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**Case Identifier:** b0e6cb31-d660-52d0-bfd5-3d3035219fad
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 01.12.2023 VBE.2023.273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-273_2023-12-01.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.273 / sb / nl 
Art. 147 

 

 

Urteil vom 1. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Berner 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

vertreten durch MLaw Sämi Meier, Rechtsanwalt, Matthofstrand 6,  

Postfach, 6005 Luzern  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

vertreten durch MLaw Nadine Berchtold-Suter, LL.M., Schwanenplatz 4, 

6004 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 9. Mai 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1961 geborene Beschwerdeführer war bei der B._____ AG als Be-

triebsmitarbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerde-

gegnerin obligatorisch gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufs-

unfällen und Berufskrankheiten versichert. Nach eigenen Angaben ver-

letzte er sich am 2. März 2016 beim Aussteigen aus einem Lieferwagen an 

der rechten Schulter. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungs-

pflicht für dieses Ereignis und richtete die gesetzlichen Leistungen (Heilbe-

handlung und Taggeld) aus. Am 13. September 2018 meldete der Be-

schwerdeführer der Beschwerdegegnerin ferner, er habe sich im Rahmen 

von Wiedereingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung am 

17. Mai 2017 beim Anheben von Kisten erneut an der rechten Schulter ver-

letzt. Mit Verfügung vom 11. Juni 2020 stellte die Beschwerdegegnerin ihre 

vorübergehenden Leistungen unter gleichzeitiger Verneinung eines An-

spruchs des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente oder eine Integri-

tätsentschädigung bezüglich des Ereignisses vom 2. März 2016 per 

30. Juni 2020 ein. Mit Verfügung vom 17. September 2020 verneinte sie 

ferner ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 

17. Mai 2017. Mit Einspracheentscheid vom 8. Januar 2021 wies die Be-

schwerdegegnerin die gegen diese beiden Verfügungen am 6. Juli 2020 

respektive am 15. Oktober 2020 vom Beschwerdeführer erhobenen Ein-

sprachen ab. Die dagegen vom Beschwerdeführer am 9. Februar 2021 er-

hobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Urteil 

VBE.2021.85 vom 6. Juli 2021 teilweise gut, hob den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 8. Januar 2021 auf und wies die Sache zur 

weiteren Abklärung sowie anschliessenden Neuverfügung an die Be-

schwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

In der Folge tätigte die Beschwerdegegnerin weitere sachverhaltliche Ab-

klärungen. Insbesondere liess sie den Beschwerdeführer durch Dr. med. 

C._____, Facharzt für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, und pract. med. D._____, Klinik 

E._____, orthopädisch-chirurgisch begutachten. Gestützt auf das am 

6. Juni 2022 erstattete Gutachten und nach Rücksprache mit ihrem inter-

nen kreisärztlichen Dienst hielt die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 

27. September 2022 am Fallabschluss mit Einstellung der vorübergehen-

den Leistungen per 30. Juni 2020 fest. Mit Verfügung vom 7. November 

2022 verneinte sie einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali-

denrente und sprach diesem bei einer Integritätseinbusse von 10 % eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 14'820.00 zu. Die dagegen am 17. No-

vember 2022 erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 9. Mai 2023 ab.  

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 2. Juni 2023 frist-

gerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

" 1. 
Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 09.05.2023 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwer-
deführer die ihm zustehenden Versicherungsleistungen (insb. Heilkosten- 
und Taggeldleistungen) weiterhin resp. über den 03.06.2022 hinaus zu er-
bringen. 
 
2. 
Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
09.05.2023 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem 
Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mind. 50% sowie eine Integri-
tätsentschädigung von mind. CHF 29'640.00 zuzusprechen. 
 
3.  
Subeventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 09.05.2023 aufzuheben und nach Massgabe der nachstehenden so-
wie der gerichtlichen Erwägungen zwecks Neubeurteilung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 10. Juli 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 9. Mai 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 324) zu 

Recht die vorübergehenden Leistungen per 30. Juni 2020 eingestellt, einen 

Invalidenrentenanspruch des Beschwerdeführers verneint und diesem eine 

auf einer Integritätseinbusse von 10 % basierende Integritätsentschädi-

gung zugesprochen hat.  

 

2. 

Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des 

UVG bzw. der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfallverhütung in 

Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereignet haben, nach 

bisherigem Recht gewährt. Demnach ist vorliegend für das Ereignis vom 

 - 4 - 

 

 

2. März 2016 das bis 31. Dezember 2016 in Kraft gewesene Unfallversi-

cherungsrecht zur Anwendung zu bringen. Für das Ereignis vom 17. Mai 

2017 sind die ab 1. Januar 2017 geltenden Bestimmungen zu beachten.  

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Erleidet sie durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-

schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 

 

3.2. 

Gemäss Art. 19 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortset-

zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund-

heitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 

sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung 

und die Taggeldleistungen dahin (Abs. 1 zweiter Satz; vgl. auch Art. 16 

Abs. 2 zweiter Satz UVG). Nach konstanter Rechtsprechung heisst dies, 

der Versicherer hat – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der In-

validenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das 

Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes er-

wartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung 

der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 

auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschlies-

sen (BGE 144 V 354 E. 4.1 S. 357 f. und 134 V 109 E. 4.1 S. 114 mit Hin-

weisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 23. Juni 

2021 E. 3.2). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszu-

standes des Versicherten zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht 

näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzep-

tion nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies 

namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wieder-

herstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestim-

men. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den 

Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-

serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 

nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen).  

 

 - 5 - 

 

 

3.3. 

3.3.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank-

heit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa-

chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 

oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-

hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163 und 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; 

vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

3.3.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 

2020 E. 8). 

 

3.4. 

3.4.1. 

Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-

sen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-

gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-

tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). Ferner hat 

der Arzt die Schätzung des Integritätsschadens vorzunehmen (PHILIPP 

PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach 

dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-

gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 2009 S. 344). Die 

Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem Befund ist der Integritätsschaden für 

 - 6 - 

 

 

alle Versicherten gleich. Er wird abstrakt und egalitär bemessen (RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, 

S. 166 mit Hinweisen). 

 

3.4.2. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.4.3. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und 125 V 351 E. 3b/bb 

S. 353). Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich 

der Sozialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kom-

mentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

3.4.4. 

Die Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizini-

scher Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt. Ihnen kommt praxisge-

mäss jedoch nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag ge-

gebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. und 122 V 157 

 - 7 - 

 

 

E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-

ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-

gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

9. Mai 2023 (VB 324) in medizinischer Hinsicht zum einen auf das von ihr 

– in Umsetzung des Urteils des Versicherungsgerichts VBE.2021.85 vom 

6. Juli 2021 (VB 238) – zur Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen den rechtsseitigen Schulterbeschwerden des Beschwerdeführers 

und den Ereignissen vom 2. März 2016 und vom 17. Mai 2017 eingeholte 

orthopädisch-chirurgische Gutachten von Dr. med. C._____ und 

pract. med. D._____ vom 6. Juni 2022 (VB 275). Darin wurde die Diagnose 

eines Status nach Schulterarthroskopie rechts mit arthroskopischer LBS-

Tenotomie, LBS-Tenodese in Mini-Open-Technik und arthroskopischer 

subakromialer Dekompression am 25. August 2016 bei Subscapularisober-

randläsion mit Pulley-Läsion und subluxierter langer Bizepssehne nach 

Sturz am 2. März 2016 gestellt (VB 275, S. 17). An der rechten Schulter 

des Beschwerdeführers habe keine stumme oder manifeste Vorschädi-

gung bestanden. Das Ereignis vom 2. März 2016 habe überwiegend wahr-

scheinlich zu einer objektivierbaren strukturellen Schädigung der rechten 

Schulter des Beschwerdeführers geführt. Die durchgeführten konservati-

ven Therapiemassnahmen (Physiotherapie, Analgetika) hätten keine nach-

haltige Verbesserung des Gesundheitszustands bewirkt. Bei insgesamt 

protrahiertem Verlauf und aktuell weiterhin persistierenden Schmerzen 

könnte eine Revisions-Schulterarthroskopie mit Bilanzierung der Rotato-

renmanschette und gegebenenfalls Rekonstruktion der Subscapula-

rissehne, Entfernung von Vernarbungen (Arthrolyse) und wenn möglich 

Entfernung der LBS-Tenodese-Schraube evaluiert werden. Jedoch be-

stehe bei diesem Eingriff zum jetzigen Zeitpunkt keine Garantie für eine 

Besserung des Beschwerdezustands bei bereits chronifizierten Schmerzen 

(VB 275, S. 18 f.). Dem Ereignis vom 17. Mai 2017 komme keine natürlich-

kausale Bedeutung für die aktuell beklagten Beschwerden der rechten 

Schulter zu (VB 275, S. 20). 

 

4.2. 

Die Beschwerdegegnerin legte die Sache zudem nach Eingang des ortho-

pädisch-chirurgischen Gutachtens vom 6. Juni 2022 Kreisarzt Dr. med. 

 - 8 - 

 

 

F._____, Facharzt für Allgemeinmedizin (A), vor. Dieser hielt mit Stellung-

nahme vom 12. Juli 2022 fest, nach Lage der Akten könne davon ausge-

gangen werden, dass "seit 2019" nicht mehr mit einer namhaften Besse-

rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers durch Fortset-

zung der ärztlichen Behandlung gerechnet werden könne. Insbesondere 

zur Evaluation der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei eine 

arbeitsorientierte Rehabilitation in der Klinik G._____ zu empfehlen 

(VB 285, S. 2). 

 

4.3. 

Nachdem der Beschwerdeführer am 28. Juli 2022 mitgeteilt hatte, eine sta-

tionäre Rehabilitation sei für ihn "keine Option" (VB 294, S. 1), legte die 

Beschwerdegegnerin die Sache abermals Dr. med. F._____ vor. Dieser 

hielt gestützt auf die gutachterlich erhobenen Befunde an der rechten 

Schulter des Beschwerdeführers sowie mit Blick auf die weitere medizini-

sche Aktenlage mit Stellungnahme vom 14. September 2022 fest, dass von 

weiteren medizinischen Massnahmen hinsichtlich des Unfalls vom 2. März 

2016 keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Be-

schwerdeführers zu erwarten sei. Vielmehr bestehe seit 2019 ein unverän-

derter Zustand. Im orthopädisch-chirurgischen Gutachten vom 6. Juni 2022 

sei eine gute Beweglichkeit der rechten Schulter dokumentiert. Es sei daher 

– "auch unter Berücksichtigung der sonstigen […] versicherten Ereignisse" 

– ab sofort von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten wechsel-

belastenden leichten bis mittelschweren und etwa zur Hälfte sitzend aus-

zuübenden Tätigkeit auszugehen, wobei Tätigkeiten in unebenem Ge-

lände, kniende oder kauernden Tätigkeiten sowie Tätigkeiten auf Leitern 

oder Gerüsten zu vermeiden seien. Aufgrund der Befunde an der rechten 

Schulter seien ferner Tätigkeiten über Schulterniveau, Tätigkeiten mit kör-

perfernen Gewichtsbelastungen von mehr als 3 kg, mit Schlägen oder 

Stössen sowie Vibrationen für das rechte Schultergelenk verbundene Tä-

tigkeiten und Tätigkeiten mit Ziehen oder Stossen von schweren Lasten 

ausgeschlossen. Die vom Beschwerdeführer ferner geltend gemachten 

beidseitigen Kniebeschwerden seien nicht auf das Ereignis vom 2. März 

2016 zurückzuführen, wie bereits mit Bericht vom 24. März 2017 über die 

kreisärztliche Untersuchung vom 23. März 2017 dargelegt worden sei 

(VB 299, S. 2). Diesem Bericht ist – hinsichtlich des ursächlichen Zusam-

menhangs der Kniebeschwerden mit einem Ereignis aus dem Jahr 2012 – 

zu entnehmen, die aktenkundigen bildgebenden Untersuchungen würden 

ausschliesslich degenerative, nicht unfallbedingte Befunde an den Knien 

zeigen (VB 101, S. 5 f.).  

 

4.4. 

Ebenfalls am 14. September 2022 hielt Dr. med. F._____ ferner in einer 

weiteren Stellungnahme fest, für die belastungsabhängigen Restbeschwer-

den der rechten Schulter würde unter Berücksichtigung der im orthopä-

 - 9 - 

 

 

disch-chirurgischen Gutachten vom 6. Juni 2022 festgestellten Schulterbe-

weglichkeit "gemäss Tabelle 1.2" keine entschädigungspflichtige Integri-

tätseinbusse bestehen. Unter Mitberücksichtigung der zu erwartenden mit-

tel- bis langfristigen Entwicklung sei die Integritätseinbusse jedoch – wie-

derum "gemäss Tabelle 1.2" – mit 10 % zu bemessen, was einer Beweg-

lichkeit bis 30° über die Horizontale entspreche (VB 300). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des orthopädisch-chirurgi-

schen Gutachtens von Dr. med. C._____ und pract. med. D._____ vom 

6. Juni 2022 umfassend fachärztlich untersucht. Dabei beurteilten die Gut-

achter die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situa-

tion in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten und unter Berücksich-

tigung der geklagten Beschwerden einleuchtend und gelangten zu einer 

nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten kommt 

damit grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. vorne 

E. 3.4.2. f.) zu. Es ist denn auch von den Parteien anerkannt, weshalb auf 

diesbezügliche Weiterungen zu verzichten und auf die gutachterliche Be-

urteilung abzustellen ist. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Aufgrund der Aktenlage erweist sich ferner das Abstellen auf eine reine 

Aktenbeurteilung, wie sie Dr. med. F._____ mit seinen Stellungnahmen 

vom 14. September 2022 (VB 299 f.) vorgenommen hat, als Beweisgrund-

lage ohne Weiteres als zulässig. Insbesondere ergibt sich aus den auf per-

sönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers beruhenden sowie ein 

vollständiges und unumstrittenes Bild über Anamnese, Verlauf und gegen-

wärtigen Status vermittelnden Akten ein feststehender medizinischer Sach-

verhalt, womit sich weitere Untersuchungen erübrigen (vgl. statt vieler Ur-

teile des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 und 

9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1). Die Stellungnahmen von 

Dr. med. F._____ sind zudem umfassend, berücksichtigen die massgeben-

den Beschwerden sowie Vorakten und ist in ihrer Beurteilung des medizi-

nischen Sachverhalts sowie im Speziellen der Einschätzung betreffend die 

Bedeutung des Ereignisses vom 2. März 2016 für die vom Beschwerdefüh-

rer geklagten Kniebeschwerden und der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-

ten Tätigkeit sowie der unfallbedingten Integritätseinbusse einleuchtend 

begründet (vgl. dazu vorne E. 3.4.2.).  

 

5.2.2. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers schliesst der Umstand, dass 

Dr. med. F._____ bereits früher von der Beschwerdegegnerin zu Rate ge-

zogen und zu einer für den Beschwerdeführer ungünstigen Schlussfolge-

rung gelangt war, dessen erneuten Beizug rechtsprechungsgemäss nicht 

 - 10 - 

 

 

aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2017 vom 14. Februar 2018 

E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110 und SVR 2013 IV 

Nr. 30 S. 87, 8C_978/2012 E. 5.3.2). Dr. med. F._____ hat denn auch im 

weiteren Verfahren und insbesondere nach Erstattung des orthopädisch-

chirurgischen Gutachtens vom 6. Juni 2022 nie den Anschein der Befan-

genheit oder von Voreingenommenheit erweckt. Im Gegenteil erweisen 

sich insbesondere seine Stellungnahmen vom 14. September 2022 als ob-

jektiv und neutral, zumal Dr. med. F._____ diesen ohne Weiteres die – mit 

seiner eigenen früheren Beurteilung nicht übereinstimmenden – Ergeb-

nisse der versicherungsexternen orthopädisch-chirurgischen Begutach-

tung zu Grunde legte. Die Beschwerdegegnerin war zudem auch nicht 

durch das Urteil das Versicherungsgerichts VBE.2021.85 vom 6. Juli 2021 

verpflichtet, die Fragen der Unfallkausalität der Kniebeschwerden und der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (dazu sogleich E. 5.2.3.) gut-

achterlich beurteilen zu lassen. Rechtsprechungsgemäss besteht zudem 

kein förmlicher Anspruch auf eine versicherungsexterne Begutachtung 

(BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff.).  

 

5.2.3. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, entgegen der Stellungnahme von 

Dr. med. F._____ vom 14. September 2022 seien auch seine Kniebe-

schwerden auf das Ereignis vom 2. März 2016 zurückzuführen. Es finden 

sich in den weiteren medizinischen Akten jedoch keine fachärztlichen Be-

richte, welche – entgegen der Einschätzung von Dr. med. F._____ in des-

sen Stellungnahme vom 14. September 2022 – einen ursächlichen Zusam-

menhang zwischen den vom Beschwerdeführer beklagten Kniebeschwer-

den und dem Ereignis vom 2. März 2016 postulieren würden. Im Gegenteil 

werden in den Akten im Wesentlichen degenerative Befunde an den Knien 

beschrieben (vgl. bspw. den Bericht des Kantonsspitals H._____ vom 

8. Februar 2017 über eine MRI-Untersuchungen beider Knie vom 24. be-

ziehungsweise 25. Januar 2017 in VB 62 sowie die Diagnosen in den Be-

richten des Kantonsspitals H._____ vom 28. November [VB 121, S. 1] und 

20. Dezember 2017 [VB 135, S. 6]; siehe ferner bereits den undatierten Be-

richt des Kantonsspitals H._____ über die Ergebnisse einer MRI-Untersu-

chung des linken Knies vom 10. Oktober 2012 in VB 95, S. 4). Es bestehen 

demnach keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung von Dr. med. 

F._____, wonach die geltend gemachten beidseitigen Kniebeschwerden 

nicht auf das Ereignis vom 2. März 2016 zurückzuführen seien. Daran ver-

mögen mangels Relevanz (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_806/2021 

vom 5. Juli 2022 E. 5.2.3, 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E. 4.3, 

8C_794/2017 vom 27. März 2018 E. 4.2.2 und 9C_283/2017 vom 29. Au-

gust 2017 E. 4.1.2) auch die eigenen laienhaften medizinischen Ausführun-

gen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Ähnliches gilt für die vom 

Beschwerdeführer geltend gemacht Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 

einer angepassten Tätigkeit, welche dieser im Wesentlichen mit den fragli-

chen Kniebeschwerden begründet. In den weiteren medizinischen Akten 

 - 11 - 

 

 

finden sich für die Zeit ab Juni 2020 jedenfalls keine von der Arbeitsfähig-

keitseinschätzung von Dr. med. F._____ abweichenden begründeten fach-

ärztlichen Beurteilungen, welche zudem einzig auf das Ereignis vom 

2. März 2016 zurückzuführende Beschwerden berücksichtigen.  

 

5.3. 

Zusammengefasst ergibt sich damit, dass auf die Beurteilung im orthopä-

disch-chirurgischen Gutachten von Dr. med. C._____ und pract. med. 

D._____ vom 6. Juni 2022 und auf die Stellungnahmen von Kreisarzt 

Dr. med. F._____ vom 14. September 2022 abgestellt werden kann. Ge-

stützt darauf ist demnach davon auszugehen, dass die vom Beschwerde-

führer geklagten Beschwerden der rechten Schulter auf das Ereignis vom 

2. März 2016 zurückzuführen sind, die beidseitigen Kniebeschwerden nicht 

in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2. März 2016 

stehen und eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten wechselbelas-

tenden leichten bis mittelschweren Tätigkeit besteht. Dem Ereignis vom 

17. Mai 2017 kommt keine Bedeutung für die vom Beschwerdeführer noch 

geklagten Beschwerden zu, was von diesem auch nicht in Frage gestellt 

wird. Entgegen dessen Ansicht war die Beschwerdegegnerin ferner be-

rechtigt, den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit 

gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine 

Integritätsentschädigung abzuschliessen. So ergibt sich aus dem orthopä-

disch-chirurgischen Gutachten von Dr. med. C._____ und pract. med. 

D._____ vom 6. Juni 2022 sowie der Stellungnahme von Kreisarzt Dr. med. 

F._____ vom 14. September 2022 zweifelsfrei, dass von der Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-

standes mehr erwartet werden kann respektive eine solche bloss allenfalls 

möglich erscheint.  

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerdegegnerin nahm in ihrem Einspracheentscheid vom 9. Mai 

2023 (VB 324; vgl. auch deren Verfügung vom 7. November 2022 in 

VB 315) zur Bemessung eines allfälligen Anspruchs des Beschwerdefüh-

rers auf eine Invalidenrente gestützt auf die Angaben der früheren Arbeit-

geberin des Beschwerdeführers (VB 307, S. 2) für das Jahr 2020 ein Vali-

deneinkommen von Fr. 68'250.00 an. Das Invalideneinkommen bemass 

sie gestützt auf die Tabellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhe-

bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) des Jahres 2020 (Tabelle 

TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total) und unter Berücksichtigung der 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie unter 

Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % mit Fr. 62'524.00. Da-

raus errechnete sei einen Invaliditätsgrad von 8 %.  

 

 - 12 - 

 

 

6.2. 

6.2.1. 

Der Beschwerdeführer macht ein Valideneinkommen von Fr. 78'000.00 

geltend. Indes ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, 

worauf sich dieses Vorbringen stützt. Es bestehen ferner keine Hinweise, 

dass der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsscha-

den nicht fortgesetzt hätte. Die Beschwerdegegnerin hat daher zur Bemes-

sung des Valideneinkommens zu Recht gestützt auf die Angaben der frühe-

ren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers vom 1. November 2022 

(VB 307), wonach der Beschwerdeführer ohne den Unfall im Jahr 2020 

Fr. 68'250.00 (13 x Fr. 5'250.00) verdient hätte, am zuletzt erzielten und 

der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft 

(vgl. zum Ganzen BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; siehe ferner BGE 135 V 297 

E. 5.1 S. 300 f. und 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f. sowie Urteil des Bundesge-

richts 8C_505/2021 vom 30. Mai 2022 E. 3.2).  

 

6.2.2. 

Hinsichtlich des Invalideneinkommens bringt der Beschwerdeführer vor, es 

sei ihm wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen, seines Alters und 

seiner mangelnden Sprachkenntnisse beim Invalideneinkommen ein lei-

densbedingter Abzug von 25 % zu gewähren. Die gesundheitlichen Ein-

schränkungen fanden jedoch bereits bei der Bemessung der Arbeitsfähig-

keit in einer angepassten Tätigkeit respektive im angegebenen Profil der 

zumutbaren Tätigkeiten hinreichend Berücksichtigung, weshalb sie nicht 

zusätzlich in die Bemessung eines allfälligen leidensbedingten Abzugs ein-

fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 

führen dürfen (vgl. statt vieler BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20 mit Hinweis). Auf-

grund des relativ weit gefassten Profils zumutbarer Verweistätigkeiten kann 

ferner nicht angenommen werden, dass der Beschwerdeführer selbst im 

Rahmen angepasster körperlich leichter bis mittelschwerer Hilfsarbeitertä-

tigkeiten in seiner Leistungsfähigkeit (zusätzlich) eingeschränkt wäre und 

folglich (auch) bei Tätigkeiten im tiefsten Kompetenzniveau 1 weitere finan-

zielle Nachteile gewärtigen müsste. Der LSE-Tabellenlohn umfasst denn 

auch im tiefsten Kompetenzniveau eine Vielzahl von leichten und mittel-

schweren Tätigkeiten, weshalb selbst bei Verweisung auf lediglich leichte 

Tätigkeiten nicht grundsätzlich Veranlassung für einen leidensbedingten 

Abzug besteht (vgl. statt vieler SVR 2021 IV Nr. 8 S. 23, 8C_393/2020 

E. 4.2, SVR 2018 IV Nr. 45 S. 144, 9C_833/2017 E. 5.1 und Urteil des Bun-

desgerichts 8C_250/2020 vom 8. November 2022 E. 5.3.2). Mangelhafte 

Sprachkenntnisse führen bei Verwendung der Tabellenlöhne des Kompe-

tenzniveaus 1 rechtsprechungsgemäss nicht zu einem leidensbedingten 

Abzug (SVR 2022 IV Nr. 30 S. 102, 8C_799/2021 E. 4.3.3 und SVR 2017 

IV Nr. 17 S. 45, 8C_482/2016 E. 5.4.3, sowie Urteile des Bundesgerichts 

9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.5.1 und 8C_469/2016 vom 7. Sep-

tember 2016 E. 4.3.3). Zu berücksichtigen ist ferner, dass ein Alter von 

 - 13 - 

 

 

59 Jahren, wie der Beschwerdeführer es zum Zeitpunkt des frühestmögli-

chen Rentenbeginns im Juni 2020 aufwies, sich statistisch gesehen gar 

lohnerhöhend auswirkt (vgl. die Tabelle T17 der LSE 2020; siehe ferner 

statt vieler BGE 146 V 16 E. 7.2.1 S. 16 f. und SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 

8C_151/2020 E. 6.3.3). Den weiteren Akten sind keine anderen einen Ab-

zug begründenden Umstände zu entnehmen, weshalb insgesamt (vgl. zur 

gesamthaften Schätzung SVR 2021 IV Nr. 7 S. 19, 8C_151/2020 E. 6.3.2, 

SVR 2020 IV Nr. 50 S. 171, 9C_663/2019 E. 4, und SVR 2017 IV Nr. 91 

S. 284, 8C_320/2017 E. 3.3.1) kein leidensbedingter Abzug zu gewähren 

wäre. Auf eine Neufestsetzung des Invalideneinkommens und eine Neube-

rechnung des Invaliditätsgrads kann indes mangels Relevanz verzichtet 

werden. 

 

6.3. 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'250.00 und einem Invalidenein-

kommen von mindestens Fr. 62'524.00 resultiert ein Invaliditätsgrad von 

maximal 8 %. Dies vermag keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu ver-

mitteln (vgl. vorne E. 3.1.).  

 

7. 

7.1. 

Hinsichtlich der Integritätsentschädigung macht der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen unter Verweis auf Kniebeschwerden geltend, es könne nicht 

auf die Einschätzung der Integritätseinbusse durch Dr. med. F._____ in 

dessen Stellungnahme vom 14. September 2022 (VB 300) abgestellt wer-

den. Dem kann indes aus den bereits in E. 5.2. dargelegten Gründen nicht 

gefolgt werden. Ferner finden sich in den Akten keine anderslautenden 

(fach-)medizinischen Beurteilungen. Die Stellungnahme von Dr. med. 

F._____ vom 14. September 2022 erfolgte zudem unter Berücksichtigung 

der im orthopädisch-chirurgischen Gutachten vom 6. Juni 2022 festgestell-

ten Schulterbeweglichkeit sowie der zu erwartenden mittel- bis langfristigen 

Entwicklung. Es bestehen daher und vor dem Hintergrund, dass gemäss 

der Suva-Tabelle 1 betreffend "Integritätsschaden bei Funktionsstörungen 

an den oberen Extremitäten" bei einer bis 30º über die Horizontale beweg-

lichen Schulter von einer Integritätseinbusse von 10 % auszugehen ist, 

keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung der Integritätseinbusse 

durch Dr. med. F._____ in dessen Stellungnahme vom 14. September 

2022, weshalb auf diese abzustellen ist.  

 

7.2. 

Die (betragliche) Höhe der Integritätsentschädigung von Fr. 14'820.00 wird 

vom Beschwerdeführer nicht angezweifelt. Da der zur Bemessung der In-

tegritätsentschädigung massgebende Höchstbetrag des versicherten Jah-

resverdienstes (Art. 25 Abs. 1 UVG) im Unfalljahr 2016 Fr. 148'200.00 be-

trug (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV in seiner vom 1. Januar bis 31. Dezember 

2016 in Kraft gestandenen Fassung), kann bei einer Integritätseinbusse 

 - 14 - 

 

 

von 10 % auf diesbezügliche Weiterungen verzichtet werden, erweist sich 

die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Integritätsentschädigung 

doch offenkundig als zutreffend.  

 

8. 

Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 17. Mai 2017 sowie einen Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem Unfall vom 

2. März 2016 zu Recht verneint hat. Die Zusprache einer auf einer Integri-

tätseinbusse von 10 % basierenden Integritätsentschädigung von 

Fr. 14'820.00 für die verbleibenden Folgen des Unfalls vom 2. März 2016 

ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Der Einspracheentscheid der Be-

schwerdegegnerin vom 9. Mai 2023 erweist sich damit als rechtens. 

 

9. 

9.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

9.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

9.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

 - 15 - 

 

 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner