# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c2204ce-bbaf-51b0-9ae9-e1b9c3a8b641
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 06.11.2018 S 2017 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-95_2018-11-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 95

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Audétat
Richter von Salis, Racioppi 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 6. November 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas,

Beschwerdeführer

gegen 

SUVA Abteilung Militärversicherung,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen MVG

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1. A._____ absolvierte zwischen 11. Juli und 25. Oktober 1994 die Rekruten-

schule. Nach einem im Dienst erfolgten Bagatellunfall wurden eine leichte 

bis mittelschwere Hochtonstörung beidseits sowie ein subjektiver Tinnitus 

diagnostiziert. In den folgenden Jahren wurde das Gehör regelmässig 

nachkontrolliert und die gestellten Diagnosen wurden immer wieder medi-

zinisch bestätigt.

2. Mit Verfügung vom 23. April 2003 anerkannte die SUVA Militärversicherung 

unter anderem für den Hörschaden (schwerer Tinnitus mit abnormer Lär-

müberempfindlichkeit) einen Integritätsschaden von 5 %, was mit Urteil des 

Verwaltungsgerichts S 03 149a vom 11. März 2005 rechtskräftig bestätigt 

wurde, wobei gesamthaft (d.h. auch für die Folgen eines während der Re-

krutenschule erlittenen Autounfalls, der zudem zur Zusprechung von inzwi-

schen wieder aufgehobenen Renten der Militär- und Invalidenversicherung 

führte) eine Integritätsschadensrente von 25 % anerkannt wurde.

3. Am 30. Dezember 2012 diagnostizierte Dr. med. B._____, Facharzt FMH 

Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, eine mittelschwere Hörstörung mit 

Hochtonabfall und einen chronischen Tinnitus, weswegen er am 4. Februar 

2013 angesichts der bis dahin erfolglos durchgeführten medikamentösen 

Therapie die Überweisung an eine Tinnitus-Klinik empfahl. In der Folge 

teilte Dr. med. C._____, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

mit Schreiben vom 24. Juni 2013 bei einem diagnostizierten chronischen 

dekompensierten Tinnitus-Leiden der SUVA Militärversicherung mit, dass 

A._____ nach abgebrochener ambulanter Therapie für eine stationäre Tin-

nitus-Therapie motiviert sei. Aufgrund dieser Meldung sah sich die SUVA 

Militärversicherung veranlasst, eine allfällige Haftung ihrerseits für die 

Gehörschädigung neu zu prüfen. 

4. Am 12. August 2015 stellte die SUVA Militärversicherung A._____ eine Ab-

lehnung der Haftung in Aussicht. Nach dagegen erhobener Einsprache ver-

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neinte sie mit Einspracheentscheid vom 23. Mai 2017 eine Haftung ihrer-

seits für die mittelschwere Hörstörung beidseits und für den Tinnitus ab De-

zember 2012. Sie kam insbesondere zum Schluss, dass gemäss Akten be-

reits vor der Rekrutenschule ein Tinnitus bestanden habe und während der 

Rekrutenschule kein Knalltrauma erfolgt sei. Sie stellte weiter fest, dass ein 

etwaiger Hörverlust keine Folgen dienstlichen Anlasses sei. Hinsichtlich 

des Tinnitus sei ein Vorzustand nachgewiesen. Selbst wenn ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen den Ereignissen während der Rekruten-

schule und dem Tinnitus gegeben wäre, so wäre dieser nicht adäquat kau-

sal.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 24. Juni 

2017 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte, die SUVA Militärversicherung sei in Aufhebung des angefoch-

tenen Einspracheentscheides zu verpflichten, ihm weitere Militärversiche-

rungsleistungen wie Heilbehandlung, ev. Taggeld und Rente nach Mass-

gabe der medizinischen Arbeitsunfähigkeit zu gewähren; eventualiter sei 

eine polydisziplinäre Abklärung über sämtliche unfall- und militärdienstbe-

dingte Beschwerden durchzuführen, worauf neu zu entscheiden sei. Zu-

dem ersuchte er das Gericht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und Verbeiständung. Nebst verschiedenen formellen Rügen machte 

der Beschwerdeführer insbesondere geltend, der Tinnitus und die Hörmin-

derung seien nicht bereits vor der Rekrutenschule, sondern erst im Dienst 

entstanden. Diese seien weiterhin vorhanden, weshalb die Militärversiche-

rung die entsprechenden Leistungen zu erbringen habe. 

6. Mit Vernehmlassung vom 14. August 2017 verlangte die SUVA Militärver-

sicherung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Be-

schwerde. Anhand der Akten schilderte sie, wie sich der Beschwerdeführer 

sicherlich vordienstlich Schiesslärm ausgesetzt habe, was zu einem zumin-

dest vorübergehenden Tinnitus und möglicherweise zu einer leichten Hör-

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verminderung geführt habe. Während der Rekrutenschule habe er kein 

Knalltrauma erfahren, das die allfällige Hörverminderung verschlechtert 

habe. 2000 habe er einen Hörsturz erlitten. Die in der Folge durchgeführ-

ten, audiometrischen Messungen hätten gezeigt, dass objektiv keine Hör-

verminderung vorgelegen habe. Daraus folge, dass spätestens ab Dezem-

ber 2012 keine Haftung oder Leistungspflicht für eine Hörverminderung 

beidseits bestehe. Ausserdem bestehe für einen Tinnitus, selbst wenn ein 

solcher in der Rekrutenschule in Erscheinung getreten wäre, mangels 

adäquat kausalen Zusammenhangs keine Haftung der Beschwerdegegne-

rin.

7. Am 30. August 2017 verzichtete der Beschwerdeführer (vorerst) auf eine 

Replik, stellte aber dennoch (erneut) den Antrag auf Durchführung einer 

umfassenden polydisziplinären Abklärung der unfallbedingten Beschwer-

den. 

8. Am 12. September 2017 wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die 

vorliegenden Arztbeurteilungen unmissverständlich seien, weshalb der An-

trag auf Einholung eines Gutachtens nicht zu hören sei. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Der Beschwerdeführer hatte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz 

in X._____ (GR), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsge-

richtes des Kantons Graubünden gegeben ist (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Bun-

desgesetzes über die Militärversicherung [MVG; SR 833.1] i.V.m. Art. 56 

Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die sachliche Zustän-

digkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

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BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht als kantonales Versiche-

rungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide und Verfügungen 

in Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der Be-

schwerde unterliegen. Als formeller und materieller Adressat des angefoch-

tenen Einspracheentscheids vom 23. Mai 2017 ist der Beschwerdeführer 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf 

(Art. 59 ATSG, Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit − unter Ausnahme der in folgender Erwägung 

erwähnten Punkte − einzutreten.

1.2. Streit- und Anfechtungsgegenstand sind Leistungen der Beschwerdegeg-

nerin für die beidseitige Hörstörung und den Tinnitus des Beschwerdefüh-

rers. Soweit der Beschwerdeführer Leistungen für andere Gesundheits-

schädigungen (Kopf-, Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen sowie 

psychische Beschwerden) verlangt, ist darauf nicht einzutreten. 

1.3. Da die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen ab Dezember 2012, damit mit 

Wirkung ex nunc et pro futuro einstellte und damit nicht auf die bisher ge-

währten Versicherungsleistungen zurückkam, ist die Berufung auf die Wie-

dererwägung oder die prozessuale Revision nicht erforderlich (vgl. BGE 

130 V 380 E.2.3.1). 

1.4. Wie nachfolgend noch dargelegt wird, ist der Sachverhalt anhand der Akten 

hinreichend erstellt. Den Beweisanträgen auf Einholung eines polydiszi-

plinären Gutachtens, auf Partei- und Zeugenbefragung ist in antizipierter 

Beweiswürdigung keine Folge zu leisten, zumal davon keine neuen we-

sentlichen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 

90 E.4b).

2. Die Militärversicherung haftet nach den Bestimmungen des MVG für alle 

Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

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des Versicherten und für die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen solcher 

Schädigungen (Art. 4 Abs. 1 Satz 1 MVG). Die Militärversicherung er-

streckt sich gemäss Art. 5 Abs. 1 MVG auf jede Gesundheitsschädigung, 

die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst wie 

festgestellt wird. Nach Art. 5 Abs. 2 MVG haftet die Militärversicherung 

nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die Gesundheitsschädigung si-

cher vordienstlich ist oder nicht während des Dienstes verursacht werden 

konnte (lit. a) und dass die Gesundheitsschädigung sicher während des 

Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt worden 

ist (lit. b). Wird der nach Absatz 2 Buchstabe a geforderte Beweis erbracht, 

dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe b, so haftet die Militär-

versicherung für die Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung. 

Der Sicherheitsbeweis (Art. 5 Abs. 2 MVG) kann sich direkt aufgrund me-

dizinischer Unterlagen aus der vordienstlichen Zeit oder indirekt aufgrund 

von Indizien (bspw. aufgrund des Krankheitsverlaufs während des Diens-

tes) ergeben, sofern diese eindeutig sind (vgl. MAESCHI, Kommentar zum 

MVG, Bern 2000, Art. 5 Rz. 24). 

Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch ei-

nen Arzt, Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärversi-

cherung angemeldet oder werden Spätfolgen oder Rückfälle geltend ge-

macht, so haftet die Militärversicherung nur, wenn die Gesundheitsschädi-

gung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes verur-

sacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten Ge-

sundheitsschädigung handelt (Art. 6 MVG). 

Zwischen der Gesundheitsschädigung und allfälligen Einwirkungen 

während des Militärdiensts muss ein natürlicher und adäquater Kausalzu-

sammenhang bestehen (vgl. MAESCHI, a.a.O., Art. 5-7 N 26 ff. und Art. 6 N 

8).  

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3. Vorwegzunehmen ist, dass mit Urteil des Verwaltungsgerichts S 03 149A 

vom 11. März 2005 ein Integritätsschaden von 25 % (wovon 5 % den Tin-

nitusbeschwerden zurückzuführen waren) nach MVG rechtskräftig aner-

kannt wurde. Die Beklagte hatte damals eine Haftung ihrerseits für den Tin-

nitus angenommen, da sie keinen sicheren Nachweis eines Vorzustandes 

(der sich im Dienst auch nicht verschlimmert hatte) erbringen konnte. So 

hatte die Beklagte ausgeführt, dass der Tinnitus die meisten Kriterien für 

einen schweren Tinnitus erfülle, was einem Integritätsschaden von 2.5 % 

entspreche. Aufgrund der Lärmüberempfindlichkeit, die zu einer zusätzli-

chen Einschränkung der allgemeinen Lebensgestaltung geführt habe, habe 

sich eine Höherbemessung des Integritätsschadens gerechtfertigt, der des-

halb auf 5 % festgelegt wurde (vgl. Bg-act. D3/533; Bg-act. D3/527; 

D3/525; vgl. auch die versicherungsmedizinische Stellungnahme vom 14. 

Februar 2003, wo von einer Dokumentierung des Vorbestehens, aber auch 

von einer Verschlimmerung während der RS 1994 ausgegangen wurde 

[Bg-act. D3/521]). Handkehrum hat die Beklagte eine Haftung und Leis-

tungspflicht für eine allfällige Hörverminderung stets abgelehnt. Darauf darf 

angesichts des rechtskräftigen Urteils des Verwaltungsgerichts S 03 149A 

vom 11. März 2005 somit nicht mehr zurückgekommen werden. Und selbst 

wenn heute eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hinsichtlich ei-

ner allfälligen Höreinbusse zu prüfen wäre, so wäre dazu festzuhalten, dass 

gemäss den objektiven Messungen keine Hörverminderung ausgewiesen 

ist (vgl. etwa Bericht des Rhätischen Kantons- und Regionalspitals, Chur, 

vom 8. März 2000 [Bg-act. D3/416], das von einer deutlichen Diskrepanz 

zwischen dem Reintonaudiogramm und den objektiven Hörmessmethoden 

und anhand der objektiven Messungen von einem seitengleich normalen 

Gehör ausging; Bericht von Dr. med. B._____ vom 16. März 2002 [Bg-act. 

D3/494], wonach das Trommelfell beidseits intakt und die Ergebnisse des 

Tympanogramms in der Norm gewesen seien; Bericht von Dr. med. 

B._____ vom 30. Dezember 2012 [Bg-act. D5/80], dem zu entnehmen ist, 

dass der Befund der Hirnstammaudiometrie, die – im Gegensatz des Rein-

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tonaudiogramms, welches das subjektive Hörvermögen misst – ein objek-

tives Hörprüfungsverfahren ist, für ein normales Hörvermögen spreche). 

Auf die Ausführungen betreffend eine allfällige Hörminderung ist demnach 

nicht weiter einzugehen. Zu klären ist somit ausschliesslich eine Leistungs-

pflicht der Beklagten im Zusammenhang mit einer Behandlung eines Tinni-

tus. 

4. Fraglich ist, ob die Wiederanmeldung des geltend gemachten Tinnitus dem 

früheren Versicherungsfall zuzurechnen ist oder ob damit vielmehr ein 

neuer Versicherungsfall vorliegt. Vom früheren, gleichen Versicherungsfall 

ist auszugehen, falls die angemeldete Gesundheitsschädigung in einem 

sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der ursprünglichen Gesund-

heitsschädigung steht. Anzuwenden ist diesfalls Art. 5 MVG. Ein neuer, 

nach Art. 6 MVG zu beurteilender Versicherungsfall wird angenommen, 

wenn die Wiederanmeldung der gleichen Gesundheitsschädigung nach 

längerem beschwerde- und behandlungsfreiem Intervall erfolgt (vgl. zum 

Ganzen MAESCHI, a.a.O., Art. 5-7 N 41 f.).

Vorliegend sind nach der letzten medizinischen Stellungnahme von Dr. 

med. B._____ vom 6. November 2002 (Bg-act. D3/516) – soweit anhand 

der umfangreichen Akten ersichtlich – 10 Jahre vergangen bis dieser am 

30. Dezember 2012 (erneut) einen chronischen Tinnitus diagnostizierte 

(Bg-act. D5/80). Für die genannten 10 Jahre zwischen 2002 und 2012 er-

geben sich aus den Akten keine weiteren Infusionstherapien, medika-

mentösen Therapien oder sonstigen Behandlungen, die die Beschwerde-

gegnerin übernommen hat. Allerdings wurde in der medizinischen Stellung-

nahme der Beschwerdegegnerin betreffend die Indikation eines Rollstuhls 

vom 3. Februar 2007 (Bg-act. D4/34 S. 3) nebenbei gemerkt, dass der Be-

schwerdeführer in regelmässiger ohrenärztlicher Kontrolle stehe. Auch be-

richtete der Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin am 4. No-

vember 2010, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben für sei-

nen Tinnitus das Medikament Trental nehme (vgl. Bg-act. D4/43). Der 

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Hausarzt, Dr. med. D._____, führte im Bericht vom 3. November 2011 aus-

serdem aus, dass der Beschwerdeführer in der letzten Zeit einen Tinnitus, 

der je nach seiner Verfassung sehr belastend empfunden werde, habe; the-

rapeutische Versuche hätten keine Besserung des Beschwerdebildes ge-

bracht (D5/77 S. 6). Aufgrund dieser Indizien ist vorliegend eher von einem 

persistierenden Tinnitus auszugehen, obschon den vorliegenden Akten so-

weit ersichtlich nicht entnommen werden kann, dass im genannten Zeit-

raum (2002 bis 2012) bezüglich des Tinnitus Leistungen der Militärversi-

cherung beansprucht bzw. entsprechende Kostengutsprachen für betref-

fende Heilbehandlungen gewährt wurden. Aufgrund dessen wäre bei der 

vorliegenden Wiederanmeldung der gleichen Gesundheitsschädigung 

(Tinnitus) mangels eines langen, (beschwerde-) und behandlungsfreien In-

tervalls eher nicht von einem neuen Versicherungsfall (Spätfolgen oder 

Rückfall) auszugehen, weshalb Art. 6 MVG nicht zur Anwendung käme. Die 

Frage, ob Art. 5 oder Art. 6 MVG heranzuziehen ist, kann aber letztendlich 

offen bleiben, denn eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin scheitert 

– wie nachfolgend noch dargelegt wird – spätestens an der Adäquanzprü-

fung. 

5. Die relevanten, medizinischen Beurteilungen in Zusammenhang mit dem 

Tinnitus, die nach dem Vorfall im Militärdienst (angeblich entstandenes 

Pfeifen infolge des Schliessens des Gewehrverschlusses und Einklappens 

des Schafts, vgl. Bericht des Schularztes vom 24. Juli 1994 [Bg-act. 

D3/517]) ergangen sind, lassen sich wie folgt zusammenfassen: 

 Anschliessend an den genannten Militärvorfall berichtete Dr. med. B._____ 

am 15. August 1994, es liege (nebst einer leichten bis mittelschweren, 

hochbetonten Hörstörung beidseits) ein Tinnitus vor (vgl. Bg-act. D1/11). In 

den folgenden Jahren wurde das Gehör immer wieder nachkontrolliert und 

der Tinnitus (wie auch die hier nicht interessierende leichte bis mittel-

schwere Hochtonstörung beidseits) bestätigt. Am 26. Februar 2000 berich-

tete Dr. med B._____, dass sich A._____ bei ihm gemeldet habe, nachdem 

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er am 21. Februar 2000 einen Hörsturz mit subjektiv störendem Ohr-

geräusch links erlitten habe. Dr. med. B._____ ordnete deshalb eine medi-

kamentöse Therapie sowie eine Infusionstherapie an (vgl. Bg-act. D2/414, 

415). In der Folge meldete sich A._____ beim Kantons- und Regionalspital 

in Chur. Unter anderem aufgrund schwerwiegender Verdachtsmomente ei-

ner Aggravation hat das Kantonsspital eine Infusionstherapie abgelehnt. 

Eine Infusionstherapie lehnte das Kantonsspital am folgenden Tag noch-

mals ab, als A._____ auf der Notfallstation erschien. Gleichentags sah 

auch das Kreuzspital, wo er sich ebenfalls vorstellte, keine Indikation zur 

Behandlung (vgl. Bg-act. D2/416). In den frühen Morgenstunden des 5. 

März 2000 suchte A._____ die Notfallstation des Kantonsspitals St. Gallen 

auf, wo er angab, dass ca. eine halbe Stunde vorher eine Knallpetarde in 

einem Abstand von ca. zwei Metern von ihm explodiert sei. Daraufhin habe 

er massiv schlechter gehört und es sei zum Auftreten eines hochfrequenten 

Tinnitus auf der linken Seite gekommen. Das Kantonsspital St. Gallen 

stellte fest, dass insgesamt unsichere Hörangaben bestünden. A._____ 

wurde für eine ambulante Therapie an Dr. med. B._____ verwiesen (vgl. 

Bg-act. D2/418). Dieser meldete am 9. März 2000 einen dekompensierten 

Tinnitus und die Weiterführung der begonnenen Infusionstherapie und der 

medikamentösen Therapie (Bg-act. D2/420). Am 16. März 2002 berichtete 

Dr. med. B._____, dass das Ohrgeräusch nach einem Konzertbesuch am 

9. März 2002 erheblich stärker geworden sei. Er stellte (neben einer leich-

ten Hochtonstörung rechts, einer mittelschweren Hörstörung links) weiter-

hin einen störenden Tinnitus (links) fest. Wegen des (subjektiven) Tinnitus 

wurde die medikamentöse Therapie weitergeführt. Auf Wunsch von 

A._____ wurde eine Infusionstherapie durchgeführt. Nach vier Infusions-

therapien und medikamentöser Therapie berichtete Dr. med. B._____ am 

19. März 2002 von einer Besserungstendenz (Bg-act. D3/497). Nach wei-

teren sieben Infusionen hielt Dr. med. B._____ am 29. März 2002 fest, dass 

das (subjektive) Ohrgeräusch erträglicher, aber nach wie vor vorhanden sei 

(Bg-act. D3/498). Sodann hielt Dr. med. B._____ zu den ihm von der Mi-

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litärversicherung gestellten Fragen am 6. November 2002 (Bg-act. D3/516) 

insbesondere fest, dass sich nach der jeweils durchgeführten Infusionsthe-

rapie der subjektive Tinnitus gebessert habe. Mit der Behandlung könne 

jeweils eine eingetretene Verschlechterung wieder korrigiert werden. Das 

Ohrgeräusch werde aber persistieren, wobei mit einem Verschwinden auf-

grund des bisherigen Verlaufs nicht gerechnet werden dürfe. 

Am 30. Dezember 2012 diagnostizierte Dr. med. B._____ (neben einer hier 

nicht interessierenden mittelschweren Hörstörung mit Hochtonabfall) einen 

chronischen (dekompensierten) Tinnitus (vgl. Bg-act. D5/80), weswegen er 

am 4. Februar 2013 angesichts der bis dahin erfolglos durchgeführten me-

dikamentösen Therapie die Überweisung an eine Tinnitus-Klinik empfahl 

(vgl. Bg-act. D5/84). In der Folge teilte Dr. med. C._____ mit Schreiben 

vom 24. Juni 2013 (Bg-act. D5/106) bei einem diagnostizierten chronischen 

dekompensierten Tinnitus-Leiden der SUVA Militärversicherung mit, dass 

A._____ nach abgebrochener ambulanter Therapie für eine stationäre Tin-

nitus-Therapie motiviert sei.

6. Bevor eine Kausalitätsprüfung vorgenommen wird, ist vorauszuschicken, 

dass hier ein subjektiver Tinnitus zur Diskussion steht. D.h. dass das Ohr-

geräusch (Symptom) nur der Betroffene selbst wahrnimmt. Es kann daher 

nicht objektiv gemessen werden. Der Schweregrad eines subjektiven Tin-

nitus wird demzufolge ausschliesslich aufgrund der Angaben des Betroffe-

nen und dessen subjektiv empfundener Beeinträchtigung festgelegt. Bei 

der Untersuchung ist deshalb die Kooperation des Patienten und seine 

volle Subjektivität entscheidend (vgl. BGE 138 V 248 E.5.9.2). Im vorlie-

genden Fall wurden mehrfach Hinweise auf Aggravation und Inkonsisten-

zen des Beschwerdeführers festgestellt (vgl. oben E.3 und 5). Diese Ten-

denzen haben sich inzwischen gestützt auf Observationsmassnahmen im 

IV-Rentenrevisionsverfahren bekräftigt (vgl. mit Urteil des Bundesgerichts 

8C_443/2015 vom 18. Januar 2016 rechtskräftig gewordene Aufhebung 

der infolge des Autounfalls im Jahr 1994 ab 1. Oktober 1995 zugesproche-

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nen, ganzen Invalidenrente per 31. Oktober 2012; zur darauffolgenden Auf-

hebung der Rente der Militärversicherung vgl. Urteil des Sozialversiche-

rungsgerichts des Kantons Zürich MV.2018.00005 vom 26. September 

2018). Erwähnenswert ist in diesem Kontext auch noch das die Prüfung der 

hier umstrittenen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösende 

Schreiben von Dr. med. C._____ vom 24. Juni 2013, dem zufolge A._____ 

gegenüber Dr. med. C._____ unter anderem mittteilte, dass er in der Re-

krutenschule ein starkes Knalltrauma erlebt habe, woraufhin er zum ersten 

Mal einen Tinnitus bemerkt habe. Auffallend ist dabei nicht nur die Behaup-

tung, wonach kein Vorzustand bestanden habe (was zumindest als akten-

widrig gilt, vgl. dazu nachstehende Erwägung), sondern vor allem die mut-

willige Aussage, in der Rekrutenschule habe er ein starkes Knalltrauma er-

lebt (was in den Akten überhaupt keine Stütze findet). Demzufolge er-

scheint mangels Glaubwürdigkeit an den subjektiven Angaben des Be-

schwerdeführers von vornherein zweifelhaft, ob vom Vorliegen eines sub-

jektiven Tinnitus überhaupt ausgegangen werden darf. Dies kann aber of-

fen bleiben, denn jedenfalls ist eine Haftung und Leistungspflicht der Be-

schwerdegegnerin ab Dezember 2012 (d.h. ab der Beurteilung von Dr. 

med. B._____) gestützt auf nachfolgende Gründe mangels adäquaten Kau-

salzusammenhangs zu verneinen.

7. Falls ein subjektiver Tinnitus überhaupt besteht, dann ist dieser (so wie an-

dere organisch nicht objektiv ausgewiesene Beschwerdebilder) einer be-

sonderen Adäquanzprüfung zu unterziehen. Ergibt die besondere 

Adäquanzprüfung, dass die Adäquanz zu verneinen ist, kann die Frage, ob 

ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, offen bleiben (vgl. BGE 135 

V 465 E.5.1).

7.1. Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass der vom Beschwerdeführer 

während der Rekrutenschule erlittene Autounfall vom 5. Oktober 1994, wie 

von ihm selbst gegenüber Dr. med. B._____ angegeben, keine Folgen auf 

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sein Hörvermögen zeitigte (vgl. Bericht vom 25. Oktober 1994 [Bg-act. 

D1/15], worin Dr. med. B._____ in Bestätigung seiner früheren Beurteilung 

vom 15. August 1994 [leichte bis mittelschwere Hochtonstörung beidseits 

sowie Tinnitus, vgl. Bg-act. D1/11] festhielt, durch den Autounfall sei die 

Hörschwelle subjektiv nicht schlechter geworden). Zwar hat der Beschwer-

deführer gegenüber den Ärzten des Rhäthischen Kantons- und Regional-

spitals später erwähnt, dass er seit dem Autounfall 1994 öfters einen Knall 

im linken Ohr spüre (vgl. Bericht vom 8. März 2000 [Bg-act. D2/416]). Man-

gels anderslautender, zeitnaher Angaben ist indessen anzunehmen, dass 

der genannte Autounfall keine Einwirkungen auf das Gehör und daher auch 

nicht auf einen (bestehenden) Tinnitus hatte, weshalb eine Anwendung der 

Schleudertrauma-Praxis entfällt. Der adäquate Kausalzusammenhang ist 

deshalb nach den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall 

entwickelten Grundsätzen (Psycho-Praxis) zu beurteilen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E.6.2). Für die Beurteilung 

des adäquaten Kausalzusammenhangs ist an das (objektiv erfassbare) Un-

fallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Be-

trachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als 

schwer erscheint. Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusam-

menhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der 

Regel ohne weiteres verneint werden. Ohne aufwendige Abklärungen im 

psychischen Bereich darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber 

auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegan-

gen werden, dass ein banaler bzw. leichter Unfall nicht geeignet ist, einen 

invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 

115 V 133 E.6a). 

7.2. Laut den Akten ist ein subjektiver Tinnitus bereits vordienstlich beim Pisto-

lenschiessen eingetreten; der Tinnitus hat somit als vorbestehend zu gelten 

(vgl. Bericht des Schularztes vom 24. Juli 1994 [Bg-act. D3/517]). Der Vor-

fall in der Rekrutenschule, der gemäss den Angaben des Beschwerdefüh-

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rers das Wiederauftreten des (inzwischen wohl verschwundenen) Tinnitus 

bewirkte, bestand – wie oben bereits gesehen – im Schliessen des Ge-

wehrverschlusses und Einklappen des Schafts. Diese Einwirkung kann bei 

weitem nicht als Knalltrauma bzw. als schweren oder mittleren Unfall be-

zeichnet werden. Dies im Gegensatz zum Knalltrauma in Form einer Ex-

plosion einer Knallpetarde in einem Abstand von zwei Metern vom Be-

schwerdeführer, das er angeblich am 5. März 2000 (also nach dem Dienst) 

erlitt und wodurch zum Auftreten eines hochfrequenten Tinnitus gekommen 

sei, weshalb er die Notfallstation des Kantonsspitals St. Gallen aufsuchte 

(vgl. Bg-act. D2/418). Kommt hinzu, dass sich der Beschwerdeführer einige 

Tage vor diesem Knalltrauma bei Dr. med B._____ und beim Rhäthischen 

Kantons- und Regionalspital gemeldet hatte, nachdem er am 21. Februar 

2000 einen Hörsturz mit subjektiv störendem Ohrgeräusch links erlitten 

hatte (vgl. Bg-act. D2/414, 415, 416). Unter Berücksichtigung des Vorzu-

standes lassen diese zwei bedeutenden Ereignisse (Hörsturz und Knall-

trauma infolge Explosion einer Knallpetarde), welche nach eigenen Anga-

ben des Beschwerdeführers im Jahr 2000 stattgefunden haben, den Baga-

tellunfall im Militärdienst komplett in den Hintergrund treten, sodass der 

heute subjektiv empfundene Tinnitus nicht in einem adäquaten Kausalzu-

sammenhang zu diesem stehen kann. 

8. Nach dem Gesagten ist eine Haftung oder Leistungspflicht der Beschwer-

degegnerin für allfällige Höreinbussen und einen subjektiven Tinnitus des 

Beschwerdeführers ab Dezember 2012 zu verneinen. Die Beschwerde ist 

deshalb in Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheides abzu-

weisen, soweit darauf einzutreten ist. 

9. Die vorliegende Beschwerde grenzt an einen Fall mutwilliger Prozess-

führung gemäss Art. 18 Abs. 2 VRG, der mit Verweis oder Ordnungsbusse 

bis Fr. 1'000.-- geahndet werden könnte. Auf solche Administrativstraf-

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massnahmen verzichtet hier das Gericht ausnahmsweise angesichts der 

finanziellen Lage des Beschwerdeführers.

10. Aus den soeben genannten Gründen werden hier keine Kosten erhoben 

(Art. 1 Abs. 1 MVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Das Gesuch um unentgeltli-

che Rechtspflege wird damit gegenstandslos. Das Gesuch um unentgeltli-

che Rechtsvertretung ist wegen offensichtlicher Mutwilligkeit des vorliegen-

den Rechtsstreits (Art. 76 Abs. 1 VRG) abzuweisen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird abgewiesen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]