# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43e7134d-f63a-5d4a-9ae3-e5cd95964f10
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.06.2016 UV 2014/73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-73_2016-06-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/73

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.06.2016

Entscheiddatum: 01.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 01.06.2016
Art. 6 UVG: Verneinung natürlich kausaler somatischer Unfallrestfolgen 
sowie adäquat kausaler psychischer Unfallfolgen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 2016, UV 
2014/73)Entscheid vom 1. Juni 2016

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Markus Jakob.

Geschäftsnr.

UV 2014/73

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Zogg, rechtsanwälte.og42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Lischer, Zemp & Partner, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

Gegenstand

Invalidenrente und Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Verpackerin bei der B.___ AG angestellt 

und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 23. Oktober 2012 beim 

Hinuntersteigen von einer Beistelltreppe mit drei Tritten ausrutschte und auf das 

Gesäss fiel (Suva-act. 1; vgl. auch Suva-act. 9, 111/2). Die Erstbehandlung fand am 25. 

Oktober 2012 im Spital C.___ statt. Der zuständige Arzt diagnostizierte im 

Untersuchungsbericht vom 25. Oktober 2012 nach einer digitalen rektalen 

Untersuchung (DRU) und einer Röntgenuntersuchung des Beckens eine Fraktur des Os 

sacrum distal und attestierte der Versicherten bis 30. Oktober 2012 eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 9). Die Weiterbehandlung erfolgte durch den Hausarzt Dr. 

med. D.___, Allgemeine Medizin FMH, konservativ medikamentös und mit 

Physiotherapie (Suva-act. 10, 13, 16). Die Suva erbrachte Taggeldleistungen und kam 

für die Heilungskosten auf (Suva-act. 3 f.).

A.b     Im ärztlichen Zwischenbericht vom 5. Dezember 2012 beschrieb Dr. D.___ 

gegenwärtige hartnäckige Schmerzen sakral mit Ausstrahlung in beide Hüften, eine 

eingeschränkte Seitneigung nach links sowie eine Verkürzung der Hamstrings (Suva-

act. 13). Am 10. Dezember 2012 nahm die Versicherte ihre Arbeit wieder zu 50% auf 

(Suva-act. 14). Wegen einer Schmerzexazerbation begab sie sich am 21. Februar 2013 

erneut ins Spital C.___, wo ihr wiederum eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 25. 

Februar 2013 attestiert wurde (Suva-act. 25). Dr. D.___ verlängerte diese anlässlich 

einer Konsultation vom 25. Februar 2013 (Suva-act. 27). Ausserdem wies er die 

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Versicherte für eine MRT-Untersuchung des Beckens und der LWS dem 

Röntgeninstitut E.___ zu. Besagte Untersuchung fand am 27. Februar 2013 statt und 

zeigte einen diskreten Reizzustand des Os sacrum, eine bulging disc sowie eine 

moderate Spondylarthrose L4/5 und L5/S1. Nicht ausgemacht werden konnten eine 

kompressive Diskushernie und ein pelvines Hämatom (Suva-act. 28). Ab dem 5. März 

2013 schrieb Dr. D.___ die Versicherte wieder zu 50% arbeitsfähig (Suva-act. 27). Am 

18. März 2013 wurde sie in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) klinisch 

untersucht. Deren Ärzte hielten im Untersuchungsbericht vom 21. März 2013 

fortdauernde Druckschmerzen im Bereich der alten Sacrumfraktur fest, erachteten 

jedoch aus orthopädischer Sicht eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit als gegeben (Suva-act. 

31). Dr. D.___ bestätigte der Versicherten weiterhin eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 

(Suva-act. 35, 38, 42, 45, 50).

A.c      Am 19. April 2013 wurde die Versicherte durch Dr. med. F.___, Neurochirurgie 

FMH, Zentrum G.___ untersucht, der hartnäckige sacrale Beschwerden bei einem 

Status nach Sacrum-Querfraktur am 25. (richtig: 23.) Oktober 2012 und aktuell einen 

Verdacht auf facettogene Schmerzen bei Lokalsyndrom mit Druck- und Klopfdolenz 

über den Facettengelenken LW3/4 bis lumbosacral beidseits diagnostizierte (Suva-act. 

62).

A.d     Am 6. Mai 2013 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. H.___, 

Facharzt für Chirurgie FMH, statt. Die Versicherte klagte über persistierende 

Dauerschmerzen, hauptsächlich beim Sitzen, aber auch in beide Beine ausstrahlend. 

Dr. H.___ erhob objektiv einen starken Druckschmerz im Bereich des Os sacrum, ein 

beidseits positives Mennell-Zeichen sowie muskuläre Verspannungen im Bereich des 

thoracolumbalen Übergangs und veranlasste eine CT-Untersuchung des Beckens im 

Röntgeninstitut E.___ mit der Fragestellung „Fraktur knöchern konsolidiert? Anhalt für 

Pseudoarthrose? Sonstige pathologische Veränderung im Bereich des 

Beckens?“ (Suva-act. 54, 57). Die Untersuchung wurde am 14. Mai 2013 durchgeführt. 

Es zeigten sich eine knöchern konsolidierte Os sacrum Fraktur ohne Hinweise auf eine 

Pseudoarthrose, eine Subluxation des Steissbeinsegementes 2/3, leichtgradige 

Spondylarthrosen sowie eine leichtgradige Arthrose der Symphyse (Suva-act. 57). Nun 

betrachtete Dr. H.___ am 4. Juni 2013 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit als möglich 

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und empfahl unter Hinweis auf das Bekanntsein möglicherweise längere Zeit 

persistierender Schmerzen nach einer Sacrumfraktur eine sukzessive Steigerung um 

jeweils 10% in zweiwöchigen Abständen (Suva-act. 58). Die Beschwerdegegnerin teilte 

der Versicherten hierauf mit Schreiben vom 5. Juni 2013 mit, dass die Arbeitsfähigkeit 

ab 10. Juni 2013 auf 60% und ab 24. Juni 2013 auf 70 % festgelegt und das Taggeld 

auf dieser Basis ausgerichtet werde (Suva-act. 68, vgl. auch 71, 76). Mit Schreiben vom 

1. Juli 2013 setzte die Suva die Versicherte darüber in Kenntnis, dass die 

Arbeitsfähigkeit ab 15. Juli 2013 auf 100% festgelegt werde. Bis dahin bestehe 

weiterhin eine 30%-ige Arbeitsunfähigkeit bzw. ein entsprechender Anspruch auf 

Taggelder. Per 15. Juli 2013 würden somit die Taggeldleistungen eingestellt. Für die 

Kosten der noch notwendigen Behandlung werde weiterhin aufgekommen (Suva-act. 

77).

A.e      Vom 12. bis 14. August 2013 bescheinigte Dr. D.___ der Versicherten wiederum 

eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und ab 15. August 2013 eine solche von 50% (Suva-

act. 84, 87). Am 20. August 2013 folgte durch die Arbeitgeberin der Versicherten eine 

als Rückfall bezeichnete Schadenmeldung zum Unfall vom 25. (richtig: 23.) Oktober 

2012 (Suva-act. 85). Mit Schreiben vom 22. August 2013 forderte die Suva Dr. D.___ 

auf, seine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu begründen (Suva-act. 88). Der 

Hausarzt erklärte am 26. August 2013, dass die Beschwerden am 16. August 2013 

immer noch persistiert hätten und eine Arbeitsaufnahme zu 50% habe erfolgen können. 

Aufgrund des chronischen Verlaufs sei eine Anmeldung beim Schmerzzentrum des 

Spitals C.___ veranlasst worden. Es scheine ihm eine weitere kreisärztliche 

Untersuchung erforderlich (Suva-act. 89). Am 12. September 2013 erfolgte im Auftrag 

der Suva eine weitere MRT-Untersuchung der LWS im Röntgeninstitut E.___. Sie 

förderte die bulging disc L4/5 und L5/S1, mässige Spondylarthrosen sowie 

leichtgradige discoossäre foraminale Stenosen zutage. Eine Neurokompression konnte 

nicht ausgemacht werden und die Darstellung des Os sacrum war reizlos (Suva-act. 

96). Am 18. September 2013 teilte die Suva der Versicherten die einstweilige 

Anerkennung einer 50%-ige Arbeitsunfähigkeit mit (Suva-act. 99). Am 18. September 

2013 fand die hausärztlich gewünschte kreisärztliche Untersuchung durch med. pract. 

I.___, Fachärztin für Chirurgie FMH, statt. Im Untersuchungsbericht vom 19. September 

2013 empfahl diese auch aus versicherungsmedizinischer Sicht die Belassung der 

Arbeitsfähigkeit bei 50% und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die 

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schmerztherapeutische Behandlung eine Verbesserung bringe. Einen Endzustand 

betrachtete med. pract. I.___ zurzeit nicht als gegeben (Suva-act. 100, vgl. auch Suva-

act. 103, 108). Mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 kündigte die B.___ AG das 

Arbeitsverhältnis mit der Versicherten per 31. Januar 2014 (Suva-act. 125). Am 8. 

November 2013 wandte sich Dr. D.___ an Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, mit der Bitte, die Versicherte bei wahrscheinlich reaktiv depressivem 

Zustandsbild nach hartnäckigem Heilungsverlauf nach Sacrumfraktur zur 

Weiterabklärung und Therapie aufzubieten (Suva-act. 109). Am 28. Oktober 2013 fand 

die erste Untersuchung durch die Ärzte der Schmerzsprechstunde des Spitals C.___ 

statt, die im Untersuchungsbericht vom 21. November 2013 ein beginnend 

chronifizierendes sakrales Schmerzsyndrom und einen Status nach ausgeprägter 

Müdigkeit, Kraftlosigkeit und ein stark erhöhtes Schlafbedürfnis unklarer Ätiologie 

diagnostizierten. Die Versicherte könne momentan nur mit einem Pensum von 50% 

ihrer Arbeit nachgehen und dies mit Schmerzen. Die Physiotherapie bringe Linderung 

und solle mit Heimprogramm weitergeführt werden. Wichtig sei sicher auch eine 

psychologische Betreuung (Suva-act. 111).

A.f       Auf die Frage der Suva, wann mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

gerechnet werden könne, antwortete med. pract. I.___ am 26. November 2013, dies sei 

nicht absehbar, es gehöre jedoch die Unfallkausalität der aktuellen Beschwerden 

abgeklärt. In diesem Sinne befürwortete sie die Einleitung einer Skelettszintigraphie zur 

Beantwortung der Frage nach Aktivität/Anreicherung im ehemaligen Frakturbereich 

(Suva-act. 113). Besagte Untersuchung fand am 5. Dezember 2013 in der Klinik für 

Nuklearmedizin des KSSG statt und erbrachte einen normalen Knochenstoffwechsel im 

Bereich des Beckens ohne vermehrte Aktivität bei Zustand nach dislozierter Fraktur 

des Os coccygis (Suva-act. 120). Am 13. Januar 2014 beschrieb die Versicherte ihren 

Zustand nach wie vor als nicht gut (Suva-ct. 122).

A.g     Nachdem med. pract. I.___ am 16. Januar 2014 nochmals zur Unfallkausalität 

der geklagten Beschwerden und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten Stellung bezogen 

hatte (Suva-act. 123), teilte die Suva der Versicherten mit Schreiben vom 26. März 

2014 mit, dass aufgrund der vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht von Seiten 

der Unfallfolgen durch eine weitere Behandlung keine Verbesserung des 

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Gesundheitszustandes mehr erwartet werden könne. Der Schadenfall werde somit per 

31. März 2014 abgeschlossen (Suva-act. 135).

A.h     Inzwischen hatte sich die Versicherte vom 25. Februar bis 7. März 2014 stationär 

im Schmerzzentrum des Spitals C.___ aufgehalten, deren Ärzte im Austrittsbericht vom 

20. März 2014 eine mittelgradige depressive Episode sowie ein chronifizierendes 

sakrales Schmerzsyndrom diagnostiziert hatten (Suva-act. 149). Die Suva erhielt von 

diesem Bericht erst am 11. Juni 2014 Kenntnis.

A.i       Mit Verfügung vom 11. April 2014 wies die Suva einen Rentenanspruch sowie 

Integritätsentschädigungsanspruch der Versicherten ab (Suva-act. 139).

B.         

B.a      Gegen diese Verfügung liess die Versicherte durch die CAP Rechtsschutz-

Versicherungsgesellschaft AG am 22. Mai 2014 Einsprache erheben (Suva-act. 144). 

Am 13. Juni 2014 wurden die Einsprachebegründung (Suva-act. 152) sowie eine 

Stellungnahme von Dr. D.___ vom 21. Mai 2014 zu verschiedenen Fragen eingereicht 

(Suva-act. 154).

B.b     Mit Einspracheentscheid vom 29. August 2014 wies die Suva die Einsprache ab 

(Suva-act. 156).

C.         

C.a      Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.

Th. Zogg, St. Gallen, für die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 1. 

Oktober 2014 erhobene Beschwerde. Er beantragt die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 29. August 2014 sowie die Zusprechung einer 

Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 55% rückwirkend ab März 2014 

und einer Integritätsentschädigung von mindestens Fr. 17‘500.--. Eventualiter sei die 

Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung an die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 

1).

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C.b     Mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2014 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Bachmann, Luzern, die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids (act. G 5).

C.c      Mit Replik vom 5. Februar 2015 bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seine Anträge (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf 

die Einreichung einer Duplik (act. G 10 f.).

C.d     Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.        

1.1      Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, 

so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde 

erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat 

sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der 

Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet 

werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 

Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit 

der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der 

Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).

1.2      Angesichts der in Erwägung 1.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet 

die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 

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E. 3; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem 

Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht 

bisweilen auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die 

vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist 

(BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 123 III 110, BGE 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei 

physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der 

aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a, BGE 117 V 365 mit 

Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein bzw. verneint 

werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls 

genügt nicht (Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N 58 f.).

1.3      Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den 

Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss 

gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Auch eine 

ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von med. pract. I.___ am 

16. Januar 2014 (Suva-act. 123) erstellt wurde, ist nicht an sich unzuverlässig. Für die 

Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen 

Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Zuvor, d.h. am 18. September 

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2013, hatte med. pract. I.___ im Übrigen die Beschwerdeführerin auch persönlich 

untersucht (vgl. Suva-act. 100).

2.          

2.1      Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der 

Einspracheentscheid vom 29. August 2014 (Suva-act. 156). Diesem liegt die Verfügung 

vom 11. April 2014 (Suva-act. 139) zugrunde. Darin nahm die Beschwerdegegnerin 

zunächst Bezug auf ihr Schreiben vom 26. März 2014, worin sie den Abschluss des 

Schadenfalls per 31. März 2014 mit der Begründung ankündigte, dass aufgrund der 

vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht von Seiten der Unfallfolgen von einer 

weiteren Behandlung keine Verbesserung des Gesundheitszustands mehr erwartet 

werden könne (Suva-act. 135; vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Gegen die Festlegung des 

Fallabschlusses per 31. März 2014 wurden keine Einwände erhoben. Anschliessend 

wies sie einen Rentenanspruch sowie einen Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung ab. Bezüglich des Rentenanspruchs verneinte sie aus rein 

unfallbedingter Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und nahm einen 

Einkommensvergleich gestützt auf DAP-Zahlen vor. Einen Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung sah sie mangels Vorliegens einer erheblichen Schädigung der 

körperlichen Integrität als nicht gegeben. Die Beschwerdegegnerin verneinte 

schliesslich Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin bezüglich allfälliger 

psychogener Beschwerden mangels eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 23. Oktober 2012.

2.2      Ein Anspruch der Beschwerdegegnerin auf die Versicherungsleistungen 

Invalidenrente und Integritätsentschädigung entsteht nur bei kumulativer Erfüllung 

sämtlicher gesetzlicher Leistungsvoraussetzungen (Vorliegen eines Unfalls im Sinne 

von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; Unfallkausalität der 

Gesundheitsbeeinträchtigung gemäss Art. 6 UVG; Rentenbeginn bzw. Erreichen des 

Endzustands im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG), also nicht allein bei Erfüllung der 

Tatbestandsmerkmale der Grundbegriffe (Invalidität gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG bzw. 

rentenbegründender Invaliditätsgrads von mindestens 10 Prozent [im Rahmen der 

Prüfung der Invalidität gilt es die Arbeitsunfähigkeit, Art. 6 ATSG, und den Grad der 

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Erwerbsunfähigkeit mittels Einkommensvergleich, Art. 16 ATSG, festzulegen bzw. zu 

ermitteln]; dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG). Ist zwischen dem Unfall und den 

geklagten Beschwerden eine natürliche und adäquate Kausalität nicht überwiegend 

wahrscheinlich zu bejahen, entfällt zum Vornherein ein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen, d.h. es kann von einer Prüfung der weiteren gesetzlichen 

Leistungsvoraussetzungen abgesehen werden. Wie die nachfolgenden Erwägungen 

zeigen, liegt im konkreten Fall eine solche Sachlage vor. Die in der Verfügung vom 11. 

April 2014 für die Ablehnung von Leistungsansprüchen angeführten 

Begründungselemente kommen damit - abgesehen von der Verneinung der Adäquanz 

bezüglich der psychogenen Problematik - nicht zum Tragen.

2.3      Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Unfall vom 23. Oktober 2012 

Heilkosten- und Taggeldleistungen erbracht (Suva-act. 3 f.). Per 31. März 2014 hat sie 

den Schadenfall abgeschlossen bzw. die genannten vorübergehenden 

Versicherungsleistungen eingestellt (Suva-act. 135). Im Rahmen der Verfügung vom 11. 

April 2014 prüfte sie nun - wie gesagt - den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung. Bei der erstmaligen Prüfung 

eines Anspruchs auf Dauerleistungen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2015, N 19 zu Art. 15) und auf eine Integritätsentschädigung hat der 

Versicherungsträger seine Leistungspflicht und damit auch die Kausalität neu zu 

beurteilen. Für die anspruchsbegründende Tatfrage, ob ein Kausalzusammenhang 

gegeben ist, trägt im Falle der Beweislosigkeit die versicherte Person deren Folgen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.5.3; RKUV 2000 

Nr. U 363 S. 45, RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328; BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/

Holzer; a.a.O., S. 54 f.).

3.         

3.1      Die Beschwerdeführerin beklagt seit dem Unfall vom 23. Oktober 2012 

anhaltende sakrale und lumbale Schmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit 

der LWS (act. G 1, S. 7 Ziff. 14 f., Suva-act. 154). Ihr Rechtsvertreter geht 

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diesbezüglich von somatischen Beschwerden aus, für welche er den Unfall, 

insbesondere dabei erlittene Weichteil- und Gelenkverletzungen, verantwortlich sieht.

3.2      Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt (Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2, 

mit Hinweisen). Wenn med. pract. I.___ die von ihr anlässlich der Untersuchung vom 

18. September 2013 erhobenen Befunde (Druckdolenz im Bereich des Sacrums und 

des Iliosakralgelenks [ISG] beidseits mit Mennellzeichen, muskuläre Verspannungen im 

gesamten Rückenbereich) als „objektiv“ anführt, so können diese nicht zum vornherein 

einer unfallkausalen strukturellen Unfallrestfolge gleichgesetzt bzw. auf eine solche 

zurückgeführt werden. Eine manuelle Untersuchung fördert klinische, nicht aber 

objektivierbare Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der Person des Untersuchenden und den Angaben sowie dem Verhalten des 

Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen 

abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, das 

eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Von organisch objektiv 

ausgewiesenen Unfallfolgen kann vielmehr erst dann gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen, MRT, CT) 

bestätigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2008, 8C_37/2008, E. 

3.2; vgl. auch BGE 134 V 122 E. 9). Myofasziale und tendinotische bzw. 

myotendinotische Befunde, Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, 

Druckdolenzen sowie Einschränkungen in der Beweglichkeit können nicht als 

organisches Substrat von Beschwerden qualifiziert werden (SVR 2008 UV Nr. 2. S. 5 E. 

5.2 mit Hinweisen). Im Folgenden gilt es zu prüfen, welche Verletzungen die 

Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 23. Oktober 2012 erlitten hat, bezüglich 

der am 31. März 2014 (allfälliger Rentenbeginn) noch objektvierbare Verletzungsfolgen 

vorlagen, die mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für die 

geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin (vgl. Erwägung 3.1) verantwortlich 

waren.

3.3       

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3.3.1  Bei der Beschwerdeführerin konnte infolge des Unfallereignisses vom 23. 

Oktober 2012 unbestrittenermassen eine strukturelle Verletzung in Form einer distalen, 

wenig dislozierten Os sacrum Fraktur radiologisch objektiviert werden. Deren 

Behandlung erfolgte konservativ (Suva-act. 9, 13, 16). Die MRT-Untersuchung des 

Beckens im Röntgeninstitut vom 27. Februar 2013 brachte noch einen diskreten 

residuellen Reizzustand des Os sacrums zur Darstellung. Ein pelvines Hämatom liess 

sich nicht nachweisen (Suva-act. 28). Am 19. April 2013 wurde die Beschwerdeführerin 

klinisch neurologisch durch Dr. K.___ untersucht, wobei sich die Befunde unauffällig 

zeigten. In Bezug auf die Sacrumfraktur diagnostizierte Dr. K.___ im 

Untersuchungsbericht vom 23. April 2013 hartnäckige, sacrale Beschwerden bei einem 

Status nach Sacrum-Querfraktur am 25. (richtig: 23.) Oktober 2012. Weiter stellte er nur 

noch eine LWS-bezogene Diagnose (Suva-act. 62). Die CT-Untersuchung des Beckens 

im Röntgeninstitut E.___ vom 14. Mai 2013 ergab eine knöchern konsolidierte Os 

sacrum Fraktur. Hinweise auf eine Pseudarthrose zeigten sich keine (Suva-act. 57). 

Kreisarzt Dr. H.___ verwies am 4. Juni 2013 auf die gemäss Ergebnis der CT-

Untersuchung knöchern konsolidierte Sacrumfraktur, räumte jedoch ein, dass eine 

Schmerzsymptomatik nach einer Sacrumfraktur bekanntlich längere Zeit persistieren 

könne (Suva-act. 58). Im August 2013 verschlimmerten sich die Schmerzen bei der 

Beschwerdeführerin, worauf Dr. D.___ in einem Bericht vom 26. August 2013 von 

einem chronischen Verlauf sprach und Befunde festhielt, welche die LWS, nicht aber 

das Os sacrum betrafen (Suva-act. 89). Laut Bericht vom 12. September 2013 über 

eine gleichentags im Röntgeninstitut E.___ durchgeführte MRT-Untersuchung der LWS 

zeigte sich das Os sacrum nun reizlos (Suva-act. 96). Am 18. September 2013 folgte 

eine klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin durch med. pract. I.___, welche 

im Bereich des Os sacrum und des ISG eine deutliche Druckdolenz erhob. Die 

Kreisärztin versprach sich eine Verbesserung des Gesundheitszustands durch die 

geplante schmerztherapeutische Behandlung und ging noch nicht von einem 

Endzustand aus (Suva-act. 100). Die Ärzte der Schmerzsprechstunde des Spitals C.___ 

diagnostizierten sodann am 28. Oktober 2013 ein beginnend chronifizierendes sakrales 

Schmerzsyndrom (Chronifizierungsgrad nach Gerbershagen I), ausgehend von der 

Sacrumfraktur (Suva-act. 111). Am 5. Dezember 2013 wurde mit einer 

Skelettszintigrafie des Beckens nochmals der Frakturbereich untersucht. Die Befunde 

waren unauffällig, d.h. ohne vermehrte Aktivität bzw. Anreicherung (Suva-act. 120).

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3.3.2  In ihrer Beurteilung vom 16. Januar 2014 verweist med. pract. I.___ auf die 

vorgenannten radiologischen Untersuchungsergebnisse und folgert daraus, dass die 

fortdauernd geklagten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich nicht mehr mit der 

Sacrumfraktur bzw. dem Unfall vom 23. Oktober 2012 zu erklären seien (Suva-act. 

123). Ihre Schlussfolgerung erscheint überzeugend und schlüssig. Die 

Beschwerdeführerin hat am 23. Oktober 2012 (nur) eine wenig dislozierte Fraktur des 

Os sacrum erlitten, die konservativ behandelt werden konnte. Laut medizinischer 

Literatur ist die Frakturheilung bzw. die knöcherne Wiedervereinigung zweier 

voneinander getrennter Knochenteile ein natürlicher Prozess, den der Organismus 

leistet. Das Ausbleiben der knöchernen Heilung ist bei der natürlichen 

Knochenbruchheilung ein seltenes Ereignis. Tritt dieser Fall dennoch ein, spricht man 

von Pseudarthrose (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. 

Aufl. Bern 2005, S. 90 ff.; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 642 f., 

1525; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 713, 1750). 

Konkret liegt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein solcher 

Ausnahmefall vor. Nichts weist darauf hin, dass die Sacrumfraktur nicht vollständig und 

ohne bleibende Schäden verheilt wäre. Die Feststellung des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, diese habe sich neben der Fraktur des Os Sacrum auch 

Weichteil- und Gelenksverletzungen zugezogen, lässt sich den medizinischen Akten 

nicht entnehmen. Die Beschwerdeführerin wurde umfassend radiologisch und 

neurologisch untersucht, wobei sich neben der Sacrumfraktur offensichtlich keine 

Begleitverletzungen erheben liessen. Von den untersuchenden Ärzten wurde auch 

nirgends eine andere konkrete Unfallverletzung als diejenige der Beckenfraktur 

diskutiert. Dass bei einer Sacrumfraktur begleitende Weichteil- und 

Gelenksverletzungen oder zusätzliche Knochenverletzungen wie eine gleichzeitige 

Fraktur des vorderen Beckenrings, eine Beteiligung des ISG, der Symphyse und der 

Hüftgelenke oder eine Nervenläsion anzutreffen sind, wird zwar in Übereinstimmung 

mit der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Replik vom 5. 

Februar 2015 (act. G 9 Ziff. 18) in der medizinischen Literatur beschrieben, dies jedoch 

im Zusammenhang mit massiven bzw. komplexen Beckenfrakturen, welche eine 

operative Behandlung notwendig machen können (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 906 

f.; act. G 9.1; http://flexikon.doccheck.com/de/Beckenfraktur?

utm_source=www.doccheck.flexikon&utm_medium=web&utm_campaign=DC

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%2BSearch, http://flexikon.doccheck.com/de/Sakrumfraktur?

utm_source=www.doccheck.flexikon&utm_medium=web&utm_campaign=DC

%2BSearch, beide abgerufen am 17. Mai 2016). Hinweise darauf, dass im konkreten 

Fall von einer solchen Sachlage ausgegangen werden müsste (beispielsweise die 

echtzeitliche Beschreibung eines Hämatoms), liegen - wie gesagt - keine vor. Selbst 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt keine konkrete Begleitverletzung an.

3.3.3  Auch die in den medizinischen Akten hinsichtlich der Sacrumfraktur (noch) 

gestellten Diagnosen (vgl. Erwägung 3.3.1) lassen schliesslich nicht auf weitere 

überwiegend wahrscheinliche Unfallrestfolgen schliessen. Eine Statusdiagnose gibt 

lediglich an, auf welchen Umstand der heutige Zustand zurückzuführen ist. Über die 

Unfallrestfolgen wird damit nichts Konkretes ausgesagt. Die alleinige Aussage, dass 

vor dem Unfall vom 23. Oktober 2012 noch keinerlei Beschwerden im Bereich des 

Sacrum bestanden haben, reicht nicht aus, um von einer Unfallkausalität auszugehen 

(vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche Formel „post hoc ergo propter hoc“ z.B. in: 

Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 

Fn. 1205; Kieser, a.a.O., N 69 zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb; SVR 2009 UV Nr. 

13 [8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4). Auch die Diagnose von Schmerzsyndromen 

bedeutet keinesfalls automatisch das Vorliegen unfallkausaler struktureller 

Gesundheitsschädigungen. Laut Roche Lexikon Medizin (a.a.O., S. 1791) handelt es 

sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, 

d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem „Symptommuster“ 

manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige 

Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur fraglichen Diagnose 

führt mithin eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv angegebene 

„Symptommuster“ als ein objektiv erhobener organischer Befund. Wenn eine 

versicherte Person vorbringt, sie leide nach wie vor unter Schmerzen, verfängt diese 

Argumentation nur insofern, als sie damit das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs 

behauptet. Der Schluss von Schmerzen auf das Andauern des Kausalzusammenhangs 

kann jedoch nicht gezogen werden und es obliegt auch nicht dem Unfallversicherer zu 

beweisen, was die Ursache für die Schmerzen sein könnte, wenn es nicht der Unfall ist. 

Der Schmerzsyndromdiagnose kommt mithin nur hypothetischer Charakter zu (vgl. 

Debrunner, a.a.O., S. 848). Der Zusatz „chronisch“ zementiert das Gesagte. Er steht 

dem Begriff „traumatisch“ entgegen. Während letzterer einen akut aufgetretenen 

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Zustand beschreibt, bedeutet chronisch „langsam sich entwickelnd, langsam 

verlaufend“ (Pschyrembel, a.a.O., S. 390; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 334). Bei 

einer Chronifizierung, die nach einem Unfall aufgetreten ist, der keine strukturelle 

Läsion des Achsenskeletts verursacht hat, geht die medizinische Literatur davon aus, 

dass diese nicht auf eine ungenügende Gewebeheilung zurückzuführen sei, sondern 

dass der Schmerz durch andere Faktoren, meistens durch eine ungünstige 

psychosoziale Konstellation, unterhalten wird (vgl. Bär/Kiener, Medizinische 

Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.).

3.4       

3.4.1  In den MRT-Untersuchungen vom 27. Februar und 12. September 2013 (Suva-

act. 28, 96) sowie in der CT-Untersuchung vom 14. Mai 2013 (Suva-act. 57) liessen 

sich bei der Beschwerdeführerin sodann eine bulging disc bzw. eine 

Bandscheibenprotrusion auf Höhe der Segmente L4/5 und L5/S1 ohne 

Neurokompression, entsprechende Spondylarthrosen, discoossäre foraminale 

Stenosen sowie eine Arthrose der Symphyse nachweisen. Die genannten 

Gesundheitsschäden sind zweifelsohne organische Substrate, die grundsätzlich als 

Ursache der von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen und 

Bewegungseinschränkungen im Bereich der LWS oder des Beckens in Erwägung zu 

ziehen sind. Von Bedeutung ist jedoch zunächst, dass es sich um häufige degenerative 

bzw. erworbene, also nicht traumatisch bedingte, Veränderungen an der Wirbelsäule 

bzw. der Symphyse handelt. Die (Spondyl-)Arthrose und die foraminale Stenose 

können als unfallkausaler Gesundheitsschaden lediglich sekundär, d.h. als Spätfolge 

einer primären Verletzung auftreten. Bei der Arthrose handelt es sich um eine 

degenerative Gelenkerkrankung. Eine sekundäre traumatische Arthrose setzt im 

Allgemeinen eine primäre traumatische Verletzung am Gelenk - beispielsweise eine 

schlecht verheilte intraartikuläre Fraktur, d.h. eine geheilte Fraktur ohne anatomisch 

exakte Reposition -, voraus. Die Symphyse ist zwar ein sogenanntes Pseudogelenk, 

verlangt jedoch für die Entwicklung einer dortigen Arthrose ebenfalls eine 

Primärverletzung. Festzustellen gilt es ausserdem, dass die obgenannten 

Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule oft als Folge- oder Begleiterscheinung einer 

bulging disc vorkommen. Hinsichtlich Bandscheibenprotrusionen ist sodann der im 

Bereich des Unfallversicherungsrechts geltenden medizinischen Erfahrungstatsache 

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Rechnung zu tragen, dass solche bzw. Bandscheibenhernien praktisch nur bei 

Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen. Ein Unfall im 

Rechtssinn (Art. 4 ATSG) fällt nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht 

(vgl. Debrunner, a.a.O., S. 880; Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17; 

Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 

459/00, E. 3b; vgl. zum Ganzen Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., 848 ff., 878 ff., 889 f.; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 176, 232, 1994 „Spinalkanalstenose“, 2016; Roche Medizin 

Lexikon, a.a.O., S. 134, 182, 1752; http://www.sportverletzung24.com/

schambeinarthrose-symphysenarthrose /, abgerufen am 17. Mai 2016).

3.4.2  Das Gesagte lässt das Vorliegen einer unfallbedingten bulging disc bzw. 

(sekundärer) traumatischer Gesundheitsschäden als unwahrscheinlich erscheinen. In 

den medizinischen Akten, insbesondere in den Berichten der radiologischen 

Untersuchungen, sind - abgesehen von der Beckenfraktur - keine Unfallläsionen (weder 

eine Gelenksverletzung noch eine Symphysenverletzung) bestimmt oder gar diskutiert 

worden (vgl. Erwägung 3.3). Im Bereich der LWS ist bei der Beschwerdeführerin mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer umfassenden 

degenerativen Problematik im Bereich zweier Wirbelsäulensegmente auszugehen, die 

ohne Unfallbeteiligung ein in sich geschlossenes Bild ergibt. Dr. K.___ sprach zudem im 

Untersuchungsbericht vom 23. April 2013 von einer altersentsprechenden 

Spondylarthrose (Suva-act. 62). Die überwiegend wahrscheinliche Annahme einer 

traumatischen bulging disc und sekundärer traumatischer Gesundheitsschäden drängt 

sich mithin in keiner Weise auf, vielmehr würde eine solche nicht stimmig erscheinen.

3.5       Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass aus somatischer Sicht keine 

überwiegend wahrscheinlich unfallkausale Ursache für die Schmerzangaben der 

Beschwerdeführerin im Becken- und LWS-Bereich nachweisbar ist. Eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bezüglich objektivierter somatischer 

Unfallrestfolgen ist damit zu verneinen. Die Auskünfte von Dr. D.___ vom 21. Mai 2014 

(Suva-act. 154) vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Seine nicht näher 

begründete Feststellung - seines Wissens würden ausschliesslich Unfallfolgen vom 25. 

(richtig: 23.) Oktober 2012 respektive Rückfallfolgen vom 12. August 2013 vorliegen - 

vermag für einen überwiegend wahrscheinlichen Beweis nicht zu genügen. Zu erwarten 

wäre eine konkrete Darstellung, worin somatische Unfallrestfolgen zu sehen sind bzw. 

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welches organische Korrelat ausgewiesen ist. Der Umstand, dass Dr. D.___ lediglich 

von einem unfallfremden Faktor - der Mitteilung der Kündigung auf Ende Januar 2014 - 

ausgeht, vermag den besagten Mangel nicht zu beheben. Erkennbar basiert seine 

Feststellung nur auf den subjektiven Schmerzangaben der Beschwerdeführerin. Diese 

Argumentation verfängt jedoch nur insofern, als Dr. D.___ damit das Vorliegen eines 

Kausalzusammenhangs behauptet. Der Schluss eines Kausalzusammenhangs aus dem 

Andauern von Schmerzen kann, wie gesagt, nicht gezogen werden, zumal sich in 

Bezug auf subjektive Schmerzangaben naturgemäss Beweisschwierigkeiten ergeben. 

Im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung ist verlangt, dass die 

Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare 

Befunde hinreichend erklärt sind (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Oktober 2001, I 

382/00, E. 2b; vgl. auch Urteil des EVG vom 12. März 2004, I 683/03, E. 2.2.2).

4.          

4.1      Laut medizinischen Akten leidet die Beschwerdeführerin unter psychischen 

Problemen. Sie wurde von Dr. D.___ mit Bericht vom 8. November 2013 zur 

Weiterabklärung und Therapie bei wahrscheinlich reaktiv depressivem Zustandsbild 

nach hartnäckigem Heilungsverlauf nach Sacrumfraktur Dr. J.___ zugewiesen (Suva-

act. 109). Ab November 2013 befand sich die Beschwerdeführerin bei diesem in 

regelmässiger psychiatrischer Behandlung (Suva-act. 122, 149). Dazu hielt sie sich vom 

25. Februar bis 7. März 2014 stationär für eine Schmerztherapie im Schmerzzentrum 

des Spitals C.___ auf, dessen Ärzte eine mittelgradige depressive Episode 

diagnostizierten (Suva-act. 149). Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, 

dass Schmerzen durch psychische Komponenten unterhalten bzw. psychische 

Störungen in Form von körperlichen Symptomen wahrgenommen werden können (vgl. 

dazu Debrunner, a.a.O., S. 563 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1913 f.; Roche Medizin 

Lexikon, a.a.O., S. 1660 f.).

4.2      Dr. D.___ weist in seiner Stellungnahme vom 21. Mai 2014 im Zusammenhang 

mit der depressiven Verstimmung der Beschwerdeführerin wiederholt auf die 

Kündigung der Arbeitsstelle mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 auf Ende Januar 

2014 (Suva-act. 125) hin. Dabei handelt es sich, wie von ihm festgestellt, um einen 

unfallfremden und damit die natürliche Unfallkausalität in Frage stellenden Faktor 

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(Suva-act. 154). Die Entwicklung der psychischen Problematik fällt zeitlich 

offensichtlich mit der Kündigung zusammen. Auf somatischer Ebene folgte damals nur 

noch die ergebnislose Szintigrafie des Beckens (vgl. Suva-act. 117). Somatische 

Unfallrestfolgen bestanden also keine mehr (vgl. dazu Erwägungen 3.3 f.). Insofern 

erscheint eine natürliche Kausalität zwischen den somatischen Unfallfolgen und der 

psychischen Problematik zweifelhaft. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vor 

dem Unfallereignis unter keinerlei psychischen Erkrankungen litt, vermag keinen 

natürlichen Kausalzusammenhang zu begründen (vgl. Erwägung 3.3.3: beweisrechtlich 

untaugliche Formel “post hoc ergo propter hoc“). Auch der Stellungnahme von Dr. 

D.___ vom 21. Mai 2014 (Suva-act. 154) ist keine nähere Begründung zur Frage der 

Unfallkausalität der psychischen Problematik zu entnehmen. Letztlich kann sie jedoch 

offen bleiben. Rechtsprechungsgemäss erübrigt sich die Prüfung der natürlichen 

Unfallkausalität eines psychischen Gesundheitsschadens, wenn sich - wie vorliegend 

der Fall - zeigt, dass dessen Adäquanz zum versicherten Unfallereignis nicht gegeben 

und damit eine für die Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst der natürlichen 

Kausalität kumulativ erforderliche Voraussetzung nicht erfüllt ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3.4.2).

4.3      Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquaten Zusammenhangs bei 

psychischen Unfallfolgen im Sinne von BGE 115 V 133 zutreffend dargelegt (Suva-act. 

156 Erwägung 2). Ihre Annahme eines leichten Unfalls, bei dem die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs ohne weiteres zu verneinen ist (vgl. BGE 115 139 E. 6a; Rumo-

Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 62), ist nicht zu beanstanden. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdegegnerin hat solche vom höchsten Gericht als leicht gewürdigte und dem 

vorliegenden Unfallereignis - Ausrutschen beim Hinuntersteigen von einer 

Beistelltreppe mit drei Tritten - entsprechende Einzelfälle in der Beschwerdeantwort 

vom 20. November 2014 aufgeführt (act. G 5, S. 4 Ziff. 10.1; vgl. auch Rumo-Jungo/ 

Holzer, a.a.O., S. 62). Für die Qualifizierung eines Unfalls nach seiner Schwere ist der 

augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften massgebend. 

Die durch das Ereignis verursachten Verletzungen - hier die Os sacrum Fraktur - sind 

nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2011, 8C_1044/2010, 

E. 4.3; SVR 2008 UV Nr. 8, S. 27 E. 5.3.1). Im konkreten Fall bestehen keine Hinweise 

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auf eine Beistelltreppe, welche einen Sturz „aus beträchtlicher Höhe“ (act. G 9, S. 10 

Rz 25) ermöglichen könnte (vgl. auch Suva-act. 29).

4.4      Selbst wenn der Unfall vom 23. Oktober 2012 als mittelschwer im Grenzbereich 

zu den leichten Ereignissen eingestuft würde, wären die für die Bejahung der Adäquanz 

erforderlichen Kriterien (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/aa) weder in gehäufter (mindestens 

vier Kriterien: vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009, 8C_421/2009 mit 

Hinweisen) noch einzelne in ausgeprägter Weise erfüllt. Den Akten sind keine 

Anhaltspunkte zu entnehmen, die gegen die Ausführungen des Rechtsvertreters der 

Beschwerdegegnerin betreffend die Verneinung der einzelnen Adäquanzkriterien 

sprechen. Es kann deshalb auf die Erwägungen in der Beschwerdeantwort verwiesen 

werden (vgl. act. G 5, S. 10 Ziff. 23.2). Ergänzend ist hinsichtlich der Ausführungen des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin einzuwenden, dass eine Sacrumfraktur für 

sich betrachtet zwar nicht unerheblich ist, mit ihr jedoch keine Verletzung besonderer 

Art oder Schwere mit erfahrungsgemässer Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, vorliegt. Weitere Verletzungen hat die Beschwerdeführerin nicht erlitten. 

Die Sacrumfraktur wurde nicht operativ, sondern rein konservativ medikamentös und 

mit Physiotherapie behandelt. Am 21. Februar 2013 wurde sie als „in Konsolidierung“ 

beschrieben (Suva-act. 25) und zeigte sich im CT vom 14. Mai 2013 knöchern 

konsolidiert (Suva-act. 57). Ein schwieriger und mit Komplikationen verbundener 

Heilungsverlauf der Unfallverletzung kann aus diesem Sachverhalt nicht abgeleitet 

werden. Psychische Beschwerden sind im Rahmen der Adäquanzbeurteilung gemäss 

der Psychopraxis, wo es gerade um die Beurteilung der Unfallkausalität psychischer 

Beschwerden geht, auszuklammern. Nur der somatische Anteil ist zu berücksichtigen 

(BGE 134 V 109 E. 6.1). Dr. H.___ räumte zwar am 4. Juni 2013 noch ein, dass eine 

Schmerzsymptomatik nach einer Sacrumfraktur bekanntlich längere Zeit persistieren 

könne (Suva-act. 58). Bei der verbliebenen Diagnose eines chronifizierenden sakralen 

Schmerzsyndroms (Suva-act. 111; vgl. Erwägung 3.3.3), der bei der 

Beschwerdeführerin ab November 2013 durchgeführten psychiatrischen Behandlung 

und der bei ihr anlässlich des stationären Aufenthalts im Schmerzzentrum des Spitals 

C.___ vom 25. Februar bis 7. März 2014 diagnostizierten mittelgradigen depressiven 

Episode (Suva-act. 149) dürfte jedoch das Zustandsbild und damit auch das 

Schmerzempfinden bereits nach rund einem Jahr in erheblichem Umfang durch die 

psychische Situation beeinflusst gewesen sein. Angesichts dieses Zeitraums können 

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die Adäquanzkriterien mit einer zeitlichen Komponente (ungewöhnlich lange Dauer der 

ärztlichen Behandlung, Dauerschmerzen, Grad und Dauer der physisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit) ebenfalls nicht als erfüllt gelten. Ohne Weiteres auszuschliessen ist 

schliesslich mit Blick auf die Kasuistik die Annahme eines besonders eindrücklichen 

Unfalls (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 69 f.). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin führt denn auch nicht überzeugend aus, inwiefern er von einer 

besonderen Eindrücklichkeit ausgeht.

5.        

Aufgrund der durchgeführten, umfangreichen Untersuchungen ist dem Eventualantrag 

des Rechtsvertreters, die Sache sei zur weiteren Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, nicht stattzugeben. Bei der vorliegenden 

Ausgangslage sind von weiteren medizinischen Gutachten keine entscheidrelevanten 

neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung eines solchen abgesehen 

werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3, BGE 134 I 148 E. 

5.3 und BGE 124 V 94 E. 4b).

6.        

Zusammenfassend ist vor dem Hintergrund, dass aufgrund der übereinstimmenden 

Aktenlage keine somatischen Unfallrestfolgen mehr vorliegen und auch die 

festgestellten psychischen Beeinträchtigungen nicht in einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Unfallgeschehen stehen, davon auszugehen, dass im 

Zeitpunkt der Prüfung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente und/oder eine 

Integritätsentschädigung zwischen dem Ereignis vom 23. Oktober 2012 und den 

beklagten Beschwerden keine überwiegend wahrscheinliche Kausalität bestand. Der 

Einspracheentscheid vom 29. August 2014 lässt sich damit nicht beanstanden.

7.        

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 29. August 2014 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.     

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 01.06.2016
	Art. 6 UVG: Verneinung natürlich kausaler somatischer Unfallrestfolgen sowie adäquat kausaler psychischer Unfallfolgen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juni 2016, UV 2014/73)Entscheid vom 1. Juni 2016

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