# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb70056d-e92a-5317-a8f7-a7da9b1b9a57
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.08.2020 200 2020 401
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-401_2020-08-13.pdf

## Full Text

200 20 401 UV
WIS/GET/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. August 2020

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 29. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) ist Inhaber (Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift) der 
C.________ AG (vgl. Schweizerisches Handelsamtsblatt [SHAB] Nr. 51 
vom 14. März 2018) und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (nachfolgend Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch 
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (Akten der 
Suva [act. II] 6; 52 S. 3). Nach einer am 15. März 2019 erfolgten Hüftpro-
thesenoperation wurde der Versicherte am 19. März 2019 nach Hause ent-
lassen (act. II 6 S. 2). Am 20. März 2019 blieb er gemäss Schadenmeldung 
UVG vom 2. Mai 2019 (act. II 6) zuhause in der Küche bei einer "Körper-
Rotations-Bewegung" mit dem Fuss an der Fussleiste hängen, wobei er 
sich Schmerzen im Bereich des Hüftgelenks zuzog. In der selbentags kon-
sultierten Notfallaufnahme des Spitals D.________ wurden als Hauptdia-
gnosen "posteriore Hüftprothesen Luxation links" am … 2019 sowie ein 
Status nach "Hüft TP Implantation links" am … 2019 festgehalten; es er-
folgten eine Reposition in Kurznarkose und eine Hospitalisation zur Anal-
gesie und Mobilisation mit Austritt am … 2019 (act. II 5 S. 1). Die Suva 
anerkannte nach diversen Abklärungen ihre Leistungspflicht, indem sie 
Taggelder ausrichtete und für die Heilungskosten aufkam (act. II 4; 19). 
Nachdem sie das medizinische Dossier ihrem Kreisarzt, Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, zur Beurteilung vorgelegt hatte (act. II 29), stellte die 
Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 26. Juli 2019 formlos die Ein-
stellung der Versicherungsleistungen per 26. Juli 2019 in Aussicht und ver-
neinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (act. II 33). 
Damit waren der Versicherte und die Arbeitgeberin nicht einverstanden 
(act. II 35), woraufhin die Suva das medizinische Dossier abermals Dr. 
med. E.________ unterbreitete (Beurteilung vom 8. Oktober 2019 [act. II 
43]). Mit Verfügung vom 17. Oktober 2019 (act. II 46 S. 2 f.) stellte die Suva 
die Versicherungsleistungen wie angekündigt per 26. Juli 2019 mit der Be-
gründung ein, der Zustand der linken Hüfte, wie er sich auch ohne den Un-
fall vom 20. März 2019 eingestellt hätte, sei spätestens drei Tage nach 

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dem Ereignis wieder erreicht. Die dagegen vom Versicherten und der 
C.________ AG erhobenen Einsprachen (act. II 48) wies die Suva mit Ent-
scheid vom 29. April 2020 (act. II 52 S. 2 ff.) ab. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 28. Mai 2020 Beschwerde erheben. Er stellt die folgenden 
Anträge: 

1. Der Einspracheentscheid vom 29. April 2020 und damit die Verfügung 
vom 17. Oktober 2019 seien aufzuheben.

2. Die Suva sei anzuweisen, die gesetzlichen Leistungen aus dem Unfaller-
eignis vom 20. März 2019 über das Datum der verfügten Einstellung hin-
aus bis Ende Oktober 2019 zu erbringen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der die Verfügung vom 17. Oktober 2019 (act. II 
46 S. 2 f.) bestätigende Einspracheentscheid vom 29. April 2020 (act. II 52 
S. 2 ff.). Streitig ist der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfall-
versicherung in Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. März 2019. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 UVG) 
sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 
f. S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.1.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 
Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

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ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 
E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. September 2018, 
8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.1.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des 
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate 
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status 
quo sine), erreicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 

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Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 
146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.2 Die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen und vorliegend an-
wendbaren Änderungen vom 25. September 2015 des UVG (vgl. Abs. 1 
der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG) und vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202; vgl. Art. 147b UVV) 
haben an den Bestimmungen und an der Rechtsprechung gemäss E. 2.1 
hiervor materiell nichts geändert.

2.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher 
Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer 
Entscheidungsgrundlagen (Entscheid des BGer vom 26. März 2019, 
8C_824/2018, E. 3.2). Insbesondere ist der Beweis des natürlichen 
Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens in erster Linie mit den 
Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Entscheid des BGer vom 
28. Februar 2019, 8C_167/2018, E. 4.2).

3.

3.1 Es ist (zu Recht) unbestritten, dass das Ereignis vom 20. März 
2019 mit Beteiligung der (zuvor operativ behandelten) linken Hüfte (act. II 5 
S. 1) einen Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) darstellt (vgl. E. 2.1.1 vor-
ne).

3.2 Zum Gesundheitszustand der (linken) Hüfte sowie der Frage der 
Kausalität lässt sich den medizinischen Akten im hier massgeblichen Beur-
teilungszeitraum bis zum angefochtenen Einspracheentscheid vom 
29. April 2020 (act. II 52 S. 2 ff.) im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.2.1 Eine im Spital D.________ am … 2019 durchgeführte röntgenolo-
gische Untersuchung wurde wie folgt beurteilt: "Kraniolaterale Luxation des 

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Prothesenkopfes links. Keine periprothetische Fraktur und kein Material-
bruch. Weichteilschwellung." (act. II 13). 

Nach erfolgter Reposition im Spital D.________ (vgl. E. 3.2.2 sogleich) 
wurde gleichentags eine röntgenologische Kontrolluntersuchung veran-
lasst. Diese ergab folgenden Befund: "Nach Reposition regelrechte Artiku-
lation im prothetischen Hüftgelenk links. Kein Nachweis von 
Begleitverletzungen." (act. II 15).

3.2.2 Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 22. März 2019 
(act. II 5) wurde eine posteriore Hüftprothesen-Luxation links am … 2019 
bei einem Status nach Hüft-Totalendoprothese (TEP) links am … 2019 
diagnostiziert. Der Beschwerdeführer sei am 15. März 2019 (von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates [Klinik G.________]) operiert und am Vortag entlas-
sen worden. Am Vorstellungstag sei er mit dem Fuss hängen geblieben 
und habe eine Rotationsbewegung gemacht und ein Geräusch gehört. Die 
Schmerzen seien sofort spürbar und Stehen sei unmöglich gewesen. Es 
sei eine geschlossene Reposition in Kurznarkose erfolgt. Der Beschwerde-
führer habe am 21. März 2019 in gebessertem Allgemeinzustand nach 
Hause sowie mit dem Hinweis entlassen werden können, er solle die Hoh-
mannbandage (nach erfolgter Anpassung im Spital) für sechs Wochen be-
lassen (S. 1).

3.2.3 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 13. Mai 2019 
(act. II 25 S. 2) einen Status nach Hüftluxation links bei Status nach Hüft-
TEP links. Hinsichtlich der Hüfte links präsentiere sich eine reizlose und 
trockene Wundversorgung. Die Hohmannbandage sei gut sitzend, sie solle 
für 10 Wochen getragen werden.

Mit weiterem Bericht vom 8. Juli 2019 (act. II 26) hielt er fest, der Be-
schwerdeführer habe die Hohmannbandage bis vor kurzem noch getragen. 
Klinisch präsentierte sich eine stabile Hüfte, die luxationsförderenden Be-
wegungen sollten weiterhin vermieden werden.

3.2.4 Der Kreisarzt Dr. med. E.________ hielt in seiner Stellungnahme 
vom 19. Juli 2019 (act. II 29) fest, die Hüftluxation sei bei postoperativ of-
fensichtlich nicht stabilisierter Hüfte bei liegendem Implantat durch eine 

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Bagatelle erfolgt. Dies sei rückfallkausal auf die Operation und ein häufiges 
Phänomen (S. 1). Es handle sich um eine vorübergehende Verschlimme-
rung in Form einer Luxation der TEP. Der Vorzustand sei am 22. März 
2019 erreicht (S. 2).

Mit Bericht vom 8. Oktober 2019 (act. II 43) hielt Dr. med. E.________ fest, 
Schäden im umliegenden Gewebe der Hüft-TEP durch die Luxation seien 
nicht aktenkundig. Insgesamt sei die Muskulatur nach Implantation einer 
Hüft-TEP im Bereich des Gelenkes noch relativ locker und vulnerabel. Die 
Verordnung einer Hohmannbandage spreche für eine Luxationstendenz 
der Hüfte. Da keine richtunggebenden Verschlimmerungen des Vorzustan-
des (Status nach Hüft-TEP-Implantation) festgestellt worden seien, handle 
es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung. Der Vorzustand sei 
nach Reposition des Hüftgelenkes respektive bei Entlassung aus der stati-
onären Behandlung am 22. März 2019 erreicht gewesen.

3.2.5 Die behandelnde Physiotherapeutin hielt im Bericht vom 3. Sep-
tember 2019 (act. II 49) fest, die Muskulatur weise noch ein deutliches 
Kraftdefizit auf. Die Schmerzen im lateralen Bereich zeigten sich regre-
dient. Der Fokus liege auf der Kräftigung der hüftumgebenden Muskulatur. 
Der Beschwerdeführer habe ein Heimübungsprogramm erhalten zur Kräfti-
gung, welches er selbständig zu Hause ausführe.

3.2.6 Im zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ver-
fassten Bericht vom 20. Mai 2020 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 9) 
hielt Dr. med. F.________ fest, bei normalem postoperativem Verlauf kön-
ne von einer Heildauer von zwei bis drei Monaten ausgegangen werden. 
Das Luxationsereignis habe sicher zur wesentlichen Verzögerung des Hei-
lungsverlaufes beigetragen. Beispielsweise sei die Hüfte während fast 10 
Wochen mit einer bewegungslimitierenden Bandage gesichert worden, was 
zu einer beträchtlichen Beeinträchtigung der Hüftbeweglichkeit, der hüftna-
hen Muskelgruppen (Kraftdefizit) und der Gehfähigkeit geführt habe. Diese 
Defizite wären bei normalem Verlauf so mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht 
aufgetreten und bedingten eine längere Rehazeit, die auch heute noch 
nicht ganz abgeschlossen sei. Der Beschwerdeführer sei wegen intermittie-
renden lateralseitigen Hüftbeschwerden nach wie vor noch in Physiothera-
pie.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 9

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, 
mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (Entscheid des BGer vom 26. Mai 2020, 9C_661/2019, 
E. 4.1). Zudem kann insbesondere (auch) die Kausalität im Rahmen eines 
Aktengutachtens erörtert werden (Entscheid des BGer vom 9. November 
2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Dabei kommt Berichten von Suva-Kreisärzten 
der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu. Daher 
genügen bereits geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, 
um ergänzende Abklärungen vornehmen zu müssen (vgl. Entscheid des 
BGer vom 23. Januar 2020, 8C_661/2019, E. 4.1). Indessen ist darauf hin-
zuweisen, dass die Kreisärzte wie auch die Fachärzte des Kompetenzzen-
trums Versicherungsmedizin Suva nach ihrer Funktion und beruflichen 
Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin sind. Da sie ausschliess-
lich Unfallpatienten, Körperschädigungen im Sinne des Art. 6 Abs. 2 UVG 
und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, 
verfügen sie über besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse 
und Erfahrungen (Entscheid des BGer vom 14. April 2020, 8C_59/2020, 
E. 5.2). 

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 29. April 2020 (act. II 52 S. 2 ff.) im Wesentlichen 
auf den Bericht ihres Kreisarztes Dr. med. E.________ vom 8. Oktober 
2019 (act. II 43). Dieser erachtete den Vorzustand betreffend die linke Hüf-

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te nach der Reposition des Hüftgelenks respektive einen Tag nach Entlas-
sung aus der stationären Behandlung am 22. März 2019 als erreicht und 
hielt weiter fest, dass Unfallfolgen ab diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr 
spielten (S. 2). Der Bericht von Dr. med. E.________ erfüllt die Vorausset-
zungen der Rechtsprechung an den Beweiswert medizinischer Berichte 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352) und erbringt vollen Beweis. Dabei schadet es nicht, dass es sich 
um einen Aktenbericht handelt, lagen Dr. med. E.________ doch auf per-
sönlichen Untersuchungen beruhende Berichte behandelnder Ärzte und 
damit ein lückenlos erhobener sowie bildgebend hinreichend abgeklärter 
Befund vor, wobei es nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest-
stehenden medizinischen Sachverhalts ging (vgl. E. 3.3.2 vorne). 

3.5 Was der Beschwerdeführer dagegen ins Feld führt, vermag auch 
keine geringen Zweifel (vgl. E. 3.3.2 vorne) am Beweiswert der kreisärztli-
chen Einschätzung zu wecken: 

3.5.1 Soweit er kritisiert, sowohl der Kreisarzt wie auch die Beschwer-
degegnerin seien bei ihren Beurteilungen von einem falschen Tätigkeitspro-
fil ausgegangen (Beschwerde, S. 3, Ziff. IV a), so kann offen bleiben, wie 
es sich damit verhält: Wie der Beschwerdeführer selber einräumt (Be-
schwerde, S. 3, Ziff. IV), ist vorliegend streitig, ob hinsichtlich des streitbe-
troffenen Ereignisses vom 20. März 2019 in Bezug auf die linke Hüfte von 
einem Status quo sine vel ante auszugehen ist, welche Frage eine medizi-
nische ist und keinen unmittelbaren Konnex zur Arbeitsfähigkeit aufweist. 

3.5.2 Es steht weiter fest, dass am … 2019 (aus krankheitsbedingten 
Gründen) eine Hüft-TEP links durchgeführt worden war (act. II 5 S. 1) und 
sich die am 20. März 2019 erfolgte Luxation somit kurze Zeit nach dem 
operativen Eingriff ereignete. Gemäss Angaben des behandelnden Arztes 
Dr. med. F.________ im zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerde-
führers verfassten Bericht vom 20. Mai 2020 dauert der Heilungsprozess 
nach einer Hüft-TEP in der Regel (bei komplikationslosem Verlauf) zwei bis 
drei Monate (act. I 9), womit sich das Unfallereignis unbestrittenermassen 
während der krankheitsbedingten Rekonvaleszenz ereignete. Aus dem 
blossen Umstand, dass vorliegend der Heilungsprozess nach Lage der 
Akten länger dauerte (vgl. act. I 9), kann jedoch in Bezug auf das Ereignis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 11

vom 20. März 2019 nicht auf einen Ursache-Wirkung-Zusammenhang ge-
schlossen werden, weil dies auf eine Einschätzung "post hoc, ergo propter 
hoc" hinausliefe, nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung 
schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem 
aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 
E. 7.2). Im Übrigen ist in Erinnerung zu rufen, dass allein entscheidend ist, 
ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu-
tung verloren haben (Entscheid des BGer vom 14. Februar 2020, 
8C_840/2019, E. 3.2). Insoweit bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte 
für das Vorliegen klar fassbarer unfallbedingter Befunde nach dem Ereignis 
vom 20. März 2019, welche den (operativ behandelten) krankhaften Vorzu-
stand richtungsgebend verschlimmert haben könnten. Vielmehr folgt aus 
den Unterlagen, dass sich der Beschwerdeführer – wie von Dr. med. 
E.________ im Lichte der röntgenologischen Untersuchungen schlüssig 
dargelegt – beim inkriminierten Ereignis einzig eine kraniolaterale Luxation 
des Prothesenkopfes links zugezogen hat (act. II 13 S. 1). Ausdrücklich 
wurde das Vorliegen eines Materialbruchs oder von anderweitigen (unfall-
bedingten) Begleitverletzungen verneint, womit hinsichtlich der linken Hüfte 
über den luxierten und in der Folge (komplikationslos) reponierten Prothe-
senkopf hinaus keinerlei bildgebend objektivierbaren Unfallfolgen vorlagen; 
insbesondere ergab sich in Bezug auf das prothetische Hüftgelenk nach 
erfolgter Reposition eine regelrechte Artikulation (act. II 15). Gegenteiliges 
machen insoweit weder der Beschwerdeführer noch Dr. med. F.________, 
welcher sich zur entsprechenden Einschätzung des Kreisarztes nicht äus-
sert(e), geltend. Mit der erfolgreichen Reposition des Hüftgelenkimplantats 
war mangels anderweitiger Hinweise auf traumabedingte Befunde die allei-
nige unfallbedingte Ursache des Gesundheitsschadens somit dahingefal-
len.

Soweit Dr. med. F.________ im Bericht vom 20. Mai 2020 (act. I 9) als ein-
zigen Grund für eine angeblich unfallbedingte Verzögerung des Heilver-
laufs ins Feld führt, der Beschwerdeführer habe während fast 10 Wochen 
eine bewegungslimitierende Bandage getragen, was zu einer erheblichen 
Beeinträchtigung der Hüftbeweglichkeit, der hüftnahen Muskelgruppen 
(Kraftdefizit) und der Gehfähigkeit geführt habe (act. I 9), vermag der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, erfolgte die Abgabe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 12

der Hohmannbandage gemäss Angaben von Dr. med. F.________ vom 8. 
Juli 2019 doch zwecks Verhinderung weiterer Luxationen (vgl. act. II 27) 
und damit aus präventiven Gründen, weshalb es sich auch nicht um eine 
indirekte Unfallfolge handelt. Die Hohmannbandage bezweckt denn auch 
die Begrenzung der Aussenrotation des Hüftgelenks (vgl. PSCHYREMBEL, 
Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 798). Dass durch das Ereignis 
vom 20. März 2019 die Gefahr von weiteren Luxationen erhöht worden 
wäre respektive die Hohmannbandage primär der Behandlung allfälliger 
unfallbedingter Folgen der stattgehabten Luxation gedient hätte, wird nicht 
behauptet und dergleichen ergibt sich namentlich auch nicht aus den Be-
richten von Dr. med. F.________ vom 13. Mai und 8. Juli 2019 (act. II 25 
S. 2; 26) oder dem Bericht vom 3. September 2019 (act. II 49) der behan-
delnden Physiotherapeutin. 

3.5.3 Demnach war der Status quo sine vel ante per 22. März 2019 
überwiegend wahrscheinlich erreicht, womit die erst am 26. Juli 2019 – und 
damit über vier Monate später – erfolgte Leistungseinstellung nicht zu 
beanstanden ist. 

3.6 Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
29. April 2020 rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde abzuwei-
sen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Partei-
entschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2020, UV/20/401, Seite 14

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.