# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa76f94c-f200-5cd7-9d0b-2695c07138f3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 05.10.2021 R 2020 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-39_2021-10-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 39

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 5. Oktober 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Einfache Baugesellschaft, bestehend aus:
- A._____ AG, 
- B._____ AG, 
C._____ AG, 
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Reto Crameri, 

Beschwerdeführerinnen
gegen

Gemeinde D._____, 
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Christian Fey, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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I. Sachverhalt:

1.1. Am 13. Juli 2018 reichten die A._____ AG (Bauherrin) und die C._____ AG 

(Grundstückseigentümerin) ein Baugesuch betreffend den Neubau von 

zwei Mehrfamilienhäusern auf den Parzellen F._____ und G._____ in der 

Gemeinde D._____ ein. Mit Entscheid vom 6. September 2018 wies die 

Baukommission der Gemeinde D._____ das Baugesuch ab. Sie begrün-

dete ihren Entscheid im Wesentlichen wie folgt: "[Bei der NGF-Berechnung] 

unberücksichtigt geblieben sind jedoch die sehr grossen, gedeckten Sitz-

plätze zu den Dachgeschosswohnungen, welche baulich allseitig umschlos-

sen sind, zu Aufenthaltszwecken genutzt werden können und das in Er-

scheinung tretende Gebäudevolumen massgebend prägen. […] Die ge-

deckten Sitzplätze zu den Dachgeschosswohnungen lassen sich aufgrund 

der Nutzungsmöglichkeit nicht unter die Bestimmungen von Art. 37a Abs. 3 

KRVO subsumieren und sind an die Nettogeschossfläche anzurechnen. Die 

zulässige Ausnützungsziffer wird daher um diese Flächen überschritten." 

1.2. Hiergegen erhoben die A._____ AG und die C._____ AG am 19. September 

2018 Beschwerde beim Gemeinderat D._____, wobei sie im Hauptbegeh-

ren die Aufhebung des Baubescheids und die Erteilung der Baubewilligung 

für das Baugesuch beantragten. In ihrer Begründung hielten sie im Wesent-

lichen fest, es sei nicht korrekt, die Balkone/Terrassen in den Dachgeschos-

sen zur Nettogeschossfläche hinzuzurechnen. Zudem seien die Bestim-

mungen der KRVO vorliegend nicht anwendbar; massgebend sei aussch-

liesslich kommunales Recht (vgl. insbesondere Art. 15 Abs. 4 BauG). Wenn 

die Baukommission davon ausgehe, dass die Balkone/Terrassen in den Da-

chgeschossen allseitig umschlossen seien, liege ein Sachverhaltsirrtum 

vor: Die Balkone/Terrassen seien gegen Osten hin offen. Es seien grosse 

Aussparungen in den Fassaden geplant, welche nicht verschlossen wür-

den. Zudem würden die geräumigen Terrassen nicht beheizt. 

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Mit Schreiben vom 23. Oktober 2018 stellte der Gemeinderat D._____ der 

A._____ AG und der C._____ AG die Abweisung ihrer Beschwerde in Aus-

sicht. Er hielt unter anderem fest, dass in den Fassadenplänen jegliche Hin-

weise fehlten, dass die ostseitige Öffnung nicht verschlossen sein solle. Wie 

der Plandarstellung (Grundriss und Fassaden) entnommen werden könne, 

seien die Fensteröffnungen mit einem transparenten Element verschlossen.  

Der Gemeinderat D._____ räumte der A._____ AG und der C._____ AG die 

Möglichkeit ein, ein neues Baugesuch einzureichen (Beschwerderückzug) 

oder aber einen begründeten und anfechtbaren Beschwerdeentscheid zu 

verlangen. Dabei wies er insbesondere daraufhin, dass eine Anpassung der 

ostseitigen "Terrasse" im Minimum Folgendes enthalten müsste (unter an-

derem): "Die Fassadenöffnungen der gedeckten Terrasse dürfen nicht bau-

lich verschlossen werden, weder durch Fenster, Windschutzverglasungen 

o.ä. (z.B. müsste auf die Darstellung eines Bauteils in der Leibung verzichtet 

werden bzw. in den Fassadenplänen könnte explizit eine 'Nicht-Befenste-

rung' vermerkt werden. Ferner können die Grundrisse mit dem Hinweis 

'nicht beheizt' versehen werden)." 

Mit Datum vom 30. Oktober 2018 zogen die A._____ AG und die C._____ 

AG ihre Beschwerde zurück und sie stellten die Einreichung eines neuen, 

die vom Gemeinderat vorgebrachten Aspekte berücksichtigenden Bauge-

suchs in Aussicht. Ansonsten bleibe das Baugesuch unverändert, da es 

auch von der Baukommission keine weiteren diesbezüglichen Einwendun-

gen im Baubescheid vom 6. September 2018 gegeben habe. 

2.1. Am 14. Dezember 2018 reichten die einfache Baugesellschaft, bestehend 

aus der A._____ AG und der B._____ AG, und die C._____ AG ein neues 

Baugesuch betreffend den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern auf den 

Parzellen F._____ und G._____ ein, wobei in den Plänen bei den gedeck-

ten Dachterrassen "Terrasse nicht beheizt" und bei den Fassadenöffnungen 

derselben "Nicht-Befensterung" vermerkt wurde. Mit Entscheid vom 14. Mai 

2019, mitgeteilt am 6. August 2019, bewilligte die Baukommission der Ge-

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meinde D._____ das Baugesuch der einfachen Baugesellschaft und der 

C._____ AG insbesondere unter folgender Auflage (vgl. Ziff. I.5): 

Die offenen Dachterrassen sind vor Baubeginn mittels einer öffentlich-rechtli-
chen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen nicht verglast, beheizt 
oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchamtlich sicherzustellen.

Grundbuchanmeldung:

Die vorstehende Auflage bezüglich Dachterrassen ist nach Eintritt der Rechts-
kraft der Baubewilligung als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im 
Grundbuch der Gemeinde D._____ wie folgt anmerken zu lassen: 

Auf Grundstück Nr. F._____/G._____

Die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser dürfen weder verglast, 
noch beheizt oder als Wohnraum genutzt werden.

In ihrer Begründung hielt sie unter anderem fest, dass die gedeckten Dach-

terrassen in den Dachgeschossgrundrissen mit "Terrasse nicht beheizt" be-

schriftet seien. Zudem seien die Fassadenöffnungen in den Ansichten mit 

"1" bzw. "Nicht-Befensterung" beschrieben. Ferner lägen die Dachterrassen 

ausserhalb des Dämmperimeters und es seien keine Schiebetüren zu den 

traufseitigen, offenen Dachterrassen vorgesehen. Damit müssten die ge-

deckten Dachterrassen nicht an die Nettogeschossflächen angerechnet 

werden (Art. 15 Abs. 1 BauG). Die offenen Dachterrassen (sowie der Aus-

nützungstransfer ab der Parzelle H._____) würde(n) vor Baubeginn mittels 

einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen 

nicht verglast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchamt-

lich vermerkt und sichergestellt. Die zulässige Ausnützungsziffer sei einge-

halten.

2.2. Hiergegen erhoben die einfache Baugesellschaft und die C._____ AG am 

23. August 2019 Beschwerde beim Gemeinderat D._____, wobei sie unter 

anderem was folgt beantragten (vgl. Ziff. I.2):

a) Ziff. I.5 der angefochtenen Entscheide betreffend Grundbuchanmeldung 
sei ersatzlos aufzuheben.

b) Eventualiter sei Ziff. I.5 der angefochtenen Entscheide betreffend Grund-
buchanmeldung wie folgt anzupassen:

Die offenen Dachterrassen sind vor Baubeginn mittels einer öffentlich-
rechtlichen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen nicht vollver-

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glast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchlich sicher-
zustellen:

Grundbuchanmeldung:

Die vorstehende Auflage bezüglich Dachterrassen ist nach Eintritt der 
Rechtskraft der Baubewilligung als öffentlich-rechtliche Eigentumsbe-
schränkung im Grundbuch der Gemeinde D._____ wie folgt anzumerken:

Auf Grundstücken Nrn. F._____/G._____

Die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser dürfen nicht vollver-
glast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden. Sofern eine Umnutzung 
der Dachterrassen nach bau- und raumplanungsrechtlichen Vorschriften 
zulässig ist, ist die Grundbuchanmerkung von Amtes wegen oder auf An-
trag hin zu löschen.

In ihrer Begründung hielten sie unter anderem fest, dass die Anmerkung 

eines Umnutzungsverbots der Dachterrasse im Grundbuch unnötig sei: 

Gemäss geltendem Baugesetz sei eine Umnutzung aufgrund der erreichten 

Ausnützungsziffer nicht zulässig. Es sei demgegenüber klar, dass für die 

Umnutzung ein neues Baugesuch eingereicht werden müsste. Eventualiter 

sei die Anmerkung anzupassen, sodass nur eine Vollverglasung unzulässig 

sei, eine Teilverglasung demgegenüber zugelassen werde. Denn es solle 

möglich sein, eine einfache Windschutzverglasung oder eine Absturzsiche-

rung aus Glas bei den überdachten Dachterrassen zu realisieren, ohne 

dass gegen eine baupolizeiliche Auflage verstossen werde. Es komme 

hinzu, dass bei einem Minergie zertifizierten Bau gemäss Gesetz eine Drei-

fachverglasung erforderlich wäre, um die Norm für Wohnraum zu erfüllen. 

Alles, was dieser Norm nicht entspreche, sollte vorliegend möglich sein. Aus 

diesem Grund werde eine Anpassung der entsprechenden Auflage bean-

tragt. 

Mit Entscheid vom 7. Oktober 2019 wies der Gemeinderat D._____ die Be-

schwerde ab, soweit er darauf eintrat. Dieser Entscheid erwuchs unange-

fochten in Rechtskraft. 

3.1. Am 15. Januar 2020 reichten die einfache Baugesellschaft und die C._____ 

AG ein Projektänderungsgesuch zu der mit Bauentscheid vom 14. Mai 2019 

(bzw. mit dem diesen bestätigenden, in Rechtskraft erwachsenen Be-

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schwerdeentscheid vom 7. Oktober 2019) unter Auflagen erteilten Baube-

willigung ein. Darin ersuchten sie um Erteilung einer Bewilligung für eine 

Windschutzverglasung nicht isoliert für die Dachterrassen der beiden Mehr-

familienhäuser. 

Mit Entscheid vom 12. Februar 2020 wies die Baukommission der Ge-

meinde D._____ das Projektänderungsgesuch der einfachen Baugesell-

schaft und der C._____ AG ab. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, 

dass die am 14. Mai 2019 bewilligten Mehrfamilienhäuser die maximal 

zulässige Ausnützungsziffer praktisch vollständig ausschöpften. Projektän-

derungen könnten daher nur bewilligt werden, sofern sie ausnützungsneu-

tral seien bzw. keine zusätzlichen Nettogeschossflächen umfassten. Damit 

die gedeckten Dachterrassen in den Dachgeschossen nicht an die Ausnüt-

zung angerechnet werden müssten, habe die Bauherrschaft bzw. Projekt-

verfasserin in den bewilligten Fassadenansichten explizit eine "Nicht-Be-

fensterung" auf den Eingabeplänen anmerken lassen. Mit der vorliegenden 

Projektänderung sollten die Fassadenöffnungen zu den Dachterrassen nun 

mit einer Windschutzverglasung, analog der bewilligten Verglasung der Bal-

kone und Sitzplätze, befenstert werden. Die "Nicht-Befensterung" der Fas-

sadenöffnungen der Dachterrassen in den Dachgeschossen trage wesent-

lich dazu bei, dass die zulässige Ausnützungsziffer eingehalten bleibe. Die 

nachträgliche Verglasung dieser Fassadenöffnungen stehe daher im Wider-

spruch zu den von der Bauherrschaft vor der Erteilung der Baubewilligung 

geäusserten Absichten. Würde die beantragte Verglasung bewilligt, könnte 

von aussen nicht mehr überprüft werden, ob es sich um eine Windschutz-

verglasung oder um eine unzulässige Isolierverglasung handle. Eine Kon-

trolle bescherte der Gemeinde einen unzumutbaren Aufwand. Hinzu 

komme, dass die Gesamtwirkung der Bauten mit einer Verglasung der sehr 

grossen Fassadenöffnungen (geschlossene Fassadenwirkung mit Spiege-

lungen etc.) gegenüber der Nicht-Befensterung beeinträchtigt würde. Die 

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nachträgliche Verglasung der Fassadenöffnungen zu den Dachterrassen 

könne nicht bewilligt werden.

3.2. Hiergegen erhoben die einfache Baugesellschaft und die C._____ AG am 

3. März 2020 Beschwerde beim Gemeinderat D._____, wobei sie im Haupt-

begehren die Aufhebung der Verfügung der Baukommission vom 12. Fe-

bruar 2020 sowie die Bewilligung der Projektänderung gemäss Eingabe 

vom 15. Januar 2020 beantragten, unter gesetzlicher Kosten- und Entschä-

digungsfolge. Begründend führten sie im Wesentlichen aus, es habe sich 

im Rahmen der konkreten Bauausführung herausgestellt, dass eine 

vollständige bewegliche Windschutzverglasung der Dachterrassen erfor-

derlich sei. Aus diesem Grund hätten sie bei der Baukommission eine ent-

sprechende Projektänderung beantragt. Deren Argumentation vermöge 

nicht zu überzeugen: So begründe sie nicht, dass eine vollständige beweg-

liche Windschutzverglasung dem Baugesetz widerspreche. Die Argumen-

tation der Baukommission gehe ausschliesslich dahin, dass eine Kontrolle 

der Einhaltung der Auflagen aufwändig sei und dem Gemeinderatsbe-

schluss, welcher die Zulässigkeit einer Windschutzverglasung trotz entspre-

chender Vorbesprechung nicht behandelt habe, widerspreche. Diese Argu-

mentation reiche für die Abweisung des Ersuchten durch die Bauherrschaft 

freilich nicht aus.

Mit Entscheid vom 6. April 2020, mitgeteilt am 14. April 2020, wies der Ge-

meinderat D._____ die Beschwerde vom 3. März 2020 ab, unter Kosten-

folge zu Lasten der Beschwerdeführerinnen. Begründend führte er im We-

sentlichen aus, dass die Beschwerdeführerinnen nicht zu hören seien, so-

weit sie die in der Baubewilligung vom 14. Mai 2019 verfügten Auflagen 

oder den Beschwerdeentscheid des Gemeinderates vom 7. Oktober 2019 

in Frage stellten. Beide Entscheide seien rechtskräftig geworden und des-

halb sowohl für die Gemeinde D._____ als auch für die Beschwerdeführe-

rinnen verbindlich. Die im Bauentscheid vom 14. Mai 2019 aufgestellten 

Auflagen, dass die Dachterrassen nicht verglast werden dürften, seien auch 

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heute rechtskräftig, gültig und durchsetzbar und könnten gar nicht mehr An-

fechtungsobjekt einer Beschwerde an den Gemeinderat bilden. Deshalb 

gehe es auch nicht an, mittels eines Projektänderungsgesuchs rechtskräf-

tige Bauentscheide erneut zur Diskussion zu stellen. Soweit die Beschwer-

deführerinnen den Beschwerdeentscheid des Gemeinderats vom 7. Okto-

ber 2019 kritisierten, wonach dieser zu Unrecht die mit Bauentscheid vom 

14. Mai 2019 verfügten Auflagen nicht überprüft habe, sei ihnen zu entgeg-

nen, dass sie dafür den Beschwerdeentscheid vom 7. Oktober 2019 hätten 

anfechten müssen. Bekanntlich sei dieser Beschwerdeentscheid aber un-

angefochten in Rechtskraft erwachsen und die Beschwerdeführerinnen hät-

ten sich diesen entgegen halten zu lassen. Der Gemeinderat sehe vor die-

sem Hintergrund auch keinen Anlass, auf seinen Beschwerdeentscheid 

vom 7. Oktober 2019 zurückzukommen. Die Beschwerdeführerinnen bräch-

ten keine neuen und relevanten Aspekte vor, die eine Wiedererwägung des 

seinerzeitigen Beschwerdeentscheids erforderlich machen würden.

4. Hiergegen erhoben die einfache Baugesellschaft und die C._____ AG 

(nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 12. Mai 2020 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie stellten folgende 

Rechtsbegehren:

1. Der angefochtene Entscheid des Gemeinderates von D._____ vom 
6. April 2020 in Sachen Verfügung der Baukommission der Gemeinde 
D._____ vom 12. Februar 2020 zum Baugesuch Nr. E._____, Grundstü-
cke Nrn. F._____ und G._____ in D._____, mitgeteilt am 14. April 2020, 
sei aufzuheben und die Projektänderung gemäss Eingabe vom 15. Ja-
nuar 2020 (Windschutzverkleidung der Dachterrassen) sei zu bewilligen. 

2. Eventualiter sei die Auflage der Baubewilligung vom 23. August 2019 
[recte: 14. Mai 2019, mitgeteilt am 6. August 2019] gemäss Ziff. I.5 wie 
folgt anzupassen:

Die offenen Dachterrassen sind vor Baubeginn mittels einer öffentlich-
rechtlichen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen nicht mit ei-
ner Isolierverglasung verglast werden; eine Windschutzverglasung ist 
zulässig, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchlich si-
cherzustellen:

Grundbuchanmeldung:

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Die vorstehende Auflage bezüglich Dachterrassen ist nach Eintritt der 
Rechtskraft der Baubewilligung als öffentlich-rechtliche Eigentumsbe-
schränkung im Grundbuch der Gemeinde D._____ wie folgt anzumerken:

Auf Grundstücken Nrn. F._____/G._____

Die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser dürfen nicht vollver-
glast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden. Eine reine Wind-
schutzverglasung ist zulässig. Sofern eine Umnutzung der Dachterras-
sen nach bau- und raumplanungsrechtlichen Vorschriften zulässig ist, ist 
die Grundbuchanmerkung von Amtes wegen oder auf Antrag hin zu lö-
schen. 

3. Subeventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-
gegnerin.

In ihrer Begründung hielten sie im Wesentlichen fest, es handle sich um 

zwei verschiedene Sachverhalte, welche die Gemeinde D._____ im vorlie-

genden Verfahren bzw. im Verfahren vom Oktober 2019 zu beurteilen ge-

habt habe. Während es damals um die verfügte Auflage gegangen sei, dass 

die Terrassen nicht beheizt, verglast oder als Wohnraum genutzt werden 

dürften, sei Gegenstand des vorliegenden Verfahrens die Frage, ob bei der 

Dachterrasse eine Windschutzverglasung angebracht werden dürfe. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz handle es sich demnach keineswegs um 

eine bereits abgeurteilte Sache. Selbst wenn dem aber so wäre, seien die 

Voraussetzungen für einen Widerruf gegeben. Während der Bauaus-

führung und den Verkaufsgesprächen mit verschiedenen Interessenten 

habe sich herausgestellt, dass eine Verglasung der Dachterrasse einem er-

heblichen praktischen Bedürfnis entspreche. Die Windschutzverglasung sei 

dringend notwendig, damit die Dachterrasse vor Wind, Schnee, Regen etc. 

geschützt sei. Dabei sei anzumerken, dass es sich hierbei um die Wetter-

seite handle und es gerichtsnotorisch sein dürfte, dass in D._____ stets ein 

zügiger Wind wehe, welcher die Verglasung der Terrasse zwingend erfor-

derlich mache. 

Weiter rügten die Beschwerdeführerinnen eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, weil sich die Vorinstanz mit keinem Wort damit auseinandersetze, 

ob und wann eine rechtskräftige Baubewilligung abgeändert werden könne. 

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Sie führe einfach und banal aus, dass es sich um einen rechtskräftigen Ent-

scheid handle, weshalb die Beschwerde abgewiesen werde.  

5. In ihrer Vernehmlassung vom 16. Juni 2020 beantragte die Gemeinde 

D._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Kostenfolge zulasten der Be-

schwerdeführerinnen. In ihrer Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, 

dass es sowohl im vorliegenden als auch im Verfahren vom Oktober 2019 

um die Frage der Vollverglasung der Dachterrassen gegangen sei. Insofern 

habe sich sachverhaltlich eben gerade nichts geändert. Die Frage der Voll-

verglasung der Dachterrassen sei bereits mit dem rechtskräftigen Bauent-

scheid vom 14. Mai 2019 definitiv geklärt worden. Werde mittels Projektän-

derung versucht, einen bereits rechtskräftig als nicht bewilligungsfähig be-

urteilten Zustand nachträglich doch noch als bewilligungsfähig erklären zu 

lassen, sei der gesuchstellenden Partei die materielle Rechtskraft des ne-

gativen Bauentscheids entgegenzuhalten. In einem solchen Fall wäre allen-

falls noch das Widerrufsverfahren anwendbar, das allerdings den Voraus-

setzungen von Art. 25 VRG unterliege und worauf nur ein gesetzlicher An-

spruch bestehe, wenn Widerrufs- bzw. Revisionsgründe geltend gemacht 

werden könnten, was vorliegend nicht der Fall sei. 

Weiter hielt die Beschwerdegegnerin unter anderem fest, dass keine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs vorliege.

6. Am 19. August 2020 hielten die Beschwerdeführerinnen replicando an ihren 

bisherigen Rechtsbegehren fest und sie ergänzten und vertieften ihre bis-

herige Argumentation. 

7. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 1. September 2020 

auf die Einreichung einer Duplik. 

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8. Mit Schreiben vom 28. Juli 2021 ersuchte der Instruktionsrichter die Be-

schwerdegegnerin darum, dem Gericht die mit dem Bauentscheid vom 

14. Mai/6. August 2019 bewilligten Pläne zu edieren. Diesem Ersuchen 

kam die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 28. Juli 2021 (Poststempel) 

nach. 

9. Mit Schreiben vom 19. August 2021 reichten die Beschwerdeführerinnen 

dem Gericht weitere Unterlagen ein (Auszug Amtsblatt vom 12. Mai 2021 

sowie Fotodokumentation). Sie hielten fest, dass allein am 21. Mai 2021 

zwei Sitzplatzverglasungen und eine Balkonverglasung öffentlich ausge-

schrieben worden seien. Aufgrund der zwingenden vorläufigen Prüfung von 

eingehenden Baugesuchen gemäss Art. 44 Abs. 1 KRVO gehe die Be-

schwerdegegnerin offenbar selbst davon aus, dass solche Verglasungen 

zulässig seien. Zudem illustriere die beiliegende Fotodokumentation in op-

tima forma, dass in D._____ offensichtlich schon zahlreiche Balkon- und 

Sitzplatzverglasungen bewilligt worden seien. Die Verweigerung der Bau-

bewilligung im vorliegenden Verfahren bedeute eine Ungleichbehandlung 

der Beschwerdeführerinnen mit anderen Baugesuchstellern und eine will-

kürliche Rechtsanwendung, was keinen Rechtsschutz verdiene. Insbeson-

dere dürfe die Baubewilligung nicht einfach mit dem Hinweis verweigert 

werden, dass die Kontrolle und der Vollzug schwierig wären. Massstab sei 

einzig und allein das materielle Recht, welches die Verglasung offenkundig 

erlaube, was in ständiger Praxis in D._____ auch der Fall sei. 

10. Mit Schreiben vom 2. September 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf eine weitere Stellungnahme, da sich inhaltlich an der bereits bekannten 

Argumentation (wonach in der Gemeinde D._____ bereits bei anderen Lie-

genschaften solche Windschutzverglasungen bewilligt worden seien) nichts 

geändert habe und sie in ihrer Vernehmlassung vom 16. Juni 2020 genü-

gend darauf eingegangen sei.

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid und die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem 

Recht endgültig sind. Angefochten ist vorliegend der beschwerdegegneri-

sche Entscheid vom 6. April 2020, mitgeteilt am 14. April 2020, mit welchem 

die Beschwerdegegnerin das Projektänderungsgesuch der Beschwerde-

führerinnen zu der mit Bauentscheid vom 14. Mai 2019 (bzw. mit dem die-

sen bestätigenden, in Rechtskraft erwachsenen Beschwerdeentscheid vom 

7. Oktober 2019) unter Auflagen erteilten Baubewilligung (Windschutzver-

glasung nicht isoliert für die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser) 

in Abweisung ihrer Beschwerde nicht bewilligte. Dieser Entscheid ist weder 

endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. 

Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als formelle und materi-

elle Adressatinnen des angefochtenen Entscheids sind die Beschwerdefüh-

rerinnen davon überdies berührt und sie weisen ein schutzwürdiges Inter-

esse an dessen Aufhebung bzw. Änderung auf (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf 

die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit ein-

zutreten.

1.2. Lediglich der Vollständigkeit halber gilt es festzuhalten, dass die Par-

zelle F._____ in der Zwischenzeit mit der Parzelle G._____ vereinigt wor-

den ist. Die beschwerdeführerischen Anträge betreffend die Par-

zelle F._____ sind damit formell gegenstandslos geworden, materiell hat 

sich allerdings - soweit ersichtlich - nichts geändert.

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2.1. In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführerinnen eine Verletzung ih-

res Anspruchs auf rechtliches Gehör. Sie machen gelten, dass sich die Be-

schwerdegegnerin mit keinem Wort damit auseinandersetze, ob und wann 

eine rechtskräftige Baubewilligung abgeändert werden könne. Sie schweige 

sich darüber schlichtweg aus. Ihrer Argumentation sei nicht zu entnehmen, 

von welchen Beweggründen sie sich habe leiten lassen. Sie führe einfach 

und banal aus, dass es sich um einen rechtskräftigen Entscheid handle, 

weshalb die Beschwerde abgewiesen werde. Insbesondere setze sie sich 

nicht damit auseinander, ob und wie sich die tatsächlichen Verhältnisse seit 

ihrem seinerzeitigen Entscheid verändert hätten. Hätte sie diese Prüfung 

nämlich seriös vorgenommen, hätte sie erkennen können, dass es sich um 

zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte handle.    

2.2. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist 

die Begründungspflicht. Die Begründung soll verhindern, dass sich die 

Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen er-

möglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 

ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über 

die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müs-

sen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 

Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies 

bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-

chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (vgl. statt vieler: BGE 133 I 270 E.3.1 m.w.H.).

2.3. Die Beschwerdegegnerin begründet die Abweisung der Beschwerde bzw. 

des Projektänderungsgesuchs (Windschutzverglasung für die Dachterras-

sen der beiden Mehrfamilienhäuser) im Wesentlichen damit, dass es nicht 

angehe, mittels eines Projektänderungsgesuchs rechtskräftige Bauent-

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scheide erneut zur Diskussion zu stellen. Nach Auffassung des streitberu-

fenen Gerichts ist es somit durchaus ersichtlich, von welchen Überlegungen 

sich die Beschwerdegegnerin hat leiten lassen und worauf sich ihr Ent-

scheid stützt. Darüber hinaus hat sie sich auch mit der Änderung der 

tatsächlichen Verhältnisse bzw. der Abänderung rechtskräftiger Bauent-

scheide auseinandergesetzt. So hielt sie fest, sie sehe keinen Anlass, auf 

den Beschwerdeentscheid vom 7. Oktober 2019 zurückzukommen; die Be-

schwerdeführerinnen brächten keine neuen und relevanten Aspekte vor, die 

eine Wiedererwägung des seinerzeitigen Beschwerdeentscheids erforder-

lich machen würden. Die Vorbringen der Beschwerdeführerinnen laufen so-

mit ins Leere, weshalb sich die Gehörsrüge von vornherein als unbegründet 

erweist. Der Vollständigkeit halber gilt es zudem darauf hinzuweisen, dass 

es den Beschwerdeführerinnen durchaus möglich war, den Entscheid vom 

6. April 2020 sachgerecht anzufechten. Dass das vorinstanzliche Verfahren 

nicht zu dem von den Beschwerdeführerinnen gewünschten Ergebnis ge-

führt hat, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der materiellen 

Beurteilung der Sache. Darauf ist nachfolgend einzugehen.

3. In materieller Hinsicht streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob über das 

Projektänderungsgesuch bzw. die Frage der Windschutzverglasung für die 

Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser bereits rechtskräftig ent-

schieden wurde (res iudicata) und falls ja, ob auf den in Rechtskraft erwach-

senen Entscheid trotzdem zurückzukommen ist. 

4.1.1. Nach Auffassung der Beschwerdeführerinnen handelt es sich beim Projek-

tänderungsgesuch keineswegs um eine bereits abgeurteilte Sache. So sei 

es im Verfahren vom Oktober 2019 um die verfügte Auflage gegangen, dass 

die Terrassen nicht beheizt, verglast oder als Wohnraum genutzt werden 

dürften. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei allerdings die Frage, 

ob bei der Dachterrasse eine Windschutzverglasung angebracht werden 

dürfe. 

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4.1.2. Demgegenüber macht die Beschwerdegegnerin geltend, dass es sowohl im 

vorliegenden als auch im Verfahren vom Oktober 2019 um die Frage der 

Vollverglasung der Dachterrassen gegangen sei. Insofern habe sich sach-

verhaltlich eben gerade nichts geändert. Die Frage der Vollverglasung der 

Dachterrassen sei bereits mit dem rechtskräftigen Bauentscheid vom 

14. Mai 2019 definitiv geklärt worden. 

4.2. Vorliegend stellt sich also die Frage nach dem Inhalt und der Tragweite des 

Bauentscheids vom 14. Mai 2019 (bzw. des diesen bestätigenden, in 

Rechtskraft erwachsenen Beschwerdeentscheids vom 7. Oktober 2019). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ergeben sich Inhalt und 

Tragweite einer Verfügung in erster Linie aus dem Dispositiv. Ist das Verfü-

gungsdispositiv unklar, unvollständig, zweideutig oder widersprüchlich, so 

muss die Unsicherheit durch Auslegung behoben werden. Zu diesem 

Zweck kann auf die Begründung der Verfügung zurückgegriffen werden. Da 

die Verfügung mit dem Gesetz und dem Rechtsgleichheitsprinzip in Ein-

klang stehen soll, muss bei der Auslegung mitbeachtet werden, welche Lö-

sung mit dem Gesetz übereinstimmt und den von der Behörde üblicher-

weise zugrunde gelegten Kriterien entspricht. Insofern ist bei der Auslegung 

einer Verfügung nicht deren Wortlaut, sondern ihr tatsächlicher rechtlicher 

Bedeutungsgehalt massgeblich. Allerdings setzt der Vertrauensgrundsatz 

dieser Auslegung Grenzen: Eine Verfügung darf nur so ausgelegt werden, 

wie sie der Empfänger aufgrund aller Umstände, die ihm im Zeitpunkt der 

Eröffnung bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen, in guten 

Treuen verstehen durfte und musste (Urteile des Bundesgerichts 

9C_571/2019 vom 23. Juli 2020 E.4.4.2, 8C_156/2019 vom 11. September 

2019 E.3.3, 1A.42/2006 vom 6. Juni 2006 E.2.3 m.w.H.). 

4.3.1. Hinsichtlich der Dachterrassen lässt sich dem Dispositiv des Bauentscheids 

vom 14. Mai 2019 Folgendes entnehmen (vgl. beschwerdegegnerische Ak-

ten [Bg-act.] 7, Ziff. I.5): 

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Die offenen Dachterrassen sind vor Baubeginn mittels einer öffentlich-rechtli-
chen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen nicht verglast, beheizt 
oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchamtlich sicherzustellen.

Grundbuchanmeldung:

Die vorstehende Auflage bezüglich Dachterrassen ist nach Eintritt der Rechts-
kraft der Baubewilligung als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung im 
Grundbuch der Gemeinde D._____ wie folgt anmerken zu lassen: 

Auf Grundstück Nr. F._____/G._____

Die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser dürfen weder verglast, 
noch beheizt oder als Wohnraum genutzt werden.

Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist nicht ohne Weiteres klar, 

ob die Auflage gemäss Ziff. I.5 des Bauentscheids vom 14. Mai 2019 (Dach-

terrassen dürfen nicht verglast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) 

auch eine Windschutzverglasung verbietet. Der Umstand, dass die Auflage 

der Sicherstellung der offenen Dachterrassen dienen soll (vgl. Absatz 1 der 

vorstehend zitierten Dispositiv-Ziff. I.5), spricht allerdings eher für ein Verbot 

einer Windschutzverglasung. 

4.3.2. Der Begründung des Bauentscheids vom 14. Mai 2019 ist hinsichtlich der 

Dachterrassen Folgendes zu entnehmen (vgl. Bg-act. 7, S. 2): "Der 

Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass die gedeckten Dachterras-

sen in den Dachgeschossgrundrissen mit 'Terrasse nicht beheizt' beschrif-

tet sind. Zudem sind die Fassadenöffnungen in den Ansichten mit '1' bzw. 

'Nicht-Befensterung' beschrieben. Ferner liegen die Dachterrassen ausser-

halb des Dämmperimeters und es sind keine Schiebetüren zu den traufsei-

tigen, offenen Dachterrassen vorgesehen. Damit müssen die gedeckten 

Dachterrassen nicht an die Nettogeschossflächen angerechnet werden 

(Art. 15 Abs. 1 BauG). Die offenen Dachterrassen […] werden vor Baube-

ginn mittels einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung […] (Dach-

terrassen dürfen nicht verglast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) 

grundbuchamtlich vermerkt und sichergestellt." Diese Erwägungen deuten 

darauf hin, dass die Auflage gemäss Ziff. I.5 des Bauentscheids vom 

14. Mai 2019 (Dachterrassen dürfen nicht verglast, beheizt oder als Wohn-

raum genutzt werden) letztlich der Sicherstellung der Einhaltung der Aus-

- 17 -

nützungsziffer dienen soll (vgl. auch den Entscheid der Baukommission der 

Gemeinde D._____ vom 6. September 2018 [Bg-act. 3]). Da bei der Ausle-

gung einer Verfügung ihr tatsächlicher rechtlicher Bedeutungsgehalt mass-

geblich ist (vgl. dazu vorstehende Erwägung 4.2), wäre somit zu prüfen, ob 

eine Windschutzverglasung überhaupt Einfluss auf die Ausnützungsziffer 

hat. Dies kann in casu allerdings offenbleiben; denn selbst wenn die Wind-

schutzverglasung keinen Einfluss auf die Ausnützungsziffer hätte, so 

stünde der Vertrauensgrundsatz einer Auslegung des Bauentscheids vom 

14. Mai 2019, die eine Windschutzverglasung für die Dachterrassen der bei-

den Mehrfamilienhäuser nicht verbieten würde, entgegen (vgl. dazu nach-

stehende Erwägung 4.3.3). 

4.3.3. In ihrer Beschwerde vom 23. August 2019 gegen den Bauentscheid vom 

14. Mai 2019 beantragten die Beschwerdeführerinnen was folgt (vgl. be-

schwerdeführerische Akten [Bf-act.] 9, Ziff. I.2; Hervorhebungen durch das 

Gericht):

a) Ziff. I.5 der angefochtenen Entscheide betreffend Grundbuchanmeldung 
sei ersatzlos aufzuheben.

b) Eventualiter sei Ziff. I.5 der angefochtenen Entscheide betreffend Grund-
buchanmeldung wie folgt anzupassen:

Die offenen Dachterrassen sind vor Baubeginn mittels einer öffentlich-
rechtlichen Eigentumsbeschränkung (Dachterrassen dürfen nicht vollver-
glast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden) grundbuchlich sicher-
zustellen:

Grundbuchanmeldung:

Die vorstehende Auflage bezüglich Dachterrassen ist nach Eintritt der 
Rechtskraft der Baubewilligung als öffentlich-rechtliche Eigentumsbe-
schränkung im Grundbuch der Gemeinde D._____ wie folgt anzumerken:

Auf Grundstücken Nrn. F._____/G._____

Die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser dürfen nicht vollver-
glast, beheizt oder als Wohnraum genutzt werden. Sofern eine Umnutzung 
der Dachterrassen nach bau- und raumplanungsrechtlichen Vorschriften 
zulässig ist, ist die Grundbuchanmerkung von Amtes wegen oder auf An-
trag hin zu löschen.

Gemäss (Eventual-)Antrag der Beschwerdeführerinnen sollte also höchs-

tens die Vollverglasung der Dachterrassen unzulässig sein, eine Teilvergla-

- 18 -

sung demgegenüber zugelassen werden. Die Beschwerdeführerinnen be-

gründeten ihren (Eventual-)Antrag damit, dass es möglich sein sollte, eine 

einfache Windschutzverglasung oder eine Absturzsicherung aus Glas bei 

den überdachten Dachterrassen zu realisieren, ohne dass gegen eine bau-

polizeiliche Auflage verstossen werde. Die Beschwerdeführerinnen sind so-

mit selber davon ausgegangen, dass die Auflage gemäss Ziff. I.5 des Bau-

entscheids vom 14. Mai 2019 jegliche Verglasung (also auch eine Wind-

schutzverglasung) verbietet. 

Hierfür sprechen auch die Umstände, dass die Beschwerdegegnerin im 

Rahmen des ersten Baubewilligungsverfahrens (vgl. vorstehende Sachver-

halts-Ziff. 1.1 f. sowie Bg-act. 5) darauf hingewiesen hatte, dass "die Fas-

sadenöffnungen der gedeckten Terrasse[n] [… ] nicht baulich verschlossen 

werden [dürften], weder durch Fenster, Windschutzverglasungen o.ä. (z.B. 

müsste auf die Darstellung eines Bauteils in der Leibung verzichtet werden 

bzw. in den Fassadenplänen könnte explizit eine 'Nicht-Befensterung' ver-

merkt werden) [Hervorhebungen durch das Gericht]", und die Beschwerde-

führerinnen daraufhin die Einreichung eines neuen, die von der Beschwer-

degegnerin vorgebrachten Aspekte berücksichtigenden Baugesuchs in 

Aussicht stellten (vgl. Bg-act. 6). In den Plänen zum neuen bzw. mit Bau-

entscheid vom 14. Mai 2019 unter Auflagen bewilligten Baugesuch vom 

14. Dezember 2018 wurde bei den Fassadenöffnungen der gedeckten 

Dachterrassen denn auch "Nicht-Befensterung" vermerkt (vgl. dazu die von 

der Beschwerdegegnerin edierten Akten). 

4.3.4. Nach dem Gesagten durften und mussten die Beschwerdeführerinnen den 

Bauentscheid vom 14. Mai 2019 (bzw. den diesen bestätigenden, in 

Rechtskraft erwachsenen Beschwerdeentscheid vom 7. Oktober 2019) so 

verstehen, dass bei den Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser 

keine Windschutzverglasung angebracht werden darf. Über das Projektän-

derungsgesuch bzw. die Frage der Windschutzverglasung für die Dachter-

- 19 -

rassen der beiden Mehrfamilienhäuser wurde somit bereits rechtskräftig 

entschieden (res iudicata).

5. Damit bleibt zu prüfen, ob auf den Bauentscheid vom 14. Mai 2019 (bzw. 

den diesen bestätigenden, in Rechtskraft erwachsenen Beschwerdeent-

scheid vom 7. Oktober 2019) zurückzukommen ist. Gemäss Art. 25 Abs. 1 

VRG kann eine rechtskräftige Baubewilligung dann widerrufen (geändert 

oder aufgehoben) werden, wenn sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber 

der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert hat (lit. a) und nicht 

überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf entgegen-

stehen (lit. b). Spezialgesetzliche Widerrufsregeln und die Revision bleiben 

vorbehalten (Art. 25 Abs. 3 VRG).

5.1. Nach Auffassung der Beschwerdeführerinnen sind die Voraussetzungen für 

einen Widerruf gegeben. Während der Bauausführung und den Verkaufs-

gesprächen mit verschiedenen Interessenten habe sich herausgestellt, 

dass eine Verglasung der Dachterrasse einem erheblichen praktischen Be-

dürfnis entspreche. Die Windschutzverglasung sei dringend notwendig, da-

mit die Dachterrasse vor Wind, Schnee, Regen etc. geschützt sei. Dabei sei 

anzumerken, dass es sich hierbei um die Wetterseite handle und es ge-

richtsnotorisch sein dürfte, dass in D._____ stets ein zügiger Wind wehe, 

welcher die Verglasung der Terrasse zwingend erforderlich mache. Weiter 

führen die Beschwerdeführerinnen in ihrer Replik aus, dass sich die Sach-

lage gegenüber dem früheren Beschwerdeverfahren vor dem Gemeinderat 

insofern verändert habe, als dass sich die Wohnungen mit den Dachterras-

sen als unverkäuflich erwiesen hätte. Aufgrund der starken Windgeschwin-

digkeiten in I._____ und der Tatsache, dass die Terrassen infolgedessen 

kaum benutzbar seien, habe die vorliegend gegenständliche Projektände-

rung eingereicht werden müssen. 

- 20 -

5.2.1. Die Beschwerdeführerinnen berufen sich also auf eine gegenüber der ur-

sprünglichen Entscheidungsgrundlage geänderte Sachlage (vgl. Art.  25 

Abs. 1 lit. a VRG). Eine solche ist nach Auffassung des streitberufenen Ge-

richts allerdings nicht gegeben, zumal nicht ersichtlich ist, dass sich die 

Windverhältnisse in D._____ in den vergangenen Jahren geändert hätten. 

So halten die Beschwerdeführerinnen selber fest, es dürfte gerichtsnoto-

risch sein, dass in D._____ stets ein zügiger Wind wehe, welcher die Ver-

glasung der Terrasse zwingend erforderlich mache. Nachdem auch nicht 

ersichtlich ist, dass sich die Rechtslage gegenüber der ursprünglichen Ent-

scheidungsgrundlage geändert hätte (vgl. Art. 25 Abs. 1 lit. a VRG), sind die 

Voraussetzungen für den Widerruf des Bauentscheids vom 14. Mai 2019 

(bzw. des diesen bestätigenden, in Rechtskraft erwachsenen Beschwerde-

entscheids vom 7. Oktober 2019) von vornherein nicht gegeben.

5.2.2. Soweit ersichtlich sind auch die Voraussetzungen der Revision gemäss 

Art. 67 Abs. 1 VRG nicht erfüllt. Zwar trifft es zu, dass sich der Gemeinderat 

D._____ in seinem Beschwerdeentscheid vom 7. Oktober 2019 mit der 

Frage der Windschutzverglasung für die Dachterrassen der beiden Mehrfa-

milienhäuser - trotz entsprechendem Rechtsbegehren von Seiten der Be-

schwerdeführerinnen (vgl. Bf-act. 9, Ziff. I.2) - nicht auseinandergesetzt hat 

(vgl. Bf-act. 8, S. 4 f.). Soweit die Beschwerdeführerinnen darin einen Revi-

sionsgrund erblicken (vgl. Art. 67 Abs. 1 lit. e VRG), ist ihnen allerdings ent-

gegenzuhalten, dass der Gemeinderat D._____ auf seinen Beschwerdeent-

scheid vom 7. Oktober 2019 bereits zurückgekommen ist: So ist unbestrit-

ten, dass im Nachgang zum Entscheid vom 7. Oktober 2019 verschiedene 

Gespräche zwischen den Beschwerdeführerinnen und dem Gemeinderat 

stattgefunden haben (vgl. Bf-act. 12, 13, 11a und 14). Darin ging es insbe-

sondere darum, dass die Beschwerdeführerinnen bei den Dachterrassen 

eine effektive Windschutzverglasung (gesamte Höhe) anbringen lassen 

wollten und der Grundbucheintrag bzw. die mit rechtskräftigem Beschwer-

deentscheid vom 7. Oktober 2019 bestätigte Auflage gemäss Ziff. I.5 des 

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Bauentscheids vom 14. Mai 2019 (vgl. Bg-act. 7) entsprechend angepasst 

werden sollte (vgl. Bf-act. 12). Anlässlich der Sitzung vom 10. Dezember 

2019 setzte sich der Gemeinderat schliesslich mit der Frage der Wind-

schutzverglasung für die Dachterrassen der beiden Mehrfamilienhäuser 

auseinander (vgl. Bf-act. 13). Er revidierte seinen Entscheid vom 7. Oktober 

2019 allerdings nur dahingehend, dass eine Verglasung im Brüstungsbe-

reich zugelassen (siehe SIA-Norm 358 "Geländer & Brüstungen") und der 

Grundbucheintrag (bzw. die Auflage gemäss Ziff. I.5 des Bauentscheids 

vom 14. Mai 2019) entsprechend präzisiert werden sollte (vgl. Bf-act. 13; 

vgl. auch Bf-act. 1); eine Windschutzverglasung lehnte er indessen ab (vgl. 

Bf-act. 11a und 14).

5.3. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, 

weshalb sie abzuweisen ist. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zulasten der unter-

liegenden Beschwerdeführerinnen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Gestützt auf 

Art. 75 Abs. 2 VRG rechtfertigt es sich vorliegend, die Staatsgebühr auf 

CHF 3'000.-- festzulegen. Der in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen-

den Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteien-

tschädigung zu.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 428.--

zusammen CHF 3'428.--

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gehen je hälftig und unter solidarischer Haftung zulasten der einfachen Bau-

gesellschaft - bzw. deren solidarisch für ihren Anteil haftenden Gesellschaf-

ter A._____ AG und B._____ AG - und der C._____ AG.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 5. April 2022 

abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist (1C_670/2021).