# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d358be8a-fef6-544c-85d5-359256a800c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.02.2014 100 2014 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-35_2014-02-10.pdf

## Full Text

100.2014.35U
BUC/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. Februar 2014

a.o. Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiber Schurter

A.________
c/o …
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern
Migrationsdienst, Eigerstrasse 73, 3011 Bern

und

Kantonales Zwangsmassnahmengericht
Hodlerstrasse 7, 3011 Bern

betreffend Anordnung der Ausschaffungshaft (Entscheid des kantonalen 
Zwangsmassnahmengerichts vom 28. Januar 2014; KZM 14 120)

Sachverhalt und Erwägungen: 

1.

1.1 Die aus Guinea-Bissau stammende A.________, geboren am … 1980, 
heiratete am 23. März 2006 in B.________ den Schweizer Bürger C.________ und 
reiste am 27. Oktober 2006 in die Schweiz ein. Am 18. November 2011 erteilte das 
Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst 
(MIDI), A.________ die Niederlassungsbewilligung. Am 2. Mai 2013 wurde die 
kinderlos gebliebene Ehe geschieden. Seit März 2013 wird A.________ (wieder) 
vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt. Mit Verfügung vom 25. Juli 2013 
widerrief das MIP die Niederlassungsbewilligung von A.________ bzw. verweigerte die 
Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, wies diese aus der Schweiz weg und setzte 
ihr eine Ausreisefrist bis zum 30. September 2013 an. Zur Begründung führte das MIP 
u.a. aus, A.________ habe im Verfahren um Verlängerung der Aufenthalts- bzw. 
Erteilung der Niederlassungsbewilligung verschwiegen, dass sie seit 1. Dezember 
2010 getrennt von C.________ in einer Wohnung in D.________ lebe; damit das 
Getrenntleben unerkannt bleibe, habe sich A.________ bei der dortigen 
Einwohnerkontrolle auch nicht angemeldet. Auf eine gegen die Verfügung des MIP 
vom 25. Juli 2013 erhobene Beschwerde vom 22. November 2013 trat die Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM) am 5. Dezember 2013 nicht ein und wies das 
Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist ab. Gegen diesen Entscheid erhob 
A.________ am 17. Dezember 2013 Verwaltungsgerichtsbeschwerde, zog diese 
allerdings am 15. Januar 2014 zurück, worauf das verwaltungsgerichtliche Verfahren 
als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde (JTA 2013/436 vom 
29.1.2014). 

1.2 Am ersten Ausreisegespräch vom 18. Oktober 2013 beim MIDI gab 
A.________ an, ihren Reisepass für Guinea verloren zu haben, und unterzeichnete die 
von der guinesischen Botschaft für die Ausstellung von Ersatzreisedokumenten 
geforderte Freiwilligkeitserklärung. Am zweiten Ausreisegespräch vom 4. November 
2013 legte sie die verlangten Passfotos nicht vor und erklärte weiter, entgegen ihrer 
(am 18.10.2013 unter Druck sowie irrtümlich unterzeichneten) Freiwilligkeitserklärung 
beim Beschaffen der Ersatzreisedokumente nicht mitzuwirken. Am 17. Januar 2014 
ordnete das MIP gegenüber A.________ die Ausschaffungshaft an. Am 25. Januar 
2014 wurde sie in ihrer Wohnung in D.________ angehalten und in Ausschaffungshaft 
versetzt. 

1.3 Mit Entscheid vom 28. Januar 2014 bestätigte das kantonale Zwangs-
massnahmengericht (ZMG) nach mündlicher Verhandlung die Ausschaffungshaft bis 
zum 24. April 2014. 

1.4 Hiergegen hat A.________ am 6. Februar 2014 (Postaufgabe) 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Die Beschwerde ist den übrigen 
Verfahrensbeteiligten am 7. Februar 2014 zugestellt worden. 

2.

2.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 12 
Abs. 2 des Einführungsgesetzes vom 20. Januar 2009 zum Ausländer- und zum 
Asylgesetz [EG AuG und AsylG; BSG 122.20]). Die Beschwerdeführerin hat am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist 
einzutreten. 

2.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EG AuG und AsylG).

2.3 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 
Abs. 2 Bst. e des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

3.

3.1 Wurde ein erstinstanzlicher (nicht notwendigerweise auch rechtskräftiger) Weg- 
oder Ausweisungsentscheid eröffnet, so kann die zuständige Behörde zur 
Sicherstellung des Vollzugs die ausländische Person in Ausschaffungshaft nehmen, 
wenn die Voraussetzungen von Art. 76 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) erfüllt sind. Dabei muss 
einer der in Art. 76 Abs. 1 AuG genannten Haftgründe bestehen und der Vollzug der 
Wegweisung mit dem nötigen Nachdruck verfolgt werden (Beschleunigungsgebot; 
Art. 76 Abs. 4 AuG). Die Administrativhaft hat insgesamt den sich aus dem Verhältnis-
mässigkeitsprinzip ergebenden Erfordernissen zu genügen (Art. 36 Abs. 3 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 28 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1]) und es darf kein Haftbeendigungsgrund vorliegen (Art. 80 Abs. 6 AuG). 
Dabei sind die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft gemäss Art. 80 
Abs. 2 AuG spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund 
einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen.

3.2 Die Beschwerdeführerin wurde am 25. Januar 2014 in D.________ angehalten 
und vorläufig festgenommen (vgl. unpag. Haftakten ZMG). Das ZMG bestätigte die 
Massnahme nach der mündlichen Verhandlung vom 28. Januar 2014 (vorne Bst. B). 
Die Frist von Art. 80 Abs. 2 AuG zur richterlichen Überprüfung der Haftanordnung ist 
somit eingehalten. 

3.3 Am 25. Juli 2013 widerrief das MIP die Niederlassungsbewilligung von 
A.________ und verweigerte die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung, wies diese 
aus der Schweiz weg und setzte ihr eine Ausreisefrist bis zum 30. September 2013 an. 
Diese Verfügung ist rechtskräftig geworden (vgl. vorne Bst. A). Es liegt somit ein 
Wegweisungsentscheid im Sinn von Art. 76 Abs. 1 AuG vor, dessen Vollzug mit der 
Ausschaffungshaft sichergestellt werden kann. Welche Rechtsfolge die 
Beschwerdeführerin mit dem Antrag anstrebt, das «vorliegende Verfahren [sei] 
einzustellen bis Kenntnis der Rechtslage über eine Revision der Verfügung der 
Migrationsbehörden» besteht, ist unklar. Soweit dieses Begehren im Zusammenhang 
mit der vorgenannten Verfügung steht, ist nicht ersichtlich, inwiefern ein Grund 
vorliegen könnte, der eine Verfahrenssistierung gestützt auf Art. 38 VRPG rechtfertigen 
könnte. 

3.4 Das ZMG hat den Haftgrund gemäss Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und 4 AuG als 
gegeben erachtet. Es hat u.a. erwogen, die Beschwerdeführerin weigere sich, freiwillig 
nach Guinea auszureisen, und habe ihre Mitwirkungspflichten missachtet. 
Insbesondere unterstütze sie die Beschaffung der Ersatzreisepapiere nicht. Vielmehr 
verlange sie, in der Schweiz eine letzte Chance zu erhalten, um Arbeit zu finden, um 
nicht mehr von der Sozialhilfe leben zu müssen. Weiter habe sie gegenüber den 
Migrations- bzw. Vollzugsbehörden mehrfach widersprüchliche Angaben gemacht und 
damit auch die Vollzugsbemühungen erschwert. 

3.4.1 Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und 4 AuG normieren die (tatsächliche) 
Untertauchensgefahr. Eine solche liegt nach dem Gesetzestext vor, wenn konkrete 
Anzeichen befürchten lassen, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 
entziehen will, insbesondere weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG sowie 
Art. 8 Abs. 1 Bst. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; 
SR 142.31) nicht nachkommt (Ziff. 3) oder wenn ihr bisheriges Verhalten darauf 
schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen widersetzt (Ziff. 4). Ob eine 
derartige Untertauchensgefahr vorliegt, muss aufgrund der gesamten Umstände des 
Einzelfalls beurteilt werden. Ausser in den bereits erwähnten Fällen der 
Mitwirkungspflichtverletzung ist insbesondere dann von einer Untertauchensgefahr 
auszugehen, wenn die betroffene Person bereits einmal untergetaucht ist, wenn sie 
versucht hat, durch unglaubwürdige und widersprüchliche Angaben die 
Vollzugsbemühungen zu erschweren oder wenn sie sonst klar zu erkennen gibt, dass 
sie nicht bereit ist, in ihre Heimat zurückzukehren bzw. auszureisen. Für eine 

Untertauchensgefahr spricht sodann, wenn die betroffene Person straffällig geworden 
ist, sie keinen festen Aufenthaltsort hat oder mittellos ist (zum Ganzen BGE 130 II 56 
E. 3.1; BGer 2C_520/2013 vom 6.6.2013, E. 3.2; BVR 2010 S. 529 E. 4.2, 2009 S. 531 
E. 3.3).

3.4.2 Zwar ist kein strafrechtlich relevantes Verhalten aktenkundig, weshalb nicht von 
einer Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch die Beschwerdeführerin auszugehen 
ist. Weiter ist die Beschwerdeführerin auch nach dem für sie negativen Entscheid des 
MIP vom 25. Juli 2013 nicht untergetaucht. Ferner kann nicht gesagt werden, sie habe 
sich bei den behördlichen Bemühungen um Vollzug des sie betreffenden 
Wegweisungsentscheids in jeder Hinsicht unkooperativ gezeigt, ist sie doch immerhin 
zu den beiden Ausreisegesprächsterminen vom 18. Oktober und 4. November 2013 
vereinbarungsgemäss erschienen (vgl. dazu unpag. Haftakten ZMG). Die 
Beschwerdeführerin hat jedoch zum ersten Gespräch vom 18. Oktober 2013 lediglich 
Kopien ihres Reisepasses vorgelegt und erklärt, das Original verloren zu haben. Weiter 
hat sie zwar anlässlich dieses Gesprächs die von der guinesischen Botschaft für die 
Ausstellung von Ersatzreisedokumenten geforderte Freiwilligkeitserklärung 
unterzeichnet. Am zweiten Gespräch vom 4. November 2013 hielt sie aber fest, sie sei 
Analphabetin und habe die Freiwilligkeitserklärung irrtümlicherweise unterzeichnet, da 
sie am ersten Gespräch vom MIDI nicht korrekt informiert worden sei; wäre ihr bewusst 
gewesen, dass die Erklärung dem Vollzug der Wegweisung diene, hätte sie diese nicht 
unterzeichnet, denn sie sei nicht bereit, nach Guinea-Bissau auszureisen (vgl. 
Gesprächsnotiz vom 6.11.2013, in unpag. Haftakten ZMG). Entsprechendes hat sie in 
ihrer Eingabe vom 22. November 2013 an die POM ausgeführt: Darin hält sie fest, die 
Freiwilligkeitserklärung nur deshalb unterzeichnet zu haben, weil sie davon 
ausgegangen sei, diese sei für die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung 
erforderlich (ebd., S. 1, unpag. Haftakten ZMG). In der Folge ist die Beschwerdeführe-
rin der Aufforderung nicht nachgekommen, die vier verlangten und zur Ausstellung der 
Ersatzreisepapiere erforderlichen Passfotos mitzubringen (vgl. Aktennotiz MIDI vom 
6.11.2013, unpag. Haftakten ZMG). An der mündlichen Verhandlung vor dem ZMG hat 
sie erneut angegeben, ihren guinesischen Pass verloren zu haben, ohne jedoch die 
Umstände dieses Verlusts zu erklären. Weiter hat sie klar und wiederholt zum 
Ausdruck gebracht, dass sie in der Schweiz bleiben und hier arbeiten bzw. nach Arbeit 
suchen will. So hat sie an der mündlichen Verhandlung vor dem ZMG zu Protokoll 
gegeben, erst dann gewillt zu sein nach Guinea-Bissau auszureisen, wenn ihr im Sinn 
einer letzten Chance Gelegenheit gegeben werde, weitere drei Monate nach Arbeit zu 
suchen; erst wenn auch diese Bemühungen erfolglos blieben, sei sie zur Ausreise 
bereit (vgl. Verhandlungsprotokoll ZMG, S. 2 f., unpag. Haftakten ZMG). Dabei ist zu 
beachten, dass die Beschwerdeführerin ihre verbalen Weigerungen zur Ausreise – wie 
im Übrigen auch den Verlust der Originale ihrer Reisepapiere – in einem Zeitpunkt 
vorgetragen hat, als die Verfügung des MIP vom 25. Juli 2013 betreffend Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung bzw. Verweigerung der Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung rechtskräftig geworden war und eine Bereitschaft zur 
ordnungsgemässen Rückkehr somit nicht mehr im Widerspruch zu allfälligen Anträgen 
im Streit um ihren ausländerrechtlichen Status hätte stehen können (vgl. 
BGer 2A.76/2005 vom 8.2.2005; Thomas Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im 
Ausländerrecht, in Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, N. 10.92). 
Ferner hat die Beschwerdeführerin im aufenthaltsrechtlichen Verfahren falsche 
Angaben zu ihrem Wohnsitz bzw. zur Frage des ehelichen Zusammenlebens gemacht. 
Schliesslich ist aktenkundig, dass sie mittellos ist und ihre Wohnung in D.________ per 
Ende Februar 2014 gekündigt hat. 

3.4.3 Aufgrund der hiervor dargelegten Umstände ist davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflichten nach Art. 90 Bst. a und c AuG verletzt 
hat und sich für den Vollzug der Wegweisung nicht freiwillig zur Verfügung halten bzw. 
sich diesem in Zukunft zu entziehen versuchen wird. Es ist auf eine konkrete 
Untertauchensgefahr zu schliessen. Damit hat das ZMG das Vorliegen des Haftgrunds 
nach Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und 4 AuG zu Recht bejaht. 

3.5 Die Zulässigkeit der Ausschaffungshaft setzt ferner deren Verhältnismässigkeit 
voraus, wobei namentlich den familiären Verhältnissen der inhaftierten Person und den 
Umständen des Haftvollzugs Rechnung zu tragen ist (Art. 80 Abs. 4 AuG). Weiter 
dürfen die maximale Haftdauer nach Art. 79 AuG nicht überschritten und keine 
Haftbeendigungsgründe vorliegen (Art. 80 Abs. 6 AuG). Ferner ist unerlässlich, dass 
die für den Vollzug der Weg- oder Ausweisung notwendigen Vorkehren umgehend 
getroffen werden (Beschleunigungsgebot; vgl. Art. 76 Abs. 4 AuG). 

3.5.1 Nach dem in E. 3.4 hiervor Gesagten und angesichts des bisherigen Verhaltens 
der Beschwerdeführerin erscheint ihr in der mündlichen Verhandlung vor dem ZMG 
geäusserter Vorschlag, statt inhaftiert überwacht zu werden (vgl. 
Verhandlungsprotokoll ZMG, S. 3, unpag. Haftakten ZMG), zur Sicherstellung des 
Wegweisungsvollzugs als mildere Massnahme von vornherein ungeeignet. Dasselbe 
gilt für andere mildere Massnahmen (Art. 64e AuG) wie etwa die Meldepflicht (vgl. 
allgemein zur Bedeutung solch milderer Massnahmen BGer 2C_871/2012 vom 
28.1.2013, E. 5, 2C_811/2012 vom 24.9.2012, E. 3.3). 

3.5.2 Die familiären Verhältnisse der Beschwerdeführerin stehen der Aus-
schaffungshaft nicht entgegen: Die am 2. Mai 2013 geschiedene Ehe mit C.________ 
ist kinderlos geblieben. Die Beschwerdeführerin pflegt nach eigenen Angaben 
hauptsächlich Beziehungen zu Personen, die ebenfalls aus Afrika stammen und sich 
vornehmlich in Biel aufhalten, verfügt indes über keine Familienangehörigen in der 
Schweiz (vgl. Akten Soziale Dienste Einwohnergemeinde [EG] E.________, unpag. 
Haftakten ZMG). Aufgrund der Akten ist zudem von der Hafterstehungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auszugehen: Zwar hat sie im Verfahren vor dem ZMG geltend 
gemacht, unter Verstopfung zu leiden. Sie hat jedoch diese medizinischen Probleme 
nach eigenen Aussagen dem Gefängnisdienst nicht mitgeteilt (vgl. 
Verhandlungsprotokoll ZMG, S. 3, unpag. Haftakten ZMG) und diese in der 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht erneut zur Sprache gebracht. Die Beschwerde-
führerin könnte im Übrigen im Regionalgefängnis ohne weiteres mit einer ärztlichen 
Untersuchung und Betreuung rechnen. Für (andere) ernsthafte aktuelle 
gesundheitliche Probleme sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Aus den Akten der 
Sozialen Dienste der EG E.________ geht vielmehr hervor, dass die Beschwerde-
führerin gesund ist. Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Haftbedingungen 
nicht (vgl. auch Protokoll ZMG, S. 3). Andere Umstände, welche die Inhaftierung als 
unverhältnismässig erscheinen lassen könnten, sind weder geltend gemacht worden 
noch ersichtlich.

3.5.3 Schliesslich überschreitet die Haft die Dauer von sechs Monaten nicht (vgl. 
Art. 79 Abs. 1 AuG); die angeordnete Haftdauer ist damit nicht zu beanstanden. 
Haftbeendigungsgründe sind keine erkennbar. Insbesondere deutet nichts darauf hin, 
dass eine Rückführung der Beschwerdeführerin nach Guinea-Bissau mit hinreichender 
Wahrscheinlichkeit in absehbarer (bzw. vernünftiger) Zeit nicht möglich sein wird. 
Anhaltspunkte dafür, dass die Wegweisung aus anderen Gründen nicht vollziehbar 
wäre, liegen nicht vor (vgl. Art. 80 Abs. 6 Bst. a AuG; dazu statt vieler BGE 130 II 56 
E. 4.1.3, 127 II 148 E. 2c). Ferner fehlen Anzeichen dafür, dass die Behörden den 
Wegweisungsvollzug nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgen würden 
(Beschleunigungsgebot; Art. 76 Abs. 4 AuG): Unmittelbar im Anschluss an das erste 
Ausreisegespräch vom 18. Oktober 2013 beantragte der MIDI beim BFM 
Vollzugsunterstützung. Die Beschwerdeführerin war für die Befragungen vom 
27. Januar 2014 durch eine Delegation aus Guinea beim BFM angemeldet. Allerdings 
teilte das BFM dem MIDI kurzfristig mit, die Beschwerdeführerin sei für diese 
Delegation nicht vorgesehen, weshalb die Befragung nicht stattfand. Unter diesen 
Umständen sowie mit Blick auf das bisher Ausgeführte kann den Vollzugsbehörden 
trotzdem nicht vorgeworfen werden, untätig gewesen zu sein und nicht zielstrebig auf 
den Wegweisungsvollzug hingewirkt zu haben. Dass der Haftvollzug aus anderen 
Gründen unverhältnismässig wäre, wird nicht geltend gemacht und ergibt sich auch 
nicht aus den Akten. Die zuständigen Behörden haben freilich gestützt auf Art. 76 
Abs. 4 AuG (weiterhin) bemüht zu sein, umgehend die für den Vollzug der 
Wegweisung notwendigen Vorkehren unverzüglich zu treffen. 

3.6 Zusammenfassend hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle stand. 
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

4. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Beschwerdeführerin 
grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie hat indessen um 
unentgeltliche Rechtspflege ersucht. – Auf Gesuch hin befreit die 
Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über 
die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint 
(Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Die sich in Haft 
befindliche Beschwerdeführerin verfügt über keine finanziellen Mittel; sie ist 
prozessbedürftig. Die Beschwerde kann sodann nicht als von vornherein aussichtslos 
beurteilt werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen. 
Die der Beschwerdeführerin aufzuerlegenden Verfahrenskosten trägt folglich vorerst 
der Kanton Bern, wobei die Beschwerdeführerin aber zur Nachzahlung verpflichtet ist, 
sobald sie dazu in der Lage ist (vgl. Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO). Parteikosten 
sind keine angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Mit Blick auf diesen Verfahrensausgang konnte auf das Einholen einer Stellungnahme 
des MIDI und des ZMG verzichtet werden. 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 800.--, werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Die 
Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht 
der Beschwerdeführerin. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- dem Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern 
- dem kantonalen Zwangsmassnahmengericht 
- dem Bundesamt für Migration 

und mitzuteilen:
- dem Regionalgefängnis Bern

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.