# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e57378d-24f0-5991-999f-b70160a3266a
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.07.2010 RR.2009.300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2009-300_2010-07-27.pdf

## Full Text

Entscheid vom 27. Juli 2010 
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Joséphine Contu,  
Gerichtsschreiberin Marion Schmid  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Ilias S. Bissias,  
 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Grie-
chenland 
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG), Legi-
timation 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2009.300 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 
 
- die Staatsanwaltschaft Athen gegen B., C. und weitere Personen ein Straf-

verfahren wegen aktiver und passiver Bestechung sowie Geldwäscherei 
führt;  

 
- die Staatsanwaltschaft Athen in diesem Zusammenhang insbesondere mit 

Rechtshilfeersuchen vom 5. Dezember 2006, vom 19. Mai 2008 sowie vom 
26. Januar 2009 an die Schweiz gelangte und unter anderem um Edition 
sämtlicher Bankunterlagen betreffend die Konten Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4 
und Nr. 5 bei der Bank D., die Konten Nr. 6 und Nr. 7 bei der Bank E. sowie 
die Konten Nr. 8 und Nr. 9 bei der Bank F. ersuchte; 

 
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „BJ“) nach einer summarischen Prü-

fung im Sinne von Art. 78 IRSG und Art. 14 IRSV die Rechtshilfeersuchen 
mit Schreiben vom 29. Mai 2008 der Bundesanwaltschaft zum Vollzug dele-
gierte; 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Eintretensverfügung vom 12. August 2008 den 

Rechtshilfeersuchen entsprach, gleichentags eine Aktenedition bei der 
Bank G. in Zürich als Rechtsnachfolgerin der Banken E. und F. und am 13. 
November 2008 bei der Bank D. anordnete; 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Schlussverfügung vom 7. August 2009 den 

Rechtshilfeersuchen entsprach und die Herausgabe von Bankunterlagen der 
Nummernkonten Nr. 6 H., Nr. 7 I., Nr. 8 J., Nr. 9 K. bei der Bank G. in Zürich 
sowie der Nummernkonten Nr. 10, Nr. 11 L., Nr. 12 M., Nr. 13 N. und des 
Kontos Nr. 14, deren Inhaber O. ist, bei der Bank D. in Zürich, verfügte (act. 
1.1); 

 
- A. mit Eingabe vom 18. September 2009 Beschwerde bei der II. Beschwer-

dekammer des Bundesstrafgerichts einreichte, im Hauptstandpunkt unter 
anderem beantragt, die angefochtene Schlussverfügung sei aufzuheben und 
das Rechtshilfeersuchen vom 19. Mai 2008 sei abzuweisen (act. 1); 

 
- sowohl die Bundesanwaltschaft als auch das BJ in ihren Beschwerdeantwor-

ten vom 14. bzw. 16. Oktober 2009 im Hauptpunkt beantragen, auf die Be-
schwerde sei nicht einzutreten (act. 6, 7); die Beschwerdeführerin in ihrer 
Beschwerdereplik vom 29. Oktober 2009 an den gestellten Anträgen festhält 
(act. 9); das BJ und die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 4. bzw. 
13. November 2009 auf eine Beschwerdeduplik verzichteten (act. 10, 11); 

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die Beschwerdeführerin darüber am 16. November 2009 in Kenntnis gesetzt 
wurde (act. 13); 

 
- zur Beschwerde berechtigt ist, wer persönlich und direkt von einer Rechtshil-

femassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG); Personen, gegen die sich 
das ausländische Strafverfahren richtet, unter denselben Bedingungen be-
schwerdelegitimiert sind (Art. 21 Abs. 3 IRSG; BGE 130 II 162 E. 1.1); bei 
Erhebung von Kontoinformationen der Kontoinhaber als persönlich und di-
rekt betroffen im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG gilt (Art. 9a lit. a IRSV; BGE 
118 Ib 547 E. 1d; TPF 2007 79 E. 1.6 S. 82); demgegenüber nach der 
Rechtsprechung der wirtschaftlich Berechtigte des betroffenen Bankkontos 
oder gar Drittpersonen nicht zur Beschwerde legitimiert sind (Urteile des 
Bundesgerichts 1A.72/2006 vom 13. Juli 2006, E. 1.3; 1A.32/2003 vom 
19. März, E. 2; BGE 130 II 162 E. 1.1; 129 II 268 E. 2.3.3; Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2007.106 vom 19. November 2007, E. 2.2, je 
m.w.H); 

 
- die Beschwerdeführerin in den von der angefochtenen Schlussverfügung be-

troffenen Kontounterlagen zwar als Bevollmächtigte bzw. Einzelzeichnungs-
berechtigte erwähnt wird, aber nicht Kontoinhaberin ist; es der Beschwerde-
führerin demnach an einer persönlichen und direkten Betroffenheit im Sinne 
der hiervor zitierten Rechtsprechung mangelt und sie kein schützenswertes 
Interesse an der Aufhebung der Rechtshilfemassnahmen hat, weshalb auf 
ihre Beschwerde nicht einzutreten ist; 

 
- die Frage, ob die Beschwerde fristgerecht eingereicht wurde demnach offen 

bleiben kann und auf die materiellen Einwände der Beschwerdeführerin nicht 
einzugehen ist; 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 

wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG), wobei für die Berech-
nung der Gerichtsgebühr das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Ge-
richtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung 
gelangt; die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.-- angesetzt wird, unter Anrech-
nung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 5'000.--; die Bundesstraf-
gerichtskasse angewiesen wird, der Beschwerdeführerin den Restbetrag von 
Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 
unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 5'000.--. Die 
Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, der Beschwerdeführerin den 
Restbetrag von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

 
 
 

Bellinzona, 28. Juli 2010 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Ilias S. Bissias 
- Bundesanwaltschaft 
- Bundesamt für Justiz 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).