# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e89dfb25-d872-5d56-b108-ac85755ae6c8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.06.2021 E-2392/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2392-2021_2021-06-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2392/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

c/o Regionalgefängnis (…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 19. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2392/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte die Schweiz am (…). August 2020 um 

Asyl. Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 3. September 2020 

(Akten Vorinstanz 1073761-9/10, nachfolgend A9), der ersten Anhörung 

vom 11. Dezember 2020 (Akten Vorinstanz 1073761-32/15, nachfolgend 

A32) sowie der ergänzenden Anhörung vom 25. März 2021 (Akten Vo-

rinstanz 1073761-48/12, nachfolgend A48) führte er im Wesentlichen fol-

gendes aus:  

Er sei algerischer Staatsangehöriger, in B._______ geboren und ethni-

scher (…). Er habe in Algerien (…) Berufsschulen besucht und abgeschlos-

sen. Er wisse selbst nicht, weshalb er im Jahr (…) Algerien verlassen habe. 

Er habe nach einer Reise einfach in Europa bleiben wollen. Als er im (…) 

zurück nach Algerien gegangen sei, sei er eine Beziehung mit der Tochter 

einer hochsituierten und mächtigen Familie mit Kontakten zum Militär ein-

gegangen. Als er zurück nach C._______ habe gehen wollen, hätten seine 

Freundin und ihre Familie ihm vorgeworfen, sie ausgenutzt und ihre Ehre 

verletzt zu haben, weshalb sie seinen Tod gewollt hätten. Auch seine Fa-

milie sei bedroht und in ihrem beruflichen Alltag behindert worden. (…) sei 

sogar entlassen worden. Eine Anzeige habe er nicht erstattet, da der alge-

rische Staat aufgrund der Macht und des Einflusses der Familie weder 

schutzfähig noch schutzwiIlig sei.  

In C._______ sei er in Kontakt mit Leuten gekommen, die ihn später auf-

grund von Geldforderungen verfolgt hätten. Bekannte seiner Ex-Freundin 

aus Algerien hätten ihn gefunden und bedroht, weshalb er C._______ ver-

lassen habe und am (…) Mai 2020 in die Schweiz gereist sei. 

Seine Ehefrau, die (…) Staatsangehörige D._______ ([…]), habe er am 

(…) in E._______ religiös geheiratet. Sie lebe bei ihren Eltern in E._______ 

und sei schwanger.  

Beweismittel reichte der Beschwerdeführer keine zu den Akten. 

B.  

Am 14. Januar 2021 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Verfah-

ren zugewiesen. 

C.  

Mit Verfügung vom 19. April 2021 – gleichentags eröffnet – verneinte die 

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Seite 3 

Vorinstanz das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-

rers, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

und ordnete den Vollzug an. 

D.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

16. Mai 2021 (Versand Gefängnis 17. Mai 2021) beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde und beantragt darin sinngemäss die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl.  

Der Beschwerde legte er einen Auszug eines Entscheids des Regionalen 

Zwangsmassnahmengerichts (…) betreffend Verlängerung der Untersu-

chungshaft bei. 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 25. Mai 2021 bestätigte die Instruktionsrich-

terin den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Die vorinstanzliche Verfügung wurde der Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers am 19. April 2021 eröffnet, welche am 20. April 2021 das 

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Mandatsverhältnis beendet hat. Die 30-tägige Beschwerdefrist endete am 

19. Mai 2021. Abklärungen mit dem Regionalgefängnis F._______ haben 

ergeben, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerdeschrift am 17. Mai 

2021 der Gefängnisleitung zum Versand übergeben hat. Diese hat das 

Schreiben gleichentags zur Prüfung an das Regionalgericht (…) weiterge-

leitet. Dass Letzteres die Rechtsmitteleingabe erst am 20. Mai 2021 ver-

sandte (Eingang BVGer: 21. Mai 2021) kann nicht dem Beschwerdeführer 

angelastet werden. Die Beschwerde ist folglich als frist- und formgerecht 

eingereicht zu betrachten. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, die Schilderungen des Be-

schwerdeführers würden nicht darauf hindeuten, dass begründeter Anlass 

zur Annahme bestehe, ihm drohten Verfolgungsmassnahmen im Sinne von 

Art. 3 AsylG. Die verbalen Drohungen der Familie seiner Ex-Freundin stün-

den in Zusammenhang mit einem Ereignis, welches über (…) Jahre zu-

rückliege. Es gebe keine Hinweise darauf, dass ihm während des damali-

gen Aufenthalts in Algerien etwas zugestossen beziehungsweise angetan 

worden wäre. Gemäss seinen Angaben habe er damals Algerien unabhän-

gig von den Drohungen verlassen wollen. Letztere seien ihm überdies aus-

schliesslich als verbale Äusserungen zugetragen worden, wobei er ange-

geben habe, keinen direkten Kontakt zu Familienangehörigen des Mäd-

chens gehabt zu haben. Des Weiteren sei seine Familie in Algerien nach 

einer gewissen Zeit in Ruhe gelassen worden. Die geltend gemachten Dro-

hungen während seines Aufenthalts in C._______ seien wenig überzeu-

gend. Da auch dort kein konkreter Kontakt mit der Familie seiner Ex-Freun-

din stattgefunden habe und dieses Vorbringen sich zudem auf Gescheh-

nisse in einem Drittstaat beziehen würde, könne auf weitere Ausführungen 

verzichtet werden. Zudem sei er selbst nicht sicher gewesen, ob ihm die 

Familie des Mädchens auch tatsächlich etwas angetan hätte. Ausserdem 

stellten die dargelegten Vorfälle Übergriffe beziehungsweise Drohungen 

durch Dritte dar und würden vom algerischen Staat weder unterstützt noch 

gebilligt. Die pauschale Behauptung, die Polizei- und Justizorgane würden 

durch die Familie der Ex-Freundin beeinflusst, überzeuge nicht, zumal er 

die algerischen Behörden nie um Schutz ersucht habe. Es sei dem Be-

schwerdeführer folglich nicht gelungen, überzeugend darzulegen, weshalb 

der algerische Staat ihm den erforderlichen Schutz verweigert hätte oder 

es ihm nicht zumutbar gewesen sein sollte, diesen einzufordern.  

5.2 In der Beschwerdeschrift macht der Beschwerdeführer – neben der 

Wiederholung seiner Vorbringen – geltend, er habe Dokumente, die seine 

Situation beweisen könnten, auf diese habe er aber aufgrund seiner Inhaf-

tierung keinen Zugriff. Durch die Nennung des Namens der Familie, die ihn 

bedrohe, sei er noch gefährdeter als zuvor. 

 

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6.  

6.1 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuwiesen, dass die Glaubhaf-

tigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers stark in Zweifel zu ziehen 

sind. So hat er sich widersprüchlich zu seinen Aufenthaltsorten geäussert 

und die Rückkehr nach Algerien im Jahr (…) erst erwähnt, als er auf seine 

Asylgründe angesprochen wurde (vgl. A32 F101 ff., vgl. auch A9 Ziff. 5.03, 

A32 F15 ff.). Er hat sogar erklärt, seine Adresse in Algerien nicht mehr zu 

kennen, da er vor (…) Jahren ausgereist sei (vgl. A9 Ziff. 2.01). Ausserdem 

widerspricht die geltend gemachte Verfolgung in Zusammenhang mit sei-

ner Ex-Freundin klar der Sachverhaltsdarstellung in seinem Schreiben vom 

26. November 2020. Dort hatte er ausgeführt, die Streitigkeiten mit der Fa-

milie gingen bis zu seinem Grossvater zurück und hätten mit Landstreitig-

keiten begonnen (vgl. Akten Vorinstanz 1073761-29/4, S. 2). Seine Vor-

bringen sind auch in sich nicht stimmig. Er behauptet einerseits, er habe 

nach C._______ zurückkehren wollen und deshalb Probleme bekommen 

(vgl. A48 F26, F35). Andererseits habe er erst nach den Drohungen gegen 

seine Familie den Entschluss zur Ausreise gefasst (vgl. A48 F30). Ausser-

dem ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Familie seiner Ex-Freundin 

ihn jeweils vorwarnen sollte, wenn sie ihm tatsächlich etwas antun wollte 

(vgl. A48 F55 f.).  

Dessen ungeachtet liegt – wie im Folgenden dargelegt – der Verfolgung 

auch bei Wahrunterstellung kein asylrelevantes Motiv zugrunde und es ist 

bei Verfolgung durch Dritte von der Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen 

der algerischen Behörden auszugehen, weshalb sich weitere Ausführun-

gen hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen erübrigen.  

6.2 Eine Verfolgung durch Dritte ist nach der massgebenden Schutztheorie 

dann flüchtlingsrechtlich relevant, wenn der um Asyl nachsuchenden Per-

son im Heimatland kein adäquater Schutz zur Verfügung steht. Schutz vor 

nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat ist als ausreichend zu qualifizie-

ren, wenn die betroffene Person effektiv Zugang zu einer funktionierenden 

und effizienten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme eines 

solchen innerstaatlichen Schutzsystems individuell zumutbar ist (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2011/51 E. 7 m.w.H.).  

Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht geeignet 

sind, die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu entkräften. So liegt 

den vom Beschwerdeführer geschilderten Drohungen kein flüchtlingsrecht-

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lich relevantes Motiv nach Art. 3 AsylG zugrunde, namentlich Rasse, Reli-

gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

politische Anschauungen. Hinsichtlich des Vorbringens in der Beschwer-

deschrift, er sei nun noch stärker gefährdet, weil er den Namen der Familie 

genannt habe, ist darauf hinzuweisen, dass sämtliche Aussagen des Be-

schwerdeführers im Asylverfahren vertraulich behandelt werden, weshalb 

die Nennung der Namen seiner angeblichen Verfolger nicht zu einer Ak-

zentuierung seiner Gefährdung führt. Soweit er in der Beschwerdeschrift 

geltend macht, aufgrund der Inhaftierung keine Dokumente vorlegen zu 

können, muss er sich entgegenhalten lassen, dass er anlässlich der ersten 

beiden Befragungen – in Freiheit – keinerlei Dokumente eingereicht hat 

und auch an der erweiterten Anhörung zu Protokoll gab, er wolle keine wei-

teren Unterlagen einbringen (vgl. A48 F3). Seiner Ehefrau wäre es im Üb-

rigen möglich gewesen, dem Beschwerdeführer weitere Dokumente zu-

kommen zu lassen, wenn er solche hätte einreichen wollen. 

Schliesslich kann nach den Erkenntnissen des Gerichts mit dem SEM da-

von ausgegangen werden, dass die algerischen Sicherheitsbehörden in 

der Lage sind, hinreichenden Schutz vor nicht-staatlicher Verfolgung zu 

gewährleisten und sie grundsätzlich als schutzfähig und -willig bezeichnet 

werden können (vgl. UK Home Office, Country Policy and Information Note, 

Algeria: Background information, including actors of protection and internal 

relocation August 2017 S. 5 f. und S. 19 f., https://www.refworld.org/docid/ 

59ae95be4.html, abgerufen am 26. Mai 2021, sowie Urteil BVGer D-

1785/2020 vom 25. Mai 2020 E. 9.1.6, m.w.H.). Mangels Schutzsuche ver-

mag der Beschwerdeführer den Schutzwillen und die Schutzfähigkeit der 

algerischen Behörden nicht in Frage zu stellen. Daran vermag auch der 

hohe Bekanntheitsgrad der Familie seiner Ex-Freundin nichts zu ändern. 

Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

zumutbar gewesen sein sollte, den algerischen Staat um Schutz zu ersu-

chen. Auch in der Beschwerde wurde die staatliche Schutzfähigkeit als sol-

che nicht substanziiert angezweifelt. Die Möglichkeit, im Heimatstaat 

Schutz zu erhalten, führt zufolge der Subsidiarität des flüchtlingsrechtli-

chen Schutzes praxisgemäss zur Nichtanerkennung der Flüchtlingseigen-

schaft und zur Verweigerung des Asyls.  

Die geltend gemachten Probleme in C._______ sind nicht relevant, zumal 

sie in einem Drittstaat aufgetreten sind und der Beschwerdeführer in seinen 

Heimatstaat zurückkehren kann. 

https://www.refworld.org/docid/59ae95be4.html
https://www.refworld.org/docid/59ae95be4.html

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6.3 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, eine im 

Zeitpunkt seiner Ausreise aus Algerien bestehende oder gegenwärtig dro-

hende asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

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Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen.  

8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 Unter Berücksichtigung der allgemeinen heutigen Sicherheitslage in 

Algerien sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass der Beschwerdeführer 

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Seite 10 

bei einer Rückkehr in sein Heimatland in konkreter Weise gefährdet wäre. 

Eine Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise kriegerischer oder 

bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse liegt in Algerien nicht vor.  

Es sind – wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – auch keine in-

dividuellen Gründe ersichtlich, welche die Rückkehr des Beschwerdefüh-

rers nach Algerien als unzumutbar erscheinen liessen. Es deutet nichts da-

rauf hin, dass er aus Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitli-

cher Natur bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation gera-

ten würde. Seine Familie ist offensichtlich wohlhabend, zumal sie es sich 

leisten kann, mehrmals jährlich nach Europa zu reisen und der Vater des 

Beschwerdeführers in C._______ offenbar mehrere Wohnungen besitzt, 

die er vermietet (vgl. A32 F43 f., F46, vgl. auch A32 F117). Der Beschwer-

deführer selbst verfügt über eine gute Ausbildung und Diplome der (…) 

(vgl. A32 F55 ff.). In Europa hat er diverse Arbeitserfahrungen gesammelt 

(vgl. A32 F60). Er verfügt ausserdem mit seinen Eltern und seinen vielen 

Geschwistern in Algerien über ein gutes und tragfähiges Beziehungsnetz 

(vgl. A32 F47 ff.), welches ihm bei der Rückkehr und Reintegration zur 

Seite stehen kann. Seiner offenbar schwangeren Ehefrau ist es unbenom-

men, den Beschwerdeführer nach Algerien zu begleiten oder sich um eine 

Familienzusammenführung in C._______ zu bemühen.  

8.3.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

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Seite 11 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: