# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99b23922-0bd7-5c56-b049-025215d33722
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 05.12.2023 110 2023 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-26_2023-12-05.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2023/26

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 5. Dezember 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Frau C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

Herrn E.________
Beschwerdegegner 1

Frau F.________
Beschwerdegegnerin 2

beide vertreten durch Herrn Rechtsanwalt G.________ und/oder Herrn Rechtsanwalt 
P.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kiesen, Gemeindeverwaltung, Bahnhofstrasse 10, 
Postfach 15, 3629 Kiesen

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 2. Februar 2023 
(Einfamilienhaus mit Doppelgarage)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerschaft reichte am 23. Februar 2022 bei der Gemeinde Kiesen ein 
Baugesuch für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf der Parzelle Kiesen 
Grundbuchblatt Nr. J.________ (Bauparzelle) ein. Die Bauparzelle liegt in der Wohnzone W2 und 
befindet sich im Gewässerschutzbereich B.________. Gegen das Bauvorhaben erhob unter 
anderen die Beschwerdeführerin Einsprache. Im Laufe des erstinstanzlichen 
Baubewilligungsverfahren reichte die Beschwerdegegnerschaft mehrere Projektänderungen ein. 

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Mit der Projektänderung vom 20. Mai bzw. 13. Juni 2022 verzichtet sie auf die Umsetzung des 
beantragten Aussenparkplatzes im Gewässerraum und es wird ein Teil des anfallenden 
Meteorwassers via Versickerungsgrube neu in die «Chise» eingeleitet.1 Mit der Projektänderung 
vom 2. November 2022 wird alles Sauberwasser des Hauptgebäudes und der Doppelgarage über 
eine Retention in die Chise eingeleitet.2 Mit Gesamtentscheid vom 2. Februar 2023 erteilte das 
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 6. März 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragt die Aufhebung des 
Gesamtentscheids vom 2. Februar 2023 und dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen. 
Eventualiter sei der Gesamtentscheid vom 2. Februar 2023 aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie macht insbesondere geltend, der 
projektierte Wendeplatz am südwestlichen Ende der Bauparzelle sei nicht bewilligungsfähig, die 
vorgesehene Entwässerungslösung mit der Einleitung des Meteorwassers in die Chise sei nicht 
sachgerecht und die Bauprofile seien zu früh entfernt worden.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,3 holte die Vorakten ein 
und führte den Schriftenwechsel durch. In seiner Instruktionsverfügung vom 13. Juni 2023 stellte 
das Rechtsamt der Beschwerdegegnerin nach einer summarischen Prüfung die fehlende 
Bewilligungsfähigkeit des projektierten Wendeplatzes in der südwestlichen Ecke der Bauparzelle 
in Aussicht und gab ihr Gelegenheit zur Einreichung einer Projektänderung. Weiter holte das 
Rechtsamt in derselben Instruktionsverfügung einen Fachbericht zum Thema Wasserbau beim 
Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis II (TBA OIK II), Abteilung Wasserbau ein. Die 
Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich sowohl zur summarischen Einschätzung des 
Rechtsamts bezüglich des Wendeplatzes wie zum Fachbericht des TBA OIK II zu äussern. Davon 
machten die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerschaft sowie das 
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland Gebrauch. Inhaltlich beantragen sowohl die 
Beschwerdegegnerschaft wie auch die Gemeinde und das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland die Abweisung der Beschwerden.

Am 31. August 2023 reichte die Beschwerdegegnerschaft eine Projektänderung betreffend den 
Wendeplatz inkl. neuem Plan «Umgebung», Mst. 1:150 vom 30. August 2023, ein, welche das 
Rechtsamt mit «Projektänderung, 1. September 2023» stempelte (im Folgenden: 
Projektänderung). Das Rechtsamt stellte diese Projektänderung den Verfahrensbeteiligten zur 
Stellungnahme zu. Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 12. Oktober 2023 zur 
Projektänderung Stellung. Das Regierungsstatthalteramt verzichtete auf eine Stellungnahme und 
die Gemeinde liess sich nicht vernehmen. 

4. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht des OIK II wird, soweit für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Vgl. Vorakten, pag. 99.
2 Vgl. Vorakten, pag. 175.
3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG4. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
 unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG5 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin ist wohnhaft an der L.________strasse 9, 3629 
Kiesen, und auch Eigentümerin dieser Parzelle (Kiesen Gbbl. Nr. M.________), welche 
unmittelbar an die Bauparzelle grenzt. Sie hat am vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecherin 
teilgenommen und ist mit ihrer Einsprache6 nicht durchgedrungen. Sie ist damit formell und 
materiell beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.7

2. Projektänderung betreffend Wendeplatz

a) Die Beschwerdeführerin monierte wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren die fehlende 
Bewilligungsfähigkeit des projektierten Wendeplatzes in der südwestlichen Ecke der Bauparzelle. 
In seiner summarischen Beurteilung während der Instruktion im Beschwerdeverfahren kam das 
Rechtsamt zum gleichen Schluss.8 Daraufhin reichte die Beschwerdegegnerschaft eine 
Projektänderung ein. 

b) Mit der Projektänderung verzichtet die Beschwerdegegnerschaft einzig auf den Wendeplatz 
in der südwestlichen Parzellenecke und sieht stattdessen eine Begrünung vor. Es handelt sich 
mithin um eine geringfügige Änderung. Das Bauvorhaben bleibt damit in seinen Grundzügen 
gleich, was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten ist. Somit liegt eine Projektänderung im 
Sinne von Art. 43 Abs. 1 BewD9 vor. Öffentliche Interessen sind dadurch nicht zusätzlich 
betroffen. Ebenso wenig wurden Dritte durch die Projektänderung neu betroffen. Folglich war 
keine erneute Publikation oder Anhörung Dritter erforderlich (Art. 43 Abs. 2 BewD). 

Der Projektänderungsplan «Umgebung», Mst. 1:150, vom 30. August 2023, hat den mit 
Gesamtentscheid vom 2. Februar 2023 bewilligten Plan «Situation, Grundrisse, Fassaden, 
Schnitte», Mst. 1:100 / 1:200, 1:250, vom 20. Mai 2022, hinsichtlich des ursprünglich geplanten 
Wendeplatzes und damit bzw. des Erdgeschosses ersetzt bzw. ergänzt. Darüber hinaus ist der 
Plan «Situation, Grundrisse, Fassaden, Schnitte», Mst. 1:100 / 1:200, 1:250, vom 20. Mai 2022, 
von der Projektänderung nicht betroffen und bleibt damit grundsätzlich gültig, da er nicht nur den 
Grundriss und die Umgebung des Erdgeschosses, sondern auch die Grundrisse des Unter- und 
Obergeschosses, die Schnitte und Fassaden sowie die Werkleitungen beinhaltet. Zu bemerken 

4 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
6 Vgl. die Einsprache vom 8. April 2022, in den Vorakten, pag. 85. 
7 Vgl. Art. 41 Abs. 1 und 2 sowie Art. 42 Abs. 2 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21).
8 Vgl. die Instruktionsverfügung vom 13. Juni 2023.
9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).

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ist, dass letzterer Teil bereits im Vorverfahren durch die Projektänderung bezüglich der 
Entwässerungslösung überholt und durch den Plan «Werkleitungen», Mst. 1:100, vom 
2. November 2022 ersetzt wurde. Ein entsprechender Hinweis ist dem Plan vom 20. Mai 2022 zu 
entnehmen.10

c) Das geänderte Projekt tritt an die Stelle des ursprünglichen Bauprojekts. Das heisst, mit der 
Vorlage der Projektänderung gilt das ursprüngliche Gesuch im Umfang der Änderung als 
zurückgezogen.11 Erfolgt die Projektänderung wie hier im Beschwerdeverfahren, sind die 
Gemeinde, die Gegenpartei und von der Projektänderung berührte Dritte anzuhören (Art. 43 
Abs. 3 BewD), was mit Instruktionsverfügung des Rechtsamts vom 6. September 2023 geschehen 
ist. Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Eingabe vom 12. Oktober 2023 fest, sie «opponiere nicht 
grundsätzlich» gegen die Projektänderung. Sie verlange jedoch, dass im Rahmen der Entfernung 
der Verbundsteine sowie der Renaturierung des Terrains auch die Einfriedung (Randabschlüsse) 
angepasst würden.

d) Bauvorhaben sind zu bewilligen, wenn sie den bau- und planungsrechtlichen Vorschriften 
und den nach anderen Gesetzen im Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften 
entsprechen, die öffentliche Ordnung nicht gefährden und wenn ihnen keine Hindernisse der 
Planung im Sinne der Artikel 36 und 62 BauG entgegenstehen (Art. 2 Abs. 1 BauG). Die 
Bauherrschaft ist grundsätzlich frei, wie sie ihr Bauvorhaben innerhalb des durch die 
baupolizeilichen Vorschriften gesetzten Rahmens umsetzen will. Die Umgebung (Aussenräume) 
von Bauten und von Anlagen ist so zu gestalten, dass sich eine gute Einordnung in die Landschaft 
und Siedlung ergibt und dass sie den Bedürfnissen der Benützer entspricht (Art. 14 Abs. 1 BauG). 
Die Gemeinden können nähere Vorschriften über die Umgebungsgestaltung aufstellen (Art. 14 
Abs. 2 BauG). Die Einwohnergemeinde Kiesen bestimmt – soweit vorliegend von Interesse – 
bezüglich der Umgebungsgestaltung über das kantonale Recht hinausgehend, dass die 
Versiegelung des Bodens auf das notwendige Minimum zu beschränken ist (Art. 7 Abs. 4 GBR). 

e) Die ursprünglich als Wendeplatz bezeichnete Fläche in der südwestlichen Ecke der 
Bauparzelle ist heute versiegelt. Diese versiegelte Fläche wird durch die Projektänderung durch 
Rasen ersetzt, was Art. 7 Abs. 4 GBR entspricht. Gemäss dem Plan «Umgebung» vom 30. August 
2023 bleibt der Randabschluss des Gartens gleich wie vor der Projektänderung. Mit anderen 
Worten verbleibt der anstelle des Wendeplatzes projektierte Rasen optisch «ausserhalb» der 
Gartenstruktur. Ob dies von der Beschwerdegegnerschaft gewollt ist oder nicht, kann offen 
gelassen werden. An der Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens an sich und dessen guten 
Einordnung inkl. der Umgebung in die restliche Siedlung vermag dieser untergeordnete Umstand 
nichts zu ändern. Nach dem Gesagten entspricht das Vorhaben nach der Projektänderung den 
gesetzlichen Grundlagen und ist zu bewilligen. Insoweit die Beschwerdeführerin beantragt, die 
Randabschlüsse seien anzupassen, ist sie nicht zu hören.

3. Abführung Meteor- und Oberflächenwasser

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die wasserbaupolizeiliche Ausnahmebewilligung für 
die Entwässerungslösung des Bauvorhabens mit der Einleitung des Meteorwassers via 
Retentionsbecken in den Vorfluter «Chise» sei zu Unrecht erteilt worden. Es sei nicht ersichtlich, 
inwiefern die von der Wasserbaupolizei vorgebachten Bestimmungen Art. 39a Abs. 1 Bst. b und f 

10 Dabei ist jedoch das Datum mit 13. Juni 2022 anstatt 2. November 2022 angegeben, was offensichtlich ein Irrtum 
ist.
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 32-32d 
N. 13c.

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WBV12 vorliegend einschlägig seien. Vielmehr zeige dies, dass die Wasserbaupolizeibehörde die 
Problematik falsch einschätze. Vorliegend liege die Beeinträchtigung darin, dass die 
Abflusskapazität der «Chise» durch die Einleitung des Meteorwassers der Bauparzelle verringert 
werde (Art. 39a Abs. 1 Bst. c WBV), da durch das Einleiten des Meteor- und Oberflächenwassers 
der Wasserspiegel der «Chise» weiter erhöht werde. Zudem seien infolge des Bauvorhabens 
künftig zusätzliche Aufwendungen bei Wasserbau oder Gewässerunterhalt zu erwarten (Art. 39a 
Abs. 1 Bst. h WBV). Der erteilten wasserbaupolizeilichen Ausnahmebewilligung stünden jedoch 
verschiedene, gewichtige öffentliche Interessen entgegen. Die bestehende Versickerungsanlage 
der A.________AG auf der Parzelle Nr. H.________ führe bereits heute zu einer (dauer-)feuchten, 
wassergesättigten Nutzwiese und zu Wasserstaus. Bestehende Versickerungsanlagen entlang 
der Parzelle Nr. M.________ seien regelmässig bereits bei einzelnen Gewittern bis oben gefüllt. 
Ein Gutachten der I.________AG vom 14. März 2022, welche im Baubewilligungsverfahren 
betreffend die unmittelbar angrenzende Parzelle Nr. K.________ erstellt worden sei,13 habe die 
Sickerleistung im fraglichen Perimeter als gering eingeschätzt und komme zum Schluss, dass eine 
konzentrierte Versickerung von Regenabwasser im fraglichen Perimeter nicht möglich sei und 
dieses daher in die örtliche Kanalisation abgeleitet werden müsse. Diese gutachterliche 
Schlussfolgerung gelte auch für das vorliegende Bauvorhaben auf der Bauparzelle. Die von der 
Bauherrschaft geplante Einleitung des Meteorwassers via Retentionsbecken in den Vorfluter 
«Chise» anstatt in die örtliche Kanalisation widerspreche damit den gutachterlichen Empfehlungen 
der I.________AG. Der Hochwasserproblematik werde damit ungenügend Rechnung getragen. 
Werde angrenzend an die Parzelle der Beschwerdeführerin (Nr. M.________) nebst den bereits 
bestehenden Versickerungsmulden ein weiteres Retentionsbecken erstellt, bestehe bei 
vermehrten Niederschlägen zudem die Gefahr, dass diese überschwemmten. So würde 
sämtliches Wasser in die künstlich geschaffene Wanne fliessen und damit die Gebäude an der 
L.________strasse Nrn. 11, Nr. 9a und Nr. 9 überfluten. Ebenfalls bestehe die erhebliche Gefahr, 
dass der Vorfluter «Chise» über die Ufer trete und durch den Wannen-Effekt bis zu den Gebäuden 
Nr. 11, Nr. 9a und Nr. 9 an der L.________strasse vorstosse.

Die Beschwerdegegnerin erwidert, die Beschwerdeführerin habe im Vorverfahren zuerst selber 
noch beantragt, das Abwasser sei zu fassen und in die «Chise» abzuleiten. Weiter gebe es keinen 
Anlass an der Beurteilung der projektierten Entwässerungslösung durch die Fachbehörde zu 
zweifeln. Die Entwässerungslösung komme den wasserbaupolizeilichen Auflagen vollumfänglich 
nach. Die Gefahr einer Überschwemmung werde minimiert bzw. ausgeschlossen. Im Übrigen 
entspreche die Entwässerungslösung auch der kantonalen Gewässerschutzgesetzgebung. Eine 
Ableitung in die Mischwasserkanalisation sei erst in dritter Priorität vorgesehen und vorliegend 
nicht einschlägig. Es sei zudem nicht ersichtlich, inwiefern die Edition des von der 
Beschwerdeführerin erwähnten Gutachtens der I.________AG vom 14. März 2022 neue 
Erkenntnisse für vorliegendes Bauprojekt liefern könne.

Die Gemeinde bringt vor, nach Art. 24 Abs. 3 AbwR14 sei das Dach- und Sauberwasser versickern 
zu lassen, wo es die geologischen Bodenverhältnisse zulassen. Die Bodenverhältnisse auf der 
Bauparzelle liessen eine Versickerung nicht zu. Die Gemeinde befürworte die von der 
Beschwerdegegnerin vorgeschlagene Lösung mit Ableitung des Sauberwassers in den Vorfluter 
«Chise». Die Ableitung in die örtliche Abwasserreinigungsanlage ARA werde nicht unterstützt.

b) Verschmutztes Abwasser muss gemäss den bundesrechtlichen Vorgaben behandelt 
werden; es darf nur mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein Gewässer eingeleitet oder der 

12 Wasserbauverordnung vom 15. November 1989 (WBV; BSG 751.111.1).
13 Das Gutachten betrifft ein Baubewilligungsverfahren auf der Parzelle Nr. K.________, welches Inhalt des 
Beschwerdeverfahrens RA Nr. 110/2023/30 vor der BVD ist. Die Beschwerdeführerin beteiligt sich auch in diesem 
Verfahren als Beschwerdeführerin.
14 Abwasserreglement der Einwohnergemeinde Kiesen vom 24. Mai 1991 (AbwR).

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Versickerung zugeführt werden (Art. 7 Abs. 1 GSchG15). Nicht verschmutztes Abwasser ist 
demgegenüber nach den Anordnungen der kantonalen Behörde versickern zu lassen. Erlauben 
die örtlichen Verhältnisse dies nicht, so kann es in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet werden 
(Art. 7 Abs. 2 GSchG). Nicht verschmutztes Abwasser, das stetig anfällt, darf grundsätzlich weder 
direkt noch indirekt einer zentralen Abwasserreinigungsanlage zugeleitet werden. Die kantonale 
Behörde kann Ausnahmen bewilligen (Art. 12 Abs. 3 GSchG). Sie darf neue Zuleitungen von nicht 
verschmutztem Abwasser, das stetig anfällt, in eine zentrale Abwasserreinigungsanlage jedoch 
nur bewilligen, wenn die örtlichen Verhältnisse die Versickerung oder die Einleitung in ein 
Gewässer nicht erlauben (Art. 12 Abs. 2 GSchV). 

Auch das kantonale Recht bestimmt die gleiche Kaskadenordnung. Gemäss Art. 17 Abs. 1 KGV16 
sind folgende Abwasserarten versickern zu lassen: a) Nicht verschmutztes Regenabwasser von 
Dächern, Zufahrten, privaten und öffentlichen Verkehrsflächen, Parkplätzen und ähnlichen 
Flächen, b) Reinabwasser wie Brunnen- und Sickerwasser, Grund- und Quellwasser sowie 
unbelastetes Kühlwasser. Nach Art. 17 Abs. 2 KGV sind diese Abwasserarten unter Vorbehalt von 
Art. 48 WBG17 in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten, wenn die örtlichen Verhältnisse eine 
Versickerung nicht erlauben. Da die "Entsorgung" von Regenabwasser das Grundwasser nicht 
beeinträchtigen darf und falsch konzipierte Anlagen zu Schadstoffeinträgen ins Grundwasser 
führen können, benötigt das Erstellen privater Versickerungsanlagen sodann eine kantonale oder 
kommunale Gewässerschutzbewilligung (Art. 26 Abs. 1 Bst. c KGV18). Zudem benötigt eine 
Einleitung von Regenabwasser direkt in ein Oberflächengewässer gemäss Art. 48 Abs. 1 WBG 
eine Wasserbaupolizeibewilligung und gemäss Art. 8 Abs. 3 Bst. i BGF eine fischereirechtliche 
Bewilligung.

c) Umstritten ist vorliegend die Entwässerung des Grundstücks vom Meteorwasser, mithin 
handelt es sich dabei um nicht verschmutztes Abwasser. Für dieses besteht nach dem Gesagten 
grundsätzlich die Versickerungspflicht. Es ist aber sowohl zwischen den Parteien wie auch für 
sämtlich beteiligte (Fach-)Behörden unbestritten, dass das Meteorwasser auf der Bauparzelle 
nicht versickert werden kann. Gemäss der gesetzlichen Kaskadenordnung ist es demnach in ein 
oberirdisches Gewässer zu leiten, sofern die örtlichen Verhältnisse es erlauben.

d) Die Beschwerdeführerin stützt ihre Forderung, das Wasser sei in die örtliche Kanalisation 
einzuleiten, auf ein Gutachten der I.________AG, welches für ein anderes Bauvorhaben auf einer 
anderen Parzelle in einem anderen Verfahren eingeholt worden sei, aber auch für vorliegende 
Bauparzelle Geltung beanspruche. Die Beschwerdeführerin ignoriert dabei die Tatsache, dass die 
Beschwerdegegnerschaft im vorinstanzlichen Verfahren ein Gutachten betreffend die 
Sickerfähigkeit der Bauparzelle einholte. Die O.________AG stellte in ihrem Gutachten vom 
26. Oktober 2022 für die Bauparzelle eine mangelhafte Sickerfähigkeit fest und empfahl, das 
konzentriert anfallende Regenwasser der Dachflächen gedrosselt in die «Chise» abzuleiten.19 
Dieses Vorgehen entspricht denn auch der gesetzlichen Kaskadenordnung. Gestützt darauf 
arbeitete die Beschwerdegegnerschaft die oben genannte Projektänderung bezüglich der 
Entwässerung der Bauparzelle aus.20 Die Gemeinde Kiesen hat als zuständige Behörde für die 
Erteilung der Gewässerschutzbewilligung in vorliegendem Fall21 der Projektänderung und damit 

15 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20).
16 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1).
17 Gesetz vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG; BSG 751.11).
18 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1)
19 Vgl. das entsprechende Gutachten, in den Vorakten, pag. 173.
20 Vgl. den Plan «Werkleitungen», Mst. 1:100 vom 2. November 2022.
21 Vgl. Merkblatt des AWA für das «Versickern von Regen- und Reinabwasser», abrufbar unter: www.bvd.be.ch -> 
Themen -> Wasser -> Abwasserentsorgung -> Grundstückentwässerung, sowie Merkblatt des AWA "Zuständigkeit für 
die Erteilung von Gewässerschutzbewilligungen" vom 17. April 2023, abrufbar unter: www.bvd.be.ch -> Themen -> 
Wasser -> Gewässerschutz -> Grundwasserschutz.

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der Ableitung des Meteorwassers über ein Retentionsbecken in die «Chise» zugestimmt.22 Die 
erforderliche fischereirechtliche Bewilligung liegt ebenfalls vor.23 Der OIK II als zuständige 
kantonale Fachbehörde für die Wasserbaupolizei erteilte vorliegendem Bauvorhaben und der 
beabsichtigten Grundstückentwässerung seine Zustimmung und die dafür erforderliche 
Wasserbaupolizeibewilligung nach Art. 48 Abs. 4 WBG.24

e) Die Beschwerdeführerin moniert im Zusammenhang mit der Erteilung der 
Wasserbaupolizeibewilligung deren rechtliche Abstützung durch die Fachbehörde. Der OIK II hat 
im vorinstanzlichen Verfahren im ersten Amtsbericht vom 11. April 202225 das Bauvorhaben Stand 
März 2022 beurteilt und sich dabei auf Art. 39a Abs. 1 Bst. b und h WBV abgestützt. Im 
Fachbericht vom 6. Juli 2023 führt der OIK II hierzu aus, für den Bau des Einfamilienhauses und 
die Erstellung der Entwässerungsleitung werde der Gewässerraum beansprucht und der Zugang 
zum orographisch linken Ufer der «Chise» sei zeitweilig eingeschränkt. Die hier v.a. 
interessierende Entwässerung des Baugrundstücks mittels Einleitung in den Vorfluter beurteilte 
der OIK II demgegenüber erst im zweiten Amtsbericht vom 8. Juli 2022.26 Dort nimmt der OIK II 
ebenfalls Bezug auf Art. 39a Abs. 1 Bst. b und h WBV (und nicht auf Art. 39a Abs. 1 Bst. f WBV). 
Der OIK II kam zum Schluss, eine wasserbaupolizeiliche Ausnahmebewilligung könne erteilt 
werden, weil unter Berücksichtigung von Auflagen die negativen Auswirkungen auf ein 
verhältnismässiges Ausmass reduziert werden könnten. Die rechtliche Abstützung der 
wasserbaupolizeilichen Ausnahmebewilligung seitens des OIK II überzeugt, während die 
Beschwerdeführerin ihren Vorwurf nicht näher begründet. Auf jeden Fall ist nicht einzusehen, 
weshalb sich der OIK II auf Art. 39a Abs. 1 Bst. f WBV hätte abstützen sollen, wonach ein 
Gewässer, der Gewässerunterhalt und der Wasserbau beeinträchtigt sind, wenn das Gewässer 
eingeholt oder überdeckt wird. Dem im Beschwerdeverfahren eingeholten Fachbericht des OIK II 
vom 6. Juli 2023 ist weiter zu entnehmen, dass die Abflusskapazität der «Chise» durch die 
Ausnahmebewilligung, mithin durch die Entwässerung des Grundstücks in den Vorfluter «Chise», 
nicht beeinträchtigt werde. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin wird demnach die 
Abflusskapazität auch nicht im Sinne von Art. 39a Abs. 1 Bst. c WBV verringert. Mit einer 
Einleitmenge 0.75 – 1.8 l/s auf ca. 30000 l/s (bestehender Querschnitt) handle es sich gemäss 
dem OIK II denn auch um eine Bagatellwassermenge, welche die Chise im Bereich Aarhus nicht 
zum Ausufern bringe. Entsprechend den Intensitätskarten sei die bestehende L.________brücke 
mit einer Kapazität von ca. 20000 I/s und den Verklausungsszenarien (Verstopfung durch 
Schwemmholz) die Schwachstelle im Bereich Aarhus. Diese Schwachstelle liege oberhalb der 
geplanten Einleitstelle. Dieser überzeugenden Einschätzung des OIK II ist zu folgen. Was die 
Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt hingegen nicht. Insbesondere vermag sie keine 
überwiegenden Interessen aufzeigen, welche der Erteilung der Wasserbaupolizeibewilligung 
entgegenstünden.

f) Die Beschwerdeführerin befürchtet, dass bei vermehrten Niederschlägen das 
Retentionsbecken und die bereits bestehenden Versickerungsmulden in der Umgebung der 
Bauparzelle überschwemmten und das Wasser auf ihre Parzelle fliesse. Aufgrund der 
mangelnden Sickerfähigkeit der Bauparzelle wird die vorliegende Entwässerungslösung von 
sämtlich involvierten (Fach-)Behörden befürwortet. Ein Retentionsbecken ist grundsätzlich so zu 
konzipieren, dass die erwartete Aufnahmekapazität auch bei grösserer Niederschlagsmengen die 
mögliche Abflussmenge nicht übersteigt, so dass einer Überfüllung des Retentionsbeckens 
vorgebeugt wird. Vorliegend hat die Gemeinde als zuständige Behörde die 
Gewässerschutzbewilligung für vorliegendes Bauvorhaben erteilt und damit der Entwässerung via 

22 Vgl. den Amtsbericht (Ergänzung Liegenschaftsentwässerung) vom 28. November 2022, in den Vorakten, pag. 241.
23 Vgl. die entsprechende Bewilligung vom 7. Juli 2022, Vorakten, pag. 207.
24 Vgl. die beiden Amtsberichte Wasserbaupolizei vom 11. April 2022 und 8. Juli 2022, Vorakten pag. 215 bzw. 211.
25 Vorakten pag. 215.
26 Vorakten pag. 211.

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Retentionsbecken in den Vorfluter zugestimmt. Im zweiten Amtsbericht des OIK II vom 8. Juli 2022 
ist mittels Auflage sodann festgehalten, dass die Einleitung in das Gewässer so zu gestalten ist, 
dass bei Hochwasser [der «Chise»] keine Schäden infolge Rückstau entstehen können. Im 
Fachbericht vom 6. Juli 2023 führt der OIK II hierzu aus, die Entwässerungsanlage [des 
Bauvorhabens] sei mit einer entsprechenden Rückstauvorrichtung auszurüsten. Damit ist die 
Überschwemmungsgefahr des Retentionsbeckens durch Rückstau bei Hochwasser ebenfalls 
berücksichtigt. Die bestehenden Versickerungsmulden sind sodann nicht Gegenstand des 
Verfahrens. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es werde eine künstliche Wanne 
geschaffen, vermag sie daraus nichts für sich abzuleiten. Die Bauherrschaft ist grundsätzlich frei, 
wie sie ihr Bauvorhaben innerhalb des durch die baupolizeilichen Vorschriften gesetzten Rahmens 
umsetzen will. Vorliegend ist weder von der Beschwerdeführerin geltend gemacht noch ersichtlich, 
dass das vorliegende Bauvorhaben baupolizeiliche Masse nicht einhält.

g) Zusammenfassend zeigt die Einschätzung des OIK II, dass die Entwässerungslösung der 
Beschwerdegegnerin keine zusätzliche Überschwemmungsgefahr für das Grundstück der 
Beschwerdeführerin mit sich bringt. Die entsprechenden Befürchtungen der Beschwerdeführerin 
sind unbegründet. Folglich sind keine überwiegenden Interessen erkennbar, welcher der Erteilung 
der Ausnahmebewilligung gemäss Art. 48 Abs. 4 WBG entgegenstünden. Diese wurde 
entsprechend der gesetzlich vorgesehenen Kaskade (Versickerung -> Einleitung in ein 
Oberflächengewässer -> Einleitung in die Kanalisation) zu Recht für vorliegende 
Entwässerungslösung der zweiten Stufe erteilt. Bei dieser Sachlage gab es für die BVD auch 
keinen Grund, das von der Beschwerdeführerin erwähnte Gutachten der I.________AG 
einzuholen oder ein Drittgutachten erstellen zu lassen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt 
demnach unbegründet und somit abzuweisen.

4. Profilierung

a) Die Beschwerdeführerin rügt, die Bauprofile für vorliegende Bauvorhaben seien 
grösstenteils entfernt worden bzw. würden aktuell gänzlich fehlen. Dieser Zustand widerspreche 
offensichtlich den gesetzgeberischen Vorgaben, wonach Bauprofile stehen zulassen seien, bis 
über das Bauvorhaben endgültig entschieden worden sei. Gründe für Erleichterungen im Sinne 
von Art. 16 Abs. 3 BewD seien nicht ersichtlich. Zudem müsse die Orientierung der Nachbarn und 
der Öffentlichkeit gewährleistet sein. Der Rechtvertreter habe sich jedenfalls kein ausreichendes 
und schon gar kein detailliertes Bild über die geplanten Ausmasse des Bauvorhabens im Gelände 
vor Ort machen können. Die Bauerschaft sei daher aufzufordern den gesetzmässigen Zustand im 
Sinne von Art. 16 BewD herzustellen. Allfällige zusätzliche Kosten, welche sich aus dem 
gesetzwidrigen Zustand ergeben (nochmaliger Augenschein vor Ort durch Rechtsvertretung, 
zusätzliche Eingabe) habe die Beschwerdegegnerin zu übernehmen.

Die Beschwerdegegnerschaft bemerkt, dass die Bauprofile nicht von der Beschwerdegegnerin 
selber, sondern fälschlicherweise von der N.________AG entfernt worden sei. Diese sei in das 
Bauvorhaben auf der Parzelle Nr. K.________ involviert. Bereits am 8. Februar 2023 wies ihr 
Architekt die N.________AG daraufhin, dass die Bauprofile erneut aufzustellen seien, was dann 
am 20. Februar 2023 auch geschehen sei. Die Beschwerdegegnerschaft bringt weiter vor, der 
Profilierung komme primär eine Publizitätsfunktion vor, welche es allfälligen Einsprechern 
ermöglichen solle, sich ein genaues Bild von dem Bauvorhaben zu machen. Wer aus einer 
mangelhaften Profilierung keinen Nachteil erlitten habe, könne nicht nachträglich für sich oder 
Dritte Rechte daraus ableiten. Im Vorverfahren, als die Bauprofile jederzeit entsprechend den 
gesetzlichen Vorgaben Bestand gehabt hätten, habe die Beschwerdeführerin und damalige 
Einsprecherin indessen die Dimensionierung oder die Lage in der Situation des geplanten 

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Bauvorhabens nicht gerügt. Vor diesem Hintergrund könne die Beschwerdeführerin aus der 
kurzzeitigen (und irrtümlichen) Entfernung der Bauprofile nichts zu ihren Gunsten ableiten.

b) Nach Art. 16 Abs. 1 BewD müssen die Profile die äusseren Umrisse des Bauvorhabens 
kenntlich machen. Sie haben namentlich in den Gebäudeecken die Höhen der Fassaden 
(Schnittpunkt mit oberkant Dachsparren) und die Neigung der Dachlinien, bei Flachdächern die 
Höhe der Dachbrüstung, anzugeben. Zudem ist die Höhe von oberkant Erdgeschoss zu 
markieren. Konkretere Vorgaben enthält das Dekret dazu nicht. Zweck der Profilierung von Bauten 
und Anlagen auf dem Baugrundstück ist es, das Bauvorhaben in Ergänzung der Projektpläne zu 
veranschaulichen.27 Aus der Profilierung müssen die für das Erscheinungsbild wesentlichen 
Abmessungen im Gelände, nicht aber sämtliche Einzelheiten der geplanten Baute ersichtlich 
sein.28 Um Details über das Projekt zu erfahren, müssen die interessierten Personen die 
Baugesuchsakten einsehen. Laut Art. 16 Abs. 2 BewD sind die Profile stehen zu lassen, bis über 
das Bauvorhaben endgültig entschieden ist. Die Baubewilligungsbehörde kann für die Profilierung 
besondere Anordnungen treffen oder Erleichterungen gestatten, wenn wichtige Gründe dies 
erfordern. Die genügende Orientierung der Nachbarn und der Öffentlichkeit muss aber 
gewährleistet sein (Art. 16 Abs. 3 BewD). Werden die Profile vorher (z.B. während einer laufenden 
Beschwerdefrist) entfernt, schadet das grundsätzlich nicht29, doch läuft die Bauherrschaft das 
Risiko, dass sie im Falle einer Beschwerde die Profile auf Anweisung der Beschwerdeinstanz 
wieder aufstellen muss.30 Eine mangelhafte Profilierung ist zudem nach Treu und Glauben sofort 
zu rügen.31

c) Es ist unbestritten, dass das Bauvorhaben im Zeitpunkt seiner Bekanntmachtung 
vorschriftsgemäss profiliert war. Die Beschwerdeführerin moniert zwar zu Recht den Umstand, 
dass die Profile zu früh entfernt worden sind. Sie vermag aber daraus nichts zu ihren Gunsten 
abzuleiten. Ihr ist durch diese Ordnungswidrigkeit kein Nachteil entstanden, wurde sie doch 
hinreichend über das Projekt orientiert. So konnte sie im Vorgang zu ihrer Einsprache das 
Ausmass des Bauvorhabens sowohl mit den aufgestellten Profilen wie auch aus den aufgelegten 
Plänen genügend erkennen. Zudem wurden die Bauprofile vorliegend noch während der 
laufenden Rechtsmittelfrist am 20. Februar 2023 erneut aufgestellt.32 Ob die Beschwerdeführerin 
und Nachbarin der Bauparzelle ihrem Rechtsvertreter diese Tatsache mitteilte oder nicht, ist 
sodann nicht ausschlaggebend. Die mit der Beschwerde gerügten Punkte betreffen ohnehin nur 
Sachverhalte, bei welchen die Profilierung nicht von Belang ist. Das Beschwerderecht der 
Beschwerdeführerin wurde damit in keiner Art und Weise beeinträchtigt. 

d) Dem Antrag der Beschwerdeführerin, die Bauprofile neu aufstellen zu lassen, ist die 
Beschwerdegegnerschaft bereits nachgekommen. Wie die Ausführungen in vorliegendem 
Beschwerdeentscheid aufzeigen, kann sodann über die Beschwerde befunden werden, ohne 
einen Augenschein durchzuführen. Der Verfahrensantrag auf Durchführung eines Augenscheins 
ist demnach abzuweisen. 

5. Zusammenfassung und Kosten 

a) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 6. März 
2023 bezüglich die Entwässerung der Bauparzelle und der Profilierung des Bauvorhabens als 
unbegründet und ist insoweit abzuweisen. Bezüglich dem gerügten Wendeplatz ist festzuhalten, 

27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a N. 20.
28 BVR 1993 S. 314 E. 7 S. 331.
29 VGE 2010/301 vom 19. Oktober 2010 E. 6.3, 2009/290 vom 6. April 2010 E. 5.2 f.
30 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a N. 20.
31 BGer 1A.114/2001 vom 14. März 2002 E. 4.2.
32 Vgl. die Beilage 5 der Beschwerdeantwort vom 6. April 2023.

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dass die Projektänderung vom 31. August 2023 gemäss dem Projektänderungsplan 
«Umgebung», Mst. 1:150, vom 30. August 2023, gestempelt vom Rechtsamt der BVD am 1. 
September 2023, zu bewilligen ist und der Wendeplatz durch eine Rasenfläche ersetzt wird. Der 
Plan «Situation, Grundrisse, Fassaden, Schnitte», Mst. 1:100, 1:200, 1:250, vom 20. Mai 2022, 
wird entsprechend korrigiert (gestempelt vom Rechtsamt BVD am 5. Dezember 2023). Insofern 
ist die Beschwerde hinsichtlich des ursprünglich geplanten Wendeplatzes mit der Projektänderung 
gegenstandslos geworden. Die im Zusammenhang mit der Projektänderung gestellte Forderung 
der Beschwerdeführerin, der Randabschluss der Umgebungsgestaltung sei anzupassen, ist 
demgegenüber abzuweisen. 

b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine 
Pauschalgebühr von CHF 200.– bis CHF 4000.– erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 
GebV33). In Anwendung dieser Bestimmungen wird die Pauschale im vorliegenden Fall auf 
CHF 2200.– festgesetzt.

Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, 
es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebietet eine andere Verlegung oder die 
besonderen Umstände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben. Als unterliegend gilt, 
wer mit seinen Anträgen nicht durchdringt. Reicht die Bauherrschaft im Beschwerdeverfahren eine 
Projektänderung ein, um den Einwänden der Beschwerdeführenden Rechnung zu tragen, gilt sie 
insofern als unterliegend. Soweit die Begehren keiner Partei vollumfänglich gutgeheissen werden, 
unterliegen alle Parteien teilweise und ihre Kostenpflicht richtet sich grundsätzlich nach dem Mass 
des Unterliegens.34 Die Beschwerdeführerin obsiegt insofern, als dass die 
Beschwerdegegnerschaft hinsichtlich des ursprünglich geplanten Wendeplatzes am 31. August 
2023 eine Projektänderung eingereicht hat und diese mit vorliegendem Entscheid bewilligt wird. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und die Beschwerdegegnerschaft obsiegt. Unter 
Berücksichtigung des jeweiligen Masses des Obsiegens bzw. Unterliegens gilt die 
Beschwerdeführerin als zu einem Fünftel und die Beschwerdegegnerschaft als zu vier Fünftel 
obsiegend.

Die Beschwerdeführerin hat somit Verfahrenskosten von CHF 1760.– zu tragen, während der 
Beschwerdegegnerschaft Verfahrenskosten von CHF 440.– aufzuerlegen sind. Die 
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den ganzen, ihnen 
auferlegten, Betrag (Art. 106 VRPG).

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht 
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder 
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige 
Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV35 beträgt 
das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren CHF 400.– bis CHF 11 800.– pro 
Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache 
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG36).

33 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).
34 Vgl. Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 4.
35 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811).
36 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).

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Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerschaft macht in seiner Kostennote vom 27. Oktober 
2023 für das Beschwerdeverfahren vor der BVD Parteikosten von CHF 6637.65 geltend (Honorar 
CHF 6140.40, Auslagen CHF 22.70 und Mehrwertsteuer von CHF 474.55). Der Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin macht in seiner Kostennote vom 2. November 2023 für das 
Beschwerdeverfahren vor der BVD Parteikosten von CHF 6084.75 geltend (Honorar CHF 5390.–
, Auslagen CHF 259.70 und Mehrwertsteuer CHF 435.05). Die beiden Kostennoten geben zu 
keinen Bemerkungen Anlass.

Die Parteikosten werden analog zu den Verfahrenskosten verteilt. Die Beschwerdeführerin hat 
demnach der Beschwerdegegnerschaft vier Fünftel ihrer Parteikosten, ausmachend 
CHF 5310.10, zu ersetzen. Die Beschwerdegegnerschaft hat dementsprechend der 
Beschwerdeführerin einen Fünftel ihrer Parteikosten, ausmachend CHF 1216.95, zu ersetzen. Die 
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten, ihnen 
auferlegten, Betrag. 

III. Entscheid

1. Die Projektänderung vom 31. August 2023 wird bewilligt. Insofern ist die Beschwerde 
gegenstandslos geworden. Ziff. III.1.1 des Gesamtentscheids des 
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 2. Februar 2023 wird aufgehoben und wie 
folgt ersetzt:

«Die Baubewilligung für das eingangs umschriebene Bauvorhaben mit folgenden gültigen Bauplänen:
- Situationsplan Mst. 1:500 vom 20. Oktober 2021 (Stand: 18. Oktober 2021)
- Projektänderungsplan «Umgebung», Mst. 1:150, vom 30. August 2023, gestempelt vom 

Rechtsamt der BVD am 1. September 2023
- Plan «Situation, Grundrisse, Fassaden, Schnitte», Mst. 1:100, 1:200, 1:250, vom 20. Mai 2022, 

mit Korrektur BVD vom 5. Dezember 2023
- Werkleitungsplan Mst. 1:100 vom 2. November 2022
- Einleitbauwerk in die «Chise» vom 13. Juni 2022»

Ein Exemplar des gestempelten Projektänderungsplans geht an die 
Beschwerdegegnerschaft, ein Exemplar geht an die Gemeinde Kiesen und ein Exemplar 
geht an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland.

2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und der angefochtene Gesamtentscheid des 
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 2. Februar 2023 bestätigt.

3. Die Verfahrenskosten werden wie folgt verlegt:

a) Die Beschwerdeführerin hat Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1760.– zu tragen.
b) Die die Beschwerdegegnerschaft hat Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 440.– zu 

tragen. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den 
gesamten Betrag.

Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen 
ist.

4. Es werden wie folgt Parteikosten gesprochen:

BVD 110/2023/26 

12/12

a) Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerschaft Parteikosten in der Höhe von 
CHF 5310.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

b) Die Beschwerdegegnerschaft hat der Beschwerdeführerin Parteikosten in der Höhe von 
CHF 1216.95 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. Die 
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten 
Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Herrn Rechtsanwalt G.________ und/oder Herrn Rechtsanwalt P.________, mit Beilage 

gemäss Ziffer 1, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, mit Beilage gemäss Ziffer 1, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kiesen, Gemeindeverwaltung, mit Beilage gemäss 

Ziffer 1, eingeschrieben

Zur Kenntnis mitzuteilen

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurskreis II (TBA OIK II), Abteilung Wasserbau, 
per Kurier 

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in fünf Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.