# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5af1ad5-84c4-55bc-88fa-08a82d7b1736
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.06.2020 D-1457/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1457-2020_2020-06-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1457/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Jürg Marcel Tiefenthal,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. Februar 2020 / N (…). 

 

 

 

D-1457/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein sri-lanki-

scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie, aus B._______ stammend, 

am 27. Februar 2017 sein Heimatland. Am 24. April 2017 reiste er in die 

Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch. 

Am 4. Mai 2017 wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) in C._______ zu seinem Reiseweg und 

summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). 

Am 28. November 2019 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt.  

B.  

B.a Hinsichtlich seines Lebenslaufs machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, er sei ledig und habe mit seinen Eltern in B._______ 

gelebt. Er habe während dreizehn Jahren die Schule besucht und an-

schliessend im Jahr 2014 in Colombo einen einjährigen Pflegehelferkurs 

absolviert. Seit ungefähr Mitte 2015 habe er in Jaffna bei seinem Grossva-

ter gelebt. Er habe in seinem Heimatland nicht gearbeitet. Während seiner 

Schulzeit habe er sich im Jahr 2013 je eine Tätowierung auf seine (…) und 

auf seine rechte (…) stechen lassen.  

 

B.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer 

vor, er habe an verschiedenen Kundgebungen, an Märtyrerfeierlichkeiten 

sowie an Aktivitäten im Zusammenhang mit den Wahlen teilgenommen. 

Bei einigen Kundgebungen sei er an der Front gestanden, wobei er an ins-

gesamt ungefähr fünf oder sechs Anlässen teilgenommen habe. Zudem 

habe er einmal vor den Wahlen in B._______ Fotos gemacht und doku-

mentiert, wie Politiker verbotenerweise Wahlpropaganda aufgehängt hät-

ten. Diese Fotos habe er an die Organisation Transparency International 

weitergeleitet.  

 

Nachdem er am 10. Dezember 2015 an einer Kundgebung gegen das Ver-

schwindenlassen von Personen teilgenommen habe, seien noch am sel-

ben Tag Angehörige des sri-lankischen Militärs zu ihm nach Hause gekom-

men und hätten nach ihm gesucht. Deshalb habe er sich auf Anraten sei-

nes Vaters nach Jaffna begeben und in der Folge bei seinem Grossvater 

im Quartier D._______ gelebt. Da er während dieser Zeit nicht mehr be-

hördlich gesucht wurde und sich niemand nach ihm erkundigt habe, sei er 

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Seite 3 

anlässlich seines Geburtstags am (…) 2016 nach B._______ zurückge-

kehrt, um seine Eltern zu besuchen. Am darauffolgenden Tag sei er auf 

der Strasse von Soldaten zusammengeschlagen und festgenommen wor-

den. In einem Jeep sei er auf den Militärstützpunkt des (…)-Camps mitge-

nommen, wo er geschlagen worden sei. Man habe ihm auch am Handrü-

cken mit einer Zigarette beziehungsweise einem Streichholz Verbrennun-

gen zugefügt und ihn bezüglich Teilnahmen an Kundgebungen ausgefragt. 

Dank Schmiergeldzahlungen seines Vaters sei er am darauffolgenden Tag 

freigekommen. 

Im September 2016 habe er an einer Veranstaltung namens E._______ 

sowie an einer weiteren Veranstaltung teilgenommen. Am 14. Dezember 

2016 sei er in Jaffna auf der Strasse vor dem Haus seines Grossvaters 

anlässlich einer Razzia von der Polizei verhaftet und auf den Polizeiposten 

gebracht worden. Dort habe man festgestellt, dass er bereits gesucht 

werde, weshalb man ihn an einen anderen Ort habe transferieren wollen. 

Auf dem Polizeiposten sei er jedoch nicht geschlagen worden und man 

habe ihn korrekt behandelt. Durch einen befreundeten Beamten des 

Vaters, welcher auf diesem Polizeiposten gearbeitet habe, habe dieser 

erfahren, dass sein Sohn (der Beschwerdeführer) auf dem Polizeiposten 

festgehalten werde. Aufgrund einer Bürgschaft des Vaters respektive 

Schmiergeldzahlungen sei er am nächsten Tag wieder freikommen. Dieser 

befreundete Beamte habe danach seinem Vater geraten, ihn aus Jaffna 

wegzubringen. Deshalb habe er sich in F._______, im Heimatdorf seiner 

Mutter, versteckt und sei lediglich einmal nach Colombo gefahren, um 

einen neuen Pass zu beantragen. Ende Januar 2017 habe sein Vater eine 

Anzeige erstattet und diese bei der Abteilung des Criminal Investigation 

Departements (CID) in G._______ deponiert. Nach dieser Anzeige hätten 

die Behörden seine Eltern in Ruhe gelassen.  

Er legte einen Geburtsschein, einen Führerschein sowie Fotos einer tami-

lischen Website, auf welchen er an einer Kundgebung zu sehen ist, zu den 

Akten.  

Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.   

C.  

Mit Verfügung vom 7. Februar 2020 – eröffnet am 12. Februar 2020 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie deren Vollzug.  

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Seite 4 

D.  

Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

12. März 2020 die Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an 

und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, er sei als 

Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Als Eventualan-

trag stellte er das Begehren, er sei wegen Unzulässigkeit oder Unzumut-

barkeit vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzicht auf Er-

hebung eines Kostenvorschusses. Weiter beantragte er die Beiordnung 

der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin gemäss 

aArt. 110a lit. a und Abs. 3 AsylG (SR 142.31).   

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. März 2020 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und erhob keinen Kostenvorschuss. MLaw 

Cora Dubach wurde antragsgemäss als amtliche Rechtsbeiständin beige-

ordnet. Gleichzeitig wurde das SEM eingeladen, eine Vernehmlassung ein-

zureichen.  

F.  

Mit Eingabe vom 1. April 2020 liess sich die Vorinstanz vernehmen.   

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 3. April 2020 wurde dem Beschwerdeführer 

die Frist zur Replik angesetzt, welche er ungenutzt verstreichen liess.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26, E.5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken, Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 6 

4.  

4.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz im Wesentlichen 

an, dass aufgrund verschiedener Widersprüche und Ungereimtheiten den 

Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geglaubt werden könne.  

Seine Schilderungen zu seinen Verhaftungen seien widersprüchlich aus-

gefallen. So habe er anlässlich der BzP erklärt, am 10. Dezember 2015 an 

einer Kundgebung teilgenommen und fünf Tage später von der sri-lanki-

schen Armee zu Hause gesucht worden zu sein, wohingegen er in der An-

hörung zu Protokoll gegeben habe, am gleichen Tag nach der Teilnahme 

an der Kundgebung gesucht worden zu sein. Weiter sei in der BzP proto-

kolliert, er sei nach einer zweiten Verhaftung im November 2016 in Jaffna 

im Januar 2017 ein drittes Mal verhaftet sowie einen Tag später wieder 

freigelassen worden. Dies stehe im Widerspruch zu seiner Schilderung 

während der Anhörung, anlässlich welcher er erklärt habe, am 14. Dezem-

ber 2016 ein zweites und letztes Mal verhaftet worden zu sein und sich 

danach unbehelligt während zwei Monaten bis zu seiner Ausreise in 

F._______ versteckt gehalten zu haben. Auf diesen Widerspruch ange-

sprochen, habe er erklärt, er sei im Januar 2017 nicht mehr festgenommen 

worden, sondern sein Vater habe zu diesem Zeitpunkt eine Anzeige erstat-

tet. Aufgrund dieser zentralen Widersprüche zu seinen angeblichen Ver-

haftungen, welche nicht hätten aufgelöst werden können, könne seinen 

Schilderungen nicht geglaubt werden. Die eingereichten Beweismittel res-

pektive Auszüge aus dem Internet von seiner Teilnahme an einer Demonst-

ration im Heimatland seien nicht beweiskräftig, da die darauf abgebildeten 

Gesichter der beteiligten Personen aufgrund schlechter Bildqualität nicht 

identifiziert werden könnten.  

Seine Erläuterungen zu seinen exilpolitischen Aktivitäten seien oberfläch-

lich ausgefallen und ausserdem unbelegt, weshalb nicht davon ausgegan-

gen werden könne, dass er deshalb in seinem Heimatland gefährdet sein 

soll. In diesem Zusammenhang gehe aus dem Protokoll hervor, dass er als 

einfacher Teilnehmer zweimal am Märtyrertag sowie öfters in Genf an 

Kundgebungen teilgenommen habe. Da seine diesbezüglichen Aussagen 

sehr pauschal und oberflächlich ausgefallen seien, er erst überhaupt auf 

Nachfrage Angaben zur Teilnahme an den Kundgebungen gemacht habe 

und aufgrund seiner unglaubhaften Schilderungen seiner Aktivitäten im 

Heimatland, seien seine exilpolitischen Aktivitäten wenig wahrscheinlich. 

Zudem habe er keine Beweismittel eingereicht, welche seine Teilnahmen 

an den Kundgebungen in der Schweiz belegen würden.  

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Schliesslich seien keine Risikofaktoren vorhanden, welche eine begrün-

dete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Falle einer Rückkehr nach Sri 

Lanka zu begründen vermögen würden. Eine illegale Ausreise oder ein all-

fälliges diesbezügliches Strafverfahren sowie allgemeine Kontrollmass-

nahmen am Flughafen würden keine asylrelevanten Verfolgungsmassnah-

men begründen. Dasselbe gelte für seine Tätowierung in Form eines (…) 

an seiner (…), zumal er sich diese bereits als Schüler im Jahr 2013 (sic!) 

habe stechen lassen und während den nachfolgenden Jahren deswegen 

keine Behelligungen durch die heimatlichen Behörden erfahren habe. Eine 

Rückkehr nach Sri Lanka sei sowohl zulässig als auch zumutbar und tech-

nisch möglich.  

4.2 Dagegen wendete der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz stütze 

sich in ihrer Glaubhaftigkeitsprüfung auf angebliche und kleine Widersprü-

che. Es sei nicht legitim, widersprüchliche Aussagen zwischen der BzP und 

der Anhörung so stark wie vorliegend zu gewichten, da gemäss der Recht-

sprechung Widersprüche, welche nicht der Flüchtlingseigenschaft dienen 

würden, nicht relevant seien, ausser sie würden diametral voneinander ab-

weichen. Ebenso sei anzumerken, dass er aufgrund seiner traumatischen 

Erlebnisse Mühe mit Daten habe. Der Vorwurf, er habe sich hinsichtlich 

des Zeitpunkts der Suche nach ihm zu Hause widersprochen, sei von der 

Vorinstanz fälschlicherweise als seine erste Inhaftierung interpretiert wor-

den. Betreffend das konkrete Datum habe er sich jedoch während der BzP 

geirrt. Zudem sei es korrekt, dass er sich nach seiner zweiten Festnahme 

in Jaffna in F._______ versteckt und sein Vater während dieser Zeit eine 

Anzeige bei der Polizei erstattet habe, er jedoch kein drittes Mal verhaftet 

worden sei.  

Da er bereits aufgrund seiner politischen Aktivitäten in Sri Lanka zweimal 

von den Behörden festgenommen worden sei, man nach ihm gesucht habe 

und er Narben von Misshandlungen trage, erfülle er das Risikoprofil ge-

mäss der geltenden Rechtsprechung. Weiter habe er sich auch in der 

Schweiz politisch engagiert und sei dabei fotografiert worden, wobei die 

Bilder auf Facebook veröffentlicht worden seien. Abschliessend sei davon 

auszugehen, dass mit der Wahl von Gotabaya Rajapaksa im November 

2019 sich die Situation für die tamilische Minderheit in Sri Lanka ver-

schlechtern würde.  

4.3 Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung fest, dass es sich bei den 

Widersprüchen des Beschwerdeführers um stark divergierende zeitliche 

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Angaben sowie Schilderungen der geltend gemachten Verfolgungen han-

deln würde. Insbesondere sei die Verfolgungsmassnahme an seinem Ge-

burtstagsbesuch bei seinen Eltern als persönliches einschneidendes Er-

lebnis zu werten und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er sich in so 

offensichtlicher Weise widersprochen habe. Zudem habe er im Rahmen 

der Rückübersetzung die Richtigkeit seiner Aussagen mit seiner Unter-

schrift bestätigt. Weiter sei erneut darauf hinzuweisen, dass er aufgrund 

seines Engagements bezüglich der Unregelmässigkeiten während der 

Wahlen keine Probleme erfahren habe. Auch gehe aus den Akten nicht 

hervor, dass es wegen seiner Tätowierungen zu Problemen mit den hei-

matlichen Behörden gekommen sei.  

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

5.2 Die Vorinstanz erachtete die Schilderungen zu den Verhaftungen sowie 

die behördliche Suche nach dem Beschwerdeführer als unglaubhaft, da es 

zu widersprüchlichen Angaben gekommen sei. Dazu äusserte er sich in 

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seiner Beschwerdeschrift dahingehend, dass es nicht legitim sei, wider-

sprüchliche Aussagen zwischen der BzP und der Anhörung übermässig zu 

gewichten, ausser die Aussagen würden diametral voneinander abwei-

chen. Vorliegend stützt das Bundesverwaltungsgericht die Argumentation 

der Vorinstanz und kommt insgesamt zum Schluss, dass die Schilderun-

gen des Beschwerdeführers zu seinen fluchtauslösenden Erlebnissen auf-

grund ihrer Widersprüchlichkeit als unglaubhaft einzustufen sind, da es 

sich nicht um unwesentliche, sondern vielmehr und zentrale Widersprüche 

handelt. Vorab ist festzustellen, dass er bereits während der BzP die Mög-

lichkeit erhielt, ausführlich und detailliert seine Fluchtgründe anhand von 

23 Fragen zu erörtern. Seine Behauptung, er habe sich während der BzP 

sehr kurz halten müssen, überzeugt dementsprechend nicht (vgl. act. 

A15/20, F118). Mit dem Argument in der Beschwerdeschrift ist insofern ei-

nig zu gehen, als sein Vorbringen, er habe am 10. Dezember 2015 an einer 

Kundgebung teilgenommen und sei – je nach Protokoll – fünf Tage später 

oder an demselben Tag von der sri-lankischen Armee zu Hause gesucht 

worden, zwar einen zeitlichen Widerspruch darstellt, jedoch aufgrund der 

unwesentlichen Abweichung von einigen Tagen als vernachlässigbar und 

unwesentlich zu betrachten ist. Zudem ist festzustellen, dass die Vo-

rinstanz in ihrem Entscheid falsch argumentiert und übersehen hat, dass 

er zu diesem Zeitpunkt keine erste Verhaftung geltend gemacht hat, son-

dern die Suche nach ihm zu Hause im Elternhaus. Die vorangehenden 

Feststellungen ändern jedoch am Gesamtergebnis nichts, zumal es – wie 

nachfolgend erläutert wird – zu diametral voneinander abweichenden Aus-

sagen gekommen ist, welche sich nicht mit einem mangelnden Erinne-

rungsvermögen von Daten erklären lassen. Anlässlich der BzP legte er dar, 

er sei nach einer Teilnahme an einer Kundgebung an seinem Geburtstag 

im Jahr 2016 in B._______ kontrolliert, jedoch nicht festgenommen, son-

dern lediglich zusammengeschlagen worden (vgl. A7/12, F7.01, S.7). Hin-

gegen behauptete er während der Anhörung, er sei am Tag nach seinem 

Geburtstag von der sri-lankischen Armee festgenommen und ins (…)-

Camp gebracht worden, wo man ihn während einer Nacht festgehalten und 

auch misshandelt respektive mit einer Zigarette am Handrücken verbrannt 

habe (vgl. act. A15/20, F 63-64, F72). Auch im Zusammenhang mit seiner 

zweiten angeblichen Verhaftung verstrickte er sich in grundlegende Wider-

sprüche, indem er in der BzP zuerst erklärte, im November 2016 in Jaffna 

verhaftet worden und anschliessend ein drittes Mal Ende Januar 2017 vor 

dem Haus seines Grossvaters, wiederum in Jaffna, erneut verhaftet sowie 

auf den Polizeiposten in H._______ gebracht worden zu sein (vgl. act. 

A7/12, F7.01, S.7). Dieses von ihm in der BzP geltend gemachte fluchtaus-

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Seite 10 

lösende Ereignis erweist sich als widersprüchlich zu seiner Aussage wäh-

rend der Anhörung, bei welcher er angegeben hat, am 14. Dezember 2016 

ein zweites sowie letztes Mal verhaftet worden zu sein und eine Nacht auf 

dem Polizeiposten in I._______ verbracht zu haben (vgl. act. A15/20, F64-

65, F79, F81, F106-112). In keiner Weise erwähnte er in der Anhörung, ein 

drittes Mal verhaftet worden zu sein, sondern dementierte dies auf Nach-

frage, und fügte an, sein Vater habe eine Anzeige erstattet, weil erneut 

nach ihm gesucht worden sei (vgl. act. A15/29, F81, F125-128). Insofern 

kann dem nicht näher ausgeführten Argument in der Beschwerdeschrift, er 

habe seine widersprüchlichen Aussagen aufzulösen vermögen, nicht ge-

folgt werden. Überdies handelt es sich entgegen seiner Argumentation um 

nicht unwesentliche, sondern um zentrale Aspekte seiner Fluchtgründe, 

welche er in den beiden Anhörungen jeweils auf sehr unterschiedliche 

Weise dargestellt hat. Weiter fällt auf, dass seine Schilderungen zum Haft-

hergang sowie zu den Haftgründen insgesamt wenig substanziiert und un-

reflektiert wirken. So konnte er beispielsweise nicht näher ausführen, wes-

halb man ihn im (…)-Camp festgehalten habe, ausser dass die zuständi-

gen Behörden «sauer» gewesen seien, weil er an Kundgebungen, welche 

gegen die Regierung gerichtet gewesen seien, teilgenommen habe (vgl. 

act. A20/20, F94). Schliesslich ist anzufügen, dass auch unter der An-

nahme, er wäre tatsächlich mehrmals von der Polizei kontrolliert und fest-

genommen worden, ihn sein Vater mittels Bestechungsgeldern und Bezie-

hungen hat problemlos freikaufen können. Zudem ist festzustellen, dass er 

erklärt hat, anlässlich seiner zweiten angeblichen Verhaftung korrekt be-

handelt worden zu sein (vgl. act. A15/20, F110-112). Dies wäre kaum der 

Fall gewesen, hätte ein tatsächliches behördliches Interesse an ihm be-

standen. Ferner ist zu erwähnen, dass sein Vater eine Anzeige gegen die 

Polizei erstattet hat und es in der Folge zu keinen weiteren negativen Kon-

sequenzen gegen ihn oder seine Familie gekommen ist. Wie bereits von 

der Vorinstanz richtig festgestellt, machte er zu keinem Zeitpunkt geltend, 

wegen den Aufnahmen anlässlich einer Kundgebung, an welcher er teilge-

nommen hat, Probleme mit den heimatlichen Behörden erfahren zu haben, 

da man ihn nicht sehr gut darauf erkennen könne (vgl. act. A15/20, F10).  

 

5.3 Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass nach einer Abwägung 

zwischen den glaubhaften und unglaubhaften Elementen die unglaub-

haften überwiegen. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, eine 

asylrelevante Verfolgung im Zeitpunkt seiner Ausreise glaubhaft darzu-

legen. 

  

D-1457/2020 

Seite 11 

6.  

6.1 Weiter bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer – auch aufgrund sei-

ner geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten – über ein erhöhtes Ri-

sikoprofil verfügt und ihm bei einer Wiedereinreise ins Heimatland eine 

asylrelevante Verfolgung im Sinne von Nachfluchtgründen droht oder dro-

hen könnte.  

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 eine Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O. E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri-

sikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf-

tung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei han-

delt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintli-

chen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um die Teil-

nahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen und um das Vorlie-

gen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicher-

weise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin-

dung zu den LTTE (sogenannte stark risikobegründende Faktoren, 

vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und 

überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor-

derlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangs-

weise zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation 

für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut 

sichtbaren Narben (sogenannte schwach risikobegründende Faktoren, 

vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die 

konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante 

Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, 

dass insbesondere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernst-

haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-

lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt seien, den ta-

milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

6.3 Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsi-

denten Sri Lankas gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka 

kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; 

https://www.theguardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-

candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am 5. März 

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Seite 12 

2020). Gotabaya Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehema-

ligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht 

war, Verteidigungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen ge-

gen Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. 

Zudem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und 

Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigun-

gen (vgl. Human Rights Watch [HRW]: World Report 2020 – Sri Lanka, 

14.1.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bru-

der Mahinda zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Cha-

mal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda 

und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusam-

men zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. vgl. 

https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-

brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state 20191127174753, 

abgerufen am 4. März 2020). Beobachter und ethnische oder religiöse Min-

derheiten befürchten insbesondere mehr Repression und die vermehrte 

Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalis-

tinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen Perso-

nen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt 

Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste Gotabaya 

Rajapaksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen an (vgl. 

NZZ, Sri Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3.3.2020). 

Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka 

bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt 

diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand 

durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu-

gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind 

beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts E 1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri 

Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt 

es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem 

Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen 

zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-

gen besteht. 

6.4 Der Beschwerdeführer machte im Sinne von Nachfluchtgründen insbe-

sondere exilpolitische Tätigkeiten geltend. Er habe an drei Märtyrergedenk-

https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state
https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state

D-1457/2020 

Seite 13 

tagen sowie an vier bis fünf pro-tamilischen Demonstrationen teilgenom-

men, wobei er fotografiert worden sei und verschiedene Bilder dieser De-

monstrationen auf Facebook veröffentlicht worden seien.  

Weder aus den Akten noch aus der Beschwerdeschrift ist ersichtlich, inwie-

fern er an den von ihm erwähnten Kundgebungen und Demonstrationen in 

der Schweiz teilgenommen hat. So beschränkten sich seine Informationen 

zu seiner vorgebrachten exilpolitischen Tätigkeit auf die Aussage während 

der Anhörung, dass er sporadisch als einfacher Teilnehmer an verschiede-

nen Anlässen teilgenommen habe, ohne jedoch die näheren Umstände wie 

die genaue Örtlichkeit, den Hintergrund des konkreten Anlasses oder das 

Datum seiner Aktivitäten zu benennen (vgl. act. A15/20, F140-142). Ob-

wohl er auf Beschwerdeebene geltend machte, während pro-tamilischen 

Anlässen fotografiert worden zu sein, liegen dem Gericht keine diesbezüg-

lichen Unterlagen vor, aus welchen hervorgehen würde, dass Fotografien 

von ihm auf Facebook öffentlich einsehbar wären und er darauf zu erken-

nen wäre. Mithin ist davon auszugehen, dass er als einfacher Teilnehmer 

an (pro-tamilischen) Veranstaltungen in der Schweiz von den sri-lanki-

schen Behörden nicht als Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat wahr-

genommen wird, da die sri-lankische Behörden zwischen blossen «Mitläu-

fern» an Massenveranstaltungen und tatsächlichen Regimekritikern mit 

dem Ziel, den tamilischen Separatismus erneut aufleben zu lassen, zu un-

terscheiden wissen (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, 

E.8.5.4). Des Weiteren machte er zu keinem Zeitpunkt geltend, dass ihm 

von den Behörden eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder ver-

gangene Verbindung zu den LTTE unterstellt worden wäre. Überdies geht 

aus den Akten nicht hervor, dass er strafrechtlich verfolgt wurde oder eine 

Verurteilung vorliegen würde (vgl. act. A7/12, F7.01. S. 7 unten), welche zu 

einem möglichen Eintrag auf der sog. «Stop-List» führen könnte. Schliess-

lich geht aus den Akten auch nicht hervor, dass seine Verwandtschaft Ver-

bindungen zu den LTTE aufweist. Angesichts der vorangehenden Erwä-

gungen ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass stark risikobegrün-

dende Faktoren vorliegen. 

Schwach risikobegründende Faktoren führen allein für sich genommen in 

der Regel nicht zu einer asylrelevanten Verfolgungsgefahr (vgl. Referenz-

urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, E.8.5.5). Der Beschwerdeführer 

machte geltend, aufgrund seiner Tätowierungen bisher mit den sri-lanki-

schen Behörden keine Probleme gehabt zu haben (vgl. act. A15/20, F102). 

Aufgrund dessen und weil sich seine möglicherweise heikle Tätowierung 

in Form eines (…) auf seiner (…) befindet, welche nicht zwingend sichtbar 

D-1457/2020 

Seite 14 

ist, ist davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka des-

wegen weiterhin keiner Gefahr ausgesetzt ist. Auch aufgrund seiner weite-

ren Tätowierung auf (…) ist nicht davon auszugehen, dass ihm diese Prob-

leme verursachen würde, da diese keinen Schluss auf eine allfällige politi-

sche Gesinnung schliessen lässt. Weitere schwach risikobegründende 

Faktoren liegen nicht vor, zumal er auch aufgrund seiner legalen Ausreise 

keine Nachteile zu befürchten hat (vgl. act. A7/12, F4.02, F 5.02).  

6.5 Vor diesem Hintergrund ist das Vorhandensein eines Risikoprofils zu 

verneinen. Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun-

gen, glaubhaft vorzubringen, dass ihm bei einer Rückkehr durch die sri-

lankischen Behörden eine Gefahr vor einer asylbegründeten Verfolgung 

drohen würde.  

6.6 Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka einem erhöhten Verfolgungsrisiko aus-

gesetzt wäre und ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG be-

fürchten müsste. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

D-1457/2020 

Seite 15 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

D-1457/2020 

Seite 16 

8.4  Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. Urteil R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, Beschwerde 

Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; 

T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P.K. gegen Däne-

mark vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien vom 

17. Juli 2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in 

genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilinnen und 

Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung 

müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. ge-

gen Frankreich vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung 

zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, Nr. 44114/14). Aus 

den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann-

ten „Background Check“ (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im 

In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

wäre. 

8.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.6 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Ge-

walt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. In den beiden Referenzur-

teilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 

2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung der 

Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Wegwei-

sungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorlie-

gen von individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann. Zu den 

individuellen Zumutbarkeitskriterien gehören insbesondere das Vorhan-

densein eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-

wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation 

(vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 13.2 ff. und Urteil des 

BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

D-1457/2020 

Seite 17 

8.7 Der Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz, ist ein junger ge-

sunder Mann mit einer dreizehnjährigen Schulbildung sowie einer Ausbil-

dung als Pfleger. Obwohl er in seinem Heimatland Sri Lanka noch keine 

Arbeitserfahrung gesammelt hat, sind die Voraussetzungen, eine Anstel-

lung zu finden, aufgrund seiner Vorbildungen als sehr gut zu bezeichnen. 

Sein breites familiäres Netz besteht neben seiner Kernfamilie aus seinem 

Grossvater, bei welchem er bereits zwei Jahre gewohnt hat, sowie aus ver-

schiedenen Tanten und Onkeln (vgl. act. A15/20, F 35-37), welche ihn bei 

einer Reintegration unterstützen können. Zudem ist seine Familie respek-

tive sein Vater wohlhabend und besitzt zusätzliches Vermögen in Form von 

einem weiteren Haus in Jaffna sowie mehreren landwirtschaftlichen Grund-

stücken mit Bauernhöfen (vgl. act. A15/20, F53-57). Sollte er in einen fi-

nanziellen Engpass geraten, kann er von einer Unterstützung seitens sei-

nes Vaters ausgehen. Schliesslich ist aufgrund des Besitzes der verschie-

denen Liegenschaften auch seine Wohnsituation gewährleistet. Auch aus 

medizinischer Sicht sind keine Gründe ersichtlich, welche gegen einen 

Wegweisungsvollzug sprechen.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 

D-1457/2020 

Seite 18 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem jedoch das mit der 

Beschwerde eingegangene Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege mit Verfügung vom 20. März 2020 gutgeheissen wurde, wer-

den keine Verfahrenskosten auferlegt.  

11.  

Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote zu den Akten gelegt. Der not-

wendige Vertretungsaufwand lässt sich aufgrund der Akten zuverlässig ab-

schätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist ein Honorar in der der Höhe von 

Fr. 750.– (inkl. Auslagen) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1457/2020 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 750.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina von Wattenwyl