# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1563069-caa3-5e64-b497-665db5c04ab5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2010 C-7692/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7692-2008_2010-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7692/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-
Carpani, Richterin Marianne Teuscher 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

W._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Jann, LL.M.,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreiseverbot.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

 C-7692/2008

Sachverhalt:

A.
Am 15. März 2007 wurde der aus Deutschland stammende Beschwer-
deführer (Jahrgang 1964) in Zürich anlässlich der Übergabe von durch 
ihn  zuvor  in  die  Schweiz  eingeführten  8'869 Gramm Heroin  gassen-
üblicher Qualität bzw. 4'629 Gramm reinem Heroin an einen Komplizen 
verhaftet.

Am 5. Oktober 2007 wurde ihm (gestützt auf die anwendbare kantona-
le Strafprozessordnung) der vorzeitige Antritt des Strafvollzugs bewil -
ligt.

Mit Strafurteil vom 12. März 2008 verurteilte ihn daraufhin das Bezirks-
gericht  Bülach  wegen  mehrfacher  qualifizierter  Widerhandlungen 
gegen  das Betäubungsmittelgesetz  vom  3. Oktober  1951  (nach-
folgend:  Betäubungsmittelgesetz  bzw.  BetmG,  SR  812.121) nach 
Art. 19  Ziff. 1  Abs. 3  und  5 in  Verbindung  mit  Art. 19  Ziff. 2  Bst. a 
BetmG zu einer  Freiheitsstrafe  von 4 Jahren (unter  Anrechnung von 
363 Tagen  bereits  erstandenem  Freiheitsentzug).  Dieses  Urteil  er-
wuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.

B.
Am 7. August 2008 wurde dem Beschwerdeführer hinsichtlich der ihm 
in  Aussicht  gestellten  Verhängung  einer  Fernhaltemassnahme und 
Wegweisung aus der Schweiz das rechtliche Gehör gewährt. Mit Ein-
gabe  an  das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  (nachfolgend: 
Migrationsamt) vom 1. September 2008 nahm er dazu Stellung.

C.
Gestützt auf den geschilderten Sachverhalt verhängte das Bundesamt 
für Migration (BFM) am 23. Oktober 2008 gegenüber dem Beschwer-
deführer ein fünfjähriges Einreiseverbot,  geltend ab dem 14. Novem-
ber  2009. Zur  Begründung  führte  es  unter  Bezugnahme auf  Art.  67 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  aus,  aufgrund  der 
mehrfachen  qualifizierten  Widerhandlungen  des  Beschwerdeführers 
gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  liege  ein  Verstoss  gegen  die  öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung bzw. eine Gefährdung derselben vor. 
Sein Freizügigkeitsrecht sei damit erloschen. Sein Verhalten stelle eine 
tatsächliche  und  hinreichend  schwere  Gefährdung  dar,  welche  ein 

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Grundinteresse der  Gesellschaft  berühre. Aufgrund der  wiederholten 
und  sich  über  längere  Zeit  erstreckenden  Tatbegehung  könne  eine 
Rückfallgefahr nicht ausgeschlossen werden. Aus denselben Gründen 
wurde  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  gestützt 
auf Art. 55 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  gleichzeitig  die  auf-
schiebende Wirkung entzogen.

D.
Gestützt  auf  ein  entsprechendes  Ersuchen  des  Justizvollzugs  des 
Kantons Zürich vom 17. Juli 2008 verfügte das dortige Migrationsamt 
am 3. November 2008 unter Verweis auf das Strafurteil des Bezirksge-
richts  Bülach  vom 12. März  2008  die  vorsorgliche  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  unverzüglich  nach  Strafverbüs-
sung bzw. Haftentlassung im Rahmen eines Überstellungsverfahrens 
nach  Deutschland.  Einem  Rekurs  gegen  diese  Verfügung  wurde 
ebenfalls die aufschiebende Wirkung entzogen.

E.
Mit Beschwerde vom 1. Dezember 2008 hat der Beschwerdeführer die 
Verfügung des BFM vom 23. Oktober 2008 beim Bundesverwaltungs-
gericht angefochten und ihre Aufhebung beantragt. In verfahrensrecht-
licher Hinsicht ersuchte er um Wiederherstellung der aufschiebenden 
Wirkung  der  Beschwerde  sowie  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung. Zur Begründung führte er aus, die 
angefochtene Verfügung verletze das Abkommen vom 21. Juni  1999 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 
Europäischen  Gemeinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits 
über  die  Freizügigkeit  (nachfolgend:  Freizügigkeitsabkommen  oder 
FZA, SR 0.142.112.681). Das Abstellen der Vorinstanz alleine auf die 
strafrechtliche Verurteilung erweise sich als unzulässig. Der bis dahin 
nicht vorbestrafte Beschwerdeführer habe sich im Strafverfahren ein-
sichtig  gezeigt,  mit  den  involvierten  Strafverfolgungsbehörden  ko-
operiert  und  im  (offenen)  Strafvollzug  zu  keinen  ernstlichen  Klagen 
Anlass gegeben. Dies zeige,  dass keine Rückfallgefahr bestehe und 
keine (jedenfalls keine schwerwiegende) Gefährdung der öffentlichen 
Sicherheit  und  Ordnung,  wie  sie  vom  Europäischen  Gerichtshof 
(nachfolgend: EuGH) für die Zulässigkeit einer die Freizügigkeitsrechte 
beschränkenden  nationalen  Massnahme  vorausgesetzt  werde,  vor-
liege.  Die  Voraussetzungen  für  die  Verhängung  einer 
Fernhaltemassnahme seien daher nicht erfüllt.

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F.
Mit  Zwischenverfügung  vom  14. Januar  2009  trat  das  Bundesver-
waltungsgericht  auf  das  mit  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht 
ein. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 
Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG hiess es hingegen 
gut.

G.
Gestützt  auf  einen  entsprechenden  Antrag  des  Justizvollzugs  des 
Kantons Zürich  vom 9. Dezember  2008 verfügte  das Bundesamt für 
Justiz (BJ)  mit  Entscheid vom 9. Februar  2009 die  Überstellung des 
Beschwerdeführers  an  Deutschland  zur  weiteren  Verbüssung  der 
gegen ihn verhängten Freiheitsstrafe.  Gleichzeitig wurde Deutschland 
(unter  dem  Vorbehalt  einer  rechtskräftigen  Wegweisungsverfügung) 
um  Zustimmung  zur  Überstellung  des  Beschwerdeführers  ersucht. 
Eine solche fand letztlich jedoch nicht statt.

H.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 20. April  2009 schliesst  die Vorinstanz 
auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Ergänzend  führt  sie  aus,  mit  den 
wiederholten und über längere Zeit  begangenen Straftaten habe der 
Beschwerdeführer ein Verhalten an den Tag gelegt,  aufgrund dessen 
von  einer  "tatsächlichen  und  hinreichend  schweren  Gefährdung  der 
öffentlichen  Sicherheit  und Ordnung,  welche ein  Grundinteresse der 
Gesellschaft"  berühre,  auszugehen  sei,  wie  sie  von  der  Praxis  des 
EuGH  in  diesem  Zusammenhang  gefordert  werde.  Mit  seiner  ko-
operativen Haltung im Strafprozess und dem Verhalten im Strafvollzug 
sei  der  Nachweis  für  künftiges  Wohlverhalten nicht  erbracht. Zudem 
sei  aus  dem  Führungsbericht  der  Strafvollzugsanstalt  vom 
17. November  2008  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  regel-
mässig Cannabis konsumiere, womit erstellt sei, dass nach wie vor ein 
"Konnex zu Betäubungsmitteln" bestehe. Er werde sein Wohlverhalten 
in  den  Jahren nach  seiner  Haftentlassung im Ausland  unter  Beweis 
stellen müssen. Angesichts der Schwere der verübten Straftaten und 
der  betroffenen  Rechtsgüter  überwiege  das  öffentliche  Interesse  an 
seiner  Fernhaltung  allfällige  private  Interessen  an  künftigen  un-
gehinderten Einreisen in die Schweiz eindeutig.

I.
Mit  Replik  vom 19. Mai  2009 führte  der  Beschwerdeführer  unter  Er-

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läuterung der  bereits angeführten Gründe aus,  aufgrund seines Vor-
lebens sowie seines Verhaltens erscheine der Zeitraum, in welchem er 
delinquiert  habe,  als  Ausnahmephase.  Von  ihm  gehe  keine  Ge-
fährdung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  (mehr)  aus.  Aus 
seinem  gelegentlichen  Cannabis-Konsum  könne  nicht  auf  eine 
gegenwärtige schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 
und Ordnung geschlossen werden. Im Übrigen erweise sich die ver-
hängte  Fernhaltemassnahme aufgrund  ihrer  Dauer  als  unverhältnis-
mässig und wäre entsprechend herabzusetzen.

J.
Mit  Verfügung  des  Justizvollzugs  des  Kantons  Zürich  vom 
17. September  2009  wurde  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf 
Art. 86 ff.  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 21. Dezember 
1937  (StGB,  SR  311.0)  per  14. November  2009  die  bedingte  Ent-
lassung aus dem Strafvollzug nach Verbüssung von zwei  Dritteln der 
verhängten  Strafe  bewilligt.  Die  diesbezügliche  Probezeit  läuft  am 
14. März 2011 ab.

Am 16. November 2009 wurde der Beschwerdeführer den deutschen 
Behörden übergeben.

K.
Mit  Zwischenverfügung  vom  18. Dezember  2009  wies  das  Bundes-
verwaltungsgericht das (auf seine entsprechende Aufforderung hin) mit 
Eingabe  vom  11. Dezember  2009  erneuerte  Gesuch  des  Be-
schwerdeführers  um Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung 
der Beschwerde ab.

L.
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  – soweit  rechtserheblich –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  VwVG.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu ge-

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hört  auch  das  BFM,  das  mit  der  Anordnung  eines  Einreiseverbotes 
eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfech-
tungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht 
vor.

1.2 Das  Rechtsmittelverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde 
berechtigt  (Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststel lung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie – soweit  nicht  eine kantonale 
Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art.  62 Abs. 4 
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sach- 
und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in 
BGE 129  II  215  teilweise  publizierten  Urteils  des  Bundesgerichts 
2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Mit Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das Bundesgesetz 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I des An-
hangs 2 zum AuG). Das AuG beansprucht Geltung auf alle Verfahren, 
die nach seinem Inkrafttreten eingeleitet wurden, sei es nun auf Ge-
such hin oder von Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; 
ferner BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen).

Wenn  bei  der  Anwendung  des  neuen  Rechts  auf  Verhältnisse  ab-
gestellt  wird,  die  – wie  vorliegend –  noch  unter  der  Herrschaft  des 
alten Rechts entstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts 
andauern, liegt eine unechte Rückwirkung vor, die – vorbehältlich des 
Vertrauensschutzprinzips  –  grundsätzlich  zulässig  ist  (vgl.  ULRICH 

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HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl., Zürich/Basel/Genf/St.Gallen 2006, Rz. 337 ff.).

4.
Der  Beschwerdeführer  ist  deutscher  Staatsbürger  und damit  als  so-
genannter  Vertragsausländer  aus  dem  Freizügigkeitsabkommen  be-
günstigt. Die ordentliche Ausländergesetzgebung und namentlich das 
AuG gelangen  daher  nur  soweit  zur  Anwendung,  als  das  Freizügig-
keitsabkommen keine abweichende Regelung kennt oder die ordent-
liche  Ausländergesetzgebung  ihm  eine  vorteilhaftere  Rechtsstellung 
vermittelt  (vgl.  Art. 2  Abs. 2  AuG  sowie  das  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts C-7549/2008 und C-7550/2008 vom 23. August 2010 
E. 3.2).

5.
5.1 Das  in  Art. 67  AuG geregelte  Einreiseverbot  kann  nach  dessen 
Abs. 1  vom BFM gegen  ausländische  Personen  verfügt  werden,  die 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im 
Ausland  verstossen  haben  oder  diese  gefährden  (Bst. a),  So-
zialhilfekosten  verursacht  haben  (Bst. b),  ausgeschafft  worden  sind 
(Bst. c)  oder  in  Vorbereitungs-,  Ausschaffungs-  oder  Durchsetzungs-
haft genommen werden mussten (Bst. d). Das Einreiseverbot wird be-
fristet  oder  in  schwerwiegenden  Fällen  unbefristet  verfügt  (Art.  67 
Abs. 3 AuG). Während der Gültigkeit des Einreiseverbots ist der aus-
ländischen Person die Einreise in die Schweiz untersagt. Wenn wichti -
ge Gründe es  rechtfertigen,  kann das Einreiseverbot  vorübergehend 
aufgehoben werden (Art. 67 Abs. 4 AuG).

5.2 Wie  bereits  die  altrechtliche  Einreisesperre  (vgl.  Art. 13  Abs. 1 
ANAG) ist das Einreiseverbot keine Sanktion für vergangenes Fehlver-
halten, sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Stö-
rung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  (siehe  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicher-
heit  und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG bildet den 
Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie um-
fasst  unter  anderem  die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechtsord-
nung und der Rechtsgüter Einzelner (Botschaft, a.a.O., 3809; vgl. auch 
RAINER J. SCHWEIZER/PATRICK SUTTER/NINA WIDMER, in: Rainer J. Schweizer 
[Hrsg.], Sicherheits- und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, 
Basel 2008, Teil B Rz. 12 und 13 mit Hinweisen). In diesem Sinne liegt  

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nach Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR 142.201)  ein 
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem 
dann vor, wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen 
missachtet  werden.  Widerhandlungen  gegen  das  Betäubungsmittel-
gesetz  fallen  ohne  weiteres  unter  diese  Begriffsbestimmung  und 
können  als  solche  die  Anordnung  eines  Einreiseverbots  nach  sich 
ziehen  (vgl.  dazu  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-
6199/2008 vom 24. August 2009 E. 5.1 ff. und 6.2 sowie C-6528/2008 
vom 14. Mai  2009 E. 6.1, jeweils mit  Hinweisen). Bereits nach altem 
Recht  wurde aufgrund von Verurteilungen zu Freiheitsstrafen wegen 
Drogendelikten regelmässig eine Einreisesperre angeordnet (vgl. bei-
spielsweise  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-1401/2008 
vom 20. August  2008  E. 5.2,  C-8211/2007  vom 16. Mai  2008  E. 5.2 
oder  C-137/2006  vom 31. März  2008  E. 6.8;  zum Ganzen  vgl.  auch 
BGE 131 II 352 E.4.3.1 S. 359 f. und BGE 125 II 521 E. 4a S. 526).

5.3 Der Beschwerdeführer ist, wie erwähnt, EU-Bürger und kann sich 
auf das Freizügigkeitsabkommen berufen, welches ihm eine Reihe von 
Freizügigkeitsrechten vermittelt. Dazu gehört unter anderem das Recht 
auf Einreise (Art. 3 FZA i.V.m. Art. 1 Anhang I FZA). Die Zulässigkeit 
nationaler  Massnahmen,  die  – wie  das  Einreiseverbot  nach  Art. 67 
AuG – die Ausübung von Freizügigkeitsrechten behindern, knüpft das 
Freizügigkeitsabkommen  an  die  Voraussetzung,  dass  sie  durch 
Gründe der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerecht-
fertigt sind (Ordre-Public-Vorbehalt, vgl. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA). 
Im  Interesse  einer  einheitlichen  Anwendung  und  Auslegung  dieses 
Ordre-Public-Vorbehaltes  verweist  das  Freizügigkeitsabkommen  auf 
die  Richtlinien  64/221/EWG,  72/194/EWG  und  75/35/EWG  in  ihrer 
Fassung zum Zeitpunkt  der  Unterzeichnung (Art. 5  Abs. 2  Anhang I 
FZA)  und  auf  die  einschlägige  Rechtsprechung  des  EuGH vor  dem 
Zeitpunkt  der Unterzeichnung (Art. 16 Abs. 2 FZA). In diesem Sinne 
schränkt  das  Freizügigkeitsabkommen  die  ausländerrechtlichen  Be-
fugnisse  nationaler  Behörden  bei  der  Handhabung landesrechtlicher 
Massnahmen wie dem Einreiseverbot ein.

6.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Anordnung des Einreise-
verbots im Lichte des nationalen Rechts rechtmässig ist.

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Wie erwähnt, wurde der Beschwerdeführer mit Strafurteil des Bezirks-
gerichts  Bülach  vom 12. März  2008  wegen mehrfacher  qualifizierter 
Widerhandlungen  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  zu  einer  Frei-
heitsstrafe von 4 Jahren verurteilt. Damit ist das Gericht praktisch voll -
umfänglich den Anträgen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
(vgl. Anklageschrift vom 14. Dezember 2007 S. 4) gefolgt. Der Ankla-
geschrift  ist  zu entnehmen,  dass der Beschwerdeführer  im Zeitraum 
zwischen August 2006 und Februar 2007 vorsätzlich zehn Transporte 
von  je  zwei  bis  zweieinhalb  Kilogramm  Heroin  mindestens  gassen-
üblicher Qualität von Istanbul nach Belgien, in die Niederlande sowie 
in die Schweiz durchgeführt  hatte. Dafür war ihm jeweils ein Entgelt  
von mehreren Tausend Euro je Transport in Aussicht gestellt worden. 
Für einen der in die Schweiz erfolgten Transporte war ihm denn auch 
tatsächlich  ein  Entgelt  von  CHF 4'600.–  ausgerichtet  worden;  die 
effektive  Höhe  der  übrigen  Auszahlungen  ist  nicht  bekannt. 
Unmittelbar vor seiner Verhaftung in Zürich am 15. März 2007 hatte er 
sodann  erneut  eine  erhebliche  Menge  Heroin  in  die  Schweiz  ein-
geführt und in Zürich einem Komplizen übergeben; dabei handelte es 
sich (nebst 14.5 Gramm Haschisch – mutmasslich zum Eigenkonsum) 
um  8'869 Gramm  Heroingemisch  bzw. 4'629  Gramm  reines  Heroin-
Hydrochlorid.

Wie sich aus dem Gesagten (vgl. E. 5.2) ergibt, stellen solche Hand-
lungen selbstredend  einen  Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit 
und Ordnung in  der  Schweiz  bzw. im Ausland im Sinne von Art.  67 
Abs. 1 Bst. a AuG dar. Die Voraussetzungen für die Verhängung eines 
Einreiseverbots nach dieser Bestimmung erweisen sich demnach ohne 
weiteres als erfüllt.

7.
In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob das Einreiseverbot vor dem 
Freizügigkeitsabkommen  standhält  respektive  ob  die  Tatbestands-
voraussetzungen  eines  Einreiseverbots  auch  nach  Massgabe  des 
Freizügigkeitsabkommens erfüllt sind.

7.1 Der  EuGH  hat  in  seiner  Rechtsprechung  regelmässig  betont, 
Ausnahmen vom freien Personenverkehr seien restriktiv  auszulegen. 
Die Berufung einer nationalen Behörde auf den Begriff der öffentlichen 
Ordnung  setzt,  wenn  er  Beschränkungen  der  Freizügigkeitsrechte 
rechtfertigen  soll,  jedenfalls  voraus,  dass  ausser  der  Störung  der 
öffentlichen Ordnung, wie sie jede Gesetzesverletzung darstellt,  eine 

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tatsächliche  und  hinreichend  schwere  Gefährdung  vorliegt,  die  ein 
Grundinteresse  der  Gesellschaft  berührt  (BGE  131  II  352  E.  3.2 
S. 357 f.,  BGE 130 II  493  E. 3.2  S. 498 f.,  BGE 130 II  176 E. 3.4.1 
S. 182  ff.,  BGE  129  II  215  E.  7.3  S.  222;  Urteile  des  EuGH  vom 
19. Januar 1999 in der Rechtssache C-348/96, Calfa, Slg. 1999, I-11, 
Randnr. 23 und 25, und vom 27. Oktober 1977 in der Rechtssache 30-
77, Bouchereau, Slg. 1977, 1999, Randnr. 33-35). Für Massnahmen, 
die  mit  der  öffentlichen  Ordnung  und  Sicherheit  begründet  werden, 
darf  im  Übrigen  nur  das  persönliche  Verhalten  der  in  Betracht 
kommenden  Einzelperson  ausschlaggebend  sein  (Art.  3  Abs.  1  der 
Richtlinie  64/221/EWG).  Ausgeschlossen  sind  deshalb  general-
präventiv  motivierte  Massnahmen,  das  heisst  solche,  die  der  Ab-
schreckung anderer ausländischer Personen dienen (BGE 131 II 352 
E. 3.2  S. 357  f.,  BGE 130 II  493  E. 3.2  S. 498  f.,  BGE 130 II  176 
E. 3.4.1 S. 182 ff., BGE 129 II 215 E. 7.1 S. 221 f.; Urteil  des EuGH 
vom 26.  Februar  1975  in  der  Rechtssache  67-74,  Bonsignore,  Slg. 
1975, 297, Randnrn. 6-7). Strafrechtliche Verurteilungen für sich allein 
vermögen  sodann  nicht  ohne  weiteres  eine  Massnahme  zu  recht-
fertigen,  welche  die  Ausübung  von  Freizügigkeitsrechten  beschränkt 
(Art.  3  Abs.  2  der  Richtlinie  64/221/EWG).  Solche  Verurteilungen 
dürfen  nur  insoweit  berücksichtigt  werden,  als  die  ihr  zugrunde 
liegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das 
eine gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellt. Es 
ist allerdings möglich, dass schon allein das vergangene Verhalten den 
Tatbestand einer solchen Gefährdung der öffentlichen Ordnung erfüllt 
(BGE 131 II 352 E. 3.2 S. 357 f., BGE 130 II 493 E. 3.2 S. 498 f., BGE 
130 II 176 E. 3.4.1 S. 182 ff.; erwähnte Urteile des EuGH in Sachen 
Bouchereau, Randnr. 27-29, und Calfa, Randnr. 24).

7.2 Der EuGH hat sich bisher nicht näher zu den Kriterien geäussert,  
welche  für  die  Einschätzung  einer  Gefährdung  als  gegenwärtig  im 
Sinne  der  Richtlinie  64/221/EWG massgebend sind. Sicherlich  setzt 
die Aktualität der Gefährdung nicht voraus, dass weitere Straftaten fast 
mit  Sicherheit  zu  erwarten  sind.  Auf  der  anderen  Seite  ist  der  Ge-
fährdung  nicht  erst  dann  die  Aktualität  abzusprechen,  wenn  die 
Möglichkeit einer Wiederholung mit Sicherheit ausgeschlossen werden 
kann.  Es  ist  vielmehr  eine  nach  Art  und  Ausmass  der  möglichen 
Rechtsgüterverletzung  zu differenzierende  hinreichende Wahrschein-
lichkeit  zu  verlangen,  dass  der  Ausländer  künftig  die  öffentliche 
Sicherheit oder Ordnung stören wird. Mit Blick auf die Bedeutung des 
Grundsatzes der Freizügigkeit dürfen an die Wahrscheinlichkeit keine 

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zu geringen Anforderungen gestellt  werden. Allerdings hängen diese 
auch  von  der  Schwere  der  möglichen  Rechtsgüterverletzung  ab;  je 
schwerer diese ist,  desto niedriger sind die Anforderungen an die in  
Kauf  zu  nehmende  Rückfallgefahr  (BGE  131  II  352  E.  3.3  S.  358, 
BGE 130 II  493 E. 3.3 S. 499 f.,  BGE 130 II  176 E. 4.3.1 S. 185 f.;  
Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  C-7549/2008 und C-7550/2008 
vom 23. August 2010 E. 7.2).

7.3 Da ein gemeinschaftsrechtlicher Begriff  der öffentlichen Ordnung 
nicht besteht, hat sich der EuGH auch nicht zur Frage geäussert, ob 
und welche Verhaltensweisen im Lichte des Gemeinschaftsrechts als 
Störung der Grundinteressen der Gesellschaft gelten können. Er ver-
weist  in diesem Zusammenhang regelmässig auf  das innerstaatliche 
Recht und billigt den Mitgliedstaaten einen Beurteilungsspielraum zu, 
dem er  unter  hilfsweisem Rückgriff  auf  das  gemeinschaftsrechtliche 
Diskriminierungsverbot gemäss Art. 6 des Vertrags zur Gründung der 
Europäischen  Gemeinschaft  Grenzen  setzt  (vgl.  die  analoge  Be-
stimmung des Art. 2 FZA). Bei den Vorkommnissen, derentwegen der 
Beschwerdeführer strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen wurde, ist 
jedoch  ohnehin  offenkundig,  dass  sie  eine  Störung  der  öffentlichen 
Sicherheit  und  Ordnung  darstellen,  die  ein  Grundinteresse  der  Ge-
sellschaft berührt. Der internationale Handel mit sogenannten "harten" 
Drogen,  zu  welchen  auch  Heroin  gezählt  wird,  wird  denn  weltweit 
rigoros und mit allen erdenklichen Mitteln verfolgt. EU-Mitgliedstaaten 
können  jedoch  auch  bereits  den  blossen  Konsum von  Betäubungs-
mitteln als eine Gefährdung der Gesellschaft ansehen, die besondere 
Massnahmen zum Schutz der öffentlichen Ordnung gegen Angehörige 
anderer Mitgliedstaaten zu rechtfertigen vermag (erwähntes Urteil des 
EuGH in Sache Calfa, Randnr. 22). Suchtkrankheiten werden zudem in 
der Anlage zur Richtlinie 64/221/EWG als eine jener Krankheiten bzw. 
Gebrechen  aufgeführt,  welche  (als  solche)  "die  öffentliche  Ordnung 
oder Sicherheit gefährden können" (vgl. Bst. B).

7.4 Wie  schon  erwähnt,  wurde  der  Beschwerdeführer  wegen  Ver-
stosses gegen Art. 19  Ziff. 1  Abs. 3 und 5 in  Verbindung mit  Art. 19 
Ziff. 1 Bst. a BetmG (Beförderung, Ein- und Durchführen sowie Besitz 
von  Betäubungsmitteln)  zu  einer  mehrjährigen  Freiheitsstrafe  ver-
urteilt. Mit Blick auf die vorausgesetzte Gefährdung erscheint von Be-
deutung,  dass  er  über  einen  Zeitraum  von  einem  Dreivierteljahr 
hinweg wiederholt Heroin in einem Umfang in die Schweiz und andere 
europäische Länder eingeführt hat, welcher in jedem einzelnen Fall die 

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Grenze  zum  schweren  Fall  nach  Art. 19  Ziff. 2  Bst. a  BetmG  (ein 
solcher  wird  ab  einer  Menge  von  12 Gramm  [reinem]  Heroin  an-
genommen, vgl. BGE 109 IV 143 E. 3b S. 144 f.)  um ein Vielfaches 
überschritt (so sei beispielsweise nur noch einmal daran erinnert, dass 
der Beschwerdeführer alleine anlässlich seines letzten Transports eine 
Menge von 4'629 Gramm reinem Heroin einführte). Damit hat er zahl -
reiche  Male  die  Gefährdung  der  Gesundheit  einer  Vielzahl  von 
Menschen zumindest in Kauf genommen. Weiter fällt dabei negativ ins 
Gewicht,  dass  sein  deliktisches  Verhalten  – wie  aus  den  trans-
portierten  Mengen und dem erzielten  Erlös  zu schliessen ist  –  trotz 
seines eigenen Cannabis-Konsums nicht etwa im Zusammenhang mit 
sogenannter  Beschaffungskriminalität  zu  sehen  ist,  sondern  seinem 
Handeln  weit  über  den  Rahmen  einer  solchen  hinausgehende,  rein 
gewinnsüchtige Motive zugrunde gelegen haben. Mit seinem Verhalten 
hat er daher die physische Integrität bzw. gar Leib und Leben –  und 
damit  besonders  schützenswerte  Rechtsgüter  (vgl.  BGE  131  II  352 
E. 4.3.1 S. 359 f. und BGE 125 II 521 E. 4a/aa S. 526 f.) – unzähliger 
Menschen gefährdet  bzw. gar  verletzt. Die  Häufigkeit  der  Transporte 
und die transportierten Mengen machen deutlich,  dass sich der  Be-
schwerdeführer  in  jener  Zeit  offenkundig  in  keiner  Weise  um  die 
geltende Rechtsordnung gekümmert hat.

Was die Prognosen betreffend sein künftiges Verhalten bzw. die Frage 
der gegenwärtigen Gefährdung anbelangt,  so gilt  zunächst in grund-
sätzlicher Weise zu bedenken, dass für die Berechnung der Dauer des 
klaglosen Verhaltens nicht  auf  den Begehungs- oder Urteilszeitpunkt 
abzustellen ist; von vorrangiger Bedeutung ist vielmehr, über welchen 
Zeitraum  hinweg  sich  eine  straffällig  gewordene  Person  nach  ihrer 
Entlassung aus der Haft  in Freiheit  bewährt  hat  (vgl. BVGE 2008/24 
E. 6.2). Der Zeitpunkt der Begehung der Straftaten liegt in casu noch 
nicht lange zurück; seither befand sich der Beschwerdeführer zudem 
überwiegend  im  Strafvollzug:  Seine  Entlassung  erfolgte  erst  im 
November 2009. Mit Blick auf die auf dem Spiel stehenden, besonders 
schützenswerten Rechtsgüter  und die  Umstände der  verübten Straf-
taten  erweist  sich  die  seit  der  Haftentlassung  abgelaufene  Be-
währungszeit  damit  als  zu  kurz,  als  dass  bereits  von  einer  grund-
legenden und gefestigten Wandlung ausgegangen werden könnte (vgl. 
BGE 130 II 493 E. 5 S. 504). Zudem fällt  in Betracht, dass zwar das 
kooperative  Verhalten  des  Beschwerdeführers  im  Strafverfahren, 
welches offenbar zur Aufklärung von Straftaten im Zusammenhang mit 
dem  fraglichen  Drogenhandel  über  seinen  Tatbeitrag  hinaus  bei-

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getragen  hat  (vgl.  das  Schreiben  der  Staatsanwaltschaft 
Winterthur/Unterland  vom  20. Februar  2008  sowie  dasjenige  der 
Staatsanwaltschaft Berlin vom 25. Februar 2008) durchaus positiv zu 
werten ist. Der Vollständigkeit halber sei zudem immerhin angemerkt, 
dass  diesem  Verhalten  wohl  nicht  ausschliesslich  uneigennützige 
Motive  zugrunde  gelegen  haben  mögen. Auf  der  anderen Seite  fällt 
jedoch  erheblich  negativ  ins  Gewicht,  dass  der  Beschwerdeführer 
– wie  dem  Führungsbericht  vom 17. November  2008  zu  entnehmen 
ist –  während  laufendem  Strafvollzug  in  regelmässigen  Abständen 
positiv  auf  Suchtmittelkonsum  kontrolliert  und  deswegen  mehrfach 
verwarnt bzw. sanktioniert wurde. Davon liess er sich jedoch nicht von 
weiteren,  gleichgearteten  Verfehlungen  abhalten.  Vielmehr  zeigte  er 
nicht  einmal  Bereitschaft,  auf  den Konsum von Suchtmitteln  zu  ver-
zichten (vgl. die Verfügung des Justizvollzugs des Kantons Zürich vom 
17. September  2009).  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  damit  offen-
kundig (wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 20. April 2009 
somit zu Recht ausführt)  nicht in eindeutiger Weise von dem Umfeld 
distanziert,  welches  die  Verübung  der  fraglichen  Straftaten  bereits 
damals begünstigt haben dürfte. Insgesamt erscheint damit seine an-
gebliche grundsätzliche Einsichtigkeit  auf  eindrückliche Weise wider-
legt.  Nach  seiner  Rückkehr  nach  Deutschland  im  November  2009 
findet  er  sich  aktuell  zudem  offenbar  in  denselben  wirtschaftlichen 
Verhältnissen wieder, welche ihn – seinen Angaben zufolge – in den 
Jahren 2006 und 2007 veranlasst haben, ein Auskommen in der Be-
förderung und Einfuhr von Drogen zu suchen (vgl. das Protokoll  der 
Anhörung  durch  den  Justizvollzug  des  Kantons  Zürich  vom 
14. November  2008  S. 3).  Seine  letzten  diesbezüglichen 
Schilderungen,  wonach der  "Druck aus dem Osten auf  den Berliner 
Arbeitsmarkt  sehr  stark"  sei  und  er  nur  "schwer  eine  Arbeit  in  der  
Baubranche  finden"  könne  (vgl.  seine  Eingabe  vom  11. Dezember 
2009  sowie  auch  das  Schreiben  des  Beschwerdeführers  an  seinen 
Rechtsvertreter vom 30. November 2009), sind praktisch identisch mit 
seinen  Aussagen  anlässlich  der  Anhörung  vom 14. November  2008 
(vgl.  Anhörungsprotokoll  S. 3).  Vor  dem  Hintergrund  dieser  Aus-
führungen erscheint nicht als ausgeschlossen, dass er erneut versucht 
sein  könnte,  sich  mittels  Drogentransporten  ein  (besseres)  Aus-
kommen  zu  sichern,  und  die  Annahme  einer  Rückfallgefahr  – ent-
gegen den beschwerdeweisen Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerdeschrift  S. 8) –  daher  als  gerechtfertigt.  Die  Gefährdung 
erscheint damit – insbesondere in Anbetracht der möglichen Rechts-
güterverletzung – unter den gegebenen Umständen als gegenwärtig.

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Bei  dieser  Sachlage  durfte  die  Vorinstanz  zum  aktuellen  Zeitpunkt 
durchaus von einer gegenwärtigen und schwerwiegenden Gefährdung 
im  Sinne  der  Richtlinie  64/221/EWG  und  der  oben  zitierten  Recht-
sprechung ausgehen.

8.
8.1 Eine Fernhaltemassnahme muss dem Grundsatz nach sowie von 
ihrer  Dauer  her  in  pflichtgemässer  Ausübung  des  Ermessens  er-
gangen  und  angemessen  sein.  Unter  dem  Gesichtspunkt  des  Frei-
zügigkeitsabkommens ist dabei insbesondere der Grundsatz der Ver-
hältnismässigkeit zu beachten (BGE 131 II 352 E. 3.3 S. 358, BGE 130 
II  493 E. 3.3 S. 499 f.,  BGE 130 II  176 E. 3.4.2 S. 184; Urteile  des 
EuGH vom 30. November 1995 in der Rechtssache C-55/94, Gebhard, 
Slg. 1995, I-4165, Randnr. 37, und vom 18. Mai 1989 in der Rechts-
sache 249/86, Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen 
Bundesrepublik Deutschland, Slg. 1989, 1263, Randnr. 20).

8.2 Der Beschwerdeführer war aus rein finanziellen Motiven bereit, mit 
seiner Delinquenz die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen erheb-
lichen Gefahren auszusetzen. Es steht damit ausser Frage, dass das 
Einreiseverbot  vorliegend  eine  geeignete  und  erforderliche  Mass-
nahme darstellt, um die von ihm ausgehende Gefahr für die öffentliche 
Ordnung und Sicherheit abzuwehren. Mit Blick auf die Ausgewogenheit 
von Eingriffszweck und Eingriffswirkung lässt sich festhalten, dass das 
vom  Beschwerdeführer  ausgehende  Gefährdungspotenzial  in  An-
betracht  der  Umstände  der  von ihm verübten  Straftaten,  wie  sie  im 
Strafurteil des Bezirksgerichts Bülach vom 12. März 2008 bzw. in der 
diesem  zugrundeliegenden  Anklageschrift  vom  14. Dezember  2007 
festgehalten  sind,  ganz  beträchtlich  erscheint  und  sein  Verschulden 
schwer  wiegt.  Angesichts  der  Beweggründe,  welche  zu  den  seiner-
zeitigen  Straftaten  geführt  haben,  kann  unter  seinen  momentanen 
Lebensumständen  bzw.  den  derzeitigen  wirtschaftlichen  Gegeben-
heiten  eine  Wiederholungsgefahr  nicht  ausgeschlossen  werden. 
Überdies  hat  er  sich,  wie  dargelegt  (E. 7.4  hiervor),  noch  zu wenig 
lange  in  Freiheit  bewährt.  Es  besteht  daher  auch  unter  dem  Blick-
winkel  der  Verhältnismässigkeit  ein  nach  wie  vor  erhebliches 
öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung.

8.3 Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung am 15. März 2007 hatte der Be-
schwerdeführer  seinen  Wohnsitz  bzw.  Lebensmittelpunkt  in  Berlin. 
Eigenen Angaben zufolge hat er keine Beziehungen zur Schweiz bzw. 

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weder  Verwandte  noch  Freunde  hierzulande  (vgl.  das  Protokoll  der 
Anhörung vom 14. November 2008 S. 3). Der Beschwerdeführer führt 
zur  Begründung  für  den  von  ihm  geäusserten  Wunsch,  unein-
geschränkt in die Schweiz einreisen zu können, einzig wirtschaftliche 
Gründe an: Er bringt  vor,  hierzulande eine Stelle in  der Baubranche 
suchen  zu  wollen,  da  diese  Arbeit  in  der  Schweiz  besser  entlöhnt 
werde als in Deutschland (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers an 
seinen  Rechtsvertreter  vom 30. November  2009 sowie  Eingabe vom 
11. Dezember 2009). Dieses private Interesse an uneingeschränkten 
Einreisen in die Schweiz erscheint jedoch nicht als gewichtig.

8.4 Die  Wirkungen  des  Einreiseverbots  bestehen  nicht  darin,  dass 
dem Beschwerdeführer  während dessen Geltungsdauer Besuchsauf-
enthalte  in  der  Schweiz  schlichtweg  untersagt  wären.  Es  steht  ihm 
vielmehr  die  Möglichkeit  offen,  aus  wichtigen  Gründen  mittels  be-
gründetem  Gesuch  die  zeitweilige  Suspension  der  angeordneten 
Fernhaltemassnahme  zu  beantragen  (Art. 67  Abs. 4  AuG).  Die 
Suspension wird jedoch praxisgemäss nur für eine kurze und klar be-
grenzte  Zeit  gewährt  (zum  Ganzen  vgl.  das  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts C-5422/2008 vom 10. Juni 2009 E. 8.6 mit weiteren 
Hinweisen).

8.5 Bei dieser  Sachlage gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss,  dass  die  erheblichen  öffentlichen  Sicherheitsinteressen 
gegenüber  den  Interessen  des  Beschwerdeführers  an  der  Durch-
setzung seiner Freizügigkeitsrechte  überwiegen. Das verhängte fünf-
jährige Einreiseverbot stellt somit sowohl im Grundsatz als auch (ins-
besondere  in  Anbetracht  der  auf  dem Spiel  stehenden  Rechtsgüter 
und der erheblichen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch den 
Beschwerdeführer, wie sie sich an den Umständen der von ihm ver-
übten Straftaten zeigt) in Bezug auf  seine Dauer eine unter Berück-
sichtigung  der  gängigen  Praxis  in  vergleichbaren  Fällen  verhältnis-
mässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen 
Ordnung und Sicherheit dar.

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt  sowie auch angemessen ist (Art.  49 VwVG). 
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

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10.
Bei  diesem Verfahrensausgang  würde  der  Beschwerdeführer  grund-
sätzlich kostenpflichtig (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 1 VwVG in Verbindung 
mit  Art. 1,  Art. 2  und  Art. 3  Bst. b  des  Reglements  vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Da  ihm mit  Zwischenver-
fügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Januar 2009  die un-
entgeltliche  Rechtspflege  gewährt  wurde,  ist  er  jedoch  von  der  Be-
zahlung von Verfahrenskosten zu befreien (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG).

Das Gericht setzt die Parteientschädigung und die Entschädigung für 
die  amtlich  bestellten  Anwälte  und  Anwältinnen  auf  Grund  der 
Kostennote fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Solche liegen mit Datum vom 
19. Mai sowie 11. Dezember 2009 vor. Der Rechtsvertreter weist darin 
einen  Zeitaufwand  von  insgesamt  11.30  Stunden  aus  und  stellt  für 
Honorar  und  Auslagen  eine  Entschädigung  von  CHF 3'179.– (inkl. 
MWSt) in Rechnung. In Berücksichtigung des Umfanges und der Not-
wendigkeit  der  Eingaben,  der  Schwierigkeit  der  Streitsache in recht-
licher  und  tatsächlicher  Hinsicht  sowie  der  aktenkundigen  Be-
mühungen  ist  das  Honorar  des  amtlichen  Rechtsbeistandes  nach 
Massgabe  der  einschlägigen  Bestimmungen  auf  CHF 2'500.– (inkl. 
Auslagen) festzusetzen (Art. 65 Abs. 2 und 3 VwVG in Verbindung mit 
Art. 9, 10, 12 und 14 VGKE). Mehrwertsteuer ist auf Dienstleistungen 
einer Anwältin oder eines Anwalts für eine Partei mit Wohnsitz im Aus-
land nicht  geschuldet  (Art. 8  Abs. 1 in  Verbindung mit  Art. 18 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  12. Juni  2009  über  die  Mehrwertsteuer 
[MWSTG, SR 641.20]; vgl. das Urteil des Bundesgerichts I  30/03 vom 
22. Mai  2003  E. 6.1  und  6.4  betreffend  noch  Art. 5  Bst. b  in  Ver-
bindung  mit  Art. 14  Abs. 3  Bst. c  des  Bundesgesetzes  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [AS  2000  1300]  – die 
geltenden Bestimmungen stimmen jedoch im Wesentlichen mit diesen 
überein). Die  Entschädigung für  den unentgeltlichen Rechtsbeistand 
ist  vom Beschwerdeführer zurückzuerstatten,  sollte  er  später zu hin-
reichenden Mitteln gelangen (Art. 65 Abs. 4 VwVG).

(Dispositiv S. 17)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dem  unentgeltlichen  Rechtsbeistand  des  Beschwerdeführers  ist  für 
das  Rechtsmittelverfahren  aus  der  Gerichtskasse  ein  amtliches 
Honorar von CHF 2'500.– (inkl. Auslagen) auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad Ref-Nr. [...])

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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