# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1612e24a-477c-56a7-96b9-0ef9cea83d66
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.07.2023 SB230043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230043_2023-07-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB230043-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. B. Amacker und 

lic. iur. R. Faga sowie der Gerichtsschreiber MLaw S. Zuber 

 

Urteil vom 6. Juli 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. R. Michel, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht,  
vom 5. September 2022 (GG220042) 
  

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 6. April 

2022 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 32 S. 28 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 
− der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; sowie 

− der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 
SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 SVG sowie 
Art. 10 Abs. 1 VRV. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie 

mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:, 

Fr. 1'500.00   Gebühr Strafuntersuchung § 4 GebStrV; 

Fr. 59.00   Zeugenentschädigung; 

Fr. 2'759.00   Total Kosten. 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.   

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

6. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 5 werden vollumfänglich der Beschuldigten auferlegt. 

7. [Mitteilungen] 

8. [Rechtsmittel] " 

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Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4) 

 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 45): 

" 1. Es sei das Urteil vom 5. September 2022 des Bezirksgericht Winterthur 

(Geschäft-Nr. GG220042-K/U/us) vollumfgänglich aufzuheben. 

2. Meine Mandantin sei vollumfänglich freizusprechen. 

3. Die Kosten (inkl. derjenigen der Wahlverteidigung) des erstinstanzlichen 

Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu neh-

men und die Verteidigung sei entsprechend der noch nachzureichenden 

Kostennote zu entschädigen. " 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 39): 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 32 S. 3 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil des 

Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht, vom 5. September 2022 meldete die 

Beschuldigte fristgerecht Berufung an (Urk. 26) und reichte nach Zustellung des 

begründeten Urteils am 11. Januar 2023 (Urk. 30) – ebenfalls fristgerecht – am 

16. Januar 2023 die Berufungserklärung ein (Urk. 34). Mit Präsidialverfügung vom 

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3. Februar 2023 wurde die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft zugestellt, 

um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigten Frist angesetzt, 

um zu ihren finanziellen Verhältnissen verschiedene Auskünfte zu erteilen und zu 

belegen (Urk. 37). Innert Frist reichte die Beschuldigte das ausgefüllte Datener-

fassungsblatt sowie weitere Unterlagen betreffend ihre finanziellen Verhältnisse 

ein (Urk. 41). 

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigte sowie ih-

re Verteidigerin, Rechtsanwältin X._____ (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu 

entscheiden und – abgesehen von der Einvernahme der Beschuldigten (Urk. 44) 

– auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5). 

2. Umfang der Berufung 

Das Urteil der Vorinstanz wird – bis auf die Dispositivziffer 5 [Kostenfestsetzung] – 

vollumfänglich angefochten (Urk. 45; Prot. II S. 5). Damit kann festgehalten 

werden, dass das vorinstanzliche Urteil lediglich betreffend die Dispositivziffer 5 in 

Rechtskraft erwachsen ist, wovon vorab Vormerk zu nehmen ist. 

3. Formelles 

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. 

3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. 

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II. Sachverhalt 

1. Urteil der Vorinstanz 

Die Vorinstanz gelangte nach ausführlicher Würdigung der Beweismittel zum 

Schluss, dass der Sachverhalt sich anklagegemäss zugetragen hat (Urk. 32 

S. 13). 

2. Standpunkt Verteidigung  

Die Verteidigung hielt im Hauptverfahren dagegen, dass die Ausführungen der 

Belastungszeugin nicht glaubhaft seien und ernsthafte Zweifel daran bestünden, 

dass sich der Sachverhalt anklagegemäss zugetragen habe (Urk. 23 S. 8). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung im Wesentlichen 

aus, die Aussagen der einzigen Belastungszeugin seien widersprüchlich und es 

sei deshalb unerklärlich, weshalb die Vorinstanz gestützt darauf den Sachverhalt 

habe erstellen können (Urk. 45). 

3. Würdigung der Beweismittel 

3.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen zur Sachverhaltserstellung zutreffend 

wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden. Ebenfalls wurden von der 

Vorinstanz alle relevanten Beweismittel aufgeführt. Zusammen mit der Vorinstanz 

kann festgehalten werden, dass sich bezüglich der Verwertbarkeit der Beweismit-

tel keinerlei Einschränkungen ergeben. Auch die Verteidigung hat anlässlich der 

Berufungsverhandlung nichts vorgebracht, was dem entgegenstehen würde 

(Urk. 32 S. 4 ff.). 

3.2. Aussagen der Zeugin 

3.2.1.  Die Zeugin B._____, welche zum Tatzeitpunkt vor der Beschuldigten fuhr, 

beschrieb zusammengefasst anlässlich ihrer ersten polizeilichen Einvernahme, 

wie der BMW (das Fahrzeug der Beschuldigten) von hinten zu ihr aufgeschlossen 

habe und hernach sehr nahe hinter ihr hergefahren und dabei hin und her ge-

schwenkt sei. Der BMW habe so nahe auf sie aufgeschlossen, dass sie weder 

das Kontrollschild noch die Lichter habe sehen können. Nach Erreichen einer ge-

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raden Strecke habe sie im Rückspiegel gesehen, wie die Beschuldigte ausge-

schwenkt sei, sie habe aber niemanden an ihr vorbeifahren sehen. Beim Blick in 

den Rückspiegel habe sie den Unterboden des Fahrzeuges gesehen und wie sich 

dieses überschlagen habe (Urk. 4). 

3.2.2.  Anlässlich ihrer Einvernahme vor Staatsanwaltschaft bestätigte sie diese 

Ausführungen und legte präzisierend dar, dass sie beim hinter ihr fahrenden 

Fahrzeug nur die Motorhaube, nicht aber die Lichter habe sehen können. Darauf-

hin habe der BMW zum Überholmanöver angesetzt, aber das Manöver nicht ab-

geschlossen. Beim Blick in den Rückspiegel habe sie das verunfallte Fahrzeug 

gesehen, sie habe im Nachhinein erfahren, dass sich das Fahrzeug nicht über-

schlagen habe (Urk. 5). 

3.2.3.  Diese Aussagen der Zeugin erweisen sich als widerspruchsfrei. Sie sind 

frei von Übertreibungen und Wertungen. Ebenso wenig ergeben sich Hinweise, 

wonach die Zeugin ein besonderes Interesse am Verfahren und dessen Ausgang 

haben könnte. Die Beschuldigte und die Zeugin kennen bzw. kannten sich beide 

nicht. Ebenfalls konnte die Zeugin über beide Einvernahmen hinweg innere 

Vorgänge schildern, wie ihre Angst vor einer Auffahrkollision (der Wagen der 

Beschuldigten sei wie ein Magnet an ihrem Fahrzeugheck geklebt) sowie ihre 

Überforderung ob der ganzen Situation (Urk. 4 S. 2 und Urk. 5 S. 4 ff.). Als weite-

res Realitätskriterium kann genannt werden, dass die Zeugin auch immer wieder 

eingestand, wenn sie sich an etwas nicht zu erinnern vermochte. Insgesamt er-

weisen sich die Aussagen der Zeugin damit als glaubhaft und es kann grundsätz-

lich darauf abgestellt werden. 

3.3. Aussagen der Beschuldigten 

3.3.1.  Die Schilderungen der Beschuldigten hingegen sind insgesamt wenig 

überzeugend und widersprüchlich: So gab die Beschuldigte bei der polizeilichen 

Befragung zu Protokoll, dass sie sich den Unfall nicht erklären könne. Sie habe 

genügend Abstand eingehalten, sei nicht hin und her geschwenkt und nicht zu 

nahe aufgefahren, sie habe mindestens eine Wagenlänge Abstand gehalten. Sie 

habe das vorausfahrende Fahrzeug überholen wollen. Der Unfall sei unnötig ge-

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wesen und sie hätte ihn durch normales Weiterfahren und Verzicht auf ein 

Überholmanöver verhindern können (Urk. 2). 

3.3.2.  Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme machte sie hinsicht-

lich des Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschiedliche Angaben. 

Mal gab sie an, dem Fahrzeug mit einer Wagenlänge gefolgt zu sein, mal mit zwei 

Wagenlängen. Auf den Vorhalt, dass zwei Wagenlängen zirka 10 Meter seien, 

bestätigte sie, dass zwischen den Fahrzeugen zwei Fahrzeuge mit ein bisschen 

Abstand Platz gehabt hätten. Auf eine Angabe in Metern wollte sie sich nicht 

festlegen (Urk. 3 S. 3 f.). Als die Strecke gerade geworden sei, habe sie sich zum 

Überholmanöver entschieden. Sie habe auf 82 bis 85 km/h beschleunigt und auf 

die Gegenfahrbahn gewechselt, worauf das Heck ausgebrochen sei. Präzisierend 

führte sie aus, dass der Wagen bei der zweiten Lenkbewegung, als sie ihr Fahr-

zeug wieder habe geradestellen wollen, ausgebrochen sei. Eine Erklärung, wes-

halb dies passiert sei, habe sie nicht (Urk. 3 S. 9). 

3.3.3.  An der Hauptverhandlung gab sie an, dass zwischen den beiden Fahrzeu-

gen stets mindestens ein Fahrzeug Platz gehabt hätte. Zum Unfallhergang führte 

sie ergänzend aus, dass sie nach dem Einleiten des Überholmanövers das 

Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn geradegestellt habe, woraufhin das Heck aus-

gebrochen sei. Sie habe versucht, das Fahrzeug aufzufangen, was ihr jedoch 

nicht gelungen sei (Prot. I S. 11 ff.). 

3.3.4.  Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich die Beschuldigte erneut 

auf den Standpunkt, dass sie genügend Abstand zum vorausfahrenden Auto 

(dasjenige der Zeugin) eingehalten habe. Sie sei "normal" gefahren. Auf eine An-

gabe des Abstandes in Metern wollte sie sich wiederum nicht einlassen. Stattdes-

sen gab sie an, dass problemlos ein Auto zwischen ihrem und dem vorausfahren-

den Auto Platz gehabt hätte, wobei dies nicht von Stossstange zu Stossstange 

gemessen sei, es hätte auch noch vor und nach diesem (hinzugedachten) Auto 

Platz gehabt. Sie habe immer so viel Abstand eingehalten, dass sie sofort hätte 

reagieren können. Als Erklärung, weshalb sie von der Zeugin belastet worden sei, 

gab sie an, dass die Zeugin möglicherweise Angst gehabt habe, weil diese die 

Hilfe unterlassen habe, nachdem sie (die Beschuldigte) verunfallt sei. Zu ihrem 

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Überholmanöver gab sie an, dass sie die Zeugin habe überholen wollen, weil sie 

gedacht habe, dass diese am Handy gewesen und hin und her geschwankt sei 

und sie habe vermeiden wollen, dass sie von ihrem Auto getroffen werde, wenn 

sich dieses überschlagen hätte. Ihren aus dem Überholmanöver resultierenden 

Selbstunfall konnte sich die Beschuldigte sodann nicht erklären. Sie habe alle As-

sistenzsysteme eingeschaltet gehabt und habe weder übermässige Lenkbewe-

gungen gemacht noch übermässig beschleunigt. Sie habe erst Gas gegeben, als 

die Räder nach dem Einlenken wieder geradegestellt gewesen seien. Sie wisse, 

was auf feuchter Strecke passieren könne, da sie bereits an Fahrtrainings teilge-

nommen habe (Urk. 44 S. 4 ff.). 

3.3.5.  Insbesondere die Angaben der Beschuldigten zum eingehaltenen Abstand 

sind uneinheitlich und variieren erheblich. Bei dieser Differenz handelt es sich 

nicht mehr bloss um eine Nuance oder einen ohne weiteres erklärbaren Unter-

schied. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass sie sich nicht auf einen bestimm-

ten Wert festlegen wollte. Die Beschuldigte stellte sich stur auf den Standpunkt, 

dass sie immer genügen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten 

habe, so dass sie jederzeit hätte bremsen können. Dies ist bemerkenswert, vor 

dem Hintergrund, dass die Beschuldigte keine Regel zur Bemessung eines siche-

ren Abstandes während der Autofahrt benennen konnte. Als Automobilistin und 

namentlich auch als Besucherin von Sicherheitstrainings muss es der Beschuldig-

ten bekannt gewesen sein, dass die von ihr geschilderten Abstände bei den ge-

fahrenen Geschwindigkeiten nicht ausgereicht hätten, um sicher hinter dem vo-

rausfahrenden Fahrzeug abbremsen zu können. 

3.3.6.  Zum eigentlichen Unfallhergang machte die Beschuldigte keine detaillier-

ten Angaben. Sie gab lediglich zu Protokoll, dass es nicht an ihrem Fahrverhalten 

liegen könne, dass sie verunfallt sei. Dass sich der Unfall plötzlich ereignet habe 

und sie sich diesen nicht erklären könne, überzeugt, wie später noch aufzuzeigen 

sein wird, jedoch nicht. Weiter sind die Darstellungen der Beschuldigten, weshalb 

sie das Fahrzeug zu überholen versucht hat, als Schutzbehauptungen zu werten, 

mit welchem sie vom eigenen Fahrverhalten abzulenken versuchte. 

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3.3.7.  Nach diesen Ausführungen besteht kein Anlass von den Schilderungen der 

Zeugin abzuweichen. Gestützt auf deren Aussagen lässt sich somit erstellen, 

dass der Abstand des Personenwagens der Beschuldigten zum Personenwagen 

der vorausfahrenden Zeugin maximal 11 Meter betrug. Die Zeugin konnte nur 

noch die Motorhaube des Wagens der Beschuldigten sehen, nicht jedoch deren 

Kontrollschild oder Lichter. 

3.3.8.  Ebenfalls lassen sich auch ohne weiteres die Widersprüche beseitigen, 

welche die Beschuldigte mit Blick auf die Zeugenaussagen vorbringen liess: Die 

Zeugin schilderte fälschlicherweise ein Überschlagen des Wagens der Beschul-

digten. Dies lässt sich zwangslos damit erklären, dass sie in ihren Rückspiegel 

schaute und dort sah, wie das Fahrzeug der Beschuldigten abhob. Damit konnte 

sie den Unterboden des hinteren Fahrzeugs, nicht jedoch dessen Überschlagen 

sehen, welches sie anfänglich fälschlicherweise schilderte. 

3.3.9.  Die Verteidigung bezeichnete den Umstand, dass die Darstellung der 

Zeugin, wonach die Scheibenwischer am Fahrzeug der Beschuldigten – obschon 

es nicht geregnet oder genieselt habe – schnell gelaufen seien, als Lügengebäu-

de (Urk. 45 S. 4). Dem ist nicht zu folgen. Die Fahrbahn war zum fraglichen Zeit-

punkt unbestrittenermassen feucht und die Scheibenwischer am Fahrzeug der 

Beschuldigten wurden durch die hochspritzende Fahrbahnfeuchtigkeit eingeschal-

tet, nachdem diese von hinten sehr nahe an das Fahrzeug der Zeugin herange-

fahren war. Diese Schilderungen der Zeugin sprechen demnach für sie bzw. de-

ren glaubhafte Aussagen. 

3.3.10.  Die Verteidigung will am Umstand, dass die Zeugin die ausscherenden 

Räder des Fahrzeugs der Beschuldigten gesehen habe, nicht jedoch das 

Nummernschild oder die Lichter (Urk. 45 S. 5), einen weiteren Punkt festmachen, 

welcher gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin spreche. Dies ver-

fängt jedoch ebenfalls nicht. Man kann ohne weiteres sehen, wenn ein nachfah-

rendes Fahrzeug über die Mittellinie ausschert. Dafür genügt ein Blick in den Sei-

tenspiegel. Trotzdem ist damit keinesfalls ausgeschlossen, dass die Zeugin beim 

nah auffahrenden Fahrzeug – nach einem Blick in den Rück- bzw. Seitenspiegel – 

weder das Nummernschild noch die Lichter erkennen konnte. 

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3.3.11.  Die Verteidigung brachte schliesslich vor, die Zeugin sei unglaubwürdig, 

wenn sie zwar beim nachfahrenden Fahrzeug die Scheibenwischer erkenne, nicht 

jedoch den Fahrer sehe (Urk. 45 S. 6). Dieser Umstand ist mit Reflektionen auf 

der Frontscheibe ohne Weiteres erklärbar und führt nicht zur Unglaubwürdigkeit 

der Zeugin respektive zur Unglaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

3.4. Der Sachverhalt lässt sich auch in subjektiver Hinsicht erstellen. Beim Ver-

halten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass sie um den viel zu geringen 

Abstand gewusst hat und diesen willentlich so eingehalten hat. Wie bereits er-

wähnt absolvierte die Beschuldigte Fahrsicherheitstrainings, wo bekanntermassen 

das Bremsverhalten von Fahrzeugen getestet wird. 

3.5. Hinsichtlich des Selbstunfalls ist auf Grund der Zugaben der Beschuldigten 

erstellt, dass sie zum Überholmanöver ansetzte, ausscherte und im Moment des 

Geradestellens des Wagens auf der Gegenfahrbahn dessen Heck ausbrach und 

der Wagen hernach von der Fahrbahn abkam und auf der benachbarten Bö-

schung zum Stillstand kam. Letzteres ergibt sich auch aus den fotografischen 

Aufnahmen der Endlage des Unfallfahrzeugs (Urk. 6). Dass sich die Beschuldigte 

die Ursache des Unfalls nicht erklären kann, ist nicht glaubhaft. Aus den Akten 

ergeben sich weder Hinweise auf eine Fremdeinwirkung auf Fahrzeug oder Fah-

rerin noch auf einen technischen Defekt. Die Beschuldigte machte auch nichts 

Entsprechendes geltend. Folglich kann vorliegend für den Unfall einzig ein Fehl-

verhalten der Beschuldigten ursächlich sein. Und zwar in der in der Anklage be-

schriebenen Kombination aus gefahrener Geschwindigkeit und fehlerhafter Lenk-

bewegung. So beschrieb die Beschuldigte selbst, dass das Fahrzeug just in dem 

Moment ausbrach, als sie die Lenkkorrekturbewegung machte (Urk. 3 S. 6; Urk. 

S. 9). Folglich kommt keine andere Ursache für den Unfall in Frage. Es gibt auch 

keine anderen Hinweise, wie etwa ein abruptes Bremsmanöver, ein plötzlich auf-

tretendes Hindernis, eine Kollision oder Ähnliches. 

3.6. Aufgrund der Schilderung des Lenkmanövers ist davon auszugehen, dass 

die Beschuldigte dieses willentlich ausgeführt hat. Wohl hat sie angegeben, dass 

sie nicht damit habe rechnen müssen, dass ihr Fahrmanöver die eingetretenen 

Folgen zeitigen würde. Darin ist jedoch eine Schutzbehauptung zu sehen. Das 

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von der Beschuldigten gelenkte Fahrzeug zählt zur Kompaktklasse, ist aber mit 

360 PS sehr stark motorisiert. Das Führen solcher Kompaktwagen mit einer derart 

hohen Leistung bedarf besonderer Sorgfalt und es besteht die sehr hohe Gefahr, 

dass kleinste Fahrfehler das Fahrzeug ausser Kontrolle geraten lassen. Dies ist 

allgemein bekannt. Der Beschuldigten, welche mit dem Fahrzeug Sicherheitsfahr-

kurse besucht hatte, war dies erst recht bewusst (Urk. 3 S. 6; Urk. 44 S. 8). Sie 

wusste, dass das Fahrzeug – namentlich bei Überholmanövern – nur schwer zu 

kontrollieren ist, nicht den kleinsten Fahrfehler verzeiht und rasch unkontrollierbar 

wird. Andererseits ergeben sich keine Hinweise dafür, dass sie den Unfall in Kauf 

genommen hat, geschweige denn diesen gewollt hat. Dagegen spricht alleine 

schon der Umstand, dass wer einen vergleichsweise teuren Sportwagen kauft, 

diesen nicht durch einen Unfall verlieren will und dies auch nicht in Kauf nimmt. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie die Folgen ihres Fahrmanövers nicht 

bedacht hat, obwohl sie dies auf Grund ihres Wissens gekonnt hätte. Dass ein 

solches Fahrmanöver und der daraus resultierende Unfall eine sehr hohe Gefahr 

für die übrigen Verkehrsteilnehmer schuf und ihr das bewusst war (vgl. Urk. 44 

S. 9), braucht keiner weiteren Erläuterungen. Der Anklagesachverhalt ist somit 

auch in diesem Punkt erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (mangelnder Abstand) 

1.1. Die Vorinstanz hat den Tatbestand ausführlich dargelegt und eine in jeder 

Hinsicht zutreffende rechtliche Würdigung vorgenommen. Es kann deshalb voll-

umfänglich auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (Urk. 32 

S. 14). 

1.2. Die Beschuldigte ist somit in diesem Punkt der groben Verletzung der Ver-

kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 

SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen. 

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2. Fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Selbstunfall) 

2.1. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der Tatbestand der groben 

Verkehrsregelverletzung nicht erfüllt sei und erkannte stattdessen auf eine Verlet-

zung von Verkehrsregeln (Urk. 32 S. 19). Auf Grund des Verschlechterungsver-

bots verbietet sich vorliegend eine erneute Überprüfung mit Blick auf den Tatbe-

stand der groben Verkehrsregelverletzung. 

2.2. Im Übrigen erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz – als fahr-

lässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln – als zutreffend. Wie bereits unter 

den Ausführungen zum Sachverhalt ausgeführt, hat die Beschuldigte das Fahr-

zeug nicht so beherrscht, dass es auf der Fahrbahn blieb, wozu sie verpflichtet 

gewesen wäre, um den Unfall zu vermeiden. Dieser Pflicht ist sie aus pflichtwidri-

ger Unvorsichtigkeit nicht nachgekommen, weshalb sie der fahrlässigen Verlet-

zung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit 

Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen ist. 

2.3. Eine zusätzliche Verletzung von Art. 10 VRV ist, entgegen der Vorinstanz, 

nicht zu erkennen. Art. 10 Abs. 1 VRV verpflichtet den Fahrzeugführer beim 

Überholen zu vorsichtigem Ausschwenken und verbietet das Behindern nachfol-

gender Fahrzeuge. Weder das eine noch das andere wird der Beschuldigten im 

Anklagesachverhalt vorgeworfen. Das fehlerhafte Fahrmanöver ereignete sich 

nicht beim Ausschwenken und nachfolgende Fahrzeuge werden in der Anklage 

eben so wenig erwähnt, wie vor dem voranfahrenden Fahrzeug liegende Hinder-

nisse (wie Baustellen, eingespurte Fahrzeuge oder Fussgänger, welche die 

Strasse überqueren). 

IV. Sanktion 

1. Strafrahmen und allgemeine Prinzipien der Strafzumessung 

Diese hat die Vorinstanz ausführlich und zutreffend dargelegt, weshalb darauf 

verweisen werden kann (Urk. 32 S. 20 ff.). 

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2. Konkrete Strafzumessung 

2.1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

2.1.1.  Die Vorinstanz bewertete das Verschulden in objektiver Hinsicht als leicht, 

da die Beschuldigte über eine Distanz von rund 3,5 Kilometern mit zu wenig Ab-

stand gefolgt sei und weitergehendes Bedrängen – wie Hupen oder Lichtsignale – 

unterlassen habe. Sodann hätten sich wenige Fahrzeuge am Tatort befunden und 

die Gefährdung sei nur abstrakt gewesen. Eine Strafe von 35 Tagessätzen sei 

deshalb unter Berücksichtigung einer einschlägigen Vorstrafe angemessen 

(Urk. 32 S. 22 f.). 

2.1.2.  In objektiver Hinsicht gilt es zu berücksichtigen, dass die mit ununterbro-

chen ungenügendem Abstand gefahrene Strecke von 3,5 vergleichsweise lang 

ist. Als leicht wäre das Verschulden bei diesem Delikt etwa bei einem lediglich 

kurzzeitigen zu nahen Auffahren über weniger als hundert Meter zu qualifizieren. 

Auch das Unterschreiten des gebotenen Mindestabstandes war mit 11 Metern 

deutlich. Zudem herrschten keineswegs ideale Strassenverhältnisse, vielmehr war 

der Strassenbelag feucht (Urk. 1 S. 3). Wenn die Polizei feststellte, dass insge-

samt schwacher Verkehr herrschte, so darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, 

dass unmittelbar hinter den Unfallbeteiligten zwei weitere Wagen fuhren, deren 

Fahrer den Unfall beobachten konnten. Schliesslich darf der Beschuldigten auch 

nicht zu Gute gehalten werden, dass sie nicht auch noch gehupt oder geblinkt 

hatte. Dies hat sich strafzumessungsneutral auszuwirken und wäre – falls einge-

troffen – zu deren Nachteil zu gewichten gewesen. Auf der anderen Seite lag der 

von der Beschuldigten eingehaltene Abstand nur wenig unterhalb der Grenze, ab 

welcher von einer erhöhten abstrakten Gefährdung ausgegangen wird. Damit ist 

die Tat am unteren Rand der möglichen Bandbreite der groben Verletzungen der 

Verkehrsregeln einzuordnen. Ihr Verschulden wiegt innerhalb des Vorwurfs der 

groben Verkehrsregelverletzung in objektiver Hinsicht somit noch leicht. Was die 

subjektive Tatschwere betrifft, so handelte die Beschuldigte bezüglich der Ge-

fährdung mindestens eventualvorsätzlich. Es wäre ihr ohne weiteres möglich ge-

wesen, dem vorderen Fahrzeug mit korrektem Abstand zu folgen. In subjektiver 

Hinsicht ist das Verschulden im Rahmen der groben Verkehrsregelverletzung da-

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her als noch leicht zu werten. Insgesamt erweist sich deshalb eine Einsatzstrafe 

von 30 Tagessätzen Geldstrafe als dem Verschulden angemessen. 

2.1.3.  Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten kann 

auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden, zumal sich 

seither in den persönlichen Verhältnissen keine Veränderungen ergeben haben 

(Urk. 32 S. 23, Urk. 41, Urk. 44). 

2.1.4.  In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich die 

von der Vorinstanz festgesetzte Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– als 

angemessen (Urk. 32 S. 24). 

2.2. Fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln 

2.2.1.  In objektiver Hinsicht gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte 

durch ihren Fahrfehler einen schweren Selbstunfall verursacht hat, bei dem die 

Gefahr der Beschädigung weiterer Fahrzeuge und die Verletzung weiterer Ver-

kehrsteilnehmer sehr hoch war. Zudem ist die verletzte Verkehrsregel eine ele-

mentare aus dem Bereich des nicht ruhenden Verkehrs. Innerhalb dieses Straf-

rahmens wiegt das Verschulden deshalb bereits erheblich. 

2.2.2.  Die subjektiven Aspekte vermögen das Verschulden nicht zu relativieren. 

Das fahrlässige Handeln ist Tatbestandselement und darf deshalb nicht nochmals 

entlastend berücksichtigt werden. Es sind keine entlastenden Momente erkenn-

bar. Somit erscheint die von der Vorinstanz festgesetzte Busse von Fr. 800.– als 

zu mild, angemessen ist vielmehr eine solche von Fr. 2'000.–. 

2.2.3.  Unter Verweis auf die oben aufgeführten Täterkomponenten erscheint eine 

Erhöhung der Busse auf Fr. 2'500.– angemessen. Da aber die Vorinstanz eine 

Busse in der Höhe von Fr. 1'000.– ausgesprochen hat, muss es aufgrund des 

Verschlechterungsverbots dabei sein Bewenden haben. 

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2.3. Fazit 

Die Beschuldigte ist nach Würdigung aller relevanten Umstände mit einer 

Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie mit einer Busse von 

Fr. 1'000.– zu bestrafen. 

V. Vollzug 

Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Frage des Vollzugs der Strafe ausei-

nandergesetzt. Es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen 

verwiesen werden (Urk. 32 S. 25 ff.). Dementsprechend ist der Vollzug der Geld-

strafe aufzuschieben und die Probezeit auf 4 Jahre festzusetzen. Die Busse ist zu 

bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so hat an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen zu treten. 

VI. Kosten und Entschädigung 

1.   Ausgangsgemäss wird die Beschuldigte für das Vorverfahren und das erstin-

stanzliche Gerichtsverfahren kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO), weshalb ihr 

die Kosten aufzuerlegen sind. 

2.   Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– festzusetzen. 

3.   Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren 

als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre 

vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen 

wurden (BSK StPO-DOMEISEN, Art. 428 N 6). Die Verteidigung beantragte einen 

vollumfänglichen Freispruch (Urk. 34; Urk. 45). Die Beschuldigte unterliegt im 

Berufungsverfahren vollumfänglich, weshalb ihr ausgangsgemäss die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. 

 

 

- 16 - 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzel-

gericht, vom 5. September 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. - 4. […] 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:, 

Fr. 1'500.00   Gebühr Strafuntersuchung § 4 GebStrV; 

Fr. 59.00   Zeugenentschädigung; 

Fr. 2'759.00   Total Kosten. 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.   

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

6. […] 

7. [Mitteilungen] 

8. [Rechtsmittel]" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 
Abs. 1 VRV; sowie 

− der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und 
Art. 100 Ziff. 1 SVG. 

- 17 - 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu 

Fr. 150.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

- 18 - 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 6. Juli 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw S. Zuber 
 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 
 
 

	Urteil vom 6. Juli 2023
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 32 S. 28 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; sowie
	 der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 SVG sowie Art. 10 Abs. 1 VRV.

	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.   Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
	6. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 5 werden vollumfänglich der Beschuldigten auferlegt.
	7. [Mitteilungen]
	8. [Rechtsmittel] "
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4)
	" 1. Es sei das Urteil vom 5. September 2022 des Bezirksgericht Winterthur (Geschäft-Nr. GG220042-K/U/us) vollumfgänglich aufzuheben.
	2. Meine Mandantin sei vollumfänglich freizusprechen.
	3. Die Kosten (inkl. derjenigen der Wahlverteidigung) des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und die Verteidigung sei entsprechend der noch nachzureichenden Kostennote zu entschädigen. "
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 32 S. 3 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht, vom 5. September 2022 meldete die Beschuldigte fristgerecht Berufung an (Urk. 26) und reichte nach Zustellung des begründeten Urteils am ...
	1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigte sowie ihre Verteidigerin, Rechtsanwältin X._____ (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der Einvernahme der Beschuldigten (Urk. 44) – auch keine Bewe...

	2. Umfang der Berufung
	Das Urteil der Vorinstanz wird – bis auf die Dispositivziffer 5 [Kostenfestsetzung] – vollumfänglich angefochten (Urk. 45; Prot. II S. 5). Damit kann festgehalten werden, dass das vorinstanzliche Urteil lediglich betreffend die Dispositivziffer 5 in R...

	3. Formelles
	3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.
	3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV ...
	II.  Sachverhalt

	1. Urteil der Vorinstanz
	Die Vorinstanz gelangte nach ausführlicher Würdigung der Beweismittel zum Schluss, dass der Sachverhalt sich anklagegemäss zugetragen hat (Urk. 32 S. 13).

	2. Standpunkt Verteidigung
	3. Würdigung der Beweismittel
	3.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen zur Sachverhaltserstellung zutreffend wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden. Ebenfalls wurden von der Vorinstanz alle relevanten Beweismittel aufgeführt. Zusammen mit der Vorinstanz kann festgehalten werden...
	3.2. Aussagen der Zeugin
	3.2.1.  Die Zeugin B._____, welche zum Tatzeitpunkt vor der Beschuldigten fuhr, beschrieb zusammengefasst anlässlich ihrer ersten polizeilichen Einvernahme, wie der BMW (das Fahrzeug der Beschuldigten) von hinten zu ihr aufgeschlossen habe und hernac...
	3.2.2.  Anlässlich ihrer Einvernahme vor Staatsanwaltschaft bestätigte sie diese Ausführungen und legte präzisierend dar, dass sie beim hinter ihr fahrenden Fahrzeug nur die Motorhaube, nicht aber die Lichter habe sehen können. Daraufhin habe der BMW ...
	3.2.3.  Diese Aussagen der Zeugin erweisen sich als widerspruchsfrei. Sie sind frei von Übertreibungen und Wertungen. Ebenso wenig ergeben sich Hinweise, wonach die Zeugin ein besonderes Interesse am Verfahren und dessen Ausgang haben könnte. Die Besc...
	3.3. Aussagen der Beschuldigten
	3.3.1.  Die Schilderungen der Beschuldigten hingegen sind insgesamt wenig überzeugend und widersprüchlich: So gab die Beschuldigte bei der polizeilichen Befragung zu Protokoll, dass sie sich den Unfall nicht erklären könne. Sie habe genügend Abstand e...
	3.3.2.  Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme machte sie hinsichtlich des Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschiedliche Angaben. Mal gab sie an, dem Fahrzeug mit einer Wagenlänge gefolgt zu sein, mal mit zwei Wagenlängen. Auf de...
	3.3.3.  An der Hauptverhandlung gab sie an, dass zwischen den beiden Fahrzeugen stets mindestens ein Fahrzeug Platz gehabt hätte. Zum Unfallhergang führte sie ergänzend aus, dass sie nach dem Einleiten des Überholmanövers das Fahrzeug auf der Gegenfah...
	3.3.4.  Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich die Beschuldigte erneut auf den Standpunkt, dass sie genügend Abstand zum vorausfahrenden Auto (dasjenige der Zeugin) eingehalten habe. Sie sei "normal" gefahren. Auf eine Angabe des Abstandes i...
	3.3.5.  Insbesondere die Angaben der Beschuldigten zum eingehaltenen Abstand sind uneinheitlich und variieren erheblich. Bei dieser Differenz handelt es sich nicht mehr bloss um eine Nuance oder einen ohne weiteres erklärbaren Unterschied. Es entsteht...
	3.3.6.  Zum eigentlichen Unfallhergang machte die Beschuldigte keine detaillierten Angaben. Sie gab lediglich zu Protokoll, dass es nicht an ihrem Fahrverhalten liegen könne, dass sie verunfallt sei. Dass sich der Unfall plötzlich ereignet habe und si...
	3.3.7.  Nach diesen Ausführungen besteht kein Anlass von den Schilderungen der Zeugin abzuweichen. Gestützt auf deren Aussagen lässt sich somit erstellen, dass der Abstand des Personenwagens der Beschuldigten zum Personenwagen der vorausfahrenden Zeug...
	3.3.8.  Ebenfalls lassen sich auch ohne weiteres die Widersprüche beseitigen, welche die Beschuldigte mit Blick auf die Zeugenaussagen vorbringen liess: Die Zeugin schilderte fälschlicherweise ein Überschlagen des Wagens der Beschuldigten. Dies lässt ...
	3.3.9.  Die Verteidigung bezeichnete den Umstand, dass die Darstellung der Zeugin, wonach die Scheibenwischer am Fahrzeug der Beschuldigten – obschon es nicht geregnet oder genieselt habe – schnell gelaufen seien, als Lügengebäude (Urk. 45 S. 4). Dem ...
	3.3.10.  Die Verteidigung will am Umstand, dass die Zeugin die ausscherenden Räder des Fahrzeugs der Beschuldigten gesehen habe, nicht jedoch das Nummernschild oder die Lichter (Urk. 45 S. 5), einen weiteren Punkt festmachen, welcher gegen die Glaubha...
	3.3.11.  Die Verteidigung brachte schliesslich vor, die Zeugin sei unglaubwürdig, wenn sie zwar beim nachfahrenden Fahrzeug die Scheibenwischer erkenne, nicht jedoch den Fahrer sehe (Urk. 45 S. 6). Dieser Umstand ist mit Reflektionen auf der Frontsche...
	3.4. Der Sachverhalt lässt sich auch in subjektiver Hinsicht erstellen. Beim Verhalten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass sie um den viel zu geringen Abstand gewusst hat und diesen willentlich so eingehalten hat. Wie bereits erwähnt absolvie...
	3.5. Hinsichtlich des Selbstunfalls ist auf Grund der Zugaben der Beschuldigten erstellt, dass sie zum Überholmanöver ansetzte, ausscherte und im Moment des Geradestellens des Wagens auf der Gegenfahrbahn dessen Heck ausbrach und der Wagen hernach von...
	3.6. Aufgrund der Schilderung des Lenkmanövers ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte dieses willentlich ausgeführt hat. Wohl hat sie angegeben, dass sie nicht damit habe rechnen müssen, dass ihr Fahrmanöver die eingetretenen Folgen zeitigen würd...
	III.  Rechtliche Würdigung

	1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln (mangelnder Abstand)
	1.1. Die Vorinstanz hat den Tatbestand ausführlich dargelegt und eine in jeder Hinsicht zutreffende rechtliche Würdigung vorgenommen. Es kann deshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (Urk. 32 S. 14).
	1.2. Die Beschuldigte ist somit in diesem Punkt der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV schuldig zu sprechen.

	2. Fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln (Selbstunfall)
	2.1. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung nicht erfüllt sei und erkannte stattdessen auf eine Verletzung von Verkehrsregeln (Urk. 32 S. 19). Auf Grund des Verschlechterungsverbots verbietet sich v...
	2.2. Im Übrigen erweist sich die rechtliche Würdigung der Vorinstanz – als fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln – als zutreffend. Wie bereits unter den Ausführungen zum Sachverhalt ausgeführt, hat die Beschuldigte das Fahrzeug nicht so b...
	2.3. Eine zusätzliche Verletzung von Art. 10 VRV ist, entgegen der Vorinstanz, nicht zu erkennen. Art. 10 Abs. 1 VRV verpflichtet den Fahrzeugführer beim Überholen zu vorsichtigem Ausschwenken und verbietet das Behindern nachfolgender Fahrzeuge. Weder...
	IV.  Sanktion

	1. Strafrahmen und allgemeine Prinzipien der Strafzumessung
	Diese hat die Vorinstanz ausführlich und zutreffend dargelegt, weshalb darauf verweisen werden kann (Urk. 32 S. 20 ff.).

	2. Konkrete Strafzumessung
	2.1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln
	2.1.1.  Die Vorinstanz bewertete das Verschulden in objektiver Hinsicht als leicht, da die Beschuldigte über eine Distanz von rund 3,5 Kilometern mit zu wenig Abstand gefolgt sei und weitergehendes Bedrängen – wie Hupen oder Lichtsignale – unterlassen...
	2.1.2.  In objektiver Hinsicht gilt es zu berücksichtigen, dass die mit ununterbrochen ungenügendem Abstand gefahrene Strecke von 3,5 vergleichsweise lang ist. Als leicht wäre das Verschulden bei diesem Delikt etwa bei einem lediglich kurzzeitigen zu ...
	2.1.3.  Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden, zumal sich seither in den persönlichen Verhältnissen keine Veränderungen ergeben haben (Urk. 32 S. 23, Urk...
	2.1.4.  In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich die von der Vorinstanz festgesetzte Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– als angemessen (Urk. 32 S. 24).
	2.2. Fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln
	2.2.1.  In objektiver Hinsicht gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte durch ihren Fahrfehler einen schweren Selbstunfall verursacht hat, bei dem die Gefahr der Beschädigung weiterer Fahrzeuge und die Verletzung weiterer Verkehrsteilnehmer s...
	2.2.2.  Die subjektiven Aspekte vermögen das Verschulden nicht zu relativieren. Das fahrlässige Handeln ist Tatbestandselement und darf deshalb nicht nochmals entlastend berücksichtigt werden. Es sind keine entlastenden Momente erkennbar. Somit ersche...
	2.2.3.  Unter Verweis auf die oben aufgeführten Täterkomponenten erscheint eine Erhöhung der Busse auf Fr. 2'500.– angemessen. Da aber die Vorinstanz eine Busse in der Höhe von Fr. 1'000.– ausgesprochen hat, muss es aufgrund des Verschlechterungsverbo...
	2.3. Fazit
	Die Beschuldigte ist nach Würdigung aller relevanten Umstände mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– zu bestrafen.
	V.  Vollzug
	VI.  Kosten und Entschädigung
	1.   Ausgangsgemäss wird die Beschuldigte für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO), weshalb ihr die Kosten aufzuerlegen sind.
	2.   Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
	3.   Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeins...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht, vom 5. September 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.   Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
	6. […]
	7. [Mitteilungen]
	8. [Rechtsmittel]"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV; sowie
	 der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1, Art. 32 Abs. 1 und Art. 100 Ziff. 1 SVG.

	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.