# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1f388cc-a978-54bf-af12-f7b1e890bb6e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-07-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 18.07.2006 PZ 2006 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2006-97_2006-07-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Juli 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 06 96
PZ 06 97

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Aktuarin Thöny

——————

In den Rekursen

des X., Gesuchsgegner, Rekurrent (PZ 06 96) und Rekursgegner (PZ 06 97), ver-
treten durch Rechtsanwalt lic. iur. Victor Benovici, Goldgasse 11, 7002 Chur,

und

der Y., Gesuchstellerin, Rekurrentin (PZ 06 97) und Rekursgegnerin (PZ 06 96), 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel, c/o Anwaltsbüro Janett, Schul-
strasse 1, 7302 Landquart,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 12. Mai 2006, 
mitgeteilt am 12. Mai 2006,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

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A. Y. und X. heirateten am 8. Juni 1984 in A.. Aus dieser Ehe gingen die 
Kinder B., geboren am 27. August 1984, und C., geboren am 31. März 1987, hervor. 
Die Ehegatten wohnten bis zur Trennung zusammen mit dem sich noch in Ausbil-
dung befindenden Sohn in ihrer Liegenschaft in A..

B. Am 26. Juli 2005 liess Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten Prätti-
gau/Davos ein Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen einreichen, 
wobei sie neben der Zuteilung der ehelichen Liegenschaft einen monatlichen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 900.-- für den Sohn C. und von Fr. 3'274.-- für sich selbst 
beantragte. Zudem sei der ihr zustehende Anteil an der Ehegatten- und Kinderrente 
direkt auf ihr Konto zu überweisen. In seiner Vernehmlassung vom 15. August 2005 
beantragte X. die Abweisung des Gesuchs und die Zuteilung der ehelichen Liegen-
schaft an ihn.

C. Nach durchgeführter mündlicher Einigungsverhandlung wies der Be-
zirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die eheliche Liegenschaft mit Verfügung 
vom 21. Dezember 2005 Y. und dem Sohn C. zur alleinigen Benützung zu und ver-
pflichtete X. zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbeitrages an seine Ehefrau 
von Fr. 1'778.--, rückwirkend ab dem 1. Juli 2005. Gegen diese Verfügung liessen 
sowohl Y. als auch X. Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden er-
heben, welches den angefochtenen Entscheid mit Verfügung vom 23. Februar 2006 
aufhob und die Sache zur Neubeurteilung an den Bezirksgerichtspräsidenten Prät-
tigau/Davos zurückwies.

D. In der Folge führte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos am 
9. Mai 2006 eine weitere mündliche Einigungsverhandlung durch, an der beide Par-
teien mit ihren Rechtsvertretern teilnahmen. Mit Verfügung vom 12. Mai 2006, mit-
geteilt am 12. Mai 2006, erkannte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos wie 
folgt:

„1. Es wird festgestellt, dass Y. und X. berechtigt sind, getrennt zu leben.

2. Das eheliche Wohnhaus, am äusseren D.-Strasse in A., wird Y. zur al-
leinigen Benützung zugeteilt. Die Nebenkosten der Liegenschaft gehen 
rückwirkend ab dem 1. Juli 2005 zulasten von Y..

3. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. rückwirkend ab dem 1. Juli 
2005 einen monatlichen Beitrag von Fr. 1'250.00, zahlbar pränume-
rando, zu leisten. 

4. Allfällige ab dem 1. Juli 2005 fällig gewordene und von X. bezahlte Hy-
pothekarzinsen und/oder Nebenkosten für die eheliche Liegenschaft so-
wie allfällige bereits geleistete Unterhaltszahlungen können mit dem in 

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der vorstehenden Ziffer 3 festgesetzten Unterhaltsbeitrag verrechnet 
werden.

5. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien, soweit darauf eingetreten 
werden kann, abgewiesen.

6. Die Kosten dieses Verfahrens von insgesamt Fr. 700.00 (Gerichtsge-
bühr von Fr. 500.00 und Schreibgebühren von Fr. 200.00) gehen je zur 
Hälfte zulasten der Y. und des X.. 

7. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

8. (Rechtsmittelbelehrung).

9. (Mitteilung).“

E. Gegen diese Verfügung vom 12. Mai 2006, mitgeteilt am 12. Mai 2006, 
liess X. am 1. Juni 2006 Beschwerde (recte: Rekurs) beim Kantonsgerichtspräsi-
dium Graubünden erheben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

„1. Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung sei insoweit aufzuheben und ab-
zuändern, als dass das eheliche Wohnhaus dem Beschwerdeführer 
(recte: Rekurrenten) zuzuteilen ist, raschmöglichst, jedoch spätestens 
bis Ende September 2006.

2. Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben und von irgendei-
ner Zahlungsverpflichtung des Beschwerdeführers (recte: Rekurrenten) 
gegenüber seiner Frau sei abzusehen.

3. Ziffer 6 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben, ebenso Ziffer 7. 
Die amtlichen Kosten seien vollumfänglich der Gegenpartei aufzuerle-
gen, welche für das gesamte vorsorgliche Massnahmeverfahren zur 
Zahlung von Kosten an den Anwalt des Beschwerdeführers (recte: Re-
kurrenten) in der Höhe von CHF 2'500.-- inkl. Mehrwertsteuer zu ver-
pflichten sei.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vorliegende Verfahren 
zulasten der Gegenpartei.

5. Vorsorglicherweise ersuchen wir darum, dem Beschwerdeführer (recte: 
Rekurrenten) für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren samt Verbeiständung durch den unterzeichneten 
Anwalt.“

Das Gesuch von X. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde 
mit Verfügung vom 21. Juli 2006 (PZ 06 112) gutgeheissen.

F. Am 6. Juni 2006 liess alsdann auch Y. gegen die Verfügung des Be-
zirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 12. Mai 2006, mitgeteilt am 12. Mai 
2006, Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium Graubünden erheben, wobei die fol-
genden Anträge gestellt wurden:

„1. Die Ziffer 3 der Verfügung vom 12. Mai 2006 des Bezirksgerichtspräsi-
diums Prättigau/Davos sei aufzuheben und der Rekursgegner sei zu 

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verpflichten, an den Unterhalt von Y. rückwirkend ab 1. Juni 2005 einen 
monatlichen Beitrag von Fr. 1'563.--, zahlbar jeweils pränumerando, zu 
leisten.

2. Die Ziffer 5 der Verfügung vom 12. Mai 2006 des Bezirksgerichtspräsi-
diums Prättigau/Davos sei aufzuheben und die SUVA, Flumattstrasse 
1, Postfach 4358, 6002 Luzern sowie die Eidgenössische Invalidenver-
sicherung, IV-Stelle Graubünden, Ottostrasse 24, 7000 Chur, seien ge-
richtlich anzuweisen, den Anteil Ehegattenrente direkt auf das Konto der 
Rekurrentin bei der E.-Bank, Konto-Nr. ..., zu überweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6% MWST) zu 
Lasten des Rekursgegners.“

Auch Y. unterbreitete dem Kantonsgerichtspräsidium mit Eingabe vom 6. 
Juni 2006 ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welches 
mit Verfügung vom 16. Juni 2006 (PZ 06 98) gutgeheissen wurde. 

G. Bezüglich des Rekurses von X. beantragte Y. mit Stellungnahme vom 
20. Juni 2006 dessen Abweisung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 
des Rekurrenten. In seiner Vernehmlassung vom 23. Juni 2006 beantragte X. die 
Abweisung des Rekurses von Y. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 
der Rekurrentin. Der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos verzichtete mit 
Schreiben vom 12. Juni 2006 unter Hinweis auf die Erwägungen in der angefochte-
nen Verfügung auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen. 

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1. Eheschutzverfügungen des Bezirksgerichtspräsidenten können 
gemäss Art. 8 Ziff. 11 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des Einführungsgesetzes 
zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB, BR 210.100) innert zwanzig Ta-
gen mit Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidenten angefochten werden. Auf die frist- 
und formgerecht eingereichten Rekurse vom 1. Juni 2006 und vom 6. Juni 2006 ist 
demnach einzutreten.

2. Gegenstand der beiden Rekurse bildet zunächst die Frage, wem die 
eheliche Liegenschaft in A. zuzuweisen ist. Der Bezirksgerichtspräsident Prätti-
gau/Davos führte diesbezüglich aus, dass die Ehefrau zusammen mit dem mündi-

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gen, sich jedoch noch in der Lehre befindlichen Sohn C. derzeit die Liegenschaft 
bewohne. Es erscheine daher gerechtfertigt, ihr die eheliche Liegenschaft - zumin-
dest solange, als sich C. noch bei der Mutter aufhalte - zur alleinigen Benützung 
zuzuteilen. Dagegen wendet X. ein, seiner Ehefrau sei bereits anlässlich der Eini-
gungsverhandlung vor dem Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden nahe ge-
legt worden, sich nach einer neuen Wohnung umzusehen. Gegenüber dem Bezirks-
gerichtspräsidenten Prättigau/Davos habe sie jedoch die Absicht geäussert, in der 
ehelichen Liegenschaft zu bleiben. Da die Hypotheken für die Liegenschaft zwi-
schenzeitlich gekündigt worden seien, beabsichtige er, die Liegenschaft zu über-
nehmen und diese teilweise zu vermieten. Der Sohn C. könne auch bei ihm in A. 
bleiben. 

a) Gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB hat der Eheschutzrichter auf Be-
gehren eines Ehegatten die Benützung der Wohnung und des Hausrates zu regeln. 
Entscheidendes Kriterium für die Zuweisung ist die Zweckmässigkeit. Insbesondere 
ist dem Interesse unmündiger Kinder Rechnung zu tragen und ist folglich die eheli-
che Wohnung demjenigen Ehegatten zu überlassen, welcher die Kinder in Obhut 
nimmt. Es kann aber beispielsweise auch gesundheitliche oder berufliche Gründe 
geben, die ein besonderes Interesse an der Beibehaltung der Wohnung ausweisen. 
Die dingliche oder schuldrechtliche Berechtigung an der Wohnung des einen Ehe-
gatten spielt eine untergeordnete Rolle. Somit ist nur im letzten Zweifel entschei-
dend, wer Mieter oder Eigentümer ist. Dem Ehegatten, der die Wohnung verlassen 
muss, wird eine Auszugsfrist angesetzt (vgl. zum Ganzen Schwander, Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 2. Auflage, Basel 2002, N. 7 zu Art. 176; Vetterli, Fam-
Komm Scheidung, Bern 2005, N 16 zu Art. 176).

b) Im vorliegenden Fall ist der noch in der ehelichen Liegenschaft wohn-
hafte Sohn C. bereits volljährig. Somit haben seine Interessen für die Zuteilung der 
ehelichen Wohnung für die Dauer der Trennung unberücksichtigt zu bleiben, zumal 
er selbst entscheiden kann, wo respektive bei welchem Elternteil er künftig wohnen 
möchte. Andere Gründe wie beispielsweise gesundheitlicher oder beruflicher Art, 
welche die Zuweisung der Liegenschaft an einen Ehegatten rechtfertigen würden, 
wurden von den Parteien nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Je-
doch ist zu berücksichtigen, dass sich Y. anlässlich der Einigungsverhandlung vor 
dem Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden vom 23. Februar 2006 bereit er-
klärte, eine Wohnung für sich zu finden und die eheliche Liegenschaft X. zu über-
lassen. Dies geht auch aus der Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 23. 
Februar 2006, schriftlich mitgeteilt am 8. März 2006, zweifelsfrei hervor. Jedoch 

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scheint sich Y. bis heute nicht an diese Vereinbarung halten zu wollen. Auch lässt 
es die finanzielle Situation der Parteien nicht zu, dass die Ehefrau und der Sohn C. 
allein das Haus bewohnen. Es erscheint daher gerechtfertigt, X. die Liegenschaft in 
A., welche ihm sein Vater am 6. Dezember 1994 abgetreten hat, zuzuteilen, da sie 
überdies in seinem Eigentum steht und er somit die Möglichkeit hat, durch die Wei-
tervermietung zumindest eines Teils des Hauses weitere Einnahmen zu realisieren. 
Sollte er sich gegen eine (Teil-)Vermietung des Hauses entscheiden, ist ihm den-
noch ein hypothetischer Vermögensertrag anzurechnen, da sich dieser Umstand 
nicht auf seine Leistungsfähigkeit auswirken darf. Wie bereits ausgeführt wurde, ist 
Y. eine angemessene Auszugsfrist anzusetzen. Da sie an keine Kündigungsfristen 
gebunden ist, erscheint es angemessen und zumutbar, bis Ende Dezember 2006 
die eheliche Liegenschaft in A. zu verlassen und eine neue Wohnung zu finden. 

3. Ebenfalls umstritten ist die Frage der von X. an seine Ehefrau zu leis-
tenden Unterhaltsbeiträge. X. macht geltend, Y. habe gegenüber der Vorinstanz of-
fensichtlich falsche Angaben bezüglich Vermögen und Einkommen gemacht, wes-
halb ihr gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung jegliche Unterhaltszahlungen 
zu verweigern seien. Y. wendet dagegen ein, sie habe die für die Berechnung des 
Lebensunterhalts erforderlichen Positionen klar beziffert und belegt. 

a) Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts begründet, so muss 
der Eheschutzrichter gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 die Geldbeträge festsetzen, die 
der eine Ehegatte dem anderen schuldet. Eine ausreichende Information über Ein-
kommen, Vermögen und Schulden bildet die notwendige Voraussetzung und ei-
gentliche Grundlage für die Bemessung des Familienunterhalts. Wenn ein Ehegatte 
einen entsprechenden Antrag stellt, hat sich der Eheschutzrichter an den anderen 
Ehegatten zu wenden, welcher ihm Auskünfte erteilen und Belege präsentieren 
muss, soweit das im Hinblick auf konkrete Ansprüche geboten ist (Art. 170 Abs. 2 
ZGB). Weigert er sich, so kann das in die Beweiswürdigung einfliessen und dazu 
führen, dass seine eigene Darstellung unglaubhaft wird (vgl. hierzu BGE 128 II 27 
E. 3a S. 28 f.; Vetterli, a.a.O., N. 4 zu Vorbem. zu Art. 175-179). Im Gegensatz zu 
dem von X. zitierten Entscheid hat Y. im vorliegenden Fall Auskunft über ihre finan-
ziellen Verhältnisse erteilt und auch entsprechende Unterlagen eingereicht, liegen 
doch entsprechende Lohnabrechnungen bei den Akten. Sie ist somit ihrer Aus-
kunftspflicht gemäss Art. 170 ZGB in ausreichender Form nachgekommen. Eine 
Verweigerung von Unterhaltszahlungen, wie sie X. fordert, fällt damit ausser Be-
tracht. 

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b) Bei der Ermittlung des Unterhaltsbeitrages im Eheschutzverfahren ist 
eine sogenannte Bedarfsberechnung vorzunehmen. Dabei wird das Einkommen 
der Parteien dem Grundbedarf gegenübergestellt und ein allfälliger Einkommens-
überschuss bedarfsgerecht auf die Parteien aufgeteilt (BGE 126 III 8 E. 3c S. 9 f.). 
Der Unterhaltspflichtige kann jedoch nur zu einem seiner Leistungsfähigkeit ent-
sprechenden, nicht aber zu einem kostendeckenden Betrag verpflichtet werden. 
Der Leistungsunfähige ist daher grundsätzlich nicht beitragspflichtig. Das Bundes-
gericht hat in jüngeren Entscheiden (z.B. BGE 127 III 68 E. 2c S. 70) klar festgehal-
ten, dass das Existenzminimum auch in Fällen knapper finanzieller Mittel zu schüt-
zen ist. Somit ist als Massstab für die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen in erster 
Linie das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Leistungspflichtigen nach 
Art. 93 SchKG heranzuziehen. Die Leistungsfähigkeit ergibt sich aus der Gegenü-
berstellung vom Bedarf des Leistungspflichtigen zu seinem erzielten Nettoeinkom-
men (vgl. Breitschmid, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. Auflage, Basel 
2002, N. 11 und 12 zu Art. 285). 

4. Wie aus den Akten hervorgeht, beläuft sich das monatliche Einkom-
men von X. auf Fr. 4'486.-- (Fr. 1'433.-- IV-Rente, Fr. 2'623.-- SUVA-Rente, Fr. 430.-
- Zusatzrente für Ehegatten). Dieser Betrag wird von den Parteien anerkannt. Bei 
der Bedarfsberechnung berücksichtigte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Da-
vos im Falle von X. den Grundbetrag von Fr. 1'100.--, Wohnkosten von Fr. 550.--, 
Steuern von Fr. 250.--, Krankenkassenbeiträge von Fr. 276.-- und Versicherungen 
von Fr. 629.--. Dies ergab ein Existenzminimum von Fr. 2'805.--. 

a) X. macht geltend, das von ihm gemietete Studio stelle nur eine Überg-
angslösung dar, weshalb seine Wohnkosten zu tief bemessen seien. Es seien ihm 
daher Wohnkosten von Fr. 800.-- anzurechen. Grundsätzlich wird auf den effektiven 
Mietzins einer Wohnung oder eines Zimmers abgestellt. Im vorliegenden Fall gilt es 
jedoch zu berücksichtigen, dass die von der Vorinstanz eingesetzten Fr. 550.-- für 
das Studio von X. deutlich unter den durchschnittlichen Mietkosten für eine Einzel-
person liegen. Auch handelt es sich beim gemieteten Objekt lediglich um ein Studio, 
was im Vergleich zu den Lebensumständen der Ehefrau (sie bewohnt zusammen 
mit dem mündigen Sohn ein ganzes Haus) als unverhältnismässig erscheint. Eine 
Veranschlagung von Fr. 800.-- für Wohnkosten trägt den persönlichen Bedürfnissen 
und den ländlichen Verhältnissen Rechnung. 

b) Bezüglich der Hypothekarzinsen führte die Vorinstanz aus, dass diese 
ab Juli 2005 bis September 2005 nur noch teilweise und ab 1. Oktober 2005 über-

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haupt nicht mehr bezahlt worden seien, weshalb sie auch nicht als Aufwand zuge-
rechnet werden könnten. Dieser Auffassung ist nicht zu folgen. Dem Eigentümer ist 
der Liegenschaftsaufwand grundsätzlich zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Dieser 
tritt anstelle der Auslagen, welche für eine Mietwohnung anfallen würden. Im vorlie-
genden Fall bewohnt zwar Y. die fragliche Liegenschaft, gegenüber der Bank trat 
jedoch stets X. als Schuldner auf. Dieser wird also die Hypothekarzinsen an die 
Bank zu bezahlen haben, unabhängig davon, ob er dies nun bei Fälligkeit tut oder 
er dies mangels Bezahlung bei Fälligkeit erst später tut. Daher sind bei ihm die ge-
schuldeten Hypothekarzinsen an den Grundbedarf anzurechnen. Bei der Festhypo-
thek von Fr. 485'000.-- fielen bei einem Zins von 2.875% Fr. 13'943.80, bei der 2. 
Hypothek von Fr. 17'000.-- bei einem Zins von 3% Fr. 510.-- und bei der 2. Hypothek 
von Fr. 53'000.-- bei einem Zins von 4% Fr. 2'120.-- an jährlichen Hypothekarzinsen 
an. Dies ergibt eine jährliche Belastung von Fr. 16'573.80, was einem monatlichen 
Hypothekarzins von rund Fr. 1'380.-- entspricht. Die Hypotheken wurden seitens der 
Bank auf den 31. März 2006 gekündigt. Aus den Akten geht lediglich hervor, dass 
ab diesem Zeitpunkt der gesamte Hypothekarbetrag (inklusive aufgelaufener Hypo-
thekarzinsen) von Fr. 564'856.35 fällig wurde. Wie die Rückzahlungsmodalitäten mit 
der Bank geregelt wurden oder ob - wie von X. angestrebt - eine neue Hypothek auf 
das Haus aufgenommen werden konnte, lässt sich den Akten nicht entnehmen. 
Mangels Beweismitteln wird daher ohne Berücksichtigung etwaiger Verzugszinsen 
weiterhin auf die bisherigen Hypothekarzinsen abgestellt, zumal davon ausgegan-
gen werden kann, dass auch nach der Kündigung des Darlehens weiterhin Zinsen 
geschuldet sind, solange die Rückzahlung nicht vollumfänglich erfolgt ist. Im Falle 
der Platzierung der Hypotheken bei einer anderen Bank wären selbstredend auch 
dort Hypothekarzinsen zu bezahlen. Neben den Mietkosten sind X. somit weiterhin 
Fr. 1'380.-- an Hypothekarzinsen anzurechnen. 

c) Y. macht geltend, die Vorinstanz habe in der Grundbedarfsberech-
nung des Ehemannes einen Betrag von Fr. 629.-- pro Monat für Versicherungen 
berücksichtigt. Derartige Ausgaben seien jedoch weder geltend gemacht noch 
durch Urkunden belegt worden. Das Existenzminimum von X. sei daher um diesen 
Betrag zu reduzieren. Gemäss Steuererklärung 2004 haben die Parteien drei Le-
bensversicherungen der Säule 3b abgeschlossen, wobei eine auf X. (Police Nr. 
856'339) und zwei auf Y. (Police Nr. 835'484 und 10'006'420) lauten. Die jährliche 
Prämie für die Versicherung von X. beträgt Fr. 1'258.--, was einer Monatsprämie 
von rund Fr. 105.-- entspricht. Die Einlage in die Säule 3a beträgt gemäss Steuerer-
klärung 2004 Fr. 5'789.--, was auf den Monat gerechnet rund Fr. 482.-- ergibt. X. 
hat somit für die Lebensversicherung und die Säule 3a monatliche Beiträge in der 

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Höhe von Fr. 587.-- zu leisten. Hinzu kommt die Hausratversicherung von monatlich 
Fr. 50.--. Dies ergibt ein Total für Versicherungen von Fr. 637.--, welches an den 
Grundbedarf von X. anzurechnen ist.

d) Bezüglich der Steuern ist darauf hinzuweisen, dass gemäss konstan-
ter Praxis des Kantonsgerichtspräsidiums und auch des Bundesgerichts bei engen 
finanziellen Verhältnissen die Steuerlast unberücksichtigt zu bleiben hat, macht es 
doch wenig Sinn, die Steuerlast zum Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen 
hinzuzurechnen und im gleichen Umfang seinen Unterhaltsbeitrag zu senken. Das 
Recht auf Existenzsicherung darf durch staatliche Abgabenforderungen nicht be-
einträchtigt werden (BGE 126 III 353 E. 1a/aa S. 356 mit weiteren Hinweisen). Da 
im vorliegenden Fall - wie die nachfolgenden Erwägungen noch zeigen werden - 
knappe finanzielle Verhältnisse vorliegen, ist die Steuerlast in der Bedarfsrechnung 
der Parteien nicht zu berücksichtigen.

e) Nach dem Gesagten ergibt sich somit für X. bis zum 31. Dezember 
2006 ein Grundbedarf von Fr. 4'193.-- (Grundbetrag für eine alleinstehende Person 
Fr. 1'100.--, Wohnkosten Fr. 800.--, Krankenkassenbeiträge Fr. 276.--, Versicherun-
gen Fr. 637.-- und Hypothekarschulden Fr. 1'380.--).

5. Im Falle von Y. ging der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos von 
einem Nettoeinkommen von Fr. 1'500.-- und von einem Existenzminimum von Fr. 
2'316.-- (Grundbetrag für eine alleinstehende Person Fr. 1'100.--, Wohnkosten (Ne-
benkosten) Fr. 350.--, Krankenkassenbeiträge Fr. 290.--, unumgängliche Berufs-
auslagen Fr. 200.--, Versicherungen Fr. 126.-- und Steuern Fr. 250.--) aus. 

a) Zum angerechneten Einkommen von Y. in der Höhe von Fr. 1'500.-- 
weist X. in seinem Rekurs darauf hin, dass dieser Betrag nicht realistisch sei. Die 
von Y. zugestandenen Fr. 1'500.-- wurden jedoch nachgewiesen; die entsprechen-
den Lohnabrechnungen befinden sich bei den Akten. Dieses tatsächlich erzielte Ein-
kommen erscheint unter Berücksichtigung der momentanen Situation der Ehefrau 
als angemessen. Jedoch wurde bereits in der Verfügung des Kantonsgerichtspräsi-
diums vom 23. Februar 2006 darauf hingewiesen, dass Y., da sie keine Erziehungs-
aufgaben mehr wahrzunehmen hat, die Ausdehnung ihrer bis anhin ausgeübten Er-
werbstätigkeit zu einem späteren Zeitpunkt zugemutet werden könne. Nach Ablauf 
einer angemessenen Übergangsfrist soll denn auch die Ehefrau nach Möglichkeit 
selber für die Bestreitung ihres Unterhaltsbedarfs zuständig sein. Nach dem Gesag-
ten ist im Falle von Y. bis zum Ende dieses Jahres noch das tatsächlich erzielte 

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Einkommen anzurechnen. Danach wird ihr aber - sollte sie ihre Erwerbstätigkeit 
trotz Möglichkeit dazu nicht ausgebaut haben - allenfalls ein höheres hypothetisches 
Einkommen angerechnet werden müssen, ist doch einer 40-jährigen gesunden und 
von jeglicher Kinderbetreuung befreiten Ehefrau zuzumuten, ihre Erwerbstätigkeit 
allenfalls bis auf 100% auszudehnen, sofern dies aufgrund der Arbeitsmarktlage 
möglich ist (BGE 128 III 65).

b) Bezüglich des angerechneten Versicherungsbeitrages von Fr. 126.-- 
ist anzumerken, dass die Lebensversicherung Police Nr. 10'006'420 seitens von Y. 
per 1. Mai 2005 gekündigt wurde, weshalb ihr diese Versicherungsprämien nicht 
mehr angerechnet werden können. Die Auslagen für die andere Lebensversiche-
rung (Police Nr. 835'484) betragen gemäss Steuererklärung 2004 jährlich Fr. 360.-
-, was einer monatlichen Prämie von Fr. 30.-- entspricht. Zusammen mit der Haus-
ratversicherung von monatlich Fr. 50.-- muss Y. somit Fr. 80.-- im Monat für Versi-
cherungen aufwenden. Dieser Betrag ist auch in ihrer Bedarfsrechnung zu berück-
sichtigen. Ohne Anrechnung der Steuern ist bei ihr somit bis zum 31. Dezember 
2006 von einem Grundbedarf von Fr. 2'020.-- auszugehen (Grundbetrag Fr. 1'100.--
, Nebenkosten Fr. 350.--, Krankenkassenbeiträge Fr. 290.--, unumgängliche Berufs-
auslagen Fr. 200.--, Versicherungen Fr. 80.--).

6. Für die Unterhaltsberechnung für den Zeitraum vom 1. Juli 2005 bis 
zum 31. Dezember 2006 ergibt sich unter Berücksichtigung der vorstehenden Aus-
führungen bei X. ein Existenzminimum von Fr. 4'193.-- und bei Y. ein solches von 
Fr. 2'020.--. Für beide Ehegatten zusammen ergibt sich daraus ein Existenzmini-
mum von Fr. 6'213.--. Das Einkommen belief sich bei X. auf Fr. 4'486.-- und bei Y. 
auf Fr. 1'500.--, was ein Gesamteinkommen von Fr. 5'986.-- ergibt. Die Gegenüber-
stellung von Existenzminimum (Fr. 6'213.--) und Gesamteinkommen (Fr. 5'986.--) 
ergibt damit einen Fehlbetrag von Fr. 227.--, der zu Lasten des Unterhaltsberech-
tigten, im vorliegenden Fall somit zu Lasten von Y. geht, da bei knappen finanziellen 
Mitteln - wie bereits ausgeführt wurde - zumindest das betreibungsrechtliche Exis-
tenzminimum des Rentenschuldners zu schützen ist. Aus dieser Berechnung ergibt 
sich zu Lasten von X. eine Unterhaltsverpflichtung für seine Ehefrau bis zum 31. 
Dezember 2006 von rund Fr. 300.--. Somit ist die Ziffer 3 des Dispositivs der Verfü-
gung des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos vom 12. Mai 2006 aufzuhe-
ben und entsprechend abzuändern. Da bei dieser Berechnungsmethode im Gegen-
satz zu derjenigen des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos die Hypotheka-
rzinsen bereits berücksichtigt wurden, können schon fällig gewordene und von X. 
bezahlte Hypothekarzinsen nicht mit den vorstehend festgelegten Unterhaltsbeiträ-

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gen verrechnet werden. Die Ziffer 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung 
ist entsprechend abzuändern. 

7. Ab 1. Januar 2007 werden sich die finanziellen Verhältnisse grundle-
gend verändern. Zunächst gilt es zu berücksichtigen, dass Y. in eine andere Woh-
nung ziehen wird und sich ihre Wohnkosten entsprechend verändern werden. Was 
sodann mit der ehelichen Liegenschaft in A. passieren wird, kann im jetzigen Zeit-
punkt noch nicht abgeschätzt werden. Es wird sich zeigen, ob X. das Haus weiter-
vermieten und dadurch zusätzliche Einnahmen realisieren kann oder ob er es wei-
terverkaufen muss. Unklar ist zudem, wo der Sohn C. im nächsten Jahr wohnen 
wird. Sollte er weiterhin bei einem der Ehegatten wohnen, so wäre in jedem Fall zu 
prüfen, ob ein Wohnkostenbeitrag zumutbar wäre und wie hoch dieser allenfalls 
wäre. Auch bleibt abzuwarten, ob Y. ihre Erwerbstätigkeit ausdehnen und ein höhe-
res Erwerbseinkommen erzielen kann oder ob ihr allenfalls ein hypothetisches Ein-
kommen anzurechnen wäre. Da im jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar ist, welche 
finanziellen Veränderungen im nächsten Jahr eintreten werden, können diese Um-
stände zur Zeit nicht in die Unterhaltsberechnung einbezogen werden. Es müssten 
zu viele hypothetische Überlegungen angestellt werden, was einer sachgerechten 
Entscheidfindung zuwiderlaufen würde. Es bleibt den Parteien aber unbenommen, 
beim Bezirksgerichtspräsidenten ein entsprechendes Gesuch um Abänderung der 
angeordneten Massnahmen zu stellen, sobald die dafür notwendigen Informationen 
und Belege vorliegen. 

8. Y. beantragt in ihrem Rekurs, die SUVA sowie die Eidgenössische In-
validenversicherung seien gerichtlich anzuweisen, den Anteil Ehegattenrente direkt 
auf das Konto der Rekurrentin zu überweisen. Zur Begründung führt sie aus, ihr 
Ehemann habe der Familie bis anhin jegliche finanzielle Unterstützung verweigert. 
Er sei offensichtlich nicht zahlungswillig. Es müsse davon ausgegangen werden, 
dass ein allenfalls verfügter Betrag ebenfalls nicht beziehungsweise nicht rechtzeitig 
bezahlt werde. Gestützt auf Art. 177 ZGB sei es gerechtfertigt, die Rentenversiche-
rungen anzuweisen, den Anteil Ehegattenrente direkt auf ihr Konto zu überweisen. 

a) Erfüllt ein Ehegatte seine Unterhaltspflicht gegenüber der Familie 
nicht, so kann der Richter gemäss Art. 177 ZGB dessen Schuldner anweisen, seine 
Zahlungen ganz oder teilweise dem anderen Ehegatten zu leisten. Nichterfüllung 
der Unterhaltspflicht bedeutet, dass ein Ehegatte den von ihm geschuldeten Betrag 
an den Familienunterhalt nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erbringt und damit 
die Ansprüche des berechtigten Ehegatten und/oder der unmündigen Kinder ernst-

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lich gefährdet. Die Anweisung muss den Verhältnissen der Ehegatten angemessen 
sein. Entsprechend sind ihre Interessen gegeneinander abzuwägen. Ein Verschul-
den des verpflichteten Ehegatten ist nicht erforderlich. Die Pflichtvergessenheit 
muss jedoch eine gewisse Schwere aufweisen. Die Anweisung muss sich sodann 
an einen namentlich bestimmten Schuldner richten, wobei die Höhe des Anwei-
sungsbetrages genau festzulegen ist. Desgleichen sind dem Schuldner die Dauer 
der Anweisung und die genauen Zahlungsmodalitäten mitzuteilen. Steht die Höhe 
der Unterhaltspflicht noch nicht fest, ist der entsprechende Geldbetrag vorerst vom 
Eheschutzrichter festzusetzen, bevor die Anweisung verfügt werden kann (vgl. zum 
Ganzen Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetz-
buch, Teilband II 1c, 1997, N. 1 ff. zu Art. 177 ZGB; Schwander, Basler Kommentar, 
a.a.O.,, N. 9 ff. zu Art. 177 ZGB).

b) X. wurde von der Vorinstanz zu monatlichen Zahlungen in der Höhe 
von Fr. 1'250.-- ab 1. Juli 2005 verpflichtet, allerdings mit einer in Ziffer 4 der ange-
fochtenen Verfügung vorgesehenen Verrechnungsmöglichkeit. Diese Verfügung ist 
- das sie von beiden Parteien mittels Rekurs angefochten wurde - nicht in Rechts-
kraft erwachsen. Wie die vorliegende Überprüfung der Unterhaltsberechnung erge-
ben hat, war X. zudem mit dem von ihm deklarierten Einkommen nicht in der Lage, 
Unterhaltsbeiträge in der verfügten Höhe zu leisten, ohne dass in sein Existenzmi-
nimum eingegriffen worden wäre. Sein Existenzminimum ist jedoch - wie bereits 
ausgeführt wurde - nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stets zu schützen. Im 
vorliegenden Verfahren wurde der Grundbedarf der Parteien neu berechnet und die 
Unterhaltsbeträge entsprechend angepasst. X. dürfte es nun finanziell möglich sein, 
seiner Unterhaltsverpflichtung vollumfänglich nachzukommen. Daher ist im jetzigen 
Zeitpunkt auf eine Anweisung an die Schuldner zu verzichten. 

9. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO sind die Kosten des Gerichtsverfahrens 
in der Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Hat keine der Parteien 
vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden; sie werden 
dann den Parteien nach dem Masse ihres Unterliegens überbunden (Oscar Vogel, 
Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1995, S. 277). Darüber hinaus 
hat die unterliegende Partei der obsiegenden alle ihr durch den Rechtsstreit verur-
sachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu 
Gunsten einer Partei aus, können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen 
Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Wie bereits 
der Gesetzeswortlaut erkennen lässt, handelt es sich bei Art. 122 ZPO nicht um 
eine starre Vorschrift; sie lässt vielmehr Ausnahmen zu. Grundsätzlich ist es dabei 

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dem richterlichen Ermessen anheim gestellt, ob und in welchem Umfang vom übli-
cherweise Geltenden abgewichen wird. Doch darf dies nicht willkürlich geschehen. 
Der Entscheid muss sich vielmehr sachlich vertreten lassen (PKG 1988 Nr. 14 S. 
72). 

a) Der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos auferlegte die Verfah-
renskosten von Fr. 700.-- den Parteien je zur Hälfte. Y. verlangte in jenem Verfahren 
die Zuteilung der ehelichen Liegenschaft sowie monatliche Unterhaltsbeiträge in 
Höhe von Fr. 3'274.-- und die direkte Überweisung des ihr zustehenden Anteils an 
der Kinder- und Ehegattenrente auf ihr Konto. X. stellte ebenfalls den Antrag auf 
Zuteilung der ehelichen Liegenschaft sowie auf Abweisung des Antrags auf Unter-
haltszahlungen. Ausgehend vom Ergebnis des Rekursverfahrens hat X. demnach 
in der Frage der Zuteilung der Liegenschaft überwiegend und bezüglich der Fest-
setzung des Unterhalts teilweise obsiegt, während Y. mit keinem ihrer Anträge 
vollständig obsiegt hat. Daher erscheint es gerechtfertigt, die Kosten des Verfahrens 
vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos von Fr. 700.-- zu 1/3, somit Fr. 
233.--, X. und zu 2/3, somit Fr. 467.--, Y. aufzuerlegen. Gestützt darauf sind auch 
die ausseramtlichen Kosten zu verteilen, weshalb Y. ihrem Ehemann für das erstin-
stanzliche Verfahren zudem eine reduzierte Parteientschädigung zu entrichten hat. 
Unter Berücksichtigung des notwendigen prozessualen Aufwands und des vom An-
waltsverband empfohlenen Stundenansatzes erscheint eine reduzierte ausseramt-
liche Entschädigung in Höhe von Fr. 1'250.-- einschliesslich Mehrwertsteuer der Sa-
che angemessen. Die Ziffern 6 und 7 der angefochtenen Verfügung sind somit auf-
zuheben und entsprechend anzupassen. 

b) Im Rekursverfahren stellte Y. wiederum den Antrag auf eine Erhöhung 
der Unterhaltsbeiträge sowie auf eine direkte Überweisung der ihr zustehenden 
Ehegattenrente. Gleichzeitig beantragte sie die Abweisung des Rekurses von X.. 
Somit ist sie mit ihrem Rekurs unterlegen. X. beantragte neben der Zuteilung der 
Liegenschaft in A., es sei von einer Unterhaltspflicht gegenüber seiner Ehefrau ab-
zusehen. Auch er beantragte die Abweisung des Rekurses der Gegenpartei. Die 
Unterhaltspflicht von X. gegenüber seiner Ehefrau wurde im Grundsatz bestätigt, 
jedoch wurden die Unterhaltsbeiträge erheblich reduziert. Zudem wurde Y. eine län-
gere Auszugsfrist als von ihm beantragt gewährt. Er ist somit mit seinem Rekurs 
nicht vollumfänglich durchgedrungen. Es rechtfertigt sich daher, auch die Kosten 
des Rekursverfahrens von Fr. 900.-- zuzüglich Schreibgebühren von Fr. 255.--, total 
somit Fr. 1'155.--, zu 1/3, somit Fr. 385.--, X. und zu 2/3, somit Fr. 770.--, Y. aufzu-
erlegen. Y. hat ihrem Ehemann zudem für das zweitinstanzliche Verfahren eine re-

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duzierte Parteientschädigung zu entrichten. Unter Berücksichtigung des notwendi-
gen prozessualen Aufwands und des vom Anwaltsverband empfohlenen Stunden-
ansatzes erscheint eine reduzierte ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 
400.-- einschliesslich Mehrwertsteuer angemessen.

c) Y. wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 16. Juni 
2006 (PZ 06 98) die Bewilligung zur unentgeltlichen Prozessführung erteilt. Die ihr 
anfallenden amtlichen Kosten des Rekursverfahrens und die in diesem Verfahrens-
abschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsvertretung sind demnach- unter Vorbe-
halt der Rückforderung - von der Gemeinde A. zu erheben (Art. 47 Abs. 1 und 2 
ZPO, Art. 45 Abs. 2 ZPO). Auch X. ersuchte das Kantonsgerichtspräsidium mit Ge-
such vom 29. Juni 2006 um unentgeltliche Rechtspflege, welche ihm mit Verfügung 
vom 21. Juli 2006 (PZ 06 112) bewilligt wurde. Sein Anteil an den Verfahrenskosten 
sowie die Kosten für den Rechtsbeistand sind somit ebenfalls der Gemeinde A. in 
Rechnung zu stellen. Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe bleibt im Sinne 
von Art. 45 Abs. 2 ZPO vorbehalten. Über die Höhe der Entschädigung des Rechts-
beistands wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden. Die Rechtsver-
treter beider Parteien werden aufgefordert, innert 10 Tagen seit Mitteilung dieser 
Verfügung eine tarifgemässe Honorarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser 
Frist wird der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Der Rekurs von Y. (PZ 06 97) wird abgewiesen.

2. Der Rekurs von X. wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 3, 4, 6 und 7 
des Dispositivs der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Da-
vos vom 12. Mai 2006, mitgeteilt am 12. Mai 2006, werden aufgehoben. 

3. Die Ziffer 2 des Dispositivs der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten 
Prättigau/Davos vom 12. Mai 2006 wird wie folgt ergänzt: 

Ab dem 1. Januar 2007 wird die Liegenschaft, D.-Strasse, in A. X. zur allei-
nigen Benützung zugeteilt. Ab diesem Zeitpunkt hat X. auch für die Neben-
kosten der Liegenschaft aufzukommen.

4. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. rückwirkend ab dem 1. Juli 2005 
bis 31. Dezember 2006 einen monatlich im Voraus zahlbaren Beitrag von Fr. 
300.-- zu leisten. 

5. Allfällige ab dem 1. Juli 2005 bereits geleistete Nebenkosten und Unterhalts-
zahlungen können mit dem in der vorstehenden Ziffer 4 festgesetzten Unter-
haltsbeitrag verrechnet werden.

6. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Prätti-
gau/Davos von Fr. 700.-- gehen zu 1/3, somit Fr. 233.--, zu Lasten von X. 
und zu 2/3, somit Fr. 467.--, zu Lasten von Y.. Y. hat X. zudem für das Ver-
fahren vor dem Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos ausseramtlich 
reduziert mit Fr. 1'250.-- einschliesslich Mehrwertsteuer zu entschädigen.

7. Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 900.-- zuzüglich Schreibgebühren 
von Fr. 255.--, total somit Fr. 1'155.-- gehen zu 1/3, somit Fr. 385.--, zu Lasten 
von X. und zu 2/3, somit Fr. 770.--, zu Lasten von Y.. Y. hat X. zudem für das 
Rekursverfahren ausseramtlich reduziert mit Fr. 400.-- einschliesslich Mehr-
wertsteuer zu entschädigen.

8. a) Die Kosten der Rechtsvertretung von X. sowie derjenigen von Y. werden der 
Gemeinde A. in Rechnung gestellt. 

    b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch die Gemeinde A. bleibt 
im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO vorbehalten.

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    c) Die Rechtsvertreter beider Parteien werden aufgefordert, innert 10 Tagen 
seit Mitteilung dieser Verfügung eine detaillierte und tarifgemässe Honorar-
note einzureichen. 

9. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: