# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78dd230f-91eb-5859-b20a-ad8656ab2a3a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007
**Docket/Reference:** DB.2010.277
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2010_277_hx.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2010.277 
1 ST.2010.382 

Entscheid 

31. August 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A,    

vertreten durch RA lic.iur. Peter Gubelmann,  
Suhr Würgler Maag Bisang, Rechtsanwälte,  
Riesbachstrasse 57, Postfach, 8034 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Am 24. September 2004 schlossen A (nachfolgend der Pflichtige) und drei 

weitere Personen mit der Politischen Gemeinde B einen öffentlich beurkundeten Kauf-

vertrag  ab  über  den  Erwerb  eines  Grundstücks  zu  Miteigentum.  Der  grundbuchliche 

Vollzug des Vertrags stand u.a. unter dem Vorbehalt, dass eine rechtskräftige Baube-

willigung für ein auf dem Grundstück vorgesehenes Projekt vorlag. In der Folge wurden 

zwei Projekte ausgearbeitet; zu einer rechtskräftigen Baubewilligung kam es indessen 

nicht, sodass der Vertrag nie vollzogen wurde. Am 27. April 2007 kamen der Pflichtige 

und  seine  Miterwerber  mit  einer  Investorengruppe  überein,  dass  diese  das  Projekt 

übernimmt und in sämtliche Rechte und Pflichten des Vertrags mit der Gemeinde ein-

tritt.  Die  Abtretenden  sollten  pauschal  mit  Fr.  750'000.-  entschädigt  werden.  Am 

21. Mai 2007 wurde mit der Gemeinde ein entsprechender öffentlich beurkundeter Ver-

trag über den Eintritt der Investorengruppe abgeschlossen.  

In  der  Steuererklärung  2007  deklarierte  der  Pflichtige  einen  Gewinn  von 

Fr. 159'567.-, welchen er als privaten Kapitalgewinn Projekt B bezeichnete. Am 4. und 

5. November 2009 wurde in Bezug auf die Steuerperioden 2006 und 2007 eine steuer-

amtliche  Bücherrevision  durchgeführt.  In  ihrem  Bericht  vom  8.  Februar  2010  kam  die 

Revisorin zum Schluss, dass es sich beim Anteil des Pflichtigen an der Entschädigung 

(Ablösesumme)  von  Fr.  187'000.-,  abzüglich  einer  Anzahlung  von  Fr.  13'500.-,  somit 

netto  Fr.  173'500.-,  um  eine  steuerbare  Einkunft  handelt.  Der  Steuerkommissär  über-

nahm  diese  Beurteilung  und  schätzte  den  Pflichtigen  am  8.  Juni  2010  für  die  Staats- 

und  Gemeindesteuern  2007  mit  einem  steuerbaren  bzw.  satzbestimmenden  Einkom-

men  von Fr. 530'100.- und einem steuerbaren Vermögen  von Fr. 3'996'000.- (satzbe-

stimmend Fr. 4'078'000.-) ein. Gleichentags erging der entsprechende Hinweis direkte 

Bundessteuer 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 530'800.-. Die Schluss-

rechnung/Veranlagungsverfügung  direkte  Bundessteuer  wurde  am  5.  Juli  2010  ver-

sandt.  

B.  Das  kantonale  Steueramt  wies  die  hiergegen  erhobenen  Einsprachen  am 

18. November 2010 ab.  

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C.  Hiergegen  erhob  der  Pflichtige  am  20.  Dezember  2010  Beschwerde  bzw. 

Rekurs  mit  dem  Antrag,  ihn  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  356'600.- 

(Staats-  und  Gemeindesteuern)  bzw.  von  Fr.  357'300.-  (direkte  Bundessteuer)  einzu-

schätzen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Beim Verkaufserlös handle es sich 

um  einen  steuerfreien  Kapitalgewinn,  indem  die  Rechte  und  Pflichten  aus  dem  ur-

sprünglichen  Vertrag  auf  die  eintretende  Investorengruppe  übertragen  worden  seien. 

Das kantonale Steueramt schloss am 7. Februar 2010 auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Mit  Verfügung  vom  25.  März  2011  wurde  der  Pflichtige  aufgefordert,  im  Ver-

trag vom 27. April 2007 vorgesehene Detailabrechnungen über die Zusammensetzung 

der geleisteten Entschädigung einzureichen. Dieser teilte am 26. Mai 2011 mit, solche 

Detailabrechnungen seien nie erstellt worden.  

Mit  weiterer  Verfügung  vom  31.  Mai  2011  stellte  der  Referent  des  Steuerre-

kursgerichts fest, dass das Projekt von einem Baukonsortium getragen wurde, an wel-

chem  der  Pflichtige  gleichberechtigter  Teilhaber  war.  Nach  der  bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung habe er deshalb seinen Gewinnanteil als Einkunft aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit  zu  versteuern.  Der  Pflichtige  wurde  aufgefordert,  zu  diesem  neuen 

rechtlichen  Standpunkt  Stellung  zu  nehmen.  Mit  Eingabe  vom  11.  Juli  2011  stellte  er 

sich auf den Standpunkt, dass es sich nicht um  eine Einkunft  aus selbstständiger Er-

werbstätigkeit handle. Das kantonale Steueramt verzichtete am 27. Juli 2011 auf Stel-

lungnahme.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  direkten  Bundessteuer  unterliegen  gemäss  Art.  16  Abs.  1  des  Ge-

setzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) alle wiederkeh-

renden  und  einmaligen  Einkünfte;  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  Privat-

vermögen sind hingegen nach Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei. Art. 18 DBG umschreibt 

die steuerbaren Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstätigkeit. Dazu gehören gemäss 

Abs.  1  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirt-

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schaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit.  

b)  Im  Entscheid  vom  8.  Januar  1999  (BGE  125  II  113  =  StE  1999  B  23.1 

Nr. 41 = ASA 67, 644 = ZStP 1999, 70) hat das Bundesgericht festgestellt, die von ihm 

unter  der  Herrschaft  des  Beschlusses  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  9.  Dezem-

ber 1940  (BdBSt)  entwickelte  Praxis  zur  Besteuerung  von  Einkünften  insbesondere 

aus  Liegenschaftenhandel  gelte  auch  nach  Inkrafttreten  des  DBG.  Zur  Begründung 

verwies das Gericht im Wesentlichen auf Art. 18 Abs. 1 DBG, wonach zu den steuerba-

ren Einkünften u.a. auch alle Einkünfte "aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätig-

keit" gehören. Dabei sei der Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit umfassender 

zu  verstehen  als  jener  der  Unternehmung,  des  Geschäfts  oder  Gewerbes,  die  eine 

organisierte Einheit von Arbeit und Kapital erforderten. Aus der Entstehungsgeschichte 

des DBG ergebe sich nicht, dass der Gesetzgeber die Besteuerung der Einkünfte aus 

Liegenschaftenhandel  im  Vergleich  zum  früheren  Recht  habe  einschränken  wollen. 

Vielmehr nehme der Gesetzgeber an, dass auch Gewinne aus einer Tätigkeit, die über 

die  schlichte  Verwaltung  von  Privatvermögen  hinausgehe,  steuerbares  Einkommen 

aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  darstellten.  Die  für  eine  solche  Tätigkeit  verwen-

deten  Vermögenswerte  bildeten  Geschäftsvermögen,  selbst  wenn  keine  in  einem  ei-

gentlichen Geschäftsunternehmen organisierte Tätigkeit vorliege. Die  unter dem alten 

Recht  entwickelte  Praxis  sei  somit  beizubehalten  und  Veräusserungsgewinne  seien 

steuerbar, wenn sie in einer über die schlichte Vermögensverwaltung hinausgehenden 

Tätigkeit erzielt worden seien. 

c)  Nach  dieser  somit  weiterhin  massgebenden  Praxis  des  Bundesgerichts 

bilden  Gewinne  aus  der  Veräusserung  von  Vermögensgegenständen  –  namentlich 

Liegenschaften, Wertpapieren, Edelmetallen und Devisen – Erwerbseinkommen, wenn 

die  Tätigkeit  über  die  schlichte  Verwaltung  des Privatvermögens  hinausgeht  bzw.  der 

Gewinn nicht nur in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erlangt wird, 

sondern  die  Tätigkeit  in  ihrer  Gesamtheit  auf  Erwerb  (Verdienst)  gerichtet  ist  (BGr, 

29. Juli  2011,  2C_766/2010;  BGE  112  Ib  79;  122  II  446,  auch  zum  Folgenden).  Zur 

Abgrenzung  zwischen  privater  Vermögensverwaltung  und  (selbstständiger)  Erwerbs-

tätigkeit haben Lehre und Rechtsprechung verschiedene Kriterien entwickelt. Ob eine 

Erwerbstätigkeit vorliegt, ist dabei immer nach der Gesamtheit der Umstände zu beur-

teilen. Als Indiz fällt etwa die systematische oder planmässige Art und Weise des Vor-

gehens in Betracht, namentlich dass die steuerpflichtige Person aktiv wertvermehrend 

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tätig  wird  (bei  Liegenschaften  z.B.  durch  Parzellierung,  Überbauung,  Werbung  etc.), 

dass  sie  ein  Vermögensobjekt  nicht  bloss  zum  Zweck  der privaten  Vermögensanlage 

oder in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit, sondern in der offenkun-

digen  Absicht  erwirbt,  es  möglichst  rasch  mit  Gewinn  weiterzuveräussern,  oder  dass 

sie sich bemüht, wie eine haupt- oder nebenberuflich selbstständig erwerbstätige Per-

son die Entwicklung eines Markts zur Gewinnerzielung auszunützen. Für eine Erwerbs-

tätigkeit  spricht  auch  der  enge  Zusammenhang  eines  Geschäfts  mit  der  beruflichen 

Tätigkeit der steuerpflichtigen Person, die Häufung von Geschäften, die kurze Besitz-

dauer,  der  Einsatz  spezieller  Fachkenntnisse  oder  erheblicher  fremder  Mittel  zur  Fi-

nanzierung und die Wiederanlage des Gewinns  in gleichartige Vermögensgegenstän-

de.  Jedes  dieser  Indizien  kann  zusammen  mit  anderen,  im  Einzelfall  jedoch  auch 

bereits allein zur Annahme einer Erwerbstätigkeit ausreichen. 

Nach der Rechtsprechung zum gewerbsmässigen Liegenschaftenhandel kann 

eine  solche  Erwerbstätigkeit  überdies  im  Rahmen  einer  einfachen  Gesellschaft,  bei-

spielsweise  einem  Baukonsortium,  ausgeübt  werden  (BGE  96  I  655  ff.,  122  II  446, 

auch  zum  Folgenden).  Erscheint  eine  Tätigkeit  auf  der  Stufe  der  einfachen  Gesell-

schaft  als  Liegenschaftenhandel,  so  wird  diese  Qualifikation  jedem  einzelnen  Gesell-

schafter zuteil, unbekümmert um das Mass seiner persönlichen Mitwirkung oder die Art 

seiner  Einlage.  Im  Ergebnis  muss  sich  daher  unter  solchen  Umständen  jeder  Gesell-

schafter die Handlungen und Eigenschaften der andern Beteiligten als eigene Vorkeh-

ren anrechnen lassen (Peter Locher, Kommentar zum DBG, 1. Teil, 2001, Art. 18 N 37; 

Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A., 

2008, Art. 18 N 16b DBG; StRK II, 8. Juni 2000, 4 DB.1999.48). Eine auf Erwerb ge-

richtete  Tätigkeit  ist  zu  vermuten,  wenn  wenigstens  ein  Teilhaber  sich  in  Ausübung 

eines Berufs an der Gesellschaft beteiligt und die Geschäftsführung besorgt (ASA 47, 

485; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 18 N 

15 DBG).  

d)  Gemäss  der  "Vereinbarung  zum  Eintritt  in  den  Kaufvertrag  für  das 

[…]grundstück" vom 27. April 2007 beabsichtigten der Pflichtige und drei weitere Part-

ner  ursprünglich,  von  der  Politischen  Gemeinde  B  ein  Grundstück  zu  erwerben  und 

darauf eine Überbauung zu erstellen. Nach der Beurkundung des Kaufvertrags arbeite-

ten sie zwei komplette Bauprojekte aus und reichten im März 2007 das zweite bewilli-

gungsfähige Baugesuch für eine Gewerbenutzung mit der C AG ein. Die später eintre-

tende Investorengruppe hatte auf dem angrenzenden Areal eine Wohnüberbauung im 

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Luxussegment  erstellt  und  störte  sich  an  der  vorgesehenen  Nutzung  des  Nachbar-

grundstücks durch […]. Die Parteien einigten sich deshalb darauf, dass die Investoren-

gruppe in den Kaufvertrag mit der Politischen Gemeinde eintrete, unter Vergütung der 

bereits erbrachten Kaution von Fr. 50'000.-. Weiter wurden die Abtreter "für die mit der 

Projektentwicklung, Planung, Budgetierung, Erstellung von zwei eingabereifen Projek-

ten, für sämtliche Rechte an allen geplanten Bauvorhaben, vollständige Planungsunter-

lagen,  Bauvorbereitungen,  Baugrubenunterhalt,  Pumparbeiten  und  die umfangreichen 

Verhandlungen  mit  den  Bewilligungsbehörden,  der  D  und  den  potentiellen  Nutzern 

pauschal  mit  Fr.  750'000.-  entschädigt."  Sämtliche  Planunterlagen  waren  der  eintre-

tenden Investorengruppe auszuhändigen.  

Am ursprünglichen Projekt waren – wie erwähnt – eine Gruppe von insgesamt 

vier Personen beteiligt, nämlich der Pflichtige, E, F sowie G. E und G sind beide Bau-

ingenieure ETH und führen zusammen die beiden Kollektivgesellschaften H, dipl. Bau-

ingenieure  ETH/SIA,  und  H,  Umbau  &  Sanierung.  Gemäss  Webauftritt  bieten  sie  ins-

besondere die "schlüsselfertige Realisierung von Hochbauten als Generalunternehmer 

(…)" an. F ist bei ihnen als Architekt ETH angestellt; zudem ist er zeichnungsberechtig-

ter Gesellschafter der Kollektivgesellschaft I (vormals J), welche sich gemäss Handels-

registereintrag mit der Entwicklung und Realisierung von Immobilienprojekten befasst. 

Weiter  sind  E  und  G  zeichnungsberechtigte  Organe  der  K  AG,  welche  gemäss  Han-

delsregister u.a. die Entwicklung, Projektierung und Erstellung von Bauten bezweckt.  

Es  ist  offenkundig,  dass  das  ursprüngliche  Projekt  einen  engen  Zusammen-

hang mit den beruflichen Tätigkeiten der drei andern Projektbeteiligten aufweist. Weiter 

liegt  die  Annahme  nahe,  dass  im  Rahmen  der  Projektierung  des  Bauvorhabens  in  B 

und  der  nachfolgenden  Realisation  Aufträge  für  ihre  eigenen  Kollektivgesellschaften 

und die K AG angefallen wären, wenn die Kollektivgesellschaften nicht sogar selbst am 

Projekt beteiligt waren. Aus dem Konto-Auszug [..]areal B geht denn auch hervor, dass 

z.B.  die  K  AG  Rechnung  über  Architekturarbeiten  gestellt  hat,  ebenso  die  J.  Es  kann 

kein  Zweifel  bestehen,  dass  die  übrigen  Projektbeteiligten    –  sofern  sie  in  eigenem 

Namen  Liegenschaftsprojekte  verfolgen  –  den  Ertrag  daraus  als  selbstständiges  Er-

werbseinkommen  zu  versteuern  haben.  Anzufügen  ist,  dass  sie  ohne  Weiteres  als 

selbstständigerwerbende  Liegenschaftenhändler  im  Sinn  der  bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zu betrachten sind.  

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Zudem  ist  die  Verbindung  der  vier  Partner  als  eine  einfache  Gesellschaft  zu 

würdigen.  Eine  einfache  Gesellschaft  ist  die  vertragsmässige  Verbindung  von  zwei 

oder  mehreren  Personen  zur  Erreichung  eines  gemeinsamen  Zwecks  mit  gemeinsa-

men Kräften und Mitteln (Art. 530 Abs. 1 OR). Ein Zusammenschluss zwecks Realisie-

rung  eines  Bauprojekts  bildet  ohne  Weiteres  eine  einfache  Gesellschaft  (Konsortium, 

vgl.  Fellmann/J,  in:  Berner  Kommentar,  2006,  Art.  530  N  244  OR),  sofern  nicht  eine 

andere,  noch  engere  Gesellschaftsform  zur  Anwendung  gelangt.  Ein  solcher  Zusam-

menschluss  zu  einer  einfachen  Gesellschaft  liegt  hier  bei  den  vier  Partnern  vor,  geht 

doch die Absicht der gemeinsamen Realisierung einer Überbauung aus den vorhande-

nen Unterlagen klar hervor. Der Pflichtige trat als gleichberechtigter Partner in Erschei-

nung, da er in allen Verträgen zusammen mit den drei andern Partnern erwähnt wird. 

Er deklarierte entsprechend der Partneranzahl einen vollen Anteil von einem Viertel der 

streitigen  Entschädigung  (1/4  von  Fr.  638'271.-  =  Fr.  159'567.-).  In  den  Akten  finden 

sich zudem mehrere Rechnungen an die "Eigentümergemeinschaft  Y-strasse A, E, F, 

G". Wer genau die Projektführerschaft hatte, lässt sich dabei nicht feststellen; da aber 

drei der vier Partner im Baufach tätig sind, ist von einem massgebenden Einfluss der-

selben  auszugehen.  Wäre  das  Bauprojekt  zur  Ausführung  gelangt  und  die  überbaute 

Liegenschaft  verkauft  worden,  hätte  der  Pflichtige  deshalb  nach  der  angeführten 

massgeblichen Rechtsprechung des Bundesgerichts (ASA 47, 485) als Mitglied eines 

Baukonsortiums  seinen  Anteil  als  Einkunft  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  als 

Liegenschaftenhändler versteuern müssen.  

Die  Kriterien  der  zum  Liegenschaften-  und  Wertschriftenhandel  entwickelten 

Rechtsprechung  können  sinngemäss  auch  auf  andere  Bereiche  angewendet  werden 

(BGr, 29. Juli 2011, 2C_766/2010, E. 2.5 mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind frei-

lich  die  damit  verbundenen  Besonderheiten.  Auch  wenn  im  vorliegenden  Fall  kein 

Grundstück  verkauft  wurde,  liegt  es  nahe,  die  Rechtsprechung  zum  selbstständigen 

Liegenschaftenhandel  im  Rahmen  eines  Baukonsortiums  auf  den  vorliegenden  Fall 

anzuwenden,  liegt  doch  der  zu  beurteilende  Sachverhalt,  nämlich  der  Verkauf  eines 

Bauprojekts,  sehr  nahe  beim  Verkauf  eines  Grundstücks  mit  fertig  erstellter  Baute. 

Dies  führt  dazu,  dass  der  Pflichtige  seinen  Anteil  am  Ertrag  als  Einkunft  aus  selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit zu versteuern hat.  

e) Was der Pflichtige in seiner Stellungnahme vom 11. Juli 2011 dagegen vor-

bringt, verfängt nicht:  

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Sein  Einwand,  es  handle  sich  um  eine  blosse  Miteigentümergemeinschaft, 

welche nicht als einfache Gesellschaft zu betrachten sei, trifft nicht zu. Nach überwie-

gender  Lehre  stellen  zwar  Zusammenschlüsse,  welche  bloss  auf  das  gemeinschaftli-

che  Haben  und  Verwalten  ausgerichtet  sind,  noch  keine  einfache  Gesellschaften  dar 

(Fellmann/J, Art. 530 N 112 OR mit abweichenden Meinungen). Da hier die Absicht der 

Partner klar auf die Realisierung eines Bauprojekts hinauslief, ging der Zweck der Ge-

meinschaft  über  das  Haben  und  Verwalten  hinaus.  Aus  demselben  Grund  hilft  ihm 

nicht weiter, dass kein Gesamthandverhältnis begründet wurde.  

Nach der zitierten, in diesem Punkt eindeutigen Rechtsprechung des Bundes-

gerichts reicht es zudem aus, dass eine Tätigkeit auf der Stufe der einfachen Gesell-

schaft  als  Liegenschaftenhandel  zu  qualifizieren  ist,  unbekümmert  um  das  Mass  der 

persönlichen Mitwirkung. Dieser Grundsatz gilt auch hier. Es hilft dem Pflichtigen des-

halb nicht weiter, dass er seinen Anteil an den Investitionen aus seinem Privatvermö-

gen finanziert hat und selbst nicht im Immobilienbereich tätig war.  

Der Pflichtige beruft sich ferner darauf, dass ein aussergewöhnlicher Fall vor-

liege, bei welchem von dieser Zurechnung kraft einfacher Gesellschaft abzusehen sei. 

Er beruft sich damit auf BGE 96 I 663 = ASA 40, 385. Dort erkannte das Bundesgericht 

die besonderen Verhältnisse darin, dass der nicht im Baubereich tätige Gesellschafter 

seinen  Anteil  am  verkauften  Grundstück  durch  Erbgang  erworben  hatte,  und  deshalb 

anzunehmen  war,  dass  der  beim  Verkauf  erzielte  Gewinn  im  Rahmen  gewöhnlicher 

Vermögensverwaltung oder in Ausnützung einer zufälligen Gelegenheit, ohne eigentli-

che Erwerbstätigkeit, erlangt wurde. Zudem wurde der Beschwerdeführer dort nur da-

durch zum Teilhaber, weil sein Bruder seinen Anteil am ererbten Grundstück an einen 

Architekten verkauft hatte. Solche Verhältnisse liegen hier aber nicht vor; vielmehr hat 

der Pflichtige aktiv zusammen mit seinen Partnern auf einem fremden Grundstück ein 

Bauprojekt verfolgt. Ein aussergewöhnlicher Fall ist nicht gegeben.  

f) Nach dem in Art. 27 Abs. 1 DBG festgehaltenen Grundsatz ist der gesamte 

Aufwand abzugsfähig, der für die selbstständige Erwerbstätigkeit notwendig ist; Art. 27 

Abs. 2 DBG zählt beispielhaft einige typische Positionen auf.  

Das kantonale Steueramt ging vorliegend beim Pflichtigen von einer Entschä-

digung von Fr. 187'000.- aus, wovon es den Anteil der Anzahlung von Fr. 13'500.- ab-

zog,  was  einen  Betrag  von  Fr.  173'500.-  ergab.  Nach  Abrechnung  des  Pflichtigen  re-

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sultierte  demgegenüber  ein  Bruttoertrag  von  Fr.  803'910.-,  wovon  ein  Aufwand  von 

Fr. 165'639.- abgezogen wurde, sodass sich der Anteil des Pflichtigen auf Fr. 159'568.- 

belief. Das kantonale Steueramt hat sich zu dieser Aufstellung nicht geäussert. Im Re-

visionsbericht wird einzig festgehalten, dass allfällige Baukosten nicht zum Abzug ge-

bracht werden könnten, da eine Übernahme des erarbeiteten Projekts durch die Eintre-

tenden nicht vorgesehen gewesen sei. Dieser Einwand ist indessen hier, wo es um die 

Frage  der  Gewinnungskosten  geht,  nicht  nachvollziehbar.  Es  ist  deshalb  auf  das  Er-

gebnis  gemäss  Aufstellung  des  Pflichtigen  abzustellen  und  die  Veranlagung  entspre-

chend  zu  korrigieren.  Dies  führt  zu  folgendem  steuerbarem  Einkommen  der  direkten 

Bundessteuer:  

steuerbares Einkommen 2007  

Fr.  

 Fr.  

gemäss Veranlagung 

Korrektur Entschädigung  

- 173'500.- 

   159'568.- 

Differenz  

Total  

gerundet  

530'883.- 

- 13'932.- 

516'951.- 

516'900.-.  

e) Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich abzuklären, ob es sich bei der streiti-

gen Zahlung um eine Entschädigung für die Nichtausübung eines Rechts nach Art. 23 

lit. d DBG handelt.  

2.  Der  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  in  Art. 18  Abs. 1  und  2 

DBG  lautet  gleich  wie  in  § 18  Abs. 1  und  2  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997 

(StG). Er entspricht zudem dem in den Art. 7/8 des Bundesgesetzes über die Harmoni-

sierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990 

(StHG)  verwendeten  Begriff.  Für  seine  Auslegung  im  StHG  stellt  die  Auslegung  im 

DBG ein beachtliches Element dar (BGr, 13. Oktober 2004 = StR 2004, 346 E. 6). Da-

mit  kann  er  im  kantonalen  Recht  aber  nicht  anders  ausgelegt  werden  als  im  Bereich 

des  DBG,  würde  doch sonst  dem  Anliegen  der vertikalen  Steuerharmonisierung  nicht 

Rechnung getragen und die mit dem Erlass des StHG angestrebte Vereinfachung der 

Rechtsanwendung vereitelt (vgl. BGE 128 II 66 sowie BGr, 2. Februar 2005 = StE 2005 

A  23.1  Nr. 10;  a.M.  Markus  Reich  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Band I/1, 2. A., 2002, Art. 8 N 9 ff. StHG). Daher ist die Rechtsprechung des Bundes-

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gerichts  im  DBG  auch  auf  das  StG  zu  übertragen  (BGr,  29.  Juli  2011,  2C_766/2010) 

und gelten die vorstehenden Erwägungen auch für das kantonale Recht. Die Einschät-

zung ist entsprechend zu korrigieren:  

Steuerbares Einkommen 2007  

gemäss Einschätzung  

Korrektur Entschädigung  

Total  

gerundet  

 Fr.  

530'183.- 

- 13'932.- 

516'251.- 

516'200.-.  

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind Beschwerde und Rekurs teilweise gut-

zuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Parteien anteils-

mässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG). Aufgrund des nahezu 

vollständigen  Unterliegens  des  Pflichtigen  kommt  die  Zusprechung  der  beantragten 

Parteientschädigung  nicht  in  Betracht  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs. 1  des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968;  § 152 StG 

i. V.  m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/8.  Ju-

ni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

Steuerperiode 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 516'900.- veranlagt 

(Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Steuerperiode 

2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 516'200.- und einem steuerbaren 

Vermögen von Fr. 3'996'000.- (satzbestimmend Fr. 4'078'000.-) eingeschätzt (Tarif 

gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif).  

[…] 

1 DB.2010.277 
1 ST.2010.382