# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff58f4d2-3eee-525e-ba00-2a2ce96b500a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.06.2023 SB230087
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230087_2023-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230087-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs 

und Ersatzoberrichterin Dr. iur. E. Borla sowie die Gerichtsschreibe-

rin MLaw N. Hunziker

Urteil vom 26. Juni 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. U. Pajarola, 

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) sowie Anschlussberufungs-

klägerin

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 
vom 12. August 2022 (DG210107)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 16. Juli 2021 

(Urk. 54) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 92 S. 61 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Kokainhandel),

 der mehrfachen Gehilfenschaft zu Verbrechen gegen das Betäubungsmittelge-

setz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a, b 

und c BetmG und Art. 25 StGB (Kokainhandel),

 des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. a, b und c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG (Cannabis-

handel) sowie

 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 SVG.

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der schweren Geldwäscherei im Sinne von 

Art. 305bis Ziff. 2 lit. b und c StGB freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 503 Tage durch 

Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 50.–.

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festge-

setzt.

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 3. September 

2020 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 18'556.– sowie die folgenden Gegenstände 

werden eingezogen, verwertet und – soweit ausreichend zur Deckung der Verfah-

renskosten verwendet:

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'655'253);

-   3   -

 Mobiltelefon Blackberry (Asservat Nr. A012'655'264);

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'655'275);

 Mobiltelefon Huawei gross (Asservat Nr. A012'656'030);

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'656'041);

 Laptop HP (Asservat Nr. A012'655'208);

 1 Herrenuhr «Maurice Lacroix» (Asservat Nr. A012'655'184).

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und den 

Lagerbehörden zur Vernichtung überlassen:

 Tupperware mit diversen Hanfsamen (Asservat Nr. A012'655'220);

 1 Portion Marihuana (Asservat Nr. A012'655'231);

 6 Hanfstauden zur Probe aus Grow-Zelt (Asservat Nr. A012'655'286);

 10 Hanfstauden als Probe von 183 (Asservat Nr. A012'655'844);

 5 Hanfstauden als Probe (Asservat Nr. A012'655'855);

 1 Sack mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'913);

 Beutel mit Ecstasy-Pillen gelb (Asservat Nr. A012'655'924);

 1 Beutel Marihuana (Asservat Nr. A012'655'935);

 6 Ecstasy-Pillen gelb (Asservat Nr. A012'655'946);

 3 Portionen MDMA (Asservat Nr. A012'655'957);

 1 Portion Kokain (Asservat Nr. A012'655'968);

 1 Portion Kokain (Asservat Nr. A012'655'979);

 2 Gläser mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'980);

 4 Eimer und 4 Beutel mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'991);

 gebrauchte Latexhandschuhe (Asservat Nr. A012'655'322);

 Marihuana Rückstände (Asservat Nr. A012'655'333);

 10 Hanfstauden zur Probe (Asservat Nr. A012'655'355);

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 getrocknetes Pflanzenmaterial in 5 Vakuumsäcken und 1 schwarzem Folien-

sack, in 1 Kartonkiste (Asservat Nr. A012'653'508);

 getrocknetes Pflanzenmaterial in 2 Vakuumsäcken und 1 schwarzem Folien-

sack, in Kartonkiste (Asservat Nr. A012'653'531);

 27 Marihuana-Mühlen (Asservat Nr. A012'653'542);

 2 SIM-Karten Lyca (Asservat Nr. A012'655'140);

 SIM-Karten-Halterung Swisscom (Asservat Nr. A012'655'151).

8. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 USB-Stick (Asservat Nr. A012'655'117);

 Notizzettel (Asservat Nr. A012'655'139);

 Diverse Dokumente (Asservat Nr. A012'655'173);

 Schwarzer Ordner und schwarze Mappe (Asservat Nr. A012'655'195);

 Schwarze Aktentasche (Asservat Nr. A012'655'242);

 Rechnungen (Asservat Nr. A012'655'377);

 Diverse Unterlagen (Asservat Nr. A012'653'586);

 1 unbekannter Chip blau mit Elephant-Symbol (Asservat Nr. A012'653'644);

 1 Bärenfell mit Kopf (Asservat Nr. A012'656'905);

 1 Raubkatzenfell (Asservat Nr. A012'656'916);

 1 Notizheft mit Abrechnungen (Asservat Nr. A012'655'888);

 Notenzählmaschine (Asservat Nr. A012'655'899).

Werden die Gegenstände vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmächtigten 

Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausver-

langt, werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

9. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der 

Stadtpolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

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 Pistole SLP ERMA, EP-…, .22 Ir, Nr. 1 (Asservat Nr. A012'656'052);

 Pistole SLP Mauser 1914, Kaliber 7.65 Browning, Nr. 2 (Asservat Nr. 

A012'656'074);

 43 Schuss Kaliber .22 Ir in angebrauchter Packung (Asservat 

Nr. A012'656'085).

10. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden die folgenden, unter der 

Polis-Geschäfts-Nr. 69932974 sichergestellten Spuren und Spurenträger eingezo-

gen und vernichtet:

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'962);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat Nr. A012'677'917);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat Nr. A012'677'928);

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'940);

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'951).

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, 

widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 20'000.– zu bezahlen.

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten mit pauschal Fr. 88'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. Es wird vorgemerkt, dass dem Verteidiger bereits drei 

Akontozahlungen im Gesamtbetrag von Fr. 44'283.90 ausgerichtet wurden.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 15'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 2'700.–   Telefonkontrolle;

Fr. 16'544.45   Auslagen;

Fr. 2'500.–   Gerichtsgebühr OG, G.Nr. UB200064-O;

Fr. 88'000.–   Entschädigung amtliche Verteidigung.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 2/5 auferlegt und 

im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.

-   6   -

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 

2/5.

16. (Mitteilungen)

17. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 8 ff.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 94 S. 2; Urk. 112 S. 22; Prot. II S. 19)

"1. A._____ sei des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1, 3, 4 und 5 i.V.m. Art. 19 Z. 2 lit. a und lit. c BetmG sowie 

des Fahrens ohne Fahrberechtigung schuldig zu sprechen. Betreffend die 

weiteren Anklagepunkte sei er freizusprechen.

 2. Er sei mit 22 Monaten Freiheitsentzug und einer Geldstrafe von 50 Tages-

sätzen zu bestrafen.

 3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wie auch der Geldstrafe sei unter Ansetzung 

einer Probezeit von 3 Jahren aufzuschieben.

 4. Im Übrigen sei das erstinstanzliche Urteil, inklusive Regelung der Neben-

folgen im Sinne von Z. 5-8 des Urteilsdispositivs, abgesehen von der Vertei-

lung der Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens und der Untersuchung, zu 

bestätigen.

 5. Auf eine Ersatzforderung sei zu verzichten.

 6. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens seien 

dem Berufungskläger zu 1/8, exklusive derjenigen der amtlichen Vertei-

digung, aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten seien vorläufig, wegen offen-

sichtlicher Uneinbringlichkeit, die Kosten der amtlichen Verteidigung, definitiv 

auf die Staatskasse zu nehmen.

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 7. Die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen."

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 98 S. 2; Urk. 115 S. 1 f.)

"Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft vom 7.3.2023 bezieht sich auf 

Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 5, 11, 14 und 15. Im Übrigen wird beantragt, dass das 

Urteil in Rechtskraft erwachsen soll.

Die genannten Dispositiv-Ziffern sollen folgendermassen abgeändert werden:

«…

1. Der Beschuldigte ist schuldig

- …

- der schweren Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 StGB

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 503 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen 

à Fr. 50.–

4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen.

5. [streichen]

…

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staats als Ersatz für nicht mehr vor-

handenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 560'000 zu bezahlen.

…

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men derjenigen der amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten voll-

ständig auferlegt.

-   8   -

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

in vollem Umfang.

…»

Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Prozessuales

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil wird auf die Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 92 S. 5).

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

12. August 2022 (Urk. 92) meldeten die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte 

fristgerecht Berufung an (Urk. 86 und 87). Nach Zustellung des begründeten Urteils 

am 31. Januar bzw. 2. Februar 2023 (Urk. 91/1 - 2) erfolgte innert Frist die 

Berufungserklärung des Beschuldigten (Urk. 94). Die Staatsanwaltschaft zog die 

Berufung zurück, erklärte jedoch innert angesetzter Frist Anschlussberufung 

(Urk. 95 und 98). 

3. Zur Berufungsverhandlung am 26. Juni 2023 erschienen der Beschuldigte in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers lic. iur. X._____ sowie Staatsanwalt Dr. 

iur. Umberto Pajarola in Begleitung des kaufmännischen ASSTA mbA Jens Rubin 

(Prot. II S. 6). Die Verhandlung wurde zusammen mit der Berufungsverhandlung 

im Verfahren SB220612 (betr. B._____) geführt. Das Verfahren ist spruchreif. 

II. Umfang der Berufung

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen Dispositivziffer 1, Spiegel-

striche 1 und 2 (Schuldspruch betr. Kokainhandel und Gehilfenschaft), Dispositiv-

ziffern 3 und 4 (Freiheitsstrafe und Vollzug), Dispositivziffer 11 (Ersatzforderung) 

und Dispositivziffern 14 und 15 (Kostenauflage und Nachforderungsvorbehalt) 

(Urk. 94 und Urk. 112 S. 22). Die Staatsanwaltschaft moniert die Dispositivziffern 2 

(Freispruch Geldwäscherei), 3 und 5 (Strafe und Vollzug Geldstrafe), 11 (Ersatz-

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forderung) sowie 14 und 15 (Kostenauflage und Nachforderungsvorbehalt) (Urk. 98 

und Urk. 115 S. 1 f.). Demnach ist das vorinstanzliche Urteil vom 12. August 2022 

im übrigen Umfang (Dispositivziffern 1 [Spiegelstriche 3 und 4], 6 - 10 und 12 - 13) 

in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist (vgl. Prot. II 

S. 10).

III. Beweisanträge

Der Beschuldigte wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung seine mit 

Eingabe vom 26. Mai 2023 gestellten Beweisanträge. Dazu wurde der Staatsan-

waltschaft das rechtliche Gehör gewährt, die vollumfänglich auf ihre Stellungnahme 

vom 8. Juni 2023 verwies (Prot. II S. 10-13). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, 

ist der Beschuldigte betreffend den Kokainhandel nur dessen schuldig zu sprechen, 

was er zugegeben hat (Weiterverkauf von 720g Kokaingemisch bzw. 576g reinem 

Kokain aus dem Bunker C._____) und der vorinstanzliche Freispruch von Vorwurf 

der schweren Geldwäscherei ist zu bestätigen. Damit erübrigen sich 

Beweisergänzungen bezüglich der Anklagesachverhalte A und D. Die Beweisan-

träge 2 - 4 (Edition von Daten, Erkenntnissen und Befragung von D._____) sind 

deshalb abzuweisen. Bezüglich des Vorwurfs der Gehilfenschaft zu Kokainhandel 

(Anklagesachverhalt B) beantragte der Beschuldigte schliesslich, es sei ein Gut-

achten über die Frage einzuholen, ob die Software E._____ geeignet sei, Abhör-

massnahmen der Strafuntersuchungsbehörden auf handelsüblichen Handys zu er-

schweren oder zu verunmöglichen (vgl. Urk. 102 S. 2). Es erweist sich als zweck-

mässig, beim Schuldpunkt auf diesen Beweisantrag 1 näher einzugehen.

IV. Schuldpunkt

1. Kokainhandel (Anklagesachverhalt A)

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, von 

zirka Mai 2016 bis Mai 2018 im Auftrag von B._____ wöchentlich Kokainlieferungen 

von je zirka 1 Kilogramm, insgesamt 50 Kilogramm, entgegengenommen und an 

verschiedene Abnehmer weitergegeben zu haben. Ferner soll er in derselben Zeit-

spanne von D._____ 7 bis 8 kg Kokain entgegengenommen und 9 bis 10 kg Kokain 

-   10   -

an diesen übergeben haben. Schliesslich soll er zwischen September 2017 und 

März 2018 von C._____ mindestens 2.6 kg Kokain gekauft haben, davon eine Por-

tion von 500 Gramm im November oder Dezember 2017. Für seine Dienstleistun-

gen habe der Beschuldigte jeweils Kokain erhalten bzw. seien ihm bereits beste-

hende Schulden aus Kokainbezügen erlassen worden (Urk. 54 S. 3).

Die Vorinstanz erachtete dabei einzig im Grundsatz die Anklagesachverhalte A.4 

und A.6. als nachweisbar, und zwar dahingehend, dass der Beschuldigte ins-

gesamt 1'400g Kokaingemisch bei C._____ gekauft habe, wovon er 1'220g (ent-

sprechend 1'085g reines Kokain) weiterverkauft habe. Dabei habe er durch den 

Kokainverkauf einen Gewinn von rund Fr. 10'000.- erzielt. Die übrigen Vorwürfe 

(Anklagesachverhalte A.1 - 3 und A.5) liessen sich gemäss Vorinstanz nicht rechts-

genüglich erstellen (Urk. 92 S. 29 ff.).

1.2. Der Beschuldigte zeigte sich vor Vorinstanz geständig, von C._____ von Mitte 

August 2017 bis 24. April 2018 zirka 900g Kokain gekauft zu haben (Prot. I S. 50). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies er diesbezüglich vollumfänglich auf 

seine früheren Aussagen (Urk. 111 S. 4 ff.). Die Verteidigung argumentierte im Be-

rufungsverfahren, bei der vorliegenden Sachlage sei davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte insgesamt 750 - 950g Kokaingemisch käuflich erworben habe. Davon 

müsse der nachgewiesene Eigenkonsum von mindestens 200g in Abzug gebracht 

werden. Der Beschuldigte sei deshalb für die Weitergabe von 550 - 750g Kokain-

gemisch ins Recht zu fassen. Im darüber hinausgehenden Umfang beanstandete 

die Verteidigung das vorinstanzliche Urteil (Urk. 112 S. 5). Es bleibt deshalb nach-

folgend zu prüfen, in welchem Umfang der Beschuldigte von C._____ Kokain bezog 

(Anklagesachverhalt A.4). Im Übrigen steht der Sachverhalt bezüglich Kokainhan-

del (Anklagesachverhalte Ziff. A.1. - 3. und A.5., Urk. 54 S. 3 f.) nicht mehr zur 

Diskussion, zumal die Staatsanwaltschaft den Schuldpunkt betreffend Verbrechen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz (Urk. 92 Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 1) aus-

drücklich akzeptiert (Urk. 98 S. 2, Urk. 115 S. 1).

1.3. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus dem Verfahren und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Eine strafrechtliche 

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Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hinreichen-

der Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein vernünftiger Zweifel darüber 

bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfene 

Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt, dass das Gericht eine persön-

liche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn die vorliegenden Beweise 

objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeuten, das Gericht aber 

persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrakte theoretische Zweifel 

sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit 

nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn vernünftige Zweifel an der 

Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Die blosse Wahr-

scheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen. Nur wenn sich das 

Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der Existenz noch von 

der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen vermag, kommt 

der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in dubio pro reo" zur Anwen-

dung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel 

(d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen), so muss es den 

Beschuldigten freisprechen. 

1.4. Die Vorinstanz würdigte für die Beurteilung des fraglichen Sachverhaltes die 

Aussagen des Beschuldigten, von D._____, C._____, B._____, F._____ und 

G._____. Ferner zog sie die "Drogenbuchhaltung" und das aufgezeichnete Ge-

spräch zwischen dem Beschuldigten und F._____ vom 20. Mai 2019 in die Beweis-

würdigung mit ein (Urk. 92 S. 8 ff.). 

Sie gelangte dabei zum Ergebnis, dass auf die Aussagen von D._____ und 

C._____ aufgrund von Widersprüchen, Ungereimtheiten und teilweise nicht Nach-

vollziehbarem nicht abzustellen sei (Urk. 92 S. 17 f. und 21 f.). Eine Berücksichti-

gung der Aussagen von G._____ verneinte sie aus dem überzeugenden Grund, 

dass die Zeugin zum fraglichen Zeitraum nichts aussagen konnte (Urk. 92 S. 24). 

Ferner stellte sie zu Recht nicht auf das aufgezeichnete Gespräch zwischen dem 

Beschuldigten und F._____ (Urk. 4/7 - 9) ab. Zutreffend legte sie dar, dass der 

Beschuldigte in jenem Gespräch vor allem seine Freundin F._____ beeindrucken 

wollte. Diese sagte denn auch aus, es sei ein "Blödelabend" gewesen, der Beschul-

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digte habe sie beeindrucken wollen, es sei einfach ein Bluff gewesen (vgl. zusam-

menfassend Urk. 92 S. 23). Für diese Deutung des Gesprächs spricht mit der Vor-

instanz in der Tat auch, dass der Beschuldigte die Verhaftung von B._____ fiktiv 

darstellte und sich seine Äusserungen vage und oberflächlich darstellen (vgl. 

Urk. 92 S. 27 f.). Sodann kommen seine Schilderungen äusserst prahlerisch und 

auf Sensation ausgerichtet daher. Insgesamt erweist sich die Aufzeichnung des 

Gesprächs, wie von der Vorinstanz richtig erwogen, nicht als verlässliches Beweis-

mittel, um für die Sachverhaltserstellung bezüglich der gehandelten Menge ohne 

Weiteres darauf abzustellen. 

Was die Aussagen von B._____ betrifft, so würdigte die Vorinstanz diese vor allem 

im Zusammenhang mit der "Drogenbuchhaltung" (Urk. 92 S. 22 f., S. 26 f. und 

Urk. 4/1). Dazu ist zu erwähnen, dass die Buchhaltung nicht bloss Bezüge von Ko-

kain, sondern auch von Cannabis und MDMA umfasst (vgl. Urk. 92 S. 25). Schliess-

lich gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der Buchhaltung neun Einträge 

zum Kunden "A'._____", mithin dem Beschuldigten, zu entnehmen seien. Dies ist 

soweit unstrittig und stellt sich gemäss Vorinstanz wie folgt dar (Urk. 92 S. 26):

Bezeichnung 
Kunde Datum Menge Geldbeträge

Sept./Okt. 2017 500  Fr. 27'500.– 
10.01.2018 200  Fr. 11'000.– 
- 200  Fr. 8'500.– 
27.01.2018 100  Fr. 5'500.– 
07.02.2018 100  -
16.02.2018 300  -
12.03.2018 400  Fr. 22'000.– 
- 250  Fr. 5'500.– 

A'._____

- 300  Fr. 2'000.– 

Die Vorinstanz schloss letztlich, dass die Aussagen von B._____ nicht zu überzeu-

gen vermögen, wonach der Beschuldigte die 500g Kokain in mehreren Tranchen 

bezogen hätte und deshalb die beiden Einträge à 200g sowie der Eintrag à 100g 

vom 27. Januar 2018 nicht zu zählen seien (Urk. 92 S. 26). Ebenfalls gehe die 

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Argumentation der Verteidigung fehl, dass es sich bei den 500g nicht um Kokain, 

sondern um Marihuana handle. Dies überzeuge aufgrund der Mengen-Preis-Rela-

tion nicht (Urk. 92 S. 27). Hingegen ging die Vorinstanz zu Gunsten des Beschul-

digten davon aus, dass der Eintrag vom 12. März 2018 auch die Einträge vom 

7. und 16. Februar 2018, bei welchen kein Geldbetrag vermerkt sei, miterfasse. 

Zudem sei davon auszugehen, dass es sich bei den letzten beiden Einträgen in 

Anbetracht der Mengen-Preis-Relation und der Aussagen von B._____ nicht um 

Kokainbezüge handle. Es sei somit aufgrund der "Drogenbuchhaltung" erstellt, 

dass der Beschuldigte bei C._____ 1'400g Kokaingemisch bezogen habe (Urk. 92 

S. 25 ff.).

1.5. Dem Fazit der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Bei der sogenannten 

"Drogenbuchhaltung" handelt es sich um diverse handschriftliche Notizen, zum Teil 

in einer Agenda, zum Teil auf losen Blättern (vgl. Urk. 9/4, Anhang). Die Durchsicht 

dieser Buchhaltung zeigt deutlich, dass sie bei Weitem nicht selbsterklärend ist. 

Der nicht eingeweihte Leser kann zum Teil lediglich Mutmassungen treffen, was Art 

des Betäubungsmittels, Menge und geleistete, geschuldete oder abbezahlte 

Beträge betrifft. Der Verfasser der Buchhaltung, C._____, wurde zwar einlässlich 

dazu befragt, was die Vorinstanz zutreffend wiedergegeben hat (vgl. Urk. 92 S. 19 

ff.). Jedoch deponierte er, er sei damals schwer betäubungsmittelabhängig gewe-

sen, sei immer unter Drogen gewesen (bekifft, MDMA, LSD, Kokain), er komme 

heute nicht mehr draus, was er damals aufgeschrieben habe. Er werde daraus nicht 

mehr schlau. Er habe die Leute dreifach aufgeschrieben und so (Urk. 10/12 F/A 21 

und F/A 159). Immerhin deponierte C._____ mehrfach, dass der Beschuldigte nur 

zwei oder drei Mal bei ihm Kokain bezogen habe, er habe aber auch Gras geholt 

(Urk. 9/2 S. 6 und 8), einmal habe er 500g Kokain bezogen (Urk. 9/2 S. 5). Insge-

samt erweisen sich die gesamten Aussagen von C._____ in der Konfrontationsein-

vernahme vom 4. September 2019 (Urk. 9/2) sowie der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 10. Februar 2020 (Urk. 10/12) als sehr indifferent, auf Mutmas-

sungen beruhend und mit vielen Erinnerungslücken durchsetzt. Ob dies auf seinen 

Drogenkonsum oder auf prozesstaktisches Aussageverhalten zurückzuführen ist, 

kann dabei offen gelassen werden. Fest steht, dass seine gemachten Aussagen 

-   14   -

keine verlässlichen und sachdienlichen Anhaltspunkte liefern, wie die Buchhaltung 

verbindlich zu lesen ist. 

Auch die Aussagen von B._____ anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 

27. Januar 2020 (Urk. 9/4), bei welcher er zur Buchhaltung befragt wurde, liefern 

letztlich keine verlässliche und nachvollziehbare Anleitung dazu, wie die "Drogen-

buchhaltung" zu entschlüsseln und verständlich zu lesen ist. Vielmehr zeigen sich 

die Aussagen, wenn auch vordergründig zum Teil einlässlich, doch als auswei-

chend und mehr verwirrend als klärend. Für die Sachverhaltserstellung muss diese 

"Buchhaltung" deshalb mit Zurückhaltung gewürdigt werden und dort, wo Zweifel 

bestehen, sind die Angaben zu Gunsten des Beschuldigten zu interpretieren. Be-

züglich der von B._____ zusammen mit seiner Verteidigung erstellten Analyse der 

Buchhaltung vom 7. Januar 2020 ist ferner festzuhalten, dass B._____ offensicht-

lich ein Interesse daran hat, die Kokainmenge als möglichst gering darzustellen. 

Zudem gelingt es ihm nicht nachvollziehbar darzulegen, welche systematischen 

Prinzipien seiner Interpretation der Buchhaltung zugrunde liegen. Schliesslich ist 

auch nicht verständlich, weshalb er anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 

27. Januar 2023 nicht auf seine umfangreiche Interpretation der Buchhaltung ein-

ging, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte (vgl. Urk. 9/4). Zumindest kann 

festgehalten werden, dass B._____ einräumte, dass der Beschuldigte zwischen 

Ende August/Anfang September 2017 und März 2018 insgesamt 900g Kokain bei 

C._____ bezogen hatte, was er anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte. Der 

Rest sei CBD und Gras gewesen (Urk. 9/4 S. 5 f., Prot. I S. 21). 

In Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" (Art. 10 Abs. 3 StPO) ist für den 

vom Beschuldigten günstigeren Sachverhalt auszugehen, mithin von seinem 

Geständnis, von C._____ 900g Kokaingemisch bezogen zu haben. Darauf ist für 

die rechtliche Würdigung und die Sanktion abzustellen. 

Zu bestätigen ist die Vorinstanz in ihrem Ergebnis, dass der Beschuldigte von dem 

von C._____ bezogenen Kokain in der fraglichen Zeit 180 Gramm selber 

konsumierte und den Rest, vorliegend nun korrigiert 720 Gramm, an vier bis fünf 

Kollegen weiterverkaufte (vgl. Urk. 92 S. 30). 

-   15   -

1.6. Hinsichtlich des gekauften Kokaingemischs durch den Beschuldigten konnten 

keine Betäubungsmittel sichergestellt werden, weshalb bezüglich des reinen 

Drogenwirkstoffs ein Beweisproblem besteht. Gemäss Rechtsprechung des 

Bundesgerichts darf vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass die 

Drogen von mittlerer Qualität sind, solange es keine Hinweise auf eine besonders 

reine oder gestreckte Substanz gibt (vgl. BGE 138 IV 100 E. 3.5 mit Hinweisen). 

Die Staatsanwaltschaft ging in der Hauptverhandlung von einem Reinheitsgehalt 

von 90% aus, die Verteidigung von 80% und die Vorinstanz argumentierte mit 

einem "bei Grossmengen üblichen, durchschnittlichen Wirkstoffgehalt" von 89%. 

Dabei stellte sie fest, dass das im Drogenbunker in H._____ sichergestellte Kokain 

einen höheren Wirkstoffgehalt von 92% bzw. 94% aufwies (Urk. 92 S. 30 f.).

Das Heranziehen von Durchschnittswerten ist im vorliegenden Fall zulässig und 

angezeigt. Die Vorinstanz argumentierte mit einem bei Grossmengen üblichen 

Wert, ohne dabei auf eine Quelle oder eine Praxis zu verweisen. Zu Gunsten des 

Beschuldigten ist deshalb nicht auf die von der Vorinstanz festgelegten 89%, 

sondern auf die vom Beklagten zuerkannte Reinheit von 80% abzustellen. Von 

diesem Reinheitsgehalt ist für die weiterverkaufte Menge von 720g Kokaingemisch 

auszugehen, mithin von 576g reinem Kokain.

1.7. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt betreffend Kokainhandel korrekt rechtlich 

gewürdigt (Urk. 92 S. 34 ff.), was vom Beschuldigten anerkannt (vgl. Urk. 94 S. 2, 

Urk. 112 S. 22) und selbstredend auch bei einer Menge von 576g reinem Kokain 

nach wie vor zutreffend ist. Der Beschuldigte ist somit des Verbrechens gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen.

2. Gehilfenschaft zu Kokainhandel (Anklagesachverhalt B)

2.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten unter diesem Anklagesach-

verhalt vor, B._____ von zirka 2016 bis zirka Mai 2018 in seinem Kokainhandel 

-   16   -

unterstützt zu haben, indem er für diesen und dessen Gruppierung vier oder fünf 

Mobiltelefone mit einer besonderen Verschlüsselungssoftware (E._____), soge-

nannte Kryptohandys, beschafft und für diese Geräte auch regelmässig Updates 

durchgeführt sowie defekte Geräte ersetzt habe. Der Beschuldigte habe gewusst, 

dass durch die von ihm installierte Software der Zugriff der Strafverfolgungsbehör-

den sowohl auf Kommunikationsdaten als auch auf gespeicherte Daten in den Mo-

biltelefonen erschwert bzw. verunmöglicht werde, was den Drogenhandel erleich-

tere (Urk. 54 S. 4).

2.2. Die Vorinstanz gelangte aufgrund des Geständnisses des Beschuldigten 

sowie einer einlässlichen Auseinandersetzung mit der Argumentation der Vertei-

digung zum Schluss, dass der Anklagevorwurf erfüllt sei. Wobei sie den fraglichen 

Zeitraum zu Recht darauf einschränkte, dass die Übergabe der Handys erst ab 

April/Mai 2017 begonnen habe (Urk. 92 S. 31 ff.). 

2.3. Der Beschuldigte ist mit dem Schuldspruch der Vorinstanz nicht einverstan-

den und liess den Tatvorwurf bestreiten. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

machte er geltend, dass die Handys nicht ihm gehört hätten und er lediglich die 

Software darauf installiert und die Handys anschliessend wieder zurückgegeben 

habe. Weiter gab er zu, dass er davon ausgehen musste, dass die Handys für den 

Drogenhandel benutzt werden (Urk. 111 S. 6 und 8). Die Verteidigung begründete 

die Berufung damit, dass der Beschuldigte die fraglichen Handys weder beschafft 

noch mit SIM-Karten ausgerüstet habe. Der Beschuldigte habe an die Wirksamkeit 

seiner Installationen geglaubt. Jedoch sei nicht erwiesen, dass die fraglichen 

Installationen zu einer Beeinträchtigung der Überwachungsmassnahmen der 

Untersuchungsbehörden geführt hätten, weshalb die fraglichen Handlungen als 

straflose versuchte Gehilfenschaft zu qualifizieren sei (Urk. 94 S. 2, Urk. 112 

S. 6 ff.).

2.4. Vom Beschuldigten wird nicht in Abrede gestellt, auf den fraglichen Handys 

die Software E._____ installiert zu haben, an deren Wirksamkeit geglaubt zu haben 

und davon ausgegangen zu sein, dass die präparierten Handys für den 

Drogenhandel benutzt werden. Was der Beschuldigte aus der Argumentation, er 

habe die Handys und SIM-Karten nicht organisiert, ableiten will, ist nicht ersichtlich. 

-   17   -

Der entscheidende Vorwurf der Staatsanwaltschaft unter diesem Anklagesachver-

halt ist, dass der Beschuldigte E._____ installierte und Updates durchführte. Die 

Vorinstanz setzte sich sodann bereits ausführlich mit der Argumentation sowie den 

Vorbringen des Beschuldigten auseinander und hielt insbesondere fest, dass laut 

dem Beschuldigten B._____ ihn gefragt habe, ob er Möglichkeiten für verschlüs-

selte Kommunikation kenne, worauf er B._____ E._____ angeboten habe (Urk. 8/6 

F/A 51 f., vgl. Urk. 92 S. 33). Diese Erwägung der Vorinstanz ist korrekt und zu 

übernehmen. Es bestehen daher keine Zweifel, dass B._____ den Beschuldigten 

explizit nach Kryptohandys fragte und der Beschuldigte daraufhin auf den fragli-

chen Handys die Software E._____ installierte. Weiter erwog die Vorinstanz, dass 

es sich bei E._____ auch um eine Verschlüsselungssoftware handle, gehe selbst 

aus dem vom Verteidiger angeführten "Fachartikel" hervor. Es liege auf der Hand, 

dass die Installation und Aktualisierung von Verschlüsselungssoftware den Zugriff 

der Strafverfolgungsbehörden auf die Daten von Mobiltelefonen zumindest er-

schwerten. Es könne deshalb vorliegend offen bleiben, wie sicher die Software tat-

sächlich gewesen sei und inwiefern sie im konkreten Fall geeignet gewesen sei, 

Abhöraktionen zu verhindern. Ebenfalls nicht erheblich sei, dass die Software kos-

tenlos im Internet zur Verfügung gestanden habe. Auch diese Erwägungen der Vor-

instanz sind korrekt und zu übernehmen, ebenso das Fazit, dass der Anklagesach-

verhalt grundsätzlich erstellt sei. Ergänzend ist anzumerken, dass B._____ bestä-

tigte, wonach ihm der Beschuldigte 4 bis 5 hacksichere Handys gegeben habe. 

Abhörsicher seien sie jedoch nicht gewesen. Die Mobiltelefone hätten er (B._____), 

D._____ und C._____ benutzt (Urk. 9/4 S. 8). Weiter ist in Wiederholung der Prä-

sidialverfügung vom 16. Juni 2023 (Urk. 106) nochmals darauf hinzuweisen, dass 

aus den öffentlich zugänglichen Quellen im Internet klar hervorgeht, dass E._____ 

OS eine Verschlüsselungssoftware für handelsübliche Smartphones und Tablet-

PCs ist. Sie bietet insbesondere eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der SMS-

Kommunikation (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/E._____OS und https://de.wiki-

pedia.org/wiki/Kryptohandy). Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt dafür, 

dass nur Sender und Empfänger die Nachrichten lesen können. Die zu übertragen-

den Daten werden vom Sender verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder ent-

schlüsselt. In der Konsequenz bedeutet dies eine Erschwerung des Zugriffs von 

-   18   -

Dritten auf die entsprechenden Daten. Im Schlussbericht der Polizei vom 25. Juli 

2019 wird überdies erwähnt, dass ein Mobiltelefon mit der Software E._____ OS 

bestückt gewesen sei, was die Datenauswertung durch die Polizei massiv er-

schwert habe (Urk. 11/3 S. 9). Im Übrigen geht aus der Webseite von E._____ 

dasselbe hervor wie aus Wikipedia. Die Software E._____ wird damit beworben, 

dass sie insbesondere Handys vor Hackerangriffen schützt (vgl. 

https://E._____.co/android/docs/technical_overview/). Damit bestehen keine 

rechtserheblichen Zweifel daran, dass E._____ den Zugriff der Strafverfolgungsbe-

hörden auf die Daten der Handys zumindest erschweren kann. Folglich erübrigt es 

sich auch, ein Gutachten zu dieser Frage einzuholen. Ferner wären die Handlungen 

des Beschuldigten selbst wenn E._____ den Zugriff der Strafverfolgungsbehörden 

auf die Handydaten nicht tatsächlich erschwert hätte, als Gehilfenschaft zu qualifi-

zieren, wie nachfolgend bei der rechtlichen Würdigung zu zeigen sein wird. Der 

Beweisantrag des Beschuldigten auf Einholung eines Gutachtens zur Frage, ob 

E._____ geeignet sei, Abhörmassnahmen der Strafuntersuchungsbehörden zu er-

schweren oder zu verunmöglichen, ist folglich abzuweisen.

2.5. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Sachverhalt betreffend 

Gehilfenschaft zum Kokainhandel erstellt ist, wobei der Zeitraum auf April/Mai 2017 

bis zirka Mai 2018 einzuschränken ist. 

2.6. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten zu Recht als mehrfache 

Gehilfenschaft zu Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und c BetmG gewürdigt, 

worauf verwiesen wird (Urk. 92 36). Zutreffend legte sie dar, dass die Verschlüsse-

lungssoftware den Zugriff der Strafverfolgungsbehörden zumindest erschwerte, 

was die Erfolgschance des von B._____ betriebenen Kokainhandels erhöht habe. 

Dieser kausale Beitrag ist ohne Weiteres hinreichend, um von einer Gehilfenschaft 

auszugehen, zumal die fragliche Straftat durch den Gehilfen lediglich gefördert zu 

werden braucht. Selbst wenn die Handlungen des Beschuldigten den Zugriff der 

Strafverfolgungsbehörden nicht tatsächlich erschwert hätten, hätte er mit dem Zur-

verfügungstellen und Installieren der vermeintlich wirksamen Software B._____ 

und dessen Gruppierung zumindest im Tatentschluss bestärkt und diesen damit 

-   19   -

die Durchführung der Straftaten erleichtert. Ergänzend ist sodann festzuhalten, 

dass der Beschuldigte gemäss erstelltem Sachverhalt nicht nur auf mehreren Han-

dys E._____ installierte, sondern auch mehrere Updates durchführte (Urk. 8/6 F/A 

52 und 138). Damit liegen mehrere Handlungen vor, weshalb auf mehrfache Gehil-

fenschaft zu erkennen ist.

3. Geldwäscherei (Anklagesachverhalt D)

3.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten vom Vorwurf der schweren 

Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 lit. b und c StGB frei. Sie gelangte 

zum Schluss, dass bezüglich der Geldübergaben und des Verbrauchs kein tatbe-

ständliches Handeln vorliege und der Vorwurf hinsichtlich des Versteckens dem 

Anklagegrundsatz nicht genüge (Urk. 92 S. 42 ff.).

3.2. Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen Anschlussberufung und argumen-

tierte, die rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz zur Strafbarkeit der angeklagten 

Geldwäschereihandlungen seien grösstenteils unzutreffend. Wer Drogenerlös in 

bar weitergebe, transportiere, verbrauche, umwandle oder ins Ausland transferiere, 

erfülle grundsätzlich den Tatbestand der Geldwäscherei, weil durch diese Hand-

lungen die Einziehung des Drogenerlöses gefährdet sei. Im Übrigen liege keine 

Verletzung des Anklageprinzips betreffend das Verstecken von Drogenerlös vor. 

Vorliegend sei unklar, welchen Teil des Geldes der Beschuldigte verbraucht und 

welchen Teil er versteckt habe. Es liege im Wesen des Versteckens, dass dieses 

nicht entdeckt werde, weshalb diese Tathandlung nicht näher beschrieben werden 

könne. Insgesamt liege ein Fall schwerer (gewerbs- und bandenmässiger) Geld-

wäscherei vor. Entsprechend beantragt die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung 

wegen schwerer Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 StGB (Urk. 98 S. 2, 

Urk. 115 S. 2 f.).

3.3. Die Vorinstanz legte überzeugend dar, weshalb der Anklagevorwurf im 

Zusammenhang mit den Geldübergaben nicht tatbeständlich ist und folglich kein 

-   20   -

strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt (Urk. 92 S. 43). Diesem Ergebnis kann 

ohne Weiterungen gefolgt werden.

Es ist nochmals darauf hinzuweisen, dass sich nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB wegen 

Geldwäscherei strafbar macht, wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die 

Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten 

zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Verbrechen oder 

einem qualifizierten Steuervergehen herrühren. Tathandlung der Geldwäscherei ist 

jeder Vorgang, der geeignet ist, die Ermittlung, die Auffindung oder die Einziehung 

von kontaminierten Vermögenswerten zu vereiteln. Bei der blossen Verlängerung 

einer Geldspur ("paper trail") liegt in der Regel keine Geldwäscherei vor (vgl. 

BGE 144 IV 172 E. 7.2.2). Nicht in den Anwendungsbereich der Norm fallen sodann 

das blosse Annehmen und Aufbewahren deliktisch erlangter Vermögenswerte 

sowie die Vernichtung von Werten (vgl. dazu: Donatsch/Thommen/Wohlers, 

Strafrecht IV, 5. Auflage, S. 504; BSK STGB-Pieth, Art. 305bis N 45).

3.4. Die Staatsanwaltschaft brachte in der Berufungsverhandlung keinerlei 

stichhaltigen Argumente vor, weshalb die von ihr in der Anklage formulierten 

einfachen Geldübergaben entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen, der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sowie der Lehre dennoch tatbeständlich sein 

sollten. Was den pauschalen Vorwurf des Versteckens betrifft, so wird dieser dem 

Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 StPO sowie den Anforderungen an die Anklage-

schrift (Art. 325 Abs. 1 StPO) nicht gerecht. Insbesondere räumte die Staatsanwalt-

schaft selber ein, dass unklar ist, welchen Teil des Drogenerlöses der Beschuldigte 

wie versteckt haben soll (vgl. E. IV.3.2.). Eine nähere Prüfung dieses Vorwurfs ist 

somit nicht möglich.

3.5. Allerdings ist der Staatsanwaltschaft dahingehend zu folgen, dass nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Verbrauch von verbrecherisch erlangten 

Vermögenswerten eine tatbestandsmässige Geldwäschereihandlung darstellt. 

Durch den Verbrauch wird einerseits klar die Einziehung vereitelt. Andererseits gilt 

es der ratio legis des Geldwäschereitatbestands Rechnung zu tragen: Diesem liegt 

wie der Einziehung der Leitgedanke zugrunde, dass sich strafbares Verhalten nicht 

lohnen darf. Der Geldwäscher muss durch den Verbrauch der verbrecherisch 

-   21   -

erlangten Vermögenswerte (bzw. deren Surrogate) die legale Gegenleistung nicht 

erbringen, die für den Konsum dieser Verbrauchsgüter angefallen wäre. Das 

Verbrechen hätte sich demzufolge gelohnt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_219/2021 vom 19. April. 2023 E. 6.4.2.).

3.6. Dieser Anklagevorwurf wurde in der Anklageschrift wie folgt formuliert: Der 

Beschuldigte soll zwischen Mai 2016 und Mai 2019 einen durch Betäubungsmittel-

handel (Kokain und Marihuana) erzielten Umsatz von mindestens Fr. 1.2 Mio. 

verbraucht und versteckt haben (Urk. 54 S. 5). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass 

der konkret verbrauchte Deliktserlös quantifiziert werden können muss. So räumte 

die Staatsanwaltschaft selber ein, dass unklar sei, welchen Teil des Drogenerlöses 

der Beschuldigte verbraucht habe (vgl. E. IV.3.2.). Zudem kann naturgemäss nur 

der erzielte Nettoerlös (Gewinn) und nicht der Bruttoerlös (Umsatz) verbraucht 

werden. Insbesondere wären die erfolgten Zahlungen bzw. Schuldentilgungen des 

Beschuldigten beim Betäubungsmittellieferanten vom Bruttoerlös abzuziehen 

gewesen. Der konkrete Gewinn, welcher der Beschuldigte erzielt und anschlies-

send verbraucht haben soll, geht weder aus der Anklageschrift noch aus den 

Vorbringen der Staatsanwaltschaft hervor. Es hätte ein konkret erzielter Gewinn 

benannt werden müssen, wie der vom Beschuldigten anerkannte Gewinn von 

Fr. 5.– bis Fr. 10.– Gewinn pro Gramm verkauftes Kokain (Prot. I S. 44).

3.7. Zusammenfassend ist der Freispruch der Vorinstanz zu bestätigen. 

V. Sanktion

1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 4 Jahren Freiheitsstrafe (unter 

Anrechnung der Haft von 503 Tagen) sowie einer bedingten Geldstrafe von 

50 Tagessätzen à Fr. 50.-, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren.

2. Die Verteidigung stellte dagegen im Berufungsverfahren den Antrag, der 

Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten zu bestrafen und der 

Vollzug sei unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aufzuschieben. Die 

Geldstrafe blieb unangefochten (Urk. 94 S. 2, Urk. 112 S. 22). Demgegenüber 

beantragte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung eine Freiheitsstrafe 

-   22   -

von 8 Jahren sowie eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 50.-, wobei beide 

Strafen zu vollziehen seien (Urk. 98 S. 2, Urk. 115 S. 1).

3. Zum anwendbaren Strafrahmen und den allgemeinen Grundsätzen der 

Strafzumessung wird vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen (Urk. 92 S. 45 ff.). Korrekt sind sodann die Erwägungen der Vorinstanz zur 

Strafart, namentlich, dass für den Tatbestand des Fahrens ohne Berechtigung im 

vorliegenden Fall die Geldstrafe der Freiheitsstrafe vorzuziehen ist (Urk. 92 S. 46), 

was im Übrigen sowohl von der Verteidigung als auch der Staatsanwaltschaft 

akzeptiert wird. 

4.1. Zunächst ist mit der Vorinstanz für das Verbrechen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz betreffend Kokainhandel die Einsatzstrafe festzulegen. Zur objektiven 

Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwischen September 2017 und 

März 2018 900g Kokaingemisch bei C._____ kaufte. Davon konsumierte er 180 

Gramm selber und verkaufte 720 Gramm (mithin 576g reines Kokain) an vier bis 

fünf Kollegen. Weiter hielt die Vorinstanz mit zutreffenden Argumenten zur 

objektiven Tatschwere fest, dass es sich bei Kokain um eine harte Droge mit 

gesundheitsgefährdender und schnell abhängigkeitserzeugender Wirkung handelt, 

darauf wird verwiesen. Überdies handelte der Beschuldigte mit einer Menge, die 

um ein Vielfaches über dem Grenzwert für eine schweren Fall liegt, was es eben-

falls straferhöhend zu berücksichtigen gilt (vgl. dazu BGer 6B_294/2010 vom 

15. Juli 2010 E. 3.3.2). Abgesehen von der verkauften Menge ist das Tatvorgehen 

des Beschuldigten nicht besonders zu gewichten. Er handelte vielmehr als ein-

facher, unabhängiger Dealer und hatte gemäss erstelltem Sachverhalt keine 

Funktion in der Organisation um B._____. In subjektiver Hinsicht hat sich der Be-

schuldigte das direktvorsätzliche Handeln und seine eigennützige, finanzielle Moti-

vation anrechnen zu lassen. Zudem wäre es ihm freigestanden, jederzeit mit dem 

Kokainverkauf aufzuhören, auch wenn er damit teilweise seinen eigenen Konsum 

finanzierte. Eine unausweichliche Notlage, die ihn in die Delinquenz getrieben oder 

darin gehalten hätte, ist jedenfalls nicht auszumachen. Seine mutmassliche Kokain-

abhängigkeit wird sodann im Rahmen der Täterkomponente zu berücksichtigen 

sein. 

-   23   -

Insgesamt ist von einem noch leichten Verschulden auszugehen und die Einsatz-

strafe bei einem Strafrahmen von 1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe auf 3 Jahre fest-

zusetzen. 

4.2. Was die Gehilfenschaft zum Kokainhandel betrifft, hielt die Vorinstanz korrekt 

fest, dass der Beschuldigte durch sein Handeln den Kokainhandel von B._____ 

unterstützte, welcher von Mai 2016 bis Mai 2018 mit einer Menge von 14.74 kg 

reinem Kokain handelte. Ebenfalls zutreffend präzisierte sie, dass die Übergabe 

der Mobiltelefone seitens des Beschuldigten erst ab April/Mai 2017 erfolgten. Was 

die hierarchische Stellung des Beschuldigten betrifft, ist davon auszugehen, dass 

er keine tragende und entscheidende Rolle inne hatte, sondern viel mehr als Zu-

dienender eingesetzt wurde. Das Vorgehen war zudem nicht besonders raffiniert 

oder setzte spezielle Kenntnisse voraus, vielmehr hätte diese Aufgabe jede eini-

germassen computeraffine Person ausführen können. In subjektiver Hinsicht ist 

das direktvorsätzliche Handeln zu berücksichtigen sowie die egoistische Motivation 

des Beschuldigten, zumal er für seine Dienstleistung mit Kokain entschädigt wurde 

bzw. mit einem Schuldenerlass aus seinen bereits getätigten Kokainkäufen. Zutref-

fend ist seine Rolle als Gehilfe strafmindernd zu berücksichtigen. Der Drogenhan-

del hätte schliesslich auch ohne das Handeln des Beschuldigten stattgefunden.

Im Ergebnis ist von einem leichten Verschulden und – entgegen der Vorinstanz – 

von einer Strafe von 6 Monaten auszugehen bzw. ist die Einsatzstrafe in Anwen-

dung des Asperationsprinzips um 3 Monate zu erhöhen.

4.3. Die Vorinstanz erwog im Zusammenhang mit dem Cannabishandel zur objek-

tiven Tatschwere richtig, dass der Beschuldigte während eines Zeitraums von über 

einem Jahr mit insgesamt 35.2 kg Marihuana und 100g Haschisch handelte, wobei 

er einen Gewinn von rund Fr. 17'500.- erzielte. Ferner sei er dabei professionell 

vorgegangen und sei sowohl in der Produktion als auch im Vertrieb tätig gewesen. 

Zu seinen Gunsten sei zu berücksichtigen, dass Cannabis eher ein geringes Sucht- 

und Gefährdungspotential aufweise. Dieser Herleitung kann uneingeschränkt 

gefolgt werden. Ebenso ist bei der subjektiven Tatschwere korrekt, dass der 

Beschuldigte mit direktem Vorsatz und aus rein egoistischen, mithin finanziellen 

Beweggründen handelte (urk. 92 S. 49). Zwar wiegt das Tatverschulden insgesamt 

-   24   -

noch leicht, jedoch ist – entgegen der Vorinstanz – aufgrund der erheblichen 

kriminellen Energie des Beschuldigten von einer Strafe von 18 Monaten auszuge-

hen. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips rechtfertigt sich die Erhöhung 

der Einsatzstrafe um 12 Monate.

4.4. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-

lichen Verhältnisse des Beschuldigten zutreffend angeführt (Urk. 92 S. 49 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte er, die Geschäftsführerfunktion bei 

der I._____ GmbH infolge psychischer Probleme abgegeben zu haben und neu bei 

diesem Unternehmen als Leiter Verkauf angestellt zu sein. Er erziele einen Lohn 

von monatlich Fr. 3'500.– bis Fr. 3'700.– und habe Schulden in Höhe von ungefähr 

Fr. 60'000.–. Er sei nach wie vor mit seiner Freundin F._____ zusammen und lebe 

derzeit kostenlos bei seiner Mutter (Urk. 111 S. 1 ff.). Der Beschuldigte führte in der 

Untersuchung aus, pro Monat 20g Kokain konsumiert zu haben, was eine Abhän-

gigkeit indiziert. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Pro-

tokoll, nach einem erfolgreichen Entzug keine Drogen mehr zu konsumieren und 

weiterhin arbeitstätig zu sein (Urk. 111 S. 2 f.). Der Drogenkonsum bzw. die ge-

wisse Drogenabhängigkeit im Tatzeitraum ist somit mit 3 Monaten strafmindernd 

zu berücksichtigen. Gerade noch vertretbar ist sodann die Würdigung der Vorin-

stanz, dass die Vorstrafen des Beschuldigten bei der Strafzumessung vorliegend 

nicht ins Gewicht fallen (Urk. 92 S. 50). Schliesslich hat sich die Vorinstanz aus-

führlich und differenziert zum Nachtatverhalten und zu den vom Beschuldigten be-

reits vor Vorinstanz aufgeworfenen – und im Berufungsverfahren wiederholten – 

(weiteren) Punkten geäussert. Darauf wird grundsätzlich verwiesen (Urk. 92 S. 50 

ff.). Soweit die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung erneut eine un-

zulässige Verfahrenstrennung monierte (Urk. 112 S. 18 ff.), ist nochmals Folgen-

des festzuhalten: Mit der Durchführung von abgekürzten Verfahren betreffend meh-

rere Mitbeschuldigte (D._____, J._____ und K._____) besteht ein sachlicher Grund 

für eine Verfahrenstrennung. Zudem wurden die Untersuchungen gegen die ver-

schiedenen Beschuldigten zu unterschiedlichen Zeitpunkten angehoben und auf-

grund der unterschiedlichen Stellungen der Beschuldigten in der Drogenhandels-

gruppierung in ungleichen Geschwindigkeiten vorangetrieben. Weiter hätte auf-

grund der grossen Zahl von Delikten und Mitbeschuldigten die gemeinsame Bewäl-

-   25   -

tigung rein faktisch Schwierigkeiten bereit. Schliesslich wurden die Beschuldigten 

miteinander konfrontiert, weshalb keine Verletzung der Teilnahmerechte ersichtlich 

ist. Aufgrund des Gesagten liegt keine unzulässige Verfahrenstrennung vor. Entge-

gen der Auffassung, welche der Beschuldigte zu vertreten scheint, besteht kein 

Recht auf Verhaftung solange Untersuchungsmassnahmen für eine sorgfältige 

Sachverhaltsabklärung sachlich notwendig erscheinen (vgl. BGer 7B_1/2021 vom 

10. Juli 2023 E. 4.2.). Dass die Untersuchungsbehörden im vorliegenden Fall die 

Untersuchungsmassnahmen unnötig und übermässig lange hinausgezögert hät-

ten, um Delinquenzvorwürfe künstlich auszuweiten oder die Verteidigungsrechte zu 

schmälern, ist weder dargetan noch ersichtlich. Was die Geständnisse des Be-

schuldigten betrifft, ist abweichend von der Vorinstanz festzuhalten, dass betref-

fend die Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Kokain- und Cannabis-

handel) ein solides umfassendes Geständnis vorliegt. Auch wenn vor allem das 

Geständnis betreffend den qualifizierten Kokainhandel überwiegend prozesstak-

tisch motiviert erscheint, ist im Verhalten und in den Aussagen des Beschuldigten 

immerhin eine gewisse Reue und Einsicht in das Unrecht der Taten ersichtlich. Den 

Vorwurf der mehrfachen Gehilfenschaft zu Verbrechen gegen das Betäubungsmit-

telgesetz bestritt er indes bis zuletzt. Insgesamt lassen die überwiegenden Ge-

ständnisse eine Strafreduktion im Bereich von rund einem Fünftel als angemessen 

erscheinen. Sie sind somit mit 9 Monaten strafmindernd zu berücksichtigen.

4.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte somit für das Verbrechen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz betreffend Kokainhandel, die mehrfache Gehilfenschaft zu 

Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Verbrechens gegen das 

Betäubungsmittelgesetz betreffend Cannabishandel mit einer Freiheitsstrafe von 

3 Jahren und 3 Monaten zu bestrafen. Davon sind durch Haft und vorzeitigen 

Strafvollzug bereits 503 Tage erstanden, was anzurechnen ist (Art. 51 StGB). Ein 

bedingter oder teilbedingter Vollzug einer Freiheitsstrafe in dieser Höhe ist gesetz-

lich nicht vorgesehen (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 StGB). 

5. Die Strafzumessung hinsichtlich des Fahrens ohne Berechtigung wurde von 

der Vorinstanz korrekt und angemessen vorgenommen (Urk. 92 S. 54 f.) und ist zu 

bestätigen. Ebenso gerechtfertigt ist aufgrund der persönlichen und wirtschaftlichen 

-   26   -

Verhältnisse die Tagessatzhöhe von Fr. 50.–. Ferner kann mit der Vorinstanz das 

Fehlen einer ungünstigen Prognose – gerade noch – bestätigt werden, zumal eine 

Wirkung der zu vollziehenden Freiheitsstrafe zu erwarten ist (vgl. Urk. 92 S. 55 f.). 

Eine Probezeit von 3 Jahren ist angemessen.

VI. Ersatzforderung

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten aufgrund des Kokain- und des 

Cannabishandels gestützt auf Art. 71 StGB zur Leistung einer Ersatzforderung von 

Fr. 20'000.– (Urk. 92 S. 59 und 64).

2. Der Beschuldigte appellierte dagegen und beantragte, es sei auf eine Ersatz-

forderung zu verzichten. Die Verteidigung begründete die Berufung zusammenge-

fasst damit, dass eine Ersatzforderung die sehr positive berufliche Entwicklung des 

Beschuldigten in den vergangenen vier Jahren gefährden würde (Urk. 94 S. 2 und 

Urk. 112 S. 22 f.). Demgegenüber verlangte die Staatsanwaltschaft mit ihrer 

Anschlussberufung, der Beschuldigte sei zu verpflichten, eine Ersatzforderung von 

Fr. 560'000.– zu bezahlen. Als Argument führte sie ins Feld, es sei auf den vom 

Beschuldigten erzielten Umsatz und nicht auf den Gewinn abzustellen. Vorliegend 

sei mit einer Menge von 50 kg Kokain zu rechnen, welche einen Umsatz von ins-

gesamt Fr. 500'000.– generiert habe. Dazu kämen Fr. 60'000.–, welche aus dem 

Verkauf des Marihuanas stammten. Den Gesamtbetrag von Fr. 560'000.– habe der 

Beschuldigte an den Staat abzuführen (Urk. 98 S. 2, Urk. 115 S. 7). 

3. Sind die der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhan-

den, so erkennt das Gericht auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe 

(Art. 71 Abs. 1 StGB). Das Gericht kann jedoch von einer Ersatzforderung ganz 

oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die 

Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 71 Abs. 2 

StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beruht die Einziehung und 

-   27   -

auch die Ersatzforderung auf dem grundlegenden sozialethischen Gedanken, dass 

sich strafbares Verhalten nicht lohnen darf (BGE 137 IV 305 E. 3.1).

In BGE 141 IV 317 E. 5.8.2 fasste das Bundesgericht die Literatur und Rechtspre-

chung zu der von der Staatsanwaltschaft aufgeworfenen Netto-/Bruttofrage zusam-

men. Jenem Entscheid lässt sich entnehmen, dass für an sich rechtmässige und 

nur in der konkreten Ausrichtung rechtswidrige Verhaltensweisen das Nettoprinzip 

gelten soll. Demgegenüber spricht sich das Bundesgericht bei generell verbotenen 

Verhaltensweisen für das Bruttoprinzip aus. Bei solchen Fällen soll auch der Abzug 

der Kosten der eigentlichen Straftat bei der Berechnung der Ersatzforderung 

ausser Betracht fallen. Die Anwendung des Nettoprinzips brachte das Bundes-

gericht demgegenüber wiederholt bei blossen Übertretungen zur Anwendung 

(vgl. BSK StGB-Baumann, Art. 70/71 N 34, BGE 141 IV 317 E. 5.8.2 m.w.H.). 

4. Es besteht keine Veranlassung, vorliegend von der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung und damit vom Bruttoprinzip abzuweichen. Der Beschuldigte 

erzielte seinen Umsatz ausschliesslich durch eine rechtswidrige Verhaltensweise 

in Form eines mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz und 

nicht etwa nur einer Übertretung. 

5. Der Beschuldigte verkaufte einerseits 760g Kokaingemisch an diverse Abneh-

mer. Gemäss seinen eigenen Angaben verlangte er für 1 Gramm Fr. 65.– (Urk. 8/4 

F/A 64), was einem gesamten Umsatz von Fr. 49'400.– entspricht. Sodann erzielte 

er für die 35.2 kg Marihuana einen Umsatz von Fr. 218'240.– (ausgehend von 

einem Preis von durchschnittlich Fr. 6'200.- pro Kilogramm, vgl. Urk. 8/6 F/A 33 f.). 

Der für die 100g Haschisch erzielte Umsatz ist nicht mehr eruierbar (vgl. Urk. 111 

S. 4 ff.), aber aufgrund dessen vermutungsweise bescheidener Höhe auch ver-

nachlässigbar. Demnach resultiert ein Umsatz von total Fr. 267'640.–, für welchen 

Betrag vom Beschuldigten grundsätzlich eine Ersatzforderung gemäss Art. 71 

Abs. 1 StGB zu leisten wäre. Jedoch ist – mit der Vorinstanz – in Anwendung von 

Art. 71 Abs. 2 StGB auf die Wiedereingliederung des Beschuldigten sowie auf seine 

finanziellen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Der Beschuldigte ist 32 Jahre alt 

und hat Schulden in Höhe von Fr. 60'000.–. Auch wenn er einen erfolgreichen 

Entzug hinter sich hat und heute keine Drogen mehr konsumiert, ist er heute noch 

-   28   -

psychisch belastet, was ihn dazu bewogen hat, seine Funktion als Geschäftsführer 

aufzugeben und sich im selben Unternehmen als Mitarbeiter anstellen zu lassen. 

Er erzielt einen Lohn von monatlich Fr. 3'500.– bis Fr. 3'700.– (vgl. E.V.4.4.). 

Zudem wird er für eine gewisse Zeit wieder in den Strafvollzug eintreten müssen. 

Der Betrag von Fr. 267'640.– würde vor diesem Hintergrund eine enorme finanzielle 

und psychische Belastung darstellen, sodass die ernsthafte Gefahr bestünde, dass 

der Beschuldigte beruflich scheitert bzw. seine positive berufliche Entwicklung 

zunichtegemacht wird, und die Motivation, sich deliktsfrei in die Gesellschaft zu 

integrieren, schmälern. Jedoch kann dem noch relativ jungen Beschuldigten zuge-

mutet werden, im Laufe der Jahre einen Betrag von Fr. 90'000.– zu leisten, weshalb 

er dazu zu verpflichten ist.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.1. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich mit der Kostenauflage an den Beschuldig-

ten im Umfang von 2/5 sowie dem Nachforderungsvorbehalt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO, ebenfalls im Umfang von 2/5 (vgl. Urk. 92 Dispositivziffer 14 und 15), 

nicht einverstanden und beantragt, die Kosten der Untersuchung und des gericht-

lichen Verfahrens seien dem Beschuldigten vollständig aufzuerlegen und die Nach-

forderung habe in vollem Umfang zu erfolgen (Urk. 98 S. 2, Urk. 115 S. 2 und 7). 

1.2. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung; vorbehalten bleibt 

Art. 135 Abs. 4 StGB (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

1.3. Der Beschuldigte wurde grösstenteils schuldig gesprochen. Einzig bezüglich 

des Vorwurfs der Geldwäscherei erfolgte ein Freispruch (Urk. 92 Dispositivziffer 2), 

jedoch hat der Beschuldigte insgesamt durch sein deliktisches Verhalten die Ein-

leitung und Durchführung des aufwändigen Strafverfahrens verursacht. Es sind ihm 

-   29   -

deshalb die Kosten im Umfang von 4/5 aufzuerlegen. Selbiges hat für den Rück-

forderungsvorbehalt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO zu gelten. 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG).

2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seinen Anträgen teilweise, die Staatsanwaltschaft vollständig. Es rechtfer-

tigt sich deshalb, in Gewichtung der Anträge, die Kosten des Berufungsverfahrens 

(exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung) dem Beschuldigten zu 1/3 aufzuer-

legen und die verbleibenden 2/3 auf die Gerichtskasse zu nehmen.

3. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand 

von rund 41.5 Stunden plus Barauslagen im Betrag von Fr. 220.10 geltend 

(Urk. 114). Dieser Aufwand ist ausgewiesen und angemessen. Zusätzlich zu 

berücksichtigen sind 5 Stunden für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung 

und weitere 4 Stunden für die Teilnahme an der mündlichen Urteilseröffnung, das 

Studium des begründeten Berufungsentscheids und die Nachbesprechung mit dem 

Beschuldigten. Es resultiert somit ein ausgewiesener und angemessener Aufwand 

von 50.5 Stunden (41.5 Stunden + 5 Stunden + 4 Stunden). Somit ist die amtliche 

Verteidigung mit insgesamt gerundet Fr. 12'202.– (inkl. Barauslagen von Fr. 220.10 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rückzahlungs-

pflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 1/3 gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 12. August 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

-   30   -

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 […],

 […],

 des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. a, b und c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG (Cannabis-

handel) sowie

 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 SVG.

2.-5. […]

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 3. September 

2020 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 18'556.– sowie die folgenden Gegenstände 

werden eingezogen, verwertet und – soweit ausreichend zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet:

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'655'253);

 Mobiltelefon Blackberry (Asservat Nr. A012'655'264);

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'655'275);

 Mobiltelefon Huawei gross (Asservat Nr. A012'656'030);

 Mobiltelefon Huawei (Asservat Nr. A012'656'041);

 Laptop HP (Asservat Nr. A012'655'208);

 1 Herrenuhr «Maurice Lacroix» (Asservat Nr. A012'655'184).

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und den 

Lagerbehörden zur Vernichtung überlassen:

 Tupperware mit diversen Hanfsamen (Asservat Nr. A012'655'220);

 1 Portion Marihuana (Asservat Nr. A012'655'231);

 6 Hanfstauden zur Probe aus Grow-Zelt (Asservat Nr. A012'655'286);

 10 Hanfstauden als Probe von 183 (Asservat Nr. A012'655'844);

 5 Hanfstauden als Probe (Asservat Nr. A012'655'855);

 1 Sack mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'913);

 Beutel mit Ecstasy-Pillen gelb (Asservat Nr. A012'655'924);

 1 Beutel Marihuana (Asservat Nr. A012'655'935);

 6 Ecstasy-Pillen gelb (Asservat Nr. A012'655'946);

-   31   -

 3 Portionen MDMA (Asservat Nr. A012'655'957);

 1 Portion Kokain (Asservat Nr. A012'655'968);

 1 Portion Kokain (Asservat Nr. A012'655'979);

 2 Gläser mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'980);

 4 Eimer und 4 Beutel mit Marihuana (Asservat Nr. A012'655'991);

 gebrauchte Latexhandschuhe (Asservat Nr. A012'655'322);

 Marihuana Rückstände (Asservat Nr. A012'655'333);

 10 Hanfstauden zur Probe (Asservat Nr. A012'655'355);

 getrocknetes Pflanzenmaterial in 5 Vakuumsäcken und 1 schwarzem Folien-

sack, in 1 Kartonkiste (Asservat Nr. A012'653'508);

 getrocknetes Pflanzenmaterial in 2 Vakuumsäcken und 1 schwarzem Folien-

sack, in Kartonkiste (Asservat Nr. A012'653'531);

 27 Marihuana-Mühlen (Asservat Nr. A012'653'542);

 2 SIM-Karten Lyca (Asservat Nr. A012'655'140);

 SIM-Karten-Halterung Swisscom (Asservat Nr. A012'655'151).

8. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 USB-Stick (Asservat Nr. A012'655'117);

 Notizzettel (Asservat Nr. A012'655'139);

 Diverse Dokumente (Asservat Nr. A012'655'173);

 Schwarzer Ordner und schwarze Mappe (Asservat Nr. A012'655'195);

 Schwarze Aktentasche (Asservat Nr. A012'655'242);

 Rechnungen (Asservat Nr. A012'655'377);

 Diverse Unterlagen (Asservat Nr. A012'653'586);

 1 unbekannter Chip blau mit Elephant-Symbol (Asservat Nr. A012'653'644);

 1 Bärenfell mit Kopf (Asservat Nr. A012'656'905);

 1 Raubkatzenfell (Asservat Nr. A012'656'916);

 1 Notizheft mit Abrechnungen (Asservat Nr. A012'655'888);

 Notenzählmaschine (Asservat Nr. A012'655'899).

-   32   -

Werden die Gegenstände vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmächtigten 

Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausver-

langt, werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

9. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

3. September 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der 

Stadtpolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 Pistole SLP ERMA, EP-…, .22 Ir, Nr. 1 (Asservat Nr. A012'656'052);

 Pistole SLP Mauser 1914, Kaliber 7.65 Browning, Nr. 2 (Asservat Nr. 

A012'656'074);

 43 Schuss Kaliber .22 Ir in angebrauchter Packung (Asservat Nr. A012'656'085).

10. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden die folgenden, unter der Polis-

Geschäfts-Nr. 69932974 sichergestellten Spuren und Spurenträger eingezogen und 

vernichtet:

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'962);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat Nr. A012'677'917);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat Nr. A012'677'928);

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'940);

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat Nr. A012'677'951).

11. […]

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten mit pauschal Fr. 88'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. Es wird vorgemerkt, dass dem Verteidiger bereits drei Akon-

tozahlungen im Gesamtbetrag von Fr. 44'283.90 ausgerichtet wurden.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 15'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 2'700.–   Telefonkontrolle;

Fr. 16'544.45   Auslagen;

Fr. 2'500.–   Gerichtsgebühr OG, G.Nr. UB200064-O;

Fr. 88'000.–   Entschädigung amtliche Verteidigung.

14.-15. […]

16. [Mitteilungen]

-   33   -

17. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig

 des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

(Kokainhandel),

 der mehrfachen Gehilfenschaft zu Verbrechen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a, b und c BetmG und Art. 25 StGB (Kokainhandel).

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der schweren Geldwäscherei im Sinne 

von Art. 305bis Ziff. 2 lit. b und c StGB freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe 

(wovon 503 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeiti-

gen Strafvollzug erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 50 Tages-

sätzen zu Fr. 50.–. 

4. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr 

vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 90'000.– zu 

bezahlen. 

6. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens und der Untersuchung, mit Aus-

nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zu 4/5 dem Beschul-

digten auferlegt und im verbleibenden Umfang von 1/5 auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 4/5 einstweilen 

und zu 1/5 definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

-   34   -

pflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 4/5 

bleibt vorbehalten. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 12'202.–   amtliche Verteidigung

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu 1/3 dem Beschuldigten auferlegt und zu 

2/3 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden zu 1/3 einstweilen und zu 2/3 definitiv auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 1/3 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (übergeben)
sowie in vollständiger Ausfertigung an
 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten
 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
 das Bundesamt für Polizei fedpol
 das Bundessamt für Polizei, Meldestelle für Geldwäscherei MROS
 die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten

-   35   -

 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG).

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 26. Juni 2023

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Hunziker

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe 

definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. 

Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.