# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72717f81-55b3-54f7-a93e-1a4974d55e8b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2009 D-6993/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6993-2006_2009-06-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6993/2006/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Daniel Schmid (Vorsitz),
Richter Gérald Scherrer, Richter Bendicht Tellenbach, 
Gerichtsschreiberin Milva Franceschi.

A._______, dessen Ehefrau B._______, 
und deren gemeinsamer Sohn 
C._______, Bosnien-Herzegowina,
vertreten durch das Comité valaisan pour la défense 
du droit d'asile, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung); 
Verfügung des BFM vom 21. Mai 2002 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6993/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A.a
Die  Beschwerdeführenden  –  Muslime  mit  letztem  Wohnsitz  in 
D._______  –  verliessen  ihre  Heimat  zusammen mit  ihrem Sohn  am 
4. September 1999  und  gelangten  am  8. September  1999  in  die 
Schweiz, wo sie selbentags ein Asylgesuch stellten. 

A.b
A._______  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  seit  1992  in 
D._______ gelebt, wo er in der bosnischen Armee gedient habe. Ende 
Februar 1994 sei er auf dem vereisten Boden ausgerutscht, wobei sich 
ein Schuss aus seinem Gewehr gelöst habe. Der Schuss habe einen 
anderen Soldaten am rechten Arm derart  unglücklich getroffen, dass 
dieser – mangels medizinischer Versorgungsmöglichkeiten – den Fol-
gen seiner Verletzungen erlegen sei. Am 8. September 1995 habe ihn 
das Militärgericht in E._______ deswegen zu einer dreijährigen Frei-
heitsstrafe verurteilt. Anfang des Jahres 1999 sei er aus dem Gefäng-
nis entlassen worden. Im Juni 1999 sei er von vier Angehörigen des 
verstorbenen Soldaten verprügelt und mit dem Tode bedroht worden. 
Aus Angst um sein Leben und dasjenige seiner Familie habe er sich 
zur Ausreise entschlossen. B._______ machte ergänzend geltend, die 
ganze Familie sei von den Angehörigen des getöteten Soldaten stän-
dig beschimpft und bedroht worden.

B.
Die Vorinstanz stellte mit  Verfügung vom 6. Dezember 1999 fest,  die 
Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und 
lehnte die Asylgesuche vom 8. September 1999 ab. Die dagegen erho-
bene  Beschwerde  wurde  am  11.  März  2002  von  der  damaligen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) abgewiesen.

C.
Am  25.  April  2002  stellten  die  Beschwerdeführenden  beim BFF  ein 
Wiedererwägungsgesuch und beantragten, auf das Gesuch sei einzu-
treten,  der  Wegweisungsvollzug  sei  unverzüglich  auszusetzen,  die 
kantonalen Behörden seien darüber zu informieren und die Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzuges sei festzustellen. Dem Gesuch leg-
ten sie folgende Unterlagen bei: Eine Bestätigung des FC F._______ 
vom 15. April 2002,  eine  Deklaration  der  Beschwerdeführenden  vom 
8. April 2002, ein Schreiben des Advokaten in E._______ vom 15. Mai 

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1999, ein Urteil des Kassationshofes der Federation von Bosnien-Her-
zegowina  vom  5. Dezember  1996,  ein  Urteil  des  Militärgerichts 
E._______  vom  8. September  1995,  je  ein  Arztzeugnis  von  Dr. 
G._______  vom 11.  April  2002  und  des  Regionalspitals  H._______ 
vom 25. März 2002 beziehungsweise eine Austrittsmeldung des glei-
chen Spitals vom 29. März 2002, ein Schreiben an die Polizeidirektion 
in  D._______  vom 4. April 2002  inklusive  der  Antwort  des  Innenmi-
nisteriums  von  E._______  vom  5. April  2002,  eine  Bestätigung  des 
Strafgerichts  in  D._______  vom  27. Februar  1997  beziehungsweise 
eine Bestätigung der (...) vom 29. Juli 1997. Alle Dokumente, die in ei-
ner Fremdsprache eingereicht wurden, liegen mit einer französischen 
Übersetzung vor. 

D.
Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 21. Mai 2002 das Wiedererwä-
gungsgesuch  ab,  erklärte  die  Verfügung  vom 6. Dezember 1999  als 
rechtskräftig beziehungsweise vollstreckbar und hielt fest, einer allfälli-
gen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

E.
Mit Eingabe vom 11. Juni 2002 beantragten die Beschwerdeführenden 
bei  der ARK die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde, die diesbezügliche unmittelbare Information an die kan-
tonale Behörde, die Aufhebung der Verfügung vom 21. Mai 2002 sowie 
die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft. Zudem sei vom Wegwei-
sungsvollzug  abzusehen.  Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  bezie-
hungsweise Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges festzustellen 
und die  vorläufige  Aufnahme anzuordnen. In  prozessrechtlicher  Hin-
sicht  ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
(Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und um Erlass der Verfah-
renskosten beziehungsweise des Kostenvorschusses. Es wurden fol-
gende  Unterlagen  zu  den  Akten  gereicht:  Je  eine  Bestätigung  der 
"(...)"  vom 22. und 23. Mai 2002 sowie ein medizinischer Bericht  der 
gleichen Institution vom 5. Juni 2002.

F.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juni 2002 setzte die ARK im Sinne ei-
ner  vorsorglichen  Massnahme  den  Wegweisungsvollzug  einstweilen 
aus. 

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G.
Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2002 setzte die damalige Instruk-
tionsrichterin der ARK den Wegweisungsvollzug gemäss Art. 56 VwVG 
aus.  Die  Beschwerdeführenden  wurden  zudem  aufgefordert,  den 
Nachweis ihrer Bedürftigkeit zu erbringen oder einen Kostenvorschuss 
einzubezahlen. Weiter  wurde festgestellt,  dass über  das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG im Endentscheid befunden werde.

H.
Am  4.  Juli  2002  reichten  die  Beschwerdeführenden  eine  Fürsorge-
bestätigung des (...) vom 25. Juni 2002 und ein Arztzeugnis der "(...)" 
vom 24. Juni 2002 ein.

I.
Am 9. Juli 2002 reichte die Beschwerdeführerin einen Arztbericht vom 
2. Juli 2002 der "(...)" zu den Akten.

J.
In der Vernehmlassung vom 10. Juli 2003 beantragte das BFF die Ab-
weisung der Beschwerde. 

K.
Am 29. November 2007 erhielt C._______ infolge eines schwerwiegen-
den  persönlichen  Härtefalls  die  Aufenthaltsbewilligung B.  Aufgrund 
dessen wurde er mit Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2007 ange-
fragt, ob er seine Beschwerde zurückziehe. Gleichzeitig wurde festge-
halten, dass bei ungenutzter Frist das Verfahren in der gesetzlich vor-
gesehenen Weise fortgesetzt werde. Der Beschwerdeführer liess sich 
innert Frist nicht verlauten.

L.
Mit  Zwischenverfügung  vom  1.  April  2008  wurden  A._____  und 
B._______ aufgefordert, je einen ausführlichen Arztbericht zu den Ak-
ten zu reichen. Gleichzeitig wurde den Beschwerdeführenden eine Ko-
pie der Vernehmlassung vom 10. Juli 2003 beigelegt.

M.
Am  15.  April  2008  wurde  ein  persönlicher  Bericht  der  Tochter 
I._______ (D-6707/2006)  und  je  ein  Arztzeugnis  von Dr. G._______ 
vom 8. April  2008 sowie vom 28. Februar 2008 beziehungsweise von 

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Dr.  K._______,  Chefarzt  (...),  vom  10. April  2008  und  von  Dr. med. 
L._______ vom 7. April 2008 eingereicht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet  betref-
fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  bei  gegebener  Zuständigkeit 
am 1. Januar 2007 die bei der ARK hängig gewesenen Rechtsmittel 
übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53 
Abs. 2 VGG).

Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Die Beschwer-
deführenden sind durch die angefochtene Verfügung berührt  und ha-
ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführenden sind daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. 
VwVG). Auf  die  Beschwerde ist  einzutreten,  soweit  sie  nicht  gegen-
standslos geworden ist (vgl. Ziffer 7).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende 
Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender 

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Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus 
Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vorausset-
zungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abge-
leitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf 
ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebli-
che Sachverhalt seit  dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise 
seit  dem Urteil  der mit  Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz 
in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (feh-
lerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der 
Sachlage  anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe ei-
nen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf 
eine  in  materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die 
entweder unangefochten geblieben oder  deren Beschwerdeverfahren 
mit einem formellen Prozessurteil abgeschlosssen worden ist. Ein sol-
chermassen  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  zu  bezeich-
nendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisions-
verfahrens  zu  behandeln  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 17  E. 2a 
S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 

4.
4.1 Nachdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführenden 
auf  Behandlung ihres Wiedererwägungsgesuchs nicht  in  Abrede ge-
stellt hat und auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist, hat das 
Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gesuch zu 
Recht abgewiesen hat. 

4.2 Im Wiedererwägungsgesuch wiederholen die  Beschwerdeführen-
den vorab den Sachverhalt,  welchen sie bereits im ordentlichen Ver-
fahren vorgebracht  hatten. Zusätzlich  machen sie  geltend,  dass ihre 
Tochter I._______, welche sich noch im Dorf D._______ aufhalte, im-
mer  wieder  telefonisch  belästigt  worden  sei.  Aus  diesem Grund  sei 
ihre Tochter  zu ihrem Cousin umgezogen. Am 22. März 2002 hätten 
Unbekannte dem Cousin M._______ in einem Kaffee gedroht, ihn und 
seine Kinder umzubringen. Diese Drohungen gegenüber den Familien-
mitgliedern  belegten,  dass  sie  (die  Beschwerdeführenden)  in  ihrem 
Heimatland nach wie  vor  von der  Vendetta  bedroht  würden und  die 
Heimatbehörden  sie  nicht  schützen  könnten. Auch aus  gesundheitli-
chen Gründen könnten B._______ und A._______ nicht in ihren Hei-
matstaat zurückkehren.

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4.3 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid, dass die Bestätigung 
des Strafgerichts in D._______ vom 27. Februar 1997 beziehungswei-
se diejenige der (...)  vom 29. Juli 1997 keine Originale seien. Zudem 
brächten die Beschwerdeführenden keine Gründe vor, warum sie die-
se Beweismittel nicht bereits im ordentlichen Verfahren hätten einbrin-
gen können. Im Weiteren sei  der  Anfrage von I._______ vom 4. Ap-
ril 2002 nicht zu entnehmen, dass eine Strafanzeige eingereicht wor-
den  sei,  obwohl  es  sich  um  Morddrohungen  gehandelt  habe.  Auch 
scheine die Unterschrift auf dem Antwortschreiben vom 5. April 2002 
des Chefs der Polizeidirektion von D._______ nicht im Original zu sein, 
im Gegensatz zu derjenigen von I._______ auf ihrer Anfrage. Das Ant-
wortschreiben der Polizeidirektion sei  ausserdem eine Kopie, welche 
keine Beweiskraft entfalte. Überdies sei es sehr erstaunlich, dass nach 
acht Jahren erneut private Racheakte unmittelbar nachdem der Weg-
weisungsvollzug in ihr Heimatland bestätigt worden sei, ausgeübt wür-
den. Die neuen Tatsachen und Beweise seien nicht  relevant. Zudem 
könnten die Beschwerdeführenden ihre gesundheitlichen Probleme an 
den universitären Kliniken von Sarajevo und E._______ behandeln las-
sen, weshalb keine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorlie-
ge.

4.4 In der Beschwerde wird geltend gemacht, dass sich die Gesund-
heit von B._______ und vor allem diejenige von A._______ weiter ver-
schlechtert habe, nachdem die Tochter I._______ in Bosnien-Herzego-
wina mehrere Übergriffe habe erleiden müssen.

5.
5.1 Die ARK führte in ihrem Urteil  vom 11. März 2002 aus, dass die 
vorgebrachte Malträtierung von A._______ durch die Angehörigen des 
getöteten Dienstkameraden überwiegend unglaubhaft seien (Urteil der 
ARK vom 11. März 2002 i.S. N (...) E. 4b S. 8) beziehungsweise auch 
die Äusserungen seiner Ehefrau konstruiert wirkten, soweit diese gel-
tend mache, die Angehörigen und Bekannten des versehentlich getö-
teten Armeeangehörigen hätten  ihre  Familie  an Leib und Leben be-
droht.  Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  vorliegend  fest,  dass  die 
entsprechenden Erwägungen im genannten Urteil vom 11. März 2002 
nach wie vor ihre Gültigkeit haben, da die Zweifel an der Privatrache 
seitens der Angehörigen des ums Leben gekommenen Armeeangehö-
rigen immer noch bestehen. Mit gleichdatiertem Urteil wie das Vorlie-
gende stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass die Erzählungen 
über  die  Vergeltungshandlungen  von  März  2002  bis  Oktober  2002, 

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welche  angeblich  die  Familienmitglieder  M._______  und  I._______ 
aufgrund des getöteten Soldaten erlebt haben (u.a. telefonische Beläs-
tigungen,  Todesdrohungen, Abfangen vor der Universität),  zahlreiche 
Widersprüchlichkeiten enthalten und demzufolge nicht  glaubhaft  sind 
(vgl.  E.  5  im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  betreffend  die 
Tochter  I._______, D-6707/2006). Überdies ist  es nicht nachvollzieh-
bar, warum M._______ und die N._______ ununterbrochen in Bosni-
en-Herzegowina  leben  konnten,  wenn  anscheinend  eine  Bedrohung 
für alle Familienmitglieder bestehe. Entsprechend wurde von den Be-
schwerdeführenden nie erwähnt, dass das Leben von N._______ in ih-
rem Heimatland in Gefahr sei. 

5.2 Weiter  werden  mit  den  Bestätigungen  des  Strafgerichts  in 
D._______ vom 27. Februar 1997 und der Strafanstalt von O._______ 
vom 29. Juli 1997, welche belegen sollen, dass A._______ effektiv im 
Gefängnis gewesen sein soll, keine Tatsache erhärtet oder neu belegt. 
Denn weder  das  Bundesamt noch die  Beschwerdeinstanz  haben im 
ordentlichen  Verfahren  bestritten,  dass  A._______  bis  im  Jahr 1999 
aufgrund der Verurteilung vom Militärgericht in E._______ im Gefäng-
nis gewesen ist. Da der Beschwerdeführer jedoch im genannten Jahr 
ordentlich entlassen worden ist, besteht keine Gefahr mehr, dass die 
Behörden ihn deswegen noch suchen würden (vgl. Akte A6 S. 11, Ur-
teil der ARK vom 11. März 2002 i.S. N (...) E. 4a 2. Abs. 1. Satz S. 6). 
Zur gleichen Schlussfolgerung gelangt das Bundesverwaltungsgericht 
in Bezug auf die übrigen, die Gefängnisstrafe betreffenden Beweismit-
tel – das Schreiben des Avokaten in E._______ vom 15. Mai 1999, das 
Urteil  des Kassationshofes der Federation von Bosnien-Herzegowina 
vom  5. Dezember  1996  und  das  Urteil  des  Militärgerichts  von 
E._______ vom 8. September 1995 – welche im Übrigen bereits im or-
dentlichen Verfahren eingereicht und entsprechend im Urteil der ARK 
vom 11. März 2002 gewürdigt wurden.

5.3 Aufgrund dem bisher Gesagten ist als Zwischenfazit festzuhalten, 
dass die Feststellung der ARK vom 11. März 2002, die Flüchtlingsei-
genschaft  sei  nicht erfüllt,  zu bestätigen ist,  da die Beweismittel  und 
Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht erheblich sind.

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6.
6.1
Gemäss Art. 44  Abs. 2  AsylG regelt  das  Bundesamt das Anwesen-
heitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufi-
ge Aufnahme von Ausländern, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht 
möglich,  nicht  zulässig  oder  nicht  zumutbar  ist  (Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2006  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Der Vollzug ist nicht möglich, wenn 
der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch 
in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des 
Ausländers in seinen Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entge-
genstehen. Der Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn 
er für den Ausländer eine konkrete Gefährdung darstellt (Art. 83 Abs. 2 
– 4 AuG). Praxisgemäss ist für die Beurteilung dieser Fragen der sich 
präsentierende Sachverhalt im Urteilszeitpunkt massgebend.

6.2
Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der 
Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind al-
ternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt  ist,  ist  der Vollzug der 
Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwe-
senheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige 
Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine 
allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme steht der (ab- und weg-
gewiesenen) asylsuchenden Person wiederum die Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  offen  (vgl.  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  44 
Abs. 2 AsylG), wobei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernis-
se von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzumal herrschen-
den Verhältnisse von Neuem zu prüfen sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 
E. 4.2. S. 54 f., EMARK 1997 Nr. 27 S. 205 ff.).

7.
Wie bereits erwähnt,  wurde C._______ am 29. November 2007 eine 
Aufenthaltsbewilligung B erteilt,  über welche er nach wie vor verfügt. 
Somit ist in Bezug zu C._______ die Beschwerde gegenstandslos ge-
worden, soweit beantragt wird, es sei die Unzumutbarkeit beziehungs-
weise  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges  festzustellen  (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 21 E. 11c S. 178, EMARK 2000 Nr. 30 E. 4 S. 251). 

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Nachfolgend wird somit lediglich auf die Frage des allfälligen Wegwei-
sungsvollzuges beziehungsweise der Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme von A._______ und B._______ eingegangen.

8.
Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht zu-
mutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in 
ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Diese 
Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das 
heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher 
Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft 
noch jene des völkerrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, je-
doch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation all-
gemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im 
Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen,  die nach ihrer 
Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie 
die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könn-
ten oder – aus objektiver Sicht  – wegen der vorherrschenden Verhält-
nisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut 
gestossen  würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Ver-
schlechterung  ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar 
dem Tod ausgeliefert wären (EMARK 1995 Nr. 5 E. 6e S. 47, EMARK 
1994 Nr. 20 S. 155 ff.,  EMARK 1994 Nr. 19 S. 145 ff.,  EMARK 1994 
Nr. 18 S. 139 ff.).

9.

9.1 Bei  den Beschwerdeführenden handelt  es sich um ein Ehepaar, 
welches seit dem 8. September 1999 in der Schweiz lebt. A._______ 
wurde im (...) 60 Jahre und seine Ehefrau B._______ im gleichen Mo-
nat 56 Jahre alt. Mit den ärztlichen Zeugnissen vom 28. Februar 2008 
und 8. April  2008 attestierte Dr. G._______, dass er  B._______ seit 
dem Jahr 2000 auch in schwierigen Situationen begleitet habe. Sie lei-
de an Fettleibigkeit und Bluthochdruck, zeitweise auch an depressiven 
Episoden,  Angstzuständen,  habe leichte Diabetes und erhöhte Cho-
lesterinwerte. Sie benötige als Medikamente (...) beziehungsweise (...) 
und Medikamente gegen die Diabetes. Aus medizinischer Sicht wäre 
es wünschenswert, wenn die Beschwerdeführerin in der Schweiz blei-
ben könnte. Bereits wenn sie daran denke, dass sie in ihre Heimat zu-
rückkehren müsse, breche sie in Panik aus. Der Gesundheitszustand 

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der Beschwerdeführerin werde sich bei einer Rückkehr verschlechtern, 
auch wenn die benötigten Medikamente vor Ort vorhanden wären.

Dr.  K._______  hält  in  seinem  ärztlichen  Bericht  vom  10. April 2008 
fest, dass A._______ seit dem 23. April  2002 in Behandlung sei. Der 
Beschwerdeführer  benötige  für  unbestimmte  Zeit  psychotherapeuti-
sche und medikamentöse Therapie. Seit  der Ankunft  in der Schweiz 
leide er an depressiven Zuständen, welche von Ängsten begleitet wer-
den, an Schlafproblemen beziehungsweise Alpträumen, wache in der 
Nacht oft auf, erlebe die traumatischen Erlebnisse erneut und sei auf-
grund zweier Suizidversuche im Juli 2002 beziehungsweise im Januar 
2003 hospitalisiert  gewesen. A._______ ziehe sich aus dem sozialen 
Leben zurück, verliere seine professionellen Kompetenzen und habe 
Probleme  in  zwischenmenschlichen  Beziehungen.  Der  behandelnde 
Arzt bestätigte die Diagnose vom 5. Juni 2002. Der Beschwerdeführer 
leide an häufigen depressiven Unruhen und intensiven Episoden mit 
psychotischen Symptomen (F33.3),  wobei bis heute keine Verbesse-
rung  des  Gesundheitszustandes  eingetreten  sei.  Vielmehr  sei  die 
Prognose düster, denn A._______ befinde sich vor einer Chronifizie-
rung  einer  Posttraumatischen  Belastungsstörung  (PTBS).  Aufgrund 
dieser  psychischen Instabilität  und der Chronifizierung der Krankheit 
sei der Beschwerdeführer reiseunfähig beziehungsweise sei eine me-
dizinische Behandlung in seinem Heimatstaat  zu verneinen. Dort  sei 
die sozio-ökonomische und politische Situation zu prekär, worauf sich 
A._______ nicht einstellen könnte.

9.2 Für das Bundesverwaltungsgericht besteht kein Anlass, an der in 
medizinischen Hinsicht sachlichen Richtigkeit  der ins Recht gelegten 
ärztlichen Berichte zu zweifeln (vgl. zur Beweiskraft sogenannter Pri-
vatgutachten EMARK 2002 Nr. 13 E. 6c S. 115 f. und Nr. 18). Somit 
steht  mit  hinreichender Deutlichkeit  fest,  dass der Beschwerdeführer 
unter  einer  ernsthaften psychischen Erkrankung leidet,  die  seit  dem 
23.  April  2002  eine  psychotherapeutische  und  medikamentöse  Be-
handlung erforderte, deren Fortsetzung aus medizinischer Sicht drin-
gend angezeigt  erscheint; angesichts der  Schwere und Eindeutigkeit 
der  diagnostizierten  Beeinträchtigungen  (Chronifizierung  der  PTBS, 
psychische  Instabilität,  Suizidalität,  zwei  Suizidversuche)  erübrigen 
sich diesbezüglich weitere Abklärungen. 

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10. Nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  beste-
hen  in  Bosnien-Herzegowina  in  der  Tat  medizinische  Einrichtungen, 
welche Behandlungen für psychische Krankheiten anbieten; diese sind 
allerdings aufgrund der grossen Zahl von Patienten oft überlastet. Die 
benötigten intensiven Therapien stehen Personen mit schweren Trau-
matisierungen, die einer dauerhaften psychologischen Behandlung be-
dürfen, aufgrund der bereits überlasteten Kapazitäten kaum zur Verfü-
gung. Die übrigen Einrichtungen, welche Hilfe für psychologische Pro-
bleme anbieten, beschränken sich im Wesentlichen auf medikamentö-
se  Behandlung.  Betreffend  die  Verfügbarkeit  von  Medikamenten  ist 
festzustellen, dass eine Vielzahl von Medikamenten in Bosnien- Herze-
gowina  erhältlich  sind,  jedoch  Patienten  und  Patientinnen  verschie-
dentlich  die  Kosten der  benötigten Medikamente  selbst  tragen  müs-
sen, auch wenn es ihnen gelingt,  sich in ihrer Wohngemeinde regis-
trieren zu lassen, was die erste Voraussetzung für den Zugang zu kos-
tenlosen  Leistungen  des  öffentlichen  Gesundheitssystems  darstellt. 
Zudem begegnen  insbesondere  Arbeitslose,  deren  Krankenversiche-
rungsprämien  von  der  Arbeitslosenkasse  zu  bezahlen  wären,  regel-
mässig  grossen  Schwierigkeiten,  wenn  sie  ihr  Recht  auf  Versiche-
rungsschutz geltend machen wollen. Sodann sind immer mehr medizi-
nische Institutionen dazu übergegangen, Vorauszahlungen zu verlan-
gen, da sie Schwierigkeiten haben, das Geld bei den Versicherungen 
einzutreiben (vgl. EMARK 2002 Nr. 12 S. 102 ff.; JOËLLE SCACCHI, Bosni-
en-Herzegowina, Behandlungsmöglichkeiten für schwer traumatisierte 
Personen,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  Bern,  im  Oktober 
2004, S. 6 ff.; UNHCR, Update on Conditions for Return to Bosnia and 
Herzegowina, Januar 2005; WHO, Health Questions, Februar 2006).

Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, ob die vom Beschwerde-
führer langfristig benötigte ärztliche und psychotherapeutische Betreu-
ung in Bosnien-Herzegowina gewährleistet wäre. Aufgrund der zu den 
Akten  gereichten  Arztzeugnissen muss  zum  heutigen  Zeitpunkt  so-
dann geschlossen werden, dass eine zwangsweise Rückführung des 
Beschwerdeführers  in  seinen  Heimatstaat  zu  einer  weiteren  psychi-
schen Dekompensation und Retraumatisierung führen würde, was für 
ihn angesichts seiner ernstzunehmender Suizidalität  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit eine konkrete Gefährdung zur Folge hätte und eine 
noch intensivere medizinische Betreuung erforderlich machen würde. 
Zudem ist nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer in Bosni-
en-Herzegowina einen Teil oder gar die Gesamtheit  der Medikamen-
ten- und Behandlungskosten selbst übernehmen müsste. Hinsichtlich 

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der Finanzierbarkeit der Behandlung ist anzuführen, dass angesichts 
einer aktuellen Arbeitslosenquote in Bosnien-Herzegowina von 45.5% 
der  Beschwerdeführer  nur  geringe Chancen hätte,  eine  Arbeitsstelle 
zu finden, um für sich und seine Ehefrau zu sorgen und darüber hin-
aus noch die finanziellen Mittel für die Bezahlung einer angemessenen 
psychiatrischen Behandlung aufbringen zu können. Die Aufnahme ei-
ner  Erwerbstätigkeit  durch  den  Beschwerdeführer  erscheint  zudem 
aufgrund seiner gravierenden gesundheitlichen Probleme und seines 
Alters als erschwert. Im Übrigen wird die Beschwerdeführerin nicht in 
der Lage sein, die gemeinsamen finanziellen Bedürfnisse vollumfäng-
lich zu decken, da – wie bereits erwähnt – auch sie gesundheitlich an-
geschlagen  ist.  Selbst  wenn  sich  die  Beschwerdeführenden  als  Ar-
beitslose  registrieren  lassen  oder  sonstige  Sozialhilfe  in  Anspruch 
nehmen könnten, dürften diese nach Kenntnissen des Bundesverwal-
tungsgerichts  im  Durchschnitt  geringen  Entschädigungen,  die  kaum 
den  notwendigen  Lebensbedarf  abdecken  – ebenso  wenig  wie  das 
Entgelt eines allfälligen Arbeitgebers –, nicht zusätzlich auch noch zur 
Finanzierung der von den Beschwerdeführenden benötigten medizini-
schen Behandlungen ausreichen. Angesichts der vom Beschwerdefüh-
rer  auf  unabsehbare  Zeit  dringend  benötigten  Therapie  würde  auch 
die, in der Regel auf sechs Monate beschränkte medizinische Rück-
kehrhilfe, zu kurz greifen. Es bestehen somit ernsthafte Zweifel, ob die 
Beschwerdeführenden in der Lage wären, sich eine neue wirtschaftli-
che  Existenz  in  Bosnien-Herzegowina  aufzubauen.  Daran  vermag 
auch die Tatsache nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführenden in 
Bosnien-Herzegowina über ein kleines verwandtschaftliches Netz ver-
fügen.

Zusammenfassend muss nach dem Gesagten befürchtet werden, dass 
die Beschwerdeführenden nicht  in der Lage wären,  sich in  Bosnien-
Herzegowina eine neue Existenz aufzubauen, dass sie mithin in eine 
existenzgefährdende Situation geraten würden. Ihre privaten Interes-
sen an einem Verbleib in der Schweiz und die damit zusammenhän-
genden humanitären Aspekte überwiegen demnach das öffentliche In-
teresse am Vollzug der Wegweisung.

11. In  Würdigung  sämtlicher  in  Betracht  fallender  Umstände  kommt 
das  Bundesverwaltungsgericht demnach zum Schluss,  dass sich der 
Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach  Bosnien-
Herzegowina  als  nicht  zumutbar  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG 

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erweist. A._______ und B._______ sind zufolge Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. 

11.1 Im Übrigen liegen gemäss Aktenlage keine Gründe für den Aus-
schluss von der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG vor. 
Es ist keine strafrechtliche Verurteilung der Beschwerdeführenden im 
In- oder Ausland aktenkundig (Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG) und es finden 
sich keine Anhaltspunkte dafür, dass sie erheblich und wiederholt ge-
gen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen oder diese ge-
fährdet respektive die innere oder äussere Sicherheit gefährdet hätten 
(Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG).  Damit erübrigt es sich, auf die weiteren 
Vorbringen in den Eingaben der Beschwerdeführenden einzugehen.

12.
Die Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen gutzuheissen, die Verfü-
gung des Bundesamtes vom 21. Mai 2002 ist aufzuheben und dieses 
anzuweisen, in teilweiser Wiedererwägung der Verfügung vom 6. De-
zember 1999 den Aufenthalt von A._______ und B._______ nach den 
Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln.

13.

13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären angesichts des hälfti-
gen Obsiegens von A._______ und dessen Ehefrau B._______ die re-
duzierten Kosten ihnen aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 
Da aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass sie fürsorgeabhän-
gig sind und die Beschwerde sich nicht als zum Vornherein aussichts-
los darstellte, werden in Gutheissung der Gesuche um unentgeltliche 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  (vgl.  Sachverhalt 
Bst. ) in Bezug auf die Frage der Asylgewährung keine Verfahrenskos-
ten auferlegt (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

In Bezug auf den während des Verfahrens volljährig gewordenen Sohn 
C._______ ist aufgrund der Akten davon auszugehen, dass er im heu-
tigen Zeitpunkt nicht als bedürftig im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 
gilt, weshalb sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege abzuweisen ist. Aufgrund der Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung ist seine Beschwerde im Wegweisungspunkt gegenstandslos ge-
worden (vgl. E. 7). Gemäss Art. 5 VGKE werden die Verfahrens-kosten, 

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wenn  das  Verfahren  wie  vorliegend  ohne  Zutun  der  Partei  gegen-
standslos geworden ist, auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledi-
gungsgrundes,  mithin gestützt  auf  eine summarische Würdigung der 
Prozessaussichten  bezogen  auf  diesen  Zeitpunkt  festgelegt.  Die  Er-
folgsaussichten hinsichtlich  des  Vollzugspunktes sind in  Analogie  an 
das Verfahren seiner Schwester I._______ (D-6707/2006) als überwie-
gend gering zu bezeichnen, weshalb ihm die vollen Verfahrenskosten 
aufzuerlegen wären. Diese sind indessen, da im vorliegenden Verfah-
ren drei beschwerdeführende Personen beteiligt sind, um zwei Drittel 
auf Fr. 200.– zu reduzieren.

13.2 Der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden Partei  ist  eine  Parteient-
schädigung  für  die  ihr  notwendigerweise  erwachsenen  Parteikosten 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 VGKE). Vorliegend ist 
–  wie bereits  erwähnt  – von einem hälftigen Obsiegen auszugehen, 
weshalb die Höhe der auszurichtenden Entschädigung praxisgemäss 
entsprechend zu reduzieren ist. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass in 
Bezug  auf  C._______  keine  Parteientschädigung  auszurichten  wäre 
(vgl. vorstehend sowie Art. 15 i.V. m. Art. 5 VGKE).

Im vorliegenden Fall  hat  die  Rechtsvertretung am 12. Februar  2009 
eine nicht detaillierte Kostennote von pauschal Fr. 600.– zu den Akten 
gereicht.  Die  Aufwendungen  und  Eingaben  im  Beschwerdeverfahren 
standen überwiegend im Zusammenhang mit der angeschlagenen Ge-
sundheit der Ehegatten (Arztberichte). Somit rechtfertigt es sich, allfäl-
lige Aufwendungen der Rechtsvertretung für  C._______ nicht auszu-
scheiden. Zudem erachtet das Bundesverwaltungsgericht im Vergleich 
zu  ähnlich  gelagerten  Fallkonstellationen  im  vorliegenden  Verfahren 
den geltend gemachten Betrag als überaus angemessen (Art. 3 Bst. b 
VGKE, Art. 7 Abs. 1 VGKE, Art. 8 VGKE, Art. 10 Abs. 1 VGKE). Demzu-
folge ist  die von der Vorinstanz zu entrichtende Parteientschädigung 
auf Fr. 300.– festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit 
sie  die  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  betrifft  (A._______  und 
B._______)  und  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden  ist 
(C._______). Im Übrigen – hinsichtlich der Frage der Asylgewährung – 
wird sie abgewiesen.

2.
Die  Verfügung  des  BFM  vom  21.  Mai  2002  wird  in  Bezug  auf 
A._______ und B._______ – soweit den Wegweisungsvollzug betref-
fend – aufgehoben.

3.
Das BFM wird angewiesen, A._______ und B._______ – in teilweiser 
Wiedererwägung seiner Verfügung vom 6. Dezember 1999 – vorläufig 
in der Schweiz aufzunehmen.

4.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird in 
Bezug auf das Verfahren von A._______ und B._______ gutgeheissen; 
in Bezug auf das Verfahren von C._______ wird es abgewiesen.

5.
Für  das  Verfahren  von  C._______  werden  Verfahrenskosten  in  der 
Höhe  von Fr. 200.– erhoben. Dieser  Betrag ist  mittels  beiliegendem 
Einzahlungsschein innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 
der Gerichtskasse zu überweisen.

6.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden eine reduzierte 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 300.– auszurichten.

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7.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Milva Franceschi

Versand: 

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