# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb7a9c46-b485-528d-861d-b421167832b9
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-17-2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-17-2_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
Zustellungsadresse: AA___  

 
 
Beschwerdegegner Departement Gesundheit und Soziales , Kasernenstrasse 17, 

9102 Herisau 
 

 
 
Gegenstand Rechtsverweigerungsbeschwerde 
 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
4. Abteilung 
 

Urteil vom 25. April 2019  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer  
Oberrichter E. Graf, Dr. P. Louis 
Obergerichtsschreiber D. Hofmann 
 
 
 

Verfahren Nr. O4V 17 2 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin:  

 

1. Es sei festzustellen, dass das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons 

Appenzell Ausserrhoden in der Angelegenheit "Sozialhilferekurs vom 8. September 2014 

gegen den Rekursentscheid des Gemeinderates B___ vom 12. August 2014 betreffend 

Umzugskosten" das Beschleunigungsgebot von Art. 3 Abs. 1 VRPG und das Verbot der 

Rechtsverzögerung von Art. 29 Abs. 1 BV verletzt. 

 

2. Es sei die Beschwerdegegnerschaft anzuweisen, in der Angelegenheit "Sozialhilferekurs 

vom 8. September 2014 gegen den Rekursentscheid des Gemeinderates B___ vom 

12. August 2014 betreffend Umzugskosten" den Rekursentscheid umgehend, spätestens 

jedoch bis zum 28. Februar 2017, zu fällen. 

 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Kantons Appenzell Ausserrhoden. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Am 29. Oktober 2013 erliessen die Sozialen Dienste B___ eine Verfügung, mit welcher sie 

den Antrag von A___ auf Übernahme der Reinigungskosten abwiesen. Für die 

Umzugskosten sprachen sie Fr. 3‘000.-- gut. Gegen diesen Entscheid erhob A___ mit 

Eingabe vom 25. November 2013 Rekurs an den Gemeinderat B___, welcher diesen mit 

Beschluss vom 12. August 2014 abschrieb, soweit er darauf eintrat.  

 

B. Dagegen liess A___, vertreten durch Rechtsanwältin C___, mit Eingabe vom 8. September 

2014 Rekurs an das damalige Departement Inneres und Kultur (heute: Departement 

Gesundheit und Soziales) erheben u.a. mit dem Antrag, ihr unter Anrechnung des bereits 

geleisteten Unterstützungsbeitrags von Fr. 7‘580.-- den Betrag von total Fr. 11‘932.50 für 

die Umzugskosten zuzusprechen.  

 

C. Nachdem bis zu diesem Zeitpunkt kein Rekursentscheid des Departements ergangen war, 

liess A___ (im Folgenden: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin C___, mit 

Eingabe vom 5. Januar 2017 Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Obergericht mit den 

eingangs erwähnten Rechtsbegehren erheben.  

 

D. Mit Entscheid vom 13. März 2017 wies das Departement Gesundheit und Soziales (im 

Folgenden: Beschwerdegegner) den Rekurs vom 8. September 2014 ab. 

Seite 3 

 

E. Mit Schreiben vom 25. Juli 2017 teilte Rechtsanwältin C___ dem Obergericht mit, dass sie 

die Beschwerdeführerin nicht mehr vertrete, da diese ihr das Mandat entzogen habe. 

 

F. Wegen eines Ausstandsgesuchs der Beschwerdeführerin gegen den Einzelrichter des 

Obergerichts wurde das Verfahren in der Folge bis zum Eintritt der Rechtskraft des das 

Ausstandsbegehren abweisenden Beschlusses der 4. Abteilung des Obergerichts vom 

30. August 2018 formlos sistiert. 

 

G. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 

29. Mai 2019 eine Begründung des vorliegenden Urteils.  

 

H. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1.  

1.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 

143.1) kann gegen die Verweigerung oder ungebührliche Verzögerung einer Amtshandlung 

Rechtsverweigerungsbeschwerde geführt werden, sofern kein ordentliches Rechtsmittel 

gegeben ist. Die Beschwerde ist an die übergeordnete Verwaltungsbehörde im Sinne von 

Art. 30 Abs. 1 zu richten (Art. 42 Abs. 3 VRPG). Darunter ist diejenige Behörde zu 

verstehen, die zuständig wäre, wenn die Verfügung ordnungsgemäss ergangen wäre (AR 

GVP 26/2014 Nr. 1533 E. 1; im gleichen Sinne im Rahmen des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]: UHLMANN/WÄLLE-BÄR, in: Waldmann/ 

Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, N. 

12 zu Art. 46a VwVG; Urteil des Bundesgerichts 2C_81/2009 vom 26. Mai 2009 E. 2.1; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5605/2017 vom 17. Januar 2018 E. 1.1. Ebenso 

die Praxis im Kanton Zürich: Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2015.00171 vom 

13. Mai 2015 E. 1.1). Die sachliche bzw. funktionale Zuständigkeit des Obergerichts ergibt 

sich daher aus Art. 54 Abs. 1 VRPG, wonach das Obergericht zur Behandlung von 

Beschwerden gegen letztinstanzliche Verfügungen der Verwaltungsbehörden zuständig ist.  

 

1.2. Die materielle Behandlung einer Rechtsverweigerungsbeschwerde setzt grundsätzlich ein 

aktuelles praktisches Rechtschutzinteresse voraus. Dieses fällt in der Regel dahin, wenn - 

Seite 4 

wie hier - der erwartete Sachentscheid im Verlaufe des Verfahrens ergangen ist. 

Gegebenenfalls ist die Beschwerde als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Unter 

besonderen Umständen ist die Beschwerde aber auch zu behandeln, wenn der erwartete 

Entscheid inzwischen ergangen ist. Ein solcher Umstand liegt etwa dann vor, wenn die 

Beschwerdeführerin hinreichend substanziiert und in vertretbarer Weise eine Verletzung 

ihres Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist nach Art. 6 Ziff. 1 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 

behauptet (Urteil des Bundesgerichts 4A_744/2011 vom 12. Juli 2012 E. 11). So hat nach 

Art. 13 EMRK jede Person, die in ihren Konventionsrechten verletzt worden ist, Anspruch 

darauf, bei einer innerstaatlichen Instanz eine wirksame Beschwerde zu erheben. Diesem 

Anspruch ist unter anderem dann Genüge getan, wenn die nationalen Behörden die 

gerügte Konventionsverletzung materiell behandeln. Dafür ist der betroffenen Person ein 

wirksamer Rechtsbehelf zur Verfügung zu stellen. Das Recht auf wirksame Beschwerde 

besteht unabhängig davon, ob die Betroffene in ihren Rechten nach wie vor beeinträchtigt 

ist (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 16 Dezember 1997, 

Recueil CourEDH 1997-VIII S. 2880 §§ 51 ff.). Unter diesen Umständen darf die Aktualität 

des Rechtschutzinteresses kein entscheidendes Kriterium für die materielle Beurteilung der 

Beschwerde darstellen (Urteil des Bundesgerichts 1C_539/2013 vom 18. März 2014 E. 

2.2).  

 

1.3 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, dass seit dem Abschluss des 

Schriftenwechsels bereits mehr als zwei Jahre vergangen seien, ohne dass ein Entscheid 

ergangen sei, womit ein Verstoss gegen das Beschleunigungsgebot von Art. 3 Abs.1 VRPG 

und auch ein Verstoss gegen das Rechtsverzögerungsverbot von Art. 29 Abs. 1 der 

Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 100) vorliege. Die Beschwerdeführerin rügt 

die Dauer des verwaltungsinternen Rekursverfahrens. Wird dieses verschleppt, verzögert 

sich dadurch auch die Überprüfung durch die nachfolgenden Gerichtsinstanzen. Der 

Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist ergibt sich für sämtliche 

Rechtsbereiche und alle Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden aus Art. 29 

Abs. 1 BV (BGE 130 I 174 E. 2.2 S. 177 f.) sowie für zivilrechtliche Streitigkeiten und 

Strafverfahren aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK (BGE 130 269 E. 2 S. 271 ff.). Sozialhilferechtliche 

Leistungen bilden gemäss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (EGMR) zivilrechtliche Ansprüche im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, 

soweit das anwendbare Recht darauf einen rechtlichen Anspruch verleiht (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_119/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3.1, 8C_124/2009 vom 3. April 

2009 E. 3.3). Gemäss Art. 14 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe (SHG, bGS 

851.1) besteht ein solcher Anspruch, soweit jemand für seinen Lebensunterhalt nicht 

ausreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Die gerügte 

Seite 5 

Rechtsverzögerung fällt demnach in den Schutzbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 29 

Abs. 1 BV. Die Beschwerdeführerin hat hinreichend und in vertretbarer Weise eine 

Verletzung des Rechtsverzögerungsverbots gerügt. Zudem stand der Beschwerdeführerin 

kein anderer Rechtsbehelf zur Verfügung, mit welchem sie die Verletzung des 

Rechtsverzögerungsverbots beanstanden konnte. Damit ist auf das Rechtsbegehren 1 

einzutreten. Da der Beschwerdegegner am 13. März 2017 einen Sachentscheid gefällt hat, 

wird die Beschwerde hingegen in Bezug auf das Rechtsbegehren 2 gegenstandslos, womit 

sie diesbezüglich abgeschrieben werden kann.  

 

2. Der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist bezieht sich ausgehend von den 

einzelnen Verfahrensschritten auf die gesamte Verfahrensdauer (BGE 135 I 265 E. 4.4). 

Die jeweils angemessen Dauer entzieht sich starren Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu 

prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Der 

Streitgegenstand und die damit verbundene Interessenslage können raschere Entscheide 

erfordern oder längere Behandlungsperioden erlauben. Dabei gilt es die Komplexität des 

Falles (Art des Verfahrens, Umfang und Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts und 

Rechtsfragen), die Bedeutung der Angelegenheit für die Beteiligten und deren Verhalten 

und die Behandlung des Falles durch die Behörden zu beurteilen (BGE 130 I 312 E. 5.2 

S. 332 mit Hinweisen). Den Behörden ist eine Rechtsverzögerung insbesondere dann 

vorzuwerfen, wenn sie ohne ersichtlichen Grund und ohne ausgleichende Aktivität während 

längerer Perioden untätig geblieben sind (BGE 139 I 206 E. 2 S. 211 ff.).  

 

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr sei vom Beschwerdegegner mit Schreiben vom 

28. November 2014 mitgeteilt worden, dass der Schriftenwechsel abgeschlossen sei und 

die Sache dem Direktor des Departements „in nächster Zeit“ zur Entscheidung übergeben 

werde. Trotz mehrfacher telefonischer und schriftlicher Nachfrage bei der zuständigen 

Sachbearbeiterin sei bis dato in dieser Angelegenheit noch kein Entscheid gefällt worden. 

Nachdem das Verschulden an der Rechtsverzögerung nicht massgeblich für die 

Beurteilung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde sei, seien auch organisatorische 

Schwierigkeiten keine ausreichende Begründung für die ungebührliche Verzögerung des 

Rekursentscheids. Die Beschwerdeführerin habe eine äusserst bewegte Kindheit durchlebt 

und leide infolgedessen unter erheblichen psychischen Problemen. Sie leide auch unter der 

Ungewissheit über den Rekursentscheid.  

 

 Der Beschwerdegegner liess sich zur Beschwerde nicht vernehmen.  

 

2.2 Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe 

vom 8. September 2014 den Rekurs bei der Beschwerdegegnerin eingereicht hat und der 

Seite 6 

Schriftenwechsel bereits am 28. November 2014 abgeschlossen wurde. Bis zum Entscheid 

vom 13. März 2017 betrug die gesamte Verfahrensdauer damit rund 30 Monate seit 

Anhängigmachung und rund 27 Monate seit Eintritt der Behandlungsreife. Gemäss Beilage 

5 zur Beschwerdeschrift gab die stellvertretende Departementssekretärin mit E-Mail vom 

20. Januar 2016 auf Anfrage der Beschwerdeführerin an, dass sich die Abschlüsse der 

Entscheidverfahren aufgrund einer internen Reorganisation verzögern würden. Der 

genannte Fall sei jedoch eine der nächsten auf der Prioritätenliste. Sie hoffe, den Entscheid 

in den nächsten vier Wochen zustellen zu können. Nachdem der Entscheid in der Folge 

ausgeblieben war, blieben weitere Anfragen der Beschwerdeführerin vom 21. September 

2016 und 9. Dezember 2016 an den Beschwerdegegner offenbar unbeantwortet.  

 

 Vorab gilt es festzuhalten, dass eine vorübergehende Überbelastung oder strukturelle 

Schwierigkeiten eine übermässige Verfahrensdauer nicht zu rechtfertigen vermögen. 

Art. 29 Abs. 1 BV verpflichtet die zuständigen Behörden vielmehr, die rechtsanwenden 

Organe mit personellen und sachlichen Mitteln auszustatten, die nicht nur in Zeiten eines 

durchschnittlichen Geschäftsganges, sondern auch in Zeiten einer vorübergehenden 

Überbelastung eine angemessene Entscheidungsfrist gewährleisten (BERNHARD 

WALDMANN, Basler Kommentar zur Bundesverfassung, 2015, N. 29 zu Art. 29 BV; GEROLD 

STEINMANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar 

zur Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N. 25 zu Art. 29 BV). Die 30- monatige 

Verfahrensdauer lässt sich daher nicht alleine durch die angesprochene Reorganisation 

beschönigen. Zudem gilt es hervorzuheben, dass  die Reorganisation der Verwaltung erst 

am 1. Januar 2016, d. h. über ein Jahr nach Abschluss des Schriftenwechsels erfolgte, 

womit zumindest für diese Zeitspanne kein triftiger Grund für die Untätigkeit des 

Beschwerdegegners erkennbar ist.  

 

 Im Weiteren gibt es keine Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin durch den 

Gebrauch von prozessualen Rechten mitverantwortlich für das Ruhen des Verfahrens war 

bzw. dass diese dazu ihr Einverständnis gegeben hat. Vielmehr ergibt sich aus den Akten, 

dass die Beschwerdeführerin nach Eintritt der Behandlungsreife (Abschluss des 

Schriftenwechsels) mehrmals um Auskunft nach dem Stand des Verfahrens gebeten bzw. 

um Beschleunigung des Verfahrens ersucht hat. Insofern ist die Verfahrensverzögerung 

nicht der Beschwerdeführerin, sondern alleine dem Beschwerdegegner zuzurechnen. Auch 

wenn der Einzelrichter des Obergerichts zwischenzeitlich eine Beschwerde gegen den 

negativen Rekursentscheid rechtskräftig abgewiesen hat, war der Entscheid über die 

Umzugskosten für die Beschwerdeführerin angesichts ihrer Sozialhilfeabhängigkeit zudem 

zweifellos von grosser Bedeutung, was der 30-monatigen Verfahrensdauer ebenfalls 

entgegensteht. Im Übrigen wies das Rekursverfahren im Vergleich zu anderen 

Seite 7 

Sozialhilfeverfahren keine grosse Komplexität auf, ging es doch materiell nur darum, ob die 

Gemeinde B___ über die geleisteten Zahlungen hinaus noch zusätzlich Umzugskosten von 

Fr. 4‘353.50 zu übernehmen hatte oder nicht.  

 

2.3 Damit ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner vom Zeitpunkt des Abschlusses des 

Schriftenwechsels am 28. November 2014 bis zum Entscheiddatum vom 13. März 2017 

ohne ersichtlichen Grund und ohne ausgleichende Aktivität im Rekursverfahren untätig 

blieb und den Rekursentscheid damit ungebührlich verzögerte. Unter Berücksichtigung aller 

Umstände erwies sich die Gesamtdauer des Rekursverfahrens von 30 Monaten damit als 

unangemessen lang, was als Verletzung des Beschleunigungsverbots zu qualifizieren ist. 

Die Beschwerde ist demzufolge insofern gutzuheissen, als das festzustellen ist, dass der 

Beschwerdegegner seinen Entscheid im am 8. September 2014 anhängig gemachten 

Rekursverfahren unrechtmässig verzögert hat. 

 

3. Nach Art. 19 Abs. 3 i. V. m. Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor 

Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf 

dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Da die Beschwerdeführerin obsiegt, werden ihr 

keine Kosten auferlegt. Bezüglich Beschwerdegegner wird in Anwendung von Art. 22 

Abs. 1 VRPG auf eine Kostenerhebung verzichtet. 

 

4.  

4.1 Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine 

Entschädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. Die Entschädigung setzt sich 

zusammen aus einem Honorar und den Barauslagen; die Mehrwertsteuer wird als Zuschlag 

in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung über den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In 

Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungssachen wird das Honorar pauschal 

festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 

AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens richtet sich das Honorar nach 

den besonderen Umständen des Falles. In Betracht fallen namentlich Art und Umfang der 

Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der 

Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche Bandbreite der Honorare unterteilt 

werden in  

 

 a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von 

Fr. 1‘000.-- bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;  

 b)  mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder 

Sachverhaltsfragen betreffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, 

Seite 8 

in denen ein Honorar in der Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- 

angemessen erscheint; und  

 c)  schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in 

denen überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und 

umfangreiche Akten zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis 

Fr. 10‘000.--, bzw. in aussergewöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt. 

 

4.2 Rechtsanwältin C___, welche die Beschwerdeführerin bis zum 25. Juli 2017 im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren vertrat, hat eine Kostennote in der Höhe von 

Fr. 3‘723.85 eingereicht. Vorliegend handelt es sich nach Erachten des Obergerichts um 

einen einfachen Fall, bei welchem keine schwierigen Rechtsfragen zu beantworten und 

aufgrund der Untätigkeit des Beschwerdegegners keine umfangreichen Akten zu studieren 

waren. Zudem war aufgrund des Ausbleibens einer Vernehmlassung des 

Beschwerdegegners keine Replik erforderlich. Dem Aufwand und den Anforderungen 

angemessen erscheint daher ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘000.00. Hinzu kommen die 

ausgewiesenen Barauslagen von Fr. 104.00 sowie die Mehrwertsteuer von 8%, was 

insgesamt zu einer Entschädigung von Fr. 2‘272.30 zugunsten von Rechtsanwältin C___ 

führt. Diese ist ausgangsgemäss dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.  

 

  

Seite 9 

Das Obergericht erkennt: 

 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird festgestellt, dass das Departement 

Gesundheit und Soziales seinen Entscheid im am 8. September 2014 anhängig gemachten 
Rekursverfahren unrechtmässig verzögert hat. Im Übrigen wird die Beschwerde zufolge 
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.  

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, RA C___ eine Parteientschädigung von Fr. 

2'272.30 zu bezahlen.  
 
 
4. Rechtsmittel:   
 Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin, den Beschwerdegegner sowie RA C___. 
 
 
 
Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 26.06.19