# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5273563b-02c4-580b-8427-000428c82502
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.02.2023 725 21 355 / 30 (725 2021 355 / 30)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-355---30_2023-02-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Februar 2023 (725 21 355 / 30) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung der ärztlichen Berichte im Rahmen eines Rückfalles beziehungsweise einer 

Spätfolge sowie einer richtunggebenden Verschlimmerung 

 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina 
Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Gutachten  

 
 
 
A. Der 1977 geborene A.____ war als Maurer bei der B.____ angestellt und bei der Schwei-
zerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 11. 
November 2014 erlitt er einen schweren Arbeitsunfall, bei welchem er sich multiple Verletzungen, 
namentlich am rechten Unterschenkel, am linken Unterarm / Handgelenk sowie im Kopfbereich 

 

 
 
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zuzog. Die Suva erbrachte in der Folge Versicherungsleistungen in Form von Taggeldern und 
Heilbehandlung. Mit Verfügung vom 4. Juli 2018 sprach die Suva A.____ mit Wirkung ab 1. Au-
gust 2018 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 17 % zu sowie eine Integritätsentschädigung 
gestützt auf eine Integritätseinbusse von 25 %. Einen Kausalzusammenhang zwischen den gel-
tend gemachten Rückenbeschwerden und dem Unfall verneinte sie hingegen. Die dagegen er-
hobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 4. September 2019 ab. Diesen bestätigte 
das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 19. No-
vember 2020 (725 19 333). 
 
Mit Schreiben vom 22. September 2020 und 27. September 2020 berichtete A.____, vertreten 
durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, von einer Gesundheitsverschlechterung. Er leide unter 
krampfartigen Schmerzen der oberen rechten Extremität, die gemäss MRT (Magnetresonanzto-
mographie)-Bericht vom 16. September 2020 auf eine neuroforaminale Einengung und Kompres-
sion C4 (C=Halswirbelkörper [HWK]) rechts zurückzuführen seien. Beim Unfallereignis vom 11. 
November 2014 habe er Schädelfrakturen erlitten, nämlich eine dislozierte, mehrfragmentäre Im-
pressionsfraktur des Sinus frontalis (Stirnhöhle) links und eine undislozierte Fraktur des Proces-
sus mastoideus (Knochenwölbung am Schläfenbein) rechts. Es sei somit erwiesenermassen zu 
einer erheblichen Krafteinwirkung auf den Kopf gekommen und damit auch auf die Halswirbel-
säule (HWS). Die festgestellte Nervenkompression sei demnach eine Unfallfolge, für welche die 
Suva aufzukommen habe. 
 
Die Suva lehnte ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 15. Februar 2021 gestützt auf die Beur-
teilung von Prof. Dr. med. C.____, Fachärztin für Neurochirurgie, vom 6. Januar 2021 ab. Die 
Bildgebung der HWS vom 16. September 2020 zeige ausschliesslich degenerative Veränderun-
gen, welche überwiegend wahrscheinlich nicht Folge des Unfallereignisses vom 11. November 
2014 seien, zumal die degenerativen Veränderungen bereits auf den Bildern der Computertomo-
graphie (CT) vom 11. November 2014 sichtbar seien. Die dagegen erhobene Einsprache vom 
15. März 2021 wies die Suva mit Entscheid vom 20. September 2021 ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch seinen Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Ein-
gabe vom 20. Oktober 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht. Er beantragte, dass der angefoch-
tene Einspracheentscheid vom 20. September 2021 aufzuheben und die Suva zu verpflichten 
sei, ein versicherungsexternes medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben betreffend die 
Frage, ob die aktuellen Beschwerden in der rechten oberen Extremität beziehungsweise die pa-
thologischen Befunde an der HWS auf das Ereignis vom 11. November 2014 zurückzuführen 
seien. Es stelle sich namentlich die Frage, ob der degenerative Vorzustand durch das Unfaller-
eignis vom 11. November 2014 richtunggebend verschlimmert worden sei. Sodann setze sich die 
versicherungsmedizinische Beurteilung vom 6. Januar 2021 nicht mit dem Unfallmechanismus 
und der daraus resultierenden Symptomatologie eines HWS-Beschleunigungs-traumas ausei-
nander. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2021 beantragte die Suva die Abweisung der Be-
schwerde. 
 

 

 
 
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D. Der Beschwerdeführer hielt durch seinen Rechtsvertreter mit Replik vom 2. Februar 
2022 an seinen Rechtsbegehren fest. Zur weiteren Befunderhebung seien am 23. Dezember 
2021 eine MRT der HWS sowie eine MRT des Neurokraniums angefertigt worden. Seine Haus-
ärztin, Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Akupunktur TCM ASA, nehme gemäss ihrem 
Bericht vom 12. Januar 2022 eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestehenden dege-
nerativen Veränderungen durch das Unfallereignis an. Dr. med. E.____, FMH Neurologie, halte 
diesbezüglich zwar fest, dass sie die Frage, ob das Polytrauma vom 11. November 2014 die 
höhergradige Foraminalstenose C4 begünstigt habe, weder bejahen noch verneinen könne. Eine 
Krafteinwirkung auf die HWS sei aber anzunehmen, insbesondere da er beim Unfall eine Fraktur 
im Bereich des Sinus frontalis rechts erlitten habe. Dr. E.____ sei folglich immerhin der Meinung, 
dass die Befunde traumatisch bedingt sein müssten, andernfalls sie nicht sogar den Treppensturz 
aus dem Jahre 1997 (richtig: 1995) erwähnen würde. Eine traumatische Genese der HWS-
Veränderungen könne demnach nicht ausgeschlossen werden. Zur Klärung der Kausalitätsfrage 
sei ein versicherungsexternes Gutachten anzuordnen. 
 
E. Die Suva erneuerte mit Duplik vom 7. März 2022 ihren Antrag auf Abweisung der Be-
schwerde. Die MRT des Neurokraniums vom 23. Dezember 2021 habe – wie auch Dr. E.____ in 
ihrem Bericht vom 18. Januar 2022 bestätige – einen unauffälligen Befund ergeben und auf den 
Bildern der MRT der HWS vom 23. Dezember 2021 seien die bekannten Läsionen zu sehen. Wie 
Prof. C.____ in ihrer Beurteilung vom 6. Januar 2021 schon dargelegt habe, hätten die verschie-
denen Untersuchungen und Abklärungen sowie Beurteilungen keine Hinweise auf eine durch den 
Unfall vom 11. November 2014 verursachte Verletzung der HWS ergeben. Zur Einschätzung von 
Dr. D.____ sei zu bemerken, dass einerseits ihre Ansicht, es sei von einer richtunggebenden 
Verschlimmerung auszugehen, nicht näher begründet werde und andererseits nicht ersichtlich 
sei, wie es in Anbetracht des Fehlens von Hinweisen für eine durch den Unfall verursachte Ver-
letzung der HWS zu einer solchen richtunggebenden Verschlimmerung hätte kommen können. 
Folglich habe Dr. E.____ auch die Frage, ob das Polytrauma vom 11. November 2014 die höher-
gradige Foramenstenose C 4 rechts begünstigt habe, weder bejahen noch verneinen können. 
Sodann treffe die Aussage des Beschwerdeführers, Dr. E.____ sei offensichtlich der Auffassung, 
dass die Befunde traumatisch bedingt sein müssten, nicht zu. Da der Beurteilung von Prof. 
E.____ Beweiswert zuzuerkennen sei, bedürfe es keiner weiteren medizinischen Abklärung. 
 
F. Im Rahmen des laufenden invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens ordnete die IV-
Stelle Basel-Landschaft eine Begutachtung des Beschwerdeführers bei der Swiss Medical As-
sessment- and Business-Center AG (SMAB) an. Das am 24. Februar 2022 erstellte und im März 
2022 beim Gericht eingegangene Gutachten wurde den Parteien mit Verfügung vom 28. März 
2022 zur Stellungnahme zugestellt. 
 
G. Die Suva hielt dazu mit Schreiben vom 25. Mai 2022 fest, dass die aktuellen HWS-
Beschwerden aus gutachterlicher Sicht nicht auf das Unfallereignis vom 11. November 2014 zu-
rückzuführen seien. 
 
H. Der Beschwerdeführer führte in seiner Stellungnahme vom 27. März 2022, vertreten 
durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, aus, dass das Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022 

 

 
 
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unverwertbar sei. Den Gutachtern hätten nicht sämtliche Befunde vorgelegen. So seien ihnen die 
MRT-Bilder vom 23. Dezember 2021 nicht bekannt gewesen. Ferner äusserten sie sich nicht zur 
Frage, ob das Unfallereignis zu einer richtunggebenden Verschlimmerung der angeblich rein de-
generativ bedingten Befunde geführt habe. Namentlich fehle jegliche Aussage zur Frage, ob das 
Unfallereignis das Fortschreiten der degenerativen Veränderungen beschleunigt habe. 
 
I. Die Suva erklärte mit Stellungnahme vom 28. Juli 2022, dass die Bilder der MRT vom 
23. Dezember 2021 keine neuen medizinischen Erkenntnisse gebracht hätten. Ferner sei zu be-
achten, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers zwar grundsätzlich für alle Schädigungen 
gelte, welche in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis ständen. Je 
grösser der zeitliche Abstand zwischen Unfall und geltend gemachter Schädigung sei, desto 
strenger seien die Anforderungen an den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs. Mit 
einer fast sieben Jahre nach dem Unfall durchgeführten MRT könne selbst bei behaupteten 
neuen Befunden kein Beweis mehr für unfallbedingte Schädigungen geführt werden. Abschlies-
send bleibe darauf hinzuweisen, dass bereits aufgrund des übrigen medizinischen Dossiers auch 
ohne das Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022 eine ursächliche Verbindung zwischen 
Unfall und den geklagten degenerativen Beschwerden an der HWS zu verneinen sei. Dieses 
zusätzlichen gutachterlichen Beweises bedürfe es zur Beantwortung der versicherungsmedizini-
schen Fragen im hier vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in F.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 20. Oktober 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 

 

 
 
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2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher 
und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam-
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als ein-
getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande-
ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 
hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetre-
tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1). Die Adäquanz als 
rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 
des Unfallversicherers spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch 
keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 
V 109 E. 2.1). 
 
3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zurecht einen Rückfall beziehungsweise eine 
Spätfolge zum versicherten Unfall sowie eine richtunggebende Verschlimmerung eines krankhaf-
ten Vorzustandes und damit einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den 
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden verneinte. 
 
3.1 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 
1982 werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem 
Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so 
dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; 
von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit orga-
nische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild 
führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfall-
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers 
nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit 
beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kau-
salzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2018, 8C_589/2017, E. 
3.1.1 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Die vom Unfallversicherer einmal anerkannte Leistungspflicht entfällt erst, wenn dieser 
nachweist, dass der Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (Status quo ante) oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 
Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine). Trifft ein 
Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht aus ärztlicher Sicht fest, dass weder der Status 
quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so bezeichnet die Recht-
sprechung dies als richtunggebende Verschlimmerung (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Feb-
ruar 2018, 8C_589/2017, E. 3.1.2 mit weiteren Hinweisen).  
 

 

 
 
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4.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein na-
türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungs-
weise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. 
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan-
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Die Parteien tragen im Sozialversicherungsrecht in der 
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 
Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Unter-
suchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu-
mindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 
6, 117 V 261 E. 3b). 
 
4.2 Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines 
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto 
strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusam-
menhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person 
aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den 
durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, 
wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 
2018, 8C_589/2017, E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Die Beweislast für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens liegt demgegenüber beim Unfallversicherer, weil es sich hier-
bei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt. Auch dies muss mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Mit dem Erreichen des Status quo sine 
vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch 
dieser Zustand noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 
UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2018, 8C_589/2017, 
E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs beziehungsweise dessen Wegfal-
lens ist in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (BGE 134 V 231 
E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stam-
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zu-
verlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

 

 
 
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auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweis-
wertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange um-
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 
die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 
125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So kommt beispielsweise Be-
richten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie 
einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar 
wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu 
stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versi-
cherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 145 V 97 E. 8.5 mit Hinweis, 135 V 465 E. 4.4 und 4.5, 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen 
Hinweisen). 
 
6.1 Der Beschwerdeführer machte im September 2020 – mithin fast sechs Jahre nach dem 
Unfallereignis vom 11. November 2014 – gestützt auf den Bericht der G.____ vom 16. September 
2020 eine Gesundheitsverschlechterung geltend in Form von krampfartigen Beschwerden im 
rechten Arm, in der rechten Schulter sowie im Nacken, die teilweise so schlimm seien, dass er 
nicht mehr atmen könne. Die MRT-Untersuchung vom 16. September 2020 ergab eine grossbo-
gige, linkskonvexe Rotationsskoliose der HWS; eine Atlantodentalarthrose und eine bilaterale 
Atlantoaxialarthrose; eine rechtsbetonte aktivierte Osteochondrose HWK 3/4; eine bilaterale Un-
kovertebralarthrose und eine bilaterale Spondylarthrose mit neuroforaminaler Einengung und 
Kompression C4 rechts sowie eine fortgeschrittene aktivierte Osteochondrose HWK 6/7; eine 
bilaterale Unkovertebralarthrose und eine bilaterale Spondylarthrose und eine neuroforaminale 
Einengung mit Verdacht auf eine Kompression C7 rechts sowie möglicher Affektion C7 links. Mit 
neurochirurgischer Beurteilung vom 6. Januar 2021 kam Prof. C.____ zum Schluss, dass basie-
rend auf den medizinischen Unterlagen (CT vom 11. November 2014, Elektromyographiebericht 
von Dr. E.____ vom 7. September 2015 und Bericht der neurologischen Verlaufskontrolle vom 
28. Januar 2016 von Dr. med. H.____) es keinen Hinweis für eine echtzeitliche Verletzung der 
HWS gebe. Bei multiplen neurochirurgischen Beurteilungen sei ebenfalls kein Hinweis auf eine 
Wirbelsäulenverletzung im Bereich der HWS festgestellt worden. Die Bilder der CT-Abklärung 
vom 11. November 2014 hätten keine frische ossäre Läsion der HWS gezeigt; dafür für das Alter 
fortgeschrittene degenerative HWS-Veränderungen bei linkskonvexer Skoliose. Sowohl auf den 
CT-Bildern der HWS vom 11. November 2014 als auch auf den MRT-Bildern vom 16. September 
2020 seien degenerative HWS-Veränderungen mit unter anderem knöchernen Engen (Forami-
nalstenosen) sichtbar. Die bildgebend dargestellten Veränderungen seien somit überwiegend 
wahrscheinlich nicht Folge des initialen Unfallereignisses. 
 

 

 
 
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6.2 Unbestritten ist, dass der Versicherte am 11. November 2014 einen schweren Unfall erlit-
ten hat, indem er von umstürzenden Schalungselementen getroffen und zu Boden geschleudert 
wurde und dabei – neben einem Quetschtrauma des linken Ellbogens, einem Quetschtrauma der 
linken Hand mit SL-Bandläsion, einer undislozierten 2 Etagen-Fibulafraktur (Wadenbeinbruch) 
rechts mit initial drohendem Kompartmentsyndrom und Frakturen der Rippen 10-12 rechts – auch 
Verletzungen am Kopf in Form einer dislozierten, mehrfragmentären Impressionsfraktur des Si-
nus frontalis links sowie einer undislozierten Fraktur des Processus mastoideus rechts mit initial 
passagerem Pfeif-Tinnitus erlitten hat. Dem CT-Bericht des Neurkraniums, des Gesichtsschädels 
sowie der HWS vom 11. November 2014 kann entnommen werden, dass in Bezug auf die HWS 
die miterfassten Wirbelkörper regelrecht konfiguriert seien. Sichtbar seien eine diskrete Unkover-
tebralarthrose (Gelenkverschleiss der Unkovertebralgelenke in der HWS) und eine Spondylarth-
rose (Verschleisserscheinung der Gelenkknorpel) HWK 2/3, 3/4, 4/5, 5/6 und 6/7 rechts mehr als 
links bei linkskonvexer Skoliose. Die Facettengelenke seien regelrecht artikuliert. Es gebe keine 
frischen ossären Läsionen, keine prävertebrale Raumforderung und kein Hämatom. Für das Alter 
beständen fortgeschrittene degenerative HWS-Veränderungen bei linkskonvexer Skoliose. 
 
6.3 Fest steht, dass der Beschwerdeführer beim Unfall keine Verletzungen im HWS-Bereich 
erlitten hat. Soweit er geltend macht, dass die degenerativen Veränderungen heute auf der rech-
ten Seite deutlich ausgeprägter seien, weil er am Unfalltag rechts von den Schalenelementen 
getroffen worden sei, was zu einer richtunggebenden Verschlimmerung der degenerativen Ver-
änderungen infolge des Unfallereignisses geführt habe, kann ihm nicht gefolgt werden. Bereits 
auf den CT-Bildern vom 11. November 2014 ist zu sehen, dass die Verschleisserscheinungen 
rechts stärker waren als links. Insofern ist die Behauptung, dass die degenerativen Veränderun-
gen gemäss der MRT vom 20. September 2020, welche zum Teil auch rechtsbetont sind, infolge 
des Unfallereignisses deutlich ausgeprägter seien als ohne Unfall zu erwarten gewesen wäre und 
deshalb eine Unfallkausalität vorliege, medizinisch nicht begründbar. So konnte Prof. C.____ aus 
dem Vergleich der CT-Bilder vom 11. November 2014 mit den MRT-Bildern vom 16. September 
2020 keine für den Zeitraum aussergewöhnliche, dem Alter nicht entsprechende Zunahme der 
degenerativen Veränderungen feststellen, womit eine richtunggebende Verschlimmerung des 
Vorzustandes durch den Unfall überwiegend wahrscheinlich nicht vorliegt. Ferner liefern die vor-
handenen medizinischen Akten auch keine Hinweise auf Brückensymptome, die auf einen Zu-
sammenhang der aktuellen Beschwerden mit dem Unfallereignis im Sinne eines Rückfalles oder 
einer Spätfolge schliessen lassen würden. Schliesslich greift auch der Vorwurf nicht, die Vo-
rinstanz habe sich nicht mit einem Schleudertrauma auseinandergesetzt. Für die Annahme von 
Verletzungen nach einem HWS-Schleudertrauma gab es nach dem Unfall vom 11. November 
2014 keine Anhaltspunkte, weshalb die Vorinstanz sich mit diesem Thema auch nicht auseinan-
dersetzen musste. 
 
6.4 Zusammenfassend ist folglich festzuhalten, dass gestützt auf die im Zeitpunkt des Ein-
spracheentscheides vorhandenen medizinischen Unterlagen, namentlich in Würdigung des 
schlüssigen Berichts von Prof. C.____ vom 6. Januar 2021, ein natürlicher Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfallereignis und den erst sechs Jahre später auftretenden Beschwerden 

 

 
 
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weder im Sinne eines Rückfalles beziehungsweise einer Spätfolge noch im Sinne einer richtung-
gebenden Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes mit dem notwendigen Beweismass 
hergeleitet werden kann (vgl. E. 4.1). 
 
7.1 Es stellt sich hingegen die Frage, ob die neuen, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 
eingereichten Berichte daran etwas zu ändern vermögen. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, 
dass das Gericht nach der Rechtsprechung bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf 
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen Entscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt 
(BGE 144 V 210 E. 4.3.1 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, 
sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 144 V 210 E. 
4.3.1, 130 V 138 E. 2.1). Sie sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitge-
genstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt 
des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 2022, 
8C_105/2022, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
7.2 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens und somit nach Erlass des Einspracheentschei-
des vom 20. September 2021 unterzog sich der Beschwerdeführer weiterer bildgebender Unter-
suchungen. Am 23. Dezember 2021 fand eine MRT der HWS und eine MRT des Neurokraniums 
statt. Die Bilder des Neurokraniums waren unauffällig. Es wurde eine regelrechte Darstellung des 
Hirnschädels ohne abgrenzbare Raumforderungen und ohne auffälliges Marklagerödem festge-
stellt. Die Befunde der MRT der HWS vom 23. Dezember 2021 wurden mit den Ergebnissen der 
MRT der HWS vom 16. September 2020 verglichen. Zu sehen war die bekannte rechtsbetonte 
ödematöse Ostechondrose HWK 3/4 mit retrospondylophytären Apposi-tionen rechts und eine 
knöcherne sowie diskogen bedingte hochgradige Foraminalstenose C4 rechts mit möglicher Tan-
gierung C4 rechts intraforaminal und mit mediolateral rechts gelegener Hernierung. Ferner seien 
die bekannte ödematöse Ostechondrose HWK 6/7 und die bekannte eher rechtsbetonte Forami-
nalstenose C7 erkennbar (vgl. Berichte der G.____ vom 23. Dezember 2021). 
 
7.3 Die Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. D.____, äusserte sich im Schreiben vom 12. 
Januar 2022 zu den Befunden der MRT-Untersuchungen vom 23. Dezember 2021. Zwar seien 
bereits vor sieben Jahren degenerative Veränderungen der HWS vorhanden gewesen, dennoch 
erscheine es auffällig, dass sich die Befundkonstellation deutlich verschlechtert habe, dem Un-
fallmechanismus entsprechend ebenfalls rechtsbetont. Auch wenn seinerzeit für das Alter eine 
fortgeschrittene degenerative HWS-Veränderung festgestellt worden sei, so müsse doch einge-
räumt werden, dass durch das massive Polytrauma 2014 eine richtunggebende Verschlimmerung 
als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden müsse. Die Klinik eines Beschleunigungs-
traumas sei damals überhaupt nicht gewürdigt worden. Diese sei wohl infolge der Diagnosen der 
dislozierten, mehrfragmentären Impressionsfraktur des Sinus frontalis links und der undislozier-
ten Fraktur des Processus mastiodeus rechts eher untergegangen. Der Versicherte klage seit 
dem Unfallereignis über zunehmende, wiederkehrende und hartnäckige Kopfschmerzen mit Be-
wegungseinschränkungen der HWS. Mittlerweile lösten die Bewegungseinschränkungen 
Krämpfe in den oberen Extremitäten und Dysästhesien (Empfindungsstörungen) aus. Eine neu-
rologische Begutachtung durch Dr. E.____, die den Versicherten nach dem Polytrauma betreut 
habe, stehe noch aus. 

 

 
 
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7.4 Am 10. Januar 2022 wurde der Versicherte von Dr. E.____ neurologisch untersucht. Mit 
Bericht vom 18. Januar 2022 stellte sie als Diagnosen unter anderem ein leichtes Zervikalsyn-
drom ohne sichere radikuläre Reizsymptomatik (MRT der HWS vom 23. Dezember 2021), ein 
leichtes Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Reizsymptomatik (MRT der Lendenwirbelsäule 
[LWS] vom 5. Mai 2020) sowie einen Status nach Polytrauma am 11. November 2014 und chro-
nische Spannungskopfschmerzen mit zervikogener Komponente, wahrscheinlich begünstigt 
durch psychosoziale Belastungen. Seit einem Jahr weise der Versicherte eine Schmerzausstrah-
lung von der unteren HWS bis zur Stirn auf. Die Beschwerden seien rechtsbetont. Provozierend 
wirke die vorgeneigte Kopfhaltung beim Gemüserüsten. Teilweise komme es zu einer Schmer-
zausstrahlung in den rechten Oberarm. Klinisch-neurologisch lägen ein kontrollbedürftiger Blut-
druck, ein Tinnitus rechts, die bekannte Sensibilitätsverminderung links am Vorderarm dorsal so-
wie der ganzen Hand, ein leichtes Zervikalsyndrom ohne radikuläre Reizerscheinungen, ein leich-
tes Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Reizerscheinungen, eine diskrete Beeinträchtigung 
des Fersenganges rechts sowie ein leicht unsicherer Blindstrichgang bei einem angespannt-be-
drückt wirkenden Patienten vor. Die MRT der HWS vom 23. Dezember 2021 zeige bekannte 
ödematöse Osteochondrosen HWK 3/4 und HWK 6/7. Auf Höhe HWK 3/4 bestehe eine knö-
cherne sowie diskogen bedingte hochgradige Foraminalstenose C4 rechts mit möglicher Tangie-
rung C4 rechts intraforaminal und auch mediolateral rechts gelegener Hernierung. Die Frage, ob 
die durch die Neigung des Kopfes ausgelöste Verkrampfung der rechten oberen Extremität mit 
dem erhobenen Befund der MRT der HWS vom 23. Dezember 2021 korreliere, sei dahingehend 
zu beantworten, dass ein Zusammenhang der bei längerdauernder Kopfinklination ausgelösten 
Schmerzen im Bereich des rechten Oberarms mit der hochgradigen Foraminalstenose C4 rechts 
wahrscheinlich erscheine. Aktuell sei ein leichtes Zervikalsyndrom ohne radikuläre Reizerschei-
nungen festzustellen. Anlässlich der Untersuchung im Jahr 2015 habe der Versicherte auch 
schon ein diskretes Zervikalsyndrom ohne radikuläre Reizerscheinungen gezeigt (vgl. Bericht 
vom 3. Juni 2015). Kopfschmerzen habe er damals hingegen nicht erwähnt. Im Vordergrund seien 
Schmerzen im Bereich der rechten unteren Extremität gestanden, welche ungenügend auf No-
valgin angesprochen hätten. Ob das Polytrauma vom 11. November 2014 die höhergradige Fo-
raminalstenose C4 rechts begünstigt habe, könne sie weder bejahen noch verneinen. Eine 
Krafteinwirkung auf die HWS sei anzunehmen, insbesondere da der Versicherte beim Polytrauma 
vom 11. November 2014 eine Fraktur im Bereich des Sinus frontalis rechts erlitten habe. Ande-
rerseits dürfe er auch beim Treppensturz im Jahr 1997 (richtig: 1995) sowie bei anderen Aktivitä-
ten Krafteinwirkungen auf die HWS ausgesetzt gewesen sein. Diese Frage wäre unter Einbezug 
der Vorbefunde gutachterlich abzuklären. In Anbetracht der unauffälligen MRT des Neurokrani-
ums vom 23. Dezember 2021 seien chronische Spannungskopfschmerzen mit zervikogener 
Komponente, begünstigt durch psychosoziale Belastungen, anzunehmen. Brüske HWS-
Bewegungen sowie eine längerdauernde forcierte Kopfneigung in sämtliche Richtungen sollten 
vermieden werden. Wichtig erscheine auch eine optimale Kopflagerung während der Nacht. 
 
7.5.1 Schliesslich liegt das Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022 vor, das im Rahmen 
des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens nach Art. 44 ATSG zur Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit, auch hinsichtlich der letzten Entwicklung mit neuroforaminaler Einengung und Kom-
pression C4 gemäss MRT-Bericht vom 16. September 2020, eingeholt wurde. Das SMAB-

 

 
 
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Gutachten besteht aus einem orthopädisch-traumatologischen, einem handchirurgischen, einem 
neurologischen, einem internistischen sowie einem psychiatrischen Teilgutachten. Als Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter in der Konsensbeurteilung ein be-
lastungsabhängiges pseudoradikuläres Lumbalsyndrom rechts bei Spondylarthrosen von LWK 
(Lendenwirbelkörper) 4 bis SWK (Sakralwirbelkörper) 1 sowie einer Spondylolisthesis LWK 5, 
Grad 1 nach Meyerding; ein belastungsabhängiges pseudoradikuläres Zervikalsyndrom beidseits 
sowie eine aufgehobene Handgelenksfunktion nach Arthrodese des linken Handgelenkes bei 
posttraumatischer Midkarpal-Arthrose. 
 
7.5.2.1 In der orthopädisch-traumatologischen Untersuchung war die HWS, bis auf eine mini-
male Einschränkung der schmerzhaft angegebenen Rotation des Kopfes nach rechts, frei be-
weglich. Druckschmerzangaben erfolgten über dem rechten Facettengelenk von HWK 6/7. Hin-
weise auf eine Reizung der zervikalen Nervenwurzeln gab es bei fehlender Schon- und Fehlhal-
tung, fehlendem paravertebralem Muskelhartspann und seitengleich vollständig vorführbaren 
Handfunktionen hingegen nicht. Aufgrund der kernspintomographisch in der MRT vom 20. Sep-
tember 2020 nachgewiesenen degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS seien die for-
mulierten belastungsabhängigen Verkrampfungen im Nackenbereich sowie eine  
dauerhafte Verminderung der körperlichen Belastbarkeit des Versicherten nachvollziehbar. Die 
vorhandenen degenerativen Veränderungen führten zu einer Einschränkung der körperlichen Be-
lastbarkeit, jedoch nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten 
Tätigkeit. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule 
und ohne häufigen Überkopfarbeiten seien zu 100 % zumutbar. Die Eingliederung des Versicher-
ten in eine leidensangepasste Tätigkeit sei durch die nachvollziehbaren und belastungsabhängi-
gen pseudoradikulären Hals- und Rückenbeschwerden nicht gefährdet. Ausser der Vermeidung 
von Zwangshaltungen der gesamten Wirbelsäule, nicht nur der Brust- und Lendenwirbelsäule, 
ändere der Befund der MRT der HWS vom 16. September 2020 nichts an dem formulierten Be-
lastungsprofil. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht relevant verbes-
sert werden. Infolge der degenerativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule werde eine 
regelmässige Wirbelsäulengymnastik zur Kräftigung der autochthonen Wirbelsäulenmuskulatur 
empfohlen, um den Gesundheitszustand zu erhalten. 
 
7.5.2.2 In Bezug auf die vom Rechtsvertreter des Versicherten gestellte Frage, ob die Befunde 
an der HWS gemäss MRT vom 16. September 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu-
mindest teilweise auf das Unfallereignis vom 11. November 2014 zurückzuführen seien, antwor-
tete der orthopädische Gutachter in Berücksichtigung des Vorzustandes, des Unfallherganges, 
des Verlaufs sowie der aktuellen Beschwerden gleich wie Prof. C.____, dass es in der zeitnahen 
ärztlichen Dokumentation keine klinischen Hinweise auf eine Verletzung der HWS gegeben habe. 
Mit der CT der HWS vom 11. November 2014 habe eine frische ossäre Läsion auch bildgebend 
ausgeschlossen werden können. Hingegen seien für das Alter des Versicherten fortgeschrittene 
degenerative Veränderungen bei linkskonvexer Skoliose festgestellt worden. Im Verlauf der wei-
teren neurochirurgischen Beurteilungen seien ebenfalls keine Verletzungen im Bereich der HWS 
dokumentiert worden. Ferner seien in der MRT der HWS vom 16. September 2020 keine trauma-
tischen, sondern lediglich angeborene beziehungsweise degenerative Veränderungen darge-

 

 
 
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stellt. Folglich könnten die aktuell vom Versicherten angegebenen HWS-Beschwerden bei feh-
lenden klinischen und radiologischen traumatologischen Korrelaten im Bereich der HWS nicht auf 
das Ereignis vom 11. November 2014 im Sinne einer Allein- oder Teilursache zurückgeführt wer-
den. 
 
7.5.3 Aus dem neurologischen Teilgutachten geht hervor, dass der Versicherte in der Unter-
suchung im Wesentlichen über wiederholt auftretende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den 
Kopf sowie über lumbale Schmerzen mit gelegentlicher Ausstrahlung in das rechte Bein geklagt 
habe. Der klinische Untersuchungsbefund sei unauffällig, ohne nervale Dehnungszeichen, weder 
zervikal noch lumbal. Auch kernspintomographisch hätten sich weder in der MRT der LWS vom 
5. Mai 2020 noch in der MRT der HWS vom 16. September 2020 nervale Kompressions- bezie-
hungsweise Affektionszeichen bei den bestehenden, multisegmentalen degenerativen Verände-
rungen gezeigt. Aus neurologischer Sicht könne keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit gestellt werden. 
 
8. Die nach Erlass des Einspracheentscheides vom 20. September 2021 ergangenen me-
dizinischen Berichte ändern nichts an der Sachlage, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang 
zwischen den seit 2020 bestehenden Beschwerden und dem Unfallereignis vom 11. November 
2014 nicht erstellt werden kann. Die Bilder der MRT vom 23. Dezember 2021 zeigen im Wesent-
lichen die gleichen radiologischen Befunde wie in der MRT vom 16. September 2020. Dr. E.____ 
bestätigte ebenfalls die bereits bekannten degenerativen Veränderungen und fasste zusammen, 
dass sie die Frage, ob die höhergradige Formaminalstenose C4 rechts Folge des Unfallereignis-
ses vom 11. November 2014 sei, weder bejahen noch verneinen könne. Verantwortlich dafür 
könnten auch andere Krafteinwirkungen sein, wie beispielsweise der frühere Treppensturz oder 
eine sonstige Aktivität. Die Beurteilung von Dr. E.____ lässt im Ergebnis keine Zweifel an der 
versicherungsinternen Beurteilung von Prof. C.____ aufkommen, zumal eben gerade kein Zu-
sammenhang zwischen dem Unfall und den heutigen Beschwerden hergestellt werden kann. 
Dies gelingt auch Dr. D.____ nicht, basieren ihre Schlussfolgerungen einzig auf vage Vermutun-
gen. Schliesslich ergibt sich auch aus dem Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022, das zwar 
im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens, aber doch unter den Vorausset-
zungen von Art. 44 ATSG ergangen ist, nichts anderes, wurde doch von den Fachpersonen ein 
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und den heutigen Beschwerden mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass das 
SMAB-Gutachten nicht beweiskräftig sei, da darin die Befunde der MRT vom 23. Dezember 2021 
nicht berücksichtigt worden seien, ist festzuhalten, dass daraus keine neuen massgebenden Be-
funde hervorgehen, die zu einer anderen Beurteilung der Sachlage als im Zeitpunkt der MRT vom 
16. September 2020 führen würden. 
 
9. Zusammenfassend kann folglich gesagt werden, dass aufgrund der medizinischen Ak-
tenlage nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf einen natürlichen 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heute bestehenden Beschwerden ge-
schlossen werden kann. Mithin sind die Voraussetzungen für die Anerkennung eines Rückfalles 
oder einer Spätfolge nicht gegeben. Desgleichen ist eine über die altersübliche Progression hin-
ausgehende richtunggebende Verschlimmerung medizinisch nicht ausgewiesen. Auszugehen ist 

 

 
 
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von einem Status quo sine. Die blosse Möglichkeit, dass die HWS-Beschwerden durch den Unfall 
verschlimmert worden sein könnten, genügt nicht für die Annahme eines überwiegend wahr-
scheinlichen Kausalzusammenhangs (vgl. E. 4.1). Eine unfallbedingte Verursachung oder Ver-
schlimmerung des Vorzustandes steht somit nicht fest. Von einer unfallversicherungsrechtlichen, 
verwaltungsexternen gutachterlichen Abklärung ist kein anderes Ergebnis zu erwarten, da aus 
den vorhandenen Akten klar hervorgeht, dass die Kernfrage der natürlichen Kausalität zwischen 
Unfallereignis und den sechs Jahre später aufgetretenen Beschwerden nicht im Sinne des Be-
schwerdeführers beantwortet werden kann. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 
 
10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. 
 
10.2 Gemäss Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Art. 61 lit. g ATSG). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung (vgl. Verfügung vom 
23. November 2021) wird dem Rechtsvertreter ein Honorar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 
Gemäss Honorarnote vom 16. August 2022 werden für den vorliegenden Fall 9 Stunden sowie 
Auslagen von Fr. 122.-- in Rechnung gestellt, was angemessen ist. Ihm ist deshalb ein Honorar 
in der Höhe von Fr. 2'070.-- (9 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 122.-- und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
10.3 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

 
 
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 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 
2'070.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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