# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d3bd7fb-b1a9-522e-b685-fb0fe5dd107c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.06.2024 F-3455/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3455-2024_2024-06-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3455/2024 

 

 
 

  U r t e i l  1 0 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Yannick Antoniazza-Hafner, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;   

Gerichtsschreiberin Sandra Hutter. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Afghanistan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz Bern, 

Quartiergasse 12, 3013 Bern,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 22. Mai 2024 / N (…). 

 

 

 

F-3455/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 2. März 2024 in der Schweiz um Asyl. 

Mit Verfügung vom 22. Mai 2024 (eröffnet am 24. Mai 2024) trat das SEM 

in Anwendung des Dublin-Abkommens auf das Asylgesuch nicht ein,  

ordnete seine Überstellung nach Kroatien an und forderte ihn auf, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzei-

tig verfügte es die Aushändigung der editionspflichtigen Akten und stellte 

fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine auf-

schiebende Wirkung zu. 

B.  

Mit Beschwerde vom 31. Mai 2024 (Datum Postaufgabe) erhob der Be-

schwerdeführer gegen die obgenannte Verfügung Beschwerde und bean-

tragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Die Vo-

rinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In pro-

zessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Am 3. Juni 2024 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisorischen 

Vollzugsstopp an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Verfahren richtet sich grundsätzlich nach dem VwVG, dem VGG und 

dem BGG, (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG [SR 142.31]).  

Die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ist vorliegend zulässig  

(Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzun-

gen sind erfüllt (Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG; Art. 108 Abs. 3 AsylG).  

Auf die Beschwerde ist einzutreten. Das Gericht entscheidet über diese 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Mit Beschwerde kann die Verletzung 

von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Er-

messens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; BVGE 

2015/9 E. 6.2 und 8.2.2). Über offensichtlich unbegründete Beschwerden 

– wie die vorliegende – wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustim-

mung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin ent-

schieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Der Beschwerdeentscheid ist nur summa-

risch zu begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

F-3455/2024 

Seite 3 

2.   

Der Beschwerdeführer beantragt in Ziff. 2 der Rechtsbegehren, eventuali-

ter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Dieser Antrag wird nicht näher begründet. Insbesondere wird nicht darge-

legt und es ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass respektive inwiefern 

die angefochtene Verfügung an formellen Mängeln leiden würde. Das 

Rückweisungsbegehren ist daher als unbegründet einzustufen und abzu-

weisen. Das Verfahren erweist sich ohne Weiteres als spruchreif. 

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO (vollständige Referenz: Verordnung 

[EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom  

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist) wird jeder Asylantrag von einem einzigen 

Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III  

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch  

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Wenn eine antragstellende Person aus einem 

Drittstaat kommend, die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates 

illegal überschritten hat, ist dieser Mitgliedstaat für die Prüfung des Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig, wobei die Zuständigkeit zwölf Mo-

nate nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts endet (Art. 13 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO). Bei Einhaltung der einschlägigen Verfahrensvorschriften ist der 

nach der Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat verpflichtet, den Antrag-

steller aufzunehmen, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag auf 

internationalen Schutz gestellt hat (sog. "take charge"; Art. 18 Abs. 1  

Bst. a Dublin-III-VO). 

3.2. Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass er am 20. Februar 2024 in Kroatien dakty-

loskopisch erfasst worden war (Vorakten [SEM-act.] 6). Vor diesem Hinter-

grund ersuchte das SEM die kroatischen Behörden fristgerecht (Art. 21 

Abs. 1 Unterabs. 2 Dublin-III-VO) und gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-

VO um Aufnahme des Beschwerdeführers. Die kroatischen Behörden 

F-3455/2024 

Seite 4 

stimmten dem Ersuchen ebenfalls fristgerecht (Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO) 

und gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO zu (SEM-act. 15; 22).  

3.3. Die Zuständigkeit Kroatiens ist somit grundsätzlich gegeben. Diese 

wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Er macht allerdings gel-

tend, er sei von den kroatischen Behörden zur Registrierung der Fingerab-

drücke gezwungen und nicht ausreichend über die Rechtswirkung eines 

solchen Schrittes informiert worden (SEM-act. 14). Diese Vorbringen ge-

hen fehl. Sämtliche Dublin-Mitgliedstaaten sind nämlich von Gesetzes we-

gen dazu verpflichtet, Personen, die internationalen Schutz beantragen, 

beziehungsweise Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, die beim ille-

galen Überschreiten einer Aussengrenze aufgegriffen werden, den Ab-

druck aller Finger abzunehmen (Art. 9 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 der Ver-

ordnung [EU] Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 [Eurodac-Verordnung]). Das Vorgehen der kroatischen 

Behörden war demnach rechtmässig. 

4.  

Der Beschwerdeführer brachte als Argument gegen die beabsichtigte 

Überstellung nach Kroatien vor, dass er dort nach erstmaligem Grenzüber-

tritt zunächst für zehn Tage in Haft genommen und anschliessend gegen 

seinen Willen nach Bosnien gebracht worden sei. Im kroatischen Gefäng-

nis sei er mit einem Stock auf den Kopf und die Rippen geschlagen worden. 

Bei seiner zweiten Einreise nach Kroatien sei er erneut geschlagen wor-

den. Er wolle nicht nach Kroatien zurück, da er dort sehr schlimm behandelt 

worden sei. Auch gehe es ihm gesundheitlich nicht gut. Er habe Nieren-

steine, Rheuma und psychische Probleme. In seiner Beschwerde machte 

er ferner sinngemäss geltend, dass das kroatische Asyl- und Aufnahme-

verfahren systematische Schwachstellen aufweise. Insbesondere halte 

sich Kroatien nicht an das Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105). Darüber hinaus seien die Gesundheits-

versorgung und die psychosoziale Hilfe für Asylsuchende in Kroatien un-

genügend.  

5.  

Gemäss Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 wei-

sen das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien keine 

systemischen Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter 

Satz Dublin-III-VO auf. Demnach sind Dublin-Überstellungen nach Kroa-

tien grundsätzlich sowohl in Aufnahme- ("take charge") als auch in Wieder-

aufnahmeverfahren ("take back") zulässig. Es wird demnach vermutet, 

F-3455/2024 

Seite 5 

dass Kroatien die Sicherheit der Asylbewerber garantiert und ihre Rechte 

gemäss dem internationalen Recht einhält (namentlich die EMRK, die FoK, 

das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

[FK, SR 0.142.30]; die Richtlinien des Europäischen Parlaments und des 

Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die 

Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes [sog. Verfah-

rensrichtlinie] sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von 

Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz bean-

tragen [sog. Aufnahmerichtlinie]).  

Das Bundesverwaltungsgericht geht derzeit – auch unter Berücksichtigung 

kritischer Berichte nationaler und internationaler Organisationen sowie der 

diesbezüglich in der Beschwerde zitierten Quellenhinweise – nicht davon 

aus, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien wiesen 

systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dub-

lin-III-VO auf (Urteil des BVGer F-1695/2024 vom 25. März 2024 E. 4.2). 

Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbesondere 

auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- und 

Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann im Einzelfall widerlegt 

werden. Hierfür bedarf es aber konkreter und ernsthafter Hinweise, die von 

der betroffenen Person glaubhaft darzutun sind (vgl. E. 6 unten).  

6.   

6.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO kann jeder Mitglied-

staat beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist. Dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend 

auszuüben, wenn die Überstellung der betroffenen Person in den an sich 

zuständigen Mitgliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflich-

tungen der Schweiz führen würde (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 

142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus humanitären Grün-

den» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer 

Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem SEM Ermes-

sen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Ermessen nicht 

an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in fine). 

F-3455/2024 

Seite 6 

6.2. Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt zwar, dass das Verhalten 

der kroatischen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden 

im Rahmen der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung problematisch sein 

können. Vor diesem Hintergrund ist nicht auszuschliessen, dass die Be-

hauptungen des Beschwerdeführers über die erfahrene Gewalt in Kroatien 

der Wahrheit entsprechen, auch wenn diese nicht hinreichend belegt wur-

den. Dies vermag jedoch die angefochtene Verfügung nicht in Frage zu 

stellen. In objektiver Hinsicht ist die notwendige hohe Wahrscheinlichkeit, 

dass sich eine entsprechende schlechte Behandlung bei einer Rückkehr 

im Rahmen des Dublin-Verfahrens wiederholen könnte, nicht gegeben. Der 

Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, dass er in Kroatien – nach lega-

ler Rückkehr aus einem Dublin-Mitgliedstaat – kein faires Asylverfahren er-

halten würde. Auch aus der vom Beschwerdeführer angeführten tiefen Gut-

heissungsquote für asylsuchende Personen in Kroatien (vgl. Beschwerde 

S. 6 f) lässt nicht ableiten, dass sein Asylverfahren in Kroatien nicht korrekt 

durchgeführt oder die kroatischen Behörden in seinem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-

gen würden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (vgl. statt 

vieler Urteile des BVGer E-3894/2023 vom 17. Juli 2023 E. 9.2.2 sowie D-

988/2023 vom 17. April 2023 E. 9.2). 

Er vermag somit nicht darzutun, dass er ernsthaft Gefahr laufen würde, 

unmenschlich im Sinne von Art. 3 EMRK behandelt zu werden. Er wird sich 

nach der Dublin-Überstellung in einer anderen Situation als bei seinen ille-

galen Einreisen befinden. Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, 

dass Kroatien grundsätzlich als Rechtsstaat mit einem funktionierenden 

Justizsystem einzustufen ist. Folglich ist von der grundsätzlichen Schutz-

willigkeit und Schutzfähigkeit dieses Staates auszugehen. Bei einer allfäl-

ligen vorübergehenden Einschränkung der dem Beschwerdeführer zu-

stehenden Aufnahmebedingungen könnte er sich an die kroatischen Be-

hörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern. Dies gilt 

auch in Bezug auf die geltend gemachte Gewalt seitens der Polizisten  

(Urteil E-1508/2023 vom 5. Mai 2023 E. 8.5.1).  

6.3. Was den medizinischen Sachverhalt angeht, so kann eine zwangs-

weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur 

ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Dies 

ist insbesondere dann der Fall, wenn sich die betroffene Person in einem 

fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todes-

nähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen 

F-3455/2024 

Seite 7 

müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 m.H.), oder eine bereits schwer kranke Person durch 

die Abschiebung mit dem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, 

raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheits-zu-

standes ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheb-

lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kam-

mer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H. und auch BVGE 2017 VI/7 E. 6). 

Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit circa 3 Jahren 

an beidseitigen Nierensteinen leidet, wobei ein Stein im April 2024 als be-

handlungsbedürftig eingestuft wurde. Auch hat er Rheuma und wurde dies-

bezüglich bereits in seinem Heimatland behandelt. Ferner leidet er an per-

sistierenden Kopfschmerzen und Schwindel sowie an einer posttraumati-

schen Belastungssituation (Alpträume, Angst, Schlaflosigkeit) durch Ge-

walterfahrung. Ihm wurde ein Schlafmedikament verschrieben sowie als 

Therapiemassnahme angeordnet, dass er tagsüber zu beschäftigen sei. 

Bezüglich der Nierensteine erhielt er Schmerzmittel, einen Blasen- und 

Nierentee und die Anweisung viel zu trinken. Es wird Rücksprache mit dem 

Urologen gehalten. Hinsichtlich seiner Kopfschmerzen wurde im März eine 

Computertomographie erstellt, welche negativ ausfiel (vgl. SEM-act. 18; 

20; 21). 

Von einem derart gravierenden Krankheitsbild, welches die Annahme der 

Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne der zitierten restrikti-

ven Rechtsprechung rechtfertigen würde, kann beim Beschwerdeführer 

nicht ausgegangen werden. Die dokumentierten physischen und psychi-

schen Leiden sind auch in Kroatien behandelbar, wo eine ausreichende 

medizinische Infrastruktur für sämtliche Dublin-Rückkehrenden zur Verfü-

gung steht. Die Mitgliedstaaten – und so auch Kroatien – sind verpflichtet, 

den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumin-

dest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von 

Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu 

machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie); den Antragstellern mit beson-

deren Bedürfnissen ist die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe 

(einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) 

zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Mit dem SEM (vgl. SEM-

act. 26/10) ist darauf hinzuweisen, dass «Médecins du Monde» die ent-

sprechende Tätigkeit schon seit einiger Zeit wieder aufgenommen haben 

und das Angebot wieder im geforderten Umfang verfügbar ist. Für die psy-

chosoziale Betreuung ist zudem das kroatische Rote Kreuz zuständig (vgl. 

Urteil des BVGer D-1255/2024 vom 1. März 2024 E. 5.3). Es darf somit 

F-3455/2024 

Seite 8 

– entgegen der in der Beschwerdeschrift vorgebrachten Auffassung – da-

von ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine adäquate 

Weiterbehandlung und Betreuung zuteilwird. Folglich ist nicht davon aus-

zugehen, dass eine Überstellung nach Kroatien eine rasche und unum-

kehrbare Verschlechterung seines Gesundheitszustands zur Folge hätte. 

Es liegen keine Hinweise vor, wonach Kroatien dem Beschwerdeführer 

eine adäquate medizinische Behandlung verweigern würde.  

6.4. Aus den gleichen Gründen, welche in den Erwägungen 6.2 und 6.3 

bereits dargelegt wurden, stellt die Überweisung des Beschwerdeführers 

nach Kroatien auch keine Verletzung der FoK dar (vgl. Urteil des BVGer  

F-4551/2023 vom 11. März 2024 E. 7). 

6.5. Es sind somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse, welche die 

Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler bei der 

Ermessensbetätigung ersichtlich. Damit liegt kein Grund für einen Selbst-

eintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit  

Art. 17 Dublin-III-VO vor. Kroatien bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat 

gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wieder-

aufzunehmen. 

7.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

8.  

8.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. Der 

verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin. 

8.2. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen 

waren. Die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG sind nicht gegeben. 

8.3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

F-3455/2024 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird  

abgewiesen. 

3. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Yannick Antoniazza-Hafner Sandra Hutter 

 

 

Versand: