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**Case Identifier:** 51982a14-c561-53cd-9850-fff80d16c711
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 05.03.2013 R 2012 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-96_2013-03-05.pdf

## Full Text

R 12 96

5. Kammer 

URTEIL
vom 5. März 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch (BAB)

1. Die Gemeinde … betreibt auf Parzelle 1055 im Gebiet … einen Werkhof. Das 

Areal besteht aus fünf Gebäuden (Assek.-Nrn. 1055, 1055-A, 1055-B, 1055A 

und 1055B). Diese stehen sehr eng zusammen oder sind zusammengebaut 

(Assek.-Nrn. 1055, 1055-A und 1055-B). Neben einer Werkstatt und 

Lagerräumen befinden sich in den Gebäuden auch Einstellhallen für 

Fahrzeuge. Der ursprüngliche Werkhofkomplex wurde im Jahr 1963 als 

Unterkunft, Werkstatt und Einstellhalle für den Bau des Stollens des … erstellt 

und 1969 für die Niederlassung einer Baufirma erweitert. Im Jahr 1972 

übernahm die Gemeinde die Gebäude zum Weiterbetrieb als Werkhof. Das 

Gebiet befindet sich in der Lagerzone, überlagert von der Gefahrenzone 1. 

Gemäss Protokoll Gefahrenkommission 1 vom 16. Februar 2010 verbleibt die 

Lagerzone in der Gefahrenzone 1.

Am 15. November 1985 stimmte das Departement des Innern und der 

Volkswirtschaft (DIV; heute Departement für Volkswirtschaft und Soziales, DVS) 

einer Gebäudesanierung und der Umnutzung des Kantinentrakts in eine 

Garage zu. Weiter gab das DIV am 20. September 1999 die Zustimmung zum 

Bau eines Splittsilos.

Am 30. April 2012 ersuchte die Gemeinde um den Abbruch der Gebäude Nr. 

1055-A und 1055-B und einen Neubau einer Einstellhalle am selben Ort.

Mit Schreiben vom 2. Mai 2012 teilte das Amt für Raumentwicklung 

Graubünden (ARE) mit, es habe bei der Prüfung des Baugesuches festgestellt, 

das Vorhaben befinde sich in der Lagerzone, überlagert von der Gefahrenzone 

1. Gemäss Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG seien dort nur Unterhaltsarbeiten an 

bestehenden Gebäuden zulässig. Bereits Erneuerungen würden an benanntem 

Baustandort als unzulässig qualifiziert. Der Abbruch und Bau einer Ersatzbaute 

gehe deutlich über das zulässige Mass hinaus. Ebenso verstosse das 

Vorhaben gegen Art. 38 Abs. 2 KRG, welcher nur die Erneuerung bestehender 

Bauten zulasse. Es werde empfohlen, das BAB-Gesuch zurückzuziehen.

Am 23. Mai 2012 führte das ARE einen Augenschein im Beisein der Gemeinde, 

des Werkhofleiters und des regionalen Forstingenieurs durch. 

Mit Schreiben vom 6. Juni 2012 an das ARE wies die Gemeinde darauf hin, die 

Gebäude 1055-A und 1055-B würden heute ausschliesslich für Lager- und 

Einstellzwecke genutzt und dienten nicht als Arbeitsräume mit dauerndem 

Aufenthalt. Sie fielen somit nicht unter Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG. Zudem dürften 

gemäss Art. 38 Abs. 2 KRG bestehende Bauten erneuert werden. Weiter habe 

das bestehende Gebäude eine Grundfläche von 183.75 m². Es solle abgerissen 

und erneuert (modernisiert gemäss Art. 24c RPG/Art. 42 RPV) werden. Der 

Standort werde beibehalten und mit 176.22 m² nicht grösser. Wände und Decke 

seien aus Beton und somit sicherer als das bestehende Holzgebäude. Die 

Zufahrtstore seien gegen Süden gerichtet und elektrisch mittels Fernbedienung 

zu öffnen. Im Weiteren entstünden keine neuen Arbeitsräume für 

Unterhaltsarbeiten und das Gebäude sei für die Gemeinde wirtschaftlich 

zweckgebunden.

Am 20. Juni 2012 schrieb das Amt für Natur und Umwelt (AWN), die Gebäude 

lägen in einer Gefahrenzone I, was durch den Prozess „Sturz“ begründet sei. 

Die Revision des Gefahrenzonenplanes nach dem grossen Felssturz von 2001 

habe die Gefahrenzone I bestätigt. Die Gefährdungssituation habe sich seither 

nicht verändert.

Mit BAB-Entscheid vom 9. August 2012 verweigerte das ARE die Erteilung der 

Bewilligung. Es erwog, Art. 38 Abs. 2 KRG verbiete die Erstellung und 

Erweiterung von Bauten und Anlagen, die dem Aufenthalt von Menschen und 

Tieren dienten. Zudem diene die Bestimmung auch dem Schutz von 

Sachwerten. Weiter bleibe Unterhalt und zeitgemässe Erneuerung bestehender 

Bauten und Anlagen vorbehalten. Im vorliegenden Fall würden jedoch Räume 

versetzt, Wände herausgebrochen und neue Wände eingezogen. Da die 

Zweckbestimmung bisheriger Räume wesentlich verändert werde, handle es 

sich nicht mehr um eine Erneuerung. Auch die von der Gemeinde angeführten 

Punkte führten nicht zu einer anderen Einschätzung. Im Weiteren sei Art. 15 

Abs. 3 Ziff. 1 BG mit dem Inkrafttreten des KRG am 1. November 2005 obsolet 

geworden, soweit die Bestimmung nicht weitergehende Vorschriften enthalte. 

Eine Bewilligung hätte überdies eine unerwünschte Präjudizwirkung zur Folge. 

Eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG komme nicht in Frage, weil 

Neubauten hier nicht erlaubt seien. Schliesslich werde der Gemeinde 

nahegelegt, den Werkhof aus der Gefahrenzone 1 zu verlegen.

2. Dagegen erhob die Gemeinde (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 13. 

September 2012 Beschwerde an das Verwaltungsgericht Graubünden. Darin 

beantragte sie die Aufhebung des angefochtenen BAB-Entscheides und die 

Erteilung der Zustimmung zum Baugesuch. Eventualiter sei der negative 

Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das ARE 

zurückzuweisen. Begründend führte die Beschwerdeführerin an, gemäss dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts R 02 87 respektive Art. 24c RPG und Art. 42 

RPV werde für den Wiederaufbau gefordert, dass die Identität der Baute oder 

Anlage einschliesslich der Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt 

bleibe. Dies sei im vorliegenden Fall zu bejahen, da lediglich ein Teil der Anlage 

in Stand gestellt und an die Erfordernisse der Zeit angeglichen werde. Anders 

als im Urteil R 02 87 handle es sich hier um notwendige Unterhaltsarbeiten an 

einem grösseren Gebäudekomplex. Weiter hielt die Beschwerdeführerin fest, 

dass es vorliegend um die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe gehe. Der 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit sei deshalb zu beachten. Den Werkhof 

schleifen und verlegen würde Kosten im Umfang von Fr. 2-3 Mio. verursachen. 

Ein geeigneter Standort sei im Zonenplan nicht ausgeschieden und fehle. Auch 

werde mit der geplanten Renovation eines Teils der Anlage eine effizientere 

Abwicklung der Vorbereitungsarbeiten für den Einsatz der Werkgruppe erreicht, 

was einen kürzeren Aufenthalt der Belegschaft vor Ort mit sich bringe.

3. In seiner Vernehmlassung vom 8. Oktober 2012 beantragte das ARE 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Im Urteil R 

09 62 vom 17. November 2009 habe das Gericht festgehalten, bei 

Reparaturarbeiten handle es sich etwa um das Auswechseln einzelner Bretter 

oder Backsteine an Fassaden, respektive einzelner Dachziegel an Dächern. 

Reparatur- und Unterhaltsarbeiten seien Massnahmen, welche die Erhaltung 

bestehender Bauten in ihrer inneren und äusseren Form und 

Zweckbestimmung durch Instandstellen oder Ersetzung defekter Teile 

anstrebten. Unterhalt liege vor, wenn die vorhandene innere und äussere 

Gestaltung, Form- und Zweckbestimmung einer Baute bestehen bleibe, also die 

mangelhaften Teile ersetzt oder in Stand gestellt werden. Weitergehende 

Arbeiten gälten als Modernisierungsmassnahmen, welche in der Regel 

wertvermehrenden Charakter aufwiesen. Ausserdem diene die geplante 

Einstellhalle unbestrittenermassen dem Aufenthalt von Menschen. Auch seien 

an den fraglichen Werkhofgebäuden gemäss Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG nur 

Unterhaltsarbeiten zulässig. Hier solle zudem nicht etwa ein untergeordneter 

Teil der gesamten Grundrissfläche aller Werkhofgebäude von insgesamt knapp 

700 m² abgerissen werden. Es werde nahezu ein Viertel der bestehenden 

Gebäudesubstanz abgerissen. Ein solch einschneidender Eingriff führe zu einer 

wahrnehmbaren Veränderung der inneren und äusseren Gestaltung und 

sprenge den nach Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG zulässigen Unterhaltsbegriff bei 

Weitem. Weiter hielt der Beschwerdegegner entgegen, in der Gemeinde gebe 

es ein eminentes öffentliches Interesse an der strikten Einhaltung der 

Gefahrenzonenbestimmungen, um Schadensfälle mit unabsehbaren 

Haftungsfolgen zu vermeiden. Geldwerten Interessen komme bei der 

Anwendung der Raumplanungs- und Baugesetzgebung regelmässig kein 

entscheidendes Gewicht zu. Zudem gehöre es zur Koordination raumwirksamer 

Planung im Sinne von Art. 1 RPG, dass Kanton und Gemeinden in 

gegenseitiger Unterstützung die Koordination raumwirksamer Aufgaben 

gewährleisteten. Dieser Aufgabe stelle sich das ARE auch bei einer allfälligen 

Suche nach geeigneten Alternativstandorten für die Lagerzone in der 

Gemeinde. Die von der Gemeinde angesprochenen und nicht weiter belegten 

Schwierigkeiten rechtfertigten jedenfalls keine Erteilung der nachgesuchten 

Bewilligung.

4. Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 18. Oktober 2012 auf 

die Einreichung einer Replik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtschriften sowie auf 

den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 9. August 2012 zum 

Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone. Streitig und zu prüfen ist, ob der 

Beschwerdegegner zu Recht die Bewilligung zum Abbruch der Gebäude Nr. 

1055-A und 1055-B und dem Neubau einer Einstellhalle auf Parzelle Nr. 1055 

im Gebiet … der Gemeinde nicht erteilte und das Baugesuch der 

Beschwerdeführerin abwies. 

2. Vorab ist in formeller Hinsicht darauf hinzuweisen, dass Art. 25 des 

Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) die kantonale 

Zuständigkeit bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone regelt. In Art. 25 Abs. 

2 RPG heisst es: Die zuständige kantonale Behörde entscheidet bei allen 

Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone, ob sie zonenkonform sind oder ob für 

sie eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. 

Im kantonalen Recht normiert Art. 87 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG; 801.100) die Zuständigkeit für das vorliegend 

massgebende Verfahren wie folgt: Bauten und Anlagen ausserhalb der 

Bauzonen (BAB) erfordern neben der Baubewilligung eine kantonale 

Bewilligung (BAB-Bewilligung) (Abs. 1). Zuständig für Entscheide über 

Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen ist das Departement (BAB-Behörde). 

Die Regierung kann durch Verordnung die Zuständigkeit ganz oder teilweise 

einer anderen kantonalen Behörde übertragen (Abs. 2). 

Weiter hält Art. 49 der Raumplanungsverordnung des Kantons Graubünden 

(KRVO; 801.110) unter anderem fest, dass nach Vorliegen aller Unterlagen die 

Fachstelle über das BAB-Gesuch und allfällige Einsprachen entscheidet und die 

BAB-Bewilligung erteilt, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. 

Andernfalls weist sie das BAB-Gesuch ab (Abs. 1). Kantonale Fachstelle ist 

gemäss Art. 1 Abs. 2 KRVO das ARE.

Im Lichte der soeben erwähnten Bestimmungen ergibt sich demnach die 

Zuständigkeit des ARE über die Erteilung von BAB-Bewilligungen und das im 

konkreten Fall massgebende Verfahren (vgl. Art. 87 KRG und Art. 49 KRVO mit 

weiteren Hinweisen). 

3. a) Vorliegend stellt sich die Frage, ob die Bewilligung für den Abbruch der 

Gebäude Nr. 1055-A und 1055-B und den Neubau einer Einstellhalle auf 

Parzelle 1055 der Gemeinde zur Recht vom Beschwerdegegner nicht erteilt 

worden ist. Die Gemeinde wendet dagegen ein, für den Wiederaufbau werde 

lediglich verlangt, dass die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich der 

Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibe. Des Weiteren werde 

gefordert, dass die Baute oder Anlage im Zeitpunkt des Abbruchs noch 

bestimmungsgemäss nutzbar gewesen sei und an ihrer Nutzung ein 

ununterbrochenes Interesse bestehe. Im konkreten Fall seien diese Kriterien 

erfüllt, da der umgebaute Raum nicht erweitert werde. Es werde lediglich ein 

Teil der Anlage in Stand gestellt und an die Erfordernisse der Zeit angeglichen. 

Umfang, Erscheinungsbild und Werksbestimmung würden dabei nicht 

verändert. Diese Argumentation vermag das Gericht nicht zu überzeugen. So 

hält Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 des Baugesetzes der Gemeinde (BG), der - 

zulässigerweise, vgl. Art. 107 Abs. 2 Ziff. 3 und in fine KRG - über Art. 38 Abs. 2 

KRG hinausgeht, diesbezüglich folgendes fest: Die Lagerzone ist für die 

Errichtung von gewerblichen und industriellen Lagerplätzen bestimmt (Abs. 1). 
Es sind nur Bauten zulässig, die der Lagerhaltung dienen und keine 

Arbeitsplätze mit dauerndem Aufenthalt enthalten (Abs. 2). Ist die Lagerzone 
von einer Gefahrenzone I überlagert, gelten überdies folgende Vorschriften 

(Abs. 3): Bestehende Bauten, die jetzt Arbeitsräume und damit Räume für den 
Aufenthalt von Menschen enthalten, dürfen mit Bezug auf diese 

Zweckbestimmung nur unterhalten, aber nicht erneuert werden (Ziff. 1).

Unbestritten ist, dass sich das für den vorliegenden Fall relevante Bauvorhaben 

auf Parzelle 1055 im Gemeindegebiet in einer Lagerzone befindet, die 

wiederum von einer Gefahrenzone I überlagert wird. Weiter beinhaltet das 

Baugesuch der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen den Abbruch und 

den Wiederaufbau von Bauten, die dem Aufenthalt von Menschen dienen. 

Sodann hält die Gemeinde in ihrer Beschwerde fest, mit der geplanten 

Renovation eines Teils der Anlage werde eine effizientere Abwicklung der 

Vorbereitungsarbeiten für den Einsatz der Werkgruppe erreicht, was wiederum 

einen kürzeren Aufenthalt der Belegschaft vor Ort mit sich bringe. Daraus 

erhellt, dass selbst die Beschwerdeführerin davon ausgeht, dass sich künftig 

Menschen in der geplanten Einstellhalle aufhalten werden. Das Gericht teilt 

diese Ansicht, zumal eine bestimmungsgemässe Nutzung der Einstellhalle, die 

vorwiegend als Lager- und Einstellraum für Maschinen und Fahrzeuge dienten 

soll, den Aufenthalt der Forst- und Werkarbeiter voraussetzt. Demnach kann 

gestützt auf Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG festgehalten werden, dass mit Blick auf 

diese Zweckbestimmung bestehende Bauten nur unterhalten, nicht aber 

erneuert werden dürfen. 

Im Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden R 09 62 vom 17. November 

2009, wo es um eine Bewilligung für ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone 

ging, wurde zum Begriff „Unterhalt“ was folgt ausgeführt: Bei Reparatur- oder 

Unterhaltsarbeiten handelt es sich praxisgemäss etwa um das Auswechseln 

einzelner Bretter oder Backsteine an Fassaden, respektive einzelner 

Dachziegel an Dächern. Reparatur- und Unterhaltsarbeiten sind nur solche 

Massnahmen, welche die Erhaltung bestehender Bauten in ihrer inneren und 

äusseren Form und Zweckbestimmung durch Instandstellung oder Ersetzung 

defekter Teile anstreben. Lediglich Gebäudeunterhalt liegt vor, wenn die 

vorhandene innere und äussere Gestaltung, Form- und Zweckbestimmung 

einer Baute bestehen bleiben, also nur die mangelhaften Teile ersetzt oder 

instand gestellt werden. Reparaturen sind kleine Ausbesserungsarbeiten wie 

beispielsweise das Auswechseln schadhaft gewordener Bauteile von 

untergeordneter Bedeutung. Bewilligungsfrei sind alle der Erhaltung oder dem 

Beheben von Schäden dienenden Arbeiten sowie die Erneuerung (Renovation), 

soweit sie dem normalen Unterhalt dient und gegenüber dem Bestehenden 

keine nach aussen sichtbaren Veränderungen mit sich bringt und die Sicherheit 

von Mensch und Sachen nicht verschlechtert. Weitergehende Arbeiten gelten 

als Modernisierungsmassnahmen, welche in der Regel wertvermehrenden 

Charakter aufweisen. Nicht mehr als Unterhaltsarbeit kann eine durchgreifende 

Sanierung eines Gebäudes betrachtet werden, die in Hinsicht auf eine 

Änderung der Zweckbestimmung der Baute vorgenommen wird. So qualifizierte 

das Verwaltungsgericht Graubünden den vollständigen Ersatz des Daches und 

seiner Isolation als Erneuerung, welche über den einfachen Unterhalt 

hinausgeht (VGU R 09 62 vom 17. November 2009 E.4b). In Berücksichtigung 

des soeben erwähnten Urteils steht fest, dass der Abbruch und der 

Wiederaufbau solcher Bauten nicht unter den Begriff „Unterhalt“ gemäss Art. 15 

Abs. 3 Ziff. 1 BG fallen kann. Wie der Beschwerdegegner in seiner 

Vernehmlassung richtigerweise anführt, ist vorliegend nicht lediglich ein 

untergeordneter Teil der gesamten Grundrissfläche aller Werkhofgebäude von 

knapp 700m2 vom fraglichen Abbruch betroffen. Vielmehr erwägt die 

Beschwerdeführerin den Abbruch von zwei Gebäuden mit einer 

Bruttogeschossfläche von rund 183m2, welche durch einen ca. 176 m2 grossen 

Neubau ersetzt werden soll. Ein derart einschneidender Eingriff führt zu einer 

wahrnehmbaren Veränderung der inneren und äusseren Gestaltung. Dabei wird 

der Innen- und Aussenbereich der Anlage, beispielsweise das Dach, die 

Wände, die Innenausstattung etc., vollständig abgerissen und durch eine 

andere Baute ersetzt. Das sind klarerweise keine notwendigen 

Unterhaltsarbeiten, weshalb vorliegendes Bauvorhaben Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG 

nicht standhalten kann.

b) Weiter ist darauf hinzuweisen, dass ein Abbruch und Wiederaufbau benannter 

Baute auch mit Art. 38 Abs. 2 KRG nicht im Einklang steht. Dieser hält unter 

anderem folgendes fest: In der Gefahrenzone I dürfen keine neuen Bauten und 

Anlagen erstellt werden, die dem Aufenthalt von Menschen und Tieren dienen. 

Bestehende Bauten und Anlagen, die dem Aufenthalt von Menschen und 

Tieren dienen, dürfen nur erneuert werden. Die Dauer eines Aufenthalts ist 

dabei nicht entscheidend. Die Bestimmung verbietet Bauten, die dem Aufenthalt 

von Mensch und Tier dienen, schlechthin (VGU R 02 87; Urteil des 

Bundesgerichts 1A. 125/2000 vom 23. August 2000 E.3). Unbestrittenermassen 

würde sich das Forst- und Werkpersonal in der Einstellhalle aufhalten, was mit 

Art. 38 Abs. 2 KRG nicht zu vereinbaren wäre. Auch hält die 

Gefahrenkommission im Protokoll vom 16. Februar 2010 fest, dass der 

Felssturz des Jahres 2001 an der „…“ die Gefährlichkeit der gesamten 

Bergflanke belege und schon vergleichsweise kleine Steine das Dach der 

geplanten Einstellhalle durchschlagen könnten. Dies untermauert die hier 

vertretene Argumentation zusätzlich. Die Forst- und Werkarbeiter würden sich 

in eine Gefahrensituation begeben, die nicht zu rechtfertigen wäre. 

Diesbezüglich steht das strittige Bauprojekt Art. 38 Abs. 2 KRG entgegen.

Es bleibt im Sinne von Art. 38 Abs. 2 KRG zu prüfen, ob es sich im konkreten 

Fall lediglich um eine Erneuerung der Baute handelt. In der Arbeitshilfe zum 

KRG wird unter Art. 38 Abs. 2 KRG die Erneuerung wie folgt definiert: Als 

Erneuerung gelten dabei namentlich Instandhaltung, Instandstellung und 

Modernisierung. Erweiterungen (z.B. BWF-Vergrösserungen nach Aussen oder 

im Innern; Volumenvergrösserungen etc.) fallen selbstverständlich nicht mehr 

unter den Begriff der Erneuerung.

Wie bereits erwähnt, umfasst vorliegendes Projekt den Abbruch und 

Wiederaufbau von Anlagen, was nicht als Erneuerung gelten kann. Vorliegend 

werden zwei Gebäude abgerissen und durch eine neue Einstellhalle ersetzt. 

Daraus erhellt, dass es sich hier nicht lediglich um eine Modernisierung bzw. 

Instandhaltung bestehender Anlagen handelt, sondern um eine wahrnehmbare 

Veränderung. Umfang und Erscheinungsbild des Werkes würden sich ändern. 

Unbestritten soll ca. ein Viertel der gesamten Bruttogeschossfläche 

abgebrochen und wieder aufgebaut werden, was auf eine wahrnehmbare 

Umgestaltung nach aussen und nach innen schliessen lässt. Auch fällt 

benanntes Bauvorhaben aufgrund der hier vertretenen Auffassung nicht unter 

den Begriff „Erneuerung“, wenn die gesamte Anlage als Einheit betrachtet wird. 

Die Beschwerdeführerin vermag somit aus der von ihr vorgebrachten 

Argumentation nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.

 

c) Im Lichte der in vorstehenden Erwägungen 3a und 3b gemachten 

Ausführungen steht fest, dass die Beschwerdeführerin einen Abbruch zweier 

Gebäude und den Bau einer Neu- bzw. Ersatzbaute erwägt, weshalb 

vorliegendes Bauprojekt eindeutig nicht unter den Begriff „Unterhalt“ fallen 

kann. In diesem Zusammenhang gilt es noch anzumerken, dass sich, entgegen 

der Ansicht der Beschwerdeführerin, auch hinsichtlich des 

Bewilligungserfordernisses der Vereinbarkeit eines Wiederaufbaues oder einer 

Änderung einer Baute mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung durch das 

neue Recht materiell nichts geändert hat. Vielmehr ist das Gebot der 

Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung sogar die 

Grundvoraussetzung von Art. 24c Abs. 2 RPG für die Inanspruchnahme der 

darin gewährten Bestandesgarantie. Die Beschwerdeführerin irrt, wenn sie 

meint, in Art. 42 RPV seien die wichtigen Anliegen der Raumplanung 

abschliessend umschrieben. Diese Bestimmung handelt überhaupt nicht davon, 

sondern konkretisiert die Besitzstandsgarantie. Was wichtige Anliegen der 

Raumplanung sind - ein Begriff der weder vom alten noch vom neuen RPG 

definiert wird - ist somit weiterhin von der Rechtsprechung zu konkretisieren. 

Selbst wenn die Identität der Baute gewahrt wird und auch die zusätzlichen 

Voraussetzungen nach Art. 42 Abs. 4 RPV gegeben sind, kann eine Bewilligung 

für den Wiederaufbau nach Artikel 24c RPG an der Unvereinbarkeit mit den 

wichtigen Anliegen der Raumplanung scheitern. Diesbezüglich hat sich 

gegenüber Artikel 24 Abs. 2 aRPG nichts geändert. Das Bundesgericht hat 

stets betont, dass es als wichtiges Anliegen der Raumplanung zu betrachten ist, 

dass dort keine Bauten erstellt werden, wo wegen drohender Naturgewalten 

Menschen oder Tiere zu Schaden kommen könnten (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1.A125/2000 vom 23. August 2000 E.4). Im konkreten Fall 

reicht auch der in Art. 24c RPG gewährte Bestandesschutz für eine Bewilligung 

des vorliegend strittigen Bauprojekts nicht aus.

d) Schliesslich kann auch dem Einwand der Beschwerdeführerin, eine Aufgabe 

des fraglichen Bauprojektes sei mit unverhältnismässigen Kosten verbunden 

und ein geeigneter Alternativstandort in der Gemeinde fehle, nicht gefolgt 

werden. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht in ihrer Vernehmlassung 

festhält, ist es in der Vergangenheit auf dem Gemeindegebiet immer wieder zu 

Felsstürzen gekommen, weshalb ein öffentliches Interesse an der Einhaltung 

der Gefahrenbestimmungen besteht und Schadensfälle mit unabsehbaren 

Haftungsfolgen vermieden werden können. Das Gericht erachtet vorliegendes 

Bauverbot als verhältnismässig. Daran vermögen auch allfällige Mehrkosten 

nichts zu ändern. Eine andere Beurteilung wäre auch mit Blick auf die in Art. 1 

und 3 RPG festgelegten Grundsätze und Ziele problematisch. 

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass das Gericht auf den von der 

Beschwerdeführerin beantragten Augenschein verzichtet hat, da die den Akten 

beigelegten Beweismittel zur Beurteilung der Angelegenheit genügen.

4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das strittige Bauprojekt mit 

Art. 15 Abs. 3 Ziff. 1 BG und Art. 38 Abs. 2 KRG nicht vereinbar ist und der 

Beschwerdegegner den fraglichen Abbruch und Wiederaufbau zu Recht nicht 

bewilligte. Der angefochtene BAB-Entscheid vom 9. August 2012 des 

Beschwerdegegners erweist sich somit in allen Punkten als begründet und 

rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 370.100) zulasten 

der Beschwerdeführerin. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 

VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein 

Anlass und dem Beschwerdegegner wird folglich keine aussergerichtliche 

Entschädigung zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

zusammen Fr. 1‘833.--

gehen zulasten der Gemeinde und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.