# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 703947fe-69e2-51b6-9754-74ed15231583
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.12.2023 LA220028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA220028_2023-12-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LA220028-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter  

Dr. M. Kriech und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Jeker sowie  

Gerichtsschreiber MLaw A. Eggenberger 

Beschluss vom 18. Dezember 2023 

 

in Sachen 

 

A._____ (Schweiz) AG,  
Beklagte und Berufungsklägerin 
 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____ und / oder  

Rechtsanwältin M.A. HSG in Law and Economics X2._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 
 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung  
 

Berufung gegen einen Beschluss und ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 
3. Abteilung, im ordentlichen Verfahren vom 10. Oktober 2022 (AN210034-L)  
 

 

 

 

 

 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 1 S. 2) 

 
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger netto 

CHF 125'299.90 zuzüglich Verzugszins zu 5% seit 5. März 2021 
zu bezahlen (Lohnersatz); unter Vorbehalt der Klagereduktion 
nach Eingang von weiteren Taggeldern der Arbeitslosenversiche-
rung. 

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 90'000 zu-
züglich Verzugszins zu 5% seit 5. März 2021 zu bezahlen (Ent-
schädigung).  

3. Unter Vorbehalt einer Zeugnisklage. 
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zzgl. die 

gesetzliche Mehrwertsteuer) zulasten der Beklagten." 
 

Modifiziertes Rechtsbegehren: 
(Urk. 19 S. 2) 

 
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger netto 

CHF 114'394.20 zuzüglich Verzugszins zu 5% seit 5. März 2021 
zu bezahlen (Lohnersatz nach Abzug Leistungen Arbeitslosen-
kasse). 

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 90'000.00 
zuzüglich Verzugszins zu 5% seit 5. März 2021 zu bezahlen (Ent-
schädigung).  

3. Unter Vorbehalt einer Zeugnisklage. 
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zzgl. die 

gesetzliche Mehrwertsteuer) zulasten der Beklagten." 

Beschluss und Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich: 
(Urk. 54 = 57) 

Beschluss: 

1. Das Verfahren wird im Umfang von Fr. 10'905.70 netto als durch Rückzug 

der Klage erledigt abgeschrieben. 

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden mit nachstehendem Er-

kenntnis geregelt. 

3. (Mitteilung) 

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Urteil: 

1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 114'394.20 netto (Lohnersatz) 

sowie Fr. 20'000.– brutto für netto (Entschädigung), je nebst Zins zu 5% seit 

5. März 2021, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 13'700.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 322.50   Dolmetscherkosten 

Fr. 14'022.50   Total 
 

3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger im Betrag von Fr. 5'609.– und der 

Beklagten im Betrag von Fr. 8'413.50 auferlegt.   

Die Gerichtskosten werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss 

(Fr. 13'700.–) bezogen. Der Fehlbetrag in der Höhe von Fr. 322.50 wird vom 
Kläger nachgefordert.  

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 8'953.50 (Fr. 8'413.50 betref-

fend Prozesskostenvorschuss/Fehlbetrag und Fr. 540.– betreffend Kosten 

des Schlichtungsverfahrens) zu bezahlen. 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Parteientschädi-

gung von Fr. 3'606.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

5. (Mitteilung) 

6. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 56 S. 2): 
 

"1. Der Beschluss und das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 10. Oktober 
2022 sei aufzuheben sowie die Klage des Klägers und Berufungsbeklagten 
vom 16. Juli 2021 vollumfänglich abzuweisen. 
 

2. Eventualiter sei der Beschluss und das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 
10. Oktober 2022 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-

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instanz zurückzuweisen. 
 

3. Alles unter Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) für das vorinstanzliche und 
das vorliegende Berufungsverfahren zulasten des Klägers und Berufungs-
beklagten." 

 
angepasste Version (Urk. 73): 
 

"1. Das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 10. Oktober 2022 sei aufzuheben 
sowie die Klage des Klägers und Berufungsbeklagten vom 16. Juli 2021 
vollumfänglich abzuweisen. 
 

2. Eventualiter sei das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 10. Oktober 2022 
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. 
 

3. Alles unter Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) für das vorinstanzliche und 
das vorliegende Berufungsverfahren zulasten des Klägers und Berufungs-
beklagten." 

 
 
des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 68 S. 2): 
 

"1. Die Berufung der Beklagten/Berufungsklägerin vom 21. November 2022 sei 
vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, und es 
seien der Beschluss des Arbeitsgerichts Zürich sowie das Urteil des Arbeits-
gerichts Zürich vom 10. Oktober 2022 zu bestätigen. 

 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zulasten der Be-

klagten/Berufungsklägerin. 
 

Eventualiter, bei einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, seien die 
Gerichtskosten du die Entschädigungen lediglich der Höhe nach festzuset-
zen und die Verteilung derselben der Vorinstanz entsprechend dem Aus-
gang des Verfahrens zu überlassen; subeventualiter seien die Gerichtskos-
ten den Parteien je zur hälftig aufzuerlegen und von einer gegenseitigen 
Parteientschädigung abzusehen." 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien stehen sich in einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit betreffend ei-

ne fristlose Kündigung gegenüber. Die Beklagte und Berufungsklägerin (Arbeitge-

berin; nachfolgend: Beklagte) ist ein als Aktiengesellschaft geführtes globales In-

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vestment- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Zürich. Der Kläger und Beru-

fungsbeklagte (Arbeitnehmer; nachfolgend: Kläger) war ab 6. Januar 2020 als 

Vermögensverwalter (Managing Director) bei der Beklagten tätig (Urk. 5/3). Ver-

tragliche Grundlage der Tätigkeit des Klägers bildete der von den Parteien am 

29. Oktober 2019 abgeschlossene Arbeitsvertrag, mit welchem ein Jahresgehalt 

von Fr. 360'000.– vereinbart worden war (Urk. 5/3). Am 5. Februar 2021 kündigte 

der Kläger das Arbeitsverhältnis zunächst mündlich und gleichentags schriftlich 

ordentlich per 5. August 2021 (Urk. 5/6). Mit Schreiben vom 1. März 2021 kündig-

te die Beklagte ihrerseits das Arbeitsverhältnis fristlos (Urk. 5/8). Der Kläger hält 

die fristlose Kündigung für ungerechtfertigt, verspätet und missbräuchlich. 

2. Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 reichte der Kläger unter Beilage der Klage-

bewilligung des Friedensrichteramts Zürich, Kreise … und …, vom 24. Juni 2021 

bei der Vorinstanz die vorliegende arbeitsrechtliche Klage ein (Urk.1; Urk. 3). Da-

bei forderte er Ersatz des ihm aufgrund der fristlosen Kündigung entstandenen 

Schadens sowie eine Strafzahlung in der Höhe von drei Monatslöhnen, mithin von 

Fr. 90'000.– (Urk. 1). Der erstinstanzliche Prozessverlauf kann dem angefochte-

nen Entscheid vom 10. Oktober 2022 entnommen werden (Urk. 54 = Urk. 57).  

3.1. Gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 10. Oktober 2022 erhob die Be-

klagte am 21. November 2022 fristgerecht Berufung mit eingangs zitierten Begeh-

ren (Urk. 55/2; Urk. 56). Mit Verfügung vom 5. Dezember 2022 wurde die Beklag-

te zu einem Vorschuss von Fr. 10'125.– verpflichtet, welchen sie fristgerecht leis-

tete (Urk. 60 und 61). Die Parteien wurden unter gegenseitiger Absprache zu ei-

ner Referentenaudienz auf den 6. Juni 2023 vorgeladen (Urk. 62-64), wobei Er-

satzoberrichterin lic. iur. N. Jeker als Referentin bestimmt und ihr die weitere Pro-

zessleitung inklusive die Durchführung der Vergleichsverhandlung delegiert wurde 

(Urk. 66).  

Nachdem anlässlich der Vergleichsverhandlung keine Einigung gefunden werden 

konnte (Prot. II S. 5 f.), wurde dem Kläger mit Verfügung vom 6. Juni 2023 Frist 

zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 67). Diese erfolgte am 26. Juni 2023 

(Urk. 68). Die Beklagte nahm zur Berufungsantwort mit Eingabe vom 31. August 

2023 fristgerecht Stellung (Urk. 71-73). Im Rahmen ihrer Stellungnahme passte 

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sie ihr Rechtsbegehren insofern an, als sie neu lediglich noch die Aufhebung des 

vorinstanzlichen Urteils und nicht auch des vorinstanzlichen Beschlusses bean-

tragt. Dem Kläger wurde mit Verfügung vom 5. September 2023 Frist für die Wah-

rung seines Replikrechtes angesetzt (Urk. 74), worauf er am 25. September 2023 

nach einmaliger Fristerstreckung eine erneute Stellungnahme einreichte (Urk. 76), 

welche der Beklagten mit Verfügung vom 26. September 2023 zugestellt wurde 

(Urk. 77).  

3.2. Die vorinstanzlichen Akten (Urk. 1-55) wurden beigezogen. Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif.  

II. 

1. Die Beklagte verlangte mit ihrer Berufung die Aufhebung des vorinstanzli-

chen Beschlusses und Urteils und die vollständige Abweisung der Klage. Gegen-

stand des vorliegenden Berufungsentscheids bilden somit in der Hauptsache die 

eingeklagten Leistungsansprüche aus der (angeblich unrechtmässigen) fristlosen 

Entlassung. Eventualiter beantragte die Beklagte die Aufhebung des vorinstanzli-

chen Beschlusses und Urteils und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung 

durch die Vorinstanz. Anlässlich ihrer Stellungnahme zur Berufungsantwort pass-

te sie ihr Rechtsbegehren insoweit an, als sie neu den Beschluss der Vorinstanz, 

mit welchem das Verfahren im Betrag von netto Fr. 10'905.70 abgeschrieben 

wurde, nicht mehr anficht (Urk. 73 Rz. 7). Die Berufung ist damit in Bezug auf die-

sen Punkt als durch Rückzug erledigt abzuschreiben (Seiler, Die Berufung nach 

ZPO, Zürich et. al. 2013, Rz. 880). 

2. Die Rechtsmittelvoraussetzungen der Berufung gegen das vorinstanzliche 

Urteil sind erfüllt: Anfechtungsobjekt der Berufung ist ein erstinstanzlicher 

Endentscheid im Sinne von Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO in einer vermögensrechtli-

chen Angelegenheit, deren Streitwert Fr. 10'000.– übersteigt (Art. 308 Abs. 2 

ZPO) und die nicht unter einen Ausnahmetatbestand gemäss Art. 309 ZPO fällt. 

Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1, Art. 142 f. 

und Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO sowie Urk. 55/2 und Urk. 56), und die vor Vor-

instanz unterlegene Beklagte ist zu deren Erhebung legitimiert. Unter dem Vorbe-

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halt rechtsgenügender Begründung ist auf die Berufung einzutreten. Der zweitin-

stanzliche Entscheid kann aufgrund der Akten ergehen (Art. 316 Abs. 1 ZPO).  

3. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung oder gar Wiederholung des 

erstinstanzlichen Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption 

als eigenständiges Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 S. 414 

m.Hinw. auf die Botschaft zur Schweizerischen ZPO, BBl 2006 S. 7374). Es 

zeichnet sich dadurch aus, dass bereits eine richterliche Beurteilung des Rechts-

streits vorliegt. Sein Gegenstand wird durch die Berufungsanträge und die Beru-

fungsbegründung umrissen. 

Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz 

verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, mithin über 

unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen (Art. 310 ZPO). In der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau 

aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punk-

ten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGE 142 I 93 E. 8.2). Der Berufungskläger muss sich 

dazu mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen 

(BGer 5A_573/ 2017 vom 19. Oktober 2017, E. 3.1; BGer 4A_291/2019 vom 

20. August 2019, E. 3.2). Man darf von der Berufungsinstanz nicht erwarten, dass 

sie von sich aus in den Vorakten die Argumente zusammensucht, die zur Beru-

fungsbegründung geeignet sein könnten (BGer 5A_438/2012 vom 27. August 

2012, E. 2.4; OGer ZH LY130013 vom 06.08.2013, E. I.4.). Das obere kantonale 

Gericht hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf 

die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift 

in rechtsgenügender Weise erhoben werden (BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem 

Rahmen ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Ent-

scheidfindung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1). 

4. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zu-

lässig resp. zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht 

werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

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erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Beru-

fungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, 

nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Al-

les, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren 

einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10). Jede Partei, welche 

neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten und zu 

beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte Noven gel-

tend machen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (BGer 5A_330/ 

2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1; Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 

N 7). Werden Tatsachenbehauptungen oder Beweisanträge im Berufungsverfah-

ren bloss erneuert, ist unter Hinweis auf konkrete Aktenstellen aufzuzeigen, dass 

und wo sie bereits vor Vorinstanz eingebracht wurden; andernfalls gelten sie als 

neu. 

Neue rechtliche Argumente (Vorbringen zum Recht) stellen keine Noven im Sinne 

von Art. 317 Abs. 1 ZPO dar und können in der Berufung uneingeschränkt vorge-

tragen werden (BGer 4A_519/2011 vom 28. November 2011, E. 2.1; BGer 

5A_351/2015 vom 1. Dezember 2015, E. 4.3; ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 

N 33; Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 1 m.w.Hinw.). Sie dürfen sich al-

lerdings nicht auf unzulässige neue Tatsachen stützen. 

5. Schliesslich ist zu beachten, dass das vorliegende (ordentliche) Verfahren 

mit Bezug auf die Feststellung des Sachverhalts der Verhandlungsmaxime unter-

liegt (Art. 55 ZPO). Es ist demnach Sache der Parteien, dem Gericht das für die 

Rechtsanwendung relevante Tatsachenfundament zu präsentieren, d.h. den ent-

scheidwesentlichen Sachverhalt zu behaupten und die Beweismittel für ihre tat-

sächlichen Behauptungen anzugeben. Das Gericht darf seinem Entscheid nur 

behauptete (und unbestritten gebliebene oder bewiesene) Tatsachen zugrunde 

legen. Unbestrittene Tatsachen(-behauptungen) hat es (unter dem Vorbehalt von 

Art. 153 Abs. 2 ZPO) als erstellt zu betrachten. 

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III. 

1. Vorinstanzlicher Entscheid und Standpunkt der Beklagten 

1.1. Die Vorinstanz kam nach Darstellung der Parteistandpunkte (Urk. 57 S. 4 

ff.) im Rahmen der Anspruchsprüfung (Urk. 57 S. 8 ff.) zum Schluss, dass die 

fristlose Kündigung seitens der Beklagten nicht rechtzeitig erfolgte (Urk. 57 S. 12 

ff.). Selbst wenn von einer rechtzeitigen (fristlosen) Kündigung ausgegangen wür-

de, gelinge es der Beklagten gemäss den voristanzlichen Erwägungen nicht, 

rechtsgenügend einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 337 OR nachzuweisen, 

welcher eine umgehende Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Abwarten des 

Ablaufs der ordentlichen Kündigungsfrist rechtfertigen würde. In Würdigung der 

Vorbringen der Parteien sei weder eine genügend gravierende Verletzung der Ar-

beitspflicht des Klägers auszumachen (Urk. 57 S. 15 ff.), noch könne von der Be-
klagten dargelegt werden, dass der Kläger seine Treuepflicht verletzt habe, indem 

er während laufender Kündigungsfrist einer konkurrenzierenden Tätigkeit nach-

gegangen sei (Urk. 57 S. 21 ff.).  

Weiter entschied die Vorinstanz über die vom Kläger geltend gemachten finanziel-

len Ansprüche. 

1.2. Die Beklagte rügt mit ihrer Berufung, dass die vorinstanzlichen Erwägun-

gen sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht fehlerhaft seien 

(Urk. 56 Rz. 8). Der Entscheid sei daher aufzuheben und die Klage abzuweisen. 

Eventualiter beantragt sie eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Abklärung des 

Sachverhaltes bezüglich der tatsächlichen Pflichtverletzungen des Klägers, des-

sen vorgängigen Verwarnung sowie dessen während der laufenden Kündigungs-

frist erzielten Einkünfte und eine darauf folgende Neubeurteilung (Urk. 56 Rz. 7).  

1.3. Strittig und – soweit erforderlich – im Folgenden zu beurteilen ist dem-

nach, ob die von der Beklagten am 5. März 2021 ausgesprochene fristlose Kündi-

gung des Arbeitsverhältnisses ungerechtfertigt und/oder missbräuchlich war und 

welche Rechtsfolgen sie nach sich zieht. 

2. Fristlose Kündigung 

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2.1. Rechtliche Grundlagen 

2.1.1. Gemäss Art. 337 OR können beide Vertragsparteien das (befristete oder 

unbefristete) Arbeitsverhältnis jederzeit aus wichtigen Gründen fristlos auflösen 

(Abs. 1). Als wichtiger Grund gilt namentlich jeder Umstand, bei dessen Vorhan-

densein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeits-

verhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Abs. 2). Über das Vorhanden-

sein solcher Umstände entscheidet das Gericht nach seinem Ermessen (wobei es 

aber – was hier nicht weiter relevant ist – in keinem Fall die unverschuldete Ver-

hinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung als wichtigen Grund aner-

kennen darf; vgl. Abs. 3). Zu beachten ist, dass auch eine ungerechtfertigte frist-

lose Kündigung das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung faktisch und rechtlich 

beendet. Es gibt mithin keinen Bestandesschutz. Die Sanktionen, welche die zu 

Unrecht fristlos kündigende Partei treffen, sind rein finanzieller Natur (BGE 117 II 

270 E. 3.b S. 271 f.; BGer 4A_395/2018 vom 10. Dezember 2019, E. 4.1 

m.w.Hinw.; Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar, 7. Aufl. 

2012, Art. 337 N 3, N 24 und Art. 337c N 3; BSK OR I-Portmann/Rudolph, 

Art. 337 N 6; CHK-Emmel, OR 337 N 1; KUKO OR-Schwaibold, Art. 337 N 5; 

Portmann/Wildhaber, Schweizerisches Arbeitsrecht, 4. Aufl. 2020, Rz. 750). 

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2.1.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 337 OR ist eine 

fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber wegen Verfehlungen des Arbeitneh-

mers nur gerechtfertigt, wenn Letztere besonders schwer sind. Dabei stehen in 

der Praxis Verletzungen der Arbeitspflicht und der Treuepflicht im Vordergrund. 

Diese müssen einerseits objektiv geeignet sein, die für das Arbeitsverhältnis we-

sentliche Vertrauensgrundlage zu zerstören oder zumindest so tiefgreifend zu er-

schüttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zuzu-

muten ist, und anderseits auch tatsächlich dazu geführt haben. Sind die Verfeh-

lungen weniger schwer, müssen sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen 

sein. Ob die dem Arbeitnehmer vorgeworfene Pflichtverletzung die erforderliche 

Schwere erreicht, lässt sich nicht allgemein sagen, sondern hängt von der Ge-

samtheit der konkreten Umstände des Einzelfalles ab (BGE 142 III 579 E. 4.2 

S. 579 f.; BGer 4A_7/2018 vom 18. April 2018, E. 4.2.2, je m.w.Hinw.; BSK OR I-

Portmann/Rudolph, Art. 337 N 4; Etter/Stucky, Stämpflis Handkommentar, Ar-

beitsvertrag, OR 337 N 6; CHK-Emmel, OR 337 N 3). Die Frage ist vom Gericht 

im Sinne von Art. 4 ZGB nach Recht und Billigkeit zu entscheiden (BGE 127 III 

310 E. 3 S. 313; BGer 4C.106/2001 vom 14. Februar 2002, E. 3.a; BK-

Rehbinder/Stöckli, Art. 337 OR N 1; Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 

2 S. 1099). Deshalb kann ein und derselbe Umstand in einem bestimmten Umfeld 

eine fristlose Kündigung rechtfertigen, in einem anderen dagegen nicht (Vischer, 

Der Arbeitsvertrag, 3. Aufl. 2005, S. 254; KUKO OR-Schwaibold, Art. 337 N 12; 

Portmann/Wildhaber, a.a.O., Rz .755). So spielen etwa Verfehlungen finanzieller 

Natur in den Bereichen Buchhaltung und Finanzen eine grössere Rolle als an-

derswo (KUKO OR-Schwaibold, Art. 337 N 13).  

Für die Beurteilung des Einzelfalls ist insbesondere die Art des Arbeitsverhältnis-

ses, die spezifische Tätigkeit sowie die hierarchische Stellung des Arbeitnehmers 

in der Organisation des Arbeitgebers und die damit gegebenenfalls verbundene 

erhöhte Verantwortung und Loyalität von massgeblicher Bedeutung. Das Vertrau-

ensverhältnis zwischen den Vertragsparteien und sein konkretes Gewicht für die 

(Zusammen-)Arbeit stellen mithin ein zentrales Beurteilungskriterium dar. Hat der 

Arbeitnehmer eine leitende resp. verantwortungsvolle Stelle, trifft ihn nach gefes-

tigter bundesgerichtlicher Praxis eine erhöhte Treuepflicht (vgl. BGer 8C_541/ 

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2015 vom 19. Januar 2016, E. 6; BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 321a N 14). 

Entsprechend ist bei der Gewichtung einer Pflichtverletzung ein strenger(er)  

Massstab anzulegen und – als Folge davon – die Unzumutbarkeit wegen Zerstö-

rung des Vertrauensverhältnisses eher anzunehmen (vgl. BGE 130 III 28 E. 4.1 

S. 31; BGE 127 III 86 E. 2.c S. 89; BGer 4A_296/2020 vom 6. August 2020, 

E. 1.3.1; BGer 4A_349/2017 vom 23. Januar 2018, E. 4.2; BGer 4A_685/2011 

vom 24. Mai 2012, E. 5.2.2; BGer 4A_476/2009 vom 2. Dezember 2009, E. 3.1; 

Vischer, a.a.O., S. 254 m.Hinw. auf BGer 4C.106/2001 vom 14. Februar 2002, 

E. 3.c; CHK-Emmel, OR 337 N 3; Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 

N 8). Besonders bei Kaderpersonen, die aufgrund ihrer verantwortungsvollen 

Funktion im Betrieb in ausgeprägten Vertrauenspositionen stehen, können schon 

verhältnismässig geringfügige Pflichtverletzungen, vor allem auch eher mindere 

Verletzungen der Treuepflicht, einen wichtigen Grund abgeben (Brühwiler, Ein-

zelarbeitsvertrag, Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 337 N 8; Etter/Stucky, a.a.O., 

OR 337 N 17 m.w.Hinw.; BK-Rehbinder/Stöckli, Art. 337 OR N 2), welcher den 

Arbeitgeber auch ohne vorgängige Verwarnung zur fristlosen Entlassung berech-

tigt. Das gilt namentlich bei Angehörigen des oberen und erst recht des Top-

Kaders, die eine sehr hohe Vertrauensstellung innehaben, weshalb ein Treue-

bruch in dieser Position umso schwerer wiegt (vgl. OGer ZH LA110015 vom 

30.09.2011, E. III.4). Deshalb ist es bei zwei hierarchisch unterschiedlich gestell-

ten Arbeitnehmern durchaus möglich, dass der eine mit einem bestimmten Ver-

halten einen wichtigen Grund zur fristlosen Entlassung setzt, der andere mit dem-

selben Verhalten jedoch nicht. 

Neben der betriebsinternen Stellung des Arbeitnehmers ist auch die verbleibende 

Zeit bis zur ordentlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses (durch ordentliche 

Kündigung oder durch Ablauf der befristeten Vertragsdauer) zu berücksichtigen 

(BGE 142 III 579 E. 4.2 S. 579 f.). Je kürzer diese Dauer ist, umso gewichtiger 

muss der angeführte Grund sein, um zur fristlosen Entlassung zu berechtigen 

(BGer 4A_112/2017 vom 30. August 2017, E. 3.2 m.w.Hinw.; BK-Rehbinder/ 

Stöckli, Art. 337 OR N 2; ZK-Staehelin, Art. 337 OR N 4 m.w.Hinw.), d.h. desto 

weniger ist der Rückgriff auf die fristlose Entlassung zulässig (Streiff/von Ka-

enel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 16; Etter/Stucky, a.a.O., OR 337 N 15). Demge-

- 13 - 

genüber rechtfertigt sich eine fristlose Entlassung eher, wenn die Parteien einen 

befristeten Arbeitsvertrag von relativ langer Dauer vereinbart haben und das Ver-

tragsende zeitlich noch weit entfernt ist (vgl. BGer 4C.106/2001 vom 14. Februar 

2002, E. 3.c; Brühwiler, a.a.O., Art. 337 N 7.a).  

So oder anders stellt die fristlose Kündigung nach einhelliger Ansicht ein "Notven-

til", eine "ultima ratio" dar, deren Zulässigkeit nur mit grosser Zurückhaltung anzu-

nehmen und die nur dann gerechtfertigt ist, wenn sie unter den gegebenen Um-

ständen den "einzigen Ausweg" darstellt, weil durch den Kündigungsgrund das 

Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragsparteien derart zerstört ist, dass ein 

gedeihliches Zusammenarbeiten nicht mehr zu erwarten ist (vgl. BGE 116 II 142 

E. 5.c S. 144; BGE 129 III 380 E. 2.1 S. 382; BGE 130 III 28 E. 4.1 S. 31; 

Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 3; Brühwiler, a.a.O., Art. 337 N 1; 

CHK-Emmel, OR 337 N 10; ZK-Staehelin, Art. 337 OR N 4; BK-Rehbinder/Stöckli, 

Art. 337 OR N 2; BSK OR I-Portmann/Rudolph, Art. 337 N 1; Port-

mann/Wildhaber, a.a.O., Rz 754; Milani, OFK-OR, OR 337 N 1; KUKO OR-

Schwaibold, Art. 337 N 5 und N 12; Vischer, a.a.O., S. 254). Die Schwelle hierfür 

kann bei einem Kaderangehörigen mit langer Restanstellungsdauer allerdings 

deutlich tiefer liegen als bei einem "durchschnittlichen" Arbeitnehmer. Die Be-

hauptungs- und Beweislast für das Vorliegen eines wichtigen Grundes bzw. für 

Tatsachen, aus denen die Berechtigung zur fristlosen Kündigung abgeleitet wird, 

trägt gemäss Art. 8 ZGB die kündigende Partei (BGer 4A_448/2020 vom 4. No-

vember 2020, E. 4.1.1; Etter/Stucky, a.a.O., OR 337 N 92; Portmann/Wildhaber, 

a.a.O., Rz. 774; Brühwiler, a.a.O., Art. 337 N 7.c). 

Zu beachten ist schliesslich, dass der wichtige Grund ein Recht, keine Pflicht zur 

fristlosen Kündigung begründet. Es steht der berechtigten Vertragspartei deshalb 

frei, auf eine fristlose Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu verzichten und 

dasselbe trotz Unzumutbarkeit fortzusetzen. Ebenso wenig besteht ein Gleichbe-

handlungsanspruch mehrerer fehlbarer Angestellter in Bezug auf das Ausspre-

chen einer fristlosen Kündigung (Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 8). 

Der Arbeitgeber darf mithin auch nur einen oder einzelne von ihnen fristlos ent-

- 14 - 

lassen, insbesondere bei abweichenden individuellen Umständen (s.a. CHK-

Emmel, OR 337 N 7). 

2.1.3. Ist ein wichtiger Grund gegeben, muss die fristlose Kündigung sofort aus-

gesprochen werden. Die Kündigung ist mithin umgehend nach sicherer und mög-

lichst vollständiger Kenntnisnahme des massgeblichen Grundes, d.h. desjenigen 

Verhaltens zu erklären, welches eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses als 

unzumutbar erscheinen lässt. Andernfalls ist anzunehmen, das Einhalten der or-

dentlichen Kündigungsfrist oder der festen Vertragsdauer sei für den Kündigen-

den subjektiv zumutbar und er verzichte deshalb auf eine fristlose Kündigung, und 

ist das Recht auf eine sofortige Vertragsauflösung verwirkt. Dabei ist nach den 

Umständen des konkreten Falles zu entscheiden, innert welcher Frist dem Be-

rechtigten billigerweise ein Entschluss darüber zuzumuten ist, ob er von seinem 

Recht zur fristlosen Aufhebung des Vertrags Gebrauch machen will. Erforderlich 

ist indessen nicht eine augenblickliche Reaktion, sondern ein unverzügliches 

Handeln innert angemessener Frist, welche die Zeit für allenfalls erforderliche Ab-

klärungen miteinschliesst. In der Regel wird eine Überlegungsfrist von zwei bis 

drei Arbeitstagen zum Nachdenken und Einholen von Rechtsauskünften als an-

gemessen angesehen. Ein Hinauszögern über diese Zeitspanne ist nur zulässig, 

wenn es mit Rücksicht auf die praktischen Erfordernisse des Alltags- und Wirt-

schaftslebens als verständlich und berechtigt erscheint. Eine Verlängerung von 

einigen Tagen ist etwa dann zulässig, wenn bei einer juristischen Person die Ent-

scheidungskompetenz einem mehrköpfigen Gremium zusteht und die Willensbil-

dung daher aufwändiger ist oder wenn Arbeitnehmervertreter anzuhören sind (vgl. 

zum Ganzen BGE 138 I 113 E. 6.3.1-4 S. 116 ff. m.w.Hinw.; Streiff/von Ka-

enel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 17; Etter/Stucky, a.a.O., OR 337 N 74 ff.; BSK 

OR I-Portmann/Rudolph, Art. 337 N 13; BK-Rehbinder/Stöckli, Art. 337 OR N 16; 

Brühwiler, a.a.O., Art. 337 N 10). Hat die kündigende Partei noch keine genügend 

sichere Kenntnis der Umstände, hat sie entsprechende Abklärungen zu treffen. 

Das muss zwar beförderlich geschehen, doch darf sie sich die notwendige Zeit 

nehmen, um den Sachverhalt sorgfältig klären zu können. Die zuzugestehende 

Abklärungsfrist ist zu unterscheiden von der Überlegungsfrist, die erst beginnen 

kann, wenn die Fakten und Verantwortlichkeiten aufgrund der Abklärungen ge-

- 15 - 

klärt sind (Etter/ Stucky, a.a.O., OR 337 N 71, N 79). Die Behauptungs- und Be-

weislast für die Rechtzeitigkeit der Kündigung trägt die kündigende Partei 

(Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 337 N 17 S. 1128; BSK OR I-

Portmann/Rudolph, Art. 337 N 13; BK-Rehbinder/Stöckli, Art. 337 OR N 16 a.E.).  

2.1.4. Als wichtiger Grund im Sinne von Art. 337 OR kommt nur ein Ereignis in 

Frage, das sich vor der Mitteilung der fristlosen Kündigung zugetragen hat. Tatsa-

chen, die sich erst später verwirklichten, dürfen nicht berücksichtigt werden. Dabei 

kann ein damals bereits eingetretener Kündigungsgrund auch nachgeschoben 

werden, selbst wenn er nicht ähnlich oder von gleicher Art ist wie der in der Kün-

digung genannte. Die Berufung auf einen nachgeschobenen Grund ist indessen 

nur zulässig, wenn der betreffende Umstand der kündigenden Partei im Zeitpunkt 

der Kündigung weder bekannt war noch bekannt sein konnte. Diesfalls ist zu fra-

gen, ob er derart ist, dass er, wenn die kündigende Partei ihn gekannt hätte, zu 

einem Vertrauensbruch hätte führen können und damit zur fristlosen Kündigung 

berechtigt hätte (BGE 142 III 579 E. 4.3 S. 580 f.; BGE 127 III 310 E. 4.a S. 314; 

Etter/Stucky, a.a.O., OR 337 N 86 m.w.Hinw.). Darf der nachgeschobene Grund 

berücksichtigt werden, hat das Gericht anhand einer Gesamtbetrachtung des in 

der Kündigung genannten und des nachgeschobenen Grundes zu entscheiden, 

ob die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses noch zumutbar ist (BGE 142 III 579 

E. 4.3 S. 581; Etter/Stucky, a.a.O., OR 337 N 87; BSK OR I-Portmann/ Rudolph, 

Art. 337 N 10). 

2.2. Rechtzeitigkeit der fristlosen Kündigung 

2.2.1. Standpunkte 

a) Vorinstanz 

Wie bereits ausgeführt kommt die Vorinstanz in ihrem Entscheid zum Schluss, 

dass die fristlose Kündigung der Beklagten verspätet erfolgte, da sie nicht sofort 

nach Kenntnis des vorgebrachten wichtigen Grundes ausgesprochen worden sei. 

Das Recht auf sofortige Vertragsauflösung sei daher verwirkt gewesen. Die Be-

klagte habe vorgebracht, dass der Kläger die Investorenkontakte nach seiner (or-

- 16 - 

dentlichen) Kündigung eingestellt habe und diese selbst nach mehrmaliger Ver-

warnung zwischen dem 9. und 12. Februar 2021 nicht wieder aufgenommen ha-

be. Aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hätte die Beklagte gemäss 

Ansicht der Vorinstanz beim Vorliegen eines konkreten, nennenswerten Ver-

dachts, welcher bei Erhärtung zu einer sofortigen Beendigung des Arbeitsverhält-

nisses geführt hätte, sofort alle ihr zumutbaren Massnahmen treffen müssen, um 

Klarheit zu gewinnen. Davon könne aufgrund des Zuwartens mit den Abklärungen 

bis am 24. Februar 2021 vorliegend keine Rede sein (Urk. 57 S. 14).  

b) Beklagte 

Die Beklagte bringt im Berufungsverfahren wie schon vor Vorinstanz vor, dass 

erst mit Abschluss der internen Untersuchung (und somit am 26. Februar 2021) 

sichere und vollständige Kenntnis über die tatsächliche Pflichtverletzung des Klä-

gers bestanden und die "Überlegungsfrist" damit erst an diesem Tag begonnen 

habe (Urk. 56 Rz. 30; Urk. 27 Rz. 12). Die Vorinstanz gehe fälschlicherweise da-

von aus, dass bereits nach dem ersten Gespräch zwischen dem Kläger und der 

Beklagten am 9. Februar 2021 Kenntnis der Pflichtverletzungen des Klägers be-

standen habe. Gemäss unzutreffender Ansicht der Vorinstanz sei keine interne 

Untersuchung der Arbeitsaktivitäten notwendig gewesen und die fristlose Kündi-

gung vom 1. März 2021 aus diesem Grund verspätet erfolgt. Entgegen der vor-

instanzlichen Auffassung sei der Kläger indessen bereits anlässlich des Ge-

sprächs vom 9. Februar 2021 ausdrücklich verwarnt worden und habe die Beklag-

te daher nicht damit rechnen müssen, dass er seine Ankündigung, nicht mehr mit 

Investoren kommunizieren zu wollen, in die Tat umsetzen würde. Erst im letzten 

Gespräch vom 24. Februar 2021 (nach den Ferien des Klägers, welche vom 13. 

bis am 21. Februar 2021 gedauert hätten) habe sich jedoch der Verdacht, dass 

der Kläger trotz gegenteiliger Verwarnung seine zentrale Arbeitspflicht tatsächlich 

einstellen könnte, definitiv konkretisiert. Im Anschluss an dieses Gespräch sei 

dessen Leistung umgehend überwacht und ausgewertet worden, was notwendig 

gewesen sei, um die ausgebliebene Arbeitsleistung festzustellen (Urk. 56 Rz. 27 

ff.; Urk. 27 Rz. 10 f.). Die fristlose Kündigung sei am 1. März 2021, ein Arbeitstag 

nach Vorliegen des Ergebnisses dieser Untersuchung am 26. Februar 2021 er-

- 17 - 

folgt (Urk. 56 Rz. 30 f.). Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass bereits 

nach dem Gespräch vom 24. Februar 2021 (Mittwoch) Kenntnis über den Kündi-

gungsgrund vorgelegen habe, so wäre die Kündigung – so die Beklagte – bereits 

drei Arbeitstage danach, am 1. März 2021 (Montag) rechtszeitig erfolgt (Urk. 56 

Rz. 33). Die Vorinstanz gehe damit von einem falschen Sachverhalt aus und 

wende obendrein das Recht falsch an (Urk. 56 Rz. 34). 

c) Kläger 

Der Kläger macht mit seiner Berufungsantwort geltend, die Kündigung sei in je-

dem Fall zu spät erfolgt, auch wenn der Sachverhalt, wie von der Beklagten be-

hauptet, bewiesen werden könnte (Urk. 68 Rz. 47). Selbst wenn ihm eine Verlet-

zung der Arbeitspflicht vorgeworfen werden könnte (was er bestreitet), habe die 

Beklagte die fristlose Kündigung erst nach vier Gesprächen und nach Durchfüh-

rung einer internen Untersuchung am 1. März 2021, mithin fast einen Monat nach 

dem ersten Gespräch vom 9. Februar 2021, ausgesprochen. Damit sei erstellt, 

dass die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses für die Beklagte trotz der be-

haupteten (und bestrittenen) Arbeitsverweigerung und dem Beharren auf einer 

Freistellung zumutbar gewesen und die fristlose Kündigung damit verspätet er-

folgt sei (Urk. 68 Rz. 42-47). 

2.2.2. Würdigung 

Die Vorinstanz ist aus ihrer Sicht in ihrer Beurteilung des Sachverhaltes ohne ein 

Beweisverfahren durchzuführen von den Vorbringen der Beklagten ausgegangen. 

Dabei ist festzuhalten, dass die beklagtischen Vorbringen, wie sich die Kommuni-

kation seit der ordentlichen Kündigung abgespielt hatte, vom Kläger bestritten 

werden (vgl. Urk. 19 Rz. 67 ff. und Urk. 68). Der Kläger selbst brachte vor Vor-

instanz sowie im Berufungsverfahren vor, dass sich die Parteien nach seiner 

Kündigung nicht im Klaren gewesen seien, ob und vor allem wie man diese ge-

genüber den Investoren kommunizieren würde, weshalb man ihn seitens der Be-

klagten dazu angehalten habe, vorerst keinen Kontakt zu den wesentlichen Inves-

toren zu haben (Urk. 19 Rz. 68 und Urk. 68 Rz. 26-31). Die Gesprächsprotokolle, 

welche die Beklagte als Beweismittel für ihre Version der Ereignisse bezeichne, 

- 18 - 

nämlich dass der Kläger den Kontakt zu Investoren verweigert haben soll und von 

ihr diesbezüglich ermahnt worden sei (vgl. Urk. 16/2-5), würden nicht den wahren 

Gesprächsinhalt wiedergeben. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die 

Gesprächsprotokolle im Nachhinein willkürlich und parteiisch erstellt worden sei-

en. Die Protokolle seien dem Kläger weder zur Durchsicht vorgelegt noch von ihm 

genehmigt worden. Es handle sich bei diesen um blosse Parteibehauptungen und 

sie würden sodann auch keine Verwarnung an den Kläger beinhalten (Urk. 19 

Rz. 69 und Urk. 68 Rz. 38 sowie 9-12).  

Die Vorinstanz kam in ihrem Entscheid zum Schluss, selbst wenn vorbehaltlos 

von der (vom Kläger bestrittenen) Version der Geschehnisse ausgegangen wür-

de, wie sie von der Beklagten geschildert werden, sei die Kündigung nicht recht-

zeitig erfolgt. Vielmehr hätte die Beklagte unverzüglich alle ihr zumutbaren Abklä-

rungen ergreifen müssen, um Klarheit zu gewinnen, ob ihr Verdacht auf Vorliegen 

eines Verhaltens, welches eine fristlose Kündigung rechtfertigt, wirklich begründet 

sei (Urk. 57 S. 14). Dem kann nicht zugestimmt werden. Vielmehr besteht ein Un-

terschied in der Sachverhaltsdarstellung, wie sie die Vorinstanz als von der Be-

klagten geltend gemacht bezeichnet und derjenigen, wie sie von der Beklagten ef-

fektiv vorgebracht wurde. Wenn vom Sachverhalt, wie ihn die Beklagte vorbringt, 

ausgegangen wird, hätte der Kläger anlässlich der Gespräche vom 9., 10. und 12. 

Februar 2021 wiederholt zum Ausdruck gebracht, den Kern seiner Arbeitstätigkeit, 

mithin den Kontakt zu bestehenden und potentiellen Investoren, bis zur Beendi-

gung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr auszuüben (so von der Beklagten vor 

Vorinstanz vorgebracht in Urk. 13 Rz. 9 ff. und Urk. 27 Rz. 8 ff. und 76 ff.). Er sei 

in der Folge von der Beklagten mündlich verwarnt worden, und man habe sich da-

rauf geeinigt, nach dessen Ferien (13. bis und mit 21. Februar 2021) am 22. Feb-

ruar 2021 erneut ein Gespräch zu führen. Erst nachdem anlässlich dieses Ge-

sprächs, welches (gemäss Darstellung der Beklagten) wegen dem Kläger erst am 

24. Februar 2021 habe geführt werden können, der konkrete nennenswerte Ver-

dacht aufgekommen sei, dass dieser trotz entsprechender Verwarnung seine 

zentralen Arbeitspflichten dauerhaft eingestellt habe, habe die Beklagte umge-

hend eine interne Untersuchung eingeleitet, welche am 26. Februar 2021 abge-

schlossen gewesen sei (Urk. 13 Rz. 9 ff. und Urk. 56 Rz. 23 sowie 45-51).  

- 19 - 

Soweit man vom (durch den Kläger bestrittenen) Sachverhalt, wie ihn die Beklag-

te tatsächlich vorbringt, ausgeht, müsste entgegen den vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen und der Ansicht des Klägers davon ausgegangen werden, dass die Be-

klagte anlässlich der Gespräche vom 9., 10. und 12. Februar 2021 weder fakti-

sche Kenntnis noch den konkreten, nennenswerten Verdacht hatte, dass ihr Ar-

beitnehmer seine "Kerntätigkeit", mithin den Kundenkontakt, trotz entsprechender 

Aufforderung, dauerhaft nicht mehr wahrnehmen würde. Geht man von der Dar-

stellung der Beklagten im vorinstanzlichen Verfahren aus, ermahnte sie den Klä-

ger anlässlich dieser Gespräche vielmehr und kam man überein, dass man die 

Angelegenheit nach dessen Ferien am 22. Februar 2021 noch einmal besprechen 

werde (Urk. 13 Rz. 11 f., Urk. 16/4; Urk. 27 Rz. 9 und Urk. 56 Rz. 30). Sofern sich 

der von der Beklagten behauptete Sachverhalt von ihr beweisen lässt, wäre die 

faktische Kenntnis der dauerhaften Weigerung des Klägers, mit Investoren in 

Kontakt zu treten, erst nach dem Gespräch vom 24. Februar 2021 eingetreten 

und hätte die Kündigung am 1. März 2021 damit (unter Berücksichtigung des Wo-

chenendes) als rechtzeitig erfolgt zu gelten.  

Die Beklagte offerierte vor Vorinstanz als Beweismittel für den Inhalt der Gesprä-

che mit dem Kläger vom 9., 10., 12. und 24. Februar 2021 nebst den bereits er-

wähnten Gesprächsprotokollen die von ihrer Seite bei den Gesprächen anwesen-

den Personen als Zeugen (Urk. 13 Rz. 9 ff. und Urk. 27 Rz. 8 ff.). Der Vorinstanz 

ist zuzustimmen, dass die Gesprächsprotokolle als Beweismittel unbeachtlich 

sind, da sie lediglich in englischer Sprache (und nicht gemäss Art. 129 ZPO in der 

Amtssprache des Kantons Zürich) eingereicht wurden, obwohl beide Parteien mit 

Beschluss vom 16. August 2022 dazu angehalten worden waren, fremdsprachige 

Urkunden auch in deutscher Übersetzung einzureichen (Urk. 6). Den Parteien 

wurde mit diesem Beschluss unmissverständlich mitgeteilt, dass fremdsprachige 

Urkunden sonst ohne Weiteres und ohne Ansetzung einer Nachfrist unbeachtlich 

blieben. Wohl ist zutreffend, dass sich das Arbeitsgericht Zürich an einem interna-

tionalen Standort befindet (Urk. 56 Rz. 63). Soweit vom Gericht indessen eine 

deutsche Übersetzung gestützt auf die Zivilprozessordnung verlangt wird, ist dies 

für die Parteien in jedem Fall beachtlich. Entgegen der Ansicht der Beklagten 

(Urk. 56 Rz. 61 und Urk. 73 Rz. 73) richtete sich der Beschluss sodann ausdrück-

- 20 - 

lich an beide Parteien (Ziffer 4 des Dispositivs von Urk. 6; unterstrichen hervorge-

hoben) und wurde auch beiden zugestellt (Urk. 7/1-2). Der Umstand, dass dem 

Kläger im erwähnten Beschluss eine Nachfrist zur Übersetzung eingereicht wur-

de, der Beklagten – welche zu jenem Zeitpunkt noch keine fremdsprachigen Ur-

kunden eingereicht hatte – aber später nicht (mehr), stellt keine Ungleichbehand-

lung dar, wurde den Parteien doch gleichzeitig mitgeteilt, was vom Gericht erwar-

tet wird, weshalb in Bezug auf die Beklagte auch keine Nachfrist angezeigt war. 

Der Kläger hatte in der Folge diverse Urkunden ins Deutsche übersetzt, darunter 

auch den englischsprachigen Arbeitsvertrag (Urk. 10 sowie Urk. 20), weshalb 

auch diesbezüglich keine Ungleichbehandlung auszumachen ist. Zutreffend ist in-

dessen das Vorbringen der Beklagten, wonach die von ihr eingereichten Urkun-

den insofern beachtlich sind, als ihr Inhalt im Rahmen ihrer Eingaben in deutscher 

Sprache zitiert werden (Urk. 56 Rz. 64), allerdings nur in Bezug auf diese über-

setzten Sätze. 

Nebst den Protokollen werden von der Beklagten ihre Angestellten, welche die 

Gespräche mit dem Kläger geführt haben, als Zeugen offeriert. Entgegen der An-

sicht des Klägers stellen die offerierten Zeugenaussagen keine Parteibehauptun-

gen dar (Urk. 68 Rz. 38). Zutreffend ist, dass Zeugenaussagen wie jedes Be-

weismittel der freien Würdigung unterliegen und dem Interesse der befragten 

Zeugen am Prozessausgang beziehungsweise einer allfälligen Abhängigkeit wie 

vorliegend einem bestehenden Arbeitsverhältnis mit einer Partei bei der Beweis-

würdigung Rechnung zu tragen ist (BSK ZPO-Guyan Art. 172 N 4f.). Die Würdi-

gung der Aussagen kann indessen erst erfolgen, wenn diese vorliegen, weshalb 

ohne die Durchführung eines entsprechenden Beweisverfahrens und insbesonde-

re ohne Befragung der von der Beklagten offerierten Zeugen sowie der Parteibe-

fragung des Klägers (Urk. 19 Rz. 28 ff.) im heutigen Zeitpunkt nicht davon ausge-

gangen werden kann, dass die fristlose Kündigung seitens der Beklagten verspä-

tet erfolgte.  

Zusammenfassend kann damit die Frage, ob die fristlose Kündigung seitens der 

Beklagten rechtzeitig erfolgt ist, nicht abschliessend entschieden werden, da 

diesbezüglich zuerst ein Beweisverfahren durchgeführt werden muss, in welchem 

- 21 - 

der rechtlich zu beurteilende Sachverhalt festgestellt wird. Zu prüfen ist in der 

Folge, ob die Kündigungsgründe, welche von der Beklagten vorgebracht werden, 

bei Rechtzeitigkeit ihres Vorbringens überhaupt eine fristlose Kündigung rechtfer-

tigen würden. 

2.3. Vorliegen eines wichtigen Grundes 

2.3.1.  Schwerwiegende Verletzung der Arbeits- und Treuepflicht 

2.3.1.1. Standpunkte 

a) Vorinstanz 

Die Vorinstanz führt aus, dass selbst wenn die Beklagte den Kläger mehrfach zur 

Weiterarbeit im Sinne des Arbeitsvertrages angewiesen habe, darin keine Ver-

warnung im technischen Sinne gesehen werden könne. Dies, da sie ihm die Kon-

sequenzen bei Nichtbefolgen ihrer Anweisung nicht ausdrücklich aufgezeigt habe 

(Urk. 56 S. 16 f.). Auch wenn jedoch vom Vorliegen einer Verwarnung ausgegan-

gen würde, könnte die Beklagte daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Da die-

se nicht substantiiert behaupte, dass der Kläger seine arbeitsvertraglichen Pflich-

ten bereits vor seiner Kündigung verletzt habe, wäre gemäss Ansicht der Vo-

rinstanz zu prüfen, ob ihm in den beiden Arbeitswochen vom 8. bis am 12. und 

vom 22. bis am 26. Februar 2021 (vom 13. bis am 21. Februar 2021 befand er 

sich in den Ferien) eine derart schwere Verletzung seiner Pflichten aus dem Ar-

beitsverhältnis vorgeworfen werden konnte, dass eine fristlose Kündigung als ge-

rechtfertigt erschien. Gemäss der Vorinstanz wäre es dabei an der Beklagten ge-

legen zu substantiieren, inwiefern in den zwei in Frage stehenden Arbeitswochen 

die Leistung des Klägers von derjenigen der vorangegangenen rund 14 Monate, 

in welcher er bei ihr angestellt war, abgewichen sei. Es sei widersprüchlich, ihm 

auf der einen Seite eine "absolute Arbeitsverweigerung" vorzuwerfen und auf der 

anderen Seite einzuräumen, dass der Kläger effektiv Arbeitsleistungen erbracht 

habe. Die Beklagte vergleiche in ihren Ausführungen lediglich die Monate No-

vember und Dezember 2020 mit den in Frage stehenden zwei Arbeitswochen im 

Februar 2021, wobei nicht einzusehen sei, weshalb gerade diese zwei Monate ei-

- 22 - 

ne taugliche Vergleichsbasis darstellen sollten. Weiter äussere sich die Beklagte 

nicht rechtsgenügend zu den detaillierten klägerischen Ausführungen, wonach er 

in der in Frage stehenden Zeit interne Leistungen erbracht habe. Es sei dabei 

nicht richtig, lediglich die externen Kundenkontakte als arbeitsvertragliche Pflicht-

erfüllung zu betrachten. Selbst wenn die Beklagte die Verletzung der Arbeitspflicht 

sodann rechtsgenügend behaupten würde, sei davon auszugehen, dass ihr der 

Nachweis ihrer vom Kläger bestrittenen Sachdarstellung nicht gelingen würde. 

Zum einen stellten die Einvernahmen der von ihr genannten Zeugen keine taugli-

chen Beweismittel dar, da nicht ersichtlich sei, inwiefern diese überhaupt sach-

dienliche Angaben aus eigener Wahrnehmung betreffend die effektiv erbrachte 

Arbeitsleistung des Klägers erbringen könnten. Zum anderen seien die ins Recht 

gereichten Gesprächsprotokolle (Urk. 16/2-7) entgegen dem Beschluss vom 

16. August 2020 nicht in die deutsche Sprache übersetzt worden und daher un-

beachtlich. Beim "Aktivitätsbericht 2021" (Urk. 16/6) handle es sich sodann um ein 

Konvolut von Computerausdrucken mit unklarem Aussagegehalt. Die vom Kläger 

eingereichten E-Mails würden dagegen belegen, dass er auch nach seiner Kündi-

gung weiterhin Arbeitsleistungen für die Beklagte erbrachte hatte. Insgesamt ge-

linge es der Beklagten damit nicht, eine derart gravierende Verletzung der Ar-

beitspflicht zu substantiieren, dass eine fristlose Kündigung innerhalb der ordentli-

chen Kündigungsfrist als gerechtfertigt erscheine (vgl. zum Ganzen Urk. 57 

S. 15 ff.). 

b) Beklagte 

Die Beklagte rügt mit ihrer Berufung, dass die Weigerung des Klägers, seine zent-

rale Aufgabe des Investorenkontakts auszuüben, einen bewussten und endgülti-

gen Entscheid dargestellt habe. Selbst wenn die Beklagte in der Folge lediglich 

Ermahnungen und nicht eigentliche Verwarnungen ausgesprochen haben sollte, 

wie dies die Vorinstanz festhalte, hätten sich auch diese als nutzlos erwiesen 

(Urk. 56 Rz. 36 ff.). Der Kläger sei indessen entgegen der Ansicht der Vorinstanz 

mehrfach verwarnt, und es seien ihm die Konsequenzen einer weiteren Verlet-

zung der Arbeitspflicht vor Augen geführt worden (Urk. 56 Rz. 41 f.). Es sei nicht 

nachvollziehbar, wie die Vorinstanz in der Einstellung jeglichen Investorenkon-

- 23 - 

takts während zweier Arbeitswochen keine schwerwiegende Pflichtverletzung im 

Sinne von Art. 337 OR sehen könne. Selbst der Kläger gestehe ein, nach seiner 

Kündigung vom 6. Februar 2021 keinen Kontakt zu Investoren mehr gehabt zu 

haben. Damit habe er seine zentrale Arbeitspflicht dauerhaft verletzt, was nicht 

damit kompensiert werden könne, dass er in der fraglichen Zeit (lediglich) unter-

geordnete interne administrative Tätigkeiten erledigt habe (Urk. 56 Rz. 45 ff.). In-

dem die Vorinstanz rüge, dass die Beklagte bei der Prüfung der klägerischen Ar-

beitstätigkeit lediglich die Leistungsperiode von November 2020 bis Februar 2021 

herangezogen und nicht auf die gesamten 14 Monate des Arbeitsverhältnisses 

abgestellt habe, übersehe sie, dass sich dessen Tätigkeitsbereich im Laufe seiner 

Anstellung gewandelt habe. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, das Unterlas-

sen von Investorenkontakten nicht als gravierende Verletzung der Arbeitspflichten 

einzustufen, gehe damit an der Sach- und Rechtslage vorbei (Urk. 56 Rz. 50 f.). 

c) Kläger 

Der Kläger bringt mit seiner Berufungsantwort vor, dass die Beklagte sich nicht 

ansatzweise mit der Begründung der Vorinstanz auseinandergesetzt habe, wes-

halb auf ihre Berufung nicht einzutreten sei. Die Beklagte stütze sich mit ihrer 

Version der Geschichte zum einen auf Gesprächsprotokolle, welche lediglich Par-

teibehauptungen darstellen würden und nicht verwertbar seien, sowie auf Zeugen, 

deren Aussagen keine Bedeutung hätten (Urk. 68 Rz. 38). Da somit keine Be-

weismittel im Recht liegen würden, welche die Sachverhaltsdarstellung der Be-

klagten bestätigen könnten, würde eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Neu-

beurteilung nichts am vorinstanzlichen Entscheid ändern.  

- 24 - 

Selbst wenn indessen nachträglich der von der Beklagten behauptete Sachverhalt 

erstellt werden könnte, würde dies an der rechtlichen Beurteilung der Sache 

nichts ändern (Urk. 68 Rz. 13-15). Wie bereits vor Vorinstanz macht der Kläger 

geltend, dass er nach seiner Kündigung weder seine essentielle Arbeitstätigkeit 

endgültig aufgegeben, noch dass er jeglichen Investorenkontakt verweigert habe 

(Urk. 68 Rz. 23 ff. mit Verweis auf Urk. 19 Rz. 29 und 68). Richtig sei vielmehr, 

dass er bereit gewesen sei, weiter mit Investoren in Kontakt zu sein. Er sei nach 

seiner Kündigung mit der Beklagten im Gespräch gewesen, wann und wie den In-

vestoren seine Kündigung kommuniziert werden soll (Urk. 68 Rz. 27 mit Verweis 

auf Urk. 33). Entgegen den Vorbringen der Beklagten sei er bereit gewesen, nach 

Abschluss dieser Gespräche bis zum Vertragsende weiterhin mit Investoren in 

Kontakt zu sein (Urk. 68 Rz. 26-31 mit Verweis auf Urk. 19 Rz. 29 und 68). Weiter 

sei unrichtig und von ihm auch immer bestritten worden, dass lediglich die Kon-

takte zu den Investoren zur "eigentlichen Arbeitstätigkeit" gehörten. Vielmehr ha-

be auch die Dokumentation und Verwaltung derselben zu dieser gehört (Urk. 68 

Rz. 29 mit Verweis auf Urk. 1 Rz. 32 und Urk. 19 Rz. 13/36 ff./41/43/98). Diese 

ebenfalls essentiellen Tätigkeiten seien von ihm denn auch nie eingestellt worden. 

Es seien sodann seitens der Beklagten auch keine Verwarnungen oder Diszipli-

nargespräche mit ihm erfolgt. In den Gesprächen zwischen ihm und der Beklag-

ten nach seiner ordentlichen Kündigung sei es lediglich um die Frage gegangen, 

wie seine Kündigung gegenüber den Investoren kommuniziert werden solle; hätte 

man eine Verwarnung ausgesprochen wären keine weiteren Gespräche notwen-

dig gewesen (Urk. 68 Rz. 34-37).  

2.3.1.2. Würdigung 

a) Arbeitsinhalt 

Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, es gehe nicht an, dass die Beklagte 

nur die externe Kommunikation mit Investoren als für die arbeitsvertragliche 

Pflichterfüllung relevant erachte. Die Beklagte habe selbst darauf verwiesen, dass 

der Aufbau einer Datenbank mit potentiellen Kunden wie auch die Dokumentation 

und Verwaltung der Investorenkontakte zu den "Hauptzuständigkeiten" der neu 

- 25 - 

geschaffenen Stelle des Klägers gehörten (Urk. 54 S. 10 mit Verweis auf Urk. 13 

Rz. 6). Der Kläger habe detailliert ausgeführt, welche Arbeitsleistungen er nach 

seiner Kündigung wann erbracht habe (Urk. 54 S. 19 mit Verweis auf Urk. 1 

Rz. 28 ff. und Urk. 19 Rz. 34 ff.), wobei sich die Beklagte auf pauschale, nicht 

rechtsgenügliche Bestreitungen beschränke (Urk. 54 S. 19 mit Verweis auf 

Urk. 13 Rz. 56 und Urk. 27 Rz. 39 ff.). Die Beklagte rügt mit der Berufung (wie be-

reits vor Vorinstanz vorgebracht), die Vorinstanz übersehe, dass sich das Pflich-

tenheft des Klägers im Laufe seiner Tätigkeit verändert habe. Während zu Beginn 

der Anstellung die Entwicklung und Implementierung einer proaktiven Verkaufs-

strategie für den Raum Nordamerika im Vordergrund gestanden habe, sei nach 

Abschluss dieser Anfangsphase die Hauptzuständigkeit seiner Position in der 

Kommunikation mit Investoren gelegen, um langfristige Geschäftsbeziehungen 

herzustellen und zu pflegen (Urk. 56 Rz. 49 mit Verweis auf Urk. 13 Rz. 6). Die-

sen Zusammenhang übersehe die Vorinstanz, indem sie rein interne administrati-

ve Tätigkeiten des Klägers für die Erfüllung seiner Arbeitspflicht genügen lasse 

und dabei übersehe, dass die Beklagte in der Duplik im Einzelnen dargelegt habe, 

weshalb rein administrative Aktivitäten dem Pflichtenheft des Klägers nicht ge-

recht würden (Urk. 56 Rz. 50 mit Verweis auf Urk. 27 Rz. 26 ff.). 

Der Kläger war bei der Beklagten unbestrittenermassen als "Managing Director" 

mit einem jährlichen Bruttogehalt von Fr. 360'000.– angestellt und damit in der 

Funktion eines Kadermitglieds bei ihr tätig. Vom Kläger unbestritten ist ebenfalls, 

dass er ab dem Zeitpunkt seiner Kündigung am 6. Februar 2021 keinen externen 

Kontakt zu Investoren mehr pflegte (Urk. 56 S. 18 mit Verweis auf die Replik im 

vorinstanzlichen Verfahren: Urk. 19 Rz. 29), womit dieser Umstand auch nicht Teil 

eines Beweisverfahrens bilden muss. Uneinigkeit besteht zwischen den Parteien 

dagegen, aus welchem Grund der Kläger die externen Kontakte mit den Investo-

ren nach seiner eigenen (ordentlichen) Kündigung einstellte und ob dies einen 

schweren Verstoss gegen die Arbeitspflicht im Sinne von Art. 337 OR darstellt, 

welcher zu einer fristlosen Kündigung ohne vorhergehende Verwarnung berechti-

gen würde. Um das zu beurteilen, muss wiederum geklärt werden, ob "tägliche 

Kontakte" mit Investoren den Fokus der Tätigkeit des Klägers bildeten, wie dies 

von der Beklagten geltend gemacht wird (Urk. 56 Rz. 50 mit Verweis auf Urk. 27 

- 26 - 

Rz. 26 und 29 ff.). Da die Beklagte ihre fristlose Kündigung mit dem Verstoss ge-

gen Art. 337 OR begründet, ist sie für diese von ihr geltend gemachte Version 

beweispflichtig. 

Im Rahmen der Klageantwort vor Vorinstanz machte die Beklagte in Bezug auf 

den Arbeitsinhalt des Klägers geltend, dass diese im Zeitpunkt seiner Kündigung 

in der Hauptsache darin bestand, täglich mit potentiellen Investoren oder beste-

henden Kontakten auf verschiedenen Kommunikationskanälen in Kontakt zu tre-

ten und die Anlageprodukte der Beklagten zu präsentieren. Weiter führte sie aus, 

dass das Stellenprofil zudem die Identifizierung von Gelegenheiten für das Ge-

schäftsmodell der Beklagten sowie deren Bewertung mit Hilfe umfassender Markt- 

und Anlageerkenntnissen umfasste (Urk. 13 Rz. 6). Der Kläger brachte demge-

genüber im Rahmen der Replik vor Vorinstanz vor, dass die Investorenkontakte 

wohl eine wichtige Teilaufgabe seiner Tätigkeit waren, diese jedoch aufwändige 

vorgängige Analyse und Recherchearbeit zur Ausarbeitung einschlägiger Ziel-

gruppen bedingten, um neu zu gewinnende Investoren möglichst individualisiert 

anzuschreiben (Urk. 19 Rz. 9 ff. und 131). Im Vordergrund habe die Qualität und 

nicht die Quantität der Kontakte zu Investoren gestanden (Urk. 19 Rz. 10). Wie in 

der Tätigkeit bei Finanzinstituten üblich, seien sodann diverse administrative Ne-

bentätigkeiten dazugekommen (Urk. 19 Rz. 9 ff.). Es habe Zeiten gegeben, in 

welchen er regelmässige Investorenkontakte gehabt habe, aber auch solche, in 

denen er sich überwiegend der Analyse potentieller neuer Anleger gewidmet ha-

be. Dies sei Teil seines Stellenprofils gewesen und von der Beklagten auch nicht 

in Frage gestellt worden. Sodann habe er auch regelmässig Zeit für interne E-

Mails, Anrufe und Sitzungen verwendet. Der Vorwurf der Verweigerung der 

hauptsächlichen Arbeitstätigkeit wird vom Kläger "scharf zurückgewiesen" 

(Urk. 19 Rz.19). Dem widerspricht die Beklagte, die in ihrer Duplik ausführte, dass 

interne Recherche- und Administrativtätigkeiten nach lange zurückliegender Ein-

arbeitungszeit vernachlässigbar und zum Nachweis effektiver Arbeitsleistung nicht 

tauglich seien. Es sei nicht einzusehen, inwiefern solche "Nebenarbeiten" die Ar-

beitskapazität des Klägers derart hätten ausfüllen können (Urk. 27 Rz. 27 ff.). 

- 27 - 

Beide Parteien bringen übereinstimmend vor, dass der Kontakt mit Investoren ei-

ne der Kernaufgaben des Klägers gewesen ist. Dabei erscheint weniger die Frage 

entscheidend, wie viel Zeit netto allein für diese Kontakte aufgewendet wurde. 

Vielmehr scheint für beide Seiten klar zu sein, dass Investorenkontakte (und die 

sich aus diesen ergebenden Geschäfte), egal ob diese nach Quantität  

oder nach Qualität gewertet werden, für die Tätigkeit des Klägers unabdingbar 

waren. So führte denn der Kläger selbst auch aus, dass es seine Aufgabe gewe-

sen sei, den Geschäftszweig der Beklagten mit institutionellen Investoren kom-

plett neu aufzubauen (Urk. 19 Rz. 45), beziehungsweise Ziel seiner Anstellung 

gewesen sei, langfristige Geschäftsbeziehungen mit institutionellen Anlegern auf-

zubauen (Urk. 19 Rz. 97). Ohne Kontakt zu Kunden (Investoren) ist nicht ersicht-

lich, wie ein solcher Aufbau oder überhaupt der Abschluss jeglicher Art von Ge-

schäften möglich gewesen sein sollte. Auch die Entlöhnung des Klägers deutet 

klar darauf hin, dass er dieses Einkommen nicht mit internen Arbeiten, Weiterbil-

dungen oder Analysen und Recherchen verdiente, sondern damit, dass er (mög-

lichst gewinnbringende) Geschäfte für die Beklagte abschloss, wofür ein Kontakt 

mit Investoren unabdingbar war. 

Auch wenn die Parteien sich, wie oben festgehalten, nicht einig zu sein scheinen, 

wie sich die verschiedenen Aufgaben des Klägers in quantitativer Arbeitszeit ver-

teilten, so sind sie sich doch zumindest darüber einig, dass der Kontakt mit Inves-

toren für die Erfüllung dessen Arbeitsleistung einen, wenn nicht gar den Kernbe-

reich darstellte. Mit anderen Worten gesagt: Ohne die Investorenkontakte konnten 

keine Geschäfte entstehen und die Beklagte kein Geld verdienen. Der Stellenwert 

dieser Kundenkontakte kann dabei nicht an der Zeit gemessen werden, die allein 

für sie investiert wurde. Der Vorinstanz ist zwar grundsätzlich zuzustimmen, dass 

für die Erfüllung der arbeitsvertraglichen Leistungspflicht durch den Kläger nicht 

einzig auf die Investorenkontakte abgestellt werden kann (Urk. 57 S. 19). Eine 

Weigerung, für den Rest der fünfmonatigen Kündigungszeit die externen Investo-

renkontakte weiterzuführen, würde indessen aufgrund des soeben Ausgeführten 

eine schwerwiegende Verletzung der Arbeitspflicht darstellen, selbst wenn diese 

Kontakte rein zeitmässig lediglich einen kleinen Teil der faktischen Arbeitsleistung 

darstellten. Ein Beweisverfahren über den effektiven Arbeitsinhalt in der in Frage 

- 28 - 

stehenden Zeit erübrigt sich bei dieser Ausgangslage. Aus dem gleichen Grund 

muss nicht weiter darauf eingegangen werden, ob und was der Kläger während 

den zwei in Frage stehenden Arbeitswochen gearbeitet hat und ob und mit wel-

chen der vorherigen Arbeitsmonate dies zu vergleichen wäre. Zu prüfen ist dage-

gen, aus welchem Grund der Kläger sich veranlasst sah, die Kontakte zu den In-

vestoren ab seiner (ordentlichen) Kündigung einzustellen.  

b) Grund für die Einstellung der Investorenkontakte 

Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid aus, dass offengelassen werden könne, 

weshalb die Investorenkontakte vom Kläger nach seiner Kündigung eingestellt 

worden seien, da die Arbeitspflichtverletzung von der Beklagten nicht nachgewie-

sen werden könne (Urk. 57 S. 18b ff.). Da indessen das eigenmächtige Einstellen 

von Investorenkontakten seitens des Klägers eine schwerwiegende Verletzung 

des Arbeitsverhältnisses begründen würde, ist nachfolgend auf den Grund der 

Einstellung einzugehen. 

Wie bereits ausgeführt, begründete die Beklagte die fristlose Kündigung mit dem 

Umstand, dass sich der Kläger aus ihrer Sicht geweigert hatte, nach seiner (or-

dentlichen) Kündigung weiterhin Investorenkontakte zu pflegen (Urk. 5/10). Im 

ersten Gespräch nach seiner Kündigung am 9. Februar 2021 habe er gegenüber 

den Vertretern der Beklagten ausgeführt, dass er in den nächsten Tagen eine rei-

bungslose Arbeitsübertragung vornehme und anschliessend freigestellt werden 

wolle. Auf entsprechende Nachfrage habe er sogar bestätigt, das er davon aus-

gehe, dass er während der Kündigungsfrist keine Arbeitsleistung mehr erbringen 

müsse, jedoch das volle Salär erhalten werde (Urk. 13 Rz. 8). Nachdem die Ver-

treter der Beklagten ihm mitgeteilt hätten, dass eine Freistellung ausser Frage 

stehe und man von ihm erwarte, dass er wie bisher weiterarbeite, habe er erwi-

dert, dass er wohl theoretisch zur Weiterarbeit bereit sei, es ihm jedoch aus "fidu-

ciary duties" nicht möglich sei, seine Kündigung gegenüber seinen Kontakten zu 

verheimlichen, weshalb eine Weiterarbeit in der bisherigen Art und Weise nicht 

mehr möglich sei (Urk. 56 Rz. 16 und Urk. 13 Rz. 9. Er habe in der Folge in den 

Gesprächen vom 10., 12. und 24. Februar 2021 darauf beharrt, aus treuhänderi-

schen Pflichten keine Investorenkontakte mehr aufnehmen zu können, und sei 

- 29 - 

auch durch Ermahnungen seitens der Beklagten nicht von dieser Ansicht abzu-

bringen gewesen (Urk. 56 Rz. 17 f. und Urk. 13 Rz. 10 ff.). Das Angebot des Klä-

gers, dass er zwar weiterhin arbeite, jedoch keine Kontakte mit Investoren mehr 

pflegen würde, was indessen die Hauptaufgabe seiner Stelle gewesen sei, könne 

nicht als "Arbeitsangebot" gewertet werden, sondern sei für die Beklagte inakzep-

tabel gewesen (Urk. 13 Rz. 12).  

Der Kläger machte dagegen geltend, er habe ohne Weiteres akzeptiert, dass die 

Beklagte ihn nicht habe freistellen wollen und verlangt habe, dass er weiterarbei-

te. Betreffend die externen Kundenkontakte habe ihn die Beklagte anlässlich des 

ersten Gesprächs am 9. Februar 2021 aufgefordert, vorerst nicht mit den 

Hauptinvestoren zu kommunizieren. Man werde sich über die Kommunikations-

weise der Kündigung beraten und auf ihn zukommen (Urk. 19 Rz. 29 und 68). In 

den weiteren Gesprächen habe die Beklagte dem Kläger weiterhin keine konkrete 

Handlungsanweisung für die Kommunikation mit den Investoren geben können, 

weshalb er auf deren Geheiss weiterhin zugewartet habe (Urk. 19 Rz. 29). Auch 

am 24. Februar 2022, anlässlich des letzten Gesprächs zwischen der Beklagten 

und dem Kläger vor der fristlosen Kündigung, an welchem von Seiten der Beklag-

ten C._____ und D._____ anwesend gewesen seien, habe kein gemeinsamer 

Nenner hinsichtlich der künftigen Investorenkommunikation gefunden werden 

können (Urk. 19 Rz. 39).  

Für den Fall, dass die Version, wie sie von der Beklagten bezüglich des Inhaltes 

der in Frage stehenden Besprechungen vorgebracht wurde, zutreffen würde (mit-

hin in einem Beweisverfahren durch die von ihr genannten Beweismittel belegt 

werden kann), ist Folgendes festzuhalten: 

- Beim Kläger handelt es sich um einen Kaderangestellten mit einem entspre-

chenden Einkommen. Gemäss der bereits wiedergegebenen Lehre und 

Rechtsprechung dürfen an Angestellte mit diesen Voraussetzungen höhere 

Ansprüche gestellt werden als an "normale" Angestellte. Aufgrund des höhe-

ren Vertrauensverhältnisses sind bereits verhältnismässig geringfügigere 

Pflichtverletzungen geeignet, einen Kündigungsgrund für eine fristlose Kün-

digung zu setzen. Sofern dem Kläger nachgewiesen werden könnte, dass er 

- 30 - 

sich wiederholt weigerte, einen wesentlichen Teil seiner Arbeit auszuüben, 

ist darin eine schwere Verletzung seiner Arbeitspflicht zu sehen. Vor dem 

Hintergrund, dass das Salär des Klägers sich wohl vor allem damit rechtfer-

tigt, dass er gewinnbringende Geschäfte für die Beklagte abschloss und sie 

durch ihn Geld verdiente, erscheint eine Weigerung, mit Investoren in direk-

ten Kontakt zu treten und damit seiner Arbeitgeberin im Ergebnis quasi ei-

nen finanziellen Schaden zuzufügen, als besonders schwer. 

- Das Anstellungsverhältnis war zwar im Zeitpunkt der fristlosen Kündigung 

bereits vom Kläger selbst gekündigt worden, das Arbeitsverhältnis hätte je-

doch noch fünf Monate angedauert. Sofern die beklagtischen Vorbringen, 

wonach sich der Kläger standhaft geweigert habe, während den verbleiben-

den Monaten seiner Anstellung Investorenkontakte zu pflegen, bewiesen 

werden könnten, erscheint ein Abwarten der ordentlichen Kündigungsfrist 

mit der damit einhergehenden Pflicht, ihm weiterhin sein hohes Gehalt aus-

zuzahlen, als nicht angemessen. 

- Da bei Zutreffen der beklagtischen Vorbringen von einer besonders schwe-

ren Verletzung der Arbeitspflicht seitens eines Kadermitgliedes ausgegan-

gen werden müsste, erscheint gemäss der bereits zitierten Lehre und 

Rechtsprechung eine ausdrückliche Verwarnung mit Verweis auf die Mög-

lichkeit einer fristlosen Kündigung als nicht notwendig. Der Kläger hätte in 

diesem Fall in insgesamt vier Gesprächen die Möglichkeit gehabt, seine 

Meinung zu ändern, jedoch auf seinem Standpunkt beharrt.  

Wie bereits festgehalten wurde, ist die Beklagte für das Vorliegen eines Grundes, 

welcher sie zu einer fristlosen Kündigung berechtigt, beweispflichtig. Die Beklagte 

nannte als Beweismittel für ihre Version der in Frage stehenden Geschehnisse, 

wonach der Kläger sich standhaft geweigert habe, die Investorenkontakte weiter-

hin wahrzunehmen, nebst den bereits erwähnten, von ihr verfassten Gesprächs-

protokollen der Videokonferenzen zwischen dem Kläger und ihren Vertretern 

(Urk. 16/2-4), ihre Angestellten, welche die Gespräche geführt hatten, als Zeugen 

(Urk. 13 Rz. 9 ff.). Der Kläger bezeichnete als Beweismittel für seine Vorbringen, 

wonach ihm die Vertreter der Beklagten untersagt hätten, Kontakt mit Investoren 

- 31 - 

aufzunehmen, nebst seiner eigenen Parteibefragung diverse Unterlagen (Urk. 19 

Rz. 28 ff.).  

Bei der Frage, was der Inhalt der Gespräche zwischen der Beklagten und dem 

Kläger nach dessen ordentlichen Kündigung war, handelt es sich um eine rechts-

erhebliche Tatsache, da anders zu entscheiden ist, je nachdem, wie sich der 

Sachverhalt feststellen lässt (Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 150 N 51). Gemäss 

Art. 152 Abs. 1 ZPO hat jede Partei das Recht, dass das Gericht die von ihr form- 

und fristgerecht angebotenen tauglichen Beweismittel abnimmt. Der strittige 

rechtserhebliche Sachverhalt wird damit durch Abnahme der von den Parteien 

frist- und formgerecht anerbotenen Beweismittel, insbesondere auch der Zeugen-

aussagen der Mitarbeiter der Beklagten und der Parteibefragung des Klägers, ab-

zuklären sein. Vor der Beweisabnahme sind die erforderlichen Beweisverfügun-

gen zu treffen. Darin werden insbesondere die zugelassenen Beweismittel be-

zeichnet und wird bestimmt, welcher Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- 

oder der Gegenbeweis obliegt (Art. 154 ZPO). 

2.3.2. Konkurrenzierende Tätigkeit 

2.3.2.1. Standpunkte 

a)  Vorinstanz 

Die von der Beklagten mit ihrer Klageantwort geltend gemachte konkurrenzieren-

de Tätigkeit des Klägers während laufender Kündigungsfrist betrachtet die Vor-

instanz als unzulässig nachgeschobenen Kündigungsgrund (Urk. 57 S. 22). Die 

Beklagte habe selbst geltend gemacht, dass sie von der konkurrenzierenden Tä-

tigkeit des Klägers bereits anlässlich des Gesprächs vom 9. Februar 2021 erfah-

ren habe (Urk. 57 S. 22 mit Verweis auf Urk. 13 Rz. 24). Weder in der fristlosen 

Kündigung vom 1. März 2021 (Urk. 5/8) noch im Schreiben vom 15. März 2021 

(Urk. 5/10), mit welchem die Beklagte auf Verlangen des Klägers die Kündigung 

begründet habe, sei dieser Kündigungsgrund geltend gemacht worden, weshalb 

das Vorgehen der Beklagten als unzulässiges Nachschieben eines Kündigungs-

grundes zu qualifizieren sei. Auch wenn die konkurrenzierende Tätigkeit des Klä-

- 32 - 

gers jedoch als Kündigungsgrund rechtzeitig vorgebracht worden wäre, würden 

die Vorbringen der Beklagten keinen wichtigen Grund im Sinne von Art. 337 OR 

darzulegen vermögen. Die Beklagte habe selbst nicht geltend gemacht, dass der 

Kläger einer konkurrierenden Tätigkeit bereits nach seiner (ordentlichen) Kündi-

gung nachgegangen sei, sondern lediglich, dass er eine solche geplant habe. Ihre 

diesbezüglichen Ausführungen liessen eine hinreichende Substantiierung vermis-

sen, worauf der Kläger im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens auch hinge-

wiesen habe. Das Vorbringen des Klägers in der Replik, seine Selbständigkeits-

pläne umgesetzt zu haben, habe sich sodann auf den September 2021, mithin die 

Zeit nach Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist bezogen, woraus die Beklagte 

nichts zu ihren Gunsten ableiten könne (Urk. 57 S. 23). 

b) Beklagte 

Die Beklagte rügt mit ihrer Berufung, dass die Vorinstanz ihren Vorbringen zur 

selbständigen Erwerbstätigkeit des Klägers eine falsche Bedeutung zumesse. Ih-

re diesbezüglichen Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren seien nicht zwin-

gend als eigenständiger Kündigungsgrund zu qualifizieren, um für die Beurteilung 

des Vorliegens eines wichtigen Kündigungsgrundes im Sinne von Art. 337 OR re-

levant zu sein. Vielmehr untermauere die Selbstständigkeit des Klägers den von 

der Beklagten in ihrer schriftlichen Kündigungsbegründung sowie den Rechts-

schriften vorgebrachten Hergang der fristlosen Kündigung (Urk. 56 Rz. 57 mit 

Verweis auf Urk  27 Rz. 20 und 60 ff.). Selbst wenn die Vorinstanz die Treue-

pflichtverletzung des Klägers nicht als eigenständigen Kündigungsgrund würdigte, 

hätte sie der kausalen Beziehung zwischen seiner geplanten Selbständigkeit und 

seiner Arbeitsverweigerung Beachtung schenken müssen (Urk. 56 Rz. 55 ff.). 

Entsprechende Beweisansprüche der Beklagten würden mit dieser fehlerhaften 

Würdigung sodann vollständig verneint (Urk. 56 Rz. 59). 

- 33 - 

c) Kläger 

Der Kläger bestreitet wie bereits vor Vorinstanz, sich noch während laufender 

Kündigungsfrist selbstständig gemacht und die Beklagte konkurrenziert zu haben. 

Er habe keine konkurrenzierende Tätigkeit aufgenommen, keine solche geplant 

und auch keine solche vorbereitet (Urk. 68 Rz. 32 f. mit Verweis auf Urk. 19 

Rz. 51 ff.). Für die entsprechende Behauptung der Beklagten würden keinerlei 

Beweise im Recht liegen.  

2.3.2.2. Würdigung 

Den Ausführungen der Beklagten im Rahmen der Berufung ist zu entnehmen, 

dass sie selbst grundsätzlich nicht von einem eigenständigen Kündigungsgrund 

aufgrund konkurrierender Tätigkeit des Klägers während der Kündigungsfrist aus-

geht (Urk. 56 Rz. 59). Inwieweit der Aufbau einer beruflichen Selbstständigkeit 
beim Kläger zu einer Arbeitsverweigerung geführt haben soll, wie dies von der 

Beklagten geltend gemacht wird, wird von der Vorinstanz zu beurteilen sein, wenn 

das vollständige Beweisergebnis vorliegen wird. Soweit die Beklagte aus der Auf-

nahme einer Selbstständigkeit einen eigenständigen Kündigungsgrund geltend 

machen will, kann ihr diesbezüglich nicht gefolgt werden, da dieser Kündigungs-

grund mit Verweis auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz als unzuläs-

sig nachgeschoben zu gelten hätte. 

3. Fazit 

Die Vorinstanz hätte vor Erlass des angefochtenen Entscheides ein Beweisver-

fahren gemäss Art. 150 ff. ZPO durchführen müssen. Der Umstand, dass sie den 

von der Beklagten vorgebrachten Sachverhalt in einem wesentlichen Punkt unzu-

treffend interpretierte, ist als unrichtige Feststellung zu werten (Art. 310 lit. b ZPO; 

blickenstorfer, DIKE-Komm-ZPO, Art. 310 N 20). Der von den Parteien unter-

schiedlich behauptete Sachverhalt muss daher in wesentlichen Teilen im Rahmen 

eines Beweisverfahrens erhoben werden; dieser Verfahrensmangel ist nicht im 

Rahmen des Berufungsverfahrens zu heilen. Die Sache ist daher an die Vor-

instanz zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO).  

- 34 - 

IV. 

Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist bei einem Streitwert 

von Fr. 134'394.20 und unter Berücksichtigung der durchgeführten Referenten-

audienz auf Fr. 6'000.– festzusetzen (§ 4 Abs. 1, § 10 Abs. 1, § 12 Abs. 1 GebV 

OG). Im Übrigen wird die Vorinstanz über die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

des zweitinstanzlichen Verfahrens gemäss Ausgang des erstinstanzlichen Verfah-

rens zu entscheiden haben. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Berufung wird bezüglich des Beschlusses des Arbeitsgerichtes Zürich 

vom 10. Oktober 2022 abgeschrieben. 

2. Es wird vorgemerkt, dass der Beschluss des Arbeitsgerichtes Zürich vom 

10. Oktober 2022 rechtskräftig geworden ist. 

3. Das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 10. Oktober 2022 wird aufgeho-

ben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Verfahrensergänzung 

und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt. 

5. Der Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanz-

lichen Verfahrens wird der Vorinstanz überlassen. Es wird vorgemerkt, dass 

der Kläger einen Kostenvorschuss von Fr. 10‘125.– geleistet hat. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

- 35 - 

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 134'394.20. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 18. Dezember 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

lic. iur. A. Huizinga 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw A. Eggenberger 
 
 
versandt am: 
ip 

	Beschluss vom 18. Dezember 2023
	Modifiziertes Rechtsbegehren:
	Beschluss und Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich: (Urk. 54 = 57)
	Beschluss:
	1. Das Verfahren wird im Umfang von Fr. 10'905.70 netto als durch Rückzug der Klage erledigt abgeschrieben.
	2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden mit nachstehendem Erkenntnis geregelt.
	3. (Mitteilung)
	Urteil:
	1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 114'394.20 netto (Lohnersatz) sowie Fr. 20'000.– brutto für netto (Entschädigung), je nebst Zins zu 5% seit 5. März 2021, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger im Betrag von Fr. 5'609.– und der Beklagten im Betrag von Fr. 8'413.50 auferlegt.   Die Gerichtskosten werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss (Fr. 13'700.–) bezogen. Der Fehlbetrag in der Höhe von Fr. 3...
	4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 3'606.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	5. (Mitteilung)
	6. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	1. Die Beklagte verlangte mit ihrer Berufung die Aufhebung des vorinstanzlichen Beschlusses und Urteils und die vollständige Abweisung der Klage. Gegenstand des vorliegenden Berufungsentscheids bilden somit in der Hauptsache die eingeklagten Leistungs...
	2. Die Rechtsmittelvoraussetzungen der Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil sind erfüllt: Anfechtungsobjekt der Berufung ist ein erstinstanzlicher Endentscheid im Sinne von Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit, d...
	3. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung oder gar Wiederholung des erstinstanzlichen Verfahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 S. 414 m.Hinw. auf die Bots...
	Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, mithin über unbeschränkte ...
	4. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zulässig resp. zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz v...
	Neue rechtliche Argumente (Vorbringen zum Recht) stellen keine Noven im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO dar und können in der Berufung uneingeschränkt vorgetragen werden (BGer 4A_519/2011 vom 28. November 2011, E. 2.1; BGer 5A_351/2015 vom 1. Dezember 2...
	5. Schliesslich ist zu beachten, dass das vorliegende (ordentliche) Verfahren mit Bezug auf die Feststellung des Sachverhalts der Verhandlungsmaxime unterliegt (Art. 55 ZPO). Es ist demnach Sache der Parteien, dem Gericht das für die Rechtsanwendung r...

	III.
	1. Vorinstanzlicher Entscheid und Standpunkt der Beklagten
	Die Vorinstanz hätte vor Erlass des angefochtenen Entscheides ein Beweisverfahren gemäss Art. 150 ff. ZPO durchführen müssen. Der Umstand, dass sie den von der Beklagten vorgebrachten Sachverhalt in einem wesentlichen Punkt unzutreffend interpretierte...

	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Die Berufung wird bezüglich des Beschlusses des Arbeitsgerichtes Zürich vom 10. Oktober 2022 abgeschrieben.
	2. Es wird vorgemerkt, dass der Beschluss des Arbeitsgerichtes Zürich vom 10. Oktober 2022 rechtskräftig geworden ist.
	3. Das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 10. Oktober 2022 wird aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Verfahrensergänzung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.
	5. Der Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens wird der Vorinstanz überlassen. Es wird vorgemerkt, dass der Kläger einen Kostenvorschuss von Fr. 10‘125.– geleistet hat.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...