# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebdfd9bf-7969-5cf7-af92-357b6d2cb541
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2018 E-2808/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2808-2018_2018-05-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2808/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Irak,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 8. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2808/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden, irakische Staatsangehörige, am 4. April 

2018 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass sie gleichentags in Anwendung von Art. 4 Abs. 3 der Verordnung über 

die Durchführung von Testphasen zu den Beschleunigungsmassnahmen 

im Asylbereich vom 4. September 2013 (TestV, SR 142.318.1) dem Test-

betrieb des Verfahrenszentrums E._______ zugewiesen wurden, 

dass sie am 9. April 2018 summarisch zu ihrer Person und zum Reiseweg 

befragt wurden,  

dass ihnen am 18. April 2018 das rechtliche Gehör zur allfälligen Zustän-

digkeit Deutschlands für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens gestützt auf die Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), gewährt wurde,   

dass das SEM mit Verfügung vom 8. Mai 2018 – eröffnet am 9. Mai 2018 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Deutschland 

anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz spätes-

tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführenden verfügte, 

dass zur Begründung des Entscheids im Wesentlichen ausgeführt wurde, 

ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) habe ergeben, dass die Beschwerdeführenden am 4. De-

zember 2015 in Deutschland um Asyl nachgesucht hätten,  

dass Deutschland gestützt auf dieses Abklärungsergebnis am 24. April 

2018 um Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. d Dublin-III-VO ersucht worden sei und einer solchen am 30. April 

2018 zugestimmt habe, 

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Seite 3 

dass Deutschland somit zuständig für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens sei, zumal auch unter Berücksichtigung der ge-

sundheitlichen Situation keine Überstellungshindernisse zu bejahen seien, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 14. Mai 2018 (Poststem-

pel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhoben und um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie um 

Durchführung des nationalen Asylverfahrens ersuchten, 

dass sie in formeller Hinsicht beantragten, der vorliegenden Beschwerde 

sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ihnen sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei zu verzichten, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 15. Mai 2018 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 
und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

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Seite 4 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

eine antragstellende Person, die in einem anderen Mitgliedstaat einen An-

trag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 aufzunehmen 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem die asylsuchende 

Person erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; FILZWIESER/SPRUNG, Dub-

lin III-Verordnung, Wien 2014, K4 zu Art. 7), 

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Seite 5 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass gemäss Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO jeder Mitgliedstaat abwei-

chend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO beschliessen kann, einen bei ihm von 

einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf in-

ternationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verord-

nung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist, 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass die vorinstanzliche Verfügung aus den nachfolgenden Gründen zu 

bestätigen ist,  

dass die Beschwerdeführenden am 4. November 2015 in Deutschland um 

Asyl nachsuchten, und Deutschland einem entsprechenden Übernahme-

ersuchen zugestimmt hat, mithin die Zuständigkeit Deutschlands für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens der Beschwerdefüh-

renden gegeben ist,  

dass die Beschwerdeführenden geltend machen, in Deutschland erfolglos 

ein Asylverfahren durchlaufen zu haben, weshalb ihnen die Wegweisung 

in den Heimatstaat drohe,   

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland wür-

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den systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un-

menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der 

EU-Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, Deutschland anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass die Beschwerdeführenden vorbringen, aufgrund ihrer gesundheitli-

chen Beschwerden, welche teilweise auch aus ihrem unsicheren Status 

und dem drohenden Vollzug in den Heimatstaat resultieren würden, ver-

biete sich eine Überstellung nach Deutschland,  

dass von den deutschen Behörden zu erwarten gewesen wäre, dem Ge-

sundheitszustand der einzelnen Familienmitglieder Rechnung zu tragen 

und den Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat zu sistieren,  

dass sie mit ihrem Vorbringen sinngemäss um Anwendung der Ermessens-

klausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

ersuchen,  

dass die schweizerischen Behörden zwar prüfen müssen, ob die Be-

schwerdeführenden im Falle seiner Überstellung nach Deutschland Gefahr 

laufen würde, eine Verletzung ihrer Grundrechte zu erleiden,  

dass es diesbezüglich aber den Beschwerdeführenden obliegt, darzule-

gen, gestützt auf welche ernsthaften und konkreten Hinweise anzunehmen 

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sei, Deutschland würde in ihrem konkreten Fall die staatsvertraglichen Ver-

pflichtungen nicht respektieren, das Völkerrecht verletzen und ihnen den 

notwendigen Schutz verweigern oder sie menschenunwürdigen Lebens-

umstände aussetzen (vgl. EGMR: Entscheidung M.S.S. gegen Belgien und 

Griechenland [Beschwerde Nr. 30696/09] vom 21. Januar 2011),  

dass die Beschwerdeführenden keine solchen Anhaltspunkte darzulegen 

vermochten,  

dass sich aus dem Vorbringen der Beschwerdeführenden keine Hinweise 

darauf ergeben, dass Deutschland als zuständiger Mitgliedstaat im konkre-

ten Fall den Grundsatz des Non-Refoulement (Art. 33 FK, Art. 4 der EU-

Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK) missachtet und die Be-

schwerdeführenden zur Ausreise in ein Land zwingt, in dem ihr Leib, ihr 

Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefähr-

det ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden (drohende Kettenabschiebung),  

dass ein definitiver Entscheid eines zuständigen Mitgliedstaates über ein 

Asylgesuch und die Wegweisung in das Heimatland nicht per se eine Ver-

letzung des Non-Refoulement-Prinzips darstellt, vielmehr die Vermutung 

gilt, dass die Mitgliedstaaten des Dublin-Systems eine korrekte Prüfung 

unter Einhaltung der völkerrechtlichen Bestimmungen vornehmen, 

dass seitens der Beschwerdeführenden auch nichts ausgeführt wurde, wo-

raus sich konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben könnten, dass die Be-

handlung ihres Asylgesuchs mangelhaft gewesen ist und die von ihnen vor-

gebrachte drohende Wegweisung in Verletzung des Non-Refoulement-

Prinzips verfügt wurde, 

dass auch die von den Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfah-

ren und auf Beschwerdeebene geltend gemachten medizinischen Sach-

verhalte nicht geeignet sind, zu einem Selbsteintritt der Schweiz zu führen,  

dass sie kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan haben, wonach 

sie im Falle einer Überstellung in den zuständigen Mitgliedstaat einer ernst-

haften Gefahr für ihre Gesundheit im Sinne einer Verletzung von Art. 3 

EMRK aussetzt sein könnten,  

dass es konkreter Hinweise dafür bedarf, dass der zuständige Mitgliedstaat 

keine ausreichende medizinische Infrastruktur zur Verfügung stellt, 

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dass die Anforderungen für eine solche Annahme sehr hoch sind, da die 

Mitgliedstaaten verpflichtet sind, den Antragstellenden die erforderliche 

medizinische Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und die 

unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psy-

chischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen oder den Antragstel-

lenden mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder 

sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologi-

schen Betreuung) zu gewähren, 

dass die Beschwerdeführenden sich in Bezug auf die geltend gemachten 

medizinischen Sachverhalte (Beschwerdeführer: […]; Beschwerdeführe-

rin: […]), an die deutschen Behörden zu wenden haben und kein Grund zur 

Annahme besteht, ihnen würden die medizinisch notwendigen Behandlun-

gen verweigert,  

dass in Bezug auf eine bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte (…) im 

medizinischen Bericht vom 4. Mai 2018 festgehalten wurde, sie sei auf-

grund eines „(…)“ zurzeit reiseunfähig (act. A55/1-1),  

dass die Reisefähigkeit von den Vollzugsbehörden – wie auch in der ange-

fochtenen Verfügung zutreffend festgehalten – jeweils vor der Überstellung 

definitiv beurteilt wird,  

dass dem Gesundheitszustand zudem bei der Organisation der Überstel-

lung Rechnung zu tragen ist, indem die deutschen Behörden im Sinne von 

Art. 31 und 32 Dublin-III-VO bei der Überstellung über den jeweiligen aktu-

ellen Gesundheitszustand und die allenfalls notwendige medizinische Be-

treuung informiert werden, um eine ununterbrochene und angemessene 

Weiterbehandlung zu garantieren,  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle nochmals 

festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein 

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Seite 9 

Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen 

(vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde und auf Verzicht einer Erhebung des Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

Versand: