# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ad7a648-fd26-51c1-a096-00341e505659
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2019 E-4340/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4340-2019_2019-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4340/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, 

Richter Grégory Sauder, 

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Venezuela,   

vertreten durch MLaw Dimitri Witzig,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Beschwerdeführer,  

 

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist); 

Verfügung des SEM vom 15. August 2019. 

 

 

 

E-4340/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 16. Juli 2019 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 22. Juli 2019 fand die Personalienaufnahme statt. Anlässlich der 

Anhörung vom 7. August 2019 machte er geltend, er sei Venezolaner aus 

B._______, wo heute noch sein arbeitsloser Vater in einem Zimmer lebe, 

das diesem von der Kirche zur Verfügung gestellt worden sei; mit seiner 

Mutter habe er schon lange keinen Kontakt mehr gehabt. Die Wohnung 

habe seine Familie verloren. Er habe bereits in seiner Schulzeit in einer 

Buchhandlung, in einem Kleiderladen, als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle 

sowie als Bote arbeiten müssen. Den obligatorischen Militärdienst habe er 

nicht geleistet. lm Jahr 2009 sei er zum ersten Mal nach Europa gekom-

men. Ende (…) sei er aus der Schweiz weggewiesen worden und nach 

Venezuela zurückgekehrt. Nach seiner Rückkehr habe er in der Grenzstadt 

C._______ gelebt. Nach einem Studium in Kolumbien habe er gearbeitet 

und im Fabrikgebäude gelebt, in dem er gearbeitet habe, bis er seine Arbeit 

aus wirtschaftlichen Gründen habe niederlegen müssen. In C._______ 

habe er Drohungen erhalten und von einem Freund erfahren, dass er ge-

sucht werde. Aus Angst sei er so schnell wie möglich nach Kolumbien ge-

reist. Von dort habe er seine in der Schweiz lebende Schwester kontaktiert, 

die er um finanzielle Unterstützung gebeten und die seine Reise in die 

Schweiz organisiert habe. In der langen Wartezeit auf das Visum habe er 

kein Geld mehr gehabt, um in Kolumbien zu verweilen oder dort ein Leben 

aufzubauen, weshalb er nach Venezuela zurückgekehrt sei, wo er sich aus 

finanziellen Gründen habe prostituieren müssen. Mitte (…) sei er in die 

Schweiz gereist, wo er mit seinem Studentenvisum eine B-Bewilligung er-

halten habe, die inzwischen abgelaufen sei. Er leide unter Schlafstörungen 

und habe sich einer medizinischen Untersuchung unterzogen.  

Der Beschwerdeführer reichte seinen Reisepass, seine Identitätskarte,  

venezolanische Fahrausweise, seine abgelaufene B-Bewilligung sowie 

eine Kopie seines Geburtsscheins zu den Akten.  

B.  

Am 13. August 2019 gab das SEM dem Beschwerdeführer Gelegenheit, 

sich zum Entscheidentwurf zu äussern. Die Stellungnahme erfolgte mit 

Schreiben vom 14. August 2019. 

C.  

Mit Verfügung vom 15. August 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht (Dispositivziffer 1), lehnte das 

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Seite 3 

Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz (Dispositivziffer 3), stellte fest, der Beschwerdeführer müsse die 

Schweiz bis am 2. September 2019 verlassen (Dispositivziffer 4), beauf-

tragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung (Disposi-

tivziffer 5), stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung 

werde die aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositivziffer 6), und hän-

digte die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Disposi-

tivziffer 7).  

D.  

Mit Eingabe vom 26. August 2019 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es seien die Dis-

positivpunkte 3 bis 6 der angefochtenen Verfügung aufzuheben. Es sei die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die  

Vorinstanz anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. Eventualiter sei die 

Sache zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei die aufschiebende Wirkung der 

vorliegenden Beschwerde wiederherzustellen und die Vorinstanz sowie die 

Vollzugsbehörden seien im Rahmen vorsorglicher Massnahmen unverzüg-

lich anzuweisen, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von 

jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen. Es sei auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren. 

E.  

Mit Schreiben vom 28. August 2019 reichte der Beschwerdeführer einen 

medizinischen Kurzbericht vom 24. August 2019 zu den Akten (Diagnose: 

insbesondere posttraumatische Belastungsstörung und akute Virushepati-

tis A).  

F.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 29. August 2019 setzte der In-

struktionsrichter den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus.  

 

E-4340/2019 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadres-

sat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 

AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des 

Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

2.2 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen oder Richtern (Spruchkörper; 

Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen 

Fällen auf einen Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen die Wegweisung und 

den Vollzug derselben. Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft sowie 

die Ablehnung des Asylgesuchs bleiben unangefochten, womit sie in 

Rechtskraft erwachsen sind und nicht Gegenstand des Verfahrens bilden.  

4.  

Die Beschwerde enthält folgende formellen Rügen: Verletzung der Begrün-

dungspflicht sowie Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes. Diese Rügen sind vorab 

zu prüfen, da sie zu einer Kassation der angefochtenen Verfügung führen 

können. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die 

Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheid-

findung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristge-

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Seite 5 

rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre-

ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass die Betroffenen den Entscheid gegebenenfalls 

sachgerecht anfechten können. Sie muss kurz die wesentlichen Überle-

gungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 

sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

5.2 Auf Beschwerdeebene wird hierzu gerügt, die Vorinstanz habe ihre Be-

gründungspflicht verletzt, indem sie nicht ausgeführt habe, inwiefern vor-

liegend die aufschiebende Wirkung nicht sachgerecht sei.  

5.3 Es trifft zu, dass die Vorinstanz den Entzug der aufschiebenden Wir-

kung in der angefochtenen Verfügung nicht ansatzweise begründet hat, 

womit sie ihre Begründungspflicht verletzt hat. Das SEM ist daran zu erin-

nern, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung stets zu begründen ist. 

Eine Beschwerde hat im ordentlichen Rechtsmittelverfahren grundsätzlich 

aufschiebende Wirkung (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Diese 

kann nur ausnahmsweise entzogen werden. Der Entzug setzt kumulativ 

voraus, dass die Beschwerde offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat 

und die asylsuchende Person eine Gefährdung für Leib, Leben und Ge-

sundheit anderer Personen darstellt oder die öffentliche Sicherheit und 

Ordnung in ernstzunehmender Weise gefährdet (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 

Nr. 9 S. 64). Die entsprechende Rüge ist folglich begründet. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur-

kunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso-

nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig, 

wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be-

rücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630).  

6.2 Auf Beschwerdeebene wird hierzu vorgebracht, es erschliesse sich 

nicht, inwiefern sich die Vorinstanz zur Frage, ob der Beschwerdeführer im 

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Falle einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage gerate, äussern könne, 

habe sie sich doch weder mit der aktuellen Lage im Herkunftsstaat noch 

mit der individuellen Situation des Beschwerdeführers rechtsgenüglich 

auseinandergesetzt. Sie beschreibe die Lage in Venezuela zwar als deso-

lat und weise auf die schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Prob-

leme hin. Sie habe es aber unterlassen, sich differenziert mit der aktuellen 

Situation des Landes auseinanderzusetzen. Exemplarisch hierfür seien die 

offensichtlich vor der Umbenennung des AuG ins AIG entstandenen und 

im Entscheid verwendeten Textbausteine, die auf Urteile aus der ersten 

Jahreshälfte 2018 Bezug nehmen würden und zwar auf die Demonstratio-

nen gegen den Staatspräsidenten Maduro. Gänzlich unerwähnt geblieben 

seien aber die drastischen Entwicklungen, die sich seit der Wiederwahl des 

Staatspräsidenten Maduro im Heimatstaat des Beschwerdeführers ereig-

net hätten. Die Situation habe sich seit den zitierten Urteilen deutlich zuge-

spitzt. Zudem habe es die Vorinstanz unterlassen, den medizinischen 

Sachverhalt rechtsgenüglich zu erstellen und sich differenziert mit der indi-

viduellen Lage des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr auseinan-

derzusetzen.  

6.3 Indem die Vorinstanz offensichtlich keine Abklärungen zur aktuellen 

Lage vor Ort getroffen hat, hat sie den Sachverhalt unvollständig festge-

stellt. Die kurzen Fristen im beschleunigten Verfahren entbinden die  

Vorinstanz weiterhin nicht davon, den Sachverhalt vollständig und richtig 

abzuklären (Urteil des BVGer D-3333/2019 vom 12. Juli 2019 E. 6.5). Es 

ist dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass sich die Vorinstanz im 

Zusammenhang mit der Lageanalyse vor Ort ausschliesslich auf Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2018 stützte, wovon das 

jüngste vom Juni 2018 datiert (Urteile des BVGer E-3209/2018 vom 

28. Juni 2018, E-2130/2018 vom 27. April 2018 und E-1310/2018 vom 

12. März 2018). Zudem trifft zu, dass die entsprechenden vorinstanzlichen 

Ausführungen zur Lage in Venezuela lediglich auf die damaligen Demonst-

rationen Bezug nehmen. Inzwischen hat sich die Lage im Heimatstaat des 

Beschwerdeführers jedoch wesentlich verschärft. Beispielsweise ist dem 

Bericht der Vereinten Nationen vom 7. Juli 2019 zur Situation der Men-

schenrechte in Venezuela zu entnehmen, dass die Anzahl derjeniger, die 

gezwungen gewesen seien Venezuela zu verlassen, seit 2018 dramatisch 

zugenommen habe und bis 6. Juni 2019 auf über vier Millionen gestiegen 

sei; hierbei seien «violations of the rights to food and health» die Hauptur-

sachen (UN Human Rights Council [UNHRC], Report of the United Nations 

High Commissioner for Human Rights on the situation of Human rights in 

the Bolivarian Republic of Venezuela (A/HRC/41/18), 05.07.2019, Ziff. 13 

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und 69 f., abgerufen auf https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/re-

sources/A_HRC_41_18.pdf, abgerufen am 03.09.2019). Im Mai 2019 be-

schrieb die New York Times den Kollaps der venezolanischen Wirtschaft 

als den schlimmsten seit mindestens 45 Jahren in einem Land, in dem kein 

Krieg herrsche (The New York Times, Venezuela’s Collapse Is the Worst 

Outside of War in Decades, Economists Say, 17.05.2019, https://www.ny-

times.com/2019/05/17/world/americas/venezuela-economy.html, abgeru-

fen am 03.09.2019). Im gleichen Monat bezeichnete sie die Situation in 

Venezuela als «a humanitarian crisis unseen in the country’s modern his-

tory» (The New York Times, Five Things You Need to Know to Understand 

Venezuela’s Crisis, 03.05.2019, https://www.nytimes.com/2019/05/ 

03/world/americas/venezuela-crisis-facts.html, abgerufen am 03.09.2019). 

Zudem soll das Land nicht mehr in der Lage sein Erkrankte adäquat zu 

versorgen (Deutsches Auswärtiges Amt, Venezuela: Reise- und Sicher-

heitshinweise, letzte Aktualisierung am 05.08.2019, https://www.auswaer-

tiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/venezuela-node/venezuelasicherhe 

it/224982, abgerufen am 03.09.2019). Vor diesem Hintergrund wäre die 

Vorinstanz gehalten gewesen, weitere Abklärungen – sowohl in genereller 

als auch individueller Hinsicht – zu treffen und diese adäquat in die Verfü-

gung einfliessen zu lassen. Indem sie dies nicht getan hat, hat sie den 

Sachverhalt unvollständig festgestellt.  

7.  

Nach dem Gesagten liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs in Form 

einer Verletzung der Begründungspflicht sowie eine mangelhafte Sachver-

haltsfeststellung vor.  

8.  

Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, ASTRID HIRZEL, Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG, N 16 S.1264). 

Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar 

auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies 

im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie 

muss dies aber nicht  

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Seite 8 

8.1 Im vorliegenden Fall ist die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

zumal die Erstellung des Sachverhalts bezüglich des Vollzugs der Wegwei-

sung weiterer Abklärungen bedarf. 

9.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen und die vorinstanzliche Verfügung vom 

15. August 2019 in den Dispositivziffern 3 bis 6 aufzuheben und in Anwen-

dung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zur vollständigen und richtigen Sach-

verhaltsermittlung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Hiermit werden die übrigen Beschwerdean-

träge gegenstandslos. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Damit ist das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gegenstandslos geworden.  

10.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung 

auszurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG). Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht 

auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffern 3 bis 6 der vorinstanzlichen Verfügung vom 15. August 

2019 werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

Neubeurteilung an das SEM zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Michal Koebel