# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 589d12b1-a9a4-54ee-9086-cfff75e4a3bf
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-19
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Abgaberechtliche Kammer 19.02.2024 A 2023 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_002_A-2023-11_2024-02-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

ABGABERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
Dr. iur. Matthias Suter und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L vom 19. Februar 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________ AG
Rekurrentin
vertreten durch B.________ AG

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Zug, Bahnhofstrasse 26, Postfach, 6301 Zug
Rekursgegnerin 

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuern / direkte Bundessteuer 2019 
(Nichteintreten auf Einsprache / Abweisung Fristwiederherstellungsgesuch)

A 2023 11

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Urteil A 2023 11

A. Mit Verfügungen vom 1. Dezember 2022 veranlagte die Steuerverwaltung des 
Kantons Zug die A.________ AG für die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 sowie die 
direkte Bundessteuer 2019 (Rek-act. 6). Am 6. Februar 2023 mahnte die Steuerverwal-
tung die steuerpflichtige Gesellschaft für die ausstehenden Zahlungen betreffend die 
Steuerrechnungen 2019 (StV-act. 3). 

Am 8. März 2023 erhob die B.________ AG im Namen der A.________ AG Einsprache 
gegen die Veranlagungsverfügungen vom 1. Dezember 2022 (StV-act. 4; Rek-act. 1). Mit 
Einspracheentscheid vom 20. April 2023 trat die Steuerverwaltung nicht auf die Einspra-
che ein, da diese nach Ablauf der Einsprachefrist erfolgt sei. Die Anträge um Fristwieder-
herstellung und Sistierung des Verfahrens wies sie ab (Rek-act. 2).

B. Dagegen liess die A.________ AG (nachfolgend: Rekurrentin) mit Eingabe vom 
22. Mai 2023 Rekurs und Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug führen. 
Sie beantragte sinngemäss, die Steuerverwaltung sei zu verpflichten, auf die Einsprache 
vom 8. März 2023 einzutreten; eventualiter sei die Einsprachefrist wiederherzustellen; 
subeventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Rekurrentin sei mit ei-
nem steuerbaren Gewinn von Fr. 0.– zu veranlagen; unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten der Rekursgegnerin. Des Weiteren beantragte die Rekurrentin, das Ver-
fahren sei zu sistieren, bis die Buchprüfung Verrechnungssteuer und Stempelabgaben der 
Geschäftsjahre 2018/2019–2021 (allenfalls 2022) rechtskräftig oder "ohne Beanstandun-
gen" abgeschlossen sei (act. 1).

C. Mit Verfügung vom 22. Mai 2023 verlangte der Vorsitzende der abgaberechtlichen 
Kammer des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug von der Rekurrentin die Bezahlung ei-
nes Kostenvorschusses in Höhe von Fr. 2'000.– und lehnte gleichzeitig den Antrag auf 
Sistierung des Verfahrens ab (act. 2). Der Kostenvorschuss wurde in der Folge fristgerecht 
bezahlt (act. 3).

D. Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2023 beantragte die Steuerverwaltung (nach-
folgend auch: Rekursgegnerin) die Abweisung des Rekurses und der Beschwerde (act. 6).

E. Mit Replik vom 19. September 2023 hielt die Rekurrentin an ihren Anträgen fest 
(act. 10).

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Urteil A 2023 11

F. Die Rekursgegnerin hielt mit Duplik vom 26. September 2023 ebenfalls an ihrem 
Antrag fest (act. 12).

G. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich während des Verfahrens 
nicht vernehmen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss § 136 Abs. 1 des Steuergesetzes (StG; BGS 632.1) kann die steuer-
pflichtige Person gegen Einspracheentscheide der kantonalen Steuerverwaltung innert 
30 Tagen schriftlich Rekurs beim Verwaltungsgericht erheben. Nach Art. 140 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) kann der Steuerpflich-
tige gegen Einspracheentscheide der Veranlagungsbehörde für die direkte Bundessteuer 
innert 30 Tagen nach Zustellung bei einer von der Steuerbehörde unabhängigen Rekurs-
kommission schriftlich Beschwerde erheben. Gemäss § 75 Abs. 1 des Gesetzes über den 
Rechtsschutz in Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) 
ist das Verwaltungsgericht die kantonale Rekursbehörde im Sinne der Vorschriften über 
die direkte Bundessteuer. Die Beschwerden werden, unter Vorbehalt abweichender und 
ergänzender Vorschriften des Bundesrechts, wie kantonale Steuerstreitigkeiten behandelt 
(§ 75 Abs. 2 VRG). Sowohl der Rekurs als auch die Beschwerde müssen einen Antrag 
und eine Begründung enthalten, die notwendigen Beweisunterlagen sind beizulegen oder 
zu bezeichnen (§ 136 Abs. 3 StG; Art. 140 Abs. 2 DBG).

Der vorliegende Rekurs (bezüglich der kantonalen Steuern) und die vorliegende Be-
schwerde (bezüglich der direkten Bundessteuer) werden der einfacheren Lesbarkeit hal-
ber im Folgenden – mit Ausnahme des Rechtsspruchs im Dispositiv – beide als Rekurs 
bezeichnet, wobei der Begriff "Rekurs" beide Rechtsmittel umfasst.

1.2 Der vorliegende Rekurs gegen den Einspracheentscheid vom 20. April 2023 wur-
de am 19. Mai 2023 der Schweizerischen Post übergeben und damit rechtzeitig erhoben. 
Den übrigen formellen Anforderungen wurde ebenfalls Genüge getan, womit auf den Re-

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Urteil A 2023 11

kurs einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Ge-
schäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

1.3 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. April 2023, mit wel-
chem die Rekursgegnerin auf die Einsprache der Steuerpflichtigen nicht eingetreten ist 
(Rek-act. 2). Die materielle Prüfung der Rechtmässigkeit der Veranlagungsverfügungen 
für die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 sowie die direkte Bundessteuer 2019 ist 
demnach nicht Streitgegenstand und vom Verwaltungsgericht folglich nicht zu beurteilen 
(vgl. BGer 2C_454/2019 vom 21. Juni 2019 E. 2; VGer ZG A 2021 14 vom 29. November 
2021 E. 1.4; A 2021 2 vom 18. August 2021 E. 1.1). Entsprechend ist auf den Subeventu-
alantrag nicht einzutreten.

2.
2.1 Das Verwaltungsgericht kann Einspracheentscheide der kantonalen Steuerverwal-
tung in vollem Umfang überprüfen (§ 63 Abs. 3 VRG i.V.m. § 74 Abs. 2 VRG i.V.m. § 121 
StG i.V.m. § 136 Abs. 2 StG; Art. 140 Abs. 3 DBG). Das Verwaltungsgericht stellt den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (§ 74 Abs. 2 VRG i.V.m. § 121 StG i.V.m. § 137 Abs. 1 
StG; Art. 142 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 130 Abs. 1 DBG). Es gilt der Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen (§ 74 Abs. 2 VRG i.V.m. § 121 StG i.V.m. § 137 Abs. 2 StG; 
Art. 143 Abs. 1 DBG). Das Verwaltungsgericht ist demzufolge verpflichtet, auf den – unter 
Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten – festgestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm, 
d.h. jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet und ihm jene 
Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist. Aus der Rechtsanwendung von Amtes we-
gen folgt, dass das Verwaltungsgericht als Rekursinstanz nicht an die rechtliche Begrün-
dung der Begehren gebunden ist und einen Rekurs auch aus anderen als den geltend 
gemachten Gründen – ganz oder teilweise – gutheissen oder den angefochtenen Ent-
scheid im Ergebnis mit einer von der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen 
kann.

2.2 Ist der Sachverhalt unklar und daher zu beweisen, endet die Beweiswürdigung mit 
dem richterlichen Entscheid darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu 
gelten hat oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Be-
weiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachverhalt 
verwirklicht hat. Gelangt das Verwaltungsgericht nicht zum Ergebnis, dass sich der in Fra-
ge stehende Sachverhalt verwirklicht hat, so fragt sich, wer die Folgen der Beweislosigkeit 
zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Beweislosigkeit zu Ungunsten 

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Urteil A 2023 11

desjenigen zu urteilen, der die Beweislast trägt (BGE 142 V 389 E. 2.2 und 3.3; 130 III 321 
E. 3.2, je mit Hinweisen).

3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Steuerverwaltung zu Recht nicht auf die Einspra-
che vom 8. März 2023 eingetreten ist.

4.
4.1 Gemäss § 132 Abs. 1 StG bzw. Art. 132 Abs. 1 DBG muss eine Einsprache innert 
30 Tagen nach Zustellung der angefochtenen Verfügung eingereicht werden, ansonsten 
darauf nicht eingetreten werden kann. Bei der Einsprachefrist handelt es sich um eine 
nicht erstreckbare Verwirkungsfrist, die aber wiederhergestellt werden kann. Selbst wenn 
die ursprüngliche Verfügung fehlerhaft ist, darf die Behörde nach Ablauf der Einsprache-
frist nicht auf die Einsprache eintreten (Richner/Frei/Kaufmann/Rohrer, Handkommentar 
zum DBG, 4. Aufl. 2023, Art. 133 N 18). Nach § 117 Abs. 1 und 2 StG bzw. Art. 133 Abs. 1 
DBG beginnen die im Gesetz vorgesehenen Fristen mit dem auf die Eröffnung der Verfü-
gung oder des Entscheides folgenden Tage. Die Frist gilt als eingehalten, wenn die Einga-
be am letzten Tag der Frist bei der Veranlagungsbehörde eingegangen ist oder der 
Schweizerischen Post übergeben wurde. Fällt der letzte Tag auf einen Samstag, Sonntag 
oder staatlich anerkannten Feiertag, so läuft die Frist am nächstfolgenden Werktag ab.

4.2 Die Veranlagungsverfügungen für die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 sowie 
die direkte Bundessteuer 2019 datieren vom 1. Dezember 2022 und wurden uneinge-
schrieben mittels B-Post an die Rekurrentin direkt versandt (Rek-act. 6; StV-act. 5 f.).

4.3 Die Zustellung einer Verfügung ist eine empfangs-, nicht aber eine annahmebe-
dürftige einseitige Rechtshandlung. Die tatsächliche Kenntnisnahme der Entscheidung ist 
folglich nicht Voraussetzung für eine ordnungsgemässe Zustellung bzw. Eröffnung der 
Verfügung. Die Möglichkeit der Kenntnisnahme durch den Empfänger genügt (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Rohrer, a.a.O., Art. 116 N 23; Zweifel/Hunziker, in: Kommentar zum 
schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 4. Aufl. 2022, 
Art. 116 N 20 f.). Der Beweis der Tatsache und des Zustelldatums von Verfügungen ob-
liegt der verfügenden Behörde, welche damit die entsprechende (objektive) Beweislast 
trägt (BGE 124 V 400 E. 2a; BGer 8C_374/2014 vom 13. August 2014 E. 3.2). Bei ge-
wöhnlichen A- oder B-Post-Sendungen ist ein zweifelsfreier Nachweis regelmässig nicht 
möglich. Dies schliesst nicht aus, dass aufgrund der Umstände des Einzelfalls geschlos-
sen werden kann, dass die Sendung zugestellt worden sein muss oder wenigstens der 

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Zeitraum bestimmt werden kann, in welchem die Sendung den Empfänger bzw. dessen 
Machtbereich erreicht haben muss. Ob darüber hinreichend Gewissheit besteht, ist eine 
Frage der freien Beweiswürdigung (Richner/Frei/Kaufmann/Rohrer, a.a.O., Art. 116 N 29 
mit Hinweisen). Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung solcher Sendungen al-
lerdings plausibel und nachvollziehbar bestritten, muss entsprechend im Zweifel auf die 
Darstellung des Empfängers abgestellt werden (BGE 129 I 8 E. 2.2; 124 V 400 E. 2a; 114 
III 51 E. 3; 103 V 63 E. 2a). Gemäss dem Factsheet der Schweizerischen Post "B-Post-
Einzelsendungen, bewährter Briefversand mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis" wer-
den B-Post-Sendungen am dritten Werktag nach Postaufgabe (ausser am Samstag) zu-
gestellt (https://www.post.ch/-/media/portal-opp/pm/dokumente/b-post-einzelsendungen-
factsheet.pdf, besucht am 4. Dezember 2023).

4.4 Nach § 115 Abs. 1 StG und Art. 117 Abs. 1 DBG kann sich der Steuerpflichtige vor 
den Steuerbehörden vertraglich vertreten lassen, soweit seine persönliche Mitwirkung 
nicht notwendig ist. Die Behörde kann den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche 
Vollmacht auszuweisen (§ 115 Abs. 2 Satz 2 StG; Art. 117 Abs. 2 Satz 2 DBG). Ob sie ei-
ne solche Vollmacht verlangen will, liegt in ihrem Ermessen. Sie darf sich dabei auch auf 
eine nach den Umständen genügend konkrete Ermächtigung verlassen. Aufgrund des 
Steuergeheimnisses (Art. 110 DBG) ist insoweit aber vorauszusetzen, dass sich aus den 
Umständen eine eindeutige Willenserklärung ergibt. Praxisgemäss darf die Steuerbehörde 
insbesondere dann auf eine Ermächtigung schliessen, wenn die steuerpflichtige Person 
das Vertretungsverhältnis auf dem Steuererklärungsformular deklariert (BGE 145 II 201 
E. 5.1), zumal darin eine Kundgabe der Vollmacht gegenüber einer Drittperson nach 
Art. 33 Abs. 3 OR analog liegt (BGer 9C_711/2022 vom 17. November 2023 E. 3.7.1). 
Demgegenüber ist noch nicht von einem Vertretungsverhältnis auszugehen, wenn die 
steuerpflichtige Person die Steuerbehörde für zusätzliche Auskünfte an eine Drittperson 
verweist. Ebenso wenig ist der vertragliche Vertreter in einem Parallelverfahren (z.B. Ver-
anlagung einer Grundstückgewinnsteuer) automatisch vertraglicher Vertreter bezüglich der 
direkten Bundessteuer (Locher, a.a.O. Art. 117 DBG N 17; BGer 2C_883/2010 vom 
7. April 2011 E. 2.1 ff.). Auch ist etwa aus der Stellung eines Fristverlängerungsgesuches 
für die Einreichung der Steuererklärung noch nicht auf ein Vertretungsverhältnis oder eine 
Duldungsvollmacht zu schliessen (vgl. BGer 9C_711/2022 vom 17. November 2023 
E. 3.7.2). Kann nicht festgestellt werden, ob der vermeintliche Stellvertreter gültig ermäch-
tigt worden ist, trägt diejenige Partei die Beweislast, die daraus einen Vorteil ableiten will 
(Art. 8 ZGB analog; BGer 9C_711/2022 vom 17. November 2023 E. 3.7.1 mit weiteren 
Hinweisen.). 

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4.5 Fehlt es an einer klaren schriftlichen Vollmacht und ist auch aufgrund der Umstän-
de keine eindeutige Willensäusserung des Steuerpflichtigen auf Bevollmächtigung eines 
Dritten anzunehmen, gilt die natürliche Vermutung, dass keine Vollmacht erteilt wurde. 
Diesfalls sind Verfügungen und Entscheide dem Steuerpflichtigen selber zu eröffnen 
(vgl. BGer 2C_709/2014, 2C_710/2014 vom 9. Juni 2015 E. 3.2; 2A.451/1996 vom 21. Mai 
1997 E. 2a; Peter Locher, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 
III. Teil, 2015, Art. 117 DBG N 16 f.). Hat der Steuerpflichtige hingegen einen vertraglichen 
Vertreter bezeichnet, muss die Steuerbehörde ihre Mitteilungen und Verfügungen durch 
Zustellung an diesen eröffnen. Tut sie dies nicht, ist die Eröffnung mangelhaft; daraus darf 
dem Steuerpflichtigen kein Nachteil erwachsen (BGE 113 Ib 296 E. 2; BGer 2C_883/2010 
vom 7. April 2011 E. 2.1). 

4.6 Zwar verlangt der Grundsatz von Treu und Glauben, dass der steuerpflichtigen 
Person aus dem Fehler der Steuerbehörde kein Nachteil erwachsen darf. Er gibt ihr aber 
keinen Anspruch, aus solchen Fehlern sachlich nicht begründbare Vorteile zu ziehen, und 
er entbindet sie insbesondere nicht von Sorgfalt und Mitwirkung im Verfahren. Ist der 
steuerpflichtigen Person ein Entscheid direkt zugestellt worden, ist sie gestützt auf Treu 
und Glauben verpflichtet, innerhalb der ihr zumutbaren Frist Abklärungen zu treffen, um 
sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob die Steuerbehörde ihr den Entscheid lediglich ori-
entierungshalber direkt zugestellt oder ob sie das bestehende Vertretungsverhältnis miss-
achtet hat (BGer 2C_709/2014, 2C_710/2014 vom 9. Juni 2015 E. 4.3.5). Tut sie dies bin-
nen der ihr aufgrund der Umstände des Einzelfalls zumutbaren Zeitspanne seit Kenntnis-
nahme der Verfügung, so läuft die Rechtsmittelfrist zwar von der fehlerhaften Zustellung 
an, doch ist die allenfalls versäumte Frist ohne Weiteres wiederherzustellen, d.h. ohne 
dass Wiederherstellungsgründe i.S.v. Art. 133 Abs. 3 DBG gegeben sein müssen (BGer 
2C_709/2014, 2C_710/2014 vom 9. Juni 2015 E. 3.1). Eine erneute Zustellung der Verfü-
gung an den Vertreter ist daher nicht notwendig (Zweifel/Hunziker, a.a.O., Art. 117 N 32). 
Die Dauer der vernünftigen Frist bemisst sich praxisgemäss nach den besonderen Um-
ständen des Einzelfalls. In der Regel ist die steuerpflichtige Person aufgrund der sie tref-
fenden Sorgfaltspflicht gehalten, spätestens am letzten Tag der in der Verfügung genann-
ten Rechtsmittelfrist an ihren Vertreter zu gelangen. Eine anschliessende Einsprache gilt 
als rechtzeitig eingereicht, wenn sie innerhalb einer 30-tägigen Rechtsmittelfrist, welche 
(spätestens) ab diesem Datum (letzter Tag der Frist gemäss Verfügung) läuft, erhoben 
wird (vgl. VGer ZG S 2019 168 vom 30. März 2020 E. 2.4 mit Hinweis auf EVG I 565/02 
vom 6. Mai 2003 E. 3.1). Erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite Verfügungszu-

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stellung an den Vertreter, vermag dies keine neue Beschwerdefrist auszulösen (BGE 118 
V 190 E. 3a).

5. Die Zustellung der Verfügung vom 1. Dezember 2022 an sich wird von der Rekur-
rentin nicht bestritten und es werden auch keine Unregelmässigkeiten im Rahmen der 
postalischen Zustellung geltend gemacht (vgl. insb. act. 1 Rz. 19 und 41 ff.; sowie die da-
hingehenden Ausführungen der Steuerverwaltung in act. 1 S. 2). Demgegenüber hat die 
Steuerverwaltung den Versand der streitbetroffenen Verfügung am 1. Dezember 2022 an-
hand von Screenshots aus den IT-Programmen "Post-Tracker" und ihrem Dokumenten-
managementsystem "enaio" plausibilisiert dargetan (vgl. act. 7 sowie StV-act. 5, 6). Es 
kann demnach von einer tatsächlichen Zustellung der Sendung spätestens am dritten 
Werktag nach Sendungsaufgabe, mithin am Dienstag, 6. Dezember 2022, ausgegangen 
werden (vgl. vorne E. 4.3). Eine spätere Zustellung wird im vorliegenden Verfahren – und 
wurde auch im Einspracheverfahren trotz mehrmaliger Nachfrage der Steuerverwaltung 
nach dem tatsächlichen Zustellungszeitpunkt (vgl. act. 1 S. 2 mit Verweis auf Rek-act. 14–
17) – im Übrigen nicht behauptet. 

6.
6.1 Die Rekurrentin beanstandet im Wesentlichen, dass die Verfügung ihr selbst an-
stelle ihrer Vertreterin, der B.________ AG, zugestellt worden war.

Es ist aktenkundig und unbestritten, dass der Steuerverwaltung im Dezember 2022 keine 
ausdrückliche Vertretungsvollmacht vorlag (vgl. die Vollmacht vom 22. Dezember 2021, 
welche sich auf die Vertretung "in Sachen sämtlicher Sozialversicherungen" bezieht [StV-
act. 1]; die Vollmacht vom 15. Februar 2023 "zur Vertretung in Sachen sämtlicher Schwei-
zerischen Steuerangelegenheiten" ging der Steuerverwaltung zusammen mit der Einspra-
che im März 2023 zu [StV-act. 4]) und sich in der Steuererklärung 2019 kein Hinweis auf 
eine Vertretung durch die B.________ AG findet (Rek-act. 9). Es wäre demnach zu klären, 
ob die Korrespondenz der Rekursgegnerin mit der Vertreterin der Rekurrentin betreffend 
die Steuerperiode 2020 (wobei diese auch Auskünfte in Bezug auf das Jahr 2019 beinhal-
tete; vgl. Rek-act. 11–13) mit Blick auf die einleitend dargelegte Rechtsprechung, die dies-
bezügliche Zurückhaltung bei der Annahme eines bloss aus den Umständen abgeleiteten 
Vertretungsverhältnisses und die Beweislastverteilung (vorne E. 4.4 f.) bereits für die An-
nahme eines umfassenden Vertretungsverhältnisses genügt. Wie die nachfolgende Erwä-
gung zeigt, kann diese Frage jedoch offen gelassen werden. 

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Urteil A 2023 11

6.2 Es ist nämlich – wie die Rekursgegnerin zu Recht festhält – so oder anders von 
einer verspäteten Einspracheerhebung auszugehen. Spätestens am letzten Tag der Ein-
sprachefrist – am 5. Januar 2023 – hätte sich die Rekurrentin nach Treu und Glauben bei 
ihrer Vertreterin melden und sich vergewissern müssen, dass ihrerseits nichts zu unter-
nehmen ist bzw. der Vertreterin die Notwendigkeit der Einspracheerhebung nicht entgan-
gen war. Tatsächlich hat sie aber zugewartet und sich – gemäss der Darstellung in der 
Einspracheschrift (Rek-act. 1 S. 5) – erst am 13. Februar 2023 nach Erhalt einer Mahnung 
datierend vom 6. Februar 2023 (StV-act. 3; vgl. auch Rek-act. 8, sowie zur Postverarbei-
tung der Rekurrentin: Rek-act. 15 S. 2) bei der B.________ AG gemeldet, woraufhin die 
B.________ AG am 8. März 2023 Einsprache erhoben hat (Rek-act. 1). Selbst unter An-
nahme einer Fristwiederherstellung und infolgedessen einer faktischen Verlängerung der 
Einsprachefrist um weitere 30 Tage ab dem 5. Januar 2023 (Ende der Einsprachefrist 
gemäss Verfügung) bis Freitag, 3. Februar 2023 (vgl. vorstehende E. 4.6), erfolgte die 
Einsprache am 8. März 2023 somit deutlich zu spät (Umstände für die ausnahmsweise 
Annahme einer längeren "zumutbaren Frist" sind ferner weder ersichtlich noch geltend 
gemacht). 

7. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Steuerverwaltung infolge Ver-
spätung zu Recht nicht auf die Einsprache vom 8. März 2023 eingetreten ist. Der Rekurs 
ist folglich unbegründet und dementsprechend abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

8.
8.1 Die unterliegende Partei trägt die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungs-
gericht (§ 120 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Die Höhe der Spruchgebühr beträgt 
Fr. 400.– bis Fr. 15'000.– (§ 1 Abs. 1 der Verordnung über die Kosten im Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht [KoV VG; BGS 162.12]; vgl. auch die Richtlinien für die Festle-
gung der Gerichtskosten gemäss § 22 VRG mit dem Hinweis auf den Basiswert für die 
Kosten in Steuerstreitigkeiten von Fr. 2'000.–). Vorliegend unterliegt die Rekurrentin 
vollständig, weshalb sie die gesamten Verfahrenskosten zu tragen hat. Die Kosten werden 
aufgrund des Zeit- und Arbeitsaufwandes, der Wichtigkeit und Schwierigkeit der Sache 
sowie des Streitwerts (§ 1 Abs. 2 KoV VG) auf Fr. 2'000.– festgesetzt und mit dem geleis-
teten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang ist der Rekurrentin keine Parteientschädigung zu-
zusprechen (§ 120 Abs. 3 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 des Bundesgeset-
zes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021] im Umkehrschluss). Der Re-

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kursgegnerin kann keine Entschädigung zugesprochen werden, da sie keine steuerpflich-
tige Person ist (§ 120 Abs. 3 StG) und zudem in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt 
(§ 28 Abs. 2a VRG).

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Urteil A 2023 11

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Der Rekurs und die Beschwerde werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
ist.

2. Der Rekurrentin wird eine Spruchgebühr von Fr. 2'000.– auferlegt, welche mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.– verrechnet wird.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Schweize-
rischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Vertreterin der Rekurrentin (im Doppel; mit ausführlicher 
Rechtsmittelbelehrung), an die Steuerverwaltung des Kantons Zug, an die Eid-
genössische Steuerverwaltung, Bern, sowie zum Vollzug von Ziffer 2 (im Disposi-
tiv) an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 19. Februar 2024

Im Namen der
ABGABERECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am