# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f77ede0c-b2fa-5327-bf2d-86c240683d38
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.02.2024 F-3759/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3759-2023_2024-02-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3759/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton, 

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Fabienne Thoma-Hasler. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken zugunsten von 

B._______ und C._______; Verfügung des SEM vom 

20. Juni 2023. 

 

 

 

F-3759/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 14. März 2023 ersuchten die indischen Staatsangehörigen B._______ 

(Gesuchstellerin 1; geb. 1963) und ihre Tochter C._______ (Gesuchstelle-

rin 2; geb. 1987) bei der schweizerischen Botschaft in Indien (im Folgen-

den: Botschaft) um Ausstellung von Schengen-Visa für einen Besuch bei 

ihrem im Kanton D._______ wohnhaften Ehemann und Vater (Beschwer-

deführer) vom 5. bis zum 19. April 2023. 

B.  

Mit Formularverfügungen vom 21. März 2023 verweigerte die Botschaft 

den Gesuchstellerinnen die Schengen-Visa. 

C.  

Dagegen erhoben die Gesuchstellerinnen mit Eingabe vom 3. April 2023 

Einsprache bei der Vorinstanz. In der Folge übermittelte die Vorinstanz die 

Gesuchsunterlagen zwecks Inlandabklärung und Stellungnahme an den 

Migrationsdienst des Kantons D._______. 

D.  

Mit Verfügung vom 20. Juni 2023 wies die Vorinstanz die Einsprache der 

Gesuchstellerinnen ab. 

E.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 3. Juli 2023 gelangte der Beschwerdeführer 

an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhe-

bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung von Schengen-Visa 

zugunsten der Gesuchstellerinnen. 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2023 beantragte die Vor- 

instanz die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Der Beschwerdeführer liess sich nicht weiter zur Sache vernehmen. 

  

F-3759/2023 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG 

[SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ent-

scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber der Gesuchstellerinnen durch 

den angefochtenen Entscheid besonders berührt. Obwohl der ursprünglich 

angestrebte Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, kann – nicht zu-

letzt angesichts der Einreichung des Rechtsmittels – auf ein fortbestehen-

des Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Der Beschwerdeführer 

ist daher zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-

zutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern wie vorliegend keine kantonale Behörde 

als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Be-

gründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus an-

deren als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheids (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Dem angefochtenen Entscheid liegen die Gesuche zweier indischer 

Staatsangehöriger um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken für die 

Schweiz zugrunde. Da sie sich als sogenannte Drittstaatsangehörige nicht 

aus eigenem und vorliegend auch nicht aus abgeleitetem Recht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die be-

absichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 

Tagen nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den 

F-3759/2023 

Seite 4 

persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziie-

rungsabkommen (aufgeführt im Anhang I Ziff. 1 des AIG [SR 142.20]), mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand sowie die dazugehörigen 

gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte (nachfolgend: Schengen-Recht) 

übernommen hat. Das AIG und seine Ausführungsbestimmungen, in casu 

namentlich die Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise und die 

Visumerteilung (VEV, SR 142.204), gelangen nur soweit zur Anwendung, 

als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestim-

mungen enthalten (Art. 2 Abs. 2–5 AIG; Art. 1 Abs. 2 VEV). 

3.2 Zum einschlägigen Schengen-Recht gehören die Verordnung (EG) 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex, VK, ABl. L 243/1 

vom 15.09.2009), die Verordnung (EG) Nr. 2016/399 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschafts-

kodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (kodifizierter 

Text) (Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016) und die 

Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 14. November 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren 

Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines 

Visums sein müssen, sowie die Liste der Drittländer, deren Staatsangehö-

rige von dieser Visumpflicht befreit sind (kodifizierter Text) (nachfolgend: 

Verordnung [EU] 2018/1806, ABl. L 303/39 vom 28.11.2018). In ihrem An-

wendungsbereich regeln sie umfassend die Visumpflicht, die Visum-

vergabe und die Einreise in das Hoheitsgebiet der durch das Schengen-

Recht gebundenen Staaten (nachfolgend: Mitgliedstaaten). 

4.  

4.1 Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich 

im Anwendungsbereich der genannten Rechtsgrundlagen wie folgt:  

4.2 Das schweizerische Recht kennt für drittstaatsangehörige Personen 

Visa für kurzfristige Aufenthalte und solche für längerfristige Aufenthalte. 

Die Visa für kurzfristige Aufenthalte fallen in den Regelungsbereich des 

Schengen-Rechts. Sie werden für einen Aufenthalt von höchstens 90 Ta-

gen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ausgestellt und können für 

das Hoheitsgebiet aller Schengen-Staaten gültig sein (einheitliches 

[Schengen-]Visum; nachfolgend: Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 1 VEV) oder sich 

auf das Hoheitsgebiet eines oder mehrerer Schengen-Staaten beschrän-

ken ([Schengen-]Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit; nachfolgend: 

VrG-Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 2 VEV). Die Visa für längerfristige Aufenthalte 

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sind nationale Visa (Art. 2 Bst. f VEV). Sie unterstehen ausschliesslich dem 

Landesrecht. Ob eine drittstaatsangehörige Person für einen kurzfristigen 

Aufenthalt der Visumpflicht untersteht, bestimmt sich grundsätzlich nach 

der Verordnung (EU) 2018/1806 (Art. 8 Abs. 1 und 3 VEV), wobei das Ver-

fahren und die Voraussetzungen der Visumerteilung vom Visakodex gere-

gelt werden (Art. 12 Abs. 1 VEV). Gemäss Art. 21 Abs. 1 VK ist ein (formell 

zulässiges) Visumgesuch daraufhin zu überprüfen, ob die allgemeinen Ein-

reisevoraussetzungen des Art. 6 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK erfüllt sind 

(zur Bezugnahme des Art. 21 Abs. 1 VK auf Art. 5 Abs. 1 Bst. a, c, d und e 

SGK vgl. Art. 44 SGK i.V.m. der Entsprechungstabelle im Anhang X). Der 

restliche Inhalt des Art. 21 VK differenziert und konkretisiert diese Prüfung, 

wobei besonders wichtige Aspekte eine eingehende Regelung erfahren.  

4.3 Die Ablehnungsgründe des Art. 32 Abs. 1 VK spiegeln die Prüfung ei-

nes Visumgesuchs auf Erfüllung der allgemeinen Einreisevoraussetzun-

gen wider. Ist einer der dort aufgelisteten Tatbestände gegeben – weitere 

Ablehnungsgründe ergeben sich implizit aus Art. 25 VK –, darf ein Visum 

nicht erteilt werden. Ansonsten ist es auszustellen. Ein Rechtsfolgeermes-

sen besteht nicht (so das Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] 

vom 19. Dezember 2013 C-84/12 Koushkaki, EU:C:2013:862, Rn. 26–55, 

63; zur Auslegung des innerstaatlichen Rechts im Lichte dieses Urteils vgl. 

BVGE 2014/1 E. 4.1 m.H.). Ein Rechtsanspruch auf Erteilung eines Visums 

wird der gesuchstellenden Person gleichwohl nicht vermittelt (BVGE 

2014/1 E. 4.1.5 m.H.). Ist das Visum zu verweigern, weil ein oder mehrere 

Ablehnungsgründe gegeben sind, kann ausnahmsweise ein VrG-Visum 

nach Art. 25 VK erteilt werden. Ein Ausnahmefall, der die Ausstellung eines 

VrG-Visums gestattet, liegt namentlich vor, wenn es ein Mitgliedstaat aus 

humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder auf-

grund internationaler Verpflichtungen für erforderlich hält, vom Grundsatz 

abzuweichen, dass die in Art. 6 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK festgelegten 

Einreisevoraussetzungen erfüllt sein müssen (Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. i 

VK).  

5.  

5.1 Indische Staatsangehörige in der Situation der Gesuchstellerinnen un-

terstehen der Visumpflicht (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2018/1806 

i.V.m. deren Anhang I Ziff. 1). Die Erteilung der Visa wurde ihnen auf Ein-

sprache hin verweigert, weil begründete Zweifel an der Absicht, das Ho-

heitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf des Visums zu verlassen, sowie 

an den Gründen für den geplanten Aufenthalt bestünden. Damit wurde auf 

den Verweigerungsgrund des Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK Bezug genommen, 

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Seite 6 

demgemäss das Visum der gesuchstellenden Person zu verweigern ist, 

«wenn begründete Zweifel (…) an der Glaubwürdigkeit (ihrer) Aussagen 

oder der von (ihr) bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mit-

gliedstaaten vor Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums zu verlas-

sen.» 

5.2 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden, wozu nur Prognosen ge-

troffen werden können. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Ein-

zelfalls zu würdigen, insbesondere auch die allgemeinen Verhältnisse im 

Herkunftsland der gesuchstellenden Person. Bei Einreisegesuchen von 

Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, sozial oder wirtschaft-

lich ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die 

persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss nicht mit 

dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung im Ein-

klang steht. Der zuständigen Behörde kommt dabei ein erheblicher Beur-

teilungsspielraum zu (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.; ferner statt vieler Ur-

teile des BVGer F-5322/2022 vom 9. Juni 2023; F-1826/2022 vom 24. Mai 

2023 E. 6.1; F-1086/2020 vom 23. Februar 2021 E. 4.1; F-2881/2018 vom 

24. Januar 2019 E. 6; vgl. auch Urteil Koushkaki Rn. 56–63). 

6.  

6.1 Betreffend die allgemeinen Verhältnisse in Indien ist Folgendes festzu-

halten: Mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern ist Indien das bevölkerungs-

reichste Land der Welt und die fünftgrösste Volkswirtschaft 

(< https://www.bmz.de > Länder > Indien, abgerufen am 28.01.2024). Laut 

dem Index der mehrdimensionalen Armut von 2022 verringerte sich der 

Anteil der Armen in Indien zwischen 2005 und 2021 von 55 auf etwa 16 

Prozent (Global Multidimensional Poverty Index 2022, S. 19, 

< https://hdr.undp.org/content/2022-global-multidimensional-poverty-in-

dex-mpi#/indicies/MPI >, abgerufen am 28.01.2024). Einer wachsenden 

Mittel- und Oberschicht standen jedoch 2022 immer noch rund 180 Millio-

nen Menschen gegenüber, die umgerechnet mit weniger als 2,15 US-Dol-

lar pro Tag auskommen müssen. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen 

haben Arbeitslosigkeit und Armut insbesondere innerhalb der benachteilig-

ten Gruppen wieder ansteigen lassen (< https://www.bmz.de > Länder > 

Indien > Aktuelle Situation > abgerufen am 28.01.2024). Auf dem aktuellen 

Index der menschlichen Entwicklung, der durch das Entwicklungspro-

gramm der Vereinten Nationen im Sinne eines Wohlstandsindikators er-

stellt wird, belegt Indien sodann lediglich Platz 132 von 191 gelisteten 

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Staaten (vgl. < https://hdr.undp.org > Data Center ˃ Country Insights > In-

dia, abgerufen am 28.01.2024). 

6.2 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besucherinnen 

und Besuchern aus Indien allgemein als hoch einschätzt (vgl. Urteil des 

BVGer F-5322/2022 vom 9. Juni 2023 E. 6.3). 

7.  

7.1 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des kon-

kreten Einzelfalls zu berücksichtigen. Dabei sind in die Prognose über die 

Absicht einer gesuchstellenden Person, den Schengen-Raum fristgerecht 

wieder zu verlassen, deren persönliche, familiäre und berufliche bzw. wirt-

schaftliche Situation sowie deren Interessenlage miteinzubeziehen (BVGE 

2014/1 E. 6.3.1). Obliegt einer gesuchstellenden Person im Heimatland 

beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 

Verantwortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederaus-

reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat 

keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländer-

rechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise 

als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 

2009/27 E. 8).  

7.2 Bei den Gesuchstellerinnen handelt es sich um die 60-jährige Ehefrau 

(Gesuchstellerin 1) sowie die 36-jährige Tochter (Gesuchstellerin 2) des 

Beschwerdeführers. Sie leben im Dorf E._______ im Bundesstaat Tamil 

Nadu im Süden Indiens. Gemäss ihren Angaben anlässlich des Visumge-

suchs ist die Gesuchstellerin 1 Hausfrau, die Gesuchstellerin 2 ist ledig und 

arbeitslos. In seiner Stellungnahme an den Migrationsdienst vom 13. Mai 

2023 gab der Beschwerdeführer an, er habe nebst der Gesuchstellerin 2 

(Tochter) noch zwei Söhne, die gemeinsam mit letzterer einen Laden für 

Trockenfrüchte und Nüsse führen würden. Abgesehen von diesen beiden 

(erwachsenen) Söhnen respektive Brüdern scheinen die Gesuchstellerin-

nen in ihrem Heimatstaat keine weiteren nahen Verwandten zu haben. Je-

denfalls ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass ihnen in Indien besondere 

gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen obliegen würden, die hin-

reichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten könnten. 

Als Grund für den Visumantrag gaben die Gesuchstellerinnen den Besuch 

ihres in der Schweiz lebenden Ehemanns respektive Vaters an. Dieser lebt 

gemäss eigenen Angaben seit 32 Jahren in der Schweiz und hat Indien in 

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den Jahren 2003 und 2004 zwei Mal besucht. Folglich hat er seine Ehefrau 

und Tochter vor rund 20 Jahren das letzte Mal in ihrem Heimatstaat be-

sucht. Weiter ist aus den vorinstanzlichen Akten ersichtlich, dass die Ge-

suchstellerin 2 im Jahr 2012 in die Schweiz eingereist ist und hier ein Asyl-

gesuch gestellt hat. Nachdem dieses abgewiesen worden war und sie sich 

einer Wegweisung widersetzt hatte, verhängte die Vorinstanz im Februar 

2015 ein dreijähriges Einreiseverbot gegen sie. Dieses Verhalten der Ge-

suchstellerin 2 steht in direktem Widerspruch zu ihrer Absichtserklärung, 

sie werde die Schweiz fristgerecht wieder verlassen. Objektiv betrachtet 

vermögen nach dem Gesagten die familiären und weiteren persönlichen 

Umstände der Gesuchstellerinnen die aufgrund der allgemeinen Lage in 

Indien bestehenden Zweifel hinsichtlich einer fristgerechten Wiederaus-

reise aus der Schweiz nicht zu entkräften (Gesuchstellerin 1) bzw. verstär-

ken diese gar (Gesuchstellerin 2). 

7.3 In Bezug auf die wirtschaftliche und berufliche Situation der Gesuch-

stellerinnen ist festzuhalten, dass sie gemäss eigenen Angaben keiner Er-

werbstätigkeit nachgehen. Zum nach Angaben des Beschwerdeführers 

von der Gesuchstellerin 2 gemeinsam mit ihren Brüdern geführten Laden 

gibt es weder Belege noch sonstige Angaben. Das Bankkonto der Gesuch-

stellerin 1 wies per 7. März 2023 einen Saldo von INR 202'749.58 (umge-

rechnet CHF 2'123.86) auf. Dabei ist jedoch auffällig, dass der Saldo per 

17. November 2022 noch lediglich INR 28'618.06 (umgerechnet knapp 

CHF 300.–) betragen hatte. Der Grossteil des Vermögens resultiert aus 

insgesamt fünf Überweisungen, wovon vier vom Beschwerdeführer (insge-

samt CHF 4'150.–) stammen. Die entsprechenden Beträge wurden am 

9. und 26. Dezember 2022 sowie am 11. Januar und 10. Februar 2023 und 

damit innert rund drei Monaten vor der Gesucheinreichung – welche am 

14. März 2023 erfolgte – überwiesen. Dies lässt naheliegend erscheinen, 

dass es sich um Zahlungen handelt, die bewusst vorgenommen wurden, 

um die Vermögenssituation der Gesuchstellerin 1 deutlich besser erschei-

nen zu lassen. Das Bankkonto der Gesuchstellerin 2 wies per 7. März 2023 

einen Saldo von INR 200'316.31 (umgerechnet CHF 2'098.35) auf. Es ist 

jedoch anzumerken, dass dieses Konto per 17. November 2022 kein Gut-

haben (INR 0.–) aufgewiesen hatte. Am 31. Januar 2023 erfolgte eine 

Überweisung von INR 200’000.–, wobei deren Herkunft unklar bleibt. Dies 

führte zu einer Aufbesserung der Vermögenssituation, jedoch liegt auch 

damit kein hinreichender Beleg für eine sichere wirtschaftliche Existenz der 

Gesuchstellerin 2 in Indien vor. Daran ändern auch die im Rahmen der 

Stellungnahme vom 13. Mai 2023 eingereichten Dokumente zu einem an-

geblichen Grundeigentum der Gesuchstellerin 2 nichts, zumal die 

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Seite 9 

angeblichen Mieteinkünfte nicht belegt sind. Selbst wenn solches Grundei-

gentum und daraus resultierende Einnahmequellen vorhanden sein soll-

ten, gingen sie bei einer allfälligen Emigration nicht zwingend verloren (vgl. 

BVGE 2014/1 E. 6.3.6 m.H.). 

7.4 Unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

und vor den dargelegten persönlichen Hintergründen durfte die Vorinstanz 

davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte 

und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerinnen nach einem Be-

suchsaufenthalt besteht. Zwar ist der infrage stehende Aufenthaltszweck 

zeitlich und inhaltlich klar umrissen – nämlich ein zweiwöchiger Familien-

besuch bei ihrem in der Schweiz lebenden Ehemann und Vater –, dennoch 

lassen die persönlichen Lebensumstände der Gesuchstellerinnen in Indien 

– soweit bekannt – in der Gesamtbetrachtung nicht auf eine ausreichende 

Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise schliessen. Die Vorausset-

zungen für die Erteilung eines Besuchervisums im Sinne von Art. 6 SGK 

beziehungsweise Art. 5 AIG sind demnach nicht erfüllt. 

8.  

Im Übrigen wurden Gründe für die Ausstellung eines VrG-Visums weder 

vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch ergeben sich solche aus 

den Akten. Folglich hat die Vorinstanz die Ausstellung von Visa zu Recht 

verweigert. 

9.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen.  

10.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-

schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den am 8. August 2023 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Fabienne Thoma-Hasler 

 

 

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