# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51157124-5b27-5723-9742-9a1232267e5d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.05.2019 725 18 389 / 128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-18-389---128_2019-05-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. Mai 2019 (725 18 389 / 128) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Abstellen auf verwaltungs- und versicherungsinterne Berichte erfolgte zu Unrecht, da 

Zweifel an deren Zuverlässigkeit bestanden; Zeitpunkt der Leistungseinstellung erfolgte 

zu früh; für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs und die Leistungs-

pflicht des Unfallversicherers reicht bereits die Teilursächlichkeit des Unfalls im Sinne 

von Art. 36 Abs. 1 UVG; Suva muss die Kosten für eine externe medizinische Expertise 

übernehmen; 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit 
Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsan-
walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 
106, Postfach 109, 4018 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. A.____ arbeitet als Heizungsinstallateur bei der B.____ AG. Am 4. Mai 2017 zog er sich 
bei einem Autounfall eine Prellung der linken Schulter und des linken Thorax zu. Die Schweizeri-
sche Unfallversicherungsanstalt (Suva) richtete in der Folge die gesetzlichen Leistungen bis Ende 
Dezember 2017 aus (vgl. Verfügung vom 19. Dezember 2017). Dagegen erhob A.____, vertreten 
durch Advokat Jan Herrmann, Einsprache, welche die Suva mit Entscheid vom 31. Oktober 2018 
abwies mit der Begründung, dass die heutigen Beschwerden nicht mehr kausal auf das Unfaller-
eignis vom 4. Mai 2017 zurückzuführen seien. 
 
B. Mit Eingabe vom 30. November 2018 erhob A.____, vertreten durch Advokat Herrmann, 
Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Er beantragte, dass der 
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Suva zu verpflichten sei, die gesetzli-
chen Leistungen auszurichten. Es seien ihm insbesondere über das Einstelldatum vom 31. De-
zember 2017 hinaus und bis zum Erreichen des Endzustands Taggelder auszurichten und Hei-
lungskosten zu erstatten. Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten bei neutraler 
Stelle zur Klärung der Unfallkausalität der ab 1. Januar 2018 bis heute beim Beschwerdeführer 
bestehenden Beschwerde einzuholen. Es sei die Suva zu verpflichten, ihm die Kosten für die 
vorprozessual eingeholte medizinische Expertise bei Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chi-
rurgie, in Höhe von Fr. 380.-- zu erstatten; unter o/e-Kostenfolge zulasten der Suva. Zur Begrün-
dung brachte er im Wesentlichen vor, dass der Entscheid der Suva auf unzulänglichen medizini-
schen Unterlagen beruhe. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 6. Februar 2019 beantragte die Suva die Abweisung der Be-
schwerde. Unter Hinweis auf die Ausführungen von Dr. med. D.____, FMH Chirurgie und Unfall-
chirurgie, vom 3. November 2017, 3. April 2018 und 10. September 2018 und Dr. med. E.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 30. November 
2017 sei die Einstellung der Leistungen rechtens. Die dagegen vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Argumente würden daran nichts ändern.  
 
D. Am 5. März 2019 ging die Replik des Beschwerdeführers ein, wobei er an den bereits 
gestellten Anträgen festhielt. In ihrer Duplik vom 17. April 2019 wiederholte die Suva ihren Ab-
weisungsantrag.  
 
E. Der Beschwerdeführer liess sich am 9. Mai 2019 ein weiteres Mal vernehmen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten.  
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1984 so-
wie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie im vorliegenden Fall – nach dem Inkrafttreten 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die nach diesem 
Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach neuem Recht gewährt (vgl. Übergangsbestimmung 
in Art. 118 Abs. 1 UVG e contrario). Gemäss den neuen Bestimmungen in Art. 6 Abs. 2 UVG 
erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: lit. a Knochenbrüchen; lit. b 
Verrenkung von Gelenken; lit. c Meniskussrisse; lit. d Muskelrisse; lit. e Muskelzerrungen; lit. f. 
Sehnenrisse; lit. g. Bandläsion; lit. h Trommelfellverletzungen. Die Tatsache, dass eine in der 
Auflistung von Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass 
es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die von der Unfallversicherung 
übernommen werden muss. Diese kann sich aus der Leistungspflicht befreien, wenn sie den 
Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurück-
zuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
[Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 
19. September 2014, BBI 2014 7922 und 7934 f.). 

2. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht per 31. Dezember 
2017 eingestellt hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des vorliegend 
angefochtenen Einspracheentscheids vom 31. Oktober 2018 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bil-
det rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis 
(vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 

3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht eines Unfall-
versicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein-
getretenen Schaden (Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen 
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 
nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande-
ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 
hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge-
tretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen 
einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusam-
menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung 
oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin-
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leis-
tungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ist nach der Rechtsprechung 
dann zu bejahen, wenn das Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbei-
zuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis).  
 
3.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürli-
che und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 
und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der 
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). 
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem 
im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr 
gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob 
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versi-
cherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 
363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des 
Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen 
erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 
verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei 
voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha-
dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts 
vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
4.1 Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers 
ist zunächst zu prüfen, in welchem Ausmass dieser unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der 
Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör-
perlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Be-
ruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die 
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2).  
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen 
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 
125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 
5.1 Im vorliegenden Fall sind im Wesentlichen nachfolgende Berichte zu berücksichtigen: 
 
5.2 Gemäss Angaben in den Berichten des Hausärztlichen Notfalldiensts des Spitals F.____ 
vom 4. und 5. Mai 2017 habe der Beschwerdeführer am 4. Mai 2017 einen Autounfall erlitten, als 
es zu einem Zusammenstoss mit einem aus einer Parklücke herausfahrenden Fahrzeug gekom-
men sei. Dabei habe er sich am Steuerrad den linken Oberarm und den Brustkorb angeschlagen, 
wobei er sich eine Kontusion des linken Arms und des Thorax links zugezogen habe. Zu einem 
Kopfanprall sei es aber nicht gekommen. Es seien auch keine weiteren Beschwerden wie Schwin-
del, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit angegeben worden. Dem Beschwerdefüh-
rer wurde bis zum 9. Mai 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.  
 
5.3 Im Bericht des Instituts für Medizinische Radiologie des Spitals G.____ vom 17. Mai 2017 
wurde - nachdem gleichentags eine Arthro-Tomographie der linken Schulter durchgeführt worden 
war - eine leichte AC-Gelenksarthrose erwähnt. In der Beurteilung wurde ausgeführt, dass eine 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Tendinopathie der Supraspinatussehne mit intratendinöser Partialruptur, aber ohne bursalen Rei-
zerguss vorläge. Weiter bestünden sehr zarte intratendinöse Partialrupturen der Subscapula-
rissehne beim tuberkularen Ansatz. Eine Muskelzerrung und eine Fraktur wurden ausgeschlos-
sen. 
 
5.4 Dr. D.____ nannte am 3. November 2017 als Diagnosen eine Kontusion am linken Ober-
arm und an der linken Thoraxwand sowie ein schweres, subakromiales Impingement bei einem 
Akromion Bigliani Typ III. Er hielt die Diagnose einer Tendinopathie und einer intratendinösen 
Partialruptur der Subscapularissehne sowie eine nachfolgende Verletzung der Bizepssehne auf-
grund des Unfallmechanismus und insbesondere der geringen Intensität desselben als nicht 
nachvollziehbar. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass 6 - 8 Woche nach dem Unfall keine 
unfallkausale Behandlungsbedürftigkeit mehr bestanden habe. Ebenso sei eine Arbeitsunfähig-
keit 6 Wochen nach dem Unfall nicht mehr nachvollziehbar, da kein relevantes, unfallkausales 
Korrelat (Schwellung, Rötung, Schürfung, Hämatom) klinisch, radiologisch oder bildgebend vor-
gelegen habe.  
 
5.5 In seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 30. November 2017 betonte Dr. E.____, dass 
das Ereignis vom 4. Mai 2017 nicht zu strukturellen Läsionen an der linken Schulter geführt hätte, 
welche objektivierbar seien. Nachgewiesen sei beim Versicherten eine Tendinopathie der Supra-
spinatussehne an der linken Schulter. Eine Tendinopathie bezeichne eine krankhafte Verände-
rung einer Sehne, in der Regel abnutzungsbedingt, gelegentlich auch durch andere Ursachen, 
nicht jedoch im Sinne einer Unfallfolge. Passend zu dieser krankhaften Veränderung würden 
auch intratendinöse Läsionen beschrieben, das heisst, die Sehne zeige in der Bildgebung inner-
halb ihrer Struktur auffällige Stellen. Hierbei handle es sich aber mit an Sicherheit grenzender 
Wahrscheinlichkeit nicht um Unfallfolgen. Die Umgebung dieser intratendinösen Läsionen sei völ-
lig bland. Alleine diese krankheitsbedingte Veränderung der Sehne reiche aus, um in vielen Fällen 
früher oder später eine komplette Läsion der Sehne herbeizuführen. Ebenso seien die in der 
benachbarten Sehne beschriebenen "sehr zarten intratendinösen Partialrupturen" zu sehen. 
Auch hier handle es sich nicht um Unfallfolgen. Aufgrund der Bildgebung und des prinzipiell auch 
ungeeigneten Unfallhergangs zur Zerstörung einer Sehne komme er deshalb genauso wie Dr. 
D.____ zum Schluss, dass keine strukturellen Läsionen durch das Ereignis vom 4. Mai 2017 
nachgewiesen würden. Auch die übrigen Beschwerden seien nicht nachvollziehbar. Im Bericht 
vom Unfalltag aus der Hausärztlichen Notfallpraxis im Spital F.____ sei explizit dokumentiert, 
dass ausser Schmerzen im Arm und den Rippen links keine weiteren Beschwerden bestünden. 
Auch einen Tag später sei nichts von zusätzlichen Schmerzen im Rücken oder in anderen topo-
graphischen Regionen beschrieben und strukturelle oder unfallkausale Läsionen seien nicht 
nachgewiesen. Es sei zwar möglich, dass speziell an der Halswirbelsäule Beschwerden mit einer 
gewissen zeitlichen Verzögerung eintreten würden. Wenn sie jedoch einen Tag nach dem Ereig-
nis noch nicht aufgetreten seien, sei eine natürliche Kausalität zum Ereignis höchst unwahr-
scheinlich. In Bezug auf die Dauer der unfallkausalen Beschwerdesymptomatik ging der Kreisarzt 
aufgrund seiner Erfahrung von einem längeren Zeitraum als Dr. D.____ aus. Es müsse zugestan-
den werden, dass trotz des noch relativ jungen Alters des Versicherten schon krankhafte Verän-
derungen an der Schulter vorgelegen hätten, welche für einen gewissen Zeitraum 14 - 16 Wochen 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

in ein schmerzhaftes Stadium versetzt worden seien. Nach diesem Zeitraum lägen jedoch end-
gültig keine Unfallfolgen mehr vor und eine allfällige Arbeitsunfähigkeit sei nicht mehr mit den 
Unfallfolgen zu erklären. 
 
5.6 Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte der Beschwerdeführer eine medizinische 
Expertise von Dr. C.____ vom 8. Februar 2018 ein. Dieser kam nach Rücksprache mit Dr. med. 
H.____, FMH Radiologie, zum Schluss, dass es sich bei der auf dem Arthro-MRI des Instituts für 
Medizinische Radiologie des Spitals G.____ vom 17. Mai 2017 gut erkennbaren artikulären Par-
tialläsion der Supraspinatussehne ventral um eine Listenverletzung (UKS) handle. Die Ursache 
dieser Ruptur sei möglicherweise degenerativer Natur. In der Gesamtbetrachtung erachte er eine 
traumatische Ursache durch den Verkehrsunfall vom 4. Mai 2017 aber als wahrscheinlicher. 
Durch das Unfallereignis vom 4. Mai 2017 sei zudem ein degenerativer Vorzustand aktiviert wor-
den (u.a. mit den Folgen einer funktionellen Beeinträchtigung und Schmerzhaftigkeit, welche 
auch auf die traumatisch verursachte Entzündungsproblematik zurückzuführen sei). Die Folgen 
dieser Aktivierung würden gemäss der Aktenlage mindestens bis August/September/Oktober 
2017 andauern. Bei anhaltender, gleichbleibender Beschwerdesymptomatik sei auch darüber 
hinaus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest von einer Teilkausalität des Unfallereig-
nisses vom 4. Mai 2017 auszugehen. Anhaltspunkte dafür, dass per 31. Dezember 2017 nur noch 
krankheitsbedingte Einflüsse wirken würden, erkenne er nicht. 
 
5.7 Dr. D.____ nahm am 3. April 2018 zur Beurteilung von Dr. C.____ Stellung. Es sei für ihn 
nicht nachvollziehbar, dass sich aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Aktenlage im vorlie-
genden Fall ein Pingpong-Mechanismus etabliere, welcher diesen Fall aufgrund fehlender mor-
phologisch fassbarer Korrelate und sinnfälliger Abläufe zum administrativen Dilemma hochstili-
sieren könne. Für die Verlängerung des Status quo ante auf 14 - 16 Wochen fände sich kein 
pathologisch anatomisch fassbarer Befund, welcher aufgrund anderer als rein subjektiver und 
fachfremder Wahrnehmungen dieses Entgegenkommen rechtfertige.  
 
5.8 Der Beschwerdeführer unterzog sich am 28. Mai 2018 einer Arthroskopie und einer Bi-
zepssehnentenodese mittels Mitek-Anker an der linken Schulter in der Klinik I.____. Dem Aus-
trittsbericht vom 30. Mai 2018 ist zu entnehmen, dass eine Verletzung der Bizepssehne am An-
satz im Sinne einer SLAP-artikulären Rissbildung sowie feine partielle Verletzungen der Supar-
spinatussehne artikulärseitig vorgelegen hätten. Aufgrund der MRI-Bilder bestehe eine hohe Prä-
valenz, dass die Bizepssehne eine Problematik aufweise. Dies würde auch mit Schmerzen ein-
hergehen. Deswegen werde eine Arthroskopie mit Débridement subacromial, eventuell eine Bi-
zepssehnentenodese durchgeführt. Im Anschluss an die Operation wurde eine ambulante Physi-
otherapie angeordnet. 
 
5.9 Am 10. September 2018 äusserte sich Dr. D.____ erneut zur medizinischen Situation und 
stellte sich auf den Standpunkt, dass der operative Eingriff vom 28. Mai 2018 nicht als Folge des 
Unfalls angesehen werden müsse. Vordergründig und unbestritten lägen vorbestehende dege-
nerative, krankheitskausale Befunde an der betreffenden Schulter in Form von Tendinopathie und 
intratendinöse Partialrupturen der Subscapularissehne und sekundär aufgetretener degenerati-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ver Verletzungsform der Bizepssehne bei relevanter Impingementsymptomatik mit schwer einen-
gender Form des Akromions vom Typ Bigliani III vor. Bei einer Delta V von 4 - 6 km/h sei ein 
Energieaufkommen auch jetzt in keinster Weise für eine unfallkausale Schulterpathologie nach-
vollziehbar zu begründen bzw. ausgewiesen. Die Indikation zum Eingriff am 28. Mai 2018 möge 
aber aus krankheitskausalen Gründen sehr wohl angezeigt gewesen sein. Gegen das Vorliegen 
einer unfallkausalen Operationsindikation sprächen auch die intraoperativ erhobenen Befunde, 
denn die arrodierte lange Bizepssehne sei zweifelsfrei vereinbar mit der wiederholt diagnostizier-
ten, schweren subakromialen Impingementkonstellation. 
 
5.10 Die Suva holte eine weitere orthopädisch-chirurgische Beurteilung in ihrem Kompetenz-
zentrum Versicherungsmedizin ein, welche am 4. Oktober 2018 erging. Dr. med. J.____, Facharzt 
Orthopädie und Unfallchirurgie, führte unter Berücksichtigung der bisherigen medizinischen Be-
richte aus, dass bereits der klinische Erstbefund durch den Verkehrsunfall vom 4. Mai 2017 struk-
turelle Läsion unwahrscheinlich mache. Entsprechend seien kernspintomographisch und arthro-
skopisch auch keine Verletzungen oder Verletzungsfolgen morphologisch nachweisbar gewesen. 
Damit sei es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anlässlich des inkriminierten Ereignisses 
nicht zu einer strukturellen Verletzung an der linken Schulter des Versicherten gekommen. Es sei 
aber wahrscheinlich, dass der Versicherte sich im Fall der ersten Unfallvariante (Anprall auf das 
Lenkrad) eine leichte Prellung der linken Schulter bzw. des Oberarmes zugezogen habe. Im Fall 
der zweiten Unfallvariante (kollisionsbedingte Drehung des Lenkrades) habe er möglicherweise 
eine Zerrung (Distorsion) der linken Schulter erlitten. Die Wahrscheinlichkeit übersteige im zwei-
ten Fall die des Möglichen deshalb nicht, da - bei korrekter Sitz- und Lenkradeinstellung - die 
Position des Fahrers eine freie Drehung des Lenkrads über ungefähr eine halbe Drehung erlaube. 
Dies sei die Voraussetzung für eine Schulterdistorsion sei, da dieses ausgezeichnet bewegliche 
Gelenk eine Endstellung erreichen müsse. Damit ergäben sich bezüglich der zur Diskussion ste-
henden Schulterbeschwerden folgende unfallbedingte Diagnose: Schulterprellung links (wahr-
scheinlich) bzw. Schulterdistorsion links (möglich). Unfallunabhängig bestehe sicher eine teil-
weise degenerative und teilweise anlagebedingte Impingementsituation an der linken Schulter. 
Gemäss Angaben des Versicherten bei der Befragung durch die Suva am 5. Juli 2017 habe er 
vor dem Ereignis vom 4. Mai 2017 keine, danach aber langanhaltende Schulterbeschwerden ent-
wickelt, welche auf die vorbestehende Impingementproblematik zurückzuführen seien. Auch folge 
die Behandlung dem für ein Impingementsyndrom typischen Vorgehen mit zentrierender Kran-
kengymnastik, subacromialer Infiltrationen und schliesslich Arthroskopie mit Erweiterung des 
Subacromialraums (OP-Bericht vom 28. Mai 2018). Dass die Impingementproblematik nach dem 
Unfall vom 4. Mai 2017 klinisch symptomatisch geworden sei, sei eine Koinzidenz, die jedoch 
keine Kausalität beweisen könne. Es sei aber möglich, dass die Schulterdistorsion bzw. -prellung 
die Symptomatik im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung ausgelöst habe. Zumindest 
sei unwahrscheinlich, dass die vorbestehende deutliche Impingementproblematik ohne das Un-
fallereignis vom 4. Mai 2017 klinisch symptomlos geblieben wäre, bedenke man, dass die Arbeit 
des Versicherten schwer sei und bereits eine Tendinopathie an der Rotatorenmanschette vorge-
legen habe. Damit sei das Unfallereignis bezüglich der Impingementbeschwerden wegdenkbar. 
Dr. J.____ kam in seiner Beurteilung zum Schluss, dass sich der Beschwerdeführer beim Ver-
kehrsunfall vom 4. Mai 2017 wahrscheinlich eine Prellung oder möglicherweise eine Distorsion 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der linken Schulter zugezogen habe. Zu einer strukturellen Verletzung sei es überwiegend wahr-
scheinlich nicht gekommen. Bereits vorbestehend habe sicher eine Impingementproblematik an 
der linken Schulter mit einem ungünstig geformten Acromion und einer Schultereckgelenksarth-
rose sowie einer Tendinose der Supraspinatussehne bestanden. Möglicherweise habe der Vor-
zustand eine klinisch beschwerdehafte Impingementsymptomatik im Sinne einer vorübergehen-
den Verschlimmerung ausgelöst. Weiter führte er aus, dass die relativ leichte Verletzung (Schul-
terprellung bzw. -distorsion) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach 6 – 8 Wochen, spätes-
tens jedoch sicher nach 4 Monaten folgenlos verheilt sei. Nach dieser Zeit (4 Monate) hätten 
Unfallfolgen im Beschwerdebild der linken Schulter des Versicherten keine Rolle mehr gespielt. 
 
6.1 Die Suva stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2018 auf 
die Ausführungen von Dr. E.____ vom 30. November 2017, Dr. D._____ vom 3. November 2017, 
3. April 2018 und 10. September 2018 und Dr. J.____ vom 4. Oktober 2018. Sie kam dabei zum 
Schluss, dass in Bezug auf die Schulterbeschwerden links der Status quo ante am 31. Dezember 
2017 erreicht worden sei, weshalb sie ab diesem Zeitpunkt keine Leistungen mehr schulde.  
 
6.2 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Es ist gestützt auf die vorliegenden medi-
zinischen Berichte erstellt und wird zu Recht nicht bestritten, dass das linke Schultergelenk des 
rechtsdominanten Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Ereignisses vom 4. Mai 2017 einen Vor-
zustand aufgewiesen hat. Ebenfalls unbestritten ist, dass dieser Unfall zu einer vorübergehenden 
Verschlimmerung bzw. zu einer Aktivierung des Vorzustands geführt hat. Wie bereits in Erwä-
gung 3.3 erwähnt, entfällt die Leistungspflicht der Unfallversicherung erst, wenn der Unfall nicht 
mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht, wofür die Beschwerde-
gegnerin die Beweislast trägt. Dies gelingt ihr gestützt auf die Ausführungen der verwaltungsin-
ternen Dres. E.____ und J.____ bzw. des versicherungsinternen Dr. D.____ nicht. Denn es be-
stehen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Konsiliarberichte, Dr. E.____ führte 
in seinem Bericht vom 30. November 2017 aus, dass eine Tendinopathie der Supraspinatus-
sehne in der Regel abnutzungsbedingt, aber auch durch andere Ursachen, jedoch nicht durch 
einen Unfall entstehen könne. Eine nachvollziehbare Begründung hierzu fehlt jedoch. So leuchtet 
unter anderem nicht ein, weshalb die in der Bildgebung innerhalb der Sehnenstruktur erkennba-
ren auffälligen Stellen nicht unfallbedingt sein können. Weiter genügt in Übereinstimmung mit 
dem Beschwerdeführer die Begründung von Dr. E.____ in seiner Beurteilung vom 30. November 
2017, wonach er auf allgemeine Erfahrungswerte für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 
des Unfalls hinweist, nicht. Seine prognostische Einschätzung, welche keinen Bezug auf den 
vorliegenden Fall nimmt, überzeugt ebenfalls nicht. Zudem ist auch davon auszugehen, dass der 
Kreisarzt den vom Beschwerdeführer erstmals persönlich am 23. November 2017 geschilderten 
Unfallhergang in seiner Beurteilung nicht berücksichtigt hat, denn er weist lediglich darauf hin, 
dass der Versicherte am Unfalltag nur über Beschwerden am Arm und den Rippen geklagt habe. 
Dabei ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass nach Auffassung des Gerichts im vorliegenden Fall 
nicht die Fahrgeschwindigkeit am Unfalltag zentral ist, sondern der Bewegungsablauf mit dem 
Verdrehen bzw. dem Anschlagen der linken Schulter und des Oberkörpers. Auch die Angaben 
von Dr. D.____ genügen den strengen Anforderungen des Bundesgerichts an einen versiche-
rungsinternen Arztbericht nicht. Er anerkannte das Vorliegen einer traumatischen Verletzung. 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Seine Annahme, wonach der medizinische Endzustand bereits 6 - 8 Wochen nach dem Unfall 
erreicht sei, leuchtet nicht ein und steht im Widerspruch zur Einschätzung von Dr. E.____. Zweifel 
an den Angaben der vorgenannten Ärzte verursachen aber auch die Ausführungen von Dr. 
C.____ vom 8. Februar 2018, der das Erreichen des Status quo sine per 31. Dezember 2017 
verneint. Auch er bejahte zwar das Vorliegen eines Vorzustands im Wesentlichen in Form einer 
AC-Gelenkarthrose in der Clavicula lateral, einer Tendinopathie der Supraspinatussehne und ei-
ner Kompromittierung der unter dem AC-Gelenk liegenden Strukturen. Er ging jedoch davon aus, 
dass bei anhaltender, klinisch feststellbarer Beschwerdesymptomatik nach wie vor Unfallfolgen 
wirken würden. Damit bestätigte er sinngemäss, dass entgegen der Auffassung des versiche-
rungs- bzw. der verwaltungsinternen Ärzte im Zeitpunkt seiner Beurteilung im Februar 2018 der 
Status quo sine noch nicht erreicht gewesen sei.  
 
6.3 Aufgrund der nicht überzeugenden Beurteilung der Dres. D.____ und E.____, welche 
überdies in Widerspruch zur Auffassung von Dr. C.____ stehen, erweist sich der medizinische 
Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Dies hätte zur Folge, dass die Angelegenheit an die Suva 
zurückzuweisen wäre, damit diese den Sachverhalt weiter abklärt. Aus nachfolgenden Gründen 
kann darauf jedoch verzichtet werden.  
 
6.4 Der Beschwerdeführer erlitt bei seinem Unfall am 4. Mai 2017 eine Verletzung der linken 
Schulter. Im Nachgang zu diesem Ereignis manifestierten sich starke Schmerzen und Beschwer-
den. Ob diese nun auf die AC-Gelenkarthrose oder eine intradendinöse Partialruptur oder eine 
artikuläre Partialläsion der Supraspinatussehne zurückzuführen sind, spielt aus Sicht der Unfall-
versicherung letztlich keine Rolle, reicht doch für die Bejahung des natürlichen Kausalzusam-
menhangs und damit für ihre Leistungspflicht bereits die Teilursächlichkeit des Unfalls im Sinne 
von Art. 36 Abs. 1 UVG (vgl. oben E. 3.3). Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin ihre 
Leistungspflicht für das Ereignis vom 4. Mai 2017 anfänglich anerkannt und Leistungen erbracht. 
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen obliegt es ihr weiter nachzuweisen, dass der Status 
quo sine am 31. Dezember 2017 erreicht war und die Kausalität weggefallen ist. Dieser Beweis 
gelingt ihr jedoch nicht. Gemäss den vorliegenden medizinischen Unterlagen kann nicht mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass sich die Beschwerden in der 
linken Schulter gebessert hätten bzw. der Status quo sine in diesem Zeitpunkt eingetreten ist. 
Gegen diese Einschätzung spricht nicht nur, dass Dr. C.____ auch im Februar 2018 weiterhin 
von Schmerzen im linken Schultergelenk ausgeht, sondern auch die Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer sich am 28. Mai 2018 in der Klinik F.____ einer Arthroskopie und einer Bi-
zepssehnentenodese mittels Mitek-Anker an der linken Schulter unterziehen musste. Dabei 
wurde eine Verletzung der Bizepssehne am Ansatz im Sinne einer SLAP-artikulären Rissbildung 
sowie feine partielle Verletzungen der Suparspinatussehne artikulärseitig festgestellt, welche mit 
Schmerzen einhergehen würden. In der Folge war der Beschwerdeführer bis Ende Oktober 2018 
ganz bzw. teilweise krankgeschrieben, weshalb auch unter diesen Aspekt nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit dargetan wurde, dass der Status quo sine Ende Dezember 2017 erreicht 
war.  
 
6.5.1 Daran ändern auch Angaben von Dr. J.____ nichts, der in seiner Aktenbeurteilung vom 4. 
Oktober 2018 festhält, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 4. Mai 2017 wahrscheinlich 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine Schulterprellung links bzw. möglicherweise eine Schulterdistorsion links erlitten habe und 
die teilweise degenerative und teilweise anlagebedingte Impingementsituation an der linken 
Schulter eine Koinzidenz darstelle, die jedoch keine Kausalität beweisen könne. Dabei übersieht 
Dr. J.____ jedoch, dass nach der Rechtsprechung zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG mas-
sgebenden Ursachen auch Umstände gehören, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche 
Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadenauslösende traumatische 
Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch 
ohne das versicherte Ereignis später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des 
Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der 
Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen 
Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des 
Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, E. 4.1.1 mit Hinweis auf SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27, 
8C_380/2011, E. 4.2.1; ANDREA TRAUB, Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 
Gesundheitsschädigung bei konkurrierender pathogener Einwirkung: Abgrenzung der wesentli-
chen Teilursache von einer anspruchshindernden Gelegenheits- oder Zufallsursache, in: SZS 
2009 S. 479).  
 
6.5.2 Einem Ereignis kommt nach dem Gesagten der Charakter einer anspruchsbegründenden 
Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko 
zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und 
austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung - bei erstelltem Aus-
lösezusammenhang - einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie 
auf einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (organi-
schen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen 
Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn 
ein alltäglicher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheits-
schädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, 
sondern als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen 
Unfallversicherers (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, E. 4.1.2 mit Hin-
weis auf SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27, 8C_380/2011, E. 4.2.2.). 
 
6.5.3 Im vorliegenden Fall sind entgegen der Auffassung von Dr. J.____ weder den zeitnahen 
noch den übrigen Bericht Hinweise darauf zu entnehmen, dass dem Unfall vom 4. Mai 2017 nicht 
der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zukomme. Es lag kein derart labiler 
und schwerwiegender Vorzustand im linken Schultergelenk vor, dass der Unfall mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit lediglich eine Gelegenheits- oder Zufallsursache darstellen würde, die 
keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers begründet. So steht fest, dass der 
Beschwerdeführer vor diesem Ereignis seine unbestrittenermassen schwere Arbeit als Heizungs-
installateur uneingeschränkt ausüben konnte und keinerlei Zeichen für das jederzeitige Auffla-
ckern der Impingementproblematik vorlag. Die nach dem Unfall vorgenommenen medizinischen 
Unterlagen weisen zwar auf einen Vorbefund hin, aber nicht auf eine medizinische Situation, bei 
welcher jederzeit mit ausgeprägten Impingementsymptomatik und einem operativen Eingriff zu 
rechnen war. Dass die Operation vom 28. Mai 2018 möglicherweise auch ohne das Ereignis vom 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4. Mai 2017 früher oder später notwendig geworden wäre, ändert nichts daran. Es kann jedenfalls 
davon ausgegangen werden, dass die Arthroskopie und die Bizepssehnentenodese der linken 
Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu dem Zeitpunkt hätte vorgenommen wer-
den müssen, an dem sie letztlich durchgeführt wurde. Auch aus diesem Grund durfte die Be-
schwerdegegnerin ihre Leistungspflicht nicht per Ende Dezember 2017 verneinen.  
 
6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer am 4. Mai 2017 einen 
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat, der zumindest teilkausal für die linksseitigen Schul-
terbeschwerden ist und keine Zufallsereignis darstellte. Die Suva hat daher bis zum Zeitpunkt, in 
dem die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes mehr erwarten liess (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG) und damit auch über den 31. Dezember 
2017 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zu beachten ist, dass der Beschwerdeführer ab 
1. November 2018 wiederum zu 100 % in seiner angestammten Tätigkeit arbeitet, weshalb davon 
ausgegangen werden kann, dass die Suva ab diesem Zeitpunkt wohl keine Leistungen mehr für 
den Unfall vom 4. Mai 2017 zu erbringen hat.  
 
7.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Ge-
richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine 
Kosten zu erheben.  
 
7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen Entscheid auf 
und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwal-
tung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) 
obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem 
Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu-
zusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 9. Mai 
2019 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 12.08 Stunden geltend 
gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als ange-
messen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss 
für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu ent-
schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen 
von Fr. 471.20. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 3'760.-- (12.08 Stunden à Fr. 250.– und Auslagen von Fr. 471.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
7.3 Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerde beantragt, es seien ihm die Kosten für 
die Erstellung der Expertise von Dr. C.____ vom 8. Februar 2018 zu erstatten. Nach der Recht-
sprechung können der obsiegenden Beschwerde führenden Partei unter dem Titel der Parteient-
schädigung auch die Kosten eines privat eingeholten Gutachtens vergütet werden, soweit die 
Parteiexpertise für die Entscheidfindung unerlässlich war (BGE 115 V 63 E. 5c; Urteil des Bun-
desgerichts vom 24. April 2007, I 1008/06, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist 
für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich in Art. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (UELI KIESER, 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 45 Rz. 18). Vorliegend ist dieser Ex-
pertise im Hinblick auf den Prozessausgang massgebende Bedeutung zugekommen, da sie ge-
eignet ist, Zweifel an der Einschätzung der versicherungsinternen Ärzte hervorzurufen. Somit sind 
die Voraussetzungen für eine Vergütung der Kosten dieser Expertise gegeben. Demzufolge hat 
die Beschwerdegegnerin die Kosten der versicherungsmedizinischen Expertise von Dr. C.____ 
vom 8. Februar 2018 in Höhe von Fr. 380.-- zu übernehmen. 
 

 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 31. Oktober 2018 aufgehoben und es wird festgestellt, dass 
die Suva dem Beschwerdeführer über den 31. Dezember 2017 hinaus 
die gesetzlichen Leistungen zu entrichten hat. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Kosten für das Parteigutachten von Dr. med. C.____, FMH Ortho-
pädische Chirurgie, vom 8. Februar 2018 in Höhe von Fr. 380.-- werden 
der Suva auferlegt. 

 4. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 3'760.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin am 09.10.2019 Beschwerde beim 
Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_684/2019) erhoben. 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht