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**Case Identifier:** 43ddf586-3035-5d53-8506-7089bb075441
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 11.01.2024 FE.2022.11-EZE2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FE-2022-11-EZE2_2024-01-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FE.2022.11-EZE2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 13.03.2024

Entscheiddatum: 11.01.2024

Entscheid Kantonsgericht, 11.01.2024
Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO; Art. 10 HonO: Die Frist zur Anfechtung des 
Kostenentscheids durch die unentgeltliche Rechtsvertretung richtet sich 
nach der für den Erlass des Entscheids in der Hauptsache anwendbaren 
Verfahrensart und beträgt damit 30 Tage, es sei denn, der Entscheid in der 
Hauptsache ergeht im summarischen Verfahren; beim Kostenentscheid 
selbst handelt es sich um einen End- oder Zwischenentscheid (E. II/2). Eine 
pauschale Bemessung des Honorars nach Art. 10 Abs. 1 und 2 HonO (sGS 
963.75) entlastet das Gericht davon, sich mit einer eingereichten Kostennote 
im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen. Es liegt an der 
Rechtsvertretung, zu begründen, weshalb ein aussergewöhnlich 
aufwendiger Fall i.S.v. Art. 10 Abs. 2 und 3 HonO vorliegt; nur die Auflistung 
von Aufwandpositionen in der Kostennote genügt hierfür nicht. Das Gericht 
hat insbesondere auch keine "Kontrollrechnung" mit einem minimalen 
Stundenansatz von praxisgemäss ca. Fr. 180.00 vorzunehmen und auch ein 
Vergleich mit der Entschädigung des Anwalts der Gegenpartei ist im 
konkreten Fall unbehilflich (E. III/3). (Kantonsgericht, Einzelrichterin im 
Familienrecht, 11. Januar 2024, FE.2022.11-EZE2).

Entscheid siehe PDF

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Kantonsgericht St. Gallen 

Einzelrichterin im Familienrecht 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 11. Januar 2024 
 

Geschäfts- 
nummern  

 FE.2022.11-EZE2 (IN.2021.5-[…]) 
 

   

Verfahrens-
beteiligte 

 A.__, Rechtsanwalt, 
 

Beschwerdeführer, 
 
 

  und 
 

  Kreisgericht B.__, 
 

Vorinstanz 
 
 

Gegenstand  Kosten (Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters) 

  

 

FE.2022.11-EZE2 

 

2/15 

Erwägungen 

 

 

I. 

 

1. Mit Entscheid des Kreisgerichts B., 2. Abteilung, vom 16. Februar 2021 (UP.2021.38-

[…]; FE/2, Beilage 4) bewilligte die verfahrensleitende Richterin im Verfahren IN.2021.5-[…] 

von C. gegen D. betreffend Abänderung des Scheidungsurteils ersterer die unentgeltliche 

Rechtspflege umfassend die Befreiung von Vorschüssen sowie Gerichtskosten und bestell-

te ihr Rechtsanwalt A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) als unentgeltlichen Rechtsvertre-

ter. Mit Entscheid vom 31. März 2022 (vi-act. 80 und FE/2, Beilage 1 [nachfolgend: vi-Ent-

scheid]; zunächst am 1. April 2022 im Dispositiv eröffnet, am 9. August 2022 mit ausführli-

cher Begründung) legte das Kreisgericht B., 2. Abteilung, unter anderem den Unterhalt für 

den Sohn E. neu fest. Die vorliegend relevante Ziffer 9 des Entscheids betreffend die Ent-

schädigung des Beschwerdeführers als unentgeltlichen Vertreter lautet wie folgt: 

 

9. Rechtsanwalt A. hat gegenüber dem Staat für die unentgeltliche Vertretung von C. 
einen Entschädigungsanspruch von CHF 6'722.00 (samt Barauslagen und Mehr-
wertsteuer). 

 

2. Mit Eingabe vom 8. September 2022 erhob der Beschwerdeführer "Kostenbe-

schwerde" an den Einzelrichter des Kantonsgerichts mit den folgenden Rechtsbegehren 

(FE/1 [nachfolgend: Beschwerde], S. 2): 

 

1. Es sei Ziffer 9 des Entscheides des Kreisgerichts B. vom 31. März 2022 aufzuheben, 
soweit dem Beschwerdeführer keine den Betrag von Fr. 6'722.-- übersteigende Ent-
schädigung zugesprochen worden ist. 
 

2. Es sei der Beschwerdeführer für das Verfahren IN.2021.5-[…] (Abänderung des 
Scheidungsurteils) mit Fr. 8'811.35 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu ent-
schädigen. 
 

2. Eventuell sei Ziffer 9 des Entscheides des Kreisgerichts B. vom 31. März 2022 auf-
zuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners 
bzw. Staates. 

 

3. Mit Schreiben vom 14. September 2022 wurden die vorinstanzlichen Akten einge-

holt (FE/4). Am 2. Mai 2023 wurde der Vorinstanz Gelegenheit zur Stellungnahme einge-

räumt (FE/7), welche diese mit Schreiben vom 19. Mai 2023 wahrnahm (FE/8). Dazu äus-

serte sich erneut der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Juni 2023 (FE/10). 

 

 

FE.2022.11-EZE2 

 

3/15 

II. 

 

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Festlegung des Honorars des 

Beschwerdeführers als unentgeltlicher Rechtsvertreter im vor dem Kreisgericht B. geführ-

ten Verfahren IN.2021.5-[…] betreffend Abänderung Scheidungsurteil. Die Festlegung des 

Honorars des unentgeltlichen Rechtsvertreters ist Teil des Kostenentscheids, welcher selb-

ständig nur mit Beschwerde angefochten werden kann ([…] Art. 110 ZPO; vgl. JENNY, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 110 N 3). Fordert der 

unentgeltliche Rechtsbeistand – wie hier – eine höhere als die ihm zugesprochene Ent-

schädigung, so ist er in eigenem Namen und nicht die verbeiständete Partei beschwerdebe-

rechtigt, weil letztere kein schützenswertes Interesse hat (vgl. BGer 4A_382/2015 E. 2.1; 

4D_24/2014 E. 4.1; BK-BÜHLER, 2012, Art. 122 ZPO N 46 ff.; EMMEL, in: Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 122 N 8; KUKO ZPO-JENT-SØRENSEN, 

3. Aufl., Art. 121 N 5; BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, 3. Aufl., Art. 122 N 8; WUFFLI/FUHRER, 

Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozess, 2019, N 981). Eine (unselbständige) 

Anfechtung des Kostenentscheids zusammen mit dem Entscheid in der Hauptsache ist in 

diesem Fall – anders, als wenn sich die verbeiständete Partei gegen eine übersetzte Ho-

norierung wehrt (vgl. BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, Art. 122 N 8; a.M. BK-BÜHLER, Art. 122 

ZPO N 43) – nicht möglich. 

 

2.a) Umstritten in Rechtsprechung und Lehre ist, in welchem Verfahren das Honorar der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung festgelegt wird und damit zusammenhängend, ob für die 

selbständige Anfechtung eine zehn- oder dreissigtägige Rechtsmittelfrist gilt: Ein Teil des 

Schrifttums geht davon aus, dass über die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbei-

stands nach der auf die Hauptsache anwendbaren Verfahrensart entschieden wird, womit 

auch die Rechtsmittel gleichliefen. Sofern der Entscheid in der Hauptsache nicht im sum-

marischen Verfahren erfolgte, sei die dreissigtägige Frist gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO 

anwendbar (so KGer BL 410 2013 190 vom 23. September 2013 E. 1.2 = BJM 2014, 

S. 53 ff.; 410 2013 132 vom 23. Juli 2013 E. 1.1; KGer GR ZK1 16 169 vom 17. Dezem-

ber 2019 E. 1.2; STEINER, Die Beschwerde nach der Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 2019, N 372; vgl. Cour de Justice du Canton de Genève ACJC/526/2022 vom 

12. April 2022 E. 1.1.2). Ein anderer Teil erklärt dagegen, dass die Entschädigung der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung wie der Entscheid über die Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege selbst gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO im summarischen Verfahren zu 

beurteilen sei, weshalb in jedem Fall die zehntägige Beschwerdefrist nach Art. 321 Abs. 2 

ZPO gelte (so etwa AppGer BS BEZ.2019.56 vom 21. Februar 2020 E. 1.2 = CAN 2020 

Nr. 53; OGer SO ZKBES.2012.149 vom 21. Dezember 2012 E. 1.b = SOG 2012 Nr. 6; 

 

FE.2022.11-EZE2 

 

4/15 

KGer VD HC / 2017 / 817 vom 11. August 2017 E. 1; HC / 2012 / 699 vom 26. Oktober 

2012 E. 1; HC 2011 610 vom 28. Oktober 2011 E. 1.b; OGer ZH PC160045 vom 21. Feb-

ruar 2017 E. 2.2; PC110002 vom 8. November 2011 E. 3 = ZR 2012 Nr. 53; WUFFLI/ 

FUHRER, a.a.O., N 990). Davon wird vereinzelt dann eine Ausnahme gemacht, sofern die 

Entschädigung im Entscheid in der Hauptsache gefällt wird. In diesem Fall soll die Be-

schwerdefrist der Hauptsache massgebend sein, um die Beschwerdefristen zu vereinheit-

lichen (so PC CPC-COLOMBINI, 2021, Art. 122 N 24). Schliesslich wird auch die Meinung 

vertreten, es handle sich beim Entscheid über die Festlegung des Honorars der unentgelt-

lichen Rechtsvertretung um einen "anderen erstinstanzlichen Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b 

Ziff. 1 ZPO, für welchen – was unter derzeit geltendem Recht ebenso umstritten ist (vgl. 

STEINER, a.a.O., N 375 m.H.) – die zehntägige Frist nach Art. 321 Abs. 2 ZPO massgebend 

sei (so HUBER, in: Brunner/Gasser/Schwander, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 122 N 27; 

vgl. BK-BÜHLER, Art. 122 ZPO N 42, wobei – da in N 43 von einer Beschwerde nach 

Art. 121 ZPO die Rede ist – unklar bleibt, woraus die zehntägige Frist konkret abgeleitet 

wird; ebenso OGer UR OG Z 13 8 vom 24. Januar 2014 = RB 2014/15 Nr. 3). 

 

Das Bundesgericht musste sich mit der Fristenfrage bislang bloss im Rahmen einer Will-

kürprüfung auseinandersetzen, wobei es befand, dass die Praxis, wonach die Entschädi-

gung analog zu Art. 119 Abs. 3 ZPO im summarischen Verfahren festgesetzt werde und 

folglich die zehntägige Rechtsmittelfrist gelte, nicht willkürlich sei (BGer 5A_120/2016 

E. 2.1 f.; vgl. BGer 5A_94/2015 E. 5). Es betont aber, dass die Praxis, wonach der Ent-

scheid über die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung auch dann der Be-

schwerdefrist von zehn Tagen gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO unterliege, sofern diese Ent-

schädigung im Sachentscheid festgesetzt worden sei, die Ausübung des Rechtsweges 

bzw. die Einlegung eines Rechtsmittels erschwere. Eine Lösung, in der die Frist zur An-

fechtung des Entscheids über die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung mit 

jener zur Anfechtung des Sachentscheids übereinstimmen würde, hätte nach Ansicht des 

Bundesgerichts den Vorteil der Einfachheit (BGer 5A_706/2018 E. 3.3). 

 

b) Gemäss St. Galler Praxis richtet sich die Frist für die Beschwerde gegen den Kos-

tenspruch jedenfalls im Falle einer entgeltlichen Vertretung nach der für den Erlass des 

Hauptentscheids anwendbaren Verfahrensart und beträgt damit, ausser im summari-

schen Verfahren, 30 Tage (KGer SG BE.2012.42 vom 27. September 2012 E. II/2; vgl. 

KGer SG KES.2017.24 vom 28. November 2017 E. 2; BE.2013.4-6 vom 17. September 

2013 E. II/2 [www.publikationen.sg.ch]). Eine unterschiedliche Behandlung für die unent-

geltliche Rechtsvertretung rechtfertigt sich an sich nicht, selbst wenn eine Differenzierung 

aufgrund der unterschiedlichen Beschwerdelegitimation bei der entgeltlichen Vertretung 

 

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einerseits und der unentgeltlichen Rechtsvertretung andererseits möglich wäre. Die Kos-

ten werden im einen Fall nicht anders als im anderen Fall festgesetzt. Die Ansicht, die 

Festlegung des Honorars des unentgeltlichen Rechtsvertreters erfolge analog zu Art. 119 

Abs. 3 ZPO im summarischen Verfahren, überzeugt insofern und auch mit Blick auf den 

Wortlaut der Bestimmung, worin lediglich vom "Gesuch" die Rede ist, nicht, selbst wenn im 

Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege die Entschädigung regelmässig – aber nicht in 

jedem Fall und nicht nur hier – als Pauschale bemessen wird (vgl. dazu E. III/3.a hernach). 

Zu berücksichtigen ist auch, dass im Kanton St. Gallen die Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung in der Regel und anders als in anderen Kantonen nicht ausserhalb des 

Entscheidverfahrens im Anschluss an den Sachentscheid, d.h. in einem Nachtragsent-

scheid, wenn die Verteilung der Prozesskosten nach Art. 106 ff. ZPO definitiv geworden ist, 

erfolgt (vgl. dazu KUKO ZPO-JENT-SØRENSEN, Art. 121 N 3 m.H.). Dies spricht zusätzlich 

dafür, dass sich die Frist nach jener richtet, die auf das gegen den Hauptentscheid offen-

stehende Rechtsmittel anwendbar ist (vgl. BGer 5A_706/2018 E. 3.3; dazu auch BASTONS 

BULLETTI, in: Newsletter ZPO Online 2019-N14, N 5 f.). 

 

Zu klären bleibt, ob es sich beim Kostenentscheid, wozu der Entscheid über die Entschä-

digung der entgeltlichen und unentgeltlichen Rechtsvertretung gehört, um einen "anderen 

erstinstanzlichen Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO handelt. Dies vor allem auch im 

Hinblick darauf, dass gemäss der per 1. Januar 2025 in Kraft tretenden Teilrevision der 

Zivilprozessordnung die "anderen erstinstanzlichen Entscheide" wie in summarischen 

Verfahren ergangene Entscheide und prozessleitende Verfügungen explizit in Art. 321 

Abs. 2 ZPO erwähnt werden und demzufolge jedenfalls de lege ferenda eine zehntägige 

Beschwerdefrist gilt (vgl. dazu etwa HONEGGER-MÜNTENER/RUFIBACH/SCHUMANN, Die Re-

vision der ZPO, AJP 2023, S. 1157 ff., 1204; de lege lata ist dies zu verneinen: vgl. impli-

zit BGE 145 III 469 E. 3). Dies führte, da im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung eine unselbständige Anfechtung des Kostenentscheids nur beschränkt möglich 

ist (vgl. E. 1 hiervor), dann doch wieder zu einer unterschiedlichen Behandlung zur ent-

geltlichen Vertretung. Was ein "anderer erstinstanzlicher Entscheid" ist, ist umstritten, 

wobei die Gesetzesmaterialien kaum ergiebig sind (STEINER, a.a.O., N 130 ff.). Der Kos-

tenentscheid wird bisweilen als "anderer erstinstanzlicher Entscheid" qualifiziert (vgl. lit. a 

hiervor; STEINER, a.a.O., N 140, 142, 189 und 194 f. m.w.N.; vgl. auch SEILER, Die Anfech-

tung von prozessleitenden Verfügungen und weitere Aspekte der Beschwerde nach 

Art. 319 ff. ZPO, BJM 2018, S. 65 ff., 77). Laut LEUENBERGER/UFFER-TOBLER handelt es 

sich beim Kostenentscheid, soweit er selbständig weitergezogen werde, um einen "ande-

ren erstinstanzlichen Entscheid", da er keine prozessleitende Verfügung im engeren Sinne, 

aber auch kein End- oder Zwischenentscheid sei (LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, Schweize-

 

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risches Zivilprozessrecht, 2. Aufl., N 12.65; gl.M. BK-STERCHI, 2012, Art. 319 ZPO N 7d). 

Auch das Kantonsgericht St. Gallen qualifizierte den selbständig angefochtenen Kostenent-

scheid schon als "anderen erstinstanzlichen Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO (GVP 

2015 Nr. 107, S. 412 ff., 412 und dazu STEINER, a.a.O., N 136; implizit KGer SG BE.2012.42 

vom 27. September 2012 E. II/2 [www.publikationen.sg.ch], worin erklärt wird, der Kosten-

spruch sei nicht bloss verfahrensleitender Natur, und gleichwohl auf Art. 319 lit. b ZPO, wo-

runter neben den prozessleitenden Verfügungen nur noch die "anderen erstinstanzlichen 

Entscheide" fallen, verwiesen wird; vgl. auch KGer SG BE.2013.4-6 vom 17. September 

2013 E. II/2). Näher begründet wurde diese Auffassung bis anhin nicht. Die Zuordnung un-

ter Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO erfolgte offenbar hauptsächlich aufgrund der in Art. 110 ZPO 

ausdrücklich vorgesehenen Beschwerde (vgl. STEINER, a.a.O., N 191 und 194). 

 

Die Ansicht, beim Kostenentscheid handle es sich um einen "anderen erstinstanzlichen 

Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO ist, unabhängig davon, ob der Entscheid selbständig 

weitergezogen wird, zu verwerfen: Zum einen lässt sich der Botschaft zur Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung immerhin entnehmen, dass die "anderen erstinstanzlichen 

Entscheide" rein verfahrensrechtliche Zwischenfragen zum Gegenstand haben (BBl 2006 

7221 ff., 7376, wobei in der darauf folgenden Aufzählung von Anfechtungsobjekten der 

Kostenentscheid gemäss Art. 110 ZPO nicht erwähnt ist; BLICKENSTORFER, in: Brunner/ 

Gasser/Schwander, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl., Art. 319 N 11; STEINER, a.a.O., N 132 und 

146; vgl. BGE 145 III 469 E. 3, worin – damit übereinstimmend – der Entscheid über ein 

Ausstandsgesuch als "anderer erstinstanzlicher Entscheid" qualifiziert wird). Eine solche 

stellt der Kostenentscheid aber nicht dar, wird darin doch hoheitlich darüber befunden, 

wer die Gerichts- und Parteikosten zu bezahlen hat und in welcher Höhe (vgl. KGer SG 

BE.2012.42 vom 27. September 2012 E. II/2 [www.publikationen.sg.ch], worin der Kos-

tenspruch insofern als "nicht bloss verfahrensleitender Natur" qualifiziert wird). Der Ent-

scheid darüber erfolgt, ausser der Kostenentscheid ergeht im Rahmen eines Zwischen-

entscheids, vielmehr gleichzeitig mit oder nach dem Endentscheid (vgl. aber BK-STERCHI, 

Art. 319 N 7d i.V.m. N 7 a.E.). Zum andern erfüllt der Kostenentscheid insofern gerade die 

Merkmale eines End- oder Zwischenentscheids i.S.v. Art. 319 lit. a ZPO, wird doch autori-

tativ und abschliessend über Rechte und Pflichten entschieden, namentlich auch über 

den Entschädigungsanspruch (weiterführend STEINER, a.a.O., N 190 ff. m.w.N. und N 196 

m.V. u.a. auf BGer 5D_62/2016 betreffend Art. 90 BGG; vgl. STAEHELIN A./BACHOFNER, in: 

Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, Unter Einbezug des Anwaltsrechts und 

des internationalen Zivilprozessrechts, 3. Aufl., § 26 N 31). Liegt aber ein Entscheid i.S.v. 

Art. 319 lit. a ZPO vor, kann es sich in systematischer und grammatikalischer Hinsicht 

 

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nicht auch um einen "anderen erstinstanzlichen Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO han-

deln (gl.M. STEINER, a.a.O., N 145). 

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Frist für die Anfechtung eines Kostenent-

scheids betreffend die unentgeltliche Rechtsvertretung, ebenso wie bei der entgeltlichen 

Rechtsvertretung, nach der für den Erlass des Sachentscheids in der Hauptsache anwend-

baren Verfahrensart richtet und damit, ausser der Sachentscheid in der Hauptsache ergeht 

im summarischen Verfahren, 30 Tage beträgt. Die per 1. Januar 2025 in Kraft tretende Teil-

revision der Zivilprozessordnung ändert daran nichts, da es sich beim Kostenentscheid um 

einen End- oder Zwischenentscheid i.S.v. Art. 319 lit. a ZPO und nicht um einen "anderen 

erstinstanzlichen Entscheid" i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO handelt, für welchen de lege ferenda 

eine Beschwerdefrist von zehn Tagen gilt (Art. 321 Abs. 2 nZPO). 

 

c) Der Beschwerdeführer reichte die Beschwerde innert der Frist von 30 Tagen ein. 

Sie erfolgte damit, da es sich beim zugrundeliegenden vorinstanzlichen Verfahren betref-

fend Abänderung des Scheidungsurteils um ein ordentliches Verfahren handelt, rechtzei-

tig (Art. 321 Abs. 1 ZPO). Da auch die übrigen von Amtes wegen zu prüfenden Prozess- 

bzw. Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind, die Beschwerde insbesondere schriftlich 

begründet sowie mit konkreten Anträgen versehen ist und der Beschwerdeführer, wie 

erwähnt, durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und zur Rechtsmittelerhebung 

legitimiert ist, ist auf die Beschwerde einzutreten. Zuständig für deren Beurteilung ist die 

Einzelrichterin des Kantonsgerichtes (Art. 15 Abs. 1 lit. b EG-ZPO). 

 

3. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung umfassend gerügt wer-

den, die unrichtige Feststellung des Sachverhalts hingegen nur, wenn sie willkürlich ist 

(vgl. Art. 320 ZPO; FREIBURGHAUS/AFHELDT, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 

ZPO Komm., 3. Aufl., Art. 320 N 6; LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, a.a.O., N 12.67 ff.). 

Willkür im Sinne der Bundesgerichtspraxis liegt grundsätzlich vor, wenn ein Entscheid 

sich mit sachlichen Argumenten nicht mehr vertreten lässt und als offensichtlich unhaltbar 

erscheint. Es genügt nicht, bloss die Begründung zu rügen. Willkürlich ist der Entscheid 

erst, wenn er auch im Ergebnis nicht haltbar ist (BGE 141 III 564 E. 4.1 = Pra 2016 Nr. 80; 

128 I 81 E. 2; BGer 5A_1037/2020 E. 2; 4A_409/2017 E. 2.2). Im Beschwerdeverfahren 

gilt sodann die Rügepflicht. Der Beschwerdeführer hat daher in der Beschwerdeschrift im 

Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet und auf 

welche Beschwerdegründe er sich beruft (FREIBURGHAUS/AFHELDT, a.a.O., Art. 321 N 15). 

Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwer-

deverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). 

 

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III. 

 

1. Der Beschwerdeführer reichte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung eine 

Honorarnote ein, worin er ein um einen Fünftel reduziertes Honorar von Fr. 7'940.00 für 

einen Aufwand von 39.70 Stunden zuzüglich Barauslagen von Fr. 241.40 sowie Mehrwert-

steuer von Fr. 629.95, total Fr. 8'811.35, auswies (vi-act. 72; FE/2, Beilage 2). Die Vorin-

stanz hielt dazu fest, das Honorar liege über dem Maximalbetrag der massgebenden Pau-

schale gemäss Art. 20 lit. b HonO, welche gemäss Art. 31 Abs. 3 AnwG um einen Fünftel 

herabzusetzen sei. Zwar seien der Honorarnote die Stundenaufschriebe beigelegt, aller-

dings ohne gesonderte Begründung, weshalb die maximale Pauschale von Fr. 7'500.00 

überschritten worden sei. Anders als bei der entgeltlichen Vertretung bestehe kein Wahl-

recht des Vertreters zwischen einem Pauschalhonorar und einer Abrechnung nach Zeit-

aufwand nach Art. 23 Abs. 2 HonO. Aufgrund dessen sei die eingereichte Honorarnote zu 

kürzen. Es erscheine angemessen, die maximale Pauschale von Fr. 7'500.00 zuzuspre-

chen. Nach Abzug eines Fünftels sei daher von einem Grundhonorar von Fr. 6'000.00 aus-

zugehen. Zuzüglich Barauslagen von effektiv Fr. 241.40 sowie 7.7 % Mehrwertsteuer im 

Betrag von Fr. 480.60 belaufe sich der Entschädigungsanspruch des Beschwerdeführers 

auf insgesamt Fr. 6'722.00 (vi-Entscheid, S. 32 f., E. 20.2). 

 

2. Der Beschwerdeführer macht nun vor Kantonsgericht geltend, es sei nicht an ihm, 

gemäss Art. 20 Abs. 3 HonO zu begründen, weshalb ein höheres Honorar als die Pau-

schale gemäss Art. 20 lit. b HonO gerechtfertigt sei. Die von ihm eingereichte Kostennote 

sei grundsätzlich selbsterklärend und detailliert ausgewiesen. Jede einzelne Tätigkeit sei 

erfasst und von der Vorinstanz auch gar nicht erst beanstandet worden. Es sei Sache der 

Vorinstanz, zu begründen, weshalb das Honorar nicht erhöht werden könne, was sie nicht 

getan habe. Es sei ihr zwar zuzustimmen, dass das Honorar in Familiensachen als Pau-

schale bemessen werde; soweit Pauschalen zulässig seien, müsse die Angemessenheit 

der Pauschale aber unter Berücksichtigung des Leitentscheids BGE 132 I 201 ff. einer 

Kontrollrechnung unterzogen werden. Werde der geltend gemachte Aufwand des unent-

geltlichen Rechtsvertreters nicht beanstandet, müsse er, wenn die Pauschale durch die 

aufgewendete Zeit dividiert werde, auf die vom Bundesgericht als verfassungsrechtliches 

Minimum bezeichnete Entschädigung von Fr. 180.00 pro Stunde kommen. Das zugespro-

chene Honorar von Fr. 6'000.00 dividiert durch die Anzahl der geltend gemachten, von der 

Vorinstanz nicht konkret beanstandeten 39.70 Stunden ergebe einen Honorarstundensatz 

von Fr. 150.00. Die zugesprochene Entschädigung müsse als unangemessen bzw. willkür-

lich bezeichnet werden bzw. halte vor der Verfassung – insbesondere Art. 9 sowie Art. 29 

Abs. 2 und 3 BV – nicht stand (Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 9-12). 

 

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Der Fall sei, so der Beschwerdeführer weiter, hochstrittig und ausgesprochen aufwendig 

gewesen (doppelter Schriftenwechsel, gescheiterte Einigungsverhandlung, abgelehnter 

Vergleichsvorschlag, Schlussverhandlung, aufwendige Korrespondenz, Tätigen von rechtli-

chen Abklärungen). Dass dem nicht so sei, habe die Vorinstanz nicht ausgeführt. Die zuge-

sprochene Entschädigung sei auch im Vergleich mit jener des gegnerischen Rechtsanwalts 

(Fr. 6'311.35) als willkürlich zu betrachten, da dieser erst mit Entscheid vom 1. Juli 2021 als 

unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt seien ihm, dem 

Beschwerdeführer, bereits Kosten von Fr. 3'200.00 (16 x Fr. 200.00), insbesondere für das 

Abfassen der Klageantwortschrift, die Teilnahme an der Einigungsverhandlung, Bespre-

chungen mit der Klientin, diverse Korrespondenz sowie das Studium von Verfahrensakten 

und eines Vergleichsvorschlages, angefallen. Inwiefern diese Aufwendungen nicht ent-

schädigt werden sollten, sei nicht ersichtlich, zumal sein Honorar für den verbleibenden 

Zeitraum vom 1. Juli 2021 bis 31. März 2022 sogar unter dem Honorar des Gegenanwal-

tes liege. Es könne ihm insoweit auch nicht vorgeworfen werden, unnötigen Aufwand be-

trieben zu haben. Seine Honorarrechnung liege innerhalb der maximalen Pauschale von 

Fr. 9'000.00 gemäss Art. 20 lit. b und Art. 20 Abs. 3 HonO. Die Bemessung der Entschä-

digung nach Zeitaufwand stehe auch im Einklang mit Art. 10 Abs. 2 [recte: Abs. 3] und 

Art. 23 Abs. 2 HonO (Beschwerde, S. 6 f. Ziff. 13-15). 

 

3.a) Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung hat von Bundesrechts 

wegen angemessen zu sein (Art. 122 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Die Kantone sind im 

Rahmen ihrer Tarifhoheit (Art. 96 ZPO) berechtigt und verpflichtet, den richtigen Umfang 

der staatlichen Entschädigung selber festzulegen (BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, Art. 122 N 5). 

Im Kanton St. Gallen wird das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertretung in Familien-

sachen grundsätzlich als Pauschale bemessen (Art. 10 Abs. 1 HonO). Für die Abände-

rung eines familienrechtlichen Entscheids beträgt es Fr. 1'000.00 bis Fr. 7'500.00 (Art. 20 

lit. b HonO) und ist gemäss Art. 31 Abs. 3 AnwG um einen Fünftel herabzusetzen. Inner-

halb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den be-

sonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der notwendigen Bemühungen, 

der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten be-

messen (Art. 19 HonO). In aussergewöhnlich aufwendigen Fällen kann das Honorar um 

höchstens 50 Prozent erhöht werden (Art. 10 Abs. 2 HonO; vgl. Art. 20 Abs. 3 HonO). 

Besteht zwischen dieser erweiterten Pauschale und den notwendigen Bemühungen der 

Rechtsvertretung trotzdem noch ein offensichtliches Missverhältnis, kann das Honorar 

nach Zeitaufwand bemessen werden (Art. 10 Abs. 3 HonO). Dem Gericht kommt bei der 

Bemessung des Honorars der unentgeltlichen Rechtsvertretung ein weiter Ermessens-

spielraum zu (EMMEL, ZPO Komm., Art. 122 N 8; vgl. BGE 141 I 124 E. 3.2). 

 

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Bei einer pauschalen Bemessung der Entschädigung ist das Ausmass des konkreten Auf-

wands der Rechtsvertretung nicht entscheidend, sondern lediglich ein Indiz für die Honorar-

bemessung. Die pauschale Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung entlastet 

das Gericht insofern davon, sich mit den einzelnen Positionen einer von der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung eingereichten Honorarnote im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen, 

bzw. ermöglicht es ihm, von einer Beurteilung der einzelnen Positionen der eingereichten 

Honorarnote abzusehen, ohne die Begründungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV zu verlet-

zen (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1 m.H.; vgl. KGer SG FE.2015.29 vom 26. Februar 2016 E. II/2 

[www.publikationen.sg.ch]; OGer ZH PQ230009 vom 14. März 2023 E. 5.3; vgl. auch Zif-

fer II/1 der Richtlinien des Kantonsgerichts zur unentgeltlichen Rechtspflege im Zivilprozess 

und für die Privatklägerschaft im Strafprozess vom Mai 2011). Bei einer Honorarbemessung 

nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen zusammen als einheitli-

ches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen eines allenfalls 

anwendbaren Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmentarifen erweisen sich 

indes als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten Verhältnisse in keiner Weise Rück-

sicht nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom 

Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen (BGE 141 I 124 E. 4.3 m.H.). Ausgangspunkt ist 

eine Gesamtbetrachtung des Honorars unter Berücksichtigung des konkreten Falles (zum 

Ganzen BGer 5D_122/2022 E. 2.1.2; 5A_461/2022 E. 2.2.1.1). 

 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss es dem mandatierten Anwalt (inso-

fern) immerhin möglich sein, einen bescheidenen und nicht bloss symbolischen Verdienst 

zu erzielen, der nicht nur die Selbstkosten deckt. Die Entschädigung für die unentgeltliche 

Rechtsvertretung soll im schweizerischen Durchschnitt ungefähr einem minimalen Stun-

denansatz von Fr. 180.00 (zzgl. MwSt.) entsprechen (BGE 141 I 124 E. 3.2; 137 III 185 

E. 5.2-5.4 = Pra 2011 Nr. 89; BGer 5A_157/2015 E. 3.2.2 m.w.H.; BK-BÜHLER, Art. 122 

ZPO N 13 ff.; EMMEL, ZPO Komm., Art. 122 N 5a; WUFFLI/FUHRER, a.a.O., N 543 ff.). Dar-

aus folgt gemäss der neusten bundesgerichtlichen Praxis indes nicht, dass das Gericht 

mit Blick auf die pauschalisierende Festsetzung der Entschädigung im Sinne einer "Kon-

trollrechnung" systematisch überprüfen muss, ob die pauschale Entschädigung gemessen 

am geltend gemachten, noch nicht auf seine Notwendigkeit hin überprüften Zeitaufwand 

im Ergebnis einem Stundenansatz von ungefähr Fr. 180.00 entspricht (vgl. dagegen noch 

andeutungsweise BGer 5A_157/2015 E. 3.3 und 3.4). Muss sich nämlich die im konkreten 

Fall geschuldete Entschädigung an einem Pauschalbetrag bemessen, so steht mit dieser 

Pauschale auch fest, welchen Aufwand das zuständige Gericht für Fälle der betreffenden 

Art üblicherweise als geboten und damit als entschädigungspflichtig erachtet. Falls mit 

Blick auf den im kantonalen Recht gesetzten Rahmen erkennbar wird, dass der geleistete 

 

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Aufwand auch nach einem Minimalansatz zu einer Entschädigung führt, die über das 

Mass dessen hinausgeht, was für Fälle der betreffenden Art üblicherweise als geboten 

und damit entschädigungspflichtig angesehen wird, liegt es deshalb an der unentgeltli-

chen Rechtsvertretung, von ihr aus oder gegebenenfalls auf gerichtliche Aufforderung hin 

darzulegen, inwiefern zur gehörigen Erledigung des Mandats ein solcher Aufwand erfor-

derlich war. Allein die Auflistung von Aufwandpositionen in der Honorarnote ist hierfür 

nicht ausreichend. Denn es ist nicht Aufgabe des Gerichts, in seinem Festsetzungsent-

scheid aus eigenen Antrieb Rechenschaft darüber abzulegen, weshalb es von der einge-

reichten Kostennote abweicht. Eine substantiierte Begründung des Honoraranspruchs 

kann von der unentgeltlichen Rechtsvertretung freilich lediglich gefordert werden, wenn 

sie spätestens bei der Übernahme ihres Auftrags weiss oder zumindest in Erfahrung brin-

gen kann, auf welchen Pauschalbetrag das zuständige Gericht in durchschnittlichen Ver-

fahren gleicher Art die Grundentschädigung praxisgemäss festsetzt (zum Ganzen BGer 

5D_122/2022 E. 2.1.3 m.V. auf BGE 143 IV 453 E. 2.5.1; BGer 5A_461/2022 E. 2.2.1.2; 

siehe auch KUKO ZPO-JENT-SØRENSEN, Art. 122 N 1a). 

 

b) Vorliegend führte die Vorinstanz, insbesondere auch in ihrer Stellungnahme zur 

Beschwerdeschrift, im Einklang mit der hiervor zitierten Rechtsprechung zutreffend aus, 

dass der Beschwerdeführer ein Abweichen von der Pauschale nicht gesondert begründet 

habe und dass das blosse Einreichen einer Honorarnote nicht ausreiche, aufzuzeigen, 

weshalb zur gehörigen Erledigung des Mandats mehr Aufwand erforderlich gewesen sei, 

als die Pauschale abdecke. Dies, zumal die seit vielen Jahren bestehenden St. Galler 

Pauschalen in Scheidungssachen dem berufserfahrenen Beschwerdeführer bekannt sei-

en (vgl. vi-Entscheid, S. 32, E. 20.2; FE/8). Hier zu ergänzen ist, dass der Beschwerdefüh-

rer bereits aus einem früher von ihm vor Kantonsgericht geführten Kostenbeschwerdever-

fahren wissen musste, dass das blosse Einreichen einer zwar detaillierten, aber nicht wei-

ter begründeten Honorarnote bzw. der reine Aufschrieb der einzelnen Tätigkeiten allein 

samt der dafür aufgewendeten Zeit zur Begründung eines Mehraufwands i.S.v. Art. 10 

Abs. 2 und 3 HonO nicht ausreicht und es nicht Aufgabe des Gerichts ist, in seinem Fest-

setzungsentscheid aus eigenem Antrieb Rechenschaft darüber abzulegen, weshalb es von 

der eingereichten Honorarnote abweicht (KGer SG FE.2017.2 vom 13. März 2018 E. II/4.a 

[nicht publiziert]). Eine solche Begründung ist der vom Beschwerdeführer vor Vorinstanz 

eingereichten Kostennote (vi-act. 73) nicht zu entnehmen. Er erklärte nicht, weshalb ein 

aussergewöhnlich aufwendiger Fall vorgelegen haben solle bzw. inwiefern sein geltend 

gemachter Aufwand zur gehörigen Erfüllung des Mandats notwendig gewesen sei. Das 

Gericht seinerseits war nicht verpflichtet, ihn aufzufordern, dies darzulegen, zumal – wie 

erwähnt – ihm die diesbezügliche Praxis bekannt war. 

 

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Bereits aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass der Vorinstanz einerseits keine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs, insbesondere der Begründungspflicht, vorgeworfen werden 

kann (vgl. auch EMMEL, ZPO Komm., Art. 122 N 5a in fine und N 7; KGer SG FS.2015.2 

vom 24. September 2015 E. II/3 [www.publikationen.sg.ch]); andererseits begründet die 

Unterschreitung des hiervor erwähnten Mindesttarifs, nachdem der Beschwerdeführer nicht 

darlegte, inwiefern der geleistete Aufwand erforderlich war, gemäss BGer 5D_122/2022 

E. 4.1 bereits deshalb keine Willkür. Indem die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die ma-

ximale, aber nicht erweiterte Pauschale gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. b HonO i.V.m. Art. 31 

Abs. 3 AnwG zusprach (Fr. 6'000.00), nahm sie, soweit es ihr aufgrund der mangelnden 

Darlegungen des Beschwerdeführers überhaupt möglich war, vielmehr auf die konkreten 

Verhältnisse genügend Rücksicht und es kann nicht argumentiert werden, die Entschädi-

gung stünde in keinem vernünftigen Verhältnis zu den tatsächlich geleisteten Diensten (vgl. 

auch BGer 5D_122/2022 Sachverhalt A.b., worin bei einem Zeitaufwand von 38.4 Stunden 

eine Entschädigung von Fr. 5'769.80 zugesprochen wurde, inkl. Barauslagen und MwSt.). 

Dies auch unter Berücksichtigung, dass Gegenstand des Abänderungsverfahrens – neben 

der wenig komplexen Frage der Aufhebung der Beistandschaft (vgl. vi-Entscheid, S. 30 f., 

E. 16) – die Abänderung des Kinderunterhalts und des nachehelichen Unterhalts bildete, 

womit entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht ohne weiteres von einem auf-

wendigen Fall auszugehen war (vgl. Ziff. II/2 der Richtlinien des Kantonsgerichts zur unent-

geltlichen Rechtspflege im Zivilprozess und für die Privatklägerschaft im Strafprozess vom 

Mai 2011, wonach die maximale Pauschale auf Verfahren beschränkt sei, in denen mehrere 

schwierige Punkte strittig seien und nach Zeitaufwand gegebenenfalls abgerechnet werden 

könne, wenn die Zuteilung der elterlichen Sorge für die Kinder lange umstritten geblieben 

sei; KGer SG FE.2013.16 vom 18. November 2013 E. II/4 [www.publikationen.sg.ch]; vgl. 

auch WUFFLI/FUHRER, a.a.O., N 360 a.E.; GVP 2009 Nr. 86 E. 5.b betreffend das Honorar 

des amtlichen Verteidigers). Dass in mehreren Unterhaltsphasen gerechnet werden musste 

und sich die Familienverhältnisse wesentlich verändert hatten (Wiederverheiratung des Klä-

gers, Geburt eines neuen Sohnes etc.), ändert daran, zumal Letzteres unter anderem 

Grund des Verfahrens bildete, nichts. Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen im Be-

schwerdeverfahren Ausführungen dazu macht, weshalb der Fall ausgesprochen aufwendig 

gewesen sei (vgl. Beschwerde, S. 6 Ziff. 13), ist er damit von vornherein nicht mehr zu hö-

ren, da er dies vor Vorinstanz hätte vorbringen müssen. 

 

Ergänzend ist zu erwähnen, dass sich die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung bzw. der anerkannte Zeitaufwand nach der Arbeitsweise eines Anwalts und einer 

Anwältin richtet, die mit gründlichen Fachkenntnissen und längerer Erfahrung ein Mandat 

zielgerichtet führen und sich auf das zur Interessenwahrung Notwendige beschränken. 

 

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Mindestzeiteinheiten für kurze Aktivitäten wie Terminabsprachen, Entgegennahme von 

Vorladungen usw. sind unbeachtlich (Ziffer II/1 der Richtlinien des Kantonsgerichts zur 

unentgeltlichen Rechtspflege im Zivilprozess und für die Privatklägerschaft im Strafprozess 

vom Mai 2011; vgl. BGer 5P_298/2006 E. 5.2.1 betr. den Kanton St. Gallen; BK-BÜHLER, 

Art. 122 ZPO N 18a m.w.H.). Wenn der Beschwerdeführer als unentgeltlicher Rechtsver-

treter prozessiert, hat er seine Tätigkeiten danach auszurichten (vgl. BGer 1P.162/2002 

E. 2.1 m.H. auf BGE 120 Ia 48 E. 2b/bb). Eine fürsorgerische Tätigkeit wäre nicht zu ent-

schädigen (vgl. bereits KGer SG FE.2017.2 vom 13. März 2018 E. II/4.a). 

 

Schliesslich ist auch der Einwand des Beschwerdeführers, die zugesprochene Entschädi-

gung an ihn sei auch im Vergleich mit jener des gegnerischen Rechtsanwalts als willkür-

lich zu betrachten, unbehilflich: Zwar trifft zu, dass Letzterer erst mit Entscheid vom 1. Juli 

2021 als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt worden war (vi-act. 45); einerseits ist 

aber zu berücksichtigen, dass damit auf Seiten des Gegenanwalts ein unvollständiger 

Prozess i.S.v. Art. 27 HonO vorliegt, was die Vorinstanz offenbar nicht weiter berücksich-

tigte (vgl. vi-Entscheid, S. 32, E. 20.1). Aus einer in diesem Sinne fehlerhaften Bemes-

sung des Honorars des gegnerischen Anwalts könnte der Beschwerdeführer aber nichts 

zu seinen Gunsten ableiten. Andererseits bedeutet die spätere Vertretung im Verfahren 

nicht, dass dem gegnerischen Anwalt nicht teilweise die gleichen oder im Einzelnen sogar 

höheren Aufwendungen anfielen wie dem Beschwerdeführer (z.B. Studium der Verfah-

rensakten, Besprechungen mit der Klientschaft) oder er Mehraufwand hatte (z.B. Studium 

der Akten des Scheidungsverfahrens), zumal er nicht wie der Beschwerdeführer bereits 

im Scheidungsverfahren als Rechtsvertreter beteiligt und sein Klient, D., in diesem Verfah-

ren auch sonst nicht anwaltlich vertreten war (vgl. vi-act. 22.1 und die bei den Vorakten 

befindlichen Akten des Scheidungsverfahrens IN.2018.123-[…]). Ein Blick auf die Hono-

rarnote des gegnerischen Rechtsvertreters zeigt gerade, dass dieser für die Klagebe-

gründung inklusive Aktenstudium verhältnismässig viel Zeit aufwendete (vi-act. 73; vgl. vi-

act. 47 f.). Letztlich wurde dem Beschwerdeführer auch eine höhere Entschädigung als 

dem Gegenanwalt zugesprochen. Insgesamt kann somit – auch diesbezüglich – nicht 

argumentiert werden, die Vorinstanz habe auf die konkreten Verhältnisse, konkret die 

"Ungleichbehandlung" der Rechtsvertreter, keine Rücksicht genommen. Weiter begrün-

den musste die Vorinstanz dies im Rahmen der pauschalen Honorarbemessung, wie 

hiervor erwähnt, nicht und insbesondere hätte sie die Pauschale auch nicht von Amtes 

wegen erhöhen müssen (vgl. zu diesen Vorbringen insbesondere FE/10, S. 2 Ziff. 1.1-2, 

soweit diese überhaupt noch zu berücksichtigen sind, enthalten sie doch im Vergleich zur 

Beschwerdeschrift teilweise neue Beanstandungen). 

 

 

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4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht vom Maximalbetrag 

der Pauschale gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. b HonO ausging, ohne diesen noch i.S.v. Art. 10 

Abs. 2 HonO zu erweitern. Es wäre am Beschwerdeführer gelegen, gesondert zu begrün-

den, weshalb ein aussergewöhnlich aufwendiger Fall vorlag, welcher eine Erhöhung der 

Pauschale rechtfertigte. Die blosse Einreichung einer Kostennote genügt hierfür nicht und 

die Vorinstanz war mangels einer solchen Begründung auch nicht gehalten, sich mit der 

Honorarnote bzw. den darin aufgeführten Positionen im Einzelnen auseinanderzusetzen. 

Darauf wurde der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2018 in einem anderen Fall hinge-

wiesen. Auch der Vergleich mit der Entschädigung des gegnerischen Rechtsvertreters 

geht fehl. Eine Verletzung von Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV ist demzufolge nicht ersicht-

lich, gleichsam ebenso wenig ein Verstoss gegen Art. 29 Abs. 3 BV. Die Beschwerde ist 

folglich abzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass der im 

Hinblick auf Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG zu bestimmende Streitwert sich bei der Kostenbe-

schwerde nicht nach dem Streitwert der Hauptsache, sondern nach dem der angefochte-

nen Kosten richtet (BGer 4A_382/2015 E. 2.1). 

 

 

IV. 

 

1. Abschliessend ist über die Prozesskosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 

zu befinden. Prozesskosten sind die Gerichtskosten, insbesondere die Entscheidgebühr, 

sowie die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b ZPO). Sie sind grundsätzlich 

der unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 

2. Da die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist, hat der Beschwerdeführer die 

Gerichtskosten, die auf Fr. 900.00 festgesetzt werden (Entscheidgebühr gemäss Art. 10 

Ziff. 211 GKV), zu tragen. Sie werden mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kosten-

vorschuss verrechnet (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Eine Partei- bzw. Umtriebsentschädigung ist 

ihm, dem Verfahrensausgang entsprechend, nicht zuzusprechen. 

  

 

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Entscheid 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 900.00 hat Rechtsanwalt A. 

zu tragen. Sie werden mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

verrechnet. 

 

3. Es wird keine Partei- bzw. Umtriebsentschädigung zugesprochen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 11.01.2024
	Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO; Art. 10 HonO: Die Frist zur Anfechtung des Kostenentscheids durch die unentgeltliche Rechtsvertretung richtet sich nach der für den Erlass des Entscheids in der Hauptsache anwendbaren Verfahrensart und beträgt damit 30 Tage, es sei denn, der Entscheid in der Hauptsache ergeht im summarischen Verfahren; beim Kostenentscheid selbst handelt es sich um einen End- oder Zwischenentscheid (E. II/2). Eine pauschale Bemessung des Honorars nach Art. 10 Abs. 1 und 2 HonO (sGS 963.75) entlastet das Gericht davon, sich mit einer eingereichten Kostennote im Einzelnen auseinandersetzen zu müssen. Es liegt an der Rechtsvertretung, zu begründen, weshalb ein aussergewöhnlich aufwendiger Fall i.S.v. Art. 10 Abs. 2 und 3 HonO vorliegt; nur die Auflistung von Aufwandpositionen in der Kostennote genügt hierfür nicht. Das Gericht hat insbesondere auch keine "Kontrollrechnung" mit einem minimalen Stundenansatz von praxisgemäss ca. Fr. 180.00 vorzunehmen und auch ein Vergleich mit der Entschädigung des Anwalts der Gegenpartei ist im konkreten Fall unbehilflich (E. III/3). (Kantonsgericht, Einzelrichterin im Familienrecht, 11. Januar 2024, FE.2022.11-EZE2).

		2026-01-28T05:35:55+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen