# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c46e2b79-7320-51a5-bc6d-cd229d24002a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2023 B-5115/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5115-2022_2023-07-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

Entscheid angefochten beim BGer 

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-5115/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richter Daniel Willisegger, Richter Francesco Brentani,    

Gerichtsschreiber Pascal Sennhauser. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Prüfungskommission Pharmazie,  

Bundesamt für Gesundheit,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Eidgenössische Prüfung in Pharmazie 2022. 

 

 

 

B-5115/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a X._______ legte erstmals im Jahr 2020 die eidgenössische Prüfung in 

Pharmazie ab. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020 teilte ihm die Prüfungs-

kommission Pharmazie mit, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Die 

dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht am 

8. November 2021 ab (vgl. Urteil des BVGer B-5606/2020). 

A.b Im September 2021 absolvierte X._______ zum zweiten Mal die eid-

genössische Prüfung in Pharmazie. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 

teilte ihm die Prüfungskommission Pharmazie mit, dass er die Prüfung wie-

derum nicht bestanden habe. Das Bundesverwaltungsgericht wies die ge-

gen die Prüfungsverfügung erhobene Beschwerde mit Urteil vom 17. Ok-

tober 2022 im Verfahren B-4906/2021 ab. Die dagegen erhobene Be-

schwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 25. Mai 2023 ab (vgl. Ur-

teil des BGer 2C_967/2022). 

B.  

B.a Im September 2022 legte X._______ die eidgenössische Prüfung in 

Pharmazie zum dritten Mal ab (zweite Wiederholungsprüfung). Mit Verfü-

gung vom 5. Oktober 2022 eröffnete ihm die Prüfungskommission Phar-

mazie (nachfolgend: Prüfungskommission), er habe die Prüfung erneut 

nicht bestanden. Er habe zwar die Einzelprüfung 1 (Pharmakotherapie, 

Recht und Ökonomie) anlässlich des Prüfungsversuchs im Jahr 2021 und 

die Einzelprüfung 3 (Pharmaceutical Care und Gesundheitsförderung) an-

lässlich des aktuellen Prüfungsversuchs bestanden. Die Einzelprüfung 2 

(Arzneimittelherstellung in kleinen Mengen) habe er aber wiederum nicht 

bestanden. Aufgrund des negativen Gesamtergebnisses schloss ihn die 

Prüfungskommission von jeder weiteren eidgenössischen Prüfung in Phar-

mazie aus. 

B.b Die Prüfungskommission gewährte X._______ am 4. November 2022 

Akteneinsicht in die Unterlagen der Einzelprüfung 2 (Arzneimittelherstel-

lung in kleinen Mengen). Zudem erhielt er eine mündliche Information über 

seine Prüfungsleistung. 

C.  

Mit Eingabe vom 9. November 2022 hat X._______ (Beschwerdeführer) 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der 

Prüfungskommission (Vorinstanz) vom 5. Oktober 2022 erhoben. Er bean-

tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung 

B-5115/2022 

Seite 3 

der Sache zur Neubeurteilung. Zudem stellt er ein Gesuch um Aktenein-

sicht (Zustellung farbiger Kopien sämtlicher Prüfungsunterlagen [Fragen-

hefte, seines Herstellungsprotokolls inkl. aller separat abgegebener Lösun-

gen und Notizen, des Bewertungsschemas sowie der Notizen beider Exa-

minatoren]) und um unentgeltliche Rechtspflege, verlangt die Zustellung 

einer schriftlichen Begründung seiner Prüfungsleistung durch die Vo-

rinstanz und beantragt die Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur 

Ergänzung seiner Beschwerdebegründung. 

Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe ihm die 

Akteneinsicht anlässlich des Prüfungseinsichtstermins vom 4. November 

2022 teilweise unzulässigerweise verweigert. Ebenso sei die Teillösung ei-

ner Aufgabe nicht mehr auffindbar gewesen respektive seien Prüfungsun-

terlagen vernichtet worden. 

D.  

D.a Mit Verfügung vom 10. November 2022 hat die Instruktionsrichterin 

den Beschwerdeführer aufgefordert, das Formular "Gesuch um unentgelt-

liche Rechtspflege" auszufüllen und die nötigen Beweismittel einzureichen. 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 24. November 2022 hat sie das Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2023 und der ergänzenden Stellung-

nahme vom 31. Januar 2023 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde und reicht die Prüfungsunterlagen der Einzelprüfung 2 ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Februar 2023 hat die Instruktionsrichterin 

das Gesuch des Beschwerdeführers um Akteneinsicht abgewiesen und 

ihm Gelegenheit eingeräumt, seine Beschwerdebegründung bis zum 

28. Februar 2023 zu ergänzen. 

G.  

Mit Eingabe vom 27. Februar 2023 reicht der Beschwerdeführer eine Be-

schwerdeergänzung ein. Er bringt darin weiterhin vor, die Vorinstanz habe 

Teile seiner Prüfungsunterlagen vernichtet. Ebenso habe sie gegen Treu 

und Glauben sowie gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstossen, 

indem sie an der Prüfung einen Experten eigens mit seiner Beobachtung 

betraut habe. 

B-5115/2022 

Seite 4 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 1. Mai 2023 hält die Vorinstanz an ihrem An-

trag auf Abweisung der Beschwerde fest und ersucht neu, dieser sei die 

aufschiebende Wirkung zu entziehen. Der Beschwerdeführer habe sich in-

zwischen erneut, d.h. zu einem vierten Versuch der eidgenössischen Prü-

fung in Pharmazie für das Jahr 2023 angemeldet. Die anwendbare Prü-

fungsverordnung sehe vor, dass von jeder weiteren eidgenössischen Prü-

fung des gleichen universitären Medizinalberufs ausgeschlossen sei, wer 

die eidgenössische Prüfung dreimal nicht bestanden habe. Wenn dem Be-

schwerdeführer aufgrund der aufschiebenden Wirkung vorliegender Be-

schwerde ein vierter Versuch zugestanden würde, könnte dieses Resultat 

nur als gültig betrachtet werden, wenn ein vorheriges Resultat annulliert 

würde. Der Beschwerdeführer könnte dann die eidgenössische Prüfung 

(im vierten Versuch) bestehen, ohne dass ihm jedoch ein eidgenössisches 

Diplom in Pharmazie ausgestellt werden könnte. 

I.  

Mit Replik vom 31. Mai 2023 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechts-

begehren fest und beantragt die Abweisung des Gesuchs der Vorinstanz 

um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Zudem ersucht 

er um Einholung eines gerichtlichen Gutachtens durch einen Sachverstän-

digen. 

J.  

Die Replik wurde der Vorinstanz am 6. Juni 2023 zur Kenntnis zugestellt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 132.32) als Be-

schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Ver-

waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 

172.021). Der Entscheid der Vorinstanz vom 5. Oktober 2022 stellt eine 

Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 33 

Bst. f VGG i.V.m. Art. 7 und 20 Abs. 1 der Verordnung vom 26. November 

2008 über die eidgenössischen Prüfungen der universitären Medizinalbe-

rufe [Prüfungsverordnung MedBG, SR 811.113.3]; Urteil des BVGer 

B-5115/2022 

Seite 5 

B-5606/2020 vom 8. November 2021 E. 1). Es liegt keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Vorverfahren teilgenommen und ist als 

Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschwerde legitimiert, zumal 

er auch ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung beziehungsweise 

Änderung der Verfügung geltend zu machen vermag (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG). 

1.3 Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwer-

deschrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der ange-

fochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG). 

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft Entscheide über Ergebnisse 

von Prüfungen grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 

VwVG; vgl. Urteile des BVGer B-160/2021 vom 4. August 2021 E. 2.2, 

B-2588/2020 vom 7. Juli 2021 E. 4.1 und B-5185/2019 vom 6. März 2020 

E. 5.2; OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Bernhard Waldmann/Phi-

lippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 2.  Aufl. 2016 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 49 VwVG 

N 43). Indes haben Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum Gegenstand, in 

denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über keine genügenden, eige-

nen Fachkenntnisse verfügt, die mit denjenigen der Vorinstanzen ver-

gleichbar wären. Zudem sind der Rechtsmittelbehörde meistens nicht alle 

massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt und es ist ihr nicht immer 

möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen 

einer beschwerdeführenden Person sowie der Leistungen der übrigen 

Kandidierenden zu machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der 

Examensbewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Un-

gleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen, und es ist 

auch nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungs-

leistungen einer beschwerdeführenden Person gewissermassen zu wie-

derholen (vgl. BVGE 2008/14 E. 3.1). In ständiger Rechtsprechung aufer-

legt sich das Bundesverwaltungsgericht daher bei der Bewertung von 

B-5115/2022 

Seite 6 

Prüfungsleistungen und spezifischen Fragen, die seitens der Gerichte nur 

schwer überprüfbar sind, eine gewisse Zurückhaltung (vgl. statt vieler: BGE 

136 I 237 E. 5.4.1 und 5.4.2; 131 I 467 E. 3.1; Urteile des BVGer 

B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B-6114/2020 vom 27. Mai 

2021 E 4.2) und weicht nicht ohne Not von der Beurteilung der Expertinnen 

und Experten ab, besonders wenn diese im Rahmen der Vernehmlassung 

der Vorinstanz Stellung zu den Rügen der beschwerdeführenden Person 

genommen haben und die Auffassung der Expertinnen und Experten, ins-

besondere soweit sie von derjenigen der beschwerdeführenden Person 

abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, 

2010/11 E. 4.2 und 2008/14 E. 3.1 f. und 4.3.2; Urteile des BVGer 

B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B-671/2020 vom 6. Oktober 

2020 E. 2.3). Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung von Prü-

fungsleistungen ist nur dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerde-

führende Person selbst substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte 

und die Beweismittel dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertret-

bar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungsleistun-

gen offensichtlich unterbewertet wurden. Die Behauptung allein, die eigene 

Lösung sei richtig und die Auffassung der Prüfungskommission oder eine 

vorgegebene Musterlösung sei falsch oder unvollständig, wird dieser An-

forderung nicht gerecht (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3, 

2010/10 E. 4.1, je m.w.H.; Urteile des BVGer B-505/2022 vom 1. Februar 

2023 E. 2.4; B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B-671/2020 

vom 6. Oktober 2020 E. 2.4; kritisch dazu: PATRICIA EGLI, Gerichtlicher 

Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: Schweizeri-

sches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 10/2011, 

S. 553 ff., insbesondere 555 f., wonach eine Auseinandersetzung mit dem 

im konkreten Fall zu beurteilenden Leistungsnachweis und seiner Ausge-

staltung stattzufinden habe). 

2.3 Diese Zurückhaltung gilt indessen nur für die materielle Bewertung der 

Prüfungsleistungen. Ist demgegenüber die Auslegung oder Anwendung 

von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prü-

fungsablauf gerügt, so hat das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen 

Einwendungen mit umfassender Kognition zu prüfen, andernfalls es eine 

formelle Rechtsverweigerung beginge (vgl. BVGE 2010/11 E. 4.2, 2010/10 

E. 4.1 m.H. und 2008/14 E. 3.3 m.H.). Dabei nehmen all jene Einwände auf 

Verfahrensfragen Bezug, die den äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufga-

benstellung oder das Vorgehen bei der Bewertung betreffen. Die Beweis-

last für allfällige Verfahrensfehler obliegt der beschwerdeführenden Partei 

(vgl. Urteile des BVGer B-4074/2021 vom 19. Mai 2022 E. 2.5 und 

B-5115/2022 

Seite 7 

B-671/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 2.5). Nicht jede Unstimmigkeit im Prü-

fungsverfahren kann freilich zum Anlass genommen werden, das Prü-

fungsergebnis in Frage zu stellen: Mängel im Prüfungsverfahren sind nur 

dann rechtserheblich, wenn sie das Prüfungsergebnis entscheidend beein-

flussen können oder beeinflusst haben (vgl. BGE 147 I 73 E. 6.7; Urteile 

des BGer 1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b und 2D_6/2010 vom 

24. Juni 2010 E. 5.2; Urteil des BVGer A-258/2016 vom 8. November 2016 

E. 4.3). 

3.  

3.1 Im Bereich der universitären Medizinalberufe wird die Ausbildung mit 

der eidgenössischen Prüfung abgeschlossen (Art. 14 Abs. 1 des Medizi-

nalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11]). Mit der Prü-

fung wird abgeklärt, ob die Studierenden über die fachlichen Kenntnisse, 

Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie über die Verhaltensweisen und die so-

ziale Kompetenz verfügen, die sie zur Ausübung des entsprechenden Me-

dizinalberufs benötigen, und ob sie die Voraussetzungen für die erforderli-

che Weiterbildung erfüllen (Art. 14 Abs. 2 MedBG). Die eidgenössische 

Prüfung kann aus einer oder mehreren Einzelprüfungen bestehen, wobei 

Einzelprüfungen auch Teilprüfungen enthalten können (Art. 5 Abs. 1 Prü-

fungsverordnung MedBG). Die eidgenössische Prüfung ist bestanden, 

wenn jede Einzelprüfung mit "bestanden" bewertet worden ist (Art. 5 Abs. 3 

Prüfungsverordnung MedBG). Wer die eidgenössische Prüfung nicht be-

standen hat, kann sich für die nächste eidgenössische Prüfung anmelden. 

Wiederholt werden müssen nur die Einzelprüfungen, die als "nicht bestan-

den" bewertet wurden. Eine nicht bestandene eidgenössische Prüfung 

kann zweimal wiederholt werden (Art. 18 Abs. 1-3 Prüfungsverordnung 

MedBG). 

3.2 Die MEBEKO, Ressort Ausbildung, erlässt für jeden universitären Me-

dizinalberuf auf Vorschlag der entsprechenden Prüfungskommission 

a. Vorgaben betreffend Inhalt, Form, Zeitpunkt sowie Aus- und Bewertung 

der eidgenössischen Prüfung und b. Richtlinien über die Details der Durch-

führung der eidgenössischen Prüfung (Art. 5a Prüfungsverordnung 

MedBG). Gestützt darauf hat die MEBEKO auf Vorschlag der Prüfungs-

kommission Pharmazie am 14. Januar 2022 die für das Prüfungsjahr 2022 

geltenden Vorgaben betreffend Inhalt, Form, Zeitpunkt sowie Aus- und Be-

wertung der eidgenössischen Prüfung in Pharmazie (nachfolgend: Vorga-

ben MEBEKO) sowie die Richtlinien über die Details der Durchführung der 

eidgenössischen Prüfung in Pharmazie für die Prüfungsjahre 2020 und 

2021 (nachfolgend: Richtlinien MEBEKO) erlassen. 

B-5115/2022 

Seite 8 

4.  

Aus dem durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleisteten und 

in den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkre-

tisierten Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt die Pflicht der Behörde, 

ihren Entscheid zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung 

einer Verfügung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 

Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis 

der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Bei Prüfungsentscheiden kommt die Behörde dieser Verpflichtung nach, 

wenn sie der betroffenen Person – allenfalls auch nur mündlich – kurz dar-

legt, welche Lösungen beziehungsweise Problemanalysen von ihr erwartet 

wurden und inwiefern ihre Antworten den Anforderungen nicht zu genügen 

vermochten. Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon dann verletzt, 

wenn die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf beschränkt, die Notenbe-

wertung oder das Bestehen beziehungsweise Nichtbestehen bekannt zu 

geben. Es genügt, wenn sie die Begründung im Rechtsmittelverfahren lie-

fert und die betroffene Person Gelegenheit erhält, in einem zweiten Schrif-

tenwechsel dazu Stellung zu nehmen (Urteile des BGer 2C_1004/2017 

vom 29. Mai 2018 E. 3.1 und 2D_65/2011 vom 2. April 2012 E. 5.1). 

Soweit der Beschwerdeführer darum ersucht, die Vorinstanz habe seine 

Prüfungsleistung schriftlich zu begründen, ist auf die Vernehmlassungen 

der Vorinstanz vom 3. und 31. Januar 2023 sowie vom 1. Mai 2023 im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren zu verweisen. Zudem hatte er bereits an-

lässlich der Prüfungseinsicht vom 4. November 2022 eine kurze mündliche 

Rückmeldung über seine Prüfungsleistung erhalten (Sachverhalt Bst. B.b; 

Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). Der Beschwerdeführer erhielt 

sodann im vorliegenden Verfahren Gelegenheit, sich zu den Ausführungen 

der Vorinstanz zu äussern, wovon er am 27. Februar und 31. Mai 2023 Ge-

brauch gemacht hat (vgl. Sachverhalt Bst. G und I). Eine Verletzung der 

Begründungspflicht, wovon der Beschwerdeführer auch nicht (mehr) aus-

zugehen scheint (vgl. Replik vom 31. Mai 2023), ist somit nicht auszu-

machen. 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sein Recht auf Akten-

einsicht bzw. sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihm anlässlich der 

Prüfungseinsicht vom 4. November 2022 keine Einsicht in die Checkliste 

(Bewertungsschema) sowie die Notizen beider Examinatoren gewährt 

habe (Beschwerde, S. 2). 

B-5115/2022 

Seite 9 

5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet auch das in Art. 26 

VwVG konkretisierte Recht auf Akteneinsicht. Dieses umfasst den An-

spruch, am Sitz der aktenführenden Behörde Einsicht zu nehmen, sich No-

tizen zu machen und, wenn dies der Behörde keine übermässigen Um-

stände verursacht, Fotokopien zu erstellen (BGE 131 V 35 E. 4.2; BERN-

HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 

N 80 ff., je m.H.). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche ver-

fahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu 

bilden (BGE 132 V 387 E. 3.2; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; STEPHAN C. BRUN-

NER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], VwVG, 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommentar, 2. Aufl. 2019 

[nachfolgend: VwVG Kommentar], Art. 26 N 1 ff.; BERNHARD WALD-

MANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 N 60 m.w.H.). 

Nicht in den Anwendungsbereich des Akteneinsichtsrechts fallen jedoch 

sogenannte verwaltungsinterne Akten (BGE 125 II 473 E. 4a; 115 V 297 

E. 2.g/aa; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 1021; BERN-

HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 

Rz. 65; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der 

Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 875 f., je m.w.H.). Als solche gelten Akten, denen 

für die Behandlung eines Falles kein Beweischarakter zukommt, sondern 

die ausschliesslich der verwaltungsinternen Willensbildung dienen und in-

sofern lediglich für den verwaltungsinternen Eigengebrauch bestimmt sind 

(wie z.B. Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitberichte, Hilfsbelege, Entscheid-

entwürfe etc.). Mit dem Ausschluss des Einsichtsrecht in diese Akten soll 

verhindert werden, dass die interne Meinungsbildung der Verwaltung voll-

umfänglich vor der Öffentlichkeit ausgebreitet wird (vgl. BGE 129 II 497 

E. 2.2; 125 II 473 E. 4a und 122 I 153 E. 6a; Urteil des BGer 1C_159/2014 

vom 10. Oktober 2014 E. 4.3, je m.w.H.). Nach konstanter Rechtsprechung 

des Bundesgerichts und nach vorherrschender Lehre gehören persönliche 

Aufzeichnungen der Examinatorinnen und Examinatoren im Hinblick auf 

die anschliessende Beratung als rein interne Notizen nicht zu den Verfah-

rensakten und unterliegen nicht der Akteneinsicht (vgl. Urteil des BGer 

2D_2/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6 m.w.H.; Urteil des BVGer 

B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 5.1; STEPHAN C. BRUNNER, VwVG 

Kommentar, Art. 26 Rz. 38). 

Eine Behörde darf die Einsichtnahme in die Akten verweigern, wenn we-

sentliche öffentliche oder private Interessen die Geheimhaltung erfordern 

(Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Ein wesentliches öffentliches Interesse 

an der Einschränkung des Akteneinsichtsrechts wird im Bereich der 

B-5115/2022 

Seite 10 

Medizinalprüfungen in Art. 56 MedBG spezialgesetzlich statuiert, wonach 

zur Sicherstellung der Geheimhaltung der Prüfungsfragen in Medizinalprü-

fungen die Herausgabe der Prüfungsunterlagen verweigert, die Herstel-

lung von Kopien oder Abschriften verboten und die Dauer der Einsicht-

nahme beschränkt werden kann. Nach ständiger Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts sind im Zusammenhang mit Medizinalprüfungen folgende 

Einschränkungen des Akteneinsichtsrechts zulässig: keine Abgabe von 

Originalen/Kopien, nur handschriftliche und zusammenfassende Notizen, 

kein Abschreiben/Aufzeichnen von ganzen Fragen/Aufgabenstellun-

gen/Bewertungskriterien, zeitliche Beschränkung von drei Minuten pro Sta-

tion sowie Verbot der Weitergabe der im Rahmen der Akteneinsicht erlang-

ten Kenntnisse an Dritte unter Androhung von Strafe gemäss Art. 292 StGB 

(vgl. Zwischenverfügung im vorliegenden Beschwerdeverfahren vom 

7. Februar 2023 S. 3 f. sowie Zwischenverfügung des Bundesverwaltungs-

gerichts B-5606/2020 vom 19. November 2020 S. 3 [betreffend den Be-

schwerdeführer] und Urteil des BVGer B-6361/2017 vom 10. Juli 2018 

E. 3.2.2 f., je m.w.H.). Die Vorgaben der MEBEKO, welche unter anderem 

auch Informationen zur Einsicht in die Unterlagen der eidgenössischen 

Prüfung bei einem Misserfolg enthalten, sehen sodann vor, dass das mit 

den Anmerkungen/Korrekturen der Examinatoren/Examinatorinnen verse-

hene Protokoll über die Herstellung des Präparates eingesehen werden 

kann, der Kandidat/die Kandidatin eine kurze mündliche Information über 

die Leistung erhält und die für die Einsichtnahme gewährte Zeit auf maxi-

mal 20 Minuten beschränkt wird (Vorgaben MEBEKO, Ziff. 8.3). 

5.3 Die Vorinstanz führt aus, dem Beschwerdeführer am 4. November 

2022 Akteneinsicht in seine Prüfungsunterlagen gewährt zu haben, na-

mentlich in die Aufgabenstellungen A und B, das Fertigungsprotokoll zur 

Aufgabe A sowie in alle von ihm erstellten Notizen. Zudem habe er auf allen 

von ihm erstellten Dokumenten die angebrachten Bemerkungen der Exa-

minierenden einsehen können und eine kurze mündliche Rückmeldung 

über seine Leistung erhalten (Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). 

Kopien seien ihm keine abgegeben worden. Die gewährte Akteneinsicht 

habe es dem Beschwerdeführer erlaubt, die Kontrolle der Beurteilung sei-

ner Prüfungsleistung vorzunehmen und damit die vollständige Begründung 

seiner Vorbringen in Bezug auf das Nichtbestehen der Prüfung anzuferti-

gen (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 4). Die Einsicht 

in die Bewertungsunterlagen, namentlich die Bewertungsschemata sowie 

die Notizen der Examinierenden, sei ihm korrekterweise nicht gestattet 

worden (Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). Diese Unterlagen ge-

hörten nicht zu den (einsehbaren) Prüfungsunterlagen, sondern zu den 

B-5115/2022 

Seite 11 

internen Akten der Prüfungskommission und dienten der internen Mei-

nungsbildung. Eine Offenlegung würde bei diesen Unterlagen einerseits 

die Gewichtung der einzelnen Teilaufgaben und andererseits die Notizen 

bzw. Kommentare der Expertinnen und Experten preisgeben. Auch die 

Kontrollblätter zu den Aufgaben A und B, die Notizblätter des Examinators 

sowie die sich in den Akten befindliche Fotografie gehörten nicht zu den 

Prüfungsunterlagen, sondern den internen Akten. Die teilweise mit Kom-

mentaren der Expertinnen und Experten versehenen Blätter dienten nur 

der internen Meinungsbildung sowie der internen Dokumentation der Be-

wertung (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 5). 

5.4 Soweit der Beschwerdeführer rügt, keine Einsicht in die Checklisten 

(Bewertungsschemata) sowie in die Notizen beider Examinatoren über 

seine Prüfung erhalten zu haben (vgl. Beschwerde, S. 2), ist entsprechend 

der dargelegten Rechtsprechung Folgendes festzuhalten: Die Handnotizen 

der Examinatorinnen und Examinatoren dienten der Meinungsbildung hin-

sichtlich der Prüfungsbeurteilung. Sie sind praxisgemäss als verwaltungs-

intern zu qualifizieren und unterliegen nicht der Akteneinsicht.  

Bei den Bewertungsschemata der Aufgaben A und B und den Kontrollblät-

tern ist davon auszugehen, dass die verweigerte Einsicht von der gesetz-

lich umschriebenen Einschränkungsbefugnis gedeckt ist, weil diese Unter-

lagen massgebliche Rückschlüsse auf die gestellten Aufgaben und deren 

Gewichtung zulassen. Damit liegt ein wesentliches öffentliches Interesse – 

die Sicherstellung der Geheimhaltung der Prüfungsfragen in Medizinalprü-

fungen (vgl. Art. 56 MedBG) – vor, das eine Einschränkung des Aktenein-

sichtsrechts rechtfertigt. Im Übrigen dienen diese (zum Teil mit Kommenta-

ren der Expertinnen und Experten versehenen) Blätter gemäss den Aus-

führungen der Vorinstanz nur der internen Meinungsbildung sowie der in-

ternen Dokumentation der Bewertung. Nach Abschluss der Prüfung wür-

den die Unterlagen aller Kandidatinnen und Kandidaten von zwei Exami-

natorinnen oder Examinatoren unabhängig beurteilt. Bei schlechten Leis-

tungen würden die gesammelten Unterlagen im ganzen Expertengremium 

nochmals diskutiert und letztendlich bewertet. Beispielsweise bei den Her-

stellungsprüfungen gäbe es nicht nur eine richtige Lösung, sondern es 

werde die Gesamtheit der Leistung bewertet.  

Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer folglich zu Recht keine Akten-

einsicht in die Dokumente gewährt und es liegt keine Verletzung des 

Rechts auf Akteneinsicht vor. Aus denselben Gründen musste im Übrigen 

bereits das im vorliegenden Verfahren gestellte Akteneinsichtsgesuch des 

B-5115/2022 

Seite 12 

Beschwerdeführers in unter anderem eben diese Unterlagen abgewiesen 

werden (vgl. Zwischenverfügung vom 7. Februar 2023; vorstehend Sach-

verhalt Bst. f). 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, anlässlich der Prüfungsein-

sicht vom 4. November 2022 festgestellt zu haben, dass die Teillösung ei-

ner Aufgabe, welche er einem der beiden Examinatoren abgegeben habe, 

nicht mehr aufzufinden gewesen sei. Derselbe Examinator habe Prüfungs-

unterlagen vernichtet (Beschwerde, S. 2). Konkret handle es sich um eine 

Teillösung der Aufgabe A, die Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosie-

rung, sowie die Monographien zur Aufgabe A (Beschwerdeergänzung, 

S. 4). Die Berechnung habe er auf einem separaten Blatt Papier komplett 

durchgeführt und zum Prüfungsende mitabgegeben, jedoch vergessen, 

diese als Freigabekriterium anzugeben (Replik, S. 4). Bei den Monogra-

phien zur Aufgabe A handle es sich um unerlässliche, u.a. chemisch-phy-

sikalische Informationen über den Hauptwirkstoff des herzustellenden Me-

dikaments (Beschwerdeergänzung, S. 4). Sie seien also keineswegs 

blosse Hilfsmittel, sondern unerlässliche Prüfungsbestandteile, ohne wel-

che bei der Herstellung gravierende Produktfehler resultierten (Replik, 

S. 4). Anlässlich der Prüfungseinsicht habe er beim Examinator nach den 

fehlenden Prüfungsunterlagen gefragt, aber keine aufklärende Antwort er-

halten (Beschwerdeergänzung, S. 4). Da gemäss Art. 21 Prüfungsverord-

nung MedBG alle Prüfungsunterlagen während zwei Jahren aufbewahrt 

werden müssten, verstosse die Prüfungskommission damit gegen eigene 

Regeln und "allgemein gegen die Aufbewahrungspflicht in der Schweiz" 

(Beschwerdeergänzung, S. 4 f.). In seiner Replik beantragt er die Anord-

nung eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens zur Frage der Rele-

vanz der Pharmakopöe-Monographien, dazu, ob diese vernichtet werden 

dürften, und zur Ermittlung des Prüfungsresultats unter der Annahme einer 

vollständig korrekten Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung 

durch ihn (Replik, S. 4 f.). 

6.2 Die Vorinstanz führt aus, bei Prüfungsende würden sämtliche Prü-

fungsunterlagen (Aufgabenstellungen, Fertigungsprotokoll und -notizen) 

inkl. der hergestellten Produkte eingesammelt und pro Kandidatin/Kandidat 

aufbewahrt. Die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel, welche nicht zu den 

Prüfungsunterlagen gehörten, würden dagegen nach der Prüfung vernich-

tet. Dem Beschwerdeführer sei im Rahmen der Einzelprüfung 2 die offizi-

elle Pharmakopöe-Monographie abgegeben worden. Dieses Hilfsmittel sei 

nach der Prüfung wieder aussortiert und entsorgt worden. Die Aufgabe A 

B-5115/2022 

Seite 13 

umfasse die praktisch durchzuführenden Arbeiten Arzneimittelherstellung 

und Protokollierung, Einstellen der Isotonie, Berechnung des ALT-Preises 

sowie Festlegen des Verfalldatums und der Aufbrauchfrist (Vernehmlas-

sung vom 3. Januar 2023, S. 4 f. mit Verweis auf Vorakten, S. 1; Vernehm-

lassung vom 1. Mai 2023, S. 5 f.). Aus dem Fertigungsprotokoll und den 

dort protokollierten Tätigkeiten sowie den Notizen sei ersichtlich, dass 

sämtliche Prüfungsunterlagen vollständig vorhanden seien (Vernehmlas-

sung vom 3. Januar 2023, S. 5; Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6 mit 

Verweis auf Vorakten, S. 1-14). Die vom Beschwerdeführer angeblich 

durchgeführte Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung sei insbe-

sondere bei einzeldosierten Arzneiformen ein Freigabekriterium. Im Um-

kehrschluss sei der Pharmakopöe-Monographie aber zu entnehmen, dass 

diese Prüfung bei der Herstellung von Nasentropfen in Mehrdosisbehält-

nissen, wie es an der Prüfung verlangt worden sei, nicht verlangt werde. 

Die Durchführung einer solchen Berechnung würde wenig Sinn ergeben, 

da der Prüfende die Dosis durch die Applikation eines oder mehrerer ap-

plizierter Tropfen selbst bestimme, da eine exakte Dosierung bei Nasen-

tropfen nicht möglich sei. Wenn der Beschwerdeführer tatsächlich eine sol-

che Berechnung durchgeführt hätte, wäre die Durchführung der Berech-

nung aus den Notizen des Experten ersichtlich geworden, weil dabei auf 

einer Analysewaage zehnmal das Gewicht einer Dosis bestimmt worden 

wäre. Ebenso hätte der Beschwerdeführer die Höhe der Dosis auf der 

Rückseite der Patientenetikette vermerken müssen. Sofern er die Gleich-

förmigkeit der Dosierung als relevantes Freigabekriterium eingestuft hätte, 

hätte er dies bei der Prüfung (inkl. der Spezifikationen) vermerken müssen. 

Aus seinem Fertigungsprotokoll zur Aufgabe A könne jedoch kein Hinweis 

darauf entnommen werden, dass er die Berechnung der Gleichförmigkeit 

der Dosierung durchgeführt habe (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6; 

Vorakten, S. 3). Selbst wenn der Beschwerdeführer die Berechnung der 

Gleichförmigkeit der Dosierung indes durchgeführt hätte, wäre diese nicht 

in die Bewertung eingeflossen, da diese Prüfung weder verlangt worden 

noch sinnvoll gewesen wäre (Vernehmlassung vom 1. Mai, S. 6). 

Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass keine Prüfungsunter-

lagen vernichtet worden seien. Dass eine Berechnung der Gleichförmigkeit 

der Dosierung durchgeführt worden sei, gehe weder aus den Prüfungsun-

terlagen noch den Notizen der Experten hervor; dies hätte das Prüfungs-

resultat aber ohnehin nicht zu beeinflussen vermocht (Vernehmlassung 

vom 1. Mai, S. 6). 

B-5115/2022 

Seite 14 

6.3 Es ist nicht die Vorinstanz, der eine Beweislast dafür obliegt, dass der 

Ablauf der Prüfung und das Vorgehen bei der Bewertung korrekt vonstat-

tenging, sondern es obliegt dem Beschwerdeführer, den Nachweis für all-

fällige Verfahrensfehler oder dafür zu erbringen, dass seine Lösung der 

Prüfung korrekt und die Bewertung durch die Experten daher rechtsfehler-

haft sei (vgl. E. 2.2 f. vorstehend). 

Wie die Vorinstanz ausführt, ergeben sich aus dem Fertigungsprotokoll zu 

Aufgabe A (Vorakten, S. 2-3) keine Hinweise auf eine durchgeführte Prü-

fung der Gleichförmigkeit der Dosierung. Auch den Handnotizen des Ex-

perten zu den einzelnen Arbeitsschritten des Beschwerdeführers – chrono-

logisch strukturiert und detailliert (Vorakten, Zeitprotokoll und Notizen des 

Examinators zur gesamten Prüfung des Beschwerdeführers, S. 24-26) – 

lassen sich ebenso wenig wie den Fertigungsnotizen des Beschwerdefüh-

rers zur Aufgabe A (Vorakten, S. 4-11) entsprechende Hinweise entneh-

men. Aus den Ausführungen der Vorinstanz ergibt sich sodann, dass die 

Prüfung der Gleichförmigkeit der Dosierung bei Nasentropfen in Mehrdo-

sisbehältern, welche an der Prüfung herzustellen waren, nicht verlangt 

werde (vgl. Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, Pharmakopöe-Monogra-

phie zu Nasentropen und flüssigen Nasensprays, Beilage 3). Das pau-

schale Vorbringen des Beschwerdeführers, die Prüfung der Gleichförmig-

keit der Dosierung sei wichtig für die Lösung der Aufgabe, vermag daran 

nichts zu ändern. 

Insgesamt finden sich keine Hinweise darauf, dass Teile der Prüfungslö-

sungen des Beschwerdeführers vernichtet worden oder abhandengekom-

men wären. Es ist daher davon auszugehen, dass sämtliche Prüfungsun-

terlagen (Aufgabenstellungen, Fertigungsprotokolle und -notizen) inkl. der 

hergestellten Produkte eingesammelt und ordnungsgemäss aufbewahrt 

wurden. Dass hingegen das abgegebene Hilfsmittel, die Pharmakopöe-

Monographie, nach der Prüfung vernichtet wurde, ist nicht zu beanstanden, 

zumal es sich dabei nicht um eine Prüfungsunterlage handelt. Selbst wenn 

aber der Beschwerdeführer, wie von ihm geltend gemacht, die Prüfung der 

Gleichförmigkeit der Dosierung vorgenommen hätte und diesbezügliche 

Unterlagen fälschlicherweise entfernt worden sein sollten, worauf keine 

Hinweise vorliegen, hätte dies jedenfalls keine Auswirkung auf das Prü-

fungsresultat gehabt, da eine solche Prüfung gerade nicht erforderlich ge-

wesen wäre. Mit anderen Worten würde ein allfälliges Fehlen dieser Prü-

fung keinen rechtserheblichen Mangel darstellen, welcher das Prüfungser-

gebnis entscheidend beeinflussen könnte. 

B-5115/2022 

Seite 15 

Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich damit als unbegründet. Ent-

sprechend braucht auch auf dessen Antrag auf Anordnung eines gerichtli-

chen Sachverständigengutachtens nicht näher eingegangen zu werden. 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, die Vorinstanz habe den 

Examinatoren A._______ eingesetzt, dessen ausschliessliche Aufgabe es 

gewesen sei, ihn ununterbrochen zu beobachten, ihm zu folgen und seine 

Beobachtungen zu notieren (Beschwerdeergänzung, S. 3; Replik, S. 3). 

Damit habe sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und gegen 

das Gebot der Gleichbehandlung verstossen. So habe er im März 2022 bei 

der Prüfungskommission ein Gesuch um Nachteilsausgleich gestellt und 

dabei ausschliesslich eine Verlängerung der Prüfungszeit beantragt ge-

habt. Die Prüfungskommission habe das Gesuch mit Entscheid vom 

25. Juli 2022 gutgeheissen und dabei einige organisatorische Anpassungs-

massnahmen angeordnet. Er sei aber nicht über das Einsetzen des Exa-

minators A._______ eigens zwecks seiner Beobachtung informiert worden. 

Damit sei ihm sein Recht genommen worden, sich in einem allfälligen 

Rechtsmittelverfahren dagegen zu wehren (Beschwerdeergänzung, S. 2 f.; 

Replik S. 3). Weiter verstosse es gegen den Grundsatz von Treu und Glau-

ben, dass die Vorinstanz die Massnahme trotz dem Arztzeugnis ergriffen 

habe, das er seinem Gesuch um Nachteilsausgleich beigelegt habe und 

worin auf motorische Blockaden bei Hektik aufmerksam gemacht worden 

sei, und sie die Massnahme ausschliesslich zu ihrem eigenen Schutz vor 

allfälligem später anfallendem administrativen Aufwand ergriffen habe (Be-

schwerdeergänzung, S. 3; Replik, S. 3). Das Verhalten des Beobachters 

habe bei ihm Irritation und Verunsicherung ausgelöst. Dabei sei es der Vor-

instanz gleichgültig gewesen, welche Belastungen, Blockaden und sons-

tige Unannehmlichkeiten er erleiden würde (Replik, S. 3). 

Das Gebot der Gleichbehandlung sei verletzt worden, da ihm im Gegen-

satz zu allen anderen Kandidatinnen und Kandidaten extra ein ständiger 

Beobachter zugewiesen worden sei, welcher ihm überallhin (auch auf die 

Toilette) gefolgt sei und alles bis aufs kleinste Detail beobachtet und notiert 

habe, so etwa auch, dass er während seiner Laborarbeit die Hände (in 

Handschuhen) an seinem weissen Laborkittel geputzt habe (Beschwerde-

ergänzung, S. 3). Zuständig für die Beaufsichtigung einer weiteren Prü-

fungskandidatin, welcher ebenfalls ein Nachteilsausgleich gewährt worden 

sei, sei der Hauptexaminator gewesen, welcher zwischen dem grossen La-

bor mit ca. 16 Prüfungskandidatinnen und -kandidaten und dem kleinen 

Labor mit der besagten Kandidatin und dem Beschwerdeführer hin- und 

B-5115/2022 

Seite 16 

hergegangen sei (Replik, S. 3). Sodann seien drei komplette Seiten (die 

Seiten 24-26 der vorinstanzlichen Akten) über ihn angefertigt worden, was 

er sich bei keinem anderen Kandidaten vorstellen könne (Beschwerdeer-

gänzung, S. 3). 

7.2 Die Vorinstanz führt dazu aus, der Beschwerdeführer habe für die Ein-

zelprüfung Galenik als Ausgleichsmassnahme 50 % mehr Prüfungszeit be-

antragt, was ihm bewilligt worden sei (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, 

S.4 sowie Entscheid der MEBEKO, Ressort Ausbildung, vom 25. Juli 2022 

[Beilage 2]). Allen Kandidatinnen und Kandidaten, welchen ein Nachteils-

ausgleich im Sinne einer Verlängerung der Prüfungszeit zugestanden wor-

den sei, hätten ein separates Labor zugewiesen erhalten (Vernehmlassung 

vom 1. Mai 2023, S. 4). Der Examinator habe auch deshalb möglichst de-

taillierte Notizen über den Beschwerdeführer (vgl. Vorakten, S. 24-26) an-

gefertigt, da dieser bereits in den Vorjahren Beschwerden im Zusammen-

hang mit seiner eidgenössischen Prüfung geführt habe und die dortigen 

Einwände jeweils mittels hohen administrativen Aufwands hätten widerlegt 

werden müssen (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 5). 

Daneben habe er auch zur Aufgabe gehabt, die andere Person zu überwa-

chen und für einen reibungslosen Prüfungsverlauf zu sorgen. Der Be-

schwerdeführer verkenne, dass die organisatorischen Massnahmen der 

Expertinnen und Experten zur Überwachung der Prüfungsleistung in kei-

nem direkten Zusammenhang mit seinem Gesuch um Nachteilsausgleich 

stünden. Deren Organisation sei eine interne Angelegenheit und für die 

Kandidatinnen und Kandidaten irrelevant, insbesondere dann, wenn dar-

aus für sie kein Nachteil abzuleiten sei (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, 

S. 4 f.). 

Im Labor der restlichen Kandidatinnen und Kandidaten habe ein Experte 

bzw. eine Expertin jeweils zwischen zwei bis vier Personen zu beaufsichti-

gen gehabt. Demzufolge hätten die Expertinnen und Experten überall eine 

vergleichbare Gruppengrösse zu überwachen gehabt. Es seien alle Kandi-

datinnen und Kandidaten bei einem Toilettengang bis vor das WC begleitet 

worden. Das hervorgebrachte Beispiel bezüglich der Verwendung von 

Handschuhen stamme nicht von spezifischen Notizen, sondern vom Kon-

trollblatt zur Aufgabe A, welches für alle Kandidatinnen und Kandidaten 

ausgefüllt worden sei und wo die Aspekte der Hygiene beurteilt worden 

seien (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 5; Vorakten, S. 17). Schliess-

lich liege es in der Natur der Sache, dass bei einer Prüfung verschiedene 

Experten anwesend seien und sich Notizen machten. Aus diesen sei an 

keiner Stelle ersichtlich, dass es überhaupt zu Hektik oder 

B-5115/2022 

Seite 17 

Schreckmomenten gekommen wäre, welche dann zu einer Blockade ge-

führt hätten. Zusammengefasst sei weder der Beschwerdeführer ungleich 

behandelt worden noch sei es zu einem Verstoss gegen Treu und Glauben 

gekommen (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6). 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 12a Prüfungsverordnung MedBG können Menschen mit 

Behinderungen bei der MEBEKO, Ressort Ausbildung, ein Gesuch um 

Nachteilsausgleich stellen. Die MEBEKO legt in ihren Richtlinien nach 

Art. 5a Bst. b die Details des Gesuchsverfahrens fest (Abs. 1). Die ME-

BEKO, Ressort Ausbildung, bestimmt auf Vorschlag der Prüfungskommis-

sion diejenigen Anpassungsmassnahmen, die zum Ausgleich des behinde-

rungsbedingten Nachteils geeignet sind. Die Anpassungsmassnahmen 

dürfen keine Herabsetzung der Prüfungsanforderungen darstellen und 

müssen sich mit verhältnismässigem Aufwand realisieren lassen (Abs. 2). 

Diese Bestimmung trägt dem in der Verfassung und im Behindertengleich-

stellungsgesetz vom 13. Dezember 2002 (BehiG, SR 151.3) verankerten 

Anspruch von Menschen mit Behinderungen auf Ausgleich des behinder-

tenbedingten Nachteils Rechnung (vgl. Erläuterungen des BAG vom Feb-

ruar 2017 zur Revision der Prüfungsverordnung MedBG, zu Art. 12a). Die 

Vorgaben der MEBEKO halten in Ziff. 7 fest, dass Menschen mit Behinde-

rungen (Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder der psy-

chisch/seelischen Fähigkeiten) die eidgenössischen Prüfungen der univer-

sitären Medizinalberufe möglichst mit derselben Aussicht auf Erfolg absol-

vieren können sollen wie nicht behinderte Kandidatinnen und Kandidaten. 

Anpassungsmassnahmen zum Ausgleich des behindertenbedingten Nach-

teils zielen darauf ab, diese Nachteile durch organisatorische und/oder ver-

fahrensmässige Massnahmen (beispielsweise mehr Zeit zur Verfügung 

stellen, Beizug von Hilfsmitteln oder Hilfspersonen, usw.) auszugleichen. 

Die Massnahmen dürfen jedoch keine über den Nachteilsausgleich hinaus-

gehende Besserstellung der behinderten Person gegenüber den anderen 

Kandidatinnen und Kandidaten zur Folge haben und müssen sich mit ei-

nem verhältnismässigen Aufwand realisieren lassen. Menschen mit Behin-

derungen müssen alle fachlichen Anforderungen der Prüfung in gleicher 

Weise erfüllen wie nicht behinderte Kandidatinnen und Kandidaten. 

7.3.2 Der in Art. 5 Abs. 3 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben 

gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges Verhalten im Rechtsverkehr. 

Im Verwaltungsrecht wirkt sich dieser Grundsatz zunächst in Form des so-

genannten Vertrauensschutzes aus, d.h. er verleiht den Privaten Anspruch 

darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder 

B-5115/2022 

Seite 18 

in anderes, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörde 

geschützt zu werden (vgl. Art. 9 BV). Weiter verbietet es der Grundsatz von 

Treu und Glauben in Form des Verbots widersprüchlichen Verhaltens und 

des Verbots des Rechtsmissbrauchs sowohl den staatlichen Behörden wie 

auch den Privaten, sich in ihren öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen 

widersprüchlich oder rechtsmissbräuchlich zu verhalten (vgl. BGE 146 I 

105 E. 5.1.1; 143 V 341 E. 5.2.1 m.w.H.; 142 IV 286 E. 1.6.2). Wider-

sprüchlichkeit kann einerseits auf der Unvereinbarkeit zweier Verhaltens-

weisen und andererseits auf dem Verbot, begründete Erwartungen eines 

anderen zu enttäuschen, beruhen (BGE 143 V 66 E. 4.3; vgl. zum Ganzen 

auch Urteil des BVGer A-4940/2020 vom 22. Juni 2022 E. 1.7). 

7.3.3 Gemäss dem in Art. 8 Abs. 1 BV verankerten Anspruch auf Gleichbe-

handlung ist Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich zu behan-

deln, umgekehrt aber auch bestehenden Ungleichheiten durch rechtlich 

differenzierte Behandlung Rechnung zu tragen. Der Anspruch auf rechts-

gleiche Behandlung wird namentlich verletzt, wenn hinsichtlich einer ent-

scheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen wer-

den, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht 

ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die auf-

grund der Verhältnisse hätten getroffen werden müssen (BGE 141 I 153 

E. 5.1; 140 I 77 E. 5.1; Urteil des BVGer A-258/2016 vom 8. November 

2016 E. 4.2 m.w.H.). Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung schliesst 

den Anspruch auf rechtsgleiche Prüfungsbedingungen im Prüfungsverfah-

ren ein. Dies betrifft bei schriftlichen Prüfungen einerseits deren Durchfüh-

rung und Bewertung, erstreckt sich aber auch auf den Verfahrensablauf vor 

und nach der eigentlichen Prüfung, wie beispielsweise die Abgabe prü-

fungsunterstützender Informationen oder die Einsichtnahme in die abge-

legte Prüfung (vgl. Urteil des BVGer A-2496/2009 vom 11. Januar 2010 

E. 4.2 m.w.H.). Im Prüfungswesen ist die Rechtsgleichheit in der Regel 

durch möglichst gleiche äussere Prüfungsbedingungen für alle Teilneh-

menden zu gewährleisten. Faktische Ungleichheiten durch persönliche Be-

lastungen, die gesundheitlich, finanziell oder auch zeitlich bedingt sein kön-

nen, vermögen grundsätzlich keine besondere Rücksichtnahme zu be-

gründen und sind der Risikosphäre der einzelnen Prüfungskandidatin und 

des einzelnen Prüfungskandidaten zuzurechnen. Wollte man solche in je-

dem Einzelfall berücksichtigen, würde dies die Institutionen vor kaum über-

windbare praktische Schwierigkeiten stellen. Überdies würden dadurch im 

Verhältnis zu anderen Kandidierenden neue Ungerechtigkeiten geschaf-

fen. Aus diesen Gründen drängt sich eine strikte formale Gleichbehandlung 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Treu+und+Glauben%22+AND+%22Verbot+widerspr%FCchlichen+Verhaltens%22+AND+%22Rechtsmissbrauch%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-105%3Ade&number_of_ranks=0#page105
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=date_desc&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22Treu+und+Glauben%22+AND+%22Verbot+widerspr%FCchlichen+Verhaltens%22+AND+%22Rechtsmissbrauch%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-105%3Ade&number_of_ranks=0#page105

B-5115/2022 

Seite 19 

von Prüfungskandidatinnen und -kandidaten auf (Urteil A-258/2016 E. 4.3 

m.H.). 

Verstösse gegen das Rechtsgleichheitsgebot sind, wie auch übrige Verfah-

rensmängel, nur dann rechtserheblich, wenn sie in kausaler Weise das 

Prüfungsergebnis eines Kandidaten entscheidend beeinflussen können 

oder beeinflusst haben (vgl. E. 2.3). 

7.4  

7.4.1 Den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt sich sinngemäss 

entnehmen, er habe angesichts der im Entscheid vom 25. Juli 2022 über 

sein Gesuch um Nachteilsausgleich angeordneten Massnahmen nicht da-

mit rechnen müssen, derart engmaschig beobachtet zu werden, ansonsten 

er sein Gesuch zurückgezogen hätte. Die Vorinstanz hatte in diesem Ent-

scheid bezüglich der praktischen Prüfung "Arzneimittelherstellung in klei-

nen Mengen (Galenik)" das Gesuch insofern gutgeheissen, als sie die Prü-

fungszeit um 50 % von 3 auf 4.5 Stunden verlängerte. Gleichzeitig wurde 

der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass ihm ein separates Labor 

zugewiesen werde (vgl. Entscheiddispositiv Ziff. 2.1). Den Erwägungen ist 

zudem Folgendes zu entnehmen (vgl. E. 7.a): "In das kleine Labor, wel-

ches von Examinierenden genutzt wird, können überdies andere Kandida-

tinnen und Kandidaten zugeteilt werden und das Labor ist gleichzeitig das 

Expertenlabor. Die genauen Modalitäten der Prüfungsorganisation müssen 

allenfalls anhand der Entwicklung der Situation des Corona-Virus kurzfris-

tig angepasst werden. Es ist damit zu rechnen, dass aus logistischen Grün-

den (insbesondere der für die Bearbeitung der Aufgabenstellungen not-

wendigen Gerätschaften) für ihn die Auswahl der Lose eingeschränkt wer-

den muss. Dem Gesuchsteller wird im Extralabor keine vollständige, ei-

gene Infrastruktur zur Verfügung stehen. Er muss somit wie die anderen 

Kandidatinnen und Kandidaten bestimmte Geräte wie z.B. Waagen im 

grossen Labor (wo die grösste Kohorte Kandidatinnen / Kandidaten geprüft 

wird), benutzen bzw. dort Substanzen, Hilfsmittel etc. selber (das heisst 

ohne Beizug von Hilfspersonen) holen. Dabei hat er zu berücksichtigen, 

dass im grossen Labor ab 11:45 Uhr abgewaschen wird (für die Bereitstel-

lung des Labors für die Nachmittagskohorte) und er daher seine prakti-

schen Arbeiten so einzuteilen hat, dass möglichst wenig Arbeit im grossen 

Labor ab 11:45 Uhr zu verrichten ist. Bei der Auswahl der Prüfungsaufgabe 

wird die Examinatorin / der Examinator darauf Einfluss nehmen, dass die 

Interaktion im anderen Labor so gering wie möglich ist. Die Türe zwischen 

dem kleinen und dem grossen Labor kann ab diesem Zeitpunkt geschlos-

sen werden, dient aber als wichtiger Durchgang für die Examinatoren." 

B-5115/2022 

Seite 20 

Einerseits ist fraglich, inwiefern ein Rückzug des Gesuchs nach bereits 

darüber ergangenem Entscheid möglich gewesen wäre. Andererseits wird 

vom Beschwerdeführer in keiner Weise konkretisiert, inwiefern der Um-

stand, dass er durch den Examinator beobachtet worden sei, zu Hektik ge-

führt habe und dies bei ihm motorische Blockaden ausgelöst haben könnte. 

Auch aus den Akten gehen keine Hinweise hierauf hervor. Ohnehin werden 

Prüfungen regelmässig beaufsichtigt – ob dies nun im Zusammenhang mit 

der Gewährung eines Nachteilsausgleichs ausdrücklich erwähnt wird oder 

nicht – und ist ein entsprechendes Beobachten unumgänglich. Auch ist 

dem Beschwerdeführer nicht zu folgen, wenn er vorbringt, ihm sei durch 

die unterlassene vorgängige verfügungsweise Anordnung der separaten 

Beobachtung und Protokollierung sein Recht genommen worden, sich in 

einem allfälligen Rechtsmittelverfahren dagegen zu wehren, rügt er dies 

doch gerade im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Es ist nicht ersicht-

lich, inwiefern dadurch der Grundsatz von Treu und Glauben verletzt wor-

den sein könnte. Das Gleiche gilt für den – durch die Vorinstanz nicht in 

Abrede gestellten – Vorwurf, diese habe zum eigenen Schutz vor administ-

rativem Aufwand detaillierte Notizen über ihn angefertigt. So gehört es 

letztlich auch zu ihren Aufgaben, im Falle eines Rechtsmittelverfahrens ih-

ren Standpunkt darlegen zu können. Insgesamt ist somit weder geltend 

gemacht noch ersichtlich, inwiefern aus dem Entscheid der Vorinstanz vom 

25. Juli 2022 oder ihrem übrigen Verhalten Zusicherungen abzuleiten wä-

ren oder dadurch das Verhalten des Beschwerdeführers beeinflussende 

Erwartungen begründet, und diese enttäuscht worden wären. Die Tatsa-

che, dass der Beschwerdeführer – und eine weitere Kandidatin – die Prü-

fung räumlich separat von den übrigen Prüfungskandidaten ablegten, 

musste dazu führen, dass sie auch separat beaufsichtigt werden. Dafür, 

dass in diesem Rahmen vonseiten der Vorinstanz rechtsmissbräuchlich 

gehandelt wurde, finden sich keine Hinweise und ein Verstoss gegen den 

Grundsatz von Treu und Glauben ist nicht auszumachen. 

7.4.2 Der Beschwerdeführer befand sich, wie dargelegt, zusammen mit ei-

ner weiteren Prüfungskandidatin, welcher ein Nachteilsausgleich gewährt 

worden ist, in einem separaten Labor. Dies mag eine durchaus sinnvolle 

Massnahme darstellen und wird als solche vom Beschwerdeführer auch 

nicht gerügt. Gemäss dessen übereinstimmenden Ausführungen und den-

jenigen der Vorinstanz war der Experte A._______ für die Beaufsichtigung 

im separaten Labor zuständig. Auch die Zuweisung mindestens einer stän-

dig anwesenden Expertin bzw. eines Experten pro Labor scheint sachge-

recht. Es kann letztlich offenbleiben, ob der Experte auch mit der Beobach-

tung und Protokollierung der anderen Prüfungskandidatin betraut war, oder 

B-5115/2022 

Seite 21 

ob hierzu, wie der Beschwerdeführer vorbringt, der sich ansonsten im an-

deren Labor befindliche Hauptexaminator ab und zu vorbeigekommen ist. 

Störungen durch dessen Präsenz respektive dessen Hin- und Hergehen 

zwischen den Laboren macht der Beschwerdeführer gerade nicht geltend, 

sondern nur eine nicht näher substantiierte Irritation und Verunsicherung 

durch die Begleitung des Experten bis zur Toilette. Wie die Vorinstanz vom 

Beschwerdeführer unwidersprochen ausführt, wurde allerdings gerade 

Letzteres bei allen Kandidatinnen und -kandidaten gleich gehandhabt. Ein 

allenfalls minimal unterschiedliches Verhältnis von Aufsichtsperson zu be-

aufsichtigten Kandidatinnen und Kandidaten in verschiedenen Laboren 

stellt zudem noch keine Verletzung des Anspruchs auf gleiche Prüfungs-

bedingungen dar, zumal hier ein vernünftiger Grund für eine Abweichung 

in den geschilderten Verhältnissen zu erblicken ist. 

Zwar trifft es zu, dass eine Kandidatin respektive ein Kandidat eine Prüfung 

unter Umständen sollte erbringen können, die eine volle Konzentration auf 

die gestellten Aufgaben ermöglichen. Störungen und Ablenkungen, welche 

die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, sind zu vermeiden. Das will 

jedoch nicht besagen, dass jede geringfügige Störung oder Unterbrechung 

zum Anlass genommen werden kann, um die Durchführung des Prüfungs-

verfahrens in Frage zu stellen. Vielmehr muss die Beeinträchtigung so 

schwerwiegend sein, dass sie nach dem Lauf der Dinge und der allgemei-

nen Lebenserfahrung geeignet ist, die Feststellung der Leistungsfähigkeit 

und des Wissens der Kandidatin respektive des Kandidaten zu verunmög-

lichen oder doch wesentlich zu erschweren (Urteil des BGer 2D_6/2010 

vom 24. Juni 2010 E. 5.3.1). Selbst wenn der Experte A._______ aus-

schliesslich für die Beobachtung und Protokollierung des Beschwerdefüh-

rers zuständig gewesen sein sollte, ist damit nicht ersichtlich, inwiefern dies 

in kausaler Weise das Prüfungsergebnis des Beschwerdeführers beein-

flusst haben sollte. 

7.4.3 Hinzu kommt, dass Verfahrensmängel im Prüfungsablauf, wenn dies 

nicht unzumutbar erscheint, grundsätzlich sofort vorgebracht werden müs-

sen. Rügen wegen derartiger Mängel trotz zumutbarer sofortiger Geltend-

machung erst nach Ergehen des negativen Prüfungsbescheids im Rechts-

mittelverfahren zu erheben, widerspricht dem Grundsatz von Treu und 

Glauben (Urteil des BVGer B-4906/2021 vom 17. Oktober 2022 E. 3.8.8 

[betreffend den Beschwerdeführer] m.H.). Vorliegend ist nicht ersichtlich, 

inwiefern es dem Beschwerdeführer nicht zumutbar gewesen wäre, bereits 

anlässlich der Prüfung gegen die Beobachtung durch den Experten zu 

B-5115/2022 

Seite 22 

opponieren, wenn diese ihn massiv in seiner Konzentration gestört hätte. 

Die Rüge erweist sich deshalb auch als verspätet. 

7.5 Ein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben oder gegen 

das Gebot der Gleichbehandlung liegt damit nicht vor. 

8.  

Der angefochtene Entscheid vom 5. Oktober 2022 ist nach dem Gesagten 

nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und 

ist abzuweisen. 

9.  

Das von der Vorinstanz gestellte Gesuch um Entzug der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde wird mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsa-

che gegenstandslos, womit nicht weiter darauf einzugehen ist. 

10.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hätte der Beschwerdeführer 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ihm wurde je-

doch mit Zwischenverfügung vom 24. November 2022 die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt, weshalb auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 

verzichten ist. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). 

11.  

Nach Art. 83 Bst. t BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das 

Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich 

auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. 

Unter diesen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen 

Sinn, aber auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der 

intellektuellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandi-

daten beziehen (BGE 138 II 42 E. 1.1 m.w.H.). Wenn andere Entscheide 

im Zusammenhang mit einer Prüfung strittig sind, insbesondere solche or-

ganisatorischer oder verfahrensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel 

zulässig (BGE 147 I 73 E. 1.2.1 m.w.H.). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

B-5115/2022 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mia Fuchs Pascal Sennhauser 

 

 

  

B-5115/2022 

Seite 24 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 12. Juli 2023 

 

  

B-5115/2022 

Seite 25 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 535.4-3693; Gerichtsurkunde)