# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0844923e-d156-567f-b82b-1302c37944c5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.02.2021 SK 2020 178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-178_2021-02-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 178

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Februar 2021 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.)
Oberrichterin Sanwald
Oberrichterin Grütter
Gerichtsschreiberin i.V. Etter

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kind, Pornografie, Gewaltdarstellungen

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 13. Dezember 2019 
(PEN 19 144)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 
13. Dezember 2019 (pag. 577 ff.) – berichtigt am 16. April 2020 (pag. 592 ff.) – 
Folgendes (Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen

1. Pornografie, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von ca. Frühling 2012 bis 12.12.2012 bzw. 
angeblich festgestellt am .________ in D.________/BE durch Herstellen, Erwerb und Beschaffen 
von pornografischen Ton- und Bildaufnahmen, welche sexuelle Handlungen mit Gewalttätigkeiten 
oder nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Kindern (virtuelle Kinderpornografie) zum Inhalt 
haben;

2. Gewaltdarstellungen, angeblich festgestellt am .________ in D.________/BE durch Erwerb und 
Beschaffen von Bildaufnahmen, welche Gewalttätigkeiten gegen Menschen darstellen;

wird infolge Verjährung eingestellt;

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 1‘045.65 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte; und

unter Auferlegung von 1/10 der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 8‘637.50 und Auslagen von CHF 44.30, insgesamt bestimmt auf CHF 8‘681.80, 1/10 ausma-
chend CHF 868.20, an den Kanton Bern.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00, 1/10 aus-
machend CHF 100.00. Die reduzierten anteilsmässigen Verfahrenskosten betragen damit 
CHF 768.20.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der sexuellen Handlungen mit Kind, mehrfach begangen am 15.09.2018 in F.________ bei 
G.________ sowie in D.________/BE zum Nachteil von C.________, geb. .________.2003;

2. der Pornografie, mehrfach begangen 

2.1. am 15.09.2018 in F.________ bei G.________ sowie in D.________/BE durch Herstellen 
von pornografischen Bild- und Tonaufnahmen, welche tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen zum Inhalt haben;

2.2. in der Zeit vom 13.12.2012 – .________ in D.________/BE durch Herstellen, Erwerb, Be-
schaffen (alles zum eigenen Konsum) von pornografischen Ton- und Bildaufnahmen, welche 

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sexuelle Handlungen mit Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen und nicht tatsächliche sexuel-
le Handlungen mit Minderjährigen (virtuelle Kinderpornografie) zum Inhalt haben; 

2.3. in der Zeit vom 01.07.2014 – .________ in D.________/BE durch Konsum und Einfuhr (zum 
eigenen Konsum) von pornografischen Ton- und Bildaufnahmen, welche sexuelle Handlun-
gen mit Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen und nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit 
Minderjährigen (virtuelle Kinderpornografie) zum Inhalt haben; 

2.4. in der Zeit von ca. Frühling 2012 – .________ in D.________/BE durch Besitz (zum eigenen 
Konsum) von pornografischen Ton- und Bildaufnahmen, welche sexuelle Handlungen mit 
Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen und nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Min-
derjährigen (virtuelle Kinderpornografie) zum Inhalt haben;

3. der Gewaltdarstellungen, festgestellt am .________ in D.________/BE durch Besitz von Bildauf-
nahmen, welche Gewalttätigkeiten gegen Menschen darstellen; 

und in Anwendung der 
Art. 40, 42, 44, 47, 49, 135 Abs. 1bis, 187 Ziff. 1, 197 Abs. 5 Sätze 1 und 2 StGB 
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten und 15 Tagen.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu 9/10 der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 8‘637.50 und 
Auslagen von CHF 44.30, insgesamt bestimmt auf CHF 8‘681.80, 9/10 ausmachend 
CHF 7‘813.60.

[…]

III.

Weiter wird erkannt:

1. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. b und c aStGB angeordnet.

A.________ wird für 10 Jahre jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die 
einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten, namentlich die Erstellung von 
Ton- und Bildaufnahmen von Minderjährigen bei Sport- und anderen Vereinen sowie anlässlich 
von (Sport-)Veranstaltungen und Fotoshootings.

Für die Dauer des Tätigkeitsverbots wird Bewährungshilfe angeordnet.

Der auf die Straftaten, welche das Tätigkeitsverbot nach sich ziehen, entfallende Strafanteil be-
trägt 8 Monate Freiheitsstrafe (Art. 67 Abs. 5 aStGB).

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IV.

In Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 und 433 StPO wird erkannt:

1. A.________ wird verurteilt, dem Straf- und Zivilkläger C.________ eine Genugtuung von 
CHF 3‘000.00 zuzüglich 5 % Zins seit 15.09.2018 zu bezahlen. 

2. A.________ hat dem Straf- und Zivilkläger C.________ eine Entschädigung von CHF 56.00 für 
seine Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

3. Weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

4. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

Weiter wird verfügt:

1. Die A.________ auferlegten Verfahrenskosten werden mit dem ihm zustehenden Entschädi-
gungsanspruch (CHF 1‘045.65) verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO).

2. Folgende Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft an A.________ herausgegeben:

- 1 NAS Synology DiskStation, Seriennummer .________, mit Ladekabel (Ass. Nr. 1)
- 1 Externe Festplatte Western Digitale Portable, Seriennummer .________, mit USB Kabel 

(Ass. Nr. 9)
- 2 Externe Festplatten LaCie Rugged, Seriennummer .________ (Ass. Nr. 11)
- 2 USB Sticks, Sony 4GB schwarz, SanDisk USB 3.0 (Teil von Ass. Nr. 15)

3. Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69, 
135 Abs. 2, 197 Abs. 6 StGB):

- 1 Externe Festplatte USB Platte Silicon Power, Seriennummer .________, mit USB Kabel 
(Ass. Nr. 2)

- 1 Externe Festplatte ICY Box IBAC6032-U3, Seriennummer .________ (Ass. Nr. 10)
- 1 Externe Festplatte Sunstar USB 2.0, mit Kabel (Ass. Nr. 12)
- 2 USB Sticks, Emtec 64GB grün, TDK 32GB schwarz (Teil von Ass. Nr. 15)
- 2 Klemmen, rot (Ass. Nr. 25)

4. Wünscht A.________ die Aussonderung von nicht verbotenem Material ab den zur Vernichtung 
eingezogenen Datenträgern, so hat er dies innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils dem zuständigen EL-Fall der Kantonspolizei Bern, Regionalfahndung MEOA (Polizeiwache 
AD.________), unter exakter Bezeichnung des Speicherorts und des Inhalts schriftlich mitzuteilen. 

Die Kantonspolizei Bern wird A.________ anschliessend einen Kostenvoranschlag zukommen 
lassen (zu einem Stundenansatz von voraussichtlich CHF 120.00). Wird die entsprechende Rech-
nung nicht innert 30 Tagen nach Rechnungsstellung bezahlt, wird vom unwiderruflichen Verzicht 
auf die Aussonderung ausgegangen und die Vernichtung der Datenträger vollzogen. 

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN .________) nach Ablauf der gesetzli-

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chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

6. Die Zustimmung zur Löschung nach Art. 17 Abs. 1 lit. l der Verordnung über die Bearbeitung bio-
metrischer erkennungsdienstlicher Daten (zehn Jahre nach Ende eines Tätigkeitsverbots) ist nicht 
erforderlich.

7. Die Kantonspolizei Bern, Fachbereich Digitale Forensik (FDF), wird nach Eintritt der Rechtskraft 
mit der Löschung der beim FDF gespeicherten elektronischen Daten beauftragt.

8. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag 
von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) am 19. Dezember 2019 fristgerecht 
Berufung an (pag. 586). Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 16. 
April 2020 (pag. 598 ff.). In der form- und fristgerechten Berufungserklärung vom 
11. Mai 2020 focht der Beschuldigte das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich an, 
soweit es nicht rechtskräftig eingestellt wurde (pag. 676). Die Generalstaatsanwalt-
schaft verzichtete mit Schreiben vom 20. Mai 2020 auf die Teilnahme am oberin-
stanzlichen Verfahren (pag. 682). Der Straf- und Zivilkläger C.________ (nachfol-
gend: Privatkläger) liess sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 23. Juni 2020 
wurden die Parteien auf den 9. Februar 2021 zur oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vorgeladen, wobei dem Privatkläger das Erscheinen freigestellt wurde 
(pag. 686 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde ein aktueller Strafregisterauszug über den Beschuldigten 
eingeholt (datierend vom 19. Januar 2021; pag. 688). Im Rahmen der oberinstanz-
lichen Hauptverhandlung vom 9. Februar 2021 wurde der Beschuldigte erneut zur 
Person und Sache befragt (pag. 694 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Berufungsver-
handlung Folgendes (pag. 707):

1. Es sei festzustellen, dass Ziff. I des Urteils des Gerichtspräsidenten vom 13. Dezember 2019 in 
Rechtskraft erwachsen ist. 

2. A.________ sei von folgenden Anklagepunkten gemäss Anklageschrift vom 12. Juni 2019 freizu-
sprechen:

o Sexuelle Handlungen mit einem Kind
o Pornografie
o Gewaltdarstellungen

3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien Herrn A.________ zurückzugeben, soweit sie nicht 
verbotenes Material enthalten. 

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4. Es seien die Löschung aller durch den forensischen Dienst erfassten Daten sowie die Löschung 
der erkennungsdienstlichen Erhebungen zu veranlassen. 

5. Auf die geltend gemachte Zivilforderung sei nicht einzutreten.

6. Die Kosten des Verfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

7. Seinem Mandanten seien die Aufwendungen der Verteidigung gemäss Kostennote zu ersetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil vom 13. Dezember 2019 – be-
richtigt am 16. April 2020 – vollumfänglich an, soweit es nicht rechtskräftig einge-
stellt wurde (pag. 676). Das erstinstanzliche Urteil ist demnach mit Ausnahme von 
Ziffer I. (Einstellung Strafverfahren infolge Verjährung) und der Nichtgewährung 
von Schadenersatz zu Gunsten des Privatklägers (Ziff. IV.3 des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs) mit voller Kognition zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]). 
Die Kammer ist dabei aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das 
Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das 
Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. 

II. Formelle Rügen

6. Anklagegrundsatz

Wie vor erster Instanz rügte die Verteidigung auch in der Berufungsverhandlung die 
Verletzung des Anklagegrundsatzes. Dabei brachte sie wie bereits in erster Instanz 
vor, in Bezug auf den Vorwurf der Pornografie sei in der Anklageschrift in den Zif-
fern I.2.2 und I.2.3. nicht genügend umschrieben, welche Erzeugnisse nach Ansicht 
der Staatsanwaltschaft als pornografisch gelten würden, mit welcher Datei der Be-
schuldigte welche Tathandlung erfüllt habe, wann er welche Datei heruntergeladen 
habe und welches Recht auf welche Dateien bzw. Handlungen zur Anwendung ge-
lange. Der Tatzeitraum sei demgegenüber das einzige Element, welches hinrei-
chend umschrieben sei. In Bezug auf den Vorwurf der Gewaltdarstellungen werde 
in der Anklageschrift in der Ziffer I.3 weder die Tatzeit noch der Tatort genannt, 
weshalb «in dubio» davon auszugehen sei, dass die Taten verjährt seien (zum 
Ganzen pag. 704 f.).

Die Kammer kommt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der 
Anklagegrundsatz im vorliegenden Fall nicht verletzt wurde. Die Vorinstanz hat zu-
treffend und umfassend festgehalten, der dem Beschuldigten vorgeworfene Sach-
verhalt sei in der Anklageschrift hinreichend umschrieben. Weiter hat sie zu Recht 
erwogen, der Beschuldigte habe seine Verteidigungsrechte sowohl in Bezug auf 
die Vorwürfe der verbotenen Pornografie als auch betreffend die Gewaltdarstellun-
gen angemessen ausüben können und dabei gewusst, welche Vorwürfe in örtli-
cher, zeitlicher und inhaltlicher Sicht gegen ihn erhoben würden. Auch soweit wei-
tergehend kann sich die Kammer den vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich 
anschliessen (S. 8-12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 605-609):

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Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK 
abgeleiteten und in Art. 9 StPO kodifizierten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Ge-
genstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Das Gericht ist an den in der Anklage wie-
dergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdi-
gung durch die Anklagebehörde (Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur 
Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 
und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die Anklageschrift bezeichnet insbesondere 
möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von 
Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Der Anklagegrundsatz 
bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem An-
spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunkti-
on muss die beschuldigte Person aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Dies 
bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person ge-
nau weiss, welcher konkreten Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert 
wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an 
der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden. Solange für die be-
schuldigte Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und 
unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommt. Die Anklageschrift ist 
nicht Selbstzweck, sondern dient der Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information der 
beschuldigten Person, damit diese die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen. Ungenauigkeiten sind so-
lange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person keine Zweifel darüber be-
stehen können, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird. Allgemein gilt, je gravierender die Vorwürfe, 
desto höhere Anforderungen sind an das Akkusationsprinzip zu stellen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_684/2017 vom 13.03.3018 E. 2.2; 6B_18/2017 vom 17.05.2017 E. 1.2; 6B_959/2013 vom 
28.08.2014 E. 3.1; 6B_462/2014 vom 27.08.2015 E. 2.3.1). An die Anklageschrift dürfen indessen 
keine überspitzt formalistischen Anforderungen gestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 
6B_966/2009 vom 25.03.2010 E. 3.3). Wurden dem Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltschaft-
lichen Einvernahmen die Vorwürfe detailliert erläutert, haben diesbezüglich untergeordnete Lücken in 
der Anklageschrift nicht zwingend zur Folge, dass der Beschuldigte sich nicht genügend auf die 
Hauptverhandlung vorbereiten konnte. Ebenfalls relevant ist, ob ein Vorwurf sich nicht implizit aus der 
dargestellten Sachlage ergibt oder überhaupt nicht umstritten ist, weil beispielsweise ein Geständnis 
vorliegt. Demgegenüber ist das Anklageprinzip verletzt, wenn die Anklage nicht die Umstände anführt, 
welche auf das Vorliegen der Kernelemente eines Tatbestands schliessen lassen (BSK StPO-
HEIMGARTNER/NIGGLI, 2. Aufl. 2014, Art. 325 N 37). Soweit es die Beweislage erlaubt, sind Tatort 
und Tatzeit möglichst präzise zu bezeichnen (BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 325 
N 20). Je nach Deliktsart und bei weiter zurückliegenden Zeiträumen genügen allerdings u.U. rudi-
mentäre Angaben zur Tatzeit (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxis-
kommentar, 3. Aufl., Dike Verlag AG, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 325 N 8 m.w.H.). Namentlich bei 
Kollektivdelikten reicht gegebenenfalls die Angabe des Deliktszeitraums aus. Keine Verletzung des 
Anklageprinzips liegt jedenfalls dann vor, wenn dem Beschuldigten vielfach wiederholte Tatbegehung 
vorgeworfen und in der Anklageschrift nur der Deliktszeitraum angegeben wird (BSK StPO-
HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 325 N 20 und 38). Ergibt eine Gesamtbetrachtung der Anklage-
schrift, dass ein Sachverhalt Gegenstand der Anklage bildete, bei welchem der Beschuldigte genau 
wusste, was ihm vorgeworfen wird, liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor (BSK StPO-
HEIMGARTNER/NIGGLI, a.a.O., Art. 325 N 7).

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Die Anklageschrift vom 12.06.2019 (p. 178 ff.) nennt hinsichtlich der Pornografie den Deliktszeitraum 
sowie die Deliktsorte vorab gesamthaft (vgl. Ziff. I. 2. der Anklageschrift). Weiter unterteilt die Ankla-
geschrift den Vorwurf der Pornografie in drei Teile. Der erste Teil (vgl. Ziff. I. 2.1. der Anklageschrift) 
bezieht sich auf die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen (Herstellen von Fotografien 
und Videoaufnahmen) zum Nachteil des Privatklägers, unter konkreter Zeit- und Ortsangabe. Dabei 
wird aufgeführt, was auf den hergestellten Erzeugnissen zu erkennen ist und weshalb diese als por-
nografisch zu qualifizieren sind bzw. welche Tatbestandsvariante von Art. 197 StGB als erfüllt erach-
tet wird. Der zweite und dritte Teil beziehen sich sodann auf die übrigen dem Beschuldigten unter 
dem Titel der Pornografie vorgeworfenen Tathandlungen, begangen nach (vgl. Ziff. I. 2.2. der Ankla-
geschrift) bzw. vor (vgl. Ziff. I. 2.3. der Anklageschrift) Inkrafttreten des revidierten Tatbestandes von 
Art. 197 StGB per 01.07.2014. Darin werden jeweils die Angriffsobjekte (harte Pornografie in Form 
von sexueller Gewalt und virtueller Kinderpornografie), die Tatobjekte (Videos und Fotografien), die 
ungefähre Anzahl Videos und Bilder sowie die Tathandlungen (Einführen, Herstellen, Erwerb, Be-
schaffen oder Besitzen) angegeben. Weiter wird aufgeführt, welche Tathandlungen eventualiter ange-
klagt sind (Konsum und Herstellen, Einführen, Erwerb, Beschaffen und Besitz zum eigenen Konsum). 
Dies alles unter Angabe der nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einschlägigen Gesetzesbestimmun-
gen.

Hinsichtlich der Umschreibung der Tathandlungen (und auch der Begehungszeiten) der angeklagten 
Pornografie gilt es zunächst Folgendes festzuhalten: Wie sich nachfolgend zeigen wird (vgl. Ziff. III. 
2.1. unten) und hier vorweggenommen werden kann, wird das Herunterladen aus dem Internet, das 
Abspeichern und das Behalten der sichergestellten Erzeugnisse vom Beschuldigten nicht bestritten. 
Insofern sind nach dem Gesagten die Anforderungen an die Umschreibung in der Anklageschrift von 
vornherein herabgesetzt. 

Soweit die Verteidigung sodann geltend macht, es sei in der Anklageschrift nicht genügend umschrie-
ben, welche Erzeugnisse die Staatsanwaltschaft im Einzelnen unter welchem Titel als pornografisch 
erachte (p. 568), gilt es anzumerken, dass dem Beschuldigten anlässlich der Einvernahme durch die 
Staatsanwaltschaft (p. 124 Z. 218 ff.) wie auch bereits anlässlich der delegierten Einvernahme durch 
die Kantonspolizei (p. 61 Z. 30 ff., p. 62 Z. 88 f. und p. 63 Z. 104 f.) Auszüge aus den vom FDF erstell-
ten Auswahlkatalogen vorgehalten wurden. Der Beschuldigte wusste mithin genau, was ihm vorge-
worfen wird und gegen welche Art von (gemäss den Untersuchungsbehörden) illegaler Pornografie er 
sich zu verteidigen hat. Mengenmässig wäre eine Aufgliederung der sichergestellten Erzeugnisse in 
einzelne verbotene Kategorien in der Anklageschrift sodann zwar grundsätzlich möglich gewesen, 
dies hätte jedoch vorliegend die Anforderungen an die Anklageschrift – gefordert ist gemäss 
Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO eine Reduktion der Tatumschreibung auf das absolut Wesentliche („mög-
lichst kurz“) – gesprengt. Die entsprechende mengenmässige Aufgliederung ergibt sich bereits aus 
dem Bericht des FDF vom 13.12.2018 (p. 23 ff.) und wurde durch die Auswahlkataloge (p. 30 ff.) für 
den Beschuldigten überprüfbar. Spätestens mit Edition der vollständigen Kataloge durch das Gericht, 
war für den Beschuldigten im Detail klar, von wie vielen (gemäss FDF) verbotenen Erzeugnisse ein 
jeder Kategorie die Rede war.

Soweit die Verteidigung diesbezüglich unter Verweis auf BGE 120 IV 348 E. 3c rügt, ein Rückgriff auf 
die Akten sei unzulässig (p. 569), ist zunächst festzuhalten, dass die von ihr zitierte Rechtsprechung 
des Bundesgerichts noch auf altem Prozessrecht, namentlich dem per 01.01.2011 ausser Kraft ge-
setzten Bundesgesetz vom 15.06.1934 über die Bundes-strafrechtspflege, beruhte. In einem späteren 
Entscheid hielt das Bundesgericht zudem fest, dass ein Rückgriff auf die Akten dann zulässig sei, 
wenn dies nicht dazu diene, den Tatvorwurf in Abweichung der Anklage zu definieren, so dass dem 

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Urteil letztlich nicht eine von der Anklage abweichende Tat zugrunde liege (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_431/2010 vom 24.09.2010 E. 3.3). Vorliegend geht es keinesfalls darum, den Tatvorwurf 
in Abweichung der Anklage zu definieren, sondern höchstens um eine Präzisierung bzw. Konkretisie-
rung anhand des FDF Berichts und der sich bei den Akten befindlichen Erzeugnis-Kataloge. Ein 
Rückgriff auf den soeben genannten Bericht bzw. die soeben genannten Kataloge steht damit in Ein-
klang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung und ist nicht zu beanstanden.

Wenn die Verteidigung sodann hinsichtlich des Vorwurfs der Pornografie vorbringt, aus der Anklage-
schrift gehe nicht hervor, welches Recht auf welche Dateien bzw. Handlungen zur Anwendung gelan-
gen solle (p. 569), gilt es zunächst festzuhalten, dass die Anklageschrift mit der Aufteilung der Tat-
vorwürfe in Ziffn. I. 2.2. und I. 2.3. der per 01.07.2014 in Kraft getretenen Revision von Art. 197 StGB 
sehr wohl Rechnung trägt. Darüber hinaus ist der Strafprozess gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO vom 
Grundsatz iura novit curia beherrscht. Danach ist das Gericht in der rechtlichen Würdigung des in der 
Anklage umschriebenen Sachverhalts frei. Das Vorbringen der Verteidigung betreffend anwendbares 
Recht vermag folglich keine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu begründen.

Hinsichtlich des Vorwurfs der Gewaltdarstellungen macht die Verteidigung schliesslich geltend, in Ziff. 
I. 3. der Anklageschrift werde weder die Tatzeit noch ein Tatort genannt. In dubio sei davon auszuge-
hen, dass diese Taten verjährt seien, so dass diesbezüglich eine Einstellung zu erfolgen habe 
(p. 569 f.). Wenngleich der Einwand der Verteidigung in Bezug auf die Verjährung der Tathandlungen 
des Erwerbs und des Beschaffens zu Recht erfolgte (vgl. Ziff. II. 1. oben), ist er in Bezug auf die Tat-
handlung des Besitzes unter dem Aspekt des Anklageprinzips unbehelflich. Dem FDF Bericht kann 
ohne Weiteres entnommen werden, wann das ZIP-File mit den sichergestellten Erzeugnissen der 
Gewaltdarstellungen auf dem Computer des Beschuldigten abgespeichert wurde (p. 26). Sodann 
handelt es sich bei der Tathandlung des Besitzes um ein Dauerdelikt, welches erst im Zeitpunkt sei-
ner Feststellung und Sicherstellung der fraglichen Erzeugnisse endete. Jener Zeitpunkt und der Ort 
dieser Feststellung sind denn auch explizit angeklagt.

Es bleibt anzumerken, dass in der Anklageschrift nachvollziehbarer auf die 
Fundstellen der inkriminierten Handlungen hätte verwiesen werden können. Die 
fraglichen Erzeugnisse finden sich im Bericht des Fachbereichs Digitale Forensik 
(FDF) vom 13. Dezember 2018 und können mit Hilfe des Passwortes verifiziert 
werden (pag. 28). Dabei sind die Erzeugnisse von Belang, welche mit NDHS-
Kategorie sexuelle Gewalt (jeweils Video und Bilder) sowie mit NDHS-Kategorie 
virtuelle Kinderpornografie (Bilder) beschriftet wurden. Bei der Abkürzung NDHS 
handelt es sich um die «Nationale Datei- und Hashwertesammlung», welche eine 
durch die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität 
bewirtschaftete Sammlung von Bildern und Hashwerten ist. Sie klassifiziert 
kinderpornografisches Material anhand definierter Indikatoren in festgelegten 
Kategorien (pag. 29). Die vorliegend zu beurteilende Gewaltdarstellung 
(sog. «Waterboarding») findet sich unter der NDHS-Kategorie «verbotene Gewalt». 
Schliesslich wurden im Bericht des FDF unter anderem auch Dateien mit 
deliktspezifischen Präferenzindikatoren aufgeführt. Unter diese Kategorie fallen 
insbesondere die Erzeugnisse, die Verbotenes enthalten könnten («Graubereich»). 
Es kann jedoch auch sein, dass darunter Erzeugnisse fallen, die nicht verboten 
sind, aber Hinweise auf die Präferenz geben (pag. 554 Z. 20-29). Der die Auswahl 
treffende Mitarbeiter der Kantonspolizei Bern führte in casu im Bericht die Dateien 
mit deliktspezifischen Präferenzindikatoren auf und überliess die Selektion der 

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verbotenen Erzeugnisse dem Staatsanwalt (pag. 194, pag 554 Z. 1-22, pag. 556 f. 
Z. 42-2). Dieser brachte einzig die NDHS-Kategorien sexuelle Gewalt und 
verbotene Gewalt zur Anklage. Die Dateien in der NDHS-Kategorie 
Präferenzindikatoren sind nicht Teil der Anklageschrift, befinden sich aber in den 
Akten. Unter zu Hilfenahme des Berichts des FDF (pag. 23 ff.), der Akten-
/Telefonnotiz des Gerichtspräsidenten (pag. 194g-195) und den Ausführungen des 
Polizisten AE.________ als Sachverständiger anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung (pag. 553 ff.) lassen sich die angeklagten Erzeugnisse 
durchwegs individualisieren. Es kann mithin keine Rede davon sein, dass der 
Beschuldigte und das Gericht die inkriminierten Dateien aus 11’000 Daten selber 
hätten auswählen müssen. Der Beschuldigte wusste, was ihm vorgeworfen wird 
und er konnte sich adäquat verteidigen. 

Schliesslich sei nicht verhehlt, dass die vom Staatsanwalt zur Anklage gebrachte 
Auswahl der Erzeugnisse sicher nicht zu Ungunsten des Beschuldigten ausgefallen 
ist. So könnten/müssten unter anderem die Dateien, welche auf pag. 107-109, 111, 
113 und 115 ersichtlich sind, als verboten qualifiziert werden. Desgleichen diejeni-
gen, die sich im Bilder Katalog markierte Erzeugnisse (pag. 30, u.a. pages 54, 62, 
75, 77, 79, 84, 86, 95, 96, 115, 117, 123, 125, 127, 127, 131, 133, 233) und im Vi-
deo Katalog markierte Erzeugnisse (pag. 30) befinden.

7. Zufallsfunde und verbotene Beweisausforschung

Ebenfalls wie bereits in erster Instanz machte die Verteidigung oberinstanzlich gel-
tend, bei den im Rahmen der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten sichergestell-
ten Dateien handle es sich in Bezug auf die Pornografie und die Gewaltdarstellun-
gen um Zufallsfunde bzw. um Ergebnisse einer verbotenen Beweisausforschung. 
Letztere habe vorgelegen, weil die Durchsuchung der Datenträger zur Aufklärung 
des Vorwurfs der sexuellen Handlungen mit Kind nicht notwendig gewesen wäre. 
Obschon es sich insoweit also um eine unzulässige Beweisausforschung handle, 
würden die fraglichen Dateien nicht automatisch als unverwertbar gelten, sondern 
es komme vielmehr darauf an, ob ihre Verwertung zur Aufklärung schwerer Strafta-
ten unerlässlich sei oder nicht. Gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO (relatives Verwer-
tungsverbot) dürften die Beweise, die die Strafbehörden in strafbarer Weise erho-
ben hätten, nämlich nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur 
Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Aus Sicht der Verteidigung sei der 
Tatbestand der Pornografie noch nie als schwere Straftat im Sinne dieser Bestim-
mung qualifiziert worden, weshalb alle auf der Festplatte gefundenen Materialen 
ausserhalb der «Shootings» mit dem Privatkläger nicht verwertbar seien. Damit 
würden hinsichtlich der Pornografie und der Gewaltdarstellungen keine verwertba-
ren Beweismittel vorliegen (zum Ganzen pag. 706).

Die Kammer geht wie die Vorinstanz davon aus, dass es sich bei den sichergestell-
ten Dateien um sogenannte Zufallsfunde handelt. Sie schliesst sich den zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz vollumfänglich an (S. 15 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 612 f.):

[…] Soweit es sich bei den hierbei aufgefundenen Erzeugnissen um verbotene Pornografie bzw. Ge-
waltdarstellungen handelt, qualifizieren diese als Zufallsfunde. Gemäss Art. 243 Abs. 1 StPO werden 

11

solche zufällig entdeckten Spuren oder Gegenstände, die mit der abzuklärenden Straftat nicht in Zu-
sammenhang stehen, aber auf eine andere Straftat hinwiesen, sichergestellt. In dieser Bestimmung 
kommt das allgemeine Prinzip zum Ausdruck, wonach bei Zwangsmassnahmen und Beweiserhebun-
gen gemachte Zufallsfunde ohne gegenteilige Regelung verwertbar sind. Die Auswertung von Zufalls-
funden setzt allerdings voraus, dass nicht nur die primäre Zwangsmassnahme der Durchsuchung 
oder Untersuchung rechtens war, sondern diese Massnahme auch hinsichtlich des neu entdeckten 
Delikts verfahrensrechtlich zulässig gewesen wäre. Resultieren Zufallsfunde aus Zwangsmassnah-
men, so sind sie der Staatsanwaltschaft zum Entscheid über die Eröffnung eines neuen Verfahrens 
oder Nichtanhandnahme zu überweisen (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., Art. 243 N 3 f. und 7). Eine 
Regelung, wonach ein solcher Entscheid der Verfahrensleitung innert einer bestimmten Zeit zu erfol-
gen hat, gibt es indessen nicht.

Eine besondere Regelung, gemäss welcher diese Zufallsfunde entgegen dem allgemeinen Prinzip 
nicht verwertbar sein sollten, wurde vorliegend weder vorgebracht noch ist eine solche ersichtlich. 
Weiter erfolgte die Hausdurchsuchung beim Beschuldigten sowie die Durchsuchung der Aufzeich-
nungen nicht nur hinsichtlich des Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kind rechtmässig, sondern 
wäre auch beim Verdacht auf verbotene Pornografie und Gewaltdarstellungen zulässig gewesen (sog. 
hypothetische Zulässigkeit der Zwangsmassnahme). Am 04.02.2019 bzw. 11.04.2019 verfügte die 
Staatsanwaltschaft formell die Ausdehnung des Verfahrens auf die Tatbestände der Pornografie und 
der Gewaltdarstellungen (p. 2 f.). Materiell war das Verfahren bereits im Zeitpunkt der delegierten 
Einvernahme des Beschuldigten vom 18.01.2019 ausgedehnt worden (p. 60 ff.). Inwiefern diese zeitli-
che Abfolge zu einer Unverwertbarkeit der aufgefundenen verbotenen Erzeugnisse führen sollte, ist 
nicht ersichtlich. […]

Es erhellt nicht, inwiefern eine unzulässige Beweisausforschung vorliegen sollte, 
weshalb auch die oberinstanzlichen Vorbringen hinsichtlich des relativen Verwer-
tungsverbots nichts an der Verwertbarkeit des sichergestellten Materials zu ändern 
vermag.

8. Verwertbarkeit der Aussagen

Schliesslich rügte die Verteidigung in der Berufungsverhandlung erstmals die Un-
verwertbarkeit der Aussagen des Privatklägers und dessen Mutter. Zur Begrün-
dung brachte sie vor, dem Beschuldigten sei bei der polizeilichen Einvernahme der 
Mutter des Privatklägers und von diesem trotz der Aufforderung der Staatsanwalt-
schaft sein Teilnahmerecht nicht gewährt worden (pag. 703). 

Gemäss Art. 312 Abs. 1 StPO kann die Staatsanwaltschaft die Polizei auch nach 
Eröffnung der Untersuchung mit ergänzenden Ermittlungen beauftragen. Sie erteilt 
ihr dazu schriftliche, in dringenden Fällen auch mündliche Anweisungen, die sich 
auf konkret umschriebene Abklärungen beschränken. Bei Einvernahmen, welche 
die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, haben die Verfahrensbe-
teiligte die Verfahrensrechte, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwalt-
schaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO).

Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebun-
gen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einver-
nommenen Personen Fragen zu stellen. Bei polizeilichen Einvernahmen richtet 
sich die Anwesenheit der Verteidigung nach Art. 159 StPO. Auf die Teilnahme kann 
vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet 

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werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger aus-
gehen kann (Schmid/Jositsch [Hg.], Handbuch des schweizerischen Strafprozess-
rechts, 3. A., 2017, N 824 S. 335). Ein Verzicht ist anzunehmen, wenn die beschul-
digte Person es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge zu 
stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 
6B_522/2016 vom 30. August 2016 E. 1.3). Aufgrund eines Verzichts entsteht we-
der ein Anspruch auf Wiederholung noch führt er zur Unverwertbarkeit des fragli-
chen Beweises. Eine Verletzung des Teilnahmerechts, welche die Unverwertbar-
keit einer Aussage zur Folge hat, ist insbesondere vielmehr dann gegeben, wenn 
die Wiederholung der Beweiserhebung beantragt und dieser Antrag abgelehnt 
wurde. Folglich setzt die Unverwertbarkeit einer Aussage insbesondere einen An-
trag auf Wiederholung der Beweiserhebung voraus (METTLER, in: Basler Kommen-
tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. A., 2014, N 11 und N 28 zu 
Art. 147 StPO). 

Vorliegend wurde die Untersuchung gegen den Beschuldigten wegen sexueller 
Handlungen mit Kindern am 17. September 2018 eröffnet (pag. 1). Die Mutter des 
Privatklägers wurde am 16. September 2018 – mithin im polizeilichen Ermittlungs-
verfahren bzw. vor Eröffnung der Untersuchung – polizeilich befragt (pag. 33 ff.). 
Am 17. September 2018 beauftragte die Staatsanwaltschaft sodann die Regional-
fahndung AD.________ gestützt auf Art. 312 StPO mit der Videobefragung des 
Privatklägers (pag. 4). Die Einvernahme des Privatklägers fand am 19. Septem-
ber 2018 statt (pag. 39 ff.). Weder der Beschuldigte noch sein Verteidiger haben 
jemals einen Antrag auf Wiederholung der Einvernahme der Mutter des Privatklä-
gers sowie dessen eigener gestellt, weshalb von einem stillschweigenden Verzicht 
auf das Teilnahmerecht auszugehen ist und die Aussagen des Privatklägers sowie 
dessen Mutter ohne weiteres verwertbar sind. Nachgetragen sei, dass der Be-
schuldigte vom Gerichtspräsidenten explizit angefragt worden ist, ob er im Sinne 
der Gewährung des Konfrontationsrechts die Wiederholung der Einvernahme des 
Straf- und Zivilklägers und/oder eine erneute Einvernahme der Mutter des Straf- 
und Zivilklägers verlange (pag. 199). 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Allgemeine Grundlagen

9.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach 
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jede verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften Über-
zeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. Die 
freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logi-
schen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse 
Vermutung stützen (HOFER, BSK StPO, N 58 und 61 zu Art. 10, m.w.H.). Bestehen 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

13

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstige-
ren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO).

Der Grundsatz «in dubio pro reo» als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich 
das Gericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt 
überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich 
der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische 
Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage 
aufdrängen. Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis 
zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittel-
bar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmit-
telbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche 
für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 
die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen 
lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild 
erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich 
der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesgericht 6B_781/2010 vom 
13. Dezember 2010 E. 3.2; Urteil des Bundesgericht 6B_300/2015 vom 3. Dezem-
ber 2015 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgericht 6B_605/2016 vom 15. September 2016 
E. 2.8).

Steht Aussage gegen Aussage, so bedeutet das nicht zwingend, dass die beschul-
digte Person in Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» freizusprechen ist. 
Vielmehr hat das Gericht die Darstellung der Verfahrensbeteiligten auf ihren inne-
ren Gehalt und ihre Überzeugungskraft hin zu werten (WOHLERS, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hg.], Kommentar zur Schweizerischen StPO, 2. A., 2014, 
N 12 und 25 f. zu Art. 10, m.w.H.).

9.2 Aussagenanalysen

Wenn die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu überprüfen ist, ist nach Massgabe der 
modernen Aussagepsychologie weniger die allgemeine Glaubwürdigkeit oder 
Wahrhaftigkeit der jeweiligen Aussageperson an sich, als vielmehr die spezielle 
Glaubhaftigkeit ihrer im Einzelfall zu überprüfenden, konkreten Aussage von Be-
deutung (NACK, in: Kriminalistik 4/95, Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit, in Kri-
minalistik 4/95, S. 257 ff. mit Hinweisen; Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststel-
lung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 4. A., 
München 2014, N 219 ff.). Die Aussageanalyse stellt die konkrete Aussage in den 
Mittelpunkt ihrer Untersuchung. Dabei wird der Inhalt der Aussage anhand be-
stimmter Kriterien analysiert. Dahinter steht die Überlegung, dass jemand, der ein 
reales Erlebnis schildert, dies quantitativ und qualitativ anders tut, als jemand, der 
eine Phantasiegeschichte erzählt. Eine Aussage hat umso mehr die Vermutung für 
sich, dass ein «realitätsbegründetes Ereignis» geschildert wird, umso weniger der 
Auskunftsperson/dem Zeugen zuzutrauen ist, dass sie/er die Geschehensabläufe, 
so wie von ihr/ihm dargestellt, aus eigener Kraft erfinden könnte (Ben-
der/Nack/Treuer, a.a.O., N 288 ff).

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Die Analyse des Aussageinhaltes erfolgt anhand spezieller Textmerkmale oder in-
haltlicher Qualitäten, den so genannten Realkennzeichen oder Glaubwürdigkeitskri-
terien. Diese Kriterien beschreiben inhaltliche Qualitäten einer Aussage, die hinrei-
chend trennscharf zwischen realitätsbegründeten und phantasierten Aussagen dif-
ferenzieren sollen. Eine Gruppe der Realkennzeichen basiert auf der Annahme, 
dass sie in einer phantasierten Aussage nur selten vorkommen, weil ein/e Aus-
kunftsperson/Zeuge nicht in der Lage wäre, eine Aussage mit den in den Real-
kennzeichen beschriebenen Qualitäten ohne eigene Erlebnisgrundlage zu erfinden. 
Eine zweite Gruppe, die so genannten motivationsbezogenen Realkennzeichen, 
gehen dagegen von der Annahme aus, dass ein/e Auskunftsperson/ Zeuge derarti-
ge Äusserungen vermeiden würde, um ihre/seine Glaubwürdigkeit nicht zu schädi-
gen. Die Realkennzeichenanalyse kann aber nicht im Sinne einer Checkliste abge-
arbeitet werden, wobei einfach aufgezählt wird, wie viele Realkennzeichen in einer 
Aussage festgestellt wurden. Die inhaltlichen Merkmale erhalten ihre diagnostische 
Bedeutung vielmehr erst durch ein In-Beziehung-Setzen zu anderen diagnosti-
schen Befunden (KÖHNKEN, Referat am Lehrgang richterlicher Tätigkeit, Die Beur-
teilung der Glaubhaftigkeit von Kinderaussagen). 

Zu den allgemeinen Realkennzeichen gehören etwa die Konstanz der Aussage im 
zentralen Handlungsablauf, die Strukturgleichheit, die logische Konsistenz, Homo-
genität und Folgerichtigkeit der Aussagen, deren Anschaulichkeit und Wirklich-
keitsnähe, die Freiheit von Widersprüchen, die Detailgenauigkeit der Angaben, de-
ren qualitativer Detailreichtum sowie das Fehlen von Phantasiesignalen wie Verle-
genheit oder Übertreibungen. Zu den inhalts-spezifischen Realkennzeichen 
gehören weiter die räumliche-zeitliche Verknüpfung der Aussagen, die Interakti-
onsschilderung und die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung von Kompli-
kationen im Handlungsablauf und von ausgefallenen nebensächlichen Einzelhei-
ten, die Schilderung eigener psychischer Vorgänge und von psychologischen Vor-
gängen beim Beschuldigten. Auch die spontane Verbesserung der eigenen Aussa-
ge, das Eingeständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen und Entlastun-
gen des Beschuldigten sind Realkennzeichen. Demgegenüber stellen Wider-
sprüchlichkeiten, Strukturbrüche, Kargheit und Verarmung der Aussagen, die Aus-
sagenverweigerung, die Abstraktheit und Zielgerichtetheit der Aussagen sowie de-
ren Stereotypie Lügensignale dar. Zu beachten sind schliesslich immer auch die 
Tatnähe der Aussagen und eine allfällige reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit we-
gen Alkohol- oder Drogeneinflusses.

10. Vorbemerkungen

Gemäss Anklageschrift vom 13. Juni 2019 wird dem Beschuldigten mehrfache se-
xuelle Handlungen mit Kind (Ziff. I.1. der Anklageschrift), mehrfache Pornografie 
(Ziff. I.2. der Anklageschrift) und Gewaltdarstellungen (Ziff. I.3 der Anklageschrift) 
vorgeworfen (pag. 178 f.). Auf diese drei Vorwürfe wird im Folgenden der Reihe 
nach eingegangen. Dabei werden jeweils zuerst der angeklagte Sachverhalt sowie 
der unbestrittene und bestrittene Sachverhalt aufgeführt. Darauffolgend nimmt die 
Kammer eine konkrete Beweiswürdigung vor und hält zum Schluss den als erstellt 
erachteten Sachverhalt fest. 

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11. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kind (Ziff. I.1. der Anklageschrift)

11.1 Angeklagter Sachverhalt 

Mit Anklageschrift vom 12. Juni 2019 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sich 
wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kind schuldig gemacht zu haben 
(pag. 178 f.):

[…] indem der Beschuldigte (zum Tatzeitpunkt 46 ½ Jahre alt) C.________, der zum Tatzeitpunkt 15 
Jahre und gut 4 Monate alt war, anlässlich eines «Fotoshootings», zunächst im Wald (E.________) 
aufforderte, seinen Oberkörper zu entblössen, ihn anschliessend an einen Baum fesselte, in der Folge 
C.________ mit den Fingern in die Brustwarze kniff und zwei Klammern, welche er im Hosensack da-
bei hatte, an dessen Brustwarzen anbrachte, diese, nachdem C.________ zu weinen angefangen 
hatte, wiederum entfernte, 

im Weiteren, nachdem der Beschuldigte zusammen mit C.________ im Domizil des Beschuldigten 
angekommen war, diesen wiederum aufforderte, seinen Oberkörper zu entblössen, ihn aufrecht an 
eine Leiter fesselte, ihm mit einem Hanfseil mehrmals peitschenähnlich auf die Brust schlug, ihm 
während längerer Zeit, mehr als einer halben Minute, mit der linken Hand über die nackte Brust und 
die Brustwarzen streichelte und seine Hand auf C.________'s Brust legte, ihn in den Bauch klemmte, 
danach dem inzwischen hinter dem Rücken gefesselten und an einem Seil hängenden C.________ 
mit dem Daumen derart in den Bizeps drückte, dass der Muskel hinüber sprang, ihn schliesslich, ge-
fesselt und an der Decke befestigt, mehrmals mit der Faust in den Bauch boxte, ihn kitzelte und ihn 
abschliessend wiederum in den Bauch boxte (Art. 187 Ziff. 1 StGB). Die Handlungen erscheinen im 
Licht der gesamten Umstände und der sichergestellten pornografischen Fotografien und Videoauf-
nahmen als sexualbezogen.

11.2 Unbestrittener Sachverhalt

Das Rahmengeschehen des «Fotoshootings» vom 15. September 2019 ist weitge-
hend unbestritten und insbesondere durch die objektiven Beweismittel – namentlich 
durch den Bericht des FDF vom 13. Dezember 2018 inkl. CD mit dem Auswahlka-
talog der Videos mit dem Privatkläger (pag. 23. ff.; pag. 30.1-30.15 ff.) und den 
USB-Stick des FDF mit Fotos und Videos mit dem Privatkläger (pag. 32 ff.) – sowie 
die Aussagen des Beschuldigten und des Privatklägers (pag. 49 ff.; pag. 60 ff.; 
pag. 118 ff. und pag. 560 ff.) belegt.

Die Vorinstanz fasste den unbestrittenen Sachverhalt zutreffend zusammen, wes-
halb es sich rechtfertigt, vollumfänglich darauf abzustellen (S. 17 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 614 f.):

Der Beschuldigte fragte den Privatkläger vorgängig auf Instagram an, Aufnahmen im Freien zu ma-
chen (p. 54 Z. 222 f.). Am Samstag 15.09.2018 trafen sich die beiden sodann am Bahnhof in 
H.________ (p. 54 Z. 226). Gemeinsam fuhren sie mit dem Auto des Beschuldigten zu einer 
E.________ in F.________ (p. 54 Z. 227 f.). Die Idee, zu der E.________ zu fahren, kam vom Be-
schuldigten (p. 54 Z. 228 f.). Bei der E.________ wurden zunächst Porträtfotos, „Fashion“-Fotos und 
Obenohne-Aufnahmen gemacht (p. 54 Z. 231 f.), dies auch auf Wunsch des Privatklägers (vgl. p. 55 
Z. 254, p. 43, ab Minute 15:49). Anschliessend gingen die beiden zurück zum Auto und dann zu Fuss 
in den Wald nebenan (p. 54 Z. 234). Im Wald wurden „Fessel-Bilder“ und die „Sache mit den Brust-
nippel-Klemmen“ gemacht (p. 54 Z. 234 f.). Hierzu band der Beschuldigte den Privatkläger, dessen 
Oberkörper dabei entblösst war (p. 55 Z. 254), in unterschiedlichen Positionen (mit den Armen seitlich 

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ausgestreckt oder über dem Kopf) an einen bzw. mehrere Bäume (p. 55 Z. 245 f.). Die Idee, den Pri-
vatkläger beim Fotoshooting zu fesseln, kam vom Beschuldigten (p. 65 Z. 206), erfolgte indessen 
ebenfalls mit dem Einverständnis des Privatklägers (p. 40 f.). Als der Privatkläger mit den Armen über 
dem Kopf gefesselt war, nahm der Beschuldigte zwei Klemmen aus der Hosentasche hervor und be-
festigte diese an den Brustwarzen des Privatklägers (p. 55 Z. 264 ff.). 

Anschliessend fuhren der Beschuldigte und der Privatkläger ins Studio des Beschuldigten an seinem 
Domizil in D.________ (p. 56 Z. 301). Dort wurden weitere „Fessel-Aufnahmen“ gemacht und die 
„Quälereien“ – wie der Beschuldigte sie bezeichnete – fortgesetzt (p. 56 Z. 302 ff.). Insgesamt gab es 
im Studio gemäss dem Beschuldigten drei verschiedene Fesselungen mit jeweils anderen „Quälerei-
en“ (p. 56 Z. 317). Zunächst habe er den Privatkläger mit einem Hanfseil (p. 56 Z. 318 f.) geschlagen. 
Sodann habe er ihm während ein paar Sekunden mit seiner Hand in den Oberarm gedrückt (p. 56 Z. 
319 f.). Schliesslich habe er den Privatkläger auf dessen Vorschlag hin am Oberkörper gekitzelt (p. 56 
Z. 320). Bezüglich der Details verwies der Beschuldigte auf die sichergestellten Videodateien (p. 56 Z. 
319). Nach dem Shooting fuhr er den Privatkläger nach Hause (p. 58 Z. 390).

11.3 Bestrittener Sachverhalt / Beweisfragen

Bestritten und beweismässig zu klären ist demgegenüber, ob die mit dem Privat-
kläger vorgenommenen Handlungen sexualbezogen waren. Sodann ist zu prüfen, 
ob der Beschuldigte den Privatkläger aufforderte, seinen Oberkörper zu entblös-
sen, ob er ihn mit seinen Fingern in die Brustwarze kniff und ob der Privatkläger 
aufgrund der an seinen Brustwarzen angebrachten Klemmen im Wald zu weinen 
begann. Schliesslich sind im Rahmen der Beweiswürdigung die Fragen zu beant-
worten, ob der Beschuldigte dem Privatkläger im Rahmen des «Fotoshootings» in 
seinem Studio die nackte Brust streichelte sowie seine Hand darauflegte und ob er 
den Privatkläger entgegen dessen Willen boxte.

11.4 Beweismittel

Zur Klärung des bestrittenen Sachverhalts und zur Beantwortung der Beweisfragen 
liegen der Kammer diverse Beweismittel vor. Die Vorinstanz hat die vorhandenen 
Beweismittel vollständig aufgelistet und nachvollziehbar zusammengefasst; es wird 
vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
(vgl. S. 19-23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 616-620). In der Beru-
fungsverhandlung wurde der Beschuldigte zudem erneut befragt (pag. 694 ff.). Auf 
eine detaillierte Zusammenfassung der Aussagen in der oberinstanzlichen Einver-
nahme des Beschuldigten wird verzichtet. Soweit relevant wird direkt im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung darauf eingegangen. Ferner kann auf die amtli-
chen Akten verwiesen werden.

11.5 Konkrete Beweiswürdigung

11.5.1 Vorbemerkungen

Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den massgebenden rechtlichen Sach-
verhalt korrekt erfasst und die vorhandenen Beweismittel zutreffend und umfas-
send gewürdigt hat, weshalb es sich rechtfertigt, nachfolgend gewisse Erwägungen 
der Vorinstanz zu zitieren und diese punktuell zu ergänzen.

Die Vorinstanz hat das «Fotoshooting» im Wald bei G.________ und dasjenige im 
Studio des Beschuldigten als zwei unterschiedliche Handlungen gewürdigt. Eine 

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solche Differenzierung ist nachvollziehbar und überzeugend, weshalb sich die 
Kammer diesem Vorgehen anschliesst und nachfolgend zunächst das «Fotoshoo-
ting» im Wald und sodann dasjenige am Domizil des Beschuldigten würdigt, ehe 
sie in einem dritten Schritt auf die Frage der Sexualbezogenheit der Handlungen 
eingeht.

Schliesslich sei vorab festgehalten, dass die Kammer in Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz zum Schluss kommt, dass der Beschuldigte den Privatkläger entgegen 
der Anklageschrift während keinem der beiden «Fotoshootings» aufgefordert hat, 
seinen Oberkörper zu entblössen. Anlässlich der Videoaufnahme vom 
19. September 2018 hat der Privatkläger ausdrücklich gesagt, die 
Obenohneaufnahmen seien auf seinen Wunsch hin erfolgt (pag. 43 ab 
Minute 15:49), was auch der Beschuldigte in seiner Einvernahme ausführte 
(pag. 55 Z. 254). Insoweit wird daher auf die übereinstimmenden Aussagen der 
Protagonisten abgestellt. 

11.5.2 Zum «Fotoshooting» im Wald

Zum «Fotoshooting» im Wald in F.________ hielt die Vorinstanz unter Verweis auf 
die sichergestellten Bildaufnahmen bzw. –serien (USB-Stick pag. 32 und ausge-
wählte Ausdrucke pag. 32.1 ff.) zutreffend Folgendes fest (S. 19-22 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 616-619):

Auf den Fotografien A01I7131.JPG ff. (created: 15.09.2018, ab 12:52 Uhr) ist erkennbar, dass der 
Privatkläger zunächst mit den Armen hinter dem Kopf an einen Baumstamm gefesselt war. Dabei kniff 
der Beschuldigte ihm mit den Fingern seiner linken Hand nacheinander in beide Brustwarzen 
(A01I7136.JPG, A01I7137.JPG, A01I7138.JPG, A01I7139.JPG). Im Anschluss daran befestigte der 
Beschuldigte zunächst eine der beiden sichergestellten roten Klemmen (Ass. Nr. 25) an der rechten 
Brustwarze des Privatklägers (A01I7147.JPG, A01I7148.JPG, A01I7149.JPG, A01I7150.JPG, 
A01I7151.JPG, A01I7152.JPG), ehe er auch noch die zweite Klemme an der linken Brustwarze des 
Privatklägers anbrachte (A01I7153.JPG, A01I7154.JPG, A01I7155.JPG, A01I7156.JPG, 
A01I7157.JPG, A01I7158.JPG, A01I7159.JPG). Zuletzt drückte der Beschuldigte mit seinen Fingern 
die Klemme an der rechten Brustwarze des Privatklägers zusätzlich zusammen (A01I7160.JPG, 
A01I7161.JPG), was letzterem sichtbar Schmerzen bereitete. Die während rund einer Minute an den 
Brustwarzen des Privatklägers angebrachten Klemmen hinterliessen einen deutlich erkennbaren Ab-
druck (A01I7162.JPG). Entsprechend den Fotografien A01I7160.JPG ff. (created: 15.09.2018, ab 
13:06 Uhr) fesselte der Beschuldigte den Privatkläger in der Folge ein weiteres Mal, diesmal mit bei-
den Armen seitlich ausgestreckt, zwischen zwei Bäume, wirkte dabei aber nicht mehr zusätzlich auf 
den Körper des Privatklägers ein. 

Die Aussage des Beschuldigten, er habe dem Privatkläger nicht direkt mit seinen Fingern in die 
Brustwarzen geklemmt (p. 56 Z. 296 f., vgl. auch p. 65 Z. 222 f.), steht somit nicht nur diametral zu 
den Aussagen des Privatklägers gegenüber der Polizei (p. 40, ab Minute 15:26; p. 41, ab Minute 
15:34) und auf der Sprachnachricht (p. 20, ab Minute 1:48), sondern wird auch durch die von ihm sel-
ber gemachten Bildaufnahmen eindeutig widerlegt (p. 32 ff., p. 32.1). Auf die hiervor erwähnte Aussa-
ge des Beschuldigten ist demnach mangels Glaubhaftigkeit nicht abzustellen. 

Diesen korrekten Ausführungen ist nicht viel anzufügen. Ergänzt sei, dass der sich 
in den Akten befindenden CD zu entnehmen ist, dass das Kneifen der Brustwarzen 
und das dortige Anbringen der roten Klemmen offenbar zum «Standardrepertoire» 

18

des Beschuldigten gehört (siehe Aufnahmen von I.________, J.________, 
K.________, L.________, M.________ und N.________; pag. 357-368 und pag. 
391-398). Weiter ist die Aussage des Beschuldigten, wonach er den Privatkläger 
nicht direkt geklemmt habe, fragwürdig, geht aus den Bildern doch klar hervor, 
dass sich der Fokus des Beschuldigten auf die Brustwarzen des Privatklägers rich-
tete. Aufgrund der «Brustwarzenfixiertheit» des Beschuldigten ist davon auszuge-
hen, dass er bewusst die Unwahrheit sagte und sich demnach im Klaren war, dass 
seine Handgriffe an die Brustwarzen des Privatklägers als sexuell begründet impo-
nieren. 

Weiter ist zu ergänzen, dass der Beschuldigte den Privatkläger bereits vor dem 
vorliegend fraglichen «Shooting» fotografiert und auf seine Idee hin Fesselfotogra-
fien erstellt hat (pag. 54 Z. 208-215). Es muss daher ein gewisses Vertrauensver-
hältnis zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger vorhanden gewesen 
sein.

Schliesslich ist anzumerken, dass der Beschuldigte im Gespräch mit dem Privat-
kläger die «Quälereien» stets als «Mutproben» bezeichnete und damit beim Privat-
kläger, der sich als Sportler – wie er selber sagt – Schmerzen gewohnt ist, auf Zu-
spruch stoss (vgl. pag. 45 ab Minute 15:45). Dadurch manifestiert der Beschuldigte 
auch seine Fähigkeit, mit gekonnter Wortwahl von einem tatsächlichen Hintergrund 
abzulenken. Dass der Beschuldigte seine überzeugende Wirkung auf andere gut 
einschätzen kann, bestätigte sich schliesslich auch in der oberinstanzlichen Ein-
vernahme. Der Beschuldigte zeigte sich in der Berufungsverhandlung als höflich 
und überdurchschnittlich rede- und wortgewandt. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Kammer nicht davon ausgeht, dass 
der Beschuldigte mit dem Privatkläger «rein zufällig» in den Wald neben der 
E.________ ging, sondern vielmehr, um von niemandem gesehen zu werden. Wie 
der Beschuldigte selber aussagte, erkundigte er sich vorgängig via Google nach 
einer geeigneten Location resp. «machte sich dafür im Google schlau» (pag. 54 
Z. 228 f.).

Soweit der Beschuldigte weiter bestritt, dass der Privatkläger beim «Fotoshooting» 
im Wald geweint habe, hielt die Vorinstanz Folgendes fest (S. 20 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 617 f.):

Seitens des Beschuldigten wird weiter bestritten, dass der Privatkläger geweint habe (p. 56 Z. 329). 
Als er dem Privatkläger die beiden Klemmen an den Brustwarzen befestigt habe, habe dieser lediglich 
wässrige Augen bekommen und sei kurz davor gewesen zu weinen (p. 55 Z. 282). Demgegenüber 
sagte der Privatkläger gegenüber der Polizei aus, die Klemmen hätten ihm Schmerzen bereitet, wes-
halb er zu weinen begonnen habe (p. 40, ab Minute 15:26). Auf die Frage, was ihn bei dem Shooting 
am meisten beschäftigt habe, nannte der Privatkläger vorab die „Klämmerli“, zumal ihm diese so fest 
wehgetan hätten, dass er habe weinen müssen (p. 42, ab Minute 15:40). Auch auf der von seiner 
Mutter aufgenommenen Sprachnachricht gibt der Privatkläger an, ihm hätten die Klemmen mit der 
Zeit derart Schmerzen bereitet, dass ihm die Tränen gekommen seien (p. 20, ab Minute 2:43). Auf 
den von dieser Szene gemachten Fotografien können zwar keine Tränen erkannt werden (p. 32 ff.). 
Der Gesichtsausdruck des Privatklägers lässt den erlittenen Schmerz jedoch deutlich sichtbar werden 
(p. 32.4, im Moment als der Beschuldigte zudem mit der Hand an der Brustwarze des Privatklägers 

19

manipulierte). Der Privatkläger sagte mithin konstant und angesichts dessen, dass die rund 1 cm brei-
ten Klemmen einen nicht unerheblichen Druck zu erzeugen vermögen, gemäss Aussage des Be-
schuldigten nicht nur ein paar wenige Sekunden an den Brustwarzen des Privatklägers befestigt wa-
ren (p. 55 Z. 277 f.) und es sich bei den Brustwarzen um eine höchst sensible Körperpartie handelt, 
auch nachvollziehbar aus. Die Aussagen des Privatklägers sind somit insofern glaubhaft. Es wird dar-
auf abgestellt.

Die Kammer schliesst sich den vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich an. 
Ergänzt sei, dass kein Grund ersichtlich ist, weswegen der Privatkläger zu Unrecht 
hätte erwähnen sollen, geweint zu haben. In Anbetracht der Tatsache, dass der 
Beschuldigte die Klemmen an den Brustwarzen nicht nur angebracht, sondern 
auch noch zugedrückt hat, erscheint das vom Privatkläger erwähnte Weinen abso-
lut verständlich. Dies auch, weil der Privatkläger gegenüber dem Beschuldigten 
schonend ausgesagt hat. Zeugnis davon geben insbesondere die privatklägeri-
schen Aussagen, wonach die Idee des Kitzelns von ihm selber gekommen sei und 
er nie an einen sexuellen Hintergrund gedacht habe (pag. 43 ab Minute 15:48 und 
ab Minute 15:55). Die Kammer hat nach dem Gesagten keine Zweifel, dass der 
Beschuldigte dem Privatkläger beim Anbringen der Klemmen und deren Zudrücken 
Schmerzen zugefügt hat und ihn zum Weinen brachte. 

11.5.3 Zum «Fotoshooting» im Studio

Betreffend das «Fotoshooting» im Studio des Beschuldigten erwog die Vorinstanz 
unter Verweis auf die sichergestellten Ton- und Bildaufnahmen – namentlich die 
vier Videoaufnahmen (pag. 32) – Folgendes (S. 21 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 618 f.):

Auf der Videoaufnahme A01I7308.MOV (created: 15.09.2018, 14:27 Uhr) ist der Privatkläger im Stu-
dio des Beschuldigten an dessen Domizil, die Hände über den Kopf haltend, an eine Leiter gefesselt. 
Der Beschuldigte streichelt dem Privatkläger zweimal über die Brust (ab Minute 00:15), sagt „liecht, 
he“ (Minute 00:17) und schlägt ihn, während er seine linke Hand auf dem nackten Rücken des Privat-
klägers platziert hat, 16 Mal mit einem Hanfseil auf Brust und Bauch, das letzte Mal auf die rechte 
Brustwarze, was dem Privatkläger sichtlich weh tut und dem Beschuldigten sichtlich gefällt (ab Minute 
00:19). 

Die Videoaufnahme A01I7309.MOV (created: 15.09.2018, 14:29 Uhr) zeigt den Privatkläger, der nach 
wie vor in gleicher Position an die Leiter gefesselt ist, nunmehr aus frontaler Perspektive. Der Be-
schuldigte beginnt dem Privatkläger über die Brust zu streicheln (ab Minute 00:05) und sagt oder fragt 
– offenkundig mit Bezug auf das Schlagen mit dem Hanfseil – „chli fester (?)“ (ab Minute 00:06). Der 
Privatkläger, dem die Situation sichtlich unwohl ist, sagt „hmm“; dies in einer Art und Weise, die eher 
im verneinenden Sinne zu verstehen ist (ab Minute 00:07). Der Beschuldigte lässt jedoch nicht locker 
und meint „nume chli“ (ab Minute 00:09), worauf der Privatkläger – gedrängt durch das wiederholte 
Fragen des Beschuldigten – antwortet „hmm … vor auem nid ufe Nippu“ (ab Minute 00:11). Der Be-
schuldigte sagt „auso isch guet“ (ab Minute 00:12) und fragt „aber süsch e chli feschter?“ (ab Minute 
00:13), was der Privatkläger – soweit verständlich – mit „nei“ beantwortet (ab Minute 00:14). Was der 
Privatkläger auf die daraufhin gestellte Frage des Beschuldigten „glich?“ (ab Minute 00:15) antwortet, 
ist schlecht verständlich, er scheint jedoch nein zu sagen, schüttelt jedenfalls leicht den Kopf (ab Mi-
nute 00:16). Der Beschuldigte, offensichtlich unbeeindruckt von der fehlenden Zustimmung des Pri-
vatklägers, erwidert „mou“ (ab Minute 00:17). Während der Privatkläger hektisch zu atmen beginnt (ab 

20

Minute 00:19), lacht der Beschuldigte (ab Minute 00:20). Bereits die ganze Zeit über hatte der Be-
schuldigte über die nackte Brust des Privatklägers gestrichen oder seine Hand dort liegen gelassen 
(bis Minute 00:41). In der Folge kneift der Beschuldigte den Privatkläger ein paar Mal in der Nähe des 
Bauchnabels in den Bauch bzw. zupft dort an den Körperhaaren (ab Minute 00:45). Sichtlich von Un-
wohlsein geplagt, sagt der Privatkläger schliesslich „nei das bruche mr nid“ (ab Minute 00:50) und 
verneint damit deutlich, noch Anderes/Weiteres (mit-)machen zu wollen. 

Es kann offenbleiben, ob der Privatkläger ab Minute 00:22 tatsächlich «nein» sag-
te. Sein Wille, keine Seilschläge mehr zu wollen, manifestierte er so oder anders 
eindeutig, auch wenn der Beschuldigte hartnäckig und mehrmals gegenteilig insis-
tierte. Schliesslich akzeptierte der Beschuldigte den Willen des Privatklägers, be-
endete die Seilschläge und kniff den Privatkläger in der Nähe seines Bauchnabels 
in den Bauch. Auch wenn gewisse Beschreibungen der Vorinstanz ein wenig stark 
ausgefallen sein mögen («sichtlich unwohl», «hektisches Atmen», «geplagt», «ge-
drängt» etc.), so sind sie in der Tendenz zutreffend. Der Privatkläger hinterliess 
beileibe nicht den Eindruck, als hätte er all dies gewollt und/oder Gefallen daran 
gefunden.

Im Übrigen zeigen die sichergestellten Videoaufnahmen eindeutig, dass der Be-
schuldigte dem Privatkläger während mehreren Sekunden über die nackte Brust 
strich und ihn an den Brustwarzen berührte. Diese Berührungen bereiteten dem 
Beschuldigten offensichtlich Freude und sind nicht fotografisch indiziert. 

Zum dritten Video führte die Vorinstanz Folgendes aus (S. 22 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 619):

Auf der dritten Videoaufnahme A01I7310.MOV (created: 15.09.2018, 14:45 Uhr) hängt der Privatklä-
ger nunmehr mit den Armen hinter dem Rücken gefesselt vornübergebeugt. Der Beschuldigte drückt 
dem Privatkläger zunächst während 17 Sekunden in den rechten Oberarm (ab Minute 00:05) und an-
schliessend 16 Sekunden lang in den linken Oberarm (ab Minute 00:25). Dabei scheint der Privatklä-
ger Schmerzen zu haben, denn er windet sich leicht in seinen Fesseln (ab Minute 00:08 und 00:35). 
In der Folge drückt der Beschuldigte dem Privatkläger erneut in beide Oberarme (18 Sekunden in den 
rechten und 13 Sekunden in den linken Oberarm), wobei er dies gleichzeitig fotografiert (ab Minute 
00:53). Anhand des Umstands, dass der Privatkläger dabei mehrfach das Bein hebt, wird der ihn 
quälende Schmerz deutlich sichtbar (ab Minute 01:00 und 01:06). Auf der letzten Videoaufnahme 
A01I7311.MOV (created: 15.09.2018, 15:07 Uhr) ist der Privatkläger schliesslich mit den Armen über 
dem Kopf zusammengebunden – offenbar an einem von der Decke herkommenden Seil – gefesselt. 
Der Privatkläger fordert den Beschuldigten wiederholt dazu auf, „ganz weni“ zuzuschlagen (ab Minute 
00:00 und 00:02), womit sich letzterer einverstanden erklärt (ab Minute 00:02). Daraufhin schlägt der 
Beschuldigte den Privatkläger 18 Mal mit der Faust gegen den Bauchnabel, einmal davon etwas fes-
ter (ab Minute 00:07). Es folgen zwei weitere Schlagabfolgen à 9 bzw. 10 Schläge in unterschiedlicher 
Härte (ab Minute 00:29), welche dem Privatkläger sichtlich wehtun (ab Minute 00:50). Anschliessend 
kitzelt und krault der Beschuldigte den Privatkläger abwechslungsweise während knapp zwei Minu-
ten am ganzen Oberkörper (ab Minute 01:00). Dabei grinst der Beschuldigte ununterbrochen und 
scheint den Privatkläger umso energischer zur kitzeln, je mehr sich dieser in seinen Fesseln windet. 
Der Beschuldigte sagt „itz dä no mau“ und schlägt – ohne den Privatkläger nach seinem Einverständ-
nis zu fragen bzw. dessen Reaktion abzuwarten – weitere 14 Mal mit der Faust gegen dessen Bauch 
(ab Minute 03:06). Auf Drängen bzw. wiederholtes Fragen des Beschuldigten hin, willigt der Privatklä-

21

ger schliesslich zu weiteren Schlägen ein (ab Minute 03:19). Daraufhin schlägt der Beschuldigte den 
Privatkläger 25 Mal in rascher Folge gegen den Bauch (ab Minute 03:25).

Soweit der Beschuldigte bestreitet, dem Privatkläger über die nackte Brust und die Brustwarzen ge-
streichelt zu haben, seine Hand auf die Brust des Privatklägers gelegt zu haben (p. 123 Z. 174), die-
sen in den Bauch geklemmt und geboxt zu haben (p. 65 Z. 247), wird dies durch die sichergestellten 
Videoaufnahmen des Fotoshootings vom 15.09.2018 im Studio am Domizil des Beschuldigten eindeu-
tig widerlegt.

Diese Erwägungen sind zutreffend. Bei einem reinen Gewissen hätte der Beschul-
digte nicht bestreiten müssen, den Privatkläger gestreichelt zu haben. Das Bestrei-
ten legt nahe, dass der Beschuldigte genau wusste, Grenzen überschritten zu ha-
ben. Dass diese sexueller Art waren, ergibt sich sodann bereits daraus, dass der 
Beschuldigte den halbnackten, gefesselten Privatkläger streichelte – mit einem un-
verfänglichen «Fotoshooting» hatte dies nichts zu tun. Dies bekräftigt auch die Se-
quenz in der Videoaufnahme A01I7311.MOV, in der ersichtlich ist, wie der Be-
schuldigte den Privatkläger während längerer Zeit kitzelte und berührte, obwohl der 
Selbstauslöser der Kamera bereits ausgelöst hatte. Die Handlungen des Beschul-
digten gingen im wahrsten Sinne des Wortes über das vereinbarte Handlungsziel, 
das Erstellen von Fotos, hinaus. Wenn es tatsächlich nur um ein «Shooting» ge-
gangen wäre, hätte der Beschuldigte die ganze Szenerie auch nicht Filmen müs-
sen. Zusammenfassend haben die Berührungen und «Spielereien» des Beschul-
digten nichts (mehr) mit einem «Fotoshooting» zu tun, sondern veranschaulichen 
vielmehr, dass der Beschuldigte offensichtlich Freude hatte, den Privatkläger zu 
berühren und zu streicheln.

11.5.4 Zur Sexualbezogenheit der Handlungen des Beschuldigten
Die Vorinstanz hielt in Bezug auf die in Frage stehende Sexualbezogenheit der 
Handlungen des Beschuldigten Folgendes fest (S. 23 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 620):

Schliesslich bestreitet der Beschuldigte, dass die Aktionen mit dem Privatkläger sexualbezogen ge-
wesen seien. Er machte geltend, dass er zwar eine spezielle sexuelle Vorliebe für sadomasochisti-
sche Praktiken habe (p. 58 Z. 424, p. 121 Z. 127), diese sexuelle Präferenz jedoch nur mit Erwachse-
nen auslebe (p. 122 Z 143). Die mit dem Privatkläger vorgenommenen Handlungen hätten ihn weder 
sexuell erregt (p. 57 Z. 345) noch seien diese vor einem sexuellen Hintergrund durchgeführt worden 
(p. 57 Z. 377, p. 66 Z. 257). Vielmehr habe es sich um einen „Quäl-Test“, „Schmerztest“, „Härtetest“ 
bzw. „Mutproben“ im Rahmen der „Gefangenenthematik“ gehandelt (p. 57 f. Z. 383 f., p. 64 Z. 197, p. 
65 Z. 201 und Z. 222, p. 66 Z. 265, p. 563 Z. 26). Er habe dem Privatkläger immer (vorab) gesagt, wie 
dieser gefesselt werde. Letzterer habe somit immer gewusst was komme und sei damit einverstanden 
gewesen (p. 65 Z. 213, p. 565 Z. 19 f.). Der Privatkläger habe auch gewusst, dass er die Klemmen an 
seinen Brustwarzen anbringen würde. Er habe ihm dies vorgängig erklärt (p. 65 Z. 232 f.). 

Der Privatkläger seinerseits sagte gegenüber der Polizei hingegen aus, zwar mit den Fesselungen 
(p. 40, ab Minute 15:25, p. 41, ab Minute 15:37), jedoch nicht mit dem Anbringen der Klemmen an 
seinen Brustwarzen einverstanden gewesen zu sein. Dies zumal ihm Letzteres Schmerzen bereitet 
habe (p. 40, ab Minute 15:26). Der Beschuldigte gab denn auch zu, der Privatkläger habe sich nach 
den Fotoshootings vom 15.09.2018 dahingehend geäussert, inskünftig nur bei den „Fessel-
Aufnahmen“, jedoch nicht mehr bei den „Quälereien“ mitzumachen (p. 57 Z. 335 f.). Weiter sagte der 

22

Privatkläger aus, kein sexuelles Motiv bzw. keinen sexuellen Hintergrund in den mit ihm vorgenom-
menen Handlungen des Beschuldigten erkannt zu haben (p. 42, ab Minute 15:45 und ab Minute 
15:48, p. 43, ab Minute 15:55). 

Diese Aussage erstaunt angesichts des jugendlichen Alters des Privatklägers wenig. Bereits ihrem 
äusseren Anschein nach, namentlich aufgrund der stattgefundenen Abwechslung zwischen Aggressi-
vität und Zärtlichkeit, handelt es sich bei den mit dem Privatkläger am 15.09.2018 im Wald in 
F.________ sowie im Studio am Domizil des Beschuldigten vorgenommenen Handlungen jedoch ein-
deutig um sadomasochistische Praktiken. Ihre Sexualbezogenheit ergibt sich bereits aus ihrem äus-
seren Erscheinungsbild, wie es aus den vom Beschuldigten erstellten Foto- und Videoserien hervor-
geht. Die subjektive Sexualbezogenheit dieser Handlungen für den Beschuldigten wird durch die si-
chergestellten pornografischen (vgl. Ziff. III. 2.4. unten) sowie „präferenzindikativen“ Erzeugnisse (ge-
fesselte, teilweise halbnackte Kinder; vgl. p. 99, p. 102, p. 104 f., p. 115 ff.) zusätzlich bestätigt. Diese 
zeigen – teilweisend auffallend ähnliche (Faustschläge in den Bauch gefesselter Kinder) – gezeichne-
te sexuelle Handlungen mit Kindern und sadomasochistische Praktiken unter Erwachsenen (vgl. 
Ziff. IV. 1.3. unten).

Die Kammer schliesst sich diesen zutreffenden Ausführungen an und weist mit 
Nachdruck darauf hin, dass der Beschuldigte über Unmengen an Kinderfotografien 
mit fast oder ganz nackten Kindern oder dem Kindesalter knapp entsprungenen 
Personen verfügt. Darunter befinden sich auch mehrere Bilder mit einem Bezug zu 
Fesselungen oder Klemmen an Brustwarzen (pag. 357-368 und 391-398). Deren 
sexueller Hintergrund ist evident. Sodann geht aus den sichergestellten Dateien 
hervor, dass der Beschuldigte für sexualbezogene Fessel- und «Quälvideos» von 
Erwachsenen bezahlt und sich einen ordentlichen Fundus zugelegt hat, was insbe-
sondere die Homepage «Discipline4boys.com» (pag. 62 Z. 91-94) veranschaulicht. 
Die virtuelle Kinderpornografie beinhaltet Zeichnungen mit wüsten Sexszenen mit 
Kindern. Insgesamt erscheint der Beschuldigte, der gemäss eigenen Aussagen 
homosexuell mit «Bi-Interessen» (pag. 119 Z. 47) und in der Sado-Maso-Szene als 
Dominierer tätig ist, damit als «Jäger- und Sammler» von pornografischem Material 
(pag. 64 Z. 169). Das Betrachten der Erzeugnisse muss dem Beschuldigten entge-
gen seiner Aussagen sehr wohl Freude bereiten, hätte er sich ansonsten doch kei-
ne so reichhaltige Bibliothek angelegt (pag. 64 Z. 172-175). Die sexuelle Natur der 
Bilder lässt dabei einen Rückschluss auf die Natur der Freude des Beschuldigten 
zu. 

Weiter fällt bei der Betrachtung des sichergestellten Materials auf, dass der Be-
schuldigte verschiedene Adoleszenten halbnackt fotografiert hat. Es ist weit herge-
holt und nicht davon auszugehen, dass er dies gemacht hat, weil es – wie er es 
nannte – ein Tabuthema ist und er mit den Jugendlichen darüber diskutieren resp. 
«ein Türöffner» für das Thema sein wollte (pag. 66 Z. 276 ff.; ebenso in der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung erwähnt: pag. 695 Z. 21), sondern weil er eben wie 
erwähnt Gefallen daran gefunden hat. Im Übrigen fällt in diesem Kontext denn auch 
auf, dass der Beschuldigte nur halbnackte, athletische, männliche Jugendliche fo-
tografiert hat. Wenn es ihm um das Diskutieren bzw. Enttabuisieren gegangen wä-
re, hätte er auch weibliche und/oder unsportliche Jugendliche per Instagram an-
schreiben und anschliessend fotografieren können, wobei es zum näher bringen 
des Themas ohnehin kein Fotografieren gebraucht hätte.

23

Daneben sei wiederholt, dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb der Beschuldigte 
überhaupt Videoaufnahmen vom «Fotoshooting» mit dem Privatkläger gemacht 
hat, zumal diese weder für den Privatkläger bestimmt waren noch mit dem 
«Fotoshooting» an sich in Verbindung standen. Im Übrigen legt bereits der 
gesunde Menschenverstand nahe, dass das Fotografieren von halbnackten 
gefesselten männlichen Adoleszenten sowie das Klemmen und Streicheln deren 
Brustwarzen sowie ein nicht fotoindiziertes Streicheln und Schlagen mit einem 
Hanfseil durch einen 46 Jahre alten Mann nicht anders als sexuelle Handlungen 
verstanden werden können. Wenn es sich beim Privatkläger um eine 
Fünfzehnjährige gehandelt hätte, erübrigte sich diesbezüglich jede Diskussion. 
Warum es bei einem Fünfzehnjährigen anders sein sollte, erhellt nicht. 
Bezeichnenderweise hat der Beschuldigte weder seinen Freund O.________, den 
Lebenspartner der Mutter des Privatklägers, noch dessen Freundin, die Mutter des 
Privatklägers, vorgängig darüber informiert, dass er mit dem Privatkläger 
Obenohneaufnahmen im Freien und im Studio machen möchte und den 
Privatkläger dabei fesseln, körperlich berühren und ihm Klemmen an den 
Brustwarzen anbringen wird. Bei einem reinen Gewissen hätte der Beschuldigte 
dies tun können. Es muss aber auch ihm klar gewesen sein, wie die Reaktion der 
umfassend informierten Erwachsenen ausgefallen wäre. Sie hätten das «Shooting» 
aufgrund des sexuellen Charakters nicht erlaubt. Entsprechend ist auch die 
Reaktion der Mutter des Privatklägers am Abend und Folgetag des 
15. September 2018 ausgefallen und es wurde eine Anzeige gegen den 
Beschuldigten erstattet.

Weiter handelt es sich beim Dominieren, Schmerz zufügen (Brustwarzenklemmen, 
Schlagen mit einem Seil) und Streicheln einer gefesselten, mit anderen Worten 
ausgelieferten, halbnackten Person um eine gängige Sexualpraktik, die der Be-
schuldigte auch mit Erwachsenen praktiziert. Dabei ist dem Beschuldigten bei den 
Handlungen mit dem Privatkläger anzusehen, dass sie ihm Freude bereiten. 
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte auf Frage, was er den-
ke, was der Durchschnittsschweizer davon halte, wenn er die Videos mit dem Pri-
vatkläger sähe und wisse, dass er, sc. der Beschuldigte, ihm, sc. dem Privatkläger, 
bei den Fotoaufnahmen im Wald, als er an einen Baum gefesselt gewesen sei, in 
die Brustwarzen gekniffen und ihm Klemmen an die Brustwarzen gesetzt habe, bis 
er zu weinen angefangen habe, zu Protokoll: Phu … ich möchte das vermutlich 
nicht herausfinden. Wenn das eine Blickschlagzeile gäbe wird das nicht angenehm. 
Aber das wäre völlig aus dem Kontext gerissen (pag. 123 Z. 190-195). Wobei aus 
dem Kontext gegriffen meine, das Kopfkino beginne ja dann und jeder stelle sich 
irgendewas vor (pag. 123 Z. 197-198). Mit anderen Worten war sich der Beschul-
digte im Klaren, dass seine Handlungen bei einem Durchschnittsschweizer ein 
Kopfkino auslösen würden. Mit der Erwähnung der Blickschlagzeile macht der Be-
schuldigte auch klar, dass das Kopfkino sexueller Art wäre. Warum dies bei ihm, 
der in der fraglichen Szene verkehrt, anders sein sollte, ist nicht ersichtlich.

11.6 Erwiesener Sachverhalt

Die Kammer erachtet den Sachverhalt gemäss Ziffer I.1 der Anklageschrift – mit 
Ausnahme der Aufforderung den Oberkörper zu entblössen – somit als erstellt. So-

24

dann ist für sie erwiesen, dass die Tathandlungen weitgehend nur auf Drängen des 
Beschuldigten hin erfolgten, teilweise über die Zustimmung des Privatklägers hin-
ausgingen und diesem Schmerzen zufügten. Schliesslich ist für die Kammer erwie-
sen, dass die Tathandlungen objektiv und für den Beschuldigten einen sexuellen 
Hintergrund hatten, wenn auch nicht für den Privatkläger. 

12. Mehrfache Pornografie (Ziff. I.2. der Anklageschrift)

12.1 Angeklagter Sachverhalt

Mit Anklageschrift vom 12. Juni 2019 wird dem Beschuldigten nach rechtskräftig 
festgestellter Verjährung hinsichtlich des Herstellens, Erwerbs und Beschaffens 
von pornografischen Ton- und Bildaufnahmen, welche sexuelle Handlungen mit 
Gewalttätigkeiten oder nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Kindern (virtuelle 
Kinderpornografie) zum Inhalt haben, vorgeworfen, sich wegen mehrfacher Porno-
grafie schuldig gemacht zu haben, nämlich (Hervorhebung Berichtigung; 
pag. 179 f.) 

[…] I.2.1. am 15.09.2018 in F.________ bei G.________ sowie in D.________/BE, zN C.________, 
indem er Fotografien und Videoaufnahmen hergestellte, in welchen er dem gefesselten C.________ 
in die Brustwarzen kniff, ihm Klammern an den Brustwarzen anbrachte, ihn mit einem Hanfseil mehr-
mals peitschenähnlich auf die Brust schlug, ihn während längerer Zeit, mehr als einer halben Minute, 
mit der linken Hand über die nackte Brust und die Brustwarzen streichelte und seine Hand auf 
C.________'s Brust legte, ihn in den Bauch klemmte, ihn boxte und kitzelte (Art. 197 Abs. 4 Satz 1 
StGB). Die Tathandlungen erscheinen im Licht der gesamten Umstände und der sichergestellten por-
nografischen Fotografien und Videoaufnahmen als sexualbezogen.

I.2.2. in der Zeit vom 01.07.2014 - .________, indem der Beschuldigte pornografische Videos und Fo-
tografien mit Darstellungen sexueller Praktiken unter Einschluss von körperlichen Gewalttätigkeiten 
unter Erwachsenen (sexuelle Gewalt), nicht tatsächlich sexuellen Handlungen mit Minderjährigen so-
wie mit virtueller Kinderpornografie (insgesamt ca. 50 Videos, ca. 100 Bilder) einführte, herstellte, er-
warb, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschaffte und besass, eventuell konsumierte oder 
zum eigenen Konsum herstellte, einführte, erwarb, sich über elektronische Mittel oder sonst wie be-
schaffte und besass (Art. 197 Abs. 4, ev. Abs. 5 Satz 1 StGB).

I.2.3. in der Zeit von ca. Frühling 2012 (einzig in Bezug auf den Besitz) bzw. vom 13.12.2012 bis 
30.06.2014, indem der Beschuldigte pornografische Videos und Fotografien mit Darstellungen sexuel-
ler Praktiken unter Einschluss von körperlichen Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen (sexuelle Ge-
walt), mit verbotener Gewalt sowie mit virtueller Kinderpornografie (insgesamt ca. 50 Videos, ca. 100 
Bilder) herstellte und erwarb, eventuell erwarb, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschaff-
te und besass.

12.2 Unbestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz führte den unbestrittenen Sachverhalt korrekt auf, es kann vollum-
fänglich darauf verwiesen werden (S.25 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 622 f.):

Betreffend Ziff. I. 2.1. der Anklageschrift ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 15.09.2018 (p. 54 
Z. 226) anlässlich des Fotoshootings im Wald in F.________ (p. 54 Z. 234) sowie in seinem Studio in 
D.________ (p. 56 Z. 301) Bild- und Tonaufnahmen vom Privatkläger erstellte, auf bzw. in welchen er 

25

dem in verschiedenen Positionen gefesselten Privatkläger während knapp einer Minute u.a. Klam-
mern an den Brustwarzen anbrachte (p. 55 Z. 270 ff.), ihn mit einem Hanfseil mehrmals gegen Brust 
und Bauch schlug (p. 56 Z. 318 f.), ihm mit der Hand in den Oberarm drückte (p. 56 Z. 320 ff.) und ihn 
wiederholt am Oberkörper kitzelte (p. 56 Z. 321).

Ergänzt sei einzig, dass der Beschuldigte den Privatkläger im Studio mehrfach mit 
der rechten Hand mit regelmässigen, raschen Schlägen in den Bauch boxte.

Insgesamt handelt es sich um 101 unterschiedliche Fotografien (in zwei jeweils zusammenhängenden 
Bildserien von 52 Fotografien aus dem Wald und 49 Fotografien aus dem Studio; ohne allfällige Du-
plikate) und 4 Videoaufnahmen (vgl. USB-Stick, p. 32, Datei „C.________.html“).

In Bezug auf Ziffn. I. 2.2. und I. 2.3. der Anklageschrift wurde vom Beschuldigten sodann nicht bestrit-
ten, dass die sichergestellten Datenträger ihm gehören und die sich darauf befindlichen Erzeugnisse 
durch ihn von Internetseiten wie „Elitepain.com“, „Youporn.com“, „Torturegalaxy.com“, „Videobizza-
re.com“ und „Discipline4boys.com“ heruntergeladen (p. 50 Z. 33 f., p. 61 Z. 39 ff., p. 62 Z. 94), ge-
speichert und aufbewahrt worden waren (p. 64 Z. 169). Weiter bestritt der Beschuldigte auch nicht, 
die fraglichen Ton- und Bildaufnahmen angeschaut, d.h. konsumiert, zu haben (vgl. p. 61 Z. 44 ff., p. 
62 Z. 54 ff., p. 62 Z. 110 ff.).

12.3 Bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hielt den bestrittenen Sachverhalt zutreffend fest, weshalb vollum-
fänglich darauf verwiesen werden kann (S.25 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 622 f.):

Hinsichtlich des vom Beschuldigten (teilweise implizit) bestrittenen Inhalts der vom Privatkläger er-
stellten Bild- und Tonaufnahmen kann auf Ziff. III. 1.3. hiervor verweisen werden.

Die von der ersten Instanz erwähnte Ziffer III. 1.3. entspricht neu Ziffer III 11.5.2-
11.6.

Hinsichtlich der restlichen angeklagten Erzeugnisse gem. Ziffn. I. 2.2. und I. 2.3. der Anklageschrift 
wurden von der Verteidigung – zumindest pauschal (p. 569) – deren Anzahl und Inhalt bestritten. In 
Bezug auf Menge und konkreten Inhalt muss deshalb nachfolgend eine eingehende Beweiswürdigung 
erfolgen. 

Bestritten wird vom Beschuldigten (vgl. p. 62 Z. 55 f., p. 64 Z. 155 ff, p. 67 Z. 309 ff., p. 124 Z. 226 ff.) 
bzw. dessen Verteidigung (p. 569) ausserdem, dass der Beschuldigte von deren (allfälligem) illegalem 
Inhalt Kenntnis gehabt habe. Es gilt folglich auch zu prüfen, ob der Beschuldigte – sofern objektiv von 
harter Pornografie auszugehen ist – wusste, dass er sich rechtswidrig verhielt. 

12.4 Konkrete Beweiswürdigung

In Bezug auf den Inhalt der Erzeugnisse des «Fotoshootings» vom 15. Septem-
ber 2018 im Wald in F.________ und im Studio in D.________ ist gemäss dem in 
Ziffer 11.6 hiervor als erwiesen erachteten Sachverhalt erstellt, dass die darin ab-
gebildeten Handlungen sexualbezogen sind. Es kann auf das unter Ziffer 11.5.4 
Ausgeführte verwiesen werden.

Was die Anzahl und den Inhalt der Erzeugnisse gemäss den Ziffern I.2.2 und I.2.3 
der Anklageschrift sowie das Wissen des Beschuldigten angeht, kann vorab auf die 
Erwägungen der Vorinstanz, verwiesen werden (S. 26 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 623 f.): 

26

Von den übrigen auf den Datenträgern des Beschuldigten sichergestellten Erzeugnissen, beinhalten 
laut Bericht des FDF vom 13.12.2018 rund 50 unterschiedliche Filme (rund 100 Filme inkl. Duplikate) 
und insgesamt 19 unterschiedliche Bilder (20 Bilder inkl. Duplikate) Darstellungen sexueller Gewalt 
(p. 25 ff.). Die vom FDF als Darstellungen sexueller Gewalt definierten und in entsprechenden Katalo-
gen zusammengetragenen (exakt) 55 unterschiedlichen Videos (p. 211 ff.; ohne Duplikate) und 19 un-
terschiedlichen Bildaufnahmen (p. 30), zeigen allesamt nackte Erwachsene, die an Händen und/oder 
Füssen liegend oder stehend gefesselt sind und deren gesamter Körper blutrote bis blutende Strie-
men aufweist oder auf welche sonst wie plakativ erheblich schmerzvoll eingewirkt wird (z.B. durch 
Einschlagen von Nägeln in primäre und sekundäre Geschlechtsteile, Erteilen von Stromschlägen an 
diesen oder Abschnüren von solchen). Neben diesen vom FDF als Darstellungen sexueller Gewalt 
definierten Erzeugnissen finden sich in den Akten noch 3 weitere – auf zwei USB-Sticks des Beschul-
digten (bei Ass. Nr. 15) sichergestellte – Bilder (p. 107, p. 108 und p. 109) mit vergleichbaren Szenen 
unter Erwachsenen.

Weiter qualifizieren gemäss Bericht des FDF vom 13.12.2018 insgesamt 40 unterschiedliche – auf 
Datenträgern des Beschuldigten sichergestellte (Ass. Nrn. 10 und 12) – Bilder als virtuelle Kinderpor-
nografie (p. 26 ff.). Auf diesen Bildern werden Szenen von Fesselungen (teilweise an verstümmelten 
Gliedmassen), von (gleichzeitiger) oraler und analer Penetration, von (weiteren) sadomasochistischen 
Handlungen wie Erteilen von Peitschenhieben und Faustschlägen sowie Verabreichen von Brandzei-
chen, dargestellt (vgl. Katalog p. 401 ff.). Schon aufgrund ihrer Betitelung („Teen Boy Whore“; p. 402 
ff.), aber auch mit Blick auf die Bezeichnung der dargestellten Personen etwa als „boy“ im Text 
(p. 402) aber auch aufgrund der zeichnerischen Darstellung der „Protagonisten“ (kleine Körpergrösse, 
kindliche Gesichter, bubenhafte Frisuren, fehlende Schambehaarung) ist erstellt, dass die fraglichen 
Bildaufnahmen Minderjährige darstellen sollen und vom durchschnittlichen Betrachter auch so aufge-
nommen werden. Die – zumindest implizite – Behauptung des Beschuldigten, bei den auf den fragli-
chen Bildern gezeichneten Personen handle es sich – zumindest in seiner Wahrnehmung – aussch-
liesslich um erwachsene Personen (vgl. p. 564 Z. 36 f.), ist als reine Schutzbehauptung zu qualifizie-
ren.

Unter Verweis auf die rechtliche Qualifikation der fraglichen Ton- und Bildaufnahmen als verbotene 
Pornografie sowie die Ausführungen zum Verbotsirrtum (vgl. Ziff. IV. 2.3. unten) ist vielmehr erwiesen, 
dass der Beschuldigte – zumindest i.S. einer laienhaften Einschätzung – sehr wohl das Bewusstsein 
hatte, etwas Unrechtes zu tun bzw. um die Illegalität des Inhalts der fraglichen Ton- und Bildaufnah-
men wusste. Im Übrigen sagte er gegenüber der Polizei ausdrücklich aus, dass sicher Kinderporno-
grafie und Gewaltdarstellungen verbotene Pornografie darstellen würden (p. 64 Z, 155 ff.).

Die Kammer schliesst sich diesen zutreffenden Erwägungen mit einer Korrektur 
hinsichtlich der Einschätzung, «zumindest i.S. einer laienhaften Einschätzung», an. 
Es ist festzuhalten, dass der Beschuldigte von Beruf P.________ (pag. 50 Z. 18) ist 
und gemäss eigenen Aussagen seine sexuelle Neigung als Sadist im Sado-Maso-
Bereich mit Erwachsenen auslebt (pag. 122 Z. 140 ff.). Zudem bewegt er sich seit 
Jahren im Internet und besucht Seiten wie «elitepain.com», «Youporn.com», «Tor-
turegalaxy.com», «Videobizzare.com» und «Discipline4boys.com», auf denen das 
Herunterladen von Filmen zumindest teilweise kostenpflichtig ist. Der Beschuldigte 
weiss, dass die Internetseiten «Torturegalaxy.com» und «Videobizarre.com» nicht 
mehr existieren (pag. 61 Z. 43 ff.), ist mithin «à jour». Ausserdem kennt er die Da-
tingplattform «Gayromeo.com» (pag. 62 Z. 79). Gemäss den voranstehenden Aus-
führungen ist sodann erstellt, dass der Beschuldigte von Fesselspielen und der Ge-

http://www.elitepain.com

27

fangenenthematik fasziniert ist und weiss, dass man für gewisse Seiten nicht in das 
«Darknet» muss (pag. 62 Z. 93 f.), woraus «e contrario» geschlossen werden kann, 
dass er auch über das «Darknet» Bescheid weiss. Dies erstaunt angesichts seines 
Berufes nicht. Angesichts der Fülle von Bildern und Videos, die beim Beschuldigten 
sichergestellt wurden sowie dessen Neigungen und Affinitäten resp. Fähigkeiten im 
Computerbereich, ist undenkbar, dass er nicht wusste, wo die Grenzen zwischen 
legaler und illegaler Pornografie verlaufen.

Der Beschuldigte ist – was sich aus den sichergestellten Bildern wie erwähnt ergibt 
– offensichtlich fasziniert von nackten Kindern bzw. Adoleszenten, welche sich se-
xuellen Handlungen hingeben (u.a. pag. 107 ff.). Davon zeugt auch die Tatsache, 
dass er im Internet «Kinder und Fesseln» als Suchbegriffe eingab. Es kann unter 
diesen Umständen und den intellektuellen Fähigkeiten des Beschuldigten davon 
ausgegangen werden, dass er mit Sicherheit auch «verbotene Pornografie» oder 
ähnliches als Suchbegriff eingab. Ausserdem entspricht es der allgemeinen Le-
benserfahrung, dass jemand, der sich wie der Beschuldigte intensiv mit einer Mate-
rie beschäftigt, handle es sich dabei um Pornografie, Malerei oder Sport, die we-
sentlichen Punkte, Umstände und Gegebenheiten dieser Materie kennt. Dies be-
kräftigt unter anderem auch die Aussage des Beschuldigten, wonach dieser nicht 
herausfinden möchte, was ein Durchschnittsschweizer denken würde, wenn er 
wüsste, was für Fotos er mit dem Privatkläger gemacht habe (pag. 123 Z. 190 ff). 
Soweit der Beschuldigte oberinstanzlich schliesslich vorbrachte, es würden nur die 
gegen ihn sprechenden Bilder herausgepickt werden (pag. 697 Z. 25 f.), sei 
schliesslich angemerkt, dass er im Zeitpunkt der Sicherstellung seiner Dateien über 
einen reichlichen Fundus an pornografischem Material verfügte und nicht lediglich 
in Besitz von wenigen pornografischen Bildern war. Hinsichtlich der Individualisie-
rung der Bilder sei auf Ziffer II. 6 hiervor verwiesen. Als Quintessenz kann festge-
halten werden, dass der Beschuldigte nach Überzeugung der Kammer nicht nur 
«zumindest i.S. einer laienhaften Einschätzung» sehr wohl das Bewusstsein hatte, 
etwas Unrechtes zu tun bzw. um die Illegalität des Inhalts der fraglichen Ton- und 
Bildaufnahmen wusste. Der Beschuldigte wusste dies genau.

12.5 Erwiesener Sachverhalt

Der Beschuldigte hat am 15. September 2018 im Wald in F.________ und in sei-
nem Studio insgesamt 101 unterschiedliche Fotografien in zwei separaten Bildseri-
en und vier unterschiedlichen Videos (pag. 32) von den Handlungen mit dem Pri-
vatkläger erstellt. Weiter ist erwiesen, dass der Beschuldigte wusste, dass der Pri-
vatkläger im Zeitpunkt des «Fotoshootings» 15 Jahre alt war und die von ihm er-
stellten Fotografien und Videos verboten waren. 

Ausserdem ist erstellt, dass sich 55 Videos (pag. 211 ff.; ohne Duplikate) und ins-
gesamt 22 unterschiedliche Bilder (pag. 30, pag 107, pag 108 f.; ohne Duplikate) 
mit massiven sadomasochistischen Praktiken unter Erwachsenen sowie 40 unter-
schiedliche gezeichnete Darstellungen von sexuellen und sadomasochistischen 
Handlungen mit kindlich dargestellten Protagonisten auf den Datenträgern des Be-
schuldigten befanden, die der Beschuldigte zu seinem eigenen Konsum von ver-
schiedenen Internetseiten heruntergeladen und gespeichert hat. 

28

Schliesslich ist die Kammer überzeugt, dass sich der Beschuldigte im Klaren war, 
dass die Aufzeichnung sadomasochistischer Gewaltszenen zwischen Erwachse-
nen und sexueller sowie sadomasochistischer Handlungen von virtuellen Kindern 
verboten ist.

13. Vorwurf Gewaltdarstellungen (Ziff. I.3. der Anklageschrift)

13.1 Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird nach der rechtskräftig festgestellten Verjährung hinsicht-
lich des Erwerbs und Beschaffens von Gewaltdarstellungen noch vorgeworfen, Er-
zeugnisse, welche Gewalttätigkeiten gegen Menschen darstellen (Folter durch Un-
tertauchen), besessen zu haben (pag. 180). 

13.2 Konkrete Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt 

Gemäss dem Bericht des FDF handelt es sich bei den auf dem Datenträger des 
Beschuldigten sichergestellten Erzeugnissen um 50 in einem ZIP-File komprimierte 
Bildaufnahmen (pag. 26 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, stellen die frag-
lichen Bildaufnahmen in ihrer Gesamtheit eine Bildserie dar, auf welcher ein an 
Armen und Beinen überhängend gefesselter Mann wiederholt mit dem Kopf in ei-
nem mit Wasser gefüllten Eimer getaucht wird (S. 28 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 625). Der Beschuldigte dementiert nicht, die Bilder besessen zu 
haben (pag. 63 Z. 102). Aufgrund des mit dem Bericht des FDF übereinstimmen-
den Geständnisses des Beschuldigten erübrigt sich aus Sicht der Kammer eine 
eingehende Beweiswürdigung.

Bettreffend das Wissen des Beschuldigten sei wiederholt, dass er als profunder 
Kenner der pornografischen Materie, der Sado-Maso-Praktiken, seiner Fähigkeiten 
zur Recherche im Internet sowie aufgrund seiner allgemeinen Lebenserfahrung 
wusste, dass eine Bilderstrecke, die das mehrmalige, zu Atemnot führende Unter-
tauchen des Kopfes in einen mit Wasser gefüllten Zuber eines kopfüber hängen-
den, gefesselten Mannes zeigt, verboten ist.

Zusammengefasst erachtet die Kammer den angeklagten Sachverhalt damit als er-
stellt. 

IV. Rechtliche Würdigung

14. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kind (Ziff. I.1. der Anklageschrift)

14.1 Theoretische Grundlagen

Nach Art. 187 Ziff. 1 StGB macht sich der sexuellen Handlungen mit Kindern 
schuldig, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt 
(Abs. 1), es zu einer solchen Handlung verleitet (Abs. 2) oder es in eine sexuelle 
Handlung einbezieht (Abs. 3). 

Betreffend die theoretischen Grundlagen dieser Bestimmung wird vollumfänglich 
auf die korrekten und ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
(S. 28-30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 625-627, Hervorhebungen 
im Original):

29

Objektiver Tatbestand
[…] „Vornahme“ gemäss Abs. 1 erfasst den Fall, dass das Kind unmittelbar an der geschlechtlichen 
Handlung teilnimmt und erfordert in jedem Fall körperlichen Kontakt zwischen Kind und Täter. Ge-
meint sind in erster Linie Geschlechtsverkehr, oral- und analgenitale Praktiken, das Aneinanderreiben 
der Geschlechtsteile, wechselseitige Onanie, sogenanntes Petting, aber auch schon Betasten der 
Geschlechtsorgane oder das intensive Streicheln erogener Zonen (Necking). Ob der Täter dabei eine 
aktive oder passive Rolle spielt, ist ohne Bedeutung (WEDER, in: Donatsch [Hrsg.], Kommentar 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Aufl., Orell Füssli Verlag, Zürich 2018, Art. 187 N 12 f., m.w.H.; 
TRECHSEL/BERTOSSA, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 
3. Aufl., Dike Verlag AG, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 187 N 7, m.w.H.).

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung lassen sich sexuelle Handlungen im Sinne von 
Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nach der Eindeutigkeit ihres Sexualbezugs abgrenzen (BGE 125 IV 58 E. 
3b). Unter sexueller Handlung ist zunächst jede körperliche Betätigung zu verstehen, die nach ihrem 
äusseren Erscheinungsbild vom Standpunkt eines objektiven Betrachters aus betrachtet eindeutig se-
xualbezogen ist. Die Handlung muss sich daher jedenfalls auf geschlechtsspezifische oder mindes-
tens erogene Körperteile beziehen. Die Tatmotive, das subjektive Empfinden oder die Bedeutung sol-
cher eindeutig sexualbezogener Handlungen für Täter und Opfer sind dabei belanglos (WEDER, 
a.a.O., Art. 187 N 5 f., mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Keine sexuellen 
Handlungen sind dagegen Verhaltensweisen, die nach ihrem äusseren Erscheinungsbild keinen un-
mittelbaren sexuellen Bezug aufweisen (anstatt vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_727/2013 vom 
07.10.2014 E. 3.3). Das gilt beispielsweise für die körperliche Misshandlung eines Kindes, wenn sie 
sich äusserlich „nur“ als (unter Umständen exzessive) Züchtigung darstellt, ohne dass die sexuelle 
Komponente erkennbar wird, die sie für den Täter haben kann (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Besonderer Teil I, 7. Aufl., Stämpfli Verlag, Bern 2010, § 7 N 10). 
Ausserdem sind anstössige, geschmacklose oder unanständige Verhaltensweisen wie z.B. öffentli-
ches Urinieren, Verrichten der Notdurft, Vorzeigen des Gesässes zwecks Beschimpfung oder Nackt-
baden von der Strafbarkeit grundsätzlich ausgeschlossen. Solange es „an jeglicher Erkennbarkeit des 
Bezugs zur Sexualität“ fehlt bzw. Verhaltensweisen nach ihrem äusseren Erscheinungsbild keinen 
unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen, ist auch bei allgemein üblichen, alltäglichen Zärtlichkeiten 
davon auszugehen, dass es sich um keine sexuellen Handlungen handelt (BSK StGB II-MAIER, 
4. Aufl. 2019, Vor Art. 187 N 34). Schwierigkeiten bietet die dritte Gruppe der sogenannten ambivalen-
ten Handlungen, die weder äusserlich neutral noch eindeutig sexualbezogen erscheinen (vgl. zum 
Ganzen Urteil BGer, a.a.O.). Bei den ambivalenten Verhaltensweisen hängt deren sexuelle Bedeu-
tung davon ab, welche Absicht der Täter mit ihnen verfolgt. Als Beispiel werden vielfach Manipulatio-
nen an den Genitalien genannt, die auch medizinisch indiziert sein können. Am schwierigsten liegt es 
gemäss Lehre bei sexuell motivierten Akten der Aggression. Hier scheine am Rückgriff auf die Motiva-
tion des Täters gelegentlich kein Weg vorbeizuführen. Solange der sexuelle Hintergrund des Verhal-
tens für niemanden (ausser dem Täter) erkennbar sei, werde wiederum nicht von einer sexuellen 
Handlung gesprochen werden können (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, a.a.O., § 7 N 12). Bei sog. sa-
distischen oder masochistischen Sexualpraktiken (namentlich Fesselungen, körperliche Züchtigung 
etc.) geht das Bundesgericht davon aus, dass sexuelle Handlungen, die an widerstandsunfähigen 
Personen unter Anwendung von physischer bzw. psychischer Gewalt oder unter Ausnützung eines 
Abhängigkeitsverhältnisses ausgeführt werden, grundsätzlich strafbar sind (BSK StGB II-MAIER, 
a.a.O., Vor Art. 187 N 36). Ohne Bedeutung muss jedenfalls bleiben, ob das Kind den sexuellen Be-
zug erkennt (TRECHSEL/BERTOSSA, a.a.O., Art. 187 N 5).

30

Der Begriff der sexuellen Handlung erstreckt sich nur auf Verhaltensweisen, die im Hinblick auf das 
Rechtsgut erheblich sind. In Zweifelsfällen wird nach den Umständen des Einzelfalls die Erheblichkeit 
relativ, etwa nach dem Alter des Opfers oder dem Altersunterschied zum Täter, bestimmt. Das Merk-
mal der Erheblichkeit grenzt sozialadäquate Handlungen von solchen ab, die tatbestandsmässig sind. 
Bedeutsam für die Beurteilung sind hier qualitativ die Art und quantitativ die Intensität und Dauer einer 
Handlung, wobei die gesamten Begleitumstände zu berücksichtigen sind (anstatt vieler Urteil des 
Bundesgerichts 6B_727/2013 vom 07.10.2014 E. 3.3). Sodann kann eine Vielzahl von an sich noch 
nicht erheblichen sexuellen Verhaltensweisen in einem Gesamtkontext unter Umständen als sexuelle 
Handlung qualifiziert werden (BSK StGB II-MAIER, a.a.O., Art. 187 N 11).

Ob eine sexuelle Handlung vorliegt, ist dabei immer in Bezug auf den konkreten Tatbestand zu be-
stimmen. Da es sich bei Art. 187 StGB um ein abstraktes Gefährdungsdelikt handelt, ist der Tatbe-
stand bereits bei der Vornahme der sexuellen Handlungen erfüllt. Ein weiteres Element wie z.B. eine 
Schädigung beim Opfer ist nicht erforderlich, da eine sexuelle Handlung mit einem Kind unter 16 Jah-
ren lediglich eine potentielle Gefährdung der seelischen Entwicklung in sich birgt, eine solche aber 
nicht zwingend zur Folge haben muss (BSK StGB II-MAIER, a.a.O., Art. 187 N 7 und 9). 

Subjektiver Tatbestand
In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz – bis auf die Tatbestandsvarian-
te des Einbeziehens – genügt. Der Täter muss sich der sexuellen Bedeutung bzw. der zugrundelie-
genden sozialen Wertung seines Verhaltens bewusst sein und er muss wissen oder zumindest in 
Kauf nehmen, dass das Kind unter 16 Jahre alt ist und mehr als drei Jahre jünger ist als er. Die Moti-
ve des Täters sind hingegen unmassgeblich (vgl. BSK StGB II-MAIER, a.a.O., Vor Art. 187 N 37 und 
Art. 187 N 21 f., m.w.H.; WEDER, a.a.O., Art. 187 N 29 f.).

14.2 Subsumtion 

Die Vorinstanz subsumierte die «Fotoshootings» vom 15. September 2018 wie folgt 
(S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 628 f.):

Die Verteidigung bringt bezüglich Ziff. I. 1. der Anklageschrift sinngemäss vor, dass es sich bei den 
vom Beschuldigten mit dem Privatkläger vorgenommenen Handlungen bereits nach den äusseren 
Umständen um keine sexuellen Handlungen handeln würde. Sowohl der Beschuldigte als auch der 
Privatkläger hätten wiederholt ausgesagt, dass es keinen sexuellen Kontext gegeben habe. Sollte das 
Gericht aber einen allfälligen sexuellen Bezug erkennen, so müsse die Motivation bei Täter und Opfer 
berücksichtigt werden, handle es sich vorliegend doch höchstens um sog. ambivalente Handlungen 
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die Motivation sei sowohl seitens des Beschuldig-
ten als auch beim Privatkläger klar nicht sexuell geprägt gewesen, jedenfalls sei eine solche nicht be-
wiesen (p. 567 f.).

Die am 15.09.2018 im Wald in F.________ sowie im Studio am Wohnsitz des Beschuldigten vorge-
nommenen Handlungen mit dem Privatkläger weisen nach Ansicht des Gerichts bereits ohne Rück-
griff auf die Motivation der daran Beteiligten einen von aussen eindeutig erkennbaren sexuellen Be-
zug auf. Es handelt sich dabei somit nicht um sog. ambivalente Handlungen, wie dies die Verteidi-
gung zu begründen versucht. Während man bei blossen Fesselungen allenfalls noch von ambivalen-
ten Handlungen sprechen könnte, handelt es sich beim gleichzeitigen Anbringen von Klammern an 
erogenen Zonen wie den Brustwarzen bzw. beim Streicheln dieser klar um sexuelle Handlungen im 
Sinne des Gesetzes. Dasselbe hat auch für die erkennbare Abwechslung zwischen Aggressivität und 
Zärtlichkeit zu gelten. Objektiv und in ihrer Gesamtheit betrachtet, handelt es sich bei den am 
15.09.2018 anlässlich des Fotoshootings vorgenommenen Handlungen um sadomasochistische Prak-

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tiken, welche einen Rückgriff auf den Willen des Beschuldigten bzw. dessen Motivation nicht erforder-
lich machen. Selbst wenn man aber die Verhaltensweisen des Beschuldigten als ambivalente Hand-
lungen definieren und insofern auf seine Motivation abstellen würde, wären die vorgenommenen 
Ha