# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2e12032-2fb4-51b5-a3f5-6f1e14a12760
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2008 A-1479/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1479-2006_2008-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1479/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Michael Beusch (Vorsitz), Daniel Riedo, 
Markus Metz, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (Vorsteuerabzug).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1479/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG (vormals: "Y._______ Suisse AG") wurde gestützt 
auf  ihre  Angaben  in  den  Fragebogen  zur  Anmeldung  als  Mehrwert-
steuerpflichtige vom 14. Juli 1997 bzw. vom 3. November 1997 (letzte-
res  im  Rahmen eines  Gesuchs  um Gestattung  einer  Option  für  die 
Steuerpflicht)  unter  der  Mehrwertsteuer-Nummer  ...  in  das  von  der 
Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  geführte  Register  ein-
getragen.  Damals  umschrieb  sie  ihre  Geschäftstätigkeit  in  Überein-
stimmung mit  dem statutarischen Zweck mit  "Erbringung von Dienst-
leistungen im Bereich der Konzernleitung sowie Halten von Beteiligun-
gen und Handel mit Waren aller Art". Ihr Gesuch um Abrechnung nach 
vereinnahmten Entgelten wurde von der ESTV am 7. Dezember 1998 
bewilligt.

B.
Am 8. Juli 1999 führte die ESTV bei der X._______ AG eine Kontrolle 
nach  Art. 50  der  Verordnung  vom  22. Juni  1994  über  die  Mehr-
wertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) durch. Dabei stellte der Aussen-
dienstmitarbeiter der ESTV fest, dass die Beschwerdeführerin die ge-
samten  Aufwendungen  für  den  Umbau  der  Liegenschaft  Burg 
B._______ in ... als Vorsteuer in Abzug gebracht hatte, obwohl seiner 
Ansicht  nach  ein  Teil  der  Räumlichkeiten  (Wohnungen,  Sauna,  Fit-
nessstudio, Aufenthaltsraum mit Bar) nicht geschäftlich genutzt wurde. 
Aus diesem Grund ermittelte  die  ESTV den Anteil  der  ihrer  Ansicht 
nach  nicht  geschäftlich  genutzten  Räumlichkeiten  am  Gebäude  und 
nahm daraufhin eine verhältnismässige Kürzung des Vorsteuerabzugs 
im Umfang  von Fr. 173'204.65 für  den  Umbau und  Fr. 32'639.80  für 
Einrichtung und Möbel  vor. Zusätzlich wurden weitere, laut ESTV zu 
Unrecht  geltend  gemachte  Vorsteuern  von  insgesamt  Fr. 6'231.-- 
aufgerechnet  und  die  geldwerten  Leistungen  an  das  Personal  mit 
Fr. 253.85 berücksichtigt.

Mit  der  am 20. Juli  1999  ausgestellten  Ergänzungsabrechnung  (EA) 
Nr.  ...  machte  die  ESTV  eine  Steuernachforderung  von  insgesamt 
Fr. 212'329.-- (173'204.65 + 32'639.80 + 6'231.-- + 253.85) zuzüglich 
Verzugszins  geltend.  Diese  Steuernachforderung  wurde  von  der 
X._______  AG  am  22. September  1999  beglichen,  wobei  die 
Verzugszinsen  durch  Verrechnung  des  Vorsteuerüberschusses  des 
zweiten Quartals 1999 und einer Saldozahlung der Gesellschaft vom 
17. November 1999 beglichen wurden.

Seite 2

A-1479/2006

C.
Mit Schreiben vom 29. September 1999 stellte sich die X._______ AG 
auf den Standpunkt, die gesamte Liegenschaft sei geschäftlich genutzt 
und  schlug  deshalb  vor,  für  die  sich  in  der  Geschäftsliegenschaft 
befindliche  Wohnung  (4. Obergeschoss  [OG])  und  die  drei  Hotel-
Appartements  (3. OG)  den  Mietwert  zu  berücksichtigen  und  damit 
mehrwertsteuerlich ihre Beherbergungsleistungen abzurechnen. Auch 
die Aufrechnung der weiteren, laut ESTV zu Unrecht vorgenommenen 
Vorsteuerabzüge  wurde  bestritten.  Die  ESTV  ihrerseits  legte  der 
X._______ AG in ihrem Schreiben vom 25. Oktober 1999 dar, dass die 
Aufrechnung  der  (angeblich)  zu  Unrecht  vorgenommenen 
Vorsteuerabzüge erfolgt sei, weil die dazugehörigen Rechnungen den 
Anforderungen von Art. 29 MWSTV nicht genügt hätten. Bezüglich der 
Liegenschaft  Burg B._______ hielt  sie an ihrer  Beurteilung der nicht 
geschäftlichen  Nutzung  der  Wohnräume,  der  Sauna,  des  Auf-
enthaltsraums mit Bar sowie des Fitnessstudios fest.

Nachdem die X._______ AG mit Schreiben vom 23. November 1999 
an der Ausfällung eines anfechtbaren Entscheids im Sinn von Art. 51 
MWSTV festgehalten hatte, erliess die ESTV am 12. Juli  2000 einen 
solchen. Darin hielt sie an der bestrittenen EA Nr. ... vom 20. Juli 1999 
und  der  damit  geltend  gemachten  Steuernachforderung  von 
Fr. 212'329.-- zuzüglich Verzugszins fest. 

D.
Dagegen liess die X._______ AG am 12. September 2000 Einsprache 
erheben.

Mit Schreiben vom 7. Oktober 2003 ersuchte die ESTV die X._______ 
AG,  die  geschäftliche  Nutzung  des  Sitzungszimmers  "Rittersaal" 
(4. OG),  der  Wohnung  (4. OG)  und  der  drei  Appartements  (3. OG) 
anhand  von  Aufstellungen  über  deren  Nutzung  zu  belegen.  Die 
X._______ AG wurde zudem aufgefordert, zur Klärung ihrer geschäftli-
chen  Tätigkeit  den  in  einem  Schreiben  erwähnten  Management-
Vertrag  oder  aber  anderweitige  sachdienliche  Unterlagen  einzu-
reichen,  aus welchen die Tätigkeit  der  Gesellschaft  klar  hervorgehe. 
Dieser  Aufforderung  kam  die  X._______  AG  mit  Schreiben  vom 
8. Dezember 2003 nach.

Am  27. Juni  2005  erging  der  Einspracheentscheid,  in  welchem  die 
ESTV die Teilrechtskraft  ihres Entscheids  vom 12. Juli  2000 im Um-
fang von Fr. 6'484.85 feststellte und die Einsprache der X._______ AG 

Seite 3

A-1479/2006

im  Übrigen  abwies.  Sie  erkannte  ferner,  dass  die  Gesellschaft  den 
geforderten  Steuerbetrag  von  Fr. 205'844.15  zuzüglich  Verzugszins 
seit dem 15. Juli 1998 zu Recht bezahlt habe.

E.
Mit  Eingabe  vom  22. August  2005  liess  die  X._______  AG  (Be-
schwerdeführerin) gegen diesen Entscheid Beschwerde bei der Eidge-
nössischen Steuerrekurskommission (SRK) erheben und beantragen, 
dass auf den gesamten Umbau der Liegenschaft Burg B._______ und 
auf  den Einrichtungsgegenständen der  Vorsteuerabzug ungekürzt  zu 
gewähren sei – alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las-
ten der ESTV. 

Zur Begründung erörterte sie zunächst in ausführlicher Art und Weise 
die Ausgangslage im Jahr 1997 bei Beginn der Umbauarbeiten bis hin 
zu  aktuellen  Gegebenheiten  und  stellte  sich  dann  aufgrund  der  ge-
schilderten Ausgangslage auf den Standpunkt, dass die gesamte Lie-
genschaft Burg B._______ ausschliesslich geschäftlich und keinesfalls 
gemischt  genutzt  worden  sei.  Der  Leistungsbezug  sei  tatsächlich  in 
einem  objektiven  und  erkennbaren  wirtschaftlichen  Zusammenhang 
mit ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Neben der unbestrittenen unmittelba-
ren  Verwendung  der  anerkanntermassen  als  geschäftlich  genutzten 
Räume sei auch die mittelbare und die (bloss) beabsichtigte Verwen-
dung zum Vorsteuerabzug berechtigt.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2005 schloss die ESTV auf 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung 
in  erster  Linie  auf  ihre  Darstellungen  im  Einspracheentscheid  vom 
27. Juni  2005.  Überdies  machte  sie  geltend,  dass  die  von  der 
Beschwerdeführerin  eingereichten  Unterlagen,  welche  nicht  die  hier 
fraglichen  Steuerperioden  (2. Quartal  1997  bis  1. Quartal  1999) 
betreffen,  nicht  berücksichtigt  werden könnten. Schliesslich habe die 
Beschwerdeführerin aufgrund der widersprüchlichen Angaben und Un-
terlagen  nicht  dargelegt  bzw.  nachgewiesen,  wer  (namentlich)  die 
(drei, sich im 3. OG befindlichen) Appartements und die Wohnung (im 
4. OG)  benutzt  habe.  Demzufolge  sei  die  Beschwerdeführerin  den 
Nachweis, dass durch die Nutzung der fraglichen Räume bei ihr eine 
geschäftliche, zum Vorsteuerabzug berechtigende Verwendung vorlie-
ge, schuldig geblieben.

Seite 4

A-1479/2006

G.
Mit Schreiben vom 29. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen habe.

Auf  die  Begründungen  in  den  Eingaben  der  Parteien  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängi-
gen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
Art. 37 VGG das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist  zur  Behandlung der Beschwerde sach-
lich wie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

1.2 Am  1. Januar  2001  sind  das  Bundesgesetz  vom  2. Septem-
ber 1999 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) sowie die da-
zugehörige Verordnung (MWSTGV, SR 641.201) in Kraft getreten. Der 
zu beurteilende Sachverhalt hat sich indessen in den Jahren 1997 bis 
1999 zugetragen. Auf die vorliegende Beschwerde ist damit grundsätz-
lich noch bisheriges Recht anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darü-
ber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtser-
hebliche Sachumstand verwirklicht  hat. Gelangt  das Gericht  nicht zu 
diesem Ergebnis, kommen die Beweislastregeln zur Anwendung; es ist 
zu  Ungunsten desjenigen zu urteilen,  der  die  Beweislast  trägt  (statt 
vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 vom 7. Mai 
2008 E. 1.4, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit weite-

Seite 5

A-1479/2006

ren Hinweisen). Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, 
welche die Steuerpflicht  als solche begründen oder die Steuerforde-
rung erhöhen, d.h. für die steuerbegründenden und -mehrenden Tatsa-
chen. Demgegenüber ist  der Steuerpflichtige für  die steueraufheben-
den und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, d.h. für solche Tatsa-
chen,  welche  Steuerbefreiung  oder  Steuerbegünstigung  bewirken 
(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht 
in  Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 vom 7. Mai 2008 
E. 1.4, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, je mit Hinweisen). 
Eine vom Steuerpflichtigen zu beweisende steuermindernde Tatsache 
stellt  etwa  jene  dar,  die  zum  Vorsteuerabzug  berechtigt  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.406/2002  vom  31. März  2004  E. 3.4;  Entscheide 
der SRK vom 15. Oktober 1999, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der 
Bundesbehörden [VPB] 64.47 E. 5b, vom 14. Januar 2005,  veröffent-
licht in VPB 69.88 E. 3c/bb mit Hinweis).

1.4 Die Beschwerde richtet  sich im vorliegenden Fall  gegen die von 
der ESTV im Rahmen der besagten EA verweigerten Vorsteuerrücker-
stattungen  von  Fr. 173'204.65  für  "aktivierte  Baukosten"  und 
Fr. 32'639.80  für  "aktivierte  Einrichtungen  und  Möbel",  was  dem  im 
Einspracheentscheid vom 27. Juli 2005 geforderten Steuerbetrag von 
(abgerundet) Fr. 205'844.15 entspricht. Dabei geht es in Anlehnung an 
die Aufstellung der Beschwerdeführerin um folgende Räume:

- Sauna (Untergeschoss [UG]) 62,0 m²

- Küche (Erdgeschoss [EG]) 7,5 m²

- Abstellraum (EG) 6,3 m²

- Waschen/Putzen (EG) 6,2 m²

- 3 Hotel-Appartements (3. OG) 160,0 m²

- Dachwohnung (4. OG) 97,7 m²

- Sitzungszimmer «Rittersaal» (4. OG) 40,0 m²

- Archivraum (4. OG) 22,3 m²

- Aufenthaltsraum/Besprechungszimmer (5. OG) 85,0 m²

- Fitnessraum (5. OG) 10,0 m²

Mithin  richtet  sich  die  Beschwerde gegen  die  Bewertung der  ESTV, 
dass (lediglich) ein Anteil von 41% (d.h. eine Fläche von 345 m²) der 
Gesamtfläche  der  fraglichen  Liegenschaft  (842 m²)  als  geschäftlich, 
wogegen ein Anteil  von 59% (entspricht der Fläche der aufgelisteten 
streitigen  Räume,  d.h.  497  m²)  als  nicht  geschäftlich  genutzt  gelte. 

Seite 6

A-1479/2006

Nicht bestritten wird hingegen die in der EA vorgenommene Berech-
nung des zum Vorsteuerabzug berechtigten Anteils als solche.

2.
2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die im Inland gegen Entgelt 
erbrachten  Lieferungen  von  Gegenständen  und  Dienstleistungen 
(Art. 4  Bst. a  und b  MWSTV).  Damit  eine  steuerbare  Leistung über-
haupt  vorliegt,  muss  sie  im  Austausch  mit  einer  Gegenleistung 
(Entgelt)  erfolgen. Die  Entgeltlichkeit  stellt  ein  unabdingbares  Tatbe-
standsmerkmal  einer mehrwertsteuerlichen Leistung dar (Ausnahme: 
Eigenverbrauch  [Art. 4  Bst. c  MWSTV]).  Besteht  kein  Austauschver-
hältnis in  diesem Sinn zwischen Leistungserbringer und -empfänger, 
ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den Gel-
tungsbereich der Mehrwertsteuer (statt vieler: Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts  A-1630/2006  und  A-1631/2006  vom  13. Mai  2008 
E. 2.1,  A-1567/2006  vom 28. Dezember  2007  E. 2.2.1,  A-1431/2006 
vom 25. Mai 2007 E. 2.1; Entscheid der SRK vom 18. November 2002, 
veröffentlicht in VPB 67.49 E. 2a/cc).

2.2 Verwendet ein Steuerpflichtiger Gegenstände oder Dienstleistun-
gen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann er in seiner Steuer-
abrechnung die ihm von anderen Steuerpflichtigen in  Rechnung ge-
stellte Steuer für Lieferungen und Dienstleistungen abziehen (Art. 29 
Abs. 1 und 2 MWSTV). Für Ausgaben ohne geschäftlichen Charakter 
besteht kein Vorsteuerabzugsrecht (BGE 123 II 295 E. 6a).

2.2.1 Das  anwendbare  schweizerische  Mehrwertsteuerrecht  schreibt 
in systemgerechter Weise und – in Abweichung der Rechtsprechung 
des EuGH und etwa des deutschen Rechts zum "erfolglosen Unter-
nehmer" – zwingend vor, dass der Steuerpflichtige die Eingangsleis-
tung für steuerbare Lieferungen oder Dienstleistungen, mithin für eine 
der Steuer unterliegende Ausgangsleistung letztlich  auch verwenden 
muss, damit er die auf der Eingangsleistung lastende Steuer als Vor-
steuer abziehen kann. Nicht genügend ist demnach eine lediglich für 
die Zukunft beabsichtigte Verwendung, weil das schweizerische Recht 
den Vorsteuerabzug an die tatsächliche Verwendung der Eingangsleis-
tung für  steuerbare  Umsätze knüpft  und nicht  nur  an  die  Unterneh-
menseigenschaft (Urteil des Bundesgerichts 2A.349/2004 vom 1. De-
zember  2004 E. 4.3.2  mit  Hinweis auf  DANIEL RIEDO,  Vom Wesen der 
Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entspre-
chenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische  Recht,  Bern  1999, 

Seite 7

A-1479/2006

S. 257 ff.).  Gemäss  konstanter  schweizerischer  Rechtsprechung  be-
darf es denn auch eines "objektiven wirtschaftlichen Zusammenhangs 
zwischen steuerbarer Eingangs- und Ausgangsleistung", mithin, "dass 
die  Eingangsleistung  in  eine  Ausgangsleistung  mündet".  Folglich  ist 
ein  minimaler  Zusammenhang  zwischen  Eingangs-  und  steuerbarer 
Ausgangsleistung nach dem hier anwendbaren Recht zwingend, auch 
wenn der Zusammenhang kein direkter zu sein braucht, d.h. ein mittel-
barer genügt. Geschäftlich begründete Ausgaben, die nicht im Zusam-
menhang mit  steuerbaren Leistungen stehen,  berechtigen nicht  zum 
Vorsteuerabzug  (zum  Ganzen  statt  vieler:  Entscheid  der  SRK  vom 
14. März 2006, veröffentlicht in VPB 70.79 E. 2c; vgl. BGE 132 II 353 
E. 8.3,  8.4,  10,  123  II  295  E. 6a;  Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.650/2005 vom 16. August  2006 E. 3.4,  2A.175/2002 vom 23. De-
zember 2002 E. 5.2 in fine, 2A.273/2002 vom 13. Januar 2003 E. 5.2 
in  fine;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1357/2006  vom 
27. Juni 2007 E. 2 mit Hinweisen). 

2.2.2 Für die Umschreibung der zum Vorsteuerabzug berechtigenden 
Ausgaben  mit  "geschäftlichem  Charakter"  kann  laut  Bundesgericht 
nicht bedenkenlos auf das Recht der direkten Bundessteuer und den 
dort  verwendeten Begriff  der "geschäftsmässig begründeten Aufwen-
dungen" zurückgegriffen werden, denn den beiden Steuern lägen un-
terschiedliche Besteuerungsziele zugrunde. Wegen der anders gearte-
ten Steuersysteme liessen sich bei der Mehrwertsteuer die "Ausgaben 
mit  geschäftlichem  Charakter"  nicht  nach  einkommenssteuerrechtli-
chen Kriterien bestimmen. Selbst wenn bei der direkten Bundessteuer 
zwischen den Ausgaben für die Erzielung des Einkommens (im organi-
schen Sinn) und der Verwendung des Einkommens unterschieden wer-
de, entspreche der Begriff der Einkommensverwendung bei der direk-
ten  Steuer  nur  teilweise  demjenigen  des  Endverbrauchs  (siehe  so-
gleich E. 2.2.3) im mehrwertsteuerlichen Sinn (BGE 123 II 295 E. 6b 
mit Hinweisen).

2.2.3 Die Mehrwertsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die den Endver-
braucher belasten soll. Fliesst die Eingangsleistung nicht in steuerbare 
Ausgangsleistungen im soeben beschriebenen Sinn ein,  liegt Endver-
brauch (beim Steuerpflichtigen) vor (vgl. BGE 132 II 353 E. 10, ferner 
E. 8.2; RIEDO, a.a.O., S. 141 f.). Denn Endverbrauch ist nicht zwingend 
privat. Auch steuerpflichtige Unternehmen können ein Nebeneinander 
von  unternehmerischer  und  nichtunternehmerischer  Betätigung  auf-
weisen (sog. "Verbrauch in der Unternehmenssphäre"; BGE 132 II 353 

Seite 8

A-1479/2006

E. 8.2,  123  II  295  E. 7a;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1630/2006 und A-1631/2006 vom 13. Mai 2008 E. 2.2, A-1373/2006 
vom 16. November 2007 E. 2.2).

Was  unter  "Endverbrauch"  zu  verstehen  ist,  lässt  sich  der  verfas-
sungsmässigen Umschreibung der  Mehrwertsteuer  nicht  entnehmen. 
In BGE 123 II 295 hat das Bundesgericht dazu, unter Hinweisen auf 
die deutsche Literatur,  erwogen,  dass Verbrauch im Zusammenhang 
mit  der  Mehrwertsteuer  nicht  im  Sinn  eines  physischen  Verzehrs, 
sondern als Einkommensverwendung für den Erwerb von Gütern und 
Dienstleistungen für den persönlichen Gebrauch definiert werde. End-
verbrauch liege vor, wenn die fraglichen Güter oder Dienstleistungen 
nicht  mehr  Gegenstand  von  weiteren  entgeltlichen  Leistungen  sein 
könnten. Endverbraucher  sei  somit  derjenige,  der einen Gegenstand 
oder eine Dienstleistung zu seinem persönlichen Gebrauch (und nicht 
für eine geschäftliche Tätigkeit) erstehe und der die Steuer schliesslich 
trage,  weil  er  sie  nicht  durch  einen  weiteren  Umsatz  überwälzen 
könne. Der Endverbrauch sei grundsätzlich privat, doch sei das nicht 
zwingend. Gewisse  –  aus  der  Sicht  des  Einkommenssteuerrechts  – 
geschäftliche Ausgaben könnten für Tätigkeiten erfolgen, die ausser-
halb des Unternehmenszwecks lägen, das heisse für die betriebliche 
Leistungserstellung nicht unmittelbar notwendig seien. Dazu gehörten 
namentlich alle Ausgaben, die durch die geschäftliche Tätigkeit veran-
lasst seien, aber die Lebensführung der Begünstigten berühren wür-
den (E. 7a mit Hinweisen).

3.
3.1 Im  vorliegenden  Fall  bezweckte  die  Beschwerdeführerin  nach 
eigenen Angaben die "Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der 
Konzernleitung sowie (das) Halten von Beteiligungen und (den) Han-
del mit Waren aller Art" (oben Bst. A). Zum Zeitpunkt der Renovation 
und  des  Ausbaus  der  zur  Diskussion  stehenden  Liegenschaft  Burg 
B._______  habe  die  Leitung  des  Y._______-Konzerns  geplant,  die 
damals noch als Y._______ Suisse AG (vgl. oben Bst. A) firmierende 
Schweizer  Gesellschaft  zum  Konzernstabszentrum  auszubauen  mit 
dem  Plan,  nach  Erteilung  der  in  etwa  drei  Jahren  erwarteten  Gas-
Export-Lizenzen  für  Zentraleuropa  den  Gashandel  für  Zentraleuropa 
über die Schweiz abzuwickeln. Man sei damals davon ausgegangen, 
dass bis zu 40 Arbeitnehmer in der Burg B._______ arbeiten würden. 
Da ein entscheidender Teil des gehandelten Gases aus Turkmenistan 
gestammt und der Konzern mit ..., ... (Zypern), ... und ... (Florida) vier 

Seite 9

A-1479/2006

Haupt-Landesbüros unterhalten habe (und noch heute unterhalte), der 
Konzern somit faktisch 24 Stunden am Tag geöffnet gewesen sei, und 
die  Bauordnung  für  das  gewählte  Objekt  Burg  B._______  zwingend 
vorgeschrieben  habe,  dass  nur  50%  der  Liegenschaft  mit 
Geschäftsräumen  und  50%  mit  Wohnräumen  ausgestattet  werden 
durften,  habe  man  beschlossen,  neben  den  Büros  in  Erfüllung  der 
Bauvorschriften einen "Hotel Stock" und eine "Sekretärinnenwohnung" 
einzubauen,  damit  im  Notfall  eine  24-stündige  Betreuung  der 
Büroeinrichtungen gewährleistet gewesen wäre. 

Ursprünglich sei nicht nur geplant gewesen, dass die Mitarbeiter der 
Konzernstabsstelle in ... für die gesamte IT-Vernetzung des Konzerns 
weltweit  und  die  Konzernkonsolidierung  zuständig  gewesen  wären, 
sondern dass über die Liegenschaft Burg B._______ zum einen auch 
der zentraleuropäische Gashandel stattgefunden hätte. Zum anderen 
hätten  in  ...  abseits  der  Hektik  der  drei  operativen Zentren  in  ...,  ... 
und  ...  die  Verhandlungen  mit  bestehenden  und/oder  zukünftigen 
Geschäftspartnern  wegen  der  verhältnismässigen  Ruhe  und 
Ungestörtheit  stattfinden  sollen.  Dies  sei  die  Ausgangslage  im  Jahr 
1997  bei  Beginn  der  Umbauarbeiten  gewesen.  In  der  Zwischenzeit 
habe  sich  (jedoch)  gezeigt,  dass  die  Mitarbeiter  der  Be-
schwerdeführerin zwar für den ganzen Konzern das Konzernprogramm 
"Oracle  Financials"  in  ...  implementiert  hätten,  dass  aber  schon  die 
Kontrolle  und  Überwachung  der  IT-Vernetzung  des  Konzerns  nicht 
durch  ...  erfolgt  sei,  und  zudem  die  Erteilung  von  Exportlizenzen 
ausserhalb  von  Russland  in  den  nächsten  zehn  Jahren  völlig  un-
realistisch wäre. 
In diesem Zusammenhang sei auch der von der ESTV im angefochte-
nen  Entscheid  angeführte  Management-Vertrag  zwischen  der  Be-
schwerdeführerin  und  der  Y._______  International  ...  LLC zu sehen. 
Seit ihrem Bestehen habe die Beschwerdeführerin Management- und 
Dienstleistungen  für  die  LLC  vorgenommen  und  sei  von  dieser  im 
Gegenzug für  sämtliche  ihrer  Projekte  einschliesslich  dem Um-  und 
Ausbau der Burg B._______ finanziert worden.

De facto habe sich die Beschwerdeführerin in keiner Phase in geplan-
ter  Weise entwickeln können. Heute  stelle  sich  die Situation  so  dar, 
dass der Konzernverwaltungsrat grundsätzlich den Entscheid gefasst 
habe, den russischen Gashandel und auch das Territorium Russland 
nach Möglichkeit zu meiden. Eine Ausdehnung der Geschäftstätigkeit 
nach Europa stehe heute nicht mehr zur Diskussion; forciert  würden 

Seite 10

A-1479/2006

andere Kontinente wie beispielsweise Südamerika. Aus diesem Grund 
habe die Konzernleitung auch beschlossen, die Burg B._______ nach 
Möglichkeit  zu  verkaufen.  In  Anbetracht  der  wiedergegebenen  Aus-
gangslage überrasche es nicht, dass die tatsächliche, ausschliesslich 
geschäftliche  Nutzung  der  Liegenschaft  Burg  B._______  nicht  so 
nachdrücklich und nachhaltig habe belegt werden können, wie wenn 
dies  im  Fall  des  vollen  Ausbaus  der  Konzernstabsstelle  möglich 
gewesen wäre. Dennoch gelte es grundsätzlich festzuhalten, dass die 
Liegenschaft  in  den  sieben  Jahren  seit  ihrer  Eröffnung  nach  dem 
Umbau  ausschliesslich  geschäftlich  genutzt  worden  sei,  und  dass 
nicht  nur  die  Büroräumlichkeiten,  sondern  auch  die  Hotel-
Appartements, die Wohnung und der Fitnessraum mit der Sauna nur 
von  Geschäftspartnern  bzw.  Mitarbeitern  des  Y._______-Konzerns 
während ihrer Aufenthalte in ... genutzt worden seien.

3.2 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  sie  erziele  bis  heute 
Umsätze  ausschliesslich  aus  Managementtätigkeiten,  die  gemäss 
Art. 6 MWSTV als steuerbare Dienstleistungen zu qualifizieren seien. 
Dies werde auch von der ESTV anerkannt, nachdem sie auf den von 
ihr als geschäftlich genutzten Anteilen den Vorsteuerabzug zugelassen 
habe. Die  Kürzung sei  lediglich  im Verhältnis  der  von der  ESTV als 
nicht-geschäftlich genutzt qualifizierten Räume erfolgt. Dazu gelte es 
festzuhalten,  dass die Benutzung der  fraglichen Räume durchaus in 
einem  unmittelbaren  Zusammenhang  mit  der  Geschäftstätigkeit  des 
Y._______-Konzerns stehe und nicht der Kundenbetreuung diene. Und 
schon  gar  nicht  dienten  diese  Räume  den  persönlichen  Interessen 
eines  Konzernleitungsmitglieds  oder  einer  anderen  Person  der 
Y._______.  Ebensowenig  werde  mit  den  fraglichen  Räumen  das 
Betriebsklima  verbessert,  zumal  diese  für  Personen  gebraucht 
würden, die gerade nicht von der Beschwerdeführerin angestellt seien. 
Die "Zur-Verfügung-Stellung" der "Hotel-Zimmer" sei  ein notwendiger 
Aufwand zur  Erreichung des Geschäftszwecks gewesen,  weil  neben 
den  Kosteneinsparungen  auf  lange  Sicht  (wohl  gegenüber  der 
angeblich  teureren  Alternative,  die  Konzern-Mitarbeiter  in  ...  Hotels 
einquartieren  zu  müssen),  eine  durch  die  Bindung  an  das  Haus 
bessere,  erfolgsversprechende Atmosphäre  habe geschaffen werden 
können. Dabei habe es sich auch mit Verweis auf die entsprechenden 
Erstellungskosten nicht um Luxusausgaben gehandelt.

3.3 Die  steuerbare  Ausgangsleistung der  Beschwerdeführerin  –  und 
nur auf diese kommt es an (sogleich E. 3.3.1) – besteht nach eigenen 

Seite 11

A-1479/2006

Angaben ausschliesslich aus Dienstleistungen in  Form von Manage-
menttätigkeiten. Im Übrigen hätten Mitarbeiter von ihr für den ganzen 
(Y._______-)Konzern das Konzernprogramm "Oracle Financials" in ... 
implementiert. Hingegen sei schon die Kontrolle und Überwachung der 
IT-Vernetzung  des  Konzerns  nicht  durch  ...  erbracht  worden,  was 
gleichermassen für  die (eigentliche)  Konzernkonsolidierung gelte. Im 
Folgenden ist somit zu prüfen, ob zwischen dem Umbau der streitigen 
Räume  und  dem  von  der  Beschwerdeführerin  generierten 
Ausgangsumsatz  ein  rechtsgenügender  Zusammenhang  besteht,  so 
dass die entsprechenden Aufwendungen für den Umbau der fraglichen 
Räume  (der  "Rittersaal"  wird  unten  E. 3.4  separat  behandelt)  als 
geschäftsmässig begründet erachtet werden können.

3.3.1 Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass es nicht  – wie dies die 
Beschwerdeführerin  ausführt  –  auf  die  allfällige  "geschäftliche  Nut-
zung"  der  hier  zu  beurteilenden  Räume  durch  Mitglieder  des 
Y._______-Konzerns  bzw.  dessen  Konzernleitung  etc.  ankommt. 
Unwesentlich  ist  mithin  namentlich  die  Aussage  der 
Beschwerdeführerin,  wonach  die  Benutzung  der  fraglichen  Räume 
durchaus  "in  einem  unmittelbaren  Zusammenhang  mit  der 
Geschäftstätigkeit  des  Y._______-Konzerns"  stehe  und  nicht  der 
Kundenbetreuung  diene  (oben  E. 3.2).  Entscheidend  und  von  aus-
schlaggebender Bedeutung kann vorliegend nur die tatsächliche Nut-
zung für steuerbare Zwecke durch die Beschwerdeführerin selbst sein. 
Mithin ist  für  die Berechtigung zum Vorsteuerabzug wesentlich,  dass 
die  Beschwerdeführerin  (als  Steuerpflichtige)  selbst  die 
Eingangsleistung für  die entsprechende Ausgangsleistung verwendet 
(vgl. oben E. 2.2).

3.3.2 Des weiteren ist nicht einzusehen, weshalb die Beschwerdefüh-
rerin im Zusammenhang mit der Erbringung namentlich von Manage-
mentleistungen Wohn-, Ess- und Aufenthaltsräume oder gar eine Sau-
na  bzw.  einen  Fitnessraum  zur  Verfügung  stellen  müsste.  Vielmehr 
stellen  solche  Räume (freiwillige)  unentgeltliche  Leistungen  der  Be-
schwerdeführerin an das Personal oder Mitarbeiter des Konzerns dar, 
die zweifellos über das geschäftlich Notwendige hinaus gehen. Denn 
die  Umsätze der  Beschwerdeführerin  haben  ihren  Ursprung  nicht  in 
der Zurverfügungstellung beispielsweise von Aufenthaltsräumen oder 
einer Sauna. Damit fehlt es aber an einem objektiven wirtschaftlichen 
Zusammenhang zwischen den steuerbaren Eingangsleistungen (Um-
bau der betreffenden Räume) und den steuerbaren Ausgangsleistun-

Seite 12

A-1479/2006

gen  (namentlich  Managementdienstleistungen).  Mit  anderen  Worten 
fehlt es in Bezug auf die besagte Eingangsleistung bereits an einem 
minimalen Zusammenhang zum steuerbaren Ausgangsumsatz, zumal 
selbst  die  von  der  ESTV anerkannten  Räume (benutzte  Büroräume 
[2. OG],  unbenutzte  Büroräume  [1. OG],  Sitzungszimmer  [EG]  etc.) 
keinen direkten, sondern lediglich mittelbaren Zusammenhang mit den 
steuerbaren  Ausgangsleistungen  der  Beschwerdeführerin  aufweisen. 
Dies wäre beispielsweise anders, wenn die Beschwerdeführerin statu-
tarisch die Führung eines Hotels bezweckte. Diesfalls wäre der direkte 
(unmittelbare)  Zusammenhang  zwischen  dem  Umbau  von  Hotelzim-
mern (als steuerbare Eingangsleistungen) und der Vermietung dersel-
ben  (als  steuerbare  Ausgangsleistung)  offensichtlich  und  damit  ein-
deutig gegeben. Ein solcher Fall liegt hier indes nicht vor, weshalb die 
(steuerbare)  Eingangsleistung  der  Beschwerdeführerin  in  Bezug  auf 
die fraglichen Räume nicht in die (steuerbare) Ausgangsleistung mün-
den konnte. Infolgedessen liegt  bei  der Beschwerdeführerin, was die 
streitigen Räume angeht, Endverbrauch vor. Denn wie erwähnt braucht 
Endverbrauch nicht  zwingend privat  zu  sein. Vielmehr  entspricht  die 
nicht  steuerbare  Zurverfügungstellung  von  Hotel-Appartements  und 
Aufenthaltsräumen,  einer  Wohnung,  eines  Fitnessraums  bzw.  einer 
Sauna etc. vorliegend typischerweise einem Fall von sog. Verbrauch in 
der  Unternehmenssphäre,  was  als  Endverbrauch  zu  qualifizieren  ist 
(vgl. oben E. 2.2.3). 

3.3.3 Ein Vorsteuerabzug rechtfertigt sich auch deshalb nicht, weil die 
unentgeltliche Zurverfügungstellung der besagten streitigen Räume in 
einem weiteren  Sinn  zwar  durch  die  geschäftliche  Tätigkeit  der  Be-
schwerdeführerin  veranlasst  sein mag, dennoch primär  die "Lebens-
führung  der  Begünstigten"  berührt  (vgl.  oben  E. 2.2.3,  2. Absatz  in 
fine). Dies wird im Übrigen auch von der  Beschwerdeführerin  selbst 
eingestanden, seien doch die "Hotelräume" in einem Stil eingerichtet, 
der vor allem nach Massgabe des Zielpublikums dem russischen Ge-
schmack entspreche. Weil die nächsten Restaurants nicht in unmittel-
barer Nähe seien, sei der gemeinsame Aufenthaltsraum ausgiebig ge-
nutzt worden, was auch die dort installierte Karaoke-Maschine erkläre. 
Die  Sauna  sei  im  Zusammenhang  mit  dem  "Hotel-Stock"  im  3. Ge-
schoss, aber auch ganz generell  den Konzern-Bedürfnissen entspre-
chend errichtet  worden,  "um den beherbergten Konzern-Mitarbeitern 
und/oder  Gästen  den  Aufenthalt  möglichst  angenehm  zu  gestalten". 
Dabei gelte es zu berücksichtigen, "dass (es) zu den Gepflogenheiten 
russischer  Geschäftsleute  (...gehöre),  Verhandlungen  in  einem  ge-

Seite 13

A-1479/2006

meinsamen Saunabesuch  ausklingen  zu  lassen,  wozu  der  Konzern-
chef  auch  einige  Male  seinen  eigenen  Masseur"  mitgebracht  habe. 
Und schliesslich sei der Fitnessraum mit drei Fitnessgeräten bestückt 
worden,  "die  der  Konzernchef  als  ehemaliger  Spitzensportler  bei 
seinen Aufenthalten in ... benutzt" habe. 

Damit erfolgten die Ausgaben für den Umbau der Liegenschaft teilwei-
se, d.h. was die hier behandelten streitigen Räumlichkeiten anbelangt, 
für  Tätigkeiten,  die ausserhalb des Unternehmenszwecks liegen und 
daher  für  die  betriebliche  Leistungserstellung  nicht  unmittelbar  not-
wendig sind (vgl. oben E. 2.2.3, 2. Absatz in fine). Anders ausgedrückt 
dienten die betreffenden Räume primär der privaten Bedürfnisbefriedi-
gung oder dem Endverbrauch des Personals und der (ausländischen) 
Konzern-Mitarbeiter, der Konzernleitung bzw. den Besuchern der Be-
schwerdeführerin,  was  keinen  Vorsteuerabzug  rechtfertigt  (vgl.  BGE 
132 II 353 E. 10).

3.3.4 Die Beschwerdeführerin geht ferner davon aus, dass neben der 
unmittelbaren bzw. mittelbaren auch die geplante und damit beabsich-
tigte Verwendung der fraglichen Räume sie zum Vorsteuerabzug be-
rechtige. Letzteres versucht sie nachzuweisen, indem sie relativ aus-
führlich die "Ausgangslage im Jahr 1997 bei Beginn der Umbauarbei-
ten"  erläutert  und  auf  den  Management-Vertrag  hinweist  (vgl.  oben 
E. 3.1).  Eine  solche  (bloss)  beabsichtigte  Verwendung  genügt  nach 
dem Gesagten jedoch nicht. Erforderlich ist vielmehr, dass die steuer-
baren  Umbauarbeiten  an  den  im  Streit  liegenden  Räumen  als  Ein-
gangsleistungen tatsächlich, sei es unmittelbar oder mittelbar für Aus-
gangsumsätze, d.h. für steuerbare Lieferungen oder Dienstleistungen 
der  Beschwerdeführerin  letztlich  auch  verwendet  wurden  (oben 
E. 2.2.1). In diesem Zusammenhang hat aber die Beschwerdeführerin 
selber  zugestanden,  dass  sich  ihre  Geschäftstätigkeit  in  den letzten 
Jahren nicht so entwickelt habe, wie sie geplant gewesen sei (E. 3.1, 
3. Absatz). Demnach hat  die ESTV den von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Vorsteuerabzug auch insofern zu Recht nicht aner-
kannt, als die fraglichen Räume "wegen der nicht-geplanten Entwick-
lung  des  Geschäftsverlaufs"  bisher  (nur)  kaum  oder  gar  nicht  "ge-
schäftlich" eingesetzt worden sind.

3.3.5 Entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  besteht  somit 
zwischen dem Umbau der streitigen Räume und ihrem Ausgangsum-
satz namentlich für (angebliche) Managementleistungen weder ein un-

Seite 14

A-1479/2006

mittelbarer  noch  ein  mittelbarer  Zusammenhang. Insofern  waren  die 
Aufwendungen der Beschwerdeführerin für den Umbau der fraglichen 
Räume geschäftsmässig nicht  begründet. Demnach  wurden die Um-
baukosten  für  folgende  Räumlichkeiten  der  Liegenschaft  der  Be-
schwerdeführerin mangels geschäftlicher Nutzung bzw. infolge fehlen-
der tatsächlicher Verwendung zu Recht nicht zum Vorsteuerabzug zu-
gelassen (vgl. oben E. 3.3.1 bis 3.3.4): Hotel-Appartements im 3. OG 
und Wohnung im 4. OG sowie die (jeweils) dazugehörigen Aufenthalts- 
bzw. Nebenräume (d.h. insbesondere  "Waschen/Putzen"  im EG,  Ab-
stellraum für Getränke im EG, Küchen im EG sowie im 3. und 4. OG, 
"Archivraum"  im  4. OG,  "Aufenthaltsraum/Besprechungszimmer"  im 
5. OG). Dasselbe  gilt  für  die  zur  Verfügung  gestellten  Freizeiträume 
(wie Fitnessraum im 5. OG und Sauna im UG). 

3.4 Was den "Rittersaal" im 4. OG anbelangt, macht die Beschwerde-
führerin  geltend,  dieser sei  "niemals bis  heute nicht-geschäftlich ge-
nutzt oder gar vermietet" worden. Im Vergleich zum Sitzungszimmer im 
EG,  das  (bei  zwei  möglichen  Stehplätzen)  Platz  für  maximal  zehn 
Personen biete, sei der "Rittersaal" "bedeutend grösser". Dieser könne 
bis zu 20 Personen Platz  bieten und habe einen Besprechungstisch 
mit  14  Stühlen.  Deshalb  werde  normalerweise  dieser  Raum  für 
Sitzungen des Konzernverwaltungsrats, an dem in der Regel 12 bis 16 
Personen  teilnehmen  würden,  benutzt.  Die  vorliegend  ebenfalls  zu 
beurteilende  "3  ½  Zimmer-Wohnung"  umfasse  die  "Sekretärinnen-
Wohnung"  mit  Schlafzimmer,  Wohnzimmer,  Esszimmer  und  Küche 
(einerseits)  sowie  den  "Rittersaal"  (andererseits),  wobei  letzteres 
Zimmer  nie  als  Bestandteil  der  "Sekretärinnen-Wohnung"  geplant 
gewesen sei.

3.4.1 Die  Beschwerdeführerin  stützt  ihre  Argumentation  in  der  Be-
schwerde vom 22. August  2005 unter  anderem auf  Sachverhaltsdar-
stellungen aus der Zeit vor bzw. nach der kontrollierten Periode. Dies 
betrifft  namentlich  Umsatz-  und  Geschäftsentwicklungen  des 
Y._______-Konzerns.  Als  Beweismittel  legt  sie  zudem  verschiedene 
Urkunden  (wie  beispielsweise  aktuelle  Konzernstruktur-Folien, 
Konzern-Jahresrechnungen, Frontseiten der Traktandenlisten und/oder 
Protokolle von Sitzungen, Verkaufsprospekte über die Burg B._______ 
und  mehr)  ins  Recht,  die  sich  fast  ausschliesslich  auf  Zeiträume 
ausserhalb der kontrollierten Periode beziehen. Da jedoch vorliegend 
einzig der von der ESTV kontrollierte  Zeitraum vom 1. Mai  1997 bis 
31. März  1999  streitig  ist,  sind  sämtliche  Ausführungen  der 

Seite 15

A-1479/2006

Beschwerdeführerin (einschliesslich Belege), welche die Zeit vor oder 
nach der streitigen Periode betreffen, wie die ESTV zu Recht dafürhält 
(oben  Bst. F),  für  die  hier  zu  beurteilende  Angelegenheit  nicht  zu 
berücksichtigen.

3.4.2 Den  vorgenommenen  Innenausbau  der  Liegenschaft  Burg 
B._______  begründet  die  Beschwerdeführerin  ferner  damit,  dass 
aufgrund  der  damals  massgebenden  Bauordnung  "nur  50%  der 
Liegenschaft  mit  Geschäftsräumen  und  50%  mit  Wohnräumen 
ausgestattet  werden durfte",  weshalb man beschlossen habe, neben 
den  Büros  in  Erfüllung  der  Bauvorschriften  einen  "Hotel  Stock"  und 
eine  Sekretärinnen-Wohnung  einzubauen  (oben  E. 3.1).  Die 
Umsetzung  dieser  Absicht  wird  denn  auch  mittels  eines 
Schätzungsberichts  vom  21. Dezember  1998  der  Z._______ 
Immobilien  Treuhand  AG,  ...  (Beilage  zu  act. 21),  belegt.  Danach 
handelt es sich bei der Liegenschaft Burg B._______ um eine Parzelle 
mit  einem "Wohn- und Geschäftshaus", das in einer "Wohnzone 3A" 
liegt.  Ausserdem  wird  unter  dem  Titel  "Gebäudeeinteilung  und 
Mietwert"  für  das  4. Stockwerk  Folgendes  aufgeführt:  "3 ½  Zimmer-
wohnung,  Küche/Essen,  Schrankraum,  Bad/Dusche/WC,  Ab-
stellräume" (zum geschätzten Netto-Mietwert  von) Fr. 26'400.-- sowie 
einen "Schrankraum 16 m²" (zum Wert von) Fr. 2'400.--. Hingegen er-
wähnt der mit der Schätzung beauftragte Treuhänder im Bericht weder 
einen  "Rittersaal"  noch  ein  anderweitiges  Besprechungszimmer  im 
4. OG, dies im Unterschied zum Sitzungszimmer im EG, welches er 
explizit als "Besprechung" aufführt. Kommt hinzu, dass die Beschwer-
deführerin in ihrem Schreiben vom 29. September 1999 – worauf die 
ESTV zu Recht hinweist – selber eine Fläche von 144 m² von insge-
samt 160 m² des 4. OG der Liegenschaft den (angeblich) von ihr er-
brachten  "Beherbergungsleistungen"  zuordnet.  In  Anbetracht  dessen 
muss die Beschwerdeführerin damals selbst davon ausgegangen sein, 
dass keines der 3 ½ Zimmer der  Dachwohnung geschäftlich  genutzt 
wurde, hätte sie doch ansonsten der ESTV nicht vorgeschlagen,  die 
Umsatzsteuer auf dem gesamten Mietwert der Wohnung (Fr. 26'400.--) 
zu entrichten (vgl. oben Bst. C).

3.4.3 Schliesslich  obliegt  der  Nachweis,  dass  eines  der  Zimmer  der 
Dachwohnung im 4. OG von Beginn weg (d.h. nach Abschluss der Re-
novations-  und  Umbauarbeiten)  ausschliesslich  geschäftlich  als  Sit-
zungszimmer ("Rittersaal") genutzt werden sollte und auch tatsächlich 
als solches genutzt wurde, der Beschwerdeführerin. Dieser Nachweis 

Seite 16

A-1479/2006

ist  der  Beschwerdeführerin  für  den  hier  zu  beurteilenden  Zeitraum 
nicht  gelungen. Was die kontrollierte  und hier einzig zu beurteilende 
Periode anbelangt (E. 3.4.1), reichte die Beschwerdeführerin ein einzi-
ges Dokument ein, das eine am 18. Juli 1998 an ihrem Firmensitz ab-
gehaltene VR-Sitzung der  "Y._______ Group BV"  belegen  soll.  Dies 
stellt  indessen  in  freier  Beweiswürdigung  sämtlicher  zu 
berücksichtigenden  Akten  (vgl.  oben  E. 3.4.1)  keinen 
rechtsgenügenden Nachweis für die Existenz eines "Rittersaals" sowie 
dessen  "geschäftsmässige"  Nutzung  dar. Den  daraus  resultierenden 
Nachteil hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. oben E. 1.3).

Die Beschwerde ist (schon) aus vorgenannten Gründen vollumfänglich 
abzuweisen.

4.
4.1 Die  Beschwerdeführerin  führt  schliesslich  aus,  der  Einwand  der 
ESTV,  es  handle  sich  bei  der  Überlassung  der  "Hotel-Zimmer"  um 
einen  Umsatz  gemäss  Art. 14  Ziffer  17  MWSTV,  verkenne  die 
Tatsache, dass ihr die Benutzer (der Zimmer) nie eine Gegenleistung 
erbringen mussten – ganz im Gegensatz z.B. zum "Hotelbau" mit 12 
Appartements  in  ...,  der  ebenfalls  dem Konzern  gehöre  und wo die 
Benutzer jede Nacht ca. 100 USD bezahlen müssten. 

4.2 Aufgrund  der  dargestellten  Regelung  (oben  E. 2)  sind  (ohnehin) 
nur  solche  Ausgaben  zum Vorsteuerabzug  zulässig,  die  in  direktem 
oder indirektem Zusammenhang mit einem steuerbaren Ausgangsum-
satz stehen. Kein Vorsteuerabzug ist demnach für Leistungen möglich, 
die unentgeltlich erfolgen, weil es in solchen Fällen an der Steuerbar-
keit  des Umsatzes fehlt  (vgl. oben E. 2.1; Urteil  des Bundesgerichts 
2A.349/2004 vom 1. Dezember 2004 E. 5.3 mit Hinweisen). Indem die 
Beschwerdeführerin ihre Wohn-, Aufenthalts- und Freizeiträumlichkei-
ten (Sauna, Fitnessraum) unentgeltlichen zur Verfügung stellt, ist kein 
Austauschverhältnis  zwischen  ihr  und  den  Begünstigten  gegeben, 
womit diese Leistung mehrwertsteuerlich irrelevant ist und nicht in den 
Geltungsbereich der Mehrwertsteuer fallen kann.

5.
Die  Beschwerde  erweist  sich  somit  in  allen  Teilen  als  unbegründet. 
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskosten 
in  der  Höhe  von  Fr. 4'000.--  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher  Höhe  zu  verrechnen.  Eine  Parteientschädigung  an  die  Be-

Seite 17

A-1479/2006

schwerdeführerin ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e con-
trario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Michael Beusch Keita Mutombo

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-

Seite 18

A-1479/2006

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 19