# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9304733-81f1-5c0a-8b5b-56ce9f1d5b4c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.04.2024 D-5402/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5402-2020_2024-04-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5402/2020 

law/blp 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Markus König, 

Richter Manuel Borla; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 30. September 2020 / N (…). 

 

 

 

D-5402/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reiste am 20. September 2017 in die Schweiz 

ein und stellte am gleichen Tag ein Asylgesuch. 

A.b Am 29. September 2017 befragte das SEM den Beschwerdeführer zur 

Person (Befragung zur Person; BzP) und am 6. September 2019 hörte es 

ihn einlässlich zu den Asylgründen an. 

Er erklärte, er sei tamilischer Ethnie und stamme aus dem Dorf B._______ 

im Bezirk Jaffna. Er habe mit seiner Familie ab 1996 im Vanni-Gebiet ge-

lebt, wo er bis im Jahr 2006 geblieben sei, bevor er nach C._______ 

(Jaffna) gegangen sei. Im Mai 2009 sei er bei Kriegsende ins Militärcamp 

von D._______ bei E._______ gekommen, wo er nach 20 Tagen von ei-

nem Freund seines Vaters herausgeholt worden sei. Er habe bis (…) 2010 

bei diesem in F._______ in E._______ gelebt. Danach sei er nach 

C._______ zurückgekehrt, wo er bis zur Ausreise am 20. Juni 2015 geblie-

ben sei. 

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er geltend, sein Vater sei in 

der Vergangenheit bis zu einer Verletzung ein Kommandeur bei den Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen. Seitdem sei er (der Be-

schwerdeführer) vom Criminal Investigation Department (CID) verdächtigt 

worden, die Rolle seines Vaters eingenommen zu haben. Im Jahr 2008 sei 

sein Cousin G._______, mit dem er aufgewachsen und regelmässig 

zwecks Unterstützung der LTTE unterwegs gewesen sei, entführt worden. 

Er (der Beschwerdeführer) habe deswegen mehrmals an Protestkundge-

bungen für die Verschwundenen teilgenommen. Nach dem Krieg sei er am 

(…) 2010 ein erstes Mal vom CID festgenommen und zwei Wochen lang 

im H._______ Camp festgehalten worden. Er sei dabei gefragt worden, 

wohin er Waffen gebracht habe, als er mit dem Cousin unterwegs gewesen 

sei, weshalb er nach Kriegsende nach Jaffna zurückgekehrt sei und was 

seine Pläne gewesen seien. Während dieser Haft sei er schlecht behandelt 

worden. Dank des Eingreifens seiner Mutter sei er dann freigekommen, 

habe aber anschliessend täglich beim CID seine Unterschrift leisten müs-

sen. Sein Vater habe die TNA (Tamil National Alliance) kontaktiert und dank 

denen habe er (der Beschwerdeführer) nach fünf Monaten keine Unter-

schrift mehr leisten müssen. Dennoch sei er immer in seinen Bewegungen 

überwacht worden. Er denke, er sei bewusst freigelassen worden, damit 

der CID habe sehen können, mit wem er sich treffe. Nachdem er wieder an 

Demonstrationen wegen Verschwundenen teilgenommen habe, habe ihn 

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der CID im (…) 2012 erneut festgenommen und eine Woche lang im selben 

Camp festgehalten. Der CID habe wissen wollen, wer ihn zur Teilnahme 

an den Demonstrationen motiviert habe und mit wem von den ehemaligen 

Kämpfern er noch Kontakt habe. Danach sei er wieder freigelassen wor-

den. Später habe er I._______, einem Sozialarbeiter, der die Anliegen re-

habilitierter ehemaligen LTTE-Kämpfer unterstützt habe, geholfen, diese 

Leute zu finden und zu treffen. Zudem habe er die TNA unterstützt. Im 

(…) 2014 sei er erneut vom CID für zwei Wochen inhaftiert worden, wobei 

man von ihm Informationen über I._______ und seine eigene Tätigkeit für 

die TNA habe erhalten wollen beziehungsweise, man von ihm verlangt 

habe, dass er Leute auf Fotos von Protestkundgebungen, insbesondere 

J._______ und K._______, identifiziere. Später habe er erfahren, dass 

diese zwei Personen im (…) 2014 erschossen worden seien. Er habe des-

wegen grosse Angst bekommen, namentlich, weil ihm in der Haft eine ihm 

nicht weiter bekannte Person mitgeteilt habe, dass er in sehr grosser Ge-

fahr sei. Aus diesem Grund sei er nicht mehr aus dem Haus gegangen und 

habe sich versteckt. Seine Eltern seien danach von Leuten aufgesucht wor-

den, die nach ihm gefragt hätten. Im (…) 2015 habe er zusammen mit sei-

nem Cousin L._______, der ebenfalls mit ihm aufgewachsen sei, in 

M._______ an einer grossen Kundgebung im Zusammenhang mit ver-

schwundenen Personen teilgenommen. Er habe dabei beobachtet, wie er 

fotografiert worden sei. Am (…) 2015 sei sein Cousin L._______ ver-

schleppt worden und er (der Beschwerdeführer) habe Angst gehabt. Im 

(…) 2015 sei schliesslich nach ihm gesucht worden. Im selben Monat habe 

er erfahren, dass I._______ erschossen worden sei. Er (der Beschwerde-

führer) sei dann nach Hause zurückgekehrt und habe sich dort in einem 

Graben in einer Hütte versteckt. 

Wegen dieser Probleme sei er am (…) 2015 aus Sri Lanka ausgereist. Er 

sei zu diesem Zweck in einem Auto nach N._______ gebracht worden, von 

wo aus er ein Boot nach Q._______ genommen habe. Dort sei er einein-

halb Jahre lang bei einem Freund seines Onkels in O._______ geblieben. 

Anfang 2017 sei er weiter mit dem Zug nach Delhi und später mit dem Auto 

nach Nepal gegangen. Danach sei er weiter über den Iran und weitere, ihm 

nicht bekannte Länder bis in die Schweiz gelangt. Sein Vater habe bereits 

früher auf der Schweizer Botschaft in Colombo ein Asylgesuch an die 

Schweiz gestellt. Dieses sei aber später nicht fortgesetzt worden. In der 

Schweiz habe er erfahren, dass sein Cousin L._______ freigekommen sei. 

A.c Der Beschwerdeführer reichte zum Nachweis seiner Identität seinen 

Identitätsausweis ein. Als Beweismittel gab er einen Zeitungsausschnitt 

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vom (…) 2008 in dem über die Entführung von mehreren Personen, darun-

ter auch sein Cousin G._______, berichtet worden sei, den Invalidenaus-

weis seines Vaters, die Rationierungskarte betreffend die Zeit seines Auf-

enthalts in Vanni, den Ausweis seines Vaters aus dem Internierungslager 

und die Korrespondenz zwischen seinem Vater und der schweizerischen 

Botschaft in Colombo zu den Akten. 

B.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 30. September 2020 fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 

Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 

und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

C.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 2. November 2020 liess der Be-

schwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, der Entscheid des SEM 

sei vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei hierzulande 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge davon 

sei dem Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu ge-

währen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei festzu-

stellen, dass Beschwerde aufschiebende Wirkung hat. 

Der Beschwerde lag die angefochtene Verfügung, die Vollmacht der 

Rechtsvertreterin, eine undatierte Kostennote, die Schnellrecherche der 

SFH-Länderanalyse mit dem Titel «Sri Lanka: Aktuelle politische Situation, 

Überwachung der Diaspora, Geldsammeln im Ausland für Kriegsopfer» 

vom 10. April 2020 und drei Fotos, angeblich vom Vater des Beschwerde-

führers, bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. November 2020 hielt die vormalige In-

struktionsrichterin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig forderte sie ihn zur Zahlung 

eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 750.– bis zum 30. November 

2020 auf. Dieser wurde mit Zahlung vom 18. November 2020 geleistet. 

 

 

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Seite 5 

E.  

Mit Verfügung vom 20. November 2020 gab die Instruktionsrichterin dem 

SEM Gelegenheit, eine Vernehmlassung zur Beschwerde einzureichen. 

Dieses nahm in seiner Vernehmlassung vom 9. Dezember 2020 Stellung 

und stellte fest, die Beschwerde enthalte keine neuen erheblichen Tatsa-

chen oder Beweismittel, welche eine Änderung ihres Standpunktes recht-

fertigen könnten, und verwies vollumfänglich auf die Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerde-

führer am 11. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht. 

F.  

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte mit Eingabe vom 

15. Dezember 2020 einen Zeitungsartikel vom (…) 2009, in dem ver-

schwundene Personen, darunter der Cousin (G._______) ihres Mandan-

ten, aufgeführt seien, samt Übersetzung als Beweismittel ein. Gleichzeitig 

aktualisierte sie ihre Kostennote. 

G.  

Aus organisatorischen Gründen wurde der Vorsitz im Beschwerdeverfah-

ren am 17. November 2021 auf Richter Walter Lang übertragen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu die-

sem Zeitpunkt geltende Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für 

die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden 

(aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz 

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teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-

weise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der 

Kostenvorschuss innert gesetzter Frist einbezahlt wurde, ist auf die Be-

schwerde– vorbehältlich der nachfolgenden Erwägung – einzutreten. 

1.4 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde in Verwaltungssa-

chen aufschiebende Wirkung und die Vorinstanz hat die aufschiebende 

Wirkung der Beschwerde nicht entzogen (Art. 55 Abs. 2 VwVG). Der Be-

schwerdeführer ist daher – wie in der Zwischenverfügung vom 13. Novem-

ber 2020 (Dispositivziffer 1) festgestellt – von Gesetzes wegen berechtigt, 

sich bis zum Abschluss des Asylverfahrens in der Schweiz aufzuhalten 

(vgl. Art. 42 AsylG). Auf den Antrag, es sei festzustellen, dass die Be-

schwerde aufschiebenden Wirkung hat, ist deshalb mangels Rechts-

schutzinteresses nicht einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

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Seite 7 

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen ge-

mäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Entscheiden dargelegt und präzisiert. 

Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des 

BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil pu-

bliziert] m.w.H.). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers betreffend die konkrete Suche nach ihm im 

(…) 2015, die angebliche Suche bei der Bekannten, seine Inhaftierung im 

(…) 2014 für die Dauer von zwei Wochen sowie seine Darlegungen betref-

fend eine Bedrohungslage im Zusammenhang mit I._______ würden den 

Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhal-

ten. 

Im Einzelnen hält es dazu fest, der Beschwerdeführer habe in der Anhö-

rung dargelegt, er sei bei der Suche nach ihm im (…) 2015 im Haus einer 

Bekannten versteckt gewesen. Man habe erfahren, wo er sich aufgehalten 

habe. Gerade als er sich hinter dem Haus aufgehalten habe, seien plötzlich 

bewaffnete Personen in das Haus eingedrungen. Die Bekannte habe da-

raufhin geschrien, er solle davonrennen, was er auch getan habe. Im Ge-

gensatz dazu habe er in der BzP in diesem Zusammenhang erklärt, der 

CID habe überall im Dorf nach ihm gesucht und alle im Dorf seien befragt 

worden. Von einem Eindringen ins Haus, wo er sich aufgehalten habe und 

von einer Flucht im letzten Moment, sei gemäss seinen Darlegungen in der 

BzP somit überhaupt nicht die Rede. Es handle sich hier offensichtlich um 

einen nicht lauteren Nachschub eines wesentlichen Elementes seiner Vor-

bringen und nicht bloss um die Konkretisierung von bereits Erwähntem, 

denn dafür sei das Aufsuchen von bewaffneten Personen als Vorbringen 

viel zu einschneidend. Zudem habe er in der Anhörung zur Sache erklärt, 

es seien zwei bewaffnete Männer gewesen, die ins Haus eingedrungen 

seien, ohne diese aber selber gesehen zu haben. Er habe weder mit der 

Frau noch mit sonst jemanden, beispielsweise mit seinen Eltern, später 

über diesen Vorfall gesprochen. Mit diesem Widerspruch konfrontiert, habe 

er erklärt, er habe es von seinem Vater später erfahren, was aber genau 

seinen vorangehenden Angaben widerspreche. Aus diesen erheblichen 

Ungereimtheiten sei zu schliessen, dass es sich bei dieser angeblichen 

Suche bei der Bekannten um ein Konstrukt handle, mit dem Zweck seinen 

Vorbringen eine konkrete und aktuelle Bedrohung zu verleihen. 

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In der BzP habe er zur geltend gemachten Inhaftierung im (…) 2014 er-

zählt, er sei anlässlich dieser Festnahme vom CID über zwei Sachen be-

fragt worden: einerseits zu den Personen J._______ und K._______, an-

dererseits zur TNA im Zusammenhang mit den Provinzwahlen. Einen völlig 

anderen Eindruck bezüglich dieser Inhaftierung habe man bei der Betrach-

tung seiner Angaben in der Anhörung zur Sache erhalten, was gerade beim 

Thema der ihm während der Inhaftierung gestellten Fragen besonders ins 

Auge falle. Dieser Aspekt sei wesentlich, denn es liefere der betroffenen 

Person die Begründung dafür, weshalb sie überhaupt in Haft sei. In der 

Anhörung habe der Beschwerdeführer erklärt, er sei zu den Personen 

J._______ und K._______ befragt worden, aber auch zu seinen Verbin-

dungen zu I._______ und den allfälligen gemeinsamen Zielen, zu Verbin-

dungen mit ehemaligen Kämpfern ohne Rehabilitierung, zum Standort all-

fälliger Waffen, zum Grund des Wohnsitzwechsels nach M._______. Von 

all diesen Fragen sei in der BzP mit Ausnahme der zwei Personen 

J._______ und K._______ nie die Rede gewesen. Hingegen seien die Pro-

vinzwahlen und seine Verknüpfung mit der TNA augenscheinlich ver-

schwunden. Die Unglaubhaftigkeit dieser Inhaftierung im (…) 2014 werde 

noch durch weitere Elemente in seinen Darlegungen erhärtet. So sei na-

mentlich die mysteriöse Gestalt in der Person eines älteren Mannes zu er-

wähnen, der ihm in der Haft zu verstehen gegeben haben soll, dass er 

wirklich in Gefahr sei und dass er umgebracht werde. Von diesem habe der 

Beschwerdeführer aber nicht einmal erklären können, welches seine Rolle 

gewesen sei, dem er aber blindlings alles geglaubt habe. Zudem seien 

seine Schilderungen betreffend die Haftumstände trotz mehrerer Nachfra-

gen in der Anhörung ohne jeden persönlichen Bezug und stereotyp geblie-

ben. Er habe nie den Eindruck von persönlich Erlebtem vermitteln können. 

Auch habe er gewisse Hinweise nur nach wiederholten Aufforderungen zur 

Präzisierung – und nie spontan – liefern können, was nicht das Verhalten 

einer Person widerspiegle, die tatsächlich eine zweiwöchige Haft erlebt 

habe. Betreffend die angebliche Haft im (…) 2014 habe er erklärt, dass ihm 

zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sei, dass er getötet werden solle. Zudem 

seien die zwei genannten Personen J._______ und K._______ sowie auch 

der im Bereich der sozialen Arbeiten tätige I._______, mit dem der Be-

schwerdeführer zusammengearbeitet habe, nach seiner Freilassung er-

mordet worden. Dennoch solle er trotz dieser gefährlichen Umstände im 

(…) 2015 an einer Demonstration für Verschollene teilgenommen haben, 

was keinen logischen Sinn ergebe. Darauf angesprochen, habe er ge-

meint, diese Demonstration habe in einem grossen Rahmen und mit der 

Beteiligung von ausländischen Personen stattgefunden. Er habe deshalb 

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dahin gehen müssen, um für seinen Cousin etwas zu bewirken. Diese Er-

klärung rechtfertige in Anbetracht der angeblichen Bedrohungslage aller-

dings nicht sein geltend gemachtes Verhalten. 

Ebenfalls nicht glaubhaft seien seine Darlegungen betreffend eine Bedro-

hungslage im Zusammenhang mit der Person I._______, da sich der Be-

schwerdeführer auch hier in Widersprüche verstrickt habe. So habe er in 

der BzP ausgeführt, nach der Entführung seines Cousins L._______ im 

Jahr 2015 habe er mit I._______ zusammengearbeitet. Gemäss seinen 

Angaben in der Anhörung soll er aber bereits 2013 Kontakt mit diesem ge-

habt und anschliessend mit ihm zusammengearbeitet haben. Probleme 

wegen seiner Kollaboration mit I._______ habe er ab 2014 gehabt und er 

habe nach seiner Freilassung aus der Haft im 2014 keinen Kontakt mehr 

zu ihm gehabt, denn er habe sich ab dieser Zeit versteckt gehalten. Auf 

diese Widersprüche angesprochen, habe er keine schlüssigen Antworten 

liefern können. 

4.2 Ausser Zweifel – so das SEM weiter – stehe, dass die Behelligungen 

seitens des CID bei den Festnahmen im (…) 2010 und im (…) 2012 für den 

Beschwerdeführer eine grosse Belastung dargestellt haben müssten, ins-

besondere die erste Festnahme, bei der er von den Beamten auch körper-

lich angegangen worden sei. Diesen Vorbringen könne mit Blick auf die 

Flüchtlingseigenschaft dennoch keine Relevanz beigemessen werden. Die 

beiden Festnahmen durch den CID hätten sich mindestens zweieinhalb 

Jahre vor seiner Ausreise zugetragen und zwar zu einer Zeit, als die sri-

lankischen Behörden noch sehr intensiv die Absicht verfolgt hätten, die ta-

milische Bevölkerung auf allfällige konkrete Verbindungen zu den bewaff-

neten tamilischen Gruppierungen zu überprüfen. Der Umstand aber, dass 

er nach der ersten Verhaftung unter Mithilfe seiner Familie freigekommen 

sei und später von der Leistung der Unterschrift habe befreit werden kön-

nen, zeuge davon, dass der CID gegen ihn grundsätzlich keinen Verdacht 

geschöpft haben könne. Andernfalls wäre es zu weiteren Massnahmen ge-

kommen. Auch die normale Freilassung nach seiner Festnahme im 

(…) 2012 sei ein gewichtiges Indiz dafür. Es sei ebenfalls auffällig, dass er 

selber danach keine besonderen Vorkehrungen getroffen habe, um sich 

einem weiteren allfälligen Zugriff durch den CID zur Wehr zu setzen. So sei 

er weiterhin an derselben Adresse in P._______ (M._______) geblieben 

und habe offensichtlich normal weitergelebt bis hin zu Teilnahmen an De-

monstrationen. Zudem seien nach seiner Freilassung aus der Haft beim 

CID im (…) 2012 keine weiteren behördlichen Massnahmen in diesem 

Sinne vorgefallen, die ihm geglaubt werden könnten. Es fehle in seinen 

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Vorbringen an Hinweisen, die auf eine konkrete zukünftige Verfolgung sei-

tens der sri-lankischen Behörden hindeuten würden. Seine Aussage, der 

CID habe ihn nach der ersten Festnahme freigelassen, um seine Bewe-

gungen zu beobachten und allfällige Kontakte mit ehemaligen Kämpfern 

festzustellen, sei rein spekulativ und werde durch kein Element in seinen 

Darlegungen weiter gestützt. Somit bestehe seit dieser letzten Festnahme 

im Jahr (…) weder zeitlich noch objektiv betrachtet ein sachlicher Kausal-

zusammenhang zwischen den Festnahmen durch den CID und seiner Aus-

reise aus Sri Lanka im (…) 2015. 

Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, dass er vor seiner 

Ausreise flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt gewesen sei. Vielmehr sei er bis (…) 2015 in Sri Lanka wohnhaft ge-

wesen, habe also nach Kriegsende noch sechs Jahre in seinem Heimat-

staat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofak-

toren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen 

Behörden ausgelöst. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, wes-

halb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Be-

hörden geriete und in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt werde. 

Weder habe er die Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respek-

tive deren Folgen als Gefährdungselement vorgebracht noch seien den Ak-

ten Hinweise auf eine Verschärfung seiner persönlichen Situation aufgrund 

dieses Ereignisses zu entnehmen. Die Anforderungen an die Annahme ei-

ner begründeten Verfolgungsfurcht seien damit nicht gegeben. Somit be-

stehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 

sei. 

Die von ihm eingereichten Unterlagen würden keinen anderen Ausgang 

seines Asylverfahrens bewirken. Es handle sich namentlich um einen Zei-

tungsartikel, in dem über das Verschwinden seines Cousins im (…) 2008 

berichtet werde. Dieser Vorfall werde aber nicht in Abrede gestellt. Die wei-

teren Dokumente würden seinen Vater betreffen und würden keinen direk-

ten Zusammenhang mit seinem persönlichen Asylverfahren aufweisen. 

4.3 In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt wiederholt und so-

dann geltend gemacht, es sei nicht legitim, widersprüchliche Aussagen 

zwischen der BzP und der vertieften Anhörung derart stark zu gewichten. 

Der Beschwerdeführer habe die Suche nach ihm im (…) 2015 an der BzP 

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nicht so beschreiben können wie er es wahrgenommen habe. Er sei mehr-

mals darauf aufmerksam gemacht worden, dass er schnell und nicht sehr 

ausführlich erzählen solle. Er habe deshalb lediglich erwähnt, dass er ge-

sucht werde. Das Ausmass dieses Besuches sei ihm erst später bekannt 

geworden als er es nach der BzP über ein Telefonat mit seinem Vater er-

fahren habe. Es handle sich hierbei weder um eine diametral abweichende 

Aussage noch sei ein zentraler Asylgrund nicht erwähnt worden. Auch sei 

ihm im Laufe der Anhörung keine Gelegenheit gegeben worden, diesen 

angeblichen Widerspruch aufzulösen, weshalb er als nichtig zu bewerten 

sei. Aus dem Protokoll ergebe sich klar, dass sich seine Aussage, mit nie-

mandem über den bewaffneten Vorfall im Familienhaus gesprochen zu ha-

ben, auf die Probleme seiner Bekannten bezogen habe. Es handle sich bei 

dieser Aussage nicht um einen Widerspruch, sondern im Gegenteil habe 

der Beschwerdeführer substantiiert auf die Fragen geantwortet. Weiter 

habe er von der Haft im (…) 2014 in der BzP erzählt und einige Gründe 

genannt, warum er dort verhaftet worden sei. Es sei deshalb keinesfalls so, 

dass er zentrale Asylgründe nicht ansatzweise vorgebracht habe, wie das 

die Vorinstanz behaupte. Auch sei ihre Behauptung falsch, die Fragen zu 

seiner Verknüpfung zur TNA seien verschwunden, denn er habe gesagt, 

dass ihm Fotos von Demonstrationen aus der Zeit als er für die TNA gear-

beitet habe, gezeigt worden seien. Er sei darüber befragt worden. Es sei 

vermessen von der Vorinstanz, in der BzP mehrmals darauf hinzuweisen, 

dass er nicht alles detailliert und ausführlich erzählen solle, um dann im 

Asylentscheid genau dies zu rügen. Wie er angegeben habe, habe er sich 

während dieser Haft in einem dunklen Zimmer befunden und habe bereits 

deshalb eine eingeschränkte Wahrnehmung gehabt. Des Weiteren sei er 

regelmässig gefoltert worden, habe unter ständigem Schlafentzug gelitten 

und habe nicht regelmässig Essen bekommen. Dies seien Faktoren, wel-

che dazu beigetragen hätten, dass er offensichtlich in einem permanenten 

Delirium gewesen sei. Er habe deshalb nur wenig aufnehmen können. Die 

Befragungen hätten den Teil der Haft gebildet, in dem er noch gewisse De-

tails habe registrieren können, weil er in dieser Zeit einigermassen an-

sprechbar gewesen sei, um weiteren Foltermassnahmen zu entgehen. 

Deshalb habe er auch die Stimme des Mannes als diejenige des Tamilisch-

Dolmetschers identifizieren können. Es zeige sich, dass seine Angaben in 

Anbetracht der Umstände sehr wohl als glaubhaft zu bewerten seien. Dass 

er seine Aussagen erst auf Nachfrage hin habe präzisieren können, ent-

spreche entgegen der Behauptung der Vorinstanz sehr wohl dem Verhal-

ten einer Person, welche eine traumatische zweiwöchige Haft erlebt habe. 

Es sei ihm schliesslich ein grosses Anliegen gewesen, an der Demonstra-

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Seite 12 

tion im Jahr 2015 teilzunehmen und für die Rechte seines Cousins einzu-

stehen. Zum Zeitpunkt der Demonstration habe er sich seit knapp einem 

Jahr versteckt. Während dieser Zeit habe er viel darüber nachgedacht, 

dass andere in seinem Alter in Freiheit leben könnten und er den Rest sei-

nes Lebens tatenlos und eingeschränkt verbringen müsse. Bei seinen Aus-

sagen in der BzP zur Bedrohungslage ausgehend von der Zusammenar-

beit mit I._______ handle es sich schliesslich um ein Missverständnis. Die-

ses sei der enormen Stresssituation geschuldet, welche eine BzP für jeden 

Asylsuchenden darstelle. So habe der Beschwerdeführer innerhalb einer 

Stunde sämtliche Angaben über sein Leben «reinpressen» müssen, wäh-

renddessen ihm noch mehrmals gesagt worden sei, dass er sich kurzfas-

sen solle. Er habe später ausgeführt, dass er bei den Verhaftungen eben-

falls zu I._______ befragt worden sei und somit habe er die Chronologie 

der Dinge wieder in die richtige Reihe gerückt. Er habe auch gesagt, dass 

die letzte Befragung 2014 stattgefunden habe. Es handle sich also um ei-

nen «minderen Versprecher», welcher in Anbetracht seiner sonst tadello-

sen Berichterstattung nicht stark gewichtet werden solle. 

Der Beschwerdeführer sei bei der Festnahme 2010 enormer Folterung 

ausgesetzt gewesen. Diese Verhaftung sei aufgrund seiner Tätigkeiten für 

die LTTE erfolgt, da er 2008 mit seinem Cousin Waffen geschmuggelt 

habe. Da ihm bei der Verhaftung 2012, welche von der Vorinstanz nicht 

angezweifelt werde, Bilder dieser Überwachung vorgelegt worden seien, 

sei seine Annahme, er sei zur Überwachung freigelassen worden, nicht 

spekulativ, sondern fusse auf klaren Tatsachen. Weiter zeige die Verhaf-

tung im Jahr 2012, dass nach wie vor ein Interesse an ihm existiere. Die 

Tatsache, dass er wiederholt festgenommen und über mehrere Tage inhaf-

tiert worden sei, lasse auch die Vermutung offen, dass es in Zukunft pas-

sieren könne, da auch zwischen diesen beiden Verhaftungen mehr als zwei 

Jahre gelegen hätten. Er habe glaubhaft darstellen können, dass er in die-

ser Zeit weiterhin verfolgt worden sei, da er wieder überwacht, verhaftet 

und später von den Behörden gesucht worden sei. Es sei somit nicht von 

der Hand zu weisen, dass die Flucht in kausalem Zusammenhang mit die-

sen Verfolgungsmassnamen stünde. Es liege vorliegend somit eine Vor-

verfolgung vor, welche auch eine Furcht vor künftiger Verfolgung glaubhaft 

belege. 

5.  

5.1 Das SEM hat mit zutreffender Begründung dargelegt, dass die vom Be-

schwerdeführer geltend gemachten Vorkommnisse (konkrete Suche nach 

ihm im (…) 2015, seine angebliche zweiwöchige Inhaftierung im (…) 2014 

D-5402/2020 

Seite 13 

und die Bedrohungslage im Zusammenhang mit I._______) den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen ver-

mögen. 

5.2  

5.2.1 Im Einzelnen hat es zu Recht festgehalten, der Beschwerdeführer 

habe die konkrete Suche nach ihm im (…) 2015 in zwei verschiedene Ver-

sionen geschildert. So hat er die später in der Anhörung beschriebenen 

Einzelheiten im Ablauf der Ereignisse, wonach er sich im Haus einer Be-

kannten versteckt, dort plötzlich zwei bewaffnete Männer in das Haus ein-

gedrungen seien, seine Bekannte geschrien und er, dadurch alarmiert, 

habe fliehen können, in der BzP tatsächlich nicht ansatzweise erwähnt. 

Vielmehr erklärte er dort lediglich, der CID habe überall im Dorf nach ihm 

gesucht und alle seien im Dorf befragt worden. Ob man gesucht, aber nicht 

gefunden wurde, oder ob man gesucht, aufgefunden, aber vor dem Zugriff 

im letzten Moment hat fliehen können, ist nicht das Gleiche. Die jeweiligen 

Schilderungen der Geschehnisse weichen mithin erheblich voneinander 

ab. Festzuhalten ist zudem, dass die BzP sich über rund zwei Stunden 

(9.10 –11.15 Uhr) erstreckte und nicht, wie in der Beschwerde suggeriert 

wird, bloss eine Stunde (vgl. Beschwerde Ziff. 50). Aus den Akten geht ent-

gegen der Darstellung in der Beschwerde (vgl. Beschwerde Ziff. 45) auch 

nicht hervor, dass der Beschwerdeführer während der BzP mehrmals da-

rauf hingewiesen worden sei, dass er schnell und nicht sehr ausführlich 

erzählen solle. Es ist mithin nicht ersichtlich, dass ihm bei der BzP nicht 

genügend Zeit zur Verfügung stand, um die mit der angeblichen Suche 

nach ihm im (…) 2015 verbundenen wesentlichen Einzelheiten – wenn-

gleich in allenfalls geraffter Form – zu schildern. Gemäss ständiger Recht-

sprechung ist es sodann trotz des summarischen Charakters der BzP 

grundsätzlich zulässig, Widersprüche für die Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit heranzuziehen, wenn klare Aussagen in der BzP in wesentlichen 

Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der Anhörung 

bei der Vorinstanz diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse 

oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt wer-

den, nicht bereits in der BzP zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. 

statt vieler beispielsweise die Urteile des BVGer E-6634/2019 vom 17. No-

vember 2023 E. 5.3.1 und E-1684/2020 vom 15. Mai 2023 E. 6.2 je 

m.w.H.). Die Schlussfolgerung des SEM, das Vorbringen des Beschwerde-

führers, er sei bei seiner Bekannten von zwei bewaffneten Männer gesucht 

worden, die ihn hätten töten wollen, und er habe im letzten Moment vor 

ihnen fliehen können, sei zu einschneidend, als dass es nicht schon in der 

D-5402/2020 

Seite 14 

BzP ansatzweise hätte erwähnt werden müssen, und deshalb als nachge-

schoben und daher unglaubhaft zu beurteilen sei, ist nicht zu beanstanden. 

5.2.2 In der Beschwerde wird sodann nicht zu Unrecht geltend gemacht, 

aus dem Protokoll ergebe sich klar, dass sich die Aussage des Beschwer-

deführers, er habe mit niemandem über den bewaffneten Vorfall gespro-

chen, auf die Probleme seiner Bekannten bezogen habe (vgl. Beschwerde 

Ziff. 44), und somit kein Widerspruch in seinen Aussagen vorliege. Jeden-

falls lässt sich aufgrund seiner Antworten auf die Frage «Haben Sie sonst 

– nachdem Sie vom Haus dieser «Schwester» fliehen mussten, über an-

dere Leute, über Ihre Eltern oder so – noch etwas gehört, was an jenem 

Tag bei der «Schwester» sonst noch passierte?» (vgl. SEM-act. A12/27 

F86) nicht von der Hand weisen, dass er die Frage wohl nicht auf die da-

maligen Geschehnisse im Allgemeinen, sondern auf das Schicksal seiner 

Bekannten bezogen (miss-)verstanden hat. Ungeachtet dessen, lässt auch 

der weitere Einwand in der Beschwerde (vgl. Beschwerde Ziff. 43), der Be-

schwerdeführer habe vom Ausmass dieses Ereignisses erst später nach 

einem Telefonat mit seinem Vater nach der BzP erfahren, nicht entschei-

dend dazu bei, sein Aussageverhalten in einem für ihn günstigeren Licht 

erscheinen zu lassen. Selbst wenn er erst nach der BzP von seinem Vater 

über weitere Einzelheiten – die er (der Beschwerdeführer) anlässlich der 

Geschehnisse bei seiner Bekannten nicht selbst wahrgenommen hat – in-

formiert worden sein sollte, ist nicht ersichtlich, weshalb er nicht bereits an 

der BzP zumindest jene Sachverhaltselemente erwähnt hat, die auf eige-

ner Wahrnehmung beruhen. Statt es dabei bewenden zu lassen einsilbig 

zu sagen, er sei gesucht worden, wäre mithin zu erwarten gewesen, dass 

er darüber hinaus zumindest erwähnt hätte, er habe bei seiner Bekannten 

Hals über Kopf die Flucht ergriffen, nachdem sie geschrien habe, «Bruder, 

renn weg, renn weg» und er sofort verstanden habe, dass sich etwas Ge-

fährliches vor dem Haus abspiele (vgl. SEM-act. A12/27 F85). Dies umso 

mehr, weil offenbar genau dieses unmittelbar bedrohliche Erlebnis im 

(…) 2015 den Beschwerdeführer dazu veranlasst haben soll, die Heimat 

im (…) 2015 zu verlassen. 

5.2.3 Soweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, dem Beschwerde-

führer sei während der Anhörung keine Gelegenheit gegeben worden, die-

sen angeblichen Widerspruch aufzulösen (vgl. Beschwerde Ziff. 43), ist 

festzuhalten, dass asylsuchende Personen zwar mit Widersprüchen in ih-

ren eigenen Aussagen nach Möglichkeit zu konfrontieren sind, um ihnen 

Gelegenheit zu geben, diese allenfalls zu erklären. Dieser Grundsatz ergibt 

D-5402/2020 

Seite 15 

sich aus der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhaltes, stellt jedoch keinen eigentlichen verfahrensrecht-

lichen Anspruch im Sinne des rechtlichen Gehörs dar (vgl. etwa die Urteile 

des BVGer E-1056/2023 vom 23. März 2023 E. 4.5, m.w.H., E-137/2022 

vom 14. März 2022 E. 5.2.3, E-4649/2021 vom 15. November 2021 E. 7.1 

und D-3319/2020 vom 3. September 2021 E. 3.2.2). Er beschlägt im Übri-

gen allein die Feststellung des Sachverhalts, nicht aber die rechtliche Wür-

digung desselben unter dem Aspekt der Glaubhaftigkeit. 

5.3  

5.3.1 Das SEM hat im Ergebnis ebenfalls zutreffend festgehalten, dass 

dem Beschwerdeführer seine Inhaftierung im (…) 2014 nicht geglaubt wer-

den kann, weshalb um Wiederholungen zu vermeiden vorweg auf die ent-

sprechenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 

ist. In der Beschwerde wird in diesem Zusammenhang im Wesentlichen 

geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe aufgrund seiner einge-

schränkten Wahrnehmung nicht jeden Aspekt der erlittenen Haft detailliert 

darlegen können (vgl. Beschwerde Ziff. 25, 46 und 48). Diesbezüglich ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer geltend machte, einige der Be-

frager seien hart aufgetreten, einer habe eine Pistole gegen seine Schläfe 

gerichtet und ihm gedroht, man werde ihn umbringen lassen. Weiter gab 

er zu Protokoll, er sei während der ganzen Haft an einen Stuhl gefesselt 

gewesen und er habe nicht schlafen können (vgl. SEM-act. A12/27 F39 ff.). 

Dass er – wie in der Beschwerde behauptet wird – «regelmässig gefoltert» 

worden sei, hat er hingegen nicht gesagt. Ebenso wenig hat er während 

der Anhörung erklärt, er könne sich hinsichtlich der Haftumstände nicht an 

weitere Details erinnern, weil seine Wahrnehmung eingeschränkt gewesen 

sei. Der Versuch, seine diesbezüglich stereotypen Ausführungen in der Be-

schwerde nachträglich damit zu erklären, er habe sich in einem «perma-

nenten Delirium» befunden (vgl. Beschwerde Ziff. 27 und 46), überzeugt 

nicht. 

5.3.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer 

habe in der BzP einige Gründe genannt, warum er im (…) 2014 verhaftet 

worden sei. Es sei deshalb keinesfalls so, dass er zentrale Asylgründe nicht 

ansatzweise vorgebracht habe, wie das die Vorinstanz behaupte. Auch sei 

die Behauptung falsch, die Fragen zu seiner Verknüpfung zur TNA seien 

verschwunden, denn er habe gesagt, dass ihm Fotos von Demonstrationen 

aus der Zeit als er für die TNA gearbeitet habe, gezeigt worden seien (vgl. 

Beschwerde Ziff. 45). Dazu ist zunächst festzuhalten, dass das SEM nicht 

D-5402/2020 

Seite 16 

behauptet, der Beschwerdeführer habe in der BzP die Gründe, die zu sei-

ner Inhaftierung geführt hätten, nicht ansatzweise erwähnt. Vielmehr hat 

es zu Recht darauf hingewiesen, es falle auf, dass seine hinsichtlich ihm 

während der Haft im (…) 2014 gestellten Fragen während der Anhörung 

geltend gemachten Angaben von jenen die er dazu in der BzP gemacht 

hat, divergieren. An der Anhörung führte der Beschwerdeführer aus, als er 

für die TNA gearbeitet habe, sei er zu Demonstrationen gegangen und er 

sei dabei vermutlich fotografiert worden. Während der Haft habe man ihm 

Fotos gezeigt und wissen wollen, wer neben ihm auf den Bildern zu sehen 

sei. Sie hätten genauer gesagt über zwei Personen, nämlich J._______ 

und K._______, Informationen erhalten und wissen wollen, was er mit 

ihnen zu tun habe. Diese hätten auch für die TNA gearbeitet, er habe sie 

aber nicht gut gekannt (vgl. SEM-act. A12/27 F20, 34, 38, 52). Entgegen 

der Darstellung in der Beschwerde hat er aber anders als während der BzP 

bei der Anhörung nicht gesagt, er sei zu den Provinzwahlen und seiner 

Verknüpfung mit der TNA befragt worden. Andererseits hat er die weiteren, 

bei der Anhörung erwähnten Themen, die bei der Befragungen während 

der Haft im (…) 2014 zur Sprache gekommen sein sollen – wie vom SEM 

zutreffend festgestellt – mit keinem Wort erwähnt. Mithin entsteht nicht der 

Eindruck, der Beschwerdeführer könne bei seinen Ausführungen auf erleb-

nisbasierte Erinnerungen zurückgreifen – andernfalls wären seine Anga-

ben kohärenter ausgefallen. 

5.3.3 In der Beschwerde wird sodann zu Recht darauf hingewiesen, es 

treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführer nicht habe erklären können, 

welches die Rolle des älteren Mannes gewesen sei, der ihm in der Haft zu 

verstehen gegeben haben soll, dass er wirklich in Gefahr sei und umge-

bracht werde (vgl. Beschwerde Ziff. 27 und 46). Er hat in diesem Zusam-

menhang während der Anhörung sinngemäss erklärt, bei diesem Mann 

habe es sich vermutlich um einen Angestellten beziehungsweise Überset-

zer gehandelt (vgl. SEM-act. A12/27 F55 und F56.) Ungeachtet dessen 

scheint aber wenig plausibel, dass ein bei Befragungen des CID tätiger 

Übersetzer eine zu verhörende Person über ihr mutmassliches Schicksal 

aufklärt. 

5.4 Zutreffend hat das SEM schliesslich festgehalten, auch die Angaben 

des Beschwerdeführers in Bezug auf die geltend gemachte Zusammenar-

beit mit I._______ seien widersprüchlich. Bei der BzP habe er ausgeführt, 

nach der Entführung seines Cousins L._______ im Jahr 2015 habe er mit 

I._______ zusammengearbeitet. An der Anhörung habe er jedoch angege-

ben, er habe bereits 2013 Kontakt mit diesem gehabt und anschliessend 

D-5402/2020 

Seite 17 

mit ihm zusammengearbeitet. Probleme wegen seiner Kollaboration mit 

I._______ habe er ab 2014 gehabt und er habe nach seiner Freilassung 

aus der Haft im 2014 keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt, denn in dieser 

Zeit habe er sich versteckt gehalten. In der Beschwerde wird dazu geltend 

gemacht, bei seinen Aussagen in der BzP handle es sich um ein Missver-

ständnis; der Beschwerdeführer habe damals unter enormen Stress gelit-

ten. Er habe später die Chronologie der Dinge richtiggestellt (vgl. Be-

schwerde Ziff. 50). Dieser Einwand überzeugt nicht. Es ist es ein erhebli-

cher Unterschied, ob die angebliche Zusammenarbeit mit I._______ be-

reits im Jahr 2013 bestanden oder ob sie sich erst nach der Ermordung 

des Cousins im Jahr 2015 ergeben haben soll. Zudem kann die Zusam-

menarbeit nicht im Jahre 2015 bestanden haben, wenn er nach seiner Ent-

lassung aus der Haft im Januar 2024 mit I._______ keinen Kontakt mehr 

gehabt haben soll. Der Beschwerdeführer wurde an der Anhörung explizit 

auf diese Ungereimtheiten angesprochen. Er konnte sie jedoch nicht plau-

sibel erklären und machte stattdessen wenig überzeugend geltend, er 

könne sich nicht genau erinnern beziehungsweise, er habe nach der Haft-

entlassung nicht mehr mit I._______ zusammengearbeitet, er habe aber 

vielleicht mit ihm telefoniert, um ihn um Hilfe zu bitten (vgl. SEM-act. A12/27 

F133 und F134). Inwiefern seinen Angaben in der BzP ein Missverständnis 

zugrunde gelegen und inwiefern er mit den eben erwähnten Erklärung die 

Chronologie der Ereignisse ins richtige Licht gerückt haben soll, ist nicht 

ersichtlich. Dass die angebliche Zusammenarbeit mit I._______, die darin 

bestanden haben soll, sich für die Anliegen ehemaliger Kämpfer der LTTE 

einzusetzen, mit dazu geführt haben soll, dass er im Januar 2014 inhaftiert 

worden sein soll, ist mithin nicht glaubhaft. 

5.5 Zu Recht hat das SEM schliesslich festgehalten, dass zwischen den 

Inhaftierungen im Jahr (…) respektive Jahr (…) und der Ausreise aus Sri 

Lanka im (…) 2015 kein zeitlicher und sachlicher Kausalzusammenhang 

bestehe, weshalb diese Ereignisse nicht als fluchtauslösend zu erachten 

seien (vgl. E. 4.2). Nachdem sich aufgrund der vorstehenden Erwägungen 

ergeben hat, dass die geltend gemacht Inhaftierung (…) 2014 und die Su-

che nach ihm im (…) 2015 ebenso unglaubhaft sind wie die sich aus der 

Zusammenarbeit mit I._______ ergebende Bedrohungslage, laufen die in 

diesem Zusammenhang erhobenen Einwände in der Beschwerde (vgl. 

E. 4.3 sowie Beschwerde Ziff. 63) ins Leere. 

5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er im 

D-5402/2020 

Seite 18 

Zeitpunkt, als er Sri Lanka verlassen hat, dort in flüchtlingsrechtlich rele-

vanter Weise verfolgt wurde oder begründete Furcht hatte, in ebensolcher 

Weise verfolgt zu werden. Es erübrigt sich auf die weiteren Einwände in 

der Beschwerde einzugehen, weil sie an dieser Einschätzung nichts zu än-

dern vermögen. Auch die eingereichten Unterlagen und Beweismittel füh-

ren zu keiner anderen Einschätzung. So stehen die eingereichten Zei-

tungsartikel vom (…) 2008 und (…) 2009 das Verschwinden seines Cous-

ins G._______ betreffend und das Themenpapier der SFH (vgl. Bst. C) in 

keinem direkten, Zusammenhang mit den individuellen Asylvorbringen des 

Beschwerdeführers, ebenso wenig wie die drei Fotos, auf welchen sein Va-

ter abgebildet sein soll. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Das Gericht orientiert sich bei 

der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nach-

teile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risi-

kofaktoren. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der sogenannten „Stop-List“ und 

die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden da-

bei als stark risikobegründende Faktoren eingestuft. Demgegenüber stel-

len das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri 

Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen 

Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, 

die diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene 

kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-

lankischen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder-

aufleben zu lassen. Es sind im Einzelfall die konkret glaubhaft gemachten 

Risikofaktoren in einer Gesamtschau sowie unter Berücksichtigung der 

konkreten Umstände zu prüfen und zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung vorliegt (vgl. 

a.a.O. E. 8). 

6.2 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung in diesem Zusammen-

hang im Wesentlichen aus, die Befragung von Rückkehrern am Flughafen, 

die illegal ausgereist sind, über keine gültigen Identitätsdokumente verfü-

gen, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen haben oder behördlich ge-

sucht werden, werden am Flughafen zu ihrem Hintergrund befragt, und das 

D-5402/2020 

Seite 19 

allfällige Eröffnen eines Strafverfahrens wegen illegaler Ausreise stelle für 

sich allein keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahme dar. 

Auch bei der Befragung von Rückkehren am Herkunftsort zwecks Regist-

rierung, Erfassung der Identität, bis hin zur Überwachung der Aktivitäten 

der Person handle es sich um Kontrollmassnahmen, die grundsätzlich kein 

flüchtlingsrechtlich relevantes Ausmass annehmen würden. Der Beschwer-

deführer habe nicht glaubhaft gemacht, dass er vor seiner Ausreise flücht-

lingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen 

sei. Er sei vielmehr bis (…) 2015 in Sri Lanka wohnhaft gewesen und habe 

somit nach Kriegsende noch sechs Jahre in Heimatstaat gelebt. Allfällige 

im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein 

Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen ver-

mocht. Aufgrund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und 

in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt werden sollte. Es gebe 

auch keinen Anlass zur Annahme, dass nach der Wahl von Gotabaya Raja-

paksa zum Präsidenten am 16. November 2019 ganze Volks- oder Berufs-

gruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Es würden 

keine Hinweise darauf bestehen, dass sich vor diesem Hintergrund die per-

sönlichen Situation des Beschwerdeführers verschärft hätte. Somit be-

stehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 

sein werde. 

6.3 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, der Be-

schwerdeführer erfülle mehrere wichtige Risikofaktoren. Er sei bereits auf-

grund seiner Unterstützung der LTTE inhaftiert worden. Weiter sei sein Va-

ter ein ranghohes LTTE-Mitglied und als solches den Behörden bekannt 

gewesen. Obwohl diese Tatsache von der Vorinstanz nicht angezweifelt 

werde, werde sie im Asylentscheid in keiner Weise behandelt. Dem Be-

schwerdeführer sei weiter vorgeworfen worden, dass er Kenntnisse über 

ehemalige Kämpfer und Waffenverstecke der LTTE habe. Er habe ver-

sucht, die LTTE wiederzubeleben, da er mit I._______ mehrere ehemalige 

LTTE-Kämpfer besucht habe und die sri-lankischen Behörden Kenntnisse 

davon gehabt hätten. Die Besuche bei den ehemaligen LTTE-Kämpfern 

würden von der Vorinstanz auch nicht bestritten. Er habe in der Schweiz 

auch an mehreren pro-LTTE Veranstaltungen teilgenommen. Die tamili-

sche Diaspora werde nach wie vor stark überwacht. Das Vorgehen des 

Rajapaksa-Clans gegen jegliche Gegner lasse vermuten, dass dieses Re-

gime auch gegenüber zurückgeschafften, abgewiesenen Asylbewerbern 

D-5402/2020 

Seite 20 

aus der Schweiz vermehrt vorgehen werde. Es könne zum jetzigen Zeit-

punkt nicht ausgeschlossen werden, dass ihnen Folter, Inhaftierung oder 

andere unmenschliche Behandlung drohen würden. Erschwerend komme 

vorliegend hinzu, dass der Beschwerdeführer bereits vor seiner Ausreise 

inhaftiert gewesen und demnach dem Staat bekannt sei sowie eine Vorla-

dung für ihn vorliege. Es müsse unter Berücksichtigung der ergangenen 

Verfolgung und der aktuellen politischen Lage von einem fehlenden 

Schutzwillen von Seiten des sri-lankischen Staates ausgegangen werden 

(vgl. Beschwerde Ziff. 67 ff.). 

6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet die Einschätzung des SEM 

als zutreffend. Der Beschwerdeführer wurde im (…) 2012 ohne weitere 

Auflagen aus der Haft entlassen. Dass er danach von weiteren flüchtlings-

rechtlich relevanten Massnahmen seitens des CID betroffen war, konnte er 

– wie in Erwägung 5 dargelegt – nicht glaubhaft machen. Vielmehr hat er 

danach an derselben Adresse in C._______ gelebt, wo er sich während 

der Provinzwahlen 2013 für die TNA engagiert und im (…) 2015 an der De-

monstration zugunsten von verschwundenen Personen beteiligt hat (vgl. 

SEM-act. A6/13 Ziff. 7.01 und 7.02), ohne dass dies für ihn nachteilige Fol-

gen nach sich gezogen hätte. Im Gegensatz zu seinem Vater, der Kom-

mandeur in der (…)-Einheit der LTTE war (vgl. SEM-act. A12/27 F124, 

F127), war der Beschwerdeführer selbst nie Mitglied der LTTE (vgl. SEM-

act. A6/13 Ziff. 7.02) und solches wurde ihm offenbar auch nie vorgeworfen 

(vgl. SEM-act. A12/27 F130). Er machte zwar geltend, man habe ihn ver-

dächtigt, er habe Aufgaben des Vaters übernommen (vgl. SEM-act. A6/13 

Ziff. 7.01 und A12/27 F13). Dass ihm aufgrund der Mitgliedschaft und Stel-

lung seines Vaters bei den LTTE und dessen Tätigkeiten für diese Organi-

sation jedoch tatsächlich konkret Schwierigkeiten erwachsen sind, machte 

er so nicht geltend. Auch aus den für das vorliegende Beschwerdeverfah-

ren beigezogenen Akten des Vaters (N […]), der mit Schreiben vom (…) 

(…) 2010 bei der Schweizerischen Vertretung in Colombo um Asyl nach-

gesucht hatte, ergeben sich keine Anhaltspunkte, die einen anderen 

Schluss zuliessen. Sein Vater lebt im Übrigen – nach durchlaufener Reha-

bilitation (vgl. SEM-act. A12/27 F4) – bis heute in Sri Lanka. Die vom CID 

gegen den Beschwerdeführer gehegten Verdachtsmomente, die dazu ge-

führt haben, dass er (…) 2010 und im (…) 2012 inhaftiert wurde, haben 

sich offensichtlich nicht erhärtet, andernfalls wäre er im (…) 2012 nicht 

ohne weitere Auflagen aus der Haft entlassen. Damit in Einklang steht denn 

auch, dass er selbst erklärte, er sei nie in der Rehabilitation gewesen, habe 

nie eine Gefängnisstrafe verbüssen müssen und er sei nie vor Gericht ge-

D-5402/2020 

Seite 21 

standen (vgl. SEM-act. A6/13 Ziff. 7.02). Weshalb er vor diesem Hinter-

grund nunmehr Jahre später das Interesse der sri-lankischen Behörden auf 

sich gezogen haben könnte, ist nicht ersichtlich. Dass für den Beschwer-

deführer eine Vorladung vorliege, wie in der Beschwerde geltend gemacht 

wird (vgl. Beschwerde Ziff. 72), ist vor diesem Hintergrund unwahrschein-

lich. Soweit geltend gemacht wird, er habe in der Schweiz an mehreren 

pro-LTTE Veranstaltungen teilgenommen (vgl. Beschwerde Ziff. 67), ist 

festzuhalten, dass dazu keinerlei Belege eingereicht wurden und auch 

nicht näher substantiiert wird, um welche Veranstaltungen es sich dabei 

gehandelt haben und in welcher – allenfalls exponierten – Rolle er an die-

sen teilgenommen haben soll. Es ist mithin nicht davon auszugehen, er 

habe sich in der Schweiz exilpolitisch in einem Ausmass engagiert, dass er 

das Interesse der sri-lankischen Behörden auf sich gezogen haben könnte. 

6.3.2 Schliesslich begründen die tamilische Ethnie des Beschwerdeführers 

und der Umstand, dass er einige Jahre in der Schweiz gelebt hat, für sich 

allein kein flüchtlingsrechtlich relevantes Risikoprofil. Auch eine allfällige 

Befragung am Flughafen in Colombo wegen seiner illegalen Ausreise 

würde keine flüchtlingsrechtlich relevante Massnahme darstellen. Es ist 

folglich nicht anzunehmen, dass er von der sri-lankischen Regierung zu 

jenem Personenkreis gezählt werden könnte, der bestrebt ist, den tamili-

schen Separatismus wiederaufleben zu lassen. Aus einem allfälligen 

"Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- 

und Ausland) oder auch späteren Befragung an seinem Herkunftsort ergibt 

sich ebenfalls keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung. 

6.3.3 Ergänzend festzuhalten ist, dass sich die Lage in Sri Lanka in den 

letzten Jahren zwar als volatil erwiesen hat. Dennoch gibt es zum heutigen 

Zeitpunkt keinen Grund für die Annahme, dass ganze Bevölkerungsgrup-

pen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären (vgl. zuletzt bei-

spielsweise die Urteile des BVGer E-6477/2019 vom 4. März 2024 E. 6.5.2, 

E-5806/2020 vom 31. Januar 2024 E. 6.3.2, E-6800/2019 vom 10. Januar 

2024 E. 7.2). Auch in Bezug auf den Beschwerdeführer ist nicht ersichtlich, 

inwieweit sich aus der seit seiner Ausreise veränderten Situation in Sri 

Lanka eine Gefährdung seiner Person ergeben könnte. Die Ausführungen 

in der Beschwerde im Zusammenhang mit der Entwicklung in Sri Lanka 

(vgl. Beschwerde Ziff. 69 -72) führen zu keinen anderen Einschätzung. 

6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, eine zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka beste-

hende oder unmittelbar drohende flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung 

D-5402/2020 

Seite 22 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Er verfügt auch nicht 

über ein Risikoprofil, aufgrund dessen davon ausgegangen werden 

müsste, dass er im heute aktuellen politischen Kontext in den Fokus der 

heimatlichen Behörden geraten könnte und ihm deshalb bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zukunft flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile drohen würden. Das SEM 

hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers somit zu Recht ver-

neint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar oder unmög-

lich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Bei der Geltendmachung von Wegwei-

sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-

richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei-

genschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-

lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

D-5402/2020 

Seite 23 

8.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.3 Das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot schützt nur Personen, 

die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer – wie 

unter Erwägungen 5 und 6 dargelegt – nicht gelungen ist, eine flüchtlings- 

beziehungsweise asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen, kann – wie das SEM zutreffend festhält – der in Art. 5 

AsylG (und Art. 33 FK) verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im 

vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Be-

schwerdeführers in den Heimatstaat ist insoweit zulässig. 

8.2.4 Sodann ist aufgrund seiner Aussagen und den Akten nicht ersichtlich, 

dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine 

konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 

im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dro-

hen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Der EGMR hat sich mit 

der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung 

namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka 

zurückkehren, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Ur-

teil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen 

Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Beschwerde Nr. 41178/08; T.N. 

gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; 

P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde 

Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Be-

schwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung bestätigt in J.G. gegen Polen, 

Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unter-

streicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen 

sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. 

Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene 

ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner 

Festnahme und Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte in Betracht 

gezogen werden, welche im Wesentlichen durch die im Referenzurteil  

D-5402/2020 

Seite 24 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 identifizierten Risikofaktoren abge-

deckt sind (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. 

gegen Grossbritannien, a.a.O., § 13 und 69); dabei sei dem Umstand ge-

bührend Beachtung zu tragen, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn 

sie für sich alleine betrachtet möglicherweise kein "real risk" darstellen, 

diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten. 

8.2.5 Der Beschwerdeführer hat nicht glaubhaft gemacht, dass er befürch-

ten muss, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-

lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf 

sich zu ziehen. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass sich die jüngsten 

politischen Entwicklungen in Sri Lanka konkret auf ihn auswirken könnten. 

Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen allfälligen "Background 

Check" hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 

Überdies lassen gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

– an welcher weiterhin festzuhalten ist – weder die Zugehörigkeit zur tami-

lischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 

den Wegweisungsvollzug unzulässig erscheinen (vgl. die Referenzurteile 

des BVGer E-737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.1.2.3, E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f.). 

8.2.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als 

zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Gemäss nach wie vor 

gültiger Rechtsprechung der Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordpro-

vinz weiterhin als zumutbar, sofern das Vorliegen der individuellen Zumut-

barkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder 

D-5402/2020 

Seite 25 

sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation) bejaht werden können (vgl. die Referenzurteile 

des BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5, E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermag die zurzeit in weiten 

Teilen Sri Lankas herrschende angespannte Lage (Regierungs-, Wirt-

schafts- und Finanzkrise sowie teilweise gewaltsame Proteste gegen stei-

gende Preise für Verbrauchsgüter und gegen Engpässe vorab bei der 

Treibstoffversorgung) grundsätzlich nichts zu ändern, zumal die Krise die 

ganze sri-lankische Bevölkerung betrifft (vgl. statt vieler die Urteile des 

BVGer E-6477/2019 vom 4. März 2024 E. 8.3.2, E-2144/2020 vom 2. Ok-

tober 2023 E. 7.3.2 je m.w.H.)  

8.3.3 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Bezirk M._______ und lebte 

bis vor seiner Ausreise in der Nordprovinz. Ein Vollzug in diese Provinz ist 

im Lichte der Rechtsprechung zumutbar. In vorliegendem Fall sprechen 

sodann – wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat – keine individuellen 

Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Das SEM weist in der ange-

fochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der Beschwerdeführer die 

Schule mit dem O-Level abgeschlossen und verschiedene Weiterbildung 

besucht habe, über Berufserfahrung als Elektriker verfüge, seine Eltern, 

zwei Brüder sowie ein Cousin im Heimatdorf oder der näheren Umgebung 

leben würden, seine Familie von den Erträgen ihres eigenen Grundstückes 

lebe und nicht zur armen Bevölkerung gehöre, womit er auch über ein trag-

fähiges Beziehungsnetz verfüge. Schliesslich sind auch keine gesundheit-

lichen Probleme aktenkundig. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, 

dass er nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka aus wirtschaftlichen, sozia-

len oder gesundheitlichen Gründen in eine existenzielle Notlage geraten 

wird. 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht 

als unzumutbar.  

8.4 Der Beschwerdeführer verfügt über eine sri-lankische Identitätskarte 

und es obliegt ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates 

allenfalls weitere für eine Rückkehr notwendige Reisedokumente zu be-

schaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der 

Wegweisung ist daher auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

8.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM den Wegweisungsvoll-

zug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Die Anordnung 

D-5402/2020 

Seite 26 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen 

ist (Art. 106 AsylG) ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf diese 

einzutreten ist. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in der gleichen Höhe geleistete Kostenvorschuss ist 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5402/2020 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

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