# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8cbd8a7-2aa5-54be-9987-354d95bc3b99
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-29
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 29.11.2018 VG.2018.00087 (VG.2018.725)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00087_2018-11-29.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 29. November 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00087

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin
     

    

  

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwältin B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  Am 20. September 2016
  meldete sich die am […] geborene A.______ unter Hinweis auf ein Burnout bei
  der IV-Stelle Glarus zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle holte unter anderem
  Berichte der behandelnden Ärzte ein und forderte das von der
  Taggeldversicherung von A.______ in Auftrag gegebene Gutachten einer
  fachvertrauensärztlichen Untersuchung an. Nach Vorlage der medizinischen Unterlagen
  beim regionalen ärztlichen Dienst (RAD) stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid
  vom 1. Mai 2018 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  30. Mai 2018 vorsorglich verschiedene Einwände, welche sie mit Eingabe vom
  18. Juni 2018 einlässlich begründete. Die IV-Stelle beantwortete am 5. Juli
  2018 die erhobenen Einwände abschlägig und erliess gleichentags die
  leistungsabweisende Verfügung.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  In der Folge gelangte
  A.______ mit Beschwerde vom 30. August 2018 ans Verwaltungsgericht und
  beantragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 5. Juli 2018 aufzuheben, ihr
  rückwirkend ab 1. Mai 2017 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen,
  eventualiter die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle
  zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
  IV-Stelle. Letztere schloss am 31. Oktober 2018 auf Abweisung der
  Beschwerde. Am 7. November 2018 reichte A.______ unaufgefordert eine
  Stellungnahme ein, welche der IV-Stelle am 8. November 2018 zur Kenntnis
  gebracht wurde. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
  Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
  über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober
  2000 (ATSG) ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
  längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit
  ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
  psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie
  Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
  Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
  Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. 

  
	
   

  
	
  2.3 Wie körperliche können auch geistige
  Gesundheitsschäden eine Invalidität im gesetzlichen Sinn bewirken. Zu
  Letzteren zählen neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische
  Abwegigkeiten mit Krankheitswert (BGE 130 V 352
  E. 2.2.1). Von einer invalidisierenden psychischen Störung kann indessen
  nur bei Vorliegen eines medizinischen Substrats gesprochen werden, das durch
  einen Facharzt schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
  Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Namentlich darf das
  klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen bestehen, welche
  von belastenden psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren herrühren,
  sondern hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen, wie
  etwa eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare
  andauernde Depression im fachmedizinischen Sinn oder einen damit
  vergleichbaren psychischen Leidenszustand (BGE 127 V 294
  E. 5a).

  
	
   

  
	
  2.4 Art und Mass dessen, was einer versicherten Person
  an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann, richtet sich nach ihren
  besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein
  herrschenden Anschauungen andererseits. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit
  ist letztlich insofern eine objektive Betrachtungsweise massgebend, als es
  nicht auf eine bloss subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden
  Erwerbstätigkeit durch die versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco
  Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, S. 320).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach
  dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
  sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren
  bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
  sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
  verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei
  einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht
  erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
  anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
  abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Es
  ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Unfalls
  auf den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung
  zu nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch zugemutet
  werden können (BGE 125 V 256 E. 4). 

  
	
   

  
	
  3.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
  Auseinanderset­zung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es
  in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob
  die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet
  sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie
  ob der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche
  ihm die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  3.4 Dennoch hat es die
  Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
  erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
  Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des
  Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten,
  welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
  Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
  schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle
  Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
  Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210
  E. 1.3.4).

  
	
   

  
	
  3.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und –
  im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr
  jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die
  Beschwerdegegnerin habe ihre im Vorbescheidverfahren ausreichend begründeten
  Einwendungen nicht beantwortet, womit ihr rechtliches Gehör verletzt worden
  sei. Denn die Beschwerdegegnerin sei verpflichtet, sich mit ihren Vorbringen
  auseinanderzusetzen, was sie vollständig unterlassen habe. Auch habe sie es
  unterlassen, das im Einwandverfahren eingereichte Schreiben ihrer
  behandelnden Ärzte dem RAD vorzulegen. Stattdessen habe der Sachbearbeiter,
  welcher für medizinische Sachverhalte nicht zuständig sei, darüber
  abschliessend befunden, was eine Verletzung der der Beschwerdegegnerin
  obliegenden gesetzlichen Abklärungspflicht darstelle. Weiter würden die
  medizinischen Unterlagen allesamt bestätigen, dass sie an einer
  rezidivierenden bzw. anhaltenden depressiven Störung leide und weder in der
  angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Dies habe
  der RAD zunächst ebenso gesehen. Einzig aufgrund eines versehentlich doppelt
  zugestellten Arztberichts der behandelnden Ärzte habe der RAD seine Meinung
  geändert und sei zum Schluss gekommen, es liege kein dauerhafter
  IV-relevanter Gesundheitsschaden vor. Stattdessen sei sie laut RAD in einer
  angepassten Tätigkeit bereits seit Anfang des Jahres 2017 zu 50 % und
  seit April 2017 wieder voll erwerbsfähig – begründet werde dies seitens des
  RAD nicht. Hätte die Beschwerdegegnerin aber die übereinstimmenden ärztlichen
  Einschätzungen, insbesondere das vertrauensärztliche Gutachten der
  Krankentaggeldversicherung, widerlegen wollen, hätte sie einen eigenen
  fachmedizinischen Untersuch durchführen bzw. selber eine fachmedizinische
  Begutachtung veranlassen müssen. Die zuständige RAD-Ärztin verfüge über
  keinen Facharzttitel in Psychiatrie, weshalb sie nicht in der Lage sei, ihren
  psychischen Gesundheitszustand abschliessend zu beurteilen und schon gar
  nicht, die übereinstimmenden Berichte der behandelnden Fachärzte zu
  widerlegen. Aus prozessökonomischen Gründen sei ihr Rentenanspruch
  schliesslich im Beschwerdeverfahren materiell zu klären, zumal das
  fachmedizinische Gutachten, die Beurteilungen der behandelnden
  Psychotherapeutin sowie des Hausarztes übereinstimmen würden.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht,
  sämtlichen ihr obliegenden Abklärungspflichten nachgekommen zu sein. Ebenso
  sei der von der Beschwerdeführerin erhobene Einwand gebührend berücksichtigt
  worden, womit keine Gehörsverletzung vorliege. Die medizinischen Akten wie
  auch die ergänzenden medizinischen Abklärungen durch den RAD würden einen
  eindeutigen und zweifelsfreien Schluss betreffend die gesundheitliche
  Situation der Beschwerdeführerin zulassen, weshalb von der Einholung eines
  weiteren Gutachtens abzusehen sei. Weil sich überdies gezeigt habe, dass die
  Beschwerdeführerin sich subjektiv nicht als eingliederungsfähig ansehe, seien
  auch berufliche Massnahmen nicht angezeigt. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Am 21. Oktober 2016 diagnostizierten Dr. phil.
  C.______, Psychotherapeutin FSP, und med. pract. D.______, Facharzt für
  Psychiatrie und Psychotherapie, eine gegenwärtig schwere, rezidivierende
  depressive Störung (ICD-10: F33.2), Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
  (ICD-10: Z73) sowie einen Verdacht auf eine anankastische
  Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5). Die Beschwerdeführerin leide an
  Antriebsmangel, was ihr die Bewältigung des Alltags erschwere. Weiter leide
  sie am Verlust von Freude und Interesse, an schweren Konzentrationsstörungen,
  an Gedankenkreisen, an Schlafstörungen, übertriebener Gewissenhaftigkeit,
  Schuldgefühlen, übermässigem Beschäftigstein mit Details, übermässiger
  Leistungsorientierung und Perfektionismus. Die Angst vor Fehlern beeinflusse
  ihre Entscheidungsfähigkeit. Sie sei seit dem 18. März 2016 bis auf Weiteres
  vollständig arbeitsunfähig, wobei eine Prognose unklar sei. Gegenwärtig stehe
  sie in wöchentlicher psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und nehme
  Medikamente ein.

  
	
   

  
	
  5.2 Gestützt auf eine fachvertrauensärztliche
  Untersuchung erstellte Dr. med. E.______, FMH Psychiatrie,
  Psychotherapie und Psychosomatik, am 16. Mai 2017 im Auftrag der
  F.______ AG, der Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin, ein
  Gutachten. Sie diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit
  somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und eine Persönlichkeitsakzentuierung
  mit rigiden und passiv-aggressiven Zügen (ICD-10: Z73.1). Die
  Beschwerdeführerin leide an einer ausgeprägten formalgedanklichen Störung,
  weshalb davon auszugehen sei, dass sie die für ihre Arbeitstätigkeit
  erforderliche Kommunikations- und Fokussierungsfähigkeit aktuell nicht
  herstellen könne. Die formalgedankliche Störung wirke sich überdies auf ihre
  Umstellungs- und Durchhaltfähigkeit aus. Aufgrund der reduzierten affektiven
  Resonanzfähigkeit mit dysthymer Gereiztheit und passiv-aggressivem Verhalten
  sei sie in der Fähigkeit zur Anwendung ihrer fachlichen Kompetenzen und in
  der Fähigkeit zu affektiver und kognitiver Flexibilität eingeschränkt.
  Entsprechend sei ihr ihre bisherige Tätigkeit derzeit nicht zumutbar, weshalb
  eine vollständige Arbeits- und Leistungsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
  Tätigkeit bestehe (0% Arbeits- und Leistungsfähigkeit bezogen auf ein
  Arbeitspensum von 80 % als kaufmännische Angestellte). Dies gelte ebenso für
  eine leidensadaptierte Tätigkeit. Die bisherige Behandlung der Depression sei
  leitliniengerecht, eine Erweiterung des Behandlungssettings sei aus
  psychiatrischer Sicht nicht indiziert. Allenfalls könne ein Ausbau der Dosierung
  der Medikamente versucht werden. Aus psychiatrischer Sicht zu empfehlen sei
  ein unterstützender und allenfalls vermittelnder Einsatz eines Case-Managers,
  um der Beschwerdeführerin einen raschen Übergang in die Pensionierung zu
  ermöglichen. 

  
	
   

  
	
  5.3 RAD-Ärztin dipl. med. G.______, Fachärztin für
  Innere Medizin, Prävention und Gesundheitswesen, diagnostizierte mit
  dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit am 16. August 2017 ebenfalls
  eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10:
  F33.2). Die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit vollständig
  arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei
  ungewiss. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne noch nicht von einem
  stabilen Endzustand ausgegangen werden, denn eine Verbesserung sei
  prinzipiell weiterhin möglich. 

  
	
   

  
	
  5.4 Am 24. April 2018 kam dipl. med. G.______ hingegen
  zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an keinem dauerhaften IV-relevanten
  Gesundheitsschaden leide. Denn aus versicherungsmedizinischer Hinsicht liege
  keine therapieresistente Depression vor, da trotz Empfehlung von Dr. E.______
  keine Anpassung der medizinischen Behandlung erfolgt sei, sich die
  Beschwerdeführerin zudem auch nicht in einer medizinischen Fachklinik habe
  behandeln lassen. Da die Beschwerdeführerin gemäss Unterlagen vormals nie
  psychisch erkrankt sei, liege ein erstmaliges Krankheitsgeschehen vor,
  weshalb nicht von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen
  werden könne. Weiter könne auch eine Persönlichkeitsstörung aus
  versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollzogen werden, da Hinweise auf
  einschlägige Verhaltensweisen in der Anamnese fehlen würden. Zwar sei mit
  Dr. E.______ insofern einig zu gehen, als dass die Beschwerdeführerin in
  ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Hingegen sei
  nicht nachvollziehbar, weshalb sie nicht unter optimalen Arbeitsbedingungen
  (beispielsweise fehlender Leistungsdruck, verständnisvoller Vorgesetzter,
  keine Leistungsverantwortung) arbeitstätig sein könne. Abweichend von der
  Beurteilung von Dr. E.______ sei davon auszugehen, dass nach Austritt aus der
  Rehaklinik bereits eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe, welche sich
  bereits ab April 2017 auf 100 % erhöht habe. Die im Gutachten von Dr.
  E.______ beschriebenen Einschränkungen der Aktivität und Partizipation (vgl.
  Tagesablauf) sprächen aus versicherungsmedizinischer Sicht gegen eine
  mittelgradige depressive Störung.

  
	
   

  
	
  5.5 Dr. C.______ und med. pract. D._______ hielten am
  18. Juni 2018 fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
  seit Oktober 2016 nicht grundlegend verändert habe, was sich aus ihren
  Arztberichten ergebe. Die Beschwerdeführerin leide depressionsbedingt nach
  wie vor unter kognitiven Einschränkungen, wie beispielsweise eine reduzierte
  Konzentrationsfähigkeit von maximal 30 Minuten, eine rasche Ermüdbarkeit und
  Antriebsmangel. Sie verliere sich im Detail und habe Probleme, einen
  Arbeitsablauf vollständig umzusetzen. Entgegen den Ausführungen von
  dipl. med. G.______ seien Anpassungen der medikamentösen Behandlung
  mehrmals vorgenommen worden, insbesondere die Absenkung des Venlafaxines
  unter das Ausgangsniveau vom 150 mg habe zu einer deutlichen Verschlechterung
  des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin geführt, was für das Vorliegen
  einer depressiven Störung spreche. Diese Depression, welche auch Dr. E.______
  diagnostiziert habe, sei bis heute anhaltend. Die Biografie der
  Beschwerdeführerin zeige, dass sie vorgängig bereits mehrere depressive
  Episoden erlitten habe, welche unbehandelt geblieben seien, womit die
  Kriterien einer rezidivierenden depressiven Störung erfüllt seien. Dass die
  Beschwerdeführerin ihre früheren Phasen der Depression unbehandelt gelassen
  habe, stehe im Zusammenhang mit ihrer Persönlichkeitsstörung. Entsprechend
  werde nicht zuletzt aufgrund der Langzeitbeobachtung an der gestellten
  Diagnose der anankastischen Persönlichkeitsstörung bzw. Persönlichkeitszügen
  festgehalten. Es gebe durchaus Anzeichen dafür, dass diese Probleme schon
  früher bestanden haben, wie beispielsweise der Hang zum Perfektionismus, eine
  grosse Vorsicht und Starrheit. Auch übermässiges Beschäftigtsein mit Normen
  und Regeln seit der Kindheit mit Ansätzen zur Zwangsbehandlung betreffend
  Lichterlöschen und Türeschliessen sei dokumentiert. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  macht primär geltend, die Beschwerdegegnerin habe auf das von Dr. E.______
  erstattete Gutachten und nicht auf die Einschätzung von dipl. med.
  G.______, RAD-Ärztin, abzustellen und ihr gestützt darauf eine Invalidenrente
  zuzusprechen. 

  
	
   

  
	
  6.1 Gemäss Art. 49 Abs. 1 der Verordnung über die
  Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV) beurteilt der RAD die
  medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Er kann selber
  ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen, wobei er die
  Untersuchungsergebnisse schriftlich festhält (Art. 49 Abs. 2 IVV).
  RAD-Berichte ohne eigene Untersuchung der versicherten Person vermögen
  lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen in den
  vorhandenen medizinischen Beurteilungen vertretenen Ansicht zu folgen oder
  aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist. Es handelt sich mithin um
  Empfehlungen zur weiteren Bearbeitung eines Leistungsbegehrens aus
  medizinischer Sicht (Susanne Bollinger, in Felix Frey/Hans-Jakob
  Mosimann/Susanne Bollinger, Kommentar zum AHVG und IVG, Zürich 2018, N.
  1 zu Art. 59 IVG). RAD-Berichte und Medas-Gutachten können nicht auf die
  gleiche Stufe gestellt werden; ein RAD-Bericht vermag allenfalls Zweifel an
  der Richtigkeit eines Medas-Gutachtens zu erwecken, was indessen allein nicht
  genügt, um das Gutachten schlüssig zu entkräften (BGer-Urteil 8C_756/2008 E.
  4.4, 5.3 und 5.4). 

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Die behandelnden Ärzte Dr. C.______ und med. pract.
  D.______ diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung schweren
  Grades, während die begutachtende Fachärztin Dr. E.______ eine
  rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittleren Grades, attestierte.
  Med. pract. H.______, Stellvertretender Chefarzt der Luzerner
  Höhenklinik Montana, diagnostizierte im
  Austrittsbericht vom 19. Dezember 2016 ebenfalls eine mittelgradige
  rezidivierende depressive Störung (ICD-10:
  F33.2). Ebenso äusserte sich Dr. med. I.______, Facharzt FMH für
  Allgemeinmedizin, Hausarzt der Beschwerdeführerin, in seinem Bericht vom
  5. Februar 2018. Entsprechend ist festzuhalten, dass sowohl die
  behandelnden wie auch die begutachtenden Ärzte vom Vorliegen einer
  rezidivierenden depressiven Störung ausgehen. Im gleichen Sinne äusserte sich
  zunächst auch die RAD-Ärztin dipl. med. G.______ in ihrer ersten
  Stellungnahme vom 16. August 2017. Hingegen änderte sie ihre erste
  ärztliche Einschätzung im Bericht vom 24. April 2018 grundlegend ab, indem
  sie davon ausgeht, dass Anzeichen vorliegen würden, welche gegen eine mittelgradige
  depressive Störung sprechen würden. Diese Ausführungen kann
  dipl. med. G.______ weder auf eine eigens durchgeführte
  Untersuchung der Beschwerdeführerin noch auf einen Arztbericht, welcher sich
  im gleichen Sinne äussert wie sie, abstützten. Entsprechend nimmt
  dipl. med. G.______ gestützt auf die Aktensichtung und entgegen der
  darin enthaltenen ärztlichen Einschätzungen eine neue Beurteilung eines
  medizinischen Sachverhaltes vor. 

  
	
   

  
	
  6.2.2 Eine eigene Untersuchung durch den RAD ist dann
  nicht zwingend nötig, wenn die direkte ärztliche Befassung mit der
  versicherten Person in den Hintergrund rückt, insbesondere aufgrund eines
  feststehenden medizinischen Sachverhalts (BGer-Urteil 9C_323/2009 E. 4.3.1).
  Vorliegend hat dipl. med. G.______ jedoch dem durch die behandelnden
  Ärzte und die begutachtende Ärztin attestierten Gesundheitszustand der
  Beschwerdeführerin widersprochen und erstmals und im Übrigen entgegen ihrer
  ersten ärztlichen Einschätzung eine abweichende Diagnose gestellt, indem sie
  das Vorhandensein einer rezidivierenden depressiven Störung grundlegend in
  Frage stellte und überdies der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit in
  einer angepassten Tätigkeit attestierte. Um eine entsprechende
  Diagnosestellung sachrichtig und in begründeter Weise vorzunehmen, ist eine
  ärztliche Befassung mit der versicherten Person unverzichtbar. Entsprechend
  kann eine entsprechende Diagnosestellung nicht ohne Begutachtung der
  Beschwerdeführerin vorgenommen werden, zumal Dr. E.______ als
  begutachtende Ärztin ihre Ausführungen auf eine eingehende ärztliche
  Untersuchung der Beschwerdeführerin stützte und dabei ausdrücklich zum
  Schluss kam, dass die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit
  nicht arbeitsfähig sei. Weiter begründet dipl. med. G.______ keineswegs,
  in welcher angepassten Tätigkeit die Beschwerdeführerin arbeitsfähig sein
  soll. Ebenso wenig führt dipl. med. G.______ aus, wie die
  Beschwerdeführerin trotz den ärztlich attestierten Leistungseinbussen in
  ihrer Arbeitstätigkeit (keine Kommunikations- und Fokussierungsfähigkeit,
  eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit etc.), deren Vorhandensein sie nicht
  in Frage stellt, fähig sein soll, in einer angepassten Tätigkeit zuerst
  50 % und anschliessend 100 % arbeitstätig zu sein. Schliesslich macht
  sie auch keine Ausführungen dazu, aus welchem Grund sie ihre erste
  medizinische Einschätzung von August 2017 im April 2018 grundlegend abänderte.
  Sie weist zwar im März 2018 daraufhin, dass die aktuellsten ärztlichen
  Berichte von Dr. C.______ und med. pract. D.______ nicht verwertbar
  seien. Hingegen begründet sie nicht, weshalb sie im August 2017 eine
  rezidivierende depressive Störung noch anerkannte, im April 2018
  hingegen davon ausgeht, dass diese nicht vorliege und entsprechend eine volle
  Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gegeben sei.

  
	
   

  
	
  6.2.3 Weiter weist die Beschwerdeführerin zu Recht
  daraufhin, dass dipl. med. G.______ im Gegensatz zur begutachtenden
  Ärztin Dr. E.______ wie auch zum behandelnden Arzt med. pract. D.______
  über keinen Facharzttitel in Psychiatrie verfügt. Zwar rechtfertigt die
  Tatsache alleine, dass ein RAD-Arzt keinen Facharzttitel für Psychiatrie
  innehat, nicht, seine Stellungnahme ausser Acht zu lassen; ein Arzt ist
  unabhängig seiner Fachrichtung grundsätzlich in der Lage, die Kohärenz eines
  Berichtes eines Kollegen zu beurteilen (BGer-Urteil 9C_149/2008 E. 3.2).
  Doch beurteilt dipl. med. G.______ in ihrer Stellungnahme nicht nur den
  Bericht der behandelnden Ärzte bzw. der Gutachterin, sondern stellt zum einen
  eine abweichende ärztliche Diagnose und beurteilt überdies die
  Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
  grundlegend anders als alle vorhergehenden medizinischen Berichterstatter.
  Weil die behandelnden Ärzte wie auch die Gutachterin über einen Facharzttitel
  und damit über ausgewiesenes Fachwissen in der Psychiatrie verfügen und
  überdies ihre Einschätzungen gestützt auf eigene Untersuchungen der
  Beschwerdeführerin verfassten, muss diesen erhöhtes Gewicht beigemessen
  werden.

  
	
   

  
	
  Daraus ergibt sich, dass
  die Stellungnahme von dipl. med. G.______ vom April 2018 alleine die
  vorgängigen gegenteiligen, grösstenteils übereinstimmenden ärztlichen
  Berichte nicht zu entkräften vermag.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG obliegt es der
  Beschwerdegegnerin, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen
  und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Im Rahmen der Verfahrensleitung
  kommt ihr ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und
  Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt
  sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist
  der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch
  zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden
  werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1). Sie kann
  zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen
  einholen (Art. 44 ATSG). 

  
	
   

  
	
  6.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen der ihr
  obliegenden Untersuchungspflicht unter anderem Berichte der behandelnden
  Ärzte sowie ärztliche Unterlagen der Krankentaggeldversicherung der
  Beschwerdeführerin eingeholt und in der Folge das Dossier ihrem RAD zur
  Prüfung unterbreitet. Diesbezüglich ist nachfolgend zu prüfen, ob das
  fachärztliche Gutachten von Dr. E.______ vom 16. Mai 2017 den
  bundesgerichtlichen Vorgaben an ärztliche Gutachten genügt
  (vgl. E. II/3.3 vorne). Ist dies zu bejahen, liegt ein ärztliches
  Gutachten bei den Akten, welches die inhaltlichen und beweismässigen
  Anforderungen an eine ärztliche Expertise erfüllt, womit diesfalls keine
  Notwendigkeit besteht, ein weiteres Gutachten anzuordnen. Weder der
  Versicherte noch der Versicherer haben Anspruch auf eine "second
  opinion" (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2015,
  Art. 43 N. 27; SVR 2007 UV Nr. 33).

  
	
   

  
	
  6.3.3 Das fachvertrauensärztliche Gutachten beruht auf
  einer eingehenden Untersuchung der Beschwerdeführerin durch Dr. E.______ als
  begutachtende Fachärztin in Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik. Im
  fachvertrauensärztlichen Bericht gibt Dr. E.______ die ihr zur Verfügung
  gestandenen ärztlichen Unterlagen auszugsweise wieder, woraus folgt, dass sie
  die Begutachtung in Kenntnis der Vorakten abgab. Weiter werden die gemachten
  Untersuchungsbefunde unter Anwendung verschiedener Untersuchungsmethoden im
  Gutachten ausführlich wiedergegeben, wobei sich Dr. E.______ mit dem
  Verhalten der Beschwerdeführerin ausgiebig und in nachvollziehbarer Weise
  auseinandersetzt. Daraus zieht sie nachvollziehbare Schlussfolgerungen,
  welche sie in einer für einen medizinischen Laien verständlichen Weise
  begründet. Dabei geht sie insbesondere auch auf den von Dr. C.______ und med.
  pract. D.______ diagnostizierten und von med. pract. H.______ bestätigten Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung
  ein und widerlegt diesen in sachlich begründeter Weise. Ebenso zeigt sie auf,
  wie die festgestellte leicht bis mittelgradig ausgeprägte Einschränkung in
  Aktivität und Partizipation gerade wegen der mangelnden affektiven und
  kognitiven Flexibilität und der Verhaltensstarrheit der Beschwerdeführerin
  ins Krankheitsbild passt. Weiter werden die von der Beschwerdeführerin
  beklagten Beschwerden wiedergegeben und in die Untersuchung miteinbezogen.
  Schliesslich beantwortet Dr. E.______ die von der Krankentaggeldversicherung
  gestellten Fragen ausführlich und in begründeter Weise, womit das Gutachten
  und insbesondere die darin gezogenen Schlussfolgerungen als umfassend und
  einleuchtend einzustufen sind. 

  
	
   

  
	
  6.3.4 Dipl. med. G.______ ist mit der Diagnosestellung
  von Dr. E.______ grundsätzlich einverstanden. Sie hält insbesondere fest,
  dass keine genügenden Anzeichen für das Vorhandensein einer
  Persönlichkeitsstörung vorhanden seien und verweist diesbezüglich
  ausdrücklich auf die gutachterlichen Ausführungen von Dr. E.______, was
  nicht weiter zu beanstanden ist. Betreffend die diagnostizierte mittelgradige
  rezidivierende depressive Episode führt sie jedoch pauschal aus, dass die
  festgestellte geringe Einschränkung der Aktivität und Partizipation im fachvertrauensärztlichen
  Gutachten gegen deren Vorliegen sprechen würden. Sie geht mit keinem Wort auf
  die differenzierte Begründung von Dr. E.______ ein, welche in
  nachvollziehbarer Weise darlegt, weshalb die geringe Einschränkung der
  Aktivität und Partizipation in das bei der Beschwerdeführerin vorhandene
  Krankheitsbild passe. Folglich kann sie die fachärztlich nachvollziehbar
  begründeten Ausführungen von Dr. E.______ nicht in sachlich begründeter Weise
  widerlegen. Ebenso attestiert dipl. med. G.______ der Beschwerdeführerin
  eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, wobei sie zum einen
  nicht darauf eingeht, welche Tätigkeit die Beschwerdeführerin ausüben könnte,
  und zum anderen keine Ausführungen dazu macht, inwiefern die
  leistungseinschränkenden Symptome, an welchen die Beschwerdeführerin gemäss
  Gutachten leidet und deren Vorhandensein dipl. med. G.______ nicht
  negiert, Einschränkungen in der Arbeitstätigkeit zur Folge haben. Ebenso wenig
  geht dipl. med. G.______ in begründeter Weise darauf ein, weshalb
  sie im Gegensatz zu Dr. E.______ überhaupt von einer Arbeitsfähigkeit
  der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ausgeht. Dr. E.______
  hingegen legt ausführlich dar, weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer
  angestammten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sei, was ebenso für eine angepasste
  Tätigkeit gelte. Darauf ist somit abzustellen. Im Übrigen geht
  dipl. med. G.______, ohne bei den behandelnden Ärzten entsprechend
  nachzufragen, davon aus, die medikamentöse Behandlung sei entgegen der Anregung
  im Gutachten von Dr. E.______ nicht angepasst worden. Dass dies dennoch
  gemacht worden ist und sich dabei keine Besserung des Gesundheitszustands der
  Beschwerdeführerin ergeben hat, erklären Dr. C.______ und med. pract.
  D.______ in ihrem Bericht vom 18. Juni 2018. Schliesslich ist darauf
  hinzuweisen, dass Dr. E.______ ausdrücklich davon abgeraten hat, einen
  erneuten Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik zu planen, da dies
  aufgrund der als fixiert zu bezeichnenden rigiden und querulatorischen Persönlichkeitsakzentuierung
  der Beschwerdeführerin nicht zielführend sei. Dass in der Folge entsprechend
  der fachärztlichen Empfehlung kein Klinikaufenthalt durchgeführt worden war,
  kann der Beschwerdeführerin nicht nachteilig angerechnet werden. 

  
	
   

  
	
  6.3.5 Zusammenfassend hat Dr. E.______ als psychiatrische
  Fachärztin das Vorliegen einer depressiven Episode, gegenwärtig mittelgradig,
  im Rahmen einer medizinischen Diagnose festgestellt. Dabei hat sie das
  Vorhandensein von psychosozialen Belastungsfaktoren ausdrücklich
  ausgeschlossen, womit ein psychiatrischer Befund mit Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
  vorliegt. Das von Dr. E.______ verfasste Gutachten entspricht den
  einschlägigen bundesgerichtlichen Kriterien (vgl. E. II/3.3 vorne),
  woran auch die gegenteiligen Ausführungen von dipl. med. G.______ nichts
  ändern. Entsprechend ist auf das Gutachten von Dr. E.______, welches der
  Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
  und in einer angepassten Tätigkeit attestiert, abzustellen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Für die Bemessung des Rentenanspruchs ist zu
  unterscheiden, ob man es mit einer erwerbstätigen, nichterwerbstätigen oder
  teilerwerbstätigen Person zu tun hat. Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art.
  16 ATSG ist für die
  Bestimmung des Invaliditätsgrads bei erwerbstätigen Versicherten das
  Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
  und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
  Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
  ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), dem Erwerbseinkommen
  gegenüberzustellen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
  wäre (Valideneinkommen).

  
	
   

  
	
  Bei nicht
  erwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich (namentlich im
  Haushalt) tätig sind und es voraussichtlich bleiben, wird für die Bemessung
  der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
  welchem Masse sie behindert sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen
  (Art. 28a Abs. 2 IVG).

  
	
   

  
	
  Bei
  Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die
  Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im
  Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
  Art. 28a Abs. 2 IVG bestimmt. In diesem Fall sind der Anteil der
  Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen
  und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu
  bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; sog. gemischte Methode).

  
	
   

  
	
  7.2 Die Beschwerdeführerin war seit 1. Mai 2012 in einem
  80 % Pensum arbeitstätig. Entsprechend übte sie vor Eintritt ihrer
  Arbeitsunfähigkeit bereits seit längerer Zeit ein Teilzeitpensum aus, weshalb
  davon auszugehen ist, dass sie dieses ohne Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit
  beibehalten hätte. Folglich gelangt die gemischte Methode der
  Invaliditätsberechnung zur Anwendung. Dabei ist davon auszugehen, dass die
  Erwerbstätigkeit und der nichterwerbliche Bereich komplementär sind, womit
  beide Bereiche zusammen einen Wert von 100 % ergeben. Dabei entspricht der
  Haushaltsanteil grundsätzlich der Differenz zwischen dem Erwerbsanteil und
  einem 100 %-Pensum (BGE 141 V 15 E. 4.5). Entsprechend ist vorliegend
  von einem Erwerbsanteil von 80 % und einem Aufgabenbereich von 20 %
  auszugehen. 

  
	
   

  
	
  7.3 Zur Ermittlung des Valideneinkommens im
  Erwerbsanteil ist entscheidend, was der Versicherte im Zeitpunkt des
  Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
  Gesunder tatsächlich verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom
  20. März 2014 E. 2.1). Für
  die Festsetzung des Invalideneinkommens im Erwerbsanteil ist primär von der beruflich-erwerblichen
  Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 129 V 472
  E. 4.2.1).

  
	
   

  
	
  Seit dem 18. Mai 2016
  besteht sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit
  eine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Entsprechend ist die
  Beschwerdeführerin nicht in der Lage, ein Invalideneinkommen zu erzielen,
  woraus im erwerblichen Bereich ein Invaliditätsgrad von 100 % resultiert.

  
	
   

  
	
  7.4 Die Beschwerdegegnerin hat keine Haushaltsabklärung
  vorgenommen und allfällige Einschränkungen der Beschwerdeführerin im
  Aufgabenbereich nicht geprüft. Der Aufgabenbereich ist mit 20 % in der
  Berechnung des Gesamtinvaliditätsgrads zu gewichten (vgl. BGE 125 V 146 E.
  6). Entsprechend würde selbst bei einer maximalen 100%igen Leistungsfähigkeit
  im Aufgabenbereich und einer ausgewiesenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit im
  Erwerbsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 80 % (0.8 x 100 % +
  0.2 x 0%) resultieren, welcher zum Bezug einer ganzen Rente berechtigt.
  Folglich kann auf die Einholung einer Haushaltsabklärung verzichtet werden.

  
	
   

  
	
  7.5 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, welche
  unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
  durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig waren (Art. 28 Abs. 1
  lit. b IVG). 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerin ist
  aufgrund ihrer psychischen Erkrankung seit 17. Mai 2016 zu 100 %
  krankgeschrieben. In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin liegt seitens
  der Beschwerdeführerin keine verspätete Anmeldung vor (Art. 29
  Abs. 1 IVG), womit das Wartejahr am 17. Mai 2016 begann
  und damit am 16. Mai 2017 endete. Folglich steht der Beschwerdeführerin mit
  Wirkung ab dem 1. Mai 2017 eine ganze Invalidenrente zu (Art. 29
  Abs. 3 IVG).

  
	
   

  
	
  8. 

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  rügt schliesslich eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs aufgrund einer
  mangelhaften Beantwortung ihrer im Vorbescheidverfahren erhobenen
  Einwendungen.

  
	
   

  
	
  8.1 Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG sind Verfügungen zu
  begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die aus
  dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgende Begründungspflicht soll
  verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und
  die betroffene Person in die Lage versetzen, die Verfügung gegebenenfalls
  sachgerecht anzufechten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie
  auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild
  machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
  werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihre
  Verfügung stützt. Inhalt und Dichte einer rechtsgenüglichen Begründung lassen
  sich nicht allgemein bestimmen, sondern nur in Beziehung zur konkreten
  materiell-, beweis- und verfahrensrechtlichen Lage (vgl. BGer-Urteil
  8C_844/2010 vom 21. März 2011 E. 4.2). Die Behörde muss jedenfalls nur
  die entscheidrelevanten Überlegungen wiedergeben. Sie darf die Begründung auf
  jene Aspekte beschränken, die sie aus sachlich haltbaren Gründen als
  wesentlich erachtet. Nicht erforderlich ist deshalb, dass sich die Begründung
  mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
  ausdrücklich widerlegt (Kaspar Plüss, in Alain Griffel
  [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3.
  A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 10
  N. 24 ff.).

  
	
   

  
	
  8.2 Die Beschwerdeführerin hatte am 30. Mai 2018
  vorsorglich Einwand gegen den erlassenen Vorbescheid erhoben, welchen sie mit
  Eingabe vom 18. Juni 2018 unter Beilage einer ärztlichen Stellungnahme der
  behandelnden Fachärzte Dr. C.______ und med. pract. D.______
  fundierte. Dabei hat die Beschwerdeführerin insbesondere die Stellungnahme
  des RAD in begründeter Weise bemängelt und auf die, mit Ausnahme des
  RAD-Berichtes, konsistente medizinische Berichterstattung betreffend ihren
  Gesundheitszustand hingewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat die erhobenen
  Einwände in ihrem Schreiben vom 19. Juni 2018 einzig mit dem Hinweis darauf
  beantwortet, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht keine neuen, bisher
  unberücksichtigten Sachverhalte angerufen worden seien, welche eine
  Abänderung des Vorbescheids erfordern würden. Entsprechend weist die
  Verfügung mit Ausnahme des Hinweises auf das soeben erwähnte Einwandschreiben
  vom 19. Juni 2018 denselben Wortlaut auf wie der Vorbescheid. 

  
	
   

  
	
  Damit werden die von der
  Beschwerdeführerin erhobenen Einwände mit keinem Wort sachgerecht
  beantwortet. Insbesondere hat die Beschwerdegegnerin sich nicht mit den gegen
  den RAD-Bericht erhobenen Einwendungen auseinandergesetzt und damit nicht
  ausgeführt, weshalb diese aus ihrer Sicht nicht einschlägig seien. Somit
  erschöpft sich die Begründung der Verfügung in pauschalen Leerformeln. Eine
  eigentliche Auseinandersetzung mit den von der Beschwerdeführerin erhobenen
  Einwänden findet nicht statt, womit die entscheidrelevanten Überlegungen
  nicht wiedergegeben werden. Dies vermag nach dem Dargelegten (vgl. E. II/8.1
  vorne) nicht zu genügen, weshalb das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
  durch die mangelhafte Begründung der Verfügung verletzt wurde (vgl.
  VGer-Urteil VG.2015.00072 vom 26. Oktober 2017 E. II/4.3). Allerdings
  muss es mit der Feststellung der Gehörsverletzung bei vorliegendem
  Verfahrensausgang – die Beschwerde ist in materieller Hinsicht gutzuheissen
  und der Beschwerdeführerin ist eine Invalidenrente zuzusprechen – sein
  Bewenden haben. 

  
	
   

  
	
  9. 

  
	
  Zusammenfassend ist die
  Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab dem 1.
  Mai 2017 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG)
  i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die
  obsiegende und berufsmässig vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 1
  Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine angemessene Parteientschädigung
  zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert
  nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses zu
  bemessen und vorliegend auf Fr. 1'800.- (inkl. Mehrwertsteuer) festzulegen. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
    5. Juli 2018 wird aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird mit
    Wirkung ab dem 1. Mai 2017 eine ganze Invalidenrente zugesprochen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der
    Beschwerdeführerin wird der von ihr in gleicher Höhe geleistete
    Kostenvorschuss zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    in der Höhe von Fr. 1'800.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]