# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0616d35-c0ce-5834-8395-31396da651bf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.07.2019 E-3738/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3738-2019_2019-07-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3738/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Hans Schürch, 

Richter Grégory Sauder, 

Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

(…), 

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Fristwiederherstellungsgesuch nach Nichteintretens- 

entscheid (Revision) /  

Urteil E-2280/2019 vom 18. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

E-3738/2019 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Gesuchsteller am 3. März 2016 in der Schweiz um Asyl nach-

suchte, 

dass das SEM das Asylgesuch des Gesuchstellers mit Verfügung vom 

7. August 2018 ablehnte sowie die Wegweisung aus der Schweiz und den 

Vollzug anordnete, 

dass der Gesuchsteller gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 10. Sep-

tember 2018 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, 

dass das Bundesverwaltungsgericht diese Beschwerde mit Urteil vom 

13. November 2018 abwies, soweit darauf eingetreten wurde, 

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 13. Mai 2019 ein Revisionsge-

such an das Bundesverwaltungsgericht richtete, 

dass die damals zuständige Instruktionsrichterin den Wegweisungsvollzug 

am 14. Mai 2019 einstweilen aussetzte, 

dass der Gesuchsteller mit Zwischenverfügung vom 23. Mai 2019 aufge-

fordert wurde, bis zum 7. Juni 2019 einen Kostenvorschuss zu leisten, ver-

bunden mit der Androhung, bei ungenutzter Frist werde auf das Revisions-

gesuch nicht eingetreten,  

dass innert Frist kein Kostenvorschuss beim Gericht einging, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-2280/2019 vom 18. Juni 2019 an-

drohungsgemäss auf das Revisionsgesuch des Gesuchstellers nicht ein-

trat, 

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 18. Juli 2019 (Poststempel vom 

22. Juli 2019) ein «Gesuch um Wiederherstellung der Frist, eventualiter 

Gesuch um Revision» beim Bundesverwaltungsgericht einreichte und be-

antragte, die Frist für die Bezahlung des Kostenvorschusses sei wieder-

herzustellen und das Revisionsverfahren E-2280/2019 sei wiederaufzu-

nehmen, 

dass er darin die Gründe für die verspätete Leistung des Kostenvorschus-

ses darlegte und erklärte, die Zahlung sei am 29. Juni 2019 nachgeholt 

worden, wofür ihm die Schwester ein zinsloses Darlehen gewährt habe 

E-3738/2019 

Seite 3 

(inkl. Kopie des von der Post visierten Einzahlungsscheins und Bestäti-

gung des Darlehens), 

dass er darauf hinwies, seine Vorbringen seien selbst beim Vorliegen for-

meller Gründe, welche einer Überprüfung von Asylgründen entgegenste-

hen würden, im Lichte von Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie Art. 3 EMRK 

zu prüfen, 

dass er eventualiter um Eröffnung eines neuen Revisionsgesuchs bei Ab-

weisung des Fristwiederherstellungsgesuchs ersuchte und diesbezüglich 

das Revisionsgesuch vom 13. Mai 2019 erneut einreichte, 

 

und zieht in Erwägung,  
 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 33 VGG für 

die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügung des SEM nach Art. 5 

VwVG zuständig ist,  

dass diese Zuständigkeit auch die Beurteilung von Gesuchen um Wieder-

herstellung von Fristen im Sinne von Art. 24 Abs. 1 VwVG umfasst, bei de-

nen es im Falle der Wiederherstellung über die nachgeholte Parteihand-

lung beziehungsweise Rechtsvorkehr zu befinden hat (vgl. EGLI PATRICIA, 

in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 

2016, N 6 zu Art. 24 VwVG S. 498), 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig entscheidet (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel in der Besetzung mit drei 

Richterinnen oder Richtern (Art. 21 Abs. 1 VGG) entscheidet und, da Frist-

wiederherstellungsgesuche im Sinne von Art. 24 VwVG nicht unter die in 

Art. 111 AsylG auf dem Gebiet des Asylrechts dem Einzelrichter respektive 

der Einzelrichterin vorbehaltenen Zuständigkeiten fallen, diese Regel auch 

bezüglich dieser Verfahren gilt, 

E-3738/2019 

Seite 4 

dass der im Rahmen des Verfahrens E-2280/2019 geleistete Kostenvor-

schuss offensichtlich verspätet war, was vom Gesuchsteller nicht bestritten 

wird, 

dass beim Gesuch um Fristwiederherstellung nach Art. 24 Abs. 1 VwVG in 

formeller Hinsicht vorausgesetzt wird, dass die Partei bei der zuständigen 

Behörde ein begründetes Gesuch innert 30 Tagen nach Wegfall des Hin-

dernisses stellt und die versäumte Rechtshandlung in der gleichen Frist 

nachholt (vgl. EGLI, a.a.O, N 5 zu Art. 24 VwVG S. 498), 

dass davon auszugehen ist, dass der Gesuchsteller innerhalb von 30 Ta-

gen nach Wegfall des geltend gemachten Hindernisses (der Kenntnis-

nahme des Urteils E-2280/2019 vom 18. Juni 2019) das vorliegende Frist-

wiederherstellungsgesuch eingereicht hat und zudem die versäumte 

Rechtshandlung (Zahlung des Kostenvorschusses) am 29. Juni 2019 

nachholte (vgl. Kopie des von der Post visierten Einzahlungsscheins), 

dass auf das frist- und formgerecht eingereichte Fristwiederherstellungs-

gesuch daher einzutreten ist, 

dass die Wiederherstellung von Fristen dazu dient, die Rechtsnachteile zu 

beseitigen, die ein Verfahrensbeteiligter wegen unverschuldeter Fristver-

säumnis erleidet (vgl. STEFAN VOGEL, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 

2008, N 1 zu Art. 24 VwVG S. 331), 

dass im Interesse an einem geordneten Rechtsgang, der Rechtssicherheit 

und der Verfahrensdisziplin grundsätzlich ein strenger Massstab ange-

wandt wird (vgl. EGLI, a.a.O., N 4 zu Art. 24 VwVG S. 497), 

dass ein Versäumnis nur dann als unverschuldet gilt, wenn dafür objektive 

Gründe vorliegen und dem Gesuchsteller keine Nachlässigkeit vorgewor-

fen werden kann, d.h. es sind nur solche Gründe als erheblich zu betrach-

ten, die dem Gesuchsteller auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die 

Wahrung seiner Interessen verunmöglicht oder unzumutbar erschwert hät-

ten (vgl. VOGEL, a.a.O., N 10 zu Art. 24 S. 333), 

dass gemäss Rechtsprechung der Partei und ihrer Vertretung auch Fehler 

von Hilfspersonen zugerechnet werden, und im Zusammenhang mit Frist-

wiederherstellungsgesuchen jene Hilfspersonen von besonderer Bedeu-

tung sind, die zur Zahlung des Kostenvorschusses eingesetzt werden (vgl. 

EGLI, a.a.O., N 17 zu Art. 24 VwVG S. 501), 

E-3738/2019 

Seite 5 

dass der Gesuchsteller in der Eingabe vom 18. Juli 2019 geltend macht, er 

habe den Kostenvorschuss unverschuldet nicht bezahlt, da er insbeson-

dere von seiner Schwester finanziell unterstützt werde und diese ihm ver-

sprochen habe, den Kostenvorschuss zu bezahlen, was sie aber nicht ge-

macht habe, 

dass er sich erst nach Erhalt des Urteils E-2280/2019 vom 18. Juni 2019 

erkundigt und festgestellt habe, dass die Schwester den Vorschuss nicht 

beglichen habe, woraufhin das Säumnis am 29. Juni 2019 nachgeholt wor-

den sei,  

dass der Gesuchsteller jedoch nicht aufzeigt, weshalb die Schwester den 

Kostenvorschuss nicht innert Frist geleistet hat, 

dass er aufgrund seiner Sorgfaltspflicht gehalten gewesen wäre, die Zah-

lung durch die Schwester beispielsweise mit einer Nachfrage kurz vor Ab-

lauf der Zahlungsfrist zu überwachen, 

dass eine solche Massnahme aber offenbar unterblieben ist und keine 

Gründe ersichtlich sind, die das Versäumnis des Gesuchstellers respektive 

seiner Schwester als unverschuldet erkennen lassen und darlegen wür-

den, weshalb die Leistung des Kostenvorschusses nicht rechtzeitig hätte 

erfolgen können, 

dass sich der passiv gebliebene Gesuchsteller – wie vorstehend ausge-

führt – das schuldhafte Verhalten seiner Hilfsperson, mithin seiner Schwes-

ter, anrechnen lassen muss, 

dass das Gesuch um Fristwiederherstellung folglich als materiell unbe-

gründet zu qualifizieren ist, zumal die Fristversäumnis entgegen der im Ge-

such vertretenen Auffassung nicht als unverschuldet bezeichnet werden 

kann, 

dass das Gesuch um Fristwiederherstellung daher abzuweisen ist, 

dass damit auf die eventualiter geltend gemachte Revisionseingabe (er-

neut) nicht einzutreten ist und das Urteil E-2280/2019 rechtskräftig bleibt, 

dass im vorliegenden Verfahren um Fristwiederherstellung – entgegen der 

Ansicht des Gesuchstellers – keine Prüfung seiner Vorbringen im Lichte 

von Art. 33 FK sowie Art. 3 EMRK zu erfolgen hat, 

E-3738/2019 

Seite 6 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– dem 

Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

E-3738/2019 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Auf das Revisionsgesuch vom 13. Mai 2019 wird nicht eingetreten.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter 

 

 

Versand: