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**Case Identifier:** 1962b465-6823-504a-8a3e-30fc6ad5ebbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 02.07.2021 IV 2019/228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-228_2021-07-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/228

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.01.2022

Entscheiddatum: 02.07.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2021
Art. 28 IVG. Beweiswert eines polydisziplinären Gutachtens und Berechnung 
des IV-Grades (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 2. Juli 2021, IV 2019/228).

Entscheid vom 2. Juli 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz) und Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2019/228

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5, Postfach 48, 

9620 Lichtensteig,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 30. Juni 2012 wegen eines Bandscheibenvorfalls zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Am 4. Juli 2012 wurde 

er an der Wirbelsäule operiert (zervikale Dekompression und Fusion HWK 4-7; vgl. IV-

act. 15 und 33-4 f.).

A.a. 

Mit Bericht vom 17. Oktober 2012 hielt sein Hausarzt Dr. med. B.___, Facharzt für 

Innere Medizin und Pneumologie, fest, der Versicherte leide seit Juli 2012 an einem 

cervikoradikulären Schmerz- und Reizsyndrom und seit Januar 2010 an einer 

fortgeschrittenen Rhizarthrose rechts mehr als links. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

C.___, IV-act. 19-2) sei er seit dem 6. März 2012 arbeitsunfähig (IV-act. 22-2 f.).

A.b. 

Anlässlich eines Gesprächs mit der Eingliederungsverantwortlichen am 

4. Dezember 2012 gab der Versicherte an, unter diversen Beschwerden zu leiden, die 

sich trotz mehrerer Operationen laufend verschlimmern würden (IV-act. 28-2). Am 

13. Dezember 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

instabilen Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 31). Anschliessend holte sie weitere medizinische Unterlagen ein (IV-

act. 33 ff.).

A.c. 

Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 47). Dagegen liess er Einwand 

erheben (IV-act. 48). In der Folge wurden weitere medizinische Abklärungen 

vorgenommen (IV-act. 52 ff.). In einer zweiten Anhörung stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten am 5. Februar 2014 erneut eine Abweisung seines Rentengesuchs in 

Aussicht (IV-act. 65).

A.d. 

Mit Schreiben vom 24. Februar 2014 informierte Dr. B.___ die IV-Stelle über eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten (IV-act. 66). Am 31. März 

A.e. 

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2014 und am 4. November 2014 wurde dieser erneut operiert (Trapezektomie und 

Sehnenarthroplastik nach Epping, Dekompression N. medianus, Neurolyse und 

Tenosynovektomie, Karpalkanal links, IV-act. 71; Entfernung Plattenosteosynthese 

HWK 4-7, Revision C6/7 mit Cage, IV-act. 79-12).

Nach Eingang verschiedener Arztberichte (vgl. insbesondere IV-act. 86 und 91) 

teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 25. November 2015 mit, dass sie eine 

umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, 

Neurologie, Psychiatrie) als notwendig erachte (IV-act. 102). Der Begutachtungsauftrag 

erging an das Zentrum für Medizinische Begutachtung ZMB, Basel (IV-act. 104).

A.f. 

Mit polydisziplinärem Gutachten vom 14. Juni 2016 attestierten die ZMB-

Gutachter dem Versicherten infolge Persönlichkeitsakzentuierung/

Krankheitsverarbeitungsstörung eine Rendement-Verminderung von 10 % für eine den 

orthopädisch-neurologisch erforderlichen Adaptionskriterien entsprechende Tätigkeit. 

Diese Einschätzung gelte seit der Operation vom 4. Juli 2012. Nach den operativen 

Eingriffen habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für einen Zeitraum von jeweils drei 

Monaten bestanden (IV-act. 111-69 f.).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 115). Dagegen erhob er am 

12. August 2016 Einwand und beantragte unter anderem berufliche Massnahmen (IV-

act. 119).

A.h. 

Mit Mitteilung vom 12. Oktober 2016 lehnte die IV-Stelle das Begehren auf 

berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, der Versicherte fühle sich aufgrund 

seiner gesundheitlichen Situation nicht in der Lage, an Eingliederungsmassnahmen 

mitzuwirken (IV-act. 128). Mit Schreiben vom 12. Oktober 2016 teilte sie dem 

Versicherten mit, dass sie am Vorbescheid vom 7. Juli 2016 festhalte (IV-act. 129).

A.i. 

Dagegen erhob der Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Markus Roos, 

am 25. Januar 2017 Einwand. Er machte eine Verschlechterung seines 

Gesundheitszustands (mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom) 

geltend (IV-act. 139).

A.j. 

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Mit Schreiben vom 30. November 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

aus versicherungsmedizinischer Sicht könne weiterhin auf die Beurteilung gemäss 

Gutachten des ZMB vom 14. Juni 2016 abgestellt werden. Daher halte die IV-Stelle an 

ihrem bisherigen Entscheid fest und gewähre dem Versicherten erneut das rechtliche 

Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 149). Am 5. Februar 

2018 erhob der Versicherte erneut Einwand (IV-act. 155). In der Folge holte die IV-Stelle 

weitere Arztberichte ein (IV-act. 156 ff.). Am 2. Oktober 2018 gab sie eine 

Verlaufsbegutachtung beim ZMB in Auftrag (IV-act. 171).

A.k. 

Mit Verlaufsgutachten vom 24. April 2019 stellten die ZMB-Gutachter folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronisches zervikovertebrogenes 

Syndrom mit neuropathischer Entwicklung rechtes Bein und Bewegungseinschränkung 

der HWS, lumboradikuläres sensorisches Reiz- und Ausfallsyndrom L5/S1 rechts mit 

Claudicatio radicularis rechts L4 bis S1, Funktionsstörung der rechten Hand mit 

Kraftminderung speziell des Daumens, leichte Polyarthrose (Typ Heberden) und 

psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren im Sinne einer 

Krankheitsverarbeitungsstörung bei Problemen am Bewegungsapparat. Als Diagnosen 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben die Gutachter einen Status nach 

CTS, chronisches Schultersyndrom rechts, Coxarthrose rechts, Gonalgie rechts, 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit leistungsorientierten Anteilen, Status nach 

Anpassungsstörung 2016, Adipositas, arterielle Hypertonie und Nikotinabusus (IV-

act. 180-14 f.). Die funktionellen Auswirkungen der objektivierten Befunde auf 

orthopädischem Fachgebiet seien weiterhin als wesentlich einzuschätzen. Die 

Gesamtleistungsfähigkeit erscheine im Vergleich zur Vorbegutachtung nicht wesentlich 

verändert. Sowohl in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als auch 

in angepasster Tätigkeit bestehe aus gesamtheitlicher Sicht weiterhin eine Rendement-

Verminderung von 10 % unter Berücksichtigung der orthopädisch-neurologischen 

Einschätzung (IV-act. 180-19 ff.).

A.l. 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 184 ff.) wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren mit Verfügung vom 9. August 2019 ab. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, das ZMB-Gutachten vom April 2019 sei gemäss RAD-

Stellungnahme vom 7. August 2019 schlüssig, sodass auf das Abklärungsergebnis 

abzustellen sei. Demnach bestehe in der angestammten Tätigkeit als Allrounder/

A.m. 

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B.  

Hauswart bei C.___ seit 6. März 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer dem Leiden 

angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. Für das 

Valideneinkommen sei das letzte erzielte Einkommen auf ein 100%-Pensum 

hochzurechnen und zu indexieren. Für das Invalideneinkommen sei die 

Lohnstrukturerhebung gemäss Bundesamt für Statistik heranzuziehen. Unter 

Berücksichtigung der Parallelisierung resultiere aus dem Einkommensvergleich ein 

Invaliditätsgrad von 6 %. Selbst aus einem Prozentvergleich unter Berücksichtigung 

eines Tabellenlohnabzuges würde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren 

(IV-act. 190 f.).

Gegen diese Verfügung vom 9. August 2019 erhebt A.___ am 6. September 2019 

Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es sei ein 

aktuelles und umfassendes Gutachten bei einer unabhängigen und 

unvoreingenommenen Gutachterstelle in Auftrag zu geben. Bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades sei ihm ein Leidensabzug von 25 % zu gewähren und ihm sei 

rückwirkend eine ganze Rente zuzusprechen. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das 

Verlaufsgutachten vom 24. April 2019 sei teilweise widersprüchlich und falsch. Er sei zu 

mindestens 50 % erwerbsunfähig. Ihm sei aufgrund der Nachteile, die er im Vergleich 

zu seinen gesunden Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt erleide, ein Leidensabzug von 

25 % zu gewähren. Das Abstellen auf das viel zu niedrige Valideneinkommen führe zu 

einem willkürlichen Resultat, nämlich zu einem negativen Invaliditätsgrad. Der 

Invaliditätsgrad sei anhand des Tabellenlohnes nach einem reinen Prozentvergleich 

und unter Berücksichtigung des Leidensabzugs zu berechnen (act. G1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2019 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das ZMB habe die Befundlage 

bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung sachgerecht berücksichtigt und dem 

Beschwerdeführer einzig in einer adaptierten Tätigkeit eine relativ hohe Arbeitsfähigkeit 

von 90 % attestiert. Aufgrund der erheblichen qualitativen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit stehe fest, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit 

nicht mehr arbeitsfähig sei. Der Beschwerdeführer bringe gegen das Verlaufsgutachten 

B.b. 

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Erwägungen

1.  

keine substantiierten Rügen vor. Bei ihm liege eine repräsentative Einkommensbasis 

vor, weshalb sein Valideneinkommen nicht gestützt auf den Tabellenlohn abstrakt zu 

berechnen sei. Im Rahmen des Einkommensvergleichs sei bereits eine Parallelisierung 

der Vergleichseinkommen vorgenommen worden, womit die geltend gemachten, 

invaliditätsfremden Faktoren bereits berücksichtigt worden seien und sich kein weiterer 

Abzug rechtfertige. Aufgrund des erheblich eingeschränkten Spektrums an möglichen 

Tätigkeiten des Beschwerdeführers als Hilfsarbeiter auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt erscheine ein Leidensabzug von 15 % angemessen. Damit resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 20 %, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe 

(act. G4).

Mit Replik vom 27. Januar 2020 hält der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

unverändert an der Beschwerde fest und widerspricht der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin (act. G8). Mit Schreiben vom 20. März 2020 reicht er einen 

Sprechstundenbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 3. März 2020 ein, mit 

welchem ihm zusätzlich zu den bereits bekannten Diagnosen Lumboischialgien bei 

bekanntem neuropathischem Schmerzsyndrom diagnostiziert werden (act. G10 und 

10.1).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G9 und G11).B.d. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

1.1. 

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2.  

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 

IVG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit 

Hinweisen). Auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist 

abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4).

1.3. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.4. 

Vorliegend macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, auf das ZMB-

Verlaufsgutachten könne nicht abgestellt werden. Nachfolgend wird deshalb geprüft, 

2.1. 

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ob dem Gutachten Beweiswert zukommt, wobei in erster Linie auf die Kritik des 

Beschwerdeführers Bezug genommen wird.

Der Beschwerdeführer bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe korrekt 

festgestellt, dass er in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Allrounder/Hauswart nicht 

mehr arbeitsfähig sei. Im ZMB-Gutachten werde hingegen auch in der angestammten 

Tätigkeit aus gesamtheitlicher Sicht einzig eine Rendement-Verminderung von 10 % 

attestiert. Es handle sich hierbei um einen groben Fehler der Gutachterstelle (act. G1, 

Rz 19).

2.2. 

Dem ersten ZMB-Gutachten vom 14. Juni 2016 ist unter dem Titel "Arbeitsfähigkeit 

in der angestammten / bisherigen Tätigkeit" zu entnehmen, dass aus orthopädisch-

neurologisch-neurochirurgischer Sicht vor allem Belastungen zu vermeiden seien, 

welche einen negativen Einfluss auf die Entwicklung einer cervicalen Myelopathie 

hätten, des Weiteren sei die Funktionsfähigkeit der Hände, speziell der rechten Hand, 

leicht beeinträchtigt. Die Gehfähigkeit sei deutlich vermindert. Somit seien lediglich 

leichte Tätigkeiten in wechselnden Körperpositionen, vorwiegend im Sitzen, unter 

Vermeidung gefährdender Arbeitsplätze, längerer Gehstrecken, stereotyper 

Körperhaltung, Tätigkeiten in gebückter Haltung sowie Überkopfarbeiten durchführbar. 

Tätigkeiten mit Anspruch an Kraft und Koordination des rechten Armes seien nicht 

durchführbar. Das volle Spektrum der bisherigen Tätigkeit, z.B. mit Wareneinräumen, 

Warenentgegennehmen, Bodenreinigen, Fensterreinigen, könne nicht mehr geleistet 

werden. Die leichteren Tätigkeiten, welche den oben aufgeführten Einschränkungen 

entsprechen würden, könnten geleistet werden. Aus gesamtheitlicher Sicht gelte die 

orthopädisch-neurologisch-neurochirurgische Einschätzung mit einer Rendement-

Verminderung von 10 % (IV-act. 111-70). Im Verlaufsgutachten vom 24. April 2019 

hielten die Gutachter betreffend Arbeitsfähigkeit noch einmal fest, aus gesamtheitlicher 

Sicht bestehe weiterhin eine Rendement-Verminderung von 10 % bei Berücksichtigung 

der orthopädisch-neurologischen Einschätzung (IV-act. 180-20). Es könne gegenüber 

der ersten Begutachtung keine richtungsweisende Veränderung konstatiert werden (IV-

act. 180-83). Die ZMB-Gutachter haben demnach eine differenzierte Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit – angestammt wie adaptiert – abgegeben und darauf hingewiesen, 

dass die orthopädischen und neurologischen Adaptionskriterien zu berücksichtigen 

sind. Zudem hat auch der RAD die getroffenen Feststellungen jeweils nachvollziehbar 

bestätigt (vgl. RAD-Stellungnahmen vom 28. Juni 2016 und vom 13. Mai 2019, IV-

act. 112 und 181). Daraus haben die Parteien zutreffend geschlossen, dass der 

Beschwerdeführer in seiner früheren Tätigkeit als Allrounder/Hauswart nicht mehr 

arbeitsfähig ist. Das ZMB-Verlaufsgutachten ist insofern nicht fehlerhaft.

2.3. 

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3.  

4.  

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die objektivierbaren Diagnosen und ihre 

funktionellen Auswirkungen (verminderte Gehfähigkeit auf unebenen Böden, keine 

Tätigkeiten im Knien und im Hocken, keine regelmässigen Tätigkeiten über 

Schulterhöhe, eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, verminderte Kraft und 

Koordination der rechten Hand, Notwendigkeit einer wohlwollenden und 

verständnisvollen Arbeitsplatzumgebung) würden der attestierten schier 

vernachlässigbaren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 10 % widersprechen 

(act. G1 Rz 20 ff.).

3.1. 

Zwar ist die Liste der Diagnosen von eindrücklicher Länge und der 

Beschwerdeführer musste sich in der Vergangenheit mehrfach Operationen 

unterziehen (vgl. IV-act. 180-14 ff.). Invalidenversicherungsrechtlich kommt es jedoch 

nicht auf die Anzahl Diagnosen an, sondern einzig darauf, welche Auswirkungen die 

diagnostizierten Erkrankungen auf die Arbeitsfähigkeit haben. Massgebend ist in erster 

Linie der lege artis erhobene Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die 

damit verbundenen Funktionseinschränkungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

28. Juni 2018, 9C_273/2018, E. 4.2, mit Hinweisen).

3.2. 

Vorliegend haben die Gutachter dem Beschwerdeführer aufgrund der zahlreichen 

gestellten Diagnosen ebenso vielfältige Einschränkungen seiner Arbeitsfähigkeit in 

qualitativer Hinsicht attestiert. In einer solchermassen angepassten Tätigkeit besteht 

jedoch somatischerseits keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer 

Hinsicht. Die Einschätzung der ZMB-Gutachter, wonach trotz vielfältiger 

Adaptionskriterien aus somatischer Sicht keine quantitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit vorliegt, ist somit nicht widersprüchlich.

3.3. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, seit der ersten Begutachtung seien 

bezüglich Hände und Wirbelsäule neue Diagnosen gestellt worden und eine 

Verschlechterung seines Gesundheitszustands eingetreten. Es sei für jedermann 

erkennbar, dass seine Einschränkungen nicht nur eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % 

bewirken könnten. Die Gutachter hätten festgehalten, dass die funktionellen 

Auswirkungen der objektivierten Befunde auf orthopädischem Fachgebiet weiterhin als 

wesentlich einzuschätzen seien. Wesentliche funktionelle Auswirkungen müssten zu 

einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit von mindestens 

50 % führen, ansonsten seien sie nicht wesentlich (act. G1 Rz 20 und 22).

4.1. 

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5.  

Es trifft zu, dass anlässlich der Verlaufsbegutachtung auch gewisse 

Verschlechterungen des Gesundheitszustands festgestellt wurden. So wurde die 

Aufnahme der psychiatrischen Behandlung seit November 2016 besprochen, die 

weitere Behandlung und der Verlauf gemäss den vorliegenden Berichten geschildert 

und beurteilt und zudem festgehalten, dass im Zusammenhang mit der __-

Diagnosestellung beim Sohn 20__ eine inzwischen remittierte Anpassungsstörung 

vorgelegen habe (vgl. IV-act. 180-11 ff.). Die Gutachter hielten jedoch insbesondere 

auch somatisch unveränderte Befunde fest und erachteten die Verschlechterungen 

nicht für derart gravierend, dass sie eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer in zeitlicher 

Hinsicht verminderten Leistungsfähigkeit attestierten (vgl. beispielhaft IV-act. 180-9 und 

180-21). Auch der Beschwerdeführer selbst gab an, es habe sich seit der letzten ZMB-

Begutachtung vom 14. Juni 2016 nichts Relevantes verändert. Betroffen gewesen sei 

er durch die __-Diagnose beim Sohn im Jahr 20__ (IV-act. 180-12).

4.2. 

Dass die funktionellen Einschränkungen, wie von den Gutachtern angegeben, 

wesentlich sind, äussert sich in den umfangreichen Adaptionskriterien, die an eine 

Erwerbstätigkeit gestellt werden, damit sie zumutbar ist. So wird im orthopädischen 

Teilgutachten dem Satz, wonach die funktionellen Auswirkungen wesentlich seien, 

unmittelbar angefügt, die Gehfähigkeit auf unebenen Böden sei vermindert, Tätigkeiten 

im Knien und Hocken sowie regelmässig über Schulterhöhe seien unzumutbar, die 

Kraft und Koordination der rechten Hand sei vermindert und die Belastbarkeit der 

Wirbelsäule eingeschränkt (vgl. IV-act. 180-19 und 180-47). Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers müssen die funktionellen Einschränkungen also nicht zu einer 

Arbeitsunfähigkeit führen, sondern können im Rahmen von Adaptionskriterien 

berücksichtigt werden. Dementsprechend wurden die mit der Verlaufsbegutachtung 

festgestellten Veränderungen von den Gutachtern als nicht richtungsweisend 

eingeschätzt (IV-act. 180-20).

4.3. 

Der Beschwerdeführer moniert, im Gutachten würde ihm vorgeworfen, seine 

Schmerzen mehrheitlich schlimmer zu schildern, als sie effektiv seien, und nicht gewillt 

zu sein, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder an Eingliederungsmassnahmen 

teilzunehmen. Der Schmerzschilderung komme jedoch definitionsgemäss ein grosser 

Teil an Subjektivität zu. Ausserdem habe er sich über Monate bemüht, seinen 

Gesundheitszustand mittels medizinischer Massnahmen und Fitnesstraining zu 

verbessern und zu erhalten. Dies sei neben einer Vollerwerbstätigkeit nicht möglich. Die 

Gutachter könnten nicht pauschalisiert behaupten, sein Verhalten würde die 

5.1. 

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geschilderten Beschwerde- und Schmerzintensität nicht widerspiegeln (act. G1 Rz 23 

f.).

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die ZMB-Gutachter dem Beschwerdeführer 

keine Aggravation oder gar Simulation unterstellten. Anlässlich ihrer ersten 

Begutachtung kamen sie zum Ergebnis, dass sich zusammen mit den vom 

Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden, den vorliegenden Akten und den 

objektiven Befunden sowie der Bildgebung eine gute Konsistenz ergeben habe (IV-act. 

111-43). Allerdings fiel eine gute spontane Beweglichkeit sämtlicher Extremitäten auf 

(IV-act. 111-23). Orthopädischerseits waren die festgestellten 

Bewegungseinschränkungen bewegungs- und druckindolent (IV-act. 111-34). Die 

neurologische Gutachterin hielt fest, klinisch-neurologisch würden sich keine 

radikulären Zeichen finden. Klinisch bestehe eine Sensibilitätsstörung diffus im ganzen 

rechten Bein, welche keinem Dermatom und auch keinem peripheren Nerven 

zugeordnet werden könne. Eine sichere Parese könne nicht festgestellt werden. Die 

Muskeleigenreflexe seien normal symmetrisch. Es bestehe eine Druckdolenz des 

Tractus iliotibialis rechts (IV-act. 111-37). Der psychiatrische Teilgutachter stellte eine 

gewisse Diskrepanz zwischen der Intensität der Schmerzangabe und dem gezeigten 

Schmerzverhalten fest. Er veranschaulichte diese Diskrepanz namentlich damit, der 

Beschwerdeführer sei anlässlich der Exploration frei beweglich und durchgehend mobil 

gewesen und habe nicht schmerzgeplagt gewirkt (IV-act. 111-49 und 111-54).

5.2. 

Anlässlich der Verlaufsbegutachtung erweckte der Beschwerdeführer den Eindruck 

einer übermässigen Selbstlimitierung bei ansonsten fehlenden Hinweisen auf 

wesentliche Inkonsistenzen (IV-act. 180-19). Neurologisch sei es zu einer subjektiven 

Schmerzzunahme bei objektiv im Wesentlichen unverändertem Befund gekommen (IV-

act. 180-52). Die Schmerzschilderung sei präzise erfolgt. Es habe aber eine Diskrepanz 

zwischen den Angaben der Schmerzintensität, dem gezeigten Schmerzverhalten 

(unauffälliger Gang / ruhiges Sitzen, IV-act. 180-71) und der erhobenen Aktivitäten 

sowie Partizipation (u.a. regelmässiges Fitnesstraining, Haustierhaltung, Interesse an 

Fussball, tägliche Zeitungslektüre, Kontakt zu Familie, Verwandten und Bekannten, 

jährliche Ferien in D.___, Anreise mit Zug und Tram mit Erfragen des Wegs, vgl. IV-

act. 180-70) bestanden (IV-act. 180-12 f.). Ein andauernder, schwerer und quälender 

Schmerz habe nicht nachgewiesen werden können. Dementsprechend konnte weder 

die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.40), noch 

diejenige einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (F45.41) gestellt werden (IV-act. 180-13).

5.3. 

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6.  

7.  

Die Gutachter haben sich somit differenziert mit den geklagten Beschwerden im 

Vergleich zu den Untersuchungsbefunden (klinisch und bildgebend) sowie den 

Angaben aus den Vorakten auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang sei 

erwähnt, dass die Kliniken Valens in ihrem Bericht vom 16. April 2013 die 

Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers als zuverlässig einschätzten und die 

Konsistenz bei den Tests als gut mit Ausnahme der zu tiefen Selbsteinschätzung der 

eigenen Leistungsfähigkeit (IV-act. 41-3). Diese Einschätzung stimmt mit jener der 

ZMB-Gutachter überein, welche entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers 

insofern eine umfassende Einzelfallbeurteilung vorgenommen haben und keine 

pauschalisierenden Behauptungen aufstellten. Den Gutachtern war des Weiteren im 

Wesentlichen bekannt, welche Anstrengungen der Beschwerdeführer zur Erhaltung 

bzw. Verbesserung seines Gesundheitszustands unternimmt. Sie erachteten diese 

offenbar nicht als mit einer Vollerwerbstätigkeit unvereinbar. Gründe, welche diese 

Einschätzung als unzutreffend erscheinen liessen, sind nicht auszumachen.

5.4. 

Die ZMB-Gutachten sind nach dem Gesagten für die streitigen Belange 

umfassend. Sie beruhen auf den Vorakten, persönlichen Gesprächen, klinischen 

Untersuchungen sowie Bildgebung und Laborauswertungen. Die Gutachter haben die 

medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt sowie die geklagten 

Beschwerden des Beschwerdeführers aufgenommen und abgehandelt. Ihre 

Schlussfolgerungen sind begründet und nachvollziehbar.

6.1. 

Die Kritik des Beschwerdeführers vermag den Beweiswert der Gutachten, wie 

vorstehend dargelegt, nicht zu erschüttern. Demzufolge sind diese beweiskräftig, 

sodass darauf abzustellen ist. Der Beschwerdeführer ist demnach in der 

angestammten Tätigkeit seit dem 4. Juli 2012 nicht mehr arbeitsfähig. In einer 

adaptierten Tätigkeit, welche lediglich kurz vor und jeweils während rund drei Monaten 

nach den operativen Eingriffen nicht möglich war, besteht eine Verminderung des 

Rendements um 10 %. Dem Antrag des Beschwerdeführers, es sei ein aktuelles und 

umfassendes Gutachten bei einer unabhängigen und unvoreingenommenen 

Gutachterstelle in Auftrag zu geben, ist somit nicht stattzugeben.

6.2. 

Der Beschwerdeführer kritisiert die Berechnung des Invaliditätsgrades und macht 

geltend, es habe ein Prozentvergleich unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 

25 % zu erfolgen (act. G1 Rz 28 ff.). Die Beschwerdegegnerin hatte hingegen für das 

Valideneinkommen auf die Lohnabrechnung der Arbeitgeberin für das Jahr 2011 

7.1. 

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abgestellt, für das Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne gemäss der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend: 

LSE) und hatte ursprünglich keinen Tabellenlohnabzug gewährt (vgl. IV-act. 183).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird grundsätzlich das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Für den 

Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des 

Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 

zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der 

Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 

222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).

7.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. In der Regel 

wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Berufliche Weiterentwicklungen, die ein Versicherter 

normalerweise vollzogen hätte, sind bei der Festsetzung des Valideneinkommens zu 

berücksichtigen, sofern ein hypothetischer beruflicher Aufstieg sehr wahrscheinlich 

erscheint. Rein theoretische Aufstiegsmöglichkeiten sind unbeachtlich (Meyer/

Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2014, Art. 28a N 49 und N 63 f.; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2).

7.3. 

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 

und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im 

Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte 

miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht 

unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. 

Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne 

7.4. 

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Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu 

bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren 

Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der 

Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich). Der Prozentvergleich bietet sich 

somit namentlich an, wenn Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen 

Tabellenlohn zu berechnen sind. Deren genaue Ermittlung erübrigt sich: Der 

Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dies unter 

Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1, mit Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin hat das letzte vom Beschwerdeführer erzielte 

Einkommen aus seiner Teilzeitanstellung (60 %) auf 100 % hochgerechnet. Der 

Beschwerdeführer fiel bereits ab 2009 bei seiner Arbeitgeberin immer wieder unfall- 

und krankheitsbedingt aus (vgl. IV-act. 19-4), sodass er das Erwerbspotential, welches 

er als Gesunder gehabt hätte, nicht ausschöpfen konnte. Anlässlich der Früherfassung 

erwähnte er am 26. Juli 2012, dass er seit drei Jahren an Schmerzen und 

Gefühlsstörungen im rechten Arm mit Ausstrahlung bis zur rechten Hand leide (vgl. IV-

act. 5-2). Er war demnach bereits in früheren Jahren gesundheitlich angeschlagen. 

Dennoch ist aus dem Auszug aus dem individuellen Konto (nachfolgend: IK-Auszug) 

ersichtlich, dass er sein Einkommen – trotz der (wohl in den vermehrten 

Krankheitsabsenzen in jenen Jahren begründeten) Einkommenseinbrüche in den 

Jahren 2009 und 2011 (vgl. IV-act. 19-4) – stetig steigerte. Sein Einkommen war 

demnach in den Jahren vor der IV-Anmeldung nicht stabil. Zudem ist auch nicht davon 

auszugehen, dass er freiwillig auf einen höheren Lohn verzichtete, dies insbesondere 

mit Blick auf seine Erwerbs- und Migrationsbiographie (vgl. IV-act. 111-20). Im 

Fragebogen Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab der 

Beschwerdeführer an, dass er im Gesundheitsfall 100 % arbeiten würde, zumal die 

Betreuungspflicht für seine Kinder mit deren zunehmenden Alter weggefallen sei und er 

finanziell für seine Familie sorgen wolle (vgl. IV-act. 101-1 f.). Obwohl der 

Beschwerdeführer schon seit 2006 an der gleichen Stelle beschäftigt war, kann sein 

letztes Einkommen (gemäss Arbeitgeberfragebogen, IV-act. 19) deshalb nicht als 

repräsentativ angesehen werden. Es ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass er 

ohne Gesundheitsschaden weiterhin das von seiner letzten Arbeitgeberin angegebene 

Einkommen erzielt hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens sind deshalb 

ebenso wie für das Invalideneinkommen die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen, 

sodass ein Prozentvergleich erfolgen kann.

7.5. 

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8.  

Der Beschwerdeführer beantragt die Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 

25 %. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt, 

dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 

Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung der medizinischen 

Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in 

die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 

das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 

d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren und die 

einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25 % 

begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 

V 327 E. 5.2).

8.1. 

Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist nicht der 

tatsächliche, sondern der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von 

demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst 

einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner 

Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus 

folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern 

einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, 

wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen 

8.2. 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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würden (AHI-Praxis 6/1998 S. 291). Die Invalidenversicherung erbringt deshalb 

grundsätzlich keine Leistungen, wenn eine versicherte Person zufolge ihres Alters, 

wegen mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine 

entsprechende Arbeit findet; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht 

invaliditätsbedingt (Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2014, Art. 28 N 20).

Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, 

also Arbeitsangebote, bei welchen Menschen mit Behinderungen mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer 

Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare 

Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe 

zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5, mit 

Hinweisen).

8.3. 

Vorliegend kommen für den Beschwerdeführer nur noch Erwerbstätigkeiten in 

Frage, welche die zahlreichen Adaptionskriterien gemäss ZMB-Begutachtung erfüllen. 

Damit rechtfertigt sich grundsätzlich ein Tabellenlohnabzug, zumal die somatischen 

Beschwerden im Gutachten nicht durch eine Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit 

berücksichtigt wurden, das Spektrum der dem Beschwerdeführer offenstehenden 

Hilfsarbeitertätigkeiten erheblich eingeschränkt ist und die vielfältigen Einschränkungen 

zu einem erhöhten finanziellen Risiko für einen potentiellen Arbeitgeber führen, welches 

dieser mit einem entsprechend tieferen Lohn auszugleichen versuchen würde. Dies 

wird nun auch von der Beschwerdegegnerin anerkannt, welche im 

Beschwerdeverfahren einen Tabellenlohnabzug von 15 % zugesteht (act. G4, Rz III.4).

8.4. 

Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts altersunabhängig nachgefragt, sodass das 

fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers keinen weitergehenden 

Tabellenlohnabzug rechtfertigt. Spezielles Fachwissen oder Berufserfahrung sind dafür 

grundsätzlich ebenfalls nicht erforderlich. Auch die bescheidenen Sprachkenntnisse 

des Beschwerdeführers führen vorliegend deshalb nicht zu einem weitergehenden 

Abzug, denn dem für den Prozentvergleich herangezogenen Tabellenlohn liegen 

einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art zugrunde, nicht etwa 

8.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/18

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9.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Bürotätigkeiten, bei welchen gute Sprachkenntnisse erforderlich wären (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3).

Dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner fehlenden Berufsausbildung und der 

in einer adaptierten Tätigkeit kaum verwertbaren Berufserfahrungen auf dem aktuellen 

Arbeitsmarkt Schwierigkeiten haben dürfte, eine Anstellung zu finden, ist 

nachvollziehbar. Auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehen ihm aber 

eine Vielzahl von möglichen Arbeitsstellen offen. Zu denken ist etwa an einfache 

Kontroll-, Überwachungs-, Sortier-, Verpackungs-, Recycling-, (De-)Montage- sowie 

Maschinenbedienungsarbeiten, welche keine hohen Anforderungen an seine 

Gehfähigkeit und Kraft oder Feinmotorik der rechten Hand stellen. Dafür benötigt der 

Beschwerdeführer weder besondere Berufs- oder Sprachkenntnisse noch 

Berufserfahrung. Ein über den von der Beschwerdegegnerin zugestandenen 

Tabellenlohnabzug von 15 % rechtfertigt sich deshalb nicht.

8.6. 

Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers beträgt somit gerundet 24 % (100 % - 

[90 % Arbeitsfähigkeit x 85 % für den Tabellenlohnabzug]). Selbst bei einem 

Tabellenlohnabzug von 25 % würde im Übrigen ein rentenausschliessender 

Invaliditätsgrad (33 %) resultieren. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht einen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Die vorliegende Beschwerde ist 

folglich vollumfänglich abzuweisen.

9.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da der Beschwerdeführer 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihm aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet. Ausgangsgemäss hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

9.2. 

bis 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/18

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2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- unter 

Anrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 600.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2021
	Art. 28 IVG. Beweiswert eines polydisziplinären Gutachtens und Berechnung des IV-Grades (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2021, IV 2019/228).

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