# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7603ab67-26c0-559d-bd41-78a33455a19e
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-02-08
**Language:** de
**Title:** Privater Gestaltungsplan "Haus zum Falken", Ortsbildschutz, Vereinbarkeit mit den Schutzzielen des ISOS.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0010/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0010_vom_8._februar_2019.doc.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2018.05080 
0010/2019 

Entscheid vom 8. Februar 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Walter  Linsi,  Baurichterin  Beatrice  Bosshard,  Baurich-
ter Claude Reinhardt, Gerichtsschreiberin Christine Suter-Pfannes     

in Sachen 

Rekurrentin 

A, [….]  

vertreten durch [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

2.  Gemeinderat Zürich, Stadthaus, 8022 Zürich  

vertreten durch Stadtrat Zürich, Stadthaus, 8022 Zürich  

dieser wiederum vertreten durch Hochbaudepartement der Stadt  
Zürich, Rechtsabteilung, Lindenhofstrasse 19, Postfach, 8021 Zürich  

3.  B, [….] 

vertreten durch [….] 

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss  vom  24. Januar  2018  und  Genehmigungsverfü-
gung der Baudirektion Kanton Zürich Nr. 0607/18 vom 5. Juli 2018; Privater 
Gestaltungsplan "Haus zum Falken", Zürich 7 - Hottingen 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 24. Januar 2018 erteilte der Gemeinderat der Stadt Zü-

rich  seine  Zustimmung  zum  privaten  Gestaltungsplan  "Haus  zum  Falken". 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  genehmigte  diese  Festsetzung  mit  Verfü-

gung  vom  5. Juli  2018.  Die  Bekanntmachung  der  Entscheide  erfolgte  im 

Amtsblatt vom 13. Juli 2018.  

B. 
Gegen  diese  Entscheide  erhob  die  A  mit  Eingabe  vom  10. August  2018 

fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  bean-

tragte die Aufhebung der Entscheide unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten der Rekursgegnerschaft.  

C. 
Mit  Präsidialverfügung  vom  16. August  2018  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 
Mit Eingabe vom 19. September 2018 beantragte der Gemeinderat die Ab-

weisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten 

der  Rekurrentin.  Die  Baudirektion  schloss  mit  Eingabe  vom  14. Septem-

ber 2018  unter  Einreichung  des  Mitberichtes  des  Amtes  für  Raumentwick-

lung vom 12. September 2018 ebenfalls auf Abweisung des Rekurses.  

Die B, Erstellerin des privaten Gestaltungsplans und private Rekursgegne-

rin, beantragte mit ihrer Rekursantwort vom 19. September 2018, es sei der 

Rekurs  abzuweisen,  alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulas-

ten der Rekurrentin.  

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Seite 2 

 
 
E. 
Sowohl die Rekurrentin in ihrer Replik vom 10. Oktober 2018 als auch die 

private  Rekursgegnerin  und  die  kommunale  Vorinstanz  in  ihren  Dupliken 

vom  2. November  2018  hielten  an  ihren  Anträgen  fest.  Die  Baudirektion 

verzichtete stillschweigend auf eine Duplik.  

F. 
Am  14. Dezember  2018  führte  die  1. Abteilung  des  Baurekursgerichts  im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 
Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  in  den  nachstehenden 

Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Das  eine  Fläche  von  911 m2  aufweisende  Gestaltungsplangebiet  umfasst 
die  überbaute  Parzelle  Kat.-Nr. HO2  und  befindet  sich  beim  Bahnhof  Sta-

delhofen zwischen der SBB-Bahnlinie und der Kreuzbühlstrasse. Das Areal 

ist gemäss der geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO) 

der  Kernzone  "Hohe  Promenade"  zugeteilt  und  ist  im  Bundesinventar  der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) dem Gebiet Nr. 9 "Bellevue 

und Stadelhofen" mit dem Erhaltungsziel AC zugeteilt.  

Der  heutige  Baubestand  umfasst  das  Gebäude  "Haus  zum  Falken"  aus 

dem  Jahre  1819,  welches  im  Erdgeschoss  das  ehemalige  Café  Mandarin 

beinhaltet,  sowie  einen  eingeschossigen  Anbau  aus  dem  Jahre  1884.  Die 

private  Rekursgegnerin  beabsichtigt,  den  bestehenden  Gebäudebestand 

durch einen Neubau zu ersetzen, welcher im Erdgeschoss publikumsorien-

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tierte  gewerbliche  Nutzungen  (z.B.  Gastronomie,  Verkaufsgeschäfte),  in 

den  Obergeschossen  Gewerbe-  und  Dienstleistungsnutzungen  sowie  in 

den  Untergeschossen  eine  öffentliche  Velostation  mit  rund  1'000 Abstell-

plätzen vorsieht.  

Grundlage des Gestaltungsplans bildet ein Richtprojekt, das die private Re-

kursgegnerin  durch  das  Architekturbüro  Calatrava  Valls  AG  ausarbeiten 

liess, zu dessen Werken auch die in den 1980er Jahren geplante und her-

nach baulich umgesetzte Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen zählt. 

Richtprojekt aus der Vogelperspektive (Quelle: Calatrava Valls SA, Zürich) 

Der  Gestaltungsplan  bezweckt  eine  städtebaulich  besonders  gute,  wirt-

schaftlich  tragfähige  und  nachhaltige  Überbauung  mit  integrierter  öffentli-
cher Velostation von etwa 1'625 m2 in den Geschossen 0 bis -3 sowie die 
Anbindung an den Bahnhof Stadelhofen und den ihn umgebenden öffentli-

chen Raum (Art. 1 der Gestaltungsplanvorschriften [GPV]). Für die künftige 

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Bebauung  sind  Nutzweise,  Ausnützung,  Geschosszahl,  äussere  Abmes-

sungen,  Höhenkoten  und  Gestaltungsanforderungen  festgelegt  worden 

(Art. 5 ff.  GPV).  Weiter  enthält  der  Gestaltungsplan  Vorschriften  zur  Er-

schliessung  und  Parkierung  (Art. 11 ff.  GPV)  sowie  zu  den  Aussenberei-

chen, der Ökologie und der Energie (Art. 14 ff. GPV). 

2. 
Die Rekurrentin ist Eigentümerin der Liegenschaften [….] Sie ist angesichts 

dieser engen nachbarlichen Beziehung und der vorgebrachten Rügen (u.a. 

fehlende  Rücksichtnahme  auf  die  Kernzone  und  Unvereinbarkeit  mit  dem 

Ortsbildschutz)  zur  Rekursergreifung  gemäss  § 338a  des  Planungs-  und 

Baugesetzes  (PBG)  ohne  weiteres  legitimiert.  Da  auch  die  übrigen  Pro-

zessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten.  

3.1. 
Die Rekurrentin beantragt replicando, es sei das Richtprojekt anlässlich des 

Augenscheins  ordnungsgemäss  auszustecken.  Nur  eine  Aussteckung  er-

mögliche eine präzise und unverfälschte Beurteilung der äusseren Abmes-

sung  und  Auswirkungen  des  geplanten  Baukörpers  auf  das  bestehende 

Ortsbild  und  die  wertvollen  Sichtbezüge.  Die  Kubaturen  und  Mantellinien 

des  Richtprojekts  liessen  sich  aufgrund  der  vorliegenden  Visualisierungen 

nicht verlässlich nachvollziehen.  

Die private Rekursgegnerin beantragt, es sei auf den erst in der Replik ge-

stellten prozessualen Antrag zufolge Verspätung nicht einzutreten. 

3.2. 
Die private Rekursgegnerin ist der rekurrentischen Forderung nachgekom-

men  und  hat  das  Richtprojekt  anlässlich  des  Augenscheins  vom  14. De-

zember  2018  ausgesteckt.  Damit  wurde  der  prozessuale  Antrag  gegen-

standslos, und es kann daher offenbleiben, ob sich der Antrag als verspätet 

erwiesen hätte bzw. diesem stattzugeben gewesen wäre.  

Da die Rekurrentin jedoch anlässlich des Augenscheins Zweifel an der Kor-

rektheit  der  Aussteckung  äusserte  (vgl.  Prot.  S. 3 ff.)  und  monierte,  es  sei 

nicht  das  Ausgangspunkt  der  Planung  bildende  Richtprojekt,  sondern  ein 

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redimensioniertes  Vorhaben  ausgesteckt  worden,  drängen  sich  folgende 

Bemerkungen auf: 

Vor  der  öffentlichen  Bekanntmachung  sind  im  Baubewilligungsverfahren 

darstellbare  Bauvorhaben  auszustecken  (§ 311  PBG).  Das  Baugespann 

soll Personen, die in ihren Interessen beeinträchtigt sein könnten, ermögli-

chen,  sich  über  das  Projekt  informieren  zu  können.  Über  die  genaue  Ge-

stalt  der  Baute  hat  sich  der  Nachbar  anhand  der  öffentlich  aufliegenden 

Pläne zu orientieren, die in erster Linie massgebend sind. Im Rahmen von 

Gestaltungsplänen  werden  gemäss  § 83  PBG  für  ein  bestimmtes  Gebiet 

die Zahl, Lage, äussere Abmessungen sowie die Nutzweise und Zweckbe-

stimmung von Bauten bindend festgesetzt. Obwohl äussere Abmessungen 

festgelegt  werden,  werden  hierfür  keine  Bauprofile  verlangt.  Eine  Ausste-

ckung  erfolgt  erst  im  Rahmen  des  nachfolgenden  Baubewilligungsverfah-

rens  (Carmen  Walker  Späh,  Aussteckung  –  Hilfsmittel  zur  Visualisierung 

von  Bauprojekten,  PBG  aktuell 4/2010,  S. 8;  VB.2017.00371  vom  21. De-

zember 2017,  E. 6).  Für  den  anberaumten  Lokaltermin  hätte  somit  keine 

Profilierungspflicht bestanden.  

Im  Übrigen  hat  ein  Augenschein  primär  über  das  für  die  Beurteilung  des 

Gestaltungsplans  relevante  bauliche  Umfeld  Auskunft  zu  geben.  Es  geht 

darum,  einen Eindruck  von  der  baulichen  und  landschaftlichen  Umgebung 

zu gewinnen. Die Dimensionen des gestaltungsplanerisch maximal zulässi-

gen  Baukörpers  ergeben  sich  demgegenüber  verbindlich  aus  den  einge-

reichten  Plänen  und  den  Gestaltungsplanvorschriften.  Um  die  Einbindung 

eines  möglichen  Baukörpers  in  den  städtebaulichen  Kontext  zu  veran-

schaulichen, hat die Grundeigentümerin Visualisierungen des dem Gestal-

tungsplan  zugrunde  liegenden  Richtprojekts  samt  der  näheren  Umgebung 

erstellt  (act. 17.6,  Visualisierungen I-VI).  Ebenfalls  liegt  eine  Visualisierung 
eines  redimensionierten  Projekts  bei  den  Akten,  welches  von  der  privaten 

Rekursgegnerin  ausgearbeitet  und  der  Rekurrentin  anlässlich  einer  Be-

sprechung  im  Mai 2018  unterbreitet  worden  war  (act. 14.4  und  14.5). 

Schliesslich hat die Rekurrentin selber eine Visualisierung in Auftrag geben, 

welche  neben  dem  ursprünglichen  Richtprojekt  auch  das  gemäss  Gestal-

tungsplan maximal zulässige Bauvolumen (rote Linie) aufzeigt (act. 27.1-5).  

Nachdem  bei  der  Planbeurteilung  von  den  höchstzulässigen  Werten  aus-

zugehen  ist  und  im  Übrigen  genügend  Unterlagen  vorliegen,  welche  über 

die Auswirkungen eines möglichen Baukörpers auf das Ortsbild und die be-

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stehenden  Sichtbezüge  Aufschluss  geben,  kann  dahingestellt  bleiben,  ob 

anlässlich  des  Lokaltermins  das  Ausgangspunkt  der  Gestaltungsplanung 

bildende  Richtprojekt  oder  das  redimensionierte  Projekt  vom  Mai 2018 

ausgesteckt war.  

4.1. 
In  materieller  Hinsicht wendet  die  Rekurrentin  ein, dass  dem Gestaltungs-

plan  die  Genehmigung  aus  Gründen  des  Denkmalschutzes  zu  verweigern 

sei.  Zur  Begründung  bringt  sie  vor,  dass  der  Stadtratsbeschluss  Nr. 475 

vom  21. Mai  2014  nur  eine  suspensiv-bedingte  Entlassung  des  "Hauses 

zum Falken" aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzob-

jekte von kommunaler Bedeutung vorsehe. Im Zeitpunkt der Genehmigung 

des  Gestaltungplanes  habe  die  Schutzwürdigkeit  somit  unverändert  be-

standen, was im Rahmen des Verfahrens zu berücksichtigen gewesen wä-

re.  Es  sei  nicht  bekannt,  ob  dem  Stadtratsbeschluss  eine  gutachterliche 

Beurteilung zu Grunde gelegen habe. Es sei auch nicht bekannt, ob die of-

fizielle Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege im Rahmen der kan-

tonalen  Vorprüfung  eingeholt  worden  sei.  Es  liege  die  Vermutung  nahe, 

dass die Frage der Denkmalpflege und des Ortsbildschutzes gar nicht oder 

höchstens  lückenhaft und ungenügend  geprüft  worden  sei.  Dem Gebäude 

"Haus  zum  Falken"  komme  eine  wesentliche  denkmalpflegerische  Bedeu-

tung  zu,  weshalb es  schutzwürdig  und  in  seiner  Substanz  zu  erhalten  sei. 

Auf  den  zwar  formell  rechtskräftigen,  inhaltlich  jedoch  fehlerhaften  Stadt-

ratsbeschluss sei zwingend zurückzukommen. Es sei ein sachfremdes Ar-

gument  (Velostation)  als  Suspensivbedingung  in  unzulässiger  Weise  mit 

der Entlassung aus dem Inventar verknüpft worden.  

Nach  Auffassung  der  Rekursgegnerschaft  ist  dieser  Einwand  nicht  zu  hö-
ren,  da  der  Entscheid  des  Stadtrates  betreffend  die  suspensiv-bedingte 

Entlassung  des  Gebäudes  "Haus  zum  Falken"  aus  dem  Inventar  unange-

fochten in Rechtskraft erwachsen sei. Abgesehen davon treffe die Behaup-

tung nicht zu.  

4.2. 
Mit Beschluss Nr. 475 vom 21. Mai 2014 gelangte der Stadtrat Zürich nach 

einer  umfassenden  und  sorgfältigen  Interessenabwägung  zum  Schluss, 

dass auf eine definitive Unterschutzstellung des Gebäudes "Haus zum Fal-

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ken" zu verzichten sei. Er hielt darin zusammengefasst fest, dass dem Ge-

bäude zwar ein gewisser historischer Zeugenwert zukomme, dass aber das 

öffentliche  Interesse  an  einer  gut  integrierten  Velostation  in  unmittelbarer 

Bahnhofsnähe,  an  einer  dem  sehr  hohen  Personenaufkommen  gerechte-

ren,  grosszügigeren  Bahnhofzugänglichkeit  sowie  an  einer  architektonisch 

überzeugenden Lösung an dieser prominenten Lage das Interesse an einer 

Unterschutzstellung  der  bestehenden  Gebäude  klar  überwiege.  Die  Lie-

genschaft wurde in der Folge aus dem Inventar der kunst- und kulturhistori-

schen  Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung  unter  der  Suspensivbe-

dingung  entlassen,  dass  die  Baubehörde  für  ein  rechtskräftiges  Vorhaben 

mit  Velostation  die  Baufreigabe  erteilt  (act. 17.11).  Dieser  Beschluss  trat 

unangefochten in Rechtskraft. Damit wurde über die Frage, ob es sich beim 

fraglichen Gebäude um ein Schutzobjekt handelt, bereits rechtskräftig ent-

schieden. Stellt die Liegenschaft somit kein Denkmalschutzobjekt dar, steht 

einem Abbruch nichts entgegen.  

Die diesbezüglichen Einwände erweisen sich daher als verspätet und sind 

nicht zu hören. 

5.1.1. 
Weiter  bringt  die  Rekurrentin  vor,  der  Gestaltungsplan  bzw.  das  Richtpro-

jekt  stünden  in  direktem  Widerspruch  zu  den  Schutzzielen  des  ISOS  und 

zum  Gebietscharakter  der  Kernzone. Es  sei  nicht  erkennbar,  dass  die  pri-

vaten  Initianten  und  die  Behörden  die  Inventarvorgaben  und  Schutzziele 

des ISOS und der Kernzone hinreichend in die Beurteilung einbezogen hät-

ten.  Die  Vorgaben  seien  weder  formell,  etwa  durch  Einholung  eines  hier 

zwingend  erforderlichen  Gutachtens,  noch  materiell  ausreichend  berück-

sichtigt  worden.  Ein  Neubau  hätte  massive  Veränderungen  des  geschütz-
ten  Ortsbildes  zur  Folge.  Die  Visualisierung  zeige  die  massive  Tragweite 

des Eingriffs. Der Gestaltungsplan und das Richtprojekt nähmen nicht den 

geringsten Bezug auf das bestehende Ortsbild. Der "schiffsartige" mehrge-

schossige  Baukörper  mit  Flachdach  hebe  sich  störend  und  grundlegend 

vom  bestehenden  Charakter  der  Kernzone  ab.  Die  heute  bestehenden 

wertvollen Sichtbezüge zum darüber liegenden Hang (insbesondere zur Vil-

la  Falkenburg,  zu  den  Gartenanlagen  etc.)  würden  durch  das  geplante 

Bauvolumen fast vollständig verdeckt und aus dem öffentlichen Raum ver-

schwinden.  Auch  die  charakteristischen  Bezugspunkte  zum  Bahnhofge-

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bäude Stadelhofen oder zum Hügelgelände würden durch den Neubau ab-

gelöst  bzw.  verschwinden.  Völlig  unberücksichtigt  bliebe  auch  die  Bezug-

nahme auf das ISOS-Gebiet X "Hohe Promenade". Für die Villa Hohenbühl 

werde die "Lage und Fernwirkung" ausdrücklich im ISOS genannt. Ebenso 

sei die Rücksichtnahme auf weitere inventarisierte und geschützte Objekte 

in der Umgebung des Gestaltungsplangebiets ungenügend. 

Ferner  weiche  der  Gestaltungsplan  so  erheblich  von  der  Regelbauweise 

ab, dass diese ihres Sinngehalts entleert werde. So würden die bestehende 

Baubegrenzungslinie  und die  geltenden Vorschriften  zur  nutzbaren  Fläche 

durch  den  Gestaltungsplan  erheblich  überschritten.  Der  Baubereich  ge-

mäss  Gestaltungsplan  solle  neu  die  gesamte  Parzellenfläche  umfassen. 

Die  oberirdisch  nutzbare  Fläche  werde  insgesamt  verdoppelt.  Anstelle  der 

heute  erlaubten  drei  Vollgeschosse  sollten  fünf  treten,  was  eine  Abwei-
chung  von  Art. 75  BZO  bedeute.  Auf  einer  Parzelle  von  lediglich  911 m2 
solle ein von der Grundordnung losgelöster, abweichender Neubau ermög-

licht  werden.  Wie  dies  mit  dem  Grundanliegen  der  Kernzone  gemäss 

Art. 25 BZO vereinbar sei, sei nicht ersichtlich.  

Im  Weiteren  bestreitet  Rekurrentin,  dass  mit  dem  Gestaltungsplan  eine 

städtebaulich,  architektonisch  und  wohnhygienisch  einwandfreie  Gesamt-

überbauung  angestrebt  werde.  Vielmehr  werde  zur  Rechtfertigung  wieder-

holt auf die im regionalen Richtplan aufgeführte öffentliche Velostation und 

das  damit  verbundene  grosse  öffentliche  Interesse  hingewiesen.  Die  Ve-

lostation  habe  aber  keinerlei  Zusammenhang  mit  dem  Gestaltungsplan 

bzw. dem beabsichtigten Richtprojekt. Es sei jedenfalls nicht ersichtlich, wie 

die Velostation ein den Ortsbildschutz überwiegendes öffentliches Interesse 

darstellen  könne.  Die  Velostation  wäre  ohne  Weiteres  auch  nach  der  Re-

gelbauweise  und  somit  unter  Berücksichtigung  der  geltenden  Rahmenbe-
dingungen sowie Schonung des schutzwürdigen Ortsbildes realisierbar.  

5.1.2. 
Demgegenüber hält die Rekursgegnerschaft zusammengefasst dafür, dass 

die Schutzziele des ISOS und der Kernzone dem Neubau nicht entgegen-

stünden. Ebenso gelinge mit dem Gestaltungsplan die Eingliederung in die 

bestehende Umgebung. Alt und Neu ergänzten sich gut und bildeten auch 

weiterhin ein Gleichgewicht. Das Ortsbild und der Gebietscharakter blieben 

dabei gewahrt.  

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Seite 9 

 
 
Der Zweck des im Streit stehenden Gestaltungplans erschöpfe sich nicht im 

Bau  einer  unterirdischen  Velostation.  Vielmehr  führe  die  bauliche  Umset-

zung  der  im  Gestaltungsplan  ermöglichten  Planungsabsichten  zu  einem 

viel  weiter  zu  fassenden  öffentlichen  Mehrwert.  Mit  dem  Gestaltungsplan 

sowie diesem zugrunde liegenden Richtprojekt sei eine Gesamtüberbauung 

ausgearbeitet  worden,  welche  die  Interessen  der  Umgebung  und der brei-

ten Bevölkerung berücksichtige. 

5.2.1. 
Der  Gestaltungsplan  ist  ein  Sondernutzungsplan,  der  eine  städtebaulich, 

architektonisch und wohnhygienisch einwandfreie Überbauung anstrebt. Zu 

diesem  Zweck  stellt  er  für  ein  bestimmtes  Gebiet eine  Spezialbauordnung 

auf,  welche  von  den  allgemeinen  Festlegungen  der  Bau-  und  Zonenord-

nung abweicht und diese überlagert. So werden mit Gestaltungsplänen für 

bestimmt umgrenzte Gebiete Zahl, Lage, äussere Abmessungen sowie die 

Nutzweise  und  Zweckbestimmung  der  Bauten  bindend  festgelegt;  dabei 

darf von den Bestimmungen über die Regelbauweise und von den kantona-

len Mindestabständen abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 PBG). Der Gestal-

tungsplan  hat  auch  die  Erschliessung  sowie  die  gemeinschaftlichen  Aus-

stattungen  und  Ausrüstungen  zu  ordnen,  soweit  sie  nicht  schon  durch  ei-

nen  Quartierplan  geregelt  sind;  überdies  kann  er  Festlegungen  über  die 

weitere Umgebungsgestaltung enthalten (§ 83 Abs. 3 PBG). Anders als bei 

Arealüberbauungen  und  Sonderbauvorschriften  sind  die  Grundeigentümer 

im  Perimeter  eines  Gestaltungsplans  an  dessen  Festlegungen  gebunden. 

Die  Grundordnung  wird  also  ersetzt,  womit  nur  noch  gestaltungsplankon-

form  gebaut  werden  darf  (vgl.  zum  Ganzen  Walter  Haller/Peter  Karlen, 

Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Bd. I,  3. Aufl.,  Zürich 1999, 

Rz. 317 ff.).  Für  Kernzonen  gilt  grundsätzlich  nichts Anderes.  Demgemäss 

darf  mit  Gestaltungsplänen  in  Kernzonen  von  den  Kernzonenvorschriften 
abgewichen werden.  

5.2.2. 
Gemäss  Lehre  und  Rechtsprechung  hat  sich  die  Rekursinstanz  bei  der 

Überprüfung  von  Nutzungsplänen  und  Sondernutzungsplänen  einschliess-

lich  Quartierplänen  unbesehen  ihrer  grundsätzlich  uneingeschränkten 

Überprüfungsbefugnis (vgl. § 20 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes  [VRG])  aus  Gründen  der  aus  der  Gemeindeautonomie  (Art. 50  der 

Bundesverfassung  [BV]  und  Art. 85  der  Zürcher  Kantonsverfassung  [KV]) 

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Seite 10 

 
 
abgeleiteten  Planungsautonomie  Zurückhaltung  aufzuerlegen.  Diese  Zu-

rückhaltung  gilt  insbesondere  dann,  wenn  es  auf  die  Beurteilung  der  örtli-

chen  Verhältnisse  ankommt.  Zudem  ist  das  den  Gemeindebehörden  bei 

der Nutzungsplanung zustehende erhebliche Ermessen zu berücksichtigen. 

Mithin darf das Ermessen der Rekursinstanz nicht an die Stelle desjenigen 

der  Planungsbehörde  treten;  ihre  Lösung  darf  nicht  eine  andere,  ebenso 

vertretbare Lösung ersetzen. Die Rekursinstanz hat vielmehr nur dann kor-

rigierend einzugreifen, wenn sich die kommunale Planung auf Grund über-

kommunaler Interessen als unzweckmässig erweist, den wegleitenden Zie-

len  und  Grundsätzen  der  Raumplanung  widerspricht  oder  wenn  sie  offen-

sichtlich unangemessen ist. Nicht vorausgesetzt ist aber, dass die kommu-

nale  Planfestsetzung  ohne  sachliche  Gründe  getroffen  wurde  oder 

schlechthin  unhaltbar  ist.  Insofern  ist  die  Gemeindeautonomie  durch  über-

geordnetes  Recht  eingeschränkt,  und  die  Gemeinde  hat  ihrem  Planungs-

entscheid eine nachvollziehbare Würdigung der massgebenden Verhältnis-

se  des  Einzelfalls  sowie  eine  vertretbare  Interessenabwägung  zu  Grunde 

zu legen (Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2014, § 20 Rz. 77 ff.; VB.2014.00077 vom 9. April 2015; BGr 1C_429/2014 

vom 22. April 2015, E. 2.2). 

5.3. 
Gemäss  Art. 5  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  den  Natur-  und  Heimat-

schutz (NHG) erstellt der Bund nach Anhörung der Kantone Inventare von 

Objekten  von  nationaler  Bedeutung.  Gestützt  auf  diese  Vorschrift  hat  der 

Bundesrat das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz 

(ISOS)  erlassen.  Nach  Art. 6  NHG  kommt  solchen  Objekten  verstärkter 

Schutz zu. Durch die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in 

ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass es in besonderem Masse die 

ungeschmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  aber  unter  Einbezug  von Wiederher-
stellungs-  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche 

Schonung verdient (Abs. 1).  

Für die Kantone und Gemeinden besteht eine Pflicht zur Berücksichtigung 

des  ISOS.  Das  Bundesgericht  misst  ihm  die  gleiche  Bedeutung  zu  wie 

Sachplänen und Konzepten im Sinne von Art. 13 des Raumplanungsgeset-

zes  (RPG);  ein  Eintrag  im  ISOS  ist  deshalb  nach  Art. 6  Abs. 4  RPG  im 

Rahmen  der  kantonalen  Richtplanung  und  damit  aufgrund  der  Behörden-

verbindlichkeit  von  Richtplänen  (Art. 9  Abs. 1  RPG)  auch  im  Rahmen  der 

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Seite 11 

 
 
kommunalen  Nutzungsplanung  zu  berücksichtigen 

(BGE 135 II 209, 

E. 2.1). Die Gemeinden werden im Richtplan ausdrücklich verpflichtet, dem 

ISOS  Rechnung  zu  tragen  (Kantonaler  Richtplan,  Richtplantext,  Stand 

18. September 2015,  Ziff. 2.4.3  lit. c).  So  hält  denn  auch  der  kantonale 

Richtplan fest, dass  im  Rahmen  der  Siedlungsentwicklung  nach  Innen der 

Umgang mit kulturgeschichtlichen Objekten der besonderen Sorgfalt bedür-

fe (Kantonaler Richtplan, Richtplantext, Ziff. 2.1.1. lit. b). 

Kommt  einem  Inventarobjekt das  Erhaltungsziel  A  zu,  bedeutet  dies,  dass 

alle Bauten, Anlageteile und Freiräume in diesem Gebiet integral zu erhal-

ten  und  störende  Eingriffe  zu  beseitigen  sind  (BGr 1C_179/2015  vom 

11. Mai 2016, E. 4). Es handelt sich dabei aber um ein Ortsbildschutzinven-

tar, welches grundsätzlich von einem Denkmalschutzinventar abzugrenzen 

ist,  welches  sich mit  Einzelbauten  beziehungsweise  Einzelkulturgütern  be-

fasst (Arnold Marti, Rechtsgutachten zu Fragen im Zusammenhang mit der 

geplanten Änderung der Aufnahmemethode bei der Revision von Ortsbild-

aufnahmen im Rahmen des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbil-

der  der  Schweiz  [ISOS],  Schaffhausen/Bern 2016,  S. 24  [abrufbar  unter 

www.bak.admin.ch, besucht am 22. Januar 2019]). 

Gemäss  Art. 6  Abs. 2 NHG  gilt  dieser  Schutz  nur  bei  der  Erfüllung  von 

Bundesaufgaben im Sinne von Art. 2 und Art. 3 NHG in unmittelbarer Wei-

se.  Trifft  dies  –  wie  vorliegend  –  nicht  zu,  besteht  für  die  kantonale  (und 

kommunale)  Nutzungsplanung  lediglich  eine  Pflicht  zur  Berücksichtigung. 

Überdies hat im Einzelfall eine Interessenabwägung im Lichte der Heimat-

schutzanliegen  zu  erfolgen  (BGE 135 II 209  E. 2.1).  Dabei  ist  zu  berück-

sichtigen,  dass  bei  der  Festsetzung  des  Bundesinventars  eine  Bewertung 

der Ortsbilder nach einer einheitlichen wissenschaftlichen Methode erfolgte. 

Andere  Interessen  wie  namentlich  Ortsentwicklung  oder  Verdichtung  des 
Siedlungsgebiets  wurden  nicht  berücksichtigt,  und  es  fand  keine  Interes-

senabwägung  für  das  erfasste  Gebiet  statt  (vgl.  Arnold  Marti,  Rechtsgut-

achten zu Fragen im Zusammenhang mit dem Erlass des Bundesinventars 

der  schützenswerten  Ortsbilder  der  Schweiz  [ISOS],  Schaffhausen/Bern 

2013,  S. 8 f.  [abrufbar  unter  www.bak.admin.ch,  besucht  am  22. Januar 

2019]). Entsprechend begründet das ISOS kein normatives Recht, sondern 

ist lediglich eine Wertungshilfe bei der Interessenabwägung (Christian Berz, 

Zur  Berücksichtigungspflicht  des  ISOS  im  kantonalen  Bau-  und  Planungs-

recht, PBG aktuell 3/2018, S. 9). 

R1S.2018.05080 

Seite 12 

 
 
5.4. 
Der  Planungsperimeter  liegt  –  wie  bereits  erwähnt  –  vollständig  im  ISOS 

Gebiet  Nr. 9  "Bellevue  und  Stadelhofen"  mit  Erhaltungsziel  AC,  wobei  die 

strengere Kategorie A (Erhaltung der Substanz) ausschliesslich für Einzel-

objekte  gemäss Inventartabelle  (wie  beispielsweise  das  Bahnhofsgebäude 

oder  den  Stadelhoferplatz)  gilt  (act. 14.7).  Im  Übrigen  ist  das  Gebiet  mit 

dem  Erhaltungsziel  C  belegt,  welches  bedeutet,  dass  ein  Gleichgewicht 

zwischen  Alt-  und  Neubauten  zu  bewahren  ist  und  die  für  den  Charakter 

wesentlichen  Elemente  integral  zu  erhalten  sind  (vgl.  Erläuterungen  zum 

ISOS [www.bak.admin.ch, besucht am 22. Januar 2019]). Das jenseits des 

Bahneinschnitts gelegene ISOS-Gebiet X "Hohe Promenade" ist als Umge-

bungszone mit der Aufnahmekategorie a-b aufgeführt. Es handelt sich da-

bei um einen durchgrünten Moränenrücken mit ehemaliger Schanzenbefes-

tigung, wobei repräsentative Villen und Mehrfamilienhäuser locker in gross-

zügigen,  parkartigen  Gärten  mit  üppigem  Baumbestand  angeordnet  sind. 

Einzelnen  Gebäuden  ist  das  Erhaltungsziel  A  (Substanzerhaltung)  zuge-

ordnet  (z.B.  Villa  Hohenbühl)  (act. 14.7).  Das  südlich  angrenzende  Gebiet 

Nr. 2  im  Bereich  Riesbach/Mühlebachstrasse  ist  wie  der  Gestaltungsplan-

perimeter dem Erhaltungsziel C zugeteilt. 

Gemäss  der  geltenden  Bau-  und  Zonenordnung  der  Stadt  Zürich  ist  das 

Areal  sodann  der  Kernzone  "Hohe  Promenade"  zugeschieden.  Nach 

Art. 25  BZO  bezwecken  die  Kernzonenvorschriften  die  Wahrung  des  Ge-

bietscharakters durch Pflege der bestehenden Bau- und Grünsubstanz und 

deren eingepasste Ergänzung durch Bauten und Anlagen. Der Gebietscha-

rakter  wird  für  die  massgebliche  Kernzone  in  Art. 74  BZO  wie  folgt  um-

schrieben:  

"Der  Kern  des  Gebiets  ist  die  Hohe  Promenade,  eine  teilweise  öffentliche 
Parkanlage  mit  seltenem  Baumbestand  und  mit  Aussicht  auf  Stadt  und 

See.  Dazu  gehört  ein  kleiner  Privatfriedhof  (Abs. 1  BZO).  Herrschaftliche 

Villen  unterschiedlicher  Stilepochen  sind  lose  ins  Gelände  gesetzt.  Auch 

Mittelschulen und kleinere Kirchen gehören zur Hohen Promenade (Art. 74 

Abs. 2 BZO). Mächtige Natursteinstützmauern sichern die durch Schanzen, 

Bahn-  und  Strassenbauten  verursachten  Geländeeinschnitte.  Zusammen-

hängende  Baumgürtel  entlang  von  Strassenzügen,  parkartige  Gärten  und 

Kreten  prägen  das  Gebiet  und  die  Landschaft  (Abs. 3).  In  der  barocken 

Vorstadt Stadelhofen sind Herrschafts- und Handwerkerhäuser des 17. und 

R1S.2018.05080 

Seite 13 

 
 
18. Jahrhunderts  erhalten.  Das  Gebiet  ist  dicht  bebaut  und  bildet  einen 

Übergang  zum  innerstädtischen  Bereich.  Mehrheitlich  geschlossene  Häu-

serzeilen sind mit Einzelbauten barocken Ursprungs durchsetzt (Abs. 4)." 

Aus  den  Bestimmungen  und  dem  Ergänzungsplan  zur  Kernzone  "Hohe 

Promenade"  ergeben  sich  zudem  verschiedene  Vorgaben  zu  Lage  und 

Ausmassen  von  Ersatzneubauten.  Für  das  rekursbetroffene  Grundstück 

wurden  eine  Profilerhaltungslinie,  ein  Baubereich  und  Vorschriften  bezüg-

lich  des  Verhältnisses  von  Geschosszahl  zur  Gebäudegrundfläche  festge-

setzt  (1/140). Gemäss  Art. 28  BZO  haben Gebäude  oder Gebäudeteile  im 

Bereich  einer  Profilerhaltungslinie  bei  Ersatz  oder  Umbau  den  Kubus  und 

das  wesentliche  äussere  Erscheinungsbild  der  bestehenden  Gebäude  zu 

übernehmen.  Die  Zahl  der  bestehenden  Vollgeschosse  darf  nicht  über-

schritten werden. 

5.5. 
Soweit die Rekurrentin zunächst die Ansicht vertritt, es hätte zwingend ein 

Gutachten  eingeholt  werden  müssen,  um  die  Auswirkungen  des  Gestal-

tungsplans auf das ISOS zu untersuchen, kann ihr nicht gefolgt werden.  

Wenn bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe ein inventarisiertes Objekt er-

heblich  beeinträchtigt  werden  könnte  oder  sich  in  diesem  Zusammenhang 

grundsätzliche  Fragen  stellen,  so  hat  die  zuständige  Behörde  (vgl.  Art. 7 

Abs. 1 NHG) rechtzeitig ein Gutachten durch eine Kommission nach Art. 25 

Abs. 1 NHG einzuholen, worin darzulegen ist, ob das Objekt ungeschmälert 

zu erhalten oder wie es zu schonen ist (Art. 7 Abs. 2 NHG; siehe zum Gan-

zen  auch  Peter  Hänni,  Planungs-,  Bau-  und  besonderes  Umweltschutz-

recht,  5. Aufl. 2008,  S. 404 ff.;  zum  Begriff  der  Bundesaufgabe  vgl.  BGr 

1C_482/2012  vom  14. Mai 2012,  E. 3.4 ff.  ).  Gestützt  auf  Art. 25  Abs. 1 
NHG hat der Bund die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommissi-

on (ENHK) und die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) 

als begutachtende Fachkommissionen für Angelegenheiten des Natur- und 

Heimatschutzes  sowie  der  Denkmalpflege  eingesetzt  (Art. 23  Abs. 4  und 

Art. 25  Abs. 1  lit. d  der  Verordnung  vom  16. Januar  1991  über  den  Natur- 

und Heimatschutz [NHV]). 

Im  vorliegenden  Fall  steht  ein  kommunaler  Sondernutzungsplan  in  Frage, 

weshalb  es  nicht  um  die  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  geht.  Damit  sind 

R1S.2018.05080 

Seite 14 

 
 
die  Voraussetzungen  von  Art. 7  Abs. 2  NHG  nicht  erfüllt  und  erweist  sich 

eine Begutachtung durch eine Kommission nicht als obligatorisch.  

5.6.1. 
Strittig ist ferner die Frage, ob das im Gestaltungsgebiet stehende Gebäude 

"Haus  zum  Falken",  welches  einem  Neubau  weichen  soll,  für  das Ortsbild 

eine prägende Bedeutung hat. Die Rekurrentin vertritt diese Auffassung mit 

der  Begründung,  dass  dem  Inventarobjekt  historisch  und  denkmalpflege-

risch ein wesentliches Gewicht zukomme. Das Gebäude bilde eine Grenz-

stelle zwischen dem Schanzengürtel und dem offenen Umland. Durch den 

späteren Bau der Falken- und Schanzengasse, welche auf das "Haus zum 

Falken" ausgerichtet seien, komme dem Gebäude eine Schnittstellenfunkti-

on  und  damit  eine  besondere,  charakteristische  Stellung  im  Ortsbild  zu. 

Das  Gebäude  bilde  eine  städtebauliche  Zäsur  zwischen  Ebene  und  dem 

ansteigenden,  auf  dem  Moränenhügel  liegenden  Gebiet  bzw.  zwischen 

dem  einst  befestigten  Schanzenland  und  der  Vorstadt.  Die  Lage  und 

äussere Erscheinung des heutigen Gebäudes "Haus zum Falken" seien für 

das Ortsbild prägend. Diesen Umständen habe der Gesetzgeber Rechnung 

getragen,  indem  er  die  Gebäude  inventarisiert  und  Planungsgrundsätze 

festgehalten habe. Gemäss Ergänzungsplan zur Kernzone Hohe Promena-

de  würden  für  das  Gestaltungsplangebiet  eine  Profilerhaltungslinie,  ein 

Baubereich  und  Vorschriften  bezüglich  des  Verhältnisses  von  Geschoss-

zahl zu Gebäudegrundfläche bestehen. Diese Vorgaben würden durch den 

Gestaltungsplan vollständig ausgehebelt.  

Demgegenüber  hält  die  kommunale  Vorinstanz  dafür,  dass  dem  Umstand 

der  suspensiv-bedingten  Inventarentlassung  aus  dem  Jahre  2014  Rech-

nung zu tragen sei, und das "Haus zum Falken" daher nicht zum massge-

blichen Ortsbild gehöre. Bei der konkreten Würdigung eines durch den Ge-
staltungsplan  ermöglichten  Projekts,  das  an  die  Stelle  des  dannzumal  ab-

gerissenen  Bestandes  treten  werde,  müsse  das  bestehende  "Haus  zum 

Falken" "weggedacht" werden.  

5.6.2. 
Die Auffassung der kommunalen Vorinstanz ist zutreffend. Wie bereits vor-

ne dargelegt, wurde das bestehende "Haus zum Falken" suspensiv-bedingt 

aus dem kommunalen Inventar der kunst- und kulturhistorischen Denkmal-

schutzobjekte entlassen. Es darf abgebrochen werden, sobald die Baufrei-

R1S.2018.05080 

Seite 15 

 
 
gabe  für  ein  rechtskräftiges  Neubauprojekt  mit  Velostation  vorliegt.  Damit 

zählt  die  Erscheinung  des  Gebäudes  nicht  (mehr)  zum  massgeblichen 

Ortsbild der Kernzone und ist der heutige Gebäudebestand aus dem Jahre 

1819 für die Frage, ob der Gestaltungsplan auf das Ortsbild und die umlie-

genden  Schutzobjekte  gebührend  Rücksicht  nimmt,  unbeachtlich.  Ob  die 

mit dem Gestaltungsplan vorgesehenen Abweichungen von den geltenden 

Vorgaben  zu  Lage  und  Ausmass  von  Ersatzneubauten  gemäss  Kernzon-

energänzungsplan  das  zulässiges  Mass  überschreiten,  bleibt  nachfolgend 

zu prüfen.  

5.7. 
Mit Gestaltungsplänen kann – wie bereits dargelegt – von den Bestimmun-

gen  über  die  Regelbauweise  und  von  den  kantonalen  Mindestabständen 

abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 Satz 2 PBG). Die Anforderungen und das 

Ausmass  der  in  Gestaltungsplänen  zulässigen  Abweichungen  von  der 

Grundnutzungsordnung  werden  im  Planungs-  und  Baugesetz  nicht  näher 

umschrieben.  Immerhin  gilt  als  anerkannt,  dass  die  Abweichungen  nicht 

dazu  führen  dürfen,  dass  die  planerisch  und  demokratisch  abgestützte 

Grundordnung  ihres  Sinngehalts  entleert  würde,  mithin  das  Kernzonenre-

gime praktisch aus den Angeln gehoben würde (vgl. zu einem solchem Fall 

BGE 135 II 209, insb. E. 5.6. f.).  

5.8. 
Die  Rekursgegnerschaft  nennt  in  ihren  Ausführungen,  auf  die  verwiesen 

werden  kann,  einleuchtende  und  überzeugende  öffentliche  Interessen  für 

das  geplante  Bebauungskonzept.  Dessen  zentrale  Elemente  sind  bereits 

im Planungsbericht gemäss Art. 47 RPV und in der Weisung des Stadtrates 

von  Zürich  an  den  Gemeinderat  beschrieben  (act. 17.5  S. 6 ff.,  act. 17.7). 

Es werden insbesondere folgende Ziele verfolgt (act. 17. 5, S. 9): 

-   Städtebaulich  und  architektonisch  wertvolle  Bebauung  als  Ergänzung 

zum Bahnhof Stadelhofen; 

-  Die  Sicherung  der  im  regionalen  Richtplan  festgesetzten  Velostation 

mit mindestens 1'000 Abstellplätzen; 

-  Die Verbesserung der Zugänglichkeit und Aufwertung der Platzsituation 

am Bahnhof Stadelhofen; 

-  Die  Schaffung  von  Flächen  für  Handels-  und  Dienstleistungsbetriebe, 
publikumsorientierte Nutzungen wie Gastronomie und Verkauf oder an-
dere der Kernzone entsprechende Nutzungen.  

R1S.2018.05080 

Seite 16 

 
 
Die  Umsetzung  der  mit  dem  Gestaltungsplan  ermöglichten  Planungsab-

sichten liegt im öffentlichen Interesse und führt in verschiedener Hinsicht zu 

einer  Verbesserung.  Entgegen  der  Behauptung  der  Rekurrentin  erschöpft 

sich der Zweck des Gestaltungsplans nicht in der Erstellung einer unterirdi-

schen Velostation. Der Bahnhof Stadelhofen, welcher sich durch eine hohe 

Personenfrequenz  auszeichnet,  ist  einer  der  wichtigsten  S-Bahnhöfe  Zü-

richs. Er ist gemessen am Passagieraufkommen der siebtgrösste Bahnhof 
der Schweiz. Zugleich ist der Bahnhof ein Umsteigepunkt auf das Tram so-
wie die Forchbahn, die beide auf dem Stadelhoferplatz verkehren. Er stellt 

damit einen wichtigen Verkehrsknoten für die Benutzer und Benutzerinnen 

des  öffentlichen  Verkehrs  dar.  Die  heutige  Zugangssituation  zum  Bahnhof 

ist durch die stetig wachsende Anzahl Reisender und Pendler in den letzten 

Jahren anhaltend enger geworden. Dass die Rekurrentin diese notorischen 

Fakten und  insbesondere  die bestehende  Engstelle  vor  dem bestehenden 

"Haus zum Falken" bestreitet, ist nicht nachvollziehbar. Durch das geplante 

Zurückweichen  der  Baubegrenzungslinie  im  Erdgeschoss  erfährt  der  Be-

reich  zwischen  bestehendem  Bahnhofgebäude  und  Neubau  eine  Auswei-

tung. Der grosszügigere Aussenraum sorgt dafür, dass die Zugangssituati-

on zum Gleisbereich erheblich verbessert und der enge Trottoirbereich zur 

Kreuzbühlstrasse  aufgeweitet  wird.  Dass  durch  die  Anliefer-  und  Entsor-

gungsmöglichkeiten  und  den  Zugang  zur  Velostation  die  Raumgewinne 

wieder zunichtegemacht würden, wie die Rekurrentin in der Replik behaup-

tet,  ist  nicht  ersichtlich.  Wie  die  kommunale  Vorinstanz  in  der  Duplik  auf-

zeigt,  wird die Anlieferung und Entsorgung ausserhalb der Hauptverkehrs-

zeiten  erfolgen.  Es  ist  mit  zwei  bis  drei  Fahrzeugen  pro  Tag  zu  rechnen. 

Überdies sind die Zugänge für die Nutzer des Gebäudes bewusst auf ver-

schiedenen  Seiten  angeordnet,  um  die  unterschiedlichen  Nutzungen  zu 

entflechten. Ebenso wird die Velostation durch einen separaten Eingang di-

rekt  ab  der  Kreuzbühlstrasse  erschlossen.  Ein  neuer  Engpass  ist  nicht  zu 
erwarten.  Sodann  werden  öffentlichkeitswirksame  Nutzungen  (Gastrono-

mie, Verkauf) den Raum um den Bahnhof Stadelhofen beleben und dessen 

Attraktivität steigern.  

Sodann  stellen  immer  mehr  Pendler  ihre  Velos  rund  um  den  Bahnhof  ab, 

da die bestehenden Anlagen, insbesondere die bestehenden Velostationen 

auf  dem  Stadelhoferplatz  und  an  der  Mühlebachstrasse,  überfüllt  sind.  Im 

regionalen  Richtplan  ist  eine  Velostation  mit  mindestens  1'000  Abstellplät-

zen ausdrücklich enthalten. Das öffentliche Interesse an der Errichtung ei-

R1S.2018.05080 

Seite 17 

 
 
ner  zentralen  unterirdischen  Velostation  ist  somit  ebenfalls  offenkundig 

ausgewiesen.  

Aufgrund der Ausbaupläne für den Bahnhof, welcher durch ein viertes, un-

terirdisches  Gleis  samt  zweiter  Tunnelröhre  erweitert  werden  soll 

(act. 24.2),  sind  noch  grössere  Personenfrequenzen  zu  erwarten.  Es  be-

steht  somit  ein  bedeutendes  öffentliches  Interesse  für  einen  optimierten 

Zugang  zum  Bahnhof,  zusätzliche  Veloabstellflächen  und  die  Nutzbarkeit 

der  Flächen  als  öffentlicher  Raum.  All  diese  Gründe  sind  bei  der  Interes-

senabwägung  neben  den  Aspekten  des  Ortsbildschutzes  zu  berücksichti-

gen und zu gewichten.  

5.9.1. 
Der  in  Frage  stehende  Gestaltungsplan  ermöglicht  grössere  Dimensionen 

und  eine  höhere  Ausnützung  gegenüber  den  geltenden  Vorschriften  ge-

mäss  der  Bau-  und  Zonenordnung.  Oberirdisch  sind  maximal  fünf  Ge-

schosse zulässig, wobei das Geschoss 0 aufgrund der bestehenden Topo-

graphie  teilweise  im  Erdreich  liegen  darf  (Art. 7  GPV).  Das  Hauptgebäude 

darf eine Kote von 430,50 m ü. M. nicht überschreiten. Ausgenommen sind 

technisch bedingte Aufbauten. Dabei beträgt das zulässige Höchstmass für 

Liftaufbauten,  Anlagen  zur  Fassadenreinigung,  Anlagen  zur  Gewinnung 

von erneuerbarer Energie und dergleichen 1,20 m, jenes für Absturzsiche-

rungen sowie Zu- und Abluftrohre richtet sich nach den dafür geltenden ge-

setzlichen Normen (Art. 9 GPV). Das nicht begehbare Flachdach ist ökolo-

gisch wertvoll zu begrünen (Art. 10 Abs. 3 GPV). Die zulässige Geschoss-
fläche beträgt in den Geschossen 0 bis 4 3'400 m2. Die für rund 1'000 Fahr-
räder konzipierte Velostation soll in den drei Untergeschossen (Art. 5 GPV) 

und im östlichen Bereich des Erdgeschosses angeordnet werden, wo auch 

der  oberirdische  Zugang  zur  Parkierungsanlage  erfolgt.  Im  zweiten  Unter-
geschoss  ist  eine  zusätzliche,  direkte  Fussgängererschliessung  zur  beste-

henden Ladenpassage Stadelhofen vorgesehen.  

Bei diesen im Geltungsbereich zulässigen Massen handelt es sich um Ma-

ximalmasse, die den gestalterischen Rahmen für ein mögliches Projekt bil-

den (§ 83 Abs. 2 PBG), aber diesem nicht gleichgesetzt werden dürfen. Für 

die Planbeurteilung ist von den höchstzulässigen Werten auszugehen. Das 

Ausgangspunkt der Gestaltungsplanung bildende Richtprojekt des Architek-

turbüros  Calatrava  Valls  SA  schöpft  die  zulässige  Höhe  der  Hochbaute 

R1S.2018.05080 

Seite 18 

 
 
(430,50 m ü. M.)  mit  einer  Kote  von  429,30 m ü. M.  nicht  ganz  vollständig 

aus. Die Traufhöhe wurde im Richtprojekt auf eine Kote von 427.50 m ü. M 

gesetzt  und  entspricht  der Traufhöhe  des  benachbarten  Gebäudes  an  der 

Falkenstrasse 27  (Restaurant Weisses  Kreuz).  Beim  überarbeiteten  Richt-

projekt vom Mai 2018 wurde die nordöstliche Gebäudeflucht um 4,50 m zu-

rückgezogen,  um  die  Sichtbeziehung  zum  Stadelhoferplatz  aufzuwerten. 

Die  Höhen  des  Baukörpers  blieben  unverändert  (vgl.  Gegenüberstellung 

Richtprojekt /Überarbeitung Mai 2018, act. 14.5).  

5.9.2. 
Soweit  die  Rekurrentin  vorab  geltend  macht,  die  zuständigen  Stellen  und 

Behörden  hätten  sich  mit  den  Schutzanliegen  des  ISOS  nicht  genügend 

auseinandergesetzt, erweist sich der Einwand als haltlos. Der Planungsbe-

richt  gemäss  Art. 47  RPV  befasst  sich  ausdrücklich  mit  den  Schutzzielen 

des  ISOS.  Darin  wurde  festgehalten,  dass  der  Gestaltungsplan  mit  dem 

ISOS  kompatibel  sei  (act. 17.5,  S. 13 f.).  Im  Übrigen  haben  die  Vorinstan-

zen in den Rekursantworten umfassende Begründungen nachgereicht, und 

es wurde den Parteien Gelegenheit zu einer Stellungnahme geboten. Damit 

wurde  ein  allfälliger  Begründungsmangel  geheilt  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf, § 10 Rz. 36). 

5.9.3. 
Das seit 1. Oktober 2016 für die Stadt Zürich festgesetzte ISOS geht vom 

heutigen Baubestand aus  und  sieht entsprechend  der ISOS-Methodik  vor, 

dass nahezu das ganze Stadtgebiet vom Bundesinventar erfasst wird. An-

gesichts des ISOS-Eintrags ist von einem schützenswerten Ortsbild auszu-

gehen,  welches  im  Rahmen  des  vorliegenden  Gestaltungsplanes  zu  be-

rücksichtigen ist. Der Gestaltungsplan schafft die planungs- und baurechtli-

che  Grundlage für  die  Erstellung  eines  Bauköpers,  welcher  an  dieser  pro-
minenten  Lage  unbestrittenermassen  einen  neuen  städtebaulichen  Akzent 

setzen wird. Dass das Ortsbild dadurch eine Veränderung erfährt, liegt auf 

der  Hand.  Eine  nicht  vertretbare  Beeinträchtigung  der  Schutzziele  des 

ISOS  oder  des  Gebietscharakters  der  Kernzone  ist  jedoch  nicht  auszu-

machen.  

Wie  bereits  erwähnt,  ist  das  Gebiet  Nr. 9  nicht  dem  strengen  Erhaltungs-

ziel A  mit  Substanzerhalt,  sondern  lediglich  dem  niedrigsten  Erhaltungs-

ziel C  gemäss  ISOS  zugeordnet,  welches  besagt,  dass  ein  Gleichgewicht 

R1S.2018.05080 

Seite 19 

 
 
zwischen  Alt-  und  Neubauten  zu  bewahren  ist  und  die  für  den  Charakter 

wesentlichen  Elemente  integral  zu  erhalten  sind.  Daneben  sind  in  der  un-

mittelbaren Umgebung nur einzelne Objekte mit dem Erhaltungsziel A (z.B. 

Stadelhoferplatz, Bahnhofsgebäude, Villa Hohenbühl) belegt.  

Das Gebiet Nr. 9 zeichnet sich mehrheitlich durch ältere Bauten aus. Dazu 
zählt auch das 1894 erbaute spätklassizistische Bahnhofgebäude, welches 
anlässlich der Bahnhofserweiterung vom Architekten Santiago Calatrava in 

das  aus  Sichtbeton  und  Stahl  konzipierte  Bauwerk  integriert  wurde.  Im 

Südwesten und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gestaltungsplangebiet 

befindet  sich  das  Geviert  mit  historischer  Blockrandbebauung  an  der  Fal-

ken-  bzw.  Goethestrasse,  welche  die  Kulisse  des  aus  der  Gründerzeit 

stammenden  Stadelhoferplatzes  mit  seinen  mächtigen  Platanen  und  dem 

gusseisernen Schalenbrunnen in der Platzmitte bildet. Die andere Platzsei-

te wird von Geschäftsgebäuden aus einer jüngeren Zeit gesäumt. Oberhalb 

der  Bahnlinie  liegt  in Sichtweite  das  durchgrünte  Villengebiet mit Villa  Fal-

kenburg und Villa Hohenbühl, das dem ISOS-Gebiet X zugeteilt ist.  

Der  Charakter  des  ISOS-Gebiets  Nr. 9  wird  durch  einen  gemäss  Gestal-

tungsplan möglichen Baukörper nicht aus den Angeln gehoben. So vermag 

ein  einzelner  Neubau,  der  überdies  am  Rande  des  Gebiets  zu  stehen 

kommt,  die  gewachsenen  Überbauungsstrukturen  und  die  typischen  Er-

scheinungsmerkmale  des  geschützten  Ortsbildes  nicht  zu  beeinträchtigen. 

Vielmehr  ist  festzustellen,  dass  angesichts  der  geringen  Ausdehnung  des 

Gestaltungsplangebietes  das  Gleichgewicht  zwischen  den  Alt-  und  Neu-

bauten  im  geschützten  Ortsbild  auch  weiterhin  gewahrt  bleibt.  Dass  dem 

bestehenden "Haus zum Falken", welches einem Neubau weichen soll, un-

ter ortsbildschutzrechtlichen Aspekten keine schützenswerte prägende Be-

deutung zukommt, wurde bereits dargelegt. Auch das jenseits der Geleise 
auf dem durchgrünten Moränenrücken situierte ISOS-Gebiet X "Hohe Pro-

menade"  und  das  angrenzende  Gebiet  Nr. 2  werden  durch  einen  Neubau 

nicht  unmittelbar  tangiert,  da  sich  das  Gestaltungsplangebiet  ausserhalb 

dieser  Perimeter  befindet.  Nicht  von  der  Hand  zu  weisen  ist  jedoch,  dass 

sich einzelne Sichtbezüge und Sichtachsen insbesondere auf den Hügelbe-

reich und die dort situierten Villen verändern werden. Besonders imposant 

thront  die  kuppelüberkrönte  Villa  Hohenbühl  (Einzelobjekt  Nr. X.0.9)  über 

einer terrassierten Gartenanlage. Deren geschützte Fernwirkung wird – wie 

der  Augenschein ergeben hat  –  jedoch  nicht  generell,  sondern  lediglich  je 

R1S.2018.05080 

Seite 20 

 
 
nach  Standort  des  Betrachters  eingeschränkt  (vgl.  Fotos  Nrn. 1  und  2  in 

Prot.  S. 8).  So  bleibt  insbesondere  die  Frontalansicht  der  Villa  Höhenbühl 

für einen Betrachter, welcher auf der Kreuzbühlstrasse positioniert ist, wei-

terhin uneingeschränkt erlebbar (vgl. Foto Nr. 10 in Prot. S. 13). Ebenso für 

Passanten,  welche  von  der  Stadelhoferstrasse  herkommen,  bleibt  die 

Fernwirkung  der  Villa  Höhenbühl  erhalten  (vgl.  Foto  Nr. 2  in  Prot.  S. 9.). 

Auch  die  Sicht  auf  die  Villa  Falkenburg,  deren  Fernwirkung  im  ISOS  übri-

gens nicht geschützt ist, wird durch einen Neubau nicht übermässig beein-

trächtigt (vgl. Fotos Nrn. 1, 2 und 11 in Prot. S. 9 ff.). Schliesslich sind auch 

die  Sichtbezüge  auf  den  durchgrünten  Moränenhügel  abhängig  von  der 

Position des Betrachters. Während die Aussicht von der Falkenstrasse und 

der  Mühlebachstrasse  auf  das  erhöhte  Plateau  "Hohe  Promenade"  durch 

den  geplanten  Gebäudekomplex  unbestrittenermassen  beschnitten  wird, 

wird  diese  vom  Stadelhoferplatz  aus  aufgrund  der  peripheren  Lage  des 

Neubaus  nicht  wesentlich  beeinträchtigt.  Die  mächtigen  Natursteinstütz-

mauern,  welche  die  durch  Schanzen,  Bahn-  und  Strassenbauten  verur-

sachten  Geländeeinschnitte  sichern,  sind  im  Übrigen  bereits  gegenwärtig 

nur bei unmittelbarer Frequentierung des Bahnhofs erlebbar. Insgesamt ist 

durch eine partielle Verdeckung des Hügelbereichs keine Unverträglichkeit 

mit den Schutzzielen des ISOS auszumachen.  

Ebenso  wenig  ist  ersichtlich,  inwiefern  sich  der  Gestaltungsplan  nicht  mit 

den  weiteren  im  ISOS  verzeichneten  Einzelobjekten  mit  Erhaltungsziel A 

(Herrschaftssitze  Sonnen-  und  Baumwollhof  (Nr. 9.0.9),  Bahnhofgebäude 

(Nr. 9.0.11),  Stadelhoferplatz  (Nr. 9.0.10)  vertragen  soll.  Das  historische 

Bahnhofsgebäude im Stil einer Renaissancevilla sticht aus der Bebauungs-

situation unbestrittenermassen hervor. Als freistehendes Gebäude erhält es 

eine eigene, isolierte Präsenz. Dass das Schutzobjekt durch die mit der an-

gefochtenen Planung anvisierten Überbauung stark bedrängt und in seiner 
Wirkung übermässig beeinträchtigt werde, ist nicht erkennbar. Vielmehr hat 

bereits  der  moderne,  aussergewöhnliche  Erweiterungsbau  von  Santiago 

Calatrava  mit  seiner  Materialisierung,  den  geschwungenen  Formen  und 

insbesondere  der  organisch-skulpturalen  Treppen-  und  Brückenanlage 

über  den  Gleisen  zu  einer  Zäsur  geführt.  Dass  im  Zuge  einer  baulichen 

Verdichtung neue Gebäude näher an Schutzobjekte, die im Zeitpunkt ihrer 

Erstellung allein auf weiter Flur standen, heranrücken und deren Ausstrah-

lung in einem gewissen Mass reduzieren, kann nicht mit einem Mangel an 

besonderer Rücksichtnahme auf Denkmalschutzobjekte gleichgesetzt  wer-

R1S.2018.05080 

Seite 21 

 
 
den,  sondern  ist  als  Auswirkung  der  Verknappung  von  Bauland  in  vielen 

Fällen  hinzunehmen.  Noch  weniger  auf  der  Hand  liegt  eine  relevante  Be-

einträchtigung des weiter entfernt situierten Stadelhoferplatzes oder gar der 

barocken Herrschaftssitze Sonnen- und Baumwollhof, zu welchen kein op-

tischer Bezug besteht. 

5.9.4. 
Weiter  ist  auch  keine  nicht  hinzunehmende  Tangierung  der  Kernzone  er-

kennbar.  Festzuhalten  ist  zunächst,  dass  bereits  der  kantonale  Gesetzge-

ber  in  Kernzonen  nicht  die  ewigwährende  Unabänderlichkeit  von  histori-

schen  Entwicklungen  und  baulichen  Elementen  festschreiben  wollte,  von 

welcher  die  Rekurrentin  auszugehen  scheint.  § 50  Abs. 1  PBG  statuiert, 

dass  Kernzonen  schutzwürdige  Ortsbilder  umfassen,  die  in  ihrer  Eigenart 

erhalten  oder  erweitert  werden  sollen.  Aus  der  Sicht  des  kantonalen  Ge-

setzgebers ist es somit nicht zwingend, dass bauliche Erneuerungen in der 

Kernzone nur in demjenigen Baustil und in den identischen Kubaturen und 

Volumina  zuzulassen  sind,  welche  im  Entstehungszeitpunkt  der  entspre-

chenden  Kernzone  vorrangig  waren.  Die  Erhaltung  der  Eigenart  schliesst 

nicht aus, dass zeitgenössisch-modern gestaltete neben altherkömmlichen 

Bauten  Bestand  haben  oder  sogar  eine  Bereicherung  darstellen  können, 

wie die von der kommunalen Vorinstanz angeführten Beispiele in innerstäd-

tischen  Kernzonen  illustrieren  (z.B.  Warenhaus  Feldpausch,  act. 17.18; 

Kunsthauserweiterung, 

act. 17.20 

oder  Geschäftshaus  SwissRe, 

act. 17.21).  

Die  Erhaltung  der  geschichtlichen  Entwicklung  der  Baustruktur  schliesst 

ferner  auch  die  Verwirklichung  einer  die  Regelbauweise  überschreitenden 

Überbauung  in  der  Kernzone  sachlich  nicht  aus.  Als  Neubau  kann  eine 

Überbauung per  se nicht mehr Teil  der  althergebrachten Baustruktur  sein; 
zukunftsgerichtet  betrachtet  kann  sie  als  zeitgenössisches  Element  einer 

ständig voranschreitenden baulichen Entwicklung angesehen werden.  

Das mit dem Gestaltungsplan zu ermöglichende Bauvolumen setzt im frag-

lichen  Gebiet  keinen  mit  dessen  Charakter  nicht  zu  vereinbarenden  Ge-

gensatz.  Die  langgestreckte,  sich  nach  Osten  verjüngende  Gestalt  eines 

möglichen Neubaus ergibt sich aus der Form des Grundstücks. Die Längs-

achse verläuft parallel zu den Verkehrsachsen der Bahn auf der einen und 

der  Kreuzbühlstrasse auf  der  anderen  Seite. Die  Setzung  des  Baukörpers 

R1S.2018.05080 

Seite 22 

 
 
korrespondiert,  wie  der  eingangs  abgebildeten  Visualisierung  aus  der  Vo-

gelperspektive  zu  entnehmen  ist,  mit  der  Raumstruktur  im  Bahnhofgebiet. 

Ferner sind die Grundmasse auf die bauliche Umgebung abgestimmt. Der 

Gestaltungsplan erlaubt auf dem betroffenen Grundstück keine neuen Bau-

körper, die höher ausfallen als die umliegenden Gebäude. Ebenso orientie-

ren  sich  die  zulässigen  Dimensionen  an  der  benachbarten  fünfgeschossi-

gen  Blockrandbebauung.  Dadurch  wird  die  Massstäblichkeit  und  Körnung 

der  Kernzone  gewahrt,  und  es  wird  kein  unüberbrückbarer  Gegensatz  zur 

bestehenden  Siedlungsstruktur  geschaffen  (vgl.  das  Modellfoto  des  Richt-

projekts  und  die  Vogelperspektive  in  act. 17.5,  S. 8  und  23).  Hält  der  Ge-

staltungsplan  die  an  diesem  Ort  verträglichen  Gebäudemasse  bezüglich 

Höhe und Volumen somit ein, besteht durchaus auch Raum für einen Neu-

bau  zeitgenössisch-moderner  Prägung,  wie  das  Richtprojekt  illustrativ  auf-

zeigt.  Die  skulpturale  Gebäudeform  würde  zwar  einen  gewissen  Kontrast 

zu den im Nahbereich befindlichen, einem ganz anderen Stil verpflichteten 

Schutzobjekte setzen. Sie würde aber nicht in einen unerträglichen Wider-

spruch zu diesen treten oder eine Beeinträchtigung derselben herbeiführen.  

Sodann  bleibt  auch  die  Aussichtslage  des  Kernzonengebiets,  wie  eine  Vi-

sualisierung  zeigt,  weitestgehend  erhalten.  [….]  Die  sich  mit  jeder  neuen 

Überbauung  einstellende  Folge  ist  daher  hinzunehmen.  Insgesamt  gelingt 

mit dem Gestaltungsplan die Eingliederung in die Umgebung und damit ei-

ne eingepasste Ergänzung zur heutigen Baustruktur. Eine nicht vertretbare 

Beeinträchtigung des geschützten Ortsbildes und des Gebietscharakters ist 

nicht auszumachen. Dass das Gebiet von einem nach Gestaltungsplan zu-

lässigen Neubau nachgerade optisch "erdrückt" würde, ist nicht erkennbar.  

5.9.5. 
Sodann moniert die Rekurrentin, dass die geltende Grundnutzungsordnung 
durch  den  Gestaltungsplan  "ihres  Sinngehalts  entleert"  würde.  Dazu  ist 

vorweg festzuhalten, dass eine einzelne wesentliche Abweichung von den 

Kernzonenvorschriften  nicht  per  se  zum Schluss  berechtigt,  die  Grundnut-

zungsordnung  werde  "aus  den  Angeln  gehoben".  Vielmehr  sind  Art,  Um-

fang  und  Auswirkungen  dieser  Abweichungen  gesamthaft  im  Kontext  mit 

den  Schutzzielen  zu  würdigen.  Dabei  kommt  den  Initianten  eines  Gestal-

tungsplanes und den Behörden, welche ihm zustimmen bzw. ihn genehmi-

gen  müssen,  ein  weiter  Gestaltungsspielraum  zu.  Im  Rahmen  dieses  Ge-

staltungsspielraumes  sind  auch  die  Aspekte  des  Ortsbildschutzes  gemäss 

R1S.2018.05080 

Seite 23 

 
 
der Grundnutzungsordnung zu beachten und die Schutzanliegen des ISOS 

in die Interessenabwägung einzubeziehen (BGE 135 II 209, E. 5.2). 

Zur Grundnutzungsordnung gehört unbestrittenermassen auch die geltende 

Profilerhaltungslinie,  der  Baubereich  und  die  Vorschriften  bezüglich  des 

Verhältnisses  zwischen  Geschosszahl  zu  Grundfläche.  Dass  diese  Vorga-

ben durch den Gestaltungsplan durchstossen werden, trifft zu. Jedoch ent-

spricht  es  –  wie  bereits  dargetan  –  der  gesetzlichen  Konzeption  des  zür-

cherischen Gestaltungsplans, dass mit dem Gestaltungsplan grundsätzlich 

auch  eine  Profilerhaltungslinie  wie  auch  andere  Vorschriften  aus  dem  Er-

gänzungsplan  zur  Kernzone  "Hohe  Promenade"  suspendiert  werden  kön-

nen. Wie vorne aufgezeigt, sprechen wichtige Gründe für das gewählte Be-

bauungskonzept  und  ist  ein  öffentliches  Interesse  an  der  Erstellung  eines 

Neubaus  gemäss  Gestaltungsplan  ausgewiesen.  Insgesamt  wirkt  sich  die 

Sondernutzungsplanung  positiv  auf  die  in  Frage  stehende  städtebauliche 

Situation aus. Daneben ist offensichtlich, dass an dieser prominenten städ-

tischen Lage angesichts der fortschreitenden Verknappung des Baulandes 

eine erhebliche, im öffentlichen Interesse liegende bauliche Verdichtung er-

zielt  werden  kann  und  ungenügend  genutzte  Flächen  einer  besseren  Nut-

zung zugeführt werden können. Eine solche Siedlungsentwicklung nach In-

nen entspricht dem Verdichtungsziel des Bundesgesetzes über die Raum-
planung (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. abis und Art. 3 Abs. 3 lit. abis RPG).  

Den  dargelegten  öffentlichen  Interessen  stehen  ortsbildschutzrechtliche 

Aspekte  gegenüber.  Dass  das  Ortsbild  durch  einen  grossvolumigen  Bau-

körper eine Veränderung erfährt, lässt sich nicht bestreiten. Wie jedoch be-

reits erwähnt, wird mit dem geplanten Gebäudekomplex kein störender Ge-

gensatz zur Massstäblichkeit der umliegenden Bauten geschaffen, da Höhe 

und Volumen auf die Masse des baulichen Umfelds abgestimmt sind. Des 
Weiteren  ist  die  gebotene  Rücksichtnahme  auf  das  ISOS  erfüllt.  Dessen 

Schutzanliegen bleiben im vorliegenden Fall gewahrt, und es ist keine nicht 

vertretbare  Beeinträchtigung  des  geschützten  Ortsbildes  oder  der  Einzel-

schutzobjekte  ersichtlich.  Schliesslich  ist  festzuhalten,  dass  die  Nutzweise 

(Art. 9 GPV) den Kernzonenvorschriften entspricht (Art. 41 Abs. 2 BZO). Es 

ist somit nicht zu erkennen, womit die Grundordnung in unzulässiger Weise 

quasi aus den Angeln gehoben und ihres Inhalts entleert würde (zum Ver-

gleich: in dem bereits erwähnten Entscheid BGE 135 II 209 wurde letzteres 

bejaht,  indem  ein  Gestaltungsplan  in  einer  Kernzone,  in  welcher  eine  ma-

R1S.2018.05080 

Seite 24 

 
 
ximale  Gebäudehöhe  von  9,5 m  galt  und  im  ISOS  der  Erhaltungshinweis 

"keine  weitere  Bautätigkeit"  enthalten  war,  eine  siebengeschossige  Baute 

mit  einer  Gesamthöhe  von  22,1 m  zulassen  wollte).  Aus  den  dargelegten 

Gründen rechtfertigt die von den Vorinstanzen im Lichte der Heimatschutz-

anliegen  vorgenommene  Interessenabwägung  die  Abweichung  von  der 

Grundordnung.  Die  Regelungen  liegen  im  Rahmen  des  dem  zuständigen 

Planungsträger  zukommenden  Ermessens  und  sind  daher  nicht  zu  bean-

standen.  

Sind die Voraussetzungen gemäss § 83 PBG erfüllt und entspricht der Ge-

staltungsplan den Zielen und Grundsätzen des Raumplanungsrechts sowie 

den  übergeordneten  Planungen,  bedarf  es  entgegen  der  Auffassung  der 

Rekurrentin  keiner  Rechtfertigung  für  den  dessen  Erlass.  Es  kann  damit 

auch  dahin  gestellt  bleiben,  ob  den  öffentlichen  Interessen  an  einer  Ve-

lostation  mit  einem  redimensionierten  Projekt  hätte  Rechnung  getragen 

werden können.  

6.1. 
Ferner  moniert  die  Rekurrentin,  dass  der  Gestaltungsplanperimeter  ledig-
lich eine einzige Parzelle mit einer Fläche von 911 m2 umfasse. Angesichts 
der Grösse dieser Parzelle und der Bedeutung des Richtprojekts laufe der 

Gestaltungsplan letztlich auf ein verpöntes Einzelprojekt hinaus. Ein Gestal-

tungsplan  solle  aber  eben  gerade  nicht  dazu  dienen,  für  ein  Einzelprojekt 

eine von der BZO abweichende und günstigere Überbauungsmöglichkeit zu 

schaffen.  

Dem  hält  die  Rekursgegnerschaft  entgegen,  dass  für  Gestaltungspläne 

keine flächenmässigen Minimalanforderungen existierten. Im Kanton und in 
der  Stadt  Zürich  gebe  es  etliche  rechtskräftige  Gestaltungspläne  von  eher 

geringer Grösse.  

6.2. 
Die rekurrentische Auffassung, wonach Gestaltungspläne lediglich für grös-

sere Gebiete zulässig seien, findet im Gesetz keine Stütze. So hat der Ge-

setzgeber anders als beim Institut der Arealüberbauung (§ 69 PBG) im Pla-

nungs-  und  Baugesetzgesetz  keine  flächenmässigen  Minimalanforderun-

gen statuiert (vgl. BRKE II Nr. 0080/2002 in BEZ 2002 Nr. 55). Auch wider-

R1S.2018.05080 

Seite 25 

 
 
spricht  es  nicht  dem  Sinn  und  Zweck  der  Raumplanung,  wenn  nur  für  ein 

kleineres Gebiet eine von der Grundordnung losgelöste Spezialbauordnung 

aufgestellt  wird.  So  kommt  den  Gestaltungsplänen  bei  der  baulichen  Ver-

dichtung  bereits  überbauter  Gebiete  eine  besondere  Bedeutung  zu.  In 

Städten  haben  sie  häufig  die  Funktion,  Areale  einer  neuen,  qualitativ  und 

städtebaulich hochstehenden Mischnutzung zuzuführen. Diese Zielsetzung 

lässt  sich auch  bei  kleineren  Flächen  erreichen, und  es  kann nicht  gesagt 

werden,  nur  bei  Gebieten  mit  einer  Mindestgrösse  lasse  sich  eine  städte-

baulich  und  architektonisch  gute  Überbauung  bewerkstelligen.  Dass  sich 

auch  kleinere  Gebiete  zweckmässig  beplanen  lassen  und  der  vorliegende 

Gestaltungsplan  nicht  "krass"  unterdurchschnittlich  ist, ergibt  sich  aus  den 

in  der  Rekursantwort  der  kommunalen  Vorinstanz  genannten  rechtskräfti-
gen  Gestaltungsplänen,  welche  Flächen  zwischen  381 m2  und  1'112 m2 
umfassen (act. 16, S. 29). Die Kritik an der Grösse des Gestaltungsplanes 

erweist sich damit als unbegründet.  

7.1. 
Im  Weiteren  rügt  die  Rekurrentin,  dass  der  Gestaltungsplan  keinen  ange-

messenen Spielraum offenlasse. Der Gestaltungsplan laufe auch in dieser 

Hinsicht  auf  ein  einziges  Projekt  hinaus,  was  gesetzwidrig  sei.  Es  bestün-

den  keinerlei  Zweifel,  dass  genau  das  publizierte  Richtprojekt  von  Calat-

rava realisiert werden solle. Damit lasse der Gestaltungsplan der Bauherr-

schaft nicht die Möglichkeit, eine Vielzahl von Projekten zu realisieren. Der 

Spielraum beziehe sich höchstens auf die Festlegung der Maximalvorschrif-

ten.  

Die  Rekursgegnerschaft  hält  dafür, dass  der  Gestaltungsplan eine  Umset-

zung des Richtprojekts ermögliche, aber auch Planungsspielraum für ande-
re, vergleichbare Projekte belasse.  

7.2. 
Der  rekursgegnerischen  Auffassung  ist  beizupflichten.  Ein  Richtprojekt  ist 

für den Planungsprozess in der Regel zentral. In der Praxis ist es nicht nur 

üblich,  sondern  meist  sogar  erforderlich,  dass  vor  der  Ausarbeitung  des 

Gestaltungsplans ein konkretes Bauprojekt oder zumindest ein Richtprojekt 

vorhanden ist. Denn die in § 83 PBG verlangten Anforderungen (Zahl, La-

ge,  äussere  Abmessungen,  Nutzweise  und  Zweckbestimmung  der  Bauten 

R1S.2018.05080 

Seite 26 

 
 
sowie  Erschliessung)  können  nur  erfüllt  werden,  wenn  klar  ist,  wie  die 

Überbauung des Gestaltungsplangebietes annähernd konzipiert ist. Ferner 

erfordert der private Gestaltungsplan, je nachdem, ob er von der Bau- und 

Zonenordnung  abweicht  oder  nicht,  die  Zustimmung  der  Gemeindever-

sammlung oder des Gemeinderats (§ 86 PBG). Dass diese Organe vor der 

Erteilung der Zustimmung wissen möchten, wie das Gestaltungsplangebiet 

ungefähr  überbaut  werden  soll,  liegt  auf  der  Hand  (Peter  Bösch,  Brenn-

punkte  des  Zürcher  Gestaltungsplans,  PBG  aktuell 3/2014,  S. 11 f.).  Dies 

gilt umso mehr, wenn ein Neubau wie im vorliegenden Fall an einer städte-

baulich  bedeutenden  Lage  geplant  ist  und  eine  qualitätsvolle  innere  Ver-

dichtung  erfolgen  soll.  Allerdings  muss  ein  angemessener  Planungsspiel-

raum belassen werden (§ 83 Abs. 2 PBG). Wie gross dabei der gestalteri-

sche  Spielraum  im  Einzelfall  sein  muss,  kann  nicht  allgemein  gesagt  wer-

den.  So muss  der  Spielraum  nicht unbedingt  bei  sämtlichen  Festlegungen 

gegeben  sein.  Es  ist  durchaus  zulässig,  in  sensiblen  Bereichen  gar  keine 

Abweichungen zuzulassen (Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, 

Zürcher Planungs- und Baurecht, 5. Aufl., Zürich 2011, S. 144 f.). Ein gros-

ser Spielraum ist vor allem bei Gestaltungsplänen unerlässlich, bei welchen 

noch kein konkretes Projekt besteht.  

Nach  dem  Gesagten  ist  es  somit  nicht  verboten,  wenn  sich  ein  Gestal-

tungsplan  –  wie  im  vorliegenden  Fall  (vgl.  Art. 1  Abs. 2  GPV)  –  an  einem 

konkreten  Projekt  orientiert,  sofern  ein  angemessener  Planungsspielraum 

für die Projektierung gewahrt bleibt. Diese Bedingung ist in concreto erfüllt. 

Bei  den  im  Geltungsbereich  des  Gestaltungsplans  festgesetzten  Baube-

grenzungslinien und Höhenvorschriften handelt es sich um Maximalmasse, 

die  den  gestalterischen  Rahmen  für  ein  mögliches  Projekt  bilden  (§ 83 

Abs. 2  PBG).  Davon  darf  abgewichen  werden.  Auch  sind  die  Materialisie-

rung  und  die  Gestaltung  eines  zulässigen  Gebäudekomplexes  nicht  ab-
schliessend  geregelt.  Verlangt  wird  einzig,  dass  eine  besonders  gute  Ge-

samtwirkung  erzielt  wird  (Art. 10  Abs. 1  GPV).  Damit  ermöglichen  die  pla-

nerischen  Vorgaben  zwar  eine  Umsetzung  jenes  Richtprojekts,  welches 

Ausgangspunkt der Gestaltungsplanung bildete. Eine Pflicht, das erarbeite-

te  Projekt  im  Planungsperimeter  zu  realisieren,  besteht  jedoch  nicht.  Es 

sind  gestützt  auf  den  Gestaltungsplan  vielmehr  auch  andere  Lösungen 

denkbar. Der rekurrentische Einwand erweist sich damit als unbegründet.  

R1S.2018.05080 

Seite 27 

 
 
8.1. 
Weiter bemängelt die Rekurrentin die hinreichende Einordnung des geplan-

ten Vorhabens in die Umgebung. In Kernzonen gälten die erhöhten Gestal-

tungsanforderungen  von  § 238  Abs. 2  PBG.  Ein  Bauvorhaben  müsse  sich 

demnach nicht nur "genügend", sondern "gut" in seine bauliche Umgebung 

einordnen. Das bedeute, dass ein positiver Beitrag zur Ergänzung der vor-

handenen  baulichen  Strukturen  geleistet  werden  müsse.  Vorliegend  sei 

nicht  erkennbar,  wie  der  Gestaltungsplan  und  das  Richtprojekt  auf 

Schutzobjekte  im  Nahbereich,  zu  denen  ein  ausgesprochener  optischer 

Bezug  bestehe  (Bahnhof  Stadelhofen,  Villa  Falkenburg,  Villa  Hohenbühl), 

besondere  Rücksicht  nehme.  Der  Gestaltungsplan  und  das  Richtprojekt 

würden sich in jeder Hinsicht störend von der umliegenden Umgebung ab-

heben.  

Demgegenüber  hält  die  Rekursgegnerschaft  dafür,  dass  die  rechtsgenü-

gende  Einordnung  des  Neubaus  erst  im  Rahmen  eines  Baubewilligungs-

verfahrens  zu  beurteilen  sei.  In  diesem  Verfahren  könne  lediglich  geprüft 

werden, ob aufgrund der durch den Gestaltungsplan ermöglichten Kubatur 

eine  hinreichende  Einordnung  und  Rücksichtnahme  auf  die  umliegenden 

Schutzobjekte gewährleistet blieben. Diese Voraussetzung sei erfüllt. 

8.2. 
Im vorliegenden Rekursverfahren geht es einzig um eine Sondernutzungs-

planung in Form eines privaten Gestaltungsplans und nicht um ein konkre-

tes  Bauvorhaben.  Eine  ästhetische  Würdigung  der  aufgrund  des  Gestal-

tungsplans möglichen Überbauung ist im vorliegenden Verfahren somit nur 

insoweit  vorzunehmen,  als  es  ganz  grundsätzlich  um  die  Zulassung  von 

Baukörpern mit den im Situationsplan im Massstab 1:500 (act. 17.3) und in 

den  Gestaltungsplanvorschriften  definierten  Ausmassen  geht.  Demgegen-
über  ist  die  Detailprojektierung  im  Baubewilligungsverfahren  vorzunehmen 

und  die  Frage  der  rechtsgenügenden  Einordnung  in  einem  allfälligen 

Rechtsmittelverfahren  gegen  die  nachfolgende  Baubewilligung  gerichtlich 

zu  beurteilen  (vgl.  VB.2006.00396  vom  10. Mai 2007,  E. 4.3.;  BRGE III 

Nr. 0208/2015 vom 15. Dezember 2015, E. 6.5.2). 

Wie  bereits  vorne  ausgeführt,  ist  im  vorliegenden  Fall  nicht  zu  erkennen, 

inwiefern  die  planerisch  und  demokratisch  abgestützte  Grundordnung  in 

Bezug  auf  die  gestaltungsplanerisch  maximal  zulässigen  Dimensionen  ih-

R1S.2018.05080 

Seite 28 

 
 
res  Sinngehalts  entleert  würde.  Der  gemäss  Gestaltungsplan  zulässige 

Baukörper  korrespondiert  in  seiner  Volumetrie  und  Körnung  mit  den  Ge-

bäudevolumen im Bahnhofgebiet. Aufgrund ihrer optischen Auswirkung ruft 

die mögliche Kubatur jedoch nach einer adäquaten, architektonischen Um-

setzung.  Dass  sich  eine  solche  Herausforderung  bewerkstelligen  lässt, 

zeigt  das  Grundlage  der  Gestaltungsplanung  bildende  Richtprojekt  "Ren-

dering Haus zum Falken".  

Mit Blick auf die weiteren Projektierungsphasen ist dieses Projekt kurz und 

bemerkungsweise  unter  ästhetischen  Gesichtspunkten  zu  würdigen:  Das 

Richtprojekt zeichnet sich unbestrittenermassen durch eine aussergewöhn-

liche  Formensprache  aus.  Die  moderne  und  zeitgenössische  Architektur 

orientiert sich an der Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen und nimmt de-

ren  Gliederung,  geometrische  Prägung  sowie  Materialität  auf.  Wie  das 

Gleisbauwerk  von  Santiago  Calatrava  ist  das  Richtprojekt  von  geschwun-

genen  Formen  geprägt  und  nimmt  dessen  Beton-Stahl-Glas-Architektur 

auf.  Die  charakteristische  Fassade  des  Neubaus  weist  ebenfalls  ein  sehr 

gleichmässiges  und  feingliedriges  Raster  auf  und  korrespondiert  mit  den 

Perrondächern und der gewölbten Pergola-Konstruktion über der Passerel-

le.  Die  verbindende  Schräge  zwischen  der  zurückliegenden  Erdgeschoss-

fassade und der Dachtraufe erzeugt eine skulpturale Gebäudeform, welche 

sich  vom  streng  symmetrischen  Bahnhofsgebäude  bewusst  abhebt.  Ge-

winnend  kommt  hinzu,  dass  durch  das  Zurückweichen  der  Erdgeschoss-

fassade der Vorplatz grosszügiger und der Zugang zum Bahnhof einladen-

der wird. Dergestalt wird der Platzcharakter zwischen dem geplanten Neu-

bau  und  dem  bestehenden  Bahnhofsgebäude  gestärkt  und  aufgewertet. 

Das  transparente  Sockelgeschoss  nimmt  den  Höhenunterschied  des 

Grundstücks auf und erweitert dadurch den Aussenraum optisch ins Innere 

des Gebäudes. Weiter übernimmt das Richtprojekt die Höhe der Traufkante 
der  benachbarten  Blockrandbebauung  und  greift  Stielelemente  der  man-

sardenähnlichen Dachform auf.  

Aus den dargelegten Gründen fügt sich ein Neubau in der Art des Richtpro-

jekts in die vorliegende städtebauliche Situation ein und stellt den Ortsbild-

schutz  nicht  in  Frage.  Er  erfüllt  die  verlangte  Rücksichtnahme  auf  die  be-

stehende  Bausubstanz.  Weder  das  Bahnhofsgebäude  noch  die  Villen  auf 

der Hohen Promenade werden durch einen modernen Neubau in ihrer Wir-

kung und Ausstrahlung übermässig beeinträchtigt (vgl. E. 5.9.3 und 5.9.4). 

R1S.2018.05080 

Seite 29 

 
 
Insgesamt stellt der geplante Gebäudekomplex, wie das Amt für Raument-

wicklung  in  seiner  1. Vorprüfung festhält,  eine "gelungene  Ergänzung  zum 

Bahnhof  Stadelhofen"  dar  (act. 11.2).  Er  setzt  im  Bahnhofsgebiet  einen 

neuen  städtebaulichen  Akzent,  welcher  für  den  Ort  einen  Gewinn  bewirkt. 

Diese Auffassung wird auch vom Baukollegium geteilt, welches das Richt-

projekt mehrmals beurteilt hat (act. 14.10).  

9.1. 
Schliesslich  rügt  die  Rekurrentin,  die  Immissionsgrenzwerte  gemäss  der 

Lärmschutzverordnung  (LSV)  würden  im  Gestaltungsplanperimeter teilwei-

se überschritten. Gemäss Gestaltungsplan sei nicht ausgeschlossen, dass 

in  den  Obergeschossen  lärmempfindliche  Wohnräume  realisiert  würden. 

Das  Festhalten  an  der  vom  Bundesgericht  zwischenzeitlich  aufgehobenen 

"Lüftungsfensterpraxis"  sei  unzulässig.  Nach  diesem  Urteil  sei  klar,  dass 

die  Immissionsgrenzwerte  an  allen  Fenstern  von  lärmempfindlichen  Räu-

men  eingehalten  werden  müssten.  Dieses  Erfordernis  werde  vorliegend 

nicht erfüllt.  

Dem  hält  die  private  Rekursgegnerin  entgegen,  dass  eine  Wohnnutzung 

gemäss Art. 5 GPV ausgeschlossen sei. Für die nach Gestaltungsplan zu-

lässigen  Nutzungen  könnten  die  Lärmvorschriften  somit  eingehalten  wer-

den.  Im  Übrigen  erfolge  die  Beurteilung  eines  konkreten  Bauprojekts  im 

Baubewilligungsverfahren,  in  welchem  die  übergeordneten  Lärmvorschrif-

ten des Bundes anzuwenden seien.  

9.2. 
Aufgrund der Lage des Grundstücks zwischen Bahnanlage und Kreuzbühl-

strasse  und  der  damit  verbundenen  hohen  Lärmbelastung  gelangte  das 
Lärmgutachten  vom  24. Januar 2017  zum  Schluss,  dass  eine  Wohnnut-

zung  nur  eingeschränkt  und  mit  Massnahmen  (4. OG  mit  Ausrichtung 

Kreuzbühlstrasse  und  Loggias)  möglich  wäre  (act. 17.5,  Anhang 5  "Lärm-

gutachten",  S. 13).  In  der  Folge  wurden  die  Gestaltungsplanvorschriften 

modifiziert und auf eine anfangs noch in Betracht gezogene Wohnnutzung 

verzichtet. Nach Art. 5 GPV sind Wohnnutzungen nicht (mehr) zulässig. Es 

ist somit davon auszugehen, dass mit den gemäss Gestaltungsplan zuläs-

sigen  Nutzungen  die  Lärmvorschriften  eingehalten  werden  können,  zumal 

R1S.2018.05080 

Seite 30 

 
 
für  Hotelzimmer  eine  kontrollierte  Lüftung  in  Betracht  gezogen  werden 

kann.  

Im  Übrigen  ist  festzuhalten,  dass  der  von  der  Rekurrentin  angesprochene 

Leitentscheid  BGE 142 II 100  betreffend  Änderung  der  sogenannten  Lüf-

tungsfensterpraxis für Gestaltungsplanverfahren ohne Relevanz bleibt. Auf 

Stufe  Gestaltungsplan  kann  von  der  Festlegung  konkreter  Lärmschutz-

massnahmen abgesehen werden, weil u.a. die genaue Ausgestaltung und 

die Positionierung der lärmempfindlichen Räume der dereinst zu erstellen-

den  Gebäude  noch  unbekannt  ist  (BGr 1C_87/2012  vom  27. November 

2012,  E. 6.3 f.;  www.bger.ch).  Testplanungen,  Richtprojekte  und  derglei-

chen  dienen  einzig  der  Veranschaulichung  der  sich  aus  einem  Gestal-

tungsplan ergebenden Baumöglichkeiten (vgl. BRGE III Nr. 0063/2017 vom 

3. Mai 2017,  E. 5.2).  Die  Einhaltung  von  Immissionsgrenzwerten  gemäss 

LSV ist erst bei Vorliegen eines konkreten Bauprojekts nachzuweisen res-

pektive es wird auch erst dannzumal über allfällige – auch nach Massgabe 

des  erwähnten  Leitentscheides  nach  wie  vor  denkbare  (vgl.  BRGE IV 

Nr. 0020/2017  in  BEZ 2017  Nr. 19) –  Ausnahmebewilligungen  zu  befinden 

sein.  Es  darf  davon  ausgegangen  werden,  dass  den  Vorinstanzen  die  im 

Zeitpunkt  der  Erteilung  von  Baubewilligungen  geltende  Gerichtspraxis  be-

kannt ist. 

10.1. 
Zusammenfassend  ist  der  Rekurs  abzuweisen,  soweit  darauf  einzutreten 

ist. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Rekurrentin aufzuerle-

gen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-
tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

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Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (finanzi-

elle Bedeutung der Planungsmassnahme), der Komplexität des Falles, des 

getätigten Verfahrensaufwandes (mehrfacher Schriftenwechsel, umfangrei-

che  Rechtsschriften,  Abteilungsaugenschein)  und  des  Umfanges  des  vor-

liegenden  Urteils  ist  die  Gerichtsgebühr  auf  Fr. 13'000.--  festzusetzen 

(BGr 1C_566/2015  vom  18. Februar 2016,  E. 2;  BGr 1C_244/2013  vom 

4. Juli 2013, 

E. 4; 

BRGE II  Nrn. 0162 

und 

0163/2012 

vom 

23. Oktober 2012,  E. 16,  in  BEZ 2014  Nr. 36;  Entscheid  bestätigt  mit 

VB.2012.00774 

vom 

22. August 2013, 

dieser 

bestätigt  mit 

BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

10.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober  2003,  E. 3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  der  privaten  Rekurs-

gegnerin  zulasten  der  Rekurrentin  eine  Umtriebsentschädigung  zuzuspre-

chen. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 3'000.--. Da die Umtriebs-

entschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines 

Mehrwertsteuerzusatzes 

von 

vornherein 

(BRKE II  Nrn. 0247  und 

0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-z.ch). 

Auch  die  kommunale  Vorinstanz  beantragt  die  Zusprechung  einer  Um-

triebsentschädigung. Vorliegend handelt es sich zwar nicht um einen einfa-

chen  Fall.  Dessen  ungeachtet  hat  die  Behörde  im  Rechtsmittelverfahren 

keinen  besonderen,  über  die  Bearbeitung  im  Planungsverfahren  erheblich 

hinausgehenden Zusatzaufwand getrieben. Die Voraussetzungen von § 17 

Abs. 2 lit. a VRG sind daher nicht erfüllt, so dass von der Zusprechung ei-

ner Umtriebsentschädigung an die Vorinstanz abzusehen ist. 

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[….] 

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