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**Case Identifier:** 500f532e-6643-5ce6-8f72-da23e1ced754
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.10.2021 200 2020 403
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-403_2021-10-07.pdf

## Full Text

200 20 403 IV
KNB/SCM/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1976 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im April 2016 insbesondere unter Hinweis auf Zwangsgedan-
ken und -handlungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Im Rahmen 
der erwerblichen und medizinischen Abklärungen liess die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) ein versicherungspsychiatrisches Gutach-
ten vom 10. Juli 2017 (AB 36.1) einholen, eine Abklärung im Haushalt des 
Versicherten durchführen (vom 30. April bzw. 17. Mai 2018 [AB 44]) sowie 
auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. AB 55, 70-
72) ein (neues) psychiatrisch-neuropsychologisches Gutachten erstellen 
(vom 13. September 2019 [AB 90.1-90.5]; samt ergänzender Stellungnah-
me vom 16. Januar 2020 [AB 97]). Gestützt auf das psychiatrisch-
neuropsychologische Gutachten (AB 90.1-90.5) und die ergänzende Stel-
lungnahme (AB 97) sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(AB 98, 102) verneinte die IVB mit Verfügung vom 27. April 2020 (AB 104) 
einen Leistungsanspruch mangels Vorliegens eines invalidisierenden Ge-
sundheitsschadens.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 28. Mai 2020 Beschwerde. Er lässt die folgenden Rechts-
begehren stellen:

• Die Verfügung vom 27. April 2020 sei aufzuheben.
• Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer 

mindestens für die Zeit ab dem 1. Oktober 2016 bis zum 30. Septem-
ber 2017 eine ganze Rente zuzüglich entsprechender Kinderrenten zu 
gewähren.

• Eventualiter bzw. für die Zeit ab dem 1. Oktober 2017 sei die Angele-
genheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen.

• Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren.

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Am 9. Juni 2020 machte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe hin-
sichtlich des gestellten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. pro-
zessleitende Verfügung vom 29. Mai 2020).

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2020 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 2. und 29. Juli 2020 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht je eine 
weitere Eingabe samt Beilage zu den Akten, welche der Beschwerdegeg-
nerin in der Folge zur Kenntnis gebracht wurden.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. April 2020 
(AB 104). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-

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sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.2.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Gemäss höchstrichterli-
cher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheits-
schaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliess-
lich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 
143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche 
psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Liegt auch unter dem Gesichts-
punkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädigung vor, 
erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normativen Prü-
fungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene sym-
metrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder 
äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen 
Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 
S. 297), welche sich in die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 
S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsras-
ter ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-

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wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materi-
ell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der hier angefochtenen 
Verfügung vom 27. April 2020 (AB 104) massgeblich auf das interdiszi-
plinäre Gutachten der C.________ (MEDAS) vom 13. September 2019 
(AB 90.1-90.5) samt ergänzender Stellungnahme vom 16. Januar 2020 
(AB 97), wobei sie hinsichtlich Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom gutach-
terlichen Zumutbarkeitsprofil abwich (AB 104/2). 

3.1.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 13. September 
2019 (AB 90.1) stellten Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und Dipl.-Psych. E.________, Fachpsychologin für Neuro-
psychologie FSP, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose vorwie-
gender Zwangsgedanken oder Grübelzwang (ICD-10 F42.0) vor dem Hin-
tergrund psychosozialer Belastung mit belastenden Lebensumständen bei 

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Migrationshintergrund (AB 90.1/5 Ziff. 4.2.1, 90.2/9 Ziff. 6.2). Der Be-
schwerdeführer verfüge über keine angestammte Tätigkeit, so dass eine 
angestammte mit einer angepassten Tätigkeit gleichgesetzt werde. Im 
Rahmen einer einfachen Tätigkeit, die keine hohen Anforderungen an die 
Konzentration und an das Gedächtnis stelle, die eher körperlich orientiert 
sei, wie z.B. „Ein- und Auspacken“, bei der eine grundlegende Akzeptanz 
und Wahrnehmung der Störung des Beschwerdeführers bestehe (Ver-
spätungen oder Verzögerungen nicht als willentlich provoziert unterstellt 
würden), wo auch regelmässige Pausen möglich seien, sei von einer Ar-
beitsfähigkeit von 80 % ab dem Zeitpunkt der jetzt erfolgten Untersuchung 
(August 2019 [AB 90.1/2 Ziff. 2.1]) auszugehen (AB 90.1/6 Ziff. 4.7 und 4.8, 
90.2/11-12 Ziff. 8.1 und 8.2).

Zur neuropsychologischen Untersuchung vom 8. August 2019 (AB 90.4/1) 
hielt die Expertin fest, der Beschwerdeführer habe in den durchgeführten 
Tests, u.a. zu den verschiedenen Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Exe-
kutivfunktionen, überwiegend weit unterdurchschnittliche Werte erzielt. Ne-
ben Auffälligkeiten in den Testergebnissen fänden sich auch Auffälligkeiten 
in der Symptomvalidierung und im Testverhalten, die sich aus neuropsy-
chologischer Sicht nicht allein durch Nebenwirkungen der Medikation, 
Schmerzen oder einen Bildungsgrad, der im Ausland erworben worden sei, 
erklären lasse. Aus neuropsychologischer Sicht gingen die Auffälligkeiten 
weit über die im Rahmen von psychischen Störungen zu erwartenden Auf-
fälligkeiten hinaus. In der klinischen Verhaltensbeobachtung, in den Test-
ergebnissen und in den durchgeführten Beschwerdevalidierungsverfahren 
hätten sich sehr deutliche Hinweise auf eine eingeschränkte und schwan-
kende Anstrengungsbereitschaft ergeben. In der Gesamtbeurteilung unter 
Einbezug der Ergebnisse der Beschwerdevalidierung sowie des Testprofils 
und der klinischen Beobachtung werde mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon ausgegangen, dass in der neuropsychologischen Begutachtung 
überwiegend ein suboptimales Leistungsverhalten vorliege. Die kognitiven 
Testergebnisse könnten deshalb nicht als ausreichend valide angesehen 
und somit auch nicht näher interpretiert werden. Eine Einschätzung der 
kognitiven Leistungsfähigkeit sei somit aufgrund der vorliegenden Daten 
nicht möglich. Das präsentierte auffällige Testverhalten spiegle vor allem 

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das vom Beschwerdeführer beschriebene Krankheitsbild wider, nämlich 
aktuell kognitiv nicht leistungsfähig und unheilbar krank zu sein (AB 90.4/5).

3.1.2 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin (AB 96) hielt der psychia-
trische MEDAS-Gutachter in der Stellungnahme vom 16. Januar 2020 
(AB 97) fest, die aktuelle fachärztliche Einschätzung sei der einzig valide 
Orientierungspunkt in einer äusserst komplexen Beurteilungssituation, in 
welcher multiple, nicht wirklich abschätzbare Faktoren einwirkten. Eine 
rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bleibe ein Versuch der 
Annäherung, zumal auch für gleiche Zeiträume zum Teil unterschiedliche 
Beurteilungen vorlägen. Von Oktober 2009 bis Februar 2015 sei von einer 
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % auszugehen. Ab Februar 2015 sei in 
den Akten von einem wieder verstärkten Auftreten der Zwangssymptomatik 
die Rede. Der Gutachter führte die Arbeitsunfähigkeit für die verschiedenen 
Zeiträume wie folgt auf: Vom 24. Februar 2015 bis 15. April 2015 100 %, 
vom 16. April 2015 bis 17. Mai 2015 50 %, vom 18. Mai 2015 bis 9. Februar 
2016 100 %, vom 10. Februar 2016 bis 9. Juli 2017 100 %, vom 10. Juli 
2017 bis 7. August 2019 40 % und ab dem 8. August 2019 20 %.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

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gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 13. September 2019 (AB 90.1-90.5; 
samt ergänzender Stellungnahme vom 16. Januar 2020 [AB 97]) erfüllt in 
diagnostischer Hinsicht die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hier-
vor) und überzeugt. Insbesondere basieren die Beurteilungen auf umfas-
senden Untersuchungen, berücksichtigen die beklagten Beschwerden und 
wurden in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstat-
tet. Sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Damit kommt dem Gut-
achten (grundsätzlich) voller Beweiswert zu, woran die Einwände des Be-
schwerdeführers nichts zu ändern vermögen.

3.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass die formelle Rüge hinsichtlich Fehlen 
eines Dolmetschers anlässlich der Begutachtung (Beschwerde S. 7 Ziff. 9), 
soweit diese als Ausstandsgrund zu qualifizieren ist, verspätet erfolgt und 
daher nicht zu berücksichtigen ist (vgl. hierzu BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69). 
Der Beschwerdeführer verlangte vor bzw. anlässlich der Begutachtung kei-
nen Dolmetscher (vgl. AB 87/1, 90.1/1) und ebenso machte er im Rahmen 
des Vorbescheidverfahrens am 9. März 2020 in keiner Art und Weise 
sprachliche Verständigungsschwierigkeiten geltend (AB 102/1-2). Dabei ist 
zu berücksichtigen, dass die Experten der MEDAS grundsätzlich in eigener 
Kompetenz im Rahmen sorgfältiger Auftragserfüllung entscheiden durften, 
keinen Dolmetscher beizuziehen (Entscheide des Bundesgerichts [BGer] 
vom 17. Oktober 2014, 8C_578/2014, E. 4.2.5, und vom 9. März 2012, 
8C_609/2011, E. 4.1; SVR 2021 IV Nr. 18 S. 55 E. 3.3.1). Dies ist vorlie-
gend aufgrund der Aktenlage denn auch nicht zu beanstanden. Denn trotz 
den vom psychiatrischen Gutachter aufgeführten teilweisen Verständi-
gungsschwierigkeiten (AB 90.2/5 Ziff. 4.2) war die Kommunikation ausrei-
chend möglich. So finden sich bei den Untersuchungsbefunden keine An-
zeichen dafür, dass die sprachliche Verständigung nur ungenügend gewe-
sen wäre; vielmehr heisst es, dass der Beschwerdeführer Zwangsvorstel-
lungen beschreibe und er „im formalen Gedankengang sehr ausführlich, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 10

ausschweifend, an Details haftend“ gewesen sei (vgl. AB 90.2/5 Ziff. 4.3). 
Im neuropsychologischen Teilgutachten wird sodann explizit festgehalten, 
dass der Beschwerdeführer sich auf Deutsch gut verständigen könne, er in 
der Anamnese viel spreche und seine Beschwerden ausführlich beschrei-
be; das Instruktionsverständnis auf Deutsch sei ausreichend gegeben 
(AB 90.4/3, 90.4/5; vgl. auch AB 90.2/6 Ziff. 4.3.1). Dementsprechend 
konnte der psychiatrische Experte anlässlich seiner Untersuchung neben 
den vom Beschwerdeführer beschriebenen Problemen gewisse Symptome 
wie formale Denkstörungen und ein Interaktionsmuster, welches sich öfters 
bei Patienten mit Zwangsthematik finde, feststellen und auf dieser Grund-
lage sowie unter Berücksichtigung der bisherigen fachlichen Einschätzun-
gen die Diagnose einer Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangsvorstellung 
und -gedanken oder Grübelzwang (ICD-10 F42.0) stellen (AB 90.2/8-9 
Ziff. 6.1 und 6.2; vgl. zur fehlenden Verwertbarkeit der Untersuchungser-
gebnisse aus neuropsychologischer Sicht E. 3.3.3 hiernach). Zudem kam 
der im Juli 2017 anlässlich der Begutachtung bei Dr. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einbestellte Übersetzer 
mehrheitlich nicht zum Einsatz und es konnte bereits damals von einer aus-
reichenden bis guten Kommunikation ausgegangen werden (AB 36.1/8). 
Dies lässt sich denn auch mit dem ursprünglichen Berufswunsch des Be-
schwerdeführers („Dolmetscher“ [vgl. AB 90.2/3 Ziff. 3.2.5]) sowie der Tat-
sache, dass auch im Oktober 2009 das Erstgespräch bei den Psychiatri-
schen Diensten G.________ „bei relativ guten Deutschkenntnissen“ ohne 
Übersetzer stattfinden konnte (AB 53/7), in Einklang bringen. Darüber hin-
aus ist zu beachten, dass der behandelnde Dr. med. H.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem mehrseitigen Bericht vom 
1. Juli 2020 (Beschwerdebeilage [BB] 8; Eingabe vom 2. Juli 2020) fest-
hielt, dass die bei ihm durchgehend seit 27. Januar 2016 stattfindende Be-
handlung in deutscher Sprache erfolge. Schliesslich ist praxisgemäss nicht 
von einem unbedingten Anspruch auf Durchführung einer medizinischen 
Abklärung in der Muttersprache oder auf Beizug eines Übersetzers auszu-
gehen (Entscheid des BGer vom 29. Dezember 2017, 8C_629/2017, 
E. 4.2). 

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, im MEDAS-Gutachten 
fehle eine explizite Auseinandersetzung mit den Vorakten (Beschwerde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 11

S. 8 Ziff. 11), ist darauf hinzuweisen, dass sich die Gutachter nicht mit je-
dem Aktenstück bzw. Arztbericht einzeln befassen müssen, sondern es 
genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Vorberichten auseinanderset-
zen (vgl. hierzu auch Entscheid des BGer vom 26. August 2011, 
8C_379/2011, E. 3.2.1), was der psychiatrische MEDAS-Gutachter hier 
überzeugend getan hat (siehe hierzu u.a. AB 90.2/1 Ziff. 2 i.V.m. 90.3, 
90.2/4 Ziff. 3.2.11, 90.2/7-9 Ziff. 6.1). Zudem hielt zwar der RAD im De-
zember 2018 bzw. April 2019 fest, es sei nicht gelungen, sämtliche Be-
handlungsakten einzuholen (vgl. AB 55, 70-71), jedoch wurden gerade we-
gen diesen – lediglich teilweisen – medizinischen Lücken weitere medizini-
sche Abklärungen (in Form des Gutachtens der MEDAS) vorgenommen. 
Was den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht des behandelnden 
Dr. med. H.________ vom 1. Juli 2020 (BB 8; Eingabe vom 2. Juli 2020) 
betrifft, so ist dieser nicht geeignet, begründete Zweifel an der Vollständig-
keit und Schlüssigkeit des eingeholten Gutachtens zu wecken. Der Bericht 
enthält keine wichtigen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 
entspringenden – Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 
IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Vielmehr verfasste Dr. med. H.________ seine 
Einschätzung massgeblich gestützt auf die subjektiven Beschwerdeschilde-
rungen des Beschwerdeführers. Ausserdem tritt der Behandler unter ande-
rem mit dem Hinweis auf „eine[r] schwere[n] invalidisierende[n] Krankheit“ 
des Beschwerdeführers (BB 8/1) zumindest teilweise advokatorisch auf 
(vgl. hierzu auch AB 36.1/10, wonach Dr. med. H.________ den Be-
schwerdeführer in Kontakt mit den Behörden sehr unterstützt), so dass der 
rechtsprechungsgemäss zu beachtenden Erfahrungstatsache, dass 
Hausärzte und behandelnde Fachärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 
Vertrauensstellung im Zweifelsfall mitunter eher zugunsten ihrer Patienten 
aussagen, hier Rechnung zu tragen ist (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470, 
125 V 351 E. 3a cc S. 353; Entscheid des BGer vom 21. August 2019, 
8C_143/2019, E. 4.4.1). 

3.3.3 Zur neuropsychologischen Abklärung (AB 90.4) ist festzustellen, 
dass das Instruktionsverständnis auf Deutsch ausreichend gegeben war 
(AB 90.4/5) und die ergänzend zur klinischen Untersuchung (AB 90.4/2-3) 
herangezogenen standardisierten Testverfahren (AB 90.4/3, 90.5/1) nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 12

zu beanstanden sind. Insbesondere kann der Beschwerdeführer nichts zu 
seinen Gunsten ableiten, wenn er geltend macht, die neuropsychologi-
schen Testverfahren seien für die westliche Population validiert und ergä-
ben für andere Kulturkreise nicht automatisch ein korrektes Bild (Be-
schwerde S. 7 Ziff. 8). Zum einen diskutierte die neuropsychologische Ex-
pertin die überwiegend weit unterdurchschnittlichen Testergebnisse aus-
führlich (AB 90.4/3-5), wobei sie explizit festhielt, dass sich die Auffälligkei-
ten insbesondere nicht mit einem Bildungsgrad, der im Ausland erworben 
wurde, erklären liessen (AB 90.4/5). Zum anderen stellt die Herkunft aus 
einem bestimmten Kulturkreis grundsätzlich ein rechtlich unbeachtliches 
invaliditätsfremdes Kriterium dar (vgl. hierzu Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 23. Oktober 2003, 
I 123/03, E. 3.3.3). Die vom Beschwerdeführer geforderte Durchführung 
eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Beschwerde S. 6 Ziff. 7) erübrigte 
sich hier bereits deshalb, weil der psychiatrische MEDAS-Experte in der 
Lage war, in überzeugender und nachvollziehbarer Weise eine konkrete 
Diagnose zu stellen und die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (was im vom 
Beschwerdeführer erwähnten Entscheid des BGer vom 30. November 
2011, 9C_744/2011, indessen anders war). Bei der erhobenen neuropsy-
chologischen Testung handelt es sich um ein Mittel der Zusatzdiagnostik, 
deren Befunde in die ärztlich zu erfolgende gutachterliche Gesamtbeurtei-
lung und versicherungspsychiatrische Würdigung einzubeziehen sind. Auch 
wenn die kognitiven Testergebnisse von der Neuropsychologin als nicht 
ausreichend valide angesehen und deshalb nicht näher interpretiert wurden 
(AB 90.4/5), hat der psychiatrische MEDAS-Gutachter dies im Rahmen der 
Konsensbeurteilung berücksichtigt (AB 90.1/4 Ziff. 4.1). Insbesondere hat 
er im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils festgehalten, dass die Arbeitstätig-
keit einfach sein müsse und keine hohen Anforderungen an die Konzentra-
tion sowie das Gedächtnis stellen solle (AB 90.1/6 Ziff. 4.7 und 4.8, 
90.2/11-12 Ziff. 8.1 und 8.2). Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähig-
keit ist ohnehin Sache der (Fach-)Ärzte, was auf die hier eingesetzte Fach-
psychologin nicht zutrifft (vgl. Entscheide des BGer vom 19. März 2019, 
8C_772/2018, E. 6.1, und 13. November 2018, 8C_584/2018, E. 4.1.1.2). 

3.4 Nach dem Dargelegten wurde der Gesundheitszustand des Be-
schwerdeführers hinreichend abgeklärt, weshalb auf weitere Beweisvorkeh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 13

rungen verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Entsprechend dem beweiskräftigen ME-
DAS-Gutachten vom 13. September 2019 (AB 90.1-90.5) sowie in weitest-
gehender Übereinstimmung mit den Behandlern (vgl. AB 53/8, 59/1, 59/3, 
61/3, 61/8) und dem Vorgutachter Dr. med. F.________ (AB 36.1/15) ist 
erstellt, dass der Beschwerdeführer an vorwiegenden Zwangsgedanken 
oder Grübelzwang (ICD-10 F42.0) vor dem Hintergrund psychosozialer 
Belastung mit belastenden Lebensumständen bei Migrationshintergrund 
leidet. Zu Recht wird weder geltend gemacht noch bestehen Hinweise 
dafür, dass er aus rein somatischer Sicht (zusätzlich) in der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit eingeschränkt wäre. Zu prüfen bleibt damit, ob anhand 
des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 der gutachterlich 
aus psychischen Gründen attestierten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
80 % seit dem Begutachtungszeitpunkt (August 2019 [AB 90.1/1]) bzw. 
derjenigen von 0 % bis 60 % zwischen Februar 2015 und August 2019 
(AB 97) auch aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann (E. 2.2.2 hiervor).

4.

4.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die MEDAS-
Gutachter verschiedene Inkonsistenzen fest, die nur zum Teil mit der Be-
schwerdesymptomatik erklärt werden könnten. Einerseits habe der Be-
schwerdeführer im Rahmen der neuropsychologischen Testuntersuchung 
eine fordernde Haltung samt suboptimalem bzw. reduziertem Leistungs-
verhalten gezeigt, welches nicht mit der psychiatrischen Thematik zu er-
klären sei. Andererseits hätten sich anlässlich der Untersuchung insoweit 
Inkonsistenzen gezeigt, als dass klassische Verhaltensweisen von Patien-
ten mit Zwangsgedanken und -handlungen kaum zu eruieren gewesen sei-
en, dies auch vor dem Hintergrund, dass die Einschränkungen nach Anga-
be des Beschwerdeführers in erster Linie kognitiv bzw. im Sinne von 
Zwangsvorstellungen aufträten, was nicht verifizierbar sei (AB 90.1/5-6 
Ziff. 4.6, 90.2/11 Ziff. 7.3). Ob damit ein invalidisierender Gesundheitsscha-
den bereits bei der Prüfung auf der ersten Ebene ausgeschlossen ist (vgl. 
E. 2.2.3 hiervor), kann offenbleiben. Denn auch eine ergebnisoffene sym-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 14

metrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
anhand der Standardindikatoren auf der zweiten Ebene (vgl. nachfolgend) 
ergibt kein stimmiges Gesamtbild:

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298).

4.2.1 Der Komplex „Gesundheitsschädigung“ ergibt was folgt (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): 

4.2.1.1 Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) ist Folgendes festzuhalten: In der 
Konsensbeurteilung führten die MEDAS-Gutachter aus, sie hätten die klas-
sischen Verhaltensweisen von Zwangsgedanken und -handlungen kaum 
eruieren und nicht wirklich verifizieren können (vgl. E. 4.1 hiervor). Vielmehr 
beurteilten sie die bestehenden Einschränkungen als leichtgradig 
(AB 90.1/5-6 Ziff. 4.6, 90.2/11 Ziff. 7.3; vgl. hierzu auch die Ergebnisse des 
Mini-ICF-APP mit lediglich mässig ausgeprägten Beeinträchtigungen 
[AB 90.2/11 Ziff. 7.4]). Damit ist eine erhebliche Ausprägung der diagnose-
relevanten Befunde zu verneinen.

4.2.1.2 Hinsichtlich des Indikators „Behandlungs- und Eingliederungser-
folg oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist den Akten zu 
entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer im Jahr 2009 in zwei- bis 
vierwöchentlicher ambulanter Behandlung bei den psychiatrischen Diens-
ten G.________ befand (AB 4/16-17, vgl. auch AB 90.2/1-2 Ziff. 3.2.1 und 
3.2.2). Sodann war er vom 24. Februar bis 29. April 2015 in teilstationärer 
Behandlung bei den psychiatrischen Diensten I.________ (psychiatrische 
Dienste I.________; AB 49/2), gefolgt von einer vom 18. Mai 2015 bis 
10. Februar 2016 wöchentlich stattgehabten ambulanten Behandlung 
(AB 51/2). Hiernach war bzw. ist der Beschwerdeführer seit 4. Februar 
2016 (bzw. seit 27. Januar 2016 [vgl. BB 8/1]) in spezialärztlicher Behand-
lung bei Dr. med. H.________ (AB 10/2 Ziff. 1.2), wobei gemäss Bericht 
vom 1. Juli 2020 monatliche Behandlungssitzungen stattfänden (BB 8/1; 
vgl. zu den Behandlungen auch AB 90.2/4 Ziff. 3.2.11). Der psychiatrische 
MEDAS-Gutachter hielt fest, die bisher erfolgten medizinischen Massnah-
men und Therapien schienen durchaus erfolgreich gewesen zu sein. Trotz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 15

des zunehmend chronischen jahrelangen Verlaufs mit stark eingeschränk-
ter Wahrscheinlichkeit einer positiven Auswirkung könnte eine Intensivie-
rung ambulanter Termine (auch eine medikamentöse Intensivierung durch 
Dosiserhöhung oder Medikamentenwechsel/-ergänzung) eine zusätzliche 
positive Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben (AB 90.1/6-7 Ziff. 4.10, 
90.2/12 Ziff. 8.3, vgl. auch AB 36.1/16). Eine Behandlungsresistenz wird 
nicht postuliert.

In Bezug auf die Eingliederung ist festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rer nach Verlust seiner letzten (während zwei Monaten innegehabten) Ar-
beitsstelle im Jahr 2012 nicht mehr arbeitstätig war. Indessen gab er bei 
der Begutachtung an, dass er in einer angepassten Tätigkeit arbeiten kön-
ne und wolle (AB 90.2/3 Ziff. 3.2.6 und 3.2.7). Eine Eingliederungsresistenz 
ist damit nicht ausgewiesen.

4.2.1.3 Was die Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) be-
trifft, stellten die MEDAS-Gutachter lediglich die Diagnose der Zwangsge-
danken oder Grübelzwang (ICD-10 F42.0) und keine weiteren – insbeson-
dere auch keine ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Diagnosen 
(AB 90.1/5 Ziff. 4.2, 90.2/9 Ziff. 6.2). Mithin besteht keine ressourcenhem-
mende Komorbidität.

4.2.2 Betreffend den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist festzustellen, dass die MEDAS-Gutachter nicht abschliessend 
beurteilen konnten, ob das beim Beschwerdeführer auszumachende Inter-
aktionsmuster, das sich öfters bei Personen mit Zwangsthematik finde, 
allenfalls Teil seiner Persönlichkeit sei, die vermutlich u.a. durch die Migra-
tion und Folter entsprechend negativ belastet worden sei (AB 90.1/5 
Ziff. 4.4). Eine Persönlichkeitsakzentuierung oder gar eine Persönlich-
keitsstörung wurde nicht diagnostiziert (vgl. auch AB 36.1/13).

4.2.3 Zum Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2014 geheiratet hat 
(vgl. AB 46/3) und mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern (geboren 
2016 [AB 24-25] und 2018 [AB 46/1-2]) in einer Wohnung lebt. Er habe die 
Familie, Kollegen und Bekannte und sei sozial gut eingebunden (AB 90.2/3 
Ziff. 3.2.8). Dies wie auch der Glaube stellt für den Beschwerdeführer eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 16

(gewisse) Ressource dar (vgl. AB 36.1/16, 90.1/5 Ziff. 4.5, 90.2/9 Ziff. 6.1). 
Soweit er ausführte, es sei wesentlich, dass die soziale Situation verbes-
sert werde (AB 90.2/6 Ziff. 4.3; als krankheitsfremder Faktor wurde anläss-
lich der Begutachtung im Juli 2017 u.a. bereits der Asylstatus und die Ar-
beitslosigkeit erwähnt [AB 36.1/18]), ist festzuhalten, dass soziale Belas-
tungen, welche direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bei der Prüfung 
ausgeklammert bleiben (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303; vgl. zur Bedeu-
tung von invaliditätsfremden Faktoren auch BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; 
SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist vorab die Kategorie „Konsistenz“. 
Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303).

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer gegenüber dem 
Gutachter zum Tagesablauf angab, in zwei Teilen zu schlafen, einmal vor 
Mitternacht und einmal am Vormittag. Er stehe zwischen 10.00 Uhr und 
10.30 Uhr auf, ... am Mittag und nehme zwischen 16.00 Uhr und 17.00 Uhr 
das gemeinsame Familienessen ein, wobei er dazwischen die notwendigen 
Verpflichtungen erledige und nach draussen gehe (mit den Kindern oder 
alleine). Zwischen 19.00 Uhr und 21.30 Uhr gehe er ins Bett, wobei er ca. 
um 23.00 Uhr wieder aufwache und jeweils für einige Stunden wach liege 
(AB 90.2/4 Ziff. 3.2.10). Trotz diesem als einschränkend geschilderten Ta-
gesablauf stellten die MEDAS-Gutachter verschiedenste Inkonsistenzen 
fest, die nur zum Teil mit der Beschwerdesymptomatik erklärt werden konn-
ten. Insbesondere konnten anlässlich der Exploration die klassischen Ver-
haltensweisen von Patienten mit Zwangsgedanken und -handlungen nicht 
eruiert werden (vgl. auch E. 4.1 hiervor). Hiermit in Übereinstimmung stell-
ten die Behandler der psychiatrischen Dienste I.________ bereits im Be-
richt vom 26. Mai 2015 fest, das problemlose Händeschütteln bei gleichzei-
tig vom Beschwerdeführer angegebenen massiven Zwangsgedanken und -
handlungen mit unter anderem mehr als 100 Mal täglichem Händewaschen 
spreche eher gegen einen massiven Leidensdruck (AB 49/2, 49/4). Weiter 
erachteten es die Gutachter insbesondere als erstaunlich, dass der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 17

schwerdeführer vor dem Hintergrund der (langjährig bestehenden) Erkran-
kung in ... reisen (2014 [AB 36.1/12]) und dort im Mai 2015 (bzw. 2014 
[AB 46/3]) heiraten sowie die Ehefrau (später) in die Schweiz holen konnte 
(AB 90.1/5-6 Ziff. 4.6, 90.2/3 Ziff. 3.2.8, 90.2/11 Ziff. 7.3). Damit kann das 
Aktivitätsniveau nicht als in sämtlichen vergleichbaren Lebensbereichen 
gleichmässig eingeschränkt bezeichnet werden.

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist angesichts der bisher vorgenommenen Therapiemassnahmen 
(vgl. E. 4.2.1.2 hiervor) durchaus ein gewisser Leidensdruck nachvollzieh-
bar. Jedoch findet die psychiatrische Behandlung seit Jahresbeginn 2016 
ausschliesslich bei Dr. med. H.________ (AB 10/2 Ziff. 1.2, 36.1/13, 90.2/2 
Ziff. 3.2.2; BB 8/1) und dies mit einer als eher niedrig einzustufenden The-
rapiefrequenz von einmal pro Monat statt (BB 8/1). Vor diesem Hintergrund 
sowie mit Blick auf die anlässlich der Begutachtung bei der MEDAS ange-
gebene Medikamenteneinnahme und erhobenen Laborbefunde (vgl. 
AB 90.2/2 Ziff. 3.2.2, 90.2/4 Ziff. 3.2.11, 90.2/6 Ziff. 4.3, 90.5/3) und die 
empfohlene Intensivierung der ambulanten Therapie (samt medikamentö-
ser Intensivierung; AB 90.1/6-7 Ziff. 4.10, 90.2/12 Ziff. 8.3) ist nicht von 
einem erheblichen Leidensdruck auszugehen (vgl. Entscheid des BGer 
vom 31. Juli 2019, 8C_206/2019, E. 7.2.3). Denn gerade der Umfang der 
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen bildet ein Indiz für das 
Bestehen bzw. das Ausmass eines tatsächlichen Leidensdrucks (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 29. Juni 2016, 9C_296/2016, E. 4.1.2).

4.4 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionel-
len Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchti-
gung anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich 
erstellt, weshalb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
dens zu verneinen ist. Vor diesem Hintergrund ist auf die ärztlicherseits 
attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik nicht abzustellen. Dabei 
ist auch zu beachten, dass keine Hinweise für die Annahme einer relevan-
ten gesundheitlichen Veränderung für die Zeit zwischen dem hypothetisch 
frühestmöglichen Rentenbeginn im Oktober 2016 (vgl. AB 1, 4/3, 10/4 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 18

Ziff. 1.6, 51/7, 65/3; Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und dem 
Begutachtungszeitpunkt im August 2019 vorliegen. Damals wie heute stand 
die Zwangsproblematik im Vordergrund (vgl. AB 36.1/9, 90.2/1 Ziff. 3.2.1), 
wobei der Beschwerdeführer selbst angab, eine stärkere Ausprägung habe 
lediglich von 2010 bis 2015 bestanden (AB 90.2/2 Ziff. 3.2.2). Zudem be-
richtete der Beschwerdeführer im Juli 2017 gegenüber dem psychiatrischen 
Gutachter Dr. med. F.________ von einer im Vergleich zu früher etwas 
besseren Beschwerdesituation, dies insoweit, als dass sich sein Umgang 
mit der Zwangserkrankung verändert habe und er diese nun besser ertrage 
(AB 36.1/9; vgl. auch AB 36.1/15, wonach Dr. med. F.________ die 
Zwangssymptomatik als unter den momentanen Lebensbedingungen et-
was zurückgegangen einschätzte). Dies steht auch damit in Einklang, dass 
der Behandler Dr. med. H.________ am 12. Februar 2019 ausführte, seit 
(dem Bericht vom) 12. Mai 2016 (vgl. AB 10) seien keine weiteren Unterla-
gen vorhanden (AB 67) und im Bericht vom 1. Juli 2020 (BB 8) keine 
grundsätzliche Veränderung, sondern eine Stabilisierung der Symptomatik 
erwähnte. In der Folge liegt seit dem hypothetisch frühestmöglichen Ren-
tenbeginn bzw. seit Oktober 2016 im Wesentlichen der gleiche Gesund-
heitszustand vor, womit hinsichtlich der Indikatorenprüfung auch für die Zeit 
vor der Begutachtung durch die MEDAS (August 2019) keine andere Be-
trachtungsweise greift.

5.

Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin einen invalidi-
sierenden Gesundheitsschaden zu Recht, womit die angefochtene Verfü-
gung vom 27. April 2020 (AB 104) nicht zu beanstanden ist. Die dagegen 
erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gel-
tenden Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 19

oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 6.3 hiernach) – 
dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der Sozialhilfeab-
hängigkeit ausgewiesen (BB 6). Zudem erschien der Prozess nicht als zum 
vornherein aussichtslos und die anwaltliche Verbeiständung war in diesem 
Verfahren geboten. Somit sind die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt. Das entspre-
chende Gesuch ist gutzuheissen und es ist dem Beschwerdeführer 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

6.3.2 Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
B.________. 

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 20

tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 29. Juli 2020 macht Rechtsanwalt B.________ einen 
Aufwand von 14 Stunden geltend, was nicht zu beanstanden ist. Gestützt 
darauf ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf total Fr. 3'858.80 festzu-
setzen (Honorar: Fr. 3’500.--; Auslagen: Fr. 82.90; MWST: Fr. 275.90 
[7.7 % von Fr. 3'582.90]). Demnach ist Rechtsanwalt B.________ nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches 
Honorar von Fr. 2‘800.-- (14 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 82.90 und die Mehrwertsteuer von 7.7 % von Fr. 2'882.90, ausmachend 
Fr. 222.--, total somit eine Entschädigung von Fr. 3'104.90 auszurichten. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers ge-
genüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272; Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2021, IV/20/403, Seite 21

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'858.80 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'104.90 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.