# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99e4b06c-bac1-59f4-84d7-8f41328a9958
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2008 D-7506/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7506-2008_2008-11-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7506/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 13. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7506/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer am 29. September 2007 in  der Schweiz 
um Asyl nachsuchte, 

dass er bei der Erstbefragung vom 24. Oktober 2007 im Transitzentrum 
B._______ sowie anlässlich der am 10. November 2008 in C._______ 
durchgeführten direkten Bundesanhörung geltend machte, er stamme 
aus  D._______,  E._______,  sei  homosexuell  und  habe  bis  Anfang 
September 2007 mit seinem Lebenspartner in F._______ City gelebt, 

dass  er  Anfang  September  2007  in  einem  Club  in  G._______, 
F._______ City, gewesen sei, wo er in angetrunkenem Zustand auf der 
Toilette Sex mit einem Mann gehabt habe, 

dass sie dabei von einer Frau entdeckt worden seien, die angefangen 
habe zu schreien, woraufhin Leute gekommen seien, die ihn und sei-
nen Sexpartner zu schlagen begonnen hätten, 

dass  es  ihm  gelungen  sei,  zu  entkommen,  jedoch  die  Leute  an-
schliessend nach ihm gesucht hätten, 

dass er als ein in der Stadt bekannter Friseur von den Leuten, die ihn 
beim Sex im Club überrascht hätten, erkannt worden sei und er des-
halb befürchtet habe, aufgrund seiner Homosexualität von ihnen getö-
tet  zu  werden,  weshalb  er  am folgenden  Tag nach  Lagos  zu  einem 
Freund gegangen sei,

dass er jedoch auch in Lagos Angst gehabt habe, von den Leuten er-
kannt und aufgrund seiner Homosexualität getötet zu werden, weshalb 
er am 28. September 2007 mit der Hilfe eines Weissen, der ihm von 
seinem Freund in Lagos vermittelt worden sei, von Lagos an einen un-
bekannten Ort geflogen und von dort mit dem Taxi und dem Zug nach 
H._______ gereist sei, 

dass seine Reise in die Schweiz illegal erfolgt sei, 

dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle 
bei den Akten verwiesen wird, 

dass der Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuchs im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  H._______  schriftlich 

Seite 2

D-7506/2008

aufgefordert worden ist, innert 48 Stunden ein Reise- oder Identitäts-
papier einzureichen,

dass das BFM mit Entscheid vom 13. November 2008 - eröffnet am 19. 
November 2008 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch vom 29. September 2007 nicht eintrat und die Wegweisung so-
wie den Vollzug anordnete,

dass die Vorinstanz zur Begründung dieses Entscheides im Wesentli-
chen ausführte, dem Beschwerdeführer könne nicht geglaubt werden, 
dass er die Reise von Nigeria bis in die Schweiz ohne jegliche Aus-
weispapiere und ohne jemals kontrolliert worden zu sein, habe unter-
nehmen können, 

dass er angegeben habe, nicht einmal am Flughafen kontrolliert wor-
den zu sein, was jedoch den tatsächlichen Begebenheiten bei der Ein-
reise an einem Flughafen widerspreche, 

dass seine diesbezüglichen Antworten stereotypen Vorbringen derjeni-
gen  Gesuchsteller  entsprechen  würden,  die  nicht  bereit  seien,  ihre 
Identität mit Ausweispapieren zu belegen, 

dass es zudem jeglicher  Logik  widerspreche,  dass der Beschwerde-
führer sein Heimatland verlassen habe, ohne vorhergehend rechtsgül-
tige Reisepapiere zu beschaffen, zumal auch von Seiten der Behörden 
von Nigeria nichts gegen ihn vorliege, 

dass  deshalb  keine  entschulbaren Gründe  vorliegen  würden,  die  es 
dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspa-
piere einzureichen, 

dass der Beschwerdeführer sich zudem während des Verfahrens in Wi-
dersprüche verwickelt habe, 

dass er beispielsweise während der Anhörung geltend gemacht habe, 
der  sexuelle  Kontakt  auf  der  Toilette  im  Club  habe  mit  seinem  Le-
benspartner  stattgefunden,  wohingegen er  bei  der  Erstbefragung er-
klärt habe, sein Freund sei in diese Geschichte nicht involviert gewe-
sen, 

Seite 3

D-7506/2008

dass er überdies einmal festgehalten habe, er habe weder Onkel noch 
Tanten, demgegenüber er jedoch ein anderes Mal die Existenz eines 
Onkels bejaht habe,

dass schliesslich wesentliche Vorbringen des Beschwerdeführers reali-
tätsfremd seien, 

dass er insbesondere geltend gemacht habe, er werde aufgrund der 
Ereignisse  im  Club  von  den  Bewohnern  seines  Heimatdorfes 
D._______  und  der  Stadt  F._______  gesucht  und  er  sei  auch  in 
anderen Gebieten Nigerias nicht sicher, 

dass  dies  jedoch  aufgrund  der  beträchtlichen  Grösse  Nigerias  nicht 
nachvollziehbar sei, 

dass aufgrund der  dargelegten widersprüchlichen oder  realitätsfrem-
den Aussagen die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht  geglaubt 
werden könnten, 

dass der Beschwerdeführer somit  die Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nicht erforderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  24.  November  2008 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Verfügung der Vor-
instanz sei  vollumfänglich aufzuheben und sein Asylgesuch vom 29. 
September 2007 sei gutzuheissen, eventualiter sei die Wegweisungs-
verfügung aufzuheben und die vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in prozessualer Hinsicht ferner die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) beantragen liess, 

Seite 4

D-7506/2008

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. November 2008 beim Instrukti-
onsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 
AsylG),

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit  auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde - 
unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen - einzutreten ist (Art. 
108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat-
bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich 
die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass 
das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige 
Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und 
das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 

Seite 5

D-7506/2008

beurteilen  hat  (vgl.  Art.  32  Abs.  3  Bstn.  b  und  c  AsylG),  weshalb 
insoweit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingsei-
genschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass jedoch auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin be-
antragt  wird,  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  sei  gutzu-
heissen, 

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-
treten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere 
abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Beschwerdeschrift zu ver-
weisen ist,

Seite 6

D-7506/2008

dass vorliegend die Unterlassung der gesetzlich vorgeschriebenen Ab-
gabe von Reise- oder Identitätspapieren innert 48 Stunden nach Ein-
reichung des Asylgesuchs unbestritten ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und - nach 
Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  - 
überzeugend dargelegt hat, warum für das Nichteinreichen von Reise- 
oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, wes-
halb zwecks Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf  die 
diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass  an  dieser  Beurteilung  die  diesbezüglichen  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers in der Rechtsmittelschrift nichts zu ändern vermögen, 
zumal die Behauptung, er habe einen Pass nur im Ankunftsflughafen 
in den Händen gehabt, unglaubhaft ist, da er zweifellos auch vor dem 
Abflug auf dem Flughafen in Lagos einen Pass hat vorweisen müssen, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass - in Übereinstimmung mit der Vorinstanz - festzustellen ist, dass 
die Aussagen des Beschwerdeführers zum Teil widersprüchlich, reali-
tätsfremd oder unglaubhaft sind, 

dass er insbesondere anlässlich der Bundesanhörung geltend machte, 
der sexuelle Kontakt auf der Toilette im Club habe mit seinem Freund 
stattgefunden (act. A 19/13,  S. 6),  wohingegen er bei  der Erstbefra-
gung erklärte, sein Freund sei in diese Geschichte nicht involviert ge-
wesen (act. A 1/9, S. 5),

dass er zudem anlässlich der Erstbefragung aussagte, er habe einen 
Onkel, der in D._______ lebe (act. A 1/9, S. 2), demgegenüber er bei 
der  Bundesanhörung  die  Existenz  eines  Onkels  verneinte  (act. 
A 19/13, S. 5),

dass übereinstimmend mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass die Be-
hauptung des Beschwerdeführers, wonach er wegen des angeblichen 
Ereignisses  im  Club  in  ganz  Nigeria  nicht  sicher  sei  (act.  A  19/13, 
S. 7), unglaubhaft ist, da es sich bei Nigeria um ein grosses Land han-
delt, weshalb ausgeschlossen werden kann, dass der Beschwerdefüh-

Seite 7

D-7506/2008

rer wegen seiner angeblichen Homosexualität über seine Heimatregion 
hinaus bedroht ist,

dass  überdies  die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  den 
vollständigen Namen seines Freundes nicht kenne (act. A 19/13, S. 5), 
nicht nachvollziehbar ist, da er gemäss eigenen Angaben mit ihm mehr 
als zwei Jahre zusammen gelebt haben will (act. A 19/13, S. 5), 

dass auch die Schilderung seiner Reise von Nigeria in die Schweiz zu 
Zweifeln Anlass gibt, da sie lediglich unsubstanziiert und vage ausge-
fallen ist (act. A 19/13, S. 10 f.),

dass  aufgrund  des  soeben  Ausgeführten  davon  auszugehen  ist,  es 
handle sich  bei  der  Behauptung des Beschwerdeführers,  wonach er 
wegen einer homosexuellen Handlung auf der Toilette eines Clubs be-
ziehungsweise aufgrund seiner Homosexualität in Nigeria verfolgt wer-
de, um ein Sachverhaltskonstrukt, weshalb seine diesbezüglichen Aus-
sagen nicht geglaubt werden können, 

dass die Beschwerdevorbringen nicht geeignet sind, zu einer von der 
Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu führen, zumal der Be-
schwerdeführer im Wesentlichen lediglich am Wahrheitsgehalt  der im 
vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vorbringen festhält,

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 
und - wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung ergibt -  das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen  offenkundig  erscheinen  und  sich  aus  den  Akten  keine  Anhalts-
punkte für die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss 
summarische materielle  Prüfung  vorgenommen oder  zusätzliche Ab-
klärungen getroffen,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 

Seite 8

D-7506/2008

Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die ihm in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die allgemeine Lage in Nigeria nicht  auf  eine konkrete Gefähr-
dung im Falle einer Rückkehr des Beschwerdeführers schliessen lässt, 

dass es dem Gericht im vorliegenden Fall nicht möglich ist, sich in vol-
ler Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Verhältnisse 

Seite 9

D-7506/2008

des  Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegwei-
sung zu äussern, da er - wie oben dargelegt - gegenüber den Asylbe-
hörden bezüglich seiner persönlichen Verhältnisse unglaubhafte Anga-
ben gemacht hat,

dass Wegweisungshindernisse zwar grundsätzlich von Amtes wegen 
zu prüfen sind, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glau-
ben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerdeführenden 
Person  findet  (Art.  8  AsylG),  die  im  Übrigen  auch  die  Substanziie-
rungslast  trägt  (Art. 7 AsylG),  und es nicht  Sache der Asylbehörden 
sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren persönlichen Ver-
hältnisse  zu  tragen  hat,  indem vermutungsweise  davon  auszugehen 
ist,  es  würden  vorliegend  auch  keine  individuellen  Gründe  auf  eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr nach Nigeria schliessen 
lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2. S. 4 f.),

dass deshalb der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar zu er-
achten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren - wie sich aus den vorliegenden Erwägungen er-
gibt  -  als  aussichtslos  zu bezeichnen sind,  weshalb  die kumulativen 

Seite 10

D-7506/2008

Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

D-7506/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

Seite 12