# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad2ae600-7ccd-5e9d-b488-3c461d581a61
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.12.2023 SK 2023 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-43_2023-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 43

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Dezember 2023

Besetzung Oberrichter Knecht (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin i.V. Haldimann

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

B.________

Strafkläger

und

C.________

Strafklägerin

Gegenstand mehrfache Drohung sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 8. November 2022 (PEN 22 281/289)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (nachfolgend: Vorinstanz) fällte gegen A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) am 8. November 2022 folgendes Urteil (pag. 119 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Drohung (mehrfach begangen), begangen am 8. Mai 2022, in D.________

und in Anwendung der Artikel:
34, 47, 49 Abs. 1 und 180 Abs. 1 StGB
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 70.00, ausmachend total CHF 4'200.00.

2. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Staatsanwaltschaft 
von CHF 600.00 und Gebühren des Gerichts von CHF 1'200.00, insgesamt bestimmt auf 
CHF 1'800.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1'200.00.

II.

1. Der A.________ mit Urteil durch die Staatsanwaltschaft Region Oberland vom 20. November 
2020 für eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 90.00, 
ausmachend CHF 3'600.00, gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

2. A.________ wird verwarnt.

3. Die Probezeit wird um 1.5 Jahre verlängert. 

4. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ 
auferlegt. 

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00 CHF. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 9. November 2022 
fristgerecht Berufung an (pag. 125). 

Mit Verfügung vom 25. Januar 2023 wurde den Parteien die schriftliche Urteilsbe-
gründung zugestellt (pag. 130, pag. 148 und pag. 156). Die Berufungserklärung 
des Beschuldigten datiert vom 14. Februar 2023 und ging am 15. Februar 2023 

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frist- und formgerecht beim Obergericht ein (pag. 158), wobei der Beschuldigte das 
Urteil sinngemäss vollumfänglich anfocht.

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 22. Februar 2023 mit, dass 
sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 164 f.).

B.________ (nachfolgend: Strafkläger) und C.________ (nachfolgend: Strafkläge-
rin) teilten mit Schreiben vom 5. Mai 2023 mit, auf ein Erscheinen an der oberin-
stanzlichen Verhandlung zu verzichten und beantragten, ihre Anträge aus der 
Strafanzeige und dem Verfahren vor dem Regionalgericht seien als integrierender 
Bestandteil im Verfahren vor dem Obergericht zu berücksichtigen (pag. 173 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden ein Strafregisterauszug, datierend vom 4. Dezember 
2023 (pag. 194 ff.), und ein Leumundsbericht, datierend vom 4. Dezember 2023, 
inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse über den Beschuldigten, datie-
rend vom 1. und 2. Dezember 2023, eingeholt (pag. 203 ff.). Weiter wurden die 
beiden Strafbefehle der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, 
vom 1. Oktober 2018 (pag. 223 f.) und vom 20. November 2020 (pag. 226 f.) sowie 
der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 20. Februar 2023 
ediert (pag. 198 f.). Zudem wurde der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung 
ergänzend einvernommen (pag. 232 ff.). 

Anlässlich der Erstellung des Leumundsberichts am 4. Dezember 2023 liess der 
Beschuldigte dem Gericht eine Anzeige betreffend Lohnpfändung vom 23. Sep-
tember 2021 (pag. 212), seine Lohnabrechnungen von September und Oktober 
2021 (pag. 213 f.), eine Empfangsbestätigung i.S. Ausschreibungsbegehren vom 
8. Oktober 2021 (pag. 215) sowie einen Heimatschein (pag. 217) zukommen. Die 
betreffenden Dokumente wurden zu den Akten genommen.

4. Anträge der Parteien 

Der Beschuldigte stellte oberinstanzlich sinngemäss den Antrag, er sei vom Vor-
wurf der Drohung, mehrfach begangen, freizusprechen, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge (vgl. pag. 126: «[..] dieses Urteil für nichtig zu erklären.»; 
pag. 241: «Der Vorwurf sei haltlos»).

Die Strafkläger verwiesen in ihrem Schreiben vom 25. Mai 2023 auf ihre Anträge in 
der Strafanzeige und im Verfahren vor der Vorinstanz, in welchen sie einen 
Schuldspruch wegen Drohung, mehrfach begangen, beantragt hatten (pag. 19, 
pag. 35, pag. 117 und pag. 174). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
14. Februar 2023 sinngemäss vollumfänglich angefochten (pag. 158). Der ange-
klagte Sachverhalt ist somit durch die Kammer gesamthaft neu zu beurteilen. Die 
Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Da die Berufung ausschliesslich durch 
den Beschuldigten erhoben wurde, darf die Kammer das erstinstanzliche Urteil 

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nicht zu seinem Nachteil abändern. Sie ist an das Verschlechterungsverbot 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Zur Verwertbarkeit der Sprachnachrichten

Die Strafkläger haben der Polizei zwei Sprachnachrichten eingereicht, die auf die 
Combox des Diensthandys des Betreibungsamts gesprochen worden waren 
(pag. 3 und pag. 48). Der Beschuldigte brachte anlässlich der polizeilichen Einver-
nahme vom 20. Juni 2022 und der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. No-
vember 2022 sinngemäss vor, die Sprachnachrichten auf der Combox seien nicht 
verwertbar (pag. 41 Z. 35 ff. und pag. 110 Z. 32 f.). 

Sammeln Private ohne Wissen der Behörden Beweismittel, so kann unterschieden 
werden, ob sich der Private bei der Erlangung des infrage stehenden Beweises 
rechtmässig oder aber rechtswidrig verhalten hat. Im erstgenannten Fall sind die 
Beweismittel grundsätzlich verwertbar (BGE 147 IV 16 E. 1.2; Urteile des Bundes-
gerichts 6B_1133/2021 vom 1. Februar 2023 E. 2.3.2; 6B_1362/2020 vom 20. Juni 
2022 E. 14.4.2; 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 1.2; 6B_741/2019 vom 
21. August 2019 E. 5.2; IANIERI/WOHLERS, Verwertbarkeit von durch Private zu 
Überwachungszwecken erstellten Videoaufzeichnungen – Besprechung von BGer, 
Urteil vom 1.2.2023, 6B_1133/2023, in: forumpoenale 1/2024, S. 63). 

Vorliegend stellen die zwei Sprachnachrichten auf der Combox des Diensthandys 
des Betreibungsamts sachliche Beweismittel dar, welche im Sinne von Art. 139 
Abs. 1 StPO zur Wahrheitsfindung geeignet sind. Die Sprachnachrichten wurden 
sodann vom Beschuldigten selbst willentlich hergestellt und mit seinem Wissen und 
Einverständnis aufgezeichnet bzw. auf der Combox des Diensthandys des Betrei-
bungsamts abgespeichert und für den Empfänger hinterlegt (zur Frage der Täter-
schaft vgl. Ziff. 10 ff. hiernach). Damit handelt es sich um einen rechtmässig erlang-
ten Beweis, der ohne weiteres verwertbar ist.

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Hinsichtlich der allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 134 ff.). 

8. Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss Strafbefehl vom 29. Juli 2022 (pag. 53 f.), welcher 
als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), vorgeworfen, am 8. Mai 2022, in der 
Zeit von 07:05 bis 08:04 Uhr in D.________ Betreibungsamt E.________ 
(nachfolgend: Betreibungsamt), dem Strafkläger und der Strafklägerin mittels 
Sprachnachricht auf das Diensthandy des Betreibungsamts mit folgenden Worten 
gedroht zu haben: 

B.________, C.________, seid verflucht, seid verflucht von diesem Muttertag, seid verflucht, ab jetzt 
begleitet euch der sichere Tod bis ans Lebensende, das schneller als euch lieb ist. Seid verflucht, so 

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verflucht, diese Aufnahmen sind aufgenommen worden, ihr werdet verfolgt von Interpol, weltweit, ihr 
seid verflucht, verflucht, alles Mögliche erdenklich Wüste, verflucht ihr seid so etwas von verflucht. 

und

C.________, B.________, werden via Interpol gesucht. Unterlassene Hilfeleistung, Anstiftung zum 
Mord. Ein kantonales Telefonnummer Combox verwendet, für willkürliche Bedrohung, Einziehung von 
Geldern, Mietkaution, Feriengeld, Anstiftung zum Mord, versuchter Mord, das auf Kosten des Kantons 
Bern. Sie werden straffolglich verfolgt via Staatsanwaltschaft, via Interpol. Sie fordern eine 
Unterstützung einer Person von 14 Jahren. Es ist eine Genugtuung vorgesehen von CHF 150’000.00. 
Sie machen es sich bequem und ruhen sich aus auf Arbeit schaffender Schweizerbürger, sprich 
Eidgenossen. Sie sind angeklagt, kantonal wie international, wie national. Werden polizeilich gesucht. 
Dieses Telefongespräch wird aufgezeichnet der I.________ und der Eidgenossenschaft.

Durch diese Nachricht seien der Strafkläger und die Strafklägerin in Angst und 
Schrecken versetzt worden.

9. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete nach Würdigung sämtlicher Beweismittel den Sachverhalt 
gemäss Strafbefehl vom 29. Juli 2022 als erstellt (vgl. S. 11 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 140). Beweiswürdigend erwog sie was folgt (S. 10 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 139 f.):

Die Aussagen der Strafkläger sind stimmig, konstant, klar und frei von Widersprüchen. Sie sind in sich 
logisch, konsistent und von Dokumenten untermauert. Sie stimmen überein mit dem UmaK-Protokoll 
und den gespeicherten Sprachnachrichten. Es ist keine Aggravation in den Aussagen der Strafkläger 
erkennbar. Sie belasten den Beschuldigten nicht über Gebühr, bspw. sei der Strafkläger immer gut 
mit dem Beschuldigten ausgekommen. Ebenfalls beschreiben beide Strafkläger, dass der Beschuldig-
te zwar durch sein impulsives Verhalten aufgefallen sei, sie aber nie mit einer solchen Überreaktion 
gerechnet hätten. Die Strafklägerin schildert Gefühle und gesteht Erinnerungslücken ein, sie könne 
nicht mehr den ganzen Nachrichtenverlauf wiedergeben. Die Strafkläger ist angesichts ihrer Arbeit als 
Betreibungsbeamtin nicht überempfindlich, sie wisse, dass man als Betreibungsbeamtin nicht gerne 
gesehen sei. Weniger die Aussage, dass der sichere Tod sie bis ans Lebensende begleite, habe 
beängstigt, sondern vielmehr, dass der Tod schneller käme als ihnen lieb sei. Die Aussagen passen 
zeitlich und inhaltlich zwanglos zu den objektiven Beweisen. Zusammenfassend stehen einer Vielzahl 
von Realkennzeichen praktisch keine Lügensignale gegenüber. Ein Motiv zur Falschaussage ist 
ebenfalls keines ersichtlich.

Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten karg, strukturlos, widersprüchlich und vielerorts 
verwirrend. Meinte er bei der polizeilichen Einvernahme zunächst, das Datum der Anrufe bzw. Nach-
richten stimme nicht, er habe alles auf seinem Handy hinterlegt, behauptete er später, die Sprach-
nachrichten nicht verschickt zu haben resp. es würden gar keine Sprachnachrichten existieren. Er be-
richtete bruchstückhaft und verweigerte in der Hauptverhandlung indirekt mehrheitlich die Aussage. 
Insgesamt sieht er die Schuld bei den Strafklägern und lanciert einen Gegenangriff. Er sei von den 
Strafklägern bedroht worden. Das Betreibungsamt müsse die Strafklägerin zurückpfeifen. Ein Motiv 
zur Falschaussage ist angesichts der drohenden Verurteilung evident. Insgesamt erachtet das Gericht 
die Aussagen des Beschuldigten als unglaubwürdig.

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10. Beweiswürdigung der Kammer 

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel und die Aussagen der befragten 
Personen nach Ansicht der Kammer zutreffend gewürdigt, weshalb vorab darauf 
verwiesen werden kann. Ergänzend und teilweise als Wiederholung ist das Fol-
gende festzuhalten:

10.1 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel finden sich der Anzeigerapport vom 27. Juni 2022 
(pag. 1 ff.), das Gesuch des Betreibungsamts vom 19. Mai 2022 um polizeiliche Hil-
fe bei Widerstand des Schuldners (pag. 13 und pag. 29), die Ereignisprotokolle 
Umgang mit aggressivem Kundenverhalten (nachfolgend: Ereignisprotokoll UmaK) 
vom 19. Mai 2022 (pag. 15 ff. und pag. 31 ff.) und die beiden Combox-Nachrichten, 
welche am 8. Mai 2022 auf die Combox des Diensthandys des Betreibungsamts 
gesprochen wurden (pag. 48), in den Akten.

Gemäss dem Anzeigerapport und dem Ereignisprotokoll UmaK hat der Beschuldig-
te am 8. Mai 2022 zwei Combox-Nachrichten auf die Combox des Diensthandys 
des Betreibungsamtes gesprochen (pag. 2, pag. 15 f. und pag. 31 f.). Den Sprach-
nachrichten kann entnommen werden, dass diese mit der Absendenummer 
.________ hinterlassen wurden. Die Handynummer des Absenders konnte gemäss 
Anzeigerapport dem Beschuldigten zugeordnet werden (pag. 3 und pag. 48). Hin-
weise, wonach die Sprachnachrichten gefälscht oder die Telefonnummer oder das 
Telefon des Beschuldigten von einer anderen Person missbräuchlich verwendet 
worden wären, finden sich keine. 

Der Strafkläger und die Strafklägerin haben die Sprachnachrichten intern gemeldet 
und ein Ereignisprotokoll UmaK ausgefüllt (pag. 15 ff. und pag. 31 ff.). Diesem lässt 
sich entnehmen, dass der letzte Pfändungsvollzug aufgrund diverser Vorkommnis-
se bereits auf dem Polizeiposten stattgefunden hat. Der Beschuldigte sei bekannt 
für verbale Entgleisungen (laut und polternd) am Schalter und Telefonterror. Der 
Beschuldigte habe sich bei vorgängigen Pfändungsvollzügen nicht kooperativ ge-
zeigt und der Vollzug gestalte sich immer schwierig und zeitaufwendig. Sein Unmut 
habe sich bisher gegen die Ämter und den Kanton, nicht gegen Amtspersonen, ge-
richtet (pag. 16). Zudem wurde um polizeiliche Unterstützung beim Revisions- und 
Pfändungsvollzug ersucht (pag. 13 und pag. 29).

10.2 Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen des Strafklägers an-
lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juni 2022 (pag. 5 ff.) und der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 8. November 2022 (pag. 113 f.), die Aussagen 
der Strafklägerin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 30. Mai 2022 
(pag. 21 ff.) und der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. November 2022 
(pag. 115 f.) sowie die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der polizeilichen 
Einvernahme vom 20. Juni 2022 (pag. 39 ff.), der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme vom 6. September 2022 (pag. 71 ff.), der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 25. Januar 2023 (pag. 110 ff.) und der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 12. Dezember 2023 (pag. 232 ff.) vor. 

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10.2.1 Aussagen des Strafklägers 

Der Strafkläger sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 1. Juni 2022 
aus, dass er als Mitarbeiter des Aussendiensts des Betreibungsamts für den Be-
schuldigten zuständig sei. Er habe auch bereits persönlich beruflichen Kontakt mit 
dem Beschuldigten gehabt (pag. 9 Z. 85 ff.). Der Strafkläger gab an, dass er die 
Sprachnachrichten auf dem Anrufbeantworter am 9. Mai 2022 abgehört und diese 
anschliessend der Strafklägerin weitergeleitet habe (pag. 7 Z. 26 ff.).

Der Strafkläger konnte sodann nachvollziehbar erklären, weshalb er wisse, dass es 
sich beim Absender der Nachrichten um den Beschuldigten handelt. So gab er an, 
dass er die Telefonnummer des Beschuldigten auf seinem Diensthandy abgespei-
chert habe, weshalb der Name des Beschuldigten auf seinem Handy angezeigt 
worden sei (pag. 7 Z. 31 ff.). Der Beschuldigte habe aufgrund der Pfändungsvorla-
dung, die dieser eine Woche zuvor erhalten habe, über seine Kontaktdaten bzw. 
über die Nummer seines Diensthandys verfügt (pag. 9 Z. 82 f.). Als mutmasslichen 
Grund, weshalb der Beschuldigte die Sprachnachricht an ihn verfasst habe, nannte 
er die Pfändungsvorladung (pag. 9 Z. 80 ff.).

Der Strafkläger schilderte ferner glaubhaft, wie die Sprachnachrichten bei ihm Un-
sicherheit und ein mulmiges Gefühl ausgelöst hätten (pag. 9 Z. 97 f., pag. 113 
Z. 27 und pag. 113 Z. 32 f.). Dies insbesondere, da die Nachrichten spezifisch an 
seine Person gerichtet gewesen seien (pag. 7 Z. 49 f. und pag. 113 Z. 37 f.). Ein 
Problem habe er insbesondere mit der Aussage, dass der Tod jetzt schneller käme 
und er dem Tod ins Auge schauen würde (pag. 7 Z. 47 ff.). Er traue es dem Be-
schuldigten zu, dass er seine Drohung in die Tat umsetze. Der Beschuldigte er-
scheine ihm sehr unberechenbar. Man sage ja zwar meistens, «Hunde die bellen 
beissen nicht», aber man wisse ja nie, wann das Fass überlaufe und dann tatsäch-
lich etwas passiere (pag. 9 Z. 100 ff.). Beim Pfändungsvollzug am 24. Mai 2022 
habe er erneut Kontakt mit dem Beschuldigten gehabt (pag. 11 Z. 117). Er habe 
das Gefühl gehabt, dass der Beschuldigte sehr angespannt gewesen sei. Ihm sei 
es nicht wirklich wohl dabei gewesen. Sie hätten zum Glück eine Glasscheibe da-
zwischen gehabt (pag. 11 Z. 124 f.).

Dass der Strafkläger den Beschuldigten in seinen Aussagen nicht über Gebühr be-
lastete, spricht für die Glaubhaftigkeit seiner Angaben. So gab der Strafkläger zu 
Protokoll, sie hätten immer gut miteinander gekonnt. Diese Reaktion sei für ihn jetzt 
von 0 auf 100 (pag. 9 Z. 87 f.). Der Beschuldigte sei zuvor gegenüber ihm persön-
lich nie verbal ausfällig geworden (pag. 9 Z. 90 ff.). Auch gab der Strafkläger an, 
dass er bisher gedacht habe, dass er – obwohl er den Beschuldigten als «aufbrau-
send und temperamentvoll» kenne – diesen habe «händeln» können (pag. 113 
Z. 36 f.). Weiter schilderte er seine damalige Gefühlslage (pag. 9 Z. 97 f., pag. 11 
Z. 124 f., pag. 113 Z. 32 f. und pag. 113 Z. 37) und gab Erinnerungslücken zu 
(pag. 7 Z. 51), was ebenfalls für die Wiedergabe von Selbsterlebtem spricht.

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten die Aussagen des Strafklägers als 
durchwegs glaubhaft, weshalb auf diesen abgestellt werden kann.

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10.2.2 Aussagen der Strafklägerin

Auch die Strafklägerin kennt den Beschuldigten nach eigenen Angaben, da sie für 
ihn im Innendienst verantwortlich sei. Sie sei mit ihm telefonisch aber auch persön-
lich bereits in Kontakt gestanden (pag. 23 Z. 49 ff.).

Die Strafklägerin gab weiter an, dass sie am Montag vom Strafkläger über die bei-
den Comboxnachrichten informiert worden sei (pag. 23 Z. 26 ff.). Sie zeigte sich 
ebenfalls überzeugt, dass es sich beim Absender der Nachrichten um den Be-
schuldigten handelt und begründete dies nachvollziehbar damit, den Beschuldigten 
zu kennen und ihn an seiner Stimme erkannt zu haben (pag. 23 Z. 44). Sie habe 
gewusst, dass er laut, impulsiv und temperamentvoll werde, und er sei auch bereits 
verbal ausfällig geworden (pag. 25 Z. 87 f. und pag. 115 Z. 29 f.). 

Sodann schilderte auch die Strafklägerin glaubhaft, wie der Beschuldigte sie mit 
den Sprachnachrichten verunsichert und beunruhigt habe. Gestört habe sie insbe-
sondere der Wortlaut der Nachricht, in welcher der Beschuldigte ausgeführt habe, 
dass der Tod sie begleiten werde (pag. 23 Z. 30 f.). Sie habe zuerst gedacht, dies 
sei typisch. Dann habe sie aber gedacht, das gehe jetzt zu weit, das empfinde sie 
als Drohung. Sie wisse, dass sie als Betreibungsbeamtin nicht gern gesehen sei 
beim Beschuldigten. Eine solche Drohung lasse sie sich aber nicht gefallen. Sie 
habe den Beschuldigten am 25. Oktober 2021 das letzte Mal gesehen oder gehört. 
Dies zeige ihr, dass sie ihm in schlechter Erinnerung geblieben sei und er dies gut 
überlegt habe, als er die Nachricht verfasst habe (pag. 23 Z. 28 ff.). Sie fühle sich 
jetzt noch nicht wohl. Es sei etwas, was zu weit gehe (pag. 115 Z. 27 ff. und 
pag. 115 Z. 34 ff.). Die Strafklägerin bejahte zudem, dass sie Angst habe, dass der 
Beschuldigte seine Drohung ernst meine, und fügte an, dass sie dies nicht ganz 
wegstecken könne. Eine gewisse Unsicherheit sei da (pag. 25 Z. 98 f.). 

Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Strafklägerin spricht ferner, dass auch sie 
Erinnerungslücken eingestand (pag. 23 Z. 56 f.) und ihre damalige Gefühlslage 
schilderte (pag. 25 Z. 92 ff., pag. 25 Z. 96 ff., pag. 115 Z. 23 f. und pag. 115 
Z. 34 f.). Weiter belastete sie den Beschuldigten nicht über Gebühr und betonte et-
wa, dass er zwar bereits verbal gegenüber ihr ausfällig geworden sei, aber bis an-
hin ohne Drohung. Er sei laut und sehr tobend, das habe sie aber nie als Drohung 
empfunden (pag. 25 Z. 87 ff.). Auch gab sie an, des Öfteren mit Personen wie dem 
Beschuldigten konfrontiert zu sein. Dies sei für sie aber auch kein Problem, dies sei 
halt einfach so (pag. 25 Z. 106 ff.).

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten die Aussagen der Strafklägerin ebenfalls 
als durchwegs glaubhaft, weshalb auch auf diesen abgestellt werden kann.

10.2.3 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde am 20. Juni 2022 polizeilich befragt. Weitere Einvernah-
men folgten am 6. September 2022 durch die Staatsanwaltschaft und im Rahmen 
der erst- und oberinstanzlichen Hauptverhandlungen am 8. November 2022 und 
12. Dezember 2023 durch das Gericht. 

Am 20. Juni 2022 sagte der Beschuldigte auf Frage, was er zu den Sprachnach-
richten vom 8. Mai 2022 auf dem Anrufbeantworter auf dem Diensthandy des Be-

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treibungsamts wisse, aus, dass dies falsch sei. Das Datum der Sprachnachrichten 
sei nicht der 8. Mai 2022 gewesen. Er habe alles auf seinem Handy hinterlegt 
(pag. 41 Z. 26 ff.). Auf unmittelbare Nachfrage, wann die Sprachnachrichten ver-
fasst worden seien, sagte er aus, dies nicht zu wissen, und stellte stattdessen die 
Frage in den Raum, ob diese überhaupt verfasst worden seien (pag. 41 Z. 32 f.). 
Es sei eine Unterstellung, dass er sowas getan habe. Dies nenne man Verleum-
dung (pag. 41 Z. 43 f.). Zudem erklärte der Beschuldigte auf Vorhalt des Wortlauts 
der ersten Comboxnachricht, dass ihm dies nichts sage (pag. 41 f. Z. 57 ff.). An-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 6. September 2022 
bestätigt er seine bei der Polizei gemachten Aussagen (pag. 73 Z. 35 f.). Weiter 
gab er auf Frage, ob er die ihm vorgeworfenen Nachrichten gesendet habe, an, 
dass er «gar nichts» geschickt habe (pag. 75 Z. 57 f.). Anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung sagte er erneut aus, keine Kenntnis von den Sprachnach-
richten auf dem Diensthandy des Betreibungsamts zu haben (pag. 110 Z. 27 ff.), 
und machte geltend, dass diese Nachrichten «inexistent» seien (pag. 110 Z. 40 
und pag. 111 Z. 10). Im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gab er 
auf Frage, ob er die Sprachnachrichten gesprochen habe, im Wesentlichen an, sich 
dazu nicht äussern zu wollen (pag. 237 Z. 7 ff.).

Die Aussagen des Beschuldigten sind, wie bereits von der Vorinstanz festgestellt, 
wenig glaubhaft und widersprüchlich. So stritt er zwar ab, der Absender der fragli-
chen Sprachnachrichten zu sein (pag. 41 Z. 43 f., pag. 41 f. Z. 57 ff., pag. 75 Z. 57 
und pag. 110 Z. 29) und stellte gar deren Existenz in Frage (pag. 41 Z. 32 f und 
pag. 110 Z. 39 f.). Gleichzeitig behauptete er, die Sprachnachrichten auf seinem 
Handy gespeichert zu haben, und bezeichnete das von der Polizei genannte Erstel-
lungsdatum als falsch (pag. 41 Z. 26 ff.). Auf Nachfrage, wann die Comboxnach-
richten seiner Meinung nach denn verfasst worden seien, gab er nun an, dass er 
dies nicht wisse, und stellte stattdessen die Frage in den Raum, ob die Nachrichten 
überhaupt verfasst worden seien (pag. 41 Z. 32 f.). Auf Frage, weshalb er die 
Nachrichten verschickt habe, gab er wiederum an, dass dies «auf Gegenseitigkeit» 
beruhe (pag. 45 Z. 129 und pag. 73 Z. 36). Mit der Benennung eines solchen Be-
weggrunds bestätigte er indirekt, der Absender der Nachrichten zu sein. 

Es fällt zudem auf, dass der Beschuldigte auf kritische Fragen häufig mit Gegenan-
griffen und Beleidigungen reagierte. So bezichtigte der Beschuldigte beispielsweise 
die Mitarbeiter des Betreibungsamts, darunter auch die Strafkläger, ihn im Rahmen 
eines Pfändungsvollzugs bedroht zu haben (pag. 43 Z. 80 ff., pag. 73 Z. 50 f. und 
pag. 237 Z. 32 f.), und machte geltend, dass sich die Strafkläger schuldig gemacht 
hätten (pag. 236 Z. 4 f.). Er gab ferner an, dass die Strafklägerin ihn fälschlicher-
weise bezichtigt habe, Steine gegen das Schalterfenster des Betreibungsamts ge-
worfen zu haben, und dass das Betreibungsamt sie schon lange hätte «zurückpfei-
fen» sollen (pag. 45 Z. 143 f.). Zudem richtete er seinen Gegenangriff auf den 
Strafkläger als Person und führte aus, dieser mache einen «dicken Hals» und sei 
«niveaulos» (pag. 75 Z. 63 ff.). 

Dazu ins Bild passt, dass der Beschuldigte im Rahmen des erst- und oberinstanzli-
chen Verfahrens mehrmals ausfällig wurde (vgl. u.a. pag. 88: «Als ich A.________ 
zurückrufe, ist er sehr aufgebracht und regt sich über den ganzen Kanton Bern auf. 

10

Er ist auch verärgert über F.________. Weiter sagte er, dass es noch mehr Tote 
geben werde. [...] extrem unfreundlich, ärgert sich über alle vom Kanton Bern und 
hört nicht zu»; pag. 106: «Herr A.________ ist unfreundlich und bezichtigt mich [die 
Gerichtspräsidentin] diverser Sachen»; pag. 110 Z. 32 ff.: «Es ist ein Armutszeug-
nis, dass ich als Laie dies Ihnen als Gerichtspräsidentin erklären muss.»; pag. 218: 
«daraufhin teilte er mir mit, dass ich schwach, nicht fähig sowie mir wohl nicht be-
wusst sei, wer meinen Lohn zahle».) und auf Fragen oft nur mit angriffigen Gegen-
fragen antwortete (vgl. u.a. pag. 41 Z. 32 f.: «wurden diese überhaupt verfasst?»; 
pag. 75 Z. 57 ff.: «Wurde irgendwo mitgeteilt, dass etwas aufgenommen wurde? 
Haben sie etwas Schriftliches?»; pag. 75 Z. 67 ff.: «Ist es rechtens? Sie haben ein 
jus-Studium. Muss ich sie als Laie noch darauf hinweisen was rechtens ist und was 
nicht?»; pag. 110 Z. 31 ff.: «was darf gesetzlich verwendet werden und was nicht? 
Es ist ein Armutszeugnis, dass ich als Laie dies Ihnen als Gerichtspräsidentin er-
klären muss»; pag. 233 Z. 19: «Einleitend, wie schreibt sich mein Nachname?»; 
pag. 238 Z. 18 f.: «Soll ich Ihnen jetzt noch vorlesen, was im Gesetz steht?»; 
pag. 238 Z. 23: Sie weichen aus, dass sind Sie sich schon bewusst oder?»). Die 
Aussagen des Beschuldigten sind denn auch geprägt von Anschuldigungen ge-
genüber den Strafverfolgungsbehörden und Bemerkungen, mit denen er auf an-
gebliche Ungereimtheiten in der Ermittlungstätigkeit hinweist (vgl. u.a. pag. 232 Z. 
40 f.: «Schauen Sie, letzten Endes kann man jede Person zum Einknicken bringen. 
Die Staatsanwaltschaft Thun hat das ja bereits versucht, und es ist ihr ganz arg 
misslungen»; pag. 235 Z. 18 ff.: «Ich ergänze, wenn man jemanden fertig machen 
will – verschiedene Instanzen haben das bereits versucht – dann wird das auch 
hier gelingen. Man wird sämtliche Gesetzeslagen ausblenden»; pag. 236 Z. 44: 
«Gewisse Instanzen/Konstrukte haben versucht, Druck auszuüben»; pag. 237 Z. 2 
ff.: «Gewisse Instanzen haben hochgradiges Fehlverhalten an den Tag gelegt und 
haben hochgradig Gesetzesbestimmungen umgangen»; pag. 237 Z. 35 f.: «Jeden, 
ob Klägerschaft oder angeklagte Person, versucht man zum Einknicken zu brin-
gen»). Über sämtliche Einvernahmen hinweg ist dem Beschuldigten ein schnippi-
sches und wenig kooperatives Aussageverhalten zu attestieren, welches insgesamt 
wenig zur Erhellung des Sachverhalts beiträgt (vgl. u.a. pag. 41 Z. 18: «Bis auf das 
Sterben, muss ich gar nichts»; pag. 41 Z. 38 f.: «Ich brauche gar nichts zu sagen. 
Falls dies so sein sollte, ist ihnen bewusst, dass dies so nicht verwendet werden 
kann. Sie sind machtlos»; pag. 75 Z. 63 ff.: «Ich habe Kontakt mit Leuten des VBS 
und fedpol dann kommt einer mit dieser Persönlichkeit daher, welcher meint er 
müsse einen dicken Hals machen und niveaulos sein»). 

Nach dem Gesagten sind die Aussagen des Beschuldigten wenig glaubhaft und 
tragen lediglich insoweit zur Erhellung des Sachverhalts bei, als sie das Verhalten 
des Beschuldigten gegenüber Behörden und deren Mitglieder illustrieren.

11. Gesamtwürdigung

Bei einer Gesamtwürdigung der Beweismittel spricht alles dafür, dass es sich beim 
Absender der Sprachnachrichten um den Beschuldigten handelt: Die Telefonnum-
mer des Absenders lässt sich dem Telefon des Beschuldigten zuordnen (Tel. Nr. 
________; pag. 3 und pag. 48), der aufgrund der Pfändungsvorladung über die 
Kontaktdaten des Strafklägers bzw. über die Nummer des Diensthandys verfügte 

11

(pag. 9 Z. 82 f.). Hinweise dafür, dass das Telefon oder die Telefonnummer des 
Beschuldigten von einer Drittperson, die zugleich über die Kontaktdaten verfügt 
haben müsste, missbräuchlich verwendet worden wäre, finden sich keine. Wie die 
Vorinstanz konnte auch die Kammer anlässlich der mündlichen Verhandlung einen 
guten Eindruck von der Stimme des Beschuldigten gewinnen und feststellen, dass 
diese zur Stimme auf der Combox passt, zumal der Beschuldigte in der Verhand-
lung wie die Person auf der Combox einen sehr spezifischen, individuellen Sprach-
stil und -gebrauch zeigte. Damit einhergehend sagten auch die Strafkläger aus, 
dass der Beschuldigte der Absender der Sprachnachrichten sei. So gab der Straf-
kläger an, die Telefonnummer des Beschuldigten auf dem Diensthandy abgespei-
chert gehabt zu haben, weshalb er diese erkannt habe (pag. 7 Z. 31 ff.). Die Straf-
klägerin hat wiederum die Stimme des Beschuldigten erkannt (pag. 23 Z. 42 ff.). 
Beide Strafkläger hatten als Mitarbeitende des Betreibungsamts persönlich mit dem 
Beschuldigten zu tun (pag. 7 Z. 37 f.), d.h. der Beschuldigte kannte die Strafkläger 
persönlich und war – nach eigenen Angaben – über ihre Arbeit wenig erfreut (vgl. 
u.a. pag. 43 Z. 78 ff., pag. 45 Z.127 ff., pag. 45 Z. 143 f. und pag. 75 Z. 61 ff.). 
Auch die Kammer konnte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung einen per-
sönlichen Eindruck des Beschuldigten und seiner aufbrausenden Art gewinnen. Es 
handelt sich beim Beschuldigten um eine Person, die sich rasch stark enerviert, 
das Gegenüber kaum ausreden lässt und verbal angreift (vgl. Protokoll der oberin-
stanzlichen Verhandlung, pag. 232 ff.). Dieser Eindruck findet sich in den Aus-
führungen im Ereignisprotokoll UmaK bestätigt, wonach der letzte Pfändungsvoll-
zug beim Beschuldigten aufgrund diverser Vorkommnisse bereits auf der Polizei-
wache in D.________ stattgefunden hat und der Beschuldigte für verbale Entglei-
sungen am Schalter und Telefonterror bekannt sei (pag. 15 ff. und pag. 31 ff.). Die 
Strafklägerin beschrieb den Beschuldigten als «sehr laut» und «tobend» (pag. 25 
Z. 87 f.) sowie «impulsiv» und «temperamentvoll» (pag. 115 Z. 29 f.). Zur Art und 
zum Inhalt der Sprachnachrichten passt schliesslich das schnippische und wenig 
kooperative Aussageverhalten des Beschuldigten gegenüber der Polizei, der 
Staatsanwaltschaft und der Gerichte (vgl. u.a. pag. 41 Z. 18, pag. 41 Z. 38 f., 
pag. 75 Z. 63 ff. und pag. 235 Z. 8) sowie sein generelles, ausfälliges Verhalten im 
Umgang mit Behörden (vgl. u.a. pag. 88, pag. 106, pag. 110 Z. 32 ff., pag. 238 
Z. 18 f. und pag. 218). Aufgrund dieser Beweislage erachtet es die Kammer zwei-
felsfrei als erstellt, dass der Beschuldigte der Urheber der Sprachnachrichten ist 
und diese am 8. Mai 2022 auf das Diensthandy des Betreibungsamts gesprochen 
hat.

Ferner kann aufgrund der glaubhaften Aussagen der Strafkläger als erstellt gelten, 
dass die Sprachnachrichten beim Strafkläger und der Strafklägerin ein ungutes Ge-
fühl ausgelöst haben. So gab der Strafkläger an, dass die Sprachnachrichten auf 
dem Anrufbeantworter bei ihm eine starke Verunsicherung und ein ungutes, mul-
miges Gefühl ausgelöst hätten (vgl. Ziff. 10.2.1 hiervor). Auch die Strafklägerin 
schilderte glaubhaft, wie der Beschuldigte sie mit den Nachrichten verunsichert und 
beunruhigt habe (vgl. Ziff. 10.2.2 hiervor.). Sowohl der Strafkläger als auch die 
Strafklägerin berichteten übereinstimmend, dass das bei ihnen ausgelöste mulmige 
Gefühl hauptsächlich durch die Nachricht mit der Aussage, dass der Tod schneller 
käme, als ihnen lieb sei, sowie aufgrund der expliziten persönlichen Adressierung 

12

ausgelöst worden sei (pag. 7 Z. 47 ff., pag. 23 Z. 30 f. und pag. 113 Z. 36 ff.). Sie 
gaben beide an, Angst davor zu haben, dass der Beschuldigte seine Drohung ernst 
meine (pag. 9 Z. 100 ff. und pag. 25 Z. 96 ff.). Aufgrund ihres Wissens über das 
frühere Verhalten des Beschuldigten und seine impulsive, unberechenbare Art so-
wie die direkte persönliche Ansprache ist diese Reaktion der Strafkläger verständ-
lich. Dass die Sprachnachrichten und namentlich die Aussage betreffend den frü-
heren Tod bei den Strafklägern Angst ausgelöst haben, kommt auch darin zum 
Ausdruck, dass die Strafkläger, obwohl sie als langjährige Mitarbeiter des Betrei-
bungsamts wütende und aufbrausende Kunden gewohnt sind (vgl. pag. 9 Z. 75 ff. 
und pag. 25 Z. 106 ff.), diesen Vorfall intern via Ereignisprotokoll UmaK meldeten 
(pag. 15 ff. und pag. 31 ff.) und um polizeiliche Unterstützung beim Revisions- und 
Pfändungsvollzug ersuchten (pag. 13 und pag. 29).

12. Massgeblicher Sachverhalt

Im Ergebnis erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 29. Juli 
2022 als erstellt, wonach der Beschuldigte am 8. Mai 2022 die im Strafbefehl wie-
dergegebenen Sprachnachrichten auf den Anrufbeantworter des Diensthandys des 
Betreibungsamts sprach und das Abhören der Sprachnachrichten bei den Strafklä-
gern Angst auslöste, wobei sie insbesondere die Aussage, dass der Tod schneller 
käme, als ihnen lieb sei, verängstigte und beunruhigte. Die Strafkläger meldeten 
daraufhin den Vorfall intern via Ereignisprotokoll UmaK und ersuchten um polizeili-
che Unterstützung beim Revisions- und Pfändungsvollzug. 

III. Rechtliche Würdigung

13. Theoretische Grundlagen 

Eine Drohung nach Art. 180 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; 
SR 311.0) begeht, wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst 
versetzt.

Betreffend die theoretischen Ausführungen zum Tatbestand der Drohung kann vor-
ab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 12 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 141). 

Der Tatbestand der Drohung ist ein Antragsdelikt. Art. 180 Abs. 1 StGB stellt 
schwerwiegende Angriffe unter Strafe, die in der Psyche des Opfers Schrecken 
oder Angst erzeugen (sollen). In der modernen Terminologie würde man den ver-
pönten Angriff als «gezielten Psychoterror» bezeichnen. Geschützt wird somit ein 
Mass an innerer Freiheit, dass jeder Person die freie Entfaltung bzw. Bewahrung 
ihres psychischen Gleichgewichts garantieren soll. Damit trägt der Tatbestand dem 
Grundbedürfnis jedes Menschen Rechnung, in (innerem) Frieden zu leben und sich 
in der Gemeinschaft sicher zu fühlen. Der Tatbestand schützt damit auch das Si-
cherheitsgefühl einer Person vor massiver Erschütterung durch einen anderen. Die 
Grenze des Erlaubten wird überschritten, wenn der Bedrohte in seinem Sicher-
heitsgefühl erheblich verletzt wird durch einen wirksamen Angriff, den er sich nicht 
gefallen zu lassen braucht (DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar StGB/JStG, 4. 
Aufl. 2019, N. 5 f. zu Art. 180 StGB).

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Die Drohung mit einer strafbaren Handlung beinhaltet oft einen schweren Angriff 
auf das Sicherheitsgefühl einer Person. Eine Drohung mit der Verübung eines Ver-
gehens oder Verbrechens gegen individuelle Rechtsgüter wie Leib und Leben, Eh-
re, Vermögen, Freiheit, Geheimsphäre, Drohung mit einer falschen Anschuldigung 
etc. bezweckt häufig, das Opfer in Schrecken oder Angst zu versetzen, weil das 
angedrohte Verhalten schwere Nachteile in Aussicht stellt (DELNON/RÜDY, a.a.O., 
N. 26 zu Art. 180 StGB).

Unwesentlich ist, ob der Drohende seine Drohung ernst meint, ob er zur Verwirkli-
chung des angedrohten Übels überhaupt in der Lage wäre oder ob er sich zur Dro-
hung sonst wie einer Täuschung bedient. Entscheidend ist, dass die Drohung als 
ernst gemeint in Erscheinung tritt (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 18 zu Art. 180 StGB). 

Bei der Beurteilung, ob eine Drohung geeignet ist, Furcht hervorzurufen, ist auf die 
gesamten Umstände abzustellen. Dabei ist grundsätzlich ein objektiver Massstab 
anzulegen, wobei in der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen Menschen 
mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen ist (DEL-
NON/RÜDY, a.a.O., N. 20 zu Art. 180 StGB).

14. Erste Sprachnachricht

Der erforderliche Strafantrag wurde sowohl vom Strafkläger als auch von der Straf-
klägerin fristgerecht gestellt (pag. 19 ff. und pag. 35 ff.).

Der Beschuldigte drohte dem Strafkläger und der Strafklägerin im Wesentlichen an, 
dass sie verflucht seien und der sichere Tod sie bis ans Lebensende verfolgen 
werde, und das schneller als ihnen lieb sei (vgl. Ziff. 8 hiervor). Der Beschuldigte 
drohte den Strafklägern damit mit dem Tod bzw. mit dem vorzeitigen Ableben. Es 
handelt sich dabei um eine schwere Drohung, durch die der Strafkläger und die 
Strafklägerin verständlicherweise in Angst versetzt wurden. So sagten der Strafklä-
ger und die Strafklägerin übereinstimmend aus, dass die Drohung des Beschuldig-
ten bei ihnen Angst ausgelöst hat und sie dem Beschuldigten die Umsetzung der 
Drohung zutrauten (vgl. pag. 9 Z. 95 ff. und pag. 25 Z. 92 ff.). Als Grund nannten 
sie insbesondere die persönliche, direkte Ansprache, den Tonfall sowie die ihnen 
bekannte Unberechenbarkeit und Impulsivität des Beschuldigten (vgl. pag. 9 
Z. 109 ff., pag. 23 Z. 30 f., pag. 113 Z. 36 ff. und pag. 115 Z. 28 ff.). Es ist vor die-
sem Hintergrund nachvollziehbar, dass sie diese Todesdrohung ernst nahmen. Die 
Frage, ob der Beschuldigte die Drohung tatsächlich ernst meinte, spielt keine Rolle. 
Massgeblich ist einzig, ob die Drohung für die Empfänger als ernst gemeint in Er-
scheinung trat, was zu bejahen ist. Der objektive Tatbestand der Drohung gemäss 
Art. 180 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt.

Im Kontext seiner Äusserungen musste sich der Beschuldigte zweifellos bewusst 
sein, dass er mit seiner Drohung die von ihm namentlich genannten Strafkläger in 
Angst versetzt, was zugleich sein Ziel war. Damit ist auch der subjektive Tatbe-
stand der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. 

Der Beschuldigte ist folglich der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil 
des Strafklägers und der Strafklägerin schuldig zu erklären. 

14

15. Zweite Sprachnachricht

Der erforderliche Strafantrag wurde sowohl vom Strafkläger als auch von der Straf-
klägerin fristgerecht gestellt (pag. 19 ff. und pag. 35 ff.).

Der Beschuldigte teilte dem Strafkläger und der Strafklägerin in der zweiten 
Sprachnachricht, die zeitlich vor der ersten Sprachnachricht erfolgte, in einem erns-
ten Ton mit, dass sie kantonal, international und national angeklagt seien und straf-
rechtlich von der Staatsanwaltschaft, Interpol und der Polizei verfolgt werden wür-
den, wegen unterlassener Hilfeleistung, Anstiftung zum Mord, versuchtem Mord, 
Bedrohung und Einziehung von Geldern, Mietkaution und Feriengelder. Sie würden 
es sich bequem machen und sich auf der Arbeit schaffender Schweizerbürger aus-
ruhen (vgl. Ziff. 8 hiervor). 

In diesen nur schwer verständlichen und teils zusammenhanglosen Ausführungen 
stellt der Beschuldigte dem Strafkläger und der Strafklägerin kein von ihm abhängig 
erscheinendes, schweres Übel in Aussicht. Die wirren Äusserungen sind zwar äus-
serst unangebracht und irritierend – insbesondere im Zusammenhang mit der ers-
ten Sprachnachricht –, enthalten jedoch für sich alleine betrachtet keine Drohung 
im Sinne von Art 180 Abs. 1 StGB. Die zweite Sprachnachricht erscheint damit ein-
hergehend für sich alleine nicht geeignet, Angst oder Schrecken zu erzeugen. Die 
zweite Sprachnachricht scheint die Strafkläger denn auch nicht übermässig beun-
ruhigt zu haben, sagten beide doch übereinstimmend aus, es sei insbesondere die 
Passage mit dem Tod in der ersten Sprachnachricht gewesen, die bei ihnen Angst 
ausgelöst habe (pag. 7 Z. 47 f. und pag. 23 Z. 30 f.).

Nach dem Gesagten ist betreffend die zweite Sprachnachricht der objektive Tatbe-
stand der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB nicht erfüllt, weshalb der Beschuldig-
te diesbezüglich vom Vorwurf freizusprechen ist.

16. Fazit 

Der Beschuldigte hat sich mit der ersten Sprachnachricht auf dem Anrufbeantwor-
ter des Diensthandys des Betreibungsamts der Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB 
zum Nachteil des Strafklägers und der Strafklägerin schuldig gemacht. Bezüglich 
der zweiten Sprachnachricht auf dem Anrufbeantworter des Diensthandys des Be-
treibungsamts ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Drohung freizusprechen. 

IV. Strafzumessung

17. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. S. 13 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 147 ff.).

18. Strafrahmen und Strafart

Das Gericht bestimmt beim Aussprechen einer Strafe zuerst die Art der Strafe und 
setzt danach das Strafmass fest. Bei der Wahl der Strafart trägt es neben dem 
Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf 

15

die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Ge-
sichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 = Pra 111 [2022] Nr. 17, 
Urteil des Bundesgerichts 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3). Die Geldstrafe 
hat als mildere Sanktion grundsätzlich Vorrang gegenüber der Freiheitsstrafe 
(BGE 144 IV 217 E. 3.6). Im Bereich von Strafen bis zu 180 Strafeinheiten kann 
das Gericht unter den Voraussetzungen von Art. 41 StGB statt auf eine Geldstrafe 
auf eine Freiheitsstrafe erkennen.

Wer sich der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB strafbar macht, wird mit Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der Strafrahmen reicht im 
vorliegenden Fall somit von 3 Tagen (Art. 40 Abs. 1 StGB) bis zu 3 Jahren Frei-
heitsstrafe resp. von drei bis 180 Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB).

Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots ist es der Kammer nicht erlaubt, 
die von der Vorinstanz ausgesprochene Sanktion von insgesamt 60 Tagessätzen 
Geldstrafe zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern. Entsprechend ist die 
Kammer auch an die Wahl der für den Beschuldigten milderen Strafart der Gelds-
trafe gebunden. Es kann demnach bereits vorweggenommen werden, dass für den 
Schuldspruch der Drohung zum Nachteil des Strafklägers und der Strafklägerin ei-
ne Geldstrafe auszusprechen ist. 

19. Tatkomponenten

19.1 Objektive Tatkomponente

19.1.1 Schwere der Verletzung des betroffenen Rechtsguts 

Geschütztes Rechtsgut beim Tatbestand der Drohung ist ein Mass an innerer Frei-
heit, das jeder Person die freie Entfaltung ihrer Psyche garantieren soll. Damit trägt 
der Tatbestand dem Grundbedürfnis jedes Menschen Rechnung im (inneren) Frie-
den zu leben und sich in der Gemeinschaft sicher zu fühlen. Der Tatbestand 
schützt mithin das Sicherheitsgefühl einer Person von einer massiven Erschütte-
rung durch eine andere Person (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 5 zu Art. 180 StGB).

Wie die Vorinstanz orientiert sich auch die Kammer bei der Bestimmung des Tat-
verschuldens mitunter an den Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands 
Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nach-
folgend: VBRS-Richtlinien). Die VBRS-Richtlinien mit Änderungen gültig ab 1. Ja-
nuar 2023 sehen für den Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB ei-
ne Referenzstrafe von 60 Strafeinheiten für folgenden Referenzsachverhalt vor: «In 
einer kriselnden Beziehung droht der Täter der getrenntlebenden Partnerin münd-
lich und/oder per Telefon mit dem Tod. Die Partnerin hat Angst wegen dem zur 
Gewalt neigenden Täter und traut sich kaum mehr auf die Strasse» (S. 49 Ziff. 14 
der VBRS-Richtlinien).

Vorliegend erfolgte die Drohung ebenfalls per Telefon und es wurde ebenfalls mit 
dem Tod gedroht. Der Strafkläger und die Strafklägerin hatten aufgrund dieser 
Sprachnachricht Angst vor dem Beschuldigten und haben sich beim Kontakt mit 
dem Beschuldigten nicht mehr sicher gefühlt. Sie haben den Vorfall intern gemeldet 
und für den darauffolgenden Behördentermin die Polizei hinzugezogen. Dass sie 
sich nicht mehr getraut hätten, auf die Strasse zu gehen, gaben der Strafkläger und 

16

die Strafklägerin nicht an. Die Drohung hat ihre Bewegungsfreiheit somit weniger 
stark tangiert, als beim Referenzsachverhalt. Zudem wurde die Drohung anders als 
im Referenzsachverhalt nicht im Rahmen einer Beziehung ausgesprochen, son-
dern im weiteren Rahmen eines behördlichen Kontakts. Klar erschwerend zu 
berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte seine Drohung an zwei Personen richte-
te. 

19.1.2 Verwerflichkeit des Handelns (Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs)

Betreffend die Art und Weise des Vorgehens ist zwar davon auszugehen, dass die 
Sprachnachricht ohne längere und grössere Planung erfolgte. Der Umstand, dass 
die Strafklägerin mehrere Monate vor der Sprachnachricht das letzte Mal mit dem 
Beschuldigten Kontakt hatte, zeigt jedoch, dass die Drohung aufgrund eines beim 
Beschuldigten bereits längere Zeit bestehenden Grolls gegenüber dem Betrei-
bungsamt und den dortigen Mitarbeitern erfolgte. Dass er die Drohung dabei direkt 
bzw. persönlich an zwei Mitarbeitende des Betreibungsamts richtete, die lediglich 
die ihnen aufgetragenen Arbeiten erledigten, erhöht die Verwerflichkeit des Han-
delns. Insgesamt wirkt sich diese Tatkomponente somit leicht verschuldenser-
höhend aus.

19.2 Subjektive Tatkomponente

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, was tatbestandsimmanent und somit 
neutral zu werten ist. Dasselbe gilt für den Beweggrund: Der Beschuldigte wollte 
die Strafkläger wegen ihm nicht genehmer behördlicher Handlungen in Angst ver-
setzen und einschüchtern. Umstände, die es dem Beschuldigten verunmöglicht 
oder erschwert hätten, die Drohung zu unterlassen und sich rechtskonform zu ver-
halten, sind nicht ersichtlich. Eine Verschuldensminderung unter dem Titel der 
Vermeidbarkeit ist mithin nicht angezeigt.

19.3 Fazit Tatverschulden

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe insgesamt noch als leicht zu bezeichnen. Im Vergleich mit den Empfeh-
lungen der VBRS-Richtlinien und unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände – 
insbesondere der Tatsache, dass die Drohung an zwei Personen gerichtet war – 
erachtet die Kammer eine Strafe von 90 Strafeinheiten als dem Tatverschulden an-
gemessen.

20. Täterkomponenten

20.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten geben – mit 
Ausnahme der teilweise einschlägigen Vorstrafen (vgl. p. 194 ff.) – zu keinen be-
sonderen Bemerkungen Anlass. Hinsichtlich der Vorstrafen ist festzuhalten, dass 
der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt zwei Vorstrafen aufwies, wovon eine einschlä-
gig ist. So wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Re-
gion Oberland, vom ________ wegen Verletzung der Verkehrsregeln und falschen 
Alarms (mehrfache Begehung) zu einer bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 20 
Tagessätzen zu CHF 60.00 und einer Busse von CHF 600.00 und mit Strafbefehl 

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der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, vom ________ wegen 
Drohung und übler Nachrede zu einer bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 40 
Tagessätzen zu CHF 90.00 und einer Busse von CHF 1’200.00 verurteilt (p. 194 
ff.). Der Beschuldigte zeigte sich somit trotz (teils einschlägiger) Vorstrafen nicht 
willens, sich an die geltende Rechtsordnung zu halten, was straferhöhend zu ge-
wichten ist.

20.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Der Beschuldigte zeigte sich bis zuletzt nicht einsichtig hinsichtlich seines Fehlver-
haltens und nicht bereit, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Vielmehr 
sieht er sich als Opfer von Handlungen Dritter bzw. des Vorgehens der Behörden 
(vgl. u.a. pag. 45 Z. 128 ff., pag. 75 Z. 72 ff., pag. 110 Z. 24 f., pag. 232 Z. 40 f., 
pag. 233 Z. 5 ff., pag. 235 Z. 18 ff., pag. 235 Z. 40 ff., pag. 236 Z. 4 ff. und pag. 238 
Z. 30 ff.). Entsprechend kann ihm kein Geständnisrabatt gewährt und auch keine 
Reue oder Einsicht zugutegehalten werden.

Das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren war über weite Strecken re-
spektlos und unkooperativ. So äusserte er sich während seiner Einvernahmen im-
mer wieder schnippisch oder gar beleidigend, beispielsweise mit Sätzen wie: «Bis 
auf Sterben, muss ich gar nichts» (pag. 41 Z. 18), «Ich brauche gar nichts zu sa-
gen. Falls dies so sein sollte, ist ihnen bewusst, dass dies so nicht verwendet wer-
den kann. Sie sind machtlos.» (pag. 41 Z. 38 f.), «Ich habe Kontakt mit Leuten des 
VBS und fedpol dann kommt einer mit dieser Persönlichkeit daher, welcher meint 
er müsse einen dicken Hals machen und niveaulos sein» (pag. 75 Z. 63 ff.), «Ist es 
rechtens? Sie haben eine jus-Studium. Muss ich sie als Laie noch darauf hinweisen 
was rechtens ist und was nicht? Es interessiert mich nicht.» (pag. 75 Z. 70 f.) oder 
«was darf gesetzlich verwendet werden und was nicht? Es ist ein Armutszeugnis, 
dass ich als Laie dies Ihnen als Gerichtspräsidentin erklären muss.» (pag. 110 
Z. 32 ff.). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung verhielt sich der Be-
schuldigte auch gegenüber der Kammer respektlos, fiel dem Vorsitzenden wieder-
holt ins Wort (vgl. Protokoll der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 232 ff.) und 
musste während seiner Einvernahme aufgefordert werden, sich zu mässigen (vgl. 
pag. 236 Z. 22). Auch gegenüber den Gerichtsmitarbeitenden verhielt sich der Be-
schuldigte wiederholt aggressiv und beleidigend (vgl. pag. 88, 106 und pag. 218 f.). 
Dieses Verhalten des Beschuldigten während des Verfahrens, das jeglichen An-
stand missen liess, fällt straferhöhend ins Gewicht.

Während des Berufungsverfahrens kam sodann eine neue rechtskräftige Verurtei-
lung hinzu (vgl. Strafregisterauszug vom 4. Dezember 2022, pag. 194 ff.). So wur-
de der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 
________ wegen fahrlässiger Körperverletzung und Widerhandlung gegen das 
Strassenverkehrsgesetz zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 70.00 
und einer Busse von CHF 100.00 verurteilt. Der Beschuldigte trat somit trotz lau-
fenden Strafverfahrens bereits wieder strafrechtlich in Erscheinung, was sich eben-
falls straferhöhend auswirkt. 

18

20.3 Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit ist beim Beschuldigten nicht auszumachen, 
weshalb dieser Aspekt neutral zu werten ist.

20.4 Fazit Täterkomponente

Nach dem Gesagten ist die Strafe unter Berücksichtigung der Täterkomponenten 
zu erhöhen, wobei mit Blick auf die teils einschlägigen Vorstrafen, die erneute De-
linquenz trotz laufenden Strafverfahrens und sein Verhalten im Strafverfahren eine 
Erhöhung um 20 Strafeinheiten auf total 110 Strafeinheiten angemessen erscheint. 

21. Strafmass

Da die Kammer an das Verschlechterungsverbot gebunden ist und das erstinstanz-
liche Strafmass insofern nicht überschreiten darf, bleibt es bei der von der Vor-
instanz ausgefällten Geldstrafe von 60 Tagessätzen.

22. Tagessatzhöhe

Ein Tagessatz beträgt nach Art. 34 Abs. 2 StGB in der Regel mindestens 
CHF 30.00 und höchstens CHF 3'000.00. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis 
auf CHF 10.00 gesenkt werden. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes 
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 
des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälli-
gen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. 
Ausgangspunkt bildet das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem 
Tag zufliesst. Bei unregelmässigen Einkünften ist auf das durchschnittliche Ein-
kommen abzustellen. Zukünftige Einkommensveränderungen dürfen nur einbezo-
gen werden, wenn sie sicher sind und unmittelbar bevorstehen. Zu berücksichtigen 
sind sowohl Einkommensverbesserungen als auch -verschlechterungen. Einkom-
mensveränderungen nur vorübergehender Art, insbesondere momentane wirt-
schaftliche Engpässe durch kurzfristige Arbeitslosigkeit, bleiben in der Regel aus-
ser Betracht (DOLGE, in: Basler Kommentar StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, N. 54 zu 
Art. 34 StGB). Wenn genauere Angaben zum Einkommen nicht erhältlich sind, na-
mentlich weil der Täter die Aussagen zu seinen Einkommensverhältnissen verwei-
gert oder keine glaubwürdigen Aussagen dazu macht, und die behördliche Aus-
künfte unergiebig sind, ist auf ein hypothetisches Einkommen, dass der Täter auf-
grund seiner beruflichen Ausbildung und Erfahrung sowie seines Gesundheitszu-
standes erzielen könnte, abzustellen (DOLGE, a.a.O., N. 55 zu Art. 34 StGB). 

Zu den aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist angesichts 
des Umstands, dass der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
jegliche Aussage diesbezüglich verweigerte, wenig bekannt (vgl. pag. 234 Z. 4 ff.). 
Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte aus, an-
gestellt zu sein und seine letzten Monatslöhne hätten zwischen CHF 2'500.00 und 
CHF 3'000.00 betragen (pag. 111 Z. 1 ff.). Im Rahmen der Erhebung der wirtschaft-
lichen Verhältnisse am 4. Dezember 2023 gab der Beschuldigte an, derzeit arbeits-
los zu sein und weder Arbeitslosenentschädigung noch Sozialhilfeleistungen zu er-

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halten (pag. 209). Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte ausgebildeter 
G.________ ist (pag. 204), über sämtliche H.________ verfügt (pag. 235 Z. 9 f.), 
die letzten Jahre stets arbeitete (pag. 204 f. und pag. 234 Z. 17 f.) und seine Ar-
beitsstellen nach eigenen Angaben jeweils wechselte, da er die Abwechslung liebt 
(pag. 206 und pag. 111 Z. 3), geht die Kammer bloss von einer kurzfristigen Ar-
beitslosigkeit aus, welche bei der Festsetzung der Tagessatzhöhe ausser Betracht 
zu bleiben hat. Basierend auf den vor der Vorinstanz gemachten Angaben des Be-
schuldigten geht die Kammer von einem monatlichen Einkommen von mindestens 
CHF 2'500.00 aus. Abzüglich eines Pauschalabzugs von 20% ergibt dies einen 
Tagessatz von abgerundet CHF 60.00.

23. Vollzug der Geldstrafe

Hinsichtlich der theoretischen Ausführungen zum bedingten Vollzug nach Art. 42 
Abs. 1 StGB kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 146).

Dem Strafregisterauszug vom 4. Dezember 2023 kann entnommen werden, dass 
der Beschuldigte zwei Vorstrafen aufweist, wovon eine einschlägig ist. Dem Be-
schuldigten wurde bereits mit Strafbefehl vom ________ sowie mit Strafbefehl vom 
________ der bedingte Vollzug gewährt. Die bedingt verhängten Geldstrafen 
scheinen den Beschuldigten nicht beeindruckt zu haben. Auch im Strafverfahren 
zeigte sich der Beschuldigte weder reuig noch einsichtig. Der Beschuldigte suchte 
die Fehler vielmehr bei den anderen (vgl. u.a. pag. 75 Z. 72 ff.) und setzte sich mit 
seinen Verfehlungen nicht auseinander. 

Unter diesen Umständen muss dem Beschuldigten – mit der Vorinstanz (S. 17 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 146) – eine schlechte Prognose gestellt 
werden, weshalb die Strafe unbedingt auszusprechen ist.

24. Fazit konkretes Strafmass

Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen 
zu je CHF 60.00, ausmachend total CHF 3'600.00, zu verurteilen.

V. Widerruf

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und 
ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das 
Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 
1 StGB). Eine bedingte Strafe oder der bedingte Teil einer Strafe ist nur zu widerru-
fen, wenn von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszuge-
hen ist, d.h. aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose 
besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.3). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des 
Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzuneh-
men. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 
Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf 
den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die 
Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit uner-

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lässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisations-
biographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf 
Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeit-
punkt des Entscheids miteinzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen 
eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder 
überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 134 IV 140 E. 4.4).

Die Vorinstanz verzichtete trotz erneuter (einschlägiger) Verurteilung des Beschul-
digten darauf, den ihm mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, 
Region Oberland, vom ________ gewährten bedingten Vollzug der Geldstrafe von 
40 Tagessätzen zu CHF 90.00 zu widerrufen. Stattdessen verwarnte sie den Be-
schuldigten und verlängerte die Probezeit um 1.5 Jahre (vgl. S. 17 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 146 f.).

Diesen Erwägungen kann sich die Kammer nur bedingt anschliessen. Dem 
Strafregisterauszug kann entnommen werden, dass dem Beschuldigten bereits im 
Jahr 2018 der bedingte Vollzug gewährt wurde und trotz Probezeitdelikts im Jahr 
2020 auf einen Widerruf verzichtet wurde. Während des Berufungsverfahrens kam 
sodann eine weitere Verurteilung hinzu. Es ist deshalb fraglich, ob alleine die vor-
liegend auszusprechende Geldstrafe von 60 Tagessätze zu CHF 60.00 zusammen 
mit der Verwarnung und Verlängerung der Probezeit ein genügendes Warnsignal 
darstellt. Die Kammer ist indessen auch in diesem Punkt an das 
Verschlechterungsverbot gebunden, weshalb sich weitere Erwägungen diesbezüg-
lich erübrigen und die von der Vorinstanz ausgesprochene Verwarnung des Be-
schuldigten und die Verlängerung der Probezeit um 1.5 Jahre zu bestätigen ist.

VI. Kosten und Entschädigung

25. Verfahrenskosten

25.1 Erstinstanzliches Verfahren

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Bei einem Freispruch trägt grundsätzlich der Kanton Bern 
die Verfahrenskosten (Art. 423 Abs. 1 StPO).

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten wurden von der Vorinstanz auf insgesamt 
CHF 1’800.00 festgesetzt (inkl. Kosten von CHF 600.00 für die schriftliche Urteils-
begründung). Aufgrund des oberinstanzlich erfolgenden teilweisen Freispruchs 
rechtfertigt es sich, die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu 3/4, ausmachend 
CHF 1'350.00, dem Beschuldigten und zu 1/4, ausmachend CHF 450.00, dem 
Kanton Bern aufzuerlegen. Zusätzlich hat der Beschuldigte die Verfahrenskosten 
des erstinstanzlichen Widerrufsverfahrens von CHF 300.00 zu tragen.

25.2 Oberinstanzliches Verfahren

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

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Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, 
hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten An-
träge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1040/2016 vom 
2. Juni 2017 E. 1.1.1.).

Der Beschuldigte wird oberinstanzlich teilweise vom Vorwurf der Drohung freige-
sprochen. Damit gehen die oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 2’800.00 (Art. 24 Bst. a des Verfahrenskostendekrets 
[VKD; BSG 161.12]), zu 3/4, ausmachend CHF 2'100.00, zu Lasten des Beschul-
digten und zu 1/4, ausmachend CHF 700.00, zu Lasten des Kantons Bern. Für das 
oberinstanzliche Widerrufsverfahren werden keine Verfahrenskosten ausgeschie-
den.

26. Entschädigung

Eine Entschädigung wird nicht gesprochen.

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VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird freigesprochen von der Anschuldigung der Drohung, angeblich be-
gangen am 8. Mai 2022 um 07:05 Uhr in D.________ z.N. von B.________ und 
C.________.

II.

A.________ wird schuldig erklärt der Drohung, begangen am 8. Mai 2022 um 08:04 Uhr 
in D.________ z.N. von B.________ und C.________

und in Anwendung der Artikel 
34, 47, 180 Abs. 1 StGB
426 Abs. 1, Art. 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend CHF 3’600.00;

2. zur Bezahlung der auf den Schuldspruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten von CHF 1'350.00;

3. zur Bezahlung der auf den Schuldspruch entfallenden oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten von CHF 2'100.00.

III.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Ober-
land, vom 20. November 2020 für eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 
90.00 gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

2. A.________ wird verwarnt.

3. Die Probezeit wird um 1.5 Jahre verlängert.

4. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 
werden A.________ zur Bezahlung auferlegt.

5. Für das oberinstanzliche Widerrufsverfahren werden keine Verfahrenskosten aus-
geschieden.

23

IV.

1. Die auf den Freispruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 450.00 werden dem Kanton Bern auferlegt.

2. Die auf den Freispruch entfallenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 700.00 werden dem Kanton Bern auferlegt.

3. Es werden erst- und oberinstanzlich keine Entschädigungen gesprochen.

Schriftlich zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer 
- dem Strafkläger
- der Strafklägerin
- der Generalstaatsanwaltschaft

Schriftlich mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (Urteil mit Begründung; nach unbenutztem Ablauf 

der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland (Urteil mit Begründung; 

nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittel-
behörde)

Bern, 12. Dezember 2023
(Ausfertigung: 20. März 2024)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Knecht

Die Gerichtsschreiberin i.V.:

Haldimann

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.