# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb5fe7d3-f5d5-51b2-a9e1-5f0b16f04257
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.04.2005 S 2004 180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2004-180_2005-04-05.pdf

## Full Text

S 04 180

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 5. April 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Vermittlungsfähigkeit

1. a) …, geboren am 21. Dezember 1971, ist geschieden und gelernte 

Hotelfachassistentin. Sie war gemäss eigenen Angaben zuletzt im Umfang 

von 100% als Servicefachangestellte im Restaurant … in … tätig. Am 4. März 

2004 meldete sie einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im 

Umfang von 100% ab dem 1. April 2004 an. Das vorhergehende 

Arbeitsverhältnis wurde per Ende März seitens des Arbeitgebers gekündigt, 

wobei ihr am selbigen Ort eine Teilzeitstelle im Umfang von 75 % angeboten 

wurde. Dieses Angebot nahm die Versicherte an. 

b) Mit Datum vom 20. April 2004 unterbreitete die Arbeitslosenkasse des 

Kantons Graubünden dem Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden 

(KIGA) die Frage zum Entscheid, zu wie viel Prozent die Versicherte 

vermittelbar sei, resp. ob sie Anspruch auf Kompensationszahlungen habe.

c) Mit Schreiben vom 30. April 2004 wurde die Versicherte vom KIGA 

aufgefordert, Angaben darüber zu machen, in welchem prozentualem Umfang 

sie vermittlungsfähig sei und in welchem Rahmen, d.h. an welchen Tagen und 

zu welchen Arbeitszeiten sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen 

könne. Zudem wurde um Auskunft gebeten, ob die Versicherte bereit sei, die 

jetzige Arbeitsstelle für eine 100%-Stelle aufzugeben. Mit Schreiben vom 10. 

Mai 2004, erklärte die Versicherte, sie habe aufgrund der schlechten 

Besucherfrequenz zusammen mit ihrer Arbeitskollegin eine 

Änderungskündigung in Kauf nehmen müssen und arbeite seit dem 1. April 

2004 zu 75%. Gemäss dem Schichtmodell arbeite sie abwechslungsweise 

eine Woche von Montag bis Freitag jeweils 4.5 Stunden und eine Woche von 

Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 9 Stunden. Damit stehe sie dem Arbeitsmarkt 

jede zweite Woche täglich 3.5 Stunden zur Verfügung, wobei der 

Arbeitsrhythmus nur quasi als fix zu betrachten sei. Ein Ausfall der 

Arbeitskollegin würde zu Einsatzplanungsänderungen führen. Es sei für sie 

daher sehr schwierig einen Arbeitgeber für diese Ausfallstunden zu finden. 

Bisher sei ihre Suche erfolglos geblieben. Sie bemühe sich intensiv eine 

100%-Stelle zu finden, ziehe es aber im Moment vor, diese Teilzeitstelle zu 

behalten, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass ihr Pensum wieder 

auf 100% erhöht werde.

d) Mit Verfügung vom 21. Juli 2004 lehnte das KIGA die Anspruchsberechtigung 

der Versicherte wegen fehlender Vermittlungsfähigkeit ab. Sie könne nur jede 

zweite Woche für täglich 3.5 Stunden dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen 

und sei nicht bereit die Stelle für eine 100%-Stelle aufzugeben. Damit sei klar, 

dass die Versicherte für diesen beschränkten Zeitraum keinen Arbeitgeber 

finde werde und auch nicht bereit sei, die Teilzeitstelle für eine Vollzeitstelle 

aufzugeben.

2. a) Dagegen liess die Versicherte am 14. September 2004 Einsprache erheben 

mit dem Begehren die Verfügung aufzuheben und die Anspruchsberechtigung 

zu gewähren. Zudem wurde die unentgeltliche Prozessführung beantragt. Die 

Versicherte habe die Änderungskündigung nur akzeptiert, weil ihr Arbeitgeber 

ihr mitgeteilt habe, dass die Differenz zu einer 100%-Anstellung durch die 

Arbeitslosenversicherung bezahlt werde. Ihr sei die Stelle im Übrigen jetzt 

gekündigt worden, so dass sie voraussichtlich ab 1. Oktober zu 100% 

arbeitslos sein werde. Die Versicherte habe sich seit dem 1. März 2004 

regelmässig um eine 100%-Stelle beworben. Zudem hätte sie eine 

Vollzeitstelle antreten könne, nachdem ihr damaliger Arbeitgeber 

diesbezüglich Flexibilität gezeigt habe. Der Einsprecherin könne auch nicht 

vorgeworfen werde, sie hätte ihre volle Verfügbarkeit bei Einreichung ihrer 

disponiblen Arbeitszeiten klar kommunizieren müssen, da sie anderer 

Muttersprache und der Sprache für amtliche Angelegenheiten nicht kundig 

sei. Sie habe geglaubt, dass man ihr bis zum Vorliegen einer 100%-Stelle 

vielleicht eine Teilzeitstelle anbiete, mit der sie die Arbeitslücke hätte füllen 

können. Es gebe Arbeitsplätze, bei denen die Arbeitnehmenden die 

Arbeitszeiten selber einteilen können. Eine Vermittlungsfähigkeit für 25% sei 

daher gegeben. Zudem wurde in der Einsprache auf eine Arbeitskollegin 

verwiesen, die ebenfalls eine Änderungskündigung erhalten habe und 

Arbeitslosenunterstützung beziehe.

b) Am 15. November 2004 hiess das KIGA die Einsprache teilweise gut, wobei 

die Begründung dem angefochtenen Entscheid folgt. Zusätzlich wurde 

ergänzend ausgeführt, dass in Bezug auf die Arbeitskollegin kein Anspruch 

auf Gleichbehandlung im Unrecht bestehe, da vorliegend das Interesse an der 

korrekten Rechtsanwendung überwiege. Die Versicherte habe neu 

angegeben, dass ihre Stelle nun vollständig gekündigt worden sei. Deswegen 

sei sie ab dem Datum der Einsprache (14. September 2004) im Umfang von 

100% vermittlungsfähig. Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde 

gewährt.

3. a) Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte am 6. Dezember 2004 frist- und 

formgerecht Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben mit dem 

Begehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 25 % auszurichten für den 

Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2004. Eventualiter sei wenigstens 

der Lohn ab 21. Juli 2004 zu entschädigen. Es wurde um unentgeltliche 

Rechtspflege ersucht. Die Begründung folgt grundsätzlich der Einsprache. 

Zusätzlich wurde aufgeführt, dass nicht klar sei, weswegen für die 

Zuerkennung einer 100%-igen Vermittlungsfähigkeit der 14. September 2004 

als Stichtag gewählt worden sei. Dazu werde lediglich ausgeführt, dass die 

Versicherte nun bereit sei, eine 100%-Stelle anzunehmen. Damit verstosse 

die Vorinstanz gegen Treu und Glauben und entscheide aktenwidrig. Die 

Versicherte habe sich bereits vorher um eine 100%-Stelle bemüht. Dies gehe 

klar aus ihren Arbeitsbemühungen hervor. Sie habe sich in der Zwischenzeit 

zu 75 % beschäftigen lassen, was im Interesse der Arbeitslosenversicherung 

liege. Die Versicherte verfüge zur Zeit über ein Einkommen in Höhe von Fr. 

2'900.00. Damit sei es ihr nicht möglich, das vorliegende Verfahren zu 

finanzieren.  

b) Das KIGA beantragte in seiner Stellungnahme vom 31. Januar 2005 die 

Abweisung der Beschwerde. Es sei nicht zutreffend, dass sich die Versicherte 

seit März 2004 regelmässig um eine 100%-Stelle beworben habe. Sie habe 

sich regelmässig zwar auch auf Vollzeitstellen beworben. Im Formular 

"Angaben der versicherten Person" für den Monat März habe sie aber 

angegeben, sie suche Arbeit im Umfang von 25%. Die weitere Angabe auf 

dem Formular, wonach sie auch Arbeit zu 100% suche, werde dadurch 

relativiert, dass sie auf demselben Formular für die Monate April bis 

September 2004 jeweils klar angegeben habe, sie sei lediglich im Umfang von 

25% arbeitslos und suche auch in diesem Umfang Arbeit. Mit Schreiben vom 

10. Mai 2004 habe die Versicherte klar festgehalten, dass sie im Moment die 

75%-Stelle im Restaurant … behalten wolle. Damit sei sie nicht bereit 

gewesen, diese Stelle für eine Vollzeitstelle aufzugeben. Zudem sei das 

Schreiben vom 10. Mai 2004 sehr ausführlich und in gutem Deutsch verfasst, 

demzufolge sei nicht ersichtlich, dass die Versicherte nicht verstanden haben 

solle, um was es hier gehe. Die Versicherte habe sich aufgrund ihrer 

Arbeitssituation nur jede zweite Woche für 3.5 Stunden täglich dem 

Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können. Es bedürfe keiner weiteren 

Ausführungen, dass es keinen Arbeitgeber gebe, der diese Arbeitszeiten 

akzeptieren könne. Zudem habe die Versicherte selber die gesuchte Tätigkeit 

lediglich auf Servicefachangestellte eingeschränkt, so dass der Vorwurf, die 

Kasse habe beim Potenzial des Arbeitsmarkts keine Branchen ausserhalb 

des Gastgewerbes in Erwägung gezogen, jeder Grundlage entbehre. Ob eine 

Reduktion der Arbeitszeit durch eine Änderungskündigung eine 

Arbeitslosenunterstützung auslöse, hänge davon ab, ob die Versicherte bereit 

sei, ihre Teilzeitstelle für eine 100%-Stelle aufzugeben. Genau dies habe die 

Versicherte nicht gewollt. Der Anspruch der Versicherten sei erst ab dem 14. 

September 2004 bejaht worden, weil ab dem Zeitpunkt infolge Kündigung klar 

gewesen sei, dass die Versicherte ab diesem Zeitpunkt eine Vollzeitstelle 

annehmen könne. Ab diesem Zeitpunkt seien die Voraussetzungen für die 

Annahme eines Zwischenverdienstes erfüllt gewesen. Es treffe somit nicht zu, 

dass die Versicherte besser eine vollständige Kündigung gegen sich hätte 

verlangen sollen, um Anspruch auf einen Zwischenverdienst zu haben. Sie 

hätte einzig mitteilen müssen, dass sie ihre Tätigkeit im … zugunsten einer 

100%-Stelle aufgeben würde. 

c) In ihrer Replik vom 11. Februar 2005 liess die Versicherte nochmals ihren 

Standpunkt bekräftigen. Die RAV-Betreuerin habe gewusst, dass sie eine 

Vollzeitstelle suche. Dies lasse sich auch mit den Bewerbungen belegen. Sie 

habe auf den Formularen "Angaben zur versicherten Person" immer 

angegeben, sowohl eine 25%- als auch 100%-Stelle zu suchen. Zudem habe 

die Beschwerdeführerin für ihr Schreiben vom 10. Mai 2004 fremde Hilfe in 

Anspruch genommen. Es gehe nicht an, erst ein halbes Jahr nach Beginn des 

Stempelns festzustellen, dass eigentlich gar kein Anspruch bestehe, weil 

keine Vermittlungsfähigkeit vorliege. Dies verstosse gegen Treu und Glauben. 

d) Mit Duplik vom 25. Februar 2005 hielt das KIGA grundsätzlich an seinen 

Ausführungen fest. Der Entscheid, ob die Versicherte anspruchsberechtigt 

sei, liege im Zuständigkeitsbereich des KIGA. Die dazugehörenden Umstände 

hätten zunächst geprüft werden müssen. Dies dauere eine gewisse Zeit. Im 

Übrigen sei die Versicherte von ihrer RAV-Betreuerin über ihre Rechte und 

Pflichten aufgeklärt worden. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in der Rechtsschriften wird soweit 

erforderlich in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid vom 15. November 2004 und die zugrundeliegende 

Verfügung vom 21. Juli 2004. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob der 

Versicherten zu Recht die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen wurde und sie 

in Folge in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 

2. a) Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f 

AVIG). Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist die Arbeitslose vermittlungsfähig, 

wenn sie bereit und in der Lage ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen. Zur 

Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Arbeitsfähigkeit im 

objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft 

entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen 

Arbeitszeit einzusetzen (BGE 115 V 436 Erw. 2a mit Hinweisen; ARV 

1993/1994 Nr. 8 S. 54 Erw. 1).

b) Vermittlungsunfähigkeit liegt unter anderem vor, wenn eine Versicherte aus 

persönlichen oder familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen 

kann oder will, wie es ein Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, 

die im Hinblick auf anderweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche 

Umstände lediglich während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich 

erwerblich betätigen wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig 

anerkannt werden. Denn sind einer Versicherten bei der Auswahl des 

Arbeitsplatzes so enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr 

ungewiss ist, muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen werden. Der Grund 

für die Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle 

(BGE 115 V 436 Erw. 2a mit Hinweisen; ARV 1992 Nr. 10 S. 123 Erw. 1).  

Einschränkungen in der Bereitschaft, eine neue Stelle anzunehmen, z.B. 

Arbeit nur in den Gegenschichten zur Arbeit des Ehegatten und 

ausschliesslich in einem Erwerbszweig, führen zur Vermittlungsunfähigkeit 

(vgl. Kreisschreiben des Staatssekretariates für Wirtschaft (seco) vom 1.1. 

2003, B 16). Diese Rechtsprechung galt grundsätzlich bereits unter der 

Herrschaft des alten bis 31. Dezember 1983 gültig gewesenen Rechts (Art. 

13 Abs. 1 lit. c AlVG sowie Art. 24 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 26 Abs. 

1 AVIG; BGE 115 V 433 Er. 2c/bb, 112 V 137 f. Er. 3a; Gerhards, Kommentar 

zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Bd. I, N. 8 zu Art. 15).  

c) Mittels ALV-Praxis 96/3, Blatt 5 ff, erteilte das seco betreffend 

Vermittlungsfähigkeit von Versicherten, die auf einen bestimmten Termin 

anderweitig disponiert haben, Weisungen. Versicherte, die auf einen 

file:///C:/cgi-bin/MapProcessorCGI%3Fmapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_1989_BGE_115_V_434&ha=PG436
file:///C:/cgi-bin/MapProcessorCGI%3Fmapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_1989_BGE_115_V_434&ha=PG436
file:///C:/cgi-bin/MapProcessorCGI%3Fmapfile=navigate/ConvertDocFrameCGI.map&ds=navigate&doctype=doc&lang=de&pa=1&d=doc_de_1989_BGE_115_V_428&ha=PG433

bestimmten Termin anderweitig disponiert haben und deshalb für eine neue 

Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt nur noch während relativ kurzer Zeit zur 

Verfügung stehen, gelten in der Regel nicht als vermittlungsfähig, da in einem 

solchen Fall die Aussichten, angestellt zu werden, verhältnismässig gering 

sind. Entscheidend für die Beurteilung des Einzelfalles ist dabei, ob mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein 

Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende 

Zeit noch einstellen würde. Zu prüfen sind jeweils die konkreten Aussichten 

auf eine Anstellung auf dem für die Stellensuchenden in Betracht fallenden 

allgemeinen Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der herrschenden 

konjunkturellen Verhältnisse so wie aller anderen Umstände. In diesen 

Weisungen wurde auch auf die EVG-Rechtsprechung verwiesen und einige 

Entscheide zitiert (vgl. ALV-Praxis 96/3, Blatt 5/2 und 5/3). Massgebend ist 

dabei einzig der Zeitraum ab Anmeldung der Arbeitsvermittlung bis zum 

Zeitpunkt der zur Diskussion stehenden Disposition, d.h. der Zeitraum vor der 

Anmeldung zur Arbeitsvermittlung kann nicht berücksichtigt werden (vgl. EVG 

C 235/97 Erw. 2c. betr. VGE 171/97).

d) Die Vermittlungsunfähigkeit einer teilweise arbeitslosen Person ist damit 

anzunehmen, wenn die Bedingungen, die hinsichtlich der Arbeitszeit an die 

gesuchte Teilzeitstelle gestellt werden, eine neue Beschäftigung 

verunmöglichen oder erheblich erschweren (ARV 1992 N 2 S. 74 E. 2). Zudem 

setzt die Vermittlungsfähigkeit voraus, dass die betroffene Person bereit und 

in der Lage ist, eine nur vorübergehend ausgeübte Tätigkeit (Art. 17 AVIG in 

Verbindung mit Art. 24 AVIG) jederzeit wieder abbrechen zu können, um eine 

feste beziehungsweise lukrativere Stelle antreten zu können (BGE 126 V 126 

E. 2, 122 V 265).

3. a) Im vorliegenden Fall ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen 

Angaben neben ihrer Teilzeittätigkeit als Servicefachangestellte im … zum 

Zeitpunkt der Anmeldung zu 75% erwerbstätig war. Gemäss eigenen 

Angaben war sie jede zweite Woche während täglich 3.5 Stunden 

vermittlungsfähig. Wobei sie mit Schreiben vom 10. Mai 2004 betont, dass 

diese Zeit nur quasi fix sei, da sie Stellvertretungen für die Kollegin im 

Krankheitsfall und während deren Ferienabwesenheit übernehmen müsse. 

Des Weiteren geht aus dem Anmeldeformular aber auch aus den 

nachgewiesenen Bewerbungen hervor, dass sie nur im Bereich 

Servicefachangestellte Arbeit sucht. Damit stand sie dem Arbeitsmarkt 

lediglich während eines sehr beschränkten und unregelmässigen Zeitraums 

zur Verfügung. Die Wahrscheinlichkeit für diese kurze Dauer auf dem 

Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden, muss als äusserst gering eingestuft 

werden. Sie stuft den selber ihre Chancen eine Anstellung neben dieser 

Erwerbstätigkeit zu erhalten zu Recht als sehr gering ein. Damit muss ihr die 

Vermittlungsfähigkeit in Bezug auf eine zusätzliche 25%-Anstellung aufgrund 

der eingeschränkten Arbeitszeiten, denen sie einem neuen Arbeitgeber zur 

Verfügung steht, abgesprochen werden.

b) Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführerin bereit gewesen wäre, ihre 

Teilzeitanstellung für eine neue Vollanstellung aufzugeben, und die 

ausgeübte Tätigkeit demzufolge als Zwischenverdienst hätte gewertet werden 

können. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, dass sie sich 

seit März 2004 regelmässig auch um eine 100%-Stelle beworben habe. Im 

Formular "Angaben zur versicherten Person" vom März 2004 gibt die 

Versicherte an, sie suche eine Arbeit im Umfang von 25%. Weiter hat sie 

vermerkt, sie suche auch eine 100%-Stelle. Auf denselben Formularen für die 

Monate April, Mai, Juni, Juli und August 2004 hat die Versicherte lediglich 

vermerkt, dass sie zu 25% arbeitslos sei und eine Stelle in diesem Umfang 

suche. Auf die Abfrage des KIGA , ob sie bereit wäre die Teilzeitstelle für eine 

Vollzeitstelle aufzugeben, hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. 

Mai 2004 angegeben, sie bemühe sich zur Zeit intensiv um eine 100%-Stelle, 

ziehe es im Moment jedoch vor, die Arbeitsstelle im Restaurant … zu 

behalten. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Besucherfrequenz während 

der Tageszeit wieder zunehme und das Pensum entsprechend auf 100% 

erhöht werden könnte. Damit hat die Beschwerdeführer ganz klar bekundet, 

dass sie zurzeit nicht geneigt ist, die Stelle, die vielleicht wieder aufgestockt 

wird, für eine neuen Vollzeitstelle aufzugeben. Ist die Arbeitslose aber nicht 

bereit eine ausgeübte Tätigkeit (Art. 17 AVIG in Verbindung mit Art. 24 AVIG) 

jederzeit wieder abbrechen zu können, um eine feste beziehungsweise 

lukrativere Stelle antreten zu können, so ist sie nicht vermittlungsfähig. Daran 

vermögen auch die unbestrittenermassen nachgewiesenen 

Arbeitsbemühungen für eine 100%-Stelle nichts zu ändern, fehlte es doch an 

der subjektiven Bereitschaft der Versicherten, eine solche anzunehmen. 

Daran vermag der Einwand der Beschwerdeführerin, dass sie da nicht 

deutscher Muttersprache der Amtssprache nicht mächtig sei und damit den 

Sachverhalt nicht verstanden habe, nichts zu ändern. Das Schreiben der 

Versicherten vom 10. Mai 2004 ist in sehr gutem Deutsch abgefasst und 

aufgrund der klaren Aussagen findet sich kein Hinweis darauf, die 

Beschwerdeführerin habe den Sachverhalt nicht verstanden. 

4. Zu prüfen ist im Folgenden die Argumentation der Beschwerdeführerin, 

wonach sie sich sinngemäss auf den Vertrauensschutz beruft.

a) Der Grundsatz von Treu und Glauben schützt die Rechtsunterworfene in 

ihrem berechtigten Vertrauen auf behördliches Verhalten. Werden von einer 

Verwaltungsbehörde in einer konkreten Situation und mit Bezug auf 

bestimmte Personen falsche Auskünfte erteilt, kann diese darauf behaftet 

werden, wenn sie zuständig war resp. sie zu Recht von der 

Rechtsunterworfenen als zuständig betrachtet wurde, die 

Rechtsunterworfene die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres 

erkennen konnte und im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft, 

Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil wieder rückgängig 

gemacht werden können. Als weiteres kumulatives Element wird 

vorausgesetzt, dass die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung 

keine Änderung erfahren hat. 

b) Die Beschwerdeführerin führt aus, dass sich ihr Arbeitgeber beim Arbeitsamt 

erkundigt und erfahren habe, dass bei einer Änderungskündigung wie im 

vorliegenden Fall die Differenz des Lohnes durch die 

Arbeitslosenversicherung gedeckt werde. Weitere Angaben wurden seitens 

der Beschwerdeführerin nicht gemacht. So dass diesem Vorwurf - 

insbesondere auch aufgrund des Umstands, dass diese Auskunft nicht 

gegenüber der Versicherten persönlich gemacht wurde - nicht weiter 

nachgegangen werden muss. Zudem ist im Einzelfall abzuklären, ob die 

Versicherte unter Berücksichtigung der jeweils konkreten Aussichten auf eine 

Anstellung auf dem für die Stellensuchende in Betracht fallenden allgemeinen 

Arbeitsmarkt und unter Berücksichtigung der herrschenden konjunkturellen 

Verhältnissen sowie aller anderen Umstände vermittlungsfähig ist. So dass 

eine solche Auskunft nicht als falsch gewertet werden kann. Die 

Voraussetzungen einen Antrag auf Arbeitslosentaggelder einzureichen waren 

zweifellos erfüllt, ob die angemeldete Versicherte aber neben diesen 

Grundvoraussetzungen ein Anrecht auf Arbeitslosentaggelder hat, wird 

seitens des KIGA, nicht des Arbeitsamtes, geprüft. Die Auskünfte seitens des 

Arbeitsamtes gegenüber dem Arbeitgeber vermögen damit keinen 

Gutglaubensschutz auszulösen.

c) Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, ihre RAV-Beraterin habe sehr 

wohl gewusst, dass sie eine 100%-Stelle suche und auch annehmen wolle. 

Dieser Aussage widerspricht die Versicherte mit ihren Angaben im Formular 

"Angaben der versicherten Person" jedoch selber, indem sie seit April 

konsequent angeführt hat, sie suche nur eine 25%-Stelle und sei auch in 

diesem Umfang arbeitslos. Auf diese Angaben ist sie zu behaften. Eine 

Verletzung von Treu und Glauben ist damit auch in diesem Punkt nicht 

ersichtlich.

5. Die Beschwerdeführerin lässt weiter anbringen, die aufgrund der Einsprache 

ab 14. September 2004 bejahte Vermittlungsfähigkeit entbehre jeder 

Grundlage. Die Kasse wurde mit der Einsprache vom 14. September 2004 

davon in Kenntnis gesetzt, dass die Beschwerdeführerin nun aufgrund der am 

26. August 2004 von der Beschwerdeführerin entgegengenommenen 

Kündigung ab 30. September 2004 zu 100% arbeitslos werde. Dies wurde 

seitens der Beschwerdeführerin im Formular "Angaben zur versicherten 

Person" vom September, eingegangen am 30. September, durch die neue 

Angabe, sie suche eine 100%-Stelle, später auch bestätigt. Obwohl sie bei 

Abgabe des Formulars für August 2004, unterzeichnet am 27. August 2004, 

bereits von ihrer Kündigung wusste, gab sie an, im gleichen Umfang Arbeit 

wie im Vormonat zu suchen. Angesichts der Pflicht der Versicherten 

Änderungen in der Vermittlungsfähigkeit der Kasse umgehend zu melden, hat 

die Vorinstanz zu Recht ab dem Datum der Kenntnisnahme, somit ab dem 14. 

September 2005, Vermittlungsfähigkeit angenommen. Nicht nachvollzogen 

kann der Eventualantrag der Beschwerdeführerin, die Vermittlungsfähigkeit 

bereits ab dem Datum der ersten ablehnenden Verfügung am 21. Juli 2004 

zu gewähren. Der Grund für die Feststellung der Vermittlungsfähigkeit gründet 

auf der Kündigung des Arbeitgebers vom 26. August 2004 und der nun 

offensichtliche Tatsache, dass die Beschwerdeführerin künftig für eine 

Vollzeitstelle zur Verfügung steht. Damit wäre höchstens eine 

Vermittlungsfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Kündigung möglich gewesen. 

Dass diese neue Ausgangslage nicht umgehend der Kasse gemeldet wurde, 

rechtfertigt die Ansetzung der Vermittlungsfähigkeit ab dem Zeitpunkt der 

Kenntnisnahme der Vorinstanz.  

6. Die Beschwerdeführerin verlangt im Hinblick auf ihre ehemalige 

Arbeitskollegin, deren Vermittlungsfähigkeit nicht abgesprochen worden ist, 

eine Gleichbehandlung im Unrecht. Der Anspruch auf Gleichbehandlung im 

Unrecht wird nach der bundesgerichtliche Rechtsprechung ausnahmsweise 

anerkannt, nämlich wenn eine ständige gesetzwidrige Praxis einer 

rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behörde zu erkennen gibt, dass 

sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzuweichen gedenke (BGE 122 

II 446 E. 4a, mit Hinweisen). Die Versicherte meint diese Voraussetzungen 

seien vorliegend erfüllt. Als Begründung wird die ehemalige Arbeitskollegin 

der Beschwerdeführerin angeführt, die die gleichen Arbeitszeiten hat und von 

der Arbeitslosenkasse nicht als vermittlungsunfähig eingestuft wurde. 

Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin ihre diesbezügliche 

Vorbringen durch nichts belegt und insbesondere nicht dartun kann, ob die 

Situation der anderen Arbeitslosen überhaupt mit der ihrigen vergleichbar ist, 

was vorauszusetzen wäre, besteht kein Grund zur Annahme, die 

Arbeitslosenkasse verfüge gegenüber anderen Leistungsansprechern unter 

denselben Voraussetzungen in ständiger Praxis keine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, sie verhalte sich mit anderen Worten konstant 

gesetzwidrig und sei nicht gewillt, in Zukunft anders zu entscheiden (ARV 

1998 Nr. 44 S. 254 E. 3). Damit ist die Beschwerde auch in diesem Punkt 

abzuweisen. 

7. Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin im Rahmen der geltenden Praxis 

damit vom 1. April 2004 bis 13. September 2004 zu Recht als nicht 

vermittlungsfähig im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. f und Art. 15 Abs. 1 AVIG 

eingestuft. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

8. Die Beschwerdeführerin beantragt die unentgeltliche Rechtspflege und die 

Beigabe eines Rechtsbeistandes für dieses Verfahren. Gestützt auf Art. 25 

Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG) kann für Personen, die neben 

dem notwendigen Lebensunterhalt für die Verfahrenskosten nicht aufkommen 

können, die unentgeltliche Prozessführung bewilligt werden, wenn der 

Rechtsstreit nicht offenbar mutwillig oder grundlos ist. Wo die Verhältnisse es 

rechtfertigen, bestellt der Gerichtspräsident auf Kosten des Staates eine 

anwaltliche Vertretung (Abs. 4). Die Beschwerdeführerin verfügt heute über 

brutto Fr. 3'400.00 und hat ihre Bedürftigkeit anhand von Unterlagen über die 

Einkommens- und Vermögenssituation nachgewiesen. Die unentgeltliche 

Prozessführung wird ihr daher gewährt.

9. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) und Art. 11 der kantonalen 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS) ist 

das kantonale Beschwerdeverfahren bei Sozialversicherungsstreitigkeiten – 

ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung - kostenlos.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) … wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person von 

Rechtsanwalt lic. iur. … als unentgeltlicher Rechtsbeistand gewährt.

b) Der Rechtsbeistand hat nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens dem 

Verwaltungsgericht seine Kostennote zur Prüfung und Zahlungsanweisung 

einzureichen (Tarif: 75% der Empfehlung gemäss den geltenden 

Honoraransätzen des Bündnerischen Anwaltsverbandes).

c) Falls sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse … verbessern, hat 

diese dem Kanton Graubünden die entsprechenden Kosten 

zurückzuerstatten (Art. 26 VGG).