# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad5c0844-f27d-5643-9069-c8835bdab4c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.12.2017 200 2017 879
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-879_2017-12-15.pdf

## Full Text

200 17 879 IV
SCP/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Dezember 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im April 2014 unter Hinweis auf eine rezidivierende depressi-
ve Störung und "Suizid" bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 3). Die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in erwerbli-
cher und medizinischer Hinsicht vor, insbesondere liess sie den Versicher-
ten bei der medizinischen Abklärungsstelle BEGAZ (MEDAS) polydiszi-
plinär begutachten (Gutachten vom 22. November 2016 [AB 75.1]). Mit 
Vorbescheid vom 1. Juni 2017 (AB 95) stellte sie die Abweisung des Leis-
tungsgesuchs mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aus-
sicht. Nach dagegen vorgebrachten Einwänden (AB 101) verfügte die IVB 
am 4. September 2017 wie vorgesehen (AB 103).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 5. Oktober 2017 Beschwerde mit den Anträ-
gen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin sei anzuweisen, das verbleibende Leistungsvermögen rechtsgenüg-
lich abzuklären und auf dieser Basis über den Rentenanspruch erneut zu 
entscheiden.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2017 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. September 2017 
(AB 103). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsscha-
dens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter 
hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut 
nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Er-
werbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu ar-
beiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter aussch-
liesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht 
klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können 
solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen 
im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invali-
ditätsbegriff klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versi-
cherte Person leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit 

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unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch 
soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder 
verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fach-
gerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Cha-
rakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale 
Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale 
und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und 
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden 
sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 
unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In die-
sem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psy-
chisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksich-
tigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin ver-
breiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2).

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Bericht der Klinik D.________ vom 6. Februar 2014 (AB 1.2) 
wurde festgehalten, der Patient befinde sich seit dem 6. Dezember 2013 
nach einem Suizidversuch in stationär-psychiatrischer Behandlung. Es lie-
ge eine depressive Störung vor, wobei retrospektiv wohl von einer rezidivie-
renden depressiven Störung ausgegangen werden müsse. Allerdings sei 
der Patient bislang nicht in einer längerfristigen ambulanten psychiatrischen 

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Behandlung gewesen. Vor vielen Jahren habe nur eine Kurzzeitgesprächs-
therapie stattgefunden. Des Weiteren bestünden mehrfache psychosoziale 
Belastungsfaktoren im beruflichen sowie im privaten Bereich. Aktuell sei 
der Patient nicht arbeitsfähig. Es bedürfe noch einer weiteren intensiven 
stationären Behandlung, damit auch nachhaltig und langfristig eine gute 
Prognose der depressiven Störung gewährleistet werden könne.

Im Austrittsbericht derselben Klinik vom 28. April 2014 (AB 16 S. 7 ff.) be-
treffend der vom 6. Dezember 2013 bis 16. April 2014 dauernden statio-
nären Behandlung wurden eine schwere depressive Episode bei zu disku-
tierender rezidivierender depressiver Störung (ICD-10: F33.2) mit Status 
nach Suizidversuch am 5. Dezember 2013, akzentuierte ängstlich-
vermeidende Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), eine mittelgradige Per-
zeptionsschwerhörigkeit beidseits, eine akute Gastritis und ein Status nach 
rezidivierenden Prostatitiden diagnostiziert. Der Patient sei nach einem 
Suizidversuch notfallmässig zugewiesen worden. Bei Eintritt habe eine 
schwere depressive Episode vorgelegen. Er habe insgesamt sehr gut vom 
angebotenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsprogramm 
und der Psychopharmakotherapie profitieren können und habe in deutlich 
gebessertem, stimmungsstabilerem und zuversichtlicherem Zustand nach 
Hause entlassen werden können. Hinweise auf ein Knalltrauma bei Status 
nach Suizidversuch mit Schusswaffe seien nicht gefunden worden. Der 
Hörverlust betrage rechts 42 % und links 41 %. Eine Hörgeräteversorgung 
werde empfohlen. Für den Zeitraum vom 6. Dezember 2013 bis 15. Mai 
2014 liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor, danach müsse eine 
Neuevaluation durch den Nachbehandler erfolgen.

3.1.2 Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, diagnostizierte im Bericht vom 6. Juni 2014 (AB 16 S. 1 ff.) rezidivie-
rende depressive Episoden, derzeit Status nach schwerer Episode (ICD-
10: F33.2) mit Suizidversuch am 5. Dezember 2013 (Beginn der Erkran-
kung ca. 14./15. Lebensjahr) und eine ängstlich-vermeidende Persönlich-
keitsstörung (ICD-10: F60.6; seit Jugendalter). Die Prognose stelle sich als 
schwierig dar, da die auslösende Problematik, die Zukunft des Familienbe-
triebes, nicht gelöst sei. Bis auf weiteres liege eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % in der angestammten Tätigkeit als Mitinhaber und Führungsperson 

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im Familienbetrieb (...) vor. Seit seiner Entlassung aus der Klinik 
D.________ lebe der Patient in einer Bauernfamilie und könne dort unter 
beschützenden Bedingungen im Bauernbetrieb mitarbeiten. Dabei bestehe 
eine Leistungsfähigkeit von 50 %.

3.1.3 Im Bericht des Ärztezentrums Interlaken vom 11. Juni 2014 (AB 17 
S. 1 ff.) wurde bei diagnostizierten rezidivierenden Prostatitiden und De-
pression mit schwerer depressiver Episode festgehalten, der Patient sei 
körperlich fit, geistig bzw. psychisch sei er vielleicht seiner Aufgabe als Ge-
schäftsführer eines ... Betriebes nicht gewachsen. Es bestehe eine gute 
Chance auf Besserung der Symptomatik, aktuell sei er vollständig arbeits-
unfähig.

3.1.4 Dem Austrittsbericht der Klinik D.________ vom 15. Dezember 
2014 (AB 44 S. 7 ff.) ist zu entnehmen, dass sich der Versicherte vom 
1. Oktober bis 4. Dezember 2014 zum zweiten Mal in stationärer Behand-
lung befunden habe. Er sei nach einem Zusammenbruch freiwillig in die 
Klinik eingetreten. Nach dem Austritt im April 2014 habe er vier Monate auf 
einem Bauernhof gearbeitet. Danach habe er einen Arbeitsversuch auf 
einem Pferdehof gemacht, sich dabei aber überfordert. Der Patient habe 
sich auf der Station willkommen gefühlt. Er habe realisiert, dass sich seine 
Stimmung in der Gruppe deutlich aufgehellt habe, der Suiziddruck habe 
nachgelassen. Der aktuelle Aufenthalt habe sich insgesamt als erfolgreich 
erwiesen. Vor dem Austritt habe der Patient viel ruhiger, im Affekt deutlich 
schwingungsfähiger, sowie insgesamt vorsichtig optimistisch gewirkt. Vom 
1. Oktober bis 31. Dezember 2014 bestehe eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit.

3.1.5 Dr. med. E.________ verwies im Bericht vom 12. Mai 2015 (AB 44 
S. 1) auf einen im Vergleich zum Vorbericht vom 6. Juni 2014 weitgehend 
unveränderten Befund. Es finde eine integrierte psychiatrische Behandlung 
alle zehn bis vierzehn Tage statt. Der Patient arbeite zurzeit im Rahmen 
eines Arbeitsversuches auf einem Reiterhof. Dort gebe es immer wieder 
Stresssituationen bzw. zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, die 
ihn destabilisieren und auch in einem geschützten Rahmen arbeitsunfähig 
machen würden. Deshalb sei bei einer Wiedereingliederung grosse Vor-
sicht geboten. Nach ihrer Einschätzung wäre eine Teilrente sinnvoll.

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3.1.6 F.________, Fachärztin für Neuropsychiatrie und Ärztin beim Re-
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD), erachtete im Bericht vom 4. Juni 2015 
(AB 46) die in den medizinischen Berichten mehrmals postulierte Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung als plausibel nachgewiesen. 
Obschon der Versicherte in allen Phasen der Krankheit einsichtig und 
compliant hinsichtlich der psychotherapeutischen, psychopharmakologi-
schen und sozialpsychiatrischen Interventionen gewesen sei, habe er of-
fensichtlich nie eine längerdauernde und stabile Remissionsphase erreicht. 
Diese depressive Störung mit einem langwierigen Krankheits- und Thera-
pieverlauf, gepaart mit der aufgrund schwieriger Ereignisse und Erfahrun-
gen in der Kindheit und im Jugendalter entstandenen Persönlichkeitss-
törung, stelle ein objektives Hindernis in der Bewältigung von Konflikten 
und der Lebensaufgaben dar. Die angestammte Tätigkeit sei zurzeit nicht 
zumutbar. Eine Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöh-
ten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne Verantwortung und geistiger Flexibi-
lität sowie ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sei vier Stunden 
täglich an fünf Tagen pro Woche ohne Leistungsminderung zumutbar. In 
einer solchen leidensangepassten Tätigkeit könne bei einem stabileren 
Zustandsbild (in einer längeren Remissionsphase) eine Steigerung der Ar-
beitsfähigkeit erwartet werden.

3.1.7 Im Verlaufsbericht vom 9. Dezember 2015 (AB 52) verwies Dr. 
med. E.________ auf einen stationären Gesundheitszustand. Aktuell liege 
eine mittelschwere depressive Symptomatik mit somatischen Problemen 
und chronischer Suizidalität als Reaktion auf zwischenmenschliche Konflik-
te vor. Die Prognose sei gleichbleibend ungünstig. Für den ersten Arbeits-
markt sei der Patient 100 % arbeitsunfähig.

3.1.8 Dem Austrittsbericht der psychiatrischen Diensten G.________ 
vom 31. März 2016 (AB 75.4 S. 1 ff.) betreffend einer vom 13. Januar bis 
31. März 2016 dauernden Hospitalisation sind die folgenden Diagnosen zu 
entnehmen: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi-
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) bei Status nach Sui-
zidversuch am 5. Dezember 2013 und kombinierter Persönlichkeitsakzen-
tuierung mit ängstlich-vermeidenden und narzisstischen Zügen (Eintritts-
diagnose); rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

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Episode (ICD-10: F33.1) bei kombinierter Persönlichkeitsakzentuierung mit 
ängstlich-vermeidenden und narzisstischen Zügen (Austrittsdiagnose); Sta-
tus nach Sturz vom Pferd am 25. September 2015 mit Beckenkontusion 
und persistierenden Schmerzen; Gewichtsverlust, chronische gastritische 
Beschwerden. Der Patient sei aufgrund einer Zunahme der depressiven 
Symptomatik bei akuter Suizidalität freiwillig in die Klinik eingetreten. Durch 
intensive, psychotherapeutische Arbeit und Erarbeitung neuer Perspektiven 
im Bereich Wohnen und Beschäftigung habe der Patient eine neue Zu-
kunftsorientierung und Hoffnung erleben können, die parallel mit der Stim-
mungsaufhellung zu einer deutlichen Reduktion der Depressivität geführt 
habe.

3.1.9 Im MEDAS-Gutachten vom 21. November 2016 (AB 75.1) wurden 
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehal-
ten: 1. Rezidivierende depressive Störung, zurzeit mittelgradige Episode 
(ICD-10: F33.1); 2. Mehrfaktoriell bedingte geringe Testleistungen; 3. Pan-
tonale Schallempfindungsschwerhörigkeit (ICD-10: H90.3); 4. Tinnitus 
beidseits (ICD-10: H93.1), mittelgradig kompensiert (S. 51). Im Rahmen der 
otoneurologischen Untersuchungsbefunde mit pantonaler Schallempfin-
dungsschwerhörigkeit beidseits, bestünden zurzeit qualitative Einschrän-
kungen der Arbeitsfähigkeit, so dass Tätigkeiten unter gesteigertem Umge-
bungsgeräuschpegel, mit möglicher Akzentuierung der auditiven Be-
schwerdesymptomatik sowie des Tinnitus, für den Exploranden nicht ge-
eignet seien. In einer diesen qualitativen Einschränkungen angepassten 
Tätigkeit bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 30 f.). In 
psychiatrischer Hinsicht sei die Gesundheitsschädigung aktuell primär 
durch die deutliche depressive Symptomatik gegeben. So leide der Explo-
rand an einer deutlichen Reduktion des Antriebs, einer erhöhten Ermüd-
barkeit und einer Unsicherheit sowie einer Konzentrationsstörung (S. 42). 
Es sei vom Vorliegen von akzentuierten narzisstischen und ängstlichen 
Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) auszugehen. Die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung sei aufgrund der biographischen Angaben nicht zu 
stellen (S. 41). Aufgrund der Symptome der mittelgradig depressiven Epi-
sode und der generellen Unselbstständigkeit des Exploranden, welche sich 
dadurch seit Dezember 2013 entwickelt habe, sei zum jetzigen Zeitpunkt 
und gemittelt aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen der Schwere 

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der depressiven Episoden von einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % in der 
ursprünglichen Tätigkeit als ... seit Dezember 2013 auszugehen. Die jetzige 
Tätigkeit (auf einem Bauernhof) müsse als angepasste Tätigkeit beurteilt 
werden. So arbeitete der Explorand in einem ihm wohlwollenden Umfeld, 
wo er regelmässig bei seinen Tätigkeiten angeleitet und unterstützt werde. 
Unter solchen Umständen sei eine höhere Arbeitsfähigkeit bis mutmasslich 
70 % möglich. Dabei handle es sich jedoch um einen geschützten Arbeits-
platz und nicht um einen solchen auf dem ersten Arbeitsmarkt (S. 48). Aus 
neuropsychologischer Sicht ergäben sich in den Testbefunden Hinweise 
auf Inkonsistenzen. Bezüglich Alltagsaktivitäten bestehe eine Diskrepanz 
zur Fahreignung, die aufgrund der vorliegenden Befunde nicht gegeben 
wäre. Eine über die von psychiatrischer und somatischer Seite begründete 
hinausgehende Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund der ungenügenden Vali-
dität der Befunde nicht attestiert werden (S. 26). Das von den Gutachern 
aus gesamtmedizinischer Sicht definierte Zumutbarkeitsprofil entspricht 
demjenigen des psychiatrischen Gutachters (S. 54 f.).

3.2 Soweit die somatischen Beschwerden betreffend, wird im MEDAS-
Gutachten vom 21. November 2016 (AB 75.1) in Übereinstimmung mit den 
medizinischen Vorakten (vgl. dazu AB 16 S. 12 und AB 17 S. 2) überzeu-
gend dargelegt, dass weder die jeweils hausärztlich erfolgreich behandel-
ten körperlichen Beschwerden noch die Schwerhörigkeit den Beschwerde-
führer in seinem Beruf als ... zu beeinträchtigen vermögen und Letztere 
mittels Hörgeräteversorgung verbessert werden kann (AB 75.1 S. 30). In-
soweit kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er sich 
wegen der Hörbehinderung als ... für nicht mehr arbeitsfähig hält (Protokoll 
per 03.11.2017 [Protokoll; in den Gerichtsakten], Eintrag vom 09.09.2014; 
Beschwerde S. 9 f.). Was die gerügte fehlende neurologische Abklärung 
betrifft (Beschwerde S. 6), ergeben sich aus den Akten keine Hinweise auf 
diesbezügliche Defizite. Soweit der neuropsychologische Gutachter fest-
hielt, ob und inwieweit zerebrale Auswirkungen des Suizidversuchs 
bestünden, lasse sich anhand der vorliegenden Daten nicht schlüssig beur-
teilen, ist dies vor dem Hintergrund der ungenügenden Anstrengungsbe-
reitschaft im Rahmen der neuropsychologischen Testung zu sehen. So 
zeigte der Beschwerdeführer teilweise Defizite, die unter dem Niveau von 
Exploranden mit dokumentierter hirnorganischer Schädigung lagen (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 12

75.1 S. 24). Zudem führte der otorhinolaryngologische Gutachter aus, es 
zeigten sich keine Hinweise auf eine relevante CO-Intoxikation anlässlich 
des Suizidversuchs, da weder eine Sauerstofftherapie noch eine Sauer-
stoffbedürftigkeit anlässlich der notfallmässigen Hospitalisation im Jahre 
2013 aus den Akten hervorgingen (AB 75.1 S. 30). Damit ist in somatischer 
Hinsicht von einem hinreichend abgeklärten medizinischen Sachverhalt 
auszugehen und das MEDAS-Gutachten erweist sich diesbezüglich als voll 
beweiskräftig (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.3 Im psychiatrischen Teil des MEDAS-Gutachtens wird nachvoll-
ziehbar und schlüssig begründet, dass zwar vom Vorliegen von akzentuier-
ten narzisstischen und ängstlichen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) 
auszugehen ist, jedoch aufgrund der erfolgreich absolvierten beruflichen 
und militärischen Ausbildungen sowie der intakten Freundschaften und 
Beziehungen eine Persönlichkeitsstörung nicht zu diagnostizieren ist 
(AB 75.1 S. 41). Der Gutachter führt hierzu weiter aus, es könne nicht von 
einem überdauernden Muster der Persönlichkeit ausgegangen werden, 
welches in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigungen 
in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führen 
würde, was gemäss DSM-V (Diagnostic and Statistical Manual of Mental 
Disorders) jedoch das Kriterium B für die Diagnose einer allgemeinen Per-
sönlichkeitsstörung wäre. Das Abstellen auf das DSM-V anstelle der ICD-
10 schadet der Schlüssigkeit der gutachterlichen Einschätzung nicht, be-
steht doch einerseits kein Definitionsmonopol der ICD-10 (BGE 130 V 396 
E. 6.3 S. 403) und unterscheiden sich die in den beiden Klassifikationssys-
temen aufgeführten Diagnosekriterien hinsichtlich der Persönlichkeitss-
törungen nicht wesentlich (vgl. dazu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], 
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], 
Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 274 f.). Hinzu kommt, 
dass sich die gutachterliche Einschätzung mit derjenigen der behandelnden 
Ärzte der Klinik D.________ und der psychiatrischen Diensten G.________ 
(AB 16 S. 7; 75.4 S. 1) diesbezüglich vollumfänglich deckt. Was die behan-
delnde Psychiaterin Dr. med. E.________ im Rahmen ihrer advokatorisch 
abgefassten Stellungnahme vom 3. Juli 2017 zum Vorbescheid (AB 101) 
dagegen vorbringt, vermag daran nichts zu ändern. Sie rekapituliert darin 
die Lebens- und – vor allem – Leidensgeschichte des Beschwerdeführers, 

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ohne diese jedoch anhand der klinisch-diagnostischen Leitlinien zu würdi-
gen und einzuordnen bzw. darzulegen, inwiefern die entsprechenden Dia-
gnosekriterien erfüllt seien.

3.4 Des Weiteren wird vom psychiatrischen Gutachter in Überein-
stimmung mit den medizinischen Vorakten nachvollziehbar begründet, dass 
der Beschwerdeführer seit Jahren an depressiven Stimmungsschwankun-
gen leidet und insoweit die Diagnose einer rezidivierenden depressiven 
Störung zu stellen ist (AB 75.1 S. 39). Dagegen setzt er sich nicht mit fol-
genden Feststellungen auseinander: Dem Lebenslauf des Beschwerdefüh-
rers lässt sich entnehmen, dass die depressiven Episoden mit suizidalen 
Absichten stets als Reaktion auf psychosoziale Belastungsfaktoren, na-
mentlich im Zusammenhang mit den vom Adoptivvater an den Beschwer-
deführer gestellten überhöhten Anforderungen und Erwartungen, welchen 
er nicht zu genügen vermochte (vgl. dazu AB 75.4 S. 9; AB 16 S. 7 ff.; 
AB 17 S. 2 Ziff. 1.7 sowie Protokoll, Eintrag vom 27.06.2014), auftraten. 
Sowohl dem Protokoll (Einträge vom 14.07.2014 und 30.07.2014) als auch 
dem Lebenslauf (BB 4 insb. S. 5) kann zudem entnommen werden, dass 
der Beschwerdeführer nach einem Weggang aus dem elterlichen Betrieb in 
seinem angestammten Beruf stets wieder über eine volle Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit verfügte. Insoweit vermag die gutachterliche Einschätzung 
einer im Längsschnitt dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 
60 % in der angestammten Tätigkeit nicht zu überzeugen. Ebenfalls nicht 
zu überzeugen vermag mit Bezug auf den Beweisgegenstand der medizi-
nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit die Einschätzung des Gutachters, bei 
der aktuellen Tätigkeit an einem geschützten Arbeitsplatz auf einem Bau-
ernhof, wo der Beschwerdeführer in seinen Tätigkeiten angeleitet und un-
terstützt werde, handle es sich um einen angepassten Arbeitsplatz, in wel-
chem er eine höhere Arbeitsfähigkeit aufweise als in der Tätigkeit als ... im 
ersten Arbeitsmarkt (AB 75.1 S. 48 und 54 f.). Soweit der psychiatrische 
Gutachter überdies davon ausgeht, die Inanspruchnahme von therapeuti-
schen Optionen sei adäquat (AB 75.1 S. 46 und 48), vermag dies deshalb 
nicht zu überzeugen, weil er sich mit der von der behandelnden Psychiate-
rin durchgeführten Therapiemassnahmen weder auseinandersetzt noch im 
Gutachten darüber Auskunft gibt, ob der Beschwerdeführer die ihm verord-
nete Medikation auch tatsächlich in der erforderlichen Dosierung einnimmt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 14

(AB 75.1 S. 36 f.). Der mit Bezug auf die Wiedereingliederung in den ersten 
Arbeitsmarkt ausbleibende Therapieerfolg steht denn auch in Widerspruch 
zu den rasch eingetretenen Therapieerfolgen während der stationären Be-
handlungen (vgl. dazu AB 16 S. 13; AB 44 S. 9; AB 75.4 S. 3). Der Gutach-
ter setzt sich mit Bezug auf die von der behandelnden Psychiaterin erwähn-
ten narzisstischen Pathologie, welche auch als vulnerabler Narzissmus 
bezeichnet werden könne (AB 101 S. 3), nicht damit auseinander, inwiefern 
vom Beschwerdeführer aufgrund des in der Kindheit erlebten abrupten En-
des einer bäuerlichen Lebensform (vgl. dazu Lebenslauf [BB 4] S. 1), er-
wartet und gefordert werden kann, dass er sein dysfunktionales Verhal-
tensmuster, die Arbeit und Erfahrung mit Pferden als wichtigsten Schlüssel 
zu seiner persönlichen Genesung zu betrachten (AB 75.4 S. 2) bzw. die 
jetzige Lebensform auf einem Hof im ... mit gleichzeitiger Arbeit in einem 
Pferdehof zu idealisieren (AB 44 S. 3), aufgibt, um sich einer beruflichen 
Wiedereingliederung im gelernten Beruf zu stellen. Soweit die behandelnde 
Psychiaterin in diesem Zusammenhang eine Teilberentung für sinnvoll er-
achtet (AB 44 S. 5), ist sie darauf hinzuweisen, dass mit Bezug auf die vor-
liegend streitigen Belange das sogenannte "Neurosenmodell" überholt ist 
und die Ausrichtung einer Rente im Sinne einer Abgeltung für eine erlittene 
Verletzung keine therapeutische Option mehr darstellt (vgl. dazu ULRICH 
MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, N. 21 ff.).

3.5 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den rechtser-
heblichen medizinischen Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt. Die an-
gefochtene Verfügung vom 4. September 2017 (AB 103) ist daher in Gut-
heissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, welche im Rahmen einer erneuten psychiatri-
schen Begutachtung bei einem mit dem Beschwerdeführer noch nicht be-
fassten Gutachter zu klären haben wird, ob die auf dem Hintergrund von 
ängstlich-vermeidenden und narzisstischen Persönlichkeitszügen und psy-
chosozialen Belastungsfaktoren (vgl. hierzu BGE 127 V 294) entstandenen 
depressiven Störungen ein von diesen Belastungsfaktoren verselbststän-
digtes eigenständiges Krankheitsbild darstellen und vom Beschwerdeführer 
bei adäquaten Therapiemassnahmen gefordert werden kann, dass er sich 
einer beruflichen Wiedereingliederung stellt. Von der behandelnden Psych-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 15

iaterin wird sie hierzu die vollständige Krankengeschichte des Beschwerde-
führers einzuholen haben.

Abschliessend ist die Beschwerdegegnerin auf folgendes hinzuweisen: 
Soweit sie im angefochtenen Entscheid und in der Beschwerdeantwort auf-
grund der von der Rechtsprechung formulierten Standardindikatoren davon 
ausgeht, es liege keine konsequente Depressionstherapie vor (AB 103 
S. 3; Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 14), vermag dies nach den Ausführun-
gen hiervor die im MEDAS-Gutachten aus fachmedizinischer Sicht abge-
gebene Beurteilung, selbst wenn diese nicht zu überzeugen vermag (vgl. 
E. 3.4 hiervor), nicht zu ersetzen. Ebenso wenig lässt sich die Leistungs-
verweigerung mit den Ergebnissen der neuropsychologischen Untersu-
chung begründen, räumen doch die Gutachter ein, dass die Depression die 
neuropsychologischen Probleme mitbeeinflusst und von einer gegenseitig 
negativen Interferenz auszugehen sei (AB 75.1 S. 51).

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 16

verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Der Beschwerdeführer wird durch Rechtsanwältin B.________ vertreten. 
Deren Kostennote vom 27. November 2017 ist nicht zu beanstanden. Ent-
sprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 4'065.-- (16.26 Stunden à 
Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 94.20 und 8 % Mehrwertsteuer im 
Betrag von Fr. 332.75, somit auf total Fr. 4'491.95, festgesetzt. Diesen Be-
trag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 4. September 2017 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Er-
wägungen weitere Abklärungen vornehme und hiernach über den Ren-
tenanspruch neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'491.95 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/879, Seite 17

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 

27.11.2017 [Postaufgabe])
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.