# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8882f40c-818a-51d1-9ad9-c479a4df9ddc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.05.2025 100 2023 333
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-333_2025-05-07.pdf

## Full Text

100.2023.333U
STN/SCN/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Mai 2025

Verwaltungsrichter Daum, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Nyffenegger, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Schaller

Sunrise GmbH
handelnd durch die statutarischen Organe, Thurgauerstrasse 101B, 
8152 Glattpark
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

A.________
Beschwerdegegner

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Baubewilligungsbehörde, Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 
3001 Bern

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.05.2025, Nr. 100.2023.333U, 
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betreffend Baubewilligung; Systemerneuerung bei bestehender Mobilfunk-
anlage (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 
15. November 2023; BVD 110/2023/33)

Prozessgeschichte:

A.

Am 15. November 2021 reichte die Sunrise GmbH (nachfolgend Sunrise) ein 
Baugesuch für einen Antennentausch an der bestehenden Mobilfunkan-
tenne auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses auf der Parzelle Bern 3 
Gbbl. Nr. 1________ ein. Die ursprüngliche Mobilfunkanlage war am 
14. März 2007 bewilligt worden; sie umfasst drei UMTS-Antennen im Fre-
quenzband von 2'100 MHz. Gemäss Baugesuch sollen diese drei Antennen 
durch neun neue Antennen ersetzt werden, wovon drei Antennen im Fre-
quenzband 3'600 MHz adaptiv mit Anwendung eines Korrekturfaktors und 
die übrigen sechs Antennen in den Frequenzbändern 700-900 MHz und 
1'800-2'600 MHz ohne Anwendung eines Korrekturfaktors betrieben werden 
sollen. Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderen A.________ Einspra-
che. Er ist Eigentümer der Parzelle Bern 3 Gbbl. Nr. 2________, die auf der 
Westseite an die Bauparzelle angrenzt. Am 6. März 2023 erteilte die Einwoh-
nergemeinde (EG) Bern der Sunrise die Baubewilligung und wies die erho-
benen Einsprachen ab. 

B.

Dagegen erhob A.________ am 8. März 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Mit Entscheid vom 15. Novem-
ber 2023 hiess die BVD die Beschwerde gut, soweit sie darauf eintrat. Sie 
hob den Bauentscheid der EG Bern auf und verweigerte die nachgesuchte 
Baubewilligung (Bauabschlag).

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C.

Gegen diesen Entscheid hat die Sunrise mit Eingabe vom 15. Dezember 
2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragt, der Ent-
scheid der BVD vom 15. November 2023 sei aufzuheben. 

A.________ beantragt mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2023 
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Darüber hinaus sei die Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustands (Rückbau der Antenne) anzuord-
nen. Die EG Bern hat mit Schreiben vom 15. Januar 2024 auf eine Stellung-
nahme verzichtet und auf den erstinstanzlichen Entscheid verwiesen. Die 
BVD schliesst mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2024 auf Abweisung der 
Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat als Baugesuchstellerin ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. 
Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Die Bestim-
mungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
VRPG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

1.2 Soweit der Beschwerdegegner beantragt, es sei die Wiederherstel-
lung des rechtmässigen Zustands (Rückbau der Mobilfunkantenne) anzuord-
nen, ist Folgendes festzuhalten: Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie 
das Verfahren grundsätzlich auf den Streitgegenstand beschränkt. Dieser 
bezeichnet im Beschwerdeverfahren den Umfang, in dem das Rechtsver-

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hältnis umstritten ist, welches mit der angefochtenen Verfügung bzw. dem 
angefochtenen Entscheid (Anfechtungsobjekt) geregelt wird. Innerhalb des 
Anfechtungsobjekts bezeichnen die Parteien in ihren Rechtsmitteleingaben 
den Streitgegenstand; dieser wird durch die Beschwerdeanträge und die Be-
schwerdebegründung umschrieben (BVR 2020 S. 59 E. 2.2; Ruth Herzog, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 72 N. 12, Art. 84 N. 5). Die Gegenpartei, die selber kein Rechtsmittel ein-
gelegt hat, muss sich auf die Verteidigung beschränken. Ihre Anträge dürfen 
nicht über den Streitgegenstand hinausgehen, den die beschwerdeführende 
Partei bezeichnet hat. Eine Anschlussbeschwerde ist im VRPG nicht vorge-
sehen (BVR 2020 S. 59 E. 2.2; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 74 N. 29, Art. 60 
N. 33). – Streitgegenstand vor Verwaltungsgericht ist der Bauabschlag für 
den Antennentausch an der bestehenden Mobilfunkanlage. Das Begehren 
des Beschwerdegegners, die Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-
stands anzuordnen (Rückbau), bezieht sich auf die bereits bestehende Mo-
bilfunkantenne und liegt ausserhalb des Streitgegenstands. Auf diesen An-
trag ist somit nicht näher einzugehen. 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 Die BVD hat im angefochtenen Entscheid erwogen, die bestehende 
Mobilfunkanlage auf dem Dach des Gebäudes …weg … auf der Bauparzelle 
Nr. 1________ unterschreite den kleinen Grenzabstand zum Nachbargrund-
stück Nr. 2________ und sei materiell rechtswidrig. Sie hat den projektierten 
Antennentausch aus diesem Grund nach den analog anwendbaren Bestim-
mungen über die Besitzstandsgarantie beurteilt und die Bewilligungsfähig-
keit verneint. Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Mobilfunkanlage müsse 
keinen Grenzabstand zum Grundstück des Beschwerdegegners einhalten. 
Abgesehen davon handle es sich beim Antennentausch um eine bauliche 
Massnahme, die im Rahmen der Besitzstandsgarantie zulässig sei. 

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2.2 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Mobilfunkanlage zur be-
nachbarten Parzelle einen Grenzabstand einhalten muss und, falls ja, ob die-
ser eingehalten ist. Abhängig vom Ergebnis dieser ersten Prüfung ist in ei-
nem zweiten Schritt zu prüfen, ob die bestehende Mobilfunkanlage Besitz-
standsgarantie beanspruchen kann und falls ja, ob der Antennentausch von 
der Besitzstandsgarantie gedeckt ist. 

3.

Zu prüfen ist zunächst, ob die Mobilfunkanlage den kleinen Grenzabstand 
zum Grundstück des Beschwerdegegners einhalten muss. 

3.1 Für die Grenzabstände gegenüber benachbarten Grundstücken sind 
die Vorschriften der Gemeinde massgebend (Art. 12 Abs. 2 BauG; vgl. auch 
Art. 69 Abs. 2 Bst. e BauG). Gemäss Art. 33 Abs. 2 der Bauordnung der 
Stadt Bern vom 24. September 2006 (BO; SSSB Nr. 721.1) bezeichnet der 
kleine Grenzabstand die Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie 
und der Grundstückgrenze. Die Parzelle Nr. 1________ mit der Mobilfunk-
anlage befindet sich in der Wohnzone W, Bauklasse 4, wo nach Art. 46 
Abs. 1 BO ein kleiner Grenzabstand von 6 m einzuhalten ist. Unbestritten ist, 
dass das Mehrfamilienhaus auf der Parzelle Nr. 1________ den kleinen 
Grenzabstand zur Parzelle Nr. 2________ nicht einhält, es steht direkt an 
der Grenze. Die EG Bern stellte im Bauentscheid vom 6. März 2023 fest, 
dass der bestehende Mast der Mobilfunkantenne 5,67 m von der Grenze zur 
Parzelle Nr. 2________ des Beschwerdegegners entfernt ist und den von 
der BO vorgegebenen kleinen Grenzabstand von 6 m somit (ebenfalls) un-
terschreite (Baubewilligung vom 6.3.2023, Akten Gemeinde 4B pag. 54). Ein 
Näherbaurecht besteht nicht. 

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid weiter auf die Empfehlungen 
der «Bernischen Systematischen Information Gemeinden» (BSIG) 
Nr. 7/721.0/10.1 «Baubewilligungsverfahren; Empfehlungen zur Behandlung 
einiger Sonderfälle von baubewilligungspflichtigen Vorhaben» vom 14. April 
2010 hingewiesen (einsehbar unter: <www.gemeinden.dij.be.ch>, Rubriken 
«BSIG/BSIG-Datenbank»; nachfolgend: BSIG-Empfehlungen). Gemäss An-

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hang I Ziff. 6.12 BSIG-Empfehlungen ist bei Masten für Mobilfunkantennen 
der kleine Grenzabstand zu beachten (vgl. angefochtener Entscheid E. 2d). 

3.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, gemäss Art. 33 Abs. 2 BO be-
zeichne der kleine Grenzabstand die Entfernung zwischen der projizierten 
Fassadenlinie und der Grundstückgrenze. Aufgrund des klaren Wortlauts sei 
der kleine Grenzabstand nur auf Gebäude anwendbar; mangels einer Fas-
sade könne er für Mobilfunkanlagen nicht gelten. Damit liege ein klare, von 
Anhang I Ziff. 6.12 BSIG-Empfehlungen abweichende Regelung im Gemein-
debaureglement vor, die der BSIG-Empfehlung vorgehe (Beschwerde 
S. 5 f.). 

3.3 Die BSIG-Empfehlungen sind nicht rechtsverbindlich, sie gelten aber 
als Ausdruck der kantonalen Übung (VGE 2020/269 vom 20.12.2021 E. 3.6; 
Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I/II, 5. Aufl. 
2020/2024, Art. 12 N. 11). Zweck der Empfehlungen ist es, den Baupolizei- 
und Baubewilligungsbehörden Hinweise für die Behandlung von in der Pra-
xis immer wieder auftauchenden Sonderfällen zu geben, für die sich weder 
in den kantonalen noch in den kommunalen Vorschriften eine befriedigende 
Lösung finden lässt. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend vorbringt, gehen 
klare, abweichende Regelungen der Gemeindebaureglemente oder eine 
konstante Praxis der Gemeinde – soweit sie nicht zwingendem kantonalem 
Recht widersprechen – den Empfehlungen vor (BSIG-Empfehlungen S. 2). 

Zu prüfen ist, ob Art. 33 BO eine klare, abweichende Regelung von der 
BSIG-Empfehlung enthält, wie es die Beschwerdeführerin geltend macht. 

3.4 Die Autonomie der Gemeinde beschränkt sich nicht auf den Bereich 
der Rechtsetzung (vgl. Art. 65 Abs. 1 BauG und Art. 109 der Verfassung des 
Kantons Bern [KV; BSG 101.1]); insbesondere wo eine Gemeinde zum 
Erlass von Rechtsnormen berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch bei 
deren Anwendung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb 
vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie ihre eigenen 
Grenzabstandvorschriften verstanden haben will. Wird die Anwendung einer 
solchen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die 
Rechtsmittel-instanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend 
gemachte Auslegung rechtlich haltbar ist. Sie auferlegen sich mit andern 

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Worten eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der Auffassung der 
Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung 
der umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich haltbar wäre 
(statt vieler BVR 2023 S. 25 E. 5.5; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 5 mit 
weiteren Hinweisen).

3.5 Art. 33 Abs. 2 BO schreibt vor, auf welche Weise der kleine 
Grenzabstand zu messen ist. Die Bestimmung regelt die Messweise des 
Grenzabstands bei Gebäuden bzw. bei Bauten mit Fassaden und damit den 
wohl häufigsten Anwendungsfall. Nur weil die Bestimmung die Messweise 
für eine bestimmte Kategorie von Bauten regelt, nämlich von Gebäuden, folgt 
daraus entgegen der Beschwerdeführerin nicht zwingend, dass 
Konstruktionen ohne Fassaden keinen kleinen Grenzabstand einhalten 
müssen. Grenzabstände haben vor allem den Zweck, einen genügenden Zu-
tritt von Luft, Licht und Sonne zu den Grundstücken zu gewährleisten und 
deren Bewohnerinnen und Bewohner vor Belästigungen, Geräuschen, 
Gerüchen usw. aus zu nahen Nachbarbauten zu schützen. Die Grenzab-
stände (wie auch die Gebäudeabstände) bezwecken mit anderen Worten in 
erster Linie die Verminderung mannigfacher Einwirkungen von Bauten und 
ihrer Benutzung auf Nachbargrundstücke. Zusätzlich zur Erfüllung dieser 
nachbarrechtlichen Funktionen liegen die Grenz- und Gebäudeabstände auf 
den Gebieten der Feuer- und der Gesundheitspolizei, der guten Gestaltung 
der Siedlungen ohne zu dichte Überbauungen und der Ästhetik auch im öf-
fentlichen Interesse (vgl. BVR 2007 S. 126 [VGE 22095/22101/22102 vom 
24.10.2006] nicht publ. E. 6.6.1; ferner BVR 2016 S. 402 E. 8.8.2; 
VGE 2023/256 vom 12.12.2024 E. 5.5; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 8). 
– Eine Mobilfunkantenne stellt keine Baute dar, auf welche sämtliche baupo-
lizeilichen Masse angewendet werden können. So sind etwa Vorschriften 
über Gebäudelängen und -breiten nicht anwendbar und verfügt die Mobil-
funkantenne nicht über Geschosse, wie es etwa zur Errechnung der Ausnüt-
zungsziffer Voraussetzung wäre. Was die Vorschriften über die Grenzab-
stände anbelangt, kann indessen – anders als etwa bei unterirdischen Bau-
ten – nicht gesagt werden, es bestünde bei Mobilfunkanlagen kein Interesse 
an deren Anwendung. So ist eine Mobilfunkanlage grundsätzlich geeignet, 
zusätzliche Belästigungen zu verursachen (Geräusche, Beeinträchtigung 
der Aussicht, Entzug von Licht, ideelle Immissionen). Die Anwendbarkeit von 

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Grenzabstandsvorschriften ist zudem in raumplanerischer sowie feuerpoli-
zeilicher Hinsicht gerechtfertigt (vgl. BVR 2007 S. 126 
[VGE 22095/22101/22102 vom 24.10.2006] nicht publ. E. 6.6.1). 

3.6 Zusammengefasst lässt sich in Anbetracht des der Gemeinde zuste-
henden Spielraums bei der Auslegung ihrer eigenen Vorschriften nicht be-
anstanden, wenn die Gemeinde im Ergebnis in Übereinstimmung mit den 
BSIG-Empfehlungen auch für Mobilfunkmasten die Einhaltung des kleinen 
Grenzabstands nach Art. 33 Abs. 2 BO fordert, zumal diese Empfehlung als 
Ausdruck der kantonalen Übung gilt und die von der Beschwerdeführerin an-
gerufene Bestimmung von Art. 33 Abs. 2 BO jedenfalls nicht eindeutig das 
Gegenteil nahe legt. Ist die kommunale Auslegung rechtlich haltbar, kann ihr 
auch nicht entgegengehalten werden, dass Grenzabstandsvorschriften teil-
weise auf Mobilfunkanlagen nicht (direkt) angewendet werden, weil sie keine 
Fassade bzw. Fassadenlinie haben wie Gebäude. 

3.7 Obwohl von der Beschwerdeführerin nicht ausdrücklich bestritten, ist 
der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass eine Mobilfunkanlage 
auch keine technisch bedingte Dachaufbaute gemäss Art. 10 BO darstellt, 
welche nicht zwingend einen Grenzabstand einzuhalten hat. Nach dieser Be-
stimmung gehören nur energietechnische Anlagen, Kamine, Treppenhaus- 
und Liftaufbauten zu den technisch bedingten Dachaufbauten. Dabei handelt 
es sich um Bauten, die einen funktionellen Bezug zum jeweiligen Gebäude 
haben. Mobilfunkanlagen müssen nicht notwendigerweise auf einem Dach 
errichtet werden, sie sind lediglich auf einen exponierten Standort angewie-
sen. Aufgrund des fehlenden Bezugs zur Funktionalität des Gebäudes fallen 
Mobilfunkanlagen somit nicht unter den Begriff der technisch bedingten Da-
chaufbaute (BVR 2007 S. 58 E. 4.6.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 13 N. 5 
Bst. a; vgl. auch angefochtener Entscheid E. 2d).

3.8 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die bestehende 
Mobilfunkanlage zur benachbarten Parzelle den kleinen Grenzabstand von 
6 m einhalten muss. Es ist nicht umstritten, dass die Anlage diesen Abstand 
unterschreitet. Der Schluss der BVD, wonach die bestehende 
Mobilfunkanlage materiell rechtswidrig ist, ist daher richtig. Bei diesem 
Ergebnis ist zu prüfen, ob die bestehende Mobilfunkanlage 

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Besitzstandsgarantie beanspruchen kann und falls ja, ob der 
Antennentausch von der Besitzstandsgarantie gedeckt ist. 

4.

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die ersuchte Systemerneuerung 
sei gestützt auf den Bestandesschutz zu bewilligen.

4.1 Die Besitzstandsgarantie ist nach Art. 4 Abs. 1 BO durch das über-
geordnete Recht geregelt. Massgebend ist daher der kantonalrechtliche Be-
standesschutz gemäss Art. 3 BauG, der weiter geht als derjenige nach Art. 9 
und 26 der Bundesverfassung (BV, SR 101; BVR 2009 S. 514 E. 3.3; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 1a). Nach der kantonalen Besitzstandsga-
rantie werden aufgrund bisherigen Rechts bewilligte oder bewilligungsfreie 
Bauten und Anlagen durch neue Vorschriften und Pläne in ihrem Bestand 
nicht berührt (Art. 3 Abs. 1 BauG). Die Regelung umfasst somit Bauten, die 
ursprünglich formell rechtmässig erstellt wurden, durch eine spätere Ände-
rung der Rechtslage in der Zwischenzeit aber materiell rechtswidrig gewor-
den sind. Diese altrechtlichen Bauten dürfen – so wie sie sind – weiterbeste-
hen sowie unterhalten und weiterhin in der bisherigen Art genutzt werden. 
Darüberhinausgehend erlaubt die Besitzstandsgarantie nach kantonalem 
Recht auch, dass diese Bauten zeitgemäss erneuert und – soweit dadurch 
ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird – umgebaut oder erweitert werden 
(Art. 3 Abs. 2 BauG). Nicht unter den Bestandesschutz fallen dagegen der 
Abbruch und Wiederaufbau einer Baute sowie deren neubauähnliche Umge-
staltung (zum Ganzen Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 1, 1a, 2, 3a und 3b). 
Wenn das Recht nicht geändert hat, wendet die Gerichtspraxis auf bewilligte 
Bauten, die von Anfang an materiell rechtswidrig waren, Art. 3 BauG analog 
an (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 2c mit Hinweis u.a. auf BVR 2009 S. 514 
E. 5.1; VGE 2016/128 vom 1.2.2017 E. 3.2).

4.2 Im hier zu beurteilenden Fall handelt es sich um eine materiell rechts-
widrige, aber bewilligte Mobilfunkanlage. Die EG Bern führte im Bauent-
scheid vom 6. März 2023 aus, die bestehende Mobilfunkanlage sei mit Bau-
bewilligung vom 14. März 2007 bewilligt worden, weil die Baubewilligungs-

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behörde damals wohl von einer technisch bedingten Dachaufbaute gemäss 
Art. 10 BO ausgegangen sei, die keinen Grenzabstand einhalten müsse 
(Baubewilligung vom 6.3.2023, Akten Gemeinde 4B pag. 54). Art. 10 BO hat 
sich nicht geändert und bei einer Mobilfunkanlage handelte es sich bereits 
damals mangels funktionellen Bezugs zum Gebäude nicht um eine technisch 
bedingte Dachaufbaute (vgl. vorne E. 3.7). Da die Mobilfunkanlage bereits 
zum Zeitpunkt der Bewilligung materiell rechtswidrig war und nicht durch eine 
Änderung der Rechtslage materiell rechtswidrig geworden ist, scheidet eine 
direkte Anwendbarkeit von Art. 3 BauG aus. Dieser wird jedoch analog an-
gewendet (E. 4.1 hiervor). 

4.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die geplante Änderung falle nur 
unwesentlich in Betracht. Die Anpassung an die neuen Frequenzen sei auf-
grund der technischen Entwicklung notwendig; ohne die geplante Änderung 
könne die Mobilfunkanlage bald nicht mehr als solche genutzt werden. Das 
Erscheinungsbild werde insgesamt nur unwesentlich verändert. Bei den ge-
planten Änderungen handle es sich somit um Unterhalt bzw. um eine zeit-
gemässe Erneuerung der bestehenden Anlage im Sinne von Art. 3 Abs. 2 
BauG (Beschwerde S. 8 ff.). 

4.4 Die bisher drei Antennen sollen durch insgesamt neun Antennen er-
setzt werden, wobei drei Antennen künftig adaptiv mit Anwendung eines Kor-
rekturfaktors betrieben werden sollen. Von reinem Unterhalt der Anlage kann 
in diesem Fall nicht mehr gesprochen werden. Solcher würde lediglich die 
Instandhaltung und das Ersetzen einzelner schadhafter Teile umfassen 
(Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 3). Die geplanten Änderungen gehen auch 
über eine zeitgemässe Erneuerung im Sinn von Art. 3 Abs. 2 BauG hinaus. 
Eine zeitgemässe Erneuerung bedeutet Modernisieren im Rahmen der nor-
malen Lebensdauer von Bauten und Anlagen; sie umfasst jedoch nicht das 
Einrichten anderer oder zusätzlicher Anlagen, die zu einer Intensivierung der 
Nutzung und damit zu mehr Emissionen führen. Entsprechend lässt Art. 3 
Abs. 2 BauG auch Umbauten und Erweiterungen bestehender Bauten nur 
zu, wenn dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird. Eine solche Ver-
stärkung liegt vor, wenn das öffentliche oder nachbarliche Interesse, das 
durch die verletzte Norm geschützt werden soll, durch den Umbau oder die 
Erweiterung noch stärker beeinträchtigt würde als bisher 

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(BGer 1C_591/2021 vom 18.10.2022 E. 4.4 [betrifft VGE 2020/187 vom 
31.8.2021]; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 3 und 4). 

4.5 Das Bundesgericht hat entschieden, dass eine Umstellung auf einen 
adaptiven Betrieb mit Korrekturfaktor in einem ordentlichen Baubewilligungs-
verfahren mit Einsprachemöglichkeiten bewilligt werden muss 
(vgl. BGE 150 II 379 E. 4.2 f.). Es begründet die Baubewilligungspflicht da-
mit, dass die Anwendung des Korrekturfaktors auf bisher nach dem «Worst-
Case-Szenario» bewilligte adaptive Antennen zu Leistungsspitzen führt, die 
über der bisherigen maximalen Sendeleistung liegen können. Die bewilligte 
Sendeleistung muss nur noch im Mittelwert über sechs Minuten eingehalten 
werden. Dies hat zur Folge, dass die für einen Ort mit empfindlicher Nutzung 
(OMEN) berechnete elektrische Feldstärke kurzfristig übertroffen werden 
kann. Diese faktische Änderung des Betriebs begründet regelmässig ein In-
teresse der Anwohnerschaft und der Öffentlichkeit an einer vorgängigen 
Kontrolle, ob die Bewilligungsvoraussetzungen erfüllt sind 
(vgl. BGE 150 II 379 E. 4.2). Hinzu kommt, dass die Anwendung eines Kor-
rekturfaktors in der Bevölkerung zum Teil Ängste hervorruft und damit 
erhöhte ideelle Immissionen bewirkt, was die Rechtswidrigkeit (ebenfalls) 
verstärkt (BGer 1C_591/2021 vom 18.10.2022 E. 4.7 [betrifft VGE 2020/187 
vom 31.8.2021]). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ferner zu-
treffend erwogen hat, verändert sich das Erscheinungsbild der Mobilfunkan-
lage mit der geplanten Änderung deutlich. Der Durchmesser des Antennen-
kranzes vergrössert sich von bisher unter einem Meter auf deutlich über 2 m. 
Der Vorinstanz ist zuzustimmen, wenn sie ausführt, die Konstruktion trete 
dadurch deutlich massiger und erkennbar stärker in Erscheinung (angefoch-
tener Entscheid E. 2f; vgl. Plan Grundriss 1:50 vom 7.6.2015, Akten Ge-
meinde 4B pag. 18). Auch dies verstärkt die ideellen Immissionen und damit 
die Rechtswidrigkeit (BGer 1C_591/2021 vom 18.10.2022 E. 4.7 [betrifft 
VGE 2020/187 vom 31.8.2021]).

Die verletzten Vorschriften zum Grenzabstand sollen insbesondere die 
Nachbarinnen und Nachbaren vor Immissionen aus zu nahen Nachbarbau-
ten schützen (vorne E. 3.5). Hier liegt eine Verstärkung der Rechtswidrigkeit 
vor, da das nachbarliche Interesse, das durch die verletzte Norm geschützt 
werden soll, durch den Umbau bzw. die Erweiterung stärker beeinträchtigt 

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würde als bisher. Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob der Grenzab-
stand der Anlage gemäss BISG-Empfehlungen vom Mast oder von den An-
tennen aus gemessen werden muss (Beschwerde S. 7).

4.6 Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus dem von ihr zi-
tierten Entscheid des Bundesgerichts BGer 1C_550/2017 vom 6. Februar 
2018 nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. auch angefochtener Entscheid 
E. 2h). In diesem Urteil hatte das Bundesgericht in einem den Kanton Zürich 
betreffenden Fall zu klären, ob eine neubauähnliche Umgestaltung vorliegt. 
Die Frage der Verstärkung der Rechtswidrigkeit war hingegen kein Thema. 
Im hier zu beurteilenden Fall kann sich die Beschwerdeführerin demgegenü-
ber nicht auf die Besitzstandsgarantie berufen, weil mit dem geplanten Um-
bau bzw. der geplanten Erweiterung der bestehenden Anlage die Rechts-
widrigkeit verstärkt würde. 

5.

5.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet 
und ist abzuweisen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine angefallen 
und zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men.

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3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin 
- Beschwerdegegner
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
- Einwohnergemeinde Bern

und mitzuteilen:
- Amt für Umwelt und Energie des Kantons Bern, Abteilung 

Immissionsschutz

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.