# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa62df24-aecc-596a-bf90-de32858d2f3d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LF250048-O2
**Docket/Reference:** LF250048-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LF250048-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF250048-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichter Dr. E. Pahud sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Houweling-Wili

Beschluss vom 25. Juni 2025

in Sachen

gegen

A._____, 

Berufungsklägerin

1.

2.

B._____, 

C._____,

Berufungsbeklagte

betreffend Testamentseröffnung

im Nachlass von D._____,

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren 

des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Mai 2025 (EL250127)

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Erwägungen:

1.

1.1. Am tt.mm.2025 verstarb D._____, geb. tt. August 1947, von Zürich und 

E._____, mit letztem Wohnsitz in F._____. Die Erblasserin hinterliess als gesetzli-

che Erben die Kinder A._____ (nachfolgend Berufungsklägerin) und B._____ 

(nachfolgend Berufungsbeklagter 1). Am 23. April 2025 reichte die Berufungsklä-

gerin dem Einzelgericht des Bezirksgerichtes Dietikon ein Testament der Erblas-

serin vom 19. Februar 2020 mit Ergänzung vom 6. Juli 2021 zur Eröffnung ein. Mit 

Urteil vom 14. Mai 2025 wurde das Testament eröffnet und festgehalten, dass die 

gesetzlichen Erben zur alleinigen Erbfolge gelangen (act. 6/4). Am 22. Mai 2025 

reichte nunmehr C._____ (nachfolgend Berufungsbeklagter 2) ein Testament der 

Erblasserin vom 12. Oktober 2023 zur Eröffnung ein. Mit Urteil vom 26. Mai 2025 

eröffnete das Einzelgericht dieses Testament und stellte in Abänderung des Ur-

teils vom 14. Mai 2025 dem Berufungsbeklagten 2 als Alleinerben die Ausstellung 

der Erbbescheinigung in Aussicht (act. 6/3 = act. 5).

1.2. Gegen dieses Urteil erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 

6. Juni 2025 Berufung bei der Kammer (act. 2). Sie verlangt sinngemäss, es sei 

der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Testament vom 12. Okto-

ber 2023 für ungültig zu erklären. Gleichzeitig erhebt sie Einsprache gegen die 

Ausstellung des Erbscheines auf den Berufungsbeklagten 1. 

1.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 6/1-6). Der der Beru-

fungsklägerin mit Verfügung vom 17. Juni 2025 auferlegte Kostenvorschuss 

wurde rechtzeitig geleistet (act. 8-10). Die Sache erweist sich als spruchreif. 

2.

2.1.

Im Testament vom 12. Oktober 2023 hob die Erblasserin alle ihre bisherigen 

letztwilligen Verfügungen auf, setzte den Berufungsbeklagten 2 als Erbe ein und 

wies ihm im Sinne eines Vermächtnisses ihr ganzes Geld von allen Banken, alle 

Autos und alle Wertsachen zu (act. 5).

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2.2. Die Berufungsklägerin erachtet dieses Testament als ungültig und stellt so-

wohl die Rechtmässigkeit als auch die Echtheit des Testaments in Frage. Der 

Schreibstil und die Formulierungen würden nicht der Art und Weise ihrer Mutter 

entsprechen. Ausserdem unterscheide sich dieses Testament in erheblichen 

Punkten (z.B. Anweisung zur Beisetzung) von dem vorherigen Testament. Ge-

mäss Vorsorgeauftrag ihrer Mutter sei sie die Vorsorgebeauftragte und wäre für 

die Vermögenssorge zuständig gewesen, falls ihre Mutter dazu nicht mehr selb-

ständig in der Lage gewesen wäre. Obwohl sie einen sehr guten und täglichen 

Kontakt mit ihrer Mutter gehabt, mit dieser seit 2009 Tür an Tür gewohnt, diese zu 

Arztterminen begleitet und zum Einkaufen gefahren habe, habe diese ihr nie er-

zählt, dass sie dem Berufungsbeklagten 2 etwas vermachen wolle (act. 2). 

2.3. Die Testamentseröffnung gemäss Art. 556 ff. ZGB gehört zu den Siche-

rungsmassregeln des Erbgangs (Titel vor Art. 551 ZGB). Es handelt sich um eine 

vorsorgliche Massnahme (vgl. BGer 5A_517/2018 vom 9. Januar 2019, E. 2.2), 

welche die Bekanntgabe des Verfügungsinhalts bezweckt. Zudem soll den anwe-

senden Personen eine Kontrollmöglichkeit eingeräumt werden, sich vom Inhalt 

und Zustand der Urkunde selbst ein Bild machen zu können, z.B. betreffend Prü-

fung von Streichungen oder Einschiebungen, Echtheit des Dokuments oder Erfül-

lung der gesetzlichen Formerfordernisse (BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Auflage 

2023, Art. 557 N 2; PraxKomm Erbrecht, 5. Auflage 2023, Art. 557 N 1 f.).

Auf der einen Seite hat das Gericht somit die Erben zu ermitteln, um diese gege-

benenfalls vorzuladen, damit sie von der letztwilligen Verfügung Kenntnis nehmen 

und in der Folge ihre Rechte wahren können (BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Aufl. 

2023, Art. 557 N 7). Mit der Eröffnung beginnt unter anderem die absolute zehn-

jährige Verwirkungsfrist für die Ungültigkeitsklage (Art. 521 ZGB), die Herabset-

zungsklage (Art. 533 ZGB) und die Erbschaftsklage (Art. 600 ZGB) zu laufen 

(BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Aufl. 2023, Art. 557 N 22). Andererseits hat das Er-

öffnungsgericht eine vorläufige Prüfung und Auslegung des Testaments vorzu-

nehmen und im Hinblick auf die nach Art. 559 ZGB an die eingesetzten Erben 

auszustellende Erbbescheinigung insbesondere zu bestimmen, wer nach dem 

Wortlaut des Testaments prima facie als Berechtigter zu gelten hat. Diese Ausle-

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gung hat aber immer nur provisorischen Charakter; für das materielle Recht ist sie 

unpräjudiziell und hat keine materiell-rechtliche Wirkung (BSK ZGB II-LEU/GABRI-

ELI, 7. Aufl. 2023, Art. 557 N 11). Über die formelle und materielle Rechtsgültigkeit 

einer letztwilligen Verfügung und die definitive Ordnung der materiellen Rechts-

verhältnisse befindet das Eröffnungsgericht somit nicht; dies bleibt im Streitfall 

dem anzurufenden ordentlichen Zivilgericht vorbehalten (anstatt vieler: ZR 77 

[1978] Nr. 131, ZR 82 Nr. 66 und ZR 84 Nr. 90, je mit weiteren Hinweisen). Da im 

Testamentseröffnungsverfahren somit grundsätzlich kein materielles Recht ent-

schieden wird und das Urteil dem ordentlichen Richter vorbehalten bleibt (BSK 

ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Aufl. 2023, Vor Art. 551-559 N 10), prüft die Kammer 

nach ständiger Praxis im Rechtsmittelverfahren auch lediglich, ob das Einzelge-

richt bei der Testamentseröffnung in diesem beschränkten Rahmen zutreffend 

verfahren ist. 

2.4. Die Berufung der Berufungsklägerin richtet sich nicht gegen die Eröffnung 

der letztwilligen Verfügungen an sich. Sie macht insbesondere nicht geltend, ihr 

sei das Testament nicht eröffnet und mitgeteilt worden oder die Vorinstanz habe 

im Rahmen ihrer vorläufigen Prüfung eine offensichtlich falsche Auslegung des 

Testaments vorgenommen. Vielmehr stellt sie die Gültigkeit und Rechtmässigkeit 

des Testaments in Frage. Die Berufungsklägerin verkennt damit allerdings das 

Testamentseröffnungsverfahren. Es obliegt nach dem Gesagten nicht dem Eröff-

nungsgericht, die Gültigkeit des Testaments festzustellen. Die Testamentseröff-

nung zielt auf die Sicherung des Erbganges ab (ZR 73 Nr. 3). Die in diesem Rah-

men vorgenommene Erbenermittlung dient einzig der Feststellung der Beteiligung 

an der Erbschaft, so dass zur Ausübung der Rechte Kenntnis von letztwilligen 

Verfügungen genommen werden kann. In diesem Sinne wurde die Berufungsklä-

gerin auch berücksichtigt, wurde ihr doch das angefochtene Urteil zusammen mit 

einer Kopie der letztwilligen Verfügung schriftlich mitgeteilt. Für die Feststellung 

der Gültigkeit des Testaments und der materiellen Erbberechtigung ist aussch-

liesslich der ordentliche Richter zuständig. Der Berufungsklägerin stehen hierfür 

die Klagen des Erbrechts zur Verfügung. Dafür muss sie zuerst innert gesetzlicher 

Frist beim Friedensrichteramt am letzten Wohnsitz der Erblasserin ein Schlich-

tungsverfahren einleiten (Art. 197 ZPO). Die Berufungsklägerin wird sich vor die-

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sem Schritt mit Vorteil rechtlich beraten lassen. Auf dem Weg der vorliegenden 

Berufung ist eine Anfechtung des Testaments hingegen nicht möglich und es fehlt 

der Kammer an der sachlichen Zuständigkeit (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO).

Im Übrigen wurde dem Berufungsbeklagten 2 die Ausstellung der Erbbescheini-

gung gemäss Art. 559 ZGB zutreffend nur für den Fall in Aussicht gestellt, dass 

seine Berechtigung von den gesetzlichen Erben beim Einzelgericht nicht bestrit-

ten werde (act. 5 Dispositiv-Ziffer 2). Bei der Erbbescheinigung handelt es sich 

um einen provisorischen Legitimationsausweis des auf den ersten Blick als be-

rechtigt erscheinenden Erben. Er hat keine materiellrechtliche Wirkung und gilt 

unter Vorbehalt der Ungültigkeits- und der Erbschaftsklage (BSK ZGB II-LEU/GA-

BRIELI, 7. Aufl. 2023, Art. 559 N 2). Mit ihren Ausführungen in der Berufung be-

streitet die Berufungsklägerin die Berechtigung des Berufungsbeklagten 2 als Al-

leinerben. Da die Kammer für die Entgegennahme einer Einsprache gegen die 

Ausstellung der Erbenbescheinigung im Sinne von Art. 559 ZGB sachlich nicht 

zuständig ist, ist die Berufungseingabe zur entsprechenden Behandlung an die 

Vorinstanz weiterzuleiten.

2.5. Demnach ist auf die Berufung mangels Zuständigkeit nicht einzutreten 

(Art. 59 Abs. 1 und 2 lit. b ZPO). 

3.

Ausgangsgemäss wird die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren 

kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr ist mit Blick auf den 

Streitwert in Höhe von Fr. 537'000.-- (letztbekanntes steuerbares Vermögen der 

Erblasserin, act. 7) sowie den Aufwand des Gerichtes auf Fr. 500.-- festzusetzen 

(§ 4, § 8, § 10 und § 12 GebV OG) und der Berufungsklägerin aufzuerlegen. Pro-

zessentschädigungen sind nicht zuzusprechen, der Berufungsklägerin nicht, weil 

sie unterliegt, und den Berufungsbeklagten nicht mangels ihnen entstandener 

Umtriebe, die zu entschädigen wären.

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Es wird beschlossen:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Die Eingabe der Berufungsklägerin vom 6. Juni 2025 wird an die Vorinstanz 

weitergeleitet zur Behandlung als Einsprache gegen die Ausstellung einer 

Erbbescheinigung im Sinne von Art. 559 ZGB.

1.

2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.-- festgesetzt, der 

Berufungsklägerin auferlegt und aus dem von ihr geleisteten Kostenvor-

schuss bezogen.

4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagten unter Bei-

lage einer Kopie von act. 2, sowie an das Einzelgericht des Bezirksgerichtes 

Dietikon unter Beilage eines Doppels von act. 2 mitsamt Beilagen, je gegen 

Empfangsschein, und an die Obergerichtskasse.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 537'000.--.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

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Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. K. Houweling-Wili

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