# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fbd727f-0ecc-5513-8a4f-1f41017862c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.06.2021 D-2033/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2033-2021_2021-06-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2033/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Dimitri Witzig,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum (…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 22. April 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2033/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 6. Februar 2021 im Bundesasylzentrum 

B._______ um Asyl nach, wobei er auf dem Personalienblatt angab, am 

(…) geboren beziehungsweise minderjährig zu sein. In der Folge wurde er 

dem Bundesasylzentrum C._______ zugewiesen. 

B.  

Ein am 9. Februar 2021 durchgeführter Abgleich mit der europäischen Fin-

gerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass der Be-

schwerdeführer am 27. Juli 2018 in […], am 16. August 2020 in Rumänien 

und am 16. September 2020 in […] Asylgesuche eingereicht hatte. Glei-

chentags ersuchte das SEM die [Behörden des Dublin-Staats 1], rumäni-

schen und [Behörden des Dublin-Staats 2] Behörden gestützt auf Art. 34 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-

VO) um Informationen über den Beschwerdeführer. 

C.  

Am 17. Februar 2021 übermittelten die [Behörden des Dublin-Staates 2] 

dem SEM ein in [Dublin-Staat 2] erstelltes, vom 28. Oktober 2020 datiertes 

Altersgutachten und teilten in diesem Zusammenhang mit, dass der Be-

schwerdeführer nach Durchführung einer Altersabklärung als volljährig er-

achtet worden sei und Rumänien einer Rückübernahme zugestimmt habe. 

D.  

Am 18. Februar 2021 teilten die [Behörden des Dublin-Staates 1] dem SEM 

mit, dass der Beschwerdeführer in [Dublin-Staat 1] unter den Personalien 

A._______, geboren am (…), aus Afghanistan stammend, registriert wor-

den sei und dass ein Altersgutachten ergeben habe, dass es sich beim 

Beschwerdeführer um eine volljährige Person handle.  

Das in [Dublin-Staat 1] erstellte Altersgutachten wurde dem SEM am 

17. März 2021 von den [Behörden des Dublin-Staates 1] übermittelt. 

E.  

Am 18. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführer im BAZ C._______ im 

Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

(EB UMA) im Beisein seiner Rechtsvertretung unter anderem zu seinem 

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Alter, seiner Schulbildung und seinen Aufenthalten in anderen Staaten be-

fragt. Zudem gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zur mutmassli-

chen Zuständigkeit Rumäniens zur Durchführung seines Asyl- und Weg-

weisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintreten auf sein Asylge-

such sowie zur Wegweisung nach Rumänien. 

Der Beschwerdeführer hielt im Wesentlichen daran fest, minderjährig zu 

sein. Zu seinen Registrierungen in anderen Staaten gab er an, dass man 

ihn in [Dublin-Staat 1] irrtümlich für volljährig gehalten habe. Man habe dort 

sein Geburtsdatum falsch aufgeschrieben, da der Dolmetscher es falsch 

angegeben habe. Dieser Dolmetscher habe bei mehreren Personen die 

Geburtsdaten falsch angegeben und sei nach mehreren Beschwerden 

schliesslich entlassen worden. Ob er in [Dublin-Staat 1] einen Asylent-

scheid erhalten habe, wisse er nicht. In Rumänien und [Dublin-Staat 2] 

habe er dieselben Personalien angegeben wie in der Schweiz. Da er in 

[Dublin-Staat 1] als volljährige Person registriert worden sei, habe man sein 

Geburtsdatum in den anderen Ländern aber nicht akzeptiert. Er sei mit dem 

Ergebnis des [Altersgutachtens des Dublin-Staats 2] nicht einverstanden 

gewesen und habe sich dagegen beschweren wollen, jedoch habe er kei-

nen Anwalt gehabt.   

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer anlässlich der EB UMA die 

Kopie einer beglaubigten Übersetzung seiner afghanischen Tazkera ein.  

Am Ende der EB UMA wurde der Beschwerdeführer darüber informiert, 

dass aufgrund der Informationen aus [Dublin-Staat 2] Hinweise auf seine 

Volljährigkeit bestünden und deshalb weitere Abklärungen getroffen wür-

den. 

F.  

Am 22. Februar 2021 erklärten die rumänischen Behörden gegenüber dem 

SEM, dass der Beschwerdeführer in Rumänien als minderjährige Person 

registriert worden und einem Übernahmeersuchen der [Behörden des Dub-

lin-Staates 2] zugestimmt worden sei. 

G.  

Das in [Dublin-Staat] erstellte Altersgutachten wurde vom SEM dem Institut 

für Rechtsmedizin (IRM) in D._______ zur Beurteilung vorgelegt. Mit Gut-

achten vom 30. März 2021 hielt das IRM fest, dass der Beschwerdeführer 

zum Zeitpunkt der Untersuchungen in [Dublin-Staat 2], am 14. beziehungs-

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weise 27. Oktober 2020, das 17. Lebensjahr sicher vollendet habe (Min-

destalter). Das vom Betroffenen angegebene Geburtsdatum (chronologi-

sches Lebensalter von (…) Jahren und (…) Monaten zum Zeitpunkt der 

Untersuchung am 14. Oktober 2020) könne somit aufgrund der Ergebnisse 

der forensischen Altersschätzung nicht zutreffen. 

H.  

Mit Schreiben vom 31. März 2021 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, er habe seine Minderjährigkeit weder belegen noch glaubhaft machen 

können, weshalb es gedenke, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrati-

onsinformationssystem (ZEMIS) anzupassen, und gewährte ihm das recht-

liche Gehör zur beabsichtigen Anpassung des Geburtsdatums auf den (…).  

I.  

In seiner Stellungnahme vom 6. April 2021 machte der Beschwerdeführer 

im Wesentlichen geltend, dass die Befunde des Gutachtens des IRM im 

vorliegenden Fall als klares Indiz für die geltend gemachte Minderjährigkeit 

zu werten seien. Das SEM verkenne, dass gemäss aktueller Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts bei der Gesamtwürdigung des Alters regel-

mässig auf das Mindestalter abgestellt werden müsse. Sein Mindestalter 

sei vom IRM, gestützt auf die Untersuchungsergebnisse des [Altersgutach-

tens des Dublin-Staates 2], bei der Skelettaltersanalyse auf 16.1 Jahre und 

bei der Schlüsselbeinanalyse auf 16.4 Jahre geschätzt worden. Diese bei-

den Angaben seien somit mit seinem angegebenen Alter zum Zeitpunkt der 

Untersuchung von 16. Jahren, 10 Monaten und 24 Tagen, vereinbar. Die 

zahnärztlichen Untersuchungen für das Mineralisationsstadium "H" der 

Weisheitszähne hätten ein Mindestalter von 17.0 bis 17.4 Jahren ergeben. 

Es werde im Gutachten darauf hingewiesen, dass bei der Geschwindigkeit 

der Mineralisation der Weisheitszähne signifikante Unterschiede zwischen 

ethnischen Gruppen beobachtet würden und deswegen Abweichungen 

durch ethnische Unterschiede aufgrund der Herkunft aus Afghanistan zu 

berücksichtigen seien. Hierzu sei anzumerken, dass er zur Ethnie der Ha-

zara gehöre, was im Gutachten jedoch nirgends berücksichtigt worden sei. 

Gemäss einer Studie eines Professors für Biostatistik stünden die Hazaras 

den Han-Chinesen nahe und diese wiesen wiederum eine um ein bis drei 

Jahre schnellere Entwicklung der Weisheitszähne auf, als die in der Studie 

beigezogene deutsche Vergleichspopulation. In Anbetracht der begründe-

ten Zweifel an der inhaltlichen Korrektheit des Teilgutachtens zum chrono-

logischen Zahnalter, sei dieses für die Altersanpassung nicht mit zu berück-

sichtigen beziehungsweise entsprechend anzupassen. Weiter sei zu be-

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achten, dass sein chronologisches Lebensalter von (…) Jahren (…) Mona-

ten und (…) Tagen nur geringfügig vom durch das Gutachten ermittelten 

Mindestalter von 17 Jahren abweiche. Im Hinblick darauf, dass die medizi-

nische Altersabklärung lediglich eine Altersschätzung sei, könne diese Ab-

weichung nicht derart ins Gewicht fallen, dass sie gegen seine Minderjäh-

rigkeit zu sprechen vermöchte. Die beiden weiteren Teilgutachten würden 

ein Mindestalter von 16.1 und 16.4 Jahren ergeben, welche mit dem vom 

Gesuchsteller angegebenen Alter vereinbar seien. Ausserdem sei darauf 

hinzuweisen, dass bei einer derart geringen Abweichung vom Mindestalter 

auch das von ihm angegebene Alter durchaus im Bereich des Möglichen 

liege. Feststehe, dass eine Vollendung des 18. Lebensjahres gemäss dem 

Altersgutachten nicht mit der notwendigen Sicherheit belegt werden könne, 

was ein klares Indiz für seine Minderjährigkeit darstelle. Betreffend das ["Al-

tersgutachten" des Dublin-Staates 1] sei zu betonen, dass die Altersschät-

zung lediglich auf einer äusserlichen ärztlichen Untersuchung und einem 

psychosozialen Gespräch beruht habe. Dieser "Bestätigung der ärztlichen 

Untersuchung" lasse sich überhaupt nicht entnehmen, gestützt auf welche 

ärztlichen Untersuchungen der Schluss gezogen worden sei, dass es sich 

bei ihm um eine erwachsene Person handle. Er sei nämlich in keiner Weise 

untersucht worden und habe nicht einmal seine Kleider für die Untersu-

chung ausziehen müssen. Der Arzt habe ihm lediglich einige Fragen zu 

seinem Alter gestellt. Diese "Bestätigung" stelle somit in keiner Weise eine 

rechtsgenügliche und auf wissenschaftliche Kriterien abgestützte Alters-

schätzung dar, welche als Indiz für die Volljährigkeit herangezogen werden 

könnte. Somit gehe auch die Argumentation fehl, dass gestützt auf diese 

Bestätigung davon auszugehen sei, dass sowohl sein äusseres Erschei-

nungsbild als auch sein Verhalten bereits vor zweieinhalb Jahren auf seine 

Volljährigkeit hätten schliessen lassen. Weiter habe das SEM nicht darge-

legt, weshalb seine Erklärung zum in [Dublin-Staat 1] registrierten Alter als 

stereotyp und nicht glaubhaft eingestuft würde. Bei der Registrierung in 

[Dublin-Staat 1] sei ein iranischer Dolmetscher anwesend gewesen, der 

von sich aus ein falsches Geburtsdatum übersetzt habe. Bei der Ankunft in 

E._______ seien sehr viele Leute vor Ort gewesen, wobei die meisten be-

reits volljährig gewesen seien. Auch seien die Zustände sehr chaotisch ge-

wesen. Nachdem er nach mehreren Stunden endlich an die Reihe gekom-

men sei, sei alles sehr schnell gegangen. Obwohl er den Frontex-Mitarbei-

tern und dem Dolmetscher sein Geburtsdatum genannt habe, sei ein an-

deres Datum registriert worden. Auch bei anderen Personen sei das Ge-

burtsdatum falsch registriert worden. Aufgrund der zahlreichen fehlerhaften 

Registrierungen habe ein afghanischer Mann im Camp alle Beschwerden 

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gesammelt und sich an das EASO (European Asylum Support Office) ge-

wandt. Nach dieser Beschwerde habe er den iranischen Dolmetscher nie 

mehr gesehen, weshalb er vermute, dass dieser aufgrund von fehlerhaften 

Übersetzungen ausgetauscht worden sei. Er habe dann versucht, sich we-

gen des falsch registrierten Alters ans UNHCR zu wenden. Aufgrund der 

chaotischen Situation in E._______ sei es jedoch jeden Tag zu einem rie-

sigen Andrang auf die UNHCR-Stelle gekommen und es sei ihm deshalb 

nicht gelungen, diese zu kontaktieren. Schliesslich habe drei bis vier Mo-

nate später ein allgemeiner medizinischer Check-Up bei einem Arzt statt-

gefunden, anlässlich von welchem er sich wegen seines registrierten Alters 

beschwert habe. Der Arzt habe ihm daraufhin einige Fragen zu seinem Ge-

burtsdatum gestellt und gesagt, falls er keine originalen Identitätsdoku-

mente vorweisen könne, sei eine Anpassung nicht möglich. Entgegen der 

Ansicht des SEM, habe er, insbesondere angesichts der den Behörden be-

kannten systemischen Mängel in [Dublin-Staat 1], plausibel und glaubhaft 

erklären können, wie es zur fehlerhaften Registrierung in [Dublin-Staat 1] 

gekommen sei. Es sei auch zu berücksichtigen, dass er in Rumänien, 

[Dublin-Staat 2] und der Schweiz stets das gleiche Alter angegeben habe, 

was ebenfalls für das von ihm angegebene Alter spreche. Dem Schreiben 

der rumänischen Behörden sei nicht zu entnehmen, dass er mit dem Da-

tum (…) registriert worden sei, weshalb davon auszugehen sei, dass es 

sich hierbei um einen Tippfehler seitens des SEM handle. Aus dem in [Dub-

lin-Staat 2] durchgeführten Altersgutachten liessen sich keine Schlüsse zu 

seinem Alter ableiten, da die Beurteilung durch das IRM als massgeblich 

zu erachten sei, wie dies auch das SEM erkannt habe. Anlässlich der EB 

UMA habe er darüber hinaus eine Kopie der beglaubigten Übersetzung 

seiner Tazkera zu den Akten gereicht. Gemäss dieser sei er im Jahr 2009 

(…) Jahre alt gewesen, was sich mit seinen Angaben decke. Weiter habe 

er plausibel erklärt, warum er zur Zeit keine originalen Identitätsdokumente 

einreichen könne. Die eingereichte Kopie sei jedoch als Indiz für das von 

ihm angegebene Geburtsdatum zu werten. Wie das SEM sodann selber 

ausgeführt habe, habe er anlässlich der Erstbefragung widerspruchsfreie 

Aussagen zu seinem Alter und zu seiner Schulbildung gemacht. Es werde 

demnach vom SEM nicht bestritten, dass seine Aussagen als glaubhaft 

und somit als Indiz für sein geltend gemachtes Alter zu werten seien. Nach 

dem Gesagten würden die Indizien, die für seine Minderjährigkeit sprä-

chen, klar überwiegen. Es sei deshalb von einer Altersanpassung abzuse-

hen oder eventualiter sein Geburtsdatum auf den (…) abzuändern. 

J.  

Am 8. April 2021 wurde das Geburtsdatum des Beschwerdeführers vom 

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SEM im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…) an-

gepasst und mit einem Bestreitungsvermerk versehen. 

K.  

Am 9. April 2021 ersuchte das SEM die rumänischen Behörden gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwer-

deführers. 

L.  

Am 21. April 2021 hiessen die rumänischen Behörden das Wiederaufnah-

meersuchen des SEM gut. 

M.  

Mit Verfügung vom 22. April 2021 – eröffnet am 23. April 2021 – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz nach Rumänien an und forderte den Beschwerdeführer 

auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen. Gleichzeitig stellte es fest, dass einer Beschwerde gegen den 

Entscheid keine aufschiebende Wirkung zukomme, und verfügte die Aus-

händigung der editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer. 

N.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 30. April 2021 erhob der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Ferner 

sei die Vorinstanz anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 

anzupassen. Eventualiter sei das Verfahren zwecks vollständiger Abklä-

rung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um die Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege einschliesslich des Verzichts 

auf Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner beantragte er, dass der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehör-

den anzuweisen seien, bis zum Entscheid über die Beschwerde von jegli-

chen Vollzugshandlungen abzusehen. 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. Mai 2021 hielt der Instruktionsrichter fest, 

dass das Geburtsdatum des Beschwerdeführers in der angefochtenen Ver-

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Seite 8 

fügung im Zusammenhang mit der Frage seiner behaupteten Minderjährig-

keit lediglich Bestandteil der Erwägungen gebildet habe und dass die an-

gefochtene Verfügung insofern hinsichtlich  des Alters des Beschwerdefüh-

rers kein Rechtsverhältnis regle, welches Gegenstand einer Beschwerde 

sein könnte, beziehungsweise kein solches regeln musste, weshalb das 

Rechtsbegehren auf Änderung des Geburtsdatums im ZEMIS über den 

Verfahrensgegenstand hinausgehe und darauf nicht einzutreten sei. Fer-

ner erteilte der Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wir-

kung und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten. Schliesslich hiess er das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einschliesslich des Ver-

zichts auf Erhebung eines Kostenvorschusses gut und lud die Vorinstanz 

zur Vernehmlassung ein. 

P.  

Mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2021 äusserte sich die Vorinstanz in ei-

nigen Punkten zur Beschwerde und verwies im Übrigen auf die Erwägun-

gen in der angefochtenen Verfügung, an welchen sie vollumfänglich fest-

hielt. 

Q.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 18. Mai 2021 zur 

Kenntnis gebracht und ihm wurde eine Frist zur Replik angesetzt. 

R.  

Mit Replik vom 26. Mai 2021 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehmlas-

sung der Vorinstanz Stellung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

– vorbehältlich der nachfolgenden Erwägung 1.3 – einzutreten. 

1.3 Auf das Rechtsbegehren, das Geburtsdatum im ZEMIS sei anzupas-

sen ist, wie in der Zwischenverfügung vom 5. Mai 2021 festgehalten, nicht 

einzutreten. Es wird auf die Ausführungen in der besagten Zwischenverfü-

gung verwiesen (vgl. Sachverhalt O.). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt in der Beschwerde in formeller Hinsicht, die 

Vorinstanz habe gegenüber den rumänischen Behörden ungenügende An-

gaben im Wiederaufnahmegesuch gemacht, weshalb deren Zustimmung 

nicht rechtsgültig sei. Auch habe sie ihn ungenügend zu den Vorkommnis-

sen respektive Zuständen in Rumänien befragt. 

3.2 Den ersuchenden Staat trifft eine Informationspflicht. Das Standard-

formblatt, das gemäss Art. 21 Abs. 3 Dublin-III-VO für das Aufnahmege-

such zu verwenden ist, muss alle Informationen enthalten, anhand derer 

der ersuchte Mitgliedstaat prüfen kann, ob er gemäss den in der Dublin-III-

VO definierten Kriterien zuständig ist. Eine Verletzung dieser Verpflichtung 

kann dazu führen, dass die Zustimmung des ersuchten Mitgliedstaates 

nicht rechtswirksam ist (vgl. Urteil des BVGer F-1696/2019 vom 

10. Mai 2019 E. 7.2 m.w.H.). 

3.3 Das SEM führte im Wiederaufnahmegesuch an die rumänischen Be-

hörden aus, dass der Beschwerdeführer anlässlich seines Asylgesuchs in 

der Schweiz angegeben habe, er sei minderjährig. Die [Behörden des Dub-

lin-Staates 1] hätten mitgeteilt, dass sie den Beschwerdeführer aufgrund 

einer Altersabklärung im Jahr 2018 als volljährig eingeschätzt hätten. Die 

[Behörden des Dublin-Staates 2] hätten sodann angegeben, im Jahr 2020 

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Seite 10 

ein Altersgutachten erstellt zu haben, welches die Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers bewiesen habe. Die rumänischen Behörden hätten einem 

Wiederaufnahmeersuchen von [Dublin-Staat 2] zugestimmt. Man habe das 

[Altersgutachten des Dublin-Staates 2] in der Schweiz überprüfen lassen 

und sei zum Schluss gekommen, dass das vom Beschwerdeführer ange-

gebene Alter nicht mit dem Resultat des [Altersgutachtens des Dublin-

Staates 2] vereinbar sei. Aufgrund der von den [Dublin-Staat 1], rumäni-

schen und [Dublin-Staats 2] Behörden erhaltenen Informationen sei man 

von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen und habe sein 

Geburtsdatum auf den (…) angepasst. Man nehme an, dass der Beschwer-

deführer zum Zeitpunkt der Asylgesuche in Rumänien, [Dublin-Staat 2] und 

der Schweiz bereits volljährig gewesen sei. Er habe seine Minderjährigkeit 

nicht mit rechtsgenüglichen Identitätsdokumenten belegen können ([…]). 

3.4 Damit hat das SEM den ihn bekannten Sachverhalt in gebührender 

Weise den rumänischen Behörden offengelegt. Zwar führte es im Wieder-

aufnahmeersuchen lediglich aus, das vom Beschwerdeführer angegebe-

nen Alter sei nicht mit dem [Altersgutachten des Dublin-Staates 2] verein-

bar. Indessen wurde das Gutachten des IRM den rumänischen Behörden 

ebenfalls übermittelt ([…]), was letzteren eine vollständige Prüfung des 

Sachverhaltes ermöglichte. Eine Unterschlagung von Informationen kann 

dem Wiederaufnahmeersuchen somit nicht entnommen werden. 

3.5 Dem Beschwerdeführer wurde anlässlich der EB UMA das rechtliche 

Gehör zu einer möglichen Überstellung nach Rumänien gewährt ([…]). Die 

Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer zwar kurz, aber in genügender 

Weise Gelegenheit gegeben, sich zu äussern und die Gründe für seine 

Vorbehalte gegen eine Rücküberführung nach Rumänien darzulegen, zu-

mal diese durch diverse Rückfragen der anwesenden Rechtsvertretung 

vertieft werden konnten. Auch würdigte die Vorinstanz die Ausführungen 

des Beschwerdeführers vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Rumä-

nien. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde von der Vorinstanz somit 

richtig und vollständig festgestellt. 

3.6 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det, zumal angesichts des Ausgangs des Verfahrens ohnehin keine Veran-

lassung besteht, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die 

Sache zwecks (ergänzender) Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

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Seite 11 

4.  

4.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG wird in der Regel auf Asylgesuche 

nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen kön-

nen, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist. Zur Bestimmung des staatsvertraglich zu-

ständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dub-

lin-III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitglied-

staat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nach 

dem der betreffende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstel-

lung zugestimmt hat – oder bei fingierter Zustimmung – auf das Asylgesuch 

grundsätzlich nicht ein.  

4.2 Im Falle einer minderjährigen Person ohne familiäre Anknüpfungs-

punkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-

III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf internationa-

len Schutz gestellt hat, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der ersten 

Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 Abs. 2 

Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger unter 18 

Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art 1a Bst. d der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Minderjährige sind 

vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, 

Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8, m.H.). Vorliegend besteht 

deshalb bei gegebener Minderjährigkeit des Beschwerdeführers einer der 

grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Rumäniens vorrangige Zu-

ständigkeit der Schweiz (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer F-6213/2020 

vom 5. Januar 2021 E. 3.4; F-5625/2020 vom 18. November 2020; 

F-3255/2020 vom 2. Juli 2020 E. 5.2). 

5.  

5.1 Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer minderjäh-

rig und mithin die Schweiz für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens zuständig ist. Die Vorinstanz geht insbesondere gestützt 

auf die Registrierung des Beschwerdeführers in [Dublin-Staat 1], das in 

[Dublin-Staat 1] erstellte Altersgutachten, das in [Dublin-Staat 2] erstellte 

Altersgutachten sowie dessen Beurteilung durch das IRM von der Volljäh-

rigkeit des Beschwerdeführers aus (vgl. die angefochtene Verfügung, […]). 

Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, er sei minderjährig. 

5.2 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – von der Beschwerdeführenden Person zumin-

dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3).  

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Seite 12 

5.3 In der Rechtsmitteleingabe wird zunächst ausgeführt, dass der Alters-

schätzung in [Dublin-Staat 1], die lediglich auf einer äusseren ärztlichen 

Untersuchung und einem psychosozialen Gespräch beruhe, kein Beweis-

wert zugemessen werden könne. Das Gutachten des IRM lasse, unter Be-

rücksichtigung der einschlägigen bundesverwaltungsgerichtlichen Recht-

sprechung, keine Hinweise auf die Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

zu. Im Gegenteil sei sein angegebenes Alter mit den Resultaten des Alters-

gutachtens des IRM vereinbar, weshalb dieses gar als Indiz für die Minder-

jährigkeit zu werten sei. Das [Altersgutachten des Dublin-Staates 2] habe 

keinen Beweiswert für die Alterseinschätzung in der Schweiz, da alleine die 

Ergebnisse des IRM massgebend seien. Wie die Vorinstanz selber ausge-

führt habe, habe der Beschwerdeführer anlässlich der EB UMA wider-

spruchsfreie Aussagen zu seinem Alter und seiner Schulbildung gemacht. 

Seine widerspruchslosen und ausführlichen Schilderungen seien als star-

kes Indiz für das angegebene Alter beziehungsweise die Minderjährigkeit 

zu werten. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe der Beschwerdefüh-

rer ferner, insbesondere angesichts der vom Bundesverwaltungsgericht 

anerkannten systemischen Mängel in [Dublin-Staat 1], plausibel und glaub-

haft erklären können, wie es zur fehlerhaften Registrierung in [Dublin-Staat 

1] gekommen sei, weshalb diese kein Indiz für die Volljährigkeit sei. Dar-

über hinaus könne keinesfalls gesagt werden, dass der Kopie der Überset-

zung des Tazkera "keinerlei Beweiswert" zukomme. Es handle sich um 

eine offiziell zertifizierte Übersetzung, was auch am Stempel des Aussen-

ministeriums erkennbar sei. Dieser beglaubigten Übersetzung komme da-

her ein höherer Beweiswert zu, als den lokal ausgestellten Tazkeras, die 

nicht vom Aussenministerium beglaubigt werden müssten, und sei eben-

falls als Indiz für das geltend gemachte Geburtsdatum beziehungsweise 

die Minderjährigkeit zu werten. 

5.4 Gemäss dem in der Beschwerde einschlägig zitierten Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts (E-891/2017 vom 8. August 2018, publiziert als 

BVGE 2018 VI/3) sind von den in der Schweiz angewandten Methoden der 

medizinischen Altersabklärung nur die Schlüsselbein- respektive Skelettal-

tersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht jedoch die Hand-

knochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche Untersuchung) zum 

Beweis der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person geeignet 

und lässt sich anhand der medizinischen Altersabklärung keine Aussage 

zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person machen, wenn 

das Mindestalter bei der zahnärztlichen Untersuchung und der Schlüssel-

bein- respektive Skelettaltersanalyse unter 18 Jahren liegt (vgl. ebd. 

E. 4.2.1 f.).  

D-2033/2021 

Seite 13 

Gemäss dem Gutachten des IRM ergab die Handknochenanalyse ein Min-

destalter von 16.1 Jahren, die Schlüsselbeinanalyse ein Mindestalter von 

16.4 Jahren und die zahnärztliche Untersuchung ein Mindestalter von 17.0 

bis 17.4 Jahren (vgl. […]). Folglich lässt sich anhand dieser medizinischen 

Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit 

des Beschwerdeführers machen, da das Mindestalter bei der zahnärztli-

chen Untersuchung und der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersana-

lyse unter 18 Jahren liegt. Somit hat die Vorinstanz dieses Gutachten zu 

Unrecht als Indiz für die Volljährigkeit gewertet, zumal sie selber ausführt, 

das Gutachten komme nicht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt der Untersuchung sicher volljährig gewesen sei. Da von den in 

der Schweiz angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung 

die ärztliche körperliche Untersuchung zum Beweis der Minder- bezie-

hungsweise Volljährigkeit einer Person nicht geeignet ist (vgl. BVGE 2018 

VI/3 E. 4.2.1), geht die Vorinstanz auch fehl, wenn sie sich auf das [Alters-

gutachten des Dublin-Staates 1] beruft, zumal dieses Gutachten äusserst 

knapp ausgefallen ist. So geht daraus nicht einmal hervor, welche morpho-

logischen entwicklungsbezogenen Eigenschaften Gegenstand der Unter-

suchung waren oder welchen Inhalt das persönliche Gespräch hatte, dass 

am Ende der Schluss gezogen werden konnte, beim Beschwerdeführer 

handle es sich um eine erwachsene Person ([…]). Ferner sind auch der 

Umstand, dass die [Behörden des Dublin-Staates 2] die Minderjährigkeit 

des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft erachtet und eine Altersabklä-

rung veranlasst haben, und die Aussagen des Beschwerdeführers zum 

Stand seines Asylverfahrens in [...] als Indiz für die Volljährigkeit nicht ge-

eignet.  

Der Beschwerdeführer gab bereits auf dem Personalienblatt an, am (…) 

geboren zu sein, und seine Angaben zu seinem Lebenslauf weisen keine 

Widersprüche auf und sind grundsätzlich plausibel ([…]). Auch die Vo-

rinstanz selber bemerkt, seine Aussagen anlässlich der EB UMA seien 

grundsätzlich widerspruchslos ausgefallen. Ebenso hat der Beschwerde-

führer gegenüber den rumänischen und [Dublin-Staat 2] Behörden geltend 

gemacht, am (…) geboren beziehungsweise minderjährig zu sein ([…]). Al-

leine das in [Dublin-Staat 1] vermerkte Geburtsdatum ([…]) vermag nicht 

zur Annahme der Volljährigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der 

Asylgesuchstellung in der Schweiz zu führen, zumal die Umstände, wie es 

zu dieser Registrierung gekommen ist, nicht bekannt sind. Schliesslich ist 

der Vorinstanz zwar dahingehend zuzustimmen, dass der vom Beschwer-

deführer eingereichten Kopie der beglaubigten Tazkera-Übersetzung kaum 

Beweiswert zukommt, indessen geht sie in diesem Zusammenhang auch 

D-2033/2021 

Seite 14 

fehl, wenn sie seine Erklärung, warum er das sich Afghanistan befindliche 

Original zur Zeit nicht beschaffen könne ([…]), mit dem Argument, ihm sei 

gemäss eigenen Aussagen jeweils Geld aus Afghanistan nach Rumänien 

übermittelt worden, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass die Übermitt-

lung der Tazkera nicht möglich gewesen sein soll, als zweifelhaft abtut, da 

aus den Aussagen des Beschwerdeführers nicht hervorgeht, dass ihm "je-

weils" (mithin regelmässig) Geld aus Afghanistan übermittelt worden sei 

([…]).  

5.5 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in einer Gesamtwürdigung auf-

grund der vorstehenden Erwägungen daher zum Schluss, dass die von der 

Vorinstanz angeführten Indizien für die Volljährigkeit des Beschwerdefüh-

rers nicht zu überzeugen vermögen, die von letzterem geltend gemachte 

Minderjährigkeit im Zeitpunkt der Asylgesuchstellung dagegen als glaub-

haft zu erachten ist. Die Vorinstanz ist zu Unrecht von dessen Volljährigkeit 

im betreffenden Zeitpunkt ausgegangen. Der Beschwerdeführer kann sich 

somit auf die spezifischen Schutzbestimmungen der Dublin-III-VO für un-

begleitete Minderjährige (Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO) berufen. 

5.6 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Schweiz gestützt 

auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO zur Durchführung eines nationalen Asylver-

fahrens zuständig ist. Der Nichteintretensentscheid des SEM vom 22. Ap-

ril 2021 ist aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers einzutreten. 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Die mit Zwischenverfügung vom 

5. Mai 2021 gewährte unentgeltliche Prozessführung ist damit gegen-

standslos geworden. 

6.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden 

(vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite)   

D-2033/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und das SEM angewiesen, 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutreten. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Andrea Beeler 

 

 

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