# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2550246-9b34-58f3-83f7-5c6388eaa9da
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.03.2024 D-2075/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2075-2021_2024-03-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2075/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Grégory Sauder, Richter Simon Thurnheer,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

und deren Kind 

B._______, geboren am [...], 

Syrien,  

vertreten durch lic. iur. Isabelle Müller,  

Caritas Schweiz,  

[...],  

Beschwerdeführerinnen,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des SEM vom 1. April 2021  

 

 

 

D-2075/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerinnen sind syrische Staatsangehörige kurdi-

scher Ethnie mit letztem heimatlichem Wohnsitz in C._______ [...]. Mit Ein-

gabe an das Schweizer Generalkonsulat in Istanbul vom 14. Juli 2014 er-

suchte eine in der Schweiz wohnhafte Schwägerin der Beschwerdeführerin 

(Mutter) zugunsten verschiedener Familienangehöriger, darunter die Be-

schwerdeführerinnen, um Ausstellung von Visa aus humanitären Gründen. 

Dieses Gesuch wurde im Wesentlichen damit begründet, die Gesuchstel-

lenden hätten Syrien wegen der kriegerischen Ereignisse und der schwie-

rigen Situation an ihrem Wohnort C._______ verlassen und seien in die 

Türkei geflüchtet. Die Mitglieder der Familie seien im Jahr 1998 zum Chris-

tentum konvertiert, und die christliche Minderheit sei im Syrienkonflikt be-

sonders an Leib und Leben gefährdet. Das Generalkonsulat wies das Ge-

such am 24. September 2014 ab. Eine hiergegen erhobene Einsprache 

wurde durch das damalige Bundesamt für Migration (BFM; nunmehr 

Staatssekretariat für Migration [SEM]) mit Verfügung vom 18. Dezember 

2014 abgewiesen. Mit Urteil D-364/2015 vom 2. Oktober 2015 hiess das 

Bundesverwaltungsgericht die gegen diesen Entscheid erhobene Be-

schwerde gut und wies das SEM an, den Beschwerdeführenden – darunter 

die Beschwerdeführerinnen des vorliegenden Verfahrens – humanitäre 

Visa zu erteilen. 

A.b Gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin (Mutter) reiste sie 

im Jahr 2014 im Zusammenhang mit dem Gesuch um humanitäre Visa in 

Begleitung ihres damaligen Ehemannes D._______ (Asylverfahrensnum-

mer [...]) und der gemeinsamen Tochter erstmals in die Türkei. Nach der 

Ablehnung des Gesuchs durch das Generalkonsulat und das BFM kehrten 

sie wieder nach C._______ zurück, um schliesslich infolge des Urteils vom 

2. Oktober 2015 und der Erteilung der humanitären Visa ihren Heimatstaat 

erneut in Richtung Türkei zu verlassen. Gemeinsam mit ihrem damaligen 

Ehemann beziehungsweise ihrem Vater D._______ gelangten die Be-

schwerdeführerinnen am 22. Oktober 2015 in die Schweiz und ersuchten 

am 26. Oktober 2015 um Asyl. Am 9. November 2015 wurde die Beschwer-

deführerin durch das SEM summarisch befragt und am 21. September 

2017 eingehend zu den Gründen ihres Asylgesuchs angehört. Zwischen-

zeitlich wurden die Beschwerdeführerinnen für die Dauer des Asylverfah-

rens dem Kanton E._______ zugewiesen. 

D-2075/2021 

Seite 3 

B.  

Die Beschwerdeführerin machte bei ihren Befragungen durch das SEM im 

Wesentlichen Folgendes geltend: Sie sei Muslimin der sunnitischen Glau-

bensrichtung. Nach dem Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011 

habe sie zunächst an Demonstrationen teilgenommen, wegen der Repres-

sionen des Regimes damit jedoch wieder aufgehört. Einer ihrer Brüder sei 

im Jahr 2015 durch eine bewaffnete Gruppierung entführt, gefoltert und 

während eines Monats gefangengehalten worden. Verschiedene Familien-

angehörige ihres ehemaligen Ehemannes, D._______, hätten sich in Sy-

rien politisch engagiert. Dessen Vater sei ein Revolutionär gewesen, und 

ein Bruder sei wegen seiner politischen Aktivitäten zunächst während zehn 

Jahren in der Türkei und später drei Jahre lang in Syrien im Gefängnis ge-

wesen. Wegen seiner Familie sei D._______ ständig seitens des syrischen 

Regimes bedroht und in Gefahr gewesen. So sei er immer wieder von ver-

schiedenen Gruppierungen, meistens aber durch Angehörige des Re-

gimes, mitgenommen und verhört worden. Am 12. Mai 2013, in einem Zeit-

raum, als sie mit ihrer Familie in einem ehemaligen Schulhaus im Stadtteil 

F._______ in C._______ gelebt habe, sei sie alleine in dieser Unterkunft 

gewesen, weil ihre Tochter krank gewesen sei und sich D._______ mit die-

ser auf die Suche nach medizinischer Unterstützung gemacht habe. Wäh-

renddessen seien mehrere unbekannte Männer – welche sie keiner be-

stimmten Gruppierung oder dem Regime habe zuordnen können – gekom-

men, um nach D._______ zu suchen. Weil sie ihn nicht angetroffen hätten, 

sei an dessen Stelle sie, die Beschwerdeführerin, mitgenommen und wäh-

rend etwa fünf Tagen festgehalten worden. Dabei seien ihr Fragen zu 

D._______ gestellt worden, und sie sei geschlagen, erniedrigt sowie von 

mehreren Männern vergewaltigt worden. Nach einigen Tagen habe es zwi-

schen ihren Entführern und einer anderen Gruppe ein Gefecht gegeben. 

Von den Angehörigen jener anderen Gruppe sei sie danach mit mehreren 

weiteren Frauen, die im gleichen Gebäude festgehalten worden seien, be-

freit worden. Die erlittene Entführung und die Vergewaltigungen hätten ihre 

Ehe, ihre Gesundheit und ihr gesamtes Leben ruiniert. Von D._______ lebe 

sie mittlerweile getrennt. 

C.  

Aufgrund der Trennung der Beschwerdeführerin von ihrem ehemaligen 

Ehemann und der geltend gemachten geschlechtsspezifischen Verfolgung 

wurden die jeweiligen Asylverfahren in der Folge durch das SEM getrennt 

behandelt.  

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Seite 4 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Dezember 2018 forderte das SEM die Be-

schwerdeführerin zur Einreichung eines medizinischen Berichts betreffend 

ihre gesundheitlichen Probleme auf.  

E.  

Mit Schreiben einer medizinischen Praxis vom 15. Januar 2019 wurden 

dem SEM zwei ärztliche Zeugnisse betreffend die Beschwerdeführerin 

übermittelt. 

F.  

Mit Verfügung vom 26. Februar 2019 lehnte das SEM die Asylgesuche der 

Beschwerdeführerinnen ab. Gleichzeitig ordnete es wegen Unzumutbar-

keit des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme in der Schweiz 

an. 

G.  

Mit Verfügung vom 26. Februar 2019 lehnte das SEM auch das Asylgesuch 

von D._______ ab, bei gleichzeitiger Anordnung der vorläufigen Aufnahme 

wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Diese Verfügung er-

wuchs unangefochten in Rechtskraft. 

H.  

Mit Eingabe vom 28. März 2019 fochten die Beschwerdeführerinnen die 

sie betreffende Verfügung des SEM hinsichtlich des Asylpunkts und der 

Wegweisung beim Bundesverwaltungsgericht an.  

I.  

Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-1508/2019 vom 23. April 2019 

wurde der Asylentscheid des SEM in Bezug auf die Beschwerdeführerin-

nen aufgehoben, soweit die Dispositivziffern 1–3 betreffend, und die Sache 

bezüglich der entsprechenden Verfahrensgegenstände zur erneuten Beur-

teilung an das SEM zurückgewiesen. 

J.  

Mit Eingabe vom 3. November 2020 teilte die Rechtsvertreterin dem SEM 

die Übernahme ihres Vertretungsmandats mit und ersuchte – im Wesentli-

chen – um Einsicht in die Verfahrensakten der Beschwerdeführerinnen. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. Februar 2021 forderte das SEM die Be-

schwerdeführerin auf, sich zu verschiedenen Unstimmigkeiten in ihren 

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Seite 5 

Asylvorbringen zu äussern. Dabei wurde unter anderem auf die Sachver-

halte in zwei Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts (D-364/2015 vom 

2. Oktober 2015 und D-2115/2018 vom 21. Januar 2021) betreffend ver-

schiedene Familienangehörige der Beschwerdeführerin hingewiesen, zu 

welchen ihre eigenen Aussagen in gewissen Widersprüchen stünden.  

L.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 4. März 2021 liess die Beschwer-

deführerin eine entsprechende Stellungnahme einreichen. Dabei wurde er-

neut um Einsicht in die Asylverfahrensakten ersucht. Weiter wurde in Be-

zug auf einen in Auftrag gegebenen fachärztlichen Bericht um Gewährung 

einer Frist zu dessen Einreichung ersucht.  

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. März 2021 äusserte sich das SEM zur 

Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 4. März 2021. Zudem wurde 

zur Einreichung eines medizinischen Berichts eine Frist bis zum 19. März 

2021 gesetzt. 

N.  

Mit Eingabe der Rechtsvertreterin an das Staatssekretariat vom 17. März 

2021 wurde um Erstreckung der laufenden Frist ersucht.  

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. März 2021 lehnte das SEM das Frister-

streckungsgesuch ab. 

P.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. März 2021 erteilte das SEM der Be-

schwerdeführerin die beantragte Akteneinsicht. 

Q.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin an das Staatssekretariat vom 1. April 

2021 reichte die Beschwerdeführerin einen ärztlichen Bericht ein. 

R.  

Mit Verfügung vom 1. April 2021 (Datum der Eröffnung: 6. April 2021) 

lehnte das SEM die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen erneut ab 

und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz an. Im Übrigen stellte das 

Staatssekretariat fest, die angeordnete vorläufige Aufnahme bestehe wei-

terhin. Zur Begründung der Ablehnung der Asylgesuche führte es im 

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Wesentlichen aus, die betreffenden Vorbringen seien entweder nicht glaub-

haft oder nicht asylrelevant. 

S.  

Diesen Entscheid fochten die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe ihrer 

Rechtsvertreterin vom 30. April 2021 (Datum des Poststempels: 3. Mai 

2021) beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei beantragten sie haupt-

sächlich die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, soweit deren Dis-

positivziffern 1–3 betreffend, ihre Anerkennung als Flüchtlinge und die Ge-

währung des Asyls. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie 

um Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin im 

Sinne von aArt. 110a des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31). Mit der Ein-

gabe wurde als Beweismittel unter anderem eine Kopie des Berichts der 

Hilfswerkvertretung anlässlich der Anhörung der Beschwerdeführerin im 

vorinstanzlichen Verfahren eingereicht. Auf die Begründung der Be-

schwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

T.  

Mit Zwischenverfügung der zuständigen Instruktionsrichterin vom 11. Mai 

2021 wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und um Bestellung einer amtlichen Rechtsbeiständin ‒ als welche die 

bisherige Rechtsvertreterin eingesetzt wurde ‒ gutgeheissen. 

U.  

Mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2021 hielt das SEM vollumfänglich an 

seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

V.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. Juni 2021 wurde den Beschwerdeführerin-

nen in Bezug auf die Vernehmlassung des SEM das Replikrecht erteilt.  

W.  

Mit Eingabe der Rechtsvertreterin vom 15. Juni 2021 wurden eine entspre-

chende Stellungnahme sowie eine Zusammenstellung des zeitlichen Auf-

wands für die Mandatsführung eingereicht.  

X.  

Mit Schreiben vom 29. November 2022 erkundigte sich die Rechtsvertre-

terin nach dem Verfahrensstand. Die Anfrage wurde mit Schreiben vom 

2. Dezember 2022 beantwortet.  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt nach der am 1. März 2019 in Kraft 

getretenen Änderung des AsylG das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Über-

gangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.  

Die Beschwerdeführerinnen sind legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen die Ablehnung der Asyl-

gesuche, die Feststellung des SEM, die Beschwerdeführerinnen erfüllten 

die Flüchtlingseigenschaft nicht, sowie die Anordnung der Wegweisung. 

Die Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet damit nicht Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

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psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdi-

gung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung 

sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise 

abzustellen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 

vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

 

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Seite 9 

5.  

5.1 Das SEM lehnte die Asylgesuche zum einen mit der Begründung ab, 

die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Entführung und die da-

bei erlittenen Vergewaltigungen seien nicht glaubhaft. Zum anderen hielt 

es dafür, es lasse sich aus den politischen Aktivitäten ihrer Geschwister 

und der Familie von D._______ auch nicht auf das Vorliegen einer Re-

flexverfolgung schliessen. 

5.2 In Bezug auf die geltend gemachte Entführung und die damit verbun-

denen Vergewaltigungen führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die 

entsprechenden Schilderungen der Beschwerdeführerin seien – auch un-

ter Berücksichtigung der diagnostizierten Posttraumatischen Belastungs-

störung – nicht überzeugend ausgefallen, sei sie doch nicht in der Lage 

gewesen, dieses Ereignis mit Substanz und Detailreichtum zu schildern. 

Die Zweifel an der behaupteten Entführung aufgrund ihres Aussageverhal-

tens hätten auch durch eine Konsultation der Asylverfahrensakten von 

D._______ nicht ausgeräumt werden können.  

In den Akten des Asylverfahrens befinde sich zudem ein ärztliches Zeug-

nis, das im Rahmen des Visumsverfahrens eingereicht worden sei und auf 

den Namen der Beschwerdeführerin laute. Darin werde ausgeführt, dass 

sie am 21. Januar 2015 im Zusammenhang mit der behaupteten Entfüh-

rung die betreffende medizinische Einrichtung aufgesucht habe. Weiter sei 

dem ärztlichen Zeugnis zu entnehmen, dass sie entführt worden sei, als 

sie Brot für ihre Kinder habe besorgen wollen. Die Darstellung der Ereig-

nisse durch die Beschwerdeführerin würden somit sowohl zeitlich als auch 

inhaltlich von den Angaben im erwähnten ärztlichen Zeugnis abweichen. 

Diese Ungereimtheiten habe sie im Rahmen des ihr gewährten rechtlichen 

Gehörs nicht zu erklären vermocht. Des Weiteren hätten mehrere ihrer Ver-

wandten in der Schweiz die gleiche Entführung im Stadtteil F._______ in 

C._______ geltend gemacht. Das Bundesverwaltungsgericht habe sich im 

Urteil D-2115/2018 vom 21. Januar 2021 zur Glaubhaftigkeit des Vorbrin-

gens geäussert und dieses in Übereinstimmung mit dem SEM als unglaub-

haft eingestuft. Sofern die Entführung tatsächlich auch ihre Verwandten be-

troffen hätte, so wäre davon auszugehen gewesen, dass die Beschwerde-

führerin im Rahmen ihrer eigenen Schilderungen darauf hingewiesen 

hätte. 

5.3 In der Beschwerdeschrift wird in diesem Zusammenhang im Wesentli-

chen vorgebracht, die Beschwerdeführerin befinde sich bereits seit mehre-

ren Jahren in psychologischer Behandlung. In einem ärztlichen Zeugnis 

vom 29. März 2021, welches die Vorinstanz – obwohl in Aussicht gestellt – 

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Seite 10 

nicht abgewartet und berücksichtigt habe, seien eine rezidivierende de-

pressive Störung und eine mittelschwere depressive Episode diagnostiziert 

worden. Soweit D._______ betreffend, seien dessen Aussagen im entspre-

chenden Asylverfahren durch die Vorinstanz in der vorliegend angefochte-

nen Verfügung mit keinem Wort erwähnt worden, obwohl sich dessen An-

gaben mit jenen der Beschwerdeführerin decken würden. Die Feststellung 

des SEM, wonach die Konsultation der Asylverfahrensakten von 

D._______ die Zweifel an den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht 

auszuräumen vermöge, treffe nicht zu. Es werde darum ersucht, im vorlie-

genden Verfahren auch die Aussagen von D._______ zu berücksichtigen, 

bildeten diese doch konkrete Indizien dafür, dass sich die von der Be-

schwerdeführerin geschilderten Ereignisse tatsächlich so zugetragen hät-

ten. 

Es sei zwar nicht von der Hand zu weisen, dass eine vollständige Eruierung 

des Sachverhaltes unter Berücksichtigung der Aussagen aller betroffenen 

und zum gleichen Zeitpunkt in die Schweiz eingereisten Frauen nicht mög-

lich sei. Die Rechtsvertreterin habe keinen Zugang zu den Akten der 

Schwägerinnen gehabt und mit diesen auch nie persönlich sprechen kön-

nen, da die Beschwerdeführerin mit diesen seit einiger Zeit keinen persön-

lichen Kontakt mehr pflege. Ungeachtet der Asylvorbringen der drei 

Schwägerinnen seien die Aussagen der Beschwerdeführerin deshalb ei-

genständig betrachtet zu prüfen. Dies nicht zuletzt, weil selbst das SEM es 

in seinem Entscheid nicht für unmöglich erachte, dass die Schwägerinnen 

versucht haben könnten, die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu kopie-

ren.  

5.4 In Bezug auf das Aussageverhalten der Beschwerdeführerin ist zu-

nächst festzuhalten, dass Opfer einer Traumatisierung bekanntermassen 

oftmals grosse Probleme haben, die gemachten Erlebnisse zur Sprache zu 

bringen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.1). Diese Schwierigkeiten können ‒ auch 

abhängig von der kulturellen Sozialisierung der Opfer ‒ unter anderem 

durch die von der betroffenen Person entwickelten Selbstschutzmechanis-

men erklärt werden. Daraus folgt, dass das Aussageverhalten der Be-

schwerdeführerin, soweit es sich auf die geltend gemachte Entführung und 

die damit verbundenen Vergewaltigungen bezieht, mit der gebotenen Zu-

rückhaltung zu beurteilen ist, soweit dieses – wie von der Vorinstanz be-

mängelt wurde – nicht besonders substantiiert und detailliert ausgefallen 

ist.  

5.5 Im vorliegenden Fall weisen die Aussagen der Beschwerdeführerin je-

doch Unstimmigkeiten und Widersprüche auf, welche nicht hinreichend mit 

D-2075/2021 

Seite 11 

ihren – als solchen medizinisch belegten – psychischen Problemen erklärt 

werden können. Dabei sind, wie von der Beschwerdeführerin selbst bean-

tragt, auch die Aussagen von D._______ in dessen Asylverfahren in die 

Beurteilung des vorliegenden Falles mit einzubeziehen. Des Weiteren ist 

zu berücksichtigen, welcher Sachverhalt den Urteilen D-364/2015 vom 

2. Oktober 2015 (betreffend die Erteilung humanitärer Visa für die Be-

schwerdeführerin, ihren damaligen Ehemann D._______ und die gemein-

same Tochter sowie sechzehn verwandte Personen, darunter zwei Schwä-

gerinnen der Beschwerdeführerin) sowie D-2115/2018 vom 21. Januar 

2021 (betreffend das Asylgesuch einer der beiden Schwägerinnen der Be-

schwerdeführerin) zugrunde lag. 

5.5.1 Dem Urteil D-364/2015 vom 2. Oktober 2015 (dortige Bst. K. und Q. 

des Sachverhalts sowie E. 5.4.1) ist, soweit für den vorliegenden Fall rele-

vant, im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: Im betreffenden Be-

schwerdeverfahren wurde geltend gemacht, am 12. Januar 2015 seien vier 

familiär verwandte Frauen – unter ihnen die Beschwerdeführerin im vorlie-

genden Fall – in C._______ von militärischen Sicherheitskräften entführt, 

mehrere Tage in einem Gefangenenlager festgehalten und vergewaltigt 

worden. In diesem Zusammenhang wurden ärztliche Zeugnisse betreffend 

die vier betroffenen Frauen vom 20. und 21. Januar 2015 sowie eine Stel-

lungnahme des "Syrian Justice Center for Human Rights" vom 7. April 

2015 eingereicht, welche diese Angaben bestätigten. Die Glaubhaftigkeit 

dieser Vorbringen war im betreffenden Beschwerdeverfahren nicht zu be-

urteilen. 

5.5.2 Dem Urteil D-2115/2018 vom 21. Januar 2021 ist, soweit für den vor-

liegenden Fall wesentlich, Folgendes zu entnehmen: Die betreffende Be-

schwerdeführerin gab zur Begründung ihres Asylgesuchs an, sie habe sich 

am 24. Dezember 2014 zusammen mit anderen Frauen vor einem Bom-

benangriff in einer Bauruine in Sicherheit gebracht, und dabei seien sie 

mutmasslich von Militärangehörigen entführt und an einen unbekannten 

Ort gebracht worden. Dort seien sie von den Männern vergewaltigt worden, 

bis sie nach fünf Tagen an den Ort der Entführung zurückgebracht und frei-

gelassen worden seien. Ungefähr am 12. Januar 2015 seien sie auf Ver-

anlassung ihrer Schwester, welche in der Schweiz wohne, von einem Arzt 

untersucht worden (dortiger Bst. B. des Sachverhalts). Das Bundesverwal-

tungsgericht gelangte dabei zur Einschätzung (dortige E. 6.3 f.), gewichtige 

Zweifel an den Aussagen der Beschwerdeführerin entstünden vor allem 

durch ihre Angabe anlässlich der Anhörung durch das SEM, wonach sie 

zusammen mit Unbekannten entführt worden sei, während im Verfahren 

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Seite 12 

zur Erteilung eines humanitären Visums behauptet worden sei, sie sei zu-

sammen mit ihren Schwägerinnen festgehalten und vergewaltigt worden. 

Der diesbezügliche Erklärungsversuch der Beschwerdeführerin an der An-

hörung, wonach die Schwägerinnen nicht mit ihr entführt, sondern sich 

schon vor ihr an jenem Ort befunden hätten, überzeuge in keiner Weise. 

Vielmehr sei davon auszugehen, dass sie dies schon in freier Rede er-

wähnt hätte, wäre sie am Ort der Gefangenschaft tatsächlich zufällig auf 

ihre Schwägerinnen gestossen. Derartiges könne auf keinen Fall uner-

wähnt bleiben. Bestätigt würden die Zweifel an den Aussagen der Be-

schwerdeführerin, sie sei am 24. Dezember 2014 Opfer einer Entführung 

und von Vergewaltigungen geworden, schliesslich auch durch die Chrono-

logie der Ereignisse. Bereits, dass die Beschwerdeführerin und ihre Ver-

wandten nach dem ablehnenden Visaentscheid unverzüglich nach 

C._______ zurückgekehrt seien, erscheine angesichts der dortigen Bür-

gerkriegslage, wie schon im Urteil D-364/2015 festgehalten worden sei, 

grundsätzlich nur schwer nachvollziehbar. Dass die Beschwerdeführerin 

nur wenige Tage danach und darüber hinaus mehrere weitere Frauen, die 

von der Ablehnung der Visaerteilung betroffen gewesen seien, angeblich 

unabhängig voneinander durch Entführungen und Vergewaltigungen von 

einer gezielten Verfolgung betroffen gewesen sein sollen, vermöge noch 

weniger zu überzeugen. 

5.5.3 Es ist festzustellen, dass die Angaben der Beschwerdeführerin im 

vorliegenden Fall in keiner Weise mit den Vorbringen ihrer Verwandten ver-

einbar sind, von welchen in den Verfahren D-364/2015 und D-2115/2018 

behauptet wurde, sie seien gemeinsam mit ihr von der gleichen Entführung 

betroffen gewesen. Dies gilt sowohl in zeitlicher Hinsicht – wonach die Be-

schwerdeführerin am 12. Mai 2013 entführt worden sein will – als auch in 

Bezug auf weitere Aspekte des Sachverhalts, so insbesondere die angeb-

liche Herkunft der Entführer und die Umstände der Gefangennahme und 

späteren Freilassung. Die Angaben der Beschwerdeführerin stehen auch 

in keiner Weise mit einem sie betreffenden ärztlichen Zeugnis in Überein-

stimmung, das im Verfahren D-364/2015 betreffend humanitäre Visa ein-

gereicht wurde.  

5.5.4 Aufgrund von widersprüchlichen Aussagen der Beschwerdeführerin 

selbst und gegenüber den Angaben von D._______ in dessen Asylverfah-

ren kann auch ausgeschlossen werden, dass ihre eigenen Vorbringen der 

Wahrheit entsprechen, während ihre Verwandten diese – allerdings mit fal-

schen Aussagen – kopiert hätten. So machte die Beschwerdeführerin gel-

tend, sie sei von unbekannten Bewaffneten entführt worden, wobei sie 

D-2075/2021 

Seite 13 

diese keiner bestimmten Gruppierung oder dem Regime habe zuordnen 

können (Protokoll ihrer Anhörung, S. 9). D._______ gab demgegenüber 

anlässlich seiner Anhörung (entsprechendes Protokoll, S. 8) an, die Be-

schwerdeführerin sei durch eine Patrouille der Sicherheitskräfte-Zweig-

stelle mitgenommen worden. Weiter behauptete die Beschwerdeführerin 

im Rahmen ihrer Erstbefragung, ihre Geschwister seien politisch aktiv ge-

wesen. Wegen ihnen seien sie und D._______ häufig belästigt worden, 

und wegen diesen, ihren Geschwistern, sei er als Chauffeur mehrere Male 

angehalten worden (Protokoll der Erstbefragung der Beschwerdeführerin, 

S. 8). Bei ihrer eingehenden Anhörung zu den Asylgründen führte sie in 

Abweichung dazu aus, die Probleme von D._______ seien auf die politi-

schen Aktivitäten seiner Familie, insbesondere seiner Schwester und sei-

nes Vaters, zurückzuführen (Protokoll der Anhörung der Beschwerdeführe-

rin, S. 9). Auch D._______ gab gegenüber dem SEM an, es seien seine 

eigenen Geschwister gewesen, die politisch aktiv gewesen seien und we-

gen derer er immer wieder Probleme mit den Sicherheitskräften des staat-

lichen syrischen Regimes gehabt habe (Protokoll der Anhörung von 

D._______, S. 6 ff.). Allerdings wurden diese Schwierigkeiten durch das 

SEM mit Asylentscheid betreffend D._______ vom 26. Februar 2019 – wel-

cher unangefochten in Rechtskraft erwuchs – entweder als unglaubhaft 

oder als asylrechtlich nicht relevant eingestuft. Schliesslich ist festzuhalten, 

dass im Rahmen des Verfahrens D-364/2015 betreffend die Erteilung hu-

manitärer Visa ein ärztliches Zeugnis ausgestellt wurde, das auf den Na-

men der Beschwerdeführerin ausgestellt wurde. Auch dieses ist inhaltlich 

mit den Asylvorbringen der Beschwerdeführerin in keiner Weise vereinbar, 

wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt 

hat. Es erübrigt sich, auf weitere Widersprüche einzugehen, so etwa die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin in Syrien als Christin gefährdet gewesen 

sei, wie im Verfahren betreffend humanitäre Visa geltend gemacht worden 

war, oder ob sie sunnitische Muslimin sei, wie im Asylverfahren angegeben.  

5.6 Nach dem Gesagten hat sich das Vorbringen, die Beschwerdeführerin 

sei am 12. Mai 2013 von Angehörigen einer unbekannten Gruppierung ent-

führt worden, als unglaubhaft erwiesen. Nachdem die Beschwerdeführerin 

nicht geltend macht, sie sei in Syrien von konkreten anderen, allenfalls als 

asylrechtlich relevant zu erachtenden Problemen betroffen gewesen, erüb-

rigt es sich, auf die Frage einzugehen, ob sie wegen ihrer eigenen Ge-

schwister oder wegen Familienangehöriger von D._______ durch Re-

flexverfolgung gefährdet gewesen sei. 

D-2075/2021 

Seite 14 

5.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur 

Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführerinnen hätten keine asyl-

rechtlich relevante Gefährdung glaubhaft gemacht und würden die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfüllen. Die Vorinstanz hat folglich die Asylgesuche 

zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asyl-

gesuch hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 

(Art. 44 AsylG). Vorliegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung er-

teilt und zudem besteht kein Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte Wegweisung 

steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und wurde 

demnach von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

6.2 Im vorliegenden Fall ist im Übrigen anzumerken, dass sich aus den 

angestellten Erwägungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführe-

rinnen seien zum heutigen Zeitpunkt angesichts der allgemeinen Situation 

in Syrien in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche 

Gefährdungslage im Falle der Beschwerdeführerinnen ausschliesslich auf 

die allgemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzufüh-

ren, welche durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 26. Februar 2019 im 

Rahmen der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Undurchführbar-

keit des Vollzugs der Wegweisung berücksichtigt wurde. 

7.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der Asylentscheid des 

SEM vom 1. April 2021 das Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtser-

heblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die 

Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indes-

sen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltli-

che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfü-

gung vom 11. Mai 2021 gutgeheissen. Somit haben die Beschwerdeführe-

rinnen keine Verfahrenskosten zu tragen. 

8.2 Aufgrund der mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2021 angeordneten 

Bestellung der Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin gemäss 

D-2075/2021 

Seite 15 

Art. 110a AsylG ist dieser ein entsprechendes Honorar auszurichten (vgl. 

für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des 

Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). In der Be-

schwerdeschrift wurden für die Mandatsführung ein Stundenansatz von 

Fr. 193.85 (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) und eine einmalige Auslagen-

pauschale von Fr. 50.‒ geltend gemacht, wobei mit Eingabe vom 15. Juni 

2021 ein zeitlicher Aufwand von insgesamt 12 Stunden ausgewiesen 

wurde. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9‒13 VGKE) und die als angemessen erscheinenden Angaben zum 

Aufwand der Rechtsvertretung ist das amtliche Honorar auf insgesamt 

Fr. 2'376.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2075/2021 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzten Rechtsvertreterin wird ein 

amtliches Honorar von Fr. 2'376.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die zu-

ständige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli 

 

 

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