# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14d50118-a085-5d1d-913c-39395cac2575
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.07.2010 E-4922/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4922-2010_2010-07-15.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4922/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.

A._______, geboren (...),
Pakistan,
vertreten durch
lic. iur. Eduard M. Barcikowski, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. Juni 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4922/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest 

dass  der  Beschwerdeführer  –  pakistanischer  Staatsangehöriger  – 
seinen Heimatstaat  eigenen Angaben zufolge am 15. Mai  2010 ver-
liess  und  nach  einem  Aufenthalt  in  B._______  -  wo  er  zwei  Tage 
verblieb - mit dem Zug am 17. Mai 2010 in die Schweiz gelangte, wo er 
gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  (...)  ein 
Asylgesuch einreichte,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  vom  28.  Mai 
2010 zur Person im C._______ und der direkten Bundesanhörung vom 
30. Juni 2010 ebenfalls im EVZ (...) insbesondere geltend machte, er 
habe  sein  Heimatland  aufgrund  einer  Erbschaftsstreitigkeit  und  von 
Problemen mit der Taliban verlassen müssen,

dass er im Weiteren vorbringt, dass sein Vater gestorben sei und seine 
beiden Halbschwestern die Vollmacht ihrem Onkel überlassen hätten,

dass er als männlicher Erbe seinem Onkel im Wege gestanden sei und 
dieser einmal versucht habe, ihn zu entführen,

dass  er  mit  seiner  Mutter  nach  D._______  umgezogen  sei,  da  sein 
Onkel direkt neben ihnen gewohnt habe,

dass  sein  Onkel  in  einer  Partei  gewesen  sei,  die  ganz  Pakistan 
dominiert habe,

dass  sein  Onkel  dann  versucht  habe,  mithilfe  eines 
Grundbuchbeamten  illegal  sein  Land  zu  erwerben,  er  dabei  aber 
erwischt worden sei,

dass  sein  Onkel  dann  zu  ihm  gekommen  sei  und  eine  gegen  ihn 
gerichtete Anzeige habe zurückziehen wollen,

dass er nach dem Gespräch seinen Onkel  aus dem Haus begleitet, 
dieser ihm ein schwarzes Tuch über den Kopf gestülpt habe und er in 
einen Lieferwagen gebracht worden sei,

dass er  später  im Lieferwagen zu sich gekommen sei  und von zwei 
Männern  mit  langen  Kleidern  und  langen  Bärten  –  aussehend  wie 
Taliban – begleitet worden sei,

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dass  sie  von  ihm  Fingerabdrücke  genommen  und  ihn  fotografiert 
hätten und sogar sein Blut untersucht hätten,

dass sie schliesslich gesagt hätten, er gehöre nun zu ihrer Gruppe und 
dass sie im Falle, dass er zu fliehen versuche, ihn in Stücke schneiden 
und seine Organe verkaufen würden,

dass er in der Folge in mehrere Camps gebracht worden sei,

dass anfangs April 2010 die pakistanische Armee eine Razzia in den 
Camps gemacht und ihn befreit habe,

dass er am 28. April 2010 mit dem Auto unterwegs gewesen sei und 
von einem anderen Auto verfolgt worden sei,

dass  ihn  das  Auto  anzuhalten  versucht  habe,  er  aber  links  habe 
abbiegen können, wo sich das Militär befunden habe,

dass der Verfolger deshalb sein Vorhaben habe aufgeben müssen,

dass  seine  Mutter  und  er  in  der  Folge  eine  Anzeige  aufzugeben 
versucht  hätten,  dies  aber  aufgrund  mangelnder  Beweise  nicht 
möglich gewesen sei,

dass seine Mutter sich Sorgen gemacht habe und ihm geraten habe, 
wegzugehen,

dass sie  schliesslich  einen Schlepper  kontaktiert  habe,  welcher  ihm 
seine Ausreise so schnell wie möglich organisiert habe,

dass er in der Folge in die Schweiz gereist sei und ihm der Schlepper 
bei  seiner  Ankunft  seinen  Koffer  mitsamt  seinen  Reisepapieren 
gestohlen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  beim  EVZ  (...)  keine  Reise-  oder 
Identitätspapiere abgab, 

dass er lediglich eine Kopie seiner Identitätskarte einreichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. Juni 2010 – gleichentags münd-
lich  eröffnet  (Art.  13  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31]) –  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das 

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Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung des Beschwerdeführers 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung anführte, vorliegend seien keine ent-
schuldbaren  Gründe  ersichtlich,  die  es  den  Beschwerdeführenden 
verunmöglicht hätten, rechtsgenügliche Ausweispapiere einzureichen,

dass  der  Umstand,  wonach  der  Schlepper  den  Koffer  des 
Beschwerdeführers  mitsamt  seinen  Reisepapieren  gestohlen  habe, 
wenig plausibel und als Standardvorbringen zahlreicher Gesuchsteller 
zu werten sei, die nicht gewillt seien, den Asylbehörden ihre Identitäts-  
und Reisepapiere abzugeben,

dass  die  vom Beschwerdeführer  vorgebrachten  Übergriffe  durch  die 
Terroristen offenkundig als haltlos zu qualifizieren seien, zumal er nicht 
hinreichend  zu  begründen  vermocht  habe,  weshalb  diese  ein 
ausgesprochenes Interesse an ihm und seiner Mitarbeit gehabt haben 
sollten,

dass er zudem den Ort, an dem er angeblich festgehalten worden sei,  
nicht zu beschreiben vermocht habe, 

dass  es  darüber  hinaus  nicht  nachvollziehbar  sei,  dass  er  nicht 
gewusst habe, ob sich seine Mutter wegen seiner Entführung an die 
Polizei gewandt habe, 

dass  ihm  auch  nicht  geglaubt  werden  könne,  er  habe  seine  Mutter 
nicht  danach  fragen  und  bis  zu  seiner  Ausreise  auch  nicht  mir  ihr 
sprechen können,

dass  die  Schwierigkeiten  wegen  jahrelanger  Landstreitigkeiten  mit 
seinem  Onkel  sehr  pauschal  und  zu  wenig  differenziert  erläutert 
worden seien,

dass beispielsweise der Beschwerdeführer die Funktion seines Onkels 
bei  der Moslem Liga nicht  kenne und nicht  habe wissen wollen,  um 
welche Ländereien es bei der besagten Streiterei gehe,

dass  diese  Aussagen  nicht  plausibel  erschienen,  und  der 
Beschwerdeführer somit nicht glaubwürdig sei,

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dass der Beschwerdeführer demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfülle,  und aufgrund der  Aktenlage keine weiteren Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Weg-
weisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

dass infolgedessen auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe 
vom 7. Juli 2010 (Poststempel) gegen diesen Entscheid beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei beantragen liess, 
es  sei  die  Verfügung  der  Vorinstanz  aufzuheben  und  ihm  Asyl  zu 
gewähren, und es sei eventuell  festzustellen, dass eine Wegweisung 
respektive deren Vollzug unzumutbar sei,

dass  in  formeller  Hinsicht  eine  Frist  zur  allfälligen  Ergänzung  der 
Beschwerdebegründung  und  zur  Nachreichung  von  Beweismitteln, 
insbesondere  der  Originale  respektive  Originalkopien  der 
eingereichten Beweismittel, anzusetzen sei,

dass  mit  der  Beschwerde  Faxkopien  einer  Identitätskarte,  zweier 
"(...)",  eines  "(...)",  eines  Schreibens  von  Rechtsanwalt  E._______, 
eines "(...)" sowie eines Urteils des Zivilgerichts D._______ eingereicht  
wurden,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  9.  Juli  2010  beim  Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m.  Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Auf-

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hebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der 
Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines 
formellen  Nichteintretensentscheides auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass jedoch das Bundesverwaltungsgericht im Falle einer Gutheissung 
der Beschwerde ein kassatorisches Urteil  auszufällen hätte, weshalb 
auf  die Beschwerde nicht  einzutreten ist,  soweit  die Gewährung von 
Asyl beantragt wird,

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dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht  in  der  Lage (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf-
grund der Anhörung sowie gestützt auf Art.  3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll -
zugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  die  im 
Transitzentrum Altstätten  am 28. Mai  2010  protokollierten  Aussagen 
sowie  auf  das  Protokoll  der  direkten  Bundesanhörung  vom 30. Juni 
2010 im EVZ (...) zu verweisen ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Akten und 
Umstände  davon  ausgeht,  der  Beschwerdeführer  hätte  die  ihm 
obliegende  gesetzliche  Mitwirkungspflicht  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  Bst.  b 
AsylG) missachtet,

dass in  der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt  wurde, 
weshalb  für  das  Nichteinreichen  von  Reise-  oder  Identitätspapieren 
keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  und  das  BFM  seine 

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Begründungspflicht  –  entgegen  anderer  Auffassung  in  der 
Beschwerde – offensichtlich nicht verletzt hat,

dass  der  Beschwerdeführer  auch  in  der  Rechtsmitteleingabe  den 
Diebstahl durch den Schlepper als Grund für die Nichtabgabe gültiger 
Reise- oder Identitätspapiere geltend machte,

dass  ein  Diebstahl  der  Identitätspapiere  an  sich  ein  entschuldbarer 
Grund für das Nichteinreichen derselben darstellen kann, 

dass aber glaubhafte Gegebenheiten oder sogar Beweise vorhanden 
sein müssten, um einen Diebstahl anzunehmen,

dass dem Beschwerdeführer  jedoch  nicht  geglaubt  werden  kann,  er 
habe  dem  Schlepper  seine  Identitätspapiere  ausgehändigt,  zumal 
davon  auszugehen  ist,  er  wüsste,  dass  sich  Reisende  stets 
selbstständig ausweisen müssen,

dass es als unglaubhaft  zu qualifizieren ist,  dass der Schlepper ihm 
bei  seiner  Ankunft  den  Koffer  gestohlen  haben  soll,  zumal  der 
Schlepper davon ausgehen konnte,  dass eine Person auf  der Flucht 
keine Wertgegenstände mit  sich  führt  und lediglich  das Nötigste  bei 
sich trägt,  und der Beschwerdeführer weder eine Diebstahlsmeldung 
bei der Botschaft noch bei der Polizei erstattet hat,

dass  der  Vorinstanz  Recht  gegeben  werden  kann,  der 
Beschwerdeführer  habe  dieses  Argument  als  Schutzbehauptung 
gebraucht, um seine Identität nicht offenlegen zu müssen, 

dass  seine  Antwort,  er  hätte  bei  der  Botschaft  einen  Verlustrapport 
ausfüllen  müssen  und  habe  zudem nicht  gewusst,  dass  man  einen 
Diebstahl  bei  der  Polizei  melden  könne,  unglaubhaft  ist,  zumal  in 
jedem Land die Polizei als Justizorgan bekannt ist,

dass die vom Beschwerdeführer eingereichte Kopie der Identitätskarte 
sowie  die  Faxkopie  der  ID-Karte  mit  der  DNIC-Nummer  nicht  als 
Identitätspapier im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu betrachten 
ist,  zumal  es sich nicht  um ein amtliches Originaldokument mit  Foto 
handelt (vgl. Art. 1a Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]),

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dass festzuhalten ist, dass sich an der vorerwähnten Beurteilung auch 
mit  der  nachträglichen  Einreichung  von  Identitätsausweisen  nichts 
ändern würde, da es sich bei der 48-Stunden Frist von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG nicht um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die 
Abgabe  der  schon  existierenden,  für  die  Reise  in  die  Schweiz 
verwendeten Papiere geht (vgl. die weiterhin massgebliche Praxis der 
ARK in EMARK 1999 Nr. 16 E.5c.aa),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  entschuldbare 
Gründe  für  die  Nichteinreichung  der  erforderlichen  Dokumente 
glaubhaft zu machen,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Prüfung  der  Akten  ergibt,  dass  die  Vorinstanz  die 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft zu Recht als nicht erfüllt  
erachtete, wobei auf die entsprechenden Erwägungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass  sich  aus  der  Beschwerdeschrift  keine  neuen  Erkenntnisse 
ergeben und die Vorbringen insgesamt nicht  geeignet  sind,  zu einer 
von der Vorinstanz abweichenden Beurteilung zu führen,

dass  betreffend  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
Verfolgungsgründe auf die Verfügung der Vorinstanz verwiesen werden 
kann,

dass  insbesondere  mit  der  Vorinstanz  übereinstimmend  festgestellt 
wird,  der  Beschwerdeführer  habe  allgemeine  und  oberflächliche 
Angaben zur angeblichen Verfolgungssituation gemacht,

dass  diesbezüglich  indessen  konkrete  und  substanziierte  Angaben 
hätten erwartet werden dürfen, zumal es sich beim Beschwerdeführer 
um einen jungen Mann mit Universitätsniveau handelt,

dass er durch sein Aussageverhalten vielmehr den Eindruck erweckt, 
nicht auf Selbsterlebtes zurückgreifen zu können,

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dass  der  Beschwerdeführer  aus  den  mit  der  Beschwerde 
eingereichten  Beweismitteln  nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten 
vermag, zumal es sich bei diesen um Faxkopien handelt, welche von 
vornherein  aufgrund  ihrer  leichten  Manipulierbarkeit  zum  Beleg  der 
vorgebrachten Verfolgungsgründe nicht taugen,

dass aber auch die in Aussicht gestellten Originale der eingereichten 
Beweismittel  nichts  an  der  Sachlage  ändern  dürften,  zumal  solche 
Dokumente in Pakistan erfahrungsgemäss grundsätzlich leicht käuflich 
erwerbbar sind,

dass es sich zudem insbesondere bei den Erklärungen der Mutter des 
Beschwerdeführers  sowie  eines  Dorfbewohners  höchstens  um 
Gefälligkeitsschreiben handelt, 

dass  in  Bezug  auf  den  "(...)"  auffällt,  dass  dessen  Inhalt 
(Ausführungen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der 
Anzeigeerhebung in Pakistan) – gemäss deutscher Übersetzung – mit 
den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Erstbefragung 
und der Anhörung nicht deckungsgleich ist,

dass  auch  die  weiteren  Faxkopien,  selbst  wenn  sie  im  Original 
nachgereicht  würden,  eine  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  im 
Sinne von Art. 3 AslyG nicht zu belegen vermögen,

dass der Beschwerdeführer somit bisher keine relevanten Belege für 
die  behauptete  Verfolgung  eingereicht  hat  und  auch  die  in  der 
Beschwerdeschrift  in  Aussicht  gestellten  Originalschriften  respektive 
Originalkopien eine solche nicht zu begründen vermögen,

dass bei dieser Sachlage auf das Ansetzen einer Frist zur Einreichung 
der  in  der  Beschwerde  angekündigten  Dokumente  im  Sinne  einer 
antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist, zumal von vornherein 
klar  absehbar  ist,  dass  daraus  keine  wesentlichen  (neuen) 
Erkenntnisse gewonnen werden könnten (vgl. EMARK 2003 Nr. 13 E. 
4c S. 84),

dass  im  Übrigen  in  der  Beschwerdeschrift  nicht  dargelegt  wurde, 
welche weiteren sachdienlichen Dokumente für die Feststellung einer 
aktuellen  und  konkreten  Gefährdungslage  des  Beschwerdeführers 
eingereicht werden sollen,

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dass  deshalb  keine  Frist  für  die  Einreichung  weiterer  Beweismittel 
anzusetzen ist,

dass sich in Anbetracht dieser Sachlage die Erkenntnis ergibt, es be-
stehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigen-
schaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass  es  sich  angesichts  der  gesamten  Umstände  erübrigt,  auf  die 
weiteren Darlegungen in der Rechtsmitteleingabe näher einzugehen, 
zumal diese zu keiner anderen Einschätzung führen können,

dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu 
Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht eingetreten 
ist,

dass  deshalb  kein  Anlass  besteht,  die  Sache  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormals  zuständigen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148),

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flücht-
lingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine 
Anwendung findet,

dass  darüber  hinaus  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechts-
widrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR  0.101) ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerde-
führenden im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar  erweist,  wenn  sie  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Pakistan noch individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen 
lassen,  zumal  dort  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und 
davon  auszugehen  ist,  der  junge  und  gemäss  Akten  gesunde 
Beschwerdeführer  werde  in  seiner  Heimat  eine  neue  Existenz 
aufbauen  können,  da  er  eigenen  Angaben  zufolge  über  eine  gute 
Schulbildung verfügt und er ausserdem ein (...) führte,

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dass er im Übrigen in seinem Heimatland über ein tragfähiges soziales 
Beziehungsnetz  ([...])  verfügt,  welches  ihm  bei  der 
Wiedereingliederung behilflich sein kann,

dass auch keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind,  auf-
grund  derer  unter  Umständen  geschlossen  werden  könnte,  der  Be-
schwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenz-
bedrohende  Situation,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  -  in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz - als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es den Beschwerdeführenden ob-
liegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8 
Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Weg-
weisungsvollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass sich somit eine weitere Beschwerdeergänzung erübrigt und das 
diesbezügliche Gesuch abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2])  dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

E-4922/2010

Demnach verfügt und erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Der  Antrag  auf  Ansetzung  einer  Frist  zur  Nachreichung  von 
Beweismitteln,  insbesondere  der  Originale  respektive  Originalkopien 
der eingereichten Beweismittel, wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung wird 
abgewiesen.

3.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Bettina Schwarz

Versand: 

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