# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85ba77c6-16bc-5cd6-b9af-edbae11253f8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.06.2020 720 20 80/120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-80-120_2020-06-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 4. Juni 2020 (720 20 80 / 120) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des medizinischen Sachverhalts, verwaltungsexternes Gutachten voll beweis-

kräftig, Abweisung der Beschwerde 

 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. A.____, geboren 1965, reichte am 10. Mai 2016 bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-
Stelle) unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall ein Gesuch um Ausrichtung von Leistungen 
der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) ein. Nach Abklärung der erwerblichen und me-
dizinischen Verhältnisse, insbesondere nach Einholung eines rheumatologischen Gutachtens bei 
Dr. med. B.____, Facharzt FMH für Rheumatologie und FMH für Innere Medizin, sowie nach 

 

 
 
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Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü-
gung vom 21. Januar 2020 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 27 % ab. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Erich Züblin, mit Eingabe vom 20. Feb-
ruar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht. Sie liess unter o/e-Kostenfolge beantragen, es sei die Verfügung vom 21. Januar 2020 
aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auszurichten. In der Begründung brachte sie zusammen-
fassend vor, das rheumatologische Gutachten von Dr. B.____ leuchte in der Darlegung und Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge nicht ein. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit führe es zu einer Schlussfolgerung, die unbegründet bzw. nicht nachvollziehbar sei, weil 
Dr. B.____ die gutachterlichen Kriterien gemäss Swiss Insurance Medicine nicht lege artis ange-
wendet habe, oder weil er die psychosomatische Belastung aus rein rheumatologischer Perspek-
tive nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe miteinbeziehen können. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 10. März 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab-
weisung der Beschwerde. 
 
D. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 24. März 2020 an ihrer bisherigen Auffas-
sung fest und wies darauf hin, dass die Vernehmlassung vom 10. März 2020 auf einer RAD-
Stellungnahme beruhe, die nicht von einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie verfasst 
worden sei, obwohl es um die Frage gehe, ob die Beschwerdeführerin psychiatrisch hätte begut-
achtet werden müssen. 
 
E. Mit Duplik vom 23. April 2020 hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls an ihrer bisherigen 
Auffassung fest und führte aus, die vorhandenen Arztberichte liessen nicht auf das Vorhanden-
sein einer psychischen Störung schliessen und es bestünden keine diesbezüglichen Anzeichen, 
weshalb sich weitere Abklärung erübrigen würden.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Da sämtliche Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die frist- und formgerecht 
beim sachlich wie örtlich zuständigen Gericht eingereichte Beschwerde vom 20. Februar 2020 
einzutreten. Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Ren-
tenanspruch der Beschwerdeführerin ablehnte, wobei insbesondere umstritten ist, ob der medi-
zinische Sachverhalt genügend abgeklärt wurde. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we-
sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 

 

 
 
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nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Für die Bemessung der Invali-
dität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Als 
Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 
409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festge-
stellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen 
einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in 
ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Mas-
sstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu 
erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 
V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sind die Verwaltung und das Gericht auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren bilden die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 
 
2.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies be-
deutet, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden me-
dizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt. 
 

 

 
 
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Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grund-
satz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen 
Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 
E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
2.5 Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis 
über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klar-
heit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu be-
weisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Die Verwaltung als verfügende Instanz und 
im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht sei-
nen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachver-
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdar-
stellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 
würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 47 E. 2a, 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 
 
3.1 Zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin liegen folgende wesentliche ärztliche Berichte vor: 
 
3.2 Dr. B.____ diagnostiziert in seinem rheumatologischen Gutachten vom 19. Oktober 2018 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 

• Chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei 
o Status nach mikrochirurgischer Sequestrektomie L4/5 von links bei grosser 

mediolateraler kaudaler Diskushernie L4/5 links mit sensomotorischem L5-
Ausfallsyndrom am 31. Januar 2016 

o Status nach mikrochirurgischer Sequestrektomie L4/5 von links bei nach kau-
dal mediolateral links sequestriertem Diskushernien-Rezidiv L4/5 mit Irritation 
der Nervenwurzel L5 links und sensomotorischem Ausfallsyndrom am 20. 
Mai 2016 

 

 
 
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o Status nach Re-Dekompression L4/5, Hämatomentfernung, Duranaht und Bi-
opsie-Entnahmen bei Verdacht auf postoperativ komprimierendem Hämatom 
nach Fenestration L4/5 links am 27. Mai 2016 

o mediane Diskushernie L3/4 und linksseitige Protrusion bis Hernie L4/5 (MRI 
LWS am 8. November 2016, am 4. September 2017, am 28. Juni 2018) 

o kombiniert mechanischem und auch neuropathischem Schmerzsyndrom mit 
einerseits whs. persistierender radikulärer Reizsituation L5 mit auch klinisch 
hohem Verdacht auf L5- und whs. eben auch S1-Beteiligung mit zusätzlich 
whs. neuropathischem Schmerzsyndrom (Schmerzchronifizierung) 

• Ausgeprägte Tendinopathie mit Partialläsion der Peroneus brevis-Sehne rechts bei 
Überlastung (MRI OSG rechts 16. Mai 2018) 

 
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit listet Dr. B.____ die folgenden auf: 

• Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom links 
• Adipositas WHO Grad 1 (BMI 32,9 kg/m2) 
• Arterielle Hypertonie 
• Status nach polymikrobieller Sepsis ED 26. September 2016, antibiotisch behandelt 
• Status nach Thrombophlebitis der V. cephalica rechts, ED 2. Juni 2016 

 
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führt Dr. B.____ aus, es handle sich 
bei der Tätigkeit als Objektreinigerin/-leiterin um eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Ar-
beiten in unergonomischen Stellungen. Für diese Tätigkeit bestehe seit dem 7. September 2015 
keine Arbeitsfähigkeit mehr. In Bezug auf eine der Behinderung angepasste Tätigkeit hält Dr. 
B.____ fest, dass keine dauernd schweren oder dauernd mittelschweren, sondern nur noch kör-
perlich leichte Arbeiten in Frage kommen würden. Aufgrund des Rückenleidens könne die Explo-
randin nicht dauernd sitzend, nicht dauernd stehend und nicht in Zwangshaltungen wie z.B. der 
Vorhalte arbeiten, sie könne sich nicht dauernd repetitiv vornüberbeugen oder bücken und sie 
könne nicht dauernd Überkopf arbeiten. In Bezug auf den rechten Fuss hält er fest, dass sie nicht 
dauernd stehen, kauern, in der Hocke und auf Leitern oder Gerüste steigen und nicht auf unebe-
nem Boden gehen könne. Die Gehstrecke sei auf max. 30 Min. am Stück beschränkt, wobei es 
günstig sei, wenn sie dies nicht repetitiv hintereinander mehrfach tun müsse. Gelegentliches Be-
steigen von Leitern, Gerüsten oder Treppen sei erlaubt. Für eine leichte körperliche Tätigkeit, die 
diese Restriktionen berücksichtige, die also rücken- und fussschonend sei, bestehe gesamthaft 
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bezogen auf ein Ganztagespensum. Die Einschränkung von 30 % 
sei notwendig, um der Situation mit persistierend radikulärer Reizung und zusätzlich neuropathi-
scher Schmerzkomponente Rechnung zu tragen. Demgemäss ergebe sich die Arbeitsfähigkeit 
von 70 % aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs von 30 % bezogen auf ein Ganztagespen-
sum. In Bezug auf die zeitliche Entwicklung der leidensangepassten Tätigkeit gelangt Dr. B.____ 
zum Schluss, dass vom 7. September 2015 bis Ende August 2016 die Arbeitsfähigkeit 0 % be-
tragen habe. Seit Anfang September 2016 bis heute und weiterhin bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 70 %. Weitere medizinischen Massnahmen gebe es zwar, es sei aber unsicher, ob diese die 
Situation verbessern könnten. 
 

 

 
 
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Dr. B.____ hält zusammenfassend fest, seit Herbst 2015 bestehe eine chronisch-lumbale 
Schmerzproblematik, wobei im Januar 2016 zusätzlich eine lumboradikuläre Reizsituation links 
mit Paresen aufgetreten sei. Es seien insgesamt drei Diskushernien-Operationen erfolgt (31. Ja-
nuar 2016, 20. Mai 2016 und 27. Mai 2016) jeweils auf der Höhe L4/5, wobei keine dieser Ope-
rationen gemäss Explorandin eine Verbesserung gebracht habe, weder bezüglich Rücken noch 
bezüglich Ischialgie links. Heute bestehe eine kombinierte Schmerzproblematik im Sinne einer 
mechanischen lumboradikulären Reizsymptomatik, wobei sich als Ausdruck derselben eine Wur-
zelschwellung L5 im Operationsbereich im MRI nachweisen lasse. Gleichzeitig dürfte eine zu-
sätzlich neuropathische Schmerzkomponente bestehen, dies im Sinne einer chronischen 
Schmerzsymptomatik. Als zweite Problematik bestehe im rechten Fuss eine Partialruptur der Pe-
roneus brevis Sehne rechts. Hier sei eine Operation geplant. 
 
3.3 Dr. med. C.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, regionaler 
ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), hält nach Zustellung des Gutachtens von Dr. B.____ mit 
Stellungnahme vom 20. November 2018 fest, dass auf das Gutachten abgestellt werden könne. 
Die formalen und inhaltlichen Kriterien seien erfüllt und die Beurteilung sei nachvollziehbar und 
schlüssig. 
 
3.4 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens liess die Beschwerdeführerin eine Stellung-
nahme von Dr. med. D.____, Oberarzt der Abteilung Spinale Chirurgie des Spitals E.____, vom 
24. September 2019 einreichen. Dr. D.____ führt aus, dass Dr. B.____ eine vollständige Anam-
nese erhoben habe, die Daten mit den bei ihnen hinterlegten Daten übereinstimmen würden, die 
Befunde vollständig erhoben worden seien und die gestellten Diagnosen mit den seinigen über-
einstimmen würden. Er selbst sehe die Arbeitsfähigkeit aber in Zusammenschau aller bestehen-
den körperlichen Einschränkungen (chronische Lumboischialgie, neuropathisches Schmerzsyn-
drom, psychosomatische Belastungsreaktion, funktionelle Einschränkung des rechten Fusses bei 
Status nach operativer Versorgung einer Sehnenverletzung) deutlich vermindert. Er schätze sie 
mit 20 % ein, da der Erhalt der eigenen Mobilität nur mit Hilfe der Benutzung von Unterarmgeh-
stützen möglich sei. Es bestehe eine tägliche Einnahme von Analgetika bei mittlerweile chronifi-
ziertem Schmerzsyndrom. Zudem bestehe eine psychosomatische Belastungsreaktion aufgrund 
der körperlich einschränkenden Beschwerdesituation und der Einschränkung der Teilhabe am 
sozioökonomischen Umfeld aufgrund der chronischen Schmerzsituation und körperlichen Beein-
trächtigung. Aus seiner Sicht sei zur gesamtheitlichen Erfassung der Arbeitsfähigkeit eine psy-
chiatrische sowie neurologische Mitbeurteilung der Patientin notwendig. Der Schwerpunkt der 
Behandlungsmassnahmen habe vor allem auf den somatoformen Beschwerden gelegen. Jedoch 
zeige sich bei der Patientin mittlerweile eine deutliche psychosomatische Belastungsreaktion mit 
Behandlungsindikation im Rahmen einer multimodalen Schmerzbehandlung. 
 
3.5 Dr. C.____ führt mit Stellungnahme vom 5. November 2019 aus, dass Dr. B.____ dem 
chronifizierten Schmerzsyndrom mit einer Einschränkung von 30 % in einer körperlich angepass-
ten Tätigkeit Rechnung getragen habe. Dr. D.____ berücksichtige fachfremd psychosomatische 
Belastungen, welche von der Versicherten so gar nicht beklagt würden. Die Versicherte habe sich 
auch nicht in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Behandlung befunden, auch nicht, 
als von Dr. D.____ im August 2018 über eine allfällige Neurostimulator-Implantation nachgedacht 

 

 
 
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worden sei. Routinemässig werde vor einer allfälligen Neurostimulatorevaluation eine psychoso-
matische Abklärung durchgeführt. Ein psychosomatischer Leidensdruck sei somit gar nicht vor-
handen. Eine Einschränkung der Teilhabe am sozioökonomischen Umfeld liege aufgrund der All-
tagsaktivitäten nicht vor. Zudem habe die Versicherte angegeben, dass sie Novalgin nur bei Be-
darf und nicht täglich einnehme, was der Angabe von Dr. D.____ widerspreche. Soweit Dr. 
D.____ die psychiatrische und neurologische Begutachtung der Versicherten für notwendig hält, 
führt Dr. C.____ aus, dass der neurologische Status gestützt auf die Untersuchungen von Dr. 
D.____ und Dr. med. F.____, FMH Neurologie, klar sei. Es bestehe keine Notwendigkeit für eine 
neurologische Begutachtung. Da die Versicherte keine psychischen Beschwerden geltend mache 
und nicht in psychiatrischer Behandlung sei, erübrige sich auch eine psychiatrische Begutach-
tung. Hätten sich psychiatrische und/oder neurologische Komorbiditäten gezeigt, hätte der RAD 
ein bi- oder polydisziplinäres Gutachten veranlasst. Derartige Hinweise hätten aber im Begutach-
tungszeitpunkt nicht vorgelegen. Es würden keine neuen medizinischen Aspekte vorgebracht, 
weshalb am Gutachten von Dr. B.____ festgehalten werden könne. Dr. D.____ habe die Versi-
cherte innerhalb seiner dreijährigen Behandlungsdauer nicht zur weiteren Behandlung an einen 
Psychosomatiker/Psychiater überwiesen, was darauf schliessen lasse, dass die Versicherte von 
psychischer Seite her keine relevanten Einschränkungen aufweise. Dies belege auch der im Gut-
achten von Dr. B.____ festgehaltene Tagesablauf. 
 
4.1 Zu prüfen ist, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche Beurteilung des Leis-
tungsanspruchs ermöglicht. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung des medi-
zinischen Sachverhalts auf das Gutachten von Dr. B.____ vom 19. Oktober 2018 sowie auf die 
Stellungnahmen von Dr. C.____ und ging davon aus, dass der Beschwerdeführerin – mit Aus-
nahme der von Dr. B.____ festgelegten Zeiten, in denen er der Beschwerdeführerin in einer Ver-
weistätigkeit eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. dazu Gutachten S. 42) – die Aus-
übung einer leidensadaptierten Tätigkeit im Umfang von 70 % zumutbar sei. Die Beschwerdefüh-
rerin hält das Gutachten von Dr. B.____ für nicht beweiskräftig bzw. für unvollständig. 
 
4.2 Das Gutachten von Dr. B.____ erfüllt grundsätzlich alle formalen Voraussetzungen, die 
das Bundesgericht an die Beweistauglichkeit einer verwaltungsexternen Begutachtung (vgl. Er-
wägung 2.6 hiervor) stellt. Dr. B.____ beschaffte sich im Vorfeld der Exploration alle medizini-
schen Unterlagen, die er im Gutachten zusammenfassend darstellt. Er untersuchte die Beschwer-
deführerin persönlich und erhob Anamnese und Befund. Dr. D.____ bestätigt, dass Dr. B.____ 
die Anamnese und die Befunde vollständig erhoben hat und die Diagnosen mit den von ihm er-
hobenen Diagnosen übereinstimmen (vgl. Schreiben vom 24. September 2019). Dr. B.____ setzt 
sich auch mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander. Das Gut-
achten erweist sich sodann grundsätzlich als nachvollziehbar und schlüssig. Damit ist darauf ab-
zustellen, solange nicht konkrete Indizien Zweifel an der Beweistauglichkeit hervorrufen. 
 
4.3.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass das Gutachten die geklag-
ten Beschwerden, wie sie sich effektiv darstellen würden, nicht berücksichtige, weshalb es für die 
streitigen Belange nicht umfassend sei. Zwischen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. 
B.____ einerseits (70 %) und derjenigen der behandelnden Ärzte (20 %) andererseits bestehe 
eine erhebliche Diskrepanz, für die es im Gutachten von Dr. B.____ keine Erklärung gebe. Dr. 

 

 
 
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B.____ verneine eine Verdeutlichungstendenz, Aggravation oder gar Simulation. Er habe den 
Tagesablauf der Beschwerdeführerin auf S. 30 f. auf einer knappen halben Seite zusammenge-
fasst. Dabei habe er aber den erheblichen schmerzbedingten Einschränkungen, wie sie am 26. 
Mai 2019 schriftlich dargelegt worden seien, in keiner Art und Weise Rechnung getragen. Auch 
die schriftlichen Berichte des Ehemannes und der Kinder würden klar zeigen, dass die Beschwer-
deführerin unter erheblichen Einschränkungen leide. Auch für diese Diskrepanz lasse sich im 
Gutachten keine Erklärung finden.  
 
4.3.2 Der Auffassung, Dr. B.____ lege nicht dar, weshalb eine Diskrepanz zwischen den Ein-
schätzungen der Arbeitsfähigkeit bestehe, kann nicht gefolgt werden. Dr. B.____ nimmt ab S. 46 
seines Gutachtens auf die divergierenden ärztlichen Einschätzungen Bezug. Er hält fest, dass 
Dr. D.____ in mehreren Berichten von einer Arbeitsfähigkeit von 20 % ausgegangen sei. Diese 
Einschätzung werde aber durch die Alltagsaktivitäten der Explorandin relativiert, denn sie ver-
zeichne deutlich mehr Aktivitäten, als einem 20 % Pensum entsprechen würden. Auf S. 39 f. des 
Gutachtens führt er aus, dass keine gleichmässige Einschränkung der Aktivitätenniveaus aller 
Lebensbereiche bestehe. Die Explorandin schildere sich dysfunktional, indem sie eine lediglich 
20 %-ige Arbeitsfähigkeit bei sich sehe. Schaue man sich aber den Tagesablauf bzw. die Alltags-
aktivitäten an, sei klar, dass sie nicht völlig inaktiv sei und Alltagsaktivitäten nachgehe. Sie betä-
tige sich im Haushalt, koche, benutze den ÖV, gehe zu Fuss einkaufen und regelmässig spazie-
ren, dies bis zu zwei Stunden. Die zahlreichen Aktivitäten würden Tätigkeiten auf einem körperlich 
leichten Niveau entsprechen, wie dies auch bei einer entsprechenden Berufstätigkeit möglich 
wäre. Sie führe im Moment das Leben einer Hausfrau auf einem tiefen körperlich belastenden 
Niveau. Mit den Alltagsaktivitäten dokumentiere sie, dass Ressourcen bestehen würden. Diese 
Erläuterung von Dr. B.____ überzeugt in Anbetracht der Schilderungen der Beschwerdeführerin. 
Die Beschwerdeführerin liess im Vorbescheidverfahren sodann einen von ihr verfassten Wochen-
ablauf einreichen. Aus diesem geht hervor, dass gerade die schweren und den Leiden nicht an-
gepassten Tätigkeiten von den anderen Familienmitgliedern übernommen werden. Leichte Tätig-
keiten, wie sie von Dr. B.____ umschrieben worden sind, nimmt die Beschwerdeführerin selbst 
wahr und führt solche in einem deutlich höheren Pensum als 20 % aus. Damit ist zwischen den 
Schilderungen der Familie und der Beurteilung durch Dr. B.____ kein wesentlicher Widerspruch 
zu erkennen, der Anlass zu weiteren Abklärungen geben würde. Die Einschätzung von Dr. 
D.____ orientiert sich wohl an den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, die sich jedoch 
mit den objektivierbaren, klinischen Befunden und den vorhandenen Alltagsressourcen der Be-
schwerdeführerin nicht nachvollziehen lassen. Die von Dr. D.____ als Grund angeführte, nicht 
aber konkret begründete psychosomatische Belastungsreaktion reicht dafür als Begründung ge-
nau so wenig wie die zwei weiteren Argumente, wonach die eigenständige Mobilität nur unter 
Nutzung von Unterarmgehstützen möglich sei und bei mittlerweile chronifiziertem Schmerzsyn-
drom eine tägliche Analgetika-Einnahme unabdingbar sei. 
 
4.3.3 Die Einschätzung von Dr. B.____ berücksichtigt die somatischen Einschränkungen der 
Beschwerdeführerin in nachvollziehbarer Weise. Eine medizinisch plausible Erklärung für eine 
quantitativ höhere Einschränkung ist nicht ersichtlich. Für zusätzliche Abklärungen in diesem 
Punkt besteht daher keine Veranlassung. 
 

 

 
 
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4.4.1 In der Beschwerde wird weiter gerügt, dass eine psychiatrische Begutachtung fehle. Dr. 
D.____ stelle fest, dass die Beschwerdeführerin unter einem chronifizierten Schmerzsyndrom 
leide. Grundlage dafür seien eine radikuläre Reizung sowie neuropathische Schmerzen, also klar 
objektivierbare Gesundheitsstörungen. Dr. D.____ weise darauf hin, dass eine psychosomatische 
Belastungsreaktion aufgrund der körperlich einschränkenden Beschwerdesituation sowie der 
Einschränkung der Teilhabe am sozioökonomischen Umfeld vorliege. Er halte fest, dass sich 
mittlerweile eine deutliche psychosomatische Belastungsreaktion mit Behandlungsindikation im 
Rahmen einer multimodalen Schmerzbehandlung zeige. Dr. B.____ habe das chronische Lum-
bovertebralsyndrom ebenfalls erwähnt, auf das neuropathische Schmerzsyndrom hingewiesen 
und eine Schmerzchronifizierung festgestellt. Bei einer solchen medizinischen Ausgangslage sei 
heute zwingend auch eine psychiatrische Begutachtung durchzuführen. Dr. B.____ berücksich-
tige im Rahmen seines Gutachtens psychosomatische Gesundheitsstörungen bzw. entspre-
chende Komorbiditäten nicht. Es sei die Aufgabe der Beschwerdegegnerin, bei entsprechender 
Ausgangslage eine polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen, um das effektive Leistungsver-
mögen einer versicherten Person unter Berücksichtigung sämtlicher Belastungsfaktoren und 
Ressourcen gemäss BGE 141 V 281 zu eruieren. Die Beschwerdegegnerin behaupte zu Unrecht, 
vor dem Gutachten habe es keine Hinweise auf eine psychosomatische Belastungsstörung ge-
geben. Bereits vor der Begutachtung seien eine Schmerzstörung und eine Chronifizierung der 
Schmerzen medizinisch in Form des Schmerzsyndroms festgestellt worden. Schmerzstörungen 
und Schmerzchronifizierungen liessen sich medizinisch nie rein somatisch erklären. Es seien da-
bei immer psychosomatische Prozesse beteiligt. Der Gesundheitsverlauf und die erhebliche Ar-
beitsunfähigkeit seien bereits vor der Begutachtung ein klarer Hinweis dafür, dass eine psychiat-
rische Teilbegutachtung notwendig gewesen wäre. Nachdem Dr. D.____ explizit auf die psycho-
somatische Belastungsreaktion hingewiesen habe, sei die Haltung der Beschwerdegegnerin, 
eine psychiatrische Begutachtung sei unnötig, aus juristischer Sicht nicht mehr zu rechtfertigen. 
Hinzu komme, dass die Beschwerdegegnerin behaupte, eine psychiatrische Begutachtung sei 
nicht notwendig gewesen, weil offensichtlich kein Leidensdruck vorhanden sei und die Beschwer-
deführerin nicht in psychiatrischer Behandlung stehe. Diese Behauptung verkenne, dass be-
troffene Personen, aber auch häufig involvierte Ärzte, an eine rein somatische Ätiologie und Ge-
nese der Schmerzen und funktionellen Einschränkungen glauben würden. Spätestens aber bei 
der Abklärung des effektiven Leistungsvermögens vor dem Hintergrund sämtlicher Belastungs-
faktoren und Ressourcen müsse eine psychiatrische Begutachtung durchgeführt werden, gleich-
gültig, ob die versicherte Person in psychiatrischer Behandlung stehe oder nicht. Die Behauptung, 
dass der Leidensdruck nicht genügend gross sei, sei tatsachenwidrig und der Beschwerdeführe-
rin gegenüber unfair. Damit sei das Gutachten von Dr. B.____ für die streitigen Belange nicht 
umfassend. 
 
4.4.2 Die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin – Dr. D.____, Dr. F.____, Dr. med. 
G.____, Facharzt Orthopädie, und Dr. med. H.____, FMH Equi. Anästhesiologie und Reanima-
tion, Spezielle Schmerztherapie, beide in der Klinik I.____ tätig, – führen die Rückenbeschwerden 
auf eine mechanische Reizung und ein neuropathisch kombiniertes Schmerzsyndrom zurück. 
Keiner der Ärzte geht von einem Schmerzsyndrom aus, das auf einer psychogenen Ursache be-
ruht oder durch eine solche stark bzw. wesentlich beeinflusst wird. Stattdessen handelt es sich 
um eine organisch erklärbare chronische Reizsituation mit entsprechender Einschränkung der 

 

 
 
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körperlichen Belastbarkeit und Mobilität. Davon geht auch Dr. B.____ in seinem Gutachten aus. 
Dr. G.____ und Dr. H.____ verwiesen die Beschwerdeführerin nicht an einen psychiatrischen 
Fachkollegen bzw. eine psychiatrische Fachkollegin oder verordneten Psychopharmaka. Dr. 
G.____ hielt mit IV-Bericht vom 27. Juli 2017 explizit fest, dass bislang keine geistigen und auch 
keine psychischen Einschränkungen bestanden hätten. Dr. D.____ sah, auch nach Erhalt des 
Berichts von Dr. F.____, ebenfalls keine Notwendigkeit, seine Patienten an die Abteilung Psy-
chosomatik des Spitals E.____ zu überweisen. Auch die Beschwerdeführerin selbst strebte trotz 
der von ihr angeführten Leiden keine psychiatrische oder psychosomatische Konsultation und 
eine entsprechende Behandlung an. Sie erklärt dies mit ihrem Willen, sich nichts anmerken zu 
lassen und damit, dass betroffene Personen, aber auch häufig die involvierten Ärzte, an eine rein 
somatische Ätiologie und Genese der Schmerzen und funktionellen Einschränkungen glauben 
würden, was insbesondere bei einer derart leistungswilligen Person wie sie selbst sei, nachvoll-
ziehbar sei.  
 
Der Umstand, dass bisher keine psychiatrische oder psychosomatische Behandlung durchgeführt 
wurde, ist zwar nicht ausschlaggebend, aber doch ein Indiz dafür, dass im damaligen Zeitpunkt 
kein hoher psychischer Leidensdruck bestand. Daher ist davon auszugehen, dass Dr. B.____ – 
als erfahrener rheumatologischer Gutachter – bei einem psychisch überlagerten bzw. beeinfluss-
ten Beschwerdebild und einer psychosomatischen Belastungssituation darauf hingewiesen hätte, 
diese Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien psychiatrisch zu be-
gutachten. Auch die Aussage der Beschwerdeführerin, entgegen der Behauptung der Beschwer-
degegnerin habe es sehr wohl schon vor dem Gutachten Hinweise auf eine psychosomatische 
Belastungsstörung gegeben, wird lediglich abstrakt und in allgemeiner Form damit begründet, 
dass der Gesundheitsverlauf und die erhebliche Arbeitsunfähigkeit klare Hinweise auf die Not-
wendigkeit einer psychiatrischen Teilbegutachtung gewesen seien und sich Schmerzstörungen 
und Schmerzchronifizierungen medizinisch nie rein somatisch erklären liessen. Konkrete Hin-
weise auf eine in der Zwischenzeit eingetretene wesentliche Verschlechterung sind, ausser der 
abstrakten Schilderung von Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 24. September 2019, eben-
falls nicht ersichtlich. Auch die Beschwerdeführerin bzw. ihre Familie vermögen nicht konkret und 
plausibel darzulegen, inwieweit sie durch die von Dr. D.____ erwähnte psychosomatische Belas-
tung in ihrem Alltag zusätzlich zu den unbestrittenen körperlichen Gesundheitsbeschwerden ein-
geschränkt ist. Auch ihre Ausführungen bleiben abstrakt. In den Schreiben der Familienangehö-
rigen wird lediglich bestätigt, dass die Beschwerdeführerin starke Beschwerden hat und die kör-
perlich eher schweren Haushaltsarbeiten von der Familie übernommen werden.  
 
4.4.3 Unter diesen Umständen zeigt sich das Gutachten von Dr. B.____ auch in diesem Punkt 
als genügend. Die Beschwerdeführerin vermag keine konkreten, plausiblen Begründungen dar-
zulegen, inwieweit die vorgebrachte psychosomatische Belastung eine verselbständigte psychi-
sche Störung im Sinne der Rechtsprechung darstellt, weshalb eine psychiatrische Mitbeurteilung 
unter Berücksichtigung sämtlicher Belastungsfaktoren und Ressourcen gemäss BGE 141 V 281 
nicht als notwendig erscheint.  
 

 

 
 
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4.5.1 In der Beschwerde wird weiter vorgetragen, dass Dr. D.____ festhalte, dass die Be-
schwerdeführerin unter einem neuropathischen Schmerzsyndrom leide und die Auffassung ver-
trete, dass zur gesamtheitlichen Erfassung der funktionellen Auswirkungen der Gesundheitsstö-
rungen eine neurologische Begutachtung notwendig gewesen wäre. Es werde bestritten, dass 
keine neurologisch unklaren Komorbiditäten bestanden hätten, weshalb auf eine neurologische 
Begutachtung habe verzichtet werden können. Dr. B.____ verfüge über keinen neurologischen 
Fachausweis, weshalb seine neurologische Fachkompetenz zur Beurteilung der funktionellen 
Auswirkungen eines neuropathischen Schmerzsyndroms jedenfalls aus juristischer Sicht in Frage 
gestellt werden müsse. Die unbegründete Diskrepanz in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zwi-
schen Dr. D.____ und Dr. B.____ bestätige die Notwendigkeit einer neurologischen Begutach-
tung. Daher sei das rheumatologische Gutachten für die streitigen Belange nicht umfassend. 
 
4.5.2 Dr. B.____ standen alle Informationen über das neuropathische Schmerzsyndrom zur 
Verfügung. Dr. F.____, auch er ein erfahrener Neurologe, untersuchte die Beschwerdeführerin 
im August 2016 und im November 2017 im Auftrag des Spitals E.____. Er hält fest, dass sich die 
Beschwerden im November 2017 im Wesentlichen gleich wie ein Jahr zuvor zeigen würden. Es 
bestehe ein Lumbovertebralsyndrom mit radikulärem Reiz- und sensiblem Ausfallsyndrom der 
Wurzel L5 links, funktionell überlagert. Dr. F.____ erklärt in beiden Berichten, dass er mit funkti-
onell nicht eingebildet oder gar vorgetäuscht meine, sondern wahrscheinlich infolge der Schmer-
zen. Das Hauptproblem seien die als neuropathisch zu wertenden Schmerzen im Segment L5, 
wobei vom Vorliegen narbiger Veränderungen im Operationsbereich auszugehen sei. Die diver-
sen Interventionen hätten nicht zu einer Besserung geführt. Als Behandlung schlägt Dr. F.____ 
einen symptomatischen Therapieversuch mit einem auf neuropathische Schmerzen wirksamen 
Präparat wie zum Beispiel Lyrica vor. Weitere Behandlungsvorschläge aus neurologischer Sicht 
könne er nicht machen. Eine eigene Schätzung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht 
nimmt Dr. F.____ nicht vor. 
 
4.5.3 Dr. B.____ verfasste sein Gutachten in Kenntnis der Untersuchungsberichte von Dr. 
F.____. Der Beschwerdegegnerin ist darin zuzustimmen, dass Dr. B.____ als Rheumatologe täg-
lich mit radikulären Reizsymptomen konfrontiert ist, weshalb er qualifiziert ist, neurologische 
Symptome und Befunde zu erkennen, die auf Wurzelkompressionen zurückzuführen sind, und 
diese hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, insbesondere unter der Berücksichtigung des 
Umstands, dass Dr. F.____ seinerseits keine neurologische Störung und kein Hinweis für eine 
motorische Nervenbeurteilung objektivieren konnte. Dr. D.____ sodann benennt keine Aspekte, 
die für die neurologische Begutachtung der Beschwerdeführerin sprechen würden. Da sich aus 
neurologischer Sicht keine Unklarheiten ergeben, erweist sich eine diesbezügliche Begutachtung 
nicht als notwendig. 
 
4.6.1 Weiter wird moniert, dass Dr. B.____ auf S. 48 seines Gutachtens auf die Kriterien ge-
mäss Swiss Insurance Medicine verweise, aber nicht offenlege, was er damit genau meine. Psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren könnten sich gemäss konstanter bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts vom 
9C_371/2019 E. 5.1.3). 
 

 

 
 
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4.6.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf das Bundesgericht, das im Urteil vom 20. Januar 
2020, 8C_955/2019, E. 3.2 unter Hinweis auf den in der Beschwerde zitierten Entscheid folgen-
des festhielt: "… auch im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 
gilt der Grundsatz, wonach das Invalidenversicherungsrecht soziale Faktoren so weit ausklam-
mert, als es darum geht, die für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kausalen versicherten 
Faktoren zu umschreiben. Die funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden hin-
gegen auch mit Blick auf psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, wel-
che den Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädigung beeinflussen (BGE 141 V 281 
E. 3.4.2.1 S. 293). Soweit sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie mithin aus-
ser Acht (BGE 141 V 281 E. 3.4.3.3 S. 303; 127 V 294 E. 5a S. 299). Psychosoziale Belastungs-
faktoren können jedoch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer ausge-
wiesenen Beeinträchtigung der psychischen Integrität als solcher führen, welche ihrerseits eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, wenn sie einen verselbstständigten Gesundheits-
schaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfrem-
den Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern".  
 
4.6.3 Dr. D.____ zeigt keine psychosozialen oder soziokulturellen Belastungsfaktoren auf, 
seine Ausführungen bleiben ein weiteres Mal abstrakt. Der Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund 
der Beschwerden führte bei der Beschwerdeführerin nicht zu einer affektiven Störung. Sie ist in 
einen gutfunktionierenden Familienverband eingebunden und ihr Ehemann verfügt über ein re-
gelmässiges Einkommen. Bei der Beschwerdeführerin sind keine Belastungsfaktoren erkennbar, 
die die Beschwerden direkt oder indirekt verstärken. Damit wird in der Beschwerde lediglich in 
abstrakter Form die Möglichkeit angesprochen, dass die Arbeitsfähigkeit entsprechend dem ef-
fektiven Leistungsniveau gemäss BGE 141 V 281 zu beurteilen sei. Konkrete Ausführungen, wo-
rin diese bestehen und inwiefern sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken bzw. diese über den 
somatischen Teil hinaus beeinflussen würden, werden nicht gemacht. Es sind zudem keine Indi-
zien erkennbar, wonach die Leitlinien der Swiss Insurance Medicine zur Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit nach Unfall und Krankheit Dr. B.____ suggeriert hätten, er müsse die psychosozialen 
und soziokulturellen Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit überhaupt nicht berück-
sichtigen.  
 
4.7 Insgesamt erweisen sich damit die Einwendungen der Beschwerdeführerin gegen den 
Beweiswert des Gutachtens von Dr. B.____ als nicht stichhaltig. Es sind keine Indizien erkennbar, 
dass das Gutachten von Dr. B.____ für die vorliegende Streitsache nicht umfassend wäre. Die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. D.____ orientiert sich offensichtlich an den subjekti-
ven Angaben der Beschwerdeführerin, die sich jedoch mit den objektivierbaren, klinischen Be-
funden und den vorhandenen Alltagsressourcen der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehen 
lassen. Die von Dr. D.____ als Grund angeführte, aber nicht konkret und plausibel begründete 
psychosomatische Belastungsreaktion reicht dafür als Begründung genauso wenig wie seine wei-
teren Argumente, wonach die eigenständige Mobilität nur unter Nutzung von Unterarmgehstützen 
möglich sei und bei mittlerweile chronifiziertem Schmerzsyndrom eine tägliche Analgetika-Ein-
nahme unabdingbar sei. Es ist mit der Beschwerdegegnerin deshalb davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin für eine körperlich leichte Tätigkeit, bei welcher sie nicht nur sitzen muss, 

 

 
 
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nicht nur stehen muss, nicht Überkopf arbeiten muss, vorwiegend sitzen und auch gelegentlich 
die Position wechseln kann, zu 70 % arbeitsfähig ist. 
 
5.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund 
eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi-
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti-
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge-
stellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 104 
V 136 E. 2a und b). 
 
5.2 Gegen die konkrete Berechnung des Valideneinkommens gestützt auf die Angaben der 
ehemaligen Arbeitgeberin und die Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE Ta-
bellenlöhne 2016 sowie die konkrete Berechnung des Invaliditätsgrads erhob die Beschwerde-
führerin keinen Einwand. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen 
der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzuneh-
men wäre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den vorgenannten Berech-
nungsparametern. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen 
der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 
 
6. Zusammenfassend folgt aus dem Gesagten, dass die Beschwerdegegnerin den Sach-
verhalt im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG genügend abklärte und gestützt darauf den Rentenan-
spruch bei einem Invaliditätsgrad von 27 % zu Recht verneinte. Die Beschwerde ist daher abzu-
weisen. 
 
7. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind 
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanto- nalen 
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des 
kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. 
Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Im 
vorliegenden Verfahren ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei. Es sind ihr deshalb die 
Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss zu verrechnen. Eine Parteientschädigung wird aufgrund des Prozessausganges nicht zu-
gesprochen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 

 
 
 
 
 
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