# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96694c5c-7c4c-5a7c-81f7-1a4574929932
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2016 E-4964/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4964-2016_2016-10-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4964/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

mit ihren Kindern 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

alle Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Juli 2016 / N (…). 

 

 

E-4964/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden und ihre 

Kinder Syrien Mitte Mai 2013.  

Die Beschwerdeführerin reiste am 28. Juni 2013 in die Schweiz ein und 

ersuchte gleichentags um Asyl. Kurz nach ihr trafen auch die Kinder 

E._______ und F._______ in der Schweiz ein. Am 5. Juli 2013 wurde die 

Beschwerdeführerin im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso zur 

Person (BzP) befragt. Die Vorinstanz hörte sie am 8. Juli 2014 zu den Asyl-

gründen an. Sie machte im Wesentlichen geltend, sie sei wegen des Krie-

ges aus Syrien geflüchtet und weil die Freie Syrische Armee (FSA) und die 

Al-Nusra-Front ihr Dorf bedroht hätten. Ausserdem sei ihr Mann bedroht 

worden und die PKK (Partiya Karkerên Kurdistan; Arbeiterpartei Kurdis-

tans) beziehungsweise die YPG (Yekîneyên Parastina Gel; Volksverteidi-

gungseinheiten) habe verlangt, dass er eine Waffe trage und an Kontroll-

punkten Wache halte. 

Der Beschwerdeführer reiste zusammen mit dem Kind D._______ am 

8. Juli 2013 in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. Kurz 

darauf traf auch das Kind C._______ in der Schweiz ein. Am 12. Juli 2013 

wurde der Beschwerdeführer im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

Chiasso zur Person (BzP) befragt. Die Vorinstanz hörte ihn am 8. Juli 2014 

und ergänzend am 21. Juni 2016 zu den Asylgründen an. Er machte im 

Wesentlichen geltend, die FSA und die Al-Nusra-Front hätten von ihm Geld 

verlangt. Er habe auch bezahlt, doch sie hätten mehr verlangt. Ausserdem 

habe er Angst gehabt, für den Militärdienst aufgeboten zu werden. Zudem 

habe ihn die PKK aufgefordert, Wache zu halten, was er nicht gewollt habe. 

B.  

Mit Verfügung vom 18. Juli 2016 – eröffnet am 19. Juli 2016 – stellte die 

Vorinstanz fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete zufolge Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-

sung die vorläufige Aufnahme an. 

C.  

Mit Eingabe vom 16. August 2016 reichten die Beschwerdeführenden beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten, es sei ihnen 

vollumfänglich Einsicht in die Akten A2/2, A6/5 und A8/2 sowie in sämtliche 

eingereichten Beweismittel zu gewähren. Eventualiter sei das rechtliche 

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Seite 3 

Gehör zu den Akten A2/2, A6/5 und A8/2 sowie zu sämtlichen eingereichten 

Beweismitteln zu gewähren. Nach der Gewährung der Akteneinsicht und 

eventualiter des rechtlichen Gehörs sei ihnen eine angemessene Frist zur 

Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Sodann sei die an-

gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzu-

stellen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Ver-

fügung aufzuheben und sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen. In pro-

zessualer Hinsicht sei auf einen Kostenvorschuss zu verzichten und sie 

seien von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien. 

Sie reichten einen Artikel des OHCHR vom 16. Juni 2016, einen Artikel der 

Südostschweiz vom 16. Juni 2016, einen Artikel von www.tagesschau.de 

vom 16. Juni 2016, einen Artikel von www.ezidipress.com vom 25. Novem-

ber 2015, Internetausdrucke und Printscreens eines Youtube-Videos vom 

29. September 2013 sowie eine Bescheinigung der Sozialhilfeabhängigkeit 

zu den Akten. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2016 hiess der Instruktionsrichter 

das Gesuch um Einsicht in das Aktenstück A8/2 und die eingereichten Aus-

weisdokumente gut, wies es bezüglich der Aktenstücke A2/2 und A6/5 ab, 

wies die Gesuche um Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie um An-

setzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung ebenfalls ab und verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist 

einzutreten. 

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2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

2.2 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden der Asyl-

punkt, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden sowie die 

Wegweisung. Der Wegweisungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem 

die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbarkeit zu 

Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben hat. 

2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden rügen mehrfach eine Verletzung des recht-

lichen Gehörs, allerdings ohne nähere Begründung. Die Vorinstanz habe 

die Begründungspflicht verletzt, den Sachverhalt in Missachtung des Un-

tersuchungsgrundsatzes unvollständig festgestellt und das Akteneinsichts-

recht verletzt. Sie sei in Willkür verfallen. 

3.2 Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. Die Vorinstanz hat die Beschwer-

deführenden zur Person befragt, zu den Asylgründen angehört und den 

Sachverhalt nach Einräumung sämtlicher Verfahrensrechte festgestellt. 

Die Notwendigkeit von weiteren Abklärungen ist nicht ersichtlich. Die Be-

schwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz habe seit Gesuchs-

einreichung rund ein Jahr bis zur Anhörung verstreichen lassen. Dies trifft 

zu. Indes legen die Beschwerdeführenden in der Eingabe nicht dar, inwie-

fern ihnen aus diesem Umstand in Bezug auf ihr Asylverfahren ein Nachteil 

erwachsen ist. Ein solcher ist auch nicht ersichtlich. Auch durch das mehr-

fache Unterbrechen des Beschwerdeführers in der Anhörung hat die Vor-

instanz das rechtliche Gehör nicht verletzt. Aus der Befragung geht nämlich 

hervor, dass der Beschwerdeführer nur unterbrochen wurde, wenn er nicht 

auf die konkrete Frage antwortete und wenn er einen nicht rechtserhebli-

chen Sachverhalt darlegen wollte. Aus dem Unterschriftenblatt der Hilfs-

werkvertretung geht schliesslich auch nicht hervor, dass die Anhörung nicht 

rechtskonform abgelaufen wäre. Die eingereichten Beweismittel wurden 

von der Vorinstanz, soweit rechtserheblich, berücksichtigt. Dass das recht-

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liche Gehör in Form des Akteneinsichtsrechts verletzt sein soll, wurde be-

reits in der Zwischenverfügung vom 24. August 2016 verneint. Darauf ist 

hier zu verweisen. 

3.3 Das Willkürverbot hat keinen selbständigen Gehalt, weil das Bundes-

verwaltungsgericht Tat- und Rechtsfragen mit voller Kognition überprüfen 

kann. Wie nachfolgend zu zeigen ist, hat die Vorinstanz den rechtserhebli-

chen Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs (in der Gestalt von Anhörungsrecht, Akteneinsichts-

recht, Abklärungs- und Begründungspflicht) liegt nicht vor. Die Rüge ist un-

begründet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Abs. 1). Glaubhaft 

gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhanden-

sein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Un-

glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in BVGE 2010/27 mit den Anfor-

derungen an das Glaubhaftmachen von Vorbringen auseinandergesetzt 

und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den Anforderungen an 

die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG und an die Glaubhaftigkeit 

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gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten. Im Rahmen von Krieg und Situati-

onen allgemeiner Gewalt erlittene Nachteile würden keine Verfolgung im 

Sinne des Asylgesetzes darstellen. Die alleinige Tatsache, dass sie Jezi-

den seien, sei ebenfalls nicht asylrelevant. Die Vorbringen des Beschwer-

deführers, dass er das Land aufgrund der geforderten Geldzahlung der 

FSA und der Al-Nusra-Front verlassen habe, sei weder glaubhaft noch 

asylbeachtlich. Bezüglich der Aufforderung der PKK, dass er Wache zu ste-

hen habe, sei nicht von Zwang oder unerträglichem Druck auszugehen, 

weshalb die diesbezüglichen Vorbringen ebenfalls nicht asylbeachtlich 

seien. Schliesslich habe er nie ein persönliches Aufgebot für den Militär-

dienst erhalten und sei bereits vor Beginn des Bürgerkrieges als untauglich 

erklärt worden, weshalb es auch diesem Vorbringen an der Asylrelevanz 

fehle. 

5.2 Die Beschwerdeführenden wenden dagegen ein, bezüglich der gefor-

derten Geldzahlung sei der Beschwerdeführer in der ergänzenden Anhö-

rung davon ausgegangen, dass der befragenden Person seine Angaben 

der ersten Anhörung präsent seien, und zudem habe er die konkrete Be-

drohung mit Schlagworten eindeutig angesprochen. Zur Aufforderung der 

PKK, dass der Beschwerdeführer Wache stehen müsse, habe er sich 

nachvollziehbar und stimmig geäussert. Die Forderungen hätten ihm einen 

zusätzlichen enormen Druck verursacht. Bezüglich des Militärdienstes für 

die syrische Armee stehe fest, dass der Beschwerdeführer davon habe 

ausgehen müssen, dass er bei einer Kontrolle sofort rekrutiert worden 

wäre. Den Militärdienst habe er aufgrund der Bezahlung von Bestechungs-

geldern nicht leisten müssen. Aufgrund seines Fernbleibens gelte er als 

Dienstverweigerer und Verräter. Zusammenfassend sei der Beschwerde-

führer einer asylrelevanten Verfolgung durch islamistische und arabische 

Rebellen, die Al-Nusra-Front, den sogenannten Islamischen Staat (IS), die 

FSA und die syrische Regierung ausgesetzt. Zudem sei er von der YPG 

unter Druck gesetzt worden. 

5.3 Die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen sind weder in tatsächlicher 

noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. Die Vorinstanz führt in der 

angefochtenen Verfügung eingehend aus, warum die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden nicht glaubhaft respektive nicht asylrelevant sind. 

5.3.1 So führt die Vorinstanz zutreffend aus, dass das Vorbringen bezüglich 

der angeblichen von der FSA und der Al-Nusra-Front geforderten Geldleis-

tung nicht glaubhaft ist. Während er in der ersten Anhörung dieses Sach-

verhaltselement als Hauptgrund für die Ausreise angab (SEM-Akten, 

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A26/19 F47), erwähnt er dies in der ergänzenden Anhörung nicht mehr, als 

er nach seinen Asylgründen gefragt wird (SEM-Akten, A31/10 F6 ff.). Diese 

unterschiedliche Darstellung wiegt schwer und kann er auch auf Beschwer-

deebene nicht erklären. Es ist daher nicht glaubhaft, dass er Syrien aus 

diesem Grund habe verlassen müssen. 

Darüber hinaus hält die Vorinstanz korrekt fest, dass es diesem Vorbringen 

an der Asylrelevanz fehlt, da diese Geldzahlungen gemäss den Angaben 

des Beschwerdeführers von allen Dorfbewohnern verlangt wurden und 

dies überall in Syrien so gemacht wurde (SEM-Akten, A31/10 F30 ff.). 

5.3.2 Bezüglich der Aufforderung der PKK beziehungsweise der YPG an 

den Beschwerdeführer, bewaffnet Wache zu stehen, folgt das Gericht den 

Ausführungen der Vorinstanz. Aufgrund fehlender Intensität ist nicht von 

der Asylrelevanz dieses Vorbringens auszugehen, zumal der Beschwerde-

führer gemäss eigener Aussagen auch einfach einen Kollegen bezahlen 

konnte, damit dieser für ihn Wache hält, und dies keine negativen Konse-

quenzen nach sich gezogen hat (SEM-Akten, A26/19 F67 und F74). 

5.3.3 Den Akten lassen sich auch keine Anhaltspunkte für gezielte Verfol-

gungsmassnahmen der syrischen Behörden gegen den Beschwerdeführer 

vor seiner Ausreise entnehmen und es besteht kein Grund zur Annahme, 

dass er deren Aufmerksamkeit erregt haben könnte. Es ist mithin nicht da-

von auszugehen, der Beschwerdeführer habe sich in Syrien der Wehr-

dienstverweigerung schuldig gemacht. In seinem Urteil D-5018/2015 vom 

26. Oktober 2015 hält das Bundesverwaltungsgericht fest, selbst wenn ein 

Beschwerdeführer eine Vorladung zur Einberufung zum Militärdienst er-

halte, könne allein aus diesem Umstand nicht auf eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Gefährdung geschlossen werden (Urteil des BVGer                        

D-5018/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 5.2). Ferner liegen Auskünfte vor, 

dass die Regierungstruppen auf die Rekrutierung kurdischstämmiger Män-

ner zurzeit weitgehend verzichten, um Spannungen mit den kurdischen 

Truppen zu vermeiden. Da die Position der syrischen Armee geschwächt 

sei, verzichte man auf eine Konfrontation mit der YPG (Urteil des BVGer 

D-5018/2015 vom 26. Oktober 2015 E. 5.2 und Danish Immigration Ser-

vice, Syria: Military Service, Mandatory Self-Defence Duty and Recruitment 

to the YPG, 26. Februar 2015, § 2.2, S. 15). Das Risiko einer Rekrutierung 

durch die syrische Armee ist aus diesen Gründen als gering einzuschätzen. 

Da der Beschwerdeführer, aus welchen Gründen auch immer, bezüglich 

des Militärdienstes für untauglich erklärt wurde und er noch nicht einmal 

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ein Aufgebot für den Dienst erhalten hat, ist umso weniger von einer asyl-

relevanten Verfolgung auszugehen, weshalb der Schlussfolgerung der    

Vorinstanz, es fehle diesem Vorbringen an Asylrelevanz, zu folgen ist. 

5.3.4 Weiter können die Beschwerdeführenden allein aus der Tatsache, 

dass sie der Religionsgemeinschaft der Jeziden angehören, keine asylre-

levante Verfolgung ableiten, insbesondere unter Berücksichtigung des ge-

genwärtig schwächelnden IS. Anhaltspunkte dafür, dass sie bei einer 

Rückkehr persönlich und gezielt eine Verfolgung durch den IS oder andere 

islamistische Gruppierungen zu gewärtigen hätten, finden sich in den Akten 

keine. Daran vermögen auch die eingereichten Berichte und das Video 

nichts zu ändern. 

5.3.5 Schliesslich bringen die Beschwerdeführenden vor, falls ihre Flücht-

lingseigenschaft im Zeitpunkt der Flucht verneint werde, müsse die Flücht-

lingseigenschaft im heutigen Zeitpunkt festgestellt werden. Bei ihrer Rück-

kehr nach Syrien müsse von einem Verhör durch die Behörden ausgegan-

gen werden. Personen, bei welchen sich der Verdacht hinsichtlich exilpoli-

tischer Aktivitäten und Haltung oder der Dienstpflicht erhärte, würden dem 

Geheimdienst überstellt werden. Dies stelle für sie eine ausserordentliche 

Gefahr dar. Als jezidischer Kurde und Dienstverweigerer verschärfe sich 

das Profil des Beschwerdeführers durch die Asylgesuchstellung in der 

Schweiz. Die Wahrscheinlichkeit, dass er von den syrischen Sicherheits-

kräften gezielt asylrelevant verfolgt werde, sei deshalb ausgesprochen 

hoch. 

Die Beschwerdeführenden substantiieren jedoch mit keinem Wort, auf-

grund welcher exilpolitischer Tätigkeiten sie bei einer Rückkehr ins Visier 

der syrischen Behörden gelangen sollten, zumal zuerst die Vorinstanz und 

nun auch das Bundesverwaltungsgericht festgestellt haben, dass der Be-

schwerdeführer vom Militärdienst befreit wurde und deshalb nicht als 

Dienstverweigerer gilt. Das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen 

ist zu verneinen. 

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden 

weder Fluchtgründe noch subjektive Nachfluchtgründe glaubhaft machen 

oder nachweisen konnten. Die Vorinstanz hat ihre Asylgesuche zu Recht 

abgelehnt. 

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Seite 9 

6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführenden verfügen 

weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über ei-

nen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die 

Wegweisung ist nicht zu beanstanden. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführenden beantragen die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorste-

henden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu 

gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 

nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 

Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Pascal Waldvogel 

 

 

Versand: