# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab78ea95-7736-5fd8-8b91-16012e97fac2
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-16
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.05.2017 I 2017 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2017-8_2017-05-16.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2017 8

Entscheid vom 16. Mai 2017

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. Daniel Candrian,
Weidhuobli 29, 6430 Schwyz,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Begutachtung)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. am ________) ist ________ als fünfte von insgesamt 
neun Geschwistern in ________ zur Welt gekommen. Schon früh musste sie im 
Haushalt sowie im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mithelfen. 1978 gelang-
te sie in die Schweiz und arbeitete ab ________ 1978 im Alterszentrum 
B.________ in C.________ (vgl. UV-act. 6-91/155 i.V.m. IV-act. 10). Nach der 
Heirat ________ wurde sie Mutter von drei Kindern ________. Vor der Geburt 
der jüngsten Tochter ________ ist A.________ Witwe geworden und hat in der 
Folge die Kinder alleine grossgezogen (UV-act. 6-92/155). 

B. Am 14. Oktober 2010 hielt sich A.________ mit Familienangehörigen in der 
Türkei auf. Bei der Fahrt auf einer Landstrasse kam es zu einem schweren Ver-
kehrsunfall mit einem Lastwagen (________). A.________ wurde am 18. Okto-
ber 2010 mit der Rega in die Schweiz gebracht und in G.________ behandelt. 
Seit diesem Autounfall ist ihr Sohn querschnittgelähmt (vgl. UV-act. 6-3/155). Am 
15. Dezember 2010 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen ein (IV-act. 1-1/9). 

C. Die zuständige Unfallversicherung (D.________) veranlasste in der Folge 
am 13. Februar 2012 eine interdisziplinäre Begutachtung durch Fachärzte des 
Kantonsspitals E.________ (UV-act. 3-1/6). Zum Fragenkatalog des Unfallversi-
cherers konnten der Rechtsvertreter der Versicherten sowie die IV-Stelle Zusatz-
fragen stellen (vgl. UV-act. 3-3/6). Nach Eingang des neurologischen Teilgutach-
tens (vom 10.5.2012) und des orthopädischen Teilgutachtens (vom 20.9.2012) 
ersuchte der Unfallversicherer mit Schreiben vom 7. Dezember 2012 den zu-
ständigen leitenden Arzt des Kantonsspitals E.________ um eine Koordinati-
on/Fertigstellung des interdisziplinären Gutachtens (UV-act. 4). Nachdem dies 
scheiterte und die Begutachtung am Kantonsspital E.________ abgebrochen 
wurde, erteilte der Unfallversicherer am 15. Februar 2013 Prof. Dr. F.________ 
vom G.________den Auftrag für eine interdisziplinäre Begutachtung (UV-act. 5). 
Dieses G.________-Gutachten wurde wie folgt bearbeitet (vgl. UV-act. 6-2/155):

 Datum der neurologischen Untersuchung 01.10.2014
 Datum der neuropsychologischen Untersuchung 24.05.2013
 Datum der psychiatrischen Untersuchung 03.06.2015
 Datum der unfallchirurgischen Untersuchung 04.12.2015

Das interdisziplinäre G.________-Gutachten wurde am 23. August 2016 erstat-
tet. Zum Ergebnis dieses Gutachtens äusserte sich der RAD-Arzt Dr.med. 
H.________ am 26. September 2016 und empfahl eine MEDAS-Begutachtung 
via Med@p (vgl. IV-act. 50-4/4). Dieses Vorgehen wurde dem Rechtsvertreter 

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von A.________ mit Schreiben vom 29. September 2016 mitgeteilt (IV-act. 51), 
welcher in einer Eingabe vom 4. Oktober 2016 dagegen opponierte und eine 
Fristerstreckung bis zum 30. November 2016 beantragte (IV-act. 52). Mit Schrei-
ben vom 7. Oktober 2016 verlängerte die IV-Stelle die Frist für Einwände bis 
längstens 30. November 2016 (IV-act. 53). Mit Schreiben vom 18. November 
2016 verwies der Rechtsvertreter auf seine eigene, ärztlich dokumentierte Ar-
beitsunfähigkeit und forderte eine weitere Fristerstreckung bis zum 31. Januar 
2017 (IV-act. 56). Mit Eingabe vom 5. Dezember 2016 lehnte der Rechtsvertreter 
die Durchführung der vorgesehenen Administrativ-Begutachtung vehement ab 
und forderte bei Festhalten an einer Begutachtung den Erlass einer anfechtbaren 
Verfügung (IV-act. 58). Dazu äusserte sich der zuständige RAD-Arzt in einer 
Stellungnahme vom 22. Dezember 2016 (IV-act. 60-6/6). 

D. Am 3. Januar 2017 verfügte die IV-Stelle, dass an der erwähnten MEDAS-
Begutachtung festgehalten werde (IV-act. 62). Gegen diese Verfügung liess 
A.________ fristgerecht am 1. Februar 2017 beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Invalidenversicherung vom 3.1.2017 betreffend Festhalten 
an der polydisziplinären Administrativbegutachtung sei aufzuheben.

2. Die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Anweisung, auf eine 
weitere polydisziplinäre Administrativbegutachtung zu verzichten und gestützt 
auf den Erkenntnissen des polydisziplinären Gutachtens des G.________ vom 
23.8.2016 einen Vorbescheid betreffend Rentenanspruch zu erlassen.

3. Eventualiter entscheide das Verwaltungsgericht Schwyz gleich selber über den 
Rentenanspruch der Versicherten gestützt auf die medizinischen Erkenntnisse 
des G.________-Gutachtens 2016 und den Faktoren gemäss Vorbescheid 
D.________.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss noch einzureichender Hono-
rarnote.

E. Mit Vernehmlassung vom 2. März 2017 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die 
Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt 
die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen 
für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person 
diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Hat der Versicherungsträger zur 
Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabhängigen 
Sachverständigen einzuholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen 
bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegen-
vorschläge machen (Art. 44 ATSG).

1.2 Die (bei fehlendem Konsens zu treffende) Anordnung, eine Expertise ein-
zuholen, ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung in die Form einer Verfü-
gung zu kleiden, welche dem Verfügungsbegriff gemäss Art. 5 VwVG entspricht 
(vgl. BGE 137 V 256 Erw. 3.4.2.6 in fine mit Verweis auf Art. 49 ATSG und BGE 
130 V 388 Erw. 2.3 S. 391). Da eine solche Anordnung das Administrativver-
fahren nicht abschliesst, handelt es sich um eine Zwischenverfügung. Ein solcher 
Rechtsstreit um Fragen der Anordnung eines Gutachtens ist beim Bundesgericht 
nur anfechtbar, sofern der Streit den Ausstand einer sachverständigen Person im 
konkreten Fall betrifft (vgl. Urteil 9C_474/2014 vom 14.7.2014 Erw. 1). Hinsicht-
lich anderer Aspekte prüft das Bundesgericht die Anordnung des Gutachtens 
gegebenenfalls mit dem Endentscheid auf deren Bundesrechtskonformität hin 
(Urteil 9C_285/2014 vom 30.5.2014 Erw. 1 in fine).

1.3 Neben den Einwendungen im Rahmen der Ablehnung von Gutachterinnen 
und Gutachtern (personenbezogene Ausstandsgründe) können vor kantonaler 
Beschwerdeinstanz beschwerdeweise materielle Einwendungen wie z.B. der 
Einwand vorgebracht werden, dass die in Aussicht genommene Begutachtung 
nicht notwendig sei, weil sie – mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten 
Sachverhalt – bloss einer "second opinion" entspräche (vgl. VGE I 2013 149 vom 
6.3.2014 Erw. 1.2 mit Verweis auf BGE 137 V 257 Erw. 3.4.2.7 mit Hinweisen). 
Des Weiteren hat die versicherte Person Anspruch darauf, sich vorgängig zu den 
Gutachterfragen äussern zu können (vgl. zit. BGE 137 V 258 Erw. 3.4.2.9). 

1.4 Nach Art. 72bis Abs. 1 IVV sind medizinische Gutachten, an denen drei und 
mehr Fachdisziplinen beteiligt sind, bei einer Gutachterstelle einzuholen, mit wel-
cher das Bundesamt eine Vereinbarung getroffen hat. Die Vergabe der Aufträge 
erfolgt nach dem Zufallsprinzip (Art. 72bis Abs. 2 IVV). Auf der Grundlage des auf 
den 1. März 2012 in Kraft getretenen, neu gefassten Art. 72bis IVV hat das BSV 
das Zuweisungssystem "SuisseMED@P" etabliert, dem alle Gutachteninstitute 

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angeschlossen sind, die über eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bun-
desamt verfügen (vgl. BGE 138 V 274 Erw. 1.1). 

1.5 Es liegt grundsätzlich im Interesse der IV-Stelle und der versicherten Per-
son, Verfahrensweiterungen zu vermeiden, indem sie sich um eine einvernehm-
liche Vorgehensweise bei den Abklärungen bemühen, nachdem materielle Ein-
wendungen erhoben oder formelle Ablehnungsgründe vorgebracht wurden. Nach 
Treu und Glauben hat die versicherte Person Einwendungen möglichst bald nach 
Kenntnisnahme der massgebenden Kenndaten einer Abklärung zu erheben; de-
ren Rechtzeitigkeit richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles. Bleibt der 
Konsens aus, hat die IV-Stelle die betreffende Anordnung in die Form einer (an-
fechtbaren) Verfügung zu kleiden (vgl. BGE 138 V 275 Erw. 1.1 2. Abs. in fine).

2. Im vorliegenden Verfahren ist insbesondere streitig, ob noch eine inter-
disziplinäre Begutachtung durchzuführen ist oder nicht. Bei der Prüfung dieser 
Fragestellung fallen namentlich die nachfolgend aufgeführten Aspekte besonders 
auf.

2.1 Die massive Beeinträchtigung der Gesundheit der Versicherten wurde 
durch einen am 14. Oktober 2010 in der Türkei erlittenen Verkehrsunfall verur-
sacht, was nach der Aktenlage unbestritten ist. Aktenkundig ist sodann, dass die 
Anmeldung der Versicherten zum Bezug von IV-Leistungen bei der Vorinstanz 
am 15. Dezember 2010 einging (siehe den Stempelvermerk in IV-act. 1-1/9). 
Damals war die Versicherte 53-jährig. Die hier angefochtene Verfügung, welche 
noch keine Aussage über einen allfälligen Leistungsanspruch enthält, datiert vom 
3. Januar 2017. Mithin ist zwischen der IV-Anmeldung (15.12.2010) und der 
angefochtenen Verfügung (vom 3.1.2017, wonach die IV-Stelle eine MEDAS-
Begutachtung als nötig erachtet) ein Zeitraum von mehr als sechs Jahren ver-
gangen. Beim Erlass der angefochtenen Verfügung, mit welcher die Vorinstanz 
eine MEDAS-Begutachtung fordert, war die Versicherte soeben 60-jährig ge-
worden.

2.2.1  Die massive zeitliche Verzögerung bei der Abklärung des massgebenden 
Arbeitsfähigkeitsgrades der Versicherten entstand nach der Aktenlage dadurch, 
dass die IV-Stelle zunächst auf die Abklärungsergebnisse des Unfallversicherers 
(D.________) abstellen wollte. Eine solche Vorgehensweise gab ursprünglich 
(nach Eingang der IV-Anmeldung vom 15.12.2010) an sich keinen Anlass zur Be-
anstandung, jedenfalls solange sich die Betroffenen (die Versicherte einerseits 
und die Versicherer andererseits) einig waren, dass die beauftragten Gutachter 
(ursprünglich des Kantonsspitals E.________) die Frage des zumutbaren Ar-
beitsfähigkeitsgrades klären und dabei nicht nur Fragen des Unfallversicherers, 

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sondern auch solche der IV-Stelle sowie der versicherten Person beantworten 
sollten. 

2.2.2  Nach der Aktenlage erfuhr die IV-Stelle am 24. Januar 2012, dass der Un-
fallversicherer die ärztliche Leitung des Kantonsspitals E.________ mit der Er-
stattung eines polydisziplinären Gutachtens (umfassend die Disziplinen Neurolo-
gie, Orthopädie, Psychiatrie und Neuropsychologie) beauftragt hatte (vgl. IV-act. 
24). Im Zeitpunkt, als der Begutachtungsauftrag erteilt wurde, war Art. 72bis IVV 
(siehe oben, Erw. 1.4) noch nicht in Kraft getreten. Allerdings war bereits be-
kannt, dass künftig die Vergabe von polydisziplinären medizinischen Gutachten 
nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen habe (Art. 72bis Abs. 2 IVV), denn diese Re-
gelung stammt von der Änderung der Invalidenversicherung vom 11. November 
2011 (vgl. AS 2011 S. 5679ff.).

Die IV-Stelle und der Rechtsvertreter der Versicherten erhielten Gelegenheit, 
Ergänzungsfragen an die Gutachter zu stellen. Davon machten die Parteien 
Gebrauch (vgl. UV-act. 3-3/6 und 5-4ff./7; siehe auch IV-act. 25-1/2).

2.2.3  In der Folge wurde die Versicherte am 22. März 2012 im Kantonsspital 
E.________ (Ambulatorium Medizin) von Dr.med. I.________ (Assistenzärztin) 
und Prof. Dr.med. J.________ (Chefarzt) untersucht. Im Bericht vom 22. März 
2012 wurde u.a. festgehalten, dass die klinische Untersuchung aktuell abgese-
hen von einer Klopfdolenz über der lumbalen Wirbelsäule sich unauffällig zeigte. 
Der Umstand, wonach die analgetische Therapie bei der Versicherten aufgrund 
der mangelnden Compliance bezüglich Medikamenteneinnahme erschwert sei, 
werde sicher auch durch die Depression beeinflusst (IV-act. 33-15/15).

Dr.med. K.________ (leitender Arzt der orthopäd. Klinik, Kantonsspital 
E.________) gelangte in einem Bericht vom 20. September 2012 (gestützt auf 
die Untersuchung vom 13.9.2012) zum Ergebnis, dass eine chronische Thorako-
lumbalgie vorliege, wobei ein deutlicher Anteil der Gesamtbeschwerdesympto-
matik durch posttraumatische Veränderungen bestehe (rund 70%), andererseits 
degenerative Veränderungen der unteren LWS vorhanden seien (rund 30%). Die 
zumutbare Arbeitsfähigkeit (ohne Heben oder Tragen schwerer Gegenstände) 
veranschlagte er auf rund 50% (vgl. IV-act. 33-12/15).

In einem Bericht vom 16. November 2012 an den Unfallversicherer teilten 3 Ärzte 
des Kantonsspitals E.________ (Dr.med. L.________, Endokrinolo-
gie/Ambulatorium; Dr.med. M.________/ PD Dr.med. N.________, Endokrinolo-
gie/ Diabetologie und Prof. Dr.med. J.________, Chefarzt) u.a. mit, dass die Ver-
sicherte eindeutig unfallbedingte Schädigungen auf der körperlichen Ebene 
(chronische Thorakolumbalgie bei thorakalen und lumbalen Frakturen, Thorax-

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trauma, Schädel-Hirntrauma, Becken- und Extremitätentrauma) und Schädigun-
gen auf geistiger Ebene (Depression, Merkfähigkeit) zeige. Die Versicherte zeige 
ernsthaftes Interesse, wieder einer geringen Arbeitstätigkeit, ihren derzeitigen 
Fähigkeiten entsprechend, nachkommen zu wollen. Sowohl die körperliche als 
auch die geistige Leistungsfähigkeit seien aber sehr eingeschränkt. Namhafte 
weitere Besserungen des Gesundheitszustandes seien nicht zu erwarten. Mög-
lich erscheine aber eine geringgradige Beschäftigung im Rahmen eines ge-
schützten Arbeitsplatzes (IV-act. 33-2/15 unten).

2.2.4  Weshalb ungeachtet der erwähnten Berichte des Kantonsspitals 
E.________ die Gutachter dieses Kantonsspitals keine Gesamtbeurteilung vor-
nahmen, lässt sich den vorliegenden Akten nicht in substantiierter Form entneh-
men. In einem Schreiben vom 15. Februar 2013 (an eine andere Gutachterstelle 
G.________) teilte der zuständige Mitarbeiter des Unfallversicherers lediglich mit, 
dass „die vorgesehene med. Begutachtung im Kantonsspital E.________ wegen 
‚koordinativer‘ Mängel und Fragenbeantwortung aus dem nicht gefragten Fach-
gebiet (Endokrinologie) abgebrochen“ werden musste (vgl. UV-act. 5-1/7). Davon 
erhielt die IV-Stelle am 18. Februar 2013 Kenntnis (vgl. den entsprechenden 
Stempelvermerk in UV-act. 5-1/7). In diesem Zeitpunkt hätte die Vorinstanz bei 
pflichtgemässer Aufmerksamkeit Art. 72bis Abs. 2 IVV beachten müssen, indem 
für die (neu) geplante Begutachtung in den Disziplinen Neurologie, Orthopädie, 
Psychiatrie und Neuropsychologie eine Vergabe des Begutachtungsauftrages 
nach dem Zufallsprinzip nötig gewesen wäre. Mit anderen Worten wäre bei kor-
rektem Vorgehen (mit Vergabe des Auftrages nach dem Zufallsprinzip im Jahre 
2013, d.h. nach dem Scheitern des ursprünglich dem Kantonsspital E.________ 
zugewiesenen Begutachtungsauftrages) ein interdisziplinäres MEDAS-Gutachten 
eingeholt worden, als die Versicherte 56-jährig war.

2.3 Im Anschluss an diesen vom Unfallversicherer im Februar 2013 dem 
G.________ zugewiesenen Begutachtungsauftrag (UV-act. 5-1/7) dauerte es 
Jahre, bis das Gutachten schliesslich am 23. August 2016 erstattet wurde (UV-
act. 6-2ff./155). Wohl hat die Vorinstanz regelmässig beim Unfallversicherer über 
den Stand der Begutachtung nachgefragt (vgl. IV-act. 34, 35, 36, 37, 38), indes 
wäre von der IV-Stelle zu erwarten gewesen, dass sie spätestens nach Ablauf 
eines Jahres seit der Erteilung des Begutachtungsauftrages durch den Unfallver-
sicherer an die G.________-Gutachterstelle ein MEDAS-Gutachten via „Suisse-
MED@P“ in Auftrag gegeben hätte, zumal die Erfahrung zeigte, dass der Unfall-
versicherer (D.________) nicht in der Lage war, für eine zeitgerechte Begutach-
tung zu sorgen. In diesem Zeitpunkt (2014) wäre die Versicherte 57-jährig gewe-
sen.

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2.4 Stattdessen hat die IV-Stelle weiter zugewartet und damit zum Ausdruck 
gebracht, sie werde sich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im noch ausstehenden 
Gutachten des Unfallversicherers anschliessen. 

2.4.1  Soweit von Seiten der IV-Stelle sinngemäss argumentiert wird, das 
schliesslich am 23. August 2016 erstattete G.________-Gutachten sei deswegen 
nicht brauchbar, weil die Untersuchungen der einzelnen Fachrichtungen über ei-
nen Zeitraum von mehr als zwei Jahren vorgenommen worden seien (neuropsy-
chologische Abklärung am 24.5.2013, neurologische Untersuchung am 
1.10.2014, psychiatrische Abklärung am 3.6.2015 und unfallchirurgische Unter-
suchung am 4.12.2015, vgl. UV-act. 6-2/155 unten), ist an dieser Stelle hervor-
zuheben, dass das Auseinanderklaffen der verschiedenen Untersuchungen der 
IV-Stelle im Anschluss an die Mitteilung vom 10. November 2014 (= IV-act. 42) 
erkennbar wurde. Damals teilte der zuständige Mitarbeiter des Unfallversicherers 
der IV-Stelle mit, dass wohl ein Teil des Gutachtens vorliege, indessen immer 
noch der psychiatrische und orthopädische Teil fehle. Die Vervollständigung des 
Gutachtens benötigte seit dieser Mitteilung vom 10. November 2014 noch beina-
he zwei Jahre. Im Lichte dieser zeitlichen Abfolge darf die IV-Stelle aus dem ihr 
schon wesentlich früher erkennbaren Umstand, wonach das betreffende 
G.________-Gutachten auf zeitlich weit auseinanderliegenden Untersuchungen 
der Versicherten aus verschiedener Fachrichtungen beruht, grundsätzlich nichts 
zu ihren Gunsten bzw. für die Anordnung eines zusätzlichen MEDAS-Gutachtens 
(für die zwischenzeitlich 60 Jahre alt gewordene Versicherte) ableiten.

2.4.2  Analoges gilt auch für die Argumentation der IV-Stelle, wonach sinn-
gemäss das G.________-Gutachten vom 23. August 2016 deshalb nicht brauch-
bar sei, weil es die neue Indikatoren-Rechtsprechung des Bundesgerichts un-
berücksichtigt gelassen habe. Die Vorinstanz musste bei pflichtgemässer Auf-
merksamkeit seit der Kenntnisnahme des IV-Rundschreibens Nr. 334 vom 7. Juli 
2015 wissen, welches neues Beweisverfahren zur Abklärung psychosomatischer 
Leiden nach Massgabe des bundesgerichtlichen Präjudizes 9C_492/2014 vom 3. 
Juni 2015 Anwendung finden musste. In diesem Zeitpunkt lag das G.________-
Gutachten (vom 23.8.2016) noch nicht vor. Ein Abwarten dieses Gutachtens mit 
anschliessender Ablehnung des Gutachtens mit der Argumentation, es erfülle die 
neuen Vorgaben des Bundesgerichts nicht, vermag nicht zu überzeugen. Viel-
mehr wäre zu erwarten gewesen, dass die IV-Stelle damals die Gutachterstelle 
auf die geänderte Rechtsprechung hingewiesen hätte mit dem Ziel, dass das 
noch ausstehende Gutachten unter Berücksichtigung des IV-Rundschreiben Nr. 
334 verfasst worden wäre. 

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2.5 Gegen ein neues MEDAS-Gutachten für die 60-jährige Versicherte spre-
chen aber auch die folgenden Überlegungen. Bereits erwähnt wurde, dass die 
IV-Anmeldung am 15. Dezember 2010 erfolgte und grundsätzlich über den Leis-
tungsanspruch seit diesem Zeitpunkt (ab dem 53. Altersjahr der Versicherten) 
nach Massgabe der gesundheitlichen Entwicklung zu befinden sein wird. Mit 
einem neuen medizinischen Gutachten kann regelmässig nur eine Beurteilung 
der aktuellen Verhältnisse vorgenommen werden, derweil die Beurteilung der 
Situation in den früheren Jahren sich letztlich an der bereits vorhandenen medi-
zinischen Aktenlage orientiert (und nicht an neuen Untersuchungsergebnissen). 
Mit anderen Worten ist mit einem neuen MEDAS-Gutachten, welches schät-
zungsweise im Alter der Versicherten von 61 Jahren vorliegen würde, wenig 
Erkenntnisgewinn zu erwarten für die rund 6 ½ Jahre, welche unmittelbar nach 
der IV-Anmeldung vom 15. Dezember 2010 folgten. Eine Auswertung und Wür-
digung der medizinischen Akten, welche einen Jahre zurückliegenden Zeitraum 
betreffen, ist grundsätzlich von den rechtsanwendenden Behörden (und nicht im 
Rahmen eines neuen medizinischen Gutachtens) vorzunehmen.

2.6 Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich in diesem konkreten Einzelfall 
aufgrund der dargelegten Mängel bei der Abklärung des massgebenden 
Arbeits(un)fähigkeitsgrades, von der Einholung eines zusätzlichen MEDAS-
Gutachtens für die über 60-jährige Versicherte abzusehen. Für ein solches eige-
nes interdisziplinäres Gutachten hätte die IV-Stelle seit dem 15. Dezember 2010 
während mehreren Jahren Zeit gehabt. Nachdem über sechs Jahre seit der IV-
Anmeldung verstrichen sind und die Versicherte zwischenzeitlich über 60 Jahre 
alt ist, macht ein zusätzliches MEDAS-Gutachten im vorliegenden Fall keinen 
Sinn, zumal ein Gutachten des Unfallversicherers vom 23. August 2016 vorliegt.

3. In der Folge stellt sich die Frage, wie weiter vorzugehen ist. Wohl hat die 
Beschwerdeführerin im Eventualbegehren Ziffer 3 beantragt, dass das Gericht 
den Leistungsanspruch selber nach Massgabe des G.________-Gutachtens und 
den Faktoren gemäss einem Vorbescheid des Unfallversicherers festlegen solle. 
Indessen wäre ein solches Vorgehen mit dem Gehörsanspruch nicht ohne weite-
res vereinbar. Vielmehr drängt sich insgesamt eine Rückweisung an die Vorin-
stanz auf, damit über den Leistungsanspruch erstinstanzlich nach Massgabe der 
vorliegenden medizinischen Aktenlage befunden werden kann. Um indessen all-
fälligen Weiterungen die Spitze zu brechen, wird nachfolgend dargelegt, in wel-
chem Rahmen eine adäquate Lösung angebracht erscheint, ohne dass diesen 
Ausführungen abschliessender Charakter zukommt.

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3.1 Die Versicherte hielt sich vom 2. November 2010 bis zum 31. Dezember 
2010 in der Rehabilitationsklinik O.________ auf. Im Austrittsbericht wurden u.a. 
folgende Hauptdiagnosen aufgeführt (IV-act. 11-2/6):

 Polytrauma am 14.10.2010
 Schädelhirntrauma bei PW-Unfall (14.10.2010) mit posttraumatischer 

Verwirrung und Polyurie
 Epilepsieverdächtige Potentiale frontotemporal
 Wirbelsäulentrauma mit Berstungsfraktur BWK12, Fraktur der Processus 

spinosus BWK11 und Fraktur des Processus transversus rechts LWK5
 Thoraxtrauma mit Hämatopneumothorax links und Hämatothorax rechts 

sowie Rippenserienfraktur

Auch wenn im Austrittsbericht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wur-
de, war von einem insgesamt erfreulichen Rehabilitationsverlauf die Rede, wobei 
eine vorsichtig optimistische Prognose hinsichtlich zunehmender Belastbarkeit 
gestellt wurde (IV-act. 11-3/6, Ziff. 1.4 in fine). 

3.2 Im Bericht der G.________-Klinik ________ vom 10. März 2011 an den 
Hausarzt Dr.med. P.________wurde unter Einbezug des bestehenden depressi-
ven Zustandsbilds mit Antriebslosigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert mit dem Zusatz, dass aus rein somatischer Sicht zumindest eine teilweise 
Arbeitsfähigkeit gegeben wäre (IV-act. 19-7/17).

3.3 Dr.med. Q.________ untersuchte die Versicherte am 2. März 2011. Im Be-
richt vom 3. März 2011 an den Hausarzt führte sie u.a. aus, im Vergleich zu den 
beschriebenen psychopathologischen Vorbefunden scheine sich auch die psy-
chopathologische Situation gebessert zu haben. Die Versicherte wirke nur noch 
gering verlangsamt, leicht herabgestimmt und beklage noch leichte kognitive De-
fizite im Sinne einer Merkfähigkeitsstörung (IV-act. 19-16/17). 

3.4 Der damalige Hausarzt Dr.med. P.________ erwähnte in seinem Bericht 
vom 15. Mai 2011 an die IV-Stelle einen protrahierten Verlauf mit nur leichtgradi-
ger Verbesserung. Infolge des Polytraumas und weil ebenfalls der Sohn verun-
fallt sei sowie eine Querschnittlähmung aufweise, bestehe zusätzlich ein depres-
sives Zustandsbild; die Versicherte sei diesbezüglich beim Sozialpsychiatrischen 
Dienst (SPD) ________ angemeldet worden; leider habe die Versicherte den ihr 
angebotenen Termin nicht wahrgenommen (IV-act. 19-2/17).

3.5 Der Arzt R.________wies in seinem Bericht vom 8. Oktober 2011 an die 
IV-Stelle auf starke Rückenschmerzen und auf eine rasche Ermüdbarkeit hin. Die 
bisherige Tätigkeit sei im Umfange von 2 Stunden täglich zumutbar (IV-act. 22-

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2/9, Ziff. 1.7). Eine vergleichbare Arbeitsfähigkeitsbeurteilung war bereits im Be-
richt der G.________-Klinik ________ vom 29. Juni 2011 vorgenommen worden 
(vgl. IV-act. 22-7/9 in fine) und deckt sich mit dem Ergebnis einer Standortbe-
stimmung vom 30. August 2011 mit der Versicherten am Arbeitsplatz im betref-
fenden Altersheim, wonach die Versicherte seit dem 30. Mai 2011 nachmittags 2 
Stunden in der Lingerie arbeitete und auch psychisch einen etwas besseren Ein-
druck hinterliess (vgl. IV-act. 28-1/6 unten).

3.6 Nachdem sich die Versicherte nicht in der Lage fühlte, die Präsenzzeit am 
Arbeitsplatz zu erhöhen, wurde ihr die Auflösung des Arbeitsverhältnisses an-
gekündigt, was wiederum zu einer Verschlechterung der psychischen Situation 
der Versicherten führte (IV-act. 28-2f./6). Zur gleichen Zeit (Oktober 2011) wurde 
festgestellt, dass die Versicherte in einer vermeintlich unbeobachteten Situation 
mit zügigem Schritt gehen konnte, was bei der Standortbestimmung (mithin in ei-
ner Untersuchungssituation) nicht der Fall war („leise stöhnend und sehr langsam 
gelaufen“, vgl. IV-act. 28-4/6). Auf der anderen Seite gab eine Arbeitskollegin 
gegenüber der Vorinstanz bei der Standortbestimmung vom 17. Januar 2012 zu 
Protokoll, sie habe den Eindruck, dass die Versicherte nach zwei Stunden in der 
Lingerie „am Limit“ sei (IV-act. 28-5/6 oben).

3.7 Im Bericht des SPD vom 12. März 2012 an die Vorinstanz wurde eine rezi-
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10:F33.1) diagnostiziert bei Status nach Autounfall im Oktober 2010 (IV-act. 
29-2f./7). Es wurde eine reduzierte psychische Belastbarkeit, Auffassungs- und 
Konzentrationsschwierigkeiten, eine verminderte Stresstoleranz, ein Stimmungs-
tief, eine ausgeprägte Müdigkeit sowie eine rasche Ermüdbarkeit attestiert. Aus 
medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar, wobei bei einer 
allgemeinen Verlangsamung mit verminderter Leistungsfähigkeit zu rechnen sei 
(IV-act. 29-4f./7). Es wurden wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeiten 
mit der Möglichkeit, während der Arbeit Pausen einzulegen, empfohlen, ebenso 
eine freie Zeiteinteilung, kein Leistungsdruck sowie das Einhalten von regelmäs-
sigen Pausen zwecks Erhöhung der Arbeitseffizienz (IV-act. 29-6/7).

3.8 Die Tochter der Versicherten führte in einem Schreiben vom 26. April 2012 
an die damalige Arbeitgeberin (________) u.a. aus, trotz des schweren Schick-
salsschlags (mit den Unfallfolgen und u.a. der Querschnittlähmung des Sohnes) 
sei ihre Mutter motiviert, ihre Tätigkeit als Raumpflegerin im Altersheim wieder 
aufzunehmen, sobald sie sich körperlich sowie seelisch dazu wieder in der Lage 
fühle; der Wunsch der Mutter, wieder im Bereich der Raumreinigung zu arbeiten, 
sei von der Geschäftsleitung leider nicht berücksichtigt worden (IV-act. 30). 

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3.9 Eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung vom 23. Mai 2012 (Kan-
tonsspital E.________) ergab u.a., dass keine residuellen posttraumatischen ko-
gnitiven Defizite feststellbar waren (hingegen gewisse Hinweise auf eine Aggra-
vation). Auch im Schädel-MRI konnte keine strukturelle Läsion als Folge des Un-
falls festgestellt werden. Aus rein kognitiver Sicht ergebe sich für eine bildungs-
adäquate Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 6-22/155 
unten).

3.10 In einem Bericht des Kantonsspitals E.________ vom 16. November 2012 
an den Unfallversicherer wurden als Hauptdiagnosen lumbale Schmerzen, der 
Status nach Polytrauma sowie eine Depression aufgeführt (IV-act. 33-2/16 oben). 
Die Arbeitsfähigkeit wurde theoretisch auf 2 Stunden pro Tag angepasste leichte 
Tätigkeiten veranschlagt. Die Versicherte zeige eindeutig unfallbedingte Schädi-
gungen einerseits auf der körperlichen Ebene (chronische Thorakolumbalgie bei 
thorakalen und lumbalen Frakturen, Thoraxtrauma, Schädel-Hirntrauma, Becken- 
und Extremitätentrauma) und andererseits Schädigungen auf geistiger Ebene im 
Sinne einer Depression und eingeschränkter Merkfähigkeit (IV-act. 33-2/15). 
Demgegenüber hatte Dr.med. K.________ (Leitender Arzt der Orthopädischen 
KIinik des Kantonsspitals E.________) noch in seinem Bericht vom 20. Septem-
ber 2012 „von einer möglichen Arbeitsfähigkeit von 50% unter Auslassen von 
Heben oder Tragen schwerer Gegenstände“ gesprochen (IV-act. 33-12/15). 

3.11 Im neuropsychologischen Teilgutachten vom 31. Mai 2013 standen unge-
nügende Leistungen in nahezu allen geprüften kognitiven Funktionsbereichen im 
Vordergrund. Am ausgeprägtesten waren die Beeinträchtigungen im Aufmerk-
samkeitsbereich, beim figural episodischen Lernen/Gedächtnis sowie bei der 
verbalen und visuellen Erfassungsspanne. Indes wies ein angewendetes Sym-
ptomvalidierungsverfahren darauf hin, dass die Leistungsorientierung möglicher-
weise nicht in vollem Masse gegeben war, weshalb eine gewisse Aggravations-
tendenz anzunehmen sei (UV-act. 6-39/155). 

3.12 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 23. September 2015 wurde diagnos-
tisch gesamthaft von einer rezidivierenden depressiven Störung und aktuell von 
einer mittelgradigen depressiven Episode bei relevanten vorbestehenden Vulne-
rabilitäten (Analphabetismus, Migrationshintergrund, diverse Schicksalsschläge) 
sowie chronischer Belastung durch die Krankheit und Pflegebedürftigkeit des 
Sohnes ausgegangen. Die getroffenen Erhebungen über das funktionelle Leis-
tungsniveau im privaten bzw. familiären Rahmen sowie die noch möglichen Akti-
vitäten würden von noch erhaltenen Ressourcen der Explorandin zeugen (UV-
act. 6-41/155 unten). Aus rein psychiatrischer Sicht sei von einer ca. 40%igen 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer einfachen, leichten, ruhigen, aus so-
matischer Sicht geeigneten Tätigkeiten ohne Schichtdienst und ohne Leitungs-
funktion auszugehen. Die Invalidität und Pflegebedürftigkeit des Sohnes sei, 
neben weiteren unfallbedingten Faktoren, wesentlich an der Aufrechterhaltung 
und Chronifizierung der aktuellen Symptomatik beteiligt (UV-act. 6-42/155 oben).

3.13 Im unfallchirurgischen Teilgutachten vom 7. April 2016 wurde für leichte 
wechselbelastende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 30% veranschlagt, 
gleichzeitig aber auch darauf hingewiesen, dass das klinische Zustandsbild ver-
besserungswürdig sei. Die aktuellen Rückenprobleme könnten mit stufenweise 
Therapie angegangen werden; in einem ersten Schritt mit Facettengelenks-
infiltrationen mit lokalem Betäubungs- und Kortison-Präparat. In einem weiteren 
Schritt (bei erfolgreicher Facettengelenksinfiltration wäre die minimal-invasive 
Denervierung der Facettengelenke möglich. Möglich sei sodann eine Fusions-
operation der betroffenen Wirbelsegmente. Ausserdem sei in der aktuellen 
Phase durch physiotherapeutische Beübung, Rückenschule und detonisierenden 
Massnahmen ebenfalls eine Beschwerdebesserung zu erwarten (UV-act. 6-
44f./155). 

4. Im Lichte all dieser Aspekte vermag die abschliessende Arbeitsfähigkeits-
beurteilung im G.________-Gutachten vom 23. August 2016, wonach für lei-
densangepasste Tätigkeiten im interdisziplinären Konsens eine Arbeitsunfähig-
keit von 85% bzw. eine Restarbeitsfähigkeit von noch 15% resultiere (vgl. UV-
act. 6-54/155), nicht in allen Teilen zu überzeugen, zumal relevante Anhaltspunk-
te vorliegen, welche weiterhin vorhandene Ressourcen dokumentieren. Es ver-
hält sich so, dass der querschnittgelähmte Sohn der Versicherten ausschliesslich 
von seiner Schwester und der Versicherten unterstützt wird, wobei immer dann, 
wenn die Tochter abwesend ist, die Pflege des Sohnes durch die Versicherte er-
folgt (vgl. UV-act. 6-93/155). Sodann ist die Versicherte in der Lage, regelmässig 
ihre Eltern in der Türkei zu besuchen (UV-act. 6-93/155, siehe auch UV-act. 6-
96/155 oben). Im Tagesablauf schilderte die Versicherte, dass sie regelmässig in 
eine Kapelle gehe, um dort zu beten, einkaufe, sich mit Kochen und Aufräumen 
beschäftige (UV-act. 6-94/155). Soweit es sich schliesslich so verhält, dass die 
Versicherte aus kulturellen und religiösen Gründen keine psychiatrische Behand-
lung in Anspruch nimmt (UV-act. 6-102/155), handelt es sich dabei um IV-fremde 
Gründe, für welche die IV nicht einzustehen hat bzw. welche sich grundsätzlich 
nicht leistungsbegründend auswirken können. 

Für eine sachgerechte Lösung in diesem konkreten Spezialfall mit Rückweisung 
und überlanger Abklärungsphase (vgl. oben) empfiehlt das Gericht den Parteien 

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mit Nachdruck, einen Vergleich im Sinne von Art. 50 ATSG anzustreben und 
abzuschliessen. Dabei führt eine Würdigung aller konkreten Umstände zur Er-
kenntnis, dass grundsätzlich ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente lediglich für 
eine erste Phase und in der weiteren Folge (nach Konsolidierung der Unfall-
folgen, siehe auch Bf-act. 7b, wo der Hausarzt Dr.med. S.________ von einer 
Stabilisierung der schweren reaktiven depressiven Verstimmung spricht) eine 
gewisse Herabsetzung (z.B. auf eine Dreiviertelsrente) als begründet erscheint, 
wobei namentlich die Fragestellung, ab wann keine ganze IV-Rente gerechtfertigt 
erscheint, zu verhandeln sein wird. Sollten die Parteien für einen solchen Ver-
gleich keine Bereitschaft zeigen, was in Anbetracht der gesamten Vorgeschichte 
zu bedauern wäre, erwiese es sich - namentlich im Lichte der jüngsten Recht-
sprechung des Bundesgerichts (siehe Urteil 9C_128/2017 vom 12.4.2017) - wohl 
als unumgänglich, wenigstens noch eine psychiatrische Begutachtung (unter 
Einbezug der neuen Indikatorenrechtsprechung) einzuholen. Indes könnten mit 
der vom Gericht skizzierten Vergleichslösung noch weitere zeitlichen Verzöge-
rungen (IV-Anmeldung vom 15.10.2010!) sowie die Kosten einer weiteren Ab-
klärung vermieden werden, was im konkreten Fall einer zwischenzeitlich 60-
jährigen Versicherten nicht unbeachtlich bleiben sollte.

5.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die Verfahrenskosten 
zu Lasten der Vorinstanz. Soweit eine Sache zur Neubeurteilung (mit noch offe-
nem Ausgang) an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, gilt dies für die Frage der 
Auferlegung der Gerichtskosten (wie auch der Zusprechung einer Parteientschä-
digung) als Obsiegen der Beschwerde führenden Partei, und zwar unabhängig 
davon, ob die Rückweisung überhaupt beantragt oder ob das entsprechende Be-
gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wurde (vgl. Urteile des BGer 
1C_597/2014 vom 1.7.2015 Erw. 6.1; 8C_78/2009 vom 31.8.2010 teilweise pu-
bl. in BGE 136 II 393ff. Erw. 12.1; 8C_503/2009 vom 6.11.2009 Erw. 5 mit Ver-
weisen; vgl. VGE III 2015 59 vom 16.7.2015 Erw. 3). 

5.2 Der beanwalteten Beschwerdeführerin ist für das verwaltungsgerichtliche 
Beschwerdeverfahren zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung 
zuzusprechen (§ 74 VRP). Die Entschädigung richtet sich nach dem Gebührenta-
rif für Rechtsanwälte (GebT, SRSZ 280.411). § 2 des Gebührentarifs sieht als 
Bemessungskriterien die Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, den Um-
fang und die Art der Arbeitsleistung sowie den notwendigen Zeitaufwand vor. 
Das Honorar beträgt für die Vertretung vor Verwaltungsgericht Fr. 300.-- bis Fr. 
8'400.-- (§ 14 GebT). Eine allfällige Kostennote ist zu spezifizieren und vor Fällen 
des Entscheides einzureichen; andernfalls wird die Vergütung nach freiem Er-
messen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebT). Die Verwaltungsbehörden und das Ver-

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waltungsgericht befolgen bei der Entschädigungsbemessung eine zurückhalten-
de Praxis. Dies entspricht § 74 Abs. 1 VRP, welcher nur von einer angemesse-
nen Entschädigung und nicht vom Anspruch auf Ersatz der Kosten der Prozess-
führung und Vertretung nach gerichtlicher Festsetzung (vgl. Art. 105 f. der Zivil-
prozessordnung, ZPO, SR 272) spricht. § 74 Abs. 1 VRP verlangt nicht die Aus-
richtung einer vollen, sondern nur einer angemessenen, im Rahmen des Ge-
bührentarifs sich bewegenden und anhand des notwendigen Aufwandes be-
stimmten Parteientschädigung. Die Parteientschädigung versteht sich als Beitrag 
an die Anwaltskosten und muss nicht vollumfänglich dem in einer eingereichten 
Kostennote aufgeführten Betrag entsprechen (Urteil Bundesgericht 2A.453/2004 
vom 23.3.2005 Erw. 5). Die Bindung an den Gebührentarif und damit die not-
wendige Wahrung der Proportionen zwischen den verschiedensten Aufwandin-
tensitäten bedingt, dass aufwandgeringe Verfahren nur so hoch entschädigt wer-
den, dass der Gebührentarif auch für aufwandintensivste Fälle noch eine ange-
messene Entschädigung zulässt (EGV-SZ 1986 Nr. 2; 1989 Nr. 6 mit Hinweisen 
auf die Materialien; VGE 708/97 vom 2.9.1997 Erw. 1c). Die Zurückhaltung bei 
der Bemessung der Parteientschädigung geht einher mit einer ebenso grossen 
Zurückhaltung bei der Bemessung der Verfahrenskosten (EGV-SZ 1986 Nr. 2; 
VGE 708/97 vom 2.9.1997 Erw. 1c). Des Weiteren ist zu beachten, dass der ak-
tuell vom Verwaltungsgericht akzeptierte maximale Stundenansatz Fr. 220.-- inkl. 
MwSt beträgt (VGE III 2015 176 vom 22.12.2015, Erw. 4 mit Hinweisen).

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat dem Gericht am 19. April 2017 
eine Kostennote eingereicht, gemäss welcher er ausgehend von einem zeitlichen 
Aufwand von 14 h und einem Honoraransatz von Fr. 250.--/Std (= Fr. 3‘500.--), 
Kleinspesen von Fr. 105.-- und Portikosten von Fr. 12.60 insgesamt Fr. 3‘617.60 
(zuzüglich bezahlter Gerichtskostenvorschuss von Fr. 500.--) fordert. Spesen und 
Stundenzahl sind nicht zu beanstanden. Hingegen ist der Stundenansatz auf 
Fr. 220.-- festzusetzen, sodass sich das Honorar auf Fr. 3‘197.60 (3‘080 + 105 + 
12.60) reduziert. Mithin ist die Parteientschädigung auf Fr. 3‘197.60 (inkl. Spesen 
und MwSt) festzusetzen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-
gung vom 3. Januar 2017 zur Vornahme eines polydisziplinären MEDAS-
Gutachtens aufgehoben wird. Die Sache wird an die Vorinstanz zurück-
gewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehen und über den 
Leistungsanspruch befinden kann.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz auferlegt. Dies wird 
zahlungsverkehrsmässig so umgesetzt, dass das Gericht den von der Be-
schwerdeführerin einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 500.-- einbehält 
und ihr (bzw. ihrem Rechtsvertreter) Fr. 500.-- durch die Vorinstanz erstat-
tet werden.

3. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung von Fr. 3‘197.60 zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 173.110).

5. Zustellung an:
- den Vertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, 3003 Bern (A).

Im Namen des Verwaltungsgerichts
Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 23. Mai 2017