# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 432b454f-4a25-54d2-b385-fc0e0c33f040
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2024 F-3459/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3459-2024_2024-06-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3459/2024, F-3465/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 2 4   

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;   

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

Türkei, 

alle vertreten durch Laura Heimgartner-Castelnovi,  

(…)  

Beschwerdeführerinnen,   
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügungen des SEM vom 23. Mai 2024 und  

24. Mai 2024. 

 

 

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin 1 und ihre zwei Töchter, die minderjährige Be-

schwerdeführerin 2 und die volljährige Beschwerdeführerin 3, ersuchten 

am 17. April 2024 in der Schweiz um Asyl (Akten der Vorinstanz zu den 

Beschwerdeführerinnen 1 und 2 [SEM-1-act.] 1/2-4/1 und Akten der Vo-

rinstanz zur Beschwerdeführerin 3 [SEM-2-act.] 1/2-2/1). Ein Abgleich mit 

der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) 

ergab, dass die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 bereits am 3. Oktober 

2023 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatten (SEM-1-act. 14/1-16/1). Ein 

Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin 3 mit der Zentralein-

heit EURODAC blieb hingegen ohne Resultat (SEM-2-act. 8/1). Die Be-

schwerdeführerinnen bevollmächtigten die ihnen zugewiesene Rechtsver-

tretung jeweils am 23. April 2024 (SEM-1-act. 20/1-21/1 und SEM-2-

act. 11/1). 

B.  

Am 26. April 2024 gewährte die Vorinstanz den Beschwerdeführerinnen 1 

und 2 (SEM-1-act. 24/3-26/3) sowie der Beschwerdeführerin 3 (SEM-2-

act. 14/3) jeweils in Anwesenheit ihrer Rechtsvertretung im Rahmen des 

persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (Dublin-III-VO), das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Kroati-

ens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu den 

beabsichtigten Nichteintretensentscheiden, zur Wegweisung in diesen 

Dublin-Mitgliedstaat sowie zu ihrem Gesundheitszustand (Dublin-Ge-

spräch). 

C.  

Im Anschluss ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden am 6. Mai 

2024 um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerinnen gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO (SEM-1-act. 30/6-31/6 und SEM-2-act. 20/5-

21/6). 

Diesen Gesuchen haben die kroatischen Behörden am 20. Mai 2024 be-

treffend alle drei Beschwerdeführerinnen jeweils gestützt auf Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO entsprochen (SEM-1-act. 33/2 und SEM-2-act. 22/2). 

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 3 

D.  

Mit Verfügung vom 23. Mai 2024 betreffend die Beschwerdeführerinnen 1 

und 2 sowie mit Verfügung vom 24. Mai 2024 betreffend die Beschwerde-

führerin 3 – jeweils eröffnet am 24. Mai 2024 – trat die Vorinstanz in An-

wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asylgesu-

che der Beschwerdeführerinnen nicht ein, ordnete ihre Wegweisung aus 

der Schweiz nach Kroatien an und forderte sie auf, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der jeweiligen Beschwerdefrist zu verlassen. Gleich-

zeitig verfügte sie die Aushändigung der editionspflichtigen Akten, wies auf 

die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschiebende Wirkung hin und 

beauftragte den Kanton D._______ mit dem Vollzug der Wegweisungen 

(SEM-1-act. 37/20 und SEM-2-act. 26/17). 

E.  

Mit Beschwerden ihrer Rechtsvertretung vom 31. Mai 2024 gelangten die 

Beschwerdeführerinnen 1 und 2 gegen die Verfügung vom 23. Mai 2024 

(erfasst unter der Referenz F-3459/2024) sowie die Beschwerdeführerin 3 

gegen die Verfügung vom 24. Mai 2024 (erfasst unter der Referenz F-

3465/2024) an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen, die ange-

fochtenen Verfügungen seien aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 

auf ihre Asylgesuche einzutreten. Eventualiter seien die Sachen zur voll-

ständigen Feststellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchen die 

Beschwerdeführerinnen um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie 

um superprovisorische Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Weiter be-

antragen sie jeweils die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Schliesslich 

sei die Behandlung der Beschwerden miteinander zu koordinieren (Akten 

des BVGer F-3459/2024 [Rek-1-act.] 1 und F-3465/2024 [Rek-2-act.] 1). 

F.  

Am 3. Juni 2024 ordnete der Instruktionsrichter in beiden Verfahren jeweils 

einen superprovisorischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an 

(Rek-1-act. 2 und Rek-2-act. 2). 

  

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).  

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden unter den Refe-

renznummern F-3459/2024 und F-3465/2024 erfasst. Aufgrund des engen 

persönlichen und sachlichen Zusammenhangs rechtfertigt es sich, die Be-

schwerdeverfahren zu vereinigen und darüber in einem Urteil zu befinden. 

1.3 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin-

nen sind zur Beschwerdeanhebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerden erweisen sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 

als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln sind 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 5 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

3.3 Der nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

eine antragstellende Person, welche während der Prüfung ihres Antrags in 

einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder sich im Hoheits-

gebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach 

Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wiederaufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO). 

3.4 Im Rahmen von Wiederaufnahmeverfahren (engl.: take back), wie sie 

hier vorliegen, findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung 

nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenannten Auf-

nahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8-15 Dublin-III-

VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der 

Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) an-

zuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragstel-

ler erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen 

(Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 

und 8.2.1 m.w.H.). 

3.5 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 6 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.6 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

3.7 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in 

fine). 

4.  

4.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 

mit der Zentraleinheit EURODAC ergab, dass diese vor ihrer Einreise in 

die Schweiz am 3. Oktober 2023 in Kroatien um Asyl nachgesucht hatten 

(SEM-1-act. 14/1-16/1). Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerde-

führerin 3 mit der Zentraleinheit EURODAC blieb zwar ohne Resultat 

(SEM-2-act. 8/1). Im Rahmen ihres Dublin-Gesprächs am 26. April 2024 

bestätigte sie jedoch in Übereinstimmung mit den Beschwerdeführerin-

nen 1 und 2, dass sie gemeinsam am 3. Oktober 2023 in Kroatien einge-

reist seien und dort auch ihre Fingerabdrücke abgegeben hätten (SEM-2-

act. 14/3). 

4.2 Daraufhin ersuchte die Vorinstanz gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO die kroatischen Behörden um Wiederaufnahme der Be-

schwerdeführerinnen (SEM-1-act. 30/6-31/6 und SEM-2-act. 20/5-21/6). 

Die kroatischen Behörden stimmten den Wiederaufnahmeersuchen der 

Vorinstanz betreffend alle drei Beschwerdeführerinnen gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO am 20. Mai 2024 zu (SEM-1-act. 33/2 und SEM-2-

act. 22/2). 

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Seite 7 

4.3 Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die Durchfüh-

rung der Asyl- und Wegweisungsverfahren gegeben. Daran ändert auch 

das Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, wonach sie in Kroatien ge-

zwungen worden seien, ihre Fingerabdrücke abzugeben, nichts. Die Fin-

gerabdruckabnahme bei illegal einreisenden ausländischen Personen und 

Asylsuchenden beruht auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-

Verordnung). Es ist rechtlich nicht zu beanstanden, dass die kroatischen 

Behörden die Fingerabdrücke der Beschwerdeführerinnen abgenommen 

haben. Die Dublin-III-VO räumt asylsuchenden Personen kein Recht ein, 

den ihren Antrag prüfenden Staat selbst auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3). 

5.  

5.1 Die Verpflichtung des zuständigen Mitgliedstaats zur Wiederaufnahme 

erlischt, wenn die gesuchstellende Person das Hoheitsgebiet der Mitglied-

staaten während einer Dauer von mindestens drei Monaten verlassen hat, 

ausser die Person verfügt über einen durch den zuständigen Mitgliedstaat 

ausgestellten Aufenthaltstitel (vgl. Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

5.2 Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, Kroatien am Tag nach ihrer 

Einreise, das heisst am 3. Oktober 2023, wieder verlassen zu haben. Nach 

einer Nacht in Kroatien seien sie von einem Schlepper nach Bosnien und 

Herzegowina gebracht worden und dann mit einem Bus zurück in die Tür-

kei gefahren. Dort hätten sie sich bis zum 11. April 2024 in ihrem Haus in 

E._______ aufgehalten und die Türkei am 12. April 2024 erneut verlassen. 

Hierzu seien sie mit einem Bus nach Istanbul gefahren und hätten dort ei-

nen LKW bestiegen. Mit diesem LKW und später auch teilweise mit einem 

PKW seien sie auf einer ihnen unbekannten Strecke bis in die Schweiz 

gereist. Am 16. April 2024 seien sie dann in der Schweiz angekommen 

(SEM-1-act. 24/3-26/3 und SEM-2-act. 14/3 sowie Rek-1-act- 1 und Rek-

2-act. 1). Zum Nachweis ihres Aufenthalts von mehr als drei Monaten in 

der Türkei legten die Beschwerdeführerinnen mit Schreiben ihrer Rechts-

vertretung vom 3. Mai 2024 (SEM-1-act. 28/2 und SEM-2-act. 17/2) einen 

als «ärztliches Rezept der Beschwerdeführerin 1 vom 31. März 2024» be-

zeichnete Ausdruck der Fotografie eines elektronischen Rezepts (SEM-1-

act. 29/6-ID-001 und SEM-2-act. 18/4-ID-001) sowie einen als «Brief des 

Dorfvorstehers» bezeichneten Ausdruck der Fotografie eines fünfzeiligen 

handschriftlichen Schreibens ohne Datierung (SEM-1-act. 29/6-ID-002 und 

SEM-2-act. 18/4-ID-002) ins Recht. Mit Schreiben ihrer Rechtsvertretung 

vom 23. Mai 2024 (SEM-1-act. 34/1 und SEM-2-act. 24/1) reichten die 

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Seite 8 

Beschwerdeführerinnen als weiteren Nachweis eine als «Mukthar-Be-

scheinigung» bezeichnete Kopie eines auf den 8. Mai 2024 datierenden 

Schreibens ein (SEM-1-act. 29/6-ID-004 und SEM-2-act. 18/4-ID-003). Mit 

den Beschwerdeschriften vom 31. Mai 2024 legten die Beschwerdeführe-

rinnen zudem noch Ausdrucke von Fotografien eines an den in der Schweiz 

lebenden Bruder der Beschwerdeführerin 1 adressierten Briefumschlages 

sowie einer ebenfalls an ihn adressierten Versandmappe eines Kurier-

dienstes (Rek-1-act. 1 und Rek-2-act. 1 jeweils Beilagen 4 und 5) ins 

Recht, mit denen der Nachweis der Übersendung der vorgenannten «Mukt-

har-Bescheinigung» im Original erbracht werden solle, und kündigten dar-

über hinaus an, eine Bestätigung des Hausarztes der Beschwerdeführe-

rin 1 in Bezug auf einen von ihr wahrgenommen Termin nachreichen zu 

wollen (Rek-1-act 1). 

5.3 Die Vorinstanz verneint ein Erlöschen der Zuständigkeit Kroatiens und 

hält in den angefochtenen Verfügungen vom 23. und 24. Mai 2024 fest, 

dass der geltend gemachte Aufenthalt der Beschwerdeführerinnen in der 

Türkei nicht nachgewiesen sei. Die Beschwerdeführerinnen hätten keine 

Beweismittel vorgelegt, welche den geltend gemachten Aufenthalt von 

mehr als drei Monaten ausserhalb des Dublin-Raumes zu belegen vermö-

gen. Den Beweiswert der in Kopie eingereichten Dokumente stufe sie, ins-

besondere aufgrund deren leichter Manipulierbarkeit, als äusserst gering 

ein. Zudem sei für deren Ausstellung eine Anwesenheit der Beschwerde-

führerinnen in der Türkei nicht zwingend nötig gewesen. Zwar werde im 

Brief des «Dorfvorstehers» beziehungsweise in der «Mukthar-Bescheini-

gung» ausgeführt, dass sie sich tatsächlich in der Türkei aufgehalten hät-

ten. Es lasse sich jedoch nicht ausschliessen, dass es sich dabei um Ge-

fälligkeitsschreiben handele. Daher vermögen diese Dokumente den gel-

tend gemachten Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raums nicht zu bele-

gen. Dies würde auch dann gelten, wenn die Dokumente im Original vorlä-

gen. Des Weiteren vermögen ihre Angaben zur geltend gemachten Aus-

reise, dem darauffolgenden Aufenthalt in der Türkei sowie zur anschlies-

senden Reise in die Schweiz an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 

Vielmehr gehe die Vorinstanz davon aus, dass die Beschwerdeführerinnen 

die Schweizerischen Behörden zu täuschen beabsichtigten, um ein allfälli-

ges Dublin-Verfahren zu umgehen. Unter Berücksichtigung ihrer Aussagen 

und der eingereichten Beweismittel könne nicht von einem Erlöschen der 

Zuständigkeit der kroatischen Behörden gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-

VO ausgegangen werden. Schliesslich hätten auch die kroatischen Behör-

den dem Wiederaufnahmeersuchen zugestimmt. 

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Seite 9 

5.4 Wendet eine betroffene Person gegen die Zuständigkeit eines Mitglied-

staates für die Behandlung ihres Asylantrags ein, sie habe im Sinne von 

Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten für mehr 

als drei Monate verlassen, so hat sie hierfür den Nachweis zu erbringen 

(vgl. Urteil des EuGH C-155/15 vom 7. Juni 2016, George Karim, Rn. 18). 

Um eine Ausreise von mindestens drei Monaten aus dem Dublin-Raum ge-

mäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO nachzuweisen, werden nach Massgabe 

von Art. 22 Abs. 2 und 3 Dublin-III-VO Beweismittel und Indizien verwen-

det, welche durch die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 118/2014 der 

Kommission vom 30. Januar 2014 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 

1560/2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 

343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig 

ist (Durchführungsverordnung), in zwei Verzeichnissen festgelegt werden. 

Diese beiden Verzeichnisse (Verzeichnis A und Verzeichnis B) sind im An-

hang 2 der Durchführungsverordnung enthalten. Die jeweiligen Ziffern 9 

der beiden Verzeichnisse legen fest, welche Beweismittel und Indizien zur 

Feststellung des Erlöschens gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO Verwen-

dung finden. Als Beweismittel gelten nach Ziffer 9 im Verzeichnis A «Aus-

reisestempel», «Auszüge aus den Registern des Drittstaates (Aufenthalts-

nachweise)», «Fahrausweis, mit dessen Hilfe die Einreise über die Außen-

grenze förmlich festgestellt werden kann» und «Bericht/Bestätigung sei-

tens des Mitgliedstaates, von dem aus der Antragsteller das Hoheitsgebiet 

der Mitgliedstaaten verlassen hat» sowie «Stempel eines an einen Mit-

gliedstaat angrenzenden Drittstaates unter Berücksichtigung der Reiser-

oute des Antragstellers sowie des Datums des Grenzübertritts». Bei Fehlen 

von förmlichen Beweismitteln nach dem Verzeichnis A sind die Indizien 

nach Ziffer 9 im Verzeichnis B zu berücksichtigen. Darunter fallen unter 

anderem «ausführliche und nachprüfbare Erklärungen des Antragstellers», 

«Berichte/Bestätigung der Angaben durch eine internationale Organisa-

tion, beispielsweise durch den UNHCR» oder auch «Berichte/Bestätigung 

der Angaben durch Familienangehörige, Mitreisende usw.» sowie etwa 

«Daten, aus denen hervorgeht, dass der Antragsteller die Dienste eines 

Schleppers oder eines Reisebüros in Anspruch genommen hat» und 

«sonstige Indizien gleicher Art». Somit können grundsätzlich auch glaub-

hafte Vorbringen einer Person genügen, um die Anwendbarkeit von Art. 19 

Abs. 2 Dublin-III-VO festzustellen (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer D-

4239/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 6). 

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Seite 10 

5.5 Die Beschwerdeführerinnen reichten weder vorinstanzlich noch im Be-

schwerdeverfahren Beweismittel im vorgenannten Sinne ein. Die auf vo-

rinstanzlicher Ebene und auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente 

sowie ihre Vorbringen können allenfalls als Indizien im Sinne von Art. 22 

Abs. 3 Bst. b/i Dublin-III-VO in Verbindung mit Anhang II, Verzeichnis B der 

Durchführungsverordnung qualifiziert werden, die mit Blick auf die Frage 

der Plausibilität ihrer geltend gemachten Ausreise aus dem Dublin-Raum 

und des geltend gemachten Aufenthalts ausserhalb des Dublin-Raumes zu 

würdigen sind. Hierzu ist Folgendes auszuführen:  

5.5.1 Festzuhalten ist zunächst, dass es sich vorliegend weder bei dem 

«ärztlichen Rezept der Beschwerdeführerin 1 vom 31. März 2024» (SEM-

1-act. 29/6-ID-001 und SEM-2-act. 18/4-ID-001) noch dem «Brief des Dorf-

vorstehers» (SEM-1-act. 29/6-ID-002 und SEM-2-act. 18/4-ID-002) um In-

dizien im Sinne von Art. 22 Abs. 3 Bst. b/i Dublin-III-VO in Verbindung mit 

Anhang II, Verzeichnis B der Durchführungsverordnung handelt. Denn die-

sen Unterlagen lassen sich keinerlei Anhaltspunkte entnehmen, denen für 

den geltend gemachten Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raums eine Be-

weiskraft zuzubilligen wäre. Bei dem «ärztlichen Rezept der Beschwerde-

führerin 1» handelt es sich um den Ausdruck der Fotografie eines elektro-

nischen Rezepts, welches in der im türkischen Gesundheitssystem genutz-

ten Computeranwendung «Medula» verzeichnet ist. Aus dieser Fotografie 

ergibt sich lediglich, dass einer Person, deren Vor- und Nachnamen mit 

dem der Beschwerdeführerin 1 identisch ist, am 1. März 2024 die Medika-

mente «Dolorex» und «Ibucold» mittels «Medula» verschrieben worden 

sind. Anhaltspukte für die geltend gemachte Ausreise aus dem Dublin-

Raum und insbesondere für die geltend gemachte Aufenthaltsdauer aus-

serhalb des Dublin-Raums lassen sich dem nicht entnehmen. Soweit die 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerinnen vorbringt, aus der Eintra-

gung «kendisi» auf dem Rezept ergebe sich, dass die Beschwerdeführe-

rin 1 die verschriebenen Medikamente am 1. März 2024 persönlich abge-

holt habe, ist dies unzutreffend. Der Eintragung «kendisi» lässt sich viel-

mehr entnehmen, dass die verschriebenen Medikamente für den Empfän-

ger selbst – und nicht für Dritte, wie etwa Kinder oder pflegebedürftige An-

gehörige – bestimmt sind. Hinsichtlich des «Briefes des Dorfvorstehers» ist 

darauf hinzuweisen, dass dieser undatiert ist und bereits deswegen keiner-

lei Anhaltspunkte für die geltend gemachten Ausreise aus dem Dublin-

Raum und die geltend gemachte Aufenthaltsdauer in der Türkei bieten 

kann. Ferner liesse sich auch aus der in Aussicht gestellten Bestätigung 

des Hausarztes der Beschwerdeführerin 1 über die Wahrnehmung eines 

Termins selbst bei Wahrunterstellung nichts hinsichtlich des geltend 

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Seite 11 

gemachten Aufenthalts ausserhalb des Dublin-Raums über drei Monate-

herleiten.  

5.5.2 Ausweislich der Kopie des als «Mukthar-Bescheinigung» bezeichne-

ten Schreibens vom 8. Mai 2024 (SEM-1-act. 29/6-ID-004 und SEM-2-

act. 18/4-ID-003) bestätigt ein Herr F._______, dass sich drei Personen, 

die mit den Beschwerdeführerinnen namensidentisch sind, vom 10. Okto-

ber 2023 bis zum 25. März 2024 im Dorf G._______ der Provinz E._______ 

aufgehalten haben. Der Vorinstanz ist zwar darin zuzustimmen, dass die 

vorgelegte «Mukthar-Bescheinigung» keinerlei fälschungssichere Merk-

male aufweist und daher als leicht manipulierbar einzustufen ist. Darüber 

hinaus haben die Beschwerdeführerinnen selber weder im Rahmen der 

Dublin-Gespräche am 26. April 2024 (SEM-1-act. 24/3 und SEM-2-

act. 14/3) noch in den Beschwerdeschriften vom 31. Mai 2024 (Rek-1-

act. 1 und Rek-2-act. 2) angegeben, sich in G._______ aufgehalten zu ha-

ben. Vielmehr gaben sie stets an, nach ihrer Ausreise aus Kroatien im Ok-

tober 2023 bis zu ihrer Wiedereinreise in den Dublin-Raum im April 2024 

in ihrem Haus in E._______ gelebt zu haben. Dennoch ergibt sich aus der 

vorgelegten Kopie der «Mukthar-Bescheinigung» für den von den Be-

schwerdeführerinnen geltend gemachten Aufenthalt ausserhalb des Dub-

lin-Raumes ein Anhaltspunkt. Die «Mukthar-Bescheinigung» ist, auch 

wenn ihr nur eine gewisse Beweiskraft zukommt, als Indiz im Sinne von 

Art. 22 Abs. 3 Bst. b/i Dublin-III-VO in Verbindung mit Anhang II, Verzeich-

nis B der Durchführungsverordnung zu werten.  

5.5.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen in den Dublin-Gesprä-

chen vom 26. April 2024 (SEM-1-act. 24/3-26/3 und SEM-2-act. 14/3) so-

wie den Beschwerdeschriften vom 31. Mai 2024 (Rek-1-act. 1 und Rek-2-

act. 2) sind hingegen wiederum nicht als Indiz im Sinne von Art. 22 Abs. 3 

Bst. b/i Dublin-III-VO in Verbindung mit Anhang II, Verzeichnis B der Durch-

führungsverordnung einzuordnen. Zwar würde der zeitliche Rahmen des 

unbekannten Aufenthalts von Anfang Oktober 2023 bis zur Wiedereinreise 

in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten für eine Anwendung von Art. 19 

Abs. 2 Dublin-III-VO ausreichen. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin-

nen sind jedoch sowohl zum Verlassen des Dublin-Raumes als auch zum 

Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raumes derart pauschal und wenig sub-

stantiiert, dass sie keinerlei überprüfbaren Anhaltspunkte bieten, die es 

rechtfertigen würden, sie als «sonstige Indizien gleicher Art» im Sinne von 

Ziffer 9 im Verzeichnis B der Durchführungsverordnung zu qualifizieren. 

Ihre Ausführungen zum Verlassen des Dublin-Raumes erschöpfen sich da-

rin, von einem Schlepper aus Kroatien zurück über die Grenze nach 

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Bosnien und Herzegowina gebracht und von dort mit einem Bus in die Tür-

kei gefahren zu seien. Anschliessend hätten sie sich bis zum 11. April 2024 

in ihrem Haus in E._______ aufgehalten und die Türkei am 12. April 2024 

erneut verlassen. Konkretere Angaben zu der behaupteten Ausreise aus 

Kroatien und dem vermeintlichen Aufenthalt in der Türkei machten die Be-

schwerdeführerinnen nicht.  

5.5.4 Bei einer gesamthaften Würdigung ist festzustellen, dass es den Be-

schwerdeführerinnen nicht gelungen ist, den behaupteten Aufenthalt aus-

serhalb des Dublin-Raumes für mehr als drei Monate darzutun. Zwar liegt 

mit der eingereichten Kopie der «Mukthar-Bescheinigung» ein Indiz im 

Sinne von Art. 22 Abs. 3 Bst. b/i Dublin-III-VO in Verbindung mit Anhang II, 

Verzeichnis B der Durchführungsverordnung für einen entsprechenden 

Aufenthalt ausserhalb des Dublin-Raumes vor. Aufgrund ihrer beschränk-

ten Beweiskraft genügt sie aber nicht, die Ausreise der Beschwerdeführe-

rinnen aus dem Dublin-Raum im Sinne von Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO 

rechtsgenügend nachzuweisen. Dem wäre selbst dann so, wenn diese be-

reits übersandt worden wäre und im Original vorgelegen hätte. Im Übrigen 

ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerinnen hätten weitere An-

gaben machen und weitere Dokumente einreichen können, die als Beweis 

oder Indiz für ihren Aufenthalt in der Türkei einzuordnen gewesen wären, 

wenn sie tatsächlich über den geltend gemachten Zeitraum in E._______ 

gelebt hätten. Trotz wiederholter Aufforderung der Vorinstanz war dies den 

Beschwerdeführerinnen jedoch nicht möglich. Es ist nicht plausibel, dass 

sie – mit Ausnahme der «Mukthar-Bescheinigung» – keinen konkreten, an-

satzweise überprüfbaren Anhaltspunkt dafür nennen konnten, dass sich 

die geschilderten Abläufe effektiv so abgespielt haben und sie sich im an-

gegebenen Zeitraum dauerhaft in der Türkei aufgehalten haben. 

5.6 Das Bundesverwaltungsgericht kommt daher in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerinnen nicht nach-

zuweisen vermochten, sich mindestens drei Monate ausserhalb des Dub-

lin-Raums aufgehalten zu haben. Demnach ist die Zuständigkeit Kroatiens 

nicht gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO erloschen. 

6.  

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist das 

Asylverfahren in Kroatien keine systemischen Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer F-

414/2024 vom 23. Mai 2024 E. 6.1 f. m.w.H.). Dies stellen die Beschwer-

deführerinnen auch nicht in Frage, weshalb sich Weiterungen dazu 

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erübrigen. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt 

7.  

7.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

7.2 Im Rahmen ihres Dublin-Gesprächs am 26. April 2024 gab die Be-

schwerdeführerin 1 an, nicht nach Kroatien zurückkehren zu wollen, da 

man ihr dort Angst eingejagt habe. Ausserdem wisse sie nicht, was sie dort 

tun solle. In der Schweiz habe sie wenigstens ihre Brüder (SEM-1-

act. 24/3). Die Beschwerdeführerin 2 gab im Rahmen ihres Dublin-Ge-

sprächs gleichentags an, nicht nach Kroatien zurückkehren zu wollen, da 

sie befürchte, von dort in die Türkei weggewiesen zu werden (SEM-1-

act. 26/3). Die Beschwerdeführerin 3 gab in ihrem ebenfalls am 26. April 

2024 geführten Dublin-Gespräch an, nicht nach Kroatien zurückkehren zu 

wollen, da sie Angst habe, dort auf ihren Vater zu treffen. Zwar wisse sie 

nicht, wo sich ihr Vater aufhalte. Nach Kroatien könne aber jeder jederzeit 

ein- und ausreisen, so dass sie befürchte, dort auf ihren Vater zu treffen, 

der sie und ihre Mutter, die Beschwerdeführerin 1, in der Vergangenheit 

misshandelt habe (SEM-2-act. 14/3). 

7.3 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301). Ausserdem wird Kroatien durch die Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebun-

den. 

7.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation der Beschwerdeführerinnen nachkommt und insbeson-

dere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- 

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Seite 14 

und Aufnahmerichtlinie ergeben (vgl. Urteile F-1883/2023 vom 12. April 

2023 E. 8.2; F-647/2023 vom 9. Februar 2023 E. 7.1; je m.H.). Diese Ver-

mutung kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber 

konkreter und ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaub-

haft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-

5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 

7.5 Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt angesichts der von den Be-

schwerdeführerinnen geschilderten Erlebnisse, dass das Verhalten der 

kroatischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden im 

Rahmen der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien problema-

tisch sein können. Die Beschwerdeführerinnen vermögen aber nicht 

rechtsgenügend darzutun, dass die von ihnen bei einer Rückführung nach 

Kroatien zu erwartenden Bedingungen derart schlecht wären, dass sie zu 

einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen könnten. Das Bundesverwal-

tungsgericht geht davon aus, dass sie sich nach der Dublin-Rücküberstel-

lung in einer anderen Situation als bei der ersten Einreise nach Kroatien 

befinden werden (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 

22. März 2023 E. 9.4 m.w.H.). Den Akten sind denn auch keine Gründe für 

die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde in ihrem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wären oder in dem sie Gefahr laufen würden, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Bei einer allfälli-

gen vorübergehenden Einschränkung der ihnen zustehenden Aufnahme-

bedingungen könnten sie sich nötigenfalls an die kroatischen Behörden 

wenden und ihre Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-

nahmerichtlinie). Sollten sie sich durch kroatische Behörden oder Drittper-

sonen (wie beispielsweise auch den Vater der Beschwerdeführerinnen 2 

und 3) ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, könnten sie sich mit 

einer Beschwerde an die zuständigen Stellen wenden oder eine Anzeige 

einreichen. Im Übrigen steht ihnen auch die Möglichkeit offen, die vor Ort 

tätigen karitativen Organisationen zu kontaktieren. 

7.6 Wenn die Beschwerdeführerin 1 geltend macht, ihre Brüder lebten in 

der Schweiz, vermag sie daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Ge-

mäss Art. 2 lit. g Dublin-III-VO umfasst der Begriff der Familienangehörigen 

nur die Kernfamilie, das heisst Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Leben-

spartner sowie minderjährige Kinder. Ihre in der Schweiz lebenden Brüder 

fallen somit nicht in die Kategorie der Familienangehörigen im Sinne der 

Dublin-III-VO. Ein Zuständigkeitsübergang auf die Schweiz zur 

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Seite 15 

Durchführung des Asylverfahrens gestützt auf Art. 9 Dublin-III-VO (Schutz 

der Familieneinheit) ist daher in casu nicht zu begründen. Ebenso wenig 

ist zwischen der Beschwerdeführerin 1 und ihren Brüdern ein Abhängig-

keitsverhältnis im Sinne von Art. 16 D-III-VO ersichtlich oder wird geltend 

gemacht. 

7.7 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung 

– mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer 

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

7.8 Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich vorliegend wie folgt: 

7.8.1 Die Beschwerdeführerin 1 gab im Rahmen des Dublin-Gesprächs am 

26. April 2024 an, sie leide an Herzbeschwerden und Asthma. Zudem habe 

sie starke Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck und starke Schmerzen in 

ihrer rechten Schulter sowie Unterleibsschmerzen (SEM-1-act. 24/3). Die 

Beschwerdeführerin 2 machte in ihrem gleichentags geführten Dublin-Ge-

spräch darauf aufmerksam, dass ihre Hände zittern würden (SEM-1-

act. 26/3). In dem ebenfalls am 26. April 2024 mit der Beschwerdeführe-

rin 3 geführten Dublin-Gespräch brachte sie an, sich den Knochen ihrer 

linken Hand verrenkt zu haben. Zudem würde sie unter Anämie bezie-

hungswiese Blutarmut und Migräne leiden. Ausserdem gehe es ihr psy-

chisch nicht gut. Sie habe jede Nacht Albträume (SEM-2-act. 14/3). 

7.8.2 Ausweislich des ärztlichen Berichtes des stadtärztlichen Dienstes der 

Stadt D._______, Ambulatorium H._______, vom 24. April 2024 leidet die 

Beschwerdeführerin 1 unter einer depressiven Episode und Angststörun-

gen sowie Asthma bronchiale (SEM-1-act. 27/4). Hinsichtlich der Be-

schwerdeführerin 2 wurde ausweislich des Berichts zur Abklärung des me-

dizinischen Sachverhaltes vom 23. Mai 2024 kein weiterer medizinischer 

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Handlungsbedarf festgestellt (SEM-1-act. 35/1). Hinsichtlich der Be-

schwerdeführerin 3 ist festzuhalten, dass sie nie beim Gesundheitsdienst 

vorstellig wurde und aus staatlicher Obhut auch keine Medikamente be-

zieht (SEM-2-act. 23/1). 

7.9 Die geltend gemachten und diagnostizierten gesundheitlichen Beein-

trächtigungen der Beschwerdeführerinnen sind nicht derart gravierend, 

dass gestützt auf Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Kroatien abge-

sehen werden müsste. Kroatien verfügt rechtsprechungsgemäss über eine 

ausreichende, für Dublin-Rückkehrende hinreichend zugängliche medizini-

sche Infrastruktur (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 E. 10.2 und E. 10.3; Ur-

teile des BVGer D-2714/2021 vom 21. November 2023 E. 8.4.3; F-

1992/2023 vom 3. Mai 2023 E. 5.4; F-1981/2023 vom 20. April 2023 

E. 5.6). Nebst den staatlichen Einrichtungen bestehen in Kroatien auch An-

gebote von Nichtregierungsorganisationen für die psychische Betreuung, 

weshalb von der grundsätzlichen Möglichkeit einer engmaschigen, wö-

chentlichen Behandlung ausgegangen wird (vgl. Urteile des BVGer D-

2714/2021 vom 21. November 2023 E. 8.4.3; F-1657/2022 vom 21. April 

2022 E. 7.3 m.w.H.; AIDA-Report, S. 96 ff.). Demnach werden die Be-

schwerdeführerinnen in Kroatien sowohl hinsichtlich einer allfälligen Anbin-

dung an psychologische Unterstützung als auch hinsichtlich ihrer körperli-

chen Erkrankungen eine adäquate medizinische Versorgung vorfinden.  

7.10 Anzumerken ist, dass die schweizerischen Behörden die medizini-

schen und familiären Umstände bei der Bestimmung der konkreten Moda-

litäten der Überstellung der Beschwerdeführerinnen zu berücksichtigen ha-

ben und die kroatischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die 

spezifischen Umstände informieren. Dem wird vorliegend dadurch Rech-

nung getragen, dass die jeweiligen Diagnosen der Beschwerdeführerinnen 

sowie deren Verwandtschaftsverhältnis in den Überstellungsmodalitäten 

aufgelistet sind (SEM-1-act. 36/1 und SEM-2-act. 25/1). 

7.11 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vo-

rinstanz bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermes-

sensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtenen Verfügungen 

sind unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind 

den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- 

respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht ent-

hält sich deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren Überprüfung. 

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Seite 17 

7.12 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler 

bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund für einen 

Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung 

mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

8.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen nicht eingetreten 

und hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Die beiden Beschwer-

den sind hinsichtlich der Hauptbegehren abzuweisen. 

9.  

Die Beschwerdeführerinnen beantragen eventualiter, dass die Sachen zur 

vollständigen Feststellung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen seien. Auch insoweit sind die Beschwerden ab-

zuweisen. Zwar kann die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts nach Art. 106 Abs. 1 AsylG gerügt werden. 

Eine solche liegt in casu jedoch nicht vor. Die Vorinstanz hat den rechtser-

heblichen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Sie hat sich in den ange-

fochtenen Verfügungen mit den Vorbringen der Beschwerdeführerinnen 

hinsichtlich des geltend gemachten mehrmonatigen Aufenthalts in der Tür-

kei sowie den diesbezüglich eingereichten Nachweisen und der damit im 

Zusammenhang stehenden Frage der Zuständigkeit der kroatischen Be-

hörden hinreichend auseinandergesetzt. Darüber hinaus macht die Vo-

rinstanz in den angefochtenen Verfügungen sowohl Ausführungen zur Si-

tuation von Personen, welche gestützt auf die Dublin-III-VO von der 

Schweiz nach Kroatien überstellt werden, im Allgemeinen als auch zur Si-

tuation der Beschwerdeführerinnen im Besonderen. Sie äussert sich dabei 

insbesondere in rechtsgenüglicher Weise zum Zugang zum Asylverfahren 

in Kroatien, zur Frage von Kettenabschiebungen, zu systematischer Ge-

waltanwendung seitens der kroatischen Polizei und dem Zugang zu wirk-

samen Rechtsmitteln. Die Beschwerden sind daher ebenfalls hinsichtlich 

der Eventualbegehren abzuweisen. 

10.  

Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sind mit Ausfäl-

lung des vorliegenden Endentscheids gegenstandslos geworden. Die am 

3. Juni 2024 verfügten Vollzugsstopps fallen mit dem vorliegenden Urteil 

dahin. 

F-3459/2024, F-3465/2024 

Seite 18 

11.  

11.1 In den Beschwerden wird jeweils die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, einhergehend mit dem Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, beantragt. Diese Anträge sind abzuweisen, da die Be-

gehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aus-

sichtslos zu bezeichnen sind und dies auch schon im Zeitpunkt der Ge-

suchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

11.2 Entsprechend dem Ausgang der vereinigten Verfahren sind die Kos-

ten den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und 

auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren F-3459/2024 und F-3465/2024 werden  

vereinigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des Urteils zu-

gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz und die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

Versand: