# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bffa63ed-b63f-5038-92c0-d17e8e01ea6f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.01.2022 SK 2021 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-78_2022-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 78

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Januar 2022 

Besetzung Oberrichter Zbinden (Präsident i.V.), Oberrichter Horisberger, 
Oberrichterin Hubschmid Volz
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________
privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Falsche Anschuldigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 9. September 2020 (PEN 20 160)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), 
fällte am 9. September 2020 folgendes Urteil (pag. 502 ff.; Hervorhebungen im Ori-
ginal):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Diebstahls, begangen in der Nacht vom 30.07.2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 31.07.2018, 
ca. 09:50 Uhr, in D.________, E.________, F.________ AH.________, z.N. von G.________, 
Geschäftsführerin der F.________ AH.________ (Deliktsumme ca. CHF 3'439.00, Ziff. 1 der 
Anklageschrift);

2. des Hausfriedensbruchs, begangen in der Nacht vom 30.07.2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 
31.07.2018, ca. 09:50 Uhr, in D.________, E.________, F.________ AH.________, z.N. von 
G.________, Geschäftsführerin der F.________ AH.________ (Ziff. 2 der Anklageschrift);

3. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen

3.1. in der Nacht vom 30.07.2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 31.07.2018, ca. 09:50 Uhr, in 
D.________, E.________, F.________ AH.________, z.N. von G.________, Ge-
schäftsführerin der F.________ AH.________ (Sachschaden: ca. CHF 798.00, Ziff. 3.1 
der Anklageschrift);

3.2. am 26.10.2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. des J.________, 
vertreten durch K.________ (Sachschaden in unbekannter Höhe, Ziff. 3.2 der Anklage-
schrift);

4. der Drohung, begangen am 26.10.2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. 
von L.________ (Ziff. 4 der Anklageschrift);

5. der Beschimpfung, mehrfach begangen 

5.1. am 26.10.2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. von L.________ 
(Ziff. 5.1 der Anklageschrift);

5.2. am 26.10.2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. von M.________ 
(Ziff. 5.2 der Anklageschrift);

6. der falschen Anschuldigung, mehrfach begangen am 25.03.2019 zwischen ca. 09:00 Uhr 
und 09:53 Uhr auf der Polizeiwache in N.________, z.N. von O.________ (Ziff. 6 der Anklage-
schrift); 

7. der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 12.04.2019, ca. 04:00 Uhr, in 
P.________ an der Q.________ und anderswo (Ziff. 7 der Anklageschrift);

8. der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen

8.1. aufgrund grober Verletzung der Verkehrsregeln durch das Überschreiten der ge-
setzlichen Höchstgeschwindigkeit, begangen

3

8.1.1 am 10.07.2018, um 23:17 Uhr, in R.________, auf der S.________, Fahrtrich-
tung T.________ (Ziff. 8.1.1 der Anklageschrift);

8.1.2 am 14.07.2018, um 03:17 Uhr, in U.________, auf der Autobahn A5, Fahrtrich-
tung V.________ (Ziff. 8.1.2 der Anklageschrift);

8.2. aufgrund des Fahrens ohne Berechtigung, begangen am 10.07.2018, um 23:17 Uhr, 
in R.________, auf der S.________, Fahrtrichtung T.________ (Ziff. 8.2 der Anklage-
schrift); 

8.3. aufgrund der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfach begangen am 
12.04.2019, um ca. 04:00 Uhr, in P.________, im Bereich W.________ / X.________ / 
Y.________ / Z.________ und anderswo (Ziff. 8.4 der Anklageschrift)

8.3.1 indem der Beschuldigte nachts mit einem Fahrrad ohne Licht auf einer Strasse 
fuhr;

8.3.2 indem der Beschuldigte unerlaubt ein Trottoir mit dem Fahrrad befuhr;

8.3.3 indem der Beschuldigte während der Fahrt mit einem Fahrrad mehrfach Rich-
tungsänderungen vornahm, ohne diese mittels Handzeichen anzuzeigen

und in Anwendung der
Art. 139 Ziff. 1, 144 Abs. 1, 177 Abs. 1, 180 Abs.1, 186, 286, 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
Art. 15 Abs. 1, 32 Abs. 2, 39 Abs. 1, 41 Abs. 1, 43 Abs. 2, 90 Abs. 1 und 2, 95 Abs. 1 lit. d SVG
Art. 4a Abs. 1, 28 Abs. 1, 30 Abs. 1, 41 Abs. 2 VRV
Art. 34 f., 40, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1 und 2, 66 Abs. 1 lit. d, 106 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total CHF 250.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
02.06.2020.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 350.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 35 Tage festgesetzt.

4. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf einen Tag.

5. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

6. Zu den gesamten Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 8'475.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 5'269.75, 
insgesamt bestimmt auf CHF 13'744.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf 
CHF 8'545.00).

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Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 4’975.00
Kosten der Staatsanwaltschaft für Auftritt an der HV CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2’500.00
Total CHF 8’475.00

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Entschädigung für Zeugen CHF 20.00
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabellen) CHF 5’199.75
Auslagen der Staatsanwaltschaft CHF 50.00
Total CHF 5’269.75

Total Verfahrenskosten CHF 13’744.75

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 13'144.75 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 7'945.00).

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 22.50 200.00 CHF 4’500.00
Reisezuschlag CHF 198.00

CHF 130.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’828.00 CHF 371.75

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5’199.75

volles Honorar CHF 5’625.00
Reisezuschlag CHF 198.00

CHF 130.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’953.00 CHF 458.40

CHF 0.00
Total CHF 6’411.40

nachforderbarer Betrag CHF 1’211.65

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 5'199.75. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 1'211.65 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

III.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO er-
kannt:

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1. Die Zivilklage der Zivilklägerin J.________ v.d. K.________ wird dem Grundsatz nach 
gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg ver-
wiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. AA.________) nach Ablauf 
der Frist wird dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
(PCN-Nr. AB.________) durch die auftraggebende Behörde wird nach Ablauf der Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

3. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

[Eröffnungsformel und Rechtsmittelbelehrung]

Ziff. I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs wurde im Rahmen der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung vom 9. September 2020 von der Vorinstanz dahingehend 
berichtigt, dass die Ersatzfreiheitsstrafe für die Verbindungsbusse von CHF 350.00 
nicht 35 Tage, sondern fünf Tagessätze betrage (pag. 599; S. 70 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, mit Schreiben vom 17. September 2020 
fristgerecht die Berufung an (pag. 512). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert 
vom 15. Februar 2021 (pag. 530 ff.). Mit Eingabe vom 3. März 2021 erklärte der 
Beschuldigte, nunmehr privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________ (vgl. 
pag. 518 ff.), frist- und formgerecht die Berufung (pag. 623 ff.), beschränkt auf die 
Schuldsprüche gemäss Ziff. I.1. (Diebstahl), Ziff. I.2. (Hausfriedensbruch), Ziff. I.3. 
(mehrfache Sachbeschädigung), Ziff. I.4. (Drohung), Ziff. I.6. (mehrfache falsche 
Anschuldigung), Ziff. I.7. (Hinderung einer Amtshandlung), Ziff. I.8. (mehrfache Wi-
derhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz) des erstinstanzlichen Urteils, 
den Sanktionenpunkt (Ziff. I.1.-5. des erstinstanzlichen Urteils; Freiheitsstrafe, 
Geldstrafe [Höhe], Verbindungsbusse, Übertretungsbusse, Landesverweisung), die 
Zivilklage (Ziff. III.1.-2. des erstinstanzlichen Urteils) sowie die sich daraus erge-
benden Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. I.6. und Ziff. II. des erstinstanzli-
chen Urteils). 

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 5. März 2021 (pag. 627 f.) schloss sich 
die Generalstaatsanwaltschaft mit Eingabe vom 22. März 2021 (pag. 632 f.) der 
Berufung des Beschuldigten – beschränkt auf den Sanktionenpunkt – an und teilte 
mit, dass kein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt werde. 
Der Strafkläger und der Zivilkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen und 
wurden mit Vorladung vom 21. Juli 2021 aus dem oberinstanzlichen Verfahren ent-

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lassen. Ihnen wurde die Zustellung des Urteils nach Abschluss des Verfahrens in 
Aussicht gestellt (pag. 662 ff.).

Am 27./28. Januar 2022 fand vor der 1. Strafkammer die Berufungsverhandlung 
statt (pag. 758 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden ein Bericht des Migrationsdienstes des Kantons Bern 
(datierend vom 8. Dezember 2021; pag. 719) und des Staatssekretariats für Migra-
tion (datierend vom 23. Dezember 2021; pag. 725) betreffend Landesverweisung 
sowie ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 11. Januar 2022; pag. 732 
f.), ein Leumundsbericht (datierend vom 13. Januar 2022; pag. 729 ff. / pag. 754 ff.) 
und ein ADMAS-Auszug (datierend vom 14. Januar 2022; pag. 734 ff.) über den 
Beschuldigten eingeholt. Des Weiteren wurden der von Amtes wegen eingeholte 
Ausdruck der Internetseite AC.________ (pag. 665) sowie die Bilder der 
F.________ AH.________ (pag. 668 ff.) zu den Akten erkannt. Ferner wurde den 
Parteien durch Zustellung von Kopien Kenntnis der Telefonnotiz vom 23. Juni 2021 
(pag. 681), der E-Mail-Korrespondenz vom 23. Juni 2021 / 20. Juli 2021 (pag. 666 
f.) und vom 24. Januar 2022 inkl. Beilagen (pag. 743 ff.) sowie des bei der Staats-
anwaltschaft Berner Jura-Seeland edierten Strafbefehls BJS 20 16105 vom 7. De-
zember 2020 gegeben. 

Mit Eingabe vom 12. August 2021 beantragte der Beschuldigte, es sei der Notfall-
bericht des Spitalzentrums AD.________ vom 12. April 2019 zu den Akten zu er-
kennen sowie O.________ anlässlich der Berufungsverhandlung als Auskunftsper-
son zu befragen (pag. 685 f.). Nachdem der Beschuldigte dem Ersuchen der 
Kammer, den vollständigen Notfallbericht und die aktuelle Wohnadresse von 
O.________ einzureichen bzw. anzugeben, mit Eingabe vom 2. September 2021 
(pag. 696 ff.) nachkam und die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 
13. September 2021 innert erstreckter Frist die Abweisung der Beweisanträge be-
antragte (pag. 703 ff.), wurde mit Beschluss vom 17. September 2021 antrags-
gemäss der Notfallbericht des Spitalzentrums zu den Akten erkannt. Der Antrag auf 
Befragung von O.________ wurde hingegen – ebenfalls mit Beschluss vom 
17. September 2021 – abgewiesen. Auf die entsprechende Begründung wird ver-
wiesen (pag. 706 ff.). Schliesslich wurde der Beschuldigte anlässlich der oberin-
stanzlichen Verhandlung zur Person und zur Sache ergänzend einvernommen 
(pag. 761 ff.) und antragsgemäss das von der Verteidigung eingereichte Schreiben 
vom 7. Juni 2021 der AV.________ AD.________ (pag. 793) zu den Akten erkannt 
(pag. 760).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt C.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 782; 
pag. 794 f.):

1. A.________ sei freizusprechen betreffend 

- Diebstahl (AKS Ziff. 1) 

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- Hausfriedensbruch (AKS Ziff. 2) 
- mehrfache Sachbeschädigung (AKS Ziff. 3) 
- Drohung (AKS Ziff. 4) 
- mehrfache falsche Anschuldigung (AKS Ziff. 6) 
- Hinderung einer Amtshandlung (AKS Ziff. 7) 
- mehrfache Widerhandlungen gegen das SVG (AKS Ziff. 8)

2. A.________ sei schuldig zu sprechen wegen Sachbeschädigung der Fahrertüre gemäss Teil-
vorhalt AKS Ziff. 3.2.

3. A.________ sei wegen mehrfacher Beschimpfung (AKS Ziff. 5.) und wegen Sachbeschädigung 
(Fahrertüre, AKS Ziff. 3.2.) zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à CHF 10.00 
unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von 2 Jahren.

4. Die Zivilforderung des J.________ sei auf den Zivilweg zu verweisen. 

5. Entsprechend dem beantragten Verfahrensausgang seien die Verfahrenskosten des erstinstanz-
lichen Verfahrens zu 9/10 und die Verfahrenskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens vollum-
fänglich vom Staat zu tragen. 

6. Es sei A.________ für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung für die Ausübung sei-
ner Verteidigungsrechte gemäss eingereichter Kostennote zuzusprechen.

Generalstaatsanwalt AE.________ stellte und begründete für die Generalstaats-
anwaltschaft anlässlich der Berufungsverhandlung folgende Anträge (pag. 788 f.; 
pag. 801 ff.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
(Einzelgericht) vom 9. September 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. des Schuldspruchs, wonach A.________ der Beschimpfung, mehrfach begangenen 

- am 26. Oktober 2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. von L.________ 
(Ziff. I.5.1. des angefochtenen Urteils) 

- am 26. Oktober 2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. von M.________ 
(Ziff. I.5.2. des angefochtenen Urteils) 

schuldig erklärt wurde; 

2. der Festlegung der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars für die amtliche Verteidi-
gung des Beschuldigten (Ziff. II. des angefochtenen Urteils).

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. des Diebstahls, begangen in der Nacht vom 30. Juli 2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 31. Juli 2018, 
ca. 09:50 Uhr, in D.________, E.________, F.________ AH.________ z.N. G.________, Ge-
schäftsführerin der F.________ AH.________ (Deliktsumme ca. CHF 3'439.00, Ziff. I.1. des an-
gefochtenen Urteils)

2. des Hausfriedensbruchs, begangen in der Nacht vom 30. Juli 2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 31. 
Juli 2018, ca. 09:50 Uhr, in D.________, E.________, F.________ AH.________ z.N. 

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G.________, Geschäftsführerin der F.________ AH.________ (Ziff. I.2. des angefochtenen Ur-
teils), 

3. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen 

3.1. in der Nacht vom 30. Juli 2018, ca. 21:30 Uhr, bis am 31. Juli 2018, ca. 09:50 Uhr, in 
D.________, E.________, F.________ AH.________ z.N. G.________, Geschäftsführerin 
der F.________ AH.________ (Sachschaden: ca. CHF 798.00, Ziff. I.3.1. des angefochte-
nen Urteils), 

3.2. am 26. Oktober 2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, z.N. des J.________, 
vertreten durch K.________ (Sachschaden in unbekannter Höhe, Ziff. I.3.2. des angefoch-
tenen Urteils) 

4. der Drohung, begangen am 26. Oktober 2018, um ca. 13:15 Uhr, in H.________, I.________, 
z.N. von L.________ (Ziff. I.4. des angefochtenen Urteils) 

5. der falschen Anschuldigung, mehrfach begangen am 25. März 2019 zwischen ca. 09:00 Uhr 
und 09:35 Uhr auf der Polizeiwache in N.________, z.N. von O.________ (Ziff. I.6 des ange-
fochtenen Urteils), 

6. der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 12. April 2019, ca. 04:00 Uhr, in 
P.________ an der Q.________ und anderswo (Ziff. I.7 des angefochtenen Urteils), 

7. der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen 

7.1. aufgrund grober Verletzung der Verkehrsregeln durch das Überschreiten der gesetz-
lichen Höchstgeschwindigkeit, begangen

7.1.1. am 10. Juli 2018, um 23:17 Uhr, in R.________, auf der S.________, Fahrtrich-
tung T.________ (Ziff. I.8.1.1 des angefochtenen Urteils) 

7.1.2. am 14. Juli 2018, um 03:17 Uhr, in U.________, auf der Autobahn A5, Fahrtrich-
tung V.________ (Ziff. I.8.1.2 des angefochtenen Urteils) 

7.2. aufgrund des Fahrens ohne Berechtigung, begangen am 10. Juli 2018, um 23:17 Uhr, in 
R.________, auf der S.________, Fahrtrichtung T.________ (Ziff. I.8.2. des angefochtenen 
Urteils) 

7.3. aufgrund der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfach begangen am 12. 
April 2019, um ca. 04:00 Uhr, in P.________, im Bereich W.________ / X.________ / 
Y.________ / Z.________ und anderswo (Ziff. I.8.3 des angefochtenen Urteils) 

7.3.1. indem A.________ nachts mit einem Fahrrad ohne Licht auf einer Strasse fuhr; 
7.3.2. indem A.________ unerlaubt ein Trottoir mit dem Fahrrad befuhr;
7.3.3. indem A.________ während der Fahrt mit einem Fahrrad mehrfach Richtungs-

änderungen vornahm, ohne diese mittels Handzeichen anzuzeigen 

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten, unter Gewährung des bedingten Straf-
vollzugs für eine Teilstrafe von 7 Monaten bei einer Probezeit von 4 Jahren; 

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2. zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 10.00, ausmachend total CHF 250.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 2. Juni 
2020; 

3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem 
Nichtbezahlen auf einen Tag festzusetzen sei; 

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF800.00 gemäss Art. 21 VKD).

III.

A.________ sei für die Dauer von 7 Jahren des Landes zu verweisen.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die Zustimmung der Löschung der erkennungsdienstlichen Daten und des DNA-Profils zu 
erteilen. 

2. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem anzuordnen. 

3. Es seien die weiteren notwendigen Verfügungen von Amtes wegen zu erlassen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu Ziff. I.2. hiervor) 
ist vorab festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 9. September 2020 in-
soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte schuldig erklärt wurde der 
Beschimpfung, mehrfach begangen (Ziff. I.5.1. und I.5.2. des erstinstanzlichen Ur-
teils). 

Zu überprüfen bleiben somit die Schuldsprüche wegen Diebstahls (Ziff. I.1. des 
erstinstanzlichen Urteils), Hausfriedensbruchs (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Ur-
teils), Sachbeschädigung, mehrfach begangen (Ziff. I.3. des erstinstanzlichen Ur-
teils [wobei die Kammer die Anerkennung der Beschädigung an der Fahrertüre des 
J.________-Fahrzeuges, pag. 775, im Kontext des diesbezüglichen Gesamtvor-
wurfes nicht als formellen Teilrückzug der Berufung betrachtete]), Drohung (Ziff. I.4. 
des erstinstanzlichen Urteils), falscher Anschuldigung, mehrfach begangen 
(Ziff. I.6. des erstinstanzlichen Urteils), Hinderung einer Amtshandlung (Ziff. I.7. des 
erstinstanzlichen Urteils), Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 
mehrfach begangen (Ziff. I.8. des erstinstanzlichen Urteils), der Sanktionenpunkt 
(Ziff. I.1.-5. des erstinstanzlichen Urteils) inkl. Ausschreibung im Schengener Infor-
mationssystem (Ziff. IV.3. des erstinstanzlichen Urteils), die Zivilklage (Ziff. III.) so-
wie der gesamte Kosten- und Entschädigungspunkt (Ziff. I.6. und II. des erstin-
stanzlichen Urteils), wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidi-
gung des Beschuldigten in erster Instanz nur zurückzukommen ist, sofern die Vor-
instanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer 

10

Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 
13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Die im Rahmen der erstinstanzlichen Urteilsbegründung erfolgte Urteilsberichtigung 
zu den hinter der Verbindungsbusse stehenden Tagessätzen bzw. Tagen Ersatz-
freiheitsstrafe (und damit verbunden zur Tagessatzhöhe) hat als mitangefochten zu 
gelten.

Ferner ist praxisgemäss neu über das DNA-Profil (Ziff. IV.1. des erstinstanzlichen 
Urteils) und die erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. IV.2. des erstinstanzlichen Ur-
teils) zu verfügen. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO). Aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft darf der 
Sanktionenpunkt (Ziff. I.1.-5. des erstinstanzlichen Urteils) auch zum Nachteil des 
Beschuldigten abgeändert werden. Die Kammer ist dabei nicht an die Anträge der 
Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO). Soweit weitergehend gilt das 
Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat ihre Ausführungen zum Sachverhalt und zur Beweiswürdigung 
in vier Sachverhaltskomplexe unterteilt (vgl. pag. 535; S. 6 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Die Kammer folgt bei den nachfolgenden Erörterungen diesem 
sachlogisch erscheinenden, sich an die Chronologie haltenden Aufbau.

Die Darlegungen der Vorinstanz zu den theoretischen Grundlagen der Beweiswür-
digung und der Aussagenanalyse sind korrekt und vollständig, weshalb darauf – 
ohne Wiederholung – verwiesen werden kann (pag. 535 ff.; S. 6 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

7. Einbruchdiebstahl F.________ AH.________, D.________ vom 30./31. Juli 2018

7.1 Vorwurf gemäss Ziff. I.1. (Diebstahl), Ziff. I.2. (Hausfriedensbruch) und 
Ziff. I.3.1 (Sachbeschädigung) der Anklageschrift (pag. 379 f.)

Die Vorinstanz fasste den Tatvorwurf wie folgt zutreffend zusammen (pag. 538 f.; 
S. 9 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Gemäss den betreffenden Ziffern der AKS wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er sei in der Nacht 
vom 30.07.2018 auf den 31.07.2018 zwischen ca. 21:30 Uhr und 09:50 Uhr gewaltsam und unrecht-
mässig in die F.________ AH.________ an der E.________ in D.________ eingedrungen (Ziff. 2 
AKS). Aus der Lokalität habe er, in der Absicht sich unrechtmässig zu bereichern, zur Aneignung fol-
gende Gegenstände im Gesamtwert von ca. CHF 3'439.00 weggenommen: 

- Alkoholische Getränke im Gesamtwert von ca. CHF 251.00 (4 Flaschen Bacardi, 1 Flasche Gin, 1 
Flasche Whiskey, 1 Flasche Vecchia Romagna Liquor, 7 Flaschen Weisswein, 8 Flaschen 
Roséwein)

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- Zigaretten im Gesamtwert von CHF 368.00 (2 Stangen Marlboro, 2 Stangen MaryLong extra, 1 
Schachtel Zigarren)

- 10 Stück Zweifel-Chips-Packungen à je 80 g im Gesamtwert von ca. CHF 20.00
- 1 Registrierkasse der Marke Sharp Typ UP-700 im Wert von ca. CHF 2'800.00

Er habe dabei in der Absicht gehandelt, sich unrechtmässig zu bereichern (Ziff. 1 AKS). Zwecks Be-
gehung des Diebstahls habe der Beschuldigte ausserdem auf der Nordseite der F.________ den 
Holzrahmen eines Fensters und eine vor einem Flügelfenster angebrachte Lichterkette beschädigt. 
Ferner habe er beim Sicherungskasten im Lagerraum sämtliche Sicherungen ausgeschaltet, wodurch 
verschiedene, sich in der Tiefkühltruhe befindliche Lebensmittel verdorben seien (5 kg Zanderfilets, 
1 Pack Pouletflügeli und 1.5 kg Pommes Frites). Es sei ein Sachschaden im Wert von ca. CHF 798.00 
entstanden (Ziff. 3 AKS). Sämtliche Delikte habe der Beschuldigte zum Nachteil von G.________, 
Geschäftsführerin der F.________ AH.________, verübt.

7.2 Beweisergebnis durch die Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte beweiswürdigend zum Schluss, dass aufgrund der am 
Tatort aufgefundenen DNA-Spur des Beschuldigten, seiner inkonsistenten und wi-
dersprüchlichen Aussagen, der zeitlichen und räumlichen Einordnung sowie der 
Aussagen des Vaters des Beschuldigten und AF.________ der Sachverhalt 
gemäss Ziff. 1, 2 und 3.1 der Anklageschrift beweismässig erstellt sei, wonach sich 
der Beschuldigte zur F.________ in D.________ begeben und das Deliktsgut ent-
wendet habe, wobei er ein Fenster beschädigt und die F.________ gegen den Wil-
len des Berechtigten betreten habe (pag. 544 ff.; S. 15 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

7.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung brachte im Wesentlichen vor, dass das an der Blumenkistenhalte-
rung festgestellte Mischprofil das einzige Beweismittel sei, welches auf die Täter-
schaft des Beschuldigten hinweise. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass 
die DNA des Beschuldigten durch einen Händedruck oder eine andere Übertra-
gung von Hautschuppen durch eine Drittperson an die Blumenkistenhalterung 
übertragen worden sei. Die DNA-Spur beweise nur, dass sich der Beschuldigte 
oder jemand, mit dem er engen Körperkontakt gehabt habe, sich zur fraglichen Zeit 
oder einige Tage vor dem Einbruch auf dem Areal der F.________ aufgehalten ha-
be, was der Beschuldigte nie abgestritten habe. Anlässlich der polizeilichen Befra-
gung habe er dann ein Durcheinander gehabt und gemeint, er sei im Tatzeitraum 
im Kosovo gewesen. Des Weiteren komme hinzu, dass, obwohl die Staatsanwalt-
schaft Kenntnis von zwei unterschiedlichen Schuhsohlenabdrücken am Tatort ge-
habt habe, am 31. Juli 2018 eine Ordnungsbusse an AF.________ ausgestellt 
worden sei und AG.________ am Steuer gesessen sei, man es unterlassen habe, 
diese beiden Herren mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Es könne gut sein, dass 
diese zwei den «Bruch» allein ausgeführt hätten und dabei das Fahrzeug des Va-
ters des Beschuldigten als Tatfahrzeug gedient habe, wobei es möglich sei, dass 
bei der Übergabe des Autoschlüssels Hautschuppen des Beschuldigten an die 
Hand von AG.________ gelangt seien, welche er dann weiter an die Blumenkis-
tenhalterung übertragen habe. Aufgrund der klaren Aussagen könne es aber auch 
sein, dass der Beschuldigte und seine Kollegen nichts mit dem Einbruch zu tun ge-

12

habt hätten. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass der am 30. Juli 2018 
von G.________ gesichtete weisse Kastenwagen als Tatfahrzeug fungiert habe. 
Aufgrund der unsicheren Beweislage könne dem Beschuldigten die Schuld nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden, weshalb er in dubio pro reo von den Vor-
würfen gemäss Ziffer 1, 2 und 3.1 der Anklageschrift freizusprechen sei (pag. 775 
f.). 

Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass man die DNA des 
Beschuldigten an der Blumentopfhalterung festgestellt habe, ausgerechnet an der 
Halterung bei demjenigen Fenster, wo der Einbrecher eingestiegen sei. Ein Gast 
habe keinen Grund, diese Halterung zu berühren. Der Beschuldigte sei weder ein 
Stammgast dort gewesen noch habe er dort gearbeitet. Gemäss seinen Aussagen 
solle er dort Fussball gespielt haben, wobei es aber auf der Seite des Gebäudes, 
wo die DNA habe sichergestellt werden können, keinen Platz zum Fussball spielen 
gebe. Es gebe keine glaubhafte Erklärung dafür, warum der Beschuldigte diese 
Halterung hätte berühren sollen, ausser, er sei dort eingebrochen. Die Hypothese 
der Verteidigung, wonach Hautpartikel bei einer Autoschlüsselübergabe hätten haf-
ten bleiben sollen, sei zudem abenteuerlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich 
Hautschuppen an der Hand bis zur Berührung der Halterung gehalten hätten, sei 
im negativen Prozentbereich. Komme hinzu, dass AF.________ nachweislich in 
der besagten Nacht um 04:15 Uhr, nicht unweit vom Tatort, eine Busse erhalten 
habe. Er habe sich auf dem Rücksitz befunden und AG.________ sei gefahren. Da 
liege es nahe, dass der Beschuldigte auf dem Beifahrersitz gesessen sei, so wie es 
beim späteren Verkehrsunfall auch der Fall gewesen sei. Zudem gebe der Vater 
des Beschuldigten die Autoschlüssel nur seinen Kindern und den Cousins. Insge-
samt ergebe sich daraus, dass der Einbruchdiebstahl wie angeklagt begangen 
worden sei (pag. 783 f.). 

7.4 Bestrittener/unbestrittenere Sachverhalt

Unbestritten ist, dass sich der Beschuldigte bereits bei der F.________ in 
AH.________ aufgehalten hat. Hingegen bestreitet er sämtliche Vorwürfe. 

7.5 Beweismittel

7.5.1 Vorbemerkungen

Für die objektiven Beweismittel bzw. deren Inhalt (Anzeigerapporte, Rapport KTD, 
Fotodokumentation, Ordnungsbussenzettel, Google Streetview) wie auch die sub-
jektiven Beweismittel bzw. deren Inhalt (Aussagen Beschuldigter, AF.________) 
kann grundsätzlich auf die korrekte Zusammenfassung der Vorinstanz (pag. 540 ff.; 
S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) verwiesen werden. Auf eine 
nochmalige umfassende Darlegung der bereits der Vorinstanz vorliegenden Be-
weismittel wird verzichtet. Soweit notwendig wird auf einzelne Aspekte/
Beweismittel bei der nachfolgenden Würdigung eingegangen.

7.5.2 Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Internetauszug ist der Vorstand des Familiengartenvereins AH.________ aufge-
führt (pag. 665). Unter dem Titel «F.________» steht der Name G.________. Auf 
Nachfrage bei der Polizei konnten keine Fotos vom eigentlichen Einbruchdiebstahl 

13

in die F.________ erhoben werden (pag. 666). Zugestellt wurde eine nachträglich 
erstellte Fotodokumentation der Liegenschaft aus einem anderen Einbruchdieb-
stahl, die nach Angaben von G.________ den massgeblichen baulichen Zustand 
der F.________ auch im Zeitpunkt des Einbruchsdiebstahls darstelle. Gemäss die-
ser Dokumentation befindet sich die ebenerdige, also nicht aufgestockte, 
F.________ inmitten eines Feldes mit Schrebergärten. Abgebildet wird insbesonde-
re die Nordseite des Gebäudes und die nördliche Innenseite mit den Oberlichtern 
im Korridor sowie im Restaurant (vgl. pag. 668 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Befragung führte der Beschuldigte, angesprochen 
auf den Vorwurf des Diebstahls, Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung, 
aus, dass er noch nie eingebrochen sei und auch noch nie etwas gestohlen habe. 
Das habe er noch nie in seinem Leben gemacht (pag. 769 Z. 27 ff.). Auf nochmali-
ge Frage hin führte der Beschuldigte nochmals aus, dass er noch nie etwas in sei-
nem Leben gestohlen habe (pag. 770 Z. 17 f.). Angesprochen auf seine Verurtei-
lung wegen Diebstahls eines Motorrades oder Fahrrades gab der Beschuldigte an, 
dass die Fahrzeuge einfach vor seinem Haus parkiert gewesen seien und er die 
dazugehörigen Schlüssel bei der Eingangstür gefunden habe. Er habe die Schlüs-
sel dann mitgenommen, um sie am nächsten Tag dem Hauswart zu bringen 
(pag. 770 Z. 23 ff.). Auf Vorhalt des DNA-Hits auf der Blumenkistenhalterung führte 
der Beschuldigte aus, dass er einen Schnuppertag bei seinem Bruder in der Firma 
AI.________, welche etwa 200 Meter von der F.________ entfernt sei, gemacht 
habe. Das erste Mal, als er in der F.________ gewesen sei, sei an diesem 
Schnuppertag der Firma AI.________ mit den Arbeitskollegen seines Bruders ge-
wesen. Nach zwei bis drei Jahren sei er immer wieder mit den Kollegen dorthin ge-
gangen. Er habe dort gekifft und bei der Terrasse vorne Fussball gespielt. Es kön-
ne sein, dass jemand den Ball nach hinten geworfen habe und er ihn dann geholt 
habe (pag. 770 Z. 33 ff.). Auf die Frage, ob er einmal in den Räumlichkeiten der 
F.________ gewesen sei, gab der Beschuldigte an, dass sie dort ein paar Mal 
Chips oder so gekauft hätten (pag. 770 Z. 42 f.). Angesprochen darauf, dass dies 
neu sei, was er erzähle, erklärte der Beschuldigte, dass er, seitdem er nicht mehr 
konsumiere, klar im Kopf sei und bessere Erinnerungen habe (pag. 770 Z. 45; 
pag. 771 Z. 1 f.). 

7.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

In der Nacht vom 30. Juli 2018 auf den 31. Juli 2018 stieg die unbekannte Täter-
schaft zunächst in den Lagerraum der F.________ AH.________ ein. Anschlies-
send wurde auf der gleichen Gebäudeseite der Zugang zum Restaurant erzwun-
gen, wo die Täterschaft dann auch Deliktsgut entwendete (pag. 9). Diese Schilde-
rung in der Anzeige ist unbestritten. Ebenfalls unbestritten ist, dass die Polizei im 
Lagerraum neben einer Schuhabdruckspur ab der Gefriertruhe (wie die Vorinstanz 
nachvollziehbar folgerte [vermutlich abgebildet auf pag. 446]) unter der Einstiegs-
stelle des Lagerraums eine Blumenkistenhalterung auf dem Boden auffand, die an 
der Fassade vor dem Flügelfenster befestigt gewesen war (pag. 13 f.). Ab der Hal-
terung wurde eine DNA-Spur gesichert, welche einen Hit für den Beschuldigten er-
gab (pag. 24 ff.). Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die DNA-Sicherung und die In-
terpretation lege artis am Hauptprofil erfolgten (vgl. pag. 27; Nebenprofil nicht inter-

14

pretierbar). Entgegen der Verteidigung bestehen zudem keine konkreten Anhalts-
punkte für Übertragungsformen wie beispielsweise durch einen Händedruck. Eine 
zweite Schuhabdruckspur (vgl. pag. 444) soll sich gemäss Vorinstanz auf der Türe 
im Eingangsbereich befunden haben, wahrscheinlich habe man die Türe eintreten 
wollen. Die Umstände (insbesondere der Umfang des Deliktsgutes) würden auf ei-
ne Mehrheit von Tätern hindeuten (pag. 547; S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Wo genau sich der Schuhabdruck befand, lässt sich den Fotos (auch 
unter Zuhilfenahme der oberinstanzlich erhobenen Fotodokumentation [pag. 668 
ff.]) nicht mit letzter Konsequenz entnehmen. Auch das Loch in der Türe (vgl. 
pag. 443) ist jedenfalls im Rapport nicht erwähnt und auch nicht erläutert. Der Ver-
teidigung ist insofern zuzustimmen, dass eine genauere polizeiliche Aufarbeitung 
und Darlegung der Umstände des Einbruchs vom 30. Juli 2018 auf den 31. Juli 
2018 wünschenswert gewesen wäre. Es bleibt allerdings das Fazit, dass eine DNA-
Spur des Beschuldigten an einer Blumenkistenhalterung an einem Ort gefunden 
wurde, an der sie nichts zu suchen hatte – ausser, wenn der Beschuldigte aktiv am 
Einbruchgeschehen beteiligt war. Der Schluss der Vorinstanz, wonach diese Halte-
rung als Einbruchwerkzeug benutzt wurde (vgl. pag. 545; S. 16 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung), liegt nahe, ist aber letztlich nebensächlich für die Beurtei-
lung. Zutreffend schildert die Vorinstanz weiter, dass die Aussagen des Beschuldig-
ten in diesem Zusammenhang ausweichend und somit wenig überzeugend sind. 
Seine Aussagen haben sich – wie dies auch die Generalstaatsanwaltschaft treffend 
ausführte – laufend verändert und jeweils der aktuellen Beweislage angepasst. 
Zunächst erklärte der Beschuldigte, dass er zum fraglichen Zeitpunkt wohl in den 
Ferien im Kosovo gewesen sei (pag. 18 f. Z. 30 ff.). Belege dafür konnte er nicht 
einreichen, wozu er allerdings auch nicht verpflichtet war. Es fällt jedoch auf, dass 
der Beschuldigte während des Verfahrens sonst wiederholt Unterlagen einreichte, 
wenn es darum ging zu beweisen, dass sein Cousin am Steuer gesessen sei (vgl. 
dazu Vorwurf gemäss Ziff. 6 der Anklageschrift; Ziff. 9.6 unten) oder die Polizei ihm 
in der Nacht vom 12. April 2019 verschiedene Verletzungen zugefügt haben soll 
(vgl. dazu Vorwurf gemäss Ziff. 7 der Anklageschrift; Ziff. 10 unten), nicht aber, um 
zu belegen, dass er sich zum Tatzeitraum im Ausland befunden haben will. Ange-
sprochen auf den Tatort führte der Beschuldigte zunächst aus, dass er die 
F.________ AH.________ nicht kenne und noch nie dort gewesen sei (pag. 19 
Z. 46 ff.). In der späteren Befragung wollte er die F.________ dann doch kennen 
und er sei auch schon dort gewesen, er wisse aber nicht mehr wann, es sei schon 
zu lange her (pag. 22 Z. 107 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
führte er sodann aus, dass er die F.________ kenne, es sei ein Restaurant und er 
habe dort schon Fussball gespielt (pag. 466 Z. 30 ff.). Schliesslich kam an der obe-
rinstanzlichen Befragung eine neue Erläuterung hinzu, wonach er die F.________ 
aufgrund eines Schnuppertages bei der Firma AI.________ kennengelernt habe 
(pag. 770 Z. 34 ff.). Ebenso wenig konnte der Beschuldigte mit seinen Erklärungs-
versuchen, wie seine DNA auf eine derart ungewöhnliche Stelle wie einer Blumen-
kistenhalterung gelangen konnte, überzeugen. Denn nach anfänglichem Abstreiten 
und nach Kenntnis der von ihm aufgefundenen DNA-Spur am Tatort führte er so-
dann aus, dass man irgendwie alles berühre, wo man sich aufhalte (pag. 22 Z. 123 
f.), er habe es dort irgendwie angelangt, als er dort gewesen sei (pag. 23 Z. 156 f.). 

15

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzte er dann, dass er sich 
überall aufgehalten habe, innen und aussen (pag. 467 Z. 10 f.), er habe dort mit 
Kollegen Fussball gespielt (pag. 466 Z. 37 f.) und auf oberinstanzliche Fragen hin 
ergänzte er, dass er dort auch gekifft habe und es möglich sei, dass jemand den 
Ball nach hinten geworfen und er ihn geholt habe oder irgend so etwas (pag. 770 
Z. 38 ff.). Seine Aussagen sind nicht nur widersprüchlich, sondern lassen sich auch 
nicht damit vereinbaren, dass es an der fraglichen Stelle gar keinen Platz zum 
Fussball spielen gibt (vgl. pag. 542 und pag. 545 in fine; S. 13 und 16 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Auch seine Aussage, wonach er noch nie etwas 
gestohlen habe (pag. 770 Z. 17 f.) steht im offensichtlichen Widerspruch zu seiner 
Verurteilung vom 8. Juni 2017 und 18. April 2019 wegen Diebstahls eines Motorra-
des und mehrerer Fahrräder (pag. 262 ff.; pag. 311 f.). Insgesamt erweisen sich die 
Aussagen des Beschuldigten somit als unglaubhaft. 

Zu Recht weist die Vorinstanz im Übrigen darauf hin, dass der Kollege des Be-
schuldigten, AF.________, frühmorgens am 31. Juli 2018 im Bereich AD.________ 
in dem auf AJ.________ senior laufenden Audi unterwegs war und dabei eine Ord-
nungsbusse bekam (pag. 65), dies wegen OB-Ziffer 800.1 (Nichttragen Sicher-
heitsgurten durch Mitfahrer). AF.________ meinte seinerzeit, er sei auf dem Rück-
sitz gesessen und sei nicht angeschnallt gewesen; Fahrer sei jeweils AG.________ 
gewesen (pag. 58 Z. 95 ff.). Die Tatortnähe der Kontrolle und auch der Umstand, 
dass man aufgrund der Sitzposition von AF.________ mindestens zu dritt im Auto 
unterwegs gewesen sein dürfte – dies auch, weil das Fahrzeug nur den Kindern 
oder Cousins des Fahrzeughalters zur Verfügung gestanden haben soll – unter-
streicht den Verdacht gegenüber dem Beschuldigten. Unter diesen Umständen ist 
die täterschaftliche oder mindestens mittäterschaftliche Verantwortung des Be-
schuldigten für den angezeigten Einbruchdiebstahl erstellt. Damit ist auch nicht da-
von auszugehen, dass eine weitere Täterschaft – bspw. die von G.________ am 
Mittag des 30. Juli 2018 festgestellten Personen mit ausländischem Fahrzeug (pag. 
14) – für den Einbruchdiebstahl verantwortlich gewesen sein könnten. Schliesslich 
kann der Beschuldigte auch nichts zu seinen Gunsten aus dem Umstand ableiten, 
dass anlässlich der Polizeikontrolle des Audi vom 31. Juli 2018 um 04:15 Uhr kein 
Deliktsgut aufgefunden wurde. Denn zum einen handelte es sich um unauffälliges 
Deliktsgut, welches der Polizei – hätte sie überhaupt Anlass dazu gehabt, das Auto 
zu durchsuchen – wohl auch nicht verdächtig vorgekommen wäre und bei einem 
Blick in die Fahrerkabine im Kofferraum unentdeckt geblieben wäre. Zum anderen 
ist nicht auszuschliessen, dass sich die Tat erst nach der Polizeikontrolle ereignete 
oder aber vorher und diesfalls das Deliktsgut bereits anderweitig untergebracht 
wurde. 

8. Vorfall nach Verkehrsunfall in H.________ vom 26. Oktober 2018

8.1 Vorwurf gemäss Ziff. I.3.2 (Sachbeschädigung) und Ziff. I.4. (Drohung) der 
Anklageschrift (pag. 380 f.)

Die Vorinstanz fasste die hier noch interessierenden Aspekte wie folgt zutreffend 
zusammen (pag. 552; S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

16

Gemäss den betreffenden Ziffern der AKS wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe am 
26.10.2018 um ca. 13:15 Uhr nach einem Verkehrsunfall auf der I.________ in H.________ mehrfach 
mit den Füssen gegen die Fahrertüre und die Karosserie hinten rechts des von L.________ gelenkten 
J.________-Patrouillenfahrzeugs VW Caddy, Kontrollschild-Nummer BE AK.________ getreten und 
dadurch mehrere Beulen verursacht. Zum Nachteil des J.________ sei dabei ein Sachschaden von 
CHF 2'290.00 entstanden (Ziff. 3.2 AKS). Im Zuge dieser Ereignisse habe der Beschuldigte 
L.________ mehrfach und in aggressivem Ton gedroht, er werde ihn kaputt machen und umbringen, 
wenn er seinen Namen herausfinde. L.________ habe diese Drohungen ernst genommen und Angst 
gehabt (Ziff. 4 AKS).

8.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete die vorgeworfenen Tritte gegen die Fahrertür und den 
daraus entstandenen Schaden gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen der 
Anwesenden L.________, M.________, AL.________ aber auch des Beschuldig-
ten, welcher einen Tritt gegen die Tür auf der Seite des Autolenkers eingeräumt 
habe, beweismässig als erstellt (pag. 565; S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Ebenfalls als erwiesen erachtete die Vorinstanz mit Blick auf die glaub-
haften Aussagen von L.________ und die Fotodokumentation der Polizei (vgl. 
pag. 50 f.), dass der Beschuldigte den Schaden an der Karosserie auf der rechten 
Seite des Fahrzeugs neben dem Rücklicht durch mindestens einen Tritt ans Fahr-
zeug von L.________ verursacht habe (pag. 565 f.; S. 36 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). 

In Bezug auf die vorgeworfene Drohung führte die Vorinstanz aus, dass diesbezüg-
lich auf die Aussagen von L.________, M.________ und AL.________ abgestellt 
werden könne. Insbesondere habe AF.________ entgegen den Beteuerungen des 
Beschuldigten bestätigt, dass dieser aggressiv gewesen sei. Die Aufgebrachtheit 
des Beschuldigten könne darauf zurückgeführt werden, dass das Fahrzeug seines 
Vaters beim Unfall beschädigt worden sei. Zudem seien die Aussagen des Be-
schuldigten nicht glaubhaft und auch nicht nachvollziehbar. Insgesamt sei daher 
erstellt, dass der Beschuldigte die in der Anklageschrift aufgelisteten Äusserungen 
gegenüber L.________ getätigt habe (pag. 566; S. 37 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

8.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung führte in Bezug auf den Vorwurf der Drohung aus, dass der Be-
schuldigte zwar geflucht und geschimpft, allerdings nicht gedroht habe. L.________ 
habe in seiner tatnächsten Befragung nicht zu Protokoll gegeben, dass er sich in 
Angst und Schrecken befunden habe. Er sei auch zum Fahrzeug zurückgekehrt, 
um seinen Computer zu holen, was er nicht gemacht hätte, wäre er tatsächlich in 
Todesangst gewesen. Zudem sei das Wort «Angst» nicht im Kontext mit den dro-
henden Worten, sondern aufgrund des Zuschlagens der Tür genannt worden und 
erst später habe der Beschuldigte die angeblich drohenden Worte benutzt. Seine 
Aussage, wonach es ihm zu diesem Zeitpunkt nicht gut gegangen sei, er aber nicht 
unter Schock gestanden sei, könne nicht unter den Tatbestand der Drohung sub-
sumiert werden. Einen Angst- oder Schreckensmoment beschreibe man anders. 
Entsprechend müsse hier ein Freispruch ergehen (pag. 776 f.). 

17

Zur vorgeworfenen Sachbeschädigung brachte die Verteidigung im Wesentlichen 
vor, dass die Sachbeschädigung an der Fahrertür unangefochten bleibe und dieser 
Schaden eingestanden sei. Allerdings werde bestritten, dass der Schaden an der 
Karosserie hinten rechts durch den Beschuldigten verursacht worden sei. Von Trit-
ten hinten rechts habe M.________ zu keinem Zeitpunkt gesprochen. Aufgrund 
mehrerer Differenzen in den Aussagen von L.________ könne nicht auf seine Aus-
sagen abgestellt werden. Eine Falschbelastungsmotivation seinerseits liege zudem 
auf der Hand, der Schaden gehe auf seine Kappe. Zudem hätten AF.________ und 
AG.________ nichts von der Sachbeschädigung mitbekommen. Entgegen der Vor-
instanz sei auch nicht davon auszugehen, dass sie den Beschuldigten damit hätten 
schützen wollen, ansonsten hätten sie nicht ausgeführt, dass der Beschuldigte 
wütend gewesen sei und Beschimpfungen ausgesprochen habe. Beweismässig 
würden mehrere übereinstimmende Aussagen vorliegen, welche in keiner Art und 
Weise Tritte des Beschuldigten gegen hinten rechts am Fahrzeug erwähnen wür-
den. Insgesamt lasse sich somit die Verursachung des Schadens an der Karosse-
rie hinten rechts durch den Beschuldigten nicht rechtsgenüglich erstellen, weshalb 
der Beschuldigte von diesem Teilvorhalt freizusprechen sei (pag. 777 f.). 

Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass die Fotos, aber 
auch die Rechnung des Karosseriewerkes zeigen würden, dass der Beschuldigte in 
seiner rasenden Wut gegen das Auto gekickt habe. Dazu kämen die Aussagen von 
L.________, M.________ und AL.________, welche bestätigen würden, dass der 
Beschuldigte das Fahrzeug malträtiert habe. Diese Aussagen seien glaubhaft. 
Auch hätten AF.________ und AG.________ ausgeführt, dass der Beschuldigte 
«auf hundert» gewesen sei. Demgegenüber seien die Aussagen des Beschuldigten 
widersprüchlich. Mit dem hinteren Schaden wolle er nichts zu tun haben, aber 
L.________ habe eindrücklich beschrieben, wie es geknallt habe, als der Beschul-
digte hinten gestanden sei. Der Tatbestand der Sachbeschädigung sei erfüllt und 
der Schuldspruch sei zu bestätigen (pag. 784).

Was den Drohungsvorwurf angehe, müsse man sich auf die Aussagen der Beteilig-
ten verlassen. Die Aussagen von L.________, M.________ und AL.________ sei-
en glaubhaft. Die Schilderungen von L.________ seien von starken Realkennzei-
chen geprägt, so wie er seine Gefühle schildere. Auch die Freunde des Beschuldig-
ten hätten zurückhaltend einräumen müssen, wie aggressiv sich der Beschuldigte 
verhalten habe. Insgesamt sei der Tatbestand der Drohung erfüllt und der Schuld-
spruch sei ebenfalls zu bestätigen (pag. 784 f.). 

8.4 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der Verkehrsunfall zwischen dem VW Touran (Halter: Vater des Beschuldigten; 
Lenker: AG.________) und einem J.________-Patrouillenfahrzeug der Marke VW 
Caddy (Lenker: AM.________) in H.________ ist unbestritten. Aufgrund des nicht 
angefochtenen Schuldspruches gegenüber dem Beschuldigten wegen Beschimp-
fungen zum Nachteil von L.________ und auch der Passantin M.________ kann 
auch gesagt werden, dass im Gefolge des Verkehrsunfalles ein gewisses Rencon-
tre zwischen dem Beschuldigten einerseits und L.________/M.________ anderer-
seits stattfand. Anders als noch im erstinstanzlichen Verfahren gesteht der Be-
schuldigte oberinstanzlich nun eindeutig ein, mit dem Fuss gegen die Fahrertüre 

18

des J.________-Fahrzeuges getreten zu haben und für den entsprechenden Sach-
schaden verantwortlich zu sein. Bestritten werden hingegen die Sachbeschädigung 
an der Karosserie hinten rechts am J.________-Patrouillenfahrzeug und die angeb-
lich vom Beschuldigten geäusserten Drohungen gegenüber L.________. 

8.5 Beweismittel

8.5.1 Vorbemerkungen

Auch bei diesem Vorfall verzichtet die Strafkammer auf eine ausführliche Zusam-
menfassung und Wiederholung der von der Vorinstanz detailliert dargelegten Be-
weismittel objektiver wie auch subjektiver Natur (Anzeigerapporte, Fotodokumenta-
tion, Carrosserierechnung, Aussagen Beschuldigter, L.________, M.________, 
AL.________, AG.________, AF.________ [pag. 552 ff.; S. 23 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung]). Soweit für die oberinstanzliche Beurteilung von Belang, 
wird nachfolgend punktuell auf dieses vorinstanzlich bereits vorliegende Beweisma-
terial eingegangen.

8.5.2 Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Rahmen der oberinstanzlichen Einvernahme räumte der Beschuldigte ein, 
L.________ und M.________ beleidigt zu haben. Er sei sehr emotional gewesen, 
weil es das Auto von seinem Vater gewesen sei. Es stimme aber nicht, dass er zu 
L.________ gesagt habe «ich mache dich kaputt» oder «ich bringe dich um» 
(pag. 769 Z. 17 ff.). Es stimme auch nicht, dass er hinten ins Auto gekickt habe. Er 
sei nie hinter das Auto gegangen. Er habe vorne in die Tür gekickt, also in die 
Fahrertür, und dann sei er zurück zu seinem Auto gegangen. Bei der Einvernahme 
hätten selbst L.________ und M.________ gesagt, dass er von der Fahrertür wie-
der zurück zu seinem Auto gegangen sei. Sie hätten nichts davon gesagt, dass er 
noch hinter das Auto gegangen sei und reingekickt habe. Das mit der Fahrertür 
stimme aber, er habe einfach überreagiert, weil es das Auto seines Vaters gewe-
sen sei (pag. 770 Z. 3 ff.). 

8.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Unbestrittenermassen war AG.________ am 26. Oktober 2018 mit dem auf 
AJ.________ senior als Halter laufenden VW Touran als Lenker unterwegs. Im Au-
to sassen auch der Beschuldigte als Beifahrer und AF.________ als Mitfahrer auf 
dem Rücksitz. AG.________ stiess in H.________ mit dem vortrittsberechtigten 
J.________-Fahrzeug von L.________ zusammen. Zum Unfall gesellten sich 
später die Passanten M.________ und AL.________. Zu den Diskussionen im Ge-
folge des Unfalles und vor allem zur Rolle des Beschuldigten dabei machten 
L.________ und auch die Passanten im Kern übereinstimmende Angaben: Vor al-
lem der Beschuldigte habe sich mit einem aggressiven Verhalten hervorgetan, ha-
be mehrmals gegen die Fahrertüre von L.________ getreten und diesem gedroht 
(AL.________/M.________ [pag. 33], L.________ [pag. 48]). Insbesondere habe 
der Beschuldigte zu L.________ gesagt, dass er ihn kaputt machen werde 
(AL.________ [pag. 33], L.________ [pag. 48 Z. 39]) und er ihn umbringen werde, 
wenn er seinen Namen herausfinde (M.________ [pag. 33]), wobei L.________ in 
der tatnächsten Befragung ausführte, dass der Beschuldigte sich dahingehend 
geäussert habe, seinen Namen herauszufinden (pag. 48 Z. 38). L.________ hielt 

19

zudem fest, dass der fragliche Mitfahrer zuvor auch noch hinten am Fahrzeug et-
was gemacht habe, es habe einen Knall gegeben (pag. 48). Die entstandenen 
Schäden am Fahrzeug sind durch die eingereichten Voranschlags- bzw. Rech-
nungsunterlagen und Fotos vom Fahrzeug (pag. 44 ff. bzw. 50 ff.) zudem plausibili-
siert. AF.________ und AG.________ wollten sich zwar nicht explizit zu allfälligen 
Sachbeschädigungen/Drohungen äussern (immerhin AF.________ pag. 60 Z. 198: 
«Ich sage besser nichts. Ich würde behaupten, das hat er einfach so gesagt»), 
schilderten aber übereinstimmend, dass der Beschuldigte nach dem Unfall «auf 
Hundert» (so AG.________ [pag. 70 Z. 93]) gewesen sei. Ganz im Gegensatz dazu 
und dementsprechend unglaubhaft schilderte der Beschuldigte zunächst (pag. 74), 
er sei nicht aggressiv aufgetreten und habe keine Sachbeschädigungen begangen. 
Er sei (so später pag. 78) jedenfalls gar nie hinten am Fahrzeug gestanden, son-
dern immer vorne. Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung stritt der 
Beschuldigte den Vorwurf ab (pag. 212 f.). Erst in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung meinte er (pag. 468 Z. 13 f.): «Das bei der Fahrertüre kann sein, dass ich 
da reingekickt habe. Aber das hinten, wie Herr L.________ gesagt hat, das stimmt 
nicht». Und schliesslich gestand er anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
ein, emotional gewesen zu sein und überreagiert zu haben sowie für die Sachbe-
schädigung an der Fahrertür verantwortlich zu sein. Insoweit bestätigte er die von 
Beginn weg gemachten Aussagen der Passanten und L.________ (pag. 33; 
pag. 48 Z. 37 ff.), was deren Glaubhaftigkeit unterstreicht. Es ist offensichtlich, dass 
der Beschuldigte seine Aussagen im Laufe des Verfahrens anpasste und sich der 
jeweiligen Beweislage anpasste. So gab er die Beleidigungen und seinen aufge-
wühlten Gemütszustand – wenn auch zuerst nur zögerlich – erst zu, nachdem auch 
seine Kollegen AF.________ und AG.________ aussagten, der Beschuldigte sei 
«auf Hundert» gewesen und habe Beleidigungen ausgesprochen (pag. 59 f. Z. 142 
ff. [AF.________]; pag. 69 f. Z. 88 ff. [AG.________]). Insgesamt versuchte der Be-
schuldigte jeweils so wenig wie möglich zuzugeben und vor allem L.________ als 
Täter/Verursacher des Unfalls darzustellen. 

Demgegenüber sind die Aussagen von L.________ detailliert, plausibel und damit 
glaubhaft. Dies nicht nur, weil seine Aussagen durch die Angaben von 
M.________, AL.________ aber auch teilweise durch diejenigen von 
AG.________, AF.________ und den Beschuldigten bestätigt werden und zudem 
mit den objektiven Beweismitteln (Fotos, Rechnung) übereinstimmen, sondern 
auch, weil darin zahlreiche Realitätskriterien zu finden sind. Zum einen schildert er 
die Vorkommnisse mit unterschiedlichen Worten, aber in den Grundzügen gleich-
bleibend, was für ein selbst erlebtes, reales Geschehen spricht. So führte er aus, 
dass es zum Unfall gekommen sei und er während des (Aus)Rollens hinten rechts 
einen Knall gehört habe. Er habe einen Mann hinter dem Fahrzeug gesehen. Dar-
aufhin sei der Beschuldigte zur Fahrertür gekommen und habe ihm unter anderem 
gedroht. Anschliessend seien M.________ und AL.________ dazu gestossen 
(pag. 47 Z. 20 ff.; pag. 87 Z. 20 ff.; 457 Z. 28 ff.). Dass der Beschuldigte nicht nur 
mit L.________ diskutierte, sondern ihm gegenüber drohte, wird ebenfalls durch 
die beiden Passanten bestätigt (pag. 33; pag. 90 Z. 37; pag. 462 Z. 21 f.). Zudem 
schilderte L.________ sein damaliges Gefühlserleben eindrücklich und anschau-
lich, wenn er ausführte, dass er nach den Beschimpfungen und Drohungen 

20

Schwierigkeiten gehabt habe, die Reihenfolge der Geschehnisse nennen zu kön-
nen. Es sei ihm zu diesem Zeitpunkt nicht gut gegangen (pag. 49 Z. 83 f.). Er habe 
wirklich Angst und ein starkes Unwohlsein aufgrund der ausgestossenen Drohun-
gen gehabt (pag. 87 Z. 53 f.). Er habe aussteigen wollen, aber er sei daran gehin-
dert worden, indem die Türe massiv zugeschlagen worden sei. Er habe Angst ge-
habt, weil er sich an Händen, Füssen oder Kopf hätte verletzen können. Es sei 
wirklich massiv gewesen (pag. 457 Z. 36 ff.). Er könne sich nicht an mehr erinnern 
als das, was er bereits erzählt habe. Er habe das gehört und sich danach in einem 
Schockzustand befunden (pag. 458 Z. 9 f.). Er habe danach die Arbeit abgebro-
chen (pag. 458 Z. 16). Er sei unter Schock gestanden und mit den Gedanken an 
einem anderen Ort gewesen (pag. 458 Z. 21 f.). Bemerkenswert dabei ist, dass 
seine Gefühlslage offenbar auch für unbeteiligte Dritte wie M.________ deutlich 
merkbar war («Er war geschockt. Ich hatte das Gefühl das er gar nicht wusste was 
passiert ist. Er hatte Angst.» [pag. 90 Z. 56 f.]; «[Er sagte] nichts. Er hatte grosse 
Angst.» [pag. 90 Z. 59 f.]; «Der mit dem Rechtsvortritt stand unter Schock. Er konn-
te gar nichts mehr sagen.» [pag. 461 Z. 40 f.]; «Angenommen es wäre eine gewe-
sen, die erst frisch die Prüfung gemacht hätte und der wäre ins Auto getreten wor-
den, die wäre ihr Leben lang traumatisiert gewesen.» [pag. 462 Z. 8 ff.]). Ebenfalls 
für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht – wie die Vorinstanz treffend formu-
lierte – seine reflektierte und selbstkritische Aussage, wonach der Vorfall einen an-
deren wohl nicht so mitgenommen hätte und seine Betroffenheit unter anderem auf 
seine eigene Persönlichkeit zurückführte (pag. 458 Z. 33 f.). Dass L.________ auf-
grund der deutlichen verbalen Drohungen und im Umfeld des Türezuschlagens und 
zweier weiterer ihm nicht sehr freundlich gesinnter Personen 
(AG.________/AF.________) in Angst versetzt wurde, ist ohne Weiteres glaubhaft. 
Dass er später nochmals zum Fahrzeug zurückkehrte, tut der Glaubhaftigkeit sei-
ner Angaben keinen Abbruch; L.________ dürfte sich aufgrund der nun anwesen-
den M.________ und AL.________ sicherer gefühlt haben. An diesem Ergebnis 
ändert auch seine Aussage nichts, wonach er aber nicht unter einem Schock ge-
standen sei (pag. 49 Z. 84 f.). Aufgrund des Gesamtzusammenhanges dürfte sich 
diese Aussage auf das ganze Unfallgeschehen und nicht die Wirkung der Drohung 
auf sich selbst bezogen haben. Denn, dass er in Bezug auf die Drohung Angst ge-
habt habe und unter Schock stand, äusserte er mehrmals (vgl. oben). 

Mit Blick auf den Gemütszustand des Beschuldigten, welcher aufgrund des be-
schädigten Autos ausser sich war und Beschimpfungen aussprach und eingestan-
denermassen die Fahrertür durch mehrere Fusstritte beschädigte, kann ohne Wei-
teres von einer aggressiven Grundstimmung ausgegangen werden. Unter diesen 
Umständen – sowie unter Einbezug der glaubhaften Aussagen der Passanten und 
eingedenk der nicht überzeugenden Angaben des Beschuldigten – erachtet die 
Kammer die vorgeworfene Drohung gemäss Anklageschrift als gegeben. Ebenfalls 
bestehen keine Zweifel, dass der Beschuldigte auch für die Sachbeschädigung an 
der Karosserie hinten rechts am J.________-Fahrzeug verantwortlich ist. Aus den 
Fotos des Schadens hinten rechts (pag. 50) ist zwar nicht ohne Zweifel der Ab-
druck eines Schuhs/Fusses ableitbar, doch deutet die Delle und die Unversehrtheit 
von dem nach aussen ragenden Radkasten und der schwarzen Leiste oberhalb der 
Beule auf eine örtlich begrenzte Krafteinwirkung hin, die nicht von einem normalen 

21

Unfallereignis herrühren kann. Zudem sprechen auch die Unterlagen der Carrosse-
riewerkstatt von einer Ausbesserung hinten rechts. Dass diese Beschädigung 
durch den Unfall entstanden wäre, passt weder zum Unfallhergang, wonach 
L.________ in den VW Touran hinten rechts gefahren sein soll, noch eben zur lokal 
begrenzten Delle. Dass M.________ die Sachbeschädigung hinten rechts nicht er-
wähnte, steht diesem Ergebnis nicht entgegen, zumal es sich um ein dynamische 
Geschehen handelte und nicht auszuschliessen ist, dass sie diese Beschädigung 
aufgrund der zeitlichen oder örtlichen Gegebenheiten (Lage der Autos und der Un-
fallbeteiligten) gar nicht mitbekam oder in diesem Moment auf etwas anderes fo-
kussiert war. Nebenbei bemerkt überzeugt auch das Argument der Verteidigung, 
der J.________-Patrouilleur könne aus einer Falschangabe bei einem selbstver-
schuldeten Unfallschaden profitieren, nicht wirklich, da in der Praxis ein Arbeitneh-
mer bei bloss fahrlässig verursachten Unfallschäden regelmässig von einer Reduk-
tion des Schadenersatzes profitiert. Abgesehen davon liegen (nicht nur vom kon-
kreten Schadenbild her) keinerlei Hinweise auf einen von L.________ früher verur-
sachten (Unfall)Schaden vor.

9. SVG-Widerhandlungen in R.________ vom 10. Juli 2018 und in U.________ 
vom 14. Juli 2018 sowie falsche Anschuldigung in AD.________ vom 25. März 
2019

9.1 Vorwurf gemäss Ziff. I.6. (falsche Anschuldigung), Ziff. I.8.1 und Ziff. I.8.2 
(SVG-Widerhandlungen) der Anklageschrift (pag. 381 f.)

Die Vorinstanz fasste die Anklagepunkte wie folgt zutreffend zusammen (pag. 570; 
S. 41 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Gemäss den betreffenden Ziffern der AKS wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er sei am 
10.07.2018 um 23:17 Uhr in R.________ auf der S.________, Fahrtrichtung T.________, mit dem 
Personenwagen, Kontrollschild BE AN.________, mit einer Geschwindigkeit von 121 km/h (nach Ab-
zug der zulässigen Sicherheitsmarge) gefahren und habe damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
von 80 km/h um 41 km/h überschritten (Ziff. 8.1.1 AKS).

Am 14.07.2018 um 03:17 Uhr sei der Beschuldigte sodann in U.________ auf der Autobahn A5, 
Fahrtrichtung V.________, mit dem Personenwagen, Kontrollschild BE AN.________, mit einer Ge-
schwindigkeit von 183 km/h (nach Abzug der zulässigen Sicherheitsmarge) gefahren und habe damit 
die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um 63 km/h überschritten (Ziff. 8.1.2 AKS).

Am 25.03.3019 sei der Beschuldigte von der Kantonspolizei Bern auf der Polizeiwache in N.________ 
zu den vorerwähnten Verkehrsdelikten als beschuldigte Person einvernommen worden. Dabei habe 
er den Nichtschuldigen O.________, geb. AO.________, wohnhaft im Kosovo, bewusst zu Unrecht 
beschuldigt, den Personenwagen mit der Kontrollschild BE AN.________ am 10.07.2018 um 23:17 in 
R.________ auf der S.________, Fahrtrichtung T.________, sowie am 14.07.2018 um 03:17 Uhr in 
U.________ auf der Autobahn A5, Fahrtrichtung V.________, geführt und dabei die angeklagten Ge-
schwindigkeitsüberschreitungen begangen zu haben. Der Beschuldigte habe dabei wider besseren 
Wissens gehandelt. Dass gegen O.________ eine Strafverfolgung herbeigeführt werde, habe er ge-
wollt oder zumindest in Kauf genommen (Ziff. 6 AKS).

22

9.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte nach einem Vergleich der Radarfotos mit den Portraitfotos 
des Beschuldigten (ergänzt mit dem persönlichen Eindruck anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung), seines Cousins O.________ sowie AF.________ 
zum Schluss, dass für eine Identität der auf den Radarfotos abgebildeten Fahr-
zeuglenker mit dem Beschuldigten starke Anhaltspunkte bestünden. Zudem falle 
eine frappante Ähnlichkeit zwischen dem einen mitgeblitzten Beifahrer und 
AF.________ auf. Dass AF.________ und O.________ in der Nacht vom 10. Juli 
2018 gemeinsam mit dem Auto des Vaters des Beschuldigten unterwegs gewesen 
wären, sei sehr unwahrscheinlich, zumal AF.________ in der polizeilichen Einver-
nahme nachgefragt habe, wer O.________ überhaupt sei. Die Aussagen des Be-
schuldigten seien zudem nichtssagend und widersprüchlich. Es handle sich dabei 
um Schutzbehauptungen, mit denen der Beschuldigte beabsichtige, von sich selber 
abzulenken respektive Zweifel am starken Indiz der Radarfotos zu streuen. Auf-
grund des allgemeinen Aussageverhaltens des Beschuldigten (zunächst alles be-
streiten und erst nach Vorlegen von Beweisen teilweises Eingestehen) und des 
Umstandes, dass die beiden Geschwindigkeitsüberschreitungen in zeitlicher und 
personeller Hinsicht ins Gesamtbild passen würden, erachtete die Vorinstanz die 
Sachverhalte gemäss Ziff. 6, 8.1.1, 8.1.2 und 8.2 der Anklageschrift beweismässig 
als erstellt (pag. 575 ff.; S. 46 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

9.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Verteidigung aus, 
dass nicht der Beschuldigte, sondern O.________ am 10. und 14. Juli 2018 am 
Steuer gesessen sei. Bei den Radarbildern handle es sich um miserable Fotos. 
Selbst im Anzeigerapport werde ausgeführt, dass nicht eindeutig bestimmbar sei, 
wer der Fahrzeuglenker sei. Der Beschuldigte habe von Beginn weg seinen Cousin 
O.________ als Fahrzeuglenker genannt. Trotzdem habe man es unterlassen, ihn 
zu befragen. Weitere Beweismittel gebe es keine. Man könne nicht sagen, wer 
tatsächlich am Steuer gesessen sei, weshalb auch nicht gesagt werden könne, der 
Beschuldigte habe seinen Cousin zu Unrecht belasten wollen. Auch in Bezug auf 
Ziffer 8.2 der Anklageschrift sei mit gleich schlechten Bildern Beweis geführt wor-
den. AF.________ habe zudem bestritten, am 10. Juli 2018 Beifahrer gewesen zu 
sein. Der Anklagesachverhalt gemäss Ziffer 6, 8.1 und 8.2 lasse sich somit nicht 
rechtsgenüglich erstellen, weshalb der Beschuldigte von diesen Vorwürfen in dubio 
pro reo freizusprechen sei (pag. 778). 

Die Generalstaatsanwaltschaft führte demgegenüber aus, dass, wenn man die Bil-
der abgleiche, es zuerst nicht ersichtlich sei, ob es sich bei diesen Personen um 
den Beschuldigten oder AF.________ handle, auf den zweiten Blick dann aber 
schon. O.________ könne es sicher nicht sein. Im Anzeigerapport werde festgehal-
ten, dass es sich beim Lenker nicht um den Cousin handle. Das Aussageverhalten 
des Beschuldigten, seines Vaters und von AF.________ lege nahe, dass der Be-
schuldigte am Steuer gesessen sei. Der Beschuldigte könne sich kaum entschei-
den, wen er beschuldigten wolle (Freunde, Brüder und Cousins, O.________), um 
nicht selber einzugestehen, dass er es gewesen sei. Seine Erkundigungen per E-
Mail und per Telefon würden ihn als Täter überführen. Warum sollte er sonst darum 

23

besorgt sein, wenn er nicht selber hinter dem Steuer gesessen sei. Der Antrag, den 
Cousin rechtshilfeweise zu befragen, sei zu Recht abgewiesen worden. Vor diesem 
Hintergrund würden noch der Beschuldigte und AF.________ übrigbleiben, welche 
im Auto hätten gesessen sein können. Wenn man die Gesichter abgleiche, gebe es 
keine unüberwindbaren Zweifel mehr. Es müsse sich beide Male um den Beschul-
digten gehandelt haben. Der Beschuldigte sei daher auch in diesen Punkten schul-
dig zu sprechen (pag. 785 f.). 

9.4 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Vorwürfe. Er sei mithin nicht gefahren und 
die Angabe von O.________ als Lenker sei keine falsche Anschuldigung gewesen. 
Unbestritten ist jedoch, dass der Audi des Vaters des Beschuldigten spätabends 
am 10. Juli 2018 bzw. frühmorgens am 14. Juli geblitzt worden ist, dies aufgrund 
massivster Geschwindigkeitsüberschreitungen. 

9.5 Beweismittel

9.5.1 Vorbemerkungen

Die objektiven und subjektiven Beweismittel (Fallprotokoll, Rapporte, Radarfotos, 
Vergleichsfotos; Aussagen Beschuldigter, AJ.________, AF.________) wurden von 
der Vorinstanz zutreffend und ausführlich dargelegt (pag. 571 ff.; S. 42 ff. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann verwiesen werden. Soweit von Be-
lang, wird auch hier nachfolgend punktuell auf dieses Beweismaterial eingegangen.

9.5.2 Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, dass er dabei 
bleibe, dass es sich beim Fahrer um O.________ gehandelt habe. Dieser habe im 
Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitungen eigentlich ganz anders als auf 
dem Ausweisfoto ausgesehen. Also nicht sehr anders aber nicht so wie auf dem 
Passfoto, Führerausweis (pag. 771 Z. 29 ff.). Auf die Frage, wie denn anders, ant-
wortete der Beschuldigte, einfach anders (pag. 772 Z. 1 f.). Näher gefragt nach 
dessen Aussehen führte der Beschuldigte aus, dass O.________ auf den Bildern 
ganz kurze Haare habe. Momentan habe er immer noch viel längere Haare und ei-
nen Bart habe er jetzt meistens nicht (pag. 772 Z. 4 ff.). In Bezug auf die Umstän-
de, wie O.________ im Juli 2018 in den Besitz des Fahrzeuges (Audi) gekommen 
sei, gab der Beschuldigte an, dass er zu ihnen gekommen sei. Sein Vater sei in die 
Ferien gegangen und der Schlüssel sei zu Hause gewesen. Er habe sie besucht 
und gefragt, ob er das Auto brauchen dürfe. Er habe direkt ja gesagt und ihm die 
Schlüssel gegeben. Er habe das Auto für eine längere Zeit gehabt, er wisse nicht 
genau, wie lange. Er habe es auch mehrmals gebraucht, also mehrere Tage, und 
bei ihnen übernachtet (pag. 772 Z. 26 ff.). Selber sei er bei den Fahrten nicht dabei 
gewesen. Er (O.________) habe ihm gesagt, dass er seine Freundin besuchen 
werde und Kollegen treffen würde. Er habe ihn aber nicht gefragt, wo er sie besu-
chen wolle (pag. 772 Z. 34 ff.). AG.________ könne es nicht sein auf den Radarfo-
tos. Er habe den Schlüssel nie von ihm bekommen, nur O.________ (pag. 773 Z. 1 
ff.). 

24

9.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Am 10. Juli 2018 und am 14. Juli 2018 ereigneten sich die hier zu beurteilenden 
Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Audi des Vaters des Beschuldigten, 
AJ.________. Schon dies allein deutet auf eine Lenkerschaft aus dem Umfeld der 
Familie AJ.________ hin, zumal AJ.________ ausführte, er gebe den Autoschlüs-
sel nur seinen Kindern oder Cousins. Wenn er die Person nicht kenne, gebe er den 
Fahrzeugschlüssel nicht heraus (pag. 129). Dass die Geschwindigkeitsmessungen 
der stationären, unbemannten Überwachungsanlage nicht ordnungsgemäss erfolgt 
wären, ist zudem weder ersichtlich noch behauptet. Das Fahrzeug (Audi) des Va-
ters des Beschuldigten wurde dabei von vorne geblitzt (pag. 120 f.; pag. 187), wo-
bei beim Vorfall vom 10. Juli 2018 mindestens noch ein Beifahrer im Auto sass. Der 
Vergleich des Portraitfotos von AF.________ und des fraglichen Beifahrers legt 
nahe, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, dies – wie die Vorin-
stanz treffend darlegte – aufgrund des jungenhaften Aussehens, der ovalen Ge-
sichtsform, der Stupsnase und der hohen Stirn. AF.________ als möglicher Beifah-
rer am 10. Juli 2018 gab sich auffällig zögerlich, als er zum 10. Juli 2018 befragt 
wurde (pag. 57), räumte aber ein, auch schon (als Mitfahrender) mit dem Audi un-
terwegs gewesen zu sein. Zudem äusserte er anlässlich dieser polizeilichen Befra-
gung vom 27. August 2019 (pag. 55 ff.) folgenden Satz: «Wäre ich der Beifahrer, 
könnte ich es ja sagen, dass würde mir ja auffallen, wenn wir geblitzt worden 
wären» (pag. 57 Z. 82 f.), was darauf schliessen lässt, dass er mit wir sich und den 
Beschuldigten meinte, zumal die beiden in diesem Zeitraum öfters Autofahrten zu-
sammen unternahmen, dies unter anderem auch mit dem Audi von AJ.________ 
(vgl. dazu Vorwurf gemäss Ziff. 1, 2 und 3.1 der Anklageschrift; Ziff. 7.6 oben). Ins-
gesamt bestehen für die Kammer daher keine Zweifel, dass es sich beim am 
10. Juli 2018 fotografierten Beifahrer (vgl. pag. 120 f.; pag. 190 f.) um AF.________ 
handelt. 

Die via die bernischen Behörden ausgelöste Lenkerermittlung führte zu einer Rück-
frage des Beschuldigten bei der Kantonspolizei Bern im November 2018, wobei der 
Beschuldigte von zwei Geschwindigkeitsübertretungen und dem Ausleihen des 
Fahrzeuges an zwei Freunde gesprochen habe (pag. 118). Rund fünf Monate 
später führte der Beschuldigte dann aber anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 25. März 2019 aus, dass sein Cousin am 10. Juli 2018 gefahren sei (pag. 154 
Z. 32 ff.). Auf Vorhalt des Radarbildes gab der Beschuldigte an, dass zwei Brüder 
und 5-6 Cousins ihm ähnlich sähen (pag. 154 Z. 47 ff.). Den Beifahrer kenne er 
nicht (pag. 154 Z. 52 ff.). Auch am 14. Juli 2018 sei der Cousin gefahren (pag. 154 
f. Z. 57 ff.). Dieser Cousin, O.________, sei drei Wochen im Juli 2018 in der 
Schweiz gewesen, er besuche da immer seine Kollegin (pag. 155 Z. 86 f.). Er, der 
Beschuldigte, habe die Schlüssel des Audis einfach ohne Erlaubnis des Vaters ge-
nommen und seinem Cousin gegeben, sein Vater sei damals im Kosovo gewesen 
(pag. 156 Z. 111 f.). Der Beschuldigte übermittelte der Polizei die Telefonnummer 
und auch einen Scan der Ausweispapiere von O.________ bereits im November 
2018 (pag. 157 ff.). Auch später blieb er bei diesen Aussagen und erklärte trotz des 
Vorhaltes, die Radarfotos zeigten nicht O.________, dass sein Cousin O.________ 
der Fahrzeugführer auf den Radarfotos sei (pag. 469 Z. 32 ff.). Der Halter des 
Fahrzeuges, der Vater des Beschuldigten, meinte, es könnte sein, dass es sein 

25

Cousin gewesen sei, der das Auto gelenkt habe. Die Autoschlüssel gebe er nur 
seinen Kindern oder Cousins (pag. 129). Rund zwei Monate später erläuterte er, 
damals sei er in den Ferien mit einem anderen Auto im Ausland unterwegs gewe-
sen (pag. 146 Z. 24 ff.). Er wisse nicht, wer gefahren sei und könne mangels Brille 
gerade nichts zu den Radarfotos sagen (pag. 146 Z. 46 ff.). 

Zunächst fällt auf, dass der Beschuldigte zu Beginn äusserte, er habe das Fahr-
zeug an zwei Freunde ausgeliehen (pag. 118). Geraume Zeit später lenkte er dann 
den Fokus auf seinen Cousin O.________, welcher im Ausland – sogar in Haft sei 
– und damit für die Strafverfolgungsbehörden nur schwer greifbar. AG.________ – 
welcher in dieser Zeit im Zusammenhang mit den weiteren Delikten regelmässig 
als Fahrer in Erscheinung trat – habe damit nichts zu tun (pag. 773 Z. 1 ff.). 
Gemäss Angaben des Beschuldigten soll O.________ damals zwar noch etwas 
anders ausgesehen haben, wobei er dies bezogen auf die Haarlänge sagte (vgl. 
pag. 772 Z. 4 ff.), während dem die Vorinstanz ihre Folgerungen aber aufgrund der 
Gesichtszüge und nicht der Frisur machte. Tatsächlich ist auch die Kammer davon 
überzeugt, dass mit Blick auf die Gesichtsform der auf den Radarfotos ersichtliche 
Lenker nicht O.________ gewesen sein kann, weshalb entsprechende Beweiser-
hebungen oder –ergänzungen zu Recht unterblieben sind. Kommt hinzu, dass 
AF.________, welcher zweifelsohne am 10. Juli 2018 als Beifahrer im Audi sass, 
O.________ gar nicht kannte (pag. 94 Z. 80 f.). Es ist nicht von der Hand zu wei-
sen, dass gerade die Wangen- und Kinnpartie des geblitzten Lenkers auffallende 
Ähnlichkeit mit dem Beschuldigten hat. Diese Ähnlichkeit, gepaart mit den 
Bemühungen des Beschuldigten, eine andere und nicht greifbare Person als Täter 
in den Fokus zu rücken, ferner das weitere wenig glaubhafte Aussageverhalten des 
Beschuldigten und die Angaben von AF.________ und AJ.________ führen unwei-
gerlich zum Schluss, dass es sich beim Lenker bei den beiden Geschwindigkeits-
überschreitungen vom 10. Juli 2018 und 14. Juli 2018 um den Beschuldigten han-
delte. Abschliessend sei noch erwähnt, dass – entgegen der Verteidigung – auch 
die Polizisten zu diesem Ergebnis gelangten. So führte AP.________ im Berichts-
rapport vom 24. April 2019 aus, dass es sich aus Sicht des Schreibenden in beiden 
Fällen um den Beschuldigten handle (pag. 131). Im Anzeigerapport vom 27. Mai 
2019 hielt AQ.________ zudem fest, dass aufgrund des Vergleichs zwischen den 
Fotos der Geschwindigkeitsüberschreitungen und denjenigen des Beschuldigten 
(Foto Faber) und O.________ (Identitätskarte) ganz klar nicht O.________, son-
dern der Beschuldigte der verantwortliche Lenker sei (pag. 118). Der Sachverhalt 
gemäss Ziff. 6, 8.1.1, 8.1.2 und 8.2 der Anklageschrift ist entsprechend erstellt. 

10. SVG-Widerhandlungen und Hinderung einer Amtshandlung in AD.________ 
vom 12. April 2019

10.1 Vorwurf gemäss Ziff. I.8.4 (SVG-Widerhandlungen) und Ziff. I.7. (Hinderung 
einer Amtshandlung) der Anklageschrift (pag. 382 f.)

Die Vorinstanz fasste die Anklagepunkte gemäss Anklageschrift wie folgt zusam-
men (pag. 581 f.; S. 52 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Unter diesen Ziffern der AKS wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er sei am 12.04.2019 um ca. 
04:00 Uhr im Bereich W.________ / X.________ / Y.________ / Q.________ und evtl. anderswo in 

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P.________ nachts mit einem Fahrrad ohne Licht auf der Strasse gefahren (Ziff. 8.4.1 AKS). Ferner 
habe er mit dem Fahrrad unerlaubt ein Trottoir befahren (Ziff. 8.4.2 AKS) und während der Fahrt mit 
dem Fahrrad mehrfach Richtungsänderungen vorgenommen, ohne diese mittels Handzeichen anzu-
zeigen (Ziff. 8.4.3 AKS). Daraufhin habe er der mittels Lautsprecher und Matrix des Polizeifahrzeugs 
erfolgten Aufforderung «Stopp Polizei» keine Folge geleistet. Vielmehr habe er versucht, sich der 
Kontrolle durch die Polizei zu entziehen, indem er davongerannt sei und sich hinter einem parkierten 
Auto versteckt habe (Ziff. 7 AKS).

10.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz legt den Ausführungen der Polizei in ihrem Wahrnehmungsbericht 
massgebliches Gewicht bei. Auch wenn die Polizei den fehlbaren Fahrradlenker 
nicht lückenlos bis zur Anhaltung des Beschuldigten verfolgt habe, habe man das 
Gesicht des Lenkers gesehen und den Beschuldigten nur kurze Zeit später ange-
halten. Demgegenüber äussere sich der Beschuldigte erneut widersprüchlich, lege 
seinen Fokus auf ein Fehlverhalten der Polizei. Die Aussagen des Beschuldigten 
seien unglaubhaft und gestützt auf den Wahrnehmungsbericht sei der Sachverhalt 
gemäss Ziff. 7, 8.4.1, 8.4.2 und 8.4.3 der Anklageschrift beweismässig erstellt 
(pag. 584 f.; S. 55 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

10.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung führte im Wesentlichen aus, dass es sich bei diesem Vorfall um 
eine Verwechslung gehandelt habe. Der Beschuldigte sei einfach zur falschen Zeit 
am falschen Ort gewesen. Bei der Anhaltung sei er von der Polizei so hart ange-
gangen worden, dass er sich in den Notfall habe begeben müssen. Aus dem 
Wahrnehmungsbericht des Polizisten gehe hervor, dass er und sein Kollege zwei 
Velofahrer verfolgt und aus den Augen verloren hätten. Den Beschuldigten habe 
man dann wegen seiner grauen Daunenjacke wiedererkennen wollen. Der Be-
schuldigte sei wegen einer «0815-Jacke» verwechselt worden, weil er beim Erbli-
cken des weissen Kastenwagens erschrocken sei. Es sei kein Polizeiauto gewe-
sen, es hätte also sonst wer sein können. Die Aussagen des Beschuldigten seien 
widerspruchsfrei, detailliert und daher glaubhaft. Aufgrund des Spitalberichts vom 
12. April 2019 sei auch erwiesen, dass der Beschuldigte mehrere Verletzungen er-
litten habe. Gestützt darauf sei somit erstellt, dass der Polizist AR.________ sein 
Verhalten schönrede bzw. -schreibe. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Poli-
zisten gemeint hätten, es handle sich beim Beschuldigten um den flüchtigen Velo-
fahrer. Der Beschuldigte sei Opfer einer Verwechslung geworden und daher von 
Ziff. 7 und 8.4 der Anklageschrift freizusprechen (pag. 778 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft führte schliesslich aus, dass heute eindrücklich von 
Notfall gesprochen worden sei. Die Ärztin habe aber leichte Abschürfungen fest-
stellen können. Hier hätten wir es mit Polizisten zu tun, wobei davon auszugehen 
sei, dass sie spezielles Schuhwerk getragen hätten. Das in den Kopf Kicken sei ei-
ne schwere Körperverletzung mit gravierenden Folgen. Der Bericht lasse aber kei-
ne Rückschlüsse darauf zu, dass die Blessuren mit der Sicherung der Polizei in 
Zusammenhang stehen würden. Sie könnten auch von sonst wo stammen. Bei ei-
ner Sicherung und einem dynamischen Geschehen könne es zu Schürfungen 
kommen. Das Verhalten sei eine gezielte Strategie, um Druck gegen die Strafver-

27

folgungsbehörden auszuüben. Im Bericht des Spitals (pag. 698) werde festgehal-
ten, dass der Beschuldigte mit den Kollegen unterwegs gewesen sei. Er gebe also 
selber zu, dass er nicht allein unterwegs gewesen sei. Die Aussagen des Beschul-
digten würden von Einvernahme zu Einvernahme variieren und seien absolut un-
glaubhaft. Der angeklagte Sachverhalt sei entsprechend erstellt (pag. 786). 

10.4 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, in der fraglichen Nacht unterwegs gewesen zu 
sein. Allerdings bestreitet er die Velofahrt bzw. äusserte er sich später nicht mehr 
dazu. Auf jeden Fall habe er sich nicht versteckt, sei nicht geflüchtet und sei mit 
übertriebener Härte angehalten worden. Sämtliche Vorwürfe werden somit bestrit-
ten.

10.5 Beweismittel

10.5.1 Vorbemerkungen

Auch bei diesem letzten Sachverhaltskomplex kann grundsätzlich auf die korrekte 
Auflistung der Beweismittel (Anzeigerapport, Aussagen Beschuldigter) durch die 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 582 ff; S. 53 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Darauf ist nur, soweit notwendig, im Rahmen der Beweiswürdigung 
zurückzukommen.

10.5.2 Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Dem Notfallbericht vom 12. April 2019 des Spitalzentrums AD.________ ist zu ent-
nehmen, dass es am 12. April 2019 zu einer Behandlung/Konsultation betreffend 
den Beschuldigten gekommen ist. Der Beschuldigte soll sich in der Notaufnahme 
gemeldet haben, weil er an diesem Morgen um 04:00 Uhr auf dem Marktplatz von 
der Polizei aufgegriffen worden sei, als er mit Kollegen unterwegs gewesen sei. Die 
beiden Polizisten hätten ihn beschuldigt, mit dem Fahrrad geflüchtet zu sein. Sie 
hätten ihn dann zu Boden gedrückt und gegen den Kopf in frontaler Höhe, die rech-
te Hüfte und die linke Hand getreten. Zudem wurden Hautabschürfungen vorne 
rechts, an der Hüfte und am rechten Ellenbogen und eine Verstauchung des linken 
Zeigefingers festgestellt (pag. 698 f.). 

Der Beschuldigte führte anlässlich der oberinstanzlichen Befragung auf entspre-
chende Fragen hin aus, dass er an diesem Morgen, es sei 04:00 Uhr oder 05:00 
Uhr gewesen, unterwegs zu einem Kollegen gewesen sei, um Zigaretten zu holen. 
Er habe das weisse Polizeiauto in Zivil gesehen und nicht gewusst, dass es die Po-
lizei sei. Es habe direkt abgebremst und er habe sich kurz versteckt. Er habe nicht 
gewusst, was los sei und als sie «Polizei» geschrien hätten habe er sich ergeben 
und die Hände hochgehalten. Sie hätten ihn auf den Boden «getan» und «geschla-
gen, eigentlich» (pag. 769 Rz. 41). Es sei so dunkel gewesen, jede Jacke könne 
grau aussehen, vor allen an diesem Ort, wo er unterwegs gewesen sei (pag. 769 
Z. 35). Als die Polizisten ihn in die Zelle gebracht hätten, habe er geblutet und des-
halb geklingelt. Er habe ihnen gesagt, dass er einen Arzt oder so brauche, worauf-
hin sie ihn gefragt hätten, ob sie seine Mutter rufen sollten. Als er wieder geklingelt 
habe, hätten sie die Musik laufen lassen. Sie hätten gesehen, dass er sich ergeben 
habe, seine Hände hochgestreckt habe. Aber sie seien einfach auf ihn los und hät-

28

ten reingekickt. Als er mit dem Gesicht auf dem Boden gewesen sei, hätten sie ihn 
einfach weitergedrückt und der andere Polizist habe ihn noch gekickt. Sie hätten 
ihn gefragt, wo der andere sei, woraufhin er gefragt habe, wen sie meinten. Sie 
seien sehr schnell gefahren und hätten abgebremst, was ihm Angst gemacht und 
weshalb er sich daher versteckt habe. Er habe nicht gewusst, dass es die Polizei 
gewesen sei (pag. 773 Z. 12 ff.). Er sei auf dem Weg zu einem Kollegen gewesen, 
AS.________. Er sei ein Schulkollege und wohne ca. 50 Meter von der Schule, 
Oberstufe AT.________, entfernt. Damals sei er in einer schlechten Phase und 
immer bis früh morgens wach gewesen (pag. 773 Z. 33 ff.). Er sei nicht mit dem 
Fahrrad und nicht mit einem Kollegen unterwegs gewesen, sondern zu Fuss und 
allein (pag. 774 Z. 1 ff.). 

10.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Der Argumentation der Vorinstanz kann gefolgt werden, zumal die Polizei den Be-
schuldigten sowohl als fehlbaren Velofahrer als auch als in zeitlich/örtlicher Nähe 
kontrollierte/angehaltene Person bezeichnet. Der EL Fall äusserte zur Identifikation 
des einen Velofahrers, er sei zeitweise zu Fuss gefolgt und: «Der hintere der bei-
den Flüchtigen trug eine graue enge Trainerhose, schwarze Turnschuhe sowie ei-
ne graue Daunenjacke mit der Kapuze oben. Da er sich mehrmals nach hinten um-
schaute, konnte ich das Gesicht des Beschuldigten erkennen» (pag. 197). Insoweit 
erfolgte die Identifikation nicht einfach anhand der Kleidung, sondern – aufgrund 
des mehrmaligen nach hinten Schauens des Beschuldigten – anhand seines Ge-
sichts. Die Person mit grauer Daunenjacke habe man dann an der Q.________ 
angehalten, nachdem diese sich noch zu verstecken versucht habe (pag. 197). 
Aufgrund der Anzeige war die Polizei damals auch ganz klar als solche erkennbar. 
Kommt hinzu, dass die Aussagen des Beschuldigten nicht als konstant bezeichnet 
werden können; einerseits führte er aus, auf dem Weg zu einem Kollegen gewesen 
zu sein und andererseits sprach er laut Anamnese der zuständigen Ärztin davon, 
dass er mit Kollegen unterwegs gewesen sei. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung erwähnte der Beschuldigte dann erstmals, 
dass er in der fraglichen Nacht zu einem Kollegen, AS.________, unterwegs ge-
wesen sei, um Zigaretten zu holen (pag. 769 Z. 36 f.; pag. 773 Z. 38 ff.). Diese 
Ausführungen erscheinen mit Blick auf den Zeitablauf und die Tatsache, dass er 
dies erstmals – und auf eigene Initiative hin – vorbrachte, nachgeschoben, um sei-
ne Version der Geschichte zu plausibilisieren. Zudem wirken seine Schilderungen 
überzeichnet, wenn seine Hinweise auf das Zusammenschlagen/Tritte gegen den 
Kopf mit den Feststellungen des Spitals verglichen werden (pag. 698), wohin der 
Beschuldigte zudem nicht eingeliefert worden ist, sondern sich selber begab 
(pag. 698/687: «qui se présente aux urgences pour un constat de coup»).

Angefügt sei, dass die Polizei selber – und zudem sachlich-neutral – einräumte, sie 
habe den Beschuldigten angesichts der Umstände mittels Ellenbogenhebel zu Bo-
den geführt und in Handschellen gelegt. Aufgrund der Äusserungen des Beschul-
digten vor Ort und auch auf der Polizeiwache (vgl. pag. 201/204 Z. 22 f.: «Die Poli-
zei hat mich zusammengeschlagen») wurden die erlittenen Blessuren bereits durch 
die Polizei festgehalten (pag. 197). Die von der Verteidigung vorgelegten Spitalbe-
richte samt Fotos (pag. 687, pag. 698-701), die von gewissen Abschürfungen und 

29

Schwellungen sprechen, gehen prima vista nicht über das hinaus, was schon die 
Polizei selber festgehalten hat. Insbesondere erhellt daraus nicht, dass der Be-
schuldigte zusammengeschlagen bzw. einen Kick an den Kopf erhalten hätte, wie 
er geltend machte. Dabei wären – wie der Generalstaatsanwaltschaft beizupflichten 
ist – aufgrund des polizeilichen Schuhwerkes weitaus gravierendere Verletzungen 
zu erwarten gewesen. Des Weiteren ist auch nicht ersichtlich, dass die Polizei ei-
nem Irrtum in der Person verfallen wäre oder Anlass für falsche Angaben in ihrem 
Bericht gehabt hätte, zumal der Beschuldigte selbst einräumte, die Polizisten vor-
her nicht gekannt zu haben. 

Insgesamt erscheint auch bei diesen beiden Sachverhaltskomplexen belastend das 
nicht bzw. wenig nachvollziehbare Aussageverhalten des Beschuldigten (vgl. die 
allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz hierzu [pag. 538, S. 9 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung]). Zudem passen sowohl die SVG-Delikte wie auch die 
Flucht vor der Polizei zu sonstigem in der Vergangenheit gezeigtem Verhalten des 
Beschuldigten (siehe bspw. Strafbefehle vom 16. April 2018 [pag. 235] und vom 
2. Juni 2020 [pag. 490] zum Umgang mit der Polizei; allgemein pag. 305/454). 

Aufgrund der obigen Ausführungen erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss 
Ziff. 7 und 8.4 (8.4.1-8.4.3) der Anklageschrift somit als erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung

11. Einbruchdiebstahl F.________ AH.________, D.________ vom 30./31. Juli 2018

11.1 Legitimation Strafantrag

Bei den Tatbeständen des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) und der Sachbeschädigung im Sin-
ne von Art. 144 StGB handelt es sich um Antragsdelikte. Entsprechend ist ein gülti-
ger Strafantrag vorausgesetzt, was nachfolgend zu prüfen ist. 

Der entsprechende Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft, wegen Sachbe-
schädigung und Hausfriedensbruchs, unterzeichnet am 31. Juli 2018 durch 
G.________, wobei sie sich auch als Geschädigte bezeichnete, findet sich Pagina 
15. Der Strafantrag erfolgte zeitgerecht (Art. 31 StGB) und musste nicht nachträg-
lich auf Grund der Ermittlung des Beschuldigten namentlich gegen ihn gerichtet 
werden (BGE 92 IV 75).

Nach Art. 30 Abs. 1 StGB kann jede Person, die durch ein Antragsdelikt verletzt 
worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen. Verletzt ist der Träger des un-
mittelbar angegriffenen Rechtsguts, mithin der/die Geschädigte. Bei Eigentumsde-
likten ist auch antragsberechtigt, wer ein dem Eigentümer gleichartiges, rechtlich 
geschütztes Interesse hat oder sonst besondere Verantwortung für die Erhaltung 
der Sache hat (Mieter, Treunehmer). Beim Hausfriedensbruch ist der Begriff des 
Berechtigten wesentlich. Berechtigter ist derjenige, dem die Verfügungsgewalt über 
das Haus zusteht, gleichgültig, ob sie auf einem dinglichen, obligatorischen oder 
auf einem öffentlich-rechtlichen Verhältnis beruht (BGE 103 IV 163). Ein Hausrecht 
steht auch Mietern, Untermietern und Pächtern zu. Zur Berechtigung zur Stellung 
des Strafantrags im Namen einer juristischen Person im Allgemeinen und hier 

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durch Frau G.________ im Speziellen können die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz angerufen werden (pag. 539 f.; S. 10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Ergänzend bzw. teilweise wiederholend kann festgehalten werden, dass sich im 
Falle einer juristischen Person die Zuständigkeit zur Antragstellung nach deren Or-
ganisation richtet. Befugt ist dasjenige Organ, das zur Wahrung der durch das De-
likt verletzten Interessen berufen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_295/2020 vom 
22. Juli 2020 E. 1.4.4.). Die jeweiligen Kompetenzen ergeben sich aus dem Han-
delsregister bzw. aus den Statuten. Bei einem Verein ist der Vereinspräsident an-
tragsbefugt (RIEDO, in: Basler Kommentar StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 81 zu 
Art. 30 StGB). Bei einer juristischen Person sind nach Bundesgericht sodann all je-
ne Personen berechtigt, wegen eines Delikts gegen das Vermögen der juristischen 
Person in deren Vertretung Strafantrag zu stellen, die ausdrücklich oder still-
schweigend damit beauftragt sind, die infrage stehenden Interessen der juristi-
schen Person zu wahren bzw. den betreffenden Vermögenswert zu verwalten. 
Massgebend ist, dass der Strafantrag dem Willen der Gesellschaftsorgane nicht 
widerspricht und von diesen genehmigt werden kann. Zur Strafantragsstellung be-
darf es keiner besonderen Ermächtigung im Sinne von Art. 462 Abs. 2 des Obliga-
tionenrechts (OR; SR 220), wenn der Strafantrag lediglich darauf abzielt, den öf-
fentlichen Ankläger in die Lage zu versetzen, das Strafverfahren einzuleiten (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_295/2020 vom 22. Juli 2020 E. 1.4.4.).

Zunächst ist zwischen der eigenen Strafantragsberechtigung einer Person und der 
Befugnis, als Vertreterin für die strafantragsberechtigte Person einen Strafantrag zu 
stellen, zu unterscheiden (Urteil des Bundesgerichts 6B_295/2020 vom 22. Juli 
2020 E. 1.4.5.). In einem ersten Schritt ist entsprechend zu prüfen, ob G.________ 
selbst strafantragsberechtigt war.

Der Familiengartenverein AH.________ wurde durch den Vorfall vom 30./31. Juli 
2018 geschädigt. Ob G.________ zeichnungsberechtigt für den Verein war 
und/oder eine Organstellung innehatte, lässt sich vorliegend nicht abschliessend 
sagen. Jedenfalls liess sich der Verein nicht im Handelsregister eintragen (ist auch 
nur unter gewissen Voraussetzungen zwingend, vgl. Art. 61 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) und auch sonst liegen keine Unterlagen diesbe-
züglich vor. Allerdings wurde G.________ auf der Internetseite des Familiengarten-
vereins AH.________ unter der Rubrik Vorstand sowie F.________ als Einzelper-
son aufgeführt (pag. 665), was die Vermutung nahelegt, dass sie für die 
F.________ allein zuständig war, mithin also – wie auf dem Strafantrag vermerkt – 
mit deren Geschäftsführung und damit auch der Wahrung des Hausrechts betraut 
war. Damit oblag ihr auch eine besondere Verantwortung für die Erhaltung des Ge-
genstandes bzw. für die Aufrechterhaltung des Betriebs. Entsprechend wurde sie 
durch den fraglichen Vorfall aufgrund ihrer Geschäftsführungsbefugnisse denn 
auch selbst unmittelbar in ihren Interessen beeinträchtigt, da ihr die Verfügungsge-
walt über die Sache zustand und sie durch das Ereignis in der Nutzung der Sache 
beeinträchtigt wurde. Sie konnte nicht mehr frei darüber verfügen (z.B. Gäste be-
wirten). Das Bundesgericht führte denn auch in dem von der Vorinstanz zitierten 
Entscheid aus, dass nicht im Handelsregister eingetragene Geschäftsführer zur 

31

Stellung des Antrags befugt sind, soweit es um den Schutz des Geschäftsvermö-
gens geht und der Strafantrag nicht gegen den Willen der Gesellschaftsorgane ge-
stellt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_762/2008 vom 8. Januar 2009 E. 3.5). 
Dies dürfte hier ohne Weiteres erfüllt sein. Eine besondere Ermächtigung i.S.v. 
Art. 462 Abs. 2 OR war nicht vonnöten. Entsprechend war G.________ zur Stel-
lung des Strafantrages legitimiert. Dieser ist folglich gültig.

Sollte man dennoch zum Ergebnis gelangen, G.________ sei keine eigene Straf-
antragsberechtigung zugekommen, so wäre in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob 
sie den Strafantrag als ermächtigte Vertreterin des Vereins stellte. Eine ausdrückli-
che Vollmacht findet sich nicht in den Akten. Allerdings dürfte sie – wiederum mit 
Blick auf den Internetausdruck – für die F.________ (allein) zuständig gewesen 
sein, was bedeutet, dass sie für den Betrieb und dessen Aufrechterhaltung verant-
wortlich war. Als Alleinverantwortliche der F.________ war G.________ zur Wah-
rung des durch den Beschuldigten verletzten Hausrechts zuständig. Zudem könnte 
man auch aus dem Strafantrag schlussfolgern, dass sie diesen als Vertreterin des 
Vereins stellte (zwar wird unter «geschädigt» G.________ und wohl ihre Privat-
adresse angegeben, allerdings unter «betrifft» dann die F.________). Wie bereits 
oben ausgeführt, ist auch hier davon auszugehen, dass sie den Strafantrag nicht 
gegen den Willen des Vereins stellte. Sie war aufgrund ihres Aufgabenbereichs 
bzw. ihrer Funktion zur Wahrung des Hausrechts verpflichtet und somit zur An-
tragstellung im Namen des Vereins ermächtigt. Sie erhob damit den Strafantrag im 
Rahmen ihrer Zuständigkeit. Entsprechend würde auch in dieser Konstellation ein 
gültiger Strafantrag vorliegen. 

11.2 Theoretische Grundlagen 

Für die theoretischen Darlegungen zu den Tatbeständen kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 549 ff.; S. 20 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

11.3 Subsumtion

11.3.1 Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB)

Gestützt auf das Beweisergebnis steht fest, dass der Beschuldigte Deliktsgut (al-
koholische Getränke, Zigaretten etc.) im Gesamtwert von ca. CHF 3'439.00 aus der 
F.________ AH.________ entwendete. Sämtliche Gegenstände stellen fremde, 
bewegliche Sachen dar. Indem er diese unrechtmässig an sich nahm und aus den 
Räumlichkeiten der F.________ wegschaffte, führte er den Bruch fremden Ge-
wahrsams herbei und begründete neuen Gewahrsam. Der Beschuldigte handelte 
vorsätzlich. Dabei wollte er sich das Deliktsgut aneignen und sich unrechtmässig 
bereichern. Sein Verhalten erfüllt sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hin-
sicht die Tatbestandsmerkmale von Art. 139 Ziff. 1 StGB. Rechtfertigungs- und 
Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte ist folglich des 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

11.3.2 Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB)

Der Beschuldigte beschädigte zwecks Begehung des Diebstahls auf der Nordseite 
der F.________ AH.________ den Holzrahmen eines Fensters und eine vor einem 

32

Flügelfenster angebrachte Lichterkette. Zudem schaltete er sämtliche Sicherungen 
aus, wodurch die in der Tiefkühltruhe befindlichen Lebensmittel verdarben. Da-
durch verursachte er einen Sachschaden von ca. CHF 798.00. Der objektive Tat-
bestand von Art. 144 Abs. 1 StGB ist erfüllt. Der Beschuldigte handelte in Bezug 
auf die Beschädigung des Holzrahmens und der Lichterkette direktvorsätzlich; er 
wollte sich Zugang zum Innenraum der F.________ AH.________ verschaffen. In 
Anbetracht der Tatsache, dass es sich beim Tatobjekt um ein Restaurant handelte, 
musste der Beschuldigte – wie die Vorinstanz treffend im Rahmen der Strafzumes-
sung festhielt – durch das Ausschalten der Sicherungen mit weitergehenden Fol-
gen des Stromunterbruchs, nämlich dem Verderben von Lebensmitteln, rechnen. 
Entsprechend handelte er diesbezüglich eventualvorsätzlich. Rechtfertigungs- 
und/oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch geltend gemacht 
worden. Der Beschuldigte hat sich entsprechend der Sachbeschädigung i.S.v. 
Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

11.3.3 Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB)

Wie bereits dargelegt, beschädigte der Beschuldigte den Holzrahmen eines Fens-
ters und eine vor dem Flügelfenster angebrachte Lichterkette, um die F.________ 
AH.________ betreten zu können. Unter diesen Umständen steht ausser Frage 
(siehe hierzu auch die im Innern aufgefundene Blumenkistenhalterung mit einem 
DNA-Hit auf den Beschuldigten), dass der Beschuldigte die genannte Liegenschaft 
gegen den Willen der Berechtigten unrechtmässig betrat. Zudem ist klar, dass er 
sich in die Liegenschaft begab, obschon er wusste, dass er dazu nicht berechtigt 
war. Der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 186 StGB sind somit erfüllt. 
Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch 
dargetan. Der Beschuldigte hat sich somit des Hausfriedensbruchs gemäss 
Art. 186 StGB schuldig gemacht. 

11.3.4 Fazit

Auf Grund der obigen Darlegungen ist der Beschuldigte als Hauptbeteiligter am 
Einbruchdiebstahl anzusehen. Da auch die formelle Voraussetzung (Vorliegen ei-
nes fristgerechten Strafantrages durch legitimierte Person) zu bejahen ist, ist der 
Beschuldigte im Sinne von Ziff. I.1, 2 und 3.1 der Anklageschrift schuldig zu er-
klären des Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruches, 
begangen in der Nacht vom 30. Juli 2018 auf den 31. Juli 2018 in D.________ zum 
Nachteil von G.________. 

12. Vorfall nach Verkehrsunfall in H.________ vom 26. Oktober 2018

12.1 Theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Darlegungen zu den Tatbeständen kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 567 f.; S. 38 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

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12.2 Subsumtion

12.2.1 Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB)

Die formellen Voraussetzungen (frist- und formgerechter Strafantrag durch die legi-
timierte Person liegen vor [pag. 35 ff.;]) sind erfüllt.

Gestützt auf das Beweisergebnis steht fest, dass der Beschuldigte mehrmals mit 
den Füssen gegen die Fahrertür und die Karosserie hinten rechts des von 
L.________ gelenkten J.________-Patrouillenfahrzeuges trat und dadurch mehrere 
Beulen verursachte. Er hat damit vorsätzlich eine fremde, bewegliche Sache be-
schädigt. Der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 144 Abs. 1 StGB ist er-
füllt. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich 
noch geltend gemacht worden. Der Beschuldigte hat sich entsprechend der Sach-
beschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

12.2.2 Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB)

Der im vorliegenden Fall notwendige fristgerechte Strafantrag seitens L.________ 
liegt vor (pag. 84 f.). Die formellen Voraussetzungen sind somit erfüllt. 

Bei der durch den Beschuldigten gegenüber L.________ ausgesprochenen Dro-
hung, er werde ihn kaputt machen und umbringen, wenn er seinen Namen heraus-
finde, handelt es sich um eine schwere Drohung i.S.v. Art. 180 StGB. L.________ 
hat die Drohungen ernst genommen und wurde dadurch in Angst versetzt, was die 
Absicht des Beschuldigten war. Er handelte folglich direktvorsätzlich. Sowohl der 
objektive als auch der subjektive Tatbestand der Drohung sind erfüllt. Rechtferti-
gungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. Der Beschuldigte 
hat sich entsprechend der Drohung i.S.v. Art. 180 StGB schuldig gemacht.

13. SVG-Widerhandlungen in R.________ vom 10. Juli 2018 und in U.________ 
vom 14. Juli 2018 sowie falsche Anschuldigung in AD.________ vom 25. März 
2019

13.1 Theoretische Grundlagen

Nach Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) macht sich 
strafbar, wer durch grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für 
die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand von 
Art. 90 Abs. 2 SVG ist erfüllt, wenn der Täter erstens eine wichtige Verkehrsvor-
schrift in objektiv schwerer Weise missachtet und zweitens dadurch die Verkehrssi-
cherheit ernstlich gefährdet. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. We-
sentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe 
der Ver