# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2bba9f5-adbb-5177-bae3-29e2f25f0b55
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.04.2022 I 2021 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-77_2022-04-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 77

Entscheid vom 14. April 2022 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1967) hat eine Lehre als Zimmermann mit 
eidg. Fähigkeitszeugnis absolviert. In der Folge übte er diverse Erwerbstätigkei-
ten als Zimmermann, Schreiner bzw. Monteur (Fassadenmonteur/ Küchenabde-
ckungen) aus. Seit Mai 2004 arbeitete er für die Firma C.________ AG (Schu-
lungseinrichtungen, D.________ [Sitz], IV-act. 10). Am 2. Oktober 2017 ging bei 
der IV-Stelle eine Anmeldung zur Früherfassung ein, in welcher A.________ sei-
ne gesundheitlichen Probleme mit "Einschränkung der linken Körperhälfte" um-
schrieb (IV-act. 1).

B. Nach dem ersten Abklärungsgespräch vom 23. Oktober 2017 (IV-act. 7) 
unterzeichnete A.________ gleichentags eine Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen. Dazu führte er sinngemäss aus, "linke Körperteile blockieren immer 
wieder Hals, Schulter, unterer Rücken" in den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2017 
(IV-act. 9-6/8 unten). Die Firma C.________ AG kündigte das Arbeitsverhältnis 
per 30. April 2018 (IV-act. 28-2/2).

C. Nach weiteren Abklärungen und u.a. einem Aufenthalt in der E.________ 
(Rehaklinik) (15.3.2018 - 14.4.2018, siehe IV-act. 38) erteilte die IV-Stelle am 10. 
Januar 2019 Kostengutsprache für eine einmonatige Berufswahlabklärung in der 
F.________ (Rehaklinik) (IV-act. 55, inkl. Taggelder, IV-act. 57). Der Bericht zur 
beruflichen Grundabklärung folgte am 19. März 2019 (IV-act. 59). Gemäss Mittei-
lung vom 11. April 2019 (bzw. vom 14.5.2019) übernahm die IV-Stelle die Kosten 
für eine berufliche Abklärung beim G.________ in H.________ (IV-act. 62 und 
68). Am 24. Juni 2019 wurde Kostengutsprache für ein Bewerbungscoaching er-
teilt (IV-act. 79). 

Nach einem Standortgespräch vom 21. August 2019 (vgl. IV-act. 98) übernahm 
die IV-Stelle am 17. September 2019 die Kosten für ein Belastbarkeits-/ Aufbau-
training beim G.________ (IV-act. 99). Dieses Aufbautraining wurde am 20. De-
zember 2019 verlängert (IV-act. 112, mit Taggeldanspruch, vgl. IV-act. 115). Der 
G.________-Schlussbericht wurde am 2. März 2020 erstattet (IV-act. 122).

D. Nach einer Beurteilung der medizinischen Akten durch Dr.med. I.________ 
(RAD Zentralschweiz) vom 7. Januar 2021 (IV-act. 144) und weiteren Abklärun-
gen teilte die IV-Stelle am 22. Februar 2021 mit, dass ein orthopädisches Gut-
achten in Auftrag gegeben werde, welches am 24. April 2021 durch Dr.med. 
J.________ (Orthopädische Chirurgie FMH, K.________) erstattet wurde (IV-act. 
152 i.V.m. 161). 

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Der RAD-Arzt Dr.med. I.________ beurteilte am 24. Juni 2021 das Gutachten als 
beweiskräftig (IV-act. 163). 

E. Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2021 kündigte die IV-Stelle an, das Leis-
tungsbegehren abzuweisen (vgl. IV-act. 165). Dagegen reichte A.________ am 
25. August 2021 Einwände ein, wobei er auf eine Stellungnahme von Dr.med. 
L.________ (M.________-Klinik) verwies (IV-act. 169). 

Die IV-Stelle unterbreitete die Einwände von Dr.med. L.________ auf Anregung 
des RAD-Arztes Dr.med. I.________ dem orthopädischen Gutachter (IV-act. 
172f.), welcher sich in einer am 21. September 2021 eingegangenen Stellung-
nahme äusserte (IV-act. 175). 

F. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 lehnte es die IV-Stelle ab, 
A.________ eine Rente zuzusprechen (IV-act. 179). 

Dagegen reichte A.________ rechtzeitig am 29. November 2021 beim Verwal-
tungsgericht Beschwerde ein mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle sei aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurtei-
lung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Insbesondere sei der Anspruch auf eine 
IV-Rente neu zu beurteilen.

2. Die IV-Stelle sei anzuweisen, ein Obergutachten über die Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes des Beschwerdeführers sowie über Arbeitsfähigkeit des 
Beschwerdeführers erstellen zu lassen.

3. Es sei die IV-Stelle anzuweisen, eine Evaluation der funktionalen Leistungs-
fähigkeit (EFL) des Beschwerdeführers durchzuführen.

4. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

G. Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2022 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. 
Dazu äusserte sich der zwischenzeitlich beanwaltete Beschwerdeführer in Ein-
gaben vom 27. Januar 2022 und vom 11. Februar 2022. Die IV-Stelle verzichtete 
am 2. März 2022 auf die Erstattung weiterer Bemerkungen.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1.1  Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch einen kör-
perlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich blei-
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 
Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-

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gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG:
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.1.2  Anzufügen ist, dass der Gesetzgeber mit der Gesetzesrevision "Weite-
rentwicklung der IV" (WE IV) bzw. den Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020, 
welche per 1. Januar 2022 in Kraft getreten sind, u.a. ein neues, stufenloses 
Rentensystem eingeführt hat. Mit diesem Wechsel wird die Höhe des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente neu in prozentualen Anteilen einer ganzen Rente festge-
legt und nicht mehr wie bisher nach Viertelsrentenstufen (vgl. Erw. 1.1.1 in fine). 
Allerdings gilt das stufenlose Rentensystem für Rentenansprüche ab dem 1. Ja-
nuar 2022. Rentenansprüche, die vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, wer-
den noch nach altem Recht zugesprochen (vgl. die Übergangsbestimmungen zur 
IVG-Änderung vom 19.6.2020; vgl. auch Anne-Sylvie Dupont, Weiterentwicklung 
der IV, in SZS 1/2022, S. 7; siehe auch Mélanie Sauvain, Sozialversicherungen: 
Was ändert sich 2022, in: SZS 1/2022, S. 41; Kreisschreiben über die Überg-
angsbestimmungen zum Rentensystem im Rahmen der WE IV, Rz. 1008).

1.1.3  Im konkreten Fall geht es grundsätzlich darum, ob und inwiefern dem Ver-
sicherten nach der IV-Anmeldung vom 23. Oktober 2017 sowie den im Zusam-
menhang mit den Eingliederungsbemühungen gewährten Taggeldleistungen 
(2019/ 2020) ein Anspruch auf IV-Rentenleistungen zusteht. Bei dieser Sachlage 
wäre ein allfälliger Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 entstanden, weshalb 
dieser allfällige Rentenanspruch nach dem bisherigen Recht zu prüfen ist.

1.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 

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stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

1.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

1.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-

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schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 
105 V 156 Erw. 1 begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.6 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil des Bundesgerichts 8C_424/2010 
vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

1.7 Anzufügen ist, dass sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum grundsätz-
lich auf den Sachverhalt beschränkt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte-
nen Verfügung (hier: 29.10.2021) verwirklicht hat (BGE 143 V 409 Erw. 2.1). 

2. Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten sowie die 
Auswirkungen auf das verbliebene (zumutbare) Leistungsvermögen anbelangt, 

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sind den vorliegenden Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu ent-
nehmen.

2.1 Mit der Anmeldung ging am 25. Oktober 2017 bei der IV-Stelle auch ein 
Bericht von Dr.med. N.________ (FMH Rheumatologie/ FMH Physikalische Me-
dizin und Rehabilitation/ FMH Allgem. Innere Medizin, O.________) vom 29. 
September 2017 ein, in welchem folgende Diagnosen gestellt wurden (IV-act. 13; 
DISH = Diffuse Idiopathische Skelettale Hyperostose, vgl. Vernehmlassung, Ziff. 5):

Panvertebralsyndrom, DD DISH, SpA
- DISH, DD SpA bei Sakroilitis bds. (MRI WS 1/2016)
- HLAB27 negativ

V.a. Radikuläres Reizsyndrom C6/7 bei Foraminalstenose C5/6 links
Diskusprotrusion HWK 3/4 und Th 10/11 mit Tangierung des Rückenmarks (MRI 
WS 1/2016)

- Keine Hinweise radiologisch und neurologischerseits für eine Myelopathie
Chronisches Carpaltunnelsyndrom bds.

In der Beurteilung führte dieser Arzt unter anderem aus, aufgrund der ausgepräg-
ten Veränderungen bestünden myofasziale Befunde sowie eine stark einge-
schränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule. Die radiologischen und klinischen Be-
funde würden (nebst der eingeschränkten Beweglichkeit der Wirbelsäule) zu 
Schmerzen panvertebral (auch mit Ausstrahlung) bzw. zu intermittierender Ar-
beitsunfähigkeit bei Schmerzexazerbationen führen (IV-act. 13).

2.2 Am 26. November 2017 berichtete Dr.med. N.________ der IV-Stelle u.a., 
beim Versicherten bestehe eine sehr schwierige Situation mit multiplen Be-
schwerden am Bewegungsapparat. Es fänden sich für die Beschwerden sehr gut 
nachvollziehbare Korrelate im Sinne von multiplen Diskusprotrusionen und einem 
Verdacht auf radikuläre Reizsyndrome mit einer diffusen idiopathischen skeletta-
len Hyperostose. Der Versicherte habe bislang auf der Montage gearbeitet (inkl. 
schwere Gewichte bei Installationen). Aufgrund der immer wieder aufgetretenen 
Schmerzexazerbationen mit Arbeitsunfähigkeit (über das Jahr hinweg) sei ein 
Wechsel in die hauseigene Schlosserei erfolgt, wo er zu 70% arbeite (zu 30% sei 
er durch den Hausarzt Dr. P.________ krankgeschrieben, vgl. IV-act. 22).

2.3 Nach einer Kontrolle vom 19. Dezember 2017 veranschlagte Dr.med. 
P.________ am 8. Januar 2018 für leidensangepasste Tätigkeiten (d.h. ohne 
schwere körperliche Arbeit) eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von aktuell 80% (IV-
act. 23-5/9 Ziff. 4.2 und 4.4). 

2.4 Am 9. Januar 2018 wurde der Versicherte an der Q.________ (Klinik) von 
Dr.med. R.________ (Assistenzarzt Orthopädie) untersucht. Dieser Arzt stellte im 

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Bericht vom 18. Januar 2018 an die IV-Stelle folgende Diagnosen (IV-act. 24-
1/7):

Degenerative Rotatorenmanschettenläsion mit Verkalkungen von Supraspinatus 
und Subscapularis, sowie Tendinopathie der langen Bicepssehne, sowie wenig 
symptomatische AC-Gelenksarthrose Schulter links.

Die zuletzt ausgeübte (körperlich anstrengende) Tätigkeit erachtete dieser Arzt 
als nicht mehr zumutbar, derweil er für eine angepasste Tätigkeit (d.h. für nicht 
belastende Tätigkeiten bzw. Vermeidung von Überkopfarbeiten, von Lasten über 
10 kg sowie ohne vermehrtes Treppensteigen, etc.) eine Arbeitsfähigkeit von 
100% veranschlagte (IV-act. 24-3/7 oben, siehe auch die differenzierende Beur-
teilung von noch zumutbaren bzw. unzumutbaren Aktivitäten in IV-act. 24-3/7 un-
ten und 24-4/7 oben). Ergänzend führte PD Dr.med. S.________ (Stv. Leiter 
Schulterchirurgie, Q.________) in seinem Bericht vom 15. Januar 2018 an den 
Hausarzt aus, dass aufgrund der starken degenerativen Veränderungen mit einer 
operativen Versorgung im Sinne eines arthroskopischen Débridements mit Bi-
ceps-Tenotomie und Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion sehr zurückhaltend 
vorgegangen werden sollte. Es sei dem Versicherten empfohlen worden, die vom 
Hausarzt vorgeschlagene stationäre Rehabilitation in Anspruch zu nehmen (IV-
act. 24-7/7).

2.5 Der RAD-Arzt Dr.med. I.________ (Facharzt für orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates) fasste in seiner Stellungnahme 
vom 5. April 2018 die bereits bekannten Diagnosen zusammen. Die bisherige, 
körperlich schwere Arbeit als Monteur (Gerüstbauer) sei dem Versicherten auf 
Dauer nicht mehr zumutbar. Hingegen leichte bis gelegentlich mittelschwere 
Tätigkeiten, wechselbelastend, im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, 
ohne häufiges Heben und Tragen über 10 kg, ohne Steigen von Gerüsten und 
Leitern, ohne häufiges Treppensteigen, ohne Arbeiten in gebückter Haltung bzw. 
mit repetitiven Bewegungen des Oberkörpers, seien dem Versicherten voll-
schichtig zumutbar (IV-act. 34-5/5).

2.6 Seit dem 15. März 2018 (bis 14.4.2018) befand sich der Versicherte zur 
stationären rheumatologischen Rehabilitation in der E.________(Rehaklinik). Im 
Verlaufsbericht vom 9. April 2018 (an die T.________ Versicherung) wurden von 
der zuständigen Assistenzärztin folgende Diagnosen aufgelistet (IV-act. 38):

1. Panvertebralsyndrom
- DD DISH, Spondylarthropathie bei Sakroilitis bds. (MRI 1/2016)
- HLAB27 negativ

2. Radikuläres Reizsyndrom C6/7 bei Foraminalstenose C5/C6
3. Diskusprotrusioin HWS 3/4 und Th10/11 mit Tangierung des Rückenmarks 

(MRI 1/2016)

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- Keine Hinweise für eine Myelopathie
4. Periarthropathia humeroscapularis links
5. Chronisches Carpaltunnelsyndrom
6. Polyglobulie
7. Schlafapnoesyndrom 

Des Weiteren wurde im Bericht u.a. ausgeführt, beim Eintritt habe sich der 50-
jährige Versicherte in reduziertem Allgemeinzustand und in adipösem 
Ernährungszustand präsentiert. Im Verlaufe der Behandlungen habe er "viele 
Fortschritte gemacht mit einer progressiven Erhöhung der Belastbarkeit und Be-
weglichkeit". Abschliessend wurde (bei der T.________-Versicherung) um eine 
Kostengutsprache für eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit er-
sucht (IV-act. 38-2/3).

2.7 In der Folge wurde eine 4 Wochen umfassende berufliche Grundabklärung 
in der F.________(Rehaklinik) organisiert (mit Beginn am 18.2.2019, vgl. IV-act. 
51f.). Die entsprechenden Kosten (inkl. IV-Taggeldleistungen ab 18.2.2019) wur-
den von der IV-Stelle übernommen (IV-act. 55, siehe auch Fremdakten 5-92/181 
= Steuerausweis für 2019, wonach ab 18.2.2019 bis zum 31.12.2019 ein grosses 
IV-Taggeld ausgerichtet wurde).

Im Bericht zur beruflichen Grundabklärung vom 19. März 2019 wurde u.a. von 
den Fachpersonen der F.________(Rehaklinik) ausgeführt, dass sich der Versi-
cherte vorwiegend für angepasste Tätigkeiten im Hausdienst sowie in der Beglei-
tung von Personen mit Unterstützungsbedarf interessiert habe. Als Zwischener-
gebnis wurde eine vertiefende berufliche Abklärung vorgeschlagen (IV-act. 59). 

2.8 Dr.med. N.________ führte in seinem Verlaufsbericht vom 8. April 2019 an 
die IV-Stelle u.a. aus, dass dem Versicherten die bisherige Arbeit als Monteur 
längerfristig unzumutbar sei (aufgrund schwerer Arbeit bei der Montage komme 
es immer wieder zu Schmerzexacerbationen mit v.a. muskulärer Verspannung). 
Für eine Verweistätigkeit (leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeit) erachtete 
er den Versicherten als 50% arbeitsfähig (IV-act. 61-3/3).

2.9 Nach der vertiefenden Abklärung in der F.________(Rehaklinik) wurde eine 
branchenspezifische Abklärung im G.________ (ab 16.4.2019) in die Wege ge-
leitet (IV-act. 64, inkl. Taggeldleistungen, IV-act. 69f.). 

2.10 Am 21. Mai 2019 führte der RAD-Arzt Dr.med. I.________ mit dem Versi-
cherten ein medizinisches Standortgespräch durch. Dabei klagte der Versicherte 
vor allem über Beschwerden im Bereich der HWS (mit Ausstrahlungen im Be-
reich der linken Schulter und Oberarmregion, Ausstrahlungen im Bereich der 
Hände, Daumen, Zeige- und Mittelfinger rechts, Daumen und Kleinfinger links), 

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zudem über Schmerzen lumbal links bis gluteal. In seiner Beurteilung erwähnte 
der RAD-Arzt u.a., insgesamt bestehe beim Versicherten vor allem eine fortge-
schrittene funktionelle Einschränkung bedingt durch die fast komplette Einstei-
fung der HWS und der BWS. Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit seien 
Tätigkeiten, welche die freie Beweglichkeit des Kopfes voraussetzen, nicht mehr 
zumutbar (Arbeiten Überkopf, gebückt, mit Rotationen des Kopfes), analog auch 
repetitives Heben und Tragen über 10 kg; der linke Arm könne nur bis Schulter-
höhe eingesetzt werden mit Heben und Tragen bis 5 kg.

Aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs sei ein Pensum in einer optimal ange-
passten Tätigkeit von maximal 80% zumutbar (eine Wiedereingliederung sollte 
stufenweise ab einem Pensum von 50% beginnen). Die angestammte Tätigkeit 
als Schreiner, Gerüstbauer sei auf die Dauer nicht mehr zumutbar (IV-act. 71-
4/6). Am Schluss des Berichts zum medizinischen Standortgespräch veran-
schlagte der RAD-Arzt die Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätig-
keiten auf ein Pensum von 70% bis 80% (mit dem Vermerk, dass ein erhöhter 
Pausenbedarf bestehe, vgl. IV-act. 71-5/6 oben). Eine dauerhafte Leistungs-
fähigkeit werde beim Versicherten nur bei optimal angepasster Tätigkeit möglich 
sein (IV-act. 71-5/6 in fine).

2.11 Bei der Besprechung vom 18. Juni 2019 mit dem Versicherten, mit der IV-
Berufsberaterin und dem von der IV-Stelle finanzierten Job-Coach wurde u.a. 
festgehalten, dass der Versicherte aktuell in einem 100%-Pensum beim 
G.________ arbeite und sich dabei "körperlich äusserst gefordert" fühle, weshalb 
eine Reduktion des Pensums vereinbart wurde, damit kein Rückfall oder eine 
Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation eintrete (IV-act. 96-2/5 oben). 

Beim nächsten Standortgespräch vom 21. August 2019 wurde u.a. ausgeführt, 
dass sich die Schmerzsituation verschlechtert habe und der Versicherte letztmals 
am 12. Juli 2019 im G.________ tätig gewesen sei; ab 27. August 2019 arbeite 
der Versicherte wieder in einem 30%-Pensum im G.________ (IV-act. 98-1/2).

Im Schlussbericht vom 4. November 2019 wurde sinngemäss ergänzt, dass sich 
die Rücken-, Nacken- und Rumpfprobleme nicht verbessert hätten; zusätzlich 
bestünden grosse Beschwerden mit dem linken Handgelenk (Untersuchungen 
seien in der M.________-Klinik in U.________ geplant, vgl. IV-act. 105-12/12 
bzw. 106-12/12 und 107-12/12).

Am 20. Dezember 2019 erklärte der neu zuständige IV-Berufsberater, dass die 
Eingliederungsmassnahme um einen Monat bis 31. Januar 2020 verlängert wer-
de (IV-act. 122-5/43 Mitte).

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2.12 Am 22. Dezember 2019 berichtete Dr.med. P.________ der IV-Stelle von 
einem stationären bzw. verschlechterten Gesundheitszustand (mit CTS-
Operation am 27.11.2019). Seit der letzten Berichterstattung habe sich der Ver-
lauf "nicht wesentlich verändert" (IV-act. 116).

Am 23. Dezember 2019 erfolgte in der M.________-Klinik in U.________ eine 
zervikale Facettengelenksinfiltration (IV-act. 119). 

2.13 Im WTL-Schlussbericht vom 2. März 2020 (für die Dauer der Eingliede-
rungsmassnahme im Zeitraum vom 29.3.2019 bis 31.1.2020) wurde u.a. festge-
halten, dass das Pensum anfangs mit 100% begonnen wurde und aufgrund der 
Gesundheit auf 30% reduziert wurde. Der Versicherte habe oft mehr gewollt, als 
es seine Gesundheit zugelassen habe; da er oft über seinem Limit gearbeitet ha-
be, sei er von Schmerzen geplagt gewesen und habe aussetzen müssen (IV-act. 
122-2/43 unten, i.V.m. IV-act. 122-1/43 Mitte). 

Eine Aufforderung der IV-Stelle vom 9. März 2020 zur Einreichung eines Ver-
laufsberichts an das Ärztezentrum O.________ wurde am 14. Mai 2020 von 
Dr.med. V.________ dahingehend beantwortet, dass der Versicherte letztmals 
im April 2019 erschienen sei und dass Dr. N.________ nicht mehr in dieser Pra-
xis arbeite, weshalb keine neuen Angaben möglich seien (IV-act. 126).

2.14 Am 18. Mai 2020 ging bei der IV-Stelle ein Bericht der M.________-Klinik 
ein, welcher sich auf das Karpaltunnelsyndrom rechts bzw. den Status nach De-
kompression Karpalkanal links und Tenosynovektomie am 29. Januar 2020 be-
zog. Der Versicherte habe bei der ersten klinischen Verlaufskontrolle 6 Wochen 
nach dieser Operation (vom 29.1.2020) über einen sehr guten Verlauf berichtet 
(gelegentlich seien die Finger noch deutlich steif, IV-act. 129). 

2.15 Nach einer Konsultation vom 25. November 2020 in der M.________-Klinik 
führten Dr.med. W.________ (Assistenzärztin) sowie Dr.med. X.________ 
(Oberärztin) im Bericht vom 26. November 2020 (an Dr.med. Y.________, Assis-
tenzarzt Manuelle Medizin, ebenfalls M.________-Klinik) u.a. aus, dass die Be-
funde im MRI nicht mit der Klinik des Patienten korrelieren würden. Es falle vor 
allem eine ausgeprägte Tonuserhöhung auf, sowie eine Schonhaltung mit Ne-
glect des linken Armes bei den alltäglichen Bewegungen. Dies könne einerseits 
auf die lange Ruhigstellung und Schonhaltung zurückgeführt werden, anderer-
seits auch auf eine Nervenproblematik aus der HWS ausstrahlend. Als nächster 
Schritt werde die Durchführung von spezifischer Physiotherapie zur Verbesse-
rung der Beweglichkeit und Kräftigung der Schulter vorgesehen (IV-act. 142-
3/42).

12

2.16 Eine Anfrage der IV-Stelle (hinsichtlich Diagnosen, Therapien, Arbeits-
fähigkeit etc., IV-act. 139) beantwortete Dr.med. P.________ am 1. Dezember 
2020 u.a. wie folgt (IV-act. 140):

Wichtige Dauerdiagnosen:

Schulter links
- Chronische Schmerzen bei Status nach Sturz auf die linke Schulter links 2013
- Partialläsion der Supraspinatussehne sowie Infraspinatussehne und der lan-

gen Bizepssehne im Sulcusübergang
- Pulleyläsion und caniale Partialruptur der Subscapularissehne
- Tendinopathie des Supraspinatus
- AC-Gelenksarthrose mit Imprimierung d. Supraspinatusmuskel
- Subakromiales Impingement-Syndrom
- Tendinopathie mit grobscholligen Verkalkungen des Subscapularis
- Bursitis subacromialis
- Tendinopathie des M. biceps mit peritendinösem Erguss (…)
- Spondyloarthritis mit axialem Befall

TEP re 9/15
Polyglobulie (…)
Panvertebralsyndrom
- Sakroilitis bds. (MRT WS 1/2016)
- HLA B 27 negativ

V.a. Radikuläres Reizsyndrom C6/7 bei Foraminalstenose C5/6 links
- Diskusprotrusion HWK 3/4 und Th 10/11 mit Tangierung des Rückenmarks (MI 

1/2016)
CTS bds.
OSG-OP links ca. 1980
Skidaumen OP rechts ca. 1980

Im Übrigen beurteilte Dr.med. P.________ den Versicherten als nicht arbeitsfähig 
(IV-act. 140-2/2 ad Ziff. 3).

2.17 Am 7. Januar 2021 nahm der RAD-Arzt Dr.med. I.________ zur aktuellen 
medizinischen Aktenlage wie folgt Stellung (IV-act. 144):

Beim Versicherten erfolgt aktuell eine stark protrahierte Abklärung und Therapie 
der Wirbelsäulen-, Schulter- und Handbeschwerden (CTS) in der M.________-
Klinik durch mehrere Behandler, zuletzt wird noch eine stationäre Behandlung in 
E.________ (Rehaklinik) empfohlen (Bericht vom 26.11.2020). Die Carpaltunnel-
operation rechts steht noch an, eine mögliche operative Behandlung der Schulter 
wird diskutiert. Vom Hausarzt wird eine AUF attestiert.

Procedere: Abklären, ob die stat. Rehabilitation zeitnah ansteht. Wenn ja, das Er-
gebnis der Reha abwarten, wenn nein, sollte eine orthopädische Begutachtung er-
folgen (z.B. bei Dr. J.________).

Nachdem die angesprochene Rehabilitation dem Versicherten "aufgrund der Co-
rona-Situation jedoch nicht passend" schien (IV-act. 145, siehe auch 148) und 
Dr.med. Y.________ von einem Reha-Aufenthalt keinen grossen Nutzen erwar-

13

tete (IV-act. 149), wurde in der Folge eine orthopädische Begutachtung in Auftrag 
gegeben (siehe nachfolgend Erw. 2.18). Zuvor hatte Dr.med. Y.________ am 12. 
Februar 2021 der IV-Stelle u.a. den Verlauf der wiederholten Infiltrationen (ohne 
nachhaltige Besserung) berichtet und ausgeführt, dass der Versicherte weder 
länger sitzen, noch länger stehen, noch länger laufen könne. Er könne den Kopf 
nicht mehr rotieren und sich nicht mehr vollständig bücken, sodass jegliche kör-
perliche Betätigung zu einer starken Verschlechterung der Schmerzen führe (IV-
act. 150-3/4 Ziff. 3.4). Hingegen betonte dieser Arzt, dass von seiner Seite dem 
Versicherten "bisher keine Arbeitsunfähigkeit attestiert" worden sei (IV-act. 150-
1/4 Ziff. 1.3).

2.18.1  Der von der IV-Stelle beauftragte Gutachter Dr.med. J.________ (Or-
thopädische Chirurgie FMH/ zertif. mediz. Gutachter SIM) untersuchte den Versi-
cherten am 14. April 2021 und stellte in seinem am 24. April 2021 fertiggestellten 
Gutachten, welches am 21. Juni 2021 bei der IV-Stelle einging, folgende Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 161-10f./26):

Regrediente Cervicobrachialgie links bei DISH der Halswirbelsäule und initial 
01/2013 Diskushernie C5/6 mit möglicher Irritation der Nervenwurzel C6 links so-
wie Diskushernie C6/7 mit wahrscheinlicher Irritation der Nervenwurzel C7 links

Pseudolumboischialgie links bei DISH und Spondylarthrose L2 bis 5

Ruptur der Supraspinatussehne, Partialruptur der Subscapularissehne, Pulley-
Läsion und Acromioclaviculargelenksarthrose links

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Status nach 
Hüfttotalprothese links 2015 sowie Adipositas aufgeführt (IV-act. 161-11/26). 

2.18.2  Zu den Fragen von Konsistenz und Plausibilität nahm der Gutachter wie 
folgt Stellung (IV-act. 161-12/26):

Wie bereits erwähnt, können die Schmerzen in der Hals- und Lendenwirbelsäule 
aufgrund des radiologischen Befunds zumindest teilweise erklärt werden. Bei mitt-
lerweile fehlenden neuralen Kompressionen in den MRI-Untersuchungen kann al-
lerdings die Ausstrahlung der Schmerzen in die linke Hand und linke Kniekehle 
nicht objektiviert werden.

Aufgrund der Laboruntersuchungen kann davon ausgegangen werden, dass die 
Schmerzmittel entgegen den Angaben des Probanden nicht regelmässig verwen-
det werden.

Es ist unklar, woher der Rheumatologe Dr. N.________ in O.________ in seinem 
Bericht 04/2019 die Diagnose "Verdacht auf radikuläres Reizsyndrom C6/7 bei Fo-
raminalstenose C5/6 links" hat. Er erwähnt keine MRI-Untersuchung, welche diese 
degenerativen Veränderungen nachweisen würde. Die Diagnose Periarthropathia 
humeroscapularis links ist nichtssagend und etwa gleich präzis wie Kopfschmerzen 
oder Bauchschmerzen. Seiner Einschätzung, dass als Monteur keine Arbeitsfähig-
keit mehr besteht, kann beigepflichtet werden, aber die Arbeitsfähigkeit von 50% in 
adaptierten Tätigkeiten ist aufgrund der vorliegenden Befunde nicht erklärbar.

14

2.18.3  Die Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten beurteilte der Gutachter 
dahingehend, dass körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, ab-
wechselnd sitzend und stehend, ohne inklinierte, reklinierte und rotierte Körper-
haltungen, auf Tischhöhe, ohne repetitive Bewegungen der linken Schulter, bei 
voller Stundenpräsenz auf 90% (Arbeitsunfähigkeit 10%) mit vermehrtem Pau-
senbedarf zu veranschlagen sei (IV-act. 161-13/26 Mitte).

2.19 Der RAD-Arzt Dr.med. I.________ äusserte sich am 24. Juni 2021 zum 
Gutachten und führte dazu sinngemäss aus, dass es die nötigen Anforderungen 
erfülle, weshalb darauf abgestellt werden könne (IV-act. 153).

2.20 Im Auftrage des Versicherten nahm Dr.med. L.________ (Oberarzt Manu-
elle Medizin, M.________-Klinik) zum Gutachten (und sinngemäss zum ableh-
nenden Vorbescheid der IV-Stelle) in einem Bericht vom 13. August 2021 Stel-
lung. Dabei stellte er folgende Hauptdiagnosen (IV-act. 169-3f./8, im Original fehlt 
in der Nummerierung Ziff. 3):

1. Linksseitige Zervikozephalgien, linksbetonte Zervikobrachialgien und nahezu 
komplett eingeschränkte HWS-Rotation bei Zustand nach einem Sturz im Ja-
nuar 2013 (…);

2. Mittelschweres CTS beidseits (…)
3. (fehlt)
4. Radikuläres Schmerzsyndrom L5 links seit zirka 2017 (…)
5. Schulter links

- geringe anteriore knapp transmurale Ruptur der Supraspinatussehne
- Pulleyläsion und craniale Partialruptur der Subscapularissehne
- aktuell ausgeprägte Tonuserhöhung und Schonhaltung mit partiellem 

Neglekt des linken Armes
- Therapien (…)

6. Polyzytämie (…)

In seiner Beurteilung erwähnte Dr.med. L.________, seit dem Sturz auf den Kopf 
bestehe die Symptomatik mit beträchtlichen funktionellen Einschränkungen im 
Alltag. Der Versicherte könne die Haushaltsarbeiten nicht mehr selber durch-
führen. Aktuell helfe die Mutter des Versicherten im Haushalt (IV-act. 169-5/8 Mit-
te).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte Dr.med. L.________ aus (IV-act. 169-6/8): 

Aus aktueller Sicht maximale Arbeitsbelastung: Stundenweise Tätigkeit, be-
schränkt auf 2-3 Stunden an jeweils 2-3 Tagen pro Woche mit sehr niedriger Inten-
sität, vermehrtem Pausenbedarf, abwechselnd sitzend und stehend, ohne inklinier-
te, reklinierte oder rotierte Körperhaltung und ohne repetitive Bewegungen der lin-
ken Schulter. Danach Reevaluation und Anpassung der Tätigkeit je nach Be-
schwerdeverlauf. Hierfür eignet sich eine Evaluation der Funktionellen Leistungs-
fähigkeit (Lösen von verschiedenen Aufgaben mit einem Physiotherapeuten, da-
nach fachärztliche Beurteilung). Wir werden auch künftig versuchen, die Schmer-
zen auf ein erträgliches Niveau zu senken und die funktionellen Einschränkungen 

15

zu minimieren. Dennoch wird gemäss unserer fachärztlichen Beurteilung auch un-
ter einer längeren Perspektive die Erwerbstätigkeit deutlich eingeschränkt bleiben, 
bei weit über 50%.

Des Weiteren kritisierte Dr.med. L.________ gewisse Ausführungen im erwähn-
ten Gutachten, namentlich (sinngemäss) dass der Gutachter sich in seiner Argu-
mentation ausschliesslich auf die Bildgebung der zervikalen Nervenwurzel fokus-
siert habe, dass die Arbeits(un)fähigkeitsschätzung des Gutachters unrealistisch 
sei und dass die vom Gutachter im untersuchten Medikamentenspiegel festge-
stellte Nichteinnahme der Medikamente damit zu begründen sei, dass der Versi-
cherte die Einnahme vor der Begutachtung sistiert habe, "um die Beurteilbarkeit 
in der klinischen Untersuchung nicht zu beeinträchtigen" (IV-act. 169-6f./8). 

2.21  Der von Dr.med. L.________ kritisierte Gutachter entgegnete in seiner 
Stellungnahme vom 21. September 2021 unter anderem (sinngemäss), dass es 
sich bei Dr.med. L.________ nicht um einen orthopädischen Facharzt handle 
und seine orthopädischen Diagnosen nicht präzise bzw. teilweise falsch seien; es 
liege kein radikuläres Schmerzsyndrom L5 links vor, nachdem explizit im MRI ei-
ne neurale Kompression ausgeschlossen wurde. Eine Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit basiere i.d.R. nicht auf einer Evaluation der funktionellen Leistungs-
fähigkeit, sondern einer Zusammenschau der subjektiven und objektiven Befun-
de. Wenn der Medikamentenspiegel serologisch tief sei, dokumentiere dies, dass 
die Medikamente nicht eingenommen werden. Eine Ausrede, dass die Medika-
mente pausiert worden seien, könne nicht nachkontrolliert werden (IV-act. 175).

3.1 Bevor auf die strittige Frage der zumutbaren Arbeits- bzw. verbliebenen 
Leistungsfähigkeit des Versicherten nachfolgend näher eingegangen wird, ist fol-
gender Ausgangspunkt hier festzuhalten: Nach der höchstrichterlichen Recht-
sprechung sollen Rentenleistungen erst dann zur Ausrichtung gelangen, wenn 
keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen (u.a. 
Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom 5.6.2012 Erw. 2.2.1 mit Hinweisen). 
Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 
bewirkt, dass die Rente grundsätzlich hinter einer Eingliederungsmassnahme 
bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktreten muss (so Art. 28 Abs. 1 lit. a 
IVG). Ein Rentenanspruch kann im Prinzip erst nach Beendigung der 
Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur 
einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Rente, 
gegebenenfalls auch rückwirkend, nur dann zuzusprechen, wenn die versicherte 
Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 31.1.2022 Erw. 5.1, 9C_450/2019 vom 
14.11.2019 Erw. 3.3.1 mit Verweis auf BGE 121 V 190 Erw. 4c, d, e S. 192 ff.; 

16

vgl. auch Meyer/Reich-muth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. 
Aufl. 2014, N 7 zu Art. 28 IVG; Urteil des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 
20.12.2019 Erw. 3.1; VGE I 2021 9 vom 17.5.2021 Erw. 1.3).

3.2.1  Im konkreten Fall hat die IV-Stelle umfangreiche Bemühungen zur berufli-
chen Wiedereingliederung des Versicherten vorgenommen, welche in der 
F.________(Rehaklinik) sowie im G.________ erfolgten und IV-
Taggeldleistungen für den Zeitraum vom 18. Februar 2019 bis 31. Januar 2020 
auslösten (vgl. u.a. Fremdakten 5-92/181, 5-70/181 und 5-100/181).

3.2.2  Nach der IV-Anmeldung (10.2017) beurteilte der damals behandelnde 
Dr.med. N.________ die Arbeitsfähigkeit für eine dem Leiden angepasste Tätig-
keit auf 80%, mithin bejahte dieser Arzt ein relevantes Eingliederungspotenzial 
(vgl. IV-act. 23-5/9; siehe auch IV-act. 22 in fine).

3.2.3  Analog wurde auch im Bericht der Q.________(Klinik) vom 18. Januar 
2018 eine Eingliederungsfähigkeit für "nicht belastende Tätigkeiten bzw. Vermei-
dung von Überkopfarbeiten und Tragen von Lasten von > 10kg" (etc.) eindeutig 
bestätigt (vgl. IV-act. 24-3/7 oben, sowie oben Erw. 2.4). Dieser Einschätzung 
pflichtete auch der konsultierten RAD-Arzt bei (IV-act. 34-5/5).

3.2.4  Im Verlaufe des Aufenthalts in der E.________ (Rehaklinik) (15.3.18 - 
14.4.18) wurde eine progressive Erhöhung der Belastbarkeit und Beweglichkeit 
bescheinigt (IV-act. 38-2/3), was ebenfalls für eine in diesem Zeitpunkt gegebene 
Eingliederungsfähigkeit spricht. Dies wird auch durch die subjektiven Angaben 
des Versicherten am Ende seines abgegebenen Lebenslaufes dokumentiert (vgl. 
IV-act. 39-2/2).

3.3 Bei dieser Sachlage kommt nach Massgabe der in Erwägung 3.1 dargeleg-
ten Rechtsprechung ein allfälliger Rentenanspruch erst nach Beendigung der von 
der IV-Stelle bis zum 31. Januar 2020 ausgerichteten IV-Taggelder in Frage.

4. Eine gerichtliche Würdigung der Angaben (zur Arbeits- bzw. Leistungs-
fähigkeit des Versicherten) zeitigt (unter Einbezug der gesamten Aktenlage) die 
nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

4.1 Im vorliegenden Fall sind sich alle Beteiligten einig, dass dem Versicherten 
aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen die angestammte Berufs-
tätigkeit als Monteur (gelernter Zimmermann/ Schreiner) bzw. schwere körperli-
che Arbeiten nicht mehr zumutbar sind. Diesbezüglich braucht es weder zusätzli-
che Abklärungen noch weitere Ausführungen.

17

4.2 Das am 21. Juni 2021 eingegangene Gutachten des orthopädischen Fach-
arztes Dr.med. J.________, welcher eine Zusatzausbildung als zertif. medizini-
scher Gutachter SIM aufweist, erfüllt grundsätzlich die von der Rechtsprechung 
entwickelten Anforderungen. Dem Gutachter wurde das ganze IV-Aktendossier 
zur Verfügung gestellt (IV-act. 156-2/2 in fine) und im Gutachten als verwendete 
Quellen ausgewiesen (IV-act. 161-3/26 Ziff. 1.3), mithin wurde das Gutachten in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstattet. Der Versicherte erhielt die Möglich-
keit, sich spontan im Rahmen eines offenen Interviews sowie zusätzlich im Rah-
men einer vertiefenden Befragung zu seinen gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen/ Beschwerden substantiiert zu äussern. Ausgehend von den erhobenen 
(somatischen) Untersuchungsbefunden erstattete der Gutachter nachvollziehba-
re Schlussfolgerungen, unter anderem:

- dass die Schmerzen in der HWS (und die Untersuchungsbefunde) aus 
orthopädischer Sicht im Wesentlichen auf die radiologisch nachgewie-
sene DISH zurückgeführt werden können (IV-act. 161-10/26 oben);

- dass die Schmerzen in der LWS und die pathologischen objektiven Be-
funde mit der radiologisch gesicherten DISH und den Spondylarthrosen 
L2 bis 5 plausibilisiert werden können (IV-act. 161-10/26 Mitte);

- dass - obwohl der Versicherte spontan explizit nicht über Schulter-
schmerzen links klagte - bei der körperlichen Untersuchung deutliche 
pathologische Untersuchungsbefunde der linken Schulter auffielen (IV-
act. 161-10/26 unten);

- und dass aufgrund der Laboruntersuchungen von der Annahme auszu-
gehen ist, wonach der Versicherte entgegen seinen Angaben die 
Schmerzmittel nicht regelmässig einnimmt.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der Gutachter zur Klärung der 
HWS-Beschwerden ein aktuelles MRI der HWS veranlasste (mit der klinischen 
Indikation "Zervikobrachialgie bei DISH, Ausmass Arthrose, neurale Kompressi-
on?"), wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (S. 2 Ziff. 4) zutreffend darauf 
hingewiesen hat (vgl. auch Vi-act. 161-17/26). 

Des Weiteren legte der Gutachter konkret dar, mit welchen Umschreibungen er 
für leidensangepasste Tätigkeiten einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 90% (bei vol-
ler Stundenpräsenz) als gegeben erachtet. Dabei nahm er auch zur abweichen-
den Arbeitsfähigkeitseinschätzung eines behandelnden Arztes Stellung (IV-act. 
161-12/26 Ziff. 7.3 in fine).

Auf die Fragestellung, ob und inwieweit die im Gutachten hergeleitete Arbeits-
fähigkeitsbeurteilung einer gerichtlichen Überprüfung standhält, ist nachfolgend 
zurückzukommen.

18

4.3  Der Beschwerdeführer hält dem von der Vorinstanz berücksichtigten und 
als beweiskräftig beurteilten Gutachten u.a. hauptsächlich "das Gutachten Dr. 
L.________" (= Bf-act. 4 bzw. IV-act. 169-3ff./8) entgegen, welcher zu einem an-
deren Ergebnis gelangt sei (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 8). Entgegen der Auffas-
sung des Beschwerdeführers stellt die angesprochene Stellungnahme von 
Dr.med. L.________ (vom 13.8.2021) kein Gutachten im invalidenversicherungs-
rechtlichen Sinne dar, da sie nicht in Kenntnis des gesamten IV-Aktendossiers 
verfasst wurde (wie auch in der Eingabe vom 11.2.2022, S. 6, nicht bestritten 
wurde). Vielmehr handelt es sich dabei um einen Bericht eines Arztes, welcher 
den Versicherten mit manueller Medizin behandelt. Soweit nun ein behandelnder 
Arzt zu einer anderen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für leidensangepasste Tätig-
keiten gelangt (hier höchstens 50%, vgl. IV-act. 169-6/8) als der begutachtende 
Orthopäde in seinem fachärztlichen Gutachten, ist darin nicht ohne weiteres ein 
Grund für die Einholung eines Obergutachtens zu erblicken.

4.4  Dieses in Erwägung 4.3 enthaltene Zwischenergebnis gilt erst recht, wenn 
beim Versicherten nicht unerhebliche Inkonsistenzen vorliegen (siehe anschlies-
send).

4.4.1  Gegenüber dem (orthopädischen) Gutachter erklärte der Versicherte (am 
14.4.2021), dass er täglich Analgetika benötige (IV-act. 161-5/26). 

Von der Durchführung einer Begutachtung wurde er mit Schreiben vom 22. Fe-
bruar 2021 in Kenntnis gesetzt (IV-act. 152). Verhielte es sich so, dass der Versi-
cherte im Hinblick auf die bevorstehende Begutachtung seinen Analgetika-
konsum sistiert (bzw. reduziert) hätte, was nicht völlig ausgeschlossen erscheint, 
wäre zu erwarten gewesen, dass der Versicherte gegenüber dem Gutachter of-
fengelegt hätte, er habe in den vergangenen Monaten/ Jahren regelmässig 
Schmerzmittel konsumiert, aber seit kurzem (bzw. seit Kenntnisnahme der Be-
gutachtung) darauf verzichtet. 

Eine solche Präzisierung (gegenüber dem Gutachter) ist weder ersichtlich noch 
wurde sie (im Rahmen der Begutachtung) geltend gemacht. Soweit der Be-
schwerdeführer - nachdem ihm die dargelegte Diskrepanz vorgehalten wurde - 
nachträglich die ursprüngliche Aussage ("Analgetika werden täglich gebraucht") 
mit einer anderen Erklärung ("lediglich vor der Begutachtung wurde die Schmerz-
medikation sistiert") relativiert hat (und sinngemäss daran festhält, ansonsten 
benötige er weiterhin täglich Schmerzmedikamente), erweist sich eine derartige 
Argumentation des Beschwerdeführers als unglaubwürdig. Den entsprechenden 
Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (Ziff. 6 in fine) ist unein-
geschränkt beizupflichten. Nach den konkreten Umständen ist davon auszuge-

19

hen, dass der Versicherte grundsätzlich nicht täglich Analgetika in voller thera-
peutischer Dosierung benötigt und insofern dem Gutachter wahrheitswidrige An-
gaben unterbreitete, was der Gutachter erkannt hat und in seine Arbeitsfähig-
keitsschätzung einfliessen liess.

4.4.2  Soweit der behandelnde Arzt Dr.med. L.________ zur in Erwägung 4.4.1 
behandelten Thematik in seiner Stellungnahme vom 13. August 2021 den Stand-
punkt des Versicherten übernahm (wonach die Medikamenteneinnahme im Hin-
blick auf die Begutachtung pausiert worden sei, vgl. IV-act. 169-6/8 unten), do-
kumentiert diese Haltung die unterschiedliche Natur von Begutachtungs- und 
Behandlungsauftrag. Wenn wie hier die Feststellungen des Gutachters von jenen 
eines behandelnden Arztes abweichen, ist auf die ständige höchstrichterliche 
Rechtsprechung hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte wegen 
deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu 
würdigen sind. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für 
den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch täti-
gen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, von 
den geklagten Schmerzen zunächst bedingungslos auszugehen (vgl. statt vieler 
Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2017 vom 27.10.2017 Erw. 3.3.6 mit Hinwei-
sen, u.a. auf BGE 135 V 465 Erw. 4.5 S. 470f.).

4.4.3  In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass die Arbeitsfähigkeits-
beurteilung des behandelnden Arztes Dr.med. L.________, wonach die maxima-
le Arbeitsbelastung "auf 2-3 Stunden an jeweils 2-3 Tagen pro Woche" be-
schränkt sei, nicht zu überzeugen vermag. Würde man dieser Argumentation fol-
gen, wären dem Versicherten beispielsweise 2-3 Stunden am Montag, weitere 2-
3 Stunden am Folgetag sowie allenfalls weitere 2-3 Stunden am Mittwoch zu-
mutbar, worauf vier (allenfalls fünf, wenn der Mittwoch wegfiele) Erholungstage 
folgen würden. Eine Antwort auf die (an seine Argumentation anschliessende) 
Fragestellung, weshalb für den Fall, wenn der Versicherte beispielsweise 
während der Woche nur vormittags leichte (leidensangepasste) Arbeiten aus-
führen würde, die freien Nachmittage nicht für eine hinreichende Erholung aus-
reichen würden, bleibt dieser Arzt schuldig. 

4.4.4  Inkonsistent ist aber auch, dass der Versicherte bei der vertiefenden Be-
fragung durch den Gutachter erwähnte, das Sitzen sei auf 20 Minuten beschränkt 
(IV-act. 161-5/26 Ziff. 3.2). An anderer Stelle antwortete der Versicherte auf die 
Frage, wie er zur Begutachtung angereist sei, dass er "im Auto" gefahren sei. 
Gemäss Routenplaner umfasst die Strecke von seiner Wohnung bis zur Gut-
achterstelle in K.________ (via Autobahn bzw. via Z.________) rund 135 km und 

20

benötigt (ohne Stau) einen Zeitbedarf von rund 80 Minuten (via AA.________ 
bzw. AB.________ - AC.________ wäre die Strecke rund 30 km kürzer, aller-
dings betrüge der Zeitbedarf über 90 Minuten). Verhielte es sich so, dass der 
Versicherte tatsächlich nur 20 Minuten lang sitzen könnte, hätte er für die Anreise 
zur Gutachterstelle am AD.________ dreimal eine Pause einschalten müssen. 
Dabei wäre zu erwarten gewesen, dass der Versicherte bei der Befragung auf so 
viele Pausen bei der Anreise hingewiesen hätte (wenn sie tatsächlich nötig ge-
wesen wären). Mit anderen Worten erweist sich die vorgebrachte maximale Sitz-
dauer von lediglich 20 Minuten als unglaubwürdig. 

Abgesehen davon beinhaltet eine wechselbelastende Tätigkeit regelmässig auch 
die Möglichkeit, zwischen sitzen, stehen und gehen wechseln zu können, was 
gerichtsnotorisch ist.

4.4.5  Den vorliegenden Akten sind sodann weitere Diskrepanzen zu entnehmen. 
Der behandelnde Hausarzt attestierte dem Versicherten für den Zeitraum vom 
1. März 2020 bis 31. März 2020 (mithin etwas mehr als 1 Jahr vor der Begutach-
tung) eine Arbeitsunfähigkeit von 80% (Fremdakten 5-34/181). Analoge Arbeits-
unfähigkeitsbescheinigungen (von 80%) sind auch für die Monate April 2020, Mai 
2020 und Juni 2020 aktenkundig (Fremdakten 5-32f./181, 5-24f./181). Demge-
genüber erklärte der Versicherte gegenüber dem Regionalen Arbeitsvermitt-
lungszentrum (RAV), dass er in den Monaten März, April, Mai und Juni 2020 
100% arbeitsfähig gewesen sei (bzw. in den entsprechenden Formularen ver-
neinte der Versicherte ausdrücklich, dass er im betreffenden Zeitraum arbeitsun-
fähig gewesen sei, siehe Fremdakten 5-17/181, 5-23/181, 5-28/181, 5-29/181). 
Zu betonen ist an dieser Stelle, dass der Versicherte im Zusammenhang mit die-
sen Deklarationen ans RAV ausdrücklich auf die Wahrheitspflicht hingewiesen 
wurde (vgl. Fremdakten 5-22/181 in fine, 5-26/181 in fine, 5-30/181 in fine; siehe 
in diesem Kontext auch beispielsweise die Erklärung ans RAV für den Februar 
2020, wo der Versicherte eine Arbeitsunfähigkeit vom 29.1.2020 bis 29.2.2020 
deklarierte, was sich mit der Operation vom 29.1.2020 deckt = Fremdakten 5-
43/181). Soweit aber der Versicherte sich für den gleichen Zeitraum gegenüber 
behandelnden Ärzten und dem RAV unterschiedlich präsentierte (um einerseits 
eine entsprechende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bzw. andererseits Arbeits-
losentaggelder zu erlangen), kann der Versicherte aus solchen Diskrepanzen 
hier nichts zu seinen Gunsten ableiten.

Im Übrigen kann der Versicherte für die oben angesprochenen Zeiträume, in 
welchen er aufgrund seiner Deklaration "nicht arbeitsunfähig gewesen zu sein" 
effektiv Arbeitslosentaggelder bezogen hat, nicht noch für den gleichen Zeitraum 
IV-Rentenleistungen beziehen.

21

4.5 Soweit der Beschwerdeführer (bzw. der behandelnde Dr.med. L.________) 
geltend macht, dass die massgebende Arbeitsfähigkeit durch eine Evaluation der 
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) oder eine vergleichbare Untersuchungs-
massnahme festzulegen sei, ist auf die konstante Rechtsprechung des Bundes-
gerichts hinzuweisen (welche zu Recht auch von der Vorinstanz in ihrer Ver-
nehmlassung unter Ziffer 10 angeführt wurde). Darnach besteht bei zuverlässiger 
bzw. nachvollziehbarer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine 
Notwendigkeit, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu über-
prüfen. Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere invol-
vierte Ärzte diese angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden 
Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
9C_433/2018 vom 5.10.2018 Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen, publ. in SVR-
Rechtsprechung 2/2019 IV Nr. 13). Ein solcher Fall liegt hier nicht vor. Abgese-
hen davon ist unter Hinweis auf die oben thematisierten Inkonsistenzen eine 
Symptomausweitung oder eine gewisse Selbstlimitierung nicht auszuschliessen, 
womit durch eine EFL-Abklärung kaum valide Aussagen zu erwarten wären (vgl. 
auch Urteil des Bundesgerichts 8C_324/2016 vom 25.7.2016 Erw. 3.2.2). 

4.6.1  Des Weiteren hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (ab Ziff. 5) über-
zeugend ausgeführt, welche weiteren Aspekte bei der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge durch den orthopädischen Gutachter von Bedeutung 
sind. Diesen Ausführungen ist grundsätzlich (bis auf eine Ausnahme, siehe dazu 
sogleich) beizupflichten, ohne dass sie hier nochmals zu wiederholen wären.

4.6.2  Nicht tel quel beigepflichtet kann der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des be-
gutachtenden Orthopäden, welche verhältnismässig sehr streng ausgefallen ist. 
Zudem ist diese Einschätzung insofern ungenau ausgefallen, als der Gutachter 
ausführt, dass dem Versicherten (bei Einhaltung bzw. Beachtung der limitieren-
den Faktoren wie keine inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen etc., 
siehe oben, 2.18.3) körperlich leichte Tätigkeiten "bei voller Stundenpräsenz zu 
90% (Arbeitsunfähigkeit 10%) mit vermehrtem Pausenbedarf zugemutet werden" 
können (vgl. IV-act. 161-13/26, kursiver Fettdruck nicht im Original). Diese Ein-
schätzung ist nach den konkreten Umständen so zu verstehen, dass zusätzlich 
zum Arbeitsunfähigkeitsgrad von 10% ein nicht prozentual gewichteter Pausen-
bedarf zu berücksichtigen ist.

4.6.3  Im Einklang damit steht aber auch, dass der involvierte RAD-Facharzt 
Dr.med. I.________, welcher den Versicherten am 21. Mai 2019 selber unter-
suchte, in seiner Beurteilung ebenfalls einen erhöhten Pausenbedarf anerkannte 
und unter Einhaltung bestimmter leidensangepasster Vorgaben (vgl. oben, Erw. 

22

2.10 in fine) eine massgebende Arbeitsfähigkeit von 70% bis 80% anerkannte 
(vgl. IV-act. 71-5/6 oben). 

4.7.1  Im Lichte dieser vorgenannten Aspekte und weil es sich rechtsprechungs-
gemäss bei der Festlegung des massgebenden Arbeitsfähigkeitsgrades letztlich 
um eine juristische Fragestellung handelt (siehe oben, Erw. 1.5.4 in fine), recht-
fertigt es sich in diesem konkreten Einzelfall, auf die in Anlehnung an die vom be-
teiligten RAD-Arzt Dr.med. I.________ nach der selber vorgenommenen Unter-
suchung veranschlagte Arbeitsfähigkeit von 75% (Mittelwert der Bandbreite von 
70% bis 80%) für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten (im Wechsel zwischen 
Sitzen, Gehen und Stehen, ohne Arbeiten in Zwangshaltung, ohne repetitive Ro-
tationen des Oberkörpers etc.) abzustellen (vgl. IV-act. 71-5/6 oben), ohne dass 
noch ein weiteres Gutachten einzuholen wäre. In dieser Vorgehensweise sind 
auch Züge einer vermittelnden Vergleichslösung mitenthalten.

4.7.2  An diesem Ergebnis vermögen die weiteren Vorbringen des Beschwerde-
führers vor Gericht nichts zu ändern. Unbehelflich ist namentlich auch der Ein-
wand in der Eingabe vom 11. Februar 2022 (S. 5 unten), dass Dr. N.________ 
"die Arbeitsfähigkeit auf max. 50% bei einer mittelschweren Tätigkeit" geschätzt 
habe. Dieser Einwand übersieht, dass die oben hergeleitete Arbeitsfähigkeitsbe-
urteilung sich auf leichte körperliche Tätigkeiten beschränkt, derweil Dr. 
N.________ auch noch (körperlich) mittelschwere Tätigkeiten einbezogen hat. 
Mit anderen Worten leuchtet ohne weiteres ein, dass bei ausschliesslich leichten 
(wechselbelastenden) Tätigkeiten grundsätzlich ein höherer Arbeitsfähigkeitsgrad 
resultiert als dann, wenn dem Betroffenen (mit dem erwähnten Beschwerdebild) 
auch noch mittelschwere Tätigkeiten zugemutet werden sollen. 

Ferner lässt sich aus den in der Eingabe vom 11. Februar 2022 aufgeführten 
Schulter- und Armschmerzen (Ziff. 7.4.1) oder Beinschmerzen (Ziff. 7.4.2) nicht 
tel quel auf einen (hohen bzw. höheren) Arbeitsunfähigkeitsgrad schliessen.

5. In der Folge ist der Einkommensvergleich näher zu prüfen.

5.1.1  Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten-
beginns aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesund-
heitsschaden tatsächlich verdient hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret 
wie möglich festzusetzen. Da nach empirischer Erfahrung in der Regel ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, 
ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich 
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teue-

23

rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (Urteil des 
Bundesgerichts 8C_134/2021 vom 8.9.2021 Erw. 3.2 mit Hinweisen, u.a. auf 
BGE 134 V 322 Erw. 4.1). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 Erw. 3.3.2 mit Hinweisen). 

5.1.2  Die Vorinstanz orientierte sich bei der Festlegung des Valideneinkommens 
am Lohn des Versicherten als Monteur bei der C.________ AG, wonach der Jah-
resverdienst per 2017 Fr. 80'340.-- (13x Fr. 6'180.--) betrug (vgl. IV-act. 1-2/4 
oben). Umgerechnet nach Massgabe der Entwicklung der Nominallohnentwick-
lung (Index 2249/2298) setzte die IV-Stelle das Valideneinkommen per 2020 auf 
Fr. 82'090.40 fest. Das Gericht hat keinen Anlass, davon abzuweichen. Die we-
nig substantiierten Vorbringen in der Eingabe vom 11. Februar 2022 (Ziff. 13) 
sind nicht geeignet, ein anderes Valideneinkommen herzuleiten.

5.2.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass 
sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali-
denlohn. Ist kein derartiges tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) heran-
gezogen werden (BGE 135 V 297 Erw. 5.2; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, Urteil 
des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10.7.2014 Erw. 7.1). Dabei wird in der Re-
gel der Totalwert angewendet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_206/2021 vom 
10.6.2021 Erw. 4.4.2 mit Hinweisen).

5.2.2  In der angefochtenen Verfügung berücksichtigte die IV-Stelle ein Invali-
deneinkommen von Fr. 62'015.40, ausgehend von den Angaben des Bundes-
amts für Statistik, wonach ein Hilfsarbeiter auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im 
Jahr 2020 ein Durchschnittseinkommen von Fr. 68'906.-- erzielt, wovon bei einer 
Arbeitsfähigkeit von 90% (gemäss Gutachten) Fr. 62'015.40 anzurechnen seien 
(68'906 x 0.90). Ein leidensbedingter Abzug wurde in der angefochtenen Verfü-
gung nicht gewährt.

24

5.2.3  Der als Ausgangspunkt verwendete Tabellenlohn von Fr. 68'906.-- (per 
2020) gibt keinen Anlass zur Beanstandung. Daran vermögen die Vorbringen des 
Versicherten vor Gericht nichts zu ändern.

5.2.4  Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache 
Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art 
und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Auf-
enthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe ha-
ben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die ver-
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 
Erw. 5.2 S. 301; Urteil 8C_114/2017 vom 11.7.2017 Erw. 3.1). Der Abzug soll 
aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel-
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht 
übersteigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_663/2019 vom 3.3.2020 Erw. 4 
mit Verweis auf BGE 135 V 297 Erw. 5.2 S. 301; 134 V 322 Erw. 5.2 S. 327 f.; 
126 V 75 Erw. 5b/bb-cc S. 80).

5.2.5  Die Vorinstanz lehnte in der angefochtenen Verfügung einen leidensbe-
dingten Abzug mit der (sinngemässen) Begründung ab, der Umstand, wonach 
nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar seien, begründe keinen Abzug, zumal der 
Tabellenlohn im zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von 
leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasse.

Diese Argumentation übersieht indessen, dass dem Versicherten leichte (wech-
selbelastende) Tätigkeiten nicht uneingeschränkt zumutbar sind, sondern zusätz-
lich noch verschiedene Einschränkungen zu beachten sind, namentlich (vgl. IV-
act. 161-13/26 Mitte):

- dass inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen zu meiden sind;
- dass grundsätzlich Arbeiten auf Tischhöhe verlangt werden,
- dass repetitive Bewegungen der linken Schulter zu meiden sind,
- und dass es sich um körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen han-

deln muss.

Für diese zusätzlichen, einzuhaltenden Vorgaben rechtfertigt sich ein leidensbe-
dingter Abzug von mindestens 10%, was gesamthaft zu einem Invalideneinkom-
men von Fr. 46'511.55 führt (68'906 x 0.75 x 0.90).

5.3 Bei einem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 82'090.40 und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 46'511.55 resultiert ein Invaliditätsgrad von 43% 
(82'090.40 minus 46'511.55 = 35'578.85; 35'578.85 : 82'090.40 x 100 = 43.34). 
Damit ist ein Anspruch auf eine Viertelsrente zu gewähren. Die Festsetzung des 

25

Beginns der Viertelsrente sowie die Nachzahlung der entsprechenden Rentenbe-
träge ist Sache der Verwaltung (wobei - wie oben erwähnt - namentlich auch die 
ausgerichteten IV-Taggeldleistungen während den Eingliederungsbemühungen 
sowie die von der Arbeitslosenversicherung ausbezahlten Taggeldleistungen 
mitzuberücksichtigen sind). 

5.4 Am dargelegten Anspruch auf eine IV-Viertelsrente würde sich schliesslich 
auch dann nichts ändern, wenn - entgegen den vorstehenden Erwägungen, an 
welchen weiterhin festzuhalten ist - anstelle eines leidensbedingten Abzuges von 
10% ein solcher von 15% in Frage käme. Denn in diesem Falle würde ein IV-
Grad von 46% resultieren (68'906 x 0.75 x 0.85 = 43'927.57; 82'090.40 minus 
43'927.57 = 38'162.82; 38'162.82 : 82'090.40 x 100 = 46.48), was für eine halbe 
IV-Rente nicht ausreicht.

6.1 Aus all diesen Gründen ist die Beschwerde insoweit teilweise gutzuheis-
sen, als der in der angefochtenen Verfügung ermittelte IV-Grad von 24% auf 43% 
erhöht wird. Diesem Teilobsiegen entsprechend werden die Verfahrenskosten zu 
3/5 dem Beschwerdeführer und zu 2/5 der Vorinstanz auferlegt.

6.2 Das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird des-
wegen abgewiesen, weil angesichts eines (am 9.7.2021) deklarierten Vermögens 
von Fr. 172'592.-- (Bankguthaben bei der Zürcher Kantonalbank, bei der CS und 
bei der Bank Cler) die Voraussetzung der Bedürftigkeit fehlt (vgl. Bf-act. 21, Blatt 
4, Blatt 6). 

6.3 Für das Teilobsiegen wird dem Beschwerdeführer zudem zulasten der IV-
Stelle eine reduzierte Parteientschädigung zugesprochen. Die Entschädigung 
richtet sich nach dem Gebührentarif für Rechtsanwälte (Geb-TRA, SRSZ 
280.411). § 2 GebTRA sieht als Bemessungskriterien die Wichtigkeit der Streit-
sache, ihre Schwierigkeit, den Umfang und die Art der Arbeitsleistung sowie den 
notwendigen Zeitaufwand vor. Das Honorar beträgt für die Vertretung vor Verwal-
tungsgericht Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- (§ 14 GebTRA). Gestützt auf diese Kriteri-
en sowie unter Berücksichtigung des Umstandes, wonach der Rechtsvertreter 
bei der Einreichung der Beschwerde noch nicht (sondern erst nachträglich) mit-
wirkte, wird die Parteientschädigung ermessensweise auf Fr. 500.-- festgelegt.

26

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insoweit teilweise gutgeheissen, als dem Beschwer-
deführer im Sinne der Erwägungen auf der Basis des ermittelten IV-Grades 
von 43% eine Viertelsrente zugesprochen wird. Die Festlegung des Ren-
tenbeginns und der nachzuzahlenden IV-Rentenleistungen ist Sache der 
IV-Stelle. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und dem Beschwer-
deführer zu 3/5 (Fr. 300.--) sowie der IV-Stelle zu 2/5 (Fr. 200.--) auferlegt. 
Die Parteien haben ihre Kostenanteile innert 30 Tagen seit Zustellung die-
ses Entscheids auf das PC-Konto 60-22238-6 zu überweisen.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine reduzierte Par-
teientschädigung von Fr. 500.-- zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 14. April 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts
Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 9. Mai 2022