# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23a8c823-11f1-54e6-8ec9-995d6d2104e2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-30
**Language:** de
**Title:** Gutachten beweiskräftig, rentenausschliessender Invaliditätsgrad
**Docket/Reference:** IV.2017.00613
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00613.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00613
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Lanzicher
Urteil
vom
30. November 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
schadenanwaelte.ch AG
Industriestrasse 13c, 6300 Zug
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X.___
war zuletzt vom
1.
November 2010 bis 29.
Februar 2012 bei der
A.___
AG sowie vom
1.
November 2009 bis 3
1.
August 2012 bei der
B.___
für 10 beziehungsweise 8 Stunden pro Woche
jeweils als Unterhaltsreinigerin angestellt (Urk. 8/8 und
Urk.
8/11). Am 1
4.
Oktober 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf verschiedene Beschwerden (
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom,
Periarthropathia
genu
, venöse Insuffizienz, Adipositas) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, liess die Vers
icherte insbesondere durch die MEDAS
C.___
polydisziplinär
(allgemeininternistisch, neu
ropsychologisch, psychiatrisch, rheumatologisch)
begutachten (Expertise vom
7.
Januar 2016
,
Urk.
8/44
; ergänzt am 2
2.
November 2016,
Urk.
8/68
) und ver
anlasste eine Abklärung im Haushalt (Bericht vom
1
7.
März 2016
; Urk.
8/47
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/
50,
Urk.
8/57
und
Urk.
8/61
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
5.
April
2017 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
5.
Mai 2017 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die Verfügung vom 2
5.
April 2017 sei aufzuheben und es seien ihr Leis
tungen nach IVG
,
insbesondere eine Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. Weiter sei ihr die unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung zu bewilligen. Am 16. Juni 2017 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2017 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 2
5.
April 2017 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 45
%
erwerbstätig und zu 55
%
im Haushalt tätig wäre. In einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit sei sie zu 100
%
arbeitsfähig. Im Haus
halt sei sie zu 21.6
%
eingeschränkt. Es bestehe ein rentenausschliessender Ge
samtinvaliditätsgrad von 12
%
(S. 2). Auf das Gutachten sei abzustellen, eine weitere medizinische Abklärung sei nicht angezeigt. Eine Minderintelligenz sei nicht belegt, ebenso wenig eine mittelgradige depressive Episode oder eine chro
nische Schmerzstörung (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
das eingeholte Gutachten und insbesondere das neuropsychologische und das psychiatrische Teilgutachten seien - aus näher dargelegten Gründen - nicht be
weiskräftig. Die Gutachter hätten weitere Abklärungen empfohlen, auf welche die Beschwerdegegnerin aus nicht nachvollziehbaren Gründen verzichtet habe. Die Begutachtung sei zu wiederholen,
zumal
sich in der Zwischenzeit eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt
habe
. Eine anspruchsaus
schliessende Aggravation sei zu verneinen, ein entsprechendes Verhalten sei
ihr
aufgrund ihrer Minderintelligenz wohl gar nicht möglich (S. 8-10). Die Haus
haltsabklärung sei in Anwesenheit eines Dolmetschers zu wiederholen. Ihr Pen
sum habe sie aus gesundheitlichen Gründen reduziert, bei guter Gesundheit
wäre
sie noch immer zu 100
%
erwerbstätig (S. 11 f.).
Für die Berechnung des Invali
ditätsgrades sei beim
Invalideneinkommen der maximale leidensbedingte Abzug von 25
%
zu berücksichtigen
. Ausgehend von der von ihrer Hausärztin postulier
ten Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit
ergebe sich ein In
validitätsgrad von 62
%
und damit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Inva
lidenversicherung (S. 13).
3.
3.1
Die behandelnden
Dr.
D.___
, Oberärztin, und
Dr.
E.___
, Assis
tenzarzt, von der
Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
F.___
stellten in ihrem Bericht vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
8/
16/
5-8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyn
d
rom bei aktivierter Facettenge
lenksarthrose L4/5 und L5/S1
beidseits (MRI Lendenwirbelsäule [LWS]
7.
Ja
nuar
2014)
-
klinisch Fehlhaltung mit LWS-Hyper
l
ordose
,
rechtskonvexer Skoliose mit sekundären
myofaszialen
Befunden paralumbal und
gluteal
linksbetont
-
Labor
2.
Oktober 20
13: HLA-B27 negativ,
Quantiferontest
negativ
Bi
l
dgebung
-
Rx
LWS
2
7.
September 2013:
Anterolisthesis
L4/5
Meyerding
Grad
I
ohne Zeichen einer Instabilität, rechtskonvexe lumbale Sko
l
iose mit grossen lateralen
Spondylophyten
LWK
2/3 links,
Iliosakral
gelenk
(
ISG
)
beidseits
frei
-
MRI LWS
7.
Januar 20
14: Verglichen mit der Voruntersuchung vom 26.
September
2013
regrediente
Kontrastmittelanreicherung perifokal um die
erosiv
-entzündlich veränderten Facettengelenke L4
/5 li>
re
und weniger auch L5/S
1.
Unverändert links betonte Diskushernie L5/S1 mit Verlagerung und möglicher Irritation der Nervenwurzel S1
rezessal
links
-
MRI
ISG
7.
Oktober 201
3: Mehrsklerose des ISO kaudal rechts am ehesten degenerativ (
Differentialdiagnose
postentzündlich)
-
CT-gesteuerte Funktion 2
7.
September 20
13
-
B
iopsie vom 2
7.
September 2013
(B 2013.50117): Histologisch
Bild eines
akuten oder chronisch-rezidivierenden Entzündu
n
gsprozess
es
(
Differen
tialdiagnose:
im Rahmen
Facettengelenksarthrose)
-
Tbc-PCR, Kultur
negativ, Direktpräparat negativ
-
Symptomatische und
dekompensierte
Gonarthrose linksbetont
-
Röntgen Kniegelenk und Patella
beidseits
3.
Oktober
2013: Beidseits regel
rechte Stellungsverhältnisse ohne Hinweis auf
Chondrocalcinose
oder ent
zündliche Veränderungen, beginnende mediale Gonarthrose
beidseits
. Kleine
osteophytäre
Ausziehu
ng an der Patella apikal rechts
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 2):
-
Adipositas (BMI 35,2)
-
Chronisch
v
enöse Insuffizienz
Dazu führten sie aus,
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei kein Stehen/Laufen über 2 Stunden möglich,
ebenso wenig
Arbeiten mit vorgeneigtem Oberkörper und repetitive Arbei
ten/Transferie
re
n von Gewichten über 10 kg
. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit werde seit dem 2
7.
September 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(S. 3).
3.2
Dr.
G.___
, Oberarzt,
Dr.
H.___
, wiss. Abteilungsleiter,
und Psy
chologie-Praktikantin
I.___
von der Klinik für Neurologie des
F.___
führten in ihrem Bericht vom 2
0.
November 2014 (Urk. 8/28)
aus, in der Untersuchung der kognitiven Funktionen der Beschwerdeführerin seien sie mit ihrem neuropsy
chologischen Instrumentarium an die Grenzen der Aussagekraft gelangt. Aphasie
und Apraxie würden sich ausschliessen lassen, ebenso eine Wahrnehmungsstö
rung im Sinne einer Agnosie, wobei die konstruktiv-praktischen Leistungen schlechter ausfallen würden, als der fehlende Bildungshintergrund erwarten las
sen würde. Auch die Lern- und
B
e
haltestörung
sei rein formal dermassen schwer ausgeprägt
(ohne dass ein schweres Frontalhirnsyndrom vorliege und keine An
halte für Simulation beständen), dass Migrationshintergrund und fehlende Schu
lung nicht allein verantwortlich gemacht werden könn
t
en. Neben der fehlenden Ausbildung und Förderung lägen der beklagten Vergesslichkeit im Alltag wohl die Schmerzsituation und eine höchstwahrscheinlich seit früher Kindheit beste
hende leichte Minderintelligenz zugrunde (S. 3).
3.3
Dr.
J.___
, Innere Medizin und Endokrinologie/Diabetologie FMH,
K.___
,
Fachpsycholog
in für Neuropsychologie FSP, L.___
, Fachpsycholo
gin für Neuropsychologie FSP,
M.___
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie,
und
Dr.
N.___
, Facharzt FMH Rheumatologie, von der MEDAS
C.___
, stellten in ihrem Gutachten vom
7.
Januar 2016
(
Urk.
8/44
) folgende Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/44/16
f.
):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Sy
ndrom
myofaszialer
Prägung, bei
-
Hohlrundrücken, Haltungsinsuffizienz, muskulärer
Dysbalance
und
Dekon
ditionierung
-
polysegmentalen degenerativen Veränderungen vom zweiten Lenden- bis zum ersten Sakralwirbel, mit
-
pa
ramedian linksseitiger Diskushern
ie zwischen dem
5.
L
enden- und 1. Sakralwirbel, mit
-
Verlage
rung der Radix S1 links
rezessal
-
diskreten
Diskusprotrusionen
vom
2.
bis zum
5.
Lendenwirbel
-
leicht
erosiver
Spondylarthrose
vom
4.
Lenden- bis
1.
Sakralwirbel, linksbetont, bei
-
Status nach
Fazetteninfiltrationen
daselbst 06/2014
-
degenerativ bedingter segmental
er
Gefügelockerung
mit Vorverlagerung des
4.
über den
5.
Lendenwirbel
-
rechtsbetonter
Iliosakralgelenk
sarthrose
Zudem hielten sie folgende
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert fest (
Urk.
8/44/17
):
-
Metabolisches Syndrom, mit
-
Adipositas „Simplex" (164 cm/95.5 kg, Body Mass Index 35.5), mit
-
obstruktivem Schlafapnoesyndrom (Erstdiagnose 07/2015, behandelt)
-
arterieller Hypertonie, angeblich behandelt, aktuell 1
60/100
mmHg
(breite Manschette)
-
Dyslipidämie
, mit
-
deutlich erhöhten Werten von Gesamtcholesterin und
atherogenem
In
dex
-
leicht erhöhten
Triglyzeriden
-
Chronifiziertes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne entsprechendes organisches Korrelat, mit
-
unübersehbarer Verdeutlichungstendenz, eventuell Aggravation
-
Verdacht auf somatoforme Störung
-
unspezifischem zervikalem Schmerzsyndrom, bei
-
leichter
Osteochondrose
zwischen dem
5.
und
6.
Halswirbel
-
leichter Tendinitis
calcarea
an der rechten Schulter
-
Albträume
, mit
-
Verdacht auf
depressive Episode
-
Nikotinabusus
,
5 bis 10 Zigaretten pro Tag, zirka 35
py
Weiter stellten sie folgende Nebenbefunde (
Urk.
8/44/17):
-
Hypermetropie (Brille)
-
Lückengebiss
-
Invaginierte
Brustwarze links („seit je")
-
M
ä
ssig erhöhte Blutsenkungsreaktion
-
Leicht erhöhte Gamma-GT
-
Verdacht auf reduzier
te kognitive Leistungsfähigkeit
-
Status nach
-
1985
n
or
maler Schwangerschaft und Geburt
-
1987
Fehlgeburt (Umständ
e unklar)
-
1989
nor
maler Schwangerschaft und Geburt
-
1
995
(?) beidseitige
m
Varizenstripping
-
2013
Hospitalisation
in der Rheumatologie bei akutem
Lumbo
-
vertebralsyndrom
-
2014
Infiltrationen beidseits auf Höhe L4/L5 und L5/S1
-
2015
rheumatologische
r
Hospitalisation
wegen paravertebralem Schmerz
-
syndrom
-
2015
Diagnose und Therapie des obstruktiven Schlafapnoesyndroms
Dazu führten sie aus,
aus rheumatologischer Sicht bestehe
ein
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Syndrom
myofaszialer
Prägung mit polysegmentalen dege
nerativen Veränder
u
ngen und einer rechtsbetonten
Iliosakralgelenk
sarthrose
, da
neben ein unspezifisches ze
rv
ikales Schmerzsyndrom,
arthrotische
Veränderun
gen an den Kniegelenken, eine Tendinitis
calcarea
an der rechten Schulter, ein
chronifiziertes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne entsprechendes organisches Korrelat am Bewegungsapparat und ein
Dekonditionierungssyndrom
bei Adipo
sitas
. Es bestehe eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
für körperliche Schwerarbeit, dagegen
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
für jegliche körperlich leichte und mit
telschwere Tätigkeit inklusive Haush
a
lt in Wechselposition, ohne solche in lang
daue
rn
den rückenbelastenden Positionen mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper und ohne stundenlange Zwang
shaltung im Sitzen oder Stehen
(
Urk.
8/44/16).
Aus psychiatrischer Sicht lägen
Albträume
vor und es bestehe der Verdacht a
uf eine depressive Episode, auf eine somatoforme Störung und auf eine reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit, wobei Inkonsistenzen und viele Zeichen der
Aggra
vation eine klare Diagnose verunmöglichen
würden. A
uf die Arbeitsfähigkeit
hät
ten die psychi
atris
chen Feststellungen keinen Einfluss (Urk.
8/44/16).
Aus neuropsychologischer Sicht könne
aufgrund des nicht genügend aussage
kräftigen Befundprofils
keine Diagnose gestellt werden
(
Urk.
8/44/16).
K
örperliche Schwerarbeit
komme
aus rheumatologischen Gründen
seit dem 27. September 2013
nicht
mehr in Frage. Kö
rperlich leichte und mittelschwere Ve
rweistätigkeiten ohne längerdau
ernde rückenbelastende Positionen wie
einen
vorgeneigten oder abgedrehten Oberkörper, ohne stundenlange Zwangshaltung im Sitzen oder Stehen und ohne intellektuelle Ansprüche sowie auch die Haus
haltsarbeit
seien hingegen voll zumutbar (
Urk.
8/44/17).
3.4
Die behandelnde Hausärztin
Dr.
O.___
stellte in ihrem Bericht vom 2
3.
September 2016 (
Urk.
8/64/8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
1.
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit
spondylogener
Komponente zervi
kal/lumbal und
cephaler
Schmerzausstrahlung mit/bei
-
Fehlhaltung mit
LWS
-Hyperlordose mit sekundären
myofaszialen
Befunden paralumbal und
gluteal
, Haltungsinsuffizienz
-
Kopfpr
otraktion
, segmentale Dysfunktio
nen
-
HLA-B27 negativ
-
St
atus nach
aktivierter Facettengelenksarthrose 09
/
2013
-
Bildgebung:
-
MRI LWS 2
6.
September 20
13:
Dorso-cranial
des linken
Pedi
kels
LWK5 kleine abgekapselte
Flüssigkeitskollektion, vereinbar mit einem Weich
teilinfekt mit Beteiligung der
linksseitigen Facettengelenke LWK4/5 und LWK5/SWK1
-
CT-gesteuerte Funktion
mit Biopsie der Flüssigkeitskollektion vom 27. September 20
13: Histologische
s
Bild eines chronisch-rezidivierenden Entzündungsprozess
es
, PCR auf
Tbc und atypische Mykobakterien, Kul
tur negativ und Direktpräparat negativ
-
interpretiert als aktivierte Facettengelenksarthrose
-
Facettengelenksinfiltration L4/5 und L5/S1
beidseits am 2
6.
Juni 20
14: ohne Effekt
-
MRI ISG
7.
Oktober 20
13: Mehrsklerose des ISG kaudal rechts am ehesten
degenerativ (Differentialdiagnose
stattgehabte ISG-Arthritis bei im Übr
i
gen regulärer Darstellung der I
SG ohne weiteren Anhalt für
Spondarthro
pathie
)
-
MRI
LWS
7.
Januar 20
14: Verglichen mit der Voruntersuchung
vom 26.
September
2013
regrediente
Kontrastmittelanreicherung perifokal um die
erosiv
-entzündlich veränderten
Facettengelenke L4/5 li>
re
und
weniger auch L5/S1, unverändert links betonte Diskushernie L5/S1 mit Verlagerung und möglicher Irritation der Nervenwurzel S1
rezessal
links
-
Rx
HWS
ap
, lateral vom 1
8.
März
2015: ventrale Spondylose,
Osteo
chondrose
HWK
5/6
-
Rx
LWS
1.
Juli
2015: in etwa stationäre degenerative
Anterolisthese
von LWK4 gegenüber LWK5 um 5 mm. Streckhaltung, stationäre leichte de
generative Veränderungen mit vereinzelten
Osteophyten
sowie höhenge
minderter Bandscheibe auf Höhe LWK5/SWK1, bekannte Facettenge
lenksarthrosen betont in der unteren LWS
2.
Gonarthrose linksbetont
-
Ansatztendinosen
Pes
anserinus
und
Fibulaköpfchen
links
-
Rx
Kn
iegelenk und Patella beidseits
3.
Oktober
2013
:
Beidseits regelrechte Stellungsverhältnisse ohne Hinweis auf
Chondrocaicinose
oder entzündli
che Veränderungen, beginnende mediale Gonarthrose
beidseits, k
leine
osteophytäre
Ausziehung an der Patella apikal rec
hts
Zudem hielt sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 2 f.):
3.
Hashimoto Thyreoiditis mit latent
hypothyreoter
Stoffwechsellage,
Erstdiag
nose
01/
2016
-
Ultraschall Hals vom 1
1.
Januar 2
016: Diskr
et heterogene
Hypoechogenität
des Schilddrüsenparenchyms bei grenzwertig
grosser Schilddrüse vereinbar
mit (
post
)entzündlichen Veränderungen;
kein Nachweis von fokalen Schild
drüsen-Läsionen; keine pathologisch vergrösserten Lymphknoten zervikal
-
Unter
Eltroxin
0.05
mg, aktuell
euthyreot
4
.
Metabolisches Syndrom
-
A
.
Adipositas Gr
ad
II (Gr
ö
sse 166 cm, Gewicht 97
kg, Body Mass Index
35.1
kg/m
2
)
-
B.
Arterielle Hypertonie
-
C.
Dyslipidämie
5
.
Chronische Schmerzstörung
-
somatische und psychische Faktoren
-
sekundärer Krankheitsgewinn
-
psychosozial erschwerte Gesamtsituation
-
leichte Tendinitis
calcarea
an der rechten Schulter
6
.
Leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom,
Erstdiagnose
07/2015
-
RP 07/15;
AHI
16,
ODI
14/h
-
Einleitung Auto-CPAP Therapie 08/15
7
.
Leichte Minderintel
ligenz
-
fluktuierende Aufmerksamkeit im Rahmen der S
chmerzsituation bei Diag
nosen 1 und 5
-
Analphabetin, fehlende Schulbildung
-
neuropsychologische Untersuchung 11/2014 (
F.___
)
8
.
chronifizierende
, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
-
Differentialdiagnose rezidivierende depressive Störung
9
.
Anamnestisch Stressinkontinenz
10
.
chronisch venöse Insuffizienz
-
Status nach Variz
enstripping beidseits 1995
Dazu führte sie aus,
die Beschwerdeführerin stehe seit dem 2
3.
Januar 2015 in
ihrer Behandlung.
Als Reinigungsfrau sei sie angesichts des chronischen
lum
bovertebralen
Schmerzsyndroms zu 100
%
arbeitsunfähig. In der Tätigkeit als Hausfrau sowie in leichten wechselbelastenden Tätigkeiten mit Heben/Tragen von höchstens 15 kg bestehe seit mehreren Jahren eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4 f. und S. 8).
3.5
MEDAS-Gutachter
M.___
führte auf entsprechende Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin am 2
2.
November 2016 aus (
Urk.
8/68),
die Hausärzt
in
Dr.
O.___
führe in ihrem Bericht vom 2
3.
September 2016 eine lange Liste von Diagnosen an.
Sie
erwähne eine chronische Schmerzstörung ohne diese weiter zu differenzieren
,
begründen oder belegen. Auch die angegebene Minder
intelligenz sei nicht mit
den
dafür notwendigen Tests belegt. Ebenso wenig könne mangels klarer Befunde, entsprechend einem Psychostatus, eine mittelgradige de
pressive Episode belegt werden. Der Bericht sei deshalb aus psychiatrischer Sicht ohne klare Aussagekraft.
4.
4.1
Da
s polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
C.___
vom
7.
Januar 2016
(E. 3.3
hievor
) beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, rheumato
logischen, psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizini
schen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
Sie
hielten fest, dass ein ausgeprägtes
De
konditionierungssyndrom
und eine Adipositas beständen, welche in einem nicht zu unterschätzenden Anteil die angegebenen Weichteilschmerzen miterklären würden
. Sie
legten dar, dass die Differentialdiagnose einer Spondylarthritis ver
worfen werden könne
und dass die degenerativen Veränderungen das von
ihr
geschilderte und in der Untersuchungssituation gezeigte Beschwerdebild bei wei
tem nicht erklären würden
(
Urk.
8/44/36)
.
Sie wiesen auf eine erhebliche Ver
deutlichungstendenz (
Urk.
8/44/13)
und
diverse
Diskrepanzen (vgl.
Urk.
8/44/
35
) hin,
ebenso auf
Inkonsistenzen und viele Zeichen der
Aggravation
(Urk.
8/44/
5
6
).
Die
neuropsychologischen Gutachterinnen erachteten die Befunde
als nicht nach
vollziehbar,
interpretierten dies im Rahmen einer mangelnden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie einer Symptomverdeutlichung
und
verneinten das Vorliegen einer klinisch relevanten Intelligenzminderung (
Urk.
8/44/4
6 f.
).
Die Gutach
ter gelangten so
dann zum ausführlich begründeten und nachvollzieh
baren Schluss, dass
die Beschwerdeführerin in einer kö
rperlich leichte
n
und mit
telschwere
n
Ve
rweistätigkeit ohne längerdau
ernde rückenbelastende Positionen wie
einem
vorgeneigten oder abgedrehten Oberkörper, ohne stundenlange Zwangshaltung im Sitzen oder Stehen und ohne intellektuelle Ansprüche
zu 100 % arbeitsfähig sei.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsge
mässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungs
grundlage (vgl. E. 1.
4
hievor
)
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin kritisierte das Gutachten in
verschiedener
Hinsicht.
So machte sie unter anderem geltend, gemäss
Dr.
O.___
stehe fest, dass sie an einer relevanten Mi
nderintelligenz leide (
Urk.
1 S.
8). Bei der diesbezügli
chen Diagnosestellung stützte sich
ihre
Hausärztin jedoch auf die neuropsycho
logische Untersuchung im
F.___
vom 2
0.
November 2014 (E. 3.2
hievor
).
Mit dieser
hatten
sich die MEDA
S-Gutachter
bereits
auseinander
gesetzt
(
Urk.
8/44/47)
und
erläutert
, dass bei der
- trotz fehlender Lesebrille durchgeführten (
Urk.
8/28/2) -
Untersuchung auf
ein
Symptomvalidierungsverfahren verzichtet worden
sei
;
auch die Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft
sei
en
nicht evaluiert worden
.
Eine entsprechende Evaluation wäre
aber
erforderlich gewesen, erachteten doch die MEDAS-Gutachter ihre Untersuchung aufgrund der
mangelnde
n
Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie
der
Symptomverdeutlichung
der Be
schwerdeführerin als nicht valide.
Die Gutachter wiesen zudem darauf hin, dass
sie
trotz fehlender Schul- und Ausbildung nach ihrer Einreise in die Schweiz
im Jahre
1989 über viele Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet
und
sich zusätzlich um ihre Familie gekümmert, den Haushalt erledigt, Erziehungsarbeit geleistet und als Familienfrau selbständig funktioniert hat. Sie vermochte damit die täglichen Anforderungen zu erfüllen, was für vielfältige kognitive Ressourcen spricht res
pektive gegen eine klinisch relevante, sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Intelligenzminderung.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde im Übri
gen auch
von den Fachpersonen der
Klinik für Neurologie des
F.___
nicht festge
halten.
Ob die von den Gutachtern festgestellte Symptomverdeutlichung bewusst
seinsfern oder -nah erfolgte (vgl. dazu
Urk.
1
S.
8
f.
),
ist
somit
nicht von Belang
,
weshalb auch nicht zu beanstanden ist, dass der psychiatrische Gutachter keine diesbe
züglichen Ausführungen tätigte.
4.2.2
Zudem brachte sie vor, entgegen der Empfehlung des psychiatrischen Gutachters sei sie nicht stationär abgeklärt worden (
Urk.
1 S. 9 f.).
M.___
emp
fahl eine entsprechende Abklärung aus diagnostischen Gründen,
da er
aufgrund der zahlreichen Inkonsistenzen anlässlich der Begutachtung
ausser den Albträu
men
schlüssig keine Diagnose
stellen k
o
nn
t
e
(Urk. 8/44/56).
Dies rechtfertigt je
doch keine stationäre Abklärung. Sämtliche Gutachter
vermochten
diverse
Dis
krepanzen festzustellen.
Dass es dem psychiatrischen Gutachter so
lediglich
mög
lich war,
Verdachtsdiagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stel
len, ist in Anbetracht des widersprüchlichen Verhaltens der Beschwerdeführerin nachvollziehbar.
Im Übrigen lässt sich auch den anderen medizinischen Unterla
gen keine fachärztlich gestellte psychiatrische Diagnose entnehmen
;
die Be
schwerdeführerin begab sich denn bislang auch
nie
in psychiatrische
Behand
lung, ebenso wenig unterzieht sie sich einer regelmässigen psychopharmakologi
schen
Therapie
.
Auch dies lässt nicht auf
sie einschränkende psychische Be
schwerden schliessen.
Die
Beschwerdegegnerin
tätigte somit zu Recht
keine wei
teren
Abklärungen dazu
; e
ine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
ist nicht auszumachen
.
4.2.3
Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich nach der Begutachtung verschlechtert
(
Urk.
1 S. 10)
. So habe ihre Hausärztin neu ein Schlafapnoe-Syndrom, eine Stressinkontinenz und ein Hashimoto-Syndrom diagnostiziert.
Nachdem jedoch diese Beschwerden gemäss
Dr.
O.___
die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen (vgl. E. 3.4
hievor
), ist
nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin dazu keine weiteren Abklärungen
getätigt hat
.
In Bezug auf die von
der Hausärztin
- fachfremd -
diagnostizierte mittelgra
dige depressive Episode
wies MEDAS-Gutachter
M.___
zudem da
rauf hin, dass diese mangels klarer Befunde entsprechend einem Psychostatus nicht nachvollzogen werden kann
.
Aus ihrem Bericht wird zudem nicht ersicht
lich, ob ihr die
Vorakten
- insbesondere das MEDAS-Gutachten - bekannt gewe
sen wären, jedenfalls setzte sie sich mit diesem nicht auseinander. Auf die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
kann bereits aus diesem Grund nicht abgestellt werden.
Ohnehin sind ihre Ausführungen mit Zurückhaltung zu wür
digen,
da behandelnde Ärzte mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.2.4
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen damit nichts an der Be
weiskraft des Gutachtens zu ändern. Auf dieses ist abzustellen
und auf
das Ein
holen eines Gerichtsgutachtens - wie von
ihr
beantragt (
Urk.
1 S. 2) -
zu verzich
ten
(vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b)
.
E
s ist
demnach
von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer den Beschwerden an
gepassten Tätigkeit auszugehen.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen de
r Beschwerdeführerin
in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
Die Parteien
ermittelten das
Validen-
und das
In
valideneinkommen
anhand der identischen Ta
bellenwerte
, nämlich basierend auf einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher
Art (
Urk.
1 S. 13 und
Urk.
8/48).
Ob für die Berechnung des
Valideneinkommens
stattdessen das (tie
fere) Einkommen in der Reinigungsbranche heranzuziehen wäre, kann vorliegend ebenso
offen bleiben
, wie die Frage, ob und in welchem Umfang ein Leidensabzug zu berücksichtigen wäre. Denn in jedem Fall resultiert höchstens ein Invaliditäts
grad von 25
%
im Erwerbsbereich.
Somit
kann auch offen bleiben, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle zu 100
%
erwerbstätig wäre
,
wie sie geltend machte (
Urk.
1 S. 12), oder ob mit der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 2 f.)
von einer 45%igen Erwerbstätigkeit
und einer 55%igen Tätigkeit im Haushalt
auszugehen
ist
, resultiert doch im ersten Fall ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von maximal 25
%
und im zweiten Fall - bei einem Teilinvaliditätsgrad von maximal 11.25
%
im Erwerbs
bereich (0.45 x 25) und einem
unbestritten gebliebenen
von 11.88
%
im Aufga
benbereich (vgl.
Urk.
8/47) - ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von
höchstens
23
%
.
Eine Wiederholung der Haushaltsabklärung (vgl.
Urk.
1
S.12
) erübrigt sich damit.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (
GSVGer
) erfüllt sind
,
sind sie jedoch
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Ebenso sind die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtsvertretung erfüllt und es ist Rechtsanwältin
Stephanie C. Elms
aus der Gerichtskasse zu ent
schädi
gen.
Nachdem die Beschwerdeführerin keine Honorarnote eingereicht hat
, wird die Entschädigung vom Gericht nach Ermessen
(vgl.
dazu
Urk.
12 S. 2) und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Entsprechend ist ihr eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘
4
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
6
.3
Die Beschwerdeführerin
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuches vom 2
5.
Mai 2017 wird der Beschwerdeführerin die un
entgeltliche Prozessführung gewährt und es wird ihr Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, Zug, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt sodann:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stepha
nie C. Elms, Zug, wird mit Fr.
2‘400.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht
Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLanzicher