# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92234643-279b-5ae4-bc17-fadd7c79e8a0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2025 F-7534/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-7534-2024_2025-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-7534/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Joana Maria Mösch. 
 

 
 

Parteien 
 A. _______,  

vertreten durch Sabine Eichenberger,  

BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, 

Pfeffingerstrasse 41, 4053 Basel,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen;  

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2024. 

 

 

 

F-7534/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin (geb. 1951, afghanische Staatsangehörige) 

ersuchte am 28. November 2023 bei der Schweizerischen Botschaft in 

Islamabad um Ausstellung eines humanitäreren Visums. Am  

4. Dezember 2023 wurde sie dort persönlich befragt. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Januar 2024 lehnte die Botschaft den Antrag ab. 

C.  

Die dagegen erhobene Einsprache der Beschwerdeführerin vom 

5. August 2024 wies die Vorinstanz mit Entscheid vom 31. Oktober 2024 

ab.  

D.  

Am 2. Dezember 2024 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Erteilung eines humanitären Visums, 

eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um unentgeltliche 

Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2024 wurde das Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen, während das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgelehnt wurde.  

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2024 beantragte die Vor- 

instanz die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Am 17. Dezember 2024 erklärte der zuständige Instruktionsrichter den 

Schriftenwechsel als grundsätzlich abgeschlossen und übermittelte die  

vorinstanzliche Vernehmlassung der Beschwerdeführerin zur 

Kenntnisnahme. 

 

 

F-7534/2024 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 

entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).  

1.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen 

(Rechtsmittelfrist [Art. 50 Abs. 1 VwVG] und Form der Beschwerde [Art. 52 

Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 

Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes und – sofern wie vorliegend keine 

kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die 

Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das 

Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes wegen an. 

Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren 

gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 

gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgeblich ist 

grundsätzlich die Sachlage im Zeitpunkt seines Entscheids (vgl.  

BVGE 2020 VII/4 E. 2.2). 

3.    

3.1  Als Staatsangehörige Afghanistans unterliegt die Beschwerdeführerin 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Mit ihrem Gesuch 

beabsichtigt sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb dieses nicht nach 

den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen ist (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.5 und E. 3.6.1).  

3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

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Seite 4 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere vor, wenn die betreffende 

Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur unter sehr 

restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 E. 4.1.3). Diese 

werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person aufgrund der 

konkreten Umstände davon ausgegangen werden muss, dass sie sich im 

Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsituation befindet, die 

ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und es 

rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben Lage – 

ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen 

Ereignissen gegeben sein; oder aufgrund einer konkreten individuellen 

Gefährdung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft. Befindet sich 

die betroffene Person bereits in einem Drittstaat (BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3) oder ist sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr 

Heimat- oder Herkunftsland zurückgekehrt (vgl. Urteil des BVGer 

F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 4.3) und hat sie die Möglichkeit, 

sich erneut in den Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon 

auszugehen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Gleiches gilt, wenn die 

Person nachweislich die Möglichkeit hat, sich in einen Drittstaat zu 

begeben, ohne zuvor dort gewesen zu sein (vgl. Urteil des BVGer  

F-840/2024 vom 26. Juni 2024, E. 3.2). Das Visumsgesuch ist unter 

Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände 

der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland 

sorgfältig zu prüfen (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil des BVGer  

F-2470/2022 vom 29. November 2023 E. 3.2 m.H.). 

3.3 Im Hinblick auf das Beweismass ist zu betonen, dass für die Erteilung 

eines humanitären Visums eine im Sinne von Art. 4 Abs. 2 zweiter Satz 

VEV relevante Gefährdung offensichtlich gegeben sein muss (vgl.  

BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; BBl 2010 4455, 4490) und 

mithin der volle Beweis zu erbringen ist (Urteil F-1077/2022 vom 

21. Januar 2024 E. 5.4.1 [zur Publikation vorgesehen]).  

4.   

4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass 

bei der Beschwerdeführerin keine unmittelbare und ernsthafte Notlage 

ersichtlich sei, die ihr Leib und Leben konkret gefährde und somit ein 

behördliches Eingreifen zwingend erforderlich erscheinen lasse.  

4.2 Die Beschwerdeführerin macht hingegen geltend, dass sie in ihrem 

Heimatland Afghanistan aufgrund der Konversion ihres Sohnes zum 

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Seite 5 

Christentum Belästigungen und Schikanen ausgesetzt gewesen sei. Daher 

habe sie mit ihrer Familie nach Pakistan fliehen müssen, wo sie seither 

lebe. Ihr Sohn sei in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden und habe 

Asyl erhalten. Es liege deshalb eine Reflexverfolgung vor. Bei einer 

allfälligen Rückkehr nach Afghanistan könnte sie in Schwierigkeiten 

geraten, sollte sie als Unterstützerin ihres Sohnes wahrgenommen 

werden. Sie würde für die Konversion ihres Sohnes an seiner statt bestraft 

werden. Als Angehörige der ethnischen Gruppe der Hazara und als Frau 

sei sie zudem seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 einem 

erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt. Nach der Flucht ihres Sohnes nach 

Europa und dem Tod ihres Ehemannes befinde sie sich in Pakistan als 

alleinstehende, ältere Frau mit gesundheitlichen Problemen in einer 

existenzbedrohenden Lage. Hinzu komme die latente Angst vor einer 

drohenden Rückschaffung nach Afghanistan, da sie sich illegal in Pakistan 

aufhalte. 

5.  

5.1 Bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan lassen sich 

Gruppen von Personen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem 

erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehören vor allem 

Personen, die der gestürzten afghanischen Regierung oder der 

internationalen Gemeinschaft nahestehen oder als Unterstützer respektive 

Unterstützerinnen derselben wahrgenommen werden, sowie westlich 

orientierte oder der afghanischen Gesellschaftsordnung aus anderen 

Gründen nicht entsprechende Personen (vgl. etwa Urteile des BVGer  

F-4178/2022 vom 25. August 2023 E. 8.3 m.w.H.). 

5.2 Eine Reflexgefährdung – wie sie die Beschwerdeführerin vorliegend 

mit Blick auf ihren Sohn geltend macht – liegt vor, wenn nach den 

Gesamtumständen des jeweiligen Einzelfalls die Angehörigen einer im 

Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV gefährdeten Person allein oder unter anderem 

aufgrund dieser Angehörigkeit ihrerseits als entsprechend gefährdet zu 

qualifizieren sind. Wird der gefährdeten Person ein humanitäres Visum 

erteilt, führt dies indes nicht «automatisch» dazu, dass ihre Angehörigen 

als reflexgefährdet zu betrachten wären und auch diesen die Einreise in 

die Schweiz zu bewilligen wäre (vgl. Urteil des BVGer F-3560/2023 vom 

7. März 2024 E. 5.3.2). Vielmehr gelten auch hier die strengen 

beweisrechtlichen Anforderungen der Rechtsprechung zu Art. 4 Abs. 2 

VEV (vgl. oben E. 3.3; Urteil des BVGer F-1838/2022 vom 

13. September 2023 E. 6.1; zum Ganzen Urteil des BVGer F-1053/2023 

vom 22. August 2024 E. 3.5). Geklärt werden muss, ob den fraglichen 

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Angehörigen aufgrund ihres individuellen Gefährdungsprofils – welches es 

unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Umstände einschliesslich 

ihrer konkreten Beziehung zur gefährdeten Person und deren konkreter 

Gefährdungslage zu ermitteln gilt – ihrerseits eine Gefährdung im Sinne 

von Art. 4 Abs. 2 VEV zu attestieren und ihnen entsprechend ein 

humanitäres Visum zu erteilen ist. Wird dies verneint, bleibt gegebenenfalls 

für die betroffenen Angehörigen je einzeln zu prüfen, ob die Verweigerung 

des Visums bei gleichzeitiger Erteilung eines solchen an die gefährdete 

Person mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit vereinbar ist (vgl. 

Urteile des BVGer F-1053/2023 vom 22. August 2024 E. 3.5,  

F-3370/2022 vom 26. Juni 2023 E. 5.4, F-137/2021 vom 

22. September 2021 E. 5.4).  

Nichts anderes kann hinsichtlich einer allfälligen Reflexgefährdung von 

Angehörigen einer Person gelten, deren Flüchtlingseigenschaft in der 

Schweiz anerkannt wurde und die hier Asyl erhalten hat, wie dies beim 

Sohn der Beschwerdeführerin der Fall ist. 

5.3 Festzuhalten bleibt, dass das freiwillige Aufsuchen einer Schweizer 

Auslandsvertretung zwecks Beantragung eines humanitären Visums 

seitens der Schweiz keine internationale Schutzpflicht begründet. Die 

gesuchstellende Person unterstellt sich damit nicht der Hoheitsgewalt der 

Eidgenossenschaft (vgl. Urteil des EGMR M.N. u.a. gegen Belgien, Grosse 

Kammer, Nr. 3599/18 vom 5. Mai 2020, §§ 96 ff.; Urteil des BVGer  

F-1077/2022 vom 21. Februar 2024 E. 4.4 m.w.H.). 

6.  

6.1 Dem zum Christentum konvertierten Sohn der Beschwerdeführerin ist 

angesichts seines Asylstatus zweifellos eine begründete Furcht vor 

zukünftiger Verfolgung in Afghanistan zu attestieren (vgl. Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Daraus folgt jedoch nicht zwingend, dass sie im Sinne einer 

Reflexverfolgung einer unmittelbaren ernsthaften Gefahr für Leib und 

Leben ausgesetzt wäre. Eine bloss abstrakte Gefährdung reicht für die 

Erteilung eines humanitären Visums nicht aus. Vielmehr müsste die 

Beschwerdeführerin zusätzlich zum Vorliegen eines abstrakten 

Risikoprofils individuell, unmittelbar und konkret an Leib und Leben 

gefährdet sein. Dabei ist erforderlich, dass sich ihre Situation massgeblich 

von anderen, sich in derselben Lage befindlichen Personen abhebt. Eine 

entsprechende personenspezifische Gefährdung im Sinne von Art. 4 

Abs. 2 VEV ist aus den Akten nicht ersichtlich und wurde in der 

Beschwerdeschrift auch nicht rechtsgenügend dargetan. Namentlich die 

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Vorbringen, wonach die Konversion ihres Sohnes im ganzen Dorf sowie 

bei den Mullahs bekannt und dieser schon vor der Machtübernahme im 

Visier der Taliban gewesen sei, und wonach ihr im Jahr 2013 ein Schüler 

einer religiösen Schule mit einem Stein auf den Kopf geschlagen habe, 

was zu einer heute noch sichtbaren Narbe geführt habe, genügen hierzu 

auch bei Wahrunterstellung nicht.  

6.2 Daran vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf ihre 

Zugehörigkeit zur Ethnie der Hazara nichts zu ändern, zumal sie 

diesbezüglich wiederum keine individuell-konkrete Gefährdung an Leib 

und Leben aufzuzeigen vermag, welche die erforderliche Aktualität und 

Intensität aufweisen würde. Wenn sie vorbringt, bereits vor der 

Machtübernahme der Taliban seien mehrfach Schafherden auf ihren 

landwirtschaftlichen Grund getrieben und sei sie daraufhin mit dem Tod 

bedroht und zum Verlassen des Landes aufgefordert worden, erfüllt dies 

die genannten Anforderungen nicht, selbst wenn die Vorkommnisse belegt 

würden. Nach konstanter bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung 

ist sodann die blosse Zugehörigkeit zur Ethnie der Hazara auch unter 

Berücksichtigung der aktuellen Machtverhältnisse in Afghanistan nicht 

ausreichend, um von einer Kollektivverfolgung und mithin einem konkreten 

Verfolgungsinteresse der Taliban an der Person der Beschwerdeführerin 

auszugehen (vgl. statt vieler zuletzt Urteil des BVGer F-1455/2024 vom 

28. Oktober 2024 E. 6.3.4). Umso weniger vermag sie eine unmittelbare, 

ernsthafte und konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV zu 

begründen (vgl. Urteil des BVGer F-997/2022 vom 18. Oktober 2023  

E. 6.5). 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt des Weiteren nicht, dass sich 

die Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan seit der 

Machtübernahme der Taliban im August 2021 stetig verschlechtert hat. Das 

blosse Merkmal des weiblichen Geschlechts reicht jedoch auch unter 

Berücksichtigung der aktuellen Machtverhältnisse in Afghanistan nicht aus, 

um im konkreten Einzelfall eine unmittelbare, ernsthafte und konkrete 

Gefährdung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV zu begründen. Die 

Beschwerdeführerin konnte keine besonders gelagerte 

Gefährdungssituation nachweisen, die sie von anderen Frauen und 

Mädchen in Afghanistan unterscheidet. Auch die in der Beschwerde 

zitierten Berichte zur allgemeinen Situation von Frauen und Mädchen in 

Afghanistan sowie ihre persönliche Situation als Witwe lassen nicht auf 

eine unmittelbare personenspezifische Gefährdung an Leib und Leben 

schliessen. Nachdem nicht von einer Reflexverfolgung aufgrund ihrer 

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Seite 8 

Beziehung zu ihrem mit Asylstatus in der Schweiz lebenden Sohn 

auszugehen ist, ist sie mit den gleichen Schwierigkeiten wie zahlreiche 

verwitwete (Hazara-)Frauen in Afghanistan konfrontiert (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2024 VII/1 E. 8.4). Mithin ist eine Gefährdung der 

Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV auch unter dem 

Gesichtspunkt ihres Frauseins zu verneinen. 

6.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin vermag schliesslich 

auch die bei ihr gegebene Kombination der diversen, jedoch allesamt  

abstrakt bleibenden Risikoprofile als verwitwete Frau, Angehörige der 

Ethnie der Hazara und Mutter eines Konvertiten mangels unmittelbarer 

individueller Gefährdung die Voraussetzungen von Art. 4 Abs. 2 VEV nicht 

zu erfüllen. 

7.  

Unter diesen Umständen erübrigt sich die Prüfung, ob die 

Beschwerdeführerin in ihrem aktuellen Aufenthaltsstaat Pakistan der 

Gefahr einer zwangsweisen Rückschaffung nach Afghanistan ausgesetzt 

ist. Offenbleiben kann auch, wie es sich mit einer allfälligen Gefährdung im 

Aufenthaltsstaat Pakistan verhält. 

8.  

Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur 

vollständigen Erstellung des Sachverhalts erweist sich nach dem 

Gesagten als unbegründet. Inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt 

weiter hätte abklären müssen, ist nicht ersichtlich, weshalb keine 

Veranlassung besteht, die angefochtene Verfügung zu kassieren. 

9.  

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die 

Voraussetzungen für die Erteilung eines humanitären Visums nach Art. 4 

Abs. 2 VEV zwecks Einreise in die Schweiz nicht erfüllt und ihr die 

Vorinstanz das nachgesuchte Visum zu Recht verweigerte. Folglich erweist 

sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang wäre die unterliegende 

Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts der 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG sind indes keine Verfahrenskosten zu erheben. Eine 

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Parteientschädigung fällt ausgangsgemäss ausser Betracht (Art. 64 Abs. 1 

VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Joana Maria Mösch 

 

 

 

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