# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 518a6060-a157-55f7-ae5e-f8f3e8b01213
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2018 E-4781/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4781-2017_2018-08-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4781/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Katarina Socha,  

Caritas Schweiz,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung und Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Juli 2017 / N (…). 

 

 

 

E-4781/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben am (…) Oktober 2012 in Richtung Sudan. Am 12. Juli 2015 reiste sie 

per Flugzeug von B._______ nach C._______. Am 13. Juli 2015 gelangte 

sie in die Schweiz und suchte einen Tag später um Asyl nach. Am 16. Juli 

2015 wurde sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum zur Person befragt 

(BzP). Die Vorinstanz hörte sie am 16. März 2017 einlässlich zu ihren Asyl-

gründen an. 

Dabei führte die Beschwerdeführerin aus, sie stamme aus D._______ und 

habe dort zuletzt zusammen mit ihren Geschwistern gelebt. Nach der  

11. Klasse habe sie die Schule abgebrochen, da sie nicht nach Sawa habe 

gehen wollen. Danach habe sie verschiedene Kurse absolviert und in einer 

(…) gearbeitet. 

Grund für ihre Ausreise sei ihre Zugehörigkeit zur Pfingstgemeinde gewe-

sen. Im Jahr (…) habe sie zusammen mit gläubigen Brüdern das Neujahr 

gefeiert. Die Gruppenführer seien anlässlich dieser Veranstaltung festge-

nommen und inhaftiert worden. Eine ihrer Arbeitskolleginnen habe einen 

Brief von den Inhaftierten erhalten. Diesen habe sie in einer (…) an ihrem 

Arbeitsplatz aufbewahrt. Eines Tages habe der Vorgesetzte, welcher ge-

gen ihren Glauben sei, den Brief gefunden und sei daraufhin sehr wütend 

geworden. Ihr Name sei ebenfalls in diesem Brief erwähnt worden. Ihre 

Arbeitskollegin habe aus Furcht, der Vorgesetzte könnte sie bei den Be-

hörden verraten, die Arbeitsstelle verlassen und sei in den Sudan gereist. 

Sie – die Beschwerdeführerin – habe Angst bekommen und sei ebenfalls 

ausgereist. In Eritrea sei es nicht möglich, den Glauben frei auszuüben. 

Zudem habe sie sich aus Angst vor Razzien und einem damit einherge-

henden Einzug in den Militärdienst verstecken müssen. 

B.  

Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Den zustän-

digen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. August 2017 erhob die Beschwerdeführerin beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung der 

Vorinstanz sei in den Ziffern 3 und 4 aufzuheben, es sei die Unzulässigkeit, 

E-4781/2017 

Seite 3 

Unzumutbarkeit und die Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung fest-

zustellen und als Folge davon die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Prozess-

führung und die amtliche Verbeiständung zu gewähren.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. August 2017 forderte die Instruktionsrich-

terin die Rechtsvertreterin auf, innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung 

eine schriftliche Vollmacht einzureichen. Dieser Aufforderung kam die 

Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 4. September 2017 fristgerecht nach. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. September 2017 hiess die Instruktions-

richterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und amtliche Verbeiständung gut und verzichtete auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die verfügte 

Wegweisung und der Vollzug der Wegweisung. Die Ziffern 1 (Ablehnung 

des Asylgesuchs) und 2 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft) der Ver-

fügung vom 27. Juli 2017 sind daher mangels Anfechtung in Rechtskraft 

erwachsen. 

E-4781/2017 

Seite 4 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein Rechtsmittel, das durch einen Ko-

ordinationsentscheid des Bundesverwaltungsgerichts (E-5022/2017 vom 

10. Juli 2018, zur Publikation als Referenzurteil vorgesehen) offensichtlich 

unbegründet geworden ist. Das Urteil ist deshalb nur summarisch zu be-

gründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das 

Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. 

5.2  Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen (BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung 

wurde demnach zu Recht angeordnet. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 In der Rechtsmitteleingabe führt die Beschwerdeführerin aus, der Weg-

weisungsvollzug sei angesichts der ihr in Eritrea drohenden Einziehung in 

den Nationaldienst unzulässig beziehungsweise unzumutbar. Sie macht 

insbesondere geltend, der vom SEM angeordnete Vollzug verletze ihre 

durch Art. 3 und 4 EMRK geschützten Menschenrechte. 

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Seite 5 

7.2 Aufgrund des Alters der Beschwerdeführerin – bei ihrer Ausreise aus 

Eritrea und im heutigen Zeitpunkt – erscheint ihre Befürchtung, bei einer 

Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, als plausibel (vgl. 

zur eritreischen Musterungspraxis auch das Referenzurteil D-2311/2016 

vom 17. August 2017, E. 13.2–13.4). 

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit dem Koordinationsent-

scheid E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 (zur Publikation als Referenzurteil 

vorgesehen) mit den Fragen befasst, ob der Vollzug der Wegweisung auch 

angesichts einer drohenden Einziehung in den eritreischen Nationaldienst 

als zulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) quali-

fiziert werden könne. Beides hat das Gericht nach einer ausführlichen Aus-

wertung der zur Verfügung stehenden Länderinformationen mit den folgen-

den Erwägungen bejaht: 

8.2 Die Verpflichtung eritreischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, Na-

tionaldienst zu leisten, kann nach Auffassung des Gerichts nicht als Aus-

übung quasi eigentumsrechtlicher Befugnisse durch den eritreischen Staat 

bezeichnet werden. Zudem kann, auch wenn der Nationaldienst formal 

nicht befristet ist und sich teilweise über Jahre erstreckt, nicht von jenem 

dauerhaften Zustand ausgegangen werden, der für die Annahme von Leib-

eigenschaft vorausgesetzt wäre. Beim eritreischen Nationaldienst handelt 

es sich demnach weder um Sklaverei noch um Leibeigenschaft im Sinn 

von Art. 4 Abs. 1 EMRK (vgl. a.a.O. E. 6.1 insbes. 6.1.4). 

8.3 In seiner heutigen Ausgestaltung (namentlich angesichts seiner Zweck-

entfremdung als Mittel zur Arbeitskraftbeschaffung für das gesamte Wirt-

schaftssystem und der unabsehbaren Dauer) kann der eritreische Natio-

naldienst nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts zwar nicht als 

"übliche Bürgerpflicht" im Sinn von Art. 4 Abs. 3 Bst. d EMRK verstanden 

werden. Die Bedingungen im Nationaldienst sind folglich grundsätzlich als 

Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu qualifizieren. Für die An-

nahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs reicht diese Ein-

schätzung jedoch nicht aus. Vielmehr wäre hierfür erforderlich, dass durch 

die Einziehung das ernsthafte Risiko einer flagranten Verletzung von Art. 4 

Abs. 2 EMRK bestünde, der eritreische Nationaldienst mithin diese Bestim-

mung ihres essenziellen Inhalts berauben würde. Eine solche Situation 

liegt indessen – auch unter Berücksichtigung der Dienstdauer, der niedri-

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Seite 6 

gen Besoldung und der Berichte über Misshandlungen und Übergriffe wäh-

rend der Dienstzeit – nach Auffassung des Gerichts nicht vor (vgl. a.a.O. 

E. 6.1 insbes. 6.1.5). 

8.4 In der Folge befasste sich das Bundesverwaltungsgericht in seinem 

Koordinationsentscheid mit der Frage, ob bei einer Rückkehr nach Eritrea 

aufgrund der Verhältnisse im Nationaldienst oder im Zusammenhang mit 

einer allfälligen Inhaftierung – beispielsweise aufgrund einer illegalen Aus-

reise – eine Verletzung des konventionsrechtlichen Verbots von Folter oder 

unmenschlicher Behandlung (Art. 3 EMRK) drohen könnte. Auch in diesem 

Zusammenhang ging das Gericht davon aus, dass in Eritrea Misshandlun-

gen und sexuelle Übergriffe während der Dienstzeit oder im Fall einer In-

haftierung nicht derart flächendeckend sind, dass jede nach Eritrea zurück-

kehrende dienstpflichtige Person dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, 

selbst solche Übergriffe zu erleiden. Es besteht daher auch insoweit kein 

ernsthaftes Risiko von Folter oder einer unmenschlichen Behandlung (vgl. 

a.a.O. E. 6.1 insbes. 6.1.6 und E. 6.1.8). 

8.5 Abschliessend stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die  

drohende Einziehung in den eritreischen Nationaldienst mangels einer  

hinreichend konkreten Gefährdung auch nicht generell zur Feststellung der 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG 

führt (vgl. a.a.O. E. 6.2). 

9.  

9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

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Seite 7 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Nachdem rechts-

kräftig festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfüllt, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. 

Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach 

unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

9.3 Nach dem oben Ausgeführten stehen – selbst wenn die Beschwerde-

führerin bei ihrer Rückkehr nach Eritrea in den Nationaldienst eingezogen 

würde – einerseits das Verbot der Sklaverei und der Leibeigenschaft (Art. 4 

Abs. 1 EMRK) dem Vollzug seiner Wegweisung nicht entgegen. Anderer-

seits ist aufgrund der verfügbaren Quellen auch nicht davon auszugehen, 

es bestehe generell das ernsthafte Risiko einer krassen Verletzung des 

Verbots der Zwangs- und Pflichtarbeit während des Nationaldiensts (Art. 4 

Abs. 2 EMRK). 

9.4 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte für die Annahme, die 

Beschwerdeführerin müsste bei einer Rückkehr in den Heimatstaat dort mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung befürchten. Auch die problematische 

allgemeine Menschenrechtssituation in Eritrea lässt den Wegweisungsvoll-

zug zum heutigen Zeitpunkt praxisgemäss nicht als unzulässig erscheinen. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der Vollzug der Wegweisung sei 

unzulässig, da sie Mitglied der Pfingstgemeinde sei, ist festzuhalten, dass 

die Vorinstanz die Mitgliedschaft der Beschwerdeführerin als nicht glaub-

haft erachtete. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden und es erübrigt sich auf die weiteren Ausfüh-

rungen in der Beschwerde einzugehen, da sie der Auffassung der Vor- 

instanz nichts Stichhaltiges entgegenhält. 

9.5 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin erweist sich da-

mit – sowohl im Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen – als zulässig. 

  

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Seite 8 

10.  

10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

10.2 Wie oben dargelegt, vermag eine bevorstehende Einziehung in den 

eritreischen Nationaldienst allein nicht zur Annahme einer existenziellen 

Gefährdung zu führen. 

10.3 Im Urteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 (als Referenzurteil publi-

ziert) hatte sich das Bundesverwaltungsgericht ausführlich mit der Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea beschäftigt. Dabei kam es 

nach Auswertung der zur Verfügung stehenden Quellen zum Schluss, an-

gesichts der dokumentierten Verbesserungen in der Nahrungsmittel- und 

Wasserversorgung, im Bildungswesen sowie im Gesundheitssystem Erit-

reas sei die frühere Praxis, wonach eine Rückkehr nur bei begünstigenden 

individuellen Umständen zumutbar sei (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-

gen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2005 Nr. 12), nicht länger berechtigt. Angesichts der schwierigen allgemei-

nen – und insbesondere wirtschaftlichen – Lage des Landesmüsse bei Vor-

liegen besonderer individueller Umstände aber nach wie vor von einer 

Existenzbedrohung ausgegangen werden. Die Frage der Zumutbarkeit 

bleibe daher im Einzelfall zu beurteilen (vgl. Referenzurteil D-2311/2016 

E. 17.2). 

10.4 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine junge Frau, die 

keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend gemacht hat. Beson-

dere individuelle Umstände, aufgrund derer bei einer Rückkehr nach Erit-

rea, wo ihre Geschwister und weitere Verwandte leben, von einer existen-

ziellen Bedrohung ausgegangen werden müsste, sind den Akten nicht zu 

entnehmen.  

10.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

11.  

Die zwangsweise Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea 

ist zurzeit generell nicht möglich. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr 

steht jedoch praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs entgegen. Es obliegt daher der Beschwerdeführerin, 

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Seite 9 

sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rück-

kehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG 

und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12).  

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

besteht nach dem Gesagten kein Anlass. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

14.  

14.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung wurde jedoch mit Zwischenverfügung 

vom 11. September 2017 gutgeheissen. 

14.2 Die Erfolgsaussichten respektive die Aussichtslosigkeit einer Be-

schwerde (gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist mit Bezug auf den Zeitpunkt 

der Einreichung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege zu beurtei-

len (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.3 und EMARK 2000 Nr. 6 E. 9, je m.w.H.; 

zuletzt E-2349/2018 E. 13.2 vom 26. Juli 2018). Zu diesem Zeitpunkt war 

die Beschwerde nicht aussichtslos. Die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung ist deshalb nicht zu widerrufen, zumal den Akten auch 

keine Hinweise auf eine massgebende Veränderung der finanziellen Ver-

hältnisse zu entnehmen sind. Es sind daher keine Verfahrenskosten zu er-

heben. 

14.3 Mit Zwischenverfügung vom 11. September 2017 wurde der Be-

schwerdeführerin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und 

MLaw Katarina Socha als amtliche Vertreterin eingesetzt. Die Rechtsver-

treterin macht in der Rechtsmitteleingabe einen Aufwand von 5 Stunden zu 

einem Stundenansatz von Fr. 194.40 (inkl. MwSt.) und Auslagen in der 

Höhe von Fr. 54.– geltend. Der zeitliche Aufwand erscheint angemessen, 

wobei von einem Stundenansatz von Fr. 150.– auszugehen ist (vgl. Zwi-

schenverfügung vom 11. September 2017). Nicht zu entschädigen ist die 

geltend gemachte einmalige Pauschale von Fr. 54.– für Auslagen, da vom 

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Seite 10 

Gericht nur effektiv ausgewiesene Kosten entschädigt werden. Das vom 

Bundesverwaltungsgericht zu entrichtende Honorar ist demzufolge auf  

Fr. 807.75 (inkl. MwSt.) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4781/2017 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der als amtlichen Rechtsbeiständin eingesetzten MLaw Katarina Socha 

wird vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar von Fr. 807.75 ausgerich-

tet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

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