# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38ef3a97-7be6-55c3-bee8-ec74baa4d87b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 20.12.2022 BK 2022 499
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-499_2022-12-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 499

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. Dezember 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Lienhard

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________

Gegenstand Anordnung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen versuchter Vergewaltigung, evtl. Drohung 
und sexuelle Belästigung

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts vom 29. November 2022 (KZM 22 1346)

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Erwägungen:

1.

1.1 Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 
führt gegen A.________ ein Strafverfahren wegen versuchter Vergewaltigung, evtl. 
Drohung, evtl. sexueller Belästigung, angeblich begangen am 26. November 2022 
zum Nachteil von D.________ (nachfolgend: D.________ oder mutmassliches Op-
fer). A.________ wurde noch gleichentags vorläufig festgenommen und mit Ent-
scheid des Kantonalen Zwangsmassnahmengerichts (nachfolgend: Zwangsmass-
nahmengericht) vom 29. November 2022 für die Dauer von einem Monat, d.h. bis 
zum 25. Dezember 2022, in Untersuchungshaft versetzt. Mit persönlicher Eingabe 
vom 2. Dezember 2022 (Eingang bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mit-
telland am 6. Dezember 2022 / Eingang bei der Beschwerdekammer am 7. Dezem-
ber 2022) erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde bei der 
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfol-
gend: Beschwerdekammer).

1.2 Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 8. Dezember 2022 auf eine Stel-
lungnahme und verwies auf den angefochtenen Entscheid. 

1.3 Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer delegierten Stellungnahme vom 9. De-
zember 2022 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

1.4 Mit Verfügung vom 12. Dezember 2022 stellte die Verfahrensleitung der Beschwer-
dekammer den Verfahrensbeteiligten die Eingaben des Zwangsmassnahmenge-
richts und der Staatsanwaltschaft zu und informierte, dass auf einen zweiten Schrif-
tenwechsel verzichtet werde und abschliessende Bemerkungen unverzüglich, d.h. 
innert fünf Tagen ab Zustellung der Verfügung, einzureichen seien. 

1.5 Weitere Eingaben gingen nicht mehr ein. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung der Untersuchungshaft durch die 
verhaftete Person mit Beschwerde angefochten werden. Zuständig ist die Beschwer-
dekammer (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und 
der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisations-
reglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist 
durch die Haftanordnung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen be-
troffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 
StPO). Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten.

3. Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

3.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 26. November 2022 versucht zu ha-
ben, D.________ im Wald von ________ (Ort) zu vergewaltigen. Der Beschwerde-
führer konnte unmittelbar nach dem Vorfall durch die Kantonspolizei angehalten und 
vorläufig festgenommen werden. Noch am selben Tag wurde das mutmassliche Op-

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fer im Rahmen einer delegierten Einvernahme von der Polizei befragt. Der Be-
schwerdeführer wurde am nächsten Tag delegiert einvernommen. Anlässlich der 
Hafteröffnung vom 28. November 2022 wurde der Beschwerdeführer ein weiteres 
Mal einvernommen. Der Beschwerdeführer ist hinsichtlich des «Grobsachverhalts» 
geständig, bestreitet jedoch, dass er die Frau habe vergewaltigen wollen und ihr 
nachgerannt sei. Ebenfalls bestritten ist der genaue Wortlaut des vom Beschwerde-
führer zum mutmasslichen Opfer Gesagten. Weiter ist festzuhalten, dass auch wenn 
der entsprechende Entlassungsbericht der E.________ (Klinik) vom 14. Januar 2022 
der Kammer nicht vorliegt, bekannt und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer 
aufgrund einer wahnhaften Störung (ICD-10 F22.0) und einer bipolaren affektiven 
Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 
F31.2), vom 14. Januar 2022 bis zum 19. Januar 2022 sowie vom 26. Februar 2022 
bis zum 8. März 2022 in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung war.

3.2

3.2.1 Die Staatsanwaltschaft führte im Haftantrag zur Begründung des Tatverdachts aus, 
der Beschwerdeführer sei insoweit geständig, als er nicht bestreite, der Frau etwas 
nachgerufen zu haben. Auch scheine er seinen Aussagen zufolge generell ein Pro-
blem mit Frauen zu haben. Sein Opfer habe Todesangst und entsprechend begrün-
dete Angst gehabt, Opfer eines sexuellen Übergriffs zu werden. Auch gebe der Be-
schwerdeführer zu, dass er der Frau habe Angst machen wollen. Wer einer Frau 
verbal massive Angst einjage, ihr nachrufe, dass er schon viele Frauen im Wald ver-
gewaltigt habe, ihr dann in den Wald nachrenne und lediglich durch deren Flucht zu 
einem Bauernhof von der Tatbegehung abgehalten werden könne, der habe den 
point of no return einer versuchten Vergewaltigung überschritten und erfülle die Tat-
bestandsmerkmale einer versuchten Vergewaltigung. Zu diskutieren seien zudem 
die Tatbestände der Nötigung, der Drohung und der sexuellen Belästigung. Bei der 
Drohung müsse bei der vorliegenden Tatvariante von einem mittelschweren Tatver-
schulden ausgegangen werden. Weiter bestehe der Verdacht, dass der Beschwer-
deführer weitere Sexualdelikte begangen haben könnte. Zumindest habe er zu Pro-
tokoll gegeben, dass dies Teil seiner Fantasiewelt sei. 

3.2.2 Auch die Verteidigung brachte im vorinstanzlichen Verfahren vor, dass der Be-
schwerdeführer weitgehend geständig sei. So habe er von sich aus und umfassend 
zugegeben, dass er D.________ nachgeschrien habe und den Wortlaut detailgetreu 
wiedergeben. Demgegenüber habe er stets ausgesagt, dass er der Frau nicht nach-
gerannt sei. Es sei nicht ersichtlich, wieso er die Schreie zugeben, aber die Verfol-
gung bestreiten sollte, wenn er dies gemacht hätte, zumal für einen Laien nicht er-
sichtlich sei, welche Rolle die Verfolgung spielen könnte. Zu beachten sei, dass das 
mutmassliche Opfer die Verfolgung kaum beschreiben könne und ausführe, sie habe 
ein Blackout gehabt. In jedem Fall sei ihr der Beschwerdeführer nicht schnell nach-
gerannt, die Distanz habe sich schnell vergrössert. Es sei daher davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer die Frau nicht verfolgt habe. Hinzu komme, dass er sich 
klar und glaubhaft davon distanziert habe, dass er ein Sexualdelikt habe begehen 
wollen. Entsprechend habe er den point of no return nicht überschreiten können. 

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Demnach komme einzig der Tatbestand der Drohung in Frage, wobei sich auch dies-
bezüglich diverse Fragen, insbesondere die des Vorsatzes, stellten. Die Prüfung 
desselben könne im Haftprüfungsverfahren jedoch unterbleiben.

3.2.3 Das Zwangsmassnahmengericht bejahte den dringenden Tatverdacht, wobei es zur 
Begründung auf den Haftantrag der Staatsanwaltschaft verwies, den es als schlüssig 
erachtete. Ergänzend führte es aus, dass die Sach- und Beweislage in Anbetracht 
der zur Verfügung gestellten Akten als genügend dokumentiert erachtet werde. Mit-
hin bestünden konkrete Verdachtsmomente für eine Beteiligung des Beschwerde-
führers an der ihm vorgeworfenen Straftat. Im Rahmen des Verfahrens sei genauer 
zu untersuchen, worin diese genau bestanden habe. Beim gegenwärtigen Verfah-
rensstand (weniger als 4 Tage nach der Festnahme des Beschwerdeführers) ergebe 
sich der dringende Tatverdacht weniger der versuchten Vergewaltigung i.S.v. Art. 
190 StGB als vielmehr der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB, eventuell der Drohung i.S.v. 
Art. 180 StGB zunächst aus den nicht von vornherein als haltlos oder unglaubhaft 
erscheinenden, belastenden Aussagen des mutmasslichen Opfers. Weiter gründe 
er auf den Umständen der Festnahme und den Aussagen des Beschwerdeführers 
selbst. Der Sachverhalt werde daher vom kantonalen Zwangsmassnahmengericht, 
das nicht an die rechtliche Qualifikation durch die Staatsanwaltschaft gebunden sei, 
von Amtes wegen subsumiert.

3.2.4 Im Beschwerdeverfahren verwiesen die Staatsanwaltschaft und das Zwangsmass-
nahmengericht hinsichtlich des dringenden Tatverdachts auf die Ausführungen des 
Zwangsmassnahmengerichts im angefochtenen Entscheid. Überdies merkte die 
Staatsanwaltschaft an, dass der Fall kurz vor dem Abschluss stehe und nicht beab-
sichtigt werde, eine Verlängerung der Untersuchungshaft zu beantragen. 

3.2.5 Der Beschwerdeführer brachte im Beschwerdeverfahren zum dringenden Tatver-
dacht nichts Neues mehr vor.

3.3 Im Haftprüfungsverfahren geht es nicht darum, den Schuldbeweis zu erbringen, son-
dern den dringenden Tatverdacht zu belegen. Im Gegensatz zum erkennenden 
Sachrichter hat das Haftgericht bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des 
dringenden Tatverdachts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und 
entlastender Beweisergebnisse und damit einhergehender Tat- und Rechtsfragen 
vorzunehmen; insbesondere kann keine eingehende Aussagenanalyse oder Be-
weiswürdigung erfolgen. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen 
Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Macht eine inhaftierte Person geltend, 
sie befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, ist viel-
mehr zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend 
konkrete Anhaltspunkte – wozu auch Aussagen, die nicht von vornherein als haltlos 
oder unglaubhaft erscheinen, gehören – für ein Verbrechen oder Vergehen und eine 
Beteiligung der inhaftierten Person an dieser Tat vorliegen, die Strafbehörden somit 
das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen 
durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Ver-
dachtsmomenten, wonach das untersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrschein-
lichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte (zum Ganzen: 
BGE 143 IV 330 E. 2.1). Basiert der dringende Tatverdacht – wie vorliegend – über-

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wiegend auf den Aussagen des Opfers und werden dessen Aussagen von der be-
schuldigten Person bestritten (sog. «Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen»), so 
nimmt das Haftgericht eine summarische Würdigung der Aussagen vor (vgl. 
BGE 137 IV 122 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_203/2016 vom 17. Juni 2016 
E. 3.3.3). 

3.4

3.4.1 Vorliegend ist nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmengericht zum Be-
jahen des dringenden Tatverdachts «weniger der versuchten Vergewaltigung i.S.v. 
Art. 190 StGB als vielmehr der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB, eventuell der Drohung 
i.S.v. Art. 180 StGB» zunächst auf die aus seiner Sicht nicht von vornherein haltlos 
oder unglaubhaft erscheinenden, belastenden Aussagen des mutmasslichen Opfers 
abgestellt hat. 

D.________ wurde noch am Tag des Vorfalls befragt. Dabei schilderte sie das Ge-
schehene widerspruchsfrei und stringent. Konkret führte sie aus, dass sie an diesem 
Tag zu Fuss von Wohlen bei F.________ (Ort) in Richtung E.________ (Ort) auf 
dem Wanderweg unterwegs gewesen sei. Am Waldrand habe ein kleiner weisser 
Kastenwagen mit aufgeschriebenen Sätzen gestanden, in dem ein Mann gesessen 
sei und Richtung Berge geschaut habe (Delegierte Einvernahme von D.________ 
vom 26. November 2022, Z. 30 ff. und 100 ff.). Als sie beifahrerseitig am Kastenwa-
gen vorbeigegangen sei, habe sie mit ihrer Schwägerin telefoniert. Ca. 20 Meter wei-
ter sei sie stehen geblieben und habe während des Telefonierens Richtung Berge 
geschaut. Das Telefonat habe ca. 10 Minuten gedauert. Noch während des Tele-
fonats habe sie umgekehrt und sei beifahrerseitig am Kastenwagen vorbei in den 
Wald gegangen (a.a.O., Z. 35 ff.). Plötzlich habe ihr der Mann zugerufen: «Ich bin 
aus dem Gefängnis ausgebrochen» (a.a.O., Z. 51 und 114). Darauf habe sie das 
Telefonat mit ihrer Schwägerin sofort beendet und nach hinten geschaut. Da habe 
der Mann aggressiv-schreiend zu ihr gesagt: «Ich habe schon viele Frauen verge-
waltigt und das im Wald» (a.a.O., Z. 53 ff. und 115). Auch gibt sie Erinnerungslücken 
zu, in dem sie sagt, sie habe einen kleinen Filmriss gehabt bzw. die Erinnerungen 
an das Darauffolgende seien verschwommen, weil sie «so in einer Sache» gewesen 
sei (a.a.O., Z. 55 und Z. 58 f.). Sie habe jedoch bemerkt, dass der Mann sie verfolge. 
Sie sei davon, in den Wald gerannt und um ihr Leben gelaufen. Währenddessen 
habe sie die Polizei gerufen (a.a.O., Z. 55 ff.). Weiter gab sie an, sich an drei Dinge 
zu erinnern, diese jedoch nicht chronologisch wiedergeben zu können. Das erste sei, 
dass sie zurückgeschaut und ihn nochmals gesehen habe, das zweite sei, dass sie 
einen Polizisten am Telefon gehabt und fast gleichzeitig einen Bauernhof in ca. 300 
Meter Entfernung gesehen habe. Sie sei in Richtung des Bauernhofs gelaufen. Ir-
gendwann habe sie zurückgeschaut und den Mann nicht mehr gesehen (a.a.O., 
Z. 59 ff.). Weiter ist festzuhalten, dass D.________ den Beschwerdeführer nicht 
übermässig belastete. So sagte sie auf Frage aus, dass der Mann nicht explizit ge-
sagt habe, dass er sie vergewaltigen wolle (a.a.O., Z. 139). Danach gefragt, wie sie 
sich dabei gefühlt habe und ob sie das Gefühl gehabt habe, selbst vergewaltigt zu 
werden, gab sie zu Protokoll, Todesangst und das Gefühl gehabt zu haben, dass ihr 
sicherlich etwas passieren werde (a.a.O., Z. 132 ff.). Als sie losgerannt sei, sei die 

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Distanz immer grösser geworden (a.a.O., Z. 157 f.). Zu einem physischen Kontakt 
sei es zu keinem Zeitpunkt gekommen (a.a.O., Z. 168 ff.).

3.4.2 Ebenso wenig zu beanstanden ist, dass das Zwangsmassnahmengericht den drin-
genden Tatverdacht weiter mit den Umständen der Festnahme und den Aussagen 
des Beschwerdeführers begründet hat. 

Wie auch die Verteidigung festhält, bestreitet der Beschwerdeführer nicht, zu 
D.________ gesagt zu haben, dass er aus dem Gefängnis ausgebrochen sei (Dele-
gierte Einvernahme des Beschwerdeführers vom 27. November 2022 [nachfolgend: 
Delegierte Einvernahme], Z. 47; Protokoll der Hafteröffnung vom 28. Novem-
ber 2022 [nachfolgend: Protokoll Hafteröffnung], Z. 211 f.). Demgegenüber bestreitet 
er, gesagt zu haben, dass er schon viele Frauen vergewaltigt habe. Er habe zu ihr 
gesagt, dass er fünf V («Vauen») vergewaltigt habe (Delegierte Einvernahme, 
Z. 47 f.; Hafteröffnungseinvernahme, Z. 212). Mit V sei der Vogel «Pfau» gemeint 
(Protokoll Hafteröffnung, Z. 215 f.). Er habe dabei auf sein Auto gezeigt, auf welchem 
seine Website, der Buchstaben V sowie ein Bild eines Pfaus abgebildet seien (De-
legierte Einvernahme, Z. 55 f.; Protokoll Hafteröffnung, Z. 212, 219 und 237 f.). Es 
habe sich dabei um ein Wortspiel bzw. einen Witz gehandelt (Delegierte Einver-
nahme, Z. 79 ff. und 89 ff.; Protokoll Hafteröffnung, Z. 237). Auch wenn das Fahr-
zeug des Beschwerdeführers gemäss den Aussagen des mutmasslichen Opfers mit 
Aufschriften versehen ist, kann anhand der der Beschwerdekammer vorliegenden 
Unterlagen nicht überprüft werden, ob das Auto tatsächlich entsprechende Zeichen 
und Bilder aufweist. Entsprechendes wurde seitens der Verteidigung auch nicht vor-
gebracht. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer ein Wortspiel machen und 
dabei Bezug auf sein Auto nehmen wollte oder nicht, steht jedoch fest, dass er ge-
genüber dem mutmasslichen Opfer zum Ausdruck brachte, dass er bereits etwas 
oder jemanden vergewaltigt habe. 

Weiter bestreitet der Beschwerdeführer nicht, der Frau, als sie durch den Wald ge-
laufen sei, «im dunkeln dunkeln Wald» bzw. «im tiefen, tiefen Wald» nachgerufen 
und Geräusche wie ein Tiger gemacht zu haben (Delegierte Einvernahme, Z. 47 ff.; 
vgl. auch Protokoll Hafteröffnung, Z. 221 ff.). Weiter gibt er zu, dass es ihm Spass 
mache, Frauen und kleinen Kindern Angst zu machen (Protokoll Hafteröffnung, 
Z. 274). Wie die Staatsanwaltschaft treffend festhält, erweckt der Beschwerdeführer 
mit seinen Aussagen denn auch den Eindruck, ein Problem mit Frauen bzw. damit 
zu haben von ihnen nicht beachtet zu werden. So sagte er aus, die Situation habe 
sich zugetragen wie in Italien, wo «die schönsten Frauen, teilweise sogar nackig oder 
teilweise nackig» vor ihm durchgelaufen seien (Delegierte Einvernahme, Z. 44 f. und 
70 ff.). Es sei wie ein Catwalk, der sich immer wiederhole und «schöne Dinger in der 
Pampa» vorne durchlaufen würden (Protokoll Hafteröffnung, Z. 165 f.). Auch führte 
er aus, dass es ständig passiere, dass Menschen – wie auch diese Frau – vorbei-
laufen würden und abweisend seien; es sei ein antisoziales Verhalten. Deswegen 
sei sein Verhältnis zu Frauen derzeit auch nicht gut (a.a.O., Z. 174 ff., 187 f. und 
190 f.). Zudem gab er an, dass junge Frauen nur Stress machten (a.a.O., Z. 172). 
Sie interessierten sich nicht für Astrophysik oder seien nicht gebildet. Die Sexualität 
gehe dabei in die Hose (a.a.O., Z. 103).

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Soweit der Beschwerdeführer mit Nachdruck bestreitet, der Frau nachgelaufen zu 
sein, und anführt, er habe ein kaputtes Bein, mit dem er keine Frau mehr einfange 
(Delegierte Einvernahme, Z. 58 ff.; Protokoll Hafteröffnung, Z. 273 und 281 ff.), ist 
daran zu erinnern, dass er bei der Hafteröffnung angegeben hatte, dass er ein Stück 
weiter weg vom Auto gestanden habe, damit er besser habe in den «Gang» sehen 
können (Protokoll Hafteröffnung, Z. 274). Letzteres stimmt insofern mit den Aussa-
gen des mutmasslichen Opfers überein, als dass dieses zu Protokoll gegeben hatte, 
dass ihm der Mann am Anfang, aber nicht lange, nachgelaufen und stehen geblieben 
sei, als er gesprochen habe (Delegierte Einvernahme von D.________ vom 26. No-
vember 2022, Z. 152 ff.). 

3.4.3 Aufgrund der voranstehenden Ausführungen wird deutlich, dass der Beschwerde-
führer mit dem plötzlichen Aussteigen aus seinem Fahrzeug, den Aussagen, aus 
dem Gefängnis ausgebrochen zu sein und bereits mehrfach Frauen (oder Pfauen) 
vergewaltigt zu haben, dem vom Auto weg auf den Weg laufen und dem Nach-
schreien eine Situation geschaffen hat, aufgrund deren sich das mutmassliche Opfer 
bedroht fühlte bzw. in Todesangst versetzt wurde und das Gefühl erhielt, sich nur 
noch durch Flucht retten zu können. Auch wenn der Beschwerdeführer mehrfach 
beteuerte, dass er D.________ nicht habe vergewaltigen, sondern bloss ein Ge-
spräch habe führen wollen (Delegierte Einvernahme, Z. 70 und 177; vgl. auch Pro-
tokoll Hafteröffnung, Z. 229 f.), wird aufgrund der glaubhaften Schilderungen des 
mutmasslichen Opfers ein anderer Eindruck erweckt. Hinzu kommt, dass der Be-
schwerdeführer zu Protokoll gegeben hatte, Fantasien von Sexualdelikten zu haben 
(a.a.O., Z. 299 f.). In Anbetracht des psychischen Zustands des Beschwerdeführers 
kann denn auch nicht von vornherein ausgeschlossen werden, dass es zu keinem 
sexuellen Übergriff gekommen wäre, wenn das mutmasslich Opfer nicht umgehend 
die Flucht ergriffen hätte. Die Bestreitungen und Erklärungen des Beschwerdefüh-
rers sind somit eher als Schutzbehauptungen zu sehen.

3.5 Die Beschwerdekammer gelangt daher zum Schluss, dass das Zwangsmassnah-
mengericht den dringenden Tatverdacht der Nötigung gemäss Art. 181 StGB, even-
tuell der Drohung gemäss Art. 180 StGB zu Recht bejaht hat. Angesichts der vom 
Beschwerdeführer geschaffenen Zwangssituation, seiner negativen Einstellung ge-
genüber Frauen sowie der vorhandenen Fantasien von Sexualdelikten war überdies 
auch der dringende Tatverdacht der versuchten Vergewaltigung gemäss Art. 190 
StGB i.V.m. Art. 22 StGB noch knapp zu bejahen. Ob die seitens der Staatsanwalt-
schaft in Aussicht gestellten Ermittlungshandlungen, insbesondere die parteiöffentli-
che Einvernahme des mutmasslichen Opfers, zu neuen Erkenntnissen geführt ha-
ben, geht aus der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft nicht hervor. Ebenso wenig 
ist bekannt, ob die Ergebnisse der DNA-Auswertungen bereits vorliegen. Zwar stellt 
die Staatsanwaltschaft in Aussicht, dass die Untersuchungen kurz vor dem Ab-
schluss stünden; ob der dringende Tatverdacht zwischenzeitlich entkräftet wurde 
oder ob er sich hinsichtlich eines oder mehrerer Straftatbestände erhärtet hat, kann 
daraus indes nicht geschlossen werden. Im Übrigen wurde auch in der Beschwerde 
nichts Neues mehr vorgebracht. 

3.6 Der dringende Tatverdacht ist daher nach wie vor zu bejahen. 

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4. Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. a bis c StPO voraus. Das Zwangsmass-
nahmengericht begründet die Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft mit der 
Fluchtgefahr.

4.1

4.1.1 Auch zur Begründung der Fluchtgefahr verweist das Zwangsmassnahmengericht 
zunächst wieder auf den Haftantrag der Staatsanwaltschaft. Sodann wird ausgeführt, 
dass die Fluchtgefahr bereits aufgrund der fehlenden Verwurzelung des Beschwer-
deführers in der Schweiz bestehe. Dieser sei deutscher Staatsangehöriger und habe 
weder in der Schweiz noch in Deutschland einen festen Wohnsitz. In der Schweiz 
führe er weder privat noch beruflich ein bürgerliches Leben. Zudem unterhalte er 
weder nennenswerte soziale noch familiäre Bindungen. Im Sinne einer Gesamtbe-
trachtung der Umstände biete er – nicht zuletzt aufgrund seines psychischen Zu-
stands und den damit einhergehenden (Kurzschluss- oder sonst nicht nachvollzieh-
barer) (Re-)Aktionen – nur ungenügend Gewähr dafür, dass er sich dem Strafver-
fahren auch künftig stellen würde. Zumal auch der Anreiz, sich zur Verfügung der 
Strafverfolgungsbehörden zu halten, für ihn gering erscheine, sei zu befürchten, 
dass er die Schweiz verlassen, untertauchen oder anderweitig nicht erreich- bzw. 
greifbar sein würde.

4.1.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Fluchtgefahr und führt zusammengefasst aus, 
dass er einen Wohnsitz und die Schweiz ein Abkommen mit Deutschland habe, so-
dass er sich einer Strafe nicht so einfach entziehen könne – sofern die Vorwürfe der 
Wahrheit entsprächen.

4.1.3 Die Staatsanwaltschaft bringt demgegenüber vor, es sei Fakt, dass der Beschwer-
deführer seit mindestens einem Jahr in seinem Fahrzeug lebe und nach eigenen 
Angaben nur per E-Mail erreichbar sei. In Freiheit belassen, bestünde damit schlicht-
weg keine gesicherte Möglichkeit, den Beschwerdeführer zu erreichen. Wie dem zwi-
schenzeitlich erhältlich gemachten Entlassungsbericht der Pfalzklinik vom 14. Ja-
nuar 2022 zu entnehmen sei, sei der Beschwerdeführer aufgrund einer wahnhaften 
Störung (ICD-10 F22.0) und einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig mani-
sche Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F31.2), vom 14. Januar 2022 
bis zum 19. Januar 2022 sowie vom 26. Februar 2022 bis zum 8. März 2022 in einer 
geschlossenen psychiatrischen Einrichtung gewesen. Aufgrund der Aussagen des 
Beschwerdeführers bestehe sodann der Verdacht, dass er unter einer Art Verfol-
gungswahn leide. Auch unter diesem Aspekt erscheine die Wahrscheinlichkeit, dass 
sich der Beschuldigte in Freiheit belassen den Strafverfolgungsbehörden zur Verfü-
gung halten und nicht untertauchen würde, als nicht vorhanden.

4.2 Gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO liegt Fluchtgefahr vor, wenn ernsthaft zu be-
fürchten ist, dass sich die beschuldigte Person durch Flucht der Strafverfolgung oder 
der zu erwartenden Sanktion entzieht. Im Vordergrund steht dabei eine mögliche 
Flucht ins Ausland, denkbar ist aber auch ein Untertauchen im Inland 
(BGE 143 IV 160 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 1B_379/2019 vom 15. Au-
gust 2019 E. 6.1 und 1B_387/2016 vom 17. November 2016 E. 5, auch zum Folgen-

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den). Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten Ver-
hältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe vorliegen, die eine Flucht nicht nur 
als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der dro-
henden Strafe darf als Indiz für die Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch 
für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_126/2012 und 1B_146/2012 vom 26. März 2012 E. 3.3.2). Viel-
mehr müssen die konkreten Umstände, insbesondere die gesamten Lebensverhält-
nisse der beschuldigten Person, in Betracht gezogen werden (zum Ganzen: 
BGE 143 IV 160 E. 4.3 mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und sozialen 
Bindungen der inhaftierten Person, deren berufliche Situation und Schulden sowie 
private und geschäftliche Kontakte ins Ausland und Ähnliches mit zu berücksichtigen 
(FORSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 221 StPO; Urteile des Bundesgerichts 1B_541/2017 vom 
8. Januar 2018 E. 3.2, 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.1 und 1B_285/2014 vom 
19. September 2014 E. 3.3). Auch psychische Auffälligkeiten, die auf eine besondere 
Neigung zu Impulsdurchbrüchen bzw. Kurzschlusshandlungen schliessen lassen, 
können das Fluchtrisiko erhöhen (BGE 123 I 268 E. 2e). Ein gewichtiges Indiz für 
Fluchtgefahr stellen auch unklare Wohn- und Arbeitsverhältnisse dar (FREI/ZUBER-
BÜHLER/ ELSÄSSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
3. Aufl. 2020, N. 17 zu Art. 221 StPO). Selbst bei einer befürchteten Reise in ein 
Land, welches die beschuldigte Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. 
stellvertretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausge-
schlossen. Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in der Regel mit zunehmender 
Verfahrens- bzw. Haftdauer ab, da sich auch die Dauer des allenfalls noch zu ver-
büssenden strafrechtlichen Freiheitsentzugs mit der bereits geleisteten prozessua-
len Haft, die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe anzurechnen wäre (Art. 51 StGB), 
kontinuierlich verringert (zum Ganzen: BGE 145 IV 503 E. 2.2 und 143 IV 160 E. 4.3, 
je mit Hinweisen; ferner Urteil des Bundesgerichts 1B_476/2021 vom 23. Septem-
ber 2021 E. 3.1).

4.3 Wie die Staatsanwaltschaft und das Zwangsmassnahmengericht treffend anführen, 
lassen die konkreten Verhältnisse des Beschwerdeführers eine Flucht als wahr-
scheinlich erscheinen. Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und 
lebt seinen eigenen Aussagen zufolge in seinem Fahrzeug und ist nur via E-Mail 
erreichbar (Protokoll Hafteröffnung, Z. 55 und 83 f.). Anders als in der Beschwerde 
vorgebracht, hat er daher weder in der Schweiz noch in Deutschland einen festen 
Wohnsitz. Auch scheint er in der Schweiz kein bürgerliches Leben zu führen und 
keine sozialen Kontakte oder Familie zu haben. So gab er anlässlich der Hafteröff-
nung sinngemäss an, den Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs zu bestreiten 
(a.a.O., Z. 48 ff.). In der Schweiz kenne er ein paar Leute (a.a.O., Z. 60 f. und 74 f.). 
Weiter scheint er sich auch bereits in Italien aufgehalten zu haben (Delegierte Ein-
vernahme, Z. 44 f. und 71 f.). Wie erwähnt, kann die Annahme der Fluchtgefahr auch 
dann nicht ausgeschlossen werden, wenn die Reise in ein Land führen würde, das 
die beschuldigte Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend 
verfolgen könnte. Im Übrigen gibt der Beschwerdeführer an, dass er in die Schweiz 
gekommen sei, weil er die EU habe verlassen wollen und hoffe, dass er nicht nach 
Deutschland zurückzugehen brauche (a.a.O., Z. 149 ff.). Hinzu kommt, dass unter 

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anderem auch aufgrund der psychischen Verfassung keinerlei Gewähr dafür be-
steht, dass sich der Beschwerdeführer in Freiheit belassen den Strafverfolgungs-
behörden zur Verfügung halten und nicht untertauchen würde (E. 4.2). Bei der ge-
schilderten Ausgangslage erscheint eine Flucht nicht nur möglich, sondern sehr 
wahrscheinlich. Das Zwangsmassnahmengericht hat diesen Haftgrund somit zu 
Recht bejaht.

4.4 Soweit im Beschwerdeverfahren vorgebracht wird, es bestehe keine Verdunklungs-
gefahr, ist darauf hinzuweisen, dass dieser besondere Haftgrund weder von der 
Staatsanwaltschaft noch vom Zwangsmassnahmengericht thematisiert wurde. An-
gesichts dessen, dass die Fluchtgefahr nach wie vor zu bejahen ist, kann vorliegend 
offenbleiben, ob zusätzlich auch noch Kollusionsgefahr besteht.

5.

5.1 Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Darüber hinaus hat eine in Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 
SR 0.101) Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder 
während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Dass eine an sich recht-
mässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt sich aus dem Verfassungs-
recht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft liegt dann vor, wenn die Haft 
die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe übersteigt (sog. Überhaft; BGE 
139 IV 270 E. 3.1).

5.2 Ersatzmassnahmen, welche die Fluchtgefahr hinreichend zu bannen vermöchten, 
sind nicht ersichtlich und werden auch vom Beschwerdeführer nicht geltend ge-
macht. 

Der Beschwerdeführer wurde am 26. November 2022 festgenommen. Die vom 
Zwangsmassnahmengericht angeordnete Dauer der Untersuchungshaft von einem 
Monat bis zum 25. Dezember 2022 erweist sich auch mit Blick auf die noch ausste-
henden, vordringlich durchzuführenden Ermittlungshandlungen (parteiöffentliche 
Befragung des mutmasslichen Opfers, Auswertung der DNA-Ergebnisse und der 
elektronischen Datenträger des Beschwerdeführers) als verhältnismässig. Es ist 
auch nicht davon auszugehen, dass die Haftdauer die mutmasslich zu erwartende 
Strafe übersteigt. Wie auch die Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren vorge-
bracht hat, sehen die VBRS-Richtlinien im Falle einer Verurteilung wegen Drohung 
gemäss Art. 180 StGB bereits 60 Strafeinheiten vor. Wer den Tatbestand der Nöti-
gung gemäss Art. 181 StGB erfüllt, wird nach den VBRS-Richtlinien mit 120 Stra-
feinheiten bestraft. Die ebenfalls im Raum stehende versuchte Vergewaltigung 
könnte gemäss Art. 190 StGB im Verurteilungsfall mit einer Freiheitsstrafe von einem 
Jahr bis zu zehn Jahren bestraft werden, wobei das Gericht die Strafe mildern kann 
(Art. 22 Abs. 1 StGB). Im Übrigen wies die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Stel-
lungnahme im Beschwerdeverfahren darauf hin, dass der Fall kurz vor dem Ab-
schluss stehe und nicht beabsichtigt werde, eine Verlängerung der Untersuchungs-
haft zu beantragen. Es droht daher keine Überhaft.

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Soweit die Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren vorbrachte, dass angesichts 
der Vorstrafenlosigkeit des Beschwerdeführers bei einem allfälligen Schuldspruch 
für eine Drohung lediglich eine bedingte Geldstrafe zu erwarten sei, ist festzuhalten, 
dass die Möglichkeit einer bedingten Strafe im Rahmen der Verhältnismässigkeit 
nicht berücksichtigt werden kann. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist 
die Möglichkeit eines bedingten und teilbedingten Vollzugs bei der Beurteilung der 
Verhältnismässigkeit nur ausnahmsweise zu berücksichtigen, nämlich dann, wenn 
eine verlässliche Prognose über die Höhe der Strafe und der Strafart möglich ist (vgl. 
etwa die Urteile des Bundesgerichts 1B_375/2014 vom 15. Dezember 2014 E. 2.2 
und 1B_6/2007 vom 20. Februar 2007 E. 2.5). Eine solche ist vorliegend in Anbe-
tracht der Umstände nicht möglich.

Eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes wird zu Recht nicht geltend gemacht. 

5.3 Die Anordnung der Untersuchungshaft erweist sich folglich auch unter Verhältnis-
mässigkeitsaspekten als rechtens.

6. Gestützt auf das Ausgeführte ist festzuhalten, dass sämtliche Haftvoraussetzungen 
erfüllt sind. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmen-
gericht für die Dauer von einem Monat Untersuchungshaft angeordnet hat. Die Be-
schwerde ist abzuweisen. 

Einer Orientierung des mutmasslichen Opfers bedarf es nicht (Art. 214 Abs. 4 StPO 
e contrario).

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der unterliegende Beschwerdeführer die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00 (Art. 428 Abs. 1 
StPO). Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers wird am Ende des Verfahrens 
durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgelegt (Art. 135 Abs. 2 
StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________ 

(per Einschreiben)
- Staatsanwalt C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht, Gerichtspräsident G.________ 

(mit den Akten – per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Bern, 20. Dezember 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lienhard

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung ge-
stellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.