# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0a92ab6-a40d-5ae7-aa6b-f31035629d79
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.11.2011 E-5448/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5448-2009_2011-11-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5448/2009

U r t e i l   v om   2 3 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker,
Gerichtsschreiber Simon Thurnheer.

Parteien A. _______, 
geboren am (…),
Sri Lanka,  
(…)
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 28. Juli 2009 / N (…).

E­5448/2009

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat 
am 25. Februar  2007  verliess  und  am 28. Februar  2007  in  die Schweiz 
einreiste, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum B. _______ vom 27. März 2007 sowie der Anhörung 
vom  6. Dezember  2007  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend machte,  sie  sei  Bedienstete  einer  Frau  gewesen, 
mit  der  sie  auch  eine  lesbische  Beziehung  unterhalten  habe,  am 
11. November 2006 sei ihr von einer ehemaligen Freundin, mit der sie zu 
einem  früheren  Zeitpunkt  eine  lesbische  Beziehung  unterhalten  habe, 
telefonisch mitgeteilt worden, diese sei aus dem Ausland zurückgekehrt 
und wolle sie sehen, worauf sie sich in einem Einkaufszentrum getroffen 
hätten, 

dass  der  Beschwerdeführerin  während  der  Unterhaltung  mit  ihrer 
früheren  Freundin  der  Kopf  schwer  geworden  sei,  sie  nicht  wisse,  was 
weiter  geschehen  sei,  und  sich  später  nackt  in  einem  kleinen  Raum 
wiedergefunden habe,

dass,  nachdem  sie  ihre  Kleider  gefunden  und wieder  angezogen  habe, 
drei Männer den Raum betreten und ihr mitgeteilt hätten, sie wüssten von 
der  lesbischen  Beziehung  zu  ihrer  Arbeitgeberin  und  hätten 
Nacktaufnahmen (Fotografien und Videoaufnahmen) von ihr gemacht, um 
sie zu erpressen,

dass  die  drei Männer  weiter  von  ihr  verlangt  hätten,  Aussagen,  die  sie 
gegen  ihre  Arbeitgeberin  und  deren  Mann,  den  (…),  vorgesagt  hätten, 
nachzusprechen,

dass die Beschwerdeführerin sich zu Beginn geweigert habe, dies zu tun, 
worauf sie von einem der Männer mit einer Schusswaffe bedroht worden 
sei,

dass  später  ein  bekannter  Politiker  derselben  Partei  wie  der  (…)  dazu 
gestossen  sei,  worauf  sie  schliesslich  eingewilligt  habe,  die  verlangten 
Aussagen auszusprechen, 

dass  der  erwähnte  Politiker  den  (…)  habe  stürzen  und  dazu  die 
Aussagen der Beschwerdeführerin gegebenenfalls verwenden wollen,

E­5448/2009

Seite 3

dass  sie,  nachdem  sie  vor  laufender  Kamera  die  verlangten  Aussagen 
gemacht  habe,  mit  verbundenen  Augen  weggeführt  und  neben  ihrem 
Hause freigelassen worden sei,

dass die Beschwerdeführerin sich anschliessend versteckt habe und aus 
Angst  vor  dem  (…),  welcher  ein  Mann  gewesen  sei,  der  Leute  töten 
lasse, sich nicht mehr mit ihrer Arbeitgeberin und Geliebten in Verbindung 
gesetzt habe,

dass  sie  einen  Freund  angerufen  habe,  der  sie  anschliessend  im  Land 
versteckt  und  ihr  versprochen  habe,  ihre  Ausreise  aus  dem  Land  zu 
organisieren, 

dass  es  sich  herausgestellt  habe,  dass  jener  Freund  den  Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angehört habe und verhaftet worden sei, 

dass  ihr  ein  Freund  jenes  Freundes  schliesslich  doch  nur  zur  Ausreise 
verholfen habe,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung 
vom  31.  August  2009  –  gleichentags  eröffnet  –  ablehnte  und  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  der  Wegweisung 
anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
seien unglaubhaft, da die Beschwerdeführerin ihre Erlebnisse zwar relativ 
substanziiert dargelegt habe, aber auf Nachfrage nur bedingt in der Lage 
gewesen sei,  ihre Vorbringen  zu präzisieren,  insbesondere  sei  sie nicht 
imstande gewesen, ihre Gefühle detailliert zu beschreiben, die sie gehabt 
habe, nachdem sie in einem unbekannten Raum erwacht sei,

dass sie insbesondere die drei Männer, die sie gefilmt hätten, nicht habe 
beschreiben können,

dass  sie  jene  auf mehrmaliges Nachfragen  lediglich  als  gross  und  zum 
Fürchten beschrieben habe,

dass sie nicht einmal ansatzweise habe angeben können, was sie über 
ihre Geliebte und deren Mann vor laufender Kamera erzählt habe, 

E­5448/2009

Seite 4

dass  es  angesichts  dessen,  dass  sie  ihre  angebliche  Geliebte  gut 
gekannt  habe,  nicht  nachvollziehbar  sei,  dass  sie  sich  nicht  daran 
erinnere, was sie über sie erzählt habe,

dass ihre Ausführungen über ihre Geliebte als Person und ihre Beziehung 
zu ihr ausgesprochen unsubstanziiert ausgefallen seien,

dass sie auf verschiedene Fragen, wie jene, ob sie nach der Entführung 
mit  ihrer Geliebten noch einmal Kontakt gehabt habe, sehr ausweichend 
geantwortet habe,

dass  in  ihren  Antworten  keine wirkliche  reflektierte  Auseinandersetzung 
mit ihrer Situation nach ihrer Entführung herauszuspüren gewesen sei, 

dass  ihr  angebliches  Verhalten,  nach  der  Entführung  jeden  Kontakt  zu 
vermeiden  und  unmittelbar  unterzutauchen,  der  inneren  Logik  des 
Handelns entbehre und der allgemeinen Erfahrung nicht entspreche,

dass  die  Verfolgungsgeschichte  konstruiert  wirke,  wobei  insbesondere 
Vorbringen, die sich auf eine massive, aber nur schwer nachvollziehbare 
Gefahr hin zuspitzten, welcher angeblich nur mit der sofortigen Ausreise 
ins  Ausland  begegnet  werden  könne,  für  eine  konstruierte 
Verfolgungsgeschichte typisch sei, 

dass  keine  Vollzugshindernisse  bestünden,  zumal  für  eine  Singhalesin 
der  Vollzug  in  den  Grossraum  Colombo  grundsätzlich  zulässig  und 
zumutbar  sei  und  auch  keine  individuellen  Gründe  gegen  die 
Durchführbarkeit  der  Wegweisung  sprächen,  zumal  die 
Beschwerdeführerin  über  Berufserfahrung  verfüge  und  das  angebliche 
Fehlen eines familiären Netzes bezweifelt werden müsse, 

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom 
28. August 2009 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Verfügung sei aufzuheben, 
ihr  sei  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  oder  die 
Unzumutbarkeit  des Vollzugs  festzustellen und die  vorläufige Aufnahme 
anzuordnen,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu 
verzichten,

dass  mit  der  genannten  Eingabe  der  Ausdruck  einer  E­Mail  und 
verschiedene Medienberichte eingereicht wurden,

E­5448/2009

Seite 5

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
7. September  2009  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses abwies und einen solchen erhob,

dass  der  mit  erwähnter  Zwischenverfügung  verlangte  Kostenvorschuss 
am 21. September 2009 fristgerecht geleistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 
172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 

E­5448/2009

Seite 6

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden,  auch  dann,  wenn  die 
Beschwerdeführerin wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst  falsch 
darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder 
unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 
die nötige Mitwirkung verweigert,

dass  es  für  die Glaubhaftmachung  nicht  ausreicht,  wenn  der  Inhalt  der 
Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung aller Aspekte wesentliche 
und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

dass  für  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  entscheidend  ist,  ob  bei 
einer  Gesamtwürdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht, wobei auf eine 
objektivierte  Sichtweise  abzustellen  ist  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2005 
Nr. 21 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen),

E­5448/2009

Seite 7

dass  dem  BFM  darin  zuzustimmen  ist,  dass  die  Ausführungen  zur 
erlebten  Bedrohungssituation  undetailliert  und  unpräzise  ausgefallen 
sind,

dass  das BFM  zu Recht  feststellte,  die  Beschwerdeführerin  sei  nicht  in 
der  Lage  gewesen,  die  drei  Erpresser  genau  zu  beschreiben  und 
insbesondere einige äussere Merkmale zu benennen,

dass die Beschwerdeführerin entgegen den Ausführungen des BFM ihre 
auf  Video  aufgenommenen  Aussagen  zwar  ansatzweise  wiedergeben 
konnte  (lesbische  Beziehung  mit  ihrer  Arbeitgeberin,  Unterstellung 
homosexueller Handlungen von deren Mann), 

dass  sie  aber  zu  diesen  angeblich  umfassenden  Aussagen  nicht  die 
geringsten Detailangaben machen konnte,

dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist darzulegen, inwiefern 
die Entführung sie in die geltend gemachte massive Gefahr geführt haben 
soll, 

dass der Vorinstanz darin zuzustimmen ist, dass der Beschwerdeführerin 
nicht geglaubt werden kann, sie habe in ihrem Heimatland keine Kontakte 
und wisse nichts über die dortige aktuelle Lage,

dass zusammenfassend  festzustellen  ist, dass die Vorbringen unpräzise 
und  undetailliert,  mithin  ungenügend  substanziiert  sind,  kaum 
Realitätskennzeichen,  dafür  aber  typische Merkmale  einer  konstruierten 
Geschichte aufweisen,

dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene nichts vorbringt, was 
diese Einschätzung umstossen würde, zumal sie  im Wesentlichen bloss 
bisher  Gesagtes  wiederholt,  weshalb  es  sich  erübrigt,  auf  die 
Ausführungen der Beschwerdeschrift näher einzugehen,

dass  es  der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 

E­5448/2009

Seite 8

Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 

E­5448/2009

Seite 9

Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  der 
Beschwerdeführerin  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  zumutbar  ist,  wobei  auf  die 
entsprechenden Erwägungen des BFM zu verweisen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  der  Beschwerdeführerin  obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass dieser Betrag mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
zu verrechnen ist.

E­5448/2009

Seite 10

(Dispositiv nächste Seite)

E­5448/2009

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Simon Thurnheer