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**Case Identifier:** b2e21f8a-5618-50b7-9987-d41fc93759ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.10.2015 200 2015 530
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-530_2015-10-19.pdf

## Full Text

200 15 530 IV
KOJ/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Dr. med. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Mai 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2015, IV/15/530, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1976 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
absolvierte eine Anlehre als … und arbeitete danach auf seinem Beruf. Von 
2003 bis 2004 war er als …, danach als … tätig. Im 2012 absolvierte er 
eine Ausbildung im … (Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage 
[AB] 1 S. 4, 5 S. 2 f., 17 S. 1). 

Der Versicherte leidet seit der Kindheit an einer Epilepsie; nach einem frei-
en Intervall traten im Jahr 2011 Anfälle auf (AB 9 S. 4 f., 10 S. 2); seither 
besteht wiederum – unter Behandlung – Anfallsfreiheit. Er meldete sich im 
März 2013 zum Bezug von Leistungen an (AB 1). Die IVB holte Berichte 
des behandelnden Neurologen (AB 9), des Hausarztes (AB 10), des Spitals 
C.________ (AB 12) und einen IK-Auszug (AB 18) sowie einen Fragebo-
gen Arbeitgeber (AB 21, 26 S. 2) ein. Am 8. Mai 2013 fand ein Erstge-
spräch bei der IVB statt (AB 17). Vom 22. Januar bis 21. April 2014 erfolgte 
in der Abklärungsstelle D.________ eine berufliche Abklärung (AB 30, 38 
S. 2; vgl. Schlussbericht [AB 39]). Am 8. Mai 2014 gewährte die IVB Bera-
tung und Unterstützung bei der Stellensuche (AB 37). Nachdem der Versi-
cherte im Januar 2015 eine Stelle im Bereich … gefunden hatte (vgl. AB 
47, 53 S. 7, 55), schloss die IVB die Arbeitsvermittlung ab (AB 50 S. 2). Sie 
holte zudem Verlaufsberichte des Hausarztes (AB 46), des Neurologen (AB 
48) und des behandelnden Psychiaters ein (AB 53).

Mit Verfügung vom 26. Mai 2015 lehnte die IVB – nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 56) – bei einem Invaliditätsgrad von 9 % einen 
Rentenanspruch des Versicherten ab (AB 57).

B.

Am 9. Juni 2015 erhob der Versicherte, zusammen mit seinem behandeln-
den Psychiater, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. 
Er beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben, der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2015, IV/15/530, Seite 3

nische Sachverhalt sei anhand des psychiatrischen Berichts vom 5. April 
2015 neu zu beurteilen. Danach sei die Zusprechung einer Rente/Teilrente, 
insbesondere auch von beruflichen Massnahmen, zu prüfen.

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2015 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Am 10. August 2015 reichte der behandelnde Psychiater eine weitere Stel-
lungnahme ein und am 4. September 2015 hielt die IVB an ihrem Antrag 
fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist grundsätzlich 
auf die Beschwerde einzutreten (vgl. aber E. 1.2 hiernach).

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Mai 2015. Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente. 

Nicht verfügt wurde in der angefochtenen Verfügung über berufliche Mass-
nahmen. Soweit der Beschwerdeführer deren Evaluation bzw. sinngemäss 
deren Zusprechung beantragt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.2 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 

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Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im 
Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die 
Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit 
erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und 
Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige 
Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls 
sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des 
erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der 
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195).

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2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Entscheid des BGer vom 26. Juli 2011, 8C_278/2011, E. 
5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll jedoch das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hin-
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 
zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 

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dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand respektive zur Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entneh-
men:

3.1.1 Im Bericht vom 14. März 2013 diagnostizierte der Neurologe Dr. 
med. E.________ eine Epilepsie. Es bestehe ein Status nach generalisier-
ten Anfällen am 1. Februar und 11. Juni 2011. Seither liege unter medizini-
scher Behandlung Anfallsfreiheit vor (AB 9 S. 5). Am 9. April 2013 ergänzte 
er, der Beschwerdeführer sei aus neurologischer Sicht arbeitsfähig. Nicht 
mehr möglich seien frühere Erwerbstätigkeiten wie die Arbeit als … (AB 9 
S. 4).

3.1.2 Der Hausarzt Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 
12. April 2013 eine Epilepsie bestehend seit Kindheit; es habe bis 2011 ein 
freies Intervall bestanden. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit hielt er fest, wegen der Epilepsie sei der Beschwerdeführer bei 
der Arbeit … unsicher. Die psychische Situation müsse durch den behan-
delnden Psychiater beurteilt werden (AB 10 S. 2 ff.).

3.1.3 Im Bericht vom 17. April 2013 diagnostizierte Dr. med. G.________, 
des Spitals C.________, eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 
F32.11) mit/bei akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) mit im-
pulsiven und narzisstischen Zügen, DD Persönlichkeitsstörung. Weiter 
stellte sie die Diagnosen Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und 
Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56), Probleme durch negative Kindheitserlebnisse 
(ICD-10 Z61.6) und einer primär generalisierten Epilepsie. Als … (Anlehre) 
und … (ungelernt) liege eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2013 
bis auf weiteres vor. Es bestehe eine reduzierte Belastbarkeit und Leis-
tungsfähigkeit. Vor dem Hintergrund seiner Kränkbarkeit seien die mensch-
lichen Beziehungen und Kontakte am Arbeitsplatz von grosser Bedeutung. 
Innerhalb von Beziehungen, welche der Beschwerdeführer als wohlwollend 

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und unterstützend erlebe, könne er Forderungen und Konflikte nicht als 
Kränkung und Angriff erleben; sonst reagiere er mit Anspannung, Abwer-
tung und Aggressivität. Die bisherige Tätigkeit wäre ihm noch zumutbar, 
anfänglich in reduziertem zeitlichen Rahmen, eine weitere Steigerung sei je 
nach Verlauf möglich. Ein Aufbautraining mit 50 % könne innerhalb der 
nächsten Monate begonnen werden (AB 12 S. 2 ff.).

3.1.4 Im Verlaufsbericht vom 12. Februar 2015 hielt der Hausarzt fest, der 
Gesundheitszustand habe sich gebessert; unter Therapie sei der Be-
schwerdeführer anfallsfrei, er müsse dauernd behandelt werden (AB 46).

3.1.5 Im Verlaufsbericht vom 20. Februar 2015 bestätigte der behandeln-
de Neurologe Dr. med. E.________, dass der Beschwerdeführer – nach 
letztmaliger Untersuchung vom 17. März 2014 – unter medikamentöser 
Behandlung anfallsfrei sei (AB 48 S. 2).

3.1.6 Im Bericht des – den Beschwerdeführer seit August 2013 behan-
delnden – Psychiaters Dr. med. B.________ vom 5. April 2015 wurden als 
Diagnosen eine Grand Mal Epilepsie (ICD-10 G40.3) und eine depressive 
Episode, zurzeit in Remission (ICD-10 F32), bei Persönlichkeit mit narziss-
tischen und impulsiven Zügen (ICD-10 Z73.19) gestellt. Zur Arbeitsfähigkeit 
hielt der Psychiater fest, aktuell sei der Beschwerdeführer als … in einer … 
zu 100 % tätig. Dieses Pensum würde ihm mittel- bis langfristig zu viel sein. 
Ein Pensum von 50 bis 70 % würde den Möglichkeiten besser entsprechen. 
Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft dürfte ihn massiv überfordern, weil er 
seine Grenzen nicht wirklich erkennen könne und seine Fähigkeiten mitun-
ter überschätze. Er würde eine wohlwollende strukturierte Führung benöti-
gen, dazu ein Umfeld, das gewisse emotionale Ausbrüche und Zeichen von 
Frustration gelassen aufzunehmen vermöge und das den Beschwerdefüh-
rer unterstütze sowie in kleinen Schritten zu mehr Eigenverantwortung, 
emotionaler Kontrolle und Autonomie führen könne (AB 53 S. 2 ff.).

3.2 Aus neurologischer Sicht hat die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung vom 26. Mai 2015 (AB 57) auf den Bericht von Dr. 
med. E.________ (AB 48 S. 2) abgestellt. Es ist ihr insoweit beizupflichten, 
als die Akten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gestützt auf die me-
dikamentös gut eingestellte Epilepsie zeigen (AB 9 S. 4, 48 S. 2). Es ist 

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jedoch auch festzustellen, dass auf die Einschätzung des Neurologen, wo-
nach der Beschwerdeführer grundsätzlich arbeitsfähig sei, nicht ohne wei-
teres abgestellt werden kann, da er den Beschwerdeführer laut Verlaufsbe-
richt vom 20. Februar 2015 letztmals am 17. März 2014 untersuchte, d.h. 
dass er den Beschwerdeführer seit mehr als einem Jahr vor Erlass der an-
gefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2015 nicht mehr gesehen hatte. Seine 
Angaben waren daher im hier massgebenden Zeitpunkt (BGE 130 V 138 E. 
2.1 S. 140) nicht mehr aktuell. 

Auch gestützt auf die anderen Berichte ist keine abschliessende Prüfung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich: Die Beschwerdegegnerin ging 
aus psychiatrischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ohne Leistungs-
minderung in einer angepassten Tätigkeit aus (AB 57). Diese Einschätzung 
lässt sich jedoch nicht auf die psychiatrischen Berichte abstützen, denn 
sowohl die C.________ (AB 12 S. 5) wie auch der behandelnde Psychiater 
Dr. med. B.________ (AB 53 S. 6) bescheinigten eine Arbeitsunfähigkeit 
von mindestens 50 % aufgrund der mittelschweren depressiven Sympto-
matik, über welche wenig bekannt ist. In der Beschwerde führte der behan-
delnde Psychiater aus, dass der Beschwerdeführer seine Stelle als … (vgl. 
AB 53 S. 7, 55) bereits wieder verloren habe wegen Differenzen und Un-
stimmigkeiten mit dem Arbeitgeber. Den Umstand, dass der Beschwerde-
führer die Arbeitsstelle nach kurzer Zeit wieder verloren habe, sieht der 
behandelnde Psychiater im Zusammenhang mit den psychischen Ein-
schränkungen. In der im vorliegenden Verfahren eingereichten Stellung-
nahme vom 10. August 2015 bestätigte er eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. 
Dabei verwies er auf intermittierend auftretende epilepsieassozierte de-
pressive Verstimmungen sowie auf persönlichkeitsverändernde Auswirkun-
gen der epileptischen Erkrankung; es sei nicht nachvollziehbar, dass der 
psychiatrischen Auswirkung der Erkrankung des Beschwerdeführers nicht 
Beachtung geschenkt worden sei. Mithin bestehen Zweifel bezüglich der 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdegegnerin aus psychiatri-
scher Sicht. 

Auf die vorliegenden Berichte psychiatrischer Fachärzte kann nicht absch-
liessend abgestellt werden, denn zumindest von Seiten des Spitals 
C.________, welche am 17. April 2013 eine erhebliche Einschränkung der 

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Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers festgestellt haben (AB 12 S. 5), 
fehlt eine aktuelle Einschätzung. Eine solche liegt zwar mit dem Bericht des 
behandelnden Psychiaters Dr. med. B.________ vom 5. April 2015 vor (AB 
53). Der Beweiswert seiner Angaben ist jedoch geschmälert, tritt er doch im 
vorliegenden Verfahren als Interessenvertreter des Beschwerdeführers auf 
(vgl. E. 2.7 hiervor).

Bei dieser Aktenlage wären ergänzende Abklärungen, mindestens jedoch 
das Einholen einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) angezeigt gewesen, was jedoch nicht erfolgt ist. Mithin wurde der 
Sachverhalt ungenügend abgeklärt; die Beschwerdegegnerin wird deshalb 
die sachdienlichen Erhebungen nachzuholen haben.

3.3 Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin, welche weitere 
Abklärungen für entbehrlich erachtete, weil der Beschwerdeführer gemäss 
dem Schlussbericht der Abklärungsstelle D.________ betreffend der beruf-
lichen Massnahme vom 22. Januar bis 21. April 2014 (AB 39; vgl. auch 
Arbeitszeugnis [AB 38 S. 2]) zu 70 bis 100 % in der freien Wirtschaft ar-
beitsfähig sei, woraus auch unter Annahme einer invalidisierenden Erkran-
kung ein rentenausschliessender IV-Grad resultiere (vgl. Beschwerdeant-
wort Ziff. 5). Die Abklärung in der Abklärungsstelle D.________ erfolgte in 
einer geschützten Werkstätte und ergab eine durchschnittliche Leistung 
von 70 %. Die Fachleute erachteten den Beschwerdeführer für grobmotori-
sche serielle Montage-, Maschinen- und Verpackungsarbeiten sowie für 
Transportdienste  und Lagerarbeiten geeignet (AB 39 S. 2) und empfahlen 
ihn im Arbeitszeugnis vom 5. Mai 2014 für eine solche Tätigkeit (AB 38). In 
der Einschätzung der Vermittelbarkeit gingen die Fachleute jedoch auch 
davon aus, dass die Schwankungen seines zurzeit offenbar geringen 
Selbstwertgefühls, seiner mangelnden Fähigkeit, damit konstruktiv umge-
hen zu können, sowie seiner Arbeitsfähigkeit die Chancen für eine direkte 
Stellenfindung (und vor allem Stellenerhaltung) im 1. Arbeitsmarkt reduzie-
ren würden (AB 39 S. 2). Im Arbeitszeugnis vom 5. Mai 2014 hielt die Ab-
klärungsstelle D.________ dafür, dass der Beschwerdeführer für eine ver-
kürzte Ausbildung als … geeignet sei (AB 38); ein entsprechender (dreimo-
natiger) Arbeitsversuch im 1. Arbeitsmarkt in einer Firma konnte jedoch – 

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wegen mangelnden Auftragsvolumens – nicht durchgeführt werden (AB 39 
S. 3). 

Allein aus dem Bericht bzw. dem Arbeitszeugnis der Abklärungsstelle 
D.________ kann nicht auf eine Arbeitsfähigkeit von 70 % oder mehr in der 
freien Wirtschaft geschlossen werden. Die Aufgaben von beruflicher und 
medizinischer Abklärungsstelle sind nicht die gleichen (vgl. BGE 107 V 17 
E. 2b S. 20). Für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit ist in erster Linie auf 
die Angaben der Ärzte abzustellen, denn ihnen obliegt die Bestimmung der 
Belastungsgrenzen. Allenfalls ist ergänzend auf diejenigen der beruflichen 
Eingliederungsstellen abzustellen (E. 2.4 hiervor). Eine konkrete leistungs-
orientierte berufliche Abklärung ist namentlich dann relevant, wenn diese 
eine offensichtliche und erhebliche Diskrepanz zu den ärztlichen Einschät-
zungen ergibt. In diesem Fall ist eine klärende medizinische Stellungnahme 
einzuholen (Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, 
E. 3.3.2). Auch vorliegend sind angesichts der nicht beweiskräftigen (E. 3.2 
hiervor) unterschiedlichen Einschätzungen der Leistungsfähigkeit des Be-
schwerdeführers aus ärztlicher, insbesondere psychiatrischer Sicht, im 
Vergleich zur eingliederungsspezifischen Beurteilung ergänzende Ab-
klärungen geboten.

3.4 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Gesund-
heitszustand des Beschwerdeführers in neurologischer und psychiatrischer 
Hinsicht wie auch dessen Leistungsfähigkeit weiter abzuklären. Anschlies-
send wird sie über den Leistungsanspruch neu zu verfügen haben.

3.5 In der angefochtenen Verfügung vom 26. Mai 2015 ging die Be-
schwerdegegnerin beim Einkommensvergleich – gestützt auf die Schweize-
rische Lohnstrukturerhebung (LSE), 2012, Tabelle TA1, Männer, Total, 
Kompetenzniveau1 – davon aus, dass der Beschwerdeführer ein Einkom-
men von Fr. 66‘708.-- hätte erwirtschaften können (AB 57). Es ist erstellt, 
dass beim Beschwerdeführer bereits im 7. Lebensjahr eine Epilepsie dia-
gnostiziert wurde. Nachdem er eine Anlehre als … beendet hatte – einer 
Lehre fühlte er sich wegen schulischer Probleme nicht gewachsen (vgl. AB 
53 S. 4) –, erzielte er in der Folge mit der Ausübung diverser Tätigkeiten 
(auch Hilfsarbeiten) nur geringe Erwerbseinkommen (AB 18 S. 2 ff.). Es 
stellt sich deshalb die Frage, ob das Valideneinkommen allenfalls gemäss 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Okt. 2015, IV/15/530, Seite 12

Art. 26 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV; SR 831.201) festzusetzen ist. Die Beschwerdegegnerin wird 
auch darüber zu befinden haben.

3.6 Soweit darauf einzutreten ist, ist in Gutheissung der Beschwerde die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 26. Mai 2015 aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Trotz seines Obsiegens hat der nicht anwaltlich vertretene Be-
schwerdeführer nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung, da sein Aufwand den Rahmen dessen nicht überschreitet, 
was der Einzelne üblicherweise und zumutbarerweise nebenbei zur Besor-
gung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat 
(BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 26. Mai 2015 aufge-
hoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Dr. med. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.