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**Case Identifier:** 62dd81bb-b291-530b-8553-a6b8f6990a08
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.11.2014 IV 2012/194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-194_2014-11-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/194

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 11.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2014
Art. 28 IVG. Beweiswert eines Gutachtens. In antizipierter Beweiswürdigung 
ist davon auszugehen, dass weitere medizinische Abklärungen keine 
weiteren entscheidrelevanten Informationen liefern würden. Abweisung der 
Beschwerde, da kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultiert 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
November 2014, IV 2012/194).

Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 11. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 4. Mai 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen für 

Massnahmen für die berufliche Eingliederung an (IV-act. 1). Er gab an, er arbeite seit 

dem 17. Mai 2008 zu 100 % als LKW-Fahrer für die B.___ AG. Seit dem 3. November 

2008 sei er zu 100 % arbeitsunfähig.

A.b  Die B.___ AG reichte am 14. Mai 2009 den Fragebogen für Arbeitgebende ein (IV-

act. 7). Sie gab darin an, dass der Versicherte seit dem 19. Mai 2008 als LKW-

Chauffeur für das Unternehmen arbeite und zuletzt einen Jahreslohn von Fr. 62'400.-- 

erzielt habe. Seit dem 5. November 2008 bis heute sei er zu 100 % krankgeschrieben. 

Seine Tätigkeit beinhalte das Fahren, Beladen und Entladen des LKW. Zu seiner Arbeit 

gehöre auch das Heben und Tragen von Gewichten von 10-25 kg und das Ziehen von 

Paletthubwagen.

A.c  Am 2. Juli 2009 fand ein Gespräch zwischen dem Versicherten und der 

Eingliederungsverantwortlichen statt (IV-act. 18). Am Gespräch war die Freundin des 

Versicherten als Übersetzerin anwesend. Der Versicherte gab an, dass es ihm schlecht 

gehe. Er leide unter Rückenschmerzen, Krämpfen in den Händen und im linken Bein. Er 

könne weder richtig laufen, noch lange sitzen oder stehen. Seine Tätigkeit bei der B.___ 

AG sei schwer. Er fühle sich nicht in der Lage, wieder für dieses Unternehmen zu 

arbeiten, da er nicht glaube, dass ihm eine leichte Tätigkeit angeboten werden könnte. 

In der Folge wurde die Arbeitsvermittlung abgebrochen.

A.d  In seinem Bericht vom 10. Juli 2009 gab der Hausarzt Dr. med. C.___ an, der 

Versicherte leide seit dem 5. November 2008 an einem proximalen Nervenwurzel-

Kompressionssyndrom S1 links bei Diskushernie LW1/2 links und seit dem 1. Februar 

2009 an einem chronischen Schmerzsyndrom (IV-act. 19). Seit dem 5. November 2008 

sei er bis auf Weiteres in jeder Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.

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A.e  Am 21. Juli 2009 wurde der Versicherte im Auftrag der 

Krankentaggeldversicherung von Dr. med. D.___, Innere Medizin und Rheumatologie 

FMH, begutachtet (act. G 4.2). Dieser gab folgende Diagnosen an: Persistierender, 

bisher therapierefraktärer und lumbo-sacraler Schmerz links und leichte Chondrosen 

L2/3, L3/4 und L4/5. Der Gutachter erklärte, der bisherige langwierige Verlauf sei 

dadurch bedingt, dass bisher nicht die richtige Diagnose gestellt worden sei. Es müsse 

umgehend eine manualtherapeutische Mobilisation des linken ISG (Iliosakralgelenk) 

durchgeführt werden. Chirurgische Massnahmen seien nicht indiziert. Der Behandlung 

dauere ein bis maximal drei Monate. Danach sei mit einer Wiederaufnahme der Arbeit 

zu rechnen.

A.f   Mit Schreiben vom 3. September 2009 erklärte der Rechtsvertreter des 

Versicherten, dass ein teilzeitlicher Arbeitsversuch in einer angepassten leichten 

Tätigkeit dringend angezeigt sei (IV-act. 29). Er ersuchte die IV-Stelle, einen 

Gesprächstermin mit der Arbeitgeberin zu vereinbaren. Am 14. September 2009 teilte 

die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass ihm Beratung und Unterstützung bei der 

Stellensuche bzw. beim Erhalt seines Arbeitsplatzes gewährt werde (IV-act. 31).

A.g  Dr. med. E.___, Rheumatologie FMH, gab am 23. September 2009 gestützt auf 

eine Untersuchung vom 16. September 2009 die folgenden Diagnosen an (IV-act. 34): 

Therapierefraktäres lumbosakrales Schmerzsyndrom links mit ausgeprägter Wirbel­

säulenfehlstatik und Schongang, muskulärer Dysbalance und exquisiter Druckdolenz 

im lumbosakralen Übergangsbereich links, kernspintomografischem Nachweis einer 

beginnenden Chondrose L1/2, L2/3 und L4/5 mit Diskusprotrusion L2/3 und L4/5 ohne 

Neurokompression, einer kleinvolumigen medio-linkslateralen subligamentären 

Diskushernie L1/2 ohne sichere Neurokompression sowie mögliche Hemisakralisation 

von LWK 5 links mit Nearthrose L5/S1 links ohne Sakroiliakalgelenksdysfunktion. Im 

Übrigen habe er gegenüber der Untersuchung von Dr. D.___ keine neuen klinischen 

Befunde von Relevanz gefunden. Der PACT-Score habe weit unterhalb der 

Belastungsgrenze für eine leichte körperliche Tätigkeit mit seltenem Heben von 

maximal 5 kg gelegen, was auf eine beginnende Schmerzverarbeitungsstörung 

hinweisen könnte. Aufgrund des Verlaufs und der Therapieresistenz auf sämtliche 

bisher durchgeführten konservativen therapeutischen Massnahmen sehe er keine 

Möglichkeiten, dem Versicherten im Rahmen eines ambulanten Settings 

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weiterzuhelfen. Es sollte baldmöglichst eine intensive stationäre Rehabilitation 

angestrebt werden.

A.h  Nachdem sich die Arbeitgeberin des Versicherten zu einem Arbeitsversuch in der 

Wäscherei bereit erklärt hatte, wurde die IV-Stelle darüber informiert, dass sich der 

Versicherte seit dem 11. November 2009 in stationärer Behandlung in der Klinik Valens 

befinde. Am 22. Januar 2010 teilte die Arbeitgeberin mit, dass sie die 

Vertragsauflösung veranlassen werde (IV-act. 44).

A.i   Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik Valens vom 11. Januar 2010 dauerte der 

stationäre Aufenthalt vom 11. November bis am 8. Dezember 2009 (IV-act. 45). Die 

Diagnosen lauteten wie folgt: Lumbospondylogenes Syndrom, zervikozephales Syn­

drom, Anpassungsstörung mit ängstlicher Reaktion und Verdacht auf somatoforme 

Störung (DD: Dissoziative Störung). Bei der klinischen Untersuchung hätten sich eine 

Fehlhaltung und -statik der Wirbelsäule sowie eine Haltungsinsuffizienz gezeigt. Die 

Beweglichkeit in der gesamten Wirbelsäule sei eingeschränkt gewesen. Es hätten 

weder funktionelle Einschränkungen des Achsenskelettes noch der peripheren Gelenke 

und auch keine Radikulopathie festgestellt werden können. Das Beschwerdebild sei 

wohl durch muskuläre Reaktionen bestimmt, die von psychologischen Gründen 

unterhalten würden. Während des stationären Aufenthalts habe langsam eine 

Verbesserung der Kraft und Ausdauer erreicht werden können. Das Schmerzverhalten 

sei aber auffällig geblieben. Am 1. Dezember 2009 sei der Versicherte 

fremdanamnestisch mit steifem Körper ohne Schutzreflex auf die rechte Seite gefallen. 

Bei der klinischen Untersuchung hätten keine Zeichen für eine Commotio festgestellt 

werden können. Nach Rücksprache mit einer Neurologin habe auch eine epileptogene 

Genese ausgeschlossen werden können. Der Versicherte sei zur Abklärung und 

Beobachtung ins Kantonsspital Graubünden verlegt worden. Nach unauffälliger 

Überwachung sei er am 2. Dezember 2009 in die Klinik Valens zurückverlegt worden, 

da ein Schädel-CT und das Labor unauffällig gewesen seien. Das Kantonsspital habe 

erklärt, dass es sich am ehesten um einen psychogenen Stupor gehandelt habe. Im 

weiteren Verlauf sei der Versicherte diesbezüglich unauffällig gewesen. Der Versicherte 

sei wegen des Anfalls am 1. Dezember 2009 in seiner angestammten Tätigkeit zurzeit 

nicht arbeitsfähig (IV-act. 46). Sofern er im März 2010 fahrtauglich erklärt werde, sei er 

ab dann wieder ganztags arbeitsfähig. Seine Leistungsfähigkeit sei jedoch vermindert, 

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da er nur mit leichten bis mittelschweren Gewichten hantieren sollte. In leichten bis 

mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne längere Tätigkeiten in 

vorgeneigter Körperhaltung und mit nur wenigen Arbeiten mit Rotationen der 

Wirbelsäule unter Last sei er ohne Leistungsverminderung zu 100 % arbeitsfähig.

A.j   Laut dem Bericht von Dr. med. F.___, Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH der Klinik G.___, vom 4. Juni 2010, hatte der Versicherte vom 15. Februar bis am 

16. April 2010 eine ambulante Rehabilitationsbehandlung in der Klinik G.___ absolviert 

(IV-act. 55). Dr. F.___ diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischen Symptomen, eine generalisierte Angststörung sowie eine ausgeprägte 

Akzentuierung der ängstlich-infantilen Persönlichkeitszüge. Der Versicherte habe 

angegeben, seit dem Vorfall am 1. Dezember 2009 in der Klinik Valens unter ständigen 

Schwindelgefühlen und Übelkeit zu leiden. Er sei massiv verunsichert, innerlich 

angespannt, schlafe schlecht, spüre eine ungewöhnliche Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit 

und Unkonzentriertheit. Während des Gesprächs habe er leichte 

Konzentrationsstörungen gezeigt. Im formalen Denken habe er über die Ängste und 

Befürchtungen gegrübelt. Im Affekt sei er deprimiert, ausgeprägt verängstigt und 

verunsichert, innerlich angespannt und unruhig gewesen. Seine affektive 

Schwingungsfähigkeit sei reduziert gewesen. Auch im Antrieb sei er deutlich 

vermindert und motorisch wenig lebhaft gewesen. Der Versicherte habe anfänglich eine 

deutliche Selbstlimitierungstendenz gezeigt, wobei im Verlauf der Rehabilitation die 

Angst vor den Aktivitäten sowie die Schonhaltung deutlich habe reduziert werden 

können. Er habe sich vordergründig sehr kooperativ präsentiert, die Gespräche hätten 

aber meistens in der Schilderung der diversen körperlichen Beschwerden bestanden. 

Erst gegen Ende der Rehabilitation habe er angefangen, die psychosozialen 

Hintergründe seiner Beschwerden nachzuvollziehen und zu akzeptieren. Die 

Feststellung einer somatischen Schwindelursache habe ihn anfänglich bestätigt, später 

aber zusätzlich verunsichert. Insgesamt sei es im Verlauf der Rehabilitation zu einer 

zunehmenden Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, einer deutlichen 

Rückbildung der depressiven Symptome und einer leichten Verbesserung des 

Selbstvertrauens gekommen. Der Versicherte sei auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu 

100 % arbeitsunfähig. Dr. F.___ empfahl ein Arbeitstraining im geschützten Rahmen. 

Als Lastwagenchauffeur könne der Versicherte aufgrund der Konzentrationsabfälle, der 

Schwindelgefühle und der Ängstlichkeit offenbar nicht mehr arbeiten.

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A.k  Der Hausarzt attestierte dem Versicherten am 11. Juni 2010 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jede Tätigkeit (IV-act. 55). Am 9. September 2010 

teilte der Versicherte der IV-Stelle auf Nachfrage mit, dass seine Arbeitgeberin ihm 

gekündigt habe (IV-act. 61). Er sei zu 100 % arbeitsunfähig und könne deshalb keine 

berufliche Abklärung im geschützten Rahmen absolvieren. Am 27. Januar 2011 

verfügte die IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 70).

A.l   Am 20. Oktober 2010 berichtete Dr. med. H.___, Spezialarzt FMH für Oto­

rhinolaryngologie, dem Rechtsvertreter (IV-act. 77 S. 27 ff.), dass er den Versicherten 

erstmals am 1. März 2010 untersucht habe. Über medizinische Vorakten verfüge er 

nicht. Als Diagnosen gab er einen Status nach Contusio capitis (mit Fraktur) und ein 

postcommotionelles Syndrom an (u.a. mit Hochtonsenke links von 13.3 % und post­

traumatischer Belastungsstörung). Die Behandlung mit Antidepressiva reduziere die 

Reaktionsfähigkeit im Bereich des Gleichgewichtssystems und rufe eine relativ starke 

Müdigkeit hervor. Er habe dem Versicherten Anfang Oktober daher eine ergänzende 

medikamentöse Therapie verschrieben. Bei der Verlaufskontrolle am 15. Oktober 2010 

habe der Versicherte von einer deutlichen Besserung bezüglich der Müdigkeit und der 

Schwindelsymptomatik berichtet. Rein aus neuro-otologischer Sicht könne man beim 

Versicherten von einem Integritätsschaden zwischen 25 und 30 % und einer 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgehen. Da die Funktion innerhalb des 

Gleichgewichtssystems auch von einer psychischen Problematik und von 

lumboischialgischen Beschwerden links abhängig sei, lasse sich aus neuro-

otologischer Sicht keine sichere Prognose stellen

A.m Der Versicherte wurde am 22. Juni und 8. Juli 2011 von der ABI GmbH polydiszi­

plinär begutachtet (Gutachten vom 25. Oktober 2011, IV-act. 77). Die Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lauteten wie folgt: Leichte bis mittelschwere Störung 

des Gleichgewichtsfunktionssystems, Tinnitus auris beidseits und chronisches 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter eine Somatisierungsstörung, einen Status nach 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, eine dissoziative Störung, 

unreife Persönlichkeitszüge, eine moderate Hochtonschwerhörigkeit links (15.8 %), 

eine arterielle Hypertonie und anamnestisch eine Dyslipidämie an. Dr. I.___, FMH 

Rheumatologie, gab an, der Versicherte habe anlässlich der Untersuchung über 

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Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule mit Ausstrahlung in den lateralen Oberschenkel 

geklagt. Der linke Oberschenkel und das ganze linke Bein seien zusätzlich "schwach 

und gefühllos". Wegen Hinterkopfschmerzen in Rückenlage schlafe er sehr schlecht. Er 

könne kaum noch essen, da er wegen Krampferscheinungen in beiden Händen das 

Besteck nicht mehr halten könne. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung seien in 

erster Linie eine ganz ungewöhnliche Schonhaltung und sehr ausgedehnte 

Schonbewegungen aufgefallen. Beim Gehen habe der Versicherte das linke Bein 

konstant im Kniegelenk gestreckt gehalten. Es liege eine massive Schräghaltung des 

Oberkörpers nach rechts vor. Bei Aufforderung zur Bewegung des linken Beines sei an 

beiden Beinen ein sakkadierter Tremor aufgetreten. Der Einbeinstand sei beidseits 

nicht möglich gewesen. Bewegungsprüfungen der LWS seien wegen aktiven 

Gegeninnervationen nicht möglich gewesen. Folglich seien auch der Finger-Boden-

Abstand und der lumbale Schober nicht messbar gewesen. Auch die Untersuchung der 

Knie- und Hüftgelenke sei wegen aktiven Gegeninnervationen wegen der Provokation 

von Lumbalschmerzen erschwert gewesen. Es seien aber beidseits keine eindeutigen 

Bewegungseinschränkungen feststellbar gewesen. Muskuläre Atrophien seien am 

linken Bein nicht vorhanden gewesen. Bei der Prüfung des Lasègue-Zeichens sei es 

rechts bei ca. 30° und links bereits bei ca. 5-10° zu heftiger Gegeninnervation wegen 

Provokation von Lumbalschmerzen gekommen. Die Berührungssensibilität habe im 

gesamten Bereich des linken Oberschenkels gefehlt; sie sei am ganzen linken 

Unterschenkel und Fuss im Seitenvergleich vermindert gewesen. Die Prüfung der rohen 

Kraft am linken Bein sei nicht möglich gewesen. In sämtlichen Myotomen von Hüfte bis 

Fuss sei formal eine massive Parese Grad II-III vorhanden gewesen. Die Bewegungen 

im Knie- oder Hüftgelenk links habe der Versicherte mit den Armen unterstützt. Im 

Rahmen der Spontanbewegungen seien die Bewegungen des linken Fusses jedoch 

nicht behindert gewesen. Sämtliche Sehnenreflexe an beiden Beinen seien 

symmetrisch normal auslösbar gewesen. Zusammenfassend könne festgehalten 

werden, dass die geschilderte Schmerzsymptomatik einem chronifizierten, 

lumbospondylogenen Schmerzsyndrom entspreche. Dieses sei auf die degenerativen 

Diskopathien an der LWS zurückzuführen. Allerdings seien radiomorphologisch keine 

Hinweise für eine Neurokompromittierung oder eine andere spezifische 

Schmerzursache gefunden worden, weshalb der vollständig therapieresistente Verlauf 

ganz ungewöhnlich sei. Die klinisch vorhandenen Auffälligkeiten bei der neurologischen 

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Untersuchung des linken Beines könnten weder durch eine Affektion des 

Bewegungsapparates noch durch eine neurologische Ursache erklärt werden. Sowohl 

die Sensibilitätsstörungen als auch die demonstrierten Paresen seien ganz diffus 

verteilt, ohne radikuläres oder peripher-neurologisches Muster. Nach zweijährigem 

Verlauf müsste bei relevanter neurogener Parese auch eine Atrophie der 

entsprechenden Muskulatur erwartet werden. Das Lasègue-Zeichen entspreche 

eindeutig einem sog. Pseudo-Lasègue mit Provokation von lediglich lumbalen 

Schmerzen ohne radikuläre Ausstrahlungen. Die demonstrierten Schonhaltungen und 

Schonbewegungen fänden kein Korrelat in einer Erkrankung des Bewegungsapparates. 

Die nachgewiesenen Veränderungen an der LWS könnten das klinische Gesamtbild mit 

Sicherheit nicht begründen. Eine primäre ISG-Dysfunktion sei bei einem über 40-

jährigen Mann eher selten, zeige üblicherweise keinen chronifizierten Verlauf und hätte 

auf die durchgeführten Therapiemassnahmen wie Manipulationen oder Infiltrationen 

reagieren müssen. Ausserdem würde auch eine isolierte ISG-Dysfunktion das klinische 

Gesamtbild in keiner Art und Weise erklären. Aus rheumatologischer Sicht bestehe der 

dringende Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung und es müsse 

angenommen werden, dass im Laufe der Chronifizierung ‒ am ehesten in 

Zusammenhang mit einem inadäquaten Schonverhalten ‒ eine lokoregionäre 

Symptomausweitung eingetreten sei. Aus rheumatologischer Sicht liege funktionell eine 

mässiggradige Einschränkung der Wirbelsäulenbelastbarkeit vor, die auf die 

nachgewiesenen degenerativen Diskopathien an der LWS zurückzuführen sei. 

Tätigkeiten mit starker und mittelstarker Rückenbelastung seien dem Versicherten 

deshalb nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten Tätigkeit mit nur leichter 

Rückenbelastung sowie der Möglichkeit zu Wechselpositionen bestehe keine relevante 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Retrospektiv könne die Arbeitsunfähigkeit in den 

letzten Jahren nicht konklusiv beurteilt werden, weshalb auf die Attestierung der früher 

behandelnden Ärzte abgestützt werden müsse. Zur Erhöhung der diagnostischen 

Sicherheit empfahl Dr. I.___, gelegentlich eine neurologische Abklärung inklusive 

elektrophysiologische Untersuchung durchzuführen. Dr. med. J.___, FMH ORL, gab an, 

der Versicherte leide subjektiv seit dem Sturzereignis am 1. Dezember 2009 unter einer 

intermittierenden Dysbalance im Sinne einer Unsicherheit mit "Schwarz werden vor den 

Augen" sowie dem Gefühl von "zusammensacken" mit einer Dauer von Sekunden bis 

Minuten. Die Beschwerden träten regelmässig auf, wobei sie unterschiedlich 

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ausgeprägt seien. Zusätzlich bestünden beim Aufstehen häufig eine Nausea sowie das 

Gefühl von "Schwarz werden vor den Augen". Im Rahmen der Dysbalance bestehe 

auch ein Angstgefühl, sich alleine draussen fortzubewegen. Des Weiteren bestehe eine 

Dysbalance beim Gehen. Das Gehör sei subjektiv unauffällig, einen Tinnitus habe der 

Versicherte negiert. Im Rahmen der audiologischen Untersuchung habe eine leichte 

Hochtonschwerhörigkeit links objektiviert werden können. Aktuell habe sich eine 

symmetrische labyrinthäre Erregbarkeit im Rahmen der kalorischen Prüfung gezeigt. 

Auffällig sei einzig eine eingeschränkte visuelle Koordination, mit vielen 

Augeneinstellsakkaden bei fehlender Fixation unter der Frenzel-Brille. In Anbetracht der 

aktuellen sowie der vorgängigen klinischen Befunde könne diese vestibuläre 

Funktionsstörung die intermittierenden kurzzeitigen Schwindelbeschwerden/

Dysbalance erklären. In Anbetracht der zusätzlichen Beschwerden im Bereich des 

Achsenskeletts müsse allerdings von einer multifaktoriell bedingten 

Gleichgewichtsfunktionsstörung ausgegangen werden, insbesondere weil sowohl eine 

zentrale als auch eine retrocochleäre Pathologie mittels Magnetresonanztomographie 

des Neurocraniums habe ausgeschlossen werden können. Typische Befunde hätten 

zum jetzigen Zeitpunkt nicht objektiviert werden können. Eine konklusive Aussage über 

eine mögliche Schädelfraktur anlässlich des Sturzereignisses vom 1. Dezember 2009 

könne retrospektiv nicht gemacht werden: Die bildgebende Diagnostik mittels 

Computertomographie vom 4. Februar 2010 habe nur eine aufgeworfene, irregulär zur 

Darstellung kommende Schädelkalotte parieto-occipital links objektivieren können. Die 

moderate Hochtonschwerhörigkeit links stelle keine stärkere auditive Einschränkung 

dar; einzig bei gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel könnten sich auditive 

Schwierigkeiten ergeben. Aufgrund der leichten bis mittelschweren Störung des 

Gleichgewichtsfunktionssystems mit konsekutiven intermittierenden kurzzeitigen 

Schwindelbeschwerden/Dysbalance seien sturzgefährdende Tätigkeiten sowie 

Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht mehr geeignet. Das berufsmässige 

Führen eines Kraftfahrzeuges sei zurzeit nicht empfehlenswert. In Anbetracht der 

otoneurologisch objektivierbaren leichten bis mittelschweren Befunde sowie der 

schweren subjektiven Beschwerden gemäss Berechnung der Störung des 

Gleichgewichtsfunktionssystems sei die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht zu 25 

% eingeschränkt. Der Zeitpunkt des Auftretens der vestibulären Beschwerden könne 

auf das Jahr 2009 zurückgeführt werden. Dr. J.___ erklärte sodann, dass er die 

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Untersuchungsbefunde von Dr. H.___ teilweise habe bestätigen können. Auch dieser 

habe eine moderate Hochtonschwerhörigkeit links sowie eine vestibuläre 

Funktionsstörung diagnostiziert. Eine labyrinthäre Unterfunktion im Sinne einer 

cochleären Funktionsstörung habe aktuell allerdings nicht objektiviert werden können. 

Auch hätten keine typischen Befunde einer Contusio labyrinthi eruiert werden können. 

Die Befunde der vorgängigen posturallen Prüfung seien in Anbetracht der subjektiven 

Beschwerden im Bereich des Achsenskeletts kaum verwertbar. Die Befunde im Bereich 

der visuellen Kontrolle des Gleichgewichtssystems könne er hingegen bestätigen. 

Gemäss Dr. med. K.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, habe der Versicherte 

anlässlich der Begutachtung angegeben, dass er sich in ambulanter psychiatrischer 

Behandlung befinde (Gespräche in dreiwöchigem Abstand). Er wisse nicht, ob er noch 

arbeiten könne. Falls er eine Arbeit hätte, würde er es probieren. Zurzeit suche er aber 

keine Arbeit. Tagsüber sei er meistens in der Wohnung, lese Zeitungen, sehe fern, 

beschäftige sich mit dem PC und telefoniere mit Verwandten und Bekannten. Am 

Wochenende hätten er und seine Freundin regelmässig Besuch oder gingen auf 

Besuch. Es gehe ihm andauernd schlechter. Er mache sich Sorgen, wie sein Leben 

weiter gehen werde. Dr. K.___ erklärte, dass eine psychische Überlagerung 

angenommen werden müsse, da das Ausmass der geklagten körperlichen 

Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung durch die somatischen 

Befunde nicht hinreichend hätten objektiviert werden können. Aufgrund der geklagten 

Sensibilitätsstörungen, dem Schwindel und den Gleichgewichtsstörungen könne eine 

Somatisierungsstörung diagnostiziert werden. Bei den unklaren Bewusstseinsverlusten 

handle es sich um dissoziative Symptome. Die in den Akten erwähnten depressiven 

Verstimmungen seien zum Untersuchungszeitpunkt nicht feststellbar gewesen. 

Eigentliche Angstsymptome seien nicht vorhanden. Der Versicherte ängstige sich 

einzig vor der Zukunft, da die Freundin langsam ungeduldig werde, weil sie ihn 

finanziell unterstütze. Auffallend sei, dass sich der Versicherte wenig aktiv um seine 

Situation kümmere. Einerseits habe er das Gefühl, er könne arbeiten, andererseits habe 

er gegenüber den Behörden und auch im Rahmen der Begutachtung immer wieder 

betont, dass er kaum arbeiten könne. Dies lasse auf unreife Persönlichkeitszüge 

schliessen. Eine eigentliche Persönlichkeitsstörung könne nicht diagnostiziert werden: 

Der Versicherte habe während Jahren ohne Schwierigkeiten als Chauffeur gearbeitet, 

sei verheiratet gewesen und habe einen grossen Bekannten- und Freundeskreis 

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gehabt. Eine Persönlichkeitsstörung hätte die Arbeitsfähigkeit und die sozialen 

Beziehungen ab Eintritt ins Erwachsenenalter massiv eingeschränkt. Dass alle 

therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich damit zusammen, 

dass der Versicherte aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung 

wenig Motivation zeige, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um seine Genesung 

zu bemühen und sich wieder den Belastungen der Arbeitswelt auszusetzen. Schwere, 

lebensgeschichtliche Belastungen fänden sich nicht. Hinweise auf unbewusste 

Konflikte fehlten und ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus 

psychiatrischer Sicht könne es dem Versicherten daher zugemutet werden, trotz der 

geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags 

einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Dr. F.___ habe eine mittelgradige depressive 

Episode, eine generalisierte Angststörung und eine Akzentuierung ängstlich-infantiler 

Persönlichkeitszüge diagnostiziert. Er habe jedoch auch erwähnt, dass sich die 

depressive Symptomatik während des Klinikaufenthaltes bereits wesentlich gebessert 

habe. Zusammengefasst gaben die Gutachter an, dass der Versicherte aus 

polydisziplinärer Sicht für körperlich leichte, wechselbelastende, nicht 

sturzgefährdende Tätigkeiten zu 75 % arbeits- und leistungsfähig sei. Die 

Arbeitsfähigkeit sei in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verwertbar. 

Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten wie die des Lastwagenchauffeurs 

seien ihm nicht mehr zumutbar.

A.n  Auf interne Anfrage hin erklärte der RAD-Arzt Dr. L.___ am 25. November 2011, 

dass vollumfänglich auf das ABI-Gutachten abgestellt werden könne: Es sei um­

fassend, konsistent, nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei (IV-act. 78).

B.   

B.a  Mit Vorbescheid vom 30. November 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 81). Die 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als LKW-Chauffeur seit dem 5. 

November 2008 sei ausgewiesen. Mit Behinderung sei ihm eine adaptierte Tätigkeit zu 

75 % bei einem vollen Zeitpensum zumutbar. Für die Festlegung des 

Valideneinkommens zog die IV-Stelle das Einkommen des Versicherten als LKW-

Chauffeur im Jahr 2009 heran (13 x Fr. 4'800.-- = Fr. 61'400.--). Das 

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Invalideneinkommen von Fr. 44'984.-- entsprach 75 % des durchschnittlichen 

Jahreseinkommens eines Hilfsarbeiters im Jahr 2008 (Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik, LSE). Daraus resultierte ein nicht rentenbegründender IV-

Grad von 28 % (IV-act. 79).

B.b  Am 13. Januar 2012 liess der Versicherte einen Einwand gegen den Vorbescheid 

erheben (IV-act. 84). Sein Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer ganzen 

Rente ab 1. November 2009; eventualiter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen. 

Der Rechtsvertreter machte geltend, das ABI-Gutachten sei mangelhaft. In formeller 

Hinsicht kritisierte er, dass das Gutachten keine Literaturverweise beinhalte. In 

materieller Hinsicht bemängelte er, dass der Zusammenhang zwischen den gestellten 

Diagnosen und der Untersuchung vor dem Hintergrund der Vorakten unklar sei. Die 

Schlussfolgerungen seien daher nicht nachvollziehbar und nicht schlüssig. Auch sei 

keine neurologische Untersuchung durchgeführt worden, obwohl eine solche aufgrund 

der beklagten Beschwerden (Schwindel, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Lustlosigkeit, 

Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörung, Hinterkopfschmerzen etc.) indiziert gewesen sei. 

Das Gutachten sei daher nicht umfassend. Des Weiteren seien die Vorakten 

unzureichend berücksichtigt worden. So sei der psychiatrische Gutachter von einer 

anhaltenden Besserung der mittelgradigen Depression seit dem stationären 

Klinikaufenthalt ausgegangen, obwohl die behandelnden Ärzte Dr. F.___ und Dr. C.___ 

keine nennenswerte Besserung festgestellt hätten. Auch die Schlussfolgerungen im 

rheumatologischen Teilgutachten seien nicht hinreichend begründet worden. Obwohl 

bei der Untersuchung eine ungewöhnliche Schonhaltung und Schonbewegung bei 

massiver Schräghaltung des Oberkörpers nach rechts begleitet von einem Tremor 

aufgefallen und von einer möglichen ISG-Dysfunktion gesprochen worden sei, sei ohne 

stichhaltige Begründung oder Abklärung eine Schmerzverarbeitungsstörung/

Symptomausweitung angenommen worden. Insbesondere seien der Sturz und seine 

aktenkundigen Folgen vom rheumatologischen Gutachter nicht erwähnt worden. Auch 

das ORL-Gutachten überzeuge nicht: Es sei nicht nachvollziehbar begründet worden, 

weshalb die von Dr. H.___ festgestellten Resultate nur teilweise hätten bestätigt 

werden können. Bezüglich des ORL-Gutachtens verwies der Rechtsvertreter zudem 

auf einen beigelegten Bericht von Dr. H.___ vom 9. Januar 2012 (IV-act. 84 S. 24 ff.). 

Insgesamt tauge das ABI-Gutachten nicht als alles entscheidendes Beweisstück zur 

Beurteilung, ob ein Rentenanspruch bestehe. Der Rechtsvertreter argumentierte weiter, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/31

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dass das bestehende System der Begutachtung durch eine MEDAS keine neutrale und 

unabhängige Begutachtung zu gewährleisten vermöge: Erstens seien die MEDAS von 

den Aufträgen der IV wirtschaftlich abhängig. Zweitens müssten Gutachten zu einem 

Pauschalpreis erledigt werden, die den Abklärungsaufwand nicht deckten. Drittens 

bestimme die IV die Gutachterstellen im Einzelfall und habe im Rahmen der 

Auftragserteilung und -ausführung auch schon Druck auf ein für sie günstiges Ergebnis 

ausgeübt. Viertens sei es eine Erfahrungstatsache, dass sich die Sichtweise einer 

Medizinalperson, welche sich auf die Gutachtertätigkeit spezialisiere, derjenigen der 

Verwaltung annähere. Dass das bestehende System die Rechte der Versicherten auf 

eine unabhängige und neutrale Begutachtung nicht zu gewährleisten vermöge, zeige 

sich gerade auch daran, dass die bisher bekannt gewordenen Vorkommnisse keine 

Konsequenzen gehabt hätten. Dr. M.___, Miteigentümer und Gesamtleiter der ABI 

GmbH, habe in mehreren Fällen ohne Rücksprache mit den beteiligten Co-Gutachtern 

das Ergebnis von Gutachten zum Nachteil der Versicherten abgeändert. Dennoch sei 

die ABI GmbH die MEDAS mit dem höchsten Auftragsvolumen geblieben. Dass Dr. 

M.___ die Teilgutachten im Interesse der IV abgeändert habe, zeige, dass er seine 

eigenen wirtschaftlichen Interessen zu befördern versuche und dieses Interesse über 

das Ziel einer fairen Begutachtung stelle. Die IV-Stellen hätten diesem Institut keine 

Aufträge mehr erteilen dürfen. Durch die Erteilung des Gutachtensauftrages an die ABI 

GmbH sei der Anspruch des Versicherten auf ein faires Verfahren und den Grundsatz 

der Waffengleichheit gemäss Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention 

verletzt worden. Das Gutachten sei daher aus dem Recht zu weisen. Dem Einwand 

legte der Rechtsvertreter drei ärztliche Berichte bei (IV-act. 84 S. 22 ff.). Im Bericht von 

Dr. H.___ vom 9. Januar 2012 sind die folgenden Diagnosen angegeben (IV-act. 84 S. 

24 ff.): Status nach Contusio capitis mit passivem HWS-Abknicktrauma und Commotio 

cerebri et labyrinthi links (1. Dezember 2009), postcommotionelles Syndrom und 

posttraumatische Labyrinthopathie links (mit Hochtonsenke links [Hörverlust 20.1 %], 

peripher-zentraler vestibulärer Funktionsstörung links, visuo-visuo-oculomotrischer 

Funktionsstörung und mit Funktionsstörung entlang des vestibulo-spinalen und 

cervico-spinalen Reflexes) und linksseitige Cervico-Cephalgien bei Reizzustand des 

oberen cervicalen Rezeptoren-Pools links. Dr. H.___ erklärte, dass ‒ soweit ihm 

bekannt ‒ keine neuroophthalmologische und funktionell-optometrische Untersuchung 

durchgeführt worden sei; dies müsse wegen der visuellen Symptomatik unbedingt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/31

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nachgeholt werden. Das ORL-Teilgutachten habe formelle, strukturelle und fachliche 

Schwächen: So spreche der ORL-Gutachter fälschlicherweise von einer ORL-

Untersuchung, ORL-Diagnose und ORL-Beurteilung und nicht von einer audio-neuro-

otologischen und aequilibriometrischen Untersuchung. Sodann handle es sich um eine 

sehr rudimentäre diagnostische Testbatterie, welche es nicht ermögliche, eine 

objektive Beurteilung der Funktionsstörung innerhalb des multimodalen 

Gleichgewichtssystems vorzunehmen. Von den 10-12 standardisierten Testverfahren 

der sophistizierten neuro-otometrischen Testbatterie seien lediglich 3-4 Tests 

durchgeführt worden. Die vestibulären Untersuchungen seien ohne computermässige 

quantitative Auswertung erfolgt. Der ORL-Gutachter habe bei der Beschreibung der 

erhobenen Befunde nicht korrekte neuro-anatomische Begriffe und Definitionen 

gebraucht: Statt von einer unauffälligen labyrinthären Erregbarkeit hätte er von einer 

physiologischen, symmetrischen vestibulären Erregbarkeit sprechen müssen. Zudem 

widerspreche dieser Befund seinem späteren Befund einer vestibulären Funktions­

störung (auf welcher Seite?). Der Gutachter habe weiter angegeben, dass aktuell keine 

labyrinthäre Unterfunktion objektiviert werden könne: Wenn man jedoch einen 

spontanen Rechtsnystagmus und Provokationsnystagmus nach rechts feststelle, sei 

mit grosser Wahrscheinlichkeit eine periphere Unterfunktion des lateralen Bogen­

ganges links anzunehmen. Weiter sei vom Gutachter keine Registrierung der vestibulär 

evozierten Potentiale durchgeführt worden; bei seiner Untersuchung habe diese 

gezeigt, dass der sacculo-collische Reflex links fehle, was auch für eine 

Otolithenfunktionsstörung links spreche. Die Befunde sprächen unmissverständlich für 

eine cochleäre Läsion, die es erlaube, objektiv von einer labyrinthären 

Funktionsstörung des linken Labyrinthes zu sprechen. Der ORL-Gutachter habe 

sodann von einer eingeschränkten visuellen Koordination gesprochen, was eine 

ungewöhnliche Beschreibung einer visuo-visuo-oculomotrischen Funktionsstörung sei. 

Eine solche Aussage könne man ohne Durchführung einer kompletten 

Elektronystagmographie mit Erhebung aller Parameter der regulativen Reflexbögen 

nicht machen, da man nicht wissen könne, in welchem der drei visuo-oculomotrischen 

Subsystemen eine solche Funktionsstörung vorliege. Auch eine visuo-vestibuläre 

Integrationsstörung könne ohne die Elektronystagmographie nicht richtig beurteilt 

werden. Somit sei eine präzise Diagnose aus topo-anatomischer und patho-

physiologischer Sicht nicht möglich. Die Aussage, dass die posturale Prüfung wegen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/31

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Beschwerden im Bereich des Achsenskeletts kaum verwertbar sei, sei ebenfalls nicht 

korrekt: Die computerisierte dynamische Posturographie auf der Leonardo-Plattform 

mit Untersuchung auf reflektorischer und willkürlicher Ebene mit Rohdatenanalyse 

ermögliche es, eine solche Auswertung objektiv vorzunehmen. Weiter habe der ORL-

Gutachter erklärt, dass das Gehör subjektiv unauffällig und ein Tinnitus negiert worden 

sei. Bei den Diagnosen habe er jedoch einen Tinnitus auris beidseits erwähnt. 

Insgesamt sei die Beurteilung des ORL-Gutachters unseriös und unglaubwürdig. Seine 

eigenen posturographischen Untersuchungen hätten eine Tendenz zur 

Verschlechterung der Gleichgewichtskontrolle gezeigt, was in Übereinstimmung mit 

dem progredienten klinischen Beschwerdebild stehe. Auch die 

elektronystagmographischen Befunde hätten eine Verschlechterung der Funktion 

innerhalb des Gleichgewichtssystems auf reflektorischer Ebene mit deutlicher 

Integrationsstörung am vestibulären Kernkomplex im Hirnstamm und fehlender 

Tendenz für eine stabile Kompensation gezeigt. Für die Zunahme der Funktionsstörung 

im ponto-mesencephalen Bereich sprächen auch die Befunde der akustisch evozierten 

Potentiale mit cochleo-mesencephaler Leitzeit, welche jetzt mittel- bis hochgradig 

verlängert sei. Objektiv betrachtet habe man es daher mit einer zunehmenden 

Funktionsstörung innerhalb des Gleichgewichtssystems und mit einem äquivalenten 

Schwindel Handicap Index von 70 % zu tun. Dieser international anerkannte Index sei 

von den Gutachtern nicht erfasst worden. Anhand der sieben Auswertungskriterien 

nach J. Goebel könne man eine Aggravation und/oder Simulation mit 95%iger 

Sicherheit ausschliessen. Aus den erhobenen Befunden zusammen mit dem Schwindel 

Handicap Index lasse sich ein Integritätsschaden von 45 % ausrechnen. Gestützt auf 

diese objektiven Kriterien könne man aus neuro-otologischer Sicht für sämtliche 

Arbeitstätigkeiten von einem Invaliditätsgrad bzw. von einer Arbeitsunfähigkeit von 

45-50 % ausgehen. Dem Bericht von Dr. F.___ vom 28. April 2011 (IV-act. 84 S. 22) war 

zu entnehmen, dass der Versicherte weiterhin unter den Symptomen einer depressiven 

Episode (gegenwärtig in leichtem bis mittelgradigem Ausmass), einer generalisierten 

Angststörung sowie einer intermittierenden Akzentuierung ängstlich-infantiler 

Persönlichkeitszüge leide. Insbesondere die Symptome einer generalisierten 

Angststörung (Schwindelgefühle) seien ihm immer noch ein Rätsel, v.a. seit ihm 

mitgeteilt worden sei, dass beim Versicherten doch eine Schädelfraktur nachgewiesen 

worden sei. Solange die somatische Seite nicht genau abgeklärt worden sei, könne 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/31

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er daher keine klare Stellung zu den Diagnosen und der Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht nehmen. Der Hausarzt hatte am 16. März 2011 ‒ neben den 

Diagnosen von Dr. H.___ ‒ die folgenden Diagnosen angegeben (IV-act. 84 S. 23): 

Proximale Nervenwurzel-Kompressionssyndrom S1 links bei Diskushernie LW1/2 links, 

chronisches Schmerzsyndrom, posttraumatische Belastungsstörung und schwere 

Depression mit somatischen Symptomen.

B.c  In seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2012 zum Einwand und zum Bericht von 

Dr. H.___ vom 9. Januar 2012 gab das ABI an (IV-act. 88), dass es vollumfänglich an 

seinem Gutachten festhalte. In seinem ersten Bericht habe Dr. H.___ die 

Arbeitsunfähigkeit auf 30 % geschätzt. Nach dem Gutachten habe er sie auf Nachfrage 

des Rechtsvertreters auf 45-50 % erhöht. Dr. H.___ führe bekanntermassen seit Jahren 

ausserordentlich viele Untersuchungen durch, die letztlich nur wenig zur 

alltagsrelevanten Situation beitragen würden. Sodann habe Dr. H.___ aufgrund eines 

hypothetischen Integritätsschadens eine gleichlautende Arbeitsunfähigkeit abgeleitet. 

Der Integritätsschaden habe allerdings nichts mit der Arbeitsfähigkeit zu tun, da beim 

Integritätsschaden eine pauschale Beurteilung erfolge und auch qualitative Faktoren zu 

berücksichtigen seien. Auf interne Anfrage hin hielt Dr. L.___ am 16. April 2012 fest, 

dass der RAD die Stellungnahme des ABI zum Einwand stütze (IV-act. 90).

C.    

C.a  Mit Verfügung vom 17. April 2011 (richtig: 17. April 2012) wies die IV-Stelle das 

Rentengesuch aus den im Vorbescheid genannten Gründen ab (IV-act. 91). Zum Ein­

wand des Rechtsvertreters hielt sie fest, dass das ABI an seinem Gutachten festhalte 

und auch der RAD die Stellungnahme des ABI zum Einwand stütze. Es werde daher an 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter festgehalten.

C.b  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

16. Mai 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung zur Vornahme eines korrekten 

Verwaltungsverfahrens unter Gewährung des rechtlichen Gehörs; eventualiter sei dem 

Beschwerdeführer ab 1. November 2009 eine Rente zuzusprechen; subeventualiter sei 

durch das Gericht eine medizinische Neubegutachtung anzuordnen. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/31

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Rechtsvertreter machte geltend, dass sich die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) in der angefochtenen Verfügung nur ungenügend mit den 

Einwandargumenten auseinandergesetzt habe. Gerade an die Begründung einer 

Verfügung müssten jedoch erhöhte Anforderungen gestellt werden, da keine 

Einsprache möglich sei. Die Beschwerdegegnerin habe folglich gegen die 

Begründungspflicht verstossen und den Anspruch auf rechtliches Gehör in grober 

Weise verletzt. Bereits aus formellen Gründen rechtfertige sich daher die Aufhebung 

der Verfügung. Die "Verschiebung" einer hinreichenden Begründung ins 

Rechtspflegeverfahren sei rechtswidrig (Urteil IV 2010/402 vom 3. Februar 2011, E 2.1 

f.). Auch in materieller Hinsicht sei die angefochtene Verfügung nicht haltbar. 

Diesbezüglich verwies der Rechtsvertreter hauptsächlich auf seine Einwände. In 

Ergänzung brachte er vor, eine medizinische Expertise sei in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vorgebracht hätten, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt 

geblieben seien und geeignet seien, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. 

Sodann sei gemäss der Rechtsprechung ein medizinisches Gutachten unter anderem 

dann nicht vollständig, wenn der Gutachter wesentliche Anknüpfungstatsachen, d.h. in 

den Vorakten enthaltene tatsächliche Grundlagen, nicht beachtet habe. Die Gutachter 

hätten sich in ihrer Stellungnahme zum Einwand lediglich polemisch und nicht 

sachbezogen geäussert. Auch ihre einzige sachbezogene Einrede, wonach Dr. H.___ 

den Integritätsschaden mit der Invalidität verwechsle, habe den Einwandargumenten 

nichts Substantiiertes entgegengesetzt. Die von Dr. H.___ angewandte 

Untersuchungsmethode der dynamischen Posturographie sei vom Bundesgericht 

lediglich zur definitiven Feststellung der Ätiologie und damit des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu einem Unfallereignis als nicht hinreichend beurteilt worden 

(Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2010, 8C_75/2010 E. 4). Aufgrund der 

medizinischen Aktenlage sei eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit ausgewiesen, 

weshalb dem Beschwerdeführer eine Rente zustehe. Gegebenenfalls sei eine erneute 

Begutachtung anzuordnen. Im beigelegten Bericht vom 15. Februar 2012 (act. G 1.5) 

gab Dr. F.___ an, der Beschwerdeführer sei weiterhin bei ihm in Behandlung. Sein 

Zustand habe sich aus psychiatrischer Sicht stets verschlechtert und es könne 

gegenwärtig eine schwere depressive Episode mit somatischen Symptomen sowie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/31

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eine massive Akzentuierung der infantil-ängstlichen Persönlichkeitszüge an der Grenze 

einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung/Persönlichkeitsänderung diagnostiziert 

werden. Nachdem bei der ABI-Begutachtung organische Gleichgewichtsstörungen 

festgestellt worden seien, habe er seine Diagnose einer generalisierten Angststörung 

revidieren und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-infantilen Zügen 

als Diagnose stellen müssen. Der Beschwerdeführer leide seit Beginn der Behandlung 

unter andauernden Anspannungen und Besorgtheit, einer massiven 

Selbstwertproblematik, einer Abneigung, sich auf persönliche Kontakte einzulassen 

inklusive konsequentem sozialem Rückzug, einem ausgeprägt eingeschränkten 

Lebensstil und der Sorge um die körperliche Sicherheit. Ausserdem leide er 

mindestens seit Beginn der Behandlung unter einer anhaltenden Störung der 

Affektkontrolle und gemischten dissoziativen Anfällen. Die somatischen Leiden, 

insbesondere die Gleichgewichtsstörung, seien in den letzten Jahren offenbar 

marginalisiert worden. Dies habe entweder zur Dekompensation einer 

Persönlichkeitsstörung oder zum Ausbruch einer Persönlichkeitsänderung mit 

ängstlich-infantilen Zügen geführt. Die ABI-Gutachter hätten sich mit diesem Problem 

jedoch nicht auseinandergesetzt. Seines Erachtens brauche es diesbezüglich eine 

seriöse psychiatrische Abklärung.

C.c  Am 29. August 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, dass die Einwände gegen das ABI 

als Institution nicht stichhaltig seien. Rechtlich erhebliche Einwände seien 

ausschliesslich gegen einzelne Gutachter möglich, nicht jedoch generell gegen eine 

Gutachterstelle. Die vor allem in früheren Jahren gegen das ABI erhobenen Vorwürfe 

hätten nicht erhärtet werden können. Das damalige Strafverfahren gegen Dr. M.___ sei 

rechtskräftig eingestellt worden. Das ABI gelte genauso wie die anderen MEDAS als 

unabhängig und repräsentiere zusammen mit diesen weitgehend den medizinischen 

Sachverstand in der Schweiz, welcher zur interdisziplinären Begutachtung zur 

Verfügung stehe. Es sei nicht einzusehen, wieso dem ABI-Gutachten kein voller 

Beweiswert zuerkannt werden könnte. Es gehe nicht an, weitere Abklärungen zu 

verlangen, nur weil die bisherigen Untersuchungen nicht zum gewünschten Ergebnis 

geführt hätten.

C.d  Der Rechtsvertreter verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

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Erwägungen:

1.     

1.1   Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde­

führers auf rechtliches Gehör verletzt hat, indem sie sich mit den im Einwand vorge­

brachten Argumenten nicht genügend auseinandergesetzt habe.

1.2   Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 

entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die Begründungspflicht ist ein 

wesentlicher Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV verfassungsrechtlich verankerten 

Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

soll die Begründungspflicht zum einen verhindern, dass sich die Verwaltungsbehörde 

von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der betroffenen Person 

ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In der 

Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre 

Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 124 V 180, E. 1a mit Hinweisen).

1.3   Aus der Verfügungsbegründung geht hervor, dass sich die Beschwerdegegnerin 

mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung vollumfänglich auf das ABI-Gutachten 

gestützt hat. Auch der Einkommensvergleich und der daraus resultierende IV-Grad sind 

in der Verfügungsbegründung nachvollziehbar dargelegt worden. Der Rechtsvertreter 

hat hauptsächlich medizinische Einwände vorgebracht und zu deren Untermauerung 

zusätzliche medizinische Berichte eingereicht. Die Beschwerdegegnerin hat den 

Einwand sowie die dazugehörigen medizinischen Berichte dem Ärztlichen 

Begutachtungsinstitut (ABI) zur Stellungnahme vorgelegt und deren Stellungnahme 

wiederum vom RAD überprüfen lassen. Beide Stellungnahmen hat sie der Verfügung 

beigelegt. Diese Vorgehensweise war korrekt, da den Sachbearbeiterinnen und 

Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin das Fachwissen fehlt, um die Begründetheit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/31

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medizinischer Einwendungen beurteilen zu können. Neben der medizinischen Kritik am 

Gutachten hat der Rechtsvertreter im Einwand zudem geltend gemacht, dass das 

Gutachten schon deshalb nicht beweiskräftig sei, weil es vom nicht neutralen und nicht 

unabhängigen ABI erstellt worden sei. Das ABI hat sich in der oben genannten 

Stellungnahme zu diesen Vorwürfen geäussert. Aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdegegnerin die Stellungnahme des ABI der Verfügung beigelegt hat, muss 

die Schlussfolgerung gezogen werden, dass sie sich den darin enthaltenen 

Äusserungen des ABI angeschlossen hat. Zwar ist das ABI nicht auf jeden einzelnen 

Kritikpunkt eingegangen. Die Beschwerdegegnerin muss ihre Entscheide jedoch nur 

soweit begründen, dass den Betroffenen eine sachgerechte Anfechtung des 

Entscheides möglich ist. Das bedeutet, dass die Betroffenen die Gründe kennen 

müssen, auf denen der Entscheid basiert. Dazu reicht es im vorliegenden Fall aus, dass 

der Beschwerdeführer Kenntnis davon gehabt hat, dass die Beschwerdegegnerin 

überzeugt ist, die Sachverständigen hätten ihre medizinischen Entscheide unabhängig 

und objektiv gefällt. Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge die Begründungspflicht 

und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht verletzt. 

Dies zeigt sich im Übrigen auch darin, dass der Rechtsvertreter durchaus in der Lage 

gewesen ist, in der Beschwerdeschrift (wie auch im Einwand) zum Entscheid in 

materieller Hinsicht ausführlich und detailliert Stellung zu nehmen.

2.     

Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, das ganze Begutachtungssystem der Inva­

lidenversicherung gewährleiste keine unabhängige und neutrale Begutachtung. Zur 

Begründung hat er insbesondere wirtschaftliche Gründe angeführt (vgl. Ziff. B.b.). Das 

ABI-Gutachten tauge daher nicht als alles entscheidendes Beweisstück zur 

Beurteilung, ob ein Rentenanspruch bestehe. Bezüglich dieser generellen 

Befangenheitsvorwürfe kann auf BGE 137 V 210 verwiesen werden. In diesem 

Grundsatzentscheid hat sich das Bundesgericht eingehend mit der Beschaffung 

medizinischer Entscheidungsgrundlagen in der Invalidenversicherung durch externe 

Begutachtungsinstitute wie die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS), zu welchen 

auch die ABI GmbH zählt, auseinandergesetzt und deren Verwendung auch im 

Gerichtsverfahren an sich als verfassungskonform erklärt. Vor dem Hintergrund dieses 

Grundsatzentscheides erscheint die vom Rechtsvertreter behauptete fehlende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/31

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Unabhängigkeit des ABI als unbegründet, zumal er lediglich pauschale Vorwürfe gegen 

die ABI-Gutachter erhoben hat. Der Vorwurf der Manipulation von Gutachten durch die 

ABI-GmbH hat sich nie erhärten lassen. Die entsprechenden Strafverfahren sind 

rechtskräftig eingestellt worden. Dieser Vorwurf kann deshalb nicht Anlass dazu geben, 

Jahre später Gutachten des ABI pauschal als unglaubwürdig zu qualifizieren (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_660/2013 E. 4.2.2). Der Rechtsvertreter hat 

denn auch nicht geltend gemacht, dass sich die Sachverständigen im Rahmen des den 

Beschwerdeführer betreffenden Gutachtens strafbar gemacht hätten. Hinzu kommt, 

dass der Rechtsvertreter vor der Begutachtung keine Einwände gegen das 

Begutachtungsinstitut und die begutachtenden Personen vorgebracht hat, obwohl er 

von der Beschwerdegegnerin über diese Möglichkeit informiert worden ist (siehe IV-

act. 72). Es erscheint daher geradezu rechtsmissbräuchlich, nach der Begutachtung 

generelle Befangenheitsvorwürfe gegen die Begutachtungsstelle vorzubringen und die 

Unverwertbarkeit des Gutachtens zu verlangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. 

Mai 2014, 8C_660/2013 E. 4.2.1). Das ABI-Gutachten ist folglich verwertbar.

3.     

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der 

Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/31

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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

4.     

4.1   In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere der Bericht des Rheumatologen Dr. 

E.___ vom 23. September 2009, der Austrittsbericht der Klinik Valens vom 11. Januar 

2010, die Berichte des Psychiaters Dr. F.___ vom 4. Juni 2010, 28. April 2011 und 15. 

Februar 2012, die Berichte des Otorhinolaryngologe Dr. H.___ vom 20. Oktober 2010 

und 9. Januar 2012, das ABI-Gutachten vom 25. Oktober 2011 und die Stellungnahme 

des ABI vom 16. Februar 2012 sowie die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. L.___ 

vom 25. November 2011 und 16. April 2012 bei den Akten.

4.2   Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass das ABI-Gutachten schon in for­

meller Hinsicht mangelhaft sei, da es keine Literaturhinweise enthalte. Dieser Argu­

mentation kann nicht gefolgt werden: Namentlich bei den Richterinnen und Richtern, 

die den Beweiswert eines Gutachtens überprüfen, handelt es sich um medizinische 

Laien. Dies bedeutet, dass sie nicht über das Fachwissen verfügen, um ein Gutachten 

bis ins kleinste Detail zu überprüfen; sie können lediglich beurteilen, ob das Gutachten 

insgesamt konsistent ist, d.h. ob es mit Bezug auf die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen begründet sind (vgl. z.B. BGE 125 V 351 E 3a). Eine 

medizinisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen 

Untersuchungsmethoden, diagnostischen Verfahren etc. würde dabei zu weit gehen. 

Es ist daher nicht zwingend notwendig, dass die Sachverständigen ihre Aussagen und 

Untersuchungen mit Literaturhinweisen versehen. Hinzu kommt, dass Gutachter 

ohnehin in der Wahl der geeigneten Prüfmethoden frei sind. Fehlende Literaturhinweise 

sind daher nicht geeignet, einem Gutachten von vornherein den Beweiswert 

abzusprechen. Im Übrigen ist gerichtsnotorisch, dass Literaturhinweise in Gutachten 

eher selten zu finden sind. Würde ein Gutachten allein aus diesem Grund als nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/31

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nachvollziehbar erachtet werden, müssten praktisch alle bisher erstellten Gutachten 

zuhanden der IV-Stellen und Gerichte als mangelhaft qualifiziert werden.

4.3   Der Rechtsvertreter hat sodann argumentiert, dass sich der psychiatrische Gut­

achter nicht ausreichend mit den Vorakten auseinandergesetzt habe. Er habe nicht 

hinreichend begründet, weshalb seine Einschätzung von jener von Dr. F.___ abweiche. 

Während Dr. F.___ Anfang Juni 2010 eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischen Symptomen, Ende April 2011 eine leichte bis mittelgradige depressive 

Episode und Mitte Februar 2012 eine schwere depressive Episode mit somatischen 

Symptomen diagnostiziert hat, hat Dr. K.___ im Juni 2011 lediglich einen Status nach 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion diagnostiziert. Dr. F.___ hat im 

Februar 2012 berichtet, dass sich der psychische Zustand des Beschwerdeführers seit 

Behandlungsbeginn, d.h. seit Februar 2010, stets verschlechtert habe. Er leide seither 

unter andauernden Anspannungen und Besorgtheit, einer massiven 

Selbstwertproblematik, einer Abneigung, sich auf persönliche Kontakte einzulassen 

inklusive konsequentem sozialem Rückzug, einem ausgeprägt eingeschränkten 

Lebensstil und der Sorge um die körperliche Sicherheit. Die psychiatrische 

Begutachtung hat im Juni 2011 stattgefunden. Der Beschwerdeführer hat seinen 

Tagesablauf damals wie folgt umschrieben: Meistens gehe er um 22.30 Uhr ins Bett 

und stehe um 7 Uhr auf. Tagsüber sei er meistens in der Wohnung: Er lese Zeitungen, 

schaue fern, beschäftige sich mit dem PC oder telefoniere mit Verwandten und 

Bekannten. Er habe 20 Bekannte, mit denen er regelmässig telefoniere. Kleinere 

Spaziergänge seien möglich, er erledige auch kleinere Einkäufe. Abends unterhalte er 

sich mit seiner Freundin, spiele mit ihr oder sehe fern. Am Wochenende würden sie oft 

Bekannte einladen oder selber Bekannte besuchen. Er habe sehr gerne Besuch, dies 

sei für ihn eine willkommene Abwechslung (IV-act. 77 S. 10). Eine Depression ist eine 

affektive Störung, die insbesondere durch gedrückte Stimmung, Interessenverlust, 

Antriebslosigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist (Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbruch, 262. Auflage, Berlin 2011, S. 449). Der geschilderte 

Tagesablauf lässt sich weder mit den Befunden von Dr. F.___, insbesondere dem 

geltend gemachten konsequenten Rückzug, noch mit den Symptomen einer 

depressiven Störung vereinbaren. Demgegenüber überzeugt die Schlussfolgerung von 

Dr. K.___, dass zurzeit keine depressiven Verstimmungen feststellbar seien und daher 

lediglich ein Status nach einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion 

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diagnostiziert werden könne. Dr. F.___ hat sodann eine massive Akzentuierung der 

infantil-ängstlichen Persönlichkeitszüge an der Grenze zu einer ängstlichen 

Persönlichkeitsstörung/Persönlichkeitsänderung diagnostiziert. Grund dafür sei die 

Marginalisierung der somatischen Leiden, insbesondere der Gleichgewichtsstörung. 

Die Persönlichkeitsstörung/Persönlichkeitsveränderung drücke sich durch 

Ängstlichkeit, allgemeine Unsicherheit, ständige Anspannungen, Magen-Darm-

Beschwerden und ständige Sorgen aus. Dr. K.___ hat überzeugend begründet, 

weshalb er beim Beschwerdeführer keine eigentliche Persönlichkeitsstörung hat 

diagnostizieren können. Auch Angstsymptome hat er keine feststellen können: Der 

Beschwerdeführer leide tagsüber nicht unter Ängsten, könne auch nachts relativ gut 

schlafen, könne sich frei ausserhalb seiner Wohnung bewegen und geniesse es, soziale 

Kontakte zu pflegen. Er ängstige sich einzig vor der Zukunft, da die Freundin langsam 

ungeduldig werde, weil sie ihn finanziell unterstütze. Es ist mit Dr. K.___ daher davon 

auszugehen, dass beim Beschwerdeführer lediglich unreife Persönlichkeitszüge 

vorliegen. Sodann hat Dr. K.___ noch eine Somatisierungsstörung festgestellt. Er hat 

diese überzeugend damit begründet, dass das Ausmass der geklagten körperlichen 

Beschwerden (Sensibilitätsstörungen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen) und die 

subjektive Krankheitsüberzeugung durch die somatischen Befunde nicht hinreichend 

hätten objektiviert werden können. Wie jede andere psychische Beeinträchtigung 

begründet indes auch eine diagnostizierte anhaltende Somatisierungsstörung als 

solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 

Somatisierungsstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung 

überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und 

konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar 

machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den 

Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, 

entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die 

Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 

und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: Chronische 

körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit 

unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht 

mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/31

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aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 

Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder 

stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz 

kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je 

ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind ‒

ausnahmsweise ‒ die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu 

verneinen (BGE 131 V 49 E 1.2). Dr. F.___ hat sich zu dieser sog. 

Überwindbarkeitspraxis des Bundesgerichts nicht geäussert. Demgegenüber ist Dr. 

K.___ zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer die (nicht umstrittene) 

dissoziative Störung und die Somatisierungsstörung mit einer zumutbaren 

Willensanstrengung überwinden könne, da sich keine schweren, lebensgeschichtlichen 

Belastungen finden liessen, Hinweise auf unbewusste Konflikte fehlten und kein 

primärer Krankheitsgewinn vorhanden sei. Die bisherigen therapeutischen 

Bemühungen seien gescheitert, weil der Beschwerdeführer wenig Motivation gezeigt 

habe, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um seine Genesung zu bemühen und 

sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder auszusetzen. Dieser Schlussfolgerung von 

Dr. K.___ kann nichts entgegengehalten werden. Es ist daher mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer aus 

psychiatrischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.

4.4   Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, dass aufgrund des Sturzereignisses 

vom 1. Dezember 2009 und den weiteren Symptomen (Schwindel, Übelkeit, Schlaf­

losigkeit, Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen etc.) eine neurologische 

Abklärung hätte durchgeführt werden müssen. Dr. I.___ hat eine neurologische 

Untersuchung durchgeführt (vgl. Gutachten S. 14, Ziff. 4.2.2.2 [Neurologischer Status]). 

Hierzu war er auch befähigt, da unter das Fachgebiet der Rheumatologie auch 

Krankheiten des Nervensystems fallen (vgl. http://www.hirslanden.ch/global/de/

startseite/gesundheit_

medizin/themen_beitraege/krankheiten_behandlungsmethoden/fachgebiete_fmh/

rheumatologie.html, besucht am 14. Oktober 2014). Zwar hat Dr. I.___ die meisten 

neurologischen Tests wegen der geltend gemachten lumbalen Schmerzen sowie 

wegen teilweise heftiger Gegeninnervation durch den Beschwerdeführer nicht richtig 

durchführen können (vgl. Ziff. A.l.). Aus der unterlassenen Mitwirkung bei der klinischen 

Untersuchung kann der Beschwerdeführer jedoch keinen Vorteil für sich ableiten, da 

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nur ein nachgewiesener Gesundheitsschaden eine Invalidität begründen kann. Dr. I.___ 

ist zum Schluss gekommen, dass die klinisch vorhandenen Auffälligkeiten des linken 

Beines weder durch eine Affektion des Bewegungsapparates noch durch eine 

neurologische Ursache erklärt werden könnten; sowohl die Sensibilitätsstörungen als 

auch die demonstrierten Paresen seien ganz diffus verteilt, es sei kein radikuläres oder 

peripher-neurologisches Muster zu erkennen gewesen. Gegen eine relevante 

neurogene Parese spreche auch, dass keine Atrophie der entsprechenden Muskeln 

vorliege. Diese Aussagen überzeugen. Dr. I.___ hat zwar noch angegeben, dass zur 

Erhöhung der diagnostischen Sicherheit gelegentlich eine neurologische Abklärung 

inklusive elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt werden sollte. Im 

Sozialversicherungsverfahren gilt allerdings "nur" der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass Dr. I.___ eine entsprechende 

Abklärung in Auftrag gegeben hätte, wenn er eine solche für den Nachweis eines 

invalidisierenden Gesundheitsschadens als notwendig erachtet hätte. Die 

Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht darauf verzichtet, eine (weitere) neurologische 

Abklärung in Auftrag zu geben. Der Rechtsvertreter hat Dr. I.___ zudem vorgeworfen, 

seine Schlussfolgerungen nicht hinreichend begründet zu haben. Obwohl dem 

Sachverständigen bei der Untersuchung eine ungewöhnliche Schonhaltung und 

Schonbewegung bei massiver Schräghaltung des Oberkörpers nach rechts begleitet 

von einem Tremor aufgefallen sei und er von einer möglichen ISG-Dysfunktion 

gesprochen habe, habe er ohne stichhaltige Begründung oder Abklärung eine 

Schmerzverarbeitungsstörung/Symptomausweitung angenommen. Insbesondere seien 

der Sturz und seine aktenkundigen Folgen unerwähnt geblieben. Der 

Beschwerdeführer ist nach dem Sturzereignis am 1. Dezember 2009 in der Klinik 

Valens und vor allem im Kantonsspital eingehend untersucht worden. Eine körperliche 

Ursache für den Sturz hat jedoch nicht gefunden werden können, weshalb das 

Kantonsspital erklärt hatte, dass am ehesten von einem psychogenen Stupor 

auszugehen sei. Die Sachverständigen haben die Bewusstseinsverluste daher als 

dissoziatives Symptom eingeordnet. Die geltend gemachten Folgen des Sturz­

ereignisses, d.h. der Schwindel und die Gleichgewichtsstörungen, fallen sodann nicht 

in das Fachgebiet der Rheumatologie, sondern in jenes der Otorhinolaryngologie. Des 

Weiteren hat Dr. I.___ ausführlich begründet, weshalb beim Beschwerdeführer mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine ISG-Dysfunktion vorliege (vgl. S. 17 des ABI-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/31

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Gutachten). Zwar ist richtig, dass Dr. I.___ eine ganz ungewöhnliche Schonhaltung und 

sehr ausgedehnte Schonbewegungen sowie eine massive Schräghaltung des 

Oberkörpers nach rechts aufgefallen sind und bei Aufforderung zu Bewegungen des 

linken Beines an beiden Beinen ein sakkadierter Tremor aufgetreten ist. Dr. I.___ hat 

jedoch erklärt, dass er für die demonstrierten Schonhaltungen und Schonbewegungen 

kein Korrelat in einer Erkrankung des Bewegungsapparates gefunden habe. Bei beiden 

Knie- und Hüftgelenken seien keine eindeutigen Bewegungseinschränkungen 

feststellbar gewesen. Die nachgewiesenen Veränderungen an der LWS könnten das 

klinische Gesamtbild mit Sicherheit nicht begründen. Wiederum ist anzumerken, dass 

der Gutachter wegen heftiger Gegeninnervation seitens des Beschwerdeführers viele 

rheumatologische Tests, u.a. die Bewegungsprüfung der LWS, nicht hat durchführen 

können, was dem Beschwerdeführer jedoch nicht zum Vorteil gereichen kann. Gestützt 

auf die erhobenen Befunde hat Dr. I.___ erklärt, dass ein dringender Verdacht auf eine 

Schmerzverarbeitungsstörung bestehe, wobei wohl aufgrund des inadäquaten 

Schonverhaltens eine lokoregionäre Symptomausweitung eingetreten sei. Diese 

Diagnose wird im Übrigen durch den Untersuchungsbericht von Dr. E.___ gestützt; 

dieser hatte bereits im September 2009 über Hinweise auf eine beginnende 

Schmerzverarbeitungsstörung berichtet. Der Argumentation des Rechtsvertreters, 

Dr. I.___ habe die Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung nicht ausreichend 

begründet, kann somit nicht gefolgt werden. Insbesondere auch nicht, weil es sich 

"lediglich" um einen dringenden Verdacht bzw. eine Differentialdiagnose gehandelt hat. 

Durch die bildgebenden Befunde ausgewiesen und unbestritten ist, dass beim 

Beschwerdeführer wegen mässigen degenerativen Diskopathien der LWS mit u.a. 

kleiner Diskushernie paramedian links L1/2 ohne Hinweise für eine Neurokompro­

mittierung die Diagnose eines chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms 

gestellt werden kann. Nachvollziehbar ist auch, dass dem Beschwerdeführer deshalb 

Tätigkeiten mit starker und mittelstarker Rückenbelastung nicht mehr zugemutet 

werden können, dass er aber in körperlich leichten Tätigkeiten mit nur leichter 

Rückenbelastung sowie der Möglichkeit zu Wechselpositionen, zu 100 % arbeitsfähig 

ist.

4.5   Der Rechtsvertreter hat schliesslich noch eingewendet, dass das ORL-Gutachten 

nicht überzeuge. Es sei nicht nachvollziehbar begründet worden, weshalb die von 

Dr. H.___ festgestellten Resultate nur teilweise hätten bestätigt werden können. Die 

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Berichte von Dr. H.___ überzeugen aus den folgenden Gründen nicht: Erstens hat sich 

Dr. H.___ nicht oder nur ungenügend mit den Vorakten bzw. der Anamnese aus­

einandergesetzt: So hat er als Diagnose u.a. einen Status nach Schädelbruch mit 

passivem HWS-Abknicktrauma und Commotio cerebri et labyrinthi links am 1. Dezem­

ber 2009 angegeben. Aus dem Austrittsbericht der Klinik Valens geht allerdings klar 

hervor, dass ein vom Kantonsspital Graubünden durchgeführtes Schädel-CT unauffällig 

gewesen sei und dass bei der klinischen Untersuchung keine Zeichen für eine 

Commotio hätten festgestellt werden können. Sodann hat Dr. H.___ erklärt, der 

Beschwerdeführer sei beim Sturzereignis am 1. Dezember 2009 auf den Hinterkopf 

gefallen. Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik Valens ist er jedoch mit steifem Körper 

auf die rechte Seite gefallen. Des Weiteren geht aus den übrigen Akten nicht hervor, 

dass der Beschwerdeführer an Leseschwierigkeiten mit Verschwimmen der 

Buchstaben und begleitet von visuellem Unbehagen und Konzentrationsproblemen 

leiden soll. Es besteht hier auch eine gewisse Diskrepanz zur anlässlich der 

Begutachtung gemachten Aussage des Beschwerdeführers, dass er gerne Zeitungen 

lese und sich gerne am PC beschäftige. Zumindest wäre zu erwarten gewesen, dass er 

diese Einschränkungen gegenüber den Gutachtern erwähnt. Gleiches gilt für das 

geltend gemachte Druckgefühl und die stechenden Otalgien links; auch diese 

Symptome hat der Beschwerdeführer gegenüber den Gutachtern unerwähnt gelassen. 

Zweitens ist, wie das ABI in seiner Stellungnahme erwähnt hat, bekannt bzw. 

gerichtsnotorisch, dass Dr. H.___ jeweils sehr viele Untersuchungen durchführt, die 

letztlich nur wenig zur alltagsrelevanten Situation beitragen. Denn nicht von jedem 

leicht abweichenden Normbefund kann auf eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit 

geschlossen werden. Drittens überzeugen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. 

H.___ nicht. So hat er den IV-Grad und den Arbeitsunfähigkeitsgrad einander 

gleichgesetzt, obwohl es sich hierbei um Zahlenwerte handelt, die auf unterschiedliche 

Weise ermittelt werden. Auch entspricht der von ihm ermittelte Integritätsschaden 

ziffernmässig jeweils der Arbeitsunfähigkeit, obwohl der Integritätsschaden nichts mit 

der Arbeitsfähigkeit zu tun hat. Während Dr. H.___ die Arbeitsunfähigkeit aus neuro-

otologischer Sicht im Oktober 2010 auf 30 % geschätzt hat, ist er im Januar 2012 von 

einer Arbeitsunfähigkeit von 45-50 % ausgegangen. Die Begründung scheint in der 

Verstärkung der Schwindelbeschwerden und Gleichgewichtsstörungen zu liegen. Aus 

dem Bericht von Dr. H.___ geht allerdings nicht hervor, wie sich die Zunahme dieser 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/31

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Beschwerden geäussert hat (z.B. Schwindelattacken in kürzeren Abständen, oder 

stärker ausgeprägte Gleichgewichtsbeschwerden). Gerade davon hängt jedoch ab, ob 

bzw. wie in welchem Ausmass sich die Arbeitsfähigkeit verschlechtert hat; von 

Untersuchungszahlen alleine kann nicht auf den Arbeitsfähigkeitsgrad geschlossen 

werden. Und schliesslich hat Dr. H.___ keine Unterscheidung zwischen der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten und in der angestammten Tätigkeit gemacht. 

Gerade bei Vorliegen von Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen ist es 

offensichtlich, dass gewisse Tätigkeiten (insbesondere sturzgefährdende Tätigkeiten 

wie das Besteigen von Leitern) gar nicht mehr ausgeübt werden können. Dr. H.___ 

muss daher die Kenntnis des Begriffs der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit 

abgesprochen werden. Die angeführten Gründe lassen erhebliche Zweifel an der 

Qualität und Aussagekraft der Berichte von Dr. H.___ aufkommen. Demgegenüber 

überzeugt das Teilgutachten von Dr. J.___: Er hat sich gründlich mit den Vorakten 

auseinandergesetzt, die Zusammenhänge zwischen den Befunden und den gestellten 

Diagnosen sind nachvollziehbar und begründet und auch die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist evident. Einzig die Diagnose des Tinnitus auris beidseits 

überzeugt nicht, wobei hierbei ein Versehen angenommen werden kann: Denn in der 

Anamnese hat Dr. J.___ angegeben, dass der Beschwerdeführer einen Tinnitus negiert 

hat. Dr. H.___ hat scharfe Kritik am Gutachten von Dr. J.___ geübt. Ob diese Kritik 

berechtigt ist, könnte nur eine weitere otorhinolaryngologische Begutachtung 

aufzeigen. Bei näherer Betrachtung scheinen die Diagnosen von Dr. H.___ und Dr. 

J.___ allerdings nicht weit auseinanderzuliegen: So haben beide eine moderate 

Hochtonschwerhörigkeit links und eine Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems 

diagnostiziert. Eine Contusio labyrinthi (Innenohrschädigung), die ursächlich für 

Schwindelbeschwerden sein kann, hat Dr. J.___ im Gegensatz zu Dr. H.___ zwar nicht 

eruieren können. Was die Ursache einer organisch nachgewiesenen 

Gleichgewichtsfunktionsstörung ist, spielt für die Arbeitsfähigkeitsschätzung jedoch gar 

keine Rolle. Dr. J.___ hat schliesslich noch erklärt, dass die Befunde der von Dr. H.___ 

durchgeführten posturallen Prüfung in Anbetracht der subjektiven Beschwerden im 

Bereich des Achsenskeletts kaum verwertbar seien. Diese Aussage leuchtet ein; so hat 

Dr. H.___ in seinem Bericht vom Januar 2012 selber angegeben, dass die 

Koordinationsprüfungen wegen der Rücken- und Beinschmerzen nicht genau 

beurteilbar seien. Aufgrund der festgestellten, qualitativ erheblichen Mängel der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/31

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Berichte von Dr. H.___ sowie der Tatsache, dass die von Dr. J.___ gestellten Diagnosen 

nicht weit von jenen von Dr. H.___ abweichen, muss in antizipierter Beweiswürdigung 

davon ausgegangen werden, dass aus einer dritten otorhinolaryngologischen 

Abklärung keine weiteren, entscheidrelevanten Informationen gewonnen werden 

könnten. Es ist daher überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer wegen 

der leichten bis mittelschweren Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems seit dem 

Sturzereignis am 1. Dezember 2009 in sturzgefährdenden Tätigkeiten sowie in 

Tätigkeiten, die das Führen eines Motorfahrzeuges beinhalten, zu 100 % arbeitsunfähig 

ist. In anderen Tätigkeiten benötigt er vermehrte Pausen, weshalb er in einem 

ganztägigen Pensum in seiner Leistungsfähigkeit zu 25 % eingeschränkt ist. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer 

Sicht in seiner angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur zu 100 % 

arbeitsunfähig ist. In körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeiten, die weder das 

Führen eines Motorfahrzeugs noch sturzgefährdende Tätigkeiten beinhalten, ist er in 

einem Pensum von 100 % zu 25 % in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

5.     

Für die Berechnung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin richtiger­

weise auf das zuletzt erzielte Einkommen als Lastwagenchauffeur abgestellt. Dieses 

hat im Jahr 2008 Fr. 62'400.-- betragen. Unter Berücksichtigung des Wartejahres 

würde ein allfälliger Rentenanspruch ab dem 1. Dezember 2009 bestehen. Angepasst 

an die Nominallohnentwicklung hätte das Einkommen des Beschwerdeführers als 

Lastwagenchauffeur im Jahr 2009 Fr. 63'712.-- betragen. Dieser Betrag entspricht dem 

Valideneinkommen. Da eine Umschulung aufgrund der subjektiven Überzeugung des 

Beschwerdeführers, in allen Tätigkeiten nicht arbeitsfähig zu sein, nicht 

erfolgsversprechend ist, ist für die Bemessung des Invalideneinkommens auf das 

durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters im Jahr 2009 gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzustellen. Dieses hat im Jahr 

2009, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr. 61'240.-- 

betragen (IVG-Textausgabe 2012, Anhang 2). Die Beschwerdegegnerin hat keinen 

Tabellenlohnabzug vorgenommen. Aufgrund des ganztägigen Einsatzes bei reduzierter 

Leistungsfähigkeit ist ein Abzug von 10 % vom Tabellenlohn gerechtfertigt (vgl. Philipp 

Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers, Jahrbuch zum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/31

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Sozialversicherungsrecht 2012, St. Gallen 2012, S. 148 ff.). Das Invalideneinkommen 

beträgt somit Fr. 41'337.-- (Abzug von 25 % wegen verminderter Leistungsfähigkeit 

und 10 % Tabellenlohnabzug). Daraus resultiert ein nicht rentenbegründender IV-Grad 

von 35 %.

6.     

6.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Ge­

richtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- ist dem unterliegenden Beschwerdeführer auf­

zuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist durch den geleisteten Kostenvorschuss in derselben 

Höhe gedeckt. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; die 

Gerichtsgebühr ist durch den geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe gedeckt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.11.2014
	Art. 28 IVG. Beweiswert eines Gutachtens. In antizipierter Beweiswürdigung ist davon auszugehen, dass weitere medizinische Abklärungen keine weiteren entscheidrelevanten Informationen liefern würden. Abweisung der Beschwerde, da kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultiert (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2014, IV 2012/194).

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