# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5c9ece3-d676-59ae-ab9e-f9792de97b27
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Befristete Rentenzusprache infolge vollständiger Arbeitsunfähigkeit aufgrund Operation rechtens. Danach wieder 100 % in angepasster Tätigkeit arbeitsfähig und damit kein Rentenanspruch mehr ausgewiesen. Abweisung. (BGE 8C_851/2015)
**Docket/Reference:** IV.2015.00158
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00158.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00158
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
22. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
arbeitundversicherung.ch, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 10, Postfach 106, 8700 Küsnacht ZH
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1961
, war
seit dem
3.
April 1995 bei
der
Y.___
AG,
Z.___
,
als Lagerist
tätig
(vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.1
und
Ziff.
2.8
)
. Am 2
5.
April 2012 meldete er sich
unter Hinweis auf
eine bei einem
U
nfall am
1
3.
Juni 2008 erlittene Fussverletzung und einen daraus resultierenden
Knie
scha
den
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab, zog Akten der S
chweizerischen Unfallversicherungsanstalt (S
UVA
)
bei (
Urk.
7/12,
Urk.
7/21,
Urk.
7/25,
Urk.
7/41
) und
sprach dem Versicherten nach
durchgeführt
em
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
7/47,
Urk.
7/56
)
mit Verfügung vom
6.
Januar 2015
rückwirkend
ein
e vom
1.
März bis 3
0.
November 2013 befristete ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/
63 und
Urk.
7/65
=
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
4.
Februar 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
Januar 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei ihm
eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100
%
für die ganze Dauer der Invalidität
zuzusprechen
, eventuell sei eine Ver
weistätigkeit aufgrund eines polydisziplinären medizinischen Gutachtens zu er
mitteln
,
und bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei ein Leidensabzug von 25
%
zu gewähren. In prozessualer Hinsicht beantragte er
,
die Akten des Falles UV.2014.00082 seien zuzuziehen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
März 2015 (
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 2
3.
März 2015 zur Kenntnis gebracht und der
Beizug
der Akten des Verfahrens Nr. UV.2014.00
0
82
(nachfolgend: UVG-Akten)
bestätigt (
Urk.
8
).
3.
Das unfallversicherungsrechtliche Verfahren UV.2014.00082 wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsun
fä
hig
keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
de
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
the
tischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kom
mens
vergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
be
ginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begrün
dete in ihrer Verfügung (
Urk.
2
Begründung
) die vom
1.
März bis 3
0.
November 2013 befristete
Zusprache
ein
er ganzen In
validenrente damit,
s
eit der kreisärztlichen Untersuchung der SUVA vom 1
6.
Oktober 2012 seien dem Beschwerdeführer angepasste wechselbelastende Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar. Mittels einer solchen Tätigkeit könnte der Beschwerdeführer ein
einen
Rentenanspruch ausschliessendes
Einkommen erzielen. Seit der Rückfallmeldung bei der SUVA Ende Februar
2013
sei der Beschwerdeführer erneut vom 1
8.
März bis 2
8.
August 2013 zu 100
%
arbeits
unfähig
gewesen
. Da die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70
%
bereits im April 2011 abgelaufen sei, könne ihm die ganze Rente ab
1.
März 2013 ausgerichtet werden.
Seit dem Austritt aus der Klinik
A.___
am 2
8.
August 2013 sei wieder von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen (S. 2). Da der Invaliditätsgrad seit dem 2
8.
August 2013 unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch mehr, damit erfolge die Aufhe
bung der Rente per Ende November 201
3.
Von den vorgebrachten
Fussschmer
zen
und Rückenschmerzen seien keine weiteren funktionellen Einschränkungen auf die Leistungsfähigkeit zu erwarten.
Bei den
vorgebrachten psychischen Beschwerden handle es sich nicht um eine langandauernde Erkrankung, die eine Invalidität au
s
zulösen vermöge
(S. 3)
.
Hinsichtlich des
Valideneinkommens
seien Überstunden im Rahmen eines Durchschnittswerts der vergangenen Jahre zu berücksichtigen. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht zu gewähren (S. 4).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
obschon aktenkundig sei, dass er unter unfallbedingten Rückenschmerzen, unter Fussbeschwerden und unter einer seit 2012 bekannten psychischen Problematik
leide, seien weitere Abklärungen nicht getätigt worden. Dass die psychiatrische Behandlung erst im November 2013 begonnen worden sei, sei darauf zurück
zuführen, dass er vorher keinen Termin bekommen habe. Die
Beschwerdegeg
nerin
habe sich ausschliesslich auf die SUVA-Akten gestützt. Da die SUVA
weder
die psy
chiatrische
noch
die Rückenproblematik als unfallkausal aner
kannt habe, habe sie keine weiteren Abklärungen getätigt
,
und es wäre an der Beschwerdegegnerin gewesen,
solche
vorzunehmen. Die Fussproblematik sei bei der bestehenden Knieproblematik untergegangen und weder die SUVA noch die Beschwerdegegnerin hätten diesbezüglich Abklärungen vorgenommen (S. 7
f.
Ziff.
2.2.3). Indem
einfach das Zumutbarkeit
sprofil der SUVA übernommen worden sei
, sei nicht die gesamte gesundheitliche Problematik einbezogen wor
den
. Schon aus psychiatrischer Sicht sei er zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 8
Ziff.
2.3).
Betreffend das
Valideneinkommen
sei eine durchschnittliche
Überzeitentschädi
gung
berücksichtigt worden, was so akzeptiert werde. Hingegen sei die
Erfolgs
beteiligung
von 8
%
nicht berücksichtigt worden (S. 11 f.
Ziff.
3.2). Da das Invalideneinkommen aufgrund des Zumutbarkeitsprofil
s
des SUVA-Kreisarztes berechnet worden sei, sei dieses nicht massgebend. Da bereits aus psychiatri
scher Sicht
keine Arbeitsfähigkeit in keiner Verweistätigkeit mehr
vorliege, sei
das Invalideneinkommen gleich Null
(S. 12 f.
Ziff.
3.2.1).
Allenfalls sei ein
lei
dens
bedingter
Abzug von 25
%
zu gewähren (S. 13 f.
Ziff.
3.2.2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführer auf eine Invaliden
rente
sowie die Rechtmässigkeit der Rentenbefristung
und in diesem Zusammenhang auch die Frage, ob die medizinische Aktenlage unter
Beizug
der
UVG-
Akten eine abschliessende Beurteilung zulässt.
3.
3.1
Hausarzt
Dr.
B.___
stellte in seinem Bericht vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/13) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Status nach Variationsosteotomie Knie rechts, 2
9.
November 2011
-
Status nach Kniearthroskopie mit
Débridement
vorderes Kreuzband (
VKB
)
-Ganglion
-
Staus nach posttraumatischer
Valgusgonarthrose
rechts
-
Status nach VKB-Ruptur
-
Status nach medialer Seitenbandruptur
-
Status nach
Valgisationstrauma
am 1
3.
Juni 2008
Dr.
B.___
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 1
6.
August 2008 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am
6.
Juni 2012 erfolgt (
Ziff.
1.2). Der Beschwerdeführer habe bei der Arbeit am 1
3.
Juni 2008 ein
Rotations
trauma
am rechten Knie erlitten und leide unter Belastungs- und
Bewegungs
schmerzen
nach mehrmaligen operativen Eingriffen. Prognostisch werde es zur Zunahme der posttraumatischen Gonarthrose kommen (
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe aufgrund der Belastungs- und
Bewe
gungsschmerzen
vom 1
3.
Juni bis 2
9.
Juli 2008 und erneut vom 2
1.
April bis 2
7.
April 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Erneut habe vom 1
5.
September 2010 bis 1
3.
Juni 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestan
den und vom 2
1.
Juli 2011 bis 2
0.
Mai 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Seit dem 2
1.
Mai 2012 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
1.6-1.7)
.
In etwa sechs bis acht Wochen sei die Aufnahme einer
behinderungsangepass
ten
Tätigkeit im Umfang von 50
%
möglich, demnach etwa ab
1.
Juli 2012 (
Ziff.
1.7 und 1.9).
3.
2
Die Ärzte der
Klinik C.___
stellten in ihrem Bericht vom
2
0.
September 2012 (
Urk.
7/20
) nach Konsultation des Beschwerdeführers in der
Kniesprech
stunde
vom 1
1.
September 2012 folgende Diagnosen (S. 1):
-
persistierende Schmerzen und Instabilität des Knies rechts bei
-
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
(
Surfixplatte
Femur
rechts) am 2
1.
Mai 2012 bei störendem
Osteosynthesematerial
-
Status nach
Varisationsosteotomie
(mediale
femorale
distale
Varisati
onsosteotomie
;
Surfix
,
biplanare
Osteotomie) Knie rechts am 2
9.
November 2010
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit
Débridement
VKB-Ganglion
-
Status nach posttraumatischer
Valgusgonarthrose
Knie rechts mit/bei
-
Status nach VKB-Ruptur
-
Status nach medialer Seitenbandruptur
-
Status nach
Valgisationstrauma
bei der Arbeit am 1
3.
Juni 2008
Die Ärzte führten aus, der Patient sei von seinem Hausarzt bei persistierender Schmerzsymptomatik nach den oben genannten Eingriffen zugewiesen worden. Er berichte, dass er noch immer an Schmerzen im Bereich des medialen und late
ralen Kniegelenkes leide. Ausserdem klage er über eine Instabilität des Knie
gelenkes, indem er jeweils bei entsprechenden Bewegungen mit dem Knie nach innen knicke (S. 1).
Es
bestünden einerseits Schmerzen im Rahmen der fortge
schrittenen,
arthroskopisch
verifizierten Knorpelschädigung des lateralen Kom
partiments, welche klinisch auch gut auslösbar seien
,
jedoch auch eine
medial
betonte
Beschwerdesymptomatik von einer anderen Qualität, sowie eine sympto
matische Instabilität. Bei noch deutlich vorhandenem
Rehabilitations
potenzial
sei einerseits eine erneute Serie von Physiotherapie angeordnet wor
den, andererseits empfohlen worden, eine
Donjoy
-Schiene zu tragen (S. 2).
3.
3
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Chirurgie, führte nach Untersuchung des Beschwerdeführers am 1
6.
Oktober 2012 in seinem gleichen
tags verfassten
Bericht (
Urk.
7/21/9-
20
) aus, laut Angaben des Versicherten habe die Operation insgesamt nicht viel gebracht. Nach der Metallentfernung habe er immer noch Schmerzen bei Belastung im rechten Kniegelenk aber auch eine Instabilität aussen. Darum habe er eine Stabilisationsschiene bekommen, welche er immer trage und mit welcher er an Stabilität und Mobilität gewonnen habe. Er könne etwa eine Stunde gehen, dann habe er Schmerzen im Bereich der Narbe innen sowie auf der Aussenseite des Kniegelenkes. Das Sprunggelenk sei beim Unfall auch betroffen gewesen. Sobald er längere Zeit gehe oder belas
te schwelle dieses an. Untersuchungen seien jedoch nie durchgeführt wor
den. In der letzten Zeit bemerke er auch Schmerzen in der rechten Hüfte (S. 3 unten f.).
Laut Beschwerdeführer habe dieser einen Arbeitsversuch durchgeführt, diesen aber nach wenigen Tagen wieder abgebrochen, weil das Knie geschwollen gewesen sei. Bei seiner Arbeit habe er Metallrohre bis zu meh
reren Du
t
zend Kilogramm anheben
und auch in e
inem Hochregal bis sieben Meter
auf Leite
rn die Reserverohre herunterhol
en müssen, indem er sie an ein
en Kran angehängt habe. Er müss
e trittsicher sein, da er auch auf gelagerten, eingefetteten Rohren habe gehen müssen. Der Beschwerdeführer habe 17 Jahre in derselben Firma gearbeitet, nun aber die Kündigung erhalten, da er diese Arbeit kaum mehr auf
nehmen könne (S. 4 unten).
Dr.
D.___
führte aus, das rechte Sprunggelenk zeige eine erhaltene Kontur. Über dem
Malleolus
lateralis
bestehe eine gefüllte Varize, die ausdrückbar sei, ansonsten unauffällige Verhältnisse. Die flächige Narbe sei reizlos und indolent. Es bestünden eine freie Beweglichkeit im Sprunggelenk und ein straffer, suffizi
enter Bandapparat. Das Sprunggelenk sei
palpatorisch
indolent (S. 6 Mitte). Der 51-jährige Lagerist/Maschinist sei am 1
3.
Juni 2008 beim Umräumen von Kol
benstangen am rechten Bein durch einen rutschenden Stapel getroffen worden. Es sei eine Fuss-OSG-Kontusion rechts und ein
Valgisationstrauma
des rechten Beines festgestellt worden. Die oberflächliche offene Verletzung am rechten OSG sei problemlos abgeheilt bei reizloser Narbe. Es seien nie mehr Untersu
chungen durchgeführt worden, und die heutige klinische Untersuchung ergebe keine pathologischen Befunde (S. 8
Ziff.
5).
Das rechte Kniegelenk zeige eine leichte Belastungsintoleranz. Der Beschwerde
führer habe belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen. Es bestehe ein unwesentlich beeinträchtigter Bewegungsumfang in Endstellung und eine
erhebliche Knieinstabilität des VKB und medialen Seitenbandes. Bildgebend zeig
ten sich eine vordere VKB-Ruptur, eine mediale Seitenbandruptur und eine
Valgusgonarthrose
mit Knorpelschädigung.
Dr.
D.___
führte aus, dass bereits bei Unfallereignis eine
Valgusgonarthrose
bestanden habe, welche für die defi
nitive Schädigung zu einem Drittel berücksichtigt werden müsse (S. 9 Mitte).
Am rechten Sprunggelenk bestünden keine Folgen des Unfallereignisses und die Narbe sei reizlos und abgeheilt, etwas flächig ausgebildet. Der Beschwerdeführer habe über Hüftbeschwerden rechts geklagt. Ohne wesentliches Hinken und bei symmetrischen Wirbelsäulenwippen sei dies nicht im Zusammenhang mit dem Unfallereignis einzuordnen (S. 11 oben).
Zur Arbeitsunfähigkeit führte
Dr.
D.___
aus, ein Arbeitsversuch an der bisheri
gen Stelle mit schweren Gewichtsbelastungen und Leiternsteigen sowie Gehen auf unebenem Untergrund habe nach wenigen Tagen wohl
gerechtfertigterweise
abgebrochen werden müssen. Nach jahrelanger
Lageristentätigkeit
sei eine ähn
liche Arbeit wieder denkbar
, dies
a
m ehesten in einer Werkhalle ohne wesentli
ches Treppensteigen oder
Leiternarbeit
mit der Möglichkeit
,
auch teilweise sit
zende Tätigkeiten durchzuführen (S. 11 Mitte). Dem Beschwerdeführer seien wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitlich und vollschichtig zumutbar. Er könne
kurzstreckig
gehen und statisch 10 bis 15 kg heben. Stehen sei ohne aus
schliessliche Belastung des rechten Beines möglich
.
Er könne pro Arbeitszeit mehrere Male 100 bis 200 Meter gehen. Kurzzeitige sitzende Anteile im Umfang von einem Viertel der Arbeitszeit seien empfehlenswert. Nicht zumutbar seien kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, kräftiges Abstützen, Vibrationen, Schläge, repetitives Treppensteigen,
Leiternarbeit
, Gerüstarbeit und Gehen aus
schliesslich auf une
benem Untergrund (S. 11 unten).
3.
4
Dr.
med.
E.___
, Oberarzt,
Klinik C.___
, nannte in sei
nem Bericht vom 1
1.
Juli 2013 (
UVG-Akten
Urk.
10/177/4-5) zusätzlich zu den bisher gestellten Diagnosen einen Status nach medialer/
posteromedialer
Rekon
struktion des rechten Knies am 1
8.
März 2013 bei medialer Knieinstabilität rechts mit Schmerzen. Als Nebendiagnosen nannte er eine arterielle Hypertonie und eine Depression. Der Patient habe berichtet, dass es ihm nicht gut gehe und er unter starken Schmerzen leide, welche im medialen Gelenkaspekt sowie auch lateral lokalisiert würden. Zudem fühle er auch eine Instabilität (S. 1 f.). Er könne ohne Knie-
Brace
nicht gehen.
Dr.
E.___
führte aus, aktuell bestehe ein protrahierter Verlauf, jedoch mit deutlicher Verbesserung der Beweglichkeit im Vergleich zu der Voruntersuchung anfangs Mai. Nach wie vor bestehe ein klares Rehabilitationsdefizit, welches durch eine intensive Physiotherapie angegangen
werden sollte. Die Arbeitsunfähigkeit zu 100
%
sei weitergeführt bis 3
1.
August 2013 (S. 2).
Auf entsprechende Anfrage (vgl.
UVG-Akten
Urk.
10/177/1-2) führte
Dr.
E.___
ebenfalls am 1
1.
Juli 2013
aus (
vgl. UVG-Akten
Urk.
10/177/3), es handele sich um eine komplexe Situation mit mehreren Voreingriffen in der Vergangenheit. Bei der am 1
8.
März 2013 durchgeführten Bandrekonstruktion handle es sich ebenfalls um einen grösseren Eingriff. Aktuell sei noch nicht der zu erwartende Endzustand nach dieser Operation erreicht, und damit könne die Frage, ob die Operation zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt habe, auch noch nicht beantwortet werden. Das vom Kreisarzt am 1
6.
Oktober 2012 formulierte Zumutbarkeitsprofil habe sich durch die Operation nicht verändert. Aktuell erscheine jedoch eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit verfrüht, da der Rehabilitationsprozess nach der Operation Mitte März noch nicht abgeschlossen sei.
3.
5
Die Ärzte der
Klinik A.___
stellten in ihrem nach Aufenthalt des Beschwer
deführers vom 3
1.
Juli bis 2
8.
August 2013 verfassten Austrittsbericht  vom
4.
September 2013 (
UVG-Akten
Urk.
10/186) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Unfall vom 1
3.
Juni 2008: Fuss geriet unter rutschende Kolbenstangen; Kontusion Knie rechts
-
2
9.
November 2010
Varisationsosteotomie
Knie rechts (
Surfix
,
biplanare
Osteotomie), Kniearthroskopie rechts mit
Débridement
VKB-Ganglion
-
2
1.
Mai 2012
Osteosynthesematerialentfernung
Knie rechts
-
1
8.
März 2013 Operation: mediale/
posteromediale
Rekonstruktion Knie rechts
-
2.
Juli 2013 Sprechstunde, Klinik
C.___
: aktuell besteh
t
ein protra
hierter Verlauf, jedoch mit deutlicher Verbesserung der Beweglichkeit im Vergleich zur Voruntersuchung a
nfangs Mai. Nach wie vor besteht
ein klares Rehabilitationsdefizit, welches durch intensive Physiothera
pie angegangen werden soll. Tragen der
Genu
MC Schiene ab sofort bei Bedarf
-
rezidivierende Lumbalgie
-
2
2.
Juli 2013 MRI der Lendenwirbelsäule (LWS): Bei
Osteochondrose
der LWS finde
t
sich eine flache, zirkuläre
Bandscheibenprotrusion
bei L2/3 und eine rechts
mediolaterale
bis
foraminale
Bandscheiben
protrusion
bei L5/S1 mit möglicher Affektion der Wurzel L5 rechts
foraminal
und mit Riss des
Anulus
fibrosus
. Kein Bandscheibenvor
fall, keine relevante Spinalkanal- und
Neuroforamenstenose
-
bekannte mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), teilremittiert
-
Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0), möglicher
weise als sekundäre Folge der Depression zu betrachten, teilremittiert
-
Adipositas BMI II (BMI 37 kg/m
2
)
Die Ärzte führten aus, als Probleme beim Austritt hätten belastungs- und
bewe
gungsabhängige
Knieschmerzen rechts, eine Kraftminderung der
kniestabilisie
renden
Muskulatur rechts, ein Instabilitätsgefühl bei medialer Aufklappbarkeit und eine eingeschränkte Gehfähigkeit sowie eine mässige Symptomausweitung bestanden (S. 2 oben). Letztere sei teilweise auf eine psychische Störung zurück
zuführen. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkung lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den
Leistungs
tests
und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Die festge
stellte psychische Störung begründe aktuell eine leichte arbeitsrelevante
Leis
tungsminderung
. Insgesamt sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit positiv auf die Psyche des Beschwerdeführers aus
wirken würde. Zu beachten sei jedoch, dass nach wie vor Panikattacken aufträ
ten, aber wesentlich seltener. Er könne sich mittlerweile aber durch Atem- und Muskelentspannungstechniken zwar rascher wieder erholen, initial wäre den
noch auf die verminderte Stresstoleranz Rücksicht zu nehmen, zum Beispiel durch vermehrte Pausen (S. 2 unten).
Die berufliche Tätigkeit als Lagerist sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumut
bar. Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ihm jedoch ganztags zu
mutbar. Betreffend das rechte Knie sei eine wechselbelastende Tätigkeit zumut
bar, welche kein Gehen auf unebenem Gelände, keine wiederholte Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und Hocken, sowie kein Leitersteigen und kein repetitives Treppensteigen beinhalte (S. 3 oben).
Die Ärzte führten aus, nach einer weiteren Serie Physiotherapie inklusive MTT bis etwa Mitte Oktober 2013 seien die Arbeitssuche und der Fallabschluss zu empfehlen (S. 3 Mitte).
Gesamthaft betrachtet könne man aufgrund der Diagnosen sowie der klinischen und radiologischen Befunde die Kniebeschwerden und die
Funktionseinschrän
kun
gen
rechts zwar in ihrer Lokalisation, jedoch nicht in ihrer Intensität erklä
ren. Der Patient sollte mit Orthese stockfrei laufen können. Es sei ihm leider nicht gelungen, den Stock abzubauen. Er gebe an, Angst davor zu haben zu stürzen. Bei mässiger Symptomausweitung hätten die erwarteten Fortschritte nicht erzielt werden können. Der Patient habe die Aufklappbarkeit zumindest in
der Untersuchungssituation und in der Therapie immer wieder provoziert. Es sei ihm geraten worden, dies zu unterlassen. Bei mässiger Symptomausweitung müsse aus
rehabilitiver
Optik von eventuell weiteren Operationen dringend ab
geraten werden, nach einer weiteren Serie ambulanter Physiotherapie sollte bei stationärem Verlauf der Fall abgeschlossen werden (S. 4 oben).
Der Beschwerdeführer sei während seines stationären Aufenthaltes regemässig psychotherapeutisch betreut worden. Er sei gegenüber der psychologischen Unterstützung sehr offen gewesen und habe diese gerne in Anspruch genom
men. Im Verlauf hätten sich die depressiven Symptome reduziert, der Beschwer
deführer habe aufgestellter gewirkt, und die Frequenz der Panikattacken habe von mehrmals täglich auf maximal eine pro Tag abgenommen. Der Patient habe gelernt, mit Hilfe der instruierten Techniken gut damit umzugehen (S. 4 Mitte). Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm hät
ten auf eine mässige Symptomausweitung hingewiesen. Die Beschreibung der Schmerzen sei wenig differenziert gewesen, und das Leistungsverhalten sei als schlecht zu beurteilen (S. 4 unten).
Zusammenfassend habe keine wesentliche Verbesserung der
Schmerzproblema
tik
erreicht werden können. Die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit habe beim Training nicht wesentlich gesteigert werden können. Bezüglich der Beweglichkeit im rechten Knie habe insgesamt eine leichte Verbesserung erzielt werden können. Das arbeitsrelevante Problem sei das rechte Knie mit medialer Instabilität, wobei die Beschwerden durch eine mässige Symptomausweitung überlagert würden (S. 5 oben).
3.6
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 2
1.
Oktober 2013 (
UVG-Akten
Urk.
10/194) aus, seit der letz
ten kreisärztlichen Beurteilung vom 1
6.
Oktober 2012 könne eine wesentliche Veränderung nicht gesehen werden. Es finde sich zwar eine leichte Verbesse
rung der Flexion, jedoch auch eine minimale Verschlechterung der Extension des Kniegelenkes. Die Aufklappbarkeit medial sei ebenfalls etwas vermindert. Dennoch bestehe noch eine Knieinstabilität, so dass der Patient weiterhin die
Donjoy
-Schiene trage. Eine Muskelatrophie habe schon anlässlich der
kreisärzt
lichen
Untersuchung bestanden. Gesamthaft könne unfallbedingt somit nicht von einer massgebenden Veränderung ausgegangen werden. Zwischenzeitlich sei eine depressive Episode diagnostiziert worden, über deren Wertigkeit
kreis
ärztlicherseits
jedoch nicht geurteilt werden könne (S. 4
Ziff.
3).
Zu der Frage, ob die vom Versicherten geklagten Rücken- und
Sprunggelenks
beschwerden
rechts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1
3.
Juni 2008 zurückzuführen seien, führte
Dr.
F.___
aus, die Verletzungen am
OSG seien gemäss der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2012 fol
genlos abgeheilt, und im Bereich des Rückens fänden sich bildgebend lediglich degenerative Veränderungen, welche nicht unfallbedingt seien (S. 4 unten f.).
Dr.
F.___
führte aus, in Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 1
6.
Oktober 2012 ergäben sich keine Änderungen. Auch im Austrittsbericht der
Klinik A.___
finde sich ke
ine anderslautende Beurteilung (S. 5 Mitte).
3.
7
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
stellte in seinem Bericht vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
7/53 =
Urk.
3/3
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), aktuell teilweise remittiert
-
Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0), aktuell teil
weise remittiert
Dr.
G.___
führte aus, im Herbst 2012 habe
sich der Beschwerdeführer
erst
mals auf Anraten des Hausarztes
Dr.
B.___
in seiner Praxis gemeldet. Zu einem ersten Termin sei es bereits am 2
9.
November 2013 gekommen. Der Pati
ent habe ein ausgeprägtes depressives Syndrom gezeigt, welches eine intensive ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung gebraucht habe. Unter einer konsequenten Behandlung sei es bereits im Frühling 2013 zu einer Symptomreduktion gekommen (S. 1 unten). Nach einer Knieoperation sei es zu einer Symptomverschlechterung gekommen, welche sich während des Reha-Auf
enthaltes in
A.___
mit Panikattacken zugespitzt habe. Nach dem Reha-Aufenthalt habe die
Medikamentation
angepasst werden müssen, da der Patient zu den depressiven Symptomen auch Angstzustände aufgewiesen habe. In der Folge sei es zu einer langsamen leichten Besserung der Symptome gekommen (S. 1 unten f.).
Dr.
G.___
führte aus, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall psychisch unauffällig und arbeitsam gewesen. Nach dem Unfall habe er stark gegen die Unfallfolgen gekämpft und gehofft, dass er wieder einmal arbeiten könne. Als er aber realisiert habe, dass er seine bisherige Arbeitsfähigkeit verloren habe, sei es bei ihm zu einer psychischen Dekompensation gekommen. Somit könne das oben beschriebene psychische Leiden auf den Unfall vom 1
3.
Juni 2008 zurück
geführt werden. Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der aktuellen Symptomatik sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, eine der physischen Problematik angepasste Tätigkeit aufzunehmen. Er sei aktuell aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine mittel- bis längerfristige Prognose bleibe offen (S. 2).
3.
8
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
7/45/7) aus, das
Zumutbarkeits
profil
der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
6.
Oktober 2012 bleibe unverän
dert, nachdem sich der Gesundheitszustand gemäss Beurteilung von
Dr.
F.___
vom 2
1.
Oktober 2013 - gestützt auf die Berichte der
Klinik C.___
- durch den Ende Februar 2013 gemeldeten Rückfall nicht wesentlich veränder
t habe
. Die Tätigkeit als Lagerist sei definitiv auf Dauer nicht mehr zumutbar. Im
Ein
spracheentscheid
der SUVA w
ü
rde
n
die durchgeführten
Rehamassnahme
n
in der
Klinik
A.___
vom 3
1.
Juli
bis 2
8.
August 2013 erwähnt und der
Aus
tritts
bericht
vom
4.
September 2013 bezüglich der Zumutbarkeit zitiert mit dem Fazit, dass sich gegenüber dem von
Dr.
D.___
formulierten
Zumutbar
keitsprofil
keine Änderung ergebe.
Dr.
H.___
führte aus, nachdem der
Austritts
be
richt
selbst nicht vorliege, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass die darin beschriebene Zumutbarkeit
ab dem Tag des Austritts gelte.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die von der SUVA vorgenommenen Abkläru
ngen und eingeholten Berichte
(vorstehend E. 3
.3-6
)
davon aus, dass im rentenanspruchsrelevanten Zeitraum lediglich
von
März
2013
bis zum Austritt aus der
Klinik
A.___
im August 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit bestanden habe
. Betreffend die Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit stützte sie sich auf das von
Dr.
D.___
im Oktober 2012 (vorstehend E. 3.3) festgelegte Zumutbarkeitsprofil
(vorstehend E. 2.1)
.
Der Beschwerdeführer beanstandete diesbezüglich, dass es die
Beschwerdegeg
nerin
unterlassen habe
,
eigene Abklärungen zu tätigen, zumal sich die Abklä
run
gen der SUVA auf die unfallkausalen Beschwerden bezogen hätten und somit weder seine Rücken- noch seine Fussbeschwerden und auch nicht die psychische Problematik genauer abgeklärt worden seien (vorstehend E.
2.2).
4.2
Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten,
als
die Beschwerdegegnerin sich im Wesentlichen auf die SUVA-Akten
respektive
auf die Einschätzung der SUVA in
deren
Einspracheentscheid
gestützt hat, wobei dem RAD
insbesondere
der Bericht der
Klinik
A.___
nicht einmal vorgelegen hat
(vgl.
vorste
hend E.
3.8
)
.
Demnach erweist sich das Vorgehen
der Beschwerdegegnerin
als nicht korrekt, ohne weitere Abklärungen einfach das von der SUVA festgehal
tene Zumutbarkeitsprofil zu übernehmen. Zu prüfen ist im Folgenden, ob dieses Vorgehen auch zu einem falschen Resultat geführt hat.
4.3
Im beigezogenen Bericht der
Klinik
A.___
vom September 2013 (vorste
hend E. 3.
5
) ist eine degenerative Rückenproblematik festgehalten, welche jedoch nach Einschätzung der Ärzte nicht zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätig
keit führte. Ihrer Ansicht nach
war dem Beschwer
deführer ab Zeitpunkt des Austrittes aus der Klinik
am 2
8.
August 2013
eine
leichte bis mittelschwe
re Tätigkeit ganztags zumutbar
.
Dass sich die Ärzte der
Klinik
A.___
bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit lediglich mit unfallkausalen Beschwerden auseinandergesetzt hätten, ist nicht ersichtlich.
Die geltend gemachten Fussbeschwerden betre
ff
end
ist zu beachten, dass diesbe
züglich seit
dem
Unfallereignis keine Behandlungen nötig wurden und keine fachärztlichen Berichte vorliegen, welche eine Einschränkung des Beschwer
deführers in einer angepassten Tätigkeit belegen würden. So zeigte sich denn auch die klinische Untersuchung des Fusses und des OSG durch
Dr.
D.___
im Oktober 2012
(vorstehend E. 3.3)
als unauffällig. Insbesondere wurde eine vollständige Beweglichkeit bei straffem Bandapparat festgehalten.
Zu be
achten ist auch, dass weder
de
m
Bericht des behandelnden Hausarzte
s
Dr.
B.___
vom Juni 2012 (vorstehend E. 3
.1
) noch den Berichten der Ärzte der
Klinik
C.___
(vorstehend E. 3.2 und E. 3.4)
allfällige Hinweise auf Rücken- oder Fussbeschwerden zu entnehmen sind.
4.4
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer
unter Hinweis auf
eine
mittelgradige
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und
eine
Panikstörun
g, episodisch paroxysmale Angst
(
ICD-10 F41.O
)
geltend gemachten psychischen Einschränkungen
ist
,
der Beschwerdegegnerin folgend
,
davon aus
zugehen
, dass es sich hierbei nicht um
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante gesundheitliche Beeinträchtigung
en
handelt.
Abgesehen davon,
dass
die angegebenen Beeinträchtigungen bereits zum Zeit
punkt des Austritts aus der
Klinik A.___
im August 2013
als teilremittiert befun
den wurden und diese Teilremission auch von
Dr.
G.___
im März 2014
bestätigt wurde, handelt es sich bei
einer mittelgradigen depressiven Ep
i
s
ode definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden,
welches
rechtsprechungs
gemäss
in der Regel nicht als invalidisierend
an
gesehen wird
(Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 6.3.2 mit Hinweis auf Urteil I 152/05 vom 2
3.
Mai 2006 E. 3.3, Urteil I 510/2006 vom 2
6.
Januar 2007).
Die Ärzte der
Klinik
A.___
bestätigten denn auch lediglich eine allfällig verminderte Stresstoleranz, leiteten jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit aus dem psychiatrischen Beschwerdebild ab. Auch führten sie zu den P
anikattacke
n aus, der Beschwerdeführer habe durch erlernte Methoden
gut damit umzugehen vermocht.
Die von
Dr.
G.___
attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht erweist sich demnach
als
nicht nachvollziehbar.
Dass sich der Beschwerdeführer
insgesamt
durch die psychische Problematik nicht derart eingeschränkt gefühlt haben muss, zeigt auch der Umstand, dass er sich zwar bereits im
Herbst
2012 beim Psychiater
G.___
meldete, die psy
chi
atrische Behandlung jedoch erst im Novem
ber 2013 begonnen wurde
. Die
Angabe
, dass er vorher keinen Termin
erhalten
habe (vorstehend E. 2.2)
erweist sich als
unbehelflich
.
Insgesamt erweisen sich somit sowohl der Bericht des Kreisarztes
Dr.
D.___
vom Oktober 2012 als auch jener der
Klinik
A.___
vom September 2013 als
genügende
Grundlagen für den
vorliegenden
Entscheid.
4.
5
Aufgrund des Gesagten ist
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erst
e
llt zu erachten, dass
gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung von
Dr.
D.___
vom Oktober 2012 davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig war. Weiter ist infolge der im März 2013 notwendig gewordenen Knieoperation von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit dauernd bis mit Austritt aus der
Klinik
A.___
Ende August 2013
bestätigten wiedererlang
t
en 100%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlic
h auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Re
ntenbeginns - hier das Jahr 2012
- abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss Angaben der Firma
Y.___
AG vom 1
8.
Mai 2012 hätte der Beschwerdeführer
im Jahr 2012
ohne den Gesundheitsschaden einen Grundlohn von
Fr.
5‘200.-- verdient (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.11). Dieser Grund
lohn wurde als seit Januar 2008 bestehend angegeben (vgl.
Urk.
7/10
Ziff.
2.10), weshalb sich
bei den nachfolgenden Berechnungen kein
e
Teuerungsa
npassung
rechtfertigt. Auszugehen
ist damit sowohl im Jahr 2012 als auch im Jahr 2013 von demselben Grundlohn von
Fr.
67‘600.-- (13 x
Fr.
5‘200.--). Diesem ist, wie nachfolgend ausgeführt, sowohl
eine durchschnittliche Erfolgsbeteiligung als auch eine durchschnittliche Überzeitentschädigung
hinzuzurechnen.
5.
3
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich
in ihrer Verfügung
(vgl.
Urk.
2)
nicht zu
eine
r
Hinzurechnung einer allfälligen Erfolgsbeteiligung. Den
eingereichten
Kumu
lativjournalen
für Mitarbeiter für die
Jahre 2000 bis 2012 (
Urk.
7/54 =
Urk.
3/4
)
ist jedoch zu
entnehmen, dass seit dem Jahr 2000 regelmässig eine Erfolgsbeteiligung jeweils im März des folgenden Jahres ausbezahlt wurde (Jahr 2000:
Fr.
2‘470.--; Jahr 2001:
Fr.
3‘534.--; Jahr 2002:
Fr.
3‘168.--; Jahr 2003:
Fr.
1‘345.--; Jahr 2004:
Fr.
548.--; Jahr 2005:
Fr.
647.--; Jahr 2006:
Fr.
1‘247.--; Jahr 2007:
Fr.
1‘622.--; Jahr 2008:
Fr.
2‘907.--; Jahr 2009:
Fr.
2‘808.--; Jahr 2010:
Fr.
520.--; Jahr 2011:
Fr.
1‘404.--; Jahr 2012:
Fr.
1‘456.--). Abgesehen davon, dass im Jahr 2012 die Erfolgsbeteiligung aus dem Jahr 2011 im Umfang von
Fr.
1‘456.-- ausbezahlt worden ist, ändert der Umstand, dass lediglich während eines Jahres keine Erfolgsbeteiligung aus
bezahlt wurde, nichts an der hier zweifellos vorhandenen Regelmässigkeit der Beteiligung der Mitarbeiter. Zudem wurde für das Jahr 2013 wieder eine Erfolgsbeteiligung in Aussic
ht gestellt (vgl.
Urk.
7/55
). Aufgrund dieser Umstände rechtfertigt sich, eine durchschnittliche Erfolgsbeteiligung von rund
Fr.
1‘821.-- zum
Validenein
kommen
hinzuzurechnen.
5.
4
Betreffend die Anrechnung einer
durchschnit
tlichen Überzeitentschädigung
an das
Valideneinkommen
ist zu beachten, dass
sich den
eingereichten
Kumula
tiv
journalen
Mitarbeiter für die Jahre 2000 bis 2012 (
vgl.
Urk.
7/54 =
Urk.
3/4)
entnehmen
lässt
, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 im Monat September eine Überzeitentschädigung von
Fr.
4‘477.60, im Jahr 2007 in den Monaten April und November eine von jeweil
s
Fr.
3‘513.20 und
Fr.
3‘880.45
und
im März
2008 eine von
Fr.
3‘414.45 bezog. Die im Monat Juni 2008 ausbezahlte Überzeitentschädigung im Umfang von
Fr.
9‘831.-- lässt sich in Anbetracht des am 1
3.
des Monats stattgefunden habenden Unfalles und der in der Folge attes
tierten Arbeitsunfähigkeit nicht vollends nachvollziehen. Zu beachten ist jedoch, dass der Beschwerdeführer auch nach erlittenem Unfall vereinzelt Über
zeit leistete.
Bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände wie der Anstellungsdauer sowie des Arbeitseinsatzes des Beschwerdeführers kann mit dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausge
gangen werden, dass der Beschwerdeführer weiterhin und auch über eine län
gere Zeit Überzeit im gleichen Rahmen wie bis anhin geleistet hätte und dass dies in späteren Arbeitseinsätzen auch möglich gewesen wäre.
Da der angegebene Betrag im Jahr 2008 nicht nachvollziehbar erscheint, ist vorliegend auf die im Jahr 2007 geleistete Überzeit abzustellen und ein Betrag von rund
Fr.
7‘394.-- bei der Berechnung des
Valideneinkommens
als durch
schnittliches Einkommen aus Überzeit
mitzuberücksichtigen
.
5.
5
Damit ergibt sich ausgehend von einem Grundlohn von
Fr.
67‘600.-- unter Hin
zurechnung einer durchschnittlichen Überzeitentschädigung von
Fr.
7‘394.-- sowie einer durchschnittlichen Erfolgsbeteiligung von
Fr.
1‘821.--
im Jahr 2012
und 2013
ein
Valideneinkommen
von insgesamt
Fr.
76‘815.--.
6.
6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
des
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.2
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittlohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten, welche für den Be
schwer
deführer einzig in Frage kommen, in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Männern für alle einfachen und repetitiven Tätigkeiten auf
Fr.
4'901.-- im Jahr 2010 (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.
7 Stunden (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 88
, Tabelle B 9.2, Total) und unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnent
wicklung
von 1.0
%
im Jahr 2011,
von 0.8
%
im Jahr 2012
und
0.7
%
im Jahr 2013
(Die Volkswirtschaft 3/4
-20
15, S.
89
, Tabelle B 10.2, Nominal Total)
ein
Invali
deneinkommen von rund
62‘420.
--
im Jahr 2012
respektive rund
Fr.
62‘857.-- im Jahr 2013
(
Fr.
4‘901.-- x 12 :
40 x 41.7 x 1.010 x 1.008 x 1.007
).
6.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Dass einzelne einen Abzug rechtfertigenden Kriterien erfüllt seien, wurde beschwerdeweise zwar behauptet (
Urk.
1 S. 13 unten), aber nicht näher belegt. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, kann jedoch offen bleiben, da selbst der maximal zulässige Abzug von 25
%
- für welchen jedenfalls keine genügenden Anhaltspunkte bestehen - am Ergebnis nichts zu ändern vermöchte (nachste
hend E. 6.4).
6
.4
Da sich der Beschwerdeführer
im
April 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbez
ug anmeldete (
Urk.
7/3
) und der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach seiner Geltendmachung entsteht (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG), besteht ein solcher erst ab
November 201
2.
Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit gemäss dem
kreisärzt
lichen
Gutachten
von
Dr.
D.___
zu
100
%
arbe
its
fähig.
Erst infolge der Mitte Mär
z 2013 nötig gewordenen erneuten
Knieoperation bestand eine
generelle
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum Zeitpunkt des Austrittes aus der
Klinik
A.___
am 2
8.
Aug
ust 2013 (vgl. vorstehend E. 4.4
).
Damit
resultiert ab Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns im November 2012 ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76‘815.--
und einem im Jahr 2012 erzielbaren Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
62‘420.
--
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
14‘395.
--,
was einem rentenausschliessenden
Inva
liditätsgrad
von 19
%
entspricht.
Bei einem - nicht ausgewiesenen (vorste
hend E. 6.3) - maximalen Abzug von 25
%
beliefe sich das
Invalideneinkom
men
auf
Fr.
46‘815.-- (
Fr.
62‘420.-- x 0.75) und die Einkommenseinbusse dem
nach auf
Fr.
30‘000.--, was einen Invaliditätsgrad von 39.05
%
ergäbe.
Bei einem - nicht ausgewiesenen (vorstehend E. 6.3) - maximalen Abzug von 25
%
beliefe sich das Invalideneinkommen auf
Fr.
46‘815.-- (
Fr.
62‘420.-- x 0.75) und die Einkommenseinbusse demnach auf
Fr.
30‘000.--, was einen
Inva
liditätsgrad
von 39.05
%
ergäbe.
Da in der Folge von März
bis August 2013 auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben war
,
rechtfertigt sich die
befristete
Zuspra
che
einer ganzen Rente
von
1.
März bis 3
0.
November 2013 (2
8.
August 2013 zuzüglich drei Monate; vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Danach resultiert bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76‘815.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
62‘857.-- eine Einkommenseinbusse von
Fr.
13‘958.-- und damit ein
renten
anspruchsausschliessender
Invaliditätsgrad von rund 18
%
.
Demzufolge
erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
9
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Cristina
Schiavi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
S
ozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan