# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47d474a5-5b29-5e1d-842e-b93d44ecef5f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.08.2016 UV 2014/87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-87_2016-08-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/87

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.08.2016

Entscheiddatum: 26.08.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2016
Art. 6 UVG: Verneinung somatischer Unfallrestfolgen im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung.Art. 6 UVG: Verneinung unfallkausaler gesundheitlicher 
Störungen im Zeitpunkt der Leistungseinstellung im Zusammenhang mit 
einem Schleudertrauma bzw. einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 
August 2016, UV 2014/87).Entscheid vom 26. August 2016

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Markus 

Jakob         

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/87        

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 

11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 41, Postfach 357, 8401 Winterthur,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Pflegefachfrau HF mit einem 90%-

Pensum bei der Arbeitgeberin B.___ tätig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG 

(nachfolgend: AXA) unfallversichert, als sie am 8. November 2012 einen Autounfall erlitt 

(act. G 5.1/A1). Gemäss Polizeiprotokoll der Kantonspolizei St. Gallen vom 21. 

Dezember 2012 fuhr die Versicherte mit ihrem Personenwagen zwischen zwei anderen 

Personenwagen auf der Überholspur der Autobahn A1 von C.___ Richtung D.___, als 

der Fahrer des vorderen Personenwagens aufgrund des stockenden Verkehrs plötzlich 

stark abbremsen musste. Die Versicherte leitete ebenfalls ein Bremsmanöver ein, was 

der nachfolgende Fahrer jedoch nicht bemerkte und mit seinem Personenwagen auf 

das Heck des Personenwagens der Versicherten prallte. Deren Personenwagen wurde 

dadurch wiederum nach vorne katapultiert, schoss linksseitig am vorderen 

Personenwagen vorbei, kollidierte mit diesem, schrammte gleichzeitig an der 

Mittelleitplanke vorbei, schleuderte nach rechts auf die Normalspur und kam dort 

schliesslich zum Stillstand. Die Versicherte wurde durch die Feuerwehr aus ihrem stark 

deformierten Personenwagen geborgen und notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen 

(KSSG) überführt (act. G 1.5). Auf der Zentralen Notfallabteilung (ZNA) des KSSG klagte 

die Versicherte über Kopfschmerzen und Schmerzen im Becken und zeigte sich mit 

einem Glasgow Coma Score (GCS) von 14 und einer Amnesie für das Unfallereignis. Es 

erfolgte die stationäre Aufnahme in die Klinik für Neurochirurgie des KSSG wegen 

einem leichten Schädelhirntrauma (act. G 5.2/M4, act. G 5.2/M8, act. G 5.2/M10). Die 

Versicherte wurde konsiliarisch auch durch die Ärzte der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG mitbeurteilt (act. G 

5.2/M8), welche am 8. November 2011 den Dokumentationsbogen für Erstkonsultation 

nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma ausfüllten (act. G 5.2/M9). Am 9. 

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November 2012 berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG auch über die Behandlung der 

Versicherten auf der ZNA des KSSG. Basierend auf einer im Röntgeninstitut des KSSG 

am Unfalltag durchgeführten Röntgenuntersuchung des Beckens und des rechten 

Hüftgelenks sowie einer CT-Untersuchung des Neurocraniums und der HWS wurde die 

Diagnose eines Hochgeschwindigkeitstraumas vom 8. November 2012 mit HWS-

Distorsion mit Verdacht auf ligamentäre Verletzung, leichtem Schädelhirntrauma sowie 

Beckenkontusion rechts festgehalten (act. G 5.2/M10). Am 9. November 2012 wurde 

bei der Versicherten im Institut für Radiologie des KSSG zusätzlich eine 

Röntgenuntersuchung der HWS (act. G 5.2/M7) sowie eine MRI-Untersuchung des 

Neurocraniums (act. G 5.2/M6) vorgenommen. Nachdem sich die Versicherte auf der 

Neurochirurgie des KSSG kardiopulmonal und neurologisch stets stabil gezeigt hatte, 

wurde sie mit der Diagnose eines leichten Schädelhirntraumas im Rahmen eines PKW-

Unfalls mit/bei HWS-Distorsion am 11. November 2012 in die Betreuung ihres 

Hausarztes Dr. med. E.___, Allgemein Medizin FMH, entlassen (act. G 5.2/M4).

A.b  Nach Eingang der durch den Arbeitgeber der Versicherten am 22. November 2012 

eingereichten Unfallmeldung UVG (act. G 5.1/A1) führte die AXA mit der Versicherten 

am 18. Januar 2013 eine Besprechung durch (act. G 5.1/A5). Am 26. Februar 2013 

reichte Dr. E.___ einen ärztlichen Zwischenbericht ein. Daraus ging hervor, dass die 

Versicherte ihre Arbeit am 11. Februar 2013 wieder zu 25% mit reduzierter Leistung 

aufgenommen hatte, rund 2 bis 3 Mal wöchentlich hausärztliche Konsultationen 

stattfanden und eine Behandlung mit Analgetika erfolgte. Dr. E.___ hatte der 

Versicherten ausserdem am 15. November 2012 und 21. Februar 2013 Physiotherapie-

Verordnungen für das Therapiezentrum F.___ ausgestellt (act. G 5.2/M12 f., act. G 5.2/

M15 ff.). Ab 27. Februar 2013 befand sich die Versicherte bei Dr. med. G.___, 

Spezialärztin Neurologie FMH, Neurologisches Zentrum H.___, in neurologischer 

Behandlung. Dr. G.___ berichtete Dr. E.___ jeweils schriftlich über die einzelnen 

Konsultationen (act. G 5.2/M14, act. G 5.2/M18 f.). Mit E-Mail vom 21. März 2013 teilte 

der damalige Rechtsvertreter der Versicherten der AXA mit, dass sich die Versicherte 

für eine psychiatrische Sprechstunde bei Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, angemeldet habe (act. G 5.1/A14), worauf 

die AXA besagten Arzt am 22. April 2013 ersuchte, einen Verlaufsbericht einzureichen 

bzw. verschiedene Fragen zu beantworten (act. G 5.1/A18). Am 24. April 2013 führte 

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Dr. G.___ bei der Versicherten eine elektrophysiologische Untersuchung durch, deren 

Ergebnisse sie in einem Bericht vom 6. Mai 2013 an Dr. E.___ festhielt (act. G 5.2/M22), 

und wies sie der Klinik J.___ für eine MRI-Untersuchung der HWS zu, die am 26. April 

2013 durchgeführt wurde (act. G 5.2/M30). Am 25. Juni 2013 teilte der Rechtsvertreter 

der Versicherten der AXA telefonisch mit, dass sie im August 2013 mit einer 

Zusatzausbildung zum Bachelor „Pflege“ beginne. Derzeit sei eine Diskussion mit dem 

Arbeitgeber betreffend Pensumreduktion im Gange. Die Versicherte selber wolle 50% 

weiterarbeiten, während der Arbeitgeber die Gefahr einer Überforderung sehe und nur 

30% anbiete (act. G 5.1/A21). Am 26. Juni 2013 reichte Dr. E.___ der AXA erneut einen 

Zwischenbericht ein. Die Versicherte habe weiterhin lokale paravertebrale Schmerzen 

im Bereich der HWS linksbetont und leide unter einer leichten Angstsymptomatik. 

Insgesamt sei jedoch eine Besserung der Beschwerden zu beobachten. Die Versicherte 

sei vom 8. November 2012 bis 10. Februar 2013 zu 100%, vom 11. Februar bis 25. 

März 2013 zu 75% und vom 26. März bis 6. Mai 2013 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. 

Seit 7. Mai 2013 sei sie wieder zu 100% arbeitsfähig. Die unfallbedingte Behandlung 

dauere bis auf weiteres fort und es sei noch nicht absehbar, ob ein bleibender Nachteil 

zu erwarten sei (act. G 5.2/M20). Am 3. Juli 2013 legte Dr. I.___ seinen Bericht vor (act. 

G 5.2/M21). Am 11. September 2013 verordnete Dr. E.___ der Versicherten eine 

physiotherapeutische Langzeitbehandlung bei Status nach HWS-Distorsion und Status 

nach leichtem Schädelhirntrauma nach PKW-Unfall am 8. November 2012 im 

Therapiecenter F.___ (act. G 5.2/M23). Am 29. Oktober 2013 wiederholte er die 

Physiotherapie-Verordnung für eine Langzeitbehandlung (act. G 5.2/M24). Auf 

Ersuchen der AXA reichte Dr. E.___ am 20. November 2013 und 7. Februar 2014 

weitere Verlaufsberichte über den Gesundheitszustand bzw. Heilverlauf der 

Versicherten ein (act. G 5.2/M27 f.). Am 24. Februar 2014 stellte Dr. E.___ erneut eine 

Verordnung für eine physiotherapeutische Behandlung - Muskelaufbau bzw. 

Verbesserung der Muskelfunktion - aus (act. G 5.2/M31).

A.c  Unterdessen hatte die AXA durch ihren Unfallanalytiker, Ing. HTL, J.___, am 7. 

Februar 2014 ein unfallanalytisches Kurzgutachten erstellen lassen (act. G 5.1/A32).

A.d  Am 4. März 2014 beauftragte die AXA Dr. med. L.___, Facharzt Neurologie FMH, 

mit einer medizinischen Beurteilung des Schadenfalls anhand der vorliegenden Akten. 

Gestützt auf dessen Bericht vom 8. März 2014 (act. G 5.1/M32) eröffnete die AXA der 

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Versicherten mit Verfügung vom 21. Mai 2014, dass sie ihre Versicherungsleistungen 

per 31. Mai 2014 einstellen werde, da die aktuellen Beschwerden bzw. die im 

Vordergrund stehenden Nackenschmerzen der Versicherten nicht mehr mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. 

November 2012 stehen würden, sondern auf degenerative Veränderungen der HWS 

zurückzuführen seien (act. G 5.1/A37).

B.   

B.a  Die Versicherte erhob am 12. Juni 2014 durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt 

lic. iur. Dieter Studer, Kreuzlingen, Einsprache mit den folgenden Anträgen: Es sei die 

Verfügung vom 21. Mai 2014 aufzuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen zu erbringen. Es seien die in der Einsprache angeführten 

Abklärungen zu tätigen und der Versicherten bzw. ihrem Rechtsvertreter alsdann die 

Verfahrensakten zur Einsichtnahme zukommen zu lassen und allenfalls die Gelegenheit 

zu geben, die Einsprachebegründung zu ergänzen. Das Einspracheverfahren sei 

einstweilen zu sistieren (act. G 5.1/A39).

B.b  Nachdem die AXA Rechtsanwalt Studer mit Schreiben vom 19. Juni 2014 

mitgeteilt hatte, dass ihres Erachtens kein Grund für eine Sistierung des Verfahrens 

bestehe, es ihm jedoch bis zum Erlass des Einspracheentscheids frei stehe, sich 

ergänzend zum Streitgegenstand vernehmen zu lassen (act. G 5.1/A42), hielt 

Rechtsanwalt Studer mit Schreiben vom 15. August 2014 gegenüber der AXA fest, 

dass die Wiederaufnahme der 80%-igen Berufstätigkeit durch die Versicherte ihre 

Beschwerden wieder verstärkt habe. Es sei unklar, ob sie auf längere Zeit ihr 

Berufspensum einhalten könne. Zumindest benötige sie nach wie vor Therapien 

(Physiotherapie und Lymphdrainage). Ein Endzustand sei zweifellos noch nicht erreicht 

und die in der Einsprache vom 12. Juni 2014 beantragten Abklärungen seien zu 

gegebener Zeit zwingend notwendig (act. G 5.1/A44).

B.c  Mit Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2014 wies die AXA die Einsprache vom 

12. Juni 2014 ab (act. G 5.1/A45).

C.  

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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 7. November 2014 Beschwerde 

mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2014 sowie die Verfügung 

vom 21. Mai 2014 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die 

gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen. Eventuell sei hinsichtlich der 

Unfallkausalität der Gesundheitsbeschwerden der Beschwerdeführerin ein 

medizinisches Gerichtsgutachten anzuordnen. Subeventuell sei die Sache an die 

Vorinstanz zwecks Veranlassung einer neutralen medizinischen Expertise 

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2015 beantragte die AXA (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen (act. G 5).

C.c Mit Replik vom 2. März 2015 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

vollumfänglich an seinen Anträgen fest (act. G 7).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 11. März 2015 auf eine 

Duplik (act. G 9).

C.e Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw. 

medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.   

1.1  Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss 

an das Unfallereignis vom 8. November 2012 ausgerichtet wurden, auf den 31. Mai 

2014 eingestellt werden durften.

1.2  Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, 

Invalidität oder Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 

134 V 109, 117 V 359 und 115 V 133; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; ALEXANDRA RUMO-

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JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Wenn der Unfallversicherer den natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer entsprechenden 

Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende Leistungen erbringt, 

entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

E. 3b mit Hinweisen). Der Unfallversicherer hat jedoch nicht den Beweis für 

unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten 

Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 27. Februar 2004, U 29/03, E. 3.1).

1.3  Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den 

von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 

123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 

V 102 E. 5b/bb, 117 V 364 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die 

versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine 

schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädelhirntrauma erlitten, gelangt die 

Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung oder eines 

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Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer 

solchen Verletzung gehörende Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im 

Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies 

zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für 

Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend. 

Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS und Schädelhirntraumen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).

1.4  Im Sozialversicherungsrecht herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1 mit Hinweisen; 

vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Wie überall im Sozialversicherungsrecht gilt auch im 

Rahmen der Untersuchung der Unfallkausalität der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 125 E. 9.5). Die blosse Möglichkeit einer 

Unfallkausalität genügt nicht. Die Sozialversicherungsorgane und das Gericht haben 

vielmehr jenem Sachverhalt zu folgen, den sie von allen möglichen Sachverhalten als 

Wahrscheinlichsten würdigen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; THOMAS LOCHER/THOMAS 

GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, S. 549, §70 

Rz 58). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen 

Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich 

um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier - 

anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen und Spätfolgen ein 

(erneuter) leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 

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bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Selbstverständlich greift 

die vorgenannte Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im 

Beschwerdefall - das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich 

nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., S. 55.).

1.5  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten 

versicherungsinterner bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und 125 

V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).

2.  

Laut Bericht von Dr. E.___ vom 7. Februar 2014 leidet die Beschwerdeführerin dauernd 

unter leichten Nacken- und Schulterschmerzen, verstärkt bei Kälte und bei Belastung 

oder nach langem Sitzen, sowie unter einem gelegentlichen Kribbeln in den Armen bei 

Belastung, bei der Arbeit oder bei Haushaltsarbeiten wie beispielsweise Staubsaugen 

verbunden mit Schmerzen. Kopfschmerzen wurden - wie bereits im Bericht von Dr. 

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E.___ vom 20. November 2013 (act. G 5.2/M27) - verneint (act. G 5.2/M28). Während 

die Beschwerdegegnerin die Kausalität der angegebenen Beschwerden zum 

Unfallereignis vom 8. November 2012 per 31. Mai 2014 (Datum der 

Leistungseinstellung) verneint und sich dabei hinsichtlich der natürlichen Kausalität auf 

die Beurteilung von Dr. L.___ vom 8. März 2014 (act. G 5.2/M32) stützt, stellt sich der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die fraglichen 

Beschwerden seien unfallbedingt und auf die Beurteilung von Dr. L.___ könne wegen 

wesentlicher Mängel nicht abgestellt werden.

3.   

3.1  Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt.

3.1.1      Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Eine 

manuelle ärztliche Untersuchung fördert klinische, nicht aber objektivierbare organisch-

strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen 

abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. 

Von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen kann erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

Untersuchungsmethoden bestätigt werden und die dabei angewendeten 

Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 

134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 

mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 

8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), 

myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde sind beispielsweise für 

sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. 

Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken 

sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

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Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, sowie 

vom 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3).

3.1.2      Beim Unfall vom 8. November 2012 prallte ein Lenker mit seinem 

Personenwagen auf das Heck des Personenwagens der Beschwerdeführerin, worauf 

dieser nach vorne katapultiert wurde und mit dem vor ihr fahrenden Personenwagen 

kollidierte (vgl. dazu act. G 1.5). Echtzeitlich, auf der ZNA des KSSG, klagte die 

Beschwerdeführerin über Kopfschmerzen und Schmerzen im Becken, zeigte sich mit 

einem GCS-Wert von 14 und bestand für das Unfallereignis eine Amnesie (vgl. act. G 

5.2/M10). Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma vermerkten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG am 8. November 2012 

sofortige Kopfschmerzen und intermittierend Übelkeit (act. G 5.2/M9). Dem 

vorgenannten Unfallmechanismus sowie den echtzeitlich geklagten Beschwerden 

entsprechend wurden bei der Beschwerdeführerin am 8. und 9. November 2012 eine 

Röntgenuntersuchung des Beckens und rechten Hüftgelenks, eine 

Röntgenuntersuchung der HWS, eine MRI-Untersuchung des Neurocraniums sowie 

eine CT-Untersuchung des Neurocraniums und der HWS durchgeführt (act. G 5.2/M5 

ff., act. G 5.2/M10).

3.1.3      Die Röntgenuntersuchung des Beckens zeigte keine frische ossäre Läsion, 

worauf die behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG lediglich eine Beckenkontusion 

rechts diagnostizierten (act. G 5.2/M10), die offensichtlich entsprechend der 

medizinischen Erfahrung ohne spezifische Therapie folgenlos ausgeheilt ist (vgl. dazu 

ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 

412). Die weiteren medizinischen Akten enthalten keinen Hinweis auf eine fortdauernde 

Beckenproblematik und auch von Seiten des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 

wird keine solche geltend gemacht.

3.1.4      Das Röntgenbild der HWS wies eine Streckhaltung auf, das Alignement der 

Wirbelkörperkanten zeigte sich regelrecht und es konnte weder eine prävertebrale 

Weichteilschwellung noch eine Instabilität in den Funktionsaufnahmen nachgewiesen 

werden (act. G 5.2/M7). Auch das CT der HWS und ebenso dasjenige des 

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Neurocraniums sowie das MRI des Neurocraniums waren normal altersentsprechend 

(act. G 5.2/M5 f.). Echtzeitlich war die Beschwerdeführerin in der Neurochirurgie des 

KSSG auch neurologisch untersucht worden. Es konnten keine fokalen neurologischen 

Defizite festgestellt werden (act. G 5.2/M4).

3.1.5      Wegen des anhaltenden paravertebralen, cervicalen Schmerzsyndroms folgte 

am 27. Februar 2013 eine erste klinisch-neurologische Untersuchung durch Dr. G.___. 

Diese zeigte sich ohne Auffälligkeiten, d.h. es fanden sich keine Hinweise für eine 

cervicale radikuläre Beschwerdesymptomatik. Dr. G.___ ersah solche auch nicht aus 

der Anamnese. Die in der muskuloskelettalen Untersuchung erhobenen Befunde - 

endständige Dehnungsschmerzen bei Rotationsprüfung der HWS sowie bei Inklination, 

leichtgradige Hypästhesie/Dysästhesie paravertebral beidseits, Triggerpunkt am linken 

medialen Schulterblattrand, insgesamt leichtgradige muskuläre Verspannung - 

sprachen für Dr. G.___ für eine muskuläre Genese (act. G 5.2/M14). Auch in den 

Berichten über die weiteren Konsultationen vom 3. April und 14. Mai 2013 wurde keine 

neurologische Läsion im Bereich der HWS diskutiert (act. G 5.2/M18 f.).

3.1.6      Infolge einer akuten Schmerzexazerbation seit dem 21. April 2013 im Sinne 

eines cervico-cephalen wie cervico-brachialen Schmerzsyndroms mit massiver 

muskulärer Verspannung und mit Auftreten von Sensibilitätsstörungen im Bereich des 

linken Arms, insbesondere der Schulterkuppe und des volaren ulnaren Unterarms mit 

Ausstrahlung in Dig. IV und V, stellte sich die Frage nach dem Vorliegen einer 

peripheren Nervenpathologie. Dr. G.___ führte dazu am 24. April 2013 eine 

elektrophysiologische Untersuchung durch. Es fand sich kein Hinweis auf eine 

periphere Nervenpathologie im Bereich der Armnerven links respektive beidseits, 

insbesondere keiner auf eine Nervus ulnaris-Affektion links. Auch im paravertebralen 

EMG liessen sich bis auf sehr diskret ausgeprägte Zeichen einer akuten Denervation 

Höhe C7 nur unauffällige Befunde erheben (act. G 5.2/M22). Ergänzend wurde am 26. 

April 2013 in der Klinik J.___ eine MRT-Untersuchung der HWS durchgeführt. 

Abgesehen von einer deutlichen, links-skoliotischen Fehlhaltung der HWS zeigten sich 

die Bilder normal, ohne Nachweis einer posttraumatischen, ossären oder ligamentären 

Läsion. Auch eine Diskusprotrusion konnte nicht festgestellt werden, höchstens 

beginnende Diskopathien HWK 3/4 bis HWK 5/6 ohne Herniationen. Die paravertebrale 

Halsmuskulatur besass eine normale Struktur, keine Atrophie-Zeichen und keine 

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ödematösen Veränderungen (act. G 5.2/M30). In Zusammenschau der Befunde ging 

Dr. G.___ „nun sicher“ von einer vorrangig myogenen Schmerzkomponente aus mit 

allenfalls pseudoradikulärer Mitbeteiligung (act. G 5.2/M22).

3.1.7      Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die umfassend durchgeführten 

radiologischen bzw. apparativen Abklärungen, aber auch die klinisch- und apparativ-

neurologischen Untersuchungen keine durch den Unfall vom 8. November 2012 

bedingten organisch-strukturellen Befunde zeigten. Die erstbehandelnden Ärzte des 

KSSG,

Dr. G.___ und Dr. E.___, hielten in ihren Berichten auch nie eine entsprechende 

Diagnose fest (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 3.2.2 und 3.3). Dass der 

alleinige Befund einer myogenen Schmerzkomponente bei Streckhaltung der HWS, 

aber auch die erhobenen Bewegungsschmerzen und die Druckdolenzen, nicht als 

organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten sind, wurde bereits in 

Erwägung 3.1.1 dargelegt. Eine traumatische Ursache steht wegen einer im 

vorliegenden Fall fehlenden unfallkausalen Körperverletzung, wie beispielsweise einer 

Fraktur, mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht im 

Vordergrund.

3.2 

3.2.1      Dr. L.___ merkt in seiner Beurteilung vom 8. März 2014 (act. G 5.2/M32) in 

Bezug auf das MRT-Untersuchungsergebnis vom 26. April 2013 (vgl. act. G 5.2/M30) 

an, dass die Veränderungen auf Höhe C3/4 bis C5/6 deutlich über das zu erwartende 

Altersausmass hinausgingen, und geht von einem Vorzustand aus. Ob "höchstens 

beginnende Discopathien" deutlich über das zu erwartende Altersausmass 

hinausgehende Veränderungen darstellen, was die Beschwerdeführerin bestreitet, kann 

offen bleiben. Die Frage einer richtunggebenden Verschlimmerung kann jedenfalls mit 

Dr. L.___ verneint werden. Der von ihm angeführte Umstand, die Beschwerdeführerin 

weise in verschiedenen Segmenten der HWS Discopathien auf, was das Bild einer 

degenerativen und nicht traumatisch bedingten Situation stütze, weil ein Trauma ein 

Segment isoliert treffen würde, erscheint nachvollziehbar. Eine richtunggebende 

Verschlimmerung könnte zudem gemäss medizinischer Erfahrung nur dann als 

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erwiesen gelten, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel 

und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma 

aufzeigt (ERWIN MORSCHER, in: ERNST BAUR/HENRY NIGST [Hrsg.], 

Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Der MRT-Bericht enthält, wie bereits 

erwähnt, keine Hinweise darauf, dass sich im Zeitpunkt des Unfalls vom 8. November 

2012 ein degenerativer Zustand der HWS massiv verändert hätte. Vorliegend kommt 

hinzu, dass es sich höchstens um leichte Degenerationen handelt, womit kaum Raum 

für eine richtunggebende Verschlimmerung gegeben ist. Auch in den weiteren 

medizinischen Akten wird das Vorliegen einer richtunggebenden Verschlimmerung 

einer degenerativen Erkrankung nirgends diskutiert. Der Einwand des Rechtsvertreters 

der Beschwerdeführerin, die vorliegende Kollisionswucht bzw. der Kollisionsverlauf 

spreche sehr für eine richtungweisende Verschlimmerung eines Vorzustandes, vermag 

an obiger Beurteilung nichts zu ändern. Der Umstand allein, dass ein Unfallereignis 

potentiell geeignet ist, körperlich gravierende Verletzungen oder gar den Tod einer 

Person herbeizuführen, kann nicht entscheidend sein. Nicht jeder vorgekommene 

Unfallmechanismus hat automatisch eine Verletzung zur Folge, kann doch eine 

betroffene Person auch Glück im Unglück gehabt haben. Zu beurteilen gilt es den 

konkreten Fall. In demjenigen der Beschwerdeführerin bestehen, wie dargelegt, keine 

Hinweise auf eine richtungweisende Verschlimmerung. Auch das Vorbringen des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, diese habe vor dem Unfall im anstrengenden 

Beruf als Pflegefachfrau beschwerdefrei tätig sein können, vermag nicht für eine 

richtungweisende Schädigung der HWS zu sprechen. Der zeitliche Aspekt besitzt keine 

wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem 

blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und 

davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall 

verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

Zürich 2015, N 69 zu Art. 4; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [Beweisführung nach der 

Formel „post hoc ergo propter hoc“]; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 52 [8C_590/2007, E. 

7.2.4] mit weiteren Hinweisen). 

3.2.2      Eine auf die Wirbelsäule wirkende Kraft kann zwar ohne weiteres eine bisher 

stumme, vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen. Dabei 

handelt es sich aber meistens nur um eine, wie von Dr. L.___ als wahrscheinlich 

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erachtete, vorübergehende Verschlimmerung (HANS ULRICH DEBRUNNER/ERICH W. 

RAMSEIER, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 5). Bezüglich der im 

konkreten Fall vorliegenden Diagnosen eines leichten Schädelhirntraumas und einer 

HWS-Distorsion (vgl. act. G 5.2/M4, M10, M14 und M28) wird von Seiten der 

medizinischen Forschung (GERHARD JENZER, Klinische Aspekte bei HWS-

Belastungen durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum 

leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS 40/1996, S. 462 ff. und insbesondere S. 467) 

festgehalten, dass der typische posttraumatische Verlauf nach einer Commotio cerebri 

bzw. einem leichten Schädelhirntrauma einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen 

entspreche. Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach 

Beschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-Bereich rufen (JENZER, a.a.O., 

S. 469 mit Hinweis und S. 463; vgl. auch BOGDAN P. RADANOV, Über den Stellenwert 

der neuro-psychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 

40/1996 S. 471 ff. und S. 475). Angesichts der dargelegten medizinischen 

Erfahrungstatsache kann im konkreten Fall mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit per 31. Mai 2014 (Datum der Leistungseinstellung; act. G 5.1/A37) 

von einem Erreichen des Status quo sine vel ante ausgegangen werden.

3.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der vorangehenden 

Erwägungen die von der Beschwerdeführerin angegebenen Nackenbeschwerden 

jedenfalls für die Zeit ab 1. Juni 2014 - insbesondere wegen Fehlens einer 

objektivierbaren organischen Hirnschädigung oder HWS-Schädigung - nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als unfallkausale Langzeitfolgen 

betrachten werden können. Diese auch von Dr. L.___ in seiner Beurteilung vom 8. März 

2014 (act. G 5.2/M32) gezogene Schlussfolgerung ist dementsprechend 

nachvollziehbar und überzeugend. Der Einwand des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, Dr. L.___ habe sich nicht im Geringsten mit den Beurteilungen der 

anderen Ärzte auseinander gesetzt und seiner Beurteilung mangle es an einer 

nachvollziehbaren Begründung, kann nicht gefolgt werden. Seine Beurteilung erging 

offenkundig in Kenntnis der medizinischen Vorakten, welche von ihm chronologisch 

und hinsichtlich ihrer massgebenden Inhalte lückenlos aufgelistet worden sind (Ziff. 1 

„Akten“). Insofern darf davon ausgegangen werden, dass er diese berücksichtigt bzw. 

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in seine Beurteilung miteinbezogen hat. Wie dargelegt, sind keine Gründe ersichtlich, 

weshalb mit Blick auf die vorliegende Aktenlage von der Beurteilung von Dr. L.___ 

abgewichen werden sollte und es ist mit ihm festzustellen, dass sich anhand der 

radiologischen bzw. apparativen, aber auch mit den klinischen Untersuchungen, keine 

über das Datum der Leistungseinstellung (31. Mai 2014) hinausgehenden somatischen 

Unfallrestfolgen objektivieren liessen. Dass es sich bei der Beurteilung von Dr. L.___ 

lediglich um ein Aktenbericht handelt, schadet nicht, da auch reinen Aktenberichten 

voller Beweiswert zukommen kann, sofern - wie im konkreten Fall - ein lückenloser 

Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

30. März 2012, 8C_119/2012, E. 4 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 

22. Dezember 2011, 8C_641/2011, E. 3.2.2).

4.  

4.1  Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass 

bei Schleudertraumen sowie äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der HWS 

sowie Schädelhirntraumen (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004, U 243/03; RKUV 

2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3; BGE 117 V 369) auch ohne nachweisbare pathologische 

bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle 

verschiedenster Art, unter anderem - wie von der Beschwerdeführerin beklagt - 

Nacken- und Schulterschmerzen sowie Parästhesien, aber auch zahlreiche weitere 

Beschwerden auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder 

eine äquivalente Verletzung typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden 

Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, 

rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen 

(BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach 

eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 

359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der Rechtsprechung des 

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Bundesgerichts (Urteile vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 5.2, 30. Januar 2007, U 

215/05, und 15. März 2007, U 258/06) muss bei einer HWS-Verletzung das typische 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden 

Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. 

Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder 

an der HWS und bei einem Schädelhirntrauma zusätzlich Kopfschmerzen 

manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer 

äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich 

jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.

4.2 

4.2.1      Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn 

einer Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem 

Kopfanprall verbunden sein können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann 

vor, wenn bei der Auffahrkollision durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen 

Fahrzeugs der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen - zuerst nach hinten zu knicken 

scheint und anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der 

Beschleunigungsmechanismus zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem 

Schleudertrauma, sondern von einer HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. 

diesbezüglich THOMAS LOCHER, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung 

in die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: MURER/NIEDERER/RADANOV/

RUMO-JUNGO/STURZENEGGER/WALZ [Hrsg.], Das so genannte „Schleudertrauma“ 

– medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der 

Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.).

4.2.2      Gemäss dem im Polizeiprotokoll der Kantonspolizei St. Gallen vom 21. 

Dezember 2012 (act. G 1.5) rapportierten „Unfallhergang“ war die Beschwerdeführerin 

mit ihrem Fahrzeug beim Verkehrsunfall vom 8. November 2012, entgegen dem 

Hinweis von Dr. L.___ in seiner Beurteilung vom 8. März 2014 (act. G 5.2/M32), 

durchaus in eine Heckkollision und zusätzlich in eine seitliche Frontalkollision 

verwickelt (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). Die Ärzte des KSSG stellten sodann in ihren 

Berichten neben der Diagnose einer HWS-Distorsion diejenige eines leichten 

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Schädelhirntraumas (act. G 5.2/M4, act. G 5.2/M10), womit auch ein Kopfanprall in 

Betracht fällt. Angesichts des vorliegenden Unfalls und den von den Ärzten des KSSG 

echtzeitlich gestellten Diagnosen ist, auch wenn die Ärzte dies nicht wortwörtlich so 

festgehalten haben, jedenfalls davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin beim 

Unfall vom 8. November 2012 ein Schleudertrauma und/oder eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten hat.

4.3 

4.3.1      Laut echtzeitlichen Berichten des KSSG, insbesondere gemäss des von den 

Ärzten der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates am 8. November 2012 ausgefüllten Dokumentationsbogens für 

Erstkonsultation nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma (act. G 5.2/M4 und M9 

f.), litt die Beschwerdeführerin innerhalb der erforderlichen Latenzzeit (vgl. Erwägung 

4.1) unter Kopf- und Nackenschmerzen sowie intermittierend unter Übelkeit. Im Bericht 

der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

des KSSG vom 9. November 2012 ist ausserdem von Schwindelbeschwerden die Rede 

(act. G 5.2/M10). In den nachfolgenden ärztlichen und physiotherapeutischen Berichten 

sind teilweise nur noch Nackenschmerzen bzw. ein cervicales Schmerzsyndrom (vgl. 

act. G 5.2/M14, M18 f. und M20) vermerkt, dann aber auch wieder Kopfschmerzen und 

zusätzlich Rückenschmerzen sowie Müdigkeit (vgl. act. G 5.2/M11, M13, M15, M21 

und M26). Nach Auftreten akuter Schmerzexazerbationen im Bereich der HWS am 21. 

April 2013 traten sodann auch Sensibilitätsstörungen im Bereich des linken Arms mit 

Ausstrahlung in die Schulter, den Unterarm und in die Finger auf, weshalb Dr. G.___ am 

24. April 2013 eine elektro¬physiologische Untersuchung durchgeführt hatte (act. G 

5.2/M22). Die Parästhesien im kleinen Finger des linken Arms gelegentlich bei starken 

Schmerzen dauerten laut Angaben von Dr. E.___ im Bericht vom 20. November 2013 

fort. Die Nackenschmerzen haben in der letzten Zeit wieder zugenommen (act. G 5.2/

M27).

4.3.2      Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist darin zuzustimmen, dass 

Nackenbeschwerden insofern nicht als unspezifisch bezeichnet werden können, als sie 

ein typisches Symptom nach einem Schädelhirntrauma und einer HWS-Distorsion sind 

(vgl. dazu Liste HANS SCHMIDT UND JÜRG SENN [Hrsg.], Schleudertrauma - 

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neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, Zürich 2004, S. 

14 f.). Wenn Dr. L.___ „die Beschwerden“ der Beschwerdeführerin als „vollkommen 

unspezifisch“ bezeichnet, ist nicht augenfällig, was genau er damit meint (vgl. act. G  

5.2/M32). Möglicherweise wollte er damit ausdrücken, dass sich die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden nicht immer gleich dargestellt hätten. 

Nichts entgegen zu halten ist jedenfalls seiner Aussage, dass gemäss medizinischen 

Akten die Nackenschmerzen im Vordergrund stehen würden (vgl. dazu Erwägung 

4.3.1). Seine zusätzliche Erklärung, diese könnten „zwanglos“ auf degenerative 

Veränderungen zurückgeführt werden, ist lediglich als grundsätzlich mit der 

medizinischen Literatur übereinstimmende Möglichkeit zu verstehen. Ob dies im 

konkreten Fall tatsächlich so ist, ist damit nicht beantwortet. Überwiegend 

wahrscheinlich ist für Dr. L.___ offensichtlich nur, dass die Nackenschmerzen über das 

Datum der Leistungseinstellung hinaus nicht auf das Unfallereignis vom 8. November 

2012 zurückgeführt werden können.

4.3.3      Das in den medizinischen Akten dokumentierte Beschwerdebild zeigte sich 

hinsichtlich seiner Vielfalt bereits echtzeitlich eher bescheiden und reduzierte sich im 

Verlauf auf Nackenschmerzen. Ein schleudertraumatypisches, gehäuftes 

Beschwerdebild ist nicht mehr dokumentiert (vgl. G 5.2/M28). Gerade 

Nackenschmerzen können jedoch unfallunabhängig als Leit- und Begleitsymptome 

verschiedenster Krankheiten vorkommen (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O, S. 800; 

ROCHE LEXIKON MEDIZIN, a.a.O., S. 1040; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1438 

„Nackensteifigkeit“). Die Müdigkeit, die Parästhesien sowie die oberen 

Rückenschmerzen sind erst nach einer längeren Latenzzeit und nur punktuell vermerkt. 

Sie können damit nicht überwiegend wahrscheinlich dem Unfall vom 8. November 

2012 zugeordnet werden. Selbst wenn also für die Zeit direkt nach dem Unfall von 

einer schleudertraumatypischen Verletzung ausgegangen werden muss, ist 

festzuhalten, dass angesichts des Gesagten nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine solche Verletzung mit Langzeitfolgen

über die Leistungseinstellung per 31. Mai 2014 hinaus angenommen werden kann.

4.4  Ein Schädelhirntrauma, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne 

morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns subsumiert werden, rechtfertigt die 

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analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene 

Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio 

cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vgl. auch Urteile des 

EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, und 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Die Schwere 

eines Schädelhirntraumas wird üblicherweise nach dem Punktwert in der Glasgow-

Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In dieser Skala erhalten der Patient oder die Patientin für 

bestimmte Reaktionen (wie Augenöffnen, Reaktionen auf Schmerzreize und sprachliche 

Äusserungen) eine Anzahl von Punkten, welche zum Schluss addiert werden. Der 

schlechteste Wert beträgt 3, der beste 15. Von einem leichten Schädelhirntrauma 

spricht man bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 (mittelschwer: 9 bis 13, schwer: 3 bis 8; 

vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 266 „Bewusstseinsstörung“ und S. 786 „Glasgow 

Coma Scala“; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.2). Die 

Beschwerdeführerin zeigte sich am Unfalltag beim Eintritt in die ZNA des KSSG 

orientiert, hatte jedoch für das Unfallereignis eine Amnesie und fragte immer wieder, 

was geschehen sei. Eine Bewusstlosigkeit ist nicht vermerkt. Beim Eintreffen der 

Ambulanz am Unfallort war die Beschwerdeführerin offenbar ansprechbar (act. G 5.2/

M10). Die bei ihr im KSSG durchgeführte GCS-Überwachung ergab den Wert 14 bzw. 

14 bis 15. Die Untersuchung des Neurostatus zeigte keine Auffälligkeiten. 

Entsprechend wurde die Diagnose eines leichten Schädelhirntraumas gestellt (act. G 

5.2/M4 und M10), was eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 

begründeten Schleudertrauma-Praxis ausschliesst.

4.5  Nach dem in Erwägung 4.3 und 4.4 Gesagten ist die Adäquanzprüfung somit 

hinsichtlich der Diagnose HWS-Distorsion nach der Schleudertraumapraxis im Sinne 

von BGE 134 V 109 bzw. nach Massgabe der darin entwickelten Kriterien 

vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid 

die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquaten kausalen 

Zusammenhangs bei Schleudertraumen oder schleudertraumaähnlichen Verletzungen 

zutreffend dar (Erwägung 2.6); darauf ist zu verweisen.

4.6  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wendet ein, die Adäquanzprüfung sei 

eineinhalb Jahre nach dem Unfall verfrüht erfolgt.

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4.6.1      Die Adäquanz ist nach Abschluss des normalen, unfallbedingt erforderlichen 

Heilungsprozesses zu prüfen, und nicht solange von einer Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann (= 

Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

[UVG; SR 832.20]; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004, U 246/03; BGE 134 V 112 ff. 

E. 3 und 4). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss erfüllt, ist der Fall unter 

Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 

auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 

Abs. 1 UVG). Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer bedingt lediglich, 

dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche 

Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für die Annahme einer Weiterdauer der 

Behandlungskostenübernahme genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine 

unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur 

eine weit entfernte Möglichkeit besteht (MAURER, a.a.O., S. 274). Von einer namhaften 

Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen werden, wenn 

eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich 

aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine 

begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388).

4.6.2      Nach dem dreitägigen Aufenthalt im KSSG wurde die Beschwerdeführerin 

zunächst von ihrem Hausarzt Dr. E.___ mit Analgetika behandelt, der ihr die 

Medikamente anlässlich regelmässiger Konsultationen - 2 bis 3 Mal wöchentlich - 

verschrieb (act. G 5.2/M13 und M27). Dr. E.___ stellte der Beschwerdeführerin zudem 

zwei Verordnungen für physiotherapeutische Behandlungen von jeweils neun Sitzungen 

aus (act. G 5.2/M16 f.). Am 27. Februar, 3. und 24. April sowie 14. Mai 2013 

konsultierte sie Dr. G.___ (act. G 5.2/M14, M18, M22), die ebenfalls eine analgetische 

Behandlung sowie physiotherapeutische Massnahmen empfahl. Letztere wurden von 

Dr. E.___ mit Verordnungen vom 11. September und 29. Oktober 2013 (act. G act. 5.2/

M23 f.) als Langzeitbehandlung notiert. In seinem Bericht vom 20. November 2013 gab 

dieser die zusätzliche Durchführung einer Osteopathiebehandlung an. Die Prognose 

bezüglich der Beschwerden bezeichnete er als nicht absehbar und stufte die 

Beschwerden als chronisch ein (act. G 5.2/M27; vgl. dazu vgl. BÄR/BERTRAND/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/24

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KIENER, Medizinisch Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 194, S. 45 ff.). Am 7. 

Februar 2014 sprach Dr. E.___ schliesslich von zurzeit stationären Verhältnissen. 

Eventuell könne durch Muskelaufbau eine Verbesserung erwartet werden. Neue 

Therapievorschläge machte er keine (act. G 5.2/M28). Bei der Behandlung der 

Angstsymptomatik durch Dr. I.___ handelt es sich nicht um eine Behandlung 

schleudertraumatypischer Beschwerden (vgl. Erwägung 4.1).

4.6.3      Gestützt auf den in Erwägung 4.6.2 dargelegten Sachverhalt führte die 

Beschwerdegegnerin per 31. Mai 2014 die Adäquanzprüfung durch. Der Fallabschluss 

auf diesen Zeitpunkt ist nicht zu beanstanden, waren die bei der Beschwerdeführerin 

durchgeführten Therapien doch durchwegs dieselben. Massgebende neue 

Therapieformen mit der Aussicht auf neue Therapieziele wurden laut Akten nicht in 

Erwägung gezogen. Auch der Umstand, dass der Gesundheitszustand als stabil und 

chronisch bezeichnet wurde, lässt erkennen, dass per 31. Mai 2014 keine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mehr erwartet wurde 

und die bereits längere Zeit durchgeführten, gleichen Therapien lediglich der 

Aufrechterhaltung des Erreichten bzw. der Schmerzlinderung dienten oder unfallfremde 

Gegebenheiten betrafen. Von Seiten des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 

wurde der Einwand einer verfrühten Adäquanzprüfung ebenfalls nicht weiter begründet.

4.7 

4.7.1      Im Rahmen der Adäquanzprüfung gilt es zunächst den Unfall nach seiner 

Schwere zu qualifizieren. Beim Unfall vom 8. November 2012 handelte es sich um 

einen Heck-Auffahrunfall, der wiederum eine linksseitige Kollision mit dem 

voranfahrenden Fahrzeug nach sich zog (vgl. act. G 1.5). Das Auto der 

Beschwerdeführerin erlitt Totalschaden und sie musste von der Feuerwehr aus dem 

Auto geborgen werden (act. G 1.5). Anlässlich der Erstbehandlung im KSSG liessen 

sich jedoch bei ihr keine schweren körperlichen Verletzungen feststellen (vgl. act. G 

5.2/M4 und M10). Im Zusammenhang mit dem Unfall wurde ein unfallanalytisches 

Kurzgutachten erstellt, aus dem hervorgeht, dass durch die Heckkollision eine 

Geschwindigkeitsänderung von ca. 34 bis 44 km/h erfolgte (act. G 5.1/A32). Unter 

diesen Umständen - Kollisionsverlauf mit Doppelkollision, Fahrgeschwindigkeit des 

auffahrenden Personenwagens bzw. Kollisionswucht (vgl. BGE 115 V 139 ff. E. 6; SVR 

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2008 UV Nr. 8 S. 26, U 4/07, E. 5.2.1) - ist der Unfall mit Blick auf die entsprechende 

Kasuistik nicht schwerer als ein mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich zu 

qualifizieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. August 2008, 8C_623/2007, E. 7, 

8. Februar 2008, U 587/06, E. 3.3.2,  5. Februar 2008, 8C_169/2007, E. 4.2 und 14. 

Januar 2008, 8C_743/2007, E. 3; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 61 ff.). Ein 

Totalschaden lässt noch nicht den Schluss auf einen schweren Unfall zu, zumal es bei 

der Bezeichnung Totalschaden um einen wirtschaftlichen Begriff geht, bei dem die 

Reparaturkosten dem Fahrzeug-Restwert gegenübergestellt werden. Dies ist 

zumindest bei älteren Personenwagen - wie demjenigen der Beschwerdeführerin - 

relevant. Der adäquate Kausalzusammenhang bei einem mittelschweren Unfall im 

mittleren Bereich ist zu bejahen, falls ein einzelnes der nach der Rechtsprechung 

einzubeziehenden Kriterien (vgl. dazu BGE 134 V 130 E. 10.3; RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 73 ff.) besonders ausgeprägt vorhanden ist oder mindestens drei 

der massgeblichen Kriterien erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 

2010, 8C_897/2009, E. 4.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 65).

4.7.2      Wie die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2014 

(act. G 5.1/A45) richtig erwogen und auch in der Beschwerdeantwort vom 27. Januar 

2015 (act. G 5) ausführlich dargelegt hat, sind die in die Prüfung miteinzubeziehenden 

Kriterien weder in der geforderten Anzahl noch eines davon in ausgeprägter Weise 

erfüllt. Dem ist nichts hinzuzufügen und es kann auf die diesbezüglich zutreffenden 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (zum Adäquanzkriterium der 

besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. August 2008, 8C_623/2007, E. 8.1). Die Einwände 

des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 7. November 

2014 (act. G 1) hinsichtlich der von ihm als erfüllt betrachteten Kriterien - besonders 

dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; erhebliche Beschwerden; 

erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen - vermögen keine 

andere Beurteilung herbeizuführen. Hinsichtlich seiner Ausführungen zum 

Adäquanzkriterium der Arbeitsunfähigkeit ist zu ergänzen, dass die Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch ihren Arbeitgeber in Berücksichtigung 

ihrer Zusatzbelastung durch die Zusatzausbildung zum Bachelor „Pflege“ erfolgte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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4.7.3      Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass dem Unfall vom 8. November 

2012 keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die andauernden 

gesundheitlichen Beschwerden zukommt. Die Einstellung der Leistungen auf den 31. 

Mai 2014 erscheint demgemäss auch mit Blick auf eine schleudertraumähnliche 

Verletzung ausgewiesen.

5.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 8. Oktober 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2016
	Art. 6 UVG: Verneinung somatischer Unfallrestfolgen im Zeitpunkt der Leistungseinstellung.Art. 6 UVG: Verneinung unfallkausaler gesundheitlicher Störungen im Zeitpunkt der Leistungseinstellung im Zusammenhang mit einem Schleudertrauma bzw. einer schleudertraumaähnlichen Verletzung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. August 2016, UV 2014/87).Entscheid vom 26. August 2016

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