# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4f20771-b27d-504e-b351-b09295828d5c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.11.2014 U 2013 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-70_2014-11-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 13 70

1. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Audétat als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli 

und Verwaltungsrichter Stecher, Aktuarin ad hoc Seres

URTEIL
vom 4. November 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und B._____, 

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde O.1._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peder Cathomen, 

Beschwerdegegnerin
und

Gemeinde O.2._____,
Beigeladene

betreffend Wohnsitz

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1. B._____ und A._____ hinterlegten ab dem 1. September 2003 ihre Hei-

matscheine bei der Gemeinde O.3._____ GR. Nachdem sie in O.1._____ 

GR eine 2½-Zimmerwohnung mit einer Grundfläche von rund 80 m2 er-

worben hatten, hinterlegten sie ihre Heimatscheine am 12. September 

2005 in dieser Gemeinde. Gleichzeitig waren sie als Wochenaufenthalter 

in der Gemeinde O.4._____ AG gemeldet. Ab dem 1. Januar 2007 melde-

ten sie sich in der Gemeinde O.2._____ AG als Wochenaufenthalter an, 

wo sie eine 2-Zimmerwohnung mit einer Grundfläche von 42 m2 mieteten. 

Gemäss eigenen Angaben fahren sie von dort aus zu ihren Arbeitsorten 

in O.5._____ AG und O.4._____ AG. 

2. Mit Verfügung vom 15. Mai 2009 stellte die Steuerkommission der Ge-

meinde O.2._____ das Hauptsteuerdomizil von B._____ und A._____ bei 

sich fest, weil sie dort gemeinsam während der Woche wohnen und von 

dort aus ihrer täglichen Arbeit nachgehen würden. Dagegen erhoben 

B._____ und A._____ am 8. Juni 2009 Einsprache bei der Steuerkom-

mission der Gemeinde O.2._____, welche am 20. Oktober 2009 abgewie-

sen wurde. Gegen den Einspracheentscheid erhoben B._____ und 

A._____ am 14. November 2009 Rekurs beim Steuerrekursgericht des 

Kantons Aargau, welches diesen mit Urteil vom 25. März 2010 abwies. 

3. Mit Kaufvertrag vom 18. Juli 2011 verkauften die Beschwerdeführer ihre 

2½-Zimmerwohnung in O.1._____ und mieteten mit Vertrag vom 5. Juli 

2011 eine 100 m2 grosse 3½-Zimmerwohnung am gleichen Ort. Dies ver-

anlasste die Gemeinde O.1._____, die Lage neu zu beurteilen. Mit Verfü-

gung vom 30. Dezember 2011 stellte sie fest, dass sich das Hauptsteuer-

domizil von B._____ und A._____ bei ihr befinde. 

4. Gegen diese Feststellungsverfügung erhob die Gemeinde O.2._____ am 

9. Januar 2012 Einsprache, woraufhin die Gemeinde O.1._____ ihre 

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Feststellungsverfügung mit Schreiben vom 20. Januar 2012 erläuterte. 

Der zivil- und steuerrechtliche Wohnsitz von B._____ und A._____ befin-

de sich aufgrund der starken gesellschaftlichen Beziehungen in 

O.1._____. Die Gemeinde O.2._____ verwies mit Schreiben vom 14. Fe-

bruar 2012 auf das Urteil des Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau 

vom 25. März 2010 und vertrat die Ansicht, dass seither keine wesentli-

chen Veränderungen erkennbar seien. Dieser Sichtweise widersprach die 

Gemeinde O.1._____ – soweit ersichtlich – nicht, womit die Feststel-

lungsverfügung der Gemeinde O.1._____ vom 30. Dezember 2011 nicht 

in Rechtskraft erwuchs.

5. Nachdem die Gemeinde O.1._____ B._____ und A._____ erfolglos er-

sucht hatte, ihre Heimatscheine abzuholen und sich bei der Gemeinde 

O.1._____ abzumelden, legte sie mit Verfügung vom 2. August 2013 fest, 

dass bei B._____ und A._____ der steuerrechtliche mit dem zivilrechtli-

chen Wohnsitz übereinstimmen solle. Dies rechtfertige sich aus Präjudiz-

gründen und aufgrund des Rechtsgleichheitsprinzips, wonach unter-

schiedliche Wohn- und Steuersitze abzulehnen seien. Ausserdem würden 

zahlreiche wiederkehrende Beiträge (z.B. für Schulen, Berufsschule, Spi-

tex, Zivilstandsamt, Altersheim, Spital etc.) auf den effektiven Einwohner-

zahlen basieren und die Gemeinderechnung erheblich belasten.

6. Mit Eingabe vom 30. August 2013 erhoben B._____ und A._____ (nach-

folgend Beschwerdeführer) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen:

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1. Die zivile Wohnsitz-Verfügung der Gemeinde O.1._____ vom 02.08.2013 ist aufzu-

heben.

2. Der zivile Wohnsitz von B._____ und A._____ ist bis auf weiteres in O.1._____.

3. Es ist zu erwägen ob der steuerrechtliche Wohnsitz von A._____ und B._____  nicht 

in der Gemeinde O.1._____ Kanton Graubünden ist.

4. Es ist uns eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.

Begründend führten die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, ihr Le-

bensmittelpunkt befände sich eindeutig in O.1._____, da sie sich dort mit 

der Absicht des dauernden Verbleibens aufhalten würden. Diese Ansicht 

habe die Gemeinde O.1._____ in ihrer Verfügung vom 30. Dezember 

2011 geteilt. Sämtliche im Rahmen der Beschwerde eingereichten Bewei-

se würden eindeutig zeigen, dass sie am wirtschaftlichen und gesell-

schaftlichen Leben in O.1._____ teilnehmen würden. Ihre Bemühungen, 

eine ähnliche Arbeitsstelle im Kanton Graubünden zu finden, seien bis 

anhin erfolglos geblieben. Deshalb sei es ihnen aus Gründen der Siche-

rung des wirtschaftlichen Auskommens nicht möglich, ihre Arbeitsstellen 

im Kanton Aargau aufzugeben. Ihre Arbeitssuche im Kanton Graubünden 

zeige aber ihre Absicht des dauernden Verbleibens in diesem Kanton. Die 

in der Gemeinde O.2._____ gemietete 2-Zimmer-Einlegerwohnung werde 

nur als Übernachtungsmöglichkeit während der Woche genutzt. Die von 

den Steuerbehörden des Kantons Aargau zitierten Bundesgerichtsent-

scheide würden keineswegs auf analogen Sachverhalten basieren. Es sei 

der Einzelfall zu beurteilen und die gesamten äusseren Umstände würden 

in ihrem Fall eindeutig zeigen, dass sich ihr Wohnsitz und ihr Lebensmit-

telpunkt in O.1._____ befänden.

7. Die Gemeinde O.1._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte 

in ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2013 die Abweisung der Be-

schwerde. Der Ausgangspunkt zum täglichen Leben – nämlich der Ar-

beitsaufnahme – befinde sich bei den Beschwerdeführern seit Jahren in 

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O.2._____. Die Beschwerdeführer würden zwar eine gewisse Bindung zu 

O.1._____ bzw. zur Gemeinde O.3._____ darlegen. Eine besondere Be-

ziehung zu O.1._____ wie etwa die Teilnahme am Vereins- oder politi-

schen Leben oder der Einkauf in Dorfläden sowie Besuche von Restau-

rants würden nicht behauptet und seien auch nicht bekannt. Weiter hätten 

die Beschwerdeführer ihr Wohneigentum in O.1._____ aufgegeben und 

eine Mietwohnung bezogen. Diese Umstände würden dazu führen, dass 

sich der Lebensmittelpunkt bzw. der zivilrechtliche Wohnsitz der Be-

schwerdeführer nicht in O.1._____ befinde, weshalb diese die Kriterien 

zur Hinterlegung der Heimatscheine bei ihr nicht erfüllen würden. Sie ha-

be demzufolge zu Recht verlangt, dass sich die Beschwerdeführer als 

Niedergelassene bei ihr abmelden und die hinterlegten Heimatscheine 

abholen würden.

8. Am 19. Oktober 2013 reichten die Beschwerdeführer ihre Replik ein und 

führten aus, die Beschwerdegegnerin würde in ihrer Vernehmlassung 

vom 14. Oktober 2013 die absolut gegenteilige Meinung vertreten, als sie 

dies in ihrer Feststellungsverfügung vom 30. Dezember 2011 getan habe. 

Es sei nicht auszumachen, warum die Beschwerdegegnerin ihre Meinung 

plötzlich um 100 % geändert habe.

9. Die beigeladene Gemeinde O.2._____ (nachfolgend Beigeladene) reichte 

am 24. September 2014 ihre Stellungnahme ein und beantragte, es sei 

festzustellen, dass der steuerrechtliche Wohnsitz mit dem zivilrechtlichen 

Wohnsitz übereinstimme. Sie argumentierte, die Beschwerdeführer hätten 

ihre Eigentumswohnung in O.1._____ gemäss Kaufvertrag vom 18. Juli 

2011 verkauft und stattdessen eine Mietwohnung bezogen, was auf ein 

blosses Verbringen der Wochenenden in O.1._____ hinweise. Demge-

genüber befänden sich die Arbeitsstellen der Beschwerdeführer im Kan-

ton Aargau ebenso wie deren steuerrechtlicher Wohnsitz.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

Verfügungen sowie die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit 

rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die Fest-

stellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. August 2013, wo-

nach der steuerrechtliche Wohnsitz mit dem zivilrechtlichen Wohnsitz 

übereinstimmen soll. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

ist aufgrund von Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde sachlich und örtlich zuständig. Als Adressaten der angefochte-

nen Verfügung sind die Beschwerdeführer gemäss Art. 50 VRG zweifels-

ohne zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde vom 30. August 2013 ist folglich einzutreten.

2. a) Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu 

Recht festgestellt hat, der steuerrechtliche Wohnsitz stimme mit dem zivil-

rechtlichen Wohnsitz der Beschwerdeführer überein und die Beschwerde-

führer dementsprechend zu Recht zur Abmeldung in der Gemeinde und 

zur Abholung der Heimatscheine aufgefordert hat.

b) Gemäss der in Art. 24 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) garantierten Niederlassungsfreiheit hat je-

der Schweizer Bürger das Recht, sich an jedem Ort der Schweiz im Sinne 

der Wohnsitznahme niederzulassen, wobei auch der bloss vorüberge-

hende Aufenthalt gewährleistet ist. Gemäss Art. 3 lit. a des Bundesgeset-

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zes über die Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer amtli-

cher Personenregister (RHG; SR 431.02) und Art. 3 lit. a des kantonalen 

Gesetzes über die Einwohnerregister (ERG; BR. 171.200) ist die Nieder-

lassungsgemeinde die Gemeinde, in der sich eine Person in der Absicht 

dauernden Verbleibens aufhält, um dort den Mittelpunkt ihres Lebens zu 

begründen, welcher für Dritte erkennbar sein muss. Gemäss Art. 12 ERG 

befindet sich der Wohnsitz in der Niederlassungsgemeinde (Hauptwohn-

sitz, Niederlassung), wobei eine Person neben der Niederlassungsge-

meinde eine oder mehrere Aufenthaltsgemeinden haben kann (Neben-

wohnsitz, Aufenthalt). Wer sich in einer Gemeinde zwecks Niederlassung 

anmeldet, hat sich bei der Gemeinde anzumelden (Art. 13 Abs. 1 ERG) 

und den Heimatschein zu hinterlegen (Art. 17 Abs. 1 ERG). Wer aus einer 

Gemeinde wegzieht, hat sich bei der betreffenden Gemeinde abzumelden 

(Art. 13 Abs. 3 ERG) und Anspruch auf Erstattung der hinterlegten Schrif-

ten (Art. 17 Abs. 3 ERG). Die Beschwerdegegnerin hat durch die Ver-

pflichtung der Beschwerdeführer ihre Heimatscheine abzuholen und sich 

abzumelden Art. 45 BV dann verletzt, wenn die Beschwerdeführer sich 

mit der Absicht dauernden Verbleibens in O.1._____ aufhalten und nicht 

bereits in O.2._____ Wohnsitz begründet haben. Da sich der verwaltungs-

rechtliche Wohnsitzbegriff (Niederlassung) mit dem zivilrechtlichen Begriff 

des Wohnsitzes deckt (vgl. PVG 1989 Nr. 3 E.1), ist im Folgenden also zu 

prüfen, wo sich der zivilrechtliche Wohnsitz der Beschwerdeführer befin-

det.

3. a) In formeller Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass hinsichtlich des steu-

errechtlichen Wohnsitzes bereits ein rechtskräftiger Entscheid des Steuer-

rekursgerichts des Kantons Aargau vom 25. März 2010 existiert. Gemäss 

diesem Entscheid befindet sich der steuerrechtliche Wohnsitz der Be-

schwerdeführer in O.2._____. Diesen Entscheid haben die Beschwerde-

führer akzeptiert und damit anerkannt, dass sie mit der Absicht dauernden 

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Verbleibens in O.2._____ wohnen und dort ihren Lebensmittelpunkt ha-

ben.

b) Bei der Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes wird grundsätzlich 

auf die Begriffsmerkmale des zivilrechtlichen Wohnsitzes abgestellt. So-

mit fällt der steuerrechtliche Wohnsitz i.d.R. mit dem zivilrechtlichen zu-

sammen, wobei davon in besonderen Fällen abgewichen werden kann 

(vgl. BAUER-BALMELLI/NYFFENEGGER, in: ZWEIFEL/ATHANAS (Hrsg.), Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, StHG, 2. Aufl., Basel 2002, 

Art. 3 Rz. 4 f.). Im vorliegenden Fall liegt keine solche Ausnahme vor und 

der steuerrechtliche Wohnsitz deckt sich mit dem zivilrechtlichen – welche 

beide auf den Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführer abstellen – wes-

halb sich die angefochtene Verfügung auch in materieller Hinsicht als kor-

rekt erweist, wie nachfolgend zu zeigen ist. 

4. Der zivilrechtliche Wohnsitz befindet sich gemäss Art. 23 des Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) in der Regel an dem Ort, an dem 

sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden Verbleibens auf-

hält (Abs. 1), wobei niemand an mehreren Orten gleichzeitig seinen 

Wohnsitz haben kann (Abs. 2). Gemäss Art. 24 Abs. 1 ZGB bleibt der 

einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines neuen 

Wohnsitzes bestehen. Ist ein früher begründeter Wohnsitz nicht nach-

weisbar oder ist ein im Ausland begründeter Wohnsitz aufgeben und in 

der Schweiz kein neuer begründet worden, so gilt der Aufenthalt als 

Wohnsitz (Art. 24 Abs. 2 ZGB). Der Aufenthalt bildet das erste Wohnsitz-

begriffselement gemäss Art. 23 ZGB. Aufenthalt im Rechtssinne ist gege-

ben, wenn eine Person am betreffenden Ort bewohnbare Räume benutzt 

(vgl. BGE 96 I 145 E.4c; RIEMER, Personenrecht des ZGB, Studienbuch 

und Bundesgerichtspraxis, 2. Aufl., Bern 2002, § 10 Rz. 183). Mit dem 

zweiten Begriffselement des Wohnsitzes – der Absicht des dauernden 

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Verbleibens – sollen bloss vorübergehende Aufenthaltsorte (wie z.B. der 

Ferienort) als Wohnsitz ausgeschlossen werden. "Dauernd" bedeutet in 

diesem Zusammenhang "bis auf weiteres" und nicht "für immer" oder "le-

benslänglich". Die Absicht, einen Ort später wieder zu verlassen, schliesst 

die Wohnsitzbegründung nicht aus (vgl. BRÜCKNER, Das Personenrecht 

des ZGB, Zürich 2000, Rz. 328). Eine Person hat dort ihren Wohnsitz, wo 

sich faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet. Dieser Mit-

telpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren 

Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen und nicht 

nach den bloss erklärten Wünschen der Person. Der Wohnsitz – sei es 

der zivilrechtliche oder der steuerrechtliche – ist nicht frei wählbar. Eine 

bloss affektive Bevorzugung des einen oder anderen Ortes fällt nicht ins 

Gewicht (vgl. BGE 132 I 29 E.4.1, 125 I 54 E.2, 123 I 289 E.2a und b). Bei 

der Bestimmung des Wohnsitzes ist u.a. der regelmässige Gebrauch von 

Räumlichkeiten zur Verbringung des Privatlebens entscheidend. Weiter 

kann die Hinterlegung der Ausweisschriften, die Bezahlung der Steuern 

und die Ausübung der politischen Rechte als Indiz bei der Prüfung der 

Frage, wo eine Person ihren Lebensmittelpunkt hat, neben anderen Um-

ständen in Betracht gezogen werden. Hält sich eine Person abwechs-

lungsweise an mehreren Orten auf, ist darauf abzustellen, zu welchem 

Ort sie gesamthaft die stärkeren, engeren, intensiveren und überwiegen-

deren Beziehungen pflegt und unterhält (vgl. BGE 132 I 29 E.4.2, 125 I 54 

E.2a, 123 I 289 E.2b; PVG 1999 Nr. 33, 1996 Nr. 2, 1993 Nr. 54, 1991 

Nr. 57, 1990 Nr. 4). Bei Personen mit Familie gilt als Lebensmittelpunkt 

i.d.R. der Aufenthaltsort der Familie (Ehepartner mit oder ohne Kinder) 

und nicht der Arbeitsort, sofern diese nicht in einer leitenden Stellung tätig 

sind. Bei Personen ohne Familie wird für die Ermittlung des Lebensmittel-

punktes eher auf die beruflichen und gesellschaftlichen Beziehungen ab-

gestellt. Bei unselbständig erwerbenden Personen ist das gewöhnlich der 

Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von 

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dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Le-

bensunterhalts dauernder Natur. Bei Personen ohne intensive Kontakte 

zu nahen Familienangehörigen sind kaum Ausnahmen vom Lebensmit-

telpunkt am Arbeitsort anzunehmen (vgl. zum Ganzen: BGE 132 I 29 

E.4.2, 125 I 54 E.2b und 3a, 123 I 289 E.2a und b, 101 Ia 557 E.4a, 97 II 

1 E.3 und 4; Urteil des Bundesgericht vom 20. September 1997, in: Praxis 

87 [1998] Nr. 4 E.2c; RIEMER, a.a.O., § 10 Rz. 184 ff.; BRÜCKNER, a.a.O., 

Rz. 321 ff.). 

5. a) Im Folgenden ist auf die einzelnen objektiven, äusseren Umstände einzu-

gehen, aus denen sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen der Be-

schwerdeführer erkennen lässt.

b) Die Beschwerdeführer führen aus, sie hätten sich im Jahr 2003 bewusst 

entschlossen, ihren Lebensmittelpunkt in O.6._____ zu setzen und umzu-

ziehen. Diese Absicht bzw. Willensbekundung ist nicht massgebend, da 

der Wohnsitz – wie bereits vorstehend in Erwägung 4 erläutert – nicht frei 

wählbar ist und eine bloss affektive Bevorzugung des einen oder anderen 

Ortes nicht ins Gewicht fällt (vgl. BGE 132 I 29 E.4.1, 125 I 54 E.2, 123 I 

289 E.2a und b).

c) In Bezug auf die Wohnverhältnisse stehen vorliegend theoretisch zwei 

mögliche Standorte und Gemeinden als Wohnsitz zur Diskussion, nämlich 

O.1._____, wo sich die Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben fast 

jedes Wochenende und jeweils während ihren Ferien aufhalten und 

O.2._____, von wo aus die Beschwerdeführer ihrer Arbeit in O.4._____ 

bzw. O.5._____ nachgehen. Mit Kaufvertrag vom 2. September 2005 er-

warben die Beschwerdeführer eine 2½-Zimmerwohnung in O.1._____ mit 

einer Grundfläche von rund 80 m2 (vgl. beschwerdeführerische Beilage 

[BF-act.] 5). In O.2._____ mieteten die Beschwerdeführer mit Vertrag vom 

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24. November 2006 eine 42 m2 2-Zimmerwohnung (vgl. BF-act. 7). Am 

5. Juli 2011 schlossen die Beschwerdeführer einen Mietvertrag für eine 

3½-Zimmerwohnung mit einer Grundfläche von rund 100 m2 in O.1._____ 

ab. Als Mietbeginn wurde der 1. September 2011 vereinbart (vgl. BF-

act. 6). Gleichzeitig verkauften die Beschwerdeführer mit Vertrag vom 

18. Juli ihre 2½-Zimmerwohnung in O.1._____, wobei vereinbart wurde, 

dass der wirtschaftliche Antritt mit Nutzen und Lasten, Rechten und 

Pflichten durch die Käuferin am 15. August 2011 erfolgen sollte (vgl. Bei-

lage der Beigeladenen [BL-act.] 1). Die Beschwerdeführer machen gel-

tend, der Vergleich des Ausbaustandards und der Grösse der beiden 

Wohnungen zeige, dass ihr Lebensmittelpunkt in O.1._____ liege (vgl. die 

Fotoaufnahmen der beiden Wohnungen in BF-act. 27). Aus der Tatsache 

allein, dass jemand am Freizeitort über eine grössere Eigentumswohnung 

und am Arbeitsort über eine kleinere Mietwohnung verfügt, kann noch 

nicht geschlossen werden, dass die Verbindungen zum Freizeitort stärker 

sind als zum Arbeitsort. Wesentlich sind vorab die persönlichen Bezie-

hungen (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 20. September 1997, in: Pra-

xis 87 [1998] Nr. 4 E.2d). Dies gilt umso mehr, wenn ein kinderloses Ehe-

paar – wie im vorliegenden Fall – am Arbeitsort über eine ordentliche 

Wohnung und nicht bloss über eine Schlafgelegenheit verfügt (vgl. 

BGE 131 I 145 E.5). Ferner ist in diesem Zusammenhang zu prüfen, ob 

sich die Situation mit dem Verkauf der 2½-Zimmerwohnung und der Miete 

der 3½-Zimmerwohnung in O.1._____ nach dem Urteil des Steuerrekurs-

gerichts des Kantons Aargau vom 25. März 2010 massgeblich verändert 

hat. Die Vergrösserung der Wohnfläche um rund 20 m2 erscheint nicht 

wesentlich, war doch auch schon die Eigentumswohnung grösser als die 

in der Gemeinde O.2._____ bewohnte Mietwohnung, was – wie vorher 

gezeigt – allein nicht ausschlaggebend ist. Demgegenüber schwächen die 

Aufgabe von Wohneigentum und der Bezug einer Mietwohnung die Ver-

bindungen zu O.1._____. Ausserdem erfolgte der wirtschaftliche Antritt für 

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die 2½-Zimmerwohnung durch die Käuferin bereits am 15. August 2011, 

währendem die Beschwerdeführer die Miete ihres neuen Objektes erst 

am 1. September 2011 antraten, was ebenfalls eher für den Lebensmit-

telpunkt der Beschwerdeführer in O.2._____ spricht. Das Gesamtbild hat 

sich somit seit dem Urteil des Steuerrekursgerichts des Kantons Aargau 

vom 25. März 2010 nicht wesentlich verändert. Die Wohnverhältnisse der 

Beschwerdeführer lassen vorliegend zwar eindeutige Schlussfolgerungen 

weder in die eine noch in die andere Richtung zu, sprechen aber insge-

samt eher für den Lebensmittelpunkt in O.2._____, da die Beschwerde-

führer von dort aus ihrer täglichen Arbeit nachgehen währendem sie in 

O.1._____ nur ihre Freizeit verbringen. 

d) Bei abweichenden Arbeits- und Freizeitorten kommt bei der Bestimmung 

des Lebensmittelpunktes den familiären Beziehungen grosses Gewicht 

zu. Dabei sind in erster Linie die Beziehungen zu Ehegatten und Kindern 

ausschlaggebend. Im vorliegenden Fall sind die Beschwerdeführer mit-

einander verheiratet und reisen gemeinsam zwischen Arbeitsort und Frei-

zeitort hin und zurück. Die Tochter der Beschwerdeführerin wohnt in der 

Nähe von O.2._____, nämlich in O.7._____, was für den Lebensmittel-

punkt der Beschwerdeführerin in O.2._____ spricht. Weiter interessieren 

bei den familiären Beziehungen auch die Verbindungen zu den Eltern und 

Geschwistern, in casu v.a. die Beziehung des Beschwerdeführers zu sei-

nem Vater. Dieser wohnt in O.8._____ nahe von O.2._____, was eben-

falls für den Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers in O.2._____ 

spricht. Über andere Familienangehörige der Beschwerdeführer insbe-

sondere in O.1._____ oder andernorts im Kanton Graubünden ist nichts 

bekannt. Die Beschwerdeführer führen aus, ihre Beziehungen zur Tochter 

respektive zum Vater seien eher locker. Die familiären Beziehungen spre-

chen zwar eher für einen Lebensmittelpunkt in O.2._____. Es können 

aber vorliegend aus diesen Kontakten für die Bestimmung des Lebensmit-

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telpunktes der Beschwerdeführer keine eindeutigen Schlüsse gezogen 

werden. Bei verheirateten Personen, mit gemeinsamem Wochen- und 

Freizeitaufenthaltsort überwiegen in aller Regel die Beziehungen zum Ar-

beits- bzw. Wochenaufenthaltsort. Ein kinderloses unselbständig erwer-

bendes Ehepaar, das während der Woche gemeinsam am Arbeitsort in 

einer Wohnung und am Wochenende an einem anderen Ort in einer ei-

genen Wohnung lebt, hat seinen Wohnsitz grundsätzlich am Arbeitsort 

(vgl. ASA 75 [1988/89], S. 297 ff.). Da die Beschwerdeführer keine inten-

siven familiären Beziehungen pflegen und gemeinsam über eine Woh-

nung am Arbeits- und am Freizeitort verfügen, ist vorliegend davon aus-

zugehen, dass die Beziehungen zum Arbeitsort, wo sie sich unter der 

Woche aufhalten, überwiegen.

e) Hinsichtlich ihrer Verbindungen zum Arbeitsort führen die Beschwerdefüh-

rer aus, sie hätten beide keine leitende Stellung inne, die wirtschaftliche 

oder gesellschaftliche Verpflichtungen am Arbeitsort zur Folge hätten. 

Weiter würden sie im Kanton Aargau keine Kontakte pflegen und gehör-

ten auch keinem Verein an. Wie bereits in Erwägung 4 erläutert, liegt der 

Lebensmittelpunkt bei Personen, die in der Nähe des Arbeitsortes eine 

Wohnung mieten und am Freizeitort keine familiären Beziehungen pfle-

gen, i.d.R. an dem Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufent-

halt nehmen, um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen. Auf-

grund der täglichen Arbeit und des Verweilens während der Woche ent-

steht eine starke Bindung zu diesem Ort. Dies gilt umso mehr, als die Be-

schwerdeführer in einem unbefristeten und lange bestehenden Arbeits-

verhältnis stehen. Ferner ist davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führer auch am Arbeitsort Kontakte zu den Berufskollegen und Nachbarn 

geknüpft haben, auch wenn diese das Gegenteil behaupten. In Bezug auf 

ihr Verhältnis zum Freizeitort machen die Beschwerdeführer geltend, sie 

verbrächten in O.1._____ ihre Wochenenden vom Freitagabend bis Mon-

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tagmorgen sowie den ganzen Januar und Teile des Februars. Die Aufent-

halte der Beschwerdeführer in O.1._____ beschränken sich folglich auf 

die arbeitsfreie Zeit, welche den geringeren Zeitraum des Jahres umfasst. 

Den überwiegenden Teil der Woche verbringen die Beschwerdeführer in 

O.2._____, wobei es keine Rolle spielt, ob sie bereits am Sonntagabend 

oder erst am Montagmorgen dorthin zurückkehren. Überdies werden die 

Beschwerdeführer wohl den Grossteil ihrer alltäglichen Besorgungen in 

O.2._____ erledigen müssen (vgl. BGE 125 I 54 E.3b; Urteil des Bundes-

gericht vom 20. September 1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2d). Die 

starken Verbindungen der Beschwerdeführer zum Wohnort in der Nähe 

ihrer Arbeitsorte sprechen vorliegend also für den Lebensmittelpunkt der 

Beschwerdeführer in O.2._____.

f) Zu ihren persönlichen und gesellschaftlichen Beziehungen in O.1._____ 

führen die Beschwerdeführer aus, der Beschwerdeführer habe bereits als 

Kind mit seinen Eltern die Ferien und die Freizeit in O.6._____ verbracht, 

wodurch er sehr viele persönliche Beziehungen und Kontakte aufgebaut 

habe. Die Beschwerdeführer machen geltend, ihr Freundeskreis befände 

sich in O.6._____ bzw. in der Region (vgl. den Unterschriftenbogen der 

persönlichen Freunde in BF-act. 17). Weiter seien sie Mitglieder der neu-

apostolischen Kirche in O.9._____ (vgl. die Bestätigung von C._____ in 

BF-act. 16). Die Bestätigungen der Bäckerei-Konditorei D._____ (vgl. BF-

act. 18) und des Cafés E._____ (vgl. BF-act. 19) würden zeigen, dass sie 

sich regelmässig in O.6._____ aufhalten und dort am wirtschaftlichen und 

gesellschaftlichen Leben teilhaben würden. Es werde vom Gemeinde-

schreiber der Beschwerdegegnerin in deren Verfügung vom 30. Dezem-

ber 2011 bestätigt, dass sie häufig in O.1._____ anzutreffen seien. Sie 

seien ausserdem Kunden bei F._____ in O.1._____, nähmen an den Ab-

stimmungen teil und seien z.B. an der 1. Augustfeier anzutreffen. Die Be-

schwerdeführer können zwar nachweisen, dass sie sich regelmässig in 

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O.1._____ und der Umgebung aufhalten und dass sie dort auch Freunde 

und Bekannte gefunden haben. Die Kontakte beschränken sich allerdings 

auf Freunde und Bekannte und umfassen keine engen Familienmitglieder. 

Die persönlichen Verbindungen und die Teilnahme am gesellschaftlichen 

Leben in O.1._____ gehen nicht über Beziehungen hinaus, wie sie an ei-

nem Ort gepflegt werden, an dem regelmässig die Ferien und die Wo-

chenenden verbracht werden. Es liegen aber keine besonders starken 

Verbindungen zu O.1._____ oder der Umgebung vor. Die Beschwerde-

führer sind nicht in O.1._____ oder in der Umgebung aufgewachsen und 

zur Schule gegangen. Der Beschwerdeführer hat gemäss seinen Anga-

ben während seiner Kindheit "nur" die Wochenenden und Ferien mit sei-

ner Familie in O.3._____ verbracht. Auch wenn diese Freundschaften und 

gesellschaftlichen Kontakte nicht unbedeutend sind, überwiegen sie auf 

jeden Fall nicht die Bindungen der Beschwerdeführer zu O.2._____, wel-

che aufgrund der täglichen Arbeit und des Verweilens während der Wo-

che als intensiver zu beurteilen sind (vgl. dazu auch BGE 125 I 54 E.3b; 

Urteil des Bundesgericht vom 20. September 1997, in: Praxis 87 [1998] 

Nr. 4 E.2d).

g) Weiter bringen die Beschwerdeführer vor, sie hätten bis heute erfolglos 

versucht, ähnliche Arbeitsstellen in der Umgebung von O.6._____ zu fin-

den (vgl. diverse Bewerbungsabsagen in BF-act. 26). Dies belege ihren 

Wunsch, auch den Arbeitsort in den Kanton Graubünden zu verlegen. 

Weiter würden sie beabsichtigen, nach der Pensionierung ihren Lebens-

abend in O.1._____ zu verbringen. Daraus können die Beschwerdeführer 

nichts ableiten. Ihre Bemühungen, eine Arbeitsstelle im Kanton Graubün-

den zu finden, und ihre Absicht, ihr Pensionsalter im Kanton Graubünden 

verbringen zu wollen, sagt nichts aus über den jetzigen effektiven Le-

bensmittelpunkt (vgl. dazu auch BGE 125 I 54 E.3b; Urteil des Bundesge-

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richt vom 20. September 1997, in: Praxis 87 [1998] Nr. 4 E.2d, Urteil des 

Bundesgerichts 2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.3.4).

h) Die Beschwerdeführer argumentieren ausserdem, ihr Hausarzt befände 

sich in O.6._____ (vgl. BF-act. 20) und sie hätten sämtliche Versicherun-

gen wie z.B. die Krankenkasse und Hausratsversicherung im Kanton 

Graubünden abgeschlossen (vgl. BF-act 21-23). Auch die Autokontroll-

schilder hätten sie in O.9._____ eingelöst (vgl. BF-act. 24-25) und ihre 

Post werde an die Adresse in O.1._____ gesandt. Dem Argument bezüg-

lich des Hausarztes, welcher sich in O.6._____ befinde, kommt im Hin-

blick auf den Lebensmittelpunkt grundsätzlich vor allem dann Bedeutung 

zu, wenn die Frequenz der Arztbesuche eine gewisse Dimension auf-

weist, was vorliegend nicht dargetan wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_178/2011 vom 2. November 2011 E.3.4). Ebenso ist der Umstand, 

dass O.1._____ als Korrespondenzadresse angeben wird, wenig aussa-

gekräftig, da für viele v.a. amtliche Zusendungen die Adresse in jener 

Gemeinde Verwendung findet, in welcher die Betroffenen (bis anhin) ihre 

Schriften hinterlegt hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_178/2011 

vom 2. November 2011 E.3.4). Das Gleiche gilt für die Versicherungsver-

träge und die Fahrzeugeinlösung. Auch aus diesen Ausführungen ergibt 

sich folglich nichts, was eindeutig für einen Lebensmittelpunkt in 

O.1._____ sprechen würde und die Verbindungen der Beschwerdeführer 

zu O.2._____ überwiegen würde.

i) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführer sowohl 

zu O.2._____ in der Nähe ihrer Arbeitsorte als auch zu ihrem Freizeitauf-

enthaltsort in O.1._____ verschiedene Verbindungen haben. Die Kontakte 

und Verbindungen zu O.1._____ sind nicht unbedeutend und der vorlie-

gende Fall lässt sich nur nach umfassender Abwägung sämtlicher Gege-

benheiten beurteilen. In Würdigung der Gesamtheit der Umstände muss 

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davon ausgegangen werden, dass die Verbindungen der Beschwerdefüh-

rer zu O.2._____, wo sie beide eine Vollzeitstelle innehaben, während der 

Woche wohnen und wo sie sich damit hauptsächlich aufhalten, intensiver 

sind als diejenigen zu O.1._____, wo sie einzig die Wochenenden und die 

Ferien verbringen, keine familiären Beziehungen und keine besonders 

enge freundschaftliche Beziehungen pflegen. Somit liegt der Lebensmit-

telpunkt der Beschwerdeführer in O.2._____. Die Beschwerdegegnerin 

hat folglich zu Recht festgestellt, dass der zivilrechtliche Wohnsitz der Be-

schwerdeführer mit dem steuerrechtlichen Wohnsitz übereinstimmt und 

sich in O.2._____ befindet und diese zu Recht zur Abmeldung in der Ge-

meinde und zur Abholung der Heimatscheine aufgefordert. Die vorliegen-

de Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Die Beschwer-

deführer weisen in ihrer Beschwerde allerdings zu Recht darauf hin, dass 

die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 2. August 

2013 ihre vorher in der Feststellungsverfügung vom 30. Dezember 2011 

und ihren diesbezüglichen Erläuterungen vom 20. Januar 2012 vertretene 

Ansicht um 100 % geändert hat. Die Beschwerdegegnerin hat mit den 

gleichen Fakten für jeweils gegenteilige Ansichten argumentiert. Diese 

"Kehrtwende" ist zwar aus Praktikabilitätsgründen und in finanzieller Hin-

sicht nachvollziehbar und die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene 

Verfügung vom 2. August 2013 auch entsprechend begründet. Dennoch 

soll dieses widersprüchliche Verhalten der Beschwerdegegnerin vorlie-

gend bei der Kostenverteilung in dem Sinne berücksichtigt werden, dass 

den Beschwerdeführern lediglich eine Staatsgebühr von Fr. 1'000.-- auf-

zuerlegen ist. Der Beschwerdegegnerin wird gemäss Art. 78 Abs. 2 keine 

Parteientschädigung zugesprochen, da sie lediglich in ihrem Wirkungs-

kreis obsiegt.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 409.--

zusammen Fr. 1'409.--

gehen zulasten von A._____ und B._____ und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]