# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65a805ae-4793-53cd-832e-55ccdc442c66
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-25
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 25.05.2018 OG.2017.00072 (OGS.2020.62)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2017-00072_2018-05-25.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 25. Mai 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2017.00072

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
    

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  vertreten durch
  B.______Vertreter,  

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
  1. Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
    

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. D.______

  
	
    

  
	
  Beschwerdegegner

  
	
   

  
	
  verteidigt durch
  E.______ Verteidiger,

  
	
   

  
	
   

  
	
  3. F.______

  
	
              

  
	
  Beschwerdegegner

  
	
   

  
	
  verteidigt durch
  G.______    

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Einstellung
  eines Strafverfahrens

  
	
   

  
	
  Anträge
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom 27. November
  2017, act. 1 S. 2):

  
	
  	
    „

    	
    1.

    	
    Es
    seien die Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus
    vom 13.11.2017, mit denen das Strafverfahren SA.2013.00505 gegen die
    beschuldigten Personen 1 und 2 [= Beschwerdegegner 2 und 3] wegen
    fahrlässiger schwerer Körperverletzung etc. in Anwendung von Art. 319
    Abs. 1 lit. b StPO eingestellt wurde, vollumfänglich aufzuheben;

    
	
     

    	
    2.

    	
    Es
    sei das Strafverfahren SA.2013.00505 gegen die beschuldigten
    Personen 1 und 2 [= Beschwerdegegner 2 und 3] zur Ergänzung des
    Sachverhalts und zur neuen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin [1]
    zurückzuweisen;

    
	
     

    	
    3.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
    [1].“

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  des
  Beschwerdegegners 2
  (gemäss Eingabe vom 8. Januar 2018, act. 14 S. 2):

  
	
  	
    „

    	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde von A.______ sei in Bezug auf die beschuldigte Person 1
    [=Beschwerdegegner 2] vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
    2.

    	
    Die
    Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom
    13. November 2017 in der Sache SA.2013.00505 betreffend D.______ sei
    vollumfänglich zu bestätigen.

    
	
     

    	
    3.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.“

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge
  des
  Beschwerdegegners 3
  (gemäss Eingabe vom 3. Januar 2018, act. 13 S. 2):

  
	
  	
    „

    	
    1.

    	
    Es
    sei die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staats- und 

    Jugendanwaltschaft
    vom 13. November 2017 (SA.2013.00505) vollumfänglich abzuweisen;

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
     

    	
    2.

    	
    alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerde-führers.“

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  (Ausgangslage und Prozessgeschichte)

  
	
   

  
	
  1. Am 30. September 2013
  ereignete sich auf einem Parkplatz der Braunwald-Standseilbahn AG in Linthal
  ein Arbeitsunfall. Der Elektromonteur A.______ kletterte auf eine zehn Meter
  hohe, für das Klausenrennen errichtete Tragkonstruktion, um an dieser
  angebrachte Scheinwerfer zu demontieren. Als A.______ seinem weiter unten auf
  der Tragkonstruktion stehenden Arbeitskollegen einen Scheinwerfer
  hinunterreichte, stürzte er von der Tragkonstruktion auf den Boden. A.______
  zog sich beim Sturz schwere Verletzungen zu. Unter anderem erlitt er ein
  schweres Schädel-Hirn-Trauma, eine komplexe Paraplegie, eine neurogene
  Blasen- und Darmfunktionsstörung, ein Thoraxtrauma sowie ein Abdominaltrauma
  (vgl. zum Ganzen u.a. den Polizeirapport vom 23. Januar 2014,
  Untersuchungsakten [nachfolgend: „U-act.“] act. 1/1, und u.a.
  U-act. 1/8).

  
	
   

  
	
  2. In der Folge eröffnete die
  Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus gegen D.______, Bauchef des
  Organisationskomitees (OK) Klausenrennen, sowie F.______, damaliger
  Vorgesetzter von A.______ bei der XY.______ AG, eine Strafuntersuchung wegen
  fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB sowie
  "Erstellenlassens eines nicht sicheren Arbeitsplatzes im Sinne von
  Art. 112 Abs. 4 [a]UVG" (D.______) bzw. Planens von
  "Arbeiten ohne die notwendigen Sicherheitsmassnahmen im Sinne von
  Art. 112 Abs. 4 [a]UVG" (F.______). Mit Verfügungen vom
  13. November 2017 stellte die Staatsanwaltschaft die Verfahren gegen
  D.______ und F.______ ein (U-act. 4/8-9).

  
	
   

  
	
  3. Mit Eingabe vom
  27. November 2017 erhob Rechtsanwalt B.______ namens von A.______
  (nachfolgend: "Beschwerdeführer") gegen die erwähnten
  Einstellungsverfügungen innert Frist Beschwerde mit den eingangs
  wiedergegebenen Anträgen (act. 1). D.______ (nachfolgend:
  "Beschwerdegegner 2"), vertreten durch Rechtsanwalt E.______,
  und F.______ (nachfolgend: "Beschwerdegegner 3"), vertreten durch
  Rechtsanwalt G.______, erstatteten am 3. bzw. 8. Januar 2018 ihre
  Beschwerdeantworten (act. 13-14). Die Staatsanwaltschaft liess sich
  innert Frist nicht vernehmen. Die Beschwerdeantworten wurden Rechtsanwalt
  B.______ mit Schreiben vom 9. Januar 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt
  (act. 16). In der Folge ersuchte dieser zwar um Fristansetzung zur
  Stellungnahme sowie um Fristerstreckung, eine Vernehmlassung blieb alsdann
  jedoch aus (act. 17 f.; act. 20).

  
	
   

  
	
   

  
	
  II.

  (Angefochtener Entscheid und Parteistandpunkte)

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  1.1. Die Staatsanwaltschaft
  begründet die Einstellung des Strafverfahrens gegen den
  Beschwerdegegner 2 bezüglich des Vorfalls vom 30. September 2013 in der
  angefochtenen Einstellungsverfügung zusammengefasst wie folgt
  (U-act. 4/8):

  Bei der Tragkonstruktion, die der Beschwerdegegner 2 durch
  Zivildienstleistende erstellen liess und von welcher der Beschwerdeführer
  herunterstürzte, handle es sich nicht um ein Gerüst, sondern diese sei als
  Beleuchtungsturm zu qualifizieren. Da bei einem Beleuchtungsturm keine
  Zugänge vorhanden sein müssten, könne dem Beschwerdegegner 2 kein
  Erstellenlassen eines nicht sicheren Arbeitsplatzes vorgeworfen werden.

  
	
  In Bezug auf den Vorwurf der
  fahrlässigen Körperverletzung erwog die Staatsanwaltschaft, der
  Beschwerdegegner 2 habe die XY.______ AG mit der Installation der
  Stromversorgung im Fahrerlager des Klausenrennens beauftragt und gewusst,
  dass sich auf Platz eine Hebebühne befand. Er sei davon ausgegangen, dass die
  beauftragte Firma die Scheinwerfer mittels der Hebebühne anbringen werde.
  Dass ein Mitarbeiter dieser Firma die Scheinwerfer montieren bzw. demontieren
  würde, ohne die Hebebühne zu verwenden, sei für ihn nicht voraussehbar
  gewesen. Umso weniger habe der Beschwerdegegner 2 voraussehen können,
  dass ein solcher Mitarbeiter – wie dies der Beschwerdeführer tat – ohne
  Gebrauch von Sicherheitsausrüstung auf den zirka zehn Meter hohen
  Beleuchtungsturm steigen würde. Somit fehle es an der Voraussehbarkeit des
  Taterfolgs, weshalb dem Beschwerdegegner 2 keine fahrlässige schwere
  Körperverletzung angelastet werden könne. Da kein Straftatbestand erfüllt
  sei, sei das Verfahren in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. b
  StPO einzustellen.

  
	
   

  
	
  1.2. Auch zur Begründung der
  Einstellung des gegen den Beschwerdegegner 3 geführten Strafverfahrens
  hielt die Staatsanwaltschaft zunächst fest, dass die Tragkonstruktion, an
  welcher der Absturz des Beschwerdeführers geschah, kein Gerüst, sondern einen
  Beleuchtungsturm darstelle. Weil bei einem solchen Beleuchtungsturm keine
  Zugänge vorhanden sein müssten, könne dem Beschwerdegegner 3 nicht
  vorgeworfen werden, er habe den Beschwerdeführer als seinen Arbeitnehmer an
  einem unsicheren Arbeitsplatz arbeiten lassen. Hinsichtlich des Vorwurfs der
  fahrlässigen Körperverletzung hielt die Staatsanwaltschaft in der
  angefochtenen Einstellungsverfügung fest, der Beschwerdegegner 3 sei am
  Tag des Vorfalls (Montag) der Meinung gewesen, dass der Beschwerdeführer zur
  Demontage der Scheinwerfer am Beleuchtungsturm einen Klettergurt
  ("Gstältli") benützen würde. Dies insbesondere, weil er ihn bei am
  Freitag zuvor durchgeführten Arbeiten an einem unmittelbar neben dem
  Beleuchtungsturm stehenden Turbinenhaus angewiesen hatte, einen solchen zu
  tragen. Auch der Beschwerdeführer habe bestätigt, von seinem Arbeitgeber die
  Anordnung erhalten zu haben, für die Arbeit am Turbinenhaus eine
  Schutzausrüstung zu tragen. Angesichts dieser Vorgeschichte, vor allem dieser
  deutlichen Anweisung, einen Klettergurt zu tragen, sei für den
  Beschwerdegegner 3 nicht voraussehbar gewesen, dass der
  Beschwerdeführer, ein langjähriger und erfahrener Mitarbeiter der XY.______
  AG, ohne Sicherheitsausrüstung auf den zirka zehn Meter hohen
  Beleuchtungsturm steigen werde. Demnach habe der Beschwerdegegner 3
  weder den Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung noch jenen des
  fahrlässigen Planens von Arbeiten ohne die notwendigen Sicherheitsmassnahmen
  erfüllt. Das Verfahren sei daher nach Art. 319 Abs. 1 lit. b
  StPO einzustellen (zum Ganzen: U-act. 4/9).

  
	
   

  
	
  2. Dagegen macht der
  Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 27. November 2017
  (act. 1) sinngemäss im Wesentlichen geltend, beide Beschuldigten
  (Beschwerdegegner 2 und 3) hätten die einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften
  von Art. 5 Abs. 1 VUV und Art. 18 BauAV verletzt, indem sie es
  unterliessen, im Inneren des Turms eine Treppe anzubringen oder den Turm mit
  einem Aussengerüst zu versehen, obwohl dies "ein Leichtes gewesen"
  wäre. Wer einen Arbeitsplatz vorschriftswidrig nicht mit einem sicheren Gerüst
  und Zugang ausstatte, könne voraussehen, dass sich ein Unfall wie der
  Eingetretene ereignen könne. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer gewisse
  Arbeitssicherheitsvorschriften nicht eingehalten habe, entbinde die
  Beschuldigten nicht von der strafrechtlichen Verantwortung für die Einhaltung
  und Durchsetzung der Arbeitssicherheitsvorschriften. Folglich stehe
  keineswegs aufgrund objektiver Kriterien zum Vornherein fest, dass jedes
  andere Ergebnis als ein Freispruch ausgeschlossen erscheine. Im Gegenteil sei
  eine Verurteilung der beiden Beschuldigten wahrscheinlich. Somit seien die
  Voraussetzungen für eine Einstellung des Strafverfahrens nicht gegeben. Dies
  in Bezug auf den Beschwerdegegner 3 auch, weil der Sachverhalt im
  entscheidenden Punkt ungenügend geklärt sei, ob ihm (Beschwerdeführer) am
  Unfalltag überhaupt eine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestanden
  habe oder ob diese im Turbinenhaus eingeschlossen gewesen sei, zu dem nur der
  Beschwerdegegner 3 einen Schlüssel besessen habe. Nach seiner
  (unfallbedingt lückenhaften) Erinnerung sei Letzteres der Fall gewesen. Die
  Staatsanwaltschaft stütze sich auf einen Bericht des Arbeitsinspektorats des
  Kantons Glarus und gehe, ohne von ihm beantragte Beweise abzunehmen, davon
  aus, dass damit der Nachweis erbracht sei, dass die Schutzausrüstung bereits
  vor dem Unfall zur Verfügung gestanden habe. Indes sei dem Bericht nichts
  darüber zu entnehmen, wo genau sich die persönliche Schutzausrüstung befand,
  wer diese beibrachte, usw. Sodann habe keiner der befragten Zeugen
  unmissverständlich ausgesagt, dass die Schutzausrüstung vor dem Unfall
  zugänglich gewesen oder gar beim Turm gelegen habe. Auch sonst sei ungenügend
  geklärt, ob der Beschwerdegegner 3 sein Personal genügend über die
  notwendigen Sicherheitsmassnahmen informiert und im Umgang mit den
  Arbeitsmitteln geschult habe.

  
	
   

  
	
  3. Der Beschwerdegegner 2
  bringt in seiner Beschwerdeantwort vor (act. 14), das Begehen des Turms
  sei nicht vorgesehen gewesen und die Tragkonstruktion sei gemäss Gutachten
  als Beleuchtungsturm tauglich sowie nicht mangelhaft gewesen. Die Montagen
  hätten mit Hebebühnen oder mittels individueller Sicherheitsausrüstung
  ausgeführt werden können. Somit habe er keinen nicht sicheren Arbeitsplatz
  erstellen lassen und auch gegen keine der vom Beschwerdeführer genannten
  Verordnungen oder sonstige Arbeitsschutzvorschriften verstossen. Weil es sich
  beim Turm nicht um ein Gerüst, sondern um eine Tragkonstruktion gehandelt
  habe, hätten gemäss Gutachten keine Zugänge und/oder Fassadengerüste
  angebracht werden müssen. Ausserdem habe er (Beschwerdegegner 2) mit
  einem derart grobfahrlässigen Verhalten wie es der Beschwerdeführer als über
  sämtliche Sicherheitsvorschriften instruierter Fachmann gezeigt habe, nicht
  rechnen müssen. Dem Beschwerdeführer habe eine persönliche Schutzausrüstung
  zur Verfügung gestanden, eine Hebebühne sei vor Ort gewesen und er hätte auch
  noch Leitern mitnehmen können. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
  vermöge dessen grobes Verschulden ihn (Beschwerdegegner 2) sehr wohl zu
  entlasten. Jener habe durch sein selbständiges, spontanes und nicht
  beauftragtes Hinaufklettern in den höchst riskanten Arbeitsvorgang ohne Not
  eingewilligt. Damit könne ihm kein strafbares Handeln vorgeworfen werden bzw.
  sei eine Verurteilung ausgeschlossen.

  
	
   

  
	
  4. In ähnlicher Weise liess sich
  auch der Beschwerdegegner 3 vernehmen (act. 13): Beim Turm habe es
  sich gemäss Gutachten nicht um ein Gerüst gemäss BauAV gehandelt. Daher
  gelangten nicht die entsprechenden Vorschriften zur Anwendung und sei es
  nicht nötig gewesen, am Turm eine Treppe anzubringen. Gemäss Gutachten treffe
  den Arbeitgeber die Pflicht, eine geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung zu
  stellen und die Arbeitnehmenden bezüglich Arbeitssicherheit zu schulen. Dem
  sei die Arbeitgeberin vorliegend nachgekommen, weshalb ihm
  (Beschwerdegegner 3) kein Vorwurf gemacht werden könne. Er habe eine
  Schutzausrüstung angefordert und zur Verfügung gestellt. Diese sei bei den
  Arbeiten am Turbinenhaus u.a. vom Beschwerdeführer auch benützt worden. Im
  rund 40 Meter entfernten Turbinenhaus sei die Sicherheitsausrüstung verfügbar
  gewesen, was der Beschwerdeführer gewusst habe. Er habe also die in seinem
  Verantwortungsbereich liegenden Massnahmen angeordnet und Vorkehren
  getroffen. Eine Gefährdung der Rechtsgüter des Beschwerdeführers habe er
  nicht vorhersehen können und müssen. Von ihm könne nicht verlangt werden,
  anlässlich eines kurzen Augenscheins den von anderen erstellten Turm aufgrund
  von Vorschriften zur Arbeitssicherheit eingehend zu beurteilen. Ihm sei klar
  gewesen, dass man zum Arbeiten auf dem Turm eine Sicherheitsausrüstung
  benötige, was er auch sichergestellt habe. Gemäss Einschätzung von V.______
  von der SUVA Linth habe er darauf vertrauen dürfen und er sei auch effektiv
  davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer als erfahrener Mitarbeiter sich
  der Gefahren bewusst war und die Notwendigkeit der Sicherheitsausrüstung auch
  für den Turm erkennt. Stattdessen habe dieser für sich eine besonders
  gefährliche Situation geschaffen, indem er ohne die vorhandene
  Sicherheitsausrüstung und ohne dass er (Beschwerdegegner 3) ihm den
  Auftrag für dortige Arbeiten gegeben hätte, am Turm gearbeitet habe. Selbst
  wenn also das Turbinenhaus geschlossen gewesen sein sollte (was nicht
  zutreffe) und sich dort die Sicherheitsausrüstung befunden haben sollte, wäre
  die Verantwortung beim Beschwerdeführer gelegen. Das gegen ihn
  (Beschwerdegegner 3) geführte Strafverfahren sei also zu Recht
  eingestellt worden.

  
	
   

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  (Rechtsmittelvoraussetzungen)

  
	
   

  
	
  1. Zur Beschwerde legitimiert ist
  jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder
  Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei ist unter
  anderem die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als
  Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt,
  sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118
  Abs. 1 StPO), wobei der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist
  (Art. 118 Abs. 2 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die
  durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115
  Abs. 1 StPO). Für die Zulassung einer Person als Privatkläger ist somit
  entscheidend, ob diese durch die der beschuldigten Person vorgeworfene(n)
  Handlung(en) unmittelbar in ihren Rechten verletzt worden ist, unterstellt,
  der von ihr erhobene Vorwurf treffe zu. Nach der Rechtsprechung geht die
  Umschreibung der unmittelbaren Verletzung in eigenen Rechten vom Begriff des
  Rechtsguts aus. Unmittelbar verletzt und damit Geschädigter im Sinne von Art.
  115 StPO ist, wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder
  zumindest mitgeschützten Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77, E. 2.1 f.).

  
	
   

  
	
  2. Der Beschwerdeführer wirft den
  Beschwerdegegnern 2 und 3 sinngemäss vor, sie hätten die schweren
  Verletzungen, die er beim Arbeitsunfall vom 30. September 2013 in
  Linthal erlitt, zufolge pflichtwidriger Unvorsichtigkeit zu verantworten.
  Demnach liegt in Bezug auf den Tatbestand der fahrlässigen schweren
  Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB zweifelsohne
  eine unmittelbare Betroffenheit in den Rechten des Beschwerdeführers vor.
  Auch bei den in den angefochtenen Einstellungsverfügungen aufgegriffenen
  aUVG-Straftatbeständen ("Erstellenlassen eines nicht sicheren
  Arbeitsplatzes"; "Planen von Arbeiten ohne die notwendigen Sicherheitsmassnahmen")
  ist die körperliche Integrität der Arbeitnehmenden zumindest mitgeschütztes
  Rechtsgut. Selbst wenn man dies verneinen wollte, wäre die
  Einstellungsverfügung umfassend und nicht etwa auf den Vorwurf der
  fahrlässigen schweren Körperverletzung beschränkt zu beurteilen, da eine
  Teileinstellung bei identischem Sachverhalt unzulässig ist (BGer 6B_425/2015
  vom 12. November 2015, E. 1.4. m.w.H.). Sodann ist der
  Beschwerdeführer durch die Einstellung des Verfahrens offensichtlich
  beschwert. Er ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die
  übrigen Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
   

  
	
  IV.

  (Beurteilung)

  
	
   

  
	
  1. Voraussetzungen für eine
  Verfahrenseinstellung

  
	
  1.1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO
  stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren namentlich ein, wenn kein
  Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein
  Straftatbestand erfüllt ist (lit. b) oder wenn Rechtfertigungsgründe einen
  Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c).

  
	
   

  
	
  1.2. Der Entscheid über die
  Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro
  duriore" zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die
  Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder
  offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen
  ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt,
  Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein
  Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung,
  drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine
  Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die
  Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu
  entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Auch
  das Vorliegen von Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründen muss in diesem
  Sinne klar erstellt sein. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt
  werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten
  (BGer 1B_534/2012 vom 7. Juni 2013, E. 2.1.; BGer 6B_507/2017 vom
  8. September 2017, E. 3.2.1.; BGE 143 IV 241, E. 2.2.1;
  Grädel/Heiniger, BSK StPO, Art. 319 N 11, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  1.3. Die Sachverhaltsfeststellung
  obliegt grundsätzlich dem urteilenden Gericht. Die Staatsanwaltschaft und die
  Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung eines
  Strafverfahrens den Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht
  feststellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen in Berücksichtigung des
  Grundsatzes "in dubio pro duriore" jedoch auch bei Einstellungen
  zulässig sein, soweit gewisse Tatsachen "klar" bzw.
  "zweifelsfrei" feststehen, so dass im Falle einer Anklage mit
  grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon
  kann indes nicht ausgegangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung
  durch das Gericht ebenso wahrscheinlich erscheint. Der Staatsanwaltschaft ist
  es nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" lediglich bei einer
  unklaren Beweislage untersagt, der Beweiswürdigung des Gerichts vorzugreifen.
  Sachverhaltsfeststellungen der Staatsanwaltschaft sind im Rahmen von Art. 319
  Abs.1 lit. b und c StPO in der Regel gar notwendig. Auch insoweit gilt
  jedoch, dass der rechtlichen Würdigung der Sachverhalt "in dubio pro duriore",
  d.h. der klar erstellte Sachverhalt, zugrunde gelegt werden muss. Die Staatsanwaltschaft
  und die Beschwerdeinstanz dürfen der Beweiswürdigung durch das Sachgericht
  bei einer unklaren Beweislage nicht vorgreifen (BGer 6B_507/2017 vom 8.
  September 2017, E. 3.2.3.; BGE 143 IV 241, E. 2.3.2, je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  2. Grundlagen zum Tatbestand
  der fahrlässigen schweren Körperverletzung

  
	
  2.1. Der fahrlässigen schweren
  Körperverletzung nach Art. 125 Abs. 2 StGB macht sich strafbar, wer
  fahrlässig einen Menschen schwer (im Sinne von Art. 122 StGB) am Körper
  oder an der Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder
  Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger
  Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt.
  Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht
  beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen
  Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Eine fahrlässige
  Körperverletzung kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen begangen werden
  (vgl. Art. 11 StGB). Voraussetzung ist eine Rechtspflicht zur Vornahme der
  unterlassenen Handlung (Garantenstellung) sowie die Möglichkeit, diese
  Handlung vorzunehmen (vgl. z.B. BGer 6B_287/2014 vom 30. März 2015, E. 2.1.).

  
	
   

  
	
  2.2. Ein Schuldspruch wegen
  fahrlässiger schwerer Körperverletzung setzt voraus, dass der Täter mit
  seinem Verhalten eine Sorgfaltspflicht verletzt und dadurch den Deliktserfolg
  verursacht hat. Als Rechtsquellen dieser Sorgfaltspflichten fallen in
  Betracht: Gesetze und Verordnungen, Reglemente, Betriebsvorschriften,
  Richtlinien nichtstaatlicher Organisationen, anerkannte Regeln für die
  Ausübung gefährlicher Tätigkeiten („leges artis“), Merkblätter, usw. Es ist
  indes nicht erforderlich, dass für die im konkreten Fall erforderliche Sorgfalt
  überhaupt Regeln bestehen, denn als Grundlage für Sorgfaltspflichten genügen
  auch allgemeine Grundsätze wie z.B. der sogenannte allgemeine Gefahrensatz
  (zum Ganzen: BGer 6B_1049/2015 vom 6. September 2016, E. 2.4.2.;
  BGE 135 IV 56 E. 2.1; BGE 127 IV 34 E. 2a; BGE 126 IV 13
  E. 7a/bb; Trechsel/Jean-Richard, PK StGB, Art.12 N 29 f.;
  Niggli/Maeder, BSK StGB I, Art. 12 N 111 ff.; Donatsch/Tag,
  Strafrecht I, 9. Aufl., Zürich 2013, S. 347 ff.). Die
  Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bzw. zur
  Unfallverhütung ergeben sich unter anderem aus Art. 328 Abs. 2 OR, Art.
  82 UVG sowie der Verordnung über die Unfallverhütung (VUV). Zu den Pflichten
  des Arbeitgebers gehört auch, dass er vom Arbeitnehmer die Einhaltung der
  Sicherheitsvorschriften verlangt und dies in angemessener Weise kontrolliert
  und notfalls durchsetzt (vgl. Art. 6 VUV; BGer 6B_515/2016 vom 29. Mai
  2017, E. 2.4.2.; BGer 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015,
  E. 5.1.1. ff.; BGer 6B_287/2014 vom 30. März 2015, E. 3.2, je
  m.w.H.).

  
	
   

  
	
  2.3. Allein die Verletzung einer
  Regel begründet jedoch noch nicht automatisch die Fahrlässigkeit, sondern zur
  Bemessung der geforderten Sorgfalt sind die in den einschlägigen Regelwerken
  enthaltenen allgemeinen Pflichten zu konkretisieren. Dabei sind zunächst
  einmal die konkreten Umstände im Zeitpunkt der Handlung heranzuziehen, mithin
  alle Umweltfaktoren, welche die Höhe der Gefahr beeinflussen. Der
  Sorgfaltspflicht werden sodann Grenzen gesetzt durch sozialadäquate bzw. erlaubte
  Risiken sowie durch das Vertrauensprinzip. Letzteres besagt, dass – solange
  keine besonderen Anzeichen dagegen sprechen – darauf vertraut werden darf,
  dass sich Dritte rechtmässig verhalten (Trechsel/Jean-Richard, PK StGB,
  Art. 12 N 31 ff.; Donatsch/Tag, a.a.O., S. 351 ff.;
  BGE 127 IV 34 E. 2b). Der Vertrauensgrundsatz kommt indes dann nicht zum
  Tragen, wenn eine Sorgfaltspflicht gerade auf Beaufsichtigung, Kontrolle oder
  Überwachung des Verhaltens anderer Personen gerichtet ist (Stratenwerth, StGB
  AT I, 4. Aufl., Bern 2011, S. 513; vgl. auch Trechsel/Jean-Richard,
  PK StGB, N 33 f.; Donatsch/Tag, a.a.O., S. 355 ff.).

  
	
   

  
	
  2.4. Grundvoraussetzung einer
  Sorgfaltspflichtverletzung und damit der Fahrlässigkeitshaftung bildet die
  Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe
  müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen
  voraussehbar sein. Zunächst ist zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der
  Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen beziehungsweise erkennen können und
  müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz.
  Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
  und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen
  herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu
  verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie beispielsweise das
  Mitverschulden des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder
  Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht
  gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als
  wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so
  alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten der
  beschuldigten Person – in den Hintergrund drängen. Auch wenn neben die erste
  Ursache andere treten und die Erstursache in den Hintergrund drängen, bleibt
  sie adäquat kausal, solange sie im Rahmen des Geschehens noch als erheblich
  zu betrachten ist, solange nicht eine Zusatzursache derart ausserhalb des
  normalen Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen
  war. Entscheidend ist die Intensität der beiden Kausalzusammenhänge.
  Erscheint der eine bei wertender Betrachtung als derart intensiv, dass er den
  andern gleichsam verdrängt und als unbedeutend erscheinen lässt, wird eine
  sogenannte Unterbrechung des andern angenommen (u.a. BGer 6B_515/2016 vom
  29. Mai 2017, E. 2.4.2; BGer 6B_360/2015 vom 23. Dezember 2015,
  E. 2.3.2.; BGer 6B_287/2014 vom 30. März 2015, E. 2.2., je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  2.5. Weitere Voraussetzung ist,
  dass der Erfolg vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf
  untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des
  Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten
  des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache
  des Erfolgs bildete (u.a. BGer 6B_515/2016 vom 29. Mai 2017,
  E. 2.4.2; BGer 6B_1049/2015 vom 6. September 2016, E. 2.4.2.; BGer
  6B_287/2014 vom 30. März 2015, E. 2.2., je m.w.H.).

  
	
   

  
	
  3. Strafbarkeit des
  Beschwerdegegners 2

  
	
  3.1. Erstellt und unstrittig ist
  Folgendes: Der Beschwerdegegner 2, von Beruf Bauführer, amtete im OK des
  Klausenrennens als Bauchef und war in dieser Funktion für die Erstellung der
  hier interessierenden Turmkonstruktion verantwortlich (u.a. U-act. 1/6
  Fr. 1 ff., act. 3/46 S. 1 und 3). Diese Turmkonstruktion
  wies vom Erdboden bis zum Montageort der Scheinwerfer eine Höhe von 9.18
  Metern bzw. vom Erdboden bis zur Querstange, auf welcher der Beschwerdeführer
  unmittelbar vor seinem Absturz gestanden war, eine solche von
  7.18 Metern auf (U-act. 1/7; U-act. 3/46 S. 2). Treppen,
  Leitern oder dergleichen waren an der aus Gerüstmaterial erstellten
  Turmkonstruktion keine angebracht. Drei der vier Turmgeschosse waren
  umlaufend mit je vier Gerüstbrettern belegt, auf dem ersten Geschoss lag
  zusätzlich ein Gerüstbrett im Mittelbereich. Das oberste, vierte Geschoss war
  nicht vollständig mit Gerüstbrettern belegt. Oberhalb bzw. zwischen den
  Plattformen waren Querstangen sowie diagonale Verstrebungen angebracht
  (U-act. 1/7; U-act. 3/46 S. 3 und im Detail U-act. 12/2
  S. 3 f.).

  
	
   

  
	
  3.2.

  
	
  3.2.1. Gemäss Gutachten von Dr.
  U.______ vom 12. August 2016 handle es sich beim aus Gerüstmaterial
  erstellten Turm nicht um ein normal begehbares Gerüst. Unter Verweis auf
  Art. 19 BauAV hält der Gutachter fest, der Turm dürfe ohne
  Sicherungsmassnahmen bzw. ohne Verwendung einer geeigneten
  Sicherheitsausrüstung nicht beklettert werden. Alternativ dürften Montage-
  oder Demontagearbeiten am Turm mit anderen Mitteln, z.B. einer Hebebühne,
  ausgeführt werden (U-act. 12/2 S. 5 oben).

  
	
   

  
	
  3.2.2. Diese gutachterlichen
  Feststellungen sind insofern unstrittig, schlüssig und stehen in Einklang mit
  den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften. So ist z.B. in Art. 8
  Abs. 1, Abs. 2 lit. a und lit. h BauAV statuiert, dass
  Arbeitsplätze sicher und über sichere Verkehrswege zu erreichen sein müssen,
  Absturzsicherungen anzubringen sind und Leitern, Treppen oder gleichwertige
  Arbeitsmittel verwendet werden müssen, wenn zum Erreichen der Arbeitsplätze
  Niveauunterschiede von mehr als einem Meter zu überwinden sind (siehe auch
  Art. 19 und Art. 21 VUV sowie Art. 15-19 und Art. 43
  BauAV).

  
	
   

  
	
  3.3. Nach dem Gesagten schuf der
  Beschwerdegegner 2 mit dem Turm eine Gefahr für fremde Rechtsgüter. Die
  Erwägung der Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfügung
  betreffend den Beschwerdegegner 2, dieser habe keinen nicht sicheren
  Arbeitsplatz erstellen lassen (act. 4/8 E. 2.3.; vgl. auch dessen
  Ausführungen in act. 14 S. 4 Rz. 6), ist somit nach dem
  Ausgeführten jedenfalls in dieser Absolutheit unzutreffend. Wie sich aus den
  eigenen Aussagen des Beschwerdegegners 2 ergibt, war er sich dieser vom
  Turm – so wie er erstellt wurde – ausgehenden Gefahren und dessen, dass am
  Turm nicht gearbeitet werden darf, ohne eine Sicherheitsausrüstung oder eine
  Hebebühne zu verwenden, bewusst (vgl. U-act. 1/6 Fr. 15: "Ein
  Arbeiten am Gerüst hätte eigentlich nur mit Hebebühne oder gesichert erfolgen
  dürfen.", Fr. 18; U-act. 6/2 Fr. 24, 27). Der
  Beschwerdegegner 2 besass sodann als Bauchef des OK Klausenrennen
  bauleitende Funktion und musste daher die BauAV beachten (BGer 6B_566/2011
  vom 13. März 2012, E. 2.3.3-2.4.2, v.a. E. 2.4.2 am Schluss).

  
	
   

  
	
  3.4. Gemäss dem allgemeinen
  Gefahrensatz war der Beschwerdegegner 2 verpflichtet, alles Zumutbare zu
  tun, damit die soeben dargelegte, von ihm geschaffene Unfallgefahr zu keiner
  Verletzung fremder Rechtsgüter führt bzw. musste er für die
  vorschriftsgemässe Verminderung oder Ausschaltung des Risikos besorgt sein
  (BGer 6S.181/2002 vom 30. Januar 2003, E. 3.6 i.V.m.
  E. 3.2.1). Im vorliegenden Fall traf den Beschwerdegegner 2 somit
  die Pflicht, die von ihm mit der Scheinwerfer-Installation beauftragte Firma
  (XY.______ AG) bzw. deren Filialleiter (Beschwerdegegner 3) zumindest
  vor der Unfallgefahr (Absturzrisiko) zu warnen und von ihr zu fordern, dass
  die Arbeitskräfte für die Montage- und Demontagearbeiten die offenbar auf
  Platz vorhandene Hebebühne oder persönliche Sicherheitsausrüstungen verwenden.
  Dass er dieser Pflicht nachkam, ist zumindest zweifelhaft. Denn der
  Beschwerdegegner 2 sagte selber aus, er habe den Turm nicht gemeinsam
  mit dem bei der beigezogenen XY.______ AG verantwortlichen
  Beschwerdegegner 3 vorgängig zu den Montage- und Demontagearbeiten
  besichtigt und habe diesen auch nicht auf die am Turm herrschenden Gefahren
  hingewiesen (U-act. 1/6 Fr. 13, 17 f.; U-act. 6/2
  Fr. 30). Diese Aussagen decken sich sodann insoweit mit denjenigen des
  Beschwerdegegners 3 (vgl. U-act. 1/5 Fr. 7; U-act. 6/4
  Fr. 7-9), der zudem angab, vor dem Unfall nicht gewusst zu haben, dass
  eine Hebebühne in der Nähe vorhanden gewesen wäre (U-act. 6/4
  Fr. 16 f.; eine solche Aussage machten auch Z.______
  [U-act. 6/7 Fr. 8 f., 22-24] und W.______ [U-act. 6/5
  Fr. 5-8, 15, vgl. auch act. 1/4 Fr. 10]). 

  
	
   

  
	
  3.5. Nicht gefolgt werden kann
  der Staatsanwaltschaft und dem Beschwerdegegner 2, wenn sie ausführen,
  für eine Strafbarkeit des Letzteren fehle es an der Voraussetzung der
  Vorhersehbarkeit (vgl. vorne, E. II.1. und II.3.; U-act. 4/8
  E. 3.3.; act. 14 Rz. 11, 14, 21): Der Turm, den der
  Beschwerdegegner 2 laut eigenen Aussagen nach Fertigstellung selber
  abgenommen hatte (U-act. 1/6 Fr. 9 f.), wies auf vier
  Geschossen Zwischenböden (Gerüstbretter) auf. Ungefähr auf halber Höhe zwischen
  den Geschossböden waren jeweils noch Querstangen angebracht (vgl. zum
  Ganzen vorne, E. IV.3.1.), die ein Hochklettern am Turm wesentlich
  erleichtern. Angesichts dieser Ausgestaltung des Turms lässt sich jedenfalls
  nicht mit der für eine Verfahrenseinstellung erforderlichen Eindeutigkeit
  sagen, ein ungesichertes Besteigen des Turms oder dergleichen wäre derart
  aussergewöhnlich gewesen, dass der Beschwerdegegner 2 damit schlechthin
  nicht hätte rechnen müssen.

  
	
   

  
	
  3.6. Ebenfalls nicht stichhaltig
  ist die Argumentation des Beschwerdegegners 2 in der Beschwerdeantwort,
  wonach der Beschwerdeführer durch sein Verhalten in einen höchst riskanten
  Arbeitsvorgang eingewilligt habe. Zwar ist die Mitwirkung an fremder
  Selbstgefährdung nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht pflichtwidrig.
  Dies gilt dann, wenn das Verhalten des Betroffenen als derart unvernünftig
  und absonderlich zu erachten ist, dass der potenzielle Täter damit nicht
  rechnen muss (vgl. vorne, E. IV.2.4. und Donatsch, OFK StGB, Art. 12
  N 24 m.w.H.). In der vorliegenden Sache ist dies – wie soeben erwogen
  (E. IV.3.5.) – nicht der Fall bzw. zumindest nicht eindeutig zu bejahen.
  Eine strafrechtliche Verantwortung des Mitwirkenden besteht sodann, wenn das
  Opfer z.B. aus Unerfahrenheit oder Jugendlichkeit die Gefahr nicht erkennt,
  wenn der Täter aufgrund überlegenen Sachwissens das Risiko besser erfasst als
  der sich selbst Gefährdende oder wenn er eine Garantenstellung zugunsten des
  Opfers hat (vgl. z.B. BGE 125 IV 189 E. 3a). Eine derartige Garantenstellung
  ist beim Beschwerdegegner 2 jedenfalls nicht zum Vornherein zu
  verneinen, hat er doch wie erwogen (E. IV.3.2.-IV.3.3.) mit der von ihm
  zu verantwortenden Bauweise des Turms Gefahren für Rechtsgüter anderer
  geschaffen (Absturz- und Verletzungsrisiko) und ist er daher zur Sorge
  verpflichtet, dass sich diese Gefahren nicht verwirklichen (Garantenstellung
  aus Ingerenz, vgl. Donatsch, OFK StGB, Art. 11 N 13 m.w.H.
  sowie BGer 6B_566/2011 vom 13. März 2012, E. 2.3.3.-2.4.1 und BGer
  6B_1016/2009 vom 11. Februar 2010, v.a. E. 5.2.2 f.).

  
	
   

  
	
  3.7.

  
	
  3.7.1. Es stellt sich noch die
  Frage, ob der Beschwerdegegner 2 auf die Arbeiten des beigezogenen
  Elektroinstallationsunternehmens XY.______ AG vertrauen durfte und dieses
  deshalb nicht über die mit dem Turm einhergehenden Gefahren aufklären musste.

  
	
   

  
	
  3.7.2. Als Bauchef des OK
  Klausenrennen besass der Beschwerdegegner 2 wie erwogen (vorne,
  E. IV.3.3.) bauleitende Funktion, da er unmittelbare Befehlsgewalt über
  die ausführenden Firmen ausübte (vgl. z.B. U-act. 6/2 Fr. 3,
  7 f., 15 f., 28; U-act. 6/4 Fr. 2). Zu den Aufgaben der
  Bauleitung zählen die Koordination und Überwachung der gesamten Bauarbeiten.
  Der Bauleiter muss die durch die Umstände gebotenen Sicherheitsvorkehrungen
  anordnen und generell für die Einhaltung der anerkannten Regeln der Baukunde
  sorgen. Diese Pflicht besteht unabhängig davon, ob die gefährdeten Personen
  dem Bauleiter direkt unterstellt sind. Beispielsweise hat der Bauleiter im
  Rahmen seiner allgemeinen Koordinations- und Kontrollpflicht darauf zu achten,
  dass Gerüste den Sicherheitsvorschriften entsprechen (zum Ganzen: BGer
  6B_543/2012 vom 11. April 2013, E. 1.3.3., 1.5.2; BGer 6B_566/2011
  vom 13. März 2012, E. 2.3.3-2.4.2; BGer 6S.181/2002 vom
  30. Januar 2003, E. 3.6; BGer 6B_1016/2009 vom 11. Februar
  2010, E. 5.2.2 ff., je m.w.H.). Ausserdem kann sich, wer eine für
  andere gefährliche Situation schafft, nicht auf den Vertrauensgrundsatz
  berufen (BGE 127 IV 34 E. 2b; vgl. zudem vorne, E. IV.2.3.).

  
	
   

  
	
  3.7.3. Angesichts dieser
  Rechtslage lässt sich jedenfalls nicht sagen, der Beschwerdegegner 2
  habe klarerweise auf die Arbeiten der XY.______ AG vertrauen dürfen und diese
  nicht auf die bei den Installations- und Deinstallationsarbeiten am Turm
  herrschenden Gefahren aufmerksam machen müssen.

  
	
   

  
	
  3.8. Nach dem Gesagten sind die
  Voraussetzungen für eine Einstellung des Strafverfahrens gegen den
  Beschwerdegegner 2 nicht erfüllt. Insbesondere hinsichtlich der Fragen
  der Vorhersehbarkeit bzw. Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs und
  der Reichweite des Verantwortungsbereichs des Beschwerdegegners 2
  erscheint die Rechtslage nicht eindeutig bzw. liegt jedenfalls kein Fall
  klarer Straflosigkeit vor. Die Staatsanwaltschaft verletzt den Grundsatz
  "in dubio pro duriore", indem sie in der angefochtenen Einstellungsverfügung
  erwägt (U-act. 4/8 E. 4), es sei (offensichtlich) kein
  Straftatbestand erfüllt.

  
	
   

  
	
  4. Strafbarkeit des
  Beschwerdegegners 3

  
	
  4.1.

  
	
  4.1.1. Unbestritten ist, dass der
  Beschwerdegegner 3 den Arbeitsunfall nicht durch aktives Tun verursacht
  hat. Es stellt sich aber – wie beim Beschwerdegegner 2 – die Frage, ob
  er den Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung allenfalls durch
  Unterlassen erfüllt hat. Nach der Rechtsprechung ist für die Zuweisung
  strafrechtlicher Verantwortlichkeit in einem Unternehmen auf dessen
  Organisationsstruktur abzustellen und es können die Grundsätze der
  zivilrechtlichen Geschäftsherrenhaftung herangezogen werden. (Bereits) im
  Zeitpunkt des Arbeitsunfalles fungierte der Beschwerdegegner 3 bei der
  XY.______ AG als Leiter von deren Zweigniederlassung Linthal und besass
  insoweit Einzelzeichnungsberechtigung (vgl. www.zefix.ch [BGE 143 IV 380];
  U-act. 1/5 Fr. 1 f.; U-act. 6/4 Fr. 1). Zufolge
  seiner Organstellung bzw. seiner selbständigen Entscheidungsbefugnisse im
  Tätigkeitsbereich der Zweigniederlassung (vgl. auch U-act. 1/5
  Fr. 4 und U-act. 6/2 Fr. 28, wonach er für das OK
  Klausenrennen die Ansprechperson für die auszuführenden Arbeiten war),
  treffen ihn die der XY.______ AG obliegenden Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer
  bzw. zur Unfallverhütung (Art. 328 Abs. 2 OR; Art. 82
  Abs. 1 UVG; VUV) in eigener Person. Er ist bzw. war somit hinsichtlich
  des hier zur Debatte stehenden Vorfalls für die Einhaltung und Durchsetzung
  der Sicherheitsvorschriften verantwortlich und ihm kommt insofern eine
  Garantenstellung zu (Art. 29 StGB; zum Ganzen: BGer 6B_287/2014 vom
  30. März 2015, E. 3.1. m.w.H.). Es fragt sich daher, ob der
  Beschwerdegegner 3 es pflichtwidrig unterlassen hat, die zur Vermeidung
  des Unfalls erforderlichen Massnahmen zu treffen.

  
	
   

  
	
  4.1.2. Wie bereits angetönt
  (vorne, E. IV.2.2.), muss der Arbeitgeber unter anderem dafür sorgen,
  dass die in seinem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer über die bei ihrer
  Tätigkeit auftretenden Gefahren informiert und über die Massnahmen zu deren
  Verhütung angeleitet werden (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 VUV). Ferner
  hat er dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmer die Massnahmen der
  Arbeitssicherheit einhalten (Art. 6 Abs. 3 VUV; BGer 6B_435/2015
  vom 16. Dezember 2015, E. 5.1.4.; BGer 6B_515/2016 vom 29. Mai
  2017, E. 2.4.2.; vgl. auch Gutachten [...] [U-act. 12/2], v.a.
  S. 5 Kap. 3.3 Antw. 2 und S. 6 Kap. 3.6 [u.a. zu Art. 3
  und Art. 5 VUV]). 

  
	
   

  
	
  4.2. Der Beschwerdegegner 3
  sagte aus, den Montageturm vor Ausführung der Arbeiten nicht mit dem Auftraggeber
  (Beschwerdegegner 2) zusammen besichtigt zu haben. Mit der Errichtung
  des Turms habe er nichts zu tun gehabt. Er sei am Turm vorbeigelaufen und
  habe die Sicherheit des Turms nicht beurteilt. Für die Installation der
  Scheinwerfer am Turm am Freitag, 27. September 2013, habe er dem
  Beschwerdeführer den Auftrag erteilt. Er habe mit diesem beim Kraftwerk
  gearbeitet. Dort hätten sie für die Arbeiten eine Leiter und einen
  Klettergurt verwendet. Der Beschwerdeführer habe diesen anfangs nicht
  anziehen wollen, er habe ihn aber dazu angewiesen. Anschliessend sei er
  weggegangen und wisse deshalb nicht, ob der Beschwerdeführer die
  Sicherheitsausrüstung auch noch bei den Installationsarbeiten am Turm
  getragen habe. Da der Beschwerdeführer die Sicherheitsausrüstung bei den
  Arbeiten beim Kraftwerk getragen habe, sei er davon ausgegangen, dass er für
  die Arbeiten am Turm diese Sicherheitsausrüstung ebenfalls tragen werde. Was
  die Demontage der Scheinwerfer anbelange, habe er die Gruppe um den
  Beschwerdeführer am Montag 30. September 2013 morgens infolge Dunkelheit
  und Regens angewiesen, zuerst andere Arbeiten zu verrichten und anschliessend
  diese Arbeit auszuführen. Er habe den Beschwerdeführer nur angewiesen, es
  dürfe niemand auf Dächer oder Ähnliches gehen, ausdrücklich den
  Beleuchtungsturm habe er dabei aber nicht erwähnt (U-act. 1/5 und
  U-act. 6/4).

  
	
   

  
	
  4.3. Diese Aussagen decken sich
  in den wesentlichen Punkten mit den Aussagen der weiteren befragten Personen:

  
	
   

  
	
  4.3.1. Z.______, der zusammen mit
  dem Beschwerdeführer die Installations- und Deinstallationsarbeiten beim Turm
  ausführte, erklärte, sie hätten bei der Installation wie auch bei der
  Demontage der Scheinwerfer keine Sicherheitsausrüstung verwendet. Vor der
  Installation der Scheinwerfer habe sich der Beschwerdeführer beim Gebäude
  direkt neben dem Turm mittels Sicherheitsausrüstung sichern müssen. Am
  Montagmorgen habe er im Magazin noch gefragt, ob sie zur Deinstallation eine
  Leiter mitnehmen sollten, da es leicht geregnet habe. Er wisse nicht, ob der
  Beschwerdeführer dies nicht gehört habe oder keine Leiter habe mitnehmen
  wollen (U-act. 1/3 und U-act. 6/7).

  
	
   

  
	
  4.3.2. Der Beschwerdeführer gab
  ebenfalls an, bei den Installationsarbeiten beim Turbinenhaus auf Anordnung
  des Beschwerdegegners 3 eine Sicherheitsausrüstung getragen zu haben. Er
  wisse nicht mehr, ob der Beschwerdegegner 3 ihn angewiesen habe, sich
  auch beim Beleuchtungsturm zu sichern. Den Auftrag für die Arbeiten am
  Beleuchtungsturm habe ihm der Beschwerdegegner 3 vom Firmengebäude aus
  gegeben, von wo aus man den Turm habe sehen können. Er habe den Turm mit dem
  Beschwerdegegner 3 vorgängig nicht eigentlich angeschaut. Daran, dass
  jemand gesagt habe, die Arbeiten könnten gefährlich sein, könne er sich nicht
  erinnern (U-act. 1/2).

  
	
   

  
	
  4.3.3. W.______, der bei der
  Demontage der Scheinwerfer vom Turm, nicht aber bei deren Montage, mit dem
  Beschwerdeführer und mit Z.______ mitwirkte, führte aus, der
  Beschwerdegegner 3 habe anlässlich der morgendlichen Teamsitzung den
  Auftrag erteilt, sämtliches am Klausenrennen installiertes Material zu
  demontieren. Die Arbeitgeberin habe nichts darüber gesagt, auf welche Weise
  die Scheinwerfer demontiert werden sollen. Auch habe er nicht gewusst, dass
  eine Sicherheitsausrüstung vorhanden gewesen wäre, hierzu habe ihm weder der
  Beschwerdegegner 3 noch der Beschwerdeführer noch Z.______ etwas gesagt.
  Davon, dass der Beschwerdeführer am Freitag vor dem Unfall unmittelbar neben
  dem Turm am Turbinenhäuschen mit Sicherheitsausrüstung gearbeitet hat, habe
  er ebenfalls keine Kenntnis (U-act. 1/4 und U-act. 6/5).

  
	
   

  
	
  4.4. Aufgrund der Aussagen der
  Beteiligten präsentiert sich der Sachverhalt zusammengefasst wie folgt: Der
  Beschwerdegegner 3 befasste sich nie näher mit den vom Beleuchtungsturm
  ausgehenden Gefahren und erteilte den eingesetzten Arbeitnehmern, also auch
  dem Beschwerdeführer, am Tag des Unfalls (Montag, 30. September 2013)
  keine konkreten Sicherheitsanweisungen in Bezug auf die Installations- und
  Deinstallationsarbeiten am Beleuchtungsturm. Insbesondere wies er diese bei der
  morgendlichen Teambesprechung am Tag des Unfalls nicht ausdrücklich an, bei
  den Arbeiten am Beleuchtungsturm einen Klettergurt oder andere
  Sicherheitsausrüstung zu tragen. Indes hat der Beschwerdegegner 3 den
  Beschwerdeführer am Freitag, 27. September 2013, bei
  Installationsarbeiten in der Höhe bei einem in unmittelbarer Nähe zum
  Beleuchtungsturm stehenden Gebäude angewiesen, einen Klettergurt als
  Sicherheitsausrüstung zu tragen und der Beschwerdeführer kam dieser
  Aufforderung nach.

  
	
   

  
	
  4.5. Zu entscheiden ist, ob der
  Beschwerdegegner 3 mit seinen gegenüber dem Beschwerdeführer am Freitag
  vor dem Unfall (in Bezug auf einen anderen, aber nahe zum Beleuchtungsturm
  gelegenen Arbeitsplatz) geäusserten Sicherheitsanweisungen seiner
  gesetzlichen Verpflichtung zur Gewährleistung der Sicherheit der Arbeitnehmer
  hinreichend nachkam oder ob er nicht am Morgen des Vorfalls (Montag)
  bezüglich konkreter Sicherheitsmassnahmen bei Arbeiten am Beleuchtungsturm
  hätte klar instruieren und ermahnen müssen. Analysiert man die bundesgerichtliche
  Rechtsprechung zu ähnlichen Arbeitsunfällen (u.a. BGer 6B_435/2015 vom
  16. Dezember 2015; BGer 6B_287/2014 vom 30. März 2015; BGer
  6B_566/2011 vom 13. März 2012; BGer 6B_515/2016 vom 29. Mai 2017; BGer
  6B_287/2014 vom 30. März 2015), so fällt diese Beurteilung bzw. die
  Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdegegner 3 sich der fahrlässigen
  schweren Körperverletzung und gegebenenfalls weiterer Delikte strafbar
  gemacht hat, entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft und des
  Beschwerdegegners 3 jedenfalls nicht eindeutig aus. Dies, zumal für die
  Demontage der Scheinwerfer im Vergleich zu deren Montage ein zusätzlicher
  Mitarbeiter (W.______) eingesetzt wurde (dieser wusste von keinen vorhandenen
  Sicherheitsausrüstungen [Klettergurt u.ä.], vgl. U-act. 6/5 Fr. 5,
  7, 8, 14 f.), es an jenem Morgen leicht regnete und dem
  Beschwerdegegner 3 von am Freitag zuvor ausgeführten Arbeiten her
  bekannt war, dass der Beschwerdeführer erst auf seine Anweisung hin einen
  Klettergurt anzog. Da also die Rechtslage (Vorliegen einer
  Sorgfaltspflichtverletzung, Vorhersehbarkeit bzw. Unterbrechung des adäquaten
  Kausalzusammenhangs zufolge Mitverschuldens [vgl. hierzu auch bereits vorne,
  E. IV.3.5., die dortigen Ausführungen gelten auch in Bezug auf den
  Beschwerdegegner 3], Vermeidbarkeit des Erfolgs) zweifelhaft ist, hat
  nicht die Staatsanwaltschaft, sondern das zur materiellen Beurteilung
  zuständige Gericht darüber zu entscheiden, ob sich der
  Beschwerdegegner 3 hinsichtlich des hier interessierenden Unfalls strafbar
  machte.

  
	
   

  
	
  5. Fazit

  
	
  Zusammenfassend liegt entgegen
  der Auffassung der Staatsanwaltschaft keine klare Straflosigkeit der Beschwerdegegner 2
  und 3 vor, sondern ist die Rechtslage in Bezug auf die Strafbarkeit beider
  Beschuldigter zumindest zweifelhaft. Es drängt sich damit auf, dass die
  Staatsanwaltschaft erforderlichenfalls weitere Beweise erhebt und hernach
  Anklage erhebt, um die Sache dem zur materiellen Beurteilung zuständigen
  Gericht vorzulegen. In Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen
  Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft vom 13. November 2017
  (U-act. 4/8-9) demnach vollumfänglich aufzuheben. Die Akten sind zur
  weiteren Veranlassung im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft
  zurückzuweisen. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  V.

  (Kosten- und Entschädigungsfolgen)

  
	
   

  
	
  1. Die Reglung der Kosten- und
  Entschädigungsfolgen hat im Endentscheid zu erfolgen (Art. 421 Abs. 1 StPO).
  Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist – auch zuhanden der das
  Strafverfahren abschliessenden Strafbehörde – in Beachtung der Bemessungskriterien
  der Art. 6 und 8 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung auf
  CHF 900.– festzusetzen.

  
	
   

  
	
  2. Dem Beschwerdeführer ist der
  von ihm für das Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von
  CHF 800.– (act. 2 f.) zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In
    Gutheissung der Beschwerde werden die Einstellungsverfügungen der
    Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 13. November 2017 im Verfahren
    SA.2013.00505 (Beschuldigte D.______ und F.______) vollumfänglich
    aufgehoben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Akten werden im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft des Kantons
    Glarus zurückgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf CHF 900.– festgesetzt.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die
    Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigungen wird dem Endentscheid
    vorbehalten.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer wird der von ihm für das Beschwerdeverfahren ge-leistete
    Kostenvorschuss von CHF 800.– zurückerstattet.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]