# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06a574d9-0027-5ef9-aba7-e310e6a21184
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2011 D-8356/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8356-2010_2011-11-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

    

Abteilung IV
D­8356/2010

U r t e i l   v om   1 7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren am (…),
c/o schweizerische Vertretung in Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 15. Oktober 2010 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  aus 
B._______, suchte mit Schreiben vom 15. August 2008 bei der Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  um  Asyl  nach.  Dem  Schreiben  waren  diverse 
Dokumente in Kopie beigelegt.

B. 

B.a. Mit Schreiben vom 28. August 2008 erkundigte sich die Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  nach  den  Ausreisegründen  und  spezifischen 
Problemen des Beschwerdeführers sowie deren Ursache. Ebenso fragte 
sie  nach,  welche  Schritte  der  Beschwerdeführer  bisher  unternommen 
habe,  um sich  zu  schützen und ob  ihm eine  staatliche Fluchtalternative 
offen  stünde.  Der  Beschwerdeführer  wurde  unter  Hinweis  auf  die 
Säumnisfolge aufgefordert, bis zum 14. Oktober 2008 alle Beweggründe 
im Detail zu schildern sowie allfällige Beweismittel einzureichen.

B.b.  Mit  Eingabe  vom  11.  September  2009  (Eingangsstempel  der 
Schweizer  Vertretung  in  Colombo  vom  16.  September  2009)  liess  sich 
der Beschwerdeführer vernehmen und reichte weitere Unterlagen zu den 
Akten.

C. 
Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  geltend,  er  sei  in  seinem  Alltag  immer  wieder  von 
bewaffneten  tamilischen  Leuten  eingeschüchtert  worden.  Deshalb  habe 
er öfters den Aufenthaltsort gewechselt. Auch habe er ständig anonyme 
Telefonanrufe  erhalten,  in  denen  man  ihm  mit  Entführung  und  Mord 
gedroht  habe.  Diesbezüglich  habe  er  bei  der  Polizei  eine  Anzeige 
aufgegeben. Am 9. Juli 2010 seien die Unbekannten zu ihm nach Hause 
gekommen.  Da  er  habe  entkommen  können,  sei  sein  Vater  an  seiner 
Stelle  angegriffen worden  und  habe  danach  ins Spital  gebracht werden 
müssen.  Man  habe  ihm  erneut  gedroht,  ihn  umzubringen,  falls  er  der 
Polizei  Anzeige  erstatten  sollte.  Aus  diesen Gründen  sowie wegen  den 
allgemeinen  Lebensbedingungen  in  Sri  Lanka  wolle  er  das  Land 
verlassen.

D. 

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D.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Juli  2010  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  mit,  es  erachte  den  entscheidrelevanten  Sachverhalt 
aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuches  und  der 
beigelegten Dokumentation als erstellt, weshalb  sich eine Anhörung auf 
der Botschaft nicht als notwendig erweise.  Im Weiteren erwäge es unter 
Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände  –  namentlich  Fragen 
bezüglich  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  hiesige 
Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im  Heimatstaat, 
Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches 
Interesse  der  Schweiz  –  und  aufgrund  der  vorliegenden  Akten,  das 
Asylgesuch abzulehnen und die Einreise zu verweigern. Das BFM räumte 
dem  Beschwerdeführer  die  Gelegenheit  ein,  sich  dazu  innert  Frist  zu 
äussern und allfällige neue Gründe, die seit der Einreichung des Einreise­ 
und  Asylgesuches  eingetreten  seien,  darzulegen,  verbunden  mit  dem 
Hinweis, das bei ungenutzter Frist aufgrund der bestehenden Aktenlage 
entschieden werde.

D.b. Der Beschwerdeführer  liess  sich mit  Eingabe  vom 7.  August  2010 
innert Frist vernehmen.

E. 
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 – eröffnet am 29. Oktober 2010 – 
lehnte das BFM das Asylgesuch ab und  verweigerte die Einreise  in die 
Schweiz.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  dass  es 
angesichts  der  zahlreichen  Gewaltereignisse  der  letzten  Jahre,  von 
denen  auch  der  Beschwerdeführer  selbst  betroffen  gewesen  sei, 
Verständnis  dafür  habe,  dass  dieser  Angst  vor  weiteren 
Verfolgungsmassnahmen  habe  und  in  die  Schweiz  ausreisen  wolle. 
Dennoch  könne  seinem  Gesuch  um  Einreise  in  die  Schweiz  nicht 
entsprochen  werden.  Vorliegend  gelange  das  BFM  zum  Schluss,  dass 
der  Beschwerdeführer  bei  objektivierter  Betrachtungsweise  nicht  akut 
gefährdet  sei.  Die  von  ihm  geltend  gemachten  Asylvorbringen 
entsprächen aufgrund ihrer Art und Intensität keiner Verfolgungssituation, 
welche eine Einreise in die Schweiz rechtfertigen würden.

Die Vorbringen des Beschwerdeführers müssten vor dem Hintergrund der 
allgemein  angespannten  Situation  betrachtet  werden,  welche  während 
des Bürgerkriegs geherrscht habe. Die Situation  in Sri Lanka stelle sich 
heute jedoch anders dar: Der Krieg zwischen der srilankischen Regierung 

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und den separatistischen Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei im 
Mai 2009 mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde 
sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  dem  Jahre  1983  wieder  unter 
Regierungskontrolle.  Obwohl  der  Staat  vieles  daran  setze,  ein 
Wiedererstarken  der  LTTE  zu  verhindern  und  aktiv  nach  ehemaligen 
Mitgliedern  der  oppositionellen  Organisation  suche,  habe  sich  die 
Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  verbessert.  Angesichts  dieser 
veränderten  Lage  erscheine  das  Risiko,  dass  der  Beschwerdeführer 
heute  von  Übergriffen  ernsthaften  Ausmasses  betroffen  werde, 
ausgesprochen gering.

Zudem habe er die Möglichkeit,  erneut,  bei den srilankischen Behörden 
um  Schutz  zu  ersuchen,  falls  ihm  eines  Tages  konkrete  Bedrohungen 
wiederfahren  sollten.  Es  sei  zu  erwarten,  dass  der  srilankische  Staat, 
seine Schutzpflicht  im Rahmen des Möglichen wahrnehme.  Im Einzelfall 
könne es  durchaus  vorkommen,  dass  die Schutzgewährung unterbleibe 
oder  nicht  in  ausreichendem  Mass  gewährt  werde.  Hierzu  gelte  es 
gleichzeitig  festzuhalten,  dass  eine  faktische  Garantie  des 
Schutzgewährers  für  langfristigen  individuellen  Schutz  der  bedrohten 
Person  verlangt  werden  könne.  Keinem  Staat  gelinge  es,  die  absolute 
Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Von 
der  srilankischen  Polizei  könne  beispielsweise  nicht  erwartet  werden, 
dass  sie  jeder  Person,  die  einen  gewissen  Gefährdungsgrad  aufweise, 
einen  umfassenden Personenschutz  zukommen  lasse. Einen  derartigen 
Schutz  erhielten  nur  wenige  besonders  gefährdete  Personen,  denen 
jedoch der Beschwerdeführer aufgrund seines Profils nicht zuzurechnen 
sei.

Das  BFM  habe  auch  Verständnis  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer 
wegen des jahrelangen Krieges und der daraus resultierenden Nachteile 
sein  Heimatland  verlassen  möchte.  Die  Schweiz  nehme  jedoch  keine 
Personen  aus  rein  humanitären  Gründen  auf.  Jedes  Gesuch  werde 
individuell  auf  die  Schutzbedürftigkeit  aufgrund  einreiserelevanter 
Verfolgungsmassnahmen  der  Asyl  suchenden  Person  im  Sinne  des 
Schweizer Asylgesetzes geprüft.

An  diesen  Erwägungen  könnten  auch  die  von  ihm  eingereichten 
Dokumente nichts ändern, stützten sie doch lediglich dessen Vorbringen, 
deren Glaubhaftigkeit vorliegend nicht in Frage gestellt werde.

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Bei offensichtlich  fehlender Schutzbedürftigkeit  sei darauf  zu verzichten, 
auf  allfällig  vorhandene  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den 
Asylvorbringen einzugehen.

F. 
Mit Beschwerde vom 9. November 2010 (Eingangsstempel der Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  vom  19.  November  2010)  machte  der 
Beschwerdeführer geltend, er sei auch heute noch in Sri Lanka gefährdet. 
Da C._______,  ein  ehemaliges Mitglied  der  LTTE mit  der  srilankischen 
Regierung  kollaboriere,  könne  er  sich  nicht  einfach  an  den  lokalen 
Polizeiposten  wenden.  Falls  er  dies  tun  würde,  würde  er  wegen 
C._______ sein Leben verlieren und dessen Angehörige würden ihn ohne 
Zweifel töten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 
nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 

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Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihm  zugemutet  werden  kann,  im 
Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 
Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen 
ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft 
machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Hinsichtlich 
des Verfahrens bei der Schweizer Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 
eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, 
so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich 
festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des 
Schweizerischen Bundesverwaltungsgericht  [BVGE] 2007/30 E. 5.2 – E. 
5.3).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche 
Sachverhaltsabklärung kann sich auch erübrigen, wenn der Sachverhalt 
bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt 
scheint.  Bei  Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu 
gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E. 5.7),  was  vorliegend  erfolgt  ist  (vgl. 
Erwägung  D.a  vorstehend).  Ausserdem  hat  das  BFM  den  Verzicht  auf 
eine Befragung begründet (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6 – E. 5.7).

Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
zur Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 
anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e ­ g S. 131 ff., welcher 
angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

5. 
Die  Vorbringen  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  19.  November  2010 
(Eingangsstempel  der  Schweizer  Vertretung)  sind  nicht  geeignet,  eine 
Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken.  Der 
Argumentation  der  Vorinstanz  werden  keine  stichhaltigen  und 
substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine  diesbezügliche 

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Auseinandersetzung  unterbleibt  zwar  nicht  gänzlich.  Die  Ausführungen 
des  Beschwerdeführers  vermögen  jedoch  die  nachvollziehbaren 
Erwägungen  des  BFM  nicht  umzustossen.  Das  BFM  hat  in  der 
angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt, dass es in den Akten des 
Beschwerdeführers  keine Anhaltspunkte dafür  gebe,  dass er  tatsächlich 
und  konkret  Verfolgungsmassnahmen  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
ausgesetzt sei, weshalb er die Anforderungen an die Schutzbedürftigkeit 
nicht  erfülle.  Im  Verlauf  des  Asylverfahrens  fällt  auf,  dass  der 
Beschwerdeführer  anfänglich  nur  vage  die  von  ihm  erlittenen 
Behelligungen  schildern  kann.  So will  er  immer  von Unbekannnten  und 
meist im Dunkeln oder mit anonymen Drohanrufen belästigt worden sein. 
Auch sein Velo soll von Unbekannten entwendet worden sein (vgl. unter 
anderem die Eingaben des Beschwerdeführers vom 24. Juni 2009, vom 
2. Januar 2010 sowie vom 31. Januar 2010 an die Schweizer Vertretung 
in  Colombo).  Mit  Eingabe  vom  7.  August  2010  an  die  Schweizer 
Vertretung  in Colombo  (Eingangsstempel  vom 19. August 2010) wird er 
erstmals  etwas  konkreter,  indem er  die Unbekannten einer  bewaffneten 
tamilischen  Gang  zuordnet,  und  erklärt,  der  Übergriff  vom  9.  Juli  2010 
gehe  auch  auf  eine  bewaffnete  tamilische  Gang  zurück.  Auf 
Beschwerdeebene  holt  der  Beschwerdeführer  erstmals  weiter  aus  und 
bringt  vor,  seine  gegenwärtigen  Probleme  beruhten  auf  seinem 
Arbeitsverhältnis  aus  dem  Jahre  2005.  Damals  sei  er  Fahrer  eines 
srilankischen  Politikers  gewesen,  welcher  gemeinsam  mit  ihm  in 
Opposition  zur  jetzigen  Regierung  gestanden  habe.  Deshalb  werde  er 
auch immer noch von Mitgliedern der LTTE bedroht. Weil er nicht für die 
gegenwärtige Regierung Sri Lankas gewesen sei und weil ein ehemaliges 
Mitglied der LTTE namens C._______ für diese sei, könne er auch nicht 
einfach  zum Polizeiposten  von B._______  gehen. Er würde  sein  Leben 
verlieren, da ihn C._______ und seine Anhänger ohne Zweifel ermorden 
würden.  Diese  erstmals  auf  Beschwerdeebene  geltend  gemachten 
Präzisierungen erscheinen als  nachgeschobenes Sachverhaltskonstrukt. 
Bei  dieser  Sachlage  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden  auf  die 
Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Nach 
dem  Gesagten  droht  dem  Beschwerdeführer  keine  asylrelevante 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG.

6. 
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  sowie  auf  die  eingereichten 
Beweismittel  im  Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  der 
vorgenommenen  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Es  ist  dem 

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Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  eine  Verfolgung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die 
Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  20  i.V.m. 
Art. 3 AsylG ist mithin nicht gegeben, und es liegen auch keine anderen 
Gründe  vor,  welche  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  indizieren 
würden.

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine VwVG und Art. 2 und 6 des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  ist  vorliegend auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Schweizer 
Vertretung in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: