# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd31995f-a298-5bf3-9cfb-62676b528f7d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2017 E-6381/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6381-2017_2017-11-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6381/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Andrea Berger-Fehr;   

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Nigeria,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch (sicherer Drittstaat) 

und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 6. November 2017 / N (…). 

 

 

 

E-6381/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste gemäss eigenen Angaben am 19. Juni 2017 

legal mit einem italienischen Flüchtlingspass in die Schweiz ein und stellte 

gleichentags im B._______ ein Asylgesuch. Am 5. Juli 2017 wurde er im 

C._______ zu seiner Person und dem Reiseweg befragt (BzP; Protokoll in 

den SEM-Akten: […]), wobei ihm auch das rechtliche Gehör zu einer mög-

lichen Zuständigkeit und Wegweisung nach Italien und Deutschland im 

Rahmen des Dublin-Verfahrens sowie zum medizinischen Sachverhalt ge-

währt wurde (vgl. A7/11 F8.01f.). 

Zu seiner Gesundheit gab er an, wenn er über all seine Probleme nach-

denke, bekomme er Kopfschmerzen, ansonsten sei er stark und gesund. 

In den N-Akten befindet sich (…), beides im Original und mit Gültigkeit bis 

(…), sowie eine Kopie seiner (…). 

B.  

B.a. Mit Schreiben vom 11. Juli 2017 informierte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer darüber, dass aufgrund seiner Aussagen und der Beweis-

mittel, insbesondere seinem Reisepass für Flüchtlinge, davon ausgegan-

gen werden könne, dass er in Italien als Flüchtling anerkannt worden sei, 

weshalb die Dublin-Verordnung nicht zur Anwendung komme und sein 

Asylgesuch in der Schweiz behandelt werde. Das SEM beabsichtige je-

doch, auf dieses gestützt auf Art. 31a Abs.1 Bst. a AsylG (SR 142.31) nicht 

einzutreten. Zur möglichen Wegweisung nach Italien räumte es ihm die 

Möglichkeit ein, Stellung zu nehmen. 

B.b. Am 12. Juli 2017 ersuchte das SEM die italienischen Behörden ge-

stützt auf die Europäische Vereinbarung vom 16. Oktober 1980 über den 

Übergang der Verantwortung für Flüchtlinge (SR 0.142.305) um Rücküber-

nahme des Beschwerdeführers. 

B.c. Mit Stellungnahme vom 14. Juli 2017 führte der Beschwerdeführer 

aus, er wolle und könne nicht nach Italien zurückkehren. Er habe dort zwar 

eine Aufenthaltsbewilligung bekommen, aber kein Leben gehabt. Er habe 

weder (…) noch (…) gefunden und (…). Aufgrund seiner Situation habe er 

sogar (…) behandelt werden müssen.  

B.d. Am 31. Oktober 2017 stimmte Italien dem Rückübernahme-Ersuchen 

des SEM vom 12. Juli 2017 zu.  

E-6381/2017 

Seite 3 

C.  

Mit Verfügung vom 6. November 2017 – eröffnet am 9. November 2017 – 

trat das SEM gestützt auf Art. 31a Abs.1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug an.  

Zur Begründung führte es aus, Italien sei vom Bundesrat als sicherer Dritt-

staat bezeichnet worden. Da der Beschwerdeführer in diesem Land bereits 

als Flüchtling anerkannt und ihm dort Schutz vor Verfolgung gewährt wor-

den sei, habe er kein nachgewiesenes schutzwürdiges Interesse an der 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz. Er könne nach Ita-

lien zurückkehren, ohne dass ihm eine Verletzung des Non-Refoulement-

Prinzips drohe.  

Der Vollzug der Wegweisung sei sodann zulässig, zumutbar und möglich. 

Insbesondere würden weder die in Italien herrschende Situation noch an-

dere Gründe gegen die Zumutbarkeit seiner Wegweisung sprechen. So 

habe Italien die sogenannte Qualifikationsrichtlinie (Richtlinie 2011/95/EU 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 

über Normen für die Anerkennung von Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen als Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz, für einen 

einheitlichen Status für Flüchtlinge oder für Personen mit Anrecht auf sub-

sidiären Schutz und für den Inhalt des zu gewährenden Schutzes) umge-

setzt, welche unter anderem die Ansprüche von Personen mit Schutzstatus 

hinsichtlich medizinischer Versorgung sowie Sozialleistungen bestimme 

und deren Zugang zu Wohnraum regle. Zudem bestünden neben den 

staatlichen Strukturen ebenfalls private und internationale Hilfsorganisatio-

nen, an die sich Drittstaatsangehörige wenden könnten. Eine Garantie auf 

eine bezahlte Arbeitsstelle bestehe hingegen nicht. Würde sich Italien nicht 

an seine Verpflichtungen hinsichtlich der Fürsorgeleistungen halten, sei es 

dem Beschwerdeführer unbenommen, seine Rechte bei den italienischen 

Behörden respektive gerichtlich geltend zu machen. Dies gelte auch be-

züglich allfällig notwendig werdender medizinischer Behandlungen. Indes-

sen lägen dem SEM keine Hinweise vor, dass sich der Beschwerdeführer 

wegen den geltend gemachten (…) Problemen noch in medizinischer Be-

handlung befinde.  

D.  

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 13. November 2017 an das 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung ein und 

E-6381/2017 

Seite 4 

beantragte, sie sei aufzuheben, und es sei auf sein Asylgesuch einzutre-

ten. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei im Sinne einer vor-

sorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Voll-

zugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Italien ab-

zusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Be-

schwerde entschieden habe. Auch sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten.  

Zur Begründung der Rechtsmitteleingabe führte er aus, die italienischen 

Behörden hätten auf seine Anfragen um Unterbringung und insbesondere 

um Unterstützung in Form von Nahrung des Öfteren nicht reagiert. Es sei 

für ihn nicht möglich, in Italien ein menschenwürdiges Leben zu führen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

E-6381/2017 

Seite 5 

2.  

Mit Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermes-

sens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kogni-

tion im Bereich des Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG, wes-

halb die Rüge der Unangemessenheit in diesem Bereich zugelassen wird 

(vgl. Art. 112 AuG; BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Der Antrag um Einräumung der aufschiebenden Wirkung respektive um 

Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Sinne einer Aussetzung des 

Wegweisungsvollzugs wird – unabhängig davon, dass er ohnehin von An-

fang an ins Leere stösst (Art. 55 Abs. 1 VwVG) – mit dem vorliegenden 

Urteil in der Sache gegenstandslos.  

Ebenfalls gegenstandslos wird der Antrag um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. 

5.  

5.1. Das SEM tritt gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch 

nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a 

Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher auf-

gehalten haben. 

5.2. Der Bundesrat bezeichnete Italien am 14. Dezember 2007 als siche-

ren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Der Beschwerde-

führer hat sich vor seiner Einreise in die Schweiz dort aufgehalten und Ita-

lien hat ihn unbestrittenermassen als Flüchtling anerkannt und mit einer 

Aufenthaltsbewilligung ausgestattet. Bei seiner Rückkehr dorthin verfügt er 

E-6381/2017 

Seite 6 

aufgrund der von den italienischen Behörden erteilten Rückübernahmezu-

sicherung über einen geregelten – gemäss dem eingereichten "permesso 

di soggiorno" vorerst bis (…) gültigen – Aufenthaltsstatus. 

5.3. Italien ist unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und bietet 

grundsätzlich Gewähr für die korrekte Durchführung von Asylverfahren. Mit 

Bezug auf die Rechtsstellung anerkannter Flüchtlinge ist das Land durch 

weitere völkerrechtliche Verpflichtungen – namentlich die sogenannte Qua-

lifikationsrichtlinie – gebunden. Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, 

sein Asylverfahren in Italien sei fehlerhaft gewesen oder es würde ihm dort 

eine Rückschiebung in seinen Heimatstaat unter Verletzung des flücht-

lings- oder menschenrechtlichen Refoulement-Verbots drohen. 

5.4. Nach geltendem Recht erfolgt in der Schweiz keine zusätzliche Aner-

kennung als Flüchtling und keine Asylgewährung für Personen, die bereits 

in einem sicheren Drittstaat als Flüchtling anerkannt worden sind, sich vor 

der Reise in die Schweiz dort aufgehalten haben und dorthin zurückkehren 

können (vgl. z.B. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3251/2016 

vom 3. Juni 2016 E. 5.4 m.w.H.). Die Voraussetzungen zur Gewährung von 

Zweitasyl im Sinne von Art. 50 AsylG sind offensichtlich nicht gegeben.  

5.5. Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. 

a AsylG Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten. Ergänzend kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung verwiesen werden.  

6.  

6.1. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf 

nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 

der Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1. Das Staatssekretariat regelt das Anwesenheitsverhältnis nach den ge-

setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme, wenn der Vollzug 

E-6381/2017 

Seite 7 

der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Er ist ferner 

nicht zumutbar, wenn der Ausländer oder die Ausländerin in Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im 

Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet ist und er ist nicht möglich, 

wenn ihm technische Hindernisse entgegenstehen (Art. 83 Abs. 2-4 AuG).   

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer in einen Drittstaat (Italien) reisen kann, in 

welchem er Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG 

findet. Sodann ergeben sich offensichtlich keine konkreten Anhaltspunkte 

dafür, dass er in Italien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Der vom Beschwerdeführer in der Rechtsmittelein-

gabe pauschal vorgebrachte Einwand, es sei ihm nicht möglich in Italien 

ein menschenwürdiges Leben zu führen, reicht nicht zur Annahme eines 

sogenannten „real risk“ (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.).  

Das SEM hat im Übrigen in jeder Hinsicht ausführlich und zutreffend be-

gründet, weshalb der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers 

nach Italien auch zumutbar sei. Auf diese Erwägungen kann vollumfänglich 

verwiesen werden und die nicht näher konkretisierte Behauptung in der 

Rechtsmitteleingabe, die italienischen Behörden hätten auf seine Anfragen 

des Öfteren nicht reagiert, vermag an seiner Einschätzung nichts zu än-

dern, da alleine deswegen noch nicht anzunehmen ist, ihm sei der Zugang 

zu den erwähnten Leistungen in Italien insgesamt verweigert worden oder 

werde ihm zukünftig grundsätzlich verweigert.  

E-6381/2017 

Seite 8 

Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal die italienischen Behörden einer Rück-

übernahme des Beschwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben. 

7.3. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht. 

8.  

Die angefochtene Verfügung verletzt demnach Bundesrecht nicht, stellt 

den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest (Art. 106 

Abs. 1 AsylG) und ist – soweit überprüfbar – angemessen, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, weil sich die Begehren – unabhängig von der nicht belegten Be-

dürftigkeit – als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG erwiesen 

haben; bereits bei summarischer Aktenprüfung im Zeitpunkt des Eingangs 

der Beschwerde war nämlich klar, dass der Beschwerdeführer in Italien als 

Flüchtling anerkannt ist und über einen ordentlichen Aufenthaltstitel ver-

fügt. Aus den Akten wurde auch sofort ersichtlich, dass seine geltend ge-

machten psychologischen Probleme einem Vollzug der Wegweisung nach 

Italien nicht entgegenstehen. Die Kosten des Verfahrens im Betrag von 

Fr. 750.– sind demzufolge dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)  

E-6381/2017 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwer-

deführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Sibylle Dischler 

 

 

Versand: