# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b485558c-8800-5c4a-953e-a326d90e1979
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.07.2019 720 19 84/172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-84-172_2019-07-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. Juli 2019 (720 19 84 / 172) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Vorliegend sind weder die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision nach Art. 53 

Abs. 1 ATSG noch diejenigen für eine Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG gege-

ben, weshalb die IV-Stelle zu Recht das Zurückkommen auf eine bereits rechtskräftige 

Verfügung verneinte  

 

 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantonsrichter 

Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Sebastian Laubscher, 
Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. A.____, geboren 1953, erlitt am 28. Mai 2012 einen schweren Unfall. Er war als Pilot 
eines Kleinflugzeuges in Begleitung seiner Ehefrau und eines befreundeten Ehepaares unter-
wegs. Beim Abflug kam es während des Steigflugs zu einem Triebwerksschaden auf der rechten 
Seite und das Flugzeug stürzte beim Versuch der Rückkehr zum Flughafen ab. Beim Aufprall 

 

 
 
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kam es zum Überschlagen und zur völligen Zerstörung des Flugzeugs. Der Versicherte zog sich 
ein schweres Polytrauma mit zahlreichen komplexen Frakturen, ein Schädelhirntrauma und eine 
Kalottenfraktur rechts zu. Beim Eintreffen des Rettungsteams war er wach und desorientiert. Er 
erlitt eine Amnesie ab Zeitpunkt des Einsteigens in das Flugzeug bis zum Zeitpunkt der Extuba-
tion (Intubation vom 28. Mai bis 6. Juni 2012). Die Erstbehandlung erfolgte in der Klinik B.____. 
Am 13. Juni 2012 wurde er in Spital C.____ verlegt. Zum Zeitpunkt des Unfalles war A.____ seit 
dem 1. Januar 1998 Hauptaktionär, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführender Partner in 
der Firma D.____. 
 
Mit Gesuch vom 10. April 2013 meldete sich der Versicherte bei der Schweizerischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Mit Verfügung vom 11. August 2016 sprach ihm 
die IV-Stelle vom 1. Oktober 2013 bis 30. November 2015 eine halbe Invalidenrente zu (IV act. 
100). Am 5. Februar 2018 liess der obligatorische Unfallversicherer, die Vaudoise Versicherun-
gen (Vaudoise), der IV-Stelle weitere medizinische Unterlagen zukommen (IV act. 104). Dabei 
handelte es sich um ein polydisziplinäres Gutachten der asim Basel vom 7. Dezember 2017. 
Gestützt auf dieses Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 18. 
Mai 2018 in Aussicht, ihm per 1. August 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, gestützt 
auf einen Invaliditätsgrad von 100 %. Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 6. 
Juni 2018 Einwand und beantragte, es sei die ganze Rente rückwirkend durchgehend seit dem 
1. Oktober 2013 zuzusprechen. Mit Verfügung vom 12. Februar 2019 bestätigte die IV-Stelle den 
Vorbescheid und die Rentenzusprache ab 1. August 2018.  
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Sebastian Laubscher, mit Eingabe vom 
12. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht. Unter o/e-Kostenfolge beantragte er, es sei in Gutheissung der Beschwerde die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben und es sei in Revision, eventualiter in Wiedererwägung der 
Verfügung vom 11. August 2016 mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 eine ganze Invalidenrente 
zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess der Beschwerdeführer die Durchführung ei-
ner Parteiverhandlung beantragen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 8. April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
D. Zur Vervollständigung der Akten wurde bei der Vaudoise das UVG-Dossier des Be-
schwerdeführers beigezogen. Mit Verfügung vom 9. Mai 2019 schliesslich wurde die Angelegen-
heit dem Gericht zur Beurteilung überwiesen und die Durchführung einer Parteiverhandlung an-
geordnet. 
 
E. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurde der Beschwerdeführer befragt. An-
schliessend hielten die Parteivertreter in ihren Plädoyers an den in den Rechtsschriften gestellten 
Anträgen und den darin vorgebrachten wesentlichen Begründungen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  

 

 
 
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1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2019. 
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer eine ganze Invalidenrente 
zuzusprechen ist. Kontrovers ist aber der Rentenbeginn. Die Beschwerdegegnerin erhielt am 5. 
Februar 2018 von der Vaudoise das asim-Gutachten vom 7. Dezember 2017 zugestellt. Die Zu-
sendung des Gutachtens nahm sie als Anlass, um einen allfälligen Rentenanspruch zu prüfen. 
Mit Email vom 23. April 2018 wies der Beschwerdeführer ebenfalls auf das Gutachten hin (IV act. 
109). Unter Berücksichtigung der Karenzfrist von sechs Monaten sprach die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer ab dem 1. August 2018 eine ganze Invalidenrente zu. Demgegenüber 
geht der Beschwerdeführer davon aus, dass mit dem asim-Gutachten ein Revisionsgrund und 
ein Wiedererwägungsgrund gegeben seien. Er führt aus, dass die seinerzeitige Verfügung vom 
11. August 2016 anfänglich unrichtig gewesen sei und beantragt die Ausrichtung einer Invaliden-
rente ex tunc ab dem 1. Oktober 2013. 
 
3.1.1 Gemäss Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 müssen formell rechtskräftige Verfügungen und 
Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versi-
cherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffin-
det, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision). Nach Lehre 
und Rechtsprechung ist der Sozialversicherungsträger verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige 
Verfügung zurückzukommen, wenn sich diese aufgrund neu entdeckter Tatsachen oder Beweis-
mittel als unrichtig erweist (BGE 143 V 105 E. 2.1, 108 V 167 E. 2b). Der Begriff „neue Tatsachen 
oder Beweismittel“ ist bei der prozessualen Revision eines Verwaltungsentscheides nach Art. 53 
Abs. 1 ATSG gleich auszulegen wie bei der Revision eines kantonalen Gerichtsentscheides ge-
mäss Art. 61 lit. i ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 
2 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005. 
 
Neu sind Tatsachen, die sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbrin-
gen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch trotz hinreichender Sorgfalt nicht be-
kannt waren. Es handelt sich somit um unechte Noven. Die Geltendmachung echter Noven, also 
von Tatsachen, die sich erst nach Ausfällung des Entscheids, der revidiert werden soll, zugetra-
gen haben, ist ausgeschlossen. Die neuen Tatsachen müssen ferner „erheblich“ sein, das heisst, 
sie müssen geeignet sein, die tatbestandliche Grundlage des zur Revision beantragten Ent-
scheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Entscheidung 
zu führen (BGE 143 V 105 E. 2.3; SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63, Urteil des Bundesgerichts vom 8. 
Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 7.1). Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die 
Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu die-
nen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden 
Person unbewiesen geblieben sind. Erheblich ist ein Beweismittel, wenn anzunehmen ist, es 
hätte zu einem anderen Entscheid geführt, falls der Versicherungsträger davon Kenntnis gehabt 
hätte. 

 

 
 
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Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts hat sich ein neues Beweismittel sodann 
auf die Sachverhaltsermittlung zu beziehen. Eine bloss abweichende Würdigung des gleichen 
Sachverhalts reicht als Revisionsgrundlage nicht aus (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 
2019, 8F_3/2019, E. 1.4). Ein Revisionsgrund ist sodann nicht schon dann gegeben, wenn die 
Verwaltung im ursprünglichen Entscheid bekannte Tatsachen unrichtig würdigte. Notwendig ist 
vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen 
unbewiesen geblieben sind (BGE 134 III 669 E. 2.1, 127 V 353 E. 5b, Urteil des Bundesgerichts 
vom 11. August 2016, 8C_323/2016, E. 2). 
 
Betrifft der Revisionsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung, deren Beurteilung massge-
blich auf Schätzung oder Beweiswürdigung beruht, auf Elementen also, die notwendigerweise 
Ermessenszüge aufweisen, so ist eine vorgebrachte neue Tatsache gemäss konstanter bundes-
gerichtlicher Praxis als solche in der Regel nicht erheblich. Ein (prozessrechtlicher) Revisions-
grund fällt demnach überhaupt nur in Betracht, wenn bereits im ursprünglichen Verfahren der 
untersuchende Arzt und die entscheidende Behörde das Ermessen wegen eines neu erhobenen 
Befundes zwingend anders hätten ausüben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis hätten 
gelangen müssen (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_148/2018, E. 5.3 und vom 
23. April 2013, 8C_18/2013, E. 3.1). An diesem prozessualrevisionsrechtlich verlangten Erforder-
nis fehlt es, wenn sich das Neue im Wesentlichen in (differenzial-)diagnostischen Überlegungen 
erschöpft, also auf der Ebene der medizinischen Beurteilung anzusiedeln ist (Urteil des Bundes-
gerichts vom 13. Februar 2013, 9C_955/2012, E. 3.3.1). Daher erfüllen neue medizinische Ex-
pertisen, die im Verfahren, das zur früheren Verfügung führte, keine gravierende und unvertret-
bare Fehldiagnose feststellen, das Kriterium der Erheblichkeit nicht (Urteile des Bundesgerichts 
vom 6. Juli 2018, 8C_148/2018, E. 5.4 und vom 13. Februar 2013, 9C_955/2012, E. 3.3.4). 
 
3.1.2 Im Urteil vom 26. Februar 2019, 8F 3/2019, verneinte das Bundesgericht sodann bei 
ärztlichen Unterlagen, die nach dem Entscheid ausgestellt wurden, aber Tatsachen betrafen, die 
vor dem Entscheid entstanden waren, das Vorliegen eines revisionsrechtlich relevanten Beweis-
mittels. Diese ärztlichen Unterlagen würden sich zwar auf vorbestandene Tatsachen beziehen, 
seien aber trotzdem als unzulässige echte Noven anzusehen und eine Revision gestützt darauf 
sei ausgeschlossen (E. 3.1).  
 
3.1.3 Die im oben umschriebenen Sinn neuen Tatsachen oder Beweismittel sind innert 90 
Tagen nach deren Entdeckung geltend zu machen; zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, 
die mit der Eröffnung der Verfügung zu laufen beginnt (Art. 67 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit 
Art. 55 Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 8. Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 3 mit 
Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Rz. 38 ff. zu Art. 53 ATSG). 
 
3.2 Die Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünftiger 
Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar 
ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher 
Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestim-

 

 
 
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mungen zugesprochen wurde. Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrund-
satzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder 
nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden. Hingegen scheidet die Annahme zwei-
felloser Unrichtigkeit aus, soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hin-
tergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräf-
tigen Leistungsprüfung in vertretbarer Weise beurteilt wurden (Urteil des Bundesgerichts vom 11. 
Juni 2019, 8C_94/2019, E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 405 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch 
SVR 2019 UV Nr. 11 S. 41, 8C_525/2017 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2018, 
8C_717/2017, E. 3.2). 
 
4.1.1 Der Sachverhalt im Zusammenhang mit den vorliegend umstrittenen Rechtsfragen zeigt 
sich vor Erlass der strittigen Verfügung vom 11. August 2016 zusammenfassend wie folgt: 
 
4.1.2 Dem Austrittsbericht der Klinik E.____ vom 15. August 2012 ist der Status nach Poly-
trauma zu entnehmen. In Bezug auf das Schädelhirntrauma wurde festgehalten, dass sich an-
lässlich der Testung ein neuropsychologisch unauffälliges kognitives Leistungsprofil gezeigt 
habe. Lediglich die Belastbarkeit sei leicht reduziert gewesen und es habe eine diskret erhöhte 
Ermüdbarkeit bestanden (IV act. 16). Anlässlich eines Patientenbesuchs in der Klinik E.____ am 
24. Juli 2012 durch einen Sachbearbeiter der Vaudoise gab der Beschwerdeführer an, dass er 
von Seiten des Schädelhirntraumas absolut keine Nachwehen verspüre: keine Kopfschmerzen, 
keine Konzentrations- oder Wortfindungsstörungen etc. (Vaudoise act. 279). Dr. med. F.____, 
Innere Medizin, spez. Kardiologie FMH, gab im Bericht vom 29. April 2013 (IV act. 17) zu Handen 
der Beschwerdegegnerin als Hauptproblem das instabile OSG im rechten Fuss an. Daneben be-
stehe eine Konzentrationsschwäche. Der Patient benötige in der kaufmännischen Arbeit für alles 
doppelt so lange. Prof. Dr. med. G.____, Chefarzt der Orthopädie des Spitals H.____, hielt im 
Bericht vom 12. März 2013 unter anderem ebenfalls fest, dass der Beschwerdeführer angegeben 
habe, für die Arbeiten doppelt so lange zu brauchen. Das Hauptproblem sei gemäss dessen An-
gaben das rechte instabile Sprunggelenk (Vaudoise act. 245). Dem Arztbericht des Spitals 
C.____ vom 22. Januar 2014 ist eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Januar 2014 zu 
entnehmen (Vaudoise act. 220). Der Beschwerdeführer gab am 30. Januar 2014 gegenüber dem 
Sachbearbeiter der Vaudoise an, dass alles viel länger dauere als erwartet und erhofft. Das letzte 
Geschäftsjahr sei schlecht gewesen; die Tatsache, dass er sich nicht frei bewegen könne, mache 
seinen Job sehr schwierig (Vaudoise act. 219). In der Mail vom 5. November 2014 an den Sach-
bearbeiter der Vaudoise gab der Beschwerdeführer an, dass es aufwändig sei, den Leuten zu 
erklären, dass nur die Füsse kaputt seien und der Rest normal funktioniere. Das Vertrauen in 
seine Leistungsfähigkeit sei wichtig. Wenn er Mitleid bekomme, werde die Akquisition nicht ein-
facher (Vaudoise act. 200). Am 24. Februar 2015 erfolgte eine Fussoperation im Spital C.____ 
und es bestand weiterhin ein instabiler Gesundheitszustand aufgrund der orthopädischen Prob-
leme (Vaudoise act. 179, 186). Die Arbeitsunfähigkeit betrug ab dem 13. April 2015 aus orthopä-
dischen Gründen 75 %. Am 22. Mai 2015 berichtete der Beschwerdeführer, dass die Mobilität 
seit 13 Wochen wieder sehr eingeschränkt sei. Dies wirke sich auf sein Geschäft aus. Er verpasse 
wichtige Messen und Kongresse und habe aufgrund seines Zustands keine Kunden im Ausland 
treffen können (Vaudoise act. 176). Am 27. August 2015 sodann hielt er gegenüber der Vaudoise 
fest, dass er nun autofahren könne und der Fuss dieser Tätigkeit standhalte. Das ändere aber 

 

 
 
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noch nichts an der Arbeitsfähigkeit. Sein Arbeitsinhalt bestehe nicht in einem Buchhaltungsjob, 
den er vom Pult aus erledigen könne. Seine Tätigkeit bestehe im Reisen und dem Besuch von 
potenziellen Kunden. Dies könne er nunmehr seit mehr als drei Jahren praktisch nicht mehr ma-
chen. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50 % (Vaudoise act. 162). Mit Bericht vom 31. August 2015 
attestierte PD Dr. med. I.____, Teamleiter Fuss- und Sprunggelenkschirurgie des Spitals C.____, 
eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab dem 1. September 2015. Die definitive Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit resp. des bleibenden Ausfalls werde frühestens ein Jahr postoperativ durchgeführt 
werden können (Vaudoise act. 159). Am 2. November 2015 gab der Beschwerdeführer gegen-
über der Vaudoise an, dass er lediglich Belastungsschmerzen habe, welche im Ruhezustand 
nicht vorhanden seien. In der Leistungsfähigkeit sei er aber schon eingeschränkt. Es gehe bei 
weitem nicht mehr so wie vor dem Unfall. Wenn er bzw. er mit seiner Frau abends etwas vorhabe, 
würden sie am Nachmittag eine Stunde schlafen gehen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte 
der Beschwerdeführer aus, dass er der Verkäufer der Firma sei. Dies bedinge, dass er viel auf 
Reisen sei bzw. sein müsste. Durch den Unfall sei dies nicht mehr im gleichen Mass möglich. 
Bestehende Kunden und Beziehungen könne er pflegen. Schwierigkeiten mache ihm aber die 
Aufgabe, neue Beziehungen aufzubauen. Dafür fehle ihm einfach die Energie. Er habe die Ma-
nagementaufgaben innerhalb des Betriebes abgegeben. Die reduzierte Antriebskraft, Belastbar-
keit und Leistungsfähigkeit seien hinderlich (Vaudoise act. 152f.). Im Bericht vom 26. Januar 2016 
hielt PD Dr. I.____ fest, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 70 % nicht möglich sei 
(Vaudoise act. 141). 
 
4.2.1 Nach der umstrittenen Verfügung vom 11. August 2016 ergingen die folgenden wesent-
lichen ärztlichen Berichte und Akten: 
 
4.2.2 Dr. med. J.____, Facharzt FMH für Neurologie, hielt im Bericht vom 7. September 2016 
fest, dass der Patient schildere, dass er im Verlauf der Jahre seine Arbeitsleistung habe steigern 
können. Er beklage aber immer noch eine Leistungseinbusse im Vergleich zu seinem Zustand 
vor dem Unfall. Er sei bei wichtigen Gesprächen nicht mehr so leistungsfähig, er vergesse Dis-
kussionspunkte. Er ermüde rascher. Die Konzentration habe abgenommen. Beim Studium von 
Akten sei er bereits nach zwei Seiten unkonzentriert und müsse Pausen einlegen. Längere Arti-
kel, auch Fachliteratur, könne er kaum mehr studieren. Einfaches wie Zeitung lesen gelinge prob-
lemlos. Aufgrund seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit habe er jetzt seine Anteile an der 
Firma seinem Partner verkauft, um sich zumindest teilweise zurückziehen zu können. Nach sei-
nem Unfall sei die Leistungsfähigkeit deutlich eingebrochen, den hohen Anforderungen bei Ge-
sprächen mit möglichen Kandidaten könne er nicht mehr genügen. Er bemerke eine deutliche 
Einbusse seines Gedächtnisses, müsse ungleich mehr notieren. Die Ehefrau würde eine gewisse 
Veränderung in seinem Charakter bemerken, er sei dünnhäutiger, auch weniger konzentriert leis-
tungsfähig. Er selber führe die kognitive Einschränkung auf die multiplen Operationen zurück, 
hauptsächlich die achtstündige Fussoperation im Jahr 2015. In der Beurteilung führte Dr. J.____ 
aus, dass der Patient zusammen mit der Ehefrau beim Flugzeugabsturz schwer polytraumatisiert 
worden sei. Es habe sich auch ein Schädelhirntrauma mit der initial nachweisbaren Blutung pa-
rietal ereignet. Nachdem wiederholte Operationen orthopädischerseits erfolgt seien, sei diesbe-
züglich jetzt ein Endzustand erreicht, wobei es sicher noch Einbussen – vor allem was die Beine 
und Füsse betreffe – gebe. Die Gehfähigkeit sei dadurch erheblich eingeschränkt. Immerhin sei 

 

 
 
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er aber nicht rollstuhlbedürftig. Diesbezüglich verweise er auf die Angaben der Orthopädie. Aus 
neurologischer Sicht zu erwähnen seien in Anbetracht der komplexen Unfallfolgen auch der wie-
derholten operativen Eingriffe erstaunlich geringe peripher-neurogene Ausfallszeichen. Im We-
sentlichen sei eine leichte Überempfindlichkeit sensibel im Bereich von beiden Füssen zurückge-
blieben. An den oberen Extremitäten wie auch im Achsenorgan seien keine Residuen zu ver-
zeichnen. Nach Wiederaufnahme der Arbeit fühle sich der Patient jetzt durch eine eingeschränkte 
kognitive Leistungsfähigkeit behindert. Der früher sicher überdurchschnittlich kognitiv leistungs-
fähige Patient bemerke seit dem Unfall eine relevante Einbusse. Im Wesentlichen seien es Ge-
dächtnisstörungen, aber auch Konzentrationsstörungen und wahrscheinlich auch Einbussen im 
planerischen Denken. Eine nennenswerte organische Wesensveränderung liege nicht vor, dis-
krete Veränderungen würden aber von der Ehefrau erwähnt. Versicherungstechnisch beziehe er 
immer noch Taggeldleistungen. Es scheine jetzt aus neurologischer Sicht ein Endzustand erreicht 
zu sein, sodass Fragen einer Teilberentung und Integritätsentschädigung aufkommen würden. Er 
erachte eine eingehende neuropsychologische Untersuchung als sinnvoll, um allfällige kognitive 
hirnorganisch bedingte Einschränkungen feststellen zu können. Immerhin seien im MRI des Kop-
fes noch leichte Residuen nach Schädel-Hirn-Trauma feststellbar. Hinweise für andere Patholo-
gien, auch prozesshafte degenerative Hirnerkrankungen, würden fehlen (Vaudoise act. 113). 
 
4.2.3 Die asim Gutachter äusserten sich im Gutachten vom 7. Dezember 2017 in Bezug auf 
die Arbeitsfähigkeit dahingehend, dass aufgrund der Gesamtheit der Befunde und der sehr spe-
zifischen Anforderungen der angestammten Tätigkeit in dieser aus medizinischer Sicht eine auf-
gehobene Arbeitsfähigkeit bestehe. Die aktuell darin erbrachte minimale Rest-Leistungsfähigkeit 
von geschätzt 30 % sei nur dank hochgradiger Motivation und aufgrund spezifischer Umstände 
überhaupt möglich, werde sich aber aufgrund der Unfallfolgen nicht halten lassen. Hinderlich 
seien insbesondere die Unfähigkeit des Exploranden zu reisen sowie die kognitiven Einschrän-
kungen, die eine Dauerbelastung wie früher nötig nicht erlauben würden. In einer stark angepass-
ten Tätigkeit bestehe maximal eine 50 %-ige Rest-Leistungsfähigkeit. Aufgrund der somatischen 
Funktionslimiten komme nur eine primär sitzende Tätigkeit in Frage. Es bestehe dabei ein erhöh-
ter Pausenbedarf aufgrund der Schmerzen, welche im Laufe des Tages zunehmen und dann 
zunehmend mit der kognitiven Leistungsfähigkeit interferieren würden. Denkbar wäre eine Bü-
rotätigkeit ohne Reisetätigkeit und ohne die Notwendigkeit, externe Kundentermine wahrzuneh-
men. Aufgrund der neurokognitiven Einschränkungen müssten angepasste Tätigkeiten kognitiv 
einfachere Arbeitsprozesse umfassen und eine Selbstbestimmung des Arbeitstaktes sowie auch 
der Arbeitszeiten und Pausen ermöglichen. Das Lernvermögen für neues Fachwissen wie auch 
das Memorisieren von Fakten der einzelnen Kundendossiers seien zwar grundsätzlich gegeben, 
gegenüber früher jedoch verlangsamt und mit einem Mehraufwand (zeitlich und strategisch) ver-
bunden. Es bestünden eine verminderte Leistungsfähigkeit und erhöhter Pausenbedarf. Die 
Schmerzbelastung seitens der Verletzungen des Bewegungsapparates (insbesondere der unte-
ren Extremitäten) und die kognitiven Einschränkungen würden ungünstig miteinander interagie-
ren, indem die Schmerzbelastung die kognitive Dauer-Leistungsfähigkeit weiter beeinträchtige. 
Eine wechselbelastende Tätigkeit sei nicht möglich. Die angepasste Tätigkeit müsse eine primär 
sitzend auszuübende sein, mit der Möglichkeit zum Einlegen von Pausen. Im neuropsychologi-
schen Teilgutachten hält der Experte lic. phil. K.____ fest, dass eine neuropsychologisch begrün-
dete Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich seit dem Unfall vom 28. Mai 2012 bestehe. 

 

 
 
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Im Verlauf seit der neuropsychologischen Untersuchung vom August 2012 zeige sich eine leichte 
Verschlechterung der kognitiven Leistungen, was wahrscheinlich Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
habe.  
 
4.2.4 Schliesslich liegen die ergänzenden Stellungnahmen der asim vom 2. November 2018 
(IV act. 131) sowie die anlässlich der heutigen Parteiverhandlung eingereichte Stellungnahme 
des asim vom 28. Mai 2019 bei den Akten. 
 
4.3 Anlässlich der heutigen Befragung führte der Beschwerdeführer aus, dass er vor der 
Konsultation bei Dr. J.____ nie bei einem Neurologen bzw. einer Neurologin in Behandlung ge-
wesen sei. Er selbst habe die kognitiven Einschränkungen lange nicht wahrhaben wollen. Er habe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % angestrebt, da er mit 40 % eher zur IV gekommen wäre, was er 
habe vermeiden wollen. 
 
5.1 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Voraussetzungen einer prozessualen Revi-
sion nach Art. 53 Abs. 1 ATSG gegeben sind. Möglicher Revisionsgrund bilden gemäss Auffas-
sung des Beschwerdeführers die Feststellungen der asim-Gutachter in ihrer Expertise vom 7. De-
zember 2017. 
 
5.2 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass bei einer prozessualen Revision eines rechtskräfti-
gen Entscheids erhöhte Anforderungen gelten, die ihre Berechtigung haben. Denn bei der pro-
zessualen Revision handelt es sich um einen ausserordentlichen Rechtsbehelf. Grundsätzlich 
steht der betroffenen Person das ordentliche Rechtsmittel offen. Dies bedeutet für den vorliegen-
den Fall, dass dem Beschwerdeführer die Möglichkeit offen gestanden wäre, auf den Vorbe-
scheid vom 13. Mai 2016 zu reagieren und die weitere medizinische Abklärung zu beantragen. 
Zudem hätte er die vorliegend umstrittene Verfügung vom 11. August 2016 innert dreissig Tagen 
beim Kantonsgericht anfechten können, wäre er damit nicht einverstanden gewesen. Von beiden 
Möglichkeiten machte er aber keinen Gebrauch. Damit gelten nun erhöhte Voraussetzungen, um 
auf den Entscheid vom 11. August 2016 zurückzukommen. 
 
5.3 Zu klären ist in einem ersten Schritt, ob der Beschwerdeführer die 90-tägige Frist einge-
halten hat. Diese bildet Bedingung, um überhaupt auf das Revisionsbegehren eintreten zu kön-
nen. 
 
5.4 Die asim stellte der Vaudoise das Gutachten am 8. Dezember 2017 zu (Vaudoise act. 
52). Die Vaudoise übergab der Post das Gutachten am 8. Januar 2018 zuhanden des Rechtsver-
treters des Beschwerdeführers, da die Zustellung per Mail nicht klappte. Dem Schreiben des 
Rechtsvertreters vom 22. Januar 2018 zuhanden der Vaudoise kann entnommen werden, dass 
er zu diesem Zeitpunkt Kenntnis des asim-Gutachtens hatte (Vaudoise act. 34). Mit Mail vom 31. 
Januar 2018 teilte die Vaudoise dem Rechtsvertreter mit, dass sich der Beschwerdeführer bald-
möglichst wieder bei der Beschwerdegegnerin anmelden solle. Man habe mit heutigem Datum 
der Beschwerdegegnerin das asim-Gutachten zugestellt (Vauoise act. 33). Der Beschwerdefüh-
rer selbst meldete sich am 23. April 2018 per Mail bei der Beschwerdegegnerin (IV act. 109). 
Darin führte er aus, dass das Gutachten vom 7. Dezember 2017 zeige, dass die Arbeitsfähigkeit 

 

 
 
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seit langem sehr begrenzt sei. Er habe dies über lange Zeit nicht wahrhaben wollen, aber jetzt 
liege es schwarz auf weiss vor. Es sei jetzt fast Ende April und die Vaudoise habe bisher keine 
Rentenverfügung erlassen, da sie noch auf einen Bescheid der IV-Stelle warte. Die Beschwerde-
gegnerin erliess am 18. Mai 2018 den Vorbescheid (IV act. 113). Der Rechtsvertreter teilte der 
Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 28. Mai 2018 seine Vertretungsbefugnis mit (IV act. 
114). Am 6. Juni 2018 erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen Rechtsvertreter, Ein-
wände gegen den Vorbescheid.  
 
5.5 Wann dem Rechtsvertreter das asim-Gutachten von der Post zugestellt wurde, kann den 
Akten nicht entnommen werden. Es ist aber erstellt, dass er spätestens am 22. Januar 2018 
Kenntnis von dessen Inhalt hatte. Damit endete die 90-tägige Frist – den Fristenstillstand über 
Ostern miteingerechnet – am 7. Mai 2018. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das 
Revisionsgesuch klar und unmissverständlich zu stellen. Der geltend gemachte Revisionsgrund 
ist unter Angabe der Beweismittel anzugeben und es ist vom Gesuchsteller aufzuzeigen, weshalb 
er gegeben ist und inwiefern der frühere Entscheid abzuändern ist (Urteil des Bundesgerichts 
vom 17. Dezember 2018, 9F_13/2018, E. 1.1). Die Mail des Beschwerdeführers vom 23. April 
2018 erfüllt die Erfordernisse eines Revisionsgesuchs nicht, da darin in keiner Art und Weise auf 
die Verfügung vom 11. August 2016 Bezug genommen wurde. Die Mail beinhaltet mehr die Er-
kundigung nach dem Verfahrensstand. Erstmals im Zusammenhang mit dem Einwand vom 6. 
Juni 2018 gegen den Vorbescheid vom 18. Mai 2018 wurde klar die Revision der Verfügung vom 
11. August 2016 beantragt. Dieses Revisionsbegehren vom 6. Juni 2018 erfolgte aber nicht recht-
zeitig innert der 90-tägigen Frist seit Entdeckung des Wiederaufnahmegrundes. 
 
Selbst wenn die Frist vom Beschwerdeführer eingehalten worden wäre, könnte auf das Revisi-
onsgesuch nicht eingetreten werden. Denn in Anbetracht des in Erwägung 3.2 hiervor zitierten 
Urteils des Bundesgerichts vom 26. Februar 2019, 8F 3/2019, ist fraglich, ob das asim-Gutachten 
überhaupt einen Revisionsgrund darstellt. Denn dort hielt das Bundesgericht in Erwägung 3.1 
fest, dass Beweismittel, die erst nach Ausfällung des Entscheids, der revidiert werden soll, ent-
standen sind, unzulässige echte Noven darstellen, selbst wenn sie sich auf bereits vorbestehende 
Tatsachen beziehen. Da das asim-Gutachten nach dem Erlass der Verfügung vom 11. August 
2016 erstellt wurde, stellt es gemäss dieser strengen Rechtsprechung des Bundesgerichts keinen 
Revisionsgrund dar. Auf das Gesuch um prozessuale Revision der Verfügung vom 11. August 
2016 ist daher nicht einzutreten. 
 
5.6 Auch wenn keine formellen Gründe gegen die Prüfung des Revisionsgrundes sprächen, 
wäre zu keinem anderen Ergebnis zu gelangen. Die kognitiven Defizite haben sich schleichend 
bemerkbar gemacht. Erwies sich die neuropsychologische Untersuchung im August 2012 noch 
als normal, traten die Einschränkungen erst nach und nach, insbesondere nach Abschluss der 
operativen Behebung der körperlichen Beschwerden, in den Vordergrund. Es wäre dem Be-
schwerdeführer möglich gewesen, die sich schleichend bemerkbar machenden kognitiven Defi-
zite der Beschwerdegegnerin zu berichten, damit diese weitere Abklärungen in die Wege hätte 
leiten können. Spätestens der Bericht von Dr. J.____ vom 7. September 2016 hätte der Be-
schwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht werden müssen. Dies unterblieb in der Folge aber bis 
zum Einwand vom 6. Juni 2018. Bei den kognitiven Defiziten handelt es sich somit nicht um ein 

 

 
 
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bisher unbekanntes Leiden und damit nicht um eine neue Tatsache im Sinne der prozessualen 
Revision, weshalb das Gesuch auch bei rechtzeitiger Eingabe hätte abgewiesen werden müssen. 
 
6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die rechtskräftige Verfügung vom 11. Au-
gust 2016 zu Recht in Verneinung der Wiedererwägungsvoraussetzungen nach Art. 53 Abs. 2 
ATSG bestätigte und damit lediglich einen Rentenanspruch ex nunc festsetzte. Mit Verfügung 
vom 12. Februar 2019 trat die Beschwerdegegnerin auf das Wiedererwägungsgesuch vom 6. 
Juni 2018, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Einwands gegen den Vorbescheid 
vom 18. Mai 2018 gestellt hatte, ein, und prüfte die Voraussetzungen der Wiedererwägung. Sie 
legte dar, dass aus ihrer Sicht die rechtskräftige Verfügung vom 11. August 2016 nicht zweifellos 
unrichtig sei, weshalb sie nicht in Wiedererwägung gezogen werden könne. Gemäss der Ein-
schätzung von Dr. med. L.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 10. November 2018 (IV act. 
135) sei die retrospektive Einschätzung der asim, welche von früheren Beurteilungen der Arbeits-
fähigkeit abweiche, aus versicherungsmedizinischer Sicht wenig überzeugend. 
 
6.2 Der Beschwerdeführer stützt sich auf das asim-Gutachten vom 7. Dezember 2017 und 
die ergänzenden Stellungnahmen vom 2. November 2018 und vom 28. Mai 2019 und wendet ein, 
dass erstmals anlässlich dieser Begutachtung die Folgen des Schädelhirntraumas neurologisch 
und neuropsychologisch fundiert abgeklärt worden seien. Aus dem Gutachten gehe hervor, dass 
die Arbeitsunfähigkeit stärker durch die Hirnfunktionsdefizite bedingt sei als durch die ebenfalls 
schwerwiegenden orthopädischen Gesundheitsprobleme. Dies habe natürlich auch damit zu tun, 
dass die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers intellektuell sehr anspruchsvoll gewesen sei. 
Es entspreche zudem einer bekannten Tatsache, dass bei schwerwiegenden Polytraumas oft-
mals die mit vielen Operationen verbundenen orthopädischen Probleme lange Zeit im Vorder-
grund stehen und dabei die neurologischen Folgen des ebenfalls stattgehabten Schädelhirntrau-
mas in den Hintergrund treten würden. Dies sei aus den Akten der Beschwerdegegnerin auch 
ohne Weiteres ersichtlich, wo praktisch nur Berichte der Orthopäden vorhanden seien und die 
Arbeitsunfähigkeit jeweils rein orthopädisch beurteilt und festgelegt worden sei. Der RAD hätte 
sich eingestehen müssen, dass ihm die Abklärung der wichtigen Fragen nach den Folgen des 
Schädelhirntraumas nicht in den Sinn gekommen sei. Dies mache seine bisherigen Vernehmlas-
sungen zum vorliegenden Fall insofern falsch, als sie offenkundig unvollständig gewesen seien. 
Offensichtlich unrichtig sei die ursprüngliche Rentenverfügung, weil die Folgen des Schädelhirn-
traumas nicht abgeklärt bzw. nicht berücksichtigt worden seien. 
 
6.3 Die gerichtliche Überprüfung hat sich in einem Fall wie dem vorliegenden auf die Beur-
teilung der Wiedererwägungsvoraussetzungen zu beschränken. Sie allein bilden das Prozess-
thema (BGE 119 V 475 E. 1b/cc, 117 V 8 E. 2b/cc, 116 V 62). Diese Rechtsprechung findet ihre 
Begründung darin, dass eine Ausdehnung über die Wiedererwägungsvoraussetzungen hinaus 
auf eine uneingeschränkte materielle Prüfung des strittigen Rechtsverhältnisses im verwaltungs-
gerichtlichen Beschwerdeverfahren es der Verwaltung ermöglichen würde, nach rechtskräftiger 
Erledigung eines Versicherungsfalles durch voraussetzungslosen Erlass einer zweiten Verfügung 
betreffend das gleiche Rechtsverhältnis bei gleicher Sachlage dem Versicherten erneut den 
Rechtsmittelweg zu eröffnen, welche Befugnis ihr aber praxisgemäss nicht zusteht (BGE 116 V 
62 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2017, 8C_4/2017, E. 3.2).  

 

 
 
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6.4.1 Die Voraussetzungen der Wiedererwägung sind gemäss konstanter Praxis des Bundes-
gerichts nach der Aktenlage zu beurteilen, wie sie sich im August 2016 darbot (Urteil des Bun-
desgerichts vom 10. Mai 2011, 9C_144/2011, E. 4.1). Der (allfällige) Wiedererwägungsgrund liegt 
hier im Bereich der materiellen Anspruchsvoraussetzungen und damit in einem Bereich, in wel-
chem das Ermessen der rechtsanwendenden Behörde eine wesentliche Rolle spielt. 
 
6.4.2 Die Beschwerdegegnerin gelangte im Zeitpunkt der Verfügung vom 11. August 2016 ge-
stützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere den Bericht der Orthopädie des 
Spitals C.____ vom 31. August 2015 und die Akten der Vaudoise zur Auffassung, dass dem 
Beschwerdeführer ab 1. September 2015 eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 70 % zugemutet 
werden könne. Dr. L.____ gelangte in seiner Stellungnahme vom 19. Februar 2016 nach Würdi-
gung des letzten Berichts des Spitals C.____ vom 26. Januar 2016 (IV act. 80) sowie des Berichts 
des Case Managers der Vaudoise vom 2. November 2015 (zugestellt mit Brief vom 10. Februar 
2016, IV act. 83) zum Schluss, dass der Endzustand erreicht worden sei. Die Arbeitsfähigkeit in 
der bisherigen Tätigkeit von 70 % lasse sich nicht weiter steigern. Der Versicherte sei in der bis-
herigen Tätigkeit optimal integriert. In dieser Vorgehensweise kann keine unrichtige Sachver-
haltsermittlung ausgemacht werden. Für den Entscheid wesentliche Tatsachen sind nicht uner-
kannt oder unbewiesen geblieben. Sowohl im Bericht des Spitals C.____ vom 26. Januar 2016 
als auch im Bericht des Case Managers der Vaudoise vom 2. November 2015 werden kognitive 
Defizite nicht explizit erwähnt. Aus dem Protokoll des Case Managers zur Besprechung vom 2. 
November 2015 geht hervor, dass der Beschwerdeführer damals noch als Verwaltungsrat der 
Firma amtete. Er habe die zeitraubende Funktion als Managing Partner an seinen Partner über-
geben, damit er sich auf das Kerngeschäft, das Pflegen von Kundenbeziehungen und das An-
werben neuer Kunden, fokussieren könne. Es habe sich faktisch nichts geändert an seiner Funk-
tion als Aussenminister. Er habe seine Reisetätigkeit aus gesundheitlichen Gründen massiv ein-
schränken müssen und könne viele Kundenkontakte, die er bei seinen geschäftlichen Reisen 
habe einbauen können, nicht mehr realisieren. Im vorliegenden Fall vermögen die Erkenntnisse, 
welche von der asim erst zwei Jahre nach Erlass der rechtskräftigen Verfügung gewonnen wur-
den, die zweifellose Unrichtigkeit nicht zu begründen. Der Bericht von Dr. J.____ reicht ebenfalls 
nicht aus, um den Entscheid der Beschwerdegegnerin als zweifellos unrichtig erscheinen zu las-
sen. Dr. J.____ erachtete eine eingehende neuropsychologische Untersuchung als sinnvoll, um 
allfällige kognitive hirnorganisch bedingte Einschränkungen feststellen zu können. Er selbst 
stellte aber nicht schon Defizite fest, sondern hielt diesbezüglich nur die Schilderungen des Be-
schwerdeführers fest. Da der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Verfügung – ausser dem 
Bericht der Klinik E.____ und dem Kurzbericht von Dr. F.____ – keine Dokumente vorlagen, die 
von kognitiven Einschränkungen berichten, war ihr Entscheid nicht zweifellos unrichtig. 
 
6.4.3 Mit Blick auf die medizinischen Unterlagen aus der Zeit unmittelbar vor der Rentenzu-
sprechung kann damit nicht auf zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 11. August 2016 
geschlossen werden. Die Einschätzung der Beschwerdegegnerin ist mit Rücksicht auf die dama-
lige medizinische Situation vertretbar. Ihre Feststellungen, dass nun ein stabiler Gesundheitszu-
stand vorliege und von einer 30%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, ist 

 

 
 
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nicht offensichtlich unrichtig und beruht auch nicht auf einer Rechtsverletzung oder einer Verlet-
zung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine andere Beurteilung könnte nur erfolgen, wenn im 
früheren Verfahren kognitive Defizite klar artikuliert worden bzw. durch die behandelnden Ärzte 
attestiert worden wären und die Beschwerdegegnerin es unterlassen hätte, diese abzuklären.  
 
6.5 Auch das Verhalten des Beschwerdeführers, seine Aussagen und sein berufliches Ver-
halten waren in keiner Weise so, dass die Beschwerdegegnerin Grund gehabt hätte, kognitive 
Defizite abklären lassen zu müssen. Die Beschwerdegegnerin führt in der Vernehmlassung vom 
8. April 2019 unter Ziffer 6 die entsprechenden Aktenstellen zu Recht an, auf die verwiesen wer-
den kann. Im damaligen Zeitpunkt sah der Beschwerdeführer selbst seine Einschränkungen vor 
allem im Bewegungsapparat. Er erbrachte zudem eine hohe Arbeitsleistung, die auch einem ho-
hen Lohn entsprach. Ab September 2015 schliesslich wurde dann in allseitigem Einvernehmen 
noch eine lediglich 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit festgelegt. Gegenüber den Gutachtern der asim 
sprach der Beschwerdeführer davon, dass sich die kognitiven Defizite nach der langen Fussope-
ration im Sommer 2015 gezeigt hätten. Diesbezüglich ist aber die Frage zu stellen, weshalb er 
diese bis zum Verfügungserlass vom 11. August 2016 nicht artikuliert hatte. Insbesondere im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens wäre ihm die Möglichkeit offen gestanden, zu intervenieren 
und weitere Abklärungen diesbezüglich anzuregen. Ein Wiedererwägungsgrund ist damit nicht 
gegeben. Die Beschwerdegegnerin lehnte das Wiedererwägungsgesuch zu Recht ab. 
 
7. Der Hinweis des Beschwerdeführers sodann, dass er damals nicht anwaltlich vertreten 
gewesen sei, vermag daran nichts zu ändern. In Bezug auf die Prüfung der prozessrechtlichen 
Revision und der Wiedererwägung kann kein Unterschied gemacht werden zwischen verbeistän-
deten und unverbeiständeten versicherten Personen. Eine Herabsetzung der für beide Fälle rich-
tigerweise hohen Hürden ist nicht vorgesehen.  
 
8. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer zu Recht erst ab dem 1. August 2018 eine ganze Invalidenrente zusprach und 
ein Zurückkommen auf die ursprüngliche Rentenverfügung vom 11. August 2016 ablehnte. Damit 
ist die Beschwerde abzuweisen. 
 
9. Gemäss Art. 69 Abs. 1

bis
 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-

willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist und eine Parteiverhandlung durchge-
führt wurde, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 
Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 1‘000.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrens-
kosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend 
ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen 
und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘000.-- zu verrechnen sind. Dem 
Prozessausgang entsprechend wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘000.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe Fr. 1‘000.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht