# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4812e151-7733-59d9-bd8e-ad2dece94cb9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.11.2025 F-6998/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6998-2025_2025-11-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6998/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiberin Joana Maria Mösch. 
 

 
 

Parteien 
 A.__________, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin, und 

MLaw Michael Meyer, AsyLex,  

Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich,  

 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 1. September 2025. 

 

 

 

F-6998/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 25. Februar 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Die Vorinstanz trat mit Verfügung vom 25. April 2025 gestützt auf das 

Dublin-Abkommen (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Par-

laments und des Rats vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-

VO]) nicht auf sein Gesuch ein, wies ihn nach Portugal weg und ordnete 

an, dass er die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist verlässt. 

Das Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde 

mit Urteil F-3245/2025 vom 14. Mai 2025 ab. Soweit sie die Anpassung des 

Geburtsdatums des Beschwerdeführers im Zentralen Migrationsinformati-

onssystem ZEMIS betraf, behandelte das Gericht die Beschwerde unter 

der Geschäftsnummer F-3319/2025 separat, trat jedoch mit Urteil vom 

16. Juli 2025 mangels Leistung des Kostenvorschusses nicht darauf ein. 

B.  

Der Beschwerdeführer ersuchte die Vorinstanz am 14. August 2025 um 

Wiedererwägung des Nichteintretensentscheids. Mit Verfügung vom 

1. September 2025 (eröffnet am 3. September 2025) wies die Vorinstanz 

das Wiedererwägungsgesuch ab und hielt fest, dass ihre Verfügung vom 

25. April 2025 rechtskräftig und vollstreckbar sei. 

C.  

Mit der Beschwerde vom 12. September 2025 gelangte der Beschwerde-

führer an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Verfügung des 

Staatssekretariats für Migration (SEM) vom 25. April 2025 sei wiedererwä-

gungsweise aufzuheben und auf sein Wiedererwägungsgesuch vom 

14. August 2025 sei einzutreten. Der Antrag ist in Anbetracht der Be-

schwerdebegründung und Prozessgeschichte sinngemäss so zu verste-

hen, dass auf die Verfügung des SEM vom 1. September 2025 aufzuheben 

und das darin abgewiesene Wiedererwägungsgesuch vom 14. Au-

gust 2025 betreffend den vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid vom 

25. April 2025 gutzuheissen sei. Weiter beantragt er die Eröffnung eines 

nationalen Asylverfahrens und die Asylgewährung; eventualiter die vorläu-

fige Aufnahme; subeventualiter die Rückweisung an die Vorinstanz; sub-

subeventualiter die Einholung spezifischer Garantien der portugiesischen 

Behörden zur Unterbringung und medizinischen Versorgung. Prozessual 

F-6998/2025 

Seite 3 

ersuchte er um Sistierung des Wegweisungsvollzugs sowie um Erlass der 

Verfahrenskosten und des Kostenvorschusses.  

D.  

Am 16. September 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an.  

E.  

Mit Eingabe vom 18. September 2025 ergänzte der Beschwerdeführer 

seine Rechtsbegehren und reichte die Vollmacht der rubrizierten Vertre-

tung ein. 

 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Wie aus den Anträgen und der Begründung des Wiedererwägungsge-

suchs vom 14. August 2025 hervorgeht, bezog sich dieses Gesuch und 

bezieht sich somit auch die vorliegende Beschwerde gegen dessen Abwei-

sung allein auf den mit Verfügung der Vorinstanz vom 25. April 2025 gefäll-

ten und mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F-3245/2025 vom 

14. Mai 2025 bestätigten Nichteintretensentscheid auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers. Die ebenfalls in der Verfügung vom 25. April 2025 be-

handelte Anpassung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers im 

ZEMIS hingegen ist nicht Gegenstand des Wiedererwägungsgesuchs und 

entsprechend auch nicht des vorliegenden Beschwerdeverfahrens betref-

fend dessen Abweisung.  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG) 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde 

zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31] und Art. 31 ff. VGG) und entscheidet 

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auf dem Gebiet des Asyls in der Regel ‒ wie auch vorliegend ‒ endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.4 Der Beschwerdeführer beantragte unter anderem die Asylgewährung 

sowie die Erteilung der vorläufigen Aufnahme. Da diese Fragen nicht Ge-

genstand der im Wiedererwägungsverfahren angefochtenen Verfügung bil-

den, ist darauf nicht einzutreten. 

1.5 Die Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 48 Abs. 1 VwVG [Legitimation], 

Art. 108 Abs. 6 AsylG [Frist] und Art. 52 VwVG [Form]) sind erfüllt, sodass 

auf die Beschwerde – unter Vorbehalt von E. 1.2. – einzutreten ist.  

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG, BVGE 2015/9 E. 6.2 und 8.2.2).  

2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-

nes zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln sind 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist der Vorinstanz 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). In seiner prak-

tisch relevantesten Form bezweckt es die Änderung einer ursprünglich feh-

lerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Verände-

rung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.H.). Ebenfalls im Rahmen 

einer Wiedererwägung können Beweismittel geprüft werden, die erst nach 

einem materiellen Beschwerdeentscheid des Bundesverwaltungsgerichts 

entstanden sind und daher revisionsrechtlich nicht im Rahmen eines Revi-

sionsverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht berücksichtigt werden 

können (vgl. BVGE 2013/22 E. 12.3). 

3.2 Die Vorinstanz hat die Rechtzeitigkeit und den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf Behandlung des Wiedererwägungsgesuchs zu Recht 

nicht in Abrede gestellt. Daher hat das Bundesverwaltungsgericht zu 

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Seite 5 

prüfen, ob sich die Sachlage seit dem Nichteintretensentscheid der Vo-

rinstanz vom 25. April 2025 beziehungsweise dem Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts vom 14. Mai 2025 wesentlich verändert hat und diese Än-

derung geeignet ist, die Aufhebung der Rechtskraft des Nichteintretensent-

scheids zu bewirken.  

4.  

4.1 Vorliegend wurde rechtskräftig festgehalten, dass Portugal gestützt auf 

die Dublin-III-VO für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens der Beschwerdeführerin zuständig ist. 

4.2 Der Beschwerdeführer stützte sein Wiedererwägungsgesuch im We-

sentlichen auf die Einreichung der elektronischen Tazkira im Original, die 

seine Minderjährigkeit belegen soll, sowie auf eine erhebliche Verschlech-

terung seines Gesundheitszustands. Er legte einen Austrittsbericht der 

(Nennung Psychiatrie) vom (Nennung Datum) sowie einen provisorischen 

Kurzaustrittsbericht derselben Institution vom (Nennung Datum) vor. Zu-

dem machte er geltend, in Portugal Opfer einer kriminellen Gruppe gewor-

den zu sein. 

4.3 Die Vorinstanz hielt dagegen fest, dass die diagnostizierten psychi-

schen Erkrankungen zwar von gewisser Schwere seien, die gesundheitli-

chen Probleme jedoch nicht derart gravierend seien, dass im Fall einer 

Überstellung nach Portugal mit einer ernsthaften und irreversiblen Ver-

schlechterung des Gesundheitszustands zu rechnen wäre oder aus huma-

nitären Gründen von einer Überstellung abzusehen sei. Hinsichtlich der 

behaupteten Probleme mit einer kriminellen Gruppe sei Portugal als 

Rechtsstaat schutzfähig und schutzwillig. Bezüglich des Alters verwies sie 

auf die Erwägungen im Nichteintretensentscheid vom 25. April 2025 sowie 

im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F-3245/2025 vom 14. Mai 2025. 

Die Vorlage der elektronischen Tazkira im Original ändere daran nichts, da 

sie auf den Angaben der bereits angezweifelten und als unglaubhaft beur-

teilten Papier-Tazkira beruhe. 

4.4 In der Beschwerde beziehungsweise in seiner ergänzenden Eingabe 

macht der Beschwerdeführer geltend, die neu eingereichte elektronische 

Tazkira und die Geburtsurkunde belegten sein Geburtsdatum vom (Nen-

nung Datum) und damit seine Minderjährigkeit. Des Weiteren habe sich 

sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Er sei stark suizidge-

fährdet, auf Psychopharmaka und regelmässige Psychotherapie angewie-

sen und habe sich mehrfach stationär behandeln lassen müssen. Eine 

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Seite 6 

Überstellung nach Portugal gefährde sein Leben, da dort die erforderliche 

Weiterbehandlung nicht gewährleistet sei. Nach seiner Ankunft in Portugal 

sei er von einer gut organisierten kriminellen Gruppe gezwungen worden, 

Drogen zu transportieren, wobei die Täter systematisch Zwang ausgeübt 

und seine Vulnerabilität ausgenutzt hätten. Damit sei Art. 3a des Zusatz-

protokolls zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhan-

dels, insbesondere des Frauen- und Kinderhandels zum Übereinkommen 

der Vereinten Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kri-

minalität [Palermo-Protokoll, SR 0.311.542]) sowie das Übereinkommen 

zur Bekämpfung des Menschenhandels (SR 0.311.543) verletzt. Zwar sei 

Portugal Vertragsstaat des Palermo-Protokolls, doch zeige sich, dass trotz 

steigender Opferzahlen in Portugal kein einziges Opfer unter asylsuchen-

den Personen erkannt worden sei, was darauf hinweise, dass besonders 

verletzliche Personen wie unbegleitete Minderjährige systematisch über-

sehen würden. Darüber hinaus verfüge Portugal über keine effektive Um-

setzung des sogenannten Non-Punishment-Prinzips, wonach Opfer von 

Menschenhandel nicht für rechtswidrige Handlungen bestraft werden dür-

fen, zu denen sie im Rahmen ihrer Ausbeutung gezwungen wurden. Eine 

Rückführung des Beschwerdeführers führe daher mit hoher Wahrschein-

lichkeit dazu, dass er erneut Opfer derselben kriminellen Gruppe werde 

und gleichzeitig strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt sei, ohne Zugang 

zu Unterkunft, rechtlicher Unterstützung oder einem gesicherten Aufent-

haltsstatus. Ferner sei die Schweiz aufgrund der Ratifizierung des Über-

einkommens zur Bekämpfung des Menschenhandels verpflichtet, Opfer 

von Menschenhandel als solche zu erkennen. Eine Rückführung nach Por-

tugal ohne vorherige Opferanerkennung, Schutzmassnahmen und Gewäh-

rung der Bedenkzeit verstosse sowohl gegen das Europäische Überein-

kommen zur Bekämpfung des Menschenhandels als auch gegen das Non-

Refoulement-Gebot. 

5.  

5.1 Hinsichtlich der behaupteten Minderjährigkeit ist festzuhalten, dass de-

ren Verneinung im vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid und im bestä-

tigenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts neben den aktenkundigen 

Abläufen in Zypern und Portugal sowie Widersprüchen in den Aussagen 

des Beschwerdeführers auf den dannzumal bereits eingereichten Doku-

menten basiert. Dazu gehört – neben der bereits damals im Original vor-

liegenden Geburtsurkunde – die Papier-Tazkira des Beschwerdeführers in 

Kopie. Die im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren neu eingereichte 

elektronische Tazkira (e-Tazkira) im Original wurde auf Grundlage der Pa-

pier-Tazkira ausgestellt. Zwar stellt die e-Tazkira ein neues und gegenüber 

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der Papier-Tazkira fälschungssichereres Beweismittel dar. Da sie jedoch 

auf der bereits bekannten Papier-Tazkira basiert – sowie angesichts der 

dezentralen Ausstellungsprozesse und möglichen Unzuverlässigkeit af-

ghanischer Identitätsdokumente –, ist sie nicht geeignet, die Beurteilung 

der Vorinstanz und des Bundesverwaltungsgerichts nachträglich in Zweifel 

zu ziehen (vgl. etwa Urteil des BVGer D-7069/2023 vom 26. Januar 2024 

E. 4.3.2). Die beschwerdeweise referenzierte Einschätzung des UN-Kin-

derrechtssausschusses vom 21. Mai 2024, in Sachen A.M. gegen die 

Schweiz, CRC/C/96/D/80/2019, Ziff. 4.4, wonach vorbehaltlich Beweis des 

Gegenteils von der Echtheit durch Minderjährige eingereichter Identitäts-

dokumente auszugehen sei, vermag am Gesagten nichts zu ändern. 

5.2 Im Übrigen beruft sich der Beschwerdeführer auf das Selbsteintritts-

recht der Dublin-Mitgliedstaaten. Demnach kann jeder Mitgliedstaat be-

schliessen, ein Asylgesuch zu prüfen, auch wenn er hierfür nach den in 

der Dublin-III-VO festgelegten Kriterien nicht zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO). Dieses Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn 

die Überstellung der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mit-

gliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der 

Schweiz führen würde (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Eine zwangsweise Rück-

weisung einer Person kann nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen. Mit Blick auf den Gesundheitszustand des oder 

der Betroffenen ist dies insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene 

Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium 

und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem siche-

ren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwar-

ten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis 

des EGMR). Eine weitere Konstellation betrifft Schwerkranke, welche 

durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behand-

lung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer erns-

ten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesund-

heitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer 

erheblich kürzeren Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteile des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, §§ 180-193, 

bestätigt durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, 

57467/15, §§ 121 ff.). 

Überdies kann die Vorinstanz das Asylgesuch aus humanitären Gründen 

auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre (Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

[AsylV 1, SR 142.311]). Bei dieser Entscheidung kommt ihr Ermessen zu; 

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Seite 8 

das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Ermessen nicht an des-

sen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 f.). 

5.3 Aus den Akten ergibt sich hinsichtlich des wiedererwägungsweise gel-

tend gemachten Gesundheitszustands, dass der Beschwerdeführer eine 

schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, einen Ver-

dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine psychische 

und Verhaltensstörung durch Sedativa oder Hypnotika im Sinne eines Ab-

hängigkeitssyndroms aufweist. Gemäss dem vorliegenden medizinischen 

Bericht weist der Beschwerdeführer ein depressiv-traumatisches Zu-

standsbild mit schwerer Schlafstörung, suizidalen Gedanken und Sympto-

men einer posttraumatischen Belastung auf. Die vorbestehende Belastung 

durch traumatische Erlebnisse im Herkunftsland sowie in Portugal, verbun-

den mit der existenziellen Unsicherheit im Asylverfahren, führe zu einer 

akuten Dekompensation mit suizidalen Impulsen. Er zeige eine deutliche 

emotionale Instabilität, massive Hoffnungslosigkeit sowie eine anhaltende 

Anspannung mit psychosomatischen Symptomen. Der Beschwerdeführer 

seinerseits bringt vor, dass er das Gefühl habe, niemand höre ihm zu und 

alle hassten ihn, dass er tiefen Selbsthass und Hoffnungslosigkeit emp-

finde, dass er trotz Einnahme von zwei Schlaftabletten nicht schlafen 

könne, dass er ständig Suizidgedanken habe und dass er mehrfach um 

psychologische Hilfe gebeten habe, ihm jedoch nie Zugang zu einer thera-

peutischen Behandlung gewährt worden sei. Erst nach einem stationären 

Aufenthalt sei er nun auf der Warteliste des Ambulatoriums Bülach ver-

merkt. 

5.4 Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist unbestreitbar in-

stabil. Die diagnostizierten Krankheitsbilder erreichen jedoch auch in ihrer 

Gesamtheit nicht eine derartige Schwere, dass bei einer Überstellung nach 

Portugal mit dem realen Risiko einer ernsthaften, raschen und irreversiblen 

Verschlechterung seines Zustands zu rechnen wäre, die zu intensivem Lei-

den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führte (vgl. 

E. 4.1). Die hohe Schwelle einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK 

ist damit nicht erreicht. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. 

Auch Suizidgedanken und -pläne, wie sie der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde wiedergibt, können den Wegweisungsvollzug rechtspre-

chungsgemäss grundsätzlich nicht in Frage stellen, solange konkrete Mas-

snahmen zur Verhütung ihrer Umsetzung getroffen werden (vgl. Urteile des 

BGer 2C_221/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2, 2C_856/2015 vom 

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Seite 9 

10. Oktober 2015 E. 3.2.1; vgl. zuletzt etwa Urteile des BVGer 

F-2973/2025 vom 1. Mai 2025 E. 5.2, E-1307/2025 vom 13. März 2025 

E. 7.2.5, F-1357/2024 vom 12. März 2024 E. 7.6). 

5.5 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass er in Portugal nur 

ungenügenden Zugang zu medizinischer Behandlung erhalten würde, ist 

darauf hinzuweisen, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet sind, den Antrag-

stellenden die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die 

Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankhei-

ten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen; 

Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medi-

zinische oder sonstige Hilfe einschliesslich einer geeigneten psychologi-

schen Betreuung zu gewähren (Art. 19 der Richtlinie des Europäischen 

Parlaments und des Rates 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz 

beantragen [Aufnahmerichtlinie]). Das Bundesverwaltungsgericht geht in 

ständiger Rechtsprechung davon aus, dass Antragstellende diese Grund-

leistungen in Portugal erhalten und dort keine unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung im Sinn von Art. 3 EMRK zu befürchten haben (vgl. 

zuletzt etwa Urteil des BVGer F-663/2025 vom 4. Februar 2025 E. 2.3 

m.H.).  

Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass ein stabiles Umfeld 

sowie die Unterstützung durch eine Vertrauensperson positive Auswirkun-

gen auf die psychische Gesundheit der betroffenen Person haben können 

und dies auch mit Blick auf ein laufendes medizinisches Betreuungssetting 

gilt. Der Wunsch des Beschwerdeführers, die in der Schweiz begonnene 

Behandlung fortzuführen und die bestehenden Vertrauensbeziehungen 

aufrechtzuerhalten, ist daher nachvollziehbar. Die Dublin-III-Verordnung 

räumt schutzsuchenden Personen jedoch kein Recht ein, den für die Prü-

fung ihres Asylantrags zuständigen Mitgliedstaat oder ihren Aufenthaltsort 

innerhalb desselben selbst zu bestimmen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

Nach seiner Ankunft in Portugal stehen dem Beschwerdeführer die dorti-

gen medizinischen Institutionen zur Verfügung. 

5.6 Im Ergebnis ist trotz des verschlechterten und als instabil zu qualifizie-

renden Gesundheitszustands des Beschwerdeführers weiterhin nicht da-

von auszugehen, dass seine Überstellung nach Portugal völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz verletzen würde. Folglich war die Vorinstanz 

nicht verpflichtet, wiedererwägungsweise auf sein Asylgesuch einzutreten 

(vgl. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK). Auch ist nicht 

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Seite 10 

ersichtlich, dass sie das ihr bezüglich eines Selbsteintritts aus humanitären 

Gründen zustehende Ermessen nicht rechtmässig ausgeübt hätte (vgl. 

Art. 29a Abs. 3 Dublin-III-VO). 

5.7 Die Vorinstanz hat bei der konkreten Ausgestaltung der Überstellung 

den medizinischen Umständen Rechnung zu tragen. Insbesondere hat sie 

durch entsprechende Anweisung an die kantonalen Vollzugsbehörden im 

Rahmen der Überstellungsmodalitäten sicherzustellen, dass die portugie-

sischen Behörden vorgängig über die diagnostizierten psychischen Leiden, 

die aktuellen Beschwerden sowie den aktuellen Stand hinsichtlich Suizida-

lität informiert werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO) und dass einer allfälli-

gen Suizidalität durch geeignete medizinische Massnahmen und Betreu-

ung beim Vollzug begegnet wird. Die Vorinstanz ist daher anzuweisen, die 

Überstellungsmodalitäten entsprechend anzupassen. 

5.8 Hinsichtlich des in der Beschwerde vorgebrachten Umstandes, dass 

der Beschwerdeführer ein potenzielles Opfer von Menschenhandel sein 

könnte, ist festzuhalten, dass damit kein gegenüber dem vorinstanzlichen 

Nichteintretensentscheid und dem bestätigenden Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts veränderter Sachverhalt dargetan wird. Ebenso wenig legt 

der Beschwerdeführer diesbezüglich Beweismittel vor, die nach dem Bun-

desverwaltungsgerichtsurteil entstanden wären. Die Vorbringen erweisen 

sich deshalb als wiedererwägungsrechtlich unbeachtlich. Anzumerken 

bleibt, dass Portugal – ebenso wie die Schweiz – Vertragsstaat Palermo-

Protokolls, sowie des Übereinkommens zur Bekämpfung des Menschen-

handels ist und die entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen zu 

beachten hat. Bei Schutzbedarf ist der Beschwerdeführer gehalten, sich an 

die als schutzfähig und schutzwillig zu erachtenden portugiesischen Be-

hörden zu wenden. Es steht ihm im Übrigen frei, den portugiesischen Be-

hörden allfällige Wiederaufnahme- oder Wiedererwägungsgründe im Rah-

men eines Folgeantrags (Art. 40 Verfahrensrichtlinie) zu unterbreiten. Er-

gänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im vo-

rinstanzlichen Verfahren durchgängig vertreten war und zwischenzeitlich 

gar als unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender behandelt wurde, so-

dass ihm eine Vertrauensperson zugewiesen wurde. Das auf Ebene Wie-

dererwägung neu angebrachte Vorbringen erscheint daher vorgeschoben. 

6.  

6.1 Nach dem Gesagten vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, 

dass sich die Sachlage seit dem Nichteintretensentscheid der Vorinstanz 

vom 25. April 2025 beziehungsweise dem Urteil des 

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Seite 11 

Bundesverwaltungsgerichts vom 14. Mai 2025 derart verändert hätte, dass 

die Rechtskraft des Nichteintretensentscheids wiedererwägungsweise auf-

zuheben wäre. Auch die nachträglich eingereichten, im Nachgang zum 

Bundesverwaltungsgerichtsurteil entstandenen Beweismittel geben hierzu 

keinen Anlass. 

6.2  

Der unbegründete Subeventualantrag auf Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz ist abzuweisen, da diese den medizinischen Sachverhalt hinrei-

chend abgeklärt und nachvollziehbar beurteilt hat.  

Auch der Vorwurf, wonach die Vorinstanz es versäumt haben soll, individu-

elle Garantien bei den portugiesischen Behörden einzuholen, ist unbegrün-

det. Das portugiesische Asyl- und Aufnahmesystem weist wie oben darge-

legt rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel auf und verfügt 

über eine ausreichende medizinische Versorgung und Unterbringung. Da-

her besteht kein Anlass, individuelle Zusicherungen bei den portugiesi-

schen Behörden einzuholen. Der entsprechende Sub-Subeventualantrag 

ist abzuweisen.  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz das Wiedererwä-

gungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen und festge-

halten hat, dass der Nichteintretensentscheid vom 2. April 2025 rechtskräf-

tig und vollstreckbar ist. Die angefochtene Verfügung erweist sich als recht-

mässig (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit 

diesem Urteil fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin. 

8.  

8.1 Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, 

weshalb sich Antrag auf Sistierung der Wegweisung (gemeint wohl: Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung) als gegenstandslos erweist. 

8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren - wie sich aus vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchs-

zeitpunkt waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

nicht erfüllt sind. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen und auf insgesamt Fr. 1'500. – 

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Seite 12 

festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-6998/2025 

Seite 13 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, im Rahmen der Überstellungsmodalitäten 

dafür zu sorgen, dass die portugiesischen Behörden vor der Überstellung 

des Beschwerdeführers im Sinne der Erwägungen umfassend über dessen 

medizinische Situation informiert werden und dass dieser bei der Ausge-

staltung des Vollzugs Rechnung getragen wird.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr.  1'500. –  werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Joana Maria Mösch 

 

Versand: