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**Case Identifier:** 95fb4164-a546-562b-bcd1-5e65558a6470
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.12.2014 UV 2014/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-51_2014-12-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/51

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.12.2014

Entscheiddatum: 08.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014
Art. 4 ATSG. Art. 9 UVV. Ungewöhnlicher äusserer Faktor infolge 
Überanstrengung verneint. Unfallähnliche Körperschädigung bei Verdacht 
auf Sehnenteilriss (Sehnenpartialruptur) verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2014, UV 
2014/51).

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und

Miriam Lendfers; a.o. Gerichtsschreiber Silvan Bötschi

Entscheid vom 8. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Basler Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten,

Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.    

A.a  Seit 1. April 2013 ist A.___ (nachfolgend Versicherte) in einem 60 %-Pensum als 

Pflegerin im Alters- und Pflegeheim B.___ der Gemeinde C.___ (nachfolgend 

Arbeitgeberin) angestellt und bei der Basler Versicherung AG (nachfolgend Basler) 

obligatorisch unfallversichert (act. G 5.1).

A.b  Am Abend des 8. Januar 2014 half die Versicherte einer Heimbewohnerin aus dem 

Rollstuhl auf den Nachtstuhl. Die Heimbewohnerin liess dabei ihren Haltegriff los und 

die Versicherte verspürte nach eigenen Angaben einen "Riss" im rechten Arm bzw. der 

rechten Schulter (act. G 5.4).

A.c  In der Folge veranlasste die Hausärztin der Versicherten, Dr. med. D.___, 

Fachärztin für allgemeine Medizin FMH, eine Ultraschalluntersuchung durch Dr. med. 

E.___, Facharzt für diagnostische Radiologie FMH, der am 10. Januar 2014 den 

Verdacht auf eine geringe bis mässige Partialruptur der Subscapularissehne äusserte 

und eine Bursitis subacromialis feststellte (act. G 5.9). Gestützt auf diese Beurteilung 

attestierte Dr. D.___ der Versicherten am 17. Januar 2014 rückwirkend vom 9. Januar 

2014 bis zum 26. Januar 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.2).

A.d  Bereits am 16. Januar 2014 hatte die Arbeitgeberin bei der Basler eine 

Schadenmeldung erstattet (act. G 5.1). Diese wurde von der Versicherten am 

21. Januar 2014 durch eigene Angaben geringfügig ergänzt (act. G 5.4). Mit Schreiben 

vom 28. Februar 2014 teilte die Basler der Versicherten mit, dass es sich beim Ereignis 

vom 8. Januar 2014 weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Rechtssinne handle. Aus diesem Grund könnten keine 

Leistungen übernommen werden und die Versicherte solle sich diesbezüglich an ihre 

Krankenversicherung wenden (act. G 5.5).

A.e  Mit E-Mail vom 3. März 2014 verlangte die Versicherte eine anfechtbare Verfügung 

der Basler und präzisierte gleichzeitig den Ablauf des Ereignisses vom 8. Januar 2014 

(act. G 5.7).

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A.f   Mit Arztzeugnis vom 17. März 2014 teilte Dr. D.___ gegenüber der Basler ihren 

Befund eines "painful arc" bzw. "Impingement" mit und äusserte den Verdacht auf eine 

Läsion der Subscapularissehne bzw. auf eine Partialruptur des Musculus subscapularis 

sowie auf eine Bursitis. Gleichzeitig bestätigte sie die vollständige Arbeitsunfähigkeit 

der Versicherten vom 9. Januar 2014 bis zum 26. Januar 2014 (act. G 5.8).

A.g  Mit Verfügung vom 26. März 2014 hielt die Basler an ihrer Leistungsablehnung fest 

(act. G 5.11).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 26. März 2014 erhob die Versicherte mit E-Mail vom 1. 

April 2014 bzw. mit Schreiben vom 3. April 2014 Einsprache (act. G 5.12 und G 5.13). 

Am 3. April 2014 erhob die Krankenversicherung ebenfalls Einsprache und beantragte 

Akteneinsicht. Die Rechtsschutzversicherung erhob am 11. April 2014 namens der 

Versicherten erneut Einsprache und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 26. 

März 2014 unter Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen. Gleichzeitig 

wurden die Zustellung der vollständigen Akten und die Ansetzung einer angemessenen 

Nachfrist zwecks Begründung der Einsprache verlangt (act. G 5.20).

B.b  Am 16. April 2014 zog die Krankenversicherung ihre Einsprache gegen die 

Verfügung vom 26. März 2014 nach Einsichtnahme in die Unterlagen zurück (act. 

G 5.21).

B.c  Mit Eingabe vom 28. Mai 2014 präzisierte die Rechtsschutzversicherung den dem 

Ereignis vom 8. Januar 2014 zugrunde liegenden Sachverhalt und begründete die 

Einsprache vom 11. April 2014 nachträglich. Mit Blick auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung handle es sich beim fraglichen Ereignis um einen Unfall im Sinne des 

Gesetzes (act. G 5.22).

B.d  Mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 wies die Basler die von der 

Rechtsschutzversicherung namens der Versicherten erhobene Einsprache vom 11. 

April 2014 ab. Zur Begründung führte sie aus, dass zur Beurteilung eines möglichen 

Geschehensablaufs auf die sogenannte "Aussage der ersten Stunde" anstelle der erst 

nach Ablehnung der Leistungspflicht erfolgten und von versicherungsrechtlichen 

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Überlegungen beeinflussten Darstellung des Ereignisses abzustellen sei. Unter diesen 

Umständen müsse vom ursprünglich geschilderten Sachverhalt ausgegangen werden, 

dem jedoch keine ungewöhnliche äussere Einwirkung auf die Versicherte entnommen 

werden könne. Deshalb sei der gesetzliche Unfallbegriff nicht erfüllt. Eine unfallähnliche 

Körperschädigung liege nicht vor, weil vorliegend bloss der "Verdacht" auf eine der in 

der Verordnung abschliessend aufgeführten Verletzungen diagnostiziert worden sei. 

Darüber hinaus fehle es dem Ereignis vom 8. Januar 2014 zur Einstufung als 

unfallähnlicher Körperschädigung an einem "sinnfälligen äusseren Faktor" und einer 

gesteigerten Gefahrenlage (act. G 5.26).

C.    

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Juni 2014 erhob die Versicherte 

(nachfolgend Beschwerdeführerin) am 7. Juli 2014 Beschwerde beim 

Versicherungsgericht und beantragte dessen Aufhebung. Das Ereignis vom 8. Januar 

2014 sei als Unfall im rechtlichen Sinne zu anerkennen und es seien entsprechende 

Leistungen zu erbringen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die 

Sachverhaltsdarstellung anlässlich des Rechtsmittelverfahrens nicht geändert worden 

sei. Überhaupt müsse nicht auf die "Aussage der ersten Stunde" abgestellt werden, 

wenn die nachfolgenden Schilderungen nicht widersprüchlich seien und es sich dabei 

wie vorliegend lediglich um Präzisierungen handle. Der Hergang des Ereignisses vom 

8. Januar 2014 sei mit verschiedenen vom Bundesgericht als Unfall qualifizierten 

Sachverhalten vergleichbar. Es liege daher ein Unfall im Sinne des Gesetzes vor, bei 

dem die Unfallversicherung entsprechende Leistungen erbringen müsse (act. G 1).

C.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. August 2014 beantragte die Basler 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde vom 7. Juli 2014. 

Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen an den Ausführungen des 

Einspracheentscheids vom 6. Juni 2014 fest (act. G 5).

C.c  In der Folge verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine Replik und der 

Schriftenwechsel wurde am 23. Oktober 2014 abgeschlossen (act. G 9).

Erwägungen:

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1.     

1.1   Die Unfallversicherung gewährt Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen 

und Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

[UVG; SR 832.20]). Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

1.2   Die Beschwerdeführerin macht geltend, beim fraglichen Ereignis handle es sich 

um einen Unfall im Rechtssinne (act. G 1). Die Beschwerdegegnerin bestreitet dies und 

bringt vor, die Beschwerdeführerin habe ihre Sachverhaltsdarstellung nach dem 

negativen Leistungsentscheid im Hinblick auf die Begründung eines 

Leistungsanspruchs angepasst. Unabhängig davon, ob man auf die ursprüngliche oder 

auf die angepasste Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin abstelle, läge 

weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Rechtssinne vor, da es 

dazu an der Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bzw. an einer 

gesteigerten Gefahrenlage fehle (act. G 5).

1.3   Unter diesen Umständen ist vorab der massgebende Sachverhalt im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. Januar 2014 festzustellen, auf dessen 

Grundlage das Vorliegen eines Unfalls im Rechtssinne und die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zu beurteilen sind.

2.     

2.1   Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln bzw. die notwendigen Beweise zu 

erheben. Indessen ist die leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei 

mitzuwirken. Sie muss die Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser 

Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche 

Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig 

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erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 

305 f. E. 5b).

2.2   Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweis­

führungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die 

Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn 

es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund 

einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b 

mit Hinweisen).

2.3   Bei sich widersprechenden Aussagen der versicherten Person über den 

Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach 

die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 

und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 

sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres 

Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 

121 V 47 E. 2a). Die Anwendbarkeit dieser Beweismaxime setzt allerdings voraus, dass 

die Aussage präzise und vollständig aufgezeichnet worden ist (Anna-Katharina Pantli/

Ueli Kieser/Volker Pribnow, Die "Aussage der ersten Stunde" im 

Schadensausgleichsrecht – und die Mangelhaftigkeit ihrer Aufzeichnung, AJP 2000/10, 

S. 1195 ff., S. 1200 ff.). Darüber hinaus muss gegebenenfalls die Unbeholfenheit und 

die beschränkte sprachliche Ausdrucksfähigkeit der versicherten Person berücksichtigt 

werden (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 

1989, S. 263). Die Beweismaxime kann sodann nicht auf Aussagen Dritter angewandt 

werden (Urteil EVG I 814/03 vom 5. April 2004 E. 2.4.2). Grundsätzlich gilt, dass die 

Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" keine förmliche Beweisregel, sondern 

lediglich eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) zu 

berücksichtigende Entscheidungshilfe darstellt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_319/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 2).

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2.4   Die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin schilderte das Ereignis vom 8. Januar 

2014 in ihrer Schadenmeldung vom 16. Januar 2014 folgendermassen: "Beim Transfer 

eines Bewohners vom Rollstuhl zum Nachtstuhl verspürte [die Beschwerdeführerin] 

einen plötzlichen Schmerz in der Schulter." (act. G 5.1). In einem Fragebogen zum 

Schadenfall schilderte die Beschwerdeführerin das fragliche Ereignis am 21. Januar 

2014 wie folgt: "Transfer einer Patientin vom Rollstuhl auf den Nachtstuhl (ca. 85 kg). 

Patientin liess los [;] es gab mir einen Riss im rechten Arm / Schulter." (act. G 5.4). 

Nachdem die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 28. Februar 2014 

mitgeteilt hatte, dass sie mangels Vorliegens eines Unfalls oder einer unfallähnlichen 

Körperschädigung keine Versicherungsleistungen erbringen werde (act. G 5.5), 

ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Sachverhaltsdarstellung am 3. März 2014 

folgendermassen: "Vor dem Zubettbringen einer Patientin musste [diese] auf's WC 

bzw. auf den Nachtstuhl. Die Patientin half wie immer mit und hielt sich beim 

Waschbecken bzw. Armaturen fest. Urplötzlich … während dem Wechsel vom Rollstuhl 

auf den Nachtstuhl […] liess sie los und ich konnte die Patientin (ca. 85 kg schwer) 

gerade noch festhalten und einen bösen Sturz verhindern. Dabei gab es mir einen Riss 

in der Schulter und laut dem Befund von meinem Hausarzt wurde dabei die Sehne in 

der Schulter angerissen." (act. G 5.7). Die Hausärztin der Versicherten beschrieb das 

fragliche Ereignis in ihrem Arztzeugnis vom 17. März 2014 wie folgt: "Beim 

Patiententransfer hatte sie Pat. losgelassen, es gab einen Zwick in der Schulter." (act. 

G 5.8). Anlässlich der Einsprachebegründung vom 28. Mai 2014 wurde die 

Sachverhaltsdarstellung erneut ergänzt: "Die [Beschwerdeführerin] hielt eine Hand bei 

der Patientin, damit diese das Gleichgewicht halten konnte und schob gleichzeitig mit 

der anderen Hand den Rollstuhl zur Seite und den Nachtstuhl hinter die Patientin. […] 

Durch das plötzliche Loslassen der Patientin […] musste [die Beschwerdeführerin] die 

Patientin mit der einen Hand auffangen, benötigte daher einen plötzlichen und sehr 

hohen Kraftaufwand. Der normale Transferablauf wurde durch das plötzliche Loslassen 

der Patientin und dem damit verbundenen ganzen Gewicht der Patientin, welches 

plötzlich auf einem Arm [der Beschwerdeführerin] lastete, unterbrochen 

(Programmwidrigkeit)." (act. G 5.22).

2.5   Angesichts dieser Ausgangslage macht die Beschwerdegegnerin geltend, in der 

ursprünglichen Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin (act. G 5.4) und deren 

Arbeitgeberin (act. G 5.1) sei nicht von einem "plötzlichen Loslassen der Patientin" 

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bzw. von einem "Loslassen der Patientin" überhaupt oder einem "Sturz" die Rede 

gewesen Diese Spezifikationen seien erst im Anschluss an den ablehnenden 

Leistungsentscheid hinzugefügt worden, weshalb ihre Leistungspflicht aufgrund 

folgender Schilderung des Sachverhalts zu beurteilen sei: "Die [Beschwerdeführerin] 

verspürte während dem Transport einer Patientin plötzlich einen Riss in der 

Schulter." (act. G 5.26; vgl. act. G 5).

2.6   Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach der ursprünglichen 

Schilderung des Ereignisses durch die Beschwerdeführerin "nichts vom Loslassen der 

Patientin oder einem Sturz" zu entnehmen sei (act. G 5.26), trifft nicht zu. Im 

Fragebogen zum Schadenereignis gab die Beschwerdeführerin am 21. Januar 2014 – 

also bereits vor der Mitteilung des ablehnenden Leistungsentscheids vom 28. Februar 

2014 (act. G 5.5) – ausdrücklich an, dass die Heimbewohnerin "losliess" und es ihr 

einen "Riss" im rechten Arm bzw. der rechten Schulter gegeben habe (act. G 5.4). Es 

mag zutreffen, dass der ursprünglichen Schilderung der Beschwerdeführerin weder ein 

detaillierter Geschehensablauf noch in eindeutiger Weise ein zeitlicher oder 

ursächlicher Zusammenhang zwischen dem "Loslassen" der Heimbewohnerin und dem 

von ihr verspürten "Riss" bzw. "plötzlichen Schmerz" entnommen werden kann. Unter 

Beizug der Schadenmeldung der Arbeitgeberin vom 16. Januar 2014 ergibt sich aber 

unmissverständlich, dass sich die Heimbewohnerin während des "Transfers" losliess 

und die Beschwerdeführerin aufgrund der dadurch bei ihr hervorgerufenen Reaktion 

einen Schmerz verspürte (act. G 5.1). Trägt man zudem dem beschränkten Platz im 

Textfeld des Fragebogens, der gar keine detaillierten Sachverhaltsschilderungen 

zulässt (siehe act. G 5.4), sowie den mangelnden versicherungstechnischen 

Kenntnissen und dem etwas unbeholfenen sprachlichen Ausdruck der 

Beschwerdeführerin Rechnung, so scheint deren Sachverhaltsdarstellung insgesamt 

plausibel und in sich stimmig. Es ist daher nachfolgend auf denjenigen Sachverhalt 

abzustellen, wie er von der Beschwerdeführerin geschildert worden ist.

3.     

3.1   Ist somit der Sachverhalt erstellt, so bleibt zu prüfen, ob dieser einen Unfall im 

Rechtssinne darstellt.

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3.2   Aus dem geschilderten Hergang des Ereignisses vom 8. Januar 2014 ergibt sich, 

dass die Beschwerdeführerin die Heimbewohnerin während des Transfers aus dem 

Rollstuhl auf den Nachtstuhl mit der rechten Hand stützte. Somit sind die geltend 

gemachten Beschwerden nicht auf die unmittelbare mechanische Einwirkung des 

Körpers der sich loslassenden Heimbewohnerin auf den Körper der 

Beschwerdeführerin zurückzuführen. Zumal das Abstützen der Heimbewohnerin 

gerade zur Vermeidung eines allfälligen Sturzes und damit gewissermassen unter 

Vorwegnahme einer erforderlichen Auffangbewegung erfolgte, ist zudem nicht 

ersichtlich, inwiefern der Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin durch die sich 

loslassende Heimbewohnerin programmwidrig gestört worden wäre. Es ist daher näher 

zu prüfen, ob sich die Beschwerdeführerin beim Zugreifen und Festhalten der nach 

hinten kippenden Heimbewohnerin gegebenenfalls im Sinne der Rechtsprechung 

überangestrengt hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_444/2009 vom 11. Januar 

2010 E. 4.1 f. und 8C_827/2007 vom 22. September 2008 E. 4).

3.3   Ob ein Unfallereignis aufgrund einer Überanstrengung gegeben ist, muss 

rechtsprechungsgemäss in Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles 

entschieden werden (RKUV 1994 Nr. U 180 S. 37, U 109/92 E. 3b). So spielt dabei 

etwa die von der versicherten Person eingenommene Körperstellung eine Rolle (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_611/2011 vom 3. September 2012 E. 5.2). Im Hinblick auf die 

berufliche Gewöhnung und die körperliche Konstitution wurde eine Überanstrengung 

und damit ein Unfallereignis verneint, als eine 39-jährige, 62 Kilogramm schwere 

Krankenschwester, unversehens das Gewicht einer 66 Kilogramm schweren Patientin 

auffangen musste (Urteil EVG U 421/01 vom 15. Januar 2003 E. 3). Ebenfalls verneint 

wurde eine Überanstrengung in einem Fall, bei dem eine Schwesternhilfe zusammen 

mit einer Praktikantin eine ca. 90 Kilogramm schwere, kollabierende Patientin 

aufgefangen hatte (Urteil des Bundesgerichts C_444/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.3 

mit einer Zusammenfassung der Kasuistik).In einem ähnlich gelagerten Fall, bei dem 

ein Krankenpfleger einen rund 120 Kilogramm schweren Patienten mittels eines 

Bettlakens vom Operationstisch auf ein Krankenbett befördern musste, wurde eine 

Überanstrengung verneint, weil diese Betätigung zur täglichen Arbeit des 

Krankenpflegers gehörte, dieser über eine gesunde körperliche Verfassung verfügte 

und zu keinem Zeitpunkt das gesamte Körpergewicht des Patienten heben musste 

(BGE 116 V 139 E. 3c).

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3.4   Im vorliegend zu beurteilenden Fall steht fest, dass die Heimbewohnerin (ca. 85 

Kilogramm) wesentlich schwerer als die Beschwerdeführerin (ca. 60 Kilogramm) war. 

Letzterer ist aber aufgrund ihrer Körpergrösse (156 cm [act. G 5.22]) und ihres 

Gewichts grundsätzlich ein robuster körperlicher Zustand zu attestieren. Gemäss ihrer 

eigenen Beschreibung des Vorgangs scheint sie ferner eine gewisse Übung im 

"Patiententransfer" gehabt zu haben. Dieser wurde von ihr denn auch routinemässig 

alleine durchgeführt. Angesichts der während des Transfers eingenommenen 

stützenden Haltung war die Beschwerdeführerin zudem auf das "Kippen" (act. G 1) der 

Heimbewohnerin und die vorzunehmende Auffangbewegung vorbereitet. Darüber 

hinaus musste sie nicht das vollständige Körpergewicht der – auch während des nach 

hinten Fallens auf eigenen Füssen stehenden –  Heimbewohnerin schultern, da sie 

diese in diesem Zeitpunkt bereits stützte und in der Folge lediglich halten, nicht aber im 

eigentlichen Sinne heben musste. Unter diesen Umständen und mit Blick auf die 

diesbezügliche Rechtsprechung kann das Ereignis vom 8. Januar 2014 nicht als 

Überanstrengung gewertet werden. Somit hat die Beschwerdegegnerin das Ereignis zu 

Recht nicht als Unfall qualifiziert.

4.     

4.1   Nachdem ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu verneinen ist, bleibt zu prüfen, 

ob das bei der Beschwerdeführerin festgestellte Beschwerdebild allenfalls eine 

unfallähnliche Körperschädigung darstellt, welche die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zu begründen vermag.

4.2   Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

enthält eine abschliessende Aufzählung von Körperschädigungen, welche auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen im Sinne von Art. 4 ATSG 

gleichgestellt sind, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine 

Degeneration zurückzuführen sind. Dazu zählen unter anderem Muskelrisse (lit. d), 

Muskelzerrungen (lit. e) und Sehnenrisse (lit. f.).

4.3   Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist jedoch – auch wenn einer der in 

Art. 9 Abs. 2 aufgeführten Befunde erhoben wird –  nur gegeben, wenn die Verletzung 

wie in Art. 4 ATSG vorgesehen auf eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

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Einwirkung eines äusseren Faktors zurückzuführen ist. Bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entfällt im Vergleich zu den 

eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der 

Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktor. Alle übrigen 

Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des 

einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, 

objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben unfallähnlicher – Einfluss auf den Körper zu 

verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen 

Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_147/2014 vom 16. Juli 2014 E. 

2.3).

4.4   Im Bereich der unfallähnlichen Körperschädigungen kennt das Bundesgericht eine 

restriktive Praxis betreffend die Sehnenpathologie. Entsprechend lassen sich 

Sehnenzerrungen nicht unter den Begriff "Sehnenrisse" im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f 

UVV subsumieren (BGE 114 V 302 E. 3d). Bei Sehnenteilrissen fällt eine Qualifikation 

als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur als solche 

medizinisch eindeutig festgestellt ist, sei dies intraoperativ oder durch 

Kontrastmitteldarstellung. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, so hat der 

Leistungsansprecher die Folgen zu tragen (BGE 114 V 306 E. 5c).

4.5   Vorliegend steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin ihre Verletzung beim 

Versuch, eine sich plötzlich loslassende und nach hinten fallende Heimbewohnerin 

aufzufangen, zugezogen hat. Diese Eigenbewegung stellt zwar wie gezeigt kein 

ungewöhnliches, aber – mit Blick auf das dem Gewicht der fallenden Heimbewohnerin 

inhärente Schädigungspotenzial – ein sinnfälliges bzw. unfallähnliches Ereignis im 

Sinne der Rechtsprechung dar (vgl. BGE 129 V 468 f. E. 4.1. mit Hinweisen). Somit sind 

abgesehen von der Ungewöhnlichkeit der körpereigenen Bewegung sämtliche 

Merkmale des Unfallbegriffs von Art. 4 ATSG erfüllt.

4.6   Es stellt sich daher die Frage, ob eine in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgeführte 

Körperschädigung vorliegt. Anlässlich einer Ultraschalluntersuchung vom 10. Januar 

2014 erkannte Dr. E.___ eine Strukturstörung im obersten und mittleren Drittel der 

Subscapularissehne und äusserte folglich den Verdacht auf eine Partialruptur geringer 

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bis mässiger Ausprägung dieser Sehne. Zudem stellte er eine Bursitis subacromialis 

fest. Er konnte hingegen keine höhergradige Läsion der Infra- und Supraspinatussehne 

feststellen (act. G 5.9). In einem gewissen Widerspruch dazu steht der Befund eines 

"painful arc" und eines "Impingement-Syndroms" durch Dr. D.___ vom 17. März 2014 

(act. G 5.8). In der medizinischen Literatur werden diese beiden Beschwerdebilder 

nämlich meist auf Einwirkungen auf die Supraspinatussehne bzw. degenerative 

Veränderungen derselben zurückgeführt (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 

264. Aufl., Berlin 2012, S. 992). Angesichts dieser Unstimmigkeiten und der Tatsache, 

dass beide Ärzte lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt haben, ist das Vorliegen 

einer Sehnenteilruptur medizinisch nicht in eindeutiger Weise festgestellt. Anderweitige 

Sehnenläsionen fallen nicht unter den Begriff der unfallähnlichen Körperschädigung.

4.7   Dr. D.___ diagnostizierte – nachträglich – einen Verdacht auf eine Partialruptur des 

Subscapularismuskels (act. G 5.8), obwohl ein solcher von Dr. E.___ anlässlich der 

Ultraschalluntersuchung gar nicht erhoben worden war. Dies erstaunt insofern, als dass 

die Ultraschalluntersuchung von Dr. D.___ veranlasst wurde (vgl. act. G 5.9) und sie 

ihre ärztlichen Zeugnisse vom 17. Januar 2014 (act. G 5.2) und vom 17. März 2014 (act. 

G 5.8) gestützt darauf ausstellte. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, auf welcher 

Grundlage dieser Befund gestellt wurde. Im Übrigen machte die Beschwerdeführerin 

ihrerseits stets einen "Sehnenriss" und nie einen "Muskelriss" geltend (act. G 5.7 und 

G 5.12). Unter diesen Umständen ist eine Muskelverletzung nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. 

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass keine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt.

5.     

5.1   Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

5.2   Gerichtskosten werden in Anwendung von Art. 61 lit. a ATSG keine erhoben.

5.3   Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG 

keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014
	Art. 4 ATSG. Art. 9 UVV. Ungewöhnlicher äusserer Faktor infolge Überanstrengung verneint. Unfallähnliche Körperschädigung bei Verdacht auf Sehnenteilriss (Sehnenpartialruptur) verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2014, UV 2014/51).

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		2025-07-19T09:26:44+0200
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