# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aac2e5f5-dfa9-553b-aa75-56c686148739
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2015 D-457/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-457-2015_2015-09-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-457/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (...), 

angeblich Pakistan,  

alias B._______, geboren (...), 

angeblich Afghanistan, 

alias C._______, geboren (...), 

angeblich Afghanistan, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 18. Dezember 2014 / N_______. 

 

 

 

D-457/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Am 21. März 2011 reichte der Beschwerdeführer im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ ein Asylgesuch ein, wo er sich zu 

Beginn des Verfahrens im Personalienblatt des EVZ unter den Personalien 

C._______, geboren (...), Afghanistan (vgl. act. A1/2), eintrug. Im Rahmen 

der Befragung zur Person (BzP) im EVZ D._______ vom 25. März 2011 

gab er seine Personalien als B._______, geboren (...), Afghanistan, an und 

erklärte dazu, er habe aus Angst vor afghanischen Landsleuten und Ara-

bern, die sich in E._______ aufhalten würden und von seiner Absicht, zum 

Christentum zu konvertieren, erfahren hätten, weshalb sie ihn töten woll-

ten, zu seinen Personalien falsche Angaben gemacht. 

Im Weiteren verliess er eigenen Angaben zufolge sein afghanisches Hei-

matdorf F._______ im Distrikt G._______, wo er seit seiner Geburt gelebt 

habe, im November 2006 und gelangte über H._______, I._______ und 

J._______ nach E._______, wo er sich vom (...) bis (...) aufhielt und im 

Besitz einer Aufenthaltsbewilligung der Behörden von E._______ war. Am 

(...) verliess er E._______ über K._______ und gelangte am folgenden Tag 

illegal in die Schweiz. Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er an, 

sein Vater sei Mitglied der (Nennung Partei) gewesen und sei durch ein 

Mitglied der Gegenpartei im (...) ermordet worden. Weil er der älteste Sohn 

seines Vaters gewesen sei, sei noch am Tag der Ermordung ein Kopfgeld 

auf ihn ausgesetzt und er gesucht worden. Da er von Parteifreunden seines 

Vaters gewarnt worden sei, habe er rechtzeitig fliehen können. 

Der Beschwerdeführer reichte zum Nachweis seiner Identität keinerlei 

Identitätsdokumente ein und führte diesbezüglich in der BzP an, gemäss 

den Angaben seiner Mutter sei seine Tazkira (Identitätskarte) auf dem Weg 

von Afghanistan nach Pakistan verloren gegangen. 

A.b Mit Erklärung vom 4. April 2011 zog der Beschwerdeführer sein Asyl-

gesuch vom 21. März 2011 zurück, weil er die Schweiz definitiv verlassen 

wolle. 

A.c Mit Verfügung vom 24. Mai 2011 wurde er in der Folge für die Dauer 

der laufenden Rückkehrvorbereitungen dem Kanton L._______ zugewie-

sen. 

D-457/2015 

Seite 3 

A.d Mit Beschluss des BFM vom 4. Oktober 2011 wurde das am 4. April 

2011 anhängig gemachte Asylverfahren als gegenstandslos geworden ab-

geschrieben. 

A.e Mit Schreiben vom 14. Oktober 2011 ersuchte der Beschwerdeführer 

um Wiederaufnahme seines Asylverfahrens oder um Entgegennahme die-

ses Schreibens als zweites Asylgesuch, da er nicht nach Afghanistan oder 

E._______ zurückkehren könne. 

A.f Am 20. Oktober 2011 teilte ihm das BFM mit, dass es ihm grundsätzlich 

offenstehe, ein neues Asylgesuch in der Schweiz einzureichen. Dazu 

müsse er sich aber in ein EVZ begeben. Das BFM empfahl ihm diesbezüg-

lich, sich analog seinem ersten Asylgesuch im EVZ D._______ zu melden. 

B.   

B.a Am 2. November 2011 stellte der Beschwerdeführer im EVZ 

D._______ erneut ein Asylgesuch und hielt in der BzP vom 11. November 

2011 an seinen bisherigen Ausführungen im ersten Gesuch fest. Sodann 

führte er aus, er habe wegen seiner Mutter und seines Bruders nach Af-

ghanistan zurückkehren wollen. Seine Mutter habe jedoch nicht gewollt, 

dass er in Afghanistan umgebracht werde, und ihm gedroht, sich und sei-

nen Bruder anzuzünden, falls er zurückkehre. Weiter wurde ihm zur Mög-

lichkeit, dass E._______ für die Durchführung seines Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens mutmasslich zuständig sei, weswegen auf sein Asylge-

such gemäss aArt. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG (SR 142.31) nicht eingetreten 

werde, das Recht zur Stellungnahme eingeräumt. 

B.b Mit Verfügung des BFM vom 11. November 2011 wurde das Asylver-

fahren des Beschwerdeführers gestützt auf aArt. 35a Abs. 1 AsylG wieder 

aufgenommen. 

B.c Am 1. Februar 2013 stellte der Beschwerdeführer unter der Identität 

A._______, geboren (...), pakistanischer Staatsangehöriger, ein neues 

Asylgesuch im EVZ D._______. Nachdem festgestellt worden war, dass er 

bereits ein laufendes Verfahren habe, wurde er an die Behörden seines 

zuständigen Kantons verwiesen. 

B.d Am 31. März 2014 fand die Anhörung des Beschwerdeführers durch 

das BFM statt. Dabei führte er im Wesentlichen aus, sein richtiger Name 

sei A._______, geboren (...). Er sei zwar in Afghanistan geboren, jedoch 

als zirka einjähriges Kind mit seiner Familie nach Pakistan übersiedelt, wo 

sie in Quetta gelebt hätten. Dort würden die Hazara durch Angehörige von 

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Seite 4 

durch terroristische Gruppen geleiteten Attentätern, aber auch wegen ras-

sistischen Verhaltens verfolgt und umgebracht. Immer wieder sei es zu An-

schlägen gekommen, bei denen mehrere Personen getötet worden seien. 

Sein Leben sei dadurch bedroht gewesen, zumal weder die Regierung 

noch die Polizei die Macht hätten, dagegen einzuschreiten oder die Atten-

tate zu unterbinden. Ferner habe er mit seinem Vater Probleme gehabt, 

weil er Alkohol getrunken und auch nicht das tägliche Gebet praktiziert 

habe. Sein Vater habe ihn deswegen gehasst und geschlagen. Zudem 

habe man vor anderen Jugendlichen oder vor den jungen Männern in den 

Quartieren keine Ruhe gehabt. Als er in E._______ gewesen sei, habe er 

manchmal zusammen mit (...) Alkohol getrunken und dabei seine Absicht 

kundgetan, zum Christentum zu konvertieren, worauf er von diesen stark 

unter Druck gesetzt worden sei. Auf die weiteren Ausführungen wird, so-

weit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Beschwerdeführer reichte Kopien eines pakistanischen Ausweises 

(Identitätskarte) für afghanische Flüchtlinge ein, welche er bereits anläss-

lich seines erneuten Asylgesuchs vom 1. Februar 2013 im EVZ D._______ 

zu den Akten gereicht hatte. 

C.  

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2014 – eröffnet am 22. Dezember 

2014 – lehnte das BFM das Asylbegehren des Beschwerdeführers ab und 

ordnete gleichzeitig die Wegweisung und deren Vollzug an. Die Vor-instanz 

begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Schilderungen 

des Beschwerdeführers weder den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die 

Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaf-

tigkeit genügten. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar 

und möglich zu erachten. 

D.  

Mit Eingabe vom 16. Januar 2015 (Poststempel: 21. Januar 2015) erhob 

der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Auf 

die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen ein-

gegangen. 

Seiner Eingabe legte er – nebst dem angefochtenen Entscheid – diverse 

Beweismittel in Kopie (Auflistung Beweismittel) bei. 

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Seite 5 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2015 teilte der Instruktionsrichter 

dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten dürfe. Er wurde aufgefordert, bis zum 9. Februar 2015 

einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen, unter Androhung des 

Nichteintretens im Unterlassungsfall. 

Der Kostenvorschuss wurde am 6. Februar 2015 geleistet. 

F.  

Mit Verfügung vom 13. Februar 2015 wurde das SEM in Anwendung von 

Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Stellungnahme bis zum 2. März 2015 

eingeladen. 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 2. März 2015 hielt die Vorinstanz fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könn-

ten, und verwies – nebst einigen zusätzlichen Bemerkungen – im Übrigen 

auf die bisherigen Erwägungen, an denen sie vollumfänglich festhielt. 

H.  

Am 6. März 2015 wurde dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche Ver-

nehmlassung zugestellt und ihm gleichzeitig die Möglichkeit eingeräumt, 

bis zum 23. März 2015 eine Replik und entsprechende Beweismittel einzu-

reichen. Der Beschwerdeführer liess die ihm eingeräumte Frist ungenutzt 

verstreichen. 

I.  

Mit Eingabe vom 10. Juli 2015 (Poststempel: 24. Juli 2015) erkundigte sich 

der Beschwerdeführer nach dem Stand des Beschwerdeverfahrens. Das 

Bundesverwaltungsgericht antwortete ihm am 31. Juli 2015. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

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Seite 6 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

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Seite 7 

3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Asylentschei-

des im Wesentlichen an, der Beschwerdeführer habe sich eingangs des 

ersten Asylverfahrens den Asylbehörden als C._______, geboren (...), 

Staatsangehöriger von Afghanistan, vorgestellt, um bei der Befragung an-

zuführen, aus Furcht vor Personen in E._______ falsche Angaben ge-

macht zu haben. Seine richtigen Personalien würden B._______, geboren 

(...), Staatsangehörigkeit von Afghanistan, lauten. Ausweise habe er im 

Rahmen dieses Verfahrens keine eingereicht. Am 1. Februar 2003 (recte: 

2013) habe er sich erneut ins EVZ D._______ begeben und dort um Asyl 

ersucht. Dabei habe er sich dieses Mal als A._______, geboren (...), aus 

Quetta, Staatsangehörigkeit Pakistan, vorgestellt und auch Kopien von 

Ausweisen abgegeben. Darunter befinde sich auch die Kopie einer Identi-

tätskarte. Auf Nachfrage in der Anhörung habe er erklärt, dass seine richti-

gen Personalien A._______, geboren (...), lauten würden. Zuvor habe er 

bestätigt, dass der abgegebene Ausweis die Kopie einer Identitätskarte sei. 

Zudem habe er auf Nachfrage mit der Entgegnung, in Afghanistan geboren 

zu sein, seine pakistanische Staatsangehörigkeit nicht wirklich bestritten. 

Die Akten würden insgesamt überwiegend dafür sprechen, dass er die pa-

kistanische Staatsbürgerschaft besitze. 

Er habe in der BzP behauptet, sein Vater sei von einem Mitglied einer an-

deren Partei getötet und anschliessend sei auf ihn als ältesten Sohn ein 

Kopfgeld ausgesetzt worden. Von Parteifreunden gewarnt, habe er im 

Jahre 2006/2007 noch rechtzeitig ausser Landes fliehen können. Bei der 

Anhörung habe er hingegen erklärt, er habe schon von früh auf in Pakistan 

gelebt. Er habe unter der allgemeinen Diskriminierung der schiitischen Ha-

zara gelitten und in den letzten Jahren seien immer wieder blutige An-

schläge auf Hazara verübt worden. Sein Vater habe ihn gehasst und ge-

schlagen, weil er Alkohol getrunken und nicht regelmässig gebetet habe. 

Diese beiden Versionen der Asylbegründung würden diametral voneinan-

der abweichen. Es erscheine deshalb nicht glaubhaft, dass er aus den ge-

nannten Gründen vor seiner Ausreise einer persönlichen Verfolgung aus-

gesetzt gewesen sei. Sodann habe er sich in der Anhörung erstmals auf 

die Verfolgungssituation berufen, in welcher die schiitischen Hazara in 

Quetta lebten. Diesbezüglich sei zunächst festzustellen, dass er zu Beginn 

des Asylverfahrens eine ganz andere Asylbegründung vorgetragen und die 

Situation in Quetta mit keinem Wort erwähnt habe. Dies deute darauf hin, 

dass er von dieser Situation nicht in existenzieller Weise betroffen gewesen 

sei. Darüber hinaus stehe gemäss der in BVGE 2014/32 getroffenen Lage-

einschätzung zwar fest, dass in Quetta gezielte, von einem Verfolgungs-

motiv getragene Übergriffe gegen schiitische Hazara verübt würden. Viele 

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Seite 8 

dieser Gewalttaten würden als solche fraglos auch eine asylrelevante In-

tensität aufweisen, um als ernsthafte Nachteile charakterisiert zu werden. 

Hingegen könne die für die Anerkennung erforderliche Dichte der gewalt-

samen Verfolgungshandlungen nicht bejaht werden. Die gewalttätigen An-

griffe auf Hazara seien nicht derart häufig, dass jeder Angehörige dieser 

Minderheit in begründeter Weise befürchten müsste, objektiv mit erhebli-

cher Wahrscheinlichkeit ebenfalls Opfer einer Gewalttat zu werden. Der 

Hinweis auf seine Situation als Hazara entbehre somit der Asylrelevanz. 

Im Weiteren seien die Ausführungen zur beabsichtigten Konversion zum 

Christentum und den damit einhergehenden Todesdrohungen unstimmig 

ausgefallen. So habe er sich hinsichtlich der Personen, die von seinen Ab-

sichten gewusst haben sollen, widersprochen. Zudem habe er in der knapp 

acht Monate nach der BzP durchgeführten Anhörung als Grund gegen 

seine Wegweisung nach E._______ lediglich noch angeführt, dass er dort 

auf der Strasse schlafen müsste. Diese Vorbringen würden sich somit in 

verschiedener Hinsicht als widersprüchlich erweisen. Mit der geltend ge-

machten Gefährdung ebenfalls nicht vereinbar seien sodann die Äusse-

rung in der BzP, wonach er nach Hause zurückkehren möchte, und der 

anschliessende Rückzug seines Asylgesuchs. Folglich vermöge er aus sei-

nen angeblichen Gedanken über eine allfällige Konversion angesichts der 

Aktenlage keine konkreten Anzeichen für ihm dadurch drohende ernsthafte 

Nachteile im Sinne des Asylgesetzes ableiten. 

3.2 Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittel-ein-

gabe daran fest, dass er mit seiner Familie in der Stadt Quetta in Pakistan 

gelebt habe und bei einer Rückkehr dorthin für ihn Lebensgefahr bestehe. 

Er wisse nicht viel über den Krieg in Afghanistan, wo er und seine Familie 

geboren worden seien. In Afghanistan habe ihn seine Familie B._______ 

genannt, aber als sie ihn in Quetta in die Schule geschickt habe, sei der 

Name zu A._______ gewechselt worden. Alle Dokumente seien auf dem 

Weg von Afghanistan nach Pakistan verloren gegangen. Er besitze einige 

Dokumente aus Quetta (Pakistan), welche seine Zugehörigkeit zum 

Stamm N._______ belegen würden. Leute seines Stammes seien seit dem 

Jahre 1999 bis heute von Terroristengruppen getötet worden, so beispiels-

weise ein Onkel und dessen Sohn anlässlich eines Attentats im (...). Ferner 

sei er von Terroristen bedroht worden, weil sein Schwager Mitglied bei ISI 

(Inter Services Intelligence) gewesen sei. Diese hätten mit der Auslö-

schung der ganzen Familie gedroht, falls der Schwager ISI nicht verlasse. 

Zudem hätten ihn die Terroristen gekannt, da sie ihn zusammen mit seinem 

Schwager in der Stadt gesehen hätten. Sodann habe er psychische Prob-

leme. Er müsse sich dafür entschuldigen, dass er anlässlich seines ersten 

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Asylverfahrens im März 2011 nicht seinen Originalnamen genannt habe, 

denn er habe befürchtet, nach Pakistan zurückzumüssen. Er habe sich hier 

in der Schweiz C._______ genannt, weil er in E._______ von einigen ara-

bischen Männern geschlagen und bedroht worden sei. Er habe diesen an-

lässlich einer Party erzählt, dass er seine Religion gewechselt habe und 

nun Christ sei. Daraufhin hätten ihm die Männer viele Probleme bereitet. 

Darum habe er seinen Namen in D._______ gewechselt, weil er Angst ge-

habt und gedacht habe, dass sich dort vielleicht Kollegen von diesen ara-

bischen Männern aufhalten würden. 

3.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz ergänzend fest, das ein-

gereichte (Nennung Beweismittel) sei nach Einschätzung des SEM nicht 

geeignet, die Aktenlage im Hinblick auf einen allfälligen Wegweisungsvoll-

zug entscheidend zu verändern. So sei diesem zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer um ein solches Schreiben gebeten habe, da er dieses 

für seinen Rekurs benötige. Folglich dürfte der Hauptzweck der Konsulta-

tion nicht diese als solche gewesen sein, sondern darin bestanden haben, 

ein solches Zeugnis zu erhalten. Weiter gehe aus dem Schreiben hervor, 

dass die Behandlungsfrequenz ([...]) eher niedrig sei, was nicht für eine 

dringende Behandlungsbedürftigkeit spreche. Daraus lasse sich wiederum 

schliessen, dass die angegebenen Probleme nicht schwerwiegender Natur 

sein dürften. Weiter scheine gemäss dem Bericht keine Differentialdiag-

nose vorgenommen worden zu sein. Bei der (Nennung Diagnose) falle auf, 

dass das auslösende Ereignis beziehungsweise Trauma nicht genau be-

schrieben und konkretisiert werde. Dies wäre indes von entscheidender 

Bedeutung. Zudem fehle eine auch nur einigermassen detaillierte Anam-

nese gänzlich. Sodann erscheine die angeführte Bedrohung wegen eines 

Schwagers als nachgeschoben. Schliesslich könne dem Bestätigungs-

schreiben ("to whom it may concern") kein genügender Beweiswert beige-

messen werden. 

4.   

4.1 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass die Ausführungen des Be-

schwerdeführers zu den Fluchtgründen sowie seiner Herkunft und den per-

sönlichen Verhältnissen nicht zu überzeugen vermögen. Die Entgegnun-

gen in der Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel vermö-

gen die angefochtene Verfügung nicht zu entkräften. 

4.2   

4.2.1 Der in Art. 12 VwVG statuierte Untersuchungsgrundsatz, wonach die 

Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt, findet seine Grenze 

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an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (Art. 8 AsylG), der auch die 

Substanziierungspflicht trägt (Art. 7 AsylG). Zur Mitwirkungspflicht gehört, 

die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzugeben, 

an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken und die Asylgründe dar-

zulegen sowie Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich 

einzureichen (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). 

4.2.2 Die Identität des Beschwerdeführers steht nicht fest. Während des 

Asylverfahrens reichte er keine aussagekräftigen Identitätsdokumente o-

der andere Unterlagen ein und seine Vorbringen zur Herkunft vermögen 

nicht zu überzeugen. Vielmehr besteht Grund zur Annahme, er versuche, 

seine wahre Herkunft und seine persönlichen Verhältnisse zu verschleiern. 

Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe an seiner af-

ghanischen Herkunft festhält, ist zunächst festzuhalten, dass er im Verlaufe 

des Verfahrens weder Identitätsdokumente noch andere Dokumente ein-

reichte, welche diese Behauptung in irgendeiner Form stützen respektive 

belegen könnten. Er vermag demnach auch nicht nachzuweisen, dass er 

überhaupt afghanischer Abstammung ist und als kleines Kind zusammen 

mit seiner Familie nach Pakistan übersiedelte. Eine solche Verlegung des 

Wohnsitzes vermag er zudem auch nicht glaubhaft zu machen, da er dies-

bezüglich widersprüchliche Angaben vorbrachte. So führte er in der Anhö-

rung an, er sei als kleines Kind – ungefähr neun Monate oder höchstens 

ein Jahr alt – mit seiner Familie nach Pakistan gereist (vgl. act. B18/12 

S. 3), um demgegenüber in der Beschwerdeschrift anzugeben, er sei zwei 

Jahre alt gewesen, als seine Familie mit ihm nach Quetta gereist sei, um 

dort zu leben. Weiter ist das Vorbringen, wonach sämtliche Dokumente auf 

dem Weg von Afghanistan nach Pakistan verloren gegangen seien, als un-

belegte Schutzbehauptung zu werten. Dies auch deshalb, weil die persön-

liche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers durch den Umstand, dass er 

im vorinstanzlichen Verfahren unter verschiedenen Identitäten und mit dia-

metral verschiedenen Begründungen Asylgesuche einreichte, als erheblich 

beeinträchtigt zu erachten ist. Die im Verlaufe des Verfahrens respektive 

am 1. Februar 2013 eingereichte pakistanische Identitätskarte sowie die 

weiteren Unterlagen, welche unter anderem seine Zugehörigkeit zu den 

Hazara belegen sollen, reichte er lediglich in Form von leicht manipulierba-

ren Kopien ein, weshalb diesen kein rechtserheblicher Beweiswert beige-

messen werden kann. Sodann unterliess er es, die entsprechenden Origi-

naldokumente nachzureichen oder auch nur Bemühungen zu deren Nach-

reichung darzulegen, obwohl ihm dies in der Zwischenzeit durchaus mög-

lich und zumutbar gewesen wäre, sollen sich doch die Originale der abge-

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Seite 11 

gebenen Urkunden in Pakistan (Quetta) befinden, wo sich auch seine Fa-

milie aufhalte (vgl. act. B18/12 S. 2 f.). Im Übrigen ist die Kopie der Identi-

tätskarte des Beschwerdeführers nicht geeignet, die geltend gemachte 

Identität und Herkunft zu belegen, da sie eine Überprüfung der Echtheit 

des entsprechenden Originaldokuments nicht zulässt. Sein Verhalten, im 

Verlaufe des Asylverfahrens seine Identität und die Asylvorbringen wieder-

holt anzupassen, bekräftigt den Eindruck, er sei nicht gewillt, seine Her-

kunft und die persönlichen Verhältnisse offenzulegen. 

4.2.3 Hinsichtlich der verschiedenen Identitätsangaben brachte der Be-

schwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vor, seine Eltern hätten ihn 

in Afghanistan B._______ genannt, ihm aber einen anderen Namen gege-

ben, als er in Quetta in die Schule geschickt worden sei. Dieser Einwand 

vermag jedoch nicht zu überzeugen. So will er eigenen Angaben zufolge 

erst wenige Monate respektive höchstens zwei Jahre alt gewesen sein, als 

er mit seiner Familie nach Pakistan gezogen sei, weshalb es erstaunt, dass 

er sich überhaupt an diesen anderen, vorgängig benutzten Namen zu er-

innern vermag. Dass ihn seine Eltern bis zum Eintritt in die Schule zu 

Hause B._______ genannt hätten, um ihn dann beim Schuleintritt mit 

sechs oder sieben Jahren ganz anders beziehungsweise A._______ zu 

benennen, ist überwiegend zu bezweifeln, ansonsten er aus für ihn kaum 

nachvollziehbaren Gründen – mit wohl entsprechenden Auswirkungen für 

seine Entwicklung – in seiner Kindheit mit zwei verschiedenen Identitäten 

hätte aufwachsen müssen. 

Sofern der Beschwerdeführer auf die Verfolgung der Hazara in Quetta hin-

weist, von welcher auch seine Familie betroffen gewesen sei, lassen sich 

demgegenüber aus seinen Angaben keine asylrelevanten Hinweise auf 

eine solche Verfolgung entnehmen. Vorweg ist auf die diesbezüglichen 

Feststellungen der Vorinstanz, gemäss welchen er zu Beginn des Asylver-

fahrens eine gänzlich andere Asylbegründung geltend machte, hinzuwei-

sen, denen sich das Bundesverwaltungsgericht vollumfänglich anschliesst. 

Das entsprechende Verhalten des Beschwerdeführers lässt vielmehr den 

Schluss zu, dass er von der in Quetta herrschenden Situation in Tat und 

Wahrheit nicht betroffen war. Dass es sich bei ihm tatsächlich um einen 

Volksangehörigen der Hazara handelt, ist zudem ebenso wenig erstellt, zu-

mal das eingereichte Dokument – wie oben bereits angeführt – als nicht 

beweiskräftig zu erachten ist. Die Vorbringen zur angeblichen Bedrohungs- 

und Verfolgungssituation in Quetta sind denn auch unglaubhaft ausgefal-

len. Anlässlich der Anhörung blieben seine Ausführungen, wie genau seine 

Familie von den Diskriminierungen getroffen worden sei, nämlich vage und 

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stereotyp. So sollen sich ein Onkel und dessen Sohn im Jahre (...) in einem 

Bus in der Nähe eines Bombenattentats aufgehalten haben; ob diese dabei 

den Tod gefunden haben, wird aus seinen Ausführungen nicht ersichtlich 

(vgl. act. B18/12 S. 6). Dass er persönlich und konkret von einem terroris-

tischen Akt betroffen gewesen wäre, machte er zu keinem Zeitpunkt der 

Anhörung geltend, sondern verwies – nebst den Problemen mit seinem Va-

ter zu Hause – lediglich auf die Jugendlichen und die jungen Männer in 

ihrem Quartier, vor denen man keine Ruhe gehabt habe (vgl. act. B18/12 

S. 7). Dagegen führt er auf Beschwerdeebene an, der erwähnte Onkel und 

dessen Sohn seien beim Bombenattentat im Jahre (...) umgekommen, wo-

bei er nun das genaue Datum des Vorfalls zu benennen weiss ([...]). Dabei 

verweist er auf das mit der Beschwerde eingereichte (Nennung Beweismit-

tel), das diesen Vorfall zwar aufgreift, aber lediglich festhält, die beiden Per-

sonen – von welchen im Übrigen die tatsächliche Verwandtschaft zum Be-

schwerdeführer nicht erwiesen ist – seien am besagten (...) als Märtyrer 

gestorben. Genaueres zu diesem Vorfall lässt sich dieser Bestätigung nicht 

entnehmen, weshalb sie zum Nachweis der Richtigkeit dieser Aussage als 

nicht erheblich erachtet werden kann. Zudem wird darin angeführt und 

auch in der Rechtsmitteleingabe vorgebracht, er habe im Rahmen seiner 

Tätigkeit wiederholt Material für das Büro besorgen müssen, sei dabei aber 

von einer Terrorgruppe mit dem Tode bedroht worden. In der Beschwerde-

schrift ergänzte er diesbezüglich, er sei wegen seines Schwagers seitens 

dieser Gruppe Drohungen ausgesetzt worden. Hingegen brachte der Be-

schwerdeführer anlässlich der Anhörung keine solche direkt an seine Per-

son gerichtete Bedrohung vor (vgl. act. B18/12 S. 3, 7 f.). Demnach sind 

die erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten und an seine Person 

gerichteten Todesdrohungen als nachgeschoben und daher als nicht 

glaubhaft zu qualifizieren. Überdies können die Ausführungen zur ausge-

übten Tätigkeit und seinem Arbeitgeber nicht mit den in der Beschwerde-

schrift oder der erwähnten Bestätigung enthaltenen Angaben in Überein-

stimmung gebracht werden. Gemäss seinen Erläuterungen im Rahmen der 

Anhörung will er bei einem Anbieter von Fernsehsendungen im Büro Fi-

nanzielles erledigt und das Telefon betreut (vgl. act. B18/12 S. 8), nicht je-

doch – wie auf Beschwerdeebene geltend gemacht – in der Stadt jeweils 

Material für das Büro besorgt haben. Es ist daher festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer versucht, durch die erst auf Beschwerdeebene konkre-

tisierte Verfolgung seitens einer terroristischen Gruppe die entsprechenden 

Vorbringen an einen flüchtlingsrechtlich relevanten Sachverhalt anzupas-

sen, weshalb sie als unbehelflich zu qualifizieren sind. 

D-457/2015 

Seite 13 

Bezüglich des Vorbringens, er beabsichtige, zum Christentum zu konver-

tieren, und die damit angeblich einhergehenden Behelligungen kann in Er-

mangelung einer konkreten Entgegnung in der Beschwerdeschrift auf die 

als zutreffend zu erachtenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid 

der Vorinstanz verwiesen werden. Immerhin ist an dieser Stelle zu vermer-

ken, dass die vom Beschwerdeführer angeführte Begründung, warum er 

im EVZ zunächst falsche Angaben zu seiner Identität gemacht habe, schon 

von daher als unbehelflich zu erachten ist, da er sich ja mit der Absicht in 

die Schweiz begab, die hiesigen Behörden – die im Übrigen der Verschwie-

genheitspflicht unterstehen – um Schutz vor Verfolgung zu ersuchen.

  

Eine andere Sichtweise vermag angesichts obiger Ausführungen und in 

Ermangelung konkreter Angaben zu Ursachen der geltend gemachten 

traumatischen Erfahrungen auch das eingereichte (Nennung Beweismittel) 

nicht zu vermitteln. Im Urteil D-5781/2012 vom 8. Mai 2015 (zur Publikation 

bestimmt) hat sich das Bundesverwaltungsgericht eingehend mit der Frage 

befasst, ob eine ärztlich diagnostizierte posttraumatische Belastungsstö-

rung als Beweis für Misshandlungen zu genügen vermag. Dabei kommt 

das Gericht zum Schluss, dass ein Arztbericht zwar eine psychische Stö-

rung beziehungsweise eine Traumatisierung belegen kann, nicht aber de-

ren genaue Ursache. Die Diagnose einer solchen Störung für sich allein 

stellt demnach noch keinen Beweis für eine behauptete Misshandlung dar. 

Gleichwohl kann die Einschätzung eines Facharztes ein Indiz für die Plau-

sibilität von Vorkommnissen oder Ereignissen bilden (vgl. E. 7.2.2.). In die-

sem Sinne sind Arztberichte bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von 

Verfolgungsgründen zu berücksichtigen. In casu sind jedoch die Angaben 

der Fachärzte nicht derart ausgefallen, dass sie die Verfolgungsgründe 

glaubhaft erscheinen lassen. Diesbezüglich kann – gerade mit Blick auf die 

darin gestellten Diagnosen, so unter anderem auf diejenige einer (Nen-

nung Diagnose) – auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in ih-

rer Vernehmlassung verwiesen werden. In diesem Zusammenhang ist fest-

zustellen, dass sich der Beschwerdeführer gemäss ärztlichem Zeugnis of-

fenbar erst nach einem für ihn unerklärlichen und beunruhigenden Vorfall 

– dessen Ursache wird im Weiteren nicht naher erläutert – im (...) veran-

lasst gesehen habe, erstmals einen Arzt aufzusuchen, obwohl er sich bis 

zu diesem Zeitpunkt bereits während dreieinhalb Jahren als Asylbewerber 

in der Schweiz aufhielt. Den Akten zufolge hatte der Beschwerdeführer of-

fenkundig auch vor seiner Einreise in die Schweiz keinen Beweggrund, 

sich wegen psychischer Probleme in Behandlung zu begeben, obwohl im 

erwähnten Zeugnis von traumatischen Erlebnissen in der Kindheit die 

D-457/2015 

Seite 14 

Rede ist. Ferner ist angesichts der gestellten Diagnose (Nennung Diag-

nose) mit Blick auf die Beurteilung des Aussageverhaltens festzuhalten, 

dass das charakteristische Merkmal für Opfer von gewaltsamen Ereignis-

sen mit einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung die aus-

geprägte Tendenz darstellt, der bewussten Auseinandersetzung mit trau-

matischen Erlebnissen auszuweichen. So ist es heute durch eine Vielzahl 

von Studien und Erfahrungsberichten belegt, dass Folteropfer weitgehend 

unfähig sind, über das Erlebte zu berichten, solange nicht ein Klima des 

Vertrauens hergestellt ist, um das Vorgefallene in sensiblen Bereichen zu 

offenbaren. So gehören zu den häufigsten Traumata entweder eine ernst-

hafte Bedrohung des eigenen Lebens beziehungsweise der körperlichen 

Integrität, ernsthafte Bedrohung oder Schädigung der eigenen Kinder, des 

Ehepartners oder naher Verwandter sowie die plötzliche Zerstörung des 

eigenen Zuhauses. Zu den Folgen gehören auch Gedächtnisschwäche o-

der Konzentrationsschwierigkeiten. Jedoch leiden nicht nur Folteropfer un-

ter einer posttraumatischen Belastungsstörung, sie kann bei allen Men-

schen auftreten, die einem traumatischen Stresssymptom ausgesetzt wa-

ren. Die Annahme, dass eine solche posttraumatische Belastungsstörung 

zu den festgestellten Ungereimtheiten im Sachverhaltsvortrag des Be-

schwerdeführers geführt haben könnte, rechtfertigt sich jedoch vorliegend 

in keiner Weise: So brachte er im Verlaufe des Verfahrens zwei komplett 

verschiedene Asylbegründungen unter Verwendung einer jeweils anderen 

Identität vor. Ausserdem können die Ungereimtheiten bezüglich seiner Ar-

beitsstelle nicht in einen Zusammenhang mit einem allfälligen traumati-

schen Erlebnis gebracht werden. Sodann stellten anlässlich der Anhörung 

offenbar weder der Befrager noch der anwesende Hilfswerkvertreter merk-

liche Verhaltensauffälligkeiten fest oder sahen sich jedenfalls nicht veran-

lasst, diesbezügliche Feststellungen im Anhörungsprotokoll oder in einem 

Protokollanhang anzumerken, was jedoch regelmässig der Fall ist bei ent-

sprechenden Auffälligkeiten von Befragten. Da den Protokollen keinerlei 

Hinweise auf Konzentrationsschwierigkeiten des Beschwerdeführers wäh-

rend der Befragungen zu entnehmen sind und er die Korrektheit und Wahr-

heit seiner Asylvorbringen nach Rückübersetzung unterschriftlich bestä-

tigte, lassen sich die festgestellten erheblichen Unstimmigkeiten in den 

Asylbegründungen nicht auf eine allfällige posttraumatische Belastungs-

störung zurückführen, weshalb sich der Beschwerdeführer bei seinen wi-

dersprüchlichen Aussagen behaften lassen muss. 

D-457/2015 

Seite 15 

4.3 Zusammenfassend gelingt es dem Beschwerdeführer aufgrund des 

Gesagten nicht, die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nachzu-

weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Das Bundesamt hat das 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

5.  

5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.7.4, 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2 Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs sind zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen, jedoch findet 

diese Abklärungspflicht der Asylbehörden – wie bereits zuvor ausgeführt – 

ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 

AsylG), die auch die Substanziierungspflicht trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht 

Sache der Behörden, bei fehlenden, womöglich gezielt vorenthaltenen Hin-

weisen nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypotheti-

schen Herkunftsländern zu forschen (vgl. statt vieler: BVGE 2014/12 E. 5.9 

und 6, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts  

E-3355/2014 vom 15. August 2014 E. 8.2 und D-4548/2014 vom 7. Januar 

2015 E. 6.1). Entzieht der Asylsuchende mit seinem Verhalten dem Gericht 

die für genauere Abklärungen erforderliche Grundlage, ist es nicht Sache 

D-457/2015 

Seite 16 

der Beschwerdeinstanz, sich in Mutmassungen und Spekulationen zu er-

gehen. 

6.3 Der Beschwerdeführer reichte keine rechtsgenüglichen Identitätspa-

piere ein und seine Angaben zur Herkunft sind unglaubhaft ausgefallen. 

Seine Identität und Staatsangehörigkeit sowie seine persönlichen Verhält-

nisse stehen bis heute nicht fest. Durch die Verletzung seiner Mitwirkungs-

pflicht respektive die Verheimlichung seiner wahren Identität und Herkunft 

verunmöglicht er die Prüfung, welche Staatsangehörigkeit er besitzt, und 

welchen Status er an seinem bisherigen Aufenthaltsort hatte. Der Be-

schwerdeführer hat die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tra-

gen, als vermutungsweise davon auszugehen ist, dass einer Wegweisung 

in den tatsächlichen Heimatstaat respektive der Rückkehr an den bisheri-

gen Aufenthaltsort – auch mit Blick auf die vorgebrachten gesundheitlichen 

Probleme – keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegenste-

hen (Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG). Das BFM hat den Vollzug 

der Wegweisung somit zu Recht als durchführbar erachtet. Das Prinzip des 

flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement steht dem Vollzug der Wegwei-

sung nicht entgegen, da dieses nur Personen schützt, welche die Flücht-

lingseigenschaft erfüllen, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist. Da 

es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung vorliegend keine An-

wendung finden. 

6.4 Der verfügte Wegweisungsvollzug ist damit zu bestätigen und eine An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers fällt ausser Be-

tracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG, Art. 49 VwVG), weshalb die Beschwerde abzuwei-

sen ist. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

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Seite 17 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 6. Feb-

ruar 2015 in der gleichen Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

  

D-457/2015 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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