# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 590e9027-20f5-5138-a5ab-1cc97b1986a5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-04-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.04.2004 SB 2004 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-5_2004-04-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. April 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 5 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde wurde 
vom Bundesgericht mit Urteil vom 17. November 2004 (6S.310/2004) abge-
wiesen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Jegen und Riesen-Bienz 
Aktuarin ad hoc Collenberg

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In der strafrechtlichen Berufung

des E. Z., Strafkläger und Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 15. Mai 2003, mitgeteilt am 
2. Februar 2004, in Sachen des Strafklägers und Berufungsklägers gegen A. X., 
Angeklagte und Berufungsbeklagte 1, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-
Pierre Menge, Postfach 26, Quaderstrasse 5, 7002 Chur, und B. X., Angeklagter 
und Berufungsbeklagter 2, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jachen C. Bono-
rand, Postfach 433, Arcas 22, 7002 Chur, 

betreffend Ehrverletzung,

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hat sich ergeben:

A. A. X. wurde am 17. Juni 1959 als jüngstes Kind der Eheleute B. X. und 
C. X. geb. O. in G. geboren. Sie wuchs zusammen mit zwei Brüdern in geordneten 
Familienverhältnissen auf. Nach Absolvierung der ordentlichen Schulzeit und einem 
einjährigen Welschlandaufenthalt besuchte sie von 1977 bis 1980 das Kindergärt-
nerinnen-Seminar in H.. Danach arbeitete sie bis im Jahre 1985 als Kindergärtnerin 
in I.. Von 1986 bis 1987 unterrichtete sie als Lehrerin am Kindergärtnerinnen-Semi-
nar. Seit 1988 arbeitet sie als Therapeutin für Psycho-Motorik beim N.. A. X. ist 
ledig und kinderlos.

Gemäss dem Leumundsbericht der Stadtpolizei Chur vom 17. September 
2002 ist A. X. bis heute mit ihrer Lebensführung nie negativ aufgefallen und hat zu 
keinerlei Klagen Anlass gegeben. Sie ist weder im schweizerischen Strafregister 
verzeichnet noch musste sich je eine städtische Amtsstelle (Betreibungsamt, Sozi-
alamt, Vormundschaftsbehörde) mit ihr befassen. Bei der Steuerverwaltung der 
Stadt Chur ist A. X. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 57'200.-- und einem 
steuerbaren Vermögen von Fr. 48'000.-- erfasst. 

B. B. X., der Vater von A. X., wurde am 11. Juli 1926 als Kind der Ehe-
leute B. X. und D. X. geb. P. in G. geboren. Er wuchs zusammen mit seinem Bruder 
E. Z. in geordneten Familienverhältnissen auf. Nach der obligatorischen Schulzeit 
besuchte er während zwei Jahren die Verkehrsschule und arbeitete anschliessend 
für einige Jahre bei verschiedenen Firmen in J. als Kaufmann. In der gleichen Funk-
tion war er von 1961 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1991 bei der K. in L. 
angestellt. Seit 1961 wohnt B. X. mit seiner Ehefrau C. X. in Chur. 

B. X. verfügt über einen guten Leumund. Entsprechend ist er weder im 
schweizerischen Strafregister noch in den Geschäftsverzeichnissen der Kantons-
polizei und der städtischen Amtsstellen (Betreibungsamt, Sozialamt, Vormund-
schaftsbehörde) registriert. Bei der Steuerverwaltung der Stadt Chur ist B. X. mit 
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 52'300.-- und einem steuerbaren Vermögen 
von Fr. 937'100.-- erfasst.

C. Mit Datum vom 11. März 2002 richtete B. X. ein Schreiben mit folgen-
dem Inhalt an seinen Bruder E. Z.:

„E. Z.,

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Ich habe gehofft Du würdest den Grund für unsere Abkehr selber fin-
den. Die Zeichen waren ja nicht zu übersehen. A. X.’s Krise bei Dei-
nem 70. Geburtstagsfest und ihre Abwesenheit an meinem 75. in M.. 
Da dies nicht der Fall ist, sehe ich mich gezwungen, die Dinge beim 
Namen zu nennen.

A. X. hatte schon sei längerer Zeit psychische Probleme. Vor 2 Jahren 
nahmen sie dann Formen an, die eine fachärztliche Betreuung unum-
gänglich machten. Kurz vor meinem 75. Geburtstag war dann der see-
lische Schutt weggeräumt und die Fakten lagen vor. Es geht auf das 
Jahr 1967 zurück. Im Sommer waren Fussballmeisterschaften. A. X., 
eben erst 8 Jahre alt geworden, weilte bei Euch in den Ferien. Dort 
wurde sie Opfer einer massiven seelischen und körperlichen Attacke 
seitens ihres Onkels. Die Geschichte ist derart unappetitlich, dass ich 
nicht in Details eintreten mag.

Wir wollen keine weiteren Kontakte mehr. Ich appelliere an Dich die 
Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, nicht zuletzt um A. X., die 
langsam ihr Gleichgewicht findet, nicht in eine neue Krise zu stürzen.“

Mit Schreiben vom 15. März 2002 verlangte E. Z. von seinem Bruder die 
schriftliche Rücknahme der als unwahr und böswillig bezeichneten Unterstellungen. 
Da B. X. innert der gesetzten Frist nicht reagierte, gelangte E. Z. mit Schreiben vom 
4. April 2002 an seine Nichte A. X. und ersuchte sie im Hinblick auf die Aufklärung 
der Angelegenheit um Bekanntgabe von Name und Adresse ihres fachärztlichen 
Betreuers. Diese antwortete mit Schreiben vom 5. April 2002, dass sie den einge-
schriebenen Brief ungeöffnet weggeworfen habe, und bat darum, in Zukunft jede 
briefliche oder telefonische Kontaktaufnahme zu unterlassen. Bei einem weiteren, 
eingeschriebenen Brief ihres Onkels vom 11. April 2002 verweigerte sie die An-
nahme.

D. Mit zwei separaten Eingaben vom 22. April 2002 reichte E. Z. beim 
Kreisamt Chur je eine Klage gegen B. X. und A. X. wegen übler Nachrede und Ver-
leumdung bzw. Beschimpfung ein. Darin hielt er fest, dass die Forderungen auf Ge-
nugtuung und Kostenersatz mit dem allfälligen gerichtlichen Antrag auf ein Strafver-
fahren erfolgen werden. Die Sühneverhandlung vom 21. Mai 2002 führte zu keiner 
Aussöhnung, weshalb der Kreispräsident Chur das Sühneverfahren mit Verfügung 
vom 28. Mai 2002 für gescheitert erklärte und dem Strafkläger Frist zur Ergänzung 
seiner Klage setzte. Am 28. Juni 2002 liess der Strafkläger die Klageergänzung 
gemäss Art. 165 Abs. 1 StPO mit folgendem Rechtsbegehren einreichen:

„1. Gemäss Strafklagen vom 22. April 2002.

2. Die Strafbeklagten seien zu verpflichten, unter dem Namen des 
Strafklägers je CHF 2'000.-- Genugtuung an die Schweiz. Mütter-

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Beratung und Adoptivkinder-Vermittlung in Rapperswil (PC 80-
23512-0) zu bezahlen.

3. Das Urteil sei den Personen, welche über die Anschuldigungen 
informiert wurden, mitzuteilen.

4. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (zuzügl. 7,6% MWST) zulasten der Strafbeklagten.“

Mit Eingabe vom 4. Juni 2002 hatte er beim Kreisamt Chur zudem eine als 
Anschlussklage bezeichnete Klage gegen den unbekannten fachärztlichen Betreuer 
von A. X. wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses und Ehrverletzung einge-
reicht. Diese begründete er im wesentlichen damit, dass die Rechtsvertreter der 
Strafbeklagten an der Sühneverhandlung zu verstehen gegeben hätten, dass die 
inkriminierenden Informationen, die den im Brief vom 11. März 2002 gemachten 
Äusserungen zu Grunde lagen, vom fachärztlichen Betreuer bzw. Therapeuten 
stammen würden. 

A. X. beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2002 die Abweisung 
der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zulasten des Strafklägers. Sie beantragte keinen Entlastungsbeweis. B. 
X. beantragte in der Vernehmlassung vom 29. Juli 2002 ebenfalls die Abweisung 
der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Strafklägers. Auch 
er beantragte keinen Entlastungsbeweis.

E. Nach durchgeführter Untersuchung (Art. 165 Abs. 2 StPO) erliess der 
Kreispräsident Chur am 23. Januar 2003, mitgeteilt am 27. Januar 2003, die 
Schlussverfügung. Der Kreispräsident Chur erliess am 19. Februar 2003, mitgeteilt 
am 24. Februar 2003, folgende Anklageverfügung:

„1. A. X. und B. X. werden wegen übler Nachrede (Art. 173 StGB), 
Verleumdung (Art. 174 StGB) bzw. Beschimpfung (Art. 177 StGB) 
in Anklagezustand versetzt.

2. Der Fall wird dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur, Chur, zur 
Beurteilung überwiesen.

3. Die beim Kreisamt Chur aufgelaufenen Kosten bestehend aus:

- Kosten des Sühneverfahrens Fr.   400.--

- Kosten der Untersuchung Fr.   700.--

Total Fr. 1'100.--

werden dem Bezirksgericht Plessur in Rechnung gestellt.

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Die vom Kläger geleistete Vertröstung von Fr. 1060.-- sowie die 
von den Beklagten geleisteten Vertröstungen von je Fr. 1000.--, 
also gesamthaft 3'060.--, werden an das Bezirksgericht Plessur 
weitergeleitet.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

F. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur erkannte mit Urteil vom 15. Mai 
2003, im Dispositiv eröffnet am 16. Mai 2003, mitgeteilt am 2. Februar 2004:

„1. A. X. wird von der Anklage der üblen Nachrede (Art. 173 StGB), 
der Verleumdung (Art. 174 StGB) bzw. der Beschimpfung (Art. 
177 StGB) freigesprochen.

2. B. X. ist schuldig der Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB.

3. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft.

4. Der Eintrag der Busse im Strafregister ist bei Wohlverhalten nach 
eine Probezeit von einem Jahr zu löschen.

5. Auf die Genugtuungsforderung des Strafklägers wird nicht einge-
treten.

6. Im übrigen wird die Strafklage abgewiesen.

7. Die Kosten des Kreisamtes Chur von Fr. 1'100.-- (Kosten Sühne-
verfahren Fr. 400.-- und Untersuchungskosten Fr. 700.--) 
sowie jene des Bezirksgerichtsausschusses Plessur von 
Fr. 3'000.-- gehen zu 2/3 zu Lasten des Strafklägers E. Z. und zu 
1/3 zu Lasten des Verurteilten B. X.. Während der von B. X. zu 
tragende Betrag durch die von den beiden Strafbeklagten geleis-
teten Kostenvorschüsse gedeckt ist, hat E. Z. den ihm auferlegten 
Betrag (abzüglich Fr. 1'800.-- Kostenvorschuss ) innert 30 Tagen 
auf das PC-Konto 703596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu über-
weisen. Innert gleicher Frist hat B. X. die Busse von Fr. 500.-- an 
den Bezirksgerichtsausschuss Plessur zu überweisen.

Der Verurteilte B. X. hat den Strafkläger ausseramtlich mit Fr. 
2'500.-- (inkl. MWSt) zu entschädigen. Der Strafkläger seinerseits 
hat A. X. eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. 
MWSt) zu bezahlen.

8. (Rechtsmittelbelehrung).

9. (Mitteilung).“

Die Vorinstanz begründet den Freispruch von A. X. vom Vorwurf der üblen 
Nachrede bzw. der Verleumdung bzw. der Beschimpfung damit, dass weder rechts-
genüglich erstellt sei, dass sie ihre Angehörigen von allenfalls bei der Therapie zu 
Tage getretenen Erinnerungen berichtet habe, noch dass dabei tatsächlich von pä-

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dophilen Übergriffen des Strafklägers die Rede gewesen sei. Es wird festgehalten, 
dass A. X. selbst beim Nachweis der Bezichtigung von Übergriffen, vom Vorwurf 
der Verleumdung - wegen des fehlenden Nachweises einer wissentlichen, unwah-
ren Anschuldigung - hätte freigesprochen werden müssen. Vom Vorwurf der üblen 
Nachrede hätte sie freigesprochen werden müssen, weil ihr nach Auffassung des 
Gerichts ein sogenannter „Confident nécessaire“ zugestanden hätte. Die in Frage 
stehenden Anschuldigungen habe sie gegenüber dem Strafkläger nicht erhoben, 
weshalb sie auch vom Vorwurf der Beschimpfung freizusprechen sei. Dass B. X. 
lediglich der Beschimpfung und nicht der üblen Nachrede beziehungsweise der Ver-
leumdung für schuldig gesprochen wurde, begründet die Vorinstanz mit dem feh-
lenden Nachweis der Drittkundgabe der ehrverletzenden Äusserungen.

G. Gegen dieses Urteil erhob B. X. Berufung beim Kantonsgerichtsaus-
schuss von Graubünden mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Die Strafbeklagten 1 und 2 sind der Verleumdung nach Art. 174, 
Ziff. 1 StGB, eventualiter der üblen Nachrede nach Art. 173, Ziff. 
1 StGB schuldig zu sprechen. Die Straftäter sind unter Berück-
sichtigung der Schwere der Ehrverletzung zu bestrafen.

2. Der Strafkläger ist zu ermächtigen, das Urteil denjenigen Perso-
nen, welche über die Anschuldigungen informiert wurden oder 
noch werden, mitzuteilen.

3. Die amtlichen und ausseramtlichen Kosten und Entschädigungen 
sind an die Strafbeklagten zu überwälzen.

4. Die Schadenersatzforderung des Strafbeklagten für die nachweis-
lich gesundheitliche Schädigung wird auf dem Zivilweg geltend 
gemacht.

5. Die Gattin des Strafklägers, F. Z., ist u.a. betreffend Drittkundgabe 
zur Zeugenaussage aufzubieten und zu befragen.

6. Der Anwalt des Strafbeklagten 2, Dr. J.C. Bonorand, ist betreffend 
seiner Aussage an der Sühneverhandlung zum „Familienrat“ (s. 
S. 2) an der Sühneverhandlung vor dem Kreisamt vom 21.5.02 
als Zeuge einzuvernehmen.

7. Die Identität des „fachärztlichen Betreuers“ ist zu ermitteln und 
diese Person als Zeuge einzuvernehmen, dies u.a. betreffend sei-
ner fachlichen Zuständigkeit, seiner protokollarischen Dokumen-
tation und gegebenenfalls seiner Beteiligung an einer Drittkund-
gabe.“

H. In der Berufungsantwort vom 3. März 2004 beantragte A. X. die voll-
umfängliche Abweisung der Berufung, unter Kosten und Entschädigungsfolge zu-
lasten des Strafklägers. B. X. beantragte mit Berufungsantwort vom 30. März 2004 

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die Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zulasten des Berufungsklägers. Die Vorinstanz verzichtete mit 
Schreiben vom 9. März 2004 auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen 
seit der schriftlichen Eröffnung des Entscheides in dreifacher Ausfertigung, unter 
Beilage des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat 
darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob 
das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Das Ehrverletzungsverfahren ist ein besonderes Verfahren und richtet sich 
nach den Bestimmungen der Art. 162 ff. StPO. Ergänzend finden die Bestimmungen 
über das ordentliche Verfahren und subsidiär jene der ZPO Anwendung (Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 
1996, S. 418 Ziffer 2). Den Vergehen gegen die Ehre ist eigen, dass sie nur auf 
Antrag des Verletzten verfolgt werden, und dass der Prozess grundsätzlich in einem 
dem zivilprozessualen Zweiparteienverfahren angenäherten Verfahren geführt wird. 
Wesentliche Elemente im Sinne des Privatstrafklageverfahrens sind etwa die Ein-
leitung des Verfahrens durch schriftliche Klage des Verletzten, der Ablauf der 
Hauptverhandlung, an welcher die Parteien ihre Sache selbst beziehungsweise 
durch ihre privat bestellten Anwälte zu vertreten haben, sowie die Möglichkeit beider 
Parteien, gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung beim Kantonsgerichtsaus-
schuss einzulegen. Ein Parteivortritt findet gemäss Art. 168 Abs. 2 StPO im Beru-
fungsverfahren nicht statt. Die vorliegende Berufung vermag den Anforderungen zu 
genügen. Da sie zudem frist- und formgerecht eingereicht wurde, ist darauf einzu-
treten.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft das erstinstanzliche Urteil in 
tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei (Art. 
146 Abs. 1 StPO). Er besitzt eine umfassende und uneingeschränkte Kognitionsbe-
fugnis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des recht-
lichen Gehörs vorliegt, oder der Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichts-

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ausschuss in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario). Die Rückweisung 
an die Vorinstanz bildet die Ausnahme (Padrutt, a.a.O., S. 376 Ziffer 4).

3. Grundlage eines jeden Ehrverletzungsverfahrens bildet die Strafklage, 
in welcher der Kläger den Sachverhalt zu umschreiben und die wesentlichen Be-
weismittel namhaft zu machen hat. Durch die Strafklage, welche nach erfolglosem 
Aussöhnungsversuch ergänzt werden kann, soll der Angeschuldigte darüber ins 
Bild gesetzt werden, was ihm vorgeworfen wird; sie dient also der Wahrung der 
Verteidigungsrechte des Angeschuldigten und hat somit den nämlichen Zweck wie 
im ordentlichen Verfahren die Anklageverfügung und die Anklageschrift. Wenn die 
Anklageschrift beziehungsweise eben die Strafklage ihre Aufgabe erfüllen soll, 
muss ein Konnex zwischen ihr und dem Urteil bestehen; dieses darf also grundsätz-
lich nur zum Gegenstand haben, was dem Angeklagten in der Anklageschrift bezie-
hungsweise in der Strafklage zur Last gelegt wurde. Die Strafklage fixiert somit das 
Verfahrens- und Urteilsthema und muss zum Schutze des Angeschuldigten bezie-
hungsweise Angeklagten unverändert bleiben. Die besonderen Bestimmungen über 
das Ehrverletzungsverfahren machen deutlich, dass auch in diesem sogenannten 
Privatstrafverfahren der Anklagegrundsatz gilt (PKG 1990 Nr. 41). Die ergänzte 
Strafklage mit der darin enthaltenen Sachverhaltsdarstellung dient dem Gericht als 
Grundlage für die Beurteilung. 

Die Strafklagen vom 22. April 2002 umschreiben den relevanten Vorgang da-
mit, dass sich B. X. und auch A. X. mit dem Schreiben vom 11. März 2002 einer 
Ehrverletzung schuldig gemacht hätten. Die aus dem Kontext dieses Briefes erfolg-
ten Bezichtigungen und damit die Ehrverletzung seien schwerwiegend. Es wird 
darin festgehalten, dass die Beklagten die Beschuldigungen Dritten kundgetan hät-
ten. Dies wird jedoch nicht weiter präzisiert. In der Klageergänzung vom 28. Juni 
2002 wird einzig festgehalten, dass gemäss Aussagen der Rechtsvertreter der 
Strafbeklagten diese das Schreiben vom 11. März 2002 bzw. dessen Inhalt Dritten 
kundgetan hätten, d.h. ihren nächsten Verwandten; als Dritter gelte auch der 
Rechtsvertreter. Es erfolgt keine weitere Konkretisierung. Die sich aus der ergänz-
ten Strafklage diesbezüglich ergebende Sachverhaltsdarstellung ist nicht sehr de-
tailliert. Es ergibt sich zwar daraus, dass B. X. und A. X. ehrverletzende Äusserun-
gen, beziehungsweise die Kundgabe des Inhalts des Schreibens vom 11. März 
2002 vorgeworfen werden. Wenn der Berufungskläger nun aber erst in der Beru-
fungsschrift geltend macht, die Berufungsbeklagten hätten vermutlich bereits im 
Sommer/Herbst 2001 anlässlich eines Familienrates ehrenrührige Tatsachenbe-
hauptungen - die auch den angeblichen Vorfall im Sommer 1967 betreffen - gegenü-

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ber Dritten geäussert, namentlich gegenüber C. X., den Söhnen bzw. Brüdern und 
eventuell auch gegenüber deren Partnerin bzw. Gattin, wird dadurch der Sachver-
halt unzulässig ausgedehnt. Den Berufungsbeklagten wird nicht mehr nur vorge-
worfen, ein ehrverletzendes Schreiben verfasst, bzw. dessen Inhalt Dritten gegenü-
ber - den Verwandten - kundgetan zu haben, sondern diesen gegenüber bereits 
einige Monate vorher, ehrverletzende Äusserungen getätigt zu haben. Der Beru-
fungskläger macht selber geltend, dass ihm diese neue Sachverhaltsdarstellung be-
reits anlässlich des Sühneverfahrens bekannt geworden sei und somit noch vor der 
Klageergänzung. Eine solche Änderung bzw. Erweiterung des Sachverhalts im Be-
rufungsverfahren würde das Anklage- sowie das Immutabilitätsprinzip verletzen. 
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens gegenüber B. X. und A. X. ist der 
Sachverhalt, wie er bereits der ergänzten Strafklage zugrunde lag. Es ist somit ein-
zig zu prüfen, ob die Berufungsbeklagten das Schreiben beziehungsweise dessen 
Inhalt Dritten kundgetan haben. Eine Prüfung der Drittkundgabe im zeitlichen Um-
feld des Briefes lässt sich noch auf die Sachverhaltsdarstellung der ergänzten Straf-
klage stützen. Der Vorwurf, die Berufungsbeklagten hätten sich bereits Monate 
früher ehrverletzend geäussert, ist jedoch eine unzulässige Ausdehnung des Ankla-
gegegenstands. Auf den Vorwurf der angeblichen Ehrverletzung anlässlich des Fa-
milienrates wird deshalb nicht eingetreten. Das heisst, es ist einzig zu prüfen, ob die 
Berufungsbeklagten das Schreiben beziehungsweise dessen Inhalt im Zusammen-
hang mit dem Schreiben Dritten kundgetan haben. 

4. Der Berufungskläger beantragt als Beweisergänzung die Einver-
nahme seiner Ehefrau, insbesondere bezüglich des Nachweises der Drittkundgabe 
der ehrverletzenden Äusserungen. Der Berufungskläger hatte bereits in der Klage-
ergänzung die Einvernahme von F. Z. als Zeugin beantragt. Weil der Kreispräsident 
auf diesen Antrag nicht eingegangen war, wiederholte der Berufungskläger den Be-
weisantrag nochmals im vorinstanzlichen Verfahren. Die Vor-instanz hat den Be-
weisantrag mittels antizipierter Beweiswürdigung abgelehnt mit der Begründung, 
dass aufgrund der nahen Beziehung zum Strafkläger der Verdacht einer gewissen 
Befangenheit bestehe. Auch sei aufgrund eines von F. Z. verfassten, als eidesstatt-
liche Erklärung bezeichnetes, Schreibens - in dem sie unter anderem festhält, im 
Sommer 1967 keinerlei seelische und körperliche Attacken von Seiten ihres Gatten 
gegenüber dem Mädchen festgestellt zu haben - zu schliessen, dass sie mit dem 
Strafkläger bereits intensiv über die Anschuldigungen und die Umstände der Vor-
bringen gesprochen habe, weshalb sie kaum mehr unvoreingenommen zur Sache 
werde aussagen können. Aufgrund der eingelegten Zeugenfragethemen gehe her-
vor, dass sie zum überwiegenden Teil zu Umständen befragt werden sollte, welche 

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Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt bzw. die Unwahrheit der gegen den Straf-
kläger erhobenen Anschuldigungen ermöglichen sollten. Da der Wahrheitsbeweis 
jedoch nicht beantragt worden sei, sei die Wahrheit somit nicht Gegenstand des 
Verfahrens. Die Einvernahme von F. Z. könne auch am fehlenden Beweise einer 
Drittkundgabe nichts ändern, weshalb der Beweisantrag abzulehnen sei.

Der Berufungskläger beanstandet die antizipierte Beweiswürdigung der Vor-
instanz und beantragt, F. Z. bezüglich des Nachweises der Drittkundgabe einzuver-
nehmen. Der Kantonsgerichtsausschuss teilt - wie noch zu zeigen sein wird - die 
Ansicht der Vorinstanz, wonach eine Einvernahme von F. Z. nichts am fehlenden 
rechtsgenüglichen Nachweis der Drittkundgabe ändern könnte. Die vorinstanzliche 
antizipierte Beweiswürdigung war durchaus gerechtfertigt. Durch die Einvernahme 
von F. Z. könnte der Nachweis, dass sich die Berufungsbeklagten gegenüber Dritten 
über E. Z. ehrverletzend geäussert haben, nicht erbracht werden. Der Antrag, F. Z. 
als Zeugin einzuvernehmen, wird deshalb abgelehnt.

5. Der Berufungskläger beantragt als Beweisergänzung die Einver-
nahme des Rechtsvertreters von B. X. bezüglich seiner Aussage zum Familienrat 
anlässlich der Sühneverhandlung. 

Wie bereits unter Ziffer 3 ausgeführt ist der angebliche Familienrat nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens. Der Antrag wird deshalb abgelehnt. Selbst 
wenn es sich bei den Aussagen um sachdienliche Aussagen handeln würde, 
müsste der Antrag abgelehnt werden, denn bei Ehrverletzungsdelikten finden ne-
ben den besonderen Verfahrensbestimmungen in Art. 162 ff. StPO ergänzend die 
Bestimmungen über das ordentliche Verfahren und subsidiär jene der Zivilprozess-
ordnung Anwendung. Gemäss Art. 75 ZPO sind vor dem Kreispräsidenten erfolgte 
Zugeständnisse und Vergleichsvorschläge bei erfolglosem Sühneversuch für den 
Prozess als ungeschehen und unpräjudizierlich zu betrachten. Darüber darf nie-
mand als Zeuge aufgerufen oder richterlich befragt werden. Aufgrund dieser Be-
stimmung kann der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten nicht zu seiner Aus-
sage anlässlich des Sühneversuchs einvernommen werden. Denn Zugeständnisse 
einer Partei beim Aussöhnungsversuch sind (wie bei der Vermittlung nach ZPO) im 
Falle der Weiterverfolgung der Sache unbeachtlich (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 4 S. 
419 in Verbindung mit Ziff. 5.2 S. 428).

6. Der Berufungskläger beantragt die Einvernahme des unbekannten 
fachärztlichen Betreuers/Therapeuten von A. X. als Zeuge. Dies unter anderem be-

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treffend seiner fachlichen Zuständigkeit, seiner protokollarischen Dokumentation 
und gegebenenfalls seiner Beteiligung an einer Drittkundgabe. 

Eine Einvernahme der betreffenden Person über die fachliche Zuständigkeit 
und seine protokollarische Dokumentation könnte lediglich dazu beitragen, Rück-
schlüsse über die Wahrheit bzw. Unwahrheit der ehrverletzenden Äusserungen zu 
erhalten. Da der Entlastungsbeweis nicht beantragt wurde, ist die Wahrheit bzw. 
Unwahrheit der Äusserungen nicht Gegenstand des Verfahrens, womit darüber kein 
Beweis zu führen ist. Wie sich aus der Berufungsbegründung (Ziffer 3 und Ziffer 10) 
ergibt, wurde der Antrag diesbezüglich auch nur gestellt, falls den Berufungsbeklag-
ten nachträglich noch der Entlastungsbeweis zugestanden werden sollte. Dies 
wurde von den Berufungsbeklagten jedoch nicht beantragt; auch hätte dies bereits 
in der Vernehmlassung zur Strafklage erfolgen müssen (Art. 166 Abs. 1 StPO).

Der Berufungskläger beantragt darüber hinaus die Einvernahme des 
fachärztlichen Betreuers/Therapeuten bezüglich seiner Beteiligung an einer Dritt-
kundgabe. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet es jedoch - wie nachfolgend zu 
zeigen sein wird - als erwiesen, dass allfällige gegenüber B. X. getätigte Äusserun-
gen nicht von diesem fachärztlichen Betreuer/Therapeuten stammen. Der Antrag 
auf Einvernahme dieser Person wird deshalb abgelehnt. Insoweit, als  der Beru-
fungskläger die Nichtanhandnahme eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens 
gemäss Art. 163 Abs. 3 StPO durch den Kreispräsidenten rügt, kann darauf nicht 
eingetreten werden, da dies nicht Gegenstand dieses Berufungsverfahrens ist. Die-
ses Verfahren ist offensichtlich nach wie vor beim Kreispräsidenten Chur pendent. 

7.a) Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder 
anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 
verdächtigt, wird gestützt auf Art. 173 Ziff. 1 StGB auf Antrag mit Gefängnis bis zu 
sechs Monaten oder mit Busse bestraft. Gegenstand dieser Bestimmung bilden eh-
renrührige Tatsachenbehauptungen über eine Person, die gegenüber einem Dritten 
erhoben werden (Riklin, Basler Kommentar zum StGB, Band II, N 33 ff. zu vor Art. 
173 StGB und N 2 zu Art. 174 StGB; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, N 2 zu Art. 173 StGB). Erfasst wer-
den auch gemischte, nicht jedoch reine Werturteile. Eine Tatsachenbehauptung ist 
in ihrem engsten Sinn eine Aussage über den Betroffenen ohne direkte Wertung. 
Die Wertung hat der Adressat der Äusserung als Schlussfolgerung aus der Äusse-
rung zu ziehen. Die Tatsachenbehauptung muss ehrenrührig sein, also geeignet, 
den Ruf des Betroffenen zu schädigen. Wann dies der Fall ist, hängt ab vom in 

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seiner Tragweite umstrittenen Ehrbegriff. Ehre ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung der Anspruch einer Person auf Geltung (vgl. BGE 114 IV 16). Ge-
schützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu benehmen, 
wie ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (BGE 103 IV 158, 
116 IV 206, 117 IV 28 f., 128 IV 58 f.). Entscheidend dafür, ob die eingeklagte Äus-
serung ehrverletzend sein kann, ist der Sinn, welchen ihr der unbefangene Hörer 
nach den Umständen beilegen musste (BGE 119 IV 47). Eine Äusserung ist schon 
dann ehrenrührig, wenn sie an sich geeignet ist, den Ruf zu schädigen, unabhängig 
davon, ob der Dritte die Beschuldigung oder Verdächtigung für wahr hält oder nicht 
(BGE 103 IV 22 f.). Die Ehre ist unter anderem beim Vorwurf betroffen, vorsätzlich 
eine strafbare Handlung begangen zu haben (Riklin a.a.O., N 18 vor Art. 173 StGB; 
Trechsel, a.a.O., N 4 zu Art. 173 StGB).

b) Nach Art. 174 Ziff. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse 
bestraft, wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaf-
ten Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, 
beschuldigt oder verdächtigt. 

c) Wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde 
oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird, auf Antrag, mit Gefängnis bis zu drei 
Monaten oder mit Busse bestraft (Art. 177 Abs. 1 StGB).

d) Die Tatbestände der üblen Nachrede nach Art. 173 StGB und der Ver-
leumdung gemäss Art. 174 StGB entsprechen sich in objektiver Hinsicht. Sowohl 
Art. 173 als auch Art. 174 StGB beziehen sich auf ehrverletzende Tatsachenbe-
hauptungen. Die Verleumdung gemäss Art. 174 StGB ist der Sache nach ein quali-
fizierter Tatbestand der üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB. Die wesentliche 
Unterscheidung liegt darin, dass beim Tatbestand der Verleumdung in subjektiver 
Hinsicht eine unwahre Aussage vorausgesetzt wird, die wider besseren Wissens 
gemacht wird (Riklin, a.a.O., N 37 vor Art. 173 StGB). Verleumdung ist die durch 
das Wissen um die Unwahrheit der behaupteten Tatsache qualifizierte üble Nach-
rede (Trechsel, a.a.O., N 1 zu Art. 174 StGB). Die Aussage muss nicht nur unwahr 
sein, sondern der Täter muss auch wissen, dass dem so ist und er entsprechend 
etwas Unwahres behauptet. Eventualdolus genügt nicht, notwendig ist vielmehr di-
rekter Vorsatz in Bezug auf die Unwahrheit der Aussage. Liegt Eventualdolus vor 
und hält der Täter die Aussage bloss für möglicherweise unrichtig, kommt Art. 173 
StGB in Betracht (Riklin, N 4 zu Art. 174 StGB). Demgegenüber können Gegen-
stand einer üblen Nachrede sowohl wahre als auch unwahre Aussagen sein, die die 

13

Ehre beeinträchtigen. Der Täter bleibt indes straflos, wenn er zum Entlastungsbe-
weis zugelassen wird und dieser Beweis gelingt (Riklin, N 5 zu Art. 173 StGB).

Demgegenüber handelt es sich bei der Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB 
um einen im Verhältnis zu Art. 173 und Art. 174 StGB subsidiären Tatbestand. Unter 
diesen Tatbestand fällt zum einen die Äusserung reiner Werturteile dem Verletzten 
oder Dritten gegenüber. Ebenfalls unter den Tatbestand der Beschimpfung fällt die 
Äusserung ehrenrühriger Tatsachenbehauptungen dem Verletzten gegenüber. Bei 
den Tatsachenbehauptungen erfolgt die Abgrenzung gegenüber Art. 173 und Art. 
174 StGB somit dadurch, ob diese gegenüber dem Betroffenen selber oder gegenü-
ber einem Dritten geäussert wurden. 

8. Der Berufungskläger beantragt, dass B. X. der Verleumdung gemäss 
Art. 174 Ziff. 1 StGB eventualiter der üblen Nachrede gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB 
schuldig zu sprechen sei. Dies begründet er im Wesentlichen damit, dass die für 
eine Verurteilung gemäss Art. 173 bzw. 174 StGB erforderliche Drittkundgabe er-
folgt sei. Neben der Ehefrau von B. X. seien auch die beiden Söhne sowie deren 
Gattin beziehungsweise Partnerin über die verleumderischen Vorhalte ins Bild ge-
setzt worden. 

Richtig und unbestritten ist, dass es sich bei den Äusserungen im Schreiben 
vom 11. März 2002 um ehrverletzende Äusserungen handelt. Die gebrauchten Aus-
drücke einer „...massiven seelischen und körperlichen Attacke...“ sowie „...die Ge-
schichte ist derart unappetitlich...“ können von einer unbeteiligten Person im Ge-
samtzusammenhang so verstanden werden, als habe sich E. Z. im Sommer 1967 
eines pädophilen Übergriffs auf seine Nichte schuldig gemacht. Diesbezüglich wird 
auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil (Er-
wägung 3a, Seite 10 f.) verwiesen. Dass sich B. X. durch sein Schreiben an E. Z. 
zumindest der Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB schuldig gemacht hat, ist un-
zweifelhaft und wird im Berufungsverfahren auch nicht bestritten. Zu prüfen ist ein-
zig noch, ob B. X. dieses Schreiben bzw. dessen Inhalt Dritten bekanntgegeben hat.

B. X. behauptet, das Schreiben alleine „im stillen Kämmerlein“ verfasst zu 
haben und es ohne Weitergabe des Inhaltes an Dritte an den Berufungskläger ge-
sandt zu haben. Es bestehen keine Anhaltspunkte, die an dieser Sachverhaltsdar-
stellung Zweifel aufkommen lassen könnten. Das Telefongespräch zwischen C. X. 
und F. Z. fand zehn Tage vor dem Verfassen des Briefes statt. 

14

Der Berufungskläger macht diesbezüglich geltend, B. X. habe die dem Brief 
zugrundeliegenden Anschuldigungen bereits vorher, unabhängig vom Schreiben, 
Dritten gegenüber geäussert. Diesbezüglich stützt er sich auf die Aussage seiner 
Ehefrau F. Z.. F. Z. habe am 1. März 2002 mit C. X., der Ehefrau von B. X., telefo-
niert. Dabei habe sich C. X. dahingehend geäussert, dass B. X. mit E. Z. ein Problem 
habe und die drei Kinder davon wüssten (vgl. act. 01/1, Beilage 1 und 2). Dass 
dieses Telefongespräch so stattgefunden hat, lässt sich auch aus dem von F. Z. 
verfassten Brief vom 2. März 2002 (act. 8 Kreisamt Chur) schliessen. Aus diesem 
Brief und auch aus der Beilage der Berufungsschrift ergibt sich, dass anlässlich die-
ses Telefongesprächs nicht über die Gründe des Zerwürfnisses diskutiert wurde. 
Auch ergibt sich daraus, dass nicht darüber gesprochen wurde, wer welche Äusse-
rungen wem gegenüber getätigt haben soll. Diesbezüglich könnte auch eine Zeu-
geneinvernahme von F. Z. nichts ändern. Denn der Beweis, dass die im Schreiben 
vom 11. März 2002 enthaltenen Äusserungen, die alleine Gegenstand des vorlie-
genden Verfahrens bilden, schon vorher gegenüber Dritten so gefallen sind, lässt 
sich mit dieser Zeugeneinvernahme nicht erbringen. Aufgrund des Telefonge-
sprächs kann nicht auf den Inhalt eines allenfalls stattgefundenen Gesprächs zwi-
schen B. X. und seiner Ehefrau beziehungsweise seinen Kindern geschlossen wer-
den. Insbesondere kann nicht darauf geschlossen werden, dass bei dem angebli-
chen Gespräch bereits ehrverletzende Äusserungen über E. Z. gefallen sind, liegen 
diesbezüglich doch keinerlei Anhaltspunkte vor. Gemäss Ansicht des Kantonsge-
richtsausschusses kann B. X. somit nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, 
dass er sich Dritten gegenüber über E. Z. ehrverletzend geäussert hat. B. X. ist 
somit lediglich der Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB schuldig zu sprechen. Dass 
B. X. den Brief vom 11. März 2002 auch Dritten zugestellt oder nachträglich zur 
Kenntnis gebracht haben soll, wird vom Berufungskläger nicht dargetan. Lediglich 
in der Klageergänzung vom 28. Juni 2002 findet sich der beiläufige Satz, als Dritter 
gelte auch der Rechtsvertreter. Dem ist selbstredend nicht beizupflichten. Damit 
sich B. X. und A. X. ordnungsgemäss verteidigen können, haben deren Rechtsver-
treter zu wissen, worum es geht. Dass sie vom – übrigens vom Strafkläger den 
Strafklagen beigelegten – Schreiben vom 11. März 2002 Kenntnis erhalten, versteht 
sich von selbst. Sie gelten aber nicht als Dritte im Sinne von Art. 173 und Art. 174 
StGB (vgl. auch hinten Erwägung lit. e).

9. Der Berufungskläger macht geltend, dass die Anschuldigungen im 
Schreiben von B. X. nur von A. X. stammen könnten. Ausserdem habe sie diese 
Anschuldigungen auch noch weiteren Familienmitgliedern gegenüber geäussert.

15

a) Die Vorinstanz hielt fest, dass die Strafklage gegen A. X. in der Klage-
ergänzung wie auch in der Stellungnahme damit begründet wurde, dass die An-
schuldigungen im Schreiben von B. X. vom 11. März 2002 von dessen Tochter 
stammen würden. Erst an der Hauptverhandlung sei der Vorwurf insoweit präzisiert 
worden, dass sie Drittpersonen, namentlich ihren Eltern und den beiden Brüdern, 
von den lange zurückliegenden Erlebnissen erzählt und dem Strafkläger damit pä-
dophile Handlungen unterstellt habe, die in Wirklichkeit nie geschehen seien. Der 
Strafkläger habe den Beweis für diese, von der Strafbeklagten 1 stets bestrittene, 
Darstellung jedoch nicht erbracht. Es sei weder rechtsgenüglich erstellt, dass es die 
Strafbeklagte 1 war, welche ihren Angehörigen von den bei der Therapie zu Tage 
getretenen Erinnerungen berichtet habe, noch dass dabei tatsächlich von pädophi-
len Übergriffen die Rede war. Da der Sachverhalt nicht mit der notwendigen Zuver-
lässigkeit abgeklärt werden könne, fehle es an dem für die Verurteilung erforderli-
chen Nachweis der Täterschaft bzw. der Erfüllung eines Straftatbestandes. 

b) Die Tatbestände der üblen Nachrede und der Verleumdung setzten 
voraus, dass eine ehrverletzende Äusserung gegenüber einem Dritten erfolgte.

A. X. hat in der Vernehmlassung zur Klageergänzung sowie in der Berufungs-
antwort die ihr vorgeworfenen Handlungen pauschal bestritten und sich auf ihr Aus-
sageverweigerungsrecht berufen. Diesbezüglich ist vorerst darauf hinzuweisen, 
dass jedem Beschuldigten bzw. Angeklagten im Verfahren die Aussagefreiheit zu-
gesprochen wird. Das bedeutet, dass er frei entscheiden kann, ob er schweigen 
oder reden will (vgl. Rober Hauser / Erhard Schweri, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 4. Auflage, Basel 1999, § 61 N 5 f. mit weiteren Hinweisen sowie Die Praxis 
6/2001, Nr. 94). Aus dem Schreiben von B. X. vom 11. März 2002 geht weder her-
vor, ob es Äusserungen von seiner Tochter waren, die ihn dazu veranlasst haben, 
dieses Schreiben zu verfassen, noch kann daraus auf den Inhalt allfälliger Äusse-
rungen von A. X. geschlossen werden. B. X. übernimmt in diesem Schreiben keine 
direkten Aussagen einer Drittperson, sondern benutzt mit den Ausdrücken „unap-
petitlich“, „massive seelische und körperliche Attacke“ offensichtlich eine eigene 
Umschreibung. In der Vernehmlassung zur Strafklage vom 29. Juli 2002 hält B. X. 
fest, dass ihm A. X. von den lange zurückliegenden Erlebnissen erzählt habe. Die 
Vorinstanz führt im angefochtenen Urteil aus, dass die belastende Aussage eines 
Mitbeschuldigten wie alle anderen Beweismittel der freien Beweiswürdigung unter-
liegen würde und deshalb für eine Verurteilung nicht ausreichen könnte, solange 
aufgrund der übrigen Umstände erhebliche Zweifel am effektiven Tathergang blie-
ben. Es erscheine zwar naheliegend, dass A. X. Urheberin der Anschuldigungen 

16

sei, jedoch könnten diese auch von ihrem Therapeuten stammen. Nach Ansicht des 
Kantonsgerichtsausschusses fehlt ein Beweis, dass der Therapeut sich gegenüber 
B. X. diesbezüglich geäussert hat, auch wenn sich die Vertreter der Berufungsbe-
klagten anlässlich der Sühneverhandlung nach Ansicht des Berufungsklägers in 
dieser Richtung geäussert haben sollen. Da der angebliche Therapeut am vorlie-
genden Verfahren nicht beteiligt ist, kann diese Frage jedoch offen bleiben. Zudem 
müssten bezüglich des Inhalts von angeblichen Äusserungen des Therapeuten im 
vorliegenden Verfahren die gleichen Überlegungen angestellt werden wie nachste-
hend bezüglich A. X.. Möglich erscheint der Sachverhalt, dass B. X. das Schreiben 
aufgrund von Äusserungen von A. X. verfasst hat. Aufgrund der gesamten Um-
stände erscheint es unwahrscheinlich, dass B. X. seine Tochter fälschlicherweise 
belasten wollte. Da – wie B. X. ausführte – A. X. ihm von den lange zurückliegenden 
Erlebnissen erzählt hatte, sah sich B. X. offenbar aufgrund von Äusserungen von A. 
X. veranlasst, das Schreiben zu verfassen. Doch daraus kann noch nicht abgeleitet 
werden, dass die Äusserungen von A. X. gegenüber B. X. ebenfalls ehrverletzend 
waren. Aufgrund des Schreibens kann der Inhalt von allfälligen Äusserungen von A. 
X. gegenüber ihrem Vater nicht erstellt werden, insbesondere kann nicht erstellt 
werden, dass von pädophilen Handlungen die Rede gewesen sein soll. Der Inhalt 
dieser Äusserungen ist nicht bekannt. Es kann A. X. deshalb nicht rechtsgenüglich 
nachgewiesen werden, dass sie ehrenrührige Tatsachenbehauptungen über E. Z. 
geäussert hat. Dasselbe gilt für die geltend gemachten Äusserungen gegenüber der 
Mutter, C. X., sowie ihren beiden Brüdern. Es kann A. X. nicht nachgewiesen wer-
den, ob sie diesen gegenüber überhaupt etwas geäussert hat und falls ja, was. Die 
Einvernahme von F. Z. als Zeugin könnte diesbezüglich nichts ändern. Wie aus der 
der Berufungsschrift beigelegten Notiz (act. 01/1, Beilage 1) von F. Z. betreffend 
das Telefongespräch vom 1. März 2002 zwischen F. Z. und C. X. ersichtlich, wurde 
anlässlich dieses Gesprächs lediglich geäussert, dass B. X. mit E. Z. ein Problem 
habe, und dass die Kinder davon wüssten. C. X. könne aber nicht reden. Aus die-
sem Telefongespräch kann somit nicht geschlossen werden, dass A. X. sich ge-
genüber ihren Verwandten geäussert hätte, geschweige denn, dass sie sich ehrver-
letzend über E. Z. geäussert hätte. Sie ist deshalb vom Vorwurf der üblen Nachrede 
beziehungsweise der Verleumdung freizusprechen.

c) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier in der Hauptverhandlung gewonnener Überzeu-
gung (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 286) Die-
ser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 BStP. 
Das Gericht hat von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und 

17

nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der 
vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen 
hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268f.). Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden 
Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann für diese Beurteilung nur die freie 
Meinung des Gerichts massgebend sein (Hauser/Schweri, a.a.O., § 54 N 2). Allein 
auf diese Weise kann das Gericht ein für jeden Einzelfall zutreffendes Urteil fällen. 
Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann es eine 
bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. An diesen Beweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Lehre und Rechtsprechung gehen zutreffend 
davon aus, blosse Wahrscheinlichkeit dürfe für eine Verurteilung nicht genügen, ab-
solute Sicherheit sei für eine solche aber nicht erforderlich und eine theoretisch ent-
fernte Möglichkeit, dass der Sachverhalte anders sein könnte, rechtfertige keinen 
Freispruch (vgl. Hauser/Schweri, a.a.O. § 54 N 11). Trotzdem sind an den Beweis 
der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als 
eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis. Nach der aus Art. 
32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio 
pro reo“ dar sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Ange-
klagten ungünstigen Sachverhaltens überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Er-
kenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind 
indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklag-
ten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
Schmid, a.a.O., N 289).

Im vorliegenden Fall fehlt es gerade an einem rechtgenüglichen Beweis 
dafür, dass sich A. X. ehrverletzend über E. Z. geäussert hat. Es fehlt schlichtweg 
an der für eine Verurteilung erforderlichen Überzeugung. Selbst wenn man von der 
Vorstellung einer Wahrscheinlichkeit oder Möglichkeit eines Fehlverhaltens aus-
ginge, schliesst dies die entgegengesetzte Möglichkeit nicht aus. Die Wahrschein-
lichkeit enthält eben immer die Möglichkeit des Andersseins, weshalb auch unter 
diesem Aspekt ein Freispruch zu erfolgen hat.

18

d) Aus dem Satz der Berufungsbeklagten 1 im Brief vom 5. April 2002 
„Ich melde mich, wenn es anders wird“ (act. 2, Kreisamt Chur, Beilage 3) können 
keine für das vorliegende Verfahren relevanten Schlüsse gezogen werden, insbe-
sondere keine mit Bezug auf die hier zur Diskussion stehenden Äusserungen. Über-
legungen zu diesem Satz wären denn auch rein spekulativ. Denkbar ist jedenfalls 
auch, dass A. X. einfach zum Ausdruck bringen wollte, sie melde sich, wenn die 
familiären Spannungen wieder abgebaut seien. 

e) Der Kantonsgerichtsausschuss ist der Ansicht, dass im vorliegenden 
Fall, selbst wenn die Kundgabe einer ehrenrührigen Äusserung einem Dritten ge-
genüber hätte nachgewiesen werden können, der Berufungsbeklagten 1 ein soge-
nannter „confident nécessaire“ hätte zugestanden werden müssen. Grundsätzlich 
gilt jede Person, die nicht mit dem Täter oder dem Verletzten identisch ist, als Dritter 
im Sinne von Art. 173 ff. StGB. Gemäss Ansicht eines überwiegenden Teils der 
Lehre (vgl. Stratenwerth/Jenny, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 6. 
Auflage, Bern 2003, § 11 N 25; Schubarth, Kommentar zum Schweizerischen Straf-
recht, 3. Band, Bern 1990, N 38 ff zu Art. 173; Trechsel, a.a.O., N 4 zu Art. 173) 
muss im engsten Familienkreis und gegenüber gemäss Art. 321 StGB zur Geheim-
haltung verpflichteten Personen, die Möglichkeit, sein Herz auszuschütten, gewahrt 
bleiben (Trechsel, a.a.O., N 4 zu Art. 173). Dabei wird eine Interessenabwägung 
vorgenommen, bei der dem Mitteilungsbedürfnis insoweit der Vorrang gegeben 
wird, als der Täter nicht wider besseres Wissen handelt und aus tatsächlichen oder 
rechtlichen Gründen davon ausgehen kann, dass seine Äusserungen von den 
Adressaten als vertraulich behandelt werden. Dieser überwiegenden Ansicht in der 
Lehre steht die sehr restriktive Praxis des Bundesgerichtes entgegen, die jede Per-
son, die nicht Täter oder Verletzter ist, als Dritten ansieht (BGE 86 IV 209). Im Urteil 
6S.608/1991 vom 24. Januar 1992 hat es jedoch unter Hinweis auf Art. 321 StGB 
eine Ärztin als „confidente nécessaire“ und somit nicht als Dritte im Sinne von Art 
173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB qualifiziert (vgl. Hinweis in 6S.171/2003 E. 1.3). Auch lässt 
das Bundesgericht im Urteil 6S.171/2003 vom 10. September 2003 etwas Raum für 
einen „confident nécessaire“ offen (Erwägung 1.3). 

Der Kantonsgerichtsausschuss teilt die Auffassung der Vorinstanz, dass der 
Berufungsbeklagten 1 die Freiheit zugestanden werden müsste, mit ihrem Thera-
peuten und ihren engsten Familienangehörigen im vertraulichen Rahmen über ihre 
Erinnerungen zu sprechen, ohne deswegen eine Verurteilung wegen übler Nach-
rede befürchten zu müssen.

19

10.a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Gemäss Art. 63 StGB 
hat der Richter die Strafe innerhalb des für den betreffenden Tatbestand geltenden 
Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat (BGE 117 IV 113 f.).

Grundlage für die Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Bei den 
Strafzumessungsgründen kann im weiteren zwischen der Tat- und der Täterkom-
ponente unterschieden werden. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das 
Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses 
Erfolges, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweg-
gründe zu beachten (BGE 117 IV 113 f.). Die Täterkomponente umfasst demge-
genüber das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der 
Tat und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Straf-empfindlich-
keit (BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). Wird eine Busse ausge-
sprochen, so bestimmt der Richter die Höhe der Busse je nach den Verhältnissen 
des Täters so, dass dieser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Ver-
schulden angemessen ist (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Für die Verhältnisse des 
Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein Vermögen, sein 
Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und 
seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Damit wird die allgemeine Strafzu-
messungsregel von Art. 63 StGB im Hinblick auf die Besonderheiten der Busse ver-
deutlicht. Die den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils als 
Straferhöhungsgründe bzw. Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens zu berücksichtigen. Im weiteren sieht das Gesetz eine Strafrahmen-
erweiterung vor, wenn einer oder mehrere der besonders aufgeführten Strafschär-
fungs- oder Strafmilderungsgründe erfüllt sind (vgl. Art. 64 bis Art. 68 StGB). 

b) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in 
Art. 177 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis bis zu drei Monaten 
oder Busse. Das Verschulden von B. X. weist eine gewisse Schwere auf, hat er 
doch mit seinen Anschuldigungen den Eindruck erweckt, E. Z. habe sich eines pä-
dophilen Übergriffs und damit einer strafbaren Handlung schuldig gemacht. Dabei 
handelt es sich um gesellschaftlich aufs schärfste geächtete Handlungen. Durch die 
Vermittlung des Eindrucks, pädophile Übergriffe getätigt zu haben, wird das Gefühl, 
ein achtbarer Mensch zu sein, verletzt. Auch wenn der Berufungsbeklagte 2 angeb-

20

lich in der Überzeugung handelte, dass der zu Papier gebrachte Vorwurf nach sei-
ner Meinung den Tatsachen entsprach, muss bedacht werden, dass er vom Erzähl-
ten nach eigenen Angaben bereits seit längerer Zeit Kenntnis gehabt haben will. 
Deshalb kann die ehrverletzende Äusserung aber nicht auf eine erhöhte Emotiona-
lität zurückgeführt werden, die eine Strafminderung rechtfertigen würde. Strafmin-
dernd kann seine Vorstrafenlosigkeit sowie sein guter Leumund gewertet werden. 
Strafmilderungs- wie auch Strafschärfungsgründe sind keine ersichtlich. 

Der Berufungsbeklagte 2 verfügt gemäss Angaben im Leumundsbericht vom 
17. September 2002 über ein Einkommen von Fr. 52'300.-- sowie über ein Vermö-
gen von Fr. 937‘100.--. In Anbetracht dieser persönlichen Verhältnisse und dem 
doch nicht leichten Verschulden des Berufungsbeklagten 2, erscheint eine Busse in 
der Höhe von Fr. 2'000.-- als angemessen.

11. Sind die Voraussetzungen von Art. 41 Ziff. 1 StGB gegeben, so kann 
das Gericht im Urteil anordnen, dass der Eintrag der Verurteilung zu einer Busse im 
Strafregister zu löschen sei, wenn der Verurteilte bis zum Ablauf einer vom Gericht 
anzusetzenden Probezeit von einem bis zu zwei Jahren nicht wegen einer während 
dieser Zeit begangenen strafbaren Handlung verurteilt wird und wenn die Busse 
bezahlt, abverdient oder erlassen ist (Art. 49 Ziff. 4 StGB). Art. 41 Ziff. 2 und Ziff. 3 
StGB sind sinngemäss anwendbar. Damit setzt die vorzeitige Löschung des Strafre-
gistereintrages in objektiver Hinsicht voraus, dass der Verurteilte innerhalb der letz-
ten fünf Jahre vor der Tat nicht wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens 
oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten 
verbüsst hat (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). Subjektive Voraussetzung ist, dass Vor-
leben und Charakter der Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weite-
ren Verbrechen und Vergehen abgehalten. Nach Ansicht der Kantonsgerichtsaus-
chusses sind neben den objektiven auch die subjektiven Voraussetzungen erfüllt. 
B. X. kann eine günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden. Aus 
diesem Grund wird angeordnet, den Eintrag der Busse im Strafregister bei Wohl-
verhalten zu löschen, wobei die Probezeit auf ein Jahr festgesetzt wird. 

12. Der Berufungskläger beantragt, ihn zu ermächtigen, das Urteil denje-
nigen Personen, welche über die Anschuldigungen informiert wurden oder noch in-
formiert werden, mitzuteilen.

Gemäss Art. 61 Abs. 1 StGB kann die Veröffentlichung eines Strafurteils an-
geordnet werden, wenn dies aufgrund des öffentlichen Interesses oder im Interesse 

21

des Verletzten geboten ist. Damit soll der alte Zustand durch Rufreparation wieder 
hergestellt werden. Wenn das Interesse nur bei einem sehr beschränkten Perso-
nenkreis besteht, besteht die Praxis, dass die Mitteilung des Urteils an die vom De-
likt betroffenen Personen genügt (Zehntner, Züblin, Basler Kommentar, Strafgesetz-
buch I, Basel 2003, N 16 zu Art. 61). Im vorliegenden Fall konnte beiden Berufungs-
beklagten nicht nachgewiesen werden, dass sie ehrverletzende Behauptungen ge-
genüber Dritten geäussert haben. Es fehlt somit die Grundlage für die Urteilsmittei-
lung. Auch kann der Berufungskläger nicht ermächtigt werden, das Urteil Personen 
mitzuteilen, die künftig über die Anschuldigungen informiert werden. Dabei würde 
es sich um einen neuen, noch nicht mit diesem Urteil abgeurteilten Sachverhalt han-
deln. Die Berufung ist daher diesbezüglich abzuweisen. 

13. Weiter beantragt der Berufungskläger, dass vom Gericht – wie dies in 
Art. 173 Ziff. 5 StGB vorgesehen ist – in einer Urkunde festzuhalten sei, dass der 
Wahrheitsbeweis nicht erbracht wurde. 

Die Verurteilung wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB enthält nicht 
notwendig eine Feststellung der Unwahrheit der ehrenrührigen Behauptungen, 
auch lässt ein entsprechender Freispruch nicht notwendig auf die Wahrheit der ehr-
verletzenden Aussagen schliessen. Damit in solchen Fällen Sicherheit über den ob-
jektiven Tatbestand geschaffen werden kann, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit 
von Art. 173 Ziff. 5 StGB eingeführt. Von ihr ist dort Gebrauch zu machen, wo die 
Wahrheit der ehrenrührigen Behauptungen nicht erwiesen ist. Diese Bestimmung 
kann nicht generell analog auf Art. 177 StGB angewendet werden. Die Beschimp-
fung gemäss Art. 177 StGB erfasst nur gegenüber dem Verletzten geäusserte eh-
renrührige Tatsachenbehauptungen. Der Tatbestand wurde bei einer Beschimpfung 
der Öffentlichkeit gar nicht bekannt. Deshalb erübrigt sich in solchen Fällen, in einer 
Urkunde bzw. im Urteilsdispositiv festzustellen, dass die Wahrheit nicht erwiesen ist 
(P. Saladin, Feststellung der Unwahrheit ehrenrühriger Behauptungen, ZStrR 77 
1961 S. 183 ff). 

Im vorliegenden Verfahren wird B. X. einzig der Beschimpfung im Sinne von 
Art. 177 StGB schuldig gesprochen. Eine Drittkundgabe der ehrverletzenden Äus-
serungen kann ihm nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden. A. X. wird freige-
sprochen, weil ihr keine ehrverletzende Äusserung rechtsgenüglich nachgewiesen 
werden kann. Da die von B. X. geäusserten Behauptungen nicht publik wurden, 
erübrigt es sich, in einer Urkunde bzw. im Urteilsdispositiv festzustellen, der Beru-

22

fungsbeklagte 2 habe den Wahrheitsbeweis nicht erbracht bzw. gar nicht angetre-
ten.

14.a) Gemäss Art. 167 Abs. 5 StPO werden der unterliegenden Partei die 
Kosten des Verfahrens und eine Prozessentschädigung an die Gegenpartei aufer-
legt. Von dieser Regel darf nur abgewichen werden, wenn besondere Verhältnisse 
dies rechtfertigen. Die Regelung des Art. 167 StPO im Verfahren betreffend Ehrver-
letzungsdelikte ist eine abschliessende Sonderregelung der Kostentragung, die den 
allgemeinen Grundsätzen des Art. 154 ff. StPO vorgeht. Die Regelung ergibt sich 
aus dem Umstand, dass das Ehrverletzungsverfahren teilweise ein zivilprozessähn-
liches Verfahren darstellt und gerade in Bezug auf die Kostentragung zivilprozessu-
ale Züge aufweist. Im Zivilprozess haben grundsätzlich allein die Parteien für die 
Verfahrenskosten aufzukommen; anders als im ordentlichen Strafverfahren, wo der 
Staat diesbezüglich eine andere Haltung einnimmt. Die nach zivilprozessualem Vor-
bild konzipierte Kostenüberbindung versteht sich im Verhältnis des Obsiegens und 
Unterliegens (Padrutt, a.a.O., S. 423).

b) Die vorinstanzlichen Kosten wurden zu 1/3 B. X. und zu 2/3 E. Z. auf-
erlegt. A. X. wurde vollumfänglich freigesprochen, weshalb ihr keine Kosten aufer-
legt wurden. Der Strafkläger ist indes mit seiner Klage gegenüber B. X. durchge-
drungen, hat er doch mit seinem Hauptbegehren die Verurteilung und Bestrafung 
von B. X. subeventualiter wegen Beschimpfung beantragt. Auf die geltend gemach-
ten Genugtuungsforderungen ist die Vorinstanz jedoch nicht eingetreten. Die Aufer-
legung der Kosten zu 1/3 an B. X. und zu 2/3 an E. Z. ist deshalb gerechtfertigt und 
angemessen.

Der Berufungskläger rügt den Umstand, dass ihm von der Vorinstanz nicht 
1/3 der geltend gemachten Honorar- und Spesennote seines Rechtsvertreters, als 
ausseramtliche Entschädigung zugesprochen wurde. Die Vorinstanz hat die vom 
Strafkläger geforderte ausseramtliche Entschädigung in Anbetracht des - ihres Er-
achtens - angezeigten Aufwandes reduziert und nach richterlichem Ermessen fest-
gelegt. Davon wurden dem Strafkläger aufgrund seines teilweisen Obsiegens 1/3, 
d.h. Fr. 2'500.--, als ausseramtliche Entschädigung zugesprochen. Die von der Vor-
instanz vorgenommene pauschale Reduktion der Honorar- und Spesennote ist im 
Lichte von Art. 167 Abs. 5 StPO nicht zulässig. Es ist vielmehr im einzelnen begrün-
det aufzuzeigen, weshalb der in Rechnung gestellte Arbeitsaufwand als übersetzt 
erachtet wird und welche Positionen in der Honorar- und Spesennote der Kürzung 
unterliegen (vgl. BK 02 64). Die vom Rechtsvertreter von E. Z. eingereichte Honorar- 

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und Spesennote liegt nach Ansicht des Kantonsgerichtausschusses noch in einem 
vertretbaren Rahmen und erscheint nicht als übersetzt. Dem Berufungkläger ist da-
her für das erstinstanzliche Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung von 1/3 
der eingereichten Honorar- und Spesennote in der Höhe von Fr. 8'478.35 zuzuspre-
chen, was rund Fr. 2'800.-- ergibt.

Die an A. X. zugesprochene Entschädigung ist angemessen. Deren Rechts-
vertreter hat zwar nicht viel geschrieben. Gleichwohl musste er indessen A. X. be-
raten, Akten studieren und Schreiben verfassen. Zudem nahm er an den Verhand-
lungen vor Kreisamt Chur und vor der Vorinstanz teil. Daraus erfolgt, dass eine Ent-
schädigung von Fr. 2'000.-- insgesamt angemessen ist.

c) Im Berufungsverfahren ist der Berufungskläger mit seinen Begehren 
lediglich im Bereich der Bussenhöhe teilweise durchgedrungen. Bei diesem Aus-
gang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens zu 
2/3 E. Z. und zu 1/3 B. X. aufzuerlegen. Der Berufungskläger ist überdies verpflich-
tet, A. X. für deren Umtriebe im Berufungsverfahren eine ausseramtliche Entschä-
digung und B. X. eine entsprechend reduzierte ausseramtliche Entschädigung zu 
bezahlen. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziffer 3 des angefochtenen 
Urteils wird aufgehoben. Die Ziffer 7 des angefochtenen Urteils wird dahin-
gehend geändert, dass der Verurteilte B. X. den Strafkläger ausseramtlich 
mit Fr. 2'800.-- (inkl. MwSt) für das erstinstanzliche Verfahren zu entschädi-
gen hat.

2. B. X. wird mit einer Busse von Fr. 2'000.-- bestraft.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu 1/3 zulasten 
von B. X. und zu 2/3 zulasten von E. Z., welcher für das Berufungsverfahren 
B. X. mit Fr. 250.-- und A. X. mit Fr. 250.-- zu entschädigen hat. 

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: