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**Case Identifier:** 3fc003ee-f980-50d2-ad1e-2001c311e0a7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.09.2020 720 19 79 / 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-79---228_2020-09-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 24. September 2020 (720 19 79 / 228) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Beweiswert eines versicherungsexternen Gutachtens 
 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1957 geborene A.____ ist gelernter Radio- und Fernsehtechniker und arbeitete als 
Elektromonteur bei der B.____ als er am 17. Oktober 2000 von einem Arbeitskollegen niederge-
schlagen wurde. Dabei zog sich A.____ eine Gesichts- und Augenverletzung zu und litt in der 
Folge an Doppeltsehen. Am 7. November 2001 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 26. Mai 2006 sprach ihm die 
damals zuständige IV-Stelle Aargau eine von Oktober 2001 bis Ende April 2003 befristete ganze 

 

 
 
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IV-Rente zu. Am 31. März 2010 wurde A.____ vor einer Bäckerei in Deutschland von einem un-
bekannten Mann angegriffen. Dieser schlug ihm mit der Faust ins Gesicht, woraufhin A.____ auf 
den Hinterkopf fiel und sich verletzte. Er begab sich gleichentags in Behandlung von Dr. med. 
C.____, FMH Akupunktur, welche Hämatome in der rechten Jochbeingegend sowie an den Lip-
pen und am Hinterkopf feststellte. Weiter hielt sie fest, dass A.____ Doppelbilder sehe. Am 2. 
November 2010 meldete er sich erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der 
erwerblichen und medizinischen Verhältnisse, namentlich nach Einholung eines ophthalmologi-
schen Gutachtens bei Dr. med. D.____, asim, vom 29. März 2018 sowie nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens verneinte die nunmehr zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft mit Verfü-
gung vom 1. Februar 2019 bei einer attestierten Arbeitsunfähigkeit von 25 % und einem ermittel-
ten IV-Grad von 0 % einen Rentenanspruch. 
 
B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 9. März 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entschei-
des und die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente ab 31. März 2011. Vor diesem Zeitpunkt sei die 
IV-Rente in Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 26. Mai 2006 geschuldet. Zur 
Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er vollständig arbeitsunfähig sei.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 20. August 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Da die Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 26. Mai 
2006 in Rechtskraft erwachsen sei, sei auf den diesbezüglichen Antrag nicht einzutreten. Das 
Gutachten von Dr. D.____ vom 29. März 2018 sei in allen Belangen beweiskräftig, weshalb ohne 
weiteres darauf abgestellt werden könne. Zur vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten 
Kritik habe die Gutachterin am 23. Juli 2019 Stellung genommen und ihre Einschätzung bestätigt. 
Es gebe folglich keinen Anlass, davon abzuweichen. Beim Einkommensvergleich sei von einem 
Valideneinkommen von Fr. 43'733.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 49'989.-- auszuge-
hen. Der Auffassung des Beschwerdeführers, er habe eine Tätigkeit ausgeübt, welche dem Kom-
petenzniveau 3 und einem monatlichen Einkommen von Fr. 7'289.-- entspreche, könne nicht ge-
folgt werden. Weil sein Einkommen in den Jahren vor dem ersten Unfall schwankend und deutlich 
tiefer gewesen sei, habe sie auf einen Durchschnittswert abgestellt (Grundlage: Verfügung der 
IV-Stelle Aargau vom 26. Mai 2006). Dies sei nicht zu beanstanden. Aber selbst wenn davon 
ausgegangen würde, dass der Beschwerdeführer heute noch an der letzten Arbeitsstelle tätig 
wäre, würde das Valideneinkommen nicht mehr als  
Fr. 75'000.-- betragen (ausgehend von einem Stundenlohn von Fr. 31.--). Dabei resultiere aber 
ebenfalls ein rentenausschliessender IV-Grad von 30 %. 
 
D. Mit Verfügung vom 27. August 2019 sistierte das Kantonsgericht das Verfahren, da der 
Beschwerdeführer ein Gutachten seiner behandelnden Augenärztin, Dr. med. E.____, in Aussicht 
stellte. Mit Eingabe vom 30. September 2019 reichte er den Bericht von Dr. E.____ vom 5. August 
2019 ein, woraus hervorgeht, dass aufgrund des Augenleidens eine Arbeitszeit von 3-4 Stunden 
am Tag mit einem Tag Pause dazwischen denkbar sei. Dr. D.____ nahm am 17. Januar 2020 
dazu Stellung und hielt an ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung fest. Entgegen der Auffassung von Dr. 
E.____ sei ein wechselseitiges Abdecken nicht erforderlich, sondern es sei lediglich vorzugs-

 

 
 
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weise das nicht dominante Auge abzudecken. Die vom Beschwerdeführer verlangte Untersu-
chung mit der Infrarotkamera sei bereits im Rahmen der gutachterlichen Abklärung erfolgt und 
sei unauffällig gewesen. Gestützt darauf hielt die IV-Stelle mit Eingabe vom 24. Januar 2020 an 
ihrer Abweisung der Beschwerde fest. Der Beschwerdeführer reichte weitere Eingaben vom 24. 
März 2020 und vom 27. Mai 2020 ein, äusserte sich aber nicht inhaltlich zur Stellungnahme von 
Dr. D.____ vom 17. Januar 2020. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der 
Versicherten vom 9. März 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2. Auf den Antrag des Beschwerdeführers, die Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 26. Mai 
2006 sei aufzuheben und die IV-Rente weiter auszurichten, kann nicht eingetreten werden. Die 
Verfügung ist rechtskräftig und nicht Streit- und Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Ver-
fahrens. Strittig und zu prüfen ist einzig, ob der Beschwerdeführer infolge der Anmeldung vom 2. 
November 2010 Anspruch auf eine IV-Rente hat. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

 

 
 
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der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass die 
versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Sämtliche Beweismittel, somit auch medizinische Berichte und Sachverständigengut-
achten, unterliegen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Im Sinne einer Richtlinie ist 
den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, 
welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelan-
gen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb). Demgegenüber kommt 
den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen (wie die Kreisarztberichte) 
zwar nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, praxisgemäss haben sie aber nicht dieselbe Be-
weiskraft wie ein gerichtliches oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungs-
träger in Auftrag gegebenen Gutachten. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 
Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stel-
len. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 
135 V 465 E. 4.4, 122 V 157 E. 1d). 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte ihren Rentenentscheid auf das Gutachten von Dr. D.____ vom 
29. März 2018. In der Anamnese führte Dr. D.____ aus, dass der Versicherte im Oktober 2000 
ein Orbitatrauma (Augenhöhlenverletzung) beidseits erlitten und nachfolgend permanent Doppel-
bilder wahrgenommen habe. Unklar sei gewesen, ob es sich um eine leichte posttraumatische 
Abduzensparese (Lähmung des Nervus abducens [VI. Hirnnerv], der für die Augenbewegung 

 

 
 
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nach aussen zuständig sei) oder um eine dekompensierte Esophorie (latentes Innenschielen) 
gehandelt habe. Da eine Prismenkorrektur nicht möglich gewesen sei, sei eine Brillenokklusion 
(Abdeckung) vorgenommen worden. Im Februar 2004 habe sich eine Verbesserung der Symp-
tomatik gezeigt. Der Beschwerdeführer habe deutlich weniger Doppeltsehen beklagt und der 
Schielwinkel habe abgenommen. Es habe nunmehr ein latentes Innenschielen bestanden. Hin-
weise auf eine Abduzensparese habe es dagegen keine mehr gegeben. Im März 2010 habe der 
Versicherte erneut eine Verletzung mit nachfolgender Doppelbildwahrnehmung erlitten. In der 
Bildgebung (MRT) habe keine Pathologie – weder intrakraniell noch im Bereich der Schädelbasis 
– festgestellt werden können. Zur Beseitigung der Doppelbildwahrnehmung sei im Oktober 2011 
eine Schieloperation am linken Auge erfolgt. Der Versicherte habe berichtet, dass die Operation 
keine Verbesserung der Doppelbildsymptomatik gebracht habe, sondern er habe sogar den Ein-
druck gehabt, dass sich das Doppeltsehen nach der Schieloperation eher noch verschlimmert 
habe. Aktuell beklage der Versicherte eine permanente Doppelbildwahrnehmung sowohl in die 
Ferne als auch in die Nähe. Um einfach zu sehen, schliesse er meistens das linke Auge. Auf die 
Okklusion eines Auges mittels einer Augenklappe habe er verzichtet, da er sich damit auf der 
Strasse sehr unsicher und fast schon desorientiert fühle. Lesen strenge ihn sehr an und nach ca. 
20. Minuten müsse er eine Pause einlegen. Er trage eine Fernbrille und wende unregelmässig 
Augentropfen an. 
 
Dr. D.____ diagnostizierte eine anlagebedingte Fehlsichtigkeit (Myopie, Astigmatismus), eine Al-
terssichtigkeit, eine Cataracta incipiens (Frühstadium eines grauen Stars), ein dekompensiertes 
Innenschielen mit Diplopie (Doppelsehen) sowie ein latentes Höhenschielen. Wegen permanen-
ter Doppelbildwahrnehmung, die aufgrund des grossen, schwankenden Schielwinkels nicht durch 
Prismengläser korrigiert werden könne, müsse zur Beseitigung der Doppelbilder die Okklusion 
eines Auges durchgeführt würden (der Versicherte tue dies bereits, indem er beim Lesen das 
linke Auge schliesse). Bei Okklusion eines Auges liege eine funktionelle Monokelsituation vor mit 
eingeschränktem Gesichtsfeld und fehlendem Stereosehen. Sonst zeige sich ein altersentspre-
chender, intakter ophthalmologischer Befund mit beginnender Linsentrübung, welche eine ge-
ringe Reduktion der Sehschärfe und eine vermehrte Blendungsempfindlichkeit verursache. Auf-
grund der Monokelsituation sei die Arbeitsfähigkeit für alle beruflichen Tätigkeiten, die durch-
schnittliche Anforderungen an die Sehfähigkeit stellten, zu 25 % eingeschränkt, infolge eines er-
höhten Pausenbedarfs zur Kompensation der Anstrengung. Das fehlende Stereosehen und das 
eingeschränkte Gesichtsfeld bei Monovision erlaubten keine potentiell gefährlichen Tätigkeiten 
(auf Gerüsten oder an schnell drehenden Maschinen) oder Tätigkeiten, bei denen ein hohes Mass 
an 3-dimensionalem Detailsehen erforderlich sei (wie beispielsweise in der angestammten Tätig-
keit als Elektromonteur). Die vom Vertrauensarzt der Suva, Dr. med. F.____, FMH Ophthalmolo-
gie und Ophthalmochirurgie, geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 50 % beruhe auf einer Aktenbe-
urteilung und könne nicht bestätigt werden. 
 
5.2 Die IV-Stelle bat Dr. D.____ um Beantwortung einiger Fragen, die sich aus der Be-
schwerde des Versicherten vom 9. März 2019 ergeben hatten. Dieser Bitte kam sie mit Bericht 
vom 23. Juli 2019 nach. Die Frage, ob es in den Akten ophthalmologische Befunde gebe, die 
beweisen würden, dass sich der Zustand am Auge seit der ersten Verletzung am 17. Oktober 
2000 anhaltend verändert habe, beantwortete sie mit nein. Es bestehe beim Versicherten eine 

 

 
 
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latente Schielbildung, die intermittierend dekompensiere und zu einer Doppelbildwahrnehmung 
führe. Diese Doppelbildwahrnehmung könne letztlich durch keine objektive Messmethode mit Si-
cherheit verifiziert werden. Festzuhalten sei aber, dass das Unfallereignis vom 17. Oktober 2000 
keine schweren Verletzungen zur Folge gehabt habe. Bei der im Oktober 2011 erfolgten Schie-
loperation habe es sich weiter um einen kleinen Eingriff gehandelt, bei welchem am linken Auge 
an zwei Augenmuskeln geringe Veränderungen vorgenommen worden seien. Da vor einer ge-
planten Schieloperation das postoperative Ergebnis immer mittels Prismentrageversuch simuliert 
werde, sei der vom Versicherten empfundene komplette Misserfolg der Operation nicht nachvoll-
ziehbar. Zum Einwand des Versicherten, dass durch das Abdecken eines Auges keine stabile 
Monokelsituation herstellbar sei und dass nach 30 Minuten Halos (Lichteffekte), Schwindelge-
fühle und Doppeltsehen aufträten, die eine Arbeitspause notwendig machten, führte Dr. D.____ 
an, dass es bei Bildschirmarbeit zu einer Austrocknung der Hornhautoberfläche und zu damit 
verbundenen Beschwerden (z.B. Wahrnehmung von Halos, Verschwommensehen) kommen 
könne. Dies vor allem auch dann, wenn keine geeignete Nahkorrekturbrille getragen werde. Des-
halb werde die regelmässige Anwendung von Tränenersatzmitteln und das Tragen einer geeig-
neten Korrekturbrille empfohlen. Die beim Versicherten beginnende bis mittlere Linsentrübung 
könne ebenfalls gewisse Sehstörungen verursachen. Sollte die Linsentrübung zunehmen, sei 
eine Kataraktoperation in Betracht zu ziehen. Insgesamt handle es sich vorliegend um altersent-
sprechende Befunde ohne Krankheitswert, die keine höhergradige Einschränkung der Arbeitsfä-
higkeit rechtfertigten. Des Weiteren beständen beim Versicherten keine pathologischen Augen-
bewegungen. Es habe eine vollkommen ruhige foveale Fixation mittels objektiver Messmethoden 
(Scanning Laser Opthalmoskopie) festgestellt werden können.  
 
5.3 Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 30. September 2020 einen Kurzbericht 
seiner behandelnden Augenärztin, Dr. E.____, vom 5. August 2019 zur Arbeitsfähigkeit ein. Sie 
führte aus, dass der Versicherte seit Oktober 2011 an Diplopie leide, die nicht korrigierbar sei und 
folglich auch nicht mehr mit einer Verbesserung gerechnet werden könne. Seine frühere Tätigkeit 
als Elektromonteur sei nicht mehr zumutbar. Der Versicherte habe sich mit den Jahren an die 
Situation mit den Doppelbildern gewöhnt, weshalb er einer reduzierten Tätigkeit nachgehen 
könne. Hierfür müsse er während der Tätigkeit im Wechsel ein Auge schliessen. Diese Situation 
sei nicht vergleichbar mit einer dauerhaften Einäugigkeit. Der Versicherte brauche zwischendurch 
immer wieder eine Adaptionszeit, deshalb wäre höchstens eine Arbeitszeit von 3-4 Stunden am 
Tag mit einem Tag Pause dazwischen denkbar. 
 
5.4 Zur Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. E.____ nahm Dr. D.____ am 17. Januar 2020 
Stellung und hielt an der von ihr im Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit von 75 % fest. Um 
Doppelbildfreiheit zu erreichen, sei kein wechselseitiges Abdecken erforderlich. Es sei vorzugs-
weise das nicht dominante Auge abzudecken. Mit entsprechender Nahkorrektur bestehe dann 
ein gutes Leistungsvermögen. Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 25 % sei mit dem 
erhöhten Pausenbedarf zur Kompensation der vermehrten Anstrengung bei Monovision und mit 
dem fehlenden Stereosehen begründet. Zur Bemerkung des Versicherten zu Horror fusionis (un-
ter Horror fusionis versteht man ständige, in kleinster Distanz oszillierende [schwankende], nicht 
korrigierbare Doppelbilder) führte Dr. D.____ weiter aus, dass bereits im Gutachten berücksichtigt 

 

 
 
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worden sei, dass beim Versicherten eine permanente, nicht korrigierbare Doppelbildwahrneh-
mung bestehe. Der Versicherte bestreite, dass durch das Abdecken eines Auges Doppelbildfrei-
heit erreicht werden könne und verweise auf pathologische Augenbewegungen nach Schädel-
Hirn-Trauma und fordere eine Untersuchung mittels Infrarotkamera, um solche Bewegungen 
nachzuweisen. Dabei sei ihm nicht bewusst, dass eine diesbezügliche Untersuchung mittels Inf-
rarotlaser (Scanning Laser Ophthalmoskopie) bereits im Rahmen der gutachterlichen Untersu-
chung erfolgt sei. Diese habe beim Versicherten eine ruhige foveale Fixation ohne pathologische 
Augenbewegungen ergeben. 
 
6. Beim Gutachten von Dr. D.____ vom 29. März 2018 handelt es sich um eine von der 
Verwaltung eingeholte externe Expertise, die volle Beweiskraft entfaltet, solange keine konkreten 
Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen. Solche Indizien liegen vorliegend nicht vor. Die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. F.____, Vertrauensart der Suva, in seinem Bericht vom 
6. Februar 2013, wonach in einer Verweistätigkeit eine ganztägige Tätigkeit in einer der Sehsitu-
ation angepassten Arbeit an drei Tagen in der Woche (Montag/Mittwoch/Freitag) mit je einer Leis-
tungsfähigkeit von 50 % an diesen Tagen (sprich eine Arbeitsfähigkeit von 30 %) aus ophthalmo-
logischer Sicht zumutbar sei, wird von Dr. D.____ aus gutachterlicher Sicht nicht bestätigt. Wie 
Dr. D.____ zurecht bemerkte, beruht die Einschätzung von Dr. F.____ auf einer reinen Aktenbe-
urteilung. Dagegen basiert die Erkenntnis von Dr. D.____ auf einer umfassenden, persönlichen 
Untersuchung und verschiedenen Testungen. Die daraus gezogenen Schlüsse sind überzeu-
gend, weshalb ohne weiteres darauf abgestellt werden kann und im Ergebnis von einer Arbeits-
unfähigkeit von 25 % auszugehen ist. Weiter ist der Kurzbericht von Dr. E.____ vom 5. August 
2019 zu wenig fundiert, als dass er eine Abweichung vom Ergebnis von Dr. D.____ rechtfertigen 
würde. Sie wiederholte im Grunde unbesehen die Einschätzung von Dr. F.____ mit der Begrün-
dung, dass der Versicherte während der Tätigkeit im Wechsel ein Auge schliessen müsse. Diese 
Situation sei nicht vergleichbar mit einer dauerhaften Einäugigkeit. Auf das Gutachten von Dr. 
D.____ ging sie dabei nicht näher ein, weshalb die Aussagekraft ihres Berichts schon aus diesem 
Grund vermindert ist. Dr. D.____ hielt mit Stellungnahme vom 17.  Januar 2020 dagegen, dass 
kein wechselseitiges Abdecken erforderlich sei, um Doppelbildfreiheit zu erreichen. Vorzugs-
weise sei das nicht dominante Auge abzudecken. Mit entsprechender Nahkorrektur bestehe dann 
ein gutes Leistungsvermögen. Da die gutachterlichen Ausführungen von Dr. D.____ wie auch 
ihre Entgegnung auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. E.____ klar und begründet sind, ist 
aus beweisrechtlicher Sicht darauf abzustellen. Insbesondere wurde die vom Versicherten gefor-
derte Untersuchung zum Nachweis pathologischer Augenbewegungen, die darauf hinweisen 
würden, dass keine Doppelbildfreiheit durch das Abdecken eines Auges erreicht werden könne, 
bereits im Rahmen der gutachterlichen Abklärung durchgeführt. Diese ergab keine Auffälligkei-
ten. Befunde, die für die Erkenntnisse von Dr. E.____ und ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
sprechen würden, fehlen somit. 
 
7. Obwohl eine retrospektive Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit na-
turgemäss mit Unsicherheiten behaftet ist, führt dies praxisgemäss nicht dazu, diesbezüglichen 
Aussagen von vornherein jegliche Beweiskraft abzusprechen, vor allem wenn sie auf einer voll-
ständigen Aktenlage beruhen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 12. August 2020, 

 

 
 
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8C_313/2020, E. 10.2.1 und vom 26. September 2019, 9C_379/2019, E. 3.5.2). Dr. D.____ be-
urteilte einen Gesundheitszustand, der auch gemäss der behandelnden Augenärztin, Dr. E.____, 
seit der Augenoperation im Oktober 2011 stabil ist. Dr. E.____ attestierte vor ihrem Bericht vom 
5. August 2019 lediglich nach der Untersuchung am 27. August 2012 eine Arbeitsunfähigkeit, da 
die Doppelbilder in dieser Zeit mehr schwankten. Infolge dieser veränderten Situation und des 
fehlenden Stereosehens sei der Versicherte nicht arbeitsfähig. Dies bestätigte sie mit Kurzbericht 
vom 23. Oktober 2012. In den folgenden Berichten wurde dagegen keine Arbeitsunfähigkeit mehr 
attestiert. Erst mit Bericht vom 5. August 2019 wiederholte sie die von Dr. F.____ in seiner Ak-
tenbeurteilung vom 6. Februar 2013 vorgenommene Einschätzung. Der Suva-Vertrauensarzt at-
testierte eine ganztägige Arbeit in einer der Sehsituation angepassten Arbeit an drei Tagen in der 
Woche (Montag/Mittwoch/Freitag) mit einer Leistungsfähigkeit von 50 % aus ophthalmologischer 
Sicht. Die Suva richtete gestützt darauf und auf zwei frühere Einschätzungen von Dr. F.____ vom 
21. April 2011 und vom 31. August 2011 Taggelder aus. Nach Eingang des Gutachtens von Dr. 
D.____ vom 29. März 2018 stellte sie schliesslich die laufenden Leistungen ein. Aus dem Um-
stand, dass die Suva seit dem Unfallereignis im Jahr 2010 bis zum Gutachten von Dr. D.____ 
Taggeldleistungen allein aufgrund der verwaltungsinternen, kurzen Aktenberichte von Dr. F.____ 
auszahlte, kann der Versicherte nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn im Gegensatz zu den 
Berichten von Dr. F.____ handelt es sich beim Gutachten von Dr. D.____ um eine umfassende 
Abklärung des Gesundheitszustandes des Versicherten. Die retrospektive Beurteilung ist nicht 
zu beanstanden, da es sich wie gesagt um die Beurteilung eines seit 2011 stabilen Gesundheits-
zustandes mit klarer Diagnose handelt. Folglich durfte die IV-Stelle davon ausgehen, dass die 
Arbeitsfähigkeit von 75 % auch rückwirkend gilt (vgl. auch Bericht von Dr. D.____ vom 23. Juli 
2019). 
 
8. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tä-
tigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestim-
men (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 
 
9. In Bezug auf das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst ange-
knüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 
fortgesetzt worden wäre. Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte für die Einkommenser-
mittlung, so ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen, wie sie in der Schwei-
zerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) enthalten sind (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 8C_220/2018, E. 5.1). Für die Festsetzung des 

 

 
 
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Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situa-
tion auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich 
erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, so können nach der Rechtsprechung ebenfalls die Tabel-
lenlöhne der LSE herangezogen werden (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen). 
 
10. Die IV-Stelle ging beim Valideneinkommen von einem jährlichen Verdienst von 
Fr. 43'733.-- aus. Sie stützte sich dabei auf die Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 26. Mai 2006, 
wonach das durchschnittliche AHV-pflichtige Jahreseinkommen zwischen 1995 und 2000 und 
folglich vor dem ersten Unfallereignis im Oktober 2000 Fr. 37'980.-- betragen habe. Nach Anpas-
sung dieses Jahreseinkommens an die Nominallohnentwicklung von 14.2 % resultiere ein Ein-
kommen von Fr. 43'733.--. Der Beschwerdeführer wendet ein, dass das Valideneinkommen viel 
zu tief sei. Er habe eine Tätigkeit ausgeübt, die dem Kompetenzniveau 3 entsprochen habe, wes-
halb beim Valideneinkommen von monatlich Fr. 7'289.-- (LSE 2014, Sektor 3 Dienstleistungen, 
62-63 Informationstechnologie und Informationsdienstleistungen, Männer) auszugehen sei. Dem 
kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer ist gelernter Radio- und Fernsehtechniker, ar-
beitete vor seinem ersten Unfall im Oktober 2000 aber als Elektromonteur und verdiente weit 
weniger als Fr. 7'289.-- monatlich. Danach war er gemäss IK-Auszug bis 2006 nicht tätig und in 
den Jahren 2006, 2007 und 2008 als Selbständigerwerbender registriert mit einem Einkommen 
unter Fr. 10'000.-- pro Jahr. Zuletzt vor dem Unfall im März 2010 war er bei der G.____ GmbH in 
einem befristeten Arbeitsverhältnis vom 1. März 2008 bis 31. März 2008 tätig und verdiente Fr. 
6'400.--. Danach war er arbeitslos. Im Zeitpunkt des Unfalles vom 31. März 2010 war er somit in 
keinem Arbeitsverhältnis oder als Selbständigerwerbender tätig. Welche Tätigkeit der Beschwer-
deführer heute ohne Unfall (bzw. ohne Unfälle) mutmasslich ausüben würde, ist unklar. Für die 
Bemessung des Valideneinkommens rechtfertigt sich deshalb, auf die LSE zurückzugreifen. Eine 
Tätigkeit im Kompetenzniveau 3 erscheint jedoch aufgrund seiner beruflichen Laufbahn als un-
wahrscheinlich. Dagegen ist es sachgerecht, der Berechnung der Suva in ihrem Einspracheent-
scheid vom 28. Mai 2019 zu folgen, sowohl hinsichtlich des Validen- wie auch des Invalidenein-
kommens. Diesbezüglich stellte die Suva auf die LSE 2016 ab. In Berücksichtigung von Tabelle 
TA1, Sektor 2 Produktion, Kompetenzniveau 2, Männer, errechnete sie ein mutmassliches Vali-
deneinkommen von Fr. 74'285.-- (Fr. 5'885.-- x 12 : 40 x 41,7 inkl. Teuerung von 0,4 % [2017] 
und 0,5 % [2018]). Auf der Seite des Invalideneinkommens ermittelte sie ein Einkommen von Fr. 
50'555.-- (Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer [Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41,7 inkl. 
Teuerung von 0,4 % [2017] und 0,5 [2018] x 0,75 % Arbeitspensum). Aus der Gegenüberstellung 
von Valideneinkommen in Höhe von Fr. 74'285.-- und Invalideneinkommen von Fr. 50'555.-- re-
sultiert ein rentenausschliessender IV-Grad von 32 %. Die Beschwerde ist folglich auch bei Neu-
berechnung des IV-Grades abzuweisen. 
 
11.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuer-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

legen sind. Da ihm mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Mai 2019 die unentgeltliche Pro-
zessführung bewilligt worden ist, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig 
zu Lasten der Gerichtskasse. 
 
11.2 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist.  
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewie-
sen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 
 
 
Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 18. März 2021 Beschwerde beim 
Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_222/2021) erhoben. 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
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