# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb26d405-5b48-5373-bbe6-753e3aa5bbe5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 01.03.2016 S 2015 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2015-96_2016-03-01.pdf

## Full Text

Mitgeteilt am

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 96
ses

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 1. März 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gojko Reljic,

Beschwerdeführerin

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bei der B._____ als Manglerin angestellt und bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 30. Juli 

1990 geriet sie mit der linken Hand in eine Bügelpresse und zog sich 

dabei schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades sowie ein 

ausgeprägtes Quetschtrauma zu. Daraufhin wurde A._____ ins 

Universitätsspital Zürich eingewiesen, wo noch am selben Tag an der 

linken Hand ein Débridement, eine Faszienspaltung des Handrückens 

sowie eine Hauptspaltung der Finger und der vola manus durchgeführt 

wurden. Nach der Amputation sämtlicher Langfinger II bis V und einer 

Versorgung des Defekts der palma manus mit einem McGregor-Lappen 

erfolgte am 7. September 1990 eine Lappendurchtrennung, ein Einnähen 

des Lappenstiels in die Inguina links sowie eine Thierschung des linken 

Handrückens. Am 14. März 1991 erfolgte eine weitere operative Korrektur 

am Universitätsspital Zürich. 

2. Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 17. Mai 1991 

erachtete der Kreisarzt Dr. med. C._____ den medizinischen Endzustand 

für erreicht. Ein Arbeitseinsatz als Glätterin sei A._____ nicht mehr 

zumutbar. Es komme nur noch ein Arbeitseinsatz in Frage, bei dem 

hauptsächlich die vollständig intakte rechte Hand eingesetzt werden 

könne. Die linke Hand habe nur sehr beschränkt eine gewisse 

Haltefunktion. Den Integritätsschaden schätzte Dr. med. C._____ auf 

40 %. Mit Verfügung vom 22. Mai 1991 sprach die SUVA A._____ eine 

Integritätsentschädigung von 40 % (Fr. 32'640.--) zu. 

3. Da A._____ gegenüber ihrem Hausarzt Dr. med. D._____ psychische 

Beschwerden beklagte, meldete dieser sie zur psychotherapeutischen 

Behandlung bei Dr. med. E._____ an. Dieser führte in seinem Bericht 

vom 26. Juli 1991 unter anderem aus, dass A._____ zurzeit keine 

Therapie bei ihm aufnehmen möchte.

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4. Nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen durch die 

Invalidenversicherung stellte die SUVA die Heilkosten- und 

Taggeldleistungen per 31. Oktober 1992 ein. Mit Verfügung vom 

12. November 1992 sprach die SUVA A._____ für die verbleibende 

Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 30. Juli 1990 ab dem 1. November 

1992 eine Invalidenrente aufgrund eines Erwerbsunfähigkeitsgrads von 

50 % zu. 

5. In den Jahren 1995 und 2000 wurden zur Prüfung des Rentenanspruchs 

Revisionen eingeleitet. Bei der Prüfung des Invaliditätsgrads wurden 

jedoch keine sich auf die Rente auswirkenden Änderungen festgestellt. 

Mit Schreiben vom 8. Januar 1996 und 5. Dezember 2000 teilte die SUVA 

A._____ mit, dass die Rente nicht geändert werde. 

6. Im Rahmen einer weiteren Rentenrevision im Jahr 2003 teilte A._____ 

der SUVA mit, dass sie seit dem 1. Januar 2002 im Spital X._____ in 

einem 50%-Pensum als Reinigungsmitarbeiterin tätig sei. Anlässlich einer 

Besprechung mit einem SUVA-Mitarbeiter vom 8. Januar 2004 gab 

A._____ an, dass sie bei der Arbeit und im täglichen Leben praktisch nur 

die rechte Hand und den rechten Arm benutze und deshalb immer wieder 

Beschwerden am rechten Handgelenk und an der rechten Schulter habe, 

die auch auf den Rücken ausstrahlten. Der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. 

F._____, kam in seiner ärztlichen Beurteilung vom 20. Januar 2004 zum 

Schluss, dass die geltend gemachten Beschwerden auf der Körper-

Gegenseite aus medizinischer Sicht nicht in zumindest einem 

wahrscheinlichen Zusammenhang mit dem erlittenen unfallkausalen 

Verletzungsbefund stünden. Gestützt darauf teilte die SUVA A._____ am 

27. Februar 2004 mit, dass die Rente nicht geändert werde. 

7. Am 30. Januar beziehungsweise am 25. Februar 2014 gelangte A._____ 

mit einem Gesuch um Rentenerhöhung an die SUVA, weil sich der 

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Gesundheitszustand seit Erlass der Verfügung vom 12. November 1992 

unfallbedingt wesentlich verschlechtert habe. Zudem habe sie ihre 

Arbeitsstelle im Spital X._____ sowie auch die darauf folgende Stelle in 

der B._____ wegen des schlechten Zustands beider Hände verloren. 

Überdies leide sie auch an psychischen Beschwerden. 

8. Nach einer kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. G._____ vom 

11. Juni 2014 sowie Einholung zweier Arztberichte bei der Psychiaterin 

Dr. med. H._____ und beim SUVA-Psychiater med. pract. I._____ teilte 

die SUVA A._____ mit Verfügung vom 29. Mai 2015 mit, dass die Rente 

nicht geändert werde. Es liege keine funktionelle Verschlechterung des 

unfallbedingten medizinischen Zustands vor. Auch am unfallbedingt 

zumutbaren Arbeitseinsatz habe sich nichts Wesentliches geändert. Die 

Voraussetzungen zur Prüfung der Frage einer Rentenerhöhung seien 

nicht gegeben. Hinsichtlich der psychischen Beschwerden sei der 

natürliche Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auszuschliessen. Die dagegen erhobene Einsprache von A._____ vom 2. 

beziehungsweise 10. Juni 2015 wies die SUVA mit Einspracheentscheid 

vom 10. August 2015 ab, soweit sie darauf eintrat. 

9. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

27. August 2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit folgenden Anträgen:

"1. Der Einsprache-Entscheid der SUVA Luzern vom 10.08.2015 sei aufzuheben 
und es sei der Versicherten eine höhere SUVA-Rente als 50 % und höhere 
Integritätsentschädigung als 40 % zuzusprechen oder die Sache erneut 
abzuklären. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Begründend führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie im Gesuch um 

Rentenerhöhung vom 30. Januar 2014 und in späteren Schreiben an die 

SUVA, der vorsorglichen Einsprache vom 2. Juni 2015 sowie der 

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Begründung vom 10. Juni 2015 ausführlich dargelegt habe, weshalb die 

Voraussetzungen für eine höhere SUVA-Rente und 

Integritätsentschädigung erfüllt seien. Aus der medizinischen 

Dokumentation gehe hervor, dass es nach der Verfügung vom 

12. November 1992 zu einer wesentlichen Verschlimmerung der 

unfallbedingten physischen und psychischen Beschwerden gekommen 

sei. 

10. Die SUVA (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2015 auf Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der Einspracheentscheid vom 

10. August 2015, womit die Verfügung vom 29. Mai 2015 geschützt 

worden sei, sei zu bestätigen. Soweit die Beschwerdeführerin die 

Ausrichtung einer höheren Integritätsentschädigung verlange, könne auf 

die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstands nicht eingetreten 

werden. Den Akten sei weder eine Verschlechterung des physischen 

noch des psychischen Gesundheitszustands zu entnehmen. Es könne 

hierzu auf die Beurteilungen von Dr. med. G._____ und med. pract. 

I._____ abgestellt werden, welchen voller Beweiswert zukomme. Den 

Akten seien keine Dokumente zu entnehmen, die auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen und 

versicherungsmedizinischen Feststellungen aufkommen liessen. Der 

medizinische Sachverhalt sei richtig und vollständig abgeklärt.

11. Am 2. November 2015 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren 

Anträgen fest. Die Beurteilung von Dr. med. G._____ sei nicht 

annehmbar. Die Beschwerdeführerin sei für eine Untersuchung in der 

Rehaklinik Bellikon aufzubieten. Auch die Beurteilung von med. pract. 

I._____ sei inakzeptabel. Die psychischen Beschwerden seien in 

Anbetracht der Schwere des erlittenen Unfalls nicht Folge der 

psychosozialen Belastungen, sondern unfallbedingt. Med. pract. I._____ 

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habe die Wahrscheinlichkeit eines natürlich kausalen Zusammenhangs 

mit dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 nicht gänzlich ausgeschlossen. 

Deshalb müsste aufgrund der anamnestischen Angaben sowie dem 

Befund von Dr. med. H._____ ein ambulanter Befund eines Psychiaters 

eingeholt werden, welcher die Muttersprache der Beschwerdeführerin 

spreche. Der medizinische Sachverhalt sei nicht vollständig abgeklärt. 

12. Am 10. November 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften 

sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. August 2015 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur 

Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die 

Beschwerdeführerin Wohnsitz in X._____ (GR), weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das 

Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden 

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gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 10. August 2015, 

mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen 

Beschwerdeführerin abgewiesen hat, soweit sie darauf eingetreten ist, 

stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht dar. Als formelle und materielle Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit − unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 2 − einzutreten.

2. Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerdeschrift vom 

27. August 2015 unter anderem die Zusprache einer höheren 

Integritätsentschädigung als 40 %. Bezüglich dieses Antrags gilt es was 

folgt zu beachten:

a) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich − in Form einer 

Verfügung − Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung 

den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. 

Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen 

ist. Streitgegenstand im System der nachträglichen 

Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches − im Rahmen 

des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstands − den auf 

Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen 

Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind 

danach identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt 

angefochten wird; bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf 

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einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, 

gehören die nicht beanstandeten − verfügungsweise festgelegten − 

Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum 

Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E.2.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 414 

E.1b und E.2a; vgl. auch vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 

Bern/Basel/Genf 2013, Rz 687).

b) Anfechtungsgegenstand des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahrens bildet der die Verfügung vom 29. Mai 2015 

bestätigende Einspracheentscheid vom 10. August 2015. Im erwähnten 

Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin über die von der 

Beschwerdeführerin beantragten Erhöhung der Invalidenrente sowie die 

damit zusammenhängende Frage der Unfallkausalität der psychischen 

Beschwerden befunden. Nicht Gegenstand des Einspracheentscheids 

vom 10. August 2015 bildet demgegenüber die Integritätsentschädigung. 

Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bereits mit 

der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 22. Mai 

1991 eine Integritätsentschädigung von 40 % zugesprochen. Was nicht 

Gegenstand des Einspracheentscheids ist, kann aber nicht angefochten 

werden. Soweit die Beschwerdeführerin im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren somit die Zusprache einer 

höheren Integritätsentschädigung als 40 % beantragt, fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand, weshalb insoweit nicht auf die Beschwerde 

einzutreten ist. 

3. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin revisionsweise zu Recht die bisherige 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bestätigt hat und − 

damit verbunden − die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden 

verneint hat. 

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a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat 

der Versicherte in Form von kurzfristigen Versicherungsleistungen 

Anspruch auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG) 

und Taggelder, welche den durch die gesundheitliche Beeinträchtigung 

erlittenen Erwerbsausfall ausgleichen sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der 

Versicherte infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, so kann er 

eine Invalidenrente beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten zu erwarten ist und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 

sind (Art. 19 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 

Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 

Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der 

Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

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Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur 

bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern 

auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an 

sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben 

oder eine andere Art der Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt 

(BGE 130 V 343 E.3.5; Urteile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 

25. Juli 2013 E.3.1.1, 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen 

stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im 

Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die 

Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne 

von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 26 mit weiteren Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Januar 2008 E.3.1.2). 

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 

erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 

133 V 108 E.5; Urteile des Bundesgerichtes 9C_646/2014 vom 

17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2, 

9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). Wird bei dieser 

Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad im zur 

Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist 

das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die 

zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten 

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Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30 - 31 Rz. 13). 

d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

andere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des 

Arztes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − 

seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der 

subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine 

Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür 

die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der 

Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit 

Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so 

substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden 

können (BGE 140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 

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würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht 

alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit 

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). 

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 

112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 

bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Auch den Berichten und 

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Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann Beweiswert zu, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon 

auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

(vgl. zum Ganzen BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 

E.3b/ee, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012). 

4. Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin mit der unangefochten in 

Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 12. November 1992 (Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 58) eine Invalidenrente aufgrund eines 

Erwerbsunfähigkeitsgrads von 50 % ab dem 1. November 1992 

zugesprochen. Die in der Folge ergangenen Bestätigungen des 

Rentenanspruchs vom 8. Januar 1996 (Bg-act. 61), 5. Dezember 2000 

(Bg-act. 65) und 27. Februar 2004 (Bg-act. 71) sind revisionsrechtlich 

nicht relevant, da sie nicht gestützt auf eine umfassende materielle 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs erfolgten. Nachdem die Beschwerdeführerin am 

30. Januar beziehungsweise am 25. Februar 2014 mit einem Gesuch um 

Rentenerhöhung an die Beschwerdegegnerin gelangt war und diese die 

erforderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, teilte sie der 

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Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29. Mai 2015 (Bg-act. 105) mit, 

dass die Rente nicht geändert werde. Ob der beschwerdeführerische 

Invaliditätsgrad eine erhebliche Änderung erfahren hat, beurteilt sich 

demnach durch den Vergleich des Sachverhalts, welcher der Verfügung 

vom 12. November 1992 zugrunde lag, mit jenem Sachverhalt, der sich 

bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2015 

verwirklicht hat (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17 Rz. 37).

5. Zunächst gilt es vorliegend zu prüfen, ob sich der physische 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung 

vom 12. November 1992 wesentlich verändert hat. 

a) Die Verfügung vom 12. November 1992, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin für die verbleibende 

Beeinträchtigung aus dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 aufgrund einer 

Erwerbsunfähigkeit von 50 % eine Invalidenrente zugesprochen hat, 

beruht in erster Linie auf der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 

17. Mai 1991 durch den beschwerdegegnerischen Kreisarzt Dr. med. 

C._____ (vgl. Bg-act. 29). Dieser gelangte zum Befund, dass an der 

linken Hand ein Zustand nach Amputation sämtlicher Langfinger bestehe. 

Der Daumenstrahl sei erhalten. Es sei aber eine deutliche Reduktion der 

Weichteile am Grund- und besonders am Endglied des Daumens 

vorhanden mit stark verminderter Daumenkuppe. Des Weiteren sei eine 

Unterkühlung des Daumens, besonders im Bereich der Endphalanx und 

an der restlichen Hand nachweisbar. An der Hohlhand sei eine 

Lappenbildung vorhanden (nach Transplantation vom Bauch am 7. Juli 

1990). Das Handgelenk sei frei beweglich. Es bestehe eine ausgedehnte 

Narbenbildung am Handrücken. Im Lappenbereich an der Hohlhand sei 

die Sensibilität praktisch fehlend. Die Opposition des Daumens gelinge 

bis zum dritten Strahl der restlichen Hand. Die Beschwerdeführerin sei im 

Rahmen der festzulegenden Rente arbeitsfähig. Ein Arbeitseinsatz als 

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Glätterin sei ihr nicht mehr zumutbar. Es komme nur noch ein 

Arbeitseinsatz in Frage, bei dem hauptsächlich die vollständig intakte 

rechte Hand eingesetzt werden könne. Die linke Hand habe nur sehr 

beschränkt eine gewisse Haltefunktion. Der Daumen sei bis zum dritten 

Strahl noch opponiert, bei guter Beweglichkeit des Grund- und 

Endgelenks. 

b) Anlässlich der infolge des beschwerdeführerischen 

Rentenrevisionsgesuchs vom 30. Januar beziehungsweise am 

25. Februar 2014 durchgeführten kreisärztlichen Untersuchung vom 

11. Juni 2014 (vgl. Bg-act. 94) äusserte sich die Beschwerdeführerin 

gegenüber dem Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. G._____, 

Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, 

dahingehend, dass sich das Zustandsbild an der linken Hand im Laufe 

der letzten Jahre nicht wesentlich verändert habe. Die linke Hand fühle 

sich betäubt und schwer an. Dazu bestehe eine massive 

Kälteempfindlichkeit. Aufgrund der Hyposensibilität müsse sie aufpassen, 

dass es zu keinen Verletzungen komme. Bezüglich der linken Hand sei 

sie auf keine Einnahme von Medikamenten angewiesen, eine spezielle 

Therapie werde schon seit Jahren nicht mehr durchgeführt. Nebst der 

unveränderten Symptomatik an der linken Hand leide sie an 

Atemstörungen und Atemnot, Herzklopfen, Angstzuständen, 

Panikattacken, Schmerzen in der Hand, Schmerzsymptomatik im 

Bereiche des gesamten Schultergürtels und der Wirbelsäule sowie unter 

Kraftlosigkeit im ganzen Körper schon bei geringer Belastung mit dem 

rechten Arm. Zudem bestünden ausgeprägte Zukunftsängste. Sie habe 

finanzielle Probleme und befürchte, aufgrund ihrer Einschränkung mit der 

linken Hand keine berufliche Tätigkeit mehr zu finden. Unterdessen sei 

sie in psychiatrischer Behandlung, wobei aktuell erst eine Sitzung 

stattgefunden habe. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung stellte 

Dr. med. G._____ an der linken Hand einen Zustand nach Amputation der 

- 16 -

vier Langfinger, stabile Hautverhältnisse, keine Läsionen, keine 

wesentlichen Druckdolenzen sowie eine praktisch fehlende Sensibilität in 

der Palma manus bei Zustand nach Lappenplastik fest. Auch über dem 

Handrücken bestehe eine Hyposensibilität, eine fehlende Sensibilität im 

Bereich der Daumenkuppe; die Weichteile seien allseitig ausgedünnt. Die 

Abduktion und Extension im linken Daumen sei vollständig, wobei der 

Daumen nur noch bis zur zweiten Kommissur eingekrallt werden könne. 

Eine Greiffunktion mit dem Daumen sei möglich, allerdings nur in 

eingeschränktem Rahmen und erheblich eingeschränkter Kraftentfaltung. 

Im linken Handgelenk bestehe eine volle und uneingeschränkte 

Beweglichkeit. An der rechten Hand und am rechten Arm befänden sich 

keine klinisch-pathologischen Befunde, keine Druckdolenzen, unauffällige 

Weichteile sowie eine uneingeschränkte Funktion. 

c) Aus der im Rahmen des Revisionsverfahrens durchgeführten 

kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. med. G._____ ergibt sich keine 

wesentliche Veränderung beziehungsweise Verschlechterung des 

physischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gegenüber der 

kreisärztlichen Abschlussuntersuchung durch Dr. med. C._____ vom 

17. Mai 1991. Dr. med. G._____ führt in der kreisärztlichen Beurteilung 

denn auch aus, dass sich bezüglich der linken Hand seit dem Jahr 1991 

keine wesentliche Änderung ergeben habe. Es lägen nach wie vor stabile, 

aber wenig belastbare Weichteile vor. Ebenso sei die Symptomatik im 

Wesentlichen unverändert. Auch an der Zumutbarkeit der linken Hand 

habe sich gegenüber der ärztlichen Abschlussuntersuchung nichts 

geändert. Dies bestätigte denn auch die Beschwerdeführerin, welche 

gegenüber Dr. med. G._____ anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung 

vom 11. Juni 2014 − wie gesehen − selber ausgeführt hat, dass sich das 

Zustandsbild an der linken Hand im Laufe der letzten Jahre nicht 

wesentlich verändert habe. Die von der Beschwerdeführerin erwähnten 

weiteren Beschwerden − mithin die Atemstörungen und die Atemnot, das 

- 17 -

Herzklopfen, die Angstzustände, die Panikattacken, die Schmerzen in der 

Hand, die Schmerzsymptomatik im Bereiche des gesamten 

Schultergürtels und der Wirbelsäule sowie die Kraftlosigkeit im ganzen 

Körper schon bei geringer Belastung mit dem rechten Arm − beurteilt 

Dr. med. G._____ als möglicherweise auf eine psychosomatische Störung 

zurückführend. Und schliesslich konnte Dr. med. G._____, trotz 

persönlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin, weder an der 

rechten Hand noch am rechten Arm einen krankhaften Zustand 

feststellen. 

d) Wie bereits die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 10. August 2015 zu Recht ausgeführt hat, 

besteht vorliegend kein Anlass, den überzeugend begründeten Bericht 

der kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juni 2014 von Dr. med. 

G._____ (Bg-act. 94) in Frage zu stellen. Einerseits kommt − wie gesehen 

− auch Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert 

zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie 

in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (vgl. vorstehend E.3e). Vorliegend finden sich in den Akten 

keine Arztberichte, welche der Beurteilung von Dr. med. G._____ 

widersprechen beziehungsweise auch nur geringe Zweifel an der 

Schlüssigkeit und Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung wecken 

könnten. Insbesondere hat auch die Beschwerdeführerin keine solchen 

medizinischen Akten eingereicht. Anderseits sind die Ausführungen von 

Dr. med. G._____ für die strittigen Belange umfassend, berücksichtigen 

die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und wurden in 

Kenntnis der Vorakten abgegeben. Zudem beruhen sie auf einer 

persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin. Schliesslich setzt 

sich der Bericht der kreisärztlichen Untersuchung vom 11. Juni 2014 auch 

mit allen relevanten Aspekten auseinander, ist objektiv begründet, in sich 

schlüssig und nachvollziehbar, weshalb der fraglichen Beurteilung voller 

- 18 -

Beweiswert zukommt. Demgegenüber erweisen sich die 

beschwerdeführerischen Vorbringen als unsubstantiiert und unbelegt. Die 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachte wesentliche 

Verschlechterung des physischen Gesundheitszustands ist somit nicht 

ausgewiesen, weshalb die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines 

Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG zu Recht verneint hat.

6. Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten 

psychischen Beschwerden in einem natürlichen sowie adäquaten 

Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 stehen 

und eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.

a) Wie gesehen setzt die Zusprache von Leistungen der obligatorischen 

Unfallversicherung grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines 

Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG; 

vgl. vorstehend E.3a). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 

ATSG). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen 

Unfallversicherung setzt weiter einen natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen 

Schaden voraus (BGE 129 V 177 E.3.1 und 3.2; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 

E.3.1). Dabei müssen die beiden Erfordernisse des natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein. Scheitert der 

geltend gemachte Anspruch an einer dieser Voraussetzungen, entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Bereich der organisch 

ausgewiesenen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Leistungspflicht praktisch keine Rolle, weil sich hier die 

- 19 -

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 109 E.2, 127 V 102 E.5b). 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 

nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht als zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio 

sine qua non"; BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1; SVR 2010 UV 

Nr. 30 S. 121 E.5.1). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und 

einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E.3.1; SVR 2010 UV 

Nr. 30 S. 121 E.5.1). 

Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolgs hat ein 

Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg 

von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs 

also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 

129 V 177 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

- 20 -

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung 

zu (BGE 129 V 177 E.3.3, 125 V 456 E.5c, 123 V 98 E.3b). Sie hat bei 

allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz 

zu greifen (SVR 2002 UV Nr. 11 E.2b). Die Frage der Adäquanz ist eine 

Rechtsfrage (vgl. BGE 117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen.

b) Für die Beurteilung der Frage, ob die von der Beschwerdeführerin 

geklagten psychischen Beschwerden auf das Unfallereignis vom 30. Juli 

1990 zurückzuführen sind, sind vorliegend im Wesentlichen folgende 

Berichte von Relevanz:

Dr. med. H._____, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 
führte im Bericht der psychiatrischen Konsultation vom 26. Juni 2014 
(vgl. Bg-act. 98) aus, dass die Beschwerdeführerin ihr gegenüber über 
vermehrte Schmerzen im Bereich beider Schultern, Armbeschwerden 
sowie fast täglichen Kopfschmerz berichtet habe. Die Beschwerdeführerin 
fühle sich zunehmend kraftlos und bekomme schnell Schweissausbrüche 
verbunden mit Atemnot, Herzklopfen und Ohnmachtsgefühlen. Erstere 
Beschwerden seien seit dem Tod des Ehegatten vor acht Jahren sowie 
mit der Loslösung der Kinder aus dem Elternhaus aufgetreten. Jahrelang 
habe sie die Belastung in ihrer Ehe mit einem alkoholkranken Partner 
durchgehalten. Sie habe immer einen Teil gearbeitet. Das Unfallereignis 
vom 30. Juli 1990 habe sie lange verdrängt und weitergemacht, so gut es 
gegangen sei. Sie habe vor allem für ihre damals noch kleinen Kinder 
gekämpft. Später habe sie elf Jahre im Spital X._____ in der Reinigung 
gearbeitet und daneben eine 50%ige Unfallrente sowie eine kleine 
Witwenrente bezogen. In der Reinigung habe die Leiterin gewechselt, 
Verständnis und Sympathie habe sie von Anfang an vermisst. Später sei 
ihr dann wegen Stellenreduktion gekündigt worden, anderseits seien 
wieder Stellen ausgeschrieben worden. Sie glaube, dass ihr Handicap 
nicht akzeptiert werde und sei enttäuscht. Anderseits wisse sie, dass sie 
so schnell nicht wieder eine Stelle finden werde. So sei sie zwei Monate 
beim RAV gewesen, wo sie sich unter Druck gesetzt und missverstanden 
gefühlt habe. Sie habe es dann noch einmal in der B._____ versucht, was 
sich von der Arbeitsleistung für beide Seiten als unbefriedigend erwiesen 
habe. Erneut sei es dann zur Kündigung gekommen. Beim RAV seien ihr 
Bezüge wegen einvernehmlicher Kündigung gestrichen worden. Ohne 
Beschäftigung fühle sie sich nutzlos und nicht gebraucht. Zudem stehe 
sie finanziell unter Druck. Gestützt auf erhobenen psychiatrischen 
Befunde diagnostizierte Dr. med. H._____ eine Anpassungsstörung bei 

- 21 -

Arbeits- und Sozialproblemen (Verlust der Arbeit, finanzieller Druck, 
fehlende erwartete Unterstützung der Sozialsysteme; ICD-10: F43.2), 
eine Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie Probleme in der 
Ursprungsfamilie, die zum Verlust von Selbstwert geführt hätten (ICD-10: 
Z61.3). Bezüglich des weiteren Prozederes führte Dr. med. H._____ aus, 
dass die Beschwerdeführerin bis anhin Gespräche mit 
Vertrauenspersonen geführt habe, welche ihr geholfen hätten. Für eine 
psychiatrische Therapie könne sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht 
entscheiden; sie brauche Bedenkzeit. 

Der SUVA-Versicherungsmediziner med. pract. I._____, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gelangte in seiner psychiatrischen 
Beurteilung vom 12. Mai 2015 (Bg-act. 104) zum Schluss, dass die 
ungünstige Entwicklung bei der Beschwerdeführerin zu 
Befindlichkeitsstörungen − mithin zu einer Zunahme der Schmerzen in 
beiden Schultern und auch im gesunden rechten Arm sowie zu 
vermehrten Zukunftsängsten mit Stimmungstiefs und vermindertem 
Selbstwertgefühl − geführt habe. Beschrieben würden von der 
Beschwerdeführerin auch nicht fremdanamnestisch belegte 
Panikattacken sowie psychosomatische Beschwerden in Form von 
Atembeschwerden, Schwindel, Klossgefühl im Hals, Schwitzen, 
Gleichgewichtsstörungen und Neigung zu Obstipation. Gemäss der 
fachärztlichen Abklärung vor circa einem Jahr im Juni 2014 bei Dr. med. 
H._____ seien diese Beschwerden als Anpassungsstörung bei Arbeit und 
Sozialproblemen sowie als Panikstörung im Zusammenhang mit 
Problemen in der Ursprungsfamilie ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit beurteilt worden. Eine weitere psychiatrische Behandlung 
sei im Rahmen dieser Konsultation zwar empfohlen, aber nicht als 
unbedingt notwendig beurteilt worden. Insbesondere sei keine 
medikamentöse Therapie als notwendig erachtet worden, was am 
ehesten für eine leichtgradig ausgeprägte psychiatrische Beeinträchtigung 
mit temporärem Charakter spreche. Auch in der aktuellen telefonischen 
Befragung der Beschwerdeführerin habe diese bestätigt, dass sie unter 
ihrer psychosozialen, insbesondere finanziellen Situation leide. Sie sehe 
auch weiterhin keine psychiatrische Behandlung als notwendig, da sie 
versuche, ihre Probleme selbst zu lösen. Die Beschwerdeführerin beklage 
hauptsächlich ihre finanziellen Probleme durch den Verlust ihrer 
langjährigen Arbeitsstelle mit der festen Überzeugung, dass sie aufgrund 
ihres Alters und ihrer körperlichen Einschränkungen keine Arbeit mehr 
finden werde und somit keine finanzielle Perspektive mehr habe. Eine 
gravierende Veränderung mit Zunahme von psychischen Beschwerden 
werde seit der einmaligen Abklärung durch Dr. med. H._____ von der 
Beschwerdeführerin definitiv ausgeschlossen. Insofern könne man davon 
ausgehen, dass der jetzige Zustand gegenüber der Situation im Juni 2014 
vergleichbar oder eher verbessert sei. Zusammenfassend sei aus 
psychiatrischer Sicht festzustellen, dass die Beschwerdeführerin trotz 

- 22 -

ihres schweren Schicksals mit dem erlittenen Unfall im Jahr 1990 und 
einer belastenden Situation mit einem alkoholkranken Ehemann 
psychisch gut zu Recht gekommen sei. So habe sie es trotz schwieriger 
Lebenssituation geschafft, zu ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter 
auch einer Teilzeittätigkeit über Jahre hinweg nachzugehen. Sie sei in 
einem für sie offensichtlich wohlwollenden Arbeitsumfeld jahrelang zu 
50 % ausreichend leistungsfähig gewesen. Die Situation habe sich erst 
durch einen Wechsel der Vorgesetzten, welche weniger Verständnis für 
die Einschränkung der Beschwerdeführerin gehabt habe, und dem 
Wegfall einer sie unterstützenden Arbeitskollegin geändert. Durch den 
Verlust ihrer langjährigen Arbeitsstelle und die vergeblichen beruflichen 
Eingliederungsversuche an teilweise nicht optimalen Arbeitsplätzen sei 
die Beschwerdeführerin hauptsächlich wegen den daraus entstandenen 
psychosozialen Belastungen psychisch unter Druck geraten. Es seien 
jedoch keine schwerwiegenden psychischen Störungen nachvollziehbar, 
welche zum Beispiel zu einer dadurch bedingten gravierenden 
Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Die psychischen Beschwerden 
bewegten sich allenfalls auf Ebene einer leichtgradig ausgeprägten 
psychischen Störung mit einer gewissen Behandlungsbedürftigkeit. 
Hinsichtlich der Kausalität hänge der Zusammenhang mit den 
psychischen Befindlichkeitsstörungen hauptsächlich mit den 
psychosozialen Faktoren zusammen, welche zwar von der 
Beschwerdeführerin auf den Unfall interpretiert würden, da in ihrer 
Überzeugung sonst eine andere Lebenssituation bestehen würde. Sie 
seien allerdings auch ohne den Unfall denkbar und stünden mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit damit nicht mehr im direkten, das 
heisst natürlich kausalen Zusammenhang mit dem Unfall. Mit anderen 
Worten sei der 25 Jahre zurückliegende Unfall lediglich einer von 
mehreren Faktoren einer bis anhin beziehungsweise aktuell ungünstigen 
psychosozialen Situation der Beschwerdeführerin. Hinsichtlich der 
psychischen Befindlichkeitsstörung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer natürlichen Kausalität 
auszugehen. Diese seien hauptsächlich auf psychosoziale Faktoren 
zurückzuführen. 

c) Auf die vorstehend auszugsweise wiedergegebene psychiatrische 

Beurteilung von med. pract. I._____ vom 12. Mai 2015 kann abgestellt 

werden. Dieser verneint − wie gesehen − die natürliche Kausalität der 

psychiatrischen Befindlichkeitsstörungen indem er nachvollziehbar und 

schlüssig ausführt, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer natürlichen Kausalität 

auszugehen sei. Vielmehr seien die psychiatrischen 

Befindlichkeitsstörungen auf psychosoziale Probleme zurückzuführen. 

- 23 -

Med. pract. I._____ hat die Beschwerdeführerin zwar nicht persönlich 

untersucht, was den Beweiswert seiner Beurteilung aber − wie 

nachfolgend dargestellt − nicht mindert. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung beziehungsweise ein 

reines Aktengutachten nämlich nicht an sich unzuverlässig. Eine 

Relativierung solcher Gutachten erfolgte zwar in RKUV 2001 Nr. U 438 

S. 345, U 492/00, (mit Hinweis auf BGE 127 I 54 E.2e - g), wo 

festgehalten wurde, dass sich psychiatrische Gutachten grundsätzlich auf 

eine persönliche Untersuchung abzustützen hätten (siehe auch Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E.7.1 mit weiteren 

Hinweisen). Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu 

begutachtenden Person rückt erst dann in den Hintergrund, wenn ein 

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht 

und sich neue Untersuchungen überdies erübrigen. In einem solchen Fall 

kann auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (vgl. Urteile 

des Bundesgerichtes 8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E.7.1, 

8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2 je mit weiteren 

Hinweisen). Eine derartige Ausgangslage besteht hier, nachdem die 

Beschwerdeführerin ein knappes Jahr vor der psychiatrischen Beurteilung 

durch med. pract. I._____ von der Psychiaterin Dr. med. H._____ 

persönlich untersucht worden ist, welche gestützt auf die von ihr 

erhobenen Befunde eine Anpassungsstörung bei Arbeits- und 

Sozialproblemen (Verlust der Arbeit, finanzieller Druck, fehlende 

erwartete Unterstützung der Sozialsysteme; ICD-10: F43.2), eine 

Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie Probleme in der Ursprungsfamilie, 

die zum Verlust von Selbstwert geführt hätten (ICD-10: Z61.3) 

diagnostizierte und gleichzeitig ausführte, dass keine früheren 

psychiatrischen Behandlungen stattgefunden hätten. Des Weiteren hielt 

Dr. med. H._____ weder eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit fest 

noch empfahl sie eine medikamentöse Therapie. Vielmehr führte sie aus, 

- 24 -

dass sich die Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt nicht für eine 

psychiatrische Therapie entscheiden könne und Bedenkzeit brauche. Aus 

dem Telefongespräch zwischen med. pract. I._____ und der 

Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2015 (vgl. die entsprechende Aktennotiz 

von med. pract. I._____ vom selbigen Tag [Bg-act. 103]) ergibt sich 

sodann, dass die Beschwerdeführerin auch nach der einmaligen 

Konsultation bei Dr. med. H._____ keine weiteren psychiatrischen oder 

psychotherapeutischen Behandlungen in Anspruch genommen hat. 

Med. pract. I._____ stützt sich bei seiner Beurteilung auf die Vorakten, 

sein Telefongespräch mit der Beschwerdeführerin vom 4. Mai 2015 (vgl. 

Bg-act. 103), die Angaben der vormaligen Arbeitgeber der 

Beschwerdeführerin (vgl. die entsprechenden Protokolle vom 6. Mai 2014 

[Bg-act. 88 - 90]) sowie die Notizen der Besprechung zwischen der 

Beschwerdeführerin und einem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin (vgl. 

Bg-act. 87). Angesichts dieser Ausgangslage konnte auf eine persönliche 

Untersuchung verzichtet werden, da ein lückenloser Befund vorlag und es 

im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts gegangen ist. Von med. pract. 

I._____ war denn auch bloss die Frage der natürlichen Kausalität zu 

beantworten. Es besteht somit kein Anlass, der fraglichen psychiatrischen 

Beurteilung von med. pract. I._____ vom 12. Mai 2015 aufgrund des 

Verzichts auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin 

einen geringeren Beweiswert zuzumessen. Schliesslich sind seine 

Beurteilung und die Schlussfolgerungen umfassend, nachvollziehbar, 

schlüssig und widerspruchsfrei. Darauf ist abzustellen, zumal sich in den 

Akten keine konkreten Indizien finden, welche auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit der Beurteilung von med. pract. I._____ wecken. 

Der fraglichen psychiatrischen Beurteilung ist demnach voller Beweiswert 

zuzuerkennen. 

- 25 -

d) Aus den Beurteilungen von Dr. med. H._____ und med. pract. I._____ 

sowie auch aus den übrigen Akten (insbesondere den Notizen der 

Besprechung zwischen der Beschwerdeführerin und dem Mitarbeiter der 

Beschwerdegegnerin [vgl. Bg-act. 87] sowie den Angaben der vormaligen 

Arbeitgeber der Beschwerdeführerin [vgl. Bg-act. 88 - 90]) ergibt sich 

übereinstimmend eine psychosoziale Problematik, aufgrund welcher die 

Beschwerdeführerin offenbar psychisch unter Druck geraten ist. Woraus 

die Beschwerdeführerin ableiten will, dass die psychischen 

Befindlichkeitsstörungen unfallbedingt seien und sich diese nach dem 

12. November 1992 wesentlich verschlimmert hätten, ist nicht ersichtlich 

und wird von ihr weder substantiiert dargelegt noch belegt. Aus den Akten 

jedenfalls ergeben sich keine solchen Hinweise. Sodann sind vorliegend 

auch keine Arztberichte aktenkundig, welche der Beschwerdeführerin aus 

psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit attestieren. Vielmehr führt 

med. pract. I._____ in seiner psychiatrischen Beurteilung vom 12. Mai 

2015 explizit aus, dass keine schwerwiegenden psychischen Störungen 

nachvollziehbar seien, welche zu einer dadurch bedingten gravierenden 

Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Da die Zusprechung einer 

Invalidenrente in der obligatorischen Unfallversicherung eine 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, ist der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychiatrischen Beschwerden zu 

verneinen; wer nicht mindestens teilweise unfallbedingt arbeitsunfähig ist, 

kann nicht gemäss UVG invalid sein (BGE 115 V 133 E.2 mit Hinweis auf 

105 V 141 E.1b). Dementsprechend ist vorliegend mit med. pract. I._____ 

und der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 30. Juli 1990 

und den geklagten psychischen Beschwerden mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist. Bei diesem Ergebnis braucht auf die 

Frage der Adäquanz nicht weiter eigegangen zu werden (vgl. BGE 

119 V 335 E.4c in fine). 

- 26 -

7. a) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte wesentliche 

Verschlechterung des physischen Gesundheitszustands nicht 

ausgewiesen ist und die Beschwerdegegnerin dementsprechend das 

Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG zu Recht 

verneint hat. Ebenfalls zu Recht verneint wurde von der 

Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität der geklagten psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin. Da die Aktenlage ausreichend ist, 

um den medizinischen Sachverhalt beurteilen zu können und dem 

kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. med. G._____ vom 12. Juni 

2014 (Bg-act. 94) sowie dem Bericht der psychiatrischen Beurteilung von 

med. pract. I._____ vom 12. Mai 2015 (Bg-act. 104), auf welche die 

Beschwerdegegnerin zu Recht abgestellt hat, voller Beweiswert zukommt, 

sind weitere medizinische Abklärungen nicht angezeigt, da hiervon keine 

weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; 

BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). 

Insbesondere erübrigt sich nach dem soeben Gesagten die von der 

Beschwerdeführerin beantragte Aufbietung derselben für eine 

Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon sowie auch die Einholung eines 

ambulanten Befundes eines Psychiaters, welcher die Muttersprache der 

Beschwerdeführerin spricht. Letzteres auch, weil sich den Akten keine 

Anhaltspunkte für allfällige Sprachschwierigkeiten entnehmen lassen und 

die Anamneseerhebung anlässlich der verschiedenen medizinischen 

Untersuchungen offenbar ohne Probleme möglich war. Der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 10. August 2015 erweist sich somit als 

rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt, soweit auf diese 

einzutreten ist (vgl. vorstehend E.2). 

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

- 27 -

Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der 

obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]