# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f6e2e33-4775-560e-b975-509784bbb8a3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2019 200 2018 621
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-621_2019-07-03.pdf

## Full Text

200 18 621 IV
SCJ/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juli 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Juli 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1956 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juni 2014 unter Hinweis auf Rücken- und Schulterbe-
schwerden sowie Darmprobleme bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 11). Im Rahmen erwerblicher und medizinischer Abklärungen holte die 
IVB die Akten der Krankentaggeldversicherung (AB 33, 48) sowie der Un-
fallversicherung (AB 47, 61) ein. Am 5. Juni 2015 teilte die IVB der Versi-
cherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine be-
ruflichen Massnahmen möglich seien (AB 49). Mit Bericht vom 10. August 
2015 diagnostizierte der behandelnde Psychiater eine seit Dezember 2014 
bestehende mittelgradige depressive Episode (AB 53). Nach einem statio-
nären Aufenthalt in der Klinik C.________ vom 24. Mai bis 11. Juni 2016 
(AB 68) veranlasste die IVB auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; AB 73) eine polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 
23. März 2017; AB 96.1). Mit Vorbescheid vom 27. April 2017 stellte die 
IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 97). Auf Ein-
wand der Versicherten (AB 102, 104, 106, 111) und Stellungnahmen der 
Gutachter (AB 109.1) hin erging am 28. September 2017 ein weiterer leis-
tungsabweisender Vorbescheid (AB 110). Nach erneutem Einwand 
(AB 112, 114, 116, 118) und erneuter Stellungnahme der Gutachter 
(AB 124) sowie nach Konsultation des RAD (AB 130; vgl. auch AB 119) 
erging am 24. Mai 2018 wieder ein leistungsabweisender Vorbescheid 
(AB 131). Einwandweise kündigte die Versicherte die Einholung eines Pri-
vatgutachtens an (AB 132), worauf die IVB am 9. Juli 2018 dem Vorbe-
scheid entsprechend verfügte (AB 134).

B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 6. September 2018 Beschwerde erheben und beantra-
gen, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien die Akten für 

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weitere medizinische Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen, eventualiter sei ihr eine ganze, eventuell eine halbe Rente zuzu-
sprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung lässt 
sie im Wesentlichen vorbringen, das Recht auf Beweis sei deshalb verletzt, 
weil das in Aussicht gestellte Privatgutachten nicht abgewartet worden sei, 
ohnehin sei eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung angezeigt gewesen 
und gehe dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten psychiatrischen 
Teilgutachten die Beweiskraft ab.

Mit Verzicht auf eine ausführliche Beschwerdeantwort vom 26. September 
2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Stellungnahme bzw. Replik vom 26. November 2018 reichte die Be-
schwerdeführerin das Privatgutachten vom 14. November 2018 ein (Akten 
der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 4).

Mit Duplik vom 11. Februar 2019 verwies die Beschwerdegegnerin auf Stel-
lungnahmen des RAD vom 8. und 11. Februar 2019 (in den Gerichtsakten) 
und schloss daraus, dass die Leistungsbeurteilung im psychiatrischen Pri-
vatgutachten (BB 4) nicht nachvollziehbar sei.

Am 5. März 2019 reichte die Beschwerdeführerin Schlussbemerkungen ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin 
vom 24. September 2018 (AB 42). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
der Beschwerdeführerin auf eine Rente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Die Beschwerdeführerin macht vorab und primär eine Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör geltend (Beschwerde S. 5 f.). Sie bringt 
sinngemäss vor, die Beschwerdegegnerin habe verfügt, ohne das in Aus-
sicht gestellte Privatgutachten abzuwarten. 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 

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mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72).

2.3 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV 
Nr. 26 S. 76 E. 4.2). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des 
rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Man-
gels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs 
abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 
(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 
I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.4 Es kann offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwer-
deführerin im Verwaltungsverfahren das Recht auf Beweis abgeschnitten 
hat (vgl. Beschwerde, S. 6 oben). Ein allfälliger Mangel hat jedenfalls als 
geheilt zu gelten, nachdem die Beschwerdeführerin die von ihr mit Schrei-
ben vom 28. Juni 2018 (AB 132) angekündigte, von ihr beabsichtigte "neu-
trale Beurteilung" (BB 4) nunmehr dem – mit voller Kognition ausgestatte-
ten – Gericht am 26. November 2018 eingereicht hat und die Parteien Ge-
legenheit erhalten haben, sich hierzu zu äussern, zumal die beantragte 
Rückweisung der Sache einem formalistischen Leerlauf gleichkäme, die 
– beim bereits jahrelangen Verfahren – zu einer unnötigen weiteren Verzö-
gerung führte. Somit erweist sich der ursprünglich gestellte Antrag als 
überholt, es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 

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damit diese unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin in Auf-
trag gegeben Beurteilung neu entscheide.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

3.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

3.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 

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nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

3.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-

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nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te.

3.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

3.4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

3.4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne nach den vom Bundesamt für Sta-
tistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezo-
gen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 
S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 

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Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer dop-
pelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV 
Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwer-
deführerin ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physi-
kalische Medizin und Rehabilitation, begutachtete im Auftrag der Kranken-
taggeldversicherung die Beschwerdeführerin am 4. November 2014 rheu-
matologisch (AB 43/7 ff.) und diagnostizierte ein zervikovertebrales Syn-
drom bei degenerativen Veränderungen im Sinne von Bandscheibenprotru-
sion C4/C5 und linksbetonte Diskushernie C5/C6 mit Kompression der C6-
Wurzel im Neuroforamen, eine Periarthropathia humeroscapularis calcarea 
links, einen St.n. arthroskopischer Behandlung des linken Kniegelenks, 
einen St.n. HWS-Distorsion bei Autounfall im Januar 2013, eine ausgepräg-
te Form einer generalisierten Fibromyalgie, Diskrepanzen in diversen Un-

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tersuchungsbefunden infolge Versicherungsbegehrungstendenzen, einen 
St.n. Karpaltunneloperation rechts vor 25 Jahren und links im April 2014 
sowie einen St.n. Dickdarmoperation im April 2014 (AB 43/15). Die Be-
schwerdeführerin habe sich derart appellativ hilfsbedürftig und so krank 
gezeigt, dass man ihr keine Tätigkeit zumuten würde. De facto und auf-
grund der somatischen Untersuchungen lägen keine gravierenden Defizite 
vor, welche eine höhere Arbeitsunfähigkeit begründen würden. Diese dürfte 
aktuell bei 50 % liegen und sei innerhalb den nächsten vier Wochen suk-
zessive auf 90 % zu steigern. In einer angepassten, wechselhaften Tätig-
keit ohne Stress oder Leistungen unter Zeitdruck, unter Vermeidung von 
Heben von schweren Lasten und auch von Arbeiten über Kopfhöhe könne 
die Beschwerdeführerin als voll arbeitsfähig eingeschätzt werden 
(AB 43/17; vgl. auch AB 84.4).

4.1.2 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 10. August 
2015 (AB 53) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit Dezember 
2014 bestehende mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10; 
AB 53/1 Ziff. 1.1). Am 9. Dezember 2014 habe die erste psychiatrische 
Konsultation stattgefunden, wobei sich die Beschwerdeführerin über 
Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Traurigkeit, Bedrücktheit, Atemnot, 
Angstzustände und rasche Reizbarkeit beklagt habe. Sie habe berichtet, 
dass sie seit dem Verkehrsunfall vom 15. Januar 2013 unter Schmerzen 
leide; aktuell berichte sie auch von Ängsten, dass sich ihr Gesundheitszu-
stand verschlechtern könnte. Es bestehe eine Tendenz zur Chronifizierung 
und es sei im Verlauf zu einer Zunahme der Schmerzsymptomatologie ge-
kommen. Bei der Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht in der 
bisherigen Tätigkeit sowie in vergleichbaren Tätigkeiten eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 50 % rein aus versicherungs-
psychiatrischer Sicht attestiert worden (AB 53/2).

4.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und für Rheumatologie, übernahm im Bericht vom 24. September 
2015 (AB 57/7 ff.) im Wesentlichen die Diagnosen des rheumatologischen 
Gutachters (AB 57/12 unten; vgl. E. 4.1.1 hiervor) und erwartete hinsichtlich 
der Probleme am Bewegungsapparat unter einem multimodalen Therapie-

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regime (auch unter stationären Bedingungen) eine Besserung der Be-
schwerden und damit ein Ansteigen der Leistungsfähigkeit. Die beschrie-
bene weichteilrheumatische Problematik mit generalisierten Schmerzen 
könne im Rahmen der Chronifizierung der Schmerzsymptomatik, einherge-
hend mit einer Schmerzverarbeitungsstörung und damit wiederkehrenden 
depressiven Episoden, in Zusammenhang gebracht werden. Hier könne 
ebenfalls erwartet werden, dass unter einem adäquaten, multimodalen 
Therapieregime sich die Beschwerdesymptomatik reduzieren lasse. In ei-
ner angepassten Tätigkeit in Wechselbelastung seien leichte Tätigkeiten 
unter Vermeidung von Heben und Tragen von mittelschweren und schwe-
ren Lasten, von regelmässiger Überkopfarbeit, von Armvorhalt sowie von 
Leistungen unter Zeitdruck möglich (AB 57/13).

4.1.4 Anlässlich eines stationären Aufenthalts in der Klinik C.________ 
vom 24. Mai bis 11. Juni 2016 wurden ein chronisches multilokuläres 
Schmerzsyndrom, ein grosser Calcaneusplantarsporn rechts sowie Hallux 
valgus, eine generalisierte Fibromyalgie, eine Periarthropathia humerosca-
pularis calcarea links, ein myogelotisches Schmerzsyndrom am thorako-
lumbalen Übergang rechts, eine mittelgradig depressive Episode, eine fro-
zen shoulder links, ein St.n. Karpaltunnelsyndrom und Operation rechts vor 
25 Jahren und links im April 2014, ein St.n. Dickdarm-Operation im April 
2014 und ein St.n. arthroskopischer Kniegelenksbehandlung diagnostiziert 
(AB 68/2). Trotz multimodalem Therapieprogramm sei die Schmerzsituation 
weitgehend unverändert geblieben; aufgrund einer schwierigen psychoso-
zialen Situation und bei einer immer noch bestehenden Traumatisierung 
durch den Unfall im Jahr 2013 würden diese Schmerzen aufrecht erhalten 
(AB 68/3).

4.1.5 Der behandelnde Psychiater ging im Bericht vom 25. August 2016 
(AB 71) von einem stationären Gesundheitszustand bei unveränderter Dia-
gnose aus (vgl. E. 4.1.2 hiervor); unabhängig von den somatischen Be-
schwerden bestehe eine anhaltende depressive Symptomatik mit An-
triebsminderung, Minderung der Freudfähigkeit, Interessenverlust sowie 
sozialem Rückzug.

4.1.6 Im polydisziplinären Gutachten des G.________ (MEDAS) in … 
vom 23. März 2017 diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die 

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Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikospondylogenes und zervikozepha-
les Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0, M53.1, S13.4) bei St.n. HWS-
Distorsion 2013 und deutlichen degenerativen Veränderungen der Halswir-
bel, eine Enthesiopathie der Plantarfaszie rechts bei deutlicher Fehlstatik 
beider Füsse (ICD-10 M52.2), eine Schallleitungsschwerhörigkeit rechts 
(ICD-10 H90.1) und eine intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-H10 
82), sowie ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schul-
terbeschwerden der adominanten linken Seite (ICD-10 
M79.61/M75.4/Z98.8) bei St.n. Rekonstruktion der Supra- und Infraspina-
tussehne und postoperativer frozen shoulder, chronische Kniebeschwerden 
links (ICD-10 M79.66/Z98.8) bei St.n. Riss im medialen Meniskushinter-
horn, ein metabolisches Syndrom, einen St.n. Hemikolektomie links bei 
Divertikulose, eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und eine 
chronische Schmerzsymptomatik mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10 45.41; AB 96.1/33 f.). Aus polydisziplinärer Sicht sei die Be-
schwerdeführerin für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit 
ohne repetitive Überkopfarbeiten, ohne Lärmbelastung und ohne sturzge-
fährdende Arbeiten zu 100 % arbeits- und leistungsfähig; eine vorüberge-
hende Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten könne nach dem 
Schultereingriff vom 10. September 2015 während sechs Monaten ange-
nommen werden. Die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, nicht 
mehr arbeitsfähig zu sein, könne mit den erhobenen medizinischen Befun-
den nicht erklärt werden, zumal sie doch im Alltag wenig eingeschränkt sei 
(AB 96.1/35 f.).

Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. H.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, schilderte die Beschwerdeführerin ih-
ren Tagesablauf dahingehend, dass sie, ausser wenn sie Termine habe, 
am Morgen gerne etwas länger liegen bleibe, da sie in der Nacht wegen 
der Schmerzen nicht so gut schlafen könne; dass sie ihre Therapien wahr-
nehme, auch mit dem Bus, aber nicht mehr selber Auto fahre oder alleine 
zu Fuss unterwegs sei; kleine Einkäufe könne sie selber erledigen, Kontak-
te habe sie nur in der Familie, letztmals verreist in ihre Heimat sei sie vor 
drei Jahren, zu Hause koche sie nicht viel und die Tochter helfe z.B. bei 
den Reinigungsarbeiten und der Wäsche, wenn sie jeweils vorbeikomme 
(AB 96.1/12 f.). In seiner Beurteilung ging der psychiatrische Gutachter von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 13

einer leichten depressiven Episode, gekennzeichnet durch depressive Ver-
stimmungen, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, verminderten 
Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitli-
chen und beruflichen Situation und leichten Konzentrationsstörungen aus. 
Es bestehe diagnostisch auch eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren, mit ausgeweiteten Schmerzen im Bewe-
gungsapparat, wobei das Ausmass der Schmerzen mit den somatischen 
Befunden nicht hinreichend objektiviert werden könne (AB 96.1/13 unten). 
Die beiden Diagnosen könnten sich gegenseitig negativ beeinflussen. Die 
Arbeitsfähigkeit müsse hier vor allem aus somatischer Sicht beurteilt wer-
den; eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht könne 
(auch rückwirkend) nicht attestiert werden. Es sei nachvollziehbar, dass der 
behandelnde Psychiater aufgrund der Diagnose einer mittelgradigen de-
pressiven Episode seit Dezember 2014 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert habe (vgl. E. 4.1.2 und 4.1.5 hiervor); aufgrund der heutigen Un-
tersuchung bestehe nun aber eine leichte depressive Episode. Es sei nicht 
nur einfach zu einer Verbesserung gekommen, sondern es handle sich bei 
der Beurteilung aufgrund der heutigen Untersuchung gegenüber der Beur-
teilung des behandelnden Psychiaters auch um eine etwas andere, stren-
gere Beurteilung (AB 96.1). Es bestehe eine nicht einfache finanzielle Si-
tuation durch die Abhängigkeit von der IV-Rente des Ehemannes. Die Be-
schwerdeführerin sei auch in einem für eine Erwerbstätigkeit nicht mehr 
jungen Alter. Sie habe durchaus gute Kontakte in der Familie; ausserhalb 
der Familie habe sie praktisch keine Kontakte mehr. Sie falle aber aus ih-
rem sozialen Rahmen nicht hinaus, eine deutliche Abstumpfung der Umge-
bung gegenüber bestehe nicht. Sie nehme auch eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung wahr (AB 91./15). Trotz allem habe sich 
die Beschwerdeführerin im Untersuchungsgespräch durchwegs konzentrie-
ren können, die Anamnese sei gut möglich gewesen und sie habe auch 
Lebensdaten angeben können. Sie habe zwar zuerst angegeben, die Woh-
nung nicht ohne Begleitung verlassen zu können, habe dann aber auch 
erwähnt, durchaus auch alleine in die Therapie zu gehen, zu Fuss oder 
auch mit dem Bus. Da sie sich am Tag hinlege, könnten die Schlafstörun-
gen in der Nacht noch verstärkt werden. Da ihr von der Familie doch viel 
abgenommen werde, könne ein sekundärer Krankheitsgewinn entstehen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 14

Obwohl sie sich im Haushalt deutlich eingeschränkt fühle, erledige sie 
durchaus auch kleinere Einkäufe selber (AB 96.1/16).

4.1.7 Im Bericht vom 29. Juni 2017 (AB 104/4 ff.; vgl. auch AB 116/5 f.) 
ging der behandelnde Psychiater weiterhin von einer mittelgradigen erheb-
lichen depressiven Symptomatik aus. Im Vordergrund stünden erhebliche 
affektive Auffälligkeiten; die Beschwerdeführerin zeige eine deutliche de-
pressive Affektivität. Im Weiteren bestehe eine Einschränkung des Antrie-
bes. Die Psychomotorik sei verlangsamt. Zudem bestünden auch Konzen-
trations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Es bestehe auch eine rasche 
Ermüdbarkeit. Das formale Denken sei verlangsamt, umständlich, einge-
engt auf gesundheitliche Beschwerden; das inhaltliche Denken habe erheb-
liche Insuffizienzgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit sowie negativistische 
und nihilistische Zukunftsperspektiven aufgewiesen. Es bestünden Ein- und 
Durchschlafstörungen. Die Freudfähigkeit sei gemindert. Es bestehe ein 
deutlicher Interessenverlust mit einer erheblichen sozialen Rückzugsten-
denz. Im gutachterlichen Psychostatus (vgl. E. 4.1.6 hiervor) sei festgehal-
ten worden, dass die Stimmung zum depressiven Pol hingerichtet gewesen 
sei, ebenso sei die affektive Modulationsfähigkeit als eingeschränkt be-
schrieben worden. Im Weiteren werde von einer erhöhten Ermüdbarkeit 
und Schlafstörungen berichtet und auch von einer Minderung des Selbst-
wertgefühls mit negativen Zukunftsperspektiven. Insbesondere seien aber 
über die Kardinalsymptome einer depressiven Störung wie Freudfähigkeit 
oder Interessenverlust und Antriebsminderung keine detaillierten Angaben 
gemacht worden. Damit weise die psychiatrische Befunderhebung und Be-
urteilung durch den psychiatrischen Gutachter erhebliche Mängel auf.

4.1.8 Mit Stellungnahme vom 28. August 2017 weisen die Gutachter der 
MEDAS darauf hin, dass der behandelnde Psychiater (vgl. E. 4.1.7 hiervor) 
keine neuen Diagnosen vorbringe und keine Veränderung des Gesund-
heitszustandes geltend mache. Im Gutachten (vgl. E. 4.1.6 hiervor) hätten 
sie die gestellten Diagnosen begründet und auf objektiv erhebbare Befunde 
abgestützt; die Beurteilung sei auch mit den möglichen täglichen Aktivitäten 
nachvollziehbar (AB 109.1/1).

4.1.9 Zu zwischenzeitlich geltend gemachten pneumologisch-schlaf-
medizinischen Problemen äusserte sich die RAD-Ärztin med. pract. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 15

I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, im Bericht vom 
21. Februar 2018 dahingehend, dass unter adäquater Durchführung einer 
CPAP-Therapie von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster, körperlich 
leichter Tätigkeit auszugehen sei (AB 119/6 Mitte; vgl. auch AB 120). Die 
chronische Knieproblematik links sei spätestens seit 2013 aktenkundig und 
im polydisziplinären Gutachten (vgl. E. 4.1.6 hiervor) berücksichtigt und 
gewürdigt worden. Eine zwischenzeitlich durchgeführte zweite Kniespiege-
lung links sei regelrecht verlaufen, womit zu erwarten sei, dass spätestens 
drei Monate postoperativ ab Mitte Februar 2018 wieder von einem stabilen 
Gesundheitszustand auszugehen sei (AB 119/8).

4.1.10 Mit Stellungnahme vom 12. März 2018 bekräftigen die Gutachter 
der MEDAS, dass sie zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung 
lediglich eine leichte depressive Störung hätten feststellen können. Es sei 
durchaus möglich, dass durch die erfolgreiche Behandlung des Schlafap-
noesyndroms (vgl. E. 4.1.9 hiervor) keine Depression mehr bestehe. Da 
der behandelnde Psychiater seine Einschätzung einer mittelgradigen 
Störung bekräftige (vgl. E. 4.1.7 hiervor), mache möglicherweise eine 
psychiatrische Verlaufsbegutachtung Sinn (AB 124/1).

4.1.11 Im Bericht vom 14. Mai 2018 weist die RAD-Ärztin med. pract. 
I.________ darauf hin, dass das psychiatrische Gutachten (vgl. E. 4.1.6 
hiervor) auf einer eigenständigen Untersuchung durch den psychiatrischen 
Gutachter beruhe und die gestellten Diagnosen begründet und auf objektiv 
erhebbaren Befunden abgestützt seien. Das Gutachten sei schlüssig und 
nachvollziehbar begründet; eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende 
relevante Verschlechterung des psychischen Zustandes sei nicht mit dem 
Erfordernis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen (AB 130/4 
unten).

4.1.12 Im psychiatrischen Privatgutachten vom 14. November 2018 dia-
gnostizierte Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive 
Episode im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10 F32.10) und 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10 F45.41; BB 4/27 unten). Die Schmerzstörung habe ihren Aus-
gangspunkt von einer somatischen Problematik genommen; psychosoziale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 16

Faktoren spielten dabei nicht die ursächliche Rolle für deren Beginn, son-
dern seien verantwortlich für die Aufrechterhaltung der Störung. Dies spre-
che denn auch gegen das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung. Gegen eine undifferenzierte Somatisierungsstörung spre-
che die deutliche Betonung auf empfundene Schmerzen im Rahmen des 
Gesamtbeschwerdebildes. In Bezug auf die Diagnose einer mittelgradig 
depressiven Episode hätten die Hauptsymptome nach ICD-10 vorgelegen, 
nämlich eine depressive Stimmung, ein Interessenverlust, eine verminderte 
emotionale Reagibilität sowie eine ausgeprägte Antriebsminderung und 
erhöhte Ermüdbarkeit. Als sogenannte Zusatzsymptome seien eine ver-
minderte Konzentration und Aufmerksamkeit, ein vermindertes Selbstwert-
gefühl und Selbstvertrauen, Insuffizienzgefühle, eine psychomotorische 
Hemmung und Schlafstörungen feststellbar. Als "somatische" Symptome 
lägen ein Interessenverlust, eine verminderte emotionale Reagibilität, ein 
Libidoverlust und eine psychomotorische Hemmung vor. Angesichts des 
Tagesablaufs sei ein deutlich reduziertes Aktivitätsniveau und ein sozialer 
Rückzug (wenn auch, bei intakten Familienverhältnissen, nicht in allen Be-
langen des Lebens) explorierbar (BB 4/28 ff.). So stehe die Beschwerde-
führerin gegen 06.00 oder 07.30/08.00 Uhr auf, der Ehemann bereite das 
Frühstück vor. Sie gehe danach entweder mit dem Ehemann oder einer 
Nachbarin auf einen kurzen Spaziergang; wegen des Schwindels gehe sie 
nicht alleine aus dem Haus. Viel Zeit verbringe sie vor dem Fernseher oder 
im Liegen. Wenn der Ehemann koche, helfe sie ihm; häufig seien sie auch 
bei der Tochter zum Mittagessen. Die Wäsche erledige die Tochter; diese 
komme auch einmal pro Woche und helfe beim Wohnungsputz (BB 4/20 
Mitte). Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % in jedweder ihren körperlichen Möglichkeiten und ihren Fähigkeiten 
entsprechenden Arbeitstätigkeit, dies ohne zusätzliche Leistungsein-
schränkung (BB 4/37 Mitte). Im Hinblick auf die Beurteilung des Ausmas-
ses der vorliegenden depressiven Störung bestünden Diskrepanzen zur 
gutachterlichen Beurteilung von Dr. med. H.________ (vgl. E. 4.1.6 hier-
vor). Folge man seiner Darstellung des Psychostatus, dann sei zwar fest-
gehalten worden, dass die Stimmung zum depressiven Pol verschoben 
gewesen sei und auch die affektive Modulationsfähigkeit eingeschränkt 
gewesen sei. Es sei allerdings nicht festgehalten worden in welchem Aus-
mass, sodass das Ausmass der depressiven Stimmungslage nicht zulässig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 17

nachvollziehbar sei. Die Konzentrationsleistung könne nicht mittels Erin-
nern an Lebensdaten geprüft und beurteilt werden. Auch das Denken sei 
eher oberflächlich beschrieben worden; Hinweise auf depressionstypische 
formalgedankliche Auffälligkeiten, die sich aktuell sehr wohl zeigten, seien 
nicht beschrieben worden. Auch sei weder in der Anamnese noch im Psy-
chostatus zu entnehmen, ob Diagnose bestimmende Symptome einer de-
pressiven Episode überhaupt erfragt worden seien. Angesichts der doch 
erheblichen Mängel bei der Befunderhebung erscheine deshalb die dia-
gnostizierte leichtgradige depressive Episode wenig nachvollziehbar 
(BB 4/38 f.).

4.1.13 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Neurologie 
sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, verglich in der Stellungnahme 
vom 8. Februar 2019 (in den Gerichtsakten) die Befunde in beiden Begut-
achtungszeitpunkten im Februar 2017 (vgl. E. 4.1.6 hiervor) und August 
2018 (vgl. E. 4.1.12 hiervor) miteinander (S. 6 f.) und folgerte daraus, dass 
die Beschwerdeführerin zu beiden Begutachtungszeitpunkten dialogfähig 
und situativ anpassungsfähig, veränderungsmotiviert und -fähig, zur Selbst- 
und Fremdfürsorge befähigt, mobil und reisefähig gewesen sei. Unter Zu-
grundelegung der objektivierbaren und reproduzierbaren Befunde, der indi-
viduellen Fähigkeiten und des Umfangs der Autonomie der Beschwerde-
führerin und des Fehlens einer depressiven Tagesrhythmik habe bei ihr zu 
beiden Zeitpunkten keine leistungsrelevante affektive Störung, sondern 
allenfalls eine leichtgradige depressive Verstimmung vorgelegen. Absch-
liessend könne sowohl der Leistungsbeurteilung im psychiatrischen Gut-
achten der MEDAS als auch der konsensualen Leistungsbeurteilung ge-
folgt werden, nicht aber der Leistungsbeurteilung im psychiatrischen Pri-
vatgutachten (S. 7).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 18

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von anderen mit der 
versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die 
Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu 
den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial ausein-
anderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche 
Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und 
allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 
132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

4.2.3 Ein Parteigutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein vom 
Gericht oder vom Versicherungsträger nach dem vorgegebenen Verfah-
rensrecht eingeholtes Gutachten. Es verpflichtet indessen das Gericht, den 
von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassung und 
Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Versicherungsträger förm-
lich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 19

weichen ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354; SVR 2018 UV Nr. 26 S. 92 
E. 4.1).

4.2.4 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juli 2011, 
8C_278/2011, E. 5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll 
jedoch das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht 
nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den 
behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch 
tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfor-
dernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 
BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits lässt es nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Ge-
richtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige 
– und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspek-
te benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben sind (SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 
E. 2.2.1).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Verfügung vom 9. Juli 2018 
(AB 134) im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS 
vom 23. März 2017 (AB 96.1; vgl. E. 4.1.6 hiervor) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 20

4.3.1 Diesem Gutachten zufolge sind bei der Beschwerdeführerin ver-
schiedene somatische Diagnosen festzustellen (AB 96.1/33 f.), welche in-
dessen die Arbeitsfähigkeit für eine körperliche leichte angepasste Tätigkeit 
nicht beeinträchtigen (AB 96.1/34 f.). In ihrer Stellungnahme vom 28. Au-
gust 2017 (AB 109.1) halten die Gutachter der MEDAS unter Auseinander-
setzung mit den von der Beschwerdeführerin neu vorgelegten Berichten 
(AB 104 und 106) an ihrer Einschätzung der somatischen Situation fest. 
Nichts anders ergibt sich aus den beiden Stellungnahme der RAD-Ärztin 
med. pract. I.________ vom 21. Februar (AB 119; vgl. E. 4.1.9 hiervor) und 
14. Mai 2019 (AB 130). Somit ist von einer gemäss MEDAS-Gutachten 
(AB 96.1/35 Mitte) seit dem Untersuchungsdatum vom Februar 2017 gel-
tenden vollen Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit aus somati-
scher Sicht bis zur angefochtenen Verfügung auszugehen. Auch für die 
vorangegangene Zeit liegt gemäss MEDAS-Gutachten (AB 96.1/35 unten) 
mit Ausnahme einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit im Anschluss an 
einen Schultereingriff vom 10. September 2015 während sechs Monaten 
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht vor. Zudem 
hatte bereits Dr. med. D.________ in seinem rheumatologischen Gutach-
ten vom 4. November 2014 (AB 43; vgl. E. 4.1.1 hiervor) für eine angepass-
te Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Diese von der Beschwer-
degegnerin in der angefochtenen Verfügung (AB 134) übernommenen 
Feststellungen zur somatisch begründeten Arbeitsfähigkeit sind von der 
Beschwerdeführerin in der Beschwerde zu Recht unbestritten geblieben.

4.3.2 In psychiatrischer Hinsicht ist die im Gutachten der MEDAS 
(AB 96.1/34 oben) sowie von Dr. med. J.________ (BB 4/27 unten) über-
einstimmend gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) zu Recht eben-
falls nicht bestritten. Zwar wird diese Diagnose vom behandelnden Psych-
iater in nicht nachvollziehbarer Weise verworfen (AB 104/5 f.); soweit er 
insbesondere vorbringt, eine Schmerzverarbeitungsstörung sei retrospektiv 
nie diagnostiziert worden, ist darauf hinzuweisen, dass sich schon im Aus-
trittsbericht der Klinik C.________ vom 14. Juni 2016 entsprechende Hin-
weise finden (chronisch multilokuläres Schmerzsyndrom; AB 68/2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 21

4.3.3 Streitig ist in erster Linie die Beurteilung der depressiven Störung. 
Die Beschwerdegegnerin macht gestützt auf das Teilgutachten des ME-
DAS-Gutachters Dr. med. H.________ (AB 96.1/11 ff.) geltend, die Be-
schwerdeführerin leide an einer leichten depressiven Episode, welche die 
Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtige (AB 96.1/14 Mitte). Dagegen bringt die 
Beschwerdeführerin gestützt auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutach-
ten des Dr. med. J.________ vom 18. November 2018 vor, bei ihr bestehe 
eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer depressiven Ent-
wicklung (BB 4/27 unten), weshalb ihr eine angepasste Tätigkeit lediglich 
zu 50 % zumutbar sei (BB 4/37 Mitte).

4.3.3.1 Rechtsprechungsgemäss kommt den im Verwaltungsverfahren ein-
geholten Gutachten von externen Spezialärzten bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zu, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-
sigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Bei der Beweiswürdi-
gung ist zudem zu beachten, dass die psychiatrische Exploration von der 
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem 
begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel-
raum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre-
tationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte 
lege artis vorgegangen ist (SVR 2018 IV Nr. 77 S. 255 E. 6.3).

4.3.3.2 Es besteht kein Grund zur Annahme, dass der psychiatrische Gut-
achter Dr. med. H.________ in seinem Teilgutachten nicht lege artis vor-
gegangen wäre und seine Einschätzungen auf einer unzutreffenden Würdi-
gung der medizinischen Aktenlage beruhen würden. Es wird auch nicht 
geltend gemacht, dass die psychiatrische Anamnese nicht korrekt oder 
unvollständig erhoben worden wäre. Dres. med. E.________ (AB 104/6 f.) 
und J.________ (BB 4/39) bemängeln zwar in Bezug auf die Darstellung 
des Psychostatus durch Dr. med. H.________ einen eher oberflächlichen 
Beschrieb, doch ist der von letzterem diagnostizierten leichten depressiven 
Episode auch ein weniger eingehender Befund immanent. Im Übrigen be-
gründete Dr. med. H.________ Inkonsistenzen in Bezug auf die geltend 
gemachten Konzentrationsstörungen nicht allein mit dem Umstand, dass 
sich die Beschwerdeführerin an Lebensdaten erinnert habe, sondern auch 
generell mit seinen Beobachtungen während des Untersuchungsgesprächs 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 22

und der Anamneseerhebung (Dauer: 55 Minuten [AB 96.1/13 Mitte]; 
AB 96.1/16 Mitte). Der psychiatrische Befund stimmt zudem im Wesentli-
chen mit demjenigen des Privatgutachters Dr. med. J.________ überein. 
Diesbezüglich weist die RAD-Ärztin Dr. med. K.________ in ihrer Stellung-
nahme vom 8. Februar 2019 (in den Gerichtsakten; vgl. E. 4.1.13 hiervor) 
zutreffend darauf hin, dass die medizinische Situation von den beiden Gut-
achtern grundsätzlich übereinstimmend beschrieben werde.

Unter diesen Umständen führen die Differenzen in der Einschätzung des 
Schweregrades der depressiven Episode sowie der daraus abgeleiteten 
Arbeitsfähigkeit nicht bereits dazu, dass vom MEDAS-Gutachten abzuwei-
chen wäre. Dies gilt umso mehr, als sich der psychiatrische MEDAS-
Gutachter zum – mit dem Privatgutachten in weiten Teilen übereinstim-
menden – Arztbericht des behandelnden Dr. med. E.________ vom 
29. Juni 2017 (AB 104) geäussert (AB 96.1/36 Mitte) und am 28. August 
2017 (AB 109.1) erneut begründet hat, weshalb er an seiner Beurteilung 
festhalte. Es ist deshalb auch unter Berücksichtigung des Privatgutachtens 
von Dr. med. J.________ weiterhin auf die Beurteilung im psychiatrischen 
Teilgutachten des MEDAS-Gutachters Dr. med. H.________ (AB 96.1/13 
ff.) sowie der Leistungsbeurteilung im polydisziplinären Konsens 
(AB 96.1/34 f.) abzustellen, wie dies die RAD-Ärztin Dr. med. K.________ 
in ihrer Aktenstellungnahme vom 8. Februar 2019 (in den Gerichtsakten) 
überzeugend ausgeführt hat.

Zu keinem anderen Ausgang führt der Hinweis von Dr. med. H.________, 
wonach es sich bei seiner Einschätzung, welche von derjenigen des be-
handelnden Dr. med. E.________ abweiche, "um eine etwas andere, 
strengere Beurteilung" handle (AB 96.1/14 unten). Denn gerade weil die 
ärztliche Beurteilung – von der Natur der Sache her unausweichlich – Er-
messenszüge trägt (BGE 137 V 201 E. 3.4.2.3 S. 253), führt eine von an-
deren mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurtei-
lung durch den versicherungsexternen Spezialarzt nicht dazu, dass an 
dessen Objektivität zu zweifeln wäre und darauf nicht abgestellt werden 
könnte (vgl. dazu auch E. 4.2.2 hiervor). Dies gilt umso mehr, als sich die 
Diagnose einer leichten depressiven Episode lediglich graduell, nicht aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 23

grundsätzlich von derjenigen einer mittelgradigen depressiven Episode 
unterscheidet.

4.3.3.3 Auf die von Dr. med. H.________ am 12. März 2018 angeregte Ver-
laufsbeurteilung (AB 124) kann verzichtet werden, da keine Hinweise auf 
eine Veränderung des psychischen Zustandes seit der Begutachtung vom 
Februar 2017 (AB 96.1) vorliegen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 
V 157 E. 1d S. 162). Darauf hat die RAD-Ärztin Dr. med. I.________ am 
14. Mai 2018 (AB 130/unten; vgl. E. 4.1.11 hiervor) zutreffend hingewiesen.

4.4 Damit ist gestützt auf die schlüssige und beweiskräftige Beurteilung 
im polydisziplinären MEDAS-Gutachten erstellt, dass die Beschwerdeführe-
rin für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive 
Überkopfarbeiten, ohne Lärmbelastung und ohne sturzgefährdende Arbei-
ten zu 100 % arbeits- und leistungsfähig war und ist, dies mit Ausnahme 
einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit nach dem Schultereingriff vom 
10. September 2015 während sechs Monaten (AB 96.1/35 unten). Damit 
liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (vgl. E. 3.3 hiervor).

5.

Im Übrigen würde sich auch nichts ändern, wenn auf die vom Privatgutach-
ter attestierte medizinische Arbeitsunfähigkeit von 50 % (BB 4/37 Mitte) 
abgestellt würde, denn diese müsste einer Überprüfung anhand der Stan-
dardindikatoren (vgl. E. 3.2 hiervor) standhalten.

5.1 Trotz der von Dr. med. H.________ erwähnten "deutlich ausgepräg-
ten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung" (AB 96.1/14 oben) liegt 
(noch) kein Ausschlussgrund vor, zumal Aggravation vom psychiatrischen 
Teilgutachter ausdrücklich ausgeschlossen wird (AB 96.1/15 Mitte). Eben-
falls verneinte Dr. med. J.________ aggravatorisches Verhalten (BB 4/34 
unten). Insoweit schliesst die Prüfung der ersten Ebene einen invalidisie-
renden Gesundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 3.2.2 hiervor), womit auf der 
zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu 
erfolgen hat (vgl. E. 3.2.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 24

5.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

5.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1. S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

5.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 
298 f.). Im Rahmen der Begutachtungen präsentierte sich die objektive 
Befundlage resp. die Ausprägung der diagnoserelevanten Symptome als 
nicht schwer resp. nicht deutlich ausgeprägt. Dr. med. K.________ fasste 
dies in der Stellungnahme vom 8. Februar 2019, S. 7 (in den 
Gerichtsakten), dahingehend zusammen, dass die Beschwerdeführerin 
dialogfähig und situativ anpassungsfähig, veränderungsmotiviert und -fähig, 
zur Selbst- und Fremdfürsorge befähigt, mobil und reisefähig gewesen sei; 
zudem habe es an einer depressiven Tagesrhythmik gefehlt.

5.2.1.2 Sodann ist auf den Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp. 
auf die Behandlungs- und Eingliederungsresistenz als wichtige Indikatoren 
für den funktionellen Schweregrad einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 
S. 299 f.). Die Beschwerdeführerin befindet sich seit Dezember 2014 in 
psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. E.________. Die psychiatrischen 
Konsultationen finden bloss alle zwei bis vier Wochen (gemäss Dr. med. 
J.________ alle drei bis vier Wochen; BB 4/21 Mitte) statt (AB 71/2 Mitte); 
auf eine stationäre Therapie wurde bislang verzichtet. Eine krankheitsbe-
dingte Therapieadhärenz liegt nicht vor. Allerdings könnte die Behandlung 
gemäss Dr. med. H.________ intensiviert werden (AB 96.1/16 oben).

5.2.1.3 Es liegen keine wesentlichen Komorbiditäten vor; den körperlichen 
Begleiterkrankungen kommt gemäss unbestrittener Feststellung im poly-
disziplinären Gutachten keine Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähig-
keit zu (AB 96.1/34 f.).

5.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) werden in beiden psychiatrischen Gutachten deutlich auffällige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 25

Persönlichkeitszüge oder gar eine Persönlichkeitsstörung verneint 
(AB 96.1/15 Mitte, BB 4/23 Mitte).

5.2.3 Was den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) anbelangt, so hat die Beschwerdeführerin gute Kontakte innerhalb 
der Familie (AB 96.1/12 f.; BB 4/19 f.). Trotz weitgehend fehlender Kontak-
te ausserhalb der Familie – immerhin unternimmt sie Spaziergänge mit 
einer Nachbarin (BB 4/20 Mitte) – ist die Beziehungsfähigkeit nicht aufge-
hoben (AB 96.1/16 unten). Damit hält das soziale Umfeld doch zumindest 
gewisse Ressourcen bereit. 

5.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303). 

5.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) äusserte sich Dr. med. H.________ dahingehend, dass die Be-
schwerdeführerin, obschon sie sich im Haushalt deutlich eingeschränkt 
fühle, dennoch durchaus auch kleinere Einkäufe selber erledige und in der 
Lage sei, mit dem Bus zu fahren und auch allein zu Fuss unterwegs sei 
(AB 96.1/12 unten und 96.1/16 unten). Letztmals war sie 2017 in … zu Be-
such (BB 4/20).

5.3.2 Die Beschwerdeführerin nimmt therapeutische Optionen in An-
spruch (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), wenn auch in einem geringen 
Ausmass und lediglich ambulant (vgl. bereits E. 5.2.1.2 hiervor), was gegen 
einen erheblichen Leidensdruck spricht.

5.4 Im Rahmen einer umfassenden Gesamtbetrachtung fehlt es des-
halb am erforderlichen funktionellen Schweregrad der diagnostizierten de-
pressiven Störung, weshalb auch dann kein invalidisierender psychiatri-
scher Gesundheitsschaden vorliegen würde, wenn hinsichtlich Einschät-
zung der Schwere der depressiven Episode sowie Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit auf das Privatgutachten von Dr. med. J.________ (BB 4) ab-
gestellt würde. Da folglich auf die von Dr. med. J.________ attestierte Ar-
beitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik nicht abzustellen wäre, ist auch unter 
diesem Gesichtspunkt das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheits-
schadens zu verneinen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 26

5.5 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Arbeitsfähig-
keit aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit nicht einge-
schränkt (vgl. E. 4.3.1 hiervor) und in psychiatrischer Hinsicht von einer 
Überwindbarkeit der Beeinträchtigungen auszugehen ist (vgl. E. 5.4 hier-
vor), sodass auch diesbezüglich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
besteht.

Auf dieser Grundlage ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

5.6 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung der im Juni 2014 erfolgten IV-
Anmeldung (AB 11) und von Art. 29 Abs. 1 IVG ist ein Rentenanspruch der 
Beschwerdeführerin frühestens ab Dezember 2014 möglich. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen.

5.6.1 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die von der Be-
schwerdeführerin früher ausgeübte Tätigkeit als … dem Zumutbarkeitsprofil 
(vgl. E. 4.4. hiervor) entspricht (AB 134/1 unten), weshalb sie den Anspruch 
auf Leistungen zufolge fehlender Invalidität abgewiesen hat. Letzten Endes 
kann offen bleiben, ob diese Auffassung zutreffend ist, wurde doch im ME-
DAS-Gutachten ausgeführt, ob die frühere Tätigkeit der Beschwerdeführe-
rin dem formulierten Leistungsprofil entspreche, könne mangels genauer 
Angaben in den Akten nicht beurteilt werden (AB 96.1/35 unten).

5.6.2 Wenn ein Einkommensvergleich vorgenommen würde, so wäre das 
Valideneinkommen (vgl. E. 3.4.1 hiervor) für das Jahr 2014 gemäss den 
Angaben im Fragebogen Arbeitgeber vom 2. Juli 2014 auf Fr. 80'430.-- zu 
beziffern (AB 24/3 Ziff. 2.10).

5.6.3 Indem die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner ihr zumutbaren Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, 
ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf statistische Werte 
gemäss LSE abzustellen (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Gemäss dem Zumutbar-
keitsprofil kann die Beschwerdeführerin körperlich leichte, wechselbelas-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 27

tende Tätigkeiten ohne repetitive Überkopfarbeiten, ohne Lärmbelastung 
und ohne sturzgefährdende Arbeiten verrichten (vgl. E. 4.4 hiervor). Dem-
nach ist dem Invalideneinkommen praxisgemäss der Totalwert von Tabelle 
TA1 der LSE 2014, Frauen, Kompetenzniveau 1, im Betrag von Fr. 51'600.-
- (Fr. 4'300.-- x 12) zugrunde zu legen (vgl. Entscheid des BGer vom 
11. Januar 2018, 9C_621/2017, E. 2.3.1). Umgerechnet auf die betriebsüb-
liche Wochenarbeitszeit (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Total: 41.7 Stunden) führt dies zu einem Einkommen in 
Höhe von Fr. 53'793.--. Im Weiteren stellt sich die Frage nach einem lei-
densbedingten Abzug (vgl. E. 3.4.2 hiervor): Was das Abzugskriterium der 
leidensbedingten Einschränkung betrifft, so wird diesem bereits im Rahmen 
der medizinischen Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen und kann damit 
nicht nochmals in den leidensbedingten Abzug einfliessen. Vorliegend wur-
de das medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt formu-
liert, dass davon ausgegangen werden müsste, auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt stünden keine entsprechenden Tätigkeiten mehr zur Verfü-
gung. Dieser hält gerade hinsichtlich hier in Frage kommender Hilfstätigkei-
ten einen genügend breiten Fächer an Angeboten in Form von Nischenar-
beitsplätzen bereit, bei denen den gesundheitlichen Einschränkungen 
Rechnung getragen werden kann. Hinsichtlich der invaliditätsfremden Ab-
zugskriterien könnte ausschliesslich jenes des Alters in Betracht fallen. 
Dabei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass Hilfsarbeiten auf dem hypothe-
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) altersunabhängig nach-
gefragt werden und entsprechende Tätigkeiten weder ein besonderes Bil-
dungsniveau noch besonders vielseitige Berufserfahrung erfordern (Ent-
scheid des BGer vom 18. April 2019, 8C_687/2018, E. 5.3). Zudem hatte 
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns 
noch eine Aktivitätsperiode von rund acht Jahren vor sich und mit dem Ab-
stellen auf das Kompetenzniveau 1 wurde bereits ein sehr tiefes Invaliden-
einkommen in Anschlag gebracht, so dass schon deshalb ein zusätzlicher 
Abzug nicht sachgerecht ist.

5.6.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 80'430.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 53'793.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 
33 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht 
folglich kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 3.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 28

5.7 Berufliche Massnahmen kommen zudem angesichts der festen 
Überzeugung der Beschwerdeführerin, nicht mehr arbeiten zu können 
(AB 96.1/36 oben), nicht mehr in Frage und wurden denn auch von der 
Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 5. Juni 2015 (AB 49) bereits ab-
gewiesen.

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 9. Juli 2018 
(AB 134) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuwei-
sen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2019, IV/2018/621, Seite 29

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 

5. März 2019)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.