# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c8947ec-1839-58c1-adb6-d7cf22cc18a6
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 30.06.2020 460 19 275
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-275_2020-06-30.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

30. Juni 2020 (460 19 275)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Einfache Körperverletzung etc. 

 

 

 

Besetzung Vizepräsident Markus Mattle, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin 

Helena Hess; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

  

 

gegen 

 

 

 A.____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land-

schaft vom 27. August 2019  

 

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A. Mit Urteil vom 27. August 2019 sprach der Strafgerichtspräsident Basel-Landschaft A.____ 

in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 16. No-

vember 2018 der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand sowie der ver-

suchten Nötigung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

80 Tagessätzen zu je CHF 90.--, bei einer Probezeit von 3 Jahren, unter Anrechnung der ausge-

standenen Haft von 2 Tagen. Zudem wurden gemäss Ziffer 2 des Urteilsdispositivs die Verfah-

renskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 2‘606.-- und der Gerichtsge-

bühr von CHF 1‘000.--, dem Beschuldigten auferlegt. 

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete A.____ mit Eingabe vom 2. September 2019 Berufung 

an. In seiner Berufungserklärung vom 28. November 2019 liess er Folgendes beantragen: 

   

 "1.   Es sei das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 27. August 

2019 vollumfänglich aufzuheben. 

    

 2.   Es sei der Beschuldigte von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen. 

    

 3.   Unter o/e Kostenfolge zulasten des Staats." 

    

C. Mit Berufungsbegründung vom 6. Januar 2020 hielt der Beschuldigte an seinen mit Beru-

fungserklärung vom 28. November 2019 gestellten Rechtsbegehren fest. 

 

D. Mit Eingabe vom 27. Januar 2020 reichte der Beschuldigte der strafrechtlichen Abteilung 

des Kantonsgerichts Basel-Landschaft eine ergänzende Berufungsbegründung ein.  

 

E. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft beantragte mit Berufungsantwort vom 28. Januar 

2020, das Urteil des Strafgerichts vom 27. August 2019 sei in Abweisung der Berufung des Be-

schuldigten vollumfänglich zu bestätigen. 

 

F. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen des Kantonsgerichts betrifft, so 

wurde mit Verfügung vom 23. Dezember 2019 unter Hinweis auf die Verfügung des Präsidenten 

des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. September 2019 und die Eingabe von Rechtsanwalt 

Philippe Häner vom 29. November 2019 festgestellt, dass der Beschuldigte nicht mehr anwaltlich 

vertreten ist. Überdies wurde angesichts der bereits erfolgten Befragung durch die Vorinstanz mit 

verfahrensleitender Verfügung vom 5. Februar 2020 die Abweisung des Beweisantrags des Be-

schuldigten auf mündliche Befragung von B.____ gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO und Art. 389 

StPO entschieden. Schliesslich wurde die Staatsanwaltschaft mit gleicher Verfügung von der 

Teilnahme an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung dispensiert.  

 

G. An der heutigen Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht erscheint der Beschuldigte 

A.____, welcher an den bereits gestellten Anträgen vollumfänglich festhält.  

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Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO).  

 

Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 

innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen.  

 

2. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 

Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidi-

ums Basel-Landschaft vom 27. August 2019 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungs-

objekt darstellt. Mit Eingaben vom 2. September 2019 (Berufungsanmeldung) respektive vom 28. 

November 2019 (Berufungserklärung) hat der Beschuldigte die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist 

seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Auf seine Berufung ist somit einzutreten. 

 

II. Materielles 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. In casu liegt einzig eine Berufung des Beschuldigten vor. 

Demgegenüber hat die Staatsanwaltschaft weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben. 

 

Nicht angefochten sind die Feststellungen der Vorinstanz, dass die Schnitte am rechten Oberarm, 

die der Beschuldigte B.____ mit dem Rüstmesser zugefügt hat, als Tätlichkeiten zu qualifizieren 

sind, sowie dass zufolge Rückzugs des ursprünglichen Strafantrags vom 24. Mai 2018 eine Straf-

barkeit des Beschuldigten wegen Tätlichkeiten von vornherein aus formellen Gründen ausschei-

det.  

 

1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

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Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 

2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.).  

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 

der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ver-

ankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass 

der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel 

besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten 

ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel be-

stehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn 

der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abs-

trakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 

Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn 

das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeits-

voraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach 

hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und 

Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (ESTHER 

TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 83 und Fn 268 zu N 83; 

BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Be-

reich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; 

BGE 129 IV 6, E. 6.1).  

 

1.3 Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. 

Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Real-

kennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individuali-

tät, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfrei-

heit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden 

wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahr-

scheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskrite-

rium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren 

kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wo-

bei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter 

vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 

der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; 

ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 162 N 15). 

 

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2.1 Der Beschuldigte wiederholt anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung sei-

nen Beweisantrag, es sei B.____ als Zeugin nochmals zum Tathergang zu befragen. 

 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstin-

stanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Somit dient das Beru-

fungsverfahren vor dem Kantonsgericht grundsätzlich nicht der Wiederholung des Beweisverfah-

rens, mithin erhebt die Berufungsinstanz zusätzliche Beweise nur mit Zurückhaltung (VIKTOR 

LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 389 N 1). Beweisabnahmen des erstin-

stanzlichen Gerichts werden gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur wiederholt, wenn Beweisvorschif-

ten verletzt worden sind (lit. a), die Beweiserhebungen unvollständig waren (lit. b) oder die Akten 

über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von 

Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 

Abs. 3 StPO). Dem Grundsatz nach ist das Gericht verpflichtet, von den Parteien frist- und form-

gerecht gestellten Beweisanträgen zu entsprechen. Die Parteien besitzen aber keinen uneinge-

schränkten Anspruch auf Gutheissung ihrer Anträge.  

 

Gemäss Art. 6 EMRK besteht nur ein Anspruch auf Berücksichtigung solcher Beweise, welche 

nach dem pflichtgemässen richterlichen Ermessen entscheidungserheblich bzw. für die Wahr-

heitsfindung beachtlich sein könnten. Dementsprechend können gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO 

Beweisanträge abgelehnt werden, wenn damit die Beweiserhebung über Tatsachen verlangt 

wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwie-

sen sind (MAX HAURI/PETRA VENETZ, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 343 N 33 ff.). 

 

2.3 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass seit dem vermeintlichen Tatzeitpunkt mittlerweile 

mehr als zwei Jahre vergangen sind. Es ist daher bereits insofern fraglich, was B.____ nach 

einem derart langen Zeitraum überhaupt zu Protokoll geben könnte. B.____ hat überdies bereits 

insgesamt drei Mal zum betreffenden Vorfall ausgesagt. So wurde sie zunächst am 24. Mai 2018 

(act. 287 ff.) von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft als Zeugin einvernommen. Am 22. 

August 2018 wurde sie erneut als Zeugin zur gleichen Sache befragt (act. 383 ff.). Schliesslich 

bestätigte B.____ anlässlich der Hauptverhandlung vor Strafgericht vom 27. August 2019 ihre 

Aussagen vom 22. August 2018. Angesichts dieser Umstände ist nicht ersichtlich, inwiefern 

B.____ im heutigen Zeitpunkt für die Beurteilung erhebliche Depositionen tätigen könnte, weshalb 

der Beweisantrag des Beschuldigten auf mündliche Befragung von B.____ angesichts der bereits 

erfolgten Befragung durch die Vorinstanz gestützt auf Art. 139 Abs. 2 StPO und Art. 389 StPO 

abgewiesen wird. 

 

3.1 Gemäss Strafbefehl vom 16. November 2018 (act. 455 ff.) wird dem Beschuldigten fol-

gender Sachverhalt vorgeworfen: "Der Beschuldigte nötigte am Samstag, den 19. Mai 2018, ca. 

12:30 Uhr, seine Freundin B.____, indem er sie an deren Wohnadresse an der X.____strasse 

100 in C.____ wiederholt aufforderte, die mit dem Noch-Ehemann gebuchten Sommerferien zu 

annullieren. Als B.____ dieser Forderung des ihr kräftemässig überlegenen Beschuldigten nicht 

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nachkam, ging er auf sie zu und stiess sie im Wohnzimmer gegen das Sofa, so dass B.____ mit 

dem Hinterkopf sowie dem rechten Oberschenkel gegen die Lehne des Sofas stiess und sich 

dabei ein Hämatom am rechten Oberschenkel zuzog. Alsdann griff der Beschuldigte von vorne 

mit der linken Hand den Hals von B.____ und drückte ihren Kopf gegen unten auf die Sofalehne. 

Während der Beschuldigte B.____ immer noch nach unten drückte, inzwischen aber nicht mehr 

am Hals haltend, forderte er von ihr erneut das sofortige Annullieren der Sommerferien. B.____ 

erwiderte, dass sie die Sommerferien nicht stornieren werde. Der Beschuldigte zog B.____ da-

raufhin hoch, ging in die Küche und behändigte sich ein Messer mit einer Klingenlänge von ca. 

12 cm. Anschliessend drückte er B.____ im Wohnzimmer gegen die Wand, zog das zuvor be-

händigte Messer über ihren rechten Oberarm und fügte ihr dabei mehrere Kratzwunden zu. Zu-

dem sagte er ihr, dass wenn sie in die Ferien gehen würde, dann nur mit lauter Narben. Der 

Beschuldigte begab sich anschliessend erneut in die Küche mit der Bemerkung, dass er ein an-

deres Messer benötige.  

 

Nachdem der Beschuldigte in der Küche ein Brotmesser, Klingenlänge ca. 20.5 cm, behändigt 

hatte, trat er abermals an B.____ heran und fügte ihr mit dem eben behändigten Brotmesser eine 

ca. 10 cm lange, stark blutende Wunde auf dem linken Oberarm zu. Zudem hielt der Beschuldigte 

das Brotmesser an die Wange von B.____ und sagte dabei, dass das einzige Richtige wäre, 

wenn er ihr das gesamte Gesicht zerschneiden würde. Als der Beschuldigte die Blutung am Ober-

arm von B.____ bemerkte, liess er von ihr ab. Mit seinem Verhalten brachte der Beschuldigte 

B.____ dazu, die gemeinsamen Sommerferien mit ihrem Noch-Ehemann und ihrer Tochter ab-

zusagen. B.____ zog den am 24. Mai 2018 gestellten Strafantrag am 30. Mai 2018 zurück." 

 

3.2 Der Strafgerichtspräsident erwog zusammengefasst in seinem Urteil vom 27. August 

2019, die Aussagen von B.____ hinsichtlich der tätlichen Auseinandersetzung vom 19. Mai 2018 

anlässlich ihrer ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft seien äusserst glaubhaft und 

stimmten mit der Sachverhaltsschilderung im Strafbefehl überein. Grösstenteils werde im Übrigen 

der Geschehensablauf von B.____ und dem Beschuldigten übereinstimmend wiedergegeben. 

Dass B.____ während der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten zu diesem gesagt habe, 

er solle sie schneiden, wie sie im weiteren Verlauf des Verfahrens behauptet habe, erweise sich 

nicht per se als widersprüchlich zu ihren ersten Aussagen. Ihre späteren Aussagen, wonach sie 

gar nie geplant habe, mit ihrem getrenntlebenden Ehemann in die Ferien zu gehen und dies nur 

zur Provokation dem Beschuldigten gegenüber gesagt habe, seien ebenso glaubhaft. Zusam-

mengefasst sei der Sachverhalt gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 16. November 

2018 grösstenteils als erstellt zu betrachten, wobei in Übereinstimmung mit den späteren Aussa-

gen von B.____ und denjenigen des Beschuldigten davon auszugehen sei, dass das Verhalten 

des Beschuldigten nicht dazu geführt habe, dass B.____ die Sommerferien mit ihrem Ehemann 

und ihrer Tochter abgesagt habe, sondern sie diese Ferien gar nie habe antreten wollen. Zudem 

ging der Vorderrichter davon aus, dass B.____ im Laufe des Streites zum Beschuldigten gesagt 

habe, dass dieser sie schneiden solle. 

 

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Vorab kann festgehalten werden, dass die strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die Fest-

stellung des Sachverhalts durch den Strafgerichtspräsidenten als zutreffend erachtet, zumal 

diese vom Beschuldigten im Wesentlichen nicht bestritten wird. Demnach wird diese unter Ver-

weis auf die betreffenden Erwägungen (vgl. Urteil der Vorinstanz S. 3–9, Art. 82 Abs. 4 StPO) 

dem zweitinstanzlichen Urteil ebenfalls zu Grunde gelegt. Nachfolgend ist im Einzelnen auf die 

vorgebrachten Rügen des Beschuldigten, welche primär die rechtliche Würdigung betreffen, ein-

zugehen.  

 

3.3 Der Strafgerichtspräsident sprach den Beschuldigten bezüglich der B.____ mit einem 

Brotmesser mit einer Klingenlänge von ca. 20.5 cm beigefügten Schnitte der qualifizierten einfa-

chen Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig. Die Aufforderung 

von B.____, der Beschuldigte solle sie mit dem Brotmesser schneiden, wertete die Vorinstanz 

hierbei nicht als rechtfertigende Einwilligung. Vielmehr sei diese Äusserung als blosse Provoka-

tion anzusehen. 

 

3.4 In seiner Berufungsbegründung vom 6. Januar 2020 bringt der Beschuldigte zunächst 

hinsichtlich des Schuldspruchs wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung im Wesentlichen 

vor, es treffe nicht zu, dass eine Einwilligung von B.____ aufgrund der eingeschränkten Entschei-

dungsfreiheit durch die bereits angewendete Gewalt und noch zu erwartende Gewalt nicht gege-

ben sei. Weitere Gewalt nach seinem Stoss gegenüber B.____ sei für ihn nicht in Frage gekom-

men, da er das Haus habe verlassen wollen. Zudem wendet sich der Beschuldigte gegen die 

vorinstanzliche Feststellung, wonach aufgrund des von ihm ausgeführten Schnitts mit dem Brot-

messer in den Oberarm von B.____ das Risiko einer schweren Körperverletzung bestanden 

habe. Weder sei der betreffende Schnitt so tief gewesen, dass dadurch Nerven hätten durchtrennt 

werden können, noch sei das Brotmesser verunreinigt gewesen, sodass dadurch Entzündungen 

hätten entstehen können. Überdies erfülle sein Verhalten den subjektiven Tatbestand von Artikel 

123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB nicht, da ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst gewesen sei, dass 

B.____ hätte schwer verletzt werden können. Derartige Verletzungen habe er auf keinen Fall 

billigend in Kauf genommen. 

 

3.5 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits macht mit Berufungsantwort vom 

28. Januar 2020 zusammengefasst geltend, der Beschuldigte setze sich weitgehend nicht mit 

den zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts auseinander, sondern wiederhole lediglich die 

Behauptung, er habe das Opfer lediglich auf dessen mehrfaches Insistieren hin mit dem Messer 

verletzt. Demgegenüber gehe das Strafgericht in Würdigung der gesamten Situation davon aus, 

dass der Beschuldigte die Aufforderung des Opfers, es doch zu schneiden, nicht habe ernst neh-

men dürfen, sondern als Provokation hätte verstehen müssen, d.h. also, dass das Opfer über-

haupt nicht in die Tat eingewilligt habe. 

 

4.1 Der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB macht sich schuldig, wer 

vorsätzlich einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt, wobei die Schädigung nicht als 

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schwer im Sinn von Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkeit im Sinn von 

Art. 126 StGB zu werten ist.  

 

Tätlichkeiten sind physische Einwirkungen auf einen Menschen, die zwar keine Schädigung des 

Körpers oder der Gesundheit zu Folge haben, aber das allgemein übliche und gesellschaftlich 

geduldete Mass körperlicher Eingriffe überschreiten (BGE 117 IV 16 f.). Als Tathandlungen kom-

men hierbei beispielsweise Faustschläge, Fusstritte und heftige Stösse in Frage, so lange sie nur 

geringfügige Eingriffe in die körperliche Integrität zur Folge haben und die Beeinträchtigung des 

Wohlbefindens höchstens vorübergehend ist (vgl. ANDREAS DONATSCH, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Kommentar, 18. Aufl. 2010, S. 239 und 241 f., mit zahlreichen Verweisen auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

 

Gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB macht sich der qualifizierten einfachen Körperverletzung 

strafbar, wer als Tatmittel einen gefährlichen Gegenstand einsetzt. Die Strafdrohung ist die glei-

che wie in Art. 123 Ziff. 1 StGB. Im Unterschied zu Art. 123 Ziff. 1 StGB wird die qualifizierte Tat 

von Amtes wegen verfolgt. Ob ein Gegenstand gefährlich i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB ist, 

hängt von der konkreten Art seiner Verwendung ab. Gegenstände werden dann als gefährlich 

angesehen, wenn sie so verwendet werden, dass die Gefahr einer schweren Gesundheitsschä-

digung im Sinne von Art. 122 StGB entsteht (BGE 111 IV 123, E. 4; 101 IV 285; Urteile des 

Bundesgerichts 6B_181/2017 vom 30. Juni 2017, E. 2.2; 6B_590/2014 vom 12. März 2015, 

E. 1.3). So kann beispielsweise der Federhalter ein "gefährlicher Gegenstand" sein, wenn mit der 

Federseite auf das Gesicht eines andern eingestochen wird, aber nicht, wenn er als Schlagin-

strument Verwendung findet. Praktisch jeder Gegenstand von einiger Robustheit, Festigkeit und 

Härte in einer tätlichen Auseinandersetzung kann gefährlich werden, wenn er eben in gefährlicher 

Weise eingesetzt wird (BGE 101 IV 285; ANDREAS ROTH/ANNE BERKEMEIER, Basler Kommentar 

StGB, 4. Aufl. 2018, Art. 123 N 19 ff.; STEFAN TRECHSEL/CHRISTOPHER GETH, Praxiskommentar 

StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 123 N 8).  

 

4.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die von B.____ erlittenen Schnittverletzungen rechtlich 

als einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu qualifizieren sind. Fraglich 

erscheint, ob aufgrund der Verwendung eines Brotmessers durch den Beschuldigten eine quali-

fizierte einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB anzunehmen ist.  

 

4.3 Der Beschuldigte hat gemäss dem Beweisergebnis am Samstag, den 19. Mai 2018, ca. 

12:30 Uhr, B.____ im Rahmen eines Streits mit einem Brotmesser, welches eine Klingenlänge 

von ca. 20.5 cm aufwies, eine ca. 10 cm lange, stark blutende Wunde auf dem linken Oberarm 

zugefügt (act. 221). Die entsprechende Verletzung ist bildlich dokumentiert (act. 225 ff., 335 ff., 

401 ff., 411 ff.). Dass das vorliegend verwendete Brotmesser aufgrund seiner Beschaffenheit 

grundsätzlich als ein gefährlicher Gegenstand zu qualifizieren ist, bedarf keiner weiteren Erörte-

rungen. Diese Gefährlichkeit wird durch die konkrete Verwendung im vorliegenden Fall noch ver-

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stärkt, da der Beschuldigte das betreffende Brotmesser dazu einsetzte, um B.____ eine Schnitt-

wunde am Oberarm zuzufügen. Zudem ist in Betracht zu ziehen, dass der Beschuldigte den Ge-

genstand im Rahmen eines dynamischen Geschehens einer sich bereits längere Zeit im Gange 

befindlichen Auseinandersetzung einsetzte. Unter diesen Umständen hat – beispielsweise auf-

grund einer unvorhersehbaren Reaktion von B.____ – durchaus die naheliegende Möglichkeit 

einer weit tieferen und somit wesentlich gefährlicheren als der effektiv eingetretenen Schnittver-

letzung bestanden. Des Weiteren schnitt der Beschuldigte, wie bereits die Vorinstanz zutreffend 

feststellte, B.____ zwar gezielt am Oberarm, jedoch können auch hierdurch am Oberarm Nerven 

getroffen oder erhebliche Blutungen ausgelöst werden. Schnittwunden am Oberarm können be-

kanntlich schwerwiegende Verletzungen und Komplikationen nach sich ziehen. Überdies können 

verschmutzte Schnittwunden beispielsweise zu gefährlichen Entzündungen führen. Sodann ist 

ein Brotmesser als Gebrauchsgegenstand häufig verunreinigt, weshalb die Gefahr einer Infektion 

und eines Wundstarrkrampfes erhöht wird. Aus diesem Grund wurde bei B.____ unmittelbar nach 

dem betreffenden Vorfall im Kantonsspital Baselland eine Tetanusimpfung vorgenommen.  

 

4.4 Unter diesen Umständen stellt das vom Beschuldigten am 19. Mai 2018 verwendete Brot-

messer aufgrund seines konkreten Einsatzes im vorliegenden Fall einen gefährlichen Gegen-

stand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB dar. Durch die Verwendung des Brotmessers zur 

Zufügung einer Schnittwunde bestand das Risiko einer schweren Körperverletzung von B.____. 

Nach dem Dargelegten kommt das Gericht somit zum Ergebnis, dass der Beschuldigte den ob-

jektiven Tatbestand der qualifizierten einfachen Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB erfüllt.  

 

4.5 In subjektiver Hinsicht ist – entgegen der Argumentation des Beschuldigten – davon aus-

zugehen, dass ihm die Gefährlichkeit seiner Verwendung des Brotmessers um B.____ damit zu 

schneiden bewusst gewesen sein musste. Schliesslich behändigte sich der Beschuldigte gezielt 

eines gegenüber dem zuvor verwendeten Rüstmesser gefährlicheren Messers, um nicht erneut 

von B.____ ausgelacht zu werden. Es ist zudem allgemein bekannt und verlangt keine vertieften 

anatomischen Kenntnisse, dass ein Schnitt am Oberarm zu starken Blutungen oder Infektionen 

führen kann. Mithin wurde dies vom Beschuldigten in Kauf genommen. Demzufolge handelte der 

Beschuldigte mit Eventualvorsatz, was zur Erfüllung des subjektiven Tatbestands ausreicht.  

 

4.6 Hinsichtlich der Frage, ob die Aussage von B.____, der Beschuldigte solle sie schneiden 

als rechtfertigende Einwilligung zu verstehen ist, kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf 

die zutreffenden ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Die Vorinstanz hat 

sich bereits einlässlich mit den im Berufungsverfahren erneut vorgebrachten Einwendungen des 

Beschuldigten auseinandergesetzt und diese mit zutreffender Argumentation verworfen (vgl. Ur-

teil der Vorinstanz, S. 12 f.). Hervorzuheben ist, dass der eigentliche Kern der Einwilligung stets 

in der freien Entscheidung des Einzelnen besteht. Die Einwilligung muss deshalb – was selbst-

verständlich scheint und bereits der Name ausdrückt – freiwillig erteilt werden. Daraus ergeben 

sich unmittelbar die Kriterien ihres Anwendungsbereiches und ihrer Beschränkung. Einwilligung 

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bezeichnet nur diejenige Zustimmung des Betroffenen, die in Kenntnis der Sachlage und aus 

freien Stücken erteilt wird (vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CAROLA GÖHLICH, Basler Kommentar 

StGB, 4. Aufl. 2018, Vor Art. 14 N 22).  

 

B.____ war aufgrund ihrer physischen Unterlegenheit dem Beschuldigten weitgehend ausgelie-

fert. Ihre Entscheidungsfreiheit wurde durch die bereits angewendete Gewalt des Beschuldigten 

und die (aus ihrer Sicht) potentiell noch zu erwartende Gewalt entscheidend eingeschränkt. Dem-

nach kann vorliegend von einer massgeblichen Einwilligung aufgrund der situativen Umstände 

keine Rede sein. Überdies ist – entsprechend den zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz – 

die Aufforderung von B.____, wonach der Beschuldigte sie schneiden solle, im vorliegenden Fall 

als blosse Provokation und nicht als Einwilligung anzusehen. Die im Rahmen eines Machtkamp-

fes mit dem Beschuldigten von B.____ getätigte Aussage, dass sie der Beschuldigte doch schnei-

den solle, diente im betreffenden Kontext aller Wahrscheinlichkeit nach dazu, dem Beschuldigten 

zu zeigen, dass sie sich von ihm nicht einschüchtern lasse. 

 

Allfällig andere Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe für das Verhalten des Be-

schuldigten sind somit keine ersichtlich, weshalb sich der Beschuldigte der einfachen Körperver-

letzung mit einem gefährlichen Gegenstand schuldig gemacht hat. 

 

5.1 Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der versuchten Nötigung gemäss Art. 22 Abs. 

1 StGB i.V.m. Art. 181 StGB schuldig. Sie führte zur Begründung im Wesentlichen aus, der Be-

schuldigte habe beabsichtigt, dass B.____ aufgrund seines gewalttätigen Verhaltens auf die ge-

buchten Ferien mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter verzichten würde. B.____ sei zwar darauf-

hin – der Intention des Beschuldigten entsprechend – tatsächlich nicht mit ihrem Ehemann und 

ihrer Tochter in die Ferien gegangen, jedoch sei dies gemäss ihren Aussagen auch gar nie be-

absichtigt gewesen. Somit habe sich die Gewalt und die Drohung des Beschuldigten von Beginn 

her nicht motivierend auf das Verhalten von B.____ auswirken können. Davon habe der Beschul-

digte freilich nichts gewusst. Der Beschuldigte habe vielmehr in der Annahme gehandelt, dass 

B.____ mit ihrem Ehemann in die Ferien gehen wollte. Das Verhalten des Beschuldigten habe 

eine erhebliche Gefährlichkeit aufgewiesen und sei somit als ernstlicher Angriff auf die rechtliche 

Ordnung zu qualifizieren. 

 

5.2 Gemäss Art. 181 StGB macht sich der Nötigung strafbar, wer jemanden durch Gewalt 

oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit 

nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Der Taterfolg besteht darin, dass eine andere 

Person dazu veranlasst wird, sich entsprechend dem Willen des Täters zu verhalten. Das abge-

nötigte Verhalten kann darin bestehen, dass das Opfer eine bestimmte Handlung vornimmt, eine 

bestimmte Handlung unterlässt oder aber darin, dass das Opfer das Verhalten des Täters oder 

eines Dritten duldet. Damit eine Androhung eines ernstlichen Nachteils im Sinne von Art. 181 

StGB vorliegt, muss der Nachteil einerseits ernstlich erscheinen und andererseits muss die Nöti-

gung widerrechtlich sein. Es liegt ein ernstlicher Nachteil vor, wenn nach der Darstellung des 

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Täters der Eintritt des Nachteils als von seinem Willen abhängig erscheint und wenn die Andro-

hung geeignet ist, den Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Die Frage 

muss nach objektiven Kriterien beurteilt werden und nicht nach den Reaktionen des Adressaten 

im Einzelfall (Pra 1995 Nr. 262 S. 873 ff.; GÜNTER STRATENWERTH/WOLFGANG WOHLERS, Hand-

kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 181 N 1 ff.; VERA DELNON/BERNHARD RÜDY, Basler Kom-

mentar StGB, 4. Aufl. 2018, Art. 181 N 13 ff.). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wo-

bei Eventualvorsatz genügt. Eine weitergehende Absicht wird nicht vorausgesetzt (vgl. STEFAN 

TRECHSEL/MARTINO MONA, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, 

Art. 181 N 14). 

 

5.3 Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt dann vor, wenn der Täter, nachdem er mit 

der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht 

zu Ende führt oder wenn der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser 

nicht eintreten kann. Um zu bestimmen, ob ein Versuch vorliegt oder ob es sich bloss um straflose 

Vorbereitungshandlungen handelt, bedient sich das Bundesgericht der "Schwellentheorie". Da-

nach beginnt der Täter mit der Ausführung der Tat, wenn er den letzten entscheidenden Schritt 

vollzieht, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, 

die eine Weiterverfolgung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (ANDREAS DONATSCH, 

Kommentar StGB, 20. Aufl. 2018, Art. 22 N 7). 

 

Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB setzt weiter Vorsatz hinsichtlich aller objektiven Tatbe-

standsmerkmale voraus; soweit der Straftatbestand nicht eine abweichende Vorsatzform erfor-

dert, genügt dabei Eventualvorsatz (ANDREAS DONATSCH/BRIGITTE TAG, Strafrecht I, Verbre-

chenslehre, 9. Aufl. 2013, S. 136). Ein Versuch gemäss Art. 22 StGB ist gegeben, wenn der Täter 

sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert 

hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären.  

 

Der untaugliche Versuch ist eine Form des Versuchs. Ein solcher liegt vor, wenn die Tat entgegen 

der Vorstellung des Täters überhaupt nicht zur Vollendung der Tat führen kann. Nur für den Fall, 

dass der Täter grob unverständig handelt, sein Versuch mithin besonders dumm oder geradezu 

lächerlich ist, statuiert das Gesetz in Art. 22 Abs. 2 StGB Straflosigkeit (BGE 140 IV 150, E. 3.4 

f., mit Hinweisen). 

 

5.4 Der Beschuldigte macht hinsichtlich der versuchten Nötigung im Wesentlichen geltend, 

der von ihm vorgenommene Stoss gegenüber B.____ auf dem Sofa sei als Ausdruck seiner Wut 

zu verstehen gewesen. Es habe sich hierbei um eine abschliessende und einmalige Handlung 

gehandelt, um die Beziehung mit ihr zu beenden, wobei keine Absicht vorgelegen habe, die Fe-

rien von B.____ zu verhindern oder sie zu einem Tun zu veranlassen. 

 

5.5 Diese vorgebrachten Einwände des Beschuldigten vermögen nicht zu überzeugen. Ge-

mäss dem erstellten Sachverhalt stiess er B.____ zunächst gegen das Sofa, griff ihr in der Folge 

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an den Hals und drückte ihren Kopf an die Sofalehne. Danach zog er sie wieder hoch und setzte 

ihr ein Rüstmesser an den rechten Oberarm, wobei er ihr mehrere Kratzwunden am rechten 

Oberarm zufügte. In der Folge schnitt er sie mit einem Brotmesser mit einer Klingenlänge von ca. 

20.5 cm am linken Oberarm und sagte zu ihr, wenn sie mit ihrem Ehemann in die Ferien gehen 

würde, dann nur mit lauter Narben. B.____ hat überdies glaubhaft zu Protokoll gegeben, dass 

der Beschuldigte die Buchungsbelege ihrer Ferienbuchung einsehen wollte und sie ausdrücklich 

dazu aufgefordert habe, die betreffenden Ferien sofort zu annullieren (act. 291). Insgesamt zeugt 

das an den Tag gelegte Verhalten des Beschuldigten klarerweise davon, dass sein Handeln von 

der Absicht geprägt war, die geplanten Ferien von B.____ mit ihrem Ehemann zu verhindern. 

Zum Tatzeitpunkt war ihm dabei nicht bekannt, dass B.____ gemäss ihren eigenen Aussagen 

gar nicht beabsichtigte, mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter in die Ferien zu gehen. 

 

5.6 In rechtlicher Hinsicht ist zu konstatieren, dass das Verhalten des Beschuldigten den 

Tatbestand von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB klarerweise erfüllt, wobei 

hier vorab in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden kann (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 13–15). Da der Beschuldigte somit 

neben dem Hervorrufen eines motivierenden Verhaltens den gesamten objektiven und subjekti-

ven Tatbestand der Nötigung nach Art. 181 StGB erfüllte, ist er entsprechend in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB der versuchten Nötigung schuldig zu sprechen. Das Verhalten des Beschul-

digten wies eine erhebliche Gefährlichkeit auf und ist als ernstlicher Angriff auf die rechtliche 

Ordnung zu qualifizieren.  

 

6. Nachdem die vorinstanzliche Strafzumessung vom Beschuldigten für den Fall des Nicht-

durchdringens mit seinen Einwendungen in keiner Form beanstandet wird, ist für das Kantons-

gericht kein Grund ersichtlich, in deren Ermessen einzugreifen. Die vom Vorderrichter ausgespro-

chene bedingt vollziehbare Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 90.--, bei einer Probezeit 

von 3 Jahren, ist demnach unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. Urteil der 

Vorinstanz, S. 15–20) zu bestätigen. 

 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht.  

 

Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der Abweisung der Berufung 

des Beschuldigten, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von 

CHF 2‘050.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 2‘000.-- (§ 12 Abs. 1 der Verordnung über 

die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von CHF 50.--, zu Lasten des 

Beschuldigten. Zudem ist dem nicht anwaltlich vertretenen Beschuldigten ausgangsgemäss 

keine Parteientschädigung auszurichten.  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 27. August 2019, 

auszugsweise lautend:  

   "1.   A.____ wird in teilweiser Abänderung des Strafbefehls der Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft vom 16. November 2018 der einfa-

chen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand und 

der versuchten Nötigung schuldig erklärt und verurteilt, 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

je CHF 90.00, 

bei einer Probezeit von 3 Jahren, 

unter Anrechnung der ausgestandenen Haft von 2 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB, Art. 181 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB, Art 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. 

      

   2.   Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens 

von CHF 2‘606.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 1‘000.00. 

 

Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die 

Verfahrenskosten. 

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil ver-

langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf 

CHF 500.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

      

   3.   Das Honorar der amtlichen Verteidigung wird in Höhe von insge-

samt CHF 3‘512.65 (CHF 2‘361.70 für den Aufwand vor Anklage-

erhebung sowie CHF 1‘150.95 für den Aufwand nach Anklageer-

hebung, inkl. Auslagen und 7.7% MwSt.) unter Vorbehalt der Rück-

zahlungsverpflichtung von A.____ aus der Gerichtskasse entrich-

tet. 

 

A.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, 

verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung zu-

rückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die allfällige Diffe-

renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Hono-

rar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)." 

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wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfänglich bestä-

tigt. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 2‘050.‒, beinhaltend eine Urteilsgebühr von CHF 2‘000.‒ sowie Ausla-

gen von CHF 50.‒, gehen zu Lasten des Beschuldigten. 

 

 

 

Vizepräsident 

 

 

Markus Mattle 

Gerichtsschreiber 

 

 

Marius Vogelsanger 

  

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

 

 

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