# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b1f7fdd-a680-53fb-a8e0-48ee30b9fdab
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.09.2009 UV 2008/126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-126_2009-09-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/126

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.04.2020

Entscheiddatum: 23.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2009
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im 
Nachgang zu mehreren HWS-Distorsionen. Überprüfung der 
Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 23. September 2009, UV 2008/126).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 23. September 2009

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1964 geborene H.___ war als Abteilungsleiter bei der A.___ tätig und dadurch 

bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 24. 

Oktober 2004 als Lenker eines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt 

wurde. Der Versicherte musste sein Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen bis zum 

Stillstand abbremsen. Der nachfolgende Fahrzeuglenker bemerkte dies zu spät und 

prallte, trotz sofort eingeleiteter Vollbremsung, mit seiner Front gegen das Heck des 

Fahrzeugs des Versicherten (Suva-act. I 1 und 3). An der am Unfalltag durchgeführten 

Untersuchung im Spital Rorschach wurde eine HWS-Distorsion diagnostiziert. Der 

Röntgenbefund ergab neben einer "alten" Querfortsatzfraktur HWK 7 rechts keine 

Anzeichen für eine frische ossäre Läsion (Suva-act. I 2). Nach dem Unfall bestand eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ein Arbeitsversuch ab 5. November 2004 in einem 50% 

Pensum musste am 23. Dezember 2004 wieder abgebrochen werden. Ab 5. Januar 

2005 wurde dem Versicherten eine 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Suva-act. I 4 und 

5).

A.b   Mit Verfügung vom 23. Januar 2006 (Suva-act. I 64) teilte die Suva dem 

Versicherten mit, dass die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 31. 

Januar 2006 eingestellt würden. Das bestehende Beschwerdebild sei nicht mehr 

unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Gegen die Verfügung erhob 

der Versicherte am 31. Januar 2006 Einsprache (Suva-act. I 69).

A.c   Am 3. Juni 2006 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Beim 

Anfahren hatte die Unfallverursacherin den von rechts herannahenden Versicherten 

übersehen. Dieser konnte mit seinem Fahrzeug noch ausweichen, weshalb es lediglich 

zu einer Streifkollision kam (Suva-act. II 1 und 4). Im ärztlichen Zeugnis vom 7. 

September 2006 wurde durch das Spital Rorschach die Diagnose einer HWS-

Distorsion gestellt. Die Röntgenuntersuchung ergab keine frischen ossären 

Verletzungszeichen. Es wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. II 3).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.d   Die Suva beauftragte am 14. Juli 2006 die Schulthess Klinik, Zürich, mit einer 

Begutachtung des Versicherten (Suva-act. II 95). Im Gutachten vom 4. April 2006 

(richtig: 2007; Eingang Suva 25. April 2007) wurde u.a. ein chronisches zervikozephales 

und spondylogenes Syndrom beidseits bei Status nach zweimaligen HWS-

Distorsionstraumen vom 31. Juli 2000 und 24. Oktober 2004 diagnostiziert.

A.e   Am 11. April 2007 wurde der Versicherte als Lenker eines Personenwagens erneut 

in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der Versicherte kollidierte mit einer Geschwindigkeit 

von 50 bis 60 km/h seitlich frontal mit einem nicht vortrittsberechtigten anderen 

Personenwagen (Suva-act. III 2 und 16). Eine Notfallkonsultation am Unfalltag im Spital 

Rorschach ergab die Diagnose eines kraniozervikalen Beschleunigungstraumas (Suva-

act. III 8). Dr. med. B.___, Arzt für Neurologie, St. Gallen, diagnostizierte im Bericht vom 

26. April 2007 einen Status nach Autounfall vom 11. April 2007 mit Verdacht auf 

Commotio cerebri, erneutem HWS-Distorsionstrauma mit neu aufgetretener zervikaler 

Diskushernie C6/7 und dadurch verstärktem zervikoradikulärem Reizsyndrom C6/7. 

Dem Versicherten wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. III 11).

A.f    Dr. med. C.___, Facharzt für Neurochirurgie, verfasste am 13. März 2008 im 

Auftrag des Versicherten ein neurochirurgisches Fachgutachten. Er teilte mit, dass der 

Versicherte eine degenerative Wirbelsäulenproblematik aufweise. Durch die erlittenen 

Unfälle habe sich diese richtungsweisend verschlimmert (Suva-act. III 39). Dr. med. 

D.___, Kreisarzt Suva, hielt in einer ergänzenden Stellungnahme vom 8. April 2008 fest, 

dass die aktuellen Beschwerden wahrscheinlich nicht mehr auf das Unfallereignis vom 

11. April 2007 zurückzuführen seien. Das Ereignis habe zu einer vorübergehenden 

Traumatisierung eines vorbestehenden Zustands geführt (Suva-act. III 41). Dr. med. 

E.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, Versicherungsmedizin Suva, führte 

am 13. Mai 2008 aus, dass vier Kernspintomogramme über einen Zeitraum von acht 

Jahren eine Zunahme von degenerativen Veränderungen an der HWS mit Ausbildung 

von breitbasigen Hernien respektive Protrusionen in den Segmenten C5/C6 und C6/C7 

zeigen würden. Diese Veränderungen seien nicht durch einen bei der Suva versicherten 

Unfall entstanden (Suva-act. III 44).

A.g   Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass die 

Versicherungsleistungen für die Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 und 11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

April 2007 per 31. Mai 2008 eingestellt würden (Suva-act. III 48). Am 9. Juli 2008 

meldete die Arbeitgeberin des Versicherten einen weiteren Unfall vom 3. Juni 2008 mit 

Schädigung der Halswirbelsäule (act. G 3.1). Die gegen die Verfügung vom 4. Juli 2008 

erhobene Einsprache (Suva-act. I 139 und 142) wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 9. Oktober 2008 (Suva-act. III 58) ab.

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas, 

Muolen, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 10. November 

2008 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008 

sei aufzuheben, die Suva sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer sämtliche UVG-

Leistungen unverzüglich und weiterhin zu gewähren und eventualiter sei eine 

polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht sei zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin den Verkehrsunfall vom 3. Juni 2008 ohne entsprechende 

Abklärung als Bagatellunfall behandle. Die medizinischen Abklärungen seien nicht für 

alle Verkehrsunfälle durchgeführt worden. Die Beschwerdegegnerin begnüge sich mit 

einer äusserst fragwürdigen (Teil-)Abklärung bei der Schulthess Klinik. Bei dieser 

Abklärung sei der ursprüngliche Experte ohne Zustimmung des Beschwerdeführers 

ausgetauscht worden. Das Gutachten habe sich nicht mit allen Unfällen und auch nicht 

mit sämtlichen Vorakten befasst, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Die 

Beschwerdegegnerin habe nicht zu allen Vorbringen in der Einsprachebegründung 

Stellung genommen und dadurch ihre Begründungspflicht und das rechtliche Gehör 

verletzt. Es handle sich um einen klassischen Anwendungsfall von Art. 36 UVG, 

weshalb die Beschwerdegegnerin verpflichtet sei, sämtliche Unfallfolgen zu tragen, 

nachdem der Beschwerdeführer vor dem ersten Unfallereignis voll gearbeitet habe. 

Prof. F.___ habe als Experte überzeugend dargelegt, wie sich mechanisch äussere 

Einwirkungen auf die bereits angeschlagenen Bandscheiben auswirken könnten. Dr. 

C.___ habe in seiner Beurteilung von einer richtungsweisenden Verschlimmerung der 

Rückenproblematik gesprochen, weshalb somatische Unfallfolgen nachgewiesen 

seien. Aufgrund psychischer Probleme befinde sich der Beschwerdeführer seit längerer 

Zeit in Behandlung. Es sei erstellt, dass unmittelbar nach jedem Verkehrsunfall eine 

neue (Diskus-)Hernie zum Vorschein gekommen sei.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der 

Unfall vom 3. Juni 2008 sei nicht Streitgegenstand des Einspracheverfahrens gewesen 

und könne somit im vorliegenden Prozess nicht Gegenstand einer materiellen Prüfung 

sein. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung sei der Status quo sine bzw. ante in Bezug 

auf den Unfall vom 24. Oktober 2004 bereits seit mehreren Jahren eingetreten. 

Konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens der Schulthess Klinik seien 

nicht auszumachen. Hingegen sei das Parteigutachten von Dr. C.___ beweismässig 

unbeachtlich. Der Unfall vom 3. Juni 2006 stelle keinen Unfall im Rechtssinn dar. Der 

behandelnde Arzt habe selbst bei Annahme eines Unfalls den Status quo ante per Mitte 

Juli 2006 bestätigt. Der Unfall vom 11. April 2007 habe höchstens eine vorübergehende 

Verschlimmerung des Vorzustands an der Halswirbelsäule bewirkt. Im April 2008 sei 

der Status quo sine ärztlicherseits bestätigt worden. Der Unfall vom 11. April 2007 wäre 

als mittelschweres Ereignis zu qualifizieren, wobei die massgebenden 

Adäquanzkriterien nach BGE 134 V 109 nicht erfüllt wären.

B.c   Mit Replik vom 16. Januar 2009 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

an den gestellten Rechtsbegehren unverändert fest.

B.d   Mit Duplik vom 11. Februar 2009 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag fest.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob nach dem 31. Mai 2008 noch natürliche und 

adäquate Unfallfolgen bezüglich der Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 und 

11. April 2007 vorliegen oder ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen 

zu Recht auf diesen Zeitpunkt eingestellt hat.

1.2    Als Anfechtungsgegenstand gilt das Objekt des angefochtenen 

Einspracheentscheids. Dieses ist abzugrenzen gegenüber Gegenständen, über welche 

im strittigen Entscheid nicht entschieden wurde. Nach der Rechtsprechung kann aus 

prozessökonomischen Gründen eine Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens auf eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausserhalb des Anfechtungsgegenstands liegende Frage erfolgen. Dabei müssen 

bestimmte Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein; die neue Frage muss spruchreif sein 

und mit dem bisherigen Streitgegenstand eng zusammenhängen, und es muss sich der 

Versicherungsträger mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert haben (Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 61 Rz. 56). Das Unfallereignis vom 3. Juni 

2008 bildete im Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008 nicht Gegenstand des 

Verfahrens. Die diesbezüglichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin sind den 

vorliegenden Akten nicht zu entnehmen, weshalb darüber im vorliegenden Verfahren 

nicht entschieden werden kann. Insofern der Beschwerdeführer Ansprüche aus dem 

Unfall vom 3. Juni 2008 geltend macht, kann darauf nicht eingetreten werden.  

2.        

Der Beschwerdeführer macht formell eine Verletzung der Begründungspflicht sowie 

des rechtlichen Gehörs geltend, da die Beschwerdegegnerin nicht zu allen Vorbringen 

in der Einsprachebegründung Stellung genommen habe. Die Begründung einer 

Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids entspricht den Anforderungen an das 

rechtliche Gehör, wenn die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt wird, die 

Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Umstände an eine 

höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen 

Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen 

Überlegungen sich die Behörde leiten liess (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix 

Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. Zürich 2006, Rz. 1706). Die 

Beschwerdegegnerin legt ihren Standpunkt im Einspracheentscheid ausführlich und 

umfassend dar. Insbesondere ist ersichtlich, auf welche medizinischen Berichte sie ihre 

Schlussfolgerungen stützt. Die Beschwerdegegnerin hat die ihr obliegende 

Begründungspflicht und somit das rechtliche Gehör nicht verletzt.    

3.        

3.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, BGE 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es 

dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht 

obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 

1984 Nr. 82, 174).

3.2    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall 

verschlimmerten oder überhaupt manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt 

erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf 

unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - 

nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, 

ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen 

sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal 

bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob 

unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b).

3.3    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

4.        

4.1    Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die jeweils nach den Unfällen 

bildgebend festgestellten Diskushernien somatische Unfallfolgen darstellen würden 

und somit die Adäquanz ohne weitere Prüfung bejaht werden könne. Die 

Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht, dass die Unfallereignisse höchstens 

eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustands an der Halswirbelsäule 

bewirkt hätten und der Status quo sine auch bezüglich des Unfalls vom 11. April 2007 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Mai 2008) erreicht gewesen sei.

4.2     

4.2.1           In der ärztlichen Beurteilung vom 22. Dezember 2005 (Suva-act. I 62) teilte 

Dr. E.___ mit, es sei völlig unplausibel, dass die Heckkollision vom 22. Oktober 2004 

(richtig: 24. Oktober 2004) zu einer Verletzung der Bandscheibe C5/C6 mit namhafter 

Auswirkung bis über ein Jahr nach dem Unfall hinaus geführt habe.

4.2.2           Im Gutachten der Schulthess Klinik wird festgehalten, dass das 

Unfallereignis vom 24. Oktober 2004 möglicherweise und vorübergehend für die 

geklagten Symptome, d.h. für den chronisch ungerichteten Schwindel, die diffusen 

Ausstrahlungen in beide Hände, das Wärmegefühl im Bereich des Nackens, die 

subjektiven Schlafstörungen sowie die diffusen Hinterkopfbeschwerden, verantwortlich 

sei. Die Symptome wie Nackenschmerzen und Verspannungen der Halswirbelsäule 

könnten durch einen Unfall verursacht werden. Beim Ereignis vom 24. Oktober 2004 

handle es sich aufgrund der Unfallanalyse um eine harmlose Heckkollision bei 

biomechanisch relevanten bisegmentalen degenerativen Veränderungen an der 

mittleren Halswirbelsäule, schwerpunktmässig im Sinn einer Osteochondrose C5/C6. 

Auch wenn es durch den Unfall zu einer Aktivierung dieser degenerativen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Veränderungen gekommen wäre, sei innerhalb von wenigen Wochen der Status quo 

ante wieder erreicht bzw. danach der Status quo sine zu postulieren gewesen.

4.2.3           Im Bericht vom 6. März 2008 diagnostizierte Dr. B.___ einen Status nach 

Autounfall vom 11. April 2007 und ausgeprägte degenerative HWS-Veränderungen, 

teilweise mitbedingt durch mehrere vorangegangene HWS-Distorsionen und mit 

Diskushernien C5/6, etwas weniger auch C4/5. In prognostischer Hinsicht sei aufgrund 

der multikausal entstandenen (sicherlich nur zu einem - aber auch nicht 

vernachlässigbaren - Teil aufgrund der multiplen HWS-Distorsionen) von einer Basis-

Invalidität von 50% auszugehen.

4.2.4           Dr. C.___ hält im Gutachten vom 13. März 2008 fest, dass die 

Diskushernien C5/6 sowie C6/7 lediglich einen Teil der Veränderungen der 

Halswirbelsäule darstellen würden. Ob die genannten Diskushernien bei den Unfällen 

vom 24. Oktober 2004 und 11. April 2007 entstanden seien, könne er aufgrund der 

zugänglichen Unterlagen und Informationen nicht sagen. Die erlittenen Unfälle hätten in 

der Summe, mit kumulativer Wirkung zumindest die Vergrösserung, wenn nicht das 

Entstehen der Diskushernien wesentlich begünstigt. Beim Beschwerdeführer handle es 

sich um einen grossgewachsenen Menschen, für den aufgrund seiner Körpergrösse die 

Nackenstützen der meisten Fahrzeuge nur eine bedingte Schutzfunktion hätten. Der 

klinische Befund, mit ausgeprägter Fehlhaltung der Hals- und Brustwirbelsäule 

(Kyphoskoliose) und mehreren Diskushernien gehe deutlich über das Ausmass hinaus, 

das rein durch die relativ gering ausgeprägten degenerativen Veränderungen erklärbar 

wäre. Durch die erlittenen Unfälle habe sich die degenerative Wirbelsäulenproblematik 

richtungsweisend verschlimmert. Eine prozentuale Aufteilung der Beteiligung der 

einzelnen erlittenen Unfälle sei nicht möglich. Es sei jedoch mit hoher 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Unfall vom 11. April 2007 die grösste Rolle 

gespielt habe. Der aktuelle klinische Befund habe sich im Vergleich mit diesem aus der 

Dokumentation verschlechtert. Auch biomechanisch scheine der letzte Unfall die 

stärkste Auswirkung auf die Halswirbelsäule gehabt zu haben.   

4.2.5           In der Stellungnahme vom 8. April 2008 hält Dr. D.___ fest, dass die 

aktuellen Beschwerden nicht mehr in wahrscheinlichem Rahmen auf das Unfallereignis 

vom 11. April 2007 zurückzuführen seien. Der Unfall habe zu einer vorübergehenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Traumatisierung eines vorbestehenden degenerativen Zustands geführt. 

Selbstverständlich könne medizinisch nicht ein Teil ausgeschlossen werden, dies 

verbleibe aber in möglichem Rahmen, wie auch aus der Beurteilung von der Dr. B.___ 

vom 6. März 2008 hervorgehe. 

4.2.6           In der ärztlichen Beurteilung vom 13. Mai 2008 hält Dr. E.___ fest, dass der 

Beschwerdeführer degenerative Bandscheibenveränderungen an der Halswirbelsäule 

aufweise, welche kernspintomographisch mit MRI's vom Jahr 2000 bis März 2008 

verfolgt werden könnten. Vom MRI vom 16. August 2000 liege lediglich der 

Befundbericht vor. Dr. G.___ vom Medizinischen-Radiologischen Zentrum der Klinik 

Stephanshorn in St. Gallen habe Degenerationen der zervikalen Bandscheiben C4 bis 

C7 in Form einer leichten Dehydration beschrieben. Zudem habe er den Verdacht auf 

einen peripheren radiären Einriss des dorsalen Anulus fibrosus median der 

Bandscheibe C5/C6 ohne assoziierte Diskushernie geäussert. Weiter habe er eine 

kleinste subligamentäre mediane Diskushernie im Segment darunter (C6/C7) ohne 

Kontakt zu den austretenden Nervenwurzeln beschrieben. Sichtbare Verletzungen, 

welche auf ein "Schleudertrauma" vom 30. Juli 2000 zurückzuführen wären, hätten 

somit ausgeschlossen werden können. Eine weitere MRI-Untersuchung vom 10. 

August 2005 habe die degenerativen Veränderungen der Bandscheibe in den 

Segmenten C5/C6 und C6/C7 bestätigt. Am 21. Juni 2006 sei ein weiteres MRI 

durchgeführt worden. Im Vergleich zur Untersuchung vom 10. August 2005 sei eine 

leichte Grössenregredienz der vormals beschriebenen medianen sowie 

mediorechtslateralen Diskushernie C5/C6 feststellbar. Die Diskusprotrusionen im 

darunter liegenden degenerativen Segment C6/C7 seien als unverändert eingestuft 

worden. Diese kernspintomographische Untersuchung habe keine Einwirkungen des 

Unfalls vom 3. Juni 2006 gezeigt. In zwei weiteren Kernspintomogrammen vom 

20. April 2007 und 3. März 2008 habe weiterhin die Mehrsegment-Degeneration der 

Bandscheiben an der Halswirbelsäule, mit Schwergewicht bei C6/C7 vor C5/C6 mit 

Protrusionen und leichter Eindellung des Spinalraums von ventral her, gezeigt werden 

können. Auch dieser Untersuchung sei kurz zuvor ein HWS-Distorsionstrauma 

vorangegangen. Von diesem Ereignis vom 11. April 2007 seien im MRI keine frischen 

Verletzungen dargestellt worden. Neu sei indessen die deutliche breitbasige Protrusion 

C6/C7 mit starker Einengung des Duralschlauches und aufgehobenem Liquorsaum. 

Zusammenfassend gebe es keinen plausiblen Grund anzunehmen, dass die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

festgestellten Veränderungen durch einen bei der Suva versicherten Unfall entstanden 

seien. Dies treffe insbesondere auf das Ereignis vom 11. April 2007 zu. Da jeweils nur 

kurze Zeit nach den Unfallereignissen Kernspintomogramme durchgeführt worden 

seien, könne mit hoher Zuverlässigkeit ausgesagt werden, dass die dort gefundenen 

Veränderungen an den Bandscheiben schon vor den jeweiligen Ereignissen 

vorbestanden hätten, mit anderen Worten radiologisch ein Status quo ante dargestellt 

worden sei.

4.3    Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist rechtsgenüglich erstellt und 

grundsätzlich unbestritten geblieben, dass der Beschwerdeführer an gewissen 

degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule leidet. Uneinigkeit besteht 

hingegen bezüglich der Entstehung, respektive über die Auswirkungen der erlittenen 

Unfälle auf die festgestellten Diskushernien.

Dr. B.___ erachtet die mehreren erlittenen HWS-Distorsionen zumindest als 

teilursächlich für die ausgeprägten degenerativen HWS-Veränderungen. Dr. C.___ lässt 

die Frage offen, ob die Diskushernien durch die Unfälle entstanden sind, teilt hingegen 

mit Dr. B.___ die Meinung, dass die Unfälle in ihrer Summe zumindest die Entstehung 

wesentlich begünstigt haben und stellt zusätzlich eine richtungsweisende 

Verschlimmerung fest. Dr. D.___ hält in seinen Stellungnahmen eine unfallbedingte 

vorübergehende Traumatisierung der degenerativen Beschwerden fest, wobei 

sinngemäss von einem Status quo sine ausgegangen wird. Dr. E.___ äussert sich 

dahingehend, dass die festgestellten Veränderungen an den Bandscheiben nicht auf 

die Unfälle zurückzuführen sind.

Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts) hatte sich wiederholt mit der Unfallkausalität von 

Bandscheibenverletzungen auseinanderzusetzen. Es entspreche einer medizinischen 

Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle 

Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und 

ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als 

eigentliche Ursache in Betracht fällt. So kann eine Diskushernie als weitgehend 

unfallbedingt betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und 

geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit 

sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, Nr. U 379 

S. 192; SZIER 2001 S. 346 [U 4/00]; Urteil K. vom 3. Januar 2005, U 332/03, Erw. 1; 

vgl. auch Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 880 

unten; Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 54 

ff., insbesondere S. 56; Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 162 

ff.; Mollowitz, Der Unfallmann, 11. Aufl. Berlin 1993, S. 164 ff.). Ein Unfall ist somit nur 

in Ausnahmefällen geeignet, eine Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine 

gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher 

die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde (Urteile F. vom 

13. Juni 2005, U 441/04, Erw. 3.1, und K. vom 3. Januar 2005, U 332/03, Erw. 2 mit 

Hinweis). Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe 

durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei 

Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden 

(Urteil F. vom 13. Juni 2005, U 441/04, Erw. 3.1 mit Hinweis auf Mollowitz, a.a.O., S. 

165). Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens 

gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur 

ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch 

geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil F. vom 13. Juni 

2005, U 441/04, Erw. 3.1 in fine).

Die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle weisen isoliert betrachtet die erforderliche 

besondere Schwere nicht auf, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen. 

Dr. C.___ teilte im Gutachten vom 13. März 2008 allerdings mit, dass im vorliegenden 

Fall die kumulative Wirkung der Unfälle zu berücksichtigen sei. Diese Aussage ist 

durchaus nachvollziehbar und stimmt mit der Rechtsprechung bei mehreren HWS-

Distorsionen überein. Es entspricht der allgemeinen Erfahrung, dass pathologische 

Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark 

exazerbieren können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren 

versicherten Unfall erheblich vorgeschädigte HWS trifft, ist demnach speziell geeignet, 

die "typischen" Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art 

qualifiziert zu werden (vgl. Urteil vom 26. April 2006 [U 39/04], Erw. 3.4.2). Den 

medizinischen Akten ist eine erhebliche Vorschädigung der HWS zu entnehmen. Ob 

diese unfallbedingt ist oder nicht, ist gerade umstritten. Es kann jedoch festgehalten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

werden, dass die kumulative Wirkung der verschiedenen Unfälle bei der Beurteilung auf 

jeden Fall zu berücksichtigen ist. Dr. D.___ beurteilt in seiner Stellungnahme vom 8. 

April 2008 das Unfallereignis vom 11. April 2007 lediglich isoliert betrachtet. Kumulative 

Auswirkungen der verschiedenen Unfälle werden in die Überlegungen nicht 

miteinbezogen. Dr. E.___ äussert sich zwar in der ärztlichen Beurteilung vom 13. Mai 

2008 zu sämtlichen Unfallereignissen, allerdings ist der Stellungnahme ebenfalls keine 

Aussage bezüglich einer kumulativen Auswirkung der erlittenen Unfälle zu entnehmen. 

Der massgebende medizinische Sachverhalt kann somit nicht als rechtsgenüglich 

abgeklärt gelten. Aufgrund der vorliegenden Aktenlage kann nicht abschliessend 

entschieden werden, ob die festgestellten Diskushernien durch die erlittenen Unfälle 

entstanden sind, ob es zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung von 

degenerativen Vorzuständen gekommen ist oder ob der Status quo sine bei einer 

vorübergehenden Traumatisierung von bestehenden Beschwerden erreicht ist. 

Diesbezüglich ist ein umfassendes Gutachten zu erstellen, welches eine mögliche 

kumulative Wirkung der bei den verschiedenen Unfällen erlittenen Beschwerden 

berücksichtigt. Sollten die Gutachter Zweifel an der degenerativen Genese der 

Diskushernie äussern, wären diese einlässlich zu begründen. Sodann sollen sie sich 

über den Zeitpunkt der Erreichung des Status quo sine bei einer allfälligen 

vorübergehenden Verschlechterung äussern. Ebenfalls gilt es im Gutachten, 

entsprechend den Ausführungen von Dr. C.___, den Umstand zu berücksichtigen, dass 

sich beim Beschwerdeführer aufgrund seiner Körpergrösse von 198 cm und der 

deswegen fehlenden Schutzfunktion der Nackenstützen allenfalls ein zusätzlicher 

negativer Effekt ergeben haben könnte. Die Streitsache ist somit zur Einholung des 

erforderlichen Gutachtens und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Ob das Gutachten auch die Abklärung psychischer Beschwerden zu beinhalten hat, 

kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht entschieden werden. Der 

Beschwerdeführer machte erstmals in der Einsprache vom 9. September 2008 solche 

Beschwerden geltend. In der Beschwerde vom 10. November 2008 teilte er mit, dass 

er sich in psychiatrische Behandlung begeben habe. Allerdings ist nicht ersichtlich, ob 

die psychischen Beschwerden als Reaktion auf den Unfall vom 3. Juni 2008 

entstanden sind oder bereits vor diesem Zeitpunkt existierten. Da dieses Unfallereignis 

nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, sind diesbezüglich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

keine Abklärungen notwendig. Bei der Abklärung des Unfalls vom 3. Juni 2008 könnten 

diesbezüglich allerdings weitere Untersuchungen angezeigt sein.

5.        

5.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. Oktober 2008 teilweise gutzuheissen und 

die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn der Erwägungen und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 

V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der 

Schwierigkeit des Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal 

Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

9. Oktober 2008 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 4'000.-- zu 

entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.09.2009
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu mehreren HWS-Distorsionen. Überprüfung der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2009, UV 2008/126).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:27:58+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen