# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbda0077-535e-5b4d-ac1a-6c2b5c3d6d96
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2023 200 2022 594
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-594_2023-01-11.pdf

## Full Text

200 22 594 UV
ACT/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2023

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch B.________ AG, Rechtsanwältin Dr. med. C.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 31. August 2022 (ES02081/2022)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, UV/22/594, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
gemäss Schadenmeldung vom 20. Januar 2021 am 16. Januar 2021 beim 
… auf der … auf die rechte Schulter stürzte (Akten der Suva [act. II, IIA] 
act. II 1). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen 
(vgl. act. II 36 S. 2). 

Gemäss Schadenmeldung vom 9. Juni 2021 (act. IIA) musste sich der Ver-
sicherte am 3. Juni 2021 an der Dachrinne festhalten, weil die Zapfen der 
Leiter, auf welcher er stand, abgebrochen waren, wobei er sich eine Zer-
rung an der rechten Schulter zuzog. Mit formlosem Schreiben vom 2. Sep-
tember 2021 (act. IIA) teilte die Suva dem Versicherten mit, dass das Er-
eignis vom 3. Juni 2021 weder die Voraussetzungen eines Unfalls noch 
einer unfallähnlichen Körperschädigung erfülle.

Am 12. Januar 2022 wurde der Suva ein Rückfall in Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 16. Januar 2021 gemeldet (act. II 4). Nachdem die Suva 
medizinische Erhebungen getätigt hatte, verneinte sie am 22. März 2022 
formlos einen Leistungsanspruch (act. II 13), woraufhin der Versicherte 
einen neuen medizinischen Bericht zu den Akten reichte (act. II 16). Ge-
stützt auf eine Aktenbeurteilung von Dr. med. D.________, Facharzt für 
Chirurgie, Versicherungsmedizin Suva (act. II 18), lehnte die Suva ihre 
Leistungspflicht mit Verfügung vom 14. April 2022 (act. II 20) mangels Kau-
salzusammenhangs weiterhin ab. Daran hielt sie auf Einsprache (act. II 25, 
28) hin mit Entscheid vom 31. August 2022 (act. II 36) fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, UV/22/594, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
Dr. med. C.________, mit Eingabe vom 3. Oktober 2022 Beschwerde mit 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 31. August 2022 sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbrin-

gen.
3. Eventualiter: Der Einspracheentscheid vom 31. August 2022 sei aufzuheben und 

die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ein orthopädisches Gutachten einzuholen, 
das unter Wahrung der Parteirechte durchzuführen sein wird. Nach Einholen die-
ses Gutachtens habe die Beschwerdegegnerin über ihre Leistungspflicht neu zu 
entscheiden.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 
2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. November 2022 edierte der In-
struktionsrichter bei der Beschwerdegegnerin die das Ereignis vom 3. Juni 
2021 betreffenden Akten. Diese gingen beim Gericht am 1. Dezember 2022 
ein, was den Parteien gleichentags mitgeteilt wurde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 31. August 
2022 (act. II 36). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der 
Unfallversicherung im Zusammenhang mit den als Rückfall zum Ereignis 
vom 16. Januar 2021 geltend gemachten Beschwerden an der rechten 
Schulter (vgl. act. II 4). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt unter anderem grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsun-
falles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
[UVG; SR 832.20]) sowie eines natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem eingetretenen 
Schaden voraus (BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 
S. 181).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

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eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele („conditio sine qua non“; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 3).

2.5 Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spät-
folgen gewährt (Art. 11 Teilsatz 1 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Bei einem Rückfall han-
delt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank-
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weite-
rer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein 
scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psy-
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank-
heitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254, 118 V 293 E. 2c 
S. 296).

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Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
im Sinne von Art. 11 UVV des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen 
den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versi-
cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann der Unfallversiche-
rer nicht auf der Anerkennung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall 
oder einem früheren Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c 
S. 296; RKUV 1994 U 206 S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b; SVR 2016 UV Nr. 
15 S. 47 E. 3.2 und Nr. 18 S. 56 E. 2.1.2). Bei Rückfällen und Spätfolgen 
obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausa-
lzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit 
dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand 
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeits-
beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislo-
sigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (SVR 
2016 UV Nr. 18 S. 57 E. 2.2.2; Entscheid des BGer vom 19. Dezember 
2016, 8C_61/2016, E. 3.2).

2.6 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und unbestritten ist, dass das Ereignis 
vom 16. Januar 2021 (act. II 1) die kumulativ notwendigen Tatbestands-

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elemente des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) 
erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versiche-
rungsleistungen erbracht (vgl. act. II 36 S. 2). Umstritten ist indessen, ob es 
sich bei den geltend gemachten Beschwerden an der rechten Schulter 
(act. II 4) um einen Rückfall oder eine Spätfolge bezüglich des Ereignisses 
vom 16. Januar 2021 handelt (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.2 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.2.1 Im Arztzeugnis UVG vom 25. Januar 2022 (act. II 9) diagnostizierte 
der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, eine Distorsion der rechten Schulter am 17. (recte wohl 16.) Januar 
2021, persistierende Restbeschwerden, einen Verdacht auf eine Läsion der 
Supra-/Infraspinatussehne und des Biceps longus, differenzialdiagnostisch 
eine posttraumatische Tendinitis.

3.2.2 Im Bericht über das MRI des rechten Schultergelenks vom 17. Fe-
bruar 2022 (act. II 10) wurde eine ausgedehnte Tendinose der Supraspina-
tussehne mit subtotaler bursaseitiger, breitbasiger Ruptur und leichter 
Muskelatrophie sowie eine Tendinose der ventralen Anteile der Infraspina-
tussehne mit mässiger Muskelatrophie beschrieben.

3.2.3 Im Bericht über die Konsultation vom 8. März 2022 (act. II 16) dia-
gnostizierte Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine 80%ige bursaseiti-
ge Partialruptur der Supraspinatussehne rechts mit umschriebener trans-
muraler Komponente. 

3.2.4 Dr. med. D.________ führte in der Stellungnahme vom 22. März 
2022 (act. II 11) aus, die geltend gemachten Beschwerden an der rechten 
Schulter seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis 
vom 16. Januar 2021 zurückzuführen. Aktuell zeigten sich im MRI eher 
degenerative Veränderungen an der Schulter und der Rotatorenmanschet-
te. Ein Hinweis, dass der Unfall vom Januar 2021 im Zusammenhang mit 
dem Befund stünde, sei nicht erkennbar, zumal das Ereignis vom Juni 2021 
den Schluss nahelege, dass die Funktion der Schulter zu diesem Zeitpunkt 

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noch gut gewesen sei, sonst hätte der Beschwerdeführer die Tätigkeit nicht 
ausführen können.

3.2.5 In der Aktenbeurteilung vom 12. April 2022 (act. II 18) diagnostizier-
te Dr. med. D.________ in Bezug auf das Ereignis vom 16. Januar 2021 
eine Schulterprellung. Der Beschwerdeführer habe im Januar 2021 einen 
Sturz beim … auf der … erlitten. Es sei eine einmalige ärztliche Untersu-
chung erfolgt. Im weiteren Verlauf sei es zu keinen weiteren Untersuchun-
gen gekommen, sondern zur Wiederaufnahme der normalen körperlichen 
Tätigkeit. Die seit Januar 2022 beschriebene Beschwerdesymptomatik sei 
Ausdruck einer zunehmenden degenerativen Veränderung des Schulterge-
lenks. Anlässlich der Kernspintomographie hätten sich keine unfallbeding-
ten strukturellen Läsionen gezeigt. Die hier zur Darstellung kommende ten-
dinopathische Veränderung mit Ausdünnung der Sehnen der Rotatoren-
manschette sei als Zeichen eines zunehmend degenerativen Prozesses zu 
sehen. Anlässlich der durchgeführten fachärztlichen Untersuchung bei 
Prof. Dr. med. F.________ hätten sich keine Hinweise auf eine unfallbe-
dingte strukturelle Läsion im Bereich des Schultergelenks gefunden. Sei-
tens des Behandlers sei ein konservatives Vorgehen postuliert worden. 
Das Unfallereignis vom 16. Januar 2021 mit Prellung der Schulter habe den 
Charakter einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen 
Zustandes mit zu erwartender Ausheilung innerhalb von drei Monaten. Die 
jetzt geltend gemachte Beschwerdesymptomatik stehe nicht im Zusam-
menhang mit dem geltend gemachten Unfallereignis. 

3.2.6 Dr. med. E.________ hielt in der Stellungnahme vom 1. Juni 2022 
(act. II 30) z.H. der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers fest, er be-
treue diesen seit dem 3. Juli 2018. Bis zum 16. Januar 2021 habe der Be-
schwerdeführer nie irgendwelche Schulterbeschwerden rechts geltend ge-
macht. In den vor dem 16. Januar 2021 stattgehabten Konsultationen habe 
es nie anamnestische Hinweise oder klinische Befunde gegeben, wonach 
ein relevantes Schulterproblem rechts vorliegen könne. Auch die Dokumen-
te aus der früheren hausärztlichen Behandlung ergäben keine Hinweise auf 
eine vorbestehende Schulterpathologie. In der durchgeführten Röntgenauf-
nahme des rechten Schultergelenks vom 18. Januar 2021 seien weder 
glenohumeral noch acromioclaviculär Kalzifikationen oder Arthrosezeichen 

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zu sehen, aus welchen eine vorbestehende Schulterpathologie abgeleitet 
werden könne. Die Schulterpathologie rechts sei klar durch den besagten 
Sturz vom 16. Januar 2021 verursacht worden.

3.2.7 In der orthopädisch-chirurgischen Einschätzung vom 10. Juni 2022 
(act. II 33) z.H. der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers diagnostizier-
te Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates, unter anderem eine hochgradige bur-
saseitige Partialruptur der Supraspinatussehne der rechten Schulter mit 
transmuraler Komponente, eine Tendinopathie der oberen Subscapularis-
sehne und der angrenzenden Infraspinatussehne mit/bei Status nach Sturz 
auf die rechte Schulter am 16. Januar 2021 und Status nach axialem Zug-
trauma am 3. Juni 2021 (S. 1). Die Schulterproblematik infolge des Ereig-
nisses vom 16. Januar 2021 sei als unfallbedingt zu beurteilen. Vor dem 
Sturzereignis hätten keinerlei Beschwerden oder Funktionseinschränkun-
gen bestanden. Das Sturzereignis erfülle die Unfallkriterien gemäss Art. 4 
ATSG (S. 2). Zum Nachweis einer unfallähnlichen Körperschädigung 
genüge in der Regel neben der klar definierten schädigenden Einwirkung je 
ein Merkmal aus den Punkten Anamnese, Erscheinungsbild und Einwir-
kung. Dies treffe in diesem Fall zu (S. 5). Die klinischen und radiologischen 
Befunde unterstützten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die traumati-
sche Ursache des Schadens bei Nichtvorliegen wesentlicher Zeichen de-
generativer Veränderungen im rechten Schultergelenk. Selbst bei Nichtvor-
liegen einer plötzlichen mechanischen Einwirkung im Sinne des Unfallbe-
griffs wäre gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG eine sogenannte Listendiagnose 
durch den Unfallversicherer anzuerkennen (S. 6).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 
V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). 

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3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 31. August 2022 (act. II 36) massgeblich auf die Akten-
beurteilung von Dr. med. D.________, Versicherungsmedizin Suva, vom 
12. April 2022. Dieser ging davon aus, dass das Ereignis vom 16. Januar 
2021 mit Prellung der Schulter zu einer vorübergehenden Verschlimmerung 
eines vorbestehenden degenerativen Zustands mit zu erwartender Aushei-
lung innerhalb von drei Monaten geführt habe (act. II 18 S. 3). Auf diese 
Einschätzung kann jedoch nicht abgestellt werden. Zunächst ging 
Dr. med. D.________ gestützt auf die ihm vorgelegten Akten lediglich von 
einer einmaligen ärztlichen Untersuchung im Anschluss an den Unfall aus 
(act. II 18 S. 3 oben). Aus der einspracheweise ins Recht gelegten Kran-
kengeschichte des Hausarztes Dr. med. E.________ erhellt indes, dass vor 
dem weiteren Ereignis vom 3. Juni 2021 (vgl. act. IIA) am 18. und 25. Ja-
nuar sowie am 5. Februar 2021, mithin an drei Terminen, Konsultationen 
stattfanden. Damit beruht die Beurteilung von Dr. med. D.________ bereits 
auf unzutreffenden Annahmen über den Behandlungsverlauf. Entscheidend 
ist jedoch, dass dem Suva-Facharzt die im Rahmen dieser drei Konsultati-
onen festgestellten klinischen Befunde nicht bekannt waren, mithin seine 
Aktenbeurteilung auf einem offensichtlich lückenhaften Befund basiert. Ab-
gesehen davon fehlt eine medizinische Stellungnahme zum Einwand des 
Hausarztes vom 1. Juni 2022, wonach sich aus der Röntgenaufnahme vom 
18. Januar 2021 keinerlei Hinweise auf eine vorbestehende Schulterpatho-
logie ergäben (act. II 30), was der These von Dr. med. D.________ zu wi-
dersprechen scheint, der Befund der Kernspintomographie sei als Zeichen 
eines zunehmend degenerativen Prozesses zu werten (act. II 18 S. 3). 
Nichts abgeleitet werden kann – entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-
rers (Beschwerde S. 8 f. Ziff. 21) – aus der Beurteilung von 
Dr. med. G.________ (act. II 33). Diese Einschätzung ist nicht nachvoll-
ziehbar, weil Medizinisches und Rechtliches vermischt wird und er im Übri-
gen auch die Grenzen seines Fachgebietes überschreitet. Zudem fällt auf, 
dass der Arzt letztlich auch advokatorisch auftritt, weshalb seinen Aus-
führungen von vornherein nur sehr begrenzter Beweiswert zukommt (Ent-
scheid des BGer vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 4.2).

3.5 Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt als offensichtlich 
ungenügend abgeklärt und eine abschliessende Beurteilung ist nicht mög-

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lich. Die Sache ist entsprechend dem Eventualbegehren (Beschwerde S. 2) 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine externe Be-
gutachtung veranlasse, wobei auch die Akten des Ereignisses vom 3. Juni 
2021 (act. IIA) vorzulegen sein werden, und anschliessend über den Leis-
tungsanspruch neu verfüge.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens muss auf die gerügte Verletzung des 
rechtlichen Gehörs (Beschwerde S. 8 Ziff. 19) nicht weiter eingegangen 
werden.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2020 KV Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Mit Kostennote vom 7. November 2022 macht Rechtsanwältin Dr. med. 
C.________ ein Honorar von Fr. 2'770.85, Auslagen von Fr. 35.70 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 216.10 geltend, was nicht zu beanstanden ist. 
Demnach ist die Parteientschädigung auf Fr. 3'022.65 (inkl. Auslagen und 
MWST) festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, UV/22/594, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der Su-
va vom 31. August 2022 aufgehoben und die Sache an die Beschwer-
degegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen – über den Anspruch auf Leistun-
gen der Unfallversicherung neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'022.65 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG, Rechtsanwältin Dr. med. C.________ z.H. des Be-

schwerdeführers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.