# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfc76685-7be5-5fa6-a5da-ffc6dccc7044
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 08.05.2015 BK 2015 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2015-1_2015-05-08.pdf

## Full Text

BK 15 1

Beschluss der Beschwerdekammer in Strafsachen
Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrichter Stucki
Gerichtsschreiber Kind

vom 8. Mai 2015

in der Strafsache

A.
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt X.

Beschuldigter

gegen

Erbengemeinschaft Frau B. sel.:
[9 Personen]
alle vertreten durch Rechtsanwalt Y.

Beschwerdeführende

wegen Betruges, Veruntreuung, evtl. ungetreuer Geschäftsbesorgung / Zulassung von ein-
gesetzten Erbinnen und Erben in die Privatklägerstellung der verstorbenen Straf- und Zivil-
klägerin

Regeste

In Art. 121 Abs. 1 StPO wird die Rechtsnachfolge im Falle des Ablebens der geschädigten 
Person eng (Angehörige im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB) und abschliessend geregelt. 
Art. 121 Abs. 2 StPO bildet deshalb keine gesetzliche Grundlage, um Erben, welche den 
Angehörigenbegriff von Art. 110 Abs. 1 StGB nicht erfüllen, zur Zivilklägerstellung zuzulas-
sen.

Redaktionelle Vorbemerkungen

Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland führte gegen den Beschuldigten ein Straf-
verfahren wegen Betruges, Veruntreuung sowie evtl. ungetreuer Geschäftsbesorgung. 
Während des laufenden Verfahrens verstarb die Geschädigte und Privatklägerin B. Die 
Staatsanwaltschaft stellte daraufhin fest, dass keine Rechtsnachfolge gemäss Art. 121 StPO 
stattgefunden habe und dass somit keine Privatklägerschaft mehr am Verfahren teilnehme. 
Gegen diese Verfügung erhoben die oben aufgeführten Erbinnen und Erben Beschwerde mit 
dem Antrag, sie seien als Privatklägerschaft im Verfahren zuzulassen.

2

Auszug aus den Erwägungen:

[…]

2. […]

Die Erbengemeinschaft (Art. 602 ZGB) bildet eine Gesamthandschaft. Träger von Rech-
ten und Pflichten sind die einzelnen Erben bzw. Gesamthänder. Sie können diese aber 
nur gemeinsam mit den anderen Gesamthändern wahrnehmen, womit sie im Verfahren 
eine notwendige Streitgenossenschaft bilden. Die hier als beschwerdeführenden, je ein-
zeln auftretenden Personen entsprechen sämtlichen Erben, die im Erbenschein vom 
25. September 2014 unter Ziff. 4 „Abschliessende Erbberechtigung“ aufgelistet sind. Die 
erforderliche notwendige Streitgenossenschaft wurde korrekt gebildet. Der Anwalt legiti-
mierte sich bei Beschwerdeeinreichung durch Aktenbesitz und reichte die Vollmachten 
der neun Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 14. Januar 2015 nach. Der Einwand 
des Beschuldigten, die Vollmachten seien zu spät zu den Akten gereicht worden, ist 
überspitzt formalistisch. Im Streit steht die Nachfolge der Beschwerdeführenden in die 
Zivilansprüche der verstorbenen Privatklägerin. Ihr gemeinsames Anfechtungsobjekt ist 
die Verfügung vom 19. Dezember 2014, durch die sie zum Verfahren nicht zugelassen 
wurden. Dass Rechtsanwalt Y., dessen Anwaltskanzlei die Interessen der Privatkläger-
schaft von Beginn weg vertrat, die Beschwerde vorsorglich im Interesse der Erbinnen 
und Erben, noch ohne im Besitz der neun Vollmachten zu sein, einreichte, ist nicht zu 
beanstanden – insbesondere angesichts des Umstands, dass die relativ kurze Be-
schwerdefrist von Art. 396 Abs. 1 StPO über die Weihnachtstage lief und es in diesen 
Tagen sehr schwierig gewesen sein dürfte, von neun Streitgenossen die unterschriebe-
nen Vollmachten je rechtzeitig zu erhalten.

Die Beschwerdeführenden sind durch ihre jeweilige Nichtzulassung als Privatklägerin 
bzw. -kläger in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit zur Be-
schwerde legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die im Übrigen form- und fristgerechte 
Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Art. 121 StPO regelt die strafprozessrechtliche Nachfolge von Dritten in die Rechte der 
geschädigten Person. Der Fall, dass die geschädigte Person stirbt, ohne auf ihre Verfah-
rensrechte als Privatklägerschaft verzichtet zu haben, ist in Art. 121 Abs. 1 StPO gere-
gelt. Danach gehen ihre Rechte auf die Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB 
in der Reihenfolge der Erbberechtigung über. Gemäss der engen und abschliessenden 
Definition von „Angehörigen“ in Art. 110 Abs. 1 StGB fallen darunter der Ehegatte, die 
eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner, die Verwandten gerader Linie, 
die vollbürtigen und halbbürtigen Geschwister, die Adoptiveltern, -geschwister und           
-kinder. Unbestrittenermassen befinden sich auf dem Erbenschein von B. sel. vom 
25. September 2014 keine Angehörigen im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB. Eine 
Rechtsnachfolge gestützt auf Art. 121 Abs. 1 StPO ist damit ausgeschlossen. Fraglich 
und zwischen den Parteien umstritten ist, ob die Beschwerdeführenden als nicht unter 
Abs. 1 fallende Erbinnen und Erben unter Abs. 2 von Art. 121 StPO subsumiert werden 

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können. Abs. 2 von Art. 121 StPO lautet: „Wer von Gesetzes wegen in die Ansprüche 
der geschädigten Person eingetreten ist, ist nur zur Zivilklage berechtigt und hat nur jene 
Verfahrensrechte, die sich unmittelbar auf die Durchsetzung der Zivilklage beziehen.“

3.2 Nach Ansicht der Beschwerdeführenden ist für die Anwendung von Art. 121 Abs. 2 StPO 
einzig massgebend, ob die Rechtsansprüche mittels Legalzession bzw. gesetzlicher 
Subrogation auf die Rechtsnachfolger übergegangen sind. Nicht unter den Anwen-
dungsbereich von Art. 121 Abs. 2 StPO würden Ansprüche fallen, die auf rechtsge-
schäftlichem Erwerb, wie beispielsweise Abtretung von Forderungen und Schuldüber-
nahme sowie gesellschafts- und fusionsrechtliche vertragliche Übertragung von Aktiven 
und Ansprüchen beruhen (mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1B_57/2014 
vom 20. Oktober 2014 E. 4.9.5 [mittlerweile ist die Erwägung 4 dieses Urteils in der amt-
lichen Sammlung unter der Nummer BGE 140 IV 162 veröffentlicht]). In solchen Fällen 
stelle die Übertragung der Ansprüche ein zivilrechtliches Verfügungsgeschäft dar.

Die Beschwerdeführenden verweisen auf das in Art. 560 ZGB statuierte Prinzip der Uni-
versalsukzession, nach welchem mit einem einzigen Vorgang, dem Tod des Erblassers, 
alle überhaupt vererbbaren Vermögenswerte sowie die Schulden des Erblassers auf die 
Erben übergehen. Bei Art. 560 ZGB handle es sich um einen Fall einer kodifizierten Le-
galzession bzw. gesetzlichen Subrogation. Die Beschwerdeführenden seien mittels einer 
solchen gesetzlichen Subrogation, gemäss Art. 560 Abs. 2 ZGB, in die Rechte von Frau 
B. selig eingetreten. Anders als bei den zivilrechtlichen Übertragungen sei der Übergang 
der Rechte und Pflichten direkt gestützt auf die gesetzliche Norm von Art. 560 ZGB er-
folgt und stelle keinen zivilrechtlichen Übertragungsakt dar.

Die Beschwerdeführenden würden die Voraussetzungen von Art. 121 Abs. 2 StPO erfül-
len und seien, auf den Zivilpunkt beschränkt, als Privatkläger/innen zuzulassen. Die 
Staatsanwaltschaft habe mit der Nichtzulassung der Beschwerdeführenden als Privat-
kläger/innen Art. 121 Abs. 2 StPO verletzt.

3.3 Die Staatsanwaltschaft ging in der angefochtenen Verfügung mit den Beschwerde-
führenden einig, dass die Erbeinsetzung zu einer Universalsukzession der Rechte und 
Pflichten führe, stellte jedoch für die hier zu untersuchende Universalsukzession fest, 
dass diese auf dem Testament der Privatklägerin und damit auf einem rechtsgeschäftli-
chen Akt beruhe, weshalb sie mit Blick auf BGE 140 IV 162 E. 4.9.5 nicht unter Art. 121 
Abs. 2 StPO fallen könne. Auch die Generalstaatsanwaltschaft setzte sich in ihrer Stel-
lungnahme zur Beschwerde mit dem erwähnten BGE 140 IV 162 und der Auslegung von 
Art. 121 Abs. 2 StPO auseinander, verneinte die Privatklägerstellung der Beschwerde-
führenden allerdings schon deshalb, weil sie die Auffassung vertritt, dass die Rechts-
nachfolge durch Universalsukzession kraft Erbschaft in Art. 121 Abs. 1 StPO abschlies-
send geregelt sei.

3.4 Die Beschwerdekammer hat sich in ihrem Beschluss BK 13 208 vom 3. Januar 2014 in 
E. 7.1 bereits einmal mit Art. 121 Abs. 2 StPO auseinandergesetzt. In jenem Fall war die 
Beschwerdeführerin eine juristische Person, der es verwehrt wurde, nach erfolgter Fusi-
on in die Privatklägerstellung der von ihr übernommenen Gesellschaft einzutreten. Die 
Beschwerdekammer hielt fest, dass jeder Fusion ein Rechtsgeschäft vorausgehe. Mit 
Blick auf das Regressrecht des Versicherers nach Art. 72 VVG, welchem ebenfalls stets 
ein Rechtsgeschäft zugrunde liegt (Vertrag zwischen Versicherer und Versicherungs-
nehmer), erachtete es die Beschwerdekammer als zweifelhaft, ob allein die Tatsache, 

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dass die Universalsukzession rechtsgeschäftlich zustande gekommen ist, die Rechts-
nachfolge nach Art. 121 Abs. 2 StPO ausschliesst. Diese Frage hatte die Beschwerde-
kammer allerdings nicht zu beantworten, weil es der Beschwerdeführerin einzig um die 
Privatklägerstellung im Strafpunkt ging, welche von Art. 121 Abs. 2 nicht erfasst ist.

Im selben Fall bestätigte das Bundesgericht auf Beschwerde hin, dass es von einer en-
gen Interpretation des Art. 121 Abs. 2 StPO ausgeht und nur jene Zivilansprüche darun-
ter subsumiert, welche unmittelbar aufgrund privat- oder öffentlich-rechtlicher Regress-
normen [Hervorhebung im Original] auf die rechtsnachfolgende juristische oder natürli-
che Person übergegangen sind. Zum Anwendungsfall der Fusion führte das Bundesge-
richt aus, dass diese zwar zu einer Universalsukzession der Aktiven und Passiven führe, 
jedoch primär auf einem rechtsgeschäftlichen Akt beruhe, weshalb sie nach der Praxis 
des Bundesgerichts nicht unter Art. 121 Abs. 2 StPO falle (BGE 140 IV 162 E. 4.9.5 mit 
Verweis auf Urteil 6B_549/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.2.1–3.2.2).

Was, wie hier interessierend, die Stellung eingesetzter Erben (welche den Angehörigen-
begriff von Art. 110 Abs. 1 StGB nicht erfüllen) anbelangt, so verwies das Bundesgericht 
auf die Lehre, welche eine Ausnahme für den Fall befürwortet, dass eingesetzte zu-
sammen mit gesetzlichen Erben (welche den Angehörigenbegriff erfüllen) im Rahmen 
einer Erbengemeinschaft eine notwendige Streitgenossenschaft bilden müssen. Es fügte 
dann an: „Für alle übrigen [Hervorhebung im Original] eingesetzten Erben kommt höchs-
tenfalls eine (auf den Zivilpunkt beschränkte) Privatklägerschaft gestützt auf 
Art. 121 Abs. 2 StPO in Frage [mit Verweis auf MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kom-
mentar Schweizerische Strafprozessordnung, 1. Aufl., 2011, Art. 121 N 21, dazu so-
gleich unten bei E. 3.5]“ (BGE 140 IV 162 E. 4.9.2). Ob damit das Bundesgericht, wie 
von den Beschwerdeführenden geltend gemacht, die Subsumtion von eingesetzten Er-
ben unter Art. 121 Abs. 2 StPO explizit offenlassen wollte, ist nicht nur wegen dem Aus-
druck „höchstenfalls“, sondern auch wegen der weiter hinten im selben Entscheid in 
E. 4.9.5 folgenden generellen Ausführung relativierungsbedürftig. Dort hielt das Bundes-
gericht fest: „Als Privatkläger (gestützt auf Art. 121 StPO) scheiden zum Beispiel auch 
reflexgeschädigte natürliche oder juristische Personen aus, die keinen (privat- oder öf-
fentlich-rechtlichen) gesetzlichen Regressanspruch gegenüber dem Beschuldigten ha-
ben (Art. 121 Abs. 2 StPO) und weder unmittelbar verletzt (Art. 115 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 118 Abs. 1 StPO) noch enge Angehörige (Art. 121 Abs. 1 StPO) oder Opferangehö-
rige (Art. 116 Abs. 2 i.V.m. Art. 117 Abs. 3 StPO) eines verstorbenen Geschädigten sind“ 
(Hervorhebungen im Original).

3.5 Soweit ersichtlich, finden sich in der Lehre keine Stimmen, die sich ausdrücklich dafür 
aussprechen, Erben, welche nicht Angehörige im Sinne von Art. 121 Abs. 1 StPO i.V.m. 
Art. 110 Abs. 1 StGB sind, unter Art. 121 Abs. 2 StPO zu subsumieren.

Die vom Bundesgericht in BGE 140 IV 162 E. 4.9.2 zitierte N 21 zu Art. 121 StPO von 
MAZZUCCHELLI/POSTIZZI (welche sich unverändert auch in der 2. Aufl. von 2014 findet) 
beschäftigt sich mit der Wirkung der Rechtsnachfolge von Angehörigen gemäss Abs. 1. 
Die erwähnten Autoren gehen dort der Frage nach, ob die Angehörigen der gestorbenen 
geschädigten Person sowohl zur Straf- wie auch zur Zivilklage oder lediglich zur Zivilkla-
ge berechtigt sein sollen. In diesem Zusammenhang ziehen sie eine Parallele zu Abs. 2 
(der eine Einschränkung auf die Zivilklage enthält) und erwähnen, dass nicht einzusehen 
sei, warum Abs. 2 nicht auch auf die Universalsukzession kraft Erbschaft anwendbar 
sein soll. Diese Parallele dient allerdings dazu, die in Abs. 2 enthaltene Einschränkung 

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der Privatklägerstellung auf die Zivilklage auf die Legitimierten nach Abs. 1 zu übertra-
gen und nicht um zu begründen, dass eingesetzte Erben via Abs. 2 als Privatkläger zu-
zulassen wären. Letztere Schlussfolgerung lässt sich aus dieser Literaturstelle nicht zie-
hen; der erwähnte Satz bezüglich Abs. 2 und die Universalsukzession würde aus dem 
Kontext gerissen.

JEANDIN/MATZ, in: Commentaire Romand, Code de procédure pénale suisse, 2011, 
Art. 121 N 3 vertreten die Auffassung, dass Erben, die nicht unter den Angehörigenbe-
griff von Abs. 1 fallen, für die Durchsetzung ihrer erbrechtlich erlangten Zivilansprüche 
auf den Zivilweg zu verweisen sind.

LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., 2014, 
Art. 121 N 5 äussert sich lediglich (bejahend) zur Frage, ob übrige Erben, die zusammen 
mit Erben nach Abs. 1 eine notwendige Streitgenossenschaft bilden müssen, zuzulassen 
sind.

SCHMID, Praxiskommentar 2 Aufl., Art. 121 sowie DERSELBE, Handbuch des schweizeri-
schen Strafprozessrechts, § 53 N 700 f., behandelt die Frage, ob weitere Erben unter 
Abs. 2 subsumiert werden können, nicht. Ebenso wenig OBERHOLZER, Grundzüge des 
Strafprozessrechts, 3. Aufl., S. 197 N 542; GOLDSCHMID/MAURER/SOLLBERGER, Kom-
mentierte Textausgabe zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2008, Art. 121 
S. 99 f.; RIEDO/FIOLKA/NIGGLI, Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsachen, 
N 896 ff.

3.6 Die Beschwerdekammer ist der Auffassung, dass die beiden Absätze von Art. 121 StPO 
systematisch in sich geschlossen sind: In Abs. 1 wird die Rechtsnachfolge im Falle des 
Ablebens des Privatklägers geregelt. Dieser Absatz ist mit der Einschränkung auf An-
gehörige im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB bewusst enger gefasst als die materiell-
rechtliche Legitimation gewisser Erben in zivilrechtlicher Hinsicht. Hätte der Gesetzgeber 
den Kreis der von einer Rechtsnachfolge erfassten Erben weiter ziehen und auch einge-
setzte Erben und weitere gesetzliche Erben mitumfassen wollen, so hätte er dies in Abs. 
1 gemacht. Offensichtlich wurde bei dieser Einschränkung auf Angehörige die Problema-
tik der notwendigen Streitgenossenschaft einer Erbengemeinschaft (Art. 602 ZGB) – 
welche sich aus Erben, die den Angehörigenbegriff erfüllen, und aus solchen, die ihn 
nicht erfüllen, zusammensetzen kann – übersehen, so dass gewisse Stimmen in der 
Lehre diesbezüglich eine Ausnahme befürworten. Vorliegend steht diese Ausnahmekon-
stellation jedoch ausser Diskussion, da unbestrittenermassen keine/r der Beschwerde-
führenden den Angehörigenbegriff von Art. 110 Abs. 1 StGB erfüllt. Es wäre eine Ver-
kennung der vom Gesetzgeber gewählten Systematik und seinem Willen, die Rechts-
nachfolge im Todesfall des Privatklägers eng zu normieren, übrige Erben unter Abs. 2 zu 
subsumieren und auf diesem Weg zur Privatklägerschaft zuzulassen. Schliesslich hatte 
der Gesetzgeber bei Abs. 2 ausdrücklich andere Konstellationen vor Augen. Der Bot-
schaft lässt sich dazu entnehmen: „Absatz 2 regelt die Folgen der Subrogation, also des 
Übergangs gewisser Ansprüche von Gesetzes wegen an Personen, die nicht selbst Ge-
schädigte sind. So gehen nach Artikel 14 Abs. 2 OHG die Ansprüche des Opfers gegen 
die Täterin oder den Täter in dem Umfang an den Kanton über, in dem die Behörden 
nach den Artikeln 11 ff. OHG dem Opfer Entschädigungen oder Genugtuungen zuge-
sprochen haben. Weiter zu nennen sind Fälle der versicherungsrechtlichen Subrogation, 
wie sie etwa nach Artikel 72 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. April 1908 über den 
Versicherungsvertrag (VVG), nach Artikel 41 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 

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über die Unfallversicherung (UVG) oder in gewissen Kantonen für die Leistungen der 
Gebäudeversicherungen bei Brandfällen besteht“ (Botschaft vom 21. Dezember 2005 
zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1172 Ziff. 2.3.3.3). Die General-
staatsanwaltschaft weist zu Recht darauf hin, dass der in der Praxis häufig auftretende 
Fall der Universalsukzession infolge Erbschaft bei den in der Botschaft erwähnten Sub-
rogationen nicht versehentlich unerwähnt geblieben ist (Stellungnahme, S. 3).

Selbst wenn Abs. 1 bezüglich Erben, wie von den Beschwerdeführenden vertreten, nicht 
abschliessend verstanden würde, so dürfte klar sein, dass die Universalsukzession kraft 
Erbschaft (Art. 560 ZGB) keine Regressnorm darstellt, wie sie vom Bundesgericht in 
BGE 140 IV 162 E. 4.9.5 für die Anwendung von Abs. 2 verlangt wird (vgl. vorne bei 
E. 3.4). Hinzu kommt, dass das Bundesgericht bei der Universalsukzession im Rahmen 
einer Fusion auf den vorgelagerten rechtsgeschäftlichen Akt (Fusionsvertrag, Art. 12 f. 
FusG) abstellte, was analog auch für das Testament der verstorbenen Privatklägerin als 
einseitiges, der Universalsukzession nach Art. 560 ZGB vorangehendes Rechtsgeschäft 
gelten müsste. Wie es sich für den Spezialfall verhielte, dass kein Testament gemacht 
wurde und sich gesetzliche Erben auf Abs. 2 stützen würden, muss hier nicht weiterver-
folgt werden.

Nach dem Gesagten ergibt sich, dass Art. 121 Abs. 1 StPO die Rechtsnachfolge im Fall 
des Ablebens der geschädigten Person, bzw. Privatklägers, abschliessend regelt. 
Art. 121 Abs. 2 StPO bildet keine Grundlage, um Erben darunter zu subsumieren. Dass 
die Staatsanwaltschaft die Beschwerdeführenden zur Privatklägerstellung nicht zuliess 
ist rechtskonform. Sie hat dadurch Art. 121 Abs. 2 StPO nicht verletzt. Die Beschwerde 
ist abzuweisen.

[...]