# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96915363-9c24-5a9f-a8f4-624c8ca2fd8f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.04.2015 S 2014 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-52_2015-04-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 52

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Vizepräsidentin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser und 

Verwaltungsrichter Racioppi, Aktuar ad hoc Bott

URTEIL
vom 17. April 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ arbeitete als Systembetreuer Schutztechnik bei der B._____ und 

war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) 

obligatorisch unfallversichert, als er am 22. Dezember 2011 als 

angegurteter Mitfahrer in einem Auto (VW Golf) verunfallte. Nach dem 

Unfall hatte er Schwindel und Kopfschmerzen. Im Spital X._____, wo 

A._____ vom 22. bis 23. Dezember 2011 hospitalisiert war, wurde eine 

Commotio cerebri diagnostiziert; die neurologische Überwachung bei 

einem GCS-Wert grösser als 13 war unauffällig. Anlässlich der 

Konsultationen vom 30. Dezember 2011 und 2. Januar 2012 

diagnostizierte Dr. med. C._____ ein leichtes HWS-Distorsionstrauma. In 

der neurologischen Untersuchung fanden sich keine Auffälligkeiten 

signifikanten Ausmasses. Das EEG erbrachte ebenfalls einen 

unauffälligen Befund. Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Die SUVA erbrachte in der Folge die entsprechenden 

Versicherungsleistungen.

2. Im weiteren Verlauf persistierten Schwindelbeschwerden. Auch klagte 

A._____ über Konzentrationsstörungen, Übelkeit und rasche Er-

müdbarkeit. Ein MRI der HWS vom 20. Januar 2012 und ein MRI des 

Schädels vom 23. Februar 2012 ergaben unauffällige Befunde. Vom 

21. Mai 2012 bis zum 11. Juli 2012 hielt sich A._____ stationär in der 

Rehaklinik Y._____ auf, wo eine HWS-Distorsion und daraus resultierend 

eine unspezifische Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) diagnostiziert 

wurden. Ausserdem wurde eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. 

Anlässlich der Konsultation im interdisziplinären Zentrum für Schwindel 

und Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich vom 

24. August 2014 wurden posttraumatische Schwindelbeschwerden 

unklarer Ätiologie diagnostiziert. Neurologisch wurden unauffällige 

Befunde erhoben. Die biomechanische Kurzbeurteilung vom 

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11. September 2012 ergab eine kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (Delta-V) von 20 bis 30 km/h.

3. Die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) bestätigten im Bericht 

vom 25. Februar 2013 die Diagnose einer undifferenzierten 

Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1). Ausserdem wurde ein 

psychisches Trauma, nicht andernorts klassifizierbar (ICD-10 Z91.4) 

diagnostiziert. Dr. med. D._____ stellte am 14. August 2013 ebenfalls die 

Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1). 

Differentialdiagnostisch erwog er eine Persönlichkeitsakzentuierung mit 

selbstunsicheren und paranoiden Anteilen. Ausserdem diagnostizierte 

auch er ein psychisches Trauma, nicht andernorts klassifizierbar (ICD-10 

Z91.4). Hierzu erwog er differentialdiagnostisch eine posttraumatische 

Belastungsstörung und eine generalisierte Angststörung. Eine 

otoneurologische Untersuchung durch Dr. med. E._____ vom 

27. November 2013 ergab normale Befunde ohne Zeichen einer peripher-

vestibulären Störung. Am 12. Dezember 2013 erfolgte eine psychiatrische 

Beurteilung durch med. pract. F._____ vom versicherungspsychiatrischen 

Dienst der SUVA. Dieser gelangte zum Schluss, dass die psychischen 

Beschwerden von A._____ im Vordergrund stünden und die 

diagnostizierten psychischen Störungen einen eigenen Krankheitswert 

aufweisen würden.

4. Am 24. Januar 2014 verfügte die SUVA die Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 31. Januar 2014. Die heute noch geklagten 

Beschwerden seien organisch nicht nachweisbar. Die Adäquanz der 

psychischen Beschwerden sei zu verneinen. Da keine Unfallfolgen 

vorlägen, bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der 

SUVA in Form einer Invalidenrente und/oder einer 

Integritätsentschädigung. Die von A._____ dagegen erhobene Einsprache 

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vom 5. Februar 2014 wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 

27. März 2014 ab.

5. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 25. April 

2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids sowie die Weiterausrichtung der Taggelder, ein 

Case-Management bei der beruflichen Reintegration und die 

Weiterführung der Übernahme der Therapien von Dr. med. D._____ und 

Dr. med. G._____. Es lägen noch immer Folgen des Unfalls vom 

22. Dezember 2011 vor. Eine biomechanische Kurzbeurteilung sei keine 

ausreichend abgesicherte Grundlage für eine juristische 

Auseinandersetzung im Hinblick auf die Kausalität. In der 

biomechanischen Kurzbeurteilung sei der Fahrzeugzustand aus dem 

Polizeirapport bewusst weggelassen und stattdessen nur anhand von 

schlechten Bildern geschätzt worden. Die ermittelte Delta-V von 20 bis 30 

km/h sei daher unrealistisch. Eine realistische Delta-V würde bei 45 bis 70 

km/h liegen. Ausserdem sei die psychiatrische Beurteilung vom 

12. Dezember 2013 durch den Facharzt der SUVA nicht berücksichtigt 

worden. Im Nachgang zur Beschwerde reichte der Beschwerdeführer am 

30. April 2014 Unfallfotos ein, aus welchen ersichtlich sei, dass es sich 

um keinen leichten Unfall gehandelt habe.

6. In ihrer Beschwerdeantwort beantragte die SUVA (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Der 

Beschwerdeführer gebe zu, dass er ausschliesslich an psychischen 

Beschwerden leide, welche behandlungsbedürftig seien. Diesbezüglich 

sei die Beschwerdegegnerin nur dann leistungspflichtig, wenn die 

psychische Problematik in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum 

Unfall stehe. Die Adäquanz sei vorliegend nach der Psycho-Praxis zu 

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prüfen. Konkrete Anhaltspunkte, wonach die biomechanische 

Kurzbeurteilung falsch sei, lägen nicht vor. Es sei von einem 

mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Fällen 

auszugehen. Die Adäquanz sei vorliegend nicht gegeben. Im Übrigen sei 

die Beschwerdegegnerin für das vom Beschwerdeführer beantragte 

berufliche Reintegrationsmanagement nicht zuständig.

7. In der (freigestellten) Replik und der anschliessenden Duplik wurden 

keine neuen (wesentlichen) Gesichtspunkte mehr vorgebracht; vielmehr 

vertieften die Parteien darin nochmals ihre gegensätzlichen Standpunkte. 

In einer weiteren (unaufgefordert eingereichten) Stellungnahme 

wiederholte und vertiefte der Beschwerdeführer nochmals seine 

Auffassung zur biomechanischen Kurzbeurteilung und reichte hierzu unter 

anderem eine Beurteilung des R._____tunnels durch den TCS ein. Die 

Beschwerdegegnerin reichte keine weitere Stellungnahme ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 27. März 2014. 

Gegen solche sozialversicherungsrechtliche Entscheide kann 

Beschwerde beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben, in 

dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz 

hat (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; 

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SR 832.20] i.V.m. Art. 56 Abs. 1 sowie Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der Beschwerdeführer 

wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

angerufenen Gerichts für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100). Als Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer von dieser Entscheidung 

ausserdem berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren 

gerichtlicher Überprüfung auf (Art.59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG).

2. a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Einstellung der Versicherungsleistungen 

per 31. Januar 2014 zu Recht erfolgt ist.

b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten Versicherungsleistungen 

gewährt, soweit das Gesetz nicht etwas anderes bestimmt. Die genannte 

Bestimmung enthält das Erfordernis des Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Gesundheitsschaden und dem versicherten Ereignis (vgl. 

ACKERMANN, Kausalität, in: SCHAFFHAUSER/KIESER [Hrsg.], Unfall und 

Unfallversicherung, St. Gallen 2009, S. 29 ff.; BGE 129 V 177 E.3.1 und 

3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

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oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen 

einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm 

obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 

hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.3.1 

m.w.H.; KIESER/LANDOLT, Unfall – Haftung – Versicherung, 

Zürich/St. Gallen 2012, N. 559). 

c) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat 

ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.3.2). Der 

Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die 

Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E.3.3). Sie hat 

bei allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz 

zu greifen. Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von 

medizinischen Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen 

(SVR 2003 UV Nr. 12 E.3.2.1 S. 36, 2002 UV Nr. 11 E.2b S. 31). Dabei 

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spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend 

mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei natürlich 

unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen 

Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom 

augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem 

weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 117 V 359 E.6 

S. 366 ff.).

d) Für die Fortsetzung der beantragten Versicherungsleistungen über das 

angefochtene Einstelldatum vom 31. Januar 2014 hinaus müssen die 

beiden Erfordernisse des natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs der vom Beschwerdeführer geklagten 

Beschwerden mit dem Unfallereignis vom 22. Dezember 2011 kumulativ 

erfüllt sein. Scheitert der geltend gemachte Anspruch an einer dieser zwei 

Voraussetzungen, entfällt die Leistungspflicht aus UVG ohne die Prüfung 

des anderen Kriteriums. Ist die Unfallkausalität jedoch mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die deswegen 

anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 

nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (sog. status quo ante) oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (sog. status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 E.3b 

S. 328). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss der Wegfall des ursächlichen Charakters 

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des Unfalls im Hinblick auf den Gesundheitsschaden der versicherten 

Person mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

festgestellt werden. Die blosse Möglichkeit, dass der Unfall keinen 

kausalen Effekt mehr hat, genügt nicht (RKUV 2000 Nr. U 363 E.2 S. 46). 

Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt 

aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 

nicht die versicherte Person, sondern der Unfallversicherer (RKUV 1994 

Nr. U 206 E.3b S. 328 f. mit Hinweis; vgl. zum Ganzen Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 13 76 vom 19. Juni 

2014 E.2). 

3. Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen 

Einspracheentscheid das Vorliegen eines unfallkausalen, objektivierbaren 

Substrats für die geklagten Beschwerden aufgrund der medizinischen 

Aktenlage (S. 4), welche sich diesbezüglich insbesondere wie folgt 

präsentiert:

- Pract. med. H._____ vom Spital X._____ diagnostizierte im Bericht vom 
28. Dezember 2011 eine Commotio cerebri. Bei der Vorstellung des Patienten hätten 
Schwindel und Kopfschmerzen persistiert. Weiter führte er aus, die neurologische 
Überwachung bei einem GCS-Wert grösser als 13 sei durchwegs unauffällig 
gewesen (SUVA-act. 11).

- Dr. med. C._____, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht 
vom 2. Januar 2012 ein leichtes HWS-Distorsionstrauma. Bewusstlosigkeit habe 
keine vorgelegen. (SUVA-act. 20).

- Dr. med. I._____, Facharzt Radiologie FMH, von der Klinik K._____ stellte in seinem 
Bericht vom 20. Januar 2012 zur gleichentags durchgeführten MRI-Abklärung der 
HWS fest, es lägen ein posttraumatisch normales MRI des cervialen und oberen 
thorakalen Spinalkanales und eine Wirbelsäule mit Streckhaltung und abgeflachter 
Lrodose zwischen C2 und C6 vor. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine 
Myelopathie oder diskogene oder eine anderweitige spinale oder foraminale 
Nervenwurzeleinengung (SUVA-act. 35 S. 1).

- Dr. med. L._____, Facharzt Radiologie FMH, von der Klinik K._____ stellte in 
seinem Bericht vom 23. Februar 2012 zur gleichentags durchgeführten MRI-
Abklärung des Schädels/Hirns fest, es gebe keine Anhaltspunkte für Traumafolgen 
intracraniell. Insbesondere lägen keine pathologischen Hämosiderinablagerungen 

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vor. Es zeigten sich Normvarianten des Circulus willisii mit fehlender Darstellung des 
linken A1-Segmentes sowie der Communicans posterior bilateral (SUVA-act. 46).

- Dr. med. M._____ vom Spital Oberengadin führte in seinem Bericht vom 20. März 
2013 zur gleichentags durchgeführten CT-Untersuchung des knöchernen Beckens 
aus, es gebe keinen Hinweis auf eine frische Fraktur im Bereich des Os sacrum/Os 
coccygeum. Es bestünde jedoch der Verdacht auf eine alte Fraktur des Os sacrums 
mit deutlicher Hyperkyphose in Höhe SWK2 (SUVA-act. 151 S. 4).

- Der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. N._____, nahm dazu am 3. April 2013 Stellung 
und führte aus, es werde lediglich über den Verdacht auf eine alte Fraktur berichtet. 
Diese sei also weder gesichert, noch könne eine Aussage bezüglich des Zeitpunkts 
abgeleitet werden. Auch würden in den früheren Arztberichten keine 
Beckenschmerzen erwähnt (SUVA-act. 152).

- In der ärztlichen Beurteilung vom 8./9. April 2014 hielt der Kreisarzt der SUVA, Dr. 
med. N._____, fest, aufgrund der Akten könne mit grosser Wahrscheinlichkeit 
angenommen werden, dass der Versicherte beim Unfallereignis vom 22. Dezember 
2011 keine Verletzung der Wirbelsäulenabschnitte unterhalb der HWS erlitten habe 
und dass er sich auch keine Verletzung im Bereich des Beckens zugezogen habe. 
Diese gehe einerseits aus dem Unfallvorgang und anderseits aus den frühen 
ärztlichen Untersuchungen durch das Spital X._____ und durch den Neurologen Dr. 
med. C._____ hervor. Auch im Bericht des ersten behandelnden Arztes Pract. med. 
H._____ sei kein Hinweis auf Verletzungen im Bereich des Achsenskeletts 
aufgeführt. Der CT-Befund vom 20. März 2013 müsse mit Vorsicht zur Kenntnis 
genommen werden. Erstens sei die Diagnose der Sacrumfraktur nicht gesichert und 
zweitens könne sie – sofern es eine sei – in Bezug auf ihren Entstehungszeitpunkt 
nicht definiert werden (SUVA-act. 154 S. 3).

- Pract. med. H._____ vom Spital X._____ hielt im Bericht vom 28. Dezember 2011 
zur Neurologie fest, die Hirnnerven seien intakt und unauffällig, die Pupillen 
mittelweit, direkt sowie indirekt prompt und seitengleich auf Lichtreflex reagierend, 
Reflexe seien seitengleich auslösbar (SUVA-act. 11 S. 1).

- Dr. med. C._____, Facharzt für Neurologie FMH, führte in seinem Bericht vom 
2. Januar 2012 aus, in der klinisch neurologischen Untersuchung fänden sich derzeit 
keine Auffälligkeiten signifikanten Ausmasses. Bei beklagtem Kopfweh unter 
Anstrengung bzw. Konzentrationsstörung habe er noch ein EEG abgeleitet, welches 
einen unauffälligen Befund erbracht habe (SUVA-act. 20 S. 2).

- Dr. med. O._____ von der Rehaklinik Y._____ hielt in ihrem Bericht vom 14. Mai 
2012 zu dem beim Beschwerdeführer durchgeführten LTHV-Assessment unter 
anderem fest, der Versicherte gebe an, dass er beim Unfall nicht bewusstlos 
geworden sei und auch keine Erinnerungslücken gehabt habe. In Zusammenschau 
aller Befunde würden der unauffällige neurologische Status und das Fehlen von 
signifikanten Gleichgewichtsstörungen in der physiotherapeutischen 
Basisuntersuchung zusammen mit der leicht ängstlich-depressiven Symptomatik, 
welche in der neuropsychologischen Untersuchung zusammen mit der leichten 
neuropsychologischen Störung festgestellt worden sei, gegen eine organische 
Genese der immer noch bestehenden Schwindelproblematik sprechen, wenn auch 
nach dem Unfall gemäss Aktenlage ein organisch bedingtes Schwindelsyndrom 
zumindest möglich gewesen wäre. Diagnostisch könnten die Symptome am ehesten 

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als sekundärer somatoformer Schwindel eingeordnet werden (SUVA-act. 72 S. 4 
und 10).

- Im Austrittsbericht der Rehaklinik Y._____ vom 12. Juli 2012 wurde insbesondere 
ausgeführt, in den Therapien in den letzten Wochen seien kaum bis gar keine 
Angaben von Schwindel gemacht worden. Selbst bei Fitnesstraining und längerer 
hoher kognitiver Anforderung über 90 Minuten hätten sich keine Anzeichen von 
Schwindel ergeben. Objektivierbar seien weder Nystagmus noch sonstige Anzeichen 
von Schwindel gewesen SUVA-act. 96 S. 2).

- Dr. med. P._____ und Dr. med. Q._____ vom Interdisziplinären Zentrum für 
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des Universitätsspitals Zürich führten in 
ihrem Bericht vom 28. September 2012 aus, in Zusammenschau aller Befunde 
fänden sich zusammenfassend keine Hinweise auf eine peripher-vestibuläre, 
zentral-vestibuläre oder cerebelläre Funktionsstörung (SUVA-act. 192 S. 2).

- Dr. med. E._____, Facharzt FMH ORL, hielt im Bericht vom 27. November 2013 
insbesondere fest, seine Untersuchung zeige normale otoneurologische Befunde 
und insbesondere keinen Lagerungsschwindel. Es liege kein kalorisches Defizit vor 
(SUVA-act. 220 S. 2).

In Würdigung der soeben aufgezählten Arztberichte und Stellungnahmen 

ist das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass keine organischen 

Verletzungen infolge des Unfalls vom 22. Dezember 2011 nachgewiesen 

sind. Der Beschwerdegegnerin ist damit insofern beizupflichten, als sie 

eine organisch nachweisbare Ursache für die noch geklagten 

Beschwerden verneint hat. Zutreffend hielt sie im angefochtenen 

Einspracheentscheid und in der Beschwerdeantwort fest, dass der 

Beschwerdeführer eine leichte HWS-Distorsion erlitten hatte und gemäss 

seinen eigenen Angaben nach dem Unfall Schwindel und Kopfschmerzen 

auftraten (SUVA-act. 11), wobei in der Folge insbesondere die 

Schwindelbeschwerden im Vordergrund standen (SUVA-act. 72 S. 10 und 

96 S. 2). Ebenfalls zutreffend führte die Beschwerdegegnerin aus, dass 

organische/strukturelle Unfallfolgen bildgebend/apparativ nicht objektiviert 

werden konnten. Die MRI-Abklärungen der HWS und des Schädels 

zeigten keine traumatische Läsionen (SUVA-act. 35 und 46). Gemäss 

Arztbericht von Dr. med. M._____ vom 20. März 2013 gab es auch keinen 

Hinweis auf eine frische Fraktur im Bereich des Os sacrum/Os 

coccygeum (SUVA-act. 151 S. 4, 152 und 154). Des Weiteren konnten 

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keine neurologischen Defizite nachgewiesen werden und ein EEG war 

unauffällig (SUVA-act. 11, 20 S. 2 und 72 S. 10). Die otoneurologische 

Untersuchung erbrachte normale Befunde ohne Zeichen einer peripher-

vestibulären Störung (SUVA-act. 220 S. 2). Schliesslich konnte 

insbesondere in Bezug auf die Schwindelproblematik kein organisches 

Korrelat ermittelt werden (SUVA-act. 72 S. 10, 96 S. 2, 192 S. 2 und 220 

S. 2). Aufgrund der medizinischen Akten kann auch eine Commotio 

cerebri ausgeschlossen werden, zumal beim Beschwerdeführer weder 

eine Bewusstlosigkeit noch Erinnerungslücken aufgetreten sind (SUVA-

act. 72 S. 4). Insgesamt liegen demnach keine organischen Unfallfolgen 

vor, was vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird. In dieser 

Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin folglich zu Recht die Leistungen 

eingestellt. 

Vorliegend weist der Beschwerdeführer denn auch insbesondere auf die 

psychische Problematik hin. So führt er in der Beschwerde aus, die 

bisherigen Leistungen der Beschwerdegegnerin seien auf Grund seiner 

psychischen traumatischen Reaktionen auf den Unfall und nicht wegen 

organisch nachweisbaren Schäden entrichtet worden. Er beantragt daher 

insbesondere auch die Weiterführung der Übernahme der psychiatrischen 

Behandlung bei Dr. med. D._____ und der Therapie bei Dr. med. 

G._____. Das Vorliegen psychischer Beschwerden wird von der 

Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt. Jedoch ist sie nach dem 

Gesagten (vgl. vorne E.2c) für psychische Beschwerden nur dann 

leistungspflichtig, wenn diese auch adäquat kausal zum Unfall sind, 

weshalb die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zu Recht eine 

Adäquanzprüfung durchgeführt hat.

4. a) Bei sogenannten Schleudertraumata der Halswirbelsäule, dem 

Schleudertrauma äquivalenten Verletzungen und Schädelhirntraumata 

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treten je nach Einzelfall physische und/oder psychische Beschwerden auf, 

weshalb – je nachdem, ob die Unfallfolgen organisch hinreichend 

nachweisbar sind bzw. ein typisches Beschwerdebild vorliegt – für die 

Adäquanzbeurteilung andere Regeln gelten. Liegt ein typisches 

Beschwerdebild vor bzw. ist ausnahmsweise von der 

Nichtüberwindbarkeit des Schleudertraumas auszugehen, ist die 

Adäquanz der psychischen Störung nach Massgabe der sogenannten 

Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen (vgl. BGE 117 V 359 E.4, 

134 V 109 E.10). Psychische Beschwerden, die nicht zum typischen 

Beschwerdebild zählen oder zwar zum typischen Beschwerdebild einer 

solchen Verletzung gehören, aber im Vergleich zu diesem ganz in den 

Vordergrund getreten sind, sind hingegen nach der Psycho-Praxis zu 

qualifizieren (vgl. BGE 115 V 133). Voraussetzung dafür ist allerdings, 

dass die psychische Problematik bereits unmittelbar nach dem Unfall eine 

eindeutige Dominanz aufweist bzw. die physischen Beschwerden im 

Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt 

gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit 

ganz in den Hintergrund getreten sind (KIESER/LANDOLT, a.a.O., N. 603; 

siehe auch BGE 123 V 98 E.2a; RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79; RKUV 2002 

Nr. U 465 S. 437; U 151/01 E.4.2, U 5/06 E.3.2.2, U 442/06 E.2.2 und 3.4 

sowie das Urteil des Bundesgerichts 8C_584/2007 vom 9. September 

2008 E.3.2). Der Unterschied zwischen den beiden Praxen besteht darin, 

dass bei der Schleudertrauma-Praxis im Gegensatz zur Psycho-Praxis 

auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen 

Komponenten verzichtet wird, weil nicht entscheidend ist, ob die 

organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden medizinisch 

eher als organischer und/ oder psychischer Natur bezeichnet werden 

(BGE 134 V 109 E.2.; vgl. auch KIESER/LANDOLT, a.a.O., N. 604; MÜLLER, 

Die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zum 

adäquaten Kausalzusammenhang beim sog. Schleudertrauma der 

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Halswirbelsäule [HWS]): Leitsätze, Kasuistik und Tendenzen, SZS 2001, 

S. 413 ff.).

b) Bei der Prüfung der Frage, ob die Adäquanzprüfung nach der Psycho- 

oder der Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen ist, muss nach der 

Rechtsprechung wie folgt vorgegangen werden: Zunächst ist abzuklären, 

ob die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, eine 

diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist 

dies nicht der Fall, gelangt die Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zur 

Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte 

Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss 

beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen 

Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche 

Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Wesensveränderung und so weiter (BGE 119 V 335 E.1, 117 V 359 E.4b) 

zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber 

ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit 

psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; 

andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz nach der 

Schleudertrauma-Praxis gemäss den in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien bzw. in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien (vgl. ACKERMANN, 

Kausalität, in: SCHAFFHAUSER/KIESER [Hrsg.], Unfall und 

Unfallversicherung, Referate der Tagung vom 27. November 2008 in 

Luzern, St. Gallen 2009, S. 58 f.).

c) Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid 

aus, dass vorliegend davon auszugehen sei, dass der Versicherte eine 

entsprechende Verletzung erlitten habe und die zum typischen 

- 15 -

Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen zumindest teilweise 

vorhanden seien (S. 4). In der Beschwerdeantwort führt sie zudem aus, 

dass das Beschwerdebild psychisch bedingt sei und die psychische 

Problematik – inklusive dem psychisch bedingten Schwindel –  von 

Anfang an stets im Vordergrund gestanden habe. Dies ist nicht zu 

beanstanden, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen. Die 

diesbezügliche medizinische Aktenlage präsentiert sich zusätzlich zu den 

bereits oben in Erwägung 3 aufgeführten Akten insbesondere wie folgt:

- Im neuropsychologischen und psychopathologischen Bericht der Rehaklinik Y._____ 
vom 8. Mai 2012 wurde die neuropsychologische Diagnose einer leichten, 
unspezifischen neuropsychologischen Störung im Rahmen einer 
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) 
und sekundärem somatoformem Schwindel (ICD-10: F45.38) gestellt (SUVA-act. 73 
S. 6).

- Im psychiatrischen Bericht der Rehaklinik Y._____ vom 17. Juli 2012 wurde 
ausgeführt, psychiatrischerseits lasse sich das gezeigte Beschwerdebild am ehesten 
im Formenkreis der somatoformen Störungen einordnen. Darauf sei bereits im 
neuropsychologischen Bericht anlässlich der ambulanten Untersuchung vom 14. Mai 
2012 hingewiesen worden. Hauptkriterium sei das Fehlen eines diagnostizierbaren 
medizinischen Krankheitsfaktors. Im Hinblick auf die medizinische somatische 
Beurteilung werde auf den Austrittsbericht vom 12. Juli 2012 und auf den 
neurologischen Bericht vom 14. Mai 2012 verwiesen. Bezüglich einer weiteren 
Differenzierung der psychischen Störung werde aktuell von einer sogenannten 
undifferenzierten Somatisierungsstörung ausgegangen (SUVA-act. 98 S. 3).

- Im Bericht der PDGR vom 25. Februar 2013 wurde ausgeführt, nach den ersten 
Sitzungen mit dem Versicherten, dreizehn Monate nach dem Autounfall, und 
nachdem die vom Versicherten aufgewiesenen Symptome medizinisch nicht 
vollständig erklärt werden könnten, zeige sich für die Referentin nach ICD-10 das 
vorläufig folgende diagnostische Bild: undifferenzierte Somatisierungsstörung F45.1 
sowie psychisches Trauma, nicht andernorts klassifizierbar Z91.4 (SUVA-act. 140 
S. 2).

- Im Bericht der PDGR vom 8. April 2013 wurde ausgeführt, diagnostisch könne nach 
ICD-10 das Bild bestätigt werden, welches sich nach den ersten Sitzungen schon 
gezeigt habe: undifferenzierte Somatisierungsstörung F45.1 sowie psychisches 
Trauma, nicht andernorts klassifizierbar Z91.4 (SUVA-act. 156 S. 2).

- Dr. med. D._____ stellte in seinem Bericht vom 14. August 2013 die Diagnose einer 
undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1). Differentialdiagnostisch 
erwog er eine Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und paranoiden 
Anteilen. Ausserdem diagnostizierte er ein psychisches Trauma, nicht andernorts 
klassifizierbar (ICD-10 Z91.4). Hierzu erwog er differentialdiagnostisch eine 
posttraumatische Belastungsstörung und eine generalisierte Angststörung (SUVA-
act. 196 S. 3 f.).

- 16 -

- Med. pract. F._____ vom versicherungspsychiatrischen Dienst der SUVA führte in 
seinem Bericht zur psychiatrischen Beurteilung des Beschwerdeführers vom 
12. Dezember 2013 aus, zuletzt und mit der Beurteilung vom 14. Mai 2013 
verglichen, würden beim Versicherten die gleichen Diagnosen einer 
undifferenzierten Somatisierungsstörung (F45.1), sowie einer psychischen 
traumatischen Reaktion (Z91.4) festgehalten. Neulich, seit Beginn der 
fachpsychiatrischen ambulanten Behandlung, werde differenzialdiagnostisch die 
Entwicklung einer Traumareaktion im Sinne einer posttraumatischen 
Belastungsstörung, gegebenenfalls einer Angststörung festgehalten. Die zuletzt 
dokumentierte Psychopathologie entspreche sowohl den festgehaltenen Diagnosen 
wie auch differenzialdiagnostischen Überlegungen. Eine abschliessende Diagnose 
werde erst im weiteren Behandlungsverlauf möglich sein. Diesbezüglich empfehle 
sich ein Verlaufsbericht Ende Januar 2014 seitens Dr. med. D._____ anzufordern. 
Es sei vom bisherigen Verlauf ableitbar, dass gegenwärtig die psychischen 
Beschwerden im Vordergrund stünden und dass die diagnostizierten psychischen 
Störungen einen eigenen Krankheitswert aufweisen würden. Ein Teil der 
entstandenen psychischen Beschwerden stünde im Zusammenhang mit dem Unfall. 
Diese würden über die unspezifischen körperlichen und psychischen Reaktionen von 
HWS-Distorsionen hinausgehen und sich als psychosomatische Beschwerden sowie 
als eine psychische Reaktion mit erhöhter Ängstlichkeit und traumatischen 
Elementen zeigen. Dazu werde die psychische Symptomatik von einer 
vorbestehenden psychischen Labilität begleitet und mitbedingt. Diese zeige sich seit 
dem Unfall in Form von Körperbeschwerden und weise eine gleiche oder grössere 
Ausprägung als die unfallbedingte Symptomatik auf. Auch eine Wechselwirkung sei 
vorstellbar. Eine klare Trennung der unfallbedingten und -fremden Symptome und 
ihrer Ausprägungen sei sowohl zeitlich wie anhand der vorhandenen Dokumentation 
nicht möglich und auch für die Behandlungsfortsetzung ebenfalls wenig sinnvoll. 
Eine Teilkausalität sei aktuell zu bejahen (SUVA-act. 221 S. 3 f.).

Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage kann mit der 

Beschwerdegegnerin festgehalten werden, dass das Beschwerdebild 

psychisch bedingt ist respektive die psychische Problematik, inklusive des 

psychisch bedingten Schwindels, im Rahmen des gesamten 

Beschwerdebilds schon früh stets im Vordergrund stand. Dies wurde im 

Übrigen selbst vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen. Zudem 

kann aufgrund der medizinischen Akten davon ausgegangen werden, 

dass das psychische Beschwerdebild über das übliche Beschwerdebild 

nach einer HWS-Distorsion hinausgeht und als selbstständige 

Gesundheitsschädigung zu verstehen ist (vgl. insbesondere Bericht von 

med. pract. F._____ vom 12. Dezember 2013 [SUVA-act. 221 S. 4]). In 

Fällen wie dem Vorliegenden, in welchen die zum typischen 

Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden 

- 17 -

Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur hier 

vorliegenden ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten, wenn also die schleudertraumaspezifischen 

Beschwerden im Verlauf der Entwicklung vom Unfall bis zum 

Beurteilungszeitpunkt gesamt nur eine untergeordnete Rolle gespielt 

haben, ist die Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer 

psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 

vorzunehmen. Mit anderen Worten gelangt auch nach einer Distorsion der 

Halswirbelsäule die Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zur 

Anwendung, sofern die im Anschluss an den Unfall aufgetretenen 

psychischen Störungen als eine selbständige Gesundheitsschädigung zu 

qualifizieren sind, die insofern sekundären Charakter trägt, als sie sich 

von (Langzeit-)Symptomen der beim Unfall erlittenen Distorsion der 

Halswirbelsäule unterscheidet (vgl. vorne E. 4a sowie Urteil des 

Bundesgerichts 8C_844/2010 vom 15. Februar 2011 E.4.6). Folglich hat 

die Beschwerdegegnerin die Adäquanz zu Recht nach der Psycho-Praxis 

(BGE 115 V 133) und somit unter Ausschluss psychischer Aspekte 

beurteilt. Die Anwendung der Psycho-Praxis wird vom Beschwerdeführer 

denn auch nicht bemängelt.

5. a) Sowohl bei der Psycho- als auch bei der Schleudertrauma-Praxis wird für 

die Beantwortung der Frage der adäquaten Kausalität an die Schwere 

des Unfalls und gegebenenfalls bestimmte unfallbezogene Kriterien 

angeknüpft. Die Schwere des Unfalls bestimmt sich aufgrund des 

augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden 

Kräften, wobei die Folgen des Unfalls oder Begleitumstände, die nicht 

direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können, nicht 

massgebend sind (vgl. das Urteil des Bundesgerichts U 2/07 vom 

19. November 2007 E.5.3.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum UVG, 4. Auflage, Zürich 2012, Art. 6 S. 61). 

- 18 -

Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden 

Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu 

tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – 

Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht. Immerhin 

können die erlittenen Verletzungen aber Rückschlüsse auf die sich beim 

Unfall entwickelten Kräfte gestatten (vgl. SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 

5.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2009 vom 4. Juni 2009 E.4.1.1). 

Bei banalen oder leichten Unfällen ist – sowohl bei der Psycho- als auch 

bei der Schleudertrauma-Praxis – die Adäquanz des 

Kausalzusammenhanges ohne weiteres zu verneinen. Bei schweren 

Unfällen ist die Adäquanz – ebenfalls bei beiden Praxen – ohne weiteres 

zu bejahen. Bei den als mittelschwer qualifizierten Unfällen wird 

zusätzlich unterschieden zwischen i.e.S. mittelschweren Unfällen und 

solchen im Grenzbereich zu den schweren bzw. zu den leichten 

Ereignissen. Bei mittelschweren Unfällen wird die Adäquanz abhängig 

gemacht vom Erfüllen weiterer Kriterien, wobei bei der Psycho- und bei 

der Schleudertrauma-Praxis je ein Kriterienkatalog besteht (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 62 f.). Als wichtigste Kriterien sind in 

Bezug auf die Anwendung der Psycho-Praxis zu nennen (BGE 129 V 177 

E.4.1, 115 V 133 E.c/aa; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 

23. August 2010 E.7.2):

 besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 
Eindrücklichkeit des Unfalls;

 die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) 
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 
psychische Fehlentwicklungen auszulösen;

 ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
 körperliche) Dauerschmerzen;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert;
 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 Grad und Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit.

- 19 -

b) Vorliegend bemängelt der Beschwerdeführer, dass die 

Beschwerdegegnerin den Unfall den mittelschweren Unfällen im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen zugeordnet hat. Wie der Unfall 

seiner Meinung nach einzustufen wäre, lässt er jedoch offen. Er führt 

lediglich aus, sein Unfall vom 22. Dezember 2011 sei kein leichter 

gewesen, womit er den Unfall vermutungsweise als mittelschwer i.e.S. 

eingeordnet wissen will. Die biomechanische Kurzbeurteilung vom 

11. September 2012 ergab eine Delta-V von 20 bis 30 km/h (SUVA-

act. 105). Diese Einschätzung basiert auf dem Polizeirapport (SUVA-

act. 25) und Fotos des Unfallautos. Dem Bericht ist zwar zu entnehmen, 

dass das genaue Ausmass der Deformation an der Front des 

Unfallfahrzeugs aufgrund der mangelnden Qualität und Quantität der 

Bilder nur schlecht beurteilt werden könne und zudem keine 

Informationen zu unteren/steifen Strukturen vorhanden seien, weshalb die 

Angabe zur Delta-V mit einer dementsprechenden Unsicherheit behaftet 

sei (SUVA-act. 105 S. 3). Jedoch ist keine wesentliche Abweichung der 

Beschreibung des Fahrzeugschadens in der biomechanischen 

Kurzbeurteilung zu den vom Beschwerdeführer im Nachgang zur 

Beschwerde eingereichten Fotos erkennbar. Insgesamt liegen keine 

Anhaltspunkte dafür vor, dass die biomechanische Kurzbeurteilung falsch 

wäre. Die Delta-V im Bereich von 45-70 km/h, wie vom Beschwerdeführer 

vorgebracht, ist jedenfalls nicht begründet. Ohnehin kommt 

unfallanalytischen und biomechanischen Gutachten beweisrechtlich nicht 

erhöhtes Gewicht in dem Sinne zu, dass allein gestützt darauf, die 

Einstufung eines Unfalls als leicht, mittelschwer oder schwer 

vorzunehmen wäre. Eine unfallanalytische oder biomechanische Analyse 

vermag gegebenenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur mit Blick auf die 

Adäquanzprüfung relevanten Schwere des Unfallereignisses zu liefern; 

sie bildet jedoch für sich allein in keinem Fall eine hinreichende 

Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

- 20 -

8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E.4.6.1 m.w.H.). Weitere Abklärungen 

zur Delta-V erübrigen sich auch deshalb, weil vorliegend keines der 

massgebenden sieben Adäquanzkriterien erfüllt ist (vgl. unten Erwägung 

5c). Ob die signalisierte Höchstgeschwindigkeit im R._____tunnel 100 

km/h betrug, wie dies der Beschwerdeführer behauptet, ist nicht 

entscheidrelevant, da der Lenker des Unfallfahrzeugs gegenüber der 

Polizei eine Fahrgeschwindigkeit von 60 bis 80 km/h respektive vor dem 

Unfall eine Überholgeschwindigkeit von 80 km/h im R._____tunnel 

angegeben hatte (SUVA-act. 25). Im Übrigen betrug die am Unfallort 

erlaubte Höchstgeschwindigkeit gemäss Polizeirapport 80 km/h (SUVA-

act. 25 S. 5). Als mittelschwere Unfälle i.e.S. stufte das Bundesgericht 

etwa Ereignisse ein, bei welchen das Fahrzeug ins Schleudern geriet, von 

der Strasse abkam, sich über eine Grasböschung seitlich überschlug und 

auf dem Dach zum Stillstand kam; bei einem Überholmanöver mit ca. 100 

km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen 

Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen 

kam; einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich überschlug; 

von der Strasse abkam und sich überschlug; auf der Autobahn in einer 

Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend 

zum Stillstand kam; sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf 

einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug - wobei die 

versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf 

der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam; mit einer 

Fahrgeschwindigkeit von 110 km/h auf den Fahrstreifen für den 

Gegenverkehr, dann auf das linksseitige Strassenbankett und schliesslich 

in den Strassengraben geriet, wobei es sich mehrere Male überschlug; 

frontal mit einem anderen Personenwagen kollidierte, wobei die 

Geschwindigkeit des unfallverursachenden Personenwagens 30 bis 40 

km/h betrug und diejenige des beteiligten Fahrzeugs auf etwa 70 bis 80 

km/h geschätzt wurde; bei einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 80 km/h mit 

- 21 -

einem Drahtgitterzaun abseits der Strasse kollidierte, sich seitlich 

überschlug und auf dem Dach liegend im angrenzenden Wiesland zum 

Stillstand kam; mit einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h frontal in einen 

stehenden Personenwagen prallte; auf der Autobahn mit ca. 130 km/h 

wegen des Platzens eines Reifens ins Schleudern geriet, sich um die 

eigene Achse drehte, wobei es einen Schutzzaun durchbrach und 

anschliessend nach der Überquerung mehrerer Wassergräben auf einem 

Acker neben der Fahrbahn zum Stehen kam; ungebremst mit etwa 100 

km/h in ein mit ca. 80 km/h fahrendes, noch ein Abbrems- und 

Ausweichmanöver einleitendes Auto stiess (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_100/2011 vom 1. Juni 2011 E.3.4.1 [nicht publiziert in BGE 137 V 

199] m.H.a. Praxisübersicht in Urteil des Bundesgerichts 8C_996/2010 

vom 14. März 2011 E.7.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_711/2010 vom 

14. Januar 2011 E.5.3; 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 E.4.6.2 

m.w.H.). Vorliegend überholte das Unfallauto gemäss Polizeirapport im 

R._____tunnel kurz vor dem Tunnelausgang einen Lastwagen (SUVA-

act. 25 S. 6). Als der Fahrer des Unfallfahrzeugs bemerkte, dass die 

Überholspur ausserhalb des Tunnels mit Schneematsch bedeckt war, gab 

er kein Gas mehr und konzentrierte sich darauf, geradeaus zu fahren. 

Trotzdem verlor er die Beherrschung über das Unfallauto. Dieses kam ins 

Schleudern und kollidierte daraufhin mit der linksseitigen Stützmauer. 

Unter Berücksichtigung der vorliegenden Akten (unter anderem dem 

Polizeirapport [SUVA-act. 25]), der ermittelten, im Harmlosigkeitsbereich 

liegenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2009 vom 4. Januar 

2010 E.4.6.1) Delta-V von 20 bis 30 km/h (SUVA-act. 105) und der 

dargelegten Kasuistik der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die 

Beschwerdegegnerin den hier zu beurteilenden Verkehrsunfall zu Recht 

eher den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten 

Unfällen zugeordnet.

- 22 -

c) Zusammenfassend kann jedoch festgehalten werden, dass die 

Qualifikation des Unfalls nach seiner Schwere – mittelschwer im 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen oder höchstens mittelschwer 

i.e.S. – vorliegend letztlich offen bleiben kann, zumal die Adäquanz – wie 

noch zu zeigen sein wird – selbst bei einem mittelschweren Unfall i.e.S. 

zu verneinen ist. Diesfalls wäre die Adäquanz zu bejahen, wenn entweder 

ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder 

aber mindestens drei der hiervor erwähnten Kriterien in der einfachen 

Form gegeben wären (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100; Bundesgerichtsurteile 

8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E.6.2.2, 8C_617/2010 vom 15. Februar 

2011 E.3.3). Bei der vorliegend zu Recht angenommenen Qualifikation 

des Unfalls als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen 

müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen den geklagten nicht objektivierbaren Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 22. Dezember 2011 mindestens vier der hiervor 

erwähnten Kriterien in nicht ausgeprägter Weise erfüllt sein, sofern nicht 

(mindestens) eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders 

ausgeprägter bzw. auffallender Weise gegeben ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E.5.1 m.w.H.).

aa) Der Beschwerdeführer sieht das Kriterium der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls als 

erfüllt an (Replik S. 5 Ziff. 4, Triplik S. 3). Der Unfall sei bei starkem 

Schneefall direkt nach einer Tunnelausfahrt und somit bei wechselnden 

Lichtverhältnissen geschehen. Durch ein Versagen des 

Antiblockiersystems (ABS) sei das Unfallauto nahezu ungebremst in die 

Betonmauer geprallt. Als Unfallbeteiligter wisse er ganz genau, dass das 

Unfallauto auf dem seifigen Schneematsch niemals geruckelt sei, was ein 

Zeichen der Abbremsung durch das ABS wäre, und somit das ABS 

versagt habe. Nur schon ungebremst gegen eine grosse und sehr stabile 

- 23 -

Betonmauer zu rasen sei dramatisch. Hinzu komme, dass das Unfallauto 

auf der linken Spur einer Autobahn, welche durch den Arbeitsverkehr 

stark befahren gewesen sei, zum Stillstand gekommen sei. Da beim 

Unfallauto das ABS versagt habe, sei auch davon auszugehen gewesen, 

dass dieses auch bei den nachfolgenden Fahrzeugen versagen würde. 

Durch die wechselnden Lichtverhältnisse, den starken Schneefall und die 

hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn sei davon auszugehen 

gewesen, dass das Unfallauto zu spät bemerkt würde. Glücklicherweise 

habe das Unfallauto kurz vor der Tunnelausfahrt einen Lastwagen 

überholt, welcher den Verkehr auf der linken Spur bis zum Eintreffen der 

Polizei habe aufhalten können. Ansonsten wäre höchstwahrscheinlich ein 

zusätzlicher Auffahrunfall mit Schwerverletzten oder Toten aufgetreten. 

Bei solchen Umständen sei es legitim, Todesängste zu haben, welche zu 

einer posttraumatischen Belastungsstörung führen könnten. Der 

Beschwerdeführer drückt lediglich sein subjektives Empfinden aus, 

wonach die Umstände des Unfalls besonders dramatisch gewesen seien. 

Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls erfüllt ist, beurteilt sich jedoch 

objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. 

Angstgefühls des Versicherten. Jedem mindestens mittelschweren Unfall 

ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit noch nicht für eine 

Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das 

Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung 

betrachtet. Der nachfolgende Heilungsprozess ist irrelevant (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_721/2011 vom 11. November 2011 E.5.1 m.w.H.). 

Aufgrund des Polizeirapports zum Unfall (SUVA-act. 25) und der vom 

Beschwerdeführer eingereichten Unfallfotos ist erstellt, dass das Auto 

nicht wie vom Beschwerdeführer vorgebracht wird, ungebremst auf eine 

Betonmauer zuraste, sondern ins Schleudern kam und sich drehte, bevor 

es mit der Stützmauer kollidierte. Ausserdem bestand – wie der 

- 24 -

Beschwerdeführer selbst ausführt – überhaupt nie die Gefahr eines 

Auffahrunfalls von nachfolgenden Fahrzeugen, da ein Lastwagenfahrer 

den nachfolgenden Verkehr regelte. Auch blieben die weiteren Mitfahrer 

des Unfallautos unverletzt. Insgesamt ist objektiv gesehen weder von 

besonders dramatischen Begleitumständen noch von einer besonderen 

Eindrücklichkeit auszugehen, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist. 

bb) Bezüglich des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

somatischen Verletzungen, insbesondere ihrer erfahrungsgemässen 

Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, hat das 

Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung festgehalten, dass die 

Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich 

gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein zu dessen Bejahung 

nicht genügt. Es bedarf vielmehr einer besonderen Schwere der für das 

Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, 

welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 

beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen 

Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. 

Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben 

dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem 

Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2009 vom 5. Juni 2009 E.5.3 

m.w.H.; BGE 134 V 109 E.10.2.2; vgl. zum Ganzen Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 11 52 vom 17. April 

2012 E.5c). Aufgrund der medizinischen Akten ist erstellt, dass der 

Beschwerdeführer eine leichte HWS-Distorsion erlitten hat; eine 

Commotio cerebri lag nicht vor. Weiter erlitt der Beschwerdeführer aus 

dem Unfall keine äusseren Verletzungen respektive führte der Unfall zu 

keinen organisch nachweisbaren Folgen im Sinne von strukturellen 

Veränderungen (vgl. oben Erwägung 3). Insgesamt können den Akten 

- 25 -

weder eine besondere Schwere der bei einem Schleudertrauma typischen 

Beschwerden noch besondere Umstände entnommen werden, weshalb 

auch dieses Kriterium nicht erfüllt ist. Im Übrigen wird die Nichterfüllung 

dieses Kriteriums vom Beschwerdeführer auch nicht beanstandet.

cc) Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

bis zum massgebenden Zeitpunkt des Fallabschlusses am 31. Januar 

2014 setzt praxisgemäss eine länger dauernde, kontinuierliche, mit einer 

gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des 

Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung somatisch 

begründbarer Beschwerden voraus (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 

E.5.2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 

E.6.2.2), wobei Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen 

Kontrollen nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten 

Behandlung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2009 vom 

21. April 2010 E.8.3.1). Zudem ist eine Behandlungsbedürftigkeit (im 

Sinne medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis 

drei Jahren nach einem HWS-Schleudertrauma respektive äquivalenten 

Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_769/2011 vom 31. Januar 2012 E.6.2.2, 

8C_806/2007 vom 7. August 2008 E.11.3.2; vgl. zum Ganzen VGU S 11 

52 E.5c). Auch dieses Kriterium sieht der Beschwerdeführer als erfüllt an. 

Wegen dem Unfall sei er immer noch in psychiatrischer Behandlung bei 

Dr. med. D._____ und in Therapie bei Dr. med. G._____. Ausserdem 

habe die Beschwerdegegnerin die Rechnungen beider Ärzte noch bis 

Ende 2014 und somit mehr als zwei Jahre nach dem Unfall vom 

22. Dezember 2011 bezahlt und demnach die Behandlung infolge Unfalls 

anerkannt (Triplik S. 3). Da vorliegend keine organisch nachweisbaren 

Unfallfolgen vorliegen, ist das Kriterium entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers von vornherein nicht erfüllt, da wie bereits erwähnt 

- 26 -

nur ärztliche Behandlungen somatisch begründbarer Beschwerden 

berücksichtigt werden. 

dd) Was das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen betrifft, so sind 

gewisse Schmerzen nach einem Unfall mit HWS-Distorsion nicht 

aussergewöhnlich. Entscheidend ist, wie lange die entsprechenden 

Unfallfolgen durch den erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden in 

erheblichem Ausmass mitverursacht wurden (Urteile des Bundesgerichts 

8C_769/2011 Urteil vom 31. Januar 2012 E. 6.2.2, 8C_1026/ 2010 vom 

7. Oktober 2011 E. 5.2). Da vorliegend erstellt ist, dass organisch 

nachweisbare Unfallfolgen fehlen und die vom Beschwerdeführer 

geklagten Beschwerden psychisch bedingt sind (vgl. oben Erwägung 4c) 

ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt.

ee) Dass das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert, vorliegend erfüllt sei, wurde vom 

Beschwerdeführer weder geltend gemacht noch ist dies den Akten zu 

entnehmen. Das Kriterium ist denn auch offensichtlich nicht erfüllt.

ff) Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs 

und/oder der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt 

sein (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 

E.9.6.1). Aus der ärztlichen Behandlung, anhaltenden Beschwerden 

sowie der Arbeitsunfähigkeit – Umstände, die im Rahmen der 

spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind – darf nicht auf 

einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen 

geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die 

Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die 

Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung 

dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger 

- 27 -

Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_415/2007 vom 1. Juli 2008 E.7.6, 

8C_280/2008 vom 10. September 2008 E.3.4.6 m.w.H.). Solche 

besondere Gründe oder Umstände sind hier nicht ersichtlich und werden 

im Übrigen vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Folglich 

ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt.

gg) Zu prüfen bleibt schliesslich das Kriterium des Grades und der Dauer der 

physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Da die Adäquanzkriterien 

vorliegend unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen sind, kann 

mit der Beschwerdegegnerin festgehalten werden, dass aufgrund der 

Akten nicht nachgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer physisch 

bedingt arbeitsunfähig ist. Den Akten ist zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer mehrmals versuchte, seine bisherige Arbeit wieder 

aufzunehmen, jedoch die Arbeitsversuche wegen Schwindelbeschwerden 

wieder aufgeben musste (vgl. u.a. SUVA-act. 18 und 36). Da in Bezug auf 

die Schwindelproblematik kein organisches Korrelat ermittelt werden 

konnte (vgl. oben Erwägung 3), ist vorliegend erstellt, dass die Ursache 

für diese Arbeitsunfähigkeit vorliegend insbesondere psychischer Natur 

war. Im Übrigen wurde eine physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit vom 

Beschwerdeführer weder geltend gemacht noch ist eine solche den Akten 

zu entnehmen. Auch dieses Kriterium ist folglich nicht erfüllt.

d) Da vorliegend kein Adäquanzkriterium erfüllt ist, hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen 

der Beschwerdegegnerin. Dies gilt auch für das vom Beschwerdeführer 

beantragte Case-Management bei der beruflichen Reintegration, zumal 

die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat, dass dieses nicht in 

ihren gesetzlichen Zuständigkeitsbereich, sondern in denjenigen der IV 

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fällt (vgl. Art. 7d ff. des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20). Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich 

somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]