# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67398651-3b23-5ac7-8fea-a47072db90c3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240557-O1
**Docket/Reference:** SB240557-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240557-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240557-O/U/hb

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin M.A. HSG 

Eichenberger

Urteil vom 12. August 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache harte Pornografie

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in Zivil- 

und Strafsachen, vom 30. September 2024 (GG240023)

- 2 -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom  28. Juni 2024 

(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

1.

Der  Beschuldigte  ist  schuldig  der  mehrfachen  Pornografie  im  Sinne  von 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB.

2.

Der  Beschuldigte  wird  bestraft  mit  einer  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  zu 

Fr. 130.– (entsprechend Fr. 11'700.–) sowie mit einer Busse von Fr. 1'430.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

4.

Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse von Fr. 1'430.– wird diese in eine 

5.

6.

Ersatzfreiheitsstrafe von 11 Tagen umgewandelt.

Von einer Landesverweisung wird abgesehen.

Es  wird  ein  lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  (Verbot  jeder  beruflichen  und 

jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kon-

takt zu Minderjährigen umfasst) im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB 

angeordnet.

7.

Die  folgenden  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  See/Oberland  vom 

28. Juni  2024  beschlagnahmten  Gegenstände  werden  eingezogen  und  der 

Kantonspolizei Zürich, Asservaten Triage, zur Vernichtung überlassen:











Mobiltelefon, Marke Oppo (Asservat-Nr. A016'688'463),

SIM-Karte (Asservat-Nr. A016'784'284),

SIM-Karte (Asservat-Nr. A016'784'308),

Notebook, Marke Acer (Asservat-Nr. A016'688'509),

Solid-State Drive (SSD), Marke Micron (Asservat-Nr. A016'784'320).

- 3 -

8.

Die bei der Kantonspolizei Zürich, CC-DF, sichergestellten Datensicherungen 

(Asservaten-Nr. 

A016'784'273, 

A016'784'295, 

A016'784'319 

und 

A016'784'331) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils gelöscht.

9.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2'100.– ;  die weiteren Auslagen betragen:

2'100.–

Gebühr für das Vorverfahren

810.–

Auslagen Polizei

9'310.–

Kosten  amtliche  Verteidigung  (inkl.  Barauslagen  und 
MwSt.)

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-

sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genom-

men;  vorbehalten  bleibt  eine  Nachforderung  beim  Beschuldigten  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 32 S. 2; Urk. 46 S. 2)

1.

Es sei von der Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots im 

Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB gegenüber A._____ abzuse-

hen.

2.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, inkl. diejenigen der amtlichen Ver-

teidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.

- 4 -

b)

Der Staatsanwaltschaft See/Oberland:

(Urk. 37)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

_______________________________________________

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte

Gegen  das  eingangs  im  Dispositiv  wiedergegebene  Urteil  des  Bezirksgerichtes 

Hinwil, Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, vom 30. September 2024 liess der 

Beschuldigte  fristgerecht  die  Berufung  anmelden  und  hernach  erklären  (Urk. 25; 

Urk. 32). Innert der mit Präsidialverfügung vom 10. Januar 2025 angesetzten Frist 

erklärte die Staatsanwaltschaft ihren Verzicht auf Erhebung einer Anschlussberu-

fung und ersuchte um Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils sowie um Dispen-

sation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung (Urk. 37). Mit Präsidialver-

fügung vom 5. Februar 2025 wurde die schriftliche Durchführung des Berufungs-

verfahrens angeordnet, nachdem sich die Parteien damit einverstanden erklärt hat-

ten (Urk. 39), und dem Beschuldigten Frist zur Stellung und Begründung der Beru-

fungsanträge angesetzt (Urk. 40). Innert erstreckter Frist liess der Beschuldigte die 

Berufungsbegründung einreichen (Urk. 42; Urk. 44; Urk. 46), woraufhin die Staats-

anwaltschaft auf die Berufungsantwort verzichtete (Urk. 50) und sich auch die Vor-

instanz nicht vernehmen liess (Urk. 51). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

II.  Prozessuales

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen  Entscheides  im  Umfang  der  Anfechtung  gehemmt.  Der  Beschul-

digte hat seine Berufung auf die vorinstanzliche Anordnung des lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB (Dispositivziffer 6) 

beschränkt (Urk. 25; Urk. 32; Urk. 46). Demzufolge ist das Urteil des Bezirksgerich-

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tes  Hinwil,  Einzelgericht  in  Zivil-  und  Strafsachen,  vom  30. September  2024  hin-

sichtlich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 2 bis 4 (Strafe und Vollzug), 5 (Ab-

sehen von einer Landesverweisung), 7 und 8 (Beschlagnahmen und Sicherstellun-

gen) sowie 9 bis 11 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels 

Beschluss festzustellen ist. Im angefochtenen Punkt betreffend die Anordnung ei-

nes lebenslänglichen Tätigkeitsverbots ist das vorinstanzliche Urteil hingegen im 

Sinne von Art. 398 Abs. 2 StPO umfassend zu überprüfen.

III.  Tätigkeitsverbot

1.

Ausgangslage

1.1. Den  Schuldspruch  der  Vorinstanz  wegen  mehrfacher  Pornografie  im  Sinne 

von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sowie die ausge-

sprochene Strafe hat der Beschuldigte nicht angefochten. Dementsprechend sind 

dem Nachfolgenden der von der Vorinstanz erstellte Sachverhalt, die vorinstanzli-

che rechtliche Würdigung und die entsprechende Strafzumessung zugrunde zu le-

gen (vgl. Urk. 31 E. II., III. und IV.4. ff.). Mithin hat der Beschuldigte im Zeitraum 

vom 29. Mai 2022 bis 31. Mai 2022 insgesamt zwölf Videodateien mit kinderporno-

grafischem Inhalt über die Kommunikationsapplikation "Kik" konsumiert, herunter-

geladen, auf seinem Notebook gespeichert und hernach an mindestens einen User 

derselben Plattform versendet. Auf vier Filmaufnahmen sind reale, minderjährige 

Mädchen  zu  erkennen,  die  sexualbezogen  mit  Fokus  auf  die  entblössten  Ge-

schlechtsteile  posieren  bzw.  abgebildet  sind.  Auf  den  anderen  acht  Filmdateien 

sind Darstellungen von minderjährigen Personen, teilweise mit anderen, gleichalt-

rigen oder erwachsenen Personen im Rahmen sexueller Handlungen ersichtlich, in 

denen Minderjährige mit dem Mund an den Genitalien von anderen Personen ma-

nipulieren oder mittels Penissen penetriert werden oder sich selber Gegenstände 

oder  Finger  einführen  oder  selber  von  Personen  mit  dem  Mund  an  den  Ge-

schlechtsteilen berührt werden (Urk. 2/8; vgl. Urk. 31 E. II.). Die Vorinstanz führte 

hinsichtlich des Alters der minderjährigen Personen aus, dass es sich um Jugend-

liche und nicht um Kleinkinder handeln würde (Urk. 31 E. IV.4.2. und VI.3.2.), wobei 

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diesbezüglich anzumerken ist, dass die gezeigten Minderjährigen zumindest teil-

weise im vorpubertären Alter zu sein scheinen.

1.2. Weiter steht fest, dass vorliegend aufgrund der vorinstanzlichen Schuldsprü-

che  –  vorbehältlich  eines  besonders  leichten  Falls  im  Sinne  von  Art. 67 

Abs. 4bis StGB  –  zwingend  ein  lebenslängliches  Tätigkeitsverbot  im  Sinne  von 

Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB anzuordnen ist. Eine der Prüfung der Ausnahmebe-

stimmung entgegenstehende ärztlich diagnostizierte Pädophilie oder Katalogtat im 

Sinne von Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB liegt nicht vor. 

2. Grundlagen

2.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zur Ausnahmebestimmung von 

Art. 67 Abs. 4bis StGB kurz und zutreffend dargelegt (Urk. 31 E. VI.2.1. f.), sodass 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab darauf zu verweisen ist. 

2.2. Hervorzuheben bzw. zu ergänzen ist, dass ein Absehen von der Anordnung 

eines  Tätigkeitsverbots  nach  Art.  67  Abs.  3  StGB  gemäss  Wortlaut  von  Art.  67 

Abs. 4bis  StGB  unter  zwei  kumulativen  Voraussetzungen  zulässig  ist:  Einerseits 

muss  es  sich  um  einen  "besonders  leichten  Fall"  handeln;  andererseits  darf  das 

Verbot nicht notwendig sein, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten 

abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Aus dem Wort "ausnahmsweise" 

ergibt sich, dass die Bestimmung restriktiv anzuwenden ist und nur bei gewissen 

Anlasstaten  zur  Anwendung  gelangt.  Das  zwingende  lebenslängliche  Tätigkeits-

verbot soll die Regel sein (BGE 149 IV 161 E. 2.3-2.6; Urteile des Bundesgerichtes 

6B_25/2024  vom  7.  Mai  2025  E. 3.3.2;  7B_479/2023  vom  21.  November  2023 

E. 2.3; 6B_1027/2021 vom 5. Juni 2023 E. 2.3.2; 6B_852/2022 vom 26. April 2023 

E. 2.2; je mit Hinweisen). Ist keine besonders leichte Anlasstat gegeben, darf somit 

auch  bei  guter  Legalprognose  nicht  auf  das  Tätigkeitsverbot  verzichtet  werden 

(BGE  149  IV  161  E.  2.6.1  in  fine;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_25/2024  vom 

7. Mai 2025 E. 3.3.2; 7B_479/2023 vom 21. November 2023 E. 2.3; 7B_143/2022 

vom 18. Juli 2023 E. 2.5.1).

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2.3. Für  die  Qualifikation  als  besonders  leichter  Fall  im  Sinne  von  Art. 67 

Abs. 4bis StGB ist auf die Gesamtheit der objektiven und subjektiven Tatumstände 

abzustellen. Von der Ausnahmebestimmung erfasst werden gemäss aktueller Pra-

xis  nur  eigentliche  Bagatellfälle,  wobei  ein  strenger  Massstab  anzulegen  ist.  Als 

besonders leichte Fälle von Sexualstraftaten können gemäss Botschaft in objekti-

ver Hinsicht beispielsweise sexuelle Belästigungen oder Exhibitionismus (wenn im 

konkreten Fall beispielsweise eine bedingte Strafe von wenigen Tagessätzen aus-

gefällt wird) in Betracht kommen; dies aufgrund ihrer geringen abstrakten Strafdro-

hung. Aber auch ein anderes Sexualdelikt, das einer höheren Strafdrohung unter-

liegt, kann im konkreten Fall als besonders leichte Sexualstraftat gewertet werden 

(z.B. sexuelle Handlungen mit einem Kind, wenn im konkreten Fall beispielsweise 

eine bedingte Strafe von wenigen Tagessätzen ausgesprochen wird). Dies insbe-

sondere dann, wenn das Gericht unter Gesamtwürdigung der Tat- und Täterkom-

ponenten (z.B. die Schwere der Verletzung, die Verwerflichkeit des Handelns, die 

Beziehung zwischen dem Täter und dem Opfer, das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse des Täters) das Verschulden des Täters als besonders gering einstuft 

und  deshalb  eine  milde  Strafe  ausspricht  (BGE 149 IV 161  E. 2.5.4;  Urteile  des 

Bundesgerichtes  6B_25/2024  vom  7. Mai  2025  E. 3.3.2;  6B_1027/2021  vom 

5. Juni 2023 E. 2.3.3; je mit weiteren Hinweisen).

2.4. Als nicht notwendig erscheint ein Tätigkeitsverbot dann, wenn dem Täter zu-

sätzlich zur Qualifikation seiner Tat als besonders leicht eine gute Prognose gestellt 

werden kann, weil Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr fehlen. Die Frage, 

ob ein Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Sexualstraftaten abzuhalten, muss vom Gericht – wie bei der Frage des bedingten 

Strafvollzugs (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB) – aufgrund einer Gesamtwürdigung beant-

wortet werden. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen 

das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse 

auf den Charakter des Täters und die Aussichten auf Bewährung zulassen (BGE 

149 IV 161 E. 2.5.5 f.; Urteil des Bundesgerichtes 6B_1027/2021 vom 5. Juni 2023 

E. 2.3.5; je mit weiteren Hinweisen).

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2.5. Die  Gerichte  haben  sich  bei  der  Beurteilung,  ob  die  Voraussetzungen  von 

Art. 67 Abs. 4bis StGB erfüllt sind und von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots 

ausnahmsweise abgesehen werden kann, in ihrer bisherigen Praxis an folgenden, 

in der Botschaft umschriebenen Beispielfällen orientiert: Eine 20-jährige Person hat 

im  Rahmen  einer  Liebesbeziehung  mit  einer  15-jährigen  Person  einvernehmlich 

sexuelle Kontakte (z.B. Zungenküsse); eine Kioskverkäuferin verkauft einem Min-

derjährigen  ein  "Sexheftli";  in  einer  "WhatsApp-Gruppe"  von  mehreren  15-  bis 

18-jährigen Personen wird ein Kurzvideo mit pornografischem Inhalt, das von an-

deren unter 16 Jahre alten Schulkollegen selbst gedreht wurde, geteilt und auf dem 

Mobiltelefon  belassen;  eine  Frau  lässt  zu,  dass  ihr  Ehemann  sie  vor  der  unter 

16-jährigen Babysitterin demonstrativ "begrapscht". Aus diesen möglichen Anwen-

dungsfällen geht hervor, dass häufig Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Gren-

zalter betroffen sind und/oder es sich um offensichtliche Bagatellfälle handelt, die 

keinerlei Bezug zu Pädophilie aufweisen (zum Ganzen: BGE 149 IV 161 E. 2.5.6).

3. Würdigung

3.1. Gemäss dem von der Vorinstanz erstellten Anklagesachverhalt hat der Be-

schuldigte insgesamt 12 Videodateien mit kinderpornografischem Material über die 

Kommunikationsapplikation  "Kik"  konsumiert,  heruntergeladen,  auf  seinem  Note-

book gespeichert und an mindestens einen anderen, nicht näher bekannten User 

dieser  Applikation  versendet.  Wie  eingangs  erwähnt,  zeigen  diese  Videodateien 

einerseits  reale,  minderjährige  Mädchen,  die  sexualbezogen  ihr  entblösstes  Ge-

schlechtsteil darbieten bzw. in aufreizender Weise aufdringlich in den Vordergrund 

rücken. Andererseits sind insbesondere auf fünf Filmaufnahmen auch reale, min-

derjährige Personen mit weiteren, teilweise erwachsenen Personen im Rahmen se-

xueller Handlungen, die namentlich die Penetration mit dem Penis oder Oralverkehr 

beinhalten, zu erkennen, was schwere sexuelle Übergriffe an Minderjährigen dar-

stellt. Daran vermag der Umstand, dass es sich nicht um Kleinkinder handelt, nichts 

zu ändern. Ebenso wenig können diese Darstellungen – wie von der Verteidigung 

vorgebracht (vgl. Urk. 46 S. 8) – als mild bezeichnet werden; auch wenn gemäss 

der Vorinstanz der Schweregrad der Darstellungen – aufgrund des Alters der Min-

derjährigen  und  der  fehlenden  Gewaltausübung –  als  "nicht  allzu  gravierend"  zu 

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bezeichnen  ist  (Urk. 31  E. IV.4.2.).  Der  Verteidigung  ist  zwar  dahingehend  bei-

zupflichten  (Urk. 46  S. 5),  dass  es  sich  hinsichtlich  der  Menge  an  einschlägigem 

Material nicht um eine systematische oder langfristige Sammlung handeln dürfte, 

zumal beim Beschuldigten kein weiteres kinderpornografisches Material gefunden 

werden konnte. Dennoch kann nicht unbesehen bleiben, dass es sich nicht um ei-

nen singulären Fall handelt, zumal der Beschuldigte innert weniger Tage gesamt-

haft zwölf Filmdateien konsumierte, herunterlud, auf seinem Notebook speicherte 

und weiterversandte. Zwar handelt es sich beim Tatbestand der Pornografie nach 

Art. 197 StGB insoweit um einen der leichteren respektive geringfügigeren Tatbe-

stände des Sexualstrafrechts, als dieser kein sogenanntes "Hands-on"-Delikt sank-

tioniert, bei dem es zu einem Körperkontakt zwischen Täter und Opfer kommt. Sol-

che  Straftaten  sind  indes  durchwegs  geeignet,  "Hands-on"-Delikte  zu  fördern, 

kommt es doch bei der Produktion von Pornografie häufig zur Begehung von sol-

chen Taten. Die abstrakte Strafandrohung der Tatbestandsvarianten nach Art. 197 

Abs. 4 und Abs. 5 StGB, die Gegenstände oder Vorführungen tatsächlicher sexu-

eller  Handlungen  mit  Minderjährigen  zum  Inhalt  haben,  sieht  aus  diesem  Grund 

eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Abs. 4) respektive eine 

Freiheitsstrafe  von  bis  zu  drei  Jahren  oder  Geldstrafe  (Abs.  5)  vor.  In  objektiver 

Hinsicht liegen damit Delikte vor, welche mit einer erheblichen abstrakten Strafdro-

hung bewehrt sind, weshalb entgegen der Verteidigung auch nicht ohne Weiteres 

auf einen besonders leichten Fall geschlossen werden kann. Das Tatverschulden 

stufte die Vorinstanz vorliegend zwar als leicht ein. Sie würdigte das Verschulden 

indes nicht als besonders geringfügig, was sich auch in der von der Vorinstanz vor 

Berücksichtigung der Täterkomponente und unter Einbezug des Asperationsprin-

zips festgesetzten Strafe von 120 Tagessätzen für die mehrfache Pornografie im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB zeigt. Es 

kann auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich 

das  fragliche  Material  über  die  Kommunikationsplattform  herunterlud,  speicherte 

und auch weiterverbreitete. Der Beschuldigte gab zu seiner Motivation an, er habe 

aus einer depressiven Verstimmung heraus und zur Stärkung seines Selbstwertes 

gehandelt, ohne dass dem Ganzen eine pädosexuelle Neigung zugrunde gelegen 

habe (vgl. Urk. 6/2 S. 6 F/A 26: "Ich hatte eine depressive Phase und bin dann auf 

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Kik gestossen. […] Ich habe das dann gemacht, weil ich mich 'gebraucht' gefühlt 

habe."). Dies vermag in einer Gesamtbetrachtung der Tatkomponenten ein leich-

tes,  nicht  aber  ein  besonders  leichtes  Verschulden  zu  begründen  (vgl.  Urk. 31 

E. IV.4.3 f.). An dieser Stelle ist insbesondere auf das Urteil des Bundesgerichtes 

7B_479/2023 vom 21. November 2023 zu verweisen. Im dort zu beurteilenden Fall 

ging es um das Herunterladen von sechs Bild- und zwei Filmdateien von eindeutig 

unter 18-jährigen Mädchen in sexuell aufreizender Pose mit Fokus auf deren Ge-

schlechtsteil sowie von einem eindeutig unter 18-jährigen Jungen beim Sexualver-

kehr mit einem Huhn bzw. einer Ziege, wobei das Bundesgericht unter Anführung 

der beschriebenen Tatumstände und der im kantonalen Verfahren ausgesproche-

nen  Geldstrafe  von  60 Tagessätzen  einen  Bagatellfall  verneinte.  Angesichts  des 

Inhalts  der  vorliegend  zu  beurteilenden  Videodateien,  welche  teilweise  schwere 

sexuelle Übergriffe an Minderjährigen (Penetration mit dem Penis und Oralverkehr) 

dokumentieren,  des  vorinstanzlichen  Verschuldensprädikats  (das  immerhin  auf 

"leicht"  und  nicht  auf  "besonders  geringfügig"  oder  dergleichen  lautet),  der  nach 

Würdigung der Tat- und Täterkomponente ausgefällten Geldstrafe von 90 Tages-

sätzen  beziehungsweise  der  Verbindungsbusse  von  Fr. 1'430.–  (vgl.  Urk. 31 

E. IV.7.3. u. 10.2.) sowie vor dem Hintergrund der zitierten Rechtsprechung ergibt 

sich, dass in casu nicht von einem besonders geringen Verschulden und einer sehr 

milden Strafe von wenigen Tagessätzen, mithin von einem Delikt mit Bagatellcha-

rakter, die Rede sein kann, was für die Annahme eines besonders leichten Falls im 

Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB indessen vorausgesetzt wäre.

3.2. Hinsichtlich  der  Täterkomponente  ist  zu  bemerken,  dass  der  Beschuldigte 

keine Vorstrafen aufweist (Urk. 34). Er zeigte sich in der Untersuchung vollumfäng-

lich geständig und kooperativ, indem er namentlich die Zugangsdaten zu den be-

schlagnahmten Datenträgern offenlegte (vgl. Urk. 4/2; Urk. 31 E. IV.7.2). Auch die 

vom Beschuldigten im Verfahren gezeigte Einsicht und Reue sind durchaus zu sei-

nen Gunsten zu berücksichtigen (vgl. Urk. 31 E. IV.7.2.; vgl. auch Urk. 6/2; Prot. I 

S. 11 f.). Angesichts der dargestellten teilweise schweren sexuellen Übergriffe an 

minderjährigen Personen und der nach Gesamtwürdigung der Tat- und Täterkom-

ponente ausgefällten Geldstrafe von 90 Tagessätzen und der Verbindungsbusse 

von Fr. 1'430.– vermag dies dem Ganzen jedoch nicht die nötige Wendung zu ge-

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ben, um einen besonders leichten Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB anneh-

men zu können. Nach dem Gesagten erscheinen die zu beurteilenden Handlungen 

des  Beschuldigten  nicht  besonders  geringfügig,  was  allein  ein  Absehen  von  der 

Anordnung  eines 

lebenslänglichen  Tätigkeitsverbots 

im  Sinne  von  Art. 67 

Abs. 4bis StGB rechtfertigen würde. Die vorliegenden Delikte sind denn auch nicht 

mit den in der Botschaft oder in der parlamentarischen Beratung diskutierten mög-

lichen Beispielfällen für einen Verzicht auf die Anordnung eines lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbots vergleichbar. An dieser Stelle ist nochmals hervorzuheben, dass 

die  Ausnahmebestimmung  von  Art. 67  Abs. 4bis StGB  restriktiv  anzuwenden  und 

ein strenger Massstab angezeigt ist, mithin das zwingende lebenslängliche Tätig-

keitsverbot die Regel zu sein hat, sofern eine Verurteilung zu einer Strafe wegen 

einer  der  in  Art. 67  Abs. 3  lit. d  Ziff. 2 StGB  genannten  Katalogtaten  erfolgt 

(BGE 149 IV 161 E. 2.5.1). 

3.3. Mangels Vorliegens eines besonders leichten Falls erübrigt sich eine Prüfung, 

ob das lebenslängliche Tätigkeitsverbot geeignet und erforderlich ist, den Beschul-

digten von weiteren Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind, denn 

insofern hat der Gesetzgeber die Prüfung der Verhältnismässigkeit bereits vorweg-

genommen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_1027/2021  vom  5. Juni  2023 

E. 2.5.2). Dem Beschuldigten ist zwar durchaus zuzustimmen, dass die Anordnung 

eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots aufgrund der damit einhergehenden Ein-

schränkung seiner persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit eine gewisse Härte 

nach sich zieht. Dies entspricht jedoch dem gesetzgeberischen Willen im Fall der 

Begehung von Sexualdelikten mit einem bestimmten Schweregrad und ist deshalb 

hinzunehmen. 

3.4.

Im Ergebnis sind die Voraussetzungen der Ausnahmebestimmung von Art. 67 

Abs. 4bis StGB nicht erfüllt, weshalb dem Beschuldigten gestützt auf Art. 67 Abs. 3 

lit. d Ziff. 2 StGB jede berufliche sowie jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, 

die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, lebenslänglich zu ver-

bieten ist.

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IV.  Kostenfolgen

1.

Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern 

eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbeson-

dere  davon  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  mit  der  Berufungserklärung  gestellten 

Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_1344/2019 vom 

11. März  2020  E. 2.2.).  Ausnahmen  von  der  allgemeinen  Kostenregelung  von 

Art. 428 Abs. 1 StPO sieht Art. 428 Abs. 2 StPO für die Fälle vor, dass die Voraus-

setzung für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen oder der ange-

fochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wurden.

2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu veran-

schlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. a 

GebV OG).

3.

Der Beschuldigte unterliegt mit seinem Antrag auf Absehen von einem lebens-

länglichen Tätigkeitsverbot und das erstinstanzliche Urteil ist in diesem Punkt zu 

bestätigen. Somit sind die Kosten des Berufungsverfahrens ausgangsgemäss dem 

Beschuldigten aufzuerlegen.

4.

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für ihre Bemühungen und 

Barauslagen vor Berufungsgericht den Betrag von Fr. 4'687.– (inkl. MWST) geltend 

(Urk. 47). Der Aufwand ist ausgewiesen und das geltend gemachte Honorar steht 

im Einklang mit den Ansätzen der kantonalen Anwaltsgebührenverordnung. Unter 

zusätzlicher Berücksichtigung des mutmasslichen Zeitaufwands für das Urteilsstu-

dium und die Nachbesprechung mit dem Klienten ist der amtliche Verteidiger mit 

pauschal Fr. 5'000.– (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

5.

Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  im  Berufungsverfahren  sind  auf  die 

Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ge-

mäss  Art. 135  Abs. 4  StPO  vorzubehalten  ist,  soweit  es  dessen  wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben.

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Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht 

in Zivil- und Strafsachen, vom 30. September 2024 bezüglich der Dispositiv-

ziffern 1 (Schuldspruch), 2 bis 4 (Strafe und Vollzug), 5 (Absehen von einer 

Landesverweisung), 7 und 8 (Beschlagnahmen und Sicherstellungen) sowie 

9 bis 11 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Dem  Beschuldigten  A._____  wird  im  Sinne  von  Art. 67  Abs. 3  lit. d  Ziff. 2 

StGB  lebenslänglich  jede  berufliche  und  jede  organisierte  ausserberufliche 

Tätigkeit verboten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen um-

fasst.

2.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MWST).

3.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  mit  Ausnahme  der  Kosten  der  amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amt-

lichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehal-

ten.

4.

Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland

das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, Postfach, 3003 Bern

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und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an







die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Voll-
zugsdienste 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

5. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begrün-

deten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  I.  strafrechtlichen  Abteilung  des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsge-

setzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 12. August 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Wenker

M.A. HSG Eichenberger