# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebeae2f6-0b13-579e-90f8-e1a4ba2f6d09
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.04.2022 LY200051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY200051_2022-04-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY200051-O/U 

damit vereinigt Geschäfts-Nr. LY200052-O 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw S. Meisel 

Beschluss und Urteil vom 13. April 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufungen gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  
Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 25. November 2020 (FE200069-G) 
 

  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerin (Urk. 5/61 S. 2 und Urk. 5/75 S. 2, sinngemäss): 
1. Es seien die Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, geb. 

tt.mm.2017, unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 
2. Es sei festzustellen, dass die Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, und 

D._____, geb. tt.mm.2017, ihren Wohnsitz bei der Gesuchstellerin 
haben. 

3. Es sei der Gesuchstellerin zu bewilligen, den Aufenthaltsort der Kin-
der C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, geb. tt.mm.2017, nach 
Brasilien zu verlegen. 

4. Es sei für den persönlichen Verkehr zwischen dem Gesuchsteller 
und den Kindern eine angemessene Regelung mit begleiteten Besu-
chen und Videotelefonie zu treffen. 

5. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen 
Prozesskostenvorschuss von CHF 62'180.30 zu bezahlen. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7% 
Mehrwertsteuer, zulasten des Gesuchstellers. 

 
des Gesuchstellers (Urk. 5/48 S. 2 ff. und Urk. 5/67 S. 2 ff., sinngemäss): 

1. Die Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, geb. 
tt.mm.2017, seien für die Dauer des Verfahrens unter die alternie-
rende Obhut der Parteien zu stellen und es sei festzuhalten, dass 
der Gesuchsteller die Kinder wie folgt betreut: 

  ab sofort und für die Dauer eines Monats 

− wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag Kin-
dergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen am Samstag und Sonntag, jeweils von 
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

 ab dann für die weitere Dauer von 3 Monaten 

− wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag Kin-
dergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen von Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr 

und ab dann und für die weitere Dauer des Verfahrens 

− in den ungeraden Wochen am Montag und am Freitag, jeweils 
von Mittag Kindergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen (massgebend ist der Freitag) jeweils von 
Freitagmittag Kindergarten- bzw. Krippenende bis Montagabend 
18.00 Uhr 

- 3 - 

sowie jeweils in geraden Jahren über die Weihnachtsfeiertage 
(24. Dezember 12.00 Uhr bis 26. Dezember 18.00 Uhr) sowie an 
Pfingsten (Kindergarten- bzw. Krippenende vor Pfingsten bis 
Pfingstmontagabend 18.00 Uhr) und in ungeraden Jahren an Ostern 
(Kindergarten- bzw. Krippenende vor Ostern bis Ostermontagabend 
18.00 Uhr) sowie ab 2021 jährlich während drei Wochen während 
der Schulferien; 
und dass die Kinder in der übrigen Zeit durch die Gesuchgegnerin 
betreut werden. 

2. Eventualiter sei der Gesuchsteller berechtigt zu erklären, die Kinder 
C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, geb. tt.mm.2017, für die 
Dauer des Verfahrens wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu 
nehmen: 

  ab sofort und für die Dauer eines Monats 

− wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag Kin-
dergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen am Samstag und Sonntag, jeweils von 
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

 ab dann für die weitere Dauer von 3 Monaten 

− wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag Kin-
dergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen von Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr 

und ab dann und für die weitere Dauer des Verfahrens 

− in den ungeraden Wochen am Montag und am Freitag, jeweils 
von Mittag Kindergarten- bzw. Krippenende bis 18.00 Uhr  

− in den geraden Wochen (massgebend ist der Freitag) jeweils von 
Freitagmittag Kindergarten- bzw. Krippenende bis Montagabend 
18.00 Uhr 

sowie jeweils in geraden Jahren über die Weihnachtsfeiertage 
(24. Dezember 12.00 Uhr bis 26. Dezember 18.00 Uhr) sowie an 
Pfingsten (Kindergarten- bzw. Krippenende vor Pfingsten bis 
Pfingstmontagabend 18.00 Uhr) und in ungeraden Jahren an Ostern 
(Kindergarten- bzw. Krippenende vor Ostern bis Ostermontagabend 
18.00 Uhr) sowie ab 2021 jährlich während drei Wochen während 
der Schulferien. 

3. Der Gesuchsteller sei ab sofort berechtigt zu erklären, an den Ta-
gen, an denen er die Kinder nicht betreut, um 18.00 Uhr mit diesen 
per Videotelefonie/Face Time zu kommunizieren.  

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten der 
Gesuchsgegnerin. 

 

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Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Meilen  
vom 25. November 2020: 

(Urk. 86 S. 43 ff. = Urk. 2 S. 43 ff.) 

1. Die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2016, und D._____, geboren am 

tt.mm.2017, werden für die Dauer des Scheidungsverfahrens unter die Ob-

hut der Gesuchstellerin gestellt. 

2. Der Gesuchstellerin wird der Aufenthaltsortwechsel für die beiden Kinder der 

Parteien, C._____, geboren am tt.mm.2016, und D._____, geboren am 

tt.mm.2017, nach E._____ [Ort], Brasilien, für die Dauer des Scheidungsver-

fahrens bewilligt. 

3. Auf das Begehren der Gesuchstellerin betreffend Feststellung des Wohnsit-

zes der Kinder wird nicht eingetreten. 

4.1 Der Gesuchsteller ist für die Dauer des Scheidungsverfahren berechtigt und 

verpflichtet, die Kinder, auf eigene Kosten, ab sofort bis Ende Februar 2021 

für eine Woche (ausgenommen Weihnachtsfeiertage) in E._____, Brasilien, 

mit sich auf Besuch zu nehmen (unbegleitet), danach alle drei Monate für 

eine Woche in Brasilien mit sich auf Besuch zu nehmen (unbegleitet) und ab 

dem zweiten Jahr des Aufenthalts der Kinder in Brasilien für insgesamt vier 

Wochen pro Jahr, maximal zwei Wochen am Stück, zu sich oder mit sich auf 

Besuch zu nehmen (unbegleitet).  

4.2 Der Gesuchsteller hat seine Besuche der Gesuchstellerin so früh wie mög-

lich, spätestens jedoch einen Monat im Voraus anzukündigen.  

4.3 Zudem ist der Gesuchsteller für die Dauer des Scheidungsverfahren berech-

tigt, ab sofort täglich um 22.00 Uhr Schweizer Zeit mit den Kindern per 

Videotelefonie zu kommunizieren. 

4.4 Weitergehender oder abweichender persönlicher Verkehr nach gegenseiti-

ger Absprache und bei Einverständnis bleibt vorbehalten. 

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5. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen Prozesskos-

tenvorschuss von einstweilen CHF 20'000.– zzgl. Mehrwertsteuer zu bezah-

len. 

Im Mehrumfang wird der Antrag abgewiesen. 

6. Auf den prozessualen Antrag des Gesuchstellers um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung des gegen den vorliegenden Entscheid offenstehenden 

Rechtsmittels wird nicht eingetreten.  

7. Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen bleibt dem Endent-

scheid vorbehalten (Art. 104 ZPO). 

8. [Schriftliche Mitteilungen.] 

9. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 10 Tage.] 

 

Berufungsanträge zur Erstberufung (LY200051): 

des Gesuchstellers und Erstberufungsklägers (Urk. 1 S. 2 ff.) 
 

"1. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 
25. November 2020 (FE200069-G) sei aufzuheben und der Beru-
fungsbeklagten sei der Aufenthaltswechsel für die beiden Kinder 
der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, geb. 
tt.mm.2017 nach E._____, Brasilien, für die Dauer des Schei-
dungsverfahrens sei nicht zu bewilligen und die Berufungsbeklag-
te sei anzuweisen, die Kinder unverzüglich nach F._____ (ZH) zu-
rückzubringen. 

2. Dispositiv Ziffer 1 und Ziffern 4.1. bis 4.4. der Verfügung des Be-
zirksgerichts Meilen vom 25. November 2020 (FE200069-G) sei-
en aufzuheben und die Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, und 
D._____, geb. tt.mm.2017, seien, so lange die Berufungsbeklagte 
im Bezirk Meilen lebt, für die Dauer des Verfahrens unter die al-
ternierende Obhut der Parteien zu stellen und es sei festzuhalten, 
dass der Berufungskläger die Kinder wie folgt betreut: 

 ab sofort und für die Dauer eines Monats 
 - wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag, 

Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 Uhr 

- 6 - 

 - in den geraden Wochen am Samstag und Sonntag, jeweils 
von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

 ab dann für die weitere Dauer von 3 Monaten 
 - wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag, 

Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 Uhr 
 - in den geraden Wochen von Samstag 09.00 Uhr bis Sonn-

tag 18.00 Uhr 
 und ab dann und für die weitere Dauer des Verfahrens 
 - in den ungeraden Wochen am Montag und am Freitag, je-

weils von Mittag, Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 
Uhr 

 - in den geraden Wochen (massgebend ist der Freitag) je-
weils von Freitagmittag Kindergarten- bzw. Krippenende bis 
Montagabend 18.00 Uhr 

 sowie jeweils in geraden Jahren über die Weihnachtsfeiertage 
(24. Dezember 12.00 Uhr bis 26. Dezember 18.00 Uhr) sowie an 
Pfingsten (Kindergarten- bzw. Krippenende vor Pfingsten bis 
Pfingstmontagabend 18.00 Uhr) und in ungeraden Jahren an Os-
tern (Kindergarten- bzw. Krippenende vor Ostern bis Ostermontag 
18.00 Uhr) sowie ab 2021 jährlich während drei Wochen während 
den Schulferien; 

 und dass die Kinder in der übrigen Zeit durch die Berufungsbe-
klagte betreut werden.  

3. Eventualiter und für den Fall, dass die Berufungsbeklagte ihren 
Wohnsitz nicht im Bezirk Meilen hat, sei Dispositiv Ziffer 1 der 
Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 25. November 2020 
(FE200069-G) aufzuheben und die Kinder C._____, geb. 
tt.mm.2016, und D._____, geb. tt.mm.2017, seien für die Dauer 
des Verfahrens unter die Obhut des Berufungsklägers zu stellen. 

4. Eventualiter und für den Fall, dass die Berufungsbeklagte ihren 
Wohnsitz nicht im Bezirk Meilen hat, seien Dispositiv Ziffern 4.1. 
bis 4.4. der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 
25. November 2020 (FE200069-G) aufzuheben und die Beru-
fungsbeklagte sei berechtigt zu erklären, die Kinder während 
neun Wochen Ferien pro Jahr, während der Schulferien, maximal 
drei Wochen am Stück, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich 
auf Besuch zu nehmen.  

5. Subeventualiter seien Dispositiv Ziffern 4.1. bis 4.3. der Verfü-
gung des Bezirksgerichts Meilen vom 25. November 2020 
(FE200069-G) aufzuheben und der Berufungskläger berechtigt zu 
erklären, die Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____, 
geb. tt.mm.2017, für die Dauer des Verfahrens wie folgt in der 
Schweiz zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

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 ab sofort für die Dauer eines Monats 
 - wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag, 

Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 Uhr 
 - in den geraden Wochen am Samstag und Sonntag, jeweils 

von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr 
 ab dann für die weitere Dauer von 3 Monaten 
 - wöchentlich am Montag und am Freitag, jeweils von Mittag, 

Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 Uhr 
 - in den geraden Wochen von Samstag 09.00 Uhr bis Sonn-

tag 18.00 Uhr 
 und ab dann und für die weitere Dauer des Verfahrens 
 - in den ungeraden Wochen am Montag und am Freitag, je-

weils von Mittag, Kindergarten- bzw. Krippenende, bis 18.00 
Uhr 

 - in den geraden Wochen (massgebend ist der Freitag) je-
weils von Freitagmittag, Kindergarten- bzw. Krippenende, 
bis Montagabend 18.00 Uhr 

sowie jeweils in geraden Jahren über die Weihnachtsfeiertage 
(24. Dezember 12.00 Uhr bis 26. Dezember 18.00 Uhr) sowie an 
Pfingsten (Kindergarten- bzw. Krippenende vor Pfingsten bis Pfingst-
montagabend 18.00 Uhr) und in ungeraden Jahren an Ostern (Kinder-
garten- bzw. Krippenende vor Ostern bis Ostermontagabend 18.00 
Uhr) sowie ab 2021 jährlich während drei Wochen während der Schul-
ferien. 

6. Subsubeventualiter sei Dispositiv Ziffern 4.1. der Verfügung des 
Bezirksgerichts Meilen vom 25. November 2020 (FE200069-G) 
aufzuheben und der Berufungskläger berechtigt und verpflichtet 
zu erklären, die Kinder auf eigene Kosten ab sofort bis Ende Feb-
ruar 2021 für eine Woche (ausgenommen Weihnachtsfeiertag) in 
der Schweiz zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen (unbeglei-
tet), danach alle drei Monate für eine Woche in der Schweiz zu  
oder mit sich auf Besuch zu nehmen (unbegleitet) und ab dem 
2. Jahr des Aufenthalts der Kinder in Brasilien für insgesamt vier 
Wochen pro Jahr, maximal zwei Wochen am Stück, in der 
Schweiz zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen (unbeglei-
tet). Der Berufungsbeklagten sei die Weisung zu erteilen, die Kin-
der für die Ausübung des Besuchsrechts des Berufungsklägers 
jeweils in die Schweiz zu bringen und sie dem Berufungskläger in 
der Schweiz zur Ausübung des Besuchsrechts zu übergeben. Der 
Berufungsbeklagten sei die Bestrafung nach Art. 292 StGB im 
Falle der Wi[e]derhandlung anzudrohen.  

7. Dispositiv Ziffer 5 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 
25. November 2020 (FE200069-G) sei aufzuheben; eventualiter 
sei festzuhalten, dass die Zahlung eines Prozesskostenvorschus-

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ses akonto der güterrechtlichen Ansprüche der Berufungsbeklag-
ten erfolgt.  

8. Den Anträgen Ziffer 1 bis 5 sei die aufschiebende Wirkung zu 
gewähren. 

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten 
der Berufungsbeklagten." 

 
der Gesuchstellerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 20 S. 2): 
 

" Es seien die Anträge des Gesuchstellers und Berufungsklägers voll-
umfänglich abzuweisen; 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuchstellers 
und Berufungsklägers." 

 

Berufungsanträge zur Zweiberufung (LY200052): 

der Gesuchstellerin und Zweitberufungsklägerin (Urk. 24/1 S. 2 f.): 
 

"1. Es seien die Ziffern 4.1, 4.2 sowie 5 der Verfügung des Bezirks-
gerichts Meilen vom 25. November 2020 (FE200069) aufzuheben 
und im Sinne der folgenden Anträgen zu entscheiden: 

4.1. Der Gesuchsteller ist für die Dauer des Scheidungsverfahrens be-
rechtigt und verpflichtet, beide Kinder gemeinsam auf eigene Kos-
ten wie folgt zu besuchen bzw. auf Besuche mitzunehmen, wobei 
die Besuche auf die Zeit während den Schulferien und/oder schul-
freien Tagen der G._____ in E._____ gemäss deren Kalender zu 
beschränken sind: 

 - Ab sofort bis und mit Ende der Sommerferien 2022 in Brasi-
lien (Ende Juli 2022) für zeitlich unbeschränkte Dauer, ma-
ximal zwei Wochen am Stück, aber nicht an den Weih-
nachtsfeiertagen, wobei bis und mit Juli 2021 (Ende Som-
merferien in Brasilien) jeweils von 9 bis 17 Uhr, ab August 
2021 jeweils von 8 bis 20 Uhr, 

 - Ab August 2022 bis und mit Ende Dezember 2023 für zeit-
lich unbeschränkte Dauer, maximal zwei Wochen am Stück 
von 8 bis 20 Uhr mit Übernachten beschränkt auf eine Wo-
che am Stück in Brasilien. 

 - Ab Januar 2024 für eine zeitlich nicht beschränkte Dauer, 
mit Übernachten beschränkt auf zwei Wochen mit Über-
nachtungen am Stück auch ausserhalb Brasiliens. 

 Zusätzlich erklärt sich die Gesuchstellerin bereit, sobald der Ge-
suchsteller seinen Strafantrag gegen sie zurückzieht, eine Desin-

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teressenserklärung abgibt und kein Strafverfahren gegen die Ge-
suchstellerin mehr hängig ist, die Kinder auf seine Kosten wäh-
rend zwei Wochen pro Jahr (Jahrzählung beginnend ab Beendi-
gung des Strafverfahrens, nicht pro Kalenderjahr) zum Gesuch-
steller in die Schweiz zu bringen, sofern und solange dieser sei-
nen gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz behält. 

4.2. Der Gesuchsteller hat seine Besuche bis und mit Ende Dezember 
2021 der Gesuchstellerin so früh wie möglich, spätestens jedoch 
einen Monat im Voraus, anzukündigen. 
 Für seine Besuche ab Januar 2022 und folgende hat der Gesuch-
steller seine Besuche für das ganze Jahr jeweils bis Ende No-
vember des Vorjahres mit der Gesuchstellerin abzusprechen. 
Wenn keine Einigung zustande kommt, hat der Gesuchsteller für 
die Jahre mit gerader Jahreszahl das Wahlrecht, die Gesuchstel-
lerin für die Jahre mit ungerader Jahreszahl, auszuüben bis spä-
testens Mitte Dezember des Vorjahres. 
 Die Gesuchstellerin ihrerseits hat ihre Besuche in der Schweiz 
ebenfalls so früh wie möglich, spätestens jedoch einen Monat im 
Voraus, anzukündigen. 

5. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen 
Prozesskostenvorschuss von insgesamt CHF 45'000.– zuzüglich 
7.7% MWSt zu bezahlen. Unter Anrechnung des bereits bezahl-
ten Anteils sei der Gesuchsteller somit zu verpflichten, noch CHF 
28'465.– (Mehrwertsteuer eingeschlossen) zu bezahlen. 

2. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
dieses Berufungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von 
CHF 10'000.– zuzüglich 7.7% MWSt, zu überweisen." 

 
  

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des Gesuchstellers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 24/18 S. 2 f.): 
"1. Es sei die Berufung der Berufungsklägerin vollumfänglich abzu-

weisen. 
2. Es seien die Verfahren LY200051-O und LY200052-O zu vereini-

gen und die Anträge des Berufungsbeklagten (Berufungskläger im 
Verfahren LY200051-O) im Verfahren LY200051-O vollumfänglich 
gutzuheissen. 

3. Eventualiter zu den Anträgen 1 bis 5 im Verfahren LY200051-O 
sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 4.1 
der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 25. November 
2020 (FE200069-G) berechtigt und verpflichtet zu erklären, die 
Kinder auf eigene Kosten alle drei Monate für eine Woche in der 
Schweiz zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen (unbegleitet) und 
ab dem zweiten Jahr des Aufenthalts der Kinder in Brasilien für 
insgesamt vier Wochen pro Jahr maximal zwei Wochen am Stück, 
in der Schweiz zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen (unbeglei-
tet). Der Berufungsklägerin sei die Weisung zu erteilen, die Kinder 
für die Ausübung des Besuchsrechts des Berufungsbeklagten je-
weils in die Schweiz zu bringen und sie dem Berufungsbeklagten 
in der Schweiz zur Ausübung des Besuchsrechts zu übergeben. 
Der Berufungsklägerin sei die Bestrafung nach Art. 292 StGB im 
Falle der Widerhandlung anzudrohen. 

4. Eventualtier zur Abweisung von Antrag Ziffer 5 der Berufungsklä-
gerin sei festzuhalten, dass die Zahlung eines Prozesskostenvor-
schusses akonto der güterrechtlichen Ansprüche der Berufungs-
klägerin erfolgt. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zulas-
ten der Berufungsklägerin." 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Die Parteien sind seit dem tt.mm.2016 verheiratet und haben zwei Kinder, 

C._____, geb. tt.mm.2016, und D._____ Rose, geb. tt.mm.2017 (Urk. 5/3). Seit 

dem 28. April 2020 stehen sich die Parteien in einem Scheidungsverfahren vor 

dem Bezirksgericht Meilen (fortan Vorinstanz) gegenüber (Urk. 5/1). Mit Eingabe 

vom 23. September 2020 ersuchte der Gesuchsteller, Erstberufungskläger und 

Zweitberufungsbeklagte (fortan Gesuchsteller) um vorsorgliche Anordnung der al-

ternierenden Obhut und teils superprovisorische Regelung der Kinderbetreuung 

(Urk. 5/48 S. 2 ff.). Der Antrag auf superprovisorische Massnahmen wurde mit 

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Verfügung vom 25. September 2020 abgewiesen und der Gesuchstellerin, Erstbe-

rufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) Frist zur 

Stellungnahme zu den vorsorglichen Massnahmebegehren angesetzt (Urk. 5/51 

S. 7). Mit Eingabe vom 13. Oktober 2020 nahm die Gesuchstellerin Stellung zu 

den anbegehrten vorsorglichen Massnahmen des Gesuchstellers und stellte ih-

rerseits ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen, unter anderem mit 

dem Antrag, es sei ihr zu bewilligen, den Aufenthaltsort der Kinder C._____ und 

D._____ nach Brasilien zu verlegen (Urk. 5/61 S. 2). Der weitere Prozessverlauf 

kann dem erstinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 2 S. 5 f.). Mit Verfü-

gung vom 25. November 2020 stellte die Vorinstanz die Kinder für die Dauer des 

Scheidungsverfahrens unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin, bewilligte ihr 

den Aufenthaltsortswechsel mit den Kindern nach Brasilien und regelte den per-

sönlichen Verkehr der Kinder zum Gesuchsteller (vgl. Urk. 2 Disp. Ziff. 2 und 4.1.-

4.4.).  

2. Gegen die vorinstanzliche Verfügung erhoben beide Parteien – die Ge-

suchstellerin mit Eingabe vom 17. Dezember 2020 (Urk. 24/1), der Gesuchsteller 

mit Eingabe vom 21. Dezember 2021 (Urk. 1) – innert Frist (vgl. Urk. 5/95/2-3) Be-

rufung mit vorne zitierten Anträgen. Mit Verfügung vom 24. Dezember 2020 wurde 

das Gesuch des Gesuchstellers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abge-

wiesen und ihm Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von 

Fr. 5'500.– angesetzt (Urk. 6). Der Kostenvorschuss ging innert Frist bei der 

Obergerichtskasse ein (Urk. 7). Am 23. April 2021 wurden die Parteien zur Ver-

gleichsverhandlung vom 20. Mai 2021 vorgeladen (Urk. 11 = Urk. 24/11). Anläss-

lich der Vergleichsverhandlung schlossen die Parteien eine Vereinbarung (Urk. 13 

= Urk. 24/13), welche von der Gesuchstellerin innert Frist (vgl. Urk. 13 Ziff. 10 = 

Urk. 24/13 Ziff. 10) am 26. Mai 2021 widerrufen wurde (Urk. 14 = Urk. 24/14). Mit 

derselben Eingabe teilte sodann die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin mit, 

dass sie die Gesuchstellerin aus anwaltsrechtlichen Gründen nicht mehr vertreten 

dürfe und das Mandat beendige (Urk. 14 S. 2 = Urk. 24/14 S. 2). Nachdem die 

neue Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin am 7. Juni 2021 ihre Mandatierung 

angezeigt hatte (Urk. 16 = Urk. 24/15), wurde den Parteien mit Verfügungen vom 

11. Juni 2021 je Frist zur Beantwortung der Berufung der Gegenseite angesetzt 

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(Urk. 18; Urk. 24/17). Mit Eingabe vom 1. Juli 2021 erstattete die Gesuchstellerin 

ihre Erstberufungsantwort (Urk. 20). Die Zweitberufungsantwort des Gesuchstel-

lers datiert vom 28. Juni 2021 (Urk. 24/18). Mit Beschluss vom 9. August 2021 

wurde die Zweitberufung der Gesuchstellerin (LY200052) mit dem vorliegenden 

Berufungsverfahren (LY200051-O) vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrie-

ben (Urk. 23; Urk. 24/22). Die Akten des Zweitberufungsverfahrens (Urk. 1-22) 

wurden als Urk. 24 zu den Akten genommen. Gleichzeitig wurden die Erst- sowie 

die Zweitberufungsantwort der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnisnahme zuge-

stellt (Urk. 23). Die vom 23. August 2021 datierende Stellungnahme der Gesuch-

stellerin (Urk. 27) wurde dem Gesuchsteller, jene des Gesuchstellers datierend 

vom 31. August 2021 (Urk. 30) der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zugestellt. 

Weitere Eingaben erfolgten unter dem Datum vom 17. September 2021 (Urk. 35), 

20. September 2021 (Urk. 37), 21. September 2021 (Urk. 40), 4. November 2021 

(Urk. 45), 5. November 2021 (Urk. 48) und 29. November 2021 (Urk. 53) und 

wurden der Gegenseite jeweils zur Kenntnis gebracht (Prot. II. S. 19 ff.). 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 5/1-108). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids im 

Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Dispositiv-Ziffern 3 und 6 blieben 

unangefochten. In diesem Umfang ist das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft er-

wachsen, was vorzumerken ist.  

2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichti-

ge Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO); die 

Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streit-

sache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen. In 

der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend ge-

nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen 

Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist. Dies setzt voraus, dass der Berufungs-

kläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumen-

- 13 - 

tativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen 

auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der 

geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Pauschale Verweisungen auf 

frühere Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür nicht (vgl. BGE 138 III 

374 E. 4.3.1; BGE 141 III 569 E. 2.3.3). Die Berufungsinstanz hat sich – abgese-

hen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Bean-

standungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender 

Weise erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist auf 

die umfassenden Parteivorbringen nur insofern einzugehen, als sie für die Ent-

scheidfindung relevant sind.  

3. Neue Tatsachen und Beweismittel können bei Verfahren betreffend Kin-

derbelange im Berufungsverfahren auch dann vorgebracht werden, wenn die Vo-

raussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1). 

4. Die Gesuchstellerin und die Kinder leben seit November 2020 in Brasilien. 

Es liegt daher ein internationaler Sachverhalt vor. Gemäss Art. 85 Abs. 1 IPRG 

bestimmt sich die Zuständigkeit für den Erlass von Massnahmen im Bereich des 

Kindesschutzes sowie das dabei anzuwendende Recht nach den Regeln des 

Haager Kindesschutzübereinkommens vom 19. Oktober 1996 (HKsÜ). Art. 5 

Abs. 1 HKsÜ erklärt grundsätzlich die Behörden und Gerichte am gewöhnlichen 

Aufenthaltsort des Kindes als zuständig. Brasilien ist nicht Vertragsstaat dieses 

Abkommens. Bei einem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthaltes des Kindes in 

einen Nicht-Vertragsstaat bleibt die einmal begründete Zuständigkeit der schwei-

zerischen Gerichte bestehen (BGE 142 III 1 E. 2.1). Anwendbar ist schweizeri-

sches Recht (Art. 15 Abs. 1 HKsÜ).  

III. Materielle Beurteilung 

A. Wegzugsbewilligung als vorsorgliche Massnahme 

1. Strittig ist vorab, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen 

eine Wegzugsbewilligung im Sinne von Art. 301a Abs. 2 ZGB auch im Rahmen 

- 14 - 

vorsorglicher Massnahmen erteilt werden kann (Urk. 1 Rz. 27 ff.; Urk. 20 Rz. 29 f.; 

Urk. 30 Rz. 29 f.; Urk. 37 Rz. 15). 

2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, im Rahmen eines Scheidungs-

verfahrens könne nur dann vorsorglich über die Erteilung einer Wegzugsbewilli-

gung entschieden werden, wenn dies notwendig sei. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung bilde für die Wegzugsfrage der auf eine bewusste Entscheidung 

des Gesetzgebers zurückgehende Vorrang der Niederlassungs- und Bewegungs-

freiheit der Eltern der Ausgangspunkt (mit Verweis auf BGE 142 III 481 E. 2.5). 

Dies müsse bereits im vorsorglichen Massnahmeverfahren gelten und habe zur 

Folge, dass auch eine zwar bloss vorübergehende, aber unter Umständen doch 

mehrere Jahre dauernde "faktische Residenzpflicht" nicht gewollt gewesen sei, 

und dass eine Abwägung, ob dem wegzugswilligen Elternteil ein vorübergehen-

der, aber doch länger währender Verbleib in der Schweiz zugemutet werden kön-

ne, dem grundsätzlichen Vorrang der verfassungsmässigen Niederlassungs- und 

Bewegungsfreiheit der Eltern zuwiderlaufe. Insofern sei auch bereits im Mass-

nahmeverfahren von der Hypothese auszugehen, dass die wegzugswillige Partei 

wie geplant und auf den angekündigten Zeitpunkt hin wegziehe (mit Verweis auf 

OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, E. 4.11). Damit bestehe in Fällen, in 

welchen – wie vorliegend – in der Anfangsphase eines Scheidungsverfahrens ein 

Wegzugsbegehren gestellt werde –, regelmässig die Notwendigkeit, darüber vor-

sorglich zu entscheiden (Urk. 2 S. 11 f.). 

3. Demgegenüber bringt der Gesuchsteller vor, im Rahmen der Prüfung, ob 

die Voraussetzungen für den Erlass vorsorglicher Massnahmen gegeben sei, 

könne sich der wegzugswillige Elternteil nicht darauf beschränken, sein Recht auf 

persönliche Freiheit und Freizügigkeit anzurufen (mit Verweis auf OGer ZH 

LY160046 vom 5. Dezember 2017, E. III/1.6.2.). Weshalb der Gesuchstellerin ein 

Verbleib im Bezirk Meilen bis zum Ende des Scheidungsverfahrens nicht zumut-

bar sein solle, ergebe sich aus dem Entscheid der Vorinstanz nicht. Eine Dring-

lichkeit des von ihr gewünschten Umzugs nach Brasilien sei weder ersichtlich 

noch dargetan. Der Umzug der Kinder hätte sodann zur Folge, dass die Kinder 

keinerlei Kontakt zum Gesuchsteller mehr haben könnten und ihren Vater verlie-

- 15 - 

ren würden. Die Abwägung der auf dem Spiel stehenden Interessen zeige somit 

offensichtlich, dass die Bewilligung des Wegzugs der Kinder nach Brasilien im 

Rahmen vorsorglicher Massnahmen nicht verhältnismässig wäre (Urk. 1 Rz. 27 

ff.; Urk. 30 Rz. 29 f.).  

4. Seit Einreichung der Scheidungsklage sind bereits knapp zwei Jahre ver-

gangen. Ein baldiger Abschluss des Scheidungsverfahrens erscheint in Anbe-

tracht des hochstrittig geführten Verfahrens entgegen der Ansicht des Gesuch-

stellers (Urk. 1 Rz. 31) auch nicht naheliegend. Ein zweiter Schriftenwechsel wur-

de von der Vorinstanz aufgrund des bisher Vorgetragenen nicht ausgeschlossen 

(vgl. Urk. 2 S. 42) und erscheint angesichts der in der Zwischenzeit eingegange-

nen, 68 Seiten umfassenden Klageantwort (Urk. 5/103) auch wahrscheinlich. Hin-

zu kommt, dass letztlich auch ein Weiterzug durch alle Instanzen ein realistisches 

und damit einzukalkulierendes Risiko darstellt. Vor diesem Hintergrund würde ei-

ne Verweigerung eines Entscheids im Rahmen des vorsorglichen Massnahmever-

fahrens tatsächlich zu einer mehrjährigen faktischen Residenzpflicht führen. Ein-

hergehend mit der Vor-instanz ist diese Folge mit der gesetzgeberischen Wertung 

des Vorrangs der verfassungsmässigen Niederlassungs- und Bewegungsfreiheit 

der Eltern nicht zu vereinbaren. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb im 

Eheschutzverfahren – welches jedenfalls vom Grundgedanken her ebenfalls le-

diglich für eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt ist – klarerweise von der Hypo-

these eines Wegzugs des antragsstellenden Elternteils ausgegangen wird, im 

Rahmen vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren hingegen darzule-

gen ist, weshalb ein Zuwarten mit dem Wegzug bis zum Endentscheid unzumut-

bar sein soll (vgl. zum Ganzen OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, E. 4.6.-

4.17.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, kann der Tragweite eines vorsorgli-

chen Wegzugsentscheid auch insofern Rechnung getragen werden, als dass ein 

solcher in jedem Fall nur dann ergehen darf, wenn der massgebliche Sachverhalt 

umfassend abgeklärt wurde (vgl. auch OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, 

E. 4.15.). Sodann ist zwar nicht in Abrede zu stellen, dass die Bewilligung des 

Wegzugs im Rahmen vorsorglicher Massnahmen sich präjudizierend auf den Ent-

scheid in der Hauptsache auswirken kann (vgl. Urk. 1 Rz. 37). Gleichwohl kann 

sich auch der Zeitablauf – gerade ein mehrjähriger, den Wechsel von der Perso-

- 16 - 

nen- zur Umgebungsbezogenheit der Kinder überdauernder (vgl. auch nachfol-

gend E. III/B.4.3.2 und III/B.5.2 ff.) – ebenso präjudizierend auf den Entscheid in 

der Hauptsache auswirken (vgl. auch OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, 

E. 4.14.). Sodann trifft zwar zu, dass die Aufrechterhaltung des persönlichen Ver-

kehrs bei einem Wegzug der Kinder ins Ausland mit Schwierigkeiten verbunden 

ist und aufgrund der Distanz für alle Beteiligten in der Regel keine Ideallösung 

mehr möglich ist. Indes ist dem Gesuchsteller mit Verweis auf nachfolgende Er-

wägungen nicht zu folgen, wenn er geltend macht, mit dem Umzug der Kinder 

nach Brasilien wäre kein Kontakt mehr zu ihm möglich (vgl. insb. E. III/B.2.3.2. ff. 

und III/C.2.4.2. ff.). Letztlich gilt es auch zu berücksichtigen, dass in binationalen 

Ehen ein Wegzug des aus einem anderen Kulturkreis stammenden Ehegatten 

nach Scheitern der Ehe ein absehbares Risiko ist. Entsprechend erscheint es ins-

besondere bei einem Rückkehrwunsch in die Heimat unzumutbar, dem wegzugs-

willigen Elternteil aufgrund der Verfahrensdauer eine faktische mehrjährige Resi-

denzpflicht in der Schweiz aufzuerlegen.  

5. Zusammenfassend ist somit ein Entscheid über die Wegzugsfrage des vor-

liegenden Massnahmeverfahrens zu fällen. 

B Bewilligung des Aufenthaltsortswechsels der Kinder 

1. Grundlagen 

1.1. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob ein Aufenthaltsortswech-

sel der Kinder nach Art. 301a Abs. 2 ZGB zu bewilligen ist, bildet die vom Ge-

setzgeber bewusst getroffene Entscheidung, die Niederlassungs- und Bewe-

gungsfreiheit der Eltern zu respektieren und selbst dem Kindeswohl voran zu stel-

len. Es ist mithin – vorbehalten Rechtsmissbrauch – nicht nach den Motiven für 

den elterlichen Wegzug zu forschen, sondern von dieser Prämisse auszugehen. 

Dementsprechend lautet die vom Gericht zu beantwortende Frage nicht, ob es für 

das Kind vorteilhafter wäre, wenn beide Elternteile am angestammten Ort verblei-

ben würden. Die entscheidende Fragestellung ist vielmehr, ob sein Wohl besser 

gewahrt ist, wenn es mit dem wegzugswilligen Elternteil wegzieht oder wenn es 

sich beim zurückbleibenden Elternteil aufhält, was regelmässig eine Obhutsumtei-

- 17 - 

lung impliziert. Die Antwort auf diese Frage hat sich nicht an der Interventions-

schwelle der Kindeswohlgefährdung, sondern an der Maxime des Kindeswohls 

auszurichten; zudem ist sie auch unter Berücksichtigung der gestützt auf Art. 

301a Abs. 5 ZGB gegebenenfalls anzupassenden Kinderbelange (Obhut, Betreu-

ung, persönlicher Verkehr, Unterhalt) zu beantworten. Insofern besteht zwischen 

der unter dem Aspekt des Kindeswohls zu beantwortenden Frage, ob die Verle-

gung des Aufenthaltsortes zu bewilligen ist, und der allenfalls darauffolgenden 

Anpassung der Kinderbelange – d.h. insbesondere den zur Debatte stehenden 

zukünftigen Betreuungsmodellen – eine enge Interdependenz (BGE 142 III 481, 

E. 2.3-2.6; 142 III 502, E. 2.5-2.6; BGer, 5A_945/2015 vom 7. Juli 2016, E. 4.2-4.3 

[nicht publ. in BGE 142 III 498]). Ein tragfähiger Entscheid darüber, ob ausgehend 

vom Wegzug eines Elternteils ein Mitgehen oder ein Verbleiben des Kindes beim 

anderen Elternteil zu seinem besseren Wohl ist, kann nämlich nicht einfach im 

luftleeren Raum gefällt werden, sondern es bedarf hierzu einer konkreten Ent-

scheidbasis, d.h. einer konkreten Vorstellung darüber, in welche Umgebung der 

Umzug erfolgen soll und wie das zukünftige Betreuungs- bzw. Besuchskonzept 

einerseits bei einem Mitgehen des Kindes und andererseits bei einem Verbleib 

beim anderen Elternteil aussehen würde (BGE 142 III 502, E. 2.6; 142 III 481, E. 

2.8). 

1.2. Die Frage, ob es – unter Geltung des dafür jeweils vorgesehenen Betreu-

ungs- bzw. Besuchskonzepts – für das Wohl des Kindes besser ist, mit dem weg-

zugswilligen Elternteil mitzugehen oder beim anderen Elternteil zurückzubleiben, 

ist im Wesentlichen anhand derjenigen Kriterien zu beurteilen, die das Bundesge-

richt im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung im Trennungs- bzw. Schei-

dungsfall entwickelt hat. Für die Neuregelung der Eltern-Kind-Verhältnisse haben 

die Interessen der Eltern in den Hintergrund zu treten. Abzustellen ist auf die per-

sönlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, auf ihre erzieherischen Fä-

higkeiten und Bindungstoleranz, auf ihre Bereitschaft, die Kinder in eigener Obhut 

zu haben und sie weitgehend persönlich zu betreuen, sowie auf das Bedürfnis der 

Kinder nach der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, seelischer und 

geistiger Hinsicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse (BGE 142 III 481, E. 2.7; 

- 18 - 

142 III 498, E. 4.4; BGer, 5A_274/2016 vom 26. August 2016, E. 6; 5A_444/2017 

vom 30. August 2017, E. 5.3.2).  

1.3. Ist nur (aber immerhin) ein Elternteil willens und in der Lage, die Kinder bei 

sich aufzunehmen und persönlich oder im Rahmen eines im Kindeswohl liegen-

den Betreuungskonzepts für das Wohl der Kinder zu sorgen, so ist der Entscheid, 

wo sich der gewöhnliche Aufenthaltsort der Kinder befinden soll, imperativ präju-

diziert; eine nähere Diskussion des Kindeswohls läuft bei einer solchen Aus-

gangslage von vornherein ins Leere (BGE 142 III 481, E. 2.7, 2.9). Die grundsätz-

liche Erziehungsfähigkeit sowie der Wille und die Fähigkeit, im Rahmen eines 

tauglichen Konzepts für eine angemessene, im Wohle der Kinder stehende Be-

treuung zu sorgen, bilden somit gewissermassen die Grundvoraussetzungen da-

für, dass die Wegzugsfrage überhaupt einer näheren Prüfung bedarf. Ob dies vor-

liegend aufseiten beider Parteien gegeben ist, wird in erster Linie zu prüfen sein.  

1.4. Sind diese Grundvoraussetzungen bei beiden Elternteilen erfüllt und ist 

ihre Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit in vergleichbarer Weise gewährleistet, 

so kommt dem Kriterium der Stabilität der Verhältnisse besonderes Gewicht zu, 

gilt es doch unnötige Veränderungen im örtlichen und sozialen Umfeld der Kinder 

soweit möglich zu vermeiden. In einem solchen Fall ist grundsätzlich jener Lösung 

den Vorzug zu geben, die unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles 

am besten geeignet ist, den Kindern – gemessen an den bisher tatsächlich geleb-

ten Verhältnissen – die notwendige Stabilität zu bieten und die mit einem Wegzug 

eines Elternteils zwangsläufig einhergehenden Veränderungen möglichst gering 

zu halten (BGer, 5A_274/2016 vom 26. August 2016, E. 6; 5A_444/2017 vom 30. 

August 2017, E. 5.3.2). Hierbei bildet das bisher gelebte Betreuungsmodell fak-

tisch den Ausgangspunkt der Überlegungen. Wird ein Kind überwiegend vom 

wegzugswilligen Elternteil betreut, gilt nach der Rechtsprechung der Grundsatz, 

dass es tendenziell eher im Wohl des Kindes sein wird, wenn es beim bisher 

hauptsächlich betreuenden Elternteil verbleibt und folglich mit ihm wegzieht (BGE 

142 III 481, E. 2.7). Dies gilt besonders bei kleineren Kindern, die primär noch 

personen- und weniger umgebungsbezogen sind (BGE 142 III 481, 493, E. 2.7; 

BGE 142 III 502 E. 2.5). Zu beachten sind aber auch alle weiteren Facetten der 

- 19 - 

konkreten Situation und schliesslich bei älteren Kindern auch geäusserte Wün-

sche und Vorstellungen (BGE 142 III 481, E. 2.7).  

2. Erziehungsfähigkeit 

2.1. Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass an der Erziehungsfähigkeit bei-

der Parteien keine Zweifel bestünden. Wie sich aus den Angaben des Gesuch-

stellers ergebe, fehle es ihm zwar an der Erfahrung in der alltäglichen Betreuung 

der Kinder. Dies bedeute jedoch nicht, dass ihm grundsätzlich die Erziehungsfä-

higkeit abzusprechen sei. So habe die Gesuchstellerin denn auch selber erläutert, 

die fehlende Erfahrung könne mit vermehrtem Kontakt und einem Besuch eines 

Elternkurses wettgemacht werden. Die dem Gesuchsteller von der Gesuchstelle-

rin vorgeworfenen sexuellen Aktivitäten (Sexsucht, Konsum von Pornographie 

und Prostitution) spielten für seine Erziehungsfähigkeit grundsätzlich keine Rolle. 

Für die von der Gesuchstellerin behaupteten Grenzüberschreitungen des Ge-

suchstellers gegenüber den Töchtern gebe es keine konkreten Anhaltspunkte. 

Auch die Gesuchstellerin habe ausgeführt, ihre Bedenken würden sich auf nichts 

Konkretes stützen, sondern das Verhalten der Kinder habe sich einfach mit der In-

tensivierung der Besuche des Gesuchstellers verändert, was sie beunruhige. Die 

vom Gesuchsteller verwendeten Begriffe wie "vaginas" habe die Gesuchstellerin 

denn gemäss eigenen Angaben auch selber benutzt, ohne dass sie aber ihre ei-

gene Erziehungsfähigkeit in Frage gestellt sehe. Weshalb dies umgekehrt für den 

Gesuchsteller geltend solle, sei nicht ersichtlich. Auch dies sei bei der Beurteilung 

der Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers unbeachtlich. Andererseits sei eben-

falls nicht ersichtlich, inwiefern es der Gesuchstellerin an der nötigen Bindungsto-

leranz fehlen solle. Es bestünden keine konkreten Anhaltspunkte, dass sie die 

Beziehung und Bindung zwischen C._____ und D._____ und dem Gesuchsteller 

vorsätzlich behindere. Vielmehr anerkenne sie, wie wichtig die Vater-Töchter-

Beziehung sei. Sie versuche, regelmässige Besuche und Ausflüge sowie tägliche 

Telefonate per Videotelefonie zu ermöglichen, und gebe an, die Kinder auf die 

Besuche bzw. die Telefonate vorzubereiten und zu motivieren. Sodann würden 

die Kinder auch öfters durch vertrauensvolle Dritte fremdbetreut, wie die Nanny 

und die Krippe- bzw. Kindergarten-Lehrpersonen. Dies lasse nicht auf eine feh-

lende Bindungstoleranz der Gesuchstellerin schliessen. Dass die Gesuchstellerin 

- 20 - 

mit den Kindern kurz nach der Verhandlung vom 18. November 2020 ohne Ab-

sprache mit dem Gesuchsteller nach Brasilien gereist sei und plane, bis anfangs 

Januar 2021 dort zu bleiben, vermöge daran nichts zu ändern. Der hierfür ange-

gebene Grund, die schwere Erkrankung eines Familienmitgliedes, sowie der Um-

stand, dass sie die Weihnachtsfeiertage ohnehin in Brasilien verbracht hätte und 

sich deswegen eine Rückkehr nicht lohne, erscheine plausibel. Sodann bringe sie 

vor, der Gesuchsteller könne sie besuchen kommen sowie täglich mit den Kindern 

telefonieren – sie versuche also, den Kontakt des Gesuchstellers zu den Kindern 

auch unter diesen Umständen aufrecht zu halten. Nicht zu überzeugen vermöge 

sodann die Behauptung des Gesuchstellers, die Gesuchstellerin habe ein unge-

sundes Nähebedürfnis und übermässiges Behütungsbedürfnis, welches den Kin-

dern schade. Möglicherweise sei die Gesuchstellerin vorsichtiger als der Gesuch-

steller oder andere Eltern. Es würden sich aus den Akten jedoch keine Anhalts-

punkte ergeben, dass die Gesuchstellerin C._____ und D._____ in solch einem 

Ausmass einschränken würde, dass diese nicht ihre eigenen Erfahrungen sam-

meln und sich weiterentwickeln könnten. Etwas Gegenteiliges habe auch der Ge-

suchsteller nicht vorgebracht. Die Gesuchstellerin habe sodann überzeugend dar-

legen können, dass ihr Verhalten gegenüber den Mädchen auf erziehungstheore-

tischen Ansätzen beruhe, mit welche sie sich auseinandersetze. Entsprechend 

könne auch auf das Einholen eines Erziehungsfähigkeitsgutachten verzichtet 

werden (Urk. 2 S. 26 ff.).  

2.2.1. Die Gesuchstellerin macht geltend, die Vorinstanz gehe nicht auf die Ge-

samtheit ihrer Vorbringen ein. Sie habe stets eingeräumt, dass einzelne dieser 

Beobachtungen für sich allein noch keine Bedenken geweckt hätten oder mindes-

tens nicht so erhebliche, dass sie Angst gehabt hätte. Die Beobachtungen hätten 

jedoch zusammen mit der weiteren Entwicklung während des Verfahrens die Be-

denken zu Angst verstärkt, die Kinder alleine mit dem Gesuchsteller bei ihm zu 

Hause zu lassen. Die einzelnen Beobachtungen seien Puzzlesteine gewesen, die 

sich im Laufe der Zeit zu einem Gesamtbild zusammengefügt hätten (Urk. 24/1 

Rz. 9 und 10).  

- 21 - 

2.2.2. Soweit die Gesuchstellerin lediglich die bereits vor Vorinstanz vorgetra-

genen – und vom Gesuchsteller bestrittenen (Urk. 24/18 Rz. 37) – Vorwürfe be-

treffend das Sexualverhalten des Gesuchstellers wiederholt, ohne darzulegen, 

inwiefern etwa ein extrem fordernder Sexualtrieb ihr gegenüber, Masturbation, der 

Konsum von Pornographie, die Suche im Internet nach Luxusprostituierten, allfäl-

liger Sexpartys etc. sich entgegen der Auffassung der Vorinstanz konkret auf das 

Wohl der Kinder auswirken soll, ist nicht weiter auf ihre Vorbringen einzugehen 

(Urk. 24/1 Rz. 9). Ausgewiesen und unbestritten ist sodann, dass auch die Ge-

suchstellerin die Töchter und sich selber als "Vaginas" und den Gesuchsteller als 

"Penis" bezeichnet hatte (Prot. I S. 14; Urk. 5/67 Rz. 34 ff.; 5/68/9-11; vgl. auch 

Urk. 24/18 Rz. 47; Urk. 27 Rz. 20). Wenngleich diese Bezeichnungen durchaus 

aussergewöhnlich sein mögen, ist einhergehend mit der Vorinstanz nicht nach-

vollziehbar, weshalb die Benützung derselben von der Gesuchstellerin erst nach 

der Trennung und nur beim Gesuchsteller als bedenklich eingestuft werden. Auch 

die Vorbringen der Gesuchstellerin vermögen diese Bedenken nicht zu erklären. 

So führte sie anlässlich der mündlichen Verhandlung aus, sie habe mitgemacht 

und habe das lustig gefunden. Nicht mehr lustig gefunden habe sie es, nachdem 

sie den WhatsApp-Chatverlauf zwischen dem Gesuchsteller und dessen Neffen 

gelesen habe (Prot. I. S. 14; vgl. auch Urk. 24/1 Rz. 9). Der Gesuchsteller ver-

mochte diesbezüglich jedoch entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin nicht 

kreativ und unglaubwürdig (vgl. Urk. 24/1 Rz. 13) sondern plausibel darzulegen, 

dass es sich dabei um eine zwischen ihm und seinem Neffen überspitzt und 

scherzhaft geführte Konversation handelte (vgl. Urk. 24/18 Rz. 38; Urk. 5/67 

Rz. 23 ff.; vgl. auch Urk. 5/68/3). Insbesondere der Hinweis, er werde aus dem 

Kinderzimmer eine Bar bzw. einen Club machen (vgl. Urk. 5/63/1), kann in der Tat 

kaum ernsthaft gemeint sein. Der Chatverlauf zeigt zwar durchaus, dass der Ge-

suchsteller mit seinem Neffen einen sehr derben Humor teilt, inwiefern dadurch 

das Wohl der Kinder beim Gesuchsteller gefährdet sein sollte, ist indes nicht er-

sichtlich. Als weitere besorgniserregende Beobachtungen führt die Gesuchstelle-

rin Geschenke wie Dolce & Gabbana-Täschchen mit Diamant-Ohrringen und rote 

Rosen sowie das Charmieren und Berühren der Mädchen in einer für Kleinkinder 

unangebrachten Weise an. Sie erachte dies als unangemessene Sexualisierung 

der Kinder (Urk. 24/1 Rz. 9). Inwiefern der Gesuchsteller die Kinder in unange-

- 22 - 

brachter Weise charmieren und berühren soll, legt sie indes nicht näher dar. Ge-

stützt auf diese pauschalen Behauptungen lässt sich kein unangemessenes Ver-

halten des Gesuchstellers erkennen. Die Geschenke sind sodann zwar "mäd-

chenhaft", lassen jedoch keinerlei Rückschlüsse auf eine Sexualisierung der 

Töchter zu. Insbesondere erscheinen sie auch von ihrem Wert her angesichts des 

geführten Lebensstils der Parteien nicht ungewöhnlich.  

2.2.3. Sodann führt die Gesuchstellerin für ihre Bedenken das veränderte Ver-

halten der Töchter im Rahmen des Verfahrens mit zunehmenden Besuchen des 

Gesuchstellers an. Der Gesuchsteller habe vermehrt die jüngere Tochter D._____ 

ausgeschlossen und habe mit der älteren C._____ allein sein wollen. Dabei habe 

er Verstecke und Höhlen im Haus gebaut, in die er sich mit C._____ zurückgezo-

gen habe. Das Verhalten von C._____ habe sich auch insofern verändert, als sie 

sich im Schrank versteckt habe und nicht mehr zum Vater runter gewollt habe, für 

den Besuch des Gesuchstellers zwei paar Hosen übereinander habe tragen wol-

len, ihre Puppe beim Spielen zwischen den Beinen geküsst habe und in einem 

Kinderbuch verstörendes Gekritzel angefertigt habe. Ausserdem stottere 

C._____, wenn sie mit dem Vater spreche (Urk. 24/1 Rz. 10). Vorwürfe, die sich 

gegen die sexuelle Integrität der Kinder richten, sind ernst zu nehmen. Gleichwohl 

ist unklar, was die Gesuchstellerin aus den geschilderten Beobachtungen genau 

ableitet, führt sie doch einerseits aus, aufgrund des geschilderten Verhaltens des 

Gesuchstellers gegenüber den Kindern Schlimmes zu befürchten, bestreitet je-

doch ausdrücklich, dem Gesuchsteller direkten sexuellen Missbrauch vorzuwerfen 

(Urk. 20 Rz. 24). Nach dem Grund gefragt, weshalb die Kinder während der Be-

suche des Vaters teilweise in den oberen Stock gingen und nicht mehr zurück-

kehrten, gab die Gesuchstellerin sodann anlässlich der Verhandlung zu den vor-

sorglichen Massnahmen vom 13. November 2020 an, die Kinder würden müde 

oder würden etwas anderes anfangen zu spielen. Sie hätten manchmal Lust zu 

spielen und manchmal nicht. Es gebe auch Zeiten, da habe nur eine der beiden 

Lust, Zeit mit dem Gesuchsteller zu verbringen. Sie hätten ihren eigenen Willen 

(Prot. I S. 50). An anderer Stelle gibt sie an, es sei völlig normal, dass die Kinder 

ab und zu keine Lust auf Besuche des Vaters hätten (Prot. I S. 48). Auch im Beru-

fungsverfahren bleibt die Gesuchstellerin eine Erklärung schuldig, weshalb es ei-

- 23 - 

nerseits völlig normal sein soll, wenn die Kinder mal keine Lust haben, mit dem 

Vater zu spielen, dies andererseits aber auf ein mögliches grenzüberschreitendes 

Verhalten seitens des Gesuchstellers hindeuten soll. Entgegen der Auffassung 

der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 24/1 Rz. 12) lässt zudem auch der Zeitpunkt, in 

welchem sie erstmals diese Vorwürfe vortragen liess, nämlich am 13. Oktober 

2020, durchaus aufhorchen, nachdem sie noch in der Eingabe vom 31. August 

2020 ausführte, die Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers nicht beurteilen zu 

können, da er noch nie länger als 1 ½ Stunden mit den Kindern allein gewesen 

sei, und es in dem darin verwendeten Zusammenhang gar gegen ihn auslegte, 

dass er die Töchter seit der Trennung nie allein zu sich genommen habe 

(Urk. 5/38 Rz. 20). Dass in der Zwischenzeit unbegleitete Besuche stattgefunden 

hätten, auf die ihre Bedenken zurückzuführen wären, macht die Gesuchstellerin 

nicht geltend. Vielmehr führt sie aus, sie habe darauf bestanden, dass er mit den 

Kindern nur unter einer gewissen sozialen Kontrolle Zeit verbracht habe 

(Urk. 24/1 Rz. 14). Während seinen Besuchen bei ihr zu Hause sei sie stets an-

wesend gewesen bzw. habe sich jeweils in einem oberen Stockwerk aufgehalten, 

sei aber jede halbe Stunde nach unten gegangen, um den Kindern Wasser anzu-

bieten oder aufs Töpfchen zu helfen (vgl. Prot. I S. 50 und S. 62; Urk. 20 Rz. 37). 

Inwiefern er sich gegenüber den Töchtern in (mittelbarer) Anwesenheit der Ge-

suchstellerin in dieser Zeit unpassend verhalten haben soll, erläutert die Gesuch-

stellerin nicht näher und erschliesst sich auch nicht. Dass sich das Verhalten von 

Kindern während eines laufenden Scheidungsverfahrens verändert, ist jedoch 

durchaus üblich, zumal die mit einer Trennung der Eltern einhergehenden Span-

nungen an Kindern nicht spurlos vorbeigehen und häufig zu einem Loyalitätskon-

flikt führen. Zudem müssen sich die Kinder mit Veränderungen und der neuen Si-

tuation zunächst vertraut machen. So auch vorliegend: Der Gesuchsteller, wel-

cher zuvor hauptsächlich am Wochenende und meist nicht alleine Zeit mit den 

Kindern verbracht hatte (vgl. auch nachfolgend E. III/B.4.4.), forderte nun ver-

mehrt Besuchszeit ein, während der er natürlich am liebsten die ungeteilte Auf-

merksamkeit der Töchter hätte. Dass ein Kind in dieser Situation in einen Loyali-

tätskonflikt gerät, wenn es keine Lust zum Spielen hat, und sich, anstatt den Vater 

zu enttäuschen, lieber im Schrank versteckt, liegt auf der Hand. Auf ein falsches 

oder gar grenzüberschreitendes Verhalten des Gesuchstellers lässt dies nicht 

- 24 - 

schliessen. Selbst die Gesuchstellerin hat ausgeführt, dass die Kinder gegenüber 

dem Gesuchsteller schlecht nein sagen könnten, und hat als mögliche Ursache 

ein schlechtes Gewissen in Betracht gezogen (vgl. Prot. I S. 45). 

2.2.4. Dem Gesagten zufolge lässt auch die Gesamtheit aller Beobachtungen 

die Bedenken der Gesuchstellerin – die denn auch nur vage formuliert wurden – 

nicht als objektiv gerechtfertigt erscheinen. Daran ändern insbesondere auch die 

von der Gesuchstellerin aufgeführten Gründe, welche für die Glaubwürdigkeit ih-

rer Darstellung sprechen würden (vgl. Urk. 1 Rz. 11 ff.), nichts, zumal – wie 

soeben dargelegt – selbst in Anbetracht der Darstellung der Gesuchstellerin keine 

konkreten objektiven Anhaltspunkte für ein grenzüberschreitendes Verhalten des 

Gesuchstellers bestehen. Erwähnt sei jedoch, dass insbesondere der Zeitpunkt, 

in welchem sie ihre Bedenken gegenüber Dr. H._____ geschildert haben will, 

nämlich im Januar 2020 (vgl. Urk. 5/63/3), deren objektive Begründetheit nicht un-

termauert. So führte sie anlässlich der mündlichen Verhandlung auf entsprechen-

de Fragen aus, vor der Kenntnisnahme des Chatverlaufs zwischen dem Gesuch-

steller und seinem Neffen im Dezember 2019 habe sie noch keine Bedenken be-

treffend das Verhalten des Gesuchstellers gegenüber den Kindern gehabt (Prot. I 

S. 45 f.). Wie bereits erwähnt, ist der besagte Chatverlauf nicht geeignet, das 

Verhalten des Gesuchstellers gegenüber den Kindern in Frage zu stellen. Zu-

sammenfassend bestehen einhergehend mit der Vorinstanz keine Zweifel an der 

Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers.  

2.3.1. Der Gesuchsteller vertritt auch im Berufungsverfahren die Auffassung, 

dass es der Gesuchstellerin an der Bindungstoleranz fehle und ihr deshalb die 

Erziehungsfähigkeit abzusprechen sei. Die Gesuchstellerin sei offensichtlich nicht 

bereit und wohl nicht in der Lage, eine normale Beziehung der Mädchen zu ihrem 

Vater zuzulassen oder gar zu unterstützen. Nur wenn der Wegzug der Kinder 

nicht bewilligt werde, hätten die Kinder eine Chance, längerfristig Kontakt zu bei-

den Eltern zu haben (Urk. 1 Rz. 48 ff.; Urk. 24/18 Rz. 15 ff.).  

2.3.2. Unter Bindungstoleranz wird die Bereitschaft eines Elternteils verstanden, 

mit dem anderen Elternteil in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten und insbe-

sondere eine normale Beziehung der Kinder zum anderen Elternteil zuzulassen 

- 25 - 

und aktiv zu fördern (FamKomm Scheidung-Büchler/Clausen, Art. 298 ZGB N 38; 

BK-Affolter-Fingeli/Vogel, Art. 298 ZGB N 30, je m.w.H.). Dem Gesuchsteller ist 

insofern zuzustimmen, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz die Ge-

schehnisse nach der mündlichen Verhandlung vom 18. November 2020 bzw. ins-

besondere die Abreise der Gesuchstellerin am 19. November 2020 mit den Kin-

dern nach Brasilien durchaus gewisse Zweifel an der Bindungstoleranz der Ge-

suchstellerin aufkommen lassen (vgl. Urk. 1 Rz. 19 ff. und Rz. 48 ff., Urk. 24/18 

Rz. 15 ff.). So vermochte sie jedenfalls keinen derart gravierenden familiären 

Krankheitsnotfall darzulegen, der die überstürzte Abreise nach Brasilien, ohne 

den Gesuchsteller vorab zu informieren – sie teilte ihm erst mit Mail vom 

20. November 2020 mit, soeben in Brasilien angekommen zu sein (vgl. Urk. 24/18 

Rz. 15; Urk. 5/82 Rz. 2; Urk. 5/83/1) – und ohne ihm die Möglichkeit zu geben, 

sich von den Kindern zu verabschieden, gerechtfertigt hätte. Im Berufungsverfah-

ren bringt sie vielmehr vor, ihr Vater sei Mitte November 2020 an einer schweren 

Atemwegsinfektion erkrankt, weshalb sie und ihre Mutter entschieden hätten, 

nach Brasilien zu fliegen und ihn dort zu unterstützen, zumal sie gefürchtet hätten, 

er könne zusätzlich an Corona erkranken (Urk. 27 Rz. 7). Gleichwohl kann daraus 

auch nicht geschlossen werden, dass die Gesuchstellerin offensichtlich gar nie 

die Absicht gehabt habe, in die Schweiz zurückzukehren, wie dies der Gesuch-

steller geltend macht (vgl. Urk. 1 Rz. 48, Urk. 24/18 Rz. 15 ff.; Urk. 30 Rz. 18). So 

ist unstreitig, dass die Gesuchstellerin jedes Jahr mit den Kindern die Zeit über 

Weihnachten bis Januar in Brasilien verbrachte. Da der vorinstanzliche Entscheid, 

welcher ihr den Aufenthaltsortswechsel der Kinder nach Brasilien bewilligte, sie 

genau in dieser Zeit erreichte (zugestellt am 9. Dezember 2020, Urk. 5/95/3), ist 

jedenfalls nicht abwegig, dass sie den Entschluss spontan fasste. Überdies ging 

auch die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass sie so-

gleich in Brasilien bleiben werde (vgl. Urk. 2 S. 34 f.). Dass die Gesuchstellerin 

nur nach Brasilien gereist wäre, um weiteren Kontakt des Gesuchstellers zu den 

Kindern zu verhindern (vgl. Urk. 1 Rz. 20), findet auch in der Vorgeschichte keine 

Stütze. So schränkte die Gesuchstellerin nach der Trennung zwar das Besuchs-

recht des Gesuchstellers auf Besuche bei ihr zu Hause oder an öffentlichen Orten 

ein, zeigte sich abgesehen davon jedoch für Besuche des Gesuchstellers durch-

aus offen und auch flexibel (vgl. Urk. 5/50/30-35).  

- 26 - 

2.3.3. Ferner leitet der Gesuchsteller die fehlende Bindungstoleranz daraus ab, 

dass das vorinstanzlich festgelegte Ferienbesuchsrecht, wonach der Gesuchstel-

ler berechtigt gewesen wäre, die Kinder ab sofort bis Ende Februar 2021 für eine 

Woche in E._____ unbegleitet mit sich auf Besuch zu nehmen (Urk. 2 Disp. Ziff. 

4.1), von der Gesuchstellerin verhindert worden sei (Urk. 1 Rz. 48, Urk. 24/18 

Rz. 16). Aus der eingereichten E-Mail-Konversation geht indes hervor, dass die 

Gesuchstellerin über ihre Rechtsvertreterin mitteilen liess, dass er die Kinder je-

weils von 9.00 bis 17.00 Uhr ohne Übernachten besuchen könne, die Kinder je-

doch im Ferienhaus der Gesuchstellerin abholen müsse (Urk. 5/97/2). Aus dem 

Umstand, dass die Gesuchstellerin keine Übernachtungen zulassen wollte, lässt 

sich jedoch noch keine fehlende Bindungstoleranz ableiten, zumal sie auch im 

Rahmen des Berufungsverfahrens – fehlende aufschiebende Wirkung hin oder 

her (vgl. Urk. 30 Rz. 21; Urk. 35 Rz. 6) – weiterhin an ihren Bedenken bezüglich 

Übernachtungen festhält (vgl. auch vorstehend E. III/B.2.2.1. f.) und diese, wie 

nachfolgend noch zu zeigen sein wird, auch nicht unberechtigt sind (vgl. 

E. III/C.2.3.2. f.). Inwiefern vorhersehbar gewesen sein soll, dass sie die Kinder 

von ihm noch nicht mal für diese Zeit würde auf Besuch nehmen lassen 

(Urk. 24/18 Rz. 16), ist weder näher dargelegt noch ersichtlich. Zusätzliche, nicht 

als schikanös einzustufende Auflagen wie Transport der Kinder in einem Kinder-

sitz sowie Vorlage eines Covid 19-Tests (vgl. Urk. 24/18 Rz. 16; Urk. 5/97/2) las-

sen diesen Schluss ebenfalls nicht zu.  

2.3.4. Der Vorwurf des Gesuchstellers, die Gesuchstellerin würde auch die Tele-

fonkontakte zwischen ihm und den Kindern nach Möglichkeit behindern, mithin die 

Kinder mit dem Fernseher ablenken, oder das Internet funktioniere plötzlich nicht 

mehr etc. (Urk. 1 Rz. 51 f.; Urk. 24/18 Rz. 68; Urk. 30 Rz. 32 und Rz. 37), ist so-

dann nicht plausibel. So könnte die Gesuchstellerin, würde sie die telefonischen 

Kontakte effektiv unterbinden wollen, die Anrufe des Gesuchstellers erst gar nicht 

annehmen. Allerdings geht aus den Akten durchaus hervor, dass die (Video-

)Telefonate nicht stets reibungslos ablaufen (vgl. Urk. 32/1; Urk. 22/4) und oftmals 

nur wenige Sekunden dauern (vgl. Urk. 41/1; Urk. 22/4). Da Kleinkinder bekann-

termassen sehr leicht ablenkbar und die regelmässigen Telefonkontakte der Kin-

der zum Gesuchsteller aufgrund der physischen Distanz für die Aufrechterhaltung 

- 27 - 

einer vertrauensvollen Beziehung sehr wichtig sind, ist die Gesuchstellerin den-

noch anzuhalten, allfällige Ablenkungsfaktoren soweit möglich während der Tele-

fonate zu eliminieren und die Kinder positiv auf die anstehenden Anrufe einzu-

stimmen. Indem die Gesuchstellerin den Gesuchsteller regelmässig bzw. wö-

chentlich über das Wohlbefinden der Kinder, die Fortschritte in der Schule, aktuel-

le Hobbies etc. informiert und ihm Fotos der Kinder schickt (vgl. Urk. 27 Rz. 13; 

Urk. 22/3; Urk. 29/4; Urk. 47/1), schafft sie jedenfalls bereits eine gute Grundlage 

für die Anrufe. Konkret hat sie dem Gesuchsteller etwa auch schon empfohlen, 

C._____ beim nächsten Telefonat auf ihre "Star Awards" anzusprechen, die sie in 

der Schule erhalten habe (Urk. 22/3).  

2.3.5. Insgesamt betrachtet kann demnach nicht gesagt werden, die Gesuch-

stellerin würde den Kontakt zwischen dem Gesuchsteller und den Kindern aktiv 

unterbinden. Allfälligen Restzweifeln aufgrund bisheriger objektiv nicht gerechtfer-

tigter Einschränkungen des Besuchsrechts kann mit dem Hinweis begegnet wer-

den, dass – sollte sie das gerichtlich festgelegte Besuchsrecht des Gesuchstellers 

torpedieren – ihre Erziehungsfähigkeit im Scheidungsurteil einer ernsthaften Prü-

fung zu unterziehen sein würde.  

2.4. Damit ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass beide Parteien in 

gleichem Masse erziehungsfähig sind, weshalb das Kriterium der Erziehungsfä-

higkeit für die Erteilung der Wegzugsbewilligung grundsätzlich als neutral zu qua-

lifizieren ist (vgl. auch Urk. 2 S. 32). 

3. Zukünftige Betreuungskonzepte 

3.1. Damit sich die Frage, ob es zum besseren Wohl der Kinder ist, mit der Ge-

suchstellerin wegzuziehen oder beim Gesuchsgegner in der Schweiz zu bleiben, 

überhaupt stellt, ist wie gesagt erforderlich, dass beide Elternteile willens und in 

der Lage sind, die Kinder bei sich aufzunehmen und persönlich oder im Rahmen 

eines im Kindeswohl liegenden Betreuungskonzepts für die Kinder zu sorgen (vgl. 

BGE 142 III 481, E. 2.7, 2.9; vgl. vorstehend E. III/B.1.3).  

3.2. Die Vorinstanz führte aus, die Gesuchstellerin sei ohne Weiteres willens 

und in der Lage, die beiden Kinder bei sich zur Betreuung aufzunehmen. Sie sei 

- 28 - 

momentan nicht erwerbstätig und habe eine Erwerbstätigkeit erst mit dem Eintritt 

der jüngeren Tochter D._____ in den Kindergarten aufzunehmen. Somit könne sie 

sich jederzeit der Kinderbetreuung widmen. In der Betreuung werde sie ferner von 

einer Nanny und ihren Eltern unterstützt. Der Umstand, dass die Kinder den Kin-

dergarten bzw. die Vorschule in der G._____ in E._____, Brasilien, besuchten 

und dort von 8.30 Uhr bis 14.30 Uhr anwesend sein würden, sowie die Fremdbe-

treuungsmöglichkeiten würden sodann auch mit der späteren Erwerbstätigkeit der 

Gesuchstellerin einhergehen. Dementsprechend erscheine ihr Betreuungskonzept 

als mit dem Kindswohl vereinbar. Auch der Gesuchsteller sei grundsätzlich in der 

Lage und willens, die Töchter bei sich aufzunehmen. Er sei in einem 100%-

Pensum erwerbstätig, könne indessen Montag und Freitag im Homeoffice arbei-

ten und seine Arbeitszeiten flexibel einteilen. Nach Absprache mit seinem Vorge-

setzten könne er sich am Nachmittag, nachdem die Kinder aus der Krippe bzw. 

dem Kindergarten zu ihm kämen, um C._____ und D._____ kümmern und erst 

am Abend, nachdem er sie ins Bett gebracht habe, wieder arbeiten. Zudem bein-

halte sein Betreuungskonzept den Beizug einer Haushaltshilfe, welche ihn bei der 

Kinderbetreuung unterstütze, für den Fall, dass er einmal arbeiten müsse. Sodann 

bringe der Gesuchsteller vor, sein Pensum auf 80% reduzieren zu wollen, falls er 

die alleinige Obhut zugeteilt erhalten würde. Ob der Gesuchsteller, wie von ihm 

geplant, seine Arbeit und die Betreuung der Kinder wirklich so leicht unter einen 

Hut bringen könne, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. So sei notorisch, dass 

Kinder im Alter von zwei bzw. vier Jahren doch relativ intensiver Betreuung und 

verstärkter Aufmerksamkeit bedürften. Der Gesuchsteller arbeite zudem erst seit 

Beginn der Corona-Epidemie im März 2020 im Homeoffice. Ob dieses langfristig 

weitergeführt werde, sei im jetzigen Zeitpunkt ebenfalls unklar. Betreffend die Un-

terstützung von Dritten gebe er an, eine Nanny im notwendigen Pensum engagie-

ren zu wollen sowie auf seine Familie und Verwandten zurückgreifen zu können. 

Letzteres habe er noch nicht näher abgeklärt. Gleichermassen habe er auch noch 

keine konkrete Zusicherung seines Arbeitsgebers, dass er sein Pensum dereinst 

tatsächlich auf 80% reduzieren könnte. Gemäss Rechtsprechung sei die Fremd-

betreuung der Eigenbetreuung gleichzuordnen und das Betreuungskonzept sei 

gesamthaft zu beurteilen. In Anbetracht dessen, dass der Gesuchsteller angebe, 

C._____ und D._____ weitestgehend selber zu betreuen, wenn sie bei ihm seien, 

- 29 - 

und dass er dabei auf Unterstützung einer Nanny oder allenfalls seiner Verwand-

ten zurückgreifen könne, sei auch sein Betreuungskonzept grundsätzlich mit dem 

Kindswohl vereinbar, auch wenn nicht von der Hand zu weisen sei, dass dieses 

noch mit gewissen offenen Fragen behaftet sei (Urk. 2 S. 21 und 25 f.).  

3.3.1. Diese vorinstanzliche Einschätzung ist zu teilen. Den Eingaben der Par-

teien sind denn diesbezüglich auch keine konkreten Beanstandungen zu entneh-

men. Der Gesuchsteller kritisiert das Betreuungskonzept der Gesuchstellerin so-

weit ersichtlich lediglich insofern, als er mit dem Besuch der G._____ nicht ein-

verstanden sei (Urk. 24/18 Rz. 13; Urk. 35 Rz. 3). Wie aus seinen Ausführungen 

hervorgeht, ist die Ablehnung der G._____ jedoch eher finanziell bedingt, als dass 

er grundsätzlich gegen eine derartige Fremdbetreuung wäre. So stört er sich ins-

besondere daran, dass sich die Gesuchstellerin die "denkbar teuerste" Schule in 

E._____ ausgesucht habe. Die I._____ sei wesentlich günstiger (Urk. 24/18 

Rz. 13). Ob die Gesuchstellerin die Kosten oder zumindest einen Teil davon sel-

ber zu übernehmen hat, ist indes nicht Thema des vorliegenden Verfahrens und 

hat insbesondere keine Einfluss auf die Frage, ob das von der Gesuchstellerin 

gewählte Betreuungskonzept dem Kindswohl entspricht. Jedenfalls bringt er keine 

zwingenden Gründe vor, die gegen einen Besuch der G._____ sprechen würden. 

Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb der Abschluss der G._____ im Gegen-

satz zu jenem der I._____ in Europa nicht anerkannt sein soll. Auf die diesbezüg-

liche pauschale Behauptung des Gesuchstellers (vgl. Urk. 24/18 Rz. 13) ist nicht 

weiter einzugehen. Abgesehen davon ist ein Schulabschluss ohnehin noch bei 

beiden Kindern in weiter Ferne. Auch der Hinweis, dass die I._____ bilingual Por-

tugiesisch/Englisch, Portugiesisch/Deutsch und Portugiesisch/Französisch geführt 

werde (vgl. Urk. 24/18 Rz. 13), verfängt nicht, zumal die Kinder, wie der Gesuch-

steller selber ausführte, trotz Besuch der ebenfalls bilingual geführten Krippe 

J._____ in F._____ vordergründig in Englisch kommuniziert hätten (Prot. I. S. 35). 

Es ist denn auch für den persönlichen Verkehr mit dem Gesuchsteller nicht ent-

scheidend, dass die Kinder Deutsch oder Französisch sprechen. Entsprechend ist 

das Betreuungskonzept der Gesuchstellerin nicht zu beanstanden.  

- 30 - 

3.3.2. Die Gesuchstellerin ihrerseits macht lediglich am Rande und in anderem 

Zusammenhang geltend, dass der Gesuchsteller aufgrund seines übervollen Ar-

beitspensums nicht in der Lage sei, die Kinder zu betreuen (vgl. Urk. 37 Rz. 18). 

Auch die Vorinstanz hat hinsichtlich der Umsetzbarkeit des vom Gesuchsteller 

vorgetragenen Betreuungskonzepts ein Fragezeichen gesetzt. Dem ist zuzustim-

men. Die Vorstellungen des Gesuchstellers gehen einerseits an der Arbeitsrealität 

eines hochrangigen Angestellten einer internationalen Grossbank, andererseits 

an der Betreuungsintensität von zwei Kleinkindern im Alter von vier und sechs 

Jahren vorbei. Eine derartige Doppelbelastung – Betreuung am Nachmittag und 

Arbeiten, sobald die Kinder im Bett sind – scheint über die Dauer nicht haltbar. Da 

jedoch, wie auch die Vorinstanz zutreffend festhielt, Fremd- und Eigenbetreuung 

grundsätzlich gleichwertig sind, wäre auch ein Betreuungskonzept, welches eine 

(noch) umfassendere Fremdbetreuung durch eine Nanny bedeutet, mit dem 

Kindswohl vereinbar. Dies gilt umso mehr, als beide Kinder es seit A._____ auf 

gewohnt sind, fremdbetreut zu werden.  

3.4. Zusammenfassend bleibt es auch in dieser Hinsicht bei der vorinstanzli-

chen Gesamtwürdigung, wonach zwar gewisse Zweifel an der Umsetzbarkeit des 

Konzepts des Gesuchstellers bestehen, das Kriterium der "Möglichkeit der per-

sönlichen Betreuung" indes ebenfalls als neutral zu werten ist, zumal es zusam-

men mit der Erziehungsfähigkeit gewissermassen eine Grundvoraussetzung dar-

stellt, ob die Wegzugsfrage überhaupt einer näheren Prüfung bedarf (vgl. vorste-

hend E. III/B.1.4.).  

4. Bisheriges Betreuungsmodell und persönliche Beziehung 

4.1. Sind beide Elternteile erziehungsfähig sowie willens und in der Lage, die 

Kinder bei sich aufzunehmen und persönlich oder im Rahmen eines im Kindes-

wohl liegenden Betreuungskonzepts für sie zu sorgen, so kommt – insbesondere 

bei Gleichwertigkeit der beiden Betreuungskonzepte – dem Kriterium der Stabilität 

der Verhältnisse besonderes Gewicht zu. Hierbei bildet das bisher tatsächlich ge-

lebte Betreuungsmodell Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. vorstehend 

E. III/B.1.4.). 

- 31 - 

4.2. Hinsichtlich der persönlichen Beziehungen hielt die Vorinstanz fest, die 

Parteien hätten während des Zusammenlebens unbestrittenermassen eine klassi-

sche Rollenverteilung gelebt. Die Gesuchstellerin habe die Kinder täglich betreut 

und habe eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut. Auch der Gesuchsteller aner-

kenne, dass die Gesuchstellerin die Hauptbetreuungsperson der gemeinsamen 

Kinder sei. Etwas anderes sei auch aus den Ausführungen und ins Recht gereich-

ten Akten nicht ersichtlich. Der Gesuchsteller sei aufgrund der gelebten Rollenver-

teilung und seines intensiven Jobs indessen weniger präsent im Alltag der Mäd-

chen. Seine passive Rolle habe er gegenüber der Gesuchstellerin selbst noch im 

Januar 2020 festgehalten. Seine Beziehung zu den Kindern sei somit als weniger 

eng einzustufen. Allerdings versuche er, die Beziehung zu vertiefen, indem er mit 

den Mädchen Zeit verbringen wolle und täglich anrufe. Die Kinder würden sich 

denn auch immer freuen, wenn er auf Besuch komme, und würden ihm in die Ar-

me fallen. Auch nach der Trennung der Parteien habe die Gesuchstellerin die 

Hauptbetreuung der Kinder übernommen und stelle die Hauptbetreuungsperson 

dar. Der Gesuchsteller habe sich absichtlich aus der Erziehung rausgenommen 

und dies der Gesuchstellerin überlassen. Den Antrag auf alternierende Obhut ha-

be der Gesuchsteller denn auch erst im Laufe des vorliegenden Verfahrens ge-

stellt. Vorher habe er nie diesbezügliche Wünsche geäussert. Sodann spiele es 

keine Rolle, welches Rollenmodell die Parteien für die Zukunft geplant hätten oder 

nicht. Einzig das vor der Trennung gelebte Modell sei massgebend. Ausschlag-

gebend sei also, dass bei einer Verweigerung des Aufenthaltswechsels C._____ 

und D._____ ihre bisherige Hauptbetreuung fehlen würde, da von der Hypothese 

auszugehen sei, die Gesuchstellerin ziehe nach Brasilien um. Der Gesuchsteller 

hätte die Betreuung alleine zu übernehmen, während er gleichzeitig einen Voll-

zeitjob ausübe. Die Kinder würden somit vermehrt ganztags fremdbetreut werden, 

was nicht dem Grundsatz der Betreuungs- und Erziehungskontinuität entspreche. 

Daran ändere auch die vom Gesuchsteller geltend gemachte Reduzierung seines 

Arbeitspensums auf 80% nichts, welche zudem mit seinem Arbeitgeber noch nicht 

besprochen worden sei. Würden die Kinder hingegen mit nach Brasilien gehen, 

würden sie weiterhin von der bisherigen Hauptbezugsperson betreut werden. An-

gesichts des jungen Alters von C._____ und D._____ sei dies einem Wechsel der 

Hauptbetreuung vorzuziehen (Urk. 2 S. 19 f. und S. 29 f.).  

- 32 - 

4.3.1. Der Gesuchsteller rügt, er habe entgegen den Ausführungen der  

Vorinstanz nicht ausgeführt, die Gesuchstellerin sei die Hauptbezugsperson, son-

dern sie sei für die Kinder eine wichtige Hauptbezugsperson. Die andere Haupt-

bezugsperson sei er selber. Das bisherige Betreuungsmodell sei sodann als sol-

ches nicht entscheidend; entscheidend seien die erzieherischen Fähigkeiten und 

die persönliche Beziehung zum Kind. Er habe eine sehr gute und vertrauensvolle 

Beziehung zu den Kindern. Es werde ausdrücklich bestritten, dass die Beziehung 

zwischen ihm und den Kindern weniger eng sei als diejenige der Gesuchstellerin. 

Diese Annahme der Vorinstanz sei willkürlich. Da er die gleich enge Beziehung zu 

den Kindern habe wie die Gesuchstellerin, spreche das Alter der Kinder und die 

Tatsache, dass sie noch mehr personen- als umgebungsbezogen seien, nicht da-

gegen, sie unter seine Obhut zu stellen. Es werde auch bestritten, dass er sich 

absichtlich aus der Erziehung rausgenommen habe und diese der Gesuchstellerin 

überlassen hätte. Vielmehr versuche die Gesuchstellerin, ihn immer mehr auszu-

schliessen (Urk. 1 Rz. 55 ff.). 

4.3.2. Wie bereits erläutert (vgl. E. III/B.1.4.), gilt bei vorwiegend personenbezo-

genen Kindern, die überwiegend vom wegzugswilligen Elternteil betreut werden, 

nach der Rechtsprechung der Grundsatz, dass es tendenziell eher im Wohl der 

Kinder sein wird, wenn sie beim bisher hauptsächlich betreuenden Elternteil ver-

bleiben und folglich mit ihm wegziehen. Wie auch der Gesuchsteller anerkennt, 

sind die vier bzw. sechs Jahre alten Töchter D._____ und C._____ – im Zeitpunkt 

des Wegzugs waren sie knapp drei und gut vier Jahre alt – vorwiegend perso-

nenbezogen, weshalb das bisherige Betreuungsmodell sehr wohl entscheidend 

sein kann, wenn sich eine der Parteien als Hauptbetreuungsperson etabliert hat. 

Soweit der Gesuchsteller lediglich pauschal behauptet, ebenfalls die Hauptbe-

zugsperson der Kinder zu sein und eine gleich enge Beziehung zu den Kindern zu 

haben wie die Gesuchstellerin, ohne darzulegen, welche Fakten die Vorinstanz 

bei ihrer Beurteilung in Betracht zu ziehen unterlassen habe, genügt er seiner Be-

gründungspflicht nicht. Aus den Akten ergeben sich denn auch keinerlei Anhalts-

punkte für seine Behauptung. So hat er anlässlich der mündlichen Verhandlung 

selber angegeben, meistens erst spät nach Hause gekommen zu sein, den Kin-

dern kein Essen gekocht zu haben, sie auch nur ab und zu gewickelt zu haben 

- 33 - 

und die Kinder nicht ins Bett gebracht, ihnen jedoch manchmal Geschichten er-

zählt zu haben (Prot. I S. 32). Selbst wenn der Gesuchsteller seine gesamte Frei-

zeit mit der Familie verbracht haben sollte (Urk. 1 Rz. 9) – was von der Gesuch-

stellerin bestritten wird (Urk. 20 Rz. 14; Urk. 5/61 Rz. 19 ff.) – liegt auf der Hand, 

dass Kleinkinder zu dem Elternteil, welches sich daneben auch im Alltag haupt-

sächlich um sie kümmert und ihre Grundbedürfnisse stillt, eine sehr enge Bezie-

hung entwickeln. Seine passive Rolle in der Erziehung der Kinder hat der Ge-

suchsteller sodann, wie die Vorinstanz zutreffend erwog, gegenüber der Gesuch-

stellerin selber noch im Januar 2020 in einer WhatsApp-Nachricht ausdrücklich 

festgehalten (vgl. Urk. 5/39/2). Inwiefern die Vorinstanz diese Textnachricht falsch 

interpretiert haben soll, legt er nicht dar. Auch aus seinen vorinstanzlichen Aus-

führungen, auf die er (ohne nähere Stellenangabe) verweist (vgl. Urk. 30 Rz. 8), 

ergibt sich nichts anderes. Vor Vorinstanz machte er nur geltend, diese Nachricht 

aus Frust über den ihn immer mehr ausschliessenden Umgang der Gesuchstelle-

rin mit den Kindern geschrieben zu haben (Urk. 5/48 Rz. 54). Nicht geltend macht 

er indes, dass die darin von ihm abgegebene Beschreibung seiner Rolle als Vater 

und seiner Beziehung zu den Kindern nicht zutreffend war. Sodann ist es offen-

kundig, dass ein Vollzeit erwerbstätiger Vater – auch wenn er flexible Arbeitszei-

ten hat – über weniger zeitliche Kapazität für die Kinderbetreuung verfügt als die 

nichterwerbstätige Mutter.  

4.4. Mit der Vorinstanz ist demnach festzuhalten, dass die Gesuchstellerin die 

Hauptbezugs- und Hauptbetreuungsperson der Kinder ist und demnach das bis-

herige Betreuungsmodell sowie dessen Kontinuität für die Zuteilung der Obhut an 

die Gesuchstellerin bzw. für eine Bewilligung des Wegzugs mit den Kindern 

spricht (vgl. Urk. 2 S. 32).  

5. Stabilität der Verhältnisse 

5.1. Unter der Maxime des Kindeswohls sind aber auch sämtliche weiteren re-

levanten Aspekte der konkreten Situation zu beachten, wie namentlich, ob die 

Kinder neu in einer fremden Sprache beschult würden, ob der wegzugswillige El-

ternteil in sein Heimatland bzw. den angestammten Familienkreis ziehen würde 

und ob sich dort ein wirtschaftlich und sozial abgesichertes Umfeld vorfinden wür-

- 34 - 

de. Zudem sind gesundheitliche Bedürfnisse der Kinder zu beachten sowie – ins-

besondere bei älteren Kindern – die bei ihrer Anhörung geäusserten Wünsche 

(vgl. BGE 142 III 481, E. 2.7). 

5.2. Die Vorinstanz zog in Betracht, die Parteien seien in den letzten Jahren 

mehrmals umgezogen und hätten jeweils nur rund zwei Jahre an einem Ort ver-

bracht. Dies treffe auch auf die Schweiz zu (Zuzug im 2018). Die Kinder hätten 

somit noch keine Zeit gehabt, eine enge Bindung zu ihrem Wohnort zu entwi-

ckeln. Vielmehr seien sie es sich gewohnt, immer wieder umzuziehen. Es bestehe 

also keine Verwurzelung im klassischen Sinn in der Schweiz. Ferner seien die 

Kinder bilingual in Portugiesisch und Englisch. Des Weiteren hätten sie die inter-

nationale Krippe bzw. den Kindergarten "J1._____ GmbH" besucht. Dadurch ge-

schlossene Bekanntschaften und Freundschaften seien also eher internationaler 

Natur. Im Sinne der Stabilität und Kontinuität plane die Gesuchstellerin, dass die 

Mädchen auch in E._____, Brasilien, eine internationale Schule besuchten. Sie 

habe die G._____ ausgewählt, welche eine ähnliche Philosophie wie die J._____ 

Schule verfolge. Sodann sei C._____ bereits in Südkorea in einer G._____ gewe-

sen. Die Unterrichtssprache sei Englisch, weswegen die Kinder nach dem Auf-

enthaltswechsel weiterhin mit den ihnen bekannten Sprachen Portugiesisch und 

Englisch aufwachsen würden. Ferner stamme die Gesuchstellerin aus Brasilien 

und ihre gesamte Familie wohne dort. Die Kinder würden bereits jetzt mehrere 

Wochen pro Jahr dort verbringen, D._____ sei sogar dort geboren worden. Weiter 

sei auch die Mutter der Gesuchstellerin vermehrt auf Besuch gekommen. Diese 

Familienseite sei für die Kinder also vertraut. Die Eltern des Gesuchstellers wohn-

ten in K._____, eine Schwester in L._____, die andere grenznahe zur Schweiz in 

Frankreich. Gemäss Aussage des Gesuchstellers bestehe bis anhin noch keine 

enge Beziehung zu diesen Personen, er wünsche sich aber, eine solche aufzu-

bauen. Ferner habe der Gesuchsteller weitere Verwandte in M._____, insbeson-

dere Cousins und Cousinen mit Kindern im Alter von C._____ und D._____. Die-

se hätten die Kinder aber noch nicht kennen gelernt. Somit sei der Familienkreis 

des Gesuchstellers nicht als besonders enger Kontakt und stabiles Umfeld für 

C._____ und D._____ in F._____/Zürich anzusehen (Urk. 2 S. 30 f.).  

- 35 - 

5.3. Der Gesuchsteller hat diesen Ausführungen nichts Stichhaltiges entgegen-

zusetzen. So macht er etwa geltend, wenn der Wegzug untersagt würde, könnten 

die Kinder wieder ihre gewohnte Kinderkrippe in F._____ mit ihren "Gspändli" be-

suchen. Die meisten Kinder, welche die Krippe J._____ in F._____ besuchten, 

würden auch in F._____ leben. Die Ausführungen der Vorinstanz, die Bekannt-

schaften und Freundschaften seien also eher internationaler Natur, sei abstrus 

(Urk. 1 Rz. 60 ff). Auch wenn die Kinder Freunde in der Kita haben und mit ihnen 

vertraut sind, sind sie aufgrund ihres Alters – wie auch der Gesuchsteller aner-

kennt (Urk. 1 Rz. 58) – mehr personenbezogen, was sich auf ihr örtliches, schuli-

sches und soziales Umfeld erstreckt. Im Übrigen besuchen die Kinder nunmehr 

bereits seit Februar 2021 die G._____ in Brasilien (vgl. Urk. 5/97/1), weshalb – 

wie die Gesuchstellerin auch vorbringt (vgl. Urk. 20 Rz. 47) – davon auszugehen 

ist, dass sie sich mittlerweile in dieser Tagesschule gut eingelebt haben. Wie sich 

dem Lehrpersonenbericht vom 16. April 2021 entnehmen lässt, war dies jeden-

falls bei C._____ bereits kurz nach Start in der G._____ der Fall (Urk. 22/5). 

Ebenfalls lediglich auf die Umgebung zielt das Argument, die Kinder könnten sich 

an die Zeit vor dem Umzug nach F._____ nicht erinnern, weshalb die Wohnung 

an der N._____-gasse … in F._____ ihr Zuhause sei (Urk. 1 Rz. 60). Darüber 

hinaus wurde das besagte Mietverhältnis seitens der Vermieterin gekündigt und 

bis maximal Ende März 2021 erstreckt (vgl. Urk. 5/50/17; Urk. 20 Rz. 44), wes-

halb die Wohnung mittlerweile längst nicht mehr verfügbar sein dürfte. Ob die 

Vermieterin tatsächlich nur die Gesuchstellerin loshaben wollte und der Gesuch-

steller mit den Töchtern auch nach März 2021 noch in der Wohnung hätte bleiben 

dürfen (Urk. 1 Rz. 61), ist damit ohne Belang (vgl. auch Urk. 2 S. 32). Diese Be-

hauptung findet aber in den Akten ohnehin keine Stütze, wurde die Kündigung 

des Mietverhältnisses doch von der Verwaltung gegenüber dem Gesuchsteller mit 

Eigenbedarf der Vermieterschaft begründet (Urk. 29/2). Auch wenn die betreuen-

de Krippe und das Umfeld ändert, kann die Gesuchstellerin aufgrund der vorwie-

genden Personenbezogenheit der Kinder die nötige Stabilität gewähren. Daran 

vermag auch nichts zu ändern, dass der Gesuchsteller beabsichtigt, die ehemali-

ge Haushälterin der Gesuchstellerin zu übernehmen (Urk. 1 Rz. 28), zumal diese 

den Kindern zwar vertraut sein dürfte, jedoch den Verlust der Hauptbezugsperson 

nicht aufzuwiegen vermöchte.  

- 36 - 

5.4. Insgesamt erweist sich mit Blick auf das Kriterium der Stabilität und Konti-

nuität ein Verlust des örtlichen Umfelds der Kinder vorliegend als weit weniger 

schwerwiegend als ein Wechsel in der hauptbetreuenden Person. 

6. Fazit 

Im Ergebnis ist es dem Gesagten zufolge einhergehend mit der Vorinstanz eher 

im Wohle beider Kinder, wenn sie mit der Gesuchstellerin nach Brasilien ziehen 

bzw. vorliegend in Brasilien bleiben dürfen (vgl. auch Urk. 2 S. 32 ff.). Die Bewilli-

gung des Aufenthaltsortswechsels der Gesuchstellerin mit den beiden Kinder 

nach Brasilien ist somit zu bestätigen.  

C. Obhut und Persönlicher Verkehr 

1. Obhut 

Nachdem der Wegzug der Gesuchstellerin mit den Kindern nach Brasilien zu be-

willigen ist, ist auch die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Gesuchstellerin zu 

bestätigen.  

2. Persönlicher Verkehr nach dem Wegzug nach Brasilien 

2.1. Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das min-

derjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen 

Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des 

Besuchsrechts gilt immer das Kindeswohl, das anhand der Umstände des konkre-

ten Einzelfalls zu beurteilen ist; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzu-

stehen (BGE 130 III 585 E. 2.1 S. 587 f.). 

2.2. Die Vorinstanz erwog, bei der Regelung des persönlichen Verkehrs zwi-

schen dem Gesuchsteller und seinen Kindern sei auf die bisherige Vater-Kind-

Beziehung Rücksicht zu nehmen. Der Gesuchsteller habe C._____ und D._____ 

seit der Trennung regelmässig besucht und per Videotelefonie mit ihnen gespro-

chen. Dieser Kontakt sei auch nach dem Umzug der Kinder nach Brasilien so gut 

wie möglich aufrecht zu erhalten. Aufgrund der Distanz werde der Gesuchsteller 

die Kinder nicht für kürzere Zeit oder ein Wochenende besuchen können, sondern 

- 37 - 

es biete sich ein Ferienbesuchsrecht an. Die vom Gesuchsteller beantragten vier 

Wochen erschienen sinnvoll. Ebenfalls sei angebracht, dass das Besuchsrecht in 

den ersten drei Monaten auf E._____, Brasilien, und für den Rest des Jahres auf 

Besuche in Brasilien beschränkt sei und danach ausgeweitet werde (insbesonde-

re auf Ferien der Kinder in der Schweiz). So hätten C._____ und D._____ ein 

Jahr Zeit, sich an die neue Besuchsregelung zu gewöhnen. Die Beziehung zwi-

schen dem Gesuchsteller und den Kindern sollte zu diesem Zeitpunkt so vertraut 

sein, dass sie für die Ferien auch mit ihm zurück in die Schweiz kommen könnten. 

Auch unter dem Aspekt, dass es dem Gesuchsteller möglich sein müsse, Zeit mit 

seinen Kindern in seinem Zuhause – und nicht bei der Gesuchstellerin oder in ei-

nem Hotel – zu verbringen, sei das ausgeweitete Besuchsrecht anzuordnen. Von 

einer Begleitung der Besuchszeiten des Gesuchstellers sei jedoch abzusehen. Es 

bestünden keine Anhaltspunkte, dass die Kinder einer Gefährdung ausgesetzt 

seien, wenn sie beim Gesuchsteller seien. Vielmehr führe auch die Gesuchstelle-

rin aus, sie könne es nicht an etwas Konkretem festmachen und sie anerkenne, 

wie wichtig die Beziehung von C._____ und D._____ zu ihrem Vater sei. Die Be-

aufsichtigung des Kontakts könnte indessen eine gegenteilige Wirkung haben und 

das Vertrauen der Kinder in ihren Vater schwächen (Urk. 2 S. 36 ff.).  

2.3. Gestützt darauf erklärte die Vorinstanz den Gesuchsteller in einer ersten 

(mittlerweile verfallenen) Phase ab sofort bis Ende Februar 2021 für berechtigt, 

die Kinder für eine Woche in E._____, Brasilien, mit sich auf Besuch zu nehmen. 

Danach erklärte sie ihn für berechtigt, die Kinder alle drei Monate für eine Woche 

in Brasilien mit sich auf Besuch zu nehmen und ab dem zweiten Jahr des Aufent-

halts der Kinder in Brasilien für insgesamt vier Wochen pro Jahr, maximal zwei 

Wochen am Stück, zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ausserdem er-

klärte sie den Gesuchsteller für berechtigt, ab sofort täglich um 22.00 Uhr 

Schweizer Zeit mit den Kindern per Videotelefonie zu kommunizieren (Urk. 2 

S. 37 f.). 

2.4.1. Die Gesuchstellerin wendet sich mit ihrer Berufung im Wesentlichen ge-

gen die per sofort vorgesehenen Übernachtungen und will die Ausdehnung der 

Besuche auf ausserhalb Brasiliens erstmals per Januar 2024 zulassen (vgl. Urk. 

- 38 - 

24/1 S. 2 und Rz. 7 ff.). Begleitete Besuche hat sie nicht beantragt. Soweit sie in 

den Eingaben teilweise von begleiteten Besuchen spricht, ohne darzulegen, wes-

halb sie von den eigenen Anträgen abweicht, ist darauf nicht weiter einzugehen 

(vgl. Urk. 24/20 Rz. 24; Urk. 24/20 Rz. 50). Demgegenüber beantragt der Ge-

suchsteller berufungsweise, es sei neu festzulegen, dass er das Besuchsrecht in 

der Schweiz ausüben könne, und die Gesuchstellerin sei unter Strafandrohung 

anzuweisen, die Kinder zur Ausübung des Rechts auf persönlichen Verkehr je-

weils in die Schweiz zu bringen (Urk. 1 Rz. 69 ff.).  

2.4.2. Wie bereits im Rahmen der Prüfung der Erziehungsfähigkeit ausführlich 

dargelegt, ist der Gesuchstellerin nicht zu folgen, wenn sie die geforderte Ein-

schränkung des vorinstanzlich festgesetzten Besuchsrechts auf ihre Bedenken 

betreffend eines allfälligen grenzüberschreitenden Verhaltens des Gesuchstellers 

gegenüber den Töchtern zurückführt (vgl. E. III/B.2.2.1. ff.). Auf ihre diesbezügli-

chen Vorbringen ist demnach nicht weiter einzugehen. Indes bringt sie weiter vor, 

selbst wenn man eine Gefährdung aufgrund der geschilderten Bedenken vernei-

nen würde, gefährde das vorinstanzlich angeordnete sofortige Besuchsrecht von 

einer ganzen Woche unbegleitet und mit Übernachten das Wohl der Mädchen 

und sei in jedem Fall behutsamer aufzubauen. So kleine Kinder, die noch nie 

mehr als drei Stunden mit dem Vater verbracht hätten und noch nie in Abwesen-

heit der Mutter eingeschlafen seien, würden traumatisiert, wenn man sie von ei-

nem Tag auf den anderen eine ganze Woche von ihrer vertrauten Hauptbezugs-

person entfernen würde (Urk. 24/1 Rz. 15). Dieser Einwand ist begründet. Der 

Gesuchsteller hat die Kinder unbestrittenermassen noch nie (alleine) ins Bett ge-

bracht (Prot. I S. 32, Urk. 24/18 Rz. 53). Ebenso stellt er nicht in Abrede, dass er 

noch nie mehr als drei Stunden mit den Kindern allein verbracht hat, sondern 

macht lediglich geltend, dies sei darauf zurückzuführen, dass sie seine freie Zeit 

eben als Familie verbracht hätten (Urk. 24/18 Rz. 51). Dies ändert aber nichts da-

ran, dass es die Kinder nicht gewohnt sind, lange Zeit von der Gesuchstellerin ge-

trennt zu sein (vgl. auch E. III/B.4.1. ff.). Dies gilt umso mehr, als die Kinder den 

Gesuchsteller mittlerweile seit ihrer Abreise nach Brasilien im November 2020 

und damit seit nunmehr über einem Jahr nicht mehr physisch gesehen haben. 

Aus Sicht des Kindeswohls, gegenüber welchem die Bedürfnisse der Eltern in den 

- 39 - 

Hintergrund zu treten haben, spielt dabei letztlich keine Rolle, wer die "Schuld" an 

diesem Zustand trägt (vgl. Urk. 24/18 Rz. 54 und Rz. 67). Angesichts des bisheri-

gen Betreuungsmodells und des langen unmittelbaren Kontaktunterbruchs ist 

nicht von der Hand zu weisen, dass es die Kinder überfordern – und nicht nur 

herausfordern, wie vom Gesuchsteller geltend gemacht (vgl. Urk. 24/18 Rz. 55 

und Rz. 59) – würde, wenn sie per sofort eine ganze Woche beim Gesuchsteller 

übernachten würden und insbesondere für diese Dauer von der Gesuchstellerin 

getrennt würden. Dies entspricht nicht dem Kindeswohl. Ebenso sollten die ersten 

Besuche zum Wohle der Kinder in ihrer gewohnten Umgebung, d.h. in Brasilien, 

stattfinden (vgl. dazu nachfolgend E. III/C.2.4.5).  

2.4.3. In einem ersten Schritt ist es insbesondere wichtig, dass der Gesuchstel-

ler die Kinder so bald als möglich wiedersehen und nach dem langen physischen 

Kontaktunterbruch wieder eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. Hierbei 

erscheint der von der Gesuchstellerin beantragte Besuchszeitraum von täglich 

9.00 Uhr bis 17.00 Uhr angemessen. Soweit der Gesuchsteller ausführen lässt, 

dass eine Vater-Kind-Beziehung nicht aufgebaut oder aufrechterhalten werden 

könne, wenn die Kinder mit dem Vater nur wenige Stunden auf einem Spielplatz 

o.ä. verbringen könnten (Urk. 24/18 Rz. 58), ist ihm nicht zu folgen. Dem Gesuch-

steller wird bei dieser Besuchsregelung die Betreuungsverantwortung über die 

beiden Kinder während täglich acht Stunden übertragen. In diesem Zeitrahmen 

wird er durchaus mit vielseitigen elterntypischen Tätigkeiten konfrontiert und kann 

sich nicht nur spassigen Freizeitaktivitäten widmen. So hat er etwa mit den Kin-

dern zu Mittag zu essen, sie regelmässig mit Trinken zu versorgen, sie auf die 

Toilette zu begleiten, sie zu trösten, allenfalls auch mal einen Streit zwischen den 

Geschwistern zu schlichten etc. Ein derart umsorgender und auf die Bedürfnisse 

der Kinder ausgerichteter täglicher Kontakt ist durchaus geeignet, eine vertrau-

ensvolle und nachhaltige Vater-Kind-Beziehung aufzubauen.  

2.4.4. Gleichwohl ist dem Gesuchsteller zuzustimmen, dass Übernachtungskon-

takte die Beziehung zum nicht obhutsberechtigten Elternteil noch mehr festigen. 

Es gibt denn entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 24/1 Rz. 15) 

auch keinen Grund, an den Fähigkeiten des Gesuchstellers zu zweifeln, die bei-

- 40 - 

den Kinder grundsätzlich – auch über Nacht – betreuen zu können. Ferner trifft 

auch nicht zu, dass die beiden Mädchen im Alter von vier und sechs Jahren noch 

nicht in der Lage wären, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren (vgl. Urk. 24/1 

Rz. 15). Es handelt sich bei ihnen nicht mehr um eigentliche Kleinkinder, weshalb 

ihnen auswärtige Übernachtungen durchaus zuzumuten sind. Überdies gehört es 

zur unvermeidbaren kindlichen Realität nach einer Elterntrennung, sich immer 

wieder auf Veränderungen in den Lebensgewohnheiten einstellen zu müssen. So 

wurde etwa auch ihr Wohnort von heute auf morgen nach Brasilien verlegt. Dem-

zufolge stehen Übernachtungen beim Gesuchsteller nach einer angemessenen 

Wiederangewöhnungsphase nichts im Wege. Unter Berücksichtigung des Zeitab-

laufs seit Einreichen der Berufung beantragt die Gesuchstellerin berufungsweise, 

dass die Besuche des Gesuchstellers während rund 1 ½ Jahren noch ohne Über-

nachtung stattfinden. Diese Zeitspanne erscheint jedoch zu lange, zumal der Ge-

suchsteller bis zur Abreise der Kinder nach Brasilien regelmässig Kontakt zu den 

beiden Töchtern hatte und sich diese – wie beide Parteien ausführten – jeweils 

freuten, wenn er auf Besuch kam (vgl. Prot. I S. 33 und S. 45). Seit der Abreise 

wurde sodann der Kontakt des Gesuchstellers zu den Kindern mit regelmässigen 

Videotelefonaten aufrechterhalten. Entsprechend muss eine Vater-Kind-

Beziehung nicht von Grund auf aufgebaut werden. Ein Angewöhnen an einen 

veränderten Betreuungsrahmen kann letztlich auch nur dadurch erfolgen, dass 

dieses Betreuungsmodell tatsächlich praktiziert wird. Entsprechend erscheint es 

angemessen, die ersten zwei Besuchswochen des Gesuchstellers noch ohne 

Übernachtung durchzuführen, um eine ausreichende Vertrauensbasis für künftige 

Besuche zu schaffen. Bei der dritten Besuchswoche sind die ersten drei Besuchs-

tage auf die Betreuung tagsüber zu beschränken, ab dem vierten Besuchstag je-

doch für den Rest der Woche Übernachtungen vorzusehen. Danach dürfte eine 

ausreichende Vertrauensbasis zum Gesuchsteller bestehen, sodass die Kinder 

eine ganze Woche am Stück mit ihm verbringen können.  

2.4.5. Die Vorinstanz hat das Besuchsrecht in den ersten drei Monaten auf 

E._____, Brasilien, und für den Rest des Jahres auf Besuche in Brasilien be-

schränkt, so dass die Kinder insgesamt ein Jahr Zeit hätten, um sich an die neue 

Besuchsregelung zu gewöhnen (Urk. 2 S. 36). Der Gesuchsteller hat keine durch-

- 41 - 

schlagenden Argumente vorgebracht, weshalb hiervon abzuweichen und die Be-

suche per sofort in der Schweiz abzuhalten wären (vgl. Urk. 1 Rz. 69 ff.). Soweit 

er geltend macht, es sei offensichtlich geworden, dass die Gesuchstellerin nicht 

beabsichtige, das gerichtlich angeordnete Besuchsrecht in Brasilien zu gewähr-

leisten, ist er auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen (E. III/B.2.3.2. ff.). 

Angesichts dessen, dass mit vorliegendem Entscheid das Besuchsrecht des Ge-

suchstellers vorerst auf Besuche tagsüber beschränkt wird, bestehen denn auch 

keine konkreten Anhaltspunkte, dass sie ihn an der Ausübung desselben hindern 

würde. Inwiefern die effektive Durchführung in der Schweiz besser gewährleistet 

wäre, ist sodann nicht ersichtlich. Insbesondere kann angesichts der Vorbringen 

in diesem Verfahren nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesuchstellerin 

die Töchter aktuell alleine in die Schweiz schicken würde. Dass eine kurzfristige 

Vollstreckung des Besuchsrechts in Brasilien nicht möglich wäre, trifft wohl zu, gilt 

gleichermassen aber auch für allfällige Ferienbesuche in der Schweiz. Nicht 

glaubhaft gemacht wurde ferner, dass der Gesuchsteller angesichts der "haar-

sträubenden Vorwürfe" seitens der Gesuchstellerin, der Korruption in Brasilien 

und dem Einfluss der Familie der Gesuchstellerin fürchten müsste, bei der Einrei-

se in einem brasilianischen Gefängnis zu landen (vgl. Urk. 24/18 Rz. 34; Urk. 30 

Rz. 26; Urk. 35 Rz. 11). Es gibt keinerlei Hinweise, dass die Gesuchstellerin in 

Brasilien ein Verfahren gegen den Gesuchsteller eingeleitet hätte oder beabsich-

tigen würde, dies zu tun. Entsprechend gibt es keine Gründe, die gegen eine an-

fängliche Ausübung des Besuchsrechts in Brasilien sprechen würden. Auch an-

gesichts des jungen Alters der Kinder ist davon abzusehen, diesen bereits jetzt 

vier Mal jährlich so lange Flüge zuzumuten. Mit der Vorinstanz sollten indes nach 

einem Jahr Besuche auch ausserhalb von Brasilien möglich sein. Die Gesuchstel-

lerin hat einmal jährlich dafür besorgt zu sein, die Kinder für die Ausübung des 

Besuchsrechts in die Schweiz zu bringen, sei es, indem sie selber mitfliegt, oder 

durch Nutzung eines Flugbegleitservices. Die Voraussetzungen für eine Strafan-

drohung für den Fall der Nichteinhaltung sind nicht gegeben (vgl. BGer 

5A_167/2017 vom 11. September 2017, E. 6.1 und vorstehend E. III/B.2.3.2. ff.). 

2.4.6. Gegenüber dem Antrag der Gesuchstellerin, die Besuche auf die Schulfe-

rien der G._____ anzupassen, zeigt sich der Gesuchsteller offen, wenn die Besu-

- 42 - 

che in der Schweiz stattfinden sollten (Urk. 24/18 Rz. 62 und Rz. 64). Da es auch 

für den Gesuchsteller von Vorteil ist, wenn er seine Besuchswochen in die Schul-

ferienzeit der Töchter legt, zumal er dann möglichst viel Zeit mit ihnen verbringen 

kann, erscheint diese Regelung jedoch auch bei Besuchen in Brasilien sachge-

recht. Die Gesuchstellerin bemängelt ferner, dass die Vorankündigung der Besu-

che nur ein Monat im Voraus mittelfristig nicht angemessen sei und ihr eine früh-

zeitige Planung der eigenen Ferien verunmögliche. Den Parteien solle ein alter-

nierendes Wahlrecht zukommen, sollten sie sich nicht über die Besuchszeiten ei-

nigen können (Urk. 24/1 Rz. 18). Gegen eine längerfristige Planung der Besuchs-

termine hat der Gesuchsteller nichts einzuwenden, indes hätten die Ferien der 

Gesuchstellerin mit den Kindern dem Ferienbesuchsrecht des Gesuchstellers 

nachzugehen. Sie habe die Situation geschaffen und müsse nun auch die Konse-

quenzen tragen (Urk. 24/18 Rz. 63 f.). Dem ist insofern zuzustimmen, als dass 

der Durchführung des Ferienbesuchsrechts des Gesuchstellers im Hinblick auf 

den Aufbau und Weiterbestand einer stabilen Vater-Kind-Beziehung aufgrund der 

aktuellen Situation eine enorm grosse Bedeutung zukommt und es diesbezügliche 

Streitigkeiten zu vermeiden gilt. Da die Gesuchstellerin nach wie vor keiner Arbeit 

nachgeht und auf ihrer Seite somit keine besonderen Planungsschwierigkeiten 

bestehen dürften, erscheint es ausreichend, wenn der Gesuchsteller künftig die 

Besuche so früh wie möglich, spätestens drei Monate im Voraus, anzukünden 

hat.  

2.4.7. Nach dem Gesagten ist der Gesuchsteller für die Dauer des Scheidungs-

verfahrens berechtigt und verpflichtet, die Kinder auf eigene Kosten wie folgt (je-

weils unbegleitet) zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

− bis Ende März 2023 für insgesamt vier Wochen während der Schulferi-

en der G._____, maximal eine Woche am Stück, dabei die ersten zwei 

Besuchswochen täglich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr ohne Übernach-

tung in E._____, Brasilien, in der dritten Besuchswoche bis und mit drit-

tem Besuchstag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr ohne Übernachtung in 

E._____, Brasilien, und ab dem vierten Besuchstag von 9.00 Uhr bis 

zum letzten Besuchstag spätestens um 17.00 Uhr mit Übernachtung, in 

- 43 - 

E._____, Brasilien, und in der vierten Besuchswoche mit Übernachtung 

in Brasilien. 

− ab April 2023 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens insge-

samt vier Wochen pro Jahr während der Schulferien der G._____, ma-

ximal zwei Wochen am Stück, auch ausserhalb von Brasilien.  

Soweit die Gesuchstellerin in zeitlicher Hinsicht eine unbeschränkte Anzahl Ferien 

beantragt, mithin auch bereit zu sein scheint, dem Gesuchsteller mehr als vier 

Wochen Ferien pro Jahr zu gewähren (vgl. Urk. 24/1 S. 2), sind die Parteien aus-

drücklich darauf hinzuweisen, dass ein weitergehender oder abweichender per-

sönlicher Verkehr nach gegenseitiger Absprache und bei Einverständnis stets 

vorbehalten bleibt.  

2.5. Nicht konkret beanstandet wurden die vorinstanzlich festgelegten täglichen 

Videoanrufe um 22.00 Uhr Schweizer Ortszeit (vgl. Urk. 2 Disp.-Ziff. 4.3), weshalb 

diese Regelung so zu belassen ist.  

D. Prozesskostenvorschuss 

1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin ei-

nen Prozesskostenvorschuss von Fr. 20'000.– zu bezahlen. Sie ging davon aus, 

dass die Gesuchstellerin über keinerlei Einkommen oder eigenes Vermögen ver-

füge. Sie erhalte vom Gesuchsteller Fr. 6'000.– und dieser übernehme die vollen 

Wohn- und Krankenkassenkosten sowie Schulgebühren der Kinder. Gemäss An-

gabe der Gesuchstellerin reiche dies nicht aus, um ihren eigenen Bedarf sowie 

denjenigen der Kinder zu decken, weshalb sie die Unterstützung ihrer Eltern be-

nötigt habe. Die freiwillige Unterstützung ihrer Eltern sei jedoch bei der Beurtei-

lung ihrer Bedürftigkeit nicht zu berücksichtigen. Insgesamt habe sie somit keine 

finanzielle Möglichkeit, die Kosten zu begleichen. Demgegenüber stehe die Leis-

tungsfähigkeit des Gesuchstellers ausser Frage und werde auch von ihm selber 

nicht bestritten. Die zu erwartenden Gerichtskosten veranschlagte die Vorinstanz 

sodann in Anwendung von § 5, § 6 und § 11 AnwGebV auf Fr. 20'000.– (Urk. 2 S. 

41 f.). 

- 44 - 

2. Der Gesuchsteller macht in erster Linie geltend, die Gesuchstellerin sei 

nicht prozessbedürftig. Es gehe entgegen den Ausführungen der Vorinstanz nicht 

an, auf den bis anhin gelebten Lebensstandard abzustellen, sondern es sei derje-

nige Teil der finanziellen Mittel, welcher das zur Deckung der persönlichen Be-

dürfnisse Notwendige übersteige, mit den für den konkreten Fall zu erwartenden 

Gerichts- und Anwaltskosten zu vergleichen. Die Gesuchstellerin habe zu be-

haupten und glaubhaft zu machen, dass sie bedürftig sei. Die Vorinstanz habe 

hingegen völli