# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67752125-c919-53b6-a362-ee9886f15351
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.05.2015 IV 2014/141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-141_2015-05-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/141

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.05.2020

Entscheiddatum: 27.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2015
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gerichtsgutachten. Zusprache 
einer befristeten ganzen und einer unbefristeten Dreiviertelsrente (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Mai 2015, IV 
2014/141).

Entscheid Versicherungsgericht, 27.05.2015

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 27. Mai 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ stürzte am 21. Januar 2002 von einer 1,5 Meter hohen Leiter und erlitt eine 

"VKB-Ruptur" am linken Knie (vgl. den Bericht der erstbehandelnden Ärztin der Klinik 

für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 22. Januar 

2002, Fremdakten). Der Versicherte wurde am 26. Februar 2002 operiert (VKB-Plastik 

mit Ligamentum patellae Transplantat, lateraler Meniskushinterhorn-Resektion; 

Operationsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 27. Februar 

2002, Fremdakten). Am 27. Juni 2003 meldete er sich zum Bezug von IV-Leistungen an 

(IV-act. 1).

A.b  Mit Verfügung vom 5. Juli 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine für die 

Dauer vom 1. Januar 2003 bis 30. April 2004 befristete ganze Rente zu (IV-act. 157). 

Die gegen die Einstellung der Rente ab 1. Mai 2004 gerichtete Beschwerde hiess das 

Versicherungsgericht unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung teilweise gut. Es 

wies die Sache zur weiteren Abklärung (Obergutachten durch eine mit dem Fall noch 

nicht befasste MEDAS) und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurück. Zur Begründung führte es u.a. aus, das von der IV-Stelle 

bei der ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH eingeholte polydisziplinäre 

(internistische, psychiatrische und rheumatologische) Gutachten vom 8. Juli 2009, 

worin dem Versicherten für die angestammte Tätigkeit als Gartenbauvorarbeiter eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine leidensangepasste Tätigkeit spätestens seit 

Ende Januar 2004 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde (IV-act. 141), sei 

nicht beweistauglich. Zunächst bemängelte es das Fehlen eines orthopädischen 

Experten. Ferner hätten sich die ABI-Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

nicht mit dem vom Unfallversicherer in Auftrag gegebenen orthopädischen Gutachten 

von Dr. med. B.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, auseinandergesetzt, der für eine leidensangepasste Tätigkeit 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt habe. Des Weiteren sei ihnen auch das 

rheumatologisch-wirbelsäulenmedizinische Teilgutachten von Dr. med. C.___, Facharzt 

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für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, nicht vorgelegen, worin dieser die 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bestätigt habe (siehe hierzu sowie 

zum bis dahin aufgelaufenen wesentlichen Sachverhalt das Urteil des 

Versicherungsgerichts vom 15. April 2011, IV 2010/333, IV-act. 173).

A.c  Die IV-Stelle beauftragte am 27. Juli 2011 die MEDAS Zentralschweiz mit einer 

polydisziplinären Oberbegutachtung "unter Berücksichtigung der im Gerichtsentscheid 

vom 15.04.2011 geforderten Gesichtspunkte" (IV-act. 177). Am 1. und 2. Mai 2012 

wurde der Versicherte in der MEDAS Zentralschweiz polydisziplinär (internistisch, 

rheumatologisch und psychiatrisch) untersucht. Im Obergutachten vom 20. August 

2012 diagnostizierten die Experten mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit eine chronische residuelle Gonalgie links bei Status nach Ruptur des 

vorderen Kreuzbands und des lateralen Meniskus-Hinterhorns im Rahmen eines 

Leitersturzes am 21. Januar 2002. Für die angestammte Tätigkeit bescheinigten die 

MEDAS-Gutachter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine leidensangepasste 

Tätigkeit spätestens ab Sommer 2004 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 183).

A.d  Ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 14. November 2012 die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 188). Dagegen erhob der 

Versicherte am 7. Januar 2013 Einwand. Darin rügte er u.a., dass das Gutachten der 

MEDAS Zentralschweiz die vom Versicherungsgericht formulierten 

Abklärungsanforderungen (fachärztliche orthopädische Untersuchung sowie 

Auseinandersetzung mit der Beurteilung von Dr. B.___) nicht erfülle (IV-act. 191). Die IV-

Stelle beauftragte daraufhin Dr. med. D.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, mit einer 

orthopädischen Begutachtung. Im Gutachten vom 28. August 2013, das auf einer 

Untersuchung des Versicherten vom 3. Juli 2013 beruht, diagnostizierte dieser mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mässige Femoropatellararthrose und 

Chondropathie Grad II des medialen und lateralen Kompartiments sowie Patella baja 

bei Status nach vorderer Kreuzbandersatzplastik und lateraler Teilmeniscektomie links 

02/2002, Osteosynthese einer Patellafraktur 04/2002, Metallentfernung 11/2002 und 

lateraler Teilmeniscektomie lateral release 10/2003. Für die angestammte Tätigkeit 

bescheinigte er eine 40%ige, für eine leidensangepasste Tätigkeit rückwirkend ab 

Oktober 2006 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Eine weiter zurückgehende Beurteilung 

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der Arbeitsfähigkeit sei bei ungenügend detaillierter Dokumentation der somatischen 

Befunde nicht möglich (IV-act. 198).

A.e  Im neuerlichen Vorbescheid vom 29. November 2013 hielt die IV-Stelle an der 

Abweisung des Rentengesuchs fest (IV-act. 202). Dagegen erhob der Versicherte am 

21. Januar 2014 Einwand und beantragte, in Abänderung des Vorbescheids sei ihm 

nicht nur eine ganze Rente vom Januar 2003 bis April 2004 zuzusprechen (wie bereits 

vollzogen), sondern die ganze Rente sei mindestens bis zum Dezember 2006 zu 

verlängern; anschliessend sei ihm mindestens eine halbe Rente ab Januar 2007 zu 

gewähren (IV-act. 205). Am 4. Februar 2014 verfügte die IV-Stelle - unter Hinweis auf 

die bereits am 5. Juli 2010 zugesprochene ganze Rente für die Dauer vom 1. Januar 

2003 bis 30. April 2004 - die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 206).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2014 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 7. März 2014. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei ihm nebst der bereits 

zugesprochenen ganzen Rente vom Januar 2003 bis April 2004 eine ganze Rente 

mindestens bis zum Dezember 2006 und anschliessend mindestens eine halbe Rente 

ab Januar 2007 auszurichten. Eventualiter sei erneut eine umfassende polydisziplinäre 

Begutachtung vorzunehmen. Der Beschwerdeführer vertritt im Wesentlichen den 

Standpunkt, dass die Beschwerdegegnerin den vom Gericht im 

Rückweisungsentscheid vom 15. April 2011 geforderten medizinischen Abklärungen 

nicht nachgekommen sei. Weder das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz noch 

dasjenige von Dr. D.___ seien beweiskräftig. Des Weiteren rügt er die Bestimmung der 

Vergleichseinkommen (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 30. April 2014 

die Abweisung der Beschwerde. Aus ihrer Sicht sei die medizinische Situation hin­

reichend abgeklärt worden. In der angefochtenen Verfügung sei deshalb zu Recht von 

einer spätestens seit Januar 2004 bestehenden 80%igen Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen und für die Zeit ab April 2004 ein 

Rentenanspruch verneint worden (act. G 5).

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B.c  Mit Präsidialentscheid vom 7. Mai 2014 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers 

um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten 

und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 7).

B.d  In der Replik vom 6. Juni 2014 hält der Beschwerdeführer an der Beschwerde 

unverändert fest. Ergänzend hält er die Durchführung einer neuen, "neutralen" EFL für 

erforderlich (act. G 9).

B.e  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 11).

B.f   Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Parteien (act. G 12 und 13) 

beauftragte das Versicherungsgericht am 19. September 2014 die asim 

Begutachtungsstelle am Universitätsspital Basel mit der Erstellung eines orthopädisch-

rheumatologischen Gerichtsgutachtens (Schwerpunkt Orthopädie; vorzugsweise durch 

Prof. Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates; act. G 14).

B.g  Der Beschwerdeführer wurde am 21. Januar 2015 in der asim von Prof. E.___ und 

Dr. med. F.___, Facharzt für u.a. Rheumatologie FMH, orthopädisch-rheumatologisch 

untersucht. Im Gerichtsgutachten vom 8. April 2015 hielten die Gutachter fest, der 

Beschwerdeführer leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: an einer schweren und 

schmerzhaften Funktionsstörung des linken Kniegelenks (ICD-10: M17.3; M22.4; 

M23.24; M23.51), an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom und an einer 

schweren Gonalgie links. Für die angestammte Tätigkeit als Gartenbau-Hilfsarbeiter sei 

auf Dauer keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In leidensangepasster Tätigkeit sei die 

Gesamtleistungsfähigkeit um 50% eingeschränkt bei 60%iger zumutbarer Anwesenheit 

am Arbeitsplatz. Die Wiedererlangung einer Teilarbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten bestehe ab Mai 2004. Seither sei der gesundheitliche Verlauf unverändert 

(act. G 17).

B.h  Der Beschwerdeführer hält das Gerichtsgutachten und die darin vorgenommene 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für beweiskräftig. Des Weiteren nimmt er Ausführungen zur 

Höhe der Vergleichseinkommen  vor und beantragt die Ausrichtung einer 

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Dreiviertelsrente (Schreiben vom 21. April 2015, act. G 19). Die Beschwerdegegnerin 

hat die Frist für eine Stellungnahme unbenützt verstreichen lassen.

Erwägungen:

1.     

Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.1   Hinsichtlich der massgebenden rechtlichen Grundlagen kann auf die 

entsprechenden Erwägungen des Urteils vom 15. April 2011, IV 2010/333, E. 1.1 ff. und 

2.1.1 (IV-act. 173), verwiesen werden.

1.2   In formeller Hinsicht ist an der angefochtenen Verfügung zu beanstanden, dass 

die Beschwerdegegnerin darin befristet für den Zeitraum vom 1. Januar 2003 bis 

30. April 2004 einen Anspruch auf eine ganze Rente anerkannt (IV-act. 206-2) und 

offenbar bereits ausbezahlt hat (vgl. hierzu die Angabe des Beschwerdeführers: "wie 

bereits vollzogen", IV-act. 205-1, sowie die in der Verfügung vom 5. Juli 2010 per 

Monat Juni angeordnete Zahlungsanweisung, IV-act. 157-2). Da die dieser 

Rentenzahlung zugrunde liegende Verfügung vom 5. Juli 2010 (IV-act. 157) mit Urteil 

des Versicherungsgerichts vom 15. April 2011, IV 2010/333, aufgehoben wurde (IV-

act. 173), hätte der - seitens der Beschwerdegegnerin nach wie vor unbestritten 

gebliebene (vgl. IV-act. 206-2 und G 5, Rz 3) - befristete Rentenanspruch förmlich 

verfügt bzw. Bestandteil des Dispositivs der Verfügung vom 4. Februar 2014 bilden 

müssen. Jedenfalls ist der Rentenanspruch für den gesamten Zeitraum Gegenstand 

der gerichtlichen Überprüfung (vgl. BGE 131 V 164).

2.     

Zu prüfen ist vorab die Frage, ob das Gerichtsgutachten vom 8. April 2015 (act. G 17) 

eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

2.1   Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht 

weiche "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen 

Experten ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich 

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erwogen, der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der 

Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit 

Hinweisen).

2.2   Zunächst ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die gerichtsgutachterliche 

Beurteilung für beweiskräftig hält (act. G 19) und sich die Beschwerdegegnerin zum 

Gerichtsgutachten nicht vernehmen liess.

2.3   Bei der Würdigung der gerichtsgutachterlichen Beurteilung fällt ins Gewicht, dass 

sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend 

ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Abweichungen von 

den Vorakten wurden eingehend und nachvollziehbar begründet. Die vom 

Beschwerdeführer geklagten Leiden wurden umfassend berücksichtigt und gewürdigt. 

Die ab Mai 2004 attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

bei einer 60%igen Präsenz leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter 

bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Eine den Beeinträchtigungen optimal angepasste 

Arbeitstätigkeit besteht nach der Umschreibung der Gerichtsgutachter in einer 

körperlich leichten, ganz überwiegend sitzenden Tätigkeit in temperierten Räumen, die 

eine freie Beinbewegung links und häufiges kurzzeitiges Unterbrechen mit Aufstehen 

zulassen. Tätigkeiten im Stehen oder mit Gehen, Treppen- oder Leitersteigen, Hocken 

oder Knien scheiden unabhängig von schwerer oder leichter Tragebelastung generell 

aus. Quantitativ sei eine zeitliche Begrenzung auf 60% der täglichen Normalarbeitszeit 

wegen Schmerzsummation und Notwendigkeit zur Hochlagerung im Liegen zu 

beachten. Während der Arbeitszeit sei durch die häufigen Unterbrechungen des 

Arbeitsflusses die erbringbare Leistung etwas herabgesetzt, die durch die 

erforderlichen kurzen Aufstehpausen entstünden sowie unfallfremd in geringerem Mass 

durch die unruhige Rumpfhaltung auch im Sitzen, ausgelöst durch die lumbalen 

Facettenarthrosen (act. G 17, S. 7).

3.     

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Ausgehend von einer seit dem Leitersturz vom 21. Januar 2002 unbestrittenermassen 

bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit (act. G 17, S. 8 oben; die Gutachter halten 

versehentlich als Datum des Leitersturzes den "21.02.2002" fest; zum Unfalldatum 

siehe den Bericht der erstbehandelnden Ärztin der Klinik für Orthopädische Chirurgie 

des KSSG vom 22. Januar 2002, Fremdakten) und einer seit Mai 2004 zumutbaren 

50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ist die Höhe der 

Vergleichseinkommen bzw. der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

3.1   Währenddem die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angabe der ehemaligen 

Arbeitgeberin (IV-act. G 10) auf der Grundlage des Jahres 2003 von einem 

Valideneinkommen von Fr. 67'600.-- ausgeht (act. G 5, Rz 4), hält der 

Beschwerdeführer ein Valideneinkommen von Fr. 69'436.10 für zutreffend (act. G 19, 

Rz 5). Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sind sich die Parteien angesichts 

dessen, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar 

ist (act. G 17, S. 7) und er keine Erwerbstätigkeit ausübt, zu Recht darin einig, dass auf 

den statistischen Hilfsarbeiterlohn abzustellen ist (act. G 5, Rz 5). Die Parteien halten 

zudem bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die Vornahme eines 

Tabellenlohnabzugs für gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer hat dessen Bezifferung 

offen gelassen (act. G 19, Rz 5). Die Beschwerdegegnerin hält einen 10%igen 

leidensbedingten Abzug für angemessen (act. G 5, Rz 5).

3.2   Vorliegend können die Fragen offen bleiben, auf welches der ins Feld geführten 

Valideneinkommen abzustellen ist und ob der von der Beschwerdegegnerin für 

angemessen gehaltene, allein mit Blick auf die leidensbedingten qualitativen 

Einschränkungen (siehe vorstehende E. 2.3) ausgewiesene 10%ige Tabellenlohnabzug 

zu erhöhen ist. Denn selbst wenn zuungunsten des Beschwerdeführers ein 

Valideneinkommen von Fr. 67'600.-- herangezogen und bei der Bestimmung des 

Invalideneinkommens ein 10%iger Tabellenlohnabzug gewährt wird, resultiert für die 

Zeit ab Mai 2004 ein Invaliditätsgrad von über 60% (act. G 19, Rz 5; zur Berechnung 

siehe nachstehende E. 3.3).

3.3   Für das Jahr 2003 beträgt der statistische Hilfsarbeiterlohn Fr. 57'745.-- (vgl. 

Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgabe 2008). Unter Berücksichtigung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit und eines 

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10%igen Tabellenlohnabzugs resultieren ein Invalideneinkommen von Fr. 25'985.-- 

(Fr. 57'745.-- x 0.5 x. 0.9), eine Erwerbseinbusse von Fr. 41'615.-- (Fr. 67'600.-- -

 Fr. 25'985.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 62% 

([Fr. 41'615.-- / Fr. 67'600.--] x 100). Der Beschwerdeführer hat damit für die Zeit vom 

1. Januar 2003 bis 31. August 2004 (zur dreimonatigen Frist von Art. 88a Abs. 1 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; zum unbestrittenen 

Rentenbeginn siehe IV-act. 157 bzw. zum Eintritt des Gesundheitsschadens vom 

21. Januar 2002 siehe etwa IV-act. 11) Anspruch auf eine ganze und ab 1. September 

2004 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.

4.     

4.1   In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. Februar 2014 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2003 bis 31. August 

2004 eine ganze Rente und ab 1. September 2004 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. 

Zur Festsetzung der Rentenhöhe und Ausrichtung der Rentenleistungen ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- 

erscheint unter Berücksichtigung des Einholens eines Gerichtsgutachtens und der 

damit verbundenen Verfahrensaufwände als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat 

ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

4.3   In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die 

Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von 

Fr. 8'993.95 (act. G 21) zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

4.4   Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

bis

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der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei 

diesem Ausgang erübrigt sich die Festlegung einer Entschädigung aus der gewährten 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. Februar 2014 aufge­

hoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2003 bis 31. August 2004 

eine ganze Rente und ab 1. September 2004 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. Zur 

Festsetzung der Rentenhöhe und Ausrichtung der Rentenleistungen wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.    Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

3.    Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 8'993.95 

zu bezahlen.

4.    Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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