# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49f82e07-7ce8-5f7a-9751-3743b169db64
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2025 E-8472/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8472-2025_2025-12-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8472/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Regina Derrer (Vorsitz), 

Richter Thomas Segessenmann,  

Richter Kaspar Gerber ,    

Gerichtsschreiberin Flavia Mark. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Somalia,   

vertreten durch Dr. iur. Barbara Schaub, Rechtsanwältin, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8472/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein somalischer Staatsangehöriger mit letz-

tem Wohnsitz in B._______ in der Region Puntland – verliess seinen Hei-

matstaat eigenen Angaben zufolge (…) 2024 und suchte am 26. Juli 2025 

in der Schweiz um Asyl nach. Als Geburtsdatum gab er den (…) an.  

A.b Am 15. August 2025 fand die Erstbefragung für unbegleitete minder-

jährige Asylsuchende (EB UMA) statt und am 17. Oktober 2025 wurde der 

Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asylgründen angehört. Dabei machte 

er im Wesentlichen geltend, er sei somalischer Staatsangehöriger, Mitglied 

des Clans C._______ und in D._______ geboren. Im Alter von ungefähr 

(…) Jahren sei er wegen der Konflikte in seiner Herkunftsregion mit seiner 

Familie nach B._______ gezogen, wo er bei seinem Onkel väterlicherseits 

(nachfolgend: Onkel) aufgewachsen sei. Seine Kernfamilie sei kurz nach 

dem Umzug in die «(…)» – ein ländliches Gebiet in B._______ – gezogen, 

wo sie seither als Hirten tätig seien. Sein Vater sei im Jahr (…) verstorben. 

Er (Beschwerdeführer) selbst sei bei seinem Onkel in B._______ geblie-

ben, weil er die Schule habe besuchen und eine Bildung erhalten wollen. 

Er habe die Schule dann jedoch während der (…) Klasse abgebrochen. 

Einer Erwerbstätigkeit sei er nicht nachgegangen. Im Übrigen habe der 

Onkel ihn zunehmend schlecht behandelt. Er habe ihn geschlagen und ihm 

gedroht, ihn für die Regierungsstreitkräfte rekrutieren zu lassen. Aufgrund 

dieser Probleme habe er (Beschwerdeführer) auch einige Nächte auf der 

Strasse übernachten müssen. Ferner sei er durch die Mitmenschen im 

Quartier aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem Minderheitenclan unter-

drückt worden. So hätten ihn diese spüren lassen, dass er nicht zu ihnen 

gehöre, hätten ihn beleidigt und provoziert. Zudem habe es in seiner Re-

gion Probleme mit der «Daash» gegeben, vor welcher die Menschen Angst 

gehabt hätten. Wegen dieser Umstände und weil er nie mit der Familie in 

(…) habe leben wollen, habe es für ihn nur noch die Ausreise aus 

Somalia als Option gegeben.  

A.c Am 26. August 2025 veranlasste das SEM eine Altersabklärung durch 

(…), welches zum Schluss kam, dass sich beim Beschwerdeführer in Zu-

sammenschau aller Untersuchungsbefunde ein durchschnittliches Lebens-

alter von 18.5 bis 22.9 Jahren und ein Mindestalter von 17.6 Jahren er-

gebe. Mit Schreiben vom 15. September 2025 teilte das SEM dem Be-

schwerdeführer mit, dass es gestützt auf seine vagen und widersprüchli-

chen Angaben zu seinem Alter, das von ihm in Italien ([…]) und an der 

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Seite 3 

Schweizer Grenze ([…]) angegebene Geburtsdatum, die Ergebnisse des 

Altersgutachtens sowie angesichts der Tatsache, dass er keinerlei Identi-

tätsdokumente zu den Akten gereicht habe, beabsichtige, sein Geburtsda-

tum im Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) auf den (…) anzupassen. 

Hierzu gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör. 

Dieser äusserte sich mit Stellungnahme vom 17. September 2025 dazu.   

A.d Das SEM gewährte der Rechtsvertretung am 24. Oktober 2025 das 

rechtliche Gehör zum Entscheidentwurf. Diese reichte am 27. Oktober 

2025 ihre Stellungnahme ein und erklärte, der Beschwerdeführer sei mit 

diesem nicht einverstanden.  

B.  

Mit Verfügung vom 28. Oktober 2025 – gleichentags eröffnet – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Wegweisungsvollzug an. Zudem verfügte es, dass sein Geburtsdatum im 

ZEMIS auf den (…) geändert werde und ein Bestreitungsvermerk ange-

bracht werde.  

C.  

Mit Eingabe vom 4. November 2025 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung und bean-

tragte deren Aufhebung bezüglich des Wegweisungsvollzugs (Ziffern 4–5) 

und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme; eventualiter sei die Sache 

zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung, insbesondere um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses, ersucht.  

D.  

Am 5. November 2025 bestätigte das Gericht den Eingang der Be-

schwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 

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Seite 4 

Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 

im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines 

Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdefüh-

rende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 

1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det.  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG; 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen den Vollzug der Weg-

weisung. Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des 

Asylgesuchs, die Wegweisung aus der Schweiz sowie die Änderung der 

Personendaten im ZEMIS blieben unangefochten, womit diese Dispositiv-

ziffern in Rechtskraft erwachsen sind und nicht Gegenstand des vorliegen-

den Verfahrens bilden.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.   

4.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe die mangel-

hafte Erstellung des Sachverhalts. Zum rechtserheblichen Sachverhalt 

würden namentlich seine voraussichtliche soziale und wirtschaftliche Situ-

ation für den Fall einer Rückkehr nach Somalia gehören. Dies betreffe ins-

besondere die Lebensumstände seiner Familie, aber auch die allgemeine 

Situation von intern Vertriebenen in Puntland. Diese Sachverhaltselemente 

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Seite 5 

seien vorliegend nicht ausreichend erstellt. Die Vorinstanz könne sich nicht 

einfach damit begnügen, festzustellen, dass seine Mutter seit mehr als 

(…) Jahren am aktuellen Aufenthaltsort lebe und ihre Situation deshalb 

stabil sei. Abgesehen davon müsste auch die Frage der Unterstützungs-

möglichkeiten durch seinen – in Bezug auf Puntland ortsfremden – Clan 

genauer abgeklärt werden. Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da sie 

allenfalls geeignet ist, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu be-

wirken.  

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter dieser Norm aufgeliste-

ten Beweismittel. Als Verfahrensmaxime besagt der Untersuchungsgrund-

satz, dass die Verwaltungsbehörden für die Beschaffung des die Urteils-

grundlage bildenden Tatsachenmaterials zuständig sind. Er auferlegt der 

Behörde die Pflicht, von Amtes wegen den rechtserheblichen Sachverhalt 

vollständig und richtig zu ermitteln, und beinhaltet gewissermassen eine 

Art «behördliche Beweisführungspflicht» (jüngst Urteil des BVGer  

E-7596/2025 vom 13. Oktober 2025 E. 4.2; vgl. KRAUSKOPF/WYSSLING, in: 

Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, 

Art. 12 N. 16).  

4.3 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass die 

Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt hat. 

Entgegen der beschwerdeweise geäusserten Ansicht hat sie sowohl das 

soziale Beziehungsnetz des Beschwerdeführers als auch die Lebensum-

stände seiner Angehörigen genügend abgeklärt, wobei sie in der angefoch-

tenen Verfügung auch alle rechtsrelevanten Sachumstände berücksichtigt 

hat. Weitere Abklärungen waren nicht angezeigt. Im Umstand, dass der 

Beschwerdeführer die Würdigung des Sachverhalts durch das SEM nicht 

teilt, ist sodann keine ungenügende oder unvollständige Feststellung des 

Sachverhalts zu erblicken, sondern es handelt sich dabei um eine materi-

elle Frage, welche nachfolgend zu beantworten sein wird. Die formelle 

Rüge erweist sich demnach als unbegründet, weshalb keine Veranlassung 

besteht, die angefochtene Verfügung aus diesem Grund aufzuheben und 

die Sache an das SEM zurückzuweisen.  

5.  

5.1 Das SEM hält in seinem Entscheid in Bezug auf den Wegweisungsvoll-

zug im Wesentlichen fest, der Vollzug der Wegweisung nach Puntland sei 

weder aufgrund der aktuellen Sicherheitslage noch wegen der humanitä-

ren Situation derzeit als generell unzumutbar einzustufen. Beim Vorliegen 

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begünstigender Umstände sei der Wegweisungsvollzug daher vorliegend 

als zumutbar zu qualifizieren. Beim Beschwerdeführer handle es sich um 

einen jungen, gesunden Mann im arbeitsfähigen Alter, der als ledige und 

kinderlose Person lediglich für sich selbst aufkommen müsse. Er habe 

während mehrerer Jahre die Schule besucht und verfüge somit über eine 

Grundausbildung. Auch wenn er bislang keine Arbeitserfahrung vorweisen 

könne, sei davon auszugehen, dass er aufgrund seines Alters, seines Ge-

sundheitszustands und seiner schulischen Grundkenntnisse in der Lage 

sein werde, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und für seinen eigenen 

Unterhalt zu sorgen. Ferner lebe seine gesamte Kernfamilie ([…]) in 

E._______, einem ländlichen Gebiet in der Umgebung von B._______ 

(Puntland), womit er über wichtige Bezugspersonen verfüge, mit denen er 

nach wie vor regelmässig in Kontakt stehe. Es bestünden keine Anhalts-

punkte dafür, dass es ihm nicht möglich sein sollte, zumindest vorüberge-

hend bei seiner Familie zu leben, welche gemäss den Akten über eine ge-

sicherte Wohnsituation verfüge. Er selbst habe als Grund lediglich ange-

geben, dass er «etwas lernen wolle» und der Umzug in (…) für ihn «keinen 

Nutzen gebracht hätte». Diese Begründung widerspiegle eine persönliche 

Präferenz und bringe nicht objektive Hindernisse zum Ausdruck, die einem 

Zusammenleben mit seiner Familie entgegenstünden. Zudem habe er 

noch weitere Verwandte im Heimatland, welche seine Familie auf dem 

Land regelmässig unterstützen würden. Zwar habe er angegeben, dass die 

finanzielle Situation seiner Familie schlecht sei, dennoch habe aber seine 

Mutter innerhalb kurzer Zeit einen Betrag von [mehreren tausend US-Dol-

lar] für seine (Weiter-)Reise nach Europa aufbringen können. Angesichts 

dieses bestehenden Unterstützungsnetzes sei davon auszugehen, dass er 

im Bedarfsfall Hilfe erhalten und seinen Lebensunterhalt sichern können 

werde. Schliesslich gehöre der Beschwerdeführer zwar nicht dem in Punt-

land etablierten Clan der Majerteen an, er verfüge jedoch nach dem zuvor 

Gesagten über andere begünstigende Faktoren, die für die Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs sprächen. In Anbetracht der Gesamtumstände 

sei deshalb den Vollzug der Wegweisung im vorliegenden Fall als zumut-

bar zu erachten. Zudem stehe es dem Beschwerdeführer frei, einen Antrag 

auf Rückkehrhilfe zu stellen, um seine Reintegration zu erleichtern.  

5.2 Dem wird in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen entgegnet, dass 

in der vorliegenden Fallkonstellation lägen verschiedene konkrete Risiko-

faktoren vor, die von der Vorinstanz nicht ausreichend gewürdigt worden 

seien. So fehle es zunächst an der engen Verbindung des Beschwerdefüh-

rers zur Region Puntland. Die Familienmitglieder seien keine ursprünglich 

in Puntland ansässigen Personen, sondern staatsintern Vertriebene, die 

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einem Clan angehören würden, der in Puntland in der Minderheit sei. Er 

(Beschwerdeführer) habe in seiner Anhörung entsprechend davon berich-

tet, wie schwierig die Situation für ihn in B._______ gewesen sei, da ihm 

seine Mitmenschen im Quartier klar zu spüren gegeben hätten, dass er 

nicht dazugehöre. Diese Vorbringen würden sich mit bekannten Informati-

onen zur prekären Situation ortsfremder Clanangehöriger in Puntland de-

cken. Abgesehen davon könne er aufgrund der gravierenden Probleme mit 

seinem Onkel ohnehin nicht nach B._______ zurückkehren, sondern 

höchstens zu seiner Mutter und den Geschwistern aufs Land in der Nähe 

von B._______, also in eine Gegend, in der er noch kein einziges Mal ge-

wesen sei. Sodann sei sein Onkel in B._______ ein einflussreicher Mann, 

der zeitweise für die Regierung gearbeitet habe. Es sei daher davon aus-

zugehen, dass sich dieser Onkel der wirtschaftlichen (Wieder-)Eingliede-

rung des Beschwerdeführers in der Region aufgrund des bestehenden 

Konflikts in den Weg stellen würde, was gegen die Annahme von begüns-

tigenden Faktoren spreche. Weiter sei nicht davon auszugehen, dass er 

(Beschwerdeführer) bei einer Rückkehr über eine Existenzgrundlage ver-

füge. Seine Mutter lebe mit (…) Töchtern als «internally displaced person» 

in einer einfachen Lehmhüttensiedlung auf dem Land und habe lediglich 

(…) Tiere. Nur weil es ihr mit Mühe und Not gelungen sei, ihr Leben seit 

mehr als (…) Jahren in dieser ländlichen Region zu meistern, könne ent-

gegen der Ansicht der Vorinstanz nicht davon ausgegangen werden, dass 

ihn (Beschwerdeführer) dort eine soziale und wirtschaftliche Stabilität er-

warte. Dass es ihm gelingen könnte, seine Existenz selbst zu sichern, er-

scheine ebenfalls nicht wahrscheinlich. So sei er nie in der Landwirtschaft 

tätig gewesen und aufgrund seines Alters fehle ihm überhaupt jegliche Be-

rufserfahrung. Da er nicht in die Stadt zu seinem Onkel zurückkehren 

könne, dürfte ihm ferner die schulische Ausbildung nur wenig nützen, da 

auf dem Land in Somalia abgesehen von der Landwirtschaft kaum andere 

Erwerbsmöglichkeiten bestünden, insbesondere nicht für intern Vertrie-

bene. Schliesslich greife es zu kurz, wenn die Vorinstanz davon ausgehe, 

dass er über ein tragfähiges Netz verfüge, nur weil er das Geld für seine 

Flucht in der Höhe von [mehreren tausend US-Dollar] habe aufbringen kön-

nen. Dass der Clan seiner Mutter in einer absoluten Notlage habe aushel-

fen können, könne nicht dazu führen, dass angenommen werde, der Clan 

werde ihn (Beschwerdeführer) auch weiterhin unterstützen können. Auch 

die teilweise Unterstützung der Mutter durch Verwandte könne nicht ohne 

Weiteres dazu führen, dass von einer wirkungsvollen Unterstützung durch 

den Familienclan ausgegangen werde.   

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Seite 8 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.) 

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

6.2.1 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) rechtmässig.  

6.2.2 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihm vorliegend nicht gelungen.  

6.2.3 Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt 

den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

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Seite 9 

erscheinen. Diesbezüglich kann darauf verwiesen werden, dass das Bun-

desverwaltungsgericht selbst für Mogadischu nicht von einer Situation all-

gemeiner Gewalt ausgeht (vgl. BVGE 2013/27) und die Lage in der Region 

Puntland sich vergleichsweise besser präsentiert als in der Hauptstadt 

(vgl. Referenzurteil des BVGer E-6310/2017 vom 15. Januar 2020 E. 9.2). 

Gemäss Erkenntnissen des Gerichts hat Puntland im Vergleich zu anderen 

Teilen Somalias ein grosses Mass an Sicherheit, Stabilität und Entwicklung 

erreicht (vgl. auch zuletzt Urteil des BVGer E-335/2025 vom 27. Februar 

2025 E. 9.2.3).  

An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle Lage in B._______ 

nichts zu ändern. Zwar wird B._______ als das (…) bezeichnet ([…]). Ge-

mäss dem Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) wurden 

im Zeitraum vom 1. April 2023 bis zum 21. März 2025 sodann (…) Sicher-

heitsvorfälle, einschliesslich Gefechte, Explosionen oder andere Formen 

von indirekter Gewalt und Gewalt gegen Zivilisten, in der Stadt verzeichnet. 

So seien namentlich (…). Nichtsdestotrotz kann nicht von einer Situation 

allgemeiner Gewalt ausgegangen werden, zumal (…).   

6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

6.3.1 Im grössten Teil Somalias (Landesteile Süd- und Zentralsomalia) 

herrschen seit längerer Zeit Verhältnisse, die dazu führen, den Wegwei-

sungsvollzug generell – das heisst ungeachtet aller individuellen Um-

stände – als unzumutbar zu qualifizieren (vgl. BVGE 2013/27 E. 8.3 

m.w.H.). Der Vollzug von Wegweisungen nach Puntland kann sich bei Vor-

liegen begünstigender Umstände (enge Verbindungen zur Region, Mög-

lichkeit der Existenzsicherung oder wirkungsvolle Unterstützung durch den 

Familienclan) jedoch als zumutbar erweisen (vgl. Referenzurteil  

E-6310/2017 vom 15. Januar 2020 E. 10 f., insbes. E. 11.2.4). Dies gilt auch 

für die Stadt B._______, wo sich der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise 

aufgehalten hat (vgl. Ausführungen unter E. 6.2.3).   

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6.3.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, gesunden 

Mann im erwerbsfähigen Alter. Entgegen der in der Beschwerde geäusser-

ten Ansicht verfügt er auch nach Auffassung des Gerichts über eine hinrei-

chend enge Verbindung zur Region Puntland, nachdem er bereits im Alter 

von (…) Jahren zu seinem Onkel nach B._______ gezogen ist, dort bis zu 

seiner Ausreise gelebt hat und eine grundlegende Schulbildung erwerben 

konnte. Zwar wird er in Puntland – der allgemeinen Lage entspre-

chend – keine einfachen Bedingungen vorfinden; dennoch ist aufgrund sei-

nes noch jungen Alters, seiner guten Gesundheit sowie seiner Schulbil-

dung und den ihm zumutbaren Bemühungen – trotz seiner mangelnden 

Berufserfahrung – davon auszugehen, dass ihm die soziale und wirtschaft-

liche (Re-)Integration gelingen wird. Den Akten lassen sich denn auch keine 

hinreichenden Anhaltspunkte dafür entnehmen, dass sein Onkel ihm bei 

der wirtschaftlichen (Wieder-)Eingliederung in der Region im Weg stünde, 

zumal dieser ihn trotz der geltend gemachten Konflikte während Jahren bei 

sich hat wohnen lassen und seine Schulbildung finanziert hat. Sollte er 

nicht zu seinem Onkel zurückkehren können, befindet sich schliesslich 

seine Kernfamilie (Mutter und Geschwister), mit welcher er gemäss eige-

nen Angaben in regelmässigem Kontakt steht, ebenfalls in Puntland und 

wird ihn nach seiner Rückkehr unterstützen können. Zwar weist der Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift darauf hin, dass es der Fami-

lie nur mit Mühe und Not gelungen sei, ihr Leben in der ländlichen Region 

seit mehr als zehn Jahren zu meistern. Dem ist jedoch mit der Vorinstanz 

entgegenzuhalten, dass seine Mutter mit Hilfe von Verwandten und des 

Clans in der Lage war, innerhalb von kurzer Zeit einen Betrag von [mehre-

ren tausend US-Dollar] aufzubringen. Auch wenn es sich dabei, wie vom 

Beschwerdeführer geltend gemacht, um Hilfe in einer absoluten Notlage 

handelte, spricht dies für ein bestehendes soziales Beziehungsnetz, das 

sein Abrutschen in eine existenzielle Notlage bei seiner Rückkehr nach 

Puntland zu verhindern vermögen dürfte.  

Nach dem Gesagten ist vorliegend neben einer hinreichend engen Verbin-

dung des Beschwerdeführers zur Region Puntland von einem bestehen-

den Unterstützungsnetz und der Möglichkeit der Existenzsicherung auszu-

gehen, weshalb die Anforderungen zur Annahme einer konkreten Gefähr-

dung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG – trotz gewissen seitens des Gerichts 

nicht in Abrede zu stellenden Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Hei-

matstaat – nicht erfüllt sind. Dies gilt unter Berücksichtigung der dargeleg-

ten begünstigenden Faktoren auch in Anbetracht der Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer nicht dem in Puntland etablierten Clan der Majerteen 

angehört. Schliesslich hat er – namentlich zwecks Erleichterung der 

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Seite 11 

wirtschaftlichen Wiedereingliederung in seinem Heimatstaat – die Möglich-

keit, individuelle Rückkehrhilfe zu beantragen (vgl. Art. 73 ff. AsylV 2 

[SR 142.312]).  

6.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar.  

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG).  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser beantragt 

indes die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Gemäss Art. 65 

Abs. 1 VwVG ist dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung stattzugeben, wenn die Begehren nicht von vornherein als aus-

sichtslos bezeichnet werden können und der Beschwerdeführer pro-

zessual bedürftig ist. Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers waren 

nicht von vornherein aussichtslos. Aufgrund der Aktenlage ist sodann von 

seiner prozessualen Bedürftigkeit auszugehen. Auf die Erhebung von Ver-

fahrenskosten ist somit zu verzichten. Das Gesuch um Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Direktent-

scheid in der Sache hinfällig.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.   

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regina Derrer Flavia Mark 

 

 

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