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**Case Identifier:** f1e97269-dea2-5f2c-8fd7-7e17fc7a71e4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.11.2014 IV 2012/359
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-359_2014-11-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/359

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 10.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 10.11.2014
Art. 28 IVG. Art. 6 ATSG. Begriff der adaptierten Tätigkeit. Es ist trotz des 
Vorliegens neuropathischer Schmerzanteile mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit 
in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Da die Beschwerdeführerin ihre 
rechte Hand noch als Zudienhand einsetzen kann und sie in einer optimal 
adaptierten Tätigkeit wegen der Radialisparese funktionell nicht 
eingeschränkt ist, wäre ein Tabellenlohnabzug von mehr als 10 % nicht 
gerechtfertigt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. November 2014, IV 
2012/359).

Entscheid Versicherungsgericht, 10.11.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 10. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, meldete sich am 23. August 2010 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (berufliche Integration/Rente, 

IV-act. 1). Sie gab an, sie habe in B.___ eine dreijährige Lehre als Verkäuferin 

absolviert. Seit dem Jahr 1998 arbeite sie in der Klinik C.___. Sie leide seit November 

1988 unter Kraftlosigkeit und Schmerzen in Schulter, Ellenbogen, Arm und Hand. Der 

ganze Arm sei gefühllos. Sie sei vom 17. bis 31. Mai 2010 zu 100 % und ab 31. Mai 

2010 bis auf Weiteres zu 50 % arbeitsunfähig gewesen.

A.b  Gemäss dem am 31. August 2010 eingereichten Fragebogen für Arbeitgebende 

(IV-act. 6) beschäftigte die Klinik C.___ die Versicherte seit Dezember 1998. Seit dem 

Jahr 2010 sei sie zu 60 % in der Hauswirtschaft und zu 40 % in der Cafeteria tätig. Seit 

dem 1. Juni 2010 arbeite sie krankheitsbedingt nur noch zu 50 %. Ihr AHV-

beitragspflichtiger Lohn betrage Fr. 44'950.--. Im Frühjahr habe man ihr die 

Aufstockung ihres Pensums in der Cafeteria angeboten. Sie habe dieses Angebot 

jedoch abgelehnt. Die Arbeit als Raumpflegerin beinhalte keine schweren Arbeiten 

(Heben, Tragen). Zu den Tätigkeiten in der Cafeteria gehörten das Heben von 

Getränkeharassen, die Bedienung der Kasse, das Auffüllen von Regalen und 

Putzarbeiten.

A.c  Am 6. September 2010 fand ein telefonisches Gespräch zwischen dem Hausarzt 

Dr. med. D.___, Allgemeine Medizin FMH, und dem RAD-Arzt Dr. E.___ statt (IV-act. 16 

- 1 f.). Der Hausarzt gab an, dass die Versicherte seit 20 Jahren (postoperativ) an einer 

chronischen vollständigen Radialisparese rechts mit Überlastungsreaktionen im Sinne 

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einer Periarthropathia humeroscapularis bzw. einer Epicondylopathie des rechten 

Ellenbogens leide. Sie sei durch sensomotorische Ausfälle in der rechten Hand und 

durch Schmerzen als Folge der damit zusammenhängenden Überlastungsreaktionen 

des rechten Armes in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. In der Cafeteria wie auch in 

allen anderen Tätigkeitsbereichen sei sie weiterhin zu 50 % arbeitsfähig. Der Hausarzt 

reichte das unterzeichnete und handschriftlich ergänzte Gesprächsprotokoll sowie 

weitere medizinische Berichte am 20. September 2010 ein. Gemäss einem 

Operationsbericht des Spitals F.___ war bei der Versicherten wegen einer verminderten 

Streckfähigkeit des III. und teilweise des II. Finger rechts, wegen eines atypischen 

Verlaufs der Strecksehne III unter dem dorsalen Retinaculum sowie wegen einer 

leichten Tenosynovialitis am 24. Januar 1989 eine Teilspaltung des dorsalen 

Retinaculums, eine Strecksehnentenolyse sowie eine Resektion der Tenosynovialis im 

Bereich des dorsalen Retinaculums rechts durchgeführt worden (IV-act. 16 - 36 f.). Am 

8. Mai 1998 hatte das Rätische Kantons- und Regionalspital Chur (heute: Kantonsspital 

Graubünden) wegen des Verdachts auf ein Kompressionssyndrom des N. radialis im 

Ellenbogenbereich rechts eine langstreckige Exploration des N. Radialis mit Spaltung 

der Frohse-Arkade durchgeführt (Operationsbericht: IV-act. 16 - 20). Dr. med. G.___, 

Oberarzt Neurologische Abteilung der Rehabilitationsklinik Valens, hatte am 21. 

Dezember 2005 berichtet (IV-act. 16 - 16 ff.), aus neurologischer Sicht bestehe ein 

Residualzustand nach schwerer chronifizierter Radialisparese rechts, die vor sieben 

Jahren operativ dekomprimiert worden sei. Postoperativ sei es jedoch zu keiner 

Besserung gekommen. Elektromyographisch hätten bereits 1998 chronifizierte 

neurogene Veränderungen mit hochgradiger Lichtung des Aktivitätsmusters in den vom 

Nervus radialis versorgten Muskeln nachgewiesen werden können. In letzter Zeit seien 

zeitweise Überlastungsbeschwerden durch die Fehlbelastungen im Hand-/

Vorderarmbereich rechts hinzugekommen. Zusätzlich habe die Versicherte über 

Schmerzen im ventralen Schulterbereich rechts berichtet, welche auf eine 

Ansatztendinose der kurzen Bizepssehne am Korakoid zurückgeführt werden könnten. 

In dieser Region bestehe auch eine ausgeprägte Druckschmerzhaftigkeit. Ein vor zwei 

Jahren durchgeführtes MRI habe zudem eine AC-Gelenksarthrose rechts gezeigt. 

Bezüglich der Ausfallsymptomatik seien die Befunde im Vergleich zur Voruntersuchung 

im Jahr 1998 weitgehend unverändert geblieben. Hinzugekommen sei eine 

möglicherweise perioperativ aufgetretene sensible Störung im 

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Radialisversorgungsgebiet rechts. Dr. med. H.___, Facharzt FMH Neurologie, hatte die 

Versicherte am 6. Juli 2010 untersucht und die folgenden Diagnosen angegeben: 

Nervus interosseus posterior Syndrom rechts (Status nach Spaltung der Frohse-Arkade 

1998, Ausschluss Kompressionsneuropathie N. medianus und ulnaris rechts, aktuell 

keine Hinweise mehr auf akute Schädigung des N. radialis rechts) und 

Zervikobrachialgie (Bericht vom 7. Juli 2010, IV-act. 16 - 6 ff.). Dr. H.___ war zum 

Schluss gekommen, dass bei der Versicherten eindeutig Folgeschäden einer Parese 

des distalen motorischen Endastes des N. radialis vorlägen. Im M. extensor digitorum 

communis rechts fänden sich zwar keine akuten Denervierungszeichen mehr, aber 

doch erhebliche chronische neurogene Veränderungen. Die Funktion der rechten Hand 

sei durch die Radialisparese sicherlich weitgehend aufgehoben. Insofern sei es 

gerechtfertigt, von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen.

A.d  Der RAD-Arzt hatte am 6. September 2010 festgehalten (IV-act. 9), die einge­

schränkte bzw. fehlende Handgelenksextension und fehlende Streckung der Finger 

führe zu einer Behinderung des Greifvorganges und zu einer deutlichen Kraftminderung 

im Faustschluss. Bei entsprechender Adaption dürfte aber von einer vollständigen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.

A.e  Gemäss dem IK-Auszug (IV-act. 11) hat die Versicherte im Jahr 2007 ein AHV-bei­

tragspflichtiges Einkommen von Fr. 53'367.--, im Jahr 2008 ein solches von Fr. 

56'911.-- und im Jahr 2009 ein solches von Fr. 50'281.-- erzielt.

A.f   Am 18. November 2010 löste die Klinik C.___ das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 

2011 auf (IV-act. 29). Gemäss einem FI-Assessmentprotokoll vom 29. November 2010 

(IV-act. 30) habe die Versicherte das Angebot der Klinik C.___ (nachfolgend: 

Arbeitgeberin), das Pensum in der Cafeteria um 20 % zu erhöhen, abgelehnt. Die 

Versicherte fühle sich in der Cafeteria nur zu 50 % arbeitsfähig, obwohl es sich gemäss 

der Arbeitgeberin bei dieser Tätigkeit wie auch bei der Tätigkeit in der Hauswirtschaft 

um leichte Tätigkeiten handle. Am 1. Dezember 2010 teilte die IV-Stelle der 

Versicherten mit, dass die Eingliederungsberatung abgeschlossen werde, da sie sich 

subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 32).

B.   

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B.a  Mit Vorbescheid vom 19. Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

die Ablehnung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 36). Die Abklärungen hätten 

ergeben, dass es ihr aus medizinischer Sicht zumutbar sei, eine leichte, 

leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % auszuüben. Bei den zuletzt ausgeübten 

Tätigkeiten in der Hauswirtschaft und in der Cafeteria habe es sich um leichte 

Tätigkeiten gehandelt, in denen sie zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei.

B.b  Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte einwenden, der Bericht der von 

der Taggeldversicherung in Auftrag gegebenen dreitägigen Abklärung in der Klinik I.___ 

stehe noch aus (IV-act. 37). Die Versicherte sei gemäss ihrem Hausarzt nach wie vor 

nur zu 50 % arbeitsfähig. Am 16. März 2011 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter der 

Versicherten mit, dass sie das Gutachten der Klinik I.___ abwarte, bevor sie definitiv 

über den Rentenanspruch verfüge (IV-act. 40).

B.c  Am 1. Juni 2011 reichte der Rechtsvertreter das erweiterte Konsilium der Klinik 

I.___ ein (Bericht vom 14. Januar 2011, IV-act. 45 - 1 ff.). Neben einer medizinischen 

Untersuchung war eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) 

durchgeführt worden (IV-act. 45 - 5 ff.). Die Klinik gab an, die Versicherte leide unter 

einer partiellen distalen Radialisparese rechts (dominante Seite) sowie an einer chro­

nischen Zervikobrachialgie rechts. Klinisch habe sich wie in den Voruntersuchungen 

eine Atrophie und eine Parese der radialisinnervierten Muskeln rechts gezeigt. 

Zusätzlich habe die Versicherte Schmerzen im gesamten rechten Arm und der Schulter 

angegeben (wie seit 2006 in den Arztberichten beschrieben), welche, bei muskulärer 

Dekonditionierung der Schultergürtel- und Armmuskulatur rechts, myofascial bedingt 

seien. Die klinische Untersuchung habe keine Hinweise für das Vorliegen von 

segmentalen Funktionsstörungen zervikal respektive für eine strukturelle Problematik 

als Ursache der angegebenen Schulterschmerzen ergeben. Die EFL habe bei guter 

Leistungsbereitschaft und Testkonsistenz als arbeitsbezogen relevante Probleme eine 

schmerzhafte Funktionsstörung der rechten Hand mit partieller Parese der Finger und 

Handgelenkextensoren, eine erhebliche Dekonditionierung der gesamten 

Schultergürtel- und Armmuskulatur rechts sowie ein Schonverhalten mit 

Schmerzfokussierung gezeigt. Die körperliche Belastbarkeit habe allgemein im Bereich 

einer leichten Arbeit mit Einsatz der rechten Hand als Hilfs- und Stützhand gelegen. Die 

Reinigungstätigkeit erfordere einen repetitiven kraftvollen Einsatz der rechten Hand/des 

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rechten Armes. Diese Arbeitsanforderung liege deutlich über den funktionellen 

Leistungslimiten der Versicherten, weshalb ihr die Reinigungstätigkeit aus 

medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Die Tätigkeit in der Cafeteria sei ihr noch 

im Halbtagespensum zumutbar. Medizinisch-theoretisch zumutbar seien der 

Versicherten körperlich leichte Tätigkeiten mit Einsatz der rechten dominanten Hand als 

Hilfs- und Stützhand. Aufgrund der nachvollziehbaren neuropathischen Schmerzanteile 

sei von einem erhöhten Erholungsbedarf auszugehen, was vermehrte Pausen 

notwendig mache (zwei Stunden pro Tag). Die Leistungsfähigkeit der Versicherten 

betrage in einer optimal adaptierten Tätigkeit daher 75 %. Zur Steigerung der 

allgemeinen körperlichen Belastbarkeit sowie der Kraft und Kraftausdauer im 

Schultergürtel und Arm rechts sei die Durchführung einer Trainingstherapie zu 

empfehlen. Die Klinik empfahl zudem, berufliche Massnahmen zu prüfen.

B.d  Der RAD-Arzt erklärte am 16. Juni 2011, dass die Schlussfolgerungen der Klinik 

I.___ aus versicherungsmedizinischer Sicht plausibel und nachvollziehbar seien. Am 11. 

Juli 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr Beratung und Unterstützung 

bei der Stellensuche gewährt werde (IV-act. 49).

B.e  Am 1. Januar 2012 trat die Versicherte eine Stelle als Verkäuferin in einem Mode­

geschäft in einem Pensum von ca. 40 % (15 - 20 Stunden pro Woche) an (IV-act. 62). 

Mit Mitteilung vom 19. April 2012 schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab 

(IV-act. 67).

B.f   Am 18. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter mit, dass sie an ihrem 

Rentenentscheid festhalte, da aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 75 % 

in einer adaptierten Tätigkeit bestehe und der Versicherten daher keine Rente zustehe 

(IV-act. 68). Dagegen wendete der Rechtsvertreter am 1. Juni 2012 u.a. ein, der 

Hausarzt gehe nach wie vor davon aus, dass die Versicherte nur zu 50 % arbeitsfähig 

sei (IV-act. 69 - 1 f.). Weiter habe die IV-Stelle keinen Einkommensvergleich 

vorgenommen. Die Versicherte habe mindestens einen Anspruch auf eine halbe Rente. 

Seiner Stellungnahme legte der Rechtsvertreter verschiedene medizinische Berichte 

bei. Die Radiologie J.___ hatte am 23. September 2010 berichtet (IV-act. 69 - 9), dass, 

verglichen mit dem schriftlichen Befund der Voruntersuchung vom 10. Dezember 2003, 

im Wesentlichen eine unveränderte, mässig ausgeprägte Tendinopathie der 

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Supraspinatussehne mit Begleitperitendinitis bzw. Bursitis der Bursa subdeltoidea bzw. 

subacromialis vorliege. Die bekannte, etwas aktivierte AC-Gelenksarthrose dürfte 

zusammen mit der recht ungünstigen Form des Acromion durchaus zu einem 

Impingement beitragen. Dr. med. K.___, Oberarzt Orthopädie des Spitals L.___, hatte 

am 21. Oktober 2011 angegeben, dass die Versicherte an einer 

Impingementproblematik der rechten Schulter mit begleitender AC-Gelenksarthrose 

und Tendinopathie der Supraspinatussehne leide (IV-act. 69 - 7 f.) Die Schmerzen im 

Bereich des rechten Schultergelenks hätten sich im Verlauf der letzten Monate deutlich 

verstärkt und träten vor allem bei und nach Belastung des rechten Schultergelenkes 

auf. Unter konservativer Therapie und Infiltration sei es nur zu einer kurzzeitigen 

Verbesserung der Symptomatik gekommen. Nächste Woche werde eine Infiltration 

subakromial unter BV durchgeführt werden. Je nach Wirkung sei dann eine operative 

subakromiale Dekompression notwendig. Die Versicherte möchte diesen Eingriff aber 

noch überdenken. Am 16. November 2011 hatte derselbe Arzt über eine neuerliche 

Sprechstunde am 15. November 2011 berichtet (IV-act. 69 - 5 f.). Die Versicherte habe 

weiterhin über immer wieder auftretende Schmerzen im Bereich des rechten 

Schultergelenks geklagt. Eine für die Schmerzsymptomatik verantwortliche Pathologie 

im Bereich der HWS habe im MRI nicht nachgewiesen werden können. Er habe eine 

Infiltration des AC-Gelenkes mit Lidocain und Triamcort 10 durchgeführt und der 

Versicherten ein Physiotherapierezept ausgestellt. Er habe mit ihr zudem die 

Möglichkeit einer Resektion der lateralen Clavicula bei leichter AC-Gelenksarthrose 

besprochen. Sie möchte eine solche wenn möglich nicht durchführen, weshalb die 

konservative Therapie weitergeführt werde. Der Hausarzt hatte am 2. Dezember 2011 

berichtet, dass die mittlere Radialisparese rechts eine sog. Fallhand bewirke, d.h. die 

Hand und die Finger könnten nicht mehr aktiv gestreckt werden. Um diese Funktion zu 

erreichen, müsse die Versicherte eine sog. Supinationsbewegung im Vorderarm 

ausführen, d.h. den Vorderarm nach aussen rotieren und die Hand dann durch die 

Schwerkraft fallen lassen. Aufgrund der Radialislähmung sei aber auch die 

Supinationsbewegung eingeschränkt: Die Versicherte müsse den Oberarm zum Körper 

bzw. sogar vor den Oberkörper führen, damit sich die Hand vollständig öffne. Durch 

diese Behinderung sei nicht nur der Einsatz der Hand wesentlich gestört, sondern es 

entstünden sekundär auch Fehlbelastungen im Ellenbogengelenk sowie in der Schulter. 

Die forcierte Adduktion des Armes, um die Hand zu öffnen, führe zu einer Überlastung 

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des sog. Schultereckgelenkes mit Ausbildung einer Arthrose. Diese habe zu einer 

überschiessenden gelenksumgebenden Knochenreaktion geführt. Dadurch sei eine 

Einengung zwischen Schultergelenkskopf und Schultergelenksdach mit Reizung der 

dort durchziehenden Schultersehne entstanden. Die AC-Gelenksarthrose sei bereits im 

Jahr 2003 gestützt auf ein MRI diagnostiziert worden. Eine AC-Gelenksarthrose bei 

einer 3_-jährigen Person sei aussergewöhnlich und könne mit Sicherheit auf die 

Fehlfunktion durch die 1987 entstandene Radialisparese zurückgeführt werden. Die 

Versicherte bleibe aufgrund der schweren Behinderung im rechten Arm nur zu 50 % 

arbeitsfähig. Die Arbeitsfähigkeit habe er stets als halbtags voll zu verwerten beurteilt. 

Die Erfahrung habe gezeigt, dass der Einsatz ganztags in reduzierter Arbeitstätigkeit zu 

einer Beschwerdezunahme führe. Dies stimme auch mit der EFL überein, gemäss 

welcher die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin in der Cafeteria und im 

Reinigungsdienst vier Stunden pro Tag in Wechselbelastung an durchschnittlich fünf 

Tagen pro Woche arbeitsfähig sei. In der Gesamtbeurteilung sei dann aber die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit auf 75 % festgelegt worden. Im Übrigen sei eine von einer 

Versicherung veranlasste Abklärung stets parteibezogen und somit immerhin genauso 

subjektiv wie die Beurteilung durch den betreuenden Hausarzt.

B.g  Der RAD-Arzt M.___ antwortete auf eine interne Anfrage am 30. August 2012 (IV-

act. 70), dass die vom Rechtsvertreter eingereichten medizinischen Berichte keine 

neuen Befunde enthielten. An der Arbeitsfähigkeitsschätzung ändere sich daher nichts. 

Die Versicherte sei in körperlich leichten Arbeiten mit Einsatz der rechten Hand als 

Hilfs- und Stützhand, ohne Tätigkeiten über der Horizontalen und ohne 

Schulterrotationen gegen Widerstand, zu 75 % leistungsfähig. Wegen des durch die 

neuropathischen Schmerzen bedingten erhöhten Erholungsbedarfs benötige sie zwei 

Stunden Pause pro Tag. Der Hausarzt sei zu den gleichen Befunden gekommen, habe 

diese aber anders gewichtet und die Arbeitsfähigkeit deshalb tiefer eingestuft. Dabei 

habe er sich allerdings auf die Tätigkeit in einer Cafeteria bezogen. Zur adaptierten 

Arbeitsfähigkeit bei optimaler Leidensadaption habe er sich nicht explizit geäussert.

B.h  Mit Verfügung vom 31. August 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (IV-

act. 72). Zur Begründung brachte sie vor, dass gemäss dem Gutachten der Klinik I.___ 

in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 

75 % bestehe. Der Bericht des Hausarztes vom 2. Dezember 2011 ändere nichts 

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daran. Als Valideneinkommen zog sie das Einkommen der Versicherten aus dem Jahr 

2009 heran (Fr. 50'281.--). Für das Invalideneinkommen stellte sie auf den 

durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2008 ab (Fr. 51'368.--; LSE, 

privater Sektor). Einen Teilzeit- oder Tabellenlohnabzug nahm sie nicht vor (vgl. IV-

act. 71). Es resultierte daher ein Invaliditätsgrad von 23 %.

C.    

C.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 19. September 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte 

die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer halben Rente. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe sich bei ihrer 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die Angaben der Klinik I.___ gestützt. Diese habe die 

Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit auf 50 % (gemeint wohl: 75 %) 

geschätzt. Ob diese realisiert werden könne, sei aber offen geblieben. In der 

Zwischenzeit habe sich gezeigt, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50 % 

nicht möglich sei, dies nicht zuletzt, weil sich die Schmerzen im Bereich des rechten 

Schultergelenks im Verlauf der letzten Monate deutlich verstärkt hätten. Die 

Einschätzung der Klinik I.___, die ohnehin nur als möglich bezeichnet worden sei, sei 

damit nicht mehr aktuell. Nach den neuen ärztlichen Abklärungen sei die 

Beschwerdeführerin nur zu 50 % arbeitsfähig. Die Beschwerdegegnerin habe das 

Valideneinkommen auf Fr. 50'281.-- festgelegt. Aus dem IK-Auszug gehe aber hervor, 

dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 ein Einkommen von rund Fr. 57'000.-- 

erzielt habe. Dieses habe sich dann aufgrund der zunehmenden Beschwerden 

reduziert. Beim Invalideneinkommen sei grundsätzlich vom effektiven Einkommen 

auszugehen. Dieses belaufe sich auf Fr. 15'000.-- pro Jahr. Schliesslich hätte die 

Beschwerdegegnerin auch einen Teilzeit- und Tabellenlohnabzug vornehmen müssen. 

Der Invaliditätsgrad betrage somit mindestens 50 %.

C.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. November 2012 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie erklärte die Stellungnahme des RAD vom 30. August 2012 

zum Bestandteil der Beschwerdeantwort. Die Klinik I.___ habe die Arbeitsfähigkeit von 

75 % in einer adaptierten Tätigkeit nachvollziehbar eingeschätzt. Sie habe sogar 

erklärt, dass mittels einer Trainingstherapie eine Verbesserung der allgemeinen 

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körperlichen Belastbarkeit erreicht werden könne. Sodann sei für den Zeitpunkt des 

Einkommensvergleichs der Beginn der Einschränkungen, d.h. der Mai 2010, 

massgebend. Im Jahr 2009 habe die Beschwerdeführerin gemäss dem IK-Auszug rund 

Fr. 50'000.-- verdient, im Jahr davor rund Fr. 57'000.--. In der Verfügung seien offenbar 

die erzielten Nebenverdienste nicht berücksichtigt worden. Das Valideneinkommen 

dürfte daher rund Fr. 55'000.-- betragen. Das Invalideneinkommen sei anhand der 

Tabellenlöhne zu bestimmen. Ein Teilzeit- und Tabellenlohnabzug könne nicht gewährt 

werden: Der vermehrte Pausenbedarf sei bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

berücksichtigt worden. Zudem seien die Einschränkungen der rechten Hand nicht 

derart gravierend, dass die Beschwerdeführerin deswegen mit einer zusätzlichen 

Erwerbseinbusse zu rechnen hätte. Das Invalideneinkommen betrage demnach Fr. 

38'500.--. Der IV-Grad betrage somit 30 %.

C.c  Mit Replik vom 22. November 2012 (act. G 7) erklärte der Rechtsvertreter, dass 

er an den mit der Beschwerde gestellten Anträgen festhalte. Die Arbeitsfähigkeits­

schätzung der Beschwerdegegnerin sei nicht belegt und nicht richtig. Sie werde weder 

durch das Gutachten der Klinik I.___ noch durch die seitherigen medizinischen 

Abklärungen gestützt. Es sei von einer Leistungsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die 

gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Jahr 2009 

verschlechtert. Sie habe deshalb ihre Nebentätigkeit bei der N.___ GmbH aufgeben 

müssen. Dies sei bei der Berechnung des Valideneinkommens zu berücksichtigen. Die 

Beschwerdeführerin habe im Jahr 2008 ein Einkommen von rund Fr. 57'000.-- erzielt. 

Würde der Einkommensvergleich auf einen späteren Zeitpunkt hin vorgenommen, wäre 

noch die Nominallohnentwicklung zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin habe 

beim Invalideneinkommen zu Unrecht keinen Teilzeitabzug vorgenommen; ein solcher 

sei bei einer halbtags verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % ohne Weiteres 

gerechtfertigt. Im Übrigen könnte auch die von der Beschwerdeführerin bestrittene 

Arbeitsfähigkeit von 75 % nicht ganztags verwertet werden. Die Beschwerdeführerin 

könne die dominante rechte Hand nur noch als Zudienerhand einsetzen; ihre 

Einsatzmöglichkeiten seien daher klar begrenzt, was zu einer Benachteiligung im 

Vergleich zu gesunden Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt führe. Daher müsse auch 

ein Leidensabzug vorgenommen werden. Bei funktionellen Einhändern gehe die 

Rechtsprechung von einem Abzug im oberen Bereich aus (Urteil des Bundesgerichts 

vom 25. Juli 2011, 8C_260/2011).

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C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:

1.

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der 

Invaliditätsgrad grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.

2.1  Der Begriff der Arbeitsfähigkeit ist in Art. 6 ATSG definiert. Es handelt sich um 

einen juristischen Begriff, dessen Konkretisierung Aufgabe der rechtsanwendenden 

Behörden ist. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt den medizinischen Fachpersonen 

deshalb ‒ anders als bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. der 

Diagnosestellung ‒ keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Die 

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Arbeitsfähigkeitsschätzung der medizinischen Fachpersonen bildet aber eine wichtige 

Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E 3.1 f.).

2.2  Die Beschwerdeführerin leidet erwiesenermassen an einer Radialisparese rechts, 

einer chronischen Zervikobrachialgie rechts und einer AC-Gelenksarthrose rechts. 

Umstritten ist, welche Auswirkungen diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf 

ihre Arbeitsfähigkeit haben. Gemäss dem erweiterten Konsilium der Sachverständigen 

kann die Beschwerdeführerin nur noch körperlich leichte Tätigkeiten mit Einsatz der 

rechten dominanten Hand als Hilfs- und Stützhand ausüben. Da die 

Reinigungstätigkeiten einen repetitiven kraftvollen Einsatz der rechten Hand bzw. des 

rechten Armes erforderten, sei sie in der Tätigkeit als Reinigungskraft zu 100 % 

arbeitsunfähig. Die Tätigkeit in der Cafeteria sei ihr (mindestens) noch halbtags 

zumutbar. Der Grund dafür sei, dass die Beschwerdeführerin das Heben beidhändig 

bis max. 10 kg, das Heben und Tragen mit der rechten Hand bis 5 kg sowie Arbeiten 

über Schulterhöhe nur selten möglich seien und ihr der häufige Einsatz der rechten 

Hand als Arbeitshand (34-66 % der Arbeitszeit) sowie das Stossen z.B. schwerer 

Geschirrwagen gar nicht mehr zumutbar sei. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

bezüglich der angestammten Tätigkeiten sind nachvollziehbar und überzeugend 

begründet, weshalb auf sie abzustellen ist. Der Bericht über die EFL hält sodann fest, 

dass die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Tätigkeit (mindestens) halbtags, 

d.h. zu 50 %, arbeitsfähig sei. Da die Tätigkeit in der Cafeteria wechselnde 

Arbeitsanforderungen beinhalte, würde eine solche den Einschräkungen der 

Beschwerdeführerin sehr entgegenkommen. Diese Einschätzung überzeugt nicht: Bei 

der EFL hat sich gezeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr alle Arbeiten, die die 

Tätigkeit in der Cafeteria beinhaltet, ausüben kann: So muss sie bei dieser Tätigkeit 

insbesondere häufig die rechte Hand als Arbeitshand einsetzen, was ihr nicht mehr 

möglich ist. Die Tätigkeit in der Cafeteria beinhaltet somit auch nicht-adaptierte 

Arbeiten. Bei der Tätigkeit in der Cafeteria kann es sich demnach nicht um eine 

Tätigkeit handeln, die den Einschränkungen der Beschwerdeführerin sehr 

entgegenkommt. Diese Aussage kann nur so interpretiert werden, dass sie sich 

lediglich auf die von der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Arbeiten in der 

Cafeteria bezogen hat, d.h. nur auf die adaptierten Arbeiten. Weiter kann der 

Arbeitsfähigkeitsgrad in einer nur teilweise adaptierten Tätigkeit wie derjenigen in der 

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Cafeteria und in einer voll adaptierten Tätigkeit nicht gleich hoch sein. Sodann könne 

die Beschwerdeführerin laut dem Bericht über die EFL sämtliche leichten Tätigkeiten, 

bei denen die rechte Hand häufig eingesetzt werden müsse, sowie Tätigkeiten, bei 

denen der Einsatz von Handkraft notwendig sei, nur noch eingeschränkt bewältigen 

(IV-act. 45 - 12). Aus dieser Aussage muss der Umkehrschluss gezogen werden, dass 

die Beschwerdeführerin in körperlich leichten Tätigkeiten, bei denen sie die rechte 

Hand nur als Zudienhand einsetzen muss und bei denen der Einsatz von Handkraft der 

rechten Hand nicht notwendig ist, nicht eingeschränkt ist. Bei einer in dieser Hinsicht 

voll adaptierten Tätigkeit könnte es sich beispielsweise um eine Kontroll- und 

Überwachungstätigkeit handeln. Aus dem Bericht über die EFL kann somit 

geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin in funktioneller Hinsicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer voll adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig ist. Diese Schlussfolgerung deckt sich mit derjenigen im erweiterten 

Konsilium. Gemäss diesem ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsfähig, wobei ihre Leistungsfähigkeit zu 25 % vermindert sei. Zur 

Begründung der verminderten Leistungsfähigkeit ist angeführt worden, dass die 

Beschwerdeführerin wegen der neuropathischen Schmerzanteile einen erhöhten 

Erholungsbedarf habe und ihr deshalb vermehrte Pausen im Umfang von zwei Stunden 

pro Tag zu gewähren seien. Laut dem Bericht über die EFL komme die schmerzhafte 

Funktionsstörung der rechten Hand mit Teillähmung der Finger- und 

Handgelenksextensoren vor allem bei häufigem Einsatz der rechten Hand ohne der 

Möglichkeit zur Kurzpause zum Tragen und äussere sich in einer Kumulation der 

Schmerzen, welche ihrerseits die Leistungsfähigkeit der Hand weiter reduziere. Bei den 

Schmerzen handelt es sich somit zumindest in der Hauptsache um 

belastungsabhängige Schmerzen. Dies wird auch durch andere medizinische Berichte 

bestätigt: Der Neurologe Dr. G.___ hat im Jahr 2005 angegeben, dass die 

Beschwerdeführerin unter Überlastungsbeschwerden durch die Fehlbelastungen im 

Hand- bzw. Vorderarmbereich rechts leide. Der Hausarzt hat beim Gespräch mit dem 

RAD-Arzt im September 2010 angegeben, dass die Schmerzen durch die 

Überlastungsreaktionen des rechten Armes ausgelöst würden. Und der Orthopäde Dr. 

K.___ hat im Oktober 2011 berichtet, dass die Schmerzen im Bereich des rechten 

Schultergelenks vor allem bei und nach Belastung des rechten Schultergelenks 

aufträten. Die Einräumung vermehrter Pausen und die damit verbundene verminderte 

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Leistungsfähigkeit muss daher vor allem bezwecken, die Auslösung 

belastungsabhängiger Schmerzen durch die Arbeitstätigkeit zu vermeiden. Hieraus 

muss wiederum gefolgert werden, dass die Sachverständigen der Klinik I.___ davon 

ausgegangen sind, dass auch eine optimal adaptierte Tätigkeit Arbeiten beinhaltet, bei 

denen die Beschwerdeführerin die rechte Hand zumindest gelegentlich belastend 

einsetzen muss. Unter einer voll adaptierten Tätigkeit ist jedoch eine Tätigkeit zu 

verstehen, bei der die rechte Hand, der rechte Arm und die rechte Schulter gar nie 

derart belastet werden, dass belastungsabhängige Schmerzen provoziert würden. Bei 

einer optimal adaptierten Tätigkeit könnte es sich vorliegend, wie bereits erwähnt, um 

eine Kontroll- und Überwachungstätigkeit handeln. Hinzu kommt, dass Schmerzen 

nicht per se zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund von 

Schmerzen liegt erst dann vor, wenn die Ausübung einer Arbeitstätigkeit aufgrund der 

Schmerzen als unzumutbar erscheint. Dies bedeutet, dass versicherte Personen im 

Normalfall ein gewisses Mass an Schmerzen ertragen müssen. Die Sachverständigen 

der Klinik I.___ haben die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit somit zu hoch 

eingeschätzt, da sie einerseits von einer nicht optimal adaptierten Tätigkeit ausge­

gangen sind und andererseits die Zumutbarkeit der willentlichen Überwindung der 

Schmerzen nicht berücksichtigt haben. Es muss dementsprechend (mit dem Beweis­

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit) davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin in einer voll adaptierten Tätigkeit keine vermehrten Pausen 

benötigt und damit in ihrer Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Der Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit ist für die angestammten Tätigkeiten auf Mai 2010 festzusetzen, da 

der Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt erstmals eine Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden ist. Da sich die Beschwerdeführerin im August 2010 zum Bezug von IV-

Leistungen angemeldet hat, würde ein allfälliger Rentenbeginn ab dem 1. Mai 2011, 

d.h. nach Ablauf des Wartejahres, entstehen.

3.

Das Valideneinkommen widerspiegelt die erwerbliche Leistungsfähigkeit einer ver­

sicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung. Der Gesundheitsschaden hat 

die Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2009 ausgelöst, weshalb das Einkommen aus dem Jahr 

2009 nicht als Valideneinkommen herangezogen werden kann. Es ist daher, wie der 

Rechtsvertreter richtig erkannt hat, auf das im Jahr 2008 erzielte Einkommen 

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abzustellen. Gemäss dem IK-Auszug hat die Beschwerdeführerin in diesem Jahr ein 

AHV-beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 56'911.-- erzielt. Angepasst an die 

Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2011 (Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns) 

hätte das Einkommen Fr. 59'333.-- betragen. Anzumerken bleibt, dass sich das im Jahr 

2008 erzielte Einkommen aus drei verschiedenen Tätigkeiten zusammengesetzt: Der 

Tätigkeit in der Klinik C.___, der Tätigkeit für die N.___ GmbH und die Tätigkeit für die 

Liegenschaft O.___. Bei Letzterer handelt es sich wohl um eine Hauswarttätigkeit. Es ist 

gerichtsnotorisch, dass Hauswarttätigkeiten oft durch ein Ehepaar zusammen 

ausgeübt werden, die Lohnabrechnung jedoch nur auf den Namen eines Ehepartners 

lautet. Wäre dies vorliegend der Fall, würde das Einkommen aus der Hauswarttätigkeit 

nicht der erwerblichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 

entsprechen. Ob der Ehemann der Beschwerdeführerin einen Teil der Hauswarttätigkeit 

übernommen hat, geht aus den Akten nicht hervor. Da jedoch ohnehin kein 

rentenrelevanter IV-Grad resultiert, kann diese Frage offen gelassen werden. Es ist 

somit von einem (maximalen) Valideneinkommen von Fr. 59'333.-- auszugehen. 

Bezüglich des Invalideneinkommens ist festzuhalten, dass eine Umschulung vorliegend 

nicht geeignet erscheint, die erwerbliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 

erhöhen. Einerseits ist nicht ersichtlich, in welcher qualifizierten Tätigkeit es möglich 

wäre, die dominante Hand ohne Leistungsverminderung nur als Zudienhand zu 

benutzen; insbesondere beinhalten qualifizierte Tätigkeiten regelmässig PC-Arbeiten 

(d.h. Tastaturschreiben). Andererseits fühlt sich die Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit selber nur zu 50 % arbeitsfähig. Für die Bemessung des 

Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin deshalb richtigerweise auf das 

durchschnittliche Einkommen einer Hilfsarbeiterin im privaten Sektor gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt. Aufgerechnet auf die 

durchschnittliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hat dieses im Jahr 2011 Fr. 53'367.-- 

betragen. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass ein Tabellenlohnabzug 

vorgenommen werden müsse. In dem von ihm zitierten Bundesgerichtsurteil hat dieses 

den vom kantonalen Gericht vorgenommenen Tabellenlohnabzug von 25 % als 

angemessen qualifiziert. Es ging dabei um einen Versicherten, welcher unter einer 

teilweisen bis vollständigen Lähmung der Schulter- und Oberarmmuskulatur mit kaum 

ausnutzbarer Handfunktion gelitten hat und deshalb als funktionell einarmig qualifiziert 

worden ist. Die Beschwerdeführerin kann ihre rechte Hand weiterhin als Zudienhand 

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(ohne Belastung) benutzen und sie kann deshalb nicht als funktionell einarmig 

bezeichnet werden. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin in einer 

voll adaptierten Tätigkeit (z.B. Überwachungs- und Kontrolltätigkeit) gegenüber 

gesunden Arbeitnehmerinnen einen wesentlichen Konkurrenznachteil haben sollte: 

Insbesondere kann sie eine optimal adaptierte Tätigkeit in einem normalen 

Arbeitstempo und ohne vermehrte Pausen im gewöhnlichen betrieblichen Ablauf 

ausüben. Ein möglicher Nachteil kann darin erblickt werden, dass ein potentieller 

Arbeitgeber aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der 

Beschwerdeführerin mit vermehrten gesundheitsbedingten Absenzen rechnet und 

diesem Risiko dadurch Rechnung trägt, dass er ihr einen tieferen Lohn bezahlt als einer 

gesunden Arbeitnehmerin, die dieselbe Tätigkeit ausübt. Auch der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin in einer Überwachungs- und Kontrolltätigkeit keine 

Berufserfahrung vorweisen kann und deshalb in einer adaptierten Tätigkeit mit einem 

unterdurchschnittlichen Lohn rechnen muss, ist zu berücksichtigen. Aufgrund dieser 

beiden Nachteile ist ein Tabellenlohnabzug von 10 % vorzunehmen; ein höherer 

Tabellenlohnabzug wäre nicht gerechtfertigt. Der IV-Grad beträgt somit 19 %. Im Übri­

gen würde selbst dann kein rentenbegründender IV-Grad resultieren, wenn in einer voll 

adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 75 % ausgegangen würde. Da aus 

den vorgenannten Gründen nur ein Tabellenlohnabzug von 10 % gerechtfertigt wäre, 

würde der IV-Grad in diesem Fall 39.3 % betragen. Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen.

4.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unter­

liegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird angerechnet. Bei 

diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerdeführerin keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.11.2014
	Art. 28 IVG. Art. 6 ATSG. Begriff der adaptierten Tätigkeit. Es ist trotz des Vorliegens neuropathischer Schmerzanteile mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Da die Beschwerdeführerin ihre rechte Hand noch als Zudienhand einsetzen kann und sie in einer optimal adaptierten Tätigkeit wegen der Radialisparese funktionell nicht eingeschränkt ist, wäre ein Tabellenlohnabzug von mehr als 10 % nicht gerechtfertigt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. November 2014, IV 2012/359).

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