# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25fd245c-2b90-5d6c-ad65-8044eaec77c6
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.04.2022 720 21 181 (720 21 156)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-181_2022-04-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 28. April 2022 (720 21 156 / 88; 720 21 181 / 89) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Bemessung des Invalidenein-

kommens anhand der LSE-Tabellenlöhne: Bestimmung des massgebenden Kompetenz-

niveaus  

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 
 
 

Beigeladene proparis Vorsorge-Stiftung Gewerbe Schweiz, Schwarztorstrasse 
26, Postfach, 3001 Bern 
 

  
 

Betreff IV-Rente  
 
 
 

 

 
 
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A. Der 1960 geborene, zuletzt als Werkstattleiter bei der B.____ GmbH tätig gewesene 
A.____ meldete sich am 15. Juni 2017 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft klärte die gesundheitlichen und die 
erwerblichen Verhältnisse des Versicherten ab, insbesondere liess sie diesen durch die Aerztli-
che Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH polydisziplinär begutachten. Auf der Grundlage dieser 
ABI-Expertise vom 9. Juni 2020 ermittelte die IV-Stelle beim Versicherten ab 16. Dezember 
2017 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. April 2019 einen sol-
chen von 57 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren für den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 30. Juni 2019 eine gan-
ze Rente und mit Wirkung ab 1. Juli 2019 eine (unbefristete) halbe Rente zu. Die Rentenzu-
sprache erfolgte dabei in Form von zwei Verfügungen: In einer ersten Verfügung vom 19. April 
2021 setzte die IV-Stelle die laufende Rente ab 1. Mai 2021 fest und in der zweiten Verfügung 
vom 8. Juni 2021 entschied sie über den Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. Dezember 
2017 bis 30. April 2021. 
 
B. Gegen diese Verfügungen vom 19. April 2021 und 8. Juni 2021 erhob A.____, vertre-
ten durch Advokat Erich Züblin, mit Eingaben vom 17. Mai 2021 und 10. Juni 2021 jeweils Be-
schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). In beiden 
Rechtsmitteln beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung insofern abzuändern, als ihm 
ab 1. Juli 2019 weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen sei; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. Mit Verfügung vom 15. Juni 2021 legte das Kantonsgericht die beiden Beschwerdever-
fahren zwischen A.____ und der IV-Stelle mit den Rentenverfügungen vom 19. April 2021 und 
8. Juni 2021 als Anfechtungsobjekten (Verfahren Nr. 720 21 156 und 720 21 181) zusammen. 
 
D. Da der Beschwerdeführer seinem behandelnden Facharzt PD Dr. med. C.____, Gast-
roenterologie FMH, am 17. Mai 2021 verschiedene Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand 
unterbreitet hatte, ersuchte die IV-Stelle das Kantonsgericht, die beiden Beschwerdeverfahren 
bis zum Vorliegen der betreffenden Antworten zu sistieren. Mit Verfügung vom 20. Juli 2021 
entsprach das Kantonsgericht diesem Verfahrensantrag.  
 
E. Am 26. August 2021 reichte der Beschwerdeführer den Bericht (samt Unterlagen) von 
PD Dr. C.____ vom 19. August 2021 ein. Gleichzeitig nahm er aus seiner Sicht dazu Stellung. 
Unter Hinweis auf diese Eingabe hob das Kantonsgericht mit Verfügung vom 17. September 
2021 die Sistierung der beiden Verfahren auf.  
 
F In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2021 hielt die IV-Stelle unter Hinweis auf 
zwei von ihr beigelegte Beurteilungen von Dr. med. D.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regi-
onaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 8. Juni 2021 und 28. September 2021 fest, es 
sei davon auszugehen, dass dem Versicherten ab Dezember 2020 aufgrund einer Verschlech-
terung seines Gesundheitszustands die Verwertung der Erwerbsfähigkeit nicht mehr möglich 
gewesen sei. Man beantrage deshalb insofern eine teilweise Gutheissung der Beschwerden, 
als dem Versicherten ab 1. März 2021 wieder eine ganze Rente auszurichten sei.  
 

 

 
 
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G. Mit Eingabe vom 2. November 2021 äusserte sich der Versicherte wie folgt zur Ver-
nehmlassung der Beschwerdegegnerin: Er nehme zur Kenntnis, dass die IV-Stelle nunmehr die 
Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. März 2021 beantrage, er halte aber ausdrücklich an sei-
nem in den beiden Beschwerden gestellten Rechtsbegehren fest, wonach ihm ab 1. Juni 2019 
(richtig: 1. Juli 2019) weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen sei.  
 
H. Auf Ersuchen des Beschwerdeführers vom 13. Dezember 2021 hin lud das Kantonsge-
richt mit Verfügung vom 4. Januar 2022 dessen Pensionskasse, die proparis Vorsorge-Stiftung 
Gewerbe Schweiz, zu den vorliegenden Beschwerdeverfahren bei.  
 
I. Am 17. Januar 2022 teilte die Beigeladene mit, dass sie auf eine materielle Stellung-
nahme zu den Beschwerdeverfahren verzichte.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekte der vorliegenden 
Verfahren bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge-
recht erhobenen - Beschwerden des Versicherten vom 17. Mai 2021 und 10. Juni 2021 ist 
demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtenen Verfü-
gungen ergingen vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertempo-
ralen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 
E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen 
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundes-
gerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser 
Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  

 

 
 
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3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-

 

 
 
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tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
5. In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt sind sich die Parteien mittlerweile dahin-
gehend einig, dass beim Versicherten von Mitte Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis 
Ende März 2019 und erneut ab 12. Dezember 2020 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszu-
gehen ist. Diese übereinstimmende Beurteilung der Parteien ist im Lichte der diesbezüglich 
schlüssigen medizinischen Aktenlage (vgl. insbesondere das ABI-Gutachten vom 9. Juni 2020 
sowie die Beurteilungen von PD Dr. C.____ vom 19. August 2021 und des RAD-Arztes 
Dr. D.____ vom 28. September 2021) nicht zu beanstanden. Soweit es um die Phase von Mitte 
Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis 31. März 2019 und um die Zeit ab 12. Dezember 
2020 geht, kann demnach an dieser Stelle von weiteren Erörterungen zum medizinischen 
Sachverhalt abgesehen werden.  
 
6. Nach wie vor unterschiedlicher Auffassung sind die Parteien bezüglich der Frage, in 
welchem Umfang der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1. April 2019 bis 11. Dezember 2020 
arbeitsunfähig war.  
 
6.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten das polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 9. Juni 2020 ein, das Abklärungen in 
den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie und Gastroentero-
logie beinhaltet. Die Gutachter erhoben darin folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit: Ein chronisches lumbospondylogenes bis facettogenes Schmerzsyndrom (ICD-

 

 
 
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10 M54.5), ein chronisches polyartikuläres und myalgiformes Schmerzsyndrom unklarer Ätiolo-
gie (ICD-10 M25.5), ein bilaterales chronisches Schulterimpingementsyndrom (ICD-10 M75.9) 
und eine Colitis ulcerosa (ED 1987, aktenanamnestisch; ICD-10 K51.9). Zur Frage der Arbeits-
fähigkeit im angestammten Beruf führten die Gutachter aus, der Explorand könne in der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit als Werkstattleiter während vier bis fünf Stunden anwesend sein. Ein-
schränkend sei festzuhalten, dass kein genaues Belastungsprofil als Werkstattleiter vorliege, 
doch handle es sich dabei in der Regel um eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit. Der er-
höhte Pausenbedarf des Versicherten sei durch die Stundenreduktion abgedeckt. Insgesamt sei 
demnach von einer 50 %-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Diese Einschätzung 
gelte aufgrund der Aktenlage spätestens ab April 2019. Auf die Frage nach der der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in einer der Behinderung optimal angepassten Tätigkeit hielten die Gutachter 
fest, dass diese ebenfalls 50 % betrage. Geeignet seien körperlich leichte, wechselbelastende 
Arbeiten, ohne über Kopf zu verrichtende Handlungen, ohne Heben und Tragen von mehr als 
10 kg bis Hüfthöhe und 5 kg darüber sowie ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule.  
 
6.2 In den angefochtenen Verfügungen vom 19. April 2021 und 8. Juni 2021 stützte sich 
die IV-Stelle bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die geschilderten Er-
gebnisse, zu denen die ABI-Gutachter in ihrer polydisziplinären Expertise vom 9. Juni 2020 ge-
langt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte im Anschluss an die bis En-
de März 2019 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 1. April 2019 in der angestammten 
Tätigkeit als Werkstattleiter wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei. In seinen Beschwerden 
beanstandet der Versicherte diese vorinstanzliche Beurteilung, insbesondere macht er geltend, 
dass es sich beim zuletzt ausgeübten Beruf als Werkstattleiter entgegen der Annahme der ABI-
Gutachter nicht um eine leidensangepasste Tätigkeit gehandelt habe. Diesem Einwand ist bei-
zupflichten. Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin im Fragebogen vom 12. Juli 2016 musste 
der Versicherte nebst leichteren Bürotätigkeiten durchaus auch mittelschwere und selten 
schwere Arbeiten verrichten. In seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2020 anerkennt denn 
auch der RAD-Arzt Dr. D.____, dass richtigerweise vom konkreten Belastungsprofil, wie es die 
Arbeitgeberin formulierte, und nicht von der entsprechenden theoretischen Annahme der ABI-
Gutachter ausgegangen werden müsse. Dies bedeutet aber, dass die IV-Stelle bei der Bemes-
sung des Invalideneinkommens nicht vom Lohn hätte ausgehen dürfen, den der Versicherte in 
einem noch zumutbaren Pensum von 50 % in der bisherigen Tätigkeit als Werkstattleiter erzie-
len würde.  
 
6.3 In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2021 ging die IV-Stelle nicht weiter auf den 
vorstehend geschilderten, das Belastungsprofil des angestammten Berufs als Werkstattleiter 
betreffenden - und sich als berechtigt erweisenden - Einwand des Beschwerdeführers ein. Sie 
beschränkte sich vielmehr auf den Hinweis, dass der Versicherte laut ABI-Gutachten ab 1. April 
2019 zumindest in einer der Behinderung optimal angepassten Verweistätigkeit wieder zu 50 % 
arbeitsfähig gewesen sei. Unter Hinweis auf die Ausführungen von PD Dr. C.____ stellt der Be-
schwerdeführer auch diese vorinstanzliche Beurteilung in Frage. Wie es sich damit verhält, 
kann hier aber offen bleiben. Aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt sich nämlich, dass der 
Versicherte auch Anspruch auf eine ganze Rente hat, wenn man von der Richtigkeit dieser Ein-

 

 
 
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schätzung der IV-Stelle, also von einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer 
leidensadaptierten Verweistätigkeit, ausgeht.  
 
7.1 Wie eben ausgeführt, vertritt die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zwar den Stand-
punkt, dass der Versicherte ab 1. April 2019 in einer der Behinderung optimal angepassten 
Verweistätigkeit wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, sie unterliess es jedoch, in Bezug auf 
eine solche zumutbare Verweistätigkeit die erforderliche (Neu-) Bemessung des Invalidenein-
kommens vorzunehmen. Eine solche ist deshalb im Folgenden nachzuholen. 
 
7.2.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden-
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, können für die Bemes-
sung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2). Wird auf 
Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu ver-
wenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 mit Hinweisen). Hier steht der Rentenanspruch des Versicher-
ten ab 2019 zur Diskussion, weshalb die Tabellenlöhne der LSE 2018 die Basis der Berech-
nung zu bilden haben. 
 
7.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer-
ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem Abzug vom 
LSE-Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per-
sönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst-
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 
Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die ver-
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch-
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfol-
gen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen ge-
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 146 V 16 E. 4.1).  
 
7.3.1 Laut Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, 
Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor) der LSE 2018 belief sich der Zentralwert 
für die im privaten Sektor beschäftigten Männer im Total aller Wirtschaftszweige im Jahre 2018 
im Kompetenzniveau 1 ("Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art") auf 
Fr. 5'417.-- und im Kompetenzniveau 2 ("Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenver-
arbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheits-
dienst sowie Fahrdienst") auf Fr. 5'649.--. Es stellt sich die Frage, von welchem dieser beiden 
Kompetenzniveaus im Fall des Beschwerdeführers auszugehen ist. Wenn die versicherte Per-
son nach Eintritt der Invalidität - wie hier - nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen 
kann, rechtfertigt sich die Anwendung des LSE-Kompetenzniveaus 2 nach der bundesgerichtli-
chen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Sozialver-
sicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2022, IV Nr. 22, E. 5.4.1 mit Hinweisen). Aufgrund 
seiner langjährigen Tätigkeit als Werkstattleiter verfügt der Beschwerdeführer über eine gewis-
se Führungserfahrung sowie über Fähigkeiten und Kenntnisse, die zweifellos auch ausserhalb 

 

 
 
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des Autogewerbes nutzbar sind. Dies rechtfertigt die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 (vgl. 
auch SVR 2022, IV Nr. 22, E. 5.4.1 mit Hinweis).  
 
7.3.2 Der Tabellenlohn von Fr. 5'649.--, der nach dem vorstehend Gesagten gemäss der 
Tabelle TA1 der LSE 2018 für die im privaten Sektor beschäftigten Männer im Total aller Sekto-
ren im Jahre 2018 im Kompetenzniveau 2 zur Anwendung gelangt, beruht auf einer einheitli-
chen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden. Er ist deshalb auf die durchschnittliche Wochenar-
beitszeit des Jahres 2019 von 41,6 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Ar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und Grossregionen, in Stunden pro Woche, Tabelle 
T03.02.03.01.04.04, "Total") umzurechnen. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'875.--. 
Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2019 erfolgten Nominallohnentwicklung von + 0,9 % (Bundes-
amt für Statistik, Nominallohnindex 2016 - 2020, Männer, Total, Tabelle T1.1.15) anzupassen, 
was ein Invalideneinkommen von Fr. 5'927.85 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 71'134.- 
ergibt. Geht man mit der IV-Stelle davon aus, dass der Versicherte in einer solchen Tätigkeit 
noch zu 50 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 6.3 hiervor), so resultiert als Ausgangswert ein Invaliden-
einkommen von Fr. 35‘567.-- (Fr. 71‘134.-- x 50 %). 
 
7.4.1 In ihrem Vorbescheid hatte die IV-Stelle dem Versicherten einen Abzug vom LSE-
Tabellenlohn in der Höhe von 5 % gewährt. In der Folge rechnete sie ihm aufgrund seiner Vor-
bringen im Einwandverfahren jedoch in den angefochtenen Verfügungen einen zusätzlichen 
Abzug von 10 % an und berücksichtigte demnach bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 
insgesamt einen 15 %-igen Abzug vom Tabellenlohn. In diesem Zusammenhang ist darauf hin-
zuweisen, dass der gesamthaft vorzunehmende Abzug vom Tabellenlohn grundsätzlich eine 
Schätzung darstellt. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollieren-
de richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle des Sozialversicherers setzt (BGE 126 V 75 
E. 6). Das kantonale Versicherungsgericht greift daher in das Ermessen des Sozialversicherers 
nur bei triftigen Gründen ein. Dabei muss sich das kantonale Gericht auf Gegebenheiten ab-
stützen können, die eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen las-
sen (BGE 123 V 150 E. 2). Ob vorliegend der von der IV-Stelle gewährte Tabellenlohnabzug 
von 15 % (noch) angemessen ist, kann letztlich offen bleiben, führt doch bereits ein 10 %-iger 
Abzug, der dem Versicherten jedenfalls zu gewähren ist, zum Anspruch auf eine ganze Rente 
(vgl. den nachfolgenden Einkommensvergleich in E. 7.6). Bei der Bemessung des Abzugs gilt 
es zu Gunsten des Versicherten immerhin noch folgenden Aspekt zu beachten: Wie oben fest-
gehalten, verfügt der Beschwerdeführer aufgrund seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit zwar über 
Führungserfahrung. Um von dieser auch in einer gänzlich neuen Branche lohnmässig profitie-
ren zu können, würde es aber zweifellos einer gewissen Zeitspanne bedürfen, in welcher sich 
der Versicherte vorerst in das neue Tätigkeitsgebiet einarbeiten müsste. In diesem Zusammen-
hang gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Verfügungszeitpunkt 
bereits 61 Jahre alt war und ihm deshalb lediglich noch eine sehr begrenzte Aktivitätsdauer zur 
Verfügung stand. Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, ob für den Versicherten trotz 
seiner bisherigen Führungserfahrung die Übernahme einer qualifizierteren Tätigkeit in einer für 
ihn gänzlich neuen Branche realistischerweise überhaupt noch in Frage gekommen oder ob 
eine Neuanstellung nicht eher nur noch ohne Berücksichtigung der bisherigen spartenfremden 
Führungserfahrung - mit einem entsprechend tieferen Gehalt - erfolgt wäre.  

 

 
 
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7.4.2 Nimmt man beim oben (vgl. E. 7.3.2 hiervor) anhand der LSE-Tabellenlöhne ermittel-
ten Invalideneinkommen von Fr. 35‘567.-- einen 10 %-igen Abzug vor, so führt dies zu einem 
für den Einkommensvergleich massgebenden Invalideneinkommen des Beschwerdeführers von 
Fr. 32'010.--. 
 
7.5 Als Valideneinkommen des Versicherten ermittelte die IV-Stelle in den angefochtenen 
Verfügungen gestützt auf die Lohnangaben der letzten Arbeitgeberin (für das Jahr 2016) und in 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017 ein Gehalt in der Höhe von 
Fr. 108'332.--. Der auf diese Weise ermittelte Betrag ist nicht zu beanstanden. Er ist jedoch in 
Bezug auf den hier zu beurteilenden Rentenanspruch ab 2019 der seitherigen Nominallohnent-
wicklung von + 0,6 % (bis 2018) und von 0,0 % (bis 2019; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominal-
lohnindex 2016 - 2020, Männer, Wirtschaftszweig G "Handel und Reparatur von Motorfahrzeu-
gen", Tabelle T1.1.15) anzupassen, was im Ergebnis zu einem für das Jahr 2019 massgeben-
den Valideneinkommen von Fr. 108'982.-- führt.  
 
7.6 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Valideneinkommen von Fr. 108'982.-- dem 
oben ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 32'010.-- gegenüber, so resultiert daraus für den 
vorliegend zu beurteilenden Zeitraum vom 1. April 2019 bis 12. Dezember 2020 ein Invaliditäts-
grad des Versicherten von 70,63 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) 
von 71 %. 
 
7.7 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5 hiervor), war bzw. ist der Versicherte von Mitte Dezem-
ber 2017 (Ablauf des Wartejahres) bis Ende März 2019 und erneut ab 12. Dezember 2020 in 
sämtlichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Unter diesen Umständen kann für die betref-
fenden Perioden von der Vornahme eines Einkommensvergleichs abgesehen und stattdessen - 
darin sind sich auch die Parteien einig - ohne Weiteres von einer vollständigen Erwerbsunfähig-
keit bzw. von einem Invaliditätsgrad von 100 % ausgegangen werden.  
 
7.8 Bei Invaliditätsgraden von 100 % ab Mitte Dezember 2017 (Ablauf des Wartejahres) 
bis Ende März 2019, von 71 % ab 1. April 2019 bis 11. Dezember 2020 und wiederum von 
100 % ab 12. Dezember 2020 hat der Versicherte, wie von ihm beantragt, ab 1. Dezember 
2017 durchgehend Anspruch auf eine ganze Rente.  
 
8. Zusammenfassend ist demnach als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerden des 
Versicherten gutzuheissen und die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle vom 19. April 
2021 und 8. Juni 2021 insoweit zu ändern sind, als festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer 
ab 1. Dezember 2017 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente hat. 
 
9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende 
und die IV-Stelle unterliegende Partei. 
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kos-
tenvorschuss zurückzuerstatten. 
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
machte in seiner Honorarnote vom 2. November 2021 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 15 Stunden und 20 Minuten geltend, was sich in Anbetracht der sich stellen-
den Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in 
Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen von 
Fr. 94.70. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 4'229.60 (15 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 94.70 zuzüglich 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerden werden die angefochtenen Verfü-
gungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. April 2021 und 8. Juni 
2021 insoweit geändert, als festgestellt wird, dass der Beschwerdefüh-
rer ab 1. Dezember 2017 Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente 
hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'229.60 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 

 

 http://www.bl.ch/kantonsgericht