# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90116ef4-5c56-53e1-b1c4-9cc43173a99b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2017 C-313/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-313-2016_2017-08-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-313/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider,  

Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiberin Tania Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch Beate Bruy, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 14. Dezember 2015. 

 

 

 

C-313/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der am (…) 1952 geborene, deutsche Staatsangehörige A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) war in den Jahren 1987 bis 1992 und 

1995 in der Schweiz erwerbstätig und leistete während insgesamt 75 Mo-

naten Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denversicherung (AHV/IV; vgl. Akten der Vorinstanz [act.] 2, 16 S. 2, 164). 

Zuletzt arbeitete er in der Zeit vom 1. Juli 1995 bis zu seiner betriebsbe-

dingten Entlassung am 30. Juni 2008 als Automatenaufsteller, Kundenbe-

treuer, Kassier und Monteur in Deutschland (vgl. act. 26 S. 3 f., 45). 

A.b Am 27. November 2008 stellte der Beschwerdeführer beim deutschen 

Sozialversicherungsträger zuhanden der IV-Stelle für Versicherte im Aus-

land IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) einen Antrag zum Bezug von IV-Leis-

tungen bei der Schweizerischen Ausgleichskasse. Dabei gab er an, an 

Rückenbeschwerden, Prostatahyperplasie, Depressionen, Nervenschädi-

gungen sowie Schlafproblemen zu leiden (act. 3 S. 6 und 10). 

A.c Mit Verfügung vom 3. November 2009 wies die Vorinstanz das Leis-

tungsbegehren des Beschwerdeführers ab (act. 48). Die vom Beschwer-

deführer dagegen erhobene Beschwerde wurde mit erstem Urteil des 

BVGer C-7220/2009 vom 25. Januar 2012 insoweit gutgeheissen, als die 

Verfügung vom 3. November 2009 aufgehoben und die Sache an die Vor-

instanz zurückgewiesen wurde, damit diese die erforderlichen zusätzlichen 

Abklärungen vornehme (act. 53). Im Einzelnen hielt das Bundesverwal-

tungsgericht insbesondere fest, es lasse sich nicht mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit feststellen, ob der angestammte Beruf als leichte, mit-

telschwere oder schwere Tätigkeit einzustufen sei (act. 53 S. 19). 

A.d Nach Durchführung weiterer Abklärungen wies die Vorinstanz das 

Leistungsbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 30. Mai 

2013 erneut ab (act. 125). Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene 

Beschwerde wurde mit zweitem Urteil des BVGer C-3913/2013 vom 

27. März 2014 insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 30. Mai 2013 

aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde. Im 

Einzelnen hielt das Bundesverwaltungsgericht insbesondere fest, ohne ein 

polydisziplinäres Gutachten könne aufgrund der unvollständigen, teils wi-

dersprüchlichen medizinischen Aktenlage nicht beurteilt werden, ob die ge-

sundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers invalidisierend 

seien (act. 139). 

C-313/2016 

Seite 3 

A.e Nach Beizug des Fragebogens für den Versicherten (act. 145 S. 1 ff.), 

des Fragebogens für den Arbeitgeber (act. 91 = 145 S. 6 f.) sowie nach 

Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (act. 162) führte die Vor- 

instanz das Vorbescheidverfahren durch (vgl. act. 166 ff.) und wies in der 

Folge das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

14. Dezember 2015 erneut ab (act. 198). 

A.f Seit dem 1. Dezember 2015 bezieht der Beschwerdeführer eine or-

dentliche Altersrente bei der Schweizerischen Ausgleichskasse (act. 192). 

B.  

B.a Gegen die Verfügung vom 14. Dezember 2015 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 15. Januar 2016 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht und beantragte die Gewährung einer Invalidenrente für  

einen Invaliditätsgrad von mindestens 70 % ab dem 27. November 2008. 

Ferner beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung 

durch Rechtsanwältin Beate Bruy (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren 

[BVGer act.] 1). 

B.b Mit Eingabe vom 3. März 2016 wurde dem Bundesverwaltungsgericht 

zudem das Gesuch des Beschwerdeführers vom 29. Februar 2016 um un-

entgeltliche Rechtspflege übermittelt (BVGer act. 5). 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2016 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Ver-

fügung (BVGer act. 3). 

D.  

Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 26. April 2016 an seiner Be-

schwerde fest und beantragte zudem die Einholung eines Obergutachtens 

(BVGer act. 9). 

E.  

Die Vorinstanz hielt mit Eingabe vom 3. Mai 2016 unter Verweis auf ihre 

Vernehmlassung vom 5. Februar 2016 an ihren Anträgen auf Abweisung 

der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Verfügung fest 

(BVGer act. 11). 

F.  

Mit Instruktionsverfügung vom 10. Mai 2016 wurde der Schriftenwechsel 

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Seite 4 

unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (BVGer 

act. 12). 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Dezember 2016 wurden die Gesuche um 

unentgeltliche Rechtspflege sowie Verbeiständung gutgeheissen und dem 

Beschwerdeführer wurde Rechtsanwältin Beate Bruy als amtlich bestellte 

Anwältin beigeordnet (BVGer act. 18). 

H.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die Beweismittel ist, soweit erfor-

derlich, in den folgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Ver-

fügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, 

womit er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 

830.1]). Somit ist auf die – unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar (Art. 38 Abs. 4 Bst. c ATSG) – 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 15. Januar 2016 ein-

zutreten (Art. 60 ATSG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.2 Es ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes we-

gen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition kann es die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. Urteil des BGer 2C_393/2015 vom 

26. Januar 2016 E. 1.2; BGE 132 II 47 E. 1.3 m.H.). 

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Seite 5 

2.3 Nach ständiger Rechtsprechung beschränkt sich die Prüfung des So-

zialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass 

der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. Urteil des 

BGer 8C_489/2016 vom 29. November 2016 E. 5.2 m.H. auf BGE 132 V 

215 E. 3.1.1; 130 V 138 E. 2.1; 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die jenen 

Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand  

einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, wohnt in 

Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig (act. 2, 164). Damit ge-

langen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 

0.142.112.681, in Kraft getreten am 1. Juni 2002) und die Regelwerke der 

Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ge-

mäss Anhang II des FZA zur Anwendung. Der Anspruch auf Leistungen der 

schweizerischen Invalidenversicherung richtet sich auch nach dem Inkraft-

treten des FZA nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). 

3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), weshalb jene Vorschriften An-

wendung finden, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 14. De-

zember 2015 in Kraft standen, weiter aber auch Vorschriften, die zu jenem 

Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung 

allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. 

4.  

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird 

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Seite 6 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva-

lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-

glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-

ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 

4.2 Anspruch auf eine Rente haben laut Art. 28 Abs. 1 IVG (in der seit 

1. Januar 2008 geltenden Fassung vom 6. Oktober 2006 [5. IV-Revision]) 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während  

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Ge-

mäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 

die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertels-

rente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechen-

den Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren 

gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (Art. 29 

Abs. 4 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung [5. IV-Revision]), 

soweit nicht völkerrechtliche Bestimmungen eine abweichende Regelung 

vorsehen. Eine solche Ausnahme ist seit dem 1. Juni 2002 für die Staats-

angehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz gegeben, so-

fern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (vgl. FZA und dazu-

gehörige Verordnungen). Die Regelung in Art. 29 Abs. 4 IVG stellt nicht 

eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvor-

aussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 

4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Wei-

teren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurtei-

lung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-

gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

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4.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 

E. 3a) und ob der Arzt oder die Ärztin über die notwendigen fachlichen 

Qualifikationen verfügt (Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 

2010 E. 2.1). Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsge-

richtsverfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die 

Rechtsprechung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. 

BGE 125 V 351 E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfah-

rens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-

sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zu, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Berichte behandelnder Ärzte sind 

aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit 

Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Haus-

arzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen Versi-

cherungsgerichts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 

351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken der Berichte 

behandelnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich wenn sie wichtige 

– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – As-

pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-

würdigt geblieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 

E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 

kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi-

zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-

trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125 V 351 E. 3b/ee). 

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Seite 8 

5.  

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob beim Beschwerdeführer eine 

rentenbegründende Invalidität vorliegt. 

5.1 Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde vom 15. Januar 

2016 eine Einschränkung seiner Erwerbsfähigkeit von 100 % durch fol-

gende Leiden geltend: Mittlere Depression mit Traumatisierung und Anpas-

sungsstörung am Arbeitsplatz (ICD-10 F33.1, F43.1); Lumbalgie bei 

Iliosakralgelenksirritation, chronisch und rezidivierend; Interskapulago 

rechts; HWS Schulter-Arm-Syndrom rechts; absolute Spinalkanalstenose 

bei L3/L4 (ICD-10 M48.09); chronische Schmerzsymptomatik bei mediola-

teralem rechtsseitigem Prolaps L5/S1 (ICD-10 F45.41); S-förmige Skolio-

se; rezidivierende Prostatitis; Cholezystolithiasis (BVGer act. 1 S. 4). Von 

Seiten der Vorinstanz habe er keinerlei Angebote zur Rehabilitation und 

Wiedereingliederung erhalten (BVGer act. 1 S. 3, 9). Sodann habe die Vor-

instanz ein polydisziplinäres Gutachten erstellt und komme zum Ergebnis, 

dass der Beschwerdeführer zu 100 % erwerbsfähig sei. Dabei habe sie die 

Ergebnisse des Entlassungsberichts der Klinik B._______ vom 26. Juni 

2013 vollumfänglich ausser Acht gelassen (BVGer act. 1 S. 5). Weiter mo-

nierte der Beschwerdeführer, aus dem polydisziplinären Gutachten würden 

sich die gleichen medizinischen Ergebnisse ergeben, wie sie auch die 

deutschen Ärzte ermittelt hätten. Jedoch seien die Rückschlüsse der 

schweizerischen Ärzte auf die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers 

genau konträr und es werde ihm eine Aggravation unterstellt (BVGer act. 1 

S. 6). Ferner seien dem Beschwerdeführer während der Begutachtung zu 

kurze Pausen zwischen den Untersuchungen gewährt worden, nämlich le-

diglich 1 ½ Stunden, obwohl er dies verlangt habe. Schliesslich sei im Gut-

achten nicht klar, zu welchem Zeitpunkt die Leistungsbeurteilung erfolgt sei 

bzw. für welche Zeiträume. Es würde keinerlei Abstufung der Arbeitsunfä-

higkeitszeiten bzw. Erwerbsunfähigkeitszeiten vorliegen, sondern es werde 

ein Zeitraum von 2008 bis 2015 pauschal beurteilt (BVGer act. 1 S. 9). 

Replikweise beantragte der Beschwerdeführer die Veranlassung eines 

Obergutachtens und führte aus, die Therapieoptionen seien vollständig 

ausgeschöpft und eine Besserung sei nicht zu erwarten. Im Gutachten sei 

nicht berücksichtigt worden, dass der Beschwerdeführer schwere Lasten 

(20–70 kg) habe tragen müssen, stundenlang im Kraftfahrzeug habe sitzen 

müssen und bereits während des bestehenden Arbeitsverhältnisses auf-

grund der Leistungseinschränkungen ab 1. Januar 2004 die Wochenar-

beitszeit von 42.5 Stunden auf 34 Stunden reduziert habe. Weiter habe die 

Vorinstanz die Berichte von Dr. med. C._______ vom 19. Mai 2015 und 

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von Dr. med. D._______ vom 13. Mai 2015 vollständig ausser Acht gelas-

sen. Zudem leide der Beschwerdeführer an einer Spinalkanalstenose, de-

ren Beschwerden bislang nicht hätten stabilisiert werden können (BVGer 

act. 9 S. 2 f.). 

5.2 Im ersten Beschwerdeverfahren C-7220/2009 blieb aufgrund der diver-

gierenden Angaben der Arbeitgeberin und des Beschwerdeführers unklar, 

ob der angestammte Beruf bzw. die bisherige Tätigkeit des Beschwerde-

führers als leichte, mittelschwere oder schwere Tätigkeit einzustufen sei 

(vgl. Urteil C-7220/2009 E. 5.4.2).  

5.2.1 Im Fragebogen vom 8. Juni 2009 hatte die Arbeitgeberin die vom Be-

schwerdeführer ausgeübte Tätigkeit mit Kundenbetreuung und Kassier 

umschrieben. Es habe sich dabei um eine leichte Tätigkeit gehandelt und 

der Beschwerdeführer habe zuletzt 34 Stunden pro Woche gearbeitet 

(act. 26 S. 6). Demgegenüber hatte der Beschwerdeführer von Beginn an 

geltend gemacht, als Automatenaufsteller (Kassier und Monteur) tätig ge-

wesen zu sein. Dabei habe er lange Autofahrten absolvieren sowie Ge-

wichte zwischen 50 kg und 70 kg heben und tragen müssen (vgl. Urteil 

C-7220/2009 E. 5.4.1; act. 3 S. 11, 40 S. 2). Auch im aktuellen Verfahren 

machte er geltend, er habe regelmässig Automaten mit bis zu 70 kg tragen 

müssen (vgl. BVGer act. 1 S. 3). 

5.2.2 In der Folge befragte die Vorinstanz die Arbeitgeberin erneut mittels 

Fragebogen. Gemäss Angaben der Arbeitgeberin vom 18. Juli 2012 sei der 

Beschwerdeführer am 1. Juli 1995 in die Firma eingetreten. Der Austritt per 

30. Juni 2008 sei erfolgt, weil die Tätigkeit nicht mehr in Vollzeit habe er-

bracht werden können. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens habe der Be-

schwerdeführer Tätigkeiten als Gebietsleiter, Kundenbetreuer, Kassierer 

und Monteur ausgeübt. Es habe sich um eine schwere Tätigkeit gehandelt. 

Zudem wurde der Arbeitsplatz wegen des Stresses aufgrund der Spieler in 

den Gastronomiebetrieben als ungünstig bezeichnet. Der Beschwerdefüh-

rer habe die Tätigkeit bis zum 31. Dezember 2003 voll ausüben können. 

Aufgrund der reduzierten Arbeitszeit hätten Krankheitszeiten vermieden 

werden können (act. 91 = 145 S. 6 f.). 

5.2.3 Die Vorinstanz stellte sodann mit Schreiben vom 1. Oktober 2015 er-

gänzende Fragen bezüglich der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdefüh-

rers (act. 189). Daraufhin gab die Arbeitgeberin mit Schreiben vom 30. No-

vember 2015 an, die Tätigkeit habe teilweise eine körperlich schwere Tä-

tigkeit dargestellt, da gelegentlich Spielgeräte hätten ausgetauscht werden 

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Seite 10 

müssen, und es habe sich nicht um Arbeit mit häufiger Zwangshaltung der 

Wirbelsäule gehandelt (act. 195). Ferner wurde die individuelle Tätigkeit 

mittels Formular wie folgt beschrieben: Geldtransport und -auffüllung, In-

standhaltung der Spielstätten, Beseitigung von Störungen und Unregel-

mässigkeiten am Automaten, Mitwirkung im Gewährleistungs- und Ersatz-

teilmanagement, Durchführung von Funktionskontrollen, Automatenab-

rechnungen und Kassenabschlüsse. All diese Tätigkeiten seien pro Tag 

manchmal (6–33 % oder ½ bis ca. 3 Stunden) ausgeübt worden. Als kör-

perliche Belastungen wurden wiederum jeweils mit der Häufigkeit manch-

mal Sitzen, Gehen, Stehen sowie Heben und Tragen (leicht 0–10 kg und 

mittelschwer 10–25 kg) genannt. Das schwere Heben und Tragen von über 

25 kg sei selten (1–5 % oder bis ca. ½ Stunde) gewesen. Die Anforderun-

gen an die Konzentration/Aufmerksamkeit und Sorgfalt seien gross gewe-

sen, diejenigen an das Durchhaltevermögen und das Auffassungsvermö-

gen mittel (act. 196).  

5.2.4 Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe regelmässig Auto-

maten mit bis zu 70 kg tragen müssen. Der Arbeitgeber hat mit Fragebogen 

vom 18. Juli 2012 die ausgeübten Funktionen als Gebietsleiter, Kundenbe-

treuer, Kassierer und Monteur als schwere Tätigkeiten qualifiziert. Im For-

mular vom 30. November 2015 wird das Heben oder Tragen schwerer Las-

ten, d.h. mehr als 25 kg vom Arbeitgeber als seltene Tätigkeit im Umfang 

von 1–5 % oder bis ca. ½ Stunde täglich angegeben. Auf die konkrete 

Frage, ob es sich um körperlich häufig schwere Tätigkeit gehandelt habe, 

führte der Arbeitgeber sinngemäss aus, die Tätigkeit habe teilweise eine 

körperlich schwere Tätigkeit dargestellt, da gelegentlich Spielgeräte hätten 

ausgetauscht werden müssen. Aus den Angaben des Beschwerdeführers 

müsste somit der regelmässige Austausch von schweren Spielgeräten ge-

folgert werden, während aus den Angaben des Arbeitgebers der Ersatz und 

Transport von schweren Spielautomaten eine Ausnahmesituation darge-

stellt hat. Im Fragebogen vom 9. Juni 2009 hatte der Arbeitgeber die vom 

Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit noch mit Kundenbetreuer und Kas-

sier umschrieben und dies als leichte Arbeit qualifiziert. Mit Blick auf den 

Umstand, dass alte Geräte durch neue Modelle ersetzt werden und ge-

wisse Reparatur- und Wartungsarbeiten auch nicht direkt vor Ort durchge-

führt werden können oder sich eine aufwändigere Reparatur auch nicht 

mehr lohnen kann, scheint es im vorliegenden Fall sachgerecht, auf die 

differenziertere und präzisere Stellenbeschreibung des Arbeitgebers vom 

30. November 2015 abzustellen. Demnach umfasste die bisherige Tätig-

keit des Beschwerdeführers auch schwere Tätigkeiten, wie namentlich die 

Montage neuer Spielautomaten oder den Austausch defekter Geräte. Das 

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Seite 11 

Heben oder Tragen von schweren Lasten über 25 kg gehörte jedoch nicht 

zu den Hauptaufgaben des Beschwerdeführers und war im Vergleich zu 

den übrigen Aufgaben nur gelegentlich erforderlich. Somit ist die bisherige 

Tätigkeit als überwiegend leicht bis mittelschwer einzustufen, wobei teil-

weise auch das schwere Heben oder Tragen von über 25 kg erforderlich 

war. 

5.3 Im zweiten Beschwerdeverfahren C-3913/2013 führte das Bundesver-

waltungsgericht aus, es sei ohne ein polydisziplinäres Gutachten nicht in 

der Lage, zu beurteilen, ob die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers invalidisierend seien.  

5.3.1 In der Folge holte die Vorinstanz bei der Institution E._______ das 

vom 17. Februar 2015 datierende polydisziplinäre Gutachten ein 

(act. 162). Hierfür wurde der Beschwerdeführer am 30. September 2014 

durch Dr. med. F._______, Allgemeine Innere Medizin FMH, Dr. med. 

G._______, Neurologie FMH, Dr. med. H._______, Orthopädische Chirur-

gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Med. pract. I._______, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Mag. rer. nat. J._______, Neuropsy-

chologie, sowie Prof. Dr. med. K._______, Facharzt für Neurologie FMH, 

untersucht und begutachtet.  

5.3.1.1 Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden dege-

nerative Alterationen der lumbalen Wirbelsäule mit geringgradigem klini-

schem Befund-Korrelat genannt. Des Weiteren wurden folgende Diagno-

sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Restzustand einer 

leichtgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.0); wahrscheinliche arte-

rielle Hypertonie; rechts-links-konvexe thorakolumbale Skoliose ohne be-

hinderungsrelevantes klinisches Korrelat; Verdacht auf Blockierung des 

Kostotransversalgelenks 7 rechts ohne behinderungsrelevantes klinisches 

Korrelat; ISG-Arthrose beidseits, ohne behinderungsrelevantes klinisches 

Korrelat; Acromioclaviculargelenksarthrose beidseits ohne behinderungs-

relevantes klinisches Korrelat (act. 162 S. 57 f.). 

5.3.1.2 In internistischer Hinsicht führte Dr. med. F._______ aus, die Be-

funde würden erhöhte Blutdruckwerte zeigen. Im Übrigen sei der Befund 

ohne Anhalt für eine namhafte internistische Erkrankung gewesen. Eine 

internistische Diagnose mit Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei nicht 

evident. Auch sei keine die Arbeitsfähigkeit mindernde internistische Er-

krankung aktenkundig (act. 162 S. 21). 

C-313/2016 

Seite 12 

5.3.1.3 Gemäss der neurologischen Beurteilung von Dr. med. G._______ 

ergebe der erhobene Untersuchungsbefund biologisch nicht plausibel zu-

zuordnende sensible Angaben, eine deutliche Diskrepanz zwischen der re-

klamierten Schmerzintensität und dem unbeeinträchtigten klinischen Ein-

druck, eine freie spontane Mobilität und eine im klinischen Befund nicht 

gestörte Kognition. Das MRI (Magnetic Resonance Imaging) der Lenden-

wirbelsäule vom 6. Februar 2013 zeige eine Spinalkanalstenose in Höhe 

LWK3/4. Jedoch sei dieser bildmorphologische Befund nach schulmedizi-

nischer Regel ohne eigenständigen Krankheitswert und nur im Kontext des 

klinischen Befunds sinnvoll interpretierbar. Angesichts des hiesigen Be-

funds und der anamnestischen Angabe einer Gehstrecke von mehr als ei-

nem Kilometer könne hier also aus Sicht des Gutachters keine Minderung 

der Arbeitsfähigkeit in der angestammten (wechselbelastenden, nicht über-

wiegend schweren) Tätigkeit resultieren. Die aktendokumentierten Be-

funde des nervenärztlichen Gutachtes vom November 2013 von Dr. med. 

L._______ sei nicht reproduzierbar und nicht nachvollziehbar. Die Diag-

nose einer sowohl axonalen als auch leicht demyelinisierenden Schädi-

gung des peripher motorischen Neurons, vereinbar mit einer metabolisch 

bedingten Polyneuropathie sei bei fehlenden Angaben zu den MSAP-

Amplituden und einer (ungewöhnlich schnellen) Nervenleitgeschwindigkeit 

des linken Nervus tibialis mit dokumentiert 68.2 m/s bei auch ansonsten 

regelrechten Leitgeschwindigkeiten der untersuchten Nerven (alle Nerven-

leitgeschwindigkeiten > 48 m/s) nicht nachvollziehbar und nach den neu-

rophysiologischen Regeln nicht korrekt. Hingegen hätten sich die Befunde 

eines neurologischen Gutachtens des Jahres 2009 bestätigt, in welchem 

elektroneurographische Normalbefunde für den untersuchten rechten Ner-

vus peroneus beschrieben seien. Die Diagnose einer Polyneuropathie sei 

hier nicht zu stellen, zudem würden sich klinisch keine Paresen oder Atro-

phien (insbesondere in der kleinen Fussmuskultur) finden und es würden 

keine neuropathisch anmutenden Missempfindungen geschildert. Eine die 

Unterschiede zur Voruntersuchung erklärende Besserung sei nicht wahr-

scheinlich, da reversible Polyneuropathien ehedem selten und die Vorbe-

funde schulmedizinisch unzulässig fehlinterpretiert worden seien. Der hier 

erhobene neurologische Befund decke sich, mit Ausnahme des im Gutach-

ten von Dr. med. L._______ dokumentierten Befunds, im Wesentlichen mit 

den mehrfach aktendokumentierten neurologischen Vorbefunden. 

Schliesslich hätte sich mit Bezug auf die anamnestisch geschilderten kog-

nitiven Einschränkungen und der im Vorgutachten von Dr. med. L._______ 

gestellten Diagnose einer leichten bis mittelgradigen Alzheimer-Demenz im 

Rahmen der neurologischen Untersuchung kein ausreichender Hinweis 

C-313/2016 

Seite 13 

auf klinisch relevante kognitive Störungen ergeben. Bildmorphologisch er-

gebe sich ebenfalls kein ausreichender Anhalt für ein symptomatisches de-

menzielles Syndrom. Auch für die seitens des Beschwerdeführers angege-

ben Sensibilitätsstörungen habe sich im zerebralen MRI kein Korrelat ge-

funden. Zusammengefasst bestehe aus neurologischer Sicht keine Minde-

rung der Arbeitsfähigkeit in der letzten sowie jedweder vergleichbaren Tä-

tigkeit. Medizinisch-theoretisch seien allenfalls körperlich schwere Tätig-

keiten und Arbeiten mit häufiger lumbovertebraler Zwangshaltung zu ver-

meiden (act. 162 S. 27 ff., vgl. auch Bericht des Radiologen Prof. Dr. med. 

M._______ vom 8. Oktober 2014 betreffend MR [Magnetresonanz] des 

Gehirns [act. 162 S. 93] sowie elektrophysiologische Untersuchung durch 

Dr. med. G._______ vom 30. September 2014 [act. 162 S. 94 f.]). 

5.3.1.4 In orthopädischer Hinsicht führte Dr. med. H._______ aus, für die 

reklamierten Schulterschmerzen liege kein namhaftes klinisches Korrelat 

vor. Vielmehr spreche der muskulöse Status für eine rege Aktivität und ge-

gen eine alltagsrelevante Schonung. Bei der aktenkundigen Acromioclavi-

culargelenksarthrose beidseits handle es sich um einen rein radiologischen 

Befund ohne klinisches Korrelat; im Befund gebe es keinen Anhalt für eine 

schmerzhafte Reizung der Gelenke. Bei der klinischen Untersuchung zeige 

sich weiter eine harmonische Kyphose und rechtskonvexe thorakale Sko-

liose der Brustwirbelsäule bei kräftiger Muskulatur, ein Druckschmerz über 

dem Kostotransversalgelenk 7 rechts und eine mögliche Blockierung die-

ses Rippengelenks. Letzteres sei physio- und/oder manual-therapeutisch 

einfach korrigierbar, zudem sei der Befund geringgradig ausgeprägt. Die 

vorliegende Skoliose repräsentiere eine häufige Normvariante in der allge-

meinen Population und sei ohne eigenständigen behinderungsrelevanten 

Effekt. Die Lendenwirbelsäule zeige ebenfalls eine harmonische Lordose, 

eine linkskonvexe lumbale Skoliose bei kräftiger Muskulatur. Subjektive 

Druck- und Klopfschmerzen seien über den Lendenwirbelkörpern LWK 4 

und LWK 5 angegeben worden. Die Beweglichkeit der Brust- und Lenden-

wirbelsäule sei eingeschränkt demonstriert worden, die spontane Mobilität 

imponiere jedoch nicht namhaft eingeschränkt. Die anamnestisch berich-

teten belastungsabhängigen Lumbalgien und sensiblen Störungen der 

Beine liessen angesichts der bildmorphologischen lumbalen Befunde einer 

spinalen Enge auch an eine Cladicatio spinalis denken. Der Zehenspitz- 

und Fersengang sei beidseits seitengleich demonstrierbar. Wie bereits im 

neurologischen Teilgutachten ausgeführt, bestehe jedoch kein Anhalt für 

eine hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit namhaft eingeschränkte Gehstrecke 

und der hiesige lumbale Befund sei nicht gravierend auffällig. Eine lumbale 

Fehlhaltung sowie ein paravertebraler Hartspann seien nicht vorgelegen. 

C-313/2016 

Seite 14 

Die aktenkundigen spinalen Bildbefunde (z.B. Computertomographie des 

thorakolumbalen Übergangs und der Lendenwirbelsäule vom 16. Septem-

ber 2013, MRI der Lendenwirbelsäule vom 6. Februar 2013 mit Beschrei-

bung degenerativer Alterationen einschliesslich einer Enge auf Höhe 

LWK 3/4) seien nur im Kontext der klinischen Befunde ausreichend bewert-

bar und könnten im Fall des Beschwerdeführers angesichts des fehlenden 

Anhalts für ein namhaftes lumbales Vertebralsyndrom im hiesigen klini-

schen Befund allenfalls eine qualitative Minderung der Arbeitsfähigkeit be-

wirken (Ausschluss von körperlich häufig schwerer Arbeit und von Tätig-

keiten mit häufiger Zwangshaltung der Lendenwirbelsäule), was dem letz-

ten Tätigkeitsmuster jedoch nicht entspreche. Hinzuweisen sei auch auf 

den muskulösen Status des Beschwerdeführers, was mit einer namhaften 

Einschränkung der Mobilität nicht in Einklang zu bringen sei (act. 162 

S. 36 f.). 

5.3.1.5 Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe sich gemäss 

Med. pract. I._______ ein allenfalls geringgradig auffälliger Befund mit  

einer indifferenten bis subdepressiven Affektlage und eingeschränkten Mo-

dulation, dabei aber gegebene Auslenkbarkeit, gezeigt. Im Rahmen der Ex-

ploration imponiere klinisch keine Einschränkung der Gedächtnisfunktion 

oder der Konzentration. Im aktuellsten Bericht von Dr. med. D._______ 

vom August 2014 werde eine mittelgradige rezidivierende depressive Stö-

rung postuliert. Aus dem berichteten psychopathologischen Untersu-

chungsbefund lasse sich jedoch nur eine allenfalls leichtgradige depres-

sive Symptomkonstellation ableiten, sodass die genannte diagnostische 

Einordnung nicht hinreichend nachvollzogen werden könne. Insbesondere 

sei auch eine rezidivierende depressive Episode nicht nachvollziehbar, da 

sich weder aus den Vorberichten noch aus den anamnestischen Angaben 

des Beschwerdeführers Hinweise auf Phasen einer Symptomfreiheit seit 

2005 ergeben würden. Angesichts des jetzigen Befunds seien die Kriterien 

einer mittelgradigen depressiven Episode nicht (zumindest nicht mehr) er-

füllt, eine vitale Traurigkeit, ein Interessen- und Antriebsverlust namhafter 

Ausprägung würden nicht vorliegen (zumindest nicht mehr), sodass hier 

zumindest eine namhafte Verbesserung zu konstatieren sei und keine Be-

einträchtigung der Arbeitsfähigkeit ableitbar sei. Die aktenkundige Diag-

nose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei nicht haltbar, da die 

entsprechenden ICD-10 Kriterien nicht erfüllt seien. Es würden lediglich 

Albträume berichtet, die weiteren zu fordernden Achsenkriterien (Flash-

backs, Hyperarousal, Vermeidung, Trigger) würden fehlen. Hinsichtlich der 

im Gutachten vom 26. November 2013 von Dr. med. L._______ gemach-

C-313/2016 

Seite 15 

ten Einschätzung, wonach beim Beschwerdeführer eine Demenz, mut-

masslich vom Alzheimer Typus, vorliege, sei irreführend und nicht korrekt. 

Die vom Beschwerdeführer berichteten subjektiven kognitiven Beeinträch-

tigungen seien von einer Symptomatik im Rahmen eines leichtgradigen de-

pressiven Syndroms bereits aufgrund der Symptomüberschneidung von 

Demenzen und depressiven pseudodemenziellen Störungen gar nicht dif-

ferenziell trennbar. Zudem sei die Diagnose einer Alzheimerdemenz nur 

anhand von Längsschnittuntersuchungen und dem Nachweis einer klini-

schen Progredienz überhaupt mit der versicherungsmedizinisch gebote-

nen Wahrscheinlichkeit zu stellen. Bereits der hier erhobene unauffällige 

klinische kognitive Befund und der somit fehlende Anhalt für eine seit 2013 

eingetretene namhafte Progredienz liessen die definitive Stellung der Di-

agnose einer Demenz vom Alzheimertyp gar nicht zu. Ein wesentlicher 

Baustein der Diagnose sei die klinisch relevante Progredienz kognitiver 

Störungen, eben diese liege nicht vor. Neurokognitive Testverfahren seien 

in hohem Masse von unbewussten (zum Beispiel depressiven), vorbe-

wussten (Aggravation, Verdeutlichen) und bewussten (Täuschung, Simu-

lation) Störartefakten beeinflussbar und zudem im versicherungsmedizini-

schen Kontext nicht validiert oder normiert, sodass derartigen Tests allen-

falls die Bedeutung einer Hilfsuntersuchung der wissenschaftlichen Medi-

zin ohne eigenen diagnostischen Wert zukomme. Auch eine somatoforme 

Schmerzstörung sei hier nicht zu attestieren, da ein fehlverarbeiteter see-

lischer Konflikt oder eine namhafte Schmerzbeeinträchtigung nicht evident 

seien, zudem seien auch keine namhafte psychiatrische Komorbidität und 

kein frustran austherapierter Zustand zu erkennen (die sogenannten Förs-

ter-Kriterien seien nicht erfüllt). Zusammenfassend bestehe nach Würdi-

gung der im Dossier vorhandenen Befundberichte und gutachterlichen 

Stellungnahmen, der anamnestischen Angaben und der aktuellen Untersu-

chungsergebnisse lediglich noch ein Restzustand einer leichten depressi-

ven Episode. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich somit 

aus psychiatrischer Sicht nicht (act. 162 S. 42 ff.). 

5.3.1.6 In neuropsychologischer Hinsicht hielt Mag. rer. nat. J._______ 

fest, es gebe keinen ausreichenden Anhalt für eine von bewusstseinsna-

hen Störartefakten abgrenzbare hirnorganisch bedingte Störung. Der Be-

schwerdeführer reklamiere anamnestisch Konzentrationsstörungen (Ab-

lenkbarkeit) und Gedächtnisstörungen (Vergesslichkeit im Alltag). Nam-

hafte alltagsrelevante Folgen seien dabei nicht zum Vortrag gekommen. 

Der Beschwerdeführer sei selbständig, ohne Fremdhilfe alltagsfähig und 

gehe einem handwerklichen Hobby nach. Eine progrediente/prozesshafte 

demenzielle Erkrankung stelle sich anamnestisch nicht dar. Der erhobene 

C-313/2016 

Seite 16 

klinische Befund sei ohne Anhalt für eine kognitive Beeinträchtigung. Der 

Beschwerdeführer sei wach, orientiert, attent, eloquent, mnestisch und in 

der Auffassung sicher und sei im Verlauf nicht ermüdet. Die eigene Biogra-

phie habe problemlos wiedergegeben werden können und auch der aktu-

elle Tagesablauf sei akkurat rekapituliert worden. Sodann hätten sich in 

den neuropsychologischen Testverfahren formale Hinweise auf eine Kon-

zentrationsstörung und herabgesetzte Wiedererkennungsleistung erge-

ben. Allerdings seien neuropsychologische Testverfahren in hohem Masse 

von der Mitarbeitsbereitschaft des Untersuchten abhängig. Bewusste (Si-

mulation, Täuschung, Begehrenshaltung), vorbewusste (Aggravation) und 

unbewusste (Depression, Angst) Störfaktoren seien stets zu berücksichti-

gen und zu prüfen. In beiden Testdurchgängen des Wiener Testsystems 

(WTS; Geteilte Aufmerksamkeit) habe der Beschwerdeführer die Übungs-

aufgaben erfolgreich lösen, aber in den zu wertenden Durchgängen mit 27 

bzw. 23 Falscheingaben keine ansatzweise plausiblen Ergebnisse mehr 

erzielen können, wodurch auch die Reaktionszeitmessung und die Anzahl 

der verpassten Reize als Ergebnisse in Frage gestellt werden müssten. Bei 

der Testung des Gedächtnisses habe der Beschwerdeführer eine normge-

rechte längerfristige Behaltensleistung gezeigt, habe aber im direkten An-

schluss die gelernten Begriffe von Distraktwörtern nur ungenügend unter-

scheiden können. Schliesslich würden die Ergebnisse des Symptomvali-

dierungstests auf eine wahrscheinliche Aggravation bzw. Simulation der 

Gedächtnisstörung hinweisen. Von bewusstseinsnahen Störartefakten ab-

grenzbare Konzentrations- und Gedächtnisstörungen seien somit nicht mit 

der gebotenen Wahrscheinlichkeit attestierbar. Auch hinsichtlich der test-

psychologischen depressiven Auffälligkeit würden zumindest Zweifel be-

züglich der Ausprägung bestehen. Der Beschwerdeführer wirke im klini-

schen Befund nicht namhaft depressiv. Eine ähnliche Diskrepanz sei be-

reits von Dr. med. N._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, er-

wähnt worden, der in seinem Bericht vom 21. März 2011 unter anderem 

festhielt, es würden deutliche Hinweise auf ein nicht-authentisches Verhal-

ten bestehen. Zusammenfassend liessen sich weder klinisch noch testpsy-

chologisch eine kognitive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit at-

testieren (act. 162 S. 51 f.). Bezüglich der im Bericht von Dr. med. 

O._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, vom 24. April 2012 

behaupteten kognitiven Störung führte Mag. rer. nat. J._______ aus, diese 

sei mit dem Argument eines Hauptschulabschlusses und eines erlernten 

handwerklichen Berufs sowie einer als Legasthenie missverstandenen 

Störung begründet worden. Die Argumentation sei schulmedizinisch gänz-

lich abwegig und paradox, da ein erlangter Schul- und Berufsschulab-

C-313/2016 

Seite 17 

schluss zumindest ebenso gut gegen (und nicht für) eine namhafte kogni-

tive Störung spreche. Dr. med. O._______ berichte auch selber vielmehr 

einen regelrechten klinischen kognitiven Befund, was seiner Einschätzung 

nochmals widerspreche und dieser den Boden entziehe. (act. 162 S. 52 f.). 

Schliesslich beurteilte Mag. rer. nat. J._______ die Bewertung von Dr. med. 

L._______, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, vom 26. November 2013 

als grob mangelhaft, da trotz Beschreibung eines bewusstseinsnahen Stör-

artefaktes („…lässt einen weitgehenden Mangel an Motivation bei Tenden-

zen zu latent aggressivem gespannten Verhalten…“) kein formaler Test auf 

eine bewusstseinsnahe Störung durchgeführt und auch keine methoden-

kritische Berücksichtigung eben dieser Beobachtung einbezogen worden 

sei. Kognitive Leistungstests seien vollständig von der aktiven Mitarbeits-

bereitschaft abhängig und keine eigenständigen „objektiven“ Messinstru-

mente und nur im Gesamtkontext aller Befunde bewertbar, eben dies sei 

in der Vorbewertung versäumt worden (act. 162 S. 53 f.). 

5.3.1.7 In der zusammenfassenden Konsensbeurteilung kamen die Gut-

achter gemeinsam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwer-

deführers in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätig-

keit oder zumindest auch einer anderen, körperlich leichten bis mittel-

schweren, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätig-

keit des allgemeinen Arbeitsmarkts mit 100 % einzuschätzen sei, dies per 

sofort und auch retrospektiv geltend. Die degenerativen spinalen Alteratio-

nen würden lediglich für die Empfehlung einer Vermeidung von körperlich 

häufig schwerer Arbeit und von Arbeiten mit häufiger Zwangshaltung der 

Wirbelsäule sprechen (act. 162 S. 54). Hinsichtlich der Beurteilung von 

Dr. med. C._______ und Dr. med. P._______ vom 22. September 2014, 

wonach der Beschwerdeführer durch eine schwere chronifizierte depres-

sive Erkrankung sowie eine Spinalkanalstenose, die zu einem chronischen 

Schmerzsyndrom geführt habe, eingeschränkt werde, wurde ergänzend 

ausgeführt, diese sei angesichts des hiesigen psychiatrischen Befunds 

nicht haltbar und die Attestierung einer schwerwiegenden spinalen Ein-

schränkung sei offenkundig vorrangig auf dem Boden der subjektiven Kla-

gen und bildmorphologischen Befunde ohne eigenständigen Krankheits-

wert erfolgt (act. 162 S. 56). Schliesslich seien allen Vorbewertern  

offenkundig die deutlichen Zeichen einer unzureichenden Plausibilität v.a. 

der Ausprägung der reklamierten Beschwerden und die deutlichen Hin-

weise auf bewusstseinsnahe demonstrative Darbietungen von Einschrän-

kungen und Beschwerden entgangen (deutliche Diskrepanz zwischen re-

klamierter Schmerzintensität/Limitation einerseits und dem nicht namhaft 

C-313/2016 

Seite 18 

schmerzbeeinträchtigten klinischen Eindruck, der guten spontanen Mobili-

tät, dem muskulösen Habitus und der ungestörten klinischen Kognition an-

dererseits). Auf die Vorbewertungen könne also nicht abgestellt werden 

(act. 162 S. 56). 

5.3.2 Das polydisziplinäre Gutachten vom 17. Februar 2015 ist umfassend 

und beruht auf allseitigen Untersuchungen durch entsprechend qualifi-

zierte Fachärzte in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, 

Orthopädie, Psychiatrie und Neuropsychologie. Dabei wurden sowohl die 

vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden als auch die medizini-

schen Vorakten berücksichtigt (darunter insbesondere auch der vom Be-

schwerdeführer erwähnte Bericht der Klinik B._______ vom 26. Juni 2013; 

act. 162 S. 14 und 43). Die medizinischen Zusammenhänge wurden im 

Einzelnen dargelegt und die Abweichungen zu früheren Beurteilungen 

nachvollziehbar und stichhaltig begründet. Schliesslich enthält das Gutach-

ten auch eine zusammenfassende Konsensbeurteilung aller Gutachter. Ei-

nem solchen Gutachten ist grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (vgl. E. 4.4 vorstehend m.H.).  

5.3.3 Sowohl im Rahmen des Vorbescheidverfahrens als auch im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren berief sich der Beschwerdeführer auf die 

ärztlichen Atteste von Dr. med. D._______ vom 13. Mai 2015 und von 

Dr. med. C._______ vom 19. Mai 2015. 

5.3.3.1 Gemäss ärztlichem Attest vom 13. Mai 2015 von Dr. med. 

D._______ habe sich der Beschwerdeführer seit Dezember 2008 in seiner 

nervenfachärztlichen Behandlung befunden. In diagnostischer Hinsicht be-

stehe beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung, der-

zeit mittelgradige Episode. Immer wieder seien beim Patienten unter-

schiedliche Körpersymptome aufgetreten, Schmerzen, Schwindelgefühl, 

vegetative Störungen, kognitive Störungen, im Jahr 2012 sei zusätzlich 

eine Somatisierungsstörung diagnostiziert worden. Der Verlauf sei in den 

vergangenen Jahren dann weiter chronifizierend gewesen, trotz der konti-

nuierlich eingenommenen antidepressiven Medikation. Die zur Verfügung 

stehenden Therapieoptionen seien ausgeschöpft und mit einer Besserung 

sei prognostisch leider nicht zu rechnen (act. 174). 

5.3.3.2 Gemäss ärztlichem Attest vom 19. Mai 2015 von Dr. med. 

C._______, Facharzt für Innere Medizin, sei der Beschwerdeführer seit 

C-313/2016 

Seite 19 

2007 in seiner hausärztlichen Behandlung. Es bestehe eine schwere chro-

nifizierte depressive Erkrankung, die trotz medikamentöser Therapie und 

regelmässiger Mitbehandlung durch einen Neurologen und Psychiater 

keine Besserung zeige. Sie schränke den Patienten in seiner Belastbarkeit 

und Konzentrationsfähigkeit deutlich ein. Zusätzlich sei beim Patienten 

eine Spinalkanalstenose bekannt, die zu einem chronischen Schmerzsyn-

drom geführt habe. Trotz Operation der Spinalkanalstenose im April 2014, 

orthopädischer Mitbehandlung, Physiotherapie und medikamentöser 

Schmerztherapie gebe es keine ausreichende Stabilisierung der Be-

schwerden, sodass der Beschwerdeführer schon bei leichten bis mittleren 

körperlichen Belastungen, phasenweise auch in Ruhe durch seine 

Schmerzen in seiner körperlichen Belastbarkeit deutlich eingeschränkt sei. 

Aus hausärztlicher Sicht führe dies zu einer Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit auf max. 3 Stunden mit allenfalls leichter körperliche Belastung 

(act. 175). 

5.3.3.3 Im Schlussbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 

5. März 2015 führte Dr. Q._______, Allgemeine Medizin FMH, als Hauptdi-

agnosen ein chronisches Lumbalsyndrom bei degenerativen Veränderun-

gen (M54.4) und ein Status nach leichtgradiger depressiver Episode an. 

Gestützt auf das umfassende polydisziplinäre Gutachten vom 17. Februar 

2015, in dem auch die Würdigungen aller bisherigen Berichte und Experti-

sen einbezogen worden seien, kam er zum Schluss, dass beim Beschwer-

deführer keine langandauernde und invalidisierende Erkrankung im Sinne 

der IV bestehe (act. 165). 

5.3.3.4 Im Schlussbericht vom 2. Juli 2015 wiederholte RAD-Arzt 

Dr. Q._______, die im Schlussbericht vom 5. März 2015 genannten Haupt-

diagnosen. Hinsichtlich der Berichte von Dr. med. D._______ und Dr. med. 

C._______ führte er aus, dass diese nur Diagnosen wiederholen würden, 

ohne klinische objektive Untersuchungsbefunde anzuführen, die diese Di-

agnosen bestätigten. Zudem würden sie keinen Bezug zum polydisziplinä-

ren Gutachten nehmen und würden demzufolge auch nicht versuchen, die-

ses zu widerlegen. Zusammenfassend bestätigte er den Schlussbericht 

vom 5. März 2015 (act. 185). 

5.3.3.5 Gemäss Stellungnahme vom 29. September 2015 von IV-Arzt 

Dr. R._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, würden sich mit 

Blick auf die psychiatrischen Schlussfolgerungen im polydisziplinären Gut-

achten vom 17. Februar 2015 aus dem Bericht von Dr. med. D._______ 

C-313/2016 

Seite 20 

vom 13. Mai 2015 keine neuen Elemente ergeben. Es werde keine Ver-

schlechterung der depressiven Störung beschrieben. Die Behandlung sei 

dieselbe. Es habe keine psychiatrische Hospitalisierung gegeben und die 

depressiven Symptome hätten sich seit Jahren nicht geändert. Auch aus 

dem Bericht von Dr. med. C._______ vom 19. Mai 2015 würden sich keine 

klinischen Befunde ergeben, die für eine Verschlechterung des Gesund-

heitszustands in psychiatrischer Hinsicht sprechen würden. Im Ergebnis 

bestätigte Dr. R._______ aus psychiatrischer Sicht das polydisziplinäre 

Gutachten vom 17. Februar 2015 (act. 188). 

5.3.3.6 Die Stellungnahmen der RAD-Ärzte sind nachvollziehbar und 

schlüssig. Hinzu kommt, dass die ärztlichen Atteste von Dr. med. 

D._______ und Dr. med. C._______ aus dem Jahr 2015 denjenigen aus 

dem Jahr 2014 im Wesentlichen entsprechen. Diese Berichte aus dem 

Jahr 2014 wurden bereits im Rahmen des polydisziplinären Gutachtens 

berücksichtigt und die Gutachter haben ausdrücklich dazu Stellung genom-

men (vgl. act. 162 S. 43 und 56). Entsprechend lässt sich in medizinischer 

Hinsicht nichts Neues aus den Berichten vom Mai 2015 zugunsten des Be-

schwerdeführers ableiten und diese vermögen auch keine Zweifel an der 

Zuverlässigkeit des polydisziplinären Gutachtens vom 17. Februar 2015 zu 

erwecken. 

5.3.4 Der Beschwerdeführer wandte sodann ein, es seien ihm zwischen 

den Untersuchungen lediglich Pausen von 1 ½ Stunden gewährt worden. 

In den Akten finden sich jedoch keinerlei Anhaltspunkte, dass diese Pau-

sen zu kurz gewesen sein sollten. Im Gegenteil hielt der neuropsychologi-

sche Gutachter Mag. rer. nat. J._______ im Rahmen der testpsychologi-

schen Erhebungen vielmehr fest, der Beschwerdeführer habe bei zwei 

Stunden neuropsychologischer Untersuchung und Testung keine Pausen 

benötigt und keine Leistungseinbrüche gezeigt (act. 162 S. 47). 

5.3.5 Soweit der Beschwerdeführer rügte, die Gutachter hätten ihm eine 

Aggravation unterstellt, ist festzuhalten, dass die Gutachter die Frage, ob 

die Anamnese Widersprüche enthalte, im polydisziplinären Gutachten vom 

17. Februar 2015 ausdrücklich bejahten und erklärten, die anamnestischen 

Angaben würden nicht mit den objektivierbaren klinischen Befunden korre-

lieren (act. 162 S. 59). Darüber hinaus wurden die im Rahmen der Begut-

achtung festgestellten Divergenzen zwischen dem Verhalten des Be-

schwerdeführers und den erhobenen Befunde im Einzelnen aufgeführt und 

nachvollziehbar begründet. 

C-313/2016 

Seite 21 

5.3.5.1 So führte Dr. G._______ an, während der gesamten Untersuchung 

habe der Begutachtete (diskrepant zu seinen anamnestischen Angaben) 

nicht schmerzgequält oder anderweitig beeinträchtigt gewirkt und habe kei-

nen Schonsitz oder Schongang gezeigt (act. 162 S. 24). Im Rahmen seiner 

neurologischen Beurteilung hielt er dann fest, der erhobene Untersu-

chungsbefund ergebe biologisch nicht plausibel zuzuordnende sensible 

Angaben, eine deutliche Diskrepanz zwischen der reklamierten Schmerz-

intensität und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck, eine freie spon-

tane Mobilität und eine im klinischen Befund nicht gestörte Kognition 

(act. 162 S. 27). Unter Bezugnahme auf das Vorgutachten von 

Dr. L._______, der dort gestellten Diagnose einer leichten bis mittelgradi-

gen Alzheimer-Demenz und bei den anamnestisch geschilderten kogniti-

ven Einschränkungen führte er schliesslich aus, im Rahmen der neurologi-

schen Untersuchung habe sich kein ausreichender Hinweis auf klinisch re-

levante kognitive Störungen ergeben. Auch habe sich für die seitens des 

Beschwerdeführers angegebenen Sensibilitätsstörungen im cerebralen 

MRI kein Korrelat gefunden (act. 162 S. 29). 

5.3.5.2 Die orthopädische Gutachterin Dr. med. H._______ hielt fest, die 

grobe Kraft beider Hände sei seitengleich gering vermindert demonstriert 

worden und merkte aufgrund der kräftigen Handmuskulatur als Differenzi-

aldiagnose eine mangelhafte Willküranstrengung an (act. 162 S. 31 f.). 

Weiter bemerkte sie in der spontanen Mobilitätsbeobachtung keinen 

Schongang, keinen Schonsitz, keine namhafte Bewegungseinschränkung 

und keinen namhaft schmerzbeeinträchtigten klinischen Eindruck (act. 162 

S. 35). In der orthopädischen Beurteilung hielt sie schliesslich fest, ein 

namhaftes klinisches Korrelat für die reklamierten Schulterschmerzen liege 

nicht vor, vielmehr spreche der muskulöse Status für eine rege Aktivität und 

gegen eine alltagsrelevante Schonung (act. 162 S. 36). 

5.3.5.3 In der psychiatrischen Beurteilung hielt Med. pract. I._______ fest, 

der Beschwerdeführer habe Einschränkungen der Konzentration und des 

Gedächtnisses vorgetragen. Im Rahmen der Exploration hätten aber kli-

nisch keine Einschränkungen der Gedächtnisfunktion oder der Konzentra-

tion imponiert (act. 162 S. 42). 

5.3.5.4 Mag. rer. nat. J._______ führte in der neuropsychologischen Beur-

teilung ebenfalls aus, der Beschwerdeführer habe anamnestisch Konzent-

rationsstörungen (Ablenkbarkeit) und Gedächtnisstörungen (Vergesslich-

keit im Alltag) reklamiert. Namhafte alltagsrelevante Folgen seien dabei 

nicht zum Vortrag gekommen, der Beschwerdeführer sei selbständig, ohne 

C-313/2016 

Seite 22 

Fremdhilfe alltagsfähig und gehe einem handwerklichen Hobby nach. Eine 

progrediente/prozesshafte demenzielle Erkrankung stelle sich anamnes-

tisch nicht dar (act. 162 S. 51). 

5.3.6 Im Weiteren bemängelte der Beschwerdeführer die pauschale Ein-

schätzung seiner Arbeitsfähigkeit über den Zeitraum von 2008 bis 2015 

und machte zudem geltend, im Gutachten sei nicht berücksichtigt worden, 

dass er schwere Lasten habe tragen und stundenlang im Kraftfahrzeug 

habe sitzen müssen.  

5.3.6.1 Im Gutachten vom 17. Februar 2015 wurden unter Verweis auf die 

bildgebenden Befunde vom 16. September 2013 degenerative Alteratio-

nen der lumbalen Wirbelsäule mit geringgradigem klinischem Befund-Kor-

relat diagnostiziert (vgl. act. 162 S. 35 und 37; act. 134 S. 9 f.). Die Gut-

achter kamen sodann zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers in der bisherigen sowie in einer anderen, körperlich leichten bis mit-

telschweren, wechselbelastenden Tätigkeit betrage 100 %. Mit Blick auf 

die degenerativen spinalen Alterationen empfahlen sie lediglich eine Ver-

meidung von körperlich häufig schwerer Arbeit und von Arbeiten mit häufi-

ger Zwangshaltung der Wirbelsäule, was dem letzten Tätigkeitsmuster je-

doch nicht entspreche (vgl. act. 162 S. 37 und 54). Gemäss Einschätzung 

der Gutachter sind dem Beschwerdeführer sowohl die bisherige Tätigkeit 

als auch wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumut-

bar. 

5.3.6.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist zunächst fest-

zuhalten, dass in der gutachterlichen Anamnese seine Tätigkeit als Auto-

matenaufsteller berücksichtigt wurde (act. 162 S. 19, 23, 46). Des Weite-

ren wurde in der orthopädischen Anamnese auch ausdrücklich angeführt, 

dass die Beschäftigung auch mit einem Heben und Tragen von Spielauto-

maten sowie einer ausgedehnten Fahrtätigkeit (350–400 km täglich) ver-

bunden gewesen sei (act. 162 S. 30). Hingegen ist anzumerken, dass den 

Gutachtern das vom 30. November 2015 datierende, von der Vorinstanz 

beim Arbeitgeber eingeholte, präzisierte Anforderungsprofil nicht vorlag. 

Jedoch stimmt die gutachterliche Qualifizierung der bisherigen Tätigkeit als 

eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne körperlich häufig schwere Ar-

beit im Ergebnis mit dem aktualisierten Anforderungsprofil überein. 

5.3.6.3 Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer-

deführers wurde im Gutachten festgehalten, dass die festgestellten dege-

nerativen Alterationen der lumbalen Wirbelsäule allenfalls eine qualitative 

C-313/2016 

Seite 23 

Minderung der Arbeitsfähigkeit bewirken würden im Sinne eines Aus-

schlusses körperlich häufig schwerer Arbeiten und Tätigkeiten mit häufiger 

Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule. Im Übrigen wurde kein Anhalt 

für ein namhaftes lumbales Vertebralsyndrom festgestellt und auf den mus-

kulösen Status des Beschwerdeführers hingewiesen, der mit einer nam-

haften Einschränkung der Mobilität nicht in Einklang zu bringen sei 

(act. 162 S. 37). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die medizini-

schen Vorakten erscheint die Einschätzung, wonach dem Beschwerdefüh-

rer sowohl im Untersuchungszeitpunkt als auch rückwirkend wechselbe-

lastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien, nachvoll-

ziehbar. Davon ging auch das BVGer bereits im ersten Urteil C-7220/2009 

E. 5.5 aus, als es ausführte, dass sich aus den medizinischen Akten ohne 

Zweifel die vollschichtige Zumutbarkeit leichter bis mittelschwerer Verwei-

sungstätigkeiten im Wechsel von Stehen und Gehen sowie Sitzen ohne 

fixierte Körperhaltung ergebe. 

5.3.6.4 Demgegenüber ist fraglich, ob die bisherige Tätigkeit, welche nicht 

häufig aber immerhin gelegentlich schwere Arbeiten umfasste, dem Be-

schwerdeführer tatsächlich noch zumutbar ist. Aus dem Umstand, dass im 

Begutachtungszeitpunkt keine Anhaltspunkte für ein namhaftes lumbales 

Vertebralsyndrom festgestellt wurde, kann nicht ohne Weiteres geschlos-

sen werden, dass dem Beschwerdeführer gelegentliches schweres Heben 

und Tragen sowohl im Begutachtungszeitpunkt als auch früher zumutbar 

ist bzw. war. Vorliegend ergibt sich aus den früheren medizinischen Akten, 

dass der Beschwerdeführer mindestens seit 1999 und auch in den letzten 

Jahren vor der Aufgabe der bisherigen Tätigkeit wiederholt an Bandschei-

benvorfällen gelitten hat (vgl. act. 28 f.; act. 162 S. 4 ff.). Zuletzt ergab die 

kernspintomographische Untersuchung vom 7. Februar 2011 einen Band-

scheibenvorfall L5/S1 und als Hauptbefund eine absolute Spinalkanalste-

nose L3/L4 (vgl. act. 77 S. 20). Dr. med. S._______ diagnostizierte in sei-

nem fachorthopädischen Gutachten vom 29. November 2011 unter ande-

rem ein chronisch rezidivierendes Lumbalsyndrom und erachtete die be-

rufliche Belastbarkeit in der bisherigen Tätigkeit als nicht mehr gegeben 

(vgl. act. 77 S. 18 und 22). Aufgrund dieser wiederholt aufgetretenen, ak-

tenkundigen lumbalen Beschwerden erscheint das Heben und Tragen 

schwerer Lasten in jedem Fall als kontraindiziert. Vor diesem Hintergrund 

kann nicht davon ausgegangen werden, es habe (rückwirkend) keine Ein-

schränkung für gelegentliches schweres Heben und Tragen bestanden. 

Damit erweist sich die Einschätzung im Gutachten vom 17. Februar 2015, 

wonach auch die bisherige Tätigkeit medizinisch uneingeschränkt zumut-

bar sei, als rein theoretisch und vermag nicht zu überzeugen. Daraus folgt, 

C-313/2016 

Seite 24 

dass die bisherige Tätigkeit, soweit sie bis zu einem gewissen Umfang 

auch die Fähigkeit zum Heben und Tragen schwerer Lasten erforderte, 

dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar ist. 

5.3.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer auf-

grund seiner wiederholt aufgetretenen lumbalen Beschwerden die bishe-

rige Tätigkeit, welche bis zu einem gewissen Umfang auch schwere Arbei-

ten umfasst, entgegen der Einschätzung im Gutachten vom 17. Februar 

2015 nicht mehr zumutbar ist. Abgesehen davon liegen keine konkreten 

Indizien vor, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen, so-

dass im Übrigen auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden kann. 

Demnach sind dem Beschwerdeführer wechselbelastende, leichte bis mit-

telschwere Tätigkeiten vollschichtig zumutbar. 

5.4 Soweit der Beschwerdeführer eine mittlere Depression geltend 

machte, ist anzuführen, dass verschiedene belastende Lebensereignisse 

aktenkundig sind, namentlich der Bankrott seiner Fahrradhandlung, wobei 

er sich von der Bank hintergangen gefühlt habe, das frühe Ableben seiner 

Ehefrau im Alter von 46 Jahren und die Kündigung seiner Arbeitsstelle im 

Jahre 2008. Als zusätzliche Belastung ist sicher auch der Umstand von 

drei, mehrere Jahre dauernden Beschwerdeverfahren mit Rückweisungen 

zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Situation zu werten. 

Nichtsdestotrotz wurde im polydisziplinären Gutachten vom 17. Februar 

2015 mit ausführlicher Begründung der Restzustand einer leichtgradigen 

depressiven Episode festgestellt (act. 162 S. 42 ff. und 58). Selbst wenn 

im Widerspruch zum Begutachtungsergebnis von einer mittelschweren De-

pression ausgegangen würde, könnte der Beschwerdeführer nichts daraus 

zu seinen Gunsten ableiten, da leichte bis höchstens mittelschwere psy-

chische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als 

therapeutisch angehbar gelten (vgl. Urteil des BGer 8C_759/2013 vom 

4. März 2014 E. 3.6.1; Urteil des BVGer C-2980/2015 vom 6. Februar 2017 

E. 3.5). 

5.5 Mit Replik vom 26. April 2016 wurde schliesslich die Einholung eines 

Obergutachtens beantragt. Auf die Einholung eines gerichtlichen Gutach-

tens kann vorliegend in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, 

zumal der Sachverhalt aufgrund der Aktenlage – namentlich des umfas-

senden, allseitigen polydisziplinären Gutachtens vom 17. Februar 2015 – 

genügend abgeklärt ist und daher von einem weiteren Gutachten keine 

neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des BGer 9C_93/2016 

E. 1 sowie 8C_77/2008 E. 3.2.1). 

C-313/2016 

Seite 25 

5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die bisherige Tätigkeit dem Be-

schwerdeführer nicht mehr zumutbar ist. Infolgedessen ist der Invaliditäts-

grad zu bemessen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdefüh-

rer ursprünglich mit einem Pensum von 100 % arbeitete, dieses aber ab 

Mai 2005 auf 80 % reduzierte (vgl. act. 40 S. 2). Aus den Angaben der Ar-

beitgeberin sowie des Beschwerdeführers ergibt sich, dass die Reduktion 

des Pensums aus gesundheitlichen Gründen – zur Vermeidung von Krank-

heitszeiten – erfolgte (vgl. act. 87 S. 2; 91 S. 2). Somit ist davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden voll erwerbs-

tätig gewesen wäre und es ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkom-

mensvergleichs zu ermitteln. 

5.6.1 Für die Bemessung der Invalidität verweist Art. 28a IVG auf Art. 16 

ATSG. Demnach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-

werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-

werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre. Massgebend für diesen Einkommensvergleich sind die Verhältnisse 

im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs, wobei Validen- und Inva-

lideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige 

rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfü-

gungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Der Einkommens-

vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo-

thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 

und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-

differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Er-

werbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind 

sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und 

die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allge-

meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1; 104 V 

135 E. 2b). 

5.6.2 Nachdem sich der Beschwerdeführer am 27. November 2008 zum 

Bezug von Leistungen der IV anmeldete, würde ein allfälliger Leistungsan-

spruch frühestens im Mai 2009 entstehen (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Ent-

sprechend ist das Jahr 2009 der für die Vornahme des Einkommensver-

gleichs massgebende Zeitpunkt. 

C-313/2016 

Seite 26 

5.6.3 Bei der Ermittlung des Einkommens, das der Versicherte erzielen 

könnte, wäre er nicht invalid geworden (Valideneinkommen), ist in der Re-

gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom-

mensentwicklung angepassten Lohn anzuknüpfen, da es empirischer Er-

fahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 m.H. auf 134 V 322 

E. 4.1). Gemäss Angaben des Arbeitgebers vom 8. Juni 2009 hätte der Be-

schwerdeführer ohne Gesundheitsschaden monatlich € 2‘500.– verdient 

(act. 26 S. 7). Entsprechend kann von einem hypothetischen Validenein-

kommen in dieser Höhe ausgegangen werden. 

5.6.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Recht-

sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2). Vor-

liegend übte der Beschwerdeführer nach Aufgabe der bisherigen Tätigkeit 

keine Erwerbstätigkeit mehr aus und bezieht zwischenzeitlich eine Alters-

rente, womit für die Bestimmung des Invalideneinkommens auf statistische 

Werte zurückzugreifen ist. In Deutschland betrug im Jahr 2009 der durch-

schnittliche Bruttomonatsverdienst für einen ungelernten Arbeitnehmer der 

Leistungsgruppe 5 (einfache, schematische Tätigkeiten oder isolierte Ar-

beitsvorgänge, für deren Ausübung keine berufliche Ausbildung erforder-

lich ist) im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich 

€ 2‘010.– (vgl. Deutsches Statistisches Bundesamt, Verdienste und Ar-

beitskosten, Arbeitnehmerverdienste 2009, Fachserie 16 Reihe 2.3, Ta-

belle 4.2.1, < https://www.destatis.de/GPStatistik/receive/DEHeft_heft_00 

006565 >, abgerufen am 07.08.2017).  

5.6.5 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allen-

falls zu kürzen (BGE 134 V 322 E. 5.2). Praxisgemäss können persönliche 

und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Be-

triebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäf-

tigungsgrad einen auf höchstens 25 % begrenzten Leidensabzug von dem 

nach Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, 

soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verblei-

bende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkom-

men verwertet werden kann (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 m.H. auf 134 V 

322 E. 5.2 und 126 V 75). Mit Bezug auf den behinderungs- bzw. leidens-

bedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- 

C-313/2016 

Seite 27 

und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum hinzu-

tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkei-

ten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkei-

ten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person realistischer-

weise noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob 

mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei In-

kaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung beste-

hen. Lediglich wenn – auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt – unter 

Berücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeits-

platzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutba-

ren Verweisungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zu-

sätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des BGer 8C_693/2014 vom 

22. Januar 2015 E. 4.2.1 m.H.). Vorliegend kann davon ausgegangen wer-

den, dass in der Leistungsgruppe 5 ein genügend breites Spektrum an zu-

mutbaren wechselbelastenden, leichten bis mittelschweren Tätigkeiten be-

steht, weshalb sich diesbezüglich kein Abzug vom Tabellenlohn rechtfer-

tigt. Hinsichtlich der Betriebszugehörigkeit von 16 Jahren ist festzuhalten, 

dass die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je 

niedriger das Anforderungsprofil ist (Urteil des BGer 9C_386/2012 vom 

18. September 2012 E. 5.2). Vor dem Hintergrund, dass das Invaliditätsbe-

rechnung vorliegend auf dem tiefsten Anforderungsniveau basiert, vermag 

die lange Betriebszugehörigkeit keinen Abzug zu rechtfertigen. Sodann 

rechtfertigt auch das Alter des Beschwerdeführers keinen Abzug vom Ta-

bellenlohn, zumal sich ein fortgeschrittenes Alter insbesondere im Bereich 

der Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

zwingend lohnsenkend auswirken muss und vorliegend keine Umstände 

ersichtlich sind, die einen altersbedingten Einschlag beim Invalideneinkom-

men begründen (vgl. Urteil des BGer 9C_658/2015 vom 9. Mai 2016 

E. 5.2.2 m.H.). Demnach sind die Voraussetzungen für einen leidensbe-

dingten Abzug vom Tabellenlohn nicht erfüllt. 

5.6.6 Bei einem Valideneinkommen von monatlich € 2‘500.– und einem In-

valideneinkommen von € 2‘010.– resultiert ein Invaliditätsgrad von 20 % 

(aufgerundet). Bei diesem Ergebnis hat der Beschwerdeführer keinen An-

spruch auf eine Invalidenrente, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

6.  

C-313/2016 

Seite 28 

6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Dem unterliegenden Be-

schwerdeführer sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weil sei-

nem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 

27. November 2015 stattgegeben wurde. 

6.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). Die obsiegende 

Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 

Abs. 3 VGKE). 

6.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege einen Anspruch auf eine Entschädigung 

aus der Gerichtskasse. Da im vorliegenden Verfahren keine Kostennote 

eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-

gangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der 

Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfah-

rens ist eine Entschädigung von Fr. 2'800.– (inkl. Auslagen) gerechtfertigt 

(Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE). Es wird ausdrücklich 

darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer der Gerichtskasse Ersatz 

zu leisten hat, wenn er zu hinreichenden Mitteln gelangt (Art. 65 Abs. 4 

VwVG). 

 

  

C-313/2016 

Seite 29 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden keine Ver-

fahrenskosten erhoben. 

3.  

Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird 

Rechtsanwältin Beate Bruy zu Lasten der Gerichtskasse eine Entschädi-

gung von Fr. 2'800.– zugesprochen. Gelangt der Beschwerdeführer später 

zu hinreichenden Mitteln, so hat er diesen Betrag dem Bundesverwaltungs-

gericht zurückzuerstatten. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David Weiss Tania Sutter 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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