# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a85c05d-8f63-5c3c-86d9-370df007a109
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.11.2010 S 2010 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2010-30_2010-11-30.pdf

## Full Text

S 10 30

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. November 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 38-jährige … (geb. 1972) war Geschäftsführer der Bodenlegerfirma 

… GmbH, über welche am 05.01.2006 der Konkurs eröffnet wurde und über 

die er bis dahin obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert war. Am 

31.05.2005 hatte der Versicherte bei der Arbeit einen Unfall erlitten, als ihm 

beim Abladen von Zementsäcken ein solcher auf den Kopf (mit massiver 

Seitenneigung nach links) fiel, worauf er sofort Schmerzen im Nacken und an 

der Lendenwirbelsäule verspürte. Der erstbehandelnde Arzt Dr. … 

diagnostizierte dem Versicherten gleichentags eine Distorsion 

(Quetschung/Prellung) der Halswirbelsäule (HWS) und der 

Lendenwirbelsäule (LWS) und attestierte ihm eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit. Er verordnete dem Patienten eine Physiotherapie. 

Radiologisch seien keine Hinweise auf eine ossäre Läsion im Bereich der 

HWS und LWS oder Anzeichen für eine segmentale Instabilität erkennbar 

gewesen. Die Statik sei hingegen ungenügend. In der Folge erbrachte der 

Unfallversicherer (SUVA) die gesetzlichen Versicherungsleistungen.

b) Im weiteren Verlauf traten persistierende Nacken- und Rückenbeschwerden 

auf. Ein MRI (Magnetic Resonance Imaging) der HWS und LWS vom 

25.07.2005 zeigte keine traumatische Läsion und ergab eine mögliche 

Chondrose C5/6, ohne Anhaltspunkte für eine Nervenwurzelkompression, 

sowie eine degenerative Veränderung auf Höhe L3-S1. Im Austrittsbericht der 

Klinik … vom 12.10.2005 (nach stationärem Therapieaufenthalt vom 18.08.-

27.09.2005) wurde beim Versicherten ein posttraumatisches 

Panvertebralsyndrom bei Kontusions-/Distorsionsverletzung diagnostiziert. 

Die SUVA erklärte den Versicherten daraufhin – gestützt auf den Klinikbericht 

Valens und eine kreisärztliche Untersuchung vom 15.11.2005 – ab dem 

01.04.2006 auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für voll (100%) arbeitsfähig.

c) Im Juni 2006 erfolgte noch eine funktionelle Magnetresonanztomographie -

Untersuchung (fMRI). Nach Dr. … wurde ein beidseitiger Teilriss der 

Ligamenta alaria diagnostiziert, was in der Folge aber weder von den 

Versicherungsmedizinern der SUVA (Dres. Kiener/Bathke), noch der 

Universitätsklinik Balgrist, noch vom Radiolgiezentrum in D-Karlsruhe, noch 

von Dr. … der Universitätsklinik D-… bestätigt werden konnte.

d) Im Arztbericht vom 07.05.2008 diagnostizierte Dr. … dem Versicherten einen 

Zustand nach einer Contusio capitis, ein HWS- und LWS-Distorsionstrauma 

mit persistierender Zervikozephalgie und einer leichten Lumbalgie und mit 

posttraumatischen migräniformen Kopfschmerzen. Ein grosser Teil der 

Beschwerden sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal.

e) Aus der Beurteilung vom 26.08.2008 des Versicherungsmediziners und 

Neurologen Dr. … geht hervor, dass aus neurologischer Sicht weder in den 

echtzeitlichen medizinischen Dokumenten zeitnah zum Unfall, noch in 

späteren fachärztlich-neurologischen und weiteren Diagnostikbefunden 

Hinweise auf eine organische oder strukturelle Schädigung des peripheren 

oder zentralen Nervensystems zu finden waren. Beim Versicherten seien 

während vieler Monate nach dem Unfall (Mai 2005) keine Hinweise auf ein 

posttraumatisches Kopfschmerzsyndrom erkennbar gewesen. Ein akutes 

oder chronisch posttraumatisches Kopfschmerzsyndrom sei aus 

neurologischer Sicht nicht als wahrscheinlich einzuschätzen. Eine 

Integritätsentschädigung (IE) sei zu verneinen. Spätestens seit Austritt aus 

der Klinik … am 27.09.2005 liege keine unfallbedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit mehr vor. Die geltend gemachte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit sei mit den neurologischen Unfallfolgen weder in zeitlicher 

noch in leistungsmässiger Hinsicht zu begründen.

f) Im Bericht vom 03.09.2008 hielt der Versicherungsmediziner (SUVA) Dr. … 

fest, dass die heutigen Beschwerden an der LWS nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal seien. 

g) Im Bericht vom 13.10.2008 hielt der Spezialist für Ohren-, Nasen- und 

Halskrankheiten Dr. … fest, dass es keine sicheren Hinweise für eine 

periphere Vestibulopathie gebe; die geklagten Beschwerden würden 

vorwiegend durch die verspannte Nackenmuskulatur verursacht.

h) Mit Verfügung vom 22.10.2008 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass 

sie die Versicherungsleistungen per 22.10.2008 mangels Adäquanz einstellen 

werde. Die LWS-Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt sowie die Kopf- 

und Nackenbeschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar. Damit 

konnte sich der Versicherte nicht einverstanden erklären, weshalb er am 

19.11.2008 Einsprache erhob. Am 18.05.2009 reichte der Einsprecher 

zusätzlich noch ein unfallchirurgisches Gutachten vom 27.04.2009 von Dr. … 

von der Universitätsklinik D-… sowie bildgebende Untersuchungen des 

Radiologiezentrums D-Karlsruhe vom 17.03. 2009 (Dr. …) ein.

i) Mit Einspracheentscheid vom 27.01.2010 bestätigte die SUVA ihre 

ablehnende Verfügung vom Oktober 2008 und wies damit die Einsprache vom 

November 2008 ab.

2. Dagegen erhob der Versicherte am 16.02.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und Verpflichtung der 

SUVA (hiernach Vorinstanz), weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen aus UVG auch über das Datum vom 22.10.2008 

hinaus zu erbringen. In formeller Hinsicht wurde noch eine Sistierung des 

Verfahrens nach dem ersten Schriftenwechsel bis zum Vorliegen eines vom 

Beschwerdeführer in Auftrag gegebenen Gutachtens von Prof. Dr. …, …, 

beantragt. Diesem Verfahrensantrag wurde in der Folge stattgegeben. Zur 

Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, dass Dr. … laut Gutachten 

vom 27.04.2009 mittels apparativem Testverfahren pathologische Befunde in 

Form atypischer Muskelreaktionen, die zwingend eine Schädigung im 

Bereiche der Gelenke, Bänder und Muskeln der HWS voraussetzten, 

gefunden habe. Dieses Testverfahren sei bereits auf breite Anerkennung 

gestossen. Auch Dr. … vom Radiologiezentrum D-… sei in seinem Gutachten 

vom 17.03.2009 im Rahmen einer funktionellen CT-Abklärung des Cranio-

cervicalen Übergangs zum Ergebnis gelangt, dass die Rotationsausschläge 

des Kopf- und Halsverbandes sowohl bei Rechts- wie Linksrotationen 

eingeschränkt seien. Die Vorinstanz sei auf diese zentralen Gutachten nicht 

eingegangen. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führe grundsätzlich zur 

Kassation des angefochtenen Entscheids. Der Beschwerdeführer ersuche 

aber um einen materiellen Entscheid – unter allfälliger Einholung einer 

gerichtlichen Expertise – zur Beurteilung der Methode der Elektromyographie, 

deren Wissenschaftlichkeit und deren Tauglichkeit, organische Verletzungen 

der Muskeln, Gelenke und Bänder nachzuweisen. Dr. … gelange aufgrund 

seiner diagnostisch-klinischen Abklärung zum Ergebnis, dass das vom 

Beschwerdeführer angegebene Bewegungsdefizit bei mehreren 

Untersuchungsgängen reproduzierbar sei. Er weise auf das von Dr. … 

angefertigte Funktions-CT hin, das ebenfalls Rotationsausschläge zeige. Dr. 

… erläutere die Methodik seiner kinesiologischen Elektromyograhie (EMG) 

der Semispinalis Muskulatur. Das Verfahren sei objektiv, da die Aktivität des 

Muskels nicht willentlich beeinflusst werden könne und das Verfahren 

mehrfach validiert worden sei. Das Messergebnis habe beim 

Beschwerdeführer ein pathologisches, d.h. krankhaftes Resultat ergeben. 

Laut Dr. … sei aufgrund des Unfallhergangs (50 kg Gewicht aus 3.6 m 

Fallhöhe, zweiteiliges Kontakttrauma, Seitenflexion) eine HWS-Verletzung 

sehr wahrscheinlich. Er beschäftige sich ausführlich mit den Ergebnissen der 

klinischen und der radiologischen Befunde. Die Extension überwiegend im 

Bereich der unteren HWS (C2-7) spreche für eine Schädigung der unteren 

HWS, dies sei bisher nicht genauer geprüft worden. Eine Schädigung werde 

auch durch die Ergebnisse der kinesiologischen Elek-tromyographie bestätigt. 

Im Bereich der oberen HWS (C1-2) bestehe demgegenüber eine 

uneingeschränkte Rotationsfähigkeit, was für die Unversehrtheit dieser 

Region und gegen die Annahme der Verletzung der Ligamenta alaria spreche. 

Der Einwand der Vorinstanz sei korrekt, dass mit der fMRI-Untersuchung kein 

hinreichender Nachweis für organische Unfallfolgen erbracht werden könne. 

Dies heisse aber noch nicht, dass die bildgebenden Aufnahmen im Kontext 

der übrigen diagnostischen Abklärungsmethoden nicht zu berücksichtigen 

wären. Im von der Vorinstanz erwähnten BG-Urteil 8C_152/ 2007 gehe es um 

ein fMRI und nicht um funktionelle Computertomografieaufnahmen, wobei 

auch noch auf einen Aufsatz von Dr. … hingewiesen werde. Der vormals 

gesunde, uneingeschränkt arbeitsfähige Beschwerdeführer habe ein 

schweres Trauma erlitten. Dr. … habe mittels funktioneller Elektromyographie 

die – den funktionellen Störungen und der eingeschränkten Beweglichkeit 

zwingend zugrunde liegenden – Primärschäden zweifelsfrei objektivieren 

können. Mit seiner diagnostischen Methode könne eine Aggravation und 

Simulation ausgeschlossen werden. Die Resultate seiner Abklärungen 

deckten sich mit seinen klinischen Ergebnissen und würden die Läsionen im 

unteren HWS-Bereich belegen. Das vom Beschwerdeführer in Auftrag 

gegebene Gutachten bei Prof. … soll sich insbesondere zur 

Wissenschaftlichkeit und zur Qualität der diagnostizierten Begutachtung bzw. 

zu den radiologischen Abklärungen der Dres. … äussern.

3. In ihrer Stellungnahme (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Den Einwänden des Beschwerdeführers hielt sie 

darin entgegen, dass das elektromyographische Gutachten von Dr. … (mit 

Hinweis auf das Verwaltungsgerichtsurteil des Kantons Graubünden vom 

19.01.2010 [VGU S 09 94]) keine wissenschaftlich anerkannte Methode sei, 

da sie nicht dem Nachweis struktureller, sondern funktioneller Störungen 

diene, was in jenem Verfahren auch Dr. … nicht bestritten habe. Es erübrige 

sich somit, auf die ausführliche Stellungnahme in der Beschwerde zum 

Thema Elektromyographie einzugehen. Die Untersuchungsmethode von Dr. 

… sei nicht geeignet, unfallkausale organische Befunde nachzuweisen, zumal 

er allein auf die Angaben des Beschwerdeführers abstelle. So sei der 

Zementsack nicht aus 3.6 m, sondern aus 2 m Höhe auf diesen herabgefallen. 

Laut Dr. … habe der Beschwerdeführer während 6 Wochen nach dem Trauma 

Nackenbeschwerden auf dem Schmerzniveau 10 verspürt, die sich dann auf 

ein Niveau von 4-5 eingependelt hätten. Dem widerspreche Dr. … mit 

detaillierter Auseinandersetzung in seiner Beurteilung vom 11.08.2006 (S. 7). 

Dr. … stütze sich auf unzutreffende Grundlagen, weshalb nicht darauf 

abzustellen wäre. Das Funktions-CT vom 17.03. 2009 von Dr. … habe keine 

posttraumatischen Befunde ergeben. Dieser gebe noch selber an, dass der 

radiologische Nachweis von Funktionsstörungen für sich allein noch keinen 

Beweis für die Kausalität einer HWS-Beschleunigungsverletzung darstelle. 

Der ermittelte IV-Grad von 13% der Invalidenversicherung (IV) habe keinen 

Einfluss auf die Berechnung des IV-Grads des Unfallversicherers (UV).

4. In der Replik beantragte der Beschwerdeführer noch zusätzlich die 

Übernahme der Kosten für das Gutachten von Prof. … über Fr. 2'850.--durch 

die Vorinstanz. Der Beschwerdeführer fasste hauptsächlich das Gutachten 

vom 10.05.2010 zusammen, worin Prof. … ein HWS-Distorsionstrauma mit 

Schmerzen, muskuloskelettalen Zeichen und neurologischen Symptomen 

(abortives Horner-Syndrom, Anhidrose) entsprechend einem Schweregrad III 

laut Quebec Task Force (III von IV) diagnostiziert habe. Eine Verletzung der 

Ligamenta alaria sei nicht festgestellt worden. Die 

Funktionscomputertomographie habe eine Bewegungseinschränkung der 

HWS festgehalten und so die klinischen Befunde einer Störung der Rotation 

und Extension der HWS bestätigen können. Es seien keine krankhaften 

Befunde der HWS, aber degenerative Veränderungen auf der Höhe C5/6 

eruiert worden. Zur Beschwerdeantwort führte der Beschwerdeführer aus, 

dass die Fallhöhe des Zementsacks von geringer Relevanz sei, auch der Fall 

eines 50 kg schweren Zementsacks aus 2 m Höhe könne die Halswirbelsäule 

(HWS) schädigen. Die Aktenbeurteilung von Dr. … zur Teilruptur der 

Ligamenta alaria sei nicht mehr relevant. Mittels objektiver wissenschaftlicher 

Methoden hätten auch Jahre nach dem Unfall immer noch nicht 

manipulierbare Einschränkungen in der Beweglichkeit der HWS und 

eingeschränkte Muskelreflexe nachgewiesen werden können. Prof. … habe 

mittels anerkannter neurologischer Methoden eine Läsion im Bereich des 

rechten Sympathicus-Grenzstranges nachgewiesen und seine Ergebnisse 

seien kohärent mit jenen der Dres. ...

5. a) In ihrer Duplik beantragte die Vorinstanz die Sistierung des Verfahrens bis 

zum Vorliegen einer erneuten Beurteilung durch die SUVA-Abteilung 

Versicherungsmedizin. Diesem Antrag wurde von der Instruktionsrichterin 

stattgegeben. Zur Sache machte die Vorinstanz geltend, dass auch Prof. … – 

gleich wie zuvor Dr. … – von einem unzutreffenden Unfallablauf ausgehe. Er 

stelle als organische Befunde ein hängendes Augenlied (Ptosis) am rechten 

Auge sowie eine fehlende Schweisssekretion (Anhidrosis) an der rechten 

Stirnseite fest. Es handle sich dabei um einen neurologischen Ausfall, 

beruhend auf einer Verletzung des Sympathikus-Grenzstranges am Hals. Es 

sei äusserst zweifelhaft, dass es sich bei diesen Befunden um strukturelle 

Läsionen handle, die im Sinne der Rechtsprechung klar nachweisbar seien. 

Gemäss bisherigen neurologischen Untersuchungen sei ein unauffälliger 

Befund vorgelegen. Die Befunde von Prof. … seien neu, wobei die 

vorbehandelnden Ärzte zumindest das Augenliedleiden (Ptosis) festgestellt 

hätten, wenn ein solches denn bestanden hätte. Eine Unfallkausalität wäre zu 

verneinen. Selbst wenn unfallkausale organische Befunde bejaht würden, 

wäre eine Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Prof. … führe die 

Arbeitsunfähigkeit auf Störungen des muskuloskelettalen Systems zurück (S. 

11) und für diese bestehe gerade kein organisches Substrat, weshalb die 

dadurch bewirkte Arbeitsunfähigkeit – nur bei Bejahung der Adäquanz – eine 

Leistungspflicht auslöste.

b) Am 16.10.2010 wurde noch die neurologische Beurteilung des 

Versicherungsmediziners Dr. … vom 30.07.2010 eingereicht. Dieser 

beurteilte die isolierte Schweisssekretionsstörung als einzigen, möglichen 

organischen Gesundheitsschaden. Jener erstmals im April 2010 

beschriebene Befund wurde als nicht wahrscheinlich unfallkausal bezeichnet 

und selbst wenn eine überwiegende Wahrscheinlichkeit zum Unfall vom Mai 

2005 bejaht würde, wäre dadurch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

nicht beeinträchtigt.

c) In der Triplik reichte der Beschwerdeführer noch die Stellungnahmen von 

Prof. … vom 26.08.2010 und Dr. …  vom 25.09.2010 zur neurologischen 

Beurteilung von Dr. … vom Juli 2010 ein. Prof. … und Dr. … wurden dem 

Gericht zudem noch als sachverständige Zeugen offeriert.

6. Am 18.10.2010 verzichtete die Vorinstanz – bei Erneuerung des Antrages auf 

Abweisung der Beschwerde - auf die Einreichung einer Quadruplik. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne 

des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden 

kann. Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhangs genügt dabei für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs noch nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 123 V 138 Erw. 3a, 

119 V 138 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 Erw. 2.2.2 S. 235; 

SVR-Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV 

Erw. 3.1.1 S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).

b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 

125 V 461 Erw. 5a, 123 V 141 Erw. 3d, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a; 

SVR 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 125 V 462 Erw. 5c, 123 V 102 Erw. 3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 Erw. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 Erw. 2b S. 31). Zu ergänzen bleibt 

einzig noch, dass für die Fortsetzung der beantragten 

Versicherungsleistungen über das angefochtene Einstelldatum (per 

22.10.2008) hinaus beide Erfordernisse eines natürlichen sowie adäquaten 

Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein müssen. Scheitert der geltend 

gemachte Anspruch auch nur an einer dieser zwei Voraussetzungen, entfällt 

die Leistungspflicht aus UVG schon ohne die Prüfung des anderen Kriteriums.   

c) Eine Besonderheit der Überprüfung besteht bei natürlich unfallkausalen, 

jedoch organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der 

Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf 

auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien 

einzubeziehen (BGE 117 V 359 Erw. 6). Bei psychischen Fehlentwicklungen 

nach einem Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss 

psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa), während bei 

Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule 

(HWS) sowie bei Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen 

physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen 

auch:  BGE 134 V 112 Erw. 2.1, 127 V 102 Erw. 5b/bb).   

2. a) Vorliegend gilt es zum natürlichen Kausalzusammenhang aus ärztlicher Sicht 

festzustellen, dass eine medizinische Kontroverse über die 

Wissenschaftlichkeit der angewandten Abklärungsmethoden und die 

Nachweisbarkeit der geklagten organischen Beschwerden besteht. 

Unbestritten ist in der Praxis, dass es zur Beurteilung 

sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche verlässlicher 

medizinischer Entscheidungsgrundlagen bedarf. Wie die einzelnen 

Beweismittel zu würdigen sind, wurde in BGE 125 V 351 Erw. 3 S. 352 ff. 

exemplarisch festgelegt. Die Frage des Beweiswerts stellt sich indessen auch 

bei den anzuwendenden medizinisch-diagnostischen Methoden. Diese 

müssen wissenschaftlich anerkannt sein, damit der mit ihnen erhobene 

Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. Als 

wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, wenn sie von 

Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis 

anerkannt ist (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, U 160/98, Erw. 5 und 6 mit 

Hinweisen; BGE 134 V 109 Erw. 7.2 S. 119). Grundsätzlich gilt bei 

medizinischen Kontroversen und den diesbezüglichen Vorbringen der 

Parteien, dass das Gericht dazu nicht näher Stellung zu nehmen hat. Es ist 

nicht Sache des Sozialversicherungsgerichts, medizinisch-wissenschaftliche 

Dispute oder Streitgespräche zu klären; seine Aufgabe beschränkt sich 

darauf, die Unfallkausalität aufgrund der im konkreten Fall gegebenen 

Verhältnisse und unter Berücksichtigung der vorherrschenden medizinischen 

Lehrmeinung zu beurteilen (so: Bundesgerichtsurteile U 294/01 vom 

13.02.2003 Erw. 2.5.1 und U 4/00 vom 18.08.2000 Erw. 3c). Zunächst gilt es 

festzuhalten, dass der von Dr. … im Juni 2006 mittels funktioneller 

Magnetresonanztomographie (fMRI) festgestellte beidseitige Teilabriss der 

Ligamenta alaria nicht bestätigt wurde. Sowohl der Versicherungsmediziner 

Dr. … (Bericht vom 26.08.2008; vgl. Sachverhalt vorne Ziff. 1e) als auch der 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie Dr. … (Bericht vom 11.08.2006 samt 

Bilderdokumentation) verneinten die Existenz einer derartigen Verletzung. 

Eine organische Bewegungseinschränkung im Nacken liegt also nicht vor. 

Abgesehen davon ist die diagnostische Bedeutung der mittels fMRI 

erhobenen Befunde und deren Eignung für die Beurteilung der 

Unfallkausalität von Beschwerden nach HWS-Distorsionen in ärztlichen 

Fachkreisen umstritten (so Bundesgerichtsurteil 8C_152/2007 vom 

26.05.2008 Erw. 5.2). Dasselbe gilt für die von Dr. … angewandte Methode 

einer kinesiologischen Elektromyographie (EMG), wonach beim 

Beschwerdeführer Primärschäden - namentlich im Bereich der unteren HWS 

(C2-7) – ohne Zweifel hätten „objektiviert“ werden können. Wie das 

Verwaltungsgericht erst unlängst in einem anderen Fall (vgl. VGU S 09 94 

Erw. 1e) – unter Berufung auf die fachkundige Neurologin Dr. … –  bestätigte, 

handelt es sich bei der EMG-Methode nicht um eine wissenschaftlich 

anerkannte Methode, weshalb die darauf beruhenden Ergebnisse auch nicht 

juristisch verwertbar sind. Hinzu kommt, dass diese Methode (EMG) 

unbestritten gerade nicht dem Nachweis struktureller, sondern bloss 

funktioneller Defizite dient. Aus diesem Grund besteht auch kein Anlass zur 

Einholung eines Grundsatzgutachtens zur Methode EMG von Dr. …, da 

davon mangels Aussagekraft über strukturelle Schäden auch kaum 

abschliessende Ergebnisse zu erwarten wären (BGE 124 V 90 Erw. 4b S. 94, 

122 V 157 Erw. 1d S. 162). Im Weiteren kann auf die vom Beschwerdeführer 

beantragten Zeugenbefragungen des Dr. … (Universitätsklinik Ulm) und Dr. 

… (Radiologiezentrum Karlsruhe) verzichtet werden, da diese nur ihre bereits 

schriftlich in ihren Gutachten festgehaltenen Aussagen wiederholen und somit 

bestätigen würden.

b) In Würdigung aller eingangs im Sachverhalt erwähnten Arzt- und 

Klinikberichte (Mai 2005 bis Herbst 2010) ist das Gericht zur Überzeugung 

gelangt, dass hier im Wesentlichen auf die neurologische 

Abschlussbeurteilung des Versicherungsmediziners Dr. … vom 30.07.2010 

abgestellt werden kann, wonach keine organische Gesundheitsstörung als 

Unfallfolge vorliegt. Er verneinte darin auch einen 

Unfallkausalzusammenhang zu den erstmals von Prof. Dr. … im Gutachten 

vom 10.05.2010 diagnostizierten, neu ab April 2010 aufgetretenen 

organischen Beschwerden (wie Schweisssekretionsstörungen im Bereich der 

rechten Stirn mit Verengung des rechten Augenliedes [sog. Ptosis/Ptose]; mit 

Horner-Syndrom [spezifische Form einer Nervenschädigung]) und eine 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch diese zusätzlichen Augenlied-

/Nerven-//Kopfleiden. Echtzeitlich als auch zuvor in den Jahren nach dem 

Unfall seien beim Versicherten nie irgendwelche Hinweise auf organische 

oder strukturelle Schädigungen des peripheren oder zentralen 

Nervensystems beschrieben worden. Wie bereits in seiner Beurteilung (Dr. 

…) vom 26.08. 2008 erkannt, seien nie objektivierbare oder reproduzierbare 

neurologische Ausfälle festgestellt worden, die in einen wahrscheinlichen 

Kausalzusammenhang mit dem Zementsackunfall vom 31.05.2005 gestellt 

werden könnten. Diese fundierten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen des 

Neurologen und erfahrenen Versicherungsspezialisten Dr. … sind für das 

Gericht nachvollziehbar, einleuchtend, vollständig, widerspruchsfrei und 

schlüssig. Die von Prof. Dr. … erst neu ab April 2010 festgestellten 

organischen Befunde (Schweissausbrüche/Augenlied/Nervenleiden) wären 

den anderen Ärzten sicherlich nicht entgangen, wenn sie bereits kurz nach 

dem Unfall im Mai 2005 vorhanden gewesen wären. Die Unfallkausalität 

dieser Befunde ist deshalb klar zu verneinen.  Daran vermag weder die in der 

Triplik nachgereichte Stellungnahme von Prof. Dr. … vom 26.08.2010 noch 

diejenige von Dr. … vom 25.09.2010 etwas zu ändern, da sich Ersterer bloss 

über die Wissenschaftlichkeit und Qualität der radiologischen Abklärungen 

der Dres. … äusserte, die Frage der Eignung der von diesen angewandten 

Methoden (EMG; Funktions-CT) zum Nachweis unfallbedingter, struktureller 

Befunde jedoch unbeantwortet blieb. Zweitgenannter (Dr. …) stütze sich 

sodann erneut auf die wissenschaftlich nicht anerkannte Methode (EMG) ab. 

Er hielt dazu fest, dass man feststellen müsse, dass die Medizin einfach [noch] 

nicht weit genug sei, um jede Störung zu diagnostizieren; dafür sei die HWS-

Distorsion nicht das einzige Beispiel. Hinzu kommt, dass sich Dr. … zuvor 

(27.04.2009) teils auf unzutreffende Annahmen abstützte, ging er doch (wie 

vom Beschwerdeführer behauptet) unkritisch von einer Fallhöhe des 

Zementsacks von 3.6 m aus, was sich in Anbetracht des Abklärungsberichts 

der Klinik … vom 30.06.2006 (hier Fallhöhe „etwa 2 m“) sowie der eigenen 

Darstellung des Unfallhergangs bzw. seiner Ehefrau vom 28.06.2005 sowie 

der eigenen Körpergrösse von 1.75 m (SUVA-Bericht vom 04.08.2005) jedoch 

als falsch herausgestellt hat. Dr. … ging daher zumindest teilweise von 

unzutreffenden Annahmen bei seiner Beurteilung aus. Im Weiteren werden 

die Einschätzungen von Dr. … auch durch die sorgfältigen und detaillierten 

Abklärungen von Dr. … im Gutachten vom 11.08.2006 widerlegt, welcher dem 

Beschwerdeführer ein bedeutend geringes Schmerzniveau im Nacken [bloss 

Stufe 4-5; nicht 10] und keine Teilruptur der Ligamenta alaria diagnostiziert 

hatte. Daran vermag die Beurteilung von Dr. … (Funktions-CT) vom 

17.03.2009 ebenfalls nichts zu ändern, hielt er darin am Ende doch noch 

selber fest, dass der radiologische Nachweis von Funktionsstörungen für sich 

alleine noch keinen Beweis für die Kausalität einer 

Beschleunigungsverletzung der HWS oder für posttraumatische Schmerzen 

darstelle. Daraus ergibt sich im Resultat, dass die Vorinstanz zu Recht davon 

ausging, dass weder organische noch strukturell fassbare Kopf-, Nacken- 

oder Rückenbeschwerden unfallkausal seit Herbst 2008 vorgelegen haben. 

Es fehlt demnach im konkreten Fall bereits an der ersten 

Leistungsvoraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs für 

fortgesetzte UVG-Leistungen.

3. Zum adäquaten Kausalzusammenhang gilt es festzuhalten, dass die Ad-

äquanz nur im Einspracheverfahren, nicht aber im Beschwerdeverfahren 

mehr ein Thema war und somit auch nicht mehr Gegenstand dieses 

Verfahrens sein kann. Der Vollständigkeit halber sei aber trotzdem kurz 

Stellung genommen. Die Vorinstanz hat hier für die Prüfung der Adäquanz mit 

Grund auf die dazu entwickelten Kriterien nach BGE 117 V 359 bzw. in 

revidierter Fassung laut BGE 134 V 109 (sog. Schleudertrauma-Praxis) 

abgestellt. Mit zutreffender Begründung (vgl. dazu Aufzählung und 

Kommentierung im angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. 01.2010 

Erw. 4b, c und d, S. 5-6) legte die Vorinstanz dar, weshalb der 

Zementsackunfall vom 31.05.2005 höchstens als mittelschwerer Unfall im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizieren ist und die für die 

Bejahung der Adäquanz erforderlichen Kriterien weder in gehäufter 

(mindestens vier Kriterien: vgl. Urteil 8C_421/2009 vom 02.10.2009 mit 

Hinweisen) noch eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind. 

4. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27.01.2010 erweist sich folglich 

als rechtens und verhältnismässig, was zu seiner Bestätigung und zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde vom 16.02.2010 führt. 

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin (Vorinstanz) steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

c) Soweit der Beschwerdeführer in der Replik noch zusätzlich die Übernahme 

der Kosten für das Gutachten von Prof. … über Fr. 2'850.-- durch die 

Vorinstanz beantragte, gilt es – unter Verweis auf die oben unter Erwägung 

2b gemachten Ausführungen zum (fehlenden) Beweiswert dieses Gutachtens 

für die Unfallkausalität – festzuhalten, dass jene Expertise für die vorliegende 

Streitentscheidung nicht massgeblich und daher entbehrlich war, womit die 

entstandenen Vergütungskosten vom Beschwerdeführer als Auftraggeber 

des Gutachtens selbst zu bezahlen sind (vgl. SVR-Rechtsprechung 2/2011 IV 

Nr. 13; Ueli Kieser, Kommentar zum ATSG, Zürich 2009, Rz. 113 zu Art. 61, 

mit weiteren Hinweisen).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

Dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde noch hängig.