# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6affe867-90d2-53b0-870e-573b20a61b7d
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-04
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 04.10.2018 VG.2018.00060 (VG.2018.703)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00060_2018-10-04.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 4. Oktober 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00060

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    C.______AG

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    D.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Gemeinde Glarus Nord

    

  

  
	
   

  
	
  	
              vertreten durch Rechtsanwalt
    E.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die […] schloss am 9. April 2013 mit der F.______AG
  einen öffentlich beurkundeten Kaufvertrag ab. Gegenstand desselben bildete
  der Erwerb der Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02, beide Grundbuch […],
  sowie der Miteigentumsanteile an den Liegenschaften Parz.-Nrn. 03 und
  04, beide Grundbuch […], Gemeinde Glarus Nord, durch die […]. Der
  Eigentumsübergang der Liegenschaften und Miteigentumsanteile erfolgte am 15.
  April 2013. Am 23. Januar 2015 übertrug die […] die Liegenschaften auf
  die A.______AG.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 5. Juni 2013 entschied der Gemeinderat Glarus
  Nord, einen Strassenteil der Liegenschaft Parz.-Nr. 05 (X-Strasse), Grundbuch
  […], Gemeinde Glarus Nord, unter verschiedenen Bedingungen an die C.______AG
  zu verkaufen.

  
	
   

  
	
  1.3 Mit Vereinbarung vom 4. Juli 2013 kamen die
  Technischen Betriebe Glarus Nord, die Gemeinde Glarus Nord, die F.______AG,
  D.______ und die C.______AG insbesondere überein, der C.______AG einen Teil
  der X-Strasse zu verkaufen. D.______ und die C.______AG verpflichteten sich, ihre
  Beschwerde im hängigen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Glarus
  (VG.2013.00052) betreffend Bau der Erschliessungsstrasse Y-Strasse
  zurückzuziehen. In der Folge teilte die […] der Gemeinde Glarus Nord mehrmals
  schriftlich mit, die Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 seien auf eine
  unbeschränkte Zufahrt über die X-Strasse angewiesen, was auch für die Zeit
  nach der Erstellung der Erschliessungsstrasse Y-Strasse gelte.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 4. Dezember 2013 reichte die […] ein Baugesuch
  für die Erstellung eines Lagerplatzes auf den Liegenschaften Parz.-Nrn. 01
  und 02 ein. Dagegen erhoben D.______ und die C.______AG am
  25. Februar 2014 Einsprache. Die Gemeinde Glarus Nord wies am
  28. Mai 2014 die Einsprache ab und erteilte die Baubewilligung. Im Baubewilligungsentscheid
  hielt die Gemeinde Glarus Nord fest, dass die Erschliessung des Bauvorhabens
  für den motorisierten Verkehr über die X-Strasse erfolge. Die dagegen von
  D.______ und der C.______AG erhobene Beschwerde hiess das Departement Bau und
  Umwelt (DBU) am 29. September 2015 gut. Es hob die erteilte Baubewilligung
  auf und wies die Sache zur Neubeurteilung der Erschliessung an die Gemeinde
  Glarus Nord zurück. Auf die dagegen erhobene Beschwerde der  […] trat das
  Verwaltungsgericht mit Urteil vom 10. Dezember 2015 nicht ein (Verfahren
  VG.2015.00126). 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Gemeinde Glarus Nord erteilte am 9. November
  2016 erneut die Baubewilligung für den Neubau des Lagerplatzes. Dabei hiess
  sie die Einsprache betreffend die Erschliessungsvoraussetzungen gut
  (Disp.-Ziff. 4.1b). Entsprechend verfügte sie, dass die Erschliessung der
  Baugrundstücke Parz.-Nrn. 01 und 02 nur über die Y-Strasse zu erfolgen habe.
  Bei einem Verkauf der Liegenschaft Parz.-Nr. 02 habe die A.______AG zu
  gewährleisten, dass auch deren Erschliessung über die Y-Strasse erfolgen
  könne (Disp.-Ziff. 2). 

  
	
   

  
	
  2.3 Dagegen gelangte die A.______AG mit Beschwerde vom
  14. Dezember 2016 ans DBU. Sie beantragte insbesondere, die Disp.-Ziffn.
  2 und 4.1b des Baubewilligungsentscheids der Gemeinde Glarus Nord aufzuheben.
  Nach Durchführung eines Augenscheins am Ort des Bauvorhabens wies das DBU am
  25. April 2018 die Beschwerde ab und bestätigte den Baubewilligungsentscheid
  der Gemeinde Glarus Nord.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Gegen diesen Entscheid erhob die A.______AG am 1.
  Juni 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, den
  vorinstanzlichen Entscheid aufzuheben, die Disp.-Ziffn. 2 und 4.1b des
  Baubewilligungsentscheids der Gemeinde Glarus Nord vom 9. November 2016
  aufzuheben, eventualiter die Sache zur Überarbeitung und Neubeurteilung mit
  verbindlichen Weisungen an das DBU, subeventualiter an die Gemeinde Glarus
  Nord, zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  3.2 D.______ und die C.______AG nahmen am
  21./22. Juni 2018 Stellung zur Beschwerde und beantragten deren
  Abweisung; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der A.______AG.
  Die Gemeinde Glarus Nord erstattete am 4. Juli 2018 ihre Beschwerdeantwort
  und beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der A.______AG. Am
  15. August 2018 schloss das DBU ebenfalls auf vollumfängliche Abweisung
  der Beschwerde, eventualiter sei durch das Verwaltungsgericht in der Sache
  selbst (reformatorisch) zu entscheiden; unter Kostenfolgen zu Lasten der
  A.______AG. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG)
  i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 VRG Mängel des angefochtenen Entscheids oder des
  Verfahrens geltend gemacht werden: die unrichtige oder unvollständige
  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) und die
  unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens
  (lit. b). Die Unangemessenheit des Entscheids kann gemäss Art. 107
  Abs. 2 VRG nur ausnahmsweise
  geltend gemacht werden. Baurechtsstreitigkeiten, über welche das
  Verwaltungsgericht als zweite Beschwerdeinstanz entscheidet, fallen nicht
  unter die in Art. 107 Abs. 2 VRG aufgezählten Ausnahmefälle.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  beantragt zunächst, alle Unterlagen im Zusammenhang mit dem Verkauf der
  X-Strasse ins vorliegende Verfahren beizuziehen. Damit ist neben der Frage
  der im vorliegenden Beschwerdeverfahren massgeblichen Unterlagen auch der
  Streitgegenstand zu bestimmen.

  
	
   

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht dazu geltend, sich
  gegen den geplanten Verkauf der X-Strasse umgehend nach dessen Bekanntwerden
  mehrmals schriftlich gewehrt zu haben. Trotz nachweisbarem Empfang der
  Schreiben durch die Beschwerdegegnerin 3 befänden sich diese Schreiben
  nicht bei den vorinstanzlichen Verfahrensakten, woraus folge, dass der
  Beschwerdegegner 4 bei seiner Entscheidfällung von einem offensichtlich
  falschen Sachverhalt ausgegangen sei. Denn folge man den Ausführungen des
  Beschwerdegegners 4, wonach eine Entwidmung stattgefunden habe, hätten
  diese Schreiben als Protest- bzw. Einspracheschreiben entgegengenommen werden
  müssen, womit sie sich gegen die Allgemeinverfügung betreffend die Entwidmung
  gewehrt gehabt habe. Daher werde der Beizug bzw. die Edition sämtlicher
  Unterlagen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der X-Strasse durch die
  Beschwerdegegnerin 3 beantragt. Weiter stelle der Gemeinderatsentscheid
  vom 5. Juni 2013 entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen keine
  Entwidmungsverfügung dar, da dafür weder eine Grundlage noch ein öffentliches
  Interesse bestehe, auch eine Verfügungsabsicht der Beschwerdegegnerin 3
  sei nicht erkennbar. Insbesondere bestehe nach wie vor ein öffentliches
  Interesse am Beibehalten der X-Strasse als Erschliessungsstrasse, sei diese
  im Jahr 2013 doch noch saniert worden und habe diese nicht jede
  Verkehrsbedeutung verloren. Sodann habe sie als Eigentümerin der Liegenschaft
  Parz.-Nr. 02 ein Interesse an deren Beibehaltung. Selbst wenn man im
  Gemeinderatsentscheid vom 5. Juni 2013 der Beschwerdegegnerin 3
  eine Verfügung ersehen würde, sei diese nichtig, da sie ohne ihren Einbezug
  erlassen worden sei, was rechtsstaatlich betrachtet ein schwergewichtiger und
  daher nicht heilbarer Verfahrensfehler darstelle. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 3 weist daraufhin, dass
  Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens einzig die Baubewilligung
  darstelle, nicht aber die Entwidmung. Diese sei mit Beschluss vom 5. Juni
  2013 unter verschiedenen Bedingungen verfügt worden. Unter anderem bedinge
  diese, dass die Erschliessung des nördlich angrenzenden Industriegebietes
  über die Liegenschaft Parz.-Nr. 06 ausgebaut sei. Weil im vorliegenden
  Baubewilligungsverfahren die Frage der Erschliessung der Liegenschaft Parz.-Nr. 02
  zu regeln sei, sei eine Bedingung für die Vornahme der Entwidmung noch nicht
  eingetreten, weshalb die X-Strasse bis zur Beendigung des Verfahrens
  weiterhin als Gemeindestrasse zu betreiben sei. Da der Entwidmungsbeschluss
  vor der Einleitung des Baubewilligungsverfahrens betreffend Lagerplatz
  erfolgt sei, seien die in diesem Zusammenhang vorhandenen Unterlagen vom
  Editionsbegehren des Beschwerdegegners 4 nicht erfasst gewesen, da diese
  einzig die Baubewilligungsunterlagen eingefordert habe. Die von der
  Beschwerdeführerin eingereichten Schreiben würden formlose Rechtsbehelfe und
  keine Einsprachen darstellen, welche entsprechend behandelt worden seien. Die
  Entwidmungsverfügung stelle eine Allgemeinverfügung dar, deren Rechtsmittelverfahren
  sich nach Art. 85 ff. VRG richte, worin keine Einsprache
  vorgesehen sei. Die Beschwerdeführerin habe seit dem 24. Juli 2013 Kenntnis
  vom Entwidmungsbeschluss gehabt, weshalb sie ab diesem Zeitpunkt nach Treu
  und Glauben hätte darum besorgt sein müssen, ein Rechtsmittel dagegen zu
  ergreifen. Dies habe die Beschwerdeführerin nicht gemacht, denn weder die
  vier Schreiben noch das Baubewilligungsgesuch würden ein Rechtsmittel
  darstellen. Da die Beschwerdeführerin die von der Entwidmungsverfügung einzig
  Betroffene mit einem Rechtsmittelinteresse sei und nach dem Gesagten eben
  kein Rechtsmittel ergriffen habe, sei diese in Rechtskraft erwachsen.
  Schliesslich sei auf kommunaler Ebene kein öffentliches Strassenverzeichnis
  nach Art. 19 des kantonalen Strassengesetzes vom 2. Mai 1971 (StrG)
  eingeführt worden, weshalb eine öffentliche Bekanntmachung der Entwidmung
  nicht nötig sei. Mit dem Bau der Y-Strasse habe die X-Strasse als
  Gemeindestrasse, welche dem öffentlichen Verkehr zu dienen habe, ihre
  Verkehrsbedeutung verloren, weshalb die Entwidmung zulässig sei.

  
	
   

  
	
  2.3 Der Beschwerdegegner 4 führt aus, der
  Beschwerdeführerin verschiedentlich Einsicht in die Verfahrensakten gewährt
  zu haben. Der Beschwerdeführerin obliege betreffend die Feststellung des
  Sachverhalts eine Mitwirkungspflicht, weshalb es ihre Aufgabe sei, die an die
  Beschwerdegegnerin 3 gerichteten Protestschreiben zu den Akten zu reichen. Da
  sie dies erst im verwaltungsgerichtlichen Verfahren mache, sei dies
  verspätet, weshalb diese Schreiben aus dem Recht zu weisen seien. Das
  Verwaltungsgericht habe dennoch zu prüfen, ob das von der Beschwerdeführerin
  verfasste Protestschreiben vom 24. Juli 2013 als rechtzeitig erhobene
  Beschwerde gegen den Entwidmungsbeschluss, welche von der
  Beschwerdegegnerin 3 zuständigkeitshalber an sie hätte weitergeleitet
  werden müssen, zu behandeln sei.

  
	
   

  
	
  2.4 

  
	
  2.4.1 Der Streitgegenstand eines Rechtsmittelverfahrens
  wird durch zwei Elemente bestimmt: einerseits durch den Gegenstand der
  angefochtenen Anordnung, anderseits durch die Parteivorbringen. Zum einen
  kann nur Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens sein, was auch Gegenstand der
  erstinstanzlichen Verfügung war bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung hätte
  sein sollen. Zum andern bestimmt sich der Streitgegenstand nach der im
  Beschwerdeantrag verlangten Rechtsfolge. Der Streitgegenstand umfasst das
  durch die Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, insoweit dieses angefochten
  wird (Art. 91 Abs. 1 lit. a VRG; Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.],
  Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/ Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19-28a N. 44 ff., mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  2.4.2 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die
  Frage, ob der Beschwerdeführerin die Baubewilligung für ihr Bauvorhaben
  erteilt werden kann. Dabei ist darüber zu entscheiden, ob die
  Beschwerdegegnerin 3 eine genügende Erschliessung des Bauvorhabens
  sicherstellte, indem sie die Beschwerdeführerin im Rahmen einer Auflage in
  der Baubewilligung verpflichtete, das Bauvorhaben über die Y-Strasse zu erschliessen
  und überdies der Beschwerdeführerin auftrug, bei einem allfälligen Verkauf
  der Liegenschaft Parz.-Nr. 02 deren Erschliessung über die Y-Strasse zu
  gewährleisten. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet hingegen
  die Frage, ob die X-Strasse durch die Beschwerdegegnerin 3 rechtmässig
  entwidmet worden war. Ebenso wenig bildet Verfahrensgegenstand, ob die
  X-Strasse an die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 zu verkaufen ist und zu
  welchen Bedingungen dies zu erfolgen hätte. Folglich ist über die
  vorinstanzlich gemachten Erwägungen in Sachen Entwidmung nicht zu befinden,
  womit auf die diesbezüglich von den Parteien gemachten Ausführungen und
  insbesondere die in diesem Zusammenhang geäusserten Rügen der fehlerhaften
  Feststellung des Sachverhaltes nicht weiter einzugehen ist. Weil die Frage
  der Entwidmung der X-Strasse nicht Streitgegenstand des vorliegenden
  Verfahrens bildet, kann auf den von der Beschwerdeführerin beantragten Beizug
  der Akten im Zusammenhang mit dem Verkauf der X-Strasse verzichtet werden, da
  diese für die Frage der Erteilung der Baubewilligung für das von der
  Beschwerdeführerin beantragte Bauvorhaben nicht massgebend sind. Dafür sind
  insbesondere die Baugesuchunterlagen einschlägig, welche sich bei den
  vorinstanzlichen Akten befinden. 

  
	
   

  
	
  Da die Frage der
  Entwidmung nicht Verfahrensgegenstand bildet, ist überdies nicht weiter
  darauf einzugehen, ob dadurch, dass die Beschwerdeführerin die Schreiben an
  die Beschwerdegegnerin 3 im vorliegenden Verfahren erstmals einreichte,
  die ihr obliegende Mitwirkungspflicht verletzte und falls dies zu bejahen
  wäre, ob dies in einer nachlässigen Prozessführung gründen würde, welche das
  ausser Acht lassen der verspäteten Vorbringen rechtfertigen könnte (BGE 136
  II 165 E. 4). Schliesslich ist entgegen den Ausführungen des
  Beschwerdegegners 4 ebenso nicht darüber zu befinden, ob das Schreiben
  vom 24. Juli 2013 eine rechtsgenügliche Beschwerdeschrift im Sinne von
  Art. 91 Abs. 1 und 2 VRG darstellt und zur Behandlung gemäss Art. 91
  Abs. 3 VRG zuständigkeitshalber an den Beschwerdegegner 4 hätte
  überwiesen werden müssen, da auch dies nicht Verfahrensgegenstand darstellt. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Weiter bringt die
  Beschwerdeführerin vor, die vom Bauvorhaben betroffenen Liegenschaften seien
  aufgrund von Auflagen in der Baubewilligung ungenügend erschlossen.

  
	
   

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der
  Beschwerdegegner 4 gehe von einem unvollständigen bzw. falschen
  Sachverhalt aus, wenn er die Vereinbarung vom 4. Juli 2013 ausser Acht
  lasse, da diese Aufschluss darüber gebe, von welchen Umständen die
  Beschwerdegegnerin 3 zur Zeit des Vereinbarungsabschlusses ausgegangen sei.
  Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin 3 lasse darauf schliessen, dass sie
  einzig einen Weg gesucht habe, ihr Versprechen gegenüber den Beschwerdegegnerinnen 1
  und 2 gemäss der Vereinbarung vom 4. Juli 2013 umzusetzen. Die Y-Strasse
  sei keine geeignetere Erschliessungsstrasse als die X-Strasse, da Erstere
  über Privatgrundstücke führe und überdies nicht direkt an die Liegenschaft
  Parz.-Nr. 02 grenze. Müsste nun eine Erschliessungsstrasse zur
  Liegenschaft Parz.-Nr. 02 über die Parz.-Nr. 01 erstellt werden, würde
  ihr Eigentumsrecht und ihr Wirtschaftsfreiheitsrecht verletzt, da zu ihrem
  Nachteil der Kaufpreis der beiden Liegenschaften entwertet würde. Ausser Acht
  habe der Beschwerdegegner 4 gelassen, dass die Beschwerdegegnerinnen 1
  und 2 widerrechtlich Bauten erstellt hätten, welche die X-Strasse an
  verschiedenen Stellen verengen würden. Auch sei nicht berücksichtigt worden,
  dass die Beschwerdegegnerin 3 noch im Baubewilligungsentscheid vom 28.
  Mai 2014 ausdrücklich von einer hinreichenden Erschliessung über die
  X-Strasse ausgegangen sei, was im Baubewilligungsentscheid vom 9.
  November 2016 unbegründet gegenteilig angesehen worden sei, obwohl sich
  in der vorerwähnten Zeitspanne keine Änderungen ergeben hätten. Unrichtig sei
  zudem die vorinstanzliche Fragestellung, ob Anspruch auf zwei
  Erschliessungsstrassen bestehe, da die Liegenschaft Parz.-Nr. 02 einzig über
  die X-Strasse erschlossen werde. Aus der Tatsache, dass sie Eigentümerin der
  beiden Liegenschaften Parz.-Nrn. 02 und 01 sei, könne nicht abgeleitet
  werden, dass die Erschliessung über die Y-Strasse für die separate
  Liegenschaft Parz.-Nr. 02 hinreichend sei. Massgebend sei vielmehr, dass
  beide Liegenschaften zurzeit separat erschlossen seien, was dann nicht mehr
  der Fall sei, wenn die X-Strasse an die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2
  verkauft werde. 

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 sind hingegen der
  Ansicht, die Vereinbarung vom 4. Juli 2013 habe nach wie vor Gültigkeit und
  sei entsprechend umzusetzen, auch wenn die F.______AG die Beschwerdeführerin
  über den Vertragsabschluss tatsächlich nicht informiert haben sollte. In
  diesem Falle hätte sich die Beschwerdeführerin auf dem zivilrechtlichen Weg
  an die F.______AG zu wenden. Nach wie vor sei festzuhalten, dass die
  Beschwerdeführerin trotz fehlender Baubewilligung und trotz gegenteiliger
  behördlicher Entscheide die Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 weiterhin als
  Lager- und Deponieplatz nutze. 

  
	
   

  
	
  3.3 Die Beschwerdegegnerin 3 weist darauf hin,
  dass der Beschwerdegegner 4 zu Recht nicht auf die Vereinbarung vom
  4. Juli 2013 eingegangen sei, da diese privatrechtlicher Natur sei. Die
  Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 seien über die Y- Strasse genügend
  erschlossen, denn es bestehe kein Anspruch auf eine bestimmte
  Erschliessungsvariante. Die Beschwerdeführerin wisse seit dem Erwerb der
  Liegenschaften, dass diese über die Y-Strasse erschlossen würden, sei doch im
  Kaufvertrag insbesondere die Linienführung der neuen Erschliessungsstrasse
  skizziert worden. Überdies habe sie die beiden Grundstücke nur zusammen
  erwerben wollen, womit diese als Einheit zu betrachten seien, zumal sich der
  geplante Lagerplatz auf beide Liegenschaften beziehe. Auch sei die Y-Strasse
  mit einer Breite von 6 Metern für die in der Industriezone zonenkonforme
  Zufahrt mittels Lastwagen die geeignetere Strasse als die wesentlich
  schmalere X-Strasse. Die Erschliessung über die Privatstrasse sei mit den der
  Beschwerdeführerin zustehenden Miteigentumsanteilen an der Privatstrasse und
  mit dem Wegrecht zu Lasten der Liegenschaft Parz.-Nr. 07 auch rechtlich
  gesichert, womit keine weitere Erschliessung über eine öffentliche Strasse
  nötig sei. Denn es liege in ihrer Kompetenz, festzulegen, wie eine Erschliessung
  zu erfolgen habe.

  
	
   

  
	
  3.4 Der Beschwerdegegner 4 führt aus, das im
  verwaltungsgerichtlichen Verfahren neu eingereichte Schreiben der G.______AG
  ändere nichts daran, dass eine genügende Erschliessung über die Y-Strasse
  gegeben sei, da die Beschwerdeführerin von der Erschliessungsstrasse direkt
  ihre Liegenschaft Parz.-Nr. 01 erreichen könne, ohne den Kreisel der
  G.______AG benützen zu müssen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 

  
	
  4.1.1 Gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes
  über die Raumplanung vom 2. Juni 1979 (RPG) ist Voraussetzung einer
  Baubewilligung, dass das zu bebauende Land erschlossen ist. Dies ist unter
  anderem dann der Fall, wenn die für die betreffende Nutzung hinreichende
  Zufahrt besteht (Art. 19 Abs. 1 RPG). Die Zufahrt muss rechtlich
  sichergestellt sein. Das anwendbare kantonale Recht enthält keine
  weitergehenden Vorschriften bezüglich der verkehrsmässigen Erschliessung von
  Grundstücken. Praxisgemäss werden daher die entsprechenden VSS-Normen
  beigezogen. Dabei handelt es sich allerdings um Empfehlungen, die nicht
  behördenverbindlich sind (VGer-Urteil VG.2014.00085 vom 6. August 2015 E.
  II/4.1 und II/4.5.2). Sie dürfen daher nicht schematisch und unbesehen der
  konkreten Verhältnisse zur Anwendung gebracht werden (Bernhard Waldmann/Peter
  Hänni, Handkommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 19 N. 21).

  
	
   

  
	
  4.1.2 Die hinreichende Zufahrt hat sich insbesondere nach
  den zonengerechten Baumöglichkeiten jener Fläche zu richten, die sie
  erschliessen will. Ausserdem muss die Zufahrt die Verkehrssicherheit aller Benutzer,
  insbesondere auch der Fussgänger, gewährleisten. Das Erfordernis der
  genügenden strassenmässigen Erschliessung dient dazu, eine genügende
  Zugänglichkeit sowohl für die Benützer der Bauten und Anlagen wie auch für
  die Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes (Feuerwehr, Elektrizitäts- und
  Wasserwerke, Spitalautos, Kehrichtabfuhr) sicherzustellen. Dabei kann die zu
  treffende Erschliessung im Einzelfall von den Vorstellungen der betroffenen
  Grundeigentümer abweichen (Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes
  Umweltschutzrecht, 6. A., Bern 2016, S. 277 f.; Eloi
  Jeannerat, in Heinz Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
  Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 19 N. 22 ff.; Waldmann/Hänni,
  Art. 19 N. 21). Bei der Beurteilung der hinreichenden strassenmässigen
  Erschliessung steht der kommunalen Baubehörde eine von den
  Rechtsmittelinstanzen zu beachtende Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu.
  Die Rechtsmittelinstanzen ersetzen die Ermessensausübung nicht durch ihre
  eigene (Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs- und
  Baurecht, Bd. 2, 5. A., Zürich 2011, S. 572). 

  
	
   

  
	
  4.1.3 Sowohl aus Art. 1 VRG als auch aus Art. 74 RBG
  ergibt sich, dass im verwaltungsrechtlichen Rechtsmittelverfahren einzig
  öffentlich-rechtliche Streitigkeiten zu behandeln sind, während die
  Verletzung privater Rechte auf dem zivilrechtlichen Weg geltend zu machen
  sind. Den Verwaltungsbehörden steht es unter Umständen aber offen, eine
  zivilrechtliche Frage vorfrageweise zu prüfen. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist,
  wenn die Baubewilligung den Bestand ziviler Rechte voraussetzt. Dies ist
  vorliegend der Fall, weil für die strassenmässige Erschliessung des
  Grundstücks der Beschwerdeführerin über die Y-Strasse Privatgrundstücke
  überfahren werden müssen. Da die genügende Erschliessung wie dargelegt
  Voraussetzung für eine Baubewilligung ist, erscheint die Prüfung angezeigt,
  ob für die Durchfahrt über die betroffenen Privatgrundstücke gültige
  privatrechtliche Dienstbarkeiten vorliegen (VGer-Urteil VG.2018.00019 vom 31.
  Mai 2018 E. II/3.2, II/4.1 und II/4.2, VG.2017.00113 vom 1. März
  2018 E. II/3.3.1 und II/3.4).

  
	
   

  
	
  4.2 Die Y-Strasse erschliesst die Liegenschaft
  Parz.-Nr. 01 von Norden her direkt. Sie biegt von der X-Strasse als
  öffentliche Gemeindestrasse ab und führt über verschiedene Liegenschaften mit
  unterschiedlichen Eigentümern. Soweit die Y-Strasse über die Liegenschaft
  Parz.-Nr. 07 führt, steht den Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02
  zu Lasten der Liegenschaft Parz.-Nr. 07 ein Fuss- und Fahrwegrecht zu. Der
  entsprechenden Grundbuchanmeldung ist zu entnehmen, dass dieses zwecks
  Erschliessung der Liegenschaften Parz.-Nrn. 01, 08, 09 und 10 am
  9. August 2012 im Grundbuch eingetragen worden war. Zu diesem Zeitpunkt
  war die Liegenschaft Parz.-Nr. 02 noch nicht abparzelliert und entsprechend
  noch Teil der Liegenschaft Parz.-Nr. 01. Mit gleichem Grundbucheintrag wurde
  zu Gunsten der Liegenschaft Parz.-Nr. 03 sowie zu Lasten der Liegenschaft
  Parz.-Nr. 07 ein Überbaurecht für die Erstellung einer Brücke errichtet, dies
  gemäss entsprechender Grundbuchanmeldung ebenfalls zwecks Erschliessung der
  Grundstücke Parz.-Nrn. 01, 08, 09 und 10. Die Liegenschaft Parz.-Nr. 03,
  eine Strassenparzelle, ist in unselbständiges Miteigentum aufgeteilt. Der
  Beschwerdeführerin als Eigentümerin der Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02
  stehen 28 der gesamthaft 80 Miteigentumsanteile der Liegenschaft
  Parz.-Nr. 03 zu. Ebenfalls in Miteigentum aufgeteilt ist die
  Strassenparz.-Nr. 04, an welcher der Beschwerdeführerin als Eigentümerin der
  Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 gesamthaft 58 von 90 Miteigentumsanteilen
  zustehen. Damit ist festzuhalten, dass die Erschliessung der Liegenschaft
  Parz.-Nr. 01 über die im Privateigentum stehende Y-Strasse für die
  Beschwerdeführerin rechtlich sichergestellt ist, da sie entweder
  Miteigentümerin oder aber Fuss- und Fahrwegberechtigte der Y-Strasse ist.
  Dabei ist entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht von Belang,
  dass die Y-Strasse im Privateigentum steht (Christian Häuptli, in Andreas
  Baumann et al. [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern
  2013, § 32 N. 30). 

  
	
   

  
	
  Hinzuweisen ist im Übrigen
  darauf, dass der jeweiligen Eigentümerin der Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und
  02, zurzeit die Beschwerdeführerin, ein beschränktes Fahrwegrecht an der Z-Strasse
  zu Lasten der Liegenschaften Parz.-Nrn. 08 und 09 zusteht. Die Liegenschaften
  Parz.-Nrn. 08 und 09 stehen zurzeit im Eigentum der G.______AG und die darauf
  vorhandene Z-Strasse grenzt direkt an die Liegenschaft Parz.-Nr. 01.
  Inwiefern das Schreiben der G.______AG vom 25. April 2018, womit der
  Beschwerdeführerin die Nutzung der Z-Strasse verboten wird, im Einklang steht
  mit dem eben erwähnten grundbuchlich gesicherten beschränkten Fahrwegrecht,
  stellt eine privatrechtliche Frage dar, welche vorliegend nicht zu
  entscheiden und stattdessen auf den Zivilweg zu verweisen ist. Im
  vorliegenden Verfahren muss diese Frage mit der Feststellung, dass der
  Beschwerdeführerin auch über die Liegenschaften Parz.-Nrn. 08 und 09 eine
  rechtlich gesicherte Zufahrtsmöglichkeit besteht, sein Bewenden haben. 

  
	
   

  
	
  Zuzustimmen ist der
  Beschwerdeführerin insofern, als dass die Y-Strasse nur die Liegenschaft
  Parz.-Nr. 01 direkt erschliesst, hingegen nicht direkt an die Liegenschaft
  Parz.-Nr. 02 heranführt, was auch der Beschwerdegegner 4 entgegen
  den gegenteiligen Ausführungen der Beschwerdeführerin in seinem
  vorinstanzlichen Entscheid nicht übersah. Wie sich aus den nachfolgenden
  Ausführungen ergibt, steht dies der Erteilung der Baubewilligung mit der
  Auflage, die Erschliessung über die Y-Strasse zu gewährleisten, jedoch nicht
  entgegen. 

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Die Gemeinden sind für die bedarfs- und
  zielgerichtete Erstellung sowie den Unterhalt und den Betrieb der
  Erschliessungsanlagen im Baugebiet verantwortlich (Art. 17 Abs. 1
  der Bauordnung […] vom 30. Oktober 2007 i.V.m. Art. 34 Abs. 1 RBG). Gestützt
  auf Art. 37 RBG hat die Gemeinde Glarus Nord ein Erschliessungsreglement
  erlassen. Das Erschliessungsreglement der Gemeinde Glarus Nord vom 31. August 2011
  (ER) ordnet unter anderem die Erschliessung der Bauzonen. Es bestimmt die
  Grundzüge der Ausgestaltung und Benützung der Erschliessungsanlagen und
  regelt die Beziehungen zwischen der Gemeinde und den Grundeigentümern
  (Art. 1 Ziff. 1 ER). Gemäss Art. 5 Ziff. 2 ER werden Bauzonen
  zeitgerecht und entsprechend der privaten und öffentlichen
  Leistungsfähigkeit, den Erfordernissen der öffentlichen Sicherheit und der
  jeweiligen Nutzung erschlossen. Die Baulast für die Basis- und
  Groberschliessung liegt bei der Gemeinde, soweit damit nicht Verbände oder
  private Unternehmungen betraut sind. Die Feinerschliessung ist grundsätzlich
  Sache der Grundeigentümer (Art. 6 Ziff. 1 ER). Sie umfasst den
  Anschluss der einzelnen Grundstücke an die Hauptstränge der
  Erschliessungsanlagen (Art. 17 Ziff. 1 ER). 

  
	
   

  
	
  Grundsätzlich obliegt
  somit die Erschliessungspflicht im Rahmen der Basis- und Groberschliessung
  der Beschwerdegegnerin 3. In diesem Zusammenhang hat sie die Planung wie
  grundsätzlich auch den Bau der entsprechenden Erschliessungsanlagen zu
  bewerkstelligen. Die Planung der Erschliessung des Industriegebietes  […] hat
  die Beschwerdegegnerin 3 vorgenommen, indem sie entschied, das
  Industriegebiet über die neu zu erstellende Y-Strasse zu erschliessen. Zwar
  hat sie die Y-Strasse nicht selber erstellt, doch war sie gestützt auf
  Art. 5 Ziff. 2 ER berechtigt, eine private Unternehmung mit der
  Baulast zu betrauen, womit keine Einwendungen dagegen zu erheben sind, dass
  die F.______AG den Bau der Y-Strasse als Erschliessungsstrasse vornahm. Die
  Y-Strasse als Hauptstrang der Erschliessungsanlage führt unmittelbar an die
  Liegenschaft Parz.-Nr. 01. Damit obliegt es nun der Beschwerdeführerin, nach
  Art. 17 ER die Feinerschliessung des von ihr geplanten Bauvorhabens
  umzusetzen. 

  
	
   

  
	
  Entgegen den Ausführungen
  der Beschwerdeführerin umfasst das Erfordernis der hinreichenden Zufahrt
  nicht in jedem Fall das Vorhandensein einer direkten Liegenschaftszufahrt.
  Stattdessen ist die Zugänglichkeit eines Grundstückes aufgrund der
  Gegebenheiten im Einzelfall zu beurteilen, wobei der geplanten Nutzung eine
  massgebliche Bedeutung zukommt. Das vorliegend von der Beschwerdeführerin
  geplante Bauvorhaben umfasst die Erstellung eines Lagerplatzes auf den
  Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02. Aus den Baubewilligungsunterlagen
  ergibt sich, dass die vorhandene Liegenschaftsgrenze zwischen den
  Parz.-Nrn. 01 und 02 bei der Planung des Bauvorhabens nicht beachtet
  wurde. Stattdessen soll das Bauvorhaben unabhängig davon, dass dieses auf
  zwei und nicht auf einer Gesamtparzelle verwirklicht werden soll, erstellt
  werden. Dies leuchtet auch ein, wird doch für die Erstellung eines
  Lagerplatzes regelmässig eine grosse zusammenhängende Grundstücksfläche
  zwecks Ablagerung benötigt. Entsprechend hat die Beschwerdeführerin
  zugestanden, die beiden Liegenschaften nur als Einheit erwerben gehabt zu
  wollen, was zeigt, dass sie diese von Beginn weg als Einheit betrachtete. 

  
	
   

  
	
  4.3.2 Weiter hat das Erfordernis der hinreichenden
  Zufahrt die Verkehrssicherheit aller zu gewährleisten, wobei für die
  Beurteilung der technischen Anforderungen der Zufahrt praxisgemäss auf die
  VSS-Normen abzustellen ist (vgl. E. II/4.1.2 vorne). 

  
	
   

  
	
  Der von der
  Beschwerdeführerin geplante Lagerplatz soll im Industriegebiet […] auf den
  Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 in […], gemäss Nutzungsplan […] beide der
  Industriezone zugehörig, erstellt werden. Folglich hat die Erschliessung des
  Bauvorhabens den Anforderungen an die Zufahrt mittels Lastwagen zu genügen.
  Das gestützt auf die vorliegend einschlägige VSS-Norm 640 201
  "Geometrisches Normalprofil, Grundabmessung und Lichtraumprofil"
  erstellte Merkblatt "Begegnungsfälle und Fahrbahnbreiten" (abrufbar
  unter
  https://fussverkehr.ch/word-press/wp-content/uploads/2018/07/FB_Begegnungsf%C3%A4lle_20170223.pdf
  [zuletzt besucht am 4. Oktober 2018]) errechnet den auf einer Strasse in
  den verschiedenen Begegnungsfällen massgeblichen Platzbedarf der Fahrzeuge.
  Daraus ergibt sich die benötigte Dimensionierung einer Fahrbahn. Für den
  Begegnungsfall eines Personenwagens mit einem Lastwagen bei einer reduzierten
  Geschwindigkeit von 20 km/h ist gemäss dem genannten Merkblatt eine
  Mindestbreite 4,8 Metern nötig, für den Begegnungsfall eines Lastwagens
  mit einem Lastwagen bei einer Fahrgeschwindigkeit von 20 km/h wird eine
  Mindestbreite von 5,6 Metern vorgegeben. 

  
	
   

  
	
  Die Fahrbahnbreite der
  X-Strasse beträgt zurzeit um die 3,10 Meter. Dies zeigt, dass die
  X-Strasse weder einem Begegnungsfall von Lastwagen und Personenwagen noch
  einem Begegnungsfall eines Lastwagens mit einem Lastwagen genügt. Damit
  vermag die X-Strasse den Anforderungen an eine technisch einwandfreie und
  verkehrssichere Erschliessung nicht zu genügen. Dies im Gegensatz zur heute
  bestehenden Y-Strasse, welche mit einer Strassenbreite von 6 Metern
  beiden vorerwähnten Begegnungsfällen genügt und damit eine technische und
  verkehrssichere und folglich hinreichende Zufahrt darstellt. Somit kann
  offenbleiben, inwiefern die X-Strasse allenfalls ausbaubar wäre, da eine
  hinreichende Zufahrt über die Y-Strasse sichergestellt ist. 

  
	
   

  
	
  4.3.3 Dennoch hat die Beschwerdegegnerin 3 in ihrem
  ersten Baubewilligungsentscheid vom 28. Mai 2014 die Erschliessung über die
  X-Strasse vorgesehen. Diesen Baubewilligungsentscheid hat der
  Beschwerdegegner 4 mit Zwischenentscheid vom 29. September 2015
  aufgehoben und die Sache zwecks Neubeurteilung im Punkt der Erschliessung an
  die Beschwerdegegnerin 3 zurückgewiesen. Auf die von der  […] als
  damalige Eigentümerin der Liegenschaften Parz.-Nrn. 01 und 02 erhobene
  Beschwerde ist das Verwaltungsgericht am 10. Dezember 2015 (Verfahren
  VG.2015.00126) nicht eingetreten. Dagegen ist kein Rechtsmittel ergriffen
  worden, womit der genannte Entscheid in Rechtskraft erwuchs. Die Rückweisung
  der Sache an die Beschwerdegegnerin 3 hat der Beschwerdegegner 4
  massgeblich damit begründet, dass ungenügend abgeklärt und damit nicht
  erstellt worden sei, ob die X-Strasse für das Befahren mit schweren
  Fahrzeugen geeignet sei, sowohl vom Strassenaufbau wie auch von der
  -dimensionierung her. Damit war die Beschwerdegegnerin 3 in der Pflicht,
  im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens die Frage der Erschliessung erneut zu
  überprüfen, wobei ihr der Beschwerdeentscheid vom 29. September 2015
  keine zu beachtenden Anordnungen betreffend die vorzunehmende Erschliessung
  auftrug. Daher ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 3
  nach erneuter Abklärung der Sach- und Rechtslage zum Schluss kam, dass die
  Erschliessung über die Y-Strasse vorzunehmen sei, war sie doch zur Fällung
  eines entsprechenden Entscheids gestützt auf den genannten
  Beschwerdeentscheid berechtigt und verpflichtet. Zwar stimmt der Entscheid
  der Beschwerdegegnerin 3 betreffend die Erschliessung über die Y-Strasse
  mit der von ihr am 4. Juli 2013 vertraglich eingegangenen Verpflichtung zum
  Verkauf von Teilen der X-Strasse überein, doch folgert daraus nicht, dass die
  Anordnung der Erschliessung über die Y-Strasse sachlich nicht gerechtfertigt
  ist. Denn gemäss vorstehenden Erwägungen genügt die Y-Strasse den technischen
  Anforderungen an eine für die geplante Nutzung benötigte
  Erschliessungsstrasse, dies im Gegensatz zur X-Strasse. Daran ändert nichts,
  dass die Beschwerdeführerin angibt, die X-Strasse zurzeit regelmässig mit
  Lastwagen zu befahren, ist doch eine Nutzung der genannten Liegenschaften als
  Lagerplatz zurzeit nicht bewilligt, womit auf das seitens der
  Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Nutzung der Liegenschaften
  ausgeübte Fahrverhalten nicht abgestellt werden kann. Damit hat die
  Beschwerdegegnerin 3 im Rahmen der ihr obliegenden Entscheidungs- und
  Ermessensfreiheit die strassenmässige Erschliessung nur über die Y-Strasse
  als genügend erachtet, wogegen keine Einwendungen zu erheben sind. 

  
	
   

  
	
  4.3.4 Schliesslich ist der Einwand der
  Beschwerdeführerin, durch die Anordnung der Erschliessung über die Y-Strasse
  werde ihre Eigentumsgarantie nach Art. 26 der
  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom
  18. April 1999 (BV) wie auch ihre Wirtschaftsfreiheit nach
  Art  27 BV verletzt, zu prüfen.

  
	
   

  
	
  Wird durch die Baubewilligung die Erschliessung der
  Bauparzellen über die Y-Strasse angeordnet und der Beschwerdeführerin die
  Zufahrt über die X-Strasse verunmöglicht, wird ihr der aus dem Bestand der
  Zufahrt über die X-Strasse vorhandene faktische Vorteil entzogen, was sie
  grundsätzlich berechtigt, sich auf eine Verletzung der Eigentumsfreiheit zu
  berufen (BGE 126 I 213). Allerdings soll ein Strassenanstösser sich unter
  Berufung auf die Eigentumsgarantie nur gegen ein Verkehrsregime zur Wehr
  setzen können, welches ihm die bestimmungsgemässe Nutzung seines Eigentums
  verunmöglicht oder übermässig erschwert. Die Eigentumsgarantie schützt den
  Strassenanstösser damit nicht vor jeder ihm lästigen Änderung des
  Verkehrsregimes, sondern nur von solchen, welche ihm die bestimmungsgemässe
  Nutzung seines Grundeigentums faktisch verunmöglichen (BGE 131 I 12 E. 1.3). Diese Anforderungen werden vorliegend nicht erfüllt,
  da die hinreichende Erschliessung des Bauvorhabens über die Y-Strasse
  sichergestellt ist. Die Y-Strasse wurde im Gegensatz zur X-Strasse
  VSS-konform erstellt, womit der vom Bauvorhaben erwartete Lastwagenverkehr
  durch die Erschliessungsstrasse bewältigt werden kann, wozu die X-Strasse
  nicht geeignet ist. Somit ist der Beschwerdeführerin eine bestimmungsgemässe
  und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung beider Liegenschaften unverändert
  möglich, was nicht zuletzt die mit Ausnahme der Erschliessungsfrage
  unveränderte Erteilung der Baubewilligung für das von der Beschwerdeführerin
  geplante Bauvorhaben zeigt. Eine Verletzung der Eigentumsgarantie liegt damit
  nicht vor. 

  
	
   

  
	
  Weiter wird eine Verletzung der in Art. 27 BV
  garantierten Wirtschaftsfreiheit durch die Beschwerdeführerin nicht in
  substantiierter Weise vorgebracht. Überdies ist eine solche auch nicht
  ersichtlich, weil die Beschwerdeführerin durch die vorgeschriebene
  Erschliessung der Liegenschaften in ihrer geschäftlichen Tätigkeit nicht
  eingeschränkt wird, sondern stattdessen eine für das Bauvorhaben benötigte
  und entsprechend auch hinreichende Zufahrt sichergestellt wird.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die Y-Strasse entspricht
  damit den technischen Vorgaben an eine verkehrssichere Erschliessung und
  führt überdies direkt an das geplante Bauvorhaben heran. Entsprechend liegt
  eine hinreichende Zufahrt und damit in Übereinstimmung mit dem
  Beschwerdegegner 4 eine zureichende Erschliessung vor, womit die
  diesbezüglichen Auflagen im Baubewilligungsentscheid rechtmässig erfolgten.
  Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten von
  pauschal Fr. 2'000.- sind ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin
  aufzuerlegen (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG) und mit dem von ihr bereits
  geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Mangels Obsiegens
  steht ihr sodann keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG e contrario).
  Da die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 nicht rechtlich vertreten sind, ist
  ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 138 Abs. 1 VRG).
  Schliesslich steht der Beschwerdegegnerin 3 als Gemeinwesen mangels
  Vorliegens besonderer Umstände ebenfalls keine Parteientschädigung zu (vgl.
  Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und
    mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 

    
	
    3.

    	
    Parteientschädigungen
    werden keine zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]