# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39d140eb-0783-5c53-884d-5a594689916c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2007 E-4977/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4977-2006_2007-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4977/2006
kom/stk/scb
{T 0/2}

Urteil vom 8. März 2007 

Mitwirkung: Richter König, Zoller, Badoud
Gerichtsschreiberin Steiner

A._______, Libanon,
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 22. November 2006 i.S. Asyl und Wegweisung / N._______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  den  X._______  eigenen  Angaben  zufolge  im  Jahr  1991 
verliess,  sich anschliessend bis zum 25. Mai  2001 im Y._______ aufhielt,  am 4.  Juni 
2001 illegal in die Schweiz einreiste und tags darauf im Empfangszentrum V._______ 
(damals Empfangsstelle) um Asyl nachsuchte,

dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  am 11.  Juni  2001  im Empfangszentrum 
summarisch zu den Ausreisegründen befragte und ihn am 19. Juni 2001 für die weitere 
Dauer des Asylverfahrens dem Kanton W._______ als Aufenthaltskanton zuwies,

dass der Beschwerdeführer von der zuständigen kantonalen Behörde am 17. Juli 2001 
einlässlich zu den Asylgründen angehört wurde,

dass  er  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  X._______  Staatsangehöriger  und 
stamme aus Z._______, habe seine Heimat im Jahr 1991 wegen des Krieges verlassen 
und sei mit seiner Mutter in den Y._______ gegangen,

dass er im Y._______ im Frühling 2000 Probleme bekommen habe, da es an seinem Ar-
beitsplatz zu einem Mord gekommen sei und die Polizei anlässlich der Ermittlungen he-
rausgefunden  habe,  dass  er  X._______  Staatsangehöriger  sei  und  keine  Y._______ 
Papiere habe,

dass er festgenommen und nach acht Tagen mit Hilfe seines Onkels wieder freigelassen 
worden sei,

dass er den Y._______ verlassen und via I._______, J._______ und K._______ in die 
Schweiz gereist sei,

dass ein von der Fachstelle LINGUA beauftragter  Experte des Bundesamtes mit dem 
Beschwerdeführer am 26. September 2002 ein Telefongespräch führte und am 8. Okto-
ber 2002 einen ausführlichen Analysebericht erstellte,

dass dem Beschwerdeführer am 18. Oktober 2002 das rechtliche Gehör dazu gewährt 
wurde, er sich jedoch nicht vernehmen liess,

dass das Bundesamt mit Verfügung vom 18. November 2002 - eröffnet am 19. Novem-
ber 2002 - das Asylgesuch abwies und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung anordnete,

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 17. Dezember 2002 
bei der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) anfocht,

dass die ARK die Beschwerde mit Urteil vom 14. Februar 2006 guthiess, soweit die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung beantragt wurde, die Verfügung vom 18. Novem-
ber 2002 aufhob und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückwies,

dass sich aufgrund einer vom Bundesamt durchgeführten Abklärung bei der Schweize-
rischen  Botschaft  in  L._______  herausstellte,  dass  der  Beschwerdeführer  entgegen 
seinen Angaben nicht X._______ sondern Y._______ Staatsangehöriger ist,

dass der Beschwerdeführer infolge des ihm am 16. Mai 2006 zu dem Ergebnis der Bot-
schaftsabklärung gewährten rechtlichen Gehörs aufgrund der Sachlage sein Asylgesuch 
mit Eingabe vom 26. Mai 2006 (Poststempel) zurückzog ,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  13.  Juni 
2006 als durch Rückzug gegenstandslos geworden abschrieb,

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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. August 2006 (Poststempel) aufgrund 
des im Sommer 2006 ausgebrochenen Y._______krieges um Wiederaufnahme seines 
Asylverfahrens ersuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 8. September 2006 die Verfügung vom 13. Juni 2006 
aufhob und das Asylverfahren des Beschwerdeführers wieder aufnahm,

dass der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 23. August  2006 wegen Wiederhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Gefängnisstrafe von 60 Tagen be-
dingt verurteilt wurde,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. November 2006 - eröffnet am 28. November 2006 
- das Asylgesuch des Beschwerdeführers abwies, die Wegweisung und den Vollzug an-
ordnete und einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wir-
kung entzog,

dass der Beschwerdeführer mit nicht unterschriebener Eingabe vom 13. Dezember 2006 
gegen diesen Entscheid bei der ARK Beschwerde erhob und dabei die Wiederherstel-
lung der von der Vorinstanz entzogenen aufschiebenden Wirkung, die Anerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs beantragte,

dass  der  Beschwerdeführer  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sinngemäss  um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) ersuchte,

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  der  ARK mit  Zwischenverfügung  vom 14. De-
zember 2006 den Vollzug der Wegweisung bis zum definitiven Entscheid über die auf-
schiebende Wirkung der Beschwerde vorsorglich aussetzte,

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 19. Dezember  2006  die  auf-
schiebende  Wirkung  der  Beschwede wiederherstellte,  festhielt,  der  Beschwerdeführer 
könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten und ihm Frist zur Einrei-
chung einer Beschwerdeverbesserung einräumte,

dass der Beschwerdeführer innert Frist die angeforderte Beschwerdeverbesserung ein-
reichte,

dass  der  zuständige Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwischen-
verfügung vom 30. Januar 2007 das sinngemässe Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege abwies und den Beschwerdeführer anwies, bis zum 13. Februar 
2007 einen Kostenvorschuss einzuzahlen,

dass der mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2007 verlangte Kostenvorschuss am 
13. Februar 2007 fristgerecht geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31] 
i.V.m.  Art.  31  -  34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG;  SR 
173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 
173.110]),

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dass das Bundesverwaltungsgericht die Beurteilung der am 31. Dezember 2006 bei der 
ARK hängigen Rechtsmittel übernimmt und dabei das neue Verfahrensrecht anwendet 
(Art. 53 Abs. 2 VGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur 
Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  seine  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einem vereinfachten Verfahren 
entschieden wird und die vorliegende Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt,  offen-
sichtlich unbegründet  ist,  weshalb  auf  einen Schriftenwechsel  verzichtet  werden kann 
und der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 
AsylG),

dass die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei 
als Flüchtling eine ausländische Person anerkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat 
oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehö-
rigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschau-
ungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nach-
teilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht wer-
den muss (Art. 7 AsylG),

dass aufgrund der Abklärungen des BFM zur Herkunft des Beschwerdeführers feststeht, 
dass er nicht - wie geltend gemacht - X._______ sondern Y._______ Staatsangehöriger 
ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Beschwerdeschrift  seine  Y._______  Staatangehö-
rigkeit implizit bestätigt,

dass somit seine ursprünglich geltend gemachten Asylvorbringen,  gemäss welchen er 
im Y._______ wegen fehlenden Y._______ Ausweisen beziehungsweise fehlender Auf-
enthaltsbewilligung verhaftet worden sei, jeglicher Grundlage entbehren,

dass der vom Beschwerdeführer am 25. Mai 2006 erklärte Rückzug seines Asylgesuchs 
als Eingeständnis  dafür  anzusehen ist,  dass er in seinem tatsächlichen Herkunftsland 
Y._______  keinen  asylrechtlich  relevanten  Behelligungen  ausgesetzt  war  und  auch 
keine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung hat,

dass im Übrigen auf  die Begründung der  Instruktionsverfügung vom 30.  Januar 2007 
verwiesen werden kann,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigenschaft nachzu-
weisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt sein Asylgesuch 
zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in 
der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorlie-
gend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und der Beschwerdeführer zu-
dem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. Entscheidungen und Mittei-

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lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission, EMARK, 2001 Nr. 21), weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, 
das Anwesenheitsverhältnis  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige 
Aufnahme von Ausländern regelt (Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landes-
rechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da die Flüchtlingseigenschaft nicht besteht und 
keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die 
dem Beschwerdeführer in sein Heimat- oder Herkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 des 
Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931, 
ANAG),

dass sich aus den Akten zudem keine konkreten Anhaltspunkte ergeben, aufgrund derer 
allenfalls geschlossen werden könnte, der Beschwerdeführer gerate im Falle der Rück-
kehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder ge-
sundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation,

dass sich die Lage im Y._______ seit  Beendigung des Krieges wieder  stabilisiert  hat 
und viele Schäden bereits behoben worden sind,

dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat - auch nach den angeblichen Todesfällen 
in  seiner  Familie  anlässlich  der  kriegerischen  Auseinandersetzungen  zwischen  der 
B._______ und den C._______ Truppen - nach wie vor über ein tragfähiges familiäres 
Beziehungsnetz  verfügt  und  daher  nicht  davon  auszugehen  ist,  dass  er  bei  einer 
Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten würde,

dass  somit  weder  allgemeine  noch  individuelle  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der 
Rückführung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  sprechen  (Art.  14a  Abs.  4 
ANAG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  seinen  Heimatstaat 
schliesslich möglich im Sinne von Art. 14a Abs. 2 ANAG ist, da keine praktischen Hin-
dernisse erkennbar sind, die einer Rückkehr entgegenstehen könnten, und er verpflich-
tet ist, sich bei der heimatlichen Vertretung allenfalls benötigte Reisepapiere zu beschaf-
fen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass nach dem Gesagten somit keine Wegweisungshindernisse vorliegen und der vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die an-
gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich-
tig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die 
Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.--  (Art.  16  Abs.  1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  11.  Dezember  2006  (VGKE;  SR  173.320.2) 
dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63 Abs.  1 VwVG) und durch den vom Be-
schwerdeführer  geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr.  600.-- bereits  begli-
chen sind.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 600.--, werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt  und sind  durch den in  gleicher  Höhe geleisteten Kostenvorschuss bereits 
beglichen.

3. Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (eingeschrieben)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. N._______)

- Ausländeramt des Kantons W._______ (Kopie)

Der Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Karin Steiner

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