# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8a8b17a-e2f8-5bcb-98dc-cbbab65fff6b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 21.06.2023 SBK.2023.25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-25_2023-06-21.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2023.25  
(STA.2022.3279)  

Art. 197 

 

 

Entscheid vom 21. Juni 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident 

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär 

Gerichtsschreiberin Gall 

 

 
   

Beschwerde-

führer 

 A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Suter,  

[…] 

 

 
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,  

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 

Beschuldigter  B._____, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Samuel Egli, 

[…] 

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 

20. Dezember 2022 

 

in der Strafsache gegen B._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 22. August 2022 reichte A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) bei der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

Strafanzeige gegen B. (nachfolgend: Beschuldigter) wegen Verdachts auf 

mehrfache bzw. wiederholte Urkundenfälschung und allfällige weitere De-

likte ein. Der Beschwerdeführer warf dem Beschuldigten vor, am 27. März 

2020 mit dem Telekommunikationsanbieter E. fünf Verträge mit einer Min-

destvertragsdauer von 24 Monaten für fünf Handys der Marke Samsung 

Galaxy S10 125 GB im Namen des Beschwerdeführers abgeschlossen zu 

haben. Der Beschuldigte sei dazu vom Beschwerdeführer nicht ermächtigt 

gewesen. 

 

2. 

Die Beschwerdegegnerin stellte das Strafverfahren gegen den Beschuldig-

ten mit Verfügung vom 20. Dezember 2022 gestützt auf Art. 319 Abs. 1 

StPO ein. Diese Einstellungsverfügung wurde am 22. Dezember 2022 von 

der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt. 

 

3. 

3.1. 

Gegen die ihm am 10. Januar 2023 zugestellte Einstellungsverfügung er-

hob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Januar 2023 bei der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten vom 20. Dezember 2022 sei in Gutheissung der Beschwerde 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, das gegen den Be-
schuldigten angehobene Verfahren fortzusetzen, so einen Strafbefehl zu 
erlassen oder Anklage zu erheben. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin beziehungsweise der Staatskasse des Kantons Aargau." 

 

3.2. 

Die Verfahrensleiterin forderte den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

26. Januar 2023 auf, innert 10 Tagen eine Sicherheit für allfällige Kosten 

von Fr. 1’000.00 zu leisten. Der Beschwerdeführer leistete die Sicherheit 

am 9. Februar 2023, nachdem ihm die Verfügung am 7. Februar 2023 zu-

gestellt worden war. 

 

3.3. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. Feb-

ruar 2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen. 

 - 3 - 

 

 

 

3.4. 

Der Beschuldigte beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 7. März 

2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen und – im Falle der Gutheissung der Beschwerde – die Ernennung 

von Rechtsanwalt Samuel Egli zu seinem amtlichen Verteidiger. 

 

3.5. 

Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 3. April 2023 Stellung zur 

Beschwerdeantwort des Beschuldigten. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Verfügungen der Staatsanwaltschaft betreffend die Einstellung eines Straf-

verfahrens sind gemäss Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

mit Beschwerde anfechtbar. Vorliegend bestehen keine Beschwerdeaus-

schlussgründe gemäss Art. 394 StPO. 

 

1.2. 

1.2.1. 

Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Person, die ein rechtlich geschütz-

tes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein 

Rechtsmittel ergreifen. Die Privatklägerschaft ist gemäss Art. 104 Abs. 1 

lit. b StPO Partei. Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die 

ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu 

beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Der Strafantrag ist dieser Erklärung 

gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Als geschädigte Person gilt die Per-

son, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist 

(Art. 115 Abs. 1 StPO). In seinen Rechten unmittelbar verletzt ist, wer Trä-

ger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitge-

schützten Rechtsguts ist. Bei Strafnormen, die nicht primär Individual-

rechtsgüter schützen, gelten praxisgemäss nur diejenigen Personen als 

Geschädigte, die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren 

Rechten beeinträchtigt werden, sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare 

Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist. Im Allgemeinen genügt es, 

wenn das von der geschädigten Person angerufene Individualrechtsgut 

durch den verletzten Straftatbestand auch nur nachrangig oder als Neben-

zweck geschützt wird, selbst wenn der Tatbestand in erster Linie dem 

Schutz von kollektiven Rechtsgütern dient. Werden indes durch Delikte, die 

(nur) öffentliche Interessen verletzen, private Interessen bloss mittelbar be-

einträchtigt, ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne des Strafpro-

zessrechts (BGE 148 IV 170 E. 3.2 m.w.H.). Die Beschwerde ist begründet 

einzureichen (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). Dabei 

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hat die beschwerdeführende Person insbesondere auch ihr rechtlich ge-

schütztes Interesse im Sinne von Art. 382 StPO darzulegen, sofern dieses 

nicht offensichtlich gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 1B_55/2021 

vom 25. August 2021 E. 4.1). 

 

1.2.2. 

Die Tatbestände des Urkundenstrafrechts dienen dem Schutz von Sicher-

heit und Zuverlässigkeit des Rechtsverkehrs mit Urkunden. Sie bezwecken 

in erster Linie den Schutz der Allgemeinheit. Geschütztes Rechtsgut der 

Urkundendelikte ist das besondere Vertrauen, welches von den Teilneh-

mern am Rechtsverkehr einer Urkunde als Beweismittel entgegengebracht 

wird. Neben der Allgemeinheit schützt der Tatbestand der Urkundenfäl-

schung auch private Interessen des Einzelnen, soweit das Fälschungsde-

likt sich auf die Benachteiligung einer bestimmten Person richtet (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_297/2018 vom 6. September 2018 E. 4.4.1 m.w.H.). 

 

1.2.3. 

Vorliegend wirft der Beschwerdeführer dem Beschuldigten vor, dieser habe 

unter Verwendung der ihm zugänglichen Ausweiskopie des Beschwerde-

führers und Fälschung seiner Unterschrift mehrere Verträge mit der E. ab-

geschlossen (Untersuchungsakten [UA] act. 6; vgl. auch Gerichtsakten 

[GA] act. 7). Inwiefern die soeben erwähnten Eintretensvoraussetzungen 

erfüllt sein sollen, legt der Beschwerdeführer indessen nicht konkret dar. Im 

Rahmen seiner Beschwerde an die Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts des Kantons Aargau führt der Beschwerdeführer lediglich 

aus, er sei "von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen" und somit 

beschwerdelegitimiert (Gerichtsakten [GA] act. 6). Der Beschwerdeführer 

führte in der Strafanzeige vom 22. August 2022 selbst aus, als Rechnungs-

steller (recte: Rechnungsadressat) sei in den Verträgen der Beschuldigte 

aufgeführt (UA act. 6). Der Beschuldigte gab mehrfach zu Protokoll, dem 

Beschwerdeführer sei kein finanzieller Schaden entstanden, da er (der Be-

schuldigte) sämtliche Rechnungen beglichen habe. Weiter lässt sich den 

Akten entnehmen, dass die Verträge unterdessen (teilweise) durch die E. 

aufgelöst worden bzw. abgelaufen sind, was vom Beschuldigten bestätigt 

wird (vgl. UA act. 31–35 und 41). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 

gemäss den privatrechtlichen Regeln ein Vertretener, für den der Vertreter 

ohne Vollmacht gehandelt hat (was gemäss Ausführungen des Beschwer-

deführers der Fall sein soll), vertraglich nicht gebunden ist 

(GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, Schweizerisches Obligationenrecht Allgemeiner 

Teil, Bd. I, 11. Aufl. 2020, Rz. 1380). Inwiefern der Beschwerdeführer durch 

die behauptete Straftat in seinen Rechten (in finanzieller oder anderer Hin-

sicht) unmittelbar verletzt worden sein soll, ist nicht ohne Weiteres ersicht-

lich. Unter diesen Umständen wäre es am Beschwerdeführer gelegen, in 

der Beschwerde darzulegen, inwiefern er konkret und unmittelbar geschä-

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digt worden sein soll. Dieser Obliegenheit ist er indessen nicht nachgekom-

men. Der Beschwerdeführer ist damit nicht zur Beschwerde legitimiert, 

weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 

 

2. 

2.1. 

Wie sich aus dem Folgenden ergibt, wäre die Beschwerde im Übrigen auch 

bei Vorliegen der Beschwerdelegitimation abzuweisen. 

 

2.2. 

Nach Art. 7 Abs. 1 StPO sind die Strafbehörden grundsätzlich verpflichtet, 

im Rahmen ihrer Zuständigkeit ein Verfahren einzuleiten und durchzufüh-

ren, wenn ihnen Straftaten oder auf Straftaten hinweisende Verdachtsgrün-

de bekannt werden. 

 

Die Staatsanwaltschaft verfügt namentlich dann die vollständige oder teil-

weise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der 

eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO). Entscheidend dafür 

ist, ob der Verdacht gegen den Beschuldigten in der Untersuchung nicht in 

dem Masse erhärtet wurde, dass Aussicht auf eine Verurteilung besteht, 

m.a.W. ein Freispruch zu erwarten ist. Der Tatverdacht ist bereits dann als 

anklagegenügend anzusehen, wenn die Tatbeteiligung des Beschuldigten 

und eine strafrechtliche Reaktion (Strafe oder Massnahme) im Zeitpunkt 

des Entscheids über die Frage, ob Anklage zu erheben oder das Verfahren 

einzustellen ist, bloss wahrscheinlich erscheint. Dies bedeutet, dass auch 

in denjenigen Fällen Anklage zu erheben ist, in denen die Waagschalen 

von "schuldig oder unschuldig" ungefähr gleich stehen, insbesondere bei 

schweren Delikten. Anklage ist auf jeden Fall zu erheben, wenn eine Ver-

urteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Die Staatsanwalt-

schaft hat nicht eine abschliessende Beurteilung darüber vorzunehmen, ob 

sich der Beschuldigte einer ihm zur Last gelegten Tat schuldig gemacht 

hat, sondern nur, ob genügend Anhaltspunkte vorhanden sind, die es recht-

fertigen, das Verfahren weiterzuführen. In Zweifelsfällen tatsächlicher oder 

rechtlicher Natur darf das Verfahren nicht eingestellt werden, da in diesen 

Fällen das Urteil dem Gericht überlassen bleiben soll. Beim Entscheid über 

Anklageerhebung oder Einstellung gilt der Grundsatz "in dubio pro reo" 

nicht. Der Grundsatz, dass im Zweifelsfall nicht eingestellt werden darf, ist 

auch bei der gerichtlichen Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu be-

achten (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, in: Kommentar zur Schwei-

zerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 15 ff. zu Art. 319 StPO; 

BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 mit Hinweisen; BGE 138 IV 86 E. 4.1 und 4.2 

sowie BGE 138 IV 186 E. 4.1). Stehen sich gegensätzliche Aussagen (der 

Parteien) gegenüber ("Aussage gegen Aussage"-Situation) und ist es nicht 

möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu 

bewerten, ist nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" in der Regel An-

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klage zu erheben. Dies gilt insbesondere, wenn typische "Vier-Augen-De-

likte" zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Beweise vor-

liegen. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der Straf-

kläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbarte und seine Aus-

sagen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter Ein-

bezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein 

unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 

 

Das Verfahren ist ausserdem einzustellen, wenn kein Straftatbestand erfüllt 

ist (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO), d.h. wenn das untersuchte Verhalten  

– selbst wenn es nachgewiesen wäre – nicht den Tatbestand einer Straf-

norm erfüllen würde. Eine Einstellung kann erfolgen, wenn ein Tatbestands-

element ganz offensichtlich nicht gegeben ist (LANDSHUT/BOSSHARD, 

a.a.O., N. 19 zu Art. 319 StPO). Bei Ermessensfragen und bei nicht durch 

die Literatur oder Rechtsprechung klar gelösten Streitfragen ist nach dem 

Grundsatz "in dubio pro duriore" Anklage zu erheben. Gleiches gilt, wenn 

Auslegungs- oder Wertungsfragen zu beurteilen sind. Solche Fragen sind 

vom Strafgericht zu entscheiden (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N. 20 zu 

Art. 319 StPO).  

 

2.3. 

Der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, 

wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu 

schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu 

verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift 

oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten 

Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkun-

det oder beurkunden lässt, oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung 

gebraucht. In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 251 Ziff. 1 StGB Vorsatz 

bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Weiter ist erforderlich, dass der Täter mit Täuschungs- sowie Schä-

digungs- oder Vorteilsabsicht handelt. 

 

2.4. 

Der Beschuldigte gab an, vom Beschwerdeführer zum Vertragsabschluss 

ermächtigt worden zu sein und dessen Unterschrift nicht gefälscht bzw. 

nachgeahmt zu haben. Er habe den Beschwerdeführer im Vorfeld der Ver-

tragsabschlüsse gebeten, die Verträge für ihn abzuschliessen, da bei der 

E. ein Angebot für unter 30-Jährige angeboten worden sei. Der Beschwer-

deführer habe gesagt, dass er eine Kopie seines Ausweises mitnehmen 

und selbst unterschreiben solle (act. 40 f.). Diese Darstellung erscheint in-

sofern glaubhaft, als der Beschuldigte – wie sich aus den Verträgen sowie 

dem Unterschriftenvergleich (UA act. 11-15 und act. 36) ergibt – mit dem 

ausgeschriebenen Namen "A." anstatt mit der leicht nachahmbaren Unter-

schrift des Beschwerdeführers, die ihm aufgrund der ihm zugänglichen Ko-

pie der Ausweispapiere bekannt war, unterzeichnet hatte (UA act. 40 und 

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42). Insofern ist eine Absicht seitens des Beschuldigten, die Unterschrift 

des Beschwerdeführers zu fälschen, zu verneinen. Der Beschuldigte gab 

zudem an, der "Verkäufer" habe gewusst, dass nicht der Beschwerdeführer 

vor ihm stehe, dass er aber die Verträge in dessen Name abschliesse 

(act. 41). Auch diese Ausführungen erscheinen plausibel. So musste für 

den "Verkäufer" leicht erkennbar sein, dass mit dem im Jahr […] geborenen 

Beschuldigten eine […]-jährige und nicht eine unter 30-jährige Person, für 

welche die Aktion angeboten wurde, vor ihm stand. Zudem durfte er auch 

nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass der Beschuldigte zur Vertre-

tung des Beschwerdeführers und zum Abschluss von Verträgen in dessen 

Namen ermächtigt war. Dass der Beschuldigte eine Vollmacht vorgelegt 

hätte, wird jedenfalls von keiner Seite behauptet. Unter diesen Umständen 

kann nicht gesagt werden, es liege eine Täuschung im Rechtsverkehr vor. 

Ein Schuldspruch des Beschuldigten ist damit unwahrscheinlich und es 

sind keine weiteren Untersuchungshandlungen erforderlich. Der Beschwer-

deführer würde bei einer Einvernahme durch die Beschwerdegegnerin mut-

masslich aussagen, er habe den Beschuldigten nicht zu den Vertragsab-

schlüssen ermächtigt, was am Resultat nichts zu ändern vermöchte. Dem-

gemäss hat die Beschwerdegegnerin das Strafverfahren gegen den Be-

schuldigten zu Recht gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO eingestellt. 

 

3. 

3.1. 

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

3.2. 

Die Entschädigung der beschuldigten Person für die angemessene Aus-

übung ihrer Verfahrensrechte geht bei einer Einstellung des Strafverfah-

rens oder bei einem Freispruch zulasten des Staates, wenn es sich um ein 

Offizialdelikt handelt (Art. 429 Abs. 1 StPO), und zulasten der Privatkläger-

schaft, wenn es um ein Antragsdelikt geht (Art. 432 Abs. 2 StPO). Im Beru-

fungsverfahren betreffend Offizialdelikte wird die unterliegende Privatklä-

gerschaft entschädigungspflichtig, im Beschwerdeverfahren hingegen der 

Staat. Geht es um ein Antragsdelikt, wird sowohl im Berufungs- als auch 

im Beschwerdeverfahren die Privatklägerschaft entschädigungspflichtig 

(Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 2 StPO; vgl. BGE 147 IV 47 E. 4.2.6). 

 

Der Beschwerdeführer verlangte die Anhandnahme des Strafverfahrens 

hinsichtlich des Tatbestands der Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 

StGB. Bei diesem Tatbestand handelt es sich um ein Offizialdelikt, weshalb 

der Beschuldigte aus der Staatskasse zu entschädigen ist. 

 

3.3. 

Gemäss § 9 Abs. 1 AnwT bemisst sich die Entschädigung in Strafsachen 

nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwalts. Nach § 9 Abs. 2bis 

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AnwT beträgt der Stundenansatz in der Regel Fr. 220.00 und kann in ein-

fachen Fällen bis auf Fr. 180.00 reduziert und in schwierigen Fällen bis auf 

Fr. 250.00 erhöht werden. Auslagen und Mehrwertsteuer werden separat 

entschädigt. Ausgangsgemäss erübrigt sich die Behandlung des Antrags 

auf amtliche Verteidigung im Falle der Gutheissung der Beschwerde (vgl. 

Beschwerdeantwort S. 2). 

 

Wie dargelegt, ist die Entschädigung nach dem Stundenaufwand zu be-

messen. Da der Verteidiger keine Kostennote eingereicht hat, ist die ange-

messene Entschädigung von der Beschwerdekammer in Strafsachen des 

Obergerichts des Kantons Aargau ermessensweise festzulegen. Diesbe-

züglich ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeantwort des Verteidi-

gers inklusive Deckblatt, Anträge sowie Schlussformel mit Unterschrift und 

Beweismittelverzeichnis elf Seiten umfasst. Zu berücksichtigen ist zudem 

der Aufwand für Aktenstudium und Instruktion. Bei dieser Sachlage er-

scheint ein Aufwand von sechs Stunden angemessen. Ein Abweichen vom 

Regelstundenansatz ist nicht angezeigt. Entsprechend ergibt sich ein Ho-

norar von Fr. 1'320.00. Zusätzlich sind pauschale Auslagen (§ 13 Abs. 1 

Satz 2 AnwT) von praxisgemäss 3 % des Honorars (Fr. 39.60) sowie die 

Mehrwertsteuer von 7.7 % (auf dem Betrag von Fr. 1'359.60) zu berück-

sichtigen, womit sich eine Entschädigung von (gerundet) Fr. 1'464.00 er-

gibt, die aus der Staatskasse zu bezahlen ist. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 97.00, zusammen 

Fr. 1'097.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschuldigten eine Entschä-

digung in Höhe von Fr. 1'464.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) auszurichten. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

  

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Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die 

Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen 

bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 

würde (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 21. Juni 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Gall