# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b84649cc-0a18-55be-aa7f-16bd1efa5843
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-08
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 08.11.2016 605 2014 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2014-141_2016-11-08.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2014 141

Urteil vom 8. November 2016

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin
Richter: Dominique Gross

Christian Pfammatter
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Patrik Gruber    

gegen

BASLER VERSICHERUNG AG, Vorinstanz, vertreten durch Rechtsanwalt 
Urs Hofer   

Gegenstand Unfallversicherung – Rente, Video-Observation, Revision, Rückerstattung

Beschwerde vom 3. Juli 2014 gegen den Einspracheentscheid vom 2. Juni 
2014

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1970, wohnhaft in B.________, befand sich in Ausbildung zur 
Coiffeuse bei der C.________ S.A.. Sie war im Rahmen dieser Anstellung bei der Basler Ver-
sicherung AG (nachfolgend: Basler), Basel, gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufs-
krankheiten versichert.

Am 4. Oktober 1986 erlitt sie als Beifahrerin einen Autounfall, wobei sie sich eine Thoraxkontusion 
links sowie Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog. Vom 5. Oktober bis 3. November 1986 
bestand eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.

Ferner kam es am 22. Februar 1992 zu einem Treppensturz, bei dem sie sich den Hinterkopf an-
schlug. Es kam aber nicht zu Verletzungen der HWS. Sie nahm ihre Arbeit am 1. April 1992 
wiederum zu 50% und ab dem 20. April 1992 im Vollpensum auf. Für dieses Ereignis war die 
Basler nicht zuständig.

Mit Unfallmeldung vom 27. September 1994 machte A.________ einen Rückfall zum Unfall von 
1986 geltend. Gestützt auf ein neurologisches und neuropsychologisches Gutachten des 
D.________ vom 9. August 2001 sprach ihr die Basler mit Verfügung vom 5. August 2003, be-
stätigt durch Einspracheentscheid vom 29. November 2004, eine Invalidenrente von 100% ab dem 
1. August 1994 sowie eine Integritätsentschädigung von 45% zu.

B. In den Jahren 2009, 2010 und 2013 fanden durch die Basler sowie auch die Invalidenversi-
cherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle), Givisiez, in Auftrag gegebene Video-
Observationen statt. Die Basler erachtete – namentlich gestützt auf zwei Aktenbeurteilungen ihres 
Vertrauensarztes Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (Deutschland), 
von 2011 und 2013 – die angestammte Tätigkeit als Coiffeuse spätestens ab dem 1. Februar 2013 
als uneingeschränkt zumutbar und hob die Invalidenrente mit Verfügung vom 4. Juni 2013, 
bestätigt durch Einspracheentscheid vom 2. Juni 2014, auf diesen Zeitpunkt auf. Ebenso verneinte 
die Basler einen weiteren Anspruch auf Heilbehandlungen und forderte Rentenleistungen in der 
Höhe von CHF 15'866.75 (Februar bis Juni 2013) zurück.

C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt 
Patrik Gruber, am 3. Juli 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und stellt den Antrag, 
der Einspracheentscheid vom 2. Juni 2014 sei aufzuheben, eventualiter sei die Angelegenheit zur 
weiteren Sachverhaltsabklärung an die Basler zurückzuweisen. Zudem sei die Verfügung vom 
4. Juni 2013 aufzuheben und die Basler zu verpflichten, ihr die Parteikosten des Einsprache-
verfahrens im Betrag von CHF 5'145.95 zu ersetzen. Sie bringt unter anderem vor, die Basler habe 
die gesetzlich vorgesehene Frist für die Durchführung einer Revision verpasst.

Die Basler, vertreten durch Rechtsanwalt Urs Hofer, bestätigt in ihren Bemerkungen vom 
10. November 2014 ihren Einspracheentscheid und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die 
Fristen für eine prozessuale Revision seien erfüllt gewesen. Zudem wäre auch eine Wiederer-
wägung möglich gewesen.

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Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels werden keine wesentlichen neuen Argumente vorge-
bracht.

Am 21. Oktober 2016 macht die Beschwerdeführerin auf ein neues Urteil des Europäischen Ge-
richtshofs für Menschenrechte (EGMR) aufmerksam. Diese Eingabe wird der Basler zur Kenntnis-
nahme zugestellt.

Es fand kein zusätzlicher Schriftenwechsel zwischen den Parteien statt.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 3. Juli 2014 gegen den Einspracheentscheid der Basler vom 2. Juni 
2014 ist fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht wor-
den. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozial-
versicherungsgerichtshof, prüft, ob die Rentenaufhebung der Basler zu Recht erfolgte.

Unzulässig ist jedoch der Antrag der Beschwerdeführerin, auch die Verfügung vom 4. Juni 2013 
aufzuheben. Diese ist durch den Einspracheentscheid ersetzt worden (Devolutiveffekt) und gilt als 
inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4 mit Hinweis).

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Nach Art. 6 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen 
und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier nach Art. 1 Abs. 1 UVG zur Anwendung 
kommt, gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhn-
lichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

b) Zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung muss zuerst ein natürlicher Kau-
salzusammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend 
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder-
lich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es ge-
nügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausal-
zusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

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Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).

Weiter muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal-
zusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 
eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-
meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbei-
zuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2).

c) Ist der Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8 ATSG), so hat 
er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invali-
dität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun-
fähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver-
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

d) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss Art. 17 
ATSG die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 
herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch 
zu beeinflussen. Der zeitliche Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung 
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer ma-
teriellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür-
digung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in 
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Recht-
sprechung zur Wiedererwägung (BGE 133 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3).

Ferner sieht Art. 53 Abs. 1 ATSG vor, dass formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheent-
scheide in Revision gezogen werden müssen, wenn die versicherte Person oder der Versiche-
rungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, 
deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Solche neue Tatsachen oder Beweismittel sind innert 
90 Tagen nach deren Entdeckung geltend zu machen; zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, 
die mit der Eröffnung der Verfügung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021] i. V. m. Art. 55 Abs. 1 
ATSG). Ergeben sich aus den neu entdeckten Tatsachen und Beweismitteln (lediglich) gewichtige 
Indizien für das Vorliegen eines prozessualen Revisionsgrundes, sind innert angemessener Frist 
zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, um diesbezüglich hinreichende Sicherheit zu erhalten. In 
solchen Fällen beginnt die relative 90-tägige Revisionsfrist erst zu laufen, wenn die Unterlagen die 
Prüfung der Erheblichkeit des geltend gemachten Revisionsgrundes erlauben oder bei Säumnis in 
dem Zeitpunkt, in welchem der Versicherungsträger den unvollständigen Sachverhalt mit dem 
erforderlichen und zumutbaren Einsatz hätte hinreichend ergänzen können (Urteil BGer 
9C_896/2011 vom 31. Januar 2012 E. 4.2).

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e) Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). In 
Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc). Auch Gutachten, 
welche der Unfallversicherer während des Administrativverfahrens von seinen eigenen Ärzten ein-
holt, sind beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird. 
Ebenso sind ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten nicht an sich unzuverlässig, wenn ge-
nügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorhanden sind (BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
mit Hinweisen). Ferner besteht auch unter Berücksichtigung der neueren Rechtsprechung des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte kein förmlicher Anspruch auf versicherungsex-
terne Begutachtung. Eine solche ist indessen aber anzuordnen, wenn auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen be-
stehen (BGE 135 V 465 E. 4).

f) Art. 43 Abs. 1 ATSG auferlegt dem Unfallversicherer die Pflicht zur Sachverhaltsabklä-
rung, ohne dabei eine Beschränkung der Beweismittel vorzusehen. Sodann sind nach Art. 96 
Bst. b UVG die mit der Durchführung des UVG betrauten Organe befugt, die Personendaten, ein-
schliesslich besonders schützenswerter Daten und Persönlichkeitsprofile, zu bearbeiten oder bear-
beiten zu lassen, die sie benötigen, um Leistungsansprüche zu beurteilen. Diese Normen bilden 
eine ausreichende Grundlage für den mit der Beobachtung durch einen Privatdetektiv verbunde-
nen Eingriff in die Privatsphäre des Versicherten, zumal dieser Eingriff auch nicht schwer wiegt, im 
Fall dass der Beschwerdeführer nur an einem öffentlich einsehbaren Raum und bei Tätigkeiten 
beobachtet und aufgenommen wurde, die er aus freiem Willen ausgeführt hat. Dies gilt gestützt auf 
Art.  61 Bst. c ATSG auch für das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht (BGE 132 V 
241 E. 2.5.1 mit Hinweisen). Dieses Urteil bezog sich auf die Verwertung einer durch eine private 
Haftpflichtversicherung angeordneten Observation. Die Unfallversicherung ist aber auch selber 
befugt, eine versicherte Person durch einen Privatdetektiv observieren zu lassen (BGE 135 I 169).

Ferner können entsprechend der Regelung von Art. 59 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), welcher gemäss Art. 34 Abs. 2 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) sinngemäss im Be-
reich der Unfallversicherung anwendbar ist, die IV-Stellen zur Bekämpfung des ungerechtfertigten 
Leistungsbezugs Spezialisten beiziehen. Diese Norm bildet eine genügende gesetzliche Grund-
lage für die privatdetektivliche Observation in einem von jedermann ohne weiteres frei einsehbaren 
Privatbereich (z. B. Balkon). Die Observation muss objektiv geboten sein. Die Ergebnisse einer zu-
lässigen Überwachung können zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich ge-
eignet sein, eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszu-
stand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (BGE 137 I 327 mit Hinweisen). Diese im invalidenver-
sicherungsrechtlichen Verfahren ergangene Rechtsprechung ist analog im Bereich der Unfallver-
sicherung anzuwenden (Urteil BGer 8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 6.2).

Das kürzlich ergangene Urteil EGMR No. 61838/10 vom 18. Oktober 2016 (Vukota-Bojic gegen die 
Schweiz) ist noch nicht rechtskräftig und darauf wird später eingegangen.

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3. Vorliegend ist streitig, ob die Basler zu Recht die Invalidenrente der Beschwerdeführerin ein-
gestellt hat.

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Basler habe die gesetzlichen Fristen für die 
Durchführung einer Revision nicht eingehalten, da bereits nach Erhalt des ersten Aktengutachtens 
des Vertrauensarztes der Basler erstellt gewesen sei, dass ab 2009 nur noch ein möglicher Kau-
salzusammenhang bestanden habe. Zudem habe die Observation nur an beschwerdefreien Tagen 
stattgefunden. Auch habe die Basler mit dem nicht angekündigten Aktengutachten ihre Partei-
rechte gemäss Art. 44 ATSG verletzt.

b) Die Basler ihrerseits ist der Ansicht, dass sie die Rente nicht vorschnell aufheben 
konnte, da die Rente zuvor während einer langen Zeit ausgerichtet worden sei. Deshalb seien mit 
der erneuten Observation von 2013 die bisherigen Erkenntnisse abgesichert worden. Zudem 
hätten die Observationen, namentlich die erste, über einen längeren Zeitraum stattgefunden, wes-
halb nicht gehört werden könnte, diese hätten nur an beschwerdearmen Tagen stattgefunden. Fer-
ner handle es sich beim Gutachten von Dr. med. E.________ einzig um ein Aktengutachten, 
weshalb die Parteirechte gemäss Art. 44 ATSG nicht zu berücksichtigen seien.

c) Als Vorbemerkung ist festzuhalten, dass es mit den beiden Aktengutachten nicht zu 
einer Verletzung der Parteirechte der Beschwerdeführerin gekommen ist. Art. 44 ATSG sieht vor, 
dass wenn der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer oder 
eines unabhängigen Sachverständigen einholen muss, er der Partei deren oder dessen Namen 
bekannt gibt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvor-
schläge machen. Es ist zwar unbestritten, dass die Basler die Beschwerdeführerin über die Ein-
holung der beiden Aktengutachten nicht informiert hat. Indessen handelt es sich bei diesen ver-
sicherungsinternen Aktenbeurteilungen eben gerade nicht um Gutachten i. S. v. Art. 44 ATSG, 
weshalb der Einwand der Beschwerdeführerin bezüglich Verletzung ihrer Mitwirkungsrechten nicht 
gehört werden kann (vgl. Urteil BGer 8C_410/2013 vom 15. Januar 2014 E. 5.5). Im Weiteren war 
die Basler weder gestützt auf Art. 42 ATSG noch gestützt auf Art. 44 ATSG verpflichtet, der Be-
schwerdeführerin die Aktengutachten von 2011 und 2013 und die ihnen zu Grunde liegenden Ob-
servierungsunterlagen bereits vor Erlass der Verfügung vom 4. Juni 2013 zuzustellen und sie zum 
diesbezüglichen Beweisergebnis anzuhören. Die Versicherte hatte im Rahmen des Einsprachever-
fahrens Gelegenheit, sich zu diesen Akten zu äussern, was sie denn auch tat. Eine Verletzung des 
Gehörsanspruchs liegt somit nicht vor (vgl. Urteil BGer 8C_830/2011 vom 9. März 2012 E. 4 mit 
Hinweisen).

Zudem kann vorliegend die Frage, ob die Rentenaufhebung gestützt auf eine prozessuale Revi-
sion oder auf eine Wiedererwägung erfolgte bzw. ob die jeweiligen Bedingungen erfüllt waren, 
offen bleiben, da die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt wird – bereits aus einem anderen 
Grund gutzuheissen ist.

Gemäss der bisherigen, oben dargestellten Rechtslage waren die Video-Observationen geboten. 
Erstens lag ein bei der IV-Stelle eingereichter anonymer Hinweis vor (Unfall-Akten, S. 595), wo-
nach die Beschwerdeführerin trotz ihrer Rente arbeite. Zweitens ergaben sich Widersprüche aus 
den medizinischen Akten. So konnten gemäss dem Gutachten von Dr. med. F.________, Facharzt 
FMH für Chirurgie und Orthopädische Chirurgie, vom 16. Oktober 1997 (Unfall-Akten, S. 368 ff.) 
durch die diversen bildgebenden Abklärungen einzig diskrete Zeichen einer Diskopathie L4/L5 und 
L5/S1 nachgewiesen werden. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen umfangreichen 

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Beschwerden (vor allem Nacken- und Kreuzschmerzen) liessen sich deshalb gemäss Dr. med. 
F.________ nicht objektiv erklären. Ferner wurden im neuropsychologischen Teilgutachten vom 
14. Juni 2001 des D.________ (Unfall-Akten, S. 329 ff.) mittelschwere bis schwere 
neuropsychologische Beeinträchtigungen festgehalten, deren Ausmass für den Zustand nach 
einem HWS-Trauma bzw. nach einem milden Schädelhirntrauma ungewöhnlich sei. Auch bestand 
eine gesetzliche Grundlage und die Observationen erfolgten nur in frei einsehbaren Bereichen. 
Demgegenüber ergeben sich gewisse Zweifel hinsichtlich der Zulässigkeit der Dauer der 
Observationen, welche vom 30. März bis 7. August 2009, vom 25. Oktober bis 30. November 2010 
(im Auftrag der IV-Stelle), vom 6. bis 18. Dezember 2012 sowie schliesslich vom 13. bis 
27. Februar 2013 stattfanden. Die Frage, ob die Video-Observationen unter der Berücksichtigung 
des bereits erwähnten kürzlich ergangenen Urteils des EGMR noch als zulässig angesehen 
werden können, kann hier offen bleiben, weshalb die dagegen erhobene Kritik nachfolgend nicht 
im Detail geprüft wird.

d) Dennoch wird an dieser Stelle kurz auf das Observations-Material eingegangen. Die Be-
schwerdeführerin bringt vor, ihre Beschwerden seien schwankend. Sie habe durchaus auch 
schmerzarme Phasen. Bei Schmerzschüben könne sie hingegen tagelang das Haus nicht ver-
lassen. Sie sei offenbar jeweils an schmerzarmen Tagen observiert worden. Ferner sei ihr das He-
ben von Lasten von 5 kg zumutbar, wie es die Meinung der Gutachter des D.________ (vgl. 
neurologisches Gutachten vom 9. August 2001; Unfall-Akten, S. 310 ff.) gewesen sei. Gemäss 
diesen könne ihr eine leichte und angepasste Tätigkeit zugemutet werden, weshalb es nicht 
abwegig sei, dass sie z. B. kleinere Einkäufe selber erledigen könne.

Aus dem Observationsmaterial von 2009 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin am 15. April 
2009 einen Sack mit Blumenerde einige Meter bis zum Auto trägt. Die nächsten Aufnahmen fan-
den am 21. April 2009 statt. Sie kann unter anderem beobachtet werden, wie sie einen zusammen-
geklappten Rollstuhl und später wie sie erneut zwei Säcke mit Pflanzenerde in ihr Auto einlädt. Ge-
mäss den Aufnahmen vom 22. April 2009 verbrachte sie den Nachmittag bei ihren Eltern (Fahrzeit 
3 Minuten pro Weg). Am folgenden Tag war sie wieder aktiver. Am 25. Juni 2009 ist die Beschwer-
deführerin zu sehen, wie sie das Auto staubsaugt, wobei sie dies nicht nur mit gerader Körperhal-
tung, sondern auch gebückt vornimmt. Anlässlich der Observierung von 2010 sieht man sie bei-
spielsweise am 8. November 2010 mit einem 6-Pack 1.5 Liter Mineralflaschen aus einem Geschäft 
kommen. Ferner ist allgemein auf den Videos mehrmals ersichtlich, wie die Beschwerdeführerin 
den Kopf alleine, und nicht nur zusammen mit dem Rumpf dreht, wie sie es angibt.

Damit ergeben sich einige Widersprüche zu den Angaben der Beschwerdeführerin, welche sie an-
lässlich der Besprechung vom 4. April 2011 (Unfall-Akten, S. 104 ff.) mit der Basler machte. So 
gab sie damals an, die Nackenschmerzen seien konstant vorhanden und die Rückenschmerzen 
hätten sich in den letzten Jahren stark verschlimmert. Deshalb könne sie Getränke (Sixpack) nicht 
heben, dies verursache massive Schmerzen. Ein Gewicht von 2–3 kg gehe kurzfristig. Auch das 
Einladen von schweren Einkäufen ins Auto gehe nicht. Staubsaugen könne sie, sie müsse sich 
einfach gerade halten.

Dagegen fanden sich einige andere Angaben der Beschwerdeführerin in den Videos bestätigt. So 
erklärte sie, sie könne an guten Tagen höchstens 30–45 Minuten mit dem Hund spazieren. Auch 
erledige sie Grosseinkäufe nicht selber. Früher habe sie sich sozial stark zurückgezogen. Nun 
habe sie wieder Kollegen, mit denen sie viel zusammen unternehme. Auch mit ihrem Bruder habe 
sie regen Kontakt und sie kümmere sich oft um dessen 4-jährige Tochter.

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Im Übrigen lässt sich auch nicht ausschliessen, dass die Beschwerdeführerin zwar zum Teil grös-
sere Lasten trägt, als sie angibt, sie aufgrund der daraus resultierenden Schmerzen in der Folge 
aber weniger aktiv ist. So folgte auf den 21. April 2009 (Rollstuhl und Säcke mit Pflanzenerde ins 
Auto einladen) ein ruhiger Tag. Ferner hat die Beschwerdeführerin – trotz ihrer Rente – das Recht, 
sich zu bewegen, mit dem Hund zu spazieren sowie auch Leute zu treffen. So wurde auch im vor-
erwähnten neurologischen Gutachten des D.________ festgehalten, dass eine leichte wechselnde 
Tätigkeit möglich sei, zu Beginn mit einem Pensum von 30–50%.

Dennoch sind durchaus einige Widersprüche vorhanden. Wie gesehen, können die Ergebnisse 
einer zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung grundsätzlich ge-
eignet sein, um eine genügende Basis für Sachverhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheits-
zustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden. Ob dies hier der Fall ist, wird nachfolgend geprüft.

e) Aus den vorliegenden Akten lässt sich nicht einwandfrei erkennen, wie es zu den Obser-
vationen kam, und was die Beweggründe für die weiteren Observationen waren. So fehlen im Dos-
sier die erteilten Observierungsaufträge. Dafür sind die beiden Gutachtensaufträge an den Ver-
trauensarzt vorhanden. Der erste datiert vom 24. Februar 2011 (Unfall-Akten, S. 305). Im Vorfeld 
gab es offenbar bereits eine telefonische Besprechung des Falls. Bei den dem Vertrauensarzt 
überlassenen Akten erstaunt zunächst die Tatsache, dass er für seine Beurteilung nur die Akten 
ab dem 12. Juli 2001 erhielt. Ferner wurde ihm auch die interne Notiz vom 5. April 2011 (Unfall-
Akten, S. 37) zugestellt, in welchem die Eindrücke des Schadensinspektors vom Gespräch mit der 
Beschwerdeführerin vom Vortrag festgehalten wurden. Darin wird festgehalten, diese habe sich 
bereits bei der Begrüssung auffällig verhalten, indem ihr Bewegungsablauf eher langsam und 
schonend gewesen sei. Sie habe den Kopf kaum nach links oder nach rechts gedreht. Ein wirklich 
schmerzgeprägtes Gesicht habe sie nie gezeigt. Auch am Schluss habe sie das Protokoll konzen-
triert durchgelesen und unterschrieben. Der Schadensinspektor hatte den Eindruck, es liege ein 
Fall von Aggravation vor. Der zweite Auftrag erfolgte am 27. März 2013 (Unfall-Akten, S. 255 f.). 
Wiederum fand im Vorfeld eine Besprechung mit dem Vertrauensarzt statt. Ob unter diesen Um-
ständen eine objektive Beurteilung des Falls möglich war, erscheint doch fraglich.

Das erste Aktengutachten vom 30. Dezember 2011 (Unfall-Akten, S. 257 ff.) ist relativ umfangreich 
(45 Seiten). Zunächst werden weitschweifend und nicht sehr klar die Akten ab 2001 auf 13 Seiten 
wiedergegeben. Es folgt eine sehr detailhafte Beschreibung der Video-Szenen auf 14 Seiten. Da-
bei fällt auf, dass auch für den vorliegenden Fall überhaupt nicht relevante Elemente erwähnt 
werden, wie z. B. die Kleidung der Beschwerdeführerin. An anderer Stelle wird ausführlich be-
schrieben, die Beschwerdeführerin hebe mit der rechten Hand ein Glas an die Lippen, der Form 
nach handle es sich um ein Weinglas. Der Inhalt des Trinkglases sei rot. Selbstverständlich könne 
er nicht sagen, ob es sich um Wein oder irgendein anderes Getränk handle. Anschliessend macht 
der Vertrauensarzt eine kurze (ca. 3 Seiten) Darstellung seiner Schlussfolgerungen bezüglich der 
Videos. Er hebt unter anderem hervor, es ergebe sich klar nicht der gegenüber dem Schadensin-
spektor geltend gemachte soziale Rückzug. Dabei hatte die Beschwerdeführerin selber, wie ge-
sehen, anlässlich der Besprechung vom April 2011 angegeben, nach einem anfänglichen sozialen 
Rückzug habe sie nun wieder vermehrt Kollegen. Vor der Beantwortung der Fragen der Basler 
folgt eine längere Diskussion der Akten bzw. Kritik an den Vorgutachten. Insgesamt erscheint die 
Beurteilung nicht sehr sachlich und beinhaltet auch Mutmassungen. So ist der Vertrauensarzt bei-
spielsweise der Ansicht, falls die Konzentrationsstörung der Versicherten in den Jahren 2009 und 
2010 so gravierend gewesen wäre, wie sie im neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Juli 
2001 festgehalten worden waren, so müsste deren Fahreignung ernsthaft in Frage gestellt werden. 

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Beim Autofahren und ihren vielen verschiedenen Besorgungen mache sie indessen einen höchst 
konzentrierten Eindruck. Das Gesicht der Beschwerdeführerin beim Autofahren ist aber nur beim 
Rausfahren aus Parkplätzen zu sehen und zudem absolviert sie offenbar vor allem kurze Strecken 
mit dem Auto, weshalb aus den Videos bezüglich der neuropsychologischen Einschränkungen 
nach Ansicht des Kantonsgerichts überhaupt keine gesicherten Erkenntnisse gezogen werden 
können.

Die zweite Aktenbeurteilung datiert vom 29. Mai 2013 (Unfall-Akten, S. 238 ff.). Wiederum werden 
irrelevante Dinge wie die Kleider der Beschwerdeführerin beschrieben. Ansonsten erscheint dieser 
Bericht aber sachlicher gehalten als der erste.

f) Aus dem Observationsmaterial können zwar durchaus gewisse Erkenntnisse hinsichtlich 
der rein körperlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin gezogen werden. Es bestehen bei ihr 
aber noch weitere Problemfelder. So wird in den medizinischen Unterlagen regelmässig auf eine 
psychische Überlagerung hingewiesen. So bestätigten die Ärzte des G.________ am 
30. September 1994 (Unfall-Akten, S. 784 ff.), die Beschwerden hätten einen organischen Kern, 
würden jedoch erheblich durch psychogene Faktoren überlagert. Die psychische Seite besserte 
sich zwischendurch, wie es dem von der IV-Stelle bei Dr. med. H.________, Facharzt FMH für 
Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegebenen Gutachten vom 22. April 1996 (Unfall-
Akten, S. 733 ff.) zu entnehmen ist. In der Folge wurde aber wieder eine psychische Überlagerung 
erwähnt (Bericht des I.________ vom 7. März 1997 [Unfall-Akten, S. 711 f.], Bericht von Dr. med. 
J.________, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin des I.________, vom 16. Mai 1997 
[Unfall-Akten, S. 696 ff.]) und die Beschwerdeführerin war zwischendurch offenbar auch in psycho-
logischer Behandlung, wie dem neurologischen Gutachten des D.________ zu entnehmen ist. 
Darüber hinaus besteht auch eine neuropsychologische Problematik. So hielten Dr. med. 
K.________, Facharzt FMH für Neurologie, sowie Dr. phil. L.________ von der M.________, in 
ihrer Beurteilung vom 26. Juni 1998 (Unfall-Akten, S. 678 ff.) kognitive Defekte fest. Es bestehe 
eine mittelschwere Einschränkung. Dies wurde im vorerwähnten neuropsychologischen 
Teilgutachten vom 12. Juli 2001 bestätigt, wonach bei der Beschwerdeführerin mittelschwere bis 
neuropsychologische Beeinträchtigungen festgestellt worden waren.

Auch wenn sich Indizien ergeben, dass es über die Jahre ebenfalls hinsichtlich der Psyche und 
den neuropsychologischen Einschränkungen zu einer Verbesserung gekommen ist, so ist dies 
nicht medizinisch gesichert. Hierfür hätte die Basler eine umfassende Begutachtung veranlassen 
müssen, weshalb einzig die Einholung eines bzw. von zwei Aktengutachten beim Vertrauensarzt, 
wie gesehen ein Facharzt der Allgemeinen Inneren Medizin, als ungenügend angesehen werden 
muss. Es ist erwähnenswert, dass die IV-Stelle bereits im März 2012 die Ansicht vertrat, das 
Observationsmaterial 2009–2010 sowie die erste Aktenbeurteilung des Vertrauensarztes würden 
nicht ausreichen, um die Rentenleistungen einzustellen. Hierfür sei zunächst eine psychiatrische 
Abklärung notwendig (vgl. Aktennotiz vom 6. März 2012 hinsichtlich einer telefonischen Bespre-
chung zwischen der Basler und der IV-Stelle; Unfall-Akten, S. 577). Das bemerkenswerte an 
dieser Notiz ist, dass die Basler damals selber die Meinung vertrat, falls eine nochmalige Begut-
achtung eingeleitet werde, so habe diese polydisziplinär zu sein. Daher erstaunt es, dass sich die 
Basler im Folgenden damit begnügte, die Beschwerdeführerin erneut observieren zu lassen und 
den Fall ihrem Vertrauensarzt vorzulegen. Sie musste sich bewusst sein, dass damit die Grund-
lage für die Rentenaufhebung weiterhin ungenügend sein würde.

Kantonsgericht KG

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Hinsichtlich der medizinischen Akten im Dossier ist weiter festzustellen, dass sich keinerlei Be-
richte bezüglich des Unfalls von 1986 finden, sondern die Akten beginnen im Jahr 1992 (Treppen-
sturz). Auch im neurologischen Gutachten des D.________ wird der Hinweis gemacht, es lägen 
nur medizinische Unterlagen vor, die 9 Jahre nach dem ersten Unfall datieren würden. Auch der 
Vertrauensarzt hatte gemäss seinen Angaben in seinem ersten Aktengutachten von 2011 nur die 
Akten ab 2001 zur Verfügung. Ebenfalls ist es nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführerin, 
als diese im Rahmen des Einspracheverfahrens um Akteneinsicht ersuchte, ihr ein Bundesordner 
(paginiert: 2.1–6.2) zugestellt wurde, die im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten 
Unterlagen hingegen drei Bundesordner (paginiert: 000001–000931) umfassen.

4. Zusammenfassend können die vorhandenen Unterlagen nicht als genügende Basis für eine 
Rentenaufhebung angesehen werden. Zum einen ergeben sich Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Feststellungen des Vertrauensarztes. Zum anderen besteht bzw. bestand vor-
liegend nicht nur eine somatische, sondern auch eine psychische sowie neuropsychologische Pro-
blematik, weshalb der Fall im Nachgang zu den erfolgten Video-Observationen gründlich medizi-
nisch hätte abgeklärt werden müssen. Hierfür hätte die Basler ein externes polydisziplinäres Gut-
achten gemäss Art. 44 ATSG anordnen müssen. Für die Einholung eines solchen Gutachtens wird 
die Angelegenheit deshalb an die Basler zurückgewiesen (in diesem Sinne Urteil BGer 
8C_59/2011 vom 10. August 2011 E. 5.2 in fine mit Hinweis). Der Einspracheentscheid vom 
2. Juni 2014 wird aufgehoben und die Beschwerde vom 3. Juli 2014 gutgeheissen.

Gemäss dem hier zur Anwendung kommenden Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens werden 
keine Gerichtskosten erhoben.

Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Entschädigung ihrer Parteikosten für das 
vorliegende Beschwerdeverfahren. Am 21. Oktober 2016 hat ihr Rechtsvertreter seine Kostenliste 
eingereicht. Beim geltend gemachten Aufwand fallen 965 Fotokopien auf, wobei 871 Kopien auf 
das Kopieren der Unfall-Akten zurückzuführen sind. Die Basler hat dies zwar mit der Neunumme-
rierung verursacht, dennoch war es nicht notwendig, fast die ganzen Unterlagen zu kopieren, wes-
halb nur 500 Kopien entschädigt werden. In ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin zu-
dem einen Anspruch auf Parteientschädigung für das Einspracheverfahren geltend. Das rechtlich 
völlig falsche Vorgehen der Basler habe zum unnötigen und falschen Entscheid vom 4. Juni 2013 
und dem anschliessenden Einspracheverfahren geführt. Das Vorgehen der Basler sei damit klar 
rechtswidrig, weshalb ihr der daraus entstandene Schaden in Anwendung von Art. 41 des Schwei-
zerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) zu ersetzen sei. Dies kann nicht  gehört werden. Zum 
einen wird im Einspracheverfahren in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 52 
Abs. 3 ATSG). Zudem ist das angerufene Gericht für die Beurteilung einer Haftung aus unerlaubter 
Handlung ohnehin nicht zuständig.

Deshalb und unter Berücksichtigung von Art. 146 ff. des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) sowie des kantonalen Tarifs vom 17. Dezem-
ber 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (SGF 150.12) 
ist die Parteientschädigung auf CHF 4'014.20 festzusetzen (14 Stunden und 55 Minuten zu 
CHF 230.-/Stunde sowie 2 Stunden und 20 Minuten zu CHF 250.-/Stunde gemäss dem seit dem 
1. Juli 2015 geltenden Tarif). Zu diesem Betrag kommen die Auslagen von CHF 224.30 
(Fotokopien à CHF 0.40) sowie die Mehrwertsteuer in der Höhe von CHF 339.10 (8% von 
CHF 4'238.50) hinzu. Der Totalbetrag von CHF 4'577.60 geht zu Lasten der Basler.

Kantonsgericht KG

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid vom 2. Juni 2014 wird aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne 
der Erwägungen für die Vornahme einer polydisziplinären Abklärung an die Basler 
Versicherung AG, Basel, zurückgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der Basler Versicherung AG, Basel, für das vorliegende 
Verfahren eine Parteientschädigung für Honorar (CHF 4'014.20) und Auslagen (CHF 224.30) 
des Rechtsvertreters von CHF 4'238.50, zuzüglich der Mehrwertsteuer von CHF 339.10 und 
damit insgesamt CHF 4'577.60 zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 8. November 2016/bsc

Präsident Gerichtsschreiber-Berichterstatter