# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 284d79ac-9081-550e-b24d-ee81361c068d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.07.2008 E-684/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-684-2007_2008-07-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-684/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Jean-Pierre Monnet, 
Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiberin Mareile Lettau.

A._______, geboren _______,
Türkei,
vertreten durch Peter Huber, Fürsprecher, 
_______, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 19. Januar 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-684/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Dorf  B._______ (Provinz Bingöl) stammende Beschwer-
deführer  kurdischer  Ethnie  reiste  eigenen  Angaben  gemäss  am 
27. Juni 2004 durch ihm unbekannte Länder aus und am 2. Juli 2004 in 
die  Schweiz  ein,  wo  er  gleichentags  ein  erstes  Asylgesuch  stellte. 
Hierbei machte er im Wesentlichen geltend,  er habe die PKK (Kurdi-
sche  Arbeiterpartei)  unterstützt  und  an  einer  illegalen  Veranstaltung 
teilgenommen, weshalb er mehrere Tage in Polizeigewahrsam gehal-
ten worden sei. Später sei er, wie dem bei Gericht eingereichten Haft-
befehl vom 23. Dezember 2003 zu entnehmen sei, in Abwesenheit we-
gen des Vorwurfs der Unterstützung terroristischer Aktivitäten zu einer 
zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt  worden. Er werde von der Gen-
darmerie gesucht.

Die Vorinstanz wies das Asylgesuch mit Verfügung vom 15. Juli 2004 
wegen  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  ab  und  ordnete  gleichzeitig 
die Wegweisung und den Wegweisungsvollzug an.

Eine dagegen erhobene Beschwerde vom 9. August 2006 schrieb die 
damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) we-
gen seit dem 23. Juli  2004 unbekannten Aufenthaltes des Beschwer-
deführers  mit  Beschluss  vom 31. August  2004  im einzelrichterlichen 
Verfahren als gegenstandslos geworden ab. 

Ein sinngemässes Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens vom 
6. September 2004 wurde von der ARK mit Verfügung vom 29. Sep-
tember 2004 wegen nicht erfolgten Abholens der Instruktionsverfügung 
vom 16. September 2004 zurückgewiesen; zudem stellte die Kommis-
sion fest, die Verfügung des BFM vom 15. Juli 2004 sei in Rechtskraft 
erwachsen und die Wegweisung des Beschwerdeführers vollziehbar.

B.
Der Beschwerdeführer reiste eigenen Angaben gemäss am 8. Dezem-
ber 2006 aus seinem Heimatland über Italien aus und am 13. Dezem-
ber 2006 unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz ein, wo 
er am 15. Dezember 2006 ein zweites Asylgesuch stellte. Die summa-
rische Befragung im Empfangszentrum (...) erfolgte am 28. Dezember 
2006,  die  direkte  Bundesanhörung  nach  Art.  29  Abs.  4  des 

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Asylgesetzes vom 26. Juni  1998 (AsylG,  SR 142.31) am 16. Januar 
2007.

In der Befragung und in der Anhörung machte der Beschwerdeführer 
im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  ungefähr  im Oktober  2004  von der 
Schweiz aus in die Türkei gereist, wofür er sechs Tage benötigt habe. 
Er habe sich statt in seinem Elternhaus in  B._______ in einer unweit 
davon entfernten Berghütte aufgehalten, da er wegen seiner langjäh-
rigen  Unterstützung  der  PKK  von  türkischen  Sicherheitskräften  ge-
sucht worden sei. Einige Monate später sei  er dort  von PKK-Anhän-
gern aufgesucht worden, die er - wie vor seiner Ausreise - mit Lebens-
mitteln, Kleidung und Schuhwerk unterstützt habe. Sein ebenfalls die 
PKK unterstützender festgenommener Bekannter D. habe (Datum) den 
Sicherheitskräften die langjährige Tätigkeit des Beschwerdeführers für 
die  PKK  und  dessen  Aufenthaltsort  verraten.  Darauf  hätten  ihn  die 
Sicherheitskräfte noch intensiver gesucht. 

C.
Mit Verfügung vom 19. Januar 2007 - gleichentags eröffnet - trat das 
BFM auf das Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht ein 
und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. 

D.
Mit Eingabe vom 26. Januar 2007 reichte der Beschwerdeführer durch 
seinen Rechtsvertreter  gegen diesen Entscheid  beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde ein und beantragte, die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und auf das Asylgesuch einzutreten, eventualiter die 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  festzustellen.  Der  Be-
schwerde  lag  die  Faxkopie  eines  am  24.  Januar  2007  versandten 
Schreibens  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  vom  15.  Dezember 
2006 samt Übersetzung bei. 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 5. Februar 2007 wurde dem Beschwerde-
führer bestätigt, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 
abwarten. Gleichzeitig wurde er zur Zahlung eines Kostenvorschusses 
und zur Einreichung der in Aussicht gestellten Beweismittel (Gerichts-
akten) innert Frist aufgefordert. Zum Beleg der geltend gemachten ge-
sundheitlichen  Probleme  setzte  der  Instruktionsrichter  eine  Frist  zur 
Einreichung eines entsprechenden ärztlichen Berichtes. 

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F.
Mit Eingabe vom 12. Februar 2007 reichte die (Nennung des Amtes) 
eine Fürsorgebestätigung ein.

G.
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Schreiben vom 19. Februar 2007 
unter Beilegung einer Kopie der sich bereits in den Akten befindenden 
Fürsorgebestätigung um Befreiung von der Leistung des geforderten 
Kostenvorschusses. Gleichzeitig  reichte  er  einen  Arztbericht  von  Dr. 
med. C. Allgemeinmediziner (...) vom 14. Februar 2007 ein. Es werde 
vorbehalten,  innert  der  Beweismittelfrist  bis  9.  März  2007  weitere 
Unterlagen  einzureichen.  Im  ärztlichen  Attest  wird  ein  depressives 
Zustandsbild  diagnostiziert,  begleitet  von  Angst  und  Panikattacken, 
Konzentrations-  und  Kurzzeitgedächtnisstörungen,  funktionellen 
Herzbeschwerden  und  Hoffnungslosigkeit.  Die  Beschwerden  seien 
psychosomatischer  Natur,  eine  psychologische/psychiatrische 
Begleitung oder Betreuung sei gerechtfertigt und werde konkret ange-
gangen.

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Februar  2007  wurde  wiedererwä-
gungsweise auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

I.
Mit am 5. Februar 2007 beim Bundesverwaltungsgericht eingetroffener 
Eingabe leitete das BFM diesem die beim Bundesamt eingegangenen, 
nicht  übersetzten Telefaxkopien eines als Autopsiebericht bezeichne-
ten Schreibens sowie eines Familienregisterauszuges zu.

J.
Mit Eingabe vom 7. März 2007 liess der Beschwerdeführer durch sei-
nen Rechtsvertreter mitteilen, es sei bei den (Name der Einrichtung) 
des Kantons (...) für den 6. März 2007 ein Abklärungstermin vereinbart 
worden. Für eine psychiatrische Erstbeurteilung sei erfahrungsgemäss 
aber  noch  mindestens  ein  weiterer  Termin  notwendig,  so  dass  um 
Fristerstreckung  für  die  Stellungnahme  zu  allfälligen 
Wegweisungshindernissen medizinischer Natur ersucht werde.

K.
Mit Schreiben des Instruktionsrichters vom 14. März 2007 wurde an-
gesichts  der  vorliegenden Umstände die  Frist  zur  Einreichung eines 
Arztberichtes bis zum 10. April 2007 erstreckt.

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L.
Mit fristgerechter  Eingabe vom 10. April  2007 reichte der Rechtsver-
treter des Beschwerdeführers einen ärztlichen Bericht der  (Name der 
Einrichtung) vom  5.  April  2007  ein.  Darin  wird eine  mittelgradige 
depressive  Symptomatik  mit  somatischen  Symptomen  (ICD-10  F 
32.11) diagnostiziert. Es hätten bisher zwei Sitzungen stattgefunden. 
Der  Beschwerdeführer  sei  bei  klarem  Bewusstsein  und  in  allen 
Qualitäten  orientiert.  Zu  den  angegebenen  Beschwerden  wird  unter 
anderem  ausgeführt,  Konzentration  und  Kurzzeitgedächtnis  seien 
eingeschränkt,  im  formalen  Denken  bestünden  vor  allem  abends 
Grübeln  und  Gedankendrängen,  weiter  soziale  Ängste  und 
Zukunftsängste.  Aktuell  liege  keine  Suizidalität  vor.  Die  Behandlung 
erfolge sei dem 6. März 2007, sie laufe aufgrund der Sprachbarrieren 
vor allem medikamentös mit Antidepressiva und angstlösenden sowie 
beruhigenden  Medikamenten  ab.  Übliche  hausärztliche  Kontrollen 
seien  angezeigt.  Laut  Angaben  des  Beschwerdeführers  sei  dieser 
bereits  in  Ankara  in  psychiatrischer  Behandlung  gewesen.  Aus 
ärztlicher Sicht  spreche nichts  gegen eine medizinische Behandlung 
im Heimatland. 

M.
In  seiner  Vernehmlassung vom 23. Mai  2007 hielt  das  BFM vollum-
fänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  Gelegenheit  zur  Einrei-
chung einer Stellungnahme innert Frist gegeben. 

N.
Mit innert  Frist eingereichtem Schreiben vom 15. Juni 2007 ersuchte 
der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  wegen  Überlastung  mit 
Gerichtstermine um Erstreckung der Replikfrist.

O.
Mit einer am 18. Juni 2007 beim Bundesverwaltungsgericht eingegan-
genen Kopie  zur  Kenntnisnahme des (Name des Amtes)  wurde das 
Gericht  von  der  gegen  den  Beschwerdeführer  erhobenen 
Beschuldigung  der  Fälschung  von  Ausweisen  unterrichtet.  Die 
türkische  ID-Karte  des  Beschwerdeführers  habe  sich  bei  einer 
Ausweisprüfung  im  Rahmen  seines  Ehevorbereitungsverfahrens  als 
Totalfälschung herausgestellt.

P.
Mit  Schreiben  vom  20.  Juni  2007  gewährte  der  Instruktionsrichter 

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(ausnahmsweise) die beantragte Fristerstreckung zur Einreichung ei-
ner Stellungnahme bis zum 9. Juli 2007.

Q.
In seiner fristgerechten Replik vom 9. Juli 2007 nahm der Beschwer-
deführer zur Vernehmlassung des BFM Stellung und reichte das Ori-
ginal des Autopsieberichtes zum Tode seiner Schwester im Jahr 2002 
samt Übersetzung sowie die Kopie eines Schreibens des Dorfvorste-
hers von  B._______ vom 16. Juni 2007 samt Übersetzung und einen 
Zeitungsartikel (...) vom 1. Juni 2007 samt auszugsweiser Übersetzung 
ein.  Zugleich  informierte  er  mit  einer  Bestätigung  über  die 
bevorstehende  Trauung  vom (Datum) mit  einer  sich  im  Besitz  einer 
Niederlassungsbewilligung befindenden Partnerin.

R.
Mit Schreiben vom 20. August 2007 fragte der Instruktionsrichter beim 
Beschwerdeführer unter Fristansetzung an, ob dieser angesichts des-
sen, dass er durch die angekündigte Heirat Anspruch auf eine Aufent-
haltsbewilligung hätte, seine Beschwerde zurückziehen wolle. 

S.
Mit  fristgerechter  Eingabe  vom  4.  September  2007  informierte  der 
Rechtsvertreter, dass es nicht zur Eheschliessung gekommen sei und 
der  Beschwerdeführer  selbst  im  Fall  einer  Eheschliessung  am  Be-
schwerdeverfahren festhalten würde.  Zugleich reichte er die Faxkopie 
eines neuen Familienregisterauszuges vom 31. August 2007 mit deut-
scher  Übersetzung  ein,  aus  welcher  der  Tod  des  Vaters  des  Be-
schwerdeführers am (Datum) hervorgehe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 

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Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

1.3 Bei  der  Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensent-
scheide  des  BFM beschränkt  sich  die  Beschwerdeinstanz  praxisge-
mäss auf die Überprüfung der Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Die Beurteilungskompetenz des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist  somit  darauf  beschränkt,  im  Fall  der 
Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuhe-
ben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück-
gehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schwei-
zerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1. 
S. 240  f.).  Lediglich  betreffend  die  verfügte  Wegweisung  und  deren 
Vollzugs hat das Bundesverwaltungsgericht volle Kognition, weil diese 
Punkte vom BFM bereits materiell geprüft wurden. 

1.4 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfah-
ren erfolglos durchlaufen oder ihr Gesuch zurückgezogen haben oder 
während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Herkunfts-
staat  zurückgekehrt  sind. Diese Bestimmung findet  jedoch keine An-
wendung, wenn die Anhörung Hinweise auf zwischenzeitlich eingetre-
tene Ereignisse ergibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu 
begründen oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes re-
levant sind. Die Prüfung von Verfolgungshinweisen im Sinne dieser Be-

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stimmung unterscheidet  sich  insbesondere von der  Glaubhaftigkeits-
prüfung im Rahmen einer materiellen Beurteilung. Gestützt auf Art. 32 
Abs. 2 Bst. e AsylG ist nur dann ein Nichteintretensentscheid zu fällen, 
wenn  die  Unglaubhaftigkeit  der  Verfolgungshinweise  bereits  auf  den 
ersten Blick erkennbar ist (vgl. EMARK 2000 Nr. 14).

2.2 Das BFM trat auf das Gesuch mit der Begründung nicht ein, das 
am 2. Juli 2004 eingeleitete Asylverfahren sei seit dem 29. September 
2004 rechtskräftig abgeschlossen. Die Ereignisse, die der Beschwer-
deführer für den Zeitraum nach dem Abschluss des Verfahrens geltend 
mache, seien weder  geeignet,  die Flüchtlingseigenschaft  zu begrün-
den noch seien sie für die Gewährung vorübergehenden Schutzes re-
levant.  Bei den Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich seiner 
behaupteten Kontakte zur PKK und der geltend gemachten Verfolgung 
durch die Sicherheitskräfte handle es sich aufgrund von widersprüch-
lichen,  ausweichenden  und  realitätsfremden  Angaben  offensichtlich 
um einen konstruierten Sachverhalt.

2.3 In  der  Beschwerde wird ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  leide 
seit  dem Suizid  seiner  Schwester  im  Jahre  2001  unter  psychischen 
Problemen. Es  sei  von Amtes wegen  eine  psychiatrische  Abklärung 
vorzunehmen. Seine  Ausreise  im  Jahre  2004  (erstes  Asylverfahren) 
sei  auf  die  psychischen Störungen zurückzuführen,  und  diese seien 
auch der  Grund für  die Konzentrationsstörungen in Befragungssitua-
tionen. Seine widersprüchlichen Aussagen beruhten neben den Kon-
zentrationsmängeln  auch  auf  dem  unprofessionellen  Verhalten  des 
Übersetzers. Zudem sei zu kritisieren, dass in der Erstbefragung kein 
Hilfswerkvertreter beigezogen und in der zweiten Befragung das Pro-
tokoll  nicht  von einem solchen mitunterzeichnet  worden sei. Die An-
gaben  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  der  Kontaktaufnahme mit 
PKK und  der  Teilnahme  an  Demonstrationen  stellten  sich  entgegen 
der Ansicht des BFM nicht als widersprüchlich dar, sondern seien auf 
die  unklare  Ausdrucksweise  des  Beschwerdeführers  und mangelnde 
Rückübersetzung  zurückzuführen.  Durch  die  Teilnahme  an  Demon-
strationen habe er sich des Vertrauens und Rückhaltes der PKK-Mili-
zionäre  vergewissern  wollen.  Die  Sicherheitskräfte  hätten  den  Be-
schwerdeführer zuletzt am (Datum) in seinem Elternhaus gesucht, was 
durch  die  beigelegte  Erklärung  des  Vaters  des  Beschwerdeführers 
bestätigt werde; sie hätten darauf vertraut, ihn im  Dorf festzunehmen. 
Bei  Rückkehr  drohten  ihm  Inhaftierung  und  Folter.  Es  sei  davon 
auszugehen,  dass  er  in  den  Gerichtsakten  seines  festgenommenen 

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Bekannten D. von diesem als PKK-Sympathisant benannt sei, weshalb 
der  Beschwerdeführer  die  entsprechenden  Protokollauszüge  als 
Beweismittel nachzureichen beabsichtige.

2.4 Das BFM führt  in  seiner  Vernehmlassung aus,  der  Beschwerde-
führer habe weder in der Befragung zur Person noch in der direkten 
Bundesanhörung das angeblich seit dem Selbstmord seiner Schwes-
ter, den er einmal auf 2001, ein anderes Mal auf 2002 datiert  habe, 
bestehende psychische Leiden erwähnt, sondern erstmals in der Be-
schwerdeschrift. Dem Schreiben seines Vaters, wonach der Beschwer-
deführer von den Sicherheitskräften gesucht würde, komme aufgrund 
der  familiären  Beziehung  kein  massgeblicher  Beweiswert  zu.  Die  in 
Aussicht gestellten Protokollauszüge habe er bis dato bezeichnender-
weise nicht  nachgereicht. Auch der ins Recht  gelegt  Autopsiebericht 
betreffend  den Todes seiner  Schwester  vermöge die  Richtigkeit  des 
vorinstanzlichen  Entscheides  nicht  zu  erschüttern,  zumal  der  betref-
fende  Bericht  nur  als  Telefaxkopie  vorliege  und  somit  leicht  Fäl-
schungsmerkmale  enthalten  könnte.  Hinsichtlich  des  eingerichten 
Arztbericht  vom 5.  April  2007  sei  festzustellen,  dass  eine  adäquate 
medizinische  Behandlung  der  diagnostizierten  mittelgradigen  de-
pressiven  Episode  mit  somatischem  Symptom  auch  im  Heimatstaat 
des Beschwerdeführers erfolgen könne. Dort seien die einschlägig be-
kannten  Medikamente  ebenfalls  erhältlich,  ausserdem  würde  das 
Problem  der  Sprachbarriere  im  Heimatland  wegfallen.  Das  BFM 
schliesse sich daher der Auffassung der behandelnden Ärzte an, dass 
nichts  gegen eine medizinische Behandlung des Beschwerdeführers 
im Heimatland spreche.

2.5 In der Stellungnahme dazu wird entgegnet, es sei ein Fehler in der 
Beschwerdeschrift zu korrigieren. Die Schwester des Beschwerdefüh-
rers habe nicht im Jahre 2001, sondern im Jahre 2002 Selbstmord be-
gangen, dies aufgrund erlittener Verfolgung im Jahre 2001. Aufgrund 
des eingerichten Autopsieberichtes sei  der Suizid der Schwester be-
legt, somit seien auch die darauf beruhenden psychischen Probleme 
des Beschwerdeführers nicht  in Zweifel zu ziehen. Er sei  zur  Zeit  in 
Behandlung bei den (Name der Einrichtung), werde aber nach Klärung 
bestehender  Finanzierungsfragen  seine  psychiatrische  Behandlung 
bei  einer  türkischen  Fachärztin  fortsetzen.  Die  Planung  des 
Beschwerdeführers,  mit  Hilfe  seines  Vaters  und  des  ehemaligen 
Anwalts  seiner  Schwester  Kopien  der  ihn  belastenden 
Protokollauszüge aus den Akten von D. beizubringen, habe sich nicht 

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realisieren  lassen,  da  der  Rechtsvertreter  seine  Anwaltstätigkeit  im 
Jahre 2004 aufgegeben habe und der Vater des Beschwerdeführers im 
(Datum) an  einem (Krankheit) gestorben  sei.  Rückfragen  bei  der 
Nachbarfamilie  von  D. hätten  ergeben,  dass  dieser  gegenüber  den 
Behörden zwar angegeben habe, ein „Nachbar“ unterstütze die PKK, 
aber  den  Beschwerdeführer  nicht  namentlich  genannt  habe. 
Möglicherweise wolle sich die Familie mittels dieser Behauptung auch 
nur vor dem Vorwurf des Verrats schützen, zumal sie nicht bereit sei, 
die  entsprechenden  Aussageprotokolle  bei-zubringen.  Durch  ein 
entsprechendes  Schreiben  des  Dorfvorsteher  werde  zudem  belegt, 
dass  der  Beschwerdeführer  und  D. Nachbarn  seien.  Mittels  des 
beigelegten Zeitungsartikels, in welchem von einem PKK-Anschlag die 
Rede  sei,  habe  der  Beschwerdeführer  erfahren,  dass  tatsächlich 
Mitglieder der Streitkräfte für den Anschlag verantwortlich seien, was 
die  massive  Verschlechterung  der  Sicherheitslage  in  dessen 
Herkunftsregion bestätige. 

3.  

3.1 Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz bereits erfolglos ein erstes Asylverfahren durchlaufen hat.

3.2 Somit  bleibt  zu prüfen,  ob die Vorinstanz zu Recht  nach Art. 32 
Abs. 2 Bst. e  AsylG davon ausgegangen ist,  die  geltend gemachten 
Vorbringen enthielten  offensichtlich  keine Hinweise auf  Erfüllung der 
Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise auf Gewährung des vorüber-
gehenden Schutzes. 

Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
bereits deswegen mit Zweifeln behaftet sind, weil es ihm, der gemäss 
Vorbringen  im  ersten  und  im  vorliegenden  Verfahren  landesweit  be-
hördlich gesucht sein will (vgl. act. B16 S. 8), problemlos gelungen sein 
soll, in die Türkei einzureisen.

Auffällig sind sodann die sich widersprechenden zeitlichen Angaben zu 
seinen ersten PKK-Kontakten nach seiner Rückkehr in die Türkei, in-
dem er  einmal  den  Zeitraum Februar/März  2005 nennt,  später  aber 
ausdrücklich bekräftigt,  es habe sich um den Herbst 2005 gehandelt 
(vgl. act. B1 S. 5 und 6, B16 S. 4). Auch fallen widersprüchliche, später 
korrigierte Zeitangaben zum Suizid seiner Schwester  auf,  was umso 
mehr erstaunt, da es sich hierbei um ein zentrales Ereignis und seinen 
Angaben  gemäss  um  den  eigentliche  Ursache  seiner  psychischen 

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Probleme handelt. So ist einmal von 2001 oder 2002 (vgl. act. A1 S. 3), 
später von 2002 (vgl. act. B1 S. 5),  in der Beschwerdeschrift  jedoch 
von 2001 (vgl. Beschwerdeschrift  Art. 2) die Rede; erst in der Replik 
wird diese Zeitangabe von 2001 auf 2002 korrigiert. Der Beschwerde-
führer  widerspricht  sich  auch  hinsichtlich  der  Teilnahme  an  Demon-
strationen in Erst- und Zweitbefragung (vgl. act. B16 S. 7). So sagte er 
in der Erstbefragung aus, er habe insgesamt an drei Demonstrationen 
teilgenommen, einmal im Jahre 2005 und zweimal im Jahre 2006 (vgl. 
act.B1 S. 7),  wogegen er in der Zweitbefragung vorbrachte,  er  habe 
lediglich  an  zwei  Demonstrationen  teilgenommen,  einmal  vermutlich 
Ende  2005,  das  andere  Mal  wahrscheinlich  im  Jahre  2006  (vgl. 
act. B16 S. 7). Erstaunlicherweise kann er sich nicht einmal an die un-
gefähren Daten erinnern, obwohl die Teilnahme an den unbewilligten 
Demonstrationen nach seinen Angaben ein erhebliches Sicherheitsri-
siko darstellte (vgl. act. B 16 S. 7). Die Vorinstanz macht auch zu Recht 
darauf  aufmerksam, dass der  Beschwerdeführer  den letzten Kontakt 
mit  der PKK nicht  beschreiben kann,  sondern  nur ausweichend ant-
wortete (vgl. act. B16 S. 3). Auch seine behauptete Unterstützung der 
PKK vermag er nicht substanziiert zu beschreiben (vgl. act. B16 S. 2 
ff.),  ebenso nicht  die Häufigkeit  und Zeiträume der Kontakte mit  der 
Partei (vgl. act. B 16 S. 5). Die mit der Beschwerdeschrift eingereichte 
schriftliche Aussage des Vaters zur angeblich letzten Suche der Polizei 
nach  dem  Beschwerdeführer  im  Elternhaus  vermag  die  ungenauen 
Angaben in den Befragungsprotokollen über die Häufigkeit  und Zeit-
punkte  der  Vorsprachen  der  Sicherheitskräfte  im Haus seiner  Eltern 
nicht entkräften (vgl. act. B16 S. 6), wobei der Beweiswert des Schrei-
bens aufgrund der familiären Beziehung ohnehin als gering einzustu-
fen ist. Auch der ungefähre Zeitpunkt der Verhaftung von D. bleibt un-
klar (vgl. act. B 16 S. 5). Seine Schilderung, die Sicherheitskräfte hät-
ten ihn ausschliesslich wiederholt im Haus seiner Familie gesucht und 
nicht auch im Sommerhaus der Familie, wo er sich versteckt gehalten 
habe, erscheint unglaubhaft, da dieses Versteck der Polizei nach sei-
nen  Aussagen  bekannt  gewesen  sein  müsste.  Zudem  war  es  nach 
seinen Angaben per  Kraftfahrzeug zu erreichen (vgl. act. A19 S. 6), 
auch  wenn  in  der  Beschwerdeschrift  das  Gegenteil  behauptet  wird 
(vgl. Beschwerdeschrift Art. 5).

Soweit  in  der  Beschwerdeschrift  hinsichtlich  der  Verwertbarkeit  der 
Aussagen des Protokolls der Erstbefragung bemängelt wird, es sei kei-
ne Hilfswerkvertretung beigezogen worden, ist dem entgegenzuhalten, 
dass entgegen der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  eine solche Ver-

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tretung  nicht  schon  bei  der  Empfangsstellenbefragung,  sondern  ge-
mäss Art. 30 Abs. 1 AsylG erst bei der Zweitbefragung vorgesehen ist, 
und  vorliegend  der  Hilfswerkvertreter  entsprechend   Art.  30  Abs.  4 
AsylG seine Mitwirkung an derselben unterschriftlich bestätigt hat (vgl. 
act. B16 S. 10 [Anhang]). Hinsichtlich der Erklärung der widersprüchli-
chen  Angaben  des  Beschwerdeführers  mit  seit  dem  Tod  seiner 
Schwester bestehenden psychischen Problemen und dadurch beding-
ten  Konzentrationsstörungen  in  Stresslagen  wie  Befragungen,  weist 
die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer 
erstmals in der Beschwerdeschrift dazu äussert, diese aber in den Be-
fragungen vom Dezember 2006 und Januar 2007 mit keinem Wort er-
wähnte. Auch im ersten,  abgeschlossenen Asylverfahren hat  er  sich 
hierzu nicht  geäussert. Des weiteren ist  anzumerken,  dass sich den 
Protokollen  keinerlei  Unvermögen,  die  Asylvorbringen  kohärent  und 
widerspruchsfrei zu schildern, entnehmen lässt. Den zu den Akten ge-
legten  allgemeinärztlichen  und  psychiatrischen  Berichten  sind  zwar 
Beschwerden beziehungsweise somatische Auswirkungen seiner  de-
pressiven Erkrankung - unter anderem Konzentrationsstörungen - zu 
entnehmen. Seit wann, aus welchem Grund und in welchem Ausmass 
diese bestehen und ob sie bereits zum Zeitpunkt der Befragungen be-
standen,  lässt  sich  den  Akten  allerdings  nicht  entnehmen.  Vielmehr 
wird der Zustand im zuletzt eingereichten psychiatrischen Zeugnis als 
bewusstseinsklar und  in allen Qualitäten orientiert beschrieben. Dass 
die in  den Befragungen festgestellten  Ungereimtheiten  demnach auf 
einer  psychischen  Erkrankung basierten,  lässt  sich  aus  den Arztbe-
richten nicht ableiten. Anzeichen, die widersprüchlichen Angaben des 
Beschwerdeführers  seien etwa durch Übersetzungsfehler  oder  Miss-
verständnisse  entstanden,  sind  nicht  vorhanden,  zudem hat  der  Be-
schwerdeführer  bei  beiden Anhörungen unterschriftlich  bestätigt  hat, 
er habe den Dolmetscher gut verstanden, und es wurde ihm überdies 
das Protokoll vorschriftsmässig rückübersetzt (vgl. act. B1 S. 8, B16 S. 
8, 9). 

Hinzuzufügen bleibt,  dass die unter dem Titel „Anamnese“ wiederge-
gebenen Aussagen des Beschwerdeführers im Bericht der (Name der 
Einrichtung) vom 5. April 2007, wonach seine Schwester bei der PKK 
gewesen  sei  und  Selbstmord  begangen  habe  und  die  Polizei  nach 
seinem Verschwinden aus der Türkei annehme, er sei ebenfalls bei der 
PKK und ihn per Haftbefehl suche, für das Bundesverwaltungsgericht 
nicht  glaubhaft  sind.  Die  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen  eines  Beschwerdeführers  ist  ohnehin  eine  Rechtsfrage, 

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deren  Beantwortung  -  wie  im  Übrigen  auch  die  Beweiswürdigung  - 
Aufgabe des Richters ist (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK 
in EMARK 1996 Nr. 16 E. 3e.bb S. 144, EMARK 1999 Nr. 5 E. 4f.bb S. 
31  f.  EMARK  2002      Nr.  13  E.  6c  S.  115  f.).  In  Anbetracht  der 
vorstehenden  Erwägungen  können  die  ärztlichen  Zeugnisse  daher 
nicht  als  ausschlaggebendes  Indiz  für  die  Glaubhaftigkeit  der 
Aussagen des Beschwerdeführers gewertet werden.

Anzumerken bleibt schliesslich, dass es der Beschwerdeführer unter-
lassen  hat,  die  in  Aussicht  gestellten  Prozessakten  zur  angeblichen 
Denunziation  durch  seinen  Bekannten  D. einzureichen  und  dadurch 
eine neue Beurteilung des als unglaubhaft erachteten Vorbringens her-
beizuführen. Allerdings wird die behauptete Denunziation mit den An-
gaben in der Replik vom 9. Juli 2007, wonach D. lediglich einen „Nach-
barn“ als PKK-Helfer genannt haben soll, ohnehin abgeschwächt. Die 
Erklärungen,  die  Beschaffung  der  Akten  sei  über  den  ehemaligen 
Rechtsvertreter nicht möglich gewesen, weil dieser im Jahr 2004 seine 
Anwaltstätigkeit  beendet  habe,  vermag  angesichts  der  in  der  Be-
schwerdeschrift vom 26. Januar 2007 erfolgten Ankündigung der Ein-
reichung - die wäre ja Anwaltstätigkeit bereits vor Jahren beendet ge-
wesen  -  nicht  zu  überzeugen.  Auch  wenn  sich  der  Vater  des  Be-
schwerdeführers aufgrund seiner Krankheit  und später seines Todes, 
wie durch den eingereichten aktualisierten Familienregisterauszug be-
stätigt,  nicht um die Beibringung der entsprechenden Protollauszüge 
aus den Akten von D. kümmern konnte, so erklärt dies nicht, wieso die 
Beschaffung nicht über andere Familienangehörige (vgl. act. B1 S. 3) 
- über mehrere Jahre hinweg - möglich gewesen sein soll. 

3.3 Zusammenfassend ist  festzustellen,  dass sich den vorstehenden 
Erwägungen gemäss aus der Anhörung des Beschwerdeführers keine 
Hinweise auf in der Zwischenzeit eingetretene Ereignisse ergeben, die 
geeignet  sind,  die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen,  oder die für 
die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind. Es erübrigt 
sich, auf die weiteren Ausführungen in den Eingaben einzugehen, da 
sie  an  der  rechtlichen  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Das 
BFM ist  gestützt  auf  Art.  32  Abs. 2  Bst.  e  AsylG zu Recht  auf  das 
zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten.

4.

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

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ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

5.

5.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 

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Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine  Menschenrechtssituation  in  der  Türkei  lässt  den  Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

5.5
Eine  Situation,  welche  den  Beschwerdeführer  als  "Gewalt-  oder  de-
facto-Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen 
Situation in der Türkei nicht in genereller Form bejahen. Im Jahre 2004 
beurteilte die ARK die Situation in den südöstlichen Provinzen der Tür-
kei neu (vgl. EMARK 2004 Nr. 8). Die Kommission kam zum Schluss, 

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dass  unter  Berücksichtigung  der  neu  gewürdigten  Umstände  nicht 
mehr von einer generellen Unzumutbarkeit der Rückkehr in die südöst-
lichen Provinzen der  Türkei ausgegangen werden muss. Diese Beur-
teilung hat auch für das Bundesverwaltungsgericht Gültigkeit.

6.

6.1 Es bleibt zu prüfen, ob die gesundheitlichen Beschwerden des Be-
schwerdeführers  ein  individuelles  Vollzugshindernis  bilden  könnten. 
Gemäss dem psychiatrischen Zeugnis vom 5. April 2007 leidet der Be-
schwerdeführer  an einer  mittelgradigen depressiven Episode mit  so-
matischem  Symptom  (ICD-10  F32.11).  Das  Ermessen,  welches  die 
"Kann-Bestimmung"  den  zuständigen Behörden einräumt, erfordert in 
jedem einzelnen Fall, die Situation, welche sich für die betroffene Per-
son nach Vollzug der Wegweisung im Heimatland ergäbe, und die da-
mit verbundenen humanitären Aspekte den öffentlichen Interessen ge-
genüberzustellen,  welche für  den Vollzug der  Wegweisung sprechen 
(vgl. EMARK 2003 Nr. 17  E. 6a S. 107,  EMARK 1994 Nr. 18  E. 4d 
S. 140 f.). Entsprechen die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunfts-
land nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, macht dies al-
lein den Vollzug nicht unzumutbar, hingegen dann, wenn die ungenü-
gende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebens-
bedrohende  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  nach  sich 
zieht  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  7  E.  5d,  EMARK  2003  Nr.  24  E.  5b 
S. 157 f.). Vorliegend kann davon ausgegangen werden, dass in der 
Türkei  medizinische  Strukturen  zur  Verfügung  stehen,  in  denen  der 
Beschwerdeführer  eine adäquate Behandlung finden kann. Immerhin 
benötigt er keine stationäre oder ausserordentlich komplexe Behand-
lung,  sondern  es  werden  fast  ausschliesslich  Antidepressiva  und 
angstlösende, beruhigende Medikamente verabreicht. Zudem war der 
Beschwerdeführer eigenen Angaben gemäss vor seiner Einreise in die 
Schweiz in Ankara in psychiatrischer Behandlung, weshalb eine  Fort-
setzung der in der Schweiz eingeleiteten Therapie in der Türkei nicht 
als unzumutbar zu erachten ist. Auch nach Auffassung des behandeln-
den Arztes spricht aus ärztlicher Sicht nichts gegen eine medizinische 
Behandlung im Herkunftsland. Diese hätte zudem den Vorteil, dass der 
Beschwerdeführer  eine  psychiatrische  Behandlung  in  seiner  Mutter-
sprache erhalten könnte. Von einer solchen würde er nicht zuletzt nach 
Auffassung  seines  behandelnden  Arztes  aufgrund  der  ausgeprägten 
Sprachbarriere profitieren. Allfällige vorübergehende Engpässe in der 
medikamentösen Versorgung könnten mit einem entsprechenden und 

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aus der Schweiz mitgegebenen Vorrat aufgefangen werden. In diesem 
Zusammenhang ist schliesslich auch auf die Möglichkeit der medizini-
schen  Rückkehrhilfe unter  Vorlage  entsprechender  ärztlicher  Atteste 
(Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 
11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]) hin-
zuweisen. Im Übrigen sprechen auch keine anderen Gründe gegen die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  des  Beschwerdeführers.  So 
leben eigenen Angaben zufolge seine Mutter und seine drei Brüder in 
seinem Heimatort, womit er bei einer Rückkehr ein soziales Netz vor-
finden wird. Ausserdem ist die Land und Eigentum besitzende Familie 
des  Beschwerdeführers  nicht  in  finanzieller  Bedrängnis  (vgl.  act.  A1 
S. 6).

6.2
Nach dem Gesagten erweist  sich  Vollzug der  Wegweisung auch  als 
zumutbar.

6.3 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 21 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Mareile Lettau

Versand: 

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