# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44eadb51-199f-5a1f-aef9-03d0f44eba97
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Arthroskopie und Umstellungsosteotomie nach Meniskusläsion. 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und leidensbedingter Abzug (Einkommensvergleich) und Bindungswirkung an Entscheid der Invalidenversicherung strittig. Abweisung Invaliditätsfremde Faktoren. Unentgeltliche Rechtsvertretung, Kürzung Honorarnote.
**Docket/Reference:** UV.2014.00215
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00215.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00215
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Ersatzrichterin Buchter
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
17. Mai 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
D
er 1963 geborene
X.___
war
seit März 1989
als Mitarbeiter
in der Küche
(Küchengehilfe,
Urk.
10/M50 S. 2 oben)
des
Y.___
angestellt
und
in dieser Eigenschaft
bei der „Winterthur
“
Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft
(heute: A
XA
Versicherungen AG
)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. A
m
6.
Mai 2007
erlitt er
,
als er beim Fussballspielen
auf feuchtem Gras stürzte
,
ei
n
en
Meniskusriss
am rechten Knie
(
Urk.
10/A1
und
Urk.
10/M3
).
A
m 12.
Juni 2007
wurde
im
Y.___
eine erste Kniearthroskopie
mit
Teilmeniskektomie
rechts medial
(
Urk.
10/M1) und
,
da die S
chmerzen persistierten
,
am 24.
Januar 2008 (
Urk.
10/M4) ein
noch
maliger
entsprechender Eingriff
durchgeführt. Nachdem die Schmerzen weiterhin bestanden
hatten
,
wurde
am 2
3.
März 2009 (
Urk.
10/M11)
im
Y.___
eine Umstellun
gsosteotomie durchgeführt und am 3
0.
März 2010 das
Osteo
synthese
m
aterial
entfernt (
Urk.
10/M28)
.
Die AXA, welche für die Heilbehandlung
en
aufgekommen war und Taggeld
leistungen erbracht hatte, sprach dem Versicherten mit
Verfügung vom 2
6.
Sep
tember 2013
(
Urk.
10/A173) eine auf einem Invaliditätsgrad von
14
%
beruhende
Rente mit Wirkung ab
1.
März 2012 und eine
Integritätse
nt
schädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von
40
%
zu
.
D
ie
dagegen
erhobene Einsprache
vom 2
5.
Oktober 2013
(
Urk.
10/A182
)
wies
die AXA
mit E
ntscheid vom
5.
August 2014 (
Urk.
2)
ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 1
1.
September 2014
(
Urk.
1)
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Einspracheentscheid vom
5.
August 2014 sei aufzuheben und
ihm
sei
eine höhere Rente zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der unentge
l
t
l
ichen Rechtspflege und Bestellung einer unengeltlichen Rechtsvertretung
(S. 2).
Die AXA schloss in ihrer
Beschwerdeantwort vom 2
0.
November 2014
(
Urk.
9)
auf Abweisung der Beschwe
rde
, was
dem Beschwerdeführer am 25.
November 2014
zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
D
ie mit Verfügung vom
26.
September 2013
zugesprochene
Integritäts
ent
schädi
gung
nach Massgabe einer Integritätseinbusse von 40
%
bildet vorliegend
nicht
mehr Streitgegenstand
(
Urk.
1 S. 2
). Strittig und zu prüfen ist
einzig
die
Höhe der für den Rentenanspruch massgebenden und vo
n der
Beschwerde
gegnerin
mit 14
% bezifferten unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit.
2.
2.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts
, ATSG
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.3
2.3
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
2.3
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)
Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
2.4
Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Invali
den- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben Invaliditätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche gesetzliche Rege
lung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abwei
chenden Invaliditätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene
Invaliditätsfest
legungen
sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozial
versicherungszweig (Urteil
des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25.
August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E.
2b).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin hielt zur Begründung ihres Rentenentscheides insbe
son
dere fest, dass
in Bezug auf die Unfallfolgen
von einer 100
%
igen A
rbeits
fähigkeit des Beschwerdeführer
s
in
angepasste
r Tätigkeit auszugehen sei
.
Hier
bei sei auf die Be
urteilung des beratenden Arztes
Dr.
med.
E.___
,
Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie
,
abzustellen.
Mit dieser
Restarbeits
fähigkeit
könne
er
ausgehend vom branchenübergreifenden LSE
Tabellenlohn für Männer im Anforderungsniveau
4 (Hilfsarbeiten) sowie einem
leidensbe
dingten
Abzug von 10
%
einen Invalidenlohn erwirtschaften, welcher 14
%
unter dem hypo
thetisch ohne Gesundheitsschaden erziel
ten
(Validen-) Einkom
men liege (
Urk.
2
S. 4-7,
Urk.
9 S. 6-8).
3
.2
Der
Beschwerdeführer begründet seinen Antrag auf
Zusprache
einer höheren
Rente
mit einer
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
von 50
%
. D
ies
e
er
gebe sich aus dem
Gutachten von
Dr.
med.
Z.___
,
Facharzt
FMH Orthopädische Chirur
gie,
vom 3
0.
Apr
il 2013,
der
Beurteilung von
Dr.
med.
A.___
, Chefarzt am
Y.___
vom
6.
September 2011
und
aus
dem
früheren
Gutachten
von
Dr.
med.
B.___
,
Facharzt
Orthopädische Chirurgie FMH,
vom
9.
Mai 2011
sowie dem Gutachten
von
Dr.
med.
C.___
, Facharzt Allgemeine Medizin FMH
, vom 28. Dezember 201
0.
Auch die
Invalidenversicherung
habe
ihn
aufgrund der Unfallfolgen in adaptierte
r
Tätigkeit nur noch als 50
%
arbeitsfähig erachtet und ihm bei einem Invaliditätsgrad von 61
%
eine Rente zugesprochen
. I
n Bezug auf das hypothetische Invalideneinkommen sei
sodann
ein
leidensbe
dingte
r
Abzug von mindestens 15
%
vorzunehmen
, wie dies auch die Invali
denversicherung
getan habe
. Als
lohnmindernde
Faktoren
seien die sehr lange Anstellung beim letzten Arbeitgeber (
Y.___
)
,
die Nationalität und die ungenü
genden sprachlichen Fähigkeiten
des Beschwerdeführers sowie de
r
Umstand, dass
ihm
nur noch Teilzeitarbeiten möglich seien,
zu berücksichtigen
(
Urk.
1 S.
5-8).
4
.
4
.1
Dr.
C.___
wies
im Gutachten zu Händen der
Pensionskasse
BVK
vom 28
.
De
zember 2010
(
Urk.
10/M40
B2
)
auf sein Vorgutachten vom
9.
Dezember 2009 (
Urk.
1
0/M40B1) hin.
Er diagnostizierte
eine medial betonte Gonarthrose rechts
und eine
Femoropatellararthrose
rechts
bei Status nach
Osteosynthese
material
entfernung
am 3
0.
März 2010
nach
vorgängiger
Valgisationsumstel
lungs
osteotomie
mit Überkorrektur am 2
3.
März
(richtig Juli)
2009
und früherer
zwei
maliger Kniearthroskopie und
Teilmeniskektomie
rechts medial
aufgrund des
Distorsionstrauma
s
d
es rechten Knies am
6.
Mai 2007
und Irritation des
Nervus
saphenus
rechts
(S.
11)
.
In seiner Beurteilung hielt er fest, auch
nach
der
Osteosynthesematerialentfernung
am 30.
März 2010 sei beim Beschwerdeführer keine Schmerzfreiheit erreicht worden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe aktu
ell keine Arbeitsfähigkeit mehr und eine wirkliche Verbesserung der Arbeitsfä
hi
gkeit sei erst mit einem Gelenk
ersatz zu erwarten
(S. 9
f.)
.
4
.2
Dr.
B.___
, welcher den Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerdegegnerin am
2.
Mai 2011 untersucht hatte
, wies
im
Gutachten vom
9.
Mai 2011 (
Urk.
10/M40)
im
Kniebefund
(S. 4
f.
)
auf asymmetrische Kniekonturen, eine Kapselschwellun
g rechts, aber ohne Ü
berwärmung
,
hin.
Er hielt f
o
lgende Umfangmessungen
fest:
Oberschenkel oberhalb Patella
,
rechts 49 cm,
links
51 cm; Patella-Mitte, rechts 39 cm, links 37.5 cm; grösster Wadenumfang, recht
s
36.5 cm, links 38.5 cm. Die Flexion
s
-
/
Extension
s
werte be
mass
er rechts mit 120-0-0
°
und links
mit
145-0-
0
°
.
Die Achse links sei gerade, rechts in deutli
chem
Valgus
von etwa 15° und bei Belastung
instabil mit Zunahme auf 20°. Die mediale Narbe am rechten Knie sei
im Prinzip
reizlos verheilt, aber mit
einer
deutlich
en Parästhesie und Dysästhesie.
Er bezeichnete eine
Hypästhesie
und
Hypalgesie
am rechten Unterschenkel lateral und
vermerkte,
die grobe Kraft für
Quadriceps
rechts gegenüber links
sei
deutlich herabgesetzt
,
und wies auf
ein
en deutlichen vorderen
Kniekompartimentschmerz
rechts mit
retropatellärer
Druck
dolenz
und positivem
Zohlenzeichen
hin
.
Die
ü
brigen Befunde an Sprung
gelenk, Fuss
und
Zehen bezeichnete
er
hinsichtlich
Beweglichkeit, Sensi
bilität, Kraft,
Beschwielung
und plantarem Fussabdruck als unauffällig.
In seiner Beurteilung hielt er fest
(S. 6)
, aktuell sei der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit maximal zu 50
%
arbeitsfähig. Trotz des jugendli
chen Alters befürworte er eine baldige Achsenkorrektur des rechten Beines mit Implantation einer Knie-
Totalendoprothese
. Damit dürfte der Beschwerdeführer bei unauffälligem intra- und postoperativem Verlauf wieder eine 100
%
-
ige
Ar
beitsfähigkeit erlangen, dies allerdings in knieadaptierter Tätigkeit.
Zum zumutbaren Ressourcenprofil
wies der Gutachter darauf hin,
dass
der Beschwerdeführer im aktuellen Zustand maximal zu 50
%
arbeitsfähig
sei
.
Z
umutbar seien
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, vornehmlich ausgeübt in Wechselbelastung oder vorwiegend sitzend, ohne Tragen und Heben von Gegenständen über 5 kg pro Seite, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Arbeit in kaue
rnder oder kniender Position
(S. 8)
. Zum Belastungsprofil
führte er
präzisierend
aus
:
Beim
Heben und Trage
n
seien Lasten
bis 5 kg pro Seite
zumutbar,
b
eim
Hantieren
seien
Knien und Kniebeugen eingeschränkt, bei länger
dauernder Haltung seien
Sitzen bis dreissig Minuten, Stehen bis fünfzehn Minuten
zumutbar und b
ei der Fortbewegung
sei G
ehen bis zu dreissig Minuten
zumutbar, das
Treppensteigen sei erschwert (S. 9).
4
.3
Dr.
A.___
führte
in seinem Bericht
vom
6.
September 2011 (
Urk.
10
/M41)
unter Diagnosen
residuelle
,
teilweise invalidisierende Knieschmerzen rechts bei Ver
dacht auf Irritation des
Ramus
infrapatellaris
Nervus
femoralis
rechts
auf und
vermerkte einen
Status nach Metall
e
ntfernung Ti
bia rechts vom 3
0.
März 2010
nach
valgisierender
Tibiakopfosteotomie
rechts vom
2
3.
Juli 2009
sowie
nach Knie-Arthroskopie
, medialer
Meniske
k
t
omie
rechts vom 2
4.
Januar 2008 und
Status nach Knie
d
istorsion vom
6.
Mai 200
7.
Er hielt fest, in einer adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer sicherlich zu 50
%
arbeitsfähig. Eine solche Tätigkeit müsste sitzend, ohne häufigen Platzwechsel durchgeführt werden kön
nen. Für sämtliche körperlich belastende Tätigkeiten in stehender oder gehender Funktion sei die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben.
Persönlich sei er der Meinung, dass nur ein Teil der Beschwerden ätiologisch i
m
Kniegelenk lokalisiert werden könn
t
e
n
. Die restlichen
Beschwerden seien wahrscheinlich neurogener Ursache und würden durch die Implantation einer Prothese kaum beeinflusst werden
können
. Aufgrund der
langen Leidensgeschichte mit
bereits
chronifizierten
Schmerzen wage er es zu bezweifeln, dass die Arbeitsfähigkeit durch diesen Eingriff verbessert werden könne.
4
.4
Am
3
0.
September 2011 (
Urk.
10/M43)
wies
Dr.
A.___
im Bericht über die
Knie
sprechstunde
vom 2
8.
September 2011
in der
Befund
schilderung
auf ein flüssi
ges Gangbild mit Entlastungshinken rechts, eine deutlich
valgische
Beinachse rechts mit zusätzlich aussenrotier
tem Unterschenkel/Fuss und
neutrale
r
Bein
achse
links hin. In Bezug auf das rechte Kniegelenk
stellte
er eine verstrichene Kontur
ohne relevanten
Erguss, eine leichte
Druckdolenz
im Bere
ich des media
len Gelenkspaltes,
lateral
aber
indolent
,
fest
und
vermerkte
eine
persistierende Hyperästhesie im Ausbreitungsbereich des
Ramus
infrapatellaris
über dem medialen
Tibiaplateau
. Die
Flexion/Extension
bemass er mit
120/0/10°
und
bewies
eine
schmerzhafte
endständig
e
Flexion
.
In seiner
Beurteilung wies er auf
einen
weiterhin äusserst unbefriedigenden Zustand nach
Valgisationsosteotomie
hin und
hielt fest
,
er sei überzeugt,
die
Hauptproblematik
sei nicht
arthrogen
bedingt
. Auch konventionell radiologisch zeige sich keine Progredienz der Arthrose. Beide Gelenkspaltweiten medial und lateral seien unverändert weit. Neu aufge
treten seien
Dysästhesi
en
in den
Der
matomen
L3/4, weshalb eine MR-Untersuc
hung der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
durchgeführt werde.
4
.
5
Dr.
med.
D.___
, Oberarzt
Chirurgie
am
Y.___
,
verwies im Bericht vom 1
0.
Mai 2012 (
Urk.
10/M46) auf die umfangreichen radiologischen Abklärun
gen
:
das
MRI
der
LWS vom
4.
Oktober 2011,
das
MRI
der
Halswirbelsäule (
HWS
)
und
der
Brustwirbeläule
(
BWS
)
vom 1
7.
Januar 2012
sowie
das
MRI
des
Schädel
s
vom
1
3.
Januar 2012
(S. 2)
.
Er hielt fest,
neurochirurgischerseits
sei
er
einer Meinung mit
den
Neurologen, dass sich für die
Diastematomyelie
keine nennenswerten neurologischen Ausfälle
fänden
. Diesbezüglich sei keine
Opera
tionsindikation
gegeben und bezüglich der Knieschmerzen und der Neuralgie des
Ramus
infrapatellaris
rechts sollte eine Schmerztherapie in Erwägung gezo
gen werden.
4
.
6
Dr.
E.___
wies in seiner Stellungnahme
als beratender Arzt der
Beschwer
de
gegnerin
vom
5.
Juni 2012 (
Urk.
10/M
49) auf einen ungünstigen Verlauf beim Beschwerdeführer hin. Die Beschwerden seien, soweit sich aus den Unterlagen erkennen lasse
,
sehr ausgeprägt und der Beschwerdeführer fühle sich auch krank.
Die objektiven Befunde würden dies einigermassen erklären, im Ausmass (jedoch) nicht absolut zwingend. Bei einer derartigen Ausgangslage seien die Erfolgsaussichten auch bei einem an sich etablierten Eingriff wie der
Knieendoprothese
getrübt. Generell gelte für orthopädische Wahleingriffe, dass diese meist ein schlechtes Resultat zeitig
ten
, wenn der Patient dazu überredet werden müsse. Aus seiner Sicht würde er deshalb nicht auf die Implantation einer Knieprothese drängen
(S. 2 Ad. 2,
S. 3 Ad. 7).
In Bezug auf die Frage der Restarbeitsfähigkeit oh
ne Knieprothese vermerkte er, wü
rde der jetzige Zustand belassen,
käme
nur eine vorwiegend sitzend auszu
führende Tätigkei
t mit wenig Stehen und Gehen,
ohne Kauern und Knien
,
kaum Treppensteigen und nur Lasten bis 10 kg
in Frage
. Er wies darauf hin
, dass sich aufgrund der Unterlagen nicht abschätzen lasse, welche Arbeitszeit erwartet werden dürfte (S. 2 Ad. 5).
4
.
7
Dr.
Z.___
vermerkte
im Gutachten vom 3
0.
April 2013
(
Urk.
10/M50)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit eine
Sekundärgonarth
r
o
se
Kni
e rechts mit radiologisch later
a
l
betonter Gonarthrose sowie Patella
baja
bei
Valgusfehlstellung
von 16°
(S. 7)
.
I
n Bezug auf die funktionelle Untersuchung
wies
er
darauf hin
(S. 6 oben)
,
dass
der Beschwerdeführer problemlos ohne Stock zurecht
komme
. Wenn er einen Stock
hätte
, würde
er ihn auf der linken Seite
tragen
. Das Gangbild sei nicht flüssig mit Schon- bzw. Schmerzhinken rechts bei deutlicher
Valguskonfigura
tion
daselbst.
Der
Einbeinstand
sei beidseits möglich, rechts aber nur knapp haltbar.
Im
Untersuchungsbefund am rechten Kniegelenk vermerkte
er
eine unauffällige Narbe
infratibial
medial, eine sichtbare
Valgusfehlstellung
von etwa 12 bis 14° klinisch, das Gelen
k
sei ohne Überwärmung oder Rötung und
o
hne palpable
n
Erguss. Medial
wies er auf
eine deutliche Extensionsinstabilität bei etwa 5°, in voller Streckung etwa
bei
3° mit Schme
rzangabe
hin
. Die passive Flexion/Extensi
on bemass er mit 5-5-110° und bei den
morphometrischen
Masse
n wies er auf einen
Oberschenkelumfang
,
10
bzw. 2
0 cm ab
Patellaober
rand
, rechts von 43/50 cm und links von
43.5/49 cm
hin. D
en grössten
Unter
schenkelumfang
bemass er
recht
s
mit 36 cm und links mit
38 cm.
Betreffend die zumutbare Restarbeitsfähigkeit
führte
der Gutachter
aus
:
g
rund
sätz
lich seien dem Beschwerdeführer alle Tätigkeiten zumutbar, welche vor
wiegend oder ausschliesslich sitzend bzw. unter Zuhilfenahme einer Stehhilfe durchgeführt werden könn
t
en. Gedacht werde in diesem Fall bei
spielsweise an Sortierarbeiten, Rüstarbeiten oder dergleichen (S. 9
Ziff.
5.1.5).
Zur Frage der maximal zumutbaren Arbeitszeit in Stunden in einer der Unfall
folgen angepassten Tätigkeit äusserte
er sich wie folgt: I
n einer angepassten und zumutbaren Tätigkeit bezogen auf ein Vollpensum von
m
indestens 50
%
betrage die maximal zumutbare Arbeitszeit pro Tag ca. 4 Stunden bzw. 20 Stun
den pro Woche. Die fünfzigprozentige Einschränkung ergebe sich aus der erschwerten Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes (der Beschwerdeführer sei wegen fehlendem Fahrausweis auf den öffentlichen Verkehr angewiesen) sowie der erschwerten Vermitt
e
lbarkeit aufgrund des angegebenen Curriculums. Dies limitiere auch die Möglichkeit einer beruflichen Neuorientierung, welche nebst de
n
körperlichen auch intellektuelle Fähigkeiten wie das Beherrsc
hen der Spra
che voraussetze (S.
9
Ziff.
5.3).
4
.
8
Im Bericht vom 2
6.
Juni 2013 (
Urk.
10/M51) äusserte sich
Dr.
Z.___
auf die ergänzenden Fragen der Beschwerdegegnerin hin. Er führte aus, die Beurteilung, wonach dem Beschwerdeführer alle Tätigkeiten zumutbar seien, welche vor
wiegend oder ausschliesslich sitzend bzw. unter Zuhilfenahme einer Stehhilfe durchgeführt werden können, beziehe sich unbesehen der Ausbildung oder Vermittelbarkeit nur auf
die
realistische Beurteilung der vorhandenen körperli
chen Möglichkeiten des Beschwerdeführers. Sie sage nichts aus über den zeitli
chen Umfang oder das Ausmass dieser Tätigkeiten. Zum zeitlichen Umfang oder das Ausmass einer derartigen Tätigkeit sei im Gutachten der Tatsache Rechnung getragen worden, dass für den Beschwerdeführer das Erreichen eines Arbeits
platzes als Folge seiner unfallbedingt beeinträchtigten Mobilität gegenüber einer gesunden Vergleichsperson einen relevanten zeitlichen Mehraufwand mit sich bringe
und damit ein volles Arbeitspensum nicht realistisch sei
. Die
nicht
somatischen
Rahmenbeding
ung
en würden bei der Beurteilung nur insofern eine Rolle spielen
,
indem –
als hypothetische Annahme
- beispielsweise Arbeiten im Rahmen eines Home Office wegfielen, obschon diese fraglos zu 100
%
zumutbar wären (S. 1)
.
Präzisierend zur Frage, wie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in ange
pass
ter Tätigkeit
begründet
werde
(S. 2
Ziff.
2)
,
hielt er fest, eine zumutbare Tätigkeit setze die Möglichkeit zu deren Durchführ
u
ng und damit das Erreichen
des Arbeitsplatzes voraus. Die Unfallfolgen würden es dem Beschwerdeführer nicht erlauben
,
einen ausser Haus gelegenen Arbeitsplatz ohne erheblichen
Aufwand zu erreichen. Au
fg
rund der anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde veranschlage er (der Gutachter) diesen zeitlichen Aufwand mit der Hälfte eines Normalarbeitstages.
4
.
9
Dr.
E.___
wies
in einer erneuten Stellungnahme vom
9.
August 2013 (
Urk.
10/
M52
)
darauf hin
, dass im Gutachten von
Dr.
Z.___
keine El
emente erwähnt würden, die das L
eisten einer geeigneten Arbeit mit geringer Belastung des rechten Knies und ohne Zwangsstellung des Beines während einer lan
des
üblichen Arbeitszeit von 40 bis
44 Stunden nicht zul
ie
ssen
.
Die Frage der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit und
des
zumutbaren
Belastungsprofil
s
(S. 2 Ad
3.) beantwortete er
wie folgt
:
„
V
ollschichtig bei vorwiegend sitzend auszu
führender Tätigkeit, Stehen, Gehen höchstens manchmal (bis maximal 1/3 der Arbeitszeit) und intervallweise, nicht länger als 10
-
15
Minuten ohne
Unter
bruch
. Begehen von Treppen selten,
k
auern,
k
nien nie. Im
Si
t
z
en keine Zwangsstellung für das rechte Bein
. Lasten bis zu 10 kg
können
nur über kurze S
trecken und auf guter Unterlage
getragen werden
, auf Treppen nicht.“
.
5
.
5
.1
Aus den ärztlichen Berichten erhellt und
zwischen den Parteien auch
unbe
stritten
ist
, dass der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit als
Küchenge
hilfe
im
Y.___
aufgrund der
unfallbedingt
en Knieproblematik
nicht mehr aus
üben kann.
Weitgehende
Übereinstimmungen bestehen
sodann
in Bezug auf das
zumutbare
Belastungsprofil für angepasste Tätigkeiten. In Betracht fallen somit vorwiegend oder ausschliesslich sitzende bzw. unter Zuhilfenahme einer
Steh
hilfe
durchführbare Tätigkeiten, während rein
s
teh- und gehbelastete
Tätigkei
ten oder solche
, die Kauern und Knien erfordern
,
nicht mehr zumutbar sind.
Limiten
verzeichneten die Ärzte
sodann auch beim Treppensteigen und b
eim Tragen von Lasten (vgl. E. 4
.2, E. 4.3, E. 4.6
, E. 4
.7
, E.
4.9
).
5.2
Strittig ist indes,
in welchem zeitlichen Umfang
dem Beschwerdeführer eine
solche
leidensan
gepasste Tätigkeit zumutbar ist.
Dr.
C.___
äusserte sich
lediglich
zur Arbeitsfähigkeit i
n der bisherigen Tätigkeit (E. 4
.1).
Dr.
B.___
befürwortete in seinem Gutachten
haupt
s
ächlich
eine baldige Achsenkorrektur des rechten Beines mit Implantation einer
Kniet
otal
endprothese zur Ver
besse
rung der A
rbeitsfähigkeit und begründet
die zeitliche Limitierung der
Restar
beitsfähigkeit
auf die Hälfte eines Normalarbeitspensums nicht
, erwartete
in des
die Wiedererlangung einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in Knie adaptier
ter Tätigkeit
(E. 4
.2
u.
Urk.
10/M40 S.
6 und S.
10
).
Auch
Dr.
A.___
, welcher
eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit
attestierte
,
begründet
e
nicht
,
weshalb dem
Beschwer
deführer
in adaptierter Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von
lediglich
50
%
zumutbar
sei, wobei
er
sich
in seiner Stellungnahme
insbesondere
zu
r
endoprothetischen
Versorgung
äusserte
,
deren Wirksamkeit
er
in Bezug auf
eine Verbesserung der Schmerzsituation
in Zweifel zog
(E. 4
.3
f.
)
.
Nachvollziehbar
wies
Dr.
E.___
in Würdigung dieser
Aktenlage
darauf hin, dass sich nicht abschätzen lasse, welches Arbeitspensum vom Beschwerdefü
hre
r erwartet wer
den dürfe (E. 4.6
).
Der unter anderem zur Beantwortung dieser Frage von der Beschwerdegegnerin zur Begutachtung beauftragte
Dr.
Z.___
begründete die von ihm attestierte
50%
ige Restarbeitsfähigkeit
mit
einer
er
schwerten Erreichbarkeit
d
es
Arbeits
platz
es
bei
Angewiesensein
auf den
öffentlichen Verkehr
mangels
eines
Fahr
ausweis
es
und mit einer
erschwerten Vermittelbarkeit aufgrund des
Curricu
lums
,
was
die
berufliche Neuorientierung limitiere
; diese setze
nebst de
n
kör
perlichen auch intellektuelle Fähigkeiten wie das Beher
rschen der Sprache voraus
. Die Unfallfolgen würden es dem Beschwerdeführer nicht erlauben
,
einen ausser Haus gelegenen Arbeitsplatz ohne erheblichen Aufwand zu erreichen.
Präzisierend hielt er fest
,
dass er diesen
zeitlichen Aufwand mit der Hälfte eines Normalarbeitstages
veranschlage
.
Alsdann hielt er auch fest, dass
beispielsweise
Arbeiten im Rahmen eines Home Office fraglos zu 100
%
zumutbar wären
(E.
4.7 f.
).
Bei einer ohne Weiteres erreichbaren Busstation
gut
200 Meter von der Wohnung entfernt (
Urk.
11) erscheint eine gesundheitsbedingte Verlänge
rung de
s
Arbeitswegs um einen
Halbtag
als abwegig.
5.3
Ausgangspunkt der Definition der Arbeitsunfähigkeit nach
Art.
6 ATSG bildet die Gesundheit.
Die Rechtsprechung hat deshalb sei
t
jeher erkannt, dass der Bezug zur Gesundheit
fest
legt
, dass andere Ausgangspunkte, wie
soziokulturelle und psychosoziale
Umstände
(Herkunft, Bildung,
Alter,
etc.)
bei der
sozialversi
cherungsrechtlich
relevanten Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen sind
(
BGE 107 V 21 E
. 2c; SVR 2003 IV Nr. 1 S. 1,
SVR 2012 IV Nr. 56
E. 4.2.2
)
.
Auch ist es
nicht Sache des Arztes, sich zur Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf dem in Betracht fallenden Arbeitsmarkt zu äussern. Auf
gabe des Arztes ist es vielmehr, den Gesundheitszustand zu beurteilen (
Befun
derhebung
, Diagnosestellung) und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der
Versicherte arbeitsunfähig ist
. Wie es sich damit verhält, ist von der Verwaltung oder vom Gericht unter Berücksichtigung der massgebenden rechtlichen Kriterien (ausgeglichener all
gemeiner Arbeitsmarkt, Schadenminderungspflicht des Versicherten,
Nichtbe
rücksichtigung
invaliditätsf
remder Faktoren) zu beurteilen
(Urteil des damaligen
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 621/01 vom 17. November 2003 E. 2.1 mit Hinweis)
.
5.4
Vor diesem Hintergrund leuchtet ein und ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
-
unter Ausscheidung der von
Dr.
Z.___
aufgeführten invaliditätsfremden Faktoren
-
ihrer Beurteilung
das von
Dr.
E.___
for
mulierte Zumutbark
eitsprofil zugrunde
legte
,
wobei
unter Berücksichtigung der Diagnosestellung und der Unter
suchungsbefunde
eine angepasste Tätigkeit
als
ganztags
für
zumutbar
erachtet
wurde
(
vgl. E.
4.9
).
D
ie Beurte
ilung der Invali
denversicherung
vermag hieran
nichts
zu ändern
,
ging sie doch
im Vorbescheid vom
8.
November 2010 (
Urk.
10/A51 S. 3 f
.) ebenfalls noch von einer 100
%
igen Restarbeitsfähigkeit aus
, wobei sie
auf die Stellungnahme ihres
r
egional
ä
rztli
chen
Dienstes (RAD),
Dr.
med.
F.___
, Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH, vom 1
6.
Juli 2010 (
Urk.
10/
A
44B1 S. 4) abstellte.
In der später erlassenen Verfügung
vom
9.
Januar 2012
(
Urk.
10/
A
112) stellte
sie, nachdem sie sich mit Ergänzungsfragen am Gutachten von
Dr.
B.___
beteiligt hatte (
Urk.
10/
A
73), denn offensichtlich au
f dessen
Gutachten ab. Wie vorstehend aus
geführt
,
ist das
Gutachten von
Dr.
B.___
in Bezug auf die zeitliche Limi
tierung der Restarbeitsfähigkeit
jedoch
nicht nachvollziehbar
, jedenfalls nicht, was die massgebenden Verhältnisse ab
1.
März 2012 betrifft,
weshalb
diesbe
züglich
nicht darauf abgestellt werden kann (E. 5.2).
Sodann besteht auch keine Bindungswirkung für die Unfallversicherung betreffend den von der Invaliden
versicherung ermittelten Invaliditätsgrad (E. 2.4).
5.5
Angesichts der klaren Aktenlage sind von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines Gutachtens) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung
,
BGE 124 V 90 E. 4b).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt damit, wie sich die unfallbedingten Einschränkungen in erwerbli
cher Hinsicht auswirken. Nicht strittig und aufgrund der Aktenlage auch nicht zu beanstanden ist das von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Lohnangaben des ehemaligen Arbeitgebers des Beschwerdeführers (
Urk.
10/
8
6) im Jahr 2011 ermittelte Einkommen von
Fr.
64‘995.
--
, welches unter Berück
sichtigung des Nominallohnindexes auf das Jahr 2012 (massgeblicher Zeitpunkt für eine allfällige Invalidenrente der Unfallversicherung hochzure
chnen ist. Nominallohnbereinigt
ergibt sich somit ein
Valideneinkommen
von
Fr.
65‘503.95 (Indexstand 2171 [2011] auf 2188 [2012]
;
vgl. die Vol
ksw
irtschaft 3/4-2015, S. 89, Tabelle B 10.3).
6.2
6.2.1
Nachdem der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt, ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische Werte abzustellen (vgl. E.
2.3
.1). Die Beschwerdegegnerin
zog
hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruktur
erhebungen
(LSE)
bei
und berücksichtigte das standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
4‘901.-- für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anfo
rderungs
niveau
4 (Männer)
. Dies ist nicht zu beanstanden. Aufgerechnet auf ein Jahres
einkommen und unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen
Arbeitszeit im Jahr 201
2
von 41.
7
Stunden
(Die Vol
ksw
irtschaft, 3/4-2015, S.
88, Tabelle B 9.2) sowie angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012 (
Index
stand
2151 [2010] auf 2188 [2012], vgl. die Vol
ksw
irtschaft 3/4-2015, S.
89, Tabelle B 10.3) resultiert ein Jahreseinkommen von
Fr.
62‘
366
.
15
(
Fr.
4‘901.-- x 12 / 40 x 41.
7
/ 2151 x 2188).
6.2.2
Die Beschwerd
egegnerin gewährte
einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 %. Hierzu ist festzuhalten, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche sein abweichendes
Ermes
sensausübung
als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hin
weisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 E. 5.1).
Aufgrund der gesamten Umstände erscheint der gewährte zusätzliche Abzug von 10
%
als
grosszügig bemessen
. So steht dem Beschwerdeführer aufgrund des von
Dr.
E.___
definierten Zumutbarkeitsprofils (E. 4.9) noch ein
rela
tiv
grosser Sektor an Hilfsarbeitertätigkeiten offen, in dem er
tätig sein kann. Was sein Vorbringen anbelangt
, es seien inzwischen auch noch andere Beschwerden
unter anderem
Rückenbeschwerden aufgetreten, ist daran zu erinnern, dass unfallfremde Leiden im Verfahren der Unfallversicherung nicht
zu
berücksichtig
en
sind
.
Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt
sodann
im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist (AHI 1999 177 E.
3b S. 181), weshalb mit Blick auf das Anforderungsniveau 4 die lange Betriebs
zugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen vermag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Okto
ber 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Auch d
er Umstand, dass
eine
versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre
Einsatzmöglich
keiten
daher begrenzt sind, ist im Hinblick auf den allein massgeblichen ausge
glichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E.
4.2.1) nicht
abzugsre
levant
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Sodann fällt auch kein teilzeitbedingter Abzug (vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2)
in Betracht
,
ist dem Beschwerde
führer doch
ein
e
Vollzeittätigkeit
zumutbar
. Somit bleibt es beim von der Beschwerdegegnerin zusätzlich berücksichtigten leidensbedingten Abzug von 10
%
. Dies führt zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
5
6
‘
129
.
5
5.
6.3
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
65‘503.95 dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr.
5
6
‘
129
.
5
5 gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
9‘
374
.
40
was einem Invaliditätsgrad von 14.
3
%
, gerundet
(
BGE 130 V 121
E.
3.2
)
1
4
%
, entspricht.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
7.1
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind, ist dem Gesuch des Beschwerdeführer
s stattzugeben und Rechtsanwältin Lotti Sigg
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat mit Honorarnote vom
7.
April 2016
einen Aufwand von
8.5
Stunden und
eine Spesenpauschale von 3
%
geltend gemacht (
Urk.
13
).
Hiervon nicht zu entschädigen ist der Eingang des
Einspracheentscheids
vom
6.
August 2014, welchen Aufwand die Rechtsvertreterin bereits der
Beschwer
degegnerin
in Rechnung gestellt hat (
Urk.
10/A194 Beilage
Aufwandzu
sammenstellung
) und dabei gar noch fünf Minuten länger verwendet haben will. Auch ein Brief an den Klienten vom selben Tag kann nicht doppelt ver
rechnet werden. Sodann ist für Urteilsstudium sowie Besprechung lediglich eine Stunde zu entschädigen. Der zu entschädigende Aufwand reduziert sich dem
nach um 55 Minuten auf 7 Stunden 10 Minuten und ist die Entschädigung bei Anwendung eines Stundensatzes von
Fr.
200.-- bis 3
1.
Dezember 2014 und
Fr.
220.-- ab
1.
Januar 2015 auf
Fr.
1‘616.70 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuches vom
1
1.
September 2014
wird dem Beschwerdeführer Recht
sanwältin Lotti Sigg
als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
für das vorliegende Verfahren bestellt
,
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Lotti Sigg, Winterthur,
wird mit Fr.
1‘
616
.
70
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef