# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be670b4c-84c1-59df-a559-3a71311ac17f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 06.11.2023 ZK2 2023 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2023-56_2023-11-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 6. November 2023

Referenz ZK2 23 56

Instanz II. Zivilkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, Postfach 250, 7001 Chur 

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Elena Liechti
Kanzlei Kornplatz, Kornplatz 2, Postfach 355, 7001 Chur 

Gegenstand Rechtsschutz in klaren Fällen (Mieterausweisung)

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Plessur, Einzelrichter vom 23.10.2023, 
mitgeteilt am 23.10.2023 (Proz. Nr. 135-2023-685)

Mitteilung 07. November 2023

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Sachverhalt

A. Seit dem ______ 2004 vermietete B._____ die 3-Zimmerwohnung im 2. 
Obergeschoss am C._____ in E._____ an A._____. Der Mietvertrag wurde letzt-
mals am _____ 2010 erneuert. Der monatliche Mietzins betrug CHF 1'250.00 netto 
(RG act. II/1).

Am 31. Januar 2023 (Poststempel 1. Februar 2023) kündigte B._____ den Miet-
vertrag mittels amtlichem Formular auf den 30. September 2023. A._____ verwei-
gerte die Entgegennahme der eingeschriebenen Sendung und holte diese auch 
nicht bei der Post ab (RG act. II/2-4). Am 27. März 2023 legte B._____ eine Kopie 
der Kündigung in den Briefkasten von A._____ und stellte ihr die Kündigung am 
29. März 2023 nochmals per B-Post zu (RG act. II/5-6). Die Kündigung blieb un-
angefochten.

Mit Schreiben vom 6. September 2023 informierte B._____ die Mieterin, dass die 
Wohnungsübergabe am 30. September 2023 um 15:00 Uhr stattfinden werde. 
Falls ihr die Uhrzeit nicht passe, solle sie sich bei ihm melden (RG act. II/7-8). Am 
13. September 2023 retournierte A._____ das Schreiben an den Vermieter mit 
dem Hinweis, dieses habe rechtlich keine Gültigkeit (RG act. II/9).

B. Nachdem A._____ das Mietobjekt auf das Ende des Mietverhältnisses nicht 
zurückgegeben hatte, stellte B._____ am 3. Oktober 2023 beim Regionalgericht 
Plessur ein Gesuch um Mieterausweisung (RG act. I/1).

A._____ beantragte mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2023, es sei ihr Frist bis 
31. März 2024 zu geben, um das Mietobjekt zu räumen und zu verlassen (RG act. 
I/2).

C. Mit Entscheid vom 23. Oktober 2023 (act. B.1) erkannte der Einzelrichter 
am Regionalbericht Plessur was folgt:

1. A._____ wird angewiesen, die 3-Zimmerwohnung im 2. Oberge-
schoss am C._____ in E._____ unverzüglich, bis spätestens am 
13.11.2023 zu räumen und zu verlassen sowie in ordnungsgemäs-
sem Zustand mit allen Schlüsseln zurückzugeben.

2. a) Nach unbenütztem Ablauf der obigen Frist ist B._____ berechtigt, 
im Sinne einer Ersatzvornahme die Räumung der Wohnung zu 
veranlassen. Sollte A._____ den Zutritt zur Wohnung verweigern, 
ist B._____ berechtigt, einen Schlüsseldienst beizuziehen, um sich 
Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Er kann polizeiliche Hilfe in 
Anspruch nehmen (vgl. Ziffer 3/c).

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    b) Die Kosten einer Ersatzvornahme sind durch B._____ vorzu-
schiessen, welcher dafür auf A._____ zurückgreifen kann.

    c) Die Kantonspolizei Graubünden wird angewiesen, den vorliegen-
den Entscheid auf erstmalige Aufforderung von B._____ zu voll-
strecken, indem B._____ der Zutritt zu den Räumlichkeiten sowie 
der allfällige Einsatz eines Schlüsseldienstes gesichert wird und 
nötigenfalls die sich darin unberechtigterweise aufhaltenden Per-
sonen aus den Räumlichkeiten geleitet werden.

3. a) Die Gerichtskosten von CHF 800.00 gehen zu Lasten von 
A._____.

Die Gerichtskosten werden mit dem von B._____ geleisteten Vor-
schuss von CHF 800.00 verrechnet.

A._____ hat B._____ den geleisteten Vorschuss von CHF 800.00 
zu ersetzen.

A._____ hat Rechtsanwältin MLaw Elena Liechti eine Parteien-
tschädigung von CHF 998.40 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu be-
zahlen.

4. Rechtsmittelbelehrung

5. Mitteilung  

D. Mit Eingabe vom 1. November 2023 erhob A._____ (nachfolgend Be-
schwerdeführerin) gegen den Ausweisungsentscheid Beschwerde beim Kantons-
gericht von Graubünden (act. A.1). Sie beantragt was folgt:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin Frist bis 31. März 2024 zu geben, um 
die 3-Zi-Dachwohnung zu räumen und zu verlassen.

3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

E. Auf die Einholung einer Beschwerdeantwort von B._____ (nachfolgend Be-
schwerdegegner) wurde verzichtet. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen. 

Erwägungen

1.1. Angefochten ist ein erstinstanzlicher Entscheid im Verfahren nach Art. 257 
ZPO (Rechtsschutz in klaren Fällen). Als Rechtsmittel gegen solche Entscheide ist 
in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO 
gegeben, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren den 
Betrag von CHF 10'000.00 nicht erreicht (Art. 319 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. Art. 308 

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Abs. 2 ZPO). Der angefochtene Entscheid enthält keine Angaben zum Streitwert. 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht das wirtschaftliche Interes-
se der Parteien in einem mietrechtlichen Ausweisungsverfahren, in dem die Kün-
digung nicht mehr strittig ist, im Mietwert, der durch die Verzögerung infolge des 
Summarverfahrens selber entsteht (BGer 4A_72/2007 v. 22.8.2007 E. 2.2; BGer 
4A_107/2007 v. 22.6.2007 E. 2.3). Diesbezüglich ist unabhängig von allfälligen 
kantonalen Unterschieden in der tatsächlichen Bewältigung solcher Verfahren von 
einer Dauer von sechs Monaten auszugehen (vgl. BGE 144 III 346 E. 1.2.1 mit 
Hinweis auf Peter Diggelmann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweize-
rische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 46 zu 
Art. 91 ZPO; KGer GR ZK2 22 26 v. 8.7.2022 E. 1.1; KGer GR ZK2 19 58 v. 
18.12.2019 E. 2.3.1). Bei einem monatlichen Mietzins von CHF 1'250.00 (RG act. 
II/1) beläuft sich im vorliegenden Fall der Mietwert für sechs Monate auf CHF 
7'500.00. Damit ist das Rechtsmittel der Beschwerde zulässig.

1.2. Bei einem im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid, wozu solche 
betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen gehören (Art. 248 lit. b ZPO), beträgt die 
Rechtsmittelfrist 10 Tage (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Der angefochtene Entscheid ist 
der Beschwerdeführerin am 24. Oktober 2023 zugegangen (RG act. V/2). Die Be-
schwerde vom 1. November 2023 (act. A.1) wurde damit fristgerecht eingereicht.

1.3. Die Beschwerde hat konkrete Rechtsbegehren zu enthalten, aus denen 
hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird. 
Namentlich ist bestimmt zu erklären, welche Änderungen im Dispositiv des ange-
fochtenen Entscheids verlangt werden. Alsdann ist in der Begründung darzulegen, 
aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeän-
dert werden muss. Die Begründung hat sich mit dem angefochtenen Entscheid 
und den darin enthaltenen Erwägungen sachbezogen auseinanderzusetzen (vgl. 
Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 
2016, N 14 f. zu Art. 321 ZPO; Ivo W. Hungerbühler/Manuel Bucher, in: Brun-
ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 17 ff. zu Art. 321 ZPO sowie N 16 ff. und N 30 
ff. zu Art. 311 ZPO).

Die Beschwerdeführerin wendet sich mit ihrem Rechtsmittel einzig gegen die ein-
geräumte Frist für die Wohnungsrückgabe. Sie beantragt die Gewährung einer 
längeren Räumungsfrist und begründet dies im Wesentlichen mit gesundheitlichen 
Problemen und der schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt. Auf diese 
Gründe, namentlich auf die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche hat die Be-

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schwerdeführerin bereits bei der Vorinstanz hingewiesen (RG act. I/2). Der Einzel-
richter am Regionalgericht hat dazu im angefochtenen Entscheid ausgeführt, die 
Beschwerdeführerin habe gegen die ausgesprochene Kündigung keinerlei Ein-
wände erhoben und die Kündigung nicht angefochten. Lediglich appellatorisch 
führe ihr Rechtsvertreter aus, dass die Mieterin keine andere günstige Wohnung 
finden werde und deshalb eine Erstreckung angezeigt sei. Eine Erstreckung könne 
indes nur mit Zustimmung des Vermieters erfolgen und wäre freiwilliger Natur. Die 
mit Urkunden belegte Kündigung sei gültig erfolgt und das Mietverhältnis recht-
mässig aufgelöst worden. 

Eine sachbezogene Auseinandersetzung mit diesen Erwägungen findet in der Be-
schwerde nicht statt (act. A.1). Die Beschwerdeführerin begnügt sich einerseits mit 
blossen Wiederholungen ihrer Ausführungen vor Vorinstanz, andererseits mit 
neuen Behauptungen und Beweismitteln, welche im Beschwerdeverfahren nicht 
zulässig sind (dazu nachfolgend E. 1.4). Damit sind aber die formellen Begrün-
dungsanforderungen an eine Beschwerde nicht erfüllt. Auf die Beschwerde ist 
demzufolge nicht einzutreten. Überdies erweist sich die Beschwerde als unbe-
gründet, wie nachfolgend aufgezeigt wird.

1.4. Das Beschwerdeverfahren ist, anders als das Berufungsverfahren, keine 
Fortsetzung des erstinstanzlichen Verfahrens, sondern bezweckt eine rechtsstaat-
liche Kontrolle desselben. Die Rechtsmittelinstanz hat zu prüfen, ob die Vorinstanz 
den ihr unterbreiteten Sachverhalt nicht offensichtlich falsch gewürdigt und auf-
grund dieses Sachverhalts das Recht korrekt angewendet hat. Dabei ist sie an die 
vorgebrachten Beschwerdegründe gebunden (Botschaft zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung (ZPO) vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., S. 7379; Martin H. 
Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, Bern 2012, N 1 zu Art. 326 ZPO). Neue Anträge, neue Tatsa-
chenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwerdeverfahren ausge-
schlossen (Art. 326 ZPO). 

Die Beschwerdeführerin weist, wie bereits vor Vorinstanz, auf ihren Gesundheits-
zustand hin und macht neu unter Beilage eines Schreibens von Dr. med. D._____ 
vom 31. Oktober 2023 (act. B. 2) ergänzende Ausführungen hierzu. Sie trägt vor, 
sie sei aktuell aus medizinisch-psychiatrischer Sicht nicht in der Lage, das Mietob-
jekt bis zum 13. November 2023 zu räumen und auf Unterstützung in der Woh-
nungssuche angewiesen. Diese Behauptungen und das zu den Akten gegebene 
Schreiben sind in dieser Form neu und können im Beschwerdeverfahren nicht 
mehr berücksichtigt werden. Allerdings würden sie auch nichts an der Rechtmäs-

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sigkeit des angefochtenen Entscheids ändern, wie sich aus den nachfolgenden 
Erwägungen ergibt.

2.1. Die Vorinstanz weist die Beschwerdeführerin mit dem angefochtenen Ent-
scheid an, das Mietobjekt unverzüglich, bis spätestens am 13. November 2023 zu 
räumen und zu verlassen sowie in ordnungsgemässem Zustand mit allen Schlüs-
seln zurückzugeben. Begründend führt sie an, das Mietverhältnis sei auf den 30. 
September 2023 rechtmässig aufgelöst worden. Die mit Urkunden belegte Kündi-
gung sei gültig erfolgt. Trotz beendetem Mietverhältnis habe die Beschwerdeführe-
rin das Mietobjekt nicht zurückgegeben. Damit stehe dem Beschwerdegegner ein 
Ausweisungsanspruch zu und das Gesuch um Mieterausweisung sei folglich gut-
zuheissen.

2.2. Die Vorinstanz bezieht sich in ihren Erwägungen an verschiedenen Stellen 
auf eine Zahlungsverzugskündigung nach Art. 257 d OR (act. B.1 E. 2., 2.1, 2.2 
Absatz 3). Die Beschwerdeführerin moniert zu Recht, dass diese Ausführungen an 
der Sache vorbeigehen. Nach den Akten haben wir es vorliegend offenkundig 
nicht mit einer Zahlungsverzugskündigung zu tun. Der Vermieter kündigte das 
Mietverhältnis am 1. Februar 2023 (Datum Poststempel) ordentlich auf den 30. 
September 2023. Die Ursache für den Fehler der Vorinstanz dürfte in der unbese-
henen Übernahme von Textbausteinen liegen. Da derselbe Fehler der Vorinstanz 
nicht zum ersten Mal unterlaufen ist (vgl. KGer GR ZK2 22 51 v. 26.1.2023 E. 
1.7.4), wäre es angebracht, wenn sie diesbezüglich ihre Arbeitsweise überdenken 
würde. Die Ausführungen der Vorinstanz haben indessen keine Relevanz für die 
Beurteilung der Gültigkeit der streitgegenständlichen Kündigung.

2.3. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Gültigkeit der auf den 30. September 
2023 ausgesprochenen Kündigung nicht und anerkennt, dass sie diese nicht an-
gefochten habe. Allerdings sei dies in der festen Überzeugung geschehen, die 
Kündigung sei nichtig, da sie die Miete stets bezahlt habe. Wie ihre Ärztin festhal-
te, sei dies auf ihre Krankheit zurückzuführen und könne ihr nicht angelastet wer-
den. Der Vorderrichter hätte dies beachten müssen.

Nicht nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang, was die Beschwerdeführerin 
mit den letztgenannten Ausführungen bezweckt. Namentlich wird weder behauptet 
noch nachgewiesen, die Beschwerdeführerin sei zum Zeitpunkt der Kündigung 
mangels Urteilsfähigkeit handlungsunfähig oder verbeiständet gewesen und sie 
hätte daher die Kündigung nicht rechtswirksam entgegennehmen können (vgl. 
dazu etwa Roland Fankhauser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar 
ZGB I, 7. Aufl., Basel 2022, N 16 zu Art. 12 ZGB). Hierfür gibt es auch keinerlei 

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Anhaltspunkte und die Urteilsfähigkeit wird bei erwachsenen Personen vermutet 
(BGE 117 II 541 E. 4; 124 III 5 E. 1b; Fankhauser, a.a.O., N 47 zu Art. 16 ZGB). 
Inwieweit die erwähnten Behauptungen ansonsten von Relevanz sein sollen, wird 
nicht dargelegt. Diesbezüglich fehlt es an einer rechtsgenügenden Substantiie-
rung.

Mit ihren weiteren Ausführungen anerkennt die Beschwerdeführerin, dass das 
Mietverhältnis gültig auf den 30. September 2023 gültig beendet wurde. Dies 
bestätigt sie mit ihrem Rechtsbegehren, mit welchem sie in der Sache lediglich die 
Einräumung einer längeren Räumungsfrist verlangt, und nicht die Abweisung des 
Ausweisungsgesuchs. Dass das Mietverhältnis rechtsgültig beendet wurde ergibt 
sich schliesslich aus den Akten (RG act. II/1-4). Nach Beendigung des Mietver-
hältnisses hat der Vermieter einen mietvertraglichen Rückgabeanspruch (Art. 267 
Abs. 1 OR). Ist er zugleich Eigentümer der Sache hat er zudem einen sachen-
rechtlichen Vindikationsanspruch nach Art. 641 Abs. 2 ZGB. Die Vollstreckung des 
Anspruchs auf Rückgabe von unbeweglichen Sachen erfolgt durch Ausweisung 
des Mieters. Da die Beschwerdeführerin das Mietobjekt nicht freiwillig zurückgab, 
hat die Vorinstanz die Ausweisung zu Recht angeordnet.

2.4. Die Beschwerdeführerin beantragt, den vorinstanzlichen Entscheid aufzu-
heben, und es sei ihr Frist bis 31. März 2024 einzuräumen, um das Mietobjekt zu 
räumen und zu verlassen. Begründend führt sie aus, sie befinde sich seit mehr als 
15 Jahren bei Dr. med. D._____ in psychiatrischer Behandlung. Die behandelnde 
Ärztin erachte sie aus medizinisch-psychiatrischer Sicht für nicht fähig, der Auffor-
derung zur Wohnungsräumung bis zum 13. November 2023 nachzukommen be-
ziehungsweise sei sie aus körperlichen und psychischen Gründen auf Unterstüt-
zung in der Wohnungssuche angewiesen. Sie benötige mehr Zeit, um eine neue 
Unterkunft zu finden. Ausserdem sei es gerichtsnotorisch, dass es in der heutigen 
Zeit ganz generell ausserordentlich schwierig sei, in E._____ eine geeignete und 
bezahlbare Wohnung zu finden, erst recht für kranke Menschen. Der angefochte-
ne Entscheid sei daher aufzuheben und der Beschwerdeführerin mehr Zeit für die 
Wohnungssuche einzuräumen. Der Beschwerdegegner mache Eigenbedarf als 
Grund für die Kündigung geltend. Sein Sohn möchte zusammen mit seiner Freun-
din in das Mietobjekt ziehen. Für diesen dürfte es wesentlich einfacher sein, eine 
geeignete Wohnung zu finden als für die Beschwerdeführerin. Zudem stelle es für 
das junge Paar keine grosse Einschränkung dar, für eine kurze Zeit zusammen 
mit dem Vater in dessen Wohnung zu leben.

Diese Vorbringen erweisen sich, wie bereits erwähnt, als neu und damit verspätet 
(vgl. dazu oben E. 1.4). Es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb sie nicht bereits 

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vor Vorinstanz eingebracht wurden, besteht die Krankheit doch angeblich bereits 
seit über 15 Jahren. Würde ungeachtet der Verspätung darauf eingegangen, so 
würde dies im Übrigen nichts am Ausgang des Verfahrens ändern.

Wurde ein Mietvertrag gültig aufgelöst und ist der Auszugstermin verstrichen, ist 
der Mieter grundsätzlich zur sofortigen Räumung und Rückgabe des Mietobjekts 
zu verpflichten. Der Mieter soll jedoch die Möglichkeit haben, dem Ausweisungs-
entscheid selbst nachzukommen, also das Mietobjekt selber zu räumen und die 
Zwangsvollstreckung somit zu vermeiden. Daher kann ihm das Gericht gestützt 
auf das Verhältnismässigkeitsprinzip eine letzte Frist einräumen. Nach der Recht-
sprechung des Bundesgerichts darf eine Räumung nicht schonungslos vorge-
nommen werden. Ein Aufschub der Vollstreckung kann aus humanitären Gründen 
geboten sein. Allerdings darf ein solcher nur kurz ausfallen, womit wenige Tage 
gemeint sind (BGer 4A_207/2014 v. 19.5.2014 E. 3.1; Florian Rohrer, Der Rechts-
schutz in klaren Fällen nach Art. 257 ZPO, in: MRA 1/16 S. 3 ff., S. 10 f.). Eine 
letzte Frist für die Erfüllung durch die Ausgewiesene kann auch über die direkte 
Vollstreckungsmassnahme angesetzt werden (Eva Bachofner, Die Mieterauswei-
sung, Rechtsschutz in klaren und in weniger klaren Fällen, Zürich/St. Gallen 2019, 
Rz. 865 ff., 869). Die Gewährung eines Aufschubs darf keinesfalls einer Erstre-
ckung des Mietverhältnisses gleichkommen, welche die Mieterin nach den Vorga-
ben der Art. 272 ff. OR fristgerecht bei der Schlichtungsbehörde in Mietsachen 
hätte verlangen müssen. 

Der Beschwerdeführerin war seit anfangs Februar 2023 bekannt, dass sie das 
Mietobjekt auf den 30. September 2023 zu räumen und zurückzugeben hat. Damit 
stand ihr mehr als doppelt so viel Zeit für die Wohnungssuche zur Verfügung als 
die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist von drei Monaten (RG act. II/1). Da die 
Beschwerdeführerin der Aufforderung zur Wohnungsrückgabe nicht nachkam, 
musste der Beschwerdegegner ein Ausweisungsverfahren instanzieren, wodurch 
die Beschwerdeführerin eine weitere zusätzliche Frist während der Dauer dieses 
Verfahrens erhielt. Praxisgemäss hat die Vorinstanz sodann mit dem Auswei-
sungsentscheid, welcher zudem Vollstreckungsmassnahmen enthält, eine letzte 
Frist bis zum 13. November 2023 angesetzt, welche gerechnet ab dem Entscheid-
datum nochmals 20 Tage betrug. Weitere Fristerstreckungen können im Auswei-
sungsverfahren nicht gewährt werden.

3. Die von der Beschwerdeführerin angesprochenen Härtegründe und die Ab-
wägung der Interessen des Vermieters (namentlich der geltend gemachte Eigen-
bedarf für dessen Sohn) mit den der Beschwerdeführerin aus der Wohnungsräu-
mung entstehenden Nachteilen hätten allenfalls einen Anspruch auf eine Erstre-

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ckung des Mietverhältnisses begründen können (Art. 272 OR). Da die Beschwer-
deführerin die Entgegennahme der Kündigung verweigert und demzufolge auch 
kein Erstreckungsverfahren angestrebt hatte, hat sie sich allfällige Nachteile, die 
daraus entstanden, selbst zuzuschreiben. Im Übrigen vermochte sie seit Erhalt der 
Kündigung keine einzige Suchbemühung für eine Ersatzwohnung nachzuweisen. 
Jedenfalls können die vorgebrachten Argumente aus den aufgezeigten Gründen 
dem Ausweisungsbegehren nicht mehr entgegengehalten werden. Es steht der 
Beschwerdeführerin offen, sich auch nach dem Erlass des vorliegenden Urteils mit 
dem Beschwerdegegner über eine allfällige Verschiebung des Umzugstermins zu 
verständigen. Im Übrigen stehen die örtlichen Sozialbehörden zur Verfügung, an 
welche die Beschwerdeführerin sich bei persönlicher Notsituation mit Blick auf ihre 
Wohnsituation wenden kann.

4. Aus den geschilderten Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist. Damit wird das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden 
Wirkung hinfällig.

5. Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) beurteilt das Kantonsgericht als Rechts-
mittelinstanz zivilrechtliche Berufungen und Beschwerden. Erweist sich die Be-
schwerde wie im vorliegenden Fall als offensichtlich unbegründet, entscheidet der 
Vorsitzende der zuständigen Zivilkammer in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 7 
Abs. 2 lit. b EGzZPO, Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 
173.00]).

6. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen ausgangsgemäss zu Lasten 
der Beschwerdeführerin (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Aufgrund der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 1'000.00 als 
angemessen (Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren 
[VGZ; BR 320.210]). Parteientschädigungen werden keine zugesprochen, zumal 
vom Beschwerdegegner keine Beschwerdeantwort eingeholt wurde.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten 
von A._____.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 15'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwer-
de an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt wer-
den, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. An-
dernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. 
BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: