# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d16e3c5a-f5ba-52a1-80c0-2a9a78c59ec5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-08-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.08.2002 SB 2002 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2002-21_2002-08-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 21. August 2002 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 02 21 (mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuar ad hoc Infanger.

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In der strafrechtlichen Berufung

des E. T., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Guido Lazzarini, 
Via Retica 26, 7503 Samedan,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Maloja vom 6. Juni 2002, mitgeteilt am 
17. Juni 2002, in Sachen gegen den Berufungskläger, 

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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A. E. T. wurde am X in S. geboren. Er ist in S. aufgewachsen und besuchte 
dort die Primarschule. Die Sekundarschule absolvierte er in S.. Danach machte er 
die Lehre als Elektromonteur bei der Firma P. in S.. Nach der Lehre arbeitete er im 
Winter als Skilehrer und im Sommer hielt er sich meistens im Ausland auf. Im Jahre 
1983 absolvierte der Berufungskläger eine fünfmonatige Ausbildung bei der Versi-
cherung Z.. Er war dann bis im Jahre 1995 als Versicherungsagent tätig. Danach 
machte er sich selbständig und gründete eine Werbefirma, welche er bis im Jahre 
2001 inne hatte. Momentan ist der Berufungskläger gemäss eigenen Angaben ar-
beitslos.

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 20. März 
2002 geniesst der Berufungskläger einen unbescholtenen Leumund. Dem Auszug 
aus dem Betreibungsregister vom 21. März 2002 kann entnommen werden, dass 
seit 1. März 1999 zehn Betreibungen gegen den Berufungskläger angehoben wur-
den.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist der Berufungskläger mit einer Ein-
tragung verzeichnet. Am 6. Februar 1996 verurteilte ihn der Kreispräsident Y. wegen 
grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 800.--. Der Eintrag ist 
gelöscht. Im Jagd- und Fischereiregister des Kantons Graubünden figuriert er mit 
sechs Eintragungen aus den Jahren 1990, 1993, 1994, 1997, 1999 und 2000 wegen 
Fehlabschüssen, wobei in fünf Fällen eine Selbstanzeige erfolgte. 

B. Am 11. November 2001 reichte der Wildhüter A. beim Kreisamt Oberen-
gadin Anzeige gegen den Berufungskläger und den entsprechenden Rapport ein, 
dem folgender Sachverhalt aus der Sicht des Wildhüters zu entnehmen ist:

„Am 11. November 2001 war ich im Banngebiet Bernina (rechte Tal-
seite) oberhalb der Waldgrenze, um den Jagdbetrieb zu beobachten. 
Im Gebiet ‚Muot da Crasta’ hörte ich dann kurz vor 07.30 Uhr die ers-
ten Schüsse. Kurz darauf flüchteten fünf Hirsche in die ‚Blais Granda’ 
aufwärts. Es handelte sich um eine Hirschkuh, ein Kalb, ein Schmaltier 
und zwei Hirschstiere. Die zwei Hirschstiere zogen in den nahegele-
genen Wald. Die anderen drei Tiere zogen hoch in die ‚Blais Granda’ 
hinauf und beruhigten sich dort. Etwas später fielen noch einmal 
Schüsse. Ich sah dann nur kurz die Hirschkuh mit dem Kalb und das 
Schmaltier in den nahegelegenen Wald flüchten. Auch konnte ich nicht 
feststellen, ob eines dieser Tiere angeschossen wurde. Gegen 10.00 
Uhr hörte ich etwas weiter taleinwärts einen Schuss. Kurz darauf sah 
ich ein Kalb und ein Schmaltier flüchten. Da war mir klar, dass das 
Muttertier erlegt wurde. Deshalb beobachtete ich genau, wohin das 
Hirschkalb flüchtete. Nach einer grösseren Flucht nischte sich das 
Kalb dann zwischen kleinere Felswände ein. Das Schmaltier flüchtete 

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alleine taleinwärts. Beim Beobachten der flüchtenden Tiere konnte ich 
nicht feststellen, dass ein Tier verletzt war. Ich begab mich dann hin-
unter ins Tal, um auf der anderen Seite des Tales das Hirschkalb zu 
erlegen. Gegen 11.00 Uhr habe ich das Kalb mit einem Trägerschuss 
erlegt. Beim Kalb habe ich bemerkt, dass es noch einen tiefen Lauf-
schuss hatte. Der Laufschuss war vorne rechts und hatte den Kno-
chen nicht beschädigt, deshalb konnte das Kalb noch ‚normal’ gehen. 
Als ich das Tier ausgeweidet hatte und mit diesem fast den Weg er-
reicht hatte, erschien der Jäger E. T.. Er dankte mir sofort, dass ich 
sein angeschossenes Kalb erlegen konnte. Nachdem T. hundertpro-
zentig überzeugt war, dass er das Kalb angeschossen hatte, habe ich 
ihm das Tier überlassen. T. fuhr dann mit seinen Jagdkollegen talaus-
wärts. In der Zwischenzeit erfuhr ich vom Jäger B., dass C. sehr weit 
geschossen habe. Ich nahm Kontakt mit dem Jagdaufseher G. D. auf 
und sagte ihm, dass er T. aufsuchen und mit ihm ins Rosegtal kommen 
soll. Ich stieg in die ‚Blais Granda’ hoch um den Anschuss des Kalbes 
zu suchen, welchen ich dann auch gefunden und markiert habe. Da-
nach stieg ich in Richtung ‚Muot da Crasta’ ab. JFA D. und T. stiegen 
zu mir hinauf. Ich forderte T. auf, uns zu zeigen, wo sein Standort war, 
als er das Hirschkalb angeschossen hatte. T. konnte uns nicht mehr 
ganz genau zeigen, von wo aus er geschossen hatte. Er zeigte uns 
seinen Standort in einem Umkreis von ca. 30 Metern. Nach längerem 
Suchen fanden T., JFA D. und ich ziemlich genau den Standort, von 
wo aus er das Kalb angeschossen hatte. Der angegebene Standort 
T.s ist die kürzeste mögliche Distanz von wo aus er das Kalb ange-
schossen hatte. Wäre er höher gewesen, hätte man Fussspuren im 
Schnee gefunden. Die Jäger B. und F. waren auch in diesem Gebiet. 
Beide haben T. nicht gesehen, als er auf das Kalb geschossen hatte. 
Sie bestätigten mir jedoch, dass T. bestimmt nicht weiter taleinwärts 
war, als die beiden alleinstehenden Lärchen in der ‚Blais Granda’. So-
mit kann mit Sicherheit gesagt werden, dass die Schussdistanz von 
266 Meter die minimale Distanz zum Hirschkalb war. Anschliessend 
stiegen wir noch zum Anschuss des Kalbes hoch. Den Anschuss hat 
T. auch gut sehen können. Zum Schluss stiegen wir gemeinsam ins 
Tal hinunter und T. wurde bei mir zuhause einvernommen.“

Mit Schreiben vom 5. Dezember 2001 wurde der Berufungskläger aufgefor-
dert, zum in Betracht fallenden Übertretungstatbestand im Sinne der Jagdbetriebs-
vorschriften 2001, IV/B, Hirschwild, Ziff. 3 und Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG in Verbin-
dung mit Art. 47 Abs. 1 KJG und Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG Stellung zu nehmen.

In der Vernehmlassung des Berufungsklägers vom 11. Januar 2002 wurde 
der Antrag gestellt, das Verfahren sei einzustellen, eventualiter sei der Berufungs-
kläger von Schuld und Strafe freizusprechen, und das Protokoll der Einvernahme 
des Berufungsklägers vom 11. November 2001 sei aus dem Recht zu weisen mit 
der Begründung, es sei von einem falschen Standort des Schützen ausgegangen 

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worden, weshalb die Schussdistanz lediglich 160 Meter betrage, wie dies der 
Schütze vor dem Schuss auch geschätzt habe. Die Aussage des Berufungsklägers 
im Protokoll vom 11. November 2001 könne zudem – unter Verweis auf einen nicht 
publizierten Bundesgerichtsentscheid – nicht verwertet werden, da der Berufungs-
kläger vor der Einvernahme nicht auf seine Rechte aufmerksam gemacht worden 
sei.

Mit Strafmandat des Kreispräsidenten Oberengadin vom 18. Januar 2002, 
mitgeteilt am 30. Januar 2002, wurde der Berufungskläger der Widerhandlung ge-
gen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG schuldig gespro-
chen und dafür mit einer Busse von Fr. 600.00 bestraft. Sodann wurde ihm für die 
Dauer von zwei Jahren die Jagdberechtigung entzogen (Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG).

 C. Dagegen erhob der Berufungskläger am 7. Februar 2002 frist- und form-
gerecht Einsprache beim Kreisamt Oberengadin. Daraufhin wurden die Akten dem 
Präsidenten des Bezirksgerichts Maloja zur Durchführung der Untersuchung nach 
den Vorschriften über das ordentliche Strafverfahren überwiesen (vgl. Art. 175 Abs. 
1 StPO). Die Untersuchung führte die Bezirksrichterin Roner-Rölli.

Nach abgeschlossener Untersuchung erliess die Bezirksrichterin Roner-Rölli 
am 23. April 2002 die Anklageverfügung.

Im Beisein seines damaligen Rechtsvertreters lic. iur. Stefan Metzger nahm 
der Berufungskläger an der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss 
Maloja teil. Wie er auf entsprechenden Vorhalt dem Gericht gegenüber erklärte, 
habe er gesehen, dass er das Kalb angeschossen habe. Er sei dem Kalb, welches 
im Wald verschwunden sei, nicht nachgegangen und habe statt dessen im Tal seine 
Jagdkollegen geholt. Mit ihnen habe er den Wald durchgetrieben. Er sei alsdann auf 
Schweiss gestossen und habe daher seinen Schweisshund holen wollen. Als er im 
Tal angekommen sei, habe man ihm gesagt, dass der Wildhüter das Kalb geschos-
sen habe. Er sei dem Wildhüter entgegen gegangen. Als er diesen antraf, habe er 
ihm unverzüglich sagen können, dass er das Kalb unten am rechten Vorderlauf ver-
letzt habe. Er habe dies auf die grosse Distanz gesehen. Der Wildhüter habe ihm 
daraufhin das Tier gegeben. Dies sei der Beweis dafür, dass er gesehen habe, wo 
er das Kalb getroffen habe. Er gebe zu, zu weit geschossen zu haben und zwar auf 
eine Distanz von 266 Metern. Alles andere der ihm vorgehaltenen Sachverhaltsdar-
stellung und auch die inneren Momente gebe er aber nicht zu. Als er mit dem Wild-
hüter und dem Jagdaufseher zur Abschussstelle hochgestiegen sei, sei er zudem 

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verwirrt gewesen. Er habe den Standort daher nicht mehr genau eruieren können. 
Er hab die Distanz auf 160 Meter geschätzt und sich dabei eindeutig verschätzt. Die 
Busse könne er akzeptieren. Er wehre sich aber gegen den Patententzug von zwei 
Jahren wegen einer Verschätzung. Der Berufungskläger liess anlässlich der Haupt-
verhandlung die Anträge stellen, er sei der fahrlässigen Widerhandlung gegen Art. 
15 Abs. 1 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG schuldig zu sprechen. Dafür 
sei er mit einer Busse von Fr. 600.-- zu bestrafen. Von der Widerhandlung bzw. vom 
Vorwurf der vorsätzlichen Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 in Verbindung mit 
Art. 47 Abs. 1 KJG sei der Berufungskläger freizusprechen. Die kreisamtlichen Ge-
bühren und Barauslagen in Höhe von insgesamt Fr. 437.20 seien dem Kreis, allen-
falls dem Kanton aufzuerlegen. Die Gerichtskosten vor Bezirksgerichtsausschuss 
Maloja seien zu 1/3 ihm und zu 2/3 dem Kreis Oberengadin aufzuerlegen, der ihn 
anteilsmässig zudem für seine Verteidigung inklusive Mehrwertsteuer zu entschä-
digen habe. In seinem Schlusswort führte der Berufungskläger aus, dass er dazu 
stehen würde, sich hinsichtlich der Schussdistanz vollkommen verschätzt zu haben. 
Er habe zu weit geschossen. Die Schätzung sei jedoch nicht leicht gewesen. Er 
möchte zudem gleich behandelt werden, wie alle anderen, und möchte nicht, das 
man ihm seine grösste Passion, die Jagd, wegnehme.

D. Mit Urteil vom 6. Juni 2002, mitgeteilt am 17. Juni 2002, erkannte der Be-
zirksgerichtsausschuss Maloja:

„1. E. T. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 
KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

2. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von CHF 400.-.

3. Gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG wird E. T. für die Dauer von 
2 Jahren von der Jagdberechtigung ausgeschlossen.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Barauslagen inkl. polizeiliche Tatbestandsaufnahme CHF 137.20

- den kreisamtlichen Gebühren des Mandatsverfahrens CHF 250.00

- Kompetenzentscheid Kreispräsident CHF 50.00

- den Kosten der Untersuchung CHF 100.00

- der Busse CHF 400.00

- der Gerichtsgebühren CHF 400.00

Total CHF1'337.20

gehen zu Lasten von E. T..

5. (Rechtsmittelbelehrung)

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6. (Mitteilung an:)“

E. Dagegen erhob E. T. mit Eingabe vom 5. Juli 2002 Berufung beim Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden und stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Maloja vom 6. Juni 
2002 ist aufzuheben. Es ist eine mündliche Verhandlung vor dem 
Kantonsgerichtsausschuss durchzuführen, an welcher C. T. von 
den Richtern nochmals einvernommen werden soll.

2. C. T. sei der fahrlässigen Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 
KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG schuldig zu sprechen. 
Dafür sei er mit einer Busse von Fr. 600.00 zu bestrafen.

3. Von der Anklage bzw. Vorwurf der vorsätzlichen Widerhandlung 
gegen Art. 15 Abs. 1 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG 
sei C. T. frei zusprechen.

4. Die kreisamtlichen Gebühren und Barauslagen von Fr. 437.20 
sind dem Kreis, allenfalls dem Kanton aufzuerlegen.

5. Die Gerichtskosten vor dem Bezirksgericht Maloja sind dem Staat 
aufzuerlegen, der C. T. anteilsmässig für den Beizug eines priva-
ten Verteidigers mir Fr. 500.00 zu entschädigen habe.

6. Die Gerichtskosten vor dem Kantonsgerichtausschuss sind dem 
Kanton aufzuerlegen. Zudem ist C. T. angemessen zu entschädi-
gen.“

Es sei erwiesen, dass es sehr schwierig sei, Distanzen von blossem Auge 
einzuschätzen. Lichteinwirkungen, Gelände und Schnee könnten eine Fehlein-
schätzung der Distanz bewirken. So sei es am 11. November 2001 im Val Roseg 
geschehen. Nachdem er, der Berufungskläger, das Hirschkalb als jagdbar ange-
sprochen habe, habe er die Distanz auf maximal 160 Meter geschätzt. Da Schnee 
gelegen habe, sei ihm das Hirschkalb viel grösser und auch näher erschienen. Mit 
gutem Gewissen habe er sich entschieden, einen sauberen Schuss abzugeben. Lei-
der habe der Schuss das Hirschkalb tief im Lauf getroffen. Wenn er die Distanz 
gekannt hätte, hätte er nie geschossen. Da er die Distanz mit 160 Metern geschätzt 
habe, sei er sich eines sauberen Schusses sicher gewesen. Er sei davon überzeugt, 
dass 5000 von 6000 Jäger ebenfalls geschossen hätten. Er sei der Meinung, weid-
gerecht gehandelt zu haben. Als Schweisshundführer kenne er auch das erforderli-
che Verhalten nach dem Schuss. Auch diesbezüglich sei ihm kein Fehler bewusst. 
Das Tier sei 3,5 Stunden nach dem Schuss erlegt worden. Er habe alles Notwen-
dige unternommen, um das verletzte Tier zu erlegen. Er geniesse zudem in Jagd- 
und Wildhüterkreisen einen guten Ruf und hoffe, gleichbehandelt zu werden wie E. 

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und wie der Jäger in einem weiteren Jagdfall im Kreis Suot Tasna. In beiden ge-
nannten Fällen sei kein Patententzug verfügt worden.

F. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 11. Juli 
2002 unter Hinweis auf die Akten die Abweisung der Berufung. Ergänzend hielt die 
Staatsanwaltschaft fest, dass auch das Schiessen aus einer zu weiten Schussdi-
stanz zu den schwerwiegendsten vorsätzlichen Jagdkontraventionen im Sinne von 
Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG zählen würde. Aus diesem Grund habe das Amt für Jagd 
und Fischerei in die Weisungen zum Jagdbetrieb der Jahre 2000 und 2001 an die 
Wildhüter und Jagdaufseher folgende Richtlinien über das Vorgehen bei Anzeigen 
mit Bezug auf unweidmännisches Jagen aufgenommen:

„- Schlechter Schuss beim Tier, allenfalls Fehlschuss.

 - Distanz über 200 m.

 - Wenn die Stellung des Tieres ungünstig oder das Tier in Bewegung 
ist, kann insbesondere bei Reh und Gemse die Schussdistanz auch 
unter 200 m sein.“

Diese Anweisungen würden in erster Linie im Zusammenhang mit den ballis-
tischen Daten der gebräuchlichen Jagdmunition stehen. Dass das Schätzen von 
Distanzen schwierig sei, sei jedem Jäger bekannt. Ein geeignetes Instrument zum 
Schätzen der Distanz sei das Zielfernrohr, mit welchem anhand des Verhältnisses 
zwischen Tierkörper und Balkenabstand im Absehen die Entfernung zum Tier er-
mittelt werden könne. Bei der Beurteilung, ab welcher Schussdistanz eine schwer-
vorsätzliche Jagdrechtsübertretung im Sinne von PKG 1991 Nr. 37 vorliegen würde, 
die den Jagdausschluss rechtfertigt, sei auf die Umstände des Einzelfalles abzu-
stellen. Wer jedoch – wie im vorliegend Fall – auf ein Hirschkalb mit einer Wider-
risthöhe von ca. 100 cm auf eine Distanz von 266 Metern schiesse, obwohl eine 
schlechte Schusslage zweifelsfrei voraussehbar gewesen sei, handle, wie der Be-
zirksgerichtsausschuss Maloja zu Recht angenommen habe, keinesfalls fahrlässig. 
Anhand der ballistischen Daten, die auf jeder Munitionsverpackung aufgedruckt sei, 
und unter Zuhilfenahme des Zielfernrohres zur Abschätzung der Schussdistanz, 
hätte E. T. als erfahrener Jäger auf einfache Art und Weise klar erkennen müssen, 
dass er viel zu weit schiessen werde. Dies beweise auch die am Hirschkalb festge-
stellte Schussverletzung, die im weitesten Sinne eine tierquälerische Handlung dar-
stelle. Solches Handeln indiziere geradezu einen Jagdausschluss. Von einer Pra-
xisänderung der Staatsanwaltschaft oder gar einer Ungleichbehandlung könne 
keine Rede sein. Ein Vergleich zwischen der Verfehlung des Berufungsklägers und 
derjenigen in Sachen E. halte nicht stand. Schliesslich sei zu bedenken, dass der 

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Berufungskläger insgesamt sechs Mal wegen Jagdkontraventionen zur Rechen-
schaft gezogen worden sei.

G. Der Bezirksgerichtsausschuss Maloja verzichtete mit Schreiben vom 16. 
Juli 2002 unter Verweisung auf die Akten auf die Einreichung einer Stellungnahme.

H. E. T. war anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerichtsaus-
schusses von Graubünden vom 21. August 2002 in Begleitung seines neuen An-
waltes, Dr. iur. Guido Lazzarini, anwesend. Die Staatsanwaltschaft verzichtete ge-
stützt auf Art. 145 Abs. 4 StPO auf eine Teilnahme. Gegen die Zusammensetzung 
und die Zuständigkeit des Kantonsgerichtsauschusses wurden keine Einwände er-
hoben. 

Bei der Befragung von E. T. zu seiner Person gab dieser zu Protokoll, er sei 
nach wie vor arbeitslos. Jedoch habe er alle seine Betreibungen erledigt. 

Zur Sache sagte der Berufungskläger aus, dass er den von der Vorinstanz 
festgehaltenen Sachverhalt anerkennen würde. Das Hirschkalb sei aber stillgestan-
den. Er sei auch davon überzeugt gewesen, dass er lediglich auf eine Distanz von 
160 Metern geschossen habe. Die Distanz sei schwierig zu messen gewesen, zu-
mal Schnee gelegen habe und daher das Tier grösser und somit auch näher er-
schienen sei. Seinen Distanzmesser habe er nicht dabei gehabt.

Zu Beginn seines Plädoyers stellte der Rechtsvertreter des Berufungsklägers 
die folgenden neuen Anträge:

„1. Die Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

2. Gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG sei E. T. für die Dauer von 1 
Jahr von der Jagdberechtigung auszuschliessen.

3. Die vorinstanzlichen Kosten von insgesamt Fr. 937.20 seien zwi-
schen dem Kreis Oberengadin und dem Angeklagten hälftig auf-
zuteilen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens vor Kantonsgerichtsaus-
schuss und die ausseramtliche Entschädigung von pauschal Fr. 
1'000.-- seien dem Kanton Graubünden aufzuerlegen.“

Die Anträge wurden damit begründet, dass der von der Vorinstanz festge-
stellte Sachverhalt zwar zutreffe, der Berufungskläger aber aufgrund der Schnee-

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lage getäuscht worden sei. Wenn er gewusst hätte, dass das Tier 266 Meter entfernt 
war, hätte er sicher nicht geschossen. Das subjektive Empfinden des Berufungsklä-
gers betreffend der Schussdistanz sei ihm anzurechnen. Es sei auch zu beachten, 
dass sich der Vorfall in der Nachjagd abspielte. Während dieser Zeit seien die 
Hirschkälber bereits etwas grösser. Ferner würden Hirsche allgemein aus grösseren 
Distanzen geschossen. Gemäss Hinweis eins Jagdaufsehers könnten Hirsche bis 
zu einer Distanz von 200 Metern geschossen werden. Daher habe der Berufungs-
kläger höchstens eventualvorsätzlich gehandelt. Selbst bei gewöhnlichem Vorsatz 
werde nicht zwangsläufig ein Patententzug angeordnet, weshalb dies erst recht bei 
eventualvorsätzlichem Handeln gelten müsse. Der Berufungskläger habe den 
Fluchtweg des angeschossenen Tiers gekannt, weshalb er auf die Markierung des 
Anschussortes verzichtet habe. Der Vergleich mit dem Fall des E. sei ferner keines-
wegs abwegig. Der vorliegende Fall sei zwar in der Sache richtig beurteilt worden, 
der Patententzug sei aber masslos. Im Fall E. sei das Patent nicht entzogen worden, 
obwohl dieser Vorfall viel schwerwiegender als der vorliegend zu beurteilende Fall 
gewesen sei. Eine derart harte Bestrafung des Berufungsklägers würde zu einer 
ungleichen Behandlung führen. Insgesamt handle es sich um einen harmlosen 
Jagdvorfall. Der Berufungskläger fühle sich indes – bei einem Vergleich mit dem 
Fall E. – in seinem Rechtsempfinden verletzt. Mit der Halbierung der vorinstanzli-
chen Kosten und einem Patententzug von einem Jahr könne der Berufungskläger 
jedoch leben. 

In seinem Schlusswort hielt der Berufungskläger nochmals fest, dass er nicht 
geschossen hätte, wenn er die wahre Schussdistanz gekannt hätte. Für ihn sei der 
Patententzug sehr gravierend, da die Jagd seine Passion sei. Er wolle nur gleich 
behandelt werden wie E..

Auf weitere Ausführungen in den Rechtsschriften und im Plädoyer sowie auf 
das angefochtene Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägun-
gen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Vorliegend ist der Berufungskläger geständig, auf eine Distanz von 266 
Metern auf das Hirschkalb geschossen zu haben und es unterlassen zu haben, eine 
gründliche Nachsuche aufgenommen zu haben. Er hat sich daher – insbesondere 

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mit dem Schuss aus weiter Distanz – unweidmännisch verhalten, weshalb er der 
Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG 
schuldig ist. Entsprechend blieben die Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils 
des Bezirksgerichtsausschusses Maloja vom 6. Juni 2002 gemäss den anlässlich 
der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerichtsausschuss gestellten neuen Anträ-
gen unangefochten. Es ist bei der nachstehend vorzunehmenden Beurteilung des 
angefochtenen Patententzuges somit davon auszugehen, dass der Berufungsklä-
ger vorsätzlich gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG verstossen hat. Dazu ist nicht mehr 
weiter Stellung zu nehmen, da die Bestrafung des Berufungsklägers wegen nicht 
weidgerechtem Jagdausüben im vorgenannten Sinn anerkannt ist und von ihm ein-
zig noch der Patententzug und die Kostenverteilung angefochten bleiben.

2. a) Auch an der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerichtsausschuss 
wurde nochmals darauf hingewiesen, dass der Berufungskläger nicht auf sein Aus-
sageverweigerungsrecht hingewiesen worden sei, weshalb das Einvernahmeproto-
koll vom 11. November 2001 aus dem Recht zu weisen sei.

b) Die Frage, ob dieses Einvernahmeprotokoll verwertet werden durfte, 
braucht indes nicht weiter geprüft zu werden, da die vorsätzliche nicht weidgerechte 
Jagdausübung unangefochten blieb und mittlerweile in Rechtskraft erwachsen ist. 
Selbst wenn somit das Einvernahmeprotokoll aus dem Recht gewiesen würde, 
würde sich am Schuldspruch nichts ändern. Schliesslich sei darauf hingewiesen, 
dass es kein absolutes Verbot gibt, solche im vorliegenden Sinn beanstandete Ein-
vernahmeprotokolle zu verwerten (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri, Schweizeri-
sches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 1999, § 39 N 15).

3. a) Die Voraussetzungen, unter denen der Ausschluss von der Jagdberech-
tigung auszusprechen ist, werden in Art. 48 KJG abschliessend umschrieben. 
Gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG ist vom Richter die Jagdberechtigung für die Dauer 
von mindestens einem und höchstens zehn Jahren zu entziehen, wenn der Täter 
wegen einer schweren vorsätzlichen Jagdrechtsübertretung bestraft wird. 

b) Zu den schwerwiegendsten vorsätzlichen Jagdkontraventionen sind jene 
Straftatbestände des Jagdgesetztes zu zählen, die im weitesten Sinne im Zusam-
menhang mit einer tierquälerischen Handlung stehen. Als solche werden das 
Schiessen aus einer zu weiten Schussdistanz und das Unterlassen einer notwendi-
gen Nachsuche betrachtet (PKG 1991 Nr. 37). Der Berufungskläger ist einer sol-
chen schweren vorsätzlichen Jagdkontravention schuldig gesprochen worden, wes-

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halb ihm zwingend das Patent zu entziehen ist. In diesem Zusammenhang sei der 
Hinweis darauf erlaubt, dass die vom Berufungskläger angeführten Strafverfahren, 
aus denen der Berufungskläger eine Gleichbehandlung ableitet, grundsätzlich und, 
wie das Studium der beigezogenen Akten des Falles E. ergab, auch konkret für den 
vorliegenden Fall ohne Belang sind, zumal der Kantonsgerichtsausschuss diese 
Fälle nicht zu beurteilen hatte und jeder Fall aus der besonderen Situation heraus 
zu beurteilen ist. Nachstehend bleibt mithin einzig zu prüfen, für welche Dauer dem 
Berufungskläger die Jagdberechtigung zu entziehen ist.

4) a) Die Dauer des Patententzuges muss in Anwendung von Art. 63 StGB 
festgesetzt werden, das heisst nach dem Verschulden des Täters unter Berücksich-
tigung der Beweggründe, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse des 
Schuldigen. Bei der Strafzumessung kommt dem Kantonsgerichtsausschuss ge-
genüber den unteren Instanzen eine freie Ermessenskontrolle zu (Art. 146 Abs. 1 
StPO, Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
[StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 375). Entsprechendes gilt für die Zumessung der 
Dauer des Patententzuges. Er wendet die Regeln über die Strafzumessung 
selbständig an. Die Strafzumessung ist vom Schuldprinzip beherrscht, hat doch der 
Richter nach Art. 63 StGB die Strafe innerhalb des für den betreffenden Tatbestand 
geltenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich der Begriff des Verschuldens auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Grundlage für die 
Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Ausgehend von ihrem objektiven 
Erscheinungsbild erfolgt sodann eine Bemessung des Tatverschuldens nach der 
Beziehung des Täters zur Tat. Anschliessend wird dieses Verschulden durch 
Berücksichtigung der Motive, des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse im 
Hinblick auf die Persönlichkeit des Schuldigen präzisiert und individualisiert (vgl. 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, 
N 10 zu Art. 63 StGB). Vorstrafen können dabei von erheblicher Bedeutung sein, 
wenn sich der Täter durch diese nicht warnen und von der zu beurteilenden Straftat 
nicht abhalten liess (vgl. BGE 105 IV 226, 102 IV 233; Rehberg, Strafrecht II, 6. 
Aufl., Zürich 1994, S. 78). Bei den Strafzumessungsgründen ist also zwischen der 
Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente sind ins-
besondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit wel-
cher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe zu beachten. Die Täterkompo-
nente umfasst demgegenüber das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie 
das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren wie Reue, Einsicht oder Straf-
empfindlichkeit. Mit anderen Worten variiert das Tatverschulden mit der Schwere 

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des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modalitäten der Tatbe-
gehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben 
werden muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto 
schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (BGE 117 IV 113 ff.; Stratenwerth, 
Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, Bern 
1989, S. 220 ff.). Die den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind je-
weils als Straferhöhungs- und Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens zu berücksichtigen. 

b) Ausgangspunkt bildet vorliegend der in Art. 48 KJG vorgesehene Entzug 
der Jagdberechtigung für die Dauer von mindestens einem und höchstens zehn 
Jahren. Die subjektiven (Schwere des Verschuldens) und die objektiven (Wider-
handlung gegen grundlegende wichtige Regeln) Umstände sind massgebend für 
die Dauer des Patententzuges (PKG 1991 Nr. 37). Das Verschulden wiegt nicht 
besonders schwer. Der Berufungskläger hat aus einer Distanz von 266 Metern auf 
das Hirschkalb geschossen. Der Unrechts- und Schuldgehalt kann aber auch  nicht 
als leicht bezeichnet werden, da die effektive Schussdistanz ca. 100 Meter länger 
war als die weidgerechte Schussdistanz und dem Berufungskläger aufgrund seiner 
diversen Fehlabschüsse die Schuldhaftigkeit seines Tuns bekannt sein musste, zu-
mal ihm die Überprüfung der Distanz mit einem Zielfernrohr einen sichern Anhalts-
punkt der Entfernung des Tieres gegeben und ihn sodann sicherlich auch von einem 
Schuss abgehalten hätte. Bei einer Patentjagd sind die Verhaltensnormen zwin-
gend zu beachten, einesteils aus Achtung vor dem Tier und andernteils zum Schutz 
der Menschen und der Umwelt. Obschon der Schuss aus zu weiter Entfernung auf 
das Tier abgegeben und dieses nicht richtig getroffen wurde, kann dem Berufungs-
kläger nicht angelastet werden, mit seinem nicht weidgerechten Verhalten eine wei-
tere Gefahr für Mensch und Umwelt geschaffen zu haben. Das objektive Erschei-
nungsbild der Tat und das Tatverschulden des Berufungsklägers wiegen aber nicht 
leicht. Der Berufungskläger hätte bei einer ernsthaften Überprüfung der Distanz, 
beispielsweise mit einem Zielfernrohr, zweifelsfrei erkennen müssen, dass die 
Schussdistanz zum Tier zu weit war. Daran ändert auch nichts, dass Schnee lag, 
da dem Berufungskläger als erfahrenen Jäger bekannt sein müsste, dass Tiere vor 
dem Hintergrund von Schnee grösser und entsprechend auch näher erscheinen. 
Etwas spitzfindig ist die Argumentation, in der Nachjagd sei das Hirschkalb grösser 
gewesen, da es bereits mehr futtern konnte. Dieses Argument kann nicht gehört 
werden. Wäre dem so, so müsste gerade ein erfahrener Jäger darum wissen. Die 
Tatkomponente wiegt indes alles in allem nicht besonders schwer, zumal das Fehl-
verhalten nach der Schussabgabe nicht derart schwer wiegt, wie dies die Vorinstanz 

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erwogen hat, und ein verwerfliches Motiv dem Berufungskläger nicht angelastet 
werden kann. Zu Gunsten des Berufungsklägers kann zudem gesagt werden, dass 
er den Anschuss gegenüber dem Wildhüter unverzüglich zugegeben hat. Strafmil-
derungsgründe sind keine gegeben. Strafmindernd wirkt sich der unbescholtene 
Leumund aus. Straferhöhend zu berücksichtigen ist aber, dass der Berufungskläger 
bereits mit sechs Fehlabschüssen im Jagdregister verzeichnet ist. Strafschärfende 
Gründe sind nicht ersichtlich.

c) In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet der Kantonsge-
richtsausschuss einen Patententzug von einem Jahr als dem Verschulden und den 
persönlichen Verhältnissen des Berufungsklägers angemessen. Der eine adminis-
trative Massnahme und nicht eine Nebenstrafe darstellende Warnungsentzug der 
Jagdberechtigung kann nicht gestützt auf Art. 41 StGB bedingt vollzogen werden 
(vgl. PKG 1991 Nr. 38).

5. a) Der Berufungskläger beantragt schliesslich, die vorinstanzlichen Kosten 
seien zwischen dem Kreis Oberengadin und ihm hälftig aufzuteilen. 

b) Dem Verurteilten werden laut Art. 158 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten 
ganz oder teilweise überbunden. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass sich der 
Berufungskläger im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 
Abs. 1 KJG schuldig gemacht hat. Dieser Schuldspruch blieb letztlich unangefoch-
ten. Vor Kantonsgerichtsausschuss wurde lediglich noch die Dauer des Patentent-
zuges gemäss Art. 48 KJG angefochten. Diese wurde nun im Berufungsverfahren 
reduziert. Dennoch rechtfertigt es sich nicht, die vorinstanzliche Kostenregelung zu 
ändern, da der vorinstanzliche Schuldspruch zu Recht erfolgte. Nur wenn die Un-
tersuchung hinsichtlich eines Teils der untersuchten Tatbestände eingestellt oder 
der Berufungskläger vom Gericht nur wegen eines Teils der eingeklagten Tat-
bestände verurteilt worden wäre, hätten ihm allenfalls die aufgelaufenen Verfah-
renskosten nur teilweise überbunden werden können (vgl. Art. 158 Abs. 2 StPO).

6) a) Wird eine Rechtsmitteleingabe gutgeheissen, so entscheidet gemäss 
Art. 160 Abs. 3 StPO das Gericht über die Kostenverteilung.

b) Noch in seiner Berufungsschrift vom 5. Juli 2002 beantragte der Beru-
fungskläger unter anderem, der Schuldspruch sei aufzuheben und er sei der fahr-
lässigen Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 
KJG schuldig zu sprechen. Der Kantonsgerichtsvizepräsident hat sich entspre-
chend diesen Anträgen auf die Hauptverhandlung vorbereitet, was Kosten auslöste. 

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Daher rechtfertigt es sich, die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens im Be-
trag von Fr. 1'200.-- je zur Hälfte dem Berufungskläger und dem Kanton Graubün-
den aufzuerlegen, zumal auch die anlässlich der Hauptverhandlung gestellten An-
träge des Berufungsklägers nur teilweise gutgeheissen wurden. Dem Berufungsklä-
ger wird dagegen eine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen. Der Kantons-
gerichtsausschuss erachtet eine Entschädigung von Fr. 600.-- dem Aufwand ent-
sprechend für angemessen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, und die Ziffer 3 des angefochtenen 
Urteils wird aufgehoben.

2. E. T. wird die Jagdberechtigung gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG für die 
Dauer von einem Jahr entzogen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'200.-- gehen je zur Hälfte zu 
Lasten von E. T. und des Kantons Graubünden, welcher E. T. für das Beru-
fungsverfahren mit Fr. 600.-- zu entschädigen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc