# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10f20376-0366-57ff-9cbe-b362a926b9be
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.02.2023 LZ220022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ220022_2023-02-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ220022-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,  

Oberrichter Dr. M. Kriech und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer  

sowie Gerichtsschreiberin MLaw L. Hengartner 

Urteil vom 22. Februar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

sowie 

 

 

1. C._____,  
2. D._____,  
3. E._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 

1, 2, 3 vertreten durch Z._____,  

- 2 - 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, vom 20. Mai 2022 
(FK200051-L) 
 
 

 
  

- 3 - 

Rechtsbegehren: 

des Beklagten (Urk. 90 S. 1 f.): 
"1. C._____, D._____ und E._____ seien durch das Gericht wieder für die 

gebundene Mittagsbetreuung der Tagesschule F._____ anzumelden. 
2. Eventualiter, sei der Klägerin zu befehlen, die Kinder C._____, D._____ 

und E._____ unverzüglich wieder für die gebundene Mittagsbetreuung 
der Tagesschule F._____ anzumelden und ihr die Bestrafung nach Art. 
292 StGB im Falle der Unterlassung anzudrohen. 

3. Subeventualiter, sei die elterliche Sorge der Klägerin betreffend Fragen 
der Schule und der Fremdbetreuung der Kinder dahingehend zu be-
schränken, dass der Beklagte inskünftig alleine über diese entscheiden 
kann. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der 
Klägerin." 

Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich im  
summarischen Verfahren vom 20. Mai 2022 

(Urk. 93 S. 125 = Urk. 99 S. 125) 

1. Das Begehren des Beklagten um vorsorgliche Massnahmen vom 5. April 

2022 wird abgewiesen. 

2. (Mitteilungssatz) 

3. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage) 

Berufungsanträge: 

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 98 S. 2; Urk. 113 S. 2): 
"1. Der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung – Einzelgericht, 

vom 20. Mai 2022 (FK200051-L), sei aufzuheben und C._____, D._____ 
und E._____ seien durch das Gericht wieder für die gebundene Mittags-
betreuung der Tagesschule F._____ während der ganzen Schulwochen 
anzumelden. Eventualiter sei der Klägerin zu befehlen, die Kinder 
C._____, Ada und E._____ unverzüglich wieder für die gebundene Mit-
tagsbetreuung der Tagesschule, soweit sie in die Zeit Mittwoch bis Frei-
tag fällt, anzumelden und ihr die Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle 
der Unterlassung anzudrohen. 

2. Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abtei-
lung – Einzelgericht, vom 20. Mai 2022 (FK200051-L), mit welcher 

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das Begehren des Beklagten um vorsorgliche Massnahmen vom 
5. April 2022 abgewiesen wurde, aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung des Begehrens um vorsorgliche Massnahmen an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.  

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 
der Klägerin." 

 
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 108 S. 2; Urk. 118 S. 2): 

"1. Es seien sämtliche Anträge des Beklagten abzuweisen. 
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehr-

wertsteuer zu Lasten des Beklagten." 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Der Berufungskläger und Beklagte (fortan Beklagter) und die Beru-

fungsbeklagte und Klägerin (fortan Klägerin) sind die unverheirateten Eltern von 

C._____, geboren am tt.mm.2014, D._____ und E._____, beide geboren am 

tt.mm.2017. Die Kinder werden seit der Trennung der Eltern im Mai 2019 von die-

sen hälftig betreut, wobei der Beklagte die Betreuung von Montagmorgen Schul-

beginn bis Mittwochmittag, 12.00 Uhr, und die Klägerin die Betreuung von Mitt-

wochmittag, 12.00 Uhr, bis Freitagabend übernimmt. An den Wochenenden und 

in den Ferien werden die Kinder von den Eltern abwechselnd betreut (Urk. 98 

Rz. 5 f.; Urk. 108 Rz. 5). Mit der definitiven Einführung des Projekts "Tagesschule 

2025" in der Stadt Zürich ab dem Jahr 2023 (Pilotphase bis 2022) ist vorgesehen, 

dass schulpflichtige Kinder an sämtlichen Tagen, an welchen sie sowohl vormit-

tags als auch nachmittags den Schulunterricht oder den Kindergarten besuchen, 

über Mittag in der Schule betreut werden (sog. gebundene Mittagsbetreuung). 

Dies betrifft bei C._____ Montag, Donnerstag und Freitag und bei D._____ und 

E._____ Montag und Freitag. Es gilt das Abmeldeprinzip und es ist grundsätzlich 

nicht möglich, sich von einzelnen gebundenen Mittagen abzumelden (Urk. 98 

Rz. 12; Urk. 108 Rz. 7, Rz. 10). Nebst der gebundenen Mittagsbetreuung beste-

hen sogenannte ungebundene Betreuungsangebote, die eine Anmeldung an ein-

zelnen Tagen erlauben, sich (mit Ausnahme der Preisstruktur) nicht von der ge-

bundenen Mittagsbetreuung unterscheiden und am selben Ort durchgeführt wer-

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den (Urk. 108 Rz. 8; Urk. 113 Rz. 12). Die Klägerin meldete die Kinder am 

29. März 2022 ohne Einverständnis des Beklagten von der gebundenen Mittags-

betreuung ab August 2022 ab (Urk. 91/6; Urk. 98 Rz. 14 f.; Urk. 108 Rz. 12).  

2. Am 20. Mai 2020 machte die Klägerin bei der Vorinstanz eine Klage 

betreffend Aufenthaltsbestimmungsrecht, Obhut, Besuchsrecht und Unterhalt an-

hängig und beantragte unter anderem, dass ihr die alleinige Obhut zuzuteilen und 

ihr zu gestatten sei, den Aufenthaltsort der Kinder nach G._____ (TI) zu verlegen 

(Urk. 1; Urk. 29; Urk. 38). Im Rahmen dieses Verfahrens stellte der Beklagte das 

eingangs wiedergegebene Gesuch um vorsorgliche Massnahmen (Urk. 90). Für 

den vollständigen Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens ist auf das Urteil und 

die eingangs wiedergegebene Verfügung vom 20. Mai 2022 zu verweisen, womit 

die Vorinstanz ihr Verfahren erledigte. Unter anderem wurden die Kinder unter die 

alleinige Obhut der Klägerin gestellt und ihr erlaubt, den Aufenthaltsort der Kinder 

ins Tessin zu verlegen. Das Begehren des Beklagten um vorsorgliche Massnah-

men wies die  

Vorinstanz mit Verfügung vom 20. Mai 2022 ab (Urk. 93 S. 125 f. = Urk. 99 

S. 125 f.).  

3. Gegen die Verfügung vom 20. Mai 2022 erhob der Beklagte mit Einga-

be vom 13. Juni 2022 fristgerecht (vgl. Art. 314 Abs. 1 ZPO und Urk. 95) Berufung 

mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 98). Mit Verfügung vom 

23. Juni 2022 wurde er aufgefordert, einen Kostenvorschuss in Höhe von 

Fr. 3'000.– zu leisten, welcher fristgerecht einging (Urk. 103 f.). Daraufhin wurde 

die Klägerin mit Verfügung vom 13. Juli 2022 aufgefordert, die Berufung zu be-

antworten (Urk. 106). Die Berufungsantwortschrift ging fristgerecht ein (Urk. 108) 

und wurde dem Beklagten mit Verfügung vom 17. August 2022 zur Stellungnah-

me und den Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 111). Die 

Stellungnahme des Beklagten ging ebenfalls fristgerecht ein (Urk. 113) und wurde 

der Klägerin und den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 12. September 

2022 zugestellt, wobei der Klägerin Frist zur Stellungnahme angesetzt wurde 

(Urk. 116). Die Klägerin reichte mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 eine weitere 

Stellungnahme ein, welche dem Beklagten und den Verfahrensbeteiligten zur 

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Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 118, Urk. 120/1). Nachdem die Verfah-

rensbeteiligten im Verfahren LZ220027-O (Berufung gegen das Urteil vom 20. Mai 

2022) auch das vorliegende Verfahren betreffende Ausführungen tätigte, wurde 

deren Eingabe im vorliegenden Verfahren zu den Akten genommen. Im Übrigen 

verzichteten die Verfahrensbeteiligten auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 121-

122). Daraufhin wurde der Klägerin und dem Beklagten mit Verfügung vom 

25. November 2022 Frist angesetzt, um sich zu den Ausführungen der Verfah-

rensbeteiligten betreffend das vorliegende Verfahren zu äussern (Urk. 123). Der 

Beklagte reichte eine weitere Stellungnahme ein, die der Klägerin und den Ver-

fahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 125), während die 

Klägerin auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 127). Nach Eingang der Hono-

rarnote der Kindsvertreterin wurde diese den Parteien zur freigestellten Stellung-

nahme zugestellt (Urk. 134). Weitere Eingaben erfolgten nicht.  

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-97). Die Ange-

legenheit erweist sich als spruchreif, was den Parteien mit Verfügung vom 

9. Januar 2023 bereits mitgeteilt wurde (Urk. 130). Auf die Ausführungen der Par-

teien ist im Folgenden nur so weit einzugehen, als dies für die Entscheidfindung 

erforderlich ist. 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, ein-schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 

III. Materielles 

1. Die Vorinstanz erwog, das Begehren um vorsorgliche Massnahmen be-

treffend die gebundene Mittagsbetreuung der Tagesschule F._____ sei ange-

sichts des Aufenthaltswechsels der Kinder nach G._____ nicht mehr zu prüfen, da 

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der Schulbesuch der Kinder im Schulhaus F._____ im Schuljahr 2022/2023 nicht 

mehr vorgesehen sei. Das Begehren sei daher abzuweisen (Urk. 99 S. 53).  

2. Der Beklagte macht zusammengefasst geltend, dass er insbesondere 

gegen die Bewilligung des Umzugs der Klägerin mit den Kindern in den Kanton 

Tessin Berufung erheben werde. Dieser werde daher einstweilen nicht möglich 

sein und die Kinder würden weiterhin von den Parteien hälftig betreut (Urk. 98 

Rz. 7). Er rügt, die Vorinstanz habe sein Begehren um vorsorgliche Massnahmen 

materiell nicht geprüft. Der Entscheid hätte daher auf Nichteintreten lauten müs-

sen und sei zudem offensichtlich falsch. Da die Kinder weiterhin das Schulhaus 

F._____ besuchen würden, sei das Gesuch materiell zu beurteilen. Da die Vorin-

stanz keine Ausführungen zur Sache gemacht habe, mit denen er sich auseinan-

dersetzen könne, bleibe ihm nur, seine vorinstanzlichen Ausführungen zu wieder-

holen (Urk. 98 Rz. 9 f.). Die Klägerin und er hätten als Inhaber der gemeinsamen 

elterlichen Sorge den Entscheid über die Abmeldung von der gebundenen Mit-

tagsbetreuung gemeinsam treffen müssen, da dies keine Entscheidung von all-

täglichem Charakter sei (Urk. 98 Rz. 11; Urk. 113 Rz. 4). Die Klägerin habe die 

Kinder jedoch eigenmächtig und ohne sein Einverständnis abgemeldet, was sie 

nicht hätte tun dürfen, da die Abmeldung auch seine Betreuungszeit betreffe. Die 

vom Staat vorgegebene Normallösung sei die gebundene Mittagsbetreuung und 

die Eltern könnten nur bei Einigkeit davon abweichen (Urk. 98 Rz. 14 ff.; Urk. 113 

Rz. 5, Rz. 19). Es würden in der Stadt Zürich immer mehr Tagesschulen einge-

führt, da die Betreuung der Kinder im Rahmen einer Tagesschule als besser für 

die Kinder und deren Entwicklung betrachtet werde, als wenn sie mehr zuhause 

betreut würden. Für Entwicklungspsychologen sei klar, dass Kinder im Alter ab 

zwei bis drei Jahren Gleichaltrige und nicht Erwachsene als Interaktionspartner 

wählten. Es entspreche dem natürlichen Bedürfnis von Kindern, mit anderen Kin-

dern zusammen zu sein. Auch wenn es um die Entwicklung von Sozialkompeten-

zen und Selbstregulation gehe, sei die Gesellschaft Gleichaltriger wichtiger als 

diejenige der Eltern, und von anderen Kindern lernten sie mehr. Es sei somit für 

das Wohl bzw. die günstige Entwicklung der Kinder besser, wenn sie die Tages-

schule (inklusive der gebundenen Mittage) besuchen würden. Die Klägerin ver-

hindere mit ihrem Verhalten die für die Kinder beste Betreuung und verletze damit 

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deren Wohl. Die Kinder könnten an einem wesentlichen Teil des Soziallebens ih-

rer "Schulgspändli" nicht teilnehmen und hätten somit einen erheblichen Nachteil, 

wenn sie die gebundene Mittagsbetreuung nicht besuchen könnten. Das eigen-

mächtige Handeln der Klägerin gefährde das Wohl der Kinder erheblich (Urk. 98 

Rz. 13, Rz. 18; Urk. 113 Rz. 5, Rz. 26). Da ca. 93 % der Kinder die gebundene 

Mittagsbetreuung besuchten, würden ihre Kinder im Abseits stehen, wenn sie es 

nicht täten (Urk. 113 Rz. 6, Rz. 29). Er befürworte, dass die Kinder stets die ge-

bundenen Mittage besuchen würden, weil dies aus schulischer und sozialer Sicht 

die beste Lösung sei (Urk. 113 Rz. 7, Rz. 11 f., Rz. 15). Am 17. Mai 2022 habe 

ein Testtag stattgefunden. Die Kinder seien begeistert gewesen und wollten un-

bedingt die Tagesschule besuchen. Sie seien hierzu anzuhören (Urk. 98 Rz. 20; 

Urk. 113 Rz. 10). Die Klägerin arbeite seit Jahren systematisch daran, das soziale 

Netzwerk der Kinder in Zürich möglichst klein zu halten, und verhindere Freund-

schaften und Hobbys der Kinder. Gerade deshalb sei es für die Kinder besonders 

wichtig, mit ihren "Gspändli" Mittag zu essen und über Mittag spielen zu können 

(Urk. 98 Rz. 21). Einen vernünftigen, objektiv mit dem Wohl der Kinder zu be-

gründenden Anlass für die Abmeldung der Kinder gebe es nicht, sondern es gehe 

der Klägerin nur darum, sein Betreuungskonzept im Falle seiner alleinigen Obhut 

für die Zeit ab August 2022 zu torpedieren (Urk. 98 Rz. 22). Das Verhalten der 

Klägerin sei umso unverständlicher, als dass sie ohnehin an 42% der auf ihre Be-

treuungstage entfallenden Mittage nicht anwesend sei und die Kinder durch die 

Grossmutter mütterlicherseits fremdbetreuen lasse (Urk. 113 Rz. 9, Rz. 16). Die 

ungebundene Mittagsbetreuung koste entgegen den Ausführungen der Klägerin 

Fr. 9.77 und nicht Fr. 8.– (Urk. 113 Rz. 17). Er bestreite, dass sich die Kinder 

während der Betreuungstage der Klägerin regelmässig mit anderen Kindern ver-

abreden dürften (Urk. 113 Rz. 31). 

3. Die Klägerin führt zusammengefasst aus, im März 2022 habe das erst-

instanzliche Urteil noch nicht vorgelegen. Sie habe davon ausgehen müssen, 

dass auch nach den Sommerferien das Betreuungskonzept in Zürich weiterge-

führt werde. Aufgrund der Abmeldefrist habe sie aus ihrer Sicht handeln müssen. 

Die Kinder ässen jeweils von Mittwoch bis Freitag bei ihr und würden von ihr be-

treut. Die persönliche Betreuung über Mittag wolle sie beibehalten (Urk. 108 

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Rz. 11). Sie habe die Kinder daher von den gebundenen Mittagen abgemeldet 

und dem Beklagten vorgeschlagen, dass er die Kinder an seinen Betreuungsta-

gen für die ungebundenen Mittage anmelden könne, was er abgelehnt habe. Das 

Betreuungsangebot sei gleich (Urk. 108 Rz. 12) und diese Variante wäre finanziell 

besser (Urk. 108 Rz. 13). Zumindest die gebundenen Mittage für C._____ beträ-

fen mehr Zeit bei ihr und insofern tangiere das gebundene Mittagsmodell auch ih-

re Mittagszeit und dies in Bezug auf C._____ mehr. Der Beklagte greife damit in 

ihre Alltagsgestaltung ein (Urk. 108 Rz. 14). Sie habe zudem mit der Schulleitung 

Kontakt aufgenommen, welche sich bezüglich des Abmeldeprinzips bzw. bezüg-

lich der Anmeldung einzelner gebundener Mittage für flexibel erklärt habe. Der 

Beklagte habe auch dies abgelehnt (Urk. 108 Rz. 16). Sie habe somit stets Hand 

für eine Lösung geboten, bei welcher der Beklagte in der Gestaltung seiner Be-

treuungszeit frei gewesen wäre. Die Kinder könnten auch unterjährig für alle ge-

bundenen Mittage angemeldet werden. Sie torpediere das Betreuungskonzept 

des Beklagten daher nicht (Urk. 108 Rz. 17). Gemäss Auskunft der Schulleitung 

seien ca. 20 % der Kinder von den gebundenen Mittagen abgemeldet worden. Es 

treffe nicht zu, dass nur ganz wenige Kinder die gebundenen Mittage nicht besu-

chen würden (Urk. 108 Rz. 18). Der Beklagte unterschlage bezüglich des von ihm 

eingereichten Artikels, dass gemäss der Entwicklungspsychologin Kinder zu lange 

und zu oft mit Erwachsenen zusammen seien, bevor sie ins Schulsystem kom-

men würden. Aus dem Artikel könne der Beklagte somit nichts ableiten, was ge-

gen ihren Vorschlag spreche, da es darin um die Phase vor Kindergarteneintritt 

gehe. Vorliegend hätten die Kinder eine Kindertagesstätte an zwei bis drei Tagen 

pro Woche besucht und verbrächten im Kindergarten und in der Schule genügend 

Zeit, um die vom Beklagten erwähnten Kompetenzen zu entwickeln. Es könne 

nicht von einer von ihr ausgehenden Kindswohlgefährdung gesprochen werden 

(Urk. 108 Rz. 19). Die Tagesschule habe nebst der Vereinbarkeit von Familie und 

Beruf zum Zweck, gewisse Kinder, welche zu Hause nicht adäquat betreut wür-

den, zu integrieren und zu fördern. Dies sei bei ihnen jedoch nicht der Fall, da die 

Kinder bei beiden Eltern eine gesunde Essenskultur etc. erleben würden 

(Urk. 108 Rz. 21). Dass sie die Kinder systematisch von anderen Kindern fernhal-

te, treffe nicht zu. Die Kinder würden regelmässig andere Kinder treffen. Zudem 

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treffe es die Situation nicht, wenn der Beklagte von "seit Jahren" spreche. 

D._____ und E._____ seien gerade fünf Jahre alt und es verstehe sich von selbst, 

dass sie im Alter von zwei bis drei Jahren noch keinen Hobbies nachgegangen 

seien. Wie sich auch dem vom Beklagten zitierten Artikel entnehmen lasse, sei 

das freie Spiel und nicht Kung Fu oder Fussballtraining für die Entwicklung wichtig 

(Urk. 108 Rz. 23). Von einer Anhörung der Kinder sei abzusehen, unter anderem 

da die Kinder zu jung seien, um über den Besuch eines Mittagstischs zu ent-

scheiden, und ein einmaliges Testessen wenig aussagekräftig sei. Zudem sage 

eine schulische Betreuung Kindern nicht immer zu (Urk. 108 Rz. 24). Die Ent-

scheidung über die Teilnahme an der gebundenen Mittagsbetreuung stelle eine 

alltägliche Frage dar, über welche sie alleine entscheiden könne. Es sei nicht re-

levant, ob sie oder ihre Mutter die Kinder während der Sessionszeiten betreue, da 

ihre Mutter eine enge Bezugsperson der Kinder sei und zu ihrem Betreuungskon-

zept gehöre (Urk. 118 Rz. 2). 

4. Die Kindsvertreterin führt aus, C._____ habe erzählt, dass es ihn etwas 

durcheinander bringe, dass er nur am Montag in die Mittagsbetreuung gehe, da er 

sich überlegen müsse, wann er wohin gehe. Mehr in die Mittagsbetreuung zu ge-

hen, könne er sich vorstellen. Da sei aber schade, dass man die Familie weniger 

sehe, weil man erst um 16 Uhr heimkomme. Im Hort fühle er sich wohl (Urk. 122 

Rz. 2.6.). Die Kindsvertreterin führt aus, eine Kindswohlgefährdung sei nicht er-

sichtlich, wenn C._____ weniger Mittage in der Schule verbringe. Wie C._____ 

festgehalten habe, könne er sich dies zwar gut vorstellen und von seinem eher 

extrovertierten und sozialen Wesen wohl auch gut bewältigen, geniesse aber 

auch die ausgedehntere Zeit mit dem entsprechenden Elternteil und sei im Alltag 

gut vernetzt (Urk. 122 Rz. 2.9). 

5. Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Er-

ziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nöti-

gen Entscheidungen. Der Elternteil, der das Kind betreut, kann allein entscheiden, 

wenn die Angelegenheit alltäglich oder dringend ist oder der andere Elternteil 

nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen ist (Art. 301 Abs. 1 und Abs. 1bis 

ZGB). Der Gesetzgeber hat für den Fall der Uneinigkeit bei nicht alltäglichen oder 

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nicht dringenden Entscheidungen bewusst auf die Regelung einer behördlichen 

Intervention  

oder ein Stichentscheidungsrecht eines Elternteils verzichtet und betont damit das 

Prinzip der Pflicht zur gemeinsamen Entscheidung (Botschaft GeS BBl 2011 

9106). Ein behördliches Eingreifen in einer solchen Angelegenheit kommt nur in 

Frage, wenn die Weiterführung des bisherigen Zustands oder der elterliche Kon-

flikt als solcher einer Gefährdung des Kindeswohls gleichkommt, so dass die Vo-

raussetzungen für die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen erfüllt sind 

(BGer 5A_789/2019 vom 16. Juni 2020, E. 6.2. m.w.H.). 

6. Entgegen der missverständlichen Formulierung, dass das Begehren 

um Erlass vorsorglicher Massnahmen nicht mehr zu prüfen sei, hat die Vorinstanz 

eine (kurze) inhaltliche Prüfung vorgenommen. So hielt sie fest, dass "die Voraus-

setzung des Schulbesuchs im Schulhaus F._____ im Schuljahr 2022/2023 der 

drei Kinder nicht mehr vorgesehen" sei, weshalb das Begehren abzuweisen sei 

(Urk. 99 S. 53). Dass die Vorinstanz auf Abweisung entschieden hat, ist daher 

nicht zu beanstanden. Da die Klägerin aufgrund der vom Beklagten erhobenen 

Berufung (Geschäfts-Nr. LZ220027-O) den Aufenthaltsort der Kinder derzeit nicht 

in den Tessin verlegen kann und die Kinder daher weiterhin das Schulhaus 

F._____ besuchen, ist jedoch im Folgenden auf die Rügen des Beklagten einzu-

gehen.  

7. Es kann jedoch offengelassen werden, in welche Kategorie im Sinne 

von Art. 301 ZGB die Entscheidung fällt, ob die Kinder die gebundene Mittagsbe-

treuung besuchen. Selbst wenn es sich um eine gemeinsam zu treffende Ent-

scheidung handelte, wäre für die Frage, ob durch das Gericht Massnahmen zu 

treffen sind, einzig massgebend, ob der Status quo – in concreto also, dass die 

Kinder die gebundene Mittagsbetreuung nicht während der gesamten Schulwoche 

besuchen – als kindswohlgefährdend zu betrachten ist. Ob es für die Kinder bes-

ser wäre, wenn sie die Mittagsbetreuung besuchten, braucht nicht entschieden zu 

werden. Der Staat respektive das Gericht haben weder einzugreifen noch darüber 

zu befinden, was für ein Kind das Beste ist und wie die Eltern dieses zu erziehen 

haben, solange das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist. Eine Kindswohlgefähr-

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dung ist im vorliegenden Fall aber nicht glaubhaft gemacht. Dass die Betreuung 

über Mittag durch die Klägerin selbst eine Kindswohlgefährdung darstellt, wird 

vom Beklagten nicht geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Ferner ver-

mag auch der von ihm eingereichte Artikel keine Gefährdung als wahrscheinlich 

erscheinen zu lassen. Wie die Klägerin zu Recht vorbringt, rügt die Entwicklungs-

psychologin, dass Kinder zu lange und zu oft mit Erwachsenen zusammen seien, 

bevor sie ins Schulsystem kommen (Urk. 101/3 S. 4). Sie plädiert infolgedessen 

dafür, dass Kinder ab zwei Jahren während 25 bis 30 Stunden (wohl pro Woche) 

ausserhäuslich betreut werden (Urk. 101/3 S. 6). Damit betrifft der eingereichte 

Artikel eine andere Situation als die vorliegende, da die Kinder der Parteien be-

reits den Kindergarten oder die Schule besuchen und dort ausreichend Kontakt zu 

Gleichaltrigen haben und ihre Sozialkompetenzen etc. ausbilden können. Dies gilt 

umso mehr, als dass kein in der Entwicklungspsychologie allgemein anerkannter 

Prozentsatz existiert, in welchem Umfang Kinder zur Förderung ihrer Entwicklung 

mindestens ausserhäuslich betreut werden müssen. 

8. Auch dass der nur teilweise Besuch der Mittagsbetreuung C._____ 

durcheinanderbringt, weil er sich jeweils überlegen muss, wo er hingeht (vgl. 

Urk. 122 Rz. 2.6.), stellt keine Kindswohlgefährdung dar. Es ist ohnehin davon 

auszugehen, dass diese Verwirrung nach einer gewissen Zeit abklingt, sobald 

sich das neue Betreuungskonzept eingespielt hat und sich die Kinder daran ge-

wöhnt haben. Ferner ist nicht glaubhaft gemacht, dass die Kinder von der Kläge-

rin sozial isoliert werden, keine Freundschaften neben der Schule pflegen können 

und daher zur "Kompensation" wenigstens die Mittagsbetreuung besuchen müss-

ten. Zwar ist es angesichts des Aufenthalts im Tessin für die Kinder an den Be-

treuungswochenenden der Klägerin tatsächlich nicht möglich, dass sie ihre 

Freunde in Zürich treffen. Es erscheint jedoch einerseits wenig plausibel, dass die 

Klägerin ihre Wochenenden einzig deshalb mit den Kindern im Tessin verbringt, 

um deren soziale Einbindung zu verhindern. Dies liesse sich auch ohne eine 

Fahrt ins Tessin bewerkstelligen. Andererseits ist nicht nachgewiesen bzw. er-

scheint unwahrscheinlich, dass die Kinder tatsächlich sozial isoliert sind oder eine 

soziale Isolation durch den Nicht-Besuch der Mittagsbetreuung an weiteren ein 

bis zwei Tagen pro Woche droht, selbst wenn sie damit zu einer Minderheit gehö-

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ren. Dies lässt sich insbesondere der Eingabe der Kindsvertreterin nicht entneh-

men, welche im Gegenteil (in Bezug auf C._____) davon spricht, dass er im Alltag 

gut vernetzt sei (Urk. 122 Rz. 2.6., Rz. 2.9.). Dass C._____ das Kung Fu oder am 

Mittwochnachmittag den Fussballclub nicht besucht, ist ebenfalls nicht als Kinds-

wohlgefährdung zu werten, zumal C._____ die gegenwärtige Lösung – Fussball 

jeden zweiten Samstag – für gut befindet (Urk. 122 Rz. 2.6.).  

9. Auch die übrigen Einwendungen des Beklagten vermögen keine 

Kindswohlgefährdung aufzuzeigen. Mit der Tagesschule werden vorrangig andere 

Ziele verfolgt als diejenigen, die der Beklagte in der Berufungsschrift geltend 

macht. Das Projekt der Tagesschulen dient nämlich nicht primär dazu, den Kin-

dern möglichst viel Kontakt zu Gleichaltrigen zu ermöglichen. Gemäss Evaluati-

onsbericht vom 8. März 2021 über das Projekt Tagesschule 2025 sei dieses eine 

Antwort auf die zunehmende Erwerbstätigkeit beider Elternteile und die stetig 

steigende Nachfrage nach unterrichtsergänzender Betreuung in der Stadt Zürich. 

Möglichst viele Kinder sollten von zusätzlichen Lerngelegenheiten profitieren, 

wodurch sich die Bildungschancen von Kindern aus privilegierten und weniger 

privilegierten Familien angleichen sollen 

(https://www.infras.ch/media/filer_public/b4/a2/b4a29931-5b42-48c1-8e90-

8d6f65d41642/eval_ts_2025_hauptbericht_infras_final_08_03_2021_def.pdf S. 5; 

besucht am 01.02.2023 um 13.10 Uhr; Urk. 91/1 S. 15; Urk. 91/2 S. 1). Dass die 

Kinder gerne Zeit mit den Schulkameraden verbringen (so Urk. 91/1 S. ff.), ist si-

cherlich ein weiterer willkommener Effekt, stellt jedoch nicht den Hauptgrund für 

die Einführung der Tagesschule dar.  

10. Dass es keinen vernünftigen bzw. objektiven Grund für die Abmeldung 

der Kinder von der gebundenen Mittagsbetreuung gibt und es der Klägerin nur da-

rum geht, das Betreuungskonzept des Beklagten im Falle seiner alleinigen Obhut 

zu torpedieren (Urk. 98 Rz. 22), trifft ebenfalls nicht zu. Die Klägerin zieht die per-

sönliche Betreuung der Kinder durch sie oder ihre Mutter an ihren Betreuungsta-

gen der gebundenen Mittagsbetreuung vor, was durchaus vertretbar ist. Von ei-

nem Torpedieren des Betreuungskonzepts kann ebenfalls keine Rede sein, da es 

dem Beklagten problemlos möglich ist, sein Betreuungskonzept im Falle seiner al-

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leinigen Obhut (und auch im Rahmen der derzeit gelebten alternierenden Obhut) 

weiterzuführen. So kann er die Kinder an seinen Betreuungstagen ohne Weiteres 

an den ungebundenen – und aufgrund des Entgegenkommens der Schulleitung 

auch an den gebundenen Mittagen (Urk. 110/1) – anmelden und sie (im Falle sei-

ner alleinigen Obhut) für sämtliche gebundene Mittagstage anmelden. Der vom 

Beklagten angeführte Obergerichtsentscheid LY180022-O ist vorliegend nicht 

einschlägig. Dass das Obergericht im genannten Entscheid die Abmeldung vom 

Mittagstisch durch die Kindsmutter als "seltsam" bezeichnete, war dem Umstand 

geschuldet, dass die Kindsmutter den Mittagstisch kündigte, um das Betreuungs-

konzept des Kindsvaters als (deswegen) unzureichend zu kritisieren (OGer ZH 

LY180022 vom 22.08.2018, E. 5.3.3.2.). Vorliegend kündigte die Klägerin die Mit-

tagsbetreuung nach dem Gesagten jedoch deshalb, weil sie die Kinder an ihren 

Tagen selbst (bzw. durch ihre Mutter) betreuen (lassen) will und nicht, um dem 

Beklagten ein ungenügendes Betreuungskonzept vorwerfen zu können und damit 

ihre Position im Hauptverfahren zu verbessern. 

11. Was die beantragten Beweisabnahmen betrifft, so ist festzuhalten, 

dass nicht die Kinder, sondern die Eltern über die Art der Betreuung zu entschei-

den haben, weshalb nicht ausschlaggebend ist, ob die Kinder sich für oder gegen 

die gebundene Mittagsbetreuung entscheiden würden. Angesichts dessen kann 

auf eine Anhörung der Kinder (Urk. 98 Rz. 20) verzichtet werden. Ob die Mittags-

betreuung nun Fr. 6.–, Fr. 8.– (Urk. 108 Rz. 13) oder Fr. 9.77 pro Mittag und Kind 

bzw. allenfalls etwas mehr (Urk. 113 Rz. 17) kostet, ist angesichts der geringfügi-

gen Differenz unerheblich. Beweisabnahmen zum Preis der Betreuung können 

daher unterbleiben (Urk. 113 Rz. 17). Auf die Abnahme der weiteren offerierten 

Beweismittel, insbesondere die Befragung des Beklagten, kann ebenso verzichtet 

werden, da der damit zu beweisende Sachverhalt entweder unbestritten oder 

durch die beiliegenden Unterlagen erwiesen (Urk. 98 Rz. 12, Rz. 14 f.; Urk. 108 

Rz. 16; Urk. 113 Rz. 14, Rz. 16, Rz. 22, Rz. 30), nicht entscheidwesentlich ist 

(Urk. 98 Rz. 19 f.; Urk. 108 Rz. 18; Urk. 113 Rz. 6 f., Rz. 10 ff., Rz. 16, Rz. 21, 

Rz. 27, Rz. 30, Rz. 32) oder nicht anzunehmen ist, dass die Beweisabnahme et-

was an der dargelegten Würdigung zu ändern vermochte (Urk. 98 Rz. 21 f.; 

Urk. 113 Rz. 29, Rz. 31). 

- 15 - 

12. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass die Kinder in ih-

rem Wohl gefährdet sind, wenn sie die gebundene Mittagsbetreuung nicht wäh-

rend der gesamten Schulwoche besuchen. Demgemäss ist die Berufung abzu-

weisen, soweit darauf einzutreten ist, und der angefochtene Entscheid ist zu be-

stätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Vorinstanz hat – soweit ersichtlich – für das Massnahmeverfahren 

keine Kosten erhoben (Urk. 99 S. 124 f., S. 131). Dies ist angesichts des Auf-

wands des Gerichts (kein Schriftenwechsel, äusserst kurze Begründung im En-

dentscheid) nicht zu beanstanden. Angesichts dessen erübrigen sich weitere Aus-

führungen hierzu.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2 Abs. 

1, § 5 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 3'000.– 

festzusetzen. Hinzu kommt die Entschädigung für die Vertretung des Kindes 

(Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO), welche vorab aus der Gerichtskasse zu bezahlen ist 

(Urwyler/Grütter, Dike-Komm-ZPO, Art. 95 N 15). Die Kindsvertreterin macht für 

das vorliegende Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 1'303.15 inklusive 

Mehrwertsteuer geltend (Urk. 133). Der Zeitaufwand von 5.5 Stunden erscheint 

als angemessen und wurde von keiner Partei beanstandet. Der geltend gemachte 

Stundenansatz entspricht demjenigen einer anwaltlichen Kindsvertretung. Für 

nichtanwaltliche Kindsvertretungen (durch hinreichend rechtskundige Sozialarbei-

ter, Sozialpädagogen, Kinderpsychologen, Juristen mit entsprechender Weiterbil-

dung) kommen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich die 

Entschädigungsrichtlinien zum Zuge, wie sie bei einer Beistandschaft gemäss Art. 

308 ZGB gelten (BGE 142 III 153 E. 5.3.4.2 S. 168). Gemäss § 21 Abs. 4 EG 

KESR in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und 3 der Verordnung über Entschädigung 

und Spesenersatz bei Beistandschaften [LS 232.35] richtet sich der Stundenan-

satz nach branchenüblichen Ansätzen. In der Praxis werden Beistände mit einem 

Zeitaufwand zwischen Fr. 50.– und Fr. 100.– entschädigt (Biderbost/Affolter-

Fringeli, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch 

- 16 - 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2016, Rz. 8.223; FamKomm Erwachse-

nenschutz/Häfeli, Art. 404 N 5; KOKES-Praxisanleitung Erwachsenenschutzrecht, 

Rz 6.44). Angesichts der Tatsache, dass die Kindsvertreterin nebst ihrem Ab-

schluss als Sozialarbeiterin FH eine Zusatzausbildung (CAS Kindesvertretung 

Hochschule Luzern Soziale Arbeit) abgeschlossen hat (www.mavivo.ch), ist der 

Stundenansatz im vorliegenden Fall auf Fr. 150.– festzulegen (vgl. auch OGer ZH 

PQ210045 vom 05.08.2021, E. 3.3. ff.). Damit resultiert eine Entschädigung in 

Höhe von Fr. 825.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer, mithin total Fr. 888.55. Die 

Kindsvertreterin ist somit mit Fr. 888.55 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu 

entschädigen. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsge-

mäss dem Beklagten aufzuerlegen und teilweise mit seinem Kostenvorschuss zu 

verrechnen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Im Mehrbetrag stellt die Obergerichtskasse 

Rechnung. 

3. Angesichts seines Unterliegens ist der Beklagte im Weiteren zu ver-

pflichten, der Klägerin für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zu 

bezahlen. Diese ist in Anwendung von § 2 Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und 2 

sowie § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 3'000.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteu-

er festzusetzen. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, der Klägerin eine Partei-

entschädigung von gerundet Fr. 3'230.– zu bezahlen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Z._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen als Kindsvertreterin für 

das Berufungsverfahren mit Fr. 888.55 aus der Gerichtskasse entschädigt. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 888.55   Honorar Kindsvertreterin 

Fr. 3'888.55   Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklag-

ten auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet. Im Mehrbetrag 

stellt die Obergerichtskasse Rechnung. 

5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das Berufungsverfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'230.– zu bezahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Verfahrensbeteiligten, die Oberge-

richtskasse sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten in das Verfahren LZ220027-O. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG über vorsorgliche Massnahmen im 
Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.  
 
Zürich, 22. Februar 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw L. Hengartner 
 
 
versandt am: 
ip 

	Urteil vom 22. Februar 2023
	Rechtsbegehren:
	Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich im  summarischen Verfahren vom 20. Mai 2022 (Urk. 93 S. 125 = Urk. 99 S. 125)
	1. Das Begehren des Beklagten um vorsorgliche Massnahmen vom 5. April 2022 wird abgewiesen.
	2. (Mitteilungssatz)
	3. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Sachverhalt und Prozessgeschichte

	1. Der Berufungskläger und Beklagte (fortan Beklagter) und die Berufungsbeklagte und Klägerin (fortan Klägerin) sind die unverheirateten Eltern von C._____, geboren am tt.mm.2014, D._____ und E._____, beide geboren am tt.mm.2017. Die Kinder werden sei...
	2. Am 20. Mai 2020 machte die Klägerin bei der Vorinstanz eine Klage betreffend Aufenthaltsbestimmungsrecht, Obhut, Besuchsrecht und Unterhalt anhängig und beantragte unter anderem, dass ihr die alleinige Obhut zuzuteilen und ihr zu gestatten sei, d...
	3. Gegen die Verfügung vom 20. Mai 2022 erhob der Beklagte mit Eingabe vom 13. Juni 2022 fristgerecht (vgl. Art. 314 Abs. 1 ZPO und Urk. 95) Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 98). Mit Verfügung vom 23. Juni 2022 wurde er aufgefo...
	4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-97). Die Angelegenheit erweist sich als spruchreif, was den Parteien mit Verfügung vom 9. Januar 2023 bereits mitgeteilt wurde (Urk. 130). Auf die Ausführungen der Parteien ist im Folgenden nur s...
	II.  Prozessuale Vorbemerkungen
	III.  Materielles

	1. Die Vorinstanz erwog, das Begehren um vorsorgliche Massnahmen betreffend die gebundene Mittagsbetreuung der Tagesschule F._____ sei angesichts des Aufenthaltswechsels der Kinder nach G._____ nicht mehr zu prüfen, da der Schulbesuch der Kinder im S...
	2. Der Beklagte macht zusammengefasst geltend, dass er insbesondere gegen die Bewilligung des Umzugs der Klägerin mit den Kindern in den Kanton Tessin Berufung erheben werde. Dieser werde daher einstweilen nicht möglich sein und die Kinder würden weit...
	3. Die Klägerin führt zusammengefasst aus, im März 2022 habe das erstinstanzliche Urteil noch nicht vorgelegen. Sie habe davon ausgehen müssen, dass auch nach den Sommerferien das Betreuungskonzept in Zürich weitergeführt werde. Aufgrund der Abmeldefr...
	4. Die Kindsvertreterin führt aus, C._____ habe erzählt, dass es ihn etwas durcheinander bringe, dass er nur am Montag in die Mittagsbetreuung gehe, da er sich überlegen müsse, wann er wohin gehe. Mehr in die Mittagsbetreuung zu gehen, könne er sich v...
	5. Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen. Der Elternteil, der das Kind betreut, kann allein entscheiden, wenn die Angelege...
	6. Entgegen der missverständlichen Formulierung, dass das Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen nicht mehr zu prüfen sei, hat die Vorinstanz eine (kurze) inhaltliche Prüfung vorgenommen. So hielt sie fest, dass "die Voraussetzung des Schulbesuch...
	7. Es kann jedoch offengelassen werden, in welche Kategorie im Sinne von Art. 301 ZGB die Entscheidung fällt, ob die Kinder die gebundene Mittagsbetreuung besuchen. Selbst wenn es sich um eine gemeinsam zu treffende Entscheidung handelte, wäre für die...
	8. Auch dass der nur teilweise Besuch der Mittagsbetreuung C._____ durcheinanderbringt, weil er sich jeweils überlegen muss, wo er hingeht (vgl. Urk. 122 Rz. 2.6.), stellt keine Kindswohlgefährdung dar. Es ist ohnehin davon auszugehen, dass diese Verw...
	9. Auch die übrigen Einwendungen des Beklagten vermögen keine Kindswohlgefährdung aufzuzeigen. Mit der Tagesschule werden vorrangig andere Ziele verfolgt als diejenigen, die der Beklagte in der Berufungsschrift geltend macht. Das Projekt der Tagesschu...
	10. Dass es keinen vernünftigen bzw. objektiven Grund für die Abmeldung der Kinder von der gebundenen Mittagsbetreuung gibt und es der Klägerin nur darum geht, das Betreuungskonzept des Beklagten im Falle seiner alleinigen Obhut zu torpedieren (Urk. 9...
	11. Was die beantragten Beweisabnahmen betrifft, so ist festzuhalten, dass nicht die Kinder, sondern die Eltern über die Art der Betreuung zu entscheiden haben, weshalb nicht ausschlaggebend ist, ob die Kinder sich für oder gegen die gebundene Mittags...
	12. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass die Kinder in ihrem Wohl gefährdet sind, wenn sie die gebundene Mittagsbetreuung nicht während der gesamten Schulwoche besuchen. Demgemäss ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten is...
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Die Vorinstanz hat – soweit ersichtlich – für das Massnahmeverfahren keine Kosten erhoben (Urk. 99 S. 124 f., S. 131). Dies ist angesichts des Aufwands des Gerichts (kein Schriftenwechsel, äusserst kurze Begründung im Endentscheid) nicht zu beanst...
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2 Abs. 1, § 5 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Hinzu kommt die Entschädigung für die Vertretung des Kindes (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO),...
	3. Angesichts seines Unterliegens ist der Beklagte im Weiteren zu verpflichten, der Klägerin für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist in Anwendung von § 2 Abs. 1, § 5 Abs. 1, § 11 Abs. 1 und 2 sowie § 13 Abs. 1 und 2 ...
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Z._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen als Kindsvertreterin für das Berufungsverfahren mit Fr. 888.55 aus der Gerichtskasse entschädigt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklagten auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet. Im Mehrbetrag stellt die Obergerichtskasse Rechnung.
	5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'230.– zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Verfahrensbeteiligten, die Obergerichtskasse sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...