# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a65a7f2-78be-52be-b92c-fdcdc30e4268
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.01.2024 200 2023 448
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-448_2024-01-05.pdf

## Full Text

200 23 448 IV
FUE/SAW/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Januar 2024

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt MLaw C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Mai 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
angelernter … (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
[act. II] 25 S. 10), meldete sich im Mai 2017 – nachdem zuvor mit unange-
fochten gebliebener Verfügung vom 17. September 2015 (act. II 60) ein 
Anspruch auf eine Invalidenrente verneint worden war – unter Hinweis auf 
operativ behandelte Rückenbeschwerden erneut bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 73; 82 S. 10 und S. 21). Die IVB 
veranlasste im D.________ (MEDAS) eine polydisziplinäre Begutachtung 
und stellte den Gutachtern nach Erstattung der Expertise vom 4. April 2019 
(act. II 132.1 ff.) Ergänzungsfragen (vgl. Stellungnahme vom 28. Mai 2019, 
act. II 136). Mit Verfügung vom 28. Februar 2020 (act. II 147 S. 2) sprach 
sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 67% ab 1. November 
2017 eine Dreiviertelsrente zu. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 
152 S. 3) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
6. November 2020, IV/2020/267 (act. II 161), ab. Gleichzeitig änderte es 
nach Androhung einer reformatio in peius die angefochtene Verfügung da-
hingehend ab, als es dem Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad 
von 47% ab November 2017 (lediglich) eine Viertelsrente zusprach. Die 
dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht (BGer) mit Ent-
scheid vom 6. Mai 2021, 9C_5/2021 (act. II 169), ab.

B.

Im August 2022 leitete die IVB eine Revision von Amtes wegen ein (act. II 
183). In deren Rahmen gab der Versicherte an, sein Gesundheitszustand 
habe sich verschlechtert (act. II 186 S. 2 Ziff. 1.1 f.). Die IVB holte bei der 
behandelnden Hausärztin, Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, einen Verlaufsbericht ein (act. II 188 S. 2), legte das Dossi-
er Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für 
Hämatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), zur Beurteilung vor (act. 
II 192 S. 4) und stellte mit Vorbescheid vom 17. November 2022 (act. II 

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193) die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuches in Aussicht. Dagegen 
erhob der Versicherte am 9. Januar 2023 Einwand (act. II 195) und reichte 
am 17. April 2023 (act. II 199) einen Arztbericht von Dr. med. G.________, 
Facharzt für Neurologie, zu den Akten (act. II 199 S. 3). In der Folge holte 
die IVB bei der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ nochmals eine Stellung-
nahme ein (act. II 201 S. 3) und wies das Erhöhungsgesuch mit Verfügung 
vom 11. Mai 2023 (act. II 202) ab.

C.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, 
mit Eingabe vom 12. Juni 2023 Beschwerde erheben mit den folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 11. Mai 2023 sei aufzuheben.
2. Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen nach IVG, 

vorliegend mindestens eine halbe Rente, zuzusprechen.
3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Ab-

klärung zurückzuweisen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten 
der Beschwerdegegnerin.

Zudem stellte er den Antrag, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzu-
führen.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 3. Juli 2023 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht 
(Akten des Beschwerdeführers, [act. I] 3) ein und machte mit Eingabe vom 
5. Juli 2023 im Rahmen des Replikrechts (vgl. prozessleitende Verfügung 
vom 3. Juli 2023) zusätzliche Ausführungen. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 11. Mai 2023 (act. II 202). Strei-
tig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere, ob die 
Beschwerdegegnerin das Gesuch um Rentenerhöhung zu Recht abgewie-
sen hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil der Be-
schwerdeführer, dessen Rentenanspruch vor dem Inkrafttreten dieser Än-
derung entstand (act. II 147 S. 2; VGE IV/2020/267, E. 4.5, [act. II 161 
S. 24 E. 4.5]), bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr noch 
nicht vollendet hatte und – wie noch ausgeführt wird – im massgebenden 
Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiernach) mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit keine revisionsrechtlich relevante Veränderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 5.4 hiernach), bleiben die bis 31. De-
zember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) anwendbar und findet damit 
insbesondere vorderhand auch kein Wechsel zum stufenlosen Rentensys-
tem statt (lit. b Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 
19. Juni 2020).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, 
so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer 

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für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]). 

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestel-
lung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsver-
schlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine verbesserte gesund-
heitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den Rentenanspruch 
berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3). Un-
erheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Pra-
xis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe-
nen Sachverhaltes (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.4.3 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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2.4.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Nachfolgend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeit-
punkt der rentenzusprechenden Verfügung vom 28. Februar 2020 (act. II 
147 S. 2) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 
11. Mai 2023 (act. II 202) zu prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen 
eine Änderung eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 und 2.4.4 hier-
vor).

3.2 Die Verfügung vom 28. Februar 2020 (act. II 147 S. 2) basierte in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem polydisziplinären Gutach-
ten vom 4. April 2019 (act. II 132.1 ff.) und der Stellungnahme der MEDAS-
Gutachter vom 28. Mai 2019 (act. II 136). 

3.2.1 Im MEDAS-Gutachten vom 4. April 2019 (act. II 132.1 ff.) wurden 
interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. II 132.1 S. 4 f.):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

- Adipositas permagna mit Gynäkomastie 

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- Chronisches thoraco-lumbovertebrales Schmerzsyndrom linksbe-
tont 
o bei Status nach Aufrichte- und Stabilisationsoperation einer 

schweren Kyphose von Th11 – L1 mit USS polyaxial, intraope-
rative vollständige Befreiung des Rückenmarks auf Th7 sowie 
Th9, Status nach Pedikelsubstraktionsosteotomie des Wirbels 
Th7 und Th9, Korrektur der Kyphose um ca. 40°

o bei Status nach Teil-Materialentfernung des unteren Stabilisati-
onsendes links durch Stabkürzung am 17. Januar 2017 bei 

o Restkyphose der BWS mit sekundärer Ventraltranslation des 
Kopfes und Hyperlordose der BWS

- Cervicovertebrales Schmerzsyndrom
- leicht- bis mittelgradige neuropsychologische Störung

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

- Naevus mit rotem Hof dorsal paravertebral links (kontrollbedürftig) 
- Nikotinabusus, anhaltend 
- leichte restriktive Ventilationsstörung aufgrund der Rückenproble-

matik
- Synkope unklarer Ätiologie im Jahr 2016 

o kardiologische Abklärung Januar 2017: bland 
- Leberenzymerhöhung unklarer Ätiologie 
- Muskuläre Schulter- und Scapulabeschwerden links 
- Beinlängendifferenz zu Ungunsten links von ca. 15-20 mm (korri-

giert durch Schuhzurichtung und Talonette) 
- Muskuläre Dekonditionierung 
- Status nach Ganglion-Resektion rechtes Handgelenk dorsal am 

12. Oktober 2011 
- Störungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 

F12.1)

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, aus rein in-
ternmedizinischer Sicht sei die Adipositas permagna das führende Ele-
ment. Durch die Adipositas in Kombination mit der Erkrankung des Ach-
senskelettes bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 2 f.). 

Aus orthopädischer Sicht finde sich nach Aufrichteoperation einer Kyphose 
und nachfolgender partieller Metallentfernung wegen Vorstehens des linken 
unteren Stabendes eine fixierte Hyperkyphose von cirka 40-50°. Die Wir-
belsäule befinde sich im frontalen Profil im Lot, im sagitalen Profil sei sie 
jedoch dekompensiert. Nebst der fixierten Hyperkyphose der BWS bestehe 
eine Hyperlordose der LWS sowie auch der HWS mit Translation des Kop-

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fes nach ventral. Der Versicherte klage über Beschwerden im Bereich des 
ganzen Rückens, insbesondere aber auch in der linken Schulter. Die klini-
sche Untersuchung zeige eine funktionelle Einschränkung der Wirbelsäule. 
Zudem bestehe eine Beinlängendifferenz mit Verkürzung des linken Beines 
von ca. 1.5 cm. Diese sei durch eine Schuhversorgung und Einlage korri-
giert worden. Der Versicherte klage im Wesentlichen über muskuläre Be-
schwerden. Die elektrophysiologische Abklärung habe keine Nervenfunkti-
onsstörung nachweisen können. Die Schulteruntersuchung ergebe keine 
relevante, die Beschwerden erklärende Pathologie. Aus orthopädischer 
Sicht bestehe eine erhebliche Einschränkung für mittelschwere und schwe-
re Tätigkeiten (S. 3).

Aus psychiatrischer Sicht liege keine Erkrankung im engeren Sinne vor, 
jedoch eine deutliche geistige Behinderung. Es beständen kognitiv grosse 
Einschränkungen. Diese entsprächen jedoch nicht einer Minderintelligenz 
nach ICD-10. Die Kombination von geistiger Behinderung und körperlichem 
Leiden führe zu einer ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeits-
markt (S. 3 f.). 

Die neuropsychologische Abklärung zeige bei testpsychologisch unter-
durchschnittlicher Intelligenz funktionelle Beeinträchtigungen. Aufgrund 
dieser Beeinträchtigungen und da sich auch beträchtliche Einschränkungen 
im Alltag zeigten, sei von einer leichten bis mittelgradigen neuropsychologi-
schen Störung auszugehen (S. 4).

Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter interdisziplinär fest, aus rein so-
matischer Sicht, vor allem in Bezug auf die Problematik des Achsenskelet-
tes, verstärkt zusätzlich noch durch die Adipositas, sei der Versicherte in 
der bisherigen Arbeitstätigkeit als … und … ab Januar 2012 vollumfänglich 
arbeitsunfähig (S. 6 f. Ziff. 4.7). Ab Mitte 2017, also sechs Monate nach der 
zweiten Rückenoperation, sei er für eine körperlich leichte Tätigkeit in 
Wechselhaltung wiederum arbeitsfähig. Eine Arbeit über Schulterhöhe links 
sei dabei nicht zumutbar. Aufgrund der doch erheblichen kognitiven Ein-
schränkungen sei der Versicherte jedoch in einem solchen Masse einge-
schränkt, dass ein Arbeiten an einem nicht geschützten Arbeitsplatz unwei-
gerlich wieder zu einer Kündigung führen würde. An einem geschützten 
Arbeitsplatz könnte er vollschichtig tätig sein (S. 7 Ziff. 4.8).

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3.2.2 Mit Stellungnahme vom 28. Mai 2019 (act. II 136) hielten die ME-
DAS-Gutachter auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin (act. II 134) fest, in 
einer Verweistätigkeit wäre der Versicherte aus somatischer Sicht zwar mit 
den erwähnten Einschränkungen in einem 50%-Pensum arbeitsfähig. Die 
Verweistätigkeit von 50% sei auf dem ersten Arbeitsmarkt aus psychischen 
Gründen jedoch nicht realisierbar und somit bestehe auch in einer Ver-
weistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. An einem geschützten Ar-
beitsplatz hingegen könnte er vollschichtig tätig sein, dies unter Berücksich-
tigung der orthopädischerseits erwähnten Einschränkungen (ohne Heben 
von Lasten von mehr als 5-10 kg, wechselbelastend im Sitzen und Stehen, 
ohne Arbeiten der oberen Extremitäten über Schulterhöhe links).

3.2.3 Das Verwaltungsgericht erkannte – wie die Vorinstanz (vgl. Verfü-
gung vom 28. Februar 2020, act. II 147 S. 5) – dem internistischen und 
orthopädischen Teilgutachten vollen Beweiswert zu und ging von einer 
50%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem orthopädischen Leiden angepassten 
Tätigkeit aus (VGE IV/2020/267, E. 3.5; act. II 161 S. 13 E. 3.5). Weiter 
erwog es, auch die psychiatrische Teilexpertise erfülle – soweit die be-
fundmässige und diagnostische Einschätzung betreffend – die beweismäs-
sigen Anforderungen. Auf die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeits-
unfähigkeit könne jedoch nicht abgestellt werden, da beim Beschwerdefüh-
rer auch nach Einschätzung der psychiatrischen MEDAS-Gutachterin zu 
keinem Zeitpunkt eine nach einem anerkannten Klassifikationssystem ge-
stellte psychiatrische Diagnose vorgelegen habe (VGE IV/2020/267, E. 3.6 
ff.; act. II 161 S. 13 ff. E. 3.6 ff.). Diese Beurteilung wurde höchstrichterlich 
bestätigt (BGer 9C_5/2021, E. 3.3 und E. 4).

3.3 Zum Verlauf bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
11. Mai 2023 (act. II 202) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Beim Beschwerdeführer wurden am 7. September 2021 ein MRI der 
LWS (act. II 188 S. 26), am 17. November 2021 ein Röntgen der Wir-
belsäule, eine Skelettszintigraphie sowie ein SPECT CT der BWS (act. II 
188 S. 22) und am 28. Januar 2022 Neurographien und Myographien (act. 
II 188 S. 17 ff.) durchgeführt. Im Bericht des Spitals H.________, Klinik 

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I.________, vom 23. März 2022 (act. II 188 S. 10) wurden die folgenden 
Diagnosen gestellt (S. 10):

1. Funktionelle neurologische Störung im Rahmen der Diagnose 2
- fluktuierende Dysästhesien der linken oberen und unteren Ex-

tremität
- motorisches leichtgradiges Hemisyndrom mit sakkadierter Inner-

vation und inkohärenten Untersuchungsbefunden
2. Chronisches paravertebrales Schmerzsyndrom linksführend mit:

- Verdacht auf ansatznahe Ruptur des Musculus trapezius und la-
tissimus dorsi

- Status nach aufrichtender Spondylodese wahrscheinlich mit PSO 
von Th6 auf LWK 1 (2016)

- Status nach Stabverkürzung
- eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links bei wahrscheinlich 

Faszienverklebung, DD Ablösung der Serratusmuskulatur im 
Rahmen der Index-Operation

- persistierende sagittale Dysbalance mit SVA 6cm vor S1-Lot bei 
juvenilem Morbus Scheuermann

3. Weitere Diagnosen:
Arterielle Hypertonie
Raynaud-Phänomen Hand rechts
Nikotinabusus
Gynäkomastie
Adipositas
Multiple Naevi Rücken

Elektrophysiologisch hätten sich keine Hinweise auf eine periphere Neur-
opathie oder Radikulopathie in den durchgeführten Neurographien und 
Myographien ergeben. In der LWS Funktionsaufnahme zeige sich ein re-
gelrechter Prothesensitz ohne Hinweise auf Instabilität. In der Konsultation 
habe sich eine deutliche funktionelle Komponente bei chronischer Schmer-
zerkrankung mit klarem somatischem Kern nach Spondylodese eruieren 
lassen. Als Positivzeichen hätten sich fluktuierende Untersuchungsbefunde 
wie eine sakkadierte Innervation herausarbeiten lassen. Beispielsweise 
gebe der Patient eine Unmöglichkeit der Elevation des linken Armes über 
90 Grad an, welche jedoch passiv problemlos überwunden werden und 
anschliessend aktiv mit guter Kraft gehalten werden könne (S. 11).

3.3.2 Am 12. Mai 2022 wurde ein EOS der ganzen Wirbelsäule (Rönt-
genbildgebung; act. II 188 S. 8) durchgeführt. Im Bericht des H.________, 

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Klinik J.________, vom 18. Mai 2022 (act. II 188 S. 6) wurde zusammen-
fassend festgehalten, es habe sich im Vergleich zu den Voruntersuchungen 
keine wesentliche Befundänderung eingestellt. Auch der Erkenntnisgewinn 
der zuletzt durchgeführten SPECT-CT sowie der Wirbelsäulen-
Ganzaufnahme sei im Vergleich zu den Voraufnahmen gering bei stel-
lungskonstanten Verhältnissen und einer stellungskonstanten Situation (S. 
7).

3.3.3 Im Verlaufsbericht vom 2. September 2022 (act. II 188 S. 2) gab die 
Hausärztin Dr. med. E.________ an, der Gesundheitszustand habe sich 
verschlechtert (S. 2 Ziff. 1). Der linke Arm könne im Alltag nicht richtig ein-
gesetzt werden, einerseits aufgrund der Schmerzen, andererseits aufgrund 
der Muskelverklebungen und der eingeschränkten Beweglichkeit. Daneben 
lägen chronische Schmerzen im oberen, aber auch im unteren Wirbelsäu-
lenbereich links vor. Aufgrund der chronischen Schmerzproblematik beste-
he ein psychischer Erschöpfungszustand (S. 3 Ziff. 12). Seit der Schulter-
operation im 2016 attestierte sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3 Ziff. 
11).

3.3.4 In der RAD-Beurteilung vom 14. November 2022 (act. II 192 S. 4) 
führte Dr. med. F.________ zur psychischen, neuropsychologischen und 
sozialen Situation aus, dass diesbezüglich seit 2020 keine neuen Aspekte 
aktenkundig seien. Somatisches Hauptproblem seien wie bereits bei der 
polydisziplinären Begutachtung im Januar 2019 Schmerzen in der gesam-
ten Wirbelsäule und der linken Schulterregion, welche – wie bereits damals 
– analgetisch lediglich mit Tramadol und mittels ambulanter Physiotherapie 
behandelt würden. Auch wenn bei weiterhin beklagten schwankenden, teil-
weise als stark angegebenen Schmerzen in den Jahren 2021 und 2022 
erneute orthopädische und wirbelsäulen-orthopädische Konsultationen zur 
Reevaluation stattgefunden hätten, seien dabei weder neue Diagnosen 
gestellt worden, noch hätten sich in den radiologischen Zusatzuntersu-
chungen neue relevante Aspekte (wie Lockerungszeichen nach den Opera-
tionen oder Hinweise auf Komplikationen wie Infekte) gezeigt, sodass die 
Beschwerden unverändert – wie bereits im Gutachten – im Rahmen der 
statischen Veränderungen der Wirbelsäule zu sehen seien. Zudem sei eine 
erneute neurologische Untersuchung durchgeführt worden, wobei sich 

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elektrophysiologisch keine Hinweise auf Schädigungen der peripheren 
Nerven gefunden hätten, jedoch Hinweise auf eine sogenannte funktionelle 
neurologische Störung. Anzumerken sei, dass allerdings nicht die nachge-
wiesenen neurologischen funktionellen Beschwerden als limitierend ange-
geben worden seien, sondern die bereits vorbekannten Schmerzen, sodass 
sich aus dieser einzigen neuen aktenkundigen Diagnose keine weiteren 
funktionellen Einschränkungen im Vergleich zu den bereits vorbestehenden 
ableiten liessen. Zusammenfassend fänden sich keine objektiven Hinweise 
auf neue Diagnosen oder Befunde mit signifikanten Änderungen der bereits 
zuvor bestehenden Limitationen (S. 6). 

3.3.5 Dr. med. G.________ hielt mit Bericht vom 14. April 2023 (act. II 
199 S. 3) fest, bei den von ihm mittels Elektromyographie (EMG) unter-
suchten Muskeln habe sich keine kontinuierliche Muskelaktivität nachwei-
sen lassen. Dies bedeute, dass die Beschwerden wahrscheinlich nicht auf 
eigentliche Muskelkrämpfe zurückzuführen seien. Weiter habe er bei seiner 
Untersuchung keine fluktuierende, sakkadierte Innervation bei der Kraftprü-
fung reproduzieren können. Die Kraftprüfung sei zwar teilweise erschwert 
gewesen, weil sie für den Patienten schmerzhaft gewesen sei, der Patient 
habe aber in allen Muskelgruppen wenigstens kurzzeitig eine normale Kraft 
entwickeln können. Zudem hätten die Neurologen am Spital H.________ 
übersehen, dass bei der Fähigkeit, den Arm aktiv über Schulterhöhe zu 
heben, eine normale Funktion des Musculus serratus anterior Vorausset-
zung sei. Dieser Muskel müsse das Schulterblatt am Brustkorb fixieren, 
damit während der Bewegung das Schultergelenk stabil bleibe. Um den 
Arm in der Folge oben zu halten, sei dieser Muskel dann aber nicht oder 
nicht mehr wesentlich nötig. Beim Patienten sei beschrieben, dass der linke 
Musculus serratus anterior ganz oder teilweise von seiner Verankerung am 
Brustkorb abgelöst sei (iatrogen bei der ersten Operation). Beim Untersu-
chungsbefund im Spital H.________ handle es sich somit nicht um eine 
Inkonsistenz, sondern vielmehr um den bei der hier vorliegenden anatomi-
schen Situation erwarteten Untersuchungsbefund. Positive klinische Zei-
chen einer funktionellen Störung fänden sich somit (zumindest aktuell) nicht 
(mehr), sodass diese Diagnose nicht bestätigt werden könne. Der Patient 
berichte über inkonstant vorhandene kribbelnde Missempfindungen in ver-
schiedenen Körperregionen. Teilweise handle es sich um physiologische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 14

Phänomene, insbesondere das Einschlafen des linken Beins beim Sitzen 
auf der Toilette sei durch Druckeinwirkung auf den Nervus ischiadicus auf 
der Oberschenkelrückseite bedingt. Zusammen mit den angegebenen ver-
mehrten Faszikulationen deute dies auf eine etwas erhöhte Erregbarkeit 
der peripheren Nerven hin. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei diese vermehr-
te Erregbarkeit Ausdruck eines allgemein gesteigerten Erregungsniveaus 
bzw. von „Stress“. Das unabhängig davon auftretende Kribbeln in beiden 
Beinen könne allenfalls als unspezifische Auswirkung von Verspannungen 
gedeutet werden; da keine strukturelle Nervenschädigung bestehe, sei dies 
letztlich aber spekulativ (S. 5 f.). An der linken Hand würden intermittierend 
die Finger I bis III einschlafen. Elektrodiagnostisch finde sich hier die Kon-
stellation eines leichten Karpaltunnelsyndroms. Dieser Befund sei gegenü-
ber 2018 verschlechtert. Zusammenfassend könne somit festgestellt wer-
den, dass die aktuelle klinische und elektrophysiologische Untersuchung 
abgesehen von einer leichten Nervenschädigung im Karpaltunnel beidseits 
keine strukturelle Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensys-
tems nachweise. Gleichzeitig fänden sich auch keine objektivierbaren Be-
funde, die eine nichtorganische Störung der Nervenfunktion nachwiesen. 
Die Auffälligkeiten in der klinischen Untersuchung und die beschriebenen 
Missempfindungen seien durch die postoperativ veränderten anatomischen 
Gegebenheiten, insbesondere im Schulterbereich links, erklärbar (S. 6).

3.3.6 In der Aktennotiz vom 2. Mai 2023 (act. II 200) hielt der RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, unter anderem fest, das leichte Karpaltun-
nelsyndrom beidseits stelle keine Beeinträchtigung von versicherungsme-
dizinischer Relevanz dar. Es sei mit einer nächtlich getragenen Unterarm-
schiene, Infiltrationen oder auch einer Operation gut behandelbar. Die Be-
handlung einschliesslich Operation sei aus versicherungsmedizinischer 
Sicht auch zumutbar. Vorbekannt und gutachterlich bereits mitberücksich-
tigt seien die Beeinträchtigungen seitens der Schulter. 

3.3.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ führte in der Stellungnahme 
vom 5. Mai 2023 (act. II 201 S. 3) aus, wohl finde sich elektrophysiologisch 
eine Konstellation eines leichten Karpaltunnelsyndroms links, jedoch könne 
bei lediglich intermittierendem Einschlafen der Finger I bis III nicht von ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 15

ner relevanten funktionellen Einschränkung ausgegangen werden. Dassel-
be gelte für das subjektiv nicht speziell angegebene nachgewiesene leichte 
Karpaltunnelsyndrom rechts. Zudem handle es sich dabei um eine Diagno-
se, welche operativ behandelt werden könne. In den meisten Fällen könne 
die Hand innerhalb von wenigen Wochen wieder vollständig normal belas-
tet werden (S. 3). Dr. med. G.________ weise in seinem Bericht auf Ver-
änderungen durch die im Februar 2016 durchgeführte Operation hin, nicht 
auf Veränderungen, die seit dem Gutachten Anfang 2019 aufgetreten sei-
en. Mit anderen Worten: Es würden lediglich seit Februar 2016 bestehende 
Veränderungen aktuell spezifischer beurteilt. Auch wenn der Verdacht auf 
eine ansatznahe Ruptur des Musculus trapezius und latissimus dorsi erst 
Ende 2021 erwähnt worden sei, handle es sich dabei nicht um eine neu 
aufgetretene Pathologie, sondern um eine seit Februar 2016 vorbestehen-
de. Funktionell ergäben sich durch die nach 2019 neu dokumentierte Dia-
gnose „ansatznahe Ruptur des Musculus trapezius und latissimus dorsi“ 
und die beschriebene Problematik des Musculus serratus anterior keine 
neuen Aspekte bezüglich Schulterfunktion und Zumutbarkeit. Dies deshalb, 
weil bereits im orthopädischen Gutachten Anfang 2019 – nach Beurteilung, 
dass es sich um eine muskuläre Problematik handle – festgelegt worden 
sei, dass Heben über Schulterhöhe nicht mehr zumutbar sei, was unverän-
dert Gültigkeit habe. Daran ändere sich durch die nun ergänzenden genau-
eren Diagnosen der zuvor lediglich als „muskulär“ beurteilten Problematik 
aus medizinischer Sicht nichts. Zusammenfassend könne keine signifikante 
Veränderung mit Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem 
polydisziplinären Gutachten Anfang 2019 abgeleitet werden. Das beschrie-
bene Karpaltunnelsyndrom beidseits habe derzeit keinen zusätzlichen und 
– da bei Verschlechterung behandelbar – auch insgesamt keinen länger-
dauernden Einfluss auf den Gesundheitszustand (S. 4).

4.

4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 16

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2

4.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 
durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-
standes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer 
entscheidungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen 
zu entnehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevisi-
on erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich 
ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sach-
verhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvoll-
ziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf 
eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, 
mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, 
wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung 
nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung 
des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachla-
gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich 
verändert haben (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1). Wegen des 
vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 17

des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abwei-
chenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fak-
ten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich 
vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass 
substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich 
eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als erforderli-
che Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen dia-
gnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Be-
urteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen genügend un-
termauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche kon-
kreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der 
Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschät-
zung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2018 IV Nr. 
13 S. 41 E. 4.2.2).

4.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 11. Mai 2023 (act. II 202) massgeblich auf die Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärztin Dr. med. F.________ vom 14. November 2022 (act. II 192 S. 4) 
und vom 5. Mai 2023 (act. II 201 S. 3) gestützt. Diese erfüllen die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert solcher Aktenbe-
richte gestellten Anforderungen und genügen auch den revisionsrechtlichen 
Ansprüchen (vgl. E. 4.2.1 f. hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen 
und Ausführungen sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. 
Gestützt darauf hat die RAD-Ärztin die medizinischen Zusammenhänge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 18

einleuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand und dessen Verlauf nachvollziehbar begründet dargestellt. 
Dass Dr. med. F.________ keine klinische Exploration durchgeführt hat – 
wie der Beschwerdeführer moniert (vgl. Beschwerde S. 9 N. 31; Eingabe 
vom 5. Juli 2023, S. 2) –, ist nicht zu beanstanden, konnte sie sich auf-
grund der vorhandenen umfassenden Unterlagen doch ein gesamthaft lü-
ckenloses Bild verschaffen (vgl. E. 4.3 hiervor) und wären aus einer per-
sönlichen Untersuchung keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten ge-
wesen. Damit kommt den RAD-Berichten voller Beweiswert zu, sodass 
darauf abzustellen ist.

5.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ hat eingehend und nachvoll-
ziehbar aufgezeigt, dass seit dem massgebenden Vergleichszeitpunkt (vgl. 
E. 3.1 hiervor) keine objektiven Hinweise auf neue Diagnosen oder Befun-
de mit signifikanten Änderungen der bereits zuvor bestehenden Limitatio-
nen vorliegen (act. II 192 S. 6 und 201 S. 4). Diese Beurteilung korreliert 
mit den bildgebenden Abklärungen sowie den elektrophysiologischen Un-
tersuchungen (act. II 188 S. 8, 17 ff., 22, 26) und findet Rückhalt im Bericht 
von Dr. med. G.________ vom 14. April 2023. So stellte Dr. med. 
G.________ abgesehen von einer leichten Nervenschädigung im Karpal-
tunnel beidseits keine strukturelle Schädigung des zentralen oder periphe-
ren Nervensystems und auch keine objektiven Befunde, die eine nichtorga-
nische Störung der Nervenfunktion nachweisen würden, fest (act. II 199 S. 
6). In Bezug auf das neu diagnostizierte leichte Karpaltunnelsyndrom beid-
seits hat Dr. med. F.________ sodann überzeugend dargelegt, dass bei 
lediglich intermittierendem Einschlafen der Finger I bis III nicht von einer 
relevanten funktionellen Einschränkung auszugehen ist (act. II 201 S. 3). 
Zudem wies sie – in Übereinstimmung mit den bzw. in Berücksichtigung 
der Ausführungen von Dr. med. K.________ vom 2. Mai 2023 (act. II 200 
S. 1) – darauf hin, dass ein Karpaltunnelsyndrom gut behandelbar ist und 
deshalb keinen längerdauernden Einfluss auf den Gesundheitszustand hat. 
Diese neue Diagnose stellt vorliegend somit keine relevante Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes dar. 

Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen an der schlüssigen Beur-
teilung von Dr. med. F.________ nichts zu ändern. Soweit er unter Hinweis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 19

auf den Bericht der Hausärztin Dr. med. E.________ vom 2. September 
2022 (act. II 188 S. 2) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
geltend macht und vorbringt, es sei neu eine ansatznahe Ruptur des Mus-
culus trapezius und latissimus dorsi diagnostiziert worden (vgl. Berichte des 
H.________ vom 23. März und 18. Mai 2022, act. II 188 S. 6 und 10), wel-
che eine Veränderung des Zumutbarkeitsprofils bewirke (vgl. Beschwerde 
S. 7 N. 22 und S. 9 f. N. 30 ff.), kann ihm nicht gefolgt werden. Dr. med. 
F.________ legte in der Stellungnahme vom 5. Mai 2023 (act. II 201 S. 4) 
ausführlich und differenziert dar, dass es sich dabei nicht um eine neu auf-
getretene, sondern um eine – seit Februar 2016 – vorbestehende Patholo-
gie handelt. Folglich ist diese nicht im hier massgebenden Vergleichszeit-
raum eingetreten. Zudem ergaben sich durch diese neue Diagnose – ent-
sprechend den schlüssigen Ausführungen der RAD-Ärztin (act. II 201 S. 4) 
– funktionell keine neuen Aspekte bezüglich der Schulterfunktion und Zu-
mutbarkeit. Dies weil bereits im orthopädischen Gutachten 2019 – wobei 
bereits damals von einer muskulären Problematik ausgegangen wurde (act. 
II 132.3 S. 5 Ziff. 6 und S. 7) – das Heben über Schulterhöhe als nicht mehr 
zumutbar beurteilt worden war (act. II 132.3 S. 8 Ziff. 8.2). Daran hat sich 
nichts geändert (vgl. act. II 201 S. 4). Unter revisionsrechtlichem Gesichts-
winkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im 
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes unerheblich (BGE 147 V 
161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105) bzw. begründet nicht jede im 
Nachhinein korrigierte Diagnose eine Revision (BGE 144 V 245 E. 5.4 
S. 250). Weiter ist zu berücksichtigen, dass es invalidenversicherungs-
rechtlich grundsätzlich nicht auf die Diagnose ankommt, sondern einzig 
darauf, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat 
(Entscheid BGer vom 24. April 2018, 8C_112/2018, E. 4.3). Entgegen den 
Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 31, Ein-
gabe vom 5. Juli 2023, S. 1 f.) ist daher unbeachtlich, dass der 
orthopädische MEDAS-Gutachter ohne spezifischere Diagnostik von einer 
muskulären Problematik ausgegangen ist. Inwiefern die neuen Diagnosen 
über die letzten Jahre einen ganz anderen Krankheitsverlauf bewirken 
sollen (vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 5. Juli 2023, S. 1 f.), ist 
nicht nachvollziehbar und dies findet auch keinen Rückhalt in den medizini-
schen Berichten. Die nun genaueren Diagnosen vermögen – wie Dr. med. 
F.________ stringent ausgeführt hat (act. II 201 S. 4) – aus medizinischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 20

Sicht keine Änderung – und damit keinen Revisionsgrund – zu begründen. 
Auch mit dem Vorbringen, die Ablösung der Serratusmuskulatur führe zu 
einem sehr viel eingeschränkteren Zumutbarkeitsprofil – es liege faktisch 
eine Einhändigkeit vor – (vgl. Beschwerde S. 10 N. 32), dringt der 
Beschwerdeführer nicht durch. Die Ablösung des Musculus serratus 
anterior erfolgte iatrogen im Rahmen der Index-Operation im Februar 2016 
(vgl. Berichte des Spitals H.________ vom 23. März und 18. Mai 2022, act. 
II 188 S. 6 und S. 10, sowie von Dr. med. G.________ vom 14. April 2023, 
act. II 199 S. 5). Diese Problematik ist folglich nicht im hier massgebenden 
Zeitraum entstanden und stellt daher keinen Revisionsgrund dar. Daran 
ändert der nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2023 
(act. II 202) – dem für das Gericht massgebenden Überprüfungszeitpunkt 
(BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) – datierte Sprech-
stundenbericht der Klinik L.________ vom 12. Juni 2023 (act. I 3), der in-
soweit zu berücksichtigen ist, als er Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation erlaubt (vgl. 
SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4), nichts. Dass der Beschwerdeführer – wie 
im Sprechstundenbericht festgehalten (vgl. auch Eingaben des Beschwer-
deführers vom 3. und 5. Juli 2023, in den Gerichtsakten) – durch die para-
doxe Beweglichkeit der abgelösten und mit der Haut verwachsenen Musku-
latur stark gestört ist (act. I 3 S. 2), vermag keine im hier massgebenden 
Zeitraum eingetretene Veränderung zu begründen. 

5.3 Dem Voranstehenden zufolge bilden die Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärztin Dr. med. F.________ vom 14. November 2022 (act. II 192 S. 4) 
und vom 5. Mai 2023 (act. II 201 S. 3) eine hinreichende Grundlage für die 
Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Von 
weiteren medizinischen Abklärungen – wie vom Beschwerdeführer bean-
tragt (vgl. Beschwerde S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 2) – sind keine ent-
scheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass darauf zu 
verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4).

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass im hier zu beurteilenden Ver-
gleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) unter revisionsrechtlichen Gesichts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 21

punkten keine massgebliche Veränderung der medizinischen Verhältnisse 
vorliegt, die geeignet wäre, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). Ebensowenig ist in erwerbli-
cher oder sonstiger Hinsicht eine revisionsrechtlich relevante Veränderung 
der tatsächlichen Verhältnisse ersichtlich noch wird eine solche geltend 
gemacht. Folglich ist nicht weiter auf die Ausführungen in der Beschwerde 
zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit und zum Einkommensvergleich 
einzugehen (vgl. Beschwerde S. 8 N. 27 f. und S. 10 ff. N. 33 ff.). Denn 
eine dahingehende umfassende Prüfung und Neuermittlung des Invali-
ditätsgrades wäre nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes vorzunehmen. 
Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts demgegenüber – 
wie hier – nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, verbietet sich 
dies.

5.5 Nach dem Dargelegten ist die mit Verfügung vom 11. Mai 2023 (act. 
II 202) erfolgte Verneinung eines Revisionsgrundes seit der ursprünglichen 
Verfügung vom 28. Februar 2020 (act. II 147 S. 2) nicht zu beanstanden. 
Die Beschwerde ist unbegründet und somit abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Jan. 2024, IV/23/448, Seite 22

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, Rechtsanwalt MLaw C.________ z.H. des Be-

schwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.