# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af7f1640-1b22-544b-ba85-27cf7ebd040c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.01.2023 720 2022 24 / 09 (720 22 24 / 09)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-24---09_2023-01-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Januar 2023 (720 22 24 / 09)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Tschopp, Advokat, 
Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1964 geborene, zuletzt bis Ende Mai 2019 als "Saleskoordinator" bei der 
B.____ AG angestellt gewesene A.____ meldete sich am 6. April 2019 bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitli-
chen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Versicherten 
einen Invaliditätsgrad von 35 %. Gestützt auf dieses Ergebnis verneinte sie - nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 21. Dezember 2021 einen Rentenanspruch von 
A.____.  

 

 
 
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B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, am 
20. Januar 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuhe-
ben und es sei ihm ab Dezember 2019 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein 
gerichtliches polydisziplinäres Obergutachten zur Klärung seines Gesundheitszustands einzu-
holen; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2022 die Abweisung der 
Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Stellungnahme von C.____, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 
17. März 2022 bei. 
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer mit Replik 
vom 7. Juni 2022 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesentlichen 
bisherigen Vorbringen fest. Die Beschwerdegegnerin wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 
30. Juni 2022, der sie eine weitere Stellungnahme des RAD-Arztes C.____ vom 14. Juni 2022 
beilegte, nach wie vor die Abweisung der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 
20. Januar 2022 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der 
bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 
23. Februar 2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie-
dergegeben, zitiert und angewendet. 
 

 

 
 
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 

 

 
 
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3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
4. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 

 

 
 
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5.1 Die IV-Stelle holte zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten bei Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das psychiatri-
sche Gutachten vom 22. April 2021 ein. Darin hielt der Experte als Diagnosen mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit (1) eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) mit Angaben einer Chronic Fatigue-
Symptomatik mit Durchschlafstörung und Tagesmüdigkeit sowie (2) narzisstische Persönlich-
keitszüge (ICD-10 Z73.0; DD: narzisstische Persönlichkeitsstörung) fest. Als Diagnosen ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhob er eine rezidivierende depressive Störung (Status nach 
mittelgradiger depressiver Episode, gegenwärtig weitgehend remittiert; ICD-10 F 33.4), einen 
Status nach Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), 
einen Status nach Problemen in der Beziehung zur Ehepartnerin (ICD-10 Z63.0) mit Trennung 
2008 und eine Tendenz zur Prokrastination. Im Weiteren listete Dr. D.____ verschiedene ak-
tenanamnestisch erhobene somatische Diagnosen auf, so unter anderen ein rezidivierendes 
lumbales Schmerzsyndrom, ein Schultersyndrom rechts, eine Thalassämia minor und eine par-
tielle Corpus Callosum Agenesie. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, in der bisheri-
gen Tätigkeit als Sales Manager im Home Office-Bereich sei der Versicherte weiterhin fünf 
Stunden täglich arbeitsfähig. Zur Begründung dieser Einschätzung hielt Dr. D.____ fest, es 
könnten eine leicht verminderte Belastbarkeit, ein vermindertes Durchhaltevermögen, ein ver-
mehrter Pausenbedarf und eine verminderte Stressbelastungsfähigkeit ausgemacht werden. 
Ebenso sei der Versicherte vermindert konfliktfähig. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit gelangte Dr. D.____ zum Schluss, dass der Versicherte einer solchen 
Tätigkeit sechs Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements nachgehen könne. Home 
Office-Arbeiten im KV-Bereich wären ihm sechs Stunden täglich zumutbar. Eine Tätigkeit ohne 
Home Office könne er sechs Stunden täglich verrichten. Zum zeitlichen Verlauf der Entwicklung 
dieser Arbeitsfähigkeit äusserte sich Dr. D.____ trotz einer entsprechenden Frage im Begutach-
tungsauftrag der IV-Stelle nicht.  
 
5.2.1 Mit Bericht vom 27. April 2021 äusserte sich der RAD-Arzt C.____ zum Gutachten von 
Dr. D.____. Er vertrat die Auffassung, dass die vom Experten festgestellte Arbeitsfähigkeit auch 
nach Prüfung der Standardindikatoren vollumfänglich nachvollziehbar sei. Die somatisch und 
psychiatrisch dokumentierten Krankheiten seien hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des Krank-
heitsverlaufs und ihrer Auswirkungen auf den Alltag oder eine berufliche Tätigkeit nachvollzieh-
bar bewertet worden. Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit hielt der RAD-Arzt fest, 
dass ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. D.____ (16. März 2021) von einer 40%-igen 
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Bereich und von einer 30%-igen Arbeitsunfähigkeit in einer 
angepassten Verweistätigkeit auszugehen sei. Für die weiter zurückliegenden Perioden könn-
ten die echtzeitlich ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeiten übernommen werden.  
 
5.2.2 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens vertrat der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit Schreiben vom 30. August 2021 die Auffassung, dass 
sich die vom Gutachter beschriebene Dysthymie nicht begründen lasse. Vielmehr liege eine 
prolongierte, therapieresistente rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig 
(ICD-10 F 33.1), vor. Beim Versicherten handle es sich um einen schwer psychisch angeschla-
genen Menschen, der auf dem offenen Arbeitsmarkt kaum mehr als zwei bis vier Stunden ein-

 

 
 
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setzbar sei. Dies lasse sich mit seiner ständigen Müdigkeit, seinem extrem verminderten Antrieb 
und seiner Erschöpfung begründen. Die Leistungen seien auch aufgrund von Gedächtnisstö-
rungen und verminderter Konzentration eingeschränkt. Die Einschätzung des Gutachters, wo-
nach dem Versicherten eine Tätigkeit von sechs Stunden pro Tag zumutbar sei, könne nicht 
nachvollzogen werden.  
 
5.2.3 Am 4. November 2021 nahm der RAD-Arzt C.____ zum vorstehenden Einwand von 
Dr. E.____ Stellung. Er hielt fest, dass dieser - im Vergleich zum Gutachter - einfach denselben 
Sachverhalt unterschiedlich beurteile. Auf das Gutachten könne daher weiterhin abgestellt wer-
den.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 21. Dezember 2021 bei 
der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollum-
fänglich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. D.____ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 
22. April 2021 gelangte. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte einer angepass-
ten Tätigkeit sechs Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements nachgehen könne. 
Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, kann nun allerdings dieser vorinstanzlichen Beweiswürdi-
gung nicht beigepflichtet werden.  
 
6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die IV-Stelle den medizinischen Sachver-
halt nicht nur aus psychiatrischer Sicht, sondern polydisziplinär hätte abklären müssen. Dieser 
Einwand ist begründet. Dr. D.____ listet in seinem Gutachten diverse somatische Gesundheits-
beeinträchtigungen auf, die beim Versicherten laut den Akten vorliegen würden (vgl. S. 21 des 
Gutachtens). Sodann führt er im Abschnitt "Medizinische und versicherungsmedizinische Beur-
teilung" aus, die vom Exploranden geltend gemachten somatischen Problemstellungen, wie 
seine Thalassämia minor oder die Auffälligkeiten im MRI des Gehirns würden das Ausmass der 
geklagten Leistungseinbusse sicher nicht erklären. Die Thalassämia minor sei bei ihm moderat 
ausgeprägt und auch die Balkenagenesie sei nur partiell (vgl. S. 29 des Gutachtens). Mit diesen 
Ausführungen nimmt der Gutachter aber fachfremde Einschätzungen vor, was auch vom Be-
schwerdeführer zu Recht gerügt wird. Zur Beurteilung des Schweregrades dieser Leiden und 
der Auswirkungen derselben auf die Arbeitsfähigkeit hätten - und auch darin ist dem Versicher-
ten beizupflichten - zusätzliche somatische Abklärungen erfolgen müssen. Aufgrund des auch 
von Dr. D.____ angesprochenen Konnexes der psychischen und der somatischen Beeinträchti-
gungen wäre anschliessend eine interdisziplinäre Konsensbeurteilung durch die involvierten 
Fachärzte angezeigt gewesen. Auf einen solchen, seines Erachtens zu berücksichtigenden Zu-
sammenhang zwischen den somatischen Leiden und dem psychischen Gesundheitszustand 
des Versicherten wies im Übrigen bereits Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, in seiner zuhanden des Taggeldversicherers erstellten Beurteilung vom 25. Februar 2019 
hin. Er empfahl damals denn auch ausdrücklich, weitere psychiatrische und neurologische Un-
tersuchungen in die Wege zu leiten. Trotz dieser Hinweise befasste sich in der Folge auch sei-
tens des RAD einzig ein psychiatrischer Facharzt mit der Angelegenheit, eine somatische La-
gebeurteilung durch den RAD fehlt dagegen.  
 

 

 
 
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6.3 Der Beschwerdeführer erhebt darüber hinaus zahlreiche Einwände gegen die beweis-
rechtliche Verwertbarkeit des psychiatrischen Gutachtens von Dr. D.____. So kritisiert er insbe-
sondere dessen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Diese ist in der Tat ausgesprochen kurz aus-
gefallen und auch nicht ohne Weiteres verständlich. So ist nicht klar, weshalb der Experte im 
Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zwischen einer ange-
passten Tätigkeit generell, Home Office-Tätigkeiten im KV-Bereich und Tätigkeiten ohne Home 
Office differenziert, obwohl er dem Versicherten in allen diesen Bereichen ohne Begründung 
dieselbe Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag attestiert. Wie es sich damit und mit allen 
anderen Einwänden des Beschwerdeführers verhält, braucht nun allerdings nicht weiter erörtert 
zu werden. Da die Angelegenheit ohnehin zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens an 
die Vorinstanz zurückzuweisen ist, kann an dieser Stelle eine einlässliche Auseinandersetzung 
mit sämtlichen Einwänden des Beschwerdeführers zum Gutachten von Dr. D.____ unterblei-
ben. 
 
6.4 Zu ergänzen bleibt Folgendes: Ein weiterer Mangel des genannten Gutachtens liegt 
darin, dass es zwar eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Begutachtungszeitpunkt vornimmt, 
für den Zeitraum davor aber, obwohl sich die IV-Stelle im Fragekatalog des Auftrags explizit 
danach erkundigte, keinerlei Angaben enthält. Der RAD-Arzt C.____ vertritt deshalb in seiner 
Beurteilung vom 27. April 2021 die Auffassung, dass für die vor der Begutachtung liegenden 
Perioden die echtzeitlich ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeiten zu übernehmen seien. Diese 
belaufen sich für den Zeitraum ab November 2019 - dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren-
tenbeginns - allesamt auf mindestens 50 % (vgl. etwa die Arztberichte von Dr. med. G.____, 
Facharzt für Psychosomatik, vom 6. Dezember 2019, von Dr. med. H.____, Allgemeine Innere 
Medizin FMH, vom 9. September 2020 oder von Dr. E.____ vom 25. November 2020). Vor die-
sem Hintergrund und in Nachachtung der geschilderten Auffassung des RAD-Arztes C.____ 
erstaunt es, dass es die IV-Stelle unterlassen hat, für den Zeitraum ab dem frühestmöglichen 
Rentenbeginn bis zur Begutachtung durch Dr. D.____ (November 2019 bis April 2021) einen 
allfälligen Anspruch des Versicherten auf - zumindest - eine befristete Rente zu prüfen. Auch 
darauf ist hier allerdings nicht weiter einzugehen. Da der medizinische Sachverhalt ohnehin 
nochmals umfassend abzuklären ist, kann im vorliegenden Entscheid auch dieser Aspekt offen 
bleiben.  
 
7.1 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die vorhandene medizinische Akten-
lage keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten zulässt. Die Ab-
klärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend 
beweiskräftig, der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Die 
IV-Stelle hat den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten durch ein poly-
disziplinäres Gutachten abklären zu lassen. Die Angelegenheit ist zu diesem Zwecke an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die IV-Stelle 
anschliessend über den Rentenanspruch des Versicherten neu zu befinden haben.  
 
7.2 Somit ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen 
ist, als die angefochtene Verfügung vom 21. Dezember 2021 aufzuheben und die Angelegen-

 

 
 
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heit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung 
an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. 
 
8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden.  
 
8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 
Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
hat in seiner Honorarnote vom 8. August 2022 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand 
von 16 Stunden und 25 Minuten sowie Auslagen von Fr. 66.30 geltend gemacht. Während die 
ausgewiesenen Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, muss der geltend ge-
machte Zeitaufwand als zu hoch bezeichnet werden. Der vorliegende Prozess gab weder in 
tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu überdurchschnittlich aufwändigen Erörterungen 
Anlass. Zudem ging es inhaltlich ausschliesslich um die Frage, ob der medizinische Sachverhalt 
durch die IV-Stelle genügend abgeklärt worden war, und nicht auch um weitere invalidenversi-
cherungsrechtliche Aspekte wie etwa den Einkommensvergleich. Als überflüssig erweisen sich 
sodann die allgemeinen rechtlichen Ausführungen zur Bestimmung des Invaliditätsgrads von 
erwerbstätigen Versicherten (Art. 16 ATSG), zur Bedeutung, die ärztlichen Stellungnahmen bei 
der Ermittlung des medizinischen Sachverhalts zukommt, und zu den Grundsätzen der freien 
Beweiswürdigung (Ziff. 14-16 der Beschwerdebegründung). Es rechtfertigt sich daher, das Ho-
norar des Rechtsvertreters des Versicherten auf der Basis eines insgesamt als angemessen 
erachteten Zeitaufwands von 14 Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozi-
alversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangen-
den Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘840.90 (14 Stunden à Fr. 250.- + Auslagen von 
Fr. 66.30 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 

 

 
 
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9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Dezember 2021 
aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne 
der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-
Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3‘840.90 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

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