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**Case Identifier:** 5644c8a7-d558-5f5e-a1d6-a0558f455563
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.05.2021 IV 2019/85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-85_2021-05-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/85

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.11.2021

Entscheiddatum: 10.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2021
Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. 87 Abs. 2 und 3 IVV. Die 
Beschwerdegegnerin ist zu Recht auf die (formlose) Neuanmeldung vom 13. 
Februar 2015 eingetreten. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Aufgrund einer nach der Begutachtung, aber vor dem Erlass der 
angefochtenen Verfügung vom 5. März 2019 erfolgten psychiatrischen 
Hospitalisation von dreieinhalb Monaten besteht die Möglichkeit, dass sich 
der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin relevant 
verschlechtert haben könnte. Rückweisung zu weiteren Abklärungen in der 
Form einer Verlaufsbegutachtung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2021, IV 2019/85).

Entscheid vom 10. Mai 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2019/85

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Goran Babic, Pat. Rechtsagent, Hauptstrasse 65, 9400 Rorschach,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2011 wegen eines Sturzes am 2. März 2010 erstmals 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 3). Sie gab an, in 

ihrem Heimatland acht Jahre die Schule besucht zu haben. Einen Beruf habe sie nicht 

erlernt. Sie arbeite in einem Vollzeitpensum als Küchenhilfe. Die Arbeitgeberin der 

Versicherten, ein Pflegeheim, teilte am 19. Februar 2011 mit (IV-act. 22), es beschäftige 

die Versicherte seit August 1992 als Küchenhilfe. Vor dem Unfall habe das Pensum 

100% betragen, seit dem 2. März 2010 sei dieses variabel. Ohne eine gesundheitliche 

Beeinträchtigung würde die Versicherte heute Fr. 55'023.15 verdienen.

A.a. 

Nach dem Einholen von Akten des Unfall- und des Taggeldversicherers (vgl. 

Fremdakten, unter anderem ein bidisziplinäres Gutachten der Z.___ vom 28. Oktober 

2011) sowie von diversen medizinischen Berichten, namentlich einem Austrittsbericht 

der Y.___ vom 25. Februar 2011 betreffend einen stationären Aufenthalt vom 

11. Januar 2011 bis 8. Februar 2011 (IV-act. 24), wurde die Versicherte am 20. und 

22. August 2013 von der Medas Ostschweiz polydisziplinär (internistisch, 

rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet. Im Gutachten vom 7. Oktober 2013 

gaben die Sachverständigen keine Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nannten sie (IV-act. 117-31): Chronisches Schmerzsyndrom gluteal und 

linker Oberschenkel lateral seit Sturzereignis 03/2010, multiple klinische und 

bildgebende Untersuchungen ohne relevante somatische Befunde, St.n. transanaler 

A.b. 

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Rektumresektion 04/2009 bei Rektozele, anamnestisch Teilinkontinenz, massive 

Adipositas, leichte arterielle Hypertonie, Verdacht auf Analgetika-induzierte 

Kopfschmerzen, Anpassungsstörung (längere depressive Reaktion, DSM IV 309.9). Der 

psychiatrische Sachverständige Dr. med. X.___ führte aus (IV-act. 117-28 f.), die 

Versicherte habe nach der Operation im Jahr 2009 mit folgenden Mastdarmstörungen 

eine reaktive depressive Episode mit suizidalen Gedanken entwickelt. Diese Episode 

sei kurzzeitig gewesen. Nach dem Unfall im März 2010 seien erneut depressive und 

ängstliche Symptome aufgetreten. Aus heutiger Sicht scheine es sich um eine 

psychische Reaktion auf das Unfallereignis bzw. die Schmerzen zu handeln. Mit der 

Zeit habe sich die Symptomatik zu einer rezidivierenden depressiven Störung, die 

zeitweise mittelgradig, gegenwärtig eher leichtgradig zu beurteilen sei, entwickelt. Die 

depressive Störung, an der die Versicherte leide, sei höchstwahrscheinlich eine 

chronische Anpassungsstörung und keine Komorbidität. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Küchenhilfe. Der internistische/rheumatologische Gutachter Dr. med. B.___ erklärte (IV-

act. 117-32 f.), das Schmerzsyndrom bleibe aus somatischer Sicht ätiologisch unklar. 

Internistisch und rheumatologisch bestünden keine Schädigungen oder 

Funktionsstörungen mit Auswirkungen auf das berufliche Leistungsvermögen. Die 

subjektiv beklagten Kontinenzprobleme (Stuhlinkontinenz) könnten belastend sein, 

dürften jedoch zu keiner wesentlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Die 

Versicherte sei demnach weder somatisch noch psychiatrisch in ihrer Arbeitsfähigkeit 

in der angestammten Tätigkeit wesentlich eingeschränkt. Die Beurteilung gelte ab dem 

Gutachtenzeitpunkt. Am 18. November 2013 nahmen die Gutachter ergänzend zum 

Verlauf der Arbeitsfähigkeit Stellung (IV-act. 120). Sie teilten mit, nach dem Austritt aus 

der Y.___ am 8. Februar 2011 bis zum Gutachtenzeitpunkt sei (aus psychiatrischer 

Sicht) höchstens von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Mit einer 

Verfügung vom 24. Februar 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem 

Invaliditätsgrad von 3% ab (IV-act. 140). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 27. Oktober 2016 dahingehend gut, 

dass es die Verfügung vom 24. Februar 2014 aufhob, der Versicherten für die Zeit vom 

1. Januar 2012 bis 31. Januar 2014 eine halbe Rente zusprach und die Sache zur 

Festsetzung der Rentenhöhe an die IV-Stelle zurückwies (Entscheid vom 27. Oktober 

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B.  

2016, IV 2014/182, IV-act. 179). Das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene 

Beschwerde ab (Urteil vom 23. Mai 2017, 9C_808/2016, IV-act. 197).

Bereits am 23. April 2014 hatte die Versicherte eine ärztliche Bestätigung von Dr. 

med. C.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 22. April 2014 am Schalter der 

IV-Stelle abgegeben (IV-act. 154). Dr. C.___ hatte bestätigt, dass die Versicherte seit 

Juli 2013 in einer regelmässigen tagesklinischen Behandlung stehe. Aufgrund der 

depressiven Symptomatik und der zusätzlichen Notwendigkeit der täglichen 

Therapiepräsenz sei die Versicherte seit Juli 2013 vollständig arbeitsunfähig. Am 

13. Februar 2015 hatte die Versicherte einen Bericht der W.___ vom 14. November 

2014 eingereicht (IV-act. 160). Deren Fachärzte hatten mitgeteilt, bei der Versicherten 

bestehe seit ca. zwei Monaten eine neu aufgetretene unkontrollierte Urininkontinenz bei 

einem schleichenden Beginn. Sie hatten eine Überaktivität des Detrusormuskels sowie 

eine Inkontinenz für weichen Stuhl (mit/bei St.n. Stapled transanaler Rektumresektion 

04/2009 bei obstruktivem Defäkationssyndrom, Intussuszeption und anteriorer 

Rektozele, St.n. Fissur-Débridement und Botoxinjektion 09/2013) diagnostiziert. In der 

Zeit von August 2015 bis August 2016 hatte die Versicherte folgende Berichte der 

W.___ eingereicht: Vom 10. und 11. August 2015, 10. September 2015, 26. Januar 

2016, 12. Februar 2016, 6. Juli 2016 und 10. August 2016 (IV-act. 165 ff.). Im Bericht 

vom 10. August 2016 (IV-act. 178) hatte ein Facharzt die Diagnosen einer unklaren 

Urininkontinenz, einer Dranginkontinenz und Inkontinenz für weichen Stuhl und eines 

chronifizierten oligolokulären Schmerszyndroms Chronifizierungsgrad III nach 

Gebershagen angegeben.

B.a. 

Am 16. November 2016 bat die IV-Stelle die Versicherte (IV-act. 182), die 

Wiederanmeldung vom 23. April 2014 noch zu unterzeichnen sowie allfällige weitere 

Berichte seit der letzten Untersuchung im W.___ einzureichen. Am 22. November 2016 

ging die von der Versicherten am 21. November 2016 unterzeichnete ärztliche 

Bestätigung von Dr. C.___ vom 22. April 2014 ein (IV-act. 186).

B.b. 

Am 2. November 2016 berichtete die leitende Ärztin der V.___ (IV-act. 187), die 

Befunde der Versicherten seien am 28. Oktober 2016 am interdisziplinären Becken-

Board mit Fachärzten der Gynäkologie, Urologie und Neurologie besprochen worden. 

B.c. 

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Die Befunde seien in ihrer Gesamtheit nicht konklusiv. Am 21. November 2016 wurde 

die Versicherte in der U.___ untersucht. Deren Fachärzte gaben am 5. Dezember 2016 

die folgenden Diagnosen an (IV-act. 208): Unklare Urininkontinenz, Dranginkontinenz 

und Inkontinenz für weichen Stuhl, chronifiziertes oligolokuläres Schmerzsyndrom 

Chronifizierungsgrad III nach Gebershagen, manifeste Hypothyreose, Vitamin B12-

Mangel. Sie führten aus, die Versicherte beschreibe eine seit längerer Zeit bestehende 

Stuhl- und Urininkontinenz, welche bei mehreren Fachdisziplinen abgeklärt worden sei. 

Eine Ursache habe bislang nicht gefunden werden können. Klinisch und laborchemisch 

ergäben sich weiterhin keine Hinweise auf eine neurologische Ursache der 

Inkontinenzsymptomatik. Die beschriebenen Sensibilitätsstörungen liessen sich weder 

einem Dermatom noch einem peripheren Nerven sicher zuordnen. Am 20. Dezember 

2016 teilten Fachärzte des T.___ die Diagnosen einer komplexen 

Beckenbodenerkrankung, einer Hypästesie/Hypalgesie, einer Dranginkontinenz und 

Inkontinenz für weichen Stuhl, eines chronifizierten oligolokulären Schmerzsyndroms 

Chronifizierungsgrad III nach Gebershagen und einer arteriellen Hypertonie mit (IV-

act. 206). Sie gaben an, die Versicherte leide an einer unklaren totalen Inkontinenz mit 

einer wechselnden Blasenkapazität; anatomisch sei keine hypokapazitäre Blase 

nachweisbar. Die Blase sei deutlich asensiv. Weder die neurologischen noch die 

urogynäkologischen Befunde seien kongruent.

Dr. med. D.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 

20. September 2017 nach einer Durchsicht der medizinischen Berichte (IV-act. 209), es 

sei plausibel, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten verändert haben und 

dass dies einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könne. Bei der Versicherten sei 

im Jahr 2014 neu eine Urininkontinenz aufgetreten. Zur Beurteilung, ob sich der 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verändert hätten, seien weitere 

Abklärungen nötig.

B.d. 

Dr. C.___ gab am 6. Oktober 2017 die Diagnosen einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung im Rahmen der körperlichen und psychischen Erkrankung 

(ICD-10 F62.8) und einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11), an (IV-act. 217). Er berichtete, 

bei der Versicherten bestünden abgesehen von Konzentrationsstörungen unauffällige 

mnestische Funktionen. Das formale Denken sei verlangsamt und weitschweifig. Die 

B.e. 

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Versicherte grüble über die eigene Zukunftslosigkeit, sei im Affekt deprimiert und 

intermittierend dysphorisch gereizt. Die affektive Schwingungsfähigkeit und der Elan 

vitae seien reduziert. Ein affektiver Rapport sei knapp herstellbar. Der Antrieb sei 

vermindert und die Versicherte sei motorisch wenig lebhaft. Mindestens seit dem 

Anmeldedatum bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. E.___, 

Allgemeine Innere Medizin FMH, Praxisvertreter des Hausarztes Dr. med. F.___, teilte 

am 30. Oktober 2017 mit (IV-act. 229), die Versicherte leide an einer chronischen 

Insomnie (seit ca. 2015), einem chronischen Schmerzsyndrom (seit 2010) mit einer 

depressiven Verstimmung und Angst, einer arteriellen Hypertonie, einer komplexen 

Beckenbodenerkrankung und einer Stuhlinkontinenz. Er attestierte eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. April 2013 bis 31. Dezember 2017. Er legte einen Bericht des 

S.___ vom 12. Oktober 2017 bei (vgl. IV-act. 229-7). Eine Fachärztin hatte im 

Zusammenhang mit der in diesem Bericht angegebenen Diagnose einer chronischen 

Insomnie Schlafhygienemassnahmen und Entspannungstechniken empfohlen.

Am 22. November 2017 bat die IV-Stelle Dr. C.___ (IV-act. 231), sich unter 

Berücksichtigung des Berichts der W.___ vom 6. Juli 2016 zu der darin erwähnten 

möglichen Nebenwirkung von Psychopharmaka hinsichtlich der Urininkontinenz zu 

äussern. Dr. C.___ teilte am 17. Januar 2018 mit (IV-act. 233), ab Juni 2015 sei eine 

schlaffördernde und schmerzdistanzierende antidepressive Behandlung mit 

Trimipramin eingeleitet worden, wobei das Nebenwirkungsprofil bei einer bestehenden 

Urininkontinenz mitberücksichtigt worden sei. Das Präparat Trimipramin sei bekannt für 

antiholinergische Nebenwirkungen inklusive Urinretention, aber nicht für 

Harninkontinenz. Trotzdem sei am 22. Dezember 2017 eine Umstellung der 

Psychopharmakotherapie auf Trazodon (Trittico) vorgenommen worden, was gemäss 

der Sprechstunde vom 12. Januar 2018 zu keiner Verbesserung der Urininkontinenz 

geführt habe.

B.f. 

Am 6. März 2018/3. April 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 235, 

241), dass eine polydisziplinäre Begutachtung notwendig und dass die ABI 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI GmbH) damit beauftragt worden sei. Am 4./5./7. und 

11. Juni 2018 wurde die Versicherte polydisziplinär (internistisch, gynäkologisch, 

orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch, gastroenterologisch und urologisch) 

untersucht. Im Gutachten vom 24. Juli 2018 gaben die Sachverständigen folgende 

B.g. 

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Diagnosen mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an: Komplexe 

Beckenbodenerkrankung mit einer totalen Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz 

und Inkontinenz für weichen Stuhl, Diarrhoe-Symptomatik unklarer Ätiologie. Als 

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Chronisches 

Schmerzsyndrom gluteal linksbetont und tieflumbal, chronische mediale 

Knieschmerzen rechts, leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), Adipositas, arterielle 

Hypertonie, Verdacht auf COPD, asymptomatische Cholecystolithiasis, anamnestisch 

Hyperthyreose (ausführliche Diagnosen siehe IV-act. 245-9 f.). Der internistische 

Sachverständige führte aus (IV-act. 245-38), es bestehe eine medikamentös 

behandelte arterielle Hypertonie mit aktuell leicht erhöhten Blutdruckwerten. Zudem 

finde sich eine Adipositas, ein chronischer Nikotinabusus, eine asymptomatische 

Cholecystolithiasis sowie eine in der Vergangenheit festgestellte Hyperthyreose mit 

aktuell einem laborchemischen Nachweis einer manifesten Hypothyreose. Diese 

Befunde und Diagnosen könnten behandelt werden und begründeten keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die gynäkologische Expertin hielt fest (IV-

act. 245-46 f.), seit dem Jahr 2014 bestehe eine schleichend begonnene 

Urininkontinenz mit wechselnden Untersuchungsbefunden im Verlauf. Sämtliche 

therapeutische Massnahmen hätten zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. 

Aus urogynäkologischer Sicht finde sich keine erklärende Diagnose. Auch aus 

neurologischer Sicht bestehe keine Erklärung der Inkontinenz. Die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit und in adaptierten Tätigkeiten sei wegen eines erhöhten 

Pausenbedarfs zu 10% eingeschränkt. Dies ermögliche es der Versicherten, 

regelmässig die Toilette zu besuchen. Bedauerlicherweise sei die bisherige 

Psychopharmaka-Therapie trotz einer Empfehlung der Urologen nur eingeschränkt (ein 

Medikament) auf ihre Nebenwirkungen hin überprüft worden. Eine körperlich sehr 

belastende Tätigkeit sei ausgeschlossen. Der orthopädische Sachverständige erklärte 

(IV-act. 245-55 ff.), die Versicherte demonstriere ein ausgeprägtes, keinesfalls 

reproduzierbares linksseitiges Hinken. Während der Zehengang beidseits problemlos 

gelinge, erfolge beim Fersengang auf beiden Seiten ein Absinken. Beim Treppengehen 

werde nicht die subjektiv erheblich beeinträchtigte linke, sondern die rechte Seite 

vorangestellt. Die Untersuchung der Wirbelsäule ergebe unter Verspannung eine 

erhebliche Bewegungseinschränkung sämtlicher Abschnitte, doch könne der initial 

vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch eine freie Auslenkung im Langsitz 

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relativiert werden. Auch die bei der expliziten Prüfung verminderte Kopfrotation gelinge 

unter Ablenkung frei und offenbar schmerzlos. An den oberen und unteren 

Extremitäten liege gleichfalls eine freie Beweglichkeit vor. Auf radiologischer Ebene 

fehlten relevante Veränderungen an der zervikalen, thorakalen und lumbalen 

Wirbelsäule, an den Hüft- und Iliosakralgelenken sowie am rechten Kniegelenk. 

Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass sich die beklagten, letztlich 

unbeeinflussbaren Beschwerden durch die klinischen, radiologischen und infiltrativen 

Befunde keinesfalls klar begründen liessen. Nicht auszuschliessen sei eine gewisse 

Affektion des linken Iliosakralgelenks, doch sei dafür die anamnestische und klinische 

inkonsistente Präsentation keinesfalls typisch. Zu betonen sei aber eine massive 

Fehlhaltung im Sinne einer vermehrten Beckenkippung, welche in Zusammenhang mit 

der deutlichen Adipositas als sehr ungünstig anzusehen sei. Für körperlich leichte bis 

selten mittelschwere Verrichtungen unter Wechselbelastung bestehe eine zeitlich und 

leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter legte 

dar (IV-act. 245-63 ff.), der affektive Kontakt sei gut herstellbar gewesen. Die Stimmung 

sei leicht depressiv mit etwas verminderter Freude bei durchaus erhaltenen Interessen 

gewesen. Auch der Antrieb sei erhalten gewesen. Die Versicherte habe 

Schlafstörungen in der Nacht und eine erhöhte Ermüdbarkeit am Tag angegeben. Es 

hätten negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen 

Situation bestanden. Der Selbstwert sei erhalten gewesen. Hinweise auf manifeste 

Ängste mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Ängste und Zwänge hätten nicht 

bestanden. Die Versicherte sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. 

Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien intakt gewesen. Das 

Denken sei formal geordnet gewesen und inhaltlich hätten keine Wahnideen, 

Halluzinationen und Ich-Störungen bestanden. Eine Zirkadianität sei nicht ausgeprägt 

gewesen. Die Versicherte habe als Hauptbeschwerden ausgeweitete Schmerzen am 

Bewegungsapparat angegeben. Sie habe auch Probleme mit der Blase und mit dem 

Dickdarm angegeben. Diagnostisch bestehe eine leichte depressive Episode, 

gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen mit einer verminderten Freude, aber 

auch durch eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und negative 

Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situation. Im 

Jahr 2011 sei eine teilstationäre psychiatrische Behandlung erfolgt. Gut möglich sei, 

dass die Depression punktuell stärker ausgeprägt gewesen sei. Da im bidisziplinären 

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Gutachten (2011) keine depressive Episode (mehr) diagnostiziert worden sei, vom 

behandelnden Psychiater aber wieder (2017), sei von einer rezidivierenden depressiven 

Störung auszugehen. Die Versicherte habe somatische Probleme angegeben. Sie habe 

die Schmerzen relativ genau lokalisiert; dies spreche eher für eine somatische Ursache 

der Symptomatik. Eine zusätzliche Schmerzstörung bzw. somatoforme 

Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden. Der behandelnde Psychiater 

Dr. C.___ habe im Jahr 2017 eine Persönlichkeitsänderung im Rahmen körperlicher und 

psychischer Krankheit diagnostiziert und eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom, angegeben. Die depressive 

Episode sei aber leicht ausgeprägt, wie oben dargelegt worden sei. Vielleicht sei die 

depressive Episode auch deutlicher ausgeprägt gewesen, nicht aber gemittelt über den 

Verlauf. In der R.___ und in der Y.___ sei 2011 eine mittelgradig depressive Episode 

angegeben worden. Eine depressive Episode könne behandelt werden, wenn auch eine 

Heilung nicht immer möglich sei. Die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung könne 

nicht bestätigt werden. Dafür müssten deutlich schwere und mit entsprechenden 

somatischen Befunden objektivierbare Schmerzen vorliegen, zum Beispiel im Rahmen 

eines lange dauernden Tumorleidens, oder es müsste eine deutlich schwere 

psychische Störung bestehen, was bei einer leichten oder mittelgradigen depressiven 

Episode im Rahmen einer rezidivierend depressiven Störung nicht der Fall sei. Auch 

fehle die entsprechende Symptomatik, für die auch eine Entfremdung gefordert werde. 

Die Versicherte sei im Untersuchungsgespräch vielmehr sehr gut zugänglich und 

affektiv gut spürbar gewesen. Im Gutachten der Medas Ostschweiz 2013 sei auch 

keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Gut möglich sei, 

dass damals keine depressive Episode mehr vorgelegen habe, sondern lediglich noch 

eine Anpassungsstörung im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung habe 

diagnostiziert werden können. Die Versicherte verfüge über Ressourcen bezüglich 

angelernter Arbeiten mit Berufserfahrung. Sie habe eine Familie mit zwei Kindern 

gegründet und könne leichtere Haushaltsarbeiten selber erledigen. Sie könne sogar 

kochen. Sie beschäftige sich auch gerne mit Zeichnen, Stricken und Häkeln. Die 

Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit könne 

mit Sicherheit seit mindestens der aktuellen Untersuchung ausgegangen werden. Auch 

im Verlauf könne aber keine langanhaltende Arbeitsunfähigkeit begründet werden. Der 

neurologische Sachverständige hielt fest (IV-act. 245-71 f.), die Versicherte klage seit 

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einem Sturz im Jahr 2010 über Gefühlsstörungen und Schmerzen in der linken Hüfte, 

zum Teil auch in den Rücken und das Bein ausstrahlend. In den Vordergrund ihrer 

Beschwerden stelle sie allerdings eine Harninkontinenz. Diesbezüglich seien mehrfache 

Abklärungen erfolgt. Eine schlüssige Ursache dafür habe sich nicht ergeben, 

insbesondere sei neurologischerseits eine neurale Läsion ausgeschlossen worden. Das 

neurologische Gebiet werde von einer jetzt angegebenen, nicht näher untersuchten 

Sensibilitätsstörung im Schritt, welche seit zwei Monaten bestehe, mittangiert. Die 

Anamnese sei aber unklar geblieben. Insgesamt sei die Anamneseerhebung sehr 

schwierig gewesen. Die Schilderungen seien diffus geblieben und er habe den 

Eindruck gewonnen, die Vorgeschichte sei nur sehr begrenzt mitgeteilt worden. Die 

neurologische Untersuchung sei in objektiver Hinsicht regelrecht ausgefallen. Eine 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Die motorischen, 

sensorischen und kognitiven Funktionen seien erhalten. Der gastroenterologische 

Experte erklärte (IV-act. 245-76 f.), seit einer Operation wegen einer 

Defäkationsproblematik sei die Versicherte im Gegenteil nun dranginkontinent, vor 

allem bei weichem Stuhl. Die Inkontinenz sei durch die verminderte Stuhlkontinenz 

(richtig wohl: Stuhlkonsistenz) verstärkt. Deren Ätiologie sei unklar. Bisherige Versuche, 

die Inkontinenz zu behandeln, seien fehlgeschlagen; die Möglichkeiten schienen 

ausgeschöpft. Hingegen scheine es, dass die Verminderung der Stuhlkonsistenz selbst 

nicht vollständig abgeklärt worden sei. Erst seit kurzem werde diese symptomatisch 

behandelt, was bisher keinen Einfluss auf die Inkontinenzsymptomatik gehabt habe. 

Eine Arbeit in der Küche sei aus hygienischen Gründen nicht geeignet. Die aktuelle 

Situation bestehe seit dem Jahr 2009. Die Versicherte sollte eine Arbeit ausüben 

können, welche keinen erhöhten Pressdruck im Abdomen verursache, zum Beispiel 

beim Tragen von Lasten. Sie müsse ihre Arbeit jederzeit unterbrechen können, um eine 

Toilette aufzusuchen und sie müsse die Möglichkeit haben, Pausen einzulegen, wenn 

sie sich reinigen müsse. Bei einer Präsenz von acht Stunden bestehe in einer 

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die aktuelle Situation bestehe 

seit mindestens fünf Jahren. Der urologische Gutachter führte aus (IV-act. 245-82 f.), 

bei der Versicherten bestünden seit Ende 2009 im Rahmen der Stuhlentleerung auch 

zunehmende Miktionsbeschwerden. Diese seien seit August 2014 deutlich zunehmend 

und resultierten aktuell in einer kompletten Inkontinenzproblematik. Sämtliche 

therapeutischen Massnahmen hätten keinerlei Verbesserung gebracht. Die 

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Inkontinenzproblematik habe zu einem sozialen Regress geführt und sei für die 

Versicherte sehr belastend. Insgesamt bestehe die Notwendigkeit, dass am 

Arbeitsplatz eine Toilette unmittelbar erreichbar sei. Die Versicherte müsse die 

Möglichkeit haben, mehrfach am Tag, sicherlich fünfmal, die Einlagen zu wechseln. Bei 

einer Präsenz von acht Stunden am Tag bestehe in der angestammten Tätigkeit und in 

adaptierten Tätigkeiten eine 90%ige Arbeitsfähigkeit. In der Konsensbeurteilung gaben 

die Gutachter an (IV-act. 245-12 f.), die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe sei 

der Versicherten aus hygienischen Gründen wegen der Inkontinenz sicher seit 

Dezember 2016 nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe bei einer 

Präsenz von acht Stunden am Tag eine verminderte Leistung von 20% aufgrund 

regelmässiger Toilettengänge. Von dieser Arbeits- und Leistungsfähigkeit könne sicher 

seit Dezember 2016 ausgegangen werden. Vorangehend könne auf die Annahmen im 

Gerichtsurteil vom Oktober 2016 abgestützt werden. Die in den Teilgutachten 

aufgeführten Arbeitsunfähigkeiten könnten in der Summe nicht addiert werden, da für 

die verschiedenen geringen Einschränkungen die gleichen Ruhephasen und dieselben 

Pausen in Anspruch genommen werden könnten. Als Adaptionskriterien nannten die 

Gutachter: Keine Arbeiten in der Küche und keine Tätigkeiten, welche einen erhöhten 

Pressdruck im Abdomen verursachen würden, zum Beispiel beim Tragen von Lasten. 

Die Versicherte sollte jederzeit die Möglichkeit haben, die Arbeit zu unterbrechen, um 

eine Toilette aufzusuchen. Ausserdem sollte sie die Möglichkeit haben, zur Reinigung 

Pausen einzulegen. Das berufsbedingte Führen eines Fahrzeuges sei nicht möglich.

Der RAD-Arzt Dr. D.___ notierte am 13. August 2018 (IV-act. 246), das Gutachten 

sei umfassend und schlüssig. Darauf könne abgestellt werden.

B.h. 

Mit einem Vorbescheid vom 14. August 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung 

des Begehrens um eine Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 249). Zur Begründung gab 

sie an, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte in der 

angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe in der Arbeitsfähigkeit vollständig 

eingeschränkt sei. Es wäre der Versicherten möglich, in dieser Tätigkeit ein 

Jahreseinkommen von Fr. 56'523.-- (aufgerechnet auf das Jahr 2015) zu erzielen. Für 

leidensadaptierte Tätigkeiten bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Dabei wäre es der 

Versicherten möglich, ein Jahreseinkommen von Fr. 43'244.-- zu erzielen. Sie (die IV-

Stelle) stütze sich hierbei auf den durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin gemäss 

B.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/24

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der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik. Der Invaliditätsgrad betrage 

damit 23%. Die Versicherte erhob dagegen am 15. November 2018 einen Einwand (IV-

act. 260). Sie machte im Wesentlichen geltend, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sei 

nicht korrekt "interpretiert" worden. Sie leide an einer schweren Urin- und 

Stuhlganginkontinenz, darüber hinaus an einem chronifizierten Schmerzsyndrom. Als 

Folge davon müsse sie mit weiteren Problemen zurechtkommen. So müsse sie immer 

wieder kurz erbrechen und habe mit einem anhaltenden und unzumutbaren 

Körpergeruch zu kämpfen. Die damit verbundenen und anhaltenden psychischen 

Folgen seien seit Jahren vorhanden, würden jedoch immer wieder ignoriert. Der Bericht 

von Dr. C.___ sei ebenfalls nicht berücksichtigt worden. Aus urologischer und 

psychiatrischer Sicht sei sie seit Jahren arbeitsunfähig. Das Invalideneinkommen 

betrage Fr. 0.--. Selbst wenn ein Einkommen, welches nach einem "Leidensabzug" von 

25% höchstens Fr. 14'322.-- betrage, berücksichtigt werde, resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 74%. Der "Leidensabzug" begründe sich durch die Tatsache, dass 

sie aufgrund der Schmerzen, der Urin- und Stuhlganginkontinenz sowie der 

psychischen Leiden nie das durchschnittliche Einkommen erzielen könne. Die 

Versicherte reichte Berichte der W.___ vom 26. September 2018 und von Dr. med. 

G.___, Facharzt Chirurgie FMH, vom 16. Oktober 2018 ein. Eine Fachärztin der W.___ 

hatte mitgeteilt (IV-act. 261), im April bzw. Mai 2018 sei eine Pessaranpassung 

durchgeführt worden. Auch diese habe keinerlei Wirkung auf die einschränkende 

Inkontinenz gezeigt. Sie überwies die Versicherte zur Beurteilung und gegebenenfalls 

Therapieeinleitung an die Q.___. Dr. G.___ hatte die Diagnosen einer Stuhlinkontinenz 

3°, einer Harninkontinenz 3° und von chronischen Schmerzen Hüfte und LWS Z.n. 

Unfall 2010 angegeben und mitgeteilt (IV-act. 261-4), die Proktoskopie/Rekto habe bei 

einem St.n. Hämorrhoiden OP einen partiellen Mukosaprolaps bei ca. 11-3°° SSL 

gezeigt. Ein Tumor habe nicht bestanden. Der Sphinkter habe sich mit einer 

erniedrigten Ruhe und Aktionstonus/Kraft gezeigt.

Die IV-Stelle bat am 16. Januar 2019 die Gutachter der ABI GmbH, zum Einwand 

der Versicherten Stellung zu nehmen (IV-act. 263). Diese teilten am 24. Januar 2019 mit 

(IV-act. 264), beim Bericht der W.___ handle es sich um ein Überweisungsschreiben an 

die Q.___. Neue Befunde, Erkenntnisse oder Aussagen seien dem Schreiben nicht zu 

entnehmen. Der Anmerkung der Versicherten, dass der psychischen Einschränkung zu 

B.j. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/24

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C.  

wenig Rechnung getragen worden sei, sei entgegenzuhalten, dass eine funktionelle 

Überlagerung des Geschehens auf der Hand liege. Unbesehen davon hätten sie den 

funktionellen Einschränkungen, welche durch die Inkontinenz resultierten, Genüge 

getan, ob diese nun eher somatisch oder nur psychiatrisch erklärbar seien. Hinsichtlich 

der Arbeitsfähigkeit würde sich folglich nichts ändern, wenn die funktionelle bzw. eine 

dysfunktionelle oder eine dissoziative Komponente in den Vordergrund gerückt würde; 

es wären die gleichen Vorgaben hinsichtlich der Erreichbarkeit der Toilette zu 

formulieren, wie dies aus somatischer Sicht getan worden sei. Die IV-Stelle stellte der 

Versicherten am 4. Februar 2019 die gutachterliche Stellungnahme im Rahmen einer 

zweiten Anhörung zu (IV-act. 265). Die Versicherte liess sich nicht vernehmen.

Mit einer Verfügung vom 5. März 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um eine 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 23% ab (IV-act. 266). Zum Einwand hielt 

sie fest, dieser sei der ABI GmbH zur Stellungnahme unterbreitet worden. Die 

gutachterliche Stellungnahme sei der Versicherten zugestellt worden. Es werde nicht 

nochmals darauf eingegangen. Somit sei am Entscheid festzuhalten.

B.k. 

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 5. April 2019 

(Postaufgabe: 6. April 2019) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. März 2019 

(act. G 1). Sie beantragte die "Annullierung" der angefochtenen Verfügung und die 

Zusprache einer Invalidenrente. Ausserdem beantragte sie die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Die Begründung entsprach 

im Wesentlichen dem Einwand zum Vorbescheid. Ergänzend reichte sie einen Bericht 

der Q.___ vom 7. Februar 2019 betreffend eine neuro-urologische Untersuchung vom 

31. Januar 2019 ein (act. G 1.1.6). Fachärzte hatten die folgenden Diagnosen mitgeteilt: 

Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ätiologie (DD neurogen), Darmfunktionsstörung 

unklarer Ätiologie, chronifiziertes Schmerzsyndrom nach Sturz auf Becken 2013 (recte: 

2010) mit einer psycho-somatischen Komponente, Anpassungsstörung (Angst und 

Depression gemischt) und Verdacht auf posttraumatische Belastungssituation 

(Hospitalisation in der P.___ seit 12/2018 wegen einer akuten psychiatrischen 

Dekompensation mit Suizidalität), arterielle Hypertonie. Sie hatten berichtet, die 

Bildgebung sowie die neurophysiologische Untersuchung hätten eine neurologische 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/24

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Pathologie nicht objektivieren können, so dass die Ursache für die Harnblasen- und 

Darmfunktionsstörung unklar bleibe.

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 22. Mai 2019 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, das 

polydisziplinäre Gutachten der ABI GmbH vom 24. Juli 2018 erfülle zusammen mit der 

Stellungnahme vom 24. Januar 2019 zweifellos die Voraussetzungen an eine 

beweisfähige medizinische Entscheidgrundlage. Der psychiatrische Sachverständige 

habe sich mit den Einschätzungen der behandelnden psychiatrischen Fachärzte 

auseinandergesetzt und seine eigene Einschätzung ausführlich begründet. 

Beschwerdeweise werde nichts vorgebracht, was gegen die Zuverlässigkeit des 

Gutachtens sprechen würde. Ein "Leidensabzug" sei nicht vorzunehmen, da die dafür 

geltend gemachten Gründe von den Gutachtern bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

bereits berücksichtigt worden seien.

C.b. 

Der verfahrensleitende Richter des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

bewilligte am 14. Juni 2019 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das 

Beschwerdeverfahren (act. G 6).

C.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 8).C.d. 

Am 18. Januar 2021 bat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die 

Beschwerdegegnerin, bei der P.___ einen Austrittsbericht betreffend die Hospitalisation 

seit 12/2018 einzuholen (act. G 9). Am 19. Februar 2021 reichte die 

Beschwerdegegnerin einen Austrittsbericht der P.___ vom 12. März 2019 ein (act. G 10, 

10.1). Fachärzte hatten berichtet, die Beschwerdeführerin sei vom 15. November 2018 

bis 28. Februar 2019 hospitalisiert gewesen. Sie hatten die Diagnosen einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10 F33.2), einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei einem 

chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80), einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie einer Stuhl- und einer 

nicht näher bezeichneten Harninkontinenz angegeben.

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/24

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Erwägungen

1.  

Die Beschwerdeführerin machte am 3. März 2021 geltend (act. G 12), der Bericht 

der P.___ belege alle ihre vorgängigen Eingaben. Die bereits erwähnten Beschwerden 

hätten sich verschlechtert. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11. März 2021 auf 

eine Stellungnahme (act. G 14).

C.f. 

Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin ab April 2014 bis August 

2016, also während des beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen laufenden 

Beschwerdeverfahrens betreffend die Anfechtung der rentenabweisenden Verfügung 

vom 24. Februar 2014, routinemässig und unaufgefordert mehrere Arztberichte 

eingereicht. Eine Begründung für das Einreichen dieser Unterlagen ist den Akten nicht 

zu entnehmen. Der Beschwerdeführerin kann es aber nur darum gegangen sein, dass 

die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch erneut prüfen solle, insbesondere für 

den Fall, dass das Versicherungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung vom 

24. April 2014 abweisen sollte. Die Beschwerdegegnerin hat die am 23. April 2014 

eingereichte Bestätigung von Dr. C.___ vom 22. April 2014 daher zu Recht als 

(formlose) Neuanmeldung qualifiziert (vgl. das Schreiben der Beschwerdegegnerin an 

die Beschwerdeführerin vom 16. November 2016, IV-act. 182).

1.1. 

Zu prüfen ist alsdann, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die (formlose) 

Neuanmeldung eingetreten ist. Gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 

darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Dr. C.___ hat in der Bestätigung vom 

22. April 2014 weder neue psychiatrische Befunde noch eine neue Diagnose 

angegeben; Dr. X.___ von der Medas Ostschweiz hatte nämlich anlässlich der 

Begutachtung im August 2013 bereits eine depressive Symptomatik festgestellt. Die 

Angabe von Dr. C.___, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2013 in einer 

regelmässigen tagesklinischen Behandlung gestanden sei, vermag keine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands glaubhaft zu machen, da die Tatsache 

einer tagesklinischen Behandlung allein keinen Rückschluss auf einen verschlechterten 

psychischen Gesundheitszustand zulässt. Eine relevante Sachverhaltsveränderung ist 

damit nicht glaubhaft gemacht worden. Die Beschwerdegegnerin ist damit zu Unrecht 

auf die (formlose) Neuanmeldung vom 23. April 2014 eingetreten. Am 13. Februar 2015 

hat die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik für W.___ vom 14. November 2014 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/24

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2.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 5. März 2019 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 23% 

verneint. Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat.

3.  

eingereicht. Das ist – gleich wie die am 23. April 2014 eingereichte Bestätigung von 

Dr. C.___ – als (formlose) Neuanmeldung zu qualifizieren, da es der Beschwerdeführerin 

mit dem routinemässigen Einreichen von Arztberichten bei der Beschwerdegegnerin 

nur darum gegangen sein kann, letztere dazu bringen, den Anspruch auf eine 

Invalidenrente erneut zu prüfen (vgl. E. 1.1). Fachärzte haben im Bericht vom 14. 

November 2014 angegeben, die Beschwerdeführerin leide seit ca. zwei Monaten an 

einer neu aufgetretenen unkontrollierten Urininkontinenz bei einem schleichenden 

Beginn. Im Gutachten der Medas Ostschweiz vom 7. Oktober 2013, das der 

rentenabweisenden Verfügung vom 24. Februar 2014 zugrunde gelegen hat und das 

vom Versicherungsgericht als beweiskräftig qualifiziert worden ist, ist die 

Urininkontinenz nicht erwähnt worden. Damit hat die Möglichkeit bestanden, dass sich 

der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach dem 24. Februar 2014 

verschlechtert haben könnte. Die Beschwerdeführerin hat also mit diesem Bericht eine 

relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht. Auf die zweite (formlose) 

Neuanmeldung vom 13. Februar 2015 ist die Beschwerdegegnerin somit zu Recht 

eingetreten. Der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns ist der 1. August 2015 

gewesen (vgl. Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, 

SR 831.20).

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/24

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4.  

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2. 

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Massgebend zur Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sind das von der Beschwerdegegnerin bei der 

ABI GmbH in Auftrag gegebene polydisziplinäre (internistisch, gynäkologisch, 

orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch, gastroenterologisch und urologisch) 

Gutachten vom 24. Juli 2018 sowie die im Nachgang dazu erstellten Berichte der 

W.___ vom 26. September 2018, von Dr. G.___ vom 16. Oktober 2018, der Q.___ vom 

7. Februar 2019 und der P.___ vom 12. März 2019. Strittig und im Folgenden zu prüfen 

ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.

4.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom 

Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare psychosomatische Leiden geschaffenen und später auf alle psychischen 

Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, 

anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 

V 409 und 143 V 418).

4.2. 

Im Vordergrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin 

stehen die Stuhl- und die Urininkontinenz unklarer Ätiologie. Sowohl die 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/24

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gynäkologische Gutachterin als auch der urologische Sachverständige der ABI GmbH 

haben übereinstimmend mit den Berichten der behandelnden Fachärzte eine komplexe 

Beckenbodenerkrankung mit einer totalen Belastungsinkontinenz diagnostiziert. Sie 

haben dieser Diagnose eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen und 

angegeben, aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs für das regelmässige Aufsuchen 

einer Toilette (zum Wechseln der Einlagen, sicherlich fünfmal am Tag) bestehe eine 

10%ige Arbeitsunfähigkeit. Der gastroenterologische Gutachter hat – ebenfalls 

übereinstimmend mit den behandelnden Fachärzten – eine Dranginkontinenz und 

Inkontinenz für weichen Stuhl und eine Diarrhoe-Symptomatik unklarer Ätiologie 

diagnostiziert. Die bisherige Tätigkeit in der Küche hat er aus hygienischen Gründen als 

ungeeignet qualifiziert. In adaptierten Tätigkeiten hat er eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert und diese mit der Notwendigkeit des jederzeitigen Aufsuchens einer Toilette 

und des Einlegens von Pausen zur Körperreinigung begründet. Diese 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung scheint bei Inkontinenzen von bis zweimal pro Tag bzw. 

bei Zeitdruck von mehr als zweimal pro Tag (vgl. IV-act. 245-75) eher grosszügig 

bemessen zu sein. Im Bericht der W.___ vom 26. September 2018 sind im Vergleich zu 

den früheren Berichten der behandelnden Ärzte sowie zum Gutachten keine neuen 

Diagnosen angegeben worden. Eine Fachärztin hat in diesem Bericht über eine 

erfolglose Behandlung mittels einer Pessaranpassung im April bzw. Mai 2018 berichtet 

und die Beschwerdeführerin zur weiteren Abklärung an die Q.___ überwiesen. Neue 

Befunde sind darin nicht enthalten. Die gynäkologische Gutachterin hat von dieser 

Behandlung und den entsprechenden Berichten Kenntnis gehabt (vgl. die 

Aktenanamnese im gynäkologischen Teilgutachten, IV-act. 245-43). Die Berichte über 

diese Behandlung im April/Mai 2018 liegen nicht bei den Akten. Dieser Umstand 

vermag den Beweiswert des Gutachtens aber nicht zu schmälern, da die 

gynäkologische Gutachterin von diesen Berichten offenkundig Kenntnis gehabt hat und 

da sich aus dem Bericht vom 26. September 2018 keine Änderung des 

Gesundheitszustands ergibt. Aus dem Bericht der Q.___ vom 7. Februar 2019 ergeben 

sich in Bezug auf die Stuhl- und Urininkontinenzbeschwerden ebenfalls keine 

Veränderungen. Die Fachärzte haben nämlich weitere Untersuchungen durchgeführt 

und angegeben, die Ursache für die Harnblasen- und Darmfunktionsstörung bleibe 

unklar. Dr. G.___ hat die Beschwerdeführerin wegen der Stuhlinkontinenzbeschwerden 

untersucht. Weder der RAD noch die Gutachter der ABI GmbH haben zum Bericht von 

Dr. G.___ vom 16. Oktober 2018 Stellung genommen (vgl. IV-act. 262, 264). Aus der 

Anamneseerhebung ergibt sich jedoch keine Verschlechterung der Beschwerden; die 

Beschwerdeführerin hat nämlich angegeben, an einer Inkontinenz bei einem breiigen, 

eher weichen Stuhl zu leiden. Überwiegend wahrscheinlich hat sich also in Bezug auf 

die Stuhlinkontinenz im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung keine Veränderung 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/24

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ergeben. Die Beurteilungen der gynäkologischen Gutachterin, des urologischen und 

des gastroenterologischen Sachverständigen überzeugen. Der internistische Gutachter 

hat keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen können. Er hat 

überzeugend erklärt, dass die arterielle Hypertonie, die Adipositas, der chronische 

Nikotinabusus, die asymptomatische Cholecystolithiasis und die anamnestische 

Hyperthyreose behandelt werden könnten und keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit begründeten. Zu der von Dr. E.___ und einer Fachärztin des S.___ 

angegebenen Diagnose einer chronischen Insomnie hat sich der internistische 

Sachverständige nicht geäussert, obwohl die Beschwerdeführerin auf die 

Schlafstörung hingewiesen hatte (IV-act. 243-34). Da die Fachärztin des S.___ zur 

Behandlung der Schlafstörung Schlafhygienemassnahmen und 

Entspannungstechniken empfohlen hat, ist davon auszugehen, dass die Schlafstörung 

ohne weiteres behandelbar ist. Sie hat daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten. Der orthopädische 

Experte hat ebenfalls keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gestellt. Er hat dargelegt, dass die beklagten Beschwerden an der linken Hüfte, an der 

Wirbelsäule und am rechten Knie durch die klinischen, radiologischen und infiltrativen 

Befunde nicht klar begründet werden könnten; eine gewisse Affektion des linken 

Iliosakralgelenks könne nicht ausgeschlossen werden, doch sei die anamnestische und 

klinische inkonsistente Präsentation nicht typisch dafür. Er hat jedoch betont, dass eine 

massive Fehlhaltung im Sinne einer vermehrten Beckenkippung bestehe, welche in 

Zusammenhang mit der Adipositas als ungünstig anzusehen sei. Er hat als Diagnosen 

ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Schmerzsyndrom gluteal 

linksbetont und tieflumbal sowie chronische mediale Knieschmerzen rechts 

angegeben. Den Beschwerden hat er Rechnung getragen, indem er als 

Belastungsprofil für eine adaptierte Tätigkeit eine körperlich leichte bis selten 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit formuliert hat. Unter Beachtung dieser 

Adaptionskriterien hat er überzeugend eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert. Zu 

berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass bereits im (beweiskräftigen) 

Gutachten der Medas Ostschweiz vom 7. Oktober 2013 (IV-act. 117) festgestellt 

worden ist, dass das Schmerzsyndrom ätiologisch unklar geblieben sei. Der 

rheumatologische Gutachter hat damals ebenfalls keine Diagnose mit einer Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit stellen können. Die Beschwerdeführerin hat vorgebracht, im 

Bericht der Q.___ vom 7. Februar 2019 sei angegeben worden, dass sie nur mit 

Gehstöcken laufen könne. Soweit sie damit geltend machen möchte, dass ihre 

Beschwerden nicht ausreichend berücksichtigt worden seien, ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin auch in der Untersuchung durch den orthopädischen 

Sachverständigen Stöcke benutzt hat (IV-act. 245-51). Das Argument der 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/24

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Beschwerdeführerin ist damit nicht stichhaltig. Der neurologische Gutachter der ABI 

GmbH hat auch keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen 

können. Er hat dargelegt, dass die neurologische Untersuchung aus objektiver Sicht 

regelrecht ausgefallen sei und dass die Beschwerden mit den Untersuchungsbefunden 

nicht konsistent gewesen seien. Auch diese Einschätzung überzeugt. Die 

Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, sie müsse immer wieder kurz erbrechen und 

habe mit einem anhaltenden und unzumutbaren Körpergeruch zu kämpfen. Gegenüber 

dem internistischen Gutachter hat sie angegeben, dass sie an Erbrechen leide (IV-

act. 245-34). Sofern sie damit geltend machen möchte, dass sie stärker in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei als im Gutachten der ABI GmbH angegeben, ist 

festzuhalten, dass es sich dabei um eine rein subjektive Angabe der 

Beschwerdeführerin handelt. Auch der behauptete unzumutbare Körpergeruch ist 

weder von den Gutachtern noch von den behandelnden Ärzten erwähnt worden; er ist 

damit nicht belegt. Dieses Vorbringen ist daher nicht geeignet, Zweifel am Beweiswert 

des Gutachtens zu wecken.

Der psychiatrische Gutachter hat eine leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) 

diagnostiziert und diese mit depressiven Verstimmungen mit einer verminderten 

Freude, einer erhöhten Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und negativen 

Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situation 

begründet. Er hat erklärt, dass von einer rezidivierenden depressiven Störung 

auszugehen sei, da bereits früher über depressive Episoden berichtet worden sei. Eine 

Schmerzstörung bzw. somatoforme Störung hat er ausgeschlossen. In Bezug auf die 

von Dr. C.___ im Jahr 2017 diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, 

mittelgradig mit somatischem Syndrom, hat er festgehalten, die depressive Episode sei 

– wie dargelegt – nur leicht ausgeprägt. Selbst wenn diese (früher) deutlicher 

ausgeprägt gewesen sei, sei sie gemittelt über den Verlauf nur leicht ausgeprägt 

gewesen. Eine depressive Episode könne behandelt werden. Eine nachvollziehbare 

Begründung für diese Einschätzung fehlt. Dennoch ist davon auszugehen, dass der 

psychiatrische Gutachter im Rahmen einer sorgfältigen Würdigung der Vorakten zu 

diesem Schluss gekommen ist, zumal der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, 

dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im 

Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die 

pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu 

qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I814/03, E. 2.4.2). Die von Dr. C.___ gestellte 

Diagnose einer Persönlichkeitsänderung hat der psychiatrische Gutachter nicht 

bestätigen können und hat dies damit begründet, dass dafür deutlich schwere und mit 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/24

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somatischen Befunden objektivierbare Schmerzen oder eine deutlich schwere 

psychische Störung vorliegen müssten. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte 

Kritik, dass der Bericht von Dr. C.___ nicht berücksichtigt worden sei, vermag in 

Anbetracht der ausführlichen Würdigung dieses Berichts durch den psychiatrischen 

Gutachter nicht zu überzeugen. Im Weiteren hat der psychiatrische Sachverständige 

darauf hingewiesen, dass im Gutachten der Medas Ostschweiz vom 7. Oktober 2013 

keine psychiatrische Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe 

gestellt werden können. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Abklärung durch 

Dr. X.___, also des psychiatrischen Gutachters der Medas Ostschweiz (IV-act. 117), sei 

nicht berücksichtigt worden, ist damit nicht stichhaltig. Der psychiatrische Gutachter 

der ABI GmbH hat sich zu den Standardindikatoren geäussert; insbesondere hat er bei 

der Beschwerdeführerin erhebliche Ressourcen festgestellt. Er hat der Diagnose einer 

leichten depressiven Episode keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen 

und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten im 

Begutachtungszeitpunkt attestiert, was angesichts der gering ausgeprägten objektiven 

Befunde und der erheblichen Ressourcen überzeugt. Auch retrospektiv hat er eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert, da keine langanhaltende psychiatrische 

Arbeitsunfähigkeit begründet werde könne. Auch diese Angabe überzeugt.

In der Konsensbeurteilung haben die Sachverständigen festgehalten, dass die in 

den Teilgutachten aufgeführten Arbeitsunfähigkeiten nicht addiert werden könnten, da 

für die quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit die gleichen Ruhephasen 

und Pausen in Anspruch genommen werden könnten. Nicht ausgeschlossen scheint 

jedoch, dass aufgrund der Stuhl- und der Urininkontinenz nicht stets die gleichen 

Pausen genutzt werden können, da die Möglichkeit besteht, dass beispielsweise kurz 

nach dem Wechseln der Einlage wegen der Stuhlinkontinenz die Einlage wegen der 

Urininkontinenz erneut gewechselt werden muss. Weil die 20%ige Arbeitsunfähigkeit 

aufgrund der Stuhlinkontinenz aber grosszügig bemessen scheint (vgl. E. 4.3), 

überzeugt die in der Konsensbeurteilung angegebene 20%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Damit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin im Begutachtungszeitpunkt in adaptierten Tätigkeiten zu 20% in 

ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist. Nicht geeignete Tätigkeiten sind 

Tätigkeiten, welche einen erhöhten Pressdruck im Abdomen verursachen, und Arbeiten 

in der Küche. Die Beschwerdeführerin muss jederzeit die Möglichkeit haben, die Arbeit 

zu unterbrechen, um eine Toilette aufzusuchen und Pausen einzulegen, um sich zu 

reinigen. Ausserdem muss es sich um eine körperlich leichte bis selten mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeit handeln. Zum Verlauf haben die Gutachter angegeben, 

diese Einschränkung habe sicher seit Dezember 2016 bestanden. Vorangehend könne 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/24

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auf die Annahmen im Gerichtsurteil vom Oktober 2016 abgestellt werden. Eine 

Begründung dafür, weshalb sicher ab Dezember 2016 von einer 20%igen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgegangen werden 

könne, fehlt. Das Versicherungsgericht hat im Entscheid vom 27. Oktober 2016 über 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bis zum 24. Februar 2014 entschieden 

und einen Rentenanspruch ab dem 1. Februar 2014 mit der ab November 2013 

bestandenen vollständigen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Küchenhilfe verneint. Sofern die Gutachter also haben aussagen wollen, vor Dezember 

2016 habe eine vollständige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bestanden, 

überzeugt dies aufgrund des langen Zeitraums von Februar 2014 bis Dezember 2016 

nicht. Der frühest mögliche Rentenbeginn ist der 1. August 2015 gewesen (vgl. E. 1.2). 

Angesichts des Behandlungsverlaufs mit den in etwa gleichbleibenden Beschwerden 

ab August 2015 (vgl. die Berichte der W.___ vom 10. August 2015, 10. September 

2015, 26. Januar 2016, 12. Februar 2016, 6. Juli 2016, 10. August 2016 und 

5. Dezember 2016, IV-act. 165 ff.) ist aber davon auszugehen, dass vor Dezember 2016 

überwiegend wahrscheinlich keine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20% bestanden hat. 

Dr. C.___ und Dr. E.___ haben im Oktober 2017 je eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (vgl. IV-act. 217, 229). Dabei handelt es sich aber lediglich um andere 

Beurteilungen desselben Sachverhalts. Diese sind nicht geeignet, Zweifel an der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten zu wecken, zumal auch hier der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten 

auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen 

ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc; 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I814/03, E. 2.4.2). 

Auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

nicht korrekt geschätzt worden sei, da sie an einer schweren Urin- und 

Stuhlganginkontinenz, an einem chronifizierten Schmerzsyndrom und an psychischen 

Beeinträchtigungen leide, vermag keine Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter zu wecken, da es sich auch hier lediglich um eine andere Beurteilung des 

gleichen Sachverhalts handelt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich ab Dezember 2016 bis zum 

Begutachtungszeitpunkt zu 20% in der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

eingeschränkt gewesen ist und dass ab August 2015 bis Dezember 2016 keine 

höhergradige Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bestanden hat.

Vom 15. November 2018 bis 28. Februar 2019, also vor dem Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 5. März 2019, ist die Beschwerdeführerin in der P.___. 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/24

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5.  

hospitalisiert gewesen. Die Fachärzte haben als Hauptdiagnose eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome 

(ICD-10 F33.2), und als Nebendiagnosen eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei 

einem chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80), eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie 

eine Stuhl- und eine nicht näher bezeichnete Harninkontinenz angegeben. Sie haben 

über einen beim Austritt gebesserten Zustand, aber mit einer weiterhin beschränkten 

Belastbarkeit, berichtet. In Anbetracht der dreieinhalb Monate dauernden 

Hospitalisation und der beim Austritt angegebenen weiterhin bestehenden 

beschränkten Belastbarkeit besteht die Möglichkeit, dass sich der psychische 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch vor dem Erlass der angefochtenen 

Verfügung relevant verschlechtert haben könnte. Damit kann nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass am 5. März 

2019 nach wie vor eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten bestanden 

hat. Die Sache ist deshalb zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Sie wird im Rahmen einer Verlaufsbegutachtung zu prüfen haben, ob 

sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten seit der 

Begutachtung durch die ABI GmbH langandauernd verändert hat.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erweist 

sich als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur 

ergänzenden Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (vgl. 

BGE 132 V 235, E. 6.1). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

5.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

keine Honorarnote eingereicht. In durchschnittlich aufwändigen Beschwerdeverfahren 

betreffend einen Rentenanspruch wird regelmässig eine pauschale 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/24

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Verfügung vom 5. März 2019 wird aufgehoben und die Sache wird zur 

Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zugesprochen. Vorliegend ist dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein unterdurchschnittlicher 

Vertretungsaufwand entstanden, da er keine Replik eingereicht hat. Der Aufwand für 

die spätere Stellungnahme ist nur gering gewesen. Deshalb erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin also mit Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.05.2021
	Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. 87 Abs. 2 und 3 IVV. Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht auf die (formlose) Neuanmeldung vom 13. Februar 2015 eingetreten. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Aufgrund einer nach der Begutachtung, aber vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. März 2019 erfolgten psychiatrischen Hospitalisation von dreieinhalb Monaten besteht die Möglichkeit, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin relevant verschlechtert haben könnte. Rückweisung zu weiteren Abklärungen in der Form einer Verlaufsbegutachtung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2021, IV 2019/85).

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