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**Case Identifier:** 3aa6f4d7-41e2-5a9a-af9d-89d9dd6e5a3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.05.2025 IV 2024/214
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-214_2025-05-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/214

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.06.2025

Entscheiddatum: 13.05.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2025
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 13. Mai 2025, IV 2024/214). Beim Bundesgericht angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 13. Mai 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/214 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,  
Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/214 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Dezember 2015 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(IV-act. 6). Sie gab an, sie habe die schulische Ausbildung in ihrem Herkunftsland absolviert. Sie arbeite 

in einem Pensum von 80 Prozent in einer Wäscherei und sie erledige die Hauswartung (Pensum ca. 

10%). Angaben zu einer Berufsausbildung machte sie nicht. Die Klinik B.___ hatte im September 2015 

berichtet (IV-act. 13–5 f.), im Sinne einer vorläufigen Beurteilung bestehe der Verdacht auf eine 

mittelgradige depressiven Episode und auf eine Somatisierungsstörung. Im Auftrag der IV-Stelle 
erstattete die medexperts AG am 26. Februar 2018 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 104). Die 

Sachverständigen hielten fest, die Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit 

einer gegenwärtig leichten depressiven Episode, an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, 

an einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

– an einer generalisierten Angststörung, an akzentuierten Persönlichkeitszügen, an einer Druckdolenz 

und verhärteten Muskulatur paravertebral, an einem Status nach Distorsion des linken Handgelenks 

und an einem chronischen Schmerzsyndrom. Die angestammte Tätigkeit und jede andere 

leidensadaptierte Tätigkeit sei der Versicherten zu 70 Prozent zumutbar. Dieses Arbeitsfähigkeitsattest 

gelte ab August 2017. Mit einer Mitteilung vom 19. April 2018 wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 113). Mit einer Verfügung vom 26. Juli 2018 wies sie 

auch das Rentenbegehren ab; zur Begründung führte sie an, der Invaliditätsgrad betrage nur 30 

Prozent, was nicht zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung berechtige (IV-act. 127). 

A.b Mit einem Entscheid vom 5. August 2020 hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 
die Verfügung vom 26. Juli 2018 auf (IV 2018/280; vgl. IV-act. 152). Zur Begründung führte es an, der 
psychiatrische und der neurologische Sachverständige der medexperts AG hätten ihre 

Arbeitsfähigkeitsatteste nicht hinreichend begründet. Für die Zeit vor August 2017 fehle eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Versicherte habe der IV-Stelle in der Zeit zwischen dem Eingang des 

Gutachtens der medexperts AG und der Eröffnung der angefochtenen Verfügung aktuelle medizinische 

Berichte eingereicht, die von der IV-Stelle aber in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht nicht gewürdigt 

worden seien. Das Versicherungsgericht wies die Sache zur Vervollständigung der 

Sachverhaltsermittlung an die IV-Stelle zurück.  

A.c Im November 2020 berichtete die behandelnde Psychiaterin Dr. med. C.___ (IV-act. 167–2 ff.), 
die Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Episode mit einer gegenwärtig mittelgradigen 

Episode, an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung, die sich in Remission befinde, an 

einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie an einer 

Fibromyalgie. Aufgrund des komplexen Beschwerdebildes sei eine Prognose leider ungünstig. Die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Versicherte arbeite aktuell zu 20 Prozent, was aber nur möglich sei, weil sie sich die Arbeitszeit sehr 

flexibel einteilen könne. Sie werde wohl nie mehr als 20 Prozent arbeiten können. Vom 13. April 2020 

bis zum 8. Juni 2020 hatte sich die Versicherte in einer stationären Behandlung in der Klinik D.___ 

befunden. Diese hatte am 8. Juli 2020 berichtet (IV-act. 167–8 ff.), die Versicherte leide an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode sowie an einer 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Sie habe sehr vom 

Therapieangebot profitieren und die Klinik in einem deutlich gebesserten psychischen Zustand 

verlassen können.  

A.d Am 16. Februar 2021 forderte die IV-Stelle die medexperts AG auf, Stellung zur Kritik des 
Versicherungsgerichtes am Gutachten sowie zu den zwischenzeitlich eingegangenen medizinischen 

Berichten zu nehmen (IV-act. 177). Die Sachverständigen antworteten am 9. April 2021 (IV-act. 180), 

für die Zeit von September 2016 bis Juli 2017 sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 Prozent 

auszugehen. Die Arbeitsfähigkeit bestimme sich aus psychiatrischer Sicht nicht allein am 

Pausenbedarf; sie ergebe sich aus den Funktionseinschränkungen gemäss dem Mini-ICF. Aus 

neurologischer Sicht sei der Versuch eines Medikamentenentzuges angezeigt. Die in den Berichten der 

behandelnden Ärzte erwähnte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung überzeuge nicht. 

Bereits im Rahmen der Begutachtung habe sich die Frage nach dem Vorliegen einer solchen Störung 

gestellt. Die Diagnosekriterien seien nicht erfüllt gewesen. Auch die Kriterien für die Diagnose einer 
Zwangsstörung seien nicht erfüllt gewesen. Die neu eingegangenen medizinischen Berichte enthielten 

keine Hinweise, die Zweifel daran wecken würden. Im Mai 2021 empfahl Dr. med. E.___ vom IV-

internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) eine Verlaufsbegutachtung (IV-act. 181). Am 20. Juni 2022 

berichtete Dr. C.___ (IV-act. 200), die Versicherte sei bis dato zu 80 Prozent arbeitsunfähig gewesen. 

Aufgrund einer massiven psychischen Krise infolge einer Überforderung sei sie von ihrer Hausärztin zu 

100 Prozent krankgeschrieben worden. Die Montgomery Asberg Depression Scale habe einen einer 

schweren Depression entsprechenden Summenwert ergeben. Diagnostisch leide die Versicherte an 

einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittel- bis schwergradigen 

depressiven Episode, an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung bei einer 

Entwicklungstraumatisierung, an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, an einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung sowie an einer Fibromyalgie. Im Januar 2023 hielt Dr. C.___ fest, die Versicherte leide 

nach wie vor an einer mittel- bis schwergradigen depressiven Episode (IV-act. 220). 

A.e Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 31. August 2023 ein polydisziplinäres 
Gutachten (IV-act. 250). Der internistische Sachverständige hielt fest, die Versicherte leide an keiner 

internistischen Gesundheitsbeeinträchtigung, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Der 

psychiatrische Sachverständige führte aus, die Versicherte habe sehr gepflegt und diskret modisch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gekleidet gewirkt. Die unbedeckten Körperteile seien sonnengebräunt gewesen. Insgesamt sei das 

äussere Erscheinungsbild unauffällig gewesen. Das langsame Treppensteigen zum 

Untersuchungszimmer im ersten Stock sei als ein bewusstes Ausdrucksverhalten mit einer 

selbstlimitierenden Verhaltensweise zu werten. Die Versicherte sei wach und in allen Qualitäten 

orientiert gewesen. Hinweise auf Einbussen der höheren kognitiven Leistungen hätten nicht festgestellt 
werden können. Die Versicherte sei im Kontakt angemessen gewesen. Sie habe sämtliche Fragen 

spontan beantwortet. Inhaltliche oder formale Denkstörungen hätten nicht bestanden. Der affektive 

Rapport habe sehr gut hergestellt werden können. Anfangs sei die Versicherte etwas zurückhaltend 

gewesen. Sie habe angegeben, dass die unbekannte Situation sie belaste. Im Verlauf des Gesprächs 

sei dann eine sehr gute emotionale Reaktion zu verspüren gewesen. Die Versicherte habe Freude 

zeigen können. Ein depressives Syndrom habe nicht bestanden. Die Mimik, die Gestik und die 

Psychomotorik seien unauffällig gewesen. Der psychische Untersuchungsbefund habe insgesamt 

keinerlei Auffälligkeiten gezeigt. Retrospektiv sei es schwierig, die Einschätzung zu belegen, dass die 

Versicherte vermutlich zu keinem Zeitpunkt die Kriterien für das Vorliegen einer affektiven Störung 

erfüllt habe. Hierbei müsse allerdings beachtet werden, dass viele Therapeuten psychologischer oder 

ärztlicher Provenienz eine unterschiedliche Idee davon hätten, um was es sich bei einer affektiven 

Störung eigentlich handle. Wenn man davon ausgehe, dass es sich um eine klar abgrenzbare 

Krankheitsentität handle, die mit depressiven Episoden einhergehe, die durch symptomfreie Intervalle 
voneinander abgegrenzt seien, die jeweils gut behandelt werden könnten und von denen die 

Betroffenen selbst sagten, dass sie diese Episoden als persönlichkeitsfremd erlebten, habe die 

Versicherte wohl nie an einer depressiven Episode gelitten. Eine komplexe posttraumatische 

Belastungsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung könnten ebenfalls nicht diagnostiziert 

werden. Die Versicherte habe zwar angegeben, dass sie in der Kindheit schwierige Belastungen und 

auch sexuelle Übergriffe im Sinne von Traumatisierungen erlebt habe. Sicher sei auch die Zeit, in der 

sie ihre Familie gegründet habe, sehr belastend gewesen. Aber diese Faktoren seien allesamt nicht 

geeignet, eine posttraumatische Belastungsstörung zu begründen. Sie seien vielmehr als Ursache für 

die einzig nachvollziehbare Diagnose zu interpretieren, nämlich diejenige einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die Versicherte habe explizit sämtliche 

Aktivitäten im Alltag angegeben, die als normal betrachtet werden könnten, sodass eine 

Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen sei. Gesamthaft zeige sich eine nachvollziehbare Entwicklung 

in den vergangenen Jahren. Tatsächlich habe mit der Kombination der kindlichen Traumatisierungen 

und der späteren Belastungsfaktoren als junge Frau in der Schweiz eine Konstellation vorgelegen, die 
durch intrapsychische Konflikte und nicht geäusserte Probleme gekennzeichnet gewesen sei und in 

eine Schmerzstörung gemündet habe. Wesentlich sei, dass von einer derartigen Schmerzerkrankung 

Betroffene aus eigenem Antrieb die intrapsychischen Konflikte, die durch die erlebten 

Traumatisierungen und Übergriffe sowie durch die anhaltenden psychosozialen Belastungen 

entstanden seien, nicht überwinden oder eigenständig ausdrücken könnten, weshalb diese durch die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Wahrnehmung und Darstellung von Schmerzen ausgedrückt würden. Die Versicherte habe allerdings 

durchaus sehr viel gelernt, wie sie selbst angegeben habe. Sie könne mit den Zuständen umgehen und 

ihren Alltag entsprechend einrichten. Die Gesamtsituation habe sich folglich eher verbessert. Die 

Versicherte habe Freizeitaktivitäten beschrieben, mit denen sie für sich eine ausgeglichene Situation 

geschaffen habe, die keine Belastungen mehr beinhalte, die zum Aufrechterhalten der chronischen 
Schmerzstörung beitragen würden. Die Versicherte habe explizit weitere andauernde psychosoziale 

Belastungen oder traumatisierende Übergriffe verneint. Sie habe im Gegenteil angegeben, dass ihr 

Ehemann nach dem Ablegen seiner Spielsucht wie umgekehrt sei (Wiederverheiratung im Frühjahr 

2015) und dass sie ihn als unterstützend für sie sowie als präsent erlebe. Insofern sei zwar die Diagnose 

einer anhaltenden Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu stellen, aber die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit werde dadurch nur geringfügig eingeschränkt. Der 

Versicherten sei es zumutbar, jede angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 70–80 Prozent 

auszuüben. Diese Einschätzung gelte für die vergangenen Jahre. Es sei aber schwierig, genauere 

Einschätzungen zu der Zeit vor dem Jahr 2018 abzugeben. Zeitweise sei damals von einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent die Rede gewesen. Aus rein psychiatrischer Sicht sei im 

Gutachten vom Februar 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent attestiert worden. Der 

rheumatologische Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe sich rasch und zügig aus- und 

wieder angekleidet. Bewegungseinschränkungen hätten dabei nicht beobachtet werden können. Der 
(im Gutachten detailliert beschriebene) objektive klinische Befund sei, abgesehen von nicht 

nachvollziehbaren Schmerzäusserungen (zum Teil bereits beim Auflegen der Fingerspitzen auf die 

Weichteile) und ebenso wenig nachvollziehbar demonstrierten Bewegungseinschränkungen (z.B. 

normale HWS-Rotation unter Ablenkung; aktive Gegenspannung und stark eingeschränkte HWS-

Rotation bei der gezielten Untersuchung), unauffällig gewesen. Diagnostisch leide die Versicherte an 

einem chronischen multilokulären, fibromyalgiformen Schmerzsyndrom, das sich nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirke. Aus rheumatologischer Sicht sei sie uneingeschränkt arbeitsfähig. Der 

neurologische Sachverständige führte aus, der (im Gutachten detailliert beschriebene) objektive 

klinische Befund sei abgesehen von Druckdolenzen im Bereich des Nackens, der Nervenaustrittspunkte 

und Supraclaviculargruben unauffällig gewesen. Möglicherweise liege ein leichtes Cervicalsyndrom vor, 

wobei sich allerdings kein Anhalt für eine radiculäre oder medulläre Beteiligung ergeben habe. Weder 

dieses Schmerzsyndrom noch das multifaktorielle Kopfschmerzsyndrom mit Spannungskopfschmerz- 

und Medikamentenübergebrauchskomponenten schränkten die Arbeitsfähigkeit ein. Aus 

neurologischer Sicht könne keine weitere Diagnose gestellt und auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert 
werden. Nach der Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, die Versicherte leide an 

einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer gastro-oesophagealen Refluxkrankheit und an einer 

hyperaktiven Rhinopathie. Erfreulicherweise lägen aus somatischer Sicht keine nennenswerten 

Befunde vor, weshalb die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus somatischer Sicht nicht eingeschränkt 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sei. Da somatisch keine und psychiatrisch nur geringe Einschränkungen vorlägen, ergebe sich kein 

Potential für Verstärkungen oder Überlagerungen von Einschränkungen. Die Arbeitsfähigkeit sei rein 

psychiatrisch vermindert. Angesichts des reduzierten Rendements und des erhöhten Pausenbedarfs 

betrage die Einschränkung 25 Prozent. Die RAD-Ärztinnen Dres. F.___ und E.___ qualifizierten das 

Gutachten als überzeugend (IV-act. 255). 

A.f Die ehemalige Arbeitgeberin teilte der IV-Stelle am 22. Januar 2024 mit, dass die Versicherte im 
Jahr 2024 bei einem Vollzeitpensum einen Jahreslohn von 67’045.60 Franken erhalten hätte (IV-act. 

258–2). In einem Fragebogen „zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ gab die 

Versicherte im Februar 2024 an, dass sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung vollerwerbstätig wäre 

(IV-act. 264). Ein Sachbearbeiter der IV-Stelle errechnete ausgehend von einem Valideneinkommen 

von 67’045 Franken und einem Invalideneinkommen von 70 Prozent des statistischen Zentralwertes 

der Hilfsarbeiterinnenlöhne (55’722 Franken × 70% = 39’005 Franken) einen Invaliditätsgrad von 42 

Prozent (IV-act. 266). 

A.g Mit einem Vorbescheid vom 21. Februar 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie 
die Zusprache einer Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1. September 2016 vorsehe (IV-act. 268). 

Dagegen liess die Versicherte am 26. März 2024 einwenden (IV-act. 275–1 ff.), das ABI-Gutachten sei 

„einmal mehr ein medizinischer Pfusch“. Der psychiatrische Sachverständige habe keine gezielten 

Untersuchungen durchgeführt und er habe die Vorakten, insbesondere die Stellungnahme von Dr. 
C.___ vom 20. Juni 2022, nicht gewürdigt. Die Versicherte arbeite seit dem Jahr 2018 wieder zu 10–20 

Prozent. Mehrere Versuche, das Pensum zu erhöhen, seien gescheitert. Der Eingabe lag eine 

Stellungnahme der behandelnden Psychologin vom 18. März 2024 bei (IV-act. 275–4 ff.). Diese hatte 

festgehalten, die Aussage des psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH, über die Jahre sei 

eine Psychiatrisierung und Psychopathologisierung erfolgt, grenze an eine Ehrverletzung gegenüber 

den Behandlern. Zudem habe der Sachverständige selbst eingeräumt, dass die Therapie über die Jahre 

zu einer Verbesserung des Zustandes geführt habe. Nachdem mehrere Fachärzte die Diagnose einer 

depressiven Störung gestellt und diese Diagnosestellung begründet hätten, sei es unzulässig, diese 

Diagnosestellung retrospektiv in Frage zu stellen. Die Auffassung, in einem einzigen Gespräch könne 

das Vorliegen einer Traumatisierung festgestellt werden, sei realitätsfremd. Der Sachverständige habe 

ignoriert, dass die Versicherte trotz ihres hohen Engagements und ihrer eindrücklichen Mitwirkung nur 

ein Arbeitspensum von 10–20 Prozent erbringen könne, das sie zudem auf sieben Tage pro Woche 

verteilen müsse. Die IV-Stelle forderte die ABI GmbH zu einer Stellungnahme zur Kritik am Gutachten 

auf (IV-act. 277). Die Sachverständigen hielten am 8. Mai 2024 fest (IV-act. 279), sie hätten bereits in 
ihrem Gutachten eingehend dargelegt, dass die Versicherte über vielfältige Ressourcen verfüge und 

dass sie einen aktiven Alltag pflege (z.B. Hund ausführen, Wassertherapie, familiäre Kontakte, selektive 

Teilnahme an Familienfesten). Sie hätten akribisch geprüft, an welcher Krankheit die Versicherte 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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wirklich leide. Wenn sie dabei unter anderem die Diagnoseliste der behandelnden Psychotherapeutin 

als unsinnig qualifiziert hätten, sei darin keine Ehrverletzung, sondern vielmehr eine divergierende 

fachärztliche Meinung zu erblicken, die nicht so leichtfertig geringgeschätzt werden sollte. An der 

gutachterlichen Einschätzung änderten auch die angegebenen Punktwerte zu diversen Skalen nichts, 

die allesamt nicht für eine versicherungspsychiatrische Evaluation geeignet seien und keine Beweiskraft 
für die diagnostische Zuordnung sowie für die Minderung der Arbeitsfähigkeit aufwiesen. Sie bildeten 

lediglich die Selbsteinschätzung ab, was nicht mit der Erhebung von objektiven Limitierungen 

verwechselt werden dürfe. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ qualifizierte diese Ausführungen als überzeugend 

(IV-act. 282).  

A.h Mit einem (jenen vom 21. Februar 2024 „ersetzenden“) Vorbescheid vom 18. Juli 2024 teilte die 
IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 284), dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels 

eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe. Sie hielt fest, die Versicherte sei trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung in der Lage, ihre letzte Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 75 Prozent 

auszuüben, weshalb der Invaliditätsgrad nicht 42 Prozent, sondern lediglich 25 Prozent betrage. 

Dagegen liess die Versicherte am 23. September 2024 einwenden (IV-act. 291–1 f.), sie habe Anspruch 

auf ein faires Verfahren, wozu eine Abklärung bei einem kompetenten Psychiater gehöre. Es sei „an 

der Zeit, dass auch das ABI von der Gutachterliste gestrichen wird. Man darf nicht mutwillig 

Menschenleben zerstören“. Der Eingabe lag eine Stellungnahme von Dr. med. G.___ vom 13. August 
2024 bei (IV-act. 291–3 f.). Dieser hatte festgehalten, das ABI sei bekanntermassen „eines der qualitativ 

pechschwarzen Schafe im Gutachter-Business“. Der psychiatrische Sachverständige habe sich selber 

disqualifiziert – „nicht nur dadurch, dass er beim ABI arbeitet“. Dass der RAD die Argumentation 

„dankbar aufnimmt, ist selbstredend“. Mit einer Verfügung vom 30. September 2024 wies die IV-Stelle 

das Rentenbegehren ab (IV-act. 292). 

B.  

B.a Am 31. Oktober 2024 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. September 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer Rente sowie eventualiter eine gerichtliche 

Begutachtung beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, das psychiatrische Teilgutachten der 

ABI GmbH überzeuge nicht. Eine im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen und der Suva 

durchgeführte Studie habe in den beiden ersten Teilschritten („RELY 1“ und „RELY 2“) gezeigt, dass 

die Übereinstimmung bezüglich der Arbeitsfähigkeit zwischen verschiedenen psychiatrischen 

Sachverständigen geringer als erwartet sei. Die Überzeugungskraft von psychiatrischen Gutachten sei 
entsprechend gering. Zu bedenken sei, dass ein psychiatrischer Sachverständiger für seine Arbeit nur 

1’500–1’750 Franken erhalte. Er habe also gar keine Zeit, sich vertieft mit einer psychischen 

Problematik auseinanderzusetzen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/11 

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 10. Januar 2025 die 
Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der ABI GmbH 

erfülle die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen. Folglich stehe mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin zu 75 Prozent 

arbeitsfähig sei. Berücksichtige man einen Abzug vom Tabellenlohn von zehn Prozent, resultiere ein 
Invaliditätsgrad von 33 Prozent. Die angefochtene Verfügung erweise sich damit als rechtmässig. 

B.c Die Beschwerdeführerin liess am 11. Februar 2025 an ihren Anträgen festhalten (act. G 6). Die 
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8). 

Erwägungen 
1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 19. April 2018 auf die Prüfung des im Dezember 2015 eingereichten 

Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

frühestens ab dem 1. Juni 2016 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) beschränkt. In diesem Beschwerdeverfahren 

ist folglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. Juni 2016 einen Rentenanspruch 

gehabt hat. 

2.  

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während 

eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent 
arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid 

ist, einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird 

gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre. 

3.  

Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert. Sie hat nach ihrer Einreise in die 

Schweiz typische Hilfsarbeiten verrichtet, weshalb sie als eine Hilfsarbeiterin zu qualifizieren ist. An sich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/11 

müsste das Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechen. 

Allerdings hat die Beschwerdeführerin an ihrem letzten Arbeitsplatz einen deutlich über jenem 

Zentralwert liegenden Lohn erzielt, wobei nicht auszuschliessen ist, dass eine überdurchschnittliche 

Leistungsbereitschaft und/oder während der langjährigen Tätigkeit erlernte Fertigkeiten diesen 

überdurchschnittlichen Lohn betriebswirtschaftlich-ökonomisch gerechtfertigt haben. Da es für die 
Berechnung des Invaliditätsgrades keine Rolle spielt, von welchem Betrag ausgegangen wird (vgl. dazu 

die nachfolgende E. 4.2), kann die Frage, ob der zuletzt erzielte, an die zwischenzeitliche 

Lohnentwicklung angepasste Lohn oder der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne als 

Valideneinkommen zu berücksichtigen ist, offen gelassen werden. 

4.  

4.1 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 
welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zugemutet 

werden können. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung dieser Frage ein polydisziplinäres 

Administrativgutachten der ABI GmbH eingeholt. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat das 

Gutachten mit einer sich an der Grenze der „guten Sitte und Anstand“ (vgl. Art. 31 Abs. 1 lit. c VRP) 

bewegenden Wortwahl kritisiert, wobei diese Kritik zwar auch das konkret zur Diskussion stehende 

Gutachten, aber vor allem die ABI GmbH als medizinische Abklärungsstelle beziehungsweise die für 

die ABI GmbH tätigen Sachverständigen betroffen hat. Dass die ABI GmbH dem Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin ein besonderer Dorn im Auge ist, ist gerichtsnotorisch. Auch der Psychiater Dr. 

G.___, der die Beschwerdeführerin vor Jahren behandelt hatte, hat in seiner Kritik am Gutachten der 

ABI GmbH eine vergleichbare Wortwahl getroffen und sich ebenfalls dazu hinreissen lassen, mehr die 

ABI GmbH an sich (bzw. deren Sachverständige) als das konkrete Gutachten zu kritisieren, womit er 

eine offensichtliche Voreingenommenheit gezeigt hat. Seine Kritik kann deshalb keinen Beweiswert 

haben. Die Sachverständigen der ABI GmbH haben die Beschwerdeführerin nicht nur umfassend 

internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht, sondern sie haben auch die 

medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Die im Gutachten zunächst unterbliebene 

Auseinandersetzung mit dem Bericht der behandelnden Ärzte vom 20. Juni 2022 ist in einer Ergänzung 

vom 8. Mai 2024 nachträglich erfolgt. Nichts deutet darauf hin, dass die Sachverständigen eine 

wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. Sie haben also über eine umfassende Kenntnis 

vom für ihre medizinische Beurteilung massgebenden Sachverhalt verfügt, die sich entgegen der 

offenbar vom Rechtsvertreter und der behandelnden Psychologin vertretenen Auffassung nicht nur aus 

den objektiven klinischen Befunden, sondern auch aus den Erkenntnissen der Aktenwürdigung 
zusammengesetzt hat. Der internistische, der rheumatologische und der neurologische 

Sachverständige haben anschaulich aufgezeigt, dass sich weder aus den Akten noch aus den 

objektiven klinischen Befunden Hinweise auf eine sich relevant auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Gesundheitsbeeinträchtigung ergeben hatten, weshalb das Attest einer aus somatischer Sicht 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres überzeugt. Der psychiatrische Sachverständige hat 

eingehend Stellung zu den in den Akten erwähnten diagnostischen Erwägungen genommen. Ihm ist es 

(aus der Sicht eines medizinischen Laien) gelungen, anhand der Angaben in den Vorakten und der von 

ihm selbst erhobenen Befunde ein stimmiges Bild zu zeichnen, das eine überzeugende Erklärung für 
die geltend gemachten Beschwerden und deren Verlauf während der der Untersuchung 

vorangegangenen Jahre geliefert hat. Sein Standpunkt, für die versicherungsmedizinische Beurteilung 

seien nicht die Punktzahlen irgendwelcher Skalen, die zudem nicht einmal für die Anwendung im 

konkreten Einzelfall konzipiert seien, sondern vielmehr das funktionelle Leistungsniveau massgebend, 

überzeugt und entspricht dem aktuellen Stand der Rechtsprechung. Tatsächlich lassen sich der von 

ihm erhobene objektive klinische Befund, der weitestgehend unauffällig gewesen ist, sowie die Angaben 

der Beschwerdeführerin zu ihren vielfältigen Alltagsaktivitäten nicht mit der von den behandelnden 

Ärzten geltend gemachten schwergradigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Einklang bringen. Der 

Umstand, dass es der Beschwerdeführerin in den vergangenen Jahren (angeblich) nicht gelungen ist, 

ihr Arbeitspensum weiter zu steigern, besagt in medizinischer Hinsicht nichts, denn die Gründe dafür 

können vielfältig sein, weshalb sich daraus keine Rückschlüsse auf die rein medizinisch bedingte 

Arbeitsfähigkeit ziehen lassen. Zusammenfassend finden sich weder im Gutachten selbst noch in den 

übrigen Akten Hinweise, die Zweifel an der Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung des 
psychiatrischen Sachverständigen wecken würden. Das Gutachten der ABI GmbH belegt folglich mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerdeführerin 

spätestens ab dem Jahr 2018 für sämtliche Tätigkeiten zu 75 Prozent arbeitsfähig gewesen ist. Für die 

Zeit davor hat der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH zwar festgehalten, dass er keinen 

genauen Arbeitsfähigkeitsgrad angeben könne. Seine Ausführungen zur Krankheitsentwicklung und 

zum Verlauf lassen aber darauf schliessen, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin 

auch in den Jahren 2016 und 2017 nicht wesentlich tiefer gewesen sein kann, da die massgebliche 

psychosoziale Belastung, die zur Aufrechterhaltung der Schmerzstörung geführt hatte, nämlich die 

Probleme des Ehemannes und dessen Ausweisung aus der Schweiz, spätestens im Frühjahr 2015 mit 

der Wiederverheiratung weggefallen war. Die vom Sachverständigen der medexperts AG ohne jede 

Begründung aufgestellte Behauptung, die Beschwerdeführerin sei vor dem Jahr 2018 zu 50 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen (vgl. IV-act. 180), überzeugt nicht. Auch die RAD-Ärztin Dr. E.___ hat Zweifel 

daran geäussert (vgl. IV-act. 255–2). Da der fragliche Zeitraum mittlerweile bald zehn Jahre in der 

Vergangenheit liegt, ist von weiteren Abklärungen kein Erkenntnisgewinn zu erwarten. Diesbezüglich 
liegt also eine objektive Beweislosigkeit vor, deren Folgen in einer lückenfüllenden analogen 

Anwendung des Art. 8 ZGB die Beschwerdeführerin zu tragen hat. Für die Zeit vor dem Jahr 2018 kann 

folglich kein höherer Arbeitsunfähigkeitsgrad als für die Zeit ab dem Jahr 2018 berücksichtigt werden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/214 
 

 

11/11 

4.2 Da der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem ebenso hohen Pensum wie 
jede andere leidensadaptierte Tätigkeit zumutbar ist, entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen, dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen 

Abzug. Bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von lediglich 25 Prozent könnte nur unter Berücksichtigung 

eines hier offenkundig nicht gerechtfertigten zusätzlichen Abzuges von mindestens 20 Prozent ein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Die Beschwerdeführerin ist also nicht in einem 

rentenbegründenden Ausmass invalid gewesen. Zudem hat sie das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 

1 lit. b IVG) nicht erfüllt, weil sie nicht während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat ihr 

Rentenbegehren folglich zu Recht abgewiesen. 

5.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 

Franken gedeckt. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind durch den 

von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. 

3.  
Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2025
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2025, IV 2024/214). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:26:46+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen