# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 086f010f-4a17-525a-b6b6-ebae79a409b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 04.07.2005 PZ 2005 117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2005-117_2005-07-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. Juli 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 05 117

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde 
wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 04. Januar 2006 (4P.204/2005) ab-
gewiesen.)

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Präsident Brunner
Aktuarin Thöny

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In der Beschwerde

des X., Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Romano Kunz, Postfach 627, Ottoplatz 19, 7001 Chur,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja vom 11. Mai 2005, mitgeteilt 
am 11. Mai 2005, in Sachen gegen Y., Gesuchsteller und Beschwerdegegner, ver-
treten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, c/o Lüthi & Lazzarini, Via Retica 
26, 7503 Samedan, 

betreffend Vollstreckung eines ausländischen Urteils,

hat sich ergeben:

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A. Am 30. September 1997 reichte Y. beim ordentlichen Gericht in Flo-
renz Klage gegen X. ein. Darin beantragte er die Verpflichtung von X. zur Bezahlung 
von Lit. 100'800'375 zuzüglich Mehrwertsteuer und Berufssteuer aus ausgeführten 
beruflichen Leistungen unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Diese Klage ein-
schliesslich der gerichtlichen Vorladung auf den 30. Oktober 1998 und einer deut-
schen Übersetzung wurde am 4. Mai 1998 an A., erwachsene Hausgenossin, 
rechtshilfeweise zugestellt. Nach Überprüfung der ordnungsgemässen Zustellung 
der Klageschrift und Vorladung an X., erklärte das ordentliche Gericht von Florenz 
die Abwesenheit des Beklagten am Verfahren.

B. Mit Urteil vom 30. August 2001 verpflichtete die 1. Zivilkammer des 
ordentlichen Gerichts von Florenz X. zur Zahlung von Lit. 100'800'375 zuzüglich 
Fürsorgebeitrag und Mehrwertsteuer (19%) und Verzugszins (mittlerer Zins 4%) zu 
Gunsten von Y. sowie zur Übernahme der Prozesskosten von Lit. 5'800'000 zuzüg-
lich 2% Zins und Mehrwertsteuer (19%). Das Gericht erklärte dieses Urteil als ge-
setzlich vollstreckbar. 

C. Am 30. März 2005 liess Y. beim Bezirksgerichtspräsidium Maloja ei-
nen Exequaturantrag gemäss Art. 34 ff. LugÜ und Art. 39 f. LugÜ einreichen mit 
folgendem Rechtsbegehren:

„1. Es sei der Entscheid des Tribunale Ordinario di Firenze vom 30. August 
2001 in Sachen Y. gegen X. betreffend Forderung als vollstreckbar zu 
erklären.

2. Es seien ohne vorgängige Information an den Schuldner/Gesuchsgeg-
ner unverzüglich durch Anweisung an das Betreibungsamt Oberengadin 
schuldnerische Vermögenswerte im Umfang von CHF 96'022.90 zuzüg-
lich 4% Zins ab dem 17. April 1998 sowie im Umfang von CHF 5'525.10 
zuzüglich 2% Zins ab dem 30. August 2001 zuzüglich Exequaturkosten 
provisorisch zu pfänden, wobei der Betreibungsbeamte Oberengadin 
anzuweisen ist, keine Ankündigung im Sinne von Art. 90 SchKG zu er-
lassen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% Mehrwert-
steuer zu Lasten des Gesuchsgegners.“

Auf die Einholung einer Vernehmlassung beim Gesuchsgegner wurde ver-
zichtet. 

D. Mit Verfügung vom 11. Mai 2005, gleichentags mitgeteilt, erkannte das 
Bezirksgerichtspräsidium Maloja:

„1. Der Entscheid des Tribunale Ordinario di Firenze vom 30. August 2001 
in Sachen Y. gegen X. wird als vollstreckbar erklärt.

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2. Als Sicherungsmassnahme werden für den Betrag von CHF 96'022.90 
zuzüglich 4% mittlerer Zins seit dem 17. April 1998 sowie CHF 5'525.10 
zuzüglich 2% Zins seit dem 30. August 2001 sowie Exequaturkosten 
von CHF 1'000.00 provisorisch gepfändet:

Grundbuch B.,
Eigentümer X., geb. 06.10.1919, Stockwerkeigentum Nr. S52132, 
80/1000 Miteigentum am Grundstück Nr. 922, 4 1/2-Zimmerwohnung 
Nr. 16 im 5. Geschoss, Kellerabteile Nr. 20 und 21,

Eigentümer X., geb. 06.10.1919, Miteigentumsanteil Nr. M100526, 1/24 
Miteigentum an Grundstück Nr. S52137, Benützungsrecht am Autoein-
stellplatz Nr. 5,

Eigentümer X., geb. 06.10.1919, Miteigentumsanteil Nr. M101751, 1/24 
Miteigentum an Grundstück Nr. S52137, Benützungsrecht am Autoein-
stellplatz Nr. 22.

3. Das Betreibungsamt Oberengadin wird angewiesen, die provisorische 
Pfändung der betreffenden Grundstücke zu vollziehen.

Die provisorische Pfändung ist ohne vorherige Ankündigung an den 
Schuldner zu vollziehen.

4. Die Kosten dieses Verfahrens im Betrag von CHF 1'000.00 gehen zu 
Lasten des Gesuchsgegners. Sie werden bei der Gesuchstellerin unter 
Regresserteilung auf den Gesuchsgegner erhoben und sind innert 30 
Tagen auf das PC-Konto 70-5976-5 des Bezirksgerichts Maloja zu über-
weisen.

5. Der Gesuchsgegner hat die Gesuchsgegnerin (recte: den Gesuchstel-
ler) ausseramtlich mit CHF 1'500.00 zu entschädigen. 

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

E. Gegen diese Verfügung liess X. mit Datum vom 2. Juni 2005 beim 
Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden Beschwerde erheben mit dem folgen-
den Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 11. Mai 2005, 
Proz.-Nr. 330-2005-52, sei in den Ziffern 1 bis 5 des Dispositivs zu kas-
sieren.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerde-
gegners und des Kantons Graubünden.“

F. Y. beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2005 die Ab-
weisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Beschwerdeführers. Vom Bezirksgerichtspräsidium Maloja ist innert Frist keine Ver-
nehmlassung eingegangen. 

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1. Nebst dem schweizerischen Rechtsöffnungsverfahren mit vorgängi-
ger Betreibung, in welchem die Vollstreckbarkeit von auf Geld- oder Sicherheitsleis-
tung lautender ausländischer Urteile nach dem Übereinkommen vom 16. Septem-
ber 1988 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Ent-
scheidungen in Zivil- und Handelssachen (LugÜ; SR 0.275.11) vorfrageweise ge-
prüft wird, ist einem die Vollstreckung anstrebenden Gläubiger von Staatsvertrags 
wegen nach seiner Wahl ein separates, auf die reine Frage der Vollstreckbarer-
klärung beschränktes Exequaturverfahren zur Verfügung zu stellen. In Ermange-
lung eigener innerstaatlicher Ausführungsbestimmungen richtet sich dieses Exe-
quaturverfahren direkt nach den Verfahrensnormen des LugÜ, wobei im Kanton 
Graubünden hilfsweise das summarische Verfahren heranzuziehen ist. Das Gesuch 
ist - analog Art. 32 Abs. 1 LugÜ beziehungsweise nach dem bündnerischen System 
der bestehenden Zuständigkeiten im Vollstreckungsverfahren - an den Bezirksge-
richtspräsidenten zu richten. Gegen den die Vollstreckbarkeit bejahenden Entscheid 
schreibt das Übereinkommen einen Rechtsbehelf an das Kantonsgericht vor (Art. 
36 Abs. 1 LugÜ, 37 Abs. 1 LugÜ). Es steht - analog dem kantonalen Exequaturver-
fahren - die Beschwerde gemäss Art. 263 der Zivilprozessordnung des Kantons 
Graubünden (ZPO; BR 320.000) an den Kantonsgerichtspräsidenten offen (zum 
Ganzen PKG 2001 Nr. 44; PKG 1997 Nr. 21). In Bezug auf die Beschwerdefrist ist 
allerdings nicht Art. 263 ZPO analog (10 Tage), sondern Art. 36 Abs. 1 LugÜ (ein 
Monat) massgebend. Die letztgenannte Bestimmung ist unmittelbar anwendbar; sie 
geht vor, was im Übrigen auch Art. 263 ZPO selbst klar macht. Der Entscheid des 
Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 11. Mai 2005 wurde dem Beschwerdeführer 
gleichentags zugestellt. Die Rechtsbehelfsfrist von 1 Monat gemäss Art. 36 Abs. 1 
LugÜ ist somit eingehalten. Auf die im Übrigen formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist daher einzutreten.

2. Einziger umstrittener Punkt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist 
die Frage, ob die den Rechtsstreit einleitende Klageschrift einschliesslich gerichtli-
cher Vorladung X. ordnungsgemäss und rechtzeitig an dessen richtige Adresse zu-
gestellt wurde. Der Beschwerdeführer macht geltend, die genannten Schriftstücke 

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seien weder ihm selbst noch in seiner Wohnung einer anderen Person übergeben 
worden. Er habe zum Zeitpunkt der Zustellung in London gelebt. In D. habe er nie 
eine eigene Wohnung gehabt, sondern sich nur hin und wieder bei seiner dort le-
benden Ehefrau als Gast aufgehalten. So habe er auch in seinem Schreiben an den 
Beschwerdegegner vom 16. August 1996, welches er von D. aus versandte, zusätz-
lich zu der vorgedruckten Londoner-Adresse noch die Adresse seines vorüberge-
henden Aufenthaltes in D. aufgeführt. Y. habe sodann irrtümlicherweise und entge-
gen den klaren Angaben angenommen, es handle sich hierbei um die Wohnsitz-
adresse von X.. In der Folge sei die das Verfahren einleitende Klageschrift rechts-
hilfeweise an diese Adresse in D. zugestellt worden, wo es gemäss Bestätigung des 
Amtsgerichts D. vom 27. Mai 1998 einer „erwachsenen Hausgenossin“ übergeben 
worden sei. Dabei habe es sich aber nicht um die Ehefrau von X. gehandelt, da 
diese den Frühling und Sommer in Palermo verbracht habe. X. habe daher von dem 
in Italien gegen ihn angehobenen Prozess nichts gewusst und somit auch seine 
Rechte nicht wahrnehmen können. Daher sei dem Urteil des ordentlichen Gerichts 
in Florenz vom 30. August 2001 infolge nicht ordnungsgemässer Zustellung die An-
erkennung zu versagen. 

3. Gemäss Art. 27 Ziffer 2 LugÜ wird eine in einem Vertragsstaat ergan-
gene Entscheidung nicht anerkannt, wenn dem Beklagten, der sich auf das Verfah-
ren nicht eingelassen hat, das dieses Verfahren einleitende Schriftstück oder ein 
gleichwertiges Schriftstück nicht ordnungsgemäss und nicht so rechtzeitig zugestellt 
werden ist, dass er sich verteidigen konnte. Das verfahrenseinleitende Schriftstück 
im Sinne von Art. 27 Ziff. 2 LugÜ ist die vom Recht des Urteilsstaates vorgesehene 
Urkunde, durch deren Zustellung der Beklagte erstmals von dem der Entscheidung 
zugrunde liegenden Verfahren Kenntnis erlangt (BGE 123 III 374 E. 3b S. 381). 
Diese Urkunde - im vorliegenden Fall die Klageschrift einschliesslich die gerichtliche 
Vorladung von Y. - muss somit einerseits nach dem Recht des Urteilsstaates wirk-
sam zugestellt worden sein. Andererseits kann die Anerkennung selbst bei ord-
nungsgemässer Zustellung versagt werden, wenn der Beklagte aufgrund der zeitli-
chen Komponente keine Möglichkeit hatte, seine Rechte vor Erlass einer vollstreck-
baren Entscheidung im Urteilsstaat geltend zu machen.

a) Bei der Prüfung der Ordnungsmässigkeit der Klagezustellung im 
Sinne von Art. 27 Ziff. 2 LugÜ ist gemäss Lehre und Rechtsprechung auf das im 
Urteilsstaat, im vorliegenden Fall somit das in Italien geltende Zustellungsrecht ein-
schliesslich der einschlägigen völkerrechtlichen Verträge abzustellen, da die Vor-
schriften über die Zustellung des verfahrenseinleitenden Schriftstücks Teil des Ver-

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fahrens vor dem Gericht des Urteilsstaats sind (Urteil des Gerichtshofes der Eu-
ropäischen Gemeinschaften vom 3. Juli 1990, publiziert in: Nachschlagewerk der 
Rechtsprechung zum Gemeinschaftsrecht I-27.2-A4 N 29; Geimer, Internationales 
Zivilprozessrecht, 5. Auflage 2005, N. 2914). Das Übereinkommen über Zustellung 
gerichtlicher und aussergerichtlicher Schriftstücke im Ausland in Zivil- oder Han-
delssachen (HZÜ; SR 0.274.131) verlangt in Art. 15 Abs. 1 lit. b, dass das verfah-
renseinleitende Schriftstück entweder dem Beklagten selbst oder aber in seiner 
Wohnung nach einem anderen in diesem Übereinkommen vorgesehenen Verfahren 
übergeben worden ist. Der Begriff „Wohnung“ ist jedoch im Übereinkommen selbst 
nicht näher definiert, weshalb diesbezüglich die Bestimmungen des italienischen 
Zivil- und Zivilprozessrechts heranzuziehen sind. Gemäss Art. 43 des Codice civile 
befindet sich das Domizil („domicilio“) einer Person an dem Ort, an dem sie den 
Hauptsitz ihrer Geschäfte und Interessen begründet hat. Demgegenüber befindet 
sich der Wohnsitz („residenza“) an dem Ort, an dem eine Person ihren gewöhnli-
chen Aufenthaltsort hat. Die Zustellung einer gerichtlichen Urkunde hat gemäss Art. 
139 des Codice di procedura civile (c.p.c.) an den Wohnsitz („residenza“) oder so-
fern dieser nicht bekannt ist an den vorübergehenden Aufenthaltsort („dimora“) oder 
das Domizil („domicilio“) zu erfolgen. Daraus geht hervor, dass im italienischen 
Recht dem gewöhnlichen Aufenthaltsort („residenza“) eine andere, weitergehende 
Bedeutung zukommt als im schweizerischen Recht. Der gewöhnliche Aufenthaltsort 
einer Person ist nicht nur rechtsgültiger Zustellungsort für gerichtliche Schriftstücke, 
sondern begründet darüber hinaus neben dem Domizil auch den gewöhnlichen Ge-
richtsstand einer natürlichen Person (Art. 18 c.p.c.). Gleiches gilt auch für den vor-
übergehenden Aufenthaltsort („dimora“), sofern der gewöhnliche Aufenthaltsort und 
das Domizil nicht bekannt sind. 

aa) Wie aus den Akten hervorgeht, richtete Y. mit Datum vom 3. August 
1996 ein Schreiben an X., wobei er dieses an dessen Münchner-Adresse (C.-
Strasse, D.) sandte. Dass dieses Schreiben auch tatsächlich bei X. einging, wird 
vorliegend nicht bestritten und steht auch unzweifelhaft fest, zumal X. bereits am 
16. August 1996 darauf antwortete (KB 6). Dieses Antwortschreiben verfasste er 
zwar auf einem Briefpapier mit vorgedrucktem Briefkopf, lautend auf eine Adresse 
in London, er fügte jedoch am Ende des Briefes unter seinen Namenszug seine 
Münchner Anschrift, nämlich c/o A., C.-Strasse, D., hinzu. Damit brachte er offen-
sichtlich zum Ausdruck, dass sich sein Domizil zwar in London befand, er jedoch 
Wohnsitz im Sinne des italienischen Zivilrechts in D. hatte. Eine Zustellung der das 
Verfahren einleitenden Klageschrift an die Münchner Adresse von X. war daher 
zulässig. Aus diesem Grund war das Gericht in Florenz - entgegen der Ansicht des 

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Beschwerdeführers - auch nicht verpflichtet, weitere Abklärungen über das Domizil 
von X. vorzunehmen, zumal dessen gewöhnlicher Aufenthaltsort („residenza“) aus 
der eingereichten Korrespondenz hervorging. 

bb) Der Beschwerdeführer macht des Weiteren geltend, die Zustellung der 
Klageschrift sei auch insofern nicht ordnungsgemäss erfolgt, als das fragliche Do-
kument am 4. Mai 1998 an eine Hausangestellte der Ehefrau von X. übergeben 
worden sei. Aus der Bescheinigung des Amtsgerichts D. vom 27. Mai 2005 (act. 8) 
gehe zwar hervor, dass A. selbst das fragliche Schriftstück entgegengenommen 
habe. Jedoch werde ihre Beziehung zu X. in der Bescheinigung mit dem Begriff 
„erwachsene Hausgenossin“ umschrieben, welcher nicht auf die Ehefrau, sondern 
vielmehr auf eine Hausangestellte zutreffe. Zudem bestreite A., das genannte 
Schriftstück am 4. Mai 1998 entgegengenommen zu haben. Aufgrund des Umstan-
des, dass die Klageschrift an eine Hausangestellte übergeben worden sei, habe er 
erst im Nachhinein von dem gegen ihn geführten Prozess erfahren. Die Zustellung 
sei damit auch in diesem Sinne nicht ordnungsgemäss erfolgt.

Aus der Zustellungsbescheinigung des Amtsgerichts D. vom 27. Mai 1996 
geht hervor, dass das aufgeführte Schriftstück an A. ausgehändigt wurde. Bei der 
Frage nach dem Verhältnis des Empfängers zum Adressaten wurde die Bezeich-
nung „erwachsene Hausgenossin“ angegeben. Der Begriff „Hausgenosse“ ist ein 
gebräuchlicher Ausdruck sowohl des schweizerischen wie auch des deutschen Zi-
vil(prozess)rechts (vgl. beispielsweise Art. 332 ZGB; Geimer, a.a.O., N 2919). Im 
vorliegenden Fall wurde die Zustellungsbescheinigung, in welcher der Begriff 
„Hausgenossin“ aufgeführt wurde, in Deutschland ausgestellt. Dass dieser Begriff 
insbesondere im deutschen Zivilprozessrecht auch für die Ehefrau verwendet wer-
den kann, ergibt sich aus § 181 der deutschen Zivilprozessordnung. Danach kann, 
wenn die Person, der ein Schriftstück zugestellt werden soll, in ihrer Wohnung nicht 
angetroffen wird, die Zustellung in der Wohnung an einen zu der Familie gehören-
den erwachsenen Hausgenossen oder an eine in der Familie dienende erwachsene 
Person erfolgen. Somit fällt nach dieser Bestimmung die Hausangestellte - wie es 
der Beschwerdeführer geltend macht - gerade nicht unter den Begriff „Hausgenos-
sen“, sondern zu den in der Familie dienenden Personen. Aus der Formulierung 
ergeben sich also keine Hinweise darauf, dass die Klageschrift einschliesslich ge-
richtlicher Vorladung an eine andere Person als der Ehefrau von X. übergeben 
wurde. Da es sich bei der Zustellungsbescheinigung zudem um eine öffentliche Ur-
kunde handelt, ist bis zum Nachweis des Gegenteils von deren Rechtmässigkeit 
auszugehen. Jedoch ist im vorliegenden Fall weiter zu prüfen, ob das Recht des 

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Erststaates, somit von Italien, eine Ersatzzustellung an Hausgenossen vorsieht 
oder ob es einer persönlichen Aushändigung bedarf. Art. 139 c.p.c. bestimmt, dass 
für den Fall, dass der Empfänger des Schriftstücks nicht angetroffen wird, das ent-
sprechende Dokument auch an einen Hausgenossen („persona di famiglia“) oder 
einen Angestellten („persona addetta alla casa“) ausgehändigt werden darf, sofern 
dieser nicht jünger als vierzehn Jahr und nicht offenkundig rechtsunfähig („inca-
pace“) ist. Damit ist festzuhalten, dass die Ersatzzustellung der Klageschrift an die 
Ehefrau von X. zulässig war und damit ordnungsgemäss im Sinne von Art. 27 Ziff. 
2 LugÜ erfolgte. 

b) Die zweite in Art. 27 Ziff. 2 LugÜ genannte Voraussetzung der Recht-
zeitigkeit der Zustellung soll gewährleisten, dass dem Beklagten ein ausreichender 
Zeitraum zur Verfügung steht, um seine Verteidigung vorzubereiten oder die zur 
Vermeidung einer Versäumnisentscheidung erforderlichen Schritte einzuleiten. Es 
ist somit zu prüfen, ob der von dem Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung an 
zu berechnende Zeitpunkt dem Beklagten ausreichend Zeit für seine Verteidigung 
gelassen hat. Dabei ist aber nach Praxis des Gerichtshofs der europäischen Ge-
meinschaften lediglich jener Zeitraum zu berücksichtigen, über den der Schuldner 
verfügt, um den Erlass einer nach dem Übereinkommen vollstreckbaren Versäum-
nisentscheidung zu verhindern (vgl. u.a. Urteil vom 16. Juni 1981 publiziert in: Nach-
schlagewerk der Rechtsprechung zum Gemeinschaftsrecht I-27.2-A1 N 10). Im vor-
liegenden Fall lag zwischen der Zustellung der Klageschrift und gerichtlichen Vorla-
dung (4. Mai 1998) und dem Termin zur mündlichen Verhandlung (30. Oktober 
1998) ein Zeitraum von rund sechs Monaten, der - wie vom Kläger auch nicht be-
stritten wird - zur Vorbereitung der Verteidigung als ausreichend angesehen werden 
muss, zumal X., wie sich aus den Akten ergibt, bereits zuvor geschäftliche Bezie-
hungen mit Italien pflegte und der Klageschrift zudem eine deutsche Übersetzung 
beigelegt war. 

Nach dem Gesagten steht fest, dass die Zustellung der das Verfahren einlei-
tenden Klageschrift im Sinne von Art. 27 Ziff. 2 LugÜ ordnungsgemäss und recht-
zeitig erfolgte, weshalb das Urteil des ordentlichen Gerichts von Florenz vom 30. 
August 2001 anerkannt und für vollstreckbar erklärt werden kann. 

Zum selben Ergebnis führt auch die Anwendung des Vertrauensgrundsatzes. 
X. gab im Rahmen des geschäftlichen Schriftenwechsels eine neue Adresse an. 
Durch das Hinzufügen dieser zusätzlichen Anschrift zur Adresse im Briefkopf 
brachte er offensichtlich zum Ausdruck, dass dies die von ihm gewünschte Zustell-

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adresse war und dass er allfällige Korrespondenz unter dieser Anschrift entgegen-
nehmen würde. Ein anderer Sinn kann in seinem Vorgehen nicht erblickt werden. 
Y. durfte somit bis zu einem entsprechenden Widerruf darauf vertrauen, dass er X. 
an diesem Ort erreichen konnte. Da bis zur Einreichung der Klage am 30. Septem-
ber 1997 kein Widerruf der genannten Adresse erfolgte, konnte Y. davon ausgehen, 
dass sich X. nach wie vor in D. aufhielt. Dies umso mehr, als es sich bei der fragli-
chen Adresse überdies um die Wohnadresse der Ehefrau handelte. Wie bereits aus-
geführt wurde, ist eine Zustellung nach der italienischen Zivilprozessordnung auch 
an den Aufenthaltsort („dimora“) zulässig, weshalb für Y. somit auch kein Grund 
bestand, nach einer anderen Wohnadresse zu suchen. 

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid 
aufrecht zu erhalten und die Beschwerde abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens gehen die Kosten dieses Verfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers, 
welcher den Beschwerdegegner angemessen ausseramtlich zu entschädigen hat 
(vgl. Art. 122 ZPO). Unter Berücksichtigung des notwendigen prozessualen Auf-
wandes und der Honoraransätze des bündnerischen Anwaltsverbandes erscheint 
dabei eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 600.-- einschliesslich Mehrwert-
steuer als angemessen.

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'150.-- (Gerichtsgebühr 
Fr. 1'000.--, Schreibgebühr Fr. 150.--) gehen zu Lasten des Beschwerdefüh-
rers, der zudem den Beschwerdegegner ausseramtlich mit Fr. 600.-- einsch-
liesslich Mehrwertsteuer zu entschädigen hat. 

3. Mitteilung an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin: