# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 185521a5-ec75-560c-a71b-04498e88ba13
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-12-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 01.12.2003 ZF 2003 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-47_2003-12-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 1. Dezember 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 47

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Lazzarini, Rehli und Sutter-Ambühl
Aktuar ad hoc Berti

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego 
Quinter, Goldgasse 11, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Surselva vom 7. Mai 2003, mitgeteilt am 29. August 
2003, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen Y., Beklagte und Beru-
fungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller, Post-
fach 627, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. X. trat am B. in den Dienst des A. (der heutigen Y.) als D.. Das unbe-
fristete Arbeitsverhältnis wurde mehrmals erneuert, letztmals mit Wirkung ab dem 
C. (KB 3, letztes Blatt), und inzwischen hatte X. den Rang des E. erlangt. Am 26. 
Januar 2000 kündigte er das Arbeitsverhältnis auf den 30. April 2000 (KB 8). Er 
schied bereits am 31. März 2000 aus dem Betrieb aus.

B. Nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses forderte X. eine Überstun-
denentschädigung von der Y.. Nachdem diesbezüglich keine Einigung erzielt wor-
den war, liess er im August 2001 eine Leistungsklage beim Kreisamt Lugnez an-
hängig machen. Nach fruchtloser Vermittlungsverhandlung bezog X. am 3. Dezem-
ber 2000 den Leitschein mit folgenden Begehren:

„1. Verpflichtung auf Anerkennung und Leistung von Fr. 102'783.30 zuzüglich 
5% Zins seit 15. März 1998 (mittl. Verfall).

2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 9. Januar 2002 prosequierte X. die Streitsa-
che an das Bezirksgericht Surselva unter Festhalten an den Begehren gemäss Leit-
schein. 

D. Mit Urteil vom 7. Mai 2003, mitgeteilt am 29. August 2003, wies das 
Bezirksgericht Surselva die Klage ab, auferlegte die Verfahrenskosten von insge-
samt Fr. 8'000.-- dem Kläger und verpflichtete diesen, die Beklagte ausseramtlich 
mit Fr. 31'015.70 zu entschädigen.

E. Das Bezirksgericht Surselva erwog, dass die behaupteten Forderun-
gen des Klägers insoweit nicht verjährt seien, als sie nach dem 25. Mai 1996 ent-
standen seien (angefochtenes Urteil, im folgenden „Urteil“, S. 5 E. 4 c). In der Sache 
verneinte sie den Bestand solcher Forderungen. Vorab lehnte das Bezirksgericht 
bereits im Grundsatz einen Entschädigungsanspruch für geleistete Überstunden ab, 
weil der Kläger leitender Angestellter gewesen sei (Urteil S. 6 f. E. 5 b), und die 
Parteien keine Ausnahmeregelung getroffen hätten, welche den Kläger berechtigt 
hätte, eine Auszahlung geleisteter Überstunden zu fordern (Urteil S. 7 f. E. 5c); viel-
mehr habe die Beklagte eine „Lohn- und Arbeitszeitpolitik“ gehabt, die in einem Ka-
pitel des „Kaderhandbuchs“ festgehalten sei, wonach notwendige Überstunden in 
der laufenden Saison durch Freizeit gleicher Dauer zu kompensieren seien. Ge-
stützt auf eine Würdigung der Zeugenaussagen kam das Bezirksgericht zum 

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Schluss, dass der Kläger diese Überstundenregelung gekannt haben müsse, und 
dass sie als stillschweigend vereinbarter Vertragsbestandteil zwischen den Parteien 
anzusehen sei (Urteil S. 8 f. E. 5 d). Sodann hielt das Bezirksgericht die Klage auch 
deshalb für unbegründet, weil der Kläger seine Überstunden seiner Arbeitgeberin 
nie gemeldet und auch nie eine Auszahlung derselben gefordert habe. Es träfen 
beim Kläger mehrere Elemente zusammen, die nach Lehre und Rechtsprechung 
eine Forderung nach Überstundenentschädigung als rechtsmissbräuchlich erschei-
nen liessen: Als leitender Angestellter habe er seine Arbeitszeit frei einteilen und 
Ferien- und Feiertage sowie Überstunden selbständig kompensieren können. Er 
habe nicht geltend gemacht, dass dies aus organisatorischen oder personellen 
Gründen nicht möglich gewesen sei. Als Kadermitglied habe er unter anderem die 
Aufgabe gehabt, die Arbeitszeiten des gesamten Servicepersonals einschliesslich 
seiner eigenen Arbeitszeit einzuteilen und zu koordinieren; dazu habe gemäss der 
ihm bekannten Arbeitszeitpolitik der Beklagten gehört, dass möglichst keine Über-
stunden entstanden. Das habe auch für ihn selbst gegolten. Diese Aufgabe habe er 
offenbar während einer über 25 Jahre dauernden Anstellungszeit ohne Beanstan-
dungen erfüllt. Die nach so langer Zeit und erst im nachhinein erhobene Forderung 
nach Entschädigung von Überstunden, von denen die Arbeitgeberin keine Kenntnis 
hatte, sei deshalb als rechtsmissbräuchlich zu betrachten (Urteil S. 9 ff. E. 5 e). Die 
weitere Forderung des Klägers auf eine Entschädigung für nicht bezogene Ferien, 
Feier- und Freitage wies das Bezirksgericht Surselva mit der Begründung ab, 
gemäss einem Bericht der Kontrollstelle für den L-GAV vom 15. September 2000 
sei der Kläger bei seinem Austritt unter dem Titel „nicht bezogene Ferien, Feier- und 
Freitage“ nicht nur vollständig abgegolten worden, sondern habe darüber hinaus 
37.6 Tage zuviel ausbezahlt bekommen (Urteil S. 11 f. E. 6 a und b).

F. X. liess am 17. September 2003 gegen das Urteil des Bezirksgerichts 
Surselva Berufung an das Kantonsgericht erklären und folgende Anträge stellen:

„1. Aufhebung des angefochtenen Urteils.

2. Verpflichtung der Beklagten zur Leistung von CHF 102'783.30 zuzüglich 
5% Zins seit 15. März 1998 (mittlerer Verfall).

3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge für das vorinstanzliche sowie auch für das kantons-
gerichtliche Verfahren zu Lasten der Beklagten.“

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H. Zur Hauptverhandlung vor Kantonsgericht am 1. Dezember 2003 er-
schienen der Rechtsvertreter des Klägers und Berufungsklägers, Rechtsanwalt lic. 
iur. Diego Quinter, und der Rechtsvertreter der Beklagten und Berufungsbeklagten, 
Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller. Der Vorsitzende las die Berufungs-
anträge vor. Auf das Verlesen des vorinstanzlichen Urteils wurde verzichtet, weil die 
Parteien und das Gericht dieses Dokument bereits zur Kenntnis genommen hatten. 
Der Vorsitzende stellte fest, dass die Verströstungen rechtzeitig geleistet worden 
seien. Er stellte ferner fest, dass die Vollmachten der Parteien und ein Handelsre-
gisterauszug der Berufungsbeklagten bei den Akten lägen. Gegen Zusammenset-
zung und Zuständigkeit des Gerichtes wurden keine Einwendungen erhoben. Nach-
dem keine Beweisanträge gestellt worden waren, erklärte der Vorsitzende das Be-
weisverfahren für geschlossen. 

Die Berufungsbeklagte beantragte kostenfällige Abweisung der Berufung.

Beide Rechtsvertreter gaben schriftliche Erklärungen zu den Akten im Sinne 
von Art. 51 Abs. 1 lit. b OG. 

I. Zur Begründung der Berufung liess der Kläger und Berufungskläger 
im Wesentlichen vortragen, die Vorinstanz habe zu Unrecht Albert Anton als leiten-
den Angestellten qualifiziert (Plädoyer RA Quinter S. 2); selbst wenn dieser leitender 
Angestellter gewesen wäre, hätte er nach dem anwendbaren Gesamtarbeitsvertrag 
grundsätzlich Anspruch auf eine Entschädigung für Überstunden gehabt (Plädoyer 
RA Quinter S.2 ff.); der Inhalt des Kaderhandbuches sei nicht stillschweigend ver-
einbarter Vertragsbestandteil geworden, zumal eine gegenüber dem GAV abwei-
chende Regelung der Entschädigung für Überstunden der Schriftform bedürfe (Plä-
doyer RA Quinter S.4); ferner sei die Geltendmachung einer Entschädigungsforde-
rung nicht rechtsmissbräuchlich, denn die Arbeitgeberin habe anhand der Angaben 
auf der Rückseite der vom Arbeitnehmer eingereichten Formulare „Freizeit- und Fe-
rienkontrolle“ erkennen können, dass Überstunden geleistet worden seien (Plä-
doyer RA Quinter S.5 f.) bzw. habe die Arbeitgeberin merken müssen, dass Über-
stunden betriebsnotwendig gewesen seien (Plädoyer RA Quinter S.6); die Arbeit-
nehmerin trage die Beweislast betreffend der geltend gemachten Überstunden, weil 
sie es versäumt habe, die Arbeitszeit des Klägers und Berufungsklägers zu kontrol-
lieren (Plädoyer RA Quinter S.7), zudem hätte die Vorinstanz nicht „blindlings“ auf 
den Bericht der Kontrollstelle (BB 14) vertrauen sollen (Plädoyer RA Quinter S.7 
mitte); der Arbeitnehmer habe nicht auf eine Entschädigung für geleistete Überstun-
den verzichtet (Plädoyer RA Quinter S.8), und schliesslich habe der Arbeitnehmer 

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zwar in der Zwischensaison kompensieren können, die dafür zur Verfügung ste-
hende Zeit habe aber nicht ausgereicht (Plädoyer RA Quinter S.10). Aus diesen 
Gründen sei Berufung und Klage gutzuheissen.

J. In der Berufungsantwort liess die Beklagte und Berufungsbeklagte 
kostenfällige Abweisung der Berufung beantragen und die Einrede der Verjährung 
zurückziehen, so dass allfällige seit dem 25. Mai 1996 entstandenen Forderungen 
als unverjährt zu betrachten seien. 

Zur Begründung ihrer Anträge liess die Beklagte und Berufungsbeklagte im 
Wesentlichen vortragen, der Kläger und Berufungskläger habe seine Forderungen 
weder unter dem Titel „Frei- und Ferientage sowie Ferien“ (Plädoyer RA Toller, S. 
2 f. sub 2) noch unter dem Titel „Überstunden“ (Plädoyer RA Toller, S. 3 sub 3 und 
S. 11 f. sub 12) gehörig substantiiert und bewiesen; der L-GAV 1992 sei bezüglich 
der Frage der Überstunden nicht günstiger für den Arbeitnehmer als der L-GAV 
1998 (Plädoyer RA Toller, S. 3 ff. sub 4); die Parteien seien während der ganzen 
Dauer des Arbeitsverhältnisses davon ausgegangen, dass allfällige Überstunden 
durch Kompensation in den Zwischensaisonen pauschal abgegolten seien (Plä-
doyer RA Toller, S. 5 f. sub 6), weshalb die Berufung auf die Nichterfüllung der 
Schriftform rechtsmissbräuchlich sei (Plädoyer RA Toller, S. 6 f. sub 6); auch unter 
dem L-GAV habe für Kaderleute der Grundsatz „Überstunden inbegriffen“ gegolten 
(Plädoyer RA Toller, S. 7 sub 7); selbst wenn der Kläger und Berufungskläger Über-
stunden im behaupteten Ausmass geleistet hätte, wären diese durch die ihm 
während den Zwischensaisons gewährte und bezahlte Freizeit mehr als kompen-
siert worden (Plädoyer RA Toller, S. 7 sub 8); zudem habe der Kläger und Beru-
fungskläger während des Arbeitsverhältnisses seiner Arbeitgeberin nie Überstun-
den angemeldet (Plädoyer RA Toller, S. 8 f. sub 9), obwohl eine Meldepflicht be-
stehe, wenn ein Arbeitnehmer ohne Wissen der Arbeitgeberin Überstunden leiste 
(Plädoyer RA Toller, S. 9 f. sub 10); schliesslich sei das Verhalten des Klägers und 
Berufungsklägers insgesamt rechtsmissbräuchlich, weil die Beklagte und Beru-
fungsbeklagte in guten Treuen habe davon ausgehen und darauf vertrauen können, 
dass der Kläger und Berufungskläger keine nicht kompensierten Überstunden ge-
leistet habe (Plädoyer RA Toller, S. 10 sub 11).

K. In der Berufungsreplik beanstandete der Rechtsvertreter des Klägers 
und Berufungsklägers, dass die Vorinstanz auf die Zeugenaussage der F. abgestellt 
habe. Diese Zeugin habe bei der Instruierung des Prozesses mitgewirkt und sei 

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deshalb befangen. Alsdann wies er den Vorwurf mangelnder Substantiierung unter 
Hinweis auf KB 9 zurück. 

In der Berufungsduplik hielt der Rechtsvertreter der Beklagten und Beru-
fungsbeklagten an seinen Anträgen fest.

Auf die weiteren Ausführungen der Rechtsvertreter zur Begründung ihrer An-
träge sowie auf das vorinstanzliche Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte in vermögensrechtlichen Streitigkei-
ten mit einem Streitwert von über Fr. 8'000.-- ist Berufung gegeben (Art. 218 Abs. 1 
i.V.m. Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Sie ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit 
der schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären (Art. 219 Abs. 1, 1. Satz ZPO). 
Die Erklärung hat die formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen 
Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, soweit solche noch zulässig sind, 
zu enthalten (Art. 219 Abs. 1, 2. Satz ZPO). Der Berufungsstreitwert ist im vorlie-
genden Fall erreicht, die Berufung wurde form- und fristgerecht erklärt, und der Be-
rufungskläger ist beschwert. Es ist deshalb auf die Berufung einzutreten.

2. a. Im vorliegenden Fall einzig strittig ist die Frage, inwieweit die Be-
klagte und Berufungsbeklagte dem Kläger und Berufungskläger eine Entschädi-
gung für behauptete Überstunden schuldet. In der Berufungsantwort anerkannte die 
Berufungsbeklagte, dass allfällige Forderungen unter diesem Titel nicht verjährt 
seien,  sofern sie in der Zeit nach dem 25. Mai 1996 entstanden wären.

b. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Kläger und Berufungsklä-
ger vom B. bis 31. März 2000 bei der Beklagten und Berufungsbeklagten im Service 
war, über 20 Jahre als E.. Während den Jahren 1996 - 2000 bezog er einen Brutto-
lohn von Fr. 5'880.-- und erhielt zudem eine Gratisverpflegung im Wert von Fr. 
178.50 pro Monat (BB 4 - 8); dieser Lohn wurde ihm 13 mal jährlich ausbezahlt, 
wobei das Hotel seiner Arbeitgeberin in den Zwischensaisons während insgesamt 
ca. 3 Monate geschlossen war und er während dieser Zeit frei hatte. 

3. Nach (dispositiver) Gesetzesregelung kann der Arbeitgeber im Einver-
ständnis mit dem Arbeitnehmer geleistete Überstundenarbeit innert eines angemes-

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senen Zeitraumes durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgleichen. Wird 
die Überstundenarbeit nicht durch Freizeit ausgeglichen und ist nichts anderes 
schriftlich verabredet oder durch Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag 
bestimmt, so hat der Arbeitgeber für die Überstundenarbeit Lohn zu entrichten, der 
sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel be-
misst (Art. 321c Abs. 2 OR). 

a. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dem Kläger und Berufungs-
kläger stehe grundsätzlich kein Anspruch auf Entschädigung für Überstunden zu, 
weil es sich beim Arbeitnehmer um einen leitenden Angestellten gehandelt habe 
(angefochtene Entscheidung S. 6 f. E. 5 b). 

b. Nach Art. 9 nArGV 1 (SR 822.111, in Kraft seit 1. August 2000) übt 
eine höhere leitende Tätigkeit aus, wer auf Grund seiner Stellung und Verantwor-
tung sowie in Abhängigkeit von der Grösse des Betriebes über weitreichende Ent-
scheidungsbefugnisse verfügt oder Entscheide von grosser Tragweite massgeblich 
beeinflussen und dadurch auf die Struktur, den Geschäftsgang und die Entwicklung 
eines Betriebes oder Betriebsteils einen nachhaltigen Einfluss nehmen kann. 

c. Ob es sich beim Kläger und Berufungskläger tatsächlich um einen lei-
tendenden Angestellten im Sinne der soeben zitierten Norm gehandelt hat, muss 
zumindest angezweifelt werden. Dieser liess in der Berufungsbegründung vorbrin-
gen, er habe weder Kompetenz bei Fragen der Anstellung seiner Untergebenen 
noch Entscheidungsbefugnisse in für seine Arbeitgeberin wesentlichen Ange-
legenheiten gehabt; bezüglich seiner Ferien und Freitage sei er an die Weisungen 
der Arbeitgeberin gebunden und am Betriebsergebnis sei er nicht beteiligt gewesen. 
Aus einem Arbeitszwischenzeugnis mit Datum vom 30. November 1995 (KB 4, 4. 
und 5. Blatt) sowie aus dem Schlusszeugnis vom März 2000 (KB 4, 6. Blatt) geht 
hervor, dass der Kläger und Berufungskläger die Führung einer Service-Brigade 
bestehend aus bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innehatte. Zu seinen Auf-
gaben gehörten Arbeitsplanung; Gästebetreuung; Bankettplanung sowie -abwick-
lung; Kassawesen, Tagesabrechnungen, Statistiken; Überwachung der Kaf-
feeküche/Buffetausgabe; Kleininventareinkauf und Kleininventarwesen; Einkauf 
Getränke, insbesondere des Weinkellers; und schliesslich Angebotsgestaltung und 
Mitarbeiterschulung.

d. Daraus ergibt sich, dass der Kläger und Berufungskläger zwar Ange-
stellter mit Vorgesetztenfunktion war und in der innerbetrieblichen Organisation zum 

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Kader gehörte, was im vorliegenden Fall durchaus von rechtlicher Bedeutung ist. 
Jedoch war er wohl nicht leitender Angestellter im Sinne der bundesrechtlichen Ar-
beitsgesetzgebung. Die Frage braucht indes nicht abschliessend beantwortet zu 
werden, weil, wie im Folgenden begründet wird, die Berufung selbst bei Verwerfung 
eines grundsätzlichen Ausschlusses eines Anspruches auf Entschädigung für ge-
leistete Überstunden abzuweisen ist. 

4. Der Arbeitnehmer, der eine Entschädigung für Überstunden fordert, 
trägt grundsätzlich die Darlegungs-, Substantiierungs- und Beweislast dafür, dass 
diese geleistet wurden und betriebsnotwendig waren (Art. 8 ZGB i.V.m. Art. 321c 
Abs. 1 OR). Behauptet er eine Umkehr der Beweislast, so ist es darlegungs- und 
beweispflichtig für die Umstände, aus denen eine solche Umkehr ableitet wird (Art. 
8 ZGB). 

a. Der Kläger liess in der Prozesseingabe (act. I/2 S. 3 sub 4) Folgendes 
vortragen:

 „Auf der Rückseite eines vom Arbeitgeber vorgegebenen Formulars 
mit dem Titel „Freizeit- und Ferienkontrolle“ führte der Kläger jeweils 
für sich das tägliche Pensum, Überstunden, Ferien und Feiertage 
etc. nach. Diese Zahlen stammten aus dem ebenfalls vom Kläger 
geführten Formular „Arbeits- und Freizeitkontrolle“. Zwecks Kontrolle 
wurden diese Angaben regelmässig, das heisst einmal pro Monat 
von ihm der Direktion zur Visierung vorgelegt. Diese zählte dann die 
Monatszahlen jeweils zusammen. Die Vorderseite des besagten 
Formulars füllte am Saisonende die Direktion selber aus und nahm 
gestützt darauf die entsprechenden Zahlungen vor.

Obwohl der Kläger die Überstunden in der oben beschriebenen 
Weise nachführte und die Direktion seine Zahlen akzeptierte, kam 
es nicht zur Auszahlung der Überstunden.“

Zum Beweis reichte der Kläger „1 Ordner erhaltend sämtliche in casu rele-
vanten Kontrollblätter“ ein. Dieser Ordner enthält drei Arten von Formularen, näm-
lich (1) „Freizeit- und Ferienkontrolle“, (2) „Kontrollblatt für die Arbeitszeit“, (3) „Ar-
beits- und Freitagekontrolle“. Auf S. 7 f. der Prozesseingabe liess der Kläger eine 
Berechnung der von ihm geltend gemachten Forderung vornehmen. Diese nennt 
zwar Zeiträume, Stunden und Frankenbeträge unter den Überschriften „Überstun-
den“, „Ferien- und Feiertage“ und „Freitage“ und offeriert wiederum als Beweis den 

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Ordner KB 9 sowie 2 handschriftliche Aufstellungen des Klägers betr. Überstunden 
und Feiertage/Ferien (KB 13); weder letztere noch sonstige Ausführungen im klä-
gerischen Sachvertrag nehmen substantiierten Bezug auf die im Ordner (KB 9) ent-
haltenen Formulare.

Der Kläger liess ferner den Antrag stellen, aus Händen der Beklagten seien 
„sämtliche den Kläger betreffende Lohnabrechnungen, Formulare ‚Freizeit- und Fe-
rienkontrolle’ im Original seit Mai 1996 bis und mit März 2000“ zu edieren (act. I/2 
S. 4 sub 4). In der Prozessantwort widersetzte sich die Beklagte dem Editionsantrag 
mit dem Einwand, der Kläger habe weder die Formulare „Arbeits - und Freitagekon-
trolle“ (act. I/3 S. 5 sub 9) noch die Formulare „Kontrollblatt für die Arbeitszeit“ (act. 
I/3 S. 6 sub 11) während der Dauer des Arbeitsverhältnisses der Direktion der Be-
klagten eingereicht. Der Kläger habe lediglich die Formulare „Freizeit- und Ferien-
kontrolle“ jeweils am Ende der Saison der Direktion eingereicht. Diese habe die An-
gaben des Klägers auf der Rückseite des Formulars stets akzeptiert und gestützt 
hierauf die Schlussabrechnung erstellt (act. I/3 S. 6 sub 12).

b. Die Vorinstanz hat gestützt auf eine Würdigung der Zeugenaussagen 
festgestellt, dass der Kläger während des Arbeitsverhältnisses seiner Arbeitgeberin 
lediglich die Formulare „Freizeit- und Ferienkontrolle“ und keine Kontrollblätter über 
die eigene Arbeitszeit eingereicht habe (angefochtene Entscheidung S. 10 E. 5 e, 
2. Absatz).

c. Gegen diese Feststellung als solche hat der Rechtsvertreter des Klä-
gers und Berufungsklägers in der Berufung nichts vorgetragen. Er machte aber gel-
tend, dass die Beklagte und Berufungsbeklagte die Überstunden ihres Arbeitneh-
mers jederzeit anhand der Angaben auf der Rückseite der unbestrittenermassen 
eingereichten Formulare „Freizeit- und Ferienkontrolle“ hätte erkennen können (Plä-
doyer RA Quinter, S. 5). Diese Argumentation ist nicht nachvollziehbar. Auf der 
Rückseite der Formulare „Freizeit- und Ferienkontrolle“, wie aus den im ersten Fach 
des Ordners KB 9 vorhandenen Kopien ersichtlich, werden stets halbe oder ganze 
Arbeitstage vermerkt, welche der Kläger und Berufungskläger offenbar als kompen-
sationspflichtige Ferien- und Freitage geltend macht. Angaben zu einzelnen Über-
stunden fehlen dort gänzlich. Mithin hat es der Kläger und Berufungskläger - trotz 
entsprechender Rüge der Gegenpartei in der Prozessantwort - versäumt, substan-
tiert darzutun, weshalb ihm welche Überstunden, die nicht bereits durch die Erfas-
sung im einzigen Formular („Freizeit- und Ferienkontrolle“), das er unbestrittener-
massen seiner Arbeitgeberin eingereicht hat, zu entschädigen seien. Damit ist der 

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Vorwurf der mangelnden Substantiierung begründet und dem Kläger und Beru-
fungskläger zum vorneherein das Argument abgeschnitten, seine Arbeitgeberin 
hätte erkennen müssen, dass er Überstunden in grossem Ausmass geleistet habe, 
die nicht im erwähnten Formular angegeben seien. Einerseits behielt der Kläger und 
Berufungskläger am Saisonende bei der Einreichung des Formulars „Freizeit- und 
Ferienkontrolle“ jeweils für sich, dass ihm seines Erachtens weitere Ansprüche aus 
Überstunden zustünden. Andererseits erklärte er mehrmals, wie der Zeuge H. aus-
sagte (act. IV/2 S. 2 ad Frage 5), dass Überstunden in seinem Bereich kein Thema 
seien. Im nachhinein das Gegenteil behaupten zu wollen, ist ein venire contra fac-
tum proprium, das nicht zu hören ist (Art. 2 Abs. 2 ZGB). 

5. Selbst wenn man die Behauptung einer Gesamtsumme von Überstunden 
mit einem pauschalen Hinweis auf nicht weiter erläuterte Aufzeichnungen als genü-
gend substantiiertes Vorbringen gelten lassen wollte, scheitert die Klage und die 
Berufung daran, dass die Beklagte und Berufungsbeklagte in guten Treuen davon 
ausgehen durfte, dass der Kläger und Berufungskläger sämtliche allenfalls während 
der Saison geleisteten Überstunden mit bezahlter Freizeit während der Zwischen-
saison habe pauschal kompensieren können. Zu diesem Schluss ist bereits die Vor-
instanz in nicht zu beanstandender Würdigung der Zeugenaussagen gelangt (an-
gefochtene Entscheidung S. 7 E. 5 b, worauf im Sinne von Art. 229 Abs. 3 ZPO 
verwiesen wird). Unbehelflich ist hierbei der Einwand, die Zeugin F. habe bei der 
Instruierung des Prozesses mitgewirkt und sei deshalb befangen, wurde doch die 
geschilderte Kompensationsregelung von der weiteren Zeugin G. (act. IV/3 S. 2 ad 
Frage 6), welche seit 1986 als Direktionssekretärin bei der Beklagten und Beru-
fungsbeklagten arbeitet und deren Aussage vom Kläger und Berufungskläger nicht 
in Frage gestellt worden ist, klar bestätigt. Ob diese Übung als stillschweigend ver-
einbarter Vertragsbestandteil zwischen den Parteien qualifiziert werden kann, wie 
die Vorinstanz annahm (angefochtene Entscheidung S. 8 f. E. 5 d), kann offen blei-
ben. Denn jedenfalls dadurch, dass der Kläger und Berufungskläger während des 
ganzen (28-jährigen) Arbeitsverhältnisses seiner Arbeitgeberin gegenüber unbe-
strittenermassen nie signalisiert hat, dass seine voll entlöhnte Freizeit in den Zwi-
schensaisons für die Kompensation seiner Überstunden nicht ausreiche, schaffte er 
zugunsten der Beklagten und Berufungsbeklagten einen Vertrauenstatbestand, auf 
den diese sich verlassen durfte. 

Die Beklagte und Berufungsbeklagte hat denn auch bereits in der Prozes-
santwort mit einer Aufstellung zur Freizeit des Klägers und Berufungsklägers 
während der Zwischensaisons für die prozessrelevante Zeitspanne dargelegt (BB 

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10), dass insgesamt 357 Tage für die Kompensation von Überstunden zur Verfü-
gung gestanden haben. Der Kläger und Berufungskläger hat nirgends dargetan, 
weshalb dies nicht ausgereicht haben soll, sondern lediglich am Ende der Beru-
fungsbegründung ohne weitere Erläuterung behauptet, dass diese Zeit nicht ausge-
reicht habe. Damit ist der Kläger und Berufungskläger auch in dieser Hinsicht seiner 
Substantiierungspflicht nicht nachgekommen.

6. Bei dieser Sachlage könnte an sich offen bleiben, ob - wie die Vorin-
stanz angenommen hat - die Erhebung der eingeklagten Forderung auf Entschädi-
gung nicht während des Arbeitsverhältnisses der Arbeitgeberin gemeldeten Über-
stunden als rechtsmissbräuchlich zu bezeichnen sei. Indes ist auch diesbezüglich 
der Vorinstanz zuzustimmen, dass beim Kläger und Berufungskläger gerade mehe-
rere Elemente zusammentreffen, die nach Lehre und Rechtsprechung eine Forde-
rung nach Überstundenentschädigung als missbräuchlich erscheinen lassen. Es 
wird diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Ent-
scheidung S. 9 ff. in E. 5 e verwiesen (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz hat zu 
Recht die Klage abgewiesen.

7. Der Kläger und Berufungskläger machte auch eine Forderung für eine 
zusätzliche Entschädigung gestützt auf die während des Arbeitsverhältnisses je-
weils zum Saisonende eingereichten Formulare „Freizeit- und Ferienkontrolle“ gel-
tend. Die Vorinstanz wies diesen Teil der Klage unter Bezugnahme auf Feststellun-
gen in einem Bericht der Kontrollstelle für den L-GAV vom 15. September 2000 (BB 
14) ab. Der Bericht kommt zum Schluss, der Kläger sei bei seinem Austritt unter 
dem Titel „nicht bezogene Ferien, Feier- und Freitage“ nicht nur vollständig abge-
golten worden, sondern habe darüber hinaus 37.6 Tage zuviel ausbezahlt bekom-
men (Urteil S. 11 f. E. 6 a und b).

Der Kläger und Berufungskläger wirft der Vorinstanz vor, „blindlings“ darauf 
vertraut zu haben. Er verliert aber kein Wort darüber, weshalb die Festellungen der 
Kontrollstelle, welche zwar der freien richterlichen Beweiswürdigung unterliegen, 
aber im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände Beweiswert haben (vgl. PKG 
1989 Nr. 22), unzutreffend sein sollen. Die Berufung ist mithin auch in diesem Punkt 
abzuweisen. 

8. Damit erweist sich die Berufung insgesamt als unbegründet. Sie ist in 
Bestätigung der angefochtenen Entscheidung vollumfänglich abzuweisen.

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9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Berufungskläger die Kos-
ten des Verfahrens von Fr. 8’195.-- (Gerichtsgebühr Fr. 8'000.--, Schreibgebühr Fr. 
195.--)  zu tragen (Art. 122 Abs. 1 ZPO). Die Berufungsbeklagte hat er mit Fr. 
3'809.05 zu entschädigen (Art. 122 Abs. 2 ZPO).

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 8’195.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
8'000.--, Schreibgebühr Fr. 195.--) gehen zu Lasten des Berufungsklägers, 
der zudem die Berufungsbeklagte ausseramtlich mit Fr. 3'809.05 zu entschä-
digen hat.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: