# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f09d754a-8478-54a2-80fa-6d8d49795777
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 06.02.2024 VBE.2023.421
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-421_2024-02-06.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2023.421 / lc / nl  
Art. 17 

 

 

Urteil vom 6. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiberin i.V. Comiotto 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 30. August 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1967 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen sowie Berufs-

krankheiten versichert. Am 20. Oktober 2022 verletzte er sich infolge eines 

Treppensturzes an der linken Schulter. Die Beschwerdegegnerin aner-

kannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis 

und richtete die entsprechenden Versicherungsleistungen in Form von Tag-

geld und der Übernahme der Heilbehandlungskosten aus. Nach medizini-

schen Abklärungen stellte sie mit Verfügung vom 12. April 2023 ihre Leis-

tungen mangels natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall 

und den noch geklagten Schulterbeschwerden links per 30. April 2023 ein. 

Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 30. August 2023 fest. 

 

2. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. September 

2023 fristgerecht Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 30. August 2023 und die 

Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen auch über den 30. April 2023 hinaus. 

 

3. 

Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Ver-

sicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 20. Oktober 

2022 zu Recht mit Einspracheentscheid vom 30. August 2023 per 30. April 

2023 eingestellt hat (Vernehmlassungsbeilage [VB] 88). 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

 - 3 - 

 

 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 

E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.1.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-

nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen). Die Sozialversicherungsorgane und das Ge-

richt haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen 

(BGE 126 V 353 E. 5b S. 360). Der Beweis des natürlichen Kausalzusam-

menhangs ist in erster Linie mittels Angaben medizinischer Fachpersonen 

zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_331/2015 vom 21. August 2015 

E. 2.2.3.1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung, 4. Aufl. 2012, S. 55). 

 

2.1.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 

S. 163). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-

menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbe-

dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-

lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls 

genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

 - 4 - 

 

 

handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob 

ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist 

– nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweis-

grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät-

folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend. Diese Recht-

sprechung beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, in-

sofern als dem Unfallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für den 

Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung 

für den andauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber über-

haupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (SVR 2009 UV 

Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

3. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 30. August 2023 verneinte die Be-

schwerdegegnerin gestützt auf die medizinischen Unterlagen einen natür-

lichen Kausalzusammenhang zwischen den über den 30. April 2023 hinaus 

geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 20. Oktober 2022 

(VB 88). Dagegen bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen sinnge-

mäss vor, die Beschwerden an der linken Schulter seien auf den Treppen-

sturz vom 20. Oktober 2022 zurückzuführen und hätten sich seither nicht 

verbessert. Vor diesem Unfallereignis habe er keine Schulterbeschwerden 

gehabt. Aus diesen Gründen seien die Ausführungen der Beschwerdegeg-

nerin in Bezug auf deren Einstellung der Versicherungsleistungen nicht 

nachvollziehbar. 

 

Den vorliegenden Akten lassen sich diesbezüglich folgende medizinischen 

Stellungnahmen entnehmen: 

 

3.1. 

Im Bericht der Klinik B._____ vom 17. November 2022 wurden gestützt auf 

die Ergebnisse einer Arthro-MRT-Untersuchung an der linken Schulter die 

Diagnosen einer markanten AC-Gelenksarthrose mit Reizzustand und 

Knochenmarksödem (DD posttraumatisch aktiviert), eine markante 

Tendinopathie und ausgedehnte Partialrupturen der langen Bizepssehne 

mit Subluxation bei Pulley-Läsion, eine Tendinopathie der Supraspinatus-

sehne ansatznahe mit kleiner articularseitiger Partialruptur und eine weitere 

Tendinopathie mit Partialrupturen der Subcapularissehne gestellt (VB 18). 

 

3.2. 

Dem Bericht von Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 20. Dezember 2022 ist 

zu entnehmen, dass die Flexion bis 100° und die Abduktion bis ca. 90° 

möglich gewesen sei. Beim Bewegen des Armes seien plötzlich immer wie-

der einschiessende Schmerzen aufgetreten. Der Lift-Off-Test habe 

schmerzbedingt nicht geprüft werden können, gleiches beim Bear-Hug-

 - 5 - 

 

 

Test. Der Bellypress-Test erscheine negativ. Die Durchführungen des 

Palm-Up-Tests sowie des O'Brien-Tests seien für den Beschwerdeführer 

stark schmerzhaft gewesen. Es würde eine leichte Druckdolenz über dem 

AC-Gelenk vorliegen. Die Beschwerden des Beschwerdeführers seien auf 

die Pully-Läsion der langen Bizepssehne links zurückzuführen. Angesichts 

des Alters des Beschwerdeführers sei eine Schulter-Arthroskopie mit Bi-

zepstenodese zu empfehlen (VB 14). 

 

3.3. 

Aktenkundig ist sodann unter anderem ein Bericht von Dr. med. C._____, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-

apparates, vom 16. März 2023. Dieser führte aus, dass bei der vorliegen-

den Pulley-Läsion ein schrittweises Vorgehen zu empfehlen sei. Zuerst 

habe die Gabe von NSAR zu erfolgen, womit bereits gestartet worden sei. 

Danach habe die Physiotherapie zu folgen. Schliesslich sei eine Schulter-

Arthroskopie und eine Bizepstenotomie durchzuführen. Die AC-Gelenks-

arthrose sei im Moment asymptomatisch. Beim Fehlschlag einer dieser 

Massnahmen könne die nächste Massnahme ergriffen werden. Die Mobili-

sation sowie Belastung der Schulter dürfe nach Massgabe der Beschwer-

den erfolgen (VB 29). 

 

3.4. 

Kreisärztin Dr. med. E._____, Fachärztin für Chirurgie, legte in ihrem Be-

richt vom 11. April 2023 zusammengefasst dar, die AC-Gelenksarthrose 

sowie die Tendinose der Rotatorenmanschette seien mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Unfallereignis in stummer oder mani-

festierter Weise beeinträchtigt gewesen. Gemäss der Bildgebung habe der 

Unfall zu keiner frischen strukturellen Läsion geführt. Mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit seien die Unfallfolgen nach maximal drei Monaten ab-

geheilt (VB 37). 

 

3.5. 

Dr. med. F._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, Versicherungsmedizin Mitte, führte in der 

abschliessenden medizinischen Beurteilung vom 29. Juni 2023 aus, dass 

sich aus dem MRI vom 17. November 2022 eine traumatisch aktivierte AC-

Gelenksarthrose sowie überwiegend wahrscheinlich keine frische struktu-

relle Läsion der Rotatorenmanschette gezeigt hätten. Die im MRI beschrie-

benen Läsionen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das 

Unfallereignis zurückzuführen. Das Alter des Beschwerdeführers, die lang-

jährige Tätigkeit auf dem Hochbau mit dem Heben von schweren Lasten, 

die häufigen Überkopfarbeiten, wie auch die degenerativ veränderten Seh-

nen würden klar dagegensprechen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

habe der Beschwerdeführer eine Prellung mit reaktiver Aktivierung der vor-

bestehenden AC-Gelenksarthrose erlitten. Diese Beschwerden seien – in 

 - 6 - 

 

 

Übereinstimmung zu den Ausführungen von Dr. med. E._____ vom 11. Ap-

ril 2023 (VB 37) – spätestens nach drei Monaten abgeheilt (VB 76). 

 

4. 

4.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 125 V 351 E. 3a 

S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis 

der versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen 

(BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Ver-

sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-

den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105; 142 

V 58 E. 5.1 S. 65; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). 

 

4.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

 - 7 - 

 

 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Ein medizinischer Aktenbe-

richt als Entscheidungsgrundlage ist zulässig, wenn die Akten ein vollstän-

diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos 

vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweis auf RKUV 1993 

Nr. U 167 S. 95 E. 5d und Urteil des Bundesgerichts 8C_653/2009 vom 

28. Oktober 2009 E. 5.2). 

 

5. 

5.1. 

Aufgrund der Aktenlage erweist sich das Abstellen auf eine Aktenbeurtei-

lung, wie sie Dr. med. F._____ in seiner abschliessenden Stellungnahme 

vom 29. Juni 2023 vornahm, als Entscheidungsgrundlage als zulässig. 

Diese Stellungnahme ist insgesamt umfassend, berücksichtigt die massge-

benden Beschwerden sowie sämtliche rechtserheblichen Vorakten und ist 

in der Beurteilung des Sachverhaltes einleuchtend begründet (vgl. E. 4.1. 

hiervor). Insbesondere ergibt sich aus den auf persönlichen Untersuchun-

gen des Beschwerdeführers beruhenden sowie ein vollständiges und un-

umstrittenes Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status zei-

genden Akten ein feststehender medizinischer Sachverhalt, womit sich wei-

tere Untersuchungen erübrigten (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 

8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 und 9C_1063/2009 vom 22. Ja-

nuar 2010 E. 4.2.1). Andere, von Dr. med. F._____ abweichende, hinrei-

chend begründete, (fachärztlich-)medizinische Kausalitätseinschätzungen 

sind ausweislich der Akten nicht vorhanden. Zudem gilt – entgegen der 

Auffassung des Beschwerdeführers – eine gesundheitliche Schädigung 

nicht schon deshalb als durch einen Unfall verursacht, bloss weil sie nach 

diesem aufgetreten ist. Dies würde auf eine unzulässige "post hoc ergo 

propter hoc"-Argumentation hinauslaufen, welche beweisrechtlich nicht zu-

lässig ist (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/bb S. 341 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_86/2023 vom 30. Juni 2023 E. 5.3). Ferner reicht die blosse Möglichkeit 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

Gesundheitsstörung für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht 

aus (vgl. E. 2.1.3. hiervor). 

 

5.2. 

Zusammenfassend ergeben sich damit weder aus den Ausführungen des 

Beschwerdeführers noch aufgrund der Aktenlage auch nur geringe Zweifel 

an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der Beurteilung von Dr. med. 

F._____ vom 29. Juni 2023 (VB 76; vgl. E. 3.5. hiervor). Der medizinische 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. 

Weitere Abklärungen sind in antizipierter Beweiswürdigung nicht vorzuneh-

men, da davon keine neuen Erkenntnisse betreffend die Unfallkausalität zu 

erwarten sind (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; 124 V 90 E. 4b S. 94). Auf 

 - 8 - 

 

 

Grund der medizinischen Aktenlage fehlt es damit an einem mit dem erfor-

derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

(BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181) erstellten Nachweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwi-

schen dem am 20. Oktober 2022 erlittenen Unfall und den vom Beschwer-

deführer über den 30. April 2023 hinaus geltend gemachten Beschwerden 

an der linken Schulter.  

 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 30. August 2023 (VB 88) ist 

folglich zu bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

  

 - 9 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 6. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Kathriner     Comiotto