# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45606eee-a216-5716-a593-5ae89b675df1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2010 C-7117/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7117-2008_2010-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7117/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

S._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Müller,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7117/2008

Sachverhalt:

A.
Der aus Ägypten stammende Beschwerdeführer (geb. 1970) gelangte 
am  26. August  1997  im  Kanton  Zürich  zur  Anmeldung.  Am  1.  April 
1998  verheiratete  er  sich  mit  der  Schweizer  Staatsangehörigen 
A._______ (geb. 1959). In der Folge erhielt er im Kanton Zürich eine 
Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau.

B.
Am 19. April  2002  stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch  um er-
leichterte  Einbürgerung  gemäss  Art. 27  des  Bürgerrechtsgesetzes 
vom  29. September  1952  (BüG,  SR  141.0).  Im  Rahmen  des  Ein-
bürgerungsverfahrens  unterzeichneten  er  und  seine  Ehefrau  am 
20. Januar 2004 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie in einer tat-
sächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  an  der-
selben  Adresse  zusammenlebten  und  dass  weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten beständen. Gleichzeitig nahmen sie unterschrift-
lich zur Kenntnis, "dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, 
wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehe-
gatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsäch-
liche eheliche Gemeinschaft  mehr besteht". Ebenfalls bestätigten sie 
ihre Kenntnisnahme davon, dass die Verheimlichung solcher Umstän-
de  zur  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung  führen  könne.  Am 
13. Februar  2004  wurde  der  Beschwerdeführer  gestützt  auf  Art.  27 
BüG  erleichtert  eingebürgert  und  erwarb  das  Bürgerrecht  der  Ge-
meinde X._______, Kanton Thurgau.

C.
Am  30. Juli  2004  schloss  der  Beschwerdeführer  einen  Mietvertrag 
über eine Wohnung in Neuhausen am Rheinfall, Kanton Schaffhausen, 
ab  mit  Mietbeginn  per  1. September  2004.  Per  31. August  2004 
meldete er sich von der gemeinsamen Wohnadresse im Kanton Zürich 
ab und tags darauf in Neuhausen am Rheinfall an.

Am 26. April  2005 reichten die Ehegatten beim zuständigen Bezirks-
gericht ein vom Ehemann am 7. Februar 2005 und von der Ehefrau am 
25. April 2005 unterzeichnetes gemeinsames Begehren auf Scheidung 
ein. Das daraufhin am 1. Dezember 2005 ergangene Scheidungsurteil 
erwuchs am 14. März 2006 in Rechtskraft.

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D.
Diese Umstände bewogen das Bundesamt für Migration (nachfolgend: 
BFM), ein Verfahren betreffend Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung gemäss Art. 41 BüG zu eröffnen.

Mit  Schreiben  vom  17. August  2006  forderte  das  BFM  den  Be-
schwerdeführer  auf,  binnen  Monatsfrist  zur  Frage  einer  allfälligen 
Nichtigerklärung  sowie  zur  Trennung  und  Scheidung  von  seiner 
Schweizer Ehefrau Stellung zu nehmen sowie seine Einwilligung zur 
Einsicht  in  die  Scheidungsakten  zu  erteilen.  Der  Beschwerdeführer 
erteilte  daraufhin  die  verlangte  Zustimmung,  verzichtete  jedoch  auf 
eine  Stellungnahme  zu  den  ihm  unterbreiteten  Fragen.  Gleichzeitig 
teilte  er  dem  BFM  mit,  dass  er  ins  Ausland  verreise,  und  gab  die 
Adresse  seiner  Ex-Ehefrau  als  Zustellungsdomizil  in  dieser  An-
gelegenheit an.

E.
Dem Beschwerdeführer  wurde  (nach  seiner  am 14. Dezember  2006 
mitgeteilten  Rückkehr  in  die  Schweiz)  mit  Schreiben  des  BFM vom 
17. August  2007  Gelegenheit  zu  einer  Stellungnahme  zur  Nichtig-
erklärung gegeben.

Daraufhin  wandte  sich  zunächst  die  Ex-Ehefrau  des  Beschwerde-
führers an das BFM. In einem Schreiben vom 3. September 2007 er-
klärte sie, die Wohnung in Neuhausen am Rheinfall habe ihrem Ehe-
mann und ihr als Rückzugsort gedient, wenn sie hätten für sich sein 
wollen, ohne ihre aus ihrer ersten Ehe stammenden Kinder. Die Ehe 
mit  dem  Beschwerdeführer  sei  seit  ihrer  Hochzeit  immer  stabil  ge-
wesen und sie hätten in einer tatsächlichen ehelichen Gemeinschaft 
gelebt. Die  Scheidung sei  auf  ihren Wunsch hin  erfolgt. Das Haupt-
problem sei  die  Familienplanung  gewesen. Bis  zur  Scheidung  habe 
jedoch eine stabile eheliche Gemeinschaft bestanden.

Mit  Schreiben  vom 5. September  2007  führte  der  Beschwerdeführer 
aus, er habe die Wohnung in Neuhausen am Rheinfall nicht aufgrund 
von Trennungsabsichten, sondern als Zweitwohnung für sich und seine 
Ehefrau  gemietet.  Sie  hätte  als  Rückzugsmöglichkeit  dienen  sollen, 
damit sie hin und wieder ein Wochenende ohne die beiden Kinder der 
Ehefrau aus deren erster  Ehe hätten verbringen können. Es sei  un-
zutreffend,  dass  bereits  während  des  Einbürgerungsverfahrens 
Konflikte zwischen ihm und seiner Ehefrau bestanden hätten. Er habe 
damals keine Trennungs- oder Scheidungsabsichten gehabt. Erst zum 

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Zeitpunkt  der  Unterzeichnung  des  Scheidungsbegehrens  habe  es 
zwischen  seiner  Ehefrau  und  ihm  Meinungsverschiedenheiten  ge-
geben. Diese hätten sich in erster Linie auf ihre unterschiedlichen Auf-
fassungen  in  Bezug  auf  die  Familienplanung bezogen. Jedoch habe 
auch  zum damaligen  Zeitpunkt  die  Beziehung  weiterbestanden. Sie 
hätten  eine  Bedenkzeit  benötigt,  aber  auch  erwogen,  weiterhin  zu-
sammen  zu  bleiben.  Erst  mit  dem  Eintritt  der  Rechtskraft  des 
Scheidungsurteils am 14. März 2006 habe er sich definitiv von seiner 
Ehefrau getrennt.

F.
Auf Ersuchen des BFM wurde am 6. November 2007 die Ex-Ehefrau 
des  Beschwerdeführers  in  dessen  Beisein  durch  die  Kantonspolizei 
Zürich befragt. Im Wesentlichen gab sie dabei zu Protokoll,  sie habe 
den Beschwerdeführer im Jahre 1996 in Ägypten kennengelernt  und 
sie  hätten  sich  ineinander  verliebt.  Gemeinsame  Pläne  hätten  sie 
damals noch keine gehabt, jedoch hätten sie schon gemerkt, dass sie 
zusammengehörten. Der Beschwerdeführer habe sie dann im August 
1997  in  der  Schweiz  besucht.  Kurz  darauf  hätten  sie  hier  nach 
islamischem Recht geheiratet, im April 1998 zudem noch standesamt-
lich. Es habe sich um eine Liebesheirat gehandelt. In der Ehe habe es 
danach – wie in jeder Ehe – Höhen und Tiefen gegeben. Schliesslich 
sei es hinsichtlich der Familienplanung vermehrt zu Diskussionen ge-
kommen.  Es  habe  anfänglich  nicht  festgestanden,  dass  der  Be-
schwerdeführer gemeinsame Kinder wollte, bzw. er  habe nie konkret 
einen entsprechenden Wunsch geäussert. Sie sei ja 11 Jahre älter als 
ihr  Ex-Ehemann,  habe  bereits  vier  Kinder  gehabt  und  keines  mehr 
gewollt.  Um  gar  nicht  erst  von  ihm  vor  ein  Ultimatum  gestellt  zu 
werden,  habe  sie  sich  entschlossen,  sich  in  Frieden  von  ihm  zu 
trennen. Dieser Gedanke habe sich erst im Jahre 2006 konkretisiert. 
Der  Beschwerdeführer  habe  sich  zunächst  dagegen  gesträubt.  In 
dieser  Situation  habe sie  sich  überfordert  gefühlt,  sei  aggressiv  ge-
worden. Zudem habe sich mit  dem Älterwerden der Kinder auch die 
Familiensituation  verändert.  Sie  habe  sich  dann  entschlossen,  ihre 
Zukunft in ihre eigenen Hände zu nehmen. Probleme habe es während 
ihrer Ehe ab und zu gegeben, ab welchem Zeitpunkt könne sie nicht 
mehr genau sagen. Im Februar 2005 sei es zu einer Krise gekommen, 
doch sei es dabei nicht um eine Scheidung gegangen. Sie habe sich 
überfordert  gefühlt,  auch in  finanzieller  Hinsicht,  zumal  sie  ab Ende 
2004 bis Ende Oktober 2007 arbeitslos gewesen sei, was die Situation 
belastet  habe. Die  Stimmung in  der  Ehe habe sich  etwas geändert. 

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Anfangs  des  Jahres  2006  habe  sie  sich  innerlich  für  eine 
Trennung/Scheidung  entschieden  und  dies  dem  Beschwerdeführer 
mitgeteilt. Es sei für sie zudem auch nicht mehr in Frage gekommen, 
weitere Kinder zu haben. Sie habe sich selber schützen wollen für die 
Eventualität, dass bei ihrem Ehemann plötzlich der Wunsch nach ge-
meinsamen Kindern auftauchen sollte, bzw. habe dieser Situation mit 
einer Trennung/Scheidung aus dem Weg gehen wollen.

G.
Mit  Schreiben  vom 16. Mai  2008  gewährte  die  Vorinstanz  dem  Be-
schwerdeführer unter Zustellung des Protokolls der Befragung der Ex-
Ehefrau wiederum die Möglichkeit zur Stellungnahme.

In  seiner  Eingabe  vom 11. Juli  2008  führte  der  inzwischen  bestellte 
Rechtsvertreter  aus,  die Ausführungen der  Ex-Ehefrau zeigten,  dass 
die Ehe keineswegs zum Zwecke der erleichterten Einbürgerung als 
stabil  und intakt bezeichnet worden sei,  sondern dies zum Zeitpunkt 
der Einbürgerung auch tatsächlich gewesen sei. Die Eheleute hätten 
zusammengelebt  und  die  Ehekrise  hätte  sich  erst  nach  der  Ein-
bürgerung eingestellt. Es sei absurd, dem Beschwerdeführer, der seit 
1997 in der Schweiz lebe, sich klaglos verhalten habe, perfekt Deutsch 
spreche,  nie  gegen  die  Rechtsordnung  verstossen  habe  oder  der 
Sozialhilfe  zur  Last  gefallen  sei,  das  erworbene  Bürgerrecht  abzu-
erkennen. Alleine aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer 
sechs Monate nach seiner Einbürgerung eine Wohnung in Neuhausen 
am Rheinfall gemietet habe, könne den geschiedenen Eheleute nicht 
vorgeworfen  werden,  im  Verfahren  unwahre  Angaben  gemacht  zu 
haben.

H.
Auf Ersuchen der Vorinstanz erteilte der Kanton Thurgau als Heimat-
kanton mit Schreiben vom 8. September 2008 seine Zustimmung zur 
Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  des  Beschwerde-
führers.

I.
Mit  Verfügung  vom  7. Oktober  2008  erklärte  die  Vorinstanz  die  er-
leichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  für  nichtig.  Zur  Be-
gründung führte sie im Wesentlichen aus, es sei  als erwiesen anzu-
sehen,  dass  die  eheliche  Gemeinschaft  zum  Zeitpunkt  der  er-
leichterten  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  nicht  mehr  von 
einem beidseitig  intakten  und  auf  die  Zukunft  gerichteten  Ehewillen 

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getragen  gewesen  sei.  Glaubhafte  und  nachvollziehbare  Gründe  für 
die  Entwicklung  der  ehelichen  Gemeinschaft  seit  der  erleichterten 
Einbürgerung seien nicht aufgezeigt worden. Von der Heirat bis zur er -
leichterten  Einbürgerung  habe  die  Ehe  sechs  Jahre  gedauert, 
während  nach  diesem  Zeitpunkt  bis  zur  Unterzeichnung  des  ge-
meinsamen  Scheidungsbegehrens  durch  den  Beschwerdeführer 
gerade noch ein Jahr vergangen sei. Am 30. Juli 2004 habe er einen 
Mietvertrag  betreffend  eine  Wohnung  in  Neuhausen  am  Rheinfall 
unterzeichnet und dort per 1. September 2004 von seiner Ehefrau ge-
trennten Wohnsitz begründet. Die Aussagen der Ex-Ehefrau, wonach 
sie  auf  eine  Scheidung  gedrängt  habe,  um  allfälligen  zukünftigen 
Trennungsabsichten  des  Beschwerdeführers  zuvorzukommen,  er-
wiesen  sich  ebenfalls  nicht  als  überzeugend. Der  Beschwerdeführer 
habe  daher  durch  das  Unterzeichnen  der  gemeinsamen  Erklärung 
einen unzutreffenden Anschein erweckt und damit den Tatbestand von 
Art. 41 BüG erfüllt.

J.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 10. November  2008  beantragt  der  Be-
schwerdeführer  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung, 
eventualiter die Rückweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen. Zur 
Begründung lässt er im Wesentlichen ausführen, die Schlussfolgerung 
der Vorinstanz, er habe die erleichterte Einbürgerung durch das Ver-
heimlichen von Tatsachen erschlichen, sei unzutreffend. Die Eheleute 
hätten während des Einbürgerungsverfahrens und zum Zeitpunkt der 
gemeinsamen Erklärung tatsächlich eine gelebte und stabile eheliche 
Gemeinschaft  geführt.  Probleme  seien  erst  viel  später  aufgetaucht; 
Anzeichen  für  eine  Krise  habe  es  erst  im  Frühjahr  2005  gegeben, 
somit  über  ein  Jahr  nach  der  Einbürgerung.  Die  Wohnung  in  Neu-
hausen  am  Rheinfall  hätte  dem  Beschwerdeführer  als  Büro  dienen 
sollen  sowie  als  Unterkunft  für  seine  Eltern  bei  Besuchen  in  der 
Schweiz und als Rückzugsort für ihn und seine Ehefrau; der Umstand, 
dass er eine zweite Wohnung gemietet habe, bedeute nicht, dass die  
Eheleute  sich  getrennt  hätten  bzw.  hätten  trennen  wollen.  Die  An-
meldung  in  Neuhausen  am  Rheinfall  sei  lediglich  auf  Aufforderung 
dieser  Gemeinde  bzw.  entsprechende  Anhaltung  hin  erfolgt.  Ehe-
probleme hätten sich erst im Frühjahr 2005 ergeben; doch hätten diese 
nicht  zur  Scheidung  geführt,  sondern  seien  vielmehr  überwunden 
worden. Die Ehefrau habe sich erst im Jahr 2006 und unabhängig von 
den Eheproblemen im Jahr 2005 zur Scheidung entschlossen. Es er-
scheine  nicht  abwegig,  dass  sich  die  Ex-Ehefrau  des  Beschwerde-

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führers  Gedanken  hinsichtlich  der  Familienplanung  gemacht  habe 
(zumal sie bereits vier Kinder gehabt habe, er jedoch noch keine) und 
sie  sich  vor  einer  erneuten  "Streitscheidung"  habe  schützen wollen. 
Schliesslich lässt der Beschwerdeführer ausführen, dass er – im Falle 
einer Nichtigerklärung seiner erleichterten Einbürgerung – staatenlos 
würde, da er, rückwirkend auf den Zeitpunkt seiner Einbürgerung, auf  
seine  ägyptische  Staatsbürgerschaft  verzichtet  habe.  Die  Schweiz 
habe  die  Verpflichtung,  Staatenlosigkeit  von  sich  hierzulande  auf-
haltenden Personen zu vermeiden.

K.
In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2008 spricht sich die Vor-
instanz  unter  Erläuterung  der  erwähnten  Gründe  für  die  Abweisung 
der Beschwerde aus.

L.
Der Beschwerdeführer lässt mit Replik vom 4. Mai 2009 an seinen An-
trägen und deren Begründung festhalten.

M.
Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit entscheiderheblich – in den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen Verfügungen des  BFM betreffend die Nichtigerklärung einer er-
leichterten Einbürgerung (vgl. Art. 51 Abs. 1 BüG).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt.

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1.3 Als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  ist  der  Beschwerde-
führer  zur  Beschwerde  legitimiert.  Auf  seine  frist-  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts sowie – wenn nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden  (Art. 49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im 
Beschwerdeverfahren das Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publizierten 
Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-
leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. Die Ein -
bürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die 
ausländische Person in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert 
ist,  die schweizerische Rechtsordnung beachtet  und die innere oder 
äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet. Sämtliche Einbürge-
rungsvoraussetzungen müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchsein-
reichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. 
Fehlt es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen 
Gemeinschaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen 
werden (BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f., BGE 130 II 482 E. 2 S. 484, 
BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403 mit Hinweis).

3.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemein-
schaft,  getragen  vom beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  auf -
recht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeit -

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punkt  der  Gesuchseinreichung als  auch  im Zeitpunkt  des  Einbürge-
rungsentscheides eine tatsächliche Gemeinschaft  bestehen,  die  Ge-
währ für die Stabilität der Ehe bietet. Zweifel am Willen der Ehegatten, 
die  eheliche Gemeinschaft  aufrecht  zu  erhalten,  sind  beispielsweise 
angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die 
Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 135 II 
161  E. 2  S. 165,  BGE  130  II  482  E. 2  S. 484,  Urteil  des  Bundes-
gerichts 5A.2/2006 vom 28. April 2006 E. 2.1).

4.
Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom BFM mit Zu-
stimmung der Behörde des Heimatkantons innert  fünf  Jahren nichtig 
erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung 
erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist.

Das  blosse  Fehlen  einer  Einbürgerungsvoraussetzung  genügt  dabei 
nicht. Die Nichtigerklärung setzt vielmehr voraus, dass die erleichterte 
Einbürgerung  "erschlichen",  d.h.  mit  einem  unlauteren  und 
täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne des straf -
rechtlichen  Betrugstatbestandes  ist  nicht  erforderlich.  Immerhin  ist 
notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. 
die Behörde bewusst  in falschem Glauben lässt  und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165, BGE 
132  II  113  E. 3.1  S. 115,  BGE 130  II  482  E. 2  S. 484  mit  weiteren 
Hinweisen). Weiss  der  Betroffene,  dass  die  Voraussetzungen für  die 
erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt  der Verfügung vorliegen 
müssen, so muss er gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben 
sowie seine Mitwirkungs- bzw. Auskunftspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 
Bst.  a  VwVG  die  Behörde  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche 
Änderung der Verhältnisse orientieren, von der er weiss oder wissen 
muss,  dass sie einer  Einbürgerung entgegensteht. Die Behörde darf 
sich ihrerseits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte 
bei passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklich-
keit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.).

5.
5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der frei -
en Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Frei ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre 

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Beweisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, 
wie ein gültiger Beweis zustande kommt und welchen Beweiswert die 
einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweis-
würdigung ist  aber nicht  mit  freiem Ermessen zu verwechseln (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den  Beweismitteln:  BGE 130 II  169  E. 2.3.2 ff.  S. 172 ff.).  Wenn  ein 
Entscheid – wie vorliegend – zum Nachteil eines Betroffenen in seine 
Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde (BGE 135 II 161 
E. 3 S. 166).

5.2 Bei der Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung ist  von 
der  Verwaltung  zu  untersuchen,  ob  die  Ehe  im massgeblichen  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung und der Einbürgerung tatsächlich ge-
lebt wurde (BGE 135 II 161 E. 3 S. 166, 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). 
Hierbei geht es vielfach um innere Vorgänge, die der Behörde oft nicht 
bekannt und schwierig zu beweisen sind. In derartigen Situationen ist 
es  zulässig,  von  bekannten  Tatsachen  (Vermutungsbasis)  auf  unbe-
kannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche tatsächlichen Vermu-
tungen können sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, 
namentlich  auch  im  öffentlichen  Recht.  Es  handelt  sich  dabei  um 
Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  auf  Grund  der  Lebenserfahrung 
gezogen werden (BGE 135 II 161 E. 3 S. 166 mit Hinweisen).

5.3 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder  die Beweislast  noch die Untersuchungsmaxime. Letztere 
gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden, d.h. die 
Vermutung erschütternden Elementen sucht. Hinsichtlich der Voraus-
setzung des intakten Ehelebens liegt es jedoch in der Natur der Sa-
che, dass solche Elemente der Behörde oft nicht bekannt sein dürften 
und nur  die  Betroffenen  darüber  Bescheid  wissen. Es obliegt  daher 
dem erleichtert Eingebürgerten, der nicht nur zur Mitwirkung verpflich-
tet ist (Art. 13 VwVG), sondern angesichts der gegen ihn sprechenden 
tatsächlichen Vermutung selber ein eminentes Interesse hat bzw. ha-
ben sollte, die Vermutung durch den Gegenbeweis oder das Vorbrin-
gen erheblicher Zweifel umzustürzen (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

Es  genügt  dabei,  wenn  der  Betroffene  einen  oder  mehrere  Gründe 
angibt,  die es als  plausibel  erscheinen lassen,  dass er  im Zeitpunkt  
ihrer Erklärung mit dem Schweizer Ehepartner in einer stabilen ehe-
lichen  Gemeinschaft  lebte  und  dass  er  diesbezüglich  nicht  gelogen 
hat. Ein solcher Grund kann entweder ein ausserordentliches Ereignis 

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sein, das zum raschen Zerfall des Willens zur ehelichen Gemeinschaft 
im Anschluss  an  die  Einbürgerung  führte,  oder  der  Betroffene  kann 
darlegen, aus welchem Grund er die Schwere der ehelichen Probleme 
nicht erkannte und im Zeitpunkt, als er die Erklärung unterzeichnete, 
den  wirklichen  Willen  hatte,  mit  dem  Schweizer  Ehepartner  auch 
weiterhin in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (BGE 135 
II 161 E. 3 S. 166).

6.
Die  formellen  Voraussetzungen  gemäss Art. 41  Abs. 1  BüG für  eine 
Nichtigerklärung sind vorliegend erfüllt: Der Kanton Thurgau als Hei-
matkanton hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten 
Einbürgerung erteilt und die Nichtigerklärung ist seitens der zuständi -
gen Instanz innerhalb der gesetzlichen Frist von fünf Jahren ergangen 
(vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  1C_421/2008  vom  15. Dezember 
2008 E. 2.3, 1C_231/2007 vom 14. November 2007 E. 4).

7.
Die  angefochtene  Verfügung  geht  insbesondere  aufgrund  des  zeitli -
chen Ablaufs der Ereignisse von der tatsächlichen Vermutung aus, der 
Beschwerdeführer habe bereits zu den massgeblichen Zeitpunkten der 
Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung am 20. Januar 2004 und 
der  erleichterten  Einbürgerung am 13. Februar  2004 nicht  (mehr)  in 
einer stabilen und auf die Zukunft gerichteten Ehe mit seiner Schwei -
zer Ehefrau gelebt.

7.1 Aus den Akten ergibt sich, dass sich die ehemaligen Eheleute im 
Jahre  1996  während  eines  dreiwöchigen  Ferienaufenthalts  der  Ex-
Ehefrau in Ägypten kennenlernten. Im Februar 1997 hielt sich der Be-
schwerdeführer  im  Rahmen eines  zweiwöchigen  Besuchsaufenthalts 
in der Schweiz auf. Kurze Zeit nach seiner erneuten Einreise liessen 
sie  sich  im  August  1997  traditionell  bzw. religiös  (islamisch)  trauen 
(vgl. Protokoll  der Befragung der Ex-Ehefrau vom 6. November 2007 
S. 2);  am 1. April  1998  folgte  die  zivilrechtliche  Eheschliessung. Am 
19. April 2002 (also noch vor Erfüllen der zeitlichen Voraussetzung von 
Art. 27  Abs. 1  Bst. a  BüG)  stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch 
um erleichterte Einbürgerung, welches nach Unterzeichnung der ge-
meinsamen Erklärung der Ehegatten zur ehelichen Gemeinschaft am 
20. Januar  2004  mit  Verfügung  vom 13. Februar  2004  gutgeheissen 
wurde. Aktenmässig erstellt ist die Bewerbung des Beschwerdeführers 
um eine Wohnung in Neuhausen am Rheinfall  am 28. Juli  2004 (vgl. 

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das Anmeldeformular diesen Datums), wobei er angab, die Wohnung 
per sofort beziehen zu wollen. Ebenso steht aufgrund der Akten fest, 
dass  der  Beschwerdeführer  den  entsprechenden  Mietvertrag  am 
30. Juli  2004 unterzeichnet hat. Per 31. August 2004 meldete er sich 
vom gemeinsamen Wohnsitz im Kanton Zürich ab; die Anmeldung in 
Neuhausen  am  Rheinfall  nahm  er  auf  den  per  1. September  2004 
vereinbarten  Mietbeginn  hin  vor.  Ein  Formular  „gemeinsames  Be-
gehren  auf  Ehescheidung“  wurde  von  ihm (unter  Angabe  von  Neu-
hausen  am  Rheinfall  als  Wohnadresse)  am  7. Februar  2005,  von 
seiner  Ehefrau (die  die  frühere  eheliche Wohnung in Greifensee als 
Wohnadresse angab) am 25. April 2005 unterzeichnet und am darauf-
folgenden  Tag  beim  zuständigen  Bezirksgericht  eingereicht.  Nach 
(gemeinsamer und getrennter) Anhörung durch das Bezirksgericht am 
28. September  2005  (anlässlich  derer  beide  Ehegatten  unabhängig 
voneinander  bestätigten,  das  gemeinsame Scheidungsbegehren  und 
die  Vereinbarung  über  die  Scheidungsfolgen  beruhten  auf  freiem 
Willen und reiflicher Überlegung) und Ablauf  der zweimonatigen Be-
denkzeit  wurde  die  Ehe  mit  (am  14. März  2006  in  Rechtskraft  er-
wachsenem) Urteil vom 1. Dezember 2005 geschieden.

7.2 Bis  zur  erleichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers hatte 
seine Ehe mit der Schweizer Bürgerin somit knappe sechs Jahre ge-
dauert. Bereits fünfeinhalb Monate nach diesem Zeitpunkt schloss er 
allein  einen Mietvertrag über  eine 2-Zimmer-Wohnung ab und einen 
Monat  später  begründete  er  – den  äusseren  Umständen  nach  zu 
schliessen – von seiner Ehefrau getrennten Wohnsitz. Weitere knapp 
sechs Monate  darauf  unternahm er  mit  der  Unterzeichnung des ge-
meinsamen Scheidungsbegehrens erste augenfällige Schritte zur Ein-
leitung  eines  Scheidungsverfahrens.  Am  Tag nach  der  (zweieinhalb 
Monate  später  erfolgten)  Unterzeichnung  des  Scheidungsbegehrens 
durch die Ehefrau wurde dieses beim Gericht anhängig gemacht und 
wiederum knappe  acht  Monate  später  war  bereits  das  Scheidungs-
urteil gefällt.

Diese  Chronologie  der  Ereignisse  begründet  die  tatsächliche  Ver-
mutung,  dass  der  Beschwerdeführer  bereits  zum  Zeitpunkt  der  ge-
meinsamen  Erklärung  sowie  demjenigen  der  erleichterten  Ein-
bürgerung  nicht  mehr  in  einer  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  mit 
seiner Ehefrau lebte.

Seite 12

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8.
Dementsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 
diese tatsächliche Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche 
Zweifel  umzustossen vermag,  indem er  Gründe bzw. Sachumstände 
aufzeigt,  die  es  als  überzeugend  bzw.  nachvollziehbar  erscheinen 
lassen,  dass eine angeblich noch wenige Monate zuvor  bestehende 
tatsächliche, ungetrennte eheliche Gemeinschaft  in der Zwischenzeit 
dergestalt  in  die  Brüche  ging,  dass  es  zur  Scheidung  kam  (vgl. 
BGE 135 II 161 E. 3 S. 166). Es fragt sich somit, ob er eine plausible 
Alternative zur geschilderten Vermutungsfolge darzulegen vermag (vgl. 
E. 5.3).

8.1 Die  Darstellung  des  Beschwerdeführers  auf  Rechtsmittelebene 
vermag jedoch – wie zu zeigen sein wird – nicht zu überzeugen.

8.1.1 Zunächst  sind  die  massgeblichen,  äusseren  Ereignisse  noch 
einmal zeitlich zu situieren.

Die  erleichterte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  erfolgte  am 
13. Februar 2004. Am 30. Juli  2004 unterzeichnete er (alleine) einen 
Mietvertrag über eine Zweizimmerwohnung in Neuhausen am Rhein-
fall,  per 31. August 2004 meldete er sich vom gemeinsamen Domizil 
ab und anderntags in der Gemeinde der neu gemieteten Wohnung an. 
Am  7. Februar  2005  unterzeichnete  er  ein  Formular  "Gemeinsames 
Begehren auf Ehescheidung", welches die Ehegatten – nach der am 
25. April  2005  durch  die  Ex-Ehefrau  vorgenommenen  Unter-
zeichnung – am 26. April 2005 beim zuständigen Gericht einreichten. 
Ihre  gemeinsame  Anhörung  fand  am  28. September  2005  statt; 
daraufhin  unterzeichneten  beide  Parteien  – zum  frühest  möglichen 
Zeitpunkt nach Ablauf der (gesetzlich vorgegebenen, zweimonatigen) 
Bedenkzeit  (am  29. November  2005) –  die  Bestätigung  hinsichtlich 
Scheidungswille  und  Vereinbarung  über  die  Scheidungsfolgen.  Das 
Scheidungsurteil erging am 1. Dezember 2005.

Die in der Beschwerdeschrift vorgebrachte Behauptung, die Eheleute 
hätten ihre eheliche Krise vom Frühjahr 2005 "überwunden" und der 
Beschwerdeführer,  der  sich – eigenen Angaben zufolge – "vermehrt" 
nach  Neuhausen  am Rheinfall  "zurückgezogen"  hatte,  habe  "wieder 
ununterbrochen in Greifensee mit seiner Frau zusammen" gelebt (vgl. 
S. 6), steht somit im Widerspruch zum feststehenden zeitlichen Ablauf 
der Ereignisse. Angesichts des just zu diesem Zeitpunkt eingereichten 
Scheidungsbegehrens ist  offenkundig, dass von einer "Überwindung" 

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der  ehelichen Krise  nicht  die  Rede sein  kann. Als  offensichtlich  un-
zutreffend erweisen sich dementsprechend auch die Ausführungen in 
der  Beschwerdeschrift,  die  Eheprobleme  vom Frühjahr  2005  hätten 
nicht zur Scheidung geführt und die ehemalige Ehefrau habe sich erst  
im Jahre 2006 (angeblich also zu einem Zeitpunkt, zu dem in Tat und 
Wahrheit  bereits ein rechtskräftiges Scheidungsurteil  vorlag) und un-
abhängig  von  den  Eheproblemen  im  Jahre  2005  für  die  Scheidung 
entschieden  (Beschwerdeschrift  S.  6 f.).  Die  äusseren  Ereignisse 
sowie ihr zeitlicher Ablauf zeigen zudem, dass die eheliche Gemein-
schaft,  deren  rechtliche  Auflösung  (mit  der  Unterzeichnung  des 
Scheidungsbegehrens  durch  den  Beschwerdeführer)  bereits  ein 
knappes Jahr nach der erleichterten Einbürgerung in die Wege geleitet 
wurde,  faktisch  schon  einige  Monate  nach  der  Einbürgerung  nicht 
mehr  bestand  (zu  seinen  Vorbringen  im  Zusammenhang  mit  seiner 
Anmeldung in Neuhausen am Rheinfall vgl. sogleich die Ausführungen 
in E. 8.1.2).

8.1.2 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  es  habe  sich  bei  der 
Wohnung in Neuhausen am Rheinfall  um eine Zweitwohnung für ihn 
und seine damalige Ehefrau gehandelt. Zivilrechtlichen Wohnsitz habe 
er dort nicht begründet (vgl. Beschwerdeschrift S. 3-7).

Die ausführlich geschilderten Verwendungszwecke für die angebliche 
Zweit-  bzw. Ferienwohnung erweisen sich nicht  als glaubhaft. Es er-
scheint  nicht  plausibel,  dass die Eheleute bei  der Suche nach einer 
Rückzugsmöglichkeit  erst  in  einem  50  Kilometer  von  der  Familien-
wohnung entfernt  gelegenen  Ort  fündig  geworden  sein  sollen. Auch 
das angeführte Kostenargument wirkt angesichts des nicht  als über-
mässig  günstig  erscheinenden Mietzinses nicht  überzeugend. Nichts 
weist  zudem  darauf  hin,  dass  die  Eltern  des  Beschwerdeführers, 
denen die Wohnung anlässlich von Besuchen in der Schweiz angeb-
lich als  Unterkunft  hätte dienen sollen,  eine solche Reise überhaupt 
konkret in Betracht gezogen bzw. geplant hätten. Dass der – nicht er-
werbstätige –  Beschwerdeführer  zur  Erledigung  von  Korrespondenz 
und administrativen Angelegenheiten sowie zur Vorbereitung von Be-
werbungen  einer  eigenen,  (wie  erwähnt)  50  Kilometer  von  seinem 
Domizil entfernt gelegenen Wohnung bedurft haben soll, erscheint als 
ebensowenig überzeugend.

Dass der Beschwerdeführer die Anmeldung in Neuhausen am Rhein-
fall  lediglich  auf  Anhaltung  bzw. entsprechendes  Insistieren  der  Be-

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hörden  hin  vorgenommen  haben  will,  erscheint  ebenfalls  nicht  als 
glaubhaft. Die eingereichten Beweismittel vermögen diese Behauptung 
nicht  zu  belegen. Mietet  ein  Ehepaar  eine  Ferienwohnung,  wird  für 
gewöhnlich  nicht  einer  der  Ehegatten  von  den  Gemeindebehörden 
aufgefordert,  sich  förmlich  anzumelden.  Gemäss  kantonalem  Recht 
besteht eine Pflicht zur Meldung zum Zwecke der Anpassung der Ein-
träge im Einwohnerregister (nur) bei Zuzug oder Umzug in eine Ge-
meinde sowie bei Wegzug aus einer solchen (vgl.  Art. 89 Abs. 1 Ge-
meindegesetz vom 17. August 1998 [Schaffhauser Rechtsbuch {SHR} 
120.100]),  also  jeweils  nur  bei  Verlegung  des  zivilrechtlichen  Wohn-
sitzes (vgl. auch Art. 11 Bst. a des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2006 
über die Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer amtlicher 
Personenregister  [Registerharmonisierungsgesetz  {RHG}, 
SR 431.02]). Hätte es sich bei der Wohnung in Neuhausen am Rhein-
fall  tatsächlich  lediglich  um eine Zweitwohnung gehandelt,  hätte  der 
Beschwerdeführer dies den Behörden gegenüber daher ohne weiteres 
angeben können. Dementsprechend ist  davon auszugehen, dass die 
Miete der Wohnung und die Anmeldung bei den Behörden im Hinblick 
auf die Begründung eines eigenständigen Wohnsitzes erfolgt sind.

8.1.3 Für  den raschen Zerfall  der  ehelichen Gemeinschaft  nach der 
erleichterten Einbürgerung führt der Beschwerdeführer in erster Linie 
unterschiedliche  Auffassungen  der  Eheleute  hinsichtlich  Familien-
planung ins Feld. Seine damalige Ehefrau habe selber keine weiteren 
Kinder mehr haben, gleichzeitig jedoch nicht der Verwirklichung seines 
Kinderwunschs im Wege stehen sowie sich selber vor einer (erneuten) 
Streitscheidung schützen wollen. Aus diesem Grund habe sie sich zur 
Einleitung eines Verfahrens auf Scheidung ihrer Ehe entschlossen (vgl. 
Beschwerdeschrift S. 7).

Dem Beschwerdeführer musste angesichts des Alters seiner Ex-Ehe-
frau  bei  ihrer  Eheschliessung  (sie  war  damals  39-jährig)  sowie  des 
Umstands, dass sie schon vier Kinder hatte, bereits zu diesem Zeit -
punkt  klar  sein,  dass  sich  die  Frage  allfälliger  gemeinsamer  Kinder 
– so  er  in  grundsätzlicher  Weise  Nachwuchs  überhaupt  in  Betracht 
zog –  in  sehr  naher  Zukunft  stellen  würde  und  allenfalls  Anlass  zu 
Auseinandersetzungen bieten könnte. Von der  Annahme ausgehend, 
dass seinerseits ein Kinderwunsch überhaupt bestand, erscheint nicht 
als  überzeugend,  dass  er  sich  diesbezüglich  nicht  bereits  zu  jenem 
Zeitpunkt  Gedanken gemacht  und das Thema zur  Sprache gebracht 
haben soll. Dass so grundlegend unterschiedliche Auffassungen hin-

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sichtlich  Familienplanung  erst  nach  der  erleichterten  Einbürgerung 
entstanden  bzw.  in  Erscheinung  getreten  sein  sollen,  sich  die  Di-
vergenzen  dann  jedoch  innert  kürzester  Zeit  als  so  unüberbrückbar 
erwiesen,  dass  sie  innert  weniger  Monate  zum vollständigen  Zerfall 
einer vorher angeblich völlig intakten und stabilen ehelichen Gemein-
schaft  führten,  erscheint  als  unplausibel.  Dies  umso  mehr,  als  dies 
bedeuten  würde,  dass  diese  Frage  erst  zu  einem  Zeitpunkt  auf-
gekommen sein und zu Differenzen geführt haben soll, als die Ehefrau 
bereits 46-jährig war.

Die Ehefrau gab anlässlich ihrer Befragung vom 6. November 2007 an, 
der  Beschwerdeführer  habe  nie  konkret  gesagt,  er  wolle  unbedingt 
gemeinsame  Kinder.  Sie  habe  einfach  Angst  davor  gehabt,  der 
Wunsch  nach  gemeinsamen Kindern  könnte  bei  ihm in  der  Zukunft 
einmal  entstehen  und  er  sich  aufgrund  ihrer  diesbezüglichen 
Weigerung von ihr trennen. Mit ihrem Entschluss zur Trennung sei sie 
einem  allfälligen  Trennungswunsch  seinerseits  zuvorgekommen  (Be-
fragungsprotokoll  S. 6 f.).  Gemäss  den  Aussagen  der  Ehefrau  hat 
somit  der  Beschwerdeführer  einen  (allenfalls  bestehenden)  Wunsch 
nach gemeinsamen Kindern nie geäussert,  was er selber auch nicht 
bestritten hat. Es ist somit davon auszugehen, dass er in der Tat gar 
nie einen entsprechenden Wunsch formuliert hat. Abgesehen von der 
pauschalen  Erwähnung  nicht  näher  erläuterter,  angeblicher  "Dis-
kussionen" bei der Familienplanung (Befragungsprotokoll S. 3) gibt es 
denn  auch  keine  Hinweise  auf  allfällige  Meinungsverschiedenheiten 
oder  gar  Auseinandersetzungen  betreffend  dieses  Thema  in  den 
Akten. Umso weniger erscheint daher die Darstellungsweise des Be-
schwerdeführers  als  nachvollziehbar  bzw.  glaubhaft,  dass  sich  die 
Ehefrau  mit  einer  Scheidung  vor  einer  (– von  der  Richtigkeit  der 
Schilderung der Umstände seitens der früheren Eheleute ausgehend – 
vollkommen  hypothetisch  scheinenden)  Streitscheidung  schützen 
wollte, wie er im Wesentlichen vorbringt (Beschwerde S. 7). Dass der 
Anstoss  für  die  Trennung  bzw.  Scheidung  von  der  Ehefrau  aus-
gegangen sein und er sich dagegen "gewehrt" haben soll, erscheint im 
Übrigen  insbesondere  angesichts  dessen,  dass  er  das  Scheidungs-
begehren als Erster unterzeichnete, danach jedoch noch zweieinhalb 
Monate bis zur Unterzeichnung durch die Ehefrau vergingen, ebenfalls 
nicht glaubhaft.

Replicando lässt der Beschwerdeführer hingegen vorbringen, er habe 
mit seiner früheren Ehefrau unbedingt Kinder haben wollen, sie jedoch 

Seite 16

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nicht  (Replik  S. 3).  Dies  würde  bestätigen,  dass  hinsichtlich  des 
Kinderwunschs  tatsächlich  divergierende  Einstellungen  bestanden 
hatten  und  die  Befürchtungen  der  Ehefrau,  der  Beschwerdeführer 
könnte  sich  aufgrunddessen  von  ihr  trennen,  berechtigt  gewesen 
waren. Dass dieser Wunsch erst nach der erleichterten Einbürgerung 
aufgekommen,  dann  jedoch  so  heftig  geworden  sein  soll,  dass  er 
innert  kürzester  Zeit  zur  Trennung  führte,  wird  seitens  des  Be-
schwerdeführers  nicht  behauptet  und erscheint,  wie  dargelegt,  auch 
nicht glaubhaft; dieser Problematik – sollte es sich denn tatsächlich um 
eine gehandelt haben – mussten sich die Eheleute vielmehr schon zu 
einem frühe(re)n Zeitpunkt bewusst gewesen sein. Von einer stabilen, 
auf die Zukunft gerichteten ehelichen Gemeinschaft kann jedoch unter 
Zugrundelegung  dieser  Darstellung  des  Beschwerdeführers  ohnehin 
nicht ausgegangen werden, wäre in einer solchen doch zu erwarten, 
dass  sich  die  Ehepartner  auch  oder  gerade  beim  Auftreten  von 
Schwierigkeiten  bzw.  in  schwierigen  Situationen  gegenseitig  unter-
stützen  und  bemühen,  Befürchtungen  der  anderen  Person  zu  zer-
streuen.

8.1.4 Auf die  Frage nach während der  Ehe bestehenden Schwierig-
keiten  gab  die  Ex-Ehefrau  anlässlich  ihrer  Befragung  vom 
6. November 2007 an, die finanzielle Situation habe ihre Ehe belastet, 
zumal  sie  selber  von  Ende  2004  bis  Ende  Oktober  2007  ohne  Er-
werbstätigkeit  gewesen  sei.  Sie  sei  finanziell  etwas  überfordert  ge-
wesen, was auch die „Stimmung“ in  ihrer  Ehe leicht  verändert  habe 
(Protokoll S. 4).

Mit  Blick auf  die Frage nach einer plausiblen Erklärung für  das Zer-
brechen innert  so kurzer Zeit  einer bis dahin angeblich intakten und 
auf  die  Zukunft  gerichteten  ehelichen  Gemeinschaft  könnte  sich  die 
Tatsache, dass sich eine finanziell allenfalls bereits angespannte Lage 
durch die plötzliche Erwerbslosigkeit eines Ehegatten noch verschärft 
hat, unter Umständen als bedeutsam erweisen.

Jedoch kann auch darin vorliegend keine Erklärung für die plötzliche 
Zerrüttung der Ehe gesehen werden. Die ehemalige Ehefrau des Be-
schwerdeführers hat – wie erwähnt – angegeben, Ende 2004 arbeits-
los geworden zu sein. Eine dadurch bedingte  (allenfalls  zusätzliche) 
finanzielle  Belastung  der  ehelichen  Gemeinschaft  hat  sich  daher 
frühstens  nach  diesem  Zeitpunkt  überhaupt  bemerkbar  machen 
können.  Der  Beschwerdeführer  hat  das  gemeinsame  Scheidungs-

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begehren  jedoch  bereits  am  7. Februar  2005  unterzeichnet  (seine 
Ehefrau am 25. April  2005).  Aufgrund der dargelegten Ereignisse im 
Zusammenhang mit der Miete der Wohnung in Neuhausen am Rhein-
fall  (vgl. die Ausführungen in E. 8.1.1 f.) ist davon auszugehen, dass 
die eheliche Gemeinschaft faktisch bereits zu jenem Zeitpunkt – also 
noch vor Eintritt  der Arbeitslosigkeit der Ex-Ehefrau – nicht mehr be-
stand. Den  ersten  Schritt  in  Richtung  Einleitung  des  Verfahrens  auf 
rechtliche Auflösung (respektive Scheidung) der Ehe – was zwingend 
einen  vorausgehenden  Entscheidfindungsprozess  bedingt –  unter-
nahm  der  Beschwerdeführer  jedenfalls  mit  der  Unterzeichnung  des 
Scheidungsbegehrens Anfang Februar des Jahres 2005. Bereits auf-
grund der zeitlichen Ereignisabfolge zeigt sich daher, dass auch eine 
allfällige  (zusätzliche)  finanzielle  Belastung  bzw.  auch  die  Arbeits-
losigkeit der Ehefrau nicht ursächlich für die Zerrüttung der ehelichen 
Gemeinschaft  gewesen  sein  kann. Wäre  den  Ehegatten  im  Übrigen 
zudem  tatsächlich  an  der  Aufrechterhaltung  der  ehelichen  Gemein-
schaft  gelegen  gewesen,  wäre in  Anbetracht  eine Belastung für  die 
eheliche Gemeinschaft darstellender, finanzieller Schwierigkeiten das 
Nächstliegende gewesen, spätestens zum Zeitpunkt  des Eintritts der 
Arbeitslosigkeit  der  Ehefrau  den  Mietvertrag  hinsichtlich  der  angeb-
lichen  „Zweit-Wohnung“  der  Ehegatten  zu  kündigen.  Dass  sie  dies 
nicht getan haben, bestätigt, dass sich der Zerfall auch nicht mit dieser 
Darstellung plausibel erklären lässt.

8.2 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine plausible 
Alternative  zur  dargestellten  Vermutungsfolge  zu  präsentieren  und 
damit die gegen ihn sprechende Vermutung überzeugend in Frage zu 
stellen,  wonach  spätestens  zum  Zeitpunkt  der  erleichterten  Ein-
bürgerung zwischen ihm und seiner Schweizer Ehefrau keine stabile 
und auf die Zukunft gerichtete eheliche Gemeinschaft (mehr) bestand.

Indem  er  in  der  gemeinsamen  Erklärung  vom  20. Januar  2004 
dennoch den Bestand einer intakten und stabilen Ehe versicherte bzw. 
eine Änderung des Sachverhalts nicht anzeigte, hat er die Behörden 
über  eine  wesentliche  Tatsache  getäuscht  und  die  erleichterte  Ein-
bürgerung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG erschlichen.

Damit  sind  auch  die  materiellen  Voraussetzungen  für  die  Nichtig-
erklärung der erleichterten Einbürgerung erfüllt.

9.
Seitens des Beschwerdeführers wird als Argument weiter ins Feld ge-

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führt, die erleichterte Einbürgerung dürfe nicht nichtig erklärt werden, 
da er sich sonst  – nach der auf das Datum seiner Einbürgerung hin 
rückwirkenden  Aufgabe  seiner  ägyptischen  Staatsbürgerschaft  (vgl. 
die – allerdings nicht ganz klare – Bestätigung der hiesigen Vertretung 
vom 3. November 2008) – als staatenlos erweisen würde. Die Schweiz 
sei  jedoch  gemäss  internationalen  Übereinkommen  zur  Vermeidung 
der  Staatenlosigkeit  von  sich  auf  ihrem  Territorium  aufhaltenden 
Personen  verpflichtet.  Zudem  habe  er  sich  aufgrund  seines  langen 
Aufenthalts  in  der  Schweiz  hierzulande  hervorragend  integriert  (Be-
schwerdeschrift S. 9 f.).

Von der Regelfolge gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG der Nichtigerklärung 
der  erleichterten  Einbürgerung  einer  Person,  welcher  eine 
Täuschungshandlung im geschilderten Sinne vorzuwerfen ist,  ist  ge-
mäss Rechtsprechung nur unter ganz ausserordentlichen Umständen 
abzuweichen.  Eine  drohende  Staatenlosigkeit  stellt  gemäss  Praxis 
keinen solchen Umstand dar (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 
1C_350/2009 vom 16. November 2009 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 
Die dargelegten Vorbringen des Beschwerdeführers sind daher nicht 
geeignet, im Rahmen des der Vorinstanz nach Art.  41 Abs. 1 BüG zu-
stehenden  (pflichtgemäss  auszuübenden)  Ermessens  einen  Verzicht 
auf die  Nichtigerklärung zu rechtfertigen. Dies umso weniger, als der 
Beschwerdeführer vorliegend nicht nur den Verlust seines Schweizer 
Bürgerrechts  seinem eigenen  Verhalten  zuzuschreiben  hat,  sondern 
augenscheinlich  auch  in  Kenntnis  des  laufenden  Verfahrens  auf 
Nichtigerklärung  seiner  erleichterten  Einbürgerung  (und  folglich  im 
Bewusstsein darum) auf sein ägyptisches Bürgerrecht verzichtet hat.

10.
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  demnach  als  rechtmässig 
(Art. 49  VwVG).  Die  dagegen  erhobene  Beschwerde  ist  dement-
sprechend abzuweisen.

11.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  sind  dessen  – auf 
Fr. 900.–  festzusetzende –  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Seite 19

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 900.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Thurgau 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Seite 20

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Seite 21