# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b98352f-e220-50ed-b609-e4af6352c4d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.12.2011 E-3162/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3162-2011_2011-12-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3162/2011

U r t e i l   v om   6 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz),
Richter Martin Zoller, Richter Markus König,   
Gerichtsschreiber Urs David.

Parteien A._______,
Eritrea,  
(angeblich) vertreten durch B._______,
Beschwerdeführerin, 

Gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 5. Mai 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der rubrizierte angebliche Vertreter, welcher mit Entscheid des BFM vom 
29. Januar 2010 unter Zuerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl in 
der  Schweiz  erhielt,  reichte  mit  Eingabe  vom  22.  Februar  2011  "im 
Auftrag"  der  Beschwerdeführerin  –  bei  dieser  handle  es  sich  um  seine 
sich seit Ende 2009 im Sudan aufhaltende Verlobte – ein Asylgesuch ein, 
ohne  hierzu  eine  Vertretungsvollmacht  vorzulegen.  Darin  beantragte  er 
zugunsten  der  Beschwerdeführerin  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft,  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die 
Bewilligung  zur  Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Durchführung  des 
ordentlichen  Asylverfahrens,  subeventualiter  die  Durchführung  einer 
Anhörung  durch  die  zuständige  Schweizerische  Vertretung  mit 
nachfolgender Anhandnahme der Sache durch das BFM sowie Einsicht in 
die  Verfahrensakten  vor  Ergehen  eines  negativen  Entscheides.  In  der 
Begründung machte er im Wesentlichen eine Verfolgung seiner Verlobten 
in Eritrea beziehungsweise eine begründete Furcht vor Verfolgung durch 
die  dortigen  Behörden  sowie  den  unzumutbaren  Aufenthalt  im  Sudan 
geltend.

B. 
Das BFM erklärte mit Schreiben vom 21. März 2011 an den Vertreter die 
Anhandnahme des Asylgesuchs, den Verzicht auf die Durchführung einer 
Anhörung  durch  die  Schweizerische  Botschaft  in  Khartum  und 
stattdessen  die  Durchführung  des  Verfahrens  in  schriftlicher  Form. 
Gleichzeitig  ersuchte  das  Bundesamt  den  Vertreter  um  schriftliche 
Beantwortung von Fragen betreffend die Beschwerdeführerin (hinsichtlich 
Aufenthalte in Eritrea und im Sudan, Familienangehörige und Verwandte 
in Drittländern, Ausreisegründe) bis zum 11. April 2011.

Dieser  Aufforderung  kam  der  Vertreter  durch  Antwortschreiben  vom 
28. März 2011 nach.

C. 
Am  6.  April  2011  erhielt  der  Vertreter  antragsgemäss  Einsicht  in  die 
Verfahrensakten.

D. 
Das BFM  verweigerte mit  an  den Vertreter  adressierter  Verfügung  vom 
5. Mai  2011  (Eröffnungsdatum  unbekannt)  die  Bewilligung  zur  Einreise 
der Beschwerdeführerin in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. In 

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der Begründung stellte es vorab fest, dass es sich um ein eigenständiges 
Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  handle  und  die  Abklärung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts die Anwesenheit der Beschwerdeführerin 
nicht  erfordere.  In  der  Sache  selbst  erwog  das  Bundesamt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  in  Eritrea  keine  flüchtlingsrechtlich 
ernstzunehmenden  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden 
gehabt  habe  und  sie  aufgrund  des  zumutbaren weiteren Aufenthalts  im 
Sudan den Schutz der Schweiz  im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht 
benötige.  In  einem  zweiten  Schritt  prüfte  und  verneinte  das  BFM  das 
Bestehen  der  Voraussetzungen  zur  Gewährung  des  Familienasyls  im 
Sinne  von  Art.  51  AsylG  unter  Hinweis  auf  die  aus  zeitlichen  Gründen 
fehlende Familiengemeinschaft. 

E. 
Mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  "1.  Mai  2011" 
(Poststempel  vom  1.  Juni  2011)  erhob  der  Vertreter  für  seine  Verlobte 
Beschwerde  gegen  diese Verfügung. Darin  beantragt  er  die  Aufhebung 
des  angefochtenen  Entscheides,  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  des  Asyls  zugunsten  der 
Beschwerdeführerin, eventualiter die Feststellung der Undurchführbarkeit 
des  Wegweisungsvollzuges  sowie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  inklusive  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  In  der  Begründung  räumt  er  das 
fehlende  Zusammenleben  mit  seiner  Verlobten  ein,  macht  aber  die 
diesbezügliche  Unmöglichkeit  geltend.  Aufgrund  des  aus  Art.  8  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  fliessenden  Anspruchs  auf 
Wahrung des Familienlebens sei  seiner Verlobten somit die Einreise zu 
bewilligen.  Als  Beweismittel  gab  der  Vertreter  die  Kopie  eines 
angeblichen Flüchtlingsausweises der Beschwerdeführerin zu den Akten.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  15.  Juni 
2011 wurde die Vorinstanz  "im Sinne der Erwägungen"  zur Einreichung 
einer Vernehmlassung bis zum 30. Juni 2011 eingeladen. Hierzu erwog 
die Instruktionsrichterin (Zitat:), 
"dass  der  angebliche  Vertreter  vor  dem  BFM  und  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  bis  zum  heutigen  Datum  ohne 

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Vertretungsvollmacht seiner angeblichen Verlobten aufgetreten ist,
dass  sich  unbesehen  dessen  die  Frage  stellt,  ob  ein  Asylgesuch 
überhaupt  im  Auftrag  und  im  Namen  einer  anderen  Person  gestellt 
werden kann,
dass  das  Stellen  eines  Asylgesuchs  gemäss  konstanter  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  ein  höchstpersönliches  Recht  und  mithin 
grundsätzlich  vertretungsfeindlich  ist,  wobei  es  als  relativ 
höchstpersönliches  Recht  immerhin  eine  gesetzliche  Vertretung  von 
Urteilsunfähigen  zulässt,  bei  Urteilsfähigen  aber  grundsätzlich 
selbständiges Handeln  verlangt  (vgl.  hierzu EMARK 1996 Nrn.  4  und  5 
sowie beispielsweise das Urteil D­239/2010 E. 3.2),
dass  das  BFM  daher  im Rahmen  der  Vernehmlassung  (Art.  57  VwVG) 
innert  angemessener Frist  zur Beantwortung  der  Fragen  einzuladen  ist, 
ob  und  weshalb  es  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  22. 
Februar  2011  als  vertretungszugänglich  erachtet  und  (bejahendenfalls) 
weshalb  es  darüber  hinaus  auf  die  Einforderung  einer 
Vertretungsvollmacht  verzichtet  und  die  Eintretensvoraussetzungen  als 
erfüllt betrachtet hat,
dass die Vorinstanz  ferner – soweit nicht hinfällig werdend – einzuladen 
ist, sich zur Beschwerde als solcher vernehmen zu lassen, und ihr hierzu 
eine  Kopie  der  Beschwerde  und  die  Akten  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  sowie  die  beigezogenen  Akten  N  513  381  des  angeblichen 
Vertreters und Verlobten zu überweisen sind,
dass  die  Vorinstanz  schliesslich  –  wiederum  sofern  nicht  hinfällig 
werdend  –  zur  Beantwortung  der  Frage  einzuladen  ist,  weshalb  sie  im 
Begründungsteil  der  angefochtenen  Verfügung  (dort  E.  6)  eine 
Auseinandersetzung  mit  der  Familienzusammenführung  unter  dem 
Aspekt  von  Art.  51  Abs.  1  (i.V.m.  Abs.  4)  AsylG  vornimmt,  diese  im 
konkreten  Fall  abschlägig  beurteilt,  jedoch  diese  Erkenntnis  nicht  ins 
Dispositiv der Verfügung aufnimmt".

Den Entscheid  über weitere  Instruktionsmassnahmen und  insbesondere 
auch über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
stellte  die  Instruktionsrichterein  für  den  Bedarfsfall  auf  einen  späteren 
Zeitpunkt in Aussicht.

G. 
Mit  Vernehmlassung  vom  21.  Juni  2011  hält  das  BFM  an  seinen 
bisherigen Standpunkten und Erwägungen fest. Bezug nehmend auf den 
Inhalt der Zwischenverfügung räumt die Vorinstanz ein, die Einforderung 

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einer  Vertretungsvollmacht  irrtümlich  unterlassen  zu  haben,  wodurch 
vorliegend  "der  Vertreterin"  aber  kein  Nachteil  erwachsen  sei.  Die 
Erkenntnisse  betreffend  den  Familiennachzug  gemäss  Art.  51  AsylG 
seien  im  Übrigen  deshalb  nicht  in  das  Verfügungsdispositiv 
aufgenommen worden, weil diesbezüglich kein formelles Rechtsbegehren 
gestellt worden sei.

Die Vernehmlassung wurde der Beschwerde führenden Partei wegen den 
zu  jenem  Zeitpunkt  ungeklärten  Fragen  der  Vertretungsbefugnis  des 
angeblichen  Vertreters  und  grundsätzlichen  Vertretungszugänglichkeit 
eines  Asylgesuchs  sowie  aus  prozessökonomischen  Gründen  bislang 
nicht  zur  Kenntnis  gebracht.  Eine  Kopie  der  Vernehmlassung  wird 
zusammen mit dem vorliegenden Urteil zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  somit  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde  ist  fristgerecht  eingereicht  und  zumindest  insoweit 
auch  formgerecht,  als  sie  Begehren,  Begründung  und  Unterschrift  des 
angeblichen  Vertreters  enthält.  Auf  die  Beschwerde  ist  daher  insofern 
einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). 

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Vorliegend  stellen  sich  indessen  nicht  nur  Fragen  hinsichtlich  der 
Vertretungsbefugnis  des  keine  Vertretungsvollmacht  vorlegenden 
rubrizierten  Vertreters,  sondern  bereits  hinsichtlich  der 
Vertretungszugänglichkeit  eines  Asylgesuchs  und  der 
Beschwerdelegitimation  überhaupt.  Mithin  ist  im  Sinne  der 
Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zu  klären,  ob  die 
Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  überhaupt 
teilgenommen  hat,  entsprechend  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  ist  und  somit  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  kann.  Diese  Fragen 
werden in E. 4. unten zu erörtern sein.

2. 
Im Begründungsteil der angefochtenen Verfügung  (dort E. 6) nimmt das 
BFM eine Auseinandersetzung mit  der Familienzusammenführung unter 
dem Aspekt von Art. 51 AsylG vor und es kommt zur Erkenntnis, dass die 
gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Wie aus den Akten (vgl. 
die  klaren  Anträge  gemäss  Asylgesuch  vom  22.  Februar  2011  und 
bestätigt gemäss den vorliegenden Beschwerdeanträgen) hervorgeht und 
seitens des BFM auf Nachfrage hin in der Vernehmlassung vom 21. Juni 
2011  denn  auch  ausdrücklich  bestätigt  wird,  liegt  kein  Gesuch  um 
Familiennachzug im Sinne von Art. 51 AsylG vor. Mithin bestand für das 
BFM  –  wie  in  seiner  Vernehmlassung  zutreffend  erkannt  –  auch  keine 
Veranlassung,  diese  Erkenntnis  in  das  Dispositiv  aufzunehmen.  Die 
Antwort auf die Frage, wieso es die Prüfung überhaupt durchgeführt hat, 
wenn  kein  Anlass  hierfür  bestand,  bleibt  das  BFM  indessen  schuldig. 
Zwar  macht  es  in  der  Vernehmlassung  geltend,  dies  sei  "der 
Vollständigkeit halber" geschehen. Dieser Hinweis hat zwar Berechtigung 
insoweit,  als  gemäss  Praxis  bei  einem  akzessorisch  zum  Asylgesuch 
gestellten  Gesuch  um  Familienzusammenführung  letzteres  geprüft 
werden  muss,  wenn  vorgängig  die  originäre  Flüchtlingseigenschaft 
beziehungsweise eine  flüchtlingsrechtlich  relevante Gefährdung verneint 
worden  ist  (vgl.  hierzu  BVGE  2007/19).  Dies  ändert  indessen  nichts 
daran, dass dann keine Prüfung der Familienzusammenführung nach Art. 
51 Asyl  vorzunehmen  ist, wenn eine  solche weder  explizit  noch  implizit 
Gesuchsgegenstand  bildet.  Angesichts  der  Erwägungen  in  E.  4.  unten 
erübrigt  sich  jedoch  vorliegend  eine  vertieftere  Diskussion  zu  diesem 
Thema ohnehin.

3. 
Der Umstand, dass das Asylgesuch nicht entsprechend dem Wortlaut  in 

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Art.  19 Abs.  1  und Art.  20 AsylG  bei  einer  schweizerischen Vertretung, 
sondern direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht massgebend (vgl. in 
dieser Hinsicht die weiterhin Geltung beanspruchende Praxis der ARK in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b, die sich zwar auf den 
damaligen  Art.  13a  AsylG  bezieht,  jedoch  auch  nach  geltendem 
Asylgesetz  massgeblich  bleibt).  Insofern  wurde  daher  das  vorliegende 
Asylgesuch  zu  Recht  als  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  anhand 
genommen.

4. 

4.1. Die  Bundesverfassung  gewährleistet  das  Recht  auf  Vertretung  als 
Teilgehalt  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  [BV,  SR  101];  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1704 mit Hinweisen). Für das 
Verwaltungsverfahren  und  damit  auch  für  das Asylverfahren  gilt  Art.  11 
VwVG, welche Bestimmung mittels Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG auch für 
das Asylbeschwerdeverfahren Anwendung findet. Gemäss Art. 11 Abs. 1 
VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht  persönlich  zu handeln hat, 
auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten  oder,  soweit  die  Dringlichkeit 
einer  amtlichen  Untersuchung  es  nicht  ausschliesst,  verbeiständen 
lassen. Die Behörde kann den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche 
Vollmacht  auszuweisen  (Art.  11  Abs.  2  VwVG).  Solange  die  Partei  die 
Vollmacht  nicht  widerruft,  macht  die  Behörde  ihre  Mitteilungen  an  den 
Vertreter (Art. 11 Abs. 3 VwVG).

Beim  angeblichen  Verhältnis  zwischen  dem  Vertreter  und  der 
Gesuchstellerin  handelt  es  sich  um  eine  gewillkürte  Vertretung,  zumal 
aus einem Verlöbnis kein gesetzliches Vertretungsrecht erwächst. Selbst 
das Eherecht könnte nicht  in sinngemässer Anwendung zur Begründung 
einer  gesetzlichen  Vertretungsbefugnis  herangezogen  werden:  Der 
diesbezüglich  relevante  Art.  166  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs 
vom 10. Dezember 1907  (ZGB, SR 210) stellt  im Wortlaut und mangels 
anderslautender  Auslegungsergebnisse  in  Literatur  (vgl.  PETER 
TUOR/BERNHARD  SCHNYDER/JÖRG  SCHMID/ALEXANDRA  RUMO­JUNGO,  Das 
Schweizerische  Zivilgesetzbuch,  13.  Aufl.,  Zürich  2009,  S.  326  f.; 
BERNHARD ISENRING/MARTIN A. KESSLER,  in: Basler Kommentar zum ZGB 
I, 4. Aufl., Basel 2010, S. 990 ff.) und Praxis klar, dass es um eine (bloss 
unechte)  Vertretung  der  ehelichen  Gemeinschaft  durch  den  einen  oder 

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anderen  Ehepartner  und  einzig  für  familiäre  Bedürfnisse  geht  (welche 
Solidarhaftung  begründet),  nicht  aber  um  eine  (echte)  Vertretung  des 
einen  durch  den  anderen.  Die  gewillkürte  Vertretung  einer  Partei  durch 
einen  frei  bestimmten  Dritten  ist  unter  Vorbehalt  des  Erfordernis  des 
persönlichen  Handelns  jederzeit  möglich.  Die  Rechtsbeziehungen 
zwischen  dem  gewillkürten  Vertreter  und  dem  Vertretenen  werden 
grundsätzlich  vom  Privatrecht  bestimmt  (vorab  durch  Art.  32  ff.  des 
Obligationenrechts  vom  30. März  1911  [OR,  SR  220]).  Die  Bestellung 
eines Vertreters erfolgt durch dessen Bevollmächtigung. Dabei handelt es 
sich  um  ein  einseitiges  empfangsbedürftiges  Rechtsgeschäft,  das  dem 
Vertreter  die Befugnis  verschafft,  den Vertretenen Dritten gegenüber  zu 
vertreten.  Die Wirkungen  der  Vertretung  bestehen  darin,  dass  die  vom 
Vertreter  im Namen der vertretenen Partei vorgenommenen Handlungen 
oder  Unterlassungen  unmittelbar  für  oder  gegen  die  vertretene  Partei 
gelten,  wie  wenn  sie  selbst  gehandelt  hätte.  Der  Umfang  der 
Vertretungsbefugnis  richtet  sich  nach  der  erteilten  Vollmacht.  Das 
verfassungsmässige Recht  auf  Vertretung  (Art.  29 Abs.  2  BV)  gilt  nicht 
absolut. Eine Einschränkung  ist unter Wahrung der Verhältnismässigkeit 
zulässig,  wenn  sachliche  Gründe  es  rechtfertigen.  So  sind 
Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung 
ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen 
erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  oder  weil  die 
Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen 
können (vgl. zum Ganzen das in der Materie des Steuerrechts ergangene 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4355/2007  vom  20. November 
2009 E. 3, mit weiterführenden Hinweisen).

4.2.  Festzustellen  ist  zunächst,  dass  der  angebliche  Vertreter  im 
gesamten  bisherigen Verfahren  nie  eine Vertretungsvollmacht  vorgelegt 
hat und er hierzu vom BFM auch nie aufgefordert wurde. Das Fehlen wird 
vom BFM in seiner Vernehmlassung als Verfahrensmangel eingestanden 
und  mit  einem  nicht  näher  konkretisierten  Irrtum  erklärt.  Durch  die 
gleichzeitige  Aussage,  der  "Vertreterin"  sei  dadurch  aber  kein  Nachteil 
entstanden,  stiftet  die  Vorinstanz  einerseits  Verwirrung  und  Unklarheit; 
anderseits gibt sie damit  implizit  zu verstehen, der Mangel sei aus  ihrer 
Sicht  jedenfalls  nicht  erheblich.  Diese  Argumentation  ist  nicht 
nachvollziehbar, geht es bei der Frage über die Vertretungsbefugnis doch 
nicht  um  die  Gewichtung  eines  möglichen  Nachteils,  sondern  vielmehr 
um die Prüfung der Verfahrensvoraussetzungen. Konkret geht es darum, 
ob das Stellen eines Asylgesuchs vertretungszugänglich ist.

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4.3. 

4.3.1.  Das  Gericht  hält  vorab  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  im 
ganzen  bisherigen  Verfahren  und  insbesondere  im  gesamten 
erstinstanzlichen  Verfahren  nie  persönlich  aufgetreten  ist,  sei  dies 
beispielsweise  als  Verfasserin  ihres  eigenen  Asylgesuchs,  als 
Direktbeteiligte an einer Befragung oder Anhörung oder in anderer Weise. 
Vielmehr hat stets der Vertreter für sie gehandelt. Angesichts dessen und 
in  Berücksichtigung  des  zuvor  unter  E.  4.2.  Erwogenen  sind  nicht 
unerhebliche  Zweifel  angebracht,  ob  die  Beschwerdeführerin  überhaupt 
jemals  als  Asylgesuchstellerin  an  die  schweizerischen  Behörden 
herangetreten  ist  und  –  bejahendenfalls  –  ob  die  schriftlich  geltend 
gemachten  Verfolgungsgründe  tatsächlich  die  ihrigen  sind. 
Entsprechende  Zweifel  sind  daher  auch  unter  dem  Aspekt  eines 
potenziellen  Missbrauchs  des  Asylrechts  angebracht.  Zu  denken  ist 
beispielsweise  an  die  Möglichkeit,  dass  die  sich  Vertretungsbefugnis 
anmassenden  Personen  unter  dem  Titel  Asyl  in  Umgehung  der 
asylrechtlichen und ausländerrechtlichen Bestimmungen die Einreise von 
Ausländerinnen  und Ausländern  in  die Schweiz  erwirken  könnten,  ohne 
dass  die  ausländische Person  überhaupt Verfolgungsgründe  geltend  zu 
machen gedenkt, geschweige denn hat.

4.3.2. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht 
persönlich  zu  handeln  hat,  auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten 
lassen.  Als  Einschränkung  sind,  wie  oben  (E.  4.1.)  gesehen, 
Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung 
ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen 
erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  (z.B.  die 
Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 29 AsylG) oder – etwa betreffend 
die  Mitwirkung  bei  daktyloskopischen  Erhebungen  –  weil  die 
Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen 
können.

Gemäss  langjähriger  asylrechtlicher  Praxis  gilt  die  Einreichung  eines 
Asylgesuches  als  sogenannt  „relativ  höchstpersönliches  Recht”  (vgl. 
EMARK 1996 Nr. 5). Als höchstpersönliches Recht steht es einer Person 
um  ihrer  selbst  Willen,  zum  Schutz  ihrer  Grundrechte  zu  und  kann 
gemäss  Art.  19  Abs.  2  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10. 
Dezember  1907  (ZGB,  SR  210)  von  einer  urteilsfähigen  unmündigen 
Person allein, ohne Zustimmung  ihres gesetzlichen Vertreters, ausgeübt 
werden (vgl. EMARK 1996 Nr. 3 E. 2c; 1996 Nr. 4 E. 2d; 1996 Nr. 5 E. 

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4b). Die Ausübung eines höchstpersönlichen Rechts setzt somit lediglich 
die  Urteilsfähigkeit,  nicht  aber  die  Mündigkeit  einer  für  sich  selbst 
handelnden  Person  voraus.  Als  relativ  höchstpersönliches  Recht  lässt 
das  Stellen  eines  Asylgesuches  indessen  (im  Gegensatz  zu  den 
sogenannt  „absolut  höchstpersönlichen  Rechten”)  eine  Vertretung 
insofern  zu,  als  für  eine  urteilsunfähige  Person  ein  Asylgesuch  auch 
durch ihren gesetzlichen Vertreter eingereicht werden kann (vgl. EMARK 
1996  Nr.  4  E.  2d;  1996  Nr.  5  E.  4c­e).  Demgegenüber  verpflichtet  ein 
höchstpersönliches Recht – sei dieses nun relativer oder absoluter Natur 
– dessen  urteilsfähigen  unmündigen  Träger  grundsätzlich  auch,  dieses 
selbständig,  also  ohne  Hilfe  eines  allfälligen  gesetzlichen  Vertreters, 
geltend zu machen (vgl. beispielsweise HEINZ HAUSHERR/REGINA E. AEBI­
MÜLLER,  Das Personenrecht  des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,  2. 
Aufl.,  Bern  2008,  Rz.  07.24,  S. 68).  Dies  muss  somit  erst  recht  auf 
urteilsfähige Mündige zutreffen.

Angesichts  des Gesagten  setzt  die  Initiierung  eines  Asylverfahrens  aus 
dem Ausland durch die  urteilsfähige  (mündige oder  unmündige) Person 
prinzipiell einen persönlichen Antrag derselben voraus (so  im Grundsatz 
auch die Urteile D­239/2010 vom 4. Juni 2010  [E. 3], E­1147/2010 vom 
5. März 2010  [S. 6  f.], D­591/2009 vom 24. Februar 2009  [E. 4] oder E­
490/2009  vom  23.  Februar  2009  [S.  5  f.]  des 
Bundesverwaltungsgerichts). Fehlt ein solcher,  ist eine Mangelbehebung 
indes  nicht  zwangsläufig  ausgeschlossen.  Eine  Heilung  kann 
beispielsweise dadurch erfolgen, dass der  Inhalt eines vertretungsweise 
eingereichten  Asylgesuchs  anlässlich  einer  mündlichen  Anhörung  oder 
durch  Einreichung  einer  persönlich  verfassten  oder  zumindest 
unterzeichneten  Stellungnahme  zum  Fragenkatalog  des  BFM  im  Falle 
des Verzichts auf eine Befragung (vgl. vorliegend die Aktenstücke A2 und 
A3) bestätigt wird. So würde es stossend erscheinen, wenn Personen, die 
sich  im  Zustand  schwerer  Krankheit  oder  Todesgefahr  befinden,  das 
Stellen eines Asylgesuchs durch einen Vertreter aufgrund des abstrakten 
Kriteriums  mangelnder  Höchstpersönlichkeit  verwehrt  wäre.  Auch  in 
solchen  Konstellationen  ist  aber  zwingend  eine  spätere  Heilung  des 
Mangels  vor  Ergehen  eines  erstinstanzlichen  Asylentscheides  nötig, 
beispielsweise  mittels  persönlicher  "Absegnung"  des  seitens  Dritter 
eingereichten Asylgesuchs durch den Gesuchsteller vor der Asylbehörde 
nach dessen Entkommen aus der Todesgefahr.  Im vorliegenden Fall  ist 
die  Beschwerdeführerin  aber  im  ganzen  bisherigen  Verfahren  und 
insbesondere im gesamten erstinstanzlichen Verfahren nie in irgendeiner 
Weise  persönlich  vor  einer  schweizerischen  Asylbehörde  im  In­  oder 

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Ausland  aufgetreten.  Somit  steht  für  das  Bundesverwaltungsgericht 
aufgrund der sich präsentierenden Aktenlage nicht fest, ob sie überhaupt 
ein  ihrer  Intention  entsprechendes  Asylgesuch  stellen  wollte  und  will. 
Damit  bleibt  zudem  unklar,  ob  sie  selber  überhaupt  als Gesuchstellerin 
am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen  hat  und  dadurch  die 
Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zur 
Beschwerdeführung  erfüllt.  Die  angefochtene  Verfügung  hätte  aufgrund 
des  sich  in  jenem  Zeitpunkt  präsentierenden  Abklärungsstandes 
hinsichtlich  der  Erfüllung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  ergehen 
dürfen  und  ist  daher  aufzuheben.  Es  bleibt  dem BFM  überlassen,  über 
das weitere Vorgehen zu befinden; das heisst, es hat zu entscheiden, ob 
es  das  Asylverfahren  unter  Behebung  der  festgestellten Mängel  wieder 
aufzunehmen und gegebenenfalls einer neuen Entscheidung zuzuführen 
gedenkt, oder ob es dem angeblichen Vertreter eine Mitteilung betreffend 
die  Nichtanhandnahme  des  Asylgesuchs  infolge  fehlender 
höchstpersönlicher Einreichung zu machen hat.

4.3.3.  Aus  dem  Erwogenen  wird  nunmehr  klar,  dass  sich  die 
nachgelagerte  Frage,  ob  der  angebliche  Vertreter  überhaupt  zur 
Beschwerdeführung  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  befugt  ist, 
vorliegend  gar  nicht  stellt.  Dementsprechend  hatte  das  Gericht  keine 
Veranlassung,  eine  gültige  Vollmacht  nachzufordern,  denn  deren 
Nachreichung  hätte  den  Mangel  eines  nicht  höchstpersönlichen 
Auftretens  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  ihrem 
erstinstanzlichen Asylgesuch nicht beheben können.

4.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  Bundesamt  die 
Höchstpersönlichkeit des Rechts zum Stellen eines Asylgesuchs verkennt 
und – unbesehen der ungenügend abgeklärten Vertretungsbefugnis des 
angeblichen Vertreters – mithin eine Verfügung erlassen hat, die mangels 
zureichender  Prüfung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  hätte 
ergehen dürfen. 

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  verletzt  sowie  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig 
und unvollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die angefochtene Verfügung 
ist daher von Amtes wegen aufzuheben. Die Sache geht zurück an das 
BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des 
erstinstanzlichen Asylverfahrens.

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6. 

6.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  weder  der 
Beschwerdeführerin,  noch  deren  angeblichem Vertreter  noch  dem BFM 
Kosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG).  Das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG 
wird damit hinfällig.

6.2.  Anlass  zur  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  nach  Art.  64 
VwVG  besteht  ungeachtet  der  Frage,  ob  durch  die  Beschwerdeführung 
überhaupt  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  entstanden 
sind,  nicht:  Zwar  ist  die  Beschwerde  führende  Partei  mit  ihrem  Antrag 
betreffend  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  scheinbar 
durchgedrungen.  Ein  Obsiegen  liegt  damit  aber  nicht  vor,  da  die 
Kassation  einzig  auf  einer  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  durch 
das  Bundesverwaltungsgericht  beruht  und  in  keiner  Weise  durch  den 
Beschwerdeinhalt motiviert ist. Die positiv formulierten Anträge betreffend 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  Gewährung  des  Asyls  und 
eventualiter  Feststellung  der  Undurchführbarkeit  des 
Wegweisungsvollzug sind aufgrund der aus  formellen Gründen erfolgten 
Kassation gar nicht zur Beurteilung gelangt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben. Die Sache geht zurück an 
das  BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des 
erstinstanzlichen Asylverfahrens.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

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