# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb196a05-8e64-5e02-9073-e44852294279
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2008 D-6537/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6537-2008_2008-10-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6537/2008/cvv
{T 0/2} 

U r t e i l  v o m  2 1 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher; 
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A._______, Kenia,
(Adresse),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren);
Verfügung des BFM vom 10. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6537/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  Kenia  am 
21. September 2008 auf dem Luftweg in Richtung (Ausland) verliess, 
von  wo  sie  nach  einem  fünftägigen  Aufenthalt  ebenfalls  auf  dem 
Luftweg in die Schweiz weiterreiste und am 27. September  2008 im 
Flughafen (Name) um Asyl nachsuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 27. September 2008 die Einreise in 
die Schweiz vorläufig verweigerte und der Beschwerdeführerin für die 
Dauer  von  maximal  60  Tagen  den  Transitbereich  des  Flughafens 
(Name) als Aufenthaltsort zuwies,

dass die summarische Befragung durch die Flughafenpolizei  (Name) 
am 28. September 2008 und die Direktanhörung zu den Asylgründen 
durch das BFM am 8. Oktober 2008 erfolgte,

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte, sie  sei  kenianische  Staatsangehörige 
mit letztem Wohnsitz in (Ort) im Distrikt (Name) und sei zusammen mit 
ihren  zwei  älteren  Brüdern  aufgewachsen,  mit  denen  sie  sich  nie 
verstanden habe,

dass ihre Brüder Drogen und Alkohol konsumiert, ihren Eltern grosse 
Probleme bereitet hätten und nach der Beerdigung der im April 2008 
umgekommenen Eltern der Mungiki-Bewegung beigetreten seien,

dass die Angehörigen dieser Bewegung wahllos Menschen töten so-
wie Frauen und Mädchen beschneiden und vergewaltigen würden,

dass die Beschwerdeführerin und ihre Tochter von den beiden Brüdern 
beziehungsweise Onkeln belästigt und geschlagen worden seien,

dass  ihre  Brüder  auch  das  Erbe  nicht  mit  der  Beschwerdeführerin 
hätten  teilen  wollen,  weil  sie  den Standpunkt  vertreten hätten,  dass 
nur männliche Nachkommen erbberechtigt seien,

dass  ihre  Brüder  die  Beschwerdeführerin  schliesslich  mit  der  Be-
schneidung und dem Tod bedroht hätten,

dass sich die Beschwerdeführerin  deswegen wiederholt  zum Polizei-
revier von (Ort) begeben habe, um dieser Drohungen wegen Anzeige 

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zu  erstatten,  die  Polizei  jedoch  an  einer  Anzeige  nicht  interessiert 
gewesen sei,

dass die Regierung zwar versuche, die Mungiki zu eliminieren, diese 
jedoch trotzdem überall präsent seien,

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  entschlossen  habe,  das  elterliche 
Geschäft  ohne  Wissen  der  Brüder  zu  verkaufen  und  sich  damit  die 
Ausreise  aus  Kenia  zu  finanzieren,  da  die  Polizei  trotz  der  Todes-
drohungen nicht bereit gewesen sei, gegen die Brüder vorzugehen,

dass die Beschwerdeführerin ihre siebenjährige Tochter in der Obhut 
ihrer  beiden Cousinen und deren Familien zurückgelassen habe,  mit 
denen sie bereits seit dem Jahr 2001 zusammengewohnt habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  den  Asylbehörden  ihre  Identitätskarte 
einreichte,

dass das Bundesamt mit Verfügung vom 10. Oktober 2008 - eröffnet 
am 12. Oktober 2008 - feststellte,  die Beschwerdeführerin erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, ihr Asylgesuch vom 27. September 2008 
ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug 
anordnete,

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung im Wesentlichen ausführte,  die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin vermöchten den Anforderungen an 
die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen,

dass  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  Vorbringen  um  Übergriffe 
durch Dritte und nicht um eine staatliche Verfolgung handle, der kenia-
nische Staat bekanntermassen mit allen ihm zur Verfügung stehenden 
Mitteln die Aktivitäten der Mungiki-Bewegung bekämpfe und versuche, 
diese zu unterbinden, was die Beschwerdeführerin auch selber zu Pro-
tokoll gegeben habe,

dass  bereits  zahlreiche  Mitglieder  verhaftet  und  gerichtlich  belangt 
worden seien und Kenia über eine Schutzinfrastruktur, insbesondere 
über  einen  Polizeiapparat  sowie  über  ein  Rechts-  und  Justizsystem 
verfüge, weshalb vom Schutzwillen und der Schutzfähigkeit des kenia-
nischen Staates auszugehen sei,

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dass die notwendigen staatlichen Organe zur Verfügung stünden und 
in Anspruch genommen werden könnten,

dass im Zusammenhang mit dem Nichttätigwerden der Polizei in (Ort) 
festzuhalten sei, dass ein gewisses Fehlverhalten einzelner Polizisten 
und Behördenmitglieder nicht ausgeschlossen werden könne, welche 
sich insbesondere auf lokaler Ebene bestechen liessen und allenfalls 
gemeinsame Sache mit den Tätern machten, mithin ihrer Schutzpflicht 
nicht nachkämen,

dass es sich dabei jedoch um das Fehlverhalten von Einzelnen handle, 
welches  sich  auf  lokal  begrenzte  Ebene  beschränke,  und  die  Be-
schwerdeführerin selber zu Protokoll gegeben habe, nicht versucht zu 
haben, sich an eine übergeordnete Behörde zu wenden oder sich in 
einem anderen Landesteil von Kenia niederzulassen und sich dort an 
die  Behörden  zu  wenden,  um  diese  um  adäquaten  Schutz  zu  er-
suchen,

dass  sie  zudem erklärt  habe,  nie  Probleme  mit  den  Behörden,  der 
Polizei oder dem Militär gehabt zu haben, weder in Haft noch im Ge-
fängnis noch vor Gericht gestanden zu sein und in ihrer Heimat - ab-
gesehen von den Schwierigkeiten mit ihren Brüdern - keine Probleme 
gehabt zu haben,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin mithin asylrechtlich nicht 
relevant seien,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass es sich bei der Beschwerdeführerin zwar um eine alleinerziehen-
de Frau mit einer siebenjährigen Tochter handle, welche jedoch bereits 
seit dem Jahr 2001 mit zwei Cousinen und deren Familien zusammen-
lebe und sich nicht mehr im Elternhaus aufgehalten habe,

dass  sich  die  Tochter  nach  wie  vor  bei  den  Cousinen  aufhalte,  zu 
denen die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge eine freund-
schaftliche und gute Beziehung pflege,

dass sie demnach in das ihr bekannte Umfeld in ihrem Heimatstaat zu-
rückkehren und dort auf ein tragfähiges familiäres Netz zurückgreifen 
könne,

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dass die Beschwerdeführerin eine schulische Ausbildung abgeschlos-
sen habe und in der Folge während mehrerer Jahre als Sekretärin tätig 
gewesen sei,

dass es ihr zuzumuten sei, sich erneut und intensiv um eine Arbeits-
stelle zu bemühen, umso mehr, als für ihre Tochter gesorgt werde, was 
sich aus der Tatsache ergebe, dass die Beschwerdeführerin ohne ihr 
Kind in die Schweiz gereist sei und dieses ihren Aussagen zufolge bei 
den Cousinen gut aufgehoben sei,

dass die Beschwerdeführerin mit  Beschwerde vom 16. Oktober 2008 
(Empfang  Telefax)  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Gewährung  des  Asyls,  eventualiter  der  vorläufigen  Aufnahme  bean-
tragt,

dass sie in  prozessualer  Hinsicht  den Verzicht  auf  das Erheben von 
Verfahrenskosten,  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege, 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Anweisung an die Voll-
zugsbehörden,  eine Kontaktaufnahme mit  den beziehungsweise eine 
Datenweitergabe an die Behörden des Heimat-  oder Herkunftsstaats 
zu  unterlassen,  eventualiter -  falls  eine  solche bereits  stattgefunden 
habe - eine Kenntnisgabe an die Beschwerdeführerin in einer separa-
ten Verfügung, sowie  eventualiter die Wiederherstellung der  aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde, beantragt,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am 16.  Oktober  2008 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

und erwägt:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-

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scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes über 
das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; 
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
rührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit  auf  die frist-  und formgerecht  eingereichte Beschwerde  - 
unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  -  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG),

dass  die  Beschwerde  aufschiebende Wirkung  hat  (Art.  42  Abs.  1 
AsylG) und das BFM einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG),

dass folglich die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AsylG 
berechtigt  ist,  sich  bis  zum Abschluss  des Beschwerdeverfahrens in 
der Schweiz aufzuhalten,

dass deshalb mangels  Rechtschutzinteresses auf den Antrag, es sei 
die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, nicht 
einzutreten ist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich 
vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass  die  Schweiz  grundsätzlich  Flüchtlingen  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine ausländische  Person aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3  Abs. 1 
AsylG), und dabei den frauenspezifischen Fluchtgründen Rechnung zu 
tragen ist (Art. 3 Abs. 3 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass  in  der  Beschwerde  im  Wesentlichen  die  bisherigen  Vorbringen 
wiederholt  werden,  zu  den  Erwägungen  der  Vorinstanz  Stellung  ge-
nommen und zusätzlich ausgeführt wird, die Beschwerdeführerin sei, 
nachdem die Polizei in ihrer Angelegenheit nichts unternommen habe, 
auch an den high commissioner gelangt, jedoch ebenfalls erfolglos,

dass  dieses  neue  Vorbringen  in  den  protokollierten  Aussagen  der 
Beschwerdeführerin indes keine Stütze findet,

dass die schweizerische Asylpraxis zur flüchtlingsrechtlichen Relevanz 
nichtstaatlicher Verfolgung mit  dem in Entscheidungen und Mitteilun-
gen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  2006  Nr.  18 
veröffentlichten Urteil (ARK/EMARK) von der Zurechenbarkeitstheorie 
-  wonach  die  von  einer  asylsuchenden  Person  erlittenen  Nachteile 
ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar oder mittelbar in einer 
Weise  zugerechnet  werden  konnten,  wenn  dieser  dafür  zumindest 
mitverantwortlich erschien - zur Schutztheorie übergegangen ist,

dass gemäss der Schutztheorie, mithin aufgrund der grundsätzlichen 
Anerkennung  der  flüchtlingsrechtlichen  Relevanz  nichtstaatlicher 
Verfolgung,  die Flüchtlingseigenschaft  nicht  mit  der Begründung ver-
weigert  werden könnte, Übergriffe durch Drittpersonen könnten nicht 
dem Staat zugerechnet werden, sondern bei Bejahung solcher Nach-
teile seitens von Drittpersonen zu prüfen ist, ob der Betroffene auf dem 
Gebiet seines Heimatsstaats Schutz vor der Art von Verfolgung finden 
kann,

dass nach der  Schutztheorie  die flüchtlingsrechtliche Relevanz einer 
Verfolgung  somit  nicht  von  der  Frage  ihres  Urhebers,  sondern  vom 

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Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat oder 
unter  gewissen  Umständen  durch  einen  so  genannten  Quasi-Staat 
abhängt,  und  in  diesem  Sinne  auch  der  Unterscheidung  zwischen 
Schutzunwilligkeit  und  -unfähigkeit  des  Heimatstaats  (beziehungs-
weise allenfalls eines Quasi-Staats) grundsätzlich keine entscheidende 
Bedeutung mehr zukommt,

dass  nach  der  Schutztheorie  nichtstaatliche  Verfolgung  flüchtlings-
rechtlich  relevant  ist,  sofern  der  Heimatstaat  beziehungsweise allen-
falls ein Quasi-Staat nicht in der Lage oder nicht willens ist, adäquaten 
Schutz vor Verfolgung zu bieten,

dass  die  Vorinstanz  diesbezüglich  zutreffend  ausführte,  der  keniani-
sche Staat bekämpfe die Aktivitäten der Mungiki-Bewegung mit allen 
ihm zur Verfügung stehenden Mitteln,

dass  nach  dem  Gesagten  eine  Schutzgewährung  der  Beschwerde-
führerin  seitens  der  kenianischen  Behörden  nicht  zu  verneinen  ist, 
auch wenn die lokale Polizei von (Ort) vorliegend nicht tätig geworden 
ist, zumal es der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen wäre, sich 
an eine übergeordnete Behörde zu wenden,

dass zudem darauf hinzuweisen ist, dass die Mungiki-Bewegung vor-
wiegend  in  den  Slums  von  Nairobi  aktiv  ist  und  die  Beschwerde-
führerin  ihren  Wohnsitz  allenfalls  in  einen  anderen  Landesteil  hätte 
verlegen können,

dass zusammenfassend festzuhalten ist, dass die geltend gemachten 
Bedrohungen durch die der Mungiki-Bewegung angehörenden Brüder 
der Beschwerdeführerin nicht asylrelevant sind,

dass  schliesslich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung 
verwiesen werden kann,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt, ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-

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willigung erteilt  hat und die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
Erteilung einer solchen hat  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb  das 
Bundesamt zu Recht die Wegweisung angeordnet hat,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich  sind,  die  der  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat der Beschwerdeführe-
rin  noch individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung im Falle 
ihrer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung vorliegend zumutbar ist,

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dass  die  Beschwerdeführerin  über  eine  College-Ausbildung  (...) 
verfügt,  noch jung,  und soweit  aktenkundig,  gesund ist,  und als  (...) 
tätig war,

dass sie als alleinerziehende Mutter einer siebenjährigen Tochter seit 
dem Jahr 2001 mit zwei Cousinen und deren Familien zusammenlebte 
und  sich  ihre  Tochter  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  immer  noch  dort 
aufhält,

dass  sie  eigenen  Angaben  zufolge  zu  den  Cousinen  eine  freund-
schaftliche und gute Beziehung pflegte, mithin in ihrer Heimat über ein 
tragfähiges  familiäres  Netz  verfügt,  weshalb  ihr  in  Berücksichtigung 
der gesamten Umstände zuzumuten ist, dorthin zurückzukehren,

dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin 
in ihren Heimatstaat auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da keine 
Vollzugshindernisse bestehen, und es ihr obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG),

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten war,

dass im Übrigen aufgrund der dem Bundesverwaltungsgericht derzeit 
vorliegenden  Akten  nichts  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführerin  durch eine  allfällige  Bekanntgabe der  in  Art. 97 
Abs. 3 Bstn. a-c AsylG erwähnten Personendaten gegenüber der zu-
ständigen ausländischen Behörde hindeutet,

dass  folglich  der  in  der  Beschwerde  mit  keinem  Wort  begründete 
Antrag, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kon-
taktaufnahme mit dem Herkunfts- beziehungsweise Heimatstaat sowie 
jegliche  Datenweitergabe  an  denselben  zu  unterlassen,  abzuweisen 
ist,

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dass  sich  aus  den  Akten  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  solche 
bereits erfolgte Datenweitergabe ergeben,  weshalb auch der diesbe-
züglich gestellte Eventualantrag abzuweisen ist,

dass  der  Antrag  auf  Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses durch das vorliegende Urteil  gegenstandslos wird, weshalb 
darüber nicht mehr zu befinden ist,

dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet  der von  der 
Beschwerdeführerin  lediglich  behaupteten prozessualen Bedürftigkeit 
abzuweisen ist, da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten als 
aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21.  Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.

2.
Das  Gesuch  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  wird  abgewiesen.  Die 
Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin aufer-
legt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  der 
Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  durch  Vermittlung  der  Flughafenpolizei 
(Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, OPC (per Telefax zu den Akten Ref-Nr. N_______)
- die  Flughafenpolizei,  Grenzpolizeiliche  Massnahmen  /  ASYL  (per 

Telefax, mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den Beschwerde-
führer und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an 
das Bundesverwaltungsgericht)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand:

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