# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77e9a0b8-c257-57a2-8878-d2ef26fa27d1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.10.2011 UV 2011/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-20_2011-10-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 11.10.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 11.10.2011
Art. 18 UVG. Bemessung einer Invalidenrente. Schlüssige kreisärztliche 
Zumutbarkeitsbeurteilung der Erwerbsfähigkeit (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11.10.2011, UV 2011/20). 
Bestätigt durch Urteil des Bundesgericht 8C_921/2011

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiberin Beatrice Rohner

Entscheid vom 11. Oktober 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi, Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Invalidenrente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war bei der B.___ AG in einem vollzeitigen Arbeitsverhältnis tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert, als er am 23. Januar 2004 vom Pferd stürzte und sich 

Verletzungen am linken Knie zuzog (act. G 3.1/1). Es wurde eine proximale Tibiafraktur 

links mit lateraler Tibiaplateauimpressionsfraktur, frakturierter Eminentia intercondylaris 

und Frakturausläufer in den proximalen Schaft; mit lateraler, kompletter radiärer 

Rissbildung mit Luxation des Hinterhorns in der Intermediärzone diagnostiziert. Am 29. 

Januar 2004 wurde eine offene Reposition und Plattenosteosynthese Tibiaplateau 

lateral links mit Spongiosaplastik, 7 Loch-Abstützplatte sowie einer Meniskusnaht 

lateral in der Intermediärzone im Kantonalen Spital Herisau durchgeführt (act. G 3.1/4). 

Nach 100%iger Arbeitsunfähigkeit war der Versicherte ab dem 30. Juni 2004 zu 50% 

und ab dem 2. August 2004 wieder vollzeitig bei der Arbeitgeberin tätig (act. G 3.1/11 

und 16). Am 14. Februar 2006 fand die Osteosynthesematerialentfernung statt (act. G 

3.1/21). Gemäss Rückfallmeldung vom 12. Dezember 2006 sind beim Versicherten 

erneut Beschwerden im linken Fuss aufgetreten (act. G 3.1/26). Das MRI vom 21. 

November 2006 zeigte ein minimalen Gelenkerguss, eine partielle Ankylose des 

proximalen tibio-fibularen Gelenks bei vollständiger Konsolidation der vormaligen 

subcapitalen Fibulafraktur, eine fortgeschrittene Chondropathie des lateralen femoro-

tibialen Kompartiments (Grad III), eine mässiggradige Chondropathia patellae sowie 

eine femorale Ansatztendinose des Innenbands (act. G 3.1/28). Gemäss ärztlichem 

Zwischenbericht vom 11. Januar 2007 klagte der Versicherte über persistierende 

Schmerzen und eine verminderte Belastungstoleranz (act. G 3.1/29). Darauf führte Dr. 

med. D.___, Kantonales Spital Herisau, am 17. Januar 2007 eine Arthroskopie und 

Meniskusteilresektion durch (act. G 3.1/31). Der Versicherte hat seine Arbeit am 30. 

Januar 2007 zu 100% wieder aufgenommen (act. G 3.1/33). Gemäss Arztbericht von 

Dr. med. E.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Orthopädie am Park, vom 

29. Oktober 2007 klagte der Versicherte über belastungsinduzierte Beschwerden im 

Knie, die vor allem im Verlaufe des Tages verstärkt auftreten würden. Das linke Knie sei 

regelmässig am Abend geschwollen, er habe Schmerzen beim Gehen, sich verstärkend 

auf unebenem Gelände und zeitweise verspüre er eine massive akute 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzeinstrahlung. Dr. E.___ diagnostizierte eine initiale laterale posttraumatische 

Arthrose und Synostose des proximalen Tibio-Fibulargelenks (act. G 3.1/35). Dr. med. 

F.___, Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, hielt am 29. Oktober 2007 fest, dass sich 

eine Läsion des Nervus cutaneus surae lateralis nachweisen lasse, die 

belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich des linken Knies jedoch aller 

Wahrscheinlichkeit nach nicht auf eine neurogene Ursache zurückzuführen seien (act. 

G 3.1/51). Die Skelettszintigrafie vom 14. April 2008 zeigte keine Hinweise für das 

Vorliegen eines pathologischen Prozesses im Bereich des linken Kniegelenks auf, 

sondern lediglich, bei wesentlich altersentsprechendem Zustand, diskrete degenerative 

Veränderungen (act. G 3.1/46). Gemäss Schadenmeldung vom 16. Juli 2008 hat der 

Versicherte seit dem 19. Mai 2008 die Arbeit ausgesetzt. Am 17. Juni 2008 

diagnostizierte Dr. D.___ eine Chondropathie des lateralen Tibiaplateaus; ein 

hypertrophes Restmeniskushinterhorn und ein nichttransmuraler Meniskusvorderhorn-

Längriss lateral und führte gleichentags eine Arthroskopie und eine Teilmeniskektomie 

lateral im Hinterhornbereich durch (act. G 3.1/43). Ab dem 14. Juli 2008 war der 

Versicherte wieder zu 50% arbeitsfähig (act. G 3.1/45). Am 30. September 2008 

berichtete Dr. med. G.___, der IV, der Versicherte verfüge in der angestammten sowie 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Nach ca. zwei 

Stunden verspüre er zunehmende Knieschmerzen links, die auch bei nur ganz leichten 

Tätigkeiten auftreten würden (act. G 3.1/59).

A.b   Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. Oktober 2008 bei 

Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie FMH, klagte der Versicherte über Schmerzen auf 

der Aussenseite des linken Knies; dieses sei geschwollen und der Muskel noch 

reduziert, zudem habe er, vor allem wenn er in gleicher Position verharre, 

Anlaufbeschwerden. Ausserdem seien auch Beschwerden im rechten Knie 

hinzugekommen. Dr. H.___ führte aus, dass zurzeit keine weiteren medizinischen 

Massnahmen betreffend das linke Knie zu empfehlen seien, so dass der administrative 

Abschluss vorgenommen werden könne. Der Versicherte könne in einer adaptierten 

Tätigkeit vollschichtig arbeiten. Den Integritätsschaden aufgrund verbliebener diskreter 

Belastungs- und minimer Bewegungseinschränkung bei beginnend mässiger 

Gonarthrose im femorotibialen lateralen Bereich schätzte er auf 5%. Eine 

weitergehende spätere Verschlimmerung über das geschätzte Ausmass hinaus sei 

nicht berücksichtigt worden (act. G 3.1/64).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c   Mit Schreiben vom 14. November 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass 

ab dem 12. November 2008 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen und das 

Taggeld ab diesem Datum eingestellt werde. Die Behandlung des rechten Knies werde 

nicht von der Suva getragen, da die Beschwerden nicht auf den Unfall vom 23. Januar 

2004 zurückzuführen seien (vgl. Schreiben von Dr. G.___ vom 20. März 2009, wonach 

am 11. November 2008 eine Arthroskopie am rechten Knie erfolgt sei; act. G 3.1/67 

und 79). Dr. G.___ beurteilte am 2. Februar 2009 die Arbeitsfähigkeit des Versicherten, 

in abweichender Meinung von Dr. H.___, in der angestammten Tätigkeit auf 50% und in 

einer adaptierten Tätigkeit auf 50 bis 70% (act. G 3.1/79). Am 28. Mai 2009 gab der 

Versicherte gegenüber der Suva an, immer noch 50% arbeitsunfähig zu sein und 

dementsprechend halbtags zu arbeiten, da er weiterhin an Beschwerden im linken Knie 

leide. Die Arbeitgeberin teilte ausserdem mit, die Differenz von 50% zwischen der von 

der Suva angenommenen Arbeitsfähigkeit und der tatsächlichen Tätigkeit des 

Versicherten habe bis anhin sie selbst getragen (act. G 3.1/81). In einem weiteren 

Gespräch zwischen dem Versicherten, dem Vertreter der Arbeitgeberin und der Suva 

wurde beschlossen, dass die Arbeitsfähigkeit erneut von einem Kreis- oder Drittarzt 

untersucht werden sollte und der Versicherte versuchen werde, eine Arbeitsfähigkeit 

von 75% umzusetzen (act. G 3.1/84). Darauf setzte Dr. G.___ die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten wiederum auf 50% fest, aufgrund dessen der Versicherte halbtags 

arbeitete (act. G 3.1/85). Die besprochene kreisärztliche Untersuchung fand am 24. Juli 

2009 durch Dr. H.___ statt, der im Bericht die Diagnose vom 29. Oktober 2008 

bestätigte und darlegte, dass der Versicherte zu 75% arbeiten sollte (act. G 3.1/88). Mit 

MRI vom 29.Juli 2009 stellte Dr. med. I.___, Spital Herisau, ein Status nach 

osteosynthetisch versorgter Tibiaplateaufraktur mit posttherapeutischen 

Veränderungen im Tibiaplateau und wahrscheinlich posttraumatisch bedingter 

Überbrückung im proximalen Tibiafibulargelenk fest. Horizontal verlaufe ein 

Meniskusriss mit Ausstrahlung nahe am freien Rand im lateralen Meniskusvorderhorn. 

Im Hoffa-Fettkörper und im Bereich des lateralen Seitenbands seien narbige 

Veränderungen vorhanden. Im lateralen Kniegelenkskompartiment zentral sei nur eine 

leichtgradige Chondropathie erkennbar. Mit Schreiben vom 28. August 2009 teilte Dr. 

G.___ mit, dass der Versicherte nach grossen Widerständen zu 70% arbeite, da sonst 

seine Arbeitsstelle gefährdet sein könnte (act. G 3.1/90). Am 20. November 2009 haben 

die Arbeitgeberin, die Suva und der Versicherte beschlossen, dass Letzterer in einem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Halbtagspensum arbeiten und die Suva ihre Taggeldleistungen auf 30% erhöhen 

werde. Dies sei jedoch, gemäss Suva, keine Zusage für eine Rente oder für 

längerfristige Taggeldleistungen (act. G 3.1/97). Die Arbeitgeberin ersetzte mit 

Arbeitsvertrag vom 15. Dezember 2009 den bisherigen Arbeitsvertrag mit dem 

Versicherten und setzte das Pensum auf 50% fest (act. G 3.1/103).

A.d   In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 beschrieb Dr. 

H.___ den Gesundheitszustand des Versicherten als verbliebene Belastungs- und 

leichte Bewegungseinschränkung bei beginnend mässiger Gonarthrose femorotibial 

lateral. In der angestammten Tätigkeit sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% 

auszugehen, da der Versicherte zwischendurch schwere Gewichte heben müsse. Für 

leichte und mittelschwere Tätigkeiten sei ein vollschichtiger Einsatz möglich (act. G 

3.1/114). Aufgrund der leichten Verschlimmerung der Arthrose, schätzte Dr. H.___ die 

Integritätseinbusse auf 10% (act. G 3.1/113). Am 3. August 2010 teilte die Suva dem 

Versicherten mit, die Heilkosten- und Taggeldleistungen würden mit dem 1. August 

2010 eingestellt (act. G 3.1/121).

A.e   Mit Verfügung vom 27. August 2010 richtete die Suva dem Versicherten eine 

Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 22% (Valideneinkommen von 

Fr. 76'100.-- und Invalideneinkommen von Fr. 59'387.--) und eines versicherten 

Jahresverdienstes von Fr. 78'982.-- aus. Der Versicherte sei in seiner angestammten 

Tätigkeit als Lagermitarbeiter tätig. Dabei sei seine Leistung unfall- wie 

krankheitsbedingt um 50% eingeschränkt. Er könne jedoch jede leichte bis 

mittelschwere Tätigkeit ganztags ausführen. Zudem sprach die Suva dem Versicherten 

eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10% zu (act. G 

3.1/130).

B.     

Am 24. September 2010 erhob Fürsprecher Luigi R. Rossi, St. Gallen, für den 

Versicherten Einsprache mit dem Antrag die Verfügung vom 27. August 2010 sei 

aufzuheben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Erwerbseinbusse des 

Versicherten liege entgegen der Annahme der Suva bei mindestens 50% (act. G 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1/131). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 24. Februar 2011 ab. Die 

Invalidenrente sei korrekt bemessen worden (act. G 3.1/140).

C.     

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid vom 24. Februar 2011 richtet sich die von 

Fürsprecher Rossi im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 5. März 

2011 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mindestens 50% zuzusprechen; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Eine 50%ige Erwerbstätigkeit stelle das Maximum 

der möglichen Belastung dar. Zudem verfüge der Versicherte einzig über eine 

Ausbildung als Chauffeur. Diese Tätigkeit könne er nicht ganztags ausüben, auch das 

Auf- und Abladen des Transportguts sei ihm nicht zuzumuten. Es sei nicht 

nachvollziehbar, dass gemäss Dr. H.___ keine objektivierbaren Befunde bestehen 

sollten. Dieser habe den Beschwerdeführer am Morgen nur während einer halben 

Stunde und am Abend während einer Viertelstunde untersucht. Ausserdem habe Dr. 

H.___ die zusätzlichen Arztzeugnisse nicht berücksichtigt und in keiner Weise die 

eigenen objektiven Befunde festgehalten (act. G 1).

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids. Der 

Beschwerdeführer sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Indem 

er zu 50% als Chauffeur tätig sei, schöpfe er die ihm verbliebene Arbeitskraft nicht in 

zumutbarer Weise aus. Der Invalidenlohn sei deshalb gestützt auf die DAP-

Arbeitsplatzdokumentation ermittelt worden. Die gegen den kreisärztlichen Bericht vom 

7. Juni 2010 ausgeübte Kritik gehe ins Leere, weshalb dieser volle Beweiskraft 

geniesse. Der Einwand des Beschwerdeführers, er könne auf dem Arbeitsmarkt keine 

geeignete Stelle finden, sei unzutreffend. Massgebend sei nicht der aktuelle, sondern 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt. Auch das Alter des Beschwerdeführers spiele keine 

Rolle, weil es sich bei den ausgewählten DAP-Arbeitsplätzen um Hilfsarbeiten handle, 

deren Nachfrage altersunabhängig bestehe (act. G 3).

C.c   Mit Replik vom 19. Mai 2011 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

festhalten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne nicht in einer Untersuchung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erfolgen, die lediglich 30 Minuten gedauert habe. Des Weiteren bestehe eine 

Diskrepanz zwischen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin und den 

Darlegungen in den Arztberichten. Aufgrund dessen müsse der Beschwerdeführer noch 

einmal eingehend untersucht werden (act. G 6).

C.d   Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits am Antrag auf Abweisung der 

Beschwerde fest und verzichtete mit Stellungnahme vom 30. Mai 2011 auf eine 

ausführliche Duplik (act. G 8).

Erwägungen:

1.      

Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad Basis für die dem Beschwerdeführer für die 

Restfolgen des Unfallereignisses vom 23. Januar 2004 mit Wirkung ab dem 1. August 

2010 zugesprochenen Rentenleistungen bildet. In Bezug auf die Höhe der 

Integritätsentschädigung ist die Verfügung vom 27. August 2010 in Rechtskraft 

erwachsen. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (Erwägung 2) 

die rechtlichen Grundlagen der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; 

darauf kann verwiesen werden.

2.      

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes 

wegen festzustellen und zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige 

Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Dieser Grundsatz gilt jedoch 

nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 

(BGE 122 V 158 E. 1.a und 121 V 210 E. 6.c, je mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswerts von Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte ist 

entscheidend, ob sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die 

Tatsache allein, dass ein Arzt oder eine Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, reicht nicht aus um auf mangelnde Objektivität und auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Befangenheit zu schliessen. Vielmehr bedarf es dafür besonderer Umstände (BGE 125 

V 354 f. E. 3.b.ee).

3.      

3.1    Für die Ermittlung des ohne Gesundheitsschadens mutmasslich erzielten 

Verdiensts (Valideneinkommen) ist ausschlaggebend, was die versicherte Person im 

Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. 

Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienstes angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 300 E. 5.1). Neben dem Grundlohn sind auch 

weitere Lohnbestandteile zu berücksichtigen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. 

Aufl. Zürich 2009, Art. 16, Rz. 12 f.). Die Beschwerdegegnerin stellte auf die Angaben 

der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ab, wonach diese für das Jahr 2010 von 

einem Valideneinkommen von Fr. 76'100.-- (13 x Fr. 5'700.-- + Fr. 2'000.-- Bonus; vgl. 

act. G 3.1/119) ausgeht. Auf dieses ist vorliegend abzustellen.

3.2    Für die Festlegung des Invalideneinkommens ist zuerst abzuklären, ob der 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübt. Wenn dies der Fall 

ist, gilt der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalideneinkommen, wenn kumulativ 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse herrschen und anzunehmen ist, dass er die ihm 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft sowie das 

Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint 

(BGE 117 V 18 E. 2.c.aa). Falls kein solches Erwerbseinkommen gegeben ist, 

namentlich wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 

jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 

können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 f. 

E. 3.b.bb mit Hinweisen).

3.2.1           Als Grundlage für die Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens 

dient die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf 

die ärztliche Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 durch Kreisarzt Dr. H.___. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dieser untersuchte den Beschwerdeführer vormittags und abends, um den geltend 

gemachten Beschwerden, die im Verlauf des Tages zunehmen würden, Rechnung zu 

tragen. Die am Morgen durchgeführte Umfangmessung (37,5 cm) des linken Knies 

(Mitte Patella) sei in etwa identisch mit jener am Abend (37,8 cm). Das Ausmass der 

subjektiv beklagten Beschwerden mit objektivierbaren Befunden sei bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit schwierig zu korrelieren. Bei der minimen objektivierbaren 

Verschlimmerung des gesundheitlichen Zustands sei in Bestätigung früherer 

Untersuchungen eine Arbeitsunfähigkeit von 30% in nicht optimaler Tätigkeit (in Bezug 

auf die damals aktuelle Tätigkeit bei der Arbeitgeberin als Chauffeur/Lagerist) gegeben. 

Für leichte und mittelschwere Tätigkeiten, ohne Einnahme von bodennahen und 

knienden sowie kauernden Haltungen, ohne wiederholtes Treppenbegehen und längere 

Gehstrecken, sei ein vollschichtiger Einsatz möglich (act. G 3.1/114).

Der Beschwerdeführer rügt insbesondere, Dr. H.___ habe ihn während nicht einmal 30 

Minuten untersucht. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht glaubwürdig, da man 

die Frage der Arbeitsfähigkeit nicht in dieser kurzen Zeit abschliessend beurteilen 

könne. Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. Der Beweiswert einer ärztlichen 

Abschlussuntersuchung kann nicht nur von der Dauer der Untersuchung abhängen. 

Vielmehr ist die Qualität entscheidend. Dr. H.___ hat sich bei seiner Beurteilung auf 

umfassende Untersuchungen gestützt und sich mit den Beschwerden des 

Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt. Bei der Aussage des 

Beschwerdeführers, Dr. H.___ habe am Morgen das Messband locker und am Abend, 

bei geschwollenem Zustand, sehr eng um das linke Knie angelegt, handelt es sich um 

eine durch nichts belegte Behauptung. Es besteht kein Anlass an der 

Untersuchungsmethode von Dr. H.___ und den Messergebnissen zu zweifeln, ist dieser 

doch als Mitarbeiter der Suva, also eines dem Gesetzesvollzug dienendes 

Verwaltungsorgans, zu korrekter Sachverhaltsermittlung und damit medizinischer 

Abklärung verpflichtet. Ausserdem gibt die Beschwerdegegnerin, entgegen den 

Behauptungen des Beschwerdeführers, in korrekter Weise die Ausführungen von Dr. 

H.___ wieder, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit über 

eine Arbeitsfähigkeit von 100% verfüge. Der Verweis des Beschwerdeführers auf die 

Berichte von Dr. F.___ vom 29. Oktober 2007, von Dr. G.___ vom 14. Juli 2008 und 

vom 27. August 2008 sowie auf das Schreiben des KSSG vom 26. Oktober 2009 geht 

ins Leere (act. G 3.1/51, 53, 59, 60 und 93). Diese Berichte wurden teilweise sogar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

noch vor dem gesundheitlichen Endzustand verfasst und sind nicht geeignet, als 

Grundlage für eine Zumutbarkeitsbeurteilung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu 

dienen, die Ausgangspunkt der Festsetzung des Invalideneinkommens ist (vgl. 

Mitteilung der SVA vom 11. Dezember 2008, wonach vorerst auf den weiteren 

medizinischen Verlauf abgewartet werden muss und demnach ein medizinisch stabiler 

Zustand verneint wird; act. G 3.1/74). Dr. H.___ verweist insofern auf den Bericht von 

Dr. F.___, als dass er schon in der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. Oktober 

2008 darauf Bezug nimmt und dessen Beurteilung, nämlich die Verneinung einer 

neurogenen Ursache der belastungsabhängigen Schmerzen im linken Knie 

berücksichtigt. Die Arztberichte älteren Datums vermögen eher als Vorakten 

(Anamnese), denn als Beurteilung der jetzigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

zu dienen. Die genannten Arztberichte setzen sich zudem nicht mit einer an die 

gesundheitlichen Beschwerden angepassten, zumutbaren Tätigkeit auseinander, wie 

dies Dr. H.___ in präziser Art und Weise festhält und klar zwischen einer möglichen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten und in der angestammten Tätigkeit 

unterscheidet. Des Weiteren stützt sich Dr. H.___ auch auf neuere 

Untersuchungsergebnisse, namentlich auf das MRI vom 29. Juli 2009 und auf den 

Konsultationsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 23. Oktober 2009 (act. G 

3.1/90 und 93).

In der Replik vom 19. Mai 2011 fordert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, 

dass dieser aufgrund der Diskrepanz zwischen den Ausführungen der Suva und den 

Darlegungen in den Arztberichten, noch einmal eingehend untersucht werden müsse. 

Es ist nicht anzunehmen, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung 

des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, weshalb darauf 

verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 

Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211). Es bestehen keine Anhaltspunkte, welche Zweifel 

an der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 von Dr. H.___ zu erwecken 

vermöchten. Damit ist auf den Bericht von Dr. H.___ abzustellen.

3.2.2           Der Beschwerdeführer hat nach Eintritt des Gesundheitsschadens seine an 

sich in einer leidensadaptierten Tätigkeit zumutbare Erwerbsfähigkeit von 100% nicht 

ausgeschöpft. Er ist ab dem 1. Januar 2010 bei der Arbeitgeberin zu 50% tätig (vgl. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsvertrag zwischen der Arbeitgeberin und dem Beschwerdeführer vom 15. 

Dezember 2009; act. G 3.1/103).

3.2.3           Wenn die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, 

so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 

oder die DAP-Zahlen herangezogen werden. Unter der Bezeichnung DAP führt die 

Suva eine interne Dokumentation zu ausgewählten Arbeitsplätzen mit Angaben zu den 

ausbildungsmässigen und körperlichen Anforderungen, der betrieblichen Arbeitszeit 

und dem Verdienst sowie zum konkreten Aufgabenbereich (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1 

mit Hinweisen). Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und 

der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der 

Rechtsprechung Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der 

gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den 

Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils 

verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist 

es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-

Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer 

zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich 

gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003 i/S C. 

[U 35/00] E. 4.2.2). Die erforderlichen Angaben sind den Akten zu entnehmen (act. G 

3.1/124). Der nach Rechtsprechung geforderten Repräsentativität der DAP-Profile ist 

Genüge getan.

3.2.4           Indem die Invaliditätsbemessung auf Grund hypothetischer 

Vergleichseinkommen und unter Berücksichtigung des in Betracht fallenden 

(ausgeglichenen) allgemeinen Arbeitsmarktes zu erfolgen hat, müssen die DAP auch im 

konkreten Einzelfall repräsentativ sein. Es genügt nicht, wenn lediglich ein einziger oder 

einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden. Eine Mindestanzahl von 

fünf Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer Hinsicht als ausreichend (BGE 129 V 480 

E. 4.2.2). Bei der Berechnung des Invalideneinkommens hat sich die 

Beschwerdegegnerin auf die DAP-Zahlen der Arbeitsplätze Nr. 9223, 3602, 8483, 

338839 und 6894 gestützt. Die ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst. Es 

werden weder kniende Positionen, noch Treppensteigen verlangt. Längere 

Gehstrecken sind zudem nicht erforderlich (höchstens manchmal bis zu 50 m). Die 

Beschwerdegegnerin hat den Durchschnittslohn (Fr. 59'387.20) und das sich daraus 

ergebende Invalideneinkommen in derselben Höhe in korrekter Weise ermittelt.

3.3    Damit resultiert aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen 

ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von aufgerundet 22%. Unter diesen Umständen lässt sich 

der von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 27. August 2010 errechnete 

und im Einspracheentscheid vom 24. Februar 2011 bestätigte Invaliditätsgrad nicht 

beanstanden.

4.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG: SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.10.2011
	Art. 18 UVG. Bemessung einer Invalidenrente. Schlüssige kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung der Erwerbsfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11.10.2011, UV 2011/20). Bestätigt durch Urteil des Bundesgericht 8C_921/2011

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T12:14:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen