# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 935ab884-1719-521a-9096-25979efb5d0d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.05.2021 LZ190021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ190021_2021-05-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ190021-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie  

Gerichtsschreiber MLaw H. Schinz 

Beschluss und Urteil vom 18. Mai 2021 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 
gegen 

 
B._____,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 
sowie 

 
C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____,  

 
betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Meilen vom 12. Juli 2019 (FK170010-G) 
  

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Rechtsbegehren: 

A. Klägerin (Urk. 127 S. 1 ff. i.V.m. Prot. VI S. 87 i.V.m. Urk. 136 S. 1) 

 1. Es sei die Tochter, C._____, geb. tt.mm.2016, unter der gemein-
samen elterlichen Sorge der Eltern zu belassen. 

 2. Es sei die Tochter, C._____, geb. tt.mm.2016, unter die alleinige 
Obhut der Mutter, A._____, zu stellen bzw. darunter zu belassen. 

 3. Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter 
C._____ wie folgt zu betreuen: 
– Phase 1 (ab Rechtskraft bis voraussichtlich Eintritt Kinder-

garten): 
Unter der Woche am Montag von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr 
sowie am Wochenende alternierend am Samstag bzw. 
Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

– Phase 2 (ab voraussichtlich Eintritt Kindergarten): 
jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 
17.00 Uhr, sowie an einem freien Kindergartennachmittag 
ab Kindergartenschluss bis 18.00 Uhr; 

– Phase 3 (ab Eintritt 1. Primarklasse): 
jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 
17.00 Uhr, sowie an zwei freien Schulnachmittagen von 
Schulschluss bis 18.00 Uhr; 

– in Phase 1 und 2 in geraden Jahren an Ostersonntag sowie 
Pfingstmontag, am 25. Dezember sowie am 31. Dezember 
(C._____s Geburtstag); in ungeraden Jahren an Ostermon-
tag und Pfingstsonntag, am 24. Dezember sowie am 
1. Januar, jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

– ab Phase 3 in geraden Jahren an Ostern von Karfreitag, 
09.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, in ungeraden Jah-
ren an Pfingsten von Samstag, 09.00 Uhr, bis Pfingstmon-
tag, 18.00 Uhr; 

– ab Phase 3 zusätzlich drei Wochen Ferien pro Jahr. 
 4. In Phase 1 (vorstehend Ziff. 3) sei die Klägerin berechtigt zu 

erklären, alle sechs Wochen ein ganzes Wochenende mit 
A._____ zu verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden Be-
suchstermine nachgeholt werden müssen. 

 5. In Phase 1 und 2 (vorstehend Ziff. 3) sei die Klägerin be-
rechtigt zu erklären, pro Jahr fünf Wochen Ferien mit C._____ zu 
verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden Besuchstermine 
nachgeholt werden müssen. 

 6. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an die Kos-
ten des Unterhalts von C._____ folgende monatlichen Bar-

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unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertrag-
liche Familienzulagen) jeweils im Voraus auf den ersten eines je-
den Monats zu bezahlen: 

  Fr. 1'800.00 ab 1. Januar 2017 bis 30. April 2017 
Fr. 1'300.00 ab 1. Mai 2017 bis 31. Juli 2017 
Fr. 3'898.00 ab 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 
Fr. 3'415.00 ab 1. Juli 2018 bis 31. August 2021 
Fr. 3'075.00 ab 1. September 2021 bis 31. Dezember 2026 
Fr. 2'515.00 ab 1. Januar 2027 bis zum ordentlichen Abschluss 
einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit 
hinaus. 

 7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Tochter C._____ für die 
zweite Hälfte des Monats April sowie die Monate Mai und Juni 
2017 einen Betreuungsunterhalt von Fr. 3'500.00 pro Monat zu 
bezahlen, zahlbar an die Klägerin. 

 8. Es seien die Unterhaltsbeiträge gemäss der vorstehenden Ziffer 6 
gerichtsüblich zu indexieren. 

 9. Es sei die Besuchsrechtsbeistandschaft aufrechtzuerhalten und in 
der Person von Frau D._____ weiterzuführen. 

 10. Es seien die Parteien zu verpflichten, gemeinsam ein Eltern-
coaching zu besuchen. 

 11. Die Anträge des Beklagten seien abzuweisen. 
 12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu 

Lasten des Beklagten. 

B. Beklagter (Urk. 129 S. 2 ff. i.V.m. Prot. VI S. 88) 
 1.  Obhut und Wohnsitz 

Es sei das gemeinsame Kind der Parteien, C._____, geb. am 
tt.mm..2016, unter die Obhut der Klägerin und des Beklagten mit 
wechselnder Betreuung zu stellen. Der Wohnsitz des Kindes soll 
vorläufig bei der Klägerin an der Adresse E._____-schstr. …, 
F._____, bleiben. 

 2.  Betreuungsanteile 
Es sei der Betreuungsanteil des Beklagten ab Rechtskraft des Ur-
teils auf die folgenden Zeiten festzusetzen: 
Erste Phase bis zum 1.10.2019: 
• Sonntag, 09.00 Uhr – 19.00 Uhr 
• Montag, 09.00 Uhr – 19.00 Uhr 
• zusätzlich jede zweite Woche am Freitag, 09.00 Uhr – 

19.00 Uhr, und Samstag, 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr 

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Zweite Phase ab dem 1.10.2019: 
• Sonntag, 19.00 Uhr, bis Mittwochmorgen zur Übergabe an 

die Kinderkrippe bzw. bis Beginn des Kindergartens oder der 
Schule bzw. während den Ferien verpflegt bis Mittwochmit-
tag, 13.30 Uhr. 

• Zusätzlich an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 
09.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr. 

• Vier Wochen Ferien pro Jahr. Das Ferienbesuchsrecht sei 
von beiden Parteien mindestens zwei Monate im Voraus an-
zukündigen. Soweit sich die Parteien in Bezug auf die Ferien 
nicht einigen können, kommt dem Beklagten in den ungera-
den und der Klägerin in den geraden Jahren der Stichent-
scheid bezüglich der Aufteilung der Ferien zu. 

• In den Jahren mit 
◦ gerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag, 

12.00 Uhr, bis Ostermontag, 19.00 Uhr), Weihnachten 
bis Silvester (d.h. vom 25.12., 09.00 Uhr, bis 31.12., 
19.00 Uhr) und 

◦ in den ungeraden Jahren an Pfingsten (Samstag, 
09.00 Uhr – Montag, 19.00 Uhr) und an Weihnachten 
24.12. (09.00 Uhr – 19.00 Uhr) und an Neujahr (1.01., 
09.00 Uhr – 2.01., 19.00 Uhr). 

• Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- 
oder Ferienkontakte sollen nach gegenseitiger Absprache 
vorbehalten bleiben. 

In Bezug auf die Übergabe gilt der Grundsatz, dass die Klägerin 
das Kind zu übergeben hat und der Beklagte es zurückzubringen 
hat. 
In der übrigen Zeit wird das Kind von der Klägerin betreut. 

 3.  Beistandschaft 
Es sei die Erziehungsbeistandschaft per sofort aufzuheben. 

 4.  Kindesschutzmassnahmen 
Es seien beide Eltern im Sinne einer Kindesschutzmassnahme zu 
verpflichten, eine Mediation von mindestens 10 Sitzungen (min-
destens zwei Termine pro Kalendermonat) bei einer fachlich 
kompetenten Stelle zu absolvieren, beginnend spätestens innert 
60 Tagen ab Rechtskraft des Urteils. Für den Fall einer Nichteini-
gung innert 30 Tagen nach der Rechtskraft des Urteils betreffend 
die konkreten Modalitäten der Mediation (Wahl der Fachperson, 
Terminplanung und Kostentragung) sei der Kindsanwalt 
Dr. iur. Z._____ nach den Regeln der ZPO-Schiedsgerichtsbarkeit 
als Schiedsrichter für berechtigt und verpflichtet zu erklären, auf 
Antrag eines Elternteils und nach angemessener Gewährung des 

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rechtlichen Gehörs zu Gunsten des anderen Elternteils verbind-
lich für beide Eltern eine als geeignet erscheinende Fachperson 
für zuständig zu erklären und mit dieser einen Terminplan für die 
Mediation auszuarbeiten (inkl. Ersatzdaten hinsichtlich allfällig 
entschuldigter Absagen von Teilnehmern) und zu Handen der El-
tern verbindlich mittels eingeschriebener Post zu eröffnen. Der 
Schiedsrichter Dr. iur. Z._____ ist an die Anträge der Eltern be-
treffend die durchzuführende Mediation nicht gebunden, soll indes 
hierauf angemessen Rücksicht nehmen. Für den Fall einer 
Säumnis oder eines nicht gehörigen Mitwirkens einer Partei (feh-
lende Mitwirkung bei der Wahl der Fachperson, der Terminpla-
nung sowie während den Mediationsterminen selbst) sei dem be-
treffenden Elternteil eine Bestrafung im Sinne von Art. 292 StGB 
anzudrohen. Betreffend die derzeit unbekannten Mediationskos-
ten und die Anwaltskosten von Dr. iur. Z._____ (auf der Basis von 
maximal CHF 275.– pro h, zuzüglich MWST und zuzüglich pau-
schal 3 % Barauslagen) seien beide Eltern dem Grundsatz nach 
zu verpflichten, diese hälftig zu tragen. Im Streit- und Säumnisfall 
seien die Kosten indes von dem Elternteil vorzuschiessen, wel-
cher die Mediation beim Schiedsrichter Dr. Z._____ zeitlich zuerst 
beantragt (Datum Poststempel), wobei der Schiedsrichter für be-
fugt zu erklären ist, mit der Zustellung des konkreten Mediations-
planes an die Eltern auch über das Kosten-Regressrecht gegen 
den anderen Elternteil zu entscheiden. 

 5.  Kinderunterhaltskosten 
 5.1 Es seien die Kosten des Betreuungsunterhalts betreffend das 

Kind C._____ wettzuschlagen. 
 5.2 Es seien die Kosten des Barunterhalts von monatlich 

CHF 800.00, der obligatorischen Krankenkasse und die effektiven 
Kosten der Fremdbetreuung für den Zeitraum ab der Geburt des 
Kindes bis heute (April 2019) von den Parteien hälftig zu tragen. 
Die Kosten der Krankenkasse und die Fremdbetreuungskosten 
seien zu beziffern, alles unter Ab- und Anrechnung der Akonto-
zahlungen des Beklagten in diesem Zeitraum. 

5.3 Es seien alle weiteren Unterhaltskosten ab Mai 2019 wettzu-
schlagen und diejenige Partei für zahlungspflichtig zu erklären, 
welche die Kosten auslöst. Hiervon ausgenommen seien ausser-
ordentliche Kinderkosten zu erklären, welche konsensual ausge-
löst werden, diese seien von den Parteien hälftig zu übernehmen, 
soweit sie mehr als CHF 200.00 pro Ausgabeposition betragen: 
z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Kosten für 
schulische Förderungsmassnahmen, SBB-Abonnement, freiwilli-
ge Kranken-Zusatz-Versicherungen, etc. Ohne einen Konsens 
seien solche ausserordentlichen Kinderkosten von der Partei zu 
tragen, welche sie auslöst, alles unter dem Vorbehalt eines ge-
richtlichen Regresses gegen die andere Partei. 

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 6.  Klageabweisung 
Alle anderslautenden, klägerischen Anträge seien abzuweisen, 
mit Ausnahme des klägerischen Antrags zur gemeinsamen elter-
lichen Sorge. Dieser sei zu bewilligen. 

 7.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klä-
gerin, wobei die Regelung dem Endentscheid vorzubehalten sei. 

C. Kindsvertreter (Urk. 131 S. 1) 
 1. Es sei die Tochter C._____, unter die alternierende Obhut beider 

Elternteile zu stellen, wobei der Wohnsitz bei der Mutter zu belas-
sen sei. 

 2. Es sei das Betreuungsrecht des Kindsvaters so aufzubauen, dass 
ab 5. Januar 2020, abends, die Kindseltern C._____ je zur Hälfte 
betreuen. 

 3. Die Kindseltern seien zu verpflichten, eine Mediation von mindes-
tens 10 Sitzungen aufzunehmen mit dem Ziel, die Kommunikation 
untereinander zu verbessern und einen Elternvertrag abzu-
schliessen. 

 4. Den Kindseltern sei die Weisung zu erteilen, eine Psychotherapie 
aufzunehmen (bzw. weiterzuführen). 

 5. Es sei die angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 
Abs. 1 ZGB weiterzuführen. 

 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht  
Meilen vom 12. Juli 2019: 

(Urk. 146 S. 48 ff. = Urk. 156 S. 48 ff.) 

1. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2016, wird unter 

der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien belassen. 

2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._____, geb. tt.mm. 2016, wird per 

1. Juli 2020 unter die geteilte Obhut der Eltern gestellt. 

Der Betreuungsanteil des Beklagten wird auf folgende Zeiten festgesetzt: 

− jeweils von Sonntag (erstmals 1. Juli 2020), 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 

11.30 Uhr; 

− an jedem zweiten Wochenende (erstmals vom 3. bis 5. Juli 2020) zu-

sätzlich von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; 

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− in den Jahren mit gerader Jahreszahl (d.h. erstmals im Jahr 2020) vom 

26. Dezember, 09.00 Uhr, bis 31. Dezember, 13.30 Uhr, sowie in Jah-

ren mit ungerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 09.00 Uhr, bis 

26. Dezember, 09.00 Uhr, sowie vom 31. Dezember, 13.30 Uhr, bis zur 

nächsten ordentlichen Übergabe (mindestens aber bis 1. Januar, 

18.00 Uhr); 

in der übrigen Zeit wird die Tochter von der Klägerin betreut. Für die Über-

gabe hat der jeweils betreuende Elternteil das Kind (soweit es zu diesem 

Zeitpunkt nicht in der Krippe ist) an den Wohnort des anderen Elternteils zu 

bringen. 

Zusätzlich haben beide Elternteile Anspruch auf ein Ferienbetreuungsrecht 

von vier Wochen im Jahr (wovon maximal zwei Wochen am Stück sein sol-

len). Können sich die Parteien über die Aufteilung der Ferien nicht einigen, 

so kommt in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Klägerin und in Jah-

ren mit gerader Jahreszahl dem Beklagten das Entscheidungsrecht zu. Hin-

sichtlich der jeweils zwei Wochen Ferienbetreuungsrecht im Jahr 2020 

kommt der Klägerin das Entscheidungsrecht zu. 

Abweichende Regelungen der Betreuungsanteile bedürfen der Zustimmung 

beider Parteien. 

3. Der Wohnsitz des Kindes C._____, geb. tt.mm.2016, ist bei der Klägerin. 

4. Der Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die gemeinsame 

Tochter der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2016, bis zum 1. Juli 2020 auf ei-

gene Kosten folgendermassen mit und zu sich auf Besuch zu nehmen: 

− In einer ersten Phase (ab Rechtskraft dieses Entscheides bis und mit 

September 2019) jeweils am Montag von 07.00 Uhr bis 18.00 Uhr, al-

ternierend am Samstag bzw. Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, 

sowie am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. 

− In einer zweiten Phase (ab 1. Oktober 2019 bis zum 23. Dezember 

2019) zusätzlich jede zweite Woche an beiden Wochenendtagen von 

09.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ferner entfällt ab der zweiten Phase das Be-

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suchsrecht an jedem vierten Wochenende, damit die Klägerin ein ge-

samtes Wochenende mit der Tochter verbringen kann. 

− In einer dritten Phase (ab 4. Januar 2020 bis und mit März 2020) zu-

sätzlich jeweils in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag während 

dem Besuchsrechtswochenende (erstmals in der Nacht vom 4. auf den 

5. Januar 2020). 

− In einer vierten Phase (ab März 2020 bis zum 1. Juli 2020) jeweils von 

Sonntag, 09.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr, resp. zweiwöchentlich 

(erstmals vom 7. März an) von Samstag, 09.00 Uhr, bis Montag, 

18.00 Uhr sowie je am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Auch in 

dieser Phase wird das Besuchsrecht dahingehend beschränkt, dass es 

an jedem vierten Sonntag erst um 18.00 Uhr beginnt, um der Klägerin 

ein gesamtes Wochenende mit der Tochter zu ermöglichen. 

− Für Weihnachten und Neujahr 2019 wird das vorstehend beschriebene 

Besuchsrecht pausiert (letzter ordentlicher Besuch am 23. Dezember 

2019; erster ordentlicher Besuch am 4., 5. und 6. Januar 2019) und an 

dessen Stelle tritt ein Besuchsrecht am 25. Dezember 2019 von 

09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sowie am 29. und 30. Dezember 2019 jeweils 

von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr und schliesslich am 31. Dezember 2019 

von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. 

Die Übergabe findet, sofern die Tochter nicht in der Krippe abgeholt wird, 

jeweils am Wohnort desjenigen Elternteils statt, der daraufhin die Betreuung 

der Tochter übernimmt. 

5. Die mit Präsidialverfügung vom 30. August 2017 angeordnete Erziehungs-

beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB für die gemeinsame Toch-

ter der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2016, wird weitergeführt. Der Beistän-

din werden folgende Aufgaben übertragen: 

a) die Eltern darin zu unterstützen, auch in ihrer Situation als getrennte El-

tern gemeinsam für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen, insbesondere die 

Betreuungs- und Vollzugsmodalitäten einvernehmlich zu regeln; 

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b) die Mediationssitzungen gemäss Dispositivziffer 6 hiernach mit den 

Parteien und einer geeigneten Fachperson zu organisieren, deren Ver-

lauf zu beobachten und bei Bedarf bei der zuständigen Behörde eine 

Verlängerung der Massnahme zu beantragen; 

c) falls notwendig, bei der zuständigen Behörde eine Anpassung der Be-

suchsrechts- oder Betreuungsregelung zu beantragen; 

d) bei Konflikten zwischen den Parteien zu vermitteln. 

6. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme angewiesen, 

eine Mediation von mindestens 15 Sitzungen aufzunehmen, mit dem Ziel, 

die Kommunikation untereinander zu verbessern. 

7. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme angewiesen, 

bis mindestens 31. Dezember 2020 ein Psychotherapie aufzunehmen bzw. 

weiterzuführen. 

8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die gemeinsame Tochter, 

C._____, geb. tt.mm. 2016, bis Ende Juni 2020 nachfolgend aufgeführte 

Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf 

den Monatsersten, rückwirkend ab 1. April 2017: 

– CHF 885.– für die Zeit vom 1. April 2017 bis zum 31. Juli 2017 

– CHF 2'145.– für die Zeit vom 1. August 2017 bis 28. Februar 2018 

– CHF 2'001.– für die Zeit vom 1. März 2018 bis 31. Juli 2018 

– CHF 1'854.– für die Zeit vom 1. August 2018 bis 30. Juni 2020 

9. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die gemeinsame Tochter, 

C._____, geb. tt.mm. 2016, ab dem 1. Juli 2020 (Beginn geteilte Obhut) mo-

natliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 155.– zu bezahlen, zahlbar mo-

natlich im Voraus, je auf den Monatsersten. Im Übrigen tragen die Parteien 

die Kosten für den Unterhalt der gemeinsamen Tochter während ihrem je-

weiligen Betreuungsanteil selbst. 

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10. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beklagte an die Unterhaltsbei-

träge gemäss Dispositivziffer 8 bereits Zahlungen im Umfang von 

CHF 28'000.– geleistet hat. 

11. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 8 und 9 basieren auf den fol-

genden finanziellen Verhältnissen: 

a) Einkommen 

Der Klägerin: CHF 7'300.– (01.04.2017 – 31.12.2017) 

CHF 9'325.– (01.01.2018 – 31.12.2018) 

CHF 9'720.– (01.01.2019 – 30.06.2020) 

CHF 7'775.– (ab 01.07.2020) 

Des Beklagten: CHF 12'050.– (01.04.2017 – 30.09.2018) 

CHF 13'475.– (01.10.2018 – 01.09.2019) 

CHF 11'660.– (ab 01.07.2020) 

Der Tochter: CHF 250.– (Kinderzulagen) 

b) Bedarf 

Der Tochter: CHF 1'725.– (01.04.2017 – 31.07.2017) 

CHF 3'825.– (01.08.2017 – 28.03.2018) 

CHF 3'585.– (01.03.2018 – 31.07.2018) 

CHF 3'590.– (01.08.2018 – 30.06.2020) 

CHF 3'925.– (ab 01.07.2020) 

12. Alle weiteren und vom vorstehenden Dispositiv abweichenden Anträge der 

Parteien und des Kinderprozessbeistandes werden abgewiesen. 

13. Der Kinderprozessbeistand wird für dessen Aufwände und Auslagen aus der 

Gerichtskasse mit CHF 11'224.15 entschädigt.  

14. Die Gutachterin wird für die Erstellung ihres Gutachtens sowie dessen Er-

gänzung aus der Gerichtskasse mit CHF 10'272.47 entschädigt. 

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15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 7'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 11'224.15   Kosten des Kinderprozessbeistandes 

CHF 10'272.47   Gutachten 

CHF 28'996.62   Kosten total. 

16. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

17. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

18. (Mitteilungen.) 

19. (Rechtsmittel.) 

Berufungsanträge: 

A. Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 155 S. 2 f.): 
 "1. Es sei die gemeinsame Tochter der Parteien, C._____, geb. 

tt.mm. 2016, in Aufhebung der Ziffer 2 des Urteils des Bezirksge-
richts Meilen vom 12. Juli 2019 unter der alleinigen Obhut der Be-
rufungsklägerin zu belassen.  

 2. Es sei der Berufungsbeklagte in Aufhebung der Ziffer 2 und 4 des 
Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 für berechtigt 
zu erklären, die Tochter C._____ wie folgt zu sich oder mit sich 
auf Besuch zu nehmen: 

    – Phase 1 (ab Rechtskraft bis Eintritt Kindergarten): Unter der 
Woche am Montag von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie am 
Wochenende alternierend am Samstag bzw. Sonntag von 
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

    – Phase 2 (ab Eintritt Kindergarten): jedes 2. Wochenende 
von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an 
einem freien Kindergartennachmittag ab Kindergarten-
schluss bis 18.00 Uhr;  

    – Phase 3 (ab Eintritt 1. Primarklasse): jedes 2. Wochenende 
von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an 
zwei freien Schulnachmittagen von Schulschluss bis 
18.00 Uhr; 

    – in Phase 1 und 2 in geraden Jahren an Ostersonntag sowie 
Pfingstmontag, am 25. Dezember sowie am 31. Dezember 
(C._____s Geburtstag); in ungeraden Jahren an Ostermon-

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tag sowie Pfingstsonntag, am 24. Dezember sowie 
1. Januar; jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

    – ab Phase 3 zusätzlich drei Wochen Ferien pro Jahr 
 3. In Phase 1 (vorstehend Ziffer 2) sei die Klägerin berechtigt zu er-

klären, alle sechs Wochen ein ganzes Wochenende mit C._____ 
zu verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden Besuchster-
mine nachgeholt werden müssen.  

 4. In Phase 1 und 2 (vorstehend Ziffer 3) sei die Klägerin berechtigt 
zu erklären, pro Jahr fünf Wochen Ferien mit C._____ zu verbrin-
gen, ohne dass die dadurch ausfallenden Besuchstermine nach-
geholt werden müssen. 

 5. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziffer 8 bzw. 
Aufhebung von Ziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen 
vom 12. Juli 2019 zu verpflichten, der Berufungsklägerin für die 
gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm. 2019 [recte: 2016], 
bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung nachfolgend 
aufgeführte Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monat-
lich im Voraus, je auf den Monatsersten, rückwirkend ab 1. April 
2017: 

    – Fr. 1'475.00 bis und mit Juli 2017 
    – Fr. 3'575.00 ab August 2017 bis und mit Februar 2018 
    – Fr. 3'335.00 ab März 2018 bis und mit Juli 2018 
    – Fr. 3'090.00 ab August 2018 bis zum ordentlichen Abschluss 

einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljäh-
rigkeit hinaus. 

 6. Es sei der Berufungsbeklagte in Ergänzung zu Ziffer 8 des Urteils 
des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 zu verpflichten, der 
Berufungsklägerin für die Zeit des unbezahlten Urlaubs (Mitte Ap-
ril bis Mitte Juni 2017) einen Betreuungsunterhalt von monatlich 
Fr. 3'500.00 zu bezahlen. 

 7. Es seien die Einkommen gemäss Ziffer 11 des Urteils des Be-
zirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 zu berichtigen. 

 8. Es seien Ziffer 13 und 15 des angefochtenen Urteils betreffend 
die Kosten des Kinderprozessbeistands aufzuheben und es sei 
den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren.  

 9. Es sei Ziffer 16 des angefochtenen Urteils insofern abzuändern, 
als dass die Gerichtskosten dem Berufungsbeklagten aufzuerle-
gen sind.  

  10. Es sei Ziffer 17 des angefochtenen Entscheids insofern abzuän-
dern, als dass der Berufungsbeklagte zu verpflichten ist, der Be-
rufungsklägerin eine angemessene Parteientschädigung zu be-
zahlen. 

- 13 - 

  11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzl. 
MwSt.) zulasten des Berufungsbeklagten." 

 
B.  Beklagter und Berufungsbeklagter (Urk. 173 S. 2 f.): 

 "1. Es sei die Berufung abzuweisen und das Urteil des Bezirksge-
richts Meilen vom 12.07.2019 (Geschäfts-Nr. FK170010-G) zu 
bestätigen. 

 2. Eventualiter seien die Dispositiv-Ziff. 2, Ziff. 3, Ziff. 4 und Ziff. 9 
des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12.07.2019 (Ge-
schäfts-Nr. FK170010-G) aufzuheben; und eventualiter sei im 
Sinne einer Anschlussberufung 

• dem Berufungsbeklagten die alleinige Obhut über das Kind 
C._____, geb. tt.mm.2016, zu übertragen, 

• der Wohnsitz des Kindes C._____, geb. tt.mm.2016, beim Be-
rufungsbeklagten festzulegen, 

• der Berufungsklägerin mit Beginn ab Rechtskraft des Beru-
fungsurteils ein Besuchsrecht analog ihrem Berufungsantrag 
Ziff. 2, Phase 3, einzuräumen (Berufungsschrift vom 
16.09.2019) und 

• die Berufungsklägerin ab Rechtskraft des Berufungsurteils zu 
monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen in Höhe von 
CHF 3'090.00 zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu verpflich-
ten, zahlbar an den Berufungsbeklagten monatlich im Voraus 
auf den 1. Kalendertag eines jeden Monats; es sei dieser Un-
terhaltsbeitrag gerichtsüblich zu indexieren. 

 3. Es sei im Sinne von vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des 
Berufungsverfahrens das Urteil des Obergerichts des Kantons 
Zürich, I. Zivilkammer, vom 24.07.2018, aufzuheben und es seien 
die Ziff.1, Ziff. 2, Ziff. 3, Ziff. 4, Ziff. 5, Ziff. 6 und Ziff. 7 des Urteils 
des Bezirksgerichts Meilen vom 12.07.2019 im Sinne von Art. 315 
Abs. 2 ZPO einstweilig zu vollstrecken; wobei der vorinstanzliche 
Zeitphasenplan gemäss Urteils-Dispositiv Ziff. 4 um die Dauer der 
rechtshemmenden Inkubation seit Beginn des Berufungsverfah-
rens bis zum Beginn der Vollstreckung entsprechend zu ver-
schieben sei.  

   Eventualiter sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die 
Ziff. 2 des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivil-
kammer, vom 24.07.2018, aufzuheben und durch folgende Rege-
lung zu ersetzen: 

    "Es sei dem Berufungsbeklagten das Recht einzuräumen, sei-
ne Tochter C._____, geb. tt.mm.2016, wie folgt zu betreuen: 

    In einer ersten Phase: 

• Jeweils am Montag von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr. 

- 14 - 

• Jeweils am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. 

• Alternierend am Samstag bzw. Sonntag von 9.00 Uhr bis 
18.00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende am Samstag 
und Sonntag je von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, wobei das Be-
suchsrecht jedes vierte Wochenende entfällt.  

    In einer zweiten Phase, beginnend nach einer zweimonatigen 
Dauer der ersten Phase hiervor zusätzlich: 

• Jedes zweite Wochenende mit Übernachtung von Samstag 
auf Sonntag während den Besuchswochenenden." 

 4. Es sei betreffend die hiervor gestellten vorsorglichen Massnah-
mebegehren möglichst zeitnah eine obergerichtliche Instruktions-
verhandlung durchzuführen.  

 5. Es sei ein neues Gutachten einzuholen in Bezug auf die folgen-
den Fragen: 

• In welcher psychischen und gesundheitlichen Verfassung be-
findet sich das Kind C._____? 

• Wie ist das Verhältnis zwischen dem Vater und dem Kind 
C._____? 

• Wie ist das Verhältnis zwischen der Mutter und dem Kind 
C._____? 

• Welcher Elternteil ist geeigneter, die Beziehung des anderen 
Elternteils zum Kind C._____ besser zu fördern? 

• Falls eine Kindsgefährdung in Bezug auf eine Entfremdung zu 
einem Elternteil vorliegt: Mit welchen Massnahmen und The-
rapien kann dieser begegnet werden? Welche Empfehlungen 
können hierzu fach- und kinderpsychologisch ausgesprochen 
werden? 

• Gibt der Fall Anlass zu weiteren Bemerkungen und Empfeh-
lungen? 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Berufungsklägerin." 

C. Kindsvertreter (Urk. 224 S. 1) 
 "Es sei ein prozessorientiertes Gutachten betreffend die Obhut und die 

  Betreuung von C._____ durch die Kindseltern in Auftrag zu geben." 

Erwägungen: 

A. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

- 15 - 

1. Die Parteien sind die unverheirateten Eltern der am tt.mm. 2016 geborenen 

C._____ (nachfolgend auch: C._____ oder Verfahrensbeteiligte; Urk. 12/1/5). Vor 

C._____s Geburt gaben die Parteien gegenüber dem Zivilstandsamt eine Erklä-

rung über die gemeinsame elterliche Sorge i.S.v. Art. 298a ZGB ab (Urk. 12/1/3). 

Per 1. April 2017 verliess die Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend: Klä-

gerin) mit C._____ den gemeinsamen Haushalt in Hettlingen und zog nach 

F._____ (Urk. 1 S. 4 und Urk. 156 S. 8). Seit dem 1. September 2018 wohnt auch 

der Beklagte und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Beklagter) in dieser Gemeinde 

(vgl. Urk. 90/38). C._____ wird gegenwärtig jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis 

13:00 Uhr und jeweils am Samstag oder Sonntag von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr 

vom Beklagten sowie am Montagnachmittag von ihrer Grossmutter mütterlicher-

seits betreut. Von Dienstag bis Freitag besucht C._____ tagsüber die Kita 

G._____, wobei die Klägerin sie am Freitag bereits um 16:30 Uhr abholt. In der 

übrigen Zeit wird C._____ von der Klägerin betreut (Urk. 156 S. 26; Prot. VI S. 

97). 

2. Seit dem 1. Juni 2017 stehen sich die Parteien in einem gerichtlichen Ver-

fahren betreffend Regelung der Kinderbelange sowie des Kinderunterhalts ge-

genüber (Urk. 1). Nachdem C._____ mit Präsidialverfügung der Vorinstanz vom 

30. August 2017 im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen einstweilen unter 

die gemeinsame Obhut der Eltern gestellt und ein sukzessiver Ausbau des Be-

treuungsanteils des Beklagten angeordnet worden war (Urk. 39 S. 27 f.), erteilte 

die hiesige Kammer der von der Klägerin gegen die Präsidialverfügung ergriffe-

nen Berufung teilweise die aufschiebende Wirkung (Urk. 62 S. 12) und stellte 

C._____ schliesslich mit Urteil vom 24. Juni 2018 für die Dauer des Verfahrens 

unter die alleinige Obhut der Klägerin. Dem Beklagten wurde ein Betreuungsrecht 

von zweimal sechs Stunden pro Woche gewährt (Urk. 86 S. 13). Die Vorinstanz 

stellte C._____ mit Urteil vom 12. Juli 2019 per 1. Juli 2020 unter die geteilte Ob-

hut der Eltern und ordnete eine Ausdehnung des Betreuungsanteils des Beklag-

ten in mehreren Phasen an (Urk. 156 S. 48 ff.). In diesem Urteil finden sich auch 

weitere Erwägungen zum bisherigen Prozessverlauf (Urk. 156 S. 8 ff.), auf welche 

verwiesen sei. 

- 16 - 

3. Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin am 16. September 2019 Beru-

fung (Urk. 155) und stellte zugleich den prozessualen Antrag, es sei das Beru-

fungsverfahren für die Dauer von 15 Mediationssitzungen zu sistieren (Urk. 155 S. 

4). Der mit Verfügung vom 30. September 2019 eingeforderte Kostenvorschuss 

(Urk. 160) ging per Valuta 8. Oktober 2019 rechtzeitig ein (Urk. 161), woraufhin 

nach entsprechenden Stellungnahmen (Urk. 162, Urk. 164, Urk. 167, Urk. 168 

und Urk. 170) das Sistierungsbegehren der Klägerin mit Verfügung vom 5. Febru-

ar 2020 abgewiesen und dem Beklagten Frist zur Beantwortung der Berufung an-

gesetzt wurde (Urk. 171 S. 5). Mit Eingabe vom 13. März 2020 erstattete der Be-

klagte die Berufungsantwort, erhob darin eventualiter Anschlussberufung und er-

suchte um vorzeitige Vollstreckung der Dispositiv-Ziffern 1-7 des angefochtenen 

Entscheids, eventualiter um Erlass vorsorglicher Massnahmen (Urk. 173 S. 2 f.).  

4. Das Begehren der Klägerin vom 25. März 2020 um superprovisorischen Er-

lass von vorsorglichen Massnahmen (Urk. 176B S. 2 f.) wurde mit Verfügung vom 

26. März 2020 gutgeheissen und das Besuchsrecht des Beklagten einstweilen 

sistiert. Anstelle dessen wurden tägliche Kontakte per Videotelefonie angeordnet 

und der Klägerin und der Verfahrensbeteiligten bei dieser Gelegenheit die Doppel 

der Berufungsantwort zugestellt (Urk. 179 S. 10 f.). Der Beklagte verlangte sei-

nerseits mit Eingabe vom 2. April 2020 die superprovisorische Umteilung der Ob-

hut an ihn sowie die Sicherstellung von C._____s Ausweispapieren (Urk. 182 S. 

2). Mit Verfügung vom 3. April 2020 wurden diese Anträge abgewiesen und wurde 

der Klägerin sowie dem Prozessbeistand der Verfahrensbeteiligten Frist zur Stel-

lungnahme zu den vom Beklagten beantragten vorsorglichen Massnahmen ange-

setzt (Urk. 185 S. 9). Mit Verfügung vom 29. April 2020 wurden diese auf den 

15. bzw. 24. April 2020 datierten Stellungnahmen (Urk. 187-188) sowie eine zwi-

schenzeitlich eingegangene Noveneingabe des Beklagten (Urk. 191) der jeweils 

anderen Partei bzw. dem Prozessbeistand der Verfahrensbeteiligten zugestellt 

(Urk. 194 S. 3 f.). Nach Eingang und Zustellung weiterer Eingaben der Parteien 

(Urk. 195, Urk. 200 und Urk. 204) zog die Klägerin ihr Gesuch um vorsorgliche 

Massnahmen am 28. Mai 2020 zurück (Urk. 205-206), woraufhin auch der Be-

klagte seine entsprechenden Anträge grösstenteils zurückzog und einzig noch am 

Gesuch um vorzeitige Vollstreckung sowie an der Eventual-Anschlussberufung 

- 17 - 

festhielt (Urk. 209 S. 3). Mit Beschluss vom 16. Juli 2020 wurde auf die Eventual-

Anschlussberufung des Beklagten kostenpflichtig nicht eingetreten, das Mass-

nahmebegehren der Klägerin als gegenstandslos geworden abgeschrieben, wur-

den die mit Verfügung vom 26. März 2020 superprovisorisch getroffenen Anord-

nungen aufgehoben, die Massnahmebegehren Ziffern 2-5 des Beklagten durch 

Rückzug erledigt abgeschrieben und der beklagtische Antrag auf vorzeitige Voll-

streckung sowie der Eventualantrag auf Ausdehnung des Besuchsrechts für die 

Dauer des Verfahrens abgewiesen (Urk. 213 S. 11 f.). Auf das in der Folge hin-

sichtlich des Beschlusses vom 16. Juli 2020 vom Beklagten eingereichte Wieder-

erwägungsgesuch vom 27. Juli 2020 (Urk. 214) wurde mit Beschluss vom 

7. August 2020 nicht eingetreten. Zugleich wurde den Parteien sowie dem 

Rechtsbeistand der Verfahrensbeteiligten unter anderem je eine Kopie des Be-

richts der Beiständin vom 6. August 2020 (Urk. 218) zugestellt (Urk. 220 S. 7 f.). 

Daraufhin verlangte der Beklagte mit Eingabe vom 20. August 2020, dass dieser 

Bericht 'aus dem Recht' gewiesen werde (Urk. 221), wogegen die Klägerin oppo-

nierte (Urk. 223). Der Antrag des Beklagten wurde mit Beschluss vom 29. Oktober 

2020 abgewiesen (Urk. 234 S. 4).  

5. Der Kindsvertreter nahm innert der ihm mit Verfügung vom 31. August 2020 

angesetzten Frist (Urk. 222 S. 3) zur Berufungsschrift und Berufungsantwort Stel-

lung (Urk. 224) und die Parteien liessen sich innert der ihnen mit Verfügung vom 

2. Oktober 2020 angesetzten (Urk. 225 S. 3) und danach erstreckten Frist 

(Urk. 226-227) zu den Äusserungen des Kindsvertreters vernehmen (Urk. 228 

und Urk. 231). Vom Beklagten wurde der Antrag gestellt, der Klägerin sei zu ver-

bieten, ohne gerichtliche Zustimmung ihren Wohnsitz zu ändern, und es sei fest-

zustellen, dass sich der Wohnsitz von C._____ vorderhand in F._____ befinde 

(Urk. 231 S. 4). Auf diesen Antrag wurde mit Beschluss vom 29. Oktober 2020 

nicht eingetreten (Urk. 234 S. 4). Schliesslich wurden die in der Folge eingegan-

genen Eingaben der Parteien (Urk. 235, Urk. 236, Urk. 239, Urk. 245 und Urk. 

248) der jeweiligen Gegenpartei und der Verfahrensbeteiligten zugestellt (Urk. 

237/1-2, Urk. 238/1-2, Urk. 242/1-2, Urk. 246 S. 3 und Urk. 249). Genauso wurde 

die Eingabe der Beiständin vom 11. Dezember 2020 (Urk. 243) sämtlichen Betei-

ligten zur Kenntnis gebracht (Urk. 244/1-3). Das Verfahren erweist sich nunmehr 

- 18 - 

als spruchreif, weshalb auf einen weiteren Schriftenwechsel sowie auf eine Beru-

fungsverhandlung verzichtet werden kann, was den Parteien mit Verfügung vom 

14. Januar 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 246 S. 3). 

B. Prozessuales 

1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Dispositiv-

Ziffern 2, 4, 8-9, 11, 13 und 15-17 des angefochtenen Entscheids. Die Dispositiv-

Ziffern 1, 3, 5-7, 10, 12 und 14 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft 

erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. 

2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 

3. In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend ge-

nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen 

Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel lei-

det. Dies setzt die genügende Bezeichnung der angefochtenen vorinstanzlichen 

Erwägungen sowie eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen voraus 

(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; 

BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat 

sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grund-

satz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfah-

ren eine Relativierung (BK ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Ungeachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der 

Rechtsanwendung weder an die in den Parteieingaben geltend gemachten Argu-

- 19 - 

mente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 

vom 25. November 2013, E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-

Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013, S. 652 N 1507). Die 

dargelegten Anforderungen an die Begründung einer Berufung gelten sinngemäss 

auch für die Berufungsantwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, 

nicht publiziert in BGE 142 III 271). 

4. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime 

(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht 

ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien 

gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das Ver-

bot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 30b). 

Diese Maximen wirken umfassend, d. h. zugunsten sämtlicher Parteien 

(BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Trotz 

Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzu-

tragen und bei der Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken. 

Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständi-

gen und bestimmten Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu be-

zeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2). 

Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027 

vom 18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinweisen). 

5. Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im 

Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, 

wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 

III 349 E. 4.2.1). 

  

- 20 - 

C. Obhut 

1. Die Vorinstanz beliess die elterliche Sorge über C._____ beiden Parteien 

und ordnete ab dem 1. Juli 2020 eine alternierende Obhut mit ungefähr hälftigen 

Betreuungsanteilen an (Urk. 156 Dispositiv-Ziffern 1 und 2). Die Klägerin bean-

tragt berufungsweise, C._____ sei unter ihrer alleinigen Obhut zu belassen, wobei 

sie dem Beklagten das eingangs aufgeführte Besuchsrecht einräumen will 

(Urk. 155 S. 2 f.). Der Beklagte verlangt im Hauptstandpunkt die Abweisung der 

Berufung (Urk. 173 S. 2). 

2. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist auf Begehren eines Elternteils oder 

des Kindes die Anordnung einer alternierenden Obhut zu prüfen (Art. 298b Abs. 

3ter ZGB). Das Gesetz definiert nicht, bei welchen Betreuungsverhältnissen von 

einer alternierenden Obhut auszugehen ist. Das Bundesgericht hielt in diesem 

Zusammenhang fest, die Bedeutung der "Obhut" reduziere sich auf die "faktische 

Obhut", daher auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und auf die 

Ausübung der Rechte und Pflichten in Zusammenhang mit seiner Pflege und lau-

fenden Erziehung (BGer 5A_418/2019 vom 29. August 2019, E. 3.5.2). In diesem 

Sinne wurde zum inhaltsgleichen Art. 298 Abs. 2ter ZGB bereits früher klargestellt, 

dass die Bestimmung nicht nur bei einer hälftigen Betreuung zur Anwendung ge-

lange, sondern auch dann zum Tragen komme, wenn ein Elternteil sein Kind auch 

unter der Woche betreuen wolle, anstatt es nur über das Wochenende zu sich auf 

Besuch zu nehmen (BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1). Das Gericht 

hat gestützt auf festgestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit ei-

ne sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut 

als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes entspricht. 

Unter den Kriterien, auf die es bei dieser Beurteilung ankommt, ist zunächst die 

Erziehungsfähigkeit der Eltern hervorzuheben, und zwar in dem Sinne, dass die 

alternierende Obhut grundsätzlich nur dann in Frage kommt, wenn beide Eltern 

erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische 

Massnahmen und gegenseitige Informationen. Insofern setzt die praktische Um-

setzung einer alternierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit 

sind, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. 

- 21 - 

Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer alternierenden Betreuungs-

regelung widersetzt, kann indessen nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Koope-

rationsfähigkeit der Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im 

Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Betracht fallen, wo die El-

tern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich 

anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Folge, dass sie 

ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt 

in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwider-

läuft. Zu berücksichtigen ist ferner die geo-graphische Situation, namentlich die 

Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern, und die Stabilität, welche 

die Weiterführung der bisherigen Regelung für das Kind gegebenenfalls mit sich 

bringt. In diesem Sinne fällt die alternierende Obhut eher in Betracht, wenn die El-

tern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreuten. Weitere Ge-

sichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das 

Alter des Kindes, seine Wünsche sowie seine Beziehungen zu (Halb- oder Stief-

)Geschwistern und seine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld. Während die 

alternierende Obhut in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit beider Eltern voraus-

setzt, sind die weiteren Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je 

nach den konkreten Umständen des Einzelfalls von unterschiedlicher Bedeutung. 

Das Kriterium der Stabilität und dasjenige der Möglichkeit zur persönlichen Be-

treuung des Kindes spielen bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. 

Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen 

Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum ver-

dient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die geografi-

sche Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation 

erfordert. Folgt aus der Beurteilung, dass eine alternierende Obhut nicht im Kin-

deswohl ist, ist anhand der vorstehenden Kriterien zu entscheiden, welchem El-

ternteil die Obhut über das Kind zuzuteilen ist. Zusätzlich ist die Fähigkeit eines 

jeden Elternteils zu würdigen, den Kontakt zwischen dem Kind und dem andern 

Elternteil zu fördern (BGE 142 III 612 E. 4.2 - 4.4 mit weiteren Hinweisen). 

3. Die Vorinstanz geht aufgrund der durchwegs positiven Effekte einer geteilten 

Obhut von der Prämisse aus, ein derartiges Betreuungsmodell liege grundsätzlich 

- 22 - 

im Interesse des Kindes. Die Obhut sei daher nur dann einem Elternteil alleine 

zuzuweisen, wenn einer der in Betracht zu ziehenden Faktoren eine Gefährdung 

des Kindeswohls vermuten lasse. Vorliegend sei die Erziehungsfähigkeit beider 

Parteien gutachterlich bestätigt worden und sie seien beide als wichtige Bezugs-

personen von C._____ auszumachen. Die Kriterien der persönlichen Beziehung 

und der Kontinuität und Stabilität würden eher für eine alleinige Obhut der Kläge-

rin sprechen. Bis zum Auszug der Klägerin hätten die Parteien C._____ gemein-

sam betreut. Danach sei es bis September 2017 nur zu einzelnen Treffen zwi-

schen C._____ und dem Beklagten gekommen. Nachdem es im September 2017 

wieder zu Besuchen gekommen sei, habe die hiesige Kammer für die Zeit vom 

20. November bis 15. Dezember 2017 ein Besuchsrecht von vier Stunden an zwei 

Tagen in der Woche beschlossen. Seit dem 16. Dezember 2017 sehe der Beklag-

te C._____ jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis 13:00 Uhr sowie an einem Tag 

am Wochenende von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr. C._____ besuche darüber hinaus 

an vier Tagen pro Woche die Krippe und werde in der übrigen Zeit durch die Klä-

gerin betreut. Trotz entsprechenden Anregungen der Klägerin sei es bislang nicht 

zu einer Ausdehnung des Besuchsrechts gekommen. Da der Beklagte jedoch be-

reits Kontakt zu C._____ habe und eine Übergangsphase vorzusehen wäre, spre-

che das bisherige Modell auch nicht per se gegen eine geteilte Obhut. Eine Um-

stellung der Betreuung stelle für sich genommen noch keine Kindeswohlgefähr-

dung dar. Ohnehin seien Veränderungen in den Verhältnissen bei Kindern im Al-

ter von C._____ an der Tagesordnung. Zudem werde C._____ bereits heute 

durch verschiedene Personen betreut. Aufgrund der bisher wesentlich grösseren 

Betreuungsanteile der Klägerin sei diese die Hauptbetreuungs- und Hauptbe-

zugsperson von C._____. Die persönliche Beziehung der Parteien zu C._____ sei 

jedoch als gleichwertig zu betrachten bzw. es sei davon auszugehen, dass auch 

der Beklagte eine wichtige Bezugsperson von C._____ sei. Die Gutachterin habe 

die Beziehung zwischen C._____ und dem Beklagten bereits im Mai 2018 als po-

sitiv beurteilt und auch die Klägerin selbst bezeichne diese als gut (Urk. 156 S. 23 

ff.). Da beide Parteien eine Reduktion ihres Arbeitspensums auf 80 % in Aussicht 

gestellt hätten und die jeweiligen Betreuungskonzepte realistisch erscheinen wür-

den und unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Betreuung als gleichwertig zu 

- 23 - 

qualifizieren seien, spreche das Kriterium der persönlichen Betreuung nicht gegen 

eine geteilte Obhut (Urk. 156 S. 25). Ebenso würden die geographischen Gege-

benheiten eine geteilte Obhut begünstigen, weil das örtliche und soziale Umfeld 

von C._____ auch bei einer Betreuung durch den Beklagten erhalten bliebe (Urk. 

156 S. 26). Als entscheidend erachtet die Vorinstanz die Frage, ob die massge-

blich durch die Persönlichkeitsstile der Parteien verursachten Konflikte zukünftig 

zu einer derartigen Mehrbelastung für C._____ führen würden, dass das Kindes-

wohl deshalb als gefährdet zu erachten sei (Urk. 156 S. 27). Selbst absolut und 

dauernd fehlende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit würde das Kin-

deswohl nach Ansicht der Vorinstanz nicht gefährden, wenn der Elternkonflikt 

vom Kind ferngehalten werden könne. Da es im Rahmen eines Besuchsrechts zu 

mehr persönlichen Kontakten zwischen den Eltern komme als bei einer hälftigen 

Betreuung durch die Parteien und da die Parteien sich aufgrund der gemeinsa-

men elterlichen Sorge ohnehin betreffend erziehungsrelevante Fragen regelmäs-

sig absprechen müssten, sei ihre fehlende Kommunikations- und Kooperationsfä-

higkeit von eingeschränkter Relevanz. Zu der von der Klägerin gewünschten Ent-

flechtung komme es auch bei einer alleinigen Obhut nicht. Zudem sei gestützt auf 

BGE 142 III 617 E. 3.2.3 anzunehmen, dass bei kleinen Kindern und nahe beiei-

nander gelegenen Wohnorten der Eltern ein allfälliger Konflikt weniger schädlich 

für das Kind sei. Aufgrund dessen, dass beide Parteien grundsätzlich ihren Kom-

munikationswillen kundgetan hätten, der Elternkonflikt teilweise auch aus pro-

zesstaktischen Gründen "angeheizt" werde, die Beistandschaft deeskalierend wir-

ke und auch von der Mediation und den Psychotherapien der Parteien eine beru-

higende Wirkung zu erwarten sei, bestehe die begründete Hoffnung, dass sich 

der Konflikt derart beruhigen werde, dass normale Gespräche zwischen den Par-

teien möglich würden. Eine Gefährdung des Kindeswohls sei nicht kausal mit der 

geteilten Obhut, sondern – wenn überhaupt – mit dem zwischen den Parteien 

herrschenden Machtkampf verknüpft, den C._____ derzeit noch nicht in seiner 

Fülle mitbekomme und der mit Abschluss des vorliegenden Verfahrens und nach 

Durchführung der notwendigen Kindesschutzmassnahmen voraussichtlich ab-

schwellen werde. Insgesamt erscheine die Anordnung einer geteilten Obhut mit 

- 24 - 

den im (vorinstanzlichen) Urteil vorgesehenen Betreuungsanteilen deshalb als die 

dem Kindeswohl am besten dienende Alternative (Urk. 156 S. 27 ff.). 

4.1 Erziehungsfähigkeit 

4.1.1  Die Klägerin äussert die Vermutung, C._____s Neurodermitis-Erkrankung 

sei auf den zwischen den Parteien herrschenden Konflikt zurückzuführen. 

C._____ habe ihr gegenüber zudem mehrfach gesagt, dass Papi traurig sei, wenn 

sie nicht da sei. Mutmasslich rede der Beklagte C._____ ein, wie traurig er sei, 

wenn er sie nicht sehe, was den Loyalitätskonflikt anheize und C._____ ein 

schlechtes Gewissen mache (Urk. 155 S. 22). Verschiedentlich sei es in der Ver-

gangenheit zu Äusserungen oder Verhaltensweisen des Beklagten gekommen, 

die auf eine fehlende Bindungstoleranz schliessen liessen. So habe er Anfragen 

betreffend Ferien der Klägerin mit C._____ zuerst nicht beantwortet und bei der 

Beiständin hierzu gesagt, dass dies die ersten Ferien in C._____s Leben wären 

und er verhindern wolle, dass die Bindung zwischen C._____ und der Klägerin 

noch mehr gestärkt werde. Zudem habe die Beiständin ihn aufgefordert, nicht zu 

fördern, dass C._____ seine neue Lebenspartnerin 'Mama H._____' nenne (Urk. 

188 S. 13). 

4.1.2  Der Beklagte will zusammen mit seiner Psychotherapeutin bei C._____ 

psychische Auffälligkeiten erkannt haben, welche aus Sicht der Psychotherapeu-

tin auf eine induzierte Entfremdung zurückzuführen seien. Deren Ursache liege 

darin, dass die Klägerin C._____s Beziehung zu ihm zu verhindern versuche. Die 

Klägerin verfüge über keine Bindungstoleranz und wolle das Kind einzig für sich 

haben, zumindest wolle sie es aber nicht beim Vater wissen. Besorgt zeigt sich 

der Beklagte auch aufgrund von gemäss seinen Angaben in letzter Zeit gehäuft 

wiederkehrenden Äusserungen von C._____ gegenüber ihm. C._____ äussere 

unbegründete Ängste und Vorwürfe, welche auch als eine unbegründete Nichtan-

erkennung oder gar feindlich abwehrend interpretiert werden könnten. Diese auf-

fälligen Tendenzen könnten sich nach Ansicht des Beklagten bei der Fortsetzung 

des bisherigen Betreuungskonzepts verstärken und das Kindeswohl gefährden. 

C._____ übernehme die indoktrinierten Gefühle der Mutter und es bestehe die 

Gefahr, dass sie sich zu spalten beginne, um sich schliesslich aus Selbstschutz 

- 25 - 

vollständig von ihm abzuwenden. Werde er wie bislang systematisch entwürdigt, 

erniedrigt und als weniger gut qualifiziert, führe dies zu psychologischen Proble-

men oder gar zu einer Erkrankung von C._____. Auch die Klägerin gehe von ei-

ner konkreten Gefährdung des Kindeswohls aus. Bis zum Beschluss des Oberge-

richts vom 20. November 2017 habe ihm die Klägerin C._____ faktisch entzogen 

(Urk. 173 S. 4 ff.). Zudem sei unbestritten, dass die Klägerin unbegründete Ängs-

te habe. Sie sei unfähig, die Beziehung von C._____ zu ihm zu fördern oder in 

Veränderungen Positives für C._____ zu erkennen, und sie könne C._____ zu 

nichts Neuem ermutigen. Es bestehe die Gefahr, dass sich C._____ unter der 

Obhut der Klägerin nicht gut entwickeln und von ihr weiter monopolisiert und in-

strumentalisiert werde (Urk. 173 S. 17). Auch hätten die Mediatoren bei der Klä-

gerin eine "ungesunde Borderline-Geschichte" festgestellt, welche es abzuklären 

gelte (Urk. 210 S. 2). 

4.1.3  Der Kindsvertreter führt aus, die Klägerin berichte von manipulativem Ver-

halten des Beklagten, dieser wiederum von besorgniserregenden Aussagen von 

C._____. Es werde versucht, über C._____ die andere Partei in ein schlechtes 

Licht zu rücken bzw. C._____ dahingehend zu manipulieren, dass beim anderen 

Elternteil ein gewisses Verhalten ausgelöst werde. Zudem habe sich der Konflikt 

auch auf die Partner der Parteien und deren Kinder ausgeweitet, weshalb die Ge-

fahr eines Loyalitätskonflikts massiv gestiegen sei (Urk. 224 S. 9 f.). Dass bei 

C._____ bereits erste Ansätze eines Entfremdungssyndroms zu erkennen seien, 

halte er für eher unwahrscheinlich. So führe der Beklagte selbst aus, dass 

C._____ gar nicht mehr nach Hause gehen und ihn mehr sehen wolle, wenn sie 

bei ihm sei (Urk. 224 S. 15). 

4.1.4  Wie bereits erwähnt, erachtet die Vorinstanz beide Parteien als erziehungs-

fähig (Urk. 156 S. 23 f.). Dies wird auch durch das von der Vorinstanz eingeholte 

Gutachten vom 26. Mai 2018 bestätigt. Die Gutachterin weist allerdings auf Ein-

schränkungen bezüglich der Kooperationsfähigkeit und der Bindungstoleranz bei 

beiden Parteien hin. Dies sei zum Teil den Belastungen und Persönlichkeiten der 

Parteien, vor allem aber der destruktiven Dynamik, die sie zusammen entwickeln 

würden, den negativen gegenseitigen Erfahrungen mit massivem Vertrauensver-

- 26 - 

lust und der weiterhin anhaltenden gegenseitigen Verstrickung geschuldet 

(Urk. 75 S. 61). Dass in der Trennung so heftige Konflikte hätten ausbrechen 

können, sei auf die schlechte Passung der beiden Persönlichkeitsstile zurückzu-

führen, verbunden mit dem hohen Stellenwert des Kindes im Leben beider Partei-

en, welche vor allem durch den akuten Kinderwunsch verbunden gewesen seien 

und in der kurzen Beziehungsphase keine Vertrauensbasis und funktionale Zu-

sammenarbeit hätten etablieren können (Urk. 75 S. 54). Bei beiden Parteien sei 

nicht von einer Persönlichkeitsstörung auszugehen (Urk. 75 S. 54, S. 62 und S. 

64). Allerdings würden sie beide Persönlichkeitszüge aufweisen, welche sich im 

gegenseitigen Umgang als schwierig erweisen würden. Namentlich sei ihnen die 

starke Abwehr gegenüber eigenen Unzulänglichkeiten gemeinsam. Beim Beklag-

ten seien zudem eine gewisse Theatralik und manipulative Tendenzen zu erken-

nen (Urk. 75 S. 54 f.) Bei der Klägerin sei eine erhöhte Unsicherheit und Ängst-

lichkeit gegenüber C._____s Wohlbefinden zu beobachten. Die tendenzielle 

Überbehütung wirke sich allerdings nicht belastend für C._____ aus (Urk. 75 S. 

62 f.). Im konkreten Erziehungsverhalten gegenüber C._____ seien bei beiden 

Parteien keine nennenswerten Einschränkungen festzustellen. Sie seien beide 

ausserordentlich engagierte Eltern (Urk. 75 S. 61). 

4.1.5  Die von beiden Parteien thematisierte Bindungstoleranz bezeichnet nach 

der Rechtsprechung die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinder-

belangen zusammenzuarbeiten und insbesondere die Beziehung zum anderen 

Elternteil zuzulassen und aktiv zu fördern (BGer 5A_351/2018 vom 23. Oktober 

2018, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Der Kontaktaufbau zwischen C._____ und 

dem Beklagten war anfangs mit erheblichen Widerständen von Seiten der Kläge-

rin verbunden (vgl. Urk. 156 S. 25). Namentlich äusserte sie zahlreiche Ängste in 

Zusammenhang mit einer fürsorglichen Betreuung von C._____ durch den Be-

klagten (u. a.: Urk. 1 S. 4; Urk. 35 S. 15 f.; Prot. VI S. 28 f., S. 35 und S. 37). 

Nachdem das gegenwärtig praktizierte Besuchsrecht des Beklagten als vorsorgli-

che Massnahme angeordnet worden war (Urk. 66 S. 14), kam es gemäss den un-

bestritten gebliebenen Behauptungen der Klägerin mit Ausnahme von drei krank-

heits- bzw. quarantänebedingten Ausfällen immer zu den angeordneten Besu-

chen (Urk. 127 S. 6; Urk. 188 S. 6). Auch die während der Sistierung des Be-

- 27 - 

suchsrechts aufgrund der COVID-19-Pandemie angeordneten täglichen Kontakte 

per Videotelefonie wurden bis auf einen technisch bedingten Ausfall durchgeführt 

(Urk. 188 S. 13). Wenngleich die Klägerin bislang kaum über die angeordnete 

Regelung hinausgehende Kontakte zwischen C._____ und dem Beklagten zu-

liess, kann ihr die Bindungstoleranz nicht abgesprochen werden. Insbesondere 

konnte sie die noch vor Vorinstanz geäusserten Ängste abbauen und erhebt in-

zwischen – entgegen der Ansicht des Beklagten (Urk. 173 S. 10) – in Zusammen-

hang mit einer fürsorglichen Betreuung von C._____ durch den Beklagten keine 

Vorwürfe mehr. Die Befürchtungen des Beklagten sind weitgehend hypothetischer 

Natur und beziehen sich nicht auf konkrete Umstände. Mit dem Kindsvertreter ist 

davon auszugehen, dass bei C._____ keine Hinweise auf ein Entfremdungssyn-

droms zu erkennen sind. Insbesondere sind keine Verhaltensauffälligkeiten er-

sichtlich, welche einen derartigen Schluss nahelegen würden (zur Neurodermitis-

Erkrankung vgl. nachfolgend E. C/4.1.6). Solche wurden vom Beklagten im Übri-

gen auch nicht substantiiert geltend gemacht. Ebenso werden seine Behauptun-

gen, die Klägerin würde C._____ monopolisieren und instrumentalisieren und ihn 

entwürdigen und erniedrigen, nicht weiter substantiiert. Der funktionierende Kon-

takt zwischen C._____ und dem Beklagten lässt im Übrigen derartige Verhal-

tensweisen nicht vermuten. Auch die vom Beklagten erwähnten Aussagen von 

C._____ sind für sich genommen wie auch in der Summe nicht geeignet, die Bin-

dungstoleranz und damit die Erziehungsfähigkeit der Klägerin ernsthaft in Frage 

zu stellen. Eine detaillierte Abhandlung dieser Behauptungen kann unter diesen 

Umständen unterbleiben. Die Vorwürfe, welche der Beklagte gemäss den Ausfüh-

rungen des Kindsvertreters diesem gegenüber telefonisch geäussert hat (Urk. 224 

S. 9), hat der Beklagte selbst nie in den Prozess eingebracht; er kommentiert die 

entsprechenden Ausführungen des Kindsvertreters nicht einmal (vgl. Urk. 231). 

Bereits aus diesem Grund ist darauf nicht weiter einzugehen. Schliesslich bleibt 

die Behauptung des Beklagten, bei der Klägerin sei eine ungesunde Borderline-

Geschichte festgestellt worden (Urk. 210 S. 2), gänzlich unsubstantiiert. Ohnehin 

erscheint aber wenig wahrscheinlich, dass dies der Gutachterin im Rahmen ihrer 

umfangreichen Abklärungen entgangen wäre, den Mediatoren dagegen in der 

einzigen Mediationssitzung aufgefallen sein soll, wobei sich darüber hinaus die 

- 28 - 

Frage stellen würde, inwieweit sie zu solchen "Diagnosen" befähigt wären. Es 

kann demnach festgehalten werden, dass gestützt auf die Ausführungen des Be-

klagten bei der Klägerin keine relevanten Einschränkungen der Bindungstoleranz 

auszumachen sind. 

4.1.6  Auch die von der Klägerin hinsichtlich der Bindungstoleranz des Beklagten 

geäusserten Bedenken erweisen sich als unbegründet. Gestützt auf die multifak-

torielle und bei Kindern sehr verbreitete Neurodermitis-Erkrankung (Prävalenz bei 

Kindern von bis zu 20 %; …, Update atopische Dermatitis, S. 16 [abrufbar unter: 

https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/43890/1/Atopische_Dermatitis_V.pdf, zuletzt be-

sucht am 9. April 2020, 11:30 Uhr]) auf eine dem Beklagten zuzuschreibende 

emotionale Belastung von C._____ zu schliessen, ist nicht angezeigt. Namentlich 

wurden auch keine weiteren Beschwerden oder Verhaltensauffälligkeiten geltend 

gemacht. Soweit vom Beklagten gefördert wird, dass C._____ seine Lebenspart-

nerin als 'Mama H._____' bezeichnet, ist das in der vorliegenden Konstellation 

zwar nicht angebracht. Dass der Beklagte solches in der Absicht tun würde, die 

Klägerin zu verletzen, ist indes nicht ersichtlich. Sollte der Beklagte C._____ mit-

teilen, dass er traurig sei, wenn sie nicht bei ihm sei, ist das als Ausdruck seiner 

Zuneigung zu betrachten. Es kann ihm in diesem Zusammenhang nicht unterstellt 

werden, absichtlich einen Loyalitätskonflikt zu schüren. Schliesslich kann dem 

Beklagten unter dem Titel Bindungstoleranz auch nicht vorgeworfen werden, dass 

er nicht bereit war, zugunsten von Ferien der Klägerin auf sein Besuchsrecht zu 

verzichten. Seine diesbezügliche Begründung erweist sich allerdings als unange-

bracht (Urk. 190/21 S. 11). Dennoch kann einzig gestützt darauf nicht auf eine 

eingeschränkte Bindungstoleranz geschlossen werden.  

4.1.7  Die Feststellung des Kindsvertreters, wonach über C._____ versucht wer-

de, die Gegenpartei in ein schlechtes Licht zu rücken bzw. C._____ dahingehend 

zu manipulieren, dass beim anderen Elternteil ein gewisses Verhalten ausgelöst 

werde, stützt sich auf die vorstehend abgehandelten Behauptungen der Parteien. 

Anderweitige konkrete Umstände, aufgrund derer einer Partei die Erziehungsfä-

higkeit abzusprechen wäre, werden nicht vorgebracht. Weitere Ausführungen er-

übrigen sich insoweit an dieser Stelle. 

- 29 - 

4.1.8  Zusammenfassend sind beide Parteien trotz der entsprechenden Vorbrin-

gen als erziehungsfähig zu erachten, wie dies bereits im Gutachten schlüssig 

dargelegt wurde. Da sich bei den Parteien seit der Begutachtung hinsichtlich ihrer 

Erziehungsfähigkeit keine relevanten Änderungen zugetragen haben, ist das Gut-

achten in dieser Hinsicht auch weiterhin aktuell. 

4.2 Kontinuität und Stabilität sowie persönliche Beziehung 

4.2.1  Die Klägerin hält fest, dass sie auch heute, wie schon zum Zeitpunkt der 

Erstellung des Gutachtens, die Hauptbetreuungs- und Hauptbezugsperson von 

C._____ sei, weshalb die Vorinstanz C._____s persönliche Beziehung zu den 

Parteien zu Unrecht als gleichwertig bezeichnet habe. Es sei nicht abgeklärt wor-

den, ob der Beklagte eine wichtige Bezugsperson von C._____ sei. Zudem sei 

ausser Acht gelassen worden, dass C._____ sich unter dem gelebten Betreu-

ungsmodell sehr gut entwickelt habe. Sie habe nicht darunter gelitten, dass der 

Beklagte die Obhut nicht innegehabt habe, und habe im Rahmen des bestehen-

den Besuchsrechts eine gute Bindung zu ihm aufbauen können (Urk. 155 S. 12 

f.). Weiter könne nur bedingt auf die Zeit abgestellt werden, während der die Par-

teien einen gemeinsamen Haushalt geführt hätten. Unter Berücksichtigung des 

Spitalaufenthalts nach der Geburt und der Ferien des Beklagten sei eine gemein-

same Betreuung maximal während acht Wochen ausgeübt worden, wobei sie 

auch damals schon die Hauptbezugsperson von C._____ gewesen sei. Dies zum 

einen aufgrund des Stillens, zum andern, weil der Beklagte zu 100 % gearbeitet 

habe. Die Vorinstanz habe zudem den Umstand vernachlässigt, dass das Be-

suchsrecht einzig aufgrund der mangelhaften Kooperation des Beklagten bislang 

nicht ausgedehnt worden sei. Schliesslich bestätigt die Klägerin, dass C._____ 

durch verschiedene Personen (Grossmutter und Mitarbeiter der Krippe) betreut 

werde. Allerdings hätten diese Personen seit Beginn nicht gewechselt und weise 

die Betreuung seit jeher eine grosse Konstanz auf. Zudem sei sich C._____ ge-

wohnt, jeden Morgen und Abend von ihr betreut zu werden. Ferner schlafe sie in 

der Nacht teilweise noch nicht durch und suche ihre Nähe. Es bleibe im Übrigen 

unklar, welche Veränderungen in den Verhältnissen bei Kindern in C._____s Alter 

- 30 - 

an der Tagesordnung stünden, wie dies die Vorinstanz ausführe (Urk. 155 S. 14 

ff.). 

4.2.2  Der Beklagte äussert sich im Berufungsverfahren nicht zur persönlichen 

Beziehung und der Kontinuität und Stabilität (Urk. 173). 

4.2.3  Der Kindsvertreter hält es für wohl unbestritten, dass die Klägerin die wich-

tigste Bezugsperson von C._____ sei. In Zusammenhang mit der Betreuung 

durch den Beklagten sei dies allerdings nicht relevant. Es gehe einzig um die Fra-

ge, ob das Kindeswohl bei einer Ausdehnung der Betreuung durch den Beklagten 

gefährdet werde. Weiter könne aus dem unbestrittenen Umstand, dass sich 

C._____ bislang gut entwickelt habe, nicht der Schluss gezogen werden, es be-

stehe kein Bedarf, den Kontakt zum Beklagten auszubauen. Für unsachgemäss 

hält der Kindsvertreter die Kritik der Klägerin in Zusammenhang mit der bisheri-

gen Betreuung. Augenscheinlich stelle es kein Problem für die Alltagsstrukturen 

und den Tagesrhythmus von C._____ dar, wenn neue Bezugspersonen wie Kita-

Betreuerinnen oder die Grossmutter sowie ein neuer Partner samt zwei neunjäh-

rigen Kindern integriert würden. Offensichtlich dürften Veränderungen nach An-

sicht der Klägerin nur nichts mit dem Beklagten zu tun haben, ansonsten sie prob-

lemlos gemeistert würden (Urk. 224 S. 11 ff.).  

4.2.4  Entgegen den Ausführungen der Klägerin stellte die Vorinstanz nicht auf die 

Verhältnisse vor der Trennung ab. Auch wurde der bisherigen Betreuungssituati-

on nicht grundsätzlich eine untergeordnete Bedeutung beigemessen (vgl. 

Urk. 156 S. 25 f.). Indem die Vorinstanz den bereits bestehenden Kontakt des Be-

klagten zu C._____ und die vor der Installierung der alternierenden Obhut vorzu-

sehende Übergangsfrist der bisherigen Betreuungssituation gegenüberstellte, 

wurde die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für 

C._____ naturgemäss mit sich bringen würde, allerdings in unzulässiger Weise 

relativiert. Die bereits bestehende Beziehung des Beklagten zu C._____ ist in ei-

ner gesamthaften Würdigung miteinzubeziehen. Am Umstand, dass die bisherige 

Betreuungssituation gegen eine alternierende Obhut spricht, ändert dies aller-

dings nichts. Ebenso vermag die Annahme, dass die Umstellung der Betreuungs-

situation nicht mit einer Gefährdung des Kindeswohls einhergehe, nichts daran zu 

- 31 - 

ändern, dass Stabilität dem Kindeswohl grundsätzlich zuträglich ist. In diesem 

Sinne hält auch die Gutachterin fest, dass Kontinuität ein wichtiger Aspekt für die 

ruhige Entwicklung von C._____ sei (Urk. 75 S. 59). Das Kriterium der Stabilität 

und der Kontinuität spricht daher, ungeachtet der bisherigen Betreuung von 

C._____ auch durch die Grossmutter und in der Krippe, gegen eine alternierende 

Obhut.  

4.2.5  Als nicht weiterführend erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz, wo-

nach Veränderungen bei Kindern in C._____s Alter an der Tagesordnung seien. 

Zum einen bemerkt die Klägerin in diesem Zusammenhang richtigerweise, dass 

unklar bleibe, von welchen Veränderungen überhaupt die Rede ist, zum andern 

ist es, wie sich aus der bereits wiedergegebenen Aussagen der Gutachterin ablei-

ten lässt, eine Tatsache, dass häufige grundlegende Veränderungen für die Ent-

wicklung eines Kindes ungünstig sind (zur Kontinuität vgl. auch Staub, Das Wohl 

des Kindes bei Trennung und Scheidung, 2018, S. 131 ff.). Die Einführung einer 

alternierenden Obhut wäre eine solche grundlegende Veränderung. Dagegen ist 

der Einbezug von weiteren Bezugspersonen in C._____s Alltag bei gleichbleiben-

dem Betreuungskonzept nicht als derart weitreichend zu beurteilen.  

4.2.6  Dem Kindsvertreter ist insoweit zuzustimmen, als dass die gute Entwicklung 

von C._____ einer Ausdehnung der Kontakte zum Beklagten nicht entgegensteht. 

Unter dem Aspekt der Kontinuität und Stabilität kann daraus allerdings nichts ab-

geleitet werden. Gleiches gilt für die Behauptung der Klägerin, das Besuchsrecht 

sei einzig aufgrund der mangelhaften Kooperation des Beklagten bislang nicht 

ausgedehnt worden. 

4.2.7  Die Beziehung von C._____ zu den Parteien wird durchwegs als positiv be-

schrieben (u. a. Urk. 75 S. 60). Sie können folglich beide als wichtige Bezugsper-

sonen bezeichnet werden. In diesem Sinne äussert sich auch die Klägerin unmit-

telbar nachdem sie die Qualifizierung des Beklagten als wichtige Bezugsperson in 

Frage stellt, indem sie konstatiert, C._____ habe eine gute Bindung zum Beklag-

ten aufbauen können. Gleichwohl ist mit dem Kindsvertreter davon auszugehen, 

dass die Klägerin eindeutig die Hauptbezugsperson für C._____ ist. 

- 32 - 

4.2.8  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Kriterium der Stabilität und 

Kontinuität vorliegend klar gegen eine alternierende Obhut spricht. Weiter ist fest-

zustellen, dass beide Parteien eine gute Beziehung zu C._____ pflegen und wich-

tige Bezugspersonen für sie darstellen. Die Klägerin ist indes eindeutig als Haupt-

bezugsperson auszumachen. 

4.3 Persönliche Betreuung  

4.3.1  Nach Meinung der Klägerin wurden ihre Aussagen in Zusammenhang mit 

der persönlichen Betreuung negativ gewürdigt, da sie am Freitag nicht Home-

office mache, um C._____ rechtzeitig, sondern um sie früher aus der Krippe ab-

zuholen. Dagegen sei beim Beklagten von der Möglichkeit einer Pensumsredukti-

on ausgegangen worden, obgleich dieser wahrheitswidrig ausgeführt habe, sein 

Pensum bereits reduziert zu haben. Auch lägen für die angeblich zahlreich vor-

handenen Ferientage, welche es dem Beklagten erlauben würden, jeweils am 

Montag nicht zu arbeiten, keine Beweise vor (Urk. 155 S. 13). In Zusammenhang 

mit dem Betreuungskonzept weist die Klägerin zudem darauf hin, dass ihre Mutter 

bei Bedarf jeweils kurzfristig verfügbar sei, wogegen es beim Beklagten an einem 

solchen Auffangnetz fehle (Urk. 155 S. 16). 

4.3.2  Der Beklagte betont, dass er nicht arbeite, während er C._____ betreue 

(Urk. 173 S. 19). Mit seiner Freundin, mit welcher er im Konkubinat lebe und die 

selbst auch Mutter sei, verfüge er zudem über ein sehr effektives und kompeten-

tes Auffangnetz. Dagegen lebe die Mutter der Klägerin in Deutschland und sei 

aufgrund ihres Alters nur noch bedingt leistungsfähig (Urk. 173 S. 18).  

4.3.3  Der Kindsvertreter weist darauf hin, dass in diesem Zusammenhang einzig 

massgeblich sei, dass beide Parteien in der Lage seien, ihr Arbeitspensum um ei-

nen Tag zu reduzieren und an diesem Tag C._____ persönlich zu betreuen, so-

dass sie nur noch drei Tage in der Krippe fremdbetreut werden müsste (Urk. 224 

S. 12 f.). 

4.3.4  Der Ansicht des Kindsvertreters kann grundsätzlich vorbehaltlos gefolgt 

werden. Wenngleich sich die Formulierung der Vorinstanz hinsichtlich der persön-

- 33 - 

lichen Betreuung von C._____ durch die Klägerin am Freitag bereits ab 16:30 Uhr 

als etwas unglücklich erweist, ist dies nicht als entscheidwesentlich zu beurteilen. 

Vielmehr ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass beide Parteien 

die Möglichkeit haben, C._____ jeweils an einem Wochentag pro Woche persön-

lich zu betreuen. Ungeachtet des Grundsatzes, wonach von der Gleichwertigkeit 

von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen ist und die Möglichkeit der Eltern, 

das Kind persönlich zu betreuen, hauptsächlich dann eine Rolle spielt, wenn spe-

zifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Betreuung notwendig erschei-

nen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Randzeiten (morgens, abends 

und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde (BGer 

5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019, E. 2.1.2 mit weiteren Hinweisen), spricht der 

Umstand, dass durch die persönliche Betreuung durch beide Parteien die Fremd-

betreuung von C._____ reduziert werden könnte, vorliegend für eine alternierende 

Obhut. Dass auch der Beklagte C._____ persönlich betreuen könnte, kann ange-

sichts der mehrfach vorgelegten Bestätigung seiner Arbeitgeberin (u. a. Urk. 

212/27) nicht ernstlich in Zweifel gezogen werden. Nebst der Fremdbetreuung 

von Dienstag bis Donnerstag wäre eine persönliche Betreuung jeweils am Montag 

und Freitag dem Wohl von C._____ zuträglich, was letztlich auch die Klägerin an-

erkennt (Urk. 155 S. 14; Prot. VI S. 11). 

4.3.5  Die persönlichen Betreuungsmöglichkeiten sprechen folglich für eine alter-

nierende Obhut. Beide Parteien verfügen zudem auch in ausserordentlichen Situ-

ationen über die nötige Unterstützung bei den Betreuungsaufgaben. Der mit dem 

Alter und dem Wohnort der Mutter der Klägerin begründeten gegenteiligen An-

sicht des Beklagten kann nicht gefolgt werden, zumal die Mutter der Klägerin 

C._____ unbestrittenermassen in der Vergangenheit regelmässig betreut hat (vgl. 

Urk. 155 S. 16; Prot. VI S. 97). 

4.4 Geographische Gegebenheiten 

4.4.1  Die Klägerin hält in diesem Zusammenhang berufungsweise einzig fest, die 

Vorinstanz habe die geographischen Gegebenheiten viel zu stark gewichtet 

(Urk. 155 S. 16). Dies wird die nachfolgende Gesamtwürdigung (E. C/5) zeigen. 

An dieser Stelle genügt es, mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die geographi-

- 34 - 

schen Gegebenheiten für eine alternierende Obhut optimal sind. Im Übrigen sei in 

diesem Zusammenhang auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen (Urk. 156 S. 26). 

4.5 Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit 

4.5.1  Die Klägerin wendet gegen die vorinstanzlichen Erwägungen zur Kommuni-

kations- und Kooperationsfähigkeit im Wesentlichen ein, dass die Kommunikati-

onsunfähigkeit der Parteien keine Momentaufnahme sei, es seit April 2018 zu 

praktisch keiner persönlichen Übergabe gekommen sei und die Parteien sich nur 

anlässlich von Terminen bei der Beiständin persönlich begegnet seien. Als unzu-

treffend erweise sich die vorinstanzliche Interpretation der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung, wonach bei jüngeren Kindern und kurzen Distanzen ein Eltern-

konflikt weniger schädlich sei. C._____ sei aufgrund ihres Alters in hohem Masse 

auf die Eltern angewiesen und besitze noch nicht die Fähigkeit, sich eine eigene 

Meinung zu bilden, weshalb der Konflikt der Eltern sie stark färbe. Weiter bestrei-

tet die Klägerin, stur auf ihrem Standpunkt zu beharren. Sie habe dem Beklagten 

bereits im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen eine Ausdehnung seiner Be-

treuungszeit angeboten, was dieser jedoch abgelehnt habe. Ebenso habe sie zu-

gelassen, dass die krankheitsbedingt ausgefallenen Besuche nachgeholt würden, 

und auf Wunsch des Beklagten habe sie eine Drittperson für die Übergaben orga-

nisiert. Die Vorinstanz habe sich nicht mit ihren Beispielen betreffend die stetigen 

Widersprüche und Zweifel des Beklagten auseinandergesetzt. Zudem habe sie 

verkannt, dass sich der Elternkonflikt im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens 

überhaupt nicht beruhigt habe. Nach der Strafanzeige und der Gefährdungsmel-

dung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde habe der Beklagte gefor-

dert, dass die Übergaben nicht mehr von ihr gemacht würden. Weiter habe er sie 

angewiesen, nunmehr nur noch seine Geschäfts-Email-Adresse zu benutzen, 

weshalb sie ihm nun immer eine SMS schicken müsse, nachdem sie ihm ein 

Email gesendet habe. Plötzlich habe er auf eine Elterntherapie gepocht und 

schliesslich den letzten Termin bei der Beiständin mittendrin überstürzt verlassen. 

Zudem habe er seine Psychotherapeutin beauftragt, mit ihr persönlich Kontakt 

aufzunehmen. Entgegen der vorinstanzlichen Annahme geht die Klägerin davon 

- 35 - 

aus, dass sich die Situation trotz der angeordneten Mediation künftig nicht beruhi-

gen werde. Selbst die Vorinstanz sei davon ausgegangen, dass zehn Sitzungen 

nicht genügen würden. Auch der Beistandschaft sei bis heute kein deeskalieren-

der Einfluss zugekommen und der Konflikt habe sich aufgrund der Gespräche bei 

der Beiständin – die einzigen Anlässe, bei welchen die Parteien sich gesehen und 

miteinander gesprochen hätten – nicht verringert. Auch den Berichten der Bei-

ständin sei zu entnehmen, dass keine positiven, deeskalierenden Veränderungen 

festzustellen seien. Da die Akten der Beiständin im Urteil keine Erwähnung fän-

den, erscheine dieses auch insoweit als willkürlich und sachlich unbegründet. Aus 

diesen Akten werde ersichtlich, dass der Beklagte sich kaum je auf ein sinnvolles 

Gespräch habe einlassen können und die Übergaben bis ins kleinste Detail hätten 

geplant werden müssen. Das fehlende Vertrauen zeige sich auch am Geheimnis, 

welches der Beklagte um seine neue Lebenspartnerin mache. Weiter habe die 

Vorinstanz die Zweifel der Gutachterin betreffend kooperative Zusammenarbeit 

der Parteien übergangen. C._____ leide mutmasslich mit fortschreitendem Alter 

zunehmend am Elternkonflikt und werde durch die vorgesehene Regelung der 

dadurch verursachten Bedrohung ausgesetzt (Urk. 155 S. 17 ff.). Noch am Tag 

der Zustellung des angefochtenen Urteils habe der Beklagte sie telefonisch kon-

taktiert und ihr mitgeteilt, nun die alleinige Obhut erstreiten zu wollen, was in der 

Folge von seinem Anwalt explizit habe bestritten werden müssen. Die von ihr initi-

ierte Terminsuche für eine Mediation habe anfänglich nicht geklappt und der Be-

klagte habe sich an die Vereinbarung, wonach an der nächsten Sitzung ohne An-

wälte eine Lösung gesucht werde, nicht gehalten. Auch habe der Beklagte auf ih-

re Emails in provokativer Weise geantwortet und sich zudem geweigert, ihr mitzu-

teilen, wer die eigenmächtig von ihm ausgesuchten Pateneltern von C._____ sei-

en (Urk. 155 S. 30 ff.), und sie über seinen Umgang mit der COVID-19-Pandemie 

zu informieren (Urk. 176B S. 4 und S. 6; Urk. 188 S. 5). 

4.5.2  Aus Sicht des Beklagten ist die Kommunikation zwischen den Parteien gut 

und harmonisch und können alle wesentlichen Kinderbelange abgesprochen wer-

den (Urk. 173 S. 5). Die gegenteiligen Behauptungen der Klägerin würden einzig 

zur Verhinderung einer alternierenden Obhut vorgebracht. Der einzige Konflikt 

zwischen den Parteien betreffe die in vorliegendem Verfahren strittige Obhut. Er 

- 36 - 

selbst wolle Vertrauen schaffen und anständig kommunizieren, jegliche Provoka-

tionen verhindern und alle Vorgaben, Verbote und Befehle in Bezug auf C._____ 

erfüllen und einhalten. Er habe alles gemacht, was für ihn möglich gewesen sei, 

um mit der Klägerin bestmöglich zu kooperieren und mit ihr nicht zu streiten. Dies 

sei auch das Hauptziel seiner Psychotherapie gewesen (Urk. 173 S. 14 ff.). Die 

Vorwürfe der Klägerin in Zusammenhang mit der Gefährdungsmeldung seien drei 

Jahre her und daher nur Stimmungsmache (Urk. 173 S. 18). Er bestreitet, der 

Klägerin das vorinstanzliche Urteil triumphierend vorgehalten zu haben. Beim von 

der Klägerin erwähnten Telefonat sei es nicht um das Urteil gegangen. Zudem 

verhalte sie sich hinsichtlich der Mediation widersprüchlich. Er habe ein Interesse 

daran, Absprachen mit der Klägerin einzuhalten. Er sei zuverlässig, pflichtbewusst 

und verlässlich (Urk. 173 S. 20). 

4.5.3  Der Kindsvertreter hält es für ein unbestrittenes Fakt, dass die Parteien 

nicht vernünftig miteinander kommunizieren können (Urk. 168 S. 4). Während der 

pandemiebedingten Sistierung des Besuchsrechts des Beklagten und der ersatz-

weise durchgeführten Videotelefongespräche hätten sich beide Parteien über das 

Verhalten des jeweils anderen bei ihm beschwert, wobei wie üblich jedes Wort 

des anderen auf die Goldwaage gelegt und ins Negative verkehrt worden sei 

(Urk. 187 S. 4). Noch vor erster Instanz sei er davon ausgegangen, dass die El-

tern ihren Konflikt auch dank der flankierenden Massnahmen würden befrieden 

können. Seit Erlass des angefochtenen Entscheids sei jedoch keine Beruhigung 

des Elternkonflikts festzustellen, sondern die Corona-Krise habe diesen zwi-

schenzeitlich sogar verschärft. Die Kommunikation zwischen den Parteien sei 

trotz der Psychotherapien weiterhin absolut ungenügend. Auch die ausschliess-

lich in Anwesenheit der Beiständin geführten Gespräche hätten nicht ansatzweise 

eine Vertrauensbasis zu begründen vermocht. Im Gegensatz zur Klägerin negiere 

der Beklagte diese Kommunikationsprobleme (Urk. 224 S. 3 ff.). Die vom Beklag-

ten veranlassten Interventionen seiner Psychotherapeutin und der weiteren Fach-

personen würden sich im Übrigen kontraproduktiv auswirken, wobei insgesamt 

festzuhalten sei, dass weder die Therapie der Parteien noch die Anordnung der 

Mediation noch die Erziehungsbeistandschaft sich in irgendeiner Weise positiv auf 

die Kommunikation ausgewirkt hätten (Urk. 224 S. 7 f.). Auch zweifelt der Kinds-

- 37 - 

vertreter an der vom Beklagten betonten Bereitschaft, hinsichtlich der Kinderbe-

lange harmonisch und konstruktiv zu kommunizieren, wobei er zu bedenken gibt, 

dass dies losgelöst von der konkreten Betreuungslösung für das Wohl von 

C._____ notwendig sei (Urk. 224 S. 15 f.). Im Zusammenhang mit der weiterhin 

nicht vorhandenen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien sei 

inzwischen aus einer abstrakten eine konkrete Kindswohlgefährdung von C._____ 

geworden (Urk. 224 S. 8). 

4.5.4  Die Gutachterin stellte gestützt auf die von ihr anlässlich ihres Hausbesuchs 

beim Vater vom 24. März 2018 wahrgenommene Übergabe fest, dass auch ein 

kurzer gegenseitiger Austausch zwischen den Parteien nicht möglich sei, da bei-

de noch sehr wütend aufeinander seien. Dadurch brächten sie es nicht zustande, 

für C._____ eine sichere emotionale Brücke zwischen ihnen zu bauen (Urk. 75 

S. 15 und S. 49). Der Beklagte habe bei der Übergabe zu wenig einkalkuliert, 

dass der Wechsel für C._____ schwierig sei und ihr Zeit gelassen werden müsse. 

Darin, dass er der Mutter vorwerfe, das Kind nicht rasch genug freigeben zu wol-

len, zeige sich, dass ihm der Elternkonflikt bei der Hinwendung zu C._____ in sol-

chen Situationen in die Quere kommen könne (Urk. 75 S. 57). Wie bereits ausge-

führt ging die Gutachterin davon aus, dass die heftigen Konflikte nach der Tren-

nung auf das ungünstige Zusammenspiel und die schlechte Passung der Persön-

lichkeitsstile der Parteien zurückzuführen seien und die Persönlichkeitsprofile bei-

der Parteien eine starke Abwehr bezüglich eigener Unzulänglichkeiten ergäben 

(Urk. 75 S. 54). Beiden Parteien passiere es, dass sie C._____ aus dem Blick ver-

lieren und sich in ihren Konflikt verbeissen würden. Das Wohl des Kindes gerate 

dann in den Hintergrund und die Parteien würden versuchen, einander zu kontrol-

lieren, sei es mit übertriebenen Ängsten seitens der Mutter oder dem Pochen auf 

sein Recht seitens des Vaters oder mit gegenseitigen Vorhalten von für C._____ 

nicht relevanten Details. Beide würden vom anderen zu viel erwarten und sich 

dauernd missverstanden fühlen. Die Parteien hätten in ihrer kurzen Beziehungs-

phase nicht gelernt, zusammenzuarbeiten und sich abzusprechen. Momentan 

würden sie sich derart auch über Kleinigkeiten bekriegen, dass ihnen nicht zuge-

traut werde, sich tagtäglich über Kinderbelange auszutauschen und im Interesse 

der Tochter zu kooperieren (Urk. 75 S. 57 f.). Weiter hielt die Gutachterin die 

- 38 - 

Prognose für unsicher, ob sich die Kommunikationsschwierigkeiten der Parteien 

durch eine Mediation realistischerweise verbessern liessen (Urk. 75 S. 59 und S. 

66). Je älter C._____ werde, desto mehr wirke sich die Kluft zwischen den Partei-

en auf sie aus. Deshalb seien in Zukunft Loyalitätskonflikte mit Verhaltensauffäl-

ligkeiten von C._____ und schliesslich eine Destabilisierung ihrer Beziehung zu 

beiden Eltern zu befürchten (Urk. 75 S. 65). Abschliessend hielt sie fest, dass ih-

rer Ansicht nach die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut nicht gegeben 

seien, da die andauernden Konflikte über alle Belange einen ruhigen Austausch 

verhindern würden und das konflikthafte Klima C._____ stark belasten würde 

(Urk. 75 S. 67). 

4.5.5  Der Antrag des Beklagten auf Erstellung eines neuen Gutachtens durch ei-

ne andere sachverständige Person (Urk. 89 S. 2) wurde mit der vorinstanzlichen 

Präsidialverfügung vom 19. August 2018 abgewiesen (Urk. 94 S. 9 f. und S. 16). 

Im angefochtenen Entscheid wird zumindest implizit von der Schlüssigkeit der 

gutachterlichen Darlegungen ausgegangen und auf diese abgestellt (u.a. Urk. 156 

S. 23 f. und S. 27). Indem die Vorinstanz davon ausging, die fehlende Kommuni-

kations- und Kooperationsfähigkeit stehe einer alternierenden Obhut nicht entge-

gen bzw. eine Gefährdung des Kindeswohls sei nicht kausal mit einer alternieren-

den Obhut verknüpft (Urk. 156 S. 29 f.), setzte sie sich allerdings in Widerspruch 

zu den im Gutachten festgehaltenen Erkenntnissen. Es gilt deshalb nachfolgend 

zu prüfen, ob triftige Gründe vorliegen, die ein Abweichen von dieser Expertise 

verlangen würden (zur Beweiswürdigung eines Gutachtens vgl. BGer 

5A_629/2019 vom 13. November 2020, E. 7.1 mit weiteren Hinweisen). 

4.5.5.1 Zu Unrecht schliesst die Vorinstanz aus BGE 142 III 617 E. 3.2.3, ein 

Elternkonflikt sei bei kleineren Kindern und näheren geographischen Verhältnis-

sen grundsätzlich weniger schädlich (Urk. 156 S. 27 f.), was die Klägerin zutref-

fend bemerkt (Urk. 155 S. 17). Auch die Ergänzungen zum Gutachten vom 29. 

Oktober 2018 lassen einen derartigen Schluss nicht zu (Urk. 98 S. 3). Die Auswir-

kungen eines Elternkonflikts sind in ihrer jeweiligen Ausprägung anhand des kon-

kreten Einzelfalls zu beurteilen. Dieses Argument erweist sich folglich als untaug-

lich, die Abweichung der Vorinstanz vom Gutachten zu begründen.  

- 39 - 

4.5.5.2 Auch die Begründung der Vorinstanz, wonach es bei einem Besuchs-

recht zu mehr Übergaben komme als bei einer hälftigen Betreuung und die Par-

teien sich über erziehungsrelevante Fragen aufgrund der gemeinsamen elterli-

chen Sorge ohnehin regelmässig abzusprechen hätten, vermag nicht zu überzeu-

gen. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit wird gerade deshalb als Vo-

raussetzung der alternierenden Obhut genannt, da in deren Rahmen eine deutlich 

weitreichendere Kommunikation und Kooperation betreffend die Kinderbelange 

notwendig ist als bei einem Besuchsrecht einer Partei. Nicht die Anzahl Überga-

ben ist dabei entscheidend, sondern der sich aufgrund der alltäglichen Betreuung 

des Kindes ergebende intensive Kommunikationsbedarf. Fragen im Rahmen der 

elterlichen Sorge sind dagegen nicht als alltäglich zu bezeichnen und insoweit 

nicht vergleichbar mit dem bei unterwöchiger Betreuung durch beide Eltern not-

wendigen Austausch über zahlreiche Alltagsfragen.  

4.5.5.3  Schliesslich vermag auch der Hinweis auf das laufende Verfahren die 

klaren Aussagen der Gutachterin nicht zu relativieren. So wird im Gutachten ex-

plizit festgehalten, dass nicht nur das im Streit liegende Betreuungskonzept kon-

fliktbehaftet sei, sondern dass sich die Parteien auch über Kleinigkeiten streiten 

würden, sodass ihnen nicht zugetraut werde könne, sich täglich über Kinderbe-

lange auszutauschen und im Interesse von C._____ zu kooperieren (Urk. 75 S. 

58). Es ist davon auszugehen, dass die rechtskräftige Obhutsregelung an diesem 

Umstand nichts ändern wird. 

4.5.5.4 Die zahlreichen Konflikte auch über die Betreuungsregelung hinaus 

werden auch aus den weiteren Akten ersichtlich. So bezeichnet die seit dem 

12. Oktober 2017 zuständige Beiständin (vgl. Urk. 51) in ihren Schreiben vom 2. 

Mai 2018 und 27. Februar 2019 die Beziehung zwischen den Parteien als hoch-

strittig. Die Übergaben würden jeweils anstatt von der Klägerin von deren Mutter 

übernommen, damit die Parteien sich nicht persönlich begegnen müssten. Der 

Beklagte habe zwischenzeitlich jedoch auch Vorwürfe gegenüber der Mutter der 

Klägerin erhoben (Urk. 119 und Urk. 132E/9). Im Schreiben vom 8. Mai 2019 be-

richtet die Beiständin, dass vorerst keine weiteren Gespräche angesetzt worden 

seien, da die Emotionen "immer wieder erneut" aufbrechen würden, wenn die 

- 40 - 

Parteien gemeinsam anwesend seien (Urk. 132C). Abgesehen von den sehr emo-

tionalen Konflikten während der Aufbauphase des damals noch begleiteten Be-

suchsrechts im Jahr 2017 (Urk. 132E/5) sind in den von der Vorinstanz edierten 

Akten der Beiständin zahlreiche weitere Streitigkeiten dokumentiert. Entspre-

chend den gutachterlichen Feststellungen stritten sich die Parteien auch über 

Kleinigkeiten und alltägliche Belange und zeigten sich jeweils nur sehr beschränkt 

kompromissfähig (Urk. 132E/8 S. 23 f.; Urk. 132E/10 S. 15 ff.; Urk. 132E/14 S. 1, 

S. 5 ff.). Zudem wird ersichtlich, wie die Situation eskalierte, weil die Parteien die 

Worte der Gegenpartei als Provokation auffassten, ohne dass der provokative 

Charakter erkenntlich würde (Urk. 132E/8 S. 3 ff.). Sodann ist von Vorwürfen 

durchzogene Kommunikation dokumentiert, und die Parteien gelangten vielfach 

mit gegenseitigen Vorwürfen an die Beiständin (Urk. 132E/8 S. 9 ff., S. 15 ff., S. 

33 ff., S. 45 f.; Urk. 132E/10 S. 33, S. 37; Urk. 132E/14 S. 2 f., S. 7 und S. 13). 

Immer wieder wird ferner ersichtlich, dass der Beklagte sich über die Beiständin 

beschwerte (u. a. Urk. 132E/14 S. 1, S. 9). Zudem waren die Übergaben offen-

sichtlich oft mit Konflikten verbunden, unabhängig davon, ob sie von der Klägerin 

oder ihrer Mutter durchgeführt wurden. Auch die mehrfache und äusserst detail-

lierte Planung der Übergaben konnte Konflikte augenscheinlich nicht verhindern 

(u. a. Urk. 132E/10 S. 5; Urk. 132E/14 S. 2 ff., S. 11 ff., S. 16), was sogar dazu 

führte, dass die Klägerin mehrfach eine Aufzeichnung der Übergaben forderte 

(Urk. 132E/8 S. 16; Urk. 132E/14 S. 15). Mit der Beiständin wurde zudem verein-

bart, dass während der Übergaben nur noch das absolut Nötigste kommuniziert 

würde und ansonsten Informationen mittels 'Kinderbuch' ausgetauscht würden 

(Urk. 132C; Urk. 132E/14 S. 11). 

4.5.5.5 Auch aus den weiteren vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass die 

Parteien über die akute Trennungsphase hinaus (vgl. hierzu exemplarisch Prot. VI 

S. 17 f.) gegenseitig zahlreiche Vorwürfe betreffend diverse Belange erhoben 

(u. a. Urk. 53/34; Urk. 127 S. 6 f., S. 10 ff., S. 17 f.; Prot. VI S. 26, S. 28, S. 30, S. 

35, S. 37, S. 94 f.) und sich kaum auf Kompromisse einlassen konnten (u. a. Urk. 

127 S. 15, S. 18 f.; Urk. 129 S. 16; Urk. 130/43-44). Zudem bestätigt sich, dass 

sie sich abgesehen von den Terminen bei der Beiständin nie persönlich begegne-

ten (vgl. Urk. 131 S. 7; Prot. VI S. 27, S. 44, S. 95) und die nötigen Informationen 

- 41 - 

durch Übergabe eines Buchs ausgetauscht wurden (Urk. 127 S. 17; Urk. 128/31; 

Urk. 131 S. 7; Prot. VI S. 95, S. 102).  

4.5.5.6 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Umstände 

vorliegen, welche die Schlüssigkeit des Gutachtens in Frage stellen würden. 

Vielmehr werden die im Gutachten beschriebenen Probleme der Parteien im ge-

genseitigen Umgang durch die Akten belegt und wird die gutachterliche Feststel-

lung, wonach die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien derart 

mangelhaft sei, dass C._____s Wohl im Falle einer alternierenden Obhut als ge-

fährdet zu erachten sei, bestätigt. 

4.5.6  Schliesslich zeigen auch die Entwicklungen seit Erlass des angefochtenen 

Entscheids, dass die Ausführungen im Gutachten nichts an Aktualität eingebüsst 

haben und weiterhin zutreffend sind. 

4.5.6.1 Nach Ansicht des Kindsvertreters hat sich der hochstrittige Elternkon-

flikt seit Erlass des angefochtenen Entscheids weiter verschärft (Urk. 224 S. 4). 

Dahingehend äussert sich auch die Beiständin in ihrer unaufgeforderten Eingabe 

vom 6. August 2020 (Urk. 218). In dieser erklärte sie, die Klägerin sei ihr gegen-

über sehr kooperativ, wogegen der Beklagte zwar zu den Terminen komme, ihren 

Empfehlungen und Anweisungen jedoch nicht folge. Beispielhaft habe sich dies 

anlässlich der pandemiebedingt angeordneten Kontakte per Videotelefonie ge-

zeigt, zu welchen sie sich wegen der dabei aufgetretenen Probleme dreimal zu-

geschaltet habe. Mit einer Mediation sei der Beklagte nur einverstanden, wenn 

das Resultat eine alternierende Obhut sei. Ihre auf das Verfahren der Mediation 

gerichteten Erklärungsversuche habe er nicht zugelassen. Wiederholt habe er ihr 

zudem Worte in den Mund gelegt und trotz gegenteiliger Abmachung der Klägerin 

nicht jeweils eine Kopie seiner Emails zukommen lassen bzw. sie angewiesen, 

dies bei ihren Emails nicht zu tun. Der Beklagte zeige sich nur vordergründig be-

reit, mit der Klägerin in Bezug auf die Kinderbelange zusammenzuarbeiten. Er 

komme zu Terminen und antworte auf die Emails der Klägerin, benutze aber den 

Raum, um seine Sicht der Dinge darzulegen und nicht verhandelbare oder bereits 

mehrfach besprochene Sachverhalte zu verhandeln. Auf kurze Anfragen oder 

Feststellungen der Klägerin würden umständliche Emailwechsel folgen und ihre 

- 42 - 

Angebote würden hinterfragt oder abgelehnt, selbst wenn sie längere Besuchs-

kontakte zur Folge hätten. Auch mit Fachpersonen arbeite der Beklagte nur vor-

dergründig zusammen. Seine ständigen inhaltlichen Wiederholungen seien um-

ständlich, provokativ und zermürbend und würden eine konstruktive Zusammen-

arbeit verunmöglichen. Die für eine alternierende Obhut unabdingbar nötige Ab-

sprachefähigkeit sei bei ihm nur eingeschränkt bzw. nicht vorhanden und es stehe 

nicht in Aussicht, dass er eine adäquate Kommunikation und Absprachefähigkeit 

erlernen könne. Mittels Behauptungen versuche er zudem die Beteiligten zu steu-

ern. Inhaltlich gehe es nicht um C._____, sondern um ihn und die Aufmerksamkeit 

ihm gegenüber. Die gegenwärtige Situation führe zu nicht endenden Diskussio-

nen, welche für C._____ nicht zumutbar seien. Ein spannungsfreier Alltag sei so 

nicht gegeben und die Situation führe für C._____ in einen immensen Loyalitäts-

konflikt mit all seinen gefährdenden Auswirkungen für ihre Entwicklung (Urk. 218). 

Exemplarisch wurden vier Email-Korrespondenzen ins Recht gereicht, welche die 

beschriebenen Umstände darlegen sollen. Daraus wird ersichtlich, dass der Be-

klagte der Beiständin nach deren Rückmeldung zum begleiteten Zoom-Kontakt 

vorwarf, nicht neutral zu sein, und sie ermahnte, seine Emails nicht ohne seine 

Zustimmung an die Klägerin weiterzuleiten (Urk. 219/1). Eine weitere Email-

Korrespondenz drehte sich um die Verschiebung eines Besuchstags des Beklag-

ten, damit C._____ mit der Krippe einen Ausflug machen konnte. Während rund 

zweieinhalb Wochen tauschten die Parteien nicht weniger als 18 Emails aus, um 

sich schliesslich auf ein Ausweichdatum für den Besuchstag des Beklagten zu ei-

nigen (Urk. 219/2). Auf die Ankündigung der Klägerin in ihrer Email vom 17. Juli 

2020, sie werde mit C._____ im Oktober 2020 in die Ferien fahren und erwarte 

die Vorschläge des Beklagten betreffend Verschiebung seines Besuchsrechts, 

schlug der Beklagte ihr vor, die alternierende Obhut verbindlich einzuführen, wo-

raufhin eine Diskussion darüber entbrannte, was genau am Gespräch bei der Bei-

ständin besprochen worden war (Urk. 219/4). Am 30. Juli 2020 schrieb der Be-

klagte der Klägerin, dass er davon ausgehe, dass C._____ am 1. August 2020 bei 

ihr sei, da sie nicht geantwortet habe. Tatsächlich datiert die abschlägige Antwort 

der Klägerin vom 13. Juli 2020, worauf sie ihn in ihrer Email vom 31. Juli 2020 

hinwies (Urk. 219/3).  

- 43 - 

4.5.6.2 Auch aus dem Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

des Bezirks Meilen vom 7. Februar 2020 erhellt, dass die Beiständin die Kommu-

nikation zwischen den Parteien als emotional und konfliktbehaftet wahrnimmt. Zu-

dem wurde von Schwierigkeiten bei den Übergaben berichtet und festgehalten, 

dass Informationen betreffend Arztbesuche und Impfungen per Email an die Bei-

ständin erfolgen würden und hinsichtlich der Betreuungstage ein Austausch in ei-

nem Buch stattfinde, welches mit C._____ übergeben werde. Abschliessend wur-

de erwähnt, dass sich die Parteien gegenüber der Beiständin stets kooperativ ge-

zeigt hätten (Urk. 175/3 S. 2). 

4.5.6.3 Dass die von der Gutachterin festgestellten Kommunikations- und Ko-

operationsprobleme der Parteien auch nach Erlass des angefochtenen Ent-

scheids zahlreich zu Tage traten, wird ferner durch die weiteren Akten des Beru-

fungsverfahrens bestätigt. Während die Umstände in Zusammenhang mit dem 

Anruf des Beklagten vom 15. Juli 2019 nicht geklärt werden können (vgl. Urk. 155 

S. 30; Urk. 159/10-11; Urk. 173 S. 20 und Urk. 175/2 S. 1), ergibt sich aus einer 

Aktennotiz der Beiständin, dass die Situation anlässlich einer Sitzung mit den Par-

teien am 17. Juli 2019 eskalierte und der Beklagte das Gespräch verliess (Urk. 

159/6 S. 1 f.). Weiter wird auch aus den Aktennotizen der Beiständin vom 10. Ja-

nuar 2020 ersichtlich, dass sich die Parteien weiterhin gegenseitig sehr misstrau-

isch gegenüberstehen und befürchten, dass sie von der Gegenseite gegenüber 

C._____ schlecht gemacht würden. Dass C._____ die neue Lebenspartnerin des 

Beklagten als 'Mama H._____' bezeichnet habe, wurde seitens der Klägerin kriti-

siert, ebenso eine Interaktion von C._____ mit deren Tochter. Der Beklagte wei-

gerte sich gemäss der Aktennotiz zudem, den Namen seiner neuen Lebenspart-

nerin bekannt zu geben (Urk. 190/20).  

4.5.6.4 Schliesslich intensivierte sich der Konflikt auch angesichts der COVID-

19-Pandemie. Die Klägerin warf dem Beklagten vor, sie nicht über sein Sozialver-

halten und jenes seines Umfelds informiert und sich nicht an die Verhaltensregeln 

des BAG gehalten zu haben (Urk. 176B S. 4 ff.). Letzteres hielt der Beklagte auch 

der Klägerin vor. Zudem habe sie nach Ansicht des Beklagten die infolge COVID-

19-Pandemie ausgerufene besondere Lage zu ihrem Vorteil ausgenutzt (Urk. 182 

- 44 - 

S. 3 und S. 6 f. und Urk. 191 S. 2). Nachdem mit Verfügung vom 26. März 2020 

das Besuchsrecht des Beklagten superprovisorisch sistiert worden war, da die 

Klägerin aufgrund der Einnahme eines Medikaments zu den besonders gefährde-

ten Personen im Sinne von § 10b Abs. 2 COVID-19-Verordnung 2 gehörte, und 

ersatzweise tägliche Kontakte von C._____ zum Beklagten per Videotelefonie an-

geordnet worden waren (Urk. 179 S. 7 ff.), verlangte der Beklagte mit Eingabe 

vom 2. April 2020 unter anderem, es seien die Ausweisdokumente von C._____ 

superprovisorisch durch die Polizei in Gewahrsam zu nehmen und es sei C._____ 

von der Polizei aus der Wohnung der Klägerin "zu befreien" und dem Beklagten 

zu übergeben (Urk. 182 S. 2). Er befürchtete, die Klägerin würde nach Deutsch-

land fliehen, sobald sie von der von ihm beantragten Obhutsumteilung erfahren 

würde (Urk. 182 S. 12 f.). Diese Anträge wurde mit Verfügung vom 3. April 2020 

abgewiesen (Urk. 185 S. 9). Ungeachtet der wegen der Pandemie allseits belas-

tenden Situation zeigen auch diese prozessualen Schritte, dass sich die Parteien 

weiterhin höchst misstrauisch begegnen.  

4.5.6.5 In Zusammenhang mit den ersatzweise angeordneten Kontakten per 

Videotelefonie berichtete der Kindsvertreter, beide Parteien hätten sich bei ihm 

über das Verhalten des jeweils anderen beschwert. Der Beklagte werfe der Kläge-

rin vor, C._____ abzulenken, ihr Handzeichen zu geben und den Kontakt einmal 

abrupt abgebrochen zu haben. Nach Ansicht der Klägerin wolle der Beklagte den 

Kontakt über die vereinbarten zehn Minuten verlängern, interpretiere das Verhal-

ten und die Worte von C._____ negativ und stelle ihr manipulative Fragen (Urk. 

187 S. 4). Am 12. Mai 2020 teilte der Kindsvertreter zudem mit, die Video-

Kontakte seien auch für C._____ eine grosse Belastung (Urk. 199). Auch der 

Email der Klägerin vom 26. April 2020 ist zu entnehmen, dass es in Zusammen-

hang mit den Video-Kontakten zu Problemen kam (Urk. 193/16), ebenso der 

Email der Beiständin vom 5. Mai 2020 (Urk. 197/29) und den Emails des Beklag-

ten vom 26. April und 4. Mai 2020 (Urk. 197/32-34). Schliesslich ergibt sich aus 

der Email-Korrespondenz zwischen dem Beklagten und der stellvertretenden Bei-

ständin vom 5. November 2020 bis 12. November 2020, dass der Beklagte ver-

langt hatte, eine Paritätsperson zum Elterngespräch bei der Beiständin mitzubrin-

gen, was diese ablehnte (Urk. 241/38/2). 

- 45 - 

4.5.7  Offensichtlich haben sich die Ursache und die Dynamik des Konflikts seit 

der Begutachtung nicht verändert. Weiterhin geraten die Parteien betreffend ver-

schiedenster Belange in Streit oder verstricken sich in langwierige Diskussionen 

hinsichtlich zu regelnder Kinderbelange. Gleich wie zum Zeitpunkt der Begutach-

tung ist ein sachlicher persönlicher Austausch zwischen ihnen nicht möglich. Die 

Erziehungsbeistandschaft konnte dabei keine Abhilfe schaffen, genauso wenig 

die von beiden Parteien besuchten Psychotherapien. Es ist unter diesen Umstän-

den von einem schwerwiegenden Dauerkonflikt und von anhaltenden Kommuni-

kationsschwierigkeiten auszugehen. Trotz der nunmehr aufgenommenen Mediati-

on (vgl. Urk. 245 S. 1; Prot. VI S. 31) ist aufgrund der erörterten Umstände anzu-

nehmen, dass sich die Situation selbst bei erfolgreicher Durchführung nur zöger-

lich verbessern wird. Hierfür sprechen namentlich die Ausführungen der Beistän-

din