# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50c6936a-1c32-5ead-a4c3-a6e33752e10d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.11.2015 SB150058
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150058_2015-11-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB150058-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin  

lic. iur. L. Chitvanni und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Wenker  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C Baumgartner 

 

 
Urteil vom 2. November 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

 

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, 

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. P. Pellegrini,  

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

betreffend 

mehrfache Hehlerei etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 

27. November 2013 (DG120018) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 10. Sep-

tember 2009 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23/3). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 107) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB teilweise 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB; 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 

Abs. 2 lit. b StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 252 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate) wird die Freiheits-

strafe vollzogen, wobei sie in diesem Umfang durch Anrechnung von 252 Tagen 

Haft bis und mit heute erstanden ist. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 9. Oktober 2006  

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1‘200.00 sowie des Gegenwerts der ebenfalls 

beschlagnahmten EUR 905.00 werden zur Deckung der Verfahrenskosten heran-

gezogen. 

5. Die von der Kantonspolizei Zürich sichergestellten und in der Sicherstellungsliste 

„...“ aufgeführten Gegenstände (Lagerort Kasse Bezirksgericht, Sachkaution Nr. ...) 

werden (sofern nicht bereits an die Berechtigten ausgehändigt) eingezogen und 

durch die Lagerbehörde verwertet, mit Ausnahme nachfolgender Gegenstände, 

-   3   - 

welche der Kantonspolizei Zürich (Fachdienst Waffen/Sprengstoffe) zur Vernich-

tung überlassen werden: 

- Nr. ...: Patronen Kal. 22 LR; Anzahl 16 

- Nr. ...: Patronen 5.25; Anzahl 4 

- Nr. ...: Revolver, Replika, Fab. Armi F.LLI Pietta Gussago BS Italy Kal. 

44 Blackpowder Only. Nr. ..., Griff und Abzugteil in Messing, Griff-

schalen Holz, in Traggurt und Holster in Leder mit Verzierungen 

"Westernstyle"; Anzahl 1 

- Nr. ...: Patronen, 38 Spezial; Anzahl 5 

- Nr. ...: Sackmesser, C. Jul Herbertz, Stahl mit schwarzen Griffschalen. 

Gürtelhalterung; Anzahl 1 

- Nr. ...: Schlagring, schwarz lackiert; Anzahl 1 

- Nr. ...: Nuntschako, schwarze Kunststoffgriffe mit asiatischen Mustern; 

Anzahl 1 

- Nr. ...: Pistole, Marke Beretta, Mod. 92FS, schwarz; Anzahl 1 

- Nr. ...: Schachtel Pistolenmunition, Marke Magtech, Kaliber 9mm Luger; 

Anzahl 1 

- Nr. ...: Pistole Marke "Erma" Typ "Imperator"; Anzahl 1 

- Nr. ...: Kleiner Revolver, Marke "NAA" Mod. 22 Long Rifle, Kal. 22 LR in 

Holster; Anzahl 1 

- Nr. ...: Alarmpistole, Marke "Bruni" Mod. 92, Kal. 8mm Knall, schwarz; 

Anzahl 1 

- Nr. ...: Pistolenmagazin zu SIG P220 (Pist.75) in Futteral; Anzahl 1. 

Der Erlös aus den verwerteten Gegenständen wird zu zwei Dritteln zur Deckung 

der vorliegenden Verfahrenskosten herangezogen. Davon Vormerk zu nehmen ist, 

dass der verbleibende Drittel zur Deckung der Kosten im Verfahren gegen B._____ 

herangezogen wird. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, B._____ Fr. 500.00 zuzüglich 5 % Zins ab 27. 

September 2006 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtu-

ungsbegehren abgewiesen. 

-   4   - 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 4'285.00   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 96.00   Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 1'142.20   Auslagen Untersuchung 

Fr. 46'751.30   amtliche Verteidigung Untersuchung / DG090050 

Fr. 11'252.15   amtliche Verteidigung (Rückweisung)  

Fr. 1'646.85   unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 

Fr. 18'754.00   Gutachten 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, inklusive diejeni-

gen der unentgeltlichen Verbeiständung, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger für das vorliegende Verfahren mit Fr. 11'252.15 (inkl. MWST) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel) 

 

 

 

-   5   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 135): 

1. In Abänderung von Ziff. 1 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 

von den Vorwürfen der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 180 

Abs. 2 lit. b StGB und der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB 

freizusprechen. 

2. In Abänderung von Ziff. 2 sei der Beschuldigte unter Berücksichtigung der 

rechtskräftigen Verurteilung wegen mehrfachem Vergehen gegen das Waf-

fengesetz mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 30.-- zu bestrafen, 

wobei ihm die Polizeiverhaft und Untersuchungshaft 1 ab 27. September 

2006 im Umfang von 13 Tagen anzurechnen seien und daher die Geldstrafe 

als erstanden zu erklären sei. 

3. In Abänderung von Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei für die Geldstrafe 

der bedingte Vollzug zu gewähren. 

4. In Abänderung von Ziff. 4 des angefochtenen Urteils seien die mit Verfügung 

der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 9. Oktober 2006 beschlagnahm-

ten Barschaften von Fr. 1'200.-- sowie des Gegenwertes der ebenfalls be-

schlagnahmten Euro 905.-- auf erstes Verlangen an den Appellanten her-

auszugeben. 

5. In Abänderung von Ziff. 5 des angefochtenen Urteils seien dem Appellanten 

die sichergestellten Positionen gemäss Liste der Kantonspolizei Zürich, Si-

cherstellungen Fall "..." Nr. ..., ..., ... und ..., …-..., ...-… und letztlich …-… 

auf erstes Verlangen herauszugeben. Ferner seien die Positionen …-…, …-

…, …-…, …-… und …-… durch Herrn C._____, spezialisiert auf Gold und 

Uhren und Occasionsartikel, … [Adresse], zu schätzen und im Anschluss 

dazu dem Appellanten wertmässig die Hälfte dieser Positionen auf erstes 

Verlangen herauszugeben. Können sich der Appellant und Frau B._____ 

-   6   - 

bezüglich einzelner Gegenstände nicht auf eine der hälftigen Aufteilung ent-

sprechende Hälfte einigen, so seien die strittigen Wertgegenstände durch 

Bildung von Losen zwischen den Parteien mittels Verlosung zuzuteilen. Die 

Kosten für die Schätzung sollen der Appellant und B._____ je zur Hälfte tra-

gen. 

6. In Abänderung von Ziff. 6 des angefochtenen Urteils sei der Antrag von 

B._____ auf Ausrichtung einer Genugtuung vollumfänglich abzuweisen. 

7. In Abänderung der Ziffern 7 und 8 seien die Kosten der Untersuchung und 

des gerichtlichen Verfahrens, inkl. derjenigen der amtlichen Verbeiständung, 

für beide Instanzen auf die Staatskasse zu nehmen; eventualiter seien die 

Kosten der amtlichen Verteidigung im Zusammenhang mit dem Verfahren 

aus dem Jahre 2010 (DG090050) im Umfang von CHF 4'610.45 (von insge-

samt CHF 46'751.30) und die Kosten des Rückweisungsverfahrens, soweit 

es die amtliche Verteidigung in der Höhe von CHF 11'252.15 betrifft, auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

8. In Ergänzung zum angefochtenen Urteil sei der Appellant für die nach Aus-

scheidung der Geldstrafe verbleibende Überhaft angemessen zu entschädi-

gen, wobei für die Zeit ab Polizeiverhaft 2 und Untersuchungshaft 2 ab 

21. August 2007 auf das Begehren um gerichtliche Beurteilung vom 13. Ok-

tober 2009 beim Einzelrichter des Bezirksgerichtes Dietikon zu verweisen 

sei. 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich auf die Staats-

kasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 136): 

1. Die Anschlussberufung der Berufungsbeklagten und Anschlussberufungs-

klägerin sei gutzuheissen. 

2. In Abänderung von Ziff. 2 des Urteilsdispositivs des Urteils des Bezirksge-

richts Dietikon vom 27. November 2013 sei der Beschuldigte mit einer Frei-

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heitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten unter Anrechnung der erstandenen 

Untersuchungshaft von 252 Tagen zu bestrafen. 

3. In Abänderung von Ziff. 3 des Urteilsdispositivs des vorgenannten Urteils sei 

der Vollzug im Umfang von 22 Monaten unter Ansetzung einer dreijährigen 

Probezeit aufzuschieben sowie im Restumfang von einem Jahr zu voll-

ziehen. 

4. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen und die Berufung des 

Berufungsklägers abzuweisen. 

c) Der Privatklägerschaft (Urk. 121): 

Keine Anträge. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit eingangs erwähntem und im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Be-
zirksgerichts Dietikon vom 27. November 2013 wurde der Beschuldigte der mehr-

fachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Begünstigung im 

Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB sowie der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB schuldig gesprochen und mit einer teil-

bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung von 252 Tagen Haft, 

bestraft. Weiter entschied das Gericht, dass die beschlagnahmten Geldwerte zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet werden. Darüber hinaus zog das Ge-

richt die auf der Sicherstellungsliste "..." vermerkten Gegenstände teils zur Ver-

wertung, teils zwecks Vernichtung ein, unter teilweiser Anrechnung des Erlöses 

an die Verfahrenskosten (vgl. Dispositiv-Ziffer 5). Im Übrigen wurde der Beschul-

digte zur Bezahlung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.-- zuzüglich 5 % 

Zins ab dem 27. September 2006 an B._____ verpflichtet. Schliesslich auferlegte 

-   8   - 

das Gericht dem Beschuldigten die Verfahrenskosten, mit Ausnahme derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, welche es auf die Gerichtskasse nahm (Urk. 107). 

2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte am 6. Dezember 2013 die Berufung 
anmelden (Urk. 98). Das schriftlich begründete Urteil nahm der Verteidiger des 

Beschuldigten am 30. Januar 2015 in Empfang (Urk. 106/3). In der Folge erstatte-

te der Verteidiger mit Eingabe vom 18. Februar 2015 fristgerecht die Berufungs-

erklärung (Urk. 109). Mit Präsidialverfügung vom 19. Februar 2015 erging die Auf-

forderung an den Verteidiger seine Berufungserklärung zu verdeutlichen, insbe-

sondere den Rückweisungsantrag klar zu begründen. Dieser Aufforderung leistete 

der Verteidiger in seiner Eingabe vom 5. März 2015 folge (Urk. 113). Nach 

Fristansetzung erhob die Staatsanwaltschaft am 17. März 2015 Anschlussberu-

fung und nahm in der gleichen Eingabe Stellung zu dem vom Beschuldigten im 

Rahmen seiner Berufungserklärung gestellten Rückweisungs- und Beweisantrag 

(Urk. 119). Der Rechtsvertreter der Privatklägerin gab mit Schreiben vom 

31. März 2015 bekannt, dass die Privatklägerin weder Anschlussberufung erhebe 

noch ein Nichteintreten auf die Berufung beantrage. Ebenfalls werde auf eine 

Stellungnahme zum Rückweisungs- und Beweisantrag des Beschuldigten ver-

zichtet (Urk. 121). 

3. Mit Präsidialverfügungen vom 18. Mai 2015 wurde der Beweisantrag des Be-

schuldigten auf Ergänzung des Gutachtens vom 2. April 2013 durch Gutachterin 

lic. phil. D._____ abgewiesen (Urk. 127). Mit gleichentags gefasstem Beschluss 

wies die hiesige Kammer ebenfalls den Antrag des Beschuldigten, das Urteil des 

Bezirksgerichts Dietikon vom 27. November 2013 vollumfänglich aufzuheben und 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ab (Urk. 129). 

4. Die Berufungsverhandlung fand am 2. November 2015 statt (Prot. II S. 9 ff.). 

II.  Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

-   9   - 

Der Beschuldigte verlangt einen vollständigen Freispruch von den ihm in diesem 

Verfahren gemachten Vorwürfen. Damit ist das Urteil vom 27. November 2013, 

mit Ausnahme der vom Verteidiger explizit anerkannten Entschädigung für die 

amtliche Verteidigung in der Höhe von Fr. 11'252.15 (Urk. 109 S. 5), in seiner Ge-

samtheit angefochten, weshalb es mit Ausnahme von Ziffer 10 des Dispositivs 

vollständig zu überprüfen ist (Art. 404 StPO). 

2. Rechtskräftiger Schuldspruch (mehrfaches Vergehen Waffengesetz) 

Über die dem Beschuldigten in der vorliegenden Anklageschrift der Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich vom 10. September 2009 vorgeworfenen Delikte 

wurde am 26. April 2010 am Bezirksgericht Dietikon erstmals verhandelt 

(Urk. 50). Mit gleichentags gefasstem Entscheid sprach das Gericht den Beschul-

digten der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der 

Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB, der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB sowie des 

mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz (WG) im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG schuldig. Weiter beschloss das Gericht, dass auf die Anklage be-

treffend Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB nicht eingetreten werde. 

Des weiteren entschied das Gericht über diverse Schadenersatz- und Genug-

tuungsbegehren sowie über die Verwertung bzw. Verwendung diverser beschlag-

nahmter und sichergestellter Werte. Diesen Entscheid vom 26. April 2010 liess 

der Beschuldigte mit Berufung anfechten. Am 9. Januar 2012 beschloss das 

Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, das Urteil und den Beschluss 

des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. April 2010 – soweit keine Rechtskraft einge-

treten war – aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwä-

gungen an das Bezirksgericht Dietikon zurückzuweisen (Urk. 61). Nicht angefoch-

ten wurden in jenem Verfahren das Nichteintreten der Vorinstanz auf die Anklage 

betreffend Tätlichkeiten nach Art. 126 Abs. 1 StGB (Dispositiv-Ziffer 1 des ersten 

Beschlusses, vgl. Urk. 61, Urk. 50), der Schuldspruch betreffend das mehrfache 

Vergehen gegen das Waffengesetz nach Art. 33 Abs. 1 lit. a WG (Dispositiv-Ziffer 

1 des Urteils, vgl. Urk. 61, Urk. 50) sowie die Abweisung bzw. Verweisung auf den 

Zivilweg von Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren diverser Geschädigter 

-   10   - 

(Dispositiv-Ziffer 5a-5c des Urteils, vgl. Urk. 61, Urk. 50). Entsprechend stellte das 

Obergericht im Beschluss vom 9. Januar 2012 die Rechtskraft der genannten 

Dispositivziffern von Urteil und Beschluss vom 26. April 2010 fest (Urk. 61 

S. 20 ff.). Der Schuldspruch betreffend mehrfaches Vergehen gegen das Waffen-

gesetz war somit von der Vorinstanz infolge der bereits eingetretenen Rechtskraft 

nicht mehr zu beurteilen und war damit einzig im Rahmen der Strafzumessung zu 

berücksichtigen, was auch im vorliegenden Verfahren der Fall sein wird. 

3. Verjährung 

Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. April 2010 ist vor Ablauf der 

für die vorliegend zu beurteilenden Delikte relevanten sieben bzw. 15-järigen Ver-

jährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen, so dass die Verjährung für die 

vorliegenden Delikte nicht mehr eintreten konnte (Art. 97 Abs. 1 lit. b. und c sowie 

Abs. 3 StGB), was bereits die Vorinstanz korrekt feststellte (vgl. auch Entscheide 

des Bundesgerichts, 6B_983/2010 vom 19.04.2011 E. 4.2. und 6B_321/2014 vom 

07.07.2014 E. 1.3.). 

4. Anklageprinzip 

4.1. Der Verteidiger rügt im Berufungsverfahren betreffend den Vorwurf und die 
Verurteilung wegen mehrfacher, teilweise versuchter, Hehlerei eine Verletzung 

des Anklageprinzips. Die Vorinstanz habe den Appellanten in einem erheblichen 

Umfang wegen untauglichen Versuchs zu mehrfacher Hehlerei schuldig gespro-

chen. Sie unterstelle ihm damit einen Irrtum, welcher ihm in der Anklageschrift mit 

keinem Wort vorgeworfen werde. Bei einem derartigen Vorgehen habe keine 

wirksame Verteidigung stattfinden können und die Fixierungswirkung der Anklage 

bleibe ohne Wirkung. Eine Anklageergänzung der Staatsanwaltschaft im Beru-

fungsverfahren widerspreche im Weiteren dem Prinzip von Treu und Glauben und 

sei daher nicht mehr möglich (Urk. 109 S. 7 f., Urk. 135 S. 11). 

4.2. Die Vorinstanz stellte im Rahmen ihrer Erwägungen zum Sachverhalt und zur 
rechtlichen Würdigung fest, dass nicht alle sichergestellten Gegenstände einer 

Vortat hätten zugeordnet werden können (Urk. 107 S. 30 ff.) Bezüglich derjenigen 

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Gegenstände, welche keiner Vortat zugeordnet werden konnten, prüfte die Vor-

instanz im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB das Vorliegen eines untauglichen Ver-

suchs. Sie führte dazu aus, in der Anklageschrift sei der Umstand, dass der Be-

schuldigte davon habe ausgehen müssen, dass die Gegenstände durch eine 

Straftat erlangt worden seien, genügend umschrieben. Es läge somit keine Ver-

letzung des Anklageprinzips vor (Urk. 107 S. 44, Ziff. 7.4.2.- 7.4.5.). 

4.3. In Art. 9 StPO ist der Anklagegrundsatz verankert, wobei Art. 325 StPO die 

Anforderungen an den Inhalt der Anklageschrift konkretisiert. Danach bezeichnet 

die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vor-

geworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit sowie Art und Folgen 

der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Damit wird verlangt, dass die An-

klageschrift den Sachverhalt möglichst präzise und konzise darstellt. Die vor-

geworfenen Verhaltensweisen sind nicht generell zu umschreiben, sondern mög-

lichst zu spezifizieren. Dadurch sollten die dem Beschuldigten zur Last gelegten 

Delikte in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert werden, so 

dass er bzw. seine Verteidigung sich in der Hauptverhandlung effektiv dagegen 

zur Wehr setzen kann (Heimgartner/Niggli, in: Basler Kommentar zur Strafpro-

zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 19 zu Art. 325). Die von der Verteidigung 

angesprochene Fixierungsfunktion der Anklageschrift bestimmt, dass innerhalb 

des angeklagten Sachverhalts keine Änderungen durch den Richter vorgenom-

men werden dürfen, was in Art. 350 StPO konkretisiert wird (Heimgartner/Niggli, 

in: Basler Kommentar zur Strafprozessordnung, a.a.O., N 39 zu Art. 9). 

4.4. Die Anklageschrift nimmt bei der Umschreibung der zum Vorsatz gehörenden 

Wissenskomponente Bezug auf die Gegenstände, welche deliktisch erlangt wor-

den sein sollen und umschreibt den Tatentschluss indem sie angibt, der Beschul-

digte habe gewusst oder aufgrund der gesamten Umstände wissen müssen, dass 

die Gegenstände deliktischer Herkunft seien und er habe diese Gegenstände 

übernommen. Das deliktische Unrecht der Versuchstat wird ausgehend von der 

subjektiven Tatkomponente, welche vollständig erfüllt sein muss, bestimmt. Mit 

anderen Worten ändert sich hinsichtlich der Anforderungen an den subjektiven 

Tatbestand bei der Konstellation des (untauglichen) Versuchs der Hehlerei nichts. 

-   12   - 

Es fehlt einzig am objektiven Tatbestandselement der Vortat. Für die Frage der 

Einhaltung des Anklageprinzips ist damit von Belang, ob durch die Umschreibung 

des Tätigkeitsdelikts der Hehlerei eine solche Versuchskonstellation als mit-

umfasst gelten kann. Eine Verletzung des Anklageprinzips ist jedenfalls nur dann 

anzunehmen, wenn die zu gewährleistenden Funktionen der Umgrenzung und In-

formation nicht mehr erfüllt werden (vgl. Heimgartner / Niggli, in: Basler Kommen-

tar zur Strafprozessordnung, a.a.O., N 7 zu Art. 325). Vorliegend gelangte die  

Vorinstanz nach der Prüfung des Sachverhalts zum Ergebnis, dass nicht alle Ge-

genstände einer Vortat zugewiesen werden können, womit ein objektives Tatbe-

standselement der Hehlerei nicht erfüllt wurde, mit anderen Worten ein Element 

des Sachverhalts wegfiel, was ohne Weiteres zur Prüfung des untauglichen Ver-

suchs führte. Für diese Prüfung musste die Anklageschrift weder in sachlicher 

noch personeller Hinsicht abgeändert werden, wodurch auch die mögliche Vertei-

digungsleistung keine Schmälerung erfuhr. Damit ist festzustellen, dass das An-

klageprinzip nicht verletzt wurde (vgl. dazu BGE 141 IV 215 E. 1.2 und Entscheid 

des Bundesgerichts 6B_267/2008 vom 9. Juli 2008 E. 4.5). 

4.5. Faktisch liegt im vorliegenden Fall jedoch eine von der Anklage abweichende 
rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz vor, was grundsätzlich zulässig ist 

(Art. 350 Abs. 1 StPO). Allerdings ist bei einem solchen Vorgehen, das rechtliche 

Gehör der Parteien zu wahren (Art. 344 StPO). Aus dem Protokoll der erstinstanz-

lichen Verhandlung vom 12. November 2013 geht nicht hervor, dass dem Vertei-

diger Gelegenheit gegeben wurde, sich zu einer allfälligen Verurteilung wegen un-

tauglichen Versuchs zur Hehlerei zu äussern (vgl. Prot. I S. 35 ff.). Nachdem im 

Berufungsverfahren ohnehin das gesamte Urteil angefochten ist und deshalb ei-

ner vollständigen Überprüfung zu unterziehen ist, kann die Gewährung des recht-

lichen Gehörs im Berufungsverfahren nachgeholt werden. 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Allgemeines 

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1.1. Dem Beschuldigten werden in der Anklageschrift vom 10. September 2009 

mehrfache Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie Begünstigung 

im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB und Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB vorgeworfen. Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Tatvorwürfe, weshalb 

der gesamte Anklagesachverhalt zu erstellen ist. 

1.2. Zu den Regeln der Beweiswürdigung äusserte sich bereits die Vorinstanz und 

wies dabei auf die Grundsätze der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 10 

Abs. 2 StPO) und der Unschuldsvermutung sowie das daraus fliessende Prinzip 

"in dubio pro reo" hin. Auf die entsprechenden Ausführungen ist zu verweisen 

(Urk. 107 S. 19, Art. 82 Abs. 4 StPO). Zutreffend erwähnte der Verteidiger anläss-

lich der Berufungsverhandlung, dass in die Beweiswürdigung sämtliche Erkennt-

nisquellen einzubeziehen sind (Urk. 135 S. 5). 

1.3. Korrekt erwähnte die Vorinstanz weiter, dass beim Abwägen von Aussagen 
zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aus-

sagen zu unterscheiden ist, wobei im Prozess vorab der materielle Gehalt einer 

Aussage, mithin die Glaubhaftigkeit massgebend ist. Auf die entsprechenden Er-

wägungen ist ebenfalls ohne weitere Ergänzung zu verweisen (Urk. 107 S. 20, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2. Glaubwürdigkeit Beschuldigter und Privatklägerin 

2.1. Vorbemerkung 

Vorab ist unter diesem Titel zu erwähnen, dass die Privatklägerin und der Be-

schuldigte im September 2006 seit mehr als 10 Jahren eine Beziehung führten 

(Urk. 4.02 S. 1, 22.08 S. 1). Sie wohnten zu jener Zeit zusammen mit ihren beiden 

Töchtern E._____ und F._____ in G._____. Die Familie wurde von der Sozialhilfe 

unterstützt. Am 25. September 2006 heiratete der Beschuldigte H._____ (nach 

der Heirat …). Zu der in der Anklageschrift dem Beschuldigten vorgeworfenen 

Drohung kam es am 27. September 2006 in der damals noch gemeinsamen 

Wohnung der Privatklägerin und des Beschuldigten. Formell meldete sich der Be-

schuldigte per 24. September 2006 an der neuen Adresse in Zürich (Wohnung 

-   14   - 

seiner Ehefrau) an. Am 27. September 2006 zog der Beschuldigte von G._____ 

zu seiner Ehefrau nach Zürich. Gemäss seinen Angaben war es ihm ein Anliegen, 

seine Töchter mit ihm nehmen zu können (Urk. 2.02 S. 5) Dieser Hintergrund der 

gemeinsamen Lebensphase und der Trennung des Beschuldigten und der Privat-

klägerin ist bei der Beweiswürdigung nicht ausser Acht zu lassen. Die dadurch 

möglicherweise vorgelegenen emotional belastenden Momente hätten eine 

Grundlage dafür bieten können, die Aussagen sowohl der Privatklägerin als auch 

des Beschuldigten zu beeinflussen. Auf Seiten der Privatklägerin äussert sich das 

eingeholte Glaubhaftigkeitsgutachten zur Gestalt dieser Beziehung und deren 

Auswirkungen auf das Erleben der Privatklägerin (Urk. 75 S. 38 ff.). 

2.2. Glaubwürdigkeit des Beschuldigten 

Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhalten, dass dieser 

nicht unter Strafandrohung zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet war und 

als direkt vom vorliegenden Strafverfahren Betroffener ein – insoweit legitimes – 

Interesse gehabt haben könnte, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen 

Licht darzustellen. Demnach sind seine Aussagen unter Beachtung dieser Kom-

ponente und dem eingangs erwähnten Beziehungshintergrund mit der Privat-

klägerin zu würdigen. 

2.3. Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 

2.3.1. Mit Bezug auf die allgemeine Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist vorab 
zu bemerken, dass diese ihre Depositionen bei der Staatsanwaltschaft als Aus-

kunftsperson unter Hinweis auf die strafrechtlichen Folgen gemäss Art. 303-305 

StGB gemacht hat (Urk. 4.08, 4.11, 4.12, 4.13). Jedoch galten für sie als Mitbe-

schuldigte in einem separaten Verfahren die Bestimmungen über die Einvernah-

me einer beschuldigten Person (Art. 180 Abs. 1 StPO). Weiter ist zu erwähnen, 

dass bei der Privatklägerin im vorliegenden Verfahren aufgrund ihrer Genug-

tuungsforderung ein finanzielles Interesse am Ausgang des Verfahrens bestan-

den hat. Über die gegen die Beschuldigte erhobene Anklage wegen Begünstigung 

und mehrfacher Hehlerei wurde am 26. April 2010, nach gemeinsamer Ver-

handlung mit dem Verfahren des Beschuldigten, entschieden (vgl. Urk. 4.04 bis 

-   15   - 

Urk. 4.06; Urteil und Beschluss des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. April 2010; 

DG090063). 

3. Glaubhaftigkeitsgutachten (Privatklägerin)  

3.1. Zu Bestandteilen der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin äussert sich im Wei-

teren das Glaubhaftigkeitsgutachten, welches im vorinstanzlichen Verfahren über 

die Privatklägerin und deren Aussagen erstellt wurde und vom 2. April 2013 da-

tiert (Urk. 75). Gemäss Auftrag des Bezirksgerichts Dietikon setzte sich die Gut-

achterin unter anderem mit der Frage nach der Aussagetüchtigkeit der Privatklä-

gerin auseinander (Frage 1) und klärte zudem ab, ob Anhaltspunkte bestünden, 

welche den Schluss zuliessen, dass sich die Privatklägerin durch ihre Anschuldi-

gungen am Beschuldigten rächen wollte (Frage 5b). 

3.2. Zum Gutachten ist einführend zu bemerken, dass es übersichtlich aufgebaut 

ist, die Quellen nennt, das Analysematerial aufführt, die eigenen Erhebungen der 

Gutachterin beschreibt und die Ergebnisse ausführlich begründet. Insoweit ist 

festzuhalten, dass das Gutachten offensichtlich auf einer vollständigen Aktenbasis 

beruht und den Eindruck einer sorgfältigen Bearbeitung hinterlässt (Urk. 75). 

3.3. Der Verteidiger brachte im Berufungsverfahren – wie schon vor Vorinstanz – 
vor, es sei davon auszugehen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten aus Ra-

chemotiven belastet habe. Nachdem das Gutachten diesbezüglich auf mass-

gebliche Akten nicht eingehe (eingereichte Unterlagen des Beschuldigten zur 

Schlusseinvernahme, Urk. 2.17, Schreiben von I._____, Urk. 3.08, und Briefe der 

Privatklägerin an den Beschuldigten aus dem Jahr 2006, Urk. 3.01 ff.), welche ob-

jektiv jedoch von Relevanz wären, weil sie geschicktes Lügen der Privatklägerin 

offenbarten, seien die Schlussfolgerung der Gutachterin unter Frage 4 b) (recte 

5b) als nicht schlüssig und insbesondere unvollständig zu bezeichnen. Deshalb 

sei nicht nachvollziehbar, dass keine Anhaltspunkte für eine intentionale Falsch-

aussage in den ersten Aussagen der Privatklägerin gegeben sein sollten und kei-

ne Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass sich die Privatklägerin nicht schon in ihrer 

Erstaussage am Beschuldigten habe rächen wollen. Im Übrigen sei es schwierig, 

zu den Aussagen der Privatklägerin im Rahmen der Begutachtung etwas auszu-

-   16   - 

führen, weil praktisch jeder Satz der Privatklägerin höchstens Halbwahrheiten 

aufweise. So zeugten beispielsweise die Angaben zu ihrer Vergangenheit in 

J._____ von wahnhaften Inhalten. Allenfalls sei sie als zwanghafte Lügnerin ein-

zuschätzen (Urk. 135 S. 5 ff., Urk. 109). 

3.4. Das Gutachten attestiert der Privatklägerin grundsätzlich Aussagetüchtigkeit 
für den anklagerelevanten Zeitraum. Gemäss Gutachten liessen sich einzig im 

Frühjahr 2007 gewisse paranoid anmutende Überzeugungen beobachten, welche 

die Aussagetüchtigkeit möglicherweise beeinträchtigt hätten, wobei die damaligen 

Aussagen der Privatklägerin keinen entsprechenden inhaltlichen Bezug aufwie-

sen. Eine überdauernde Symptomatik, welche mit einer verminderten Aussage-

tüchtigkeit hätte einhergehen könnten, stellte die Gutachterin nicht fest. Für den 

Tatzeitraum, auf welchen sich die Aussagen der Privatklägerin beziehen, konnte 

die Gutachterin keine Anhaltspunkte für eine qualitative Veränderung der Wahr-

nehmung im Sinne von Halluzinationen oder wahnhaften Verkennungen, welche 

die Aussagetüchtigkeit aufheben würden, erkennen (Urk. 75 S. 76). Dieses Er-

gebnis begründete die Gutachterin sorgfältig unter Beachtung der psychischen 

Symptomatik und Diagnosen der Privatklägerin, insbesondere auch unter Er-

wähnung von festgestellten wahnhaften Überzeugungen (Urk. 75 S. 48 ff.). Es 

gibt daher keinen Grund, am diesbezüglichen Ergebnis der Gutachterin zu zwei-

feln. Soweit der Verteidiger wahnhafte Inhalte in den Aussagen der Privatklägerin 

für die Zeit in J._____ ausmacht sind solche, wären sie tatsächlich zu bestätigen, 

gestützt auf das von der Gutachterin ausführlich begründete Ergebnis für den hier 

zu beurteilenden Tatzeitraum und die Aussagen der Privatklägerin nicht massge-

blich. Entsprechend liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Privat-

klägerin, wie von der Verteidigung vermutet, als zwanghafte Lügnerin einzuschät-

zen wäre. 

3.5. Im Rahmen der Motivationsanalyse führt das Gutachten aus, es ergäben sich 
Anhaltspunkte, die zumindest für eine ambivalente Haltung hinsichtlich einer Be-

ziehung zum Beschuldigten sprächen. Die Ambivalenzen hätten von der Pri-

vatklägerin allerdings nicht angemessen erkannt werden können. Als sich der Be-

schuldigte schliesslich von ihr getrennt habe, könnten zuvor abgespaltene Wutge-

-   17   - 

fühle über die Vielzahl von psychischen Verletzungen plötzlich spürbar geworden 

sein, was eine mögliche motivationale Grundlage für einen Racheakt im Sinne ei-

ner Falschbezichtigung darstellen könnte. Andererseits sei mit der Heirat des Be-

schuldigten auch eine gewisse soziale und emotionale Distanz geschaffen wor-

den, die es der Privatklägerin ermöglicht haben könnte, ihre zuvor verdrängten 

Verletzungen und Wutgefühle wahrzunehmen und für die Verteidigung ihrer 

Grenzen in Form einer erlebnisbasierten Aussage einzusetzen. Die Tatsache, 

dass es unmittelbar nach der Aussage am 8. Mai 2007 zu mehreren Klinikaufent-

halten gekommen sei, stütze am ehesten die Hypothese, dass die Privatklägerin 

in dieser Zeit unter massivem Druck gestanden habe und dadurch zunehmend 

psychisch dekompensiert habe. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Privatklägerin in 

diesem Zeitraum aufgrund eines starken Loyalitätskonflikts und aus Angst vor 

möglichen Bestrafungen durch ihren Ex-Partner zwischenzeitlich falsch ausgesagt 

habe, sei angesichts dieser Entwicklung als hoch einzuschätzen (Urk. 75 

S. 54 ff.). Damit ist es aber sehr wahrscheinlich, dass die Erstaussage der Privat-

klägerin als erlebnisbasiert einzustufen ist. Die Frage, ob Anhaltspunkte bestün-

den, dass sich die Privatklägerin durch ihre Anschuldigungen am Beschuldigten 

rächen wollte, beantwortet das Gutachten denn auch negativ. Es führt aus, in den 

Aussagen der Zeugin fänden sich keine Anhaltspunkte, welche spezifisch für eine 

rächende motivationale Grundlage in Bezug zur Erstaussage sprechen würden 

(Urk. 75 S. 78). 

3.6. Dass die Privatklägerin bei ihrer Erstaussage von der Motivation der Rache 
geleitet gewesen wäre, ergibt sich im Übrigen auch nicht aus dem von der Ver-

teidigung diesbezüglich ins Spiel gebrachten Schreiben von I._____ (Urk. 3.08), 

den Briefen der Privatklägerin an den Beschuldigten aus dem Jahr 2006 (Urk. 

3.01 ff.) sowie den eingereichten Unterlagen des Beschuldigten anlässlich seiner 

Einvernahme vom 9. April 2008 (Urk. 2.17). Das Schreiben von Frau I._____ be-

schreibt ein Treffen des Beschuldigten mit der Privatklägerin in einem Café beim 

…. Frau I._____ berichtet, dass die beiden dort in Streit betreffend den Kontakt 

des Beschuldigten zu seinen Töchtern geraten seien. Die Privatklägerin sei wü-

tend gewesen und habe dem Beschuldigten vorgehalten, dass er sie und ihre 

Kinder durch die Heirat im Stich gelassen habe. Die Privatklägerin habe dem Be-

-   18   - 

schuldigten gesagt, er dürfe die Kinder nur noch in ihrer Anwesenheit sehen, da 

er es nicht mehr verdient habe. In der Einvernahme vom 14. September 2007 be-

stätigte die Privatklägerin das erwähnte Treffen mit dem Beschuldigten, jedoch 

nicht den Inhalt des Briefes von Frau I._____. Doch auch wenn sich das Treffen 

wie von Frau I._____ beschrieben zugetragen haben sollte, so ist festzustellen, 

dass sich dieses Gespräch ausschliesslich um die Kinderbelange drehte und nicht 

in Beziehung zu den Aussagen der Privatklägerin zu den Anklagevorwürfen steht. 

Soweit der Verteidiger aus dem Vorwurf der Privatklägerin an den Beschuldigten, 

er habe durch seine Heirat sie und die Kinder im Stich gelassen, Rachegedanken 

ableiten will, geht dies fehl. Auch wenn seit der Heirat des Beschuldigten im frag-

lichen Zeitpunkt schon ein Jahr vergangen war, so entspricht die Aussage der 

Privatklägerin, zumindest was ihre Person betrifft, schlicht und einfach der Wahr-

heit. Wollte man von Rache der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten in 

Bezug zu den Anklagevorwürfen ausgehen, so müssten entsprechende Hinweise 

in den Aussagen der Privatklägerin auffindbar sein, was das Gutachten jedoch mit 

nachvollziehbarer Begründung ausschliesst. Die im Gutachten beschriebene Am-

bivalenz der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten bestätigen im Übrigen 

gerade die vom Verteidiger aufgeführten Briefe der Privatklägerin an den Be-

schuldigten aus dem Jahr 2006 (Urk. 30.1 ff.). In diesen Briefen äusserte sich die 

Privatklägerin einerseits wohlwollend gegenüber dem Beschuldigten, insbesonde-

re wenn sie aus der Perspektive der Kinder schrieb (vgl. Urk. 3.01 S. 2, Urk. 3.02 

S. 2 von der Verteidigung zitiert "Lieber Vater…"), was gerade zeigt, dass es ihr 

wichtig war, den Kindern ihren Vater zu erhalten, wovon auch das Gutachten 

ausgeht; andererseits konfrontiert sie den Beschuldigten mit Vorwürfen (vgl. 

Urk. 3.01 "Dass du dich bedankst, dass ich dich ins Gefängnis gesteckt habe, 

immer dieselbe Leier,…","Es ist mir unklar, weshalb du es nötig hattest, von die-

sen Leuten eine Waffe zu kaufen, wozu hattest du das nötig. Ich weiss und kann 

meine Hand dafür ins Feuer legen, dass du nie im Leben etwas gestohlen hast, 

aber ich weiss nicht, wohin dich das gebracht hat, wozu hattest du diese Leute 

und das Kaufen von Sachen von Ihnen nötig". Dabei ist nicht zu erkennen, inwie-

weit Rache im Spiel sein soll. So beziehen sich die negativen Vorhalte an den 

Beschuldigten hauptsächlich auf die Zeit vor seiner Heirat. Soweit der Darstellung 

-   19   - 

des Beschuldigten glauben geschenkt wird und er die Privatklägerin stets gut be-

handelte, so müsste sie aber für diese Zeitspanne keine Rache üben. Im Übrigen 

erschliesst sich das Rachemotiv auch deshalb nicht, weil sich die Privatklägerin 

mit ihren Aussagen auch wesentlich selber belastete. Beruhten ihre Vorwürfe auf 

Rachegedanken gegen den Beschuldigten und wäre es ihr im Wesentlichen da-

rum gegangen, dem Beschuldigten zu schaden, hätte sie wohl kaum Aussagen 

gemacht, welche sie in erheblichem Masse auch selbst belasteten (vgl. Urk. 4.04, 

4.05 4.06). Hinweise darauf, dass das Gutachten hinsichtlich der Rachemotivation 

der Privatklägerin Fehlschlüsse gezogen hätte, liefern diese Briefe jedenfalls 

nicht. Schliesslich brachte die Verteidigung vor, das Gutachten hätte sich, um zur 

Vollständigkeit zu gelangen, auch mit den Eingaben des Beschuldigten anlässlich 

seiner Schlusseinvernahme vom 9. April 2008 (Urk. 2.17) auseinandersetzen 

müssen. Dabei ist jedoch unklar, inwieweit die entsprechenden Unterlagen für die 

Frage der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin und die Beurteilung ihrer Aussagen 

von Relevanz sein sollen.  

3.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der Verteidigung, wo-

nach das Gutachten auf einer unvollständigen Aktenbasis beruhe und relevante 

Aspekte nicht berücksichtigt haben soll, unbegründet sind. Vielmehr ist gestützt 

auf die obigen Erwägungen festzustellen, dass die Ergebnisse des Gutachtens 

nachvollziehbar sind und die Einwände der Verteidigung diese nicht in Frage zu 

stellen vermögen. Das Gutachten kann somit für die Sachverhaltserstellung vor-

behaltlos verwendet werden. 

4. Anklagevorwurf Drohung (ND 106) 

4.1. Der Anklagevorwurf der Drohung ist in der Anklageschrift umrahmt von den 

Vorwürfen der Tätlichkeiten und des Vergehens gegen das Waffengesetz. Dem 

Beschuldigten wird in diesem Anklagepunkt vorgeworfen, in der Wohnung in 

G._____ zur Privatklägerin gesagt zu haben, er würde sie umbringen, wobei er ihr 

in der Folge – um der Drohung Nachdruck zu verschaffen, den Lauf seiner Pistole 

"Beretta Modell 92" (Ladezustand unbekannt) während einiger Zeit (Sekunden bis 

max. 2-3 Minuten) in den Mund gehalten habe (Urk. 23/3 S. 27). 

-   20   - 

4.2. Beweiswürdigung 

4.2.1. Die Vorinstanz stellte korrekt fest, dass der Beschuldigte diesen Vorwurf in 

der Schlusseinvernahme vom 3. September 2009 bestritt. Er führte dazu aus, die 

Privatklägerin und er hätten lediglich gestritten, ansonsten sei alles falsch. Die 

Privatklägerin habe ihn daran gehindert, seine Sachen mitzunehmen. Konfrontiert 

mit den gleichentags gemachten Aussagen der Privatklägerin (Urk. 4.13) gab der 

Beschuldigte an, alles was die Privatklägerin gesagt habe, stimme nicht. Weiter 

bestritt der Beschuldigte, damals eine Pistole bei sich gehabt zu haben. Diese sei 

im Wohnwagen gewesen. Es sei auch nicht richtig, dass er in einer früheren Ein-

vernahme gesagt habe, er hätte der Privatklägerin die Pistole gezeigt. Er habe die 

Privatklägerin weder geschlagen noch bedroht. Sie sei eifersüchtig und sie hätten 

sich nur gestritten weil sie ihm die Sachen nicht hätte geben wollen (Urk. 2.18 

S. 31 f.). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. April 2010 führte der Beschul-

digte aus, die Privatklägerin sei krankhaft eifersüchtig, weil er eine andere Frau 

geheiratet habe und stellte die Frage, wie es denn sein könne, dass sie ihn sonst 

nicht schon vorher wegen dieser angeblichen Taten belastet habe. Die Privat-

klägerin habe ihn provoziert, weshalb es zu dieser Schlägerei gekommen sei 

(Prot. I S. 13). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. November 2015 

blieb der Beschuldigte bei seinem Standpunkt und führte aus, es treffe nicht zu, 

dass er Frau B._____ bedroht habe (Urk. 134 S. 5). 

4.2.2. Auffällig an diesen letzten Aussagen des Beschuldigten ist, dass er den 

Vorwurf bzw. die Angaben der Privatklägerin pauschal zurückweist. Alles, was sie 

gesagt hat, soll falsch sein. Bei wahrheitsgemässen Aussagen des Beschuldigten 

wäre zu erwarten gewesen, dass sich der Beschuldigte differenzierter zum Sach-

verhalt, zumindest zu gewissen Umständen hätte äussern können, so z.B. wie ihn 

die Privatklägerin hinderte, seine Sachen mitzunehmen oder worin die Provoka-

tion lag. Wenig differenziert erscheinen seine Angaben auch deshalb, weil er als 

Auslöser für den Streit ebenfalls nur die Privatklägerin sieht und keine Aus-

führungen zu seiner Rolle machte. Selbst wenn es so gewesen wäre, dass die 

Privatklägerin eifersüchtig reagierte, bedeutete dies noch nicht, dass daraus au-

tomatisch ein Streit entstand. Offenbar beteiligte sich der Beschuldigte am Kon-

-   21   - 

flikt, was er indessen ausblendete. Es scheint, als ob er seine Idee des Vorliegens 

einer starken Eifersucht bei der Privatklägerin als Rettungsanker begreift, um sich 

des Vorwurfs der Drohung entledigen zu können, wodurch Zweifel an der Glaub-

haftigkeit seiner diesbezüglichen Angaben aufkommen. Es sind daher im Weite-

ren seine Aussagen anlässlich der früheren Einvernahmen zu beurteilen. 

4.2.3. Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten, die er anlässlich 

der Einvernahme vom 28. September 2006 (Urk. 2.02) machte, korrekt zu-

sammen. Es kann grundsätzlich darauf verwiesen werden (Urk. 107 S. 27, Art. 82 

Abs. 4 StPO). Auf die relevanten Punkte ist nachfolgend allerdings erneut ein-

zugehen. Der Beschuldigte schilderte anlässlich jener Einvernahme die Begleit-

umstände der angeklagten Drohung (Anwaltsbesuch, Einkauf, Heimfahrt mit dem 

Auto), welche mit den Angaben der Privatklägerin übereinstimmen (vgl. 

Urk. 4.01). Anlässlich dieser Einvernahme bestätigte der Beschuldigte weiter, 

dass er die Privatklägerin geschlagen habe (nachdem sie ihn zuerst geschlagen 

habe), sie habe dann telefoniert, wobei er keine Ahnung gehabt habe, wen sie 

angerufen habe. Ob er ihr gesagt habe, sie solle doch die Polizei anrufen, wisse 

er nicht mehr. Er sei dann explodiert, er hätte sich umbringen können oder sie 

umbringen können, er wisse in solchen Situationen einfach nicht mehr, was er 

mache (Urk. 2.02 S. 4). Er habe dann weiter im Schlafzimmer seine Sachen zu-

sammengesucht. Angesprochen darauf, was ihm das Stichwort "Plastiksack mit 

Manor-Aufschrift" sage (Aussagen der Privatklägerin zufolge soll er die Waffe ei-

nem Manor-Sack entnommen haben [Urk. 4.01 S. 3]), führte der Beschuldigte 

aus, er habe in jenem Sack eine Faustfeuerwaffe gehabt, mit welcher er sich sel-

ber habe umbringen wollen. Er habe der Privatklägerin die Waffe gezeigt. Kon-

frontiert mit der Aussage der Privatklägerin, wonach er ihr den Lauf der Pistole in 

den Mund gehalten und gesagt habe, dass er sie umbringen werde, antwortete 

der Beschuldigte: "Schade, dass ich keine Patrone in der Waffe hatte." Vielleicht 

hätte er zuerst sie und dann sich selber umbringen wollen. Es hätte durchaus sein 

können, dass er in diesem Moment die Privatklägerin hätte erschiessen können. 

Er habe nicht mehr weiter gewusst. Die Privatklägerin habe auch immer gesagt, 

dass sie ihm die Kinder wegnehmen wolle oder dass sie ihn gar vergiften wolle. 

Er habe einfach seine Kinder sehen wollen (Urk. 2.02 S. 5). Um einen Kinderkon-

-   22   - 

flikt geht es im Übrigen – wie bereits oben im Zusammenhang mit dem Gutachten 

erwähnt – auch im Schreiben von Frau I._____ (Urk. 3.08), welches unterstützt, 

dass der Kinderkonflikt zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten zent-

ral war und nicht die Eifersucht der Privatklägerin, wie vom Verteidiger geltend 

gemacht. So erwähnte der Beschuldigte in der hier behandelten Einvernahme 

nicht ein einziges Mal die Eifersucht der Privatklägerin. Vielmehr kam es seiner-

seits zu einem Schuldeingeständnis. So gab er auf den Vorhalt, er habe sich 

durch sein Verhalten strafbar gemacht an, er wisse, dass er schuldig sei. Jedoch 

sei er nicht alleine schuld (Urk. 2.02 S. 7). 

4.2.4. Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. Sep-
tember 2006 gab der Beschuldigte an, es könne sein, dass er gegenüber der Pri-

vatklägerin gesagt habe, er würde sie umbringen. Auch gab er an, er habe die 

Pistole der Privatklägerin gezeigt, bestritt aber, diese ihr in den Mund gehalten zu 

haben (Urk. 2.04 S. 2). 

4.2.5. In beiden Einvernahmen hat sich der Beschuldigte in wesentlichen Teilen 
des Tatvorwurfs selber belastet. Weiter fällt bei diesen Einvernahmen auf, dass 

sich der Beschuldigte betont in die Opferrolle begab. Er brachte dazu seine psy-

chisch schlechte Verfassung ins Spiel und seine Verzweiflung im "Kampf" um sei-

ne Kinder. Indessen kann auch dies keine Erklärung dafür sein, weshalb sich der 

Beschuldigte in den beiden Einvernahmen derart hätte belasten sollen, wenn es 

in der Wohnung in G._____ nicht tatsächlich zu einer Drohung mit der Pistole ge-

genüber der Privatklägerin gekommen wäre. Weiter erscheinen die bereits in 

Zweifel gezogenen Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Schlusseinver-

nahme und der Hauptverhandlung vom 26. April 2010 unter Beachtung seiner 

früheren Aussagen als nicht glaubhaft, weshalb darauf nicht abzustellen ist. 

4.2.6. Schliesslich ist mit der Vorinstanz der Schluss zu teilen, dass die Angaben 

der Privatklägerin in Bezug auf den Anklagepunkt der Drohung glaubhaft sind. Auf 

die von der Vorinstanz zusammengefassten Einvernahmen der Privatklägerin und 

die Aussagenwürdigung der Vorinstanz kann vorbehaltlos verwiesen werden 

(Urk. 107 S. 25 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). 

-   23   - 

4.2.7. Zur Recht hat die Vorinstanz die Einvernahme der Privatklägerin vom 8.Mai 

2015 als nicht massgeblich bewertet, zumal sie vorgängig mittels Kassibern vom 

Beschuldigten angegangen wurde. Der Verteidiger monierte dazu, die zeitlichen 

Gegebenheiten würden beweisen, dass die Privatklägerin die angeblichen 

"Schmuggel-Briefe" wahrheitswidrig benutzt habe, um ihre falschen Anschuldi-

gungen zu decken. So seien die Schmuggelbriefe einiges später erfolgt als die 

Briefe ins Gefängnis im Jahr 2006 (Urk. 109 S. 14). Es ist unerfindlich, weshalb 

der Verteidiger die Kassiber in Beziehung zu den Briefen der Privatklägerin an 

den Beschuldigten aus dem Jahr 2006 setzt. Die Briefe der Privatklägerin an den 

Beschuldigten vom 10. Oktober 2006 und 25. Dezember 2006 beantworten offen-

sichtlich vorangehende Briefe des Beschuldigten. So steht im Brief vom 10. Okto-

ber 2006: "als erstes: Dass Du dich bedankst, dass ich dich ins Gefängnis ge-

steckt habe, schon wieder dieselbe Leier, …" und im Brief vom 25. Dezember 

2006 wird erwähnt: "Du schreibst uns, dass wir Dir schreiben sollen, …". Die Pri-

vatklägerin führte auf Nachfrage der Verteidigung anlässlich der Einvernahme 

vom 14. September 2007 auch aus, sie habe jeden Brief, den der Beschuldigte an 

die Kinder geschickt habe, beantwortet. Diese Briefe aus dem Jahr 2006 stehen 

ganz offensichtlich nicht in Zusammenhang mit den "Schmuggelbriefen". Der Ver-

teidiger zitiert denn auch aktenwidrig die Antwort auf seinen Vorhalt an die Privat-

klägerin anlässlich der Einvernahme vom 14. September 2007 zu einer Sequenz 

aus dem Brief vom 25. Dezember 2006 (vgl. Urk. 4.11 S. 12). Die Antwort der Pri-

vatklägerin dazu lautet korrekt zitiert: "Ich sage dazu, dass das die Antwort auf 

seinen jämmerlichen Brief ist. Ich habe nur Sätze aus seinen früheren Briefen 

wiederholt, nichts anderes". Die "Schmuggelbriefe" werden an dieser Stelle nicht 

thematisiert. Die Privatklägerin führte denn an anderer Stelle in der Einvernahme 

auch aus, dass sie die "Schmuggelbriefe" nicht beantwortet habe (Urk. 4.11 S. 3). 

Aus dem Konstrukt der Verteidigung, Antworten der Privatklägerin auf die Briefe 

aus dem Jahr 2006 in Zusammenhang mit den Kassibern zu setzen, kann selbst-

redend nichts zur Beurteilung der Aussagen der Privatklägerin abgleitet werden, 

schon gar nicht, dass sie den Beschuldigten zu Unrecht belastete. Überdies ste-

hen die Angaben der Privatklägerin zeitlich in Einklang mit der Aktenlage. So führ-

te die Privatklägerin befragt zu den "Schmuggelbriefen" aus, sie habe einen Brief 

-   24   - 

ein oder zwei Tage vor der Einvernahme (Anmerkung: vom 8. Mai 2007) erhalten, 

den zweiten Brief habe sie früher erhalten, wobei sie das Datum nicht mehr wisse 

(Urk. 4.11 S. 3). Der Poststempel auf dem Umschlag dieses Briefes ist der 

22.02.2007 (Urk. 5.04). Sie hat diesen also erwiesenermassen vor der Ein-

vernahme vom 8. Mai 2007 erhalten. Zu den "Schmuggelbriefen" gab sie an, die 

Briefe hätten sie durcheinander gebracht und in ihrem Aussageverhalten be-

einflusst. Tatsächlich wiederspiegelt sich dies in ihren Aussagen vom 8. Mai 2007, 

wo sie ihre Anschuldigungen gegen den Beschuldigten zurücknahm, ihn aber in 

den Einvernahmen vorher und nachher belastete. Dies zeigt im Übrigen einmal 

mehr, die von der Gutachterin festgestellte Ambivalenz der Privatklägerin in Be-

zug auf ihre Beziehung zum Beschuldigten und dass sie unter Druck stand. Hätte 

sie dem Beschuldigten generell feindseelig gegenübergestanden und wäre es ihr 

einzig darum gegangen, Rache zu üben, wie dies die Verteidigung darstellt, gäbe 

es keine Erklärung für diese zwischenzeitliche Rücknahme der Belastungen durch 

die Privatklägerin. Bereits im Rahmen zu den Erwägungen zur Glaubwürdigkeit 

der Privatklägerin wurde erläutert, dass die Rachetheorie zu verwerfen ist. Ab-

schiessend ist anzufügen, dass diese Rachetheorie letztlich nichts weiter als eine 

Behauptung der Verteidigung darstellt, welche sie nicht nachvollziehbar zu be-

gründen vermochte. Wie oben erwähnt, sprach der Beschuldigte selber bei seinen 

tatnahen Einvernahmen nie von Eifersucht der Privatklägerin. Zudem wäre auf 

Seiten des Beschuldigten durchaus ein Motiv vorhanden, die Privatklägerin in ei-

nem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Er hatte geheiratet und wollte seine 

Kinder zu sich nehmen. Seinem neuen Lebensglück stand einzig die Privatkläge-

rin und allenfalls ihr Wissen zu seinen Kontakten und Tätigkeiten im Wege. Eine 

Machtdemonstration seinerseits und die Reduktion der Privatklägerin auf eine 

psychisch kranke Frau könnte daher durchaus als planmässig und seinen Inte-

ressen entsprechend eingestuft werden. 

4.2.8. Hervorzuheben ist schliesslich, dass zwischen den Aussagen des Beschul-

digten und der Privatklägerin hinsichtlich des Kernsachverhalts der Drohung inso-

fern eine Diskrepanz besteht, als dass die Privatklägerin angab, der Beschuldigte 

habe ihr die Pistole in den Mund gehalten und der Beschuldigte "nur" eingestand, 

ihr die Pistole gezeigt zu haben. Nachdem die Aussagen der Privatklägerin in die-

-   25   - 

sem Punkt stets übereinstimmend, indessen nicht stereotyp, ausgefallen sind so-

wie auch nicht ersichtlich ist, weshalb sie diesen Sachverhaltsteil hätte erfinden 

sollen und im Übrigen auch das Gutachten von glaubhaften Aussagen der Privat-

klägerin ausgeht (vgl. Urk. 75 S. 77), kann der Anklagesachverhalt als erstellt gel-

ten. 

4.2.9. Mit der Vorinstanz ist bezüglich des inneren Sachverhalts festzuhalten, 

dass aufgrund des gewonnenen Beweisergebnisses ohne Weiteres davon auszu-

gehen ist, dass der Beschuldigte beabsichtigte, die Privatklägerin in Angst und 

Schrecken zu versetzen, verlieh er seinen Worten, indem er der Privatklägerin die 

Pistole in den Mund steckte, doch besonderen Nachdruck (vgl. Urk. 107 S. 29). 

4.2.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der eingeklagte Sachverhalt ge-

mäss ND 106 erstellt ist. 

4.3. Rechtliche Würdigung Drohung 

Die rechtliche Würdigung der Staatsanwaltschaft ist zutreffend, worauf bereits die 

Vorinstanz hinwies. Der Beschuldigte ist somit in Bestätigung der Vorinstanz der 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 

lit. b StGB schuldig zu sprechen. 

5. Anklagevorwurf Begünstigung (ND 105) 

5.1. Unstreitig bezüglich dieses Sachverhaltsteils ist vorab die Tatsache, dass 

K._____ am 30. März 2006 aus der Untersuchungshaft in Luzern floh. Entspre-

chend dem Anklagevorwurf der Drohung liegen auch bezüglich der Begünstigung 

als Beweismittel die Aussagen des Beschuldigten, der Privatklägerin sowie die 

Angaben des Gutachtens vom 2. April 2013 vor. 

5.2. Anlässlich der Einvernahme vom 28. September 2006 gab der Beschuldigte 

an, der Name "K._____" im Zusammenhang mit der Bezeichnung "Luzerner-

gefängnis" würde ihm nichts sagen. Mit solchen Leuten hätte er nichts zu tun. 

Konfrontiert damit, dass seine Frau (die Privatklägerin) gesagt habe, er hätte die-

sem Mann im Wohnzimmer die Handschellen durchschnitten, gab der Beschuldig-

-   26   - 

te an, dies würde ihm überhaupt nichts sagen. Seine Frau lüge (Urk. 2.03 S. 4). 

Anlässlich der Einvernahme vom 20. Dezember 2006 gestand der Beschuldigte 

ein, dass ihn K._____ aufgesucht und verlangt habe, dass er ihm die Handfessel 

entferne. K._____ habe mit dem von ihm verlangten Werkzeug die Fessel dann 

selber aufgeschnitten. K._____ habe ihm gesagt, dass er vor der Polizei geflüch-

tet sei (Urk. 2.08 S. 8). An der Schlusseinvernahme vom 3. September 2009 be-

stritt der Beschuldigte jedoch den entsprechenden Sachverhalt wieder vollständig 

und führte angesprochen auf die Aussagen der Privatklägerin aus, diese sei psy-

chisch krank und eifersüchtig. Es stimme gar nichts, was sie gesagt habe (Urk. 

2.18 S. 30 f.). Schliesslich führte der Beschuldigte an der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung vom 26. April 2010 aus, K._____ sei vorbeigekommen. Er (der Be-

schuldigte) habe ihm einen Whiskey gegeben. Dann sei K._____ in den Keller zur 

Privatklägerin gegangen. Als er wieder heraufgekommen sei, habe er eine Säge 

verlangt. K._____ habe dann aus dem Schrank eine Säge genommen und sich 

selber von den Handfesseln befreit. Er selber habe mit dieser Sache nichts zu tun 

(Prot. I S. 13). Auch an der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte an, er 

betrachte sich bezüglich dieses Tatvorwurfs als unschuldig (Prot. II S. 134 S. 7). 

5.3. Damit liegt wie bereits beim Anklagevorwurf der Drohung die Situation vor, 

dass der Beschuldigte anfänglich den ihm vorgeworfenen Sachverhalt teilweise 

eingestand, ihn schlussendlich jedoch wieder bestritt und letztlich die Handlungen 

der Privatklägerin zuschob. Auch bezüglich dieses Sachverhalts ist kein Grund 

ersichtlich, weshalb der Beschuldigte hätte Zugeständnisse machen sollen, wenn 

sie nicht der Wahrheit entsprächen. Seine sinngemässe Angabe, er habe Angst 

gehabt und sei deshalb der Aufforderung K._____s nachgekommen, erklärt nicht, 

weshalb er seine Hilfeleistung an K._____ gegenüber der Untersuchungsbehörde 

in Abrede stellte. Damit steht fest, dass bereits gestützt auf die Angaben und das 

Aussageverhalten des Beschuldigten davon auszugehen ist, dass er K._____ bei 

sich zu Hause mit der Entfernung der Handfesseln behilflich war. 

5.4. In Bezug auf die Aussagen der Privatklägerin ist mit der Vorinstanz festzuhal-

ten, dass diese als glaubhaft einzustufen sind. Es erschiene geradezu als lebens-

fremd, wollte man annehmen, die Privatklägerin hätte diesen Sachverhalt erfun-

-   27   - 

den. Schliesslich handelt es sich nicht gerade um eine Alltagssache, mitunter 

wählte wohl keiner den Tatbestand der Begünstigung, wollte er jemanden zu Un-

recht belasten. Kommt hinzu, dass die Privatklägerin bei der dem Beschuldigten 

vorgeworfenen Tathandlung auch zugegen war und sich damit ebenfalls dem 

Verdacht der Begünstigung aussetzte. Bereits in ihrer ersten Einvernahme schil-

derte die Privatklägerin, dass sie sich im Keller aufgehalten habe, als K._____ 

angekommen sei (Urk. 4.01). Dies gab im Übrigen auch der Beschuldigte so an 

(Urk. 2.08 S. 8). Es erschiene etwas viel des Zufalls, wenn eine Falschaussage 

der Privatklägerin mit den späteren Angaben des Beschuldigten übereingestimmt 

hätte. Für die weitere Beweiswürdigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 107 S. 22 f., Art. 82 Abs. 4 

StPO). Es ist damit die Feststellung der Vorinstanz zu übernehmen, dass K._____ 

den Beschuldigten aufsuchte und der Beschuldigte K._____ im Wissen darum, 

dass es sich um einen entflohenen Häftling handelte, in seiner Wohnung die Mög-

lichkeit bot, sich der Handfesseln zu entledigen. Unerheblich ist, ob die Durch-

trennung der Handfesseln durch den Beschuldigten oder K._____ allein erfolgte. 

5.5. Der eingeklagte Sachverhalt betreffend die Begünstigung (ND 105) ist somit 
im Sinne der obigen Erwägungen erstellt. 

5.6. Rechtliche Würdigung Begünstigung 

Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die rechtliche Würdigung der Staats-

anwaltschaft zutreffend ist, weshalb der Beschuldigte der Begünstigung im Sinne 

von Art. 305 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen ist (vgl. Urk. 107 S. 23). 

6. Anklagevorwurf mehrfache Hehlerei 

6.1. Die Anklageschrift nennt vorab die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tat-

handlungen zur mehrfachen Hehlerei und führt anschliessend die diversen Ne-

bendossiers mit den jeweiligen Vortaten, die entsprechenden Gegenstände, de-

ren Aufbewahrungsort und die zugehörigen Geschädigten auf (Urk. 23/3 S. 2-25). 

-   28   - 

6.2. Der Übersichtlichkeit halber ist bei der nachfolgenden Beweiswürdigung zur 

mehrfachen Hehlerei dem Aufbau des Urteils der Vorinstanz zu folgen (vgl. 

Urk. 107 S. 30 ff.). 

6.3. Sachverhalt / Herkunft Gegenstände 

6.3.1. Der Tatbestand der Hehlerei gemäss Art. 160 Ziff. 1 StGB verlangt das Vor-
liegen einer tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Vortat. Dazu hielt die Vor-

instanz korrekt fest, dass bezüglich sämtlicher in der Anklageschrift aufgeführten 

Einbruchdiebstähle (Vortaten) Polizeirapporte bestehen (vgl. die in der Anklage-

schrift genannten Nebendossiers). Mit 41 Geschädigten führte die Staatsanwalt-

schaft Zeugeneinvernahmen durch (Urk. 12.01 bis Urk. 12.41). Dabei ging es um 

die Identifizierung der gestohlenen Gegenstände durch die Zeugen. Die Zeugen-

einvernahmen fanden nach Ermahnung zur wahrheitsgemässen Aussage unter 

Hinweis auf die Straffolgen der falschen Zeugenaussage und in Anwesenheit des 

Beschuldigten statt, weshalb sie uneingeschränkt verwertbar sind. Mit der Vor-

instanz ist festzuhalten, dass davon auszugehen ist, dass die Zeugen wahrheits-

gemäss aussagten und es sich bei den von ihnen identifizierten Gegenstände um 

die ihnen gehörenden entwendeten Wertsachen handelt (Urk. 107 S. 30). Gegen-

teilige Hinweise sind jedenfalls keine auszumachen. 

6.3.2. Allgemein ist zu den gemäss Anklageschrift aus Einbruchdiebstählen her-

vorgebrachten Gegenständen zu bemerken, dass die von der Polizei vor-

genommenen Zuordnungen von Gegenständen nicht zufällig erfolgten, sondern 

mit bis anhin nicht geklärten Diebstählen in Verbindung gebracht werden konnten, 

bei welchen entsprechende Schmuckstücke bzw. Gegenstände bei der Polizei als 

gestohlen rapportiert waren (vgl. Urk. 1.01). Allein die Tatsache, dass der 

Schmuck und die Gegenstände überhaupt zugeordnet werden konnten, ist ein 

deutliches Indiz dafür, dass sie auch tatsächlich aus den entsprechenden Dieb-

stählen stammen. Deshalb ist es entgegen der Ansicht der Verteidigung auch 

möglich, dass die Zeugen in der Lage waren, nicht nur Unikate, sondern auch 

Massenware zu identifizieren (vgl. Urk. 135 S. 11). 

-   29   - 

6.3.3. In diversen nachfolgend genannten Nebendossiers erkannten die Zeugen 

einwandfrei ihre anlässlich der von der Polizei rapportierten Diebstählen ab-

handen gekommenen Wertgegenstände. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plä-

doyer vom 12. November 2013 die entsprechenden Aussagen aufgeführt, worauf 

die Vorinstanz hinwies und welche Aussagen korrekt wiedergegeben und deshalb 

hier nicht zu wiederholen sind (vgl. Urk. 93 S. 5 bis 9). Jedoch ist auf die ent-

sprechenden Aktenstellen zu verweisen. Als eindeutig identifiziert und daher als 

vollständig erstellt, erachtete die Vorinstanz die Positionen aus den Vortaten in 

nachfolgenden Nebendossiers (Gruppe 1):  

ND 13 (Urk. 12.06), ND 17 (Urk. 12.07), , ND 25 (Urk. 12.09), ND 27 (Urk. 12.10), 

ND 28 (Urk. 12.11), ND 33 (Urk. 12.13), ND 37 (Urk. 12.15), ND 48 (Urk. 12.20), 

ND 52 (Urk. 12.22), ND 69 (Urk. 12.27), ND 70 (Urk. 12.28), ND 77 (Urk. 12.31), 

ND 86 (Urk. 12.33), ND 88 (Urk. 12.34), ND 89 (Urk. 12.35), ND 90 (Urk. 12.36), 

ND 104 (Urk. 12.41). 

Als teilweise erstellt, weil nur bestimmte Positionen identifiziert werden konnten, 

erachtete die Vorinstanz die Vortaten in den nachfolgenden Nebendossiers: 

− ND 3 (Urk. 12.03) Positionen 16, 39, 100, 737, 530 und 1489 erstellt. 

Positionen 22, 559, 1396 nicht erstellt. 

− ND 22 (Urk. 12.08) Positionen 355, 1689, 409 erstellt. Position 1690 nicht 

erstellt. 

− ND 56 (Urk. 12.25) Positionen 24, 25, 33, 90, 106, 258, 1285, 1414, 1721 

erstellt. Position 959 nicht erstellt. 

− ND 72 (Urk. 12.30) Position 77 erstellt. Positionen 426 und 810 nicht erstellt. 

− ND 97 (Urk. 12.37) Positionen 4, 453 und 1944 erstellt. Position 1942 und 

1943 nicht erstellt. 

− ND 98 (Urk. 12.38) Positionen 1915, 809, 902, 993 erstellt. Positionen 883 

(Korrektur Anklageschrift, vgl. Urk. 107 S. 8 Ziff. 3) und 846 nicht erstellt. 

-   30   - 

− ND 99 (Urk. 12.39) Positionen 1547 und 1007 erstellt. Übrige Positionen (72, 

95, 659, 786, 943, 1126, 1392, 1495, 1497, 1687) nicht erstellt. 

6.3.4. Die Vorinstanz begründete bei sämtlichen Nebendossiers nachvollziehbar, 
weshalb die Herkunft der Gegenstände aus Einbruchdiebstählen als erstellt gelten 

kann. Auf die entsprechenden Erwägungen ist zu verweisen (Urk. 107 S. 30 ff., 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Bezüglich gewisser Nebendossiers sind nachfolgende Er-

gänzungen und Präzisierungen anzubringen. 

ND 3: In Ergänzung zur Vorinstanz wäre hier auch die Position 1916 (in der Zeu-

geneinvernahme irrtümlich mit ... bezeichnet) als identifiziert zu betrachten. Der 

Zeuge gab dazu an, die Uhr sei von dieser Tochter der Grosstante (Urk. 12.03 S. 

2). Dass der Zeuge ausführte, soweit eine andere genau gleiche Uhr anderswo 

gestohlen worden sei, so müsste die ihm vorzeigte Uhr nicht zwingend die ihre 

sein, liegt in der Natur der Sache. Jedoch wird im Polizeirapport eine solche Uhr 

als gestohlen aufgeführt (Urk. ND 3/1 S. 6). Die Zuordnung der Uhr zum Einbruch 

bei der Familie L._____ erfolgte demnach nicht zufällig. Überdies befanden sich 

auch andere gestohlenen Schmuckstücke im Besitz des Beschuldigten, weshalb 

nur theoretische Zweifel daran verbleiben, dass die Uhr (Position 1916) nicht aus 

dem Einbruchdiebstahl L._____ stammen könnte. Im Übrigen gab der Beschuldig-

te anlässlich seiner Einvernahme vom 13. Februar 2007 an, die Uhr von M._____ 

(M._____) erhalten zu haben. Sie sei bei den anderen Uhren gewesen und er ha-

be M._____ gefragt, ob er diese haben könne (Urk. ND 3/5 S. 2). Ein Eigenerwerb 

der Uhr durch M._____ bzw. den Beschuldigten ist somit auszuschliessen. Infolge 

des Verschlechterungsverbots hat es aber bei der Zuordnung der Vorinstanz zu 

bleiben. 

ND 22: Die Position 423 wird in der Sicherstellungsliste als durch den Geschädig-

ten erkannt geführt. Entsprechend wurde die Armkette an die Winterthur Ver-

sicherungen herausgegeben (vgl. Urk. 11.01 S. 36, Urk. ND 22/7). Infolge der Be-

achtung des Verschlechterungsverbots und nachdem sich der Geschädigte an-

lässlich der Zeugeneinvernahme vom 25. August 2008 nur am Rande zu dieser 

Armkette äusserte (Urk. 12.08), ist die Position 423 indessen als nicht erstellt zu 

betrachten. 

-   31   - 

ND 27: Ergänzend zu den vorinstanzlichen Erwägungen ist betreffend der  

deliktischen Herkunft der aufgeführten Gegenstände festzuhalten, dass M._____ 

mit Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts vom 23. Oktober 2008 (SB080440) 

diesbezüglich wegen Diebstahls rechtskräftig verurteilt wurde. Nachdem damals 

gestohlenen Gegenstände (vgl. Urk. ND 27/1) nun im Besitz des Beschuldigten 

entdeckt wurden, bestehen keine Zweifel, dass sie aus jenem Einbruchdiebstahl 

stammen. 

ND 69: Ergänzend zu den vorinstanzlichen Erwägungen ist festzuhalten, dass  

offenbar die Zusammensetzung der Schmuckstücke stimmt, was klar dafür 

spricht, dass der Schmuck der Zeugin beim Einbruchdiebstahl entwendet wurde 

und nicht eine andere Herkunft hat. 

ND 72: Die Zeugin N._____ erkannte ihren Fingerring zweifelsfrei. Zu den Hals-

ketten führte sie aus, derartige Sachen seien ihr gestohlen worden. Nachdem sich 

nun der Ring bei den Sachen des Beschuldigten befand, ist davon auszugehen, 

dass auch die Halsketten diejenigen sind, welche ihr gestohlen wurden, zumal 

auch diese auf der Deliktsliste nach dem Einbruchdiebstahl bei Frau N._____ 

aufgeführt sind (Urk. ND 2/1). Infolge der Beachtung des Verschlechterungs-

verbots hat es aber bei der Zuordnung der Vorinstanz zu bleiben. 

6.3.5. Zusammenfassend ist somit unter Beachtung des Verschlechterungsver-

bots, entsprechend dem Ergebnis der Vorinstanz, festzuhalten, dass betreffend 

diese Gruppe 1 nachfolgende Positionen von den Zeugen nicht erkannt wurden 

und damit nicht mit Sicherheit eine deliktische Herkunft aufweisen: 

− ND 3 Positionen 22, 559, 1396 

− ND 22 Position 423, 1690 

− ND 56 Position 959 

− ND 72 Positionen 426 und 810 

− ND 97 Positionen 1942 und 1943 

− ND 98 Position 846 

− ND 99 Positionen 72, 95, 659, 786, 943, 1126, 1392, 1495, 1497, 1687 

-   32   - 

6.3.6. Weiter befasste sich die Vorinstanz mit der Prüfung der Herkunft der Ge-

genstände derjenigen Nebendossiers, welche sie analog dem Plädoyer der 

Staatsanwaltschaft als Gruppe 2 bezeichnete (ND 5, ND 7, ND 32, ND 36, ND 38, 

ND 39, ND 50, ND 61, ND 71 und ND 103). Dazu hielt die Vorinstanz fest, in den 

genannten Nebendossiers hätten die Zeugen eine Zuordnung zu eigenen, ab-

handen gekommenen Wertsachen zwar für möglich gehalten, jedoch jeweils 

nachvollziehbar ausgeführt, nicht sicher zu sein (Urk. 107 S. 35). Dazu ist be-

treffend ND 5 festzuhalten, dass die Zeugin O._____ anlässlich ihrer Einvernah-

me vom 25. August 2008 (Urk. 12.04) zweifelsfrei ihren Fingerring erkannte (Posi-

tion 104) und angab, die Ohranhänger gehörten ihrer Tochter (Position 834). Der 

Einbruch in ihre Wohnung fand in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2004 statt. 

Mitunter in der Zeitspanne, in welcher M._____ nachgewiesenermassen aktiv auf 

Diebestour ging, ebenfalls lässt sich der Ort seiner Deliktsregion zuordnen, was 

seine Verurteilung vom 23. Oktober 2008 belegt. Der Beschuldigte gab zu den 

Gegenständen befragt an, diese Sachen hätte ihm auch M._____ gebracht 

(Urk. ND 5/4 S. 1). Es bestehen damit nur noch rein theoretische Zweifel daran, 

dass die in der Anklage unter ND 5 aufgeführten Positionen nicht einem Diebstahl 

von M._____ entstammen. Zu ND 103 ist zu erwähnen, dass M._____ diesbezüg-

lich wegen Diebstahls verurteilt wurde (vgl. nachfolgend). Zudem wurden bei den 

Geschädigten, die in der Anklage aufgeführten Gegenstände gestohlen (Urk. 

12.40, Urk. ND 103/1). Die Herkunft der Gegenstände aus einem Einbruchdieb-

stahl ist somit ohne Weiteres erstellt. Infolge der Beachtung des Verschlechte-

rungsverbots hat es betreffend Gruppe 2 jedoch bei den Feststellungen der Vo-

rinstanz zu bleiben. Sehr unsicher hinsichtlich des Diebesguts waren schliesslich 

die Zeugen in der von der Vorinstanz genannten Gruppe 3, nämlich nachfolgen-

der Nebendossiers : ND 1 (Urk. 12.01), ND 2 (Urk. 12.02), ND 53 (Urk. 12.23), 

und ND 81 (Urk. 12.32), welche Beurteilung zu übernehmen ist (vgl. Urk. 107 S. 

35). 

6.3.7. Zusammenfassend ist somit entsprechend der Vorinstanz und in Beachtung 

des Verschlechterungsverbots festzuhalten, dass hinsichtlich nachfolgender Ne-

bendossiers die Herkunft der Gegenstände aus einem Einbruchdiebstahl nicht er-

-   33   - 

stellt werden konnte: Gruppe 2: ND 5, ND 7, ND 32, ND 36, ND 38, ND 39, 

ND 50, ND 61, ND 71, ND 103 sowie Gruppe 3: ND 1, ND 2, ND 53, ND 81. 

6.3.8. Bezüglich weiterer Nebendossiers liegt mit Urteil des Obergerichts des 
Kantons Zürich vom 23. Oktober 2008 eine Verurteilung von M._____ wegen 

Diebstahls vor (SB080440). Die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände 

wurden anlässlich dieser Diebstähle entwendet, was aus den Akten der einzelnen 

Nebendossiers hervorgeht. Nachdem der Beschuldigte auch bezüglich dieser De-

likte geltend machte, die Gegenstände alle von M._____ erhalten zu haben (Urk. 

2.08 S. 4) ist gestützt auf dessen rechtskräftige Verurteilung die Herkunft der Ge-

genstände aus Einbruchdiebstählen grundsätzlich als erstellt zu erachten. Es gilt 

dies für nachfolgende Nebendossiers: ND 12, ND 19, ND 20, ND 30, ND 31, ND 

34, ND 35, ND 40, ND 41, ND 42, ND 44, ND 49, ND 51, ND 59, ND 60, ND 62, 

ND 65, ND 68, ND 74, ND 76, ND 79, ND 80, ND 82, ND 87. Nachdem sich die 

Vorinstanz im Rahmen des Sachverhalts nicht aktiv zu diesen Nebendossiers ge-

äussert, sondern zusammenfassend den untauglichen Versuch angenommen hat, 

ist zufolge der Beachtung des Verschlechterungsverbots die deliktische Herkunft 

auch bezüglich dieser Gegenstände als nicht erstellt zu erachten. Gleiches gilt für 

die von der Vorinstanz im Weiteren unerwähnt gelassenen und nachfolgend ge-

nannten Nebendossiers: ND 43, ND 57, ND 83, ND 84, ND 95. 

6.3.9. Insgesamt ist somit – unter Beachtung des Verschlechterungsverbots – das 
Ergebnis der Vorinstanz zu übernehmen, wonach festzustellen ist, dass die Her-

kunft der Gegenstände aus einem Diebstahl betreffend nachfolgender in der An-

klage aufgeführter Nebendossiers nicht erstellt werden kann bzw. nicht alle unter 

dem entsprechenden Nebendossier genannten Positionen einem Diebstahl zu-

geordnet werden können. Es betrifft dies: 

− ND 3 Positionen 22, 559, 1396; ND 22 Positionen 423, 1690; ND 56 

Position 959; ND 72 Positionen 426 und 810; ND 97 Positionen 1942 

und 1943; ND 98 Position 846; ND 99 Positionen 72, 95, 659, 786, 

943, 1126, 1392, 1495, 1497, 1687 

-   34   - 

− ND 5, ND 7, ND 32, ND 36, ND 38, ND 39, ND 50, ND 61, ND 71, 

ND 103 

− ND 1, ND 2, ND 53, ND 81 

− ND 12, ND 19, ND 20, ND 30, ND 31, ND 34, ND 35, ND 40, ND 41, 

ND 42, ND 44, ND 49, ND 51, ND 59, ND 60, ND 62, ND 65, ND 68, 

ND 74, ND 76, ND 79, ND 80, ND 82, ND 87 

− ND 43, ND 57, ND 83, ND 84, ND 95. 

6.4. Weiterer Sachverhalt 

6.4.1. Mit dem Beschuldigten wurden diverse polizeiliche und staatsanwaltschaft-

liche Einvernahmen als Beschuldigter sowie als Auskunftsperson im Verfahren 

von M._____ durchgeführt (Urk. 2.01, 2.02, 2.03, 2.04, 2.05, 2.08, 2.11, 2.12, 

2.13, 2.15, 2.18 und Prot. I S. S. 10 ff.). 

6.4.2. Die Vorinstanz fasste in ihrer Urteilsbegründung die wichtigsten Inhalte der 
Aussagen des Beschuldigten zusammen, worauf grundsätzlich verwiesen werden 

kann (Urk. 107 S. 36 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die massgeblichen Aussagen 

betreffend die Bekanntschaft des Beschuldigten mit M._____ (und K._____) so-

wie die Entgegennahme der diversen Gegenstände ist an dieser Stelle nochmals 

einzugehen. 

6.4.3. Zu Beginn der Untersuchung führte der Beschuldigte angesprochen auf die 

von der Privatklägerin der Polizei gezeigten drei Taschen mit Laptops darin aus, 

diese gehörten der Familie (der Privatklägerin und den Kindern). Er habe diese 

am Helvetiaplatz gekauft. Er hätte dafür ca. Fr. 500.-- bezahlt. Weiter wurden in 

einer Holztruhe im Schlafzimmer diverse Uhren gefunden. Dazu gab der Be-

schuldigte bekannt, diese gehörten ihm, er sammle Uhren, es handle sich aber 

um Fälschungen. Er habe auch schon welche an Kollegen verkauft, dies sei ja 

nicht verboten. Angesprochen auf diverse weitere Gegenstände (Briefmarken-

sammlung, Ziehharmonika, Digitalkameras), gab der Beschuldigte an, er sei viel 

am Helvetiaplatz gewesen und habe dort viel gekauft. Das Instrument habe er von 

-   35   - 

einem Bekannten gekauft. Er wisse aber dessen Namen nicht mehr. Zum Inhalt 

des Safefachs bei der Züricher Kantonalbank in ... führte der Beschuldigte aus, er 

habe dort Geld, welches ihm sein Bruder aus der Erbschaft seines Onkels ge-

schickt habe. Es dürften Euro 20'000.-- sein. Weiter befänden sich zwei Waffen im 

Safe und Goldvreneli für die Kinder. Die Wohnung in P._____ habe seine Ex-Frau 

von Q._____ gemietet. Er habe sie stets bezahlen müssen, weil ihm seine Ex-

Frau mit der Polizei gedroht habe. Es wohne ein Mann in der Wohnung, er wisse 

aber nicht wer (Urk. 2.03). Auch anlässlich der Hafteinvernahme vom 

29. September 2006 gab der Beschuldigte, angesprochen auf die Gegenstände 

an, er habe alles auf dem Schwarzmarkt gekauft. Neben dem Helvetiaplatz als 

Kaufort nannte er nun auch die …strasse in Oerlikon (Urk. 2.04 S. 4). Am 

26. Oktober 2006 sagte der Beschuldigte auf Vorhalt eines Fotos von  

M._____, vielleicht habe er ihn schon einmal in einem Restaurant getroffen, er 

kenne ihn aber nicht. Es treffe nicht zu, dass er diesem Mann eine Wohnung zur 

Verfügung gestellt habe. Angesprochen auf den Namen "M._____" fügte der Be-

schuldigte an, er höre diesen Namen zum ersten Mal. Mit der Wohnungsvermie-

tung an M._____ habe er nichts zu tun. Er habe die Wohnung unter der Drohung 

seiner Frau, welche ihn vergiften wolle, bezahlt (Urk. 2.05). Anlässlich der Einver-

nahme vom 20. Dezember 2006 bestätigte der Beschuldigte in Abweichung sei-

ner früheren Aussage, M._____ seit ein bis eineinhalb Jahren zu kennen. Er habe 

ihn im Restaurant … in P._____ kennengelernt. Er hätte mit ihm ein paar Mal zu 

Abend gegessen. Schliesslich habe ihn M._____ um Fr. 5'000.-- gebeten, die er 

ihm ausgeliehen habe. Er habe dann nichts mehr von ihm gehört. Erst ein paar 

Monate später habe er ihn in R._____ gesehen. M._____ habe Probleme mit sei-

ner Freundin geschildert. Er habe seine Wohnung verlassen müssen. Zuerst habe 

M._____ ihm einen Fernseher gebracht und Geschenke, auch für die Kinder 

(Schmuck). Der Fernseher sei zur Benützung gedacht gewesen, bis M._____ die 

Fr. 5'000.-- zurückbezahlt gehabt hätte. Später habe er dann nochmals zwei 

Fernseher gebracht. M._____ habe dann die Wohnung in P._____ von ihm und 

seiner Ex-Partnerin erhalten. Angesprochen auf die zahlreichen Uhren, Schmuck-

stücke und elektronischen Geräte, führte der Beschuldigte aus, "M._____" 

(M._____) hätte alles gebracht. K._____ hätte auch Sachen gebracht, zum Bei-

-   36   - 

spiel ... und Dinge für die Kinder. Er habe seiner ehemaligen Lebenspartnerin 

nicht erzählen können, dass er bedroht werde. Er habe schon versucht, sich um-

zubringen. Seine Ex wisse aber alles, wenn sie die Wahrheit erzählen wolle. An-

gesprochen darauf, ob er Schmuck verkauft habe, führte der Beschuldigte zuerst 

aus, er sei ganz sicher, dass er nirgends Schmuck verkauft habe. Auf Vorhalt, der 

Polizei seien Schmuckverkäufe bekannt, blieb der Beschuldigte bei seiner ersten 

Angabe und sagte, davon wisse er überhaupt nichts. Erst auf den konkreten Hin-

weis, ob er allenfalls an der Langstrasse Schmuck verkauft habe, gab der Be-

schuldigte an, er glaube, er habe Familienschmuck verkauft (Urk. 2.08). In den 

folgenden Aussagen blieb der Beschuldigte im Wesentlichen dabei, dass ihm 

M._____ die Gegenstände brachte, er aber nicht gewusst habe, woher sie 

stammten (Urk. 2.11 S. 3, Urk. 2.16 S. 2.18). Anlässlich der Hauptverhandlung 

fügte der Beschuldigte neu hinzu, mit den in G._____ aufgefundenen Gegenstän-

den hätte er gar nichts zu tun gehabt, er habe lediglich von dem gewusst, was im 

Banksafe gelagert worden sei (Prot. I S. 10 ff.). An der Berufungsverhandlung gab 

der Beschuldigte auf die Frage, ob er weiterhin an seinen bisherigen Aussagen 

festhalte an, infolge des Zeitablaufs wisse er nicht mehr, was er ausgesagt habe 

(Urk. 134 S. 6). 

6.4.4. Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten fällt deren Widersprüchlichkeit 

auf. Die Bekanntschaft zu M._____ bestritt er zunächst vollständig und gab sie 

erst viel später zu. Dann gab er an, er hätte mit M._____ auswärts ein paar mal 

zu Abend gegessen. Später ergab sich indessen, dass auch Treffen beim Be-

schuldigten zu Hause stattfanden (Urk. 2.07 S. 8). Weiter machte der Beschuldig-

te insofern unterschiedliche Angaben, als er aussagte, er habe sofort bemerkt, 

welche Art Leute dies seien, um später auszuführen, er habe erst später erfahren, 

dass die Leute auf Diebestour gehen würden (Urk. 2.08, Urk. 2.11 S. 6). Offen-

sichtlich liegt dem Beschuldigten etwas daran, das konkrete Verhältnis zu 

M._____ zu verschleiern. Auch die vom Beschuldigten geltend gemachte Angst 

vor M._____ vermag die widersprüchlichen Aussagen nicht zu erklären, weshalb 

davon auszugehen ist, dass diese im Tatzeitraum nicht bestand. Hätte sich der 

Beschuldigte tatsächlich vor M._____ gefürchtet, dann hätte er diesen Umstand 

wohl von Beginn weg der Untersuchung angesprochen. Zudem lässt sich die Tat-

-   37   - 

sache, dass offenbar gemeinsam religiöse Feste gefeiert wurden schlecht mit die-

ser Angst vereinbaren (Urk. 2.08 S. 3). Weiter wäre nicht nachvollziehbar, wes-

halb der Beschuldigte M._____ eine Wohnung zur Verfügung gestellt hätte. In 

diesem Zusammenhang sprach der Beschuldigte bezeichnenderweise denn auch 

nicht von Angst vor M._____, sondern gab anfänglich an, seine Ex-Frau sei allein 

für die Wohnung zuständig gewesen, um schliesslich auch dies wieder zu korri-

gieren und anzufügen, sie hätten M._____ die Wohnung gemeinsam zur Verfü-

gung gestellt (2.08). M._____ habe eine Miete von Fr. 1'000.-- für die Wohnung 

bezahlt. Er habe regelmässig bezahlt. Manchmal habe auch er selber die Miete 

übernommen, M._____ habe es dann wieder zurückbezahlt (Urk. 2.11 S. 5). Die-

se Aussagen weisen weit mehr auf ein einvernehmliches Zusammenwirken hin, 

als auf ein Angstverhältnis. Gleiches gilt für die vom Beschuldigten an M._____ 

ausgeliehenen Fr. 5'000.-- (Urk. 2.07; Aussage Hauptverhandlung Fr. 10'000.-- 

Prot. I S. 12), was für den Beschuldigten, damals Sozialhilfebezüger, auch unter 

Berücksichtigung des angeblichen Erbes von seinem Onkel (Euro 20'000.--, wo-

bei der Beschuldigte auch bezüglich dieser Erbschaft unterschiedliche Angaben 

machte) ein namhafter Betrag gewesen sein musste. 

6.4.5. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass aus den Aussagen des Be-

schuldigten hervorgeht, dass er sein Verhältnis zu M._____ zu bagatellisieren 

versuchte und damit entgegen seinen Ausführungen davon auszugehen ist, dass 

er M._____ gut gekannt hat und mit ihm ein einvernehmliches Verhältnis pflegte. 

6.4.6. Korrekt führte die Vorinstanz aus, dass die Angaben des Beschuldigten zu 
den aufbewahrten Gegenständen im Bankfach widersprüchlich ausgefallen sind. 

Auf die entsprechenden Erwägungen ist zu verweisen (Urk. 107 S. 37, 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist zu den Gegenständen allgemein anzumerken, 

dass sich die Aussagen des Beschuldigten, wonach er nicht gewusst habe, dass 

die Gegenstände deliktisch erworben worden waren, vor dem Hintergrund, dass 

er M._____ gut gekannt hat, die Gegenstände auf diverse Orte aufgeteilt wurden 

(Banksafe, Wohnung G._____, Wohnwagen, Wohnung …strasse, vgl. Urk. 9.01-

9.03, 9.09-9.12, 9.14) und es sich im Übrigen um hunderte von Gegenständen 

handelte, nicht glaubhaft sind. Ebenso wenig ist den vom Beschuldigten anläss-

-   38   - 

lich der Hauptverhandlung gemachten Aussagen glauben zu schenken, wonach 

er nur gewusst habe, dass M._____ Sachen kaufe und verkaufe und er auch im-

mer genug Geld gehabt habe. So führt auch diese Angabe lediglich zu einem er-

neuten Widerspruch. Gab der Beschuldigte doch stets an, M._____ habe ihm Fr. 

5'000.-- geschuldet und ihm nicht zurückbezahlt, was sich nicht mit der Aussage 

verträgt, M._____ habe stets genug Geld gehabt. Letztlich erscheinen auch die 

Angaben des Beschuldigten zur Aufbewahrung der Gegenstände unbehelflich. So 

gab er zu Beginn der Untersuchung an, der (erste) Fernseher sei ihm zur Benüt-

zung gebracht worden, bis M._____ die Fr. 5'000.-- zurückbezahlt gehabt hätte. 

Später will er die im Banksafe aufbewahrten Waren als Pfand für die Fr. 5'000.-- 

bekommen haben und angesprochen darauf, dass die Waren, welche er von 

M._____ erhalten habe weit mehr als Fr. 5'000.-- Wert hätten, schob der Be-

schuldigte nach, M._____ habe umziehen müssen, weshalb er die Waren zu ihm 

gebracht habe und dort seien sie dann geblieben (Urk. 2.08 S. 2 u. S. 8). Darauf 

angesprochen, ob er nie daran gedacht habe, dass M._____ für den Verkauf der 

Ware ein Geschäft oder Lokal haben müsste, erklärte der Beschuldigte, dies habe 

er nie überlegt, er habe in jener Zeit viel auf Baustellen gearbeitet. Auch diese 

Aussage steht in Widerspruch zu seinen früheren Angaben, wonach er seit dem 

Autounfall, welcher im Dezember 2004 stattgefunden haben soll (Urk. 22.08), 

nicht mehr auf Baustellen habe arbeiten können. Zuletzt führte der Beschuldigte 

entgegen seinen bisherigen Angaben noch aus, mit den zu Hause aufbewahrten 

Gegenständen hätte er nichts zu tun gehabt, er habe lediglich von dem gewusst, 

was im Safe gelagert worden sei (Prot. I S. 12). 

6.4.7. Diesen Erwägungen ist somit zu entnehmen, dass auch die Angaben des 

Beschuldigten zur Herkunft der beschlagnahmten Gegenstände durchwegs von 

Widersprüchen geprägt und somit nicht glaubhaft sind. Offensichtlich versuchte 

er, sich dem Untersuchungsergebnis anpassend mit seinen Angaben zu schüt-

zen, indem er Unwissenheit bezüglich der Herkunft der Gegenstände vorgab. 

Seine Aussagen sind somit als gewichtiges Indiz dafür zu werten, dass er durch-

aus wusste oder zumindest davon ausging, dass die Gegenstände deliktischen 

Ursprungs waren. 

-   39   - 

6.4.8. Somit verbleibt die Prüfung der Aussagen der Privatklägerin. Das Gutach-

ten vom 2. April 2013 hält diesbezüglich fest, dass hinsichtlich der Aussagen der 

Privatklägerin zum Vorwurf der Hehlerei die Hypothese einer intentionalen 

Falschaussage zumindest in Bezug auf einzelne Aussagelemente (die Rolle des 

Beschuldigten in Bezug auf die gelagerte Ware und den Kontakt zu K._____ und 

M._____) nicht mit genügend hoher Wahrscheinlichkeit zurückgewiesen werden 

könne. Die Vorinstanz fasste die entsprechenden Ausführungen bereits zusam-

men, worauf zu verweisen ist (Urk. 107 S. 39 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vertei-

digung leitete sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsverfahren aus dem Er-

gebnis des Gutachtens ab, es könne generell nicht auf die Aussagen der Privat-

klägerin abgestellt werden (Urk. 94, Urk. 135 S. 12), was unzutreffend ist. Die 

Feststellung im Gutachten führt einzig zum Ergebnis, dass allein aus den Aussa-

gen der Privatklägerin nicht klar festzustellen ist, ob sie erlebnisbasiert sind oder 

nicht, was im Rahmen der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin zu berück-

sichtigen ist. Jedoch sind die Aussagen der Privatklägerin in Zusammenhang mit 

den weiteren Beweismitteln zu setzen, was dazu führen kann, dass sie trotz der 

im Gutachten aufgeführten Zweifel als glaubhaft bzw. teilweise glaubhaft einzu-

stufen sind. 

6.4.9. Zur Beweiswürdigung fasste die Vorinstanz die relevanten Aussagen der 

Privatklägerin bereits korrekt zusammen. Auf eine Wiederholung der entspre-

chenden Aussagen ist zu verzichten, stattdessen kann darauf verwiesen werden 

(Urk. 107 S. 38 ff., Ziff. 4.2.2.). Zu Recht hielt die Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit 

der Aussagen der Privatklägerin fest, diese seien im Kerngehalt gleichbleibend 

ausgefallen, nämlich, dass M._____ die Ware zu ihnen nach Hause gebracht ha-

be, welche Angaben mit denjenigen des Beschuldigten übereinstimmen. Glaub-

haft erscheint auch ihre Angabe, sie habe oft gesehen, wie der Beschuldigte zu-

sammen mit M._____ gekommen sei, wobei sie Schmuck, Laptops, Fernseher 

etc. dabei gehabt hätten. Sie hätten dann etwas getrunken und sie habe für beide 

kochen müssen. Diesbezüglich ist relevant, dass sich die Privatklägerin in bedeu-

tendem Masse selber belastete, indem sie angab, sie habe gesehen, wie die Wa-

re gebracht worden sei und gleichzeitig auch angab, sie hätte aus den Gesprä-

chen vernommen, dass Diebestouren durchgeführt worden seien bzw. werden 

-   40   - 

(vgl. Urk. 4.11). Relevant ist in diesem Zusammenhang weiter, dass die Privatklä-

gerin von sich aus diverse Angaben machte, welche überprüfbar waren und sich 

nachträglich als wahr erwiesen. So berichtete sie z.B. über die Flucht von 

K._____, über Diebesgut, welches daraufhin sichergestellt werden konnte und 

auch dass Einbrüche durch Einschlagen von Fenstern mittels Steinen durchge-

führt worden seien, was sich ebenfalls als zutreffend herausstellte (Urk. 4.01, Urk. 

4.03, Urk. 1.01 S. 8). Dass nun die Privatklägerin von den Diebstählen und dem 

Deliktsgut wusste, der Beschuldigte hingegen nichts mitbekommen haben will, er-

schiene, nachdem der Beschuldigte die Bezugsperson von M._____ war, schlicht 

nicht nachvollziehbar. Damit steht fest, dass dem Beschuldigten die deliktische 

Herkunft der Gegenstände bekannt war. Auch unter dem Aspekt, dass die Ge-

genstände an verschiedenen Orten aufbewahrt wurden und dies offenbar auch 

auf Anweisung von M._____ erfolgte, lässt auf das entsprechende Wissen des 

Beschuldigten schliessen. 

6.4.10. H._____, die Ehefrau des Beschuldigten konnte in ihrer Einvernahme 
nichts Wesentliches zum Anklagesachverhalt beitragen. Auf die entsprechenden 

Erwägungen der Vorinstanz ist zu verweisen (Urk. 107 S. 41, Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

6.5. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass anhand der Aus-

sagen des Beschuldigten, derjenigen der Privatklägerin sowie aufgrund der si-

chergestellten, aus Einbruchdiebstählen stammenden Gegenstände der äussere 

Anklagesachverhalt als erstellt gelten kann und damit feststeht, dass der Be-

schuldigte zumindest von M._____ die entsprechenden Gegenstände übernom-

men und aufbewahrt hat (Urk. 107 S. 41). 

 

7. Rechtliche Würdigung mehrfache Hehlerei 

7.1. Hehlerei begeht, wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, 
dass sie ein anderer durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt 

-   41   - 

hat, erwirbt, sich schenken lässt, zum Pfande nimmt, verheimlicht oder ver-

äussern hilft (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).  

7.2. Der Verteidiger des Beschuldigten brachte zur rechtlichen Würdigung vor  
Vorinstanz im Wesentlichen vor, der Beschuldigte habe die Aufbewahrung der 

Gegenstände in seiner Wohnung lediglich geduldet. Damit fehle es in objektiver 

Hinsicht bereits an der Tathandlung des Verheimlichens. Die Anklage behaupte 

nicht, dass der Beschuldigte die Gegenstände in seiner Wohnung versteckt ge-

habt habe oder deren Identifizierung speziell erschwert habe. Der Beschuldigte 

sei somit infolge Fehlens einer in der Anklageschrift umschriebenen Tathandlung 

vom Vorwurf der Hehlerei freizusprechen. Im Übrigen könne dem Beschuldigten 

nicht nachgewiesen werden, dass er die Gegenstände im Einzelnen gekannt und 

diese bewusst entgegengenommen oder aufbewahrt habe. Es fehle damit auch 

am Vorsatz des Beschuldigten (Urk. 36 S. 6 und 59 f., vgl. Urk. 107 S. 42 f., 

Urk. 135 S. 11 f.). 

7.3. Betreffend diejenigen Nebendossiers und Gegenstände, bei welchen die 
Herkunft der Gegenstände aus einem Diebstahl bewiesen werden konnte, liegt 

zweifelsohne eine strafbare Handlung im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

vor. Weiter ist der Argumentation der Verteidigung nicht zu folgen, wonach der 

Beschuldigte die Aufbewahrung der Gegenstände lediglich geduldet habe, wes-

halb es an einer aktiven Handlung des Beschuldigten mangle. Vielmehr geht aus 

den Angaben des Beschuldigten hervor, dass über die Aufbewahrungsorte ge-

sprochen und die Gegenstände teilweise sortiert wurden. So gab der Beschuldig-

te beispielsweise an, M._____ habe gewollt, dass er ein paar Sachen (die wert-

volleren) in seinem Banksafe aufbewahre, was der Beschuldigte auch tat (vgl. 

Urk. 2.11 S. 8, 11, 12, 21, 22, 26). Des weiteren wurde Diebesgut in seinem 

Wohnwagen und der gemeinsamen Wohnung von ihm und seiner Ehefrau sicher-

gestellt. Schon aus diesem Grund, nämlich der Verteilung des Deliktsguts, geht 

hervor, dass der Beschuldigte sich nicht passiv verhalten, sondern das Deliktsgut 

aktiv entgegengenommen und aufbewahrt hat. M._____ war weder Mitbewohner 

an der …strasse … in G._____ noch hatte er Zugriff zum Banksafe oder Zutritt 

zum Wohnwagen des Beschuldigten. Die Ansicht der Verteidigung, wonach der 

-   42   - 

Beschuldigte die Aufbewahrung des Deliktsguts lediglich passiv geduldet habe, 

trifft somit ganz klar nicht zu. Des Weiteren ist unerheblich, ob der Beschuldigte 

die Ware innerhalb seines Zugriffsbereichs noch zusätzlich versteckte. Die Tatbe-

standsvariante des Verheimlichens ist bereits bei jedem Tätigwerden erfüllt, durch 

das dem Berechtigten oder der Behörde das Auffinden der Sache erschwert oder 

verunmöglicht wird (Donatsch A. in. Donatsch/Flachsmann/ Hug/Weder, Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 19. Auflage, 2013, Art. 160 N 10). Dies 

wurde durch die Lagerung der Gegenstände beim Beschuldigten, insbesondere 

durch die verschiedenen Lagerorte, in Bezug auf Dritte zweifelsohne erfüllt. Denn 

damit hat der Beschuldigte geholfen, den durch die Vortat geschaffenen rechts-

widrigen Zustand aufrechtzuerhalten (vgl. BGE 101 IV 402 E. 2). Hinsichtlich des 

subjektiven Tatbestands verlangt die Hehlerei Vorsatz, was bedeutet, dass der 

Hehler im Moment seines Handelns mindestens um die Möglichkeit wissen muss, 

dass die Gegenstände deliktisch erlangt wurden und sie in Kauf nimmt. Im Rah-

men des Sachverhalts wurde erstellt, dass dem Beschuldigten bekannt war, dass 

M._____ auf Diebestour ging und die ihm überbrachten Gegenstände deliktischer 

Herkunft waren. Dass er die Gegenstände bewusst entgegennahm, ergibt sich 

schon daraus, dass er sie in seiner Wohnung, dem Wohnwagen oder dem Bank-

safe platzieren musste, was nicht unbewusst und unwillentlich von statten gehen 

konnte. 

7.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich derjenigen Neben-

dossiers und Positionen, bei welchen die deliktische Herkunft bewiesen werden 

konnte (vgl. oben Ziff. 6.3.3.) sowohl die objektiven als auch die subjektiven Tat-

bestandsmerkmale der Hehlerei in mehrfacher Tatbegehung erfüllt sind. Der Be-

schuldigte ist somit diesbezüglich der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 

Ziff. 1 Abs. 1 schuldig zu sprechen. 

7.5. Bei den im Einflussbereich des Beschuldigten sichergestellten Gegenständen 
bzw. Positionen derjenigen Nebendossiers, bei welchen keine Vortat bewiesen 

werden konnte und damit ein objektives Tatbestandsmerkmal fehlt, prüfte die Vor-

instanz das Vorliegen eines untauglichen Versuchs. Auf die von der Vorinstanz 

-   43   - 

aufgeführten Voraussetzungen kann verwiesen werden (Urk. 107 S. 44, Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

7.6. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte gestützt auf 
die Ausführungen zum Sachverhalt angenommen haben muss, dass auch die-

jenigen Gegenstände, betreffend welcher in diesem Verfahren keine Vortat be-

wiesen werden konnte, aus einem Vermögensdelikt stammten. Nachdem der Be-

schuldigte stets ausführte, sämtliche Ware von M._____ übernommen zu haben, 

ging er zweifelsohne davon aus, dass auch diese Ware gestohlen war. 

7.7. Damit ist der Beschuldigte zusätzlich wegen mehrfachen untauglichen Ver-

suchs zur Hehlerei im Sinne von Art. 160 Abs. 1 Ziff. 1 schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz prüfte eingangs zu ihrer Strafzumessung das anwendbare 
Recht auf welche theoretischen Ausführungen zu verweisen ist (Urk. 107 S. 45 f., 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Frei-

heitsstrafe von 24 Monaten, wobei sie ihm den teilbedingten Vollzug gewährte. 

Vorliegend sind die Schuldsprüche gegen den Beschuldigten zwar zu bestätigen, 

indessen wird erneut eine Verletzung des Beschleunigungsgebots zu beachten 

sein (vgl. nachfolgend). Bei dieser Ausgangslage wird die Strafe nicht über drei 

Jahre betragen (vgl. nachfolgend). Infolge der Möglichkeit der Gewährung des 

teilbedingten Vollzugs von Strafen zwischen einem und drei Jahren (Art. 43 StGB) 

erweist sich damit das seit 1. Januar 2007 geltende Sanktionenrecht als das mil-

dere, weshalb dieses zur Anwendung kommt. 

2. Die Vorinstanz hat die theoretischen Strafzumessungsgrundsätze unter Hin-

weis auf Art. 47 Abs. 1 StGB korrekt erwähnt und auch darauf hingewiesen, dass 

bei der Verschuldensbemessung zwischen der Tat- und Täterkomponente zu un-

terscheiden ist. Auf die entsprechenden Ausführungen ist zu verweisen (Urk. 107 

S. 47, Art. 82 Abs. 4 StPO). Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des ver-

schuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs (objektive 

Komponente), die Willensrichtung mit welcher der Täter gehandelt hat und die 

-   44   - 

Beweggründe des Beschuldigten (subjektive Komponente) zu berücksichtigen. 

Dagegen umfasst die Täterkomponente das Vorleben, die persönlichen Verhält-

nisse sowie das Verhalten des Täters nach der Tat und im Strafverfahren. Weiter 

ist festzuhalten, dass bei der Strafzumessung vorab der Rahmen festzulegen ist, 

innert welchem die Strafe festzusetzen ist. Sind mehrere Delikte zu beurteilen ist 

gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden. Dabei ist vom Delikt 

auszugehen, für welches das Gesetz die höchste Strafandrohung vorsieht. Dies 

ist vorliegend der Tatbestand der Hehlerei, welcher als Sanktion Freiheitsstrafe 

bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vorsieht (Art. 160 Ziff. 1 StGB). Der ordentliche 

Strafrahmen ist unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

mangels Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände nicht zu verlassen und die 

Strafe folglich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen (BGE 136 

IV 55). Demnach sind die mehrfache Tatbegehung bzw. die Deliktsmehrheit straf-

erhöhend und die versuchten Tatbegehungen innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens strafmindernd zu berücksichtigen. 

3. Es rechtfertigt sich infolge der Vielzahl der gleichartig begangenen vollendeten 

Hehlereien diese als Gruppe zu beurteilen und damit die Festsetzung einer Ein-

satzstrafe für die ganze Deliktsgruppe und nicht für jede einzelne Tat festzu-

setzen. Die dadurch ermittelte Einsatzstrafe ist im Hinblick auf die Sanktionierung 

der weiteren Delikte zu erhöhen. Dabei ist auch bezüglich der mehrfach versuch-

ten Hehlerei eine Gesamtbetrachtung angezeigt und entsprechend eine Delikts-

gruppe zu bilden. 

4. Mehrfache Hehlerei 

4.1. Tatkomponente 

4.1.1. Beim objektiven Tatverschulden fällt vorab die hohe Deliktszahl in Betracht 
wodurch eine ebenso grosse Zahl an Geschädigten resultiert. Weiter ist die gros-

se Menge an aufbewahrten und damit verheimlichten Gegenständen zu er-

wähnen, was auf ein routinemässiges Vorgehen schliessen lässt. Insgesamt ist 

von einem Deliktsbetrag von zehntausenden von Franken auszugehen. Der Be-

schuldigte hat auch den Aufwand nicht gescheut, die Gegenstände an diversen 

-   45   - 

Orten zu lagern. Schliesslich wird das Verschulden zusätzlich dadurch belastet, 

dass der Beschuldigte über einen längeren Zeitraum, nämlich rund zwei Jahre, 

mit M._____ zusammenarbeitete und von diesem Gegenstände übernahm. Die 

objektive Tatschwere ist damit als mittelschwer zu bezeichnen. 

4.1.2. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direkt-
vorsätzlich handelte und, nachdem ein längerer Tatzeitraum vorliegt, auch stets 

bereit war, diesen Vorsatz entsprechend aufrechtzuerhalten. Dadurch offenbarte 

der Beschuldigte einen hohen deliktischen Willen. Der Beschuldigte handelte aus 

eigenem Antrieb, wobei die Beweggründe infolge des fehlenden Geständnisses 

dafür nicht bekannt sind. Letztlich ist davon auszugehen, dass ein rein finanzielles 

Motiv den Beschuldigten zu den Taten veranlasste. 

4.1.3. Zusammenfassend lässt die subjektive Tatkomponente die objektive Tat-

schwere nicht in milderem Licht erscheinen. Damit ist für die Deliktsgruppe der 

mehrfachen vollendeten Hehlerei eine Einsatzstrafe von 32 Monaten festzu-

setzen. 

5. Mehrfach versuchte Hehlerei (untauglicher Versuch) 

5.1. Bezüglich dieser Deliktsgruppe ist von Bedeutung, dass der Beschuldigte oh-
ne Skrupel eine Vielzahl von Gegenständen entgegennahm und bei sich an ver-

schiedenen Orten lagerte, obwohl er davon ausging, dass diese aus einer straf-

baren Handlung stammten, was freilich nicht erstellt werden konnte. Der Beschul-

digte nahm indessen die diversen Gegenstände von M._____ entgegen, von dem 

er erwiesenermassen wusste, dass er Diebstähle begeht. Dabei war es dem Be-

schuldigten von der Art der Gegenstände her nicht möglich, diese nach legaler 

oder illegaler Herkunft zu unterscheiden. Somit überliess es der Beschuldigte dem 

Zufall, ob er Gegenstände deliktischer Herkunft oder legal erworbene Ware über-

nahm. 

5.2. Damit liegt bezüglich dieser Deliktsgruppe nach wie vor ein gewichtiges Ver-
schulden des Beschuldigten vor. Die hypothetische Einsatzstrafe von 32 Monaten 

-   46   - 

ist damit auch unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips noch deutlich zu 

erhöhen. 

6. Drohung 

6.1. Zur objektiven Tatschwere ist anzumerken, dass eine Todesdrohung unter 

Einsetzung einer Waffe zweifelsohne schwer wiegt. Der Beschuldigte brachte die 

Waffe denn auch physisch mit der Privatklägerin in Kontakt, indem er ihr die Waf-

fe in den Mund hielt. Erschwerend wirkt sich weiter aus, dass der Beschuldigte 

um die bereits vorhandene psychisch angeschlagene Gesundheit der Privat-

klägerin wusste und sie dennoch bedrohte. Damit liess der Beschuldigte eine 

massgebliche kriminelle Energie erkennen. Das objektive Tatverschulden ist da-

mit als erheblich zu bezeichnen. 

6.2. Auch diese Tat beging der Beschuldigte direktvorsätzlich. Allerdings machte 

er für den Zeitpunkt der Drohung geltend, selber unter einer psychischen Be-

lastung gestanden zu haben, nachdem die Privatklägerin bestrebt gewesen sei, 

ihm die Kinder vorzuenthalten. Mitunter kann dem Beschuldigten diesbezüglich, 

zumal Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit nicht vor-

liegen, einzig zugute gehalten werden, dass er nicht planmässig vorging und sich 

wohl von einem Impuls leiten liess, was allerdings die objektive Tatschwere le-

diglich in minimem Umfang milder erscheinen lässt. 

6.3. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die oben aufgeführte  
hypothetische Einsatzstrafe spürbar zu erhöhen. 

7. Begünstigung 

7.1. Hinsichtlich dieses Delikts ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Be-

schuldigte seinen Bekannten K._____ massgeblich bei der Flucht unterstützte in-

dem er ihm die Gelegenheit bot, sich der Handfesseln zu entledigen. Auch bei 

dieser Tat ist dem Beschuldigten direktvorsätzliches Handeln anzulasten, was er-

neut sein bewusster Entscheid, sich nicht gesetzeskonform zu verhalten zeigt und 

er offenbar versuchte, alles zu unternehmen, um die deliktische Tätigkeit um 

K._____, M._____ und ihn selber zu verbergen.  

-   47   - 

7.2. Insgesamt ist das Verschulden betreffend diese Tat als nicht mehr leicht zu 

beurteilen. Es rechtfertigt sich in Anwendung des Asperationsprinzips eine merk-

liche Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe vorzunehmen. 

8. Mehrfaches Vergehen gegen das Waffengesetz 

8.1. Bezüglich dieses Delikts fällt im Hinblick auf das objektive Tatverschulden die 
mehrfache Tatbegehung ins Gewicht. Zudem hat er eine der Waffen zur Be-

gehung der Drohung benützt und damit seine Bereitschaft zum Gebrauch der 

Waffen gezeigt. Auch bezüglich dieses Gesetzesverstosses liegt direktvorsätzli-

ches Handeln des Beschuldigten vor.  

8.2. Das Verschulden bezüglich dieses Delikts ist somit ebenfalls als nicht mehr 
leicht einzustufen. In Anwendung des Asperationsprinzips ist lediglich eine leichte 

Erhöhung der Einsatzstrafe vorzunehmen. 

9. Täterkomponente 

9.1. Der Beschuldigte gab im Rahmen der Strafuntersuchung zu seiner Person 

Auskunft (Urk. 22.08). Der Beschuldigte wuchs in Serbien bei seinem Onkel