# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8f37813-12f4-5750-b8c2-610e4581cd74
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 10.07.2023 B 2022/127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2022-127_2023-07-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2022/127

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.08.2023

Entscheiddatum: 10.07.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 10.07.2023
Sozialhilfe, Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG. Nach Eintritt der Volljährigkeit bestimmt 
sich der Unterstützungswohnsitz des Kindes grundsätzlich nicht mehr nach 
Art. 7 ZUG, sondern nach den Bestimmungen für die Er-wachsenen. Art. 5 
und Art. 9 ZUG, welche die Begründung des eigenen Unterstüt-
zungswohnsitzes ausschliessen könnten, setzen voraus, dass der 
Unterbringung eine behördliche Anordnung zugrunde liegt. Dies war bei der 
unterstützten Person nicht der Fall. Anlass, den im Zeitpunkt der 
Fremdplatzierung des minderjährigen Kindes gestützt auf Art. 7 ZUG 
bestimmten Wohnsitz über die Volljährigkeit hinaus andauern zu lassen, 
besteht nicht. Der Anknüpfungspunkt des Wohnsitzes des 
sorgeberechtigten Elternteils fällt dahin. Die Loslösung von diesem 
Anknüpfungspunkt kommt auch darin zum Ausdruck, dass die örtliche 
Zuständigkeit von der Behörde am elterlichen Wohnsitz zu jener am 
Wohnsitz der volljährigen erwachsenen Person wechselte. Die 
Unterbringung in Familienpflege dient nicht mehr dem Kindesschutz, 
sondern kann gegebenenfalls als Massnahme des Erwachsenenschutzes 
behördlich angeordnet werden, was hier nicht der Fall war. 
(Verwaltungsgericht, B 2022/127). Die gegen dieses Urteil erhobene 
Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 22. Mai 2024 
abgewiesen (Verfahren 8C_561/2023)

Entscheid vom 10. Juli 2023

Besetzung

Abteilungspräsident Lendfers; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

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St.Galler Gerichte

Kanton Zürich,  

Beschwerdeführer,

vertreten durch Sicherheitsdirektion Kantonales Sozialamt, Schaffhauserstrasse 78, 

8090 Zürich,

gegen

Departement des Innern des Kantons St. Gallen, Regierungsgebäude, 9001 St. 

Gallen,  

Vorinstanz,

Gegenstand

Zuständigkeit für die Unterstützung von A.__

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__, geboren 2002, stand bis zu ihrer Volljährigkeit unter der elterlichen Sorge ihrer in 

der politischen Gemeinde B.__/SG (seit 1. Januar 2010: C.__/SG) wohnhaften Mutter. 

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht lag bei der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde der Region D.__/SG, die sie mit Beschluss vom 

20. November 2018 rückwirkend per 15. Juli 2018 bei ihrer Pflegemutter in der 

politischen Gemeinde E.__/ZH platzierte (act. 13/20). Am 14. Juli 2020 errichtete die 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Region D.__/SG für A.__ per 7. Juli 2020 

eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung und 

ernannte F.__ von der Berufsbeistandschaft der Region D.__/SG zum Beistand 

(act. 13/19).

B.

Am 31. Juli 2020 bekundete A.__ gegenüber der Berufsbeistandschaft D.__/SG die 

Absicht, dauernd, mindestens aber bis zum Abschluss der Lehre im August 2023 am 

Wohnort ihrer Pflegemutter zu verbleiben und nicht in die Region D.__/SG 

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zurückzukehren. Am 1. Oktober 2020 schlossen A.__ und ihre "Pflegemutter" als 

Betreuungsperson einen Betreuungsvertrag bis zum voraussichtlichen Abschluss der 

Lehre im August 2023. Darin war die Zuständigkeit des Sozialamts C.__/SG für die 

Finanzierung des Betreuungsplatzes vorgesehen (act. 13/17).

C.

A.__ ersuchte sowohl in der Gemeinde C.__/SG – am 3. November 2020 – als auch in 

der Gemeinde E.__/ZH – am 16. Dezember 2020 – um Sozialhilfe. Das Sozialamt E.__/

ZH lehnte den Antrag am 11. Januar 2021 ab. Die Gemeinde C.__/SG übernahm 

subsidiär und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Kosten mit Wirkung ab 

Gesuchstellung. Sie zeigte dem Amt für Soziales des Kantons St. Gallen aufgrund des 

negativen Kompetenzkonfliktes am 21. Mai 2021 die Unterstützung an. Am 31. Mai 

2021 stellte das Amt für Soziales die Unterstützungsanzeige dem Kanton Zürich zu. 

Dieser erhob am 1. Juli 2021 Einsprache beim Departement des Innern des Kantons 

St. Gallen mit dem Antrag, der sozialhilferechtliche Unterstützungswohnsitz von A.__ 

sei der Gemeinde C.__/SG "zuzuweisen". Am 1. November 2021 endete das 

Lehrverhältnis von A.__ vorzeitig. Das Departement des Innern des Kantons St. Gallen 

wies die Einsprache mit Entscheid vom 31. Mai 2022 ab.

D.

Der Kanton Zürich (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 3. Juni 2022 (act. 8.2 und 

9) versandten Entscheid des Departements des Innern des Kantons St. Gallen 

(Vorinstanz) mit Eingabe des Kantonalen Sozialamtes vom 5. Juli 2022 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei unter 

Kostenfolge zulasten des Kantons St. Gallen aufzuheben. Die Vorinstanz verzichtete 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Am 28. September 2022 verzichtete der 

Beschwerdeführer auf eine abschliessende Stellungnahme.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des 

Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Kanton Zürich, 

bis

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dessen Einsprache gegen die vom Amt für Soziales des Kantons St. Gallen angezeigte 

Unterstützung von A.__ die Vorinstanz abgewiesen hat, ist beschwerdeberechtigt 

(Art. 34 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung 

Bedürftiger; Zuständigkeitsgesetz, SR 851.1, ZUG) und dessen Kantonales Sozialamt 

zur Vertretung befugt (Art. 7a und 8 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz des Kantons 

Zürich, LS 851.11, SHV/ZH). Die Beschwerde gegen den am 3. Juni 2022 versandten 

Entscheid (act. 8.2 und 9) wurde mit Eingabe vom 5. Juli 2022 rechtzeitig erhoben 

(Art. 34 Abs. 2 ZUG) und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

dementsprechend einzutreten.

2.

Die Beteiligten sind sich einig, dass sich der Unterstützungswohnsitz von A.__ zum 

Zeitpunkt ihrer Fremdplatzierung entsprechend Art. 7 Abs. 3 Ingress und lit. c ZUG bei 

ihrer Pflegemutter (E.__) am 15. Juli 2018 in C.__/SG befand. Umstritten ist, ob A.__ mit 

dem Eintritt der Volljährigkeit am 7. Juli 2020 Unterstützungswohnsitz in E.__/ZH 

begründet hat.

Die Vorinstanz befasst sich in ihrer Abweisungsverfügung vom 31. Mai 2022 mit der 

Frage, ob die unterstützte Person mit Erreichen der Volljährigkeit einen eigenen 

Unterstützungswohnsitz nach Art. 4 Abs. 1 ZUG begründet habe oder ob der 

Unterstützungswohnsitz aufgrund von Art. 5 und Art. 9 Abs. 3 ZUG weiterhin andauere. 

Sie führt an, die Politische Gemeinde C.__/SG mache geltend, es handle sich um eine 

völlig andere Sachlage als bei fremdplatzierten Kindern, die bei Volljährigkeit einzig 

aufgrund eines Sonderzweckes vorübergehend noch weiterhin bei ihrer Pflegefamilie 

verblieben und deshalb keinen eigenen Unterstützungswohnsitz nach Art. 4 Abs. 1 

ZUG begründeten. Die unterstützte Person habe schon während ihrer Minderjährigkeit 

seit Jahren nur noch einen rechtlichen Bezug aufgrund von Art. 7 Abs. 3 Ingress und 

lit. c ZUG zur Gemeinde C.__/SG gehabt. Ein tatsächlicher Bezug sei schon seit 

längerem nicht mehr auszumachen. Schon am Tag ihres 18. Geburtstages habe sie 

sich in C.__/SG ab- und in E.__/ZH angemeldet und unmissverständlich erklärt, sich 

eine Rückkehr nach C.__/SG nicht vorstellen zu können. Ihr Lebensmittelpunkt befinde 

sich eindeutig in E.__/ZH. Zudem habe sie ihre Ausbildung abgebrochen. Sie befinde 

sich auch in keiner solchen mehr. Es sei also gerade nicht so, dass sie sich lediglich 

aufgrund der notwendigen Betreuung durch die Pflegefamilie beziehungsweise 

aufgrund eines Sonderzwecks beziehungsweise bis zum Abschluss einer Ausbildung 

weiterhin vorübergehend in E.__/ZH aufhalte. Vielmehr sei es offensichtlich so, dass sie 

2.1. 

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nun als erwachsene Person unabhängig von der Absolvierung einer Ausbildung in E.__/

ZH verbleibe, weil sie ihren Lebensmittelpunkt dort habe und sich dort auch nach 

aussen erkennbar mit der Absicht des dauernden Verbleibens aufhalte. Sie habe 

nämlich offensichtlich sämtliche ihrer Lebensbeziehungen und persönlichen Bindungen 

in E.__/ZH, wo sie bereits seit Jahren lebe. Art. 4 ZUG stimme weitgehend mit Art. 23 

ZGB überein. Deshalb könne für die Frage, ob ein Unterstützungswohnsitz begründet 

worden sei oder nicht, grundsätzlich auf die entsprechende Lehre und Rechtsprechung 

zum zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff abgestellt werden. Mit dem Eintritt der 

Volljährigkeit seien die Kindesschutzmassnahmen von Gesetzes wegen entfallen. 

Aufgrund des Wohnsitzwechsels sei die von der Kindes- und 

Erwachsenensahutzbehörde der Region D.__/SG begründete Beistandschaft von der 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks H.__/ZH übernommen worden. 

Für den Bezug von Ergänzungsleistungen sei eine Anmeldung bei der für die 

Zusatzleistungen zuständigen Durchführungsstelle von E.__ ZH eingereicht worden. Bei 

beiden Gemeinden – C.__/SG und E.__/SG – sei um Sozialhilfe ersucht worden.

Der Beschwerdeführer geht davon aus, Angebote des betreuten und begleiteten 

Wohnens fielen unter den Heimbegriff. Der Wohnsitz im Zeitpunkt der 

Fremdplatzierung perpetuiere bis zum Austritt aus dem Heim. Das gelte auch in Fällen, 

in denen ein Kind in einer Pflegefamilie untergebracht worden sei. Einzig in den Fällen, 

in denen das volljährig gewordene Kind freiwillig in Familienpflege bleibe, keine 

Notwendigkeit für eine weitere Betreuung bestehe, der weitere Verbleib bei den 

Pflegeeltern nicht auf einem Sonderzweck (wie beispielsweise die Beendigung einer 

Lehre) beruhe und die Absicht des dauernden Verbleibens vorhanden sei, könne an 

diesem Ort ein Unterstützungswohnsitz nach Art. 4 Abs. 1 ZUG begründet werden. Das 

Dahinfallen von Kindesschutzmassnahmen – wie hier die Vertretungsbeistandschaft mit 

Einkommens- und Vermögensverwaltung und der Pflegevertrag – mit Eintritt der 

Volljährigkeit spiele für die Bestimmung des Unterstützungswohnsitzes nur eine 

untergeordnete Rolle. Vielmehr seien die tatsächlichen Verhältnisse zu beurteilen. Die 

unterstützte Person verfüge noch nicht über genügend Fähigkeiten für ein 

selbständiges Wohnen und benötige für alltägliche Aufgaben und Entscheidungen eine 

enge Begleitung. Sie sei – wie eine Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 

bestätige – in ihrer Selbständigkeit, Selbststrukturierung, Selbstorganisation, 

Konzentration und emotionalen Regulationsfähigkeit teilweise massiv eingeschränkt. 

Aus medizinischer Sicht sei zur Gewährleistung einer optimalen Betreuung eine 

konstante Beziehungs-/Vertrauensperson dringend zu empfehlen. Ihren dissoziativen 

Zuständen professionell zu begegnen, sei eine Herausforderung. Durch die sorgfältige 

Betreuung und Pflege sei eine Gesundung möglich. So könnten auch die stabilen 

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Rahmenbedingungen für die therapeutische Begleitung geschaffen werden. Pflege und 

Betreuung benötigten bei der vorliegenden Diagnose – einer posttraumatischen 

Belastungsstörung mit dissozialer Störung und Neigung zu psychosozialen 

Beschwerden – einen hohen Aufwand und professionelle Fachkenntnisse. Um diese 

Professionalität aufrechtzuerhalten, gehe die Pflegemutter regelmässig in 

Supervisionen und hole sich fachliche Unterstützung. Der Pflegeaufwand sei stark 

erhöht und nicht vergleichbar mit der Platzierung von psychisch stabilen jungen 

Erwachsenen. Könne die Platzierung nicht weitergeführt werden, bestehe eine hohe 

Gefahr für Rückfälle und psychische Instabilität. Die Betreuung durch die Pflegemutter 

sei auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit klar indiziert und werde in gleichem 

Umfang weitergeführt. Diesbezüglich seien sich der Beistand, die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde und die Psychotherapeutin einig. Deshalb sei – unter 

Mitwirkung des Beistandes – ein Betreuungsvertrag für die Zeit vom 7. Juli 2020 bis 

zum Abschluss der Lehre voraussichtlich im August 2023 abgeschlossen worden. 

Verbleibe die volljährige unterstützte Person bei der Pflegemutter, weil weiterhin die 

entsprechende Betreuung und Pflege benötigt werde, ändere sich der Charakter des 

Aufenthalts nicht, weshalb der bisherige eigene Unterstützungswohnsitz der Klientin 

gestützt auf Art. 9 Abs. 3 ZUG nicht beendet werde. Eine so umfassende Betreuung, 

wie die unterstützte Person sie erhalte, könne erst recht nicht eine Änderung der 

Unterstützungszuständigkeit zur Folge haben. Hätte sich der Charakter des Aufenthalts 

geändert und wäre keine Betreuung und Pflege mehr nötig, wäre wohl eher ein 

Untermietvertrag abgeschlossen worden. Die unterstützte Person habe nicht die 

Absicht dauernden Verbleibens in E.__/ZH, sondern bei der Pflegemutter bekundet. 

Bedürfe eine volljährige Person zwar keiner Pflege mehr, bleibe jedoch zu einem 

Sonderzweck, zum Beispiel dem Absolvieren der Lehre, bei einer Pflegefamilie, ändere 

dies den Unterstützungswohnsitz nicht. Die zwischenzeitliche Auflösung des 

Lehrvertrags spiele dabei keine Rolle, sei doch nach wie vor der Abschluss einer 

Erstausbildung geplant. Entsprechend erhalte die unterstützte Person ein Coaching der 

IV-Stelle des Kantons Zürich. Die polizeiliche Abmeldung in C.__/SG und die 

Anmeldung in E.__/ZH seien lediglich ein Indiz, jedoch weder eine Vermutung noch ein 

Beweis für die Begründung eines zivilrechtlichen Wohnsitzes. Das Gesetz habe 

bewusst in Kauf genommen, dass bei einem freiwilligen Heimeintritt der zivilrechtliche 

Wohnsitz und der sozialhilferechtliche Unterstützungswohnsitz nicht übereinstimmten.

Gemäss Art. 4 Abs. 1 Satz 1 ZUG hat der Bedürftige seinen Unterstützungswohnsitz in 

dem Kanton, in dem er sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Die 

polizeiliche Anmeldung gilt als Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, 

2.2. 

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2.2.2   

A.__ lebte bei Eintritt der Volljährigkeit in Pflege bei I.__ in E.__/ZH. Nach Art. 5 ZUG 

begründet die behördliche Unterbringung einer volljährigen Person in Familienpflege 

keinen Unterstützungswohnsitz. A.__ war ab 15. Juli 2018 gestützt auf einen Beschluss 

der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Region D.__/SG vom 20. November 

2018 bei der Pflegemutter I.__ platziert (act. 13/20). Die Unterbringung beruht damit auf 

einer behördlichen Anordnung, erging jedoch in einem Zeitpunkt, als die am 7. Juli 

2002 geborene A.__ noch nicht volljährig war. In diesem Zeitpunkt bestanden 

gegenüber A.__ verschiedene Kindesschutzmassnahmen – nämlich eine 

Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) sowie verschiedene Beistandschaften mit 

besonderen Befugnissen nach Art. 308 Abs. 2 ZGB, nämlich bezüglich medizinischer 

Behandlung/Betreuung, bezüglich Schule, Berufslehre usw. sowie bezüglich des 

persönlichen Verkehrs (act. 13/20). Die behördliche Unterbringung der minderjährigen 

A.__ in Familienpflege vom 20. November 2018 war damit nicht geeignet, ihren – 

unbestrittenen – Unterstützungswohnsitz in C.__/SG aufzuheben.

Mit dem Eintritt der Volljährigkeit fielen die Kindesschutzmassnahmen und damit auch 

dass der Aufenthalt schon früher begonnen hat oder nur vorübergehender Natur ist 

(Art. 4 Abs. 2 ZUG; dazu nachfolgend Erwägung 2.2.1). Die behördliche Unterbringung 

einer volljährigen Person in Familienpflege begründet weder einen neuen (Art. 5 ZUG) 

noch beendet sie – konsequenterweise – einen bestehenden Unterstützungswohnsitz 

(Art. 9 Abs. 3 ZUG).

A.__ hielt sich im Zeitpunkt des Eintritts der Volljährigkeit am 7. Juli 2020 tatsächlich in 

E.__/ZH auf und bekundete die Absicht, dort dauernd zu verbleiben. Die polizeiliche 

Abmeldung in C.__/SG und die gleichzeitige Anmeldung in E.__/ZH am 7. Juli 2020 

(act. 13/18) sind nicht direkt geeignet, im Sinn von Art. 4 Abs. 2 ZUG als 

Wohnsitzbegründung in E.__/ZH zu gelten, weil A.__ schon vor dieser Zuzugsmeldung 

sich in E.__ZH aufgehalten hat. Art. 4 Abs. 2 ZUG stellt lediglich eine – an den 

polizeilichen Meldeverhältnissen anknüpfende, umstossbare – gesetzliche Vermutung 

dar (vgl. Botschaft zu einem Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die 

Unterstützung Bedürftiger vom 17. November 1976, in: BBl 1976 III S. 1193 ff, S. 1203). 

Zu prüfen ist, ob der "Pflegevertrag" mit I.__ vom 1. Oktober 2020 verhindert, dass A.__ 

in E.__/ZH Wohnsitz begründete.

2.2.1. 

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die behördlich angeordnete Unterbringung bei der Pflegemutter dahin. Die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde der Region D.__/SG ordnete deshalb eine Beistandschaft 

nach Art. 394 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 395 Abs. 1 und 3 ZGB an. Am 5. November 

2020 übernahm die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks H.__/ZH die 

Massnahmen zur unveränderten Weiterführung ab 1. Dezember 2020 und erteilte dem 

Beistand insbesondere den Auftrag, stets für eine geeignete Wohnsituation 

beziehungsweise Unterkunft besorgt zu sein und A.__ bei allen in diesem 

Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu unterstützen und umfassend zu 

vertreten (act. 13/16). Eine Weiterführung der "Familienpflege" hat die Behörde nicht 

angeordnet. A.__ hat den Betreuungsvertrag mit I.__ für die Zeit ab ihrer Volljährigkeit 

am 1. Oktober 2020 selbständig abgeschlossen. Hingewiesen wurde auf die 

Beistandschaft und den Beistand. Festgehalten wurde zudem ausdrücklich, A.__ sei in 

Bezug auf die Unterzeichnung des neuen Betreuungsvertrages urteilsfähig und eine 

Zustimmung durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde nicht notwendig. Die 

Parteien wurden angehalten, sich bei besonderen Vorkommnissen oder in 

Konfliktsituationen beim Beistand zu melden und den Austausch mit ihm je nach 

Bedarf zu pflegen (act. 13/17, S. 2). Eine behördliche Unterbringung von A.__ in 

Familienpflege ab dem Zeitpunkt ihrer Volljährigkeit im Sinn von Art. 5 ZUG, welche der 

Beendigung des bisherigen Unterstützungswohnsitzes in C.__/SG entgegenstehen 

würde, liegt damit nicht vor.

Die Abteilung Soziales der Gemeinde E.__/ZH ist der Auffassung, Art. 5 und Art. 9 ZUG 

würden unabhängig davon wirken, ob die Unterbringung förmlich verfügt oder bloss 

faktisch veranlasst wurde. Der Wortlaut der Bestimmungen ist indessen klar. 

Massgebend ist die behördliche Unterbringung.

2.3.

Damit bleibt einzig die Frage, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen der 

eigene Unterstützungswohnsitz des minderjährigen Kindes gemäss Art. 7 Abs. 3 

Ingress und lit. c ZUG über den Eintritt der Volljährigkeit hinaus andauern soll. Nach 

Eintritt der Volljährigkeit bestimmt sich der Unterstützungswohnsitz des Kindes 

grundsätzlich nicht mehr nach Art. 7 ZUG, sondern nach den Bestimmungen für die 

Erwachsenen. Art. 5 und Art. 9 ZUG schlössen dann die Begründung des eigenen 

Unterstützungswohnsitzes aus. Die Bestimmungen setzen indessen – wie dargelegt – 

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voraus, dass der Unterbringung eine behördliche Anordnung zugrunde liegt. Dies ist 

bei A.__ nicht der Fall. Anlass, den im Zeitpunkt der Fremdplatzierung des 

minderjährigen Kindes gestützt auf Art. 7 ZUG bestimmten Wohnsitz über die 

Volljährigkeit hinaus andauern zu lassen, bestehen nicht. Der Anknüpfungspunkt des 

Wohnsitzes des sorgeberechtigten Elternteils fällt dahin. Die Loslösung von diesem 

Anknüpfungspunkt kommt auch darin zum Ausdruck, dass die örtliche Zuständigkeit 

von der Behörde am elterlichen Wohnsitz zu jener am Wohnsitz der volljährigen 

erwachsenen Person wechselt. Die Unterbringung in Familienpflege dient nicht mehr 

dem Kindesschutz, sondern kann gegebenenfalls als Massnahme des 

Erwachsenenschutzes behördlich angeordnet werden, was hier nicht der Fall ist.

1.

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist abzuweisen.

2.

Da der Kanton Zürich unterliegt und überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, sind 

ihm die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 und 

3 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Ausseramtliche Kosten sind für das 

Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen.

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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		2025-07-19T00:54:26+0200
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