# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed0c0f53-4939-5b0f-a6ef-413c1a24cf26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.12.2011 E-2751/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2751-2007_2011-12-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­2751/2007

U r t e i l   v om   9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

Parteien A._______, geboren am (…),
dessen Ehefrau
B._______, geboren am (…),
und ihre Kinder
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
und
E._______, geboren am (…),
Kosovo und Serbien,
vertreten durch Hans Peter Roth, (…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz 

Gegenstand Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; 
Verfügung des BFM vom 19. März 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a.    Die  Beschwerdeführenden  verliessen  ihr  Heimatland  eigenen 
Angaben  zufolge  am  2.  November  2000  (Beschwerdeführer) 
beziehungsweise  7.  Januar  2002  (Beschwerdeführerin  und  die 
gemeinsamen  Kinder  C._______,  F._______,  D._______  und 
E._______)  und  suchten  am  6.  November  2000  beziehungsweise  17. 
Januar 2002 in der Schweiz um Asyl nach. Sie wurden für den Aufenthalt 
während des Asylverfahrens dem Kanton (…) zugewiesen.

A.b.  Mit  Verfügung  vom  14.  Juni  2002  lehnte  das  Bundesamt  für 
Flüchtlinge  (BFF,  neu: Bundesamt  für Migration, BFM)  die Asylgesuche 
ab, verfügte die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz 
und ordnete den Vollzug an.

A.c. Eine  dagegen erhobene Beschwerde  vom 12.  Juli  2002 wurde mit 
Urteil  der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK)  vom  13.  März  2003  gutgeheissen,  soweit  sich  die  Beschwerde 
gegen den Vollzug der Wegweisung gerichtet hat;  im Übrigen wurde sie 
abgewiesen.  Das  BFM  wurde  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

A.d.  Die  vorläufige  Aufnahme  der  Beschwerdeführenden  erfolgte  mit 
Verfügung des BFM vom 25. März 2003.

B.  
B.a. Am 29. August 2006 ersuchte das BFM das Amt für Ausländerfragen 
des  Kantons  (…),  zum  allfälligen  Vorliegen  eines  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalles im Sinne der damals geltenden asylgesetzlichen 
Bestimmung Stellung zu nehmen. 

B.b.  Gemäss Bericht vom 28. September 2006 erachtete der angefragte 
Kanton  die  Voraussetzungen  für  das  Bestehen  einer  schwerwiegenden 
persönlichen Notlage als erfüllt.

B.c.  Gleichwohl ersuchte das BFM das Schweizerische Verbindungsbüro 
in  Kosovo  am  7.  November  2006  um  Abklärungen,  namentlich  zur 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

B.d.  Mit  Schreiben  vom  13.  November  2006  teilte  das  BFM  den 
Beschwerdeführenden  mit,  es  beabsichtige,  die  vorläufige  Aufnahme 

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aufzuheben und ersuchte sie um Mitteilung ihrer Gründe, die gegen einen 
Vollzug der Wegweisung ins Heimatland sprechen.

B.e. Mit Schreiben vom 20. November 2006  teilte das Verbindungsbüro 
im Kosovo die folgenden Ergebnisse der Abklärungen dem BFM mit:

In  G._______  in  der  Nähe  der  von  den  Beschwerdeführenden 
angegebenen  ursprünglichen  Wohnadresse  führe  ein  (…)  des 
Beschwerdeführers  ein  Lebensmittelgeschäft.  Das  einstöckige  und 
ziemlich alte Haus des  verstorbenen Vaters  des Beschwerdeführers  sei 
mittlerweile  auf  einen  (…)  übergegangen. Dieser wohne  dort mit  seiner 
(…)  Familie.  Am  gleichen  Ort  befänden  sich  zwei  weitere  Häuser  im 
Familienbesitz: Das eine gehöre einem (…) des Beschwerdeführers, der 
sich  in  H._______  aufhalte  und  sich  lediglich  zwei  bis  drei Monate  pro 
Jahr  im  Kosovo  aufhalte,  und  das  andere,  ein  (…)  Neubau  unklaren 
Ausbaustandes,  gehöre  dessen  (…)  Söhnen,  die  in  der  Schweiz  leben 
würden.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  vor  dem  Krieg  in  einem 
gemieteten  Haus  in  der  Nachbarschaft  dieser  Objekte  gelebt.  Das 
Mietobjekt  sei  zur  Zeit  vermietet  und  in  einem  schlechten  Zustand.  Die 
grössten Probleme  in  der Region  seien  die Arbeitslosenquote  von  über 
50 % und die verbreitete Armut. Bei der Vergabe der raren Arbeitsstellen 
würden Minderheiten stark diskriminiert.

B.f.  Die  Beschwerdeführenden  wendeten  in  ihrem  Schreiben  vom  4. 
Dezember 2006 gegen eine Aufhebung der vorläufigen Aufnahme ein, sie 
hätten  sich  bis  anhin  korrekt  und  loyal  in  der  Schweiz  verhalten.  Der 
Beschwerdeführer  gehe  davon  aus,  in  wenigen  Monaten  genug  zu 
verdienen, um die finanzielle Unabhängigkeit der Familie zu erlangen. Er 
habe bereits ein wenig Deutsch gelernt, eine Arbeitsstelle gefunden und 
sei  dabei,  eine  Vollzeitanstellung  zu  suchen.  Er  würde  als  Angehöriger 
einer Minderheit  im Kosovo keine Arbeitsstelle finden. Er sei dort zudem 
von  albanisch­stämmigen  Männern  angeschossen  worden;  Narben  (…) 
zeugten  von  diesem Vorfall.  Er  habe  deshalb  panische Angst  vor  einer 
Rückkehr  an  den  Ort  des  Geschehens.  Er  rechne,  dort  nicht  einmal 
einige  Tage  überleben  zu  können.  Eine  andere  Unterkunftsmöglichkeit 
bestehe  nicht.  Die  Beschwerdeführerin  sei  sehr  krank,  könne  nicht 
arbeiten und müsse sich um die minderjährigen Kinder kümmern. Diese 
seien mittlerweile  eingeschult,  hätten  die  deutsche  Sprache  erlernt  und 
die albanische verlernt. Sie  fühlten sich  in der Schweiz wohl und hätten 
hier  ihren  Freundeskreis.  Eine  Rückkehr  in  den  Kosovo,  wo  Gewalt 

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herrsche und sie um  ihre Leben  fürchten müssten, sei unvorstellbar. Es 
liege ein Härtefall vor.

B.g.  Mit  Schreiben  vom  16.  Januar  2007  ersuchte  das  BFM  die 
Beschwerdeführenden, sich zu den Abklärungen des Verbindungsbüros, 
zur  schulischen  Situation  der  Kinder  sowie  zur  Erwerbstätigkeit  des 
Beschwerdeführers  zu  äussern  und  Beweismittel,  namentlich  ärztliche 
Berichte betreffend die Gesundheit der (…), einzureichen.

B.h.    Mit  Schreiben  vom  9.  Februar  2007  erklärten  die 
Beschwerdeführenden,  am  Herkunftsort  nicht  über  den  notwendigen 
Wohnraum  zu  verfügen;  das  für  zwei  Familien  zu  kleine  Elternhaus 
gehöre dem (…). Der (…) überlasse ihnen seine Liegenschaft nicht. Eine 
Rückkehr wäre  für die Familie eine  finanzielle und psychische Tragödie, 
zumal  beide  Eltern  krank  seien.  Dennoch  seien  sie  bestrebt,  in  der 
Schweiz  zu  arbeiten.  Auf  den  Beschwerdeführer  sei  im  Kosovo 
geschossen  worden  und  er  habe  Verletzungen  erlitten.  Man  habe  ihm 
gedroht,  ihn  umzubringen,  wenn  er  nicht  ausreise.  Deshalb  werde  die 
Gewährung  von  Aufenthaltsbewilligungen  oder  Asyl  beantragt. 
Eingereicht  wurden  Schulzeugnisse  der  Kinder,  ein  Arbeitsvertrag  der 
Beschwerdeführerin,  Lohnabrechnungen  des  Beschwerdeführers, 
Arztberichte  vom  24.  August  2004  und  4.  Februar  2006  den 
Beschwerdeführer betreffend und vom 18. Februar und 2. Juni 2004, 10. 
März  2006  sowie  19.  und  27.  Dezember  2006  die  Beschwerdeführerin 
betreffend. 

C.  
Mit Verfügung vom 19. März 2007 hob das BFM die am 23. März 2003 
angeordnete  vorläufige  Aufnahme  auf  und  forderte  die 
Beschwerdeführenden  auf,  die  Schweiz  bis  zum  19.  Juni  2007  zu 
verlassen. 

Das BFM führte zur Lage im Kosovo einleitend aus, es herrsche dort eine 
allgemeine Verbesserung der Situation der Minderheiten. Bezüglich des 
Vollzugs  der  Wegweisung  von  Angehörigen  von  albanisch­sprachigen 
Roma,  Ashkali  sowie  Ägyptern  sei  die  aktualisierte  Rechtsprechung  in 
EMARK 2006 Nr. 10 massgebend. So werde der Wegweisungsvollzug für 
Angehörige  der  erwähnten  Minderheiten  nicht  mehr  generell  als 
unzumutbar  betrachtet.  Sofern  die  Einzelabklärung  ergebe,  dass 
bestimmte  sozio­ökonomische  Kriterien  als  erfüllt  betrachtet  werden 
können,  gelte  der  Vollzug  der Wegweisung  als  zumutbar.  Die  positiven 

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Entwicklungen  im  innerethnischen  Umfeld  in  Kosovo  hätten  sich 
insbesondere  auf  Angehörige  der  Ashkali  ausgewirkt.  Auch  der  Hohe 
Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) betrachte Ashkali 
nicht  mehr  allein  aufgrund  ihrer  Volkszugehörigkeit  als  schutzbedürftig. 
Mittlerweile  sei  ein  Netz  von  Verbindungsbüros  aufgebaut  worden,  die 
den Zugang zu den Gerichten erleichtern sollen.  In Minderheitsgebieten 
würden gemischt­ethnische Polizeipatrouillen eingesetzt. Die Angabe des 
Beschwerdeführers, wonach er bei einer Rückkehr getötet werden könne, 
weil  früher auf  ihn geschossen worden sei,  sei bereits  im Asylentscheid 
vom  14.  Juni  2002  gewürdigt  worden.  Mithin  sei  der  Vollzug  der 
Wegweisung als zulässig zu betrachten. Die Einzelfallprüfung würde kein 
individuelles  Wegweisungshindernis  aufzeigen:  Am  früheren  Wohnort 
würden  zahlreiche  nahe  Verwandte  leben,  die  über  eigene 
Liegenschaften verfügen würden und diese, weil sie im Ausland wohnten, 
teilweise  bloss  während  zwei  bis  drei  Monaten  im  Jahr  selber  nutzen. 
Aufgrund dieser Sachlage könne davon ausgegangen werden, dass die 
Beschwerdeführenden  wenigstens  vorübergehend  in  einem  der  Häuser 
ihrer  Verwandten  wohnen  können.  Allenfalls  könne  auch  mit 
Unterstützung  der  in  der  Schweiz  und  in  H._______  wohnenden 
Verwandten  (darunter  […])  vorübergehend Wohnraum gemietet werden. 
Die  Beschwerdeführenden  hätten  mithin  im  Kosovo  ein  tragfähiges 
familiäres  Beziehungsnetz  und  genügend  Wohnraum.  Eine 
existenzgefährdende  Situation  sei  bei  dieser  Sachlage  nicht 
auszumachen, selbst wenn angesichts der angespannten wirtschaftlichen 
Lage  in  Kosovo  zweifellos  eine  Existenzschaffung  mit  gewissen 
Schwierigkeiten  verbunden  sei. Die Beschwerdeführerin  dürfte  aufgrund 
ihrer  gesundheitlichen  Situation  –  sie  leide  an  (…)  und  benötige  keine 
regelmässige  ärztliche Behandlung  –  und  geringen  schulischen Bildung 
wenig zur Existenzsicherung beitragen können. Dies im Unterschied zum 
Beschwerdeführer, der nach seiner Grundschule bis zur Ausreise als (…) 
tätig  gewesen  sei.  Ausserdem  könne  er  in  einem  traditionell  von  der 
Minderheit der Ashkali besetzten Erwerbsbereich ein Auskommen finden 
und Sozialhilfe bei den zuständigen Gemeindebehörden beantragen, was 
die  Wiedereingliederung  der  Familie  erleichtern  dürfte.  Zudem  sei  der 
Zugang  zur  ambulanten  oder  stationären medizinischen  Versorgung  für 
Angehörige  der  Ashkali  in  staatlichen  Einrichtungen  in  G._______ 
gewährleistet.  Einem allfälligen Vorrat  an Medikamenten  für  die  (…)  für 
die erste Zeit nach der Rückkehr stehe nichts  im Wege. Weiter könnten 
die  Beschwerdeführenden  Rückkehrhilfe  beim  Bund  beantragen.  Auch 
sei  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführenden  innerhalb  ihrer 
Anwesenheitsjahre  in der Schweiz es nicht geschafft hätten, sich  in den 

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hiesigen Arbeitsmarkt einzugliedern und ausreichend erwerbstätig zu sein 
– sie  dürften  somit  auch  in  der  nächsten  Zeit  von  Sozialhilfe  abhängig 
sein.  Der  Schulübertritt  der  zwei  jüngeren  Kinder  dürfte  an  ihrem 
Herkunftsort ohne grössere Probleme erfolgen. Der Einwand, wonach die 
Kinder mittlerweile ihre albanische Sprache verlernt hätten, widerspreche 
den Erfahrungen des Amtes. Mit Diskriminationen in der Schule müssten 
die  Kinder  nicht  rechnen.  Die  älteren  Kinder  dürften  hinsichtlich  ihres 
beruflichen Fortkommens mit gewissen Schwierigkeiten konfrontiert sein. 
Indessen  sei  aufgrund  ihrer  Ausgangslage  (Schulbildung, 
Sprachfähigkeiten,  Unterstützung  durch  Rückhilfeprogramm)  davon 
auszugehen, dass sie den Einstieg ins Erwerbsleben im Kosovo schaffen 
dürften. Somit sprächen keine generellen und individuellen Gründe gegen 
die  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges.  Der Wegweisungsvollzug 
sei somit durchführbar und die vorläufigen Aufnahmen aufzuheben. 

D. 
Mit  Eingabe  vom  18.  April  2007  (Poststempel)  erhoben  die 
Beschwerdeführenden  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  die 
Verfügung des BFM Beschwerde und beantragten deren Aufhebung; sie 
seien  wegen  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  weiterhin  in  der  vorläufigen  Aufnahme  zu 
belassen.  In  formeller  Hinsicht  ersuchten  sie  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Mit  der  Beschwerde  wurde  eine 
Kopie der angefochtenen Verfügung, ein Unterstützungsschreiben eines 
Sozialarbeiters vom 30. Januar 2007, die Bestätigung betreffend Entzug 
des Mandates des früheren Rechtvertreters vom 3. April 2007, die vom 3. 
April  2007  datierte  Vollmacht,  eine  Fürsorgebestätigung  vom  12.  April 
2007  und  ein  Bericht  über  die  Situation  der  Angehörigen  der  Roma  im 
Kosovo vom Juni 2006 eingereicht. 

Im  Wesentlichen  verwies  der  Rechtsvertreter  auf  die  ethnische 
Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführenden  zu  den  Ashkali,  die 
bekanntermassen  wiederholten  Diskriminierungen  und  Belästigungen 
durch die albanischstämmigen Nachbarn ausgesetzt sei. Ausserdem sei 
am  (…)  durch  Maschinenpistolensalven  gezielt  auf  den 
Beschwerdeführer  und  weitere  seiner  Verwandten  geschossen  worden. 
(…)  seien  schwer  verletzt  worden.  Ein  eingereichter  Zeitungsartikel 
bestätige diese Vorfälle. Damals habe die KFOR den (…) Täter – dieser 
stamme  aus  einem  Familienclan,  der  die  Ushtria  Çlirimtare  e  Kosovës 
(Befreiungsarmee  des  Kosovo,  UÇK)  unterstütze  und  die  Familie  seit 
Jahren  bewusst  schikaniere  –  gefasst.  Dieser  und  mehrere  Mitglieder 

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seines Clans seien aufgrund von Aussagen des Beschwerdeführers und 
seiner  Verwandten  zu  langjährigen  Gefängnisstrafen  verurteilt  worden. 
Die  Beschwerdeführenden  befürchteten  deshalb  Racheakte  und  hätten 
deshalb das Land verlassen. Aus heutiger Sicht sei das damalige Urteil 
der  ARK  vom  13.  März  2003  nicht  mehr  haltbar,  weil  die 
Beschwerdeführenden wegen nichtstaatlicher Verfolgung durch Dritte die 
Flüchtlingseigenschaft  erfüllten.  Der  UÇK  komme  eine  tragende  und 
dominante  Rolle  im  Kosovo  zu  und  die  KFOR  und  die  UNMIK  seien 
letztlich unfähig, ethnische Minderheiten – namentlich bei einem starken 
Rachebedürfnis  eines  gegnerischen  albanischen  Familienclans  –  vor 
gewaltsamen  Übergriffen  eines  organisierten  albanischen  Mobs  zu 
schützen.  Der  eingereichte  Bericht  der  Rroma  Foundation  des  Jahres 
2006  spreche  Klartext.  Die  zu  erwartende  Situation  der 
Beschwerdeführenden  in  G._______  werde  vom  BFM  schönfärberisch 
dargestellt.  Weder  sei  ein  tragfähiges  verwandtschaftliches  Netz 
vorhanden,  noch  lebten  Verwandte  in  wohlhabenden  Verhältnissen. 
Deren  Häuser  seien  in  einem  bedenklich  schlechten  Zustand 
(Barackensiedlungen  mit  engen  Platzverhältnissen  mit  prekären 
hygienischen Einrichtungen). Beim (…) Neubau handle es sich um einen 
Rohbau,  der  vor  (…)  Jahren  in  Angriff  genommen  und  aus  finanziellen 
Gründen  nicht  fertiggestellt  worden  sei.  Es  werde  verschwiegen,  unter 
welchen  erbärmlichen  Bedingungen  der  (…)  Cousin  dort  mit  seiner 
Familie lebe. Die in der Schweiz und in H._______ lebenden Verwandten 
hätten  eigene  Familien  zu  ernähren  und  könnten  die  weitere 
Verwandtschaft  nur  ganz  wenig  unterstützen.  Die  ökonomischen 
Verhältnisse  für  Angehörige  der  Ashkali  seien  katastrophal  und  die 
Beschwerdeführenden wären bei einer Rückkehr existenziell bedroht. Die 
vom  BFM  praktizierte  schematische  Vorgehensweise  bei  der  Prüfung 
schwerwiegender  persönlicher  Härtefälle  laufe  dem  Gebot  der 
notwendigen  Einzelfallprüfung  zuwider.  Der  lange  Aufenthalt  in  der 
Schweiz  und  die  insgesamt  gute  schulische,  wirtschaftliche  und 
arbeitsmässige  Integration  der  Beschwerdeführenden  sprächen  für  die 
Fortführung  der  vorläufigen Aufnahmen. Die Eltern  seien  gesundheitlich 
belastet  und  die  medizinische  Versorgung  im  Kosovo  sei  nachweislich 
sehr  prekär  für  ethnische  Minderheiten  (vgl.  Bericht  der  Rroma 
Foundation des Jahres 2006). Die unfreiwillige Fürsorgeabhängigkeit der 
Familie  dürfe  bei  der  Beurteilung  eines  Integrationsprozesses  kein 
ausschlaggebendes Kriterium darstellen. Die Familie habe sich stets an 
die Rechtsordnung gehalten. Die Kinder hätten  sich schulisch  integriert. 
Eine  Versetzung  in  einen  anderen  Kulturkreis  hätte  für  sie  ernsthafte 
Folgen. Ein Wegweisungsvollzug in den Kosovo sei nicht verantwortbar.

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E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  April  2007  verzichtete  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
und lud das BFM zur Vernehmlassung ein.

F.  
Mit Vernehmlassung vom 10. Mai 2007 hielt das BFM an der Abweisung 
der  Beschwerde  fest.  Es  seien  keine  Hinweise  bekannt,  dass  die 
Beschwerdeführenden  zu  einer  der  Personengruppen  –  ehemalige 
Kollaborateure, Personen des politischen Ausdifferenzierungsprozesses, 
Personen  mit  begründeter  Blutrache  sowie  Personen  mit  besonders 
exponierten  Funktionen,  die  durch  besondere  Regimetreue  oder 
Serbenfreundlichkeit  aufgefallen  seien  –  gehören  würden,  die  durch 
Drittpersonen in Kosovo gefährdet sein könnten. Weiter seien KFOR und 
die internationale Polizei der UNMIK in Zusammenarbeit mit dem Kosovo 
Police  Service  (KPS)  willens  und  fähig,  ethnische  Minderheiten  im 
Kosovo  zu  schützen.  Die  Polizeipräsenz  sei  flächendeckend  und  gut 
sichtbar.  Bei  Übergriffen  würde  regelmässig  eingegriffen  und  Straftaten 
würden geahndet.

G.  
Mit  Replik  vom  8.  Juni  2007  (Poststempel)  rügten  die 
Beschwerdeführenden,  dass  das  BFM  auf  die  Furcht  der 
Beschwerdeführenden  vor  einer  Blutrache  nicht  eingegangen  sei.  Es 
begründe  auch  nicht,  weshalb  sie  nicht  der  von  Blutrache  bedrohten 
verletzlichen Gruppe  zuzurechnen  seien.  So  hätten  sie  sinngemäss  die 
Familienehre der Albaner befleckt,  indem sie durch  ihre Aussagen dazu 
beigetragen  hätten,  dass  die  Täter  zu  Freiheitsstrafen  verurteilt  worden 
seien. Die Begründung des BFM reiche somit nicht für die Aufhebung der 
vorläufigen Aufnahmen aus.

H. 
H.a. Mit  Schreiben  vom  9.  April  2010  lehnte  die  zuständige  Stelle  des 
Aufenthaltskantons das Gesuch der Beschwerdeführenden um Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 84 Abs. 5 des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  (AuG, 
SR 142.20) beziehungsweise Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG i.V.m. Art. 31 der 
Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und 
Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ab. Sie begründete ihren Entscheid 
mit  dem Verhalten  des Sohnes E._______: Seine  Integration  sei weder 
erfolgreich  noch  weit  fortgeschritten.  Er  sei  nach  der  Einleitung  eines 

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mehrstufigen  Disziplinarverfahrens  (Verwarnung,  Verweis)  und  der 
Erteilung  eines  Ultimatums  am  (…)  vom  ordentlichen  Schulunterricht 
ausgeschlossen worden. Sein Verhalten im Schulhaus sei allgemein und 
während  längerer  Zeit  störend,  destruktiv  und  respektlos  gewesen.  Er 
habe Lehrpersonen beschimpft, Mobiliar beschädigt, die Kooperation mit 
dem  Klassenlehrer,  dem  Schulleiter  und  dem  Schulsozialarbeiter 
verweigert  und  es  habe  fast  täglich  heftige  Auseinandersetzungen 
gegeben. 

H.b. Mit Schreiben vom 5. Mai 2010 orientierte der Aufenthaltskanton das 
Gericht über das weitere Vorgehen des Kantons in der Angelegenheit der 
Familie . Es sei davon auszugehen, dass für die Beschwerdeführenden – 
mit  Ausnahme  des  Sohnes  E._______  –  auch  aufgrund  der  besuchten 
Schuljahre  in  der  Schweiz  und  der  dauerhaften  Erwerbstätigkeit  der 
Eltern  eher  ein  Härtefall  vorliegen  würde,  sobald  sich  die  Tochter 
C._______  auf  dem  Arbeitsmarkt  integrieren  und  der  Sohn  D._______ 
erfolgreich  eine  Ausbildung  absolvieren  könnten.  Der  Aufenthaltskanton 
habe  gegen  einen  Fortbestand  der  am  25.  März  2003  angeordneten 
vorläufigen  Aufnahme  keine  Einwände  und  erachte  eine  Entscheidung 
durch das Bundesverwaltungsgerichts als nicht prioritär. 

I.  
Das  Beschwerdeverfahren  bezüglich  des  Sohnes  F._______  (frühere 
Schreibweise:  I._______)  wurde  mit  Entscheid  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Dezember  2010  zufolge 
Gegenstandslosigkeit  wegen  Erhalts  einer  Aufenthaltsbewilligung 
abgeschrieben (E­8818/2007). 

J. 
J.a. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2011 teilte das zuständige kantonale 
Amt  für  Migration  das  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  die  im 
Zentralen  Migrationsinformationssystem  (ZEMIS)  abrufbaren  Daten  der 
Beschwerdeführenden  keinen  aktualisierten  Stand  ihrer 
Arbeitsverhältnisse aufzeigten. Die Situation präsentiere sich wie folgt:
– A._______  arbeite seit 6. Oktober 2010 als Reinigungskraft in einem 

Teilzeitpensum.  Grundsätzlich  sei  er  seit  1.  Juli  2006  mit  kleineren 
Unterbrüchen erwerbstätig.

– B._______   sei  vom  1.  Dezember  2010  bis  31.  Dezember  2011  in 
einem  Hotel  in  einem  Vollzeitpensum  tätig.  Sie  suche  mit 
Unterstützung des Regionalen Arbeitsvermittlungzentrums nach einer 

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Seite 10

neuen  Tätigkeit.  Grundsätzlich  sei  sie  seit  21.  Dezember  2006  mit 
kleineren Unterbrüchen erwerbstätig.

– C._______  arbeite seit 1. Oktober 2010 in einem Restaurant in einem 
Vollzeitpensum.

– D._______  habe am 1. August 2011 eine zweijährige Ausbildung als 
(…) begonnen.

– E._______   habe  nach  heftigen  Auseinandersetzungen  aus  den 
Schulen ausgeschlossen und im Rahmen eines Time­Out­Programms 
umplatziert  werden müssen.  Er  habe  am  1.  August  2011  eine  (…)­
Ausbildung als (…) begonnen.

Die  bisherigen  Kündigungen  von  Arbeitsstellen  der 
Beschwerdeführenden  hätten  auf  wirtschaftlichen  Gründen  beruht.  Ihre 
bisherigen  Härtefallgesuche  seien  mit  Ausnahme  desjenigen  von 
F._______ vom Kanton abgelehnt worden, weil  sämtliche Gesuchsteller 
die  nötigen  Voraussetzungen  erfüllen  müssen  und  diese  Bedingung 
bezüglich E._______ nicht gegeben gewesen sei. Grundsätzlich scheine 
die  Integration  der  Beschwerdeführenden  nach  teils  erheblichen 
Anlaufschwierigkeiten  bei  den  Kindern  positiv  zu  verlaufen.  Da 
E._______  am  (…)  volljährig  werde,  könne  ein  Härtefallgesuch  der 
Beschwerdeführenden  dannzumal  von  diesem  unabhängig  geprüft 
werden. 

J.b.  In einem weiteren Schreiben vom 3. November 2011 orientierte die 
gleiche Amtsstelle das Gericht darüber, dass B._______ am 1. Dezember 
2011 eine neue unbefristete Vollzeitstelle in einem Hotel antreten könne. 
Das  kantonale  Amt  für  Migration  erachte  eine  allfällige  Aufhebung  der 
vorläufigen  Aufnahme  im  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  suboptimal  und 
gehe  davon  aus,  dass  die  Familie  die  Härtefallkriterien  erfüllen  werde, 
sofern  die  am  1.  August  2011  angetretene  Ausbildung  von  E._______, 
der  als  Minderjähriger  im  Härtefall  seiner  Eltern  integriert  werde, 
erfolgreich verlaufe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.    Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 

E­2751/2007

Seite 11

SR 172.021). Das BFM gehört  zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG  liegt nicht 
vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.    Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
grundsätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG).

Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) in Kraft; gleichzeitig 
wurde  das  Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung der Ausländer  (aANAG, BS 1 121) aufgehoben. Gemäss 
der  Übergangsbestimmung  von  Art.  126a  Abs.  4  AuG  gilt  –  unter 
Vorbehalt  der  Absätze  5  bis  7  –  für  Personen,  die  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens der am 16. Dezember 2005 beschlossenen Änderung des 
Asylgesetzes sowie des AuG vorläufig aufgenommen sind, neues Recht. 
Die Beschwerdeführenden wurden mit Urteil der ARK vom 13. März 2003 
respektive mit Verfügung des BFM vom 25. März 2003 gestützt auf Art. 
44 Abs. 2 AsylG  i.V.m. Art. 14a Abs. 4 aANAG vorläufig aufgenommen. 
Aufgrund  der  übergangsrechtlichen Regelung  gemäss  Art.  126a  Abs.  4 
AuG  ist  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  daher  das  AuG 
anwendbar.

1.3.    Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 112 AuG und Art. 48 Abs. 
1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4.    Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG).

E­2751/2007

Seite 12

1.5.  Vorab  ist  der  Ordnung  halber  darauf  hinzuweisen,  dass  die  (im 
Vorverfahren mit Schreiben vom 9. Februar 2007 ausdrücklich beantragte 
und) in der Beschwerde mit der Formulierung "aus heutiger Sicht müsste 
meinen  Mandanten  die  Flüchtlingseigenschaft  zugesprochen  werden" 
sinngemäss  für  wünschbar  erachtete  Anerkennung  als  Flüchtling  und 
Asylerteilung nicht Gegenstand dieses Verfahrens bildet. Dass die ARK in 
Bezug auf die rechtliche Qualifikation von Verfolgungshandlungen Dritter 
ihre  Rechtsprechung  geändert  hat  (Wechsel  von  der  Anrechenbarkeits­ 
auf  die  Schutztheorie;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18) ändert an 
der rechtskräftigen Verneinung der Flüchtlingseigenschaft nichts. 

2. 
2.1.  Das BFM hebt die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug 
der Weg­  oder  Ausweisung  an,  wenn  die  Voraussetzungen  nicht  mehr 
gegeben  sind  (Art.  84  Abs.  2  AuG)  Die  Voraussetzungen  für  die 
vorläufige  Aufnahme  sind  dann  nicht  mehr  gegeben,  wenn  der  Vollzug 
der  rechtskräftig  angeordneten  Wegweisung  zulässig,  zumutbar  und 
möglich geworden ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG). 

2.2.  Bei der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss 
ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  –  entsprechend  der 
Formulierung in Art. 7 AsylG – zu beweisen, wenn der Beweis möglich ist, 
und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen.

2.3.    Im  Urteil  der  ARK  vom  13.  März  2003  wurde  der  Vollzug  der 
Wegweisung  der  Beschwerdeführenden,  deren  Herkunft  damals 
entsprechend der seinerzeitigen Bezeichnung ihres Heimatlandes mit der 
Herkunft  "Serbien  und  Montenegro  (Kosovo)"  vermerkt  wurde,  als 
unzumutbar  bezeichnet,  und  zwar  hinsichtlich  des  Kosovos  und  jedes 
anderen  Teils  von  Serbien  und  Montenegro  (E.  5c.ccc).  In  der 
angefochtenen  Verfügung  vom  19.  März  2007  wird  die  Herkunft  der 
Beschwerdeführenden  entsprechend  der  Bezeichnung  ihres 
Heimatlandes in jenem Zeitpunkt mit "Serbien" angegeben; die Rückkehr 
in  das  damals  unter  dem  Schutz  der  KFOR  und  der  UNMIK  stehende 
Gebiet  des  Kosovos  wurde  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
bezeichnet

Die Beschwerdeführenden machen sowohl die Unzumutbarkeit wie auch 
sinngemäss  die  Unzulässigkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  geltend. 

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Folglich sind Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
das  inzwischen  unabhängig  gewordene  Land  Kosovo  sowie  nach 
Serbien,  dessen  Staatsangehörigkeit  die  Beschwerdeführenden  wegen 
der Nichtanerkennung der Sezession durch Serbien,  ebenfalls besitzen, 
zu prüfen.

3.  
3.1.    Vorab  ist  in  Erinnerung  zu  rufen,  dass  nach  dem  Rückzug  der 
serbischen  Truppen  am  10.  Juni  1999  der  UN­Sicherheitsrat  in  seiner 
Resolution  1244  die  Einsetzung  der  UNMIK  und  die  Entsendung  der 
KFOR beschloss,  zu  deren Aufgaben  die Gewährleistung  der Rückkehr 
der Flüchtlinge, die Entwaffnung der Konfliktparteien und der Aufbau von 
Institutionen zur Selbstverwaltung des Kosovos gehörten. Das Gebiet des 
Kosovos  wurde  somit  vorläufig  eine  autonome,  unter  UNO­Verwaltung 
stehende Provinz Serbiens.  Am  17.  Februar  2008  erklärte  die Republik 
Kosovo  ihre  staatliche  Unabhängigkeit  in  den  Grenzen  der  vormaligen 
Provinz. Am 15. Juni 2008 trat die neue Verfassung in Kraft. Eine Reihe 
von  Staaten  –  darunter  die  Schweiz  (am  27.  Februar  2008)  –  haben 
Kosovo  seit  der  Unabhängigkeitserklärung  als  souveränen  Staat 
anerkannt.  Kosovo  gilt  seit  Frühjahr  1999  als  sogenanntes 
verfolgungssicheres Land im Sinne von Art. 6a Abs. 2 AsylG. 

3.2.  Gemäss den allgemeinen Regelungen des kosovarischen Gesetzes 
über die Staatsangehörigkeit Nr. 03/L­034 vom 20. Februar 2008 sind alle 
Personen  –  inklusive  Angehörige  von  Minderheiten  –  kosovarische 
Staatsangehörige, falls sie am 1. Januar 1998 im Territorium der jetzigen 
Republik  Kosovo  ihren  Wohnsitz  hatten  und  die  jugoslawische 
Staatsangehörigkeit  besassen.  Aufgrund  der  Angaben  der 
Beschwerdeführenden  haben  diese  am  Stichtag  diese  beiden 
Bedingungen  erfüllt.  Somit  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  heute 
kosovarische Staatsangehörige sind. Folglich ist der Wegweisungsvollzug 
zuerst  nach  Kosovo  zu  prüfen  (E.3.4)  und,  falls  das  Bestehen  eines 
Wegweisungsvollzughindernisses  bezüglich  Kosovo  bejaht  wird,  auch 
bezüglich Serbien, zumal aus der Sicht des serbischen Staates, welcher 
Kosovo  nicht  als  unabhängigen  Staat  anerkannt  hat,  die 
Beschwerdeführenden  ihre  serbische  Staatsangehörigkeit  nicht  verloren 
haben (E. 3.5). 

3.3.    Die  in  Art.  83  Abs.  2  bis  4  AuG  formulierten 
Wegweisungsvollzugshindernisse  sind  alternativer Natur  (so  beispielhaft 
für die Weiterführung der auch heute noch zutreffenden Rechtsprechung 
der  ARK:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­6998/2006  vom  29. 

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September 2008 E.  9.2.2, mit Hinweis auf EMARK 2006 Nr.  6). Sobald 
eines  von  ihnen  vorliegt,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln.

3.4. 
3.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

3.4.2.  In  Bezug  auf  die  wesentlichen  Argumente  des  BFM  und  der 
Beschwerdeführenden wird auf den vorstehenden Sachverhalt verwiesen.

3.4.3.   Gemäss EMARK 2005 Nr. 9 erachtete die ARK die Rückkehr  für 
Angehörige  der  ethnischen  Minderheiten  in  den  Kosovo  infolge  der 
gewalttätigen  Ereignisse  vom  März  2004  –  von  einigen  Ausnahmen 
abgesehen  –  zu  jener  Zeit  als  nicht  zumutbar.  Angesichts  der 
eingesetzten  Entwicklungen  im  Kosovo,  namentlich  einer  Verbesserung 
der  allgemeinen  Lage  der  Angehörigen  von  ethnischen  Minderheiten, 
nahm  die  ARK  in  EMARK  2006  Nr.  10  eine  neue  Einschätzung  zum 
Schluss,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  von  albanisch­sprachigen 
Roma, Ashkali und Ägyptern  in den Kosovo grundsätzlich zumutbar sei, 
sofern  auf  Grund  einer  Einzelfallabklärung  feststeht,  dass  bestimmte 
Reintegrationskriterien – wie berufliche Ausbildung, Gesundheitszustand, 
Alter, ausreichende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz 
im  Kosovo  –  erfüllt  sind.  Diese  Einschätzung  gilt  jetzt,  wo  Kosovo  ein 
souveräner Staat  ist, gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 
weiterhin (vgl. BVGE 2007/10 E. 5.3).

In Kosovo herrscht keine generell unsichere, von bewaffneten Konflikten 
oder  jederzeit  drohenden  Unruhen  geprägte  Lage,  aufgrund  derer  die 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  unweigerlich  einer  konkreten 
Gefährdung  ausgesetzt  würden.  Blosse  soziale  und  wirtschaftliche 
Schwierigkeiten,  von  denen  weite  Teile  der  ansässigen  Bevölkerung 
betroffen sind, genügen nicht, um eine Gefährdung im Sinne von Art. 83 
Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6). 

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3.4.4. Die von der Vorinstanz veranlasste Einzelfallabklärung (Bericht der 
Botschaft  vom 20. November  2006)  hat  im Wesentlichen  zu  den  in  der 
Rubrik Bst. B.e angeführten Ergebnissen geführt. Es kann diesbezüglich 
darauf  verwiesen  werden.  Demnach  werden  die  Beschwerdeführenden 
bei  einer  Rückkehr  wegen  ihrer  Ethnie  allein  keine  flüchtlingsrechtlich 
relevanten Nachteile befürchten müssen, welcher Gefahreneinschätzung 
sich das Bundesverwaltungsgericht anschliesst. 

Indessen  werden  sie  angesichts  ihrer  rudimentären  schulischen 
Ausbildung,  ihrer einseitigen Berufsbildung – der Beschwerdeführer war 
als  (…)  tätig  –,  ihres  Alters  (…)  mit  grössten  Schwierigkeiten  bei  der 
Stellensuche  zu  kämpfen  haben.  Nach  den  Erkenntnissen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  sind  Angehörige  der  Ashkali  noch  immer 
erheblichen  sozialen  und  ökonomischen  Diskriminierungen  ausgesetzt. 
Die Quote  ihrer  Arbeitslosigkeit  in  Kosovo  soll  98%  betragen,  was weit 
über dem allgemeinen und auch schon erschreckend hohen Durchschnitt 
von  Albanischstämmigen  in  Kosovo  liegt.  Zudem  ist  die  ethnische 
Minderheit  der  Ashkali  nach  wie  vor  mit  Diskriminierungen  in  den 
Bereichen Wohnen, Schulbildung, Fürsorge, Gesundheitsvorsorge sowie 
bei  der  Registrierung  konfrontiert  (vgl.  dazu  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  10.  August  2011  [E­1841/2008]). 
Angesichts  dieser  Voraussetzungen  ist  wenig  wahrscheinlich,  dass  die 
Beschwerdeführenden nach  ihrer  jahrelangen Landesabwesenheit  innert 
nützlicher  Frist  eine  Erwerbstätigkeit  finden  würden,  die  ihnen  ihren 
Unterhalt  und  denjenigen  der  drei  im  Beschwerdeverfahren 
eingeschlossenen Kinder ermöglichen würde. 

3.4.5.  Die  Beschwerdeführenden  werden  in  Kosovo  nur  noch  ein 
ausgedünntes  familiäres  Beziehungsnetz  vorfinden.  Viele  ihrer 
Verwandten  sind  ausgereist.  Die  in  Kosovo  zurückgebliebenen 
Verwandten  fristen  ihr  Dasein  in  ärmlichen  Verhältnissen.  Sie  haben 
kaum das Nötigste für sich und ihre eigenen Familien. Daher werden sie, 
selbst  wenn  sie  noch  wollten,  kaum  zusätzlich  eine  in  Kosovo 
zurückkehrende  Familie  nachhaltig  unterstützen  können,  ansonsten  sie 
mit den eigenen Familien in weitere Not abzudriften drohen. Die übrigen, 
nicht in Kosovo lebenden Verwandten (H._______, […] etc.) würden sich 
gemäss den Behauptungen der Beschwerdeführenden wenig kooperativ 
zeigen, sei es im Hinblick auf das Überlassen der offenbar meistens leer 
stehenden,  angeblich  in  schlechtem  Zustand  befindlichen 
barackenartigen Liegenschaften oder Rohbauten,  sei es bezüglich einer 
finanziellen  Unterstützung  aus  dem Ausland.  Diese  Einschätzung  eines 

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künftigen  Verhaltens  von  Drittpersonen  entzieht  sich  naturgemäss  der 
Überprüfbarkeit  durch  das  Gericht  –  allerdings  ist  kein  Hinweis 
aktenkundig, der den Erwartungen der Beschwerdeführenden hinsichtlich 
des  Verhaltens  ihrer  Verwandten  widersprechen  würde.  Dass  die 
ursprüngliche  Mietwohnung  an  andere  Personen  weitervermietet  ist, 
wurde vom Verbindungsbüro festgestellt. Die Vermutung des BFM in der 
angefochtenen  Verfügung,  wonach  die  Beschwerdeführenden  nach  der 
Rückkehr  in  Liegenschaften  der  nächsten  Verwandten  zumindest 
vorübergehenden Unterschlupf  finden sollten, erscheint mithin als wenig 
berechtigt.  Eine  bedeutsame  Unterstützung  des  gemeinsamen 
Haushaltes durch den sozial auffälligen Sohn E._______ oder die beiden 
am  Beginn  von  Lehren  stehenden  zwei  anderen  Kinder  dürfte  kaum 
realistisch  sein.  Dass  die Wohngemeinde  respektive  die  kosovarischen 
Behörden  eine Wohngelegenheit  zur  Verfügung  stellen  oder  im  nötigen 
Umfang Sozialhilfe ausrichten würden, ist ebenfalls wenig wahrscheinlich. 
Auch eine allfällige Rückkehrhilfe des BFM dürfte kaum beziehungsweise 
nicht für lange ausreichen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG und Art. 62 ff. 
und 73ff. der Asylverordnung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 
1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 

3.4.6.  Die Kinder selber haben – mit Ausnahme von E._______, welcher 
als knapp (…)­jähriger vom ordentlichen Schulunterricht ausgeschlossen 
wurde  –  die  ordentlichen  Schulen  in  der  Schweiz  absolviert,  hier  ihren 
Freundeskreis und ihr soziales Umfeld aufgebaut und stehen am Beginn 
von  Lehren  oder  Arbeitsverhältnissen.  Die  Kinder  sprechen  zwar  alle 
noch  Albanisch  und  könnten  sich  demzufolge  in  Kosovo  verständigen. 
Sie  wären  allerdings  nach  dem  beinahe  zehnjährigen  Aufenthalt  in  der 
Schweiz mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert, sich nur schon  in die 
ihnen  nach  Jahren  fremd  gewordenen  Kultur  und  Gesellschaft  wieder 
einzufügen,  abgesehen  davon,  dass  eine  Eingliederung  in  die  dortige 
Arbeitswelt  angesichts  der  hohen  Arbeitslosigkeit  ein  kaum 
unüberwindbares  Problem  darstellen  würde.  Sie  haben  sich  –  wie  ihre 
Eltern  –  in  einem  den  Aufenthaltskanton  offenbar  zufriedenstellenden 
Mass  in  Gesellschaft  und  Arbeitsmarkt  der  Schweiz  integriert  (vgl. 
Stellungnahme des Kantons vom 3. November 2011). Angesichts der von 
E._______  am  1.  August  2011  angetretenen  Ausbildung  scheint  die 
zuständige  kantonale  Behörde  sogar  in  Bezug  auf  ihn  gedämpft 
optimistisch  zu  sein.  Mit  ihren  Bemerkungen,  eine  Aufhebung  der 
vorläufigen  Aufnahmen  der  Beschwerdeführenden  wäre  aktuell 
"suboptimal"  (Schreiben  vom  3.  November  2011)  und  ihren  früheren 
Anregungen,  mit  dem  Abschluss  des  Verfahrens  noch  zuzuwarten 

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(Schreiben  vom  18.  Oktober  2011  und  5.  Mai  2010),  signalisiert  diese 
Behörde,  dass  eine  Bestätigung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  den 
Interessen des Kantons (…) und der Betroffenen zuwiderlaufen würde.

3.4.7.   Weiter kann bei dieser Sachlage nicht unberücksichtigt gelassen 
werden,  dass  beide  Beschwerdeführenden  gesundheitliche  Probleme 
haben, die sie im kosovarischen Alltag gewiss mehr behindern dürften als 
bei einem Aufenthalt in der Schweiz. Indessen sind die Einschränkungen 
nicht  von  einer  solchen Wichtigkeit,  dass  deswegen  eine  Rückkehr  ins 
Heimatland  zu  unterbleiben  hätte.  Den  Arztberichten  vom  4.  Februar 
2005 und 24. August 2004 lässt sich unter anderem entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer  an  einer  (…)  leidet.  Aus  dem  Bericht  des  (…)spitals 
vom 27. Dezember 2006 geht zur Beschwerdeführerin hervor, dass diese 
sich in zirka zwei bis drei Jahren erneut einer Kontrolle der (…) und einer 
radiologischen  (…)kontrolle  zu  unterziehen  habe.  Die  weiteren  Atteste 
datierten  vom 19. Dezember  2006  (provisorischer Spitalaustrittsbericht), 
10. März 2006 (…), 20. Juni 2006 (…), 2. Juni 2005 und 2. Juni 2004 (…) 
und 18. Februar 2004 (…). 

3.4.8.  Nach dem Gesagten kann nicht von der Existenz eines genügend 
tragfähigen  sozialen  und  familiären  Netzes  im  In­  und  Ausland 
ausgegangen  werden,  falls  die  Beschwerdeführenden  nach  Kosovo 
zurückkehren müssten. Gleichzeitig  erwarten  die minimal  schulisch  und 
beruflich  gebildeten  älteren  Rückkehrenden  und  ihre  Kinder  grosse 
Schwierigkeiten  bei  der  Arbeitssuche,  auch  aufgrund  ihrer  Ethnie.  Aus 
eigener Kraft dürften sie beim Aufbau einer Existenz scheitern. Ohne eine 
stetige  nachhaltige  Unterstützung  durch  Dritte  während  längerer  Zeit 
wäre  ihr  Neuanfang  in  Kosovo  zur  Zeit  wohl  nicht  zu  schaffen.  Die 
Beschwerdeführenden  sind  mit  ihren  Kindern  seit  knapp  elf  respektive 
fast zehn Jahren in der Schweiz wohnhaft und haben sich in der hiesigen 
Gesellschaft  und  Arbeitswelt  mittlerweile  in  ansprechender  Weise 
eingegliedert.  Die  Kinder  haben  den  wichtigsten  Teil  ihrer  schulischen 
und  beruflichen  Ausbildungen  in  der  Schweiz  erhalten.  Die 
Beschwerdeführenden  würden  sich  bei  einer  Rückkehr  einerseits  mit 
prekären wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, massiven 
Problemen  seitens  ihrer  unkooperativen  Verwandtschaft  und  einer 
ungewissen Zukunft hinsichtlich  ihres  labilen Kindes E._______ und der 
übrigen  zwei  Kindern  konfrontiert  sehen.  Bei  Abwägung  der  staatlichen 
Interessen  an  einem  Vollzug  der  Wegweisung  und  den  individuellen 
Interessen  der  Beschwerdeführenden  am  Verbleib  in  der  Schweiz  ist 
unter  Beachtung  des  Verhältnismässigkeitsgrundsatzes  ein 

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Wegweisungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  für  die  volljährigen  Kinder 
C._______  und  D._______  einerseits  und  die  Eltern  A._______  und 
B._______  anderseits,  inklusive  ihres  noch minderjährigen  und  deshalb 
ohne  weiteres  in  die  Beurteilung  der  Situation  der  Eltern 
einzubeziehenden Sohnes E._______, als nicht zumutbar zu bezeichnen. 
Gründe  nach  Art.  83  Abs.  7  AuG,  welche  einer  vorläufigen  Aufnahme 
entgegenstehen würden, liegen – damals wie heute – keine vor. 

3.5.    Aufgrund  der  doppelten  Staatsbürgerschaft  (Kosovo  und  Serbien, 
vgl.  E.  3.2)  bleibt  zu  prüfen,  ob  ein Wegweisungsvollzug  nach  Serbien 
zumutbar ist.

Die  Beschwerdeführenden  gehören  bekanntlich  der  Ethnie  der  Ashkali 
an. Seit  ihrer Verheiratung und bis zu  ihrer Ausreise  lebten sie stets  im 
kosovarischen  Dorf  G._______,  wo  der  Beschwerdeführer  seit  (…) 
wohnte.  Es  geht  aus  den  Akten  nicht  hervor,  dass  sie  jemals  in  der 
vormaligen Teilrepublik beziehungsweise im selbständigen Staat Serbien 
gewohnt  oder  gearbeitet  haben.  Ihre  Muttersprache  ist  albanisch; 
bezüglich weiterer Sprachkenntnis gibt nur der Beschwerdeführer an, ein 
wenig  serbokroatisch  sprechen  zu  können.  Angesichts  der  vorstehend 
unter  dem  Prüfungsgegenstand  einer  Rückkehr  nach  Kosovo 
geschilderten  Situation  der  Beschwerdeführenden  (E.  3.4.4  ­  3.4.8) 
werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit schon kurz nach der Ankunft  in 
Serbien grösseren Schwierigkeiten ausgesetzt sein, weil ihre soziale und 
finanzielle  Abhängigkeit,  ihr  bescheidenes  Bildungsniveau,  ihr 
sprachliches Unvermögen und die bei einer Arbeitssuche zu beachtenden 
gesundheitlichen  Einschränkungen  schwer  zu  überwindende 
Schwierigkeiten  beim Neubeginn  darstellen.  Hinzu  kommt,  dass  gerade 
für  Ashkali,  welche  in  Serbien  keineswegs  wohlwollend  aufgenommen 
werden,  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  für  die  Bejahung  eines 
zumutbaren  Aufenthalt  unabdingbar  ist.  Von  einem  solchen  tragfähigen 
Beziehungsnetz  in  Serbien  kann  nicht  die  Rede  sein:  Den  Akten  sind 
keinerlei  verwandtschaftliche  Beziehungen  zu  in  Serbien  lebenden 
Personen  zu  entnehmen.  Bei  dieser  Sachlage  erweist  sich  der  Vollzug 
der Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach  Serbien  ebenfalls  als 
unzumutbar.

4. 
Aufgrund  vorstehender  Ausführungen  ergibt  sich,  dass  die  durch  das 
BFM verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu Unrecht erfolgt ist. 
Die  Beschwerde  ist  demnach  gutzuheissen  und  die  Verfügung  des 

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Bundesamtes vom 19. März 2007 aufzuheben. Das BFM ist anzuweisen, 
die am 25. März 2003 angeordnete vorläufige Aufnahme weiterzuführen.

5. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

6. 
Obsiegende Parteien  haben Anspruch  auf  eine Parteientschädigung  für 
die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 VwVG; Art. 7 Abs. 1 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Die Rechtsvertretung  hat  auf Einreichung einer Kostennote 
verzichtet  und  das  Gericht  holt  in  der  Regel,  das  heisst  immer  dann, 
wenn  es  glaubt,  den  Vertretungsaufwand  zuverlässig  abschätzen  zu 
können,  keine  Kostennote  ein  (Art.  14  VGKE).  Der  Zeitaufwand  des 
Rechtsvertreters  ist  angesichts  seiner  zwei Eingaben  leicht  abschätzbar 
und  wird  auf  sechs  Stunden  geschätzt.  Unter  Beachtung  der 
Bemessungsgrundsätze  gemäss  Art.  7  VGKE,  der  Anwendung  eines 
Stundensatzes  von  Fr.  200.–  und  dem  Umstand,  dass  ein  Teil  des 
Aufwandes  (nämlich  Fr.  150.–)  bereits  bei  der  Abschreibung  des 
Verfahren  E­8818/2007  entschädigt  worden  ist,  ist  den 
Beschwerdeführenden  von  Amtes  wegen  eine  Parteientschädigung  von 
Fr.  1050.–  (inklusive  Spesen  und  allfälliger  Mehrwertsteueranteil) 
zuzusprechen und das BFM zu deren Ausrichtung zu verpflichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen; die Verfügung des BFM vom 19. März 
2007 wird aufgehoben.

2. 
Das BFM wird angewiesen, die am 25. März 2003 angeordnete vorläufige 
Aufnahme weiterzuführen.

3.  
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  eine 
Parteientschädigung im Betrag von Fr. 1050.­­ zu entrichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Stöckli Thomas Hardegger

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