# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50501b39-d9b7-5f11-abd4-d16259deeb4f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 15.09.2017 SK1 2017 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2017-28_2017-09-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 15. September 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 17 28 [nicht mündlich eröffnet] 18. September 2017

Verfügung
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, amtlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido 
Ranzi, Quaderstrasse 5, 7001 Chur, 

gegen

den Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. De-
zember 2008, mitgeteilt am 23. Dezember 2008, in Sachen der S t a a t s a n -
w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbe-
klagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend Wiederaufnahme des Verfahrens,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Kontumazurteil vom 6. März 2008, mitgeteilt am 17. März 2008, erkann-
te das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:

1. X._____ ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 
BetmG.

2. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Bezirksamtes O.1_____ vom 
20. April 2005 ausgesprochenen Gefängnisstrafe von drei Tagen wird 
widerrufen und X._____ wird im Sinne einer Gesamtstrafe – teilweise 
als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksamtes O.1_____ vom 20. April 
2005 – wie folgt verurteilt:

- zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Die erstandene Polizei- 
und Untersuchungshaft von 12 Tagen ist an diese Strafe anzurech-
nen;

- zur Bezahlung einer Busse von Fr. 200.00, ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von 2 Tagen.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'710.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von  Fr.    465.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00

total somit von Fr. 5'675.00

gehen zulasten des X._____. Sie sind zusammen mit der Busse – to-
tal also Fr. 5'875.00 (Fr. 5'675.00 + Fr. 200.00) – innert 30 Tagen 
nach Rechtskraft dieses Urteils der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-
1, zu überweisen. 

4. Die Kosten der 12-tägigen Polizei- und Untersuchungshaft von Fr. 
365.00 (Verpflegung und Unterkunft) gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).

B. Mit Schreiben vom 24. April 2008 beantragte X._____ beim damaligen Be-
zirksgericht Prättigau/Davos die Aufhebung des Kontumazurteils und die Durch-
führung des ordentlichen Gerichtsverfahrens gemäss Art. 123 Abs. 2 der damals 
geltenden Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (nachfolgend: GR-
StPO). 

C. Mit Vorladung vom 15. Mai 2008 wurde X._____ zur Verhandlung vor dem 
damaligen Bezirksgericht Prättigau/Davos auf den 12. Juni 2008 geladen, welche 
aufgrund eines Auslandaufenthaltes von X._____ bis auf weiteres verschoben 
werden musste. 

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D. Mit Vorladung vom 10. November 2008 lud der damalige Bezirksgerichts-
präsident X._____ erneut zur Verhandlung auf den 18. Dezember 2008 vor. Diese 
Vorladung wurde X._____ an die Adresse seiner Mutter mitgeteilt. Am 7. Dezem-
ber 2008 teilte die Mutter A._____ dem damaligen Bezirksgericht Prättigau/Davos 
mit, dass ihr Sohn im Ausland weile. Sie habe weder Adresse noch Telefonnum-
mer. 

E. Am 18. Dezember 2008 fand die Hauptverhandlung vor dem damaligen 
Bezirksgericht Prättigau/Davos statt, an welcher X._____ nicht erschien. 

F. Mit Abschreibungsbeschluss vom 18. Dezember 2008, mitgeteilt am 23. 
Dezember, 2008 erkannte das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:

1. Das Wiederaufnahmegesuch des X._____ vom 24. April 2008 wird als 
erledigt abgeschrieben und vom Geschäftsverzeichnis des Bezirksge-
richts Prättigau/Davos gestrichen und das Kontumazurteil des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos vom 6. März 2008, mitgeteilt am 17. 
März 2008, erwächst somit in Rechtskraft.

2. Die Kosten dieses Wiederaufnahmeverfahrens in Höhe von Fr. 500.00 
trägt X._____. Sie sind von diesem innert 30 Tagen der Bezirksge-
richtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen. 

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).

G. Am 2. Juni 2017 (Datum Poststempel) reichte Rechtsanwalt Rudolf Saebel 
in Vertretung von X._____ gegen den Abschreibungsbeschluss des damaligen 
Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 Berufung ein. Dabei 
machte er geltend, der erwähnte Beschluss sei X._____ bisher nicht schriftlich 
eröffnet worden. Dieser habe erst am 17. Mai 2017 in der Justizvollzugsanstalt 
B._____ davon Kenntnis erhalten, womit die Berufungsfrist von 20 Tagen mit der 
aktuellen Eingabe gewahrt sei. In der Sache hätte der Abschreibungsbeschluss 
nicht ergehen dürfen, da X._____ nicht ordnungsgemäss vorgeladen worden sei. 
Die Vorladung vom 18. November 2008 habe er nicht erhalten. Der Strafprozess 
sei daher erneut aufzunehmen. 

H. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Juli 2017 setzte der Vorsitzende 
der I. Strafkammer des Kantonsgerichts Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi als 
amtlichen Verteidiger von X._____ ein und ersuchte das Regionalgericht Prätti-
gau/Davos um schriftliche Auskunft darüber, wann und in welcher Form X._____ 
die Vorladung vom 10. November 2008 und der Abschreibungsbeschluss des da-
maligen Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 zugestellt wor-
den seien, unter gleichzeitiger Zustellung allfälliger Beweisurkunden. Gleichzeitig 

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wurde der amtliche Verteidiger aufgefordert, bis zum 31. Juli 2017 eine verbesser-
te Berufungsschrift gemäss Art. 142 Abs. 2 GR-StPO einzureichen. 

I. Mit Eingabe vom 20. Juli 2017 teilte das Regionalgericht Prättigau/Davos 
mit, sowohl die Vorladung vom 10. November 2008 als auch der Abschreibungs-
beschluss vom 18. Dezember 2008, mitgeteilt am 23. Dezember 2008, seien 
X._____ an die Adresse seiner Mutter, A._____, _____weg 3, O.2_____, mitgeteilt 
worden. Die entsprechende Zustelladresse sei dem Bezirksgericht von X._____ 
mit Schreiben vom 24. April 2008, in welchem er die Aufhebung des Kontumazur-
teils verlangt habe, mitgeteilt worden. Von den jeweiligen Couverts seien keine 
Kopien angefertigt worden. Gemäss Auskunft der Post sei eine Sendungsverfol-
gung nicht mehr möglich, so dass heute zum konkreten Zeitpunkt keine Angaben 
gemacht werden könnten, wann die entsprechenden Postsendungen zuge-
stellt/abgeholt worden seien.

J. Am 25. Juli 2017 reichte der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Gui-
do Ranzi seine Ergänzung der Berufung mit folgenden Anträgen ein:

1. Es seien die Ziffern 1 und 2 des Abschreibungsbeschlusses des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 aufzuheben.

2. Es sei das Verfahren an die Vorinstanz zur Durchführung einer Haupt-
verhandlung zurückzuweisen. 

3. Gesuch um vorsorglichen prozessleitenden Entscheid:

a) Es sei festzustellen, dass das Kontumazurteil vom 6. März 2008 des 
Bezirksgerichts Prättigau/Davos (Proz. Nr. _____) nicht rechtskräftig 
ist.

b) Es sei richterlich bei den zuständigen Behörden (Bundesamt für 
Justiz, 3003, Amt für Justizvollzug Graubünden, 7000 Chur) zu ver-
anlassen, dass der gegen X._____ erlassene internationale Haftbe-
fehl unverzüglich aufgehoben und das gegen ihn gestellte Ausliefe-
rungsgesuch der Schweizerischen Eidgenossenschaft zurückgezo-
gen wird. 

c) Es sei der X._____ unverzüglich auf freien Fuss zu setzen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

K. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Eingabe vom 26. Juli 
2017 auf die Einreichung einer Stellungnahme. 

L. Mit Verfügung vom 27. Juli 2017 erkannte der Vorsitzende der I. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt:

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1. Es wird festgestellt, dass die von X._____ gegen den Abschreibungs-
beschluss des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 18. Dezember 
2008 eingereichte Berufung rechtzeitig ist.

2. Es wird festgestellt, dass der Abschreibungsbeschluss des Bezirksge-
richtes Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 nicht in Rechtskraft 
erwachsen und damit nicht vollstreckbar ist. Allfällige Rechtskraftbe-
scheinigungen sind ungültig. Damit ist auch die im Abwesenheitsurteil 
vom 6. März 2008 verhängte Freiheitsstrafe im gegenwärtigen Zeit-
punkt nicht vollstreckbar. 

3. Das Regionalgericht Prättigau/Davos wird eingeladen, zur Berufungs-
ergänzung vom 25. Juli 2017 bis zum 2. August 2017 Stellung zu 
nehmen.

4. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur Guido Ranzi wird aufge-
fordert, bis zum 2. August 2017 eine detaillierte Kostennote einzurei-
chen. 

5. Die Kosten für diese Verfügung bleiben bei der Prozedur. 

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).

M. Das Regionalgericht Prättigau/Davos verzichtete mit Eingabe vom 28. Juli 
2017 auf die Einreichung einer Stellungnahme zur Berufungsergänzung.

N. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Eingabe vom 7. August 
2017 auf Bemerkungen zur Kostennote von Rechtsanwalt Guido Ranzi vom 2. 
August 2017. 

O. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten sowie in den Rechtsschriften 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Der Abschreibungsbeschluss des damaligen Bezirksgerichts Prätti-
gau/Davos vom 18. Dezember 2008 (vgl. act. B.1) erging vor dem Inkrafttreten der 
eidgenössischen Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 (StPO). Ist ein Ent-
scheid vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden, so werden Rechtsmittel 
dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen Behörden beurteilt 
(vgl. Art. 453 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Berufungsverfahren ist deshalb noch 
die vor dem Inkrafttreten der Eidgenössischen StPO geltende Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden anwendbar. 

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2. Nach Art. 142 Abs. 3 GR-StPO hemmt die rechtzeitig eingereichte Berufung 
die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids. Die Berufung ist innert zwanzig 
Tagen seit der schriftlichen Eröffnung beim Kantonsgericht einzureichen (vgl. Art. 
142 Abs. 1 GR-StPO). Während der Berufungskläger die Einhaltung der Frist 
nachzuweisen hat, das heisst, dass er innert zwanzig Tagen seit Kenntnisnahme 
die Berufungsschrift zu Handen des Kantonsgerichts eingereicht hat, liegt die Be-
weislast für die Zustellung des anzufechtenden Entscheids bei der Vorinstanz.

3. Im vorliegenden Fall besteht gemäss der schriftlichen Auskunft des Regio-
nalgerichts Prättigau/Davos vom 20. Juli 2017 (vgl. act. A.4) keine Möglichkeit, 
den konkreten Zeitpunkt zu bestimmen, wann – und allenfalls ob – der Abschrei-
bungsbeschluss vom 18. November 2008 (vgl. act. B.1) an die von X._____ als 
Zustelladresse bezeichnete Anschrift seiner Mutter zugestellt wurde. Die Vor-
instanz sieht sich deshalb ausser Stande, den ihr obliegenden Nachweis der 
rechtsgültigen Zustellung des Abschreibungsbeschlusses zu erbringen. Damit ist 
auf die Angaben von X._____ abzustellen, wonach er vom fraglichen Dokument 
erst am 17. Mai 2017 in der Justizvollzugsanstalt B._____ in O.3_____ Kenntnis 
erhalten habe (vgl. act. A.1). Die Berufung vom 2. Juni 2017 ist damit rechtzeitig 
erfolgt. Da sich diese zudem mit der Einreichung der verbesserten Berufung vom 
25. Juli 2017 (vgl. act. A.5) als formgerecht erweist, ist auf diese einzutreten. 

4. Dem Gesuch um Erlass eines vorsorglichen prozessleitenden Entscheids 
(vgl. act. A.5, S. 2) wurde insoweit entsprochen, als in Ziffer 1 des Dispositivs der 
Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 27. Juli 2017 (vgl. act. D.13) 
festgestellt wurde, dass die von X._____ gegen den Abschreibungsbeschluss des 
damaligen Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 eingereichte 
Berufung rechtzeitig erfolgt sei. In Ziffer 2 wurde festgestellt, dass der Abschrei-
bungsbeschluss des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 
nicht in Rechtskraft erwachsen und damit nicht vollstreckbar sei. Allfällige Rechts-
kraftbescheinigungen seien ungültig. Damit sei auch die im Abwesenheitsurteil 
vom 6. März 2008 verhängte Freiheitsstrafe im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht voll-
streckbar. Zudem wurde festgehalten, dass auf das Begehren, es sei bei den zu-
ständigen Behörden zu veranlassen, dass der gegen X._____ erlassene internati-
onale Haftbefehl unverzüglich aufzuheben und das von der Schweizerischen Eid-
genossenschaft gestellte Auslieferungsgesuch zurückzuziehen sei, wegen fehlen-
der Zuständigkeit des Kantonsgerichts nicht eingetreten werden könne. Ebenso 
wenig sei auf den Antrag, X._____ sei unverzüglich auf freien Fuss zu setzen, ein-
zutreten, da dieser Entscheid allein den zuständigen Behörden der Bundesrepu-

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blik Deutschland zustehe. Damit erübrigen sich weitere Ausführungen zu diesem 
Antrag.  

5. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet der Ab-
schreibungsbeschluss des damaligen Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. 
Dezember 2008 (vgl. act. B.1). Das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos führ-
te aus, dass der Gerichtspräsident nach Eingang des Wiederaufnahmegesuches 
vom 24. April 2008 umgehend das Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet habe. 
Nachdem dann eine auf den 12. Juni 2008 angesetzte Gerichtsverhandlung we-
gen angeblichen Auslandaufenthaltes des Gesuchstellers bis gegen Ende Oktober 
2008 abgesagt worden sei, sei X._____ am 18. Dezember 2008 trotz Androhung 
der Säumnisfolgen nicht zur Verhandlung erschienen. Er habe als Gesuchsteller 
gewusst, dass ein Wiederaufnahmeverfahren pendent sei, weshalb es in erster 
Linie an ihm gelegen sei, für seine Vertretung bzw. seine Erreichbarkeit zu sorgen. 
Mit seinem im Brief vom 24. April 2008 geäusserten ausdrücklichen Hinweis, man 
möge ihm die Post fortan an die Adresse seiner Mutter senden, habe X._____ für 
ein solches Zustelldomizil gesorgt. Wenn nun aber im internen Verhältnis – also 
zwischen Mutter A._____ und Sohn X._____ – eine Weiterleitung dieser Post nicht 
gegeben gewesen sei, trage allein der Gesuchsteller die Folgen dieser angeblich 
unmöglichen Weiterübermittlung der an ihn ergangenen Gerichtspost. Erscheine 
der Angeklagte im neuen Verfahren unentschuldigt nicht zur Sitzung oder könne 
er aus eigenem Verschulden nicht vorgeladen werden, so entfalle die Wiederho-
lung der Hauptverhandlung und das Kontumazurteil werde endgültig rechtskräftig. 
Vor diesem Hintergrund sei das Wiederaufnahmegesuch vom 24. April 2008 ab-
zuschreiben, wie es in der Vorladung vom 10. November 2008 im Falle der Säum-
nis des Gesuchstellers auch angedroht worden sei. Damit erwachse das Kontu-
mazurteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 6. März 2008 in Rechtskraft. 

6. Der Berufungskläger bringt dagegen vor, dass der Abschreibungsbeschluss 
nicht habe ergehen dürfen, da er nicht ordnungsgemäss zur Hauptverhandlung 
vom 18. Dezember 2008 geladen worden sei. Die Vorladung vom 18. November 
2008 habe er nicht erhalten. Er habe sich, wie dem damaligen Bezirksgericht Prät-
tigau/Davos bekannt gewesen sei, nicht mehr in der Schweiz befunden, sondern 
er habe sich nach O.4_____ abgemeldet. In Kenntnis seiner Abwesenheit und des 
Nichterhalts der Vorladung vom 10. November 2008 habe das damalige Bezirks-
gericht Prättigau/Davos den Abschreibungsbeschluss vom 18. Dezember 2008 
erlassen (vgl. act. A.1). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2008 habe zudem seine 
Mutter A._____ dem damaligen Bezirksgericht Prättigau/Davos mitgeteilt, dass er 
im Ausland sei und sie keine Adresse und Telefonnummer habe. Damit habe die 

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Vorinstanz gewusst, dass er die Vorladung nicht erhalten habe. Im Wissen darum 
habe die Vorinstanz die Verhandlung eröffnet und wegen Abwesenheit des Ange-
klagten seien für das Gericht die Voraussetzungen zur Wiederholung der Haupt-
verhandlung entfallen. Die Vorinstanz habe den Beschluss vom 18. Dezember 
2008 zu Unrecht erlassen, weil er gar keine Kenntnis vom Verhandlungstermin 
gehabt habe. 

7. Erscheint ein Angeklagter, ohne dass die Voraussetzungen von Artikel 122 
erfüllt sind, trotz gehöriger Vorladung nicht zur Hauptverhandlung und kann er 
auch nicht vorgeführt werden, so fällt das Gericht auf Grund der Akten und der 
Parteivorträge ein Abwesenheitsurteil (vgl. Art. 123 Abs. 1 GR-StPO). Der Beur-
teilte kann innert sechzig Tagen, seit er von dem gegen ihn ausgefällten Urteil 
Kenntnis erhalten hat und in der Lage ist, sich zu stellen, beim urteilenden Gericht 
die Aufhebung des Abwesenheitsurteils und die Durchführung des ordentlichen 
Gerichtsverfahrens verlangen (vgl. Art. 123 Abs. 2 GR-StPO). Sind die gesetzli-
chen Voraussetzungen gegeben, so setzt der Präsident eine neue Gerichtsver-
handlung an (vgl. Art. 123 Abs. 3 Satz 1 GR-StPO). Leistet der Angeklagte der 
Vorladung zur neuen Hauptverhandlung unentschuldigt keine Folge, so wird das 
Wiederaufnahmegesuch als erledigt abgeschrieben (vgl. Art. 123 Abs. 4 GR-
StPO). 

7.1. Vorliegend geht es um die Prüfung der Frage, ob der Berufungskläger un-
entschuldigt nicht zur Hauptverhandlung erschien, womit die Vorinstanz das Wie-
deraufnahmegesuch als erledigt hätte abschreiben können. Erscheint der Ange-
klagte im neuen Verfahren unentschuldigt nicht zur Sitzung oder kann er aus ei-
genem Verschulden nicht vorgeladen werden, so entfällt die Wiederholung der 
Hauptverhandlung und das Kontumazurteil wird endgültig rechtskräftig. Der Eintritt 
der Verwirkung setzt allerdings voraus, dass diese Folge dem Gesuchsteller vor-
gängig in geeigneter Weise bekannt gegeben wird (vgl. Robert Hauser/Erhard 
Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, 
§ 91, N. 26). Der Berufungskläger bringt vor, dass er nicht gehörig vorgeladen 
worden sei, womit er keine Kenntnis der Vorladung und der Säumnisfolgen bei 
unentschuldigtem Nichterscheinen gehabt habe. Damit sei das Wiederaufnahme-
gesuch zu Unrecht als erledigt abgeschrieben worden. Vorliegend ist erstellt, dass 
das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos dem Berufungskläger am 10. No-
vember 2008 gestützt auf die Adressangabe in seinem Wiederaufnahmegesuch 
vom 24. April 2008 (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 8) eine Vorladung zur Haupt-
verhandlung vom 18. Dezember 2008 an die Andresse seiner Mutter A._____ in 
O.2_____ mitteilte, in welcher er auf die Folgen eines unentschuldigten Fernblei-

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bens hingewiesen wurde (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 12 und act. E. 3). Am 7. 
Dezember 2008 informierte die Mutter A._____ das damalige Bezirksgericht Prät-
tigau/Davos dahingehend, dass sich ihr Sohn X._____ im Ausland aufhalte und 
sie weder eine Adresse noch eine Telefonnummer habe (vgl. Akten der Vorin-
stanz, act. 13). Es ist davon auszugehen, dass sich die Mutter, die gemäss den 
Ausführungen des Berufungsklägers die Vorladung in Empfang nahm (vgl. act. 
A.5, Ziff. 6), auf die Vorladung hin aufgrund der Nichterreichbarkeit ihres Sohnes 
beim damaligen Bezirksgericht Prättigau/Davos am 7. Dezember 2008 meldete, 
um das Gericht über die Abwesenheit ihres Sohnes zu informieren. Schon auf-
grund dieses Schreibens musste das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos 
davon ausgehen, dass der Berufungskläger von der Vorladung und damit auch 
von der Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2008 keine Kenntnis hatte. Jeden-
falls lässt sich nichts Gegenteiliges feststellen. Gemäss der Eingabe des Regio-
nalgerichts Prättigau/Davos vom 20. Juli 2017 (vgl. act. A.4) kann auch im Nach-
hinein nicht mehr festgestellt werden, wann welche Postsendung zugestellt bzw. 
abgeholt wurde. Gemäss Auskunft der Post könne eine Sendungsverfolgung 
rückwirkend nur bis zu drei Jahren erfolgen. Aufgrund dieser Ausgangslage hätte 
die Vorinstanz die Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2008 erneut verschieben 
und weitere Abklärungen betreffend dem Aufenthaltsort des Berufungsklägers tref-
fen müssen. Sie konnte nicht einfach von einer gehörigen Zustellung der Vorla-
dung ausgehen und das Wiederaufnahmegesuch als erledigt abschreiben, nach-
dem der Berufungskläger nicht zur Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2008 
erschien, da nichts darauf hindeutet, dass der Berufungskläger die Vorladung 
auch tatsächlich erhielt und von dieser Kenntnis nehmen konnte. Daran vermag 
der Umstand, dass der Berufungskläger als Korrespondenzadresse die Adresse 
seiner Mutter angab, nichts zu ändern, da A._____ die Vorladung eben gerade 
nicht an ihren Sohn weiterleiten konnte. Da der Berufungskläger von der Vorla-
dung zur Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2008 somit keine Kenntnis hatte, 
kann nicht von einem unentschuldigten Fernbleiben von der Hauptverhandlung 
gesprochen werden. Das damalige Bezirksgericht Prättigau/Davos schrieb daher 
das Wiederaufnahmegesuch des Berufungsklägers zu Unrecht als erledigt ab. Die 
Berufung erweist sich als begründet, womit diese gutzuheissen und der angefoch-
tene Abschreibungsbeschluss des damaligen Bezirksgerichts Prättigau/Davos 
vom 18. Dezember 2008 vollumfänglich aufzuheben ist. 

7.2. Gemäss Art. 452 Abs. 3 StPO gilt für die neue Beurteilung neues Recht. 
Zuständig ist das Gericht, das nach diesem Gesetz für das Abwesenheitsurteil 

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zuständig gewesen wäre. Sind die Voraussetzungen für eine neue Beurteilung 
voraussichtlich erfüllt, so setzt die Verfahrensleitung eine neue Hauptverhandlung 
an (vgl. Art. 369 Abs. 1 Satz 1 StPO). Vorliegend ist die Angelegenheit an das zu-
ständige Regionalgericht Prättigau/Davos für die Fortsetzung des Verfahrens 
gemäss Art. 369 StPO zurückzuweisen. 

8. Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Untersuchungs- und 
den Gerichtskosten (vgl. Art. 154 Abs. 1 Satz 1 GR-StPO). Die Gerichtskosten 
setzen sich aus der Gebühr, den sich im Gerichtsverfahren direkt ergebenden 
Barauslagen und den Kosten für die amtliche Verteidigung im Gerichtsverfahren 
zusammen (vgl. Art. 3 der damaligen Verordnung über die Kosten im Strafverfah-
ren). Wird eine Rechtsmitteleingabe gutgeheissen, so entscheidet das Gericht 
über die Kostenverteilung zwischen dem Obsiegenden, dem Staat, der ersten In-
stanz und dem Unterliegenden (vgl. Art. 160 Abs. 3 GR-StPO). Da der Berufungs-
kläger vollumfänglich obsiegt, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten für den Ab-
schreibungsbeschluss des damaligen Bezirksgerichts Prättigau/Davos in der Höhe 
von CHF 500.00 dem Kanton Graubünden aufzuerlegen, wobei die Gerichtsge-
bühr aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Prättigau/Davos zu bezahlen ist. 
Die Kosten des Berufungsverfahrens vor der I. Strafkammer gehen ebenfalls zu 
Lasten des Kantons Graubünden. Diese werden gestützt auf Art. 3 lit. a der dama-
ligen Verordnung über Gebühren und Entschädigung der im Strafverfahren mitwir-
kenden Personen sowie das Rechnungswesen auf CHF 1'000.00 festgesetzt. 

9.1. Die Rechtsmittelinstanz kann dem Obsiegenden eine aussergerichtliche 
Entschädigung zulasten des Unterliegenden, der Vorinstanz oder des Staates zu-
sprechen (vgl. Art. 160 Abs. 4 GR-StPO). Die Entschädigung für die amtliche Ver-
teidigung richtet sich nach der Anwaltsgesetzgebung (vgl. Art. 9 der damaligen 
Verordnung über Gebühren und Entschädigung der im Strafverfahren mitwirken-
den Personen sowie das Rechnungswesen). Bei amtlichen Verteidigungen und 
unentgeltlichen Rechtsvertretungen setzt die mit der Sache befasste Instanz die 
Entschädigung der Anwältin oder des Anwaltes nach dem für eine sachgerechte 
Prozessführung notwendigen Zeitaufwand fest (vgl. Art. 16 Abs. 2 des Anwaltsge-
setzes des Kantons Graubünden [BR 310.100]. Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Honora-
rverordnung (HV; BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand der amtlichen 
Verteidigung dem Rechtsanwalt ein Honorar von CHF 200.00 pro Stunde zuzüg-
lich notwendiger Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet. Zuschläge wer-
den keine gewährt. Diese Bestimmung differenziert nicht zwischen Freispruch und 
Schuldspruch beziehungsweise Obsiegen und Unterliegen. Mit anderen Worten 
steht dem amtlichen Verteidiger gestützt auf Art. 5 Abs. 1 HV unabhängig vom 

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Ausgang des Verfahrens, mithin im Falle des Obsiegens als auch des Unterlie-
gens, eine Entschädigung von CHF 200.00 pro Stunde zu (vgl. zum Ganzen den 
Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 12 32 vom 12. November 
2012 E. 4. und das Urteil des Bundesgerichts 6B_151/2013 vom 26. September 
2013 in BGE 139 IV 261). Reicht die amtliche Verteidigerin oder der amtliche Ver-
teidiger keine Honorarnote ein, die eine umfassende Überprüfung der Aufwendun-
gen erlaubt, wird die Entschädigung gemäss Art. 5 Abs. 2 HV nach Ermessen 
festgesetzt. 

9.2. Der amtliche Verteidiger von X._____ macht mit Honorarnote vom 2. Au-
gust 2017 (vgl. act. D.16) einen Aufwand von 10 Stunden zu einem Stundenan-
satz von CHF 200.00 geltend. Hinzu kommen Barauslagen von CHF 60.00 und 8 
% MwSt. Dieser Aufwand erscheint angesichts der doch sehr begrenzten Schwie-
rigkeit der Streitsache als leicht überhöht. Insbesondere der geltend gemachte 
Aufwand für die diversen Telefongespräche und die Berufungsschrift sind im Um-
fang von einer Stunde zu hoch. Der Zeitaufwand ist auf insgesamt 9 Stunden zu 
kürzen. Die Entschädigung für den amtlichen Verteidiger von X._____ wird somit 
auf CHF 2'008.80 (inkl. Barauslagen und 8 % MwSt.) festgelegt. Gemäss Art. 12 
der damaligen Verordnung über Gebühren und Entschädigung der im Strafverfah-
ren mitwirkenden Personen sowie das Rechnungswesen ist es dem amtlichen 
Verteidiger untersagt, vom Klienten ein Zusatzhonorar zu verlangen.

10. Da sich die Berufung offensichtlich als begründet erweist, ergeht diese Ver-
fügung in einzelrichterlicher Kompetenz (vgl. Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisa-
tionsgesetzes [GOG; BR 173.000] und Art. 11 Abs. 2 der Kantonsgerichtsverord-
nung [KGV; BR 173.100]). 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und der Abschreibungsbeschluss des Be-
zirksgerichts Prättigau/Davos vom 18. Dezember 2008 wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne von Art. 369 StPO 
an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem damaligen Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos in der Höhe von CHF 500.00 gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden, wobei die Gerichtsgebühr aus der Gerichtskasse des Regio-
nalgerichts Prättigau/Davos bezahlt wird. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 1'000.00 festgesetzt 
und gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. 

5. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. Guido 
Ranzi für das Berufungsverfahren wird auf CHF 2'008.80 (inkl. Barauslagen 
und 8 % MwSt.) festgesetzt und geht zu Lasten des Kantons Graubünden. 

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

7. Mitteilung an: