# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 856356ed-dd29-522d-99d3-5cbca2732781
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 E-5978/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5978-2010_2012-02-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5978/2010

U r t e i l   v om   7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;  
Gerichtsschreiber Simon Thurnheer.

Parteien A._______, geboren am (…),
Äthiopien, 
(…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
16. Juli 2010 / N (…).

E­5978/2010

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Äthiopien  am 
15. September 2008 verliess, über Dschibuti nach Eritrea reiste und nach 
einem einmonatigen Aufenthalt von dort über Dschibuti auf dem Luftweg 
in ein ihm unbekanntes Land gelangte, von wo er am 7. Dezember 2008 
in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  B._______  vom  23. Dezember  2008  sowie  der 
Anhörung  vom  1. Juli  2010  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  eritreischer  Staatsangehöriger 
tigrinischer  Ethnie  und  Angehöriger  der  Pfingstgemeinde,  beide  Eltern 
seien Eritreer und er sei in Eritrea geboren, jedoch seien seine Eltern mit 
ihm  und  seinem  (…)  Bruder  in  seinem  (…)  Lebensjahr  nach  Äthiopien 
übergesiedelt,  wo  er  bis  zu  seiner  Ausreise  am  15. September  2008 
gelebt habe,

dass seine Eltern, die zusammen mit  ihm 1985 nach Äthiopien gezogen 
seien,  1998  freiwillig  nach Eritrea  zurückgekehrt  seien  und  ihn  in Addis 
Abeba zurückgelassen hätten,

dass er seither bei einem Freund gewohnt und auch für diesen in dessen 
(…) gearbeitet habe,

dass  dieser  Freund  im  August  2008  wegen  illegaler  Geldgeschäfte 
(Dollars schwarz wechseln) verhaftet worden sei,

dass  er,  nachdem  die  Sicherheitsbehörden  erfahren  hätten,  dass  er 
Eritreer sei und illegal in Äthiopien lebe, ebenfalls gesucht worden sei, da 
er  der  Beteiligung  an  den  illegalen  Geldgeschäften  verdächtigt  worden 
sei, 

dass er aus diesen Gründen zu seinen Eltern in Eritrea gereist sei,

dass  seine  Mutter  krank  (…)  und  sein  Vater  wegen  seines  Glaubens 
(Pfingstbewegung) inhaftiert sei,

dass  sein  Bruder  seit  seiner  Einberufung  in  den  Militärdienst  im  Jahre 
2000 verschwunden sei,

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dass ein Onkel mütterlicherseits sein einziger Angehöriger  in Eritrea sei, 
der mit ihm und seinen Eltern wegen der Religion nicht gebrochen habe,

dass er,  als er  sich  in Eritrea angemeldet und einen Ausweis beantragt 
habe,  stattdessen  ein  Aufgebot  zum  Militärdienst  erhalten  habe,  wobei 
ihm mitgeteilt worden sei, dass er nur vom Militär einen Ausweis erhalten 
werde,

dass  er,  da  seine  Religion  ihm  Kriegsdienste  verbiete,  Eritrea  nach 
einigen Tagen wieder verlassen habe,

dass er keinerlei Dokumente zum Nachweis seiner Identität vorlegte,

dass der Beschwerdeführer am 23. Dezember 2008 aufgefordert worden 
sei, seine  Identität mit Dokumenten zu belegen und die entsprechenden 
Ausweispapiere zu beschaffen,

dass  er  eineinhalb  Jahre  nach  jener  Aufforderung  anlässlich  der 
Anhörung vom 1. Juli 2010 geltend machte, keine Dokumente beschaffen 
zu können,

dass er angab, die einzigen Dokumente, die er  je besessen habe, seien 
seine Schulzeugnisse gewesen, welche er dem Schlepper ausgehändigt 
habe,

dass er in Äthiopien als Eritreer keine Identitätskarte erhalten könne,

dass  bezüglich  Eritrea  keine  Kontaktmöglichkeiten  bestünden,  da  dort 
das  Postwesen  nicht  hinlänglich  funktioniere  und  seine  Mutter  über 
keinen Telefonanschluss verfüge,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom  16. Juli  2010  –  eröffnet  am  22. Juli  2010  –  ablehnte  und  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  der  Wegweisung 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  insbesondere 
sei  es  ihm  nicht  gelungen,  seine  eritreische  Herkunft  glaubhaft  zu 
machen,  vielmehr  sei  davon  auszugehen,  dass  er  Äthiopier  sei,  in 
Äthiopien  nicht  verfolgt  werde  und  der  Wegweisungsvollzug  dorthin 
zulässig, zumutbar und möglich sei,

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dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  23. August  2010  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei 
aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Sache mit 
der  Weisung  einer  ergänzenden  Anhörung  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  er  in  formeller  Hinsicht  beantragte,  es  sei  ihm  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
sei zu verzichten, 

dass das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons C._______ 
am  24.  August  2010  eine  Unterstützungsbedürftigkeitserklärung  zu  den 
Akten reichte, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
2. September  2010  die  Behandlung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  auf 
einen späteren Zeitpunkt verwies, das Gesuch um Rechtsverbeiständung 
abwies,  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
verzichtete und die Vorinstanz zu einem Schriftenwechsel einlud,

dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  7. September  2010 
vollumfänglich  an  seiner  Verfügung  festhielt,  die  Beschwerdeabweisung 
beantragte  und  ausführte,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen 
erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines 
Standpunktes rechtfertigen könnten, 

dass  dem  Beschwerdeführer  die  Vernehmlassung  des  BFM  mit 
Schreiben vom 8. September 2010 zur Kenntnis gebracht wurde,

dass  das  Bezirksamt  D._______  einen  Strafbefehl  gegen  den 
Beschwerdeführer vom (…) Oktober 2010 wegen Hausfriedensbruchs zu 
den Akten reichte,

und erwägt,

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dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

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sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  zur  Begründung  ausführte,  hinsichtlich  seiner 
Lebensgeschichte  habe  der  Beschwerdeführer  widersprüchliche, 
tatsachenwidrige und unsubstanziierte Angaben gemacht,

dass  er  keine  Ausweispapiere  vorgelegt  habe  und,  obwohl  er  darauf 
hingewiesen  worden  sei,  dass  er  seine  Identität  zu  belegen  habe, 
während eineinhalb Jahren diesbezüglich nichts unternommen habe,

dass seine Erklärung, er könne keinen Kontakt mit seinen Verwandten in 
Eritrea  herstellen,  angesichts  der  Tatsache,  dass  Eritrea  über  ein 
Postwesen  und  ein  Telefonnetz  verfüge  und  über  die  weit  verstreute 
Diaspora  unzählige  Kontaktmöglichkeiten  bestünden,  nicht  zu 
überzeugen vermöge, 

dass  seine  Untätigkeit,  seine  Identität  mittels  Dokumenten  und 
Unterlagen  zu  belegen,  darauf  schliessen  lasse,  dass  er  seine  wahre 
Identität nicht preisgeben wolle,

dass ferner die Angabe, er habe sich in Äthiopien nicht um den Erhalt von 
Identitätspapieren bemühen können, weil er dies als Eritreer nicht dürfe, 
tatsachenwidrig sei, 

dass  er  nämlich  nach  äthiopischem  Recht,  selbst  wenn  es  zutreffen 
sollte,  dass  er  einen  eritreischen  Hintergrund  habe,  als  äthiopischer 
Staatsbürger anerkannt werde, da er vor der Unabhängigkeit Eritreas  in 
Äthiopien  wohnhaft  gewesen  sei  und  die  eritreische  Staatsbürgerschaft 
nicht angenommen habe, 

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dass  aber  Eritreern,  welche  diese  Voraussetzung  nicht  erfüllten,  die 
Möglichkeit  offenstehe,  von  den  äthiopischen  Behörden  eine  "blaue" 
Identitätskarte ausstellen zu lassen, 

dass  seine  Aussage,  er  habe  seine  Schulzeugnisse  als  seine  einzigen 
persönlichen  Dokumente  dem  Schlepper  aushändigen  müssen, 
realitätsfremd anmute,  

dass  seine  Angaben  zur  Ethnie  seiner  Eltern  widersprüchlich  seien,  so 
habe  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  zu Protokoll  gegeben,  sein Vater 
sei Tigriner und seine Mutter gehöre der Kebesa an (A1/S.2), während er 
in  der  Anhörung  ausgesagt  habe,  beide Eltern  gehörten  der  Ethnie  der 
Kebesa an (A10/S.3), 

dass  seine  Ausführungen  zu  seiner  eritreischen  Herkunft  oberflächlich 
seien  und  seine  Kenntnisse  des  Tigrinischen,  der  angeblichen 
Muttersprache  seiner  Eltern,  und  sein  Wissen  über  Eritrea  beschränkt 
seien,

dass  er  seine  Angehörigkeit  zur  Pfingstgemeinde  nicht  habe  glaubhaft 
machen  können  und  über  die  Pfingstgemeinde  in  der  Schweiz 
offensichtlich nicht orientiert sei, 

dass  er  widersprüchliche  Angaben  gemacht  habe  zum  Zeitpunkt,  in 
welchem er von der Festnahme seines Vaters erfahren habe,

dass im Übrigen auch seine Aussagen zur Einberufung zum Militärdienst 
widersprüchlich ausgefallen seien,

dass  seine  Auskunft  zur  Schulbildung  und  den  Arbeits­  und 
Wohnverhältnissen in Äthiopien ausweichend sei,

dass  die  widersprüchlichen  und  oberflächlichen  Angaben  zu  seiner 
Verbindung  mit  Eritrea  und  seine  ausweichende  Auskunft  zu  seinem 
Leben  in  Äthiopien  zusammen  mit  seinen  nicht  überzeugenden 
Erklärungen  zu  seiner  Papierlosigkeit  den  Eindruck  eines  angepassten 
Lebenslaufes erweckten, den er konstruiert habe, um sich als eritreischen 
Staatsbürger auszugeben, 

dass der Vorinstanz darin zuzustimmen ist, dass die eritreische Herkunft 
und Verfolgungsgeschichte auf Grund der zahlreichen Widersprüche, die 
zentrale  Punkte  der  Gesuchsgründe  betreffen,  und  weiteren 

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Ungereimtheiten  unglaubhaft  sind,  wobei  auf  die  zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass  demnach  davon  auszugehen  ist,  dass  es  sich  bei  ihm  um  einen 
äthiopischen  Staatsbürger  handelt,  der  diese  Tatsache  zu  verschleiern 
sucht und eine eritreische Abstammung konstruiert,

dass aber, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, selbst wenn seine 
geltend  gemachte  eritreische  Abstammung  zutreffen  sollte,  er  nach 
äthiopischem  Recht  als  äthiopischer  Staatsbürger  anerkannt  wird  und 
nach Äthiopien zurückkehren kann, 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene nichts vorbringt, was 
diese  Einschätzung  umzustossen  vermag,  weshalb  es  sich  erübrigt, 
darauf näher einzugehen,

dass  er  zwar  behauptet,  das  BFM  stütze  sich  auf  vermeintliche 
Widersprüche,  die  sich  bei  näherem  Hinsehen  nicht  als  Widersprüche 
erwiesen  oder  sich  erklären  liessen,  aber  nicht  den  geringsten 
Erklärungsversuch anbietet, 

dass  es  sich  auf  Grund  der  offensichtlichen  Unglaubhaftigkeit  der 
Vorbringen erübrigt, ihre Asylrelevanz zu prüfen,

dass darin entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung keine 
Gehörsverletzung zu erblicken ist,

dass  die  angefochtene  Verfügung  entgegen  der  Beschwerdeschrift  im 
Übrigen auch hinreichend ausführlich begründet ist,  

dass nach dem Gesagten auch der Eventualantrag abzuweisen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

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Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 

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Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Beschwerdeführer   insbesondere  auch  keine 
Vollzugshindernisse  bezüglich  der Wegweisung  nach  Äthiopien  geltend 
macht,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf 
Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

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dass  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  wer  ohne 
Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten 
nicht zu bestreiten vermag,

dass  eine  Beschwerde  dann  als  aussichtslos  gilt,  wenn  die 
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und 
deshalb  kaum als  ernsthaft  bezeichnet werden  können  (vgl.  BGE 128  I 
225 E. 2.5.3 S. 235 f., BGE 125 II 265 E. 4b S. 275),

dass  die  Beschwerdebegehren  bei  einer  summarischen  Prüfung  als 
aussichtslos  erscheinen, womit  es  an  den materiellen Voraussetzungen 
zur  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG fehlt und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

E­5978/2010

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Simon Thurnheer