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**Case Identifier:** 4bcff712-24fd-5192-81bc-666e270f2015
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.08.2020 IV 2018/284
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-284_2020-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/284

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.12.2020

Entscheiddatum: 19.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2020
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invalidenrente. Ökonomischer Invaliditätsbegriff. 
Validenkarriere. Valideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 19. August 2020, IV 2018/284).

Entscheid vom 19. August 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2018/284

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Christian Widmer, ADVOKATUR WIDMER, Reinluftweg 1, 

9630 Wattwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im November 1990 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er machte keine Angaben zum erlernten Beruf, 

führte aber an, dass er hauptsächlich als B.___ und im Nebenerwerb als Landwirt auf 

dem Hof des Vaters arbeite. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals 

St. Gallen berichtete im Januar 1991 (IV-act. 7), der Versicherte habe im Oktober 1989 

einen „Holzerunfall“ erlitten, bei dem er sich eine drittgradig offene 

Unterschenkelfraktur rechts mit einem grossen medio-dorsalen Hautdefekt, einer 

zirkulären Ablederung und einer Läsion des Nervus peroneus, eine drittgradige 

Luxationsfraktur des oberen linken Sprunggelenks, eine illiakale Hüftluxation rechts mit 

einer Acetabulumfraktur sowie eine Osteitis des rechten Unterschenkels zugezogen 

habe. Anlässlich der Verlaufskontrolle im November 1990 habe sich der Versicherte mit 

dem Zustand subjektiv zufrieden gezeigt. Das betroffene Bein habe wieder problemlos 

teilbelastet werden können. Radiologisch habe sich gezeigt, dass die Konsolidierung 

der Tibia-Trümmerfraktur noch im Gang sei; die Infekt-Pseudarthrose sei noch nicht 

vollständig ausgeheilt. Im Führungsapparat könne dem Versicherte eine volle Belastung 

zugemutet werden. Der Versicherte sei als Landwirt weiterhin vollständig 

arbeitsunfähig. Prognostisch könne aber mit einer Wiederaufnahme der 

Erwerbstätigkeit als Landwirt gerechnet werden. Ein Berufsberater der IV-

Regionalstelle St. Gallen berichtete im Januar 1991 (IV-act. 14), der Versicherte habe 

nach dem Besuch der obligatorischen Schule beim Vater auf dem Hof mitgearbeitet. 

Daneben sei er als Bau-Hilfsarbeiter tätig gewesen. Vor einigen Jahren habe er den 

Betrieb des Nachbarn seines Vaters übernehmen können. Der Vater habe diesen 

Betrieb als Zweitbetrieb in Pacht genommen und den Versicherten angestellt. Der 

Versicherte habe keinen Barlohn bezogen, da er demnächst den Betrieb des Vaters 

übernehmen und seine Arbeitsleistung bei dieser Übernahme „verrechnen“ werde. Ab 

dem Frühjahr 1991 wolle er die beiden Betriebe selbständig führen. Die Ärzte hätten 

A.a. 

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ihm die Hoffnung gemacht, dass er die meisten Arbeiten wieder werde verrichten 

können. Von einer beruflichen Eingliederung wolle er deshalb nichts wissen. Der 

Berufsberater hielt fest, als ungelernter, geistig nicht allzu beweglicher Mann habe der 

Versicherte ausserhalb der Land- und Bauwirtschaft ohnehin keine grossen beruflichen 

Chancen, weshalb keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen in die Wege zu leiten 

seien. Nachdem das Wartejahr bereits abgelaufen sei, müsse eine Rentenberechtigung 

geprüft werden. Mit einer Verfügung vom 4. April 1991 sprach die Ausgleichskasse des 

Kantons St. Gallen dem Versicherten rückwirkend ab dem 1. Oktober 1990 eine ganze 

Rente der Invalidenversicherung zu (IV-act. 13). Bei einer Abklärung im 

landwirtschaftlichen Betrieb des Versicherten im Dezember 1994 gab der Versicherte 

an (IV-act. 54), die medizinische Therapie sei mittlerweile abgeschlossen worden. 

Zuletzt sei im Dezember 1993 das linke obere Sprunggelenk versteift worden. Er 

nehme keine Medikamente ein. Bis auf stark anstrengende Tätigkeiten könne er alle 

Arbeiten auf dem Hof selbständig verrichten. Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

wäre er mindestens halbtags als Bau-Hilfsarbeiter tätig. Der Abklärungsbeauftragte 

ermittelte unter Berücksichtigung der Einschränkungen im landwirtschaftlichen Betrieb 

und der medizinisch attestierten Zumutbarkeit einer leichten ausserbetrieblichen 

Hilfsarbeit von 50 Prozent einen Gesamt-Invaliditätsgrad von 24 Prozent, weshalb er 

die Aufhebung der Rente beantragte. Mit einer Verfügung vom 28. Februar 1995 wurde 

die Rente aufgehoben (IV-act. 58).

Im März 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen im Oktober 

2014 erlittenen Sehnenabriss an der linken Schulter erneut zum Leistungsbezug an (IV-

act. 59). Die IV-Stelle forderte ihn auf, eine Veränderung des Gesundheitszustandes 

seit Februar 1995 glaubhaft zu machen; ansonsten werde sie auf sein 

Leistungsbegehren nicht eintreten (IV-act. 62). Da der Versicherte darauf nicht 

reagierte, erliess sie am 22. April 2015 eine Verfügung, mit der sie nicht auf das 

Leistungsbegehren eintrat (IV-act. 65).

A.b. 

Im August 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen im Juli 2016 

erlittenen Herzinfarkt zum dritten Mal zum Leistungsbezug an (IV-act. 66). Die IV-Stelle 

forderte ihn auf (IV-act. 72), eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit Februar 

1995 glaubhaft zu machen. Sie drohte ihm an, dass sie nicht auf sein 

Leistungsbegehren eintreten werde, falls er eine solche Veränderung nicht bis zum 1. 

A.c. 

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September 2016 glaubhaft mache. Die Ehefrau des Versicherten teilte der IV-Stelle am 

22. August 2016 mit (IV-act. 77), es existierten kaum neue Arztberichte, aber dem 

Versicherten gehe es zunehmend schlechter. Die Beschwerden infolge des Unfalls im 

Jahr 1989 hätten mit dem Älterwerden deutlich zugenommen. In den Jahren 2006 und 

2014 seien Schulteroperationen durchgeführt worden, die aber die 

Schulterbeschwerden nicht völlig beseitigt hätten. Nun sei noch die Sache mit dem 

Herz dazu gekommen, die gemäss der Aussage des Hausarztes ernst genommen 

werden müsse. Der Eingabe lag ein Bericht der Klinik für Kardiologie des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 16. August 2016 bei, laut dem der Versicherte an einer 

koronaren Dreigefässerkrankung, an einem schwergradigen obstruktiven Schlafapnoe-

Syndrom und an einem Status nach einem Polytrauma im Oktober 1989 litt (IV-act. 75). 

Im September 2016 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD), eine Veränderung des Gesundheitszustandes nach dem 28. Februar 

1995 sei glaubhaft, weshalb die medizinische Sachlage vertieft abzuklären sei (IV-act. 

82). Gegenüber einem Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle erklärte der 

Versicherte am 12. September 2016 telefonisch, er könne sich eine Tätigkeit als 

Arbeitnehmer nicht vorstellen; er wolle seinen Hof – allenfalls in einer 

Generationengemeinschaft mit dem Sohn – weiterführen oder diesen an den Sohn 

übergeben, aber dann trotzdem auf dem Hof weiterarbeiten (IV-act. 85). Mit einer 

Mitteilung vom 15. September 2016 wies die IV-Stelle deshalb das Begehren des 

Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 86).

Der Hausarzt med. pract. D.___ berichtete am 17. Oktober 2016 (IV-act. 90-1 ff.), 

der Versicherte sei in seiner Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2014 „mehr oder weniger ein­

geschränkt“. Die Probleme mit seinen beiden Beinen und Schultern schränkten ihn bei 

seiner Tätigkeit als Landwirt „sehr“ ein. An sich müsse die Tätigkeit aus medizinischer 

Sicht als unzumutbar qualifiziert werden. Wenn überhaupt sei der Versicherte als 

Landwirt maximal zu 50 Prozent arbeitsfähig. Prognostisch könne nicht mit einer 

Verbesserung der gesamten Situation gerechnet werden. Am 22. November 2016 teilte 

die Klinik für Kardiologie des Kantonsspitals St. Gallen der IV-Stelle mit (IV-act. 92), 

dass die Behandlung am Kantonsspital St. Gallen Mitte August 2016 abgeschlossen 

worden sei. Damals seien der Zustand und die Prognose gut gewesen, weshalb im 

weiteren Verlauf für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit einer vollen 

A.d. 

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Arbeitsfähigkeit habe gerechnet werden können. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hielt im April 

2017 fest (IV-act. 98), gestützt auf den Bericht der Klinik für Kardiologie des 

Kantonsspitals St. Gallen könne von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten – körperlich leicht bis intermittierend mittelschwer, 

wechselbelastend, ohne Überkopfarbeiten, möglichst ohne Gehen in unebenem 

Gelände und Besteigen von Leitern oder Gerüsten – ausgegangen werden. Die IV-

Stelle beauftragte in der Folge das Landwirtschaftliche Zentrum in Flawil mit einer 

betrieblichen Abklärung (IV-act. 99 f.). Dieses führte die Abklärung am 3. Juli 2017 

durch und berichtete am 10. Juli 2017 (IV-act. 102), der Betrieb des Versicherten sei 

eigentlich ein typischer Nebenerwerbsbetrieb. Wegen der Beschwerden nach dem 

Holzerunfall sei es dem Versicherten aber nicht möglich gewesen, einen grösseren 

Betrieb zu führen. In den Jahren 2008 und 2013 habe der Versicherte versucht, auf 

dem Bau etwas dazu zu verdienen, aber er habe rasch einsehen müssen, dass dies 

seine Kräfte überfordert habe. Die Ehefrau versuche, durch eine selbständige Tätigkeit 

im therapeutischen Bereich etwas für die Familie dazu zu verdienen, aber es laufe 

bisher nicht so gut. Der Betrieb erfordere einen Arbeitskrafteinsatz von 3’440 Stunden 

pro Jahr. Diesen Einsatz habe der Versicherte zusammen mit seiner Ehefrau und den 

beiden auf dem Hof lebenden Söhnen erbringen können. Nach dem Herzinfarkt hätten 

die Ehefrau und die Söhne mehr arbeiten müssen, um den Ausfall des Versicherten 

kompensieren und den Hof erhalten zu können. Einer der Söhne habe im Frühjahr 2017 

sein Pensum als Angestellter reduziert, um zu 30 Prozent auf dem Hof arbeiten zu 

können. Dadurch seien zusätzliche Lohnkosten von 15’000 Franken für den Betrieb 

entstanden. Der Lohn werde teils in natura und teils bar ausbezahlt. Weil die 

finanziellen Verhältnisse aber knapp seien, erfolge keine effektive Barauszahlung; der 

Sohn erhalte Lohngutschriften mit Blick auf eine spätere Betriebsübernahme. Nach 

einer Abklärung im Jahr 1995 habe dem Versicherten noch eine Arbeitsfähigkeit im 

eigenen Betrieb von 78,4 Prozent attestiert werden können, aber diese Arbeitsfähigkeit 

sei aufgrund der zunehmenden Beschwerden in den Füssen und den Schultern im 

Verlauf der Zeit auf 67 Prozent gesunken: Der Versicherte habe seine volle Arbeitszeit 

von 3’200 Stunden pro Jahr benötigt, um eine Arbeitsleistung von 2’140 „Akh“ („volle“ 

Arbeitskraftstunden) erbringen zu können. Nach dem Herzinfarkt sei die Arbeitsleistung 

auf 48 Prozent gesunken, wie die aktuelle Berechnung ergeben habe, die anlässlich der 

Abklärung erstellt worden sei. Die Ehefrau und der Versicherte selbst hätten anlässlich 

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der Abklärung darauf hingewiesen, dass die psychische Verfassung des Versicherten 

seit einiger Zeit gar nicht gut sei. Die verminderte Leistungsfähigkeit und die 

wirtschaftlich schwierige Situation lösten Ängste aus und verursachten depressive 

Phasen. Der Versicherte könne sich dann jeweils kaum noch aufraffen, um die Arbeit zu 

erledigen. Am 4. Juli 2017 werde er diese Problematik mit dem Hausarzt besprechen. 

Der Abklärungsbeauftragte hielt abschliessend fest, ob es dem Versicherten zugemutet 

werden könne, seinen Betrieb aufzugeben, hänge davon ab, wie dieser das mit seinem 

geschwächten Herz und der angeschlagenen Psyche verkraften würde. Der Hausarzt 

med. pract. D.___ teilte der IV-Stelle im August 2017 mit, dass er über keinerlei 

Veränderungen seit seinem Bericht vom 24. März 2017 berichten könne (IV-act. 103).

Die IV-Stelle beauftragte am 13. November 2017 das Zentrum für medizinische 

Begutachtungen (ZMB) mit einer polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (IV-

act. 109). Die Sachverständigen des ZMB untersuchten den Versicherten im Januar 

2018 stationär; sie erstatteten am 26. März 2018 das in Auftrag gegebene Gutachten 

(IV-act. 116). Darin hielten sie fest, der Versicherte leide an einem Status nach einem 

Polytrauma, an einem Status nach einer dreigradigen offenen Luxationsfraktur des 

linken oberen Sprunggelenks, an einer Coxarthrose rechts, an einem chronischen 

Schultersyndrom beidseits und an einer koronaren Dreigefässerkrankung. Aus 

allgemein-internistischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Aus 

kardiologischer Sicht seien körperlich schwere Tätigkeiten wegen der Gefahr einer 

Blutdrucksteigerung nicht empfehlenswert. Aus orthopädischer Sicht seien dem 

Versicherten aufgrund der zahlreichen strukturellen Probleme am Bewegungsapparat 

körperlich schwere Tätigkeiten, insbesondere mit Begehen von unebenem Gelände, 

Tragen von Lasten über zehn Kilogramm und repetitiven Tätigkeiten über Schulterhöhe, 

nicht zumutbar. Rein medizinisch gesehen sei die Tätigkeit als Landwirt aus 

orthopädischer Sicht seit Oktober 1989 nicht mehr zumutbar, auch wenn in den 

Berichten der behandelnden Ärzte – wohl als „Kompromiss“ mit Blick auf die faktische 

Weiterführung dieser Tätigkeit – im Verlauf immer wieder eine Teilarbeitsfähigkeit 

attestiert worden sei. Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit vor. Ideal leidensadaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten seit 

November 2016 (drei Monate nach der letzten Koronarintervention) aus 

polydisziplinärer Sicht uneingeschränkt zumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ qualifizierte 

A.e. 

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B.  

das Gutachten des ZMB als überzeugend (IV-act. 117). Die IV-Stelle ermittelte 

ausgehend von den im Abklärungsbericht des Landwirtschaftlichen Zentrums 

erwähnten Einkommensbeträgen unter Berücksichtigung einer Tätigkeit von 50 Prozent 

im eigenen Betrieb und einer Tätigkeit von 50 Prozent als Hilfsarbeiter im sogenannten 

hypothetischen „Gesundheitsfall“ einen Invaliditätsgrad von gerundet 30 Prozent (IV-

act. 118).

Mit einem Vorbescheid vom 26. April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 120). Dagegen liess der nun anwaltlich vertretene 

Versicherte am 7. Juni 2018 einwenden (IV-act. 126), ihm sei der Wechsel in eine 

adaptierte Tätigkeit respektive die Hofaufgabe nicht zumutbar. Die von den 

Sachverständigen des ZMB behauptete Arbeitsfähigkeit für eine leidensadaptierte 

Tätigkeit sei realistischerweise gar nicht verwertbar. Der Versicherte sei folglich 

vollständig invalid. Selbst wenn man ihm das – nur dank der Mithilfe der 

Familienangehörigen erzielbare – effektive Resteinkommen von 11’669 Franken pro 

Jahr als zumutbares Invalideneinkommen anrechnen würde, ergäbe sich mit Blick auf 

das im Bericht des Landwirtschaftlichen Zentrums angegebene Valideneinkommen von 

64’000 Franken noch ein Invaliditätsgrad von 81,7 Prozent und damit von deutlich mehr 

als 70 Prozent. Der Versicherte habe folglich einen Anspruch auf eine ganze Rente. 

Eventualiter müsse bei der von der IV-Stelle vorgenommenen 

Invaliditätsgradbemessung ein „Leidensabzug“ von 25 Prozent und ein „Teilzeitabzug“ 

von 17 Prozent berücksichtigt werden, wodurch sich ein Invaliditätsgrad von 56,2 

Prozent ergäbe. Schliesslich werde bestritten, dass sich die psychische 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirken 

solle. Mit einer Verfügung vom 23. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab (IV-act. 132).

A.f. 

Am 7. September 2018 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. Juli 2018 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Zusprache einer ganzen Rente und eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-

B.a. 

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Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur weiteren Sachverhaltsabklärung. Zur 

Begründung führte er an, das psychiatrische Teilgutachten des ZMB überzeuge nicht. 

Der Hausarzt med. pract. D.___ habe in einem aktuellen Bericht vom 2. Juli 2018 (act. 

G 1.1.3)

rezidivierende mittelgradige depressive Episoden mit Angststörungen und 

Panikattacken attestiert und festgehalten, dass die häusliche Situation inzwischen als 

schwierig einzustufen sei, weil die körperlichen Einschränkungen, die Zukunftsängste 

und finanzielle Probleme immer häufiger zu depressiven Episoden und häuslichen 

Spannungen führten. Im psychiatrischen Teilgutachten des ZMB seien sicherlich auch 

die psychischen Belastungen zu wenig berücksichtigt worden, die sich mit der Führung 

eines Landwirtschaftsbetriebes ergäben. Das Gutachten des ZMB sei widersprüchlich, 

denn im internistischen Teilgutachten sei die Integration im Bauernhof als ideal 

bezeichnet worden, während die Tätigkeit als Landwirt im orthopädischen 

Teilgutachten als unzumutbar qualifiziert worden sei. Das orthopädische Teilgutachten 

enthalte keine Arbeitsfähigkeitsschätzung für leidensadaptierte Tätigkeiten. Dem 

Beschwerdeführer sei der Wechsel in eine andere Tätigkeit aber ohnehin nicht 

zumutbar. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte 

Tätigkeiten sei realistischerweise nicht verwertbar. Zumindest müssten bei der 

Berechnung des Invaliditätsgrades unter Berücksichtigung eines Wechsels in eine 

leidensadaptierte Tätigkeit ein „Leidensabzug“ von 25 Prozent und ein „Teilzeitabzug“ 

von 17 Prozent berücksichtigt werden.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 2. November 2018 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie aus, es bestehe keine Veranlassung, 

dem Gutachten des ZMB den Beweiswert abzusprechen. Dem Beschwerdeführer sei 

die Aufnahme einer leidensadaptierten Hilfsarbeit sehr wohl zumutbar. Ein 

Tabellenlohnabzug sei nicht angezeigt. Auch ein Teilzeitabzug sei nicht zu 

berücksichtigen, denn statistisch sei lediglich ein Lohnnachteil von sechs Prozent bei 

Teilerwerbstätigen ausgewiesen, der aber bei der Invaliditätsbemessung nicht 

zwingend zu berücksichtigen sei.

B.b. 

Der Beschwerdeführer liess am 7. Januar 2019 an seinen Anträgen festhalten (act. 

G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

B.c. 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 23. Juli 2018 hat die Beschwerdegegnerin ein 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers im Rahmen einer sogenannten 

„Neuanmeldung“ abgewiesen, nachdem sie völlig zu Recht auf diese „Neuanmeldung“ 

eingetreten war, da die Eintretensvoraussetzungen des Art. 87 Abs. 3 IVV erfüllt 

gewesen waren. Das mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossene Verfahren hat 

sich in nichts von einem Rentenverfahren bei einer erstmaligen Anmeldung zum 

Leistungsbezug unterschieden, was insbesondere bedeutet, dass der Sachverhalt 

umfassend hat gewürdigt werden müssen. Eine analoge Anwendung des Art. 17 Abs. 1 

ATSG wäre entgegen der anderslautenden bundesgerichtlichen Auffassung als 

gesetzwidrig zu qualifizieren. Inhaltlich ist das Verwaltungsverfahren auf einen allfälligen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers beschränkt gewesen; in zeitlicher Hinsicht ist 

der Sachverhalt nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2016 

massgebend gewesen. Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der 

angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein 

Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen. Zu 

prüfen ist also, ob der Beschwerdeführer nach der Anmeldung zum Leistungsbezug im 

August 2016 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

Invalidität ist gemäss dem Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Als Erwerbsunfähigkeit 

wird im Art. 7 Abs. 1 ATSG der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte 

und nach der zumutbaren Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt definiert. Die invalidenversicherungsrechtlich relevante 

Invalidität ergibt sich also nicht direkt aus der Gesundheitsbeeinträchtigung. 

Massgebend ist vielmehr der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wobei allerdings nur der durch eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte Verlust der Erwerbsmöglichkeiten relevant 

ist. Der Invaliditätsbegriff wird im ATSG also nicht medizinisch, sondern ökonomisch 

definiert. Diesem ökonomischen Invaliditätsbegriff entsprechend sieht der Art. 16 ATSG 

die Bemessung der Invalidität anhand eines Einkommensvergleichs vor: Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

2.1. 

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Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei einer (fiktiv) ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sog. zumutbarerweise erzielbares Invalideneinkommen), in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre 

(sog. Valideneinkommen). Die beiden Vergleichseinkommen – Invalideneinkommen und 

Valideneinkommen – sind allerdings lediglich Messgrössen, die zur Bestimmung des 

Invaliditätsgrades respektive zur Bemessung des Verlustes der Erwerbsmöglichkeiten 

notwendig sind. Die eigentliche Frage lautet, welchen Teil ihrer Erwerbsmöglichkeiten 

die versicherte Person aufgrund einer Gesundheitsbeeinträchtigung verloren hat. Weil 

sich aber weder die Erwerbsmöglichkeiten vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung noch jene nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung quantifizieren lassen, müssen Messwerte herangezogen 

werden, die eine Berechnung des Invaliditätsgrades erlauben. Diese Messwerte sind 

die erzielbaren Erwerbseinkommen bei einer optimalen Ausschöpfung der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

Der massgebende ökonomische Invaliditätsbegriff zwingt also zum folgenden 

Vorgehen bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades: In einem ersten Schritt ist zu 

ermitteln, welche Erwerbsmöglichkeiten der versicherten Person auf dem (fiktiven) 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

zur Verfügung gestanden hätten (sog. „Validenkarriere“) und welche 

Erwerbsmöglichkeiten die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung, nach der medizinischen Behandlung und nach der 

Durchführung der Eingliederungsmassnahmen auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch hat (sog. „Invalidenkarriere“). In einem zweiten 

Schritt ist zu bestimmen, welches Erwerbseinkommen die versicherte Person bei der 

ihr zumutbaren Ausnutzung ihrer Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt – mit und ohne Gesundheitsbeeinträchtigung – 

erzielen könnte. Damit werden das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen als 

Messgrösse für die trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung verbleibenden 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

und das Valideneinkommen als Messgrösse für die Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

(fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung bestimmt. In einem dritten Schritt sind die 

Erwerbseinbusse (Differenz zwischen den Vergleichseinkommen) und der 

Invaliditätsgrad (Verhältnis der Erwerbseinbusse zum Valideneinkommen) zu 

berechnen. Der Begriff der „Zumutbarkeit“ ist dabei rein ökonomisch zu verstehen, weil 

ja auch der Invaliditätsgrad rein ökonomisch bestimmt werden muss. Das bedeutet, 

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dass die Frage nach der „emotionalen“ Zumutbarkeit einer bestimmten Validen- oder 

Invalidenkarriere keine Rolle spielen darf, weil es ansonsten zu einer Verzerrung bei der 

Invaliditätsgradberechnung käme. Dadurch wird eine versicherte Person nicht daran 

gehindert, sich zwar ökonomisch suboptimal, aber „emotional“ nachvollziehbar zu 

verhalten (z.B. eine selbständige Erwerbstätigkeit nicht aufzugeben, obwohl das dabei 

erzielte Einkommen kaum zum Leben reicht), nur ist es in einem solchen Fall nicht die 

Aufgabe der Invalidenversicherung, die daraus resultierenden, nachteiligen finanziellen 

Konsequenzen mit einer Invalidenrente zu kompensieren. Die Invalidenversicherung 

wird nur jenen Teil des „Schadens“ ersetzen, der die Folge eines krankheits- oder 

unfallbedingten Verlustes an Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist. Für die Bemessung dieses Teils des Schadens ist es 

unabdingbar, dass sowohl bei der Bestimmung der Validenkarriere respektive des 

Valideneinkommens als auch bei der Bestimmung der Invalidenkarriere respektive des 

Invalideneinkommens dieselben rein ökonomischen Bemessungsgrundsätze zur 

Anwendung kommen, weshalb auch der Zumutbarkeitsbegriff rein ökonomisch zu 

verstehen ist; die „emotionale“ Zumutbarkeit darf keine Rolle spielen.

Der Beschwerdeführer hat keine berufliche Ausbildung absolviert. Er hat nach dem 

Abschluss der obligatorischen Schule begonnen, je teilweise auf dem Hof seines 

Vaters und als Bau-Hilfsarbeiter zu arbeiten. Ohne den im Oktober 1989 erlittenen 

schweren Unfall hätte er den Hof seines Vaters übernommen, der gemäss den 

überzeugenden Ausführungen im Bericht des Landwirtschaftlichen Zentrums ein 

typischer Nebenerwerbsbetrieb gewesen ist. Zusätzlich wäre er weiterhin in einem 

Pensum von (mindestens) 50 Prozent als Bau-Hilfsarbeiter tätig gewesen. Daraus 

könnte geschlossen werden, dass die Validenkarriere des Beschwerdeführers darin 

bestanden hätte, zu je 50 Prozent auf dem eigenen Hof und als angestellter Bau-

Hilfsmitarbeiter erwerbstätig zu sein. Damit hätte der Beschwerdeführer aber im Jahr 

2017 gemäss der überzeugenden Berechnung des Landwirtschaftlichen Zentrums im 

Bericht vom 10. Juli 2017 insgesamt höchstens 64’000 Franken verdienen können. Da 

sich der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2017 auf 67’102 Franken 

belaufen hat (vgl. den Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebenen Textausgabe des IVG, 10. Aufl. 2019), hätte der Beschwerdeführer 

einen um 3’102 Franken höheren Lohn erzielen können, wenn er nicht je zur Hälfte auf 

dem eigenen Hof und als angestellter Bau-Hilfsarbeiter erwerbstätig gewesen wäre, 

sondern sich in einem Vollpensum als Hilfsarbeiter hätte anstellen lassen. Diese 

Differenz von 3’102 Franken scheint zwar als nahezu vernachlässigbar, aber nach dem 

oben, in der E. 2.1 Ausgeführten ist es für die Bestimmung der Invalidität unabdingbar, 

dass keine „emotionalen“ Zumutbarkeitsüberlegungen in die Sachverhaltswürdigung 

2.2. 

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einfliessen und dass der Invaliditätsgrad allein anhand von ökonomischen 

Überlegungen berechnet wird. Mit der vor dem Unfall im Oktober 1989 geplanten 

Karriere hätte der Beschwerdeführer seine Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ökonomisch betrachtet nicht optimal, 

das heisst zur Erzielung des im Rahmen seiner Erwerbsfähigkeit möglichen 

Erwerbseinkommens, ausgenutzt, weshalb das in dieser Karriere erzielte respektive 

erzielbare Erwerbseinkommen keine zuverlässige Messgrösse für die eigentliche 

Validenkarriere sein kann, die nach den Ausführungen in der E. 2.1 zwingend eine 

vollständige Ausschöpfung der Erwerbsmöglichkeiten auf dem (fiktiven) allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne Beeinflussung durch „emotionale“ 

Zumutbarkeitsüberlegungen bedingt. Diese Erwerbsmöglichkeiten – und damit auch 

die (fiktive) Validenkarriere – haben hier jenen eines durchschnittlich leistungsfähigen 

Hilfsarbeiters entsprochen, da der Beschwerdeführer keine Berufsausbildung absolviert 

hat. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbsmöglichkeiten ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung möglicherweise nicht voll ausgenutzt und aus 

„emotionalen“ Gründen teilweise zu einem tieferen „Lohn“ auf dem eigenen Hof 

gearbeitet hätte, kann also nicht die – rein ökonomisch betrachtet – sinnvollste 

Validenkarriere sein. Entscheidend ist, dass der Beschwerdeführer ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung ein dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

entsprechendes Erwerbseinkommen hätte erzielen können, weshalb das 

Valideneinkommen auf 67’102 Franken festzusetzen ist.

Bezüglich der Invalidenkarriere ist zu berücksichtigen, dass es für den 

Beschwerdeführer an sich aus ökonomischer Sicht sogar ohne jede 

Gesundheitsbeeinträchtigung wenig sinnvoll gewesen wäre, als ungelernter Landwirt 

auf dem eigenen Hof zu arbeiten, denn mit einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit 

hätte er – wie in der E. 2.2 dargelegt – ein höheres Erwerbseinkommen erzielen 

können. Der orthopädische Sachverständige des ZMB hat in seinem Teilgutachten 

unter Hinweis auf die schwerwiegenden, bleibenden Folgen des Unfalls vom Oktober 

1989 überzeugend aufgezeigt, dass es dem Beschwerdeführer seit Oktober 1989 aus 

rein medizinischer Sicht unzumutbar gewesen ist, als Landwirt tätig zu sein. Mit 

anderen Worten ist es nach dem erlittenen Unfall im Oktober 1989 sowohl aus 

medizinischer als auch aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll gewesen, den väterlichen 

Hof zu bewirtschaften. Die Aufgabe des Hofes ist folglich nur „emotional“, nicht aber 

ökonomisch unzumutbar gewesen. Die Sachverständigen des ZMB haben nach einer 

eingehenden Aktenwürdigung und nach einer sorgfältigen internistischen, 

kardiologischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung des 

Beschwerdeführers anhand der massgebenden objektiv klinischen Befunde mit einer 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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überzeugenden Begründung aufgezeigt, dass dem Beschwerdeführer ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar sind. Entgegen der Ansicht 

des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers leidet das Gutachten nicht an einer 

Widersprüchlichkeit, denn im internistischen Teilgutachten ist lediglich darauf 

hingewiesen worden, dass aus rein internistischer Sicht nichts gegen die Weiterführung 

der bisherigen Tätigkeit auf dem eigenen Hof spreche, während im orthopädischen 

Teilgutachten dargelegt worden ist, dass dies aus rein orthopädischer Sicht nicht 

zumutbar sei. Die Sachverständigen des ZMB haben sich nach einer interdisziplinären 

Konsensbesprechung auf eine allen Ergebnissen der beteiligten Fachdisziplinen 

Rechnung tragenden Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl für die bisherige als auch für 

eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit geeinigt, die sie überzeugend hergeleitet und 

begründet haben. Eine Widersprüchlichkeit ist nicht zu erkennen. Es besteht auch kein 

Widerspruch zwischen dem Gutachten und den Berichten der behandelnden Ärzte, der 

Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens wecken würde. Der behandelnde 

Hausarzt hat zwar auf eine relevante psychische Gesundheitsbeeinträchtigung hinge­

wiesen, aber diese hat er nicht mit objektiven klinischen Befunden belegen können. Im 

psychiatrischen Teilgutachten des ZMB ist klar aufgezeigt worden, dass objektiv keine 

klinischen Befunde vorgelegen haben, die das Attest einer relevanten psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigung hätten rechtfertigen können. Der Beschwerdeführer 

selbst hat zwar subjektiv eine psychische Beeinträchtigung empfunden, sich aber auf 

den Standpunkt gestellt, dass seine Reaktion auf die vielfältigen Belastungen nicht 

krankheitswertig, sondern wohl „normal“ sei. Jedenfalls hat bei der psychiatrischen 

Exploration objektiv klinisch kein Hinweis auf eine relevante Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychischen Gründen festgestellt werden 

können. Der Hausarzt hat zwar nachträglich geltend gemacht, der Beschwerdeführer 

leide an rezidivierenden mittelgradigen depressiven Episoden, aber sein Bericht nennt 

keine objektiven klinischen Befunde, die auf eine Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch das ZMB 

hinweisen würden. Der Hausarzt hat nämlich nur auf depressive 

Verstimmungszustände und auf häusliche Spannungen hingewiesen, die aber bereits 

vor der Begutachtung durch das ZMB aktenkundig gewesen waren: Diese Probleme 

waren bereits im Bericht des Landwirtschaftlichen Zentrums erwähnt worden, hatten 

damals aber offensichtlich gemäss den Ausführungen des Hausarztes im Bericht vom 

August 2017 keine Veranlassung zur Diagnose oder Behandlung einer eigentlichen 

psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung gegeben. Diese Probleme hatten auch 

einen wesentlichen Inhalt bei der psychiatrischen Begutachtung durch das ZMB 

gebildet, wobei der psychiatrische Sachverständige aber mit einer überzeugenden 

Begründung aufgezeigt hatte, dass es sich dabei nicht um ein krankheitswertiges 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Geschehen, sondern auf eine „normale“ psychische Reaktion auf äusserst belastende 

Umstände gehandelt hatte. Der Bericht von med. pract. D.___ vom 2. Juli 2018 bezieht 

sich folglich auf einen unverändert gebliebenen Gesundheitszustand und er enthält 

lediglich eine anderslautende Würdigung des bereits vom psychiatrischen 

Sachverständigen des ZMB gewürdigten Gesundheitszustandes. Weil med. pract. 

D.___ keine überzeugende Begründung für seine Diagnose genannt hat und weil er 

auch keine objektiven klinischen Befunde erwähnt hat, die für seine Diagnose 

gesprochen hätten, vermag die von ihm gestellte Diagnose nicht zu überzeugen, zumal 

med. pract. D.___ nicht über einen psychiatrischen Facharzttitel verfügt und aufgrund 

des langjährigen Therapieverhältnisses objektiv den Anschein erwecken muss, 

befangen zu sein. Gestützt auf das Gutachten des ZMB steht deshalb mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig 

gewesen ist. Auf dem massgebenden (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ist dem Beschwerdeführer der Wechsel in eine ideal leidensadaptierte 

Hilfsarbeit problemlos zumutbar gewesen, denn definitionsgemäss können 

Hilfsarbeiten nach einer kurzen Einarbeitung von jedermann produktiv ausgeübt 

werden. Der (fiktive) allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt zeichnet sich nicht nur 

durch ein (fiktives) Gleichgewicht zwischen dem Angebot an und der Nachfrage nach 

Arbeitsstellen (oder anders ausgedrückt: durch eine fiktiv ausreichende Anzahl an 

offenen Hilfsarbeitsstellen), sondern auch dadurch aus, dass ein breiter Fächer an 

Arbeitsstellen zur Verfügung steht. Unter all diesen Tätigkeiten hat es (fiktiv) zahlreiche 

Tätigkeiten gegeben, die der Beschwerdeführer trotz seiner 

Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt hätte ausüben können. Bei einer 

verbleibenden Aktivitätsdauer von fünf Jahren hat nichts gegen die Verwertbarkeit der 

Arbeitsfähigkeit auf dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

gesprochen, zumal der Beschwerdeführer an sich ja bereits im Jahr 1990 aus 

medizinischen Gründen gezwungen gewesen ist, in eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 

wechseln, wobei ihn die Beschwerdegegnerin mit Eingliederungsmassnahmen 

unterstützt hätte. Selbstverständlich kann eine auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt 

drohende Arbeitslosigkeit keine Invalidität begründen, da 

invalidenversicherungsrechtlich nicht der tatsächliche, sondern der fiktive allgemeine 

und ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist. Da kein statistischer Nachweis dafür 

existiert, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten generell schlechter als körperlich schwere 

Hilfsarbeiten entschädigt würden, wäre es dem Beschwerdeführer folglich zumutbar 

und möglich gewesen, ein dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

entsprechendes Erwerbseinkommen zu erzielen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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3.

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten, die angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzen sind, sind dem 

unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten 

Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3.

Das Begehren des Beschwerdeführers um die Zusprache einer Parteientschädigung 

wird abgewiesen.

Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens 

entspricht folglich dem Valideneinkommen, weshalb der Invaliditätsgrad anhand eines 

sogenannten Prozentvergleichs zu berechnen ist. Er entspricht also dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, der allenfalls um einen zusätzlichen Abzug vom Lohn aus 

betriebswirtschaftlich-ökonomischen Gründen (sog. Tabellenlohnabzug) zu korrigieren 

ist. Dieser Abzug beträgt rechtsprechungsgemäss maximal 25 Prozent. Dieser Abzug 

beinhaltet bereits einen allfälligen Teilzeitabzug, weshalb es nicht zulässig ist, nebst 

einem Tabellenlohnabzug noch einen Teilzeitabzug zu berücksichtigen. Bei einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 100 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten würde 

selbst bei der Berücksichtigung des hier offensichtlich nicht gerechtfertigten 

Maximalabzuges von 25 Prozent kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent resultieren, weshalb die Höhe des konkret zu 

berücksichtigenden Abzugs offenbleiben kann. Die angefochtene Verfügung erweist 

sich im Ergebnis als rechtmässig.

2.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2020
	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invalidenrente. Ökonomischer Invaliditätsbegriff. Validenkarriere. Valideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August 2020, IV 2018/284).

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