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**Case Identifier:** a6cdd51d-c1c3-5c04-bc15-c8680322092a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2009 A-2036/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2036-2008_2009-08-19.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2036/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter Thomas Stadelmann, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST (1. Semester 2003 bis 2. Semester 2005); 
subjektive Steuerpflicht, Treu und Glauben.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2036/2008

Sachverhalt:

A.
Am  3.  Januar  2006  reichte  A._______  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung (ESTV) den ausgefüllten Fragebogen zur Abklärung 
der  Mehrwertsteuerpflicht  ein. Darin  wies  er  folgende Umsätze aus: 
Fr. 81'667.50  (2000),  Fr.  80'325.10  (2001),  Fr. 75'438.--  (2002), 
Fr. 83'430.50  (2003),  Fr.  82'178.--  (2004)  und  Fr. 84'875.--  (2005). 
Zudem legte er dem Fragebogen die entsprechenden Abschlüsse bei. 
Mit  Schreiben  vom 18.  Januar  2006  antwortete  die  ESTV, aus  den 
zugestellten Unterlagen gehe hervor, dass er die Voraussetzungen für 
die Mehrwertsteuerpflicht ab dem 1. Januar 2003 erfülle. Sie habe ihn 
deshalb  auf  diesen  Zeitpunkt  in  das  Register  der  Steuerpflichtigen 
eingetragen. Am 26. Januar  2006 bewilligte  sie  ihm die  Anwendung 
des Saldosteuersatzes von 6% rückwirkend auf  den 1. Januar 2003. 
Mit  Schreiben  vom  15.  Februar  2006  (Datum  Posteingang)  reichte 
A._______  ausgefüllte  Abrechnungen  für  die  Jahre  2003,  2004  und 
2005 ein. Im Begleitbrief hielt er jedoch fest, dass er eine Steuerpflicht 
bestreite.

B.
Mit  Schreiben  vom  16.  März  2006  (Datum  Posteingang)  bestritt 
A._______ erneut seine Steuerpflicht ab dem 1. Januar 2003. Er legte 
im Wesentlichen dar, dass er Mitte 2002 telefonischen Kontakt mit der 
ESTV  aufgenommen  und  die  Auskunft  erhalten  habe,  dass  er 
mehrwertsteuerrechtlich als Zimmermann gelte und bei einem mass-
geblichen  Saldosteuersatz  von  4,6%  erst  bei  einem  Umsatz  von 
Fr. 86'956.-- steuerpflichtig werde. Aufgrund dieser Auskunft habe er in 
den  folgenden  Jahren  versucht,  diese  Umsatzgrenze  möglichst  zu 
erreichen, aber nicht zu überschreiten.

C.
Am 1. November 2007 erliess die ESTV einen Entscheid im Sinn von 
Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die 
Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20). Sie hielt fest, dass A._______ 
zu  Recht  rückwirkend  auf  den  1.  Januar  2003  in  das  Register  der 
Steuerpflichtigen  eingetragen  worden  sei.  Im  Begleitschreiben  zum 
Entscheid  legte  sie  im  Wesentlichen  dar,  aus  den  eingereichten 
Jahresabschlüssen 2000-2005 gehe hervor, dass er einen verhältnis-
mässig  geringen  Materialaufwand  aufweise.  Aus  mehrwertsteuer-
rechtlicher  Sicht  sei  er  deshalb  als  „Akkordant“  zu  qualifizieren. Zur 

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Anwendung käme deshalb ein Saldosteuersatz von 6%. In der Folge 
liege die  Steuerzahllast  in  den Jahren 2002-2004 eindeutig  über  Fr. 
4'000.-- und der rückwirkende Eintrag auf den 1. Januar 2003 erweise 
sich  als  rechtmässig.  Im  Weiteren  könne  er  aus  der  behaupteten 
Auskunft der ESTV nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er habe diese 
nicht nachgewiesen.

D.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  A._______  am  3.  Dezember  2007 
Einsprache. Er legte insbesondere dar, dass er seit mehreren Jahren 
als selbständiger Zimmermann tätig sei. Unbestritten sei, dass er nur 
sehr wenig Materialaufwand habe, weil das Material mehrheitlich auf 
Rechnung  des  Bauherrn  eingekauft  werde.  Anlässlich  des 
Telefongesprächs  mit  der  ESTV im Jahr  2001  sei  er  indessen  nicht 
danach  gefragt  worden,  ob  er  das  Material  einkaufe.  Er  habe  die 
Auskunft  erhalten,  dass  für  ihn  zur  Berechnung  der  Steuerzahllast 
bzw.  zur  Prüfung  seiner  Steuerpflicht  der  Saldosteuersatz  für 
Zimmerleute von 4,6% massgebend sei. Er sei in seinem berechtigten 
Vertrauen zu schützen.

E.
Mit  Einspracheentscheid  vom  15.  Februar  2008  wies  die  ESTV  die 
Einsprache ab. Sie erkannte,  dass A._______ zu Recht  rückwirkend 
auf den 1. Januar 2003 in das Register der Mehrwertsteuerpflichtigen 
eingetragen worden sei. Er schulde der ESTV für die Steuerperioden 
1. Quartal 2003 bis 2. Semester 2005 (Zeitraum vom 1. Januar 2003 
bis  31.  Dezember  2005)  Fr.  15'029.50  Mehrwertsteuer  zuzüglich 
Verzugszins. Die ESTV legte im Wesentlichen dar, dass sich in ihren 
Akten  keine  Unterlagen  befänden,  die  Bezug  auf  ein  Telefonat  mit 
A._______ nehmen würden. Dieser könne für die behauptete Auskunft 
offensichtlich keine stichhaltigen Beweise beibringen. Eine vom Gesetz 
abweichende Behandlung sei deshalb vorliegend nicht gerechtfertigt. 
Betreffend seinen Einwand, dass die Mehrwertsteuer unübersichtlich 
sei und einem einfachen Handwerker nicht zugemutet werden könne, 
alle  Einzelheiten  zu  kennen,  müsse  sie  auf  das  im 
Mehrwertsteuerrecht geltende Selbstveranlagungsprinzip verweisen.

F.
A._______ (Beschwerdeführer)  führte  am 29. März 2008 gegen den 
Einspracheentscheid der ESTV vom 15. Februar 2008 Beschwerde an 
das  Bundesverwaltungsgericht  mit  den  folgenden  Rechtsbegehren: 

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„(1) Die Ziffern 1 bis 3 des Einspracheentscheids der ESTV vom 15. 
Februar 2008 und damit die rückwirkende Eintragung in das Register 
der Mehrwertsteuerpflichtigen per 1. Januar 2003 seien aufzuheben. 
(2)  Der  Beschwerdeführer  sei  ab  1.  Januar  2006  als  Mehr-
wertsteuerpflichtiger  in  das  Register  einzutragen.  (3)  Unter  Kosten- 
und Entschädigungsfolgen“. Er brachte im Wesentlichen vor, dass sein 
Vertrauen auf die Auskunft der ESTV im Jahr 2001 zu schützen sei. 
Die  ESTV  habe  ihm  damals  telefonisch  mitgeteilt,  dass  er  als 
Zimmermann nur dann steuerpflichtig  werde,  wenn die Steuerschuld 
mehr als Fr. 4'000.-- betrage. Es sei ihm die folgende Formel erläutert 
worden „Umsatz x Saldosteuersatz für Zimmerleute = Steuerschuld“. 
Zudem habe die betreffende Sachbearbeiterin der ESTV das folgende 
Rechenbeispiel  gemacht: „Umsatz = Fr. 75'000.--,  Saldosteuersatz  = 
4,6%,  ergibt  eine  Steuerschuld  von  Fr.  3'450.--.“  In  diesem  Fall 
bestehe keine Steuerpflicht. Entgegen der Ansicht der ESTV könne er 
sehr wohl belegen, dass diese Auskunft erteilt worden sei. X._______ 
von der Steuerverwaltung (...) könne bestätigen, dass er sich bei ihr 
nach  der  Mehrwertsteuerpflicht  erkundigt  und  sie  ihn  an  die  ESTV 
verwiesen  habe. Er  habe zudem in  den letzten Jahren immer einen 
Umsatz  von  Fr.  81'000.--  bis  Fr.  83'000.--  erzielt.  Es  sei  somit 
offensichtlich, dass er sich bemüht habe, die massgebende Schwelle 
für  eine  Steuerpflicht  nicht  zu  überschreiten. Aufgrund  der  Auskunft 
der ESTV habe er die Materialeinkäufe weiterhin mehrheitlich über die 
Bauherren  abgewickelt.  Hätte  er  gewusst,  dass  er  ohne  Material-
einkäufe  nicht  als  Zimmermann  gelten  würde,  hätte  er  diese  mit 
Sicherheit  umgehend  selbst  getätigt.  Sein  Verhalten  könne  nicht 
anders als mit der besagten Auskunft der ESTV erklärt werden.

Die  Behauptung der  ESTV, dass  er  allenfalls  nicht  alle  zutreffenden 
Informationen geliefert habe, ziele an der Sache vorbei. Festzuhalten 
sei,  dass  er  keine  Ahnung  davon  gehabt  habe,  dass  er  ohne 
Materialeinkäufe  mehrwertsteuerrechtlich  vom  Zimmermann  zum 
Akkordanten „mutiere“. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern ihm nun ein 
Vorwurf gemacht werden könne. Die ESTV verkenne, dass nicht nur 
eingereichte  Akten  in  die  Beweiswürdigung  miteinzubeziehen  seien, 
sondern  auch das Verhalten. Denn aus seinem Verhalten  könne nur 
der Schluss gezogen werden, dass er die besagte Auskunft erhalten 
habe  und  nicht  die  geringsten  Zweifel  an  deren  Richtigkeit  haben 
musste. Im Übrigen  übersteige die  Nachforderung von Fr. 15'029.50 
seine finanziellen Möglichkeiten bei Weitem.

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G.
Am  27.  Mai  2008  verzichtete  die  ESTV  auf  die  Einreichung  einer 
einlässlichen  Vernehmlassung  und  schloss  auf  Abweisung  der 
Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.

Auf die Eingaben wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021), 
sofern  keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche 
liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 
VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Der 
Beschwerdeführer  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht 
(Art. 49  Bst.  a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Art.  49  Bst.  b 
VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c 
VwVG;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73  Rz. 2.149; 
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungs-
recht,  5. Aufl.,  Zürich  2006,  Rz.  1758  ff.).  Im  Verwaltungs-
beschwerdeverfahren  gilt  die  Untersuchungsmaxime,  wonach  der 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist und der Grundsatz der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  verpflichtet,  auf  den  festgestellten 
Sachverhalt  die  richtige  Rechtsnorm  anzuwenden  (vgl.  statt  vieler: 
BGE 132 II 112 E. 3.2, 131 II  205 E. 4.2; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-4072/2007  vom 11. März  2009  E. 1.2,  A-2677/2007 
vom  16. Januar  2009  E. 1.5;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., 
Rz. 1.54 f., 3.119 ff. mit weiteren Hinweisen).

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1.3 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kann jedoch 
nur sein, was Gegenstand des Einspracheentscheids der ESTV vom 
15. Februar  2008  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte 
sein  sollen.  Das  Anfechtungsobjekt,  d.h.  der  Einspracheentscheid, 
bildet  den  Rahmen,  welcher  den  möglichen  Umfang  des  Streitge-
genstandes  begrenzt  (vgl.  etwa  Entscheid  der  Eidgenössischen 
Personalrekurskommission  [PRK]  vom  28.  November  2005,  ver-
öffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  70.52 
E. 2). Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 
ist  demzufolge  das  Rechtsverhältnis,  das  Gegenstand  der  ange-
fochtenen  Verfügung  bildet,  soweit  es  im  Streit  liegt  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_642/2007  vom 3. März  2008  E.  2.2;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-762/2007 vom 21. Januar 2009 E. 1.3, 
A-1566/2006 vom 11. August 2008 E. 1.3, A-1339/2006 vom 6. März 
2007 E. 1.4).

1.4
1.4.1 Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  ESTV  mit  ihrem  Einsprache-
entscheid vom 15. Februar 2008 den Streitgegenstand im Verhältnis zu 
ihrem  Erstentscheid  vom  1.  November  2007  ausgeweitet  hat.  Mit 
Letzterem stellte  sie  (bloss)  fest,  dass A._______ zu Recht  auf  den 
1. Januar  2003  in  das  Register  der  Steuerpflichtigen  eingetragen 
worden sei. Dagegen bestätigte sie mit dem vorliegend angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 15. Februar 2008 nicht nur die Steuerpflicht 
ab  dem  1.  Januar  2003,  sondern  forderte  darüber  hinaus  von 
A._______ für das 1. Quartal 2003 bis 2. Semester 2005 Fr. 15'029.50 
Mehrwertsteuer  zuzüglich  Verzugszins  nach.  Fraglich  ist  somit,  ob 
diese Ausweitung zulässig war.

1.4.2
1.4.2.1 Gemäss  Art.  25  Abs. 2  VwVG ist  dem Begehren  um Erlass 
einer  Feststellungsverfügung  zu  entsprechen,  wenn  die  Gesuch-
stellerin ein entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Die 
ESTV  kann  Feststellungsentscheide  treffen,  wenn  für  einen 
bestimmten Fall vorsorglich die amtliche Feststellung der Steuerpflicht, 
der Steuerschuld, des Anspruchs auf Vorsteuerabzug, der Grundlagen 
der Steuerbemessung, des anwendbaren Steuersatzes oder der Mit-
haftung beantragt wird oder als geboten erscheint. Gegenstand einer 
Feststellungsverfügung  können  nur  die  konkreten,  aus  einem 
hinreichend festgelegten Sachverhalt  für eine bestimmte Person sich 
ergebenden  Rechte  und  Pflichten  sein.  Das  folgt  aus  dem 

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Verfügungscharakter  (Art.  5  VwVG)  solcher  Entscheide  und  kommt 
auch in der Formulierung von Art. 63 Abs. 1 Bst. f MWSTG ("für einen 
bestimmten  Fall")  zum  Ausdruck.  Feststellungsentscheide  setzen  im 
Weiteren  voraus,  dass  ein  aktuelles  Interesse  am Rechtsschutz  be-
steht ("vorsorglich"). Ein Feststellungsentscheid kann daher in der Re-
gel nicht ergehen, wenn ein Leistungsurteil oder eine gestaltende Ver-
fügung möglich ist, insbesondere über die Steuerabrechnung (Urteile 
des  Bundesgerichts  2A.150/2001  vom  13.  Februar  2002  E. 2b; 
Entscheide der Eidgenössischen Steuerrekurskommission [SRK] vom 
12. Januar 2006 [2004-015] E. 2b, vom 27. Juni 2002 [SRK 2001-023] 
E. 1c, vom 13. Juli 2001, veröffentlicht in VPB 66.12 E. 1b; ALFRED KÖLZ/
ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 
Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 76  Rz. 207).

1.4.2.2 Das Einspracheverfahren wird der nachträglichen verwaltungs-
internen  Rechtspflege  zugerechnet  und  nicht  der  eigentlichen  strei-
tigen  Verwaltungsrechtspflege.  Die  Einsprache  ist  daher  auch  kein 
devolutives Rechtsmittel, das die Entscheidungszuständigkeit an eine 
Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1). Das 
Einspracheverfahren zielt  darauf ab, ungenügende Abklärungen oder 
Fehlbeurteilungen,  aber  auch  Missverständnisse,  die  den  ange-
fochtenen Verwaltungsverfügungen zugrunde liegen, in einem kosten-
losen und weitgehend formlosen Verfahren auszuräumen, ohne dass 
die übergeordneten Gerichte angerufen werden müssen (BGE 131 V 
407 E. 2.1.2.1 mit  Hinweisen). Damit  soll  ein einfaches und rasches 
verwaltungsinternes  Verfahren  gewährleistet  werden.  Dies  schliesst 
ergänzende Sachverhaltsabklärungen im Einspracheverfahren jedoch 
nicht  aus.  Denn  in  diesem  Verfahren  kann  die  Verwaltung  die 
angefochtene Verfügung nochmals überprüfen und über die strittigen 
Punkte entscheiden, bevor allenfalls die Beschwerdeinstanz angerufen 
wird. Spätestens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung jedoch in 
rechtsgenüglicher  Form  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  den 
getroffenen Beweismassnahmen inhaltlich wie auch zum Verfahren zu 
äussern  (BGE 132  V  387  E.  4.1,  121  V  155  E.  5b;  BVGE 2007/27 
E. 5.5.1  S.  321).  Es  ist  deshalb  der  ESTV  zwar  verwehrt,  Steuer-
perioden zum Gegenstand des Einspracheverfahrens zu machen, über 
die sie noch nicht in einem Entscheid befunden hat,  denn in diesem 
Fall  würde  eine  unzulässige  Ausdehnung  des  Streitgegenstandes 
vorliegen (Entscheide der SRK vom 24. August 1999 [SRK 1998-083] 
E.  2b  und  vom 4.  Februar  1998  [SRK 051/97]  E.  1b).  Aufgrund  der 
Besonderheit  des  Einspracheverfahrens  als  verwaltungsinternes 

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Verfahren  ist  es  dagegen  nach  der  bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung  zulässig,  wenn  der  Verfahrensgegenstand  im 
Einspracheentscheid – im Vergleich zum Erstentscheid – auf andere 
Steuernachforderungen  (innerhalb  der  gleichen  Steuerperioden) 
ausgedehnt  wird  (BGE  123  II  385  E. 2,  nicht  publiziert;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 3.3).

1.4.3 Im  vorliegenden  Fall  hat  die  ESTV  mit  ihrem  Erstentscheid 
fälschlicherweise einen reinen Feststellungsentscheid getroffen, da sie 
bereits  damals  über  die  notwendigen  Angaben  zur  Berechnung  der 
Steuerforderung  und  damit  zur  Fällung  eines  Leistungsentscheides 
verfügte. Mit  ihrem Einspracheentscheid hat die ESTV diesen Fehler 
behoben,  indem sie  einen Leistungsentscheid  traf,  d.h. die  geschul-
dete  Mehrwertsteuer  bezifferte.  Insofern  hat  sie  den  Verfahrens-
gegenstand qualitativ nicht ausgeweitet, die steuerliche Qualifizierung 
des  nämlichen  Sachverhalts  blieb  unverändert.  Es  wäre  einem  pro-
zessualen Leerlauf gleichgekommen und mit nicht zu rechtfertigenden 
Verzögerungen  des  gesamten  Verfahrens  verbunden  gewesen,  die 
Frage  nach  der  Steuerberechnung  vom  Hauptverfahren  zu  trennen 
und darüber in einem separaten Verfahren zu befinden (vgl. zu einem 
analogen Fall: Entscheid der SRK vom 20. November 2003 [2003-052] 
E. 3c).  Die  Rechte  des  Beschwerdeführers  wurden  überdies  nicht 
eingeschränkt. Zum einen beruhen die Mehrwertsteuerforderungen auf 
seinen Angaben im Formular zur Abklärung der Steuerpflicht bzw. in 
den eingereichten Abrechnungen. Andererseits  hatte er  die Möglich-
keit, die Berechnung der Steuerforderung mit der Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht anzufechten. Eine allfällige Verletzung des 
rechtlichen  Gehörs  im  Verfahren  vor  der  ESTV  aufgrund  der  nicht 
gewährten  Möglichkeit  zur  vorgängigen  Stellungnahme  über  den 
Erlass  eines  Leistungsentscheids  bzw.  der  entsprechenden 
Nachforderung würde deshalb nach der Rechtsprechung ohnehin als 
geheilt  gelten,  da  die  Beurteilung  diesbezüglicher  Rügen  im  vorlie-
genden  Beschwerdeverfahren  nachgeholt  werden  könnte  und  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  gleiche  Prüfungsbefugnis  hat  wie  die 
ESTV (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, 126 V 130 E. 2b, 126 I 68 E. 2; Urteil 
des Bundesgerichts 1A.234/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2.2; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1504/2006  vom  25.  September  2008 
E. 5.2.6,  A-1737/2006  vom  22.  August  2007  E.  2.2).  Aus  prozess-
ökonomischen  Gründen  war  demnach  die  von  der  ESTV  in  ihrem 
Einspracheentscheid vorgenommene Korrektur zulässig.

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2.
2.1 Die  Voraussetzungen  der  subjektiven  Steuerpflicht  bei  der 
Inlandsteuer  ergeben  sich  aus  Art.  21  MWSTG.  Demnach  ist 
grundsätzlich  steuerpflichtig,  wer  eine  mit  der  Erzielung  von  Ein-
nahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig 
ausübt,  sofern  seine  Lieferungen,  seine  Dienstleistungen  und  sein 
Eigenverbrauch im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen 
(Art. 21 Abs. 1 MWSTG). Von der Steuerpflicht ausgenommen ist nach 
Art.  25  Abs. 1  Bst.  a  MWSTG  ein  Unternehmen  mit  einem Jahres-
umsatz nach Art. 21 Abs. 3 MWSTG bis zu Fr. 250'000.--, sofern die 
nach  Abzug  der  Vorsteuer  verbleibende  Steuer  (so  genannte 
Steuerzahllast)  regelmässig  nicht  mehr  als  Fr. 4'000.--  im  Jahr 
betragen  würde.  Die  Mehrwertsteuerpflicht  gemäss  Art.  21  Abs.  1 
MWSTG beginnt  grundsätzlich  nach  Ablauf  desjenigen  Kalenderjah-
res, in dem der massgebende Umsatz erzielt worden ist (Art. 28 Abs. 1 
MWSTG;  vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1618/2006 
vom  27.  August  2008  E.  2.2,  A-1389/2006  vom  21. Januar  2008 
E. 2.1).

2.1.1 Laut der geltenden Verwaltungspraxis der ESTV bis zum 31. De-
zember  2007  war  die  Steuerzahllast  (d.h.  Steuer  auf  dem  Umsatz 
minus  Vorsteuern)  entweder  effektiv  oder  nach  einer  vereinfachten 
Pauschalmethode zu ermitteln. Nach Letzterer ist die Mehrwertsteuer 
auf  dem  steuerbaren  Umsatz  des  geprüften  Jahres  zu  den  vor-
gesehenen  Sätzen  zu  berechnen.  Davon  kann  abgezogen  werden 
einerseits die Vorsteuer auf dem Waren- und Materialaufwand zu den 
anwendbaren Sätzen und  anderseits  die  Vorsteuer  auf  dem übrigen 
Aufwand  (Investitionen,  Betriebsmittel  und  Gemeinkosten),  welche 
sich  anhand  einer  Pauschale  von  0,7%  des  Umsatzes  berechnet 
(Spezialbroschüre  Nr. 02,  Steuerpflicht  bei  der  Mehrwertsteuer, 
September  2000,  Ziff. 2.4.1).  Wer  die  Vorsteuer  nicht  nach  diesem 
vereinfachten  Verfahren  berechnen  wollte,  musste  sie  aufgrund  der 
zum  Vorsteuerabzug  berechtigenden  Einkaufsfakturen  genau  er-
mitteln,  d.h.  die  Steuerzahllast  effektiv  berechnen  (Ziff.  2.4.2  der 
Spezialbroschüre 02 vom September 2000; vgl. dazu Entscheide der 
SRK vom 16. Juni  2004,  veröffentlicht  in VPB 68.157 E. 2c/aa,  vom 
10. Februar  2004,  veröffentlicht  in  VPB 68.97 E. 2b, vom 20. Januar 
2003, veröffentlicht in VPB 67.79 E. 2b). 

Nach der Praxis der ESTV ab dem 1. Januar 2008 kann die Steuer-
zahllast  zur  Klärung  der  Steuerpflicht  entweder  –  wie  bis  anhin  – 

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effektiv  oder  neu  mittels  der  Saldosteuersatzmethode  (vgl.  unten 
E. 2.2)  berechnet  werden (Spezialbroschüre Nr. 02,  Steuerpflicht  bei 
der Mehrwertsteuer, gültig ab 1. Januar 2008, Ziff. 2.4.1). Diese neue 
Praxis wendet die ESTV auch rückwirkend an, d.h. für die Zeit vor dem 
1.  Januar  2008  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1614/2006 vom 1. Oktober 2008).

2.2
2.2.1 Wer  als  Mehrwertsteuerpflichtiger  jährlich  nicht  mehr  als 
Fr. 3 Mio. steuerbaren  Umsatz  tätigt  und  im  gleichen  Zeitraum nicht 
mehr  als  Fr. 60'000.--  Mehrwertsteuer  (berechnet  nach  dem  mass-
gebenden  Saldosteuersatz)  zu  bezahlen  hat,  kann  gemäss  Art.  59 
Abs. 1 MWSTG nach der Saldosteuersatzmethode abrechnen. Diese 
Abrechnungsart muss während fünf Jahren beibehalten und kann bei 
Verzicht  auf  die  Anwendung  frühestens  nach  fünf  Jahren  wieder 
gewählt  werden (Art. 59 Abs. 3 MWSTG). Die Abrechnung nach den 
Saldosteuersätzen  ist  bei  der  ESTV  zu  beantragen;  der  jeweils 
anzuwendende  Saldosteuersatz  muss  von  der  ESTV  vorgängig 
bewilligt werden (Art. 59 Abs. 2 MWSTG; vgl. Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts A-1415/2006 vom 14. Juli 2008 E. 3.1, A-1423/2006 
vom 23. Oktober  2007 E. 2.1). Bei  Anwendung der Saldosteuersatz-
methode ist  die geschuldete Steuer durch Multiplikation des in einer 
Abrechnungsperiode  erzielten  Gesamtumsatzes  (einschliesslich 
Steuer)  mit  dem  von  der  ESTV  bewilligten  Saldosteuersatz  zu  er-
mitteln (Art. 59 Abs. 2, 1. Satzteil MWSTG). Mit dem Saldosteuersatz 
sind  die  Vorsteuern  im  Sinne  einer  Pauschale  abgegolten  (Art.  59 
Abs. 2,  2.  Satzteil  MWSTG;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1624/2006 vom 4. November 2008 E. 3.2).

2.2.2 Der  im  Einzelfall  anzuwendende  Saldosteuersatz  an  sich  ist 
nicht  gesetzlich bestimmt,  sondern  wird von der ESTV aufgrund der 
branchenspezifischen Besonderheiten (anwendbarer Steuersatz, Anla-
geintensität,  Personalaufwand;  vgl.  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/ 
KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG], 
Bern  2003,  2. Aufl.,  S. 518,  Rz.  1541)  festgelegt.  Der  so  ermittelte 
Saldosteuersatz  widerspiegelt  die  Differenz  zwischen  dem  Normal-
steuersatz und dem – aus mittelfristiger Sicht – vermuteten Anteil an 
vorsteuerbelasteten  Aufwendungen  und  Investitionen  einer  ganzen 
Branche  bzw.  einer  Geschäftstätigkeit  (Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-1415/2006 vom 14. Juli 2008 E. 3.2). In Anbetracht 
der  Zielsetzung  des  Gesetzgebers,  mit  der  Saldosteuersatzmethode 

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weder  namhafte  Steuerausfälle  oder  -mehrerträge  noch  eine 
prinzipielle  Benachteilung  bzw. eine  Begünstigung  einzelner  Steuer-
pflichtigen anzustreben, ist nicht zu beanstanden, dass die ESTV sich 
für ihre Praxis zu den im Einzelfall anwendbaren Saldosteuersätzen an 
solchen  Durchschnittswerten  orientiert  (vgl.  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1624/2006  vom  4.  November  2008  E. 6.2). 
Gemäss Ziff. 16.4.5 der vorliegend relevanten Spezialbroschüre Nr. 03 
Saldosteuersätze  (gültig  ab  dem 1. Januar  2001  bis  30.  Juni  2004) 
bzw. Ziff. 15.1.4 der Spezialbroschüre Nr. 03a Saldosteuersätze (gültig 
ab  dem  1.  Juli  2004  bis  31.  Dezember  2007)  betrug  der  Saldo-
steuersatz  für  Zimmereien 4,6 bzw. 3,5%; derjenige für  Akkordanten 
hingegen 6% (Ziff. 16.4.7 Spezialbroschüre Nr. 03  bzw. Ziff. 15.1.7 der 
Spezialbroschüre Nr. 03a).

2.3 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip.  Der  Mehrwertsteuerpflichtige  hat 
insbesondere selber festzustellen, ob bei ihm die Voraussetzungen der 
subjektiven Steuerpflicht erfüllt sind und sich unaufgefordert innert 30 
Tagen  nach  Beginn  seiner  Mehrwertsteuerpflicht  schriftlich  bei  der 
ESTV  anzumelden  (Art.  56  Abs.  1  MWSTG;  Urteile  des  Bundes-
gerichts  2A.109/2005  vom 10.  März  2006  E.  2.1,  2A.304/2003  vom 
14. November  2003  E.  3.5;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1429/2006  vom  29.  August  2007  E.  2.1  mit  Hinweisen).  Sind  die 
Voraussetzungen  der  Steuerpflicht  erfüllt  und  meldet  sich  der 
Steuerpflichtige  nicht  bei  der  ESTV  an,  wird  er  rückwirkend  in  das 
Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  eingetragen  (Entscheid  der 
SRK vom 16. Juni  2004,  veröffentlicht  in VPB 68.157 E. 2b/bb). Die 
mehrwertsteuerpflichtige  Person  trägt  nach  konstanter  Recht-
sprechung  und  Lehre  die  Verantwortung  für  die  richtige  und 
vollständige  Versteuerung  ihrer  Umsätze  (Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1348/2006 vom 30. Mai  2007 E. 2 mit  Hinweisen 
auf  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung;  DIETER METZGER,  Kurz-
kommentar  zum  Mehrwertsteuergesetz,  Muri/Bern  2000,  Rz. 1  zu 
Art. 46). Das Mehrwertsteuerrecht  stellt  hohe Anforderungen an den 
Steuerpflichtigen,  indem  es  ihm  wesentliche,  in  anderen  Veran-
lagungsverfahren der Steuerbehörde obliegende Vorkehren überträgt. 
Er hat nicht nur selber zu bestimmen, ob er die Voraussetzungen für 
die  Mehrwertsteuerpflicht  erfüllt,  sondern  ist  auch  für  die  korrekte 
(vollständige  und  rechtzeitige)  Deklaration  und  die  Ablieferung  des 
geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrages  verantwortlich  (Art.  43  ff. 
MWSTG;  vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4072/2007 

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vom  11.  März  2009  E.  2.1,  A-1641/2006  vom  22.  September  2008 
E. 3.1, A-1410/2006 vom 17. März 2008 E 3.1 mit Hinweisen).

2.4
2.4.1 Der in Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerte Schutz von 
Treu und Glauben bedeutet, dass der Bürger Anspruch darauf hat, in 
seinem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in 
anderes,  bestimmte  Erwartungen  begründendes  Verhalten  der 
Behörden  geschützt  zu  werden. Zunächst  einmal  bedarf  jedoch  der 
Vertrauensschutz  einer  gewissen  Grundlage.  Die  Behörde  muss 
nämlich  durch  ihr  Verhalten  beim Bürger  eine  bestimmte  Erwartung 
ausgelöst  haben.  Dies  geschieht  sehr  oft  durch  Auskünfte  oder 
Zusicherungen, welche auf Anfragen von Bürgern erteilt werden, kann 
aber  auch  durch  sonstige  Korrespondenz  entstehen.  Es  müssen 
indessen verschiedene Voraussetzungen kumulativ erfüllt  sein,  damit 
sich der Private mit Erfolg auf Treu und Glauben berufen kann.

Die unrichtige Auskunft der Verwaltungsbehörde ist nur bindend wenn:

• die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte 
Personen gehandelt hat;

• wenn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zustän-
dig  war  oder  wenn  der  Bürger  die  Behörde  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte;

• wenn gleichzeitig der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft  nicht 
ohne weiteres erkennen konnte;

• wenn er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositio-
nen  getroffen  hat,  die  nicht  ohne  Nachteil  rückgängig  gemacht 
werden können und

• wenn die gesetzliche Ordnung seit  der  Auskunftserteilung keine 
Änderung erfahren hat.

Zudem muss das private Interesse am Vertrauensschutz  das  öffent-
liche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiegen, damit 
die Berufung auf  Treu und Glauben durchdringen kann (BGE 131 V 
472 E. 5, Urteil des Bundesgerichts 1C_242/2007 vom 11. Juni 2008 
E.  3.3.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  8.  Juni  2009 

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E. 4.1,  A-1711/2006 vom 23. Januar  2009 E. 2.8,  A-1336/2006 vom 
2. Juli 2008 E. 4.4 mit Hinweisen). Im Steuerrecht, das vom Grundsatz 
der Gesetzmässigkeit der Besteuerung beherrscht wird, ist das Prinzip 
von Treu und Glauben nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
nur beschränkt anwendbar. Bei unrichtigen Zusicherungen kann eine 
vom Gesetz abweichende Behandlung eines Steuerpflichtigen nur in 
Betracht fallen, wenn die erwähnten Bedingungen klar und eindeutig 
erfüllt  sind  (BGE 131  II  627  E.  6.1,  118  Ib  312  E.  3b;  Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  3.  August  2000,  veröffentlicht  in  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 771 f. E. 6a).

2.4.2 In  Bezug  auf  mündliche  und  im  Speziellen  telefonische 
Zusicherungen und Auskünfte genügt  die blosse, unbelegte Behaup-
tung  einer  telefonischen  Auskunft  oder  Zusage  nicht,  um  einen 
Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen. 
Eine nicht schriftlich belegte telefonische Auskunft ist zum Beweis von 
vornherein  kaum  geeignet  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.191/2002 
vom  21.  Mai  2003  E.  3.2.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1681/2006  vom 13.  März  2008  E.  5.2.7;  Entscheid  der  SRK vom 
6. März 2006, veröffentlicht in VPB 70.78 E. 5c mit  Hinweisen). Eine 
Auskunft  muss  durch  schriftliche  Unterlagen  belegt  werden  können 
und es wird beispielsweise verlangt, dass derjenige, der sich auf eine 
Auskunft oder Zusicherung berufen will, sich diese von der Verwaltung 
schriftlich  bestätigen  lässt  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1391/2006  vom  16. Januar  2008  E.  3.2).  Dies 
schliesst  allerdings  nicht  aus,  dass  von  der  Verwaltung  erstellte 
(interne)  Notizen  für  die  Beurteilung  der  Verbindlichkeit  von  Aus-
künften  herangezogen  werden  können  (Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1500/2006 vom 1. Oktober 2008 E. 3.2).

2.5
2.5.1 Bei  der  Beweiswürdigung  geht  es  um  die  Frage,  welcher 
Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Beweismittel als erstellt gelten 
kann. Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt,  wie ganz 
allgemein  im  modernen  Prozessrecht,  der  Grundsatz  der  freien 
Beweiswürdigung. Das Gericht ist demnach nicht an bestimmte starre 
Beweisregeln gebunden, die ihm genau vorschreiben, wie ein gültiger 
Beweis  zu  Stande  kommt  und  welchen  Beweiswert  die  einzelnen 
Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (BGE 130 II 485 E. 3.2; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1543/2006 vom 14. April 2009 
E. 2.2.2). Der Beweis ist erbracht, wenn das Gericht gestützt auf die 

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freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat.  Absolute  Gewissheit 
kann dabei  nicht  verlangt  werden. Es genügt,  wenn das Gericht  am 
Vorliegen der behaupteten Tatsachen keine ernsthaften Zweifel mehr 
hat  oder  allenfalls  verbleibende  Zweifel  als  leicht  erscheinen 
(BGE 130 III  324  E.  3.2).  Die  von  der  eigenen  Sachkunde  der 
Richterinnen und Richter  oder der  Lebenserfahrung und praktischen 
Vernunft  getragene,  mit  Gründen  gestützte  Überzeugung  kann 
genügen (Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission [ZRK] 
vom 15. November  2005,  veröffentlicht  in  VPB 70.55 E. 2c mit  Hin-
weisen).  Nicht  ausreichend  ist  dagegen,  wenn  bloss  eine  überwie-
gende Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die behauptete Tatsache 
verwirklicht  hat  (BGE  128  III  271  E.  2b/aa;  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1883/2007  vom  4.  September  2007  E. 2.4; 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.140 ff.). 

Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  kann  das  Beweis-
verfahren  geschlossen  werden,  wenn  die  noch  im  Raum stehenden 
Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  betreffen  oder 
offensichtlich untauglich sind, etwa weil  ihnen die Beweiseignung an 
sich  abgeht  oder  die  betreffende  Tatsache  aus  den  Akten  bereits 
genügend  ersichtlich  ist.  Diesfalls  werden  die  von  den  Parteien 
gestellten Beweisanträge im Rahmen einer vorweggenommenen, sog. 
antizipierten  Beweiswürdigung  abgewiesen.  Dies  ist  zulässig,  wenn 
das  Gericht  aufgrund  bereits  erhobener  Beweise  oder  aus  anderen 
Gründen den rechtserheblichen Sachverhalt für genügend geklärt hält 
und überzeugt ist, seine rechtliche Überzeugung würde durch weitere 
Beweiserhebungen nicht  geändert  (BGE 131 I  157 E. 3,  130 II  429 
E. 2.1,  125  I  134  E.  6c/cc;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-7366/2006 vom 11. Mai 2009 E. 2.3 mit Hinweisen).

2.5.2 Nach Abschluss der  Beweiswürdigung steht  fest,  von welchem 
Lebenssachverhalt  das  Bundesverwaltungsgericht  bei  seiner  Urteils-
findung ausgeht. Erst bei Beweislosigkeit kommen die Regeln über die 
Beweislastverteilung zur Anwendung. Es ist zu Ungunsten desjenigen 
zu urteilen, der die Beweislast trägt (statt vieler: Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1469/2006  vom  7.  Mai  2008  E.  1.4, 
A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit weiteren Hinwei-
sen). Für die Beweislast gilt auch im Bereich des öffentlichen Rechts 
Art.  8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10. Dezember 
1907 (ZGB, SR 210) als allgemeiner Rechtsgrundsatz. Demnach hat 

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jene Partei das Vorhandensein einer Tatsache zu beweisen, die aus ihr 
Rechte  ableitet  (BGE  133  V  216  E.  5.5).  Die  Steuerbehörde  trägt 
deshalb  die  Beweislast  für  Tatsachen,  welche  die  Steuerpflicht  als 
solche  begründen  oder  die  Steuerforderung  erhöhen,  d.h.  für  die 
steuerbegründenden  und  -mehrenden  Tatsachen.  Demgegenüber  ist 
der  Steuerpflichtige  für  die  steueraufhebenden  und  -mindernden 
Tatsachen beweisbelastet,  d.h. für  solche Tatsachen,  welche Steuer-
befreiung  oder  Steuerbegünstigung  bewirken  (Urteil  des  Bundes-
gerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. E. 5.4; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1578/2006 vom 2. Oktober 
2008 E. 5.3, A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 E. 1.4, A-1373/2006 vom 
16. November 2007 E. 2.1, je mit Hinweisen).

3.
Im  vorliegenden  Fall  beruft  sich  der  Beschwerdeführer  auf  eine 
telefonische  Auskunft  der  ESTV im  Jahr  2001. Die  ESTV habe  ihm 
mitgeteilt,  dass  sein  Unternehmen  mehrwertsteuerrechtlich  als 
Zimmerei  zu  beurteilen  sei,  ein  Saldosteuersatz  von  4.6%  zur 
Anwendung komme und er demnach erst bei einem Umsatz von über 
Fr. 86'956.-- steuerpflichtig werde. Sein Vertrauen auf die Auskunft sei 
zu  schützen  und  die  Steuerpflicht  folglich  erst  ab  Januar  2006 
festzulegen. Erst zu diesem Zeitpunkt sei er von der ESTV in Kenntnis 
gesetzt  worden,  dass  er  mehrwertsteuerrechtlich  nicht  als  Zimmer-
mann,  sondern  als  Akkordant  (mit  einem  Saldosteuersatz  von  6%) 
qualifiziert  werde.  Die  ESTV  ist  dagegen  der  Ansicht,  dass  der 
Beschwerdeführer die betreffende Auskunft nicht nachgewiesen habe. 
Das Bundesverwaltungsgericht  hat  somit  zunächst  zu prüfen,  ob die 
behauptete Auskunft erstellt ist (E. 3.1).

3.1
3.1.1 Der Beschwerdeführer vermag keinerlei  schriftliche Unterlagen 
beizubringen, die auf die angebliche Auskunft hinweisen. Er kann auch 
nicht den Namen des auskunftserteilenden Mitarbeitenden der ESTV 
oder ein genaueres Datum der angeblichen Auskunft nennen. Weitere 
Abklärungen  sind  dadurch  unmöglich.  Im  Weiteren  machte  der 
Beschwerdeführer  bezüglich  des  Zeitpunkts  der  Auskunftserteilung 
widersprüchliche  Angaben.  Im  Gegensatz  zu  den  nachfolgenden 
Eingaben,  legte  der  Beschwerdeführer  im  Begleitschreiben  zu  den 
eingereichten  Abrechnungen  (Posteingangsstempel  der  ESTV  vom 
15. Februar 2006; vgl. amtl. Akten Nr. 5) bzw. in seiner Bestreitung vom 
16. März 2006 (Datum Posteingang; amtl. Akten Nr. 6) noch dar, dass 

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die  Auskunft  Ende  resp.  Mitte  2002  und  damit  nicht  im  Jahr  2001 
erfolgt sei. Im Übrigen spricht gegen die behauptete Auskunft, dass bis 
zum 1. Januar  2008 zur  Abklärung der  subjektiven Steuerpflicht  die 
Saldosteuersatzmethode nach der Praxis der ESTV gar nicht zulässig 
war (vgl. E. 2.1.1).

3.1.2 Der  Beschwerdeführer  wendet  ein,  dass  X._______  von  der 
Steuerverwaltung des Kantons (...)  ohne Weiteres bestätigen könne, 
dass er sich bei ihr nach der Mehrwertsteuerpflicht erkundigt und sie 
ihn an die ESTV verwiesen habe. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. 
Auch eine diesbezügliche Bestätigung von X._______ würde in keiner 
Art  und Weise die behauptete Auskunft der ESTV belegen. Im Sinne 
einer antizipierten Beweiswürdigung (vgl. E. 2.5.1 in fine) kann auf die 
Einholung einer Amtsauskunft bei X._______ verzichtet werden.

3.1.3 Der  Beschwerdeführer  macht  zudem  geltend,  dass  er  in  der 
vorliegend relevanten Zeit immer einen Umsatz von rund Fr. 81'000.-- 
bis  Fr.  83'000.--  erzielt  habe.  Es  sei  somit  offensichtlich,  dass  er 
bemüht  gewesen  sei,  die  ihm  von  der  ESTV  telefonisch  mitgeteilte 
Umsatzgrenze von  Fr. 86'956.-- nicht zu erreichen. Ohne die besagte 
Auskunft  hätte  er  wohl  kaum  seinen  Umsatz  auf  diesen  Betrag 
eingefroren. Er habe seine geschäftliche Aktivität  auf diese Auskunft 
ausgerichtet und die Umsätze entsprechend gesteuert. So habe er die 
Materialeinkäufe weiterhin mehrheitlich durch die Bauherrn abwickeln 
lassen. Hätte er auch nur geahnt, dass er ohne diese Einkäufe nicht 
als Zimmermann gelten würde, hätte er mit Sicherheit umgehend die 
Materialeinkäufe  selbst  veranlasst.  Sein  Verhalten  bestätige  somit, 
dass  er  die  genannte  Auskunft  der  ESTV  erhalten  habe.  Dem 
Beschwerdeführer  ist  insoweit  zuzustimmen,  dass  im  Verfahren  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  der  Grundsatz  der  freien  Beweis-
würdigung  gilt  (vgl.  E.  2.5.1)  und  demnach  auch  sein  Verhalten 
berücksichtigt werden kann. Nach der Rechtsprechung muss indessen 
eine telefonische Auskunft schriftlich belegt sein, um einen Anspruch 
aus  dem  Grundsatz  des  Vertrauensschutzes  begründen  zu  können 
(E. 2.4.2). Selbst wenn der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach 
seinen Angaben immer einen Umsatz von Fr. 81'000.-- bis Fr. 83'000.-- 
aufwies,  auf  den  vom  Beschwerdeführer  dargelegten  Gründen 
beruhen  würde,  vermöchte  dies  den  erforderlichen  Nachweis  von 
vornherein  nicht  zu  erbringen.  Im  Weiteren  sind  zur  Anrufung  des 
Vertrauensschutzes  neben  der  Vertrauensgrundlage  gestützt  darauf 
getätigte Dispositionen nachzuweisen (E. 2.4.1). Im vorliegenden Fall 

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versucht  der  Beschwerdeführer  nichts  anderes,  als  mit  den 
behaupteten  Dispositionen  (Umsatzlenkung,  keine  eigenen  Material-
einkäufe)  die  Vertrauensgrundlage  zu  belegen,  was  zu  einem  ei-
gentlichen  Zirkelschluss  führt.  Im  Übrigen  könnten  auch  andere 
Gründe dafür sprechen, dass der Umsatz in der fraglichen Zeit nicht 
höher war (insbesondere die damalige Auftragslage), selbst wenn der 
Beschwerdeführer diesen ab dem Jahr 2006 steigern konnte.

3.1.4 Der  Beschwerdeführer  konnte  die  behauptete  Auskunft  somit 
nicht nachweisen. Damit fehlt es bereits an einer Vertrauensgrundlage 
für  eine  erfolgreiche  Berufung  auf  den  Grundsatz  von  Treu  und 
Glauben.

3.2
3.2.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die ESTV den Beschwerdeführer 
richtigerweise  als  Akkordant  qualifiziert  hat,  bei  dem  ein  Saldo-
steuersatz  von  6% zur  Anwendung  gelangt.  Obwohl  der  Beschwer-
deführer  das  an  sich  nicht  bestreitet,  hat  das  Bundesverwaltungs-
gericht  diese  Frage  zu  klären,  denn  es  hat  das  Recht  von  Amtes 
wegen anzuwenden (E. 1.2).

3.2.2 Im Gegensatz zu herkömmlichen Zimmereibetrieben kaufte der 
Beschwerdeführer das Material in der Regel nicht selber ein, sondern 
liess  es  durch  den  jeweiligen  Bauherrn  beziehen.  Es  liegt  auf  der 
Hand,  dass  er  auf  diese  Weise  weniger  steuerbelastete  Eingangs-
leistungen  und  damit  weniger  Vorsteuern  aufwies.  Da  der 
Saldosteuersatz  die  Differenz  zwischen  dem  Normalsteuersatz  und 
dem  –  aus  mittelfristiger  Sicht  –  vermuteten  Anteil  an  vorsteuer-
belasteten  Aufwendungen  und  Investitionen  widerspiegeln  und  die 
Saldosteuersatzmethode  im  Vergleich  zur  ordentlichen  Besteuerung 
nicht zu einer prinzipiellen Benachteilung bzw. Begünstigung einzelner 
Steuerpflichtigen  führen  soll  (E. 2.2),  ist  es  gerechtfertigt,  den 
Beschwerdeführer  mehrwertsteuerrechtlich  als  Akkordant  (mit  einem 
höheren Saldosteuersatz) und nicht als Zimmerei zu qualifizieren. Die 
Höhe des Saldosteuersatzes für Akkordanten von 6% beruht auf den 
Erfahrungszahlen  der  ESTV.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat 
keinen  Anlass,  diese  in  Frage  zu  stellen.  Im  Weiteren  ist  die 
Berechnung  der  Nachforderung  unbestritten  und  die  Umsatzzahlen 
stammen  vom  Beschwerdeführer  selber.  Die  Nachforderung  erweist 
sich damit als rechtmässig. Wie auch die ESTV in ihrer Eingabe vom 
27.  Mai  2008  ausgeführt  hat,  besteht  grundsätzlich  die  Möglichkeit 

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eine  Steuerschuld  in  Raten  abzubezahlen.  Ein  entsprechendes 
Gesuch kann bei Rechtskraft  des vorliegenden Urteils bei  der ESTV 
gestellt werden.

4.
Dem Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde abzuweisen. Bei  diesem 
Verfahrensausgang  sind  dem  Beschwerdeführer  als  unterliegende 
Partei  sämtliche  Kosten  für  das  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG). 
Die  Verfahrenskosten  werden auf  Fr. 2'000.--  festgesetzt  (Art.  4  des 
Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) 
und  dem  Beschwerdeführer  zur  Zahlung  auferlegt.  Eine  Partei-
entschädigung  ist  nicht  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1  VwVG  e 
contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'000.- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

Seite 18

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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