# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b91f6e47-17fd-596f-b84f-36704e198b49
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.10.2017 100 2016 237
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-237_2017-10-24.pdf

## Full Text

100.2016.237U publiziert in BVR 2018 S. 43
HER/BDE/CES

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Herzog, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Baerfuss Klossner

1. A.________
2. B.________ und C.________

geb. ….2004 bzw. ….2006, beide gesetzlich vertreten durch ihre 
Mutter D.________, wohnhaft in Nigeria

alle vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführende

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Polizei- und Militärdirektion, Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde E.________
handelnd durch den Gemeinderat

betreffend Nichtigerklärung ordentlicher Einbürgerungen (Entscheid der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 4. Juli 2016; BD 249/15)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Nigeria stammende A.________ (geb. ….1965) stellte am 26. Mai 
1997 unter falschen Personalien erfolglos ein Asylgesuch. Am 
30. November 2000 heiratete er in Nigeria die in der Schweiz niederlas-
sungsberechtigte italienische Staatsangehörige F.________ 
(geb. ….1949). Am 29. Oktober 2001 reiste A.________ wieder in die 
Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Im 
Oktober 2006 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. Auf 
gemeinsames Gesuch vom 18. April 2007 hin wurde das Ehepaar am 
16. Februar 2009 ordentlich eingebürgert. Nachdem die Eheleute den ge-
meinsamen Haushalt am 1. März 2011 aufgehoben hatten, wurde die kin-
derlos gebliebene Ehe am 6. Juni 2011 auf gemeinsames Begehren ge-
schieden. 

Am 4. Januar 2014 heiratete A.________ in Nigeria die Landsfrau 
D.________ (geb. ….1975). Mit ihr hat er zwei während der Ehe mit 
F.________ gezeugte Kinder (B.________ und C.________, geb. 2004 
bzw. 2006), welche er am 8. Januar 2014 bei der Schweizer Botschaft in 
Nigeria anerkannte. Die Kinder erlangten durch die Anerkennung das 
Schweizer Bürgerrecht.

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2015 erklärte das Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MIP) die ordentliche Einbürgerung von 
A.________ für nichtig und erstreckte die Nichtigkeitserklärung auf dessen 
Kinder B.________ und C.________.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 3. November 2015 Be-
schwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). 
Diese beteiligte die beiden Kinder von Amtes wegen als notwendige Par-
teien am Beschwerdeverfahren. Mit Entscheid vom 4. Juli 2016 wies die 
POM das Rechtsmittel ab. 

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C.

Hiergegen haben A.________, B.________ und C.________ am 29. Juli 
2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, der 
angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Eventualiter sei der angefochtene 
Entscheid aufzuheben, und die Sache sei zur Neubeurteilung im Sinn der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 8. August 2016 die Ab-
weisung der Beschwerde. Die Einwohnergemeinde (EG) E.________ hat 
sich nicht vernehmen lassen. 

Am 9. Mai 2017 hat eine Delegation des Verwaltungsgerichts eine Instruk-
tionsverhandlung durchgeführt, anlässlich derselben A.________ als Partei 
und F.________ als Auskunftsperson einvernommen wurden. Von der 
Gelegenheit, sich zum Protokoll der Instruktionsverhandlung zu äussern 
und Schlussbemerkungen einzureichen, haben der Kanton Bern (POM) mit 
Eingabe vom 1. Juni 2017 und A.________, B.________ sowie 
C.________ mit Eingabe vom 8. Juni 2017 Gebrauch gemacht. Sie halten 
an den bisherigen Rechtsbegehren fest. Die EG E.________ hat auf die 
Verhandlungsteilnahme verzichtet und sich nicht mehr vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 21 des Gesetzes vom 9. September 
1996 über das Kantons- und Gemeindebürgerrecht [KBüG; BSG 121.1]). 
Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren teilge-

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nommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin. Gerügt werden können die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts sowie andere Rechtsverletzungen 
einschliesslich Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens (Art. 80 
Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist gerügt, das MIP habe durch den 
Nichteinbezug der Beschwerdeführenden 2 Verfahrensgrundsätze derart 
schwerwiegend verletzt, dass eine richtige Beurteilung verunmöglicht oder 
wesentlich erschwert worden sei. Die POM habe diesen Verfahrensfehler 
nicht heilen können. Es obliege dem Verwaltungsgericht zu beurteilen, ob 
das Verfahren von Amtes wegen zu kassieren sei (Beschwerde Ziff. 2.2).

2.2 Die Personen, deren Rechtsbeziehung zum Gemeinwesen die Be-
hörde mit der zu erlassenden Verfügung regeln will, gelten als notwendige 
Parteien und sind am Verfahren von Amtes wegen zu beteiligen (Art. 12 
Abs. 1 VRPG; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 12 N. 5). Beteiligt eine Behörde eine Person zu Unrecht 
nicht am Verfahren, begeht sie eine formelle Rechtsverweigerung und ver-
letzt verfassungsrechtliche Gehörsansprüche (Art. 29 Abs. 2 der Bundes-
verfassung [BV; SR 101] und Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons 
Bern [KV; BSG 101.1]; BGE 133 I 201 E. 2.1). Eine zu Unrecht nicht betei-
ligte Person kann nach der Praxis des Verwaltungsgerichts noch in das 
Beschwerdeverfahren einbezogen werden. Für ein solches Vorgehen 
spricht insbesondere der Grundsatz der Prozessökonomie. Die Heilung des 
Mangels bedingt jedoch, dass die betroffene Person ihre Rechte im 
Rechtsmittelverfahren umfassend wahrnehmen kann und die Rechtsmittel-

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behörde die Sache frei prüft (BVR 2010 S. 129 E. 2.1; VGE 2010/218 vom 
22.2.2012 E. 2.1).

2.3 Das MIP hat die beiden Kinder, obschon ihnen Parteistellung zu-
kam, nicht in das Verwaltungsverfahren einbezogen und damit eine for-
melle Rechtsverweigerung bzw. eine Gehörsverletzung begangen. Diese 
konnte im Beschwerdeverfahren vor der POM indes geheilt werden: Auf 
Nachfrage der instruierenden Behörde hatte die Mutter bzw. Ehefrau der 
Beschwerdeführenden als gesetzliche Vertreterin der Kinder die bereits 
durch den Beschwerdeführer 1 mandatierte Rechtsanwältin beauftragt, 
ebenfalls die Interessen der Kinder im Rechtsmittelverfahren wahrzuneh-
men (vgl. Akten POM pag. 24; Beschwerdebeilage [BB] 3). Dadurch konn-
ten sich diese umfassend am vorinstanzlichen Verfahren beteiligen (vgl. 
Akten POM pag. 37, 46-49). Die Interessen der Kinder sind zudem gleich-
gerichtet wie jene ihres Vaters und waren demnach bereits ins Verwal-
tungsverfahren eingebracht worden. Die Gehörsverletzung blieb unter die-
sen Umständen folgenlos; kostenmässig hat ihr die POM gebührend Rech-
nung getragen (vgl. angefochtener Entscheid E. 12). Eine Kassation von 
Amtes wegen rechtfertigt sich nach dem Gesagten nicht. 

3.

In der Sache strittig ist zunächst die Nichtigerklärung der ordentlichen Ein-
bürgerung des Beschwerdeführers 1. 

3.1 Schweizerbürgerin oder Schweizerbürger ist, wer das Bürgerrecht 
einer Gemeinde und eines Kantons besitzt (Art. 37 Abs. 1 BV). Auslände-
rinnen und Ausländer erwerben das Schweizer Bürgerrecht mit der Einbür-
gerung in einem Kanton und einer Gemeinde unter Vorbehalt der Einbürge-
rungsbewilligung des Bundes in einem kantonalrechtlich geregelten Verfah-
ren (vgl. Art. 12 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 29. September 
1952 über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts [Bürgerrechts-
gesetz, BüG; SR 141.0]). Die drei Bürgerrechte bilden eine untrennbare 
Einheit (vgl. BVR 2016 S. 293 E. 2.1 mit Hinweis). Das Kantonsbürgerrecht 
beruht auf dem Gemeindebürgerrecht, welches der Gemeinderat unter 

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Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechts zusichert (Art. 7 Abs. 2 
KV; Art. 2 Abs. 1 sowie Art. 12 KBüG; Art. 14 Abs. 1 der Verordnung vom 
1. März 2006 über das Einbürgerungsverfahren [EbüV; BSG 121.111]).

3.2 Gemäss Art. 15 Abs. 1 BüG kann das Gesuch um ordentliche Ein-
bürgerung nur stellen, wer während insgesamt zwölf Jahren in der Schweiz 
gewohnt hat, wovon drei in den letzten fünf Jahren vor Einreichung des 
Gesuchs. Stellen Ehegatten gemeinsam ein Gesuch um Bewilligung und 
erfüllt der eine die Erfordernisse von Art. 15 Abs. 1 BüG, so genügt für den 
andern ein Wohnsitz von insgesamt fünf Jahren in der Schweiz, wovon ein 
Jahr unmittelbar vor der Gesuchstellung, sofern er seit drei Jahren in eheli-
cher Gemeinschaft mit dem andern Ehegatten lebt (Art. 15 Abs. 3 BüG). 
Diese Erleichterung des Wohnsitzerfordernisses entspricht dem Wohn-
sitzerfordernis bei der erleichterten Einbürgerung nach Art. 27 Abs. 1 BüG 
und dient der erwünschten Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten (vgl. 
Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes [nach-
folgend Botschaft Änderung BüG], in BBl 1987 III 293 ff., 306, 310; 
BVGE 2010/16 E. 4.3; Sow/Mahon, in Amarelle/Nguyen [Hrsg.], Code an-
noté de droit des migrations, Volume V, Loi sur la nationalité, 2014, Art. 15 
N. 21; vgl. auch BGE 135 II 161 E. 2). Analog der Praxis zur erleichterten 
Einbürgerung setzt die Herabsetzung der Wohnsitzdauer auf fünf Jahre 
eine sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch im Zeitpunkt 
des Einbürgerungsentscheids tatsächlich gelebte, stabile und auf die Zu-
kunft gerichtete eheliche Gemeinschaft voraus (vgl. BGE 135 II 161 E. 2; 
BVGE 2010/16 E. 4.3 ff.; Sow/Mahon, a.a.O., Art. 15 N. 24). Zweifel am 
Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, kön-
nen sich dann ergeben, wenn kurze Zeit nach der Einbürgerung die Tren-
nung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird, der Gesuchsteller wäh-
rend der Ehe ein aussereheliches Kind zeugt oder sich in einer anderen 
Weise verhält, die in grobem Widerspruch steht zum traditionellen Bild der 
Ehe als einer ungeteilten, von Treue und Beistand getragenen Geschlech-
tergemeinschaft zwischen Mann und Frau (vgl. BGE 135 II 161 E. 2; 
BGer 1C_244/2016 vom 3.8.2016 E. 2.2; BVR 2015 S. 159 E. 3.2).

3.3 Nach Art. 41 Abs. 1 und 1bis BüG kann die Einbürgerung vom Bun-
desamt mit Zustimmung des Heimatkantons innert acht Jahren nach dem 

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Erwerb nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist. Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann nach Art. 41 Abs. 2 BüG die ordentliche Ein-
bürgerung auch von der zuständigen kantonalen Behörde nichtig erklärt 
werden. Das blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzungen genügt 
nicht. Die Nichtigerklärung der Einbürgerung setzt vielmehr voraus, dass 
diese «erschlichen», das heisst mit einem unlauteren und täuschenden 
Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinn des strafrechtlichen Betrugs-
tatbestands ist nicht erforderlich. Immerhin ist notwendig, dass die be-
troffene Person bewusst falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst 
in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es un-
terlassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu infor-
mieren (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2). In jedem Fall muss die Nichtigerklärung 
verhältnismässig sein (BGE 140 II 65 E. 4.2). 

3.4 Kam bei der ordentlichen Einbürgerung die herabgesetzte Wohn-
sitzdauer zum Tragen, ist bei der Nichtigerklärung von der Behörde zu un-
tersuchen, ob die Ehe im massgeblichen Zeitpunkt der Gesuchseinrei-
chung und der Einbürgerung tatsächlich gelebt wurde und ein auf die Zu-
kunft gerichteter Ehewille bestand. Im Wesentlichen geht es dabei um in-
nere Vorgänge, die der Behörde oft nicht bekannt und schwierig zu bewei-
sen sind. Sie kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen 
(Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Es 
handelt sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der 
Lebenserfahrung gezogen werden (vgl. BGer 1C_244/2016 vom 3.8.2016 
E. 2.4; BVGE 2010/16 E. 4.4). Die tatsächliche Vermutung betrifft die Be-
weiswürdigung und bewirkt keine Umkehrung der Beweislast. Begründet 
die kurze Zeitspanne zwischen der Einbürgerung einerseits und der Tren-
nung oder Einleitung einer Scheidung andererseits die tatsächliche Ver-
mutung, es habe schon bei der Einbürgerung keine stabile eheliche Ge-
meinschaft mehr bestanden, so muss die betroffene Person deshalb nicht 
das Gegenteil beweisen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der es 
als plausibel erscheinen lässt, dass sie im Zeitpunkt der Einbürgerung in 
einer stabilen ehelichen Gemeinschaft lebte und die Behörde diesbezüglich 
nicht täuschte. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches, 
nach der Einbürgerung eingetretenes Ereignis handeln, welches zum ra-

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schen Scheitern der Ehe führte, oder um das fehlende Bewusstsein des 
Gesuchstellers bezüglich bestehender Eheprobleme im Zeitpunkt der Ein-
bürgerung (vgl. BGE 135 II 161 E. 3; BGer 1C_244/2016 vom 3.8.2016 
E. 2.5).

4.

Aufgrund der Akten ist von folgendem rechtserheblichen Sachverhalt aus-
zugehen: 

4.1 Der Beschwerdeführer 1 stellte am 26. Mai 1997 unter falscher 
Identität ein Asylgesuch. Das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; 
heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) lehnte das Gesuch am 24. Juli 
1997 ab und wies ihn aus der Schweiz weg; das dagegen erhobene 
Rechtsmittel wurde am 28. November 1997 abgewiesen (unpag. Akten EG 
E.________ BN … act. 3E). Seit dem 1. März 1998 galt der Beschwer-
deführer 1 als verschwunden. Gemäss eigenen Angaben kam er seiner 
Ausreisepflicht nicht nach, sondern verblieb in der Schweiz (vgl. Protokoll 
der Instruktionsverhandlung vom 9.5.2017 [nachfolgend: Protokoll] S. 3). Im 
April 1999 wurde er in der Schweiz angehalten und wegen illegalen Auf-
enthalts verurteilt (Schreiben vom 12.4.2001 in unpag. Akten EG 
E.________ BN … act. 3E). Der Beschwerdeführer 1 lernte die hier 
niederlassungsberechtigte italienische Staatsangehörige F.________ (geb. 
….1949) im Jahr 1998 in E.________ kennen und nahm mit ihr eine 
Beziehung auf (Protokoll S. 3, 9; Befragung vom 12.4.2001 in unpag. Akten 
EG E.________ BN … act. 3E). Dass er nach dem negativen Asyl-
entscheid in der Schweiz verblieb, teilte ihr der Beschwerdeführer 1 nicht 
mit. F.________ glaubte, dass er 1998 die Schweiz verlassen hatte und 
wähnte ihn in Nigeria; den Kontakt hielten sie telefonisch aufrecht (Protokoll 
S. 9; Befragung vom 12.4.2001 in unpag. Akten EG E.________ BN … 
act. 3E). Nachdem das Paar im Ehevorbereitungsverfahren in der Schweiz 
auf Schwierigkeiten gestossen war, heirateten die beiden am 
30. November 2000 in Nigeria. Am 29. Oktober 2001 reiste der 
Beschwerdeführer 1 im Familiennachzug in die Schweiz ein und nahm 
Wohnsitz bei der Ehefrau und deren beiden Kindern aus erster Ehe 

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(geb. 1977 und 1986). Am 27. Juni 2002 beantragte der Beschwerdefüh-
rer 1 den Nachzug seines Sohnes G.________ (geb. 1985) aus einer 
früheren Beziehung; dem Gesuch wurde am 20. Dezember 2002 
entsprochen (unpag. Akten EG E.________ BN … act. 3E). Der 
Beschwerdeführer 1 reiste ab Dezember 2003 jährlich, jeweils über den 
Jahreswechsel, für zwei bis vier Wochen nach Nigeria; seine damalige 
Ehefrau begleitete ihn dabei einmal, im Jahr 2004; deren Kinder waren nie 
in Nigeria (Protokoll S. 4, 10).

4.2 Im September 2006 ersuchte der Beschwerdeführer 1 um Erteilung 
der Niederlassungsbewilligung. In diesem Zusammenhang unterzeichneten 
die Eheleute am 17. Oktober 2006 eine Erklärung, wonach sie in einer tat-
sächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft zusammen-
lebten, und dass weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestünden 
(unpag. Akten EG E.________ BN … act. 3E). Am 23. Oktober 2006 wurde 
dem Beschwerdeführer 1 die Niederlassungsbewilligung erteilt. Seit 2007 
besitzt der Beschwerdeführer 1 über seine damalige Ehefrau zudem die 
italienische Staatsangehörigkeit (Akten POM act. 3A1, Beilage 14). Am 
18. April 2007 stellten die Eheleute in ihrer Wohnsitzgemeinde E.________ 
ein gemeinsames Gesuch um ordentliche Einbürgerung (Akten MIP 
pag. 53-63). Der Beschwerdeführer 1 erfüllte zu diesem Zeitpunkt das 
Wohnsitzerfordernis von insgesamt zwölf Jahren nach Art. 15 Abs. 1 BüG 
nicht; aufgrund der Ehe mit F.________ konnte er sich aber auf das 
erleichterte Wohnsitzerfordernis nach Art. 15 Abs. 2 BüG berufen. Im 
Einbürgerungsverfahren wurden die Eheleute am 16. November 2007 
durch den Bürgerrechtsdienst der EG E.________ befragt. Am 16. Februar 
2009 wurden sie ordentlich eingebürgert. Am 1. März 2011 hoben sie den 
gemeinsamen ehelichen Haushalt auf. Die Vereinbarung über die Schei-
dungsfolgen datiert vom 14. März 2011; am 6. Juni 2011 wurde das Paar 
auf gemeinsames Begehren geschieden (Akten MIP pag. 16, 18). 

4.3 Am 4. Januar 2014 heiratete der Beschwerdeführer 1 in Nigeria die 
Landsfrau D.________ (geb. ….1975; unpag. Akten EG E.________ BN … 
act. 3E). Aus dieser Beziehung stammen die Beschwerdeführenden 2, 
B.________ (geb. ….2004) und C.________ (geb. ….2006). Die 
Anerkennung dieser Kinder durch den Beschwerdeführer 1 erfolgte am 

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8. Januar 2014 bei der Schweizer Botschaft in Nigeria (unpag. Akten EG 
E.________ BN … und … act. 3C und 3D). Am 22. Januar 2014 reichten 
die Ehefrau und die Kinder Visumsanträge für den langfristigen Aufenthalt 
beim Beschwerdeführer 1 in der Schweiz ein. Die Schweizerische 
Botschaft in Nigeria hielt in diesem Zusammenhang in einer Aktennotiz 
vom 28. April 2014 fest, dass sie vermehrt mit Fällen konfrontiert werde, in 
welchen der nigerianische Staatsangehörige in Nigeria bereits traditionell 
verheiratet sei, sich nach Erlangung des Schweizer Bürgerrechts von der 
Schweizer Ehefrau scheiden lasse und anschliessend mit der 
nigerianischen Ehefrau auf der Vertretung vorspreche. Meistens seien 
Kinder involviert, welche vor oder während der Ehe mit der Schweizer 
Bürgerin geboren wurden. In Nigeria sei die traditionelle Hochzeit die 
wichtigste Zeremonie, damit werde die Frau als Ehefrau anerkannt; es 
gelte als Schande, wenn ein Kind ausserhalb einer ehelichen Gemeinschaft 
geboren werde. Aus diesem Grund sei es unwahrscheinlich, dass eine 
zweite Geburt stattfinde, ohne dass vorher eine traditionelle Heirat abge-
halten worden sei (unpag. Akten EG E.________ BN … und … act. 3C und 
3D). In der Folge eröffnete das MIP (Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst) 
ein Verfahren auf Nichtigerklärung der ordentlichen Einbürgerung (Akten 
MIP pag. 4 f.); das bei der Gemeinde E.________ hängige Familien-
nachzugsgesuch wurde sistiert. 

4.4 Hinsichtlich der Beziehung und der Kontakte des Beschwerdefüh-
rers 1 zu seiner heutigen Ehefrau und den gemeinsamen Kindern während 
der Zeit, in der er mit F.________ verheiratet war, ergibt sich Folgendes:

4.4.1 Die Beschwerdeführenden 2 wurden während der ersten Ehe des 
Beschwerdeführers 1 gezeugt und geboren. F.________ erfuhr erst nach 
der Scheidung von den zwei ausserehelichen Kindern (Protokoll S. 8 und 
11). Gegenüber dem Gericht gab sie zu Protokoll, es sei schwierig zu 
sagen, wie sie reagiert hätte, wenn sie bereits während der Ehe von den 
Kindern erfahren hätte; «eine Szene hätte [sie] ihm wohl nicht gemacht». 
Ob der Beschwerdeführer 1 seine heutige Ehefrau und die Kinder während 
ihrer Ehe wirtschaftlich unterstützt hatte, wisse sie nicht (Protokoll S. 11). 

4.4.2 Der Beschwerdeführer 1 sagte an der Instruktionsverhandlung aus, 
er habe seine heutige Ehefrau während eines Aufenthalts in Nigeria Ende 

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des Jahres 2003 am Flughafen kennengelernt. Es sei zu einem einmaligen 
sexuellen Kontakt gekommen; danach hätten sie keinen Kontakt gehalten. 
Im Jahr 2004 sei er mit F.________ in Nigeria gewesen; seine heutige 
Ehefrau habe er anlässlich dieses Aufenthalts nicht getroffen. Erst als er 
nach dieser Reise wieder zurück in der Schweiz gewesen sei, habe er 
telefonisch von seiner Mutter erfahren, dass aus der Begegnung Ende 
2003 ein Kind entstanden sei. Er habe dies zunächst nicht geglaubt 
(Protokoll S. 5 f.). Seine Mutter habe ihn dann immer wieder auf das Kind 
angesprochen; sie sei davon überzeugt gewesen, dass es sein Sohn sei. 
Im Jahr 2005 habe er B.________ das erste Mal getroffen; anlässlich 
dieser Begegnung sei es zu einem weiteren sexuellen Kontakt mit seiner 
heutigen Ehefrau gekommen, dabei sei das zweite Kind entstanden. Auf 
Druck seiner Mutter habe er Ende 2006 eingewilligt, einen «traditionellen» 
Vaterschaftstest durchzuführen. Aufgrund des Ergebnisses habe er danach 
geglaubt, dass B.________ und C.________ seine Kinder seien (Protokoll 
S. 6). Seine heutige Ehefrau habe zunächst in Lagos bei ihrem Bruder 
gelebt; Ende 2006 sei sie mit den Kindern zu ihrer Familie in ihr Her-
kunftsdorf, mehr als zehn Fahrstunden von Lagos entfernt, zurückgekehrt 
(Protokoll S. 7). Er selbst habe sie weder finanziell noch in anderer Weise 
unterstützt, da er in der Schweiz viele Verpflichtungen gehabt habe (Proto-
koll S. 6). Seine Mutter und die Familie seiner heutigen Ehefrau hätten ihn 
unter Druck gesetzt, die Kinder anzuerkennen. Hinsichtlich einer traditio-
nellen Heirat sei hingegen kein Druck ausgeübt worden, da er nicht in Nige-
ria gelebt habe; die traditionelle Hochzeit habe erst im Dezember 2013 
stattgefunden (Protokoll S. 7). 

4.4.3 Die Aussagen des Beschwerdeführers 1 zum Kontakt mit seinen 
Kindern und seiner heutigen Ehefrau sind widersprüchlich: Anders als an-
lässlich der Instruktionsverhandlung (E. 4.4.2 hiervor) hatte er im vor-
instanzlichen Beschwerdeverfahren angegeben, dass er seine heutige 
Ehefrau während seines Heimataufenthalts im Jahr 2004 zufälligerweise 
getroffen habe und sie ihm von der Geburt B.________s erzählt habe (Ak-
ten POM pag. 15). Gegenüber dem MIP hatte er mit Stellungnahme vom 
12. Juni 2015 ausgeführt, dass er seine heutige Ehefrau und die gemein-
samen Kinder seit dem Jahreswechsel 2006/2007 regelmässig unterstützt 
und ca. ein- bis zweimal pro Monat telefonischen Kontakt mit ihnen gehabt 

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habe. Seit diesem Zeitpunkt habe er seine Kinder in allen Ferien, jeweils 
während des Jahreswechsels, besucht; eine feste Beziehung zu seiner 
heutigen Ehefrau habe nicht bestanden (Akten MIP pag. 17 und 18). Im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren bringt er erstmals vor, dass diese Aus-
führungen auf einem Missverständnis seines damaligen Rechtsvertreters 
beruhen würden. Seine heutige Ehefrau und die beiden Kinder habe er erst 
ab Anfang 2013 finanziell unterstützt; auch telefonische Kontakte hätten 
erst ab dem Jahreswechsel 2012/2013 bestanden. In den Jahren 2007 bis 
2011 habe er seine Kinder nie besucht; er habe sie erst 2012 wiedergese-
hen (Beschwerde Ziff. 3.2; Protokoll S. 7). Im vorinstanzlichen Beschwer-
deverfahren hatte der Beschwerdeführer durch seine heutige Rechtsver-
treterin dagegen noch ausführen lassen, dass er während der Dauer seiner 
ersten Ehe jährlich nach Nigeria gereist sei, um seine Mutter, Verwandte 
und Freunde zu besuchen. Anlässlich dieser Besuche habe er sich 
manchmal mit seiner heutigen Ehefrau und den Kindern getroffen. Diese 
Treffen hätten nicht jedes Mal stattgefunden; namentlich seien sie entfallen, 
wenn ihn seine damalige Ehefrau begleitet habe. Im Zeitpunkt der Einrei-
chung des Einbürgerungsgesuchs habe er «keine regen Kontakte zu den 
Kindern» gepflegt. Namentlich sei er nicht jährlich nach Nigeria gereist, um 
seine heutige Ehefrau und die Kinder zu besuchen, sondern habe die Kin-
der «bloss ab und zu», wenn er seine Verwandten in Nigeria besucht habe, 
gesehen (Akten POM pag. 11, 47). 

4.4.4 Es mag zutreffen, dass die aussereheliche Zeugung des ersten Kin-
des im Winter 2003/2004 Ergebnis eines einmaligen sexuellen Kontakts mit 
einer dem Beschwerdeführer damals noch fremden Frau gewesen war. Es 
erscheint indes wenig glaubhaft, dass in der Folge aus der nächsten, an-
geblich einmaligen Begegnung mit derselben Frau erneut ein Kind entstan-
den ist. Vielmehr deutet die Geburt eines zweiten gemeinsamen Kindes 
darauf hin, dass der Beschwerdeführer 1 und seine heutige Ehefrau bereits 
nach der Geburt B.________s im Oktober 2004 eine gewisse Beziehung 
pflegten. Darauf lassen auch der kulturelle und religiöse Hintergrund 
schliessen, ist es doch, wie ebenfalls die Beschwerdeführenden darlegen 
(Akten POM pag. 10), in Nigeria verpönt, nichteheliche Kinder zu haben, 
und erscheint es nach Einschätzung der dortigen Schweizerischen Bot-
schaft als unwahrscheinlich, dass eine zweite Geburt erfolgt ist, ohne dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 13

vorher eine traditionelle Heirat abgehalten wurde (vorne E. 4.3). Angesichts 
der wiederholten – teilweise durch die heutige Rechtsvertreterin vorgetra-
genen – Angaben des Beschwerdeführers 1 in den vorinstanzlichen Ver-
fahren, wonach er während seiner ersten Ehe zwar keine regen Kontakte 
mit seiner heutigen Ehefrau und den Kindern gepflegt, sich aber anlässlich 
seiner Heimatbesuche ab und zu mit ihnen getroffen habe (vorne E. 4.4.3), 
erscheint es sodann wenig glaubwürdig, wenn er nun vorbringt, bis zum 
Jahreswechsel 2012/2013 keinen Kontakt zu seinen Kindern und seiner 
heutigen Ehefrau unterhalten zu haben. Sein Vorbringen, die Treffen seien 
entfallen, wenn er zusammen mit seiner Exfrau nach Nigeria reiste, hilft ihm 
nicht, weil diese ihn einzig im Jahr 2004 begleitet hatte (vorne E. 4.1). We-
nig glaubhaft ist zudem, dass der Beschwerdeführer 1 seine heutige Ehe-
frau und die beiden Kinder erst seit Januar 2013 finanziell unterstützt habe. 
Seine Erklärung, die gegenteilige Angabe vor dem MIP (wirtschaftliche 
Unterstützung seit 2007) beruhe auf einem Missverständnis seines damali-
gen Anwalts (vgl. E. 4.4.3 hiervor), ist nicht schlüssig. Die fraglichen Aus-
führungen beziehen sich integral auf die Verhältnisse in Nigeria und han-
deln nicht nur von finanzieller Unterstützung, sondern auch von regelmäs-
sigen telefonischen Kontakten und alljährlichen Besuchen über den Jah-
reswechsel (vgl. Stellungnahme vom 12.6.2015 S. 2, Akten MIP pag. 18), 
was sich nur auf seine in Nigeria lebenden Kinder beziehen konnte und 
eine Verwechslung mit den Kindern von F.________ (so neu der 
Beschwerdeführer 1, Protokoll S. 7) unwahrscheinlich macht. Seine Exfrau 
weiss zwar nicht, ob er während ihrer Ehe seine heutige Ehefrau und die 
beiden Kinder finanziell unterstützt hatte; ihrer Einschätzung nach hat der 
Beschwerdeführer 1 seine diesbezügliche Verantwortung aber 
wahrgenommen (vgl. Protokoll S. 11). Dies legt schliesslich auch die 
zeitliche Chronologie der Ereignisse nahe, da er Ende 2006 überzeugt war, 
dass er der Vater von B.________ und C.________ ist (vgl. vorne E. 4.4.2).

4.4.5 In Würdigung der gesamten Umstände gelangt das Verwaltungsge-
richt zur Auffassung, dass der Beschwerdeführer 1 während seiner Ehe mit 
F.________ in deutlich engerer Verbindung mit seiner heutigen Ehefrau 
und den gemeinsamen Kindern stand, als er im vorliegenden Verfahren 
darzustellen sucht. Insbesondere ist davon auszugehen, dass er diese ab 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 14

dem Jahr 2005 regelmässig während seinen jährlichen längeren Ferien 
besuchte und sie ab dem Jahr 2007 ebenfalls finanziell unterstützte. 

5.

5.1 Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer 1 habe durch die un-
terlassene Aufklärung über die Vaterschaft zweier ausserehelicher Kinder 
im Einbürgerungsverfahren direkt den Nichtigkeitsgrund des Erschleichens 
im Sinn von Art. 41 Abs. 1 BüG gesetzt (angefochtener Entscheid E. 7). 
Aufgrund des Altersunterschieds zwischen dem Beschwerdeführer 1 und 
seiner ersten Ehefrau, den ausserehelichen Kindern, des schon während 
der ersten Ehe bestehenden Kontakts zur heutigen Ehefrau und den Kin-
dern sowie des Ereignisablaufs könne nicht davon ausgegangen werden, 
dass im Zeitpunkt der ordentlichen Einbürgerung eine stabile, auf die Zu-
kunft ausgerichtete eheliche Gemeinschaft bestanden habe. Die Berufung 
auf das erleichterte Wohnsitzerfordernis gemäss Art. 15 Abs. 3 BüG sei 
durch falsche Angaben und das Verheimlichen erheblicher Tatsachen er-
schlichen worden. Die Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der or-
dentlichen Einbürgerung seien damit erfüllt (angefochtener Entscheid E. 9). 
Demgegenüber bringen die Beschwerdeführenden vor, der Beschwerde-
führer 1 habe im Einbürgerungsverfahren keine erheblichen Tatsachen 
verheimlicht, indem er die Behörden über die Existenz der beiden ausser-
ehelichen Kinder nicht informierte. Er habe damals seine Vaterschaft ange-
zweifelt und die Kinder weder nach nigerianischem noch nach schweizeri-
schem Recht anerkannt. Er habe nicht davon ausgehen müssen, dass 
diese Kinder für das Einbürgerungsverfahren relevant sein könnten (Be-
schwerde Ziff. 4.3). Während der Ehe mit F.________ habe er keine 
Parallelbeziehung mit seiner heutigen Ehefrau geführt. Er und seine erste 
Ehefrau seien über zehn Jahre verheiratet gewesen und hätten gemeinsam 
mit deren Kindern in kleineren Wohnungen gelebt, wo sie sich ein 
Schlafzimmer geteilt hätten. In dieser Zeit sei er im Wesentlichen für den 
Lebensunterhalt der Familie aufgekommen. Während des 
Einbürgerungsverfahrens hätten sie in einer tatsächlichen, stabilen 
Lebensgemeinschaft gelebt. Aufgrund der Umstände könne trotz zweier 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 15

ausserehelicher Kinder nicht auf eine fehlende eheliche Gemeinschaft ge-
schlossen werden (Beschwerde Ziff. 3.7, 5.2; Schlussbemerkungen S. 3). 

5.2 Unstrittig hatte der Beschwerdeführer 1 im Einbürgerungsverfahren 
seine zwei Kinder nicht erwähnt.

5.2.1 Das bewusste Verschweigen eines ausserehelichen Kindes im Rah-
men eines Einbürgerungsverfahrens stellt eine Pflichtverletzung dar, zumal 
aussereheliche Kinder ein Indiz für die Instabilität einer Ehe sein können 
und zwar unabhängig davon, ob die Ehefrau darüber informiert ist oder 
nicht. Verschweigt demnach ein Gesuchsteller, dass er während der Ehe 
ein aussereheliches Kind gezeugt hat, kann nicht leichthin angenommen 
werden, es habe zum Zeitpunkt des Gesuchs bzw. der Einbürgerung eine 
stabile eheliche Gemeinschaft bestanden (vgl. BGer 1C_244/2016 vom 
3.8.2016 E. 4.3.3, 1C_570/2012 vom 27.2.2013 E. 2.8). 

5.2.2 Vorliegend wurde das erste Kind des Beschwerdeführers 1 mit sei-
ner heutigen Ehefrau am … 2004 geboren. Das zweite Kind kam am … 
2006 zur Welt, zwei Monate bevor der Beschwerdeführer 1 und 
F.________ im Verfahren um Erteilung der Niederlassungsbewilligung an 
ihn die gemeinsame Erklärung abgaben, in einer stabilen ehelichen 
Gemeinschaft zu leben, und acht Monate vor Einreichung des 
gemeinsamen Gesuchs um ordentliche Einbürgerung (vorne E. 4.2). Es 
mag sein, dass der Beschwerdeführer 1 zunächst an seiner Vaterschaft 
gezweifelt hatte; spätestens seit Ende 2006 ging er aber selbst davon aus, 
dass er der Vater der Kinder ist (vgl. vorne E. 4.4.2). Bei Einleitung des 
Einbürgerungsverfahrens (April 2007) wusste er somit von seinen beiden 
ausserehelichen Kindern. Er wäre daher nach Treu und Glauben (Art. 5 
Abs. 3 BV) und gemäss seiner verfahrensrechtlichen Mitwirkungs- und 
Auskunftspflicht verpflichtet gewesen, unaufgefordert über die Kinder zu 
informieren, selbst wenn diese Mitteilung sich zu seinem Nachteil 
auswirken konnte (vgl. BGer 1C_244/2016 vom 3.8.2016 E. 4.3.3, 
1C_101/2014 vom 12.5.2014 E. 2.3; BGE 140 II 65 E. 2.1). Daran ändert 
nichts, dass er die Kinder in jenem Zeitpunkt noch nicht förmlich anerkannt 
hatte (vgl. BGE 140 II 65 E. 3.3 analog). Aus dem jüngst ergangenen Er-
kenntnis des Bundesgerichts, wonach ausländische Personen im Verfahren 
um Erhalt einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ohne dahin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 16

gehende ausdrückliche Frage seitens der Behörde nicht verpflichtet sind, 
auf das Vorhandensein von vor- oder ausserehelichen Kindern im Ausland 
hinzuweisen (vgl. BGE 142 II 265 E. 3.2 [Pra 106/2017 Nr. 10]; 
BGer 2C_225/2017 vom 22.5.2017 E. 2.2), können die Beschwerdeführen-
den (vgl. Beschwerde Ziff. 4.4) von vornherein nichts für sich ableiten, 
weshalb dahingestellt werden kann, ob es auf Verfahren der ordentlichen 
Einbürgerung übertragen werden kann: Auf dem Einbürgerungs-Gesuchs-
formular wurde explizit nach unmündigen Kindern gefragt; die Eheleute 
liessen die interessierende Rubrik «Unmündige Kinder, die nicht in die Ein-
bürgerung einbezogen werden» leer (Akten MIP pag. 61 [Unterstreichung 
im Original]). Der Beschwerdeführer 1 nahm zudem unterschriftlich zur 
Kenntnis, dass die Einbürgerung unter anderem nichtig erklärt werden 
kann, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher 
Tatsachen erschlichen worden ist (Akten MIP pag. 60). Er kann sich auch 
nicht mit Erfolg darauf berufen, dass das Gesuchsformular durch seine 
damalige Ehefrau ausgefüllt wurde, welche im Einbürgerungsverfahren 
noch keine Kenntnis von den zwei ausserehelichen Kindern hatte, zumal 
sie ihm sagte, was sie ausgefüllt hatte (vgl. Protokoll S. 7 f.). Befragt zu 
seinen Familienverhältnissen gab der Beschwerdeführer 1 am Einbürge-
rungsgespräch vom 16. November 2007 beim Bürgerrechtsdienst der EG 
E.________ an, «Ich habe ein Kind» (Akten MIP pag. 69). Er nannte dabei 
zwar seinen längst mündigen vorehelichen Sohn G.________, die beiden 
ausserehelichen Kinder liess er aber nach wie vor unerwähnt. Er hat damit 
einerseits gezeigt, dass er selbst davon ausging, dass auch nichteheliche 
Kinder Familie bilden. Andererseits musste ihm ohne weiteres bewusst 
gewesen sein, dass das Bekanntwerden von zwei mit ein und derselben 
Frau gezeugten, im Abstand von nur knapp zwei Jahren geborenen 
ausserehelichen Kindern seine Einbürgerung ernsthaft in Frage stellen 
bzw. vermutlich verhindern oder zumindest bis zur Klärung der familiären 
Verhältnisse verzögern würde, da er nur aufgrund der Ehe mit F.________ 
vom erleichterten Wohnsitzerfordernis und damit von der vorzeitigen or-
dentlichen Einbürgerung profitierte. Durch die absichtlich unterlassene In-
formation, dass er Vater zweier ausserehelicher Kinder einer in Nigeria 
lebenden Landsfrau ist, hat der Beschwerdeführer direkt den Nichtigkeits-
grund des Erschleichens im Sinn von Art. 41 Abs. 1 BüG gesetzt (vgl. zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 17

vergleichbaren Konstellationen BGer 1C_244/2016 vom 3.8.2016 E. 4.3.3, 
1C_101/2014 vom 12.5.2014 E. 2.3).

5.3 Zudem muss unter Berücksichtigung der gesamten Umstände ge-
schlossen werden, dass der Beschwerdeführer 1 und seine damalige Ehe-
frau im Zeitpunkt der Einbürgerung keine intakte und auf die Zukunft aus-
gerichtete eheliche Beziehung (mehr) führten:

5.3.1 Bereits der äussere Ablauf der Ereignisse (erfolgloses Asylgesuch, 
Heirat mit einer wesentlich älteren Niederlassungsberechtigten, Zeugung 
von zwei ausserehelichen Kinder mit derselben Landsfrau, Erhalt Nieder-
lassungsbewilligung, Einbürgerung, bei welcher der Beschwerdeführer 1 
aufgrund der Ehe vom erleichterten Wohnsitzerfordernis profitierte, Schei-
dung, Heirat mit der zehn Jahre jüngeren Kindsmutter und Familiennach-
zugsgesuch für Frau und Kinder) weist zahlreiche Merkmale einer typi-
schen Missbrauchskonstellation auf und erweckt erhebliche Zweifel am 
Bestehen einer tatsächlichen und stabilen ehelichen Gemeinschaft im Zeit-
punkt der Einbürgerung, auch wenn die zeitlichen Abstände zwischen der 
Einbürgerung und der Trennung (zwei Jahre) einerseits und zwischen der 
Trennung und der Wiederverheiratung (knapp drei Jahre) andererseits re-
lativ lang erscheinen mögen. Als belastende Indizien treten hinzu, dass 
sich der Beschwerdeführer 1 nur durch den Eheschluss den (weiteren) 
Aufenthalt in der Schweiz sichern konnte und er F.________ trotz 
bestehender Beziehung verheimlichte, dass er die Schweiz im Jahr 1998 
trotz Wegweisungsanordnung nicht verlassen hatte und sie im Glauben 
liess, er halte sich in Nigeria auf (vorne E. 4.1).

5.3.2 Das Verwaltungsgericht anerkennt, dass der Beschwerdeführer 1 
während über neun Jahren mit seiner Exfrau zusammenlebte und in dieser 
Zeit im Wesentlichen für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufkam. Es 
stellt sodann nicht in Abrede, dass das Ehepaar gemeinsame Aktivitäten 
pflegte und eine «angenehme» Ehe führte (vgl. Protokoll S. 11). Diese Um-
stände schliessen indes nicht aus, dass im Zeitpunkt der Einbürgerung 
keine intakte, auf die Zukunft gerichtete Ehe mehr bestand, zumal ein feh-
lender Ehewille nicht bedeutet, dass sich die Ehegatten zwischenmensch-
lich nicht nahegestanden haben können (vgl. BVGer C-5500/2013 vom 
1.12.2014 E. 11.4, C-8339/2010 vom 17.8.2012 E. 11.1; vgl. auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 18

BVR 2015 S. 159 E. 3.4). Hinsichtlich des Zustands der Ehe im Zeitpunkt 
der Einbürgerung ist zu bemerken, dass bereits der Umstand, dass es 
überhaupt zu ausserehelichen sexuellen Kontakten kam, ein starkes Indiz 
gegen das Bestehen einer intakten Ehe zum damaligen Zeitpunkt bildet. 
Die sexuelle Treue gilt in der hiesigen Gesellschaft trotz gewandelter Moral 
nach wie vor als zentrales Element einer Ehe, weshalb im Widerspruch 
dazu stehende Verhaltensweisen typischer für nicht intakte Ehen sind als 
für intakte (vgl. BVGer C-5500/2013 vom 1.12.2014 E. 11.2.2, C-2227/2012 
vom 11.9.2013 E. 7.4.1; vgl. auch Samah Ousmane, in Amarelle/Nguyen 
[Hrsg.], Code annoté de droit des migrations, Volume V, Loi sur la nationa-
lité, 2014, Art. 27 N. 21). Sexuelle Treue war offenbar auch für die Exfrau 
von Bedeutung, liess doch der Beschwerdeführer 1 die aussereheliche 
Beziehung und die Geburten der beiden Kinder nach eigenen Angaben 
unerwähnt, weil er befürchtete, ansonsten die Gefühle seiner damaligen 
Frau zu verletzen (Beschwerde Ziff. 3.8). Indem der Beschwerdeführer 1 
wiederholt ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, setzte er seine dama-
lige Ehefrau überdies einem Krankheitsrisiko aus, was von einer gewissen 
Gleichgültigkeit und mangelndem Respekt ihr gegenüber zeugt. Ihm 
musste sodann spätestens im Nachgang zur Geburt des ersten Kindes 
bewusst geworden sein, welche kulturellen und moralischen Verpflichtun-
gen er gegenüber der nigerianischen Frau und deren Familie einging, wenn 
er sich auf aussereheliche sexuelle Kontakte einliess, zumal seine Mutter 
ihm vorhielt, es sei sein Sohn, für den er Verantwortung übernehmen 
müsse (vgl. vorne E. 4.4.2). Im Übrigen hält das Verwaltungsgericht in 
Würdigung der konkreten Umstände für erstellt, dass der Beschwerdefüh-
rer 1 spätestens seit dem Jahr 2007, als für ihn feststand, dass er der Vater 
ist, in näherer Beziehung mit seiner heutigen Ehefrau und den beiden Kin-
dern stand, indem er regelmässige telefonische Kontakte mit ihnen pflegte, 
sie während seiner jährlichen mehrwöchigen Ferienaufenthalte im Heimat-
land besuchte und finanziell unterstützte (vgl. vorne E. 4.4.4 f.) Hieran än-
derte nichts, wenn zutreffen sollte, dass er sich erst im Jahr 2013 traditio-
nell mit seiner heutigen Ehefrau verheiratet hätte; insoweit hat sein nigeria-
nisches Umfeld laut seinem Bekunden denn auch keinen Druck ausgeübt 
(vgl. vorne E. 4.4.2). Nach dem Gesagten hat sich der Beschwerdeführer 1 
mit der Aufnahme bzw. Weiterführung einer ausserehelichen Beziehung zu 
einer Nigerianerin und der Zeugung zweier gemeinsamer Kinder in einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 19

Weise verhalten, die in grobem Widerspruch steht zum traditionellen Bild 
der Ehe als einer ungeteilten, von Treue und Beistand getragenen Ge-
schlechtergemeinschaft zwischen Mann und Frau. Gleichzeitig ist er damit, 
gerade vor dem kulturellen und religiösen Hintergrund seines Heimatlands, 
Verpflichtungen eingegangen, die mit dem Führen einer auf die Zukunft 
gerichteten Ehe nicht im Einklang steht (vgl. für eine vergleichbare Kon-
stellation BGer 1C_504/2008 vom 5.3.2009 E. 2.3.2). 

5.3.3 Ein ausserordentliches, nach der Einbürgerung eingetretenes Ereig-
nis, welches zum raschen Zerfall einer zuvor intakten ehelichen Beziehung 
geführt hat, ist vorliegend weder geltend gemacht noch ersichtlich. Gemäss 
übereinstimmenden Aussagen ging der Scheidungswunsch von der Exfrau 
aus (Protokoll S. 5, 11), woraus die Beschwerdeführenden indes nichts für 
sich ableiten können (vgl. BGer 1C_558/2011 vom 11.4.2012 E. 3.1.4). Als 
Scheidungsgrund nannte der Beschwerdeführer 1 im Wesentlichen Kon-
flikte zwischen ihm und der erwachsenen Tochter seiner Exfrau (Be-
schwerde Ziff. 1.4; Protokoll S. 5). F.________ gab zu Protokoll, dass sie 
wieder habe frei sein wollen. Auch dem Beschwerdeführer 1 habe sie die 
Freiheit zurückgeben wollen. Sie habe keine Kinder mehr haben können 
und sich gedacht, dass ihr Mann wieder nach Nigeria zurückkehren und 
dort eine Familie gründen könnte. Für ihn sei die Rückkehr nach Nigeria ein 
Thema gewesen; er habe die Idee gehabt, dass sie ihn dort ab und zu 
besuchen könnte. Für sie sei dies aber keine Option gewesen. Auf 
Nachfrage des Gerichts bestätigte sie zwar, dass Meinungs-
verschiedenheiten zwischen ihrer Tochter und dem Beschwerdeführer 1 
beim Entscheid zur Scheidung mitgespielt hätten; als entscheidenden 
Punkt nannte sie aber ihren Wunsch nach Freiheit (Protokoll S. 10 f.). Die 
Scheidungskonvention unterzeichneten die Eheleute bereits zwei Wochen 
nach Aufhebung des gemeinsamen Haushalts (vgl. vorne E. 4.2). 

5.3.4 Die Aussagen der Exfrau lassen darauf schliessen, dass die Ehe-
leute grundlegend unterschiedliche Zukunftspläne hatten. Es erscheint we-
nig glaubhaft, dass sich diese erst nach der Einbürgerung herauskristalli-
siert haben sollen, zumal aufgrund des Alters der Exfrau bereits vor der 
Heirat klar war, dass gemeinsame Kinder kein Thema sein würden. Eine 
gewisse Schwere der vorgebrachten Probleme mit der Tochter der Exfrau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
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(bzw. deren damaligem Freund) oder, was hier von Interesse wäre, belas-
tende Auswirkungen auf die Ehe vermochte der Beschwerdeführer 1 an-
lässlich der Befragung nicht zu plausibilisieren; zudem fällt auf, dass das 
Problem – es habe sich zwischenzeitlich wieder gelegt – erst nach der Ein-
bürgerung aufgetreten und auch nach dem Auszug der Stieftochter aus der 
ehelichen Wohnung im Jahr 2010 so gravierend gewesen sein soll, dass es 
nach Darstellung des Beschwerdeführers 1 schliesslich zur Scheidung ge-
führt habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.6; Protokoll S. 5). Die Exfrau, welche 
von einer gewissen Eifersucht ihrer Tochter am ehesten betroffen gewesen 
wäre (Loyalitätskonflikt), vermittelte in der Befragung nicht, dass sie oder 
die Ehe darunter gelitten hätten, und sie stellte klar, dass nicht dies der 
Punkt war, der sie zur Scheidung veranlasst hatte (vgl. Protokoll S. 10 f.; 
E. 5.3.3 hiervor). Das Verwaltungsgericht teilt aufgrund des Eindrucks, wel-
chen es an der Instruktionsverhandlung von den Beteiligten gewonnen hat, 
die Einschätzung der Vorinstanz, dass diese Erklärung für das Scheitern 
der Ehe vorgeschoben erscheint und nicht zu überzeugen vermag. Dies 
wird durch den Umstand bekräftigt, dass beide Eheleute keine Bemühun-
gen zur Rettung der Ehe unternommen hatten. Der Schluss drängt sich auf, 
dass sich das Paar bereits seit längerer Zeit auseinandergelebt hatte und 
im Zeitpunkt der Einbürgerung der gemeinsame Wille zu einer stabilen 
ehelichen Gemeinschaft nicht mehr intakt war (vgl. zu vergleichbaren Be-
urteilungen BGer 1C_570/2012 vom 27.2.2013 E. 2.8 [gemeinsames 
Scheidungsbegehren drei Jahre nach der erleichterten Einbürgerung], 
1C_172/2012 vom 11.5.2012 E. 2.3 [Trennung 20 Monate nach der er-
leichterten Einbürgerung], 1C_292/2010 vom 5.8.2010 E. 4.3 [gemeinsa-
mes Scheidungsbegehren fünf Jahre nach der erleichterten Einbürgerung]).

5.4 Als Zwischenergebnis steht Folgendes fest: In Würdigung der ge-
samten Umstände teilt das Verwaltungsgericht die Einschätzung der Vor-
instanz, dass der Beschwerdeführer 1 einerseits direkt den Nichtigkeits-
grund des Erschleichens im Sinn von Art. 41 Abs. 1 BüG gesetzt hat und 
andererseits im Zeitpunkt der Einbürgerung keine intakte eheliche Bezie-
hung mehr bestanden hat; insbesondere die Zeugung zweier aussereheli-
cher Kinder mit derselben Frau ist im Grundsatz nicht vereinbar mit dem 
Erfordernis einer stabilen, auf die Zukunft ausgerichteten Ehegemeinschaft. 
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die POM die Einbürgerung als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 21

erschlichen im Sinn von Art. 41 BüG qualifiziert hat. Weitere Sachverhalts-
abklärungen würden zu keinem anderen Ergebnis führen. Die im Instruk-
tionsverfahren nicht berücksichtigten Beweisanträge (Einvernahme der 
Kinder und einer Bekannten der Exfrau; Beschwerde Ziff. 1.8) werden da-
her abgewiesen, soweit sie von den Beschwerdeführenden überhaupt auf-
rechterhalten wurden (keine Bestätigung an der Verhandlung oder mit 
Schlussbemerkungen).

5.5 Zu prüfen bleibt die Rüge, Art. 41 BüG sei eine Ermessensnorm und 
die Vorinstanz habe dieses Ermessen nicht pflichtgemäss ausgeübt. Zu-
dem sei die Nichtigerklärung der Einbürgerung des Beschwerdeführers 1 
unverhältnismässig (Beschwerde Ziff. 5 und 6). – Die Nichtigerklärung ist 
Rechtsfolge der Tatsache, dass die Einbürgerungsvoraussetzungen im 
Zeitpunkt der Einbürgerung nicht erfüllt waren und der Beschwerdeführer 1 
die Behörden über diesen Umstand täuschte. Wer durch Täuschung der 
Behörden die Einbürgerung erwirkt, hat die negativen Folgen einer späte-
ren Nichtigerklärung grundsätzlich zu tragen (vgl. BVGer C-2227/2012 vom 
11.9.2013 E. 7.4.4 mit Hinweis auf BGer 1C_340/2008 vom 18.11.2008 
E. 3). Die Erleichterung des Wohnsitzerfordernisses nach Art. 15 Abs. 3 
BüG entspricht derjenigen bei der erleichterten Einbürgerung nach Art. 27 
Abs. 1 BüG (vgl. vorne E. 3.2). Wären der Einbürgerungsbehörde im mass-
geblichen Zeitpunkt sämtliche Umstände bekannt gewesen, wäre dem Be-
schwerdeführer 1 die ordentliche Einbürgerung voraussichtlich verweigert 
worden, unbekümmert darum, dass er die übrigen Voraussetzungen er-
füllte. Entgegen dem mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde Vorgetragenen 
(Ziff. 5.2) rechtfertigt es sich daher nicht, beim vorliegenden Entscheid über 
die Nichtigerklärung einen weniger strengen Massstab anzusetzen als in 
Fällen der erleichterten Einbürgerung oder im Fall, dass eine Person straf-
fällig geworden ist. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer 1 während 
über neun Jahren mit seiner Exfrau und (zeitweise) deren Kinder zusam-
menlebte und in dieser Zeit im Wesentlichen für den gemeinsamen Le-
bensunterhalt aufkam, vermag einen Verzicht auf die Nichtigerklärung 
ebenfalls nicht zu rechtfertigen, zumal wie dargelegt im massgebenden 
Zeitpunkt der Einbürgerung das Bestehen einer intakten, auf die Zukunft 
ausgerichteten ehelichen Gemeinschaft verneint werden muss. Der Nichtig-
erklärung der Einbürgerung steht ebenfalls nicht entgegen, dass die Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
Seite 22

bürgerungsbehörde im massgeblichen Zeitpunkt die (übrigen) Eignungsvor-
aussetzungen von Art. 14 BüG als gegeben erachtet hatte und der Be-
schwerdeführer 1 inzwischen das ordentliche Wohnsitzerfordernis (zwölf 
Jahre) nach Art. 15 Abs. 1 BüG erfüllt. Wie die Vorinstanz zutreffend er-
wog, hat der Beschwerdeführer 1 grundsätzlich die Möglichkeit, ein neues 
Gesuch um ordentliche Einbürgerung zu stellen. Wohl hält er sich bereits 
recht lange hier auf und scheint – soweit ersichtlich – gut integriert zu sein. 
Vor dem Hintergrund der dargelegten Ereignisse lässt sich mit Blick auf die 
seit 11. Dezember 2013 geltenden (erhöhten) Einbürgerungsanforderungen 
(vgl. Art. 7 Abs. 3 KV) indes nicht sagen, dass er im heutigen Zeitpunkt die 
Voraussetzungen der ordentlichen Einbürgerung «offensichtlich erfüllt» 
(Beschwerde Ziff. 6.4). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Entzug 
des Schweizer Bürgerrechts nicht zwangsläufig mit einem Verlust des Auf-
enthaltsrechts einhergeht und der Beschwerdeführer 1 im Übrigen noch 
über die italienische Staatsbürgerschaft verfügt.

5.6  Nach dem Erwogenen ist die Nichtigerklärung der ordentlichen Ein-
bürgerung des Beschwerdeführers 1 nicht rechtsfehlerhaft.

6.

Strittig ist weiter, dass sich Nichtigkeit auf die Beschwerdeführenden 2 er-
streckt.

6.1 Gemäss Art. 41 Abs. 3 BüG erstreckt sich die Nichtigkeit auf alle 
Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig erklärten 
Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich anders verfügt wird. Der 
Sinn dieser Vorschrift liegt darin, Einbürgerungen, die auf eine Täuschung 
der Behörden zurückgehen, den Bestand zu verweigern. Die Nichtigerklä-
rung muss nach der Gesetzesformulierung nicht zwingend alle eingebür-
gerten Familienmitglieder erfassen; die Ausdehnung der Nichtigerklärung 
auf die eingebürgerten Familienmitglieder entspricht aber dem Regelfall 
und das Absehen davon ist die Ausnahme (vgl. BGE 135 II 161 E. 5.3; 
BGer 1C_510/2014 vom 11.12.2014 E. 3.1 und 3.3). Nach der Regelungs-
absicht und systematisch ist Abs. 3 von Art. 41 BüG gemäss dessen Abs. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
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ohne weiteres auch anwendbar, wenn die kantonale Behörde eine ordentli-
che Einbürgerung nichtig erklärt. Gemäss den Richtlinien des SEM, welche 
sich an die bundesgerichtliche Rechtsprechung anlehnen, werden Kinder 
vom Einbezug in die Nichtigerklärung der Einbürgerung ausgenommen, 
wenn sie im Zeitpunkt des Entscheids des SEM über die Nichtigerklärung 
mindestens 16 Jahre alt sind und zudem die Voraussetzungen für die Er-
teilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung erfüllen, oder wenn 
sie durch die Nichtigerklärung staatenlos würden (vgl. Handbuch Bürger-
recht SEM Ziff. 6.6).

6.2 Die Beschwerdeführenden bringen nichts vor, was eine Ausnahme 
von der Ausdehnung der Nichtigerklärung rechtfertigen könnte: Wie die 
Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, droht den heute 13- bzw. 11-jähri-
gen Kindern weder die Staatenlosigkeit noch erfüllen sie selber die Voraus-
setzungen für die Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung, 
haben sie sich doch noch nie in der Schweiz aufgehalten. Aus dem Um-
stand, dass ihr Vater ordentlich und nicht erleichtert eingebürgert worden 
war, können die Beschwerdeführenden 2 entgegen ihrer Auffassung nichts 
für sich ableiten (vgl. vorne E. 3.2, 6.1 und 7.1).

7.

Der angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Die Be-
schwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Bei diesem 
Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

8.

Gemäss Art. 83 Bst. b des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Ent-
scheide über ordentliche Einbürgerungen. Insoweit steht einzig die subsidi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2017, Nr. 100.2016.237U, 
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äre Verfassungsbeschwerde offen (Art. 113 BGG). Diese Ausnahme er-
streckt sich indes praxisgemäss nicht auf die Nichtigerklärung der ordentli-
chen Einbürgerung durch die Kantone (vgl. BGer 1C_578/2008 vom 
11.11.2009 E. 1.1.1, 1C_156/2015 vom 15.6.2015 E. 1.1; Hansjörg Seiler, 
in Handkommentar BGG, 2. Aufl. 2015, Art. 83 N. 19; Thomas Häberli, in 
Basler Kommentar, 2. Aufl 2011, Art. 83 BGG N. 52). Es wird daher in der 
Rechtsmittelbelehrung auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten verwiesen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführern
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde E.________
- dem Staatssekretariat für Migration

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.