# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35bea6ab-1fc4-58a1-9ff5-be23428a5c0b
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 15.01.2026 VBE.2025.245
**Docket/Reference:** VBE.2025.245
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-245_2026-01-15.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2025.245 / sb / nl 
Art. 7 

 

 

Urteil vom 15. Januar 2026 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Fischer, Vizepräsidentin  

Oberrichterin Hausherr  

Oberrichter Kathriner 

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch MLaw Leo Sigg, Rechtsanwalt, 

Buchserstrasse 18, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, 

Scanning GIC, Postfach, 8085 Zürich  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 5. Mai 2025) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1966 geborene Beschwerdeführer war bei der Z._____ als Projektleiter 

beschäftigt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin gegen 

die Folgen von Nichtberufs- und Berufsunfällen sowie Berufskrankheiten 

versichert, als er sich am 2. April 2000 bei einem Verkehrsunfall verschie-

dene Verletzungen, insbesondere am rechten Bein, zuzog. Für die Folgen 

dieses Unfalls erbrachte die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden 

gesetzlichen Leistungen, ehe sie den Fall mit Verfügung vom 11. Mai 2004 

abschloss, einen Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte, dem Be-

schwerdeführer für die verbleibenden Folgen des Unfalls eine auf einer In-

tegritätseinbusse von 30 % basierende Entschädigung zusprach und fest-

hielt, dass sie die "unfallbedingten Behandlungen […] auf Zusehen hin wei-

ter übernehmen" werde. Am 1. Februar 2023 beziehungsweise am 10. Mai 

2023 meldete der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin eine Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes beziehungsweise einen Rückfall 

respektive Spätfolgen des Unfalls vom 2. April 2000, und am 15. Februar 

2024 stellte der Beschwerdeführer auf entsprechende Nachfrage der Be-

schwerdegegnerin klar, dass er eine Rentenprüfung verlange. Die Be-

schwerdegegnerin verneinte mit informellem Bescheid vom 27. Februar 

2024 und Verfügung vom 13. September 2024 eine diesbezügliche Leis-

tungspflicht ihrerseits. Betreffend Heilbehandlungen und/oder Hilfsmittel 

hielt sie indes fest, dass die Behandlungskosten im bisherigen Rahmen auf 

Zusehen hin weiter übernommen würden. Die am 8. Oktober 2024 erho-

bene Einsprache wies sie nach vorangehender Androhung einer reformatio 

in peius in Bezug auf die Übernahme der Heilbehandlungskosten mit 

Schreiben vom 26. November 2024 mit Einspracheentscheid vom 5. Mai 

2025 ab, wobei sie androhungsgemäss auch die Übernahme der Heilbe-

handlungskosten auf dieses Datum hin als beendet erklärte. Einer allfälli-

gen Beschwerde gegen den Einspracheentscheid wurde die aufschie-

bende Wirkung entzogen. 

 

2. 

2.1. 

Mit fristgerechter Beschwerde vom 5. Juni 2025 stellte der Beschwerdefüh-

rer folgende Rechtsbegehren: 

 

 "1. 
Es sei der Einspracheentscheid vom 05.05.2025 aufzuheben. 
 
2. 
Es sei dem Beschwerdeführer eine Rente zuzusprechen. 
 
3. 
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
weiterhin Kosten für die Heilbehandlung zu bezahlen. 
 

 - 3 - 

 

 

4. 
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen und 
diese zu verpflichten, medizinische Abklärungen bezüglich des Rückfalls 
vorzunehmen und im Anschluss über eine allfällige Rente zu entscheiden. 
 
5. 
Eventualiter sei ein arbeitsmedizinisches Gutachten durch das Gericht bei 
der Arbeitsmedizin C._____ in Auftrag zu geben und im Anschluss über 
eine allfällige Rente zu entscheiden. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zulasten der Be-
schwerdegegnerin." 

 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantrage der Beschwerdeführer zudem 

Folgendes: 

 

 "1. 
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. 
 
2. 
Es sei die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die Heilbehandlungskosten 
wiederherzustellen." 

 

2.2. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 24. Juni 2025 wurde der Be-

schwerde aufschiebende Wirkung erteilt. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2025 stellte die Beschwerdegegnerin fol-

gende Rechtsbegehren: 

 

"- Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 
 
 - Es sei der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu erteilen und die 
Verfügung vom 24.6.2025 sei aufzuheben." 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Was die vom Beschwerdeführer beantragte Durchführung eines zweiten 

Schriftenwechsels anbelangt, haben die Parteien eines Gerichtsverfahrens 

gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch auf 

rechtliches Gehör und auf ein faires Gerichtsverfahren unter Beachtung 

des Grundsatzes der Waffengleichheit. Diese Garantien umfassen das 

Recht, von allen bei Gericht eingereichten Stellungnahmen Kenntnis zu er-

halten und sich dazu äussern zu können, unabhängig davon, ob die Einga-

ben neue und/oder wesentliche Vorbringen enthalten. Es ist Sache der Par-

teien zu beurteilen, ob eine Entgegnung erforderlich ist oder nicht 

 - 4 - 

 

 

(Replikrecht). Zur Wahrung des Replikrechts genügt es, dass den Parteien 

die Eingaben zur Information (Kenntnisnahme, Orientierung) zugestellt 

werden, wenn von ihnen – namentlich von anwaltlich Vertretenen oder von 

Rechtskundigen – erwartet werden kann, dass sie unaufgefordert Stellung 

nehmen. Da der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer keine Stellung zur 

ihm mit Verfügung vom 10. Juli 2025 zugestellten Vernehmlassung der Be-

schwerdegegnerin vom 8. Juli 2025 genommen hat, ist von seinem Ver-

zicht auf das Replikrecht auszugehen. 

 

1.2. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht aus Rückfall respektive Spätfolge im Zusammenhang mit 

dem Unfall vom 2. April 2000 mit Einspracheentscheid vom 5. Mai 2025 

(Vernehmlassungsbeilage [VB] 60) zu Recht verneint hat.  

 

2. 

2.1. 

Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch 

den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung ei-

nes Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen 

Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt 

späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Entspre-

chend steht es der versicherten Person jederzeit frei, einen Rückfall oder 

Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu ma-

chen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu 

beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederauffla-

ckern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Be-

handlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. 

Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Ver-

laufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen be-

wirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können 

(BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254). Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich 

somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis (Grundfall) an. Entspre-

chend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers 

nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden 

und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädi-

gung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_382/2018 vom 6. November 2018 E. 2.2 und 

BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). Der Nachweis dieser Kausalität obliegt dem 

Leistungsansprecher. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der 

versicherten Person aus (ANDRÉ NABOLD, Rechtsprechung des Bundesge-

richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversi-

cherung, 5. Aufl. 2024, S. 84). Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es 

sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes ge-

mäss Art. 43 ATSG aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 

 - 5 - 

 

 

zu entsprechen (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429 f. und BGE 138 V 218 E. 6 

S. 221).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-

sen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-

gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 

werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen).  

 

2.2.2. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 351 

E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 S. 396). Hinsichtlich des Be-

weiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam-

nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusam-

menhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 

und BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

3. 

3.1. 

Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer am 2. April 2000 

einen Verkehrsunfall erlitten und sich dabei am rechten Bein verletzt hat 

(vgl. statt vieler die Unfallmeldung vom 4. April 2000 in VB 1). Am 1. Feb-

ruar (VB 16) respektive am 10. Mai 2023 (VB 24) machte der Beschwerde-

führer der Beschwerdegegnerin gegenüber einen Rückfall respektive Spät-

folgen des Unfalls vom 2. April 2000 geltend.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Bezüglich des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers in der Zeit ab 

der Geltendmachung eines Rückfalls respektive von Spätfolgen findet sich 

in den Akten der Beschwerdegegnerin lediglich ein ihr vom Beschwerde-

führer eingereichter Bericht seines Hausarztes Dr. med. M._____, Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin, vom 25. April 2023. Diesem ist im Wesent-

lichen zu entnehmen, dass aufgrund der beim Unfall vom 2. April 2000 er-

littenen Verletzungen des rechtsseitigen Sprunggelenks respektive des 

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rechten Fusses zunehmend eine Belastungseinschränkung bestehe. Diese 

würde sich auch in administrativen Tätigkeiten auswirken. Der Beschwer-

deführer sei wegen der Vernarbungen vor einigen Jahren erneut operiert 

worden (vgl. hierzu den Operationsbericht von Dr. med. G._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

Spital B._____, vom 30. Januar 2015 sowie dessen Berichte vom 27. Ja-

nuar sowie vom 12. März 2015 sowie den Bericht von Dr. med. G._____ 

und der Assistenzärztin pract. med. H._____ vom 29. Januar 2015 in 

VB 2), was indes nicht zu einer dauerhaften Stabilisierung des Gesund-

heitszustands geführt habe. Zudem bestünden auch Einschränkungen die 

Haut betreffend. Insgesamt seien "gröbere interventionelle Behandlungen 

[…] wohl wirklich nicht sinnvoll" (VB 25). 

 

3.2.2. 

Relativ zeitnah zur Geltendmachung eines Rückfalls respektive von Spät-

folgen durch den Beschwerdeführer am 1. Februar 2023 hielt ferner 

Dr. med. I._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, Kantonsspital D._____, in seinem Bericht vom 

4. Juli 2022 fest, dass beim Beschwerdeführer komplexe und mehrdimen-

sionale posttraumatische Arthrosen im Bereich der rechtsseitigen Fusswur-

zelgelenke und des oberen sowie unteren rechten Sprunggelenks bestün-

den. Der Beschwerdeführer habe keine Therapieempfehlung gewünscht 

(VB 12). Auch dem Bericht von Dr. med. G._____ vom 27. Januar 2015 ist 

zu entnehmen, dass "sich […] im Laufe der Jahre eine Arthrose im Mittel 

und Rückfuss ausgebildet" habe, was mittel- bis langfristig wohl eine Ver-

steifung der gesamten Fusswurzel und des Rückfusses notwendig machen 

werde (VB 2). Ähnliche Befunde gehen zudem bereits aus dem Bericht von 

Dr. med. J._____, Fachärztin für Radiologie, und des Assistenzarztes 

Dr. med. K._____, Kantonsspital L._____, vom 8. Dezember 2014 hervor. 

Dort wird gestützt auf CT-Untersuchungen vom 4. und 5. Dezember 2014 

von einer massiven posttraumatischen Arthrose im Bereich des oberen und 

unteren Sprunggelenks, des Chopard- und Lisfranc-Gelenks sowie intertar-

sal berichtet (VB 2).  

 

3.3. 

Den medizinischen Akten ist nach dem Dargelegten keine ärztliche Ein-

schätzung zur Frage zu entnehmen, ob und allenfalls welche Veränderung 

der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als Folge des Unfalls vom 

2. April 2000 seit der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Mai 

2004 erfahren hat. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch keine diesbe-

züglichen Abklärungen unternommen, sondern eine eigene laienhafte me-

dizinische Würdigung des Sachverhalts vorgenommen (vgl. insb. das 

Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 27. Februar 2024 [VB 32], deren 

Verfügung vom 13. September 2024 [VB 43] und deren Einspracheent-

scheid vom 5. Mai 2025 [VB 60]). Dies genügt indes mit Blick auf den Un-

tersuchungsgrundsatz gemäss Art. 43 ATSG nicht (vgl. zum Ganzen vorne 

 - 7 - 

 

 

E. 2.), zumal aus der vorerwähnten Aktenlage – im Speziellen den Berich-

ten von Dr. med. M._____ vom 25. April 2023 und von Dr. med. G._____ 

vom 27. Januar 2015 – jedenfalls zumindest Hinweise für eine unter dem 

Titel des Rückfalls oder von Spätfolgen relevante mögliche Veränderung 

respektive Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerde-

führers hervorgehen. Vor diesem Hintergrund erweisen sich die sachver-

haltlichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin als unzureichend, wes-

halb eine Beurteilung möglicher Leistungsansprüche des Beschwerdefüh-

rers unter dem Titel des Rückfalls oder von Spätfolgen im Zusammenhang 

mit dem Unfall vom 2. April 2000 aktuell nicht möglich ist. Die Beschwerde-

gegnerin wird folglich weitere medizinische Abklärungen zu tätigen haben, 

um alsdann ihre Leistungspflicht erneut zu beurteilen.  

 

4. 

4.1. 

Bei diesem Ergebnis verbleibt in sachverhaltlicher Hinsicht darauf hinzu-

weisen, dass die von der Beschwerdegegnerin verurkundeten Akten un-

vollständig und teilweise ungeordnet sind. So scheint es sich bei VB 1 und 

VB 2 um die im Rahmen der Leistungsprüfung bezüglich des Unfalls vom 

2. April 2000 angelegten administrativen und medizinischen Akten zu han-

deln, die indes weder paginiert noch sinnvoll – bspw. durch ein Inhaltsver-

zeichnis – erschlossen sind. Zudem fehlt in den weiteren Akten unter an-

derem der von der Beschwerdegegnerin in E. 3.3.2 von deren Einsprache-

entscheid vom 5. Mai 2025 referenzierte Bericht von Dr. med. M._____ 

vom 17. März 2022. Weiter nahm die Beschwerdegegnerin zwar Einsicht 

in die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung (vgl. das Akten-

einsichtsersuchen vom 27. März 2025 in VB 55 und die Aktenzustellung 

durch die IV-Stelle des Kantons Aargau vom 31. März 2025 in VB 56) und 

bezog sich sowohl in ihrem Einspracheentscheid vom 5. Mai 2025 wie auch 

in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2025 mehrfach auf diese, nahm sie 

indes nicht zu ihren Akten. Die Beschwerdegegnerin ist daher darauf auf-

merksam zu machen, dass sie verpflichtet ist, ein vollständiges Aktendos-

sier über das Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungsgemäss 

Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug eines von ihr erlassenen 

Entscheids diese Unterlagen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu 

können. Sie hat dabei alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache ge-

hört (BGE 124 V 372 E. 3b S. 376 und 115 Ia 97 E. 4c S. 99) und die Voll-

ständigkeit der Akten sicherzustellen (SVR 2011 IV Nr. 44 S. 131, 

8C_319/2010 E. 2.2.1). Gemäss Art. 46 ATSG sind dabei alle Unterlagen, 

die massgeblich sein können, systematisch (d.h. chronologisch, paginiert 

und in der Regel mit einem Aktenverzeichnis erschlossen) zu erfassen. 

Verlangt wird eine Aktenführung nach allgemeinen, sachgerechten und 

zweckmässigen Kriterien, welche es erlaubt, den Weg der Entscheidfin-

dung nachzuvollziehen (vgl. RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/Lend-

fers [Hrsg.], ATSG-Kommentar, 5. Aufl. 2024, N. 25 f. zu Art. 46 ATASG 

mit Hinweis auf SVR 2011 IV Nr. 44 S. 131, 8C_319/2010 E. 2.2.2; 

 - 8 - 

 

 

vgl. ferner SVR 2016 AHV Nr. 16 S. 45, 9C_329/2016 E. 4.2). Zudem steht 

es nicht im Belieben der Beschwerdegegnerin, im Beschwerdeverfahren 

dem Gericht nur diejenigen Akten einzureichen, welche sie als notwendig 

und für die Beurteilung des Falles entscheidend erachtet (vgl. statt vieler 

Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E. 2.1 und 

8C_725/2012 vom 27. März 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen unter anderem 

auf BGE 135 V 194 E. 3.1 S. 196 und SVR 2010 ALV Nr. 2 S. 3, 

8C_269/2009 E. 5.2.2). Ebenso wenig ist es Aufgabe des Gerichts, die von 

der Beschwerdegegnerin bereits im Verwaltungsverfahren beigezogenen 

IV-Akten im Beschwerdeverfahren selbst erneut beizuziehen. Sollten dem 

Versicherungsgericht in einem allfälligen weiteren Beschwerdeverfahren, 

in dem die Beschwerdegegnerin Partei ist, von dieser vorselektionierte, un-

vollständige oder nicht systematisch geführte Akten eingereicht werden, 

wird der allfällig dadurch verursachte Mehraufwand zu einer Kostenauflage 

führen, zumal die Beschwerdegegnerin bereits mehrfach gerichtlich zur 

rechtskonformen Aktenführung respektive -edition angehalten werden 

musste. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Hinsichtlich der Übernahme von Heilbehandlungskosten ist Folgendes an-

zumerken: Mit Verfügung vom 11. Mai 2004 schloss die Beschwerdegeg-

nerin den Fall ab und sprach dem Beschwerdeführer bei gleichzeitiger Ver-

neinung eines Invalidenrentenanspruchs bei einer Integritätseinbusse von 

30 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 32'040.00 zu. Des Weiteren 

hielt sie Folgendes fest: "Die unfallbedingten Behandlungen werden wir auf 

Zusehen hin weiter übernehmen" (VB 1). Mit "Gerne halten wir fest, dass 

wir die Behandlungskosten (im bisherigen Rahmen) auf Zusehen hin, wei-

ter übernehmen werden." findet sich ferner in der Verfügung vom 13. Sep-

tember 2024 eine ähnliche Anordnung (VB 43). Nachdem der Beschwer-

deführer gegen diese Verfügung am 8. Oktober 2024 (aus anderen Grün-

den) Einsprache erhoben hatte (VB 44), drohte ihm die Beschwerdegegne-

rin in ihrem Schreiben vom 26. November 2024 eine reformatio in peius an, 

da der Beschwerdeführer bei richtiger Betrachtung zufolge des bereits mit 

Verfügung vom 11. Mai 2004 erfolgten Fallabschlusses keinen Anspruch 

mehr auf die Übernahme von Heilbehandlungskosten habe (VB 50). Dies 

setzte sie schliesslich mit E. 3.2 ihres Einspracheentscheids vom 5. Mai 

2025 um und hielt in Dispositiv-Ziff. 2 fest, dass "ab 5.5.2025 keine Kosten 

für Heilbehandlungen mehr übernommen" würden (VB 60). Dabei über-

sieht die Beschwerdegegnerin Folgendes: Mit der Androhung einer refor-

matio in peius mit Schreiben vom 26. November 2024 ging die Beschwer-

degegnerin selbst davon aus, dass aufgrund ihrer (formell rechtsbeständi-

gen) Verfügung vom 11. Mai 2004 eine entsprechende Verpflichtung zur 

Kostenübernahme bestehe. Dass sie diesen Entscheid in ihrem Ein-

spracheentscheid vom 5. Mai 2025 nunmehr als unzutreffend beurteilte 

(vgl. ferner Ziff. 15 der Vernehmlassung vom 8. Juli 2025), ändert daran 

 - 9 - 

 

 

nichts, zumal die Beschwerdegegnerin jedenfalls nicht die (Teil-)Nichtigkeit 

der Verfügung vom 11. Mai 2004 geltend macht und den Akten für eine 

solche Annahme auch keine hinreichenden Gründe zu entnehmen sind. 

Will die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen auf die mit Verfü-

gung vom 11. Mai 2004 bestimmte (weitere) Übernahme von Heilbehand-

lungskosten zurückkommen, bedarf sie demnach eines Rückkommensti-

tels. Einen solchen macht sie indes in ihrem Einspracheentscheid vom 

5. Mai 2025 nicht geltend, welcher sich inhaltlich einzig auf die Verfügung 

vom 13. September 2024 bezieht. Die Beschwerdegegnerin wird bei ihrem 

neuerlichen Sachentscheid – soweit notwendig – auch über diese Frage in 

einer die Begründungspflicht beziehungsweise den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf rechtliches Gehör respektierenden Form neu zu be-

finden haben.  

 

4.2.2. 

Vor dem Hintergrund des soeben Dargelegten kann ferner der Auffassung 

der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, sie habe mit dem Ein-

spracheentscheid vom 5. Mai 2025 lediglich einen "negativen Entscheid" 

erlassen, weshalb einer allfälligen Beschwerde "per se keine aufschie-

bende Wirkung zukommen könne". Vielmehr hat der fragliche Einsprache-

entscheid – jedenfalls soweit er die Übernahme von Heilbehandlungskos-

ten betrifft – rechtsgestaltenden Charakter. Entsprechend kommt der Be-

schwerde des Beschwerdeführers vom 5. Juni 2025 diesbezüglich grund-

sätzlich aufschiebende Wirkung zu, welche ihr indes mit Dispositiv-Ziff. 2 

des Einspracheentscheids vom 5. Mai 2025 entzogen wurde (vgl. hierzu 

Art. 52 Abs. 4 ATSG). Die instruktionsrichterliche Verfügung vom 24. Juni 

2025 betreffend Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung erweist 

sich vor diesem Hintergrund und insbesondere mit Blick auf das in E. 3.3. 

zu den ungenügenden sachverhaltlichen Erhebungen der Beschwerdegeg-

nerin und im Speziellen in E. 4.2.1. zur fehlenden Begründung des Rück-

kommens auf die bisher gewährte Übernahme von Heilbehandlungskosten 

Dargelegte im Sinne einer Interessenabwägung (vgl. hierzu BARBARA KO-

BEL, in: Hurst/Pfiffner/Zünd [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das So-

zialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2024, N. 33 ff. zu 

§ 17) ohne Weiteres als sachgerecht und damit rechtskonform (vgl. § 46 

Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 61 ATSG; siehe ferner Art. 56 VwVG). Der Antrag 

der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2025, es sei auf die instruktionsrich-

terliche Verfügung vom 24. Juni 2025 im Sinne einer Wiederaufnahme 

nach § 65 VRPG zurückzukommen ("neu zu entscheiden"; vgl. S. 3 der 

Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2025), ist daher ab-

zuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 5. Mai 2025 aufzuheben und die 

 - 10 - 

 

 

Sache eventualantragsgemäss zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-

gungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-

sen. Das Wiederaufnahmebegehren der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 

2025 hinsichtlich der instruktionsrichterlichen Verfügung vom 24. Juni 2025 

ist abzuweisen. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 5. Mai 2025 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zu-

rückgewiesen. 

 

1.2. 

Das Wiederaufnahmebegehren der Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2025 

die instruktionsrichterliche Verfügung vom 24. Juni 2025 betreffend wird 

abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

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bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 15. Januar 2026 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Berner