# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 783331d4-7187-543f-a2f7-a85f56a87d0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2025 F-6865/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6865-2025_2025-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6865/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;   

Gerichtsschreiber Lukas Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch MLaw Jasmin Iglesias, 

Rechtsschutz für Asylsuchende, 

Bundesasylzentrum Region Bern, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; 

Verfügung des SEM vom 1. September 2025. 

 

 

 

F-6865/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der türkische Staatsangehörige A._______ (geb. 1988 [nachfolgend: Be-

schwerdeführer]) suchte am 19. September 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach. Im Rahmen der Anhörung nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) zu den 

Asylgründen vom 19. August 2025 gewährte ihm die Vorinstanz das recht-

liche Gehör zur Kantonszuteilung. Hierbei ersuchte der Beschwerdeführer 

darum, dem Kanton Zürich zugewiesen zu werden, weil seine Schwester 

dort lebe. 

B.  

Mit Verfügung vom 1. September 2025 anerkannte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer als Flüchtling (Dispositiv-Ziffer 1), gewährte ihm in der 

Schweiz Asyl (Dispositiv-Ziffer 2), wies ihn dem Kanton Bern zu (Dispositiv-

Ziffer 3) und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde gegen die Kantonszu-

weisung komme keine aufschiebende Wirkung zu (Dispositiv-Ziffer 4).  

C.  

Gegen die Kantonszuweisung liess der Beschwerdeführer am 9. Septem-

ber 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und bean-

tragen, Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben 

und er sei dem Kanton Zürich zuzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur 

erneuten Beurteilung der Kantonszuweisung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung einschliesslich des Verzichts 

auf Erhebung eines Kostenvorschusses.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Kantonszuweisung unterliegen 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

F-6865/2025 

Seite 3 

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich begründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Entscheide über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG – diese Bestimmung geht als 

Spezialbestimmung der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vor 

(Art. 106 Abs. 2 AsylG) – nur mit der Begründung angefochten werden, sie 

verletzten den Grundsatz der Einheit der Familie. Nicht anwendbar ist die 

Kognitionsbeschränkung von Art. 27 Abs. 3 AsylG gemäss derzeit gelten-

der Rechtsprechung auf Flüchtlinge. Diese können eine Verletzung von 

Art. 26 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und von Art. 37 AIG (SR 142.20), welche 

den Wechsel des Wohnorts in einen anderen Kanton für ausländische Per-

sonen regelt, vor Bundesverwaltungsgericht rügen (vgl. BVGE 2012/2 

E. 3.2.3).  

2.2 Flüchtlinge mit rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz geniessen 

das Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und sich frei zu bewegen, vor-

behältlich der Bestimmungen, die unter den gleichen Umständen für aus-

ländische Personen im Allgemeinen gelten (vgl. 26 FK und Art. 58 AsylG; 

BVGE 2012/2 E. 3.2.2). Art. 26 FK zielt darauf ab, die Einschränkungen 

der freien Wahl des Aufenthaltsortes und der Bewegungsfreiheit für Flücht-

linge auf ein Minimum zu beschränken. Zulässig sind nur einschränkende 

Bestimmungen, welche für sämtliche Kategorien von ausländischen Per-

sonen gelten. Abzustellen ist auf diejenigen Einschränkungen, welche auf 

ausländische Personen mit einer Niederlassungsbewilligung anwendbar 

sind. Nach bisheriger Rechtsprechung begründet Art. 26 FK für Flüchtlinge 

daher einen Anspruch auf Kantonszuweisung beziehungsweise -wechsel 

in gleichem Umfange, wie er einer niedergelassenen Person gestützt auf 

Art. 37 Abs. 3 AIG zusteht (vgl. BVGE 2012/2 E. 5.2.2; jüngst Urteil des 

BVGer F-6669/2025 vom 15. September 2025 E. 2.3 m.w.H.). 

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2.3 Nachdem ihm die Vorinstanz mit Asylentscheid vom 1. September 

2025 die Flüchtlingseigenschaft zuerkannte, hat der Beschwerdeführer 

grundsätzlich Anspruch auf Wahl seines Aufenthaltsorts und Zuweisung in 

den von ihm anbegehrten Kanton. Vorbehalten bleibt das Vorliegen von 

Widerrufsgründen nach Art. 63 AIG (vgl. Art. 37 Abs. 3 AIG i.V.m. Art. 58 

AsylG, Art. 6 FK und Art. 26 FK; E. 2.2 hiervor; jüngst Urteil des BVGer  

F-6038/2025 vom 28. August 2025 E. 2.3). Die Vorinstanz hat sich in der 

angefochtenen Verfügung mit der Rechtsstellung des Beschwerdeführers 

als Flüchtling und seinem Anspruch auf Zuweisung in den anbegehrten 

Kanton nicht auseinandergesetzt. Sie hat damit einen entscheidwesentli-

chen Aspekt gänzlich ausser Acht gelassen und den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 35 VwVG) 

verletzt (vgl. BGE 149 V 156 E. 6.1). Ausserdem hat sie nicht geprüft, ob 

einer Zuweisung des Beschwerdeführers in den Kanton Zürich Widerrufs-

gründe im Sinne von Art. 63 AIG entgegenstehen könnten. Insoweit erweist 

sich der Sachverhalt als unvollständig abgeklärt und der Untersuchungs-

grundsatz ist verletzt (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 49 Bst. b 

VwVG; jüngst Urteil des BVGer F-6156/2025 vom 21. August 2025 E. 3). 

2.4 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise 

mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung 

kommt insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststel-

lungen getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz ein 

gewisser Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2; 

2020 VII/6 E. 12.6; 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die Entschei-

dungsreife nicht mit geringem Aufwand herstellen. Dispositiv-Ziffer 3 der 

angefochtenen Verfügung ist deshalb aufzuheben und die Sache zur voll-

ständigen und richtigen Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen 

sowie zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

wird insbesondere abzuklären haben, ob einer Zuweisung des Beschwer-

deführers in den Kanton Zürich Widerrufsgründe im Sinne von Art. 63 AIG 

entgegenstehen. Erforderlichenfalls wird sie den betroffenen Aufenthalts- 

und Zuzugskanton zu einer Stellungnahme betreffend Widerrufsgründe 

auffordern (vgl. auch SEM, Handbuch Asyl und Rückkehr, Artikel F6, Die 

Gesuche um Kantonswechsel, Ziff. 2.3.4, S. 10 f.).  

3.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen 

Verfügung ist aufzuheben und die Sache zur vollständigen und richtigen 

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Seite 5 

Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen sowie zur neuen Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Entsprechend dem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist damit gegenstandslos ge-

worden. 

4.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG; Urteil des BVGer F-6156/2025 vom 21. August 

2025 E. 6.2). 

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; vgl. Urteil des BGer 

2C_610/2024 vom 4. Dezember 2024 E. 2 f.). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

F-6865/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung vom 1. September 2025 wird aufgehoben 

und die Sache zur Abklärung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägun-

gen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonalen Migrationsbehörden. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Lukas Schmid 

 

 

 

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