# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c41ebd95-e515-5ed3-a9be-7c18929ed851
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 D-5302/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5302-2011_2011-10-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5302/2011

U r t e i l   v om   5 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richter Jean­Pierre Monnet, Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Parteien A._______, geboren am (…),
Irak,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz,

Gegenstand

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 12. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland im 
Mai  oder  am  5.  Juni  2008  verlassen  habe  und  am  25.  Juni  2008  nach 
B._______  gereist  sei,  wo  er  am  1.  Juli  2008  ein  Asylgesuch  gestellt 
habe,  welches  anfangs  März  2010  negativ  entschieden  worden  sei, 
worauf  er  sich  Mitte  März  2010  nach  C._______  begeben  und  in 
D._______  ebenfalls  ein  Asylgesuch  eingereicht  habe,  welches  die 
L._______ Behörden  indessen abschlägig beantwortet hätten, worauf er 
am  5.  August  2010  D._______  verlassen  habe  und  zwei  Tage  später 
unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz gereist sei,

dass  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  E._______ 
um Asyl ersuchte, dort am 12. August 2010 summarisch befragt und am 
16. August  2010  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton 
F._______ zugeteilt wurde, 

dass  ihm das BFM mit Schreiben vom 13. Mai 2011 mitteilte, das  in die 
Wege geleitete Dublin­Verfahren werde beendet und sein Asylgesuch  in 
der Schweiz geprüft,

dass er am 15. Juli 2011 vom BFM direkt angehört wurde,

dass er anlässlich der Kurzbefragung und der Anhörung zur Begründung 
des  Asylgesuchs  geltend  machte,  er  sei  irakischer  Staatsangehöriger 
kurdischer Ethnie und stamme aus G._______, habe indessen zwischen 
1990 und 2003 in H._______ in der Provinz I._______ gelebt,

dass  er  danach  bis  Mai  2008  wieder  in  G._______  wohnhaft  gewesen 
sei,

dass  er  seine  Homosexualität  beziehungsweise  Bisexualität  entdeckt 
habe  und  im  April  2008  auf  dem  Markt  von  J._______  respektive  im 
Februar  oder März  2008  in  einem Coiffeursalon  einem  femininen Mann 
im Alter von 19 oder 20 Jahren begegnet sei, mit welchem er nach der 
Konsumation  von  Alkohol  zweimal  Geschlechtsverkehr  gehabt  habe, 
wobei sie beim zweiten Mal vom Bruder des Mannes überrascht worden, 
danach auf den Markt geflohen seien und sich dort versteckt hätten, weil 
der Bruder des Mannes eine Waffe geholt habe und sie habe umbringen 
wollen,

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dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Nacht  an  seinen  Wohnort 
zurückgekehrt  sei  und  von  seiner  Mutter  erfahren  habe,  sein  Vater  sei 
über den Vorfall informiert und wolle ihn ebenfalls umbringen,

dass er noch am gleichen Abend nach H._______ geflohen sei und sich 
dort während einiger Tage bei einem guten Freund aufgehalten habe,

dass  ihm  dieser  Freund  mit  der  Hilfe  eines  Schleppers  und  unter 
Leihgabe einer grossen Geldsumme zur Ausreise verholfen habe,

dass der Beschwerdeführer im Empfangszentrum schriftlich und während 
des erstinstanzlichen Verfahrens mündlich zur Abgabe von heimatlichen 
Reise­ und Identitätspapieren innert 48 Stunden aufgefordert wurde,

dass er indessen keine heimatlichen Reise­ und Identitätspapiere zu den 
Akten gab und geltend machte, er habe seine Identitätskarte und seinen 
Nationalitätenausweis in K._______  verloren sowie er könne wegen des 
Vorfalls mit seinen Angehörigen keinen Kontakt aufnehmen,

dass  er  mit  Eingabe  vom  22.  Juli  2011  an  das  BFM  erklärte,  es  treffe 
nicht zu, dass er seine Papiere  in K._______ verloren habe, sondern er 
habe diese Angaben auf Geheiss des Schleppers zu Protokoll gegeben 
und  könne  die  sich  beim  Schlepper  befindende  Identitätskarte  in  den 
nächsten Tagen dem BFM zusenden,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Identitätskarte  am  11.  August  2011  zu 
den Akten reichte,

dass das BFM diese im Rahmen einer amtsinternen Dokumentenprüfung 
einer Echtheitsprüfung unterzog und dabei feststellte, es handle sich um 
ein Identitätspapier mit objektiven Fälschungsmerkmalen,

dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  25.  August  2011  das 
rechtliche  Gehör  zum  Abklärungsergebnis  gewährt  wurde  und  er  mit 
Eingabe vom 5. September 2011 dazu Stellung nahm,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom  12.  September  2011  –  eröffnet  am  16.  September  2011  –  nicht 
eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

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dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  habe  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe von Reise­ oder  Identitätspapieren vorgebracht, weil er ein 
gefälschtes  Identitätsdokument  zu  den  Akten  gegeben  habe  und  seine 
Erklärungen, die Fälschungsmerkmale seien auf die spezielle Situation im 
Irak beziehungsweise auf die im kurdischen Gebiet fehlende Infrastruktur 
und die daraus  resultierenden diversen Qualitäten von Ausweispapieren 
zurückzuführen, nicht überzeugen könnten,

dass  unter  diesen  Umständen  und  im  Hinblick  auf  die  erschütterte 
Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  sowie  angesichts  seiner 
Aussage,  auf  Wunsch  könne  er  innert  zweier  Tage  ein  gefälschtes 
Dokument  beschaffen,  seiner  Bitte  um  nochmalige  Überprüfung  des 
Dokuments nicht entsprochen werden könne,

dass der Beschwerdeführer zudem die geltend gemachte Homosexualität 
im Laufe des Verfahrens selber relativiert und die sexuelle Beziehung mit 
einem fast 20­jährigen Mann auf zwei angeblich  intime Treffen  reduziert 
habe, 

dass er ferner zum angeblichen Sexualpartner und zur Bedrohung durch 
dessen Bruder nur vage Angaben zu Protokoll habe geben können,

dass er ausserdem bei den heimatstaatlichen Behörden um Schutz hätte 
nachsuchen  oder  in  der  Provinz  I._______  eine  innerstaatliche  und 
zumutbare Aufenthaltsalternative hätte wahrnehmen können,

dass  er  insgesamt  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  erfülle  und 
zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  gestützt  auf  die  bestehende 
Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
erachtet werde, auch wenn der Beschwerdeführer geltend gemacht habe, 
er  stamme  nicht  aus  einer  der  von  der  kurdischen  Regionalregierung 
kontrollierten  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Suleymaniya, 
wo  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  mehr  herrsche  und  wohin  der 
Wegweisungsvollzug grundsätzlich als zumutbar erachtet werde, weil  er 
zwischen  1990  und  2003  in  der  Provinz  I._______  gelebt  und  in  der 
Provinz Erbil einen Teil der Schule besucht und später gearbeitet habe,

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dass zudem zwei Onkel väterlicherseits in der Provinz I._______ lebten,

dass  überdies  infolge  der  Abgabe  der  gefälschten  Identitätskarte  seine 
Identität  nicht  belegt  und  seine  Aussagen  zu  seinen  Wohn­  oder 
Aufenthaltsorten  im  Irak,  zu  seiner  familiären  Situation  und  zum 
verwandtschaftlichen Beziehungsnetz im Irak nicht gesichert seien,

dass  sich  das  BFM  somit  nicht  in  voller  Kenntnis  der  tatsächlichen 
persönlichen  und  familiären  Situation  des  Beschwerdeführers  zur 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs äussern könne,

dass ferner die ihm obliegende Untersuchungspflicht ihre Grenzen in der 
Mitwirkungs­ und Wahrheitspflicht des Beschwerdeführers habe, weshalb 
es  praxisgemäss  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden  sei,  bei  fehlenden 
Hinweisen  seitens  des  Beschwerdeführers  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen zu forschen, falls dieser – wie vorliegend – die 
ihm  obliegende  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  verletzt  und  die 
Asylbehörden zu täuschen versucht habe,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. September 2011 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  beantragte,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben,  die 
Sache  an  die  Vorinstanz  zur  materiellen  Prüfung  zurückzuweisen  und 
eventuell  infolge  Feststellung  der  Unzulässigkeit  beziehungsweise  der 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um  Erlass  des  Kostenvorschusses 
ersuchte,

dass  gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  das 
Nichteintretensverfahren  nur  für  klare  Fälle  zur  Verfügung  stehe,  was 
auch  aus  der  summarischen  Begründung  der  Verfügung  des  BFM 
hervorgehen müsse,

dass  es  sich  vorliegend  nicht  um  einen  klaren  Fall  handle, was  daraus 
ersichtlich sei, dass die Vorinstanz mehr als ein Jahr für ihren Entscheid 
benötigt habe,

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dass  sich  die  Vorinstanz  zudem  mit  der  Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers  in einem Mass auseinandergesetzt habe, welches  in 
einer Nichteintretensverfügung keinen Platz habe,

dass das BFM weder die geltend gemachte Bisexualität noch die darauf 
fussende Verfolgung durch Drittpersonen  in Abrede stelle,  indessen den 
irakischen Staat als schutzpflichtig und schutzwillig betrachte,

dass  diese  Annahme  jedoch  gänzlich  der  ausführlichen  Auskunft  der 
Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  9.  November  2009 
widerspreche, zumal Homosexuelle  im Zentral­ und Südirak verfolgt und 
immer  wieder  Opfer  von  staatlichen  und  nichtstaatlichen  Akteuren 
würden,  mithin  also  durch  den  Staat  nicht  geschützt,  sondern  verfolgt 
seien,  und  dass  auch  im  Norden  des  Landes  Homosexualität  ein 
Tabuthema und daher von staatlicher Seite kein Schutz zu erwarten sei,

dass dies auch für Bisexuelle zutreffe,

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zum  Ausdruck  gebracht  habe,  es 
glaube dem Beschwerdeführer nicht, weil er unterschiedliche Angaben zu 
Protokoll gegeben habe,

dass zwischen den beiden Befragungen  fast ein Jahre  liege und zudem 
die  Gegenüberstellung  der  beiden  Befragungen  zur  Bezweiflung  der 
Glaubhaftigkeit  nicht  geeignet  sei,  weil  es  sich  einerseits  um  eine 
Befragung  zur  Person  und  andererseits  um  eine  Anhörung  zur  Sache 
handle,

dass es somit nicht erstaune, wenn der Beschwerdeführer  fast ein Jahr 
später nicht wortwörtlich dasselbe ausgesagt habe wie zuvor,

dass  die  beiden  Befragungen  in  den  wesentlichen  Punkten 
übereinstimmen  würden  und  –  entgegen  der  vom  BFM  vertretenen 
Meinung – von einer Relation der sexuellen Orientierung keine Rede sein 
könne,

dass  folglich  kein  Nichteintretensentscheid  zu  fällen,  sondern  auf  das 
Asylgesuch einzutreten sei,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG) 
oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  vorliegend  der  Beschwerdeführer  innerhalb  von  48  Stunden  nach 
Einreichung  des  Asylgesuches  weder  Identitäts­  oder  Reisepapiere  im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  abgab noch entschuldbare Gründe nach 
Art. 32 Abs. 3 AsylG vorbrachte,

dass er dazu zunächst geltend machte, er habe seine Identitätskarte und 
seinen  Nationalitätenausweis  in  K._______   verloren,  während  er  im 
späteren  erstinstanzlichen  Verfahren  die  Abgabe  seiner  Identitätskarte 
schriftlich in Aussicht stellte mit der Begründung, der Schlepper habe ihn 
zu der unwahren Angabe über seine Identitätspapiere angehalten,

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dass indessen diese Erklärung angesichts der nachträglich eingereichten 
gefälschten  Identitätskarte nicht zu überzeugen vermag und sich zudem 
die  Frage  stellt,  warum  er  unter  diesen  Umständen  den 
Nationalitätenausweis nicht auch nachreichte, 

dass seine Angaben, er könne wegen des geltend gemachten Vorfalls mit 
seinen Verwandten keinen Kontakt aufnehmen zwecks Beschaffung von 
heimatlichen  Identitäts­  und  Reisepapieren,  angesichts  der 
nachfolgenden Erwägungen ebenfalls nicht überzeugen,

dass ferner die Angabe, seine Identitätskarte sei im Jahr 2005 ausgestellt 
worden  (vgl.  Akte  A1/12  S.  4),  nicht  mit  dem  auf  der  nachträglich 
eingereichten  Identitätskarte  aufgeführten  Ausstellungsdatum 
übereinstimmt,  was  die  von  der  Vorinstanz  festgestellte  Fälschung 
untermauert,

dass  deshalb  im  Resultat  bezüglich  der  fehlenden  Identitäts­  und 
Reisepapiere mit den Erwägungen des BFM übereinzustimmen und – um 
unnötige  Wiederholungen  zu  vermeiden  –  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass überdies nicht  geglaubt werden  kann,  der Beschwerdeführer  habe 
sein Heimatland ohne Identitätspapiere verlassen, da  Reisen ins Ausland 
ohne heimatliche Identitätspapiere als unrealistisch aufzufassen sind,

dass  somit  –  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  –  keine 
entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  die  es  dem  Beschwerdeführer 
verunmöglicht  hätten,  den  Behörden  innerhalb  von  48  Stunden  nach 
Einreichung des Asylgesuchs Dokumente einzureichen,

dass  ferner  an  dieser  Beurteilung  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise­ oder  Identitätspapieren nichts ändern würde, weil es bei 
der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die 
Beschaffung  neuer  Papiere,  sondern  um  die  Abgabe  der  schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

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dass  vorab  die  sinngemässe  Rüge  des  Beschwerdeführers,  das  BFM 
habe eine materielle Prüfung vorgenommen, die das im Rahmen von Art. 
32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  Zulässige  überschritten  habe,  abzuweisen  ist, 
zumal sich das BFM offensichtlich – nämlich auf weniger als einer Seite – 
auf eine summarische Prüfung der Flüchtlingseigenschaft beschränkt hat,

dass  zudem  aus  der  langen  Dauer  des  erstinstanzlichen  Verfahrens 
vorliegend  –  entgegen  der  in  der  Beschwerde  vertretenen  Meinung – 
nicht  der  Schluss  zu  ziehen  ist,  es  handle  sich  nicht  um  einen  "klaren" 
Fall beziehungsweise die Flüchtlingseigenschaft fehle nicht offensichtlich, 

dass die lange Verfahrensdauer vorliegend vielmehr mit den sich aus den 
Akten  ergebenden  technischen  beziehungsweise  zwischenstaatlichen 
Problemen zu erklären ist, zumal – wie dem Beschwerdeführer zu Beginn 
des  Verfahrens  mitgeteilt  wurde  (vgl.  Akte  A1/12  S.  9)  –  zuerst  das 
Dublin­Verfahren  in die Wege geleitet wurde, welches erst  im Mai 2011 
beendet  werden  konnte,  was  dem  Beschwerdeführer  vom  BFM  mit 
Schreiben vom 13. Mai 2011 mitgeteilt wurde,

dass somit die Rüge der langen Verfahrensdauer nicht begründet ist, 

dass  ferner  auch  die  Argumentation  des  BFM  hinsichtlich  der 
summarischen  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  vollumfänglich  zu 
bestätigen  ist,  weshalb  –  um  unnötige Wiederholungen  zu  vermeiden – 
auf die zutreffenden Ausführungen in der Verfügung des BFM verwiesen 
wird,

dass  vorab  die  in  der  Beschwerde  vertretene Meinung,  das  BFM  stelle 
die  geltend  gemachte  Bisexualität  und  die  dadurch  entstandene 
Verfolgung des Beschwerdeführers nicht  in Abrede, nicht geteilt werden 
kann, zumal die vom BFM erhobenen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 
Vorbringen  in  der  angefochtenen  Verfügung  deutlich  –  indessen 
summarisch dargelegt – zum Ausdruck kommen, 

dass  in  Ergänzung  dazu  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers – 
entgegen  der  in  der  Beschwerde  vertretenen  Ansicht  –  nicht  in  beiden 
Befragungen  in  den  wesentlichen  Teilen  übereinstimmend  ausgefallen 
sind,

dass sie vielmehr in zentralen Punkten als widersprüchlich zu betrachten 
sind,  wobei  die massgeblichen  Fluchtgründe  praxisgemäss  auch  in  der 
Erstbefragung  –  der  Befragung  zur  Person  –  wenigstes  im  Ansatz  mit 

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denjenigen  anlässlich  der  Anhörung  zu  Protokoll  gegebenen 
Äusserungen  übereinstimmen  müssen,  um  als  glaubhaft  gelten  zu 
können, was vorliegend nicht der Fall ist,

dass  der  Beschwerdeführer  nämlich  unterschiedliche  Angaben  darüber 
machte,  wann  er  bemerkt  haben  will,  dass  er  bisexuell  veranlagt  sei, 
indem  er  einerseits  vorbrachte,  er  sei  nach  seinem  Umzug  nach 
G._______  im  Jahr  2003  homosexuell  beziehungsweise  bisexuell 
geworden  (vgl.  Akte  A1/12  S.  5),  während  er  später  darlegte,  dieses 
Gefühl sei gekommen, als er mit dem jungen Mann Sex gehabt habe (vgl. 
Akte A24/16 S. 9),

dass er im Rahmen der Konfrontation mit den unterschiedlichen Angaben 
die  erstere  abstritt  (vgl. Akte A24/16 S.  8), womit  die widersprüchlichen 
Angaben bestehen bleiben,

dass  der  Beschwerdeführer  zuerst  angab,  er  habe  den  homosexuellen 
Mann  seit  April  2008  besucht  (vgl.  Akte  A1/12  S.  5),  später  dann  aber 
diesen  Zeitpunkt  auf  den  zweiten  oder  dritten  Monat  2008 
beziehungsweise  auf  zwei  bis  drei  Monate  vor  der  Ausreise,  was 
ebenfalls  zwischen  Februar  und  anfangs  April  2008  wäre,  verlegt  (vgl. 
Akte A24/16 S. 8),

dass er ferner widersprüchlich darlegte, wo er den homosexuellen Mann 
getroffen  haben  will,  nämlich  auf  dem  Markt  J._______  oder  im 
Coiffeursalon (vgl. Akten A1/12 S. 5 und A24/16 S. 6 und 8),

dass die anlässlich der Konfrontation mit den unterschiedlichen Aussagen 
zu  Protokoll  gegebene  Aussage  (vgl.  Akte  A24/16  S.  8)  an  der 
Widersprüchlichkeit nichts zu ändern vermag,

dass er anlässlich der Erstbefragung zu Protokoll gab, er habe nach  dem 
zweiten intimen Verkehr mit dem homosexuellen Mann von seiner Mutter 
erfahren, sein Vater wisse von der Sache und wolle  ihn umbringen (vgl. 
Akte A1/12 S.  6), während er  im Verlauf  der Bundesanhörung darlegte, 
die Mutter habe von  ihm wissen wollen, was vorgefallen sei, er habe  ihr 
indessen nichts gesagt und sei gegangen (vgl. Akte A24/16 S. 6),

dass er  auch mit  diesen unterschiedlichen Aussagen  konfrontiert wurde 
und die erste der Aussagen dementierte (vgl. Akte A24/16 S. 12), womit 
jedoch auch diese Ungereimtheit nicht aus dem Weg geräumt ist,

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dass im Übrigen die vom BFM erwähnte Substanzlosigkeit der Aussagen 
zu  bestätigen  ist,  zumal  der  Beschwerdeführer weder  substanziell  noch 
mit  einer  überzeugenden  Detailfülle  etwas  über  den  homosexuellen 
Mann, mit welchem er intim in Kontakt gewesen sein will, preisgeben und 
den Vorfall, anlässlich dessen er und sein angeblicher Sexualpartner von 
dessen  Bruder  überrascht  worden  sein  wollen,  übereinstimmend, 
nachvollziehbar und detailliert schildern konnte,

dass  unter  diesen  Umständen  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
hinsichtlich  der  ihm  drohenden  Verfolgung  durch  den  Bruder  seines 
angeblichen  Sexualpartners  und  durch  seinen  Vater  offensichtlich  nicht 
glaubhaft ausgefallen sind,

dass  an  dieser  Einschätzung  der  in  der  Beschwerde  vorgebrachte 
Einwand, zwischen den beiden Befragungen würde  fast ein Jahr  liegen, 
weshalb die Aussagen nicht wortwörtlich gleich ausgefallen seien, nichts 
zu  ändern  vermag,  zumal  vorliegend  wesentliche  inhaltliche 
Unvereinbarkeiten  und  Substanzlosigkeiten  und  nicht  unterschiedliche 
Formulierungen zur Unglaubhaftigkeit führen,

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der zahlreichen und offensichtlich 
zu Tage tretenden Ungereimtheiten nicht geglaubt werden kann, er habe 
infolge  seiner  sexuellen  Veranlagung  im  Heimatland  eine  asylrelevante 
Verfolgung  erlitten,  und  aus  dem  gleichen  Grund  auch  die  behauptete 
Homo­ oder Bisexualität nicht überzeugt,

dass  unter  diesen  Umständen  offen  bleiben  kann,  ob  der 
Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland  die  Behörden  zur 
Schutzgewährung  in Anspruch nehmen oder  den Behelligungen mit  der 
Wohnsitznahme  in  einem  anderen  Landesteil  ausweichen  könnte, 
weshalb auf die diesbezügliche Argumentation der Vorinstanz und die in 
der Beschwerde enthaltenen Einwände nicht näher einzugehen ist,

dass  die  Vorinstanz  im  Resultat  somit  zu  Recht  feststellte,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 
AsylG nicht,

dass gestützt auf die Aktenlage und die vorstehenden Erwägungen das 
Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft  nach Art. 3 und 7 AsylG – und 
wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  zum  Vollzug  der 
Wegweisung ergibt – das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen 
offenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte  für 

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die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss summarische 
materielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen getroffen,

dass  das  BFM  zu Recht  keine weiteren  Abklärungen  vornahm  und  der 
Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt wurde,

dass  in  der  Beschwerdeschrift  zudem  keine  neuen  Erkenntnisse  oder 
Tatsachen  vorgebracht  wurden,  welche  an  den  zutreffenden 
vorinstanzlichen Erwägungen etwas zu ändern vermöchten,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung  einer  solchen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
UEBERSAX/RUDIN/HUGI/YAR/GEISER,  Ausländerrecht,  2. Auflage,  Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimatland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die allgemeine Sicherheits­ und Menschenrechtslage im kurdischen 
Nordirak,  die  im  publizierten  Urteil  BVGE  2008/4  Gegenstand  einer 
umfassenden Beurteilung bildet, den Wegweisungsvollzug zum heutigen 
Zeitpunkt  in  die  drei  Provinzen Dohuk,  Erbil  und  Suleymaniya  nicht  als 
unzumutbar erscheinen lässt,

dass der Beschwerdeführer zwar angibt, er stamme aus G._______, das 
nicht zum Nordirak gehört, indessen seinen Angaben auch zu entnehmen 
ist,  dass  er  einen  Teil  der  Schule  im  Nordirak  besucht,  dort  zwischen 
1990  und  2003  gelebt  und  auch  gearbeitet  hat,  weshalb  davon 
auszugehen  ist,  er  verfüge  auch  dort  über  ein  Beziehungsnetz  im 
weiteren  Sinn  und  über  die  Möglichkeit,  sich  eine  Existenzgrundlage 
aufzubauen,

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dass zudem gestützt auf seine Aussagen zwei Onkel väterlicherseits und 
zwei  Onkel  mütterlicherseits  im  Nordirak  leben  sollen,  welche  ihm 
anlässlich seiner Rückkehr wenigstens zu Beginn behilflich sein können,

dass darüber hinaus das BFM zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer 
habe mit der Abgabe einer gefälschten Identitätskarte die ihm obliegende 
Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  verletzt  und  es  den  Asylbehörden 
dadurch  verunmöglicht,  sich  bezüglich  des  Wegweisungsvollzugs  in 
Kenntnis der vollständigen Sachlage äussern zu können, 

dass  das  BFM  auch  zu  Recht  darlegte,  die  Asylbehörden  seien  nicht 
verpflichtet,  im  Rahmen  der  ihnen  obliegenden  Untersuchungspflicht 
weitere  Abklärungen  vorzunehmen,  wenn  –  wie  vorliegend  –  die 
Wahrheits­ und Mitwirkungspflicht verletzt worden sei, 

dass  schliesslich  auch  keine  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  da  der 
Beschwerdeführer  gestützt  auf  die  Aktenlage  jung,  gesund  und 
ungebunden  ist,  vor  seiner  Ausreise  als  Bauarbeiter  einer 
gewinnbringenden Tätigkeit  nachging  und  somit  seinen  Lebensunterhalt 
auch nach der Rückkehr in sein Heimatland selber verdienen kann, 

dass er sich – sollten seine nächsten Angehörigen in G._______ leben – 
zu  seinen  Verwandten  und  Freunden  im  Nordirak  begeben  kann,  wo – 
wie bereits erwähnt – ebenfalls von einem bestehenden Beziehungsnetz 
auszugehen ist,

dass  folglich der Vollzug der Wegweisung  insgesamt auch als zumutbar 
zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 

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unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  des  Verfahrens  
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären  (Art. 1­3  des  Reglements 
vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass  indessen die Beschwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren  ist 
und  der  Beschwerdeführer  als  bedürftig  im  Sinne  des  Gesetzes  gilt, 
weshalb in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege keine Kosten zu erheben sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

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