# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c44bab3-7c99-5838-941b-71ff2e82d292
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.01.2015 200 2014 1006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1006_2015-01-21.pdf

## Full Text

200 14 1006 IV
SCI/BRM/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Januar 2015

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2015, IV/14/1006, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________, zuletzt bei der ... angestellt, meldete sich 
im November 2013 bei der IV-Stelle-Bern (IVB) zum Bezug von Leistungen 
der Invalidenversicherung an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab sie 
„schwere Depression und Burn-out“ an (Akten der IVB [act. II] 1). 

Die IVB hatte die Unterlagen des Krankentaggeldversicherers (Helsana; 
act. II 7.1 – 7.5) erhalten und holte einen Bericht der Psychiatrischen 
Dienste K.________, Dr. med. C.________, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie (act. II 10), einen Auszug aus dem individuellen Konto (act. II 11), 
einen Bericht von Dr. med. D.________, FMH Allgemeine Innere Medizin 
(act. II 12) sowie einen Fragebogen für Arbeitgebende (act. II 15) ein.

Auf Empfehlung des RAD-Arztes Dr. med. E.________, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie (act. II 16), liess die IVB die Versicherte in der Folge 
fachärztlich begutachten; Dr. med. F.________, Spezialarzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie (FMH) sowie psychosomatische und psychosoziale 
Medizin (SAPPM), erstattete sein Gutachten am 30. Juni 2014 (act. II 24.1). 

B.

Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 9. Juli 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht (act. II 25) und verfügte – nachdem sie den RAD zum Einwand der 
Versicherten, vertreten durch G.________, H.________, vom 14. August 
2014 (act. II 30 S. 1) hatte Stellung nehmen lassen (act. II 33) – am 
22. September 2014 entsprechend dem Vorbescheid (act. II 34). 

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C.

Mit Beschwerde vom 23. Oktober 2014 lässt die Versicherte, nunmehr ver-
treten durch Fürsprecher Dr. iur. B.________, beantragen, die Verfügung 
vom 22. September 2014 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 
anzuweisen, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Verlangt wird ins-
besondere die Gewährung beruflicher Massnahmen. Gerügt wird, dass das 
Gutachten von Dr. med. F.________, auf welches sich die IVB stütze, nicht 
schlüssig sei; es liege keineswegs bloss eine Neurasthenie vor, die mit 
zumutbarer Willensanstrengung überwunden werden könne. Vielmehr sei 
nach der auf den Erkenntnissen über einen längeren Beobachtungszeit-
raum beruhenden Beurteilung der behandelnden Ärztin sowie der Fachper-
sonen des Psychiatrischen Dienstes K.________ von einer dauerhaften 
gesundheitlichen Einschränkung sowie einer für einen Anspruch auf beruf-
liche Massnahmen hinreichenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ange-
sichts der Differenzen zwischen den Beurteilungen der behandelnden 
Fachpersonen und des Gutachters bedürfe es weiterer Abklärungen bzw. 
der Einholung eines Obergutachtens unter Einschluss der bisher nicht er-
folgten neurologischen sowie neuropsychologischen Untersuchungen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. November 2014 beantragt die IVB die 
Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. September 2014 
(act. II 34). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Inva-
lidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 

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teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 

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Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-
len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 
Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist 
weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 
204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Kriteri-
enkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 
2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5; vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.1 ff. S. 550).

Aus Gründen der Rechtssicherheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 
4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). Die zu den somatoformen Schmerz-
störungen entwickelten Grundsätze sind deshalb unter anderem analog 
anwendbar auf Neurasthenie (BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550, 137 V 64 E. 
4.2 S. 68, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________, Psychiatrische Dienste K.________, hielt in 
seinem Arztbericht vom 19. November 2013 als Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine seit mindestens 1999 bestehende rezidivieren-
de depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 
F33.11), sowie seit mindestens 1999 bestehende Störungen durch Alkohol, 
Abhängigkeitssyndrom mit episodischen Substanzgebrauch (ICD-10: 
F10.26) fest; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden akzentu-
ierte, impulsive und selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1). 
Die Aufmerksamkeit und Konzentration sei bei der wachen, bewusstseins-

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klaren und allseits orientierten Patientin deutlich reduziert, die Merkfähigkeit 
leicht vermindert, die Gedächtnisleistung dagegen unbeeinträchtigt. Das 
formale Denken sei kohärent, leicht verlangsamt und thematisch auf die 
Schwierigkeiten am Arbeitsplatz fokussiert. Es bestehe ein ausgeprägtes 
Misstrauen ohne Sinnestäuschungen oder Störungen des Ich-Erlebens und 
eine deutlich gedrückte Grundstimmung mit starker Rat- und Hoffnungslo-
sigkeit sowie ausgeprägten Zukunftsängsten bei zeitweiser Anspannung 
und innerlicher Unruhe. Antrieb und Interessen seien mittelgradig vermin-
dert, der Appetit reduziert und der Schlaf ausgeprägt gestört. Es wurde die 
Weiterführung der medikamentösen (ggf. Anpassung der Dosierung) sowie 
der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen. Gegen-
wärtig sei der Patientin eine geregelte Tätigkeit aufgrund von Defiziten in 
den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Antrieb nicht zu-
mutbar; die Anstellung bei der ... sei ihr gekündigt worden (vgl. auch act. II 
15 S. 7 f.). Ein langsamer Einstig in ein neues Tätigkeitsfeld unter regel-
mässigem Coaching, ggf. sogar an einem geschützten Arbeitsplatz sei an-
zustreben (act. II 10).

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. D.________ nannte in seinem Bericht vom 
27. November 2013 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine depressive Entwicklung mit Panikstörung. Es bestünden weitgehend 
psychische Probleme gemäss Einschätzung des Psychiaters. Wegen der 
erheblichen Gewichtszunahme sollte die medikamentöse Therapie, insbe-
sondere das Neuroleptikum, angepasst werden. Im Moment scheine die 
Patientin nach Einschätzung des Psychiaters noch nicht arbeitsfähig zu 
sein. Sobald sich die psychische Situation wieder stabilisiert habe, sei die 
Patientin auch wieder arbeitsfähig (act. II 12).

3.1.3 Auf dessen Ersuchen machten die Psychiatrischen Dienste 
K.________, Rehabilitationstagesklinik, Dr. med. I.________ und 
J.________, am 13. Juni 2014 zuhanden des Gutachters Angaben zur 
Anamnese und zu den erhobenen Befunden. Sie diagnostizierten eine re-
zidivierende depressive Störung (bestehend seit mindestens 1992), ge-
genwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F33.11), eine Störung durch Alkohol, episodischer Substanzgebrauch (ICD-
10: F10.26) sowie akzentuierte, impulsive und selbstunsichere Persönlich-

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keitszüge (ICD-10: Z73.1). Zudem berichteten sie über den bisherigen Ver-
lauf sowie den gegenwärtigen Zustand (act. II 24.3).

In seinem psychiatrischen Gutachten vom 30. Juni 2014 hielt Dr. med. 
F.________ als Diagnose eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0) bei Abhän-
gigkeitssyndrom von Alkohol, episodischem Substanzgebrauch (ICD-10: 
F10.26), bei rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert 
(ICD-10: F33.4) und mit akzentuierten (impulsiv, selbstunsicher, narziss-
tisch) Persönlichkeitszügen fest (act. II 24.1 S.15). Anlässlich der gutach-
terlichen Untersuchung seien keine bis sehr gering ausgeprägte psychopa-
thologische Befunde objektivierbar gewesen. Im Affekt sei die Patientin 
klaghaft, jammerig und dysthym. In der Interaktion sei sie narzisstisch (ich-
bezogen) und sthenisch, Daten würden ungenau angegeben. Auch mit 
Hilfe der MADRS sei kein klinisch relevantes depressives Syndrom zu er-
kennen gewesen; der verbale IQ sei durchschnittlich. Die ICD-10 Kriterien 
einer depressiven Episode seien nicht (mehr) erfüllt. Die entsprechenden, 
in den früheren Arztberichten genannten Symptome seien gegenwärtig 
nicht (mehr) erkennbar; sie dürften bei wohlwollender Würdigung zwischen 
04/2013 und 04/2014 zu einer kurzfristigen Minderung der Arbeitsfähigkeit 
– in einem nicht genau bezifferbaren, im Laufe der Zeit stetig abnehmen-
den Ausmass – geführt haben. Die Neurasthenie und die damit verbunde-
nen (v.a. subjektiven) Symptome vermöchten aus rein medizinischer Sicht 
– aus formalen Gründen mit Ausnahme der aktuellen teilstationären Hospi-
talisation – keine relevante dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu begründen. 
Der Versicherten sei eine Willensanstrengung zur Überwindung der subjek-
tiven Beschwerden medizinisch zumutbar und tatsächlich möglich, worauf 
auch die vollständig angemessene Bewältigung des Alltages inkl. Freizeit-
verhalten hinweise. Die akzentuierten Persönlichkeitszüge besässen von 
sich aus allein keinen Krankheitswert und das Abhängigkeitssyndrom von 
Alkohol mit episodischem Substanzgebrauch habe bis heute zu keinen 
schwerwiegenden Defekten und/oder einer langfristigen Minderung der 
Arbeitsfähigkeit geführt; eine Arbeitsunfähigkeit lasse sich dadurch eben-
falls nicht begründen. Krankheitsfremde Gesichtspunkte (psychosoziale 
Faktoren wie einfache Berufsbildung, Kündigung der Anstellung, Abstinenz 
vom und Lage am Arbeitsmarkt, alleinstehend sein, finanzielle Sor-
gen/Schulden, Lebensalter, persönliche Berufswünsche, Konflikt mit der 

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Versicherung etc.) erklärten auch überwiegend die grosse Diskrepanz zwi-
schen der subjektiven und der objektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
(act. II 24.1). 

3.1.4 Die die Patientin in der Tagesklinik der Psychiatrischen Dienste 
K.________ behandelnden Fachpersonen führten am 6. August 2014 ge-
genüber dem H.________, G.________, in einer Stellungnahme zum Gut-
achten aus, dass sie das Abklärungsergebnis einer mittels zumutbarer Wil-
lensanstrengung überwindbaren Neurasthenie nicht bestätigen könnten. 
Sie hielten fest, dass nicht die Erschöpfung oder die rezidivierende depres-
sive Störung im Vordergrund stehe, sondern die stark akzentuierte Persön-
lichkeitsstruktur. Sei zu Beginn noch eine Persönlichkeitsakzentuierung im 
Sinne einer Zusatzcodierung (ICD-10: Z73) anzunehmen gewesen, müsse 
die Einschätzung nach dem bisherigen Verlauf dahingehend korrigiert wer-
den, dass nun von einer voll umfassenden, kombinierten Persönlichkeitss-
törung (ICD-10: F61) auszugehen sei. Die dadurch bedingten Verhaltens-
muster führten immer wieder zu interaktionellen Schwierigkeiten und Kon-
flikten, welche die soziale und berufliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
massgeblich einschränke (act. II 30 S. 2).

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hielt in seiner Stellungnahme 
vom 17. September 2014 fest, dass die durch den Gutachter gestellten 
Diagnosen nachvollziehbar begründet seien, sodass auf das Gutachten 
vom 30. Juni 2014 abgestellt werden könne. Dagegen sei die Begründung 
des von Dr. med. I.________ und J.________ mitgeteilten Diagnosewech-
sels nicht plausibel und schwer nachvollziehbar, zumal die Versicherte im 
Zeitpunkt der Erstellung des vorhergehenden Berichts vom 13. Juni 2014 
(act. II 30 S. 3 ff.) bereits über zwei Monate behandelt worden sei und da-
nach bis zum Erstellen der Stellungnahme vom 6. August 2014 nicht ein-
mal zwei Monate vergangen seien. Zudem stehe die Diagnose einer Per-
sönlichkeitsstörung im Widerspruch zur diagnostischen Beurteilung des 
Gutachters und auch des früheren Therapeuten Dr. med. C.________, 
welcher nach einer Behandlungsdauer von über sechs Monaten akzentu-
ierte Persönlichkeitszüge festgestellt, jedoch keine Persönlichkeitsstörung 
diagnostiziert habe (act. II 33).

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3.1.6 In ihrer Stellungnahme vom 8. Oktober 2014 zuhanden des Rechts-
vertreters der Versicherten beanstandet Dr. med. I.________, dass der 
Gutachter die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode als nicht 
nachvollziehbar beurteile, obwohl deren Ausmass in früheren Berichten 
mittels Hamilton Score (HAMD) gemessen und eine kontinuierliche Ver-
besserung festgestellt sowie dokumentiert worden sei. Die Symptomatik 
(depressive Episoden – chronifiziert – mit kognitiven Einbussen, Ermüdbar-
keit sowie Verlust an Belastbarkeit und Flexibilität) überschneide sich teil-
wiese mit derjenigen einer Neurasthenie; im Gutachten werde indessen auf 
die entsprechende Differenzierung nicht eingegangen. Im Verlauf der klini-
schen Beobachtung seien gewisse Anteile einer Persönlichkeitsstörung 
deutlicher und sichtbarer geworden; auch im Rahmen des Gutachtens hät-
ten sich bei entsprechender Testung hohe Werte bei den Items paranoia 
und soziale Introversion gezeigt. Die depressive Symptomatik habe sich 
deutlich zurückgebildet, sodass die Beurteilung dysfunktionaler Gedanken- 
und Verhaltensmuster unverfälschter sei. Im Gutachten werde nicht erläu-
tert, inwiefern die Versicherte die allgemeinen Kriterien für Persönlich-
keitsstörungen nicht erfülle (Beschwerdebeilage [act. I] 4).

3.2 Das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 30. Juni 2014 erfüllt 
die nach der geltenden Rechtsprechung an eine Expertise gestellten An-
forderungen. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf einer 
einlässlichen Untersuchung und wurde nach Einholen eines Berichts bei 
der behandelnden Ärztin in Kenntnis der Vorakten sowie unter Würdigung 
der darin enthaltenen Aussagen abgegeben. Es überzeugt auch inhaltlich, 
indem es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolge-
rungen nachvollziehbar begründet sind (vgl. E. 2.4 hiervor). 

Insbesondere führt der Gutachter überzeugend aus, dass und warum der-
zeit keine depressive Störung mehr vorliegt bzw. diese remittiert ist (act. II 
24.1 S. 18 f.). Dies stimmt letztlich mit den Angaben der behandelnden 
Ärztin Dr. med. I.________ sowie der Psychologin J.________ überein, die 
die depressive Symptomatik als nicht im Vordergrund stehend (act. II 30) 
bzw. als deutlich zurückgebildet bezeichnen (act. I 4). Die im Verlaufsbe-
richt vom 13. Juni 2014 zuhanden des Gutachters von der behandelnden 

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Ärztin Dr. med. I.________ und der Psychologin J.________ beschriebe-
nen Verhaltensmuster (act. II 24.3) hat der Gutachter im Übrigen in seine 
Beurteilung durchaus mit einbezogen, diese aber, nachdem sowohl mit 
Hilfe der MADRS (Montgomery Asberg Depression Scale) als auch klinisch 
kein relevantes depressives Syndrom zu erkennen war (act. II 24.1. S. 14), 
nachvollziehbar einem (unspezifischen) neurasthenischen Syndrom bei 
gegenwärtig remittierter depressiver Episode und Abhängigkeitssyndrom 
von Alkohol mit episodischem Substanzgebrauch zugeordnet. Anhand der 
massgebenden ICD-10-Kriterien legt der Gutachter ferner einleuchtend dar, 
dass den festgestellten akzentuierten Persönlichkeitszügen – im Gegen-
satz zu eigentlichen, hier mangels Erfüllung der Kriterien nicht gegebenen, 
Persönlichkeitsstörungen – für sich allein kein Krankheitswert zukommt 
(act. II 24.1 S. 20). In ihrer Stellungnahme vom 8. Oktober 2014 zuhanden 
des Vertreters der Beschwerdeführerin bestätigt die behandelnde Ärztin 
zumindest sinngemäss die Remission der depressiven Störung und wider-
spricht der gutachterlichen Befunderhebung an sich nicht, gibt dann aber – 
wie bereits in der Stellungnahme vom 6. August 2014 (act. II 30 S. 2) – 
eine gegenüber früher geänderte Diagnose an, ohne dies allerdings unter 
medizinischen Gesichtspunkten näher zu begründen. Soweit die behan-
delnde Ärztin für ihre Betrachtungsweise Teile der gutachterlichen Tester-
gebnisse im MMPI-2 (Minesota Multiphasic Personality Inventory 2) heran-
gezogen hat, vermag sie im Kontext nicht zu überzeugen. Dr. med. 
F.________ hat die Ergebnisse in seine Beurteilung eingeordnet und ein-
leuchtend dargelegt, dass kein klinisch relevantes depressives Syndrom 
erkennbar sei und dass keine Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert 
vorliege, sondern lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge, die zwar den 
Gesundheitszustand beeinflussen und therapeutisch beachtet werden soll-
ten, aber nicht als Krankheit zu verstehen seien (act. II 24.1 S. 20). Inso-
weit ist es denn auch nicht Aufgabe des Gutachters (bzw. auch eines be-
handelnden Arztes) zu belegen, dass (allgemeine) Kriterien einer Störung 
nicht erfüllt sind (act. I 4 S. 2 sowie Beschwerde S. 4).

Soweit die behandelnde Ärztin die nunmehr gestellten – von ihren eigenen 
früheren abweichenden – Diagnosen rückwirkend auf bessere Erkenntnis-
se zufolge längerer Behandlungsdauer und Betreuung der Versicherten 
stützen will, überzeugt dies ebenfalls nicht. Im Zeitpunkt der Diagnosestel-

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lung durch die behandelnde Ärztin im Bericht vom 13. Juni 2014 war die 
Behandlung – worauf auch der RAD-Arzt Dr. med. E.________ in seiner 
Stellungnahme vom 17. September 2014 (vgl. E. 3.1.5 hiervor) zu Recht 
hingewiesen hat – schon seit einiger Zeit installiert und die massgeblichen 
Parameter zur Beurteilung der medizinischen Situation, insbesondere auch 
hinsichtlich der privaten Verhaltensmuster sowie der Wohnsituation, waren 
durchaus bekannt. Diese Umstände waren Dr. med. F.________ Mitte Juni 
2014 von den behandelnden Fachpersonen mitgeteilt worden, der sie denn 
auch in seine gutachterliche Einschätzung mit einbezogen hat. 

Es ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin auf das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 30. Juni 2014 
abgestellt hat.

3.3 Der Gutachter hat angesichts der Befundlage auf das Vorliegen 
einer Neurasthenie geschlossen. Die Auswirkungen dieser Diagnose auf 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sind nach den Kriterien der somatofor-
men Schmerzstörung zu prüfen (vgl. E. 2.2 hiervor) und wurden vom Gut-
achter auch unter diesem Aspekt gewürdigt. Nach entsprechender Diskus-
sion hat er überzeugend dargelegt, warum kein schweres psychisches Lei-
den im Sinne einer Komorbidität besteht, das therapeutisch nicht günstig 
beeinflusst werden könne, und die sog. Foerster-Kriterien nicht in der nöti-
gen Schwere, Dauer und Ausprägung erfüllt sind, um die Schmerzüberwin-
dung bei der zu verlangenden Willensanstrengung als unzumutbar und die 
diagnostizierte gesundheitliche Störung damit als invalidisierend erschei-
nen zu lassen. Dieser Würdigung ist aus versicherungsrechtlicher Sicht 
nichts beizufügen. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, welche die Annahme 
der willentlichen Überwindbarkeit in Frage stellen könnten.

Unter diesen Umständen besteht kein invalidenversicherungsrechtlich rele-
vanter Gesundheitsschaden und demzufolge kein Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2015, IV/14/1006, Seite 14

4.

4.1 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren 
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig 
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2015, IV/14/1006, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.