# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f3adc67-c24d-558b-beef-a8011c9e3554
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.03.2016 200 2015 774
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-774_2016-03-03.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 4. August 2016 abgewiesen 
(9C_281/2016).
 
200 15 774 IV
FUR/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. März 2016

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Juli 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2016, IV/15/774, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 10. Februar 2015 unter Hinweis auf eine Polyarthrose 
sowie Rheuma bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zur 
Früherfassung und am 12. März 2015 zum Leistungsbezug an (Akten der 
Invalidenversicherung [act. II] 1, 9). Nach Vornahme medizinischer und 
erwerblicher Abklärungen, in deren Rahmen insbesondere eine Stellung-
nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Mai 2015 (act. II 
20) eingeholt wurde, stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 
29. Mai 2015 (act. II 23) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Auf hierauf erhobenen Einwand (act. II 24) verfügte die IVB am 
16. Juli 2015 (act. II 27) wie angekündigt und erwog im Wesentlichen, es 
liege kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vor.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 7. September 2015 Beschwerde. Unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge lässt sie die folgenden Anträge stellen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 16. Juli 2015 ist 
aufzuheben und es ist bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ein vom Gericht anzuordnendes medizini-
sches Gutachten aus den Fachbereichen Rheumatologie und Or-
thopädie anzuordnen.

2. Eventualiter sind die Akten an die IV-Stelle des Kantons Bern zur 
Neubeurteilung zurückzuweisen.

Mit Eingabe vom 24. September 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin 
auf eine umfassende Stellungnahme im Rahmen einer Beschwerdeantwort 
und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Juli 2015 (act. II 
27). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
das Folgende:

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Rheumatologie FMH, diagnosti-
zierte im Bericht vom 1. Juni 2012 (act. II 17 S. 2 ff.) eine Polyarthrose der 
Finger (ANA-, CCP-Antikörper- und Rheumafaktor negativ; aktuell aktivierte 
Heberdenarthrosen Dig II bis V bds), ein Lumbovertebralsyndrom sowie 
einen Verdacht auf TFCC-Läsion links (differentialdiagnostisch: Ulnar-
Abutment, Tenosynovitis der Extensor-carpi-ulnaris). Seit Jahren bestün-
den rezidivierende belastungsabhängige Schmerzen der DIP- und der PIP-
Gelenke beider Hände mit Überwärmung der Gelenke. Ulnokarpal links 
bestehe eine druckdolente Schwellung, sonst sei der Befund unauffällig. 
Aufgrund der vorwiegenden Belastungsabhängigkeit der Beschwerden so-
wie der klinischen Untersuchung mit Heberdenknoten Finger II bis V beid-
seits, führte Dr. med. C.________ die Fingergelenkbeschwerden am ehes-
ten auf eine Polyarthrose zurück. Eine deutliche Rötung aller Heberdenkno-
ten spreche für eine entzündliche Aktivierung dieser Gelenke. Fehlende 
nächtliche Gelenksschmerzen, eine fehlende morgendliche Betonung der 
Gelenksschmerzen, unauffällige Rheumatologie-spezifische Serologien 
sowie eine fehlende Erhöhung der Entzündungswerte würden eher gegen 
eine systemische entzündliche Gelenkserkrankung sprechen.

3.1.2 Die Ärzte des Spitals D.________ hielten im Bericht vom 7. Januar 
2015 (act. II 19 S. 7) bei Nackenschmerzen und Osteochondrose fest, es 
liege eine Fehlhaltung (Streckhaltung) der Halswirbelsäule vor. Es bestehe 
eine homogene Knochenstruktur, keine ossären Läsionen und die Interver-
tebralräume seien normal breit. Weiter seien keine wesentlichen degenera-

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tiven oder anderen pathologischen Veränderungen sowie keine Weichteil-
schwellung auszumachen.

3.1.3 Mit Schreiben vom 25. März 2015 (act. II 17 S. 1) führte Dr. med. 
C.________ zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, dass bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit keine Stellungnahme erfolgen könne, da die Beschwerde-
führerin seit drei Jahren nicht mehr in seiner Behandlung stehe.

3.1.4 Im Bericht vom 26. April 2015 (act. II 19 S. 2 ff.) führte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, die nachste-
henden Diagnosen aus: Polyarthrosen mit Hüftarthrosen bei knapper Über-
dachung, Polyarthrosen der Finger und TFCC-Läsion (bestehend seit 
2012) sowie ein Lumbovertebralsyndrom ICD-10 F32.1 (bestehend seit 
2013). Seit 24. November 2014 bestehe als … eine andauernde Arbeitsun-
fähigkeit von 60 %. Diese Arbeit sei wegen der Gelenksaktivierung nur 
noch ca. halbtags bei einer schmerzbedingten Verlangsamung bzw. Leis-
tungsminderung von 20 % möglich. Die ursprünglich erlernte Tätigkeit als 
… sei nicht mehr zumutbar. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen 
Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet wer-
den. Dr. med. E.________ hielt ergänzend fest, dass in einer geeigneten 
Tätigkeit ohne Heben von Lasten und in sitzender Arbeitsposition eigentlich 
eine volle Arbeitsfähigkeit möglich sein sollte. Ganztags zumutbar seien 
rein sitzende sowie wechselbelastende Tätigkeiten.

3.1.5 Die RAD-Ärztin med. pract. F.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation FMH, hielt im Aktenbericht vom 13. Mai 
2015 (act. II 20) fest, die Beschwerdeführerin sei seit drei Jahren wegen 
ihrer Polyarthrose nicht mehr in Behandlung beim Rheumatologen gewe-
sen. Dr. med. C.________ selbst habe geschrieben, dass die Beschwerde-
führerin medikamentös gut eingestellt worden sei und somit keine Ein-
schränkungen mehr bestanden hätten (vgl. act. II 17 S. 2 f.). Dies werde 
auch durch das Zeugnis des Hausarztes von 2015 bestätigt (vgl. act. II 19 
S. 2 ff.). Sowohl die erlernte leichte Tätigkeit als … wie auch jede andere 
leichte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin schon seit Jahren ganztags 
ohne Leistungsminderung zumutbar.

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

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3.2.3 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für 
die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit 
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 3. Oktober 2014, 8C_197/2014, E. 4.1). Nicht zwingend 
erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 
Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV; SR 831.201) führt der RAD für die Beurteilung der medizini-
schen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber 
ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beur-
teilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von 
eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-
Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentli-
chen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (Entscheid des BGer vom 25. März 2011, 9C_58/2011, 
E. 2.2).

3.2.4 Die versicherte Person hat von Bundesrechts wegen keinen formel-
len Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens, wenn 
Leistungsansprüche streitig sind. Es ist auch im Lichte der von Art. 6 Ziff. 1 
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) gewähr-
leisteten Verfahrensgarantien grundsätzlich zulässig, den Entscheid aus-
schlaggebend oder gar ausschliesslich auf verwaltungsinterne Abklärungen 
zu stützen (BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c S. 165). Führen 
die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder 
das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein 
bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 
Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu 
verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die Partei beweisen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2016, IV/15/774, Seite 9

will, nicht rechtserheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). In ei-
nem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör 
gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung ([BV; SR 101]; BGE 
136 I 229 E. 5.3 S. 236). Auch das Fairnessgebot von Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
gewährt in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz (BGE 
124 V 90 E. 4b S. 94).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 16. Juli 2015 (act. II 27) massgeblich auf den Bericht der RAD-
Ärztin med. pract. F.________ vom 13. Mai 2015 (act. II 20) gestützt. Dies 
ist nicht zu beanstanden. 

Aus den medizinischen Unterlagen geht einleuchtend und nachvollziehbar 
hervor, dass die Beschwerdeführerin unter einer Polyarthrose leidet, wobei 
die Beschwerden mit der Einnahme von Mefenacid deutlich verbessert 
werden konnten (act. II 17 S. 2). Dr. med. C.________ sah denn auch im 
Juni 2012 keine weiteren Kontrollen vor (act. II 17 S. 3) und die Beschwer-
deführerin suchte den Rheumatologen in der Folge nicht mehr auf (act. II 
17 S. 1). Der die Beschwerdeführerin seit 28. August 2006 behandelnde 
Hausarzt Dr. med. E.________ führte am 26. April 2015 (act. II 19 S. 2 ff.) 
zu den beklagten belastungsabhängigen Schmerzen aus, dass bei Bedarf 
eine Schmerztherapie empfohlen werde. Nach wie vor wurde Mefenacid als 
aktuelle Medikation aufgeführt (S. 3 Ziff. 1.5). Die Einschätzung von med. 
pract. F.________ wird insbesondere auch durch den Hinweis von Dr. med. 
E.________, wonach in einer geeigneten Tätigkeit ohne Heben von Lasten 
und in sitzender Arbeitsposition eigentlich eine volle Arbeitsfähigkeit mög-
lich sein sollte (act. II 19 S. 4 Ziff. 1.11), weitgehend gestützt. Führte er 
doch weiter aus, dass rein sitzende sowie wechselbelastende Tätigkeiten 
ganztags zumutbar seien (act. II 19 S. 6). Zwar attestiert er der Beschwer-
deführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … eine seit 24. November 
2014 andauernde Arbeitsunfähigkeit von 60 %, jedoch ergibt sich aus dem 
bei den Akten liegenden Lebenslauf (act. II 15) eine andere zuletzt aus-
geübte Tätigkeit. Im Jahr 2010 hat sie in einer … am … mitgeholfen, von 
2011 bis 2013 war sie als … in einer … tätig und im Jahr 2013 war sie in 
einer … für die … verantwortlich. Aufgrund dieser Umstände ist davon aus-
zugehen, dass auch der Hausarzt Dr. med. E.________ eine dem Be-

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schwerdebild Rechnung tragende angepasste Tätigkeit ganztags und ohne 
Leistungsminderung als zumutbar erachtet. 

Weiter hielten die Ärzte des Spitals D.________ anlässlich der Untersu-
chung vom 7. Januar 2015 eine Fehlhaltung der Halswirbelsäule fest. Da 
jedoch keine auffälligen Befunde – homogene Knochenstruktur, keine 
ossären Läsionen, normal breite Intervertebralräume, keine wesentlichen 
degenerativen oder anderen pathologischen Veränderungen, keine Weich-
teilschwellung – festgehalten wurden (vgl. act. II 19 S. 7 bzw. E. 3.1.2 hier-
vor), lässt sich auch aus den geltend gemachten Nackenschmerzen zu 
Recht kein Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin ablei-
ten.

Mit Blick auf die medizinischen Unterlagen bestand für die Beschwerde-
gegnerin (bzw. besteht nach wie vor) keine Veranlassung zu weiteren Ab-
klärungen. Die Schlussfolgerung, dass der Beschwerdeführerin jede leichte 
Tätigkeit ganztags ohne Leistungsminderung zumutbar ist (act. II 20 S. 2), 
überzeugt, wogegen die erlernte Tätigkeit als … infolge der damit verbun-
denen … Arbeiten kaum als geeignet eingestuft werden kann, was aber am 
Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts ändert. Der beschwerdeweise 
geltend gemachte Hinweis, wonach der Beruf als … nicht mehr ausgeübt 
werden könne, weil es hierorts keine produzierenden … mehr gebe (Be-
schwerde S. 5 Art. 5), ist im Übrigen als IV-fremder Faktor nicht von Rele-
vanz bzw. erklärt, weshalb sie auch als Gesunde nicht mehr auf diesem 
Beruf arbeiten würde. An der ermittelten Arbeitsfähigkeit vermag auch die 
von der G.________ ausgestellte „ärztliche Bestätigung“ vom 20. Juni 2015 
(act. II 26 S. 1) nichts zu ändern. Zunächst wird die Bestätigung nicht von 
einem (Fach-)Arzt, sondern von Frau H.________, TCM-Therapeutin für 
Chinesische Medizin (vgl. hierzu auch www.G.________.ch), unterzeich-
net. Es wird zwar von starken Schmerzen an Fingern und Gelenken berich-
tet und um finanzielle Unterstützung der Behandlung ersucht, eine Angabe 
über eine allfällige Arbeitsunfähigkeit erfolgt jedoch nicht. Nebst dem fehlt 
denn auch eine (fachärztliche) Befunderhebung und Anamnese. 

3.4 Nach dem Dargelegten sind weitere Abklärungen, welche vorab 
durch die Verwaltung vorzunehmen wären, nicht erforderlich (antizipierte 
Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Es bestehen keine 

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gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sich in einer angepassten Tätig-
keit auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswir-
ken. Eine Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG liegt nicht vor und es fehlt 
somit an der grundsätzlichen Voraussetzung zum Leistungsbezug. Dem-
nach erweist sich die Verfügung vom 16. Juli 2015 (act. II 27) als rechtens 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.