# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f15b8b14-bba7-589f-a414-b9a8824e0613
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2024 F-2096/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2096-2024_2024-04-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2096/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; 

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
Gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); 

Verfügung des SEM vom 27. März 2024 / (…). 

 

 

 

F-2096/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) geborene Beschwerdeführer ist georgischer Staatsangehöri-

ger. Am 15. Februar 2024 ersuchte er in der Schweiz um Asyl (Akten der 

Vorinstanz [SEM-act.] 1/2 und 2/2). Ein Abgleich mit der europäischen Fin-

gerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er bereits 

zuvor am 18. Mai 2021 und 10. Mai 2022 in Belgien sowie zuletzt am 

10. Juni 2022 in Frankreich Asylanträge gestellt hatte (SEM-act. 7/1). Am 

21. Februar 2024 bevollmächtigte er die ihm zugewiesene Rechtsvertre-

tung (SEM-act. 10/1). 

B.  

Am 27. Februar 2024 gewährte ihm die Vorinstanz in Anwesenheit seiner 

Rechtsvertretung im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

das rechtliche Gehör (SEM-act. 12/3) zur möglichen Zuständigkeit Frank-

reichs oder Belgiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens, zu dem beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung 

in einen dieser Dublin-Mitgliedstaaten sowie zu seinem Gesundheitszu-

stand (nachfolgend: Dublin-Gespräch). 

C.  

Im Anschluss ersuchte die Vorinstanz noch gleichentags die französischen 

Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO (SEM-act. 14/5).  

Die französischen Behörden lehnten das Ersuchen am 12. März 2024 ab 

(SEM-act. 16/1). Am 13. März 2024 ersuchte die Vorinstanz die französi-

schen Behörden im Rahmen eines Remonstrationsverfahrens um neuerli-

che Prüfung ihrer Zuständigkeit (SEM-act. 17/2). Dem entsprachen die 

französischen Behörden und hiessen das Ersuchen um Wiederaufnahme 

sodann am 26. März 2024 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO 

gut (SEM-act. 21/2). 

D.  

Mit Verfügung vom 27. März 2024, eröffnet am darauffolgenden Tag, trat 

die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

F-2096/2024 

Seite 3 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Weg-

weisung aus der Schweiz nach Frankreich an und forderte ihn auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Beschwerde von 

Gesetzes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den 

Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung (SEM-act. 28/12). 

E.  

Am 28. März 2024 teilte die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers der 

Vorinstanz die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit (SEM-act. 30/1). 

F.  

Mit Eingabe vom 4. April 2024 gelangte der Beschwerdeführer gegen die 

Verfügung vom 27. März 2024 an das Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei 

anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststel-

lung des Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung 

zu gewähren. Weiter beantragt er, die Vorinstanz und die Vollzugsbehör-

den seien im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzu-

weisen, bis zum Entscheid über diese Beschwerde von jeglichen Vollzugs-

handlungen abzusehen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten 

und es sei eine amtliche Rechtsbeiständin / ein amtlicher Rechtsbeistand 

einzusetzen (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

G.  

Am 8. April 2024 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisorischen 

Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

H.  

Mit Eingabe vom 11. April 2024 übersandte der Beschwerdeführer einen 

medizinischen Bericht eines französischen Arztes vom 10. Oktober 2023 

(BVGer-act. 5). 

  

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie auch 

vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwer-

deführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG).  

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

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Seite 5 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

3.3 Im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie 

es in casu vorliegt – findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-

prüfung nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenann-

ten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8-15 

Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge 

(Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-

VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der 

Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, aus-

zugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

3.4 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechte-

charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-

stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. 

Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der 

Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-

gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

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Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

3.6 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann das SEM das Asylgesuch «aus humanitären 

Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein 

anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem SEM 

Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Ermessen 

nicht an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in fine).  

4.  

4.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Euro-

dac-Datenbank ergab, dass dieser vor seiner Einreise in die Schweiz am 

10. Juni 2022 in Frankreich um Asyl nachgesucht hatte (SEM-act. 7/1). 

Dies bestätigte der Beschwerdeführer im Rahmen des Dublin-Gesprächs 

und gab darüber hinaus an, in Frankreich einen negativen Entscheid erhal-

ten zu haben. Des Weiteren gab er an, dass er sich von seiner dortigen 

Asylantragstellung am 10. Juni 2022 bis zur direkten Weiterreise in die 

Schweiz ununterbrochen in Frankreich aufgehalten habe (SEM-act. 12/3). 

Die Vorinstanz ersuchte daraufhin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-

III-VO die französischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerde-

führers. Nachdem sie diese zunächst verweigert hatten (SEM-act. 16/1), 

stimmten sie dem Ersuchen um Wiederaufnahme nach Remonstration der 

Vorinstanz (SEM-act. 17/2) am 26. März 2024 zu (SEM-act. 21/2). 

4.2 Die grundsätzliche Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist somit gegeben. Es liegen auch keine 

Anhaltspunkte dafür vor, dass die Zuständigkeit Frankreichs erloschen sein 

könnte. Insbesondere ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerde-

führer – entsprechend seiner Angaben im Dublin-Gespräch (SEM-

act. 12/3) – bis zu seiner direkten Weiterreise in die Schweiz ununterbro-

chen in Frankreich aufgehalten hat.  

5.  

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist das 

Asylverfahren in Frankreich keine systemischen Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer  

F-6666/2023 vom 11. Dezember 2023 E. 6 m.w.H.). Dies stellt der Be-

schwerdeführer nicht in Frage, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen. 

Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

nicht gerechtfertigt. 

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6.  

6.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass Frankreich ihm kein Asyl 

gewähre und er dort auf der Strasse leben müsse, da er keine Unterkunft 

erhalte. Aufgrund seiner akuten Lebererkrankung, die kompliziert sei und 

tödlich enden könne, sei ihm ein Leben auf der Strasse nicht zumutbar. 

Dies werde durch den als Beilage 1 eingereichten medizinischen Bericht 

von Dr. C._______ vom 10. Oktober 2023 (BVGer-act. 5) bestätigt. 

6.3 Frankreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nach. Ausserdem wird Frankreich durch die Richtlinien des Euro-

päischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu 

gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des inter-

nationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. 

Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die 

internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebunden. 

6.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Frankreich 

seinen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 

Personen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbe-

sondere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Ver-

fahrens- und der Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann zwar 

im Einzelfall widerlegt werden; hierfür bedarf es aber konkreter und 

ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzutun 

sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer F-651/2023 vom 

17. Februar 2023 E. 8.2). 

6.5 Der Beschwerdeführer hat keine konkreten und ernsthaften Hinweise 

für die Annahme dargetan, Frankreich würde ihm dauerhaft die ihm ge-

mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen, 

beispielsweise eine menschenwürdige Notversorgung vorenthalten (vgl. 

dazu auch Urteil des BVGer F-5189/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 5.3). 

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Im Übrigen ist davon auszugehen, dass er sich bei einer vorübergehenden 

Einschränkung nötigenfalls an die französischen Behörden wenden und 

die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfor-

dern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Seine Befürchtung, bei einer 

Rückkehr nach Frankreich ohne Unterkunft dazustehen, erweist sich dem-

nach als unbegründet. 

6.6 Den Akten lassen sich auch keine Gründe für die Annahme entnehmen, 

Frankreich werde im Fall des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-

Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem 

sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen würden, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Ausserdem hat der 

Beschwerdeführer nicht dargetan, die ihn bei einer Rückführung erwarten-

den Bedingungen in Frankreich seien derart schlecht, dass sie zu einer 

Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 

FoK führen könnten. 

6.7 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung 

– mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer 

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

Die durch den ärztlichen Bericht des stadtärztlichen Dienstes der Stadt 

D._______ vom 21. Februar 2024 (SEM-act. 24/2) und dem als Beilage 1 

eingereichten medizinischen Bericht von Dr. C._______ vom 10. Oktober 

2023 (BVGer-act. 5) dokumentierten gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

des Beschwerdeführers (chronische Hepatitis C, Fettleber, erhöhte Blut-

glukosewerte, psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Opi-

oide sowie Kokain, Phimose) sind nicht derart gravierend, dass im Falle 

einer Überstellung nach Frankreich mit dem Risiko einer ernsten, raschen 

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Seite 9 

und unwiederbringlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ge-

rechnet oder aus humanitären Gründen von einer Überstellung abgesehen 

werden müsste. Im Übrigen verfügt Frankreich über eine ausreichende me-

dizinische Infrastruktur für ihre Behandlung (vgl. statt vieler: Urteil des 

BVGer F-6666/2023 vom 11. Dezember 2023 E. 7.2 m.H.) und ist verpflich-

tet, dem Beschwerdeführer die erforderliche medizinische Versorgung zu-

gänglich zu machen. Denn die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den An-

tragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die 

Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankhei-

ten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen 

(Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). Antragstellern mit besonderen Bedürf-

nissen ist die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (nötigenfalls 

einschliesslich einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren 

(Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach 

Frankreich dem Beschwerdeführer eine adäquate medizinische Behand-

lung verweigern würde, insbesondere weder hinsichtlich seiner chroni-

schen noch seiner suchtbedingten Leiden. 

6.8 Anzumerken ist, dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Voll-

zug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Um-

ständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung 

des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die französischen Behörden 

vorgängig in geeigneter Weise darüber informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-

III-VO). Dem wird vorliegend dadurch entsprochen, dass die jeweiligen Di-

agnosen des Beschwerdeführers in den Überstellungsmodalitäten aufge-

listet sind und auch seine Methadoneinnahme aufgeführt wird (SEM-

act. 27/1). 

6.9 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefoch-

tene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbe-

sondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch 

oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. 

Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren 

Überprüfung. 

6.10 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch bestehen 

Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund 

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Seite 10 

für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Ver-

bindung mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

7.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da 

der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung ist, wurde die Wegweisung nach Frankreich in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Mit vorliegendem Urteil fällt der am 8. April 2024 angeordnete Vollzugs-

stopp dahin. Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sind mit heutigem Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch schon im 

Zeitpunkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

8.3 Das Gesuch um amtliche Verbeiständung in Sinne von Art. 102m 

Abs. 1 AsylG ist mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 

VwVG ebenfalls abzuweisen. 

8.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und an die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

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