# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17f42f9a-5ecc-5ea8-9de1-149963e61f2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 30.04.2013 B 2012/196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-196_2013-04-30.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/196

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 30.04.2013

Entscheiddatum: 30.04.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 30.04.2013
Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Art. 8 Ziff. 1 EMRK 
(SR 0.101), Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE 
(SR 142.201). Umstände, die darauf schliessen lassen, dass der Ausländer 
weder willens noch in der Lage ist, sich in die hier geltende Ordnung 
einzufügen und ein Leben zu führen, das zu keinen Klagen Anlass gibt. Ein 
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung setzt nicht voraus, 
dass der Ausländer wegen Täterschaft oder Mittäterschaft verurteilt worden 
ist (Verwaltungsgericht, B 2012/196).

Urteil vom 30. April 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, Dr. B. 

Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiberin lic. iur. R. 

Haltinner-Schillig

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Bruno Bauer, Kreuzackerstrasse 9, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 

St. Gallen,Vorinstanz,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., geboren am 00. Januar 1967, serbischer Staatsangehöriger, reiste am 6. März 

1994 als Saisonnier in die Schweiz ein und verfügt seit dem 16. Mai 2000 über die 

Niederlassungsbewilligung. Er ist mit S.Y., geboren am 00. August 1968, verheiratet. 

Das Ehepaar hat zwei Kinder: F.Y., geboren am 00. Mai 1992, und V.Y., geboren am 

00. September 1993. Auch S.Y., F.Y. und V.Y. verfügen über die 

Niederlassungsbewilligung.

B./ X.Y. wurde wie folgt verurteilt:

1)  Urteil des Kreisgerichtes Rheintal vom 8. April 2008:

Verurteilung wegen Gehilfenschaft zur versuchten und vollendeten Brandstiftung, zu 

mehrfachem Hausfriedensbruch und zur Sachbeschädigung zu einer unter Ansetzung 

einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 12 

Monaten;

2)  Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 13. Mai 2011:

Verurteilung wegen mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz (SR 514.54; 

abgekürzt WG) durch unrechtmässigen Besitz von Waffen, Übertretung des WG durch 

unsorgfältiges Aufbewahren einer Waffe und Nichtanzeigen eines Fundes zu einer unter 

Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90 

Tagessätzen à je Fr. 90.-- und zu einer Busse von Fr. 500.--;

3)  Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 15. Juni 2011:

Verurteilung wegen mehrfacher Übertretung gegen das Gastwirtschaftsgesetz (sGS 

553.1; abgekürzt GWG) durch Missachtung der Pflichten als Patentinhaber zu einer 

Busse von Fr. 500.--.

Nach der ersten Verurteilung drohte das Ausländeramt (heute: Migrationsamt) X.Y. mit 

Verfügung vom 29. Oktober 2008 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung an 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. 113-117 des Migrationsamtes). Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

ausgeführt, er habe den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 

über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) gesetzt.

C./ Am 17. Oktober 2011 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung 

von X.Y., nachdem ihm das rechtliche Gehör gewährt worden war. Es wurde 

angeordnet, X.Y. habe die Schweiz bis spätestens 5. Januar 2012 zu verlassen. Aus 

Sicht des Migrationsamtes stand fest, dass der Ausländer durch sein Verhalten das 

Gastrecht in der Schweiz in schwerwiegender Weise missbraucht und die 

Widerrufsgründe nach Art. 63 Abs. 1 lit. a und lit. b AuG gesetzt hatte.

D./ Am 2. November 2011 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno 

Bauer, St. Gallen, gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 17. Oktober 2011 

Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Er beantragte, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen 

(Ziff. 1), und er sei zu verwarnen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 

8. März 2012 stellte das Migrationsamt dem Sicherheits- und Justizdepartement einen 

Auszug aus dem Amtsblatt vom 5. März 2012 betreffend die Eröffnung und die 

Einstellung des Konkursverfahrens der I. GmbH, R., zu, deren einziger Gesellschafter 

und Geschäftsführer X.Y. war, ebenso wie den entsprechenden Internet-Auszug aus 

dem Handelsregister (act. 7 der Vorinstanz). In der Folge ersuchte dieses das 

Untersuchungsamt Altstätten und das Betreibungsamt R. um Auskunft im 

Zusammenhang mit X.Y. Am 24. August 2012 wurde der Rekurs abgewiesen und das 

Migrationsamt wurde eingeladen, X.Y. eine neue Frist zur Ausreise zu setzen.

E./ Am 11. September 2012 erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht und beantragte, die Entscheide der Vorinstanzen seien aufzuheben 

(Ziff. 1), und die Niederlassungsbewilligung sei ihm zu belassen (Ziff. 2). Am 8. Oktober 

2012 verzichtete das Sicherheits- und Justizdepartement auf eine Stellungnahme und 

beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Am 13. Dezember 2012 teilte das 

Migrationsamt mit, gegen X.Y. sei ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet 

worden, und am 23. Januar 2013 wurde ein Strafbefehl des Untersuchungsamtes 

Altstätten vom 11. Dezember 2012 eingereicht. Darin wird X.Y. der mehrfachen 

Übertretung des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (SR 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

831.10, abgekürzt AHVG) durch Verletzung der Auskunftspflicht gemäss Art. 88 AHVG 

schuldig erklärt und mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft. Diese Unterlagen wurden 

dem Rechtsvertreter von X.Y. zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 29. April 2013 teilte 

das Migrationsamt mit, X.Y. sei für die Zeit vom 1. bis 31. Mai 2013 ein Rückreisevisum 

ausgestellt worden.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Der Beschwerdeführer macht geltend, im Gegensatz zur Annahme der Vorinstanz 

habe er den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG nicht gesetzt.

2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen 

werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat 

oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Nach Art. 

80 Abs. 1 lit. a der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 

142.201, abgekürzt VZAE) liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung unter anderem bei der Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und 

behördlichen Verfügungen vor. Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und 

Ordnung im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist auszugehen, wenn konkrete 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE).

Eine Person verstösst in der Regel dann in schwerwiegender Weise gegen die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung, wenn durch ihre Handlungen besonders 

hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische und sexuelle 

Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet werden. Vergleichsweise weniger 

gravierende Pflichtverletzungen können beispielsweise dann als schwerwiegend 

bezeichnet werden, wenn sich eine ausländische Person von strafrechtlichen 

Massnahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch künftig weder 

gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3 mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hinweis auf BBl 2002 3709 zu Art. 62 AuG). Ob der Ausländer willens und in der Lage 

ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen, kann nur anhand einer 

Gesamtbetrachtung seines Verhaltens beurteilt werden. Hieraus folgert das 

Bundesgericht, dass auch eine Summierung von Verstössen, die für sich allein 

genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen Bewilligungsentzug 

rechtfertigen könne; sogar das Bestehen privatrechtlicher Schulden könne 

gegebenenfalls einen schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung darstellen, wenn die Verschuldung mutwillig erfolgt sei (BGE 137 II 304 E. 

3.3).

2.2. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, der Beschwerdeführer habe im Sinn von 

Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit 

und Ordnung in der Schweiz verstossen, weil er innerhalb von vier Jahren wiederholt 

straffällig geworden sei und weil er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht 

nachkomme. Auch hätten ihn verwaltungs- und strafrechtliche Massnahmen 

unbeeindruckt gelassen.

2.2.1. Der angefochtene Entscheid wird vorab damit begründet, als Inhaber des 

Restaurants "P." in R. habe der Beschwerdeführer im Jahr 2006 Kundschaft und 

Umsatz an das in der Nähe gelegene Restaurant "A." verloren, worauf er sich darüber 

bei seinem Neffen M.Y. beklagt habe. Zu Beginn des Jahres 2007 habe letzterer 

vorgeschlagen, das "A." durch Brandstiftung auszuschalten. In der Folge habe sich der 

Beschwerdeführer insofern an einem Brandstiftungsversuch vom 29. März 2007 und 

einer vollendeten Brandstiftung vom 1. April 2007 beteiligt, als er sowohl die 

Brandstiftungen als auch den damit zusammenhängenden mehrfachen 

Hausfriedensbruch und die Sachbeschädigung in Gehilfenschaft geduldet habe. Aus 

diesem Grund sei er vom Kreisgericht Rheintal am 8. April 2008 zu einer unter 

Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe 

von 12 Monaten verurteilt worden (act. 75-99 des Migrationsamtes).

Der Beschwerdeführer wendet in diesem Zusammenhang ein, die Vorinstanz habe dem 

Umstand zu wenig Rechnung getragen, dass er es lediglich unterlassen habe, seinen 

Neffen von diesen Taten abzuhalten, weshalb er nur wegen Gehilfenschaft verurteilt 

worden sei. Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG verlange aber ein "aktives Tun", weshalb ihm nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorgeworfen werden könne, er habe gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

verstossen. Unter den gegebenen Umständen sei es daher gerechtfertigt, lediglich auf 

das Urteilsdispositiv vom 8. April 2008 abzustellen und nicht auch auf die Begründung.

Abgesehen davon, dass ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

nicht voraussetzt, dass der Ausländer wegen Täterschaft oder Mittäterschaft verurteilt 

worden ist, hat sich die Behörde mit den Erwägungen des Strafrichters und dessen 

Würdigung des Verschuldens auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen 

Gefahrenprognose gelangen zu können (Nägeli/Schoch, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/

Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 22.188). Das Kreisgericht Rheintal hat 

erwogen, es gebe durchaus Indizien, die für eine weitergehende Tatbeteiligung des 

Beschwerdeführers sprechen würden als blosses Dulden, zumal er, soweit ersichtlich, 

der einzige Profiteur der Aktion gewesen sei. Dazu würden die intensiven Kontakte 

zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Neffen in der Phase vor, während und 

nach der versuchten bzw. vollendeten Brandstiftung gehören, ebenso wie sein 

(anfängliches) Aussageverhalten und der offensichtliche Versuch des Neffen, den 

Beschwerdeführer nicht allzusehr zu belasten. Schliesslich müsse sich der 

Beschwerdeführer auch entgegenhalten lassen, dass er, obschon er hätte erkennen 

können, dass sein Neffe das Vorhaben aufgegeben hätte, wenn von ihm, seinem Onkel 

ein "Nein" gekommen wäre, keine Einwendungen erhoben habe (act. 83 des 

Migrationsamtes). Im Zusammenhang mit der Strafzumessung hat das Gericht 

wiederum ausgeführt, soweit ersichtlich sei der Beschwerdeführer der einzige Profiteur 

einer Aktion gewesen, die das Vermögen Mehrerer erheblich geschädigt habe. Es 

möge zwar zutreffen, dass ihn der stetig sinkende Umsatz des "P." beunruhigt und ihm 

das Gefühl gegeben habe, gegen den schlechten Geschäftsgang etwas unternehmen 

zu müssen. Das Verschulden könne aber nicht mehr als leicht angesehen werden, 

wenn das Konkurrenzunternehmen mittels Brandstiftung ausgeschaltet werden solle 

(act. 82 des Migrationsamtes). Das strafrechtlich relevante Verhalten des 

Beschwerdeführers mit dem Zweck, den Betrieb eines unliebsamen geschäftlichen 

Gegenspielers aus dem Weg zu räumen, stellt somit zweifellos einen Verstoss gegen 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar.

2.2.2. In Betracht fällt weiter, dass sowohl die Untersuchungshaft im September 2007 

als auch die Androhung des Migrationsamtes vom 29. Oktober 2008, bei erneutem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fehlverhalten werde ihm die Niederlassungsbewilligung entzogen, den 

Beschwerdeführer offensichtlich unbeeindruckt liessen. In der Folge ist er erneut 

straffällig geworden. Anlässlich einer Hausdurchsuchung, die am 29. März 2011 im 

Restaurant "M." in S., das der Beschwerdeführer damals als Patentinhaber führte, im 

Zusammenhang mit dem Verdacht auf Förderung der Prostitution durchgeführt wurde, 

wurden im Servicebuffet zwei Teleskopschlagstöcke, ein verbotenes Messer mit einer 

einhändig mechanisch auslösbaren Klinge und ein (nicht illegaler) Pfefferspray 

sichergestellt. In zum Restaurant gehörenden Räumlichkeiten - im Schlafzimmer unter 

dem Bett - fanden die Polizeibeamten sodann einen Revolver der Marke Rossi vor, der 

mit sechs Patronen geladen war. Beim Revolver lag zudem eine Munitionsschachtel mit 

44 Patronen (act. 171 des Migrationsamtes). Dies alles hatte eine Verurteilung des 

Beschwerdeführers wegen mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz (SR 

514.54) zur Folge. Er wurde mit einer unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren 

bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90 Tagesansätzen à je Fr. 90.-- und mit einer 

Busse von Fr. 500.-- bestraft. Die Pistole, das Messer und die Schlagstöcke wurden 

vernichtet (act. 166-171 des Migrationsamtes). Sodann führte das Verhalten des 

Beschwerdeführers am 15. Juni 2011 zu einer Verurteilung wegen mehrfacher 

Übertretung von Vorschriften des Gastwirtschaftsgesetzes (sGS 553.1) zufolge 

Missachtung von Pflichten als Patentinhaber. Er wurde deswegen mit einer Busse von 

Fr. 500.-- bestraft (act.172-174 des Migrationsamtes).

Aus Sicht des Beschwerdeführers sind die Vorkommnisse, die diesen Urteilen 

zugrunde liegen, zwar nicht zu beschönigen, stellen aber für sich allein keinen 

schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar.

Die Frage, ob dies zutrifft, kann offen bleiben, zumal die gesamten Umstände darauf 

schliessen lassen, der Beschwerdeführer sei weder willens noch in der Lage, sich in die 

hier geltende Ordnung einzufügen und ein Leben zu führen, das zu keinen Klagen 

Anlass gibt. Dafür spricht auch, dass der Beschwerdeführer während der Dauer des 

Beschwerdeverfahrens mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 11. 

Dezember 2012 wegen Verletzung der Auskunftspflicht der mehrfachen Übertretung 

gegen das AHVG schuldig erklärt und zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt worden 

ist. Dem Beschwerdeführer wird zur Last gelegt, er habe Lohnunterlagen für das Jahr 

2011 für das Restaurant "M." und Lohnunterlagen für die Jahre 2011 und 2012 für die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

I. GmbH nicht fristgerecht eingereicht. Nach den unbestritten gebliebenen 

Feststellungen der Vorinstanz bestehen gegen den Beschwerdeführer zudem offene 

Betreibungen im Betrag von Fr. 142'011.--. Diese haben sich innerhalb eines knappen 

Jahres fast verdoppelt (act. 11 der Vorinstanz, act. 176 des Migrationsamtes). Der 

Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang zwar geltend, wenn er die 

Schweiz verlassen müsse, sei es ihm nicht mehr möglich, Schulden abzutragen. 

Abgesehen davon, dass dieser Umstand nicht geeignet ist, den Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig erscheinen zu lassen, bezahlte er 

gemäss Schreiben des Betreibungsamtes R. vom 2. Juli 2012 bis zu diesem Zeitpunkt 

monatlich jeweils lediglich Fr. 600.-- bis Fr. 1'000.-- ab (act. 11 der Vorinstanz). Hinzu 

kommt, dass über die I. GmbH, deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der 

Beschwerdeführer war, der Konkurs eröffnet und dieser mangels Aktiven am 

23. Februar 2012 eingestellt worden ist (act. 7 der Vorinstanz). Offen ist zudem, ob der 

Beschwerdeführer zur Zeit einer Erwerbstätigkeit nachgeht bzw. wie er seinen 

Lebensunterhalt bestreitet.

2.3. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Rüge, die Vorinstanz habe zu 

Unrecht angenommen, der Beschwerdeführer habe den Widerrufsgrund nach Art. 63 

Abs. 1 lit. b AuG gesetzt, unbegründet ist.

3. Der Beschwerdeführer begründet seinen Standpunkt weiter damit, der angefochtene 

Entscheid sei unverhältnismässig, weil er seit 18 Jahren in der Schweiz lebe und 

während langer Zeit ein unbescholtenes Leben geführt habe. Sodann erweise sich die 

Ausweisung aus der Schweiz aufgrund der Familienstruktur als unzumutbar. Auch 

wenn die beiden Kinder volljährig seien, würden sie der Betreuung durch den Vater 

bedürfen. Die Ehefrau und Mutter sei nicht in der Lage, ihn diesbezüglich zu ersetzen.

3.1. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde einen gewissen 

Ermessenspielraum. Der Widerrruf der Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen, 

wenn er bei sorgfältiger Abwägung der sich widersprechenden Interessen 

verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101). Dabei 

berücksichtigen die Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und 

die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration, wobei namentlich die 

Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ausländer und seiner Familie drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGer 

2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 4.3). Ausschlaggebend ist die 

Verhältnismässigkeit der Massnahme im Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die 

gesamten wesentlichen Umstände geprüft werden muss (BGer 2C_733/2012 vom 24. 

Januar 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 135 II 112 E. 2.1; BGer 160/2009 vom 1. Juli 

2009 E. 3.1, BGer 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2).

3.2. Das durch Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, 

abgekürzt EMRK) geschützte Familienleben beschränkt sich in erster Linie auf die 

Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern 

(BGE 135 I 146 E. 1.3.2, 129 II 11 E. 2). Neben der eigentlichen Kernfamilie werden 

auch weitere familiäre Verhältnisse erfasst, sofern eine genügend nahe, echte und 

tatsächlich gelebte Beziehung besteht (BGE 135 I 148 E. 3.1).

Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt nicht 

absolut. Gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte 

Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen 

Gesellschaft für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl 

des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum 

Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten 

anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt eine Abwägung der sich 

gegenüberstehenden Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen 

Interessen an deren Verweigerung, wobei letztere in dem Sinn überwiegen müssen, 

dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 147 E. 2.1 mit Hinweisen). Bei 

der Interessenabwägung sind insbesondere die Schwere des begangenen Delikts, der 

seit der Tat vergangene Zeitraum und das Verhalten der ausländischen Person 

während dieser Periode zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch die Qualität der 

sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen zum Gast- bzw. zum Heimatland 

(BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4 mit Hinweis auf BGE 2C_711/2011 

vom 27. März 2012 E. 4.2). Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des 

Verschuldens ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 129 II 216 E. 3.1).

3.3. Was das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 

Schweiz anbetrifft, fällt in Betracht, dass sein strafrechtliches Verhalten in 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausländerrechtlicher Hinsicht schwer wiegt, auch wenn er während langer Zeit in der 

Schweiz strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten ist. In den letzten Jahren ist der 

Beschwerdeführer dann aber mehrmals straffällig geworden, wobei seine Absicht, 

einen unliebsamen Konkurrenten durch Brandstiftung ausschalten zu lassen, in 

höchstem Mass verwerflich erscheint. In Betracht fällt weiter, dass der 

Beschwerdeführer in hohem Mass verschuldet ist. Aufgrund der gesamten Umstände 

kann ihm bezüglich seines Verhaltens im Hinblick auf Verletzungen der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung keine gute Prognose gestellt werden.

Bei der Würdigung der privaten Interessen des Beschwerdeführers fällt zu seinen 

Gunsten in Betracht, dass er sich seit rund 18 Jahren in der Schweiz aufhält, wenn 

auch vorerst als Saisonnier. Der Beschwerdeführer macht aber nicht geltend, und es 

bestehen auch keine Anhaltspunkte, dass er sich hier in sozialer und beruflicher 

Hinsicht besonders gut integriert haben könnte. Aus den Akten geht hervor, dass sich 

der Beschwerdeführer im Kreis von Landsleuten bewegt. Wie ausgeführt (vgl. Ziff. 

2.2.2), ist zudem offen, wie er seinen Lebensunterhalt zur Zeit bestreitet. In Betracht 

fällt weiter, dass die Kinder des Beschwerdeführers volljährig sind. F.Y. ist rund 21, 

V.Y. rund 20 Jahre alt. Als junge Erwachsene sind sie auf eine enge persönliche 

Betreuung durch den Beschwerdeführer nicht mehr angewiesen. Zu berücksichtigen ist 

auch, dass der Beschwerdeführer mit S.Y., die ebenfalls aus Serbien stammt und die er 

in die Schweiz nachgezogen hat, verheiratet ist. Allerdings hat er eine Freundin, die 

nicht in der Schweiz wohnhaft ist (act. 128-132 und act. 144 des Migrationsamtes). 

Fraglich ist deshalb, inwieweit die eheliche Gemeinschaft noch gelebt wird. Hinzu 

kommt, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers wie die Kinder über eine 

Niederlassungsbewilligung verfügt, weshalb sie die Schweiz nicht verlassen muss. Es 

ist dem Beschwerdeführer und seinen Familienangehörigen deshalb zumutbar, den 

Kontakt mittels Besuchen, Briefen oder via Internet und Telefongespräche zu pflegen. 

Unbestritten geblieben ist sodann, dass der Beschwerdeführer über enge Beziehungen 

zu seinem Herkunftsland verfügt, wo Verwandte leben. Es kann davon ausgegangen 

werden, dass er mit den dort herrschenden Verhältnissen nach wie vor vertraut ist und 

die Sprache des Herkunftslandes spricht. Somit ist es ihm in Anbetracht aller 

Umstände zumutbar, in sein Herkunftsland zurückzukehren. Die damit verbundenen 

Nachteile, insbesondere die allfällige Trennung von in der Schweiz zurückbleibenden 

Familienangehörigen, hat er sich durch sein Verhalten selbst zuzuschreiben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2./  Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                             Die Gerichtsschreiberin:

lic.iur. Beda Eugster                    lic.iur. Regula Haltinner-Schillig

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, 9000 St. Gallen)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 30.04.2013
	Ausländerrecht, Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Art. 8 Ziff. 1 EMRK (SR 0.101), Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20), Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE (SR 142.201). Umstände, die darauf schliessen lassen, dass der Ausländer weder willens noch in der Lage ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen und ein Leben zu führen, das zu keinen Klagen Anlass gibt. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung setzt nicht voraus, dass der Ausländer wegen Täterschaft oder Mittäterschaft verurteilt worden ist (Verwaltungsgericht, B 2012/196).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:46:20+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen