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**Case Identifier:** 68e08fae-8ed0-548c-b47a-3b7ff7545682
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2013 IV 2012/183
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-183_2013-06-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/183

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.06.2013

Entscheiddatum: 21.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Erheblichkeit und invalidisierende Wirkung 
eines komplexen psychischen Leidensbilds (chronisch depressive Störung 
mit mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem Syndrom, eine 
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung) ist mit der diesbezüglich 
einhelligen medizinischen Aktenlage zu bejahen. Eigenständiger Charakter 
der depressiven Störung medizinisch ausgewiesen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2013, IV 
2012/183). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_521/2013.

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

 

Entscheid vom 21. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 25. Februar 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an, 

nachdem die Krankentaggeldversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen eine 

Meldung eingereicht hatte (act. G 4.1 - 4.15). Die behandelnde Dr. med. B.___, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 19. März 2008, die Versicherte leide an 

einer anhaltenden depressiven Störung mit im Vordergrund stehenden generalisierten 

Schmerzen, Störung der Vitalgefühle, sozialem Rückzug, Existenzängsten und 

passiven Gedanken des Lebensüberdrusses (ICD-10: F38.8). Des Weiteren bestehe 

eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: 

F62.8). Die Versicherte sei 100% arbeitsunfähig (act. G 4.26). Sie wurde im Auftrag der 

IV-Stelle psychiatrisch am 9. Juni 2008 von Dr. med. C.___, Psychiatrie/Psychotherapie 

FMH, sowie somatisch am 19. und 20. Juni 2008 in der AEH Zentrum für 

Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG untersucht. Im Gesamtgutachten vom 

3. Oktober 2008 (zum psychiatrischen Teilgutachten vom 2. Juli 2008 siehe act. G 4.40) 

diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikovertebrales 

Syndrom, eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: 

F32.01) im Rahmen einer Anpassungsstörung bei chronischem 

Ganzkörperschmerzsyndrom und chronischen Kopfschmerzen. Für leidensangepasste 

Tätigkeiten verfüge die Versicherte über eine ganztags verwertbare 70%ige 

Arbeitsfähigkeit (act. G 4.42). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (zum 

Vorbescheid vom 3. April 2009 und zum Einwand vom 14. Mai 2009 siehe act. 

G 4.61 f.) wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten mit Verfügung vom 

27. Mai 2009 ab (act. G 4.64). Am 2. Juni 2009 teilte Dr. B.___ der IV-Stelle mit, dass 

sich die Versicherte seit 2. April 2009 in stationärer psychiatrischer Behandlung in der 

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Klinik D.___ befinde (act. G 4.66; zum Austrittsbericht vom 25. Juni 2009 betreffend die 

Hospitalisation vom 2. April bis 25. Juni 2009 siehe act. G 4.75-5 ff.). Gegen die 

rentenabweisende Verfügung erhob die Versicherte am 2. Juli 2009 Beschwerde (act. 

G 4.74). Das Versicherungsgericht hiess die Beschwerde der Versicherten mit 

Entscheid vom 20. Mai 2011, IV 2009/235, in dem Sinn gut, als die angefochtene 

Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 

wurde (act. G 4.86-15).

A.b   Im Verlaufsbericht vom 8. August 2011 gab der behandelnde Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, an, der Gesundheitszustand der Versicherten sei 

seit März 2008 stationär. Eine Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar (act. G 4.90). Dr. B.___ 

berichtete am 8. September 2011, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich 

verschlechtert. Es habe eine schleichend zunehmende Verschlechterung der 

depressiven Symptomatik sowie eine Intensivierung der Schmerzen stattgefunden. Es 

bestehe keine Restarbeitsfähigkeit (act. G 4.93). Sie legte den Austrittsbericht der Klinik 

D.___ vom 22. April 2010 über eine weitere stationäre Behandlung der Versicherten 

vom 24. Februar bis 22. April 2010 bei, worin eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom [ICD-10: F33.11], eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung [ICD-10: F45.4] und ein Verdacht auf 

posttraumatische Belastungsstörung [ICD-10: F43.1] diagnostiziert wurden (act. 

G 4.95).

A.c   Am 26. Oktober 2011 wurde die Versicherte orthopädisch-psychiatrisch im 

Medizinischen Gutachtenszentrum St. Gallen (MGSG) untersucht. Im MGSG-Gutachten 

vom 24. November 2011 diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine chronisch depressive Störung mit mittelgradigen depressiven 

Episoden mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) sowie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Die Versicherte verfüge für geistig 

einfache Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 

erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung seit Januar 2009 über eine ganztags verwertbare 

Arbeitsfähigkeit von 50% und aufgrund der zunehmenden Verschlechterung des 

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psychischen Zustandsbilds seit August 2011 über eine ganztags verwertbare 

Arbeitsfähigkeit von 30% (act. G 4.102). Der RAD bestätigte diese Beurteilung 

vollumfänglich (Stellungnahme vom 19. Dezember 2011, act. G 4.103). Der 

Rechtsdienst der IV-Stelle kam in der Stellungnahme vom 27. Januar 2012 zum 

Schluss, dass der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung kein 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt werden könne. Zudem sei "auch die ganze 

Story hinter der 'Extrembelastung' mehr als dubios". Das depressive Leiden sei 

lediglich als reaktive Begleiterscheinung zu verstehen und habe wie die somatoforme 

Schmerzstörung keine invalidisierende Wirkung. Aufgrund der psychischen Verfassung 

resultiere keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. G 4.104).

A.d   Mit Vorbescheid vom 20. Februar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, von einer "vollen" Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen 

und das Leistungsbegehren abzuweisen (act. G 4.107). Dagegen erhob die Versicherte 

am 23. März 2012 Einwand (act. G 4.108). Am 2. April 2012 verfügte die IV-Stelle die 

Abweisung des Leistungsbegehrens (act. G 4.109).

B.     

B.a   Gegen die Verfügung vom 2. April 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 14. Mai 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen deren Aufhebung. Es sei ihr ab 1. Januar 2010 eine halbe sowie 

ab 1. August 2011 eine ganze Rente zu gewähren. Eventualiter sei die Streitsache zur 

Durchführung weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MGSG-Experten sei beweiskräftig und sie sei der 

Bestimmung des Invaliditätsgrads zugrunde zu legen. Invaliditätsfremde Faktoren lägen 

nicht vor (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Juli 2012 

die Abweisung der Beschwerde. Da die mittelgradige depressive Episode 

rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht invalidisierend sei und somit keine 

invalidisierende Komorbidität im Rechtssinn darstelle, sei die Beschwerdeführerin aus 

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versicherungsrechtlicher Sicht als arbeitsfähig zu betrachten, zumal auch die 

Foersterkriterien zu verneinen seien (act. G 4).

B.c   In der Replik vom 17. September 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert 

an ihrer Beschwerde fest. Ergänzend bringt sie vor, dass die Vermutung der 

Beschwerdegegnerin, die Diagnose der andauernden Persönlichkeitsänderung nach 

Extrembelastung beruhe allein auf den Angaben der Beschwerdeführerin, nicht zu 

treffe. Denn der psychiatrische Experte habe sich bei der Diagnosestellung auf eine 

sorgfältige Erhebung der Anamnese, Befunde und Beschwerden gestützt (act. G 7).

B.d   Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 9).

 

Erwägungen:

1.      

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.

1.1    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun­

fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für 

einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG 

durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf 

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eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2    Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet 

sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.      

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt rechts­

genüglich abgeklärt worden ist.

2.1    Die Beschwerdeführerin stützt sich bei dem von ihr gestellten Rentenbegehren 

auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte orthopädisch-psychiatrische MGSG-

Gutachten vom 24. November 2011 (act. G 4.102) ab. Nach Auffassung des RAD kann 

auf das MGSG-Gutachten "vollumfänglich" abgestellt werden (Stellungnahme vom 

19. Dezember 2011, act. G 4.103). Es beruht auf eigenständigen Abklärungen und ist 

für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet 

und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt und 

gewürdigt. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche 

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Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Vor diesem Hintergrund ist ein weiterer 

medizinischer Abklärungsbedarf zu verneinen, zumal auch die Beschwerdegegnerin 

keine Mängel an der Gutachtenserstellung benennt.

2.2    Aus medizinischer Sicht ist daher gestützt auf das MGSG-Gutachten davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für leidensangepasste Tätigkeiten seit 

Januar 2009 über eine 50%ige und ab August 2011 über eine 30%ige Arbeitsfähigkeit, 

ganztags verwertbar, verfügt (act. G 4.102-24).

3.      

Des Weiteren ist die von der Beschwerdegegnerin verneinte Frage (act. G 4) zu prüfen, 

ob die gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten 

invalidenversicherungsrechtlich relevant sind.

3.1    Grundsätzlich bedarf es für die Annahme eines invalidisierenden 

Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis auf die Vorgaben eines 

Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder 

über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen). 

Somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche ätiologisch-pathogenetisch 

unerklärliche syndromale Leidenszustände vermögen rechtsprechungsgemäss in der 

Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG führende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 281 E. 3.2). Die - nur in 

Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das 

Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher 

Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer 

qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien wie chronische 

körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter 

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oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht 

mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich 

unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter 

Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und 

gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung der versicherten Person voraus (BGE 130 V 354 f. E. 2.2.3). Je mehr 

diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 

darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 50 f. E. 1.2; vgl. zum Ganzen Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Juli 2011, 9C_412/2011, E. 4.1).

3.2    Vorab wendet die Beschwerdegegnerin ein, der diagnostizierten andauernden 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung könne kein Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zugebilligt werden. Die Beschwerdeführerin habe während mehreren 

Jahren beruflich tätig sein können, ohne dass sich das vermeintlich Erlebte hindernd 

ausgewirkt hätte. Zudem habe sie im Gutachten aus dem Jahr 2008 nichts von den 

Vorfällen aus der Kindheit (Au-Pair-Aufenthalt in Deutschland, Gewalterfahrung, 

Bedrohung durch den Bruder) erwähnt. Es sei nicht glaubwürdig, dass sich Erlebnisse 

aus der Kindheit erst jetzt bemerkbar machen würden. Auch sei die "ganze Story" 

hinter der "Extrembelastungserfahrung" mehr als dubios (act. G 4.104).

3.2.1           Bereits anlässlich der psychiatrischen Erstbegutachtung durch Dr. C.___ 

vom 9. Juni 2008 gab die Beschwerdeführerin u.a. an, dass ihre Kindheit so schwierig 

gewesen sei, dass sie am liebsten nicht darüber sprechen würde (act. G 4.40-5). 

Dementsprechend kurz fiel denn auch die persönliche Anamnese der Kindheit aus, 

worin die Beschwerdeführerin lediglich knapp über den frühen Tod des Vaters, die sehr 

ärmlichen Verhältnisse und die Mithilfe im Haushalt sowie auf dem Feld berichtete (act. 

G 4.40-4 f.). Anlässlich der Hospitalisation in der Klinik D.___ vom 2. April bis 25. Juni 

2009 äusserte sich die Beschwerdeführerin - soweit ersichtlich - erstmals ausführlicher 

zu ihrer Kindheit: Seit dem Tod ihres Vaters, als sie selbst fünf Jahre alt gewesen sei, 

habe sie viel auf dem heimischen Hof mithelfen und die Schule aus finanziellen 

Gründen nach der 6. Klasse abbrechen müssen. Die Familie habe in ständiger Armut 

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gelebt, immer wieder hätten die Kinder auch Hunger leiden müssen. Mit zwölf Jahren 

sei sie als Au-Pair nach Deutschland zu einer Familie gekommen und habe dort 

während sechs Monaten neben Heimweh und Ausbeutung auch körperliche Gewalt 

und Bedrohungen durch die Gastmutter erfahren müssen. Nach ihrer Rückkehr habe 

sie immer wieder miterleben müssen, wie der älteste Bruder unter Alkoholeinfluss die 

Mutter, ihre ältere Schwester und auch sie selbst bedroht und geschlagen habe, bis er 

schliesslich wegen dieser Gewalttaten zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt 

worden sei (act. G 4.75-6). Gegenüber dem psychiatrischen MGSG-Gutachter gab die 

Beschwerdeführerin an, sie sei mit 11 Jahren zu einer Frau nach Deutschland geschickt 

worden, um deren Kinder zu betreuen. Die Frau sei böse zu ihr gewesen und sie habe 

im Haushalt arbeiten müssen. Nach sechs Monaten sei sie zur Mutter geflüchtet, 

nachdem man sie habe töten wollen (act. G 4.102-12). Sie habe immer wieder 

Erinnerungen an die Gastmutter in Deutschland und den Bruder, die sie umbringen 

wollten (act. G 4.102-15).

3.2.2           Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die von der 

Beschwerdegegnerin als zweifelhaft gewerteten Aussagen der Beschwerdeführerin 

bezüglich Auslandaufenthalt und körperliche Gewalt durch den Bruder auf 

versicherungsrechtlichen Überlegungen gründen oder nicht zuträfen. Die 

entsprechenden anamnestischen Angaben - die in der Tat teilweise aussergewöhnlich 

anmuten - wurden denn auch nicht von den psychiatrischen Experten (MGSG-

Gutachter und psychiatrische Experten der Klinik D.___) in Frage gestellt. Da die 

fraglichen Vorfälle Jahrzehnte zurückliegen, lassen sie sich durch Beweisvorkehren 

kaum mehr erhärten. Sie erscheinen indessen im Licht der dargestellten Umstände 

nicht als unglaubwürdig, zumal im Austrittsbericht vom 22. Juni 2009 der Klinik D.___ 

festgehalten wird, dass die Beschwerdeführerin in den wöchentlichen 

Einzelgesprächen ausführlich und mit grosser affektiver Beteiligung über die 

zahlreichen potentiell traumatisierenden Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend 

gesprochen habe (act. G 4.75-7). Letztlich kann offen bleiben, wieweit die 

angezweifelten Kindheitsumstände erstellt sind. Denn allein schon aus den Dr. C.___ 

bekannten - von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellten - Umständen ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem "schweren" traumatischen Ereignis 

(tödlicher Unfall des Vaters) und zusätzlichen traumatisierenden Lebensumstände 

während der Kindheit auszugehen (Kind "ohne Kindheit", act. G 4.40-8). Hinzu kommt 

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und ins Gewicht fällt, dass der psychiatrische MGSG-Gutachter zusätzlich zu den 

anamnestischen Angaben Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung mit 

Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung erhoben 

hat (act. G 4.101-15). Entscheidend ist weiter, dass auch bei psychischen Leiden 

primär die Befunde und deren einschränkende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit 

wesentlich sind und nicht einzig die Diagnosestellung.

3.2.3           Der Einwand der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin habe 

während mehreren Jahren beruflich tätig sein können, ohne dass sich das vermeintlich 

Erlebte hindernd ausgewirkt hätte, stellt die vom psychiatrischen MGSG-Gutachter 

gestellte Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 

(ICD-10: F62.0) nicht in Frage. Denn es entspricht offenbar einer medizinischen 

Tatsache, dass es vielen von Traumatisierungen betroffenen Personen gelingt, diese 

beiseite zu stellen und aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen. Allerdings können dann 

zusätzliche Belastungen oder weitere Stressoren zu einer manifesten Erkrankung 

führen (zur entsprechenden medizinischen Einschätzung vgl. die im Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 24. April 2013, IV 2011/214, E. 3.3.2, 

wiedergegebene Aussage des psychiatrischen MEDAS-Gutachters). Es passt damit 

durchaus ins Bild, dass die Beschwerdeführerin jahrelang erwerbstätig sein konnte, 

ihre traumatische Kindheit - zumindest teilweise - zu verdrängen vermochte und noch 

anlässlich der Begutachtung durch Dr. C.___ vom 9. Juni 2008 "am liebsten" nicht über 

ihre Kindheit sprechen wollte (act. G 4.40-5). Der psychiatrische MGSG-Gutachter ging 

denn auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit - zumindest implizit - davon aus, 

dass die Beschwerdeführerin lange Zeit über ein entsprechendes Coping verfügte, 

bescheinigte er doch eine Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten erst ab 

Januar 2009 (act. G 4.101-17). Ergänzend ist zugunsten des MGSG-Gutachtens darauf 

hinzuweisen, dass auch die in der Klinik D.___ behandelnden medizinischen 

Fachpersonen - die sich im Rahmen der mehrwöchigen Hospitalisationen ein 

umfassendes Bild über die Beschwerdeführerin und ihre Leiden verschaffen konnten - 

einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung stellten (act. G 4.95-5).

3.3    Betreffend das depressive Leiden bringt die Beschwerdegegnerin vor, eine 

mittelgradige depressive Episode sei grundsätzlich nicht invalidisierend (act. G 4, S. 3).

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3.3.1           Vorab ist darauf hinzuweisen, dass nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode bzw. 

die dadurch verursachten Befunde und Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit eine 

Invalidität begründen können (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2011, 

9C_1041/2010, E. 5.2, und vom 20. Juni 2011, 9C_980/2010, E. 5.3). Auch der 

Gesetzgeber hat anlässlich der Beratungen im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich 

gemacht, dass depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant seien 

(eingehend hierzu Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

25. März 2013, IV 2011/111, E. 4.2 mit Hinweisen auf die Materialien).

3.3.2           Zu präzisieren ist, dass die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden 

bzw. chronischen depressiven Störung mit mittelgradigen Episoden mit somatischem 

Syndrom leidet (ICD-10: F33.11) und nicht bloss eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F32.1) im Raum steht. Der psychiatrische MGSG-Gutachter führte plausibel 

aus, dass die rezidivierende depressive Störung auf der Grundlage der 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung entstanden sei (act. G 4.102-17 und 

-23). Es ergeben sich aus dem MGSG-Gutachten keine Hinweise, das depressive 

Leiden bilde keine eigenständige Krankheit. Vielmehr sprach der psychiatrische 

MGSG-Gutachter von einer "zusätzlichen" Entwicklung der depressiven Störung ab 

2007 (act. G 4.102-18). Damit korrespondiert die Einschätzung des RAD vom 

19. Dezember 2011, der ebenfalls dem depressiven Leiden eine eigenständige 

Bedeutung zumass (act. G 4.103). Im Licht dieser medizinischen Einschätzungen ist in 

tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass die depressive Störung eine eigenständige 

psychische Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ist. Insbesondere stellt 

sie nicht bloss eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit dar. Es ergeben sich 

keine Anhaltspunkte dafür, dass der psychiatrische MGSG-Gutachter 

unzulässigerweise invaliditätsfremde Gesichtspunkte bei der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezog. Vielmehr begründete er schlüssig, dass die 

psychosozialen Faktoren das Beschwerdebild nicht dominieren (act. G 4.102-25). Mit 

dem MGSG-Gutachten ist damit von einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden, im 

Sinn der Rechtsprechung erheblichen depressiven Krankheit auszugehen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.3).

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3.4    Nach der Sichtweise der Beschwerdegegnerin sind die Foersterkriterien nicht 

erfüllt. Die mittelgradige depressive Episode stelle keine Komorbidität im Rechtssinn 

dar. Daher vermöge die vorliegend zu beurteilende anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung aus versicherungsrechtlicher Sicht keine Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit zu begründen (act. G 4, S. 3).

3.4.1           In der Diagnoseliste des MGSG-Gutachtens wird die anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung erst an letzter Stelle erwähnt (act. G 4.102-24). Mit Blick 

darauf, dass Diagnosen nach der Wertigkeit zu ordnen sind (vgl. Leitlinien der 

Schweizerischen Ärztegesellschaft für Rheumatologie für die Begutachtung 

rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen, in: Schweizerische Ärztezeitung, 

2007;88: 17, S. 739), ist deshalb davon auszugehen, dass die Schmerzstörung im 

Vergleich zu den beiden psychischen Diagnosen bzw. im komplexen Krankheitsbild 

nicht im Vordergrund steht. Es erscheint daher fraglich, ob bei Bejahung einer 

zumutbaren Schmerzüberwindung eine höhere Restarbeitsfähigkeit resultierte. Diese 

Frage kann letztlich offen gelassen werden, da vorliegend nicht davon ausgegangen 

werden kann, der Beschwerdeführerin sei eine Willensanstrengung zur Überwindung 

der sich aus der somatoformen Schmerzstörung allenfalls zusätzlich ergebenden 

Arbeitsfähigkeitseinschränkung zumutbar.

3.4.2           Dabei fällt ins Gewicht, dass der psychiatrische MGSG-Gutachter die vom 

Bundesgericht als relevant betrachteten Foersterkriterien (BGE 130 V 354 f. E. 2.2.3; für 

eine Kritik an den Foersterkriterien vgl. Vivian Winzenried, Die Überwindbarkeitspraxis, 

in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, St. Gallen 

2012, S. 238 mit Hinweisen) sorgfältig sowie ausführlich diskutierte und im Rahmen 

einer nachvollziehbaren Würdigung zum Schluss gelangte, diese seien erfüllt (act. 

G 4.102-23). Es ergeben sich aus dieser fachärztlich vorgenommenen Beurteilung 

keine Zweifel, weshalb seitens des Gerichts kein Anlass besteht, von den 

überzeugenden tatsächlichen Feststellungen des psychiatrischen MGSG-Gutachters 

abzuweichen und auf die gutachterliche Beurteilung verwiesen werden kann.

3.4.3           Daran vermag die allein vom Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin 

vertretene, vom RAD nicht mitgetragene, gegenteilige Auffassung nichts zu ändern 

(act. G 4.104-2), zumal schon die Verneinung des Kriteriums der Komorbidität 

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angesichts der diesbezüglich klaren medizinischen Aktenlage weder naheliegend noch 

dargetan ist (vgl. zu den eigenständigen psychischen Krankheitsbildern vorstehende 

E. 3.2 und 3.3; eine Komorbidität wurde im Übrigen bereits von Dr. C.___ bejaht, act. 

G 4.42-7). Des Weiteren begründet die Beschwerdegegnerin nicht schlüssig, weshalb 

entgegen der medizinischen Aktenlage kein primärer Krankheitsgewinn bestehe oder 

welcher sinnvolle noch nicht angewandte therapeutische Ansatz der 

Beschwerdeführerin noch offen stünde (act. G 4.104-2). Dabei erweisen sich die 

Bemerkungen der Beschwerdegegnerin teilweise als aktenwidrig, wenn sie davon 

spricht, es reiche nicht aus, regelmässig einen Psychiater zu besuchen, befand sich die 

Beschwerdeführerin doch zusätzlich zur regelmässigen psychiatrischen Behandlung 

zweimal zu mehrwöchigen Hospitalisationen in der Klinik D.___ (vgl. Austrittsberichte 

vom 25. Juni 2009 und vom 22. April 2010 , act. G 4.75-5 ff. und G 4.95). Fehl geht 

auch der - mit Blick auf das soeben Ausgeführte und den fehlenden medizinischen 

Sachverstand anmassend anmutende - Standpunkt des Rechtsdiensts der 

Beschwerdegegnerin, es müsse ein neuer therapeutischer Ansatz versucht und 

allenfalls auch die Psychiaterin gewechselt werden, wenn diese keine 

Behandlungserfolge vorweisen könne (act. G 4.104-2), da er dabei nicht darlegt, 

welche erfolgversprechenden therapeutischen Ansätze der Beschwerdeführerin noch 

offen stünden, und er sich damit auch in Widerspruch zum RAD setzt, der ausdrücklich 

davon sprach, die "vernünftigen Therapien laufen" (act. G 4.103-1). Ferner werden 

auch im MGSG-Gutachten keine alternativen Therapieoptionen, sondern einzig die 

Fortführung der bisherigen Therapie empfohlen (act. G 4.102-25). Schliesslich ist weder 

nachvollziehbar noch begründet, was für ein Therapieerfolg mit einem Wechsel der 

behandelnden Psychiaterin gewonnen wäre. Der Vollständigkeit halber ist darauf 

hinzuweisen, dass der RAD keine Anhaltspunkte für ein suboptimales 

Leistungsverhalten bzw. für relevante Inkonsistenzen fand (Stellungnahme vom 

19. Dezember 2011, act. G 4.103).

3.5    Bei der Würdigung der MGSG-Einschätzung bzw. der von der 

Beschwerdegegnerin dagegen erhobenen Einwände darf auch nicht ausser Acht 

gelassen werden, dass der RAD in der Stellungnahme vom 19. Dezember 2011 keine 

Bedenken hinsichtlich der Massgeblichkeit der Angaben der MGSG-Experten hegte, 

sondern im Gegenteil vollumfänglich auf deren Expertise abstellte (act. G 4.103; vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.2).

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4.      

Gestützt auf die im MGSG-Gutachten vorgenommene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist 

für die Bestimmung des Invaliditätsgrads davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit seit 1. Januar 2009 über eine 

50%ige bzw. seit 1. August 2011 über eine 30%ige Restarbeitsfähigkeit verfügt (act. 

G 4.102-24). Die von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 

berücksichtigten Vergleichseinkommen (Valideneinkommen von Fr. 53'135.-- und 

Invalideneinkommen von Fr. 51'372.--, act. G 4.109) sind von der Beschwerdeführerin 

nicht bestritten worden (vgl. hierzu act. G 1, S. 11, Rz 28). Aus den Akten ergeben sich 

keine Gesichtspunkte, die Zweifel an der von der Beschwerdegegnerin 

herangezogenen Vergleichseinkommen entstehen liessen, weshalb darauf abzustellen 

ist. Bei einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit und einem - wenn überhaupt höchstens - 

10%igen Tabellenlohnabzug resultieren ein Invalideneinkommen von Fr. 23'117.-- 

(Fr. 51'372.-- x 0.5 x 0.9), eine Erwerbseinbusse von Fr. 30'018.-- (Fr. 53'135.-- -

 Fr. 23'117.--) und ein Invaliditätsgrad von abgerundet 56% 

([Fr. 30'018.-- / Fr. 53'135.--] x 100). Ausgehend von einer 30%igen 

Restarbeitsfähigkeit ergeben sich bei einem 10%igen Tabellenlohnabzug ein 

Invalideneinkommen von Fr. 13'870.-- (Fr. 51'372.-- x 0.3 x 0.9), eine Erwerbseinbusse 

von Fr. 39'265.-- (Fr. 53'135.-- - Fr. 13'870.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 

74% ([Fr. 39'265.-- / Fr. 53'135.--] x 100). Selbst ohne die Gewährung eines 

Tabellenlohnabzugs resultierte ein Invaliditätsgrad von 52% bzw. von 71%, wie die 

Beschwerdeführerin zutreffend errechnet hat (act. G 1, S. 12).

5.      

Der Beschwerdeführerin wurde seit 23. August 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bezogen auf die angestammte Tätigkeit bescheinigt (Bericht Dr. E.___ vom 11. März 

2008, act. G 4.24-2; diese Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung wurde vom 

Krankentaggeldversicherer geteilt, act. G 4.1; zur im AEH-Gutachten vom 3. Oktober 

2008 bestätigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit siehe act. 

G 4.42-7). Das Wartejahr endet im August 2008. Da die 30%ige Arbeitsunfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten gemäss der Beurteilung durch Dr. C.___ (act. G 4.42-7) 

selbst bei Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs nicht zu einer 

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rentenbegründenden Invalidität führt, hat die Beschwerdeführerin ab Eintritt der 

50%igen Arbeitsunfähigkeit, das heisst bereits ab 1. Januar 2009 - und nicht erst wie 

von ihr beantragt (act. G 1) ab 1. Januar 2010 - Anspruch auf eine halbe Rente. 

Aufgrund der ab 1. August 2011 eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung (vgl. 

act. G 4.102-24) hat die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der 3-monatigen 

Frist gemäss Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) ab November 2011 - und nicht wie von der Beschwerdegegnerin 

beantragt bereits ab 1. August 2011 (act. G 1) - Anspruch auf eine ganze Rente.

6.      

6.1    Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 

2. April 2012 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2009 

eine halbe Rente und ab 1. November 2011 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Fest­

setzung der Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

6.3    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote 

verzichtet. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 2. April 2012 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2009 eine halbe 

Rente und ab 1. November 2011 eine ganze Rente zugesprochen. Zur Festsetzung der 

Rentenhöhe wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2013
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Erheblichkeit und invalidisierende Wirkung eines komplexen psychischen Leidensbilds (chronisch depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem Syndrom, eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung) ist mit der diesbezüglich einhelligen medizinischen Aktenlage zu bejahen. Eigenständiger Charakter der depressiven Störung medizinisch ausgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2013, IV 2012/183). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_521/2013.

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