# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 748a980d-3520-57cb-885f-be10346dd26e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.04.2021 SK 2020 168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-168_2021-04-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 168 + 169 + 173

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. April 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), Obergerichtssup-
pleant Horisberger, Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Straf- und Zivilkläger gegen den Beschuldig-
ten 3/Berufungsführer 1

C.________
a.v.d. Fürsprecher Dr. D.________

Beschuldigte 2/Berufungsführerin 2

E.________
a.v.d. Rechtsanwältin F.________

Beschuldigter 3/Straf- und Zivilkläger gegen die Beschuldig-
ten 1+2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin gegen die Beschuldigte 2

Gegenstand Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 31. Oktober 2019 
(PEN 19 225 – 227)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung) er-
kannte mit Urteil vom 31. Oktober 2019 (pag. 1179 ff.) – berichtigt am 6. Novem-
ber 2019 (pag. 1195 ff.) – Folgendes (Hervorhebungen im Original):

A.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, angeblich begangen am 
27.06.2015 am Grenzübergang Deutschland-Schweiz, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

A.________ wird schuldig erklärt

der versuchten vorsätzlichen Tötung, begangen am ________2015 in Biel, z.N. von E.________

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs.1, 40, 47, 51, 111 StGB 
Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren.

Die Polizei- Ausschaffungs- und Untersuchungshaft von 123 Tagen wird im Umfang von 123 
Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 
10.12.2018 vorzeitig angetreten worden ist.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 10‘400.000 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 25‘093.65 
insgesamt bestimmt auf CHF 35‘493.65 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung 
CHF 12‘158.40).

[…]

B.

Das Strafverfahren gegen C.________

wegen Beschimpfung, angeblich begangen am ________2015 in Biel, z.N. von E.________,

wird infolge Eintritts der Verjährung eingestellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten.

C.________ wird schuldig erklärt

der Anstiftung zur einfachen Körperverletzung, begangen am ________2015 in Biel, z.N. von 
E.________

und in Anwendung der 

3

Art. 24 Abs. 1, 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 123 Ziff. 1 StGB, 
Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 10‘000.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 19‘014.85, 
insgesamt bestimmt auf CHF 29‘014.85 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung CHF 
10‘511.00).

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 28‘014.85 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 9‘511.00).

C.

E.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, evtl. im Notwehrexzess, angeblich be-
gangen am ________2015 in Biel, z.N. von A.________, 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 10‘000.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 6‘399.35, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 16‘399.35, an den Kanton Bern.

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 15‘399.35.

Für die amtliche Verteidigung von E.________ wird Rechtsanwalt G.________ eine Entschädi-
gung von CHF 4‘721.15 (Honorar, Auslagen, MwSt.) ausgerichtet. 

Für die private Verteidigung von E.________ wird G.________ eine Entschädigung von 
CHF 7'997.90 (Honorar, Auslagen, MwSt.) ausgerichtet. 

D.

H.________

von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, evtl. im Notwehrexzess, angeblich be-
gangen am ________2015 in Biel, z.N. A.________

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 10‘000.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 10‘386.55, 
insgesamt bestimmt auf CHF 20‘386.55, an den Kanton Bern.

[…]

4

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 19‘386.55.

Für die amtliche Verteidigung von H.________ wird Rechtsanwalt J.________ eine Entschädigung 
von CHF 3‘662.45 (Honorar, Auslagen, MwSt.) und Rechtsanwältin I.________

1. Das Rückversetzungsverfahren betreffend das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn 
vom 27.09.2011 gegen H.________ wird eingestellt.

2. Die Verfahrenskosten für das Rückversetzungsverfahren von CHF 300.00 werden vom Kanton 
Bern getragen. Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskos-
ten um CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

3. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung an H.________ wird verzichtet.

E.

I. Zivilklagen 

1. Die Zivilklagen des Straf- und Zivilklägers A.________ gegen E.________ und H.________ 
werden abgewiesen und es werden keine separaten Verfahrenskosten ausgeschieden. 

2. Die Zivilklagen des Straf- und Zivilklägers E.________ gegen A.________ und C.________ 
werden dem Grundsatz nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung 
auf den Zivilweg verwiesen. Dafür werden keine separaten Verfahrenskosten ausgeschieden. 

A.________ und C.________ haben dem Zivilkläger E.________ für die im Verfahren entstan-
den Anwaltskosten eine Entschädigung im Betrag von total CHF 4‘629.20 (Honorar inkl. Ausla-
gen und MwSt.) je zur Hälfte, ausmachend je CHF 2‘314.60, zu bezahlen.  

II. Amtliche Entschädigung

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt be-
stimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 23‘335.25. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 4‘850.15 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von C.________ durch Rechtsanwalt D.________ ab 17.09.2018 werden 
wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die amtliche Verteidigung von 
C.________ mit CHF 12‘206.85. 

5

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt D.________ die Differenz von CHF 4‘345.665 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

3. C.________ hat dem Kanton Bern die bereits ausgerichtete amtliche Entschädigung von 
CHF  6‘297.00 für Rechtsanwältin K.________ zurückzuzahlen und dem Rechtsnachfolger von 
Rechtsanwältin K.________ die Differenz von CHF 1‘479.75 zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

III. Weitere Verfügungen

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. Das beschlagnahmte Küchenmesser mit schwarzem Griff wird zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB).

3. Die Zustimmung zur Löschung des von A.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) 
nach Ablauf der Frist wird dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Löschung des von E.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) durch das zu-
ständige Bundesamt braucht keine Zustimmung (Art. 16 Abs. 1 lit. c DNA-ProfilG).

5. Die Löschung des von H.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) durch das zu-
ständige Bundesamt braucht keine Zustimmung (Art. 16 Abs. 1 lit. c DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten). 

7. Die Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von E.________ 
durch den für die Führung von AFIS zuständigen Dienst braucht keine Zustimmung (Art. 17 
Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

8. Die Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von H.________ 
durch den für die Führung von AFIS zuständigen Dienst braucht keine Zustimmung (Art. 17 
Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

9. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 31. Oktober 2019 
meldeten Rechtsanwalt B.________ im Auftrag von A.________ und Fürsprecher 
Dr. D.________ im Auftrag von C.________ fristgerecht Berufung an (pag. 1214 
und pag. 1120). 

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 14. April 2020 (pag. 1233 ff.). 

Am 4. Mai 2020 erklärten Rechtsanwalt B.________ für A.________ und Fürspre-
cher Dr. D.________ für C.________ form- und fristgerecht die Berufung 
(pag. 1335 ff. und pag. 1342 ff.).

6

Mit Eingabe vom 8. Mai 2020 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Anschlussbe-
rufung zur Berufung von C.________. Gleichzeitig teilte sie mit, es werde kein 
Nichteintreten auf die Berufungen von A.________ und C.________ beantragt 
(zum Ganzen pag. 1353 ff.). 

Rechtsanwältin I.________ teilte am 25. Mai 2020 namens und im Auftrag von 
H.________ mit, es werde weder Anschlussberufung angemeldet noch Nichteintre-
ten auf die Berufungen von A.________ und C.________ beantragt (pag. 1356).

Mit Schreiben vom 26. Mai 2020 informierte Rechtsanwalt G.________ für 
E.________, es werde keine Anschlussberufung angemeldet und kein Nichteintre-
ten auf die Berufungen von A.________ und C.________ beantragt (pag. 1358). 

Am 25. Juni 2020 teilte Fürsprecher Dr. D.________ mit, aus Sicht der Verteidi-
gung von C.________ seien keine Gründe für ein Nichteintreten auf die Anschluss-
berufung der Generalstaatsanwaltschaft gegeben (pag. 1363). 

In der Folge wurden die Parteien und der Zeuge L.________ zur oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 30. März 2021 bis 6. April 2021 vorgeladen (pag. 1393 ff. 
und pag. 1403 f.).

Mit Eingabe vom 11. Januar 2021 ersuchte Rechtsanwältin F.________ um Einset-
zung als amtliche Anwältin von E.________; das Mandat von Rechtsanwalt 
G.________ sei infolge dessen Pensionierung kanzleiintern auf sie übertragen 
worden (pag. 1432 und ferner pag. 1431).

Am 22. Januar 2021 verfügte die Verfahrensleitung, Rechtsanwalt G.________ 
werde per 11. Januar 2021 aus dem amtlichen Mandat betreffend den Beschuldig-
ten E.________ entlassen und Rechtsanwältin F.________ werde per 11. Janu-
ar 2021 als amtliche Verteidigerin von E.________ eingesetzt (pag. 1435 f.). 

Mit Schreiben vom 18. März 2021 zog Rechtsanwalt B.________ namens und im 
Auftrag von A.________ die Berufung und mithin die Straf- und Zivilklage gegen 
H.________ zurück (pag. 1493). Die Kammer beschloss daraufhin, das Verfahren 
gegen H.________ (SK 20 174) als durch Rückzug der Berufung von A.________ 
in dessen Stellung als Straf- und Zivilkläger erledigt abzuschreiben. Zudem stellte 
sie fest, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 31. Okto-
ber 2019 in Bezug auf H.________ in sämtlichen ihn betreffenden Punkten (Bst. D, 
Bst. E/Ziff. I/1 und Bst. E/Ziff. III/5+8) rechtskräftig wird und keine Verfahrenskosten 
ausgeschieden werden (zum Ganzen pag. 1494 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 beantragte Rechtsanwalt B.________ für 
A.________, letzterer sei oberinstanzlich als Beschuldigter zu befragen 
(pag. 1339). Gleichentags stellte Fürsprecher Dr. D.________ für C.________ den 
Beweisantrag, L.________ sei parteiöffentlich als Zeuge einzuvernehmen 
(pag. 1343). Die Generalstaatsanwaltschaft führte am 8. Mai 2020 aus, die Be-
weisanträge von Rechtsanwalt B.________ und von Fürsprecher Dr. D.________ 
seien gutzuheissen (pag. 1354). Rechtsanwältin I.________ und Rechtsanwalt 
G.________ verzichteten mit Schreiben vom 25. Mai 2020 bzw. vom 26. Mai 2020 

7

auf eine Stellungnahme zu den beiden Beweisanträgen (pag. 1356 bzw. 
pag. 1358). Mit Verfügung vom 30. Juni 2020 hiess die Verfahrensleitung die Be-
weisanträge von A.________ und von C.________ gut und hielt fest, ersterer wer-
de in der Berufungsverhandlung wie alle anderen beschuldigten Personen als Par-
tei einvernommen und L.________ werde als Zeuge zur oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung vorgeladen (pag. 1365 f.). 

Mit Schreiben vom 24. März 2021 reichte Rechtsanwalt B.________ für 
A.________ eine DVD mit einer Videodatei ein, welche die sich bereits in den Ak-
ten befindliche Aufzeichnung der Sachverhaltssequenz vor dem M.________ Club 
in Zeitlupe und vergrössert zeigt, und beantragte, dieselbe sei zu den Akten zu er-
kennen (pag. 1511 f.). Mit Verfügung vom 25. März 2021 hiess die Verfahrenslei-
tung den Beweisantrag von Rechtsanwalt B.________ gut und erkannte die von 
ihm eingereichte DVD zu den Akten (pag. 1514 f.).  

Von Amtes wegen wurden über die Beschuldigten aktuelle Strafregisterauszüge 
eingeholt (alle datierend vom 5. März 2021 [pag. 1475 ff.]). Weiter wurden über 
A.________ ein Vollzugsbericht (datierend vom 1. März 2021 [pag. 1457 ff.]) und 
über C.________ sowie E.________ je ein Leumundsbericht inklusive Formular 
über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 13. Februar 2021 
[pag. 1449 ff.] bzw. vom 3. März 2021 [pag. 1463 ff.]) eingeholt. Schliesslich wur-
den beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland die Akten PEN 19 606 betreffend 
E.________ ediert (pag. 1481). 

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. März 2021 bis 6. April 2021 
wurde L.________ als Zeuge einvernommen (pag. 1526 ff.). Zudem wurden 
A.________, C.________ und E.________ erneut zur Person und zur Sache be-
fragt (pag. 1533 ff.; pag. 1541 ff.; pag. 1551 ff.). Der Beweisantrag von Fürsprecher 
Dr. D.________, die in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung für unverwertbar 
erklärte Einvernahme von A.________ vom ________ 2015 sei in Bezug auf 
pag. 278 Z. 60-86 wieder für verwertbar zu erklären, wurde insoweit gutgeheissen, 
als beschlossen wurde, das Protokoll der Einvernahme von A.________ vom 
________ 2015 in Bezug auf pag. 278 Z. 60-73 und pag. 278 Z. 82-86 (wieder) für 
verwertbar zu erklären (vgl. pag. 1524 f.). Der Beweisergänzungsantrag von Für-
sprecher Dr. D.________, es sei ein auf T.________ (Fremdsprache) spezialisier-
ter Sprachwissenschaftler beizuziehen und zu beauftragen, auszuführen, was 
«schlagen» und «töten» auf T.________ (Fremdsprache) heisse, ob es im 
AE.________ (Land) in sprachlicher Hinsicht regionale Unterschiede gebe, ob das-
selbe Wort mehrere Bedeutungen haben könne und ob es zur T.________ Kultur 
gehöre, zu übertreiben, wurde – nachdem die anderen Parteien auf eine Stellung-
nahme verzichtet hatten – dahingegen abgewiesen (vgl. pag. 1561). Zur Begrün-
dung wurde festgehalten, die Aussagen des Zeugen L.________ seien klar und 
verständlich und seine Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft und in der Beru-
fungsverhandlung hätten unter Beizug einer Übersetzung stattgefunden. Im Übri-
gen stammten alle vorliegend beteiligten Personen aus demselben Kulturkreis.

8

4. Würdigungsvorbehalt

Rechtsanwalt B.________ beantragte in der Berufungsverhandlung wie bereits in 
erster Instanz, betreffend E.________ sei ein dahingehender Würdigungsvorbehalt 
vorzunehmen, dass dessen Handlungen gegebenenfalls auch unter die Tatbestän-
de der schweren Körperverletzung, eventuell der versuchten schweren Körperver-
letzung, eventuell des Angriffs, subsumiert werden könnten. Zur Begründung führte 
er aus, die Anklageschrift lasse eine Subsumtion unter diese Tatbestände entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz zu. Aus der Anklageschrift gehe klar hervor, 
dass A.________ auch in dem Zeitpunkt, als er bereits am Boden gelegen habe, 
noch geschlagen und getreten worden sei. In Bezug auf den subjektiven Tatbe-
stand äussere sich die Anklageschrift zudem nicht explizit, werde doch nicht aus-
drücklich erwähnt, E.________ habe in Bezug auf die einfache Körperverletzung 
vorsätzlich gehandelt. E.________'s Vorsatz ergebe sich vielmehr aus den äusse-
ren Umständen der Anklageschrift, was auch hinsichtlich des beantragten Würdi-
gungsvorbehalts genügen würde. Soweit er oberinstanzlich – anders als vor der 
Vorinstanz – schliesslich auch noch einen Würdigungsvorbehalt betreffend den 
Tatbestand des Angriffs beantrage, weise er darauf hin, dass die erstinstanzliche 
Gerichtspräsidentin im Rahmen der mündlichen Urteilseröffnung festgehalten habe, 
dass A.________ in dem Zeitpunkt, als er am Boden gelegen sei, eigentlich ange-
griffen worden sei. In der Anklageschrift sei insoweit ferner hinreichend umschrie-
ben, dass mehrere Personen auf den am Boden liegenden A.________ einge-
schlagen hätten (zum Ganzen pag. 1524). 

Die Kammer wies diesen Antrag von Rechtsanwalt B.________ mit Verweis auf die 
ihrer Ansicht nach zutreffende Begründung der Vorinstanz ab (pag. 1525). Sie hielt 
fest, die Vorinstanz habe zu Recht ausgeführt, die von A.________ gemäss dem 
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin Bern (nachfolgend: IRM) erlittenen Ver-
letzungen seien nicht lebensgefährlich gewesen und hätten weder ein Unbrauch-
barmachen eines wichtigen Organs noch eine irreversible Arbeitsunfähigkeit, eine 
Gebrechlichkeit, eine Geisteskrankheit oder eine Entstellung zur Folge gehabt. 
Weiter habe A.________ laut dem Bericht des Spitalzentrums Biel resp. der 
Sofortrechnung vom ________ 2015 bereits nach einer «mittleren Behandlung» mit 
«kleiner Untersuchung» (pag. 392) wieder aus dem Spital entlassen werden 
können, womit seine Verletzungen – wie die Vorinstanz erwogen habe – das für 
eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) notwendige Ausmass in objektiver Hinsicht 
insgesamt nicht erreichten. Im Übrigen sei der Vorinstanz zuzustimmen, soweit sie 
erwog, die Anklageschrift umschreibe weder einen auf eine derartige schwere 
Verletzung gerichteten Vorsatz von E.________ noch liessen die in der 
Anklageschrift umschriebenen Handlungen E.________'s auf einen solchen 
Vorsatz schliessen (vgl. zum Ganzen S. 7 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1239). 

Die Abweisung des Antrags auf Würdigungsvorbehalt betreffend den Tatbestand 
des Angriffs begründete die Kammer damit, dass es insoweit an einer 
sachverhaltsmässigen Grundlage fehle, zumal die vorliegende Anklageschrift eine 
Subsumtion von E.________'s Handlungen unter diesen Tatbestand nicht zulasse.

9

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte für A.________ in der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag. 1561 bzw. pag. 1597; Hervorhebungen im Original):

I.
Es sei festzustellen, dass Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen ist.

II.
A. A.________
1. A.________ sei freizusprechen

a) vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. versuchte schwere Körperverletzung, 
evtl. einfache Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, angeblich begangen am 
________ 2015, ca. 00:50 Uhr, vor dem Club M.________ in Biel, z.N. von E.________.

2. Die auf A.________ anfallenden Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des 
oberinstanzlichen Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. A.________ sei eine Entschädigung für die angemessene Wahrung der Verfahrensrechte im 
erstinstanzlichen Verfahren gemäss Kostennote in pag. 1132 sowie im oberinstanzlichen Verfah-
ren gemäss der heute eingereichten Kostennote auszurichten.

4. A.________ sei eine Genugtuung gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO im Umfang von 
CHF 145'500.00 zu leisten.

B. E.________ 
1. E.________ sei schuldig zu erklären, der einfachen Körperverletzung, begangen am 

________ 2015, ca. 00.50 Uhr, vor dem Club M.________ in Biel, z.N. von A.________, und 
angemessen zu verurteilen.

2. E.________ sei zu verurteilen, A.________ eine Entschädigung für die angemessene Wahrung 
der Verfahrensrechte im erstinstanzlichen Verfahren im Umfang der Kostennote in pag. 1141 zu 
bezahlen.

III.
A.________ sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen.

IV.
1. Die Zivilklage von E.________ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, sofern 

darauf eingetreten werden kann.
2. E.________ sei in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 StPO im Zivilpunkt zu ver-

urteilen, A.________
a) Schadenersatz in der Höhe von CHF 1'002.00 zzgl. Zins von 5% seit dem ________ 2015 

Haftung zu bezahlen.
b) eine Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe, jedoch von mindestens Fr. 5'000.00 

zzgl. Zins von 5% seit dem ________ 2015 zu bezahlen.

V.
Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

10

Fürsprecher Dr. D.________ stellte für C.________ die folgenden Anträge 
(pag. 1569 f. bzw. pag. 1603 f.; Hervorhebungen im Original): 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 31.10.2019 des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (PEN 19 225-228) betreffend C.________ insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als 
das Strafverfahren gegen C.________ wegen Beschimpfung, angeblich begangen am 
________2015 in Biel z.N. von E.________, infolge Eintritts der Verjährung eingestellt wurde, 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

2. C.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der Anstiftung zur vorsätzlichen 
Tötung, evtl. zur schweren Körperverletzung, evtl. zur einfachen Körperverletzung, angeb-
lich begangen am ________2015, ca. 00:00 Uhr bis 00:30 Uhr, in Biel/Bienne, z.N. von 
E.________ Uatandost;

unter Auferlegung der darauf entfallenden erstinstanzlichen sowie der gesamten oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten an den Kanton Bern,

unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe der entstandenen Verteidigungskos-
ten für das erst- und oberinstanzliche Verfahren gemäss (teilweise noch einzureichender) Hono-
rarnoten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) sowie

unter Ausrichtung einer Genugtuung in richterlich zu bestimmender Höhe für die besonders 
schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse von C.________ (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO).

3. Es sei C.________ eine Entschädigung für die Verfahrenskosten des Beschwerdeverfahrens 
gemäss Beschluss der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 
07.11.2018 in der Höhe vom CHF 800.00 auszurichten (Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO).

4. Die Zivilklage des Privatklägers E.________ sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen.

5. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in der Berufungsverhandlung Folgendes 
(pag. 1574 f. bzw. pag. 1595 f.; Hervorhebungen im Original):

A.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Fünferbesetzung) vom 31. Oktober 2019 insofern in Rechtskraft erwachsen ist als

I.

A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Auslän-
dergesetz, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

II.

das Strafverfahren gegen C.________ wegen Beschimpfung eingestellt wurde, ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

B.

I.

11

1. A.________ sei schuldig zu erklären wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, begangen am 
________ 2015 in Biel, z.N. von E.________;

2. A.________ sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, unter Anrechnung der 
ausgestandenen Haft von 123 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 10. Dezember 2018 
sowie zur Tragung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

II.

1. C.________ sei schuldig zu erklären wegen Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung, begangen 
am ________ 2015 in Biel z.N. von E.________;

2. C.________ sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren sowie zur Tragung der 
anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

III.

E.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, evtl. im 
Notwehrexzess, angeblich begangen am ________ 2015 in Biel z.N. von A.________, unter Aufer-
lage der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Ausrichtung einer Ent-
schädigung.

C. Weitere Verfügungen

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken.

2. Das beschlagnahmte Küchenmesser mit schwarzem Griff sei einzuziehen und zu vernichten 
(Art. 69 StGB). 

3. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Die Zustimmung zur Löschung des von A.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) 
sei nach Ablauf der Frist dem zuständigen Bundesamt zu ersteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

5. Die Löschung des von E.________ erteilten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) durch das zustän-
dige Bundesamt braucht keine Zustimmung (Art. 16 Abs. 1 lit. c DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

7. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von E.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. c Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

Rechtsanwältin F.________ stellte für E.________ oberinstanzlich folgende Anträ-
ge (vgl. pag. 1581 f. bzw. pag. 1589 f.):

Anträge des Beschuldigten E.________ an die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern in der Berufungsverhandlung vom 30./31. März 2021

I.

12

1. Der Beschuldigte sei von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, evtl. im Notwehr-
exzess, freizusprechen, angeblich begangen am ________ 2015 in Biel, zum Nachteil von 
A.________.

2. Die anteilsmässigen Verfahrenskosten der ersten Instanz seien dem Staat und diejenigen der 
zweiten Instanz seien dem Straf- und Zivilkläger A.________ zur Bezahlung aufzuerlegen.

3. Dem Beschuldigten sei für die Vertretung in erster Instanz eine Parteikostenentschädigung von 
Fr. 7'997.50 für die private Verteidigung und Fr. 4'721.15 für die amtliche Verteidigung und für 
die Vertretung in zweiter Instanz eine solche von drei Vierteln der Honorarnoten der beiden amt-
lichen Vertretungen vom 3. Februar 2021 bzw. 31. März 2021 zuzusprechen.

II.

Zivilansprüche des Straf- und Zivilklägers:

1. Die Zivilklage des Klägers sei abzuweisen, eventualiter zurückzuweisen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage seien keine Kosten auszuscheiden.

III.

Weiter sei zu verfügen:

Das Honorar der amtlichen Anwältin sei gemäss Honorarnote gerichtlich festzusetzen.

Anträge des Privatklägers E.________ an die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern in der Berufungsverhandlung vom 30./31. März 2021

I.

1. Der Beschuldigte A.________ sei der versuchten vorsätzlichen Tötung, eventualiter der versuch-
ten schweren Körperverletzung, sub-eventualiter der einfachen Körperverletzung mit einem ge-
fährlichen Gegenstand schuldig zu erklären, begangen am ________ 2015 in Biel, zum Nachteil 
des Privatklägers E.________.

2. Die Beschuldigte C.________ sei der Anstiftung zur einfachen Körperverletzung schuldig zu er-
klären, begangen am ________ 2015 in Biel, zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers 
E.________.

II.

1. Die Beschuldigten seien zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen.

2. Die anteilsmässigen Verfahrenskosten der ersten Instanz sowie die Verfahrenskosten der zwei-
ten Instanz seien den Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen.

3. Weiter seien die Beschuldigten zu verurteilen:

a. Zur Bezahlung von einem Viertel der Interventionskosten des Privatklägers in erster Instanz, 
ausmachend Fr. 4'629.20, unter solidarischer Haftpflicht;

13

b. Zur Bezahlung von einem Viertel der Interventionskosten des Privatklägers in zweiter Instanz 
gemäss den Honorarnoten von RA G.________ vom 3. Februar 2021 und von RA 
F.________ vom 31.3.2021.

III.

Zivilansprüche des Privatklägers:

1. Die Schadenersatz- und die Genugtuungsforderung des Privatklägers sei dem Grundsatz nach 
gutzuheissen und der Privatkläger sei für die vollständige Beurteilung seiner Forderungen auf 
den Zivilweg zu verweisen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage seien keine Kosten auszuscheiden. 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Vorab sei festgehalten, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
vom 31. Oktober 2019 – wie von der Kammer bereits teilweise mit Beschluss vom 
18. März 2021 festgestellt (pag. 1494 ff.) – zufolge Rückzug der Berufung von 
A.________ als Straf- und Zivilkläger gegen H.________ sämtliche letzteren betref-
fenden Punkte (pag. 1493) in Rechtskraft erwachsen ist. Rechtskräftig sind mithin 
H.________'s Freispruch von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung, 
evtl. Notwehrexzess, angeblich begangen am ________ 2015 in Biel zum Nachteil 
von A.________ sowie die damit einhergehenden Kosten- und Entschädigungsfol-
gen (Bst. D/Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1183 f.]). Weiter er-
wuchsen die Abweisung der Zivilklage von A.________ gegen H.________, ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten (Bst. E/Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs [pag. 1184]), sowie die H.________ betreffenden Verfügungen, wonach 
die Löschung des von ihm erstellten DNA-Profils durch das zuständige Bundesamt 
und die Löschung der von ihm erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten durch den für die Führung von AFIS zuständigen Dienst keiner Zustimmung 
bedürfen (Bst. E/Ziff. III/5+8 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1187]), in 
Rechtskraft. Schliesslich ist das erstinstanzliche Urteil vom 31. Oktober 2019 inso-
weit in Rechtskraft erwachsen, als das Rückversetzungsverfahren betreffend das 
Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 27. September 2011 gegen 
H.________ eingestellt und festgehalten wurde, dass die Verfahrenskosten für das 
Rückversetzungsverfahren von CHF 300.00 vom Kanton Bern getragen werden 
und auf die Ausrichtung einer Entschädigung an H.________ verzichtet wird 
(Bst. D/Ziff. II/1-3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1184]). 

Infolge der beschränkten Berufungen von A.________ und C.________ sowie des 
Umstands, dass die Generalstaatsanwaltschaft einzig Anschlussberufung zur Beru-
fung von C.________ erklärt hat und weil weder E.________ noch H.________ Be-
rufung erhoben haben, ist das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
vom 31. Oktober 2019 sodann insoweit in Rechtskraft erwachsen, als A.________ 
freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Aus-
ländergesetz, angeblich begangen am 27. Juni 2015 am Grenzübergang Deutsch-
land-Schweiz, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten (Bst. A/Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1180]). 

14

Ebenfalls rechtskräftig wurde die Einstellung des Strafverfahrens gegen 
C.________ wegen Beschimpfung infolge Eintritts der Verjährung, angeblich be-
gangen am ________ 2015 in Biel zum Nachteil von E.________, ohne Ausrich-
tung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten 
(Bst. B/Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1181]). Schliesslich er-
wuchs die erstinstanzliche Verfügung, wonach das beschlagnahmte Küchenmesser 
mit schwarzem Griff zur Vernichtung eingezogen wird, in Rechtskraft (Art. 69 StGB 
[Bst. E/Ziff. III/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1186]).

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Verurtei-
lung von A.________ wegen versuchter vorsätzlicher Tötung (Bst. A/Ziff. II des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1180 f.]), die Verurteilung von C.________ 
wegen Anstiftung zur einfachen Körperverletzung (Bst. B/Ziff. II des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs [pag. 1181 f.]) sowie die A.________ und C.________ be-
treffenden Sanktionen inklusive die Kosten- und Entschädigungsfolgen. Weiter hat 
die Kammer über den Freispruch von E.________ von der Anschuldigung der ein-
fachen Körperverletzung, eventuell im Notwehrexzess (Bst. C/Ziff. I des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1182]), und die entsprechenden Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zu befinden. Ebenfalls neu beurteilt werden müssen die Zi-
vilklage des Straf- und Zivilklägers A.________ gegen E.________ (Bst. E/Ziff. I/1 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1184]) und die Zivilklagen des Straf- 
und Zivilklägers E.________ gegen A.________ und C.________ (Bst. E/Ziff. I/2 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 1184]). Schliesslich hat die Kammer 
über die Verfügungen betreffend DNA-Profil und die weiteren erhobenen biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten (Bst. E/Ziff. III/3+4+6+7) zu befinden, weil 
diese der Rechtskraft nicht zugänglich sind.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung des Urteils über volle Kognition (Art. 398 
Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). In Bezug auf 
A.________ ist sie mangels eigenständiger Berufung oder Anschlussberufung der 
Generalstaatsanwaltschaft an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 
Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten von A.________ 
abändern. Betreffend C.________ und E.________ gilt das Verbot der reformatio in 
peius (Verschlechterungsverbot) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO nicht. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkung

Die Vorinstanz würdigte die Auseinandersetzung vor dem M.________ Club resp. 
der N.________ (Lokalität) einerseits und die Telefonate zwischen C.________, 
E.________ und A.________ andererseits je separat. Aus Sicht der Kammer er-
scheint nicht angezeigt, die beiden Handlungseinheiten («tätliche Auseinanderset-
zung» und «Telefonate») gesondert zu würdigen, hängen sie doch massgeblich 
zusammen bzw. bedingen einander. Deshalb und auch zur Vermeidung von Wie-
derholungen werden die «tätliche Auseinandersetzung» und die «Telefonate» vor-
liegend in einer gemeinsamen Beweiswürdigung behandelt (E. 13 unten). 

15

8. Anklagesachverhalt

Mit Anklageschrift vom 14. März 2018 [recte: 2019] wurde den Beschuldigten – so-
weit oberinstanzlich noch von Relevanz – Folgendes vorgeworfen (pag. 781 ff.; 
Hervorhebungen im Original): 

A. A.________ 

1. Versuchte vorsätzliche Tötung, evtl. versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache 
Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand 

begangen am ________ 2015, zwischen ca. 00.45 und 00.50 Uhr, in Biel/Bienne, R.________ 
(Strasse), vor dem M.________, zum Nachteil von E.________, indem 

der Beschuldigte, nachdem er zwei Telefonanrufe von seiner damaligen (Ex-) Freundin 
C.________ erhalten hatte, wonach er den Privatkläger E.________ schlagen bzw. töten solle 
(vgl. Bst. B Ziff. 1), ein Küchenmesser (ca. 12 cm Klingenlänge; ca. 25 cm Gesamtlänge) 
behändigte, dieses in seinem Jackenärmel versteckte und sich, in der Absicht den Privatkläger 
zu töten, zum damaligen Arbeitsplatz des Privatklägers begab, diesem mit den Worten „ich habe 
keine Angst vor dir; ich habe ein Messer dabei und werde dich damit „schneiden" und dich töten" 
drohte und im darauffolgenden Handgemenge mit dem Privatkläger und zwei weiteren Security-
Mitarbeitern mindestens zwei Mal Stichbewegungen gegen den Bauchbereich des Privatklägers 
ausführte, wobei der Privatkläger diese Stichbewegungen mit seiner linken Hand abwehren 
konnte und dadurch einerseits eine Schnittverletzung an der linken Hand und eine Stichverlet-
zung am linken Oberschenkel erlitt. 

Der Privatkläger erlitt einerseits am linken Oberschenkel, im mittleren Drittel, vorderseitig, eine 
schräg von oben seitlich nach unten mittig verlaufende, ca. 14 mm lange und ca. 4 mm weit klaf-
fende Hautdurchtrennung und andererseits an der linken Hand, im Bereich der seitlichen Han-
dinnenfläche, kleinfingerseitig, eine ca. 17 mm lange, oberflächliche Hautdurchtrennung, wobei 
in der Nähe der Stichverletzung am Bein, grössere das Bein versorgende Blutgefässe verlaufen, 
welche bei einer Verletzung potentiell lebensgefährlich sein können. 

Dadurch dass sich der Beschuldigte mit einem ca. 25 cm langen Küchenmesser (Klingenlänge 
ca. 12 cm) zum Arbeitsplatz des Privatklägers begab, dort das Messer hervornahm und im 
Rahmen eines dynamischen Bewegungsablaufes mindestens zwei Mal Stichbewegungen gegen 
den Bauchbereich des Privatklägers ausführte, nahm er in Kauf, dass ein lebenswichtiges Organ 
des Privatklägers hätte verletzt werden können und dieser als Folge davon den Tod oder zumin-
dest eine lebensgefährliche Verletzungen erlitten hätte. 

[…]

B. C.________ 

1. Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung, evtl. zur schweren Körperverletzung, evtl. zur einfa-
chen Körperverletzung 

begangen am ________ 2015, um ca. 00.00 Uhr bis 00.30 Uhr, in Biel/Bienne, zum Nachteil von 
E.________, indem 

die Beschuldigte ihren damaligen (Ex-)Freund, A.________, zwei Mal anrief und ihn am Telefon 
dazu aufforderte, ihren Ex-Freund, den Privatkläger E.________ schlagen zu gehen bzw. diesen 
zu töten, worauf A.________ ein Küchenmesser (ca. 12 cm Klingenlänge; ca. 25 cm Gesamt-
länge) behändigte, dieses in seinem Jackenärmel versteckte und sich, in der Absicht, den Pri-

16

vatkläger zu töten, zum damaligen Arbeitsort des Privatklägers begab, diesem mit den Worten 
„ich habe keine Angst vor dir; ich habe ein Messer dabei und werde dich damit „schneiden" und 
dich töten" drohte und im darauffolgenden Handgemenge mit dem Privatkläger und zwei weite-
ren Security-Mitarbeitern mindestens zwei Mal Stichbewegungen gegen den Bauchbereich des 
Privatklägers ausführte, wobei der Privatkläger diese Stichbewegungen mit seiner linken Hand 
abwehren konnte und dadurch einerseits eine Schnittverletzung an der linken Hand und eine 
Stichverletzung am linken Oberschenkel erlitt (vgl. Bst. A Ziff. 1 hiervor). 

[…]

C. E.________ 

1. Einfache Körperverletzung, evtl. begangen im Rahmen eines Notwehrexzesses gemäss 
Art. 16 Abs. 1 StGB 

begangen am ________ 2015, zwischen ca. 00.45 und 00.50 Uhr, in Biel/Bienne, R.________ 
(Strasse), vor dem M.________, gemeinsam mit H.________, zum Nachteil von A.________, 
indem 

der Beschuldigte, nachdem er vom Privatkläger A.________, vor seinem damaligen Arbeitsort 
(dem des Beschuldigten) aufgesucht wurde, mit den Worten „ich habe keine Angst vor dir; ich 
habe ein Messer dabei und werde dich damit „schneiden" und dich töten" bedroht wurde und der 
Privatkläger im darauffolgenden Handgemenge zwischen dem Privatkläger, dem Beschuldigten 
und zwei weiteren Security-Mitarbeitern, mindestens zwei Mal Stichbewegungen mit einem 
Küchenmesser (ca. 12 cm Klingenlänge; ca. 25 cm Gesamtlänge) gegen den Bauchbereich des 
Beschuldigten ausgeführt und der Beschuldigte durch seine Abwehrhandlungen bereits eine 
Schnittverletzung an der linken Hand und eine Stichverletzung am linken Oberschenkel erlitten 
hatte, den Privatkläger mehrmals mit der Faust gegen dessen Körper und dessen Kopf schlug, 
wobei auch H.________ und ein weiterer Security-Mitarbeiter gleichzeitig Faustschläge gegen 
den Körper und Kopf des Privatklägers sowie gegen den Arm, in welchem er das Messer hielt, 
ausführten, bis und während der Privatkläger schlussendlich am Boden lag und von den Securi-
ty-Mitarbeitern so, bis zum Eintreffen der Polizei am Boden festgehalten wurde. 

Der Privatkläger erlitt dabei mehrere Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung im Sinne 
von Hautabschürfungen, Hautrötungen, Hauteinblutungen und Hautunterblutungen an Kopf, 
Rumpf und Extremitäten. So insbesondere diverse Hautdefekte, oberflächliche Hautabtragungen 
und Hautverfärbungen im Bereich des seitlichen Kopfes und dem Hinterkopf, mehrere Hautver-
färbungen und oberflächliche Hautabschürfungen an der rechten Stirnseite, ein leicht geschwol-
lenes rechtes Augenoberlid sowie Hautverfärbungen und Hautunterblutungen rund um das rech-
te Auge und eine rötliche Einblutung in die Bindehaut am rechten seitlichen Augenwinkel, ein 
geschwollenes Augenober- und Unterlid am linken Auge mit rot-bläulichen Verfärbungen, Unter-
blutung des seitlichen linken Augenwinkels und Unterblutungen der Bindehaut im äussern und 
inneren Augenwinkel des linken Auges, weiter einen geschwollenen Nasenrücken, mehrere 
nicht wegdrückbare Hautverfärbungen an der rechten und linken Wange sowie wenige strich-
förmige Hautdefekte an der linken Wange, eine geschwollene Oberlippe und mehrere oberfläch-
liche Hautdefekte an der Oberlippe, mehrere Hautverfärbungen mit teilweise oberflächlichen 
Hautabschürfungen im Bereich des Halses, mehrere Hautverfärbungen im Bereich der linken 
Schulterblattregion und eine Schwellung mit Hautverfärbung im Bereich der rechten Flanke über 
der Darmbeinschaufel, mehrere oberflächliche Hautabtragungen in Bereich des rechten Ober-
arms sowie im Bereich der beiden Ellenbogen, eine Hautabtragung am Zeigefinger der rechten 

17

Hand, zwei Hautrötungen im Bereich der linken Wade und zwei strichförmige oberflächliche 
Hautdurchtrennungen über dem rechten Aussenknöchel. Zudem verlor der Privatkläger im Zuge 
der Auseinandersetzung drei der oberen Schneidezähne.

[…]

9. Unbestrittener Sachverhalt 

Unbestritten ist zunächst, dass C.________ und A.________ ungefähr ab dem 
Jahr 2009 für ungefähr sechs Jahre ein Liebespaar waren. C.________ und 
E.________ führten vor dieser Beziehung ebenfalls einige Monate lang eine 
freundschaftlichen Beziehung. Diese Bekanntschaft von C.________ und 
E.________ war unbestrittenermassen der Auslöser der am Abend des 
________ 2015 stattgefundenen Telefonate. 

So begann die vorliegend zu beurteilende Auseinandersetzung mit einem Telefonat 
von C.________ an E.________, in dem sie ihn wegen vermeintlich durch ihn über 
sie verbreitete Gerüchte zur Rede stellte. Nachdem dieses Gespräch in gegenseiti-
gen Beschimpfungen ausartete, wurde es beendet. Daraufhin rief E.________ 
A.________ an, um sich über das Verhalten von dessen damaligen (Ex-)Freundin 
C.________ zu beschweren und ihn zu fragen, weshalb er C.________ seine 
(E.________'s) Telefonnummer gegeben habe. A.________ teilte E.________ mit, 
er sei nicht mehr mit C.________ zusammen und habe dieser auch seine 
(E.________'s) Telefonnummer nicht gegeben, worauf auch dieses Telefonat be-
endet war. Anschliessend folgten Telefongespräche zwischen A.________ und 
C.________. Schliesslich rief A.________ wieder E.________ an und kündigte ihm 
in aufgebrachter Stimmung an, dass er nun zu ihm vor den M.________ Club 
kommen werde. 

C.________ befand sich während der Telefonate mit ihrer Freundin O.________ in 
ihrer Wohnung in Bern. A.________ war mit L.________ in der Wohnung eines 
Bekannten im P.________ Quartier in Biel. E.________ ging seiner Arbeit als «Se-
curity» im M.________ Club nach resp. stand gemeinsam mit seinem Arbeitskolle-
gen H.________ vor diesem. 

Nach den vorerwähnten Telefonaten kam es vor dem M.________ Club bzw. der 
N.________ (Lokalität) unbestrittenermassen zu einer tätlichen Auseinanderset-
zung insbesondere zwischen A.________ und E.________, aus der diese die in 
den rechtsmedizinischen Gutachten des IRM vom 22. Juli 2015 (pag. 229 ff. und 
pag. 237 ff.) dokumentierten sowie in der Anklageschrift (pag. 781 ff.) teilweise um-
schriebenen Verletzungen davontrugen. Betreffend die Frage, wie genau es zu 
A.________'s und E.________'s Verletzungen kam, ist Folgendes unbestritten:

A.________, der sehr aufgebracht war und zuvor noch Marihuana konsumiert hat-
te, behändigte nach den vorerwähnten Telefonaten in der Wohnung seines Be-
kannten – wie er in der Berufungsverhandlung erstmals zugab (pag. 1553 ff. 
Z. 17 ff.) – das sichergestellte Küchenmesser mit der Klingenlänge von 12 Zentime-
tern (nachfolgend: Messer und/oder Küchenmesser) und versteckte dieses in sei-
nem Jackenärmel. Danach verliess er – gefolgt von L.________ – die Wohnung 
deren Bekannten und machte sich auf den Weg zum M.________ Club. Kurz vor 

18

dem M.________ Club bat L.________ A.________, beim Q.________ (Örtlichkeit) 
auf ihn zu warten und sagte ihm, er werde zuerst alleine mit E.________ sprechen. 
Anschliessend begab sich L.________ zum M.________ Club, wo er u.a. 
E.________ begrüsste und mit diesem sprach, ehe wenig später A.________ auf 
der Strasse vor dem M.________ Club auftauchte. 

Was sich anschliessend abspielte, ist teilweise auf dem Überwachungsvideo sicht-
bar, zumindest soweit das Kerngeschehen angehend aber weitgehend bestritten. 
Es wird daher im Rahmen der Beweiswürdigung dargetan werden, welche Er-
kenntnisse die Kammer aus dem Überwachungsvideo zieht (E. 13.4.1 unten). Be-
reits an dieser Stelle festgehalten sei jedoch – da unbestritten –, dass A.________ 
und E.________ vor dem M.________ Club zunächst zusammen sprachen, 
während L.________ und H.________ neben resp. knapp hinter ihnen standen. Zu 
diesem Zeitpunkt waren A.________ und E.________ beide noch unverletzt. Plötz-
lich rannte A.________ Richtung N.________ (Lokalität) davon und E.________, 
L.________ sowie H.________ folgten ihm. Vor der N.________ (Lokalität) ereig-
nete sich schliesslich die eigentliche – im Kerngeschehen mehrheitlich bestrittene – 
tätliche Auseinandersetzung. Diesbezüglich ist einzig klar, dass E.________ 
A.________ mit der Hand ins Gesicht schlug (wobei unklar ist, wann [als 
A.________ noch stand oder als er am Boden lag?] und wie [mit der Hand oder mit 
der Faust?] er dies tat) und dass anlässlich der Auseinandersetzung vor der 
N.________ (Lokalität) sowohl A.________ als auch E.________ verletzt wurden. 

Schliesslich ist unbestritten, dass A.________ das Messer während der Auseinan-
dersetzung vor der N.________ (Lokalität) zu Boden fallen liess und H.________ 
dieses behändigte, kurz in die Luft hob, um es den um die rangelnden Männer her-
umstehenden Schaulustigen zu zeigen, und anschliessend mit der Klinge nach un-
ten in seiner Hosentasche verstaute.

Im Übrigen steht fest, dass A.________ und E.________ nach Eintreffen der Poli-
zei ins Spital gebracht wurden und H.________ der Polizei das Messer übergab.

10. Bestrittener Sachverhalt

A.________ bestreitet, im Auftrag von C.________ einen geplanten Angriff auf 
E.________ begangen zu haben. Er habe letzterem weder gesagt – «ich töte dich» 
– noch habe er das von ihm mitgeführte Küchenmesser eingesetzt. 

C.________ dementiert, A.________ gegen E.________ aufgehetzt und beauftragt 
zu haben, etwas gegen E.________ zu unternehmen. 

E.________ stellt in Abrede, A.________ vor der N.________ (Lokalität) einen «di-
rekten» Faustschlag ins Gesicht verpasst und ihm dadurch die Zähne herausge-
schlagen zu haben. Weiter bestreitet er, auf A.________ eingeschlagen zu haben, 
als dieser am Boden lag und H.________ das Küchenmesser bereits behändigt 
hatte. 

Schliesslich ist der genaue Inhalt der Telefonate zwischen C.________ und 
E.________, zwischen C.________ und A.________ sowie zwischen A.________ 
und E.________ bestritten. 

19

Beweismässig zu klären ist mithin zunächst, ob C.________ A.________ am 
________ 2015 telefonisch dazu aufforderte, E.________ zu töten oder zu schla-
gen. Sodann muss geprüft werden, ob A.________ E.________ mit dem Tod be-
drohte, in welcher Absicht er sich zu E.________ vor den M.________ Club begab 
und wann er das mitgeführte Küchenmesser hervorholte. Zu beantworten sind 
denn auch die Fragen, ob A.________ vor der N.________ (Lokalität) mit dem 
Messer Stichbewegungen gegen E.________'s Bauchbereich ausführte, ob er 
E.________ dadurch die beiden Verletzungen an der Hand und am Bein zufügte 
und falls ja, warum er dies tat. Schliesslich ist zu klären, wie, wann und wohin 
E.________ A.________ schlug: schlug er ihn mit der Faust und/oder der Hand ins 
Gesicht und/oder gegen den Körper und tat er dies, als A.________ noch stand 
und das Messer in der Hand hielt oder als letzterer bereits am Boden lag und das 
Messer nicht mehr auf sich trug bzw. hielt?

11. Beweismittel 

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven Beweismittel grösstenteils aufge-
führt und inhaltlich bis auf einzelne Punkte zutreffend zusammengefasst (S. 10 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1242 f.). Darauf kann mit den nach-
folgenden Ergänzungen bzw. Präzisierungen (E. 12 unten) verwiesen werden. Wei-
ter hat die Vorinstanz die Aussagen der Verfahrensbeteiligten in gekürzter Form 
wiedergegeben, worauf integral verwiesen wird (S. 11 ff. und S. 37 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1243 ff. und pag. 1269 ff.). Neu in den Akten 
befinden sich die von A.________'s Verteidigung eingereichte DVD mit der Video-
datei, welche die Aufzeichnung der Sachverhaltssequenz vor dem 
M.________ Club in Zeitlupe und vergrössert zeigt (pag. 1511 ff.) sowie die Proto-
kolle der oberinstanzlichen Einvernahmen von L.________ (pag. 1526 ff.), von 
A.________ (pag. 1551 ff.), von C.________ (pag. 1533 ff.) und von E.________ 
(pag. 1541 ff.). Es wird darauf verzichtet, diese «neuen» Beweismittel zusammen-
zufassen und es wird – soweit relevant – direkt im Rahmen der konkreten Beweis-
würdigung darauf eingegangen (E. 13 unten). Ferner kann auf die amtlichen Akten 
verwiesen werden.

12. Ergänzungen / Präzisierungen zu den teilweise von der Vorinstanz aufgeführ-
ten objektiven Beweismitteln 

12.1 Anhaltungsrapport vom 11. Juli 2015 und Anzeigerapport vom 11. Juli 2015

Die Vorinstanz fasste den Anhaltungsrapport vom 11. Juli 2015 (pag. 19 ff.) und 
den Anzeigerapport vom ________ 2015 (pag. 128 ff.) wie folgt zusammen (S. 10 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1242):

Laut Anzeigerapport vom 11.07.2015 meldete eine Passantin der Polizei am .________ eine Ausein-
andersetzung zwischen mehreren Securitys und einem Mann vor dem M.________ Club in Biel. Die 
ausgerückte Patrouille stellte vor Ort fest, dass zwei Securitys des M.________ Clubs (E.________ 
und H.________) A.________ mitten auf der R.________ (Strasse) am Boden in Rückenlage festhiel-
ten. E.________ wies Stichverletzungen auf und A.________ blutete stark im Bereich des Gesichts. 
Ein Security übergab den Polizisten das vermeintliche Tatmesser und erklärte, dass der Mann am 

20

Boden der Täter sei. A.________ wurde mit der Ambulanz und E.________ von einem Kollegen ins 
Spitalzentrum gebracht (pag. 19 ff. und 128 ff.).

Ergänzt sei diesbezüglich, dass E.________ laut dem Anhaltungsrapport gegenü-
ber der Polizei geltend gemacht habe, angegriffen worden zu sein, wobei «umge-
hend» sichtbar gewesen sei, dass E.________'s Hose im Bereich seines linken 
Oberschenkels blutdurchtränkt gewesen sei und dass er am rechten [recte: linken] 
Handballen eine Schnittwunde gehabt habe. Weiter habe vor Ort in Erfahrung ge-
bracht werden können, dass A.________ seinen Kontrahenten E.________ – an-
geblich wegen alten privaten Gründen – mit einem Messer bedroht habe, indem er 
es ihm vor den Kopf gehalten habe. A.________ sei schliesslich durch die «Securi-
ty» Mitarbeitenden zu Boden gedrückt und dabei mehrmals ins Gesicht geschlagen 
worden (zum Ganzen pag. 20).

Als A.________ nach der Entlassung im Spital Biel nach der Polizeiwache Biel hät-
te verbracht werden sollen, habe er sodann jegliche Kooperation verweigert, so 
dass er auf dem Spitalbett habe in Handfesseln gelegt und aus der Notfallstation 
getragen werden müssen. Betreffend das Messer habe er gegenüber der Polizei 
stets gesagt: «Haben Sie keine Vorurteile!» (zum Ganzen pag. 21).

Auf dem Überwachungsvideo sei schliesslich sichtbar, wie zwischen den beiden 
Personen A.________ und E.________ im Eingangsbereich des M.________ 
Clubs ein Gespräch stattgefunden habe und wie A.________ daraufhin mit der 
Hand das Messer ergriffen und dieses «gegen den Oberkörper / Gesicht» von 
E.________ gehalten habe (pag. 20). Diesbezüglich sei festgehalten, dass die 
Kammer diese im Anhaltungsrapport beschriebene Szene resp. das Messer, wel-
ches A.________ gegen den Oberkörper bzw. das Gesicht von E.________ gehal-
ten haben soll, auf dem Video nicht sehen resp. erkennen kann. 

Im Anzeigerapport vom 11. Juli 2015, indem sowohl A.________ als auch 
E.________ als Beschuldigte geführt wurden (pag. 128 ff.), wurde das Tatvorgehen 
wie folgt umschrieben: 

B1 [A.________] und B2 [E.________] trafen sich, um eine Sache zu diskutieren. Die Lage eskalierte 
erst zu einem verbalen Streit. Durch B1 wurde B2 plötzlich mit einem Messer mehrfach attackiert. 
Dieser wehrte sich mit mehreren Schlägen ins Gesicht von B1.

Weiter wurde gleich wie im Anhaltungsrapport festgehalten, vor Ort habe festge-
stellt werden können, wie zwei Sicherheitsbeamte des M.________ Clubs einen 
Mann am Boden in Rückenlage festgehalten hätten, der stark im Gesicht geblutet 
habe. Anders als im Anhaltungsrapport wurde hingegen ausgeführt, ein Sicher-
heitsbeamter sei direkt auf die Polizei zugekommen, habe dieser einen Gegen-
stand in die Hand gedrückt und später gesagt, dass es sich dabei um das Tatmes-
ser handle, welches gegen einen seiner Kollegen eingesetzt worden sei (zum Gan-
zen pag. 130). 

E.________ habe schliesslich Strafantrag/Privatklage gegen C.________ gestellt, 
weil diese die Auseinandersetzung ausgelöst und ihn schon «des längeren» beläs-
tigt habe, und als Zeuge habe er L.________ genannt. Dieser sei ein gemeinsamer 
Freund von ihm und A.________ und auf dem Video als der Mann im weissen 

21

Oberteil ersichtlich, der ihm gesagt habe, dass A.________ mit ihm diskutieren wol-
le (zum Ganzen pag. 132). 

12.2 Anzeigerapport vom 11. November 2015 

Zum Anzeigerapport vom 11. November 2015 (pag. 144 ff.), der sich auf 
C.________ bezieht, äusserte sich die Vorinstanz nicht. Daraus geht insbesondere 
hervor, dass sich E.________ im Rahmen der Ermittlungen betreffend die Ausein-
andersetzung am ________ 2015 vor dem M.________ Club dahingehend geäus-
sert habe, Strafantrag gegen C.________ einreichen zu wollen, weil diese 
A.________ auf ihn angesetzt habe. 

Weiter ist diesem Anzeigerapport zu entnehmen, dass E.________ am 
________ 2015, um ca. 00:15 Uhr, als er vor dem M.________ Club seiner Tätig-
keit als Sicherheitsbeamter nachgegangen sei, mehrmals mit unterdrückter Num-
mer von C.________ angerufen worden sei. Nachdem E.________ einer dieser 
Anrufe entgegengenommen habe, habe C.________ ihn mit Vorhalten und Be-
schuldigungen konfrontiert, wonach er Unwahrheiten über sie verbreiten würde. 
E.________ selbst habe dies vehement verneint, worauf das Gespräch zu einem 
verbalen Streit mit Beleidigungen beiderseits ausgeartet sei (zum Ganzen 
pag. 144 f.).

12.3 Rechtsmedizinische Gutachten zu den körperlichen Untersuchungen von 
A.________ und E.________ / Notfallbericht des Spitalzentrums Biel betreffend 
A.________ / KTD Bericht inklusive Fotodokumentation 

In den Akten befinden sich nebst dem KTD Bericht vom 19. August 2015 
(pag. 152 ff.) zwei Fotodokumentationen; eine betreffend die Verletzungen von 
A.________ (pag. 161 ff.) und eine betreffend die Verletzungen von E.________ 
(pag. 187 ff.). Weiter ist sowohl bezüglich A.________ als auch hinsichtlich 
E.________ ein vom 22. Juli 2015 datierendes Rechtsmedizinisches Gutachten 
des IRM vorhanden (pag. 229 ff. und pag. 237 ff.). Schliesslich liegt ein Notfallbe-
richt des Spitalzentrums Biel betreffend A.________ vom ________ 2015 
(pag. 401 f.) vor.

Die Vorinstanz fasste diese objektiven Beweismittel wie folgt zusammen (S. 10 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1242 f.):

• IRM-Berichte und Bericht des Spitalzentrums Biel

Im IRM-Bericht zu A.________ vom 22.11.2015 wird festgehalten, dass sich der 173 cm grosse und 
63 kg schwere A.________ bei der Untersuchung vom ________2015 in einem leicht reduzierten All-
gemeinzustand befand. A.________ wies ein Schädel-Hirn-Trauma, Zahnbrüche an zwei oberen 
Schneidezähnen, Hautabschürfungen, Hautrötungen, Hauteinblutungen und Hautunterblutungen an 
Kopf, Rumpf und Extremitäten auf. Die Kopfverletzungen und auch die übrigen Verletzungen am 
Rumpf waren nicht lebensgefährlich und deren Abheilung folgenlos. Eine Abheilung der Kopfverlet-
zung mit Narben sei möglich, die aber nicht entstellend wären. Die Zähne hingegen würden einen 
Eingriff notwendig machen. Das Verletzungsbild am Kopf von A.________ spreche für das Einwirken 
mit stumpfer Gewalt, teils mit hoher Energie. Als Ursache kämen Faustschläge in Frage (pag. 229, 
vgl. auch Fotos pag. 161 ff.). Laut Bericht des Spitalzentrums Biel konnte A.________ nach weniger 
als 30 Minuten wieder aus dem Spital entlassen werden (pag. 392.).

22

Gemäss IRM-Bericht vom 22.11.2015 präsentierte sich der 183 cm grosse und 80 kg schwere 
E.________ bei der Untersuchung vom ________2015 in normalem Allgemeinzustand. E.________ 
erlitt durch Stich- bzw. Schnittverletzung erklärbare Hautdurchtrennungen am linken Oberschenkel 
und an der linken Hand kleifingerseitig, die durch das sichergestellte Messer verursacht werden konn-
ten. Die Verletzung am linken Oberschenkel erfolgte lediglich bis auf die Muskelfaszie, so dass die 
Verletzung nicht unmittelbar lebensgefährlich war. Diesbezüglich wird darauf hingewiesen, dass es 
bloss Zufall sei, dass keine lebensgefährliche Verletzung resultiert habe, da im Bereich der Verletzun-
gen Blutgefässe verlaufen, deren Verletzung lebensgefährlich gewesen wäre. Die tatsächlichen Ver-
letzungen würden unter Narbenbildung abheilen (pag. 238 ff.).

• Bericht KTD inkl. Fotos der Kleidung und des Messers 

Der KTD hielt in seinem Bericht vom 19.8.2015 fest, dass auf der Kleidung von E.________ und 
A.________ Blutspuren nachgewiesen werden konnten. Die Hosen von E.________ wiesen am lin-
ken Hosenbein einen Schnitt von ca. 7 mm auf, der mit der Schnittverletzung oberhalb des linken 
Knies von E.________ übereinstimmte (pag. 198-208.).

Weiter wurde festgestellt, dass die Untersuchung der Schuhe von E.________ keine Übereinstim-
mung mit den Hämatomen am Rücken von A.________ ergab (pag. 153.). 

Beim sichergestellten Messer handelt es sich um ein zirka 25 cm langes Messer mit einer Klingenlän-
ge von zirka 12,5 cm. Die Klingenbasis ist 1,9 cm breit ab Griff. Die Untersuchung der Messerklinge 
ergab ein DNA Mischprofil, dessen Hauptkomponente A.________ zugeordnet wurde. Die Neben-
komponente war nicht interpretierbar (pag. 152 ff.; vgl. Fotos pag. 221-223.)

Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist dem Notfallbericht des Spitalzen-
trums Biel nichts zur Dauer der Behandlung von A.________ zu entnehmen. Aus 
der Sofortrechnung vom ________ 2015 geht jedoch hervor, dass es eine «mittlere 
Behandlung ab 30 Minuten mit kleiner Untersuchung» war (pag. 392). 

In Bezug auf E.________ hat die Vorinstanz die erlittenen Verletzungen sowie die 
allfällige Ursache hierfür aus Sicht der Kammer schliesslich zu wenig detailliert 
festgehalten, hielt das IRM in seiner Beurteilung betreffend E.________ doch Fol-
gendes fest (pag. 239 f.):

Anlässlich der körperlichen Untersuchung des Herrn E.________ zeigten sich Hautdurchtrennungen 
in Bereich des linken Oberschenkels sowie kleinfingerseitig an der linken Hand, welche durch scharfe 
Gewalteinwirkung erklärbar sind. Die Verletzung am linken Oberschenkel kann als Stichverletzung 
und die Verletzung an der linken Hand als Schnittverletzung gewertet werden. Beide Verletzungen 
könnten in Rahmen eines Angriffes mit einem Messer entstanden sein. Das auf der uns vorliegenden 
Fotodokumentation (erstellt durch den KTD Bern) abgebildete und mutmasslich verwendete Messer 
könnte hierbei als Tatwerkzeug in Betracht kommen. Laut ambulantem Bericht des Spitalzentrums Bi-
el zeigte sich bei der Wundversorgung der Verletzung am linken Oberschenkel ein Wundkanal der le-
diglich bis auf eine Muskelfaszie (bindegewebige Muskelhülle) reichte, so dass vermutlich keine sich 
unterhalb der Faszie befindlichen relevanten Strukturen, wie beispielsweise Muskelgewebe oder 
grössere Blutgefässe, verletzt worden waren. Die Hautdurchtrennung im Bereich der linken Hand wird 
im ambulanten Bericht nicht erwähnt, so dass hier keine weiteren Angaben zur Ausdehnung respekti-
ve Tiefe dieser Verletzung gemacht werden können.

Am übrigen Körper fanden sich die oben genannten Verletzungen im Sinne von Hautrötungen, Haut-
abschürfungen und Hauteinblutungen am Rumpf und den Extremitäten. Diese Verletzungen sind 

23

durch stumpfe Gewalt verursacht und könnten beispielsweise im Rahmen einer körperlichen Ausein-
andersetzung entstanden sein.

Zeitlich sind sämtliche oben genannten Verletzungen mit dem geltend gemachten Ereigniszeitpunkt 
vereinbar.

Die Verletzungen als Folge scharfer Gewalt an der linken Hand und dem linken Oberschenkel waren 
nicht unmittelbar lebensgefährlich. Es ist bezüglich der Verletzung am linken Oberschenkel zu erwäh-
nen, dass in der Nähe der Einstichstelle u.a. grössere, das Bein versorgende Blutgefässe verlaufen, 
sodass eine Stichverletzung in diesem Bereich potenziell lebensgefährlich sein kann, wenn ein grös-
seres Blutgefäss verletzt und hieraus ein relevanter Blutverlust resultieren würde. Dass es im konkre-
ten Fall zu keiner Verletzung eines grösseren Blutgefässes kam, blieb lediglich dem Zufall überlassen.

Die in Folge scharfer Gewalteinwirkung entstandenen Verletzungen werden erfahrungsgemäss unter 
Narbenbildung abheilen. Bezüglich bleibender Schäden an der Hand sowie am linken Oberschenkel 
bleibt der klinische Verlauf abzuwarten. Die aufgrund stumpfer Gewalteinwirkung entstandenen Ver-
letzungen werden erfahrungsgemäss folgenlos abheilen.

12.4 Überwachungsvideo / eingereichte DVD

Auf die Erkenntnisse, die aus dem Überwachungsvideo und der von A.________'s 
Verteidigung eingereichten DVD gezogen werden können, wird direkt im Rahmen 
der konkreten Würdigung des Geschehens vor dem M.________ Club und der 
N.________ (Lokalität) eingegangen (E. 13.4.1 unten). 

13. Beweiswürdigung durch die Kammer

13.1 Theoretische Grundlagen und Vorbemerkungen
Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und zur Aussa-
geanalyse kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 21 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1253 f.). 

Im Folgenden wird zunächst auf die am ________ 2015 geführten Telefonate ein-
gegangen. Dabei wird insbesondere geklärt, ob C.________ A.________ telefo-
nisch dazu aufforderte, E.________ zu töten oder zu schlagen (E. 13.2 unten). In 
einem zweiten Schritt wird geprüft, in welcher Absicht sich A.________ zu 
E.________ begab und ob er diesen mit dem Tod bedrohte (E. 13.3 unten). Da-
nach wird das Geschehen vor dem M.________ Club und der N.________ (Loka-
lität) thematisiert (E. 13.4 unten). Dabei wird insbesondere dargetan, welche Er-
kenntnisse aus dem Überwachungsvideo gezogen werden können (E. 13.4.1 un-
ten) und, ob A.________ Stichbewegungen gegen E.________'s Bauch ausführte 
und ihn dadurch an der Hand und am Bein verletzte (E. 13.4.2 unten). Weiter wird 
geklärt, in welcher Art, in welcher Absicht, zu welchem Zeitpunkt und wohin 
E.________ A.________ schlug sowie, ob er ihn dadurch verletzte (E. 13.4.3 un-
ten). Schliesslich wird das Beweisergebnis festgehalten (E. 13.5 unten). 

13.2 Zu den Telefonaten 

13.2.1 Aussagen von E.________

Betreffend das Telefonat mit C.________ bestritt E.________ konstant, Unwahrhei-
ten – geschweige denn überhaupt etwas – über C.________, mit der er ungefähr 

24

im Jahr 2008 eine normale, kurze, freundschaftliche, nicht intime Beziehung geführt 
habe (u.a. pag. 1544 Z. 13 und Z. 20 f.), erzählt zu haben. Er machte stattdessen in 
sämtlichen Einvernahmen geltend, C.________ habe ihn am fraglichen Abend mit 
unterdrückter Nummer angerufen, ihn beschimpft, seine Familie beleidigt und ge-
droht, Leute bei ihm vorbeizuschicken, die ihn umbringen bzw. mit dem Messer ab-
stechen und «aufschlitzen» würden (zum Ganzen pag. 319 Z. 26 ff., pag. 324 
Z. 21 ff., pag. 329 Z. 18 ff., pag. 334 Z. 114 ff., pag. 335 Z. 145 und Z. 153, 
pag. 1073 Z. 17 ff., pag. 1074 Z. 7 ff. und pag. 1545 Z. 1 ff.). Er habe diese Dro-
hung aber nicht so ernst genommen (pag. 324 Z. 51 ff. und pag. 335 Z. 157). 

In Bezug auf die Telefongespräche mit A.________ führte E.________ ebenfalls in 
allen Einvernahmen aus, er habe A.________ nach dem Telefonat mit C.________ 
angerufen, weil er ihm – in der Annahme, A.________ und C.________ seien ein 
Paar – habe sagen wollen, er (A.________) solle C.________ bitten, ihn 
(E.________) nicht mehr anzurufen und zu beleidigen. Er habe A.________ zudem 
auch gefragt, weshalb er C.________ seine Nummer gegeben habe, worauf 
A.________ beteuert habe, seine (E.________'s) Nummer C.________ nicht ge-
geben zu haben, ein anderer Kollege hätte dies getan (pag. 319 Z. 30 ff., pag. 336 
Z. 166 ff., pag. 1074 Z. 20 ff. und pag. 1545 Z. 6 ff.). In Bezug auf A.________'s 
Reaktion auf dieses erste Telefongespräch und auf Frage, wer den zweiten Anruf 
zwischen ihm und A.________ gestartet habe, äusserte sich E.________ etwas 
unklar. So soll A.________ – gemäss seiner Aussage in der ersten Einvernahme 
vom ________ 2015 – bereits beim ersten Telefongespräch «sehr aggressiv ge-
antwortet» und ihn nachher nochmals kontaktiert haben (pag. 319 Z. 33 ff.). Ge-
genüber der Staatsanwaltschaft sowie in der erst- und der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung erklärte E.________ hingegen, A.________ sei bei diesem ers-
ten Telefongespräch noch ruhig gewesen und habe lediglich gesagt, dass er seine 
(E.________'s) Telefonnummer C.________ nicht gegeben habe. Dass sich 
E.________ insoweit mithin divergierend äusserte, spricht nicht gegen die Glaub-
haftigkeit seiner übrigen Aussagen. Schliesslich machte er ansonsten gleichblei-
bende Angaben und erklärte beispielsweise stets, nach dem ersten Telefonat mit 
A.________ habe er diesen «anderen» Kollegen angerufen, der laut A.________ 
seine Nummer C.________ gegeben haben solle. Dieser Kollege habe aber de-
mentiert, seine Natelnummer C.________ gegeben zu haben. Später habe er dann 
nochmals mit A.________ telefoniert und bei diesem zweiten Telefonat sei 
A.________ plötzlich aggressiv gewesen. Seine Stimmung habe «gewechselt», er 
sei «explodiert» und «durchgedreht». A.________ habe ihm gesagt, dass er zu ihm 
(E.________) kommen wolle resp. mit einem Messer zu ihm kommen werde und 
ihn schon lange mit einem Messer attackieren wolle. Zudem habe A.________ 
geäussert, dass er zu ihm kommen werde, «um das zu regeln», dass er keine 
Angst vor ihm habe und ihn angreifen und töten werde (zum Ganzen pag. 319 
Z. 34 ff., pag. 336 Z. 175 ff., pag. 1074 Z. 33 ff. und Z. 39, pag. 1075 Z. 1, 
pag. 1545 Z. 5 ff. und pag. 1549 Z. 31).

In Bezug auf die Telefonate hat E.________ somit im Wesentlichen konstant, 
nachvollziehbar, authentisch, plausibel und damit glaubhaft ausgesagt. Abstellend 
auf E.________'s Aussagen ist daher erwiesen, dass das Telefongespräch zwi-
schen E.________ und C.________ in einem verbalen Streit und gegenseitigen 

25

Beschimpfungen «ausartete», was, wie sich noch zeigen wird, auch C.________ 
bestätigte (siehe E. 13.2.2 unten). Weiter ist abstellend auf E.________'s Aussa-
gen davon auszugehen, dass er nach dem Telefonat mit C.________ A.________ 
anrief und von diesem wissen wollte, ob und gegebenenfalls weshalb er seine Te-
lefonnummer C.________ weitergegeben habe. Weiter hielt er A.________ – mit 
dem er bis zum vorliegend zu beurteilenden Vorfall keinerlei Probleme gehabt hat, 
(u.a. pag. 1543 Z. 25 ff.), was auch A.________ bestätigte (u.a. pag. 1552 Z. 21 ff.) 
– dazu an, C.________ zu bitten, ihn nicht mehr anzurufen und zu beleidigen. 
Spätestens beim zweiten Telefonat zwischen E.________ und A.________ war 
letzterer – abstellend auf E.________'s Aussagen – schliesslich nicht mehr in guter 
Stimmung, sondern aggressiv und aufgebracht. 

13.2.2 Aussagen von C.________ 

C.________ machte in Bezug auf die Telefonate mit E.________ in sämtlichen 
Einvernahmen geltend, E.________ am fraglichen Abend angerufen und zur Rede 
gestellt zu haben, weil er Dinge, die ihren Ruf geschädigt hätten, über sie erzählt 
habe. E.________ sei dann sofort «hässig» geworden und habe sehr schreckliche 
Sachen gesagt, insbesondere, dass er sie und ihre ganze Familie anal ficken wer-
de, dass sie eine Nutte sei, dass er jemanden kenne, der schon «x-Leute» er-
schossen habe und dass er sie am helllichten Tag entführen und/oder ihr Säure ins 
Gesicht werfen könnte. Seine Beschimpfungen hätten sie «hässig» gemacht, ver-
letzt und gedemütigt, weshalb sie E.________ letztendlich als «Arschloch» betitelt 
habe. Das Telefonat mit ihm sei auf T.________ (Fremdsprache) geführt worden – 
für «das Ganze» habe sie zwei Zeugen, welche mit ihr in der «WG» wohnten. Sie 
habe das Telefon auf Lautsprecher gehabt (zum Ganzen pag. 361 Z. 64 ff., 
pag. 366 Z. 53 ff. und Z. 67 ff., pag. 367 Z. 90 ff., pag. 368 Z. 128, pag. 1066 
Z. 14 ff., pag. 1535 Z. 36 ff., pag. 1536 Z. 7 und pag. 1540 Z. 1 f.). E.________ ha-
be sie im Übrigen schon vor Jahren, als sie sich ungefähr im Jahr 2008 «gekannt» 
hätten, belogen und nur benutzt, um an einen Schweizer Pass heranzukommen 
(pag. 360 Z. 21 ff., pag. 367 Z. 114 ff., pag. 1066 Z. 19 ff. und pag. 1538 Z. 34 ff.). 

Betreffend die Telefonate mit A.________ äusserte sich C.________ wie folgt: 

In ihrer ersten Einvernahme am 7. September 2015 erwähnte sie gar nicht erst, am 
fraglichen Abend mit A.________ telefoniert zu haben, sondern machte vielmehr 
geltend, nach ihrem Telefonat mit E.________ habe dieser A.________ angerufen 
– A.________ habe ihr dies erzählt, nachdem er aus der Polizeihaft entlassen wor-
den sei (pag. 362 Z. 103 f.). 

In ihrer zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft behauptete C.________ 
sodann, nach dem Telefonat mit E.________ sei sie sehr wütend gewesen und 
weil sie am nächsten Tag habe arbeiten müssen, seien sie und O.________, die an 
diesem Abend bei ihr gewesen sei, gegen 22:30 / 23:00 Uhr ins Bett gegangen. Am 
nächsten Tag habe sie dann von 7:00 – 13:00 Uhr gearbeitet und als sie um 
13:20 Uhr in der S.________ (Quratier) vor ihrer Haustür gestanden sei, habe die 
Polizei sie angerufen und gefragt, ob A.________ ihr Freund sei. Dies habe sie 
verneint, weil A.________ ihr Ex-Freund gewesen sei (zum Ganzen pag. 368 
Z. 149 ff.). Auf Frage, wann sie A.________ das nächste Mal gesehen habe, ent-

26

gegnete C.________, sie wisse es nicht, es wäre aber wohl auf den Zahnarztrech-
nungen ersichtlich, schliesslich habe sie A.________ rund drei bis vier Tage nach 
dem Vorfall zum Zahnarzt begleitet (pag. 369 Z. 165 ff.). Auf Frage, ob sie in die-
sen drei bis vier Tagen telefonischen Kontakt mit A.________ gehabt habe, erklärte 
C.________, kurz nachdem das Telefonat mit der Polizei beendet gewesen sei, 
habe sie per Whatsapp Fotos von A.________ erhalten. Sie sei geschockt gewe-
sen, weil er keine Zähne mehr gehabt habe und sein ganzes Gesicht verschlagen 
gewesen sei. Sie habe ihn dann angerufen und gefragt, was passiert sei, worauf er 
ihr erzählt habe, dass E.________ ihn «gestern» Nacht angerufen und gefragt ha-
be, warum er ihr (C.________) seine (E.________'s) Natelnummer gegeben habe. 
Demnach erwähnt C.________ auch gegenüber der Staatsanwaltschaft zunächst 
wiederum nichts von einem Telefonat zwischen ihr und A.________ am ________ 
2015. Erst auf Vorhalt der Aussagen von L.________, wonach sie und A.________ 
am besagten Abend zusammen telefoniert hätten, entgegnete sie plötzlich, sie 
könne sich nicht mehr erinnern, A.________ habe sie etwa «50 Mal» pro Tag an-
gerufen (pag. 370 Z. 209). 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung räumte C.________ erstmals von sich 
aus ein, auch am fraglichen Abend mit A.________ telefoniert zu haben und zwar 
mehrmals. Sie erklärte, A.________ habe sie angerufen und gefragt, weshalb sie 
E.________ angerufen habe, worauf sie zunächst abgestritten habe, mit 
E.________ telefoniert zu haben und das Telefonat mit A.________ dann beendet 
gewesen sei. Später hätten sie und A.________ nochmals telefoniert und da habe 
sie zugegeben, mit E.________ telefoniert zu haben. Zudem habe sie A.________ 
gesagt, die Angelegenheit mit E.________ hätte nichts mit ihm zu tun, weshalb er 
sich aus dieser Sache raushalten solle – sie könne sich selber darum kümmern 
(zum Ganzen pag. 1067 Z. 1 ff.). 

In der Berufungsverhandlung bestätigte C.________, am ________ 2015 mit 
A.________ telefoniert zu haben. Sie machte wie in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung geltend, A.________ habe sie zuerst angerufen und gefragt, ob sie 
mit E.________ telefoniert habe, was sie zunächst verneint habe, worauf 
A.________ entgegnet habe, sie solle nicht lügen, E.________ hätte ihm doch ge-
rade selbst von ihrem (C.________ und E.________'s) Gespräch erzählt. Erstmals 
machte C.________ zudem geltend, A.________ habe ihr damals am Telefon ge-
sagt, dass er zu E.________ gehen werde und diesen herausfordern wolle, worauf 
sie ihn gebeten habe, dies zu unterlassen und dieses Telefonat – welches im Übri-
gen auf Berndeutsch geführt worden sei – beendet gewesen sei (zum Ganzen 
pag. 1536 Z. 15 ff.). Weil sie «Schiss» bekommen habe, habe sie A.________ dar-
aufhin ein zweites Mal angerufen und gebeten, sich nicht von E.________ provo-
zieren zu lassen, schliesslich hätte dieser auch sie beschimpft. Darauf habe 
A.________ geantwortet, E.________ hätte seine Mutter und seine Schwester be-
schimpft und wenn er jetzt nicht vor diesen Club gehe, dann verliere er sein Ge-
sicht. In der Folge habe sie weiter versucht, A.________ zu beruhigen, aber «die 
Männer von dieser Kultur» würden nicht auf eine Mutter und/oder eine Frau hören 
(zum Ganzen pag. 1536 Z. 31 ff.). 

27

Analysiert man diese Aussagen von C.________, dann fällt auf, dass sie sich be-
treffend die Telefonate mit A.________ nicht nur widersprüchlich äusserte, sondern 
dieselben zunächst gänzlich verschwieg, was aus Sicht der Kammer nahelegt, 
dass der Inhalt derselben brisant war. C.________ dementierte zwar konstant, 
A.________ im Rahmen dieser Telefonate dazu angestiftet zu haben, E.________ 
zu schlagen oder «hinunterzustechen» (pag. 362 Z. 96 ff. und pag. 372 Z. 298). Sie 
stritt dies jedoch übermässig stark ab und versuchte gleichzeitig, sich selber in bes-
tem Licht darzustellen – während sie andere übermässig schlechtmachte –, was 
nicht gerade für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht:

So bezeichnete sie sich beispielsweise mehrfach als A.________'s «Ersatzmami», 
das ihn über all die Jahre immer beschützt habe (pag. 369 Z. 199 und pag. 370 
Z. 218 ff.) und als Person mit einer überaus «sozialen Ader», die nie jemanden 
schlagen würde und keine Menschen hassen könne (pag. 370 Z. 213, pag. 372 
Z. 286 f., pag. 1067 Z. 15 ff. und pag. 1538 Z. 4 ff.). Auch machte sie geltend, sie 
sei kein «Mafia Boss» und nicht gewalttätig, sondern lebe in ganz normalen Ver-
hältnissen, sei in der Medizin tätig und sicher nicht so dumm, jemanden zu 
E.________ zu schicken, der ihn schlagen würde – sie sei nicht so kriminell «wie 
die anderen» (pag. 362 Z. 96 ff. und pag. 372 Z. 284 ff.). Sie würde A.________ 
«niemals» zu so etwas auffordern und ihn damit in Schwierigkeiten bringen resp. 
habe ihn «niemals» dazu angestachelt, zu E.________ zu gehen. Im Gegenteil, am 
fraglichen Abend habe sie ihn vielmehr wiederholt gebeten, sich nicht in die Sache 
zwischen ihr und E.________ einzumischen und sich nicht von E.________ provo-
zieren zu lassen (zum Ganzen pag. 370 Z. 218 ff. und Z. 236, pag. 1067 Z. 1 ff., 
pag. 1536 Z. 31 f. und Z. 41 f. sowie pag. 1537 Z. 9, Z. 30 und Z. 33). Es sei «unlo-
gisch», dass ihr vorgeworfen werde, A.________ aufgefordert zu haben, 
E.________ zu schlagen bzw. zu töten. Sie habe immer versucht, ihn von den Pro-
blemen fernzuhalten. Zunächst habe sie zwar abgestritten, am besagten Abend 
auch mit A.________ telefoniert zu haben, aber nur, weil sie nicht gewollt habe, 
dass er etwas damit zu tun habe (zum Ganzen pag. 1076 ff.). 

E.________ beschuldigte sie weiter, sie als Nutte bezeichnet und ihr gedroht zu 
haben, sie zu entführen und/oder ihr Säure ins Gesicht zu werfen. Zudem bezeich-
nete sie ihn als ein Lügner. Er habe nicht nur den Zeugen L.________ «gekauft», 
sondern auch ständig Gerüchte über sie verbreitet und sie bereits vor rund acht 
Jahren betrogen, belogen und ausgenutzt, um an einen Schweizer Pass zu gelan-
gen. Nachdem sie sich an einem T.________ Fest kennengelernt hätten, habe er 
sie nämlich «mehrfach» auf ihren Status angesprochen («ob ich einen Schweizer 
Pass habe und so weiter») und «immer wieder» erwähnt, sie könnte ihm doch hel-
fen, einen Ausweis zu bekommen (pag. 360 Z. 28 ff.). Eine Kollegin, welche 
E.________ auch flüchtig gekannt habe, habe ihr zudem erzählt, E.________'s 
Familie suche eine Frau mit einem Schweizerpass, weil er in Schwierigkeiten ge-
steckt und keine Papiere bekommen habe. Sie hätten gedacht, sie könnte 
E.________ helfen, schliesslich habe sie damals schon «sehr gut» Deutsch ge-
sprochen und eine Schnupperlehre absolviert (zum Ganzen pag. 367 Z. 114 ff., 
ferner pag. 1066 Z. 21). 

28

Ein weiteres Indiz, dass C.________ nicht die Wahrheit sagt, sind sodann ihre oft 
ausweichenden, abstreitenden und wenig überzeugenden Erklärungen auf Vorhalte 
und für sie heikle Fragen:

Auf Vorhalt, dass E.________ erklärt habe, sie hätte ihm telefonisch angekündigt, 
Leute bei ihm vorbeizuschicken, die ihn abstechen würden, behauptete 
C.________ beispielsweise, so etwas würde sie nie tun. Sie hänge nicht so in ei-
nem Kreis herum, wo es Leute gebe, die sie vorbeischicken könnte, um Leute 
«z’verprätsche». Sie sei kein «Mafiaboss» und «habe» keine Leute, die Drogen 
konsumierende Schlägertypen seien und so etwas tun würden (zum Ganzen 
u.a. pag. 362 Z. 97 f., pag. 368 Z. 138 ff., pag. 373 Z. 337 f.). 

Auf Vorhalt, dass L.________ angegeben habe, gehört zu haben, wie sie 
A.________ am Telefon gesagt habe, er solle E.________ töten, behauptete 
C.________, sie habe mit A.________ immer Berndeutsch gesprochen, damit nie-
mand gemerkt habe, dass sie eine Kurdin sei, weshalb L.________ das Gespräch 
gar nicht habe verstehen können. Ausserdem sei L.________ von E.________ 
«gekauft» und ein Lügner wie letzterer auch (zum Ganzen pag. 371 Z. 254 ff., 
pag. 1067 Z. 31 f., pag. 1536 Z. 26 f. und pag. 1537 Z. 39). Schliesslich sei 
A.________ immer draussen gewesen, wenn sie telefoniert hätten, weil sie in An-
wesenheit anderer U.________ (Personen ausländischer Herkunft) nicht mit ihm 
habe sprechen dürfen (pag. 372 Z. 311 ff. und pag. 1067 Z. 31 f.). Diese Behaup-
tung C.________'s – und damit auch diejenige A.________'s (E. 13.2.3 unten) und 
O.________'s (E. 13.2.4 unten) –, wonach sie und A.________ zumindest in Ge-
genwart anderer Personen stets Berndeutsch gesprochen hätten, ist aus Sicht der 
Kammer unglaubhaft: 

Zunächst ist es ein Widerspruch, wenn C.________ sagte, sie und A.________ 
hätten stets Berndeutsch gesprochen resp. A.________ sei immer draussen gewe-
sen, wenn sie telefoniert hätten: Wenn sie Berndeutsch gesprochen hätten, dann 
hätte L.________ kein «Problem» dargestellt, spricht er doch kein Schweizer-
deutsch. Wäre A.________ nach draussen gegangen, dann hätten sie ausserdem 
nicht auf Berndeutsch sprechen müssen, weil er dann ja
alleine gewesen wäre. Lebensfremd und unlogisch ist denn auch, dass 
C.________ mit E.________ gemäss eigenen Angaben auf T.________ (Fremd-
sprache) telefoniert haben will – notabene obwohl während dieses Telefonats so-
wohl C.________ als auch E.________ in Gegenwart anderer Personen waren 
(C.________ war mit O.________ in ihrer Wohnung, E.________ stand mit 
H.________ vor dem M.________ Club) –, mit A.________ hingegen auf Bern-
deutsch. Weiter legen A.________'s Berndeutschkenntnisse, die – wie sich in der 
Berufungsverhandlung zeigte – selbst unter Berücksichtigung der verstrichenen 
Zeit nicht überragend sind (vgl. pag. 1558 f. Z. 36 ff.) und der Umstand, dass auch 
er mit E.________ gemäss übereinstimmenden Aussagen «immer» T.________ 
(Fremdsprache) sprach, nahe, dass C.________ und A.________ nicht auf Bern-
deutsch telefoniert haben. Schliesslich erwähnte der Zeuge L.________ – wie in 
Erwägung 13.2.6 dargetan werden wird – sehr glaubhaft, C.________ und 
A.________ hätten am besagten Abend auf T.________ (Fremdsprache) telefo-
niert. Dass letztere beide übereinstimmend geäussert haben, am ________ 2015 

29

auf Berndeutsch telefoniert zu haben, und dies auch O.________ bestätigt hatte, 
ändert daran nichts. Es ist nicht erstaunlich, dass C.________ und A.________ 
sich insoweit gleich äusserten und dieselbe Schutzbehauptung vorbrachten, waren 
sie doch viele Jahre – und wie sich im Folgenden zeigen wird auch im ________ 
2015 (S. 33 unten) – ein Paar und dürften sich daher abgesprochen oder ihre Aus-
sagen (womöglich auch unterbewusst) einander angepasst haben. Desgleichen gilt 
betreffend O.________, die eine enge Freundin von C.________ ist und offensicht-
lich zu deren Gunsten aussagte (siehe dazu E. 13.2.4 unten). 

Die Frage, weshalb der unbeteiligte, ihr unbekannte L.________ wahrheitswidrig 
behaupten sollte, sie hätte A.________ am fraglichen Abend telefonisch dazu an-
gestachelt, E.________ aufzusuchen, konnte C.________ des Weiteren nicht 
nachvollziehbar erklären. Sie schilderte ausweichend (pag. 1537 Z. 12 ff.):

Ich kann es nur interpretieren. Entweder hat er das so für sich interpretiert oder E.________ hat 
A.________ angerufen und dann habe ich A.________ angerufen und dann hat er sich das vielleicht 
einfach gedacht. Man sagt auch, in Europa komme zuerst die Frau, dann das Kind, dann der Hund 
und dann zuletzt der Mann, d.h., dass der Mann keinen Wert hat. Man geht davon aus, dass eine 
Frau die geringste Strafe bekommt, deshalb hat er wohl mich beschuldigt, weil er gedacht hat, dass 
mir am Wenigsten passieren wird. 

Auf Frage, wie sie darauf komme, dass L.________ von E.________ «gekauft» 
worden sei, führte C.________ zudem aus, das sei eine Interpretation von ihr. Mit 
«gekauft» meine sie beeinflusst. L.________ wohne in Biel, habe aber weder einen 
Aufenthaltstitel noch ein Schlafzimmer. Sie nehme an, E.________ und er hätten 
sich abgesprochen und abgemacht, dass sie «es» jetzt auf die Frau schieben 
müssten. Sie könne es sich nur so erklären, dass L.________ etwas über sie ge-
sagt habe (zum Ganzen pag. 1537 Z. 22 ff.). Auch diese These ist für die Kammer 
nicht nachvollziehbar, gibt es doch keinerlei Hinweise auf einen angeblichen Kom-
plott E.________'s und L.________'s gegen C.________ (und A.________). 

Unlogisch scheint auch C.________'s Antwort auf die Frage, weshalb A.________ 
mit dem Messer bei E.________ aufgetaucht sei, wenn nicht wegen ihr, benannte 
sie als möglichen Grund doch einen angeblichen Kokainhandel, den A.________ 
und E.________ von 2008-2009 zusammen betrieben haben sollen und bei dem 
das Geld unfair aufgeteilt worden sei, weshalb immer noch «so eine Eifersucht» 
zwischen den beiden herrschen würde (pag. 372 Z. 301 ff.). Einerseits spricht 
nichts für einen solchen Kokainhandel. Andererseits erwähnten sowohl 
E.________ als auch A.________ und L.________ (pag. 294 Z. 72 ff. und 
pag. 1557 Z. 3), dass E.________ und A.________ bis am ________ 2015 keiner-
lei Probleme miteinander, sondern vielmehr ein kollegiales Verhältnis gehabt hät-
ten, was wiederum nahelegt, dass A.________ E.________ nicht mit einem Mes-
ser bewaffnet aufgesucht hätte, wenn er von C.________ nicht dazu bewogen 
worden wäre. 

Unwahrscheinlich und widersprüchlich äusserte sich C.________ letztlich auch 
zum Verhältnis zwischen ihr und A.________ im ________ 2015:

In ihrer ersten Einvernahme erwähnte sie auf Frage, woher sie A.________ kenne 
und in welcher Beziehung sie zu ihm stehe (pag. 361 Z. 52 f.): «Am 18.8.2009 bin 

30

ich mit ihm zusammengekommen. Ich habe ihn schon zuvor kennengelernt. Wir 
haben aber nie zusammen über E.________ gesprochen […].». Auf Frage, wie ihre 
Zukunftspläne mit A.________ aussähen, gab sie zu Protokoll (pag. 362 Z. 115 f.): 
«Momentan eher schlecht, weil er Probleme hat mit seiner [recte: seinen] Papier 
[recte: Papieren]. Es ist immer ein bisschen ein Hin und Her. Ich kann Ihnen noch 
nicht sagen wie es weitergeht.». Auf Frage, ob sie die von E.________ geltend 
gemachte Forderung von CHF 3'000.00 anerkenne, erklärte sie schliesslich 
(pag. 362 Z. 128 f.): «Nein. Das ist eine Unverschämtheit. Er spricht über mich, 
verprügelt meinen Freund und will noch Geld. Er soll besser die Zahnarztrechnung 
für meinen Freund bezahlen.». 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme machte C.________ sodann erstmals 
geltend (vgl. pag. 368 Z. 154 und pag. 370 Z. 206 f.), sie und A.________ seien im 
________ 2015 bereits getrennt gewesen, was bereits angesichts ihrer soeben er-
wähnten Erstaussagen unwahrscheinlich erscheint. Hinzu kommt, dass 
C.________ in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme auch ausführte, sie habe 
A.________ nach dem Vorfall sowohl zum Zahnarzt begleitet als auch seine Zahn-
arztrechnungen bezahlt (pag. 369 Z. 165 ff.), was sie nach Ansicht der Kammer 
wohl nicht getan hätte, wenn A.________ zu diesem Zeitpunkt bereits ihr Exfreund 
gewesen wäre und sie – wie sie ebenfalls zu Protokoll gab – bis zu 50 Mal am Tag 
angerufen und ständig «gestalkt» hätte (pag. 370 Z. 206 ff.). Ihre Aussage, wonach 
sie A.________ schliesslich nicht aus Liebe, sondern wegen ihrer sozialen Ader 
zum Zahnarzt begleitet habe (pag. 370 Z. 213 f.), erscheint unter diesen Umstän-
den als Schutzbehauptung. Daran ändert im Übrigen auch der Umstand, dass auch 
A.________ in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme erklärt hat, er und 
C.________ seien im ________ 2015 bereits getrennt gewesen (pag. 295 
Z. 118 f.), nichts. Schliesslich bezeichnete auch er in seiner ersten Einvernahme 
am ________ 2015 C.________ als seine Freundin, gab er auf Frage, was am 
________ 2015 gegen 00:45 Uhr vor dem M.________ Club passiert sei, an 
(pag. 278 Z. 61 ff.): 

Ich weiss es auch nicht. Meine Freundin rief mich an und sprach von einem Kollegen, welche [rec-
te: welcher] sie belästigen würde. Er würde immer wieder über sie sprechen und sie schlecht machen. 
E.________ rief mich in der Folge an. Ich sagte ihm, dass ich nichts mit seinen Problemen zu tun ha-
ben will. Er fing an, mich und meine Freundin zu Beschimpfen [recte: beschimpfen]. 

Weiter erklärte er, E.________ habe seine Freundin als Schlampe betitelt 
(pag. 278 Z. 68) und er selber habe seiner Freundin gesagt, dass er mit 
E.________ sprechen gehen werde (pag. 278 Z. 84 f.). Als ihm in der staatsan-
waltschaftlichen Einvernahme mit Verweis auf diese Aussagen vorgehalten wurde, 
dass er in Bezug auf C.________ in seiner ersten Einvernahme stets von seiner 
Freundin gesprochen habe, obwohl er jetzt behaupte, im Zeitpunkt des Vorfalls 
nicht mehr mit ihr zusammen gewesen zu sein, erklärte A.________ ausweichend 
(pag. 312 Z. 752 ff.):

Als ich mich von ihr trennte, haben alle Kollegen von ihr und das ganze AJ.________ es mitbekom-
men. Ich kann von ihr immer noch von meiner Freundin oder Frau sprechen, für mich macht es keinen 
Unterschied, ob ich von Ex spreche oder nicht. Ich war 5, 6 Jahre mit ihr zusammen und habe immer 
von Freundin gesprochen, das war für mich Gewohnheit. Ich musste mich zuerst umgewöhnen.

31

In der Berufungsverhandlung erklärte er im Widerspruch zu dieser Aussage 
schliesslich, es sei glaublich C.________ gewesen, die sich damals von ihm ge-
trennt habe (pag. 1556 Z. 35). 

Insgesamt erweisen sich C.________'s und A.________'s (späteren) Aussagen, 
wonach sie im ________ 2015 kein Paar mehr gewesen seien, somit als Schutz-
behauptungen. 

Gesamthaft weisen C.________'s Angaben damit zahlreiche Lügensignale auf, 
weshalb nicht auf ihre Version abgestellt werden kann. Es ist offensichtlich, dass 
sie versuchte, sich selber (und damit indirekt auch A.________, mit dem sie nach 
Überzeugung der Kammer wie soeben dargetan auch im ________ 2015 noch in 
einer Beziehung war) zu schützen.

13.2.3 Aussagen von A.________  

Betreffend die Anzahl der Telefonate führte A.________ in der staatsanwaltschaft-
lichen Einvernahme vom 15. Oktober 2018 zunächst zwar aus, es habe am besag-
ten Abend nur zwei Telefonate gegeben: eines zwischen ihm und E.________ und 
eines zwischen ihm und C.________. Etwas später erklärte er, C.________ habe 
ihn an diesem Abend «immer wieder» angerufen (pag. 296 Z. 150 f.). Den Inhalt 
der Telefongespräche zwischen ihm und E.________ sowie zwischen ihm und 
C.________ schilderte er wie folgt:

Betreffend das Telefonat mit E.________ führte er aus, E.________ habe ihn da-
mals angerufen, sei «schlecht drauf» und wütend auf ihn gewesen, weil er gedacht 
habe, er (A.________) hätte C.________ seine (E.________'s) Natelnummer ge-
geben. Er habe E.________ daraufhin gesagt, dass er mit C.________ nichts mehr 
zu tun und ihr seine Nummer nicht gegeben habe. Letzteres habe wohl ein anderer 
Kollege von ihnen, d.h. von E.________ und ihm, gemacht. Insoweit stimmen 
A.________'s Aussagen mit den glaubhaften Schilderungen E.________'s überein. 
Anders als E.________ behauptete A.________ sodann, E.________ habe ihm 
geantwortet, er sei ein Feigling und traue sich ja gar nicht, mit ihm zu diskutieren. 
Zudem habe er (E.________) ihn gefragt, wo er sich verstecke und ihm gedroht, 
dass er ihn schon finden werde (zum Ganzen u.a. pag. 295 Z. 112 ff., pag. 313 
Z. 772, pag. 1552 f. Z. 29 ff.). Auf Frage, weshalb E.________ dies getan haben 
sollte, erklärte A.________, wahrscheinlich, weil E.________ «im Herzen» immer 
noch etwas gegen ihn gehabt habe (pag. 296 Z. 153 f.). In der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung räumte A.________ schliesslich ein, weil E.________ ihn und 
C.________ während des Telefonats beleidigt und beschimpft habe sowie sehr ag-
gressiv gewesen sei, habe er (A.________) ihm ruhig und freundlich gesagt, dass 
er zu ihm kommen werde, um das Ganze zu klären. Mit dem Tod habe er 
E.________ hingegen nicht bedroht (zum Ganzen pag. 1060 Z. 30 ff., pag. 1061 
Z. 9 und Z. 12 sowie pag. 1553 Z. 32). 

Dass E.________ A.________ – wie letzterer behauptete – während des Tele-
fonats beleidigt haben soll, wohingegen A.________ selber bis zum Schluss ruhig 
und freundlich geblieben sein will, steht nicht nur im Widerspruch zu den glaubhaf-
ten Aussagen E.________'s (E. 13.2.1 oben) und – wie sich noch zeigen wird – 
L.________'s (E. 13.2.6 unten), sondern ist auch angesichts der Gesamtumstände 

32

– insbesondere der Tatsache, dass A.________ E.________ kurze Zeit später er-
wiesenermassen wütend und mit einem Messer im Jackenärmel vor dem 
M.________ Club aufgesucht hat – unwahrscheinlich und somit unglaubhaft. Des-
gleichen gilt betreffend seine Unterstellung, wonach E.________ ihn und 
C.________ beschimpft haben soll, weil er wohl nicht genug [von C.________] ge-
habt resp. C.________ «nicht bekommen» habe (pag. 310 Z. 665 f. und pag. 312 
Z. 738). Diese Behauptung ergibt wenig Sinn, war E.________ im Zeitpunkt des 
Vorfalls doch seit mehreren Jahren mit einer Schweizerin verheiratet und lag die 
freundschaftliche Beziehung zwischen ihm und C.________, die im Übrigen nur 
wenige Monate dauerte, damals schon über sechs Jahre zurück. Insgesamt ver-
mögen A.________'s Aussagen die überzeugende Version von E.________ betref-
fend deren Telefonat daher nicht zu entkräften.

Betreffend das Telefonat mit C.________ machte A.________ im Wesentlichen 
konstant geltend, dass er sie nach dem Gespräch mit E.________ angerufen und 
gefragt habe, was mit E.________ los sei, worauf sie nach mehrmaligen Nachfra-
gen zugegeben habe, mit E.________ telefoniert zu haben (pag. 296 Z. 133 ff. und 
pag. 1552 Z. 35 ff.). Demgegenüber dementierte er stets, dass C.________ ihn an-
lässlich dieses Telefonats dazu angestiftet habe, E.________ schlagen oder töten 
zu gehen und behauptete, sie würde so etwas niemals sagen oder tun, sie sei nicht 
dumm und sie seien beide viel besser integriert gewesen als «die anderen» (u.a. 
pag. 1060 Z. 35, pag. 1061 Z. 9 und Z. 12). Übereinstimmend mit C.________ stell-
te er sich schliesslich auf den Standpunkt, L.________ habe das Gespräch zwi-
schen ihm und C.________ nicht hören können, weil er im Korridor sowie auf 
Deutsch – bzw. «selbstverständlich auf Berndeutsch» – telefoniert habe (pag. 309 
Z. 627 ff., pag. 310 Z. 658 ff. und pag. 1552 Z. 25). 

Letzteres erachtet die Kammer – wie unter Erwägung 13.2.2 dargetan – als un-
glaubhafte Schutzbehauptung. Auf Frage, was für ein Motiv L.________ habe, ihn 
und C.________ zu Unrecht zu beschuldigen, erklärte A.________ in der staats-
anwaltschaftlichen Einvernahme ausserdem zunächst ausweichend, L.________ 
sei ein Kollege von E.________ oder vielleicht gar verwandt mit diesem, ehe er 
zum Gegenangriff schritt und behauptete, L.________ und E.________ würden 
glaublich «so Anabolika Sachen» zusammen machen (pag. 311 Z. 701 ff.). In der 
Berufungsverhandlung erklärte A.________ schliesslich, L.________ habe zu 
«100%» gelogen und seine Aussagen seien alles Behauptungen (pag. 1557 Z. 39 
und pag. 1558 Z. 1), vermochte aber erneut nicht plausibel zu erklären, weshalb 
L.________ ihn wahrheitswidrig anschuldigen sollte. Soweit die Telefongespräche 
mit C.________ angehend, enthalten A.________'s Aussagen somit diverse Lü-
gensignale, weshalb insbesondere bezüglich die Frage, ob C.________ ihn telefo-
nisch dazu angestiftet hat, E.________ schlagen bzw. töten zu gehen, nicht auf 
seine Version abgestellt werden kann. A.________'s Aussagen sind darauf ausge-
richtet, sowohl sich selber als auch seine damalige Freundin C.________ zu schüt-
zen.

13.2.4 Aussagen von O.________

O.________, die am ________ 2015 bei C.________ zuhause war und sehr gut 
mit dieser befreundet ist (pag. 241.3 Z. 52 ff.), wurde erstmals am 14. Februar 2019 

33

(sic!) als Zeugin durch die Staatsanwaltschaft befragt. Dabei gab sie einleitend zu 
Protokoll, sie habe vom Verfahren mitbekommen, weil sie am besagten Abend, als 
die Telefonate stattgefunden hätten, bei C.________ gewesen sei, und weil sie es 
auch von letzterer gehört habe (pag. 241.2 Z. 47 f.); sie habe mit C.________ über 
das Verfahren gesprochen, weil dieses C.________ belaste (pag. 241.3 Z. 59). 

Betreffend die Telefonate gab O.________ zu Protokoll, C.________ habe damals 
E.________ angerufen und ihn gefragt, weshalb er schlechte Sachen über sie er-
zählen würde, worauf E.________ wütend geworden sei und sie sich gestritten hät-
ten. Inhaltlich habe sie dieses Telefonat jedoch nicht verstanden, C.________ und 
E.________ hätten auf T.________ (Fremdsprache) telefoniert. Anschliessend ha-
be A.________ C.________ angerufen und sie gefragt, ob sie mit E.________ ge-
sprochen habe, worauf C.________ entgegnet habe, dies gehe ihn nichts an. Die-
ses Telefonat sei auf Berndeutsch geführt worden. Nachdem es beendet gewesen 
sei, habe C.________ sich Sorgen gemacht und A.________ daher nochmals an-
gerufen und ihn gefragt, weshalb er überhaupt mit E.________ gesprochen habe. 
A.________ habe geantwortet, E.________ hätte ihn angerufen und ihn gefragt, 
weshalb er C.________ seine (E.________'s) Natelnummer gegeben habe. Zudem 
habe A.________ gesagt, dass er jetzt mit E.________ reden gehen werde, worauf 
C.________ ihn gebeten habe, dies nicht zu tun. Das sei es «dann gewesen»; sie 
sei daraufhin nach Hause gegangen und am nächsten Tag habe C.________ sie 
angerufen und ihr erzählt, dass es eine Schlägerei gegeben habe (zum Ganzen 
pag. 241.3 Z. 63 ff. und pag. 241.4 Z. 103). Auf Vorhalt, dass sie mehrmals ange-
geben habe, «A.________ hat gesagt…», und auf Frage, ob sie dies selber gehört 
habe oder ob C.________ ihr dies erzählt habe, erklärte O.________ (pag. 241.4 
Z. 107): «C.________ hat es mir dann erzählt. Sie führte die Telefone nicht mit 
Lautsprecher.». Schliesslich beteuerte sie, sich zu «100%» sicher zu sein, dass 
C.________ A.________ am Telefon «definitiv nicht» gesagt habe, er solle 
E.________ «abestäche» (pag. 241.5 Z. 134 und pag. 241.7 Z. 216 ff.). 
C.________ habe mit A.________ zu diesem Zeitpunkt gar nichts mehr zu tun ha-
ben wollen (pag. 241.6 Z. 194 ff.), zudem sei es A.________ gewesen, der am 
fraglichen Abend «aufgedreht» gewesen sei (pag. 241.8 Z. 247 und Z. 253 f.).

Betreffend diese Aussagen von O.________ ist festzuhalten, dass sie – wie einlei-
tend erwähnt – erstmals über dreieinhalb Jahre nach dem Vorfall befragt wurde 
und zudem eng mit C.________ befreundet ist. Weiter beruhen die meisten ihrer 
Angaben – wie sie selbst sagte – auf Erzählungen C.________'s. Entsprechend 
erscheinen O.________'s Aussagen denjenigen von C.________ auch stark ange-
passt. Die Aussage L.________'s, wonach C.________ und A.________ damals 
auf T.________ (Fremdsprache) telefoniert hätten, stritt O.________ beispielswie-
se exakt mit derselben Begründung ab wie C.________, beteuerte sie doch wie 
diese (pag. 241.5 Z. 129): «In diesen 5 Jahren haben die zwei [A.________ und 
C.________] immer nur Deutsch zusammen gesprochen und A.________ hat je-
weils, wenn U.________ (Personen ausländischer Herkunft) in der Nähe waren, 
Deutsch gesprochen, damit ihn die anderen nicht verstehen.». O.________'s Aus-
sagen sind daher mit Vorsicht zu geniessen. Weil für die Kammer – wie unter Er-
wägung 13.2.2 dargetan wurde – zudem erwiesen ist, dass A.________ und 
C.________ damals – entgegen deren und O.________'s Behauptung – auf 

34

T.________ (Fremdsprache) telefoniert haben, ist davon auszugehen, dass 
O.________ den Inhalt dieses Telefonats nicht verstehen konnte. Ihre Beteuerung, 
«100%» sicher zu sein, dass C.________ A.________ am Telefon «definitiv nicht» 
gesagt habe, er solle E.________ «abestäche», überzeugt deshalb nicht, umso 
weniger, als sie im Widerspruch zu den glaubhaften Aussagen L.________'s steht 
(siehe dazu E. 13.2.6 unten). Zusammenfassend kann somit zumindest soweit das 
Kerngeschehen angehend nicht auf O.________'s Angaben abgestellt werden. 

13.2.5 Aussagen von H.________ 

H.________, der am fraglichen Abend u.a. gemeinsam mit E.________ als «Secu-
rity» beim M.________ Club im Einsatz war, erklärte in der polizeilichen Einver-
nahme vom ________ 2015, E.________ habe an diesem Abend ein Telefon er-
halten und dabei gestresst gewirkt. Er habe ihn daher gefragt, was los sei, worauf 
E._