# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7ac7d12-7210-506e-84fc-d860a005f008
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.12.2023 LC230028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC230028_2023-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC230028-O/U 
damit vereinigt Geschäfts-Nr. LC230036-O 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. E. Pahud 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw J. Camelin Nagel 

Beschluss und Urteil vom 12. Dezember 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte 1, Erstberufungsbeklagte 1 und Zweitberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagter 2, Erstberufungsbeklagter 2 und Zweitberufungsbeklagter 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligter und Erstberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Abänderung des Scheidungsurteils  
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des Bezirks-
gerichtes Zürich vom 29. Juni 2023; Proz. FP220033 
 
 

Rechtsbegehren: 

Antrag der KESB Winterthur-Andelfingen (act. 1 S. 5): 
"Beim Bezirksgericht Zürich wird die Neuregelung der elterlichen Sorge 
von A._____ und B._____ über C._____ beantragt (Art. 134 Abs. 1 
ZGB)." 

Rechtsbegehren der Beklagten 1, Erstberufungsbeklagten 1 und 
Zweitberufungsklägerin (act. 26 S. 2; act. 78 S. 1 f.): 

1. Es sei der Sohn C._____, geb. tt. mm. 2010, unter die alleinige 
Obhut der Beklagten 1 zu stellen. 

2. Es sei der Beklagten 1 die alleinige elterliche Sorge für den Sohn 
C._____ zuzuweisen. 

3. Der Beklagte 2 sei zu verpflichten, für den Sohn C._____ monatli-
che Unterhaltsbeiträge von CHF 1'150.00 zu bezahlen (zzgl. Fa-
milienzulagen), zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines 
jeden Monats, ab Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagte 
1. 

4. Es sei der jeweilige Arbeitgeber des Beklagten und / oder die So-
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), Röntgen-
strasse 17, Postfach, 8087 Zürich, anzuweisen, vom monatlichen 
Einkommen und/oder der monatlichen Invalidenrente des Beklag-
ten 2 jeweils monatlich CHF 1'150.00 für Unterhalt für C._____ di-
rekt an die Beklagte 1 zu überweisen. 

5.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MwSt., zu-
lasten der Beklagten. 

Ursprüngliches Rechtsbegehren des Beklagten 2, Erstberufungsbe-
klagten 2 und Zweitberufungsbeklagten gemäss Stellungnahme vom 
28. Mai 2022 (act. 9 S. 8 sinngemäss): 
Es sei dem Vater die alleinige Obhut, das alleinige Sorgerecht und das 
alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._____ zuzuteilen. 

Angepasstes Rechtsbegehren des Beklagten 2, Erstberufungsbeklag-
ten 2 und Zweitberufungsbeklagten gemäss Klageantwort (act. 24 
S. 2): 
1. Es sei festzustellen, dass bei C._____ keine "strukturelle Verwahr-

losung" vorliege. 

- 3 - 

2. Dem Vater sei die alleinige Obhut zuzuteilen. 
3. Dem Vater sei das alleinige Aufenthalts[bestimmungs]recht zuzu-

teilen. 
4. Dem Vater sei das alleinige Sorgerecht zuzuteilen. 
5. Die Verbeiständung von C._____ sei aufzuheben. 
6. Alle Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Verfahrens zu Las-

ten der KESB und der Kindesmutter. 
7. Die Kindesmutter sei zu einem pauschalen monatlichen Unkosten-

beitrag (Alimente für C._____) von CHF 500.– oder nach Ermes-
sen des Gerichtes zu verpflichten. 

8. Der Kindesvater sei für den entstandenen Aufwand angemessen 
zu entschädigen. 

Angepasstes Rechtsbegehren des Beklagten 2, Erstberufungsbeklag-
ten 2 und Zweitberufungsbeklagten gemäss Duplik (act. 80 S. 2 f.):  
[1.-2. …] 
 3.1. C._____ sei nicht gegen seinen Willen zu zwingen, Vollzeit bei 

seiner Mutter zu leben. 
 3.2. Es sei das Kind C._____, geb. tt. mm. 2010, bis auf Weiteres, je-

doch mindestens bis Ende Schuljahr / Sommerferien 2023 unter 
die Obhut und Betreuung von D._____ zu stellen.  

 Eventualiter sei das Kind C._____, geb. tt. mm. 2010, für die 
Dauer der Abklärungen, jedoch mindestens bis Ende Schuljahr / 
Sommerferien 2023 unter Mitspracherecht von C._____ unter die 
Obhut einer Pflegefamilie gemäss Vorschlag von Beiständin 
E._____ zu stellen. C._____ sind 2-3 Familien zur Auswahl vor-
zustellen. 

 4.  Die Betreuung sei wie folgt zu regeln: 
 a) C._____ wird bis auf weiteres durch D._____ betreut und soll 

weiterhin in G._____ zur Schule gehen können. Der Vater wird 
bei der Oma oder in der Nähe wohnen und steht wie auch die 
Oma für Besuche von C._____ jederzeit zur Verfügung. 

  Eventualiter: C._____ wird bis auf weiteres durch eine Pflege-
familie gemäss Vorschlag von Beiständin E._____ betreut. 
Wenn immer möglich in G._____, so dass er nicht schon wie-
der seinen Freundeskreis verliert. 

 b) Wochenendregelung: 
  Die Wochenenden verbringt C._____ wie in den letzten zwei 

Jahren gelebt, abwechselnd bei seinem Vater und seiner Mut-
ter. C._____ soll das Recht gewährt werden, Termine gemäss 

- 4 - 

seinen Bedürfnissen & Hobbies in Absprache mit den Eltern zu 
schieben. 

 c) Die Schulferien verbringt C._____ gemäss seinen eigenen 
Wünschen und in Absprache mit den Eltern, jedoch mindes-
tens je 2 Wochen bei seinen Eltern. In ungeraden Kalenderjah-
ren hat die Mutter erste Wahl ihrer zwei Wochen, in geraden 
der Vater. 

  Meldet die Mutter kein Interesse an weiteren gemeinsamen Fe-
rien mit C._____ an, verbringt er diese wie bisher beim Vater, 
unter Umständen auch bei der Pflegemutter. 

5.1. Die Mutter sei zu verpflichten, an die Betreuung und die Erzie-
hung von C._____ einen vom Gericht zu bestimmenden pauscha-
len monatlichen Unterhaltsbeitrag von mindestens CHF 500.00 zu 
entrichten, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 
Sollte sie dies nicht leisten können, so hat sie beim Sozialamt ei-
ne Kostenübernahmegarantie zu beantragen. Der Vater einigt 
sich mit D._____ bilateral über die Übernahme weiterer Kosten. 
Krankenkasse und alle Gesundheitskosten werden im Gegenzug 
vom Vater übernommen. 

5.2. Die Parteien seien im Übrigen zu verpflichten, alle im Zusam-
menhang mit der Betreuung und Erziehung des Kindes entste-
henden Kosten während ihrer Betreuungszeit selber zu tragen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zulas-
ten der Mutter. 

 

Urteil des Einzelgerichtes: 

1. Dispositiv Ziffern 2, 3 und 4/1-3 des Scheidungsteilurteils des Bezirksge-

richts Zürich vom 16. Dezember 2020 werden aufgehoben und durch fol-

gende Fassungen ersetzt: 

"2. Die elterliche Sorge für den Sohn C._____, geboren am tt. mm. 2010, 
wird der Mutter/Beklagten 1 allein übertragen. 

 3. Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt. mm. 2010, wird der 
Mutter/Beklagten 1 übertragen.  

 4./1. C._____ hat seinen zivilrechtlichen Wohnsitz bei der Mutter/Beklagten 
1. 

 4./2. Der Vater/Beklagte 2 ist berechtigt und verpflichtet, den Sohn C._____ 
wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen:  

- 5 - 

- an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Samstagmorgen, 9.00 
Uhr bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,  

- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neu-
jahr  

- in Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag bis Ostermontag 
und in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingstsamstag bis 
Pfingstmontag; das auf diese Feiertagsbetreuung durch den Vater 
folgende Wochenende verbringt der Sohn bei der Mutter, womit die 
abwechselnde Wochenendbetreuung weitergeführt wird, 

- während sechs Wochen Ferien pro Jahr, wovon maximal zwei Wo-
chen am Stück durchgeführt werden können. 

  Der Besuchsplan und die Ferienzeiten sind zu Beginn des Jahres mit 
der Beistandschaft festzulegen. Diese Pläne sind verbindlich und kön-
nen nur im gegenseitigen Einverständnis abgeändert werden. 

  Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach Ab-
sprache mit der Beistandschaft bleiben vorbehalten. 

 4./3.  Der Vater/Beklagte 2 wird verpflichtet, der Mutter/Beklagten 1 an den 
Unterhalt und die Erziehung des Sohnes folgende Kinderunterhaltsbei-
träge, zuzüglich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu 
bezahlen: 

CHF 1'319.- ab 1. April 2023 bis zum ordentlichen Abschluss einer an-
gemessenen Ausbildung des Sohnes (auch über die Volljährigkeit hin-
aus). 

  Die Unterhaltsbeiträge sind an die Mutter/Beklagte 1 zahlbar, und zwar 
monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die 
Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das 
Kind im Haushalt der Mutter/Beklagten 1 lebt und keine eigenen An-
sprüche gegenüber dem Vater/Beklagten 2 stellt bzw. keinen anderen 
Zahlungsempfänger bezeichnet. 

  Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge basiert auf folgenden Grundla-
gen:  

- Erwerbseinkommen Mutter/Beklagte 1 (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg-
lich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer Er-
werbstätigkeit von 80%): CHF 4'700.- netto; 

- Erwerbseinkommen Vater/Beklagter 2 (exkl. 13. Monatslohn, zuzüg-
lich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, bei einer Er-
werbstätigkeit von 100%, hypothetisch): CHF 4'500.- netto; 

- Vermögen Beklagte 1: CHF 0.-; 

- Vermögen Beklagter 2: CHF 0.-; 

- Bedarf Beklagte 1: CHF 2'754.-; 

- 6 - 

- Bedarf Sohn C._____: CHF 1'461. - 

- Bedarf Beklagter 2: CHF 2'962.-. 

  Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumen-
tenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Mai 2023 von 
106.3 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jeweils 
auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2024, 
dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-
sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:  

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

106.3 

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich 
ihr Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die 
Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommensstei-
gerung angepasst. 

Fällt der Index unter den Stand von Ende Mai 2023, berechtigt dies 
nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge." 

2. Dispositiv Ziffer 5 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

16. Dezember 2020 wird ergänzt, indem dem Beistand/der Beiständin fol-

gende zusätzliche Aufgaben übertragen werden: 

− Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts sowie 

deren Überwachung, z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprä-

chen mit den Eltern über den Verlauf der Besuche;  

− Festlegung des Besuchsplans und der Ferienzeiten zu Beginn jeden 

Jahres;  

− Beratung der Mutter bei allenfalls notwendigen schulischen Förder- 

massnahmen und Hilfe bei der Organisation einer psychotherapeuti-

schen Unterstützung für C._____;  

− Prüfung der Abläufe im Besuchsrecht und rasches Eingreifen bei allfäl-

ligen Störungen;  

− Begleitung allfälliger telefonischer Kontakte zwischen dem Beklagten 2 

und C._____ bei diesbezüglichen Streitigkeiten.  

3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

- 7 - 

CHF 9'000.00 die weiteren Gerichtskosten betragen  

CHF 12'968.50 Erziehungsfähigkeitsgutachten 

CHF 1'766.30 Krisenintervention Schweiz 

 
4. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten 2 auferlegt. 

5. Der Beklagte 2 wird verpflichtet, der Beklagten 1 eine Parteientschädigung 

in der Höhe von CHF 10'000.- (zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezah-

len. 

6. (Mitteilung) 

7. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

des Verfahrensbeteiligten und Erstberufungsklägers (act. 114 S. 2 ff.): 
 

"1.  In Abänderung von Dispositivziffer 1. 4/2 des Urteils des Bezirks-
gerichtes Zürich vom 29. Juni 2023 (FP220033-L) sei der Va-
ter/Berufungsbeklagte für berechtigt zu erklären, den Sohn 
C._____/Berufungskläger bis Ende 2023 einmal im Monat im 
Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs bzw. einer sozialpäda-
gogischen Familienbegleitung für die Dauer von maximal vier 
Stunden zu treffen. Ab dem 1. Januar 2024 sei der Va-
ter/Berufungsbeklagte unter der Bedingung, dass sein Wohnort 
den Behörden bekannt ist wie folgt für berechtigt und verpflichtet 
zu erklären, den Sohn C._____/Berufungskläger auf eigene Kos-
ten zu betreuen: 
- an einem Wochenende im Monat von Samstagmorgen, 09 Uhr 
bis Sonntagabend, 18 Uhr, sofern dies im Interesse von C._____ 
und er damit einverstanden ist. 
- während zwei einzelnen Wochen Ferien pro Jahr, sofern dies im 
Interesse von C._____ und er damit einverstanden ist. 
Der Vater/Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Beistand-
schaft spätestens per Ende 2023 seinen Wohnort bekanntzuge-
ben. Alsdann seien der Besuchsplan und die Ferienzeiten zu Be-
ginn des Jahres mit der Beistandschaft festzulegen. Diese Pläne 
sind für die Eltern/Berufungsbeklagten grundsätzlich verbindlich 

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und können von ihnen nur im gegenseitigen Einverständnis ab-
geändert werden. 
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach 
Absprache mit der Beistandschaft und C._____/dem Berufungs-
kläger bleiben vorbehalten. 
Der Vater/Berufungsbeklagte sei zudem dahingehend anzuwei-
sen, jegliche Kontaktaufnahme mit C._____/dem Berufungskläger 
per Mobiltelefon/WhatsApp/via andere soziale Netzwerke 
und/oder Messengerdienste von seiner Seite her zu unterlassen. 

2.  In Ergänzung von Dispositivziffer 2. des Urteils des Bezirksgerich-
tes Zürich vom 29. Juni 2023 (FP220033-L) seien der Beiständin 
zu den genannten zusätzlichen Aufgaben zudem folgende Aufga-
ben zu übertragen: 
- Organisation und Festlegung der Modalitäten der begleiteten 
Besuche 
- Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie in re-
gelmässigen Abständen die Einhaltung und die Durchführung der 
Besuche bei den Mitarbeitenden des Besuchstreffs bzw. der sozi-
alpädagogischen Familienbegleitung in Erfahrung bringt 
- rasches Eingreifen, sollte der Vater/Berufungsbeklagte uner-
wünschte Kontakte zu C._____/dem Berufungskläger herstellen 
via Mobiltelefon/ WhatsApp/via andere soziale Netzwerke 
und/oder Messengerdienste. 

3.  (unentgeltliche Rechtspflege) 
4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten 

der Berufungsbeklagten" 
 
der Beklagten 1, Erstberufungsbeklagten 1 und Zweitberufungsklägerin 
(act. 124/114 S. 2; s.a. act. 121 S. 2): 
 

"1.  Es sei Dispositiv Ziff. 1./4./2. des angefochtenen Urteils aufzuhe-
ben und wie folgt neu zu fassen: 
Der Vater/Beklagte 2 ist berechtigt, den Sohn C._____ einmal im 
Monat im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs bzw. einer so-
zialpädagogischen Familienbegleitung für die Dauer von maximal 
vier Stunden zu treffen. 

2.  Es sei Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Urteils aufzuheben 
und wie folgt neu zu fassen: 
Dispositiv Ziffer 5 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts 
Zürich vom 16. Dezember 2020 wird geändert bzw. ergänzt, in-
dem dem Beistand/der Beiständin insgesamt folgende Aufgaben 
übertragen werden: 

- 9 - 

 - Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung der Sorge-
rechts- und Obhutsregelung sowie deren Überwachung; 

 -  Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten den Sohn 
betreffend; 

 -  Organisation und Festlegung der Modalitäten der begleiteten 
Besuche; 

 -  Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie in 
regelmässigen Abständen die Einhaltung und die Durchfüh-
rung der Besuche bei den Mitarbeitenden des Besuchstreffs 
bzw. der sozialpädagogischen Familienbegleitung in Erfah-
rung bringt. 

3.  Es sei Dispositiv Ziff. 5 des angefochtenen Urteils wie folgt neu zu 
fassen: 
Der Beklagte 2 wird verpflichtet, der Beklagten 1 eine Parteient-
schädigung in der Höhe von CHF 13'509.40 (zuzüglich 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

4.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MwSt., zu-
lasten des Beklagten 2." 

 

Erwägungen: 

I. 

1. A._____ (Beklagte 1, Erstberufungsbeklagte 1 und Zweitberufungsklägerin; 

fortan: Beklagte 1) und B._____ (Beklagter 2, Erstberufungsbeklagter 2 und 

Zweitberufungsbeklagter; fortan: Beklagter 2) waren verheiratet und haben einen 

gemeinsamen Sohn, C._____, geb. tt. mm. 2010 (Verfahrensbeteiligter und Erst-

berufungskläger; fortan: C._____ oder Verfahrensbeteiligter).  

2. Die Ehe der Beklagten 1 und 2 wurde mit Teilurteil des Bezirksgerichts Zü-

rich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 16. Dezember 2020 geschieden. C._____ 

wurde unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Beklagten 1 und 2 belassen 

und die Obhut für C._____ wurde ihnen mit wechselnder Betreuung übertragen. 

Im Übrigen wurde die Teilvereinbarung vom 28. Mai 2019 über die Scheidungs-

folgen genehmigt. Demgemäss hatte C._____ seinen zivilrechtlichen Wohnsitz 

beim Vater, wo er auch eingeschult war. Die Mutter betreute C._____ jedes Wo-

chenende von Freitag nach Schulschluss bis Sonntag 20.00 Uhr, der Vater be-

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treute C._____ in der übrigen Zeit. Beide Parteien waren berechtigt, mit C._____ 

pro Kalenderjahr je fünf Wochen Ferien während den Schulferien zu verbringen. 

Zudem wurde für C._____ eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 

ZGB errichtet (act. 28/108). Mit Urteil vom 7. Juli 2022 wurde alsdann die Schei-

dungsteilvereinbarung betreffend Güterrecht vom 6. Juli 2022 genehmigt (act. 

28/180). 

3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirke Winterthur und Andel-

fingen (KESB) beantragte im Rahmen eines Entscheids vom 26. April 2022 beim 

Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht (Vorinstanz) gestützt auf 

Art. 134 Abs. 1 ZGB die Neuregelung der elterlichen Sorge sowie die Anordnung 

einer Kindesvertretung (act. 1). Die Vorinstanz eröffnete in der Folge ein Verfah-

ren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils, wies der KESB die Klägerin-

nenstellung zu, bestellte für C._____ eine Kindesvertretung und führte am 5. Sep-

tember 2022 eine Einigungsverhandlung durch (act. 1 ff.; Prot. S. 5 f.). Da eine 

Einigung nicht erzielt werden konnte, holte die Vorinstanz bei den Beklagten je ei-

ne Klageantwort und bei der Kindesvertreterin eine Stellungnahme ein (vgl. act. 

23; act. 24; act. 26). Mit Verfügung vom 7. November 2022 bewilligte die Vo-

rinstanz der Beklagten 1 teilweise die unentgeltliche Rechtspflege (act. 29). Am 

17. November 2022 verfügte die Vorinstanz die Einholung eines Erziehungsfähig-

keitsgutachtens (act. 33). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs ernannte die 

Vorinstanz mit Verfügung vom 7. Dezember 2022 Dr. phil. F._____ zum Gutach-

ter (act. 40). Gleichentags erfolgte der Gutachtensauftrag (act. 41). Das Erzie-

hungsfähigkeitsgutachten wurde am 21. Februar 2023 erstattet (act. 65). Nach-

dem den Parteien die Möglichkeit eingeräumt worden war, eine Ergänzung oder 

Erläuterung des Gutachtens zu beantragen (vgl. act. 67 ff.), wurden am 20. März 

2023 die Hauptverhandlung sowie die Verhandlung betreffend Anordnung vor-

sorglicher Massnahmen durchgeführt (Prot. S. 18 ff.; act. 77 ff.). Mit Verfügung 

vom 27. März 2023 wurden die elterliche Sorge und die Obhut für C._____ als 

vorsorgliche Massnahme per sofort und für die weitere Dauer des Abänderungs-

verfahrens der Mutter zugeteilt, wobei die KESB mit dem sofortigen Vollzug der 

Obhutszuteilung an die Mutter betraut wurde. Weiter wurde der Vater für berech-

tigt erklärt, C._____ für die Dauer des Abänderungsverfahrens einmal im Monat 

- 11 - 

im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs bzw. einer sozialpädagogischen Fa-

milienbegleitung für die Dauer von maximal vier Stunden zu treffen. Zudem wur-

den der Beiständin zusätzliche Aufgaben übertragen (act. 87). Die Obhutsumtei-

lung wurde per 28. März 2023 vollzogen (act. 89/1-9). Nach weiteren Verfügun-

gen, Eingaben und Stellungnahmen (vgl. act. 95 ff.) erging das eingangs wieder-

gegebene Urteil der Vorinstanz vom 29. Juni 2023 (act. 106 = act. 116 [Akten-

exemplar] = act. 124/115A).  

4.  

4.1 Mit Eingabe vom 12. Juli 2023 erhob die Kindesvertreterin im Namen des 

verfahrensbeteiligten Kindes C._____ Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz 

vom 29. Juni 2023 mit den vorne wiedergegebenen Anträgen (act. 114). Zudem 

ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsver-

beiständung (act. 114 S. 4). Das Verfahren wurde unter der Nr. LC230028-O an-

gelegt. Mit Verfügung vom 8. September 2023 wurde der Beklagten 1 und dem 

Beklagten 2 Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (act. 119). Die Be-

klagte 1 erstattete ihre Berufungsantwort am 13. Oktober 2023 (act. 121; zur er-

klärten Anschlussberufung s. unten E. 3). Der Beklagte 2 liess sich nicht verneh-

men. 

4.2 Mit Eingabe vom 4. September 2023 erhob auch die Beklagte 1 Berufung 

gegen das Urteil der Vorinstanz vom 29. Juni 2023 (act. 124/114) und ersuchte 

um unentgeltliche Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung (act. 124/114 S. 3). 

Das Verfahren wurde unter der Nr. LC230036-O angelegt. Mit Verfügung vom 

12. September 2023 wurde dem Beklagten 2 Frist zur Beantwortung der Berufung 

sowie dem verfahrensbeteiligten Kind Frist zur Stellungnahme angesetzt 

(act. 124/118). Die Stellungnahme des verfahrensbeteiligten Kindes erfolgte am 

5. Oktober 2023 (act. 124/120). Der Beklagte 2 liess sich nicht vernehmen.  

4.3 Mit Verfügung vom 24. Oktober 2023 wurden die beiden Verfahren vereinigt. 

Das Verfahren Nr. LC230036-O wurde als dadurch erledigt abgeschrieben 

(act. 123; act. 124/122) und das Rubrum wurde angepasst (vgl. act. 123 E. 2.2).  

- 12 - 

4.4 Da der von der Beklagten 1 im Rahmen der Beantwortung der Erstberufung 

erhobenen "Anschlussberufung" (act. 121 S. 2) neben der von ihr erhobenen 

Hauptberufung (Zweitberufung) angesichts der identischen Anträge keine eigen-

ständige Bedeutung zukommt, war keine Anschlussberufungsantwort einzuholen 

(dazu act. 125 E. 3.2). Den Parteien wurden die Berufungsantwort der Beklagten 

und die Stellungnahme der Kindesvertreterin zugestellt mit dem Hinweis, dass ei-

ne Stellungnahme in Ausübung des allgemeinen Replikrechts innert zehn Tagen 

seit Zustellung zu erfolgen hätte (act. 125). Die Beklagte 1 verzichtete ausdrück-

lich auf eine Stellungnahme und äusserte sich einzig zu ihrem Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege (act. 128; act. 129/1-6). Der Beklagte 2 und die Kindesver-

treterin liessen sich nicht (mehr) vernehmen.  

4.5 Der Beklagte 2 hat die eingeschriebenen Sendungen des Gerichts mehrheit-

lich nicht entgegengenommen bzw. abgeholt (vgl. act. 120/3; act. 127; 

act. 133/1+2; act. 124/119/1; act. 124/123A). Da Parteien auch im unmittelbar an 

das erstinstanzliche Verfahren anschliessende Rechtsmittelverfahren mit einer 

Zustellung rechnen müssen, gelten die betreffenden Zustellungen gemäss 

Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO als erfolgt.  

4.6 Weiterungen sind nicht erforderlich. Die Sache ist spruchreif. 

II. 

1. Beim Urteil der Vorinstanz handelt es sich um einen berufungsfähigen Ent-

scheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Berufungen wurden form- und fristgerecht 

erhoben (Art. 311 ZPO; vgl. act. 108 und 110) und sowohl die Beklagte 1 als auch 

der Verfahrensbeteiligte sind beschwert. Dem Eintreten auf die Berufungen steht 

insoweit nichts entgegen. 

2. Mit Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Abgesehen von of-

fensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht allerdings grundsätzlich auf 

- 13 - 

die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanz-

liche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Parteien haben mit-

tels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo 

sie die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden 

erhoben haben. Sie haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefoch-

tenen Entscheids und die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu 

bezeichnen, sich mit den Entscheidgründen des angefochtenen Entscheids aus-

einanderzusetzen sowie darzutun, inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch an-

gewendet oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. Dies gilt auch im 

Bereich der Untersuchungsmaxime (zum Ganzen: BGE 141 III 569 E. 2.3.3; BGE 

138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/2015 vom 11.04.2016 E. 2.2). 

3. Sowohl die Erstberufung des Verfahrensbeteiligten als auch die Zweitberu-

fung der Beklagten 1 richten sich gegen Dispositiv-Ziffer 1/4/2 (Betreuungsrege-

lung) sowie Dispositiv-Ziffer 2 (Aufgaben der Beistandsperson) des vorinstanzli-

chen Urteils. Die Zweitberufung richtet sich zudem gegen Dispositiv-Ziffer 5 (Par-

teientschädigung). Nicht angefochten sind die übrigen Punkte.  

III. 

1.  

1.1 Die Vorinstanz gibt in den Urteilserwägungen zunächst die Ausführungen 

der Beklagten 1 (act. 116 S. 16 ff.), des Beklagten 2 (act. 116 S. 28 ff.) und der 

Kindesvertreterin (act. 116 S. 41 ff.) sowie alsdann die Rechtsgrundlagen 

(act. 116 S. 44 ff.) und die Einschätzung des Gutachters (act. 116 S. 53 ff.) wie-

der. Hierauf kann verwiesen werden. 

1.2 Für die Regelung der elterlichen Sorge, der Obhut, des Besuchsrechts und 

der Aufgaben der Beistandsperson stützt sich die Vorinstanz im Wesentlichen auf 

die gutachterlichen Feststellungen und Empfehlungen von Dr. phil. F._____ vom 

21. Februar 2023 (act. 65). Sie erwägt zusammengefasst, das Kindeswohl von 

C._____ sei gemäss Gutachten aufgrund des langjährigen Loyalitätskonflikts 

stark gefährdet. Die Erziehungsfähigkeit des Beklagten 2 sei deutlich einge-

schränkt; er vernachlässige C._____, sei zur Kooperation nicht fähig und unein-

- 14 - 

sichtig. Die elterliche Sorge und die Obhut seien der Beklagten 1 zuzuteilen. Was 

das Besuchsrecht des Beklagten 2 betreffe, sei – vor dem Hintergrund, dass vor-

erst nicht von einem definitiven Wegzug des Beklagten 2 ins Ausland auszugehen 

sei, die vom Gutachter aufgeworfenen Gefährdungsaspekte mit der vorsorglich 

angeordneten raschen Umplatzierung zur Mutter hätten berücksichtigt und aufge-

fangen werden können sowie angesichts des Alters von C._____ von 13 Jahren – 

gestützt auf die Empfehlungen des Gutachters ein gerichtsübliches Besuchsrecht 

mit Wochenendbesuchen alle zwei Wochen und ein Ferienbesuchsrecht von 

sechs Wochen festzulegen. Zu erweitern seien immerhin die Aufgaben der Bei-

ständin (act. 116 S. 61 ff.).  

2. Die Kindsvertreterin führt in der Berufungsschrift aus, nachdem C._____ mit 

vorsorglichem Entscheid vom 27. März 2023 per sofort unter die elterliche Sorge 

und Obhut der Mutter gestellt und der Vater für berechtigt erklärt worden sei, 

C._____ einmal pro Monat für maximal vier Stunden begleitet zu sehen, habe der 

Vater die begleiteten Besuche zwei Mal wahrgenommen und danach abgebro-

chen. Stattdessen habe er am 23. April 2023 ein Handy in den Besuchstreff ge-

schmuggelt, dieses C._____ übergeben und ihn angewiesen, dies streng geheim 

zu halten und der Mutter nichts davon zu erzählen. In der Folge habe der Vater 

C._____ beinahe täglich und auch in der Nacht "getextet" und per WhatsApp mit 

ihm telefoniert. Die Nachrichten seien nicht harmloser Natur, sondern ziemlich 

zweifelhaften Inhalts gewesen (Verschwörungstheorien u.ä.). Zudem habe der 

Vater via Handy fortwährend gegen die Mutter gehetzt, wie er dies schon seit der 

Trennung gemacht habe. Erst nach zwei Monaten habe die Mutter das Handy ge-

funden (act. 114 S. 5). Damit sei eingetreten, was mit den begleiteten Kontakten 

eben gerade hätte verhindert werden sollen, nämlich die massive Beeinflussung 

und Manipulation C._____s. C._____ habe sich in den letzten Jahren in einem 

massiven Loyalitätskonflikt befunden, weil der Vater kein gutes Haar an der Mut-

ter gelassen und ihr Persönlichkeitsstörungen und anderes mehr unterstellt habe. 

Auch habe er C._____ mit seinen abstrusen Verschwörungs-, Weltuntergangs- 

und Kriegstheorien indoktriniert, was bei C._____ grosse Ängste ausgelöst habe. 

Mit dem vorinstanzlichen Urteil vom 29. Juni 2023 solle nun plötzlich ein gerichts-

übliches unbegleitetes Besuchsrecht und ein ausgedehntes Ferienrecht gelten, 

- 15 - 

obwohl die Gefährdung von C._____ nach wie vor gegeben sei. Der Beklagte 2 

sei völlig uneinsichtig und setze C._____ weiterhin einem massiven Loyalitätskon-

flikt aus und hetze in unverminderter Weise gegen die Mutter, gegen Behörden 

und die Gesellschaft allgemein (act. 114 S. 5 f.).  

Sie, die Kindesvertreterin, habe das Urteil ausführlich mit C._____ besprochen. Er 

habe ihr zusammengefasst gesagt, die Besuchsrechtsregelung sei für ihn zu aus-

gedehnt. Er wolle nicht jedes zweite Wochenende zu seinem Vater, sondern 

höchstens einmal im Monat. An Weihnachten wolle er gar nicht zu ihm, in den Fe-

rien maximal zwei Wochen, sechs Wochen seien viel zu viel. C._____ habe auch 

gesagt, er habe Angst vor seinem Vater. Er könne keine eigene Meinung haben. 

Wenn der Vater etwas sage und er sei anderer Meinung, dann werde der Vater 

sehr aggressiv und böse. Zudem ziehe sein Vater immer über die Mutter her. Er, 

C._____, halte das nicht mehr aus. Er wolle das nicht mehr. Er wolle auch nicht, 

dass sein Vater ihn anrufe oder via WhatsApp etc. schreibe. Da hetze er auch 

immer gegen die Mutter. Die ganzen komischen Seiten und Links, die sein Vater 

ihm schicke, seien weniger schlimm, die schaue er meist gar nicht an. Aber vor 

dem anderen wolle er einfach seine Ruhe haben. Auch habe C._____ erwähnt, er 

würde gerne seine Oma (Grossmutter väterlicherseits) und seine Freunde in 

G._____ sehen. Er befürchte jedoch, dass der Vater davon erfahre und dann 

auch einfach auftauche. Das wolle er nicht (act. 114 S. 6 f.). C._____, so die Kin-

desvertreterin weiter, sei sehr klar in seinen Anliegen und Wünschen, was die 

Ausgestaltung des Besuchsrechts anbelange. Als er noch zur Hauptsache beim 

Vater gelebt habe, sei es ihm deutlich schwerer gefallen, seine eigenen Wünsche 

und Bedürfnisse anzubringen und Ängste zu äussern. Er habe sich nie gegen 

seinen Vater stellen können, habe Angst gehabt, ihn zu enttäuschen und vor des-

sen Reaktion. Die Veränderung, die C._____ diesbezüglich nur schon in den letz-

ten drei Monaten durchgemacht habe, sei offensichtlich. Da C._____ sich nun zu-

traue, seine Wünsche, Anliegen und Ängste offen zu äussern, sollte diesen nach 

Möglichkeit auch entsprochen werden. C._____ müsse ernst genommen werden. 

Zudem sei C._____ bereits 13 Jahre alt. In diesem Alter werde oft auf die explizite 

Ausgestaltung eines Besuchsrechts gänzlich verzichtet. Vorliegend sei es ange-

zeigt, dieses zu regeln, damit vor allem dem Vater Grenzen aufgezeigt würden. 

- 16 - 

C._____ sei jedoch nur schon aufgrund seines Alters ein Mitentscheidungsrecht 

zuzugestehen (act. 114 7 f.). Auch müsse C._____ die Möglichkeit haben, ein 

einmal festgelegtes Kontakt- oder Ferienrecht nicht wahrzunehmen, wenn dies 

nicht in seinem Interesse sei. C._____ habe in den letzten Jahren sehr viel durch-

gemacht an der Seite des Vaters. Er sollte auf keinen Fall zu Ferien oder Kontak-

ten gezwungen werden, wenn er sich dazu nicht in der Lage fühle. Seine Beden-

ken und Ängste müssten ernst genommen werden. Die Möglichkeit, Kontakte zu 

verweigern bzw. abzulehnen, hätte er natürlich sowieso, indem er einfach nicht 

zum bzw. mit dem Vater mitgehe. Der Vater werde sich jedoch, wenn dies nicht 

irgendwo schriftlich festgehalten sei, nicht um C._____s Meinung kümmern, son-

dern einfach sein "Recht" durchsetzen wollen, C._____ überreden, ihm ein 

schlechtes Gewissen machen oder ihm drohen. So sei es bis anhin auch schon 

gewesen. Es sei deswegen wichtig für C._____, dass festgehalten werde, dass 

die Kontakte nur stattfänden, wenn diese in seinem Interesse seien und er damit 

einverstanden sei (act. 114 S. 8 f.). 

Der Gefahr, dass der Vater C._____ anlässlich unbegleiteter Besuchswochenen-

den erneut in massive Loyalitätskonflikte stürze, ihn beeinflusse und manipuliere, 

sei zu begegnen, indem in einer ersten Phase nur begleitete Besuche stattfänden. 

In dieser Zeit könne C._____ sich weiter festigen, in Ruhe in die Oberstufe über-

treten, stärkere Wurzeln am neuen Wohnort fassen und lernen, sich vom Vater 

abzugrenzen. So werde es C._____ danach leichter fallen, sich auch bei unbe-

gleiteten Kontakten stärker gegen den Vater abgrenzen zu können; er werde we-

niger anfällig sein für Beeinflussungen und Manipulationen. Momentan wären sol-

che unbegleiteten Kontakte viel zu früh. C._____ habe erst seit drei Monaten et-

was Abstand zum Vater gewinnen können. Es sei zu befürchten, dass C._____ 

durch zu frühe unbegleitete Kontakte massive Rückschritte in seiner momentan 

sehr positiven Entwicklung erfahre und erneut unter dem Einfluss des Vaters ste-

hen werde. Bevor unbegleitete Kontakte stattfinden könnten, sei es zudem unab-

dingbar, dass der Vater offenlege, wo er Wohnsitz habe respektive lebe. Seine 

Zustelladresse sei bei seiner Mutter in G._____. Anscheinend wohne er aber in 

Deutschland. Dies sei vorgängig zu unbegleiteten Kontakten zu klären. C._____ 

habe anlässlich des Gesprächs zudem klar gesagt, dass er nicht möchte, dass 

- 17 - 

der Vater ihn einfach kontaktiere (Telefonate, Nachrichten etc.). Er fühle sich 

dadurch bedrängt, das dauernde Gehetze des Vaters gegen die Mutter verunsi-

chere ihn, mache ihn traurig. Er fühle sich dem nicht gewachsen. Der Vater stürze 

C._____ so fortwährend in einen Loyalitätskonflikt, der dem Kindswohl abträglich 

sei. Er sei deswegen anzuweisen, jegliche Kontaktaufnahme von seiner Seite via 

Telefon/WhatsApp etc. zu unterlassen (act. 114 S. 9 f.). 

Was die Dauer der begleiteten Kontakte betrifft, beantragte die Kindesvertreterin 

solche zunächst bis mindestens Ende 2023 (act. 114 S. 9 f.). Im Rahmen der 

Stellungnahme zur Zweitberufung der Beklagten 1 führte die Kindesvertreterin 

aus, es wäre sinnvoll, wenn die "Ruhephase" C._____s noch länger daure und 

begleitete Besuche z.B. bis Ende 2024 beibehalten würden (act. 124/120 S. 3 f.).  

3. Die Beklagte 1 weist in ihrer Berufungsschrift darauf hin, dass die ein-

schränkende Besuchsrechtsregelung gemäss der Verfügung vom 27. März 2023 

betreffend vorsorgliche Massnahmen auf sachlicher Basis gestützt auf das psy-

chologische Gutachten zustande gekommen sei. Die Umplatzierung C._____s 

habe in der Folge stattgefunden, die gefährdende Situation bestehe aber weiter. 

Der Beklagte 2, der sich (gemäss Gutachten) in einem fragilen Zustand befinde, 

empfinde die Umteilung täglich als Niederlage in seinem erbitterten Kampf gegen 

sie, die Beklagte 1. Es sei erschütternd, dass die Vorinstanz nur drei Monate nach 

der Verfügung vom 27. März 2023 im angefochtenen Urteil kurzerhand ein "ge-

richtsübliches Besuchsrecht" festsetzen wolle. Sie berufe sich hierfür zu Unrecht 

auf das Gutachten. Erstens habe der Gutachter keineswegs gefolgert, ein ge-

richtsübliches Besuchsrecht sei vorliegend der richtige Entscheid, sondern jegli-

ches Besuchsrecht auf die Überlegung gestützt, dass grundsätzlich die Aufrecht-

erhaltung der Beziehung zum Vater wünschenswert wäre. Zweitens habe der 

Gutachter diesen "Wunsch" an die Bedingung geknüpft, dass sich der Beklagte 2 

für einen Verbleib in der Schweiz entscheide. Allerdings wohne der Beklagte 2 in 

Deutschland; bei seiner Mutter in Schaffhausen habe er nur eine Zustelladresse, 

seine Möbel habe er irgendwo in einem Speicher und in einer Garage deponiert. 

Dieser Wegzug ins Ausland, die persönlichen prekären Umstände ohne feste 

Bleibe, ohne Arbeitstätigkeit, ohne regelmässiges Einkommen, ohne geordnete fi-

- 18 - 

nanzielle Verhältnisse und ohne konkreten Lebensplan für sich, geschweige denn 

mit C._____, seien alles je für sich Faktoren, welche ein "übliches Besuchsrecht" 

ausschlössen. Drittens habe der Gutachter darauf abgestellt, dass ein solches 

Besuchsrecht "bei gutem Einvernehmen mit der Kindsmutter" festgelegt werden 

könne. Auch davon könne keine Rede sein. Seit der Trennung vor acht Jahren 

führe der Beklagte 2 einen erbitterten Kampf gegen sie (die Beklagte 1), stelle sie 

überall als psychisch gestört dar und missachte ihre Persönlichkeit bei jeder Art 

Kontakt. Viertens schliesslich habe der Gutachter selbst festgehalten, dass bei 

Störungen und Manipulationen des Beklagten 2 anlässlich von Kontakten – ins-

besondere, wenn diese gegen die Kindsmutter gerichtet seien – die Besuche ein-

geschränkt oder im schlimmsten Fall eingestellt werden müssten. Genau das sei 

passiert, indem der Beklagte 2 C._____ im Besuchstreff am 23. April 2023 ein 

Mobiltelefon zugesteckt habe, verbunden mit der Auflage, dies geheim zu halten. 

Der Beklagte 2 habe daraufhin fast täglich dem Kind Text-Nachrichten geschrie-

ben und mit ihm telefoniert, was komplett dem Sinn und Zweck der vom Gericht 

kurz vorher getroffenen Regelung widersprochen habe. Der Beklagte habe 

C._____ vom Schlafen abgehalten, zu heimlichem wie ungesundem Medienkon-

sum angehalten und ihn mit zahllosen Fotos, Links und Videos mit äusserst zwei-

felhaftem Inhalt eingedeckt (act. 124/114 S. 3 ff.). Die Annahme der Vorinstanz, 

ein "übliches" Besuchsrecht lasse eine Beruhigung der Situation erwarten, habe 

keinerlei echte Basis. Dem angefochtenen Urteil sei nirgends zu entnehmen, 

weshalb die massive Gefährdungslage verschwunden sein soll, zumal der Be-

klagte 2 nichts von dem, was ihn seit Jahren belaste (Verlust der Arbeitsstelle, 

Trennung der Ehefrau), verarbeitet habe, weitere Misserfolge eingetreten seien 

(Haus verloren, Obhut verloren) und er seine schädigende Haltung beibehalten 

habe (act. 124/114 S. 5 f.).  

Zwar halte sie, die Beklagte 1, nach wie vor dafür, ein umfassendes Kontaktver-

bot schütze das Kind besser vor dem Beklagten 2 und verspreche damit am meis-

ten Erfolg. Um aber doch dem Beklagten 2 wie auch dem Sohn eine Möglichkeit 

zu geben, einen gewissen Kontakt zu führen, bei welchem indes das Kind weiter-

hin besonderen Schutzes bedürfe, solle der Beklagte 2 berechtigt sein, C._____ 

einmal im Monat im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs bzw. einer sozialpä-

- 19 - 

dagogischen Familienbegleitung für die Dauer von maximal vier Stunden zu tref-

fen. Dies entspreche der Regelung in der vorinstanzlichen Verfügung vom 27. 

März 2023 (act. 124/114 S. 6). Entsprechend dieser beantragten Ausgestaltung 

des Besuchsrechts seien die Aufgaben der Beiständin festzulegen (act. 124/114 

Rz. 13). 

4. Der Beklagte 2 äusserte sich im Berufungsverfahren nicht.  

IV. 

1. Nach Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 

Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf ange-

messenen persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges 

Pflichtrecht, das in erster Linie den Interessen des Kindes dient (BGer 

5A_984/2019 vom 16.April 2019 E. 3.2; BGE 127 III 295 E. 4a; 122 III 404 E. 3a). 

Das Gericht hat sich bei der Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs an den 

Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der Eltern haben hinter 

dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 

2.1). Der persönliche Verkehr hat zum Zweck, die positive Entwicklung des Kin-

des zu gewährleisten und zu fördern. Abzustellen ist auf die Umstände des Ein-

zelfalls, namentlich das Alter des Kindes, die Bedürfnisse des Kindes, die Bezie-

hung des Kindes und des Besuchsberechtigten, die Beziehung der Eltern unterei-

nander, die zeitliche Beanspruchung bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten, den Ge-

sundheitszustand der Beteiligten, die Geschwister, die Entfernung bzw. Erreich-

barkeit der Wohnorte  

oder die Wohnverhältnisse beim besuchsberechtigten Elternteil (vgl. BSK ZGB I-

SCHWENZER/COTTIER, Art. 273 N 10). Auf den Willen des Kindes ist Rücksicht zu 

nehmen (dazu ausführlich FamKomm Scheidung-Büchler, Art. 273 N 33 ff.). Eine 

Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht darin, die Be-

suche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. Dieses begleitete Be-

suchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu begegnen, Krisen-

situationen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfestellungen für eine 

Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermitteln. 

Auch diese Massnahme setzt konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des 

- 20 - 

Kindeswohls voraus (BGer 5A_984/2019 vom 16. April 2019 E. 3.2; BGer 

5A_728/2015 vom 25. August 2016 E. 2.2) und stellt grundsätzlich lediglich eine 

Übergangslösung dar (BSK ZGB I-SCHWENZER/COTTIER, Art. 273 N 27).  

2.  

2.1 Über die für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs massgeblichen 

Umstände geben vorliegend vor allem die vorne wiedergegebenen Schilderungen 

der Kindesvertreterin zu den Meinungen und Wünschen C._____s (E. III.2) sowie 

das psychologisches Gutachten von Dr. phil. F._____ Aufschluss.  

2.2 Der Gutachter hält mit Bezug auf C._____ fest, sein psychischer Zustand sei 

von einem langjährigen Loyalitätskonflikt geprägt. Aus diesem folge eine tiefe 

Verunsicherung, die sich in einem depressiven Verarbeitungsmuster mit stark 

schwankenden Gefühlszuständen manifestiere. Sein Leben zwischen zwei höchst 

unterschiedlichen Betreuungs- und Erziehungswelten sei extrem anstrengend und 

fordere Kräfte, die er für die eigene Entwicklung benötigen würde. C._____ be-

wundere den anscheinend allwissenden Vater, der jede abweichende Meinung 

kritisiere und herabwürdige. Die Drohung des Vaters, die Beziehung zu ihm abzu-

brechen, sollte er sich für die Mutter entscheiden, schüchtere C._____ ein und 

hindere ihn, über eigene zukunftsfähige Lösungen nachzudenken. Seine Autono-

mieentwicklung werde durch das väterliche Verhalten deutlich eingeschränkt. Die 

diagnostizierte psychische Störung ADHS sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf 

die inneren Spannungen infolge des Loyalitätskonfliktes zurückzuführen. Die Be-

funde der psychologischen Untersuchung wiesen auf eine depressive Entwicklung 

mit erhöhter Ängstlichkeit, psychosomatischen Beschwerden sowie eine ausge-

prägte Verunsicherung und emotionale Bedürftigkeit hin. Sein Verhalten anläss-

lich der psychologischen Untersuchung, zu der er vom Vater begleitet worden sei, 

unterscheide sich deutlich vom Verhalten anlässlich der lnteraktionsbeobachtung 

bei der Mutter. In Anwesenheit der Mutter zeige er sich aktiv, ideenreich und un-

beschwert gelöst; sei er vom Vater in die Praxis begleitet worden, wirke er ge-

drückt, wortkarg, müde und belastet. C._____ sei ein intelligenter Junge, der mit 

etwas Unterstützung, wie von der Mutter und ihrem Partner an den Besuchswo-

chenenden angeboten, gute schulische Leistungen erbringe. Er akzeptiere diese 

- 21 - 

Unterstützung und erlebe das gemeinsame Lernen als Zuwendung (act. 65 S. 61 

f.). C._____s Verhältnis zum Vater sei dadurch bestimmt, dass er diesen bewun-

dere und ihm nachstrebe. Er übernehme Ansichten des Vaters, auch wenn er die-

se nicht verstehen könne, und vertrete diese in der Schule, wo er auf Widerspruch 

stosse. Die Vorgabe des Vaters, die "wichtigen Fragen des Lebens" studieren zu 

müssen, störe den Aufbau fundierten Schulwissens und bringe C._____ in Be-

drängnis. C._____ nehme die verwahrlosten Zustände im Haus des Vaters hin, 

ohne sich dagegen wehren zu können. Die mangelnde Struktur im Alltag lasse ihn 

emotional verkümmern, ermögliche ihm jedoch auch einige Freiheiten. C._____ 

bestimme sich oft selbst und werde vom Vater wenig beaufsichtigt. Im Rahmen 

der aufkommenden Pubertät erkenne C._____ gewisse Schwächen und Unzu-

länglichkeiten des Vaters. Er wünsche sich, dass der Vater nicht so heftig oder 

grob gegenüber der Mutter auftrete. Die Beziehung zum Vater sei durch idealisie-

rende Bewunderung und die Befürchtung, den Kontakt zum Vater zu verlieren, 

wenn er sich für die Mutter entscheiden würde, geprägt (act. 65 S. 61 f.). Was die 

Erziehungsfähigkeit des Beklagten 2 betreffe, sei diese aus psychologischer Sicht 

als deutlich eingeschränkt zu beurteilen. Er habe sich den schulischen Anforde-

rungen, denen sich C._____ stellen müsse, oft entgegengestellt und rede den ob-

ligatorischen Schulstoff schlecht. Dies erschwere C._____ einen angemessenen 

Umgang mit dem Schulstoff, was zu Misserfolgen führe, die der Vater der Unfä-

higkeit der Lehrer anlaste. Der Beklagte 2 fühle sich sowohl in Fragen der Bildung 

als auch der Gesundheit kompetenter als die Fachwelt. Aus dem Internet beziehe 

er Meinungen und Ansichten, die häufig den wissenschaftlichen Erkenntnissen 

widersprächen. Er belehre Schule, Ärzte, Psychologen und Behörden, wie sie zu 

arbeiten hätten, und kritisiere, was aus seiner Sicht nicht richtig laufe. Dieses 

Vorgehen wirke sich auf C._____ verunsichernd aus. Einerseits erlebe er den Va-

ter als Übermenschen, der alles erkläre und besser wisse, andererseits realisiere 

er zunehmend die erfolglose und desolate Situation des Vaters, was dieser mit 

kruden Verschwörungstheorien zu erklären versucht habe. Sodann führe der Be-

klagte 2 seit der Trennung einen erbitterten Kampf gegen die Beklagte 1, der auf 

eine tiefe Kränkung hinweise. Er versteife sich auf die Behauptung, die Beklagte 1 

leide unter einer malignen narzisstischen Störung und belege dies mit Auszügen 

- 22 - 

aus Publikationen. Seine fixen Meinungen über die Persönlichkeit der Beklagten 1 

würden auch an C._____ herangetragen. Sie kämen zum Ausdruck in der Miss-

achtung ihrer Persönlichkeit beim Schriftverkehr und bei Telefonanrufen. Dieses 

Vorgehen bringe C._____ in Schwierigkeiten, trotzdem den Kontakt mit der Mutter 

aufrecht zu erhalten. Der Beklagte 2 dulde die Beziehung von C._____ zur Mutter 

nur unter der Bedingung, dass sich Letztere unterordne. C._____ dürfe entweder 

von seinen Erlebnissen bei der Mutter nichts berichten oder er müsse sich beim 

Vater über sie beklagen. Der Beklagte 2 dulde diesbezüglich keinen Widerspruch 

und drohe C._____, für immer ins Ausland zu ziehen und den Kontakt zu ihm ab-

zubrechen, sollte dieser sich für die Mutter entscheiden. Er sei gemäss seiner 

psychischen Konstellation gezwungen, sein Gegenüber in der Kommunikation un-

terzuordnen, um sich sicher zu fühlen. Diese Kompensation eines Minderwertig-

keitsgefühls stelle für ihn die Voraussetzung dar, um seine Grundbefindlichkeit 

der gefühlten Grandiosität zu generieren, zu spüren und aufrechtzuerhalten. Die-

ser Kommunikationsstil wirke sich besonders fatal in der Beziehung zur Beklagten 

1, jedoch auch im Umgang mit Fachpersonen und Behörden aus und lasse keine 

Veränderung zu. Insgesamt sei festzuhalten, dass der Beklagte 2 kaum Verant-

wortung für eine gesunde Entwicklung von C._____ übernehme. Sein Handeln sei 

von eigenwilligen Ideen geprägt und habe das Wohlergehen des Kindes nicht im 

Blick (act. 65 S. 63 ff.). Der Beklagte 2 unterstütze C._____ auch in Alltagsbelan-

gen ungenügend. Er betrachte C._____ als jungen Erwachsenen und überlasse 

ihm viele Entscheidungen, was das Kind überfordere. Seine Angebote begeister-

ten C._____ kurzfristig, führten ihn jedoch ins Abseits und erschwerten eine ge-

sunde Entwicklung im Rahmen der Normalität. Seine Vorstellung, mit C._____ um 

die Welt zu reisen, damit er die wichtigen Erkenntnisse aus der Natur und den 

dortigen Begegnungen hole, sei abwegig. Das Verhalten des Vaters verhindere, 

dass C._____ sich auf eine altersadäquate Entwicklung konzentrieren könne. Ge-

genüber Einwänden oder Hinweisen von Fachpersonen (Lehrer, Schulbehörde, 

Psychotherapeutin, Beiständin, Kinderanwältin) zeige sich der Beklagte 2 unbe-

lehrbar (act. 65 S. 66). 

Zur Frage der Besuchsrechtsregelung führt der Gutachter aus, der Beklagte 2 ha-

be im Rahmen der Begutachtung keine klaren Angaben zu seinem künftigen 

- 23 - 

Wohnort machen können. In den Akten fänden sich Aussagen von ihm, die auf 

einen Wegzug ins Ausland hinwiesen. Dies würde ein Besuchsrecht wesentlich 

erschweren, allenfalls verunmöglichen. Bei gutem Einvernehmen mit der Kinds-

mutter und der Niederlassung in einem sicheren Land könnten Ferienaufenthalte 

bis zu zwei Wochen, maximal sechs Wochen pro Jahr, festgelegt werden. Sofern 

sich der Beklagte 2 für einen Verbleib in der Schweiz entscheide, sei ein regel-

mässiges Besuchsrecht jedes zweite Wochenende von Samstagmorgen 9.00 Uhr 

bis Sonntag 18.00 Uhr zu empfehlen. Grundsätzlich wäre die Aufrechterhaltung 

der Beziehung zum Vater wünschenswert, damit sich C._____ im Laufe seiner 

Entwicklung ein realistisches Bild von seinem Vater machen könne, was der Bil-

dung der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zugutekäme und ein Verharren in 

ldealisierungen verhindern würde. Sollte die Beistandschaft anlässlich der Aufent-

halte beim Kindsvater Störungen und Manipulationen – insbesondere, wenn diese 

gegen die Kindsmutter gerichtet seien – feststellen, müssten die Besuche einge-

schränkt oder im schlimmsten Fall eingestellt werden. Dies gelte auch für das 

Recht, mit C._____ sechs Wochen Ferien zu verbringen, wovon maximal zwei 

Wochen am Stück durchgeführt werden könnten. Der Besuchsplan und die Feri-

enzeiten seien zu Beginn des Jahres mit der Beistandschaft festzulegen. Diese 

Pläne seien verbindlich und könnten nur im gegenseitigen Einverständnis abge-

ändert werden. Gemeinsame Gespräche beider Eltern in Moderation der Bei-

standschaft über den Verlauf der Besuche wären möglicherweise hilfreich, sofern 

sie von beiden Eltern im Sinne einer Beratung genutzt würden (act. 65 S. 69 f.). 

Zu beachten sei schliesslich, dass sich der Beklagte 2 in einem fragilen psychi-

schen Zustand befinde. Er habe die Trennung von der Beklagten 1 und sein Aus-

scheiden als Pilot bei der H._____ nicht verarbeitet und stehe vor weiteren Miss-

erfolgen. Das gemeinsame Haus, welches er mit grossem Engagement renoviert 

habe, solle er nun verlassen, damit es verkauft werden könne. Bei einer Umtei-

lung der Obhut von C._____ an die Mutter sei daher mit schwer abschätzbaren 

Reaktionen zu rechnen. Die psychische Verfassung des Beklagten 2 werde der-

zeit durch diffuse Hoffnungen und Verleugnungen gestützt; sie könne jederzeit 

einbrechen, was mit einer Selbstgefährdung und/oder mit einer Gefährdung des 

Sohnes einhergehen könnte. Der Beklagte 2 nehme kaum Unterstützung durch 

- 24 - 

einen Psychiater an; C._____ sollte daher nach einem Gerichtsentscheid mög-

lichst rasch umplatziert werden (act. 65 S. 70 f.). 

2.3 Vor diesem Hintergrund hat die Vorinstanz mit Verfügung vom 27. März 

2023 mittels vorsorglicher Massnahmen die sofortige Umplatzierung von C._____ 

zur Beklagten 1 und ein Besuchsrecht des Beklagten 2 im Rahmen eines beglei-

teten Besuchstreffs bzw. einer sozialpädagogischen Familienbegleitung einmal 

pro Monat für die Dauer von maximal vier Stunden angeordnet (act. 87). Damit 

wurde einer gemäss Gutachten möglichen akuten Gefährdung C._____s Rech-

nung getragen. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz allerdings insoweit, als 

sie im Urteil vom 29. Juni 2023 die vom Gutachter aufgeworfenen Gefährdungs-

aspekte insgesamt als "berücksichtigt und aufgefangen" (vgl. act. 116 S. 64) und 

die Anordnung eines gerichtsüblichen Besuchsrechts und eines Ferienrechts von 

sechs Wochen für angemessen erachtete. So zeigte sich, dass der Beklagte 2 die 

begleiteten Besuche nur zweimal wahrnahm und dann abbrach (vgl. act. 105/3). 

Über das C._____ anlässlich eines Besuchskontakts zugesteckte Mobiltelefon 

kommunizierte der Beklagte 2 bis zu dessen Entdeckung "verdeckt" mit C._____, 

sandte ihm eine Vielzahl von Links und youtube-Filmen zu alternativen Theorien 

und Narrativen, die kaum den Interessen eines dreizehn Jahre alten Jungen ent-

sprechen (vgl. act. 105/2/2-18), und drängte ihn zu klärenden Stellungnahmen 

zum Verhältnis zur Mutter (vgl. z.B. act. 105/2/6: "C._____ - kasch du mir möglichst bald 
mal telefoniere? Ich muess wüsse, wenich söll wieter mache, was du möchtisch, wes dir gaht. Für 

mich selber isches so viel eifacher und chan mich um mini Gsundheit & langfristige Strategie 

kümmere, wo dir denn langfristig helfe wird. dFrag isch: chasches du die nächschte Jahr bim Ma-

mi ushalte bis dSchuel fertig isch? Us jetziger Sicht. Wenn sich das später änderet und dSituation 

nüme zum ushalte isch, bin ich immer für dich da. Ich möchte ämel vo dir ghöre, was du würklich 

denksch und nid was du denksch, was ich höre möchte. dInitiative muess vo dir cho …"). Letzte-

res unterstreicht die vom Gutachter festgestellte Problematik eines ausgeprägten 

Loyalitätskonflikts, wie er seitens des Beklagten 2 mit seinen negativen Äusse-

rungen zur Mutter immer wieder von neuem geschürt wird. Fassbar wird damit 

auch der von der Kindesvertreterin geschilderte, vom Beklagten 2 ausgehende 

Druck, den C._____ verspürt, ebenso C._____s Äusserung, wonach er Ruhe wol-

le und die Situation nicht mehr aushalte. Wie die Kindesvertreterin nachvollzieh-

bar darlegt, braucht C._____ auf der einen Seite Zeit, um sich zu festigen und um 

- 25 - 

sich vor Manipulation und negativer, gegen seine Mutter gerichteter Einflussnah-

me seitens des Beklagten 2 abzugrenzen. Auf der anderen Seite ist unklar, wie 

sich die Verhältnisse beim Beklagten 2 gestalten und in absehbarer Zeit gestalten 

werden. Der Gutachter hat auf die äusserst schwierige Situation des Beklagten 2 

und dessen fragilen psychischen Zustand hingewiesen und es ist ungewiss, wann 

es dem Beklagten 2 gelingt, wieder "Tritt zu fassen". Mit den geheimen Kontakten 

zu C._____ über das diesem zugesteckte Mobiltelefon und der weiterhin manipu-

lativen, die Mutter subtilabwertenden Kommunikation ("dFrag isch: chasches du die 

nächschte Jahr bim Mami ushalte bis dSchuel fertig isch?") hat der Beklagte 2 zum Aus-

druck gebracht, dass er gegenwärtig nicht willens oder in der Lage ist, von seinem 

bisherigen Verhaltensmuster abzurücken. Weder bei C._____ noch beim Beklag-

ten 2 sind entsprechend zur Zeit die Voraussetzungen gegeben, die mit Blick auf 

eine gesunde Entwicklung C._____s ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferien-

recht erlauben würden.  

2.4 Angebracht ist, Besuchskontakte, so sie vom Beklagten 2 denn wahrge-

nommen werden, für eine gewisse Zeit nur im begleiteten Rahmen (Besuchstreff 

oder sozialpädagogische Familienbegleitung) vorzusehen. Allerdings handelt es 

sich bei einem begleiteten Besuchsrecht lediglich um eine Übergangslösung. Ein 

begleitetes Besuchsrecht auf unbefristete Zeit hinaus, wie es von der Beklagten 1 

verlangt wird, ist nicht gerechtfertigt. Die Kindesvertreterin hat zunächst einen 

Zeithorizont bis Ende 2023 und alsdann einen solchen bis Ende 2024 angeführt 

(vorne E. III.2). Angemessen erscheint eine Begleitung bis Mitte 2024. C._____ 

hat in jenem Zeitpunkt während eines Jahres die Möglichkeit gehabt, Abstand 

vom Beklagten 2 zu gewinnen und sich an seinem heutigen Wohnort bei seiner 

Mutter zu etablieren. Er wird dann 14 Jahre alt und voraussichtlich in seiner Per-

sönlichkeit weiter gefestigt sein. Er soll wieder die Gelegenheit bekommen, das 

Bild seines Vaters anhand der Realität zu überprüfen (vgl. dazu etwa FamKomm 

Scheidung-BÜCHLER, Art. 273 N 19 m.H.), wie es bei einer Weiterführung bloss 

überwachter Besuchskontakte nur erschwert möglich wäre. Auf Seiten des Be-

klagten ist zu hoffen, dass er die Bereitschaft entwickelt, seinen Sohn wieder zu 

sehen, zunächst im begleiteten und alsdann im unbegleiteten Rahmen. Voraus-

zusetzen für eine Überführung des begleiteten in ein unbegleitetes Besuchsrecht 

- 26 - 

ist angesichts der zur Zeit ungeklärten Wohn- und Aufenthaltssituation des Be-

klagten 2 sodann, dass der Beklagte 2 über einen den Behörden bekannten 

Wohnsitz verfügt.  

2.5 Bei den unbegleiteten Besuchskontakten ist den von C._____ geäusserten 

Vorstellungen und Wünschen Rechnung zu tragen. Sowohl beim Wochenend- wie 

beim Ferienbesuchsrecht erscheint die von C._____ gewünschte restriktive Rege-

lung angesichts des Drucks, welchen C._____ in der Vergangenheit beim Vater 

verspürte, angemessen. Vorzusehen ist ein Besuchskontakt an einem Wochen-

ende pro Monat vom Samstagmorgen, 9.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, 

und ein Ferienbesuchsrecht von zwei einzelnen Wochen pro Jahr. Abzusehen ist 

aufgrund des ausdrücklichen Wunsches von C._____ in Übereinstimmung mit 

den Anträgen der Kindesvertreterin auch davon, ein Besuchsrecht des Vaters an 

Feiertagen, insbesondere an Weihnachten vorzusehen.  

Soweit die Kindesvertreterin die Besuchskontakte davon abhängig machen will, 

dass diese "im Interesse von C._____" sind und "er damit einverstanden" ist, 

kann festgehalten werden, dass bei C._____ im Alter von 14 Jahren ein autono-

mer Wille zu bejahen wäre und eine zwangsweise Durchsetzung kaum in Frage 

käme. Ein Zwang C._____s zum Kontakt mit seinem Vater wäre weder mit dem 

Zweck des persönlichen Verkehrs noch mit den Persönlichkeitsrechten C._____s 

vereinbar (vgl. FamKomm Scheidung-Büchler, Art. 274 N 11 m.H.). Festzuhalten 

ist gleichzeitig, dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür zu sehen sind, dass der 

Beklagte 2 eine solche Erzwingung von Besuchskontakten gegen den Willen 

C._____s ins Auge fassen würde, so dass es nicht angebracht erscheint, präven-

tiv eine diesbezügliche Klausel ins Dispositiv aufzunehmen.  

Besuchsplan und Ferienzeiten sind jeweils zu Beginn des Jahres sowie (mit Blick 

auf die Überführung des begleiteten in ein unbegleitetes Besuchsrecht) Mitte 

2024 mit der Beistandsperson festzulegen. Diese Pläne sind verbindlich und kön-

nen nur im gegenseitigen Einverständnis abgeändert werden. Weitergehende o-

der abweichende Betreuungsregelung nach Absprache mit der Beistandsperson 

bleiben vorbehalten (vgl. die entsprechende Regelung durch die Vorinstanz in 

act. 116 Dispositiv-Ziffer 1/4/2 Absätze 2 und 3).  

- 27 - 

2.6 Die Kindesvertreterin beantragt, es sei der Beklagte 2 dahingehend anzu-

weisen, jegliche Kontaktaufnahme mit C._____ per Mobiltelefon/WhatsApp/via 

andere soziale Netzwerke und/oder Messengerdienste von seiner Seite her zu 

unterlassen. Richtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Beklagte in der Ver-

gangenheit mit einem C._____ geheim zugesteckten Mobiltelefon in einer unan-

gemessenen Weise Einfluss auf C._____ zu nehmen suchte und ihn bedrängte. 

Allerdings verfügt C._____ nicht mehr über dieses Mobiltelefon und kann zudem 

eine Telefonnummer oder ein Kontakt in den sozialen Medien relativ einfach blo-

ckiert werden. Durchaus möglich ist auch, dass C._____ einer solchen Kontakt-

aufnahme nicht auf unabsehbare Zeit hinaus negativ gegenüber stehen wird. Eine 

gerichtliche Anweisung erscheint nicht angebracht. Immerhin ist mit der Vo-

rinstanz der Beistandsperson aufzugeben, allfällige Kontakte zwischen dem Be-

klagten 2 und C._____ per Telefon (und zudem per Chatnachrichten u.ä.) bei 

diesbezüglichen Streitigkeiten zu begleiten (s. sogleich E. 2.7). 

2.7 Der Beistandsperson übertrug die Vorinstanz in Ergänzung von Dispositiv-

Ziffer 5 des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 

2020 verschiedene zusätzlichen Aufgaben (act. 116 Dispositiv-Ziffer 2). Diese 

sind mit Blick auf die begleiteten Besuche und die entsprechenden (in Anlehnung 

an die Regelung im Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 27. März 

2023 erfolgten) Anträge der Kindesvertreterin und der Beklagten 1 wie folgt anzu-

passen bzw. zu ergänzen:  

-  Organisation und Festlegung der Modalitäten der begleiteten Besuche; 

-  Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie in regelmässigen 
Abständen die Einhaltung und die Durchführung der Besuche bei den Mitar-
beitenden des Besuchstreffs bzw. der sozialpädagogischen Familienbeglei-
tung in Erfahrung bringt; 

- Festlegung des Besuchsplans und der Ferienzeiten (zu Beginn jedes Jahres 
und Mitte 2024); 

- Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts sowie deren 
Überwachung; 

- Prüfung der Abläufe im Besuchsrecht und rasches Eingreifen bei allfälligen 
Störungen; 

- 28 - 

- Begleitung allfälliger Kontakte zwischen dem Beklagten 2 und C._____ per 
Telefon, Chatnachrichten etc. bei diesbezüglichen Streitigkeiten; 

- Beratung der Mutter bei allenfalls notwendigen schulischen Förder- 
massnahmen und Hilfe bei der Organisation einer psychotherapeutischen 
Unterstützung für C._____. 

3. Nach dem Ausgeführten sind die vom Verfahrensbeteiligten und von der Be-

klagten 1 erhobenen Berufungen teilweise gutzuheissen und sind Dispositiv-Ziffer 

1/4/2 (Betreuungsregelung) sowie Dispositiv-Ziffer 2 (Aufgaben der Beistandsper-

son) des vorinstanzlichen Urteils neu zu fassen.  

V. 

1.  

1.1 Die Beklagte 1 rügt im Weiteren die Höhe der erstinstanzlich festgesetzten 

Parteientschädigung auf Fr. 10'000.– (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Vorinstanz 

reklamiere, es liege keine Kostennote bzw. eine Aufstellung über den Zeitaufwand 

und die Auslagen vor, während sie mit dem gleichzeitigen Hinweis auf Art. 105 

Abs. 2 Satz 2 ZPO noch signalisiere, keine Pflicht zur Einreichung einer Honorar-

note zu fordern. Im Ergebnis gehe die Vorinstanz allerdings davon aus, wegen 

der missachteten Obliegenheit zur Einreichung einer Honorarnote könne und 

müsse sie den Zeitaufwand eben frei schätzen. Das sei unzutreffend 

(act. 124/114 Rz. 14). Sie, die Beklagte 1, habe schon anlässlich der Verhandlung 

vom 20. März 2023 "den zeitlichen Aufwand mit CHF 13'500.00 beziffert, die Aus-

lagen mit CHF 475.00" (act. 124/114 Rz. 15). Wenn trotzdem für das Honorar ei-

ne um mehr als 25% tiefere Gebühr angesetzt werde und entgegen § 22 Anw-

GebV gar keine Auslagen entschädigt würden, sei dies schon für sich unrichtig. 

Die Vorinstanz habe auch unbeachtet gelassen, dass weitere Verfahrensakten 

beizuziehen gewesen seien, dass sie Zuschläge für drei weitere Eingaben und die 

Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen zu berechnen gehabt hätte und mit 

den Kinderunterhaltsbeiträgen zusätzlich vermögensrechtliche Rechtsbegehren 

mit einem Streitwert von mehr als Fr. 110'000.– eine frei zu schätzende Gebühr 

erhöht hätten (act. 124/114 Rz. 15 f.). Auch die Bearbeitung und Besprechung 

des Urteils sei dazu gekommen. Die detaillierte Aufstellung über den Zeitaufwand 

und die Auslagen zeige selbst beim Ansatz für unentgeltliche Rechtsvertretungen 

- 29 - 

von Fr. 220.– pro Stunde gesamte Anwaltskosten von Fr. 14'549.60. Die in die-

sem Betrag zu beziffernde Parteientschädigung sei angemessen und der unter-

liegende Beklagte 2 habe sie zu bezahlen (act. 124/114 Rz. 16). Für die Kürzung 

durch Schätzung bestehe umso weniger Anlass, als nach § 23 Abs. 2 AnwGebV 

für den unentgeltlichen Rechtsbeistand die Gebühr erst festgesetzt werde, nach-

dem der Anwalt dem Gericht eine Aufstellung über den Zeitaufwand vorgelegt ha-

be (act. 124/114 Rz. 17). 

1.2.1 Die Prozesskosten, zu denen die Gerichtkosten und die Parteientschädi-

gung gehören (Art. 95 Abs. 1 ZPO), werden von Amtes wegen festgesetzt 

(Art. 105 Abs. 1 ZPO). Die Parteientschädigung spricht das Gericht nach den Ta-

rifen (Art. 96 ZPO) zu, wobei die Parteien eine Kostennote einreichen können 

(Art. 105 Abs. 2 ZPO). Im Kanton Zürich berechnet sich die Vergütung für die Par-

teivertretung durch Anwältinnen und Anwälte nach der Verordnung des Oberge-

richts über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV). Diese Ver-

ordnung gilt für die Festsetzung von Parteientschädigungen in Gerichtsverfahren 

durch die Gerichte schlechthin (vgl. § 1 AnwGebV) und differenziert nicht danach, 

ob eine Vertretung im Prozess unentgeltlich erfolgte oder nicht. Die Vergütung 

setzt sich aus der Gebühr (Grundgebühr sowie allfällige Zuschläge) und den not-

wendigen Auslagen zusammen (§ 1 Abs. 2 AnwGebV). Grundlagen für die Fest-

setzung der Gebühr bilden in Scheidungsverfahren die Verantwortung und der 

notwendige Zeitaufwand der Vertretung sowie die Schwierigkeit des Falles (§ 6 

Abs. 1 i.V.m. § 5 Abs. 1 AnwGebV). Die Grundgebühr beträgt in der Regel 

Fr. 1'400.– bis Fr. 16'000.– und ist unter einzelfallbezogener Gewichtung der drei 

vorerwähnten Kriterien festzusetzen. Ist im Rahmen einer nicht vermögensrechtli-

chen Streitigkeit auch über vermögensrechtliche Rechtsbegehren zu entscheiden, 

die das Verfahren aufwändig gestalten, kann die Grundgebühr bis zum Betrag er-

höht werden, der für den Entscheid über die vermögensrechtlichen Rechtsbegeh-

ren alleine zu erheben wäre (§ 5 Abs. 2 AnwGebV). Der Anspruch auf die Grund-

gebühr entsteht mit der Erarbeitung der Begründung oder Beantwortung der Kla-

ge oder des Rechtsmittels und deckt auch den Aufwand für die Teilnahme an der 

Hauptverhandlung ab. Für die Teilnahme an zusätzlichen Verhandlungen und für 

weitere notwendige Rechtsschriften wird ein Einzelzuschlag von je höchstens der 

- 30 - 

Hälfte der Grundgebühr oder ein Pauschalzuschlag berechnet (§ 11 Abs. 1 und 2 

AnwGebV). 

1.2.2 Die Vorinstanz hat diese Rechtsgrundlagen wiedergegeben (act. 116 S. 78 

f.) und geschlossen, in Berücksichtigung der Verantwortung, des geschätzten 

Zeitaufwands und der Schwierigkeit des Falls erscheine vorliegend eine Prozess-

entschädigung von Fr. 10'000.– zuzüglich 7.7% MwSt. als angemessen. Dass die 

Vorinstanz damit ihr Ermessen unrichtig ausgeübt haben soll, vermag die Beklag-

te 1 nicht darzutun. Zunächst moniert die Beklagte 1, die Vorinstanz habe festge-

halten, es liege keine Kostennote bzw. eine Aufstellung über den Zeitaufwand und 

die Auslagen vor. Diese Feststellung der Vorinstanz ist richtig, ergibt sich aus den 

Akten und wird von der Beklagten 1 an sich auch nicht bestritten; eine Honorarno-

te hat die Beklagte 1 erst im Berufungsverfahren eingereicht (vgl. act. 124/116/3). 

Die Beklagte 1 führt aber aus, sie habe anlässlich der Verhandlung vom 20. März 

2023 "den zeitlichen Aufwand mit CHF 13'500.00 beziffert, die Auslagen mit CHF 

475.00" (act. 124/114 Rz. 15), und hält dafür, die Vorinstanz hätte hierauf abstel-

len müssen. Sie liegt damit in doppelter Hinsicht falsch: Zum einen hat die Be-

klagte 1 zwar in der vorinstanzlichen Verhandlung die ihrer Ansicht nach bis zur 

Hauptverhandlung zustehende Entschädigung mit Fr. 13'500.– zuzüglich Ausla-

gen im Betrag von Fr. 475.– beziffert (vgl. act. 78 S. 10), aber konkret weder Zeit-

aufwand noch Auslagen dargetan oder belegt. Zum andern ist eine Entschädi-

gung nach Zeitaufwand (vgl. § 3 AnwGebV) nicht geschuldet. Eine solche ist 

grundsätzlich bestimmten Entschädigungen in Strafverfahren (vgl. § 16 Abs. 1 

AnwGebV) sowie Geschäften der Justizverwaltung (vgl. § 21 AnwGebV) vorbe-

halten. Der effektive Zeitaufwand ist – auch wenn er bekannt ist – nur bedingt 

massgebend, mithin bloss ein Indiz für den angemessenen Aufwand, und er wird 

lediglich im Rahmen des Tarifansatzes (neben der Verantwortung und der 

Schwierigkeit des Falls) berücksichtigt. Entgegen der Beklagten 1 bildet der von 

ihr genannte Betrag von Fr. 13'500.– denn auch nicht die Basis, an der man sich 

für allfällige Zuschläge gemäss § 11 AnwGebV zu orientieren hätte. Nicht darge-

tan wird von der Beklagten 1 sodann, dass sich das Verfahren wegen der vermö-

gensrechtlichen Rechtsbegehren aufwändig gestaltet haben soll, so dass ein An-

wendungsfall von § 5 Abs. 2 AnwGebV vorgelegen hätte. Schliesslich beruft sich 

- 31 - 

die Beklagte zu Unrecht auf einen "Ansatz für unentgeltliche Rechtsvertretungen 

von Fr. 220.– pro Stunde". Weder ist – wie erwähnt – eine Zeitaufwandentschädi-

gung festzusetzen, noch gilt der Ansatz von Fr. 220.– pro Stunde gemäss § 3 

AnwGebV. Die Bemessung der Parteientschädigung erfolgt sowohl bei entgeltli-

cher wie unentgeltlicher Rechtsvertretung pauschalisiert nach dem massgebli-

chen Tarifrahmen und in Anwendung der vorstehend genannten Bemessungskri-

terien.  

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch bei der Festsetzung des Honorars 

für den unentgeltlichen Rechtsbeistand keine systematische "Kontrollrechnung" 

mit einem bestimmten Stundenansatz erfolgt. Wollte man dies ausnahmsweise 

gleichwohl tun, dann wäre im Sinne einer groben Faustregel von einem Stunden-

ansatz von Fr. 180.– auszugehen (vgl. in diesem Zusammenhang BGE 143 IV 

453 E. 2.5.1 f.). Bei einem (im Berufungsverfahren) behaupteten Zeitaufwand von 

58.55 Stunden (act. 124/116/3) erschiene diesfalls die von der Vorinstanz festge-

setzte Entschädigung von Fr. 10'000.– durchaus noch angemessen.   

1.2.3 Nach dem Ausgeführten besteht aufgrund der Rügen der Beklagten 1 kein 

Anlass, in den Ermessensentscheid der Vorinstanz über die Höhe der Parteient-

schädigung einzugreifen. Die Berufung der Beklagten 1 ist abzuweisen, soweit sie 

sich gegen Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils richtet.  

2. 

2.1  Zu regeln sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Rechtsmittelver-

fahrens. Wie vorne dargelegt, bestehen die Prozesskosten aus Gerichtskosten 

und Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO).  

Zu den Gerichtskosten gehören neben der Entscheidgebühr insbesondere die 

Kosten für die Vertretung des Kindes (Art. 95 Abs. 2 lit. b und e ZPO). Die Ent-

scheidgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren wird auf Fr. 1'000.– festge-

setzt (§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 GebV OG). Die Kindsvertreterin wird der 

Kammer noch eine Aufstellung über ihre Auslagen und Bemühungen einzu-

reichen haben; die entsprechenden Kosten sind im vorliegenden Entscheid vor-

zubehalten und in einem separaten Beschluss festzusetzen. 

- 32 - 

Bei der Bemessung der Parteientschädigung für das vorliegende Berufungsver-

fahren (vgl. § 13 i.V.m. § 5 und § 11 Abs. 1 AnwGebV) ist zu berücksichtigen, 

dass seitens der Beklagten 1 neben der Berufungsschrift (act. 124/114) eine Be-

rufungsantwort zur Erstberufung des Verfahrensbeteiligten zu erstatten war 

(act. 121), jene sich aber zu einem erheblichen Teil auf die Wiederholung des in 

der Berufungsschrift Ausgeführten beschränken konnte. Gegenstand der Beru-

fung waren (neben der vorinstanzlichen Parteientschädigung) einzig die Ausge-

staltung des Besuchsrechts und der daraus folgenden Aufgaben der Beistands-

person. Verantwortung, Schwierigkeit und notwendiger Zeitaufwand sind im unte-

ren Bereich anzusiedeln. Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

insgesamt Fr. 4'200.– zuzüglich Mehrwertsteuer.  

2.2 Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Hat keine Partei vollständig obsiegt, werden die Prozesskosten 

nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). 

Mit Bezug auf die im Vordergrund stehende Frage der Ausgestaltung des Be-

suchsrechts (Dispositiv-Ziffern 1/4/2 und 2 des vorinstanzlichen Urteils) obsiegen 

das verfahrensbeteiligte Kind (als Erstberufungskläger) und die Beklagte 2 (als 

Zweitberufungsklägerin) weitgehend. Die Beklagte 1 unterliegt hinsichtlich ihrer 

Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils (Parteientschädi-

gung). Es rechtfertigt sich, die Kosten des Berufungsverfahrens zu rund 5/6 dem 

Beklagten 2 und zu rund 1/6 der Beklagten 1 aufzuerlegen. Keine Kosten sind 

dem im Wesentlichen obsiegenden verfahrensbeteiligten Kind C._____ aufzuer-

legen (vgl. zur grundsätzlichen Frage der Kostenauferlegung an das Kind DIKE-

Komm. ZPO-PFÄNDER BAUMANN, Art. 299 N 13). Die vom Beklagten 2 der Beklag-

ten 1 zu bezahlende Prozessentschädigung ist aufgrund des teilweisen Unterlie-

gens der Beklagten 1 auf Fr. 2'800.– zu reduzieren (4/6; zur Verrechnung der 

Quoten KUKO ZPO-SCHMID/JENT SORENSEN, Art. 106 N 4).  

3. 

3.1 Die Klägerin stellt für das obergerichtliche Verfahren ein Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege, inklusive unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Eine Per-

son hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erfor-

- 33 - 

derlichen Mittel verfügt, um den Prozess zu finanzieren, und ihr Rechtsbegehren 

nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 lit. a und b ZPO). Im Rechtsmittelverfahren 

ist die unentgeltliche Rechtspflege neu zu beantragen und zu bewilligen (Art. 119 

Abs. 5 ZPO).  

3.2  Die Beklagte 1 hat ihre gegenwärtige Mittellosigkeit aufgezeigt und belegt 

(act. 121 Rz. 25 ff.; act. 122/4-23; act. 124/114 Rz. 19 ff.; act. 124/116/4-23; act. 

128; act. 129/1-6 ). Zu ihren Gunsten ist mangels anderweitiger Anhaltspunkte 

auch davon auszugehen, dass die Liegenschaft in G._____ bis heute nicht ver-

kauft werden konnte (s. dazu act. 124/114 Rz. 21 f.). Sobald der Verkauf vollzo-

gen sein wird und die Beklagte 1 (voraussichtlich) wieder über finanzielle Mittel 

verfügt, wird sie zur Nachzahlung gemäss Art. 123 ZPO verpflichtet sein (s. so-

gleich E. 3.3 a.E.).  

3.3 Soweit die Beklagte 1 eine Anpassung der vorinstanzlichen Besuchsrechts-

regelung verlangte (Anfechtung der Dispositiv-Ziffern 1/4/2 und 2 des vorinstanzli-

chen Urteils), waren ihre Begehren wie gesehen aussichtsreich. Ihr Begehren be-

treffend Erhöhung der vorinstanzlich festgesetzten Parteientschädigung (Anfech-

tung von Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils) ist gerade noch knapp als 

nicht von vornherein aussichtslos zu betrachten. Entsprechend ist das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung gutzuheissen. Die Nach-

zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.   

3.4 Sollte sich ergeben, dass die Parteientschädigung beim Beklagten 2 nicht 

einbringlich ist, wird der unentgeltliche Rechtsbeistand der Beklagten 1 vom Kan-

ton entschädigt (vgl. Art. 122 Abs. 2 ZPO). Die Entschädigung durch den Kanton 

erfolgt zudem im von der reduzierten Parteientschädigung nicht gedeckten Um-

fang (vgl. Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). 

4. Soweit die Kindesvertreterin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung stellt, ist dieses als gegenstandslos abzuschreiben. Dem 

verfahrensbeteiligten Kind werden keine Kosten auferlegt und die Kindesvertrete-

rin wird nach Eingang der Kostennote aus der Gerichtskasse entschädigt. Letzt-

- 34 - 

lich sind diese Kosten als Teil der Gerichtskosten von den Beklagten 1 und 2 zu 

tragen (vorne E. 2.1). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Beklagten 1 um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-

pflege wird gutgeheissen. 

2. Der Beklagten 1 wird Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bestellt.  

3. Das Gesuch des Verfahrensbeteiligten um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung wird als gegenstandslos abge-

schrieben. 

4. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachfolgendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. In teilweiser Gutheissung der Berufungen des Verfahrensbeteiligten und der 

Beklagten 1 werden Dispositiv-Ziffer 1/4/2 und Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils 

des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. Juni 

2023 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: 

"1. Dispositiv Ziffern 2, 3 und 4/1-3 des Scheidungsteilurteils des Bezirks-

gerichts Zürich vom 16. Dezember 2020 werden aufgehoben und durch 

folgende Fassungen ersetzt: 

 […] 

  4./2. Der Vater/Beklagte 2 ist berechtigt und verpflichtet, den Sohn C._____ 
einmal im Monat im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs oder einer 
sozialpädagogischen Familienbegleitung für die Dauer von maximal vier 
Stunden zu treffen. Ab dem 31. Juli 2024 ist der Vater/Beklagte 2 unter 
der Bedingung, dass sein Wohnort den Behörden bekannt ist, berech-
tigt und verpflichtet, C._____ wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen:  

- an einem Wochenende im Monat von Samstagmorgen, 9.00 Uhr, 
bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,  

- 35 - 

- während zwei einzelnen Wochen Ferien pro Jahr. 

  Der Besuchsplan und die Ferienzeiten sind zu Beginn jedes Jahres so-
wie zusätzlich Mitte 2024 mit der Beistandsperson festzulegen, wobei 
der Vater/Beklagte 2 vorgängig seinen Wohnort bekannt zu geben hat. 
Diese Pläne sind verbindlich und können nur im gegenseitigen Einver-
ständnis abgeändert werden. 

  Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach Ab-
sprache mit der Beistandsperson bleiben vorbehalten. 

  […]" 

"2. Dispositiv Ziffer 5 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 16. Dezember 2020 wird ergänzt, indem der Beistandsperson fol-

gende zusätzliche Aufgaben übertragen werden: 

− Organisation und Festlegung der Modalitäten der begleiteten Besuche;  

− Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie in regelmässi-
gen Abständen die Einhaltung und die Durchführung der Besuche bei 
den Mitarbeitenden des Besuchstreffs bzw. der sozialpädagogischen 
Familienbegleitung in Erfahrung bringt;  

− Festlegung des Besuchsplans und der Ferienzeiten (zu Beginn jedes 
Jahres und Mitte 2024); 

− Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts sowie 
deren Überwachung; 

− Prüfung der Abläufe im Besuchsrecht und rasches Eingreifen bei allfäl-
ligen Störungen; 

− Begleitung allfälliger Kontakte zwischen dem Beklagten 2 und C._____ 
per Telefon, Chatnachrichten etc. bei diesbezüglichen Streitigkeiten; 

− Beratung der Mutter bei allenfalls notwendigen schulischen Förder- 
massnahmen und Hilfe bei der Organisation einer psychotherapeuti-
schen Unterstützung für C._____."   

Im Übrigen werden die Berufungen abgewiesen und wird das Urteil des Be-

zirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. Juni 2023 bestä-

tigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt. 

- 36 - 

3. Über die Kosten für die Vertretung des verfahrensbeteiligten Kindes wird mit 

separatem Beschluss entschieden. Die Kindsvertreterin wird eingeladen, ih-

re Kostennote einzureichen. 

4. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren, bestehend aus Entscheid-

gebühr und Kosten der Vertretung des verfahrensbeteiligten Kindes, werden 

der Beklagten 1 zu 1/6 und dem Beklagten 2 zu 5/6 auferlegt. Der Anteil der 

Beklagten 1 wird zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 

ZPO bleibt vorbehalten. 

5. Der Beklagte 2 wird verpflichtet, der Beklagten 1 eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'800.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer zu zahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beiständin E._____ sowie an 

das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

- 37 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

MLaw J. Camelin-Nagel 
 
 
versandt am: 
 

	Beschluss und Urteil vom 12. Dezember 2023
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelgerichtes:
	1. Dispositiv Ziffern 2, 3 und 4/1-3 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 2020 werden aufgehoben und durch folgende Fassungen ersetzt:
	2. Dispositiv Ziffer 5 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 2020 wird ergänzt, indem dem Beistand/der Beiständin folgende zusätzliche Aufgaben übertragen werden:
	 Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts sowie deren Überwachung, z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen mit den Eltern über den Verlauf der Besuche;
	 Festlegung des Besuchsplans und der Ferienzeiten zu Beginn jeden Jahres;
	 Beratung der Mutter bei allenfalls notwendigen schulischen Förder- massnahmen und Hilfe bei der Organisation einer psychotherapeutischen Unterstützung für C._____;
	 Prüfung der Abläufe im Besuchsrecht und rasches Eingreifen bei allfälligen Störungen;
	 Begleitung allfälliger telefonischer Kontakte zwischen dem Beklagten 2 und C._____ bei diesbezüglichen Streitigkeiten.
	3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten 2 auferlegt.
	5. Der Beklagte 2 wird verpflichtet, der Beklagten 1 eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 10'000.- (zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	6. (Mitteilung)
	7. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Beklagten 1 um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen.
	2. Der Beklagten 1 wird Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
	3. Das Gesuch des Verfahrensbeteiligten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung wird als gegenstandslos abgeschrieben.
	4. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. In teilweiser Gutheissung der Berufungen des Verfahrensbeteiligten und der Beklagten 1 werden Dispositiv-Ziffer 1/4/2 und Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. Juni 2023 aufgehoben und d...
	"1. Dispositiv Ziffern 2, 3 und 4/1-3 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 2020 werden aufgehoben und durch folgende Fassungen ersetzt:
	"2. Dispositiv Ziffer 5 des Scheidungsteilurteils des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 2020 wird ergänzt, indem der Beistandsperson folgende zusätzliche Aufgaben übertragen werden:
	 Organisation und Festlegung der Modalitäten der begleiteten Besuche;
	 Überwachung der begleiteten Besuche insofern, als sie in regelmässigen Abständen die Einhaltung und die Durchführung der Besuche bei den Mitarbeitenden des Besuchstreffs bzw. der sozialpädagogischen Familienbegleitung in Erfahrung bringt;
	 Festlegung des Besuchsplans und der Ferienzeiten (zu Beginn jedes Jahres und Mitte 2024);
	 Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung des Besuchsrechts sowie deren Überwachung;
	 Prüfung der Abläufe im Besuchsrecht und rasches Eingreifen bei allfälligen Störungen;
	 Begleitung allfälliger Kontakte zwischen dem Beklagten 2 und C._____ per Telefon, Chatnachrichten etc. bei diesbezüglichen Streitigkeiten;
	 Beratung der Mutter bei allenfalls notwendigen schulischen Förder- massnahmen und Hilfe bei der Organisation einer psychotherapeutischen Unterstützung für C._____."
	Im Übrigen werden die Berufungen abgewiesen und wird das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. Juni 2023 bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	3. Über die Kosten für die Vertretung des verfahrensbeteiligten Kindes wird mit separatem Beschluss entschieden. Die Kindsvertreterin wird eingeladen, ihre Kostennote einzureichen.
	4. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren, bestehend aus Entscheidgebühr und Kosten der Vertretung des verfahrensbeteiligten Kindes, werden der Beklagten 1 zu 1/6 und dem Beklagten 2 zu 5/6 auferlegt. Der Anteil der Beklagten 1 wird zufolge be...
	5. Der Beklagte 2 wird verpflichtet, der Beklagten 1 eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer zu zahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beiständin E._____ sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...