# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfda2aef-e5de-50c4-b634-925d2ff39b4c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2008 D-5108/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5108-2008_2008-08-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5108/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Jean-Pierre 
Monnet, Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung 
des BFM vom 30. Juli 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5108/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Tamile  aus  Sri  Lanka,  reichte 
am  13.  Juli  2008,  nach  Ankunft  am  (...),  ein  Asylgesuch  ein. 
Gleichentags  wurde  ihm,  mit  Zwischenverfügung  des  BFM,  die 
Einreise  in  die  Schweiz  vorläufig  verweigert  und  für  die  Dauer  des 
weiteren Asylverfahrens bis  maximal  60 Tage der  Transitbereich des 
(...) als Aufenthaltsort zugewiesen.

B.
Am 14. Juli 2008 wurde der Beschwerdeführer durch das BFM summa-
risch zu seinem Reiseweg, seinen Personalien und seinen Asylgrün-
den befragt.

Eine Überprüfung des vom Beschwerdeführer eingereichten Reisepas-
ses  durch  den  Fachdienst  Grenzkontrolle/Ausweisprüfung  der  Kan-
tonspolizei  (...)  konnte  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  fest-
stellen.

C.
Am 24. Juli 2008 wurde der Beschwerdeführer durch den Dienst Flug-
hafenverfahren des BFM zu seinen Asylgründen angehört. Gemäss ei-
genen Angaben lebte der Beschwerdeführer bis Dezember 2006 in (...) 
[Nordprovinz],  seit  Januar 2007 in (...)  und seit  Februar 2007 in (...) 
(Agglomeration Colombo); er arbeitete als Grafikdesigner bei der (...) 
in  (...)  ((...)-Distrikt)  während  zehn Monaten  und  war  in  (...)  bei  der 
Polizei  des  Quartiers  als  Bewohner  registriert.  Sein  Bruder  sei  im 
August  1996  von  der  LTTE  (Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam) 
zwangsrekrutiert  worden.  Da  die  srilankische  Armee  und  die 
Organisation  EPDP  den  Beschwerdeführer  und  zwei  seiner 
Geschwister verdächtigt hätten, auch Mitglieder der LTTE zu sein, sei 
die  Familie  immer  wieder  schikaniert  worden.  Im  September  2006 
seien die beiden Geschwister des Beschwerdeführers in (...) von der 
Armee  entführt  und  für  eine  kurze  Zeit  festgehalten  worden. Der 
Beschwerdeführer sei nach (...) zu einem Onkel geflüchtet. Auch dort 
seien  die  Sicherheitskräfte  drei  Mal  nach  Hause  gekommen,  um 
Kontrollen durchzuführen. Während der letzten Razzia an einem dem 
Beschwerdeführer unbekannten Tag im Mai 2008 sei er  weggerannt. 
Die Armee habe in seine Richtung geschossen. Aus Angst um sein Le-
ben habe er sich entschlossen, Sri Lanka zu verlassen. Gemäss fun-

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dierten Informationen der Flughafenpolizei reiste der Beschwerdefüh-
rer am 8. Juli 2008 von (...) aus nach (...).

Zur  Untermauerung seiner  Vorbringen reichte  der  Beschwerdeführer 
diverse Dokumente als Beweismittel zu den Akten.

D.
Mit Verfügung vom 30. Juli  2008  - eröffnet gleichentags  - lehnte das 
BFM das Asylgesuch mit  der Begründung ab, der Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

Im Wesentlichen machte es geltend, der Beschwerdeführer habe we-
der die Entführung seiner Geschwister noch die Umstände ihrer Frei-
lassung überzeugend darstellen können (A13, S. 4-5, 7-8). Auch seine 
Kenntnisse über  die Haft  seiner  Geschwister  seien beschränkt. Man 
hätte  aber  von ihm erwarten  können,  dass  er  Einzelheiten  über  die 
Entführung und die Haft darlegen könne. Während der Erstbefragung 
habe er  zudem zu Protokoll  gegeben,  er  wisse nicht,  wo sich seine 
Geschwister  befänden  (A9,  S. 4).  Bei  der  Bundesanhörung  habe er 
zwar zugegeben, dass er nicht die Wahrheit gesagt habe, beziehungs-
weise seine Schwester sich in (...) befinde und sein Bruder in (...). Die 
Erklärung  für  die  unterschiedlichen  Versionen  sei  jedoch  nicht 
überzeugend ausgefallen (A13, S. 3).

Weiter habe der Beschwerdeführer zu Protokoll  gegeben, er  sei  von 
der Armee sowie von der durch die Regierung bewaffnete Organisati-
on EPDP gesucht worden, wobei die Abkürzung EPDP für Eelam Pol-
let Development Providers stehe (A9, S. 9). Diese Angabe sei jedoch 
tatsachenwidrig.  Im  Übrigen  habe  der  Beschwerdeführer  auch  auf 
Nachfrage keine detaillierten Aussagen über die EPDP gemacht (A9, 
S. 9).

Der Beschwerdeführer habe ferner vorgebracht,  die Sicherheitskräfte 
hätten drei Mal an seinem Wohnsitz in (...) Kontrollen durchgeführt. Im 
Mai 2008, als er während einer Razzia weggerannt sei, hätten sie auf 
ihn  geschossen.  Diesbezüglich  habe  der  Beschwerdeführer  keine 
überzeugenden Angaben gemacht (A13, S. 11-12). Er habe weder die 
Anzahl Sicherheitskräfte nennen können noch sei er sicher gewesen, 
dass es sich effektiv um Armeemitglieder handelte. Auch habe er nicht 
überzeugend  erklären  können,  weshalb  die  Sicherheitskräfte  ihn 

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festnehmen wollten. Die  Interpretation  des  Beschwerdeführers,  dass 
die  Armee  nach  zwölf  Jahren  erfahren  habe,  dass  sein  Bruder  ein 
Mitglied der  LTTE sei,  und deshalb  eine Razzia in  (...)  durchgeführt 
habe,  sei  nicht  plausibel.  Auch  sei  nicht  nachvollziehbar,  wie  die 
Armee den Bruder des Beschwerdeführers während eines Gefechtes 
erkannt  haben  und  dies  den  zwei  anderen  Geschwistern  im 
September  2006  habe  mitteilen  sollen.  Weiter  sei  nicht  ersichtlich, 
warum die  Armee die  zwei  Geschwister  in  (...)  frei  gelassen haben 
solle, um später nach dem Beschwerdeführer in (...) zu suchen. Auch 
auf  Nachfrage  habe  der  Beschwerdeführer  diese  Fragen  nicht 
überzeugend und logisch nachvollziehbar beantworten können (A13, 
S. 11).

E.
Mit  Eingabe vom 6. August 2008 erhob der Beschwerdeführer durch 
seine  Rechtsvertreterin  gegen  diese  Verfügung  beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung 
sei aufzuheben, die Einreise in die Schweiz sei zu bewilligen und die 
Sache zur genaueren Abklärung im Sinne von Art. 41  des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.  Eventualiter  sei  dem  Beschwerdeführer  Asyl  zu  gewähren 
oder  jedenfalls  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen.  Sub-
eventualiter  sie  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzu-
ordnen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-
ten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.

Als Beweismittel liess der Beschwerdeführer den Todesschein seines 
Vaters des (...)  vom 30. Januar  2007 sowie  den Todesschein seiner 
Mutter in tamilischer Sprache einreichen.

F.
Gemäss Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtete der Instruktionsrichter auf 
einen Schriftenwechsel.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 
48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

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3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich 
widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, seine Aus-
sagen über die erlittene Verfolgung seien glaubhaft und er werde von 
den srilankischen Behörden verfolgt. Demgegenüber ist festzustellen, 
dass  der  Beschwerdeführer  sich  am  11.  März  2008  in  (...)  einen 
Reisepass ausstellen liess, den er selbst beantragt hatte und diesen 
auch selbst abholte. Zudem verliess er sein Heimatland über den noto-
risch gut kontrollierten Flughafen von (...). Vor diesem Hintergrund ist 
die  behauptete  staatliche  Verfolgung  -  auch  im  Sinne  der  geltend 
gemachten  Reflexverfolgung  -  zu  bezweifeln,  zumal  der  Be-
schwerdeführer nach eigenen Aussagen  weder politisch tätig noch je-
mals inhaftiert gewesen sein will. Diese Zweifel werden dadurch erhär-
tet,  dass  der  Beschwerdeführer  tatsachenwidrige  Angaben  über  die 
Reiseroute machte. So gab er anlässlich der Kurzbefragung zuerst an, 
am 10. Juli 2008 auf dem Luftweg ausgereist zu sein, um nach unge-
fähr  sieben  Stunden  Transitaufenthalt  in  (...)  nach  (...)  geflogen  zu 
sein.  Auf  Vorhalt  musste  er  aber  bei  der  gleichen  Befragung 
einräumen, dass er bereits am 8. Juli 2008 sein Heimatland verlassen 
hatte  und  nach  der  Ankunft  auf  dem  Flughafen  von  (...)  nach  (...) 
einreiste  und  sich  dort  in  einem  Hotel  aufhielt.  Widersprüche  oder 
tatsachenwidrige Angaben über den Reiseweg lassen indes negative 
Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend  gemachten 
Verfolgung  zu  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr.17 E. 4b S. 150). 
Im  Weiteren  gab  der  Beschwerdeführer  protokollarisch  zu,  bei  der 
Kurzbefragung bezüglich des Aufenthaltsorts von zwei Familienange-
hörigen gelogen zu haben (vgl. BFM-Anhörungsprotokoll vom 24. Juli 
2008 {AP}, S. 2). Ein solches Verhalten ist offensichtlich nicht geeignet, 
die Vorbringen des Beschwerdeführers in einem glaubhaften Licht er-
scheinen zu lassen. Wie die Vorinstanz in den Erwägungen der ange-
fochtenen Verfügung zu Recht  anführte,  sind die  Aussagen des Be-

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schwerdeführers zur angeblichen Verfolgung im Heimatland in wesent-
lichen  Punkten  unsubstanziiert,  in  einem  Punkt  gar  tatsachenwidrig 
ausgefallen. Dieser Beurteilung schliesst sich das Bundesverwaltungs-
gericht  an,  zumal  in  der  Beschwerdeschrift  nicht  auf  die  von  der 
Vorinstanz  aufgezeigten  Unglaubhaftigkeitselemente  konkret  einge-
gangen wird, sondern lediglich (pauschal) die Glaubhaftigkeit der gel-
tend gemachten Verfolgung behauptet wird. Vielmehr widerspricht die 
Darstellung in der Beschwerde (S. 6), wonach der Beschwerdeführer 
"ein gutes Jahr bis zu seiner Ausreise beim Onkel" gelebt haben soll, 
den Aussagen des Beschwerdeführers. Zudem ist  es nicht  nachvoll-
ziehbar, dass der Beschwerdeführer bis zur Ausreise im Haus seines 
Onkels gelebt haben will, obwohl er dort angeblich mehrmals von den 
Sicherheitsbehörden aufgesucht worden sein soll. Demnach gelang es 
ihm nicht, glaubhaft zu machen, dass er Opfer einer gezielten Suche 
durch die Armee geworden sei, weder in (...) noch in (...), zumal er bei 
der Polizei dieser Stadt registriert war. Die Tatsache hingegen, dass er 
Sri  Lanka  mit  einem  Reisepass  verlassen  konnte,  lässt  auf  ein 
mangelndes Verfolgungsinteresse seitens der srilankischen Behörden 
schliessen. Jegliche auf  sachlichen Indizien basierende Furcht,  dass 
er von den Sicherheitskräften während der behaupteten Flucht erkannt 
oder  nach  der  angeblichen  Flucht  im  Anschluss  an  eine  allfällige 
Einvernahme  seines  Onkels  identifiziert  worden  sei,  ist  somit  unbe-
gründet.  Bei dieser Sachlage erübrigt  es sich,  auf die Vorbringen im 
Asylpunkt  in  der  Beschwerdeschrift  und  die  als  Beweismittel einge-
reichten Dokumente näher einzugehen, zumal diese insgesamt nicht 
zu einem anderen Entscheid zu führen vermögen.

4.2 Somit ergibt sich, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach 
Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte, weshalb die 
Vorinstanz sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

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6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

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Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im  Heimatstaat lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil  BVGE 2008/2 zur 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asyl-
suchender tamilischer Ethnie eine aktuelle Lageanalyse vor. Gemäss 
der diesbezüglich neu festgelegten Praxis setzt die Anerkennung einer 
innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und da-
mit die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den Grossraum Co-
lombo  für  srilankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus 
der Nord- oder Ostprovinz stammen, das Vorliegen besonders begüns-
tigender Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen familiären oder 
sozialen  Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte 
Einkommens- und Wohnsituation voraus (a.a.O., E. 7.6.2). Für srilanki-
sche  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  dem  Grossraum 
Colombo oder dessen Umgebung stammen und dort über ein tragfähi-
ges Familien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer konkreten 

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Unterkunftsmöglichkeit rechnen können, ist grundsätzlich von der Zu-
mutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen, 
wobei  die Dauer der Landesabwesenheit  mitzuberücksichtigen ist; je 
kürzer  der  Aufenthalt  in  Colombo  dauerte  und  je  weiter  er  zeitlich 
zurückliegt, desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen eines 
tatsächlichen  familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes  zu  stellen 
(a.a.O., E.7.6.1).

Der Beschwerdeführer lebte bis Dezember 2006 in (...) und ist deshalb 
im Sinne der zitierten Rechtsprechung als Tamile, der aus der Nord- 
oder der Ostprovinz stammt, anzusehen. Sofern der Beschwerdeführer 
also  auf  ein  tragfähiges  familiäres  oder  soziales  Beziehungsnetz 
zurückgreifen  kann  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte 
Einkommens-  und  Wohnsituation  besteht,  kommt  der  Süden  des 
Landes,  mithin  der  Grossraum  Colombo,  als  innerstaatliche 
Aufenthaltsalternative  in  Frage  und  der  Vollzug  der  Wegweisung  in 
seine Heimat ist für ihn zumutbar.

Nach eigenen Angaben besitzt  der  Beschwerdeführer  eine nationale 
Identitätskarte  und  er  hat  sich  bei  der  Polizei  registrieren  lassen. 
Eigenen  Angaben  zufolge  konnte  er  sich  gestützt  auf  seinen 
"Arbeitsausweis" dort frei bewegen (vgl. KP, S. 7) und er verfügt auch 
heute über die notwendigen Identitätspapiere, um sich gegenüber den 
Behörden auszuweisen. Von August 2007 bis Mai 2008 arbeitete er bei 
der  (...) (vgl. AP, S. 9); diese Stelle kündigte er selbst (vgl. AP, S. 7). 
Dem jungen und soweit  aktenkundig gesunden Beschwerdeführer ist 
es indes zumutbar, sich angesichts seiner Ausbildung (Besuch eines 
Gymnasiums), seiner Sprachkenntnisse (Singhalesisch, Englisch) und 
der  Berufserfahrung  in  den  Bereichen  Computer,  Grafik,  Design 
wieder  in  den  Arbeitsmarkt  der  Region Colombo zu  integrieren. Die 
Untersuchungspflicht  der  Asylbehörden  findet  hinsichtlich  der 
Zumutbarkeit  des  Vollzugs nach  Treu und Glauben ihre  Grenzen an 
der  Mitwirkungspflicht  der  Beschwerde  führenden  Person  (Art. 8 
AsylG),  die  im  Übrigen  auch  die  Substanziierungslast  trägt  (Art. 7 
AsylG).  Es  ist  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden,  bei  fehlenden 
Hinweisen  seitens  des  Gesuchstellers  näher  nach  allfälligen 
Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  forschen,  falls  dieser  - wie  in 
casu  durch  lügenhafte  Aussagen  über  die  Reiseroute  und  den 
Aufenthaltsort  von  Familienangehörigen  (vgl.  E.  4.1)  - seiner 
Mitwirkungspflicht  bei  der  Sachverhaltsermittlung  nicht 
nachgekommen  ist.  Angesichts  der  Möglichkeit,  weiterhin  im  Haus 

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seines  "Onkels"  in  (...)  zu  wohnen,  wo  er  vor  seiner  Ausreise  seit 
Dezember 2006 lebte (vgl. BFM-Anhörungsprotokoll vom 24. Juli 2008 
{AP}, S. 6 und BFM-Kurzbefragungsprotokoll vom 14. Juli 2008  {KP}, 
S.  1), ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  über  ein 
ausreichendes  tragfähiges  Beziehungsnetz  und  eine  gesicherte 
Wohnsituation  verfügt,  welche  ihm  die  Reintegration  erleichtern 
werden, zumal die Behauptung, sein "Onkel" wohne nicht mehr in (...), 
durch nichts gestützt wird.

Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

6.6 Der  Beschwerdeführer  verfügt  über  einen  gültigen  heimatlichen 
Reisepass, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

9.

9.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die 
erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Ver-
fahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos  er-
scheint.

9.2 Eine Beschwerde gilt dann als aussichtslos, wenn die Gewinnaus-
sichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb 
kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 
4b S. 275).

9.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Erkenntnis, dass ange-
sichts  der  tatsachenwidrigen  Angaben  des  Beschwerdeführers  zum 

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Reiseweg (vgl. E. 4.1)  die Beschwerdebegehren als  aussichtslos er-
scheinen, womit es an den materiellen Voraussetzungen zur Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt, mithin das entsprechende 
Gesuch abzuweisen ist.

10.
Es wird festgestellt, dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos 
geworden abzuschreiben ist.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein; vorab per Telefax)

- das  BFM,  Dienststelle  Flughafenverfahren  [vorab  per  Telefax;  zu 
den Akten Ref.-Nr. N _______ (anschliessend per Kurier; in Kopie)]

- die (...) (per Telefax)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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