# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 271d2241-1e0a-53e3-bcfc-3ffe610fedaa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.12.2023 200 2023 607
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-607_2023-12-18.pdf

## Full Text

200 23 607 IV
ACT/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer), geschäftsführender Inhaber der C.________ GmbH und in diesem 
Rahmen als … erwerbstätig, meldete sich im Oktober 2020 unter Hinweis 
auf die Folgen eines Fahrradunfalles vom 16. August 2018 in Österreich 
(Verletzung am Rücken) sowie eines im Februar 2020 erlittenen Band-
scheibenvorfalls bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], [act. II], 1; 3 S. 7; 17 S. 2 f.; 45.23; 105 S. 4). Die IVB 
zog Berichte behandelnder Ärzte bei, holte die Akten des Krankentaggeld-
versicherers sowie der SUVA ein und gewährte dem Versicherten Frühin-
terventionsmassnahmen in Form eines Coachings sowie Beratung und 
Unterstützung beim Erhalt respektive bei der Anpassung der Tätigkeit (act. 
II 36 f.). Im Rahmen dieser Massnahmen entschied sich der Versicherte, 
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im eigenen Geschäft fortzusetzen, worauf-
hin die IVB die Eingliederungsmassnahmen abschloss (act. II 58), zur Ren-
tenprüfung schritt und das Dossier D.________, Fachpsychologe für 
Psychotherapie (MAS), Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), unterbreitete. 
Dieser hielt im Bericht vom 14. Dezember 2021 fest, der orthopädische 
Sachverhalt sei mit dem RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, fest-
gestellt und besprochen worden. Aus psychiatrischer Sicht sei ein 
Gutachten in Auftrag zu geben (act. II 61 S. 6). In der Folge liess der Versi-
cherte der IVB ein im Auftrag des Haftpflichtversicherers des Unfallverursa-
chers erstelltes "Neurologisches und Psychiatrisches 
Sachverständigengutachten" des Medizinalrats Dr. F.________ vom 
16. November 2021 (act. II 68; nachfolgend Sachverständigengutachten) 
ins Recht reichen, welches vom RAD für unzureichend befunden wurde 
(act. II 69). Hierauf veranlasste die IVB bei Dr. med. G.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Begutachtung (Expertise vom 
28. Juni 2022 [act. II 89.1]) und liess durch ihren Abklärungsdienst einen 
Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende erstellen (act. II 105). Mit 
Vorbescheid vom 3. Oktober 2022 (act. II 108) stellte die IVB dem Versi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 3

cherten ab 1. April 2021 die Ausrichtung einer halben Rente bzw. ab 1. 
März 2022 einer Viertelsrente in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte 
Einwand erheben (act. II 114) und Rückfragen an den Gutachter stellen 
(act. II 119), welche die IVB Dr. med. G.________ zur Beantwortung unter-
breitete (act. II 120). Nachdem sich der Versicherte zur Stellungnahme von 
Dr. med. G.________ vom 12. Januar 2023 (act. II 125 S. 4 ff.) geäussert 
hatte (act. II 128), verfügte die IVB am 29. Juni 2023 (act. II 137) wie im 
Vorbescheid in Aussicht gestellt, wobei sie dem Versicherten zusätzlich 
eine Kinderrente für seine Tochter zusprach. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 30. August 2023 Beschwerde erheben. Er stellt die fol-
genden Rechtsbegehren: 

Hauptantrag:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 29. Juni 2023 sei aufzu-
heben.

2. Es sei die Angelegenheit an die Invalidenversicherung mit der Anordnung 
zurückzuweisen, ein verwaltungsexternes Gutachten, beinhaltend die medi-
zinischen Fachrichtungen Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates und Psychiatrie, einzuholen, um über die Rentenansprüche von 
A.________ neu zu entscheiden.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Eventualantrag: 

3. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 29. Juni 2023 sei insofern 
aufzuheben, als A.________ ab 

3.1 April 2021 nicht eine über eine halbe Rente 
3.2 März 2022 nicht eine über eine Viertelrente hinausgehende Rente 

zugesprochen wird. 

4. Es seien A.________ folgende Renten zuzusprechen: 

4.1 ab April 2021: eine ganze Rente 
4.2 ab März 2022: mindestens eine halbe Rente 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

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Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2023 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Juni 2023 (act. II 
137). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe sein rechtliches 
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 42 ATSG) 
verletzt, indem sie zu seinen einwandweise vorgebrachten Rügen, aus de-
nen sich die Ansprüche auf eine ganze Rente für den Zeitraum April 2021 
bis Februar 2022 bzw. auf mindestens eine halbe Rente ab März 2022 er-
gäben (act. II 114 S. 1-4), keine Stellung genommen habe (Beschwerde S. 
7 Ziff. 1).

Dem kann nicht gefolgt werden: In der angefochtenen Verfügung vom 
29. Juni 2023 (act. II 137) wurde für die Begründung (S. 5) ausdrücklich auf 
den Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 29. September 
2022 (act. II 105) verwiesen. Darin wird auf S. 5-7 die Bemessung des In-
validitätsgrades dargelegt, wobei die Abklärungsfachperson und in der Fol-
ge die Beschwerdegegnerin nachvollziehbar auf die Angaben im RAD-
Bericht vom 14. Dezember 2021 (act. II 61) und das Gutachten von Dr. 
med. G.________ vom 28. Juni 2022 (act. II 89.1) abstellten (act. II 105 
S. 2). Weiter wird in der angefochtenen Verfügung auf die Stellungnahme 
von Dr. med. G.________ vom 12. Januar 2023 (act. II 125 S. 4 ff.) Bezug 
genommen (act. II 137 S. 6). Der in der Folge ermittelte Rentenanspruch ist 
demnach anhand der somatisch und psychiatrisch attestierten medizinisch-
theoretischen Arbeitsunfähigkeiten ohne weiteres nachvollziehbar und die 
Begründung in der angefochtenen Verfügung somit hinreichend, zumal sich 
die Behörde nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und 
jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss, sondern sich auf die 
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann (BGE 
136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2022 IV Nr. 37 S. 
122 E. 5.1). Die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht verfängt 
demnach nicht.

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

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grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Entsprechend ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechts-
lage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch ent-
standen ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen 
stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des 
Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG 
zur Änderung vom 19. Juni 2020 (vgl. auch Rz. 9100 ff. des Kreisschrei-
bens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]). Gemäss lit. c gilt für Rentenbe-
zügerinnen und -bezüger das bisherige Recht, sofern der Rentenanspruch 
vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und sie bei Inkrafttreten 
dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben. Zwar erging die ange-
fochtene Verfügung erst nach dem 1. Januar 2022 (act. II 137). Vorliegend 
steht indessen ein ab 1. April 2021 und damit vorher bestehender Renten-
anspruch zur Diskussion (act. II 137 S. 1). Überdies war der Beschwerde-
führer am 1. Januar 2022 bereits 56 Jahre alt (act. II 1 S. 1). Damit beurteilt 
sich die vorliegende Streitigkeit nach der bis zum 31. Dezember 2021 gel-
tenden Rechtslage, was auch in Bezug auf die Änderung des Invaliditäts-
grades mit Wirkung ab März 2022 gilt (vgl. Rz. 2002 f. des Kreisschreibens 
des BSV zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen 
Rentensystems [KS ÜB WE IV]).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

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3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 8

4.

4.1 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
29. Juni 2023 (act. II 137) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

4.1.1 Am 9. Juli 2020 wurde bei diagnostizierter Rezessusstenose 
LWK5/SWK1 links und Deckplattenimpressionsfraktur LWK3 ein operativer 
Eingriff vorgenommen. Die mögliche Ursache der Rückenschmerzen sei 
am ehesten die Fraktur, weshalb zusätzlich eine Vertebroplastie und Biop-
sie besprochen (und durchgeführt) worden seien (act. II 3 S. 2 f.).

4.1.2 Nachdem der Beschwerdeführer nach anfänglicher Beschwerde-
freiheit wiederum über Schmerzen klagte, wurde am 4. Dezember 2020 ein 
MRI der LWS durchgeführt und wie folgt beurteilt: "Nach Vertebroplastie 
regelrechte Aufrichtung des Wirbelkörpers LWK 3. Kein Nachweis eines 
Rezidivbandscheibenvorfalls der Höhe LW5/SW1, geringe narbige Verän-
derung des Lateralrezessus links" (act. II 28 S. 15).

4.1.3 Im von Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, mitunterzeichneten Bericht vom 17. Dezember 2020 (act. II 41 
S. 17-20) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe eine Vielzahl 
von psychosozialen Belastungsfaktoren. Dank ausgeprägten Verdrän-
gungsmechanismen und ausgeprägter Leistungsorientiertheit sei es ihm 
jedoch trotzdem gelungen, in vielen Bereichen ein erfolgreiches Leben zu 
führen (Partnerschaft, geschäftlich, Leistungssport). Die verdrängten Kon-
flikte führten jedoch zunehmend zu depressiven Symptomen, welche aktu-
ell die Kriterien einer leichten Episode nach ICD-10 erfüllten. Aufgrund 
einer Bagatellisierungstendenz habe die Symptomatik nicht exakt einer 
leichten oder mittelgradigen Episode zugeordnet werden können (S. 18 f.).

4.1.4 Dr. med. I.________, Facharzt für Anästhesiologie, diagnostizierte 
im Bericht vom 22. März 2021 (act. II 32) untere Rückenschmerzen links 
mit Ausstrahlung in das linke Bein, Schulterschmerzen rechts, einen Torti-
collis sowie eine leichte depressive Episode (DD: Mittelgradige depressive 
Episode [S. 1]). Anamnestisch sei der Beschwerdeführer in der beinbeton-
ten Betätigung als ambitionierter …- und … derzeit nicht eingeschränkt. Die 

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Zwangshaltungen und Belastungen bei der Arbeit als … sowie bei …tätig-
keiten seien aber nur im Rahmen der angegebenen Arbeitsfähigkeit (20 %) 
möglich (S. 2). 

4.1.5 Im (zu Handen des Krankentaggeldversicherers erstellten) Bericht 
vom 30. März 2021 (act. II 47.2 S. 19-21) diagnostizierte Dr. med. 
H.________ eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). 

Mit weiterem Bericht vom 9. Juli 2021 (act. II 47.2 S. 13-16) hielt Dr. med. 
H.________ bei unveränderter Diagnosestellung fest, die Arbeitsunfähig-
keit betrage aufgrund der psychischen Beschwerden 80 % (S. 14).

4.1.6 Am 23. November 2021 (act. II 56) berichtete Dr. med. 
H.________, der Gesundheitszustand sei stationär (S. 2). Die Arbeitsun-
fähigkeit werde durch den Hausarzt ausgestellt und betrage aktuell 80 % 
(S. 3).

4.1.7 Im österreichischen Sachverständigengutachten vom 16. Novem-
ber 2021 (act. II 68 S. 2 ff.) hielt Dr. F.________ fest, der Beschwerdefüh-
rer habe beim Unfall vom 16. August 2018 einen Bruch des dritten 
Lendenwirbelkörpers erlitten, der erst Wochen später als solcher diagnosti-
ziert worden sei. Im Rahmen des Unfalls sei er Zeuge des Todes eines 
Teilnehmers am … unter besonders tragischen Umständen geworden. Der 
Beschwerdeführer berichte von sofort aufgetretenen Schmerzen an der 
Lendenwirbelsäule, die nach einem neurochirurgischen Eingriff und späte-
rer Entfernung eines Bandscheibenvorfalls in dem darunter liegenden 
Segment bis zum heutigen Tag anhalten würden, samt teilweise pseudora-
dikulärer Ausstrahlung. Das Schwergewicht der Begutachtung liege jedoch 
auf psychiatrischem Gebiet. Der psychopathologische Befund sei geprägt 
von einer dysthymen Stimmungsqualität mit vermindertem Freudempfin-
den, Antrieb und keiner auch nur länger anhaltenden Besserung bis auf 
Einzeltage (S. 12). Somit sei von einer chronisch depressiven Entwicklung 
im Sinne einer Dysthymie (ICD-10 F34.1) auszugehen. Durch den Unfall 
mit dem Erleben des Todes eines anderen Radfahrers, durch die eigenen 
Verletzungen und Schmerzen sei es zu einer belastungsabhängigen psy-
chischen Störung gekommen, die man auch als sonstige Reaktion auf 
schwere psychische Belastung (ICD-10 F 43.8) bezeichnen könne mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 10

Übergang in eine chronifizierte depressive Daseinsform und einer Verhal-
tens- und Persönlichkeitsänderung (S. 13).

4.1.8 Im RAD-Bericht vom 14. Dezember 2021 (act. II 61) wurde festge-
halten, aufgrund der stattgehabten Fraktur des LWK3 mit Vertebroplastie 
und des Status nach operierter Lendenwirbelsäule bestehe eine bleibende 
Minderbelastbarkeit derselben, mit welcher der Beschwerdeführer seine 
bisherige Tätigkeit als … nicht mehr ausüben könne. Dieser orthopädische 
Sachverhalt sei mit dem RAD-Orthopäden Dr. med. E.________ bespro-
chen und festgestellt worden. Zumutbar seien aus orthopädischer Sicht 
leichte wechselbelastende Tätigkeiten während 8.5 Stunden ohne Minde-
rung den ganzen Tag. Zu vermeiden seien Bücken, Buckeln und Heben 
(S. 6).

4.1.9 Dr. med. I.________ hielt im Bericht vom 7. April 2022 (act. II 86) 
fest, der Beschwerdeführer berichte nach intraartikulärer Facettengelenk-
sinfiltration LWK4/5 und LWK5/SWK1 sowie einer Steroidinfiltration und 
Rhizotomie beidseits von einer substanziellen Besserung sowohl der radi-
kulär ausstrahlenden Schmerzen als auch der Rückenschmerzen (S. 1). 
Dem Beschwerdeführer würden bezogen auf seine angestammte Tätigkeit 
das Heben schwerer Lasten (teilweise auch über 25 kg), Tätigkeiten in 
stark inklinierter Position, Arbeiten im Knien, hockende Arbeiten und mehr-
stündige derartige Zwangshaltungen, zunehmend unmöglich (S. 2).

4.1.10 Im psychiatrischen Gutachten vom 28. Juni 2022 (act. II 89.1) dia-
gnostizierte Dr. med. G.________ eine leichte depressive Episode (ICD-10 
F32.0 [S. 60]). Der Beschwerdeführer habe angegeben, sich in der Grund-
stimmung gedrückt zu fühlen. Ein Freudeverlust oder Interessenverlust sei 
nicht ersichtlich gewesen, jedoch sei eine Verminderung von Interessen 
bejaht worden. Er habe angegeben, Gleichgültigkeit zu verspüren. Der Be-
schwerdeführer fahre jedoch wieder …, was gegen eine deutliche Vermin-
derung der Interessen spreche. Der Antrieb sei als vermindert geschildert 
worden, sei jedoch höchstens minimal beeinträchtigt, sonst wäre der Be-
schwerdeführer kaum in der Lage, … zu fahren. Insuffizienzgefühle seien 
auf Nachfrage bejaht worden, Schuldgefühle verneint. Subjektiv seien Kon-
zentrationsstörungen angegeben worden, Suizidalität verneint. Psychomo-
torisch habe der Beschwerdeführer unauffällig gewirkt. Der Schlaf sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 11

allenfalls leichtgradig beeinträchtigt, wobei hier auch die Schmerzsympto-
matik ursächlich in Betracht zu ziehen sei. Der Appetit sei als vermindert 
angegeben worden. Unter Berücksichtigung der Antworttendenz (mit Hin-
weis auf eine mögliche Übertreibung von Beschwerden [S. 50]) sei von 
einem höchstens leichtgradigen depressiven Syndrom auszugehen. Eine 
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F 43.1) liege nicht vor 
(S. 61 f.).

Der Beschwerdeführer sei in der Lage, aus rein psychiatrischer Sicht einen 
vollen Arbeitstag an einem den somatischen Beschwerden angepassten 
Arbeitsplatz anwesend zu sein. Bei dieser Anwesenheitszeit bestehe aus 
rein psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit in 
einer den somatischen Beschwerden angepassten Tätigkeit (S. 63). Dies 
gelte seit dem Zeitpunkt des neurologisch-psychiatrischen Gutachtens vom 
16. November 2021. Zuvor sei ein mittelgradiges depressives Syndrom, 
erstmals im Bericht vom 30. März 2021 beschrieben, letztmals im Bericht 
vom 9. Juli 2021 diagnostiziert worden, was eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 50 % rechtfertige (S. 64).

4.1.11 Im Bericht vom 16. August 2022 (act. II 103 S. 2 ff.) führte Dr. 
med. H.________ aus, entgegen der Beurteilung im Gutachten von Dr. 
med. G.________ stelle er bei Teilansprechen auf die bisherige Medikation 
aktuell eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10: F32.1, 
F32.2) fest (S. 2). Die Teilnahme des Beschwerdeführers an … könne nicht 
mit der Normalbevölkerung verglichen werden, sondern sei vor dem Hin-
tergrund zu betrachten, dass er ein äusserst erfolgreicher … gewesen sei. 
Die aktuelle Betätigung im sportlichen Bereich müsse beim Beschwerde-
führer für einen Radprofi skaliert werden und sei – da ärztlicherseits emp-
fohlen – als gute Therapieadhärenz zu werten. Auch bestehe entgegen 
dem Gutachten eine gute Medikamentenadhärenz (S. 3). Die Arbeitsun-
fähigkeit betrage weiterhin 80 % (S. 4).

4.1.12 Im Bericht vom 12. Januar 2023 (act. II 125 S. 4 ff.) äusserte sich 
Dr. med. G.________ zur Stellungnahme von Dr. med. H.________ vom 
16. August 2022 und beantwortete die vom Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers gestellten Ergänzungsfragen (act. II 119 S. 1 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 12

4.2

4.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

4.2.2.1 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2).

4.2.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 13

E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

4.3 Der RAD-Bericht vom 14. Dezember 2021 (act. II 61) sowie das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 28. Juni 2022 
(act. II 89.1) einschliesslich dessen Stellungnahme vom 12. Januar 2023 
(act. II 125 S. 4 ff.) erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung an me-
dizinische Berichte (vgl. E. 4.2.2 vorne) und überzeugen. Darauf ist abzu-
stellen. Die Beurteilungen sind in Bezug auf die befundmässige und 
diagnostische Einschätzung sowie der Beurteilung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit überzeugend und es lassen sich gestützt darauf sämtliche 
vorliegend relevanten Tat- und Rechtsfragen beantworten. Insbesondere 
orientiert sich das Gutachten von Dr. med. G.________ bei der Frage der 
funktionellen Auswirkungen der festgestellten psychischen Störung an den 
normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281. Gestützt auf die ärztlichen 
Feststellungen liegen Rückenbeschwerden sowie eine leichte depressive 
Episode vor, wobei die Arbeitsfähigkeit einzig aus somatischer (orthopädi-
scher) Sicht dauerhaft beeinträchtigt ist, indem die angestammte Tätigkeit 
als … nicht mehr und nur noch eine den Leiden angepasste Tätigkeit im 
Umfang von 8.5 Stunden pro Tag zumutbar ist (act. II 61 S. 6; 89.1 S. 63; 
zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit, vgl. E. 4.5 hinten). 

4.4 Während sich der Beschwerdeführer zur somatischen bzw. or-
thopädischen Einschätzung im RAD-Bericht vom 14. Dezember 2021, wel-
che im Wesentlichen übereinstimmt mit der Beurteilung des behandelnden 
Arztes Dr. med. I.________ (vgl. act. II 86), nicht weiter äussert, erachtet er 
die Schlussfolgerungen von Dr. med. G.________ – mithin die psychiatri-
sche Beurteilung – als nicht beweiswertig. Seine Kritik verfängt indes nicht: 

4.4.1 Soweit der Beschwerdeführer (erneut [vgl. act. II 114 S. 4]) die 
Herausgabe der Ergebnisse hinsichtlich der von Dr. med. G.________ 
durchgeführten psychologischen bzw. psychometrischen Tests beantragt 
(Beschwerde S. 6 Ziff. 3.3), ist dem (weiterhin [vgl. act. II 117]) nicht statt-
zugeben. Festzuhalten ist, dass die Nichtherausgabe von Testergebnissen 
dem Schutz vor Missbrauch vor unkontrollierter Weiterverbreitung dient. 
Darüber hinaus besteht rechtsprechungsgemäss kein Anspruch auf Ein-
sicht in die schriftlichen Aufzeichnungen über Testergebnisse oder andere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 14

interne Dokumente der begutachtenden Fachperson, ausser es erscheint 
im Einzelfall zur Überprüfung der Grundlagen und Schlussfolgerungen ei-
nes Sachverständigengutachtens angezeigt (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 6. Oktober 2023, 8C_723/2022, E. 5.2). Letzteres ist hier nicht 
der Fall, nachdem keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Gut-
achter die Tests falsch angewandt oder ausgewertet hätte (vgl. act. II 89.1 
S. 46 ff.); dergleichen ergibt sich namentlich auch nicht aus dem Bericht 
von Dr. med. H.________ vom 16. August 2022 (act. II 103 S. 2 ff.), wel-
cher sich kritisch zum Gutachten äussert. Vielmehr sind die Testergebnisse 
konsistent und decken sich mit der Einschätzung des Experten aufgrund 
der Akten und der klinischen Exploration und namentlich mit dem Umstand, 
dass der Beschwerdeführer wieder … fährt, was er anlässlich der Untersu-
chungen nicht erwähnte (act. II 125 S. 10), indes für die Beurteilung der 
Authentizität der Beschwerdeangaben und der Leistungsfähigkeit relevant 
ist. Zu keinem anderen Ergebnis führte es, wenn die Nichtherausgabe der 
Testergebnisse im Rahmen der Gehörsgewährung (vgl. E. 2 vorne) zu be-
urteilen wäre.

4.4.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, Dr. med. 
G.________ habe in seiner Expertise auf die vom RAD als unzureichend 
bezeichnete (act. II 69) Beurteilung von Dr. F.________ vom 16. November 
2021 (act. II 68 S. 2 ff.) abgestellt, indem der Gutachter ab diesem Zeit-
punkt nicht mehr von einem mittelgradigen, sondern einem leichtgradigen 
depressiven Syndrom ausgegangen sei (Beschwerde S. 5 Ziff. 2). 

Nach der Rechtsprechung ist eine retrospektive Beurteilung von Gesund-
heitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet, 
was jedoch nicht dazu führt, diesbezüglichen Aussagen von vornherein 
jegliche Beweiskraft abzusprechen (Entscheid des BGer vom 16. Dezem-
ber 2021, 8C_419/2021, E. 6). Massgebend ist, dass sich eine rückblicken-
de Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf eine zuverlässige Aktenlage 
abstützen und damit in Übereinstimmung bringen lassen kann. Dies trifft 
hier zu: Zwar wurde das Gutachten von Dr. F.________ vom 16. November 
2021 in der "Aktennotiz RAD" unter diversen Gesichtspunkten – so u.a. 
hinsichtlich der diagnostischen Herleitung – als nicht hinreichend qualifiziert 
(act. II 69), weshalb die Beschwerdegegnerin bei Dr. med. G.________ ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 15

psychiatrisches Administrativgutachten veranlasste. Jedoch liegen Dr. med. 
G.________ und Dr. F.________ bei ihren befundmässigen Erhebungen 
nah beieinander. Dr. med. G.________ nahm auf diese sachverhaltliche 
Feststellung denn auch konkret Bezug (act. II 89.1 S. 59 f.) und legte darü-
ber hinaus anhand der für diese Zeit auch anderweitig – so im Bericht von 
Dr. med. H.________ vom 23. November 2021 – dokumentierten Befund-
lage (vgl. act. II 56 S. 3) schlüssig dar, dass bereits damals allein von einer 
leichten depressiven Störung auszugehen war (act. II 89.1 S. 59). Wenn 
Dr. med. G.________ deshalb retrospektiv für die Zeit ab 16. November 
2021 von einer allein leichten depressiven Störung ausging und bei schlüs-
sig verneinter PTBS (act. II 89.1 S. 60) ab diesem Zeitpunkt eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit attestierte, überzeugt dies.

4.4.3 Sodann kritisiert der Beschwerdeführer unter Berufung auf die 
Stellungnahme des behandelnden Psychiaters Dr. med. H.________ vom 
16. August 2022 (act. II 103 S. 2 ff.), dass Dr. med. G.________ dem Um-
stand, wonach er nicht nur … fährt, sondern auch … bestreitet, bei der Be-
urteilung der Schwere der depressiven Störung und der daraus 
abgeleiteten Arbeitsunfähigkeit eine zu grosse Bedeutung beimass (Be-
schwerde S. 5 f. Ziff. 3.2). Auch dieser Einwand vermag nicht zu überzeu-
gen: 

In seinem Bericht vom 12. Januar 2023 nahm Dr. med. G.________ in Be-
antwortung der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gestellten 
Ergänzungsfragen (act. II 119 S. 1 f.) zum Gutachten vom 28. Juni 2022 
sowie zum Bericht von Dr. med. H.________ vom 16. August 2022 (act. II 
103 S. 2 ff.) ausführlich Stellung. Dem beschwerdeweisen Vorhalt, die vom 
Gutachter erwähnten … stellten für den Beschwerdeführer im Unterschied 
zur Durchschnittsbevölkerung kaum körperliche Herausforderungen dar 
und es könne entsprechend aus seiner Teilnahme nicht auf eine nicht we-
sentlich herabgesetzte Antriebslosigkeit geschlossen werden (Beschwerde 
S. 5 f. Ziff. 3.2), hält Dr. med. G.________ überzeugend entgegen, es gehe 
in der Expertise nicht um die Beurteilung sportlicher Belange, sondern um 
die Frage der funktionellen Beeinträchtigung infolge einer psychiatrischen 
Erkrankung und den funktionellen Fähigkeiten im Alltag, dies im Vergleich 
zur Normalbevölkerung (act. II 125 S. 9). Dabei gälten die ICD-Kriterien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 16

ungeachtet des prämorbiden Leistungsniveaus (S. 10). Es leuchtet denn 
auch nicht ein, weshalb beim Beschwerdeführer, der erwiesenermassen … 
fährt und aktives Mitglied in einem … ist, ein herabgesetzter Antrieb vorlie-
gen soll. Dass er im Gesundheitsfall allenfalls mehr … fahren würde, ist 
nicht massgeblich.

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, der Gutachter gehe auch fehl 
in der Annahme, dass aus der Teilnahme an den … auf einen fehlenden 
sozialen Rückzug zu schliessen sei. In den Berichten des behandelnden 
Psychiaters werde durchgehend über eine zurückgezogene Lebensweise 
berichtet, was der Beschwerdeführer auch gegenüber dem Gutachter zum 
Ausdruck gebracht habe. Dieser halte denn auch fest, dass sich der Be-
schwerdeführer sozial zurückgezogen habe, verbittert wirke und froh sei, 
niemanden sehen zu müssen. Ergo könne aus der vereinzelten Teilnahme 
an … nicht auf einen fehlenden sozialen Rückzug geschlossen werden 
(Beschwerde S. 6 Ziff. 3.2). Diesem, den Aspekt der Konsistenz (gleich-
mässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Le-
bensbereichen) beschlagenden Einwand (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 298) 
ist mit Dr. med. G.________ die im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
unbestrittene, jedoch anlässlich der Begutachtung unerwähnt gebliebene 
Tatsache (act. II 125 S. 10) entgegenzuhalten, dass sich der Beschwerde-
führer neu im … angemeldet hat. Auch – so Dr. med. G.________ über-
zeugend – widerspricht die Teilnahme an … dem geltend gemachten 
sozialen Rückzug und der massiven Schmerzschilderung, seien doch vor 
und nach den … soziale Kontakte unausweichlich. Wenn der Beschwerde-
führer dies nicht wollte, würde er an den … nicht teilnehmen, sondern allei-
ne … gefahren, was ebenso für den Beitritt zu einem … gelte (act. II 125 S. 
7). Ob sich der Gutachter – wie beschwerdeweise geltend gemacht – in der 
Anzahl der Teilnehmer an den … oder hinsichtlich der absolvierten Distan-
zen getäuscht hat, ist nicht entscheidend. Denn unbestritten ist, dass der 
Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben seinem Hobby – dem … – 
"leidenschaftlich" nachgeht (act. II 89.1 S. 39), … bestreitet und Mitglied in 
einem … ist. Dies spricht einerseits gegen die Angaben des Beschwerde-
führers, "keine sozialen Kontakte" bzw. "keine Lust auf soziale Kontakte" zu 
haben (S. 39); andererseits wies Dr. med. G.________ daraufhin, dass die 
vom Beschwerdeführer anlässlich der kognitiven Basistestung COGBAT 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 17

erbrachte und anhand dieser psychometrischen Messung massiv beein-
trächtigte Aufmerksamkeitsleistung mit der Teilnahme am Verkehr und an 
… nicht vereinbar sei (act. II 89.1 S. 58; 125 S. 6). Ebenso wenig lässt sich 
das vom Beschwerdeführer geschilderte Ausmass der Antriebsminderung 
und seinen Angaben, körperlich nicht mehr arbeiten zu können (act. II 89.1 
S. 41) bzw. generell keiner Arbeit mehr nachgehen zu können (S. 43), mit 
den aussererwerblichen Aktivitäten vereinbaren, wäre doch der Beschwer-
deführer im Falle einer erheblichen Abtriebsminderung sowie eines allfälli-
gen Schmerzerlebens kaum in der Lage, … zu fahren (S. 61). 

Schliesslich beruft sich der Beschwerdeführer hinsichtlich der von Dr. med. 
G.________ infrage gestellten Medikamentenadhärenz (act. II 89.1 S. 57 f.) 
bezüglich der Einnahme von Brintellix auf den Bericht von Dr. med. 
H.________ vom 16. August 2022, welcher insoweit von einem Missver-
ständnis sprach, als dem Beschwerdeführer empfohlen worden sei, zusätz-
lich zu Brintellix Omega-3 Fettsäuren einzunehmen. Anstatt die Omega-3 
Fettsäuren zusätzlich zu Brintellix einzunehmen, habe der Beschwerdefüh-
rer verstanden, das Brintellix abzusetzen, und hierfür die Omega-3 Fettsäu-
ren einzunehmen (act. II 103 S. 3). Damit anerkennt auch der 
Beschwerdeführer, dass er gegenüber dem Gutachter zuerst angegeben 
hatte, Brintellix einzunehmen (act. II 89.1 S. 43), dies jedoch später telefo-
nisch revidierte und diesem stattdessen – im Hinblick auf die Blutspiegel-
Bestimmung – mitteilte, Brintellix nicht genommen zu haben (S. 38). Dr. 
med. G.________ hielt in seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2023 hier-
zu fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Begutachtung geäus-
sert, Brintellix ‘"sicher seit einem Jahr"’ zu nehmen und dies sehr gut zu 
vertragen. Auch habe er gesagt, Trittico, Escitalopram und Wellbutrin nicht 
mehr zu nehmen. Warum er an dieser Stelle nicht auch Brintellix genannt 
habe, wenn er dies nicht mehr eingenommen habe, sei unklar. Es sei daher 
doch eher unwahrscheinlich, dass es sich dabei um ein Missverständnis 
handle. Dagegen spreche auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
dies nicht aufgeklärt habe, als ihm in der gutachterlichen Untersuchung 
mitgeteilt worden sei, dass nun eine Blutspiegel-Bestimmung von Brintellix 
erfolge. Spätestens dann hätte der Beschwerdeführer entsprechend sei-
nem Wissensstand mitteilen können, Dr. med. H.________ habe ihm von 
der weiteren Einnahme von Brintellix abgeraten und stattdessen empfoh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 18

len, Omega 3-Fettsäuren einzunehmen (act. II 125 S. 12). Auch diese Aus-
führungen überzeugen. Da es sich bei Brintellix um ein Antidepressivum 
handelt (<www.compendium.ch>), spricht der Verzicht auf dessen Einnah-
me gegen einen erheblichen Leidensdruck von Seiten der depressiven 
Störung, worauf Dr. med. G.________ schlüssig hinweist, indem er die 
Symptomatik (auch) im Hinblick auf die mangelnde Medikamentenad-
härenz als nicht konsistent bezeichnete (act. II 89.1 S. 58 f.). Daran ändern 
auch die im Nachgang zu den Feststellungen von Dr. med. G.________ ins 
Recht gelegten Laborwerte vom März 2023 (act. II 130 S. 2 f.) nichts, denn 
die damalige Nichteinnahme des Medikaments ist erstellt und die Medikati-
on erfolgte erst nach dem Vorbescheid, womit die Frage nach der Compli-
ance offen bleiben kann.

4.4.4 Insgesamt erweist sich die Schlussfolgerung von Dr. med. 
G.________, wonach allein eine leichte depressive Episode zu diagnosti-
zieren sei (act. II 89.1 S. 60) und die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht 
(mehr) eingeschränkt sei (S. 63), mit Blick auf die wenig ausgeprägte ob-
jektive Befundlage (S. 44 f.) und namentlich die diversen Inkonsistenzen in 
Bezug auf die angegebenen Beeinträchtigungen (hohes aussererwerbli-
ches Leistungsniveau, mittels Symptomvalidierung "praktisch" sicherer 
Nachweis ungültiger Beschwerdeangaben, mangelnde Medikamentenad-
härenz [S. 58 f.]) als überzeugend. Sie steht auch im Einklang mit der 
Rechtsprechung, wonach eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung 
ohne – wie vorliegend – nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische 
Komorbiditäten im Allgemeinen nicht auf eine invalidisierende Krankheit 
schliessen lässt (vgl. BGE 148 V 49). Dies müsste erst Recht für die von 
Dr. med. F.________ diagnostizierte Dysthymie gelten, handelt es sich 
hierbei doch um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde 
depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner 
Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgra-
digen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung (F33.-) zu erfüllen 
(vgl. DILLING /MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl., 2015, S. 183; ebenso ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics 
[Version 01/2023, abrufbar unter <www.icd.who.int>, Code 6A72]). 

http://www.icd.who.int

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 19

Der vom Beschwerdeführer beantragten Rückweisung zwecks nochmaliger 
Begutachtung bedarf es somit nicht. Insbesondere erübrigt sich die Durch-
führung einer bidisziplinären Begutachtung (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 1), 
nachdem der Beschwerdeführer hinsichtlich der somatischen (orthopädi-
schen) Einschätzung – mit Blick auf die insoweit seit Jahren im Wesentli-
chen unveränderte Situation (vgl. E. 4.1 vorne) zu Recht (vgl. E. 4.3 vorne) 
– beschwerdeweise keine Kritik äusserte. 

4.5 Demnach ist dem Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht eine 
wechselbelastende, den Leiden angepasste Tätigkeit zeitlich uneinge-
schränkt, die angestammte Tätigkeit als (selbständiger …) dagegen nicht 
mehr zumutbar (act. II 61 S. 6). Dies gilt für den gesamten potentiell renten-
relevanten Zeitraum (vgl. E. 5 sogleich). In psychischer Hinsicht ist gestützt 
auf das Gutachten von Dr. med. G.________ ab März 2021 von einer 
50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab dem 16. November 2021 be-
steht keine Arbeitsunfähigkeit mehr (act. II 89.1 S. 60). Mit der eingetrete-
nen Verbesserung des Gesundheitszustandes respektive der 
bescheinigten uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ist ein Revisionsgrund im 
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben mit der Folge, dass der Renten-
anspruch ab 16. November 2021 umfassend zu prüfen ist (BGE 141 V 9 E. 
2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1; vgl. 
auch E. 3.4 vorne und E. 6.5 hinten).

Basierend auf diesen Feststellungen ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu 
bestimmen. 

5.

Die Beschwerdegegnerin hat den frühestmöglichen Rentenbeginn auf den 
1. April 2021 festgelegt (act. II 105 S. 8). Dies ist nach Lage der Akten nicht 
zu beanstanden, nachdem zumindest seit März 2020 dauerhaft eine 70 bis 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (act. II 6.2 S. 1 f., 13, 17-19, 25 
f.; 31.2 S. 2-4, 6; 47.2 S. 42 [Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG]) und im April 2021 mit 
Blick auf die im Oktober 2020 (act. II 1) erfolgte Anmeldung zum Leis-
tungsbezug die sechsmonatige Karenzzeit (Art. 29 Abs. 1 IVG) abgelaufen 
ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 20

6.

6.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

6.2

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 
181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es kann sich rechtsprechungsgemäss je-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 21

doch rechtfertigen, auf die Tabelle TA7 resp. T17 (ab 2012) abzustellen, 
wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt 
und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht 
(BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181).

6.3 Hinsichtlich des Valideneinkommens steht fest, dass der Be-
schwerdeführer bei guter Gesundheit auch weiterhin als (selbständigerwer-
bender) … (act. II 105 S. 3) tätig wäre, ergeben sich doch anhand der 
Akten keine Anhaltspunkte, welche überwiegend wahrscheinlich auf eine 
anderweitige berufliche Entwicklung schliessen lassen. Was die Höhe des 
Valideneinkommens anbelangt, errechnete die Beschwerdegegnerin für die 
Jahre 2014-2017 ein Durchschnittseinkommen von Fr. 143'826.-- (act. II 
13; 105 S. 5), was zu keiner Kritik Anlass gibt. Dieses Valideneinkommen 
ist sodann der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupas-
sen, wobei auf den Nominallohnindex gemäss der entsprechenden Erhe-
bung des BFS abzustellen ist. Unter Berücksichtigung der statistischen 
Lohnerhöhungen (BFS, T1.1.15 Nominallohnindex, Männer, 2016 – 2022, 
Abschnitt F) beträgt das vorliegend massgebliche jährliche Validenein-
kommen pro 2021 Fr. 147’111.--(Fr. 143'826.-- / 100.7 x 103).

6.4 Hinsichtlich des Invalideneinkommens folgt aus den Akten, dass 
der Beschwerdeführer im Umfang von 20 % im eigenen Betrieb 
(C.________ GmbH) tätig ist (act. II 105 S. 3 Ziff. 3), womit er seine Resta-
rbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.5 vorne) nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft. 
Vielmehr hat der Beschwerdeführer im Hinblick auf den im Streit stehenden 
Rentenanspruch unter dem Titel der Schadenminderungspflicht rechtspre-
chungsgemäss alles ihm Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der 
Invalidität bestmöglich zu mindern, wozu namentlich auch ein Berufswech-
sel gehört. Ein solcher ist mit Blick auf die verbliebene Leistungsfähigkeit 
und das Alter des Beschwerdeführers klarerweise zumutbar (SVR 2018 IV 
Nr. 61 S. 197 E. 4.2, 2017 UV Nr. 45 S. 156 E. 3.3.1). Gegenteiliges wird 
denn auch beschwerdeweise nicht geltend gemacht (vgl. Beschwerde S. 7 
f. Ziff. 2). 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens kann entgegen der Be-
schwerdegegnerin nicht auf das hälftige Valideneinkommen abgestellt wer-
den (act. II 105 S. 6), weil die bisherige Tätigkeit – soweit dem Anteil von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 22

80 % als … betreffend – dem Beschwerdeführer aus somatischen Gründen 
nicht mehr zumutbar ist (act. II 61 S. 6). Entsprechend ist für den gesamten 
potentiell rentenrelevanten Beurteilungszeitraum und nicht nur für die Zeit 
ab dem 16. November 2021 (act. II 105 S. 6 f.) auf Tabellenlöhne gemäss 
LSE abzustellen. Anders als in der Beschwerde gerügt (S. 8 Ziff. 3), durfte 
die Beschwerdegegnerin dabei auf die LSE-Tabelle TA17, Ziff. 14, Männer, 
zurückgreifen (act. II 105 S. 7). Denn der Beschwerdeführer verfügt zumin-
dest seit 1993 – als er fünf Jahre lang Geschäftsführer in einem Fachge-
schäft für … war (act. II 21 S. 2; 105 S. 3) – durchgehend über praktische 
(und aus gesundheitlichen Gründen auch weiterhin nicht eingeschränkte) 
Führungserfahrung, wobei er seit 1999 als Inhaber der C.________ GmbH 
Vorgesetzter von bis zu sieben Mitarbeitern war (act. II 105 S. 3). Indessen 
ist – entgegen der Beschwerdegegnerin – bei der Wahl des Tabellenlohnes 
nicht der Totalwert, sondern der spezifische Wert – unter Berücksichtigung 
des Alters (Männer, >=50 Jahre) – zu berücksichtigen (Entscheid des BGer 
vom 2. November 2022, 9C_385/2022, E. 4.5). Schliesslich sind die 
Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn nicht 
gegeben (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 
V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Ein solcher wird 
denn auch beschwerdeweise (zu Recht) nicht geltend gemacht. 

Demnach beziffert sich das massgebliche (an die betriebsübliche Arbeits-
zeit angepasste [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, TOTAL] und aufindexierte [BFS, Nominallohnindex, Männer, 2016-
2022, Tabelle T1.1.15, Wert TOTAL]) Invalideneinkommen für die Zeit ab 
April 2021 auf Fr. 44'034.70 (Fr. 7’088.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 x 102.5 x 
0.5). Ab dem 16. November 2021 beträgt das Invalideneinkommen bei ei-
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.5 vorne) Fr. 88'069.45 (Fr. 7’088.-- 
x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 x 102.5). So hatte der Beschwerdeführer denn auch 
in seinen früheren Tätigkeiten als Geschäftsführer und Projektleiter (act. II 
89.1 S. 41) Einkommen in etwa dieser Höhe erzielt, wenn diese Löhne der 
Lohnentwicklung seit den Neunzigerjahren angepasst würden (act. II 13 
S. 4 f.).

6.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
für die Zeit ab April 2021 eine Erwerbseinbusse von Fr. 103'076.30 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 23

(Fr. 147’111.-- – Fr. 44'034.70) und damit einen Invaliditätsgrad von gerun-
det (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123) 70 % (Fr. 103'076.30 
/ Fr. 147’111.-- x 100). Für die Zeit ab dem 16. November 2021 beträgt der 
Invaliditätsgrad bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 59'041.55 (Fr. 147’111.-- 
– Fr. 88'069.45) 40 % (Fr. 59'041.55 / Fr. 147’111.-- x 100). 

Damit besteht ab April 2021 Anspruch auf eine ganze Rente und unter 
Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 3.4 und 4.5 vorne) ab 
März 2022 Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 3.3 vorne). 

6.6 Zusammenfassend ist die Beschwerde insoweit teilweise gutzu-
heissen und die Verfügung vom 29. Juni 2023 insoweit abzuändern, als 
dem Beschwerdeführer zwischen April 2021 und Ende Februar 2022 eine 
ganze Rente zugesprochen wird. Soweit weitergehend – betreffend der ab 
März 2022 zugesprochenen Viertelsrente – ist die Beschwerde abzuwei-
sen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Der Beschwerdeführer obsiegt insoweit, als er für die Zeit von April bis Fe-
bruar 2022 Anspruch auf eine ganze statt eine halbe Rente hat, unterliegt 
jedoch mit seinem (Evenutal-)Rechtsbegehren um eine unbefristete halbe 
Rente. Es rechtfertigt sich deshalb, von einem Obsiegen des Beschwerde-
führers im Umfang von einem Viertel auszugehen. Die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entsprechend dem teilweisen 
Obsiegen des Beschwerdeführers im Betrag von Fr. 600.-- dem Beschwer-
deführer und im Betrag von Fr. 200.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung auferlegt. Der Betrag von Fr. 600.-- ist dem geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu entnehmen; die Restanz von Fr. 200.-- 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 24

ist dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückzuerstatten.

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung 
besteht bei teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte 
Parteientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 
E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Viertel 
der Parteikosten zu ersetzen (vgl. E. 7.1 hiervor). 

Mit am 29. September 2023 eingereichter und nicht zu beanstandender 
Kostennote hat Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 3'037.50, 
Auslagen von Fr. 23.20 und die Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 235.65, 
total ausmachend einen Aufwand von Fr. 3'296.35, geltend gemacht. Die 
Parteientschädigung ist mit Blick auf das Obsiegen im Umfang eines Vier-
tels somit auf Fr. 824.10 (inklusive Auslagen und MWST) festzusetzen. 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu er-
setzen. 

7.3 Die (hauptsächlich) obsiegende Beschwerdegegnerin hat als So-
zialversicherungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtli-
chem Prozessgrundsatz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 29. Juni 2023 insoweit abgeändert, als – nebst der ab 
März 2022 zugesprochenen Rente – dem Beschwerdeführer zwischen 
April 2021 und Ende Februar 2022 eine ganze Rente zugesprochen 
wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Dez. 2023, IV/23/607, Seite 25

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zu Fr. 200.-- und dem Beschwerdeführer zu Fr. 600.-- auferlegt. Der 
aus dem Kostenvorschuss von Fr. 800.-- verbliebene Restbetrag von 
Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft des vorliegen-
den Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die anteilsmässi-
gen Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 824.10 (inkl. Auslagen 
und MWST), zu ersetzen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.