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**Case Identifier:** 5e641e7b-3403-55d2-9918-e9e1d655febb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 05.11.2014 810 14 175 (810 2014 175)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-14-175_2014-11-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 5. November 2014 (810 14 175) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Aufenthaltsbewilligung 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, 
Gerichtsschreiberin Julia Kempfert 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Urs Keller, Rechtsanwalt 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 
 

  
Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung (RRB Nr. 0862 vom 10. Juni 2014) 
 
 

 
A. Der serbische Staatsangehörige A.____, geboren 1981, reiste am 26. Juli 2012 in die 
Schweiz ein. Am 27. Juli 2012 heiratete er die Schweizer Bürgerin B.____, worauf ihm das Amt 
für Migration Basel-Landschaft (AfM) eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehe-
frau erteilte. Am 5. Juli 2013 wurde die Aufenthaltsbewilligung von A.____ bis zum 26. Juli 2015 
verlängert.  
 

 

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B. Am 29. Juli 2013 erstattete B.____ gegen ihren Ehemann A.____ Anzeige, worin sie 
unter anderem geltend machte, ihr Ehemann hätte ihr gedroht, sie zu ermorden. Daraufhin wur-
de A.____ am 30. Juli 2013 polizeilich aus dem ehelichen Haus weggewiesen. Seither lebt das 
Ehepaar getrennt. Am 9. August 2013 untersagte das Bezirksgericht C.____ A.____, sich sei-
ner Ehefrau zu nähern, sie zu kontaktieren, zu belästigen oder zu bedrohen. Am 15. Okto-
ber 2013 bewilligte das Bezirksgericht C.____ den Ehegatten das Getrenntleben. 
 
C. Nachdem das AfM A.____ das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Widerruf der Auf-
enthaltsbewilligung sowie einer Wegweisung aus der Schweiz gewährt hatte, widerrief das AfM 
am 28. März 2014 die Aufenthaltsbewilligung und entschied, dass A.____ die Schweiz bis am 
30. April 2014 zu verlassen hat. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, es sei un-
bestritten, dass die Ehe zwischen A.____ und B.____ lediglich ein Jahr gedauert habe. Es wer-
de von A.____ auch nicht vorgebracht, die Ehe sei trotz der Trennung nach wie vor intakt. 
Wichtige persönliche Gründe, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen 
würden, lägen nicht vor. Auch ein persönlicher Härtefall sei nicht gegeben und es bestünde 
überdies keine Veranlassung, A.____ die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu belassen. 
Schliesslich sei die Verfügung aufgrund des überwiegenden öffentlichen Interesses verhältnis-
mässig. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat am 10. Juni 2014 ab und 
entschied, dass A.____ die Schweiz innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheides zu ver-
lassen hat.  
 
D. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhob A.____, vertreten durch Urs Keller, 
Rechtsanwalt, am 30. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellte insbesondere die Anträge, es sei die Verfügung 
vom 28. März 2014 aufzuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen; unter o/e-
Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Vertretung 
durch Urs Keller zu gewähren sei. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, es bestün-
den wichtige Gründe im Sinne von Art. 49 AuG, welche den weiteren Aufenthalt des Beschwer-
deführers in der Schweiz notwendig machen würden, weil er ein Opfer ehelicher Gewalt sei.  
 
E. Mit Präsidialverfügung vom 13. August 2014 wurde das Gesuch des Beschwerdefüh-
rers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung wegen Aussichts-
losigkeit der Beschwerde abgewiesen. 
 
F. Mit Eingabe vom 25. September 2014 liess sich der Regierungsrat vernehmen und 
schloss auf Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Mit verfahrensleitender Verfü-
gung vom 1. Oktober 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder 

 

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ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand 
vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele-
genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen 
sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen - abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 
 
3.1. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung des Be-
schwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 
 
3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 
eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und Art. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG] vom 
16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet in 
den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Ver-
träge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit 
oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völker-
rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; PETER UEBERSAX in: 
Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 
 
3.3 In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG, dass die Auf-
enthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt wird. Sie 
wird für einen bestimmten Aufenthaltszweck erteilt und kann mit weiteren Bedingungen verbun-
den werden (Art. 33 Abs. 2 AuG). Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung zudem 
befristet und kann verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. 
 
3.4 Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Serbi-
en keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen An-
spruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumt. Auf den mit Serbien am 16. Februar 1888 ge-
schlossenen Niederlassungsvertrag (Niederlassungs- und Konsularvertrag zwischen der 
Schweiz und Serbien vom 16. Februar 1888) können sich rechtsprechungsgemäss nur noch 
Personen berufen, welche gemäss der landesrechtlichen Fremdenpolizeiordnung endgültig zu-
gelassen sind, mithin eine Niederlassungsbewilligung nach dem nationalen Recht besitzen 
(Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 
24. März 2010 [810 09 321] E. 5.2 mit Hinweisen). Letzteres trifft auf den Beschwerdeführer 
nicht zu, weshalb er sich nicht auf den Niederlassungsvertrag berufen kann. 
 

 

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4.1 Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person auf Anwesenheit in der Schweiz 
liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, wenn diese mit einer Person mit 
Schweizer Staatsbürgerschaft verheiratet ist und mit ihr zusammenwohnt. Das Erfordernis des 
Zusammenwohnens besteht nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend ge-
macht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (vgl. Art. 49 AuG). 
 
4.2 Nach Auflösung der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des Ehegatten auf 
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 AuG weiter, wenn 
die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration 
vorliegt (lit. a) oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz 
erforderlich machen (lit. b). Eine (relevante) Ehegemeinschaft liegt vor, solange die eheliche 
Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht. Massgeblicher Zeit-
punkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft; 
demgegenüber ist nicht relevant, wie lange die Ehe nach Beendigung des Zusammenlebens 
formell noch bestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2).  
 
4.3 Die Migrationsbehörden verbinden die Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen Per-
son regelmässig mit einem bestimmten Zweck. Zweck des Familiennachzugs ist es, das Leben 
in der Familiengemeinschaft zu ermöglichen. Wird diese mit der Aufenthaltsbewilligung verbun-
dene Bedingung nicht (mehr) eingehalten, so kann die Behörde die Bewilligung widerrufen 
(vgl. Art. 62 lit. d AuG). Entfällt die ursprüngliche Anspruchsgrundlage für die Bewilligung - bei-
spielsweise weil die Eheleute nicht mehr tatsächlich zusammenwohnen, obwohl dies vom Ge-
setz vorausgesetzt wird - so gilt der Aufenthaltszweck als weggefallen. Infolgedessen kann die 
Bewilligung widerrufen bzw. nicht verlängert und die ausländische Person weggewiesen wer-
den, wenn kein anderweitiger Bewilligungsanspruch besteht (vgl. ANDREAS ZÜND/LADINA 
ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.26; SILVIA HUNZIKER, in: 
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 
2010, Art. 62 Rz. 44). 
 
5.1 Infolge Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens und der Bewilligung des Getrenntle-
bens nach lediglich einem Jahr Ehe ist der ursprüngliche Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Anwesenheit in der Schweiz gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG unstreitig weggefallen, so dass ge-
mäss Art. 62 lit. d AuG ein zulässiger Widerrufsgrund vorliegt. Es ist im Weiteren jedoch zu prü-
fen, ob der Beschwerdeführer aus Art. 50 Abs. 1 AuG einen anderweitigen Anspruch auf Ertei-
lung der Aufenthaltsbewilligung ableiten kann. 
 
5.2 Der Beschwerdeführer beruft sich vorliegend auf Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 50 
Abs.  2 AuG und macht geltend, er sei Opfer von Nötigung und Drohung von Seiten der Ehefrau 
geworden. Die Ehefrau habe von ihm Fr. 20'000.-- verlangt, verbunden mit der Drohung, sie 
werde dafür schauen, dass er ausgewiesen werde, wenn er nicht bezahle. Weil er das Geld 
nicht habe bezahlen können, habe ihn die Ehefrau zu Unrecht bei der Polizei beschuldigt, er 
habe sich häuslicher Gewalt schuldig gemacht. Es sei ihm unbekannt, ob die Polizei schon auf-
grund der Offizialmaxime des Vorfalls im Mai 2013 ein Strafverfahren eröffnet habe. Er habe die 

 

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entsprechenden Aussagen auch in dem gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren ansatzweise 
deponiert und sein Rechtsvertreter sei beauftragt, eine Strafanzeige einzureichen wegen mehr-
facher versuchter Nötigung. 
 
5.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist im Rahmen von Art. 50 Abs. 1 lit. b 
AuG i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AuG jede Form ehelicher bzw. häuslicher Gewalt, sei sie körperlicher 
oder psychischer Natur, ernst zu nehmen (Urteil des Bundesgerichts 2C_155/2011 vom 7. Juli 
2011 E. 4.3). Häusliche Gewalt bedeutet dabei systematische Misshandlung mit dem Ziel, 
Macht und Kontrolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimp-
fung im Verlauf eines eskalierenden Streits (BGE 138 II 229, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). 
Die ausländische Person trifft bei den Feststellungen des entsprechenden Sachverhalts eine 
weitreichende Mitwirkungspflicht (BGE 126 II 335 E. 2b/cc; BGE 124 II 361 E. 2b). Allgemein 
gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen nicht. Wird häus-
liche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die Systematik der 
Misshandlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung 
objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden (BGE 138 II 229 
E. 3.2.3). 
 
5.4 Nach Art. 77 Abs. 6 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
vom 24. Oktober 2007 (VZAE) gelten als Hinweise auf eheliche Gewalt insbesondere Arztzeug-
nisse, Polizeirapporte, Strafanzeigen, Massnahmen im Sinne von Artikel 28b des Zivilgesetzbu-
ches oder entsprechende strafrechtliche Verurteilungen. Gemäss der Lehre kann der Nachweis 
der erlittenen häuslichen Gewalt auch durch Zeugenaussagen oder einen Bericht des Frauen-
hauses oder der Opferhilfestelle erbracht werden (vgl. MARC SPESCHA, in: 
Specha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], 2. Aufl., Zürich 2009, N 10 zu Art. 50 AuG). 
 
5.5 Wie bereits in der Verfügung vom 13. August 2014 festgestellt wurde, erscheint der 
vom Beschwerdeführer geschilderte Sachverhalt – wie er ihn auch anlässlich seiner Einver-
nahme vom 30. Juli 2013 zu Protokoll gab – nicht als geeignet, die verlangte Intensität von 
häuslicher Gewalt, sofern es sich überhaupt um häusliche Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 
AuG handelt, glaubhaft zu machen. Eine Anwendung der nachehelichen Härtefallbestimmung 
rechtfertigt sich diesbezüglich somit nicht. Der Beschwerdeführer sah sich auch bis zur heutigen 
Urteilsberatung, d.h. über 17 Monate nach dem behaupteten Vorfall, nicht veranlasst, tatsäch-
lich eine Strafanzeige gegen die Ehefrau einzureichen. Im Gegensatz dazu hat die Ehefrau um-
gehend eine Strafanzeige eingereicht und eine polizeiliche Wegweisung sowie ein gerichtliches 
Kontaktverbot gegen den Beschwerdeführer erwirkt (vgl. Wegweisungsverfügung vom 30. Juli 
2013). Weitere Hinweise, welche auf die Möglichkeit ehelicher Gewalt zum Nachteil des Be-
schwerdeführers hindeuten, sind weder den Rechtsschriften noch den Akten zu entnehmen. 
Der Beschwerdeführer legt überdies nicht dar, inwiefern seine Rückkehr nach Serbien besonde-
re Probleme darstelle, die in einem hinreichend engen Zusammenhang zur ursprünglich an-
spruchsbegründenden Ehe und dem damit verbundenen bisherigen (bewilligten) Aufenthalt im 
Land stünden. Da der Aufenthalt hier nur von kurzer Dauer war, besteht kein Anspruch auf ei-
nen weiteren Verbleib, auch wenn der Beschwerdeführer in der Schweiz nicht straffällig gewor-
den ist, gearbeitet hat und sich inzwischen in der deutschen Sprache auszudrücken vermag. 

 

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Der Beschwerdeführer stammt aus Serbien und ist erst im Alter von 31 Jahren in die Schweiz 
eingereist. Er hat einen Grossteil seines Lebens in der Heimat bzw. in anderen Ländern ver-
bracht. Es ist nicht ersichtlich, weshalb eine erneute Integration in die dortigen Verhältnisse un-
zumutbar wäre. Ein Anspruch auf Bewilligungsverlängerung unter dem Titel von Art. 50 Abs. 1 
lit. b AuG besteht demnach nicht. 
 
6. Der Beschwerdeführer vermag auch aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, 
EMRK) vom 4. November 1950 sowie Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung 
(BV) vom 18. April 1999 garantierten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens keinen 
Bewilligungsanspruch abzuleiten. Seine Ehe wurde mittlerweile gerichtlich getrennt und die 
Möglichkeit einer Versöhnung bzw. Wiedervereinigung der Eheleute wird weder vom Be-
schwerdeführer geltend gemacht noch ist eine solche aus den Akten ersichtlich. Unter diesen 
Umständen kann von vornherein nicht von einer tatsächlich gelebten und intakten Beziehung, 
wie sie für eine Berufung auf das Recht auf Achtung des Familienlebens erforderlich ist, ge-
sprochen werden. Auch kann sich der Beschwerdeführer nicht auf den Schutz des Privatlebens 
nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV berufen, da er über keine besonders intensiven, über eine 
normale Integration hinausgehenden privaten Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher 
Natur verfügt. Es kann demnach festgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer kein An-
spruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf völkerrechtliche 
Verpflichtungen zukommt. 
 
7. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschwerdeführers auf Ertei-
lung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren Verlängerung resp. Widerruf im Ermessen der 
Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG resp. Art. 62 lit. d AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensent-
scheids, welcher nach den allgemeinen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung 
der Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: 
Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.44; BENJAMIN SCHINDLER, in: Caro-
ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung ha-
ben die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen 
Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Im angefochtenen Entscheid 
vom 10. Juni 2014 hat der Regierungsrat diese Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichti-
gung sämtlicher Umstände des Einzelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar be-
gründet. Somit hat sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Interessen auseinander-
gesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unterschreitung oder 
ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemes-
senheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl.  E. 2). Es ist demzufolge nicht zu 
beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer die Aufent-
haltsbewilligung ermessensweise zu belassen. 
 
8.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob der Widerruf der Aufenthaltsbewilli-
gung verhältnismässig ist. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwal-
tungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und 
notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu 

 

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den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 581 ff.). Im 
Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwe-
senheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeits-
marktlage, persönliches Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. Ziffer 8.3 der 
Weisungen des Bundesamts für Migration zum Ausländerbereich, Version vom 30. September 
2011; BGE135 II 377 E. 4.3 ff.). 
 
8.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili-
chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer, deren Aufenthaltszweck weggefal-
len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Dieses fremdenpolizeili-
che Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht werden. Es 
bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, 
ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die 
dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Inte-
ressenabwägung vorgenommen werden. 
 
8.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grundsätzlich das Durchsetzen der 
Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des 
EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechtigung eine restriktive Politik. Eine sol-
che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer 
und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die 
Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der Ar-
beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 
E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2).  
 
8.4 Das private Interesse am Verzicht auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, auf das 
sich der Beschwerdeführer beruft, gründet im Wesentlichen auf dem Argument, dass er sich in 
der Schweiz gut eingelebt habe und dass er sich hier ein neues Leben mit einer festen Arbeits-
stelle sowie einem neuen Freundeskreis aufgebaut habe und dies alles nicht verlieren wolle. 
 
8.5 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 26. Juli 2012 und damit erst seit mittler-
weile etwas über zwei Jahren in der Schweiz. Diese kurze Aufenthaltsdauer kann nicht ent-
scheidend zu seinen Gunsten ins Gewicht fallen. Es ist dementsprechend nicht von einer be-
sonders guten Integration des Beschwerdeführers und schon gar nicht von einer Verwurzelung 
in der Schweiz auszugehen. Er hat jedoch gemäss eigenen Angaben zahlreiche Beziehungen 
zur hiesigen Bevölkerung geknüpft, es handelt sich dabei aber nicht um besonders tiefgehende, 
über die normale Integration hinausgehende, private Bindungen (vgl. oben E. 6). Der Be-
schwerdeführer hat sich jedoch in der kurzen Zeit, in der er in der Schweiz lebt, klaglos verhal-
ten und sich um eine Integration bemüht. In dieser Hinsicht ist anzumerken, dass er verschie-
dene Deutschkurse besucht hat. Er hat sich weiter offenbar erfolgreich im Betrieb eingearbeitet 
und kann dies mittels Arbeitsbestätigung seiner Vermittlungsagentur auch belegen. Gleichzeitig 
ist dazu zu bemerken, dass er als Elektromonteur keine besonders qualifizierte Tätigkeit aus-
übt, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlängerung der Aufenthaltsbe-

 

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willigung gebieten würde. Hinsichtlich der Zumutbarkeit einer Heimkehr nach Serbien ist davon 
auszugehen, dass er bei der Rückkehr in sein Heimatland keine überdurchschnittlichen Schwie-
rigkeiten zu gewärtigen haben wird. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom November 2013 
führt der Beschwerdeführer aus, er sei während der gesundheitlichen Behandlung seiner Ehe-
frau in Serbien gewesen sowie für Besuche seiner (mittlerweile verstorbenen) Grosseltern. Der 
Beschwerdeführer kam erst im Alter von 31 Jahren in die Schweiz. Entsprechend hat er seine 
prägenden Kinder- und Jugendjahre in seinem Heimatland verbracht, ist mit den Sitten und Ge-
bräuchen in seinem Heimatland vertraut und beherrscht die dortige Sprache. Ungünstigere wirt-
schaftliche Perspektiven in Serbien lassen eine Rückkehr überdies nicht als unzumutbar er-
scheinen. Einer Rückkehr des heute 33 Jahre alten und kinderlosen Beschwerdeführers steht 
somit nichts im Wege und eine solche stellt insbesondere auch keine grosse Härte dar. Unter 
Beachtung dieser Aspekte erscheinen der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sowie die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz als zumutbar. Gewichtige private Interessen, 
welche den genannten ausländerrechtlichen Massnahmen entgegenstehen, sind vorliegend 
nicht ersichtlich. Insgesamt überwiegt demnach das öffentliche Interesse an der Gleichbehand-
lung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen des AuG sowie an der Durchsetzung der 
Rechtsordnung das private Interesse des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der 
Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig. 
 
9. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des 
Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagten zu Recht, weshalb die Beschwerde abzuwei-
sen ist. 
 
10. Im Folgenden ist noch über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist 
das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Ge-
richtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in 
angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in 
der Höhe von Fr. 1‘400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- zu verrechnen. Der zuviel bezahlte 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Nach § 21 Abs. 1 
VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer 
Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen wer-
den. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Partei-
kosten sind demnach wettzuschlagen. 
 
 
 
  

 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach 

Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 
   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. 
Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird dem Beschwer-
deführer zurückerstattet. 

   
 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 

 

 

 

Gegen diesen Entscheid wurde am 13. Februar 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah-
rensnummer 2C_144/2015) erhoben.