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**Case Identifier:** 02e23fd6-0852-5888-82f0-807ad5b4bb4b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.12.2023 725 2023 143 / 283 (725 23 143/ 283)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-143---283_2023-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. Dezember 2023 (725 23 143 / 283) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Rückfall gemäss Art. 11 Abs. 1 UVV 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Cam-
pell 
 
 

Parteien A._____, vertreten durch Stephan Bläsi, Advokat, Birsigstrasse 34, 
4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Baloise Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Ba-
sel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Matthias Steiner, Rechts-
anwalt, Steinentorstrasse 13, Postfach 223, 4010 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.1 Die 1981 geborene A._____ erlitt am 16. September 2008 einen Unfall, als sie mit dem 
Velo mit einem Roller zusammenstiess. Dabei erlitt sie eine Verletzung am linken Knie. Die Basler 
Versicherungen AG (Basler) als obligatorische Unfallversicherung kam für die entstandenen Kos-
ten (Taggeld/Heilbehandlung) auf. Mit Verfügung vom 19. März 2014 sprach sie der Versicherten 

 

 
 
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mit Wirkung ab 1. Januar 2012 eine Invalidenrente von 40 % und für die verbleibenden Beein-
trächtigungen aus dem Unfall eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Einbusse in der In-
tegrität von 10 % zu. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.  
 
A.2 Am 23. April 2018 verfügte die Basler die Aufhebung der am 19. März 2014 zugespro-
chenen Invalidenrente per Ende Dezember 2017. Unter Hinweis auf die seit dem Erlass der Ren-
tenverfügung vom 19. März 2014 ergangenen medizinischen Berichte hielt sie fest, dass gestützt 
auf das von ihr eingeholte Gutachten von Dr. med. B.____, Facharzt Rheumatologie und Physi-
kalische Medizin/Rehabilitation sowie Allgemeine Innere Medizin, vom 26. Dezember 2017 und 
dessen Stellungnahme vom 18. April 2018 von einer Verbesserung der objektivierbaren Befunde 
auszugehen sei. Daran hielt sie auch auf Einsprache der Versicherten hin mit Entscheid vom 16. 
April 2019 fest. Dagegen erhob A.____, zunächst vertreten durch Advokat Peter Bürkli und – 
nach dessen Mandatsniederlegung – durch Advokat Stephan Bläsi, am 28. Mai 2019 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht), welche mit Urteil vom 15. Oktober 2020, KGSV 725 19 188, abgewiesen wurde. Das 
Kantonsgericht kam zum Schluss, es stehe fest, dass die Beschwerdeführerin spätestens ab 
Ende Dezember 2017 kein Complex Regional Pain-Syndrom (CRPS) mehr aufgewiesen habe, 
weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 16. September 2008 
und den weiterhin geklagten Beschwerden am linken Knie zu verneinen sei. Zudem lehnte das 
Kantonsgericht das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs ab. Die dagegen von der 
Versicherten beim Bundesgericht erhobene Beschwerde vom 22. Februar 2021 wurde mit Urteil 
vom 25. Oktober 2021, 8C_173/202, abgewiesen. 
 
B.1 Am 22. Dezember 2022 beantragte die Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat 
Stephan Bläsi, bei der Basler (ab Oktober 2022: Baloise Versicherung AG [Baloise]) die Wieder-
aufnahme der Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Dabei verwies sie auf einen Bericht von 
Dr. med. C.____, FMH Anästhesiologie, vom 19. September 2022, welcher nach gründlicher und 
vertiefter Abklärung ein CRPS I diagnostiziert habe. Aus diesem Grund sei die Einstellung der 
Leistungen rückwirkend aufzuheben.  
 
B.2 Mit Verfügung vom 4. Januar 2023 teilte die Baloise der Versicherten mit, dass sie auf 
ihr Begehren nicht eintrete. Sie habe am 23. April 2018 entschieden, dass keine Unfallfolgen 
mehr vorlägen, so dass kein Leistungsanspruch mehr bestehe. Dies sei letztinstanzlich vom Bun-
desgericht mit Urteil vom 25. Oktober 2021, 8C_173/202, bestätigt worden. Die gegen die ableh-
nende Verfügung vom 4. Januar 2023 erhobene Einsprache der Versicherten wies die Baloise 
sodann am 25. April 2023 ab. Zur Begründung brachte sie vor, dass ein Rückkommen auf einen 
rechtskräftigen Entscheid gemäss Art. 53 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) nicht möglich sei. Zudem könne die Versicherte auch unter 
dem Titel "Rückfall/Spätfolge" nichts zu ihren Gunsten ableiten.  
 
C. Gegen den Einspracheentscheid vom 25. April 2023 richtet sich vorliegende Be-
schwerde, welche A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Stephan Bläsi, am 17. Mai 2023 
beim Kantonsgericht erhob. Sie beantragte, dass in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 
25. April 2023 ein Rückfall im Sinne von Art. 11 Verordnung über die Unfallversicherung. (UVV). 

 

 
 
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vom 20. Dezember 1982 zu bejahen und die Beschwerdegegnerin anzuhalten sei, rückwirkend 
eine UVG-Rente zuzusprechen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Verbeiständung für das vo-
rinstanzliche Einspracheverfahren mit dem Unterzeichnenden zu bewilligen; unter o/e Kosten-
folge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde weiter die Durchführung einer mündlichen Gerichts-
verhandlung und der Beizug eines neutralen Anatomen als Auskunftsperson verlangt. Zudem 
wurde die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung im Beschwerdeverfahren vor dem 
Kantonsgericht durch Advokat Stephan Bläsi beantragt. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
vorgebracht, dass die Voraussetzungen für die Bejahung eines Rückfalls erfüllt seien, gehe es 
dabei doch um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit. In casu handle es 
sich dabei um ein CRPS, welches bis zur damaligen Rentenaufhebung von der Beschwerdegeg-
nerin während vieler Jahre als anspruchsbegründende Diagnose anerkannt worden sei. Da sich 
– wie dem Bericht von Dr. C.____ vom 16. September 2022 zu entnehmen sei – die gesundheit-
lichen Beschwerden seit der Renteneinstellung verstärkt hätten, sei der natürliche Kausalzusam-
menhang zwischen der aktuellen Diagnose CRPS I und dem Unfallereignis vom 16. September 
2008 zu bejahen.  
 
D. Mit Verfügung vom 6. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführerin für das vorliegende Ver-
fahren die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Stephan Bläsi bewilligt. 
 
E. In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. August 2023 beantragte die Baloise, vertreten durch 
Rechtsanwalt Matthias Steiner, die Abweisung der Beschwerde. 
 
F. Am 28. August 2023 wurde der Fall dem Gericht zur Beurteilung überwiesen und es 
wurde die Durchführung einer Parteiverhandlung angeordnet, an welcher die Beschwerdeführerin 
persönlich zu erscheinen hatte. Gleichzeitig wurde auf die Anhörung einer Fachärztin oder eines 
Facharztes der Anatomie verzichtet. 
 
G. Anlässlich der heutigen mündlichen Parteiverhandlung, an welcher die Beschwerdefüh-
rerin und ihr Rechtsvertreter Stephan Bläsi sowie Rechtsanwalt Matthias Steiner für die Be-
schwerdegegnerin teilnahmen, hielten die Parteien an ihren Anträgen und Standpunkten fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie örtlich zuständigen Gericht erhobene 
Beschwerde wird eingetreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 und der UVV in Kraft getreten. Gemäss den allge-
meinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu le-
gen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit 
rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dement-
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, 

 

 
 
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und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht 
gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen). Der hier zu beurteilende 
Unfall hat sich am 16. September 2008 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig ge-
wesenen Normen Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 
 
2. Vorweg ist auf Folgendes hinzuweisen: Die Beschwerdeführerin reichte am 22. Dezem-
ber 2022 bei der Beschwerdegegnerin ein Schreiben ein, mit welchem sie den Antrag stellte, 
dass gestützt auf die aktuelle Beurteilung von Dr. C.____ vom 16. September 2022 die Einstel-
lung der gesetzlichen Leistungen rückwirkend aufzuheben sei. Eventualiter seien die gesetzli-
chen Leistungen in Anwendung des Rückfallrechts ab einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt 
rückwirkend wieder auszurichten. Die Beschwerdegegnerin trat in ihrer Verfügung vom 4. Januar 
2023 auf das Hauptbegehren der rückwirkenden Aufhebung der Leistungseinstellung nicht ein. 
Auf Einsprache hin hielt sie im Entscheid vom 25. April 2023 dazu fest, dass die Leistungsein-
stellung per Ende Dezember 2017 rechtskräftig erfolgt sei und zudem die Voraussetzungen im 
Sinne von Art. 53 ATSG nicht erfüllt seien. Hingegen prüfte sie – wie von der Beschwerdeführerin 
eventualiter beantragt – die Voraussetzungen eines Rückfalls im Sinne von Art. 11 UVV und ver-
neinte diese. Nachdem die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 17. Mai 2023 den An-
trag stellte, der Einspracheentscheid vom 25. April 2023 sei aufzuheben und es sei ein Rückfall 
zu bejahen, ist dies das Prozessthema des vorliegenden Verfahrens. Strittig und zu prüfen ist 
demnach, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rückfall verneint hat. Massgebend ist der 
Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. April 
2023 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Das Kantonsgericht hat in seinem Urteil vom 25. Oktober 2020, KGSV 725 19 188, die 
rechtlichen Grundlagen über die Leistungspflicht der Unfallversicherung (Art. 6 UVG), über den 
Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung (Art. 18 Abs. 1 UVG) sowie über die Modalitäten 
der Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 141 V 9 E. 2.3) wiedergegeben. Ebenso wurden 
die Voraussetzungen für den Beweiswert bzw. die Beweiswürdigung medizinischer Berichte und 
Gutachten genannt (E.4). Darauf kann vorliegend verwiesen werden.  
 
3.2 Zu ergänzen ist, dass laut Art. 11 UVV die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle 
und Spätfolgen gewährt werden. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern 
einer vermeintlich geheilten Gesundheitsbeeinträchtigung, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn 
ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Verände-
rungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Leidensbild führen können. Rückfälle und Spät-
folgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 
4b, 118 V 297 E. 2d). Diesem Umstand ist auch dann Rechnung zu tragen, wenn zu einem frühe-
ren Zeitpunkt ein Leistungsanspruch verneint wurde. Unter diesen Titeln kann daher nicht eine 
uneingeschränkte neuerliche Prüfung vorgenommen werden. Vielmehr ist von der rechtskräftigen 
Beurteilung auszugehen, und die Anerkennung eines Rückfalls oder von Spätfolgen setzt eine 
nachträgliche Änderung der anspruchsrelevanten Verhältnisse voraus (BGE 144 V 245 E. 6.1 mit 
Hinweisen). Bei der Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung gemäss Art. 11 UVV 

 

 
 
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für Rückfälle und Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhangs beim Grundfall und bei früheren Rückfällen behaf-
tet werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt viel-
mehr dem Leistungsansprecher bzw. der Leistungsansprecherin, das Vorliegen eines natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend ge-
machten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers; dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, 
je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2017, 8C_41472017, E. 2.2 mit 
Hinweisen).  
 
4.1 Im vorliegenden Verfahrens sind für die Beurteilung der Frage, ob ein Rückfall im Sinne 
von Art. 11 UVV zu bejahen ist, die Sachverhalte im Zeitpunkt des ursprünglichen Einsprache-
entscheids vom 16. April 2019, der mit Urteilen des Kantonsgerichts vom 15. Oktober 2020, 
KGSV 725 19 188, und des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2021, 8C_173/202, bestätigt wurde, 
und dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. April 2023 zu vergleichen. 
 
4.2 Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Einspracheentscheid vom 16. April 2019 im We-
sentlichen auf das Gutachten von Dr. B.____ vom 26. Dezember 2017. Dieser diagnostizierte ein 
chronisches Schmerzsyndrom der linken unteren Extremität, vorwiegend Schmerzen des lin-
ken Knies und Brennen des linken Fusses. Weiter nannte Dr. B.____ eine kontinuierliche 
psychiatrische Behandlung seit ungefähr Anfang 2008. In seiner Beurteilung hielt er fest, 
dass in Bezug auf die Körperfunktionen und -strukturen klinisch-rheumatologisch keine Hin-
weise auf pathologische Befunde oder Einschränkungen hinsichtlich des Bewegungsappa-
rats erhoben werden könnten. Die Versicherte sei aus rheumatologischer Sicht für die übli-
chen Aktivitäten nicht eingeschränkt. Zusammengefasst handle es sich um einen stagnie-
renden Verlauf eines Schmerzsyndroms an der linken unteren Extremität, dessen Ursache 
nie eindeutig habe geklärt werden können. Das eigenartige und schwierig zu erklärende 
Schmerzsyndrom am linken Bein sei vom behandelnden Schmerztherapeuten, Dr. med. 
D.____, FMH Anästhesiologie, als CRPS I gedeutet worden (vgl. Bericht vom 2. September 
2010), was sicher berechtigt gewesen sei. Auch die heutige Schmerzschilderung weise auf 
eine Allodynie (gesteigerte Schmerzempfindlichkeit) hin. Dr. B.____ hielt weiter fest, dass ein 
ausgeprägtes und über Jahre bestehendes CRPS I in jedem Fall zu einer Veränderung der 
lokalen Knochenstruktur führe, was jedoch mit spezialisierten Untersuchungen (Röntgenbil-
der, repetitive MRT-Untersuchungen) nie habe gezeigt werden können. Die Angabe von 
Schmerzen, auch wenn sie Ähnlichkeit mit einer Allodynie habe, reiche allein nicht aus für die 
Diagnose eines CRPS I. Angebliche anamnestische Blauverfärbungen und verstärktes Schwit-
zen könnten ein Zeichen eines CRPS I sein, doch müsse auch die Hautstruktur bei der Untersu-
chung verändert und seitendifferent sein, was aber weder in früheren gutachterlichen Untersu-
chungen noch aktuell feststellbar sei. Hinzu komme, dass im ganzen Verlauf keine Muskelatro-
phie erwähnt worden sei, welche bei einem jahrelangen Verlauf eines CRPS I jedenfalls zu er-
warten wäre. Zum Verlauf der ärztlichen Einschätzungen hielt Dr. B.____ fest, dass das Univer-

 

 
 
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sitätsklinikum I.____, Interdisziplinäres Schmerzzentrum, am 18. Dezember 2014 bzw. 11. Feb-
ruar 2015 festgehalten habe, dass bei der Beschwerdeführerin ein Zustand nach CRPS I vorliege. 
Diese Aussage habe Dr. med. E.____, FMH Neurologie, in seiner Beurteilung vom 25. März 2015 
bestätigt. Zudem erwähne Dr. D.____ in seinem Schreiben vom 14. Januar 2016, dass sich die 
klinischen Symptome – insbesondere das CRPS – geändert hätten und nicht mehr so ausgeprägt 
seien, wie von Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie und FMH Innere Medizin, beschrieben. 
Schliesslich halte Prof. Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparats, am 26. Januar 2016 fest, dass sich bei der Untersuchung orthopädisch kli-
nisch reizlose Kniegelenke gezeigt hätten. In diesem Sinn könne insbesondere gestützt auf den 
Verlauf die repetitiven unauffälligen bildgebenden Verfahren und das Fehlen einer objektiven 
Haut- oder Muskelbeteiligung die Diagnose eines CRPS I nicht gestützt werden. Dr. B.____ führte 
daraufhin weiter aus, dass keine anderen rheumatologischen, strukturellen Befunde für dieses 
eigenartige Symptomenbild hinsichtlich des linken Beins aktenkundig seien. Therapeutisch hät-
ten sich in den letzten sechs Jahren nach Angabe der Versicherten keine Ansätze gezeigt, welche 
irgendeine Veränderung bewirkt hätten, sodass er davon ausgehe, dass die wöchentliche psy-
chiatrische Betreuung entscheidend sei, nicht aber rheumatologische Behandlungsansätze. 
Dr. B.____ kam gesamthaft zum Schluss, dass aus rheumatologischer Sicht keine klinischen o-
der bildgebenden Befunde erhoben werden könnten, welche eine Tätigkeit der Beschwerdefüh-
rerin einschränken würden. 
 
4.3.1 Im Zusammenhang mit dem Revisionsgesuch vom 22. Dezember 2022 reichte die Be-
schwerdeführerin einen Bericht von Dr. C.____ vom 16. September 2022 ein. Dieser diagnosti-
zierte ein CRPS I des linken Beins. In der Anamnese führte er aus, dass die Versicherte am 
16. September 2008 einen Velounfall erlitten habe, bei dem sie unter einen Scooter geraten sei. 
Es seien mehrere Operationen durchgeführt worden, die allesamt immer wieder zu einer Ver-
schlechterung der Schmerzsituation geführt hätten. lm Endeffekt habe sich bei Betrachtung der 
Langzeitanamnese bereits zu Beginn ein CRPS entwickelt, welches nicht beachtet worden sei 
und sich durch die Sympathikusaktivierung während sowie nach den operativen Eingriffen jeweils 
verschlechtert habe. Die Versicherte beschreibe aktuell neuropathische Schmerzen im Bereich 
des gesamten linken Beins, zusammen mit einer Allodynie. Diese umfasse ein Areal, beginnend 
von der linken Leiste bis zum Fuss, des Ober-und teilweise des Unterschenkels. lm Fuss be-
schreibe sie vor allem brennende Sensationen, im Rest des Beins eher stechende Parästhesien 
und Allodynien. Weiter wies Dr. C.____ auf die durchgeführten psychometrischen Tests gemäss 
Marburger Fragebogen hin und hielt fest, dass die Ergebnisse alle auffällig seien. Auch erfülle die 
Beschwerdeführerin die Budapest Kriterien. So leide sie an einem anhaltenden Schmerz, der 
durch die Verletzung nicht mehr erklärt werden könne, weise in der Anamnese eine Hyperalgesie, 
eine Hyperästhesis und eine Allodynie auf sowie eine Asymmetrie der Hauttemperatur und eine 
Veränderung der Hautfarbe. Es bestünde auch eine Asymmetrie beim Schwitzen und sie sei re-
duziert beweglich, leide an einem Tremor und an einer Schwäche. Zum Zeitpunkt der Untersu-
chung hätten – bis auf den Tremor und die Asymmetrie der Hauttemperatur – die gleichen Symp-
tome bestanden. Zudem läge keine andere Diagnose vor, welche die Schmerzen erklären würde. 
In seiner Beurteilung führte Dr. C.____ aus, dass aus seiner Sicht ein CRPS Grad I vorliege, 
welches bisher mit Psychotherapie, lnfusionen, Operationen und medikamentös (bis WHO-Stufe 

 

 
 
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lll) behandelt worden sei. Er empfahl weitere Therapieoptionen wie eine Sympathikusblockade 
lumbal und eine rückenmarksnahe Testung eines Neurostimulationssystems.  
 
4.3.2 Die Beschwerdeführerin reichte auch eine Stellungnahme von Dr. D.____ ein. Zuhanden 
des Rechtsvertreters liess dieser in seiner E-Mail vom 5. Januar 2023 verlauten, dass das CRPS 
eine sehr komplexe Erkrankung sei. Diese trete nur nach einem Trauma, also einem Unfall, einer 
Verletzung oder einer Operation auf. Der Verlauf sei sehr individuell und könne nicht vorausge-
sagt werden. So könnten im Verlauf verschiedene unterschiedliche Symptome zu unterschiedli-
chen Zeiten auftreten und sodann vorübergehend verschwinden, um dann später erneut aufzu-
treten. Die Symptome könnten sich dabei verändern; sie seien also nicht immer zwingend gleich. 
Es gebe zudem wellenförmige Verläufe mit ruhigen und aktiven Phasen. Dies erkläre, warum 
Betroffene unter Umständen symptomfrei, aber nicht vom CRPS geheilt seien. Unbestritten sei, 
dass es sich um neuropathische Schmerzen handeln würde als Folge neuropathischer Verände-
rungen. Zudem gebe es Veränderungen im Rückenmark und in anderen Teilen des zentralen 
Nervensystems. Dabei spiele die neuronale Plastizität eine Rolle. ln den letzten Jahren fänden 
sich auch Abweichungen auf zellulärer Ebene, bei Neurotransmittern und in speziellen Proteinen. 
Diese würden zu Symptomen in anderen Organsystemen wie bspw. Kontrakturen in der Musku-
latur und den Gelenken führen. Ebenfalls unklar sei noch die Zeitdauer eines CRPS. Der Literatur 
sei zu entnehmen, dass ungefähr zwei Drittel bis drei Viertel der Fälle bei früher Diagnose und 
rascher adäquater Therapie in den ersten drei Monaten ausheilen würden. Der Rest verheile in 
etwa mit den gleichen Verhältnissen in weiteren drei Monaten. Die übrigen Fälle hätten eine un-
bestimmte, nicht voraussehbare Dauer. Allerdings gebe es in diesen Fällen eine imaginäre Linie 
von ein bis zwei Jahren, in denen die Mehrzahl auch noch abheile. Nur ein kleiner Teil der Fälle 
von wenigen Prozenten dauere länger. Festzustellen sei jedoch, dass auch bei den abgeheilten 
Fällen – je nach Verlauf – chronische neuropathische Schmerzen bestehen bleiben könnten. 
Diese würden auch als chronische neuropathische Schmerzen nach CPRS bezeichnet. Die Be-
troffenen hätten dann keine klinischen CRPS-Symptome mehr, nur noch die Schmerzen, was auf 
die Beschwerdeführerin nicht zutreffe, da sie ja noch klinische Symptome habe. Einen gültigen 
und definierten Endpunkt für das CRPS, an dem es als geheilt gelte, gebe es nicht. Diese Erläu-
terungen träfen genau auf die Beschwerdeführerin zu und würden erklären, warum sie immer 
noch an einem CRPS leide und Dr. C.____ diese Diagnose habe stellen müssen. 
 
4.4 Im Rahmen der Parteiverhandlung hielt die Beschwerdeführerin betreffend ihren Ge-
sundheitszustand fest, dass sie seit dem Unfall im Jahr 2008 immer Schmerzen habe. Es habe 
seither keinen Monat mehr gegeben, in dem sie schmerzfrei gewesen sei. Die Schmerzintensität 
sei unterschiedlich. So habe sie im Sommer weniger Schmerzen, ausser wenn es viel regne und 
feucht sei. Ab Herbst würden sich die Schmerzen intensivieren.  
 
5.1.1 Mit Blick auf die vorstehend genannten Berichte ist zunächst festzuhalten, dass das Kan-
tonsgericht (wie auch das Bundesgericht) das Gutachten von Dr. B.____ vom 26. Dezember 
2017 bereits im Verfahren KGSV 725 19 188 grundsätzlich als schlüssig und nachvollziehbar 
bezeichnete. Im Urteil vom 15. Oktober 2020 hielt es im Wesentlichen fest, dass Dr. B.____ im 
Rahmen seiner Untersuchung keine unfallkausale somatische Diagnose mit Auswirkung auf die 

 

 
 
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Arbeitsfähigkeit mehr stellen konnte, weshalb ein Revisionsgrund im Vergleich zwischen der ur-
sprünglichen Rentenverfügung vom 19. März 2014 und dem angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 16. April 2019 grundsätzlich zu bejahen war. Das Bundesgericht bestätigte diese Beurteilung 
und hielt im Urteil vom 25. Oktober 2021, 8C_173/2021, E.4.2, fest, dass Dr. B.____ nach eigenen 
Untersuchungen und in Berücksichtigung der Vorakten schlüssig und nachvollziehbar dargelegt 
habe, dass im massgebenden Zeitraum eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes 
eingetreten sei. Namentlich habe er im Zeitpunkt seiner Untersuchung das Vorliegen eines CRPS 
ausgeschlossen und erkannt, es könne keine unfallkausale somatische Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt werden. Damit kamen sowohl das Kantonsgericht als auch 
das Bundesgericht zum Schluss, dass sich die Symptome des CRPS im Zeitpunkt der Leistungs-
einstellung nicht mehr objektivieren liessen, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang zum 
Unfallereignis vom 16. September 2008 zu Recht verneint wurde. Diese Auffassung ist entgegen 
der Beschwerdeführerin auch im vorliegenden Verfahren zu bestätigen und es ist somit festzu-
stellen, dass die damalige Leistungseinstellung zu Recht erfolgte. Dies hat für zur Folge, dass ein 
Rückfall im Sinne von Art. 11 UVV – wie er von der Beschwerdeführerin behauptet wird – nur 
angenommen werden kann, wenn sie das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank-
heit mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit nachzuweisen vermag. Dies gelingt der Beschwerdeführerin jedoch nicht. In ihrem Schrei-
ben an die Beschwerdegegnerin vom 22. Dezember 2022 machte sie geltend, dass sich die Be-
schwerden seit der Leistungseinstellung per Ende 2017 verstärkt hätten und sie an einem CRPS 
leide, welches auf den Grundfall zurückzuführen sei. Sinngemäss stellte sie sich auf den Stand-
punkt, dass das vermeintlich verheilte CRPS erneut aufgeflackert sei und Beschwerden verursa-
che. Entsprechend behandelte die Beschwerdegegnerin die Eingabe der Beschwerdeführerin im 
angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. April 2023 als Rückfall im Sinne von Art. 11 UVV 
(vgl. oben E. 2). Wie oben in Erwägung 3.2 ausgeführt, kann unter diesem Titel aber keine un-
eingeschränkte neuerliche Prüfung vorgenommen werden. Vielmehr ist von der rechtskräftigen 
Beurteilung auszugehen und die Anerkennung eines Rückfalls oder von Spätfolgen setzt eine 
nachträgliche Änderung der anspruchsrelevanten Verhältnisse voraus (BGE 144 V 245 E. 6.2); 
eine solche Veränderung kann vorliegend nicht bestätigt werden. So verzichtete die Beschwer-
deführerin in ihrem Schreiben vom 22. Dezember 2022 konkret darzulegen, ob eine Verschlim-
merung des Gesundheitszustands seit Dezember 2017 eingetreten sei und machte pauschal eine 
Verschlechterung desselben geltend, indem sie angab, vermehrt an Schmerzen zu leiden. So-
dann wies sie auf den Bericht von Dr. C._____ vom 16. September 2022 hin, der das Vorliegen 
eines CRPS bestätigte. Diese Aussage trifft zu, daraus aber kann nicht geschlossen werden, 
dass auch eine massgebliche Veränderung des Gesundheitszustands eingetreten ist. Bei ge-
nauer Betrachtung des Berichts von Dr. C.____ fällt nämlich auf, dass er zwar die einzelnen 
Voraussetzungen für die Diagnose eines CRPS erwähnt, aber letztlich keinen rechtsgenügenden 
Vergleich mit der medizinischen Situation Ende Dezember 2017 vornahm. Die für die Annahme 
eines Rückfalls im Sinne von Art. 11 UVV erforderliche Veränderung vermochte er daher nicht 
dazulegen. Dies ergibt sich insbesondere aus seiner Gegenüberstellung der Budapest Kriterien 
aufgrund der Anamnese und der aktuellen Befunde. Dabei resultierten praktisch die gleichen Er-
gebnisse mit Ausnahme, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen seiner Untersuchung im Sep-
tember 2022 nicht mehr an einer Asymmetrie der Hauttemperatur litt und auch der Tremor nicht 
mehr nachgewiesen werden konnte. Daraus kann gesamthaft betrachtet keine Verschlechterung 

 

 
 
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des Gesundheitszustands abgeleitet werden, welcher die rechtlichen Anforderungen an einen 
Rückfall im Sinne von Art. 11 UVV erfüllt. Auch den Ausführungen von Dr. D.____ vom 5. Januar 
2023 ist keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin in 
der relevanten Zeitspanne zu entnehmen. Er befasste sich in seinem Bericht eher aus wissen-
schaftlicher Sicht mit der Diagnose des CRPS. So wies er in diesem Zusammenhang darauf hin, 
dass es sich dabei um eine komplexe Erkrankung von unterschiedlicher Heilungsdauer handle, 
die wellenartig auftreten könne, was durchaus nachvollziehbar erscheint. Diese Ausführungen 
sind jedoch in Bezug auf den konkreten Fall nicht zentral, tragen sie doch nichts dazu bei, die 
Frage des Vorliegens eines Rückfalls im Sinne von Art. 11 UVV zu beantworten. Wenn Dr. D.____ 
sodann weiter ohne konkrete Begründung zum Schluss kommt, dass die Beschwerdeführerin an 
einem CRPS leide und Dr. C.____ deshalb diese Diagnose habe stellen müssen, kann ihm nicht 
gefolgt werden, lässt sich daraus doch wiederum kein veränderter Gesundheitszustand ableiten. 
Ein solcher wird auch von der Beschwerdeführerin im Rahmen der Parteiverhandlung nicht kon-
kret geäussert. Auf entsprechende Frage des Gerichts wies sie darauf hin, dass sie seit dem 
Unfall im September 2008 Schmerzen habe. Daraus muss geschlossen werden, dass sie seit 
Jahren an gleichbleibenden Schmerzen leidet und keine im Sinne von Art. 11 UVV anspruchsbe-
gründende Veränderung eingetreten ist. Daran ändert nichts, dass Beschwerdeführerin angab, 
Dr. C._____ aufgesucht zu haben, weil es ihr seit der Leistungseinstellung schlechter gegangen 
sei, steht aufgrund der vorstehenden Erwägungen doch fest, dass seinem Bericht diesbezüglich 
keine konkrete Beurteilung zu entnehmen ist.  
 
5.1.2 Zusammenfassend ist als Zwischenergebnis festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
den Nachweis einer nachträglichen Änderung der anspruchsrelevanten Verhältnisse nicht zu er-
bringen vermag. Unter diesen Umständen ist das Vorliegen eines Rückfalls mit Wiederaufflackern 
einer vermeintlich abgeheilten Krankheit im Sinne von Art. 11 UVV und der natürliche Kausalzu-
sammenhang mit dem Unfall vom 16. September 2008 entgegen ihrer Auffassung zu verneinen.  
 
5.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. So bringt sie 
in ihrer Beschwerde zunächst vor, dass ihr die IV-Stelle in Würdigung der vorliegend interessie-
renden Beschwerdesituation seit Januar 2021 eine ganze Rente ausrichte. Sinngemäss macht 
sie damit geltend, dass dieser Umstand auch für das vorliegende Verfahren von Bedeutung sei. 
Die Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht auf die unter-
schiedlichen Zweckbestimmungen der Invaliden- und der Unfallversicherung hin. So hat die In-
validenversicherung als finale Versicherung im Unterschied zur Unfallversicherung sämtliche Lei-
den unabhängig von ihrer Ursache zu berücksichtigen. Demgegenüber geht es im vorliegenden 
Verfahren einzig darum, ob die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden unfallbe-
dingt sind (Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2013, 8C_359/2013, E. 3). Der Verweis der 
Beschwerdeführerin auf die volle Rentenzusprache durch die Invalidenversicherung ab Januar 
2021 hat somit für das vorliegende Verfahren keine massgebliche Bedeutung bzw. Bindungswir-
kung. Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Rentenentscheid der Invalidenversicherung vom 1. 
März 2020 auf dem Gutachten von PD Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 17. Oktober 2019 und der von ihm aufgrund der diagnostizierten mittelgradigen bis schweren 
depressiven Episode festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit von 75 % beruht. Im vorliegenden unfall-
versicherungsrechtlichen Verfahren ist jedoch eine CRPS und damit ein neuropathisches 

 

 
 
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Schmerzsyndrom zu beurteilen, wovon auch Dr. D.____ ausging und was von der Beschwerde-
führerin ausdrücklich anerkannt wurde. In Bezug auf die psychiatrische Diagnose einer Depres-
sion müsste daher entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin eine besondere Prüfung 
des adäquaten Kausalzusammenhangs nach den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem 
Unfall entwickelten Grundsätzen gemäss BGE 115 V 133 erfolgen. Das Kantonsgericht hat diese 
Prüfung der Adäquanz bereits im Urteil vom 25. Oktober 2021, KGSV 725 19 188, E. 9 vorge-
nommen und verneint. Darauf kann verwiesen werden und weitere Ausführungen erübrigen sich 
damit. 
 
5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin den Nachweis einer 
Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-
bracht hat. Das Vorliegen eines Rückfalls im Sinne von Art. 11 UVV ist damit zu verneinen. Der 
geltend gemachte Anspruch auf Versicherungsleistungen aus dem Unfallereignis vom 16. Sep-
tember 2008 ist daher mangels natürlicher und adäquater Kausalität abzulehnen. 
 
6.1 Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die unentgelt-
liche Verbeiständung im Einspracheverfahren zu Recht verweigert hat. 
 
6.2.1 Einer Gesuch stellenden Person wird ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo 
die Verhältnisse es für das Verwaltungsverfahren erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG) resp. für das 
kantonale Beschwerdeverfahren rechtfertigen (Art. 61 lit. f ATSG; vgl. auch Art. 29 Abs. 3 Satz 2 
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999). 
 
6.2.2 Kumulative Voraussetzungen für die unentgeltliche Verbeiständung im Rahmen von Art. 
37 Abs. 4 ATSG sind Bedürftigkeit, Nichtaussichtslosigkeit der Rechtsbegehren sowie sachliche 
Gebotenheit der Vertretung (BGE 132 V 200 E. 4.1). Die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertre-
tung als Voraussetzung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im sozialversi-
cherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren ist nur in Ausnahmefällen zu bejahen. Denn aufgrund 
des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 ATSG) haben Versicherungsträger und Durchführungs-
organe der einzelnen Sozialversicherungen den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung 
der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzes-
gebundenheit (BGE 136 V 376) zu ermitteln. Um die Notwendigkeit bejahen zu können, müssen 
sich gemäss höchstrichterlicher Praxis schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen und 
eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach- und 
Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 200 E. 4.1). Zu 
berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalls, die Eigenheiten der anwendbaren Verfah-
rensvorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Dabei fallen neben der 
Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts auch in der Person 
des Versicherten oder der Versicherten liegende Gründe in Betracht, wie etwa die Fähigkeit, sich 
im Verfahren zurechtzufinden (BGE 125 V 32 E. 4b). Praktisch ist zu fragen, ob eine nicht bedürf-
tige Partei unter sonst gleichen Umständen vernünftigerweise eine Rechtsanwältin oder einen 
Rechtsanwalt beiziehen würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist und das Interesse am 
Prozessausgang den Aufwand rechtfertigt (BGE 103 V 46, 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 

 

 
 
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2.2, 128 I 225 E. 2.5.2). Zudem gilt, dass die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung prospek-
tiv zu beurteilen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2017, 8C_835/2016, E. 6.4.2). 
 
6.3 Ist in einem Verwaltungsverfahren die rechtliche Relevanz ärztlicher Berichte zu beur-
teilen, sind medizinische Kenntnisse und juristischer Sachverstand erforderlich. Über beides ver-
fügen die versicherten Personen in der Regel nicht. Trotzdem kann allein deswegen nicht von 
einer komplexen Fragestellung gesprochen werden, die eine anwaltliche Vertretung gebieten 
würde. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der Anspruch auf unentgeltliche 
Verbeiständung in praktisch allen Verwaltungsverfahren bejaht werden müsste, in denen medizi-
nische Unterlagen zur Diskussion stehen. Dies würde der Konzeption von Art. 37 Abs. 4 ATSG 
widersprechen. Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach 
und eine anwaltliche Vertretung als notwendig bzw. sachlich geboten erscheinen lassen (Urteile 
des Bundesgerichts vom 13. September 2016, 8C_468/2016, E. 3.2 und vom 21. November 
2012, 9C_676/2012, E. 3). An die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Verbeiständung ist 
ein sehr strenger Massstab anzulegen (BGE 132 V 200 E. 5.1.3; SVR 2009 IV Nr. 48 S. 144 E. 
4.4.1 [9C_991/2008]). 
 
6.4.1 Umstritten ist, ob die Voraussetzung der sachlichen Gebotenheit der rechtlichen Vertre-
tung durch Advokat Bläsi erfüllt ist, wobei zu prüfen ist, ob besondere Umstände gegeben sind, 
welche die anwaltliche Vertretung im vorliegenden Fall als (ausnahmsweise) notwendig erschei-
nen lassen. Ein solcher Ausnahmefall liegt – wie in Erwägung 6.3 hiervor dargelegt – vor, wenn 
sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen oder wenn in der Person der 
Beschwerdeführerin Gründe gegeben sind, die dazu führen, dass sie sich im Verfahren nicht 
zurechtfindet. 
 
6.4.2 In Bezug auf die Komplexität des Falls lässt sich in tatsächlicher Hinsicht Folgendes 
feststellen: Die Beschwerdeführerin holte bei Dr. C.____ und bei Dr. D.____ je einen Bericht be-
treffend ihren gesundheitlichen Zustand und zur Frage des Vorliegens eines CRPS ein. Gestützt 
auf diese Unterlagen machte sie bei der Beschwerdegegnerin einen Rückfall geltend. Bei dieser 
Sachlage sind die medizinischen Akten jedoch gut überschaubar und die Komplexität der vorlie-
gend zur Diskussion stehenden Frage, ob ein Rückfall vorliegt, erweist sich weder in rechtlicher 
noch in tatsächlicher Natur als schwierig und es brauchte dazu keiner anwaltlichen Vertretung. 
Verlässliche Hinweise darauf, dass die subjektiven Verhältnisse der Beschwerdeführerin 
(Sprachkenntnisse, psychischer Gesundheitszustand) eine solche nötig gemacht hätten, sind we-
der ersichtlich noch substantiiert dargetan.  
 
6.5 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass vorliegend die sachliche Gebo-
tenheit einer unentgeltlichen Verbeiständung gestützt auf die rechtsprechungsgemäss strengen 
Anforderungen an die Notwendigkeit anwaltlicher Vertretung im Verwaltungsverfahren zu vernei-
nen ist. Damit erübrigt sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen (Bedürftigkeit/Aussichts-
losigkeit). Der Antrag, wonach der Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren die unentgeltli-
che Verbeiständung zu bewilligen ist, ist als unbegründet abzuweisen.  
 

 

 
 
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7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 
Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz 
vorgesehen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren hat die Beschwerdeführerin um Bewilligung der 
unentgeltlichen Verbeiständung ersucht. Das Kantonsgericht hat diesem Gesuch mit Verfügung 
vom 6. Juni 2023 entsprochen und der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Verbeiständung 
mit Advokat Stephan Bläsi bewilligt. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Advokaten vom 
17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro 
Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 14. Dezem-
ber 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 24 Stunden und 34 Minuten gel-
tend gemacht, was sich Anbetracht der Komplexität der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen im Vergleich mit ähnlich gelagerten Fall als zu hoch erweist. Insbesondere sind die 
geltend gemachten Aufwände für die Beschwerde um 1 Stunde und 20 Minuten und für das Plä-
doyer um 2 Stunden und 30 Minuten zu kürzen, woraus ein Gesamtaufwand von 20 Stunden und 
44 Minuten resultiert. Nicht zu beanstanden sind die ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 
262.80. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist deshalb ein reduziertes Honorar von 
Fr. 4'749.-- (20,73 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 262.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist.  
 
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein reduziertes Honorar in der 
Höhe von Fr. 4'749.-- (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus 
der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

 
 
Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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