# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b66355c-7b96-5696-954a-96db37a66397
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.01.2019 PP180026
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PP180026_2019-01-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PP180026-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei-

ber Dr. M. Nietlispach 

Urteil vom 15. Januar 2019 

 

in Sachen 

 

A._____ GmbH,  
Klägerin und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ GmbH,  
Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Forderung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 
am Bezirksgericht Meilen vom 15. Juni 2018 (FV180014-G) 
 

 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Sachverhalt und Prozessverlauf 

1.1. Gemäss unbestritten gebliebener Sachdarstellung der Klägerin (Be-

schwerdeführerin) liegt dem vorliegenden Rechtsstreit folgender Sachverhalt zu-

grunde (Urk. 12 S. 1 ff.): 

Die Parteien schlossen am 1. September 2010 einen Werbeflächenvertrag 

(Urk. 5 = Urk. 13/3). In diesem Vertrag verpflichtete sich die Klägerin als "Vertrag-

nehmer", für die Beklagte (Beschwerdegegnerin) als "Vertraggeber" Werbung in 

Form des Firmensignets der Beklagten herzustellen und während der Vertrags-

dauer ("Mindestwerbelaufzeit) von fünf Jahren auf dem Fahrzeug des FC C._____ 

graphisch zu platzieren. Im Gegenzug verpflichtete sich die Beklagte zur Zahlung 

eines Gesamtbetrags von Fr. 5'790.– zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Vertrag sah 

eine automatische Verlängerung zum gleichen Preis um jeweils eine weitere Peri-

ode vor, sofern er nicht sechs Monate vor Ablauf der Laufzeit gekündigt wurde.  

Die erste Vertragsperiode begann mit der Auslieferung des Fahrzeugs am 

21. April 2011 (vgl. Urk. 13/5) und wurde von der Beklagten vollständig bezahlt. 

Auch die Klägerin erfüllte den Vertrag in der ersten Periode. Nachdem keine frist-

gerechte Kündigung erfolgt war, teilte die Klägerin der Beklagten die Vertragsver-

längerung am 20. März 2017 schriftlich mit (Urk. 13/6). Die Beklagte stellte sich 

gegenüber der Klägerin mit E-Mail vom 28. März 2017 auf den Standpunkt, der 

Vertrag sei einmalig und nur für fünf Jahre abgeschlossen worden; zugleich er-

klärte sie, keine Vertragsverlängerung zu wünschen (Urk. 13/7). Die Klägerin teilte 

ihr daraufhin mit Schreiben vom 30. März 2017 mit, dass sich die Vertragsverlän-

gerung eindeutig aus dem Vertrag vom 1. September 2010 ergebe. Die Werbeflä-

che sei deshalb wiederum für die Beklagte reserviert und nicht anderweitig ver-

marktet worden. Weiter wies die Klägerin darauf hin, dass eine kostenlose Stor-

nierung des Vertrags gemäss Ziffer 15 der AGB zum Vertrag nicht möglich sei. 

Abschliessend bestätigte sie der Beklagten, dass der Vertrag nach Ablauf der 

zweiten Vertragsperiode beendet sei (Urk. 13/8). Mit E-Mail vom 31. März 2017 

- 3 - 

antwortete die Beklagte, sich der Vertragsverlängerung nicht bewusst gewesen zu 

sein, und sie ersuchte die Klägerin, auf die Vertragsverlängerung zu verzichten 

(Urk. 13/9). Mit Schreiben vom 6. April 2017 hielt die Klägerin an ihrer Schaden-

ersatzforderung im Falle einer ausserfristgemässen Kündigung durch die Beklag-

te fest. Dementsprechend sei sie bei einer Kündigung durch die Beklagte berech-

tigt, gemäss Ziffer 15 der AGB eine Vergütung zu verlangen, die sich im vorlie-

genden Fall auf Fr. 5'311.20 belaufen würde. Sie räumte der Beklagten nochmals 

eine Bedenkfrist bis zum 13. April 2017 ein (Urk. 13/10). Die Beklagte reagierte in 

der Folge nicht mehr, worauf die Klägerin ihr am 16. Mai 2017 die in Aussicht ge-

stellte Schadenersatzrechnung in der Höhe von Fr. 5'311.20 zukommen liess 

(Urk. 13/11). Weil die Zahlung ausblieb, erfolgte am 26. Juni 2017 eine Zahlungs-

erinnerung (Urk. 13/12). Am 21. Juli 2017 wurde das Fahrzeug dem FC C._____ 

ohne Werbung der Beklagten ausgeliefert. Mit Schreiben vom 24. Juli 2017 richte-

te die Klägerin eine letzte Mahnung an die Beklagte (Urk. 13/13). 

1.2. Mit Eingabe vom 5. März 2018 und unter Einreichung der Klagebewilli-

gung des Friedensrichteramts D._____ vom 14. Dezember 2017 (Urk. 1) machte 

die Klägerin beim Bezirksgericht Meilen, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren 

(Vorinstanz), gegen die Beklagte eine Forderungsklage mit folgendem Rechts-

begehren anhängig (Urk. 2 S. 2): 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 

 Fr. 5'311.20 nebst Zins zu 5 % seit dem 11.07.2017 
 Fr.       20.00 Mahngebühr 
 Fr.    375.00 Kosten Schlichtungsverfahren Friedensrichteramt 

D._____ 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der Beklagten." 

Nach durchgeführter Hauptverhandlung, an der auf Seiten der Beklagten 

niemand erschienen war (vgl. Urk. 14 S. 1), fällte die Vorinstanz am 15. Juni 2018 

ihren Entscheid (Urteil und Verfügung). Damit wies sie sowohl das am 11. Juni 

2018 sinngemäss gestellte Fristwiederherstellungsgesuch der Beklagten bezüg-

lich der Hauptverhandlung (Urk. 17) als auch die Klage unter Kostenfolge zu Las-

ten der Klägerin ab; Parteientschädigungen wurden keine zugesprochen (Urk. 18 

= Urk. 22).  

- 4 - 

1.3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob die Klägerin mit Eingabe vom 

14. August 2018 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 21 S. 2): 

"1. Es sei das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksge-
richt Meilen vom 15. Juni 2018 (FV180014-G) aufzuheben. 

 2. Es sei die Beklagte und Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Klägerin und 
Beschwerdeführerin zu bezahlen: 

 Fr. 5'311.20 nebst Zins zu 5 % seit dem 11. Juli 2017 
 Fr.       20.00 Mahngebühr 
 Fr.    375.00 Kosten Schlichtungsverfahren Friedensrichteramt 

D._____ 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Beklag-
ten und Beschwerdegegnerin." 

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-20). Mit Verfügung 

vom 22. August 2018 wurde der Klägerin für die zweitinstanzlichen Gerichtskos-

ten ein Vorschuss von Fr. 1'100.– auferlegt, der am 28. August 2018 geleistet 

wurde (Urk. 26 und 27). Die Postsendung mit der Verfügung vom 18. September 

2018, mit welcher der Beklagten Frist zur Beantwortung der Beschwerde ange-

setzt wurde (Urk. 28), kam mit dem postalischen Vermerk "Nicht abgeholt" zurück 

(Urk. 29). Weitere prozessuale Anordnungen oder Eingaben sind nicht erfolgt.  

2. Prozessuales 

2.1. Die Klägerin verlangt die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und 

die Gutheissung ihres Klagebegehrens. Auch wenn im Dispositiv des angefochte-

nen Entscheids nicht formell unterschieden wurde, welche Anordnungen in Verfü-

gungs- und welche in Urteilsform ergingen (vgl. Urk. 22 S. 7: "Das Einzelgericht 

verfügt und erkennt: ..."), ergibt sich aus den Rechtsmittelanträgen und der Be-

schwerdebegründung klar, dass sich die Beschwerde nur gegen die Dispositiv-

Ziffern 2-6 des vorinstanzlichen Entscheids richtet (vgl. § 135 GOG). Dessen Dis-

positiv-Ziffer 1 (Verfügung betreffend Abweisung des beklagtischen Fristwieder-

herstellungsgesuchs) blieb somit unangefochten und hat deshalb Bestand. 

2.2. Die Rechtsmittelvoraussetzungen sind erfüllt: Da der für eine Berufung 

erforderliche Streitwert nicht erreicht ist, ist gegen den angefochtenen erstinstanz-

lichen Endentscheid die Beschwerde zulässig (Art. 319 lit. a in Verbindung mit 

- 5 - 

Art. 308 Abs. 2 ZPO). Als vor Vorinstanz unterlegene Partei ist die Klägerin ohne 

weiteres zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Die Beschwerde wurde form- und 

fristgerecht erhoben (Art. 321 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO; Urk. 19/1), 

und der einverlangte Kostenvorschuss ging rechtzeitig ein (Urk. 26 und 27). Unter 

dem Vorbehalt rechtsgenügender Begründung (Art. 321 Abs. 1 ZPO und dazu 

nachstehend, E. 2.3) ist auf die Beschwerde einzutreten. Die Verfügung vom 

18. September 2018 (Urk. 28) gilt als rechtsgültig zugestellt (Art. 138 Abs. 3 

lit. a ZPO), weshalb sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Das androhungs-

gemäss ohne Beschwerdeantwort weiterzuführende Verfahren (Art. 147 Abs. 2 

ZPO; Urk. 28 S. 2 Disp.-Ziff. 1 Abs. 3) ist somit spruchreif. Der Beschwerdeent-

scheid kann aufgrund der Akten ergehen (Art. 327 Abs. 2 ZPO). 

2.3. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). In der schriftlichen Beschwerdebegründung ist hinreichend genau 

aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punk-

ten als fehlerhaft zu betrachten ist, d.h. an einem der genannten Mängel (unrichti-

ge Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts) 

leidet. Das setzt (im Sinne einer Eintretensvoraussetzung) voraus, dass die be-

schwerdeführende Partei die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die sie an-

ficht, sich inhaltlich konkret mit diesen auseinandersetzt und mittels präziser Ver-

weisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklä-

rungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Akten-

stellen sich der geltend gemachte Beschwerdegrund ergeben soll (Art. 321 Abs. 1 

ZPO und dazu BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3; 5D_65/2014 vom 

9. September 2014, E. 5.4.1; 5A_488/2015 vom 21. August 2015, E. 3.2, je 

m.Hinw. auf BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375). Was in der Beschwerde nicht oder 

nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise 

beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden 

und hat grundsätzlich Bestand. Das gilt zumindest insoweit, als ein Mangel nicht 

geradezu ins Auge springt. Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" 

(Art. 57 ZPO) im Beschwerdeverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, 

Art. 57 N 21 und N 39 ff.). In diesem Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzu-

- 6 - 

gehen, soweit dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (BGE 141 III 28 

E. 3.2.4 S. 41 m.w.Hinw.). 

2.4. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel 

sind im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Was im 

erstinstanzlichen Verfahren nicht behauptet, bestritten oder eingereicht wurde, 

kann im Beschwerdeverfahren nicht mehr nachgeholt werden. Es herrscht grund-

sätzlich ein umfassendes Novenverbot sowohl für echte als auch unechte Noven 

(BGer 5A_872/2012 vom 22. Februar 2013, E. 3; 5A_405/2011 vom 27. Septem-

ber 2011, E. 4.5.3 m.w.Hinw.; ZK ZPO-Freiburghaus/Afheldt, Art. 326 N 4). Eine 

Ausnahme besteht in Analogie zu Art. 99 Abs. 1 BGG immerhin für Noven, die 

vorzubringen erst der Entscheid der Vorinstanz Anlass gibt (BGE 139 III 466 

E. 3.4 S. 471; BGer 4A_51/2015 vom 20. April 2015, E. 4.5.1). Neue rechtliche 

Ausführungen (Vorbringen zum Recht) sind keine Noven im Sinne von Art. 326 

Abs. 1 ZPO (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 6) und können in der Beschwerde unbe-

schränkt vorgetragen werden (vgl. BGer 4A_519/2011 vom 28. November 2011, 

E. 2.1; 5A_351/2015 vom 1. Dezember 2015, E. 4.3; 5A_1006/2015 vom 2. Au-

gust 2016, E. 2). Sie dürfen sich allerdings nicht auf neue, vor Vorinstanz noch 

nicht in den Prozess eingebrachte Tatsachen stützen. 

Vor diesem Hintergrund ist die – im Übrigen ohnehin viel zu pauschal gehal-

tene – vollumfängliche Bestreitung der beklagtischen Vorbringen sowie die Offerte 

des "vollen rechtsgenüglichen Beweis[es] mit allen zulässigen Beweismitteln" in 

der Beschwerdeschrift (Urk. 21 S. 3 Ziff. 3) von vornherein unbehelflich. Abgese-

hen davon hat sich die säumige Beklagte im vorliegenden Verfahren gar nie in 

prozessual zulässiger Form zur Sache geäussert, weshalb im Dunkeln bleibt, 

welche "Ausführungen der Beklagten" überhaupt vollumfänglich bestritten werden 

könnten. 

3. Materielle Beurteilung 

3.1. Die Vorinstanz führte im vorliegend relevanten Kontext unter Hinweis 

auf die Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO) aus, dass das Gericht auf die 

- 7 - 

Tatsachenbehauptungen der Parteien abzustellen habe und Beweise nur abneh-

men könne, soweit eine Tatsachenbehauptung strittig sei (Art. 150 Abs. 1 ZPO) 

oder an ihrer Richtigkeit erhebliche Zweifel bestünden (Art. 153 Abs. 2 ZPO). Tat-

sachen, die von den Parteien nicht behauptet worden seien und sich nur aus den 

eingereichten Dokumenten ergäben, blieben unberücksichtigt. Dies gelte insbe-

sondere für unvollständige Tatsachenbehauptungen von anwaltlich vertretenen 

Parteien in juristisch nicht besonders anspruchsvollen Verfahren (Urk. 22 S. 6 

E. 4.1 m.Hinw. auf BGer 4D_57/2013 vom 2. Dezember 2013, E. 3.2). 

Die Klägerin mache – so die Vorinstanz weiter – einen Schadenersatzan-

spruch gestützt auf die ausserfristgemässe Kündigung des Vertrags vom 1. Sep-

tember 2010 durch die Beklagte geltend. Voraussetzung für einen solchen An-

spruch sei, dass der Vertrag für eine solche Kündigung einen Schadenersatzan-

spruch vorsehe (was die Klägerin zumindest sinngemäss behaupte) und dass die 

Beklagte den Vertrag ausserfristgemäss gekündigt habe. Die Klägerin bringe zwar 

vor, dass die Beklagte zunächst die automatische Verlängerung des Vertrags be-

stritten und hernach um einen "Verzicht" auf die automatische Verlängerung ge-

beten habe. Sie unterlasse es hingegen vollumfänglich darzulegen, wann und wie 

die Beklagte den Vertrag letztendlich gekündigt haben solle. Aus der Sachver-

haltsdarstellung der Klägerin gehe dies jedenfalls nicht hervor. Die Klägerin bringe 

lediglich vor, sie habe der Beklagten im Schreiben vom 6. April 2017 dargelegt, 

welche Kosten bei einer ausserfristgemässen Kündigung der Beklagten anfallen 

würden. Die Beklagte habe sich gemäss klägerischer Darstellung nach diesem 

Schreiben nicht mehr vernehmen lassen. Wie die Klägerin daraus habe schlies-

sen dürfen, dass die Beklagte den Vertrag habe kündigen wollen, sei nicht er-

sichtlich. Der Klägerin stehe demnach keine Schadenersatzforderung zu (Urk. 22 

S. 6 E. 4.2). Der Vollständigkeit halber wies die Vorinstanz darauf hin, dass die 

Klägerin – ihrer Ansicht nach zu Recht – keinen Anspruch aus Erfüllung des Wer-

beflächenvertrags vom 1. September 2010 geltend mache. Wie die Klägerin sel-

ber darlege, sei das Fahrzeug letztlich ohne die Werbung der Beklagten ausgelie-

fert worden (Urk. 22 S. 6 f. E. 4.3). Die Klage sei folglich abzuweisen. 

- 8 - 

3.2. Die Klägerin wirft der Vorinstanz offensichtlich unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts und – der Sache nach – unrichtige Rechtsanwendung vor. Kon-

kret macht sie im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz hätte aufgrund der Akten-

lage davon ausgehen müssen, dass die Beklagte den Vertrag (ausserfristgemäss) 

habe kündigen wollen bzw. gekündigt habe. Andernfalls hätte die Vorinstanz der 

Klägerin zumindest Gelegenheit geben müssen, das hinsichtlich der Kündigung 

angeblich unvollständige Tatsachenfundament zu ergänzen (Urk. 21 S. 4 ff. 

Ziff. 6 ff.).  

3.3. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 22 S. 6 E. 4.1), unterliegt 

das vorliegende (vereinfachte) Verfahren mit Bezug auf die Feststellung des 

Sachverhalts der durch die verstärkte gerichtliche Fragepflicht abgeschwächten 

Verhandlungsmaxime (Art. 55 ZPO und Art. 247 Abs. 1 ZPO; BGer 4D_57/2013 

vom 2. Dezember 2013, E. 3.2; 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014, E. 1.3.3; 

5A_211/2017 vom 24. Juli 2017, E. 3.1.3.2).  

3.3.1. Im Geltungsbereich der Verhandlungsmaxime haben die Parteien 

dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die 

Beweismittel für ihre tatsächlichen Behauptungen anzugeben (Art. 55 Abs. 1 

ZPO). Das bedeutet, dass die tatsächlichen Grundlagen des eingeklagten An-

spruchs in den (schriftlichen oder mündlichen) Parteivorträgen in schlüssiger Wei-

se und hinreichend substantiiert zu behaupten (und mit Beweisofferten zu unter-

mauern) und allenfalls rechtsgenügend zu bestreiten sind. Schlüssig ist die Sach-

verhaltsdarstellung, wenn sämtliche für den Anspruch relevanten Tatsachen vor-

getragen werden, d.h. alle Tatsachen, die für die Anwendung der in Betracht fal-

lenden Rechtssätze unmittelbar von Bedeutung resp. im Hinblick auf die Tatbe-

standsmerkmale der angerufenen (objektiv-rechtlichen oder vertraglichen) Be-

stimmungen wesentlich sind, so dass die Subsumtion des Sachverhalts unter die 

anspruchsbegründenden Normen möglich ist. Dabei müssen die Behauptungen 

so bestimmt und detailliert (substantiiert) sein, dass sie im Falle einer Bestreitung 

in einem Beweissatz formuliert, zum Beweis verstellt und mit den zulässigen Be-

weismitteln (z.B. Urkunden, Zeugen) bewiesen werden können. Es geht deshalb 

nicht an, dem Gericht bloss Unterlagen einzureichen, aus denen der entscheidre-

- 9 - 

levante Sachverhalt gleichsam "herausgefiltert" werden kann. Mit einem solchen 

Vorgehen ist der den Parteien obliegenden Behauptungs- und Substantiierungs-

last nicht Genüge getan und liesse sich die Verhandlungsmaxime im Ergebnis 

weitgehend aushebeln. Denn Beilagen sind grundsätzlich blosse Beweismittel für 

Behauptungen, die in den Parteivorträgen zu erheben sind. Nur Tatsachen, die 

(dort) form- und fristgerecht behauptet wurden (und nicht schon, was aufgrund der 

Akten erkennbar ist), können in sachverhaltlicher Hinsicht zum Prozessstoff er-

hoben und dem Entscheid zugrunde gelegt werden. Entsprechend genügt es 

nach konstanter Rechtsprechung nicht, wenn sich eine bestimmte Tatsache oder 

das Klagefundament lediglich aus den eingereichten Urkunden ergibt, ohne dass 

sich eine Partei in ihren Vorträgen auf sie beruft. Solche (nicht behaupteten) Tat-

sachen dürfen im Rahmen der Verhandlungsmaxime grundsätzlich nicht berück-

sichtigt werden (ZR 106 [2007] Nr. 23, E. II.5.2.c; 97 [1998] Nr. 87; 95 [1996] 

Nr. 12a; s.a. ZR 102 [2003] Nr. 15, E. 2.2). Andernfalls wäre es der Gegenpartei 

faktisch oftmals gar nicht möglich, die (aus den eingereichten Beweismitteln eru-

ierbare) "Sachdarstellung" ihres Prozessgegners im Sinne von Art. 222 Abs. 2 

Satz 2 ZPO sachgerecht zu bestreiten (vgl. OGer ZH LB110046 vom 08.09.2014, 

E. V.3.3.3.4.e.bb; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 55 N 26; BSK ZPO-Willisegger, 

Art. 221 N 27; KUKO ZPO-Naegeli/Richers, Art. 221 N 27). Im Einzelnen ergeben 

sich die Anforderungen an die Substantiierung der Behauptungen einerseits aus 

den Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und anderseits aus den Vor-

bringen oder Bestreitungen bzw. dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei 

(BGer 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014, E. 1.3.3 m.w.Hinw.). Die im Hinblick auf die 

Tatbestandsmerkmale der angerufenen Norm wesentlichen und für den Rechts-

schluss (Subsumtion) notwendigen Tatsachenbehauptungen müssen aber jeden-

falls vorgetragen werden (vgl. BGer 4A_33/2015 vom 9. Juli 2015, E. 6.2.2; zum 

Ganzen auch BGer 4A_724/2016 vom 19. Juli 2017, E. 3.1; 4A_427/2016 vom 

28. November 2016, E. 3.3). 

Diesen Grundsätzen trägt auch die gesetzliche Bestimmung über den erfor-

derlichen Inhalt der Klage Rechnung: Nach Art. 221 Abs. 1 ZPO, der auch im ver-

einfachten Verfahren Anwendung findet (Art. 219 ZPO), hat die Klage unter ande-

rem die Tatsachenbehauptungen (lit. d) und die Bezeichnung der einzelnen Be-

- 10 - 

weismittel zu den behaupteten Tatsachen (lit. e) zu enthalten. Die klagende Partei 

ist mithin gehalten, in der Klagebegründung alle für ihren Anspruch massgebli-

chen Tatsachen vorzubringen und die zulässigen Beweismittel zu nennen, wobei 

die Beweisofferten den behaupteten Tatsachen zuzuordnen sind (Prinzip der Be-

weisverbindung). Im Unterschied zur Pflicht bzw. Obliegenheit der klagenden Par-

tei, das Tatsachenfundament darzulegen, d.h. ihr Rechtsbegehren in tatsächlicher 

Hinsicht zu begründen, ist eine rechtliche Begründung in Anbetracht von Art. 57 

ZPO zwar zulässig, aber fakultativ (Art. 221 Abs. 3 ZPO). 

3.3.2. Eine gewisse Relativierung erfährt die Verhandlungsmaxime durch 

Art. 247 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Vorschrift wirkt das Gericht durch entsprechen-

de Fragen darauf hin, dass die Parteien ungenügende Angaben zum Sachverhalt 

ergänzen und die Beweismittel bezeichnen. Die gerichtliche Hilfestellung durch 

Fragen und Erläuterungen geht somit wesentlich weiter als die allgemeine Frage-

pflicht gemäss Art. 56 ZPO. In der praktischen Handhabung entspricht das weit-

gehend der eingeschränkten (sozialen) Untersuchungsmaxime nach Art. 247 

Abs. 2 ZPO (BSK ZPO-Mazan, Art. 247 N 10). Diese auferlegt dem Gericht in ers-

ter Linie, eine unbeholfene oder die schwächere Partei zu unterstützen, was sich 

in der Praxis namentlich in einer verstärkten Fragepflicht anlässlich der mündli-

chen Verhandlung (Art. 245 ZPO) und der Aufforderung zur Einreichung fehlender 

Beweisunterlagen ausdrückt. Die soziale Untersuchungsmaxime und erst recht 

auch Art. 247 Abs. 1 ZPO entbinden die Parteien aber nicht davon, dem Gericht 

die nötigen Tatbestandselemente zu nennen und ihm die verfügbaren Beweismit-

tel zu liefern (BGer 5A_2/2013 vom 6. März 2013, E. 4.2; BSK ZPO-Mazan, 

Art. 247 N 13). Das Gericht hat im Anwendungsbereich von Art. 247 Abs. 1 ZPO 

darauf hinzuwirken, dass ungenügende Angaben zum Sachverhalt ergänzt wer-

den (vgl. BGer 5A_211/2017 vom 24. Juli 2017, E. 3.1.3.2, und BGer 4D_57/2013 

vom 2. Dezember 2013, E. 3.2: "... à compléter les allégations insuffisantes"). Es 

ist jedoch nicht Sache des Gerichts, fehlende Angaben anstelle der Parteien zu 

erheben (BSK ZPO-Mazan, Art. 247 N 12). Die Fragepflicht darf insbesondere 

nicht dazu dienen, prozessuale Nachlässigkeiten der Parteien auszugleichen 

(BGer 4D_57/2013 vom 2. Dezember 2013, E. 3.2 m.w.Hinw.; 5A_211/2017 vom 

24. Juli 2017, E. 3.1.3.2).  

- 11 - 

Wie die allgemeine Fragepflicht nach Art. 56 ZPO (vgl. BGer 4A_628/2016 

vom 20. Dezember 2016, E. 4.2.3 m.w.Hinw.) greift auch die verstärkte gerichtli-

che Fragepflicht nach Art. 247 Abs. 1 ZPO vor allem bei nicht vertretenen Partei-

en ohne juristische Kenntnisse, währenddem sie bei anwaltlich vertretenen Par-

teien nur eine sehr eingeschränkte Tragweite hat (BGer 4D_57/2013 vom 2. De-

zember 2013, E. 3.2; 4A_57/2014 vom 8. Mai 2014, E. 1.3.2; 4A_73/2014 vom 

19. Juni 2014, E. 6.3.1.2; 5A_211/2017 vom 24. Juli 2017, E. 3.1.3.2). Bei anwalt-

licher Rechtsvertretung darf das Gericht davon ausgehen, dass die notwendigen 

Kenntnisse für eine sachgerechte Prozessführung vorhanden sind und der man-

datierte Rechtsvertreter den Prozessstoff sowohl behauptungs- wie auch beweis-

mässig vollständig vorgetragen hat. Deshalb soll und darf sich das Gericht ge-

genüber der anwaltlich vertretenen Partei mit der Fragepflicht zurückhalten wie im 

ordentlichen Verfahren (BGE 141 III 569 E. 2.3.1 S. 575; s.a. BSK ZPO-Mazan, 

Art. 247 N 19; Botschaft ZPO, BBl 2006 S. 7348; vgl. zum Ganzen auch BK 

ZPO II-Killias, Art. 247 N 7 ff., insbes. N 17; ZK ZPO-Hauck, Art. 247 N 6 ff., ins-

bes. N 15 ff.). 

3.4. Die Vorinstanz stellte unangefochten und zutreffend fest, dass der gel-

tend gemachte, auf Ziffer 15 der AGB zum Vertrag gestützte Anspruch eine aus-

serfristgemässe Kündigung des Vertrags durch die Beklagte voraussetzt. Die Ab-

gabe dieser Gestaltungserklärung stellt ein wesentliches Tatbestandsmerkmal 

des eingeklagten Anspruchs dar. Substantiierte Ausführungen zur erfolgten Kün-

digung gehören deshalb zum zentralen, im klägerischen Sachvortrag zu behaup-

tenden Klagefundament. 

3.4.1. Aufgrund der (unbestritten gebliebenen) Behauptungen der Klägerin 

steht diesbezüglich in tatsächlicher Hinsicht (lediglich) Folgendes fest: Nachdem 

die Beklagte den Wunsch geäussert hatte, den Vertrag nicht zu verlängern, und 

sie die Klägerin gebeten hatte, auf die Vertragsverlängerung zu verzichten, wurde 

sie von der Klägerin mit Schreiben vom 6. April 2017 auf die Kosten einer ausser-

fristgemässen Kündigung hingewiesen. Zugleich wurde ihr "nochmals eine Be-

denkfrist bis zum 13. April 2017 eingeräumt" (Urk. 12 S. 3 Ziff. 4 und Urk. 13/7-

10), auf welche sie nicht mehr reagierte (Urk. 12 S. 3 Ziff. 5). Eine Bedenkfrist 

- 12 - 

dient dazu, sich ein bestimmtes Verhalten zu überlegen. Im Lichte der in der Kla-

gebegründung unwidersprochen geschilderten Vorgeschichte wurde sie der Be-

klagten im vorliegenden Fall eingeräumt, damit diese sich entscheiden konnte, ob 

sie den von ihr nicht mehr gewünschten, mangels ordentlicher Kündigung aber 

automatisch verlängerten Vertrag im Wissen um die anfallenden Kosten einer 

vorzeitigen Beendigung von Fr. 5'311.20 ausserfristgemäss kündigen wolle, 

nachdem die Klägerin ihr mitgeteilt hatte, dass sie (die Klägerin) ihrer "Bitte", aus 

"Kulanz" auf die Vertragserneuerung "zu verzichten" (vgl. Urk. 12 S. 3 Ziff. 4 und 

Urk. 13/9), nicht nachkommen könne. Dass die Beklagte in der Folge eine Kündi-

gungserklärung abgegeben habe, wurde von der Klägerin an der in der Be-

schwerdeschrift angegebenen Aktenstelle (Urk. 12 S. 3 f. Ziff. 4 und 5) nicht be-

hauptet. Ebenso wenig legte die Klägerin in der Klagebegründung in tatsächlicher 

Hinsicht dar, weshalb das Stillschweigen bis zum Ablauf der Bedenkfrist eine 

ausserfristgemässe Kündigung darstellen sollte. Diesbezügliche Behauptungen 

fehlen in ihrem Sachvortrag, der sich insoweit als nicht schlüssig erweist. 

3.4.2. Es mag zwar zutreffen, dass sich die tatsächlichen Grundlagen der 

Kündigung, d.h. die Interpretation des Schweigens der Beklagten als Kündi-

gungserklärung, aus dem zu den Akten gereichten Schreiben der Klägerin vom 

6. April 2017 ergeben, wie die Klägerin beschwerdeweise geltend macht (Urk. 21 

S. 4 Ziff. 6 m.Hinw. auf Urk. 13/10 S. 2). Das allein genügt nach den vorstehend 

dargelegten Grundsätzen aber nicht. Dieses Schreiben wurde von der Klägerin 

nicht zum Nachweis einer behaupteten (konkludenten) Kündigungserklärung, 

sondern anderer in der Klagebegründung vorgetragener Sachbehauptungen 

(Festhalten am Vertrag durch die Klägerin, "Kostenvoranschlag" für eine ausser-

fristgemässe Kündigung und Einräumung einer Bedenkfrist) angerufen (vgl. 

Urk. 12 S. 3/4 Ziff. 4). Die Klägerin wäre gehalten gewesen, in ihrem Plädoyer un-

ter Hinweis auf dieses Schreiben auch zu behaupten, dass und weshalb das Ver-

halten der Beklagten, insbesondere deren Schweigen auf die Bedenkfrist, eine 

Kündigungserklärung darstellte, d.h. als solche verstanden wurde oder nach Treu 

und Glauben zu verstehen war. Das hat sie indessen nicht – auch nicht ansatz-

weise – getan, sondern stattdessen einzig ausgeführt, sie habe der Beklagten die 

angedrohte Schadenersatzrechnung zukommen lassen, nachdem diese auf ihr 

- 13 - 

Schreiben vom 6. April 2017 nicht mehr reagiert habe. Soweit die Klägerin die 

notwendigen Tatsachenbehauptungen zum Tatbestandsmerkmal der Kündigung 

in der Beschwerdeschrift nachholt (so insbes. Urk. 21 S. 8), handelt es sich um 

unzulässige und somit unbeachtliche neue Vorbringen; sie betreffen den einge-

klagten Anspruch selbst und somit das eigentliche Verfahrensthema und stellen 

deshalb keine Noven dar, zu deren Geltendmachung erst der angefochtene Ent-

scheid Anlass gab (vgl. Urk. 21 S. 9 Ziff. 13). Damit ist auch der auf diese (unzu-

lässigen) neuen Sachbehauptungen gestützten vertrauenstheoretischen Ausle-

gung des beklagtischen Verhaltens als ausserfristgemässe Kündigung, wie sie 

von der Klägerin im Sinne einer neuen rechtlichen Begründung (vgl. BGE 138 III 

659 E. 4.2.1 S. 666) präsentiert wird (Urk. 21 S. 4 Ziff. 6 a.E. und S. 7 ff. 

Ziff. 11 ff.), das Fundament entzogen (Art. 326 Abs. 1 ZPO und vorne, E. 2.4). 

Dass die Beklagte effektiv kein Interesse an der Fortsetzung des Vertrages hatte 

(vgl. Urk. 21 S. 9 Ziff. 12), ändert daran nichts. Diesbezüglich ist die Beschwerde 

unbegründet. 

3.5. Die Klägerin sieht ihren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO, 

Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, weil die Vorinstanz dem Urteil eine Rechtsansicht zu-

grunde gelegt habe, mit der die Parteien nach dem Verlauf des Verfahrens nicht 

hätten rechnen müssen. Damit liege ein Verstoss gegen das Verbot der Überra-

schungsentscheidung vor. Einerseits sei die klägerische Sachdarstellung im ge-

samten erstinstanzlichen Verfahren nie bestritten worden, andererseits habe die 

vorinstanzliche Einzelrichterin dem klägerischen Rechtsvertreter ausdrücklich 

mitgeteilt, dass sie ihm bei allfälligen Fragen zur Klagebegründung nach dem 

Selbststudium der eingereichten Plädoyernotizen und Beilagen nochmals das 

Recht zur Stellungnahme einräumen werde. Nach einem kurzen Unterbruch habe 

sie jedoch darauf verzichtet, Ergänzungsfragen zu stellen, weshalb die Klägerin in 

guten Treuen habe davon ausgehen dürfen und müssen, "dass ihre unbestritten 

gebliebene Klage vollumfänglich gutgeheissen werde". Jedenfalls habe sie "mit 

Sicherheit nicht damit rechnen [müssen], dass die Kündigung seitens der ... [Be-

klagten] nicht erstellt sei". Mit einer Abweisung der Klage, zumindest mit der von 

der Vorinstanz gegebenen Begründung, habe sie eindeutig nicht rechnen müssen 

(Urk. 21 S. 4 ff. Ziff. 7 und 8). 

- 14 - 

3.5.1. Gemäss Art. 235 ZPO, der auch für das vereinfachte Verfahren gilt 

(Art. 219 ZPO; Pahud, DIKE-Komm-ZPO, Art. 235 N 27 und Art. 219 N 12; BSK 

ZPO-Willisegger, Art. 235 N 45), führt das Gericht über jede Verhandlung Proto-

koll. Dieses bezweckt, die "wesentlichen Vorgänge" des Verfahrens festzuhalten 

und aktenkundig zu machen (BSK ZPO-Willisegger, Art. 235 N 6; BK ZPO II-

Killias, Art. 235 N 4; Botschaft ZPO, BBl 2006 S. 7342). Der Inhalt des Protokolls 

wird als richtig und vollständig vermutet und bildet die Grundlage der Beurteilung 

(vgl. BSK ZPO-Willisegger, Art. 235 N 4; Pahud, DIKE-Komm-ZPO, Art. 235 N 5; 

ZK ZPO-Leuenberger, Art. 235 N 4; BK ZPO II-Killias, Art. 235 N 17; Hauser/ 

Schweri/Lieber, GOG-Kommentar, 2. A., 2017, § 133 N 10 f.).  

Das vorinstanzliche Protokoll der Hauptverhandlung vom 11. Juni 2018 ent-

hält keine Hinweise, wonach die Einzelrichterin der Klägerin in Aussicht gestellt 

hat, ihr bei Fragen zur Klagebegründung nochmals Gelegenheit zur Stellungnah-

me einzuräumen resp. Ergänzungsfragen zu stellen. Im Protokoll ist lediglich 

vermerkt, dass die Klägerin vor Einreichung der Plädoyernotizen auf die Substan-

tiierungspflicht hingewiesen wurde (Urk. 14 S. 1). Die klägerische Darstellung fin-

det in den Akten demnach keine Stütze. Sollte die Klägerin mit ihrer Behauptung 

und den anerbotenen Beweisen (Zeugen und Tonbandaufnahme; vgl. Urk. 21 

S. 5) sinngemäss beanstanden, das Protokoll sei fehlerhaft bzw. unvollständig, 

wäre ihr entgegenzuhalten, dass eine fehlerhafte oder unvollständige Protokollie-

rung nicht im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens gegen den Sachentscheid gel-

tend gemacht werden kann. Protokollberichtigungen sind vielmehr durch ein Pro-

tokollberichtigungsgesuch zu erwirken. Über ein solches Gesuch entscheidet ge-

mäss Art. 235 Abs. 3 ZPO "das Gericht", d.h. diejenige Instanz, unter deren Auf-

sicht resp. über deren Verhandlung das Protokoll geführt wurde (Pahud, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 235 N 22 und N 25; BK ZPO II-Killias, Art. 235 N 19; BSK ZPO-

Willisegger, Art. 235 N 41; KUKO ZPO-Naegeli/Richers, Art. 235 N 16). Im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren kann die Richtigkeit und Vollständigkeit des vorin-

stanzlichen Protokolls nicht überprüft werden. Den entsprechenden Beweisanträ-

gen ist deshalb nicht stattzugeben und bezüglich einer allfälligen Rüge unrichtiger 

Protokollierung wäre auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

- 15 - 

3.5.2. Ungeachtet dessen ist der Vorwurf der Gehörsverletzung unbegrün-

det. Eingeklagt und von der Vorinstanz zu beurteilen war ein Anspruch, den die 

Klägerin auf Ziffer 15 der AGB, d.h. auf eine ausserfristgemässe Kündigung des 

Werbeflächenvertrags durch die Beklagte stützt. Da das Verfahren der Verhand-

lungsmaxime untersteht, oblag es der Klägerin, in ihrem Parteivortrag alle an-

spruchsbegründenden Tatsachen und damit auch die Abgabe der Kündigungser-

klärung durch die Beklagte schlüssig und substantiiert zu behaupten (vgl. vorne, 

E. 3.3 und 3.4). Wenn die Vorinstanz zum Schluss kam, zur Kündigung fehlten 

tatsächliche Behauptungen, weshalb es an einem anspruchsbegründenden Tat-

bestandsmerkmal mangle und die Klage abzuweisen sei, liegt darin keine uner-

wartete Rechtsanwendung, mit der die Klägerin nach Treu und Glauben (oder 

aufgrund des "Verhalten[s] der Einzelrichterin"; vgl. Urk. 21 S. 6 Ziff. 8) nicht 

rechnen musste. Die rechtliche Würdigung der von den Parteien in den Prozess 

eingeführten Tatsachen mit Bezug auf die von ihnen selbst geltend gemachte An-

spruchsgrundlage stellt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine über-

raschende Rechtsanwendung dar, zu der die Parteien vor dem Entscheid noch 

besonders angehört werden müssten. Ebenso wenig folgt aus dem Gehörsan-

spruch, dass die Parteien vorgängig auf den für den Entscheid wesentlichen 

Sachverhalt hinzuweisen wären (BGer 4A_479/2010 vom 17. Februar 2011, 

E. 4.1; 4A_428/2010 vom 9. November 2010, E. 4.2.1; 4A_330/2010 vom 

9. August 2010, E. 2.2, je m.w.Hinw.; s.a. BK ZPO I-Hurni, Art. 53 N 18; Göksu, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 53 N 12). Erst recht kann – wie die Klägerin zu meinen 

scheint – aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nicht abgeleitet werden, die 

klagende Partei sei (zumal bei Säumnis der beklagten Partei und fehlender Be-

streitung der klägerischen Vorbringen) vom Gericht so lange auf Mängel ihres 

Vortrags hinzuweisen und mittels Ergänzungsfragen zur Verbesserung anzuhal-

ten, bis ihre Klage gutgeheissen werden kann. Das liesse weder die Verhand-

lungsmaxime noch das Gebot der richterlichen Unparteilichkeit (Art. 30 Abs. 1 BV) 

zu. Eine offensichtlich aktenwidrige bzw. unrichtige Sachverhaltsfeststellung ist in 

diesem Zusammenhang ohnehin nicht erkennbar (vgl. Urk. 21 S. 4 f. Ziff. 7). 

3.6. Soweit die Klägerin mit ihren Einwänden daneben sinngemäss eine 

Verletzung der verstärkten Fragepflicht gemäss Art. 247 Abs. 1 ZPO rügen sollte, 

- 16 - 

vermöchte die Beschwerde ebenfalls nicht durchzudringen. Nachdem die Klägerin 

(im Unterschied zur Beklagten) im vorinstanzlichen Verfahren durch einen zur 

Prozessführung zugelassenen Anwaltssubstituten vertreten war (vgl. Urk. 11) und 

folglich nicht als prozessual unbeholfen gelten konnte, war die Vorinstanz nicht 

verpflichtet, sie auf das unvollständig behauptete Klagefundament aufmerksam zu 

machen und ihr durch entsprechende Fragen Gelegenheit zu ergänzenden Aus-

führungen zur Kündigung zu geben (vgl. vorne, E. 3.3.2).  

3.7. Die Klägerin macht weiter geltend, entgegen den Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid habe sie ihre Klage nicht mündlich begründet (Urk. 21 S. 6 

Ziff. 8). Dieser Einwand geht fehl. Die Klägerin begründete ihre Klage anlässlich 

der mündlichen Verhandlung vom 11. Juni 2018, die in Anwendung von Art. 245 

Abs. 1 ZPO anberaumt worden war. Aus dem Verhandlungsprotokoll geht hervor, 

dass ihre Plädoyernotizen zwar nicht mündlich verlesen, jedoch "als Verlesen zu 

den Akten genommen" wurden (Urk. 14 S. 1). Entsprechend gelten sie als an der 

Verhandlung verlesen und die Klage als mündlich begründet. Im Übrigen ist we-

der ersichtlich noch dargetan, was die Klägerin aus dieser Beanstandung zu ihren 

Gunsten ableiten könnte. Es erübrigt sich deshalb, die hierzu und zum weiteren 

Ablauf der Hauptverhandlung anerbotenen Beweise abzunehmen (Urk. 21 S. 7). 

3.8. Ergänzend ist anzumerken, dass die Vorinstanz nicht annahm, es liege 

keine Kündigung durch die Beklagte vor (vgl. Urk. 21 S. 9 Ziff. 13). Sie erwog le-

diglich (und zu Recht), dass tatsächliche Behauptungen zur Kündigung im kläge-

rischen Parteivortrag fehlten, weshalb nicht ersichtlich sei, wie die Klägerin aus 

dem Schweigen der Beklagten auf das Schreiben vom 6. April 2017 habe schlies-

sen dürfen, dass diese den Vertrag habe kündigen wollen (Urk. 22 S. 6 E. 4.2). 

Insofern geht der Vorwurf, die Vorinstanz habe den Sachverhalt offensichtlich un-

richtig festgestellt (Art. 320 lit. b ZPO), an der Sache vorbei. Im Ergebnis besteht 

allerdings kein Unterschied: die Klage war so oder anders abzuweisen. 

3.9. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Klägerin in der Be-

schwerdeschrift nicht nachweist, dass das vorinstanzliche Urteil auf einer unrichti-

gen Rechtsanwendung oder auf einer offensichtlich unrichtigen Feststellung des 

Sachverhalts beruht (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

- 17 - 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der mit 

ihren Rechtsmittelanträgen unterliegenden Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 

ZPO). Die Bemessung der Entscheidgebühr richtet sich nach der Gebührenver-

ordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Sie ist, basierend 

auf einem Streitwert von rund Fr. 5'300.–, in Anwendung von § 2 Abs. 1 lit. a, c 

und d, § 4 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf Fr. 1'100.– festzusetzen 

und mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen 

(Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: Auf Seiten der nicht kos-

tenpflichtigen Beklagten fehlt es zunächst schon an einem entsprechenden An-

trag (vgl. BGE 139 III 334 E. 4.3 S. 344; 140 III 444 E. 3.2.2 S. 447). Ausserdem 

sind der Beklagten im Beschwerdeverfahren keine entschädigungspflichtigen 

Kosten entstanden (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). Die Klägerin ihrerseits hat als voll-

umfänglich unterliegende Partei ohnehin keinen Anspruch auf Parteientschädi-

gung (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

4.2. Im Beschwerdeverfahren nicht zu überprüfen ist die nicht selbstständig 

angefochtene Kostenregelung des erstinstanzlichen Verfahrens (vgl. Urk. 21 S. 2 

und vorne, E. 2.3). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'100.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin aufer-

legt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.  

- 18 - 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

 Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 5'311.20. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 15. Januar 2019 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. M. Nietlispach 
 
 
versandt am: 
am 
 

	Urteil vom 15. Januar 2019
	Erwägungen:
	1. Sachverhalt und Prozessverlauf
	2. Prozessuales
	3. Materielle Beurteilung
	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'100.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...