Depression (UV-act. 78). Die Depression führte der Hausarzt am 6. Juni 

2007 ebenfalls auf den Unfall zurück (UV-act. 81A). Bei der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 21. August 2007 erhob Dr. D.___ eine nicht optimal gestellte 

Situation nach Aussenknöchelrekonstruktion und eine deutlich eingeschränkte 

Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk (UV-act. 86). Als leidensangepasst beurteilte er 

eine ganztägige Arbeitstätigkeit in wechselnder Arbeitshaltung, überwiegend sitzend. 

Arbeiten auf unebenem Grund, auf Leitern und Gerüsten, häufiges Treppensteigen 

sowie häufiges Heben, Tragen und Fortbewegen von mittelschweren und schweren 

Lasten unter Belastung der Beine bewertete er als ungeeignet. Die Integritätseinbusse 

schätzte der Kreisarzt auf 15% (UV-act. 85). Ebenfalls am 21. August 2007 wurde der 

Versicherte auch von Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva St. Gallen, untersucht 

(UV-act. 87). Er verneinte eine fixierte depressive Störung. Vielmehr liege eine 

fluktuierende Stimmungsstörung vor, die während kurzer Phasen auch einem 

ängstlich-depressiven Syndrom entspreche. Es handle sich um ein Geschehen, dass 

mindestens teilweise auf die Unfallfolgen vom 17. September 2005 zurückgehe und 

ohne diese Belastungen in Art und Ausmass wahrscheinlich nicht eingetreten wäre. Als 

Diagnosen nannte er eine Anpassungsstörung mit kurzphasischer ängstlich-

depressiver Störung (ICD-10 F43.28) sowie einen unfallunabhängigen Belastungsfaktor 

(ICD-10 Z63.0). Dr. E.___ empfahl, den Versicherten wieder an eine Beschäftigung 

heranzuführen.

A.c   Ab dem 5. November 2007 wurde der Versicherte zu 50% in einem 

Einsatzprogramm des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) beschäftigt, das 

bis Ende Juni 2008 verlängert werden konnte (UV-act. 99, 103f., 116 und 122). Eine 

Steigerung des Arbeitseinsatzes auf mehr als 50% gelang dabei nicht. Die 

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medizinische Situation wurde von Kreisarzt Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Chirurgie, 

in Rücksprache mit dem neuen Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G.___, Facharzt 

FMH für Allgemeine Medizin, nachevaluiert (UV-act. 119, 123 und 125f.). Am 

5. September 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sich sein Zustand durch 

die ärztliche Behandlung nicht mehr verbessere, weshalb die Heilungskosten- und 

Taggeldleistungen per 30. September 2008 eingestellt würden (UV-act. 128). Nachdem 

ihm die zu erwartenden Invaliditätsleistungen erklärt worden waren, beauftragte der 

Versicherte Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener mit seiner Vertretung (UV-act. 130f.). 

Mit Verfügung vom 26. September 2008 ermittelte die Suva für den Rentenanspruch ab 

1. Oktober 2008 einen Invaliditätsgrad von 23%, hielt fest, die psychogenen Störungen 

seien nicht adäquat kausal zum Unfall vom 17. September 2005 und daher nicht zu 

berücksichtigen und sprach dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 15% 

eine Integritätsentschädigung von Fr. 16'020.-- zu (UV-act. 134). Dagegen erhob die 

Krankenversicherung des Versicherten, La Caisse Vaudoise, am 15. Oktober 2008 

vorsorglich Einsprache und zog sie nach Einsicht in die Akten am 30. Oktober 2008 

wieder zurück (UV-act. 138 und 144). Der Rechtsvertreter des Versicherten erhob am 

28. Oktober 2008 Einsprache gegen die Verfügung vom 26. September 2008 und 

begründete diese am 12. Januar 2008 (UV-act. 142 und 148). Mit Verfügungen vom 

14. Januar 2009 verneinte die zwischenzeitlich eingeschaltete Invalidenversicherung 

(IV; IV-Stelle des Kantons Thurgau) einen Anspruch des Versicherten auf eine 

Invalidenrente und auf berufliche Massnahmen (UV-act. 149f.). Die Suva wies die 

Einsprache gegen die Verfügung vom 26. September 2008 mit Entscheid vom 

10. Februar 2009 ab.

B.        

B.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 13. März 2009 mit dem Antrag auf 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 10. Februar 2009 und Ausrichtung höherer 

Rentenleistungen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird ausgeführt, das Ausmass und die 

Auswirkungen der Schmerzsituation, besonders des komplexen regionalen 

Schmerzsyndroms (CRPS) bzw. einer somatoformen Schmerzstörung, seien 

medizinisch nicht genügend abgeklärt worden, was durch ein interdisziplinäres 

Gutachten nachzuholen sei. Weiter müsse die Auswirkung des CRPS bzw. Morbus 

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Sudeck sowie der psychischen Beschwerden auf die Erwerbsfähigkeit eingehend 

geprüft und eine höhere Erwerbsunfähigkeit ermittelt werden. Die 

Integritätsentschädigung liess der Beschwerdeführer nicht mehr anfechten.

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2009 beantragte die Suva die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte aus, die Schmerzproblematik und die Sudeck'sche Erkrankung 

seien in den Akten genügend berücksichtigt worden. Insbesondere sei die 

Zumutbarkeitsbeurteilung in Kenntnis der gesamten Akten und nach ausgedehnter 

klinischer Untersuchung erfolgt. Weitere medizinische Abklärungen seien obsolet. Mit 

ihrem Aktendossier (UV-act. 1 bis 152) reichte die Suva auch eine CD mit den Akten 

der IV ein.

B.c   Der Beschwerdeführer liess die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik 

unbenutzt verstreichen, worauf der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 6).

B.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen 

in den übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere 

Invalidenrente hat. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die gesundheitlichen 

Einschränkungen des Beschwerdeführers medizinisch genügend abgeklärt und ihre 

Unfallkausalität bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads richtig beurteilt worden sind. 

Nicht beanstandet wurde der Einkommensvergleich als solcher.

1.2    Die rechtlichen Grundlagen wurden im Einspracheentscheid vom 10. Februar 

2009 zutreffend dargestellt. Das gilt sowohl für den erforderlichen natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen 

Gesundheitsschaden, für den Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung 

und die Invaliditätsbemessung als auch für die Ausführungen über die Beweiskraft von 

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Beurteilungen durch Ärzte (der Suva; Erwägungen 2, 3 und 5). Darauf kann verwiesen 

werden.

2.         

Zunächst ist zu prüfen, ob und in welcher Art der Beschwerdeführer durch die 

physischen Unfallfolgen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist. Dabei ist 

unbestritten, dass ihm die angestammte Tätigkeit als Schweisser und Lackierer im 

Stahlbau nicht mehr zumutbar ist.

2.1    Die Malleolarfrakturen, die der Beschwerdeführer beim Unfall vom 17. September 

2005 erlitt, heilten nicht gleichmässig: Während die mediale Fraktur konsolidiert war, 

erwies sich die laterale Fraktur im Computertomogramm vom 3. Mai 2006 mit nur 

schmalen Knochenbrücken teilweise konsolidiert. Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Radiologie, erhob neben anderen Befunden eine "fleckige Osteodystrophie bei 

bekanntem Sudeck" (UV-act. 57). Die behandelnden Ärzte an der Rehaklinik Bellikon 

stellten neun Monate nach der OSG-Luxationsfraktur ein Schmerzsyndrom fest, dass 

sie anhand der Anamnese als Restbeschwerden bei Zustand nach CRPS deuteten. 

Aufgrund des Magnetresonanztomogramms vom 22. Juni 2006 (UV-act. 49) verneinten 

sie beweisende Hinweise auf einen Morbus Sudeck und erhoben klinisch lediglich eine 

leichte Schwellung sowie die Schonung der Extremität. Sie erachteten eine leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit im Sitzen ganztags zumutbar und erwarteten von weiteren 

medizinischen Massnahmen keine wesentliche Besserung der Situation 

(Austrittsbericht vom 8. August 2006, UV-act. 32). Die Röntgenbilder vom 11. Januar 

2007 zeigten Dr. C.___ neben einer noch nicht vollständig sicheren Konsolidierung in 

der distalen Fibulafraktur eine leichte Rotationsfehlstellung der distalen Fibula in der 

Osteosynthese. Klinisch erhob er nach wie vor auch eine leichte Dystrophie sowie eine 

Lividverfärbung bei hängendem linken Unterschenkel (UV-act. 63). Das 

Computertomogramm vom 15. Februar 2007 zeigte vergleichend zu den früheren 

Bildern, dass jetzt auch die laterale Malleolarfraktur weitgehend durchgebaut war (UV-

act. 66). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. August 2007 erhob 

Dr. D.___ eine normale Hautfarbe, keine Schweissabsonderung, keine vermehrte 

Schwellung im Bereich des linken OSG (morgens neun Uhr) sowie keine trophischen 

Störungen. Dem Kreisarzt zeigten sich demnach keine Zeichen einer Sudeck'schen 

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Dystrophie mehr (vgl. detaillierte Erläuterungen im Entscheid des Bundesgerichts 

8C_955/2008 vom 29. April 2009 E. 6). Die medizinischen Unterlagen, insbesondere die 

jüngste radiologische und orthopädische Beurteilung (Berichte Dr. H.___ vom 

16. Februar 2007 [UV-act. 66] und Dr. C.___ vom 6. März 2007 [UV-act. 69]), lagen 

Dr. D.___ bei seiner Untersuchung vor. Im Bericht vom 21. August 2007 nahm er 

ausdrücklich darauf Bezug (UV-act. 86). Er erhob eine in der Rotation nicht optimal 

gestellte Situation nach Aussenknöchelrekonstruktion und eine deutlich eingeschränkte 

Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk. Ohne Stöcke könne der Beschwerdeführer 

kaum ein paar Schritte gehen, wobei die Gehhilfe nach Einschätzung des Kreisarztes 

zum Teil aus organischen, zum Teil aus psychischen Gründen noch notwendig sei. Mit 

Stöcken zeige sich ein sicheres Gangbild. Der Beschwerdeführer berichtete über 

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im linken oberen Sprunggelenk. Er 

brauche fortgesetzt zur Stütze einen Gehstock und Schmerzmedikamente mit guter 

schmerzstillender Wirkung. Der Künzle-Schuh sei zur Stabilisierung hilfreich. Nach 

längerer Belastung habe er Schwellungen im OSG. Dr. D.___ beurteilte die geklagten 

Beschwerden aufgrund der Gesamtsituation als nachvollziehbar. Er empfahl, den 

Versicherten ihm Rahmen einer halbtägigen Beschäftigung, unter angepassten 

Arbeitsbedingungen (überwiegend sitzend, mit der Möglichkeit, Pausen einzulegen und 

das Bein gegebenenfalls auch hochzulegen), wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. 

Formal bestehe eine ganztägige Leistungsfähigkeit für leidensgerechte Tätigkeiten. 

Eine wechselnde, überwiegend sitzende Arbeitshaltung beurteilte Dr. D.___ als 

zumutbar. Arbeiten auf unebenem Grund, auf Leitern und Gerüsten, häufiges 

Treppensteigen, häufiges Heben, Tragen und Fortbewegen von mittelschweren und 

schweren Lasten unter Belastung der Beine sei ungeeignet. Die ärztlichen 

Behandlungsmöglichkeiten seien derzeit erschöpft, Physiotherapie nicht notwendig. 

Schmerzmittel seien fortgesetzt notwendig.

2.2    Die Beurteilung von Kreisarzt Dr. D.___ vom 21. August 2007 erfüllt die 

Anforderungen, die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert medizinischer 

Berichte gelten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und BGE 125 V 351 E. 3a S. 352): Sie 

stützt sich auf seine umfassende Untersuchung und Befragung des 

Beschwerdeführers, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und vermag in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und Schlussfolgerungen zu überzeugen. Bezüglich 

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zumutbarer Arbeit stimmt sie mit dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 

32) überein und präzisiert dessen Zumutbarkeitsprofil weiter. Auch die psychisch 

bedingten Beeinträchtigungen werden von Dr. D.___ angesprochen, wobei er 

diesbezüglich auf den Bericht von Dr. E.___ verweist. Auf die Beurteilung von Dr. D.___ 

kann somit abgestellt werden.

2.3    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, das CRPS bzw. der 

Morbus Sudeck sei letztmals im Bericht von Dr. H.___ vom 16. Februar 2007 über das 

Computertomogramm vom Vortag (UV-act. 66) thematisiert worden. Namentlich sei 

nicht ausgeführt worden, das CRPS bzw. der Morbus Sudeck sei nicht mehr 

vorhanden. Vielmehr sei das Augenmerk auf die psychische Situation seines 

Mandanten gelegt worden. Daraus schliesst er, die Auswirkungen der CRPS-

Problematik bzw. des Morbus Sudeck im Bezug auf die Auswirkungen auf die Arbeits- 

bzw. Erwerbsfähigkeit seien nicht gewürdigt worden. - Es trifft zu, dass Dr. D.___ im 

Untersuchungsbericht vom 21. August 2007 nicht deutlich erwähnte, ob der Morbus 

Sudeck abgeheilt sei. Wie in Erwägung 2.1 ausgeführt, verneinte er alle Zeichen einer 

Sudeck'schen Dystrophie und nahm eine umfassende Gesamtbeurteilung der 

physischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers vor. Dieser kann daher nicht 

entgegengehalten werden, sie berücksichtige die Auswirkungen des Morbus Sudeck 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit nicht. Die beiden neu konsultierten Hausärzte, 

Dr. I.___ (Bericht vom 12. Dezember 2007 [UV-act. 100]) und Dr. G.___ (Bericht vom 

11. April 2008 [UV-act. 119]), berichteten über keinerlei Hinweise auf einen 

(durchgemachten) Morbus Sudeck. Das bestätigt die Erhebungen von Dr. D.___ vom 

21. August 2007 und weist darauf hin, dass diese Gesundheitsbeeinträchtigung 

spätestens seit dann nicht mehr vorhanden war. Zur Frage, ob noch ein CRPS vorliege, 

erübrigt sich demnach ein ärztliches Gutachten (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. 

BGE 134 V 231 E. 5.3 S. 234 und BGE 131 I 153 E. 3 S. 157 je mit Hinweisen).

2.4    Zusammenfassend ist rein aufgrund der physischen Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers eine vollzeitige leidensangepasste Arbeitstätigkeit, vorwiegend im 

Sitzen, zumutbar und besteht demnach in diesem Rahmen eine volle Arbeitsfähigkeit.

3.         

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3.1    Der Beschwerdeführer leidet auch unter psychischen Beeinträchtigungen. Die 

Beschwerdegegnerin bekam erstmals mit dem Zeugnis vom 4. Mai 2007 ans RAV von 

einer schweren Depression Kenntnis (UV-act. 78). Dazu präzisierte Dr. B.___ am 6. Juni 

2007, die schwere Depression sei als Folge des Unfalls zu betrachten und 

verunmögliche eine Arbeitstätigkeit (UV-act. 81A). Dr. E.___ diagnostizierte aufgrund 

der psychiatrischen Untersuchung vom 21. August 2007 am 4. September 2007 eine 

Anpassungsstörung mit kurzphasischer ängstlich-depressiver Störung (ICD-10 F43.28) 

sowie einen unfallunabhängigen Belastungsfaktor (ICD-10 Z63.0). Zur Arbeitsfähigkeit 

äusserte er sich aus psychiatrischer Sicht nicht ausdrücklich, unterstützte aber 

Bemühungen der Administration, den Beschwerdeführer zusammen mit Arbeitslosen- 

und Invalidenversicherung wieder an eine berufliche Tätigkeit heranzuführen (UV-act. 

87). Dr. E.___ sah die Vorakten auf psychiatrisch wesentliche Aspekte durch und fand 

solche im Zusammenhang mit der andauernden Arbeitsunfähigkeit bereits im März 

2006 (UV-act. 15 bis 17), in der gescheiterten Stellenvermittlung durch die J.___ (UV-

act. 46) und im Anschluss an die Kündigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses (UV-

act. 71). Die Beschwerdegegnerin verneinte den adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen den psychogenen Störungen und dem Unfall vom 17. September 2005 und 

lehnte diesbezüglich eine Leistungspflicht ab (UV-act. 134 und 152).

3.2    Die Beschwerdegegnerin hat die Adäquanzprüfung richtigerweise nach BGE 115 

V 133 vorgenommen. Das Unfallereignis hat sie als mittelschwer beurteilt und dabei 

offen gelassen, ob es mittelschwer im eigentlichen Sinn oder an der Grenze zu den 

leichten Unfällen einzustufen ist. Im Vergleich mit den Unfällen, die die 

höchstrichterliche Rechtsprechung als mittelschwer im mittleren Bereich bewertet (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E. 4.6.2 mit Hinweisen), ist 

das Überrolltrauma des Beschwerdeführers als mittelschwer an der Grenze zu den 

leichten Unfällen einzuordnen. Die Beschwerdegegnerin verneinte alle sieben 

Adäquanzkriterien für die hier einzig zu prüfenden somatischen Unfallfolgen. Entgegen 

dieser Beurteilung liegt die Entwicklung einer Sudeck'schen Distrophie deutlich 

ausserhalb des normalen Heilungsverlaufs einer bimalleolären Luxationsfraktur, 

weshalb das Adäquanzkriterium des schwierigen Heilungsverlaufs in Form erheblicher 

Komplikationen bejaht werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 304/05 vom 

23. Juni 2006 E. 3.4). Es kann jedoch nicht von einer besonders ausgeprägten Erfüllung 

dieses Adäquanzkriteriums gesprochen werden. Vorliegend lässt sich der Anteil der 

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psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen an den gesamten Einschränkungen nicht 

klar bestimmen. Deshalb ist der Entscheid nicht einfach zu fällen, ob die 

Adäquanzkriterien körperliche Dauerbeschwerden sowie Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt sind. Da für keines dieser beiden Kriterien 

Anzeichen bestehen, dass es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, kann letztlich 

offen bleiben, ob sie in einfacher Weise erfüllt sind. Denn selbst wenn alle drei 

Adäquanzkriterien (schwieriger Heilungsverlauf, körperliche Dauerbeschwerden und 

Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) in einfacher Weise erfüllt 

wären, genügt das nach der Rechtsprechung nicht, die Adäquanz eines mittelschweren 

an der Grenze zu den leichten Unfällen liegenden Unfalls zu bejahen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 und 8C_487/2009 vom 

7. Dezember 2009 E. 5). Die Beschwerdegegnerin hat demnach den adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 17. September 2005 und den 

psychischen Störungen des Beschwerdeführers zu Recht verneint.

3.3    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers schliesst aufgrund des CRPS und 

des damit verbundenen mehrjährigen chronifizierten Verlaufs auf eine somatoforme 

Schmerzstörung. Er beantragt gutachterliche Abklärungen bezüglich somatoformer 

Schmerzstörung sowie die Prüfung, wie weit sich diese auf die Erwerbssituation des 

Beschwerdeführers auswirke. Diesen Anträgen kann nicht stattgegeben werden. Bei 

einer somatoformen Schmerzstörung handelt es sich um eine psychische Erkrankung 

(vgl. Einordnung als F45.4 in der Internationalen Klassifikation von Krankheiten [ICD-10] 

bei den psychischen Störungen sowie BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51 und BGE 130 V 352 

E. 2.2.2 S. 353). Wie in der vorstehenden Erwägung 3.2 ausgeführt, sind die 

psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht adäquat kausale 

Unfallfolgen. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht erübrigen sich daher weitere 

Abklärungen derselben.

4.        

Bei fehlender Adäquanz der psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers 

ist einzig die Auswirkung der physischen Einschränkungen auf seine Erwerbsfähigkeit 

zu prüfen. Wie unter Erwägung 2 ausgeführt, ist er in einer leidensangepassten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen 2008 

http://de.wikipedia.org/wiki/ICD-10

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mit Fr. 70'070.-- ermittelt (UV-act. 121), diesem ein durchschnittliches 

Invalideneinkommen von Fr. 53'646.-- gegenübergestellt und aufgrund der 

Erwerbseinbusse von Fr. 16'424.-- einen Invaliditätsgrad von 23% errechnet (UV-act. 

135). Dieser Einkommensvergleich blieb unbestritten. Das Invalideneinkommen wurde 

aufgrund von fünf Arbeitsplatzdokumentationen (DAP) ermittelt (UV-act. 136f.). Bei 

deren Auswahl hat sich die Beschwerdegegnerin an die Vorgaben der Rechtsprechung 

gehalten (vgl. BGE 129 V 472). Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers wurde mit 

23% korrekt ermittelt. Darauf ist abzustellen.

5.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Invalidität des Beschwerdeführers richtig 

beurteilt worden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss 

Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2010
	Art. 7f., 16 und 43 ATSG, Art. 18 UVG: Unfallversicherung hat Unfallfolgen (Auswirkungen eines CRPS [Complex Regional Pain Syndrom] bzw. einer Sudeck'schen Dystrophie) genügend abgeklärt und ist bei Bemessung der Invalidität des Beschwerdeführers zutreffend von voller Leistungsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit ausgegangen. Adäquanz der psychischen Beeinträchtigungen zu Recht verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 2010, UV 2009/30).

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		2025-07-19T13:52:21+0200
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