# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce939c70-fa44-5336-bae5-fd2993aede98
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.02.2018 S 2017 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-64_2018-02-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 64

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 13. Februar 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war im Service beim C._____ Hotel, X._____, angestellt und 

dadurch bei der B._____ AG obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- 

und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadensmeldung vom 8. 

Januar 2007 hob sie am 1. Januar 2007 mit einem Arbeitskollegen 

Tischtücher auf einen Schrank und renkte sich dabei die rechte Schulter 

aus. Gleichentags erfolgte die Erstbehandlung im Kantonsspital 

Graubünden durch Dr. med. D._____. Dieser diagnostizierte eine antero-

inferiore Schulterluxation und nahm eine Reposition vor. Ab Unfalldatum 

war A._____ fortlaufend vollständig arbeitsunfähig. Die am 17. August 

2009 angetretene Umschulung der Invalidenversicherung zur 

medizinischen Praxisassistentin (MPA) musste aus gesundheitlichen 

Gründen per 31. März 2010 unterbrochen bzw. abgebrochen werden.

2. Nach weiteren medizinischen und bildgebenden Abklärungen erfolgte am 

25. April 2007 bei diagnostizierter posttraumatischer Instabilität mit 

Bankart Läsion der Schulter links eine operative Limbus Stabilisation mit 

zwei Mitek-Ankern und leichter Kapselraffung nach Neer. Es folgten 

weitere medizinische Abklärungen und am 16. Januar 2008 wurde in der 

Schulthess-Klinik, Zürich, eine Schulterarthroskopie mit ventrocaudaler 

Schulterstabilisierung, Bankart-Repair, dosierter Kapselraffung und SLAP-

Refixation durchgeführt. 

3. Aufgrund der anhaltenden Schmerzen und auf Empfehlung von Dr. med. 

E._____ der Schulthess-Klink hielt sich A._____ vom 2. Juni 2008 bis 18. 

Juli 2008 in der Klinik Valens zur stationären Verbesserung der 

Beweglichkeit und Stabilität der Schulter auf. Vom 20. Juli bis 7. August 

2009 absolvierte sie in der Folge eine intensivierte Therapie in derselben 

Klinik. Vom 4. Juni 2010 bis 30. Juli 2010 hielt sie sich zwecks stationärer 

Therapie in der RehaClinic Zurzach auf. 

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4. Am 2. Mai 2012 wurde A._____ von Dr. med. F._____, Klinik Gut, Chur, 

orthopädisch begutachtet. Dr. med. F._____ äusserte die Diagnosen (mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) einer chronischen Schulterinstabilität 

links bei konstitutioneller Kapselbandinstabilität und rezidivierenden 

posttraumatischen ventro-caudalen Schulterluxationen links, eines 

chronischen Schmerzsyndroms sowie den Verdacht auf eine leichtgradige 

Armplexusläsion links. Die Beschwerden an der linken Schulter und am 

linken Arm bestätigte er als unfallbedingt. Die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit als Servicefachangestellte schätzte er auf 20 %, in 

einer angepassten Tätigkeit auf 50-60 % ein. Den lntegritätsschaden 

bezifferte Dr. med. F._____ auf 25 %. Eine namhafte Besserung des 

unfallbedingten Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten. Zur 

Erhaltung des aktuellen Gesundheitszustandes seien weitere 

Therapiemassnahmen, insbesondere mit entsprechender Physiotherapie 

notwendig. Die aktuellen Physiotherapiesitzungen (drei Mal wöchentlich) 

seien zur Stabilitätserhaltung aus medizinischer Sicht sinnvoll.

5. Am 25. Oktober 2012 erfolgte in der Klinik Valens eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit.

6. Mit Verfügung vom 20. März 2014 lehnte die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden berufliche Massnahmen ab. Mit Verfügung vom 23. Mai 

2014 resp. 23. März 2015 sprach sie A._____ für die Zeit vom 1. April 

2010 bis 30. April 2011 eine ganze und ab 1. Mai 2011 eine halbe 

Invalidenrente (IV-Grad 52 %) zu. 

7. Am 24. Juli 2014 nahm Dr. med. G._____, bei diagnostizierter vorderer 

Schulterinstabilität links (rezidiv nach dreimaliger Stabilisierung), 

Hyperlaxitätskomponente und Glenoidrandefekt, eine diagnostische 

Arthroskopie mit offener Glenoidrandrekonstruktion mit Beckenspan, 

capsulolabraler Reinsertion und dosierter Shift vor. 

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8. Am 26. Januar 2015 berichtete Dr. med. H._____, Kantonsspital 

Graubünden, von einer sehr einschränkenden Situation der linken 

Schulter. A._____ sei vorab durch die Schmerzproblematik limitiert. Nach 

durchgeführter CT-Abklärung der Schulter links empfahl Dr. med. 

H._____ die Durchführung einer stationären Rehabilitation. Die 

chirurgischen Möglichkeiten seien ausgeschöpft worden.

9. Vom 3. Juni 2015 bis 11. Juli 2015 hielt sich A._____ zur stationären 

Rehabilitation in der RehaClinic Zurzach auf. 

10. Mit Arztbericht vom 4. Januar 2016 befürwortete Dr. med. H._____ 

weitere Physiotherapien auch im Sinne einer Medizinischen 

Trainingstherapie (MTT). 

11. Auf Veranlassung der B._____ wurde A._____ am 3. Mai 2016 von Dr. 

med. I._____, Klinik Gut, nochmals begutachtet. Dr. med. I._____ 

bestätigte die anhaltenden Beschwerden als unfallbedingt. In der 

bisherigen Tätigkeit sei A._____ zu 100 % arbeitsunfähig. In einer 

leichten Verweistätigkeit könne ein Pensum von 40-50 % erreicht werden. 

Zur aktuellen Gesundheitserhaltung seien weitere Therapiemassnahmen, 

insbesondere Physiotherapie notwendig. Die aktuellen 

Physiotherapiesitzungen (drei Mal wöchentlich) seien aus medizinischer 

Sicht sinnvoll. Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 

könne nicht erwartet werden. Im Vordergrund stehe die Erhaltung des 

derzeitigen Gesundheitszustandes. Dazu seien eine medikamentöse 

Schmerztherapie, Selbstübungen und -training sowie eine geführte 

Physiotherapie als therapeutische Pfeiler wichtig. Die stetige 

Reevaluation der insbesondere medikamentösen Therapie bedürfe der 

ärztlichen Betreuung. Die lntegritätseinbusse betrage mindestens 25 %. 

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12. Am 27. Juni 2016 legte die Physiotherapeutin das aktuelle 

Therapiekonzept vor. Sie führte zudem insbesondere aus, dass zur 

Stabilitäts- und Funktionsverbesserung der physiotherapeutische Weg 

weiterzuführen sei. Das Fernziel einer Medizinischen Trainingstherapie 

(MTT) würde A._____ überfordern und wäre kontraproduktiv. Die 

Physiotherapie müsse dreimal pro Woche erfolgen.

13. Der beratende Arzt der B._____, pract. med. K._____, beurteilte das 

erwähnte Therapiekonzept mit Stellungnahme vom 22. November 2016. 

Er gelangte zum Schluss, dass die intensive Physiotherapie für drei 

Monate mit einer Frequenz von drei Sitzungen pro Woche mit 

konsekutiver Reduktion im Monat 4 und 5 auf zweimal pro Woche und ab 

Monat 6 auf einmal pro Woche bis maximal drei Monate ergänzt durch 

eine Medizinische Trainingstherapie (MTT) als zielführende Stabilisation 

des aktuellen Status ausreichend sei. Darüber hinaus führende 

Therapieintensitäten erachtete er nicht als WZW-konform. 

14. Die L._____ AG, als Unfallversicherin der langfristigen Leistungen nach 

UVG, sprach A._____ mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 eine 

lntegritätsentschädigung von 25 % sowie mit Verfügung vom 25. 

November 2016 ab 1. November 2016 eine Unfall-lnvalidenrente bei 

einem lnvaliditätsgrad von 44 % und eine Hilflosenentschädigung für 

leichte Hilflosigkeit zu. 

15. Am 1. Dezember 2016 verfügte die B._____, ab 1. November 2016 keine 

weiteren Taggelder zu leisten. Die Physiotherapie werde während drei 

Monaten mit einer Frequenz von drei Sitzungen pro Woche mit 

konsekutiver Reduktion in Monat 4 und 5 auf zweimal pro Woche und ab 

Monat 6 auf einmal pro Woche bis maximal 3 Monate ergänzt durch eine 

Medizinische Trainingstherapie (MTT) übernommen. Ab Juli 2017 würden 

keine weiteren Therapieleistungen mehr gewährt. Die dagegen erhobene 

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Einsprache, womit A._____ unter Einreichung einer Stellungnahme ihres 

Hausarztes Dr. med. M._____ die unbefristete Übernahme der 

Heilbehandlung auch nach dem 1. Juli 2017 beantragte, wurde mit 

Einspracheentscheid vom 4. April 2017 abgewiesen. 

16. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 9. Mai 

2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die 

weiteren Heilkosten seien unbegrenzt zu übernehmen. 

Verfahrensrechtlich stellte sie Antrag auf Anordnung eines zweiten 

Schriftenwechsels und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Sie 

trug im Wesentlichen vor, dass der Sachverhalt im angefochtenen 

Entscheid korrekt wiedergegeben sei. Strittig sei hingegen die 

Übernahme der Heilbehandlung. Hier gehe es nicht um eine deutliche 

Verbesserung der gesundheitlichen Situation, sondern, wie der beigelegte 

Bericht der Physiotherapeuten vom 14. April 2017 aufzeige, um den 

Erhalt der Funktion und somit um die stabile langfristige Gewährleistung 

der 40-50%igen Arbeitsfähigkeit und der Fortführung der im März 2017 

offiziell begonnenen, selbständigen Erwerbstätigkeit. Sie benötige 

weiterhin die Physiotherapie im bisherigen Ausmass. Die 

Schulterinstabilität sei komplex und multidirektional. Die Medizinische 

Trainingstherapie (MTT; Fitnesscenter) sei nicht nur zu anstrengend, 

sondern dadurch würde die Schmerzproblematik (Bewegungsschmerz) 

auch stark ansteigen. Dies werde von Dres. med. I._____ und M._____ 

sowie von der Physiotherapeutin bestätigt. Laut Physiotherapeutin seien 

für die Erhaltung der Schulterfunktion eine Kontrolle der Bewegung, ein 

Pacing und eine therapeutische und ärztliche Begleitung notwendig, was 

auch Dr. med. I._____ attestiere.

17. Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2017 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie 

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führte im Wesentlichen aus, dass der Auffassung des beratenden Arztes, 

pract. med. K._____, wonach die Physiotherapie durch 

eigenverantwortliche Medizinische Trainingstherapie (MTT) ersetzt 

werden könnte, zu folgen sei. Die Berichte, worauf sich die 

Beschwerdeführerin beziehe, seien – mit Ausnahme der Stellungnahme 

der behandelnden Physiotherapeutin – nicht aktuell und bezögen sich auf 

ein früheres Stadium. Nur Dr. med. M._____ bejahe die dauernde 

Behandlungsbedürftigkeit. Dr. med. I._____ habe sich auf den damaligen 

Zeitpunkt bezogen. 

18. Mit Replik vom 7. Juli 2017 präzisierte die Beschwerdeführerin ihre 

Anträge wie folgt:

" 1. Der Einspracheentscheid vom 4. April 2017 sei aufzuheben. 

2. Der Beschwerdeführerin sei die weitere Heilbehandlung und Pflege nach Art. 21 

Abs. 1 lit. c UVG zuzusprechen. 

3. Eventualiter habe das angerufene Gericht dem Gutachter Dr. med. C. I._____ in 

Präzisierung seines Gutachtens vom 3. Mai 2016 die Frage zu stellen, ob die 

Beschwerdeführerin zur Erhaltung ihrer verbleibenden Arbeitsfähigkeit dauernd der 

Behandlung und Pflege bedürfe.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin."

Begründend führte die Beschwerdeführerin insbesondere aus, entgegen 

den Ausführungen der Beschwerdegegnerin habe Dr. med. I._____ in 

seinem Gutachten explizit erwähnt, dass zur aktuellen 

Gesundheitserhaltung weitere Therapiemassnahmen, insbesondere 

Physiotherapie, notwendig seien. Der Vertrauensarzt der 

Beschwerdegegnerin, pract. med. K._____, sei weder Orthopäde noch 

Traumatologe, sondern Facharzt in Anästhesiologie. Materiell überzeuge 

seine Aktenbeurteilung nicht. Auch fehle es an einer nachvollziehbaren 

Begründung, weshalb die konsekutive Reduktion der Physiotherapie als 

zielführende Stabilisation des aktuellen Zustandes betrachtet werden 

solle. Aufgrund des fehlenden Facharzttitels und der aufgezeigten 

Widersprüche könne somit nicht auf das aktuelle Aktengutachten des 

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Vertrauensarztes abgestellt werden. Abzustellen sei auf das Gutachten 

von Dr. med. I._____ vom 3. Mai 2016, andernfalls stelle sie den Antrag, 

dass das Gericht zwecks Aufklärung der Bedürftigkeit dauernder 

Behandlung und Pflege an Dr. med. I._____ gelange. 

19. Mit Schreiben vom 20. Juli 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 

die Einreichung einer Duplik.

20. Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin vom 13. November 2017 nahm 

Dr. med. I._____ am 20. November 2017 zu den Ausführungen von pract. 

med. K._____ vom 22. November 2016, unter Beachtung des 

Therapiekonzeptes vom 26. Juni 2016 und der Stellungnahme der 

Physiotherapeutin vom 14. April 2017, Stellung. Dazu äusserte sich die 

Beschwerdegegnerin am 23. Januar 2018 unter Einreichung der 

Stellungnahme von pract. med. K._____ vom 4. Januar 2018. Seitens der 

Beschwerdeführerin ging keine Stellungnahme ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften 

sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur 

Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die 

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Beschwerdeführerin Wohnsitz in Y._____ (GR), weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das 

Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden 

gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 4. April 2017, mit 

welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen 

Beschwerdeführerin abgewiesen und damit die am 1. Dezember 2016 

verfügte Reduktion der Therapieleistungen mit anschliessender 

Einstellung ab Juli 2017 bestätigt hat, stellt demnach ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als 

formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Abänderung bzw. Aufhebung auf 

(vgl. Art. 59 ATSG). Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich – wie im vorliegenden Fall – vor dem Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 

nach bisherigem Recht gewährt. Deshalb sind vorliegend grundsätzlich 

die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen anzuwenden. 

Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren anwendbaren 

Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen 

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Rechtssätze keine Änderungen ergeben, weshalb nachfolgend auf diese 

verwiesen werden kann.

3. Streitig und zu prüfen ist, ob und in welchem Mass die 

Beschwerdeführerin nach Festsetzung der Unfall-Invalidenrente weiterhin 

Anspruch auf Heilbehandlung nach Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG im Sinne von 

weiteren Therapieleistungen (Physiotherapiesitzungen) hat.

4. a) Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes der Versicherten mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 

abgeschlossen sind (Satz 1). Mit dem Rentenbeginn fallen die 

Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Satz 2). Nach Art. 21 

Abs. 1 UVG werden der Bezügerin auch nach Festsetzung der Rente 

unter bestimmten, in Abs. 1 lit. a-d dieser Norm aufgeführten Fällen 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen gewährt. Vorgesehen ist dies, 

wenn sie – immer nebst dem Bezug einer Invalidenrente – an einer 

Berufskrankheit leidet (lit. a), unter einem Rückfall oder Spätfolgen leidet 

und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich 

verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann 

(lit. b), zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der 

Behandlung und Pflege bedarf (lit. c) oder erwerbsunfähig ist und ihr 

Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert 

oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. d). 

Einschlägig ist im vorliegenden Fall Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG. Die 

Beschwerdegegnerin soll somit für allfällige Behandlungen aufkommen, 

welche zur Erhaltung der teilweisen Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin notwendig sind. Die getroffenen Massnahmen 

müssen den WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und 

Wirtschaftlichkeit) entsprechen (vgl. Art. 54 UVG; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

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Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, Art. 

54 S. 240 ff.). 

b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 

würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht 

alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 

125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 

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E.3b). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb, 

je m.w.H.). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter 

auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2, 

4.4 und 4.5, 125 V 351 E.3b/cc). Sodann kommt auch den Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon 

auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen 

BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). 

Schliesslich kann auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert 

zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich 

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feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.3.2.2).

5. a) Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin an einer 

unfallbedingten chronischen Schulterinstabilität links bei konstitutioneller 

Kapselbandinstabilität und rezidivierenden posttraumatischen 

ventrocaudalen Schulterluxationen leidet. 

b) Bezüglich der hier strittigen Übernahme der Heilbehandlung 

(Physiotherapie) stützte sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

Entscheid auf die Aktenbeurteilung ihres Vertrauensarztes pract. med. 

K._____, Facharzt für Anästhesiologie, vom 22. November 2016 (Akten 

der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 278). Darin kritisierte pract. med. 

K._____ die von Dr. med. I._____, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, im Gutachten vom 3. Mai 2016 (Bg-act. 

268) sowie von der Physiotherapeutin im Therapiekonzept vom 27. Juni 

2016 befürwortete Notwendigkeit von Physiotherapiesitzungen dreimal 

pro Woche bzw. die von der Physiotherapeutin im erwähnten 

Therapiekonzept geäusserte Kontraproduktivität einer Medizinischen 

Trainingstherapie (MTT). Pract. med. K._____ erachtete die intensive 

Physiotherapie während 3 Monate dreimal pro Woche mit konsekutiver 

Reduktion im Monat 4 und 5 auf zweimal pro Woche und ab Monat 6 auf 

einmal pro Woche bis maximal 3 Monate ergänzt durch eine Medizinische 

Trainingstherapie (MTT) als zielführende Stabilisation des aktuellen 

Status.

6. a) Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die 

obgenannte Beurteilung von pract. med. K._____ vom 22. November 

2016 abgestellt hat oder ob die übrigen medizinischen Akten auch nur 

geringe Zweifel an der vertrauensärztlichen (versicherungsinternen) 

Beurteilung zu wecken vermögen. 

http://links.weblaw.ch/de/8C_641/2011

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b) Angesichts der widersprüchlichen Einschätzungen zur Notwendigkeit, 

Häufigkeit und Dauer der Heilbehandlung (Physiotherapie) ersuchte das 

Gericht am 1. November 2017 Dr. med. I._____, zu den Ausführungen 

des Vertrauensarztes pract. med. K._____ vom 22. November 2016, 

unter Beachtung des Therapiekonzeptes vom 26. Juni 2016 der 

Physiotherapeutin und deren Äusserungen vom 14. April 2017 Stellung zu 

nehmen.

Dr. med. I._____ äusserte sich in der Folge am 20. November 2017 und 

bestätigte seine frühere Einschätzung vom 3. Mai 2016 (Bg-act. 268), 

wonach zur Erhaltung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin Physiotherapiesitzungen dreimal pro Woche sinnvoll 

seien. Es seien insgesamt drei chirurgische Eingriffe erfolgt und alle zur 

Verfügung stehenden, konservativen Therapiemodalitäten angewandt 

worden. Die Beschwerdeführerin sei von diversen, ausgewiesenen 

Schulterorthopäden in der Schweiz beurteilt worden. Keine der 

angewandten Therapiemodalitäten habe die Situation nachhaltig 

verbessern können. Seit geraumer Zeit zeige sich aber ein mehr oder 

weniger stationärer Befund, welcher jedoch nur unter entsprechender 

physiotherapeutischer Beübung und Heimübungen erhalten werden 

könne. Die Stabilisierung des Ist-Zustandes auf dem momentanen Niveau 

müsse mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angestrebt 

werden, auch wenn eine namhafte Besserung der 

Schulterschmerzproblematik kaum zu erwarten sei. Mit der Beurteilung 

von pract. med. K._____ vom 22. November 2016 erklärte sich Dr. med. 

I._____ nicht einverstanden. Das von pract. med. K._____ beschriebene 

Physiotherapieregime könnte durchaus Sinn machen, wenn bei einer 

Patientin die Wiedererlangung der uneingeschränkten Gelenksfunktion zu 

erwarten wäre. Die Situation bei der Beschwerdeführerin sei jedoch eine 

andere: Nach über 10-jähriger Leidensgeschichte sei eben nicht mehr 

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eine vollumfängliche Rehabilitation möglich bzw. realistisch, sondern es 

gehe um die Erhaltung bzw. Stabilisierung des Ist-Zustandes. Deshalb 

scheine ihm eine Reduktion der Frequenz der Therapiesitzungen als nicht 

angebracht, nicht sinnvoll und auch nicht logisch. Mit abnehmender 

Frequenz der Therapie werde der Problematik der Gesundheitserhaltung 

nicht Rechnung getragen. Angenommen, das von pract. med. K._____ 

vorgeschlagene Physiotherapieregime wäre im Falle der 

Beschwerdeführerin medizinisch korrekt und zielführend, hätte unter der 

momentanen Therapie ja bereits längst eine Verbesserung eintreten 

müssen. Dies sei jedoch nicht der Fall. 

c) Zur Stellungnahme von Dr. med. I._____ vom 20. November 2017 

äusserte sich pract. med. K._____ im Auftrag der Beschwerdegegnerin 

am 4. Januar 2018. Mit Verweis auf seine Beurteilung vom 22. November 

2016 (Bg-act. 258) führte er aus, die stufenförmige Reduktion der 

physiotherapeutischen Beübung und physikalischer Massnahmen sei im 

diskutierten Fall WZW-konform, da keine namhafte Besserung nach 10-

jähriger intensiver Physiotherapie und medizinischer Versorgung zu 

erwarten sei und der Endzustand als restitutio ad defectum erreicht sei. In 

Einigkeit mit dem Schreiben von Dr. med. I._____ vom 2. (recte: 20.) 

November 2017 sei keine Rehabilitation möglich. Die von ihm angestrebte 

Erhaltung des Ist-Zustandes durch eine hochfrequente Physiotherapie sei 

versicherungsmedizinisch aber abzulehnen, da dies nicht WZW-konform 

sei. Nach eigener Literatur-Recherche existiere keine medizinische 

Evidenz, die eine positive Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen 

Anwendungshäufigkeit, 

-intensität und -dauer, d.h. Gesamttherapiedosis wissenschaftlich 

aufzeige. Das Theorem "Viel hilft viel" sei wissenschaftlich nicht 

ausgewiesen. Die Wirksamkeit spezifischer physiotherapeutischer 

Massnahmen sei in der Akutphase (Zeitraum bis 12 Monate nach 

Ereignis) bei spezifischen Schulterleiden mit guter Wirksamkeit 

wissenschaftlich belegt. Im zu diskutierenden Fall handle es sich um ein 

- 16 -

chronisches Schulterleiden, welches der hochfrequenten 

physiotherapeutischen Beübung nicht mehr zugänglich sei, da keine 

namhafte Besserung zu erwarten sei. Welche Physiotherapiedosis zur 

Erhaltung des lst-Zustandes ausreichend sei, lasse sich nur durch eine 

individuelle Zieldefinition, individueller Überprüfung des Erreichten und 

der eigenverantwortlichen Gesundheitsfürsorge zur 

selbstverantwortlichen Fortführung des bisher Erlernten ermitteln. Das in 

seiner Beurteilung vom 22. November 2016 genannte 

physiotherapeutische Beübungsschema bedeute eine Reduktion der 

Dosis und münde in der eigenverantwortlichen Medizinischen 

Trainingstherapie (MTT), welche physiotherapeutisch angeleitet werde 

und nachfolgend eigenverantwortlich fortzuführen sei. Dieses Konzept 

entspreche somit dem obgenannte Modell der individuellen Dosisfindung 

und Aktivierung der Eigenverantwortung. Die kategorische Ablehnung 

dieses Konzepts sei nicht nachzuvollziehen, da diese inhaltlich 

unbegründet sei. Die Medizinische Trainingstherapie (MTT) sei ein 

allgemein akzeptiertes und etabliertes Konzept, in dessen Zentrum die 

Eigenverantwortlichkeit des zu Therapierenden stehe. Das von ihm 

genannte Schema diene der individuellen Dosis-Titrierung unter 

Steigerung der aktiven, anfänglich angeleiteten, eigenverantwortlichen 

Gesundheitsfürsorge. In der retrospektiven Individualbetrachtung der 

bisherigen Wirkung der Physiotherapie lasse sich keine Besserung 

objektiv nachweisen. Die hierfür eingesetzten Mittel seien unwirksam. 

Eine wissenschaftliche Evidenz für diese Therapiedichte bestehe nicht 

und die dafür aufgewendeten Ressourcen stünden in einem deutlichen 

Missverhältnis zu dem Nicht-Erreichten.

d) Wie oben dargelegt, gehen sowohl pract. med. K._____ als auch Dr. med. 

I._____ davon aus, dass eine Rehabilitation nicht möglich und die 

Erhaltung des Ist-Zustandes anzustreben ist. Uneinig sind sie sich jedoch 

bezüglich der Therapie, welche hierfür erforderlich ist (Art, Häufigkeit und 

- 17 -

Dauer). Während Dr. med. I._____ der Ansicht ist, dass zur Erhaltung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin Physiotherapiesitzungen 

dreimal pro Woche sinnvoll seien, vertritt pract. med. K._____ die 

Auffassung, die konsekutive Reduktion der Physiotherapiesitzungen mit 

Einmündung in der selbstverantwortlichen Medizinischen 

Trainingstherapie (MTT) sei WZW-konform. Die von Dr. I._____ 

unterstützte hochfrequente Physiotherapie lehnt pract. med. K._____ mit 

der Begründung ab, gemäss Literatur existiere keine medizinische 

Evidenz, die eine positive Dosis-Wirkung-Beziehung zwischen 

Anwendungshäufigkeit, -intensität und 

-dauer aufzeige. Das Theorem "Viel hilft viel" sei wissenschaftlich nicht 

ausgewiesen und die Wirksamkeit spezifischer physiotherapeutischer 

Massnahmen sei lediglich in der Akutphase im Zeitraum bis 12 Monate 

nach dem Ereignis bei spezifischen Schulterleiden belegt. Dieser 

einleuchtenden Ansicht schliesst sich das Gericht an. Gestützt auf die 

Ausführungen von pract. med. K._____ kann sodann davon ausgegangen 

werden, dass das unbestrittenermassen chronische Schulterleiden der 

Beschwerdeführerin nach 10-jähriger intensiver Physiotherapie und 

Erreichung des Endzustandes im Sinne einer restitutio cum defectum 

(d.h. einer nicht vollständigen Heilung) aufgrund der unbestritten nicht zu 

erwartenden Besserung keine hochfrequente Physiotherapie (mehr) 

erfordert. Mit pract. med. K._____ ist sodann festzuhalten, dass das 

Modell der individuellen Dosisfindung und Aktivierung der 

Eigenverantwortung zur Erhaltung des Ist-Zustandes und erst recht der 

Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausreicht. Dementsprechend 

kann das von pract. med. K._____ befürwortete Konzept der Reduktion 

der Physiotherapiesitzungen mit Einmündung in der 

selbstverantwortlichen Medizinischen Trainingstherapie (MTT) 

übernommen werden. 

- 18 -

Nachdem anfänglich aufgrund der widersprechenden Einschätzung von 

Dr. med. I._____ noch gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit der ver-

trauensärztlichen (versicherungsinternen) Einschätzung von pract. med. 

K._____ vom 22. November 2016 (Bg-act. 258) bestanden hatten, 

überzeugt nun seine auf die wissenschaftliche Literatur hinweisende 

Stellungnahme vom 4. Januar 2018 vollumfänglich, weshalb ihr voller 

Beweiswert zukommt. Dagegen erachtet das Gericht die Stellungnahme 

von Dr. med. I._____ vom 20. November 2017 in Anbetracht der 

schlüssigen Ausführungen von pract. med. K._____ weniger 

überzeugend, namentlich wo er ausführt, dass das Konzept von pract. 

med. K._____ der Frequenzabnahme mit anschliessender Einstellung der 

Physiotherapie nur Sinn machen könnte, wenn eine Wiedererlangung der 

uneingeschränkten Gelenksfunktion zu erwarten wäre. Somit kann auch 

seiner Schlussfolgerung nicht gefolgt werden, wonach das Konzept von 

pract. med. K._____ nicht korrekt sein könne, weil hier unter der 

momentanen Therapie keine Verbesserung eingetreten sei. Denn nach 

10 Jahren Physiotherapie ohne dass eine Verbesserung der Situation zu 

erwarten wäre, kann an der Notwendigkeit einer solchen Therapie nicht 

länger festgehalten werden, weshalb zur Erhaltung des Ist-Zustandes das 

Konzept von pract. med. K._____ mit der Reduktion und der 

anschliessenden Einstellung der Physiotherapie mit Übergang in die 

eigenverantwortliche Medizinische Trainingstherapie (MTT) gerade in der 

vorliegenden Konstellation und nicht nur – wie von Dr. I._____ behauptet 

– wenn die Wiedererlangung der uneingeschränkten Gelenksfunktion zu 

erwarten wäre, als geboten und ausreichend zu betrachten ist. An diesem 

Ergebnis ändert auch der Einwand der Beschwerdeführerin, pract. med. 

K._____ sei als nicht Orthopäde bzw. Traumatologe nicht hinreichend 

qualifiziert, nichts; denn hier bestehen keine konkreten Hinweise darauf, 

dass dem beratenden Arzt, mit Facharzttitel in Anästhesiologie, mithin mit 

Kenntnissen in Schmerztherapie, für die Beurteilung des vorliegenden 

Falls die notwendigen Kompetenzen fehlten. Auf das von pract. med. 

- 19 -

K._____ befürwortete, schlüssige und nachvollziehbare Therapieregime 

kann somit abgestellt werden.

e) Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass es bei 

Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG nur um die Erhaltung der verbleibenden 

Erwerbsfähigkeit und der dafür erforderlichen Massnahmen und nicht um 

die Frage nach einer medizinischen sinnvollen Behandlung geht. Dr. med. 

I._____ bestätigt in seiner Stellungnahme vom 20. November 2017 

zuhanden des Gerichts nun aber ausdrücklich nicht, dass die dreimal 

wöchentlich durchgeführte Physiotherapie zur Erhaltung der 

Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin notwendig ist, sondern er ist der 

Auffassung, "dass die Physiotherapie [zur Stabilisierung des Ist-

Zustandes] sinnvoll und zweckgerichtet ist". Soweit schliesslich der 

Hausarzt Dr. med. M._____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, im 

ärztlichen Zeugnis vom 6. Januar 2017 (Bg-act. 281) – ebenso wie die 

Physiotherapeutin in ihrem Therapiekonzept vom 27. Juni 2016 (Bg-act. 

273) – ausführt, dass eine dreimalige Physiotherapie pro Woche plus 

Training Voraussetzung für die Erhaltung der eingeschränkten 

Schulterbeweglichkeit seien und eine Medizinische Trainingstherapie 

(MTT) zu einer Zunahme der Schmerzen führe, so ist auf die 

Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. vorne E.4b). Die Ausführungen 

des Hausarztes und der Physiotherapeutin vermögen die 

nachvollziehbare Einschätzung des Vertrauensarztes somit nicht zu 

erschüttern. Nach dem Gesagten ist der angefochtene Entscheid der 

Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin keine weiteren 

Therapieleistungen ab Juli 2017 mehr zu gewähren, somit nicht zu 

beanstanden.

- 20 -

7. a) Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 4. April 2017 als rechtens, weshalb dieser zu bestätigen und die 

dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser im Falle leichtsinniger oder 

mutwilliger Prozessführung – für die Parteien kostenlos. Demnach werden 

für das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Damit 

wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege gegenstandslos. Der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 15. Februar 

2019 gutgeheissen (8C_351/2018).