# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 324df235-0504-57b8-9a00-af316bb49b21
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2014 200 2013 554
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-554_2014-02-06.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 3. September 2014 abgewiesen (9C_195/2014).

200 13 554 IV
KNB/BRM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Februar 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Stirnimann, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Auf Anmeldung zum Leistungsbezug vom 23. Februar 1996 hin sprach die 
IV-Stelle Bern (IVB) der 1963 geborenen A.________ mit Verfügung vom 
23. September 1999 eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 
1996 zu. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, nach vorgän-
giger Androhung einer reformatio in peius mit Entscheid vom 9. Januar 
2001 (IV 56435) ab und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente bei 
einem Invaliditätsgrad von 36%. Das (damalige) Eidgenössische Versiche-
rungsgericht (EVG) hiess am 27. November 2001 die gegen diesen Ent-
scheid gerichtete Verwaltungsgerichtsbeschwerde insofern teilweise gut, 
als es diesen sowie die Verfügung vom 23. September 1999 aufhob und 
die Sache zur weiteren Abklärung an die IVB zurückwies.

Gestützt auf das in der Folge eingeholte MEDAS-Gutachten vom 24. Fe-
bruar 2004 verneinte die IVB den Anspruch auf eine Invalidenrente (Verfü-
gung vom 7. April 2004, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 23. Januar 
2006). Auf Beschwerde hin hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
den Einspracheentscheid mit Urteil vom 18. April 2007 (IV 66432) auf und 
wies die Angelegenheit zur Vervollständigung der medizinischen Akten an 
die IVB zurück. 

Nach weiteren Abklärungen, gegen welche die Versicherte hinsichtlich der 
zeitlichen Verzögerung sowie der Gutachtensstelle (Befangenheit) oppo-
niert hatte, lehnte die IVB den Rentenanspruch gestützt auf das von der 
MEDAS am 29. März 2012 erstattete interdisziplinäre Gutachten mit Verfü-
gung vom 25. Juli 2012 ab. Die gegen diese Verfügung erhobene Be-
schwerde, mit der deren Aufhebung und die Neubestimmung des Invali-
ditätsgrades nach Einholung neuer Gutachten beantragt worden war, wies 
das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 22. Januar 2013 ab. 

Nachdem die Versicherte, wie bisher vertreten durch Fürsprecher 
B.________, hiergegen am 25. Februar 2013 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde vor dem Bundesgericht hatte erheben lassen, verfügte die IVB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 3

am 23. Mai 2013, die Versicherte habe zu Unrecht bezogene Rentenleis-
tungen im Umfang von Fr. 116‘316.— zurückzuerstatten.

B.

Gegen diese Rückforderungsverfügung reichte die Versicherte, weiterhin 
vertreten durch B.________, am 24. Juni 2013 Beschwerde ein und bean-
tragte deren Aufhebung. Dass die IVB die Rückerstattungsverfügung auf 
die Verfügung vom 25. Juli 2012 stützte, sei unzutreffend und widersprüch-
lich, da letztere noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Soweit das ME-
DAS-Gutachten vom 29. März 2012 als die Rückerstattungspflicht auslö-
sender Sachverhalt interpretiert werde und die IVB Leistungen fünf Jahre 
davor zurückfordere, wäre ferner die relative Verjährungsfrist gemäss Art. 
25 Abs. 2 ATSG nicht eingehalten. Nachdem die Verfügung vom 23. Sep-
tember 1999 nie rechtskräftig geworden sei, seien die Rentenzahlungen 
freiwillig erfolgt und könnten nicht plötzlich zurückgefordert werden. Das 
Korrektiv sei das Erfordernis eines Rückkommenstitels – ein solcher sei 
mangels der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen, formlosen Zu-
sprechung und auch mangels Erfüllung der Voraussetzungen einer prozes-
sualen Revision vorliegend nicht gegeben –, der Grundsatz von Treu und 
Glauben – wobei die Beschwerdeführerin keinen Anlass gehabt habe, das 
Verhalten der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Rentenauszahlung zu 
hinterfragen, und es gegen Treu und Glauben verstosse, wenn die geleiste-
ten Zahlungen nunmehr zurückgefordert würden – und ansonsten die Ver-
wirkungsfristen – diesbezüglich sei die einjährige Frist mit jeder einzelnen 
Zahlung in Gang gesetzt worden und spätestens seit dem Einspracheent-
scheid vom 23. Januar 2006 offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin 
Leistungen ausgerichtet habe, welche sie nach ihrer eigenen Auffassung 
gar nicht geschuldet habe. Überdies seien die von der Beschwerdegegne-
rin geltend gemachten Forderungen ohnehin teilweise verwirkt, stelle doch 
die fristwahrende Handlung die Verfügung vom 23. Mai 2013 dar, sodass 
Forderungen im Zeitraum vor dem 24. Mai 2008 absolut verwirkt seien. 

Die IVB beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2013 die Ab-
weisung der Beschwerde. 

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Der Instruktionsrichter stellte das Verfahren in der Folge bis zum Vorliegen 
des Entscheides des Bundesgerichtes im Verfahren 9C_161/2013 ein (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 16. September 2013). Nachdem derselbe 
am 11. November 2013 beim Gericht eingegangen war, wurde das Verfah-
ren wieder aufgenommen (vgl. prozessleitende Verfügung vom 12. No-
vember 2013).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 23. Mai 2013 (act. IIB 
191). Streitig und zu prüfen ist die Rückforderung der von der Beschwerde-
führerin in der Zeit März 2007 bis März 2012 bezogenen IV-Renten-

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leistungen (IV-Renten der Beschwerdeführerin und Kinderrenten) in der 
Höhe von insgesamt Fr. 116‘316.—.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). 

Eine aufgrund einer formell rechtskräftigen Verfügung ausgerichtete Leis-
tung ist in der Sozialversicherung zurückzuerstatten, wenn entweder die für 
die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision erforderlichen Voraus-
setzungen erfüllt sind (BGE 126 V 23 E. 4b S. 23; SVR 2012 UV Nr. 28 S. 
105 E. 5.1).

Diese Grundsätze finden auch dann Anwendung, wenn die zur Rückforde-
rung Anlass gebenden Leistungen formlos verfügt worden sind (BGE 129 V 
110 E. 1.1 S. 110; SVR 2012 UV Nr. 28 S. 105 E. 5.1).

2.2 Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, 
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, 
spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der 
einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren 
Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungs-
frist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).

Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist ist nicht das 
erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrechtmässige 
Leistungsausrichtung massgebend. Abzustellen ist auf jenen Tag, an dem 
das Durchführungsorgan später bei der ihm gebotenen und zumutbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 6

Aufmerksamkeit – etwa aufgrund eines zusätzlichen Indizes – den Fehler 
hätte erkennen müssen, wobei die Voraussetzungen für eine Rückforde-
rung erfüllt zu sein haben (BGE 139 V 6 E. 4.1 S. 8; SVR 2011 EL Nr. 7 S. 
22 E. 3.2.1).

3.

3.1 Ausgangspunkt für die hier streitige Rückforderungsverfügung ist 
der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Januar 
2013, mit welchem die Beschwerde gegen die rentenablehnende Verfü-
gung der IVB vom 25. Juli 2012 abgewiesen wurde. Diesen Entscheid hat 
das Bundesgericht mit Urteil 9C_161/2013 vom 29. Oktober 2013 bestätigt. 
Demnach steht fest, dass die Beschwerdeführerin von Anbeginn keinen 
Anspruch auf Rentenleistungen hatte. Auf die in der Beschwerde gegen die 
Verneinung des Rentenanspruchs an sich vorgetragenen Argumente ist 
mithin an dieser Stelle nicht weiter einzugehen bzw. es kann diesbezüglich 
auf die gerichtlichen Entscheide verwiesen werden. Die Verneinung des 
Leistungsanspruchs bedeutet gleichzeitig aber auch, dass die auf fehlender 
Grundlage ausgerichteten Leistungen – soweit gesetzlich zulässig – 
zurückzufordern sind (vgl. Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG).

Soweit die Beschwerdeführerin einwenden lässt, vor dem Erlass der Rück-
forderungsverfügung hätte die Rechtskraft der dieser zugrunde liegenden 
Leistungsverfügung bzw. betreffend die Verneinung des Leistungsan-
spruchs abgewartet werden müssen, kann dem nicht gefolgt werden. Zwar 
setzt eine (allfällige) Vollstreckung einer Rückforderung die Rechtskraft der 
dieser zugrunde liegenden Leistungsverfügung voraus; demgegenüber 
muss es aber zulässig sein, zeitnah zur Leistungsverweigerung, d.h. im 
Zeitpunkt, in welchem Kenntnis davon erlangt wird, dass letztlich ohne 
Rechtstitel zu viel Leistungen ausgerichtet worden sind, die Rückforderung 
zu verfügen; dies zumal mit Blick auf die drohende Verwirkung des ent-
sprechenden Anspruchs, wie sie gerade auch von der Beschwerdeführerin 
geltend gemacht wird.

Entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung (vgl. Beschwerde S. 3) 
kann auch nicht von einer „anerkannten“ halben Rente gesprochen werden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 7

nachdem ein entsprechender Anspruch nie rechtskräftig verfügt worden ist. 
Die sich in diesem Zusammenhang stellende Frage sowie auch diejenige 
des guten Glaubens bzw. des Vertrauensschutzes beim Bezug der fragli-
chen Leistungen kann indessen offen bleiben, da solches nicht im Rahmen 
der vorliegenden Rückforderung zu thematisieren ist, sondern ggf. erst 
später anlässlich eines allfälligen Erlassgesuches (vgl. Art. 25 Abs. 1 Satz 
2 ATSG). 

Ferner bedarf es angesichts der bereits mehrfach erwähnten Tatsache, 
dass die ursprünglich rentenzusprechende Verfügung vom 23. September 
1999 – wie auch in der Beschwerde (S. 7, Art. 8) eingeräumt wird – nie 
rechtskräftig geworden ist, nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung für 
eine spätere Rückforderung der sich nachmalig als unrechtmässig erwei-
senden Leistungen keines Rückkommenstitels im Sinne eines Grundes für 
eine Wiedererwägung oder eine prozessualen Revision. Nach 
wiederholtem Durchlaufen des gesamten Instanzenzuges hat das 
Bundesgericht die rentenabweisende Verfügung vom 25. Juli 2012 
bestätigt. Ebenso wenig ist, obschon es sich unzweifelhaft um eine 
ehemals falsche Einschätzung eines IV-spezifischen Aspekts handelt, eine 
Meldepflichtverletzung seitens der Versicherten erforderlich, damit eine 
Leistungsanpassung ex tunc vorgenommen werden kann, geht es 
vorliegend doch um eine erstmalige Rentenzusprache. Eine 
Rückabwicklung des Anspruchsverhältnisses zufolge Verletzung der 
Meldepflicht (Art. 31 Abs. 1 ATSG und Art. 77 IVV) hingegen ist im Kontext 
mit der Leistungsrevision zu sehen (Art. 85 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 88 
bis Abs. 2 lit. b IVV). Entscheidend ist, dass die (angefochtene) 
ursprüngliche Rentenverfügung stets unter dem Vorbehalt der 
rechtskräftigen Bestätigung durch die IV-Stelle oder eine übergeordnete 
Instanz stand (vgl. Urteil 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2007 E. 6.2.2), 
welche indessen vorliegend nicht erfolgt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
[BGer] vom 30. Januar 2009, 8C_387/2008 E. 3.2 mit Hinweisen).

Ausdrücklich nicht gerügt wird das Fehlen der Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (vgl. Beschwerde Art. 5, S. 5 f.), sodass sich 
weitere Bemerkungen hierzu erübrigen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 8

3.2 In der Beschwerde (Art. 6 S. 6) wird argumentiert, dass die IVB 
offenbar auf den Zeitpunkt der Erstattung des für die abweisende 
Verfügung massgebenden Gutachtens vom 29. März 2012 abstelle und 
Leistungen für die davor liegenden fünf Jahre zurückfordere; diesfalls wäre 
die relative einjährige Frist für die Rückforderung zu Unrecht ausgerichteter 
Leistungen nicht gewahrt, sei die entsprechende Verfügung doch erst fast 
14 Monate nach dem Eingang des Gutachtens erlassen worden. 

Dem kann nicht gefolgt werden: Das erwähnte Gutachten war zwar die 
Grundlage für die nachmalige Leistungsverweigerung; bis zum Erlass der 
Verfügung vom 25. Juli 2012 bedurfte es indessen noch der 
verwaltungsinternen Prüfung, was naturgemäss einige Zeit in Anspruch 
nimmt. Der Beschwerdegegnerin waren nach Prüfung des 
Leistungsanspruchs anhand des Gutachtens vom 29. März 2012, mit 
Abschluss des Verwaltungsverfahrens durch die Verfügung vom 25. Juli 
2012, alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umstände bekannt, aus de-
ren Kenntnis sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in 
seinem Ausmass gegenüber der rückerstattungspflichtigen Person ergibt. 
Ausgehend hiervon erfolgte die Rückforderung der zu Unrecht ausgerichte-
ten Rentenleistungen mit der hier angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 
2013 innerhalb der relativen einjährigen Verwirkungsfrist. 

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf den Entscheid 
8C_527/2010 vom 1. November 2010, in dessen E. 3.2 das Bundesgericht 
(BGer) ausdrücklich erkannt hat, dass dann, wenn gegen eine 
Rentenaufhebung Beschwerde erhoben wird, die einjährige Frist für die 
Geltendmachung des Rückforderungsanspruchs nicht erst nach 
rechtskräftigem Abschluss des Rechtsmittelverfahrens, sondern bereits im 
Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung zu laufen beginnt.

3.3 Im Rahmen der absoluten fünfjährigen Verwirkungsfrist können 
ausgehend von der Verfügung vom 23. Mai 2013 Leistungen ab Juni 2008 
zurückgefordert werden, wobei sich die Frist – anders als der 
Rechtsvertreter offenbar meint (vgl. Beschwerde S. 11, wo geltend 
gemacht wird, „vor dem 24. Mai 2008“ erbrachte Leistungen seien verwirkt) 
– jeweils auf einen ganzen Monat bezieht. Da die Rente für den Monat Mai 
2008 spätestens auf Beginn dieses Monats ausgerichtet und bezogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 9

worden ist (vgl. Art. 19 Abs. 3 ATSG) und der Rückforderungsanspruch 
gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG spätestens mit dem Ablauf von fünf Jahren 
nach Entrichtung der einzelnen Leistung erlischt, wurde die am 23. Mai 
2013 für Mai 2008 geltend gemachte Rückforderung nach Ablauf von fünf 
Jahren verfügt und ist deshalb absolut verwirkt.

Die Rückforderung der von der Verwaltung für den vor Juni 2008 liegenden 
Zeitraum, d.h. von März 2007 bis und mit Mai 2008 (15 Monate), 
ausgerichteten Rentenbetreffnisse ist mithin verwirkt. Um den 
entsprechenden Betrag, nämlich IV-Rente Fr. 1‘469.— und Kinderrente 
Fr. 588.— für 15 Monate, ausmachend Fr. 30‘855.—, reduziert sich der 
Rückforderungsanspruch der Verwaltung. 

In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die 
Rückforderung auf Fr. 85‘461.— herabzusetzen. Soweit weitergehend ist 
die Beschwerde abzuweisen. 

Abschliessend sei noch bemerkt, dass die ins Recht gelegte lange 
Verfahrensdauer, welche nicht die Versicherte zu verantworten habe (vgl. 
Beschwerde S. 9 unten), für die sich vorliegend stellende Frage der 
Rückforderung ohne Belang ist; Entsprechendes wäre allenfalls im 
Rahmen eines Erlassgesuches zu berücksichtigen. Immerhin wirkt sich die 
erst im Mai 2013 verfügte Rückforderung insofern vorteilhaft für die 
Beschwerdeführerin aus, als Leistungen in nicht unerheblichem Umfang, 
auf die kein Anspruch bestand, zufolge Eintritts der absoluten Verwirkung 
nicht mehr zurückgefordert werden können. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 10

Die Beschwerdeführerin obsiegt lediglich teilweise, nämlich insofern, als 
der Betrag der verfügten Rückforderung von Fr. 116‘316.— um 
Fr. 30‘855.— auf Fr. 85‘461.— herabzusetzen ist. Die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.—, sind mit Blick auf diesen Ausgang im 
Verhältnis ¼ zu ¾ zu teilen, wobei der Beschwerdeführerin Fr. 525.— zur 
Bezahlung aufzuerlegen sind und die Beschwerdegegnerin im Umfang ih-
res Unterliegens die restlichen Fr. 175.— zu tragen hat (Art. 108 Abs. 1 
VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der Anteil der Beschwerdeführerin wird 
dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.— entnommen. Der Restbe-
trag von Fr. 175.— wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

4.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Mit Blick auf den Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin die Parteikosten im Umfang eines Viertels zu vergüten 
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Die Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 19. November 2013 
über ein Honorar Fr. 3‘707.20 zuzüglich MwSt in Höhe von Fr. 296.60, mit-
hin insgesamt Fr. 4'003.80, ist nicht zu beanstanden. Die der Beschwerde-
führerin auszurichtende Parteientschädigung beläuft sich damit auf 
Fr. 1‘000.95 (Honorar Fr. 926.80 und MwSt Fr. 74.15).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2014, IV/13/554, Seite 11

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung vom 23. Mai 2013 dahingehend abgeändert, als der zurückge-
forderte Betrag auf Fr. 85‘461.— herabgesetzt wird. Im Übrigen wird 
die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden im Umfang von Fr. 525.— 
der Beschwerdeführerin auferlegt und dem geleisteten Kostenvor-
schuss entnommen. Der restliche Kostenvorschuss von Fr. 175.— wird 
der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. Der Beschwerdegegnerin werden Verfahrenskosten im 
Umfang von Fr. 175.— zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.95 (inkl. MwSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.