# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 480c4749-9233-5f56-8bd3-04532deb8246
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.01.2024 SB230068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230068_2024-01-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230068-O/U/nk 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Ohnjec 

und Ersatzoberrichter PD Dr. iur. Zogg sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Tresch

Urteil vom 23. Januar 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Nötigung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 14. September 2022 (GB220068)

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Anklage:

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 12. April 2022 ist diesem 

Urteil beigeheftet (Urk. 10).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 29 S. 22)

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 900.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 43 S. 1 i.V.m. Prot. II S. 7)

1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Nötigung freizusprechen.

2. Es sei dem Beschuldigten für die zu Unrecht erstandene Haft von 3 Ta-

gen eine Genugtuung von Fr. 600.00 zuzüglich 5% Zins seit 

04.10.2021 auszurichten.

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3. Es seien die Strafuntersuchungskosten sowie die Kosten des erst- und 

zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen.

4. Es sei dem Beschuldigten für die erstinstanzlichen Verteidigungskosten 

eine Entschädigung von Fr. 3'041.00 auszurichten und für die zweitin-

stanzlichen Verteidigungskosten eine solche von Fr. 3'000.00 (je inkl. 

MWST).

b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: 

(Urk. 35, schriftlich, sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerich-

tes Zürich, 10. Abteilung, vom 14. September 2022 wurde der Beschuldigte der 

Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 

15 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft, wobei zwei Tagessätze als durch Haft er-

standen angerechnet wurden. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben 

und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 15. Septem-

ber 2022 rechtzeitig Berufung an (Urk. 24). Nach Erhalt des begründeten Urteils 

der Vorinstanz (vgl. Urk. 26 und Urk. 28/2) reichte der Beschuldigte mit Eingabe 

vom 6. Februar 2023 innert der gesetzlichen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO seine 

Berufungserklärung ein (Urk. 31). Den gleichzeitig gestellten Antrag, es sei das 

vorliegende Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung des Berufungsverfah-

rens SB220384 zu sistieren (Urk. 31 S. 1), hat die Verteidigung zurückgezogen, 

nachdem ihr die Verfahrensleitung mitgeteilt hatte, die Sache könne bis zu einem 

Urteil im erwähnten Verfahren ruhen (Urk. 32). Mit Präsidialverfügung vom 

6. März 2023 wurde der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung zugestellt und 

Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde, oder um 

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Zudem wurde der 

Beschuldigte aufgefordert, das "Datenerfassungsblatt" und weitere Unterlagen 

einzureichen (Urk. 33). Die Staatsanwaltschaft hat auf die Erhebung einer An-

schlussberufung verzichtet und Bestätigung des angefochtenen Urteils beantragt 

(Urk. 35). Das vom Beschuldigten auszufüllende Datenerfassungsblatt sowie die 

verlangten Urkunden wurden dem Gericht trotz Aufforderung nicht eingereicht 

(vgl. Urk. 33). Die am 9. Januar 2024 erfolgte Beweisergänzung (Urk. 38; 

Urk. 39/1–14) wurde den Parteien gleichentags mitgeteilt, wobei der Verteidigung 

die im Rahmen der Berufungsverhandlung erfolgende Gelegenheit zur Stellung-

nahme in Aussicht gestellt wurde (Urk. 40).

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3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte persönlich in 

Begleitung seiner Verteidigerin (Prot. II S. 3).

II. Prozessuales

1. Gemäss Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochte-

nen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das Berufungsgericht fällt aber, 

obschon es letztlich nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt (Art. 404 Abs. 1 

StPO), insgesamt ein neues Urteil, worin die neu überprüften und auch die (teil-)

rechtskräftigen Punkte bezeichnet werden (BSK StPO-EUGSTER, Art. 402 N 2).

Der Beschuldigte wendet sich mit seiner Berufung gegen die Dispositivzif-

fern 1–3 (Schuldpunkt, Strafe und Vollzug) und die Dispositivziffer 5 (Kostenauf-

lage) des angefochtenen Urteils (Urk. 31 S. 2; Urk. 43 S. 1). Das vorinstanzliche 

Urteil ist folglich mit Bezug auf Dispositivziffer 4 (Kostenfestsetzung) nicht ange-

fochten und in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.

2. Die Verteidigung beanstandete bereits im erstinstanzlichen Verfahren, der 

Anklagegrundsatz sei in zweifacher Hinsicht verletzt, was einen Freispruch zur 

Folge haben müsse (Urk. 20 S. 1 ff.). Zum einen herrsche bezüglich des konkre-

ten Tatorts eine erhebliche Unklarheit. Im Strafbefehl vom 12. April 2022 (Urk. 10 

S. 2) werde als "Deliktsort" die Adresse "B._____-strasse 1, … Zürich" genannt. 

Diese Adresse sei auch im Polizeirapport erwähnt (Urk. 1 S. 1). Bei der Umschrei-

bung des Tatvorgehens werde im Strafbefehl dann aber die Adresse "B._____-

strasse 2" genannt. Auf dem Fotobogen der Polizei (Urk. 4) werde sowohl die 

Adresse "B._____-strasse 2" (namentlich beim Foto Nr. 2) als auch die Adresse 

"B._____-strasse 1" (namentlich bei den Fotos Nr. 5–7) genannt. Damit wisse der 

Beschuldigte mit Bezug auf den konkreten Tatort nicht, was ihm vorgeworfen 

werde. Zum anderen sei die dem Beschuldigten vorgeworfene Tathandlung nicht 

genügend konkret umschrieben. Namentlich werde nicht erwähnt, ob sich der Be-

schuldigte auf die Strasse gestellt, dort gesessen oder getanzt haben soll. Ein 

blosses "Aufhalten" am Tatort, wie es dem Beschuldigten vorgeworfen werde, sei 

jedenfalls nicht strafbar. 

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Im Berufungsverfahren monierte die Verteidigung alsdann, Anklagegenstand 

sei jedenfalls nur die Demonstration an der B._____-strasse. Zum Aufnahmezeit-

punkt der Fotos Nr. 3 und 4 (12:06 Uhr) habe sich der Beschuldigte jedoch auf 

der anderen Seite des Flusses Limmat, mithin auf der C._____-Seite, bei der 

Kreuzung D._____ / E._____ aufgehalten und sei damit mehrere hundert Meter 

vom anklagegegenständlichen Tatort entfernt gewesen. Eine Verurteilung für eine 

Nötigung um 12:06 Uhr wäre deshalb eine Verletzung des Anklageprinzips. Erst 

die Fotos Nr. 6 und 7 zeigten ihn um ca. 12:50 bzw. 13:22 Uhr als Teil der ankla-

gegemässen Blockade. Zudem komme den vom Berufungsgericht beigezogenen 

Fotos (Urk. 39/1–14) mangels Zeitangabe nur hinsichtlich der Frage der Teil-

nahme des Beschuldigten an der Blockade Aussagekraft zu, nicht aber bezüglich 

seiner Teilnahmedauer (vgl. Urk. 43 S. 2 ff.). 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 

Abs. 2 sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a sowie lit. b EMRK). 

Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden 

(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die An-

klagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person 

zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass 

die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. 

Das Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte 

und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die be-

schuldigte Person muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus 

der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zurei-

chende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau 

weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten recht-

lich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann. 

Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldi-

gungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 m.w.Nw.).

Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass sich die genannten Liegenschaften 

an der B._____-strasse 2 und 1 fast auf gleicher Höhe und schräg gegenüber 

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voneinander befänden und für den Beschuldigten deshalb ohne Weiteres klar er-

kennbar gewesen sei, wo sich das ihm vorgeworfene Verhalten zugetragen haben 

soll (Urk. 29 S. 5). Ebenso richtig hält die Vorinstanz fest, dass die Anklage nicht 

allein aufgrund ihres Wortlauts, sondern im Gesamtkontext anhand des erkennba-

ren Sinns verstanden werden muss. Dem Strafbefehl vom 12. April 2022, der als 

Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), lässt sich ohne jeden Zweifel entneh-

men, wofür der Beschuldigte angeklagt ist: Er soll am 4. Oktober 2021 Teil der 

Demonstration bzw. der Blockade gewesen sein, die den Verkehr an der 

B._____-strasse 2 bzw. 1 in Zürich während mehrerer Stunden zum Erliegen ge-

bracht habe. Konkret wirft die Anklage dem Beschuldigten vor, sich mindestens 

von 12:06 Uhr bis 13:30 Uhr am betreffenden Ort aufgehalten und dort "zusam-

men mit weiteren Demoteilnehmern den Strassenverkehr lahmgelegt" zu haben. 

Aufgrund der weiteren Ausführungen in der Anklage ist klar, dass dies im Wesent-

lichen dadurch geschehen sein soll, dass sich die Demonstrierenden – darunter 

auch der Beschuldigte – "auf die Fahrbahn [gestellt]" und "damit den Strassenver-

kehr [blockiert]" hätten. Ob dies stehend, sitzend oder tanzend geschehen sein 

soll, ist entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht entscheidend. 

Wenngleich die Anklage als Örtlichkeit der Tat die B._____-strasse anführt, 

verfangen auch die übrigen Rügen der Verteidigung nicht. Es ist als notorisch zu 

erachten, dass eine Demonstration, mithin eine Menschenansammlung der fragli-

chen Grösse, eine gewisse räumliche Ausdehnung aufweist und sich mitunter 

nicht auf eine einzige Adresse begrenzen resp. durchgehend an einer solchen lo-

kalisieren lässt. Damit einhergehend geht aus den bei den Akten liegenden Fotos 

klar hervor, dass auch der Beschuldigte selber als Teilnehmer der Demonstration 

während seiner Teilnahmedauer seinen eigenen Standort veränderte (vgl. Urk. 4 

i.V.m. 5 und 39/1–14). Eine unzureichende Tatortsbezeichnung ist dabei umso 

klarer zu verneinen, als die von der Verteidigung als Aufenthaltsort des Beschul-

digten um 12:06 Uhr genannte E._____ im Sinne einer Verlängerung der 

B._____-strasse über den Fluss Limmat führt und sich lediglich etwa 100 bis 

200 Meter von den in der Anklageschrift genannten Adressen B._____-strasse 2 

und B._____-strasse 1 entfernt befindet (vgl. nachfolgend E. III.4.2). Die anklage-

gemässe Nennung der B._____-strasse als grobe Demonstrationsörtlichkeit ist 

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deshalb auch mit Blick auf die sich aus der Umgrenzungs- und Informationsfunk-

tion ergebenden Anforderungen an die Anklageschrift nicht zu beanstanden. Da-

bei bleibt es dem Gericht unbenommen, bezüglich Einzelheiten des Tathergangs 

wie der exakten Tatposition von der anklagegemässen Umschreibung abzuwei-

chen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_921/2017 vom 29. April 2019 E. 2.2). 

Im Ergebnis erweist sich die Anklage als genügend konkret. Die detaillierten 

Rügen des Beschuldigten zeigen dabei gerade, dass ihm der Anklagevorwurf hin-

reichend bekannt war. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist nicht zu er-

kennen.

III. Sachverhalt

1. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf gemäss dem Strafbefehl vom 

12. April 2022 (Urk. 10) zutreffend wiedergegeben (Urk. 29 S. 5). Darauf kann hier 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden.

2. Es ist unbestritten und notorisch, dass am 4. Oktober 2021, wie im Strafbe-

fehl ausgeführt, eine unbewilligte Klimademonstration stattgefunden hat, zu der 

die Organisation "F._____" online aufgerufen hatte und die zum Ziel hatte, den 

Verkehr in der Stadt Zürich lahmzulegen. Unbestritten ist auch, dass sich an die-

ser Demonstration eine grössere Anzahl Personen beteiligt hat, die sich etwa um 

12 Uhr an der B._____-strasse in Zürich auf die Fahrbahn gestellt und dadurch 

den (motorisierten) Strassenverkehr über einen längeren Zeitraum blockiert hat, 

wobei Letzterer aus diesem Grund von der Polizei grossräumig umgeleitet werden 

musste. Ebenso unbestritten ist, dass eine grössere Anzahl von Demonstrieren-

den auch nach erfolgter Abmahnung durch die Polizei die betreffende Örtlichkeit 

nicht verlassen hat.

Unbestritten ist weiter, dass sich auch der Beschuldigte zur im Strafbefehl 

genannten Zeit am Demonstrationsort aufgehalten und sich dort in gewisser 

Weise an der Demonstration beteiligt hat. Der Beschuldigte verweigerte zwar 

weitgehend seine Aussage, räumte in seinem Schlusswort vor Vorinstanz aber 

ein, dass er am 4. Oktober 2021 in Zürich "von seinem Demonstrationsrecht Ge-

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brauch gemacht" habe. Damit habe er als zukünftiger Arzt seine Aufgabe wahrge-

nommen, die Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren zu warnen, denen sie 

ausgesetzt sei, und so letztlich bloss Empfehlungen umgesetzt, die in den von 

ihm im Rahmen seines Medizinstudiums besuchten Kursen über die öffentliche 

Gesundheit und medizinische Ethik abgegeben worden seien (Prot. I S. 9). Die 

Verteidigung bestreitet nicht, dass sich der Beschuldigte der im Strafbefehl er-

wähnten Klimademonstration angeschlossen habe. Richtig sei insbesondere, 

dass er im betreffenden Zeitraum zusammen mit anderen Demonstrationsteilneh-

mern ein grünes Transparent (mit der Aufschrift "…"; vgl. Urk. 4, Fotos Nr. 3–7) in 

den Händen gehalten habe. Damit sei er jedoch nicht Teil einer stillstehenden 

Strassenblockade gewesen, sondern habe "im Gehen" von der E._____ herkom-

mend und durch Zürich laufend für den Klimaschutz demonstriert. Nur für eine 

ganz kurze Zeit sei der Beschuldigte auf dem Boden gesessen (vgl. Urk. 4, Foto 

Nr. 6). Weiter bestreitet die Verteidigung, dass der Beschuldigte, wie im Polizei-

rapport erwähnt (Urk. 1 S. 1), von der Polizei habe weggetragen werden müssen 

und dass er bis zum Schluss, d.h. bis um 16:45 Uhr, Teil der Aktion gewesen sei, 

zumal er bereits um 15:56 Uhr polizeilich einvernommen worden sei (Urk. 20 

S. 4 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung anerkannte die Verteidigung 

schliesslich eine von 12:50–13:30 Uhr, mithin 40 Minuten dauernde Teilnahme 

des Beschuldigten an der Blockade (Urk. 43 S. 5).

3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung zutreffend 

dargestellt und die relevanten Beweismittel genannt (Urk. 29 S. 6 f.). Es sind dies 

vor allem der Polizeirapport der Stadt Zürich vom 4. Oktober 2021 (Urk. 1) und die 

von der Stadtpolizei Zürich erstellten bzw. aus dem Internet erhältlich gemachten 

Fotos (Urk. 4 und Urk. 5). Hinzu kommen die Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 2, Urk. 3, Prot. I S. 7 ff.), wobei dieser jedoch weitgehend von seinem Aus-

sageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hat, so auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung (Prot. II S. 6 f.), sowie der Verhaftsrapport der Stadt Zürich vom 

4. Oktober 2021 (Urk. 8/1).

4. Die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen erweisen sich als zutref-

fend, sodass hier ohne Weiteres darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 

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StPO). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für ihren Entscheid we-

sentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1). In Ergänzung und 

Präzisierung der vorinstanzlichen Ausführungen ist Folgendes festzuhalten:

4.1 Der Verteidigung ist darin zuzustimmen (Urk. 10 S. 5), dass der Beschul-

digte auf den Fotos Nr. 1 und Nr. 2, die beide von der Stadtpolizei Zürich erstellt 

und mit einer Zeitangabe sowie einem Kurzkommentar versehen wurden (Urk. 4 

S. 1), nicht zu sehen ist. Foto Nr. 1 zeigt den Beginn der Strassenblockade um 

12:03 Uhr an der B._____-strasse 2 und Foto Nr. 2 die Situation an gleicher Ört-

lichkeit um 12:24 Uhr. Auf letzterem Bild ist klar zu erkennen, dass an der 

B._____-strasse 2 zu jenem Zeitpunkt von einer grösseren Anzahl Personen eine 

menschliche Strassenblockade errichtet worden war, indem mehrere Menschen 

auf der Fahrbahn standen bzw. sassen und zudem ein grosser blauer Globus auf 

die Fahrbahn gestellt wurde. 

4.2 Auf den Fotos Nr. 3–7 (Urk. 4 S. 2 f.) und auf dem Foto in Urk. 5 ist unbe-

strittenermassen der Beschuldigte – jeweils rot eingekreist – zu sehen. Die Fotos 

Nr. 3–4 (Urk. 4 S. 2) zeigen den Beschuldigten zusammen mit rund zehn weiteren 

Demonstrierenden, wobei diese – so auch der Beschuldigte – mitten auf der Fahr-

bahn der E._____ in einer Reihe stehen bzw. sitzen, ein grünes Transparent mit 

der Aufschrift "…" in den Händen halten und offensichtlich den Verkehr blockie-

ren. Auf dem Foto Nr. 3 ist ersichtlich, wie mindestens drei Personen – sich neben 

dem stehenden Beschuldigten in einer Reihe befindend – auf einem Stuhl auf der 

Fahrbahn sitzen. Dass diese Aufnahmen wie auch die 14 durch das Gericht im 

Rahmen der Beweisergänzung beigezogenen Fotos (Urk. 39/1–14) nicht von der 

Polizei selbst erstellt, sondern von der Website der Organisation "F._____" 

(https://… [URL]) heruntergeladen wurden, und dass sich der exakte Zeitpunkt der 

Aufnahmen nicht eruieren lässt, wie die Verteidigung bemängelt, ist nicht ent-

scheidend. Die Aufnahmen wurden dem Beschuldigten vorgehalten (Urk. 2; 

Urk. 40 i.V.m. Urk. 42; Prot. II S. 6) und sind ohne Weiteres verwertbar. An der 

Sache vorbei geht der Einwand der Verteidigung, diese Aufnahmen beträfen ein 

nicht angeklagtes Verhalten des Beschuldigten auf der E._____ und nicht das an-

geklagte Verhalten an der B._____-strasse 2 bzw. 1, weshalb sich der 

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Anklagesachverhalt als solcher damit von vornherein nicht erstellen lasse (Urk. 10 

S. 5). Die E._____, von der die Aufnahmen Nr. 3 und 4 stammen, befindet sich 

nur unweit – etwa 100 bis 200 Meter – von der B._____-strasse 2 bzw. 1 entfernt. 

Es ist anhand des verfügbaren Bildmaterials klar, dass sich die betreffende Aktion 

der Organisation "F._____", an der sich eine grosse Anzahl von Personen betei-

ligt hat, über eine grössere Fläche erstreckte und von der B._____-strasse 2 bis 

zur E._____ reichte (vgl. dazu bereits vorstehend E. II.2).

4.3 Auf dem Foto Nr. 5 und auf fünf der vom Gericht beigezogenen Fotos 

(Urk. 39/3–7) ist der Beschuldigte mit weiteren Demonstrierenden zu sehen, mit 

denen er dasselbe, vorerwähnte grüne Transparent in den Händen hält, wobei die 

Demonstrierenden quer zur Fahrbahn in einer Reihe auf einem Fussgängerstrei-

fen bzw. einer Verkehrsinsel an der B._____-strasse 1 stehen. Dass sich die De-

monstrierenden entgegen der Verteidigung (Urk. 20 S. 5) nicht "in Bewegung" be-

funden, sondern offensichtlich den Verkehr blockiert haben, ergibt sich unzwei-

deutig aus dem Foto Nr. 6 und sieben der zusätzlich beigezogenen Fotos 

(Urk. 39/8–14), welche dieselben Demonstrierenden an gleicher Stelle, nun aber 

auf dem Boden bzw. sogar auf einem Gegenstand (einem Stuhl resp. einem um-

gedrehten Eimer) sitzend zeigt. Zutreffend ist zwar, dass allein anhand dieser Bil-

der nicht gesagt werden kann, wie lange der Beschuldigte und die übrigen De-

monstrierenden auf dem Boden bzw. einem Stuhl o.ä. gesessen haben. Dass das 

aber nur "ganz kurz" gewesen sein soll, wie die Verteidigung behauptet (Urk. 20 

S. 5 f.), ist lebensfremd, war es doch gerade das erklärte Ziel der Aktion, den Ver-

kehr in der Stadt Zürich lahmzulegen. Dass der Beschuldigte nur ganz kurz auf 

dem Boden gesessen haben und sich im Übrigen stets in Bewegung befunden 

haben soll, stellt vor diesem Hintergrund klarerweise eine Schutzbehauptung dar. 

Unerheblich ist auch hier, dass die Fotos Nr. 5 und 6 und die durch das Gericht 

beigezogenen Fotos (Urk. 39/8–14) nicht von der Polizei erstellt, sondern von der 

vorerwähnten Website der Organisation "F._____" heruntergeladen wurden, und 

dass der exakte Zeitpunkt der Aufnahmen nicht eruiert werden kann.

4.4 Das Foto Nr. 7 wurde gemäss den Angaben der Stadtpolizei Zürich am 

4. Oktober 2021, um 13:22 Uhr, von dieser selbst erstellt (Urk. 4 S. 3). Es zeigt 

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den Beschuldigten an der B._____-strasse 1 nur unweit von derjenigen Stelle, an 

der er in den Aufnahmen Nr. 5–6 abgebildet ist, neben anderen Demonstrieren-

den und zwischen mehreren (unbesetzten) Stühlen auf der Fahrbahn stehend. 

Ebenso zeigen ihn zwei der beigezogenen Fotos beinahe an derselben Stelle ste-

hend und zusammen mit anderen, sitzenden Demonstrierenden erneut das grüne 

Transparent haltend (Urk. 39/1–2). Auf dem Foto in Urk. 5 sitzt der Beschuldigte 

an ähnlicher Stelle an der B._____-strasse 1 mitten auf der Fahrbahn auf einem 

Stuhl, und zwar neben anderen Demonstrierenden, die ebenfalls auf Stühlen sit-

zen und von denen eine Demonstrierende von der Polizei weggetragen wird. 

Dass dieses Foto von der Website des "G._____" aus dem Internet stammt und 

dass der genaue Zeitpunkt der Aufnahme nicht ermittelt werden kann, ist uner-

heblich. Offensichtlich unzutreffend ist die Behauptung der Verteidigung (Urk. 20 

S. 7), die Aufnahme in Urk. 5 stamme von einer anderen Aktion von einem ande-

ren Tag. Sie zeigt die gleiche Situation wie jene in Foto Nr. 7 (Urk. 4 S. 3) und 

stammt von demselben Ort. Der Beschuldigte sitzt auf demjenigen Stuhl, der im 

Foto Nr. 7 noch unbesetzt war und auf dem sich ein grünes Kleidungsstück befun-

den hat, das im Bild in Urk. 5 nunmehr neben ihm auf dem Boden liegt. Ferner 

liegt dasselbe, bereits mehrfach erwähnte grüne Transparent sowohl im Foto 

Nr. 7 als auch im Foto in Urk. 5 vor dem Beschuldigten auf dem Boden und der 

Beschuldigte trägt in beiden Bildern dieselbe Kleidung, wie auch in allen weiteren 

vorliegenden Bildern. Zudem ist in den Bildern Nr. 5–7 und im Foto in Urk. 5 so-

wie in diversen der beigezogenen Fotos (Urk. 39/1–7 und Urk. 39/9–12) jeweils 

dieselbe Frau in dunkelblauer Jacke zu sehen. Es ist mithin ausgeschlossen, 

dass die Aufnahmen von unterschiedlichen Aktionen an unterschiedlichen Tagen 

stammen.

4.5 Gemäss dem Verhaftsrapport der Stadtpolizei Zürich vom 4. Oktober 2021 

habe sich der Beschuldigte trotz entsprechender polizeilicher Aufforderung gewei-

gert, die Örtlichkeit zu verlassen, weshalb er um 13:30 Uhr verhaftet worden sei 

(Urk. 8/1). Dabei wurde das Foto Nr. 8 erstellt (Urk. 4 S. 4), das den Beschuldig-

ten nach seiner Verhaftung zeigt. Ob der Beschuldigte bei seiner Verhaftung von 

der Polizei weggetragen werden musste, wie es im Polizeirapport vermerkt ist 

(Urk. 1 S. 1), von der Verteidigung aber bestritten wird (Urk. 20 S. 4), ist nicht ent-

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scheidend. Aufgrund des Polizei- und des Verhaftsrapports ist jedenfalls klar und 

wird von der Verteidigung als solches auch nicht weiter bestritten, dass sich der 

Beschuldigte trotz Aufforderung der Polizei geweigert hat, die Örtlichkeit zu ver-

lassen.

4.6 Aufgrund des vorhandenen Bildmaterials (Urk. 4 und 5), des Polizei- (Urk. 1) 

und des Verhaftsrapports (Urk. 8/1) ist nach dem Gesagten als erstellt zu betrach-

ten, dass der Beschuldigte anklagegemäss ab ca. 12:06 Uhr bis zu seiner Verhaf-

tung um 13:30 Uhr an der von der Organisation "F._____" initiierten Demonstra-

tion teilgenommen und zusammen mit anderen Demonstrierenden – teilweise ste-

hend, teilweise auf dem Boden sitzend, teilweise auf einem Stuhl sitzend – im Be-

reich der B._____-strasse 1 (von der B._____-strasse 2 bis zur E._____ reichend) 

eine menschliche Verkehrsblockade gebildet und so über einen längeren Zeit-

raum von knapp anderthalb Stunden den Verkehr blockiert hat. Ebenfalls erstellt 

ist, dass sich der Beschuldigte trotz polizeilicher Aufforderung geweigert hat, sich 

von der Örtlichkeit zu entfernen.

4.7 Auch im Übrigen ist der objektive Anklagesachverhalt erstellt. Namentlich ist 

unbestritten und notorisch, dass durch die erwähnte Verkehrsblockade zahlreiche 

Verkehrsteilnehmer gezwungen wurden, ungewollt einen erheblichen Umweg in 

Kauf zu nehmen bzw. für lange Zeit im Stau stecken zu bleiben und ihre ur-

sprünglichen Pläne dieser Situation anzupassen. Denn bei der fraglichen Örtlich-

keit handelt es sich bekanntlich um eine stark befahrene Hauptverkehrsachse mit-

ten durch die Stadt Zürich, wobei gerade an einem Werktag tagsüber jeweils ein 

hohes Verkehrsaufkommen herrscht. Wie lange die verschiedenen Verkehrsteil-

nehmenden, die durch die Aktion behindert wurden, im Einzelnen im Stau stan-

den und welche Verzögerungs- resp. Umfahrungsdauer sie individuell in Kauf 

nehmen mussten, ist im Detail zwar nicht nachgewiesen. Es ist jedoch in Kenntnis 

der örtlichen Gegebenheiten als evident zu erachten, dass eine grössere Anzahl 

Personen einen erheblichen Umweg und damit einhergehend einen nicht uner-

heblichen Zeitverlust in Kauf nehmen mussten. Aufgrund der Akten nicht erstellt 

ist einzig, dass die Aktion bis um 16:45 Uhr gedauert haben soll. In diesem Punkt 

ist der Anklagesachverhalt zu korrigieren. Erstellt ist nur, aber immerhin, dass der 

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Beschuldigte bis zu seiner Verhaftung um 13:30 Uhr an der Aktion teilgenommen 

hat und dass diese bis wenigstens zu jenem Zeitpunkt gedauert hat.

4.8 In subjektiver Hinsicht steht ausser Frage, dass der Beschuldigte bewusst 

an der Aktion der Organisation "F._____" teilgenommen hat, um auf den beste-

henden Klimamissstand aufmerksam zu machen; das hat er selbst eingeräumt 

(Prot. I S. 9). Dabei musste ihm ohne Weiteres bewusst gewesen sein, dass er 

durch sein Verhalten – zusammen mit den anderen Demonstrierenden – zahlrei-

che (motorisierte) Verkehrsteilnehmer dazu nötigen würde, einen erheblichen Um-

weg zu fahren bzw. für lange Zeit im Stau zu stehen und ihre Pläne entsprechend 

zu ändern. Spätestens mit der polizeilichen Aufforderung, die Örtlichkeit zu verlas-

sen, musste dem Beschuldigten auch bewusst gewesen sein, dass sein Verhalten 

nicht geduldet würde. Entsprechend erweist sich der angeklagte Sachverhalt auch 

in subjektiver Hinsicht als erstellt.

IV. Rechtliche Würdigung

1. Mittäterschaft ist die gemeinschaftliche Verübung einer Straftat in bewuss-

tem und gewolltem Zusammenwirken. Als Mittäter gilt nach der bundesgerichtli-

chen Umschreibung, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines 

Delikts vorsätzlich in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, 

sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, dass der Tat-

beitrag nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die Ausfüh-

rung des Delikts so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht und fällt (BGE 125 IV 

134 E. 3a; 130 IV 58 E. 9.2.1; 135 IV 152 E. 2.3.1; Urteile des Bundesgerichts 

7B_209/2023 vom 7. November 2023 E. 4.4; 6B_140/2021 vom 24. Februar 2022 

E. 2.4). Der Mittäter wirkt bei der Fassung des Tatentschlusses mit oder macht 

sich den Vorsatz der übrigen an der Tat Hauptbeteiligten bis spätestens zur Voll-

endung des Delikts zu eigen, wobei eine konkludente Erklärung und Eventualvor-

satz genügt. Er ist bewusst und gewollt Teil des Ganzen, des gemeinsamen delik-

tischen Unternehmens, akzeptiert die Rolle eines Hauptbeteiligten und beherrscht 

als solcher den zur Tatbestandsverwirklichung führenden Geschehensablauf 

durch seinen Tatbeitrag zusammen mit den übrigen Beteiligten. Mitherrschaft ist 

- 15 -

dabei u.a. jede arbeitsteilige, für den Erfolg wesentliche Mitwirkung im Ausfüh-

rungsstadium (BGE 118 IV 397 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts 6B_1936/2021 

vom 24. März 2022 E. 2.1.2; 6B_1437/2020 vom 22. September 2021 E.1.2.2). 

Das Bundesgericht bejahte im Zusammenhang mit Protestaktionen und Blocka-

den wiederholt eine Mittäterschaft (vgl. BGE 129 IV 6 E. 5; 108 IV 165; 134 IV 

216; Urteile des Bundesgerichts 6B_216/2011 vom 13. September 2011; 

6B_793/2008 vom 24. März 2009).

Der Beschuldigte hielt sich am 4. Oktober 2021 während knapp anderthalb 

Stunden zwischen der B._____-strasse 2 und der E._____ auf, wobei er dort zu-

sammen mit zahlreichen anderen Demonstrationsteilnehmern den Verkehr blo-

ckierte. Bei der fraglichen Demonstration und der damit einhergehenden Blockade 

des Verkehrs handelte es sich um eine geplante und vorangekündigte Aktion, bei 

der die Teilnehmer zusammenwirkten und sich gemeinsam auf der Fahrbahn auf-

hielten. Sie hielten teilweise Transparente oder Fahnen in den Händen und stell-

ten u.a. ein Boot sowie einen überdimensionalen Globus auf die Fahrbahn (Urk. 4 

S. 1, Fotos Nr. 1–2). Mehrere Demonstrationsteilnehmer – so auch der Beschul-

digte selbst – setzten sich auf der Fahrbahn auf den Boden oder auf einen Stuhl 

oder dergleichen (Urk. 4, Fotos Nr. 2, 3, 6; Urk. 5). Das Vorhaben der Demons-

trierenden, den Verkehr in der Stadt Zürich lahmzulegen und damit auf den Klima-

missstand hinzuweisen, setzte ein gemeinsames Erscheinen einer grösseren An-

zahl Personen zur gleichen Zeit am gleichen Ort und ein entsprechendes Zusam-

menwirken gerade voraus. Damit unterscheidet sich der vorliegende Fall deutlich 

von jener Situation, welche die Verteidigung vergleichsweise anführt, wenn sie 

selber von vorsätzlicher Nebentäterschaft ausgeht (Urk. 43 S. 2). Die Vorinstanz 

weist zu Recht darauf hin, dass eine einzelne Person nicht in der Lage gewesen 

wäre, eine derartige Blockade zu errichten und den Verkehr zum Erliegen zu brin-

gen (Urk. 29, E. IV.1.2). Mit seinem Handeln schloss sich der Beschuldigte be-

wusst dem gemeinsamen Vorhaben an und leistete – wie alle anderen Demons-

trierenden – einen massgeblichen und entsprechend wesentlichen Beitrag zur 

Umsetzung des Plans. Von einem "zufälligen Nebeneinander" der Demonstrieren-

den, welche sich unabhängig voneinander und ohne bewusstes koordiniertes Zu-

sammenwirken verhalten hätten, kann vorliegend keine Rede sein. Der Beschul-

- 16 -

digte ist demzufolge entgegen der Verteidigung nicht als (vorsätzlicher) Nebentä-

ter, sondern als Mittäter zu qualifizieren (vgl. mit Bezug auf dieselbe Demonstra-

tion im gleichen Sinne Urteile des Obergerichts Zürich SB220384 vom 17. März 

2023 E. IV.1.2; SB220474 vom 19. Juni 2023 E. III.1.4). Dass sich gewisse Perso-

nen möglicherweise nicht geplant, sondern eher zufällig der Demonstration ange-

schlossen haben, lässt die Mittäterschaft nicht entfallen, denn auch bei sponta-

nen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordinierten Straftaten ist Mittäterschaft 

möglich (Urteil des Bundesgerichts 6B_895/2008 vom 14. April 2009 E. 3.4).

2. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Tatbestands der Nöti-

gung i.S.v. Art. 181 StGB zutreffend dargelegt (Urk. 29, E. IV.2.1), sodass darauf 

verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. im Übrigen Urteile des Oberge-

richts Zürich SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.1.2 und SB220474 vom 19. Juni 

2023 E. III.1.4, wo ähnliche Verhaltensweisen anderer Teilnehmer der hier in 

Frage stehenden Aktion zu beurteilen waren).

2.1 Das Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und 

Willensbetätigung des Einzelnen. Beim Tatbestand der Nötigung handelt es sich 

um ein Erfolgsdelikt; die Anwendung des Nötigungsmittels muss den bzw. die Be-

troffenen in seiner bzw. ihrer Handlungsfreiheit beeinträchtigen (BGE 141 IV 437 

E. 3.2.1; 134 IV 216 E. 4.4.3; 129 IV 6 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_819/2010 vom 3. Mai 2011 E. 5.1). Die hier in Frage stehende Tatbestandsva-

riante der "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" (als Nötigungsmittel) ist 

restriktiv auszulegen, um dem gesetzlichen und verfassungsmässigen Bestimmt-

heitsgebot ("nullum crimen sine lege") gerecht zu werden. D.h. nicht jeder noch so 

geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines anderen hat zu einer Be-

strafung nach Art. 181 StGB zu führen. Vielmehr muss das Zwangsmittel der "an-

deren Beschränkung der Handlungsfreiheit" das üblicherweise geduldete Mass an 

Beeinflussung in ähnlicher Weise, wie es für die im Gesetz ausdrücklich genann-

ten Zwangsmittel der Gewalt und der Androhung ernstlicher Nachteil gilt, eindeu-

tig überschreiten. Mithin muss ihnen eine den gesetzlich genannten Mitteln ver-

gleichbare Zwangswirkung zukommen (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; 137 IV 326 

E. 3.3.1; 134 IV 216 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_141/2022 vom 10. Ok-

- 17 -

tober 2022 E. 4.3.3). Beim Tatbestand der Nötigung ist sodann eine positive Be-

gründung der Rechtswidrigkeit erforderlich. So ist eine Nötigung nur unrechtmäs-

sig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist, wenn das Mittel zum erstrebten 

Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen ei-

nem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich 

oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; 137 IV 326 E. 3.3.1; 134 IV 216 

E. 4.1). Ob die Beschränkung der Handlungsfreiheit anderer eine rechtswidrige 

Nötigung ist, hängt somit vom Mass der Beeinträchtigung, von den dazu verwen-

deten Mitteln bzw. den damit verfolgten Zwecken ab (BGE 108 IV 165 E. 3). Bei 

der Beurteilung der Rechtswidrigkeit ist den verfassungsmässigen Rechten der 

Beteiligten Rechnung zu tragen (BGE 129 IV 6 E. 3.4).

2.2 Gemäss erstelltem Sachverhalt versammelte sich der Beschuldigte mit wei-

teren Demonstrationsteilnehmern am 4. Oktober 2021, etwas nach 12 Uhr, zwi-

schen der B._____-strasse 2 und der E._____ und trug mit seinem Verhalten 

massgeblich dazu bei, dass die B._____-strasse für den Strassenverkehr blo-

ckiert wurde und der Verkehr zufolge dieser Aktion umgeleitet werden musste. 

Dabei hielt sich der Beschuldigte mit zahlreichen weiteren Demonstrierenden 

während knapp anderthalb Stunden auf der Fahrbahn auf, zeitweise stehend mit 

einem Transparent in den Händen, zeitweise auf dem Boden bzw. auf einem 

Stuhl o.ä. sitzend. Der Beschuldigte und die anderen Demonstrierenden verweil-

ten dort trotz polizeilicher Abmahnung, die Strasse freizugeben. Bei der B._____-

strasse handelt es sich, wie bereits erwähnt (vgl. vorstehend E. III.4.7), notori-

scherweise um eine stark frequentierte Verkehrsachse der Stadt Zürich. Die Ver-

kehrsblockade fand an einem Werktag (Montag) statt und begann zur Mittagszeit. 

Sie dauerte mindestens rund anderthalb Stunden, wobei der Beschuldigte prak-

tisch von Beginn weg um 12:06 Uhr bis zu seiner Verhaftung um 13:30 Uhr daran 

teilnahm und massgeblicher Teil der Blockade war. Entgegen der Verteidigung 

kann in Anbetracht dessen auch nicht mehr von einer relativ kurzen Handlungs-

dauer ausgegangen werden (vgl. Urk. 43 S. 6). Vom Verhalten des Beschuldigten 

und der weiteren Demonstrierenden war eine grosse Zahl von Verkehrsteilneh-

mern betroffen.

- 18 -

Das Bundesgericht hat den Nötigungstatbestand in ähnlichen Konstellatio-

nen jeweils bejaht, so etwa bei der Bildung eines Menschenteppichs durch 24 De-

monstranten vor dem Zugang einer Ausstellung, wodurch die Wegfahrt eines Mo-

torfahrzeugs während ca. 15 Minuten verhindert worden war (BGE 108 IV 165 

E. 3b), bei der Sabotage eines Bahnschranken-Mechanismus, welche für zehn 

Minuten den Strassenverkehr unterbunden hatte (BGE 119 IV 301 E. 3), bei der 

totalen Blockierung des Haupteingangs zu einem Verwaltungsgebäude (Urteil des 

Bundesgerichts 6S.671/1998 vom 11. Dezember 1998, zit. in BGE 129 IV 6 

E. 2.3), bei Blockaden der Zufahrten bzw. Werksgeleise zu Atomkraftwerken 

(BGE 129 IV 6 E. 2.5) oder bei einer Blockade des Verkehrs auf einer Autobahn 

während anderthalb Stunden im Rahmen eines Streiks für die Einführung des fle-

xiblen Altersrücktritts (BGE 134 IV 216). Ferner wurde eine "andere Beschrän-

kung der Handlungsfreiheit" bejaht bei einem Bahngast, der sich einer Reisenden 

in den Weg stellte, sodass sie den Zug nicht verlassen konnte (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_442/2019 vom 26. August 2019 E. 2.2 ff.). 

Die hier in Frage stehende Verkehrsblockade ist in ihrem Ausmass und ihrer 

Intensität mit den zitierten Fällen ohne Weiteres vergleichbar. Das von den De-

monstrierenden in ihrem Zusammenwirken als Mittäter verwendete Zwangsmittel 

– im Sinne einer "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" – überstieg ein-

deutig das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung und erreichte eine In-

tensität, die mit den gesetzlich genannten Nötigungsmitteln der Gewalt bzw. der 

Androhung ernstlicher Nachteile vergleichbar und damit als strafrechtlich verpönt 

zu qualifizieren ist. 

2.3 Durch das Verhalten des Beschuldigten und der weiteren Demonstrierenden 

wurde eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern über einen längeren Zeitraum daran 

gehindert, die B._____-strasse an fraglicher Stelle zu befahren. Die Betroffenen 

mussten einen erheblichen Umweg nehmen, um an ihr jeweiliges Ziel zu gelan-

gen, was mit einem beträchtlichen Zeitverlust einherging, zumal insbesondere Au-

tofahrende im Gegensatz zum nicht-motorisierten Individualverkehr im Falle einer 

unerwarteten Wegblockade nicht ohne Weiteres ihre bereits eingeschlagene 

Route verlassen können, sondern auf das bestehende Strassennetz angewiesen 

- 19 -

sind. Darin liegt der kausal durch das nötigende Verhalten bewirkte Nötigungser-

folg. Dass die Betroffenen ihr Ziel u.U. auch auf einem anderen als dem von ihnen 

gewollten Weg erreichen konnten, ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

unerheblich. Art. 181 StGB hat den Schutz der Freiheit der Willensbildung und 

Willensbetätigung zum Zweck und ist auch dann anwendbar, wenn der Genötigte 

sein Ziel auf einem anderen als dem von ihm gewollten Weg erreichen kann (BGE 

108 IV 165 E. 3b). 

2.4 Die Nötigung des Beschuldigten und der weiteren Demonstrierenden erweist 

sich zudem als rechtswidrig: Fussgänger, die auf der Fahrbahn verweilen, um den 

Verkehr zu behindern, verstossen gegen das Strassenverkehrsrecht (Art. 49 

SVG; Art. 46 Abs. 1 und 2 und Art. 47 Abs. 1 und 5 VRV), sodass bereits das ver-

wendete Nötigungsmittel als solches rechtswidrig ist (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_793/2008 vom 24. März 2009 E. 3.2; Urteil des Obergerichts Zürich 

SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.2.2). Ferner erweist sich auch der Nötigungs-

zweck als unerlaubt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht der 

relevante Nötigungszweck im Verhalten, zu dem der Betroffene durch den Einsatz 

des Nötigungsmittels genötigt wird, d.h. im (unmittelbaren) Nötigungserfolg. Da-

von ist das Fernziel der Nötigung (bzw. ein allfälliger Fernerfolg) zu unterschei-

den. Mit Verkehrsblockaden, die im Rahmen von Demonstrationen errichtet wer-

den, wollen die Demonstrierenden in der Regel auf ein politisches Anliegen, einen 

Missstand o. dgl. hinweisen, um so ihrem Fernziel – namentlich der Durchsetzung 

ihres Anliegens – allenfalls etwas näher zu kommen. Darin liegt das Motiv der Tä-

ter für die Aktion. Dieses Fernziel und das Motiv sind im Unterschied zum Nöti-

gungsmittel und zum (unmittelbaren) Nötigungszweck keine Elemente des Tatbe-

stands der Nötigung (BGE 134 IV 216 E. 4.4.1). Unmittelbarer Nötigungszweck 

war vorliegend das Blockieren der B._____-strasse bzw. das Lahmlegen des 

Strassenverkehrs in der Stadt Zürich, wodurch die betroffenen Verkehrsteilneh-

mer gezwungen wurden, einen anderen Weg einzuschlagen. Im Unterschied zum 

legitimen und nachvollziehbaren Fernziel der Aktion – der Bekämpfung des Klima-

missstandes – war dieser (unmittelbare) Nötigungszweck nicht rechtmässig (so 

bereits Urteil des Obergerichts Zürich SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.2.4).

- 20 -

Die Nötigung erweist sich auch aus folgendem Grund als rechtswidrig (vgl. 

auch Urteil des Obergerichts Zürich SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.2.4): Das 

Ziel der Aktion war es, die Bevölkerung auf die Folgen des Klimawandels und die 

Notwendigkeit sofortiger, griffiger Gegenmassnahmen aufmerksam zu machen 

(vgl. die Angaben des Beschuldigten in seinem Schlusswort vor Vorinstanz; Prot. I 

S. 9). Dieses Ziel hätte – bis zu einem gewissen Grad – auch mit anderen, lega-

len Mitteln erreicht werden können, namentlich mit einer bewilligten Demonstra-

tion, die den Verkehr bloss im üblichen, viel weniger weit gehenden Rahmen be-

einträchtigt hätte. Zwar wäre die damit erregte – insbesondere mediale – Auf-

merksamkeit allenfalls etwas geringer ausgefallen. Das alleine vermag aber das 

von den Demonstrierenden gewählte Vorgehen und die damit verbundenen Ein-

schränkungen der betroffenen Verkehrsteilnehmer in ihrem Ausmass nicht zu 

rechtfertigen; es besteht insofern keine sachgerechte Zweck-Mittel-Relation.

2.5 Betreffend den subjektiven Tatbestand ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte wusste, dass die (Sitz-)Blockade auf der B._____-strasse als stark frequen-

tierte Verkehrsachse einen grösseren Rückstau und eine Umleitung mit sich brin-

gen würde, was das Passieren der Strasse an dieser Stelle verunmöglichte. Dies 

wollte er denn auch, da er sich als Teil der Demonstration auf der Fahrbahn auf-

hielt und zuweilen dort auf einem Stuhl sass. Damit trug er den gemeinsamen 

Tatentschluss mit und beteiligte sich auch aktiv an dessen Umsetzung. Der Be-

schuldigte handelte direktvorsätzlich.

3. Eine Verurteilung des Beschuldigten hält entgegen der Verteidigung (vgl. 

Urk. 20 S. 7 ff.; Urk. 43 S. 6 ff.) auch mit Blick auf seine Meinungsäusserungs- 

und Versammlungsfreiheit stand (vgl. dazu bereits ausführlich Urteil des Oberge-

richts Zürich SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.2.6).

3.1 Die Meinungs- und Informationsfreiheit nach Art. 16 BV gewährleistet, dass 

jede Person das Recht hat, ihre Meinung frei zu bilden, sie ungehindert zu äus-

sern und zu verbreiten. Gemäss Art. 10 Ziff. 1 EMRK umfasst die Meinungsäus-

serungsfreiheit die Meinungsfreiheit und die Freiheit, Informationen und Ideen 

ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf die Staatsgrenzen zu empfan-

gen und weiterzugeben. Nach Art. 22 BV hat jede Person das Recht, Versamm-

- 21 -

lungen zu organisieren, an Versammlungen teilzunehmen oder solchen fernzu-

bleiben. Art. 11 Ziff. 1 EMRK in Verbindung mit Art. 10 EMRK gewährleistet jeder 

Person das Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und damit ver-

gleichbare Garantien. Eine Einschränkung der Ausübung dieser Rechte muss ge-

setzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig für die 

nationale und öffentliche Sicherheit, die Aufrechterhaltung der Ordnung oder zur 

Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum 

Schutz der Rechte und Freiheiten anderer sein (Art. 11 Ziff. 2 Satz 1 EMRK).

3.2 Hinsichtlich Kundgebungen auf öffentlichem Grund wird die Meinungsäusse-

rungsfreiheit insbesondere durch die Versammlungsfreiheit konkretisiert. Diese 

gewährleistet den Anspruch, Versammlungen zu organisieren, an Versammlun-

gen teilzunehmen oder Versammlungen fernzubleiben (Art. 22 BV; Art. 11 EMRK; 

Art. 21 UNO-Pakt II; BGE 143 I 147 E. 3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 

1C_181/2019 vom 29. April 2020 E. 4.1, nicht publ. in BGE 147 I 103). Betreffend 

die Strafbarkeit von Blockaden ist die Beeinträchtigung oder die Gefährdung Drit-

ter gegenüber der Versammlungsfreiheit abzuwägen. Wichtige Kriterien zur Beur-

teilung der Zweck-Mittel-Relation sind der Zusammenhang zwischen der 

Blockade und dem Protestgegenstand, die Intensität der Blockade und die Dring-

lichkeit des behinderten Verkehrs (BSK BV-HERTIG, Art. 22 N 34).

3.3 Wie das Bundesgericht (vgl. etwa BGE 134 IV 216) hatte sich auch der Eu-

ropäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bereits verschiedentlich mit 

der Vereinbarkeit von Auflösungen und strafrechtlichen Sanktionierungen von De-

monstrationen und Blockaden zu beschäftigen. Nach der Rechtsprechung des 

EGMR ist grundsätzlich nur das Recht auf "friedliche Versammlung" von Art. 11 

EMRK geschützt; Kundgebungen, bei denen die Organisatoren bzw. Teilnehmer 

gewalttätige Absichten haben, sind nicht gedeckt (EGMR, 71314/13 und 

68028/14, Csiszer und Csibi gegen Rumänien, 5. Mai 2020, § 65; EGMR, 

37553/05, Kudrevičius und andere gegen Litauen, 15. Oktober 2015, § 150 f. 

m.w.H.). Soweit es sich um eine friedliche Demonstration handelt, haben die Be-

hörden gemäss ständiger Rechtsprechung des EGMR eine gewisse Toleranz an 

den Tag zu legen, um den Schutzbereich der Versammlungsfreiheit gemäss 

- 22 -

Art. 11 EMRK nicht auszuhöhlen. Die Tatsache, dass eine Demonstration unbe-

willigt war, rechtfertigt allein noch keinen Eingriff in die Versammlungsfreiheit 

(EGMR, 16999/04, Samüt Karabulut gegen Türkei, 27. Januar 2009, § 35; EGMR, 

37553/05, Kudrevičius, a.a.O., § 150). Bei der Beurteilung, ob eine Einschränkung 

der Versammlungsfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist und 

einen legitimen Zweck verfolgt, sind unter anderem die Art und Schwere der dro-

henden Sanktionen Faktoren, welche in die Beurteilung der Verhältnismässigkeit 

miteinbezogen werden müssen. Ferner muss das Ausmass der Störung des öf-

fentlichen Lebens berücksichtigt werden (EGMR, 37553/05, Kudrevičius, a.a.O., 

§§ 145, 155). Dabei ist zu beachten, dass jede Demonstration auf öffentlichem 

Grund eine gewisse Störung der allgemeinen Ordnung, einschliesslich der Stö-

rung des Verkehrs, verursacht (EGMR, 31684/05, Barraco gegen Frankreich, 5. 

März 2019, § 43; EGMR, 38676/08, Disk und Kesk gegen Türkei, 27. November 

2012, § 29). Gleichzeitig ist das Recht, an einer friedlichen Versammlung teilzu-

nehmen, gemäss Rechtsprechung des EGMR von so grosser Bedeutung, dass 

eine Person für die Teilnahme an einer nicht bewilligten Demonstration nicht mit 

einer Sanktion – auch nicht am unteren Ende der Skala der Disziplinarstrafen – 

belegt werden kann, solange sie dabei nicht selbst eine verwerfliche Handlung 

begeht (EGMR, 11800/85, Ezelin gegen Frankreich, 26. April 1991, § 53; EGMR, 

26986/03, Galstyan gegen Armenien, 15. November 2007, § 115; EGMR, 

31684/05, Barraco, a.a.O., § 44). Der EGMR hat aber auch anerkannt, dass wenn 

Demonstrierende absichtlich das tägliche Leben und die rechtmässigen Tätigkei-

ten anderer erheblich stören, diese Störungen als "verwerfliche Handlungen" im 

vorgenannten Sinne angesehen werden können und entsprechend auch die Ver-

hängung von Sanktionen, einschliesslich solcher strafrechtlicher Art, rechtfertigen 

können, wenn ihr Ausmass über das hinausgeht, was die normale Ausübung des 

Rechts auf friedliche Versammlung mit sich bringt (EGMR, Kudrevičius, a.a.O., 

§§ 103-174; s.a. EGMR, Barraco, a.a.O., §§ 46 f.).

3.4 Der Verteidigung ist insofern zuzustimmen, dass der Beschuldigte und die 

übrigen Demonstrierenden auf ein berechtigtes Anliegen – die gravierenden Fol-

gen des Klimawandels und die Notwendigkeit sofortiger, griffiger Gegenmassnah-

men – aufmerksam gemacht haben und dass die Kundgebung stets friedlich blieb 

- 23 -

und keine Gewalt gegen Personen oder Sachen verübt wurde (Urk. 20 S. 7 ff.). 

Durch das Verhalten des Beschuldigten und der übrigen Demonstrierenden (Blo-

ckieren einer Hauptverkehrsachse der Stadt Zürich) wurden jedoch zahlreiche 

Verkehrsteilnehmer über einen längeren Zeitraum davon abgehalten, sich ge-

mäss ihrem eigenen freien Willen fortzubewegen. Dies war von den Demonstrie-

renden klar beabsichtigt. Das (Fern-)Ziel der Aktion, auf den Klimawandel und po-

litisches Fehlverhalten aufmerksam zu machen, rückt damit in den Hintergrund. 

Die Blockade erwies sich als von einiger Intensität und hatte Auswirkungen auf 

viele Privatpersonen, die an diesem Tag einen Umweg einschlagen und erhebli-

che zeitliche Verzögerungen in Kauf nehmen mussten. Die Blockade musste so-

dann durch die Polizei aufgelöst werden, nachdem sich die Demonstrierenden 

auch auf mehrfache Aufforderung hin nicht von der fraglichen Örtlichkeit entfernt 

hatten. Es ist notorisch und kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, 

dass eine weniger weit gehende, sich "in Bewegung" befindende Demonstration, 

die eine geringere (verhältnismässige) Beeinträchtigung des öffentlichen Lebens 

mit sich gebracht hätte, behördlich bewilligt bzw. – selbst wenn unbewilligt – ge-

duldet worden wäre. Entsprechend hätten die Demonstrierenden ausreichende 

Möglichkeiten gehabt, ihre Meinung in einem legalen bzw. wenigstens noch tole-

rierbaren Rahmen kundzutun und so die gewünschte Aufmerksamkeit bei der Be-

völkerung zu erlangen. Hinzu kommt, dass die Blockade vorliegend nicht unmittel-

bar nach deren Beginn, sondern erst nach einiger Zeit durch polizeiliche Interven-

tion aufgelöst wurde. Den Demonstrierenden wurde von der Polizei zudem – und 

auch das erst nach einiger Zeit – ein Ultimatum gestellt, wonach sich diese innert 

einer gewissen Frist straffrei von der Örtlichkeit hätten entfernen können. Den Be-

hörden kann somit nicht mangelnde Toleranz gegenüber den Kundgebungsteil-

nehmern vorgeworfen werden. Vielmehr hatten die Demonstrierenden während 

einiger Zeit die Möglichkeit, ihr Anliegen kundzutun. 

3.5 Insofern muss letztlich davon ausgegangen werden, dass es dem Beschul-

digten und den weiteren Demonstrierenden, die auch nach Ablauf des polizeili-

chen Ultimatums auf der Fahrbahn verharrten, neben den erwähnten, durchaus 

berechtigten Anliegen (Klimaschutz) letztlich auch darum ging, den Verkehr und 

das öffentliche Leben möglichst lange und möglichst intensiv zu beeinträchtigen. 

- 24 -

Damit erweist sich die von den Demonstrierenden verursachte Störung, an der 

sich auch der Beschuldigte tatkräftig beteiligt hat, als "verwerfliche Handlung" im 

Sinne der vorerwähnten Rechtsprechung des EGMR. Die Blockade hatte erhebli-

che Auswirkungen auf das öffentliche Leben, die über das Mass einer von Dritten 

im Sinne der EGMR-Rechtsprechung zu tolerierenden geringfügigen Störung hin-

ausgingen. Art und Schwere der drohenden Sanktion erweisen sich sodann mit 

Blick auf den grundsätzlich bestehenden Vorrang von Geldstrafen bei geringem 

Verschulden und die Möglichkeit der Berücksichtigung der vom Beschuldigten 

verfolgten legitimen Interessen nicht als unverhältnismässig. Eine Verurteilung 

und Bestrafung des Beschuldigten wegen Nötigung hält vor diesem Hintergrund 

auch im Lichte der Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit stand.

4. Rechtfertigungsgründe wie Notstand oder Wahrung berechtigter Interessen 

macht der Beschuldigte zu Recht nicht geltend. Das Vorliegen solcher wurde vom 

Bundesgericht im Zusammenhang mit dem Klimawandel verneint (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1295/2020 vom 26. Mai 2021; 6B_1298/2020 und 

6B_1310/2020 vom 28. September 2021).

5. Die Verteidigung berief sich vor Vorinstanz schliesslich auf einen sog. Ver-

botsirrtum, d.h. auf einen Schuldausschlussgrund i.S.v. Art. 21 StGB (Urk. 20 

S. 3). Sie machte geltend, es habe bisher der ständigen Praxis der Stadt Zürich 

entsprochen, unbewilligte Demonstrationen zu tolerieren und nur dann einzu-

schreiten, wenn Gewalt gegen Personen oder Sachen verübt würde. Die (friedli-

chen) Teilnehmer einer unbewilligten Demonstration seien regelmässig nur we-

gen Verstosses gegen die Allgemeine Polizeiverordnung der Stadt Zürich (APV) 

mit einer Busse, jedoch nie wegen Nötigung bestraft worden.

Dem hält die Vorinstanz zum einen zutreffend entgegen, dass es sich bei 

der hier zu beurteilenden Aktion nicht um einen sich in Bewegung befindenden 

Demonstrationszug handelte, sondern um eine auf Dauer angelegte (Sitz-)Blo-

ckade, mit der ein bestimmter Strassenabschnitt bewusst blockiert werden sollte, 

um den Verkehr dauerhaft lahmzulegen. Die Vorinstanz geht zutreffend davon 

aus, dass die von der Verteidigung angerufene Praxis der Zürcher Strafbehörden 

auf einen solchen Fall von vornherein nicht anwendbar ist (Urk. 29 S. 17; vgl. 

- 25 -

auch Urteil des Obergerichts Zürich SB220276 vom 19. September 2022 

E. II.3.4). Zum anderen macht die Verteidigung nicht geltend, der Beschuldigte 

habe sich über die Strafbarkeit bzw. die Unrechtmässigkeit seines Verhaltens 

schlechthin geirrt, sondern stellt sich bloss auf den Standpunkt, der Beschuldigte 

habe damit gerechnet, nur wegen einer Übertretung verfolgt und bestraft zu wer-

den. Das begründet aber keinen Verbotsirrtum i.S.v. Art. 21 StGB (s.a. Urteil des 

Obergerichts Zürich SB220384 vom 17. März 2023 E. IV.2.7). Dem Beschuldigten 

war – auch nach der Darstellung der Verteidigung – sehr wohl bewusst, dass sein 

Verhalten der Rechtsordnung widerspricht und strafbar ist; darauf wurde er im Üb-

rigen auch von der Polizei explizit aufmerksam gemacht, was ihn nicht von sei-

nem Verhalten abbringen liess. Eine Berufung auf Art. 21 StGB scheidet deshalb 

klarerweise aus.

6. Weitere Schuldausschlussgründe sind nicht erkennbar. Der Beschuldigte ist 

folglich der Nötigung i.S.v. Art. 181 schuldig zu sprechen.

V. Sanktion

1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung korrekt dar-

gestellt (Urk. 29, E. V.2). Darauf kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen 

verwiesen werden.

2. Der Tatbestand von Art. 181 StGB sieht einen ordentlichen Strafrahmen von 

drei Tagen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bzw. von drei bis 180 Tagessätzen 

Geldstrafe vor (vgl. auch Art. 34 Abs. 1 StGB und Art. 40 Abs. 1 StGB). Straf-

schärfungs- oder -milderungsgründe, die ein Verlassen des Strafrahmens in Aus-

nahmefällen erlauben könnten, liegen nicht vor.

3. Mit Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte zusammen mit weiteren Demonstrierenden im Rahmen einer angekündigten 

Aktion eine wichtige Verkehrsachse der Stadt Zürich an einem Werktag (Montag) 

über die Mittagszeit während mindestens rund anderthalb Stunden für den motori-

sierten Verkehr vollständig blockiert hat. Der Beschuldigte selbst hielt sich wäh-

rend dieser Zeit teilweise stehend, teilweise am Boden bzw. auf einem Stuhl sit-

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zend auf der Fahrbahn auf. Immerhin kann zugunsten des Beschuldigten ange-

nommen werden, dass Fussgänger und wohl auch Fahrradfahrer über das Trot-

toir ausweichen und die Blockade passieren konnten. Zudem war es den motori-

sierten Verkehrsteilnehmern möglich – wenn auch nur unter Inkaufnahme eines 

grösseren Zeitverlusts –, die Verkehrsblockade zu umfahren. Zugunsten des Be-

schuldigten zu berücksichtigen ist sodann, dass die Demonstration stets friedlich 

verlief, d.h. keine Gewalt gegen Personen oder Sachen verübt wurde. Zulasten 

des Beschuldigten ins Gewicht fällt jedoch, dass er sich trotz Aufforderung der 

Polizei nicht von der Örtlichkeit entfernt hat und dass die Blockade nur durch poli-

zeiliche Intervention aufgelöst werden konnte. Entgegen der Vorinstanz (Urk. 29, 

E. V.3.1) ist demgegenüber nicht erwiesen, dass der Beschuldigte weggetragen 

werden musste.

Mit Blick auf die subjektive Tatschwere fällt wesentlich ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte nicht aus egoistischen, sondern aus achtenswerten Beweggründen 

gehandelt hat, indem er auf die Klimakrise, die gravierenden Folgen des Klima-

wandels und die Notwendigkeit sofortiger, griffiger Gegenmassnahmen aufmerk-

sam machen wollte. Rechnung zu tragen ist auch dem Umstand, dass der Be-

schuldigte bei seiner Tat – wenn auch exzessiv – ein verfassungsmässiges Recht 

ausübte (Meinungsäusserungs- und Versammlungsfreiheit). Das reduziert das 

Tatverschulden beträchtlich. Insgesamt erscheint das objektive und subjektive 

Tatverschulden aus den genannten Gründen als ausserordentlich leicht. Hierfür 

erscheint eine hypothetische Einsatzstrafe von 10 Tagessätzen als verschulden-

sangemessen.

Hinsichtlich der Täterkomponenten kann zunächst auf die zutreffenden 

vorinstanzlichen Erwägungen zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten verwiesen werden (Urk. 29, E. V.4). Soweit der Beschuldigte überhaupt Aus-

sagen gemacht hat (vgl. zuletzt Prot. II S. 5 f., 8 f.) bzw. sich die persönlichen Ver-

hältnisse des Beschuldigten überhaupt ermitteln lassen, sind keine strafzumes-

sungsrelevanten Umstände zu erkennen. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft 

(Urk. 30) und zeigte sich nicht geständig, was beides als strafzumessungsneutral 

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zu werten ist. Aufgrund der Täterkomponenten ergibt sich folglich keine Verände-

rung der Strafhöhe.

4. Mit Bezug auf die Strafart hielt die Vorinstanz zutreffend fest (Urk. 29, 

E. V.5), dass vorliegend von vornherein nur eine Geldstrafe in Betracht kommt, da 

keine Ausnahme i.S.v. Art. 41 Abs. 1 StGB gegeben ist.

5. Der Beschuldigte machte keine Angaben zu seinen finanziellen Verhältnis-

sen. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschuldigte – als Medizinstudent (vgl. 

Prot. I S. 8 f.; Prot. II S. 8) – nur über bescheidene Einkünfte verfügt (vgl. Urk. 9/3 

S. 2). Die Vorinstanz setzte die Tagessatzhöhe damit zu Recht auf Fr. 30.– fest 

(Art. 34 Abs. 1 StGB).

6. Die erstandene Haft von zwei Tagen (4. Oktober 2021, 13:30 Uhr, bis 6. Ok-

tober 2021, 11:30 Uhr [46 Stunden]; vgl. Art. 110 Abs. 6 StGB) ist auf die Gelds-

trafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

7. Die Vorinstanz legte die Grundsätze für einen bedingten Strafvollzug unter 

Hinweis auf Art. 42 StGB zutreffend dar und kam zu Recht zum Schluss, es sei 

der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf das gesetzliche 

Minimum von 2 Jahren festzusetzen (Urk. 29, E. VI.). Darauf kann verwiesen 

werden.

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Bei diesem Verfahrensausgang ist die vorinstanzliche Kostenauflage 

(Urk. 29, Dispositivziffer 5) zu bestätigen.

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 16 

Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 lit. b sowie § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG auf Fr. 3'000.– 

festzusetzen.

3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob und inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt bzw. unterliegt, hängt davon ab, in 

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welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1). 

Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren 

Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten trotzdem (vollständig) auferlegt 

werden, wenn der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird 

(Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Vorliegend unterliegt der Beschuldigte mit seinen Be-

rufungsanträgen praktisch vollumfänglich. Die Reduktion der Geldstrafe von 15 

auf 10 Tagessätze ist als unwesentliche Abänderung des vorinstanzlichen Ent-

scheids i.S.v. Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO zu qualifizieren. Dem Beschuldigten sind 

die Kosten des Rechtsmittelverfahrens deshalb vollumfänglich aufzuerlegen und 

es ist ihm keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-

lung, vom 14. September 2022 bezüglich der Dispositivziffer 4 (Kostenfest-

setzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziff. 5) wird bestätigt.

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.

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6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

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Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 23. Januar 2024

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. Wenker

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw Tresch