# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31905060-3d8e-5a07-881f-9de3346f75ac
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-25
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 25.01.2018 VG.2017.00082 (VG.2018.618)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2017-00082_2018-01-25.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 25. Januar 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2017.00082

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer 

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Gemeinde Glarus Süd

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Bau und
    Umwelt des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Regierungsrat des Kantons
    Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung/Wiederherstellung des rechtmässigen
  Zustands

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ reichte am 8. Mai 2015 bei
  der Gemeinde Glarus Süd ein Baugesuch für bodenaufwertende Massnahmen auf der
  in der Landwirtschaftszone gelegenen Parz.-Nr. […], Grundbuch […], ein. Ohne
  einen Entscheid der Gemeinde abzuwarten, veränderte er im August 2015 das
  Terrain auf der Parzelle. Am 10. Januar 2016 zog er sein Baugesuch zurück. 

  
	
   

  
	
  1.2 Am 2. Februar 2016 erkannte das
  Departement Bau und Umwelt (DBU), dass die ursprünglich geplante wie auch die
  tatsächlich realisierte Terrainveränderung durch A.______ in der
  Landwirtschaftszone nicht zonenkonform sei. Eine nachträgliche Baubewilligung
  könne daher nicht erteilt werden (Disp. Ziff. 1). Die Geländeauffüllung
  sei zurückzubauen und der ursprüngliche Zustand wieder herzustellen (Disp.
  Ziff. 2). Der Rückbau habe innerhalb von sechs Monaten nach Eintreten der
  Rechtskraft der Teilverfügung zu erfolgen (Disp. Ziff. 3). Die Gemeinde
  Glarus Süd eröffnete mit dem Baubewilligungsentscheid vom 20. April 2016
  A.______ diese Anordnungen.

  
	
   

  
	
  1.3 Gegen den Baubewilligungsentscheid
  vom 20. April 2016 mitsamt der Teilverfügung des DBU vom 2. Februar 2016
  reichte A.______ am 23. Mai 2016 Beschwerde beim Regierungsrat ein. Am 29.
  August 2017 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gegen den Entscheid des
  Regierungsrats vom 29. August 2017 erhob A.______ am 22. September 2017
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des
  angefochtenen Beschwerdeentscheids mitsamt dem ihm zugrunde liegenden
  Baubewilligungsentscheid der Gemeinde Glarus Süd sowie der Teilverfügung des
  DBU. Die Baubewilligung für die Bodenverbesserung sei zu erteilen.
  Eventualiter sei der angefochtene Beschwerdeentscheid mitsamt dem ihm
  zugrunde liegenden Baubewilligungsentscheid der Gemeinde Glarus Süd sowie der
  Teilverfügung des DBU teilweise aufzuheben, wobei auf den angeordneten
  Rückbau der Geländeauffüllung zu verzichten sei; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Gemeinde Glarus Süd schloss am
  16. Oktober 2017 auf Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Den gleichen Antrag
  stellte der Regierungsrat am 25. Oktober 2017. Am 17. November 2017
  beantragte schliesslich auch das DBU die Abweisung der Beschwerde; unter
  Kostenfolge. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 79 Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010
  (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Bei baulichen Massnahmen mit grossen räumlichen
  Folgen haben die Öffentlichkeit und die Nachbarn ein Interesse an einer
  vorgängigen Kontrolle. Aus diesem Grund dürfen gemäss Art. 22 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) Bauten und
  Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden. Als
  Bauten und Anlagen gelten dabei jene künstlich geschaffenen und auf Dauer
  angelegten Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und
  geeignet sind, die Vorstellung über die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei
  es, dass sie den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung
  belasten oder die Umwelt beeinträchtigen (vgl. dazu BGer-Urteil 1C_226/2008
  vom 21. Januar 2009 E. 2.3). 

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdeführer hat mit der Terrainveränderung
  vom August 2015 eine Landschaft mit Mulden und Senken von 8'588 m2
  begradigt und damit das Landschaftsbild erheblich verändert. Auch hat er eine
  so grosse Menge an Kompost ausgetragen, dass negative Auswirkungen auf die
  Umwelt nicht auszuschliessen sind. Für die Terrainveränderung ist daher eine
  Baubewilligung im Sinn von Art. 22 Abs. 1 RPG erforderlich.

  
	
   

  
	
  2.3 Da die Terrainveränderung ohne Baubewilligung
  ausgeführt wurde, prüften die Beschwerdegegner 1 und 2 zu Recht in einem
  nachträglichen Baubewilligungsverfahren, ob die bauliche Massnahme den
  öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht und damit grundsätzlich
  bewilligungsfähig ist (vgl. Art. 76 RBG). Dabei war der Beschwerdeführer wie
  ein ordentlicher Gesuchsteller zu behandeln, obwohl er sein Baugesuch am 10.
  Januar 2016 zurückgezogen hatte.

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Eine Bewilligung kann gemäss Art. 22 Abs. 2 RPG nur
  erteilt werden, wenn die Bauten und Anlagen dem Zweck der betreffenden
  Nutzungszone entsprechen (lit. a) und das Land erschlossen ist (lit. b). Nach
  Art. 76 Abs. 1 RBG wird im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens eine
  Baubewilligung erteilt, wenn das Bauvorhaben den öffentlich-rechtlichen
  Vorschriften entspricht.

  
	
   

  
	
  Landwirtschaftszonen
  dienen gemäss Art. 16 Abs. 1 RPG der langfristigen Sicherung der
  Ernährungsbasis des Landes, der Erhaltung der Landschaft und des Erholungsraums
  oder dem ökologischen Ausgleich und sollen entsprechend ihren verschiedenen
  Funktionen vor Überbauung weitgehend freigehalten werden (sog. Prinzip
  der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet). In der Landwirtschaftszone sind
  daher nur Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung
  oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind (Art. 16a Abs. 1
  RPG). Die Regelung von Art. 16a RPG wird durch die Art. 34-38 der
  Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) konkretisiert. Gemäss Art. 34
  Abs. 4 RPV darf eine Baubewilligung nur erteilt werden, wenn die Baute oder
  Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), der
  Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen
  entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig
  bestehen kann (lit. c). Abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG
  kann gemäss Art. 24 RPG eine Ausnahmebewilligung für nicht zonenkonforme
  Bauten oder Anlagen erteilt werden, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen
  einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und keine
  überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Der Beschwerdegegner 3 führte in seinem
  Beschwerdeentscheid vom 29. August 2017 aus, der Beschwerdeführer habe
  nicht nachweisen können, dass die Terrainveränderung objektiv nötig sei. Das
  behauptete verbesserte Pflanzenwachstum in qualitativer und quantitativer
  Hinsicht und die damit verbundenen Vorteile seien nämlich nicht erwiesen.
  Plausibel sei nur die Einsparung von drei Arbeitstagen pro Jahr, da neu die
  ganze Fläche maschinell bewirtschaftet werden könne. Dieser Vorteil wiege
  aber die gewichtigen Nachteile der Terrainveränderung nicht auf. So habe die
  Terrainveränderung die standorttypische Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt und
  den ästhetischen Wert der Landschaft vermindert. Ferner habe der
  Beschwerdeführer ein Vielfaches der zulässigen Kompostmenge auf die fragliche
  Fläche ausgetragen. Die Terrainveränderung könne nachträglich nicht bewilligt
  werden. 

  
	
   

  
	
  3.2.2 Der Beschwerdeführer ist mit dem Entscheid des
  Beschwerdegegners 3 nicht einverstanden. Er macht geltend, die
  Terrainveränderung sei objektiv nötig im Sinn von Art. 16a Abs.1 RPG und daher nachträglich zu bewilligen. Mit der
  Terrainveränderung habe er nämlich die Wasserspeicherkapazität des Bodens
  verbessern und dadurch ein besseres Wachstum der Pflanzen in trockenen Zeiten
  sicherstellen können. Er habe daher heute einen höheren landwirtschaftlichen
  Ertrag und Erosionen würden weniger häufig vorkommen. Daneben könne er die
  Fläche besser maschinell bewirtschaften. Schliesslich sei die zu grosse Menge
  an Kompost, welche er auf der Fläche ausgetragen habe, für die
  Zonenkonformität nicht entscheidend. 

  
	
   

  
	
  3.2.3 Die Beschwerdegegner halten hingegen fest, die
  Terrainveränderung sei betrieblich nicht nötig und daher in der
  Landwirtschaftszone nicht zonenkonform. Auch habe der Beschwerdeführer mit
  dem Austragen der grossen Menge an Kompost umweltrechtliche Vorschriften
  verletzt. Die Terrainveränderung sei daher nicht bewilligungsfähig. 

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Der Beschwerdeführer stützt sich bei seinen
  Vorbringen auf den Bericht von Agriexpert des Schweizerischen Bauernverbands
  (nachfolgend Agriexpert) vom 16. Februar 2015. Die Experten von
  Agriexpert schlagen in diesem Bericht vor, dem Boden sowohl Oberboden (A-Horizont)
  sowie Unterboden (B-Horizont) zuzuführen. So könne die
  Wasserspeicherkapazität des Bodens erhöht und damit ein besseres Wachstum der
  Pflanzen sichergestellt werden. 

  
	
   

  
	
  Ob die Ausführungen der
  Experten von Agriexpert zutreffen, kann vorliegend offengelassen werden, da
  der Beschwerdeführer keinen Unterboden (B-Horizont) zuführte, obwohl dieser
  gemäss den Ausführungen der Experten von Agriexpert entscheidend für die
  Wasserspeicherkapazität des Bodens ist. Der Beschwerdeführer beschränkte sich
  darauf, eine Kompostschicht mit einer Gründigkeit von maximal 25 cm
  auszutragen. Dabei ist Kompost als Oberboden (A-Horizont) zu qualifizieren,
  da er aus verrotteten pflanzlichen, tierischen oder mikrobiellem Material
  (Art. 5 Abs. 2 lit. b Ziff. 1 der Verordnung über das
  Inverkehrbringen von Düngern vom 10. Januar 2001 [DüV]) besteht, welches
  noch mineralisiert werden muss. Insgesamt wurde die Bodenveränderung nicht
  fachgerecht durchgeführt. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sich
  durch die Terrainveränderung die Wasserspeicherkapazität des Bodens merklich
  verbessert hat und aufgrund dessen Pflanzen in trockenen Zeiten besser
  wachsen. An dieser Vermutung können auch nicht die drei eingereichten Bilder
  vom Beschwerdeführer oder eine weitere Besichtigung der Parzelle etwas
  ändern, da eine fundierte Aktenlage zum Zustand des Bodens vor der Terrainveränderung
  fehlt. So fehlen beispielsweise überzeugende Nachweise für Erosionen vor der
  Terrainveränderung. Ein Vergleich zwischen dem aktuellen und dem früheren Zustand
  des Bodens ist daher nicht möglich. Es ist daher auch nicht zu beanstanden,
  dass der Beschwerdegegner 3 auf einen weiteren Augenschein verzichtet
  hat.

  
	
   

  
	
  3.3.2 Zwischen den Parteien ist unumstritten, dass der
  Beschwerdeführer den Boden durch Terrainveränderung besser maschinell
  bewirtschaften kann und daher insgesamt jährlich 22 Arbeitsstunden
  einspart. Die Erhaltung der Landschaft und die Trennung des Nichtbau- vom
  Baugebiet sind aber wesentliche Funktionen der Landwirtschaftszone. Eine
  Baute oder Anlage – und darum handelt es sich bei der strittigen Terrainveränderung
  – erweist sich daher nicht bereits deshalb als nötig im Sinne von
  Art. 16a Abs. 1 RPG, weil dadurch einige Arbeitsstunden im Jahr
  eingespart werden können.

  
	
   

  
	
  Erweist sich die
  Terrainveränderung aber als nicht nötig, so ist sie nicht zonenkonform,
  weshalb dafür keine ordentliche Baubewilligung erteilt werden kann. Die
  Erteilung einer Ausnahmebewilligung im Sinn von Art. 24 RPG kommt
  ebenfalls nicht in Betracht, da eine unnötige Terrainveränderung nicht
  erforderlich im Sinn von Art. 24 RPG sein kann.

  
	
   

  
	
  3.4 

  
	
  3.4.1 Der Beschwerdegegner verletzte aber nicht nur
  raumplanungsrechtliche, sondern auch umweltrechtliche Vorschriften. Alle
  Parteien gehen nämlich davon aus, dass der Beschwerdeführer mehr als die
  höchstens zulässigen 100 Tonnen organische und organisch-mineralische
  Bodenverbesserungsmittel, Kompost, oder festes Gärgut als Bodenverbesserer
  als Substrat, als Erosionsschutz, für Rekultivierungen oder für künstliche
  Kulturerde auf einer Hektare innert zehn Jahren ausgetragen hat (Art. 28 und
  33 Abs. 1 des Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 [USG]
  i.V.m. Anhang 2.6 Ziffer 3.2.2 Abs. 2 der Verordnung zur Reduktion von
  Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen,
  Zubereitungen und Gegenständen vom 18. Mai 2005 [ChemRRV]). Die
  Beschwerdegegner stützen sich bei ihrer Annahme auf den Bericht der
  C.______GmbH vom 9. September 2015, wonach der Beschwerdeführer für die
  Terrainveränderung 1'169 m3 bzw. 781 Tonnen Kompost,
  hochgerechnet auf eine Hektare, ausgetragen habe. Ferner wurde der Beschwerdeführer
  im Strafbefehl vom 13. April 2016 für schuldig befunden, zu viel Kompost
  ausgebracht zu haben.

  
	
   

  
	
  Die Menge des zulässigen
  Komposts für Bodenverbesserungen und Terrainveränderungen innerhalb von 10
  Jahren ist auf 100 Tonnen pro Hektare beschränkt, damit nicht eine zu
  hohe Nährelementmenge ausgebracht wird. Eine zu hohe Nährelementmenge kann
  nämlich zu vielen negativen Auswirkungen führen, namentlich zu hohen Nitratgehalten
  im Grundwasser oder in Kulturpflanzen, welche über dem umwelt- bzw.
  gesundheitsverträglichen Niveau liegen (Anhang 2.6 Ziff. 3.2.1 Abs. 1
  ChemRVV; Johannes Dettwiler/Jean-Pierre Clément/George Chassot in Düngung und
  Umwelt, Fachkommentare zum anwendbaren Bundesrecht, Umwelt-Wissen Nr. 0617,
  Bern 2006, S. 29). 

  
	
   

  
	
  3.4.2 Schliesslich ist auch anzunehmen, dass der
  Beschwerdeführer den Oberboden nicht vorschriftsgemäss ab- und wieder
  ausgetragen hat (Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über Belastungen des Bodens vom
  1. Juli 1998 [VBBo]), so ist gemäss dem Bericht der C.______GmbH der
  Bodenaufbau auf der ganzen Fläche verändert. 

  
	
   

  
	
  3.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die
  Terrainveränderung in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform ist und dass
  die Kompostschicht nicht nach den Regeln des Umweltrechts ausgetragen worden
  ist. Die Terrainveränderung ist demnach nicht nach den öffentlich-rechtlichen
  Vorschriften erstellt worden und kann daher in einem nachträglichen
  Baubewilligungsverfahren nicht bewilligt werden. Die Beschwerdegegner
  verletzten somit kein Recht, indem sie dem Beschwerdeführer eine Bewilligung
  für die Terrainveränderung verweigerten.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 

  
	
  4.1.1 Bei Bauten und Anlagen, die ohne rechtsgültige
  Baubewilligung erstellt wurden und aufgrund ihrer materiellen
  Rechtswidrigkeit auch nachträglich nicht bewilligt werden können, verfügt die
  zuständige Gemeindebehörde grundsätzlich auf Kosten des Bauherrn deren
  Änderung oder Entfernung (Art. 82 Abs. 1 RBG). Im Einzelfall kann ein solcher
  Wiederherstellungsbefehl aber nicht gerechtfertigt sein, da allgemeine verfassungs-
  und verwaltungsrechtliche Prinzipien des Bundesrechts dagegen sprechen. Von
  einem Wiederherstellungsbefehl ist daher beispielsweise abzusehen, wenn der
  Bauherr in gutem Glauben angenommen hat, er sei zur Bauausführung ermächtigt,
  und der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwerwiegende
  öffentliche Interessen entgegenstehen, ebenso wenn die Abweichung vom
  Erlaubten nur unbedeutend ist und die Wiederherstellung des rechtmässigen
  Zustands nicht im öffentlichen Interesse liegt und daher unverhältnismässig
  wäre (BGE 136 II 359 E. 6, 132 II 21 E. 6, 111 lb 213 E. 6).

  
	
   

  
	
  4.1.2 Auf den Vertrauensschutz im Sinn von Art. 9 der
  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
  (BV) kann sich nur berufen, wer von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte
  und ihre allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hätte kennen
  sollen (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
  7. A., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 654). Ein Bauherr muss daher in gutem
  Glauben gehandelt haben, wenn er sich auf den Vertrauensschutz berufen
  möchte.

  
	
   

  
	
  4.1.3 Nach Art. 5 Abs. 2 BV muss staatliches
  Handeln im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein.
  Verhältnismässig sind Massnahmen, wenn sie zur Verwirklichung des im
  öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Auch muss
  der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen
  stehen, die den Privaten auferlegt werden (vgl. BGE 140 I 2 E. 9.2.2;
  BGer-Urteil 1C_342/2014 vom 23. März 2015 E. 5.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, 7. A., Zürich/St. Gallen
  2016, Rz. 514). Bei der Beurteilung ist das bisherige Verhalten des
  Bauherrn mitzuberücksichtigen. Baut er bösgläubig, führt er wissentlich einen
  rechtswidrigen Zustand herbei. Dieses Verhalten darf nicht belohnt werden,
  ansonsten würde das Rechtssystem unterminiert werden. Die Belastungen des
  Privaten, welche auf sein wissentlich widerrechtliches Verhalten zurückzuführen
  sind, sind daher nur in einem verringerten Mass zu berücksichtigen
  (BGE 132 II 21 E. 6.4; BGE 123 II 248 E. 4a).

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Der Beschwerdegegner 3 führte in seinem
  Entscheid vom 29. August 2017 aus, dass wesentliche öffentliche Interessen
  für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bestünden. Der
  Beschwerdeführer habe mit der Terrainveränderung auf einer Fläche von
  8'588 m2 die Landschaft und den standorttypischen Bodenaufbau
  massiv verändert, damit das wichtige Gebot der Trennung von Bau- und
  Nichtbaugebiet verletzt und sei keineswegs nur geringfügig von den
  Bauvorschriften abgewichen. Auch habe er ein Vielfaches der zulässigen
  Kompostmenge auf der Fläche ausgetragen und damit gegen umweltrechtliche
  Vorgaben verstossen. Demgegenüber spreche nur wenig gegen die
  Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. So habe der Beschwerdeführer
  nicht in gutem Glauben gehandelt, als er die Terrainveränderung vorgenommen
  habe. Er könne sich daher nicht auf den Vertrauensschutz berufen. Es sei zwar
  richtig, dass ihm Kosten von Fr. 110'000.- bis Fr. 137'000.- für
  die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands anfallen würden; diese
  Kosten könnten aber aufgrund seines böswilligen Verhaltens nur in einem
  verringerten Mass berücksichtigt werden. Es könne nämlich nicht sein, dass er
  für sein widerrechtliches Verhalten noch belohnt werde; dies würde das
  Rechtssystem unterminieren. Der Beschwerdeführer habe daher den
  ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. 

  
	
   

  
	
  4.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend,
  dass der Wiederherstellungsbefehl nicht verhältnismässig sei. Es sei nämlich falsch, davon auszugehen, die
  Terrainveränderung sei keine nur geringfügige Abweichung von den
  Bauvorschriften. Die ästhetischen Veränderungen der Landschaft seien von Auge
  kaum sichtbar. Daneben gebe es auch keine Hinweise, dass der ökologische Wert
  des Bodens durch die Terrainveränderung stark vermindert worden sei; so seien
  diesbezüglich weder Untersuchungen noch Messungen durchgeführt worden. Sodann
  könnten die Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
  nicht so gross sein, da die Terrainveränderung schon seit zwei Jahren
  bestehe. Ferner sei zu berücksichtigen, dass er für sein Verhalten von der
  Staatsanwaltschaft bestraft worden sei, ihm Direktzahlungen gekürzt worden
  seien und sich die direkten Kosten für den Rückbau auf über
  Fr. 150'000.- belaufen dürften. Schliesslich habe er auf dem sog.
  "Bodenprofil 4" nur deshalb eine Kompostschicht ausgetragen, weil
  er anlässlich der Begehung vom 9. September 2015 dazu angehalten worden
  sei und er gestützt auf diese Besprechung nicht damit habe rechnen müssen,
  dass er auch diesen nachträglich ausgetragenen Kompost wieder zu entfernen
  habe.

  
	
   

  
	
  4.3 Wie der Beschwerdegegner 3 richtig
  ausführte, kann sich der Beschwerdeführer mangels einer Vertrauensgrundlage
  nicht auf den guten Glauben bzw. auf den Vertrauensschutz berufen. So
  hatte der Beschwerdeführer keinen Anlass anzunehmen, dass er für die
  Terrainveränderung keine Baubewilligung benötige. Es wurde ihm sogar mitgeteilt,
  wahrscheinlich könne die Terrainveränderung nicht bewilligt werden. 

  
	
   

  
	
  Bezüglich des
  ausgetragenen Komposts auf dem sog. "Bodenprofil 4" war dem Beschwerdeführer
  von Anfang an bekannt, dass mit dieser Massnahme kurzfristig die Gefahr von
  Erosionen vermindert werden sollte. Eine Zusicherung der Behörde, dass dieser
  Kompost nicht mehr abgetragen werden muss, findet sich in den Akten nicht. Es
  trifft somit nicht zu, dass der Beschwerdeführer nicht wusste, dass er unter
  gewissen Umständen den Kompost wieder abzutragen hat.

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Wie oben ausgeführt, sind wesentliche Funktionen der
  Landwirtschaftszone der Schutz der Landschaft und die Trennung von Bau- und
  Nichtbaugebiet. Es besteht daher ein wesentliches Interesse, die
  ursprüngliche Landschaft mit Mulden und Kuppeln wiederherzustellen. Daneben
  besteht auch ein öffentliches Interesse daran, die Gefahr einer Anreicherung
  von Schadstoffen im Boden durch die Mineralisierung des zu viel ausgetragenen
  Komposts zu verringern. Schliesslich sind auch die Sicherstellung der
  Rechtsgleichheit und die Durchsetzung der baurechtlichen Ordnung wesentliche
  öffentliche Interessen. Wie der Beschwerdegegner 3 richtig ausführt,
  kann es nämlich nicht sein, dass jene, die bösgläubig ohne Baubewilligung
  rechtswidrige Tatsachen schaffen wollen, gegenüber denen, die den Entscheid
  der Baubewilligungsverfügung abwarten und sich daran halten, bevorteilt
  werden; dies würde das Rechtsystem unterminieren. Es bestehen daher wesentliche
  öffentliche Interessen an der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. 

  
	
   

  
	
  4.4.2 Gegen die Wiederherstellung des rechtmässigen
  Zustands sprechen hauptsächlich Interessen des Beschwerdeführers, namentlich
  der hohe Arbeitsaufwand und die hohen finanziellen Kosten von weit über
  Fr. 100'000.-. Da der Beschwerdeführer aber böswillig handelte, können
  diese nur in einem verringerten Mass berücksichtigt werden. Der Umstand, dass
  der Beschwerdeführer von der Staatsanwaltschaft bestraft worden ist und ihm
  Direktzahlungen gekürzt wurden, ist ebenfalls nicht entscheidend. Diese Massnahmen
  dienten nicht der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands oder einer
  rechtsgleichen Durchsetzung des materiellen Baurechts.

  
	
   

  
	
  Neben dem hohen
  Arbeitsaufwand und den hohen finanziellen Kosten sind aufgrund des Rückbaus neue
  Terrainveränderungen notwendig, welche negative Auswirkungen auf die Umwelt
  haben. Die damit verbundenen Nachteile dauern aber nur kurzfristig an und
  spielen daher ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle (vgl. BGer
  1C_397/2007 vom 27. Mai 2008 E. 3.4). Schliesslich ist nicht
  nachvollziehbar, inwiefern die Tatsache, dass nach zwei Jahren noch nicht der
  Rückbau angeordnet worden ist, gegen die Wiederherstellung des rechtmässigen
  Zustands sprechen sollte. Der Schutz des Bodens und der Landschaft sind langfristige
  Ziele. Daneben hatte auch der Beschwerdeführer ein Interesse daran, dass
  nicht umgehend die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands angeordnet
  wurde. Nur so hatte er überhaupt die Möglichkeit, die Rückbauanordnung
  anzufechten, bevor er den Rückbau vorzunehmen hat. Demnach überwiegen die
  Interessen an der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands gegenüber den
  Interessen des Beschwerdeführers. 

  
	
   

  
	
  4.4.3 Eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für
  die Erreichung des rechtmässigen Zustands, ist nicht ersichtlich. So soll mit
  der angeordneten Massnahme die Wiederherstellung des ursprünglichen
  Landschaftsbilds und die Sicherstellung der rechtmässigen Ordnung
  wiederhergestellt werden, was aufgrund des Höhenmodells DOM auch möglich ist.
  

  
	
   

  
	
  Bezüglich des
  ausgetragenen Komposts ist dem Beschwerdeführer zwar zuzustimmen, dass keine
  unmittelbare Gefahr besteht und ein Rückbau nicht unmittelbar zwingend ist.
  Es ist aber auch so, dass die C.______GmbH im Bericht vom 5. November
  2015 empfohlen hat, den ursprünglichen Zustand innert nützlicher Frist wiederherzustellen,
  da grosse Unsicherheit und Unwägbarkeiten bestünden, wenn der Kompost nicht
  abgetragen würde. Das als Alternativmassnahme empfohlene Monitoring kommt
  nicht in Betracht, da nicht nur der Gefahr der Schadstoffanreicherung im Boden
  zu begegnen ist, sondern auch ein wesentliches öffentliches Interesse an der
  Wiederherstellung des ursprünglichen Landschaftsbilds und an der Durchsetzung
  der baurechtlichen Ordnung besteht. 

  
	
   

  
	
  4.5 Dass die Frist von sechs Monaten für den Rückbau
  nicht angemessen sei, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend. Auch
  erweist es sich als sinnvoll, dass der Beschwerdeführer vor Beginn der
  Arbeiten verpflichtet wird, dem Beschwerdegegner 2 verschiedene Unterlagen
  einzureichen. So kann sichergestellt werden, dass die Rückbauarbeiten
  vorschriftsgemäss durchgeführt werden und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt
  wird.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten von Fr.
  2'000.- sind ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 134 Abs.
  1 lit. c VRG) und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher
  Höhe zu verrechnen. Mangels Obsiegens steht ihm sodann keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG e contrario). Eine solche
  ist auch den Beschwerdegegnern nicht zuzusprechen, da keine besonderen
  Umstände vorliegen, die dies rechtfertigen würden (Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
    mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]