# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81485550-d079-53de-830a-7c0173ce642c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-02-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.02.2007 C-634/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-634-2006_2007-02-22.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-634/2006

{T 0/2}

Urteil vom 22. Februar 2007

Mitwirkung: Richter Trommer (Vorsitz);
Richter Vaudan; Richterin Beutler; 
Gerichtsschreiber Longauer.

X._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Hans Werner Meier,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Ausdehnung der kantonalen Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass der Beschwerdeführer,  ein türkischer Staatsangehöriger,  im Jahr 1990 in 
die Schweiz gelangte und ein Asylgesuch einreichte, das mit Urteil der damali-
gen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  vom  10.  November  1992  letztin-
stanzlich abgewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer kurz darauf, am 18. Dezember 1992, eine 17 Jahre 
ältere Schweizer Bürgerin heiratete und sich so - trotz rechtskräftiger asylrecht-
licher Wegweisung - den weiteren Aufenthalt in der Schweiz sicherte,

dass der Beschwerdeführer am 2. April 1997 als Ehegatte einer Schweizer Bür-
gerin in den Genuss er erleichterten Einbürgerung kam (Art. 27 BüG, SR 141.0),

dass die Ehe am 25. Juni 1999 geschieden wurde und der Beschwerdeführer 
am 11. Oktober 1999 zivilrechtlich eine Landsfrau heiratete, mit der er zuvor lan-
ge Jahre in einer Imam-Ehe gelebt und mit der er vor und während der Ehe mit 
der Schweizer Bürgerin vier Kinder gezeugt hatte,

dass der Beschwerdeführer in der Folge für seine Ehefrau und die vier gemein-
samen Kinder in den Kantonen Bern, Thurgau und Zürich erfolglos um Bewilli-
gung des Familiennachzugs ersuchte,

dass  die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  am 22.  November 
2001 durch das damalige Bundesamt für Ausländerfragen (BFA) für nichtig er-
klärt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  dagegen  erfolglos  an  das  Eidgenössische  Justiz- 
und Polizeidepartement (EJPD) und das Bundesgericht gelangte (Entscheid des 
EJPD vom 10. Februar 2003, Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2003),

dass  das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  mit  Verfügung  vom  27.  Oktober 
2003 das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung abwies und seine Wegweisung vom Kantonsgebiet anordnete,

dass der Regierungsrat  des Kantons Zürich mit  Entscheid vom 16. November 
2005  den  Rekurs  des  Beschwerdeführers  gegen  die  vorgenannte  Verfügung 
letztinstanzlich ablehnte,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 30. Januar 2006 die kantonale Wegwei-
sung auf das ganze Gebiet der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein aus-
dehnte,

dass sie einer  allfälligen Beschwerde vorsorglich  die aufschiebenden Wirkung 
entzog,

dass der Beschwerdeführer dagegen am 22. Februar 2006 beim EJPD als der 
damals zuständigen verwaltungsinternen Rechtsmittelinstanz rekurrierte,

dass das EJPD am 21. März 2006 das Gesuch des Beschwerdeführers um Wie-
derherstellung der aufschiebenden Wirkung ablehnte,

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 10. Mai 2006 Abweisung der 
Beschwerde beantragte,

3

dass sich der Beschwerdeführer noch während des Rekursverfahrens vor dem 
Regierungsrat des Kantons Zürich von seiner türkischen Ehefrau scheiden liess 
und am 5. Mai 2006 die geschiedene Schweizer Ehefrau erneut heiratete,

dass der Beschwerdeführer  am 24.  Juli  2006 das Migrationsamt des Kantons 
Zürich ein zweites Mal um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, diesmal zum 
Verbleib bei seiner Schweizer Ehefrau ersuchte,

dass das Migrationsamt das Gesuch mit Verfügung vom 9. September 2006 ab-
wies und den Beschwerdeführer vom Kantonsgebiet wegwies, wogegen dieser 
am 11. Oktober 2006 an den Regierungsrat des Kantons Zürich gelangte,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Oktober 2006 das EJPD über 
die Sachverhaltsentwicklung orientierte und um Sistierung des Beschwerdever-
fahrens ersuchte,

dass das Gesuch des Beschwerdeführers mit Instruktionsverfügung des EJPD 
vom 17. Oktober 2006 abgewiesen wurde,

und zieht in Erwägung:

dass  Verfügungen  des  BFM über  die  Ausdehnung  einer  kantonalen  Wegwei-
sung mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kön-
nen (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und 
Niederlassung der Ausländer; ANAG, SR 142.20),

dass das Bundesverwaltungsgericht  die Beurteilung der in seine Zuständigkeit 
fallenden und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des VGG bei einer Vorgängeror-
ganisation hängigen Beschwerden übernimmt, wobei es das neue Verfahrens-
recht anwendet (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht; VGG, SR 173.32),

dass  der  Beschwerdeführer  als  materieller  Verfügungsadressat  legitimiert  und 
auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 20 
Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. des Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren; VwVG, SR 172.021),

dass  die  kantonale  Behörde  ihren  negativen  Bewilligungsentscheid  mit  einer 
Wegweisung aus dem Kanton verbindet, und das BFM diese Wegweisung in der 
Regel auf das ganze Gebiet in der Schweiz ausdehnt (Art. 12 Abs. 3 ANAG, Art. 
17  Abs.  2 der  Vollziehungsverordnung  vom 1.  März  1949 zum Bundesgesetz 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer, ANAV, SR 142.201), 

dass von der Regelfolge der Ausdehnung abgewichen werden kann, wenn dem 
Betroffenen  aus  besonderen  Gründen  Gelegenheit  gegeben  werden  soll,  sich 
vom Inland aus um eine Bewilligung in einem Drittkanton zu bemühen (Art. 17 
Abs. 2 ANAV), 

dass gegen den Beschwerdeführer,  der keine reelle Aussichten auf eine frem-
denpolizeiliche Regelung in  einem Drittkanton hat,  gleich  zwei  materielle  Ent-
scheide der Zürcher Behörden über die Nichterteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung und Wegweisung vom Kantonsgebiet ergangen sind,

4

dass der Rekurs des Beschwerdeführers gegen den zuletzt ergangenen und da-
mit  massgebenden Entscheid  zwar  noch vor  dem Regierungsrat  des  Kantons 
Zürich hängig ist, wobei allerdings keine vorsorgliche Massnahmen angeordnet 
wurden,

dass jedoch die Wegweisung vom Kantonsgebiet und ihre Ausdehnung auf das 
ganze Gebiet der Schweiz dem Vollzug einer Rechtslage dienen,  die sich aus 
der  Verweigerung  einer  fremdenpolizeilichen  Bewilligung  als  dem  Sachent-
scheid einerseits und Art. 1a ANAG andererseits ergeben,

dass die fehlende formelle Rechtskraft eines Sachentscheids wohl die Wirksam-
keit  der  abhängigen  Vollzugsanordnung  hemmen  kann,  falls  ein  ordentliches 
Rechtsmittel mit aufschiebender Wirkung offen steht (vgl. dazu für das Verwal-
tungsverfahrensrecht des Bundes Art. 39 VwVG), nicht jedoch deren Bestand in 
Frage stellt,

dass deshalb die Ausdehnungsverfügung einen rechtskräftigen negativen Bewil-
ligungsentscheid genauso wenig voraussetzt wie die kantonale Wegweisung, die 
regelmässig  zusammen  mit  dem negativen  Bewilligungsentscheid  ergeht  (vgl. 
Art. 12 Abs. 3 ANAG),

dass  unbeschadet  dieser  Erwägungen  aus  Gründen  der  Verfahrensökonomie 
durchaus gerechtfertigt sein mag, mit der Ausdehnung der kantonalen Wegwei-
sung bis zur Rechtskraft  des negativen Bewilligungsentscheids zuzuwarten (in 
diesem Sinne BGE 129 II 1 E. 3.4 S. 8),

dass in der vorliegenden Streitsache kein Anlass besteht, mit Rücksicht auf das 
vor dem Regierungsrat des Kantons Zürich hängige Bewilligungsverfahren von 
der Regelfolge der Ausdehnung abzuweichen, diese somit zu bestätigen ist,

dass Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a Abs. 2 bis 4 ANAG, welche die 
Anordnung einer vorläufigen Aufnahme rechtfertigen könnten, weder erkennbar 
sind noch geltend gemacht werden,

dass  sich  die  angefochtene Verfügung  somit  als  rechtmässig  erweist  (Art.  49 
VwVG) und die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdefüh-
rers (Art. 63 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist,

dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 600.-- festzusetzen sind (Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht, SR 173.320.2),

das der vorliegende Entscheid endgültig ist (Art. 83 lit. c Ziff. 4 des Bundesge-
setzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, SR 173.110).

Dispositiv S. 5

5

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 600.-- werden dem Beschwerde-
führer auferlegt. Sie sind durch den am 31. März 2006 geleisteten Kosten-
vorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer

- der Vorinstanz

Bern, 22. Februar 2007

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

A. Trommer J. Longauer

Versand am: