# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b5e3c2c-b4be-5b96-9b2a-13cdc646c9c1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 13.09.2011 U 2011 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2011-64_2011-09-13.pdf

## Full Text

U 11 64

1. Kammer 

URTEIL
vom 13. September 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. a) Im Kantonsamtsblatt Nr. 21 vom 26. Mai 2011 lud die Stiftung … in einem 

offenen Verfahren nach GATT/WTO zur Vergabe des Auftrages „BKP 23 

Elektroanlagen“ im Zusammenhang mit dem Neubau Alterswohnungen … in 

Vella. Als Zuschlagskriterien festgelegt wurden dabei der Preis, die Qualität 

sowie die Leistungsfähigkeit, ohne jedoch eine prozentuale Gewichtung der 

Zuschlagskriterien zu nennen. Termin zur Einreichung des Angebots war der 

5. Juli 2011.

b) Innert Eingabefrist gingen bei der Vergabebehörde drei Offerten ein. 

Anlässlich der Offertöffnung vom 8. Juli 2011 ergab sich folgendes Bild:

• C. Fr. 352'053.65

• A. Fr. 351'986.70

• B. Fr. 374’375.80

Nach Prüfung der eingegangenen Offerten schloss die Stiftung ... die Offerten 

der C. und der A. aus nachfolgenden Gründen aus: 

Im Devis waren in den Positionen BKP 239 R 591.111.003 (Diverses) und 

BKP 233.1 R 585.771.291 (Lieferung von Leuchten und Lampen) jeweils 

Richtpreise von Fr. 16'000.-- bzw. von Fr. 4'000.-- vorgesehen gewesen. Die 

beiden vom Verfahren ausgeschlossenen Anbieter hatten diese Preise in der 

Weise abgeändert, dass die C. bei der Position „Diverses“ den Richtpreis von 

Fr. 16'000.-- auf Fr. 1'500.-- und bei der Position „Lieferung von Leuchten und 

Lampen“ von Fr. 4'000.-- auf Fr. 100.-- reduzierte. Die A. setzte in beiden 

Positionen den Betrag von Fr. 0.-- ein. 

c) Mit Entscheid vom 18. Juli 2011, mitgeteilt am 19. Juli 2011, vergab die 

Baukommission der Stiftung ... den Auftrag „Neubau Alterswohnungen ..., 

BKP 23 Elektroanlagen“ sodann mit der Begründung an die B., diese habe 

unter Berücksichtigung der in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten 

Zuschlagskriterien das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht. Die 

Bedingungen gemäss Ausschreibungsunterlagen würden beim 

berücksichtigten Angebot vollumfänglich erfüllt. 

2. Gegen die Auftragsvergabe an die B. erhob die A. am 2. August 2011 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte die Aufhebung des Vergabeentscheides und die Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz bzw. die Aufhebung des Vergabeentscheides unter 

gleichzeitiger Erteilung des Zuschlags für die ausgeschriebenen 

Elektroarbeiten BKP 23 an die A. Zudem sei der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Vorinstanz zu untersagen, 

pendente lite mit der B. einen Werkvertrag für die ihr im strittigen Verfahren 

zugeschlagenen Arbeiten abzuschliessen. Zur Begründung führte die 

Beschwerdeführerin aus, beim Einlesen der elektronisch abgegebenen 

Offertenunterlagen sei der entsprechende Richtpreis von Fr. 16'000.-- in der 

BKP Position 239 R 591.111.003 automatisch gelöscht worden. Deshalb habe 

sie bei dieser Position keinen Preis eingesetzt bzw. habe es unterlassen, den 

genannten Betrag in ihr Angebot zu übernehmen. Die zitierte BKP-Position 

sei überdies als Kuriosum sondergleichen zu bezeichnen. Vom Anbieter 

werde nämlich die Übernahme eines nicht nachvollziehbaren Schätzwertes 

verlangt, welcher sich jeglicher konkreten Kalkulation entziehe, indem kein 

Anbieter sich etwas unter „Unvorhergesehenes“ bzw. „Zusatzwünsche der 

Bauherrschaft“ vorstellen könne. Eine solche Ausschreibung widerspreche 

offensichtlich den einschlägigen Submissionsbestimmungen. In Art. 12 Abs. 

2 SubV sei nämlich vorgesehen, dass die Ausschreibungsunterlagen die 

erforderlichen Angaben über alle Faktoren, welche die Preisberechnung 

bedingen, so vollständig enthalten sollen, dass deren Bedeutung richtig 

beurteilt werden könne. Die Leistungen seien grundsätzlich in besonderen 

Positionen aufzuführen, wobei sie möglichst objektiv und umfassend zu 

ermitteln seien. Somit könne von einem Offerenten bestimmt nicht verlangt 

werden, dass er einen solchen Richtpreis unbesehen in seinem Angebot 

stehen lasse. Richtpreise dienten dem Architekten zur Erstellung eines 

Kostenvoranschlages zuhanden der Bauherrschaft. In einem Devis hätten sie 

jedoch als fixe Grössen nichts zu suchen, ansonsten man bei einer 

Arbeitsvergabe von vornherein anstatt auf Offerten mit konkret kalkulierten 

Preisen auf allgemeine - vorgegebene - Schätzungen abstellen könnte, was 

natürlich jedem öffentlichen Submissionsrecht krass widerspreche. Daher 

könne die Abänderung eines solchen Richtpreises auch nicht zum Ausschluss 

einer Offerte führen. 

Aber selbst wenn die Offerte in der fraglichen Position einen Fehler enthalten 

sollte, würde dies für einen Ausschluss aus dem Verfahren nicht genügen; 

denn diese Position sei im Verhältnis zum Gesamtbetrag unbedeutend und 

wirke sich auch nicht auf das Gesamtergebnis aus. Würde man den 

vorgegebenen Richtpreis zum Gesamtpreis der beschwerdeführerischen 

Offerte aufrechnen, ergäbe dies eine Offertsumme von Fr. 367'986.70, womit 

sie immer noch einiges unter dem berücksichtigten Angebot von Fr. 

374'377.95 (recte: Fr. 374'375.80) liege. 

3. Mit Vernehmlassung vom 15. August 2011 beantragte die Stiftung ... die 

Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie aus, die 

vorgeschriebenen Richtpreise in den fraglichen Positionen von Fr. 16'000.-- 

bzw. von Fr. 4'000.-- seien unabänderlich gewesen. In Position BKP 239 R 

591.111.003 (Diverses) sei ausdrücklich festgehalten: „Für 

Unvorhergesehenes und Zusatzwünsche wird ein Richtpreis eingesetzt. Die 

Verrechnung erfolgt ausschliesslich nach Freigabe der Bauherrschaft.“ Sinn 

und Zweck dieser Richtpreise sei auch die Herstellung der Vergleichbarkeit 

der eingehenden Offerten in den noch nicht abschliessend bekannten 

Arbeiten gewesen. Art. 22 SubG halte klar fest, dass eine Auftraggeberin ein 

eingereichtes Angebot vom Verfahren ausschliessen dürfe. Weise eine 

Offerte Ausschlussgründe auf, sei die Vergabebehörde auch aus Rücksicht 

auf die ordnungsgemäss eingereichten Angebote verpflichtet, ein Angebot 

auszuschliessen. Wer statt der vorgeschriebenen Richtpreise von Fr. 16'000.-

- bzw. Fr. 4'000.-- einen Betrag von Fr. 0.-- einsetze, verweigere in diesen 

Positionen ein Angebot. Damit habe die Beschwerdeführerin die Bedingung 

von Ziff. 18 der Ausschreibung, wonach die Anbieter ein komplett 

ausgefülltes, unabgeändertes Originaldevis in Papierform einzureichen 

hätten, verletzt. Die Offerte sei daher offensichtlich unvollständig und müsse 

in Anwendung von Art. 22 lit. c SubG zwingend ausgeschlossen werden. Bei 

der Abänderung der Richtpreise in den einschlägigen Positionen handle es 

sich auch nicht um einen untergeordneten Mangel, der einen Ausschluss des 

Angebotes als überspitzt formalistisch erscheinen liesse. Es treffe zudem 

nicht zu, dass eine Offerte in diesen Positionen nicht möglich gewesen bzw. 

die Übernahme der Richtpreise durch die EDV verunmöglicht worden sei. 

Diese unsubstanziiert vorgebrachte Behauptung werde durch den Umstand 

widerlegt, dass die B. ohne Weiteres in der Lage gewesen sei, die eingefügten 

Richtpreise zu übernehmen. 

Daran vermöge auch der Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu ändern, 

wonach eine Aufrechnung der nicht abgeänderten Richtpreise immer noch 

zum günstigeren Angebot als demjenigen der B. führe. Dies treffe nicht ohne 

Weiteres zu. Der Preisunterschied zur B. würde sich nämlich bei Aufrechnung 

der beiden Beträge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer um Fr. 21'600.-- verringern 

und würde nur noch Fr. 800.-- betragen. Ein solch geringer Preisunterschied 

wäre aber für die Vergabe nicht mehr ausschlaggebend. 

Des Weiteren habe sich die Beschwerdeführerin auch im vorliegenden 

Verfahren nicht bereit erklärt, die beiden Richtpreise von insgesamt Fr. 

20'000.-- zu akzeptieren. Sie habe die Vergabebehörde bis heute im Unklaren 

gelassen, welchen Preis sie bei der Abrechnung ihrer nicht offerierten 

Positionen berechnen würde, weshalb nicht ausgeschlossen werden könne, 

dass das Angebot der Beschwerdeführerin im Ergebnis teurer als dasjenige 

der B. sei. 

4. Mit Schreiben vom 25. August 2011 verzichtete die A. nach Einsichtnahme in 

die Vernehmlassung der Stiftung ... unter Bestreitung derer Argumentation 

und Bestätigung der eigenen Ausführungen in der Beschwerde auf die 

Einreichung einer nachträglichen Stellungnahme. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der Vergabeentscheid 

der Baukommission der Stiftung ... vom 18. Juli 2011, worin der 

ausgeschriebene Auftrag „Neubau Alterswohnungen ..., BKP 23 

Elektroanlagen“ an die B. mit dem Vermerk wirtschaftlich günstigstes Angebot 

unter Berücksichtigung der in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten 

Zuschlagskriterien, erteilt wurde. Strittig und zu prüfen ist, ob die Stiftung ... 

die Offerte der Beschwerdeführerin zu Recht für ungültig erklärt hat.

b) Auf das Verfahren gelangen die GATT/WTO-Übereinkommen über das 

öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 (SR 0.632.231.422), die 

Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 

15. März 2001 (IVöB; BR 803.510) sowie das kantonale Submissionsgesetz 

vom 10. Februar 2004 (SubG; BR 803.300) und die kantonale 

Submissionsverordnung vom 25. Mai 2004 (SubV; BR 803.310) zur 

Anwendung. Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung der 

Beschwerde ist unbestritten. Sie ergibt sich aus Art. 15 Abs. 1 IVöB in 

Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 SubG. Als durch Beschwerde selbständig 

anfechtbare Verfügungen gelten unter anderem auch der Zuschlag und der 

Ausschluss vom Verfahren (Art. 15 Abs. 1bis lit. d und e IVöB, Art. 25 Abs. 2 

lit. c SubG). Weder in der IVöB noch im SubG geregelt ist demgegenüber die 

Frage der Beschwerdelegitimation. Mangels spezialrechtlichen 

Bestimmungen findet deshalb das kantonale Verwaltungsverfahrensrecht 

Anwendung (so bereits: Galli/Lehmann/Rechsteiner, Das öffentliche 

Beschaffungswesen in der Schweiz, Zürich 1996, S. 170). Für die 

Beschwerdelegitimation ist somit auf Art. 50 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 31. August 2006 (VRG; BR 370.100) und die 

dazu vom Verwaltungsgericht allgemein und im Zusammenhang mit 

Submissionsverfahren entwickelten Grundsätze abzustellen.

c) Zur Anfechtung einer Verfügung ist nach Art. 50 VRG befugt, wer durch sie 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung hat. Erforderlich ist dabei ein besonderes Interesse, das sich aus 

einer nahen und beachtenswerten Beziehung der Beschwerdeführerin zum 

Streitgegenstand ergibt. Diese muss durch die unrichtige Rechtsanwendung 

somit in höherem Masse betroffen sein als jedermann. Eine Beeinträchtigung 

der subjektiven Rechtsstellung ist nicht vorausgesetzt. Jedes eigene, aktuelle 

Rechtsschutzinteresse vermag die Legitimation zu begründen. Das 

Rechtsschutzinteresse besteht danach im praktischen Nutzen, den die 

erfolgreiche Beschwerde der Beschwerdeführerin eintragen würde, oder, 

anders gesagt, in der Abwendung eines wirtschaftlichen, ideellen, materiellen 

oder anders gearteten Nachteiles, den die angefochtene Anordnung für sie 

zur Folge hätte. Ihr Interesse kann mithin also auch bloss tatsächlicher Natur 

sein, doch muss es auf jeden Fall schutzwürdig sein, d.h. im 

Beschwerdeverfahren berücksichtigt zu werden verdienen. Diese 

Voraussetzung ist erfüllt, wenn die rechtliche oder tatsächliche Stellung der 

Beschwerdeführerin durch den Ausgang des Beschwerdeverfahrens 

unmittelbar beeinflusst werden kann. Im Falle einer Submission ist das 

Rechtsschutzinteresse nur zu bejahen, wenn die Beschwerdeführerin selbst 

eine konkrete Chance auf den Erhalt der bemängelten Arbeitsvergabe erhält. 

Mit diesen Anforderungen soll die "Popularbeschwerde" ausgeschlossen 

werden (VGU U 10 32, U 10 37, U 10 45, U 10 81).

Vorliegend reichte die Beschwerdeführerin unstreitig das preislich niedrigste 

Angebot ein. Es gilt jedoch zu beachten, dass im Falle einer Gutheissung bei 

der beschwerdeführerischen Offerte eine Aufrechnung im Umfang der nicht in 

die Offerte aufgenommenen Richtpreise von Fr. 20'000.-- plus 8% 

Mehrwertsteuer (= Fr. 21'600.--) vorgenommen werden müsste. Auch der 

Offerte der C. müsste der Betrag von Fr. 18'400.-- plus 8% Mehrwertsteuer (= 

Fr. 19'872.--) aufgerechnet werden, da diese in den beiden fraglichen 

Positionen immerhin insgesamt Fr. 1'600.-- offeriert hatte. Dies hätte zur 

Folge, dass die Offerte der Beschwerdeführerin (Fr. 373'586.70) preislich 

hinter jener der C. (Fr. 371'925.65) aber noch vor jener der B. (Fr. 374'375.80) 

Zweitplatzierte wäre, allerdings mit geringem Abstand zu den beiden anderen. 

Für den Zuschlag wären aber auch die Kriterien Qualität und 

Leistungsfähigkeit zu bewerten, so dass der Ausgang des Verfahrens offen 

wäre. Demnach hat die Beschwerdeführerin im Falle der Gutheissung der 

Beschwerde durchaus Aussicht auf den Zuschlag, weshalb auf die 

Beschwerde einzutreten ist.

2. a) Vorweg ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass mit dem 

vorliegenden Entscheid in der Hauptsache der beschwerdeführerische Antrag 

auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung obsolet wird. 

b) Die Stiftung ... hat den Zuschlag im vorliegend zu beurteilenden 

Submissionsverfahren der B. erteilt. Sie begründete dies damit, dass die B. 

das wirtschaftlich günstigste Angebot unter Berücksichtigung der in den 

Ausschreibungsunterlagen festgelegten Zuschlagskriterien eingereicht habe. 

Die Bedingungen gemäss Ausschreibungsunterlagen würden beim 

berücksichtigten Angebot vollumfänglich erfüllt. Die Beschwerdeführerin als 

preisgünstigste Anbieterin wurde infolge abgeänderter Richtpreise vom 

Verfahren ausgeschlossen. Nachfolgend gilt es somit zu entscheiden, ob die 

Offerte der Beschwerdeführerin zu Recht für ungültig erklärt worden ist. 

c) Ausschreibungsunterlagen haben gemäss Art. 11 lit. c und Art. 12 Abs. 1 lit. 

b SubV den Gegenstand und den Umfang des Auftrages zu enthalten. 

Präzisierend und ergänzend schreibt Art. 12 Abs. 2 SubV vor, dass die 

Ausschreibungsunterlagen die erforderlichen Angaben über alle Faktoren, 

welche die Preisberechnung bedingen, so vollständig enthalten sollen, dass 

deren Bedeutung richtig beurteilt werden kann. Grundsätzlich sind die 

Leistungen in besonderen Positionen aufzuführen, wobei sie möglichst 

objektiv und umfassend zu ermitteln sind. Diese Vorschriften stellen sicher, 

dass den Anbietern der genaue Leistungsauftrag bekannt ist, so dass sie eine 

Offerte einreichen können, die den Anforderungen der Ausschreibung 

entspricht. Jeder Unternehmer soll wissen, welche Leistung er zu erbringen 

hat. Ausserdem soll er sich darauf verlassen können, dass der Auftraggeber 

mit dem Zuschlagsempfänger keinen Vertragsinhalt vereinbart, welcher vom 

Leistungsbeschrieb abweicht. Demnach sind nachträgliche Änderungen des 

Beschaffungsauftrages oder von Zuschlagskriterien unzulässig und führen 

unter Umständen zu einer Neuausschreibung (VGU U 10 33 E. 1).

d) Nach Art. 22 lit. c SubG wird ein Angebot insbesondere dann von der 

Berücksichtigung ausgeschlossen, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, 

das unvollständig ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht 

entspricht. Gemäss Rechtsprechung gilt ein strenger Massstab für das 

Erfordernis der Übereinstimmung zwischen dem Leistungsverzeichnis und 

den eingereichten Offerten. Den Anbietern soll damit gewährleistet werden, 

dass keiner der Wettbewerbsteilnehmer bevorzugt wird bzw. alle mit gleich 

langen Spiessen kämpfen. Für die Vergabebehörde andererseits wird damit 

eine klare, übersichtliche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende 

Ausgangslage geschaffen. Die Bestimmungen sind zwar streng auszulegen, 

aber nicht so absolut zu verstehen, dass die Vergabebehörde nicht 

Erläuterungen von den Anbietern verlangen darf. Diese nachträglichen 

Auskünfte dürfen jedoch weder eine Änderung der Angebotsgrundlage noch 

der offerierten Preise bewirken (Art. 25 SubV). Allein das Vorliegen 

ausschreibungskonformer Angebote ermöglicht es der Vergabebehörde, 

einen aussagekräftigen Überblick über Materialpreis, Materialmengen, 

Qualität, Löhne, Arbeitszeiten usw. zu bekommen, die eingegangenen 

Angebote auf einen Nenner zu bringen und diese rasch zu vergleichen. Nur 

dadurch ist die entscheidende Behörde in der Lage, die einzelnen Angebote 

seriös und rechtsgleich zu prüfen (VGU U 10 81 E. 5a; vgl. auch PVG 2001 

Nr. 41 E. 1).

e) Diese Praxis wurde indes dahingehend präzisiert, dass – um sich nicht dem 

Vorwurf eines überspitzten Formalismus auszusetzen – seitens der 

Vergabebehörden in Bezug auf die Ungültigerklärung und den Ausschluss 

von Offerten namentlich dort eine gewisse Zurückhaltung verlangt wird, wo 

die fehlenden Angaben ohne grossen Aufwand durch diese selbst ergänzt 

werden könnten oder die Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Angebotes 

nicht im Entferntesten von diesen Angaben abhängt (VGU U 10 74 E. 2a, U 

01 109 E. 1, U 00 90 E. 2a). Auch nach Massgabe des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes drängt sich diese Zurückhaltung auf. 

Gerade mit Blick auf die Ziele des neuen öffentlichen Beschaffungsrechtes, 

nämlich die Förderung des wirksamen Wettbewerbes unter den Anbietern, die 

Gewährleistung der Gleichbehandlung aller Anbieter und die Sicherstellung 

der Transparenz der Vergabeverfahren sowie die wirtschaftliche Verwendung 

öffentlicher Mittel, wäre es unverhältnismässig, Angebote wegen 

untergeordneter Mängel vom Submissionsverfahren auszuschliessen. Damit 

würde Anbietern mit an sich tauglichen Angeboten der Marktzugang 

verweigert, also die schwerste Sanktion des Beschaffungsrechtes ergriffen. 

Dies wäre eine ungeeignete, nicht notwendige und über die erwähnten 

Zwecke hinausgehende Massnahme, welche diesen Zielen geradezu 

zuwiderlaufen würde. Durch den Ausschluss von wirtschaftlich günstigen, 

aber mit kleineren Mängeln behafteten Angeboten wird nämlich der 

Wettbewerb verzerrt und ist die wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel 

nicht mehr gewährleistet. Dies würde ausserdem – wie erwähnt – gegen die 

Verfassungsgrundsätze des Verbotes des überspitzten Formalismus und der 

Verhältnismässigkeit verstossen. Dabei kann die Frage, ob ein mit Mängeln 

behaftetes Angebot vom Wettbewerb auszuschliessen ist, nicht in generell-

abstrakter Weise beantwortet werden, sondern ist anhand der konkreten 

Umstände des Einzelfalles nach Massgabe der übergeordneten Grundsätze 

zu beurteilen (PVG 2001 Nr. 41 E. 1; VGU U 10 74 E. 2a, U 09 36 E. 1a).

3. a) Strittig ist im vorliegenden Fall, ob die Offerte der Beschwerdeführerin von der 

Stiftung ... zu Recht für ungültig erklärt wurde, weil sie die vorgegebenen 

Richtpreise in ihrer Offerte durch Fr. 0.-- ersetzte. Die Stiftung ... wollte in den 

besagten, nicht detailliert umschriebenen Positionen einen festen Richtpreis 

vorgeben, um die Vergleichbarkeit der eingehenden Offerten zu 

gewährleisten. Unter Position BKP 239 R 591.111.003 der 

Ausschreibungsunterlagen ist denn auch festgehalten: 

„Für Unvorgesehenes und Zusatzwünsche der Bauherrschaft wird ein 

Richtpreis eingesetzt. Die Verrechnung erfolgt ausschliesslich nach Freigabe 

der Bauherrschaft.“

Die Idee war somit, dass die vorgegebenen Richtwerte von den Offerenten 

unverändert im Devis belassen würden. Wenn die Beschwerdeführerin die 

Richtpreise von Fr. 16'000.-- bzw. von Fr. 4'000.-- gestrichen und durch Fr. 

0.-- ersetzte, entsprach dies sicherlich einem Fehler. Das Angebot der 

Beschwerdeführerin umfasste dadurch nicht alle ausgesetzten Leistungen 

und war somit unvollständig. Es stellt sich jedoch die Frage, ob erwähnter 

Mangel schwer genug wiegt, um den Ausschluss der beschwerdeführerischen 

Offerte gemäss Art. 22 lit. c SubG zu rechtfertigen. Diese Frage ist klar zu 

verneinen. In einem Grundsatzentscheid hat das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden erläutert, dass fehlende Angaben in einer Offerte nach 

Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips dann nicht zur Ungültigkeit des 

Angebots führen könnten, wenn sie ohne grossen Aufwand durch die 

Vergabebehörde ergänzt werden könnten oder die Bewertung der 

Wirtschaftlichkeit nicht im Entferntesten davon abhänge (PVG 2001 Nr. 41). 

Vorliegend handelt es sich bei den beiden fraglichen Positionen nicht um 

eigentliche Offertpositionen, bei denen die Offerenten eine ganz genau 

definierte Leistung zu offerieren hatten. Vielmehr handelt es sich um, wie auch 

immer man sie nennen will, pro-memoria-Positionen oder eben um 

vorgegebene Richtpreispositionen, bei denen es nichts zu offerieren gab. Die 

Stiftung ... räumt denn auch selber ein, dass es hier nur darum gegangen sei, 

dass die Offerten unter Verwendung des gleichen Richtpreises vergleichbar 

seien. Damit erhellt, dass es der Stiftung im Sinne der erwähnten Praxis ein 

Leichtes gewesen wäre, den Fehler zu korrigieren, indem eben einfach in den 

betreffenden Positionen die beiden vorgegebenen Richtpreise von Fr. 

16'000.-- bzw. Fr. 4'000.-- eingesetzt worden wären. Weil sie dies jedoch nicht 

getan hat und stattdessen die Offerten aus dem Wettbewerb ausgeschlossen 

hat, handelte sie offensichtlich überspitzt formalistisch und verletzte damit das 

Prinzip der Verhältnismässigkeit. Vor dem Hintergrund der erwähnten 

Rechtsprechung erweist sich demnach der Ausschluss der 

beschwerdeführerischen Offerte als nicht rechtens. 

b) An dieser Stelle ist auf einen weiteren Mangel in den 

Ausschreibungsunterlagen hinzuweisen. Darin werden zwar die drei 

Zuschlagskriterien Preis, Qualität sowie Leistungsfähigkeit genannt, ohne 

dass deren prozentuale Gewichtung jedoch festgelegt worden wäre. Der 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts Graubünden folgend würde dies 

bedeuten, dass allen genannten Zuschlagskriterien das gleiche Gewicht 

zukommen würde, also je 33 1/3%. Demnach wären die drei Zuschlagskriterien 

als gleichwertig zu behandeln (VGU U 01 11, U 00 90, U 00 129). Dies 

wiederum würde insofern der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts 

Graubünden widersprechen, als bei nicht besonders komplizierten Aufträgen 

der Preis mindestens mit 50% gewichtet werden muss (PVG 2002 Nr. 36 E. 

3a). Diese Praxis hat mit Blick auf die Grundsätze der wirtschaftlichen 

Verwendung öffentlicher Mittel und des wirksamen Wettbewerbes wie auch 

auf das Gebot, das wirtschaftlich günstigste Angebot zu berücksichtigen, auch 

im vorliegenden Fall zu gelten, stellt doch die Installation der Elektroanlagen 

in einem mehrgeschossigen Neubau für sämtliche Offerenten eine Aufgabe 

von einfachem bis höchstens mittlerem Komplexitätsgrad dar. 

Demnach hat die Neuvergabe des Auftrages „Neubau Alterswohnungen ..., 

BKP 23 Elektroanlagen“ nach folgender Gewichtung der Zuschlagskriterien 

neu zu erfolgen:

• Preis 50%

• Qualität 25%

• Leistungsfähigkeit 25%

4. a) Demzufolge erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb der 

angefochtene Vergabeentscheid vom 18. Juli 2011 aufzuheben und die 

Sache zur Neuvergabe des Auftrages im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Stiftung ... auferlegt. Diese hat die 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 78 Abs. 1 VRG 

zudem aussergerichtlich angemessen zu entschädigen. Der Rechtsvertreter 

hat eine Honorarnote über Fr. 3'167.65 inkl. MWST eingereicht. Er hat dabei 

einen Zeitaufwand von 7.5 Stunden à Fr. 250.-- geltend gemacht, was als 

angemessen erscheint. Zusätzlich weist die Honorarnote einen 

Interessenwertzuschlag von Fr. 1'000.-- aus. Ein solcher 

Interessenwertzuschlag ist indessen vorliegend nicht zulässig. Die geltend 

gemachte Parteientschädigung ist dementsprechend zu kürzen, woraus sich 

eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 2'087.65 inkl. MWST ergibt. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Vergabeentscheid 

aufgehoben und die Sache zur Neuvergabe des Auftrages im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 3'352.--

gehen zulasten der Stiftung ... und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die Stiftung ... hat die A. aussergerichtlich mit Fr. 2'087.65 (inkl. MWST) zu 

entschädigen.