# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43ff3194-15b0-56d7-84a2-4a51689be46c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.04.2010 IV 2009/349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-349_2010-04-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/349

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 26.04.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2010
Art. 13 IVG. Anspruch auf Behandlung von sekundären Gesundheitsschäden. 
Die ergotherapiebedürftigen motorischen Störungen sind als Folge des 
schweren (operationsbedürftigen) Herzfehlers (Geburtsgebrechen Ziff. 313 
GgV Anhang) zu betrachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 26. April 2010, IV 2009/349). Aufgehoben durch Urteil 
des Bundesgericht 8C_494/2010.

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-

Hug, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 26. April 2010

in Sachen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdeführerin,

S.___,

Beigeladene,

vertreten durch A.___,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

medizinische Massnahmen für S.___

Sachverhalt:

A.   

A.a Die 2003 geborene S.___ wurde am 12./13. Mai 2003 zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung für Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet. Es seien 

medizinische Massnahmen beim Geburtsgebrechen Nr. 313 (angeborene Herz- und 

Gefässmissbildungen) auszurichten.

A.b Das Ostschweizer Kinderspital (Dr. med. B.___,) gab im Arztbericht vom 5. Juni 

2003 als Diagnosen an, es lägen ein muskulärer Ventrikelseptumdefekt und der 

Verdacht auf ein Sinus-valsalvae-Aneurysma vor. Das Kind habe vorläufig keine 

Symptome einer Herzinsuffizienz und gedeihe gut. Deshalb dürfe der Verlauf 

beobachtet werden. Man müsse aber damit rechnen, dass der Shunt von der Aorta 

zum rechten Vorhof zu einer Volumenbelastung im kleinen Kreislauf führen werde und 

dieses Aneurysma eines Tages werde reseziert werden müssen. Es müssten jedenfalls 

in nächster Zeit engmaschige Kontrollen gemacht und bei einer Herzinsuffizienz und/

oder Gedeihensstörung müsste die Indikation zur Operation gestellt werden.

A.c Mit Verfügung vom 3. Juli 2003 (act. 10) sprach die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten medizinische Massnahmen zur 

Behandlung des Geburtsgebrechens (ohne Endokarditis-Prophylaxe) für die Zeit vom 

8. Mai 2003 bis 31. Mai 2008 zu.

A.d Dr. med. C.___ beantragte am 19. September 2008 (act. 13) für die Versicherte die 

Kostenübernahme für eine Ergotherapie (eine Lektion pro Woche für die Dauer eines 

Jahres). Sie leide an einem schweren Herzfehler. Trotz interventionellen Verschlusses 

der Koronarfistel im Oktober 2006 hätten gewisse Befunde persistiert. Aufgrund der 

kardialen Problematik sei sie vor der Operation in ihrer körperlichen Entwicklung immer 

grenzwertig gewesen und habe das nachher nie ganz aufholen können. Im 

Kindergarten sei aufgefallen, dass sie im feinmotorischen Bereich Mühe habe, die Kraft 

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zu dosieren. Schon bei einfachen Arbeiten müsse sie sich sehr stark konzentrieren, 

mache Mitbewegungen und schaffe es trotzdem nicht, altersentsprechende motorische 

Tätigkeiten durchzuführen. Im Alter von fünf Jahren und vier Monaten habe er bei der 

Versicherten ein altersentsprechendes Gleichgewicht, aber eine deutliche grob- und 

feinmotorische Schwäche gefunden. Sie habe monopedal erst einen bis drei Hüpfer 

machen können, halte den Stift falsch und führe ihn mit zu wenig Druck. Beim 

Schneiden könne sie kaum die nötige Kraft aufbringen. Daneben fänden sich auch 

taktilkinästhetische Wahrnehmungsstörungen und eine verminderte 

Diskriminationsfähigkeit und Erfassungsspanne. Die neusten Studienergebnisse 

zeigten, dass Kinder mit einem schweren Herzfehler, der operiert werden müsse, 

deutlich häufiger motorische Probleme hätten als herzgesunde Kinder. Auch bei der 

Versicherten, die ansonsten bei normaler Intelligenz und Aufmerksamkeit keine 

wesentlichen Teilleistungsschwächen habe, müsse davon ausgegangen werden, dass 

die kardiologische Problematik die Ursache der motorischen Probleme sei. Ziel der 

Ergotherapie solle sein, die Versicherte so weit zu bringen, dass sie die motorischen 

Fähigkeiten für den Schulbesuch (Schreiben, Werken usw.) erlernen könne.

A.e In dem eingeholten Verlaufsbericht vom 9. Oktober 2008 (act. 17) gab das 

Ostschweizer Kinderspital bekannt, im Oktober 2006 sei eine Koronarfistel auf 

interventionellem Weg verschlossen worden. Der Eingriff habe zu einem vollständigen 

Verschluss der Fistel geführt. Der rechtskoronare Aortensinus sei allerdings weiterhin 

erweitert und es bestehe dort ein erhöhtes Thromboserisiko. Es seien deshalb eine 

Langzeitthromboseprophylaxe und in ca. fünf bis sechs Jahren eine 

Koronarangiographie indiziert. Darum sei die Kostengutsprache zu verlängern. Der 

Gesundheitszustand wirke sich nicht auf den Schulbesuch aus. Dem beigelegten 

Bericht des Kinderspitals Zürich vom 17. Oktober 2007 war zu entnehmen, dass ein 

Jahr nach dem interventionellen Koronarfistelverschluss ein optimales Resultat 

vorliege. An der Stelle des Abgangs der ehemaligen Fistel sei der rechte Aortensinus 

leicht exzentrisch erweitert und das Thrombo-Embolie-Risiko leicht erhöht.

A.f  Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D.__; 

act. 18) hielt am 2. Dezember 2008 dafür, die von Dr. C.___ bezeichneten Befunde 

seien tatsächlich bei schweren Herzfehlern beschrieben worden. Bei der Versicherten 

sei der Herzfehler aber nicht so schwer, dass ein Einfluss auf ihr Gedeihen und ihre 

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Entwicklung angenommen werden müsste. Der Ergotherapie im Rahmen der 

Geburtsgebrechensbehandlung bei Nr. 313 könne nicht zugestimmt werden.

A.g Mit Verfügung vom 5. Dezember 2008 (act. 20) verlängerte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Kostengutsprache für die medizinischen 

Massnahmen bis 31. Mai 2015.

A.h In einem Schreiben vom 5. Dezember 2008 (act. 21) teilte sie Dr. C.___ (mit Kopie 

an die Eltern und die Krankenversicherung) mit, die Ergotherapie könne nicht 

übernommen werden. Falls die Eltern der Versicherten es wünschten, könnten sie eine 

beschwerdefähige Verfügung verlangen.

A.i Die Krankenversicherung ersuchte am 10. Juni 2009 um Zustellung eines 

Vorbescheids. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle stellte dem Rechtsvertreter der 

Versicherten mit Vorbescheid vom 16. Juni 2009 in Aussicht, es fehlten die 

Leistungsvoraussetzungen sowohl gemäss Art. 13 wie gemäss Art. 12 IVG.

A.j Die Krankenversicherung wandte am 18. Juni 2009 (act. 29) ein, es sei nicht klar, 

wie der RAD zur Erkenntnis gekommen sei, das Leiden der Versicherten sei nicht so 

schwer, dass eine Ergotherapie nötig sei. Es sei auch nicht erkennbar, welcher 

Schweregrad erreicht werden müsste, um eine IV-Leistung zu rechtfertigen. In 

Wirklichkeit weise das Bestehen eines Geburtsgebrechens allein den erforderlichen 

Schweregrad aus. Zu den Leistungen zählten alle, die zur Behandlung der Folgen des 

Geburtsgebrechens notwendig seien, mit Ausnahme von logopädischen und 

psychomotorischen Therapien. Schon im Arztbericht vom Juni 2003 sei für den Fall 

einer Herzinsuffizienz und/oder einer Gedeihensstörung die Indikation zur Operation in 

Aussicht genommen worden. Dass der Zusammenhang von Herzleiden und 

Erforderlichkeit der Ergotherapie verneint werde, sei nicht nachvollziehbar, da doch 

Dr. C.___ die Notwendigkeit aus medizinischer Sicht festgestellt habe. Es bestehe 

keine medizinische Untersuchung, welche das Gegenteil belegen würde.

A.k Mit Verfügung vom 10. September 2009 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle eine Kostenübernahme ab. Der Herzfehler sei zu Beginn der Gutsprache noch 

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nicht schwer genug gewesen, um einen klaren Zusammenhang der motorischen 

Störungen mit dem Herzfehler anzunehmen. 

B.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der SWICA Krankenversicherung 

AG, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Maria Londis, vom 30. September 2009 

(Poststempel: 1. Oktober 2009). Die Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die 

Ergotherapie in Verbindung mit dem Geburtsgebrechen Nr. 313 zu übernehmen, 

eventualiter sei die Ergotherapie als medizinische Massnahme nach Art. 12 IVG zu 

übernehmen, subeventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Am 25. April 2009 sei infolge einer motorischen 

Entwicklungsstörung bei Status nach schwerem Herzleiden eine Ergotherapie 

verordnet worden. Schon im Arztbericht vom 5. Juni 2003 sei auf mögliche 

Gedeihensstörungen hingewiesen worden. Dr. C.___ habe festgestellt, dass die 

kardiologische Problematik Ursache der motorischen Störungen sei. Die Sachlage sei 

durch Fachleute dokumentiert und klar. Die gegenteilige Behauptung der 

Beschwerdegegnerin sei unbegründet und finde in den Akten keine Stütze. Sie 

widerspreche der qualifizierten Fachmeinung des behandelnden Kinderkardiologen und 

des Kinderarztes. Selbst wenn ein Zusammenhang zu verneinen wäre, bestünde eine 

Leistungspflicht nach Art. 12 IVG. Denn die motorischen Defizite wirkten sich vor allem 

auf den Schulbesuch aus, so dass deren Behandlung durch die Ergotherapie 

unmittelbar auf die Eingliederung gerichtet sei.

C.   

Am 19. Oktober 2009 wurde die Versicherte zum Gerichtsverfahren beigeladen.

D.   

In ihrer Beschwerdeantwort vom 3./7. Dezember 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Kosten der Ergotherapie 

könnten weder im Rahmen von Art. 13 noch von Art. 12 IVG übernommen werden. Die 

Versicherte sei nicht körperbehindert, sondern leide am Geburtsgebrechen Ziff. 313. 

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Gemäss der RAD-Stellungnahme vom 2. Dezember 2008 sei ihr Herzfehler nicht so 

schwer, dass ein Einfluss auf das Gedeihen und die Entwicklung angenommen werden 

könne. Auch Dr. C.___ beschreibe, dass die Versicherte bisher sehr gut und ohne 

Beschwerden aufgewachsen sei. Mit der Therapie werde aber auch keinem später 

drohenden stabilen, nur schwer korrigierbaren Defekt vorgebeugt, der sich wesentlich 

auf die Erwerbstätigkeit oder Berufsbildung auswirken würde. Gemäss den letzten 

Arztberichten bestünden keine Anzeichen für Komplikationen. Erschöpfe sich die 

Wirkung der therapeutischen Vorkehr in der Unterdrückung von Symptomen, so könne 

sie nicht als medizinische Massnahme nach Art. 12 IVG gelten, selbst wenn sie 

unabdingbar sei. Es lägen hier keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Ergotherapie 

zur Vermeidung eines stabilen Defektszustandes notwendig wäre.

E.  

Mit Replik vom 15. Dezember 2009 bringt die Beschwerdeführerin vor, die 

Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt, indem 

sie sich darauf beschränkt habe, die Ausführungen des RAD zu wiederholen, der 

beispielsweise die Ausführungen von Dr. C.___ falsch wiedergegeben habe. Wären die 

Beurteilungen des Kinderkardiologen und des Kinderarztes, beide im Unterschied zum 

RAD spezialisierte Fachärzte, gewürdigt worden, wäre ersichtlich, dass die 

ergotherapiebedürftige Gedeihensschwäche durch das Geburtsgebrechen bedingt sei.

F.  

In ihrer Duplik vom 15./18. Januar 2010 legt die Beschwerdegegnerin dar, für die 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs stünden den 

IV-Stellen die regionalen ärztlichen Dienste zur Verfügung. Diese würdigten die 

ärztlichen Berichte. Es seien alle Berichte berücksichtigt worden, doch habe der RAD 

die medizinische Situation anders eingeschätzt. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern der 

RAD die Ausführungen von Dr. C.___ falsch wiedergegeben haben und weshalb der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung missachtet worden sein sollte. Dr. D.___ sei 

äusserst kompetent, die gegebene medizinische Sachlage zu beurteilen.

G.   

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Von der ihm mit Schreiben vom 18. Januar 2010 eingeräumten Gelegenheit, Stellung 

zu nehmen, hat der Rechtsvertreter der Versicherten keinen Gebrauch gemacht. 

Erwägungen:

1.  

Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. September 2009 lehnt die 

Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen 

(Ergotherapie) für die Versicherte ab. Sie hat den Anspruch rechtsprechungsgemäss 

(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 1. Dezember 

2005, I 309/05) nach Art. 13 IVG wie nach Art. 12 IVG geprüft.

2.  

2.1  Nach Art. 13 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch 

auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen 

medizinischen Massnahmen (Abs. 1). Die medizinischen Massnahmen umfassen die 

Behandlung, die vom Arzt selbst oder auf seine Anordnung durch medizinische 

Hilfspersonen in Anstalts- oder Hauspflege vorgenommen wird, mit Ausnahme von 

logopädischen und psychomotorischen Therapien (Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG). Gemäss 

Art. 1 Abs. 2 der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV) sind die Geburtsgebrechen 

in der Liste im Anhang aufgeführt. Ziff. 313 GgV Anhang nennt als Geburtsgebrechen 

angeborene Herz- und Gefässmissbildungen.

2.2  Die Versicherte leidet am Geburtsgebrechen Ziff. 313. Die Beschwerdegegnerin 

übernimmt grundsätzlich die Kosten der Behandlung dieses Leidens (Verfügungen vom 

3. Juli 2003 und Mitteilung vom 5. Dezember 2008). Der Versicherten ist nach Angaben 

in der Beschwerde am 25. April 2009 Ergotherapie verordnet worden (die Verordnung 

liegt nicht bei den Akten), die nach Angaben von Dr. C.___ vom 19. September 2008 

dem Erlernen der für den Schulbesuch erforderlichen motorischen Fähigkeiten dienen 

soll. Der Arzt berichtete damals, es habe sich bei der Versicherten eine deutliche grob- 

und feinmotorische Schwäche gefunden.

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2.3  Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts erstreckt sich der Anspruch auf 

medizinische Massnahmen ausnahmsweise auch auf die Behandlung sekundärer 

Gesundheitsschäden, die zwar nicht mehr zum Symptomenkreis des 

Geburtsgebrechens gehören, aber nach medizinischer Erfahrung häufig die Folge 

dieses Gebrechens sind. Zwischen dem Geburtsgebrechen und dem sekundären 

Leiden muss danach ein qualifizierter adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nur 

wenn im Einzelfall dieser qualifizierte ursächliche Zusammenhang zwischen 

sekundärem Gesundheitsschaden und Geburtsgebrechen gegeben ist und sich die 

Behandlung überdies als notwendig erweist, hat die Invalidenversicherung im Rahmen 

des Art. 13 IVG für die medizinischen Massnahmen aufzukommen (BGE 100 V 41; AHI 

2001 S. 79 E. 3a; Pra 1991 Nr. 214 S. 906 E. 3b). An die Erfüllung der Voraussetzungen 

des rechtserheblichen Kausalzusammenhangs sind danach strenge Anforderungen zu 

stellen, zumal der Wortlaut des Art. 13 IVG den Anspruch der versicherten 

Minderjährigen auf die Behandlung des Geburtsgebrechens an sich beschränkt (AHI 

1998 S. 249 E. 2a; zum Ganzen auch der Bundesgerichtsentscheid i/S A. vom 

9. August 2007, I 32/06; vgl. Rz 11 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen 

erlassenen Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen in der 

Invalidenversicherung = KSME). Die Häufigkeit des sekundären Leidens stellt nicht das 

allein entscheidende Kriterium für die Bejahung eines qualifizierten adäquaten 

Kausalzusammenhanges dar (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/

S A. vom 14. Oktober 2004, I 438/02).

3.  

3.1  Was die ergotherapiebedürftige Einschränkung betrifft, hat das Ostschweizer 

Kinderspital im Verlaufsbericht vom 9. Oktober 2008 erklärt, der Gesundheitszustand 

der Versicherten wirke sich nicht auf den Schulbesuch aus. Dr. C.___ ist indessen 

bekannt geworden, dass im Kindergarten aufgefallen ist, dass die Versicherte im 

feinmotorischen Bereich Mühe habe, die Kraft zu dosieren. Sie sei nicht in der Lage, 

altersentsprechende motorische Tätigkeiten durchzuführen. Der Arzt selber fand bei 

der Versicherten wie erwähnt eine deutliche grob- und feinmotorische Schwäche vor, 

daneben taktilkinästhetische Wahrnehmungsstörungen und eine verminderte 

Diskriminationsfähigkeit und Erfassungsspanne.

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3.2  Dr. C.___ berichtete, nach neuesten Studien seien Kinder mit einem schweren, 

operationsbedürftigen Herzfehler häufiger von solchen in Frage stehenden motorischen 

Problemen betroffen als gesunde. Dr. D.___ bestätigt diese medizinische Erkenntnis. 

Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Geburtsgebrechen und einer 

motorischen Störung ist somit nach übereinstimmender ärztlicher Beurteilung generell 

möglich.

3.3  Während sich aber Dr. C.___ auf den Standpunkt stellt, bei der Versicherten sei 

konkret davon auszugehen, dass die kardiologische Problematik die Ursache der 

motorischen Einschränkungen bilde, hält Dr. D.___ anderseits dafür, der Herzfehler der 

Versicherten sei nicht so schwer gewesen, dass er Einfluss auf das Gedeihen und die 

Entwicklung gehabt habe. Er scheint in seiner Stellungnahme das gegenwärtige 

Vorhandensein der Befunde - im Unterschied zum Kausalzusammenhang - nicht in 

Abrede zu stellen, ist aber der Meinung, die Versicherte sei bis anhin sehr gut und ohne 

Beschwerden bzw. ohne Einschränkung von Gedeihen und Entwicklung 

aufgewachsen. Hierfür verweist er auf Dr. C.___, der ein solches unbeeinträchtigtes 

Aufwachsen beschreibe. Dr. C.___ hatte aber erklärt, die Versicherte sei vor der 

Operation bezüglich der körperlichen Entwicklung stets grenzwertig gewesen und habe 

diesen Rückstand seither nie ganz aufholen können.

3.4  Dr. D.___ geht insofern von einer Annahme aus, die sich mit der 

Sachverhaltsdarstellung von Dr. C.___ nicht deckt. Die Feststellung des Kinderspitals 

anderseits, das Kind zeige vorläufig keine Symptome einer Herzinsuffizienz und 

gedeihe gut, stammt aus einer sehr frühen Untersuchung des Kindes im Alter von erst 

sechseinhalb Wochen. Welche Entwicklung der kardiale (und allgemeine) Zustand in 

den nächsten Monaten und ersten Jahren danach genommen hat, lässt sich daraus 

nicht ableiten. Im Verlaufsbericht des Kinderspitals vom 9. Oktober 2008 wird davon 

berichtet, dass der Eingriff vom Oktober 2006 zu einem vollständigen Verschluss der 

Fistel geführt habe, während der rechtskoronare Aortensinus weiterhin erweitert sei. Es 

ist nach der Aktenlage somit anzunehmen, dass der Herzfehler der Versicherten bis 

zum Oktober 2006 zu einem operationsbedürftigen geworden war. Dr. D.___ hat seine 

Stellungnahme zwar in Kenntnis der Akten, aber aufgrund einer unzutreffenden 

Annahme und ohne das Kind selbst untersucht zu haben, abgegeben. Die Angaben 

des behandelnden Spezialisten sind anderseits nachvollziehbar begründet und in 

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Bezug auf einen möglichen Zusammenhang der erwähnten Befunde mit dem 

Geburtsgebrechen überzeugend. Ein Anhaltspunkt dafür, den Herzfehler der 

Versicherten als so leicht zu beurteilen, dass er für die motorische Schwäche nicht 

verantwortlich zu machen wäre, ist nicht vorhanden. Im Gegenteil ist festzustellen, dass 

die Koronarfistel jedenfalls eine so bedeutende Tragweite angenommen hatte, dass im 

Alter von rund dreieinhalb Jahren eine operative Massnahme hatte ergriffen werden 

müssen. Es liegt eine fachärztliche Beurteilung vor, wonach die kardiologische 

Problematik der Versicherten die Ursache ihrer motorischen Probleme bildet. Ein 

qualifizierter Kausalzusammenhang zwischen dem Herzleiden der Versicherten und 

ihren ergotherapiebedürftigen Befunden ist unter diesen Umständen mit ausreichender 

Wahrscheinlichkeit als erwiesen zu betrachten.

3.5  Über einen Anspruch nach Art. 12 IVG zu befinden, erübrigt sich.

4.  

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 10. September 2009 zu schützen und der Versicherten 

ist Ergotherapie zur Behandlung der motorischen Störungen als Folge des 

Geburtsgebrechens Ziff. 313 GgV Anhang zuzusprechen.

4.2  Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 

VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der 

Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückzuerstatten.

4.3  Die obsiegende Krankenversichererin hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betraute Organisation keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 V 149 

E. 4a).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

bis

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1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

10. September 2009 aufgehoben und der Versicherten wird im Sinne der Erwägungen 

Ergotherapie zur Behandlung der motorischen Störungen als Folge des 

Geburtsgebrechens Ziff. 313 GgV Anhang zugesprochen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

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