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**Case Identifier:** bf673ec6-b0e9-5aa2-b537-d7e487a6106a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.06.2014 200 2014 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-228_2014-06-23.pdf

## Full Text

200 14 228 KV
ACT/ZID/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 23. Juni 2014

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana AG 
Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1954 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) ist bei der Visana AG (nachfolgend: Visana bzw. Beschwerde-
gegnerin) krankenpflegeversichert (vgl. Akten der Visana, Antwortbeilage 
[AB] 57).

Mit Schreiben vom 24. November 2011 ersuchte Prof. Dr. med. 
C.________, damals Spital D.________, die Visana um Kostenübernahme 
für eine geplante beidseitige Mammareduktionsplastik (AB 3). Nach Einho-
len einer Beurteilung ihres Vertrauensarztes (AB 6) lehnte die Visana die 
Kostenübernahme ab (AB 7). Ein erneutes Gesuch um Kostenübernahme 
von Dr. med. E.________, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Äs-
thetische Chirurgie sowie für Handchirurgie FMH, vom 29. März 2012 
(AB 8 f.) lehnte die Visana nach Einholung eines Berichts von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin 
FMH, vom 19. April 2012 (AB 14) und Konsultation ihres Vertrauensarztes 
(AB 15) erneut ab (AB 16). Daraufhin ersuchte die Versicherte um nochma-
lige Prüfung (AB 17), was wiederum abweisend beantwortet wurde (AB 19), 
ebenso ein Gesuch um Untersuchung durch den Vertrauensarzt oder durch 
einen Gutachter (AB 20 ff.). Hierauf wandte sich die Versicherte an den 
Ombudsman Krankenversicherung, dessen Anfrage (AB 25) unter Verweis 
auf eine erneute vertrauensärztliche Beurteilung (AB 43 f.) nicht entspro-
chen wurde (AB 45). Schliesslich wandte sich Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, am 25. 
März 2013 an die Visana (AB 46); auch deren Gesuch wurde unter Einbe-
zug der vertrauensärztlichen Beurteilung (AB 47 ff.) abgelehnt (AB 51). Am 
21. November 2013 verfügte die Visana entsprechend (AB 57 ff.). Die da-
gegen erhobene Einsprache (AB 66 f.) wies die Visana mit Entscheid vom 
4. Februar 2014 ab (AB 69 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 5. März 2014 Beschwerde und beantragte:

Hauptbegehren

1. Der Einspracheentscheid vom 4. Februar 2014 sei aufzuheben.
2. Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese 

ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen zur Frage des 
Kausalzusammenhangs zwischen der Mammahyperplasie und den Be-
schwerden sowie zur Frage der Wirksamkeit und Zweckmässigkeit zu-
sätzlicher physiotherapeutischer Behandlungen einhole und danach über 
die Leistungspflicht im Zusammenhang mit der Mammareduktionsplastik 
neu entscheide.

Eventualbegehren

im Verfahren

3. Es sei ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen zur Frage 
des Kausalzusammenhangs zwischen der Mammahyperplasie und den 
Beschwerden sowie zur Frage der Wirksamkeit und Zweckmässigkeit zu-
sätzlicher physiotherapeutischer Behandlungen einholen.

in der Sache

4. Der Einspracheentscheid vom 4. Februar 2014 sei aufzuheben.
5. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die 

Kosten für die vorgesehene Mammareduktionsplastik zu erstatten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin

Zur Begründung lässt sie im Wesentlichen vorbringen, dass die Mamma-
hyperplasie für das chronische, thoracovertebrale Syndrom verantwortlich 
sei, dieses trotz wiederholter, regelmässiger Therapie persistiere und des-
halb eine Mammareduktionsplastik indiziert sei.

Auf Anfrage des Instruktionsrichters schätzte die Beschwerdegegnerin am 
8. April 2014 die Kosten einer Mammareduktionsplastik (ohne Komorbi-
ditäten) auf ca. Fr. 10‘000.--. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2014 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 4. Februar 2014 
(AB 69 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Kostenübernahme 
für die vorgesehene Mammareduktionsplastik im Rahmen der obligatori-
schen Krankenpflegeversicherung.

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. Eingabe der Beschwer-
degegnerin vom 8. April 2014), weshalb die Beurteilung der Beschwerde in 
die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit 
und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Krankenversicherung vom 18. März 1994 [KVG; SR 832.10]). Die Leistun-
gen nach den Art. 25 - 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig und wirt-
schaftlich sein (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG). Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG ist 
Krankheit jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizini-
sche Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit 
zur Folge hat.

Nicht jede Abweichung von einem idealen ("normalen") Körperzustand ist 
als Krankheit im Rechtssinne zu qualifizieren. Die Beeinträchtigung muss 
eine gewisse Schwere aufweisen, damit ihr "Krankheitswert" zukommt. Auf 
übliche und erträgliche Abweichungen von Ideal- oder Normvorstellungen 
trifft dies nicht zu. Eine Behandlungsbedürftigkeit im Sinne von Art. 3 Abs. 1 
ATSG liegt vor, wenn die Beeinträchtigung der Gesundheit die körperlichen 
und geistigen Funktionen in so beträchtlichem Masse einschränkt, dass die 
versicherte Person ärztlicher Hilfe bedarf, die Gesundung ohne medizini-
sche Hilfe wahrscheinlich nicht oder nicht mit Aussicht auf Erfolg innert 
angemessener Zeit zu erreichen wäre, oder wenn ihr nicht zugemutet wer-
den kann, ohne wenigstens den Versuch einer Behandlung zu leben 
(BGE 137 V 295 E. 4.2.2 S. 298).

2.2 Eine Mammareduktionsplastik ist medizinisch indiziert und genügt 
dem Erfordernis der Zweckmässigkeit, sofern eine Gewebereduktion von 
gegen 500 g oder mehr beidseits vorgesehen ist bzw. durchgeführt wurde 
und wenn gleichzeitig Beschwerden geltend gemacht werden, die auf die 
Hypertrophie zurückgeführt werden können (könnten), und keine Adipositas 
vorliegt. Dabei gilt eine Person als übergewichtig (adipös), wenn der Body 
Mass Index (BMI), also der Quotient von Körpergewicht (kg) und 
Körperlänge im Quadrat (m2), grösser als 25 ist (BGE 130 V 299 E. 3 S. 
301). Bereits in BGE 121 V 211 E. 6b S. 215 wurde festgehalten, dass dem 
massgeblichen Kriterium von gegen 500 g oder mehr beidseits lediglich 
Richtwertcharakter zukomme. Eine Gewebeentnahme von weniger als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 6

500 g beidseits müsse somit noch nicht gegen den Pflichtleistungscharak-
ter der Reduktionsplastik sprechen. Entscheidend sei letztlich, ob zwischen 
den geklagten körperlichen oder psychischen Beschwerden und der Mam-
mahypertrophie ein Kausalzusammenhang bestehe.

Ausserdem ist bei einer Mammareduktionsplastik im Hinblick auf deren 
Vergütung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung weiter zu 
fragen, ob konservative Massnahmen, insbesondere Physiotherapie bei 
Rückenbeschwerden, eine wirksame alternative Behandlungsmöglichkeit 
darstellen oder dargestellt hätten. Ist das zu bejahen, ist weiter zu prüfen, 
welche der beiden Leistungen die zweckmässigere ist (BGE 130 V 299 
E. 6.1 S. 305).

2.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354). Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrau-
ensärzte haben in beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen 
Stellenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der 
UVG-Versicherer (RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b).

3.

3.1 Die behandelnden Ärzte empfehlen alle eine beidseitige Mammare-
duktionsplastik, wobei vorgesehen ist, auf jeder Seite mehr als 500 g 
Brustgewebe zu entfernen (Berichte des Prof. Dr. med. C.________ vom 
24. November 2011 [AB 3], des Dr. med. E.________ vom 5. Januar und 
29. März 2012 [AB 11 und 8], des Dr. med. F.________ vom 19. April 2012 
[AB 14] und der Dr. med. G.________ vom 25. März und 27. August 2013 
[AB 46 und 54]), während der BMI knapp über 25 liegt (AB 8; vgl. aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 8

AB 54, wonach der BMI "aktuell wieder etwas über der Norm ist"). Diesbe-
züglich sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Kostenübernahme 
erfüllt (vgl. E. 2.2 erster Abschnitt hiervor). Dies ist zwischen den Parteien 
denn auch zu Recht nicht weiter umstritten.

3.2 Unklar ist jedoch, ob ein Kausalzusammenhang zwischen der 
Brustgrösse und den Rückenbeschwerden besteht (vgl. E. 2.2 erster Ab-
schnitt hiervor) und ob bei allenfalls gegebenem Zusammenhang eine 
Brustverkleinerung zweckmässig ist oder nicht (vgl. E. 2.2 zweiter Abschnitt 
hiervor).

3.2.1 Die behandelnden Ärzte Prof. Dr. med. C.________, Dr. med. 
E.________ und Dr. med. G.________ begründen den Kausalzusammen-
hang zwischen der Brustgrösse und den Rückenbeschwerden nicht, son-
dern erachten ihn implizit als gegeben (Berichte vom 24. November 2011 
[AB 3], 5. Januar und 29. März 2012 [AB 11 und 8] sowie 27. August 2013 
[AB 54]). Wenn Dr. med. G.________ im Bericht vom 25. März 2013 aus-
führt, ein Zusammenhang liege vor, weil die Beschwerden während länge-
rer aufrechter Position zunähmen und im Liegen eine Linderung eintrete 
(AB 46), ist damit ein Kausalzusammenhang zwischen der Grösse der 
Mammae und den Beschwerden zwar möglich, aber nicht überwiegend 
wahrscheinlich, denn die von der Ärztin erwähnten Haltungen wirken sich 
bei Rückenproblemen regelmässig in der beschriebenen Art und Weise aus 
– unabhängig von deren Ursache. Dass die behandelnden Ärzte eine Ope-
rationsindikation stellen, heisst im Übrigen nicht, dass auch ein Kausalzu-
sammenhang gegeben ist; denn Indikation bedeutet allein (aber immerhin), 
dass die Massnahme gerechtfertigt ist (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörter-
buch, 262. Aufl. 2011, S. 979). Der früher behandelnde Rheumatologe Dr. 
med. F.________ und die nunmehr behandelnde Dr. med. G.________ 
führen in den Berichten vom 19. April 2012 (AB 14) und 25. März 2013 
(AB 46) letztlich aus, mangels anderer Ursachen für die Rückenbeschwer-
den sei der Zusammenhang gegeben. Der Vertrauensarzt der Beschwer-
degegnerin, Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, entgegnet dem, dies überzeuge nicht, da im Umkehrschluss andern-
falls gefolgert werden müsse, zerviko-thorakale Schmerzsyndrome würden 
"nahezu ausschliesslich im Zusammenhang mit grossen, schweren Brüsten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 9

auftreten" (AB 21). Damit ist aber die Auffassung des Rheumatologen und 
der behandelnden Ärztin nicht widerlegt, da der vom Vertrauensarzt er-
wähnte Umkehrschluss nicht überzeugt. Einerseits können derartige Be-
schwerden auch ohne das Vorhandensein grosser Mammae auftreten, an-
dererseits würde die Auffassung, dass bei grossen Brüsten nahezu immer 
ein derartiges Schmerzsyndrom auftreten müsste, andere Ursachen nicht 
ausschliessen. Wenn der Vertrauensarzt im Bericht vom 15. April 2013 
ausführt, es lasse sich aus Form und Grösse der Brüste "nicht zwingend" 
ein chronisches Schmerzsyndrom ableiten, und erläutert, es seien hier eine 
"Mehrzahl ätiologischer Faktoren" möglich (AB 47 f.), ist damit ein Kausal-
zusammenhang zwischen Brustgrösse und Rückenproblematik immer noch 
nicht ausgeschlossen und die entsprechende Frage auch nicht mit einer 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entsprechenden 
Antwort beantwortet (vgl. E. 2.3 hiervor). In der Folge besteht weiterer Ab-
klärungsbedarf, da weder auf die Einschätzung des Vertrauensarztes noch 
auf diejenigen der behandelnden Ärzte abgestellt werden kann. Diese ent-
scheidwesentlichen Tatsachen können nicht ohne Beizug des notwendigen 
medizinischen Fachwissens beurteilt werden.

3.2.2 Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass das kantonale 
Gericht, das den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, im Prin-
zip die Wahl hat, die Sache zu weiteren Beweiserhebungen an die Verwal-
tung zurückzuweisen oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen 
(BGE 127 V 228 E. 2a S. 231). Die Sache geht deshalb antragsgemäss 
(Beschwerde, S. 2 und S. 7 Ziff. 8) zurück an die Beschwerdegegnerin, 
damit sie den Zusammenhang zwischen der Grösse der Brüste und den 
Rückenschmerzen durch ein externes Gutachten abkläre (vgl. E. 2.2 erster 
Abschnitt hiervor); in diesem Zusammenhang wird weiter zu prüfen sein, ob 
die durchgeführten Physiotherapien und Trainings (vgl. AB 73 ff.) ausrei-
chend waren oder ob in dieser Hinsicht die Zweckmässigkeit einer Operati-
on verneint werden muss, da konservative Massnahmen allenfalls eine 
wirksame alternative Behandlungsmöglichkeit sind (vgl. E. 2.2 zweiter Ab-
schnitt hiervor). Eine Untersuchung ist dabei nicht zwingend notwendig; ein 
Aktengutachten reicht allenfalls aus.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 10

3.3 In Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 4. Februar 2014 (AB 69 ff.) 
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – 
über den Anspruch auf Kostenübernahme der Mammareduktionsplastik 
neu verfüge.

4.

4.1 Es werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit Kostennote vom 19. Mai 2014 hat Rechtsanwalt B.________ ein Hono-
rar von Fr. 2'375.-- (9.5 Stunden à Fr. 250.--) sowie Auslagen von 71.25 
und die Mehrwertsteuer von 8% auf Fr. 2'446.25 (Fr. 195.70) geltend ge-
macht, was nicht zu beanstanden ist. Demnach ist die Parteientschädigung 
auf Fr. 2'641.95 festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin 
der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2014, KV/14/228, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
Visana vom 4. Februar 2014 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Anspruch auf Kos-
tenübernahme der Mammareduktionsplastik neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'641.95 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-

reichten Akten)
- Visana AG (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Gesundheit

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.