# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0d99960-f4d3-5b69-a1c8-10434544db30
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.10.2022 SB220234
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220234_2022-10-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB220234-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichterin lic. iur. Seiler sowie Gerichts- 

schreiberin lic. iur. Leuthard 

 

Urteil vom 14. Oktober 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatkläger 

 

betreffend mehrfache versuchte Nötigung etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 17. März 2021 (GG200057) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 22. Dezember 

2020 (Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von 

Art. 173 StGB, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB sowie der 

mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB.  

2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 

ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Freiheitsstrafe wird widerrufen. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe be-

straft mit einer Freiheitsstrafe von 270 Tagen, wovon 1 Tag durch Haft er-

standen ist, sowie mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.00 

(entsprechend Fr. 2'000.00). 

4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 750.00 als Genugtu-

ung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr Anklagebehörde. 
 

7. Die Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 

  

- 3 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 54 S. 3) 

 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. März 2021 sei aufzu-

heben. 

 2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede im 

Sinne von Art. 173 StGB freizusprechen; hinsichtlich des Vorwurfs der 

Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB sowie der versuchten Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB sei der Beschuldigte schuldig zu sprechen. 

 3. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Geldstrafe von höchstens 

10 Tagessätzen zu Fr. 10.00 zu bestrafen. 

 4. Der Vollzug der Strafe sei mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzu-

schieben. 

 5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltshaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 

2019 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Freiheitsstrafe sei nicht 

zu widerrufen. 

 6 Die Forderungen des Privatklägers seien auf den Zivilweg zu verwei-

sen. 

 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. 

b) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis: 

(schriftlich, Urk. 48) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

- 4 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Das Bezirksgericht Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen (Vorinstanz), sprach 

den Beschuldigten mit dem eingangs wiedergegebenen Urteil vom 17. März 2021 

anklagegemäss der mehrfachen üblen Nachrede, der Beschimpfung und der 

mehrfachen versuchten Nötigung schuldig. Die Vorinstanz widerrief die mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällte be-

dingte Strafe von 90 Tagen Freiheitstrafe und bestrafte den Beschuldigten unter 

Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe mit einer vollziehbaren Freiheitsstrafe 

von 270 Tagen, wovon 1 Tag durch Haft erstanden sei, sowie mit einer vollzieh-

baren Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.– (entsprechend Fr. 2'000.–). 

Ferner wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 750.– als Genug-

tuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen 

(Urk. 42 S. 16). 

2. Zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung, zunächst angesetzt auf den 17. Feb-

ruar 2021 und nach unentschuldigter Abwesenheit des Beschuldigten neu termi-

niert auf den 17. März 2021, war der Beschuldigte unentschuldigt nicht erschie-

nen (Prot. I S. 5 ff.). Gegen das ihm am 24. März 2021 zugestellte, unbegründete 

Urteil vom 17. März 2021 (Urk. 32c) liess der Beschuldigte rechtzeitig Berufung 

anmelden, zudem verlangte er die Ansetzung einer neuen Hauptverhandlung, die 

Neubeurteilung der Sache und die Begründung des erstinstanzlichen Entscheids 

(vgl. Urk. 34; Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zü-

rich vom 14. Dezember 2021, Urk. 39). Die Vorinstanz wies das Gesuch um Neu-

beurteilung und Begründung am 14. April 2021 ab (Urk. 36). Nachdem die 

III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich auf Beschwerde des Be-

schuldigten hin die Sache zur Erstellung einer Begründung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen hatte (Entscheid vom 14. Dezember 2021, Urk. 39), versandte die 

Vorinstanz am 3. März 2022 das begründete Urteil an die Parteien (Urk. 41/1-2) 

und übermittelte gleichzeitig die Anmeldung der Berufung zusammen mit den Ak-

- 5 - 

ten dem Obergericht. Am 23. März 2022 (Datum des Poststempels) reichte der 

Beschuldigte der erkennenden Kammer rechtzeitig die schriftliche Berufungser-

klärung ein, mit der er die Aufhebung des angefochtenen Urteils, einen Freispruch 

vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede, eine mildere Bestrafung unter Auf-

schub des Vollzuges und Verzicht auf den Widerruf der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällten, bedingten Stra-

fe sowie die Verweisung des Privatklägers auf den Zivilweg verlangte. Dem Pri-

vatkläger und der Staatsanwaltschaft wurde mit Präsidialverfügung vom 2. Mai 

2022 Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 45). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit 

Eingabe vom 4. Mai 2022 auf Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des 

angefochtenen Urteils und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung (Urk. 48), was der Verteidigung zur Kenntnis gebracht 

wurde (Urk. 51/1). Der Privatkläger liess sich nicht vernehmen. Die Staatsanwalt-

schaft wurde zur Berufungsverhandlung fakultativ vorgeladen. Nach durchgeführ-

ter Berufungsverhandlung erweist sich der Prozess als spruchreif. 

II. 

1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Verteidigung 

hat das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Schuldsprüche wegen mehrfa-

cher versuchter Nötigung und Beschimpfung (Dispositiv-Ziff. 1 teilweise) und der 

Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziff. 6) angefochten. 

2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefoch-

tenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Hinsichtlich der auch vom Sachverhalt her 

unabhängigen Schuldsprüche wegen mehrfacher versuchter Nötigung und Be-

schimpfung (Dispositiv-Ziff. 1 teilweise), und hinsichtlich der Kostenfestsetzung 

(Dispositiv-Ziff. 6) ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 402 StPO).  

3. Nach Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum 

Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechts-

- 6 - 

mittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist. Die Staatsanwaltschaft hat die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt (Urk. 48). Eine Abänderung 

des vorinstanzlichen Urteils zulasten des Beschuldigten ist daher in prozessualer 

Hinsicht ausgeschlossen.  

4. Die üble Nachrede nach Art. 173 StGB sowie die Beschimpfung nach Art. 177 

StGB erfordern als Antragsdelikte einen gültigen Strafantrag als Prozessvoraus-

setzung. Der Privatkläger hatte mit der Strafanzeige vom 30. Januar 2020 (Urk. 1) 

fristwahrend einen Strafantrag im Sinne von Art. 31 StGB gegen den Beschuldig-

ten wegen übler Nachrede und Beschimpfung gestellt, so dass das Strafan-

tragserfordernis erfüllt ist. 

III. 

1. Unter dem Titel der mehrfachen üblen Nachrede und der Beschimpfung wer-

den in der Anklage zwei Posts, welche der Beschuldigte verfasst haben soll, an-

geführt (Urk. 16 S. 5 f.). Der Beschuldigte ist geständig, am 12. Dezember 2019 

auf seinem Facebook-Profil ein Foto des Privatklägers mit dem Text "… der Links 

im Bild B._____ mit der Firma …!" gepostet zu haben. Am 29. Dezember 2019 

folgte eine weitere Veröffentlichung auf Facebook: "Der … B._____ …[sic]" (vgl. 

Urk. 4/1 F7 ff, Urk. 4/2 F4 ff.; Urk. 4/3 F6 ff.). Der äussere Anklagesachverhalt ist 

anerkannt und erstellt.  

2. Da hinsichtlich der subjektiven Tatbestandselemente Tat- und Rechtsfragen 

eng miteinander verbunden sind, sind diese nachfolgend, auch soweit sie Sach-

verhaltsfragen betreffen, im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen.  

IV. 

1. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen üb-

len Nachrede. Denn seine Aussagen, insbesondere dass der Privatkläger ein Be-

trüger sei, entsprächen der Wahrheit. Zumindest aber habe der Beschuldigte 

ernsthafte Gründe gehabt, davon auszugehen, dass der Privatkläger ihn um sein 

Geld betrogen habe(vgl. Urk. 4/1 F/A 5, 21 f.; Urk. 4/2 F/A 15, Urk. 54 S. 2 f.).  

- 7 - 

2. Die Ehrverletzungstatbestände der Art. 173 ff. StGB schützen den Ruf, ein ehr-

barer, charakterlich anständiger Mensch zu sein. Der üblen Nachrede macht sich 

schuldig, wer jemanden bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder 

anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 

verdächtigt, sowie wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterver-

breitet (Art. 173 Ziff. 1 StGB). Beweist der Beschuldigte, dass die von ihm vorge-

brachte oder weiterverbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht, oder dass er 

ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten, so ist er nicht 

strafbar (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Der Beschuldigte wird zum Beweis nicht zugelas-

sen und ist strafbar für Äusserungen, die ohne Wahrung öffentlicher Interessen 

oder sonst wie ohne begründete Veranlassung, vorwiegend in der Absicht vorge-

bracht oder verbreitet werden, jemandem Übles vorzuwerfen, insbesondere, wenn 

sich die Äusserungen auf das Privat- oder Familienleben beziehen (Art. 173 Ziff. 3 

StGB). Unter der vom Strafrecht geschützten Ehre wird allgemein ein Recht auf 

Achtung verstanden, das durch jede Äusserung verletzt wird, die geeignet ist, die 

betroffene Person als Mensch verächtlich zu machen. Äusserungen, die sich le-

diglich eignen, jemanden in anderer Hinsicht, zum Beispiel als Geschäfts- oder 

Berufsmann herabzusetzen, nicht aber als ehrbarer Mensch, sind nicht ehrverlet-

zend im Sinne von Art. 173 ff. StGB (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

6B_918/2016 vom 28. März 2017 E. 6.3. und 6B_683/ 2016 vom 14. März 2017 

E. 1.3 je mit Hinweisen). Um zu beurteilen, ob eine Äusserung ehrverletzend ist, 

ist auf eine objektive Auslegung gemäss der Bedeutung, die ihr der unbefangene 

durchschnittliche Dritte unter den gesamten konkreten Umständen beilegt, abzu-

stellen. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt. Der Ehrverletzungsvorsatz ist gegeben, wenn der Beschuldigte in einer Pa-

rallelwertung in der Laiensphäre erkennen kann, dass seine Äusserung die Ehre 

berührt. Ob die Tatsachenbehauptung wahr oder unwahr ist, betrifft nicht die Tat-

bestandsmässigkeit, sondern die Strafbarkeit (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Eine begrün-

dete Veranlassung kann sich auf öffentliche oder private Interessen beziehen. Sie 

muss objektiv bestanden haben und Beweggrund für die Äusserung gewesen 

sein. Dass der Täter sich bloss vorstellt, in Wahrung öffentlicher Interessen oder 

sonst wie mit begründeter Veranlassung zu handeln, genügt nicht. Eine überwie-

- 8 - 

gende Beleidigungsabsicht ist immer dann zu bejahen, wenn es dem Urheber der 

Äusserung vor allem darum geht, dem Opfer durch die üble Nachrede zu scha-

den, bzw. jemanden der Schmach auszusetzen oder "zu Fall zu bringen". Der 

Wahrheitsbeweis eines strafbaren Verhaltens kann sodann grundsätzlich nur mit 

einem rechtskräftigen Strafurteil erbracht werden (vgl. zum Ganzen: BGE 137 IV 

313 E. 2.1 und 2.4; BGE 132 IV 112 E. 3.1 und 4.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_918/2016 vom 28. März 2017, E. 6.3-6.5 und 6B_722/2017 vom 28. August 

2017, E. 1.1; Urteile der erkennenden Kammer Geschäfts-Nr. SB170206-O/U 

vom 16. Januar 2018, E. II.4.3.1b und Geschäfts-Nr. SB170428-O/U vom 17. Au-

gust 2018; E. II.3.1; Trechsel/Lieber, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. Zürich 2021, Art. 173 N 25).  

3. Dem Beschuldigten ist insoweit Recht zu geben, als sein Post auf Facebook 

vom 29. Dezember 2019 ("Der … B._____ …") zwar eine Beschimpfung im Sinne 

von Art. 177 StGB – der Ausdruck "Drecks Spatz" ist ein reines Werturteil –, aber 

keine üble Nachrede beinhaltet. Die übrigen Äusserungen in diesem Post eignen 

sich dazu, den Privatkläger als Geschäftsmann, nicht aber als ehrbarer Mensch 

herabzusetzen. Sie sind zudem mangels Schwere noch nicht in strafrechtlich re-

levanter Weise ehrenrührig. Das gilt auch für die Behauptung, der Privatkläger 

führe die "Ausführungen […] die im Handelsregister stehen" nicht aus. Damit 

weist der Beschuldigte zwar auf ein vorschriftswidriges, nicht aber auf ein strafba-

res oder sonstwie sittlich vorwerfbares Verhalten hin. Selbst im Kontext mit den 

übrigen Äusserungen des Beschuldigten, dass der Privatkläger mit seiner Firma 

herumstolziere und sich darum drücke, Verpflichtungen zu bereinigen, kommt 

dieser Aussage für den unbefangenen Leser kein ehrverletzender Charakter zu. 

Da der entsprechende Anklagesachverhalt lediglich rechtlich anders gewürdigt 

wird, als die Staatsanwaltschaft dies getan hat, hat in Bezug auf den Vorwurf der 

üblen Nachrede hinsichtlich des Posts vom 29. Dezember 2022 kein Freispruch 

zu erfolgen.  

4. Demgegenüber hat der Beschuldigte am 12. Dezember 2019 auf seinem Face-

bookprofil einen Post veröffentlicht, worin er den Privatkläger einen Betrüger 

nennt und davon abrät, mit ihm Geschäfte zu machen. Damit hat er den Privat-

- 9 - 

kläger bei Dritten eines unehrenhaften, strafbaren Verhaltens beschuldigt, mithin 

tatbestandsmässig gehandelt. Der Ausdruck "Betrüger" ist ein gemischtes Wertur-

teil, das dem Entlastungsbeweis grundsätzlich zugänglich ist. Ein rechtskräftiges 

Strafurteil gegen den Privatkläger liegt nicht vor, weshalb der Wahrheitsbeweis 

nicht erbracht werden kann. Der Beschuldigte beruft sich im Berufungsverfahren 

denn auch auf den Gutglaubensbeweis, indem er geltend macht, er habe ernst-

hafte Gründe gehabt, davon auszugehen, dass der Privatkläger ihn um sein Geld 

betrogen habe (Urk. 54 S. 2). In Abweichung zu den Ausführungen der Vorin-

stanz ist festzuhalten, dass unklar bleibt, ob der Beschuldigte in überwiegender 

Beleidigungsabsicht gehandelt hat. Zwar finden sich in den Aussagen und im 

Verhalten des Beschuldigten durchaus Anhaltspunkte dafür, dass die Beleidi-

gungsabsicht im Vordergrund stand. So gab der Beschuldigte beispielsweise an, 

er habe den Privatkläger an den Pranger stellen wollen, damit jeder wisse, dass 

er ein "linker Vogel" sei. Er habe ihn öffentlich blossstellen wollen (vgl. Urk. 4/1 

F/A 11; Urk. 4/3 F/A 4). Doch lässt sich dem Beschuldigten nicht wiederlegen, 

dass es ihm auch massgebend darum ging, das Geschäftsgebaren des Privatklä-

gers offen zu legen und andere davor zu warnen. Damit ist der Beschuldigte zum 

Gutglaubensbeweis zuzulassen. Der Gutglaubensbeweis gelingt, wenn der Täter 

nachweist, dass er ernsthafte Gründe hatte, eine Behauptung in guten Treuen für 

wahr zu halten. Der gute Glaube allein genügt nicht (BSK StGB-Riklin, 4. Aufl. 

Basel 2018, Art. 173 N 19). Der Täter muss vielmehr beweisen, dass er die nach 

den konkreten Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen zumutbaren 

Schritte unternommen hat, um die Wahrheit seiner ehrverletzenden Äusserungen 

zu überprüfen und für gegeben zu erachten. Der Beschuldigte brachte hierzu vor, 

der Privatkläger und er hätten einmal zusammen ein Transportgeschäft gehabt. 

Der Privatkläger habe einen Abtretungsvertrag für ein Fahrzeug und einen Anhä-

nger unterzeichnet, wozu er gar nicht berechtigt gewesen sei. Er habe das Ge-

schäft über die Firma C._____ in D._____ abgewickelt und dort sei seine Schwes-

ter unterschriftsberechtigt gewesen und nicht er. Er solle seine Schulden bezah-

len, die er beim Beschuldigten habe wegen Betrug, Unterschlagung und Unter-

schriftenfälschung. Vor der Staatsanwaltschaft präzisierte der Beschuldigte, das 

Fahrzeug und der Anhänger seien auf die Firma E.____ eingelöst gewesen. Nach 

- 10 - 

der nicht zustande gekommenen Geldübergabe habe der Privatkläger den Anhä-

nger zu einem Schleuderpreis verkauft. Das Fahrzeug Dodge RAM laufe nun über 

die Firma C._____. Daran sehe man schon, dass einige Sachen faul seien. Fer-

ner hielt der Beschuldigte zusammenfassend fest, der Privatkläger habe Sachen 

verkauft, die ihnen gemeinsam gehört hätten und wolle ihm das Geld nicht geben 

(vgl. Urk. 4/1 F/A 3; Urk. 4/2 F/A 4; Urk. 4/3 F/A 24). Objektiv gesehen ergibt sich 

aus diesem Sachverhalt keine begründete Veranlassung für einen Betrugsvor-

wurf. Der Privatkläger bestätigte den geplatzten Kaufvertrag. Er war hingegen der 

Auffassung, der Beschuldigte schulde ihm Geld (vgl. Urk. 5/1 F/A 12, 31; Urk. 5/2 

F/A 23). Wie es sich mit den Forderungen zwischen den Parteien tatsächlich ver-

hält, ist anhand der Akten (vgl. Urk. 3/1-2; Urk. 8) nicht überprüfbar. Der Vo-

rinstanz (vgl. Urk. 42 S. 11) ist darin zu folgen, dass aufgrund dieser Zweifel zu-

gunsten des Beschuldigten anzunehmen ist, er habe berechtigte Forderungen 

gegenüber dem Privatkläger, die dieser nicht erfüllt habe. Alleine aufgrund dieser 

Umstände (offene Forderungen/Unterschrift ohne Berechtigung) durfte der Be-

schuldigte den Privatkläger aber nicht in guten Treuen für einen Betrüger halten. 

Der Gutglaubensbeweis ist ihm nicht gelungen.  

5. Der Beschuldigte handelte, wie aus seinen Äusserungen hervorgeht, mit direk-

tem Vorsatz, den Privatkläger herabzusetzen, d.h. in seiner Ehre zu verletzen. 

Seine Intention, den Privatkläger an den Pranger zu stellen (Urk. 4/2 F/A 11), 

zeigt, dass er um den ehrverletzenden Charakter seiner Äusserungen wusste und 

den Privatkläger in seiner Ehre verletzen wollte. Es liegen keine Gründe vor, die 

das Verhalten des Beschuldigten als gerechtfertigt erscheinen lassen. Damit ist 

der Beschuldigte hinsichtlich des Facebook-Posts vom 12. Dezember 2019 we-

gen übler Nachrede schuldig zu sprechen. Da im Facebook-Post des Beschuldig-

ten vom 29. Dezember 2022 nach dem Gesagten keine üble Nachrede zu erbli-

cken ist, hat der Beschuldigte den Tatbestand hingegen nicht mehrfach erfüllt.  

V. 

1. Die Vorinstanz widerrief die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

vom 15. Januar 2019 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Freiheitsstrafe. 

- 11 - 

Sie bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe 

mit einer Freiheitsstrafe von 270 Tagen (9 Monaten), wovon 1 Tag durch Haft er-

standen sei, sowie mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.– (entspre-

chend Fr. 2'000.–; vgl. Urk. 42 S. 8).   

2. Der Beschuldigte verlangt mit der Berufung eine mildere Bestrafung und den 

Verzicht auf den Widerruf. Er sei für die (mehrfache) versuchte Nötigung und die 

Beschimpfung mit einer Geldstrafe von höchstens 160 Tagessätzen zu Fr. 10.– 

zu bestrafen (Urk. 43, Urk. 54 S. 3).   

3. Die Grundsätze der Strafzumessung nach dem Verschulden des Täters (Art. 47 

Abs. 1 und 2 StGB) hat die Vorinstanz korrekt dargelegt (vgl. Urk. 42 S. 9 f.). Da-

rauf kann vorab verwiesen werden. Kommen als Sanktion sowohl eine Freiheits- 

als auch eine Geldstrafe in Betracht, so ist nach dem Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit im Regelfall letztere auszusprechen, weil sie weniger stark in die persönli-

che Freiheit des Täters eingreift (vgl. BGE 144 IV 217, E. 3.3.3). Die Ausfällung 

einer Freiheitsstrafe ist besonders zu begründen. Bei der Wahl der Strafart ist 

insbesondere auf deren Zweckmässigkeit und präventive Effizienz sowie auf ihre 

Auswirkungen auf den Täter und dessen soziales Umfeld abzustellen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23. August 2018 Erw. 1.2.3 mit Hinwei-

sen). Zu berücksichtigen ist namentlich das Vorleben des Täters. Vorstrafen, ins-

besondere einschlägige, und ausgefällte Freiheitsstrafen, sprechen meist dafür, 

dass die nötige präventive Wirkung durch eine blosse Geldstrafe nicht erzielt wer-

den kann. Aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips sind sozial unerwünschte 

Folgen einer Strafe aber nach Möglichkeit zu vermeiden. Deshalb gebührt der 

Geldstrafe im Zweifel Vorrang (BSK StGB-Dolge, Art. 34 N 25). Soweit die für die 

einzelnen Delikte auszusprechenden Strafen gleichartig sind, ist gestützt auf die 

verschuldensangemessenen Einzelstrafen eine Gesamtstrafe zu bilden. Un-

gleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen (vgl. BGE 144 IV 217 E. 2.2 f.). 

Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, 

wenn es für jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkrete Methode, 

BGE 138 IV 120, E. 5.2). Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt 

gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 144 IV 217 E. 2.2). Die frühere 

- 12 - 

Rechtsprechung liess bei zeitlich und sachlich eng miteinander verknüpften Straf-

taten Ausnahmen von der konkreten Methode zu. Solche Ausnahmen sind nicht 

mehr zulässig (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2). Auch nach der neusten Rechtspre-

chung darf indes eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen werden, wenn viele 

Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse 

Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte ge-

eignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 6B_196/2021 vom 25. April 2022 E. 5.3.2.; 6B_141/2021 vom 

23. Juni 2021 E. 1.3.2; 6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 

vom 7. Oktober 2020 E. 3.2; 6B_1186/2019 vom 9. April 2020 E. 2.2 und 2.4). Der 

ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu 

hart bzw. zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8; zum Ganzen: OGer ZH 

SB200250, I. StrK., vom 15. Februar 2021, E. IV.2.2.; OGer ZH SB200129, 

I. StrK, vom 19. August 2020, E. III.3.).  

4. Eine Nötigung nach Art. 181 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren  

oder Geldstrafe bestraft. Die Tatbestände der üblen Nachrede nach Art. 173 StGB 

und der Beschimpfung nach Art. 177 StGB sehen ausschliesslich Geldstrafe vor, 

wobei diese bei der Beschimpfung auf 90 Tagessätze begrenzt ist. Mangels be-

sonderer Umstände ist der ordentliche Strafrahmen nicht zu erweitern.  

5. Die Vorinstanz würdigte die Nötigungshandlungen in einem Gesamtzusam-

menhang und sprach dafür eine Gesamtfreiheitstrafe aus. Die vorinstanzliche 

Strafzumessung widerspricht, da sie das Verschulden der einzelnen Taten nicht 

separat würdigt, der vom Bundesgericht entwickelten Methodik der Gesamt-

strafenbildung. Gleichwohl ist von Belang, dass nicht so sehr die einzelne 

Sprachnachricht bzw. Nötigungshandlung, sondern deren Gesamtheit die Schwe-

re dieser Taten für den Privatkläger ausmachte. Die Mehrzahl an Nötigungshand-

lungen war geeignet, deren Wirkung zu verstärken, da sie das Einschüchterungs-

potential der damit verbundenen Drohungen erhöhte. Trotz der vorgegebenen 

Einzelstrafzumessung drängt sich daher mit Blick auf die Tatfolgen und zur Aus-

fällung einer Sanktion, die dem Gesamtverschulden des Beschuldigten angemes-

- 13 - 

sen ist, eine gewisse Gesamtbetrachtung auf. Den gesteigerten negativen Aus-

wirkungen auf den Privatkläger durch die mehrmaligen Nötigungshandlungen ist 

im Sinne einer Gesamtbetrachtung in der nachfolgenden Strafzumessung 

dadurch Rechnung zu tragen, dass die grosse sachliche und teilweise zeitliche 

Nähe der verschiedenen durch den Beschuldigten begangenen, gleichartigen De-

likte nicht – wie sonst häufig angezeigt – zu einer reduzierten Asperation führt, 

sondern ein Asperationsfaktor von 2/3 der jeweiligen Einzelstrafe anzuwenden ist.  

6. Wie nachfolgend auszuführen ist, kommen die Einsatzstrafen für die zu beurtei-

lenden Delikte allesamt unter 180 Tagessätze zu liegen, weshalb der Geldstrafe 

als Sanktion für leichte Kriminalität der Vorrang zukommt. Zwar ist der Vorinstanz 

beizupflichten, dass die teilweise einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten 

grosse Zweifel daran erwecken, ob die nötige präventive Wirkung durch eine wei-

tere Geldstrafe erzielt werden kann. Wie im Folgenden aufzuzeigen ist, wird der 

Beschuldigte aber aufgrund des anzuordnenden Widerrufs seiner Vorstrafe aus 

dem Jahr 2019 zum ersten Mal in der Schweiz eine Freiheitsstrafe verbüssen 

müssen und ist davon auszugehen, dass dieser Umstand genügend Warnwirkung 

entfalten wird, um den Beschuldigten von weiterer Delinquenz abzuhalten. Vor 

diesem Hintergrund erscheint es unter dem Blickwinkel der Spezialprävention 

nicht nötig, die Vergehen des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden.  

7. Die kurz aufeinanderfolgenden, von demselben Motiv und Vorsatz getragenen 

Sprachnachrichten vom 18. November 2019 mit der Drohung, den Privatkläger 

"bis ufs Bluet" und "bis dä letscht Tropfe bi dir usgloffe isch" zu plagen, ihn "vorem 

Publikum" blosszustellen und der Drohung, der Privatkläger laufe dem Beschul-

digten "irgendeines Tages in Hammer iä, und zwar fürchterlich", er mache ihn 

"platt" wie unter einer "30 Tonnä-Walzi", wenn er sein Geld nicht bekomme, wie-

gen am Schwersten. Bei unbefangener Lesart war diese Nötigung im vorliegen-

den Kontext und angesichts der Vorgeschichte vom Privatkläger zwar nicht wört-

lich als "bis aufs Blut" plagen und "platt machen" und daher nicht als Todesdro-

hung zu verstehen, wohl aber als Drohung mit einer Körperverletzung. Das Ver-

halten des Beschuldigten zeigt eine inakzeptable Selbstjustiz. Allerdings ist mit 

der Vorinstanz zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte als Nötigungsmittel kei-

- 14 - 

ne Gewalt angewendet, sondern dem Privatkläger nur verbal gedroht hat. Der 

Privatkläger sprach davon, dass er vorsichtig geworden sei und sich auf der 

Strasse umschaue, ob der Beschuldigte irgendwo sei, sowie von einem "Gefühl 

der Unwohlheit", da der Beschuldigte ihm ständig drohe, dass er ihn zusammen-

schlage (vgl. Urk. 5/1 F/A 20 ff.; Urk. 5/2 F/A 19). Das zielstrebige, konsequente 

Handeln des Beschuldigten dürfte das Sicherheitsgefühl des Privatklägers erheb-

lich beeinträchtigt haben, wie die Vorinstanz richtig erkannte (Urk. 42 S. 11). Das 

objektive Tatverschulden wiegt im Rahmen denkbarer Nötigungshandlungen trotz 

der erheblichen psychischen Folgen für den Privatkläger noch leicht. Der Be-

schuldigte handelte mit direktem Vorsatz, um beim Privatkläger seine Forderun-

gen einzutreiben. In subjektiver Hinsicht ging die Vorinstanz richtigerweise zu-

gunsten des Beschuldigten davon aus, dass der Privatkläger etwelchen Verpflich-

tungen gegenüber dem Beschuldigten nicht nachgekommen sein mag, so dass 

sich der Beschuldigte veranlasst gesehen habe, an sich berechtigte Forderungen 

geltend zu machen (Urk. 42 S. 11). Die Annahme, der Beschuldigte habe berech-

tigte Forderungen gegenüber dem Privatkläger, vermag das Verschulden ange-

sichts der zur Verfügung legalen Mittel der Betreibung nur leicht zu relativieren. 

Mit Blick auf das insgesamt leichte Verschulden ist dafür eine Einsatzstrafe für 

das vollendete Delikt im Bereich des untersten Drittels des Strafrahmens von 90 

Tagessätzen Geldstrafe angemessen.  

8. Beim Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB handelt es sich um eine ver-

schuldensunabhängige Tatkomponente. Sie hat sich indessen im Sinne einer Re-

duzierung der (hypothetischen) verschuldensangemessenen Strafe auszuwirken, 

wobei das Mass dieser Reduktion vor allem von der Nähe des tatbestandmässi-

gen Erfolges und von den tatsächlichen Folgen der Tat abhängt (vgl. Urteil der er-

kennenden Kammer Geschäfts-Nr. SB130351 vom 19. Februar 2014 E. IV.3.2; 

BGE 137 IV 113 E. 1.4.2, S. 115; BSK StGB-Wiprächtiger/Keller, Art. 48a N 24). 

Es liegt ein vollendeter Versuch nach Art. 22 Abs. 1 StGB vor, nachdem der Be-

schuldigte alles getan hat, was in seiner Macht stand bzw. aus seiner Sicht alles 

Notwendige zur Vollendung des Delikts vorkehrte, der Privatkläger sich aber nicht 

entsprechend verhielt, d.h. der Erfolg nicht eintrat. Zutreffend wies die Vorinstanz 

darauf hin, dass nicht eruiert werden kann, wie nahe der Beschuldigte dem ange-

- 15 - 

strebten Erfolg gekommen ist, dass die Folgen der Tat für den Privatkläger aber 

angesichts seiner intensiven Bedrängung über mehrere Monate erheblich waren 

(vgl. Urk. 42 S. 11). Dem Versuch ist mit einer Strafreduktion von 30 Tagessätzen 

Rechnung zu tragen, so dass die Einsatzstrafe auf 60 Tagessätze festzusetzen 

ist. 

9. Mit den kurz aufeinanderfolgenden, vom selben Motiv und Vorsatz und getra-

genen Sprachnachrichten vom 12. Dezember 2019, den Privatkläger "dur all Bö-

de dure z'schleike" ihm eine Ohrfeige ("Flättere") zu geben bzw. ihn zu dreschen 

("ich schwör der, ich dresch di") drohte der Beschuldigte dem Privatkläger für den 

Fall, dass er mit ihm keine Lösung suche, Tätlichkeiten an. Zudem drohte er ihm 

erneut damit, ihn vor "em ganze Publikum" bloss zu stellen ("dänn wüssets emal 

all was au du für einä bisch"). Das sind im Kontext und angesichts des durch die 

Wiederholung erhöhten Drohpotentials keine leichten Drohungen mehr. Das ob-

jektive Tatverschulden wiegt im Rahmen denkbarer Nötigungen noch leicht. Der 

Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz, um beim Privatkläger seine Forde-

rungen einzutreiben. Das Verschulden wird durch die anzunehmenden berechtig-

ten Forderungen des Beschuldigten leicht relativiert, so dass sich insgesamt ein 

leichtes Verschulden ergibt. Dafür rechtfertigt sich eine Einzel- bzw. Einsatzstrafe 

für das vollendete Delikt von 45 Tagessätzen. Der vollendete Versuch führt zu ei-

ner Reduktion der Einsatzstrafe auf 30 Tagessätze. Asperiert ergibt sich dafür ei-

ne Erhöhung der Einsatzstrafe von 20 Tagessätzen.  

10. Die Sprachnachricht vom 23. Dezember 2019, beinhaltend die Drohung "und 

mis chline Netzwerk, muesch luege, was das mit dir macht, wänn nöd zahlsch, 

muesch luege, wie mis chline Netzwärkli tuet […]" und "susch laufi über die iä […] 

ich hol di" erhöht das Drohpotential angesichts der angedrohten Verstärkung 

(Netzwerk) nochmals. Die Drohung ist subtiler und für sich betrachtet weniger 

schwer. Das objektive Tatverschulden wiegt im Rahmen denkbarer Nötigungen 

leicht. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz, um beim Privatkläger sei-

ne Forderungen einzutreiben. Das Verschulden wird durch die möglicherweise 

berechtigten Forderungen des Beschuldigten leicht relativiert, so dass sich insge-

samt ein sehr leichtes Verschulden ergibt. Isoliert betrachtet rechtfertigt sich dafür 

- 16 - 

eine Einzelstrafe für das vollendete Delikt von 25 Tagessätzen. Der vollendete 

Versuch führt zu einer Reduktion der Einsatzstrafe auf 15 Tagessätze. Asperiert 

ergibt sich dafür eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 10 Tagessätzen.    

11. Die Sprachnachricht vom 23. Januar 2020 mit der Drohung der öffentlichen 

Blossstellung in den sozialen Medien ("ich tuen dich nomal id Social Media… das 

schwör ich dir… du wirsch da im Ruum Züri kei Geschäft meh chöne mache") be-

zieht sich auf das weitere Geschäftsleben des Privatklägers und droht sinnge-

mäss eine räumlich begrenzte, geschäftliche (Ruf-)Vernichtung an. Auch hier 

zeigt sich die Konsequenz bzw. Beharrlichkeit des Beschuldigten. Immerhin wird 

keine Gewalt mehr angedroht. Das objektive Tatverschulden wiegt im Rahmen 

denkbarer Nötigungen leicht. Der Beschuldigte handelte erneut mit direktem Vor-

satz, um beim Privatkläger allenfalls berechtigte Forderungen einzutreiben. Ins-

gesamt wiegt das Verschulden sehr leicht. Angemessen ist eine Einzelstrafe für 

das vollendete Delikt von 25 Tagessätzen. Der vollendete Versuch führt zu einer 

Reduktion der Einsatzstrafe auf 15 Tagessätze. Asperiert ergibt sich dafür eine 

Erhöhung der Einsatzstrafe von 10 Tagessätzen.  

12. Die Sprachnachricht vom 28. Januar 2020 beinhaltet erneut die Drohung der 

öffentlichen Blossstellung sowie die Drohung mit Verstärkung ("es wärdet anderi 

Lüüt mir dir au no redä"), was das Drohpotential erhöhte. Das objektive Tatver-

schulden wiegt im Rahmen denkbarer Nötigungen leicht. Ebenfalls liegt direkter 

Vorsatz vor, mit dem Ziel, womöglich berechtigte Forderungen einzutreiben, so 

dass sich insgesamt ein sehr leichtes Verschulden ergibt. Isoliert betrachtet recht-

fertigt sich dafür eine Einzelstrafe für das vollendete Delikt von 25 Tagessätzen. 

Der vollendete Versuch führt zu einer Reduktion der Einsatzstrafe auf 15 Tages-

sätze. Asperiert ergibt sich dafür eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 10 Tages-

sätzen. 

13. Die letzte Sprachnachricht vom 29. Februar 2020 drohte erneut mit der Äch-

tung in den sozialen Medien und der öffentlichen Blossstellung, sowie damit, dass 

der Privatkläger keine Ruhe mehr vor dem Beschuldigten habe. Das objektive 

Tatverschulden wiegt im Rahmen denkbarer Nötigungen leicht. Ebenfalls liegt di-

rekter Vorsatz vor und geht es um womöglich berechtigte Forderungen, so dass 

- 17 - 

sich insgesamt ein sehr leichtes Verschulden ergibt. Isoliert betrachtet rechtfertigt 

sich dafür eine Einzel- bzw. Einsatzstrafe für das vollendete Delikt von 25 Tages-

sätzen. Der vollendete Versuch führt zu einer Reduktion der Einsatzstrafe auf 

15 Tagessätze. Asperiert ergibt sich dafür eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 

10 Tagessätzen.  

14. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass die Einsatzstrafe von 

60 Tagessätzen um insgesamt 60 Tagessätze für die weiteren Nötigungshand-

lungen zu asperieren ist, was für die mehrfach versuchten Nötigungen insgesamt 

eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen ergibt.  

15. Hinsichtlich der üblen Nachrede liegt eine einfache Tatbegehung vor. Das ob-

jektive Tatverschulden bezüglich des Facebook-Posts vom 12. Dezember 2019 

mit der Warnung vor dem Privatkläger "Achtung ! Betrüger" wiegt leicht, zumal der 

Adressaten- bzw. Leserkreis überschaubar gewesen sein dürfte. Der Beschuldig-

te handelte direktvorsätzlich und es ging ihm darum, den Privatkläger zu schädi-

gen. Mit Blick auf die Beweggründe ist zu seinen Gunsten in Betracht zu ziehen, 

dass er angesichts unerfüllter Forderungen aus einer als verzweifelt empfunde-

nen Lage delinquierte. Insgesamt ergibt sich ein sehr leichtes Verschulden. Für 

die üble Nachrede vom 12. Dezember 2019 erscheinen 30 Tagessätze Geldstrafe 

angemessen. Asperiert ergibt sich eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 20 Ta-

gessätze. 

16. Zur Beschimpfung als "Drecks Spatz" ist unter dem Gesichtspunkt der objekti-

ven Tatschwere zu gewichten, dass die verwendete Bezeichnung im erwähnten 

Kontext nur eine geringe kränkende Wirkung hatte und die Kenntnisnahme durch 

weitere Personen begrenzt gewesen sein dürfte. Das objektive Tatverschulden 

wiegt deshalb leicht. Verschuldensmindernd ist auch hier zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte sich dadurch seinem berechtigten Ärger aufgrund unerfüllt 

gebliebener Forderungen Luft zu verschaffen suchte. Der Beschuldigte war wü-

tend und liess – offensichtlich ohne zu überlegen – seinen Frust heraus. In sub-

jektiver Hinsicht ist weiter zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte direktvor-

sätzlich handelte. Das objektive Verschulden wird durch die subjektiven Kompo-

nenten leicht relativiert. Insgesamt wiegt das Tatverschulden des Beschuldigten 

- 18 - 

hinsichtlich der Beschimpfung sehr leicht. Die Einzelstrafe für die Tatkomponente 

ist bei 15 Tagessätzen anzusetzen. In Anwendung des Asperationsprinzips ist die 

Einsatzstrafe von 20 Tagessätzen um 10 Tagessätze für die Beschimpfung zu er-

höhen.  

17. Unter Berücksichtigung der Tatkomponente sämtlicher Delikte ergibt sich so-

mit eine Gesamtstrafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe. 

18. Die Vorinstanz hat zur Person des Beschuldigten und zu seinem Vorleben ei-

nige Ausführungen gemacht (Urk. 42 S. 12). Bekannt ist, dass der Beschuldigte in 

F._____ [Ort in Italien] geboren wurde und in der Schweiz aufwuchs. Er besuchte 

die Realschule und machte hernach ein Jahr Berufswahlschule sowie eine drei-

jährige Lehre als Baumaschinenmechaniker. Später arbeitete er vor allem im Be-

reich der Kanaltechnik. Der Beschuldigte lebt allein und hat nach eigenen Anga-

ben keine Kinder im eigenen Haushalt und keine Unterhalts- bzw. Unterstüt-

zungspflichten (Urk. 4/2 F/A 43 ff., 51). Aus dem Vorleben des Beschuldigten er-

geben sich keine besonderen Tatsachen, die sich auf die Strafzumessung aus-

wirken könnten. 

19. Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft. Gemäss dem Auszug aus dem 

Schweizerischen Strafregister wurde der Beschuldigte am 28. Juni 2007 von ei-

nem Gericht in G._____ in Ecuador wegen Beteiligung an einer kriminellen Orga-

nisation zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. September 2014 wurde der Beschuldigte 

wegen Hinderung einer Amtshandlung und Führen eines Motorfahrzeugs ohne er-

forderlichen Führerausweis mit einer (vollziehbaren) Geldstrafe von 50 Tagessät-

zen zu Fr. 40.– und mit Strafbefehl derselben Staatsanwaltschaft vom 1. Juli 2015 

wegen Führen eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberken-

nung des Ausweises sowie Verletzung der Verkehrsregeln mit einer (vollziehba-

ren) Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 50.– und einer Busse von Fr. 200.– 

bestraft. Am 8. Januar 2019 wurde er von der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 

wegen Beschimpfung zu einer (vollziehbaren) Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– bestraft (Urk. 44). Wenig später wurde er von der Staatsanwaltschaft Zü-

rich-Sihl mit Strafbefehl vom 15. Januar 2019 wegen mehrfacher Beschimpfung 

- 19 - 

und mehrfacher Drohung mit einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 90 

Tagessätzen bestraft – davon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden – und 

die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt. Dieser Strafe lagen ebenfalls Beschimpfun-

gen und Drohungen gegenüber dem Privatkläger zugrunde. Die Probezeit lief 

noch, als der Beschuldigte die heute zu beurteilenden Straftaten beging (vgl. bei-

gezogene Akten der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Unt-Nr. 2019/10001664, Urk. 

10/1-2). Die Vorinstanz gewichtete die teilweise einschlägigen und teilweise gar 

ebenfalls wegen vergleichbarer Straftaten gegenüber dem Privatkläger ausge-

sprochenen Vorstrafen des Beschuldigten und sein Delinquieren während laufen-

der Probezeit zu Recht stark straferhöhend (Urk. 42 S. 12).  

20. Das Geständnis des Beschuldigten hat die Strafuntersuchung angesichts der 

aktenkundigen Audio-Dateien (Urk. 6/2 und 6/6) nicht spürbar erleichtert, so dass 

sich das Geständnis nur leicht auf Strafe auswirken kann. Allerdings zeigte sich 

der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung einsichtig. So versicherte 

er glaubhaft, nun begriffen zu haben, dass er in solchen Situationen den Rechts-

weg beschreiten müsse, was er mit der Unterstützung seines Anwaltes auch tun 

werde (Prot. II S. 9 f. und S. 12). 

21. Damit überwiegen die straferhöhenden die strafmindernden Aspekte. Die Ein-

satzstrafe von 150 Tagessätzen ist aufgrund der täterbezogenen Strafzumes-

sungsfaktoren um 30 Tagessätze zu erhöhen. Insgesamt ist die Gesamtstrafe da-

her auf 180 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.  

22. Am Rande sei bemerkt, dass aufgrund der konkreten Gegebenheiten – die 

Strafuntersuchung dauerte seit der ersten Einvernahme des Beschuldigten am 

9. Juni 2020 (Urk. 4/1) ein halbes Jahr und seit der Anklageerhebung vom 22. 

Dezember 2020 bis zum zweitinstanzlichen Urteil vergingen rund ein dreiviertel 

Jahre –, angesichts der aufgrund der unentschuldigten Abwesenheit des Be-

schuldigten zunächst neu angesetzten erstinstanzlichen Hauptverhandlung und 

des Gesuchs des Beschuldigten um Neubeurteilung (Urk. 34) mit anschliessender 

Beschwerde des Beschuldigten und Verfahren vor der III. Strafkammer des Ober-

gerichts des Kantons Zürich (vgl. Urk. 39), keine Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots vorliegt.  

- 20 - 

23. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach den persönlichen und wirtschaft-

lichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Ein-

kommen und Vermögen, ferner nach seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- 

und Unterstützungspflichten (ohne Berücksichtigung von Schulden) und nach 

dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB; BGE 134 IV 60 E. 6., S. 68 ff.). 

24. Gemäss den Angaben des Beschuldigten hat er kein Erwerbseinkommen und 

bezieht Sozialhilfe im Betrag von Fr. 1'600.–, seine Wohnung koste Fr. 850.– pro 

Monat, und er habe Schulden im Betrag von etwas über Fr. 42'000.– (Urk. 50; vgl. 

auch Urk. 4/2 F/A 41 ff., Prot. II S. 7 f.). Die Vorinstanz verwies in diesem Zu-

sammenhang darauf, dass der Beschuldigte den Sozialhilfebezug nicht belegt 

habe. Im Sinne einer Schätzung unterstellte die Vorinstanz dem Beschuldigten 

kein allzu grosses Einkommen, aber auch keine komplette Mittellosigkeit und 

setzte die Tagessatzhöhe auf Fr. 50.– fest (Urk. 42 S. 13). Die Vorinstanz über-

bindet damit die Beweislast für die finanziellen Verhältnisse zu Unrecht dem Be-

schuldigten und übersieht, dass die Steuerdaten die in diesem Punkt glaubhaften 

Aussagen des Beschuldigten belegen. Aufgrund der desolaten finanziellen Ver-

hältnisse des Beschuldigten ist der Tagessatz somit auf das gesetzliche Minimum 

von Fr. 10.– festzusetzen. 

25. Zusammengefasst ist der Beschuldigte mit einer Gesamtstrafe von 180 Tagen 

Geldstrafe zu je Fr. 10.– (insgesamt Fr. 1'800.–) zu bestrafen.  

VI. 

1. Die Vorinstanz erachtete den Vollzug sowohl der ausgefällten Freiheitsstrafe 

als auch der Geldstrafe als notwendig, um dem Beschuldigten von weiteren Ver-

gehen abzuhalten. Zudem widerrief sie die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Frei-

heitsstrafe (Urk. 42 S. 13 f.). Der Beschuldigte beantragt, auf den Widerruf zu ver-

zichten und den Vollzug der Strafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschie-

ben (Urk. 43, Urk. 54 S. 3).  

- 21 - 

2. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 

und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft 

das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 

Satz 1 StGB). Erneute Delinquenz bildet demnach einen Widerrufsgrund. Ein Wi-

derruf hat allerdings erst dann zu erfolgen, wenn von einer negativen Einschät-

zung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund der erneuten 

Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht. Ein Widerruf darf nicht 

angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen 

sind (Art. 46 Abs. 5 StGB). 

3. Der Beschuldigte hat weniger als ein Jahr nach Erlass des Strafbefehls vom 

15. Januar 2019 wegen mehrfacher Beschimpfung und Drohung bei laufender 

Probezeit in sehr ähnlicher Art und Weise weiter delinquiert. Die heute zu beurtei-

lenden Handlungen des Beschuldigten richten sich gegen dieselbe Person, den 

Privatkläger (vgl. beigezogene Akten der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Unt-

Nr. 2019/10001664, Urk. 2/1-5 und Urk. 12). Die Vorinstanz legte sodann zu 

Recht Gewicht auf den Umstand, dass der Beschuldigte in der polizeilichen Ein-

vernahme vom 9. Juni 2020 auf Vorhalt des Posts vom 12. Dezember 2019 sagte: 

"Den habe ich veröffentlicht und ich werde nochmals so einen eröffnen, er kann 

froh sein, dass ich nur poste. Ich hasse diesen Menschen, er ist so ein dreckiges 

Wixerli" (Urk. 4/1 S. 2 F/A 8). Weiter bekräftigte er, dass der Privatkläger ein 

"mieser Betrüger" sei (Urk. 4/1 F/A 9). So beschimpfte der Beschuldigte den Pri-

vatkläger in der Untersuchung erneut und kündigte weitere ehrverletzende Äusse-

rungen an. Die Vorinstanz (Urk. 42 S. 8) schliesst daraus völlig zu Recht, dass 

weder der Strafbefehl vom 15. Januar 2019 noch das laufende Strafverfahren ei-

nen erkennbaren Eindruck auf den Beschuldigten machte. In diesem Zusammen-

hang ist zudem zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte kurz vor der erwähnten 

polizeilichen Einvernahme mit Urteil des Einzelgerichts der 1. Abteilung des Be-

zirksgerichts Zürich vom 26. Mai 2020 wegen Tätlichkeiten zu Lasten des Privat-

klägers (begangen am 21. Januar 2019) unter Verzicht auf die Verlängerung der 

Probezeit gemäss dem vorgenannten Strafbefehl zu einer Busse von Fr. 300.– 

verurteilt worden war (vgl. beigezogene Akten des Bezirksgerichts Zürich, Ge-

schäfts-Nr. GG190223, Urk. 52). Dass diese Übertretungsstrafe nicht im Strafre-

- 22 - 

gisterauszug des Beschuldigten erscheint (vgl. Art. 366 Abs. 2 lit. a und b StGB e 

contrario) ändert nichts daran, dass sie ein unverfrorenes, tätliches und nicht tole-

rierbares Verhalten des Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger offenbart, was 

bei der Beurteilung der Legalprognose berücksichtigt werden muss. Zusammen-

fassend ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten mit Blick auf die teilweise ein-

schlägigen, sich ebenfalls gegen den Privatkläger richtenden Vorstrafen, die 

mehrfache Delinquenz während der Probezeit und aufgrund des Umstands, dass 

der Privatkläger in der Strafuntersuchung statt Einsicht zu zeigen erneute Ehrver-

letzungen produzierte, – so richtig die Vorinstanz (vgl. Urk. 42 S. 13 f.) – eine un-

günstige Prognose gestellt werden muss. Seine bisherige Unbelehrbarkeit und 

Uneinsichtigkeit wecken grosse Bedenken, wenn für ihn keine spürbaren Konse-

quenzen aus dem vorliegenden Verfahren resultieren würden. Der bedingte Voll-

zug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 

ausgefällten Freiheitsstrafe von 90 Tagen (wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist) 

ist deshalb zu widerrufen. Da für die heute zu beurteilenden Delikte eine Geldstra-

fe auszufällen ist (vgl. oben), kommt die Bildung einer Gesamtstrafe aufgrund der 

Ungleichartigkeit der Strafen nicht in Frage (Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB). 

4. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 

höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-

wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von 

mehr als sechs Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn beson-

ders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Bei der diesbezüglichen 

Prognosestellung sind die gesamten Umstände der Tat, das Vorleben einschliess-

lich früherer Delikte und das Nachtatverhalten sowie alle weiteren Tatsachen, die 

gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewäh-

rung zulassen, zu berücksichtigen. Relevante Faktoren sind insbesondere die 

strafrechtliche Vorbelastung, die Sozialisationsbiographie, das Arbeitsverhalten 

und das Bestehen sozialer Bindungen (vgl. BSK StGB-Schneider/Garré, Art. 42 

N 43 ff. mit zahlreichen Hinweisen; BGE 134 IV 1, E. 4.2.1; BGE 128 IV 193, 

E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 6S.408/2003 vom 6. Januar 2004 E. 1.2 und 

- 23 - 

6B_1017/2008 vom 24. März 2009 E. 5.2.2.). Einschlägige Vorstrafen schliessen 

zwar die Gewährung des bedingten Strafvollzugs nicht notwendigerweise aus, 

sind aber bei der Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element zu gewich-

ten (vgl. BSK StGB-Schneider/Garré, Art. 42 N 61; Urteile des Bundesgerichts 

6B_572/2013 vom 20. November 2013 E. 1.4. und 6B_140/2012 vom 14. Sep-

tember 2012 E. 3 mit Hinweisen). Es kommt darauf an, welche Warnwirkung von 

der aktuell auszufällenden Strafe und allenfalls vom Widerruf des bedingten Voll-

zugs einer früheren Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB) erwartet werden kann (vgl. 

Trechsel/Pieth, StGB-Praxiskommentar, Art. 42 N 8 ff., BGE 134 IV 82 E. 4.2). 

Das Gericht kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des bedingten Straf-

vollzugs abgesehen werden kann, wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das 

Umgekehrte ist zulässig: Wird eine frühere, bedingt ausgefällte Strafe widerrufen, 

kann unter Berücksichtigung der zu erwartenden Wirkungen des Vollzugs dieser 

Strafe eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 

StGB allenfalls verneint und diese folglich bedingt vollzogen werden (vgl. 

BGE 134 IV 140 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 6B_887/2017 vom 8. März 

2018 E. 5.1). 

5. Aufgrund der Strafhöhe 180 Tagessätzen Geldstrafe sind die objektiven Vor-

aussetzungen für die Ausfällung einer bedingten Strafe grundsätzlich erfüllt. Der 

Beschuldigte wurde zudem innerhalb der letzten fünf Jahre vor der heute zu beur-

teilenden Tat nicht zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verur-

teilt, weshalb es keiner besonders günstigen Umständen bedarf, die günstige 

Prognose vielmehr vermutet wird. 

6. Trotz der erwähnten Rückfälligkeit und Uneinsichtigkeit des Beschuldigten ist 

zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wegen des heute anzuordnenden Wi-

derrufs der Vorstrafe vom 15. Januar 2019 eine dreimonatige Freiheitsstrafe zu 

verbüssen haben wird. Von der Verbüssung dieser Freiheitsstrafe ist eine spürba-

re Warnwirkung zu erwarten, welche als ausreichend erachtet werden kann, um 

den Beschuldigten von weiterer Delinquenz abzuhalten. Weiter ist zu berücksich-

tigen, dass der Beschuldigte bald das Pensionsalter erreicht haben wird und mit 

dieser Lebensphase eine Beruhigung zu erwarten ist. Damit kann dem Beschul-

- 24 - 

digten für die heute auszufällende Geldstrafe noch einmal der bedingte Vollzug 

gewährt werden. Aufgrund der doch erheblichen Bedenken in Bezug auf die Le-

galprognose des Beschuldigten ist ihm eine Probezeit von 4 Jahren anzusetzen. 

VII. 

Der Privatkläger verlangte eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 3'000.– zuzüglich 

5 % Zins seit Ereignisdatum (Urk. 12/3). Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt 

hat, hat der Privatkläger seine Zivilforderung nicht näher begründet. Dies hat zur 

Folge, dass er mit seinen Zivilansprüchen auf den Weg des Zivilprozesses zu 

verweisen ist (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

VIII. 

1. Nachdem es bei den vorinstanzlichen Schuldsprüchen (wenn auch teilweise 

unter anderer rechtlichen Qualifikation) geblieben ist, ist die erstinstanzliche Kos-

tenauflage zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).  

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf CHF 2'500.– zu veranschlagen 

(Art. 424 Abs. 1 StPO; § 16 Abs. 1 und § 14 GebV OG). 

3. Im Berufungsverfahren erfolgt die Auflage der Kosten nach Massgabe des Ob-

siegens oder Unterliegens der Parteien (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

obsiegt mit der Berufung hinsichtlich der rechtlichen Würdigung der üblen Nach-

rede (einfache statt mehrfache Tatbegehung). Zudem erreicht er eine mildere 

Strafe, eine Reduktion des Tagessatzes der Geldstrafe, die Gewährung des be-

dingten Strafvollzuges und den Verweis der Zivilforderung des Privatklägers auf 

den Zivilweg. Mit seinem Hauptantrag auf Teilfreispruch unterliegt er ebenso, wie 

mit seinen Anträgen auf eine weitere Strafreduktion und den Verzicht auf Wider-

ruf. Insgesamt rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die Kosten des Berufungs-

verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, zu drei Vierteln 

aufzuerlegen und im restlichen Umfang auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung im Betrag von pauschal Fr. 2'500.– (Urk. 53, 

zuzüglich 4 Stunden für die Berufungsverhandlung, den Weg und die Nachbe-

- 25 - 

sprechung) sind zu einem Viertel definitiv und zu drei Vierteln einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Hinsichtlich der einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmenden Kosten der amtlichen Verteidigung bleibt die Rückzahlungspflicht 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. Der finanziell angespannten Situation 

des Beschuldigten kann beim Kostenbezug Rechnung getragen werden, im heu-

tigen Zeitpunkt ist keine definitive Abschreibung der Kosten vorzunehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelge-

richt in Strafsachen, vom 17. März 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 

teilweise (Schuldsprüche betreffend Beschimpfung und mehrfache versuch-

te Nötigung) und 6 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der üblen Nachrede im Sinne 

von Art. 173 StGB (betreffend den Facebook-Post vom 12. Dezember 2019). 

2. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

vom 15. Januar 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 90 Tagen (wovon 

1 Tag durch Haft erstanden ist) wird widerrufen und die Strafe vollzogen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 10.–. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinen Zivilansprüchen auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

- 26 - 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.–   amtliche Verteidigung 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden zu drei Vierteln dem Beschuldigten auferlegt und 

zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im Um-

fang von drei Vierteln vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis  
− den Privatkläger B._____  

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− in die Untersuchungakten Nr. 2019/10001664 der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl (im Dispositiv) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B. 

10. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. 

- 27 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 14. Oktober 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Leuthard 
 

 

	Urteil vom 14. Oktober 2022
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB sowie der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Freiheitsstrafe wird widerrufen.
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 270 Tagen, wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist, sowie mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.00 (entsprechend Fr. 2'000.00).
	4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 750.00 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	7. Die Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	1. Das Bezirksgericht Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen (Vorinstanz), sprach den Beschuldigten mit dem eingangs wiedergegebenen Urteil vom 17. März 2021 anklagegemäss der mehrfachen üblen Nachrede, der Beschimpfung und der mehrfachen versuchten N...
	2. Zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung, zunächst angesetzt auf den 17. Februar 2021 und nach unentschuldigter Abwesenheit des Beschuldigten neu terminiert auf den 17. März 2021, war der Beschuldigte unentschuldigt nicht erschienen (Prot. I S. 5 ff....
	II.
	1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Verteidigung hat das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Schuldsprüche wegen mehrfacher versuchter Nötigun...
	2. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Hinsichtlich der auch vom Sachverhalt her unabhängigen Schuldsprüche wegen mehrfacher versuchter Nötigung und Beschimpfung (Disposit...
	3. Nach Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist. Die Staatsanwaltschaft hat die Bestätigung de...
	4. Die üble Nachrede nach Art. 173 StGB sowie die Beschimpfung nach Art. 177 StGB erfordern als Antragsdelikte einen gültigen Strafantrag als Prozessvoraussetzung. Der Privatkläger hatte mit der Strafanzeige vom 30. Januar 2020 (Urk. 1) fristwahrend e...
	III.
	1. Unter dem Titel der mehrfachen üblen Nachrede und der Beschimpfung werden in der Anklage zwei Posts, welche der Beschuldigte verfasst haben soll, angeführt (Urk. 16 S. 5 f.). Der Beschuldigte ist geständig, am 12. Dezember 2019 auf seinem Facebook-...
	2. Da hinsichtlich der subjektiven Tatbestandselemente Tat- und Rechtsfragen eng miteinander verbunden sind, sind diese nachfolgend, auch soweit sie Sachverhaltsfragen betreffen, im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen.
	IV.
	1. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede. Denn seine Aussagen, insbesondere dass der Privatkläger ein Betrüger sei, entsprächen der Wahrheit. Zumindest aber habe der Beschuldigte ernsthafte Gründe gehabt...
	2. Die Ehrverletzungstatbestände der Art. 173 ff. StGB schützen den Ruf, ein ehrbarer, charakterlich anständiger Mensch zu sein. Der üblen Nachrede macht sich schuldig, wer jemanden bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsach...
	3. Dem Beschuldigten ist insoweit Recht zu geben, als sein Post auf Facebook vom 29. Dezember 2019 ("Der … B._____ …") zwar eine Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB – der Ausdruck "Drecks Spatz" ist ein reines Werturteil –, aber keine üble Nachred...
	4. Demgegenüber hat der Beschuldigte am 12. Dezember 2019 auf seinem Facebookprofil einen Post veröffentlicht, worin er den Privatkläger einen Betrüger nennt und davon abrät, mit ihm Geschäfte zu machen. Damit hat er den Privatkläger bei Dritten eines...
	5. Der Beschuldigte handelte, wie aus seinen Äusserungen hervorgeht, mit direktem Vorsatz, den Privatkläger herabzusetzen, d.h. in seiner Ehre zu verletzen. Seine Intention, den Privatkläger an den Pranger zu stellen (Urk. 4/2 F/A 11), zeigt, dass er ...
	V.
	1. Die Vorinstanz widerrief die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagen Freiheitsstrafe. Sie bestrafte den Beschuldigten unter Einbezug der widerrufenen Freiheitsstrafe mit einer ...
	2. Der Beschuldigte verlangt mit der Berufung eine mildere Bestrafung und den Verzicht auf den Widerruf. Er sei für die (mehrfache) versuchte Nötigung und die Beschimpfung mit einer Geldstrafe von höchstens 160 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu bestrafen (Ur...
	3. Die Grundsätze der Strafzumessung nach dem Verschulden des Täters (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB) hat die Vorinstanz korrekt dargelegt (vgl. Urk. 42 S. 9 f.). Darauf kann vorab verwiesen werden. Kommen als Sanktion sowohl eine Freiheits- als auch eine ...
	4. Eine Nötigung nach Art. 181 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren  oder Geldstrafe bestraft. Die Tatbestände der üblen Nachrede nach Art. 173 StGB und der Beschimpfung nach Art. 177 StGB sehen ausschliesslich Geldstrafe vor, wobei diese ...
	5. Die Vorinstanz würdigte die Nötigungshandlungen in einem Gesamtzusammenhang und sprach dafür eine Gesamtfreiheitstrafe aus. Die vorinstanzliche Strafzumessung widerspricht, da sie das Verschulden der einzelnen Taten nicht separat würdigt, der vom B...
	6. Wie nachfolgend auszuführen ist, kommen die Einsatzstrafen für die zu beurteilenden Delikte allesamt unter 180 Tagessätze zu liegen, weshalb der Geldstrafe als Sanktion für leichte Kriminalität der Vorrang zukommt. Zwar ist der Vorinstanz beizupfli...
	7. Die kurz aufeinanderfolgenden, von demselben Motiv und Vorsatz getragenen Sprachnachrichten vom 18. November 2019 mit der Drohung, den Privatkläger "bis ufs Bluet" und "bis dä letscht Tropfe bi dir usgloffe isch" zu plagen, ihn "vorem Publikum" blo...
	8. Beim Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB handelt es sich um eine verschuldensunabhängige Tatkomponente. Sie hat sich indessen im Sinne einer Reduzierung der (hypothetischen) verschuldensangemessenen Strafe auszuwirken, wobei das Mass dieser Re...
	9. Mit den kurz aufeinanderfolgenden, vom selben Motiv und Vorsatz und getragenen Sprachnachrichten vom 12. Dezember 2019, den Privatkläger "dur all Böde dure z'schleike" ihm eine Ohrfeige ("Flättere") zu geben bzw. ihn zu dreschen ("ich schwör der, i...
	10. Die Sprachnachricht vom 23. Dezember 2019, beinhaltend die Drohung "und mis chline Netzwerk, muesch luege, was das mit dir macht, wänn nöd zahlsch, muesch luege, wie mis chline Netzwärkli tuet […]" und "susch laufi über die iä […] ich hol di" erhö...
	11. Die Sprachnachricht vom 23. Januar 2020 mit der Drohung der öffentlichen Blossstellung in den sozialen Medien ("ich tuen dich nomal id Social Media… das schwör ich dir… du wirsch da im Ruum Züri kei Geschäft meh chöne mache") bezieht sich auf das ...
	12. Die Sprachnachricht vom 28. Januar 2020 beinhaltet erneut die Drohung der öffentlichen Blossstellung sowie die Drohung mit Verstärkung ("es wärdet anderi Lüüt mir dir au no redä"), was das Drohpotential erhöhte. Das objektive Tatverschulden wiegt ...
	13. Die letzte Sprachnachricht vom 29. Februar 2020 drohte erneut mit der Ächtung in den sozialen Medien und der öffentlichen Blossstellung, sowie damit, dass der Privatkläger keine Ruhe mehr vor dem Beschuldigten habe. Das objektive Tatverschulden wi...
	14. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass die Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen um insgesamt 60 Tagessätze für die weiteren Nötigungshandlungen zu asperieren ist, was für die mehrfach versuchten Nötigungen insgesamt eine Geldstrafe von 120 T...
	15. Hinsichtlich der üblen Nachrede liegt eine einfache Tatbegehung vor. Das objektive Tatverschulden bezüglich des Facebook-Posts vom 12. Dezember 2019 mit der Warnung vor dem Privatkläger "Achtung ! Betrüger" wiegt leicht, zumal der Adressaten- bzw....
	16. Zur Beschimpfung als "Drecks Spatz" ist unter dem Gesichtspunkt der objektiven Tatschwere zu gewichten, dass die verwendete Bezeichnung im erwähnten Kontext nur eine geringe kränkende Wirkung hatte und die Kenntnisnahme durch weitere Personen begr...
	17. Unter Berücksichtigung der Tatkomponente sämtlicher Delikte ergibt sich somit eine Gesamtstrafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe.
	18. Die Vorinstanz hat zur Person des Beschuldigten und zu seinem Vorleben einige Ausführungen gemacht (Urk. 42 S. 12). Bekannt ist, dass der Beschuldigte in F._____ [Ort in Italien] geboren wurde und in der Schweiz aufwuchs. Er besuchte die Realschul...
	19. Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft. Gemäss dem Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister wurde der Beschuldigte am 28. Juni 2007 von einem Gericht in G._____ in Ecuador wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation zu einer Freihei...
	20. Das Geständnis des Beschuldigten hat die Strafuntersuchung angesichts der aktenkundigen Audio-Dateien (Urk. 6/2 und 6/6) nicht spürbar erleichtert, so dass sich das Geständnis nur leicht auf Strafe auswirken kann. Allerdings zeigte sich der Beschu...
	21. Damit überwiegen die straferhöhenden die strafmindernden Aspekte. Die Einsatzstrafe von 150 Tagessätzen ist aufgrund der täterbezogenen Strafzumessungsfaktoren um 30 Tagessätze zu erhöhen. Insgesamt ist die Gesamtstrafe daher auf 180 Tagessätze Ge...
	22. Am Rande sei bemerkt, dass aufgrund der konkreten Gegebenheiten – die Strafuntersuchung dauerte seit der ersten Einvernahme des Beschuldigten am 9. Juni 2020 (Urk. 4/1) ein halbes Jahr und seit der Anklageerhebung vom 22. Dezember 2020 bis zum zwe...
	23. Die Höhe des Tagessatzes richtet sich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, ferner nach seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungsp...
	24. Gemäss den Angaben des Beschuldigten hat er kein Erwerbseinkommen und bezieht Sozialhilfe im Betrag von Fr. 1'600.–, seine Wohnung koste Fr. 850.– pro Monat, und er habe Schulden im Betrag von etwas über Fr. 42'000.– (Urk. 50; vgl. auch Urk. 4/2 F...
	25. Zusammengefasst ist der Beschuldigte mit einer Gesamtstrafe von 180 Tagen Geldstrafe zu je Fr. 10.– (insgesamt Fr. 1'800.–) zu bestrafen.
	VI.
	1. Die Vorinstanz erachtete den Vollzug sowohl der ausgefällten Freiheitsstrafe als auch der Geldstrafe als notwendig, um dem Beschuldigten von weiteren Vergehen abzuhalten. Zudem widerrief sie die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vo...
	2. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 1 S...
	3. Der Beschuldigte hat weniger als ein Jahr nach Erlass des Strafbefehls vom 15. Januar 2019 wegen mehrfacher Beschimpfung und Drohung bei laufender Probezeit in sehr ähnlicher Art und Weise weiter delinquiert. Die heute zu beurteilenden Handlungen d...
	4. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalte...
	5. Aufgrund der Strafhöhe 180 Tagessätzen Geldstrafe sind die objektiven Vor-aussetzungen für die Ausfällung einer bedingten Strafe grundsätzlich erfüllt. Der Beschuldigte wurde zudem innerhalb der letzten fünf Jahre vor der heute zu beurteilenden Tat...
	6. Trotz der erwähnten Rückfälligkeit und Uneinsichtigkeit des Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wegen des heute anzuordnenden Widerrufs der Vorstrafe vom 15. Januar 2019 eine dreimonatige Freiheitsstrafe zu verbüssen haben w...
	VII.
	Der Privatkläger verlangte eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins seit Ereignisdatum (Urk. 12/3). Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, hat der Privatkläger seine Zivilforderung nicht näher begründet. Dies hat zur Fol...
	VIII.
	1. Nachdem es bei den vorinstanzlichen Schuldsprüchen (wenn auch teilweise unter anderer rechtlichen Qualifikation) geblieben ist, ist die erstinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf CHF 2'500.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO; § 16 Abs. 1 und § 14 GebV OG).
	3. Im Berufungsverfahren erfolgt die Auflage der Kosten nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens der Parteien (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte obsiegt mit der Berufung hinsichtlich der rechtlichen Würdigung der üblen Nachrede (einfache st...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen, vom 17. März 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldsprüche betreffend Beschimpfung und mehrfache versuchte Nötigung) und 6 (Kostenfe...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB (betreffend den Facebook-Post vom 12. Dezember 2019).
	2. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 15. Januar 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 90 Tagen (wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist) wird widerrufen und die Strafe vollzogen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 10.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	5. Der Privatkläger B._____ wird mit seinen Zivilansprüchen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu drei Vierteln dem Beschuldigten auferlegt und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Ge...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 den Privatkläger B._____   (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 in die Untersuchungakten Nr. 2019/10001664 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (im Dispositiv)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B.

	10. Rechtsmittel: