# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50903f3c-a719-515d-81c7-146efbd35034
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 25.03.2021 3-RV.2019.48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2019-48_2021-03-25.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2019.48       
P 54 
 

 

 
 

Urteil vom 25. März 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richterin Sramek  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiberin Betsche           

 

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____ 

 

Rekurrentin 2  B._____ 

    

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 19. Dezember 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 17. September 2018 wurden A. und B. von der Steu-

erkommission Q. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 zu einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 40'700.00 und einem steuerbaren 

Vermögen von CHF 0.00 veranlagt. In Abweichung von der 

Selbstdeklaration wurde eine Aufrechnung von "nicht nachgewiesenem 

Einkommens-Manko" im Umfang von CHF 20'000.00 vorgenommen. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 17. September 2018 liessen A. und B. mit Ein-

gabe vom 21. August 2018 Einsprache erheben. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 19. Dezember 2018 wies die Steuerkommission Q. die 

Einsprache ab.  

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 19. Dezember 2018 (Zustellung nicht be-

kannt, Versand am 7. Januar 2019) haben A. und B. mit Rekurs vom 

6. Februar 2019 (Postaufgabe gleichentags) an das 

Spezialverwaltungsgericht weitergezogen. Sie stellten folgenden: 

 
"Antrag 
 
Das aufgerechnete Einkommen ist zu korrigieren, resp. zu streichen." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

5. 

Das Gemeindesteueramt Q. und das Kantonale Steueramt (nachfolgend: 

KStA) beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A. und B. haben keine Replik erstattet. 
  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2016. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2.  

Der Rekurrent ist unselbständig erwerbender Bauingenieur bei der C. 

GmbH in Q.. Der Rekurrent deklarierte im Jahr 2016 ein Nettoeinkommen 

von CHF 27'480.00. Daneben erzielte er ein Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit als Lehrer an der H. von CHF 8'181.00 

sowie als Prüfungsexperte an der I. in S. von CHF 1'231.00. Die 

Rekurrentin ist bei der C. GmbH für Büroarbeiten angestellt und deklarierte 

ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 3'248.00. 

Zu den Einkünften aus Erwerbstätigkeit von insgesamt CHF 40'140.00 ist 

schliesslich der deklarierte Eigenmietwert des Einfamilienhauses an der X-

Strasse 11 in Q. von CHF  6'064.00 hinzuzurechnen. Für das Jahr 2016 

deklarierten die Rekurrenten somit insgesamt Einkünfte von 

CHF 46'204.00. 

 

Die Rekurrenten machen in der Steuererklärung 2016 folgende Abzüge 

geltend (in CHF): 

 

Berufskosten   4'683 

Schuldzinsen  5'045 

Beiträge Säule 3a  2'500 

Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien  4'000 

Vermögensverwaltungskosten  28 

Sonderabzug für zweitverdienende Ehegatten  600 

Total Abzüge  16'856 

 

Unter Berücksichtigung des Kinderabzugs von CHF 14'000.00 und des 

Kleinverdienerabzugs von CHF 7'500.00 resultiert gemäss Selbstdeklara-

tion ein steuerbares Einkommen von CHF 7'849.00. 

 

  

 - 4 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Steuerkommission Q. hat am 14. März 2019 folgenden Vermögens-

vergleich erstellt (in CHF): 

 

"Vermögensentwicklung 2016 31.12.2015 31.12.2016 
 
Ersparnisse, Kapitalanlagen  44'085 48'534 
Private Fahrzeuge     1 1 
Liegenschaften 
Privatliegenschaften 
- AG/Q., X-Strasse 11 376'300 376'300 
Betriebsvermögen selbständig Erwerbender 
- Geschäftsaktiven: AG/Q. AG,  
 J. p.m. 1 1 
Schulden  -390'000 -390'000 
Reinvermögen 30'385 34'834 
 
Vermögens-Zunahme  4'449 
 
Mittelherkunft 2016 
Total Einkünfte (ohne Eigenmietwert)  40'141 
Liegenschaftsunterhaltskosten  - 1'516 
Berufskosten    - 4'683 
Schuldzinsen  - 5'045 
Beiträge Säule 3a   - 2'500 
Vermögensverwaltungskosten           - 28 
Massgebendes Einkommen  26'369 
Total Mittelherkunft  26'369 
 
Mittelverwendung 2016 
Vermögens-Zunahme  4'449 
Bezahlte Kantons- und Gemeindesteuern, inkl. Rückerstattung 1'897 
Lebenshaltung, Privataufwand, Versicherungen usw.  48'000 
Total Mittelverwendung   54'346 
 
Einkommens-Manko pro Jahr    -27'977" 

 

3.2. 

Da der Vermögensvergleich ein Einkommensmanko von CHF 27'977.00 

ergab, hat die Steuerkommission Q. in Abweichung von der Selbstde-

klaration eine ermessensweise Aufrechnung von CHF 20'000.00 vorge-

nommen.  

 

3.3. 

Strittig ist die Aufrechnung aus Vermögensvergleich. Es ist somit in einem 

ersten Schritt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer 

Ermessensveranlagung nach § 191 Abs. 3 StG vorlagen. Sind die Voraus-

setzungen erfüllt, ist auf die formellen Voraussetzungen einer Anfechtung 

und die Angemessenheit der Ermessensveranlagung einzugehen. 

 

 - 5 - 

 

 

4. 

4.1. 

Nach § 190 Abs. 1 StG prüft die Steuerbehörde die Steuererklärung und 

nimmt die erforderlichen Untersuchungen vor. Hat die steuerpflichtige Per-

son trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die 

Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermit-

telt werden, wird die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorge-

nommen (§ 191 Abs. 3 StG). 

 

4.2. 

Entgegen der Gesetzesformulierung, die auf zwei Tatbestandsvarianten 

hindeutet (Verletzung von Verfahrenspflichten, Fehlen zuverlässiger Unter-

lagen), setzen die angeführten Bestimmungen für eine Veranlagung nach 

pflichtgemässem Ermessen stets einen Untersuchungsnotstand voraus 

(AGVE 2009 S. 129; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, 

Muri-Bern 2015, § 191 StG N 14; Markus Berger, Voraussetzungen und 

Anfechtung der Ermessensveranlagung, in: ASA 75 S. 196). Das Erforder-

nis eines Untersuchungsnotstands hat zum einen zur Folge, dass – unge-

achtet der Verletzung der Verfahrenspflichten durch die steuerpflichtige 

Person – keine Ermessensveranlagung vorzunehmen ist, wenn die Verfah-

renspflichtverletzung keinen Untersuchungsnotstand bewirkt (zum Gan-

zen: Urteil des Bundesgerichtes vom 11. Juli 2017 [2C_679/2016, 2C_680/ 

2016] und VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2009.111] = AGVE 2009 

S. 129, mit Hinweisen).   

 

4.3. 

Bei der Ermessensveranlagung können Erfahrungszahlen, Vermögensent-

wicklung und Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigt 

werden (§ 191 Abs. 3 StG). Resultiert aus der Steuererklärung ein Einkom-

men, das unglaubwürdig ist und "so nicht stimmen kann", drängt sich die 

Überprüfung durch einen Vermögensvergleich auf. Ergibt dieser, unter Be-

rücksichtigung der für den Lebensunterhalt benötigten Mittel, ein erhebli-

ches Manko und kann die steuerpflichtige Person nicht nachweisen, dass 

ein Vermögenszuwachs ganz oder teilweise aus steuerfreien Einkünften 

resultiert, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (AGVE 2005 

S. 124 f., mit Hinweisen; VGE vom 23. Januar 2008 [WBE.2007.342]). 

 

5. 

5.1. 

Gemäss der Rechtsprechung des aargauischen Verwaltungsgerichtes ist 

(auch) bei einer Ermessensveranlagung wegen ungewissen Sachverhalts 

die steuerpflichtige Person grundsätzlich vorgängig aufzufordern, die Un-

gewissheit zu beseitigen, und diese Aufforderung gegebenenfalls zu mah-

nen. Unterbleiben können Aufforderung und Mahnung grundsätzlich nur 

dann, wenn die steuerpflichtige Person den Sachverhalt der Natur der Sa-

che nach nicht mehr klären kann. Als Beispiel dafür ist der Fall zu nennen, 

 - 6 - 

 

 

wenn der Steuerpflichtige ein mangelhaftes Kassabuch vorlegt (VGE vom 

21. Oktober 2009 [WBE.2009.111] = AGVE 2009 S. 129; vgl. auch VGE 

vom 15. Juli 2009 [WBE.2009.101]). 

 

5.2. 

Gemäss § 65 Abs. 4 StGV sind Steuerpflichtige, welche die Steuererklä-

rung nicht rechtzeitig eingereicht oder die zur Behebung von formellen 

Mängeln angesetzte Frist nicht eingehalten haben, unter Hinweis auf die 

Folgen der Unterlassung zu mahnen, die Verfahrenspflichten innerhalb ei-

ner letzten Frist von mindestens 20 Tagen vollständig und richtig zu erfül-

len. Die Mahnung ist durch eingeschriebenen Brief oder gegen Empfangs-

bestätigung zuzustellen. § 65 Abs. 4 StGV findet nicht ausschliesslich hin-

sichtlich der Einreichung von Steuererklärungen und Beilagen, sondern 

auch in Bezug auf die Säumnis von Handlungen aufgrund der allgemeinen 

Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen Anwendung (VGE vom 3. April 

1996 [BE.94.00169]). 

 

6. 

6.1. 

Die Rekurrenten wurden mit Schreiben des Gemeindesteueramtes Q. vom 

24. Mai 2018 aufgefordert, zum Vermögensvergleich bzw. zum Ein-

kommensmanko Stellung zu nehmen und weitere Unterlagen einzureichen. 

Nachdem die Rekurrenten keine Stellungnahme eingereicht hatten, wur-

den weitere Informationen zur Steuererklärung 2016 sowie Unterlagen mit 

Schreiben vom 26. Juni 2018 unter Ansetzung einer Frist von 20 Tagen 

gemahnt. 

 

Mit Schreiben vom 21. August 2018 liessen die Rekurrenten Stellung neh-

men und reichten dazu den Nachweis über die Einzahlung in die Säule 3a 

ein.  

 

6.2. 

Aufgrund der eingereichten Unterlagen konnten die Steuerfaktoren nicht 

einwandfrei ermittelt werden. Es bestand ein Untersuchungsnotstand. Die 

Steuerkommission Q. eröffnete somit zu Recht eine Ermessensveran-

lagung (datiert vom 17. September 2018). Zu prüfen bleibt, ob die Veranla-

gung nach pflichtgemässem Ermessen erfolgte. 

 

7. 

Beim Vermögensvergleich werden der Ermessensveranlagung die Vermö-

gensentwicklung und der Lebensaufwand zu Grunde gelegt. Es handelt 

sich dabei um eine Methode, die unter Berücksichtigung des Lebens- oder 

Privataufwandes den Rückschluss auf das Einkommen des Steuerpflichti-

gen erlaubt. Sie beruht auf folgendem Vorgehen: 

 

 - 7 - 

 

 

1. Aus den Vermögensveranlagungen ergibt sich die Reinvermögensent-
wicklung. 

 
2. Diese ist um Wertveränderungen zu bereinigen, welche ohne Relevanz 

für das Einkommen in der Bemessungsperiode sind, also beispiels-
weise Höher- oder Tieferbewertungen ohne direkten Zusammenhang 
mit Anschaffungen/Investitionen oder Veräusserungen. 

 
3. Zur bereinigten (= einkommensrelevanten) Vermögensentwicklung 

sind alle übrigen (d.h. nicht unmittelbar in Vermögenswerten nieder-
schlagenden) Aufwendungen des Steuerpflichtigen in der Bemes-
sungsperiode zu addieren. Das Resultat zeigt, über wie viel Mittel der 
Steuerpflichtige in der Bemessungsperiode allermindestens verfügen 
musste. 

 
4. Hiervon sind allfällige Mittelzuflüsse, die nicht in Form von (steuerpflich-

tigem) Einkommen erfolgten, abzuzählen, beispielsweise aus Erbschaft 
oder als Kapitalgewinn auf Privatvermögen. Daraus ergibt sich das jähr-
liche Mindestreineinkommen. 

 
5. Nach Vornahme der zulässigen Abzüge (einschliesslich Abschreibun-

gen, soweit aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung ein Anspruch 
darauf besteht) ergibt sich das steuerbare Einkommen. 

 

(zum Ganzen: AGVE 1996 S. 220, mit Hinweisen; VGE vom 23. Januar 

2008 [WBE.2007.342]; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., 

§ 191 StG N 36). 

 

8. 

Gemäss § 193 Abs. 3 StG kann eine Veranlagung nach pflichtgemässem 

Ermessen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden. 

Der Steuerpflichtige hat nachzuweisen, dass die Ermessensveranlagung 

den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht. Mittels umfassendem Un-

richtigkeitsnachweis hat er die bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich 

des Sachverhalts zu beseitigen. Vielmehr wird der Steuerpflichtige, der 

seine Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt und 

dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt hat, in der Regel die ver-

säumten Mitwirkungshandlungen nachholen müssen, um die Einsprache 

genügend begründen zu können (siehe zum Ganzen Bundesgerichtsurteil 

vom 29. April 2009 [2C_579/2008], E. 2.1).  

 

9. 

Die Rekurrenten stellten in der Einsprache den Antrag, das aufgerechnete 

Einkommen von CHF 20'000.00 sei zu korrigieren. Als Beilage wurde die 

Verfügung betreffend Zuspruch der Krankenkassenprämienverbilligung 

2016 eingereicht. 

 

Die Steuerkommission hat mit Entscheid vom 19. Dezember 2018 die Ein-

sprache abgewiesen. Die Ermessensveranlagung ist dennoch im Folgen-

den zu überprüfen.  

 - 8 - 

 

 

10. 

Die Rekurrenten machen geltend, sie hätten gegenüber den Vorjahren Ab-

striche bei Ferien, Freizeit und Konsumgütern gemacht und sparsam ge-

lebt. Die Ausgaben für die Krankenversicherung würden lediglich aus den 

Prämien von CHF 8'545.00 bestehen. Die Einlage in die Säule 3a betrage 

CHF 2'500.00. Im Jahr 2016 sei die Rekurrentin aufgrund der Geburt ihres 

Kindes nicht arbeitstätig gewesen. Die Wohnung im 1. Stock würde nicht 

mehr vermietet werden, da die Privatsphäre durch eine Vermietung einge-

schränkt sei und es bei der vormaligen Mieterin zu einer Betreibung ge-

kommen sei. Im Jahr 2016 hätten sie zwei Autos gehabt: einen C mit 

Jahrgang 2004 und 150'000 km und einen D mit Jahrgang 1997 und ca. 

300'000 km. Der O sei seit 2017 ein Geschäftsauto der  

C. GmbH und habe nichts mit den Rekurrenten zu tun. Der Hypothekarzins 

habe im Jahr 2016 CHF 5'045.00 ausgemacht. Demgemäss sei die 

Aufrechnung zu streichen. 

 

11. 

11.1. 

Im Vermögensvergleich wurde bei der Mittelherkunft 2016 ein "Total Ein-

künfte (ohne Eigenmietwert)" von CHF 40'141.00 beziffert. Dies entspricht 

den Angaben der Rekurrenten in der Steuererklärung 2016. Davon hat die 

Steuerkommission Q. die Liegenschaftsunterhaltskosten von 

CHF 1'516.00 und die Berufskosten von CHF 4'683.00 abgezogen.  

 

Pauschalabzüge sind grundsätzlich zu streichen und durch die effektiven 

Ausgaben zu ersetzen. Werden jedoch die effektiven Lebenshaltungskos-

ten vom Steuerpflichtigen nicht dargelegt, so dürfen sie von der Veranla-

gungsbehörde in der Höhe der Pauschalabzüge festgelegt werden (Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 191 StG N 37 mit Hinwei-

sen). Die Steuerkommission Q. hat bei den Liegenschaftsunterhaltkosten 

und den Berufskosten mangels Angaben der Rekurrenten somit korrek-

terweise die Pauschalangaben abgezogen. Des Weiteren wurden dekla-

rierte Abzüge berücksichtigt, wie die Schuldzinsen von CHF 5'045.00, die 

Beiträge der Säule 3a von CHF 2'500.00 sowie die Vermögensverwal-

tungskosten von CHF 28.00. Es resultiert ein massgebendes Einkommen 

von CHF 26'369.00.  

 

11.2. 

Bei der Mittelverwendung 2016 wurden von der Vermögens-Zunahme von 

CHF 4'449.00 (= Gegenüberstellung der Ersparnisse und Kapitalanlagen 

2015 und 2016) die bezahlten Kantons- und Gemeindesteuern, inkl. Rück-

erstattung von CHF 1'897.00 abgezogen.  

 

Zudem wurden Lebenshaltung, Privataufwand und Versicherungen mit 

CHF 48'000.00 berücksichtigt. Soweit die Rekurrenten vorbringen, dass die 

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Lebenshaltungskosten nicht CHF 48'000.00 betragen haben sollen, ist da-

rauf hinzuweisen, dass zur Ermittlung der Lebenshaltungskosten bei Ver-

mögensvergleichsrechnungen, so weit nicht die effektiven Kosten bekannt 

bzw. nachgewiesen sind, regelmässig auf die "Richtlinien für die Berech-

nung des beitreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach 

Art. 93 SchKG (Kreisschreiben des Obergerichts vom 21. Oktober 2009)" 

abgestellt wird. Die Lebenshaltungskosten setzen sich vorliegend wie folgt 

zusammen: 

 

 Grundbetrag für eine Familie (verheiratetes Ehepaar, zwei Kinder: 

M., Jahrgang 2008 und N., März 2016) CHF 29'200.00 

(Grundbetrag). Der Grundbetrag deckt Nahrung, Kleidung und Wä-

sche einschliesslich deren Instandhaltung, Körper- und Gesund-

heitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherun-

gen, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom 

und/oder Gas etc. ab. 

 Die Krankenkassenprämien 2016 beliefen sich gemäss Prämien-

rechnung – nach Abzug der Prämienverbilligung, inklusive VVG – 

auf CHF 8'545.50 (Januar bis März CHF 2'050.20, April bis Dezem-

ber CHF 6'495.30). 

 Das dritte Kind der Rekurrenten (O., Jahrgang 1999) war im Jahr 

2016 in einer sozialpädagogischen Einrichtung untergebracht. Die 

Rekurrenten bezahlten an die Einwohnergemeinde Q. im Jahr 2016 

Elternbeiträge von insgesamt CHF 10'900.00 (Debitoren-

kontoauszug). Darin sind die weiteren Privatausgaben (Kranken-

kasse, Privataufwand, Taschengeld usw.) nicht enthalten.  

 

Zusammengerechnet übersteigen diese Kosten bereits CHF 48'000.00. Es 

gilt dabei hervorzuheben, dass bei dieser Berechnung diverse Ausgabe-

posten noch nicht eingerechnet wurden (die ebenfalls zum Existenzmini-

mum gehören), wie die Lebenshaltungskosten der Tochter O., allfällige 

weitere Sozialbeiträge (wie AHV, IV und EO, Arbeitslosenversicherung, Un-

fallversicherung, Pensions- und Fürsorgekassen, Berufsverbände) oder 

Schulung der Kinder. Die Lebenshaltungskosten sind somit in der berech-

neten Höhe zu berücksichtigen, auch wenn die Rekurrenten geltend ma-

chen, sparsamer gelebt zu haben (AGVE 2001 S. 205; VGE vom 20. Juni 

2007 [WBE.2007.151]).  

 

11.3. 

Die Gegenüberstellung von Mittelherkunft und -verwendung ergibt ein Ein-

kommens-Manko von mindestens CHF 27'977.00. Die Steuerkommission 

Q. hat den Unsicherheiten der Vermögensvergleichsrechnung Rechnung 

getragen und ermessensweise lediglich CHF 20'000.00 aufgerechnet (zur 

praxisgemässen Abrundung bei ermessensweisen Aufrechnungen AGVE 

2001 S. 205; RGE vom 22. Februar 2007). 

 

 - 10 - 

 

 

12. 

Der Rekurs erweist sich demnach als unbegründet. Die Aufrechnung des 

steuerbaren Einkommens von CHF 20'000.00 ist zu Recht erfolgt. Dement-

sprechend ist der Rekurs abzuweisen.  

 

13.  

Bei diesem Verfahrensausgang haben die Rekurrenten die Kosten des Re-

kursverfahrens tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschädigung 

auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrenten haben die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus 

einer Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 130.00 

und den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 530.00, zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q. 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2.  Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 12 - 

 

 

 
   

Aarau, 25. März 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche