# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35cf29e4-a597-504e-8309-f04f03aa853c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2020 C-1268/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1268-2019_2020-09-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1268/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Michela Bürki Moreni, Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Montenegro), 

Zustelladresse: c/o B._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch  

(Verfügung vom 19. Februar 2019). 

 

 

 

C-1268/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1965 geborene A._______ (nachfolgend: Versicherter oder 

Beschwerdeführer) ist Staatsangehöriger von Montenegro. Er war in den 

Jahren 1991 bis 1995 als Bauarbeiter mit Saisonnierstatus (act. 10) in der 

Schweiz erwerbstätig und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Al-

ters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IK-Auszug [act. 

11]). Danach kehrte er in seine Heimat Montenegro zurück, wo er eigenen 

Angaben zufolge aus gesundheitlichen Gründen bis 2004 keiner Erwerbs-

tätigkeit nachging und von 2004 bis 2010 als Sicherheitsmann in einem 

Einkaufszentrum gearbeitet hat. Diese Arbeit habe er aufgrund psychischer 

Probleme aufgeben müssen (act. 25, act. 29). 

B.  

B.a Der Versicherte meldete sich auf dem undatierten Formular YU/CH 4 

zum Bezug einer schweizerischen Invalidenrente an (act. 9), das der mon-

tenegrinische Versicherungsträger am 24. Mai 2016 (Eingang: 6. Juni 

2016) der Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK) übermittelte (act. 13). 

Auf entsprechende Aufforderung hin reichte der Versicherte der IV-Stelle 

für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) die IV-

Fragebögen (act. 25) sowie zahlreiche medizinische Unterlagen aus Mon-

tenegro ein (act. 30). Auf Empfehlung ihres medizinischen Dienstes 

(act. 53) ersuchte die IVSTA am 2. Februar 2017 den montenegrinischen 

Versicherungsträger, eine psychiatrische Untersuchung des Versicherten 

sowie eine Laboruntersuchung des Blutes zu veranlassen (act. 54). Nach 

Eingang weiterer Arztberichte (act. 58) und einer Stellungnahme des me-

dizinischen Dienstes vom 26. Juni 2017 (act. 63) wiederholte die IVSTA am 

5. Juli 2017 die Anfrage an den montenegrinischen Versicherungsträger 

(act. 64). Da trotz Mahnung (act. 69) die gewünschten medizinischen Un-

terlagen nicht übermittelt wurden, empfahl der medizinische Dienst am 

27. November 2017 eine internistisch-psychiatrische Begutachtung mit 

Blutbild in der Schweiz (act. 71). Am 8. Dezember 2017 übermittelte der 

montenegrinische Versicherungsträger weitere medizinische Unterlagen 

(act. 73-78). Der medizinische Dienst hielt am 18. März 2018 (act. 84), am 

25. März 2018 (act. 86) und 15. Mai 2018 (act. 90) an der Empfehlung, eine 

Begutachtung in der Schweiz durchzuführen, fest.  

B.b Am 22. Mai 2018 gab die IVSTA bei der C._______ AG, (…), ein bidis-

ziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen Innere Medizin und Psychiatrie 

in Auftrag (act. 94). Bevor das Gutachten am 4. September 2018 erstattet 

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Seite 3 

wurde (act. 123), reichte der Versicherte am 2. August 2018 (act. 102) und 

9. August 2018 weitere medizinische Unterlagen ein (act. 106). Nach Ein-

holen einer medizinisch-juristischen Beurteilung vom 10. Oktober 2018 

durch interne Experten der IVSTA (act. 130) stellte diese dem Versicherten 

gestützt auf das Gutachten der C._______, wonach beim Versicherten eine 

seit Jahren bekannte, schwere Alkoholabhängigkeit im Vordergrund stehe, 

mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2018 die Abweisung des Leistungsbe-

gehrens in Aussicht (act. 131). Auf Einwand des Versicherten vom 7. No-

vember 2018 hin (act. 132) holte die IVSTA bei der Begutachtungsstelle 

eine ergänzende Stellungnahme vom 23. Januar 2019 ein (act. 136). Nach 

weiteren Einwänden des Versicherten vom 8. Februar 2019 (act. 138) wies 

die IVSTA das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 19. Februar 2019 ab, 

weil ein im Sinne des Gesetzes nicht invaliditätsbegründender Alkoholis-

mus vorliege (act. 140).  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte durch seinen nichtanwaltli-

chen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 14. März 2019 (Datum Poststem-

pel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ab 1. April 2015 min-

destens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen oder die Sache sei erneut 

abzuklären. Er macht im Wesentlichen geltend, dass zur Beurteilung des 

Leistungsanspruchs nicht auf das Gutachten der C._______, sondern auf 

die medizinische Dokumentation aus seinem Heimatland abzustellen sei 

(BVGer-act. 1). 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. März 2019 wurde der Beschwerdeführer 

aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 800.– zu leisten (BVGer-

act. 3). Am 5. April 2019 wurde dem Konto des Bundesverwaltungsgerichts 

ein Betrag von Fr. 792.29 gutgeschrieben (BVGer-act. 6). Auf entspre-

chende Aufforderung vom 11. April 2019 hin (BVGer-act. 7) wurde der 

Restbetrag von Fr. 7.71 geleistet (BVGer-act. 9).   

E.  

Der Beschwerdeführer reichte unaufgefordert am 29. April 2019 zwei ärzt-

liche Berichte vom 16. April 2019 (BVGer-act. 11) und am 16. Mai 2019 

eine Bestätigung des Zentrums D._______ vom 6. Mai 2019 (BVGer-act. 

15) ein. 

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Seite 4 

F.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 4. Juni 2019 unter 

Hinweis auf eine Stellungnahme ihres medizinischen Dienstes vom 20. Mai 

2019 die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 22). 

G.  

Mit Replik vom 20. Juni 2019 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung der Vorinstanz Stellung und hielt an seinem Rechtsbegehren fest 

(BVGer-act. 24). 

H.  

Mit Duplik vom 16. September 2019 hielt die Vorinstanz gestützt auf eine 

Stellungnahme ihres medizinischen Dienstes vom 2. September 2019, wo-

nach auch im Rahmen der mit Urteil vom 11. Juli 2019 vom Bundesgericht 

geänderten Rechtsprechung bezüglich der invalidenversicherungsrechtli-

chen Relevanz von Suchterkrankungen auf das Gutachten der C._______ 

abgestellt werden könne, am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest 

(BVGer-act. 29).  

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 20. September 2019 wurde der Schriften-

wechsel abgeschlossen (BVGer-act. 30).  

J.  

Mit Spontaneingabe vom 26. September 2019 nahm der Beschwerdefüh-

rer zur Duplik der Vorinstanz Stellung (BVGer-act. 31). 

K.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-

nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; Art. 48 Abs. 1 

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VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde 

(Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 19. Februar 2019, mit der die Vorinstanz das erstmalige 

Leistungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Umstritten und 

vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist, ob die Vorinstanz den An-

spruch des Beschwerdeführers auf eine schweizerische Invalidenrente zu 

Recht verneint hat 

3.  

3.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 19. Februar 2019) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

3.2 Der Beschwerdeführer ist montenegrinischer Staatsangehöriger und 

wohnt in Montenegro. Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Ju-

goslawien blieben zunächst die Bestimmungen des Abkommens vom 

8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 

Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung (Sozial-

versicherungsabkommen; SR 0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen 

des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 198 E. 2B, 122 V 

381 E. 1 mit Hinweis). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit Nachfolgestaa-

ten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedonien) 

neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen. Seit 1. Januar 

2019 ist das Abkommen vom 11. Oktober 2010 zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft und Montenegro über Soziale Sicherheit (Sozi-

alversicherungsabkommen, SR 0.831.109.573.1) in Kraft. Für Staatsange-

hörige von Montenegro findet dieses in der Folge Anwendung. Der sachli-

che Geltungsbereich des Abkommens bezieht sich gemäss Art. 2 in der 

Schweiz unter anderem auf die Bundesgesetzgebung über die Invaliden-

versicherung. Nach Art. 4 des Sozialversicherungsabkommens sind die 

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Seite 6 

Staatsangehörigen des einen Vertragsstaates in ihren Rechten und Pflich-

ten aus den Rechtsvorschriften des anderen Vertragsstaates den Staats-

angehörigen dieses Vertragsstaates gleichgestellt soweit nichts anderes 

bestimmt ist. Da vorliegend keine abweichenden Bestimmungen zur An-

wendung gelangen, bestimmt sich der Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung aufgrund des 

schweizerischen Rechts. 

4.  

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

4.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Art. 29 Abs. 1 IVG sieht vor, dass der Rentenanspruch 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Mo-

nat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht. 

4.3 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und 

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Seite 7 

gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. 

Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-

gen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 

125 V 351 E. 3a). 

4.4 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-

holten Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anforde-

rungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweis-

wert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässig-

keit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4).  

4.5 Die Prüfung, ob eine psychische Erkrankung eine rentenbegründende 

Invalidität zu begründen vermag, hat grundsätzlich anhand eines struktu-

rierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (BGE 143 V 

409 E. 4.5; 143 V 418 E. 6 ff.). Nach bisheriger und langjähriger höchst-

richterlicher Rechtsprechung führten Suchterkrankungen als solche nicht 

zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Sie wurden im Rahmen der 

Invalidenversicherung erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen 

Unfall bewirkt haben, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Er-

werbsfähigkeit beeinträchtigender, Gesundheitsschaden eingetreten war, 

oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheits-

schadens waren, dem Krankheitswert zukam. Ein invalidisierender psychi-

scher Gesundheitsschaden fehlte demgegenüber, wo in der Begutachtung 

im Wesentlichen nur Befunde erhoben wurden, welche in der Sucht ihre 

hinreichende Erklärung fanden (Hinweise zur bisherigen Rechtsprechung 

in BGE 145 V 215 E. 4.1). Diese Rechtsprechung änderte das Bundesge-

richt mit BGE 145 V 215 (Urteil 9C_724/2018 vom 11. Juli 2019) dahinge-

hend, dass Abhängigkeitssyndromen beziehungsweise Substanzkonsum-

störungen nicht zum vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Re-

levanz abgesprochen werden kann (E. 5.3.3), sondern diese vielmehr als 

invalidenversicherungsrechtlich beachtliche (psychische) Gesundheits-

schäden in Betracht fallen (E. 6). Es hat entschieden, dass fortan – gleich 

wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen – nach dem strukturier-

ten Beweisverfahren zu ermitteln sei, ob und gegebenenfalls inwieweit sich 

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Seite 8 

ein fachärztlich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirke (E. 6.3). 

4.5.1 Ausgangspunkt dieser Prüfung und erste Voraussetzung für eine An-

spruchsberechtigung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte Diag-

nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 

143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebli-

che Gesundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rah-

men einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt 

der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regel-

mässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leis-

tungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung be-

ruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 2.2.1).  

4.5.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine ver-

sicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt auf der zweiten Ebene an-

hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 

eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-

gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-

baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6). Die für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt 

systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwe-

regrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (Ausprä-

gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und 

Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persön-

lichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi-

sche Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kate-

gorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Fak-

toren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-

gleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliede-

rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2). 

4.5.3 Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl 

die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsan-

wendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den norma-

tiven Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der ent-

sprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechts-

anwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, 

ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen 

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gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun-

gen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit 

schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6). 

4.5.4 Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann von einem strukturierten 

Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht 

geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich 

nach dem konkreten Beweisbedarf (BGE 145 V 215 E. 4.3; 143 V 418 

E. 7.1). 

5.  

Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz – insbesondere mit Blick auf die mit BGE 

145 V 215 im Jahr 2019 geänderte Rechtsprechung – gestützt auf das bi-

disziplinäre Gutachten der C._______ vom 4. September 2018 einen Ren-

tenanspruch des Beschwerdeführers verneinen durfte bzw. ob der medizi-

nische Sachverhalt genügend abgeklärt ist. 

5.1 Das von Dr. med. E._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, und Dr. med. F._______, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 

erstellte bidisziplinäre Gutachten beruht auf einer Anamneseerhebung, 

fachärztlichen Untersuchungen, die am 16. August 2018 stattfanden, und 

wurde in Kenntnis der wesentlichen Vorakten erstellt. Gegenüber den Gut-

achtern berichtete der Beschwerdeführer, dass er sich seit Jahren in psy-

chiatrischer Behandlung befinde. Er klagte über eine innere Unruhe, Angst- 

und Panikzustände mit Zittern, Schweissausbrüche und eine ausgeprägte 

Schlafstörung. Er sei depressiv und lebe sozial stark isoliert. Seit einem 

Unfall im Jahr 1987 habe er zudem immer wieder Kopfschmerzen mit 

Schwindelattacken. Er habe auch einen hohen Blutdruck. Er gab zudem 

an, er habe früher viel Alkohol getrunken, lebe aber seit etwa fünf bis sechs 

Jahren absolut abstinent. 

5.2 Im allgemein-internistischen Teilgutachten wurde keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Es wurden folgende Diagnosen 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: 

– Arterielle Hypertonie 

– Ausgeprägte Beinvarikosis 

– Rosacea 

– Hepatopathie, wahrscheinlich äthyltoxisch bedingt  

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2019&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Sucht&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-409%3Ade&number_of_ranks=0#page409

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Seite 10 

Die Gutachterin hielt fest, dass sich aus allgemein-internistischer Sicht 

keine Einschränkungen von Relevanz und Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

finden würden. Beim Beschwerdeführer sei eine arterielle Hypertonie und 

eine ausgeprägte Beinvarikosis festzustellen. Der Blutdruck sei ordentlich 

eingestellt, die Varikosis sei nicht behandelt. Es werde diesbezüglich das 

Tragen von Kompressionsstrümpfen und die Evaluation einer operativen 

Versorgung empfohlen. 

5.3 Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ebenfalls keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Es wurden folgende Diagnosen 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: 

– Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (Alkoholabhängigkeit), 

ICD-10: F10.25 

– Affektive Störung (nicht näher bezeichnet), gegenwärtig leichte depressive 

Episode, ICD-10: F39 

Der fallführende psychiatrische Experte führte aus, dass der Beschwerde-

führer sowohl anamnestisch wie auch gegenwärtig ein massives Alkohol-

problem gehabt habe bzw. noch habe. Die von den behandelnden Ärzten 

aus Montenegro diagnostizierte schizo-affektive Psychose sei nicht belegt 

und nicht nachvollziehbar. Mit grosser Wahrscheinlichkeit leide er an einer 

chronifizierten depressiven Stimmungslage. Ob dies Ursache oder Folge 

des massiven Alkoholkonsums sei, könne nicht beurteilt werden. Im Vor-

dergrund stehe zurzeit zweifellos der Alkoholkonsum. Mit hoher Wahr-

scheinlichkeit sei das Alkoholproblem nie spezifisch behandelt worden. Ob 

die Alkoholabhängigkeit primär oder sekundär entstanden sei, könne retro-

spektiv nicht beurteilt werden. Offensichtliche psychische Sekundärschä-

den in Folge des Alkoholkonsums hätten bei der klinischen Untersuchung 

nicht beobachtet werden können. Aus versicherungsmedizinischer Sicht 

könne die Alkoholabhängigkeit deshalb nicht als Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit betrachtet werden. Die bei der aktuellen Untersuchung 

gefundenen leichten depressiven Symptome würden an und für sich keine 

nennenswerte Reduktion der Arbeitsfähigkeit verursachen. Der Beschwer-

deführer habe sich zur Zeit der Untersuchung in einem nicht adäquat me-

dizierten Zustand befunden, trotzdem habe sich keine nennenswerte Psy-

chopathologie gezeigt. Dies widerlege die Annahme eines behandlungsbe-

dingten symptomarmen Zustands. Weiter hielt der Gutachter fest, dass der 

Beschwerdeführer mehrfach beteuert habe, dass er seit Jahren keinen Al-

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Seite 11 

kohol mehr konsumiere. Dies sei durch die Blutuntersuchung eindeutig wi-

derlegt worden. Der CDT-Wert von 10.9 % sei ausserordentlich hoch (nor-

mal sei ein Wert von unter 1.6 %). Dies sei ein Hinweis auf einen exzessiv 

hohen Alkoholkonsum in den letzten Wochen vor der Untersuchung. Die 

Angaben des Beschwerdeführers bezüglich seines Aktivitätsniveaus hät-

ten nicht dem Eindruck entsprochen, den er bei der psychiatrischen Unter-

suchung gemacht habe. Solange die massive Alkoholproblematik bestehe, 

könne keine abschliessende Beurteilung seiner Fähigkeiten, Ressourcen 

und Belastungen gemacht werden. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe 

aktuell (neben der Alkoholabhängigkeit) keine Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Wachmann in einem Ein-

kaufszentrum. Der bisherige Verlauf der Arbeitsfähigkeit sei nicht mit ab-

schliessender Sicherheit zu beurteilen. Eine abschliessende Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei unter den gegebenen Um-

ständen (anhaltender massiver Alkoholkonsum) nicht möglich. Aus rein 

psychiatrischer Sicht bestünden aktuell keine zusätzlichen Einschränkun-

gen der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.  

5.3.1 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde festge-

halten, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht aktuell keine Arbeitsun-

fähigkeit attestiert werden könne.  

5.4 Aus dem Gutachten ergibt sich somit, dass beim Beschwerdeführer 

eine seit vielen Jahren bekannte und wohl anhaltende Alkoholproblematik 

mit massivem Alkoholkonsum im Vordergrund steht (vgl. auch medizinisch-

juristische Beurteilung vom 10. Oktober 2018 [act. 130]). Die Diagnose Al-

koholabhängigkeit (ICD-10: F10.25) ist grundsätzlich nachvollziehbar. Die 

im Rahmen der internistischen Begutachtung diagnostizierte Leberschädi-

gung sowie der sehr hohe CDT-Wert von 10.9 % weisen auf einen chroni-

schen und übermässigen Alkoholkonsum hin (vgl. dazu S3-Leitlinie 

«Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen» 

Stand: 28. Februar 2016, S. 23; abrufbar unter: www. awmf.org). Die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte seit Jahren eingehaltene Abstinenz 

ist angesichts des massiv erhöhten CDT-Werts nicht glaubhaft. Zudem 

ergaben auch die am 12. April 2017, 11. Mai 2017, 22. August 2017 und 

28. November 2017 in Montenegro durchgeführten Laboruntersuchungen 

erhöhte Leberwerte (act. 58, act. 75-77, act. 106 S. 10). Aktenmässig be-

legt und unbestritten ist überdies, dass der Beschwerdeführer am Tag der 

Begutachtung im Hotel insgesamt fünf kleine Biere konsumiert hat 

(act. 128), was eine absolute Abstinenz widerlegt. Vor diesem Hintergrund 

vermögen die im Beschwerdeverfahren eingereichten Bestätigungen des 

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Seite 12 

behandelnden Psychiaters vom 16. April 2019, des Hausarztes vom 16. 

April 2019 (Beilagen zu BVGer-act. 11) und des Zentrums D._______ vom 

6. Mai 2019 (Beilage zu BVGer-act. 15), wonach der Beschwerdeführer 

schon seit längerer Zeit keinen Alkohol mehr konsumiere, die diagnosti-

sche Einordnung der Gutachter nicht anzuzweifeln, liegt diesen Bestäti-

gungen doch keinerlei Abstinenznachweis bei. Weiter ist es angesichts des 

im Rahmen der Begutachtung erhobenen psychiatrischen Befundes nach-

vollziehbar, dass der Gutachter nur ein leichtes depressives Geschehen 

diagnostiziert und das Vorliegen einer schizo-affektiven Störung (ICD-10: 

F25.1), wie dies vom behandelnden Psychiater Dr. G._______ (siehe seine 

aktuellsten Berichte vom 24. April 2018 [act. 113] und vom 24. Juli 2018 

[act. 104]) diagnostiziert wurde, verneint hat.  

5.5 Im vorliegenden Fall ist daher nach der geänderten Rechtsprechung 

gemäss BGE 145 V 215, die auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch 

nicht erledigten Fälle anzuwenden ist (vgl. Urteil 8C_245/2019 vom 

16. September 2019 E. 5 mit weiterem Hinweis), zu prüfen, ob die im Vor-

dergrund stehende Alkoholabhängigkeit invalidenversicherungsrechtlich 

relevant ist und eine Arbeitsunfähigkeit begründet. Das Gutachten der 

C._______ vom 4. September 2018 wurde erstellt, bevor das Bundesge-

richt am 11. Juli 2019 mit BGE 145 V 215 die Rechtsprechung zur invalidi-

sierenden Wirkung von Abhängigkeitssyndromen geändert hat. Gemäss 

altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren jedoch nicht per 

se ihren Beweiswert. Im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzel-

falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ist 

entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Be-

weisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6). Es ist 

daher im Folgenden zu prüfen, ob das Administrativgutachten – gegebe-

nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige 

Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz der Alkohol-

abhängigkeit im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht 

(vgl. BGE 141 V 281 E. 8). 

5.5.1 Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung vom 4. Juni 2019 festge-

halten, dass das Gutachten der C._______ die qualitativen Anforderungen 

der Rechtsprechung erfülle. Weiter hat sie mit Hinweis auf die bisherige 

Rechtsprechung darauf hingewiesen, dass die Alkoholsucht alleine keine 

Invalidität begründe, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfä-

higkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen Ge-

sundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt habe oder als 

deren Folge eingetreten sei. Im Rahmen ihrer Duplik hielt die Vorinstanz 

C-1268/2019 

Seite 13 

fest, sie habe aufgrund der geänderten Rechtsprechung bezüglich des 

Leistungsanspruchs bei Vorliegen einer Suchterkrankung den Sachverhalt 

nochmals dem IV-ärztlichen Dienst zur Stellungnahme unterbreitet 

(BVGer-act. 29). Der IV-Arzt Dr. med. H._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 2. September 2019 

fest, dass der Gutachter ausgeführt habe, dass rückblickend nicht mehr 

festgestellt werde könne, ob eine primäre oder eine sekundäre Suchter-

krankung vorliege. Es handle sich entgegen der medizinisch-juristischen 

Beurteilung vom 10. Oktober 2018 damit nicht um eine primäre Suchter-

krankung. Der vom psychiatrischen Gutachter erhobene Befund sei mit 

Ausnahme einer leichten depressiven Symptomatik nahezu bland. Der 

Gutachter habe keine relevante Symptomatik beschrieben, insbesondere 

keine kognitiven Einschränkungen, welche eine Arbeitsunfähigkeit begrün-

den könnten. Es sei nicht die Frage, ob eine primäre oder eine sekundäre 

Suchterkrankung vorliege. Entscheidend sei, dass keine relevanten psy-

chischen und somatischen Funktionseinschränkungen vorlägen, welche 

die Gutachter dazu bewogen hätten, eine Arbeitsunfähigkeit zu verneinen 

(von Seiten der Inneren Medizin sei im Gutachten auch keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden). Das Gutachten der 

C._______ vom 4. September 2019 erfülle damit auch unter Beachtung 

der neuen Rechtsprechung die formalen Kriterien, da das strukturierte Be-

weisverfahren unter Einbezug der Alkoholproblematik angewendet worden 

sei. Es könne auch im Rahmen der geänderten Rechtsprechung auf das 

Gutachten der C._______ abgestellt werden (Beilage zu BVGer-act. 29). 

5.5.2 Der Einschätzung des IV-Arztes Dr. med. H._______ kann – wie 

nachfolgend aufgezeigt wird – nicht gefolgt werden. Aus den Ausführungen 

des psychiatrischen Gutachters der C._______ wird ersichtlich, dass seine 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Lichte der bisherigen Rechtsprechung 

zur invalidisierenden Wirkung einer Suchterkrankung erfolgte. So hielt er 

fest, dass offensichtliche psychische Sekundärschäden in Folge des Alko-

holkonsums bei der klinischen Untersuchung nicht beobachtet werden 

könne, weshalb aus versicherungsmedizinischer Sicht die Alkoholsucht 

nicht als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit betrachtet werden 

können (S. 20). Er liess sich dabei offensichtlich von der mittlerweile über-

holten, aber damals geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung leiten, 

dass eine Suchterkrankung iv-rechtlich nur dann relevant sein kann, wenn 

sie eine Krankheit bewirkt hat oder wenn eine Krankheit Ursache der Sucht 

ist. Zudem handelte der psychiatrische Gutachter die von der Rechtspre-

chung inzwischen auch bei Substanzkonsumstörungen geforderten Indika-

toren (vgl. vorstehend E. 4.5.2) in seinem Gutachten nur teilweise, eher 

C-1268/2019 

Seite 14 

knapp und nicht systematisch ab. Insbesondere zog er dabei entgegen der 

Ansicht von Dr. med. H._______ die Alkoholabhängigkeit nicht mit ein. So 

klammerte der Gutachter bei der Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen 

und Belastungen (S. 21) die Alkoholproblematik aus, indem er festhielt, 

dass solange diese bestehe, keine abschliessende Beurteilung seiner Fä-

higkeiten, Ressourcen und Belastungen gemacht werden könne. Der Gut-

achter hat die diagnostizierte Alkoholsucht nicht im Zusammenhang mit 

dem sozialen Kontext und den Ressourcen diskutiert. Zur Frage, ob der 

Beschwerdeführer über genügend Ressourcen verfügt, um das Verlangen, 

Alkohol zu konsumieren, zu überwinden, hat er sich ebenfalls nicht geäus-

sert. Die funktionellen Auswirkungen der Alkoholabhängigkeit wurden so-

mit vom Gutachter nicht näher abgeklärt. Eine ergebnisoffene Prüfung fand 

nicht statt. Vielmehr ging der Gutachter – der damals herrschenden Recht-

sprechung folgend – per se von einer nicht invalidisierenden Wirkung der 

Suchterkrankung aus.  

5.5.3 Gemäss den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters liegt 

beim Beschwerdeführer eine massive Alkoholproblematik vor, die in jeder 

Hinsicht eine grosse Belastung sei (S. 4) und die Prognose stark beein-

trächtige (S. 20). Es kann daher vorliegend nicht ohne eingehende Prüfung 

der Standardindikatoren davon ausgegangen werden, dass keine leis-

tungsbegründenden Folgen der Alkoholsucht bestehen. Eine abschlies-

sende Beurteilung der einzelnen massgeblichen Standardindikatoren ist 

auch auf der Basis der kurzen Stellungnahme des IV-Arztes Dr. med. 

H._______ vom 2. September 2019 nicht möglich, handelte dieser die In-

dikatoren doch nicht ab, sondern verwies nur darauf, dass im Gutachten 

keine somatischen oder psychischen Funktionseinschränkungen beschrie-

ben worden seien. Dies überzeugt nicht, hat doch der psychiatrische Gut-

achter – wie bereits erwähnt – bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

die Alkoholproblematik ausgeklammert. Zudem ist auch die Unterschei-

dung nach einer primären oder sekundären Sucht seit BGE 145 V 215 nicht 

mehr zu treffen. Vielmehr kann jedes Suchtleiden potentiell invalidisierend 

sein, vorausgesetzt, die funktionelle Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt. 

Ob und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus-

wirkt, kann jedoch gestützt auf das Gutachten der C._______ und der Stel-

lungnahmen des medizinischen Dienstes nicht beurteilt werden. Auch den 

anderen (fach-)ärztlichen Berichten ist bezüglich der Standardindikatoren 

nichts Hilfreiches zu entnehmen. Es fehlt damit ärztlicherseits eine vertiefte 

Auseinandersetzung mit den gemäss BGE 141 V 281 massgeblichen Ge-

sichtspunkten. 

C-1268/2019 

Seite 15 

5.6 Eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs ist auch ge-

stützt auf die zahlreichen ärztlichen Berichte aus der Heimat des Be-

schwerdeführers nicht möglich. Diese Berichte erfüllen die allgemeinen An-

forderungen an die Beweiskraft medizinischer Unterlagen offensichtlich 

nicht. So enthalten die sehr knapp gehaltenen Berichte insbesondere keine 

nachvollziehbar begründete Einschätzung der Leistungs- und Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers. Zudem orientieren sich die Berichte nicht an 

den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281. Selbst wenn dem Be-

schwerdeführer gestützt auf die eingereichten Berichte in Montenegro 

Leistungen zugesprochen worden sein sollten, kann er daraus keinen An-

spruch auf eine schweizerische Invalidenrente ableiten. Denn die rechts-

anwendenden Behörden in der Schweiz sind nicht an die Feststellungen 

ausländischer Versicherungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich Invali-

ditätsgrad und Anspruchsbeginn gebunden sind (vgl. BGE 130 V 253 

E. 2.4). Nach dem Gesagten kann – entgegen der Ansicht des Beschwer-

deführers – aufgrund der von ihm und der montenegrinischen Verbin-

dungsstelle vorgelegten medizinischen Unterlagen nicht über sein Leis-

tungsbegehren entschieden werden.  

6.  

Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt bis zum Erlass der ange-

fochtenen Verfügung vom 19. Februar 2019 in medizinischer Hinsicht nicht 

rechtsgenügend abgeklärt. Demzufolge ist es nicht möglich, mit dem im 

Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob, gegebenenfalls in welcher Höhe und 

ab wann der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenver-

sicherung hat.  

6.1 Da die angefochtene Verfügung gestützt auf eine unvollständige Sach-

verhaltsabklärung ergangen ist, ist die Sache in Anwendung von Art. 61 

Abs. 1 VwVG zur Vornahme der notwendigen medizinischen Abklärungen 

und hernach neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss welcher eine Rückweisung an 

die IV-Stelle insbesondere im Falle einer notwendigen Erhebung einer bis-

her vollständig ungeklärten Frage möglich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), 

wenn wie vorliegend die Vorinstanz den Leistungsanspruch noch nicht 

nach einer geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung geprüft hat 

und die massgeblichen Fragen im Zusammenhang mit der Prüfung der in-

validenversicherungsrechtlichen Relevanz einer Alkoholabhängigkeit in ei-

C-1268/2019 

Seite 16 

nem strukturierten Beweisverfahren in Nachachtung dieser neuen bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung noch völlig ungeklärt sind (vgl. Urteil des 

BGer 9C_450/2015 vom 29. März 2016 E. 4.2.2; Urteil des BVGer  

C-1444/2015 vom 17. Oktober 2017 E. 8.14). Überdies würde den Verfah-

rensbeteiligten mit dem Verzicht auf ein Administrativgutachten im Verwal-

tungsverfahren der doppelte Instanzenzug nicht gewahrt (vgl. Urteil des 

BVGer C-1882/2017 vom 3. April 2018 E. 6.1). 

6.2 Die Vorinstanz ist daher in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG anzu-

weisen, nach Aktualisierung und Vervollständigung der medizinischen Ak-

ten eine interdisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers zu veran-

lassen. Mit Blick auf die im Raum stehenden Befunde und Diagnosen er-

scheinen Expertisen in den Fachbereichen Innere Medizin und Psychiatrie 

(letztere insbesondere unter Berücksichtigung der Standardindikatoren ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung [BGE 143 V 418; 143 V 409; 

141 V 281] und der allfälligen Auswirkungen des Abhängigkeitssyndroms 

im Lichte der zwischenzeitlich mit BGE 145 V 215 angepassten Rechtspre-

chung) erforderlich. Angesichts der Berichte der behandelnden Neurologin 

Dr. I._______ vom 23. und 26. April 2018 (act. 115 und 116) scheint zudem 

der Einbezug der Fachdisziplin Neurologie als geboten. Ob neben den ge-

nannten Fachdisziplinen auch noch weitere Spezialisten beigezogen wer-

den, ist dem pflichtgemessen Ermessen der Gutachter zu überlassen, zu-

mal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über 

die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu BGE 139 V 349 

E. 3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 6.3.1; Urteil 

des BVGer C-4537/2017 E. 8). 

6.3 Die polydisziplinäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu er-

folgen, da die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen 

Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 

9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer 

C-3864/2017 vom 11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.) und vorliegend keine 

Gründe ersichtlich sind, die eine Begutachtung in der Schweiz als unver-

hältnismässig erscheinen liessen. Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach 

dem Zufallsprinzip gemäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermit-

teln (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 und Art. 72bis Abs. 2 IVV) und dem 

Beschwerdeführer sind die ihm zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräu-

men (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). 

 

C-1268/2019 

Seite 17 

6.4 Im Ergebnis ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Verfügung vom 19. Februar 2019 aufzuheben und die Sache an die  

Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im 

Sinne der Erwägungen über den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung neu verfüge.  

7.  

7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63 

Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der Be-

schwerde führenden Partei (BGE 141 V 281 E. 11.1), weshalb dem Be-

schwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– ist dem Beschwerdefüh-

rer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihm 

bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind eben-

falls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

7.2  Der bis zu dessen Geschäftsaufgabe per 31. Oktober 2019 durch den 

Juristen lic. iur. B._______ berufsmässig vertretene Beschwerdeführer hat 

gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Partei-

entschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da der nichtanwaltliche Vertreter 

keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung aufgrund der Ak-

ten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des 

gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache 

und der Schwierigkeit des Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleich-

baren Fällen gesprochenen Entschädigungen erscheint eine Parteient-

schädigung von pauschal Fr. 1’000.– angemessen (inkl. Auslagen, ohne 

Mehrwertsteuer; Art. 9 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Der unterliegen-

den Vorinstanz ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario). 

 

  

C-1268/2019 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 

19. Februar 2019 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückge-

wiesen wird, damit sie die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen und Be-

urteilungen des medizinischen Sachverhalts im Sinne der Erwägungen 

vornehme und anschliessend neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer 

geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– wird ihm nach Eintritt 

der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurückerstattet. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 1’000.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Michael Rutz 

 

C-1268/2019 

Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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