# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 628f1e2a-fedb-50b3-b109-fdacc6c74c50
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 03.10.2005 ZB 2005 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2005-38_2005-10-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 03. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 05 38

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli und Möhr 
Aktuar ad hoc Scarpatetti

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der C., Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schu-
can-Albrecht, Chesa Planta, 7524 Zuoz,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 3. August 2005, mitgeteilt 
am 3. August 2005, in Sachen der Beschwerdeführerin,

betreffend Festsetzung der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters,

hat sich ergeben:

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A. C. stand seit dem 1. Dezember 2002 in einem Arbeitsverhältnis mit der A.. 
Am 17. Dezember 2004 wurde C. von der Arbeitgeberin fristlos entlassen. Für das 
eingeleitete arbeitsrechtliche Verfahren ersuchte die Rechtsvertreterin der klagen-
den Partei, Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan, am 26. Januar 2005 den Be-
zirksgerichtspräsidenten Maloja um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 
mit Rechtsvertretung. Diesem Gesuch wurde mit Verfügung des Bezirksgerichts-
präsidiums Maloja vom 21. Februar 2005, mitgeteilt am 22. Februar 2005, wie folgt 
entsprochen:

„1. Der Gesuchstellerin wird im Verfahren betreffend Forderung aus 
Arbeitsvertrag die unentgeltliche Prozessführung mit Rechtsvertre-
tung durch Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan-Albrecht, 
Chesa Planta, 7524 Zuoz, bewilligt mit Wirkung ab 26. Januar 2005.

2. Die Bewilligung befreit die Gesuchstellerin von der Leistung von 
Prozess- und Anwaltskosten. Für diese hat der Kanton Graubünden 
aufzukommen. Dem Gemeinwesen steht ein Rückforderungsrecht 
gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO zu. Zudem erwirbt es die Ansprüche 
gegenüber der Gegenpartei (ausseramtliche Entschädigung) im 
Umfang der erbrachten Zahlungen.

3. Der Stundenansatz des Rechtsbeistandes beträgt Fr. 165.--. Ein 
Streitwertzuschlag oder andere Zuschläge können nicht erhoben 
werden.

4. Die Bewilligung ist auf das Verfahren vor dem Bezirksgericht Ma-
loja, inkl. Sühneverfahren, beschränkt.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

B. Am 24. Februar 2005 fand die Sühneverhandlung vor dem Kreispräsiden-
ten Oberengadin als Vermittler statt. Der Leitschein wurde am 14. März 2005 aus-
gestellt und die Parteien schlossen am 6. April 2005 einen Vergleich ab.

C. Am 19. Juli 2005 reichte Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan beim 
Bezirksgerichtspräsidenten Maloja eine detaillierte Honorarnote ein. Sie machte für 
den Zeitbereich vom 21. Januar 2005 bis am 12. Juli 2005 einen Zeitaufwand von 
37.70 Stunden à Fr. 165.-, zuzüglich Spesen von Fr. 240.- sowie 7.6 % Mehrwert-
steuer im Betrag von Fr. 491.-, also insgesamt Fr. 6`951.50.-, geltend. 

D. Der Kanton Graubünden, handelnd durch das Amt für Polizeiwesen und 
Zivilrecht, als Kostenträger teilte in seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2005 mit, 
dass ein Totalbetrag von Fr. 6`951.50.- als relativ hoch erscheine. Es dürfe nur die 

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Tätigkeit der Rechtsanwältin entschädigt werden, welche sich vernünftigerweise in 
Erfüllung ihrer Aufgabe ergeben habe. Es werde daher eine Überprüfung der gel-
tend gemachten anwaltlichen Bemühungen auf deren Angemessenheit und Erfor-
derlichkeit beantragt. Mit Verfügung vom 3. August 2005, gleichentags mitgeteilt, 
erkannte das Bezirksgerichtspräsidium Maloja wie folgt:

„1. Die Entschädigung des Rechtsbeistandes im Forderungsprozess 
aus Arbeitsrecht von Frau Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schu-
can-Albrecht, Zuoz, wird mit Fr. 4`235.95, inkl. Mehrwertsteuer, 
festgesetzt.

2. Die Kostenträgerin wird angewiesen, das Honorar mit beigelegtem 
Einzahlungsschein zu überweisen.

3. Kosten für diese Verfügung vom Fr. 500.- werden auf die Gerichts-
kasse genommen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

In der Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass die unent-
geltliche Rechtspflege mit Wirkung ab 26. Januar 2005 erteilt worden sei und daher 
würden die in der Honorarnote vor diesem Datum anfallenden Leistungen dahinfal-
len. Zudem sei am 6. April 2005 das Verfahren durch einen Vergleich abgeschlos-
sen worden, womit die nach dem 6. April 2005 aufgeführten Arbeiten der Rechtsan-
wältin nicht mehr durch das URP-Verfahren abgedeckt seien, zumal es sich nicht 
mehr um entscheidwesentliche Arbeiten gehandelt habe. Des Weiteren habe sich 
die Bewilligung für die unentgeltliche Rechtspflege auf die Lohnforderung bezogen 
und Leistungen für den Sozialdienst oder die Arbeitslosenkasse seien durch eine 
solche Bewilligung nicht abgedeckt. Die telefonische Kontaktaufnahme mit Zeugen 
könne ebenfalls nicht in Rechnung gestellt werden, da dies im Zivilprozess verpönt 
sei.

E. Gegen die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja erhob C. am 
24. August 2005 Beschwerde beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. In 
ihrer Beschwerdeschrift stellte sie folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 
03. August 2005 betreffend Festsetzung der Entschädigung 
gemäss Art. 47 ZPO im arbeitsrechtlichen Prozess der Beschwer-
deführerin gegen die A. sei aufzuheben und es sei die Entschädi-
gung des Rechtsbeistandes, nämlich der unterzeichnenden 

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Rechtsanwältin, im genannten Verfahren auf Fr. 6`951.50 inkl. Spe-
sen und MWSt gemäss Rechnung vom 19. Juli 2005 festzusetzen.

2. Eventualiter sei die Sache zur Neufestsetzung der Entschädigung 
des Rechtsbeistandes an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sei der Beschwerdefüh-
rerin ebenfalls die unentgeltliche Rechtspflege und die Ernennung 
eines Rechtsbeistandes in der Person der Unterzeichnenden zu be-
willigen. Die Gerichtskosten sowie die Kosten der unterzeichnen-
den Rechtsanwältin seien vom Kanton Graubünden zu überneh-
men.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt zulasten 
des Beschwerdegegners, der Vorinstanz oder der Gerichtskasse.“

In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Anspruch 
auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden sei, indem eine Hono-
rar- und Spesenkürzung vorgenommen worden sei, ohne die Beschwerdeführerin 
vorher anzuhören. Im Weiteren müssten gewisse vor Einreichung des Gesuches 
um unentgeltliche Rechtspflege angefallene Kosten, wie der Aufwand für das Ge-
such selbst oder eine gleichzeitig mit dem Gesuch eingereichte Rechtsschrift, eben-
falls anerkannt werden. Würden die unentgeltliche Verbeiständung für das Gesuch 
und die entsprechenden Vorarbeiten verweigert, so würde dies für die bedürftige 
Partei auf eine gegen Art. 29 Abs. 3 BV verstossende Behinderung bei der gericht-
lichen Durchsetzung ihrer Rechte hinaus laufen. Indem die Vorinstanz die anwaltli-
chen Leistungen erst genau ab der formellen Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege, d.h. ab dem 26. Januar 2005, genehmigte, sei sie in überspitzten 
Formalismus verfallen. Des Weiteren seien die Kosten zwischen dem 07. April 2005 
und dem 12. Juli 2005, unabhängig davon, ob noch ein Verfahren hängig gewesen 
sei oder nicht, zu entschädigen. Diese Aufwendungen seien für die ordentliche Ab-
wicklung des Vergleichs und den Abschluss des Mandates notwendig gewesen. 
Eine sorgfältige Mandatsführung beinhalte auch Kontakte mit gewissen Behörden, 
so insbesondere zur regionalen Arbeitsvermittlung (RAV), zur Arbeitslosenkasse 
und zum Sozialdienst. Diese Kontakte seien aufgrund der Situation der Beschwer-
deführerin sachlich begründet und erforderlich gewesen. Auch die Kontaktauf-
nahme mit Personen, die als Zeugen in Betracht fallen würden, sei gemäss Ziff. I.8. 
der Standesordnung des bündnerischen Anwaltsverbandes ausnahmsweise gestat-
tet, wenn dies zur Prozessvorbereitung unerlässlich sei. Vorliegend sei eine solche 
Ausnahmesituation vorgelegen.

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D. Das Bezirksgericht Maloja verzichtete auf die Einreichung einer Stellung-
nahme und verwies auf die Akten. Das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht 
Graubünden verzichtete in seiner Vernehmlassung vom 9. September 2005 auf die 
Einreichung einer ausführlichen Beschwerdeantwort und beantragte die vollum-
fängliche Ablehnung der Beschwerde vom 24. August 2005.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in der 
Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheide über die unentgeltliche Rechtspflege, die Bestellung 
eines Rechtsvertreters und die Festlegung seiner Entschädigung steht den Betrof-
fenen gemäss Art. 47a der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; 
BR 320.000) und Art. 232 Ziff. 8 ZPO der Beschwerdeweg an den Kantonsgerichts-
ausschuss offen. Die Beschwerde ist schriftlich innert der peremptorischen Frist von 
20 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheides beim Kantonsgerichtsprä-
sidenten einzureichen, wobei in der Beschwerde mit kurzer Begründung anzugeben 
ist, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen bean-
tragt werden (Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO).  Mit der Eingabe der Beschwerdeführerin 
vom 24. August 2005 ist die 20-tägige Beschwerdefrist (Art. 233 Abs. 1 ZPO) zur 
Anfechtung der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja betreffend Fest-
setzung der Entschädigung gemäss Art. 47 ZPO vom 3. August 2005, gleichentags 
mitgeteilt und der Beschwerdeführerin am 4. August 2005 zugegangen, eingehal-
ten. Auf die im Übrigen formgerecht eingelegte Beschwerde ist einzutreten.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft im Rahmen der Beschwerdean-
träge, ob der angefochtene Entscheid oder das diesem vorausgegangene Verfah-
ren Gesetzesbestimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage we-
sentlich sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO). Die Feststellungen der Vorinstanz über tatsäch-
liche Verhältnisse sind für die Beschwerdeinstanz bindend, es sei denn, sie seien 
unter Verletzung von Beweisvorschriften zustande gekommen, erwiesen sich als 
willkürlich oder beruhten auf offensichtlichem Versehen (Art. 232 Abs. 2 ZPO). Bei 
Fragen des Ermessens greift der Kantonsgerichtsausschuss nur ein, wenn die Er-
messensbetätigung der Vorinstanz mit sachlichen Gründen nicht mehr vertretbar 
und somit willkürlich ist (vgl. PKG 1987 Nr. 17).

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3. Gemäss Art. 47 Abs. 4 ZPO setzt der für die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege zuständige Richter nach Abschluss des Verfahrens und An-
hörung des Kostenträgers die Entschädigung für die in seinem Verfahrensabschnitt 
entstandenen Kosten des Rechtsvertreters fest. Dabei darf der Richter nicht von 
sich aus aufgrund einer blossen Schätzung des Verfahrensaufwandes die Entschä-
digung bestimmen. Vielmehr hat er in Gewährung des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör auch den Rechtsvertreter anzuhören. Dessen Sichtweise wird in der Regel 
durch Einreichung einer detaillierten Honorarnote kundgetan. In Rechnung gestellt 
werden dürfen nur die notwendigen Aufwendungen des Rechtsvertreters, was 
heisst, dass die in Rechnung gestellten Tätigkeiten in unmittelbarem Zusammen-
hang mit dem instanzierten Gerichtsverfahren zu stehen haben. Sodann hat der 
Richter die eingereichte Kostennote zu prüfen, wobei er anhand der Prozessakten 
unter anderem den Zeitaufwand abzuschätzen, der Komplexität des Falles und der 
Verantwortung des Rechtsvertreters Rechnung zu tragen sowie die Qualität seiner 
Arbeit, die Natur der Sache und das erreichte Resultat zu berücksichtigen hat (BGE 
117 Ia 22 f.). Dabei verfügt der zuständige Richter über ein weites Ermessen (BGE 
122 I 1 E. 3a) und der Kantonsgerichtsausschuss greift nur ein, wenn das Ermessen 
überschritten wurde beziehungsweisse missbräuchlich ausgeübt wurde. Darüber 
hinaus ist stets von der Arbeitsweise eines ausgebildeten und erfahrenen Rechts-
anwaltes auszugehen. Wird von der Honorarnote abgewichen, so sind diese Abwei-
chungen im Einzelnen zu begründen (vgl. Brunner, Die unentgeltliche Rechtspflege 
nach bündnerischem Zivilprozessrecht – unter Berücksichtigung der neueren Praxis 
des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden, in: ZGRG 04/03, S. 166 ff.).

4. Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nach Art. 29 
Abs. 2 BV ist von der Vorinstanz nicht verletzt worden. Gemäss Art. 47 Abs. 4 ZPO 
ist die Entschädigung des Rechtsvertreters vom Gerichtspräsidenten festzusetzen. 
Er hat dabei vorgehend den Kostenträger und den unentgeltlichen Rechtsvertreter 
anzuhören. Durch die Einreichung einer detaillierten und begründeten Honorarnote 
am 19. Juli 2005 – also nach Abschluss des Hauptverfahrens – hat die Rechtsver-
treterin ihre Sichtweise der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege ex-
plizit kundgetan und der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde damit gewahrt. Der 
Gerichtspräsident hat nicht vor jeder Kürzung der Honorarnote nochmals die Mei-
nung des Rechtsvertreters einzuholen. Ist der Rechtsvertreter mit einer Kürzung 
nicht einverstanden, so steht es ihm – wie im vorliegenden Fall – frei, den Rechts-
mittelweg zu bestreiten.

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5. Das Bezirksgerichtspräsidium Maloja hat mit Verfügung vom 3. August 
2005 verschiedenen Positionen der Honorarnote die Genehmigung verweigert. Es 
ist im Folgenden zu prüfen, ob diese Kürzungen zu Recht vorgenommen worden 
sind.

a) Die Übernahme der Kosten der Rechtsvertretung erfolgt erst ab dem Zeit-
punkt der Gesuchstellung. Gewisse, vor Einreichung des Gesuches um unentgeltli-
che Rechtspflege angefallene Kosten werden aber anerkannt, so der Aufwand für 
das Gesuch selbst, eine gleichzeitig mit dem Gesuch eingereichte Rechtsschrift, 
oder Tätigkeiten, welche infolge zeitlicher Dringlichkeit keinen Aufschub gestatten 
(vgl. PKG 2002 Nr. 14, Brunner, a.a.O, in: ZGRG 04/03, S. 160). Grundsätzlich 
genügt es, wenn eine Partei beim zuständigen Richter die Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege mit Rechtsverbeiständigung für ein bestimmtes Verfahren 
verlangt, ohne genau anzugeben, ab welchem Zeitpunkt die anwaltlichen Aufwen-
dungen vergütet werden sollen. Wenn der Richter anschliessend in der bewilligen-
den Verfügung ebenfalls auf die Fixierung eines bestimmten Stichtages verzichtet, 
so kann der Rechtsvertreter im Sinne der eben zitierten Praxis auch die Vergütung 
gewisser Bemühungen vor Einreichung des Gesuches um unentgeltliche Rechts-
pflege verlangen. Setzt der Richter wie im vorliegenden Fall in der bewilligenden 
Verfügung aber einen ganz bestimmten Stichtag fest, ab wann die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wird, so hat sich der Rechtsvertreter daran zu halten und 
kann nicht im Rahmen der späteren Festsetzung des Honorars verlangen, dass 
auch frühere Aufwendungen vom Staat übernommen werden. Da der Anwalt um die 
eingangs aufgeführte Praxis wissen muss, wäre er daher vorsorglich gehalten, be-
reits im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auf vorher angefallene Bemühun-
gen hinzuweisen, die auch vergütet werden sollen. Setzt der Richter aber einen 
Stichtag in der Verfügung fest, so hat der Rechtsvertreter entweder den Richter um 
entsprechende Anpassung der Verfügung zu ersuchen und/oder Beschwerde 
gemäss Art. 47a ZPO einzureichen. Unternimmt der Rechtsvertreter aber nichts und 
anerkennt er so den in der Verfügung festgesetzten Stichtag, so kann er nicht erst 
im Verfahren betreffend Festsetzung der Entschädigung darauf zurückkommen. 
Vielmehr hat er eine Honorarnote einzureichen, die lediglich Aufwendungen ab dem 
festgesetzten Stichtag aufführt. Der Bezirksgerichtspräsident hat somit zu Recht die 
5.85 Stunden, welche vor dem Stichtag vom 26. Januar 2005 angefallen sind, von 
der Vergütungspflicht ausgenommen.

b) Das prozessuale Verfahren wurde mit der Unterzeichnung eines Verglei-
ches am 6. April 2005 abgeschlossen. Ein verfassungsmässiger Anspruch auf aus-

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sergerichtliche Rechtsberatung besteht nicht (BGE 121 I 321; Brunner, a.a.O, in: 
ZGRG 04/03, S. 160).  Es können aber gewisse Folgearbeiten, wie die Zustellung 
des Vergleichs, eine kurze abschliessende Besprechung oder etwa die Zustellung 
der Honorarnote in Rechnung gestellt werden; nicht aber nachprozessuale Aufwen-
dungen, welche in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem instanzierten Ge-
richtsverfahren stehen. Das Bezirksgerichtspräsidium Maloja hat in seiner Verfü-
gung vom 3. August 2005 eine Vergütung aller aufgeführten Arbeiten (5.15 Stun-
den) der Rechtsvertreterin ab dem 7. April 2005 abgelehnt. Dazu ergibt sich folgen-
des:

Der Rechtsvertreter darf nur notwendige Aufwendungen in Rechnung stellen. 
Wie eben erwähnt, haben die geltend gemachten Tätigkeiten in unmittelbarem Zu-
sammenhang mit dem Prozess zu stehen. Die Beschwerdeführerin macht nun aber 
geltend, eine sorgfältige Mandatsführung beinhalte immer wieder Kontakte mit ge-
wissen Behörden und Drittpersonen. Infolge der persönlichen Situation ihrer Klientin 
sei es erforderlich gewesen, mit dem RAV, der Arbeitslosenkasse und dem Sozial-
dienst in Kontakt zu treten. Dem Rechtsvertreter ist auch im Rahmen der unentgelt-
lichen Rechtspflege eine gewisse Freiheit, wie er das Mandat ausführen will, zuzu-
gestehen. Wenn er zur Ermittlung des Sachverhaltes in Kontakt zu Behörden tritt, 
die mit der von ihm vertretenen Partei ebenfalls im gleichen Zusammenhang zu tun 
hatten, so ist dies nicht zu beanstanden. Abklärungen bei den Arbeitsvermittlungs-
stellen, der Arbeitslosenkasse und dem Sozialdienst erscheinen gerade in einem 
arbeitsrechtlichen Prozess mit unentgeltlicher Rechtspflege unter gewissen Um-
ständen als sinnvoll. Diese Kontakte haben sich aber auf das Notwendige im engen 
Zusammenhang mit dem gerichtlichen Verfahren zu beschränken und der Anwalt 
hat weder Aufgaben dieser Behörden selbst noch Tätigkeiten, die dem Klienten 
selbst zumutbar sind (z.B. Beschaffung von Unterlagen über seine finanziellen Ver-
hältnisse), zu übernehmen, um sie anschliessend dem Staat in Rechnung zu stel-
len. Vorliegendenfalls wurde ein Aufwand von über vier Stunden für derartige Kon-
takte geltend gemacht. Es ist schlichtweg nicht einzusehen und geht aus den Akten 
nicht hervor, dass dafür ein derart grosser Zeitaufwand prozessual gerechtfertigt 
wäre. Andererseits lässt sich eine gänzliche Aberkennung dieser Bemühungen als 
entschädigungsrelevant nicht begründen, so dass der Bezirksgerichtspräsident mit 
der vollständigen Streichung dieser Position sein Übermessen überschritten hat. Als 
angemessen erscheint in diesem Zusammenhang die Berücksichtigung eines 
Zeitaufwandes von zwei Stunden zuzüglich Barauslagen von Fr. 20.-.

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c) Schliesslich ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Vorinstanz 
die Kontaktaufnahme mit Zeugen im Zivilprozess nicht völlig verpönt ist. Gemäss 
Ziff. I.8 der Standesordnung des bündnerischen Anwaltsverbandes darf ausnahms-
weise und wenn dies zur Prozessvorbereitung unerlässlich ist, mit Personen, wel-
che als Zeugen in Betracht fallen, Kontakt aufgenommen werden. Verpönt ist ledig-
lich eine Zeugenbeeinflussung, nicht aber die blosse Abklärung, ob jemand über-
haupt als Zeuge in Frage kommt. Da keine Anhaltspunkte für ein standeswidriges 
Verhalten der Rechtsvertreterin der Klägerin bestehen, sind die in diesem Zusam-
menhang geltend gemachten 0.85 Stunden zuzüglich Fr. 5.- Bar-auslagen zu ver-
güten.

6. Im Lichte dieser Ausführungen werden der Rechtsanwältin 2.85 Stunden 
à Fr. 165.- sowie Fr. 25.- für Barauslagen, insgesamt also Fr. 495.25.-, zusätzlich 
zugesprochen. Dieser Betrag ist der Berechnung der Vorinstanz von Fr. 3`936.75 
dazuzuschlagen und ergibt eine Entschädigung von Fr. 4`432.-. Dazu kommt die 
Mehrwertsteuer auf diesen Betrag von Fr. 336.85.-, was zu einer gesamthaften Ent-
schädigung von Fr. 4`768.85.- führt.

7. Da die Beschwerdeführerin nur zu rund 1/5 obsiegt hat (Zusprechung von 
rund Fr. 500.- anstatt Fr. 2`700.-), gehen die Verfahrenskosten gemäss Art. 122 
Abs. 1 ZPO zu 4/5 zu Lasten der Beschwerdeführerin und zu 1/5 zu Lasten des 
Kantons Graubünden, welcher die Beschwerdeführerin aussergerichtlich eine redu-
zierte Entschädigung von Fr. 300.- auszurichten hat. Die Verfahrenskosten werden, 
da sie in vergleichbaren Fällen der unentgeltlichen Rechtspflege den ausgespro-
chenen Charakter eines Sozialtarifs tragen und sich somit im unteren Rahmen des 
Kostentarifs im Zivilverfahren bewegen, auf Fr. 500.- festgesetzt (vgl. Kostentarif im 
Zivilverfahren, BR 320.075).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Ziffer 1 der angefoch-
tenen Verfügung wird aufgehoben.

2. Die Entschädigung der Beschwerdeführerin für die unentgeltliche Prozess-
führung wird auf Fr. 4`768.85.- einschliesslich Barauslagen und Mehrwert-
steuer festgesetzt.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.- gehen zu 4/5 zu Lasten 
der Beschwerdeführerin und zu 1/5 zu Lasten des Kantons Graubünden, wel-
cher die Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit Fr. 300.- zu entschädigen 
hat.

4. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: