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**Case Identifier:** bd7c4816-0ab2-5d74-a7ea-2345451240c5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.11.2008 IV 2007/423
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-423_2008-11-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/423

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.05.2020

Entscheiddatum: 05.11.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 05.11.2008
Art. 28 aIVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). 
Invaliditätsbemessung. Aufgrund erheblicher Anhaltspunkte für eine 
gesundheitliche Verschlechterung bis zum Verfügungserlass ist die Sache zu 
weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. November 2008, IV 
2007/423).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 5. November 2008

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  M.___, geboren 1965, meldete sich am 16. Januar 2006, zum Bezug von IV-

Leistungen (Rente) an. Er machte geltend, seit 3 Jahren u.a. an Muskel- und 

Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen und Rückenbeschwerden zu leiden 

(act. G 6.1/1). Der behandelnde Arzt, Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, 

stellte im Arztbericht vom 28. Februar 2006 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: ein Fibromyalgie-Syndrom, chronisches Panvertebralsyndrom, 

muskuläre Dysbalancen, segmentale Dysfunktionen, medio-laterale Diskushernie L5/S1 

rechts, eine depressive Entwicklung und eine Uveitis links mit Verdacht auf Morbus 

Behçet. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur/Magaziner/Mitarbeiter im 

Hochbau hielt er den Versicherten seit 20. Juni 2005 für 100% arbeitsunfähig. Leichte 

Arbeiten ohne Belastung der Muskulatur seien dem Versicherten grundsätzlich 

zumutbar. Der zeitliche Rahmen derartiger Arbeitseinsätze müsse aber noch abgeklärt 

werden (act. G 6.1/9.1 ff.). Am 3. März 2006 berichtete Dr. med. B.___ der IV-Stelle, 

dass infolge des Morbus Behçet auf dem linken Auge des Versicherten ein Visusverlust 

von ca. 80 bis 90% eingetreten sei (act. G 6.1/10.1).

A.b Zur Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit empfahl der Regionale Ärztliche Dienst 

(RAD) am 25. April 2006 eine bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische) 

Begutachtung (act. G 6.1/12.2). Die IV-Stelle beauftragte am 27. April 2006 Dr. med. 

C.___, Facharzt FMH für Physikalische Medizin, mit einer bidisziplinären Begutachtung. 

Er wurde ersucht, das psychiatrische Teil-Gutachten bei Dr. D.___, Facharzt Psychiatrie 

und Psychotherapie, selbstständig in Auftrag zu geben und die interdisziplinäre 

Beurteilung gemeinsam zu erarbeiten (act. G 6.1/16).

A.c  Der Versicherte wurde am "21. August 2006" (recte: 15. August 2006; vgl. act. 

G 6.1/17) durch Dr. med. C.___ rheumatologisch untersucht. Dieser diagnostizierte ein 

panvertebrales Schmerzsyndrom, mit Verdacht auf ein intermittierendes radikuläres 

Reizsyndrom C6 oder C7 links, mit Diskushernie L5/S1 rechts mit intermittierendem 

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radikulärem Reizsyndrom, mit mehrsegmentaler Dysfunktion und muskulärer 

Dysbalance; eine Fibromyalgie; einen Morbus Behçet mit Uveitis links mit massiver 

Visusverminderung bei peripheren vaskulitischen Veränderungen beidseits sowie eine 

stereoidindizierte Osteopenie. Aufgrund des Visusverlusts links sei der Versicherte 

nicht mehr in der Lage, als Lastwagenchauffeur zu arbeiten. Zudem könne er auch aus 

rheumatologischer Sicht keine schwer belastende Tätigkeit mehr ausüben. Für den 

bisherigen Beruf bestehe daher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die 

Restarbeitsfähigkeit könne derzeit nicht quantifiziert werden, da noch viele Fragen 

offen seien. Aus rheumatologischer Sicht seien dem Versicherten körperlich wenig 

belastende Tätigkeiten (kein Heben von Lasten über 15 kg, keine repetitiven 

Tätigkeiten) mindestens in Teilzeit zumutbar. Die Prognose bezüglich der Fibromyalgie 

sei generell ungünstig; diejenige betreffend den Morbus Behçet könne noch nicht 

beurteilt werden. Zur Behebung des "Deconditioning" und zur Evaluation der 

Leistungsfähigkeit empfahl der rheumatologische Gutachter einen 

Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens. Anlässlich der Untersuchung habe der 

Versicherte nicht den Eindruck hinterlassen, depressiv zu sein. Daher verzichtete 

Dr. med. C.___ auf die Veranlassung eines psychiatrischen Gutachtens (act. 

G 6.1/23.1 ff.).

A.d Am 1. September 2006 beauftragte die IV-Stelle Dr. D.___ mit einer psychiatrischen 

Begutachtung sowie anschliessender interdisziplinärer Besprechung mit Dr. med. 

C.___. Namentlich wurde Dr. D.___ ersucht, die Diagnose einer Fibromyalgie in 

Nachachtung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu beurteilen (act. G 6.1/28).

A.e Auf entsprechende Anfrage teilte Dr. med. C.___ am 5. September 2006 der IV-

Stelle mit, dass dem Versicherten aus rheumatologischer Sicht eine körperlich wenig 

belastende Tätigkeit (Lasten von maximal 10 bis 15 kg, regelmässige Möglichkeit für 

Wechsel der Körperhaltung, wenig Leistungsdruck) "zu mindestens 60% zumutbar sei 

mit der Option die Arbeitsfähigkeit nach 2 - 3 Monaten auf 80 - 100% zu steigern" (act. 

G 6.1/29.3).

A.f Am 25. Januar 2007 ordnete die IV-Stelle zur Abklärung der Eingliederungs- und 

Arbeitsfähigkeit eine berufliche Abklärung im E.___ an (act. G 6.1/40).

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A.g Der Versicherte wurde am Vormittag des 26. Februars 2007 psychiatrisch 

untersucht. Im psychiatrischen Gutachten vom 4. März 2007 berichtete der Experte, 

dass beim Versicherten keine klinisch manifeste psychische Störung von 

Krankheitswert habe diagnostiziert werden können. Insbesondere schliesse er eine 

Somatisierungsstörung aus, sei doch in den vielfach durchgeführten 

Voruntersuchungen eine Fibromyalgie als Ursache der körperlichen Beschwerden 

festgestellt worden. Auch wenn eine solche bezüglich ihrer Ursache noch ungeklärt sei 

und eine nahe Verwandtschaft zu einer Somatisierungsstörung aufweise, so finde sich 

die Fibromyalgie als Diagnose jedoch nicht in dem für Psychiater gültigen 

diagnostischen Referenzsystem der Internationalen Klassifikation Psychischer 

Störungen (ICD-10). Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte zu 100% 

arbeitsfähig (act. G 6.1/44.1 ff., insbesondere 44.13).

A.h Im Verlaufsbericht vom 3. Juli 2007 gab Dr. med. B.___ an, dass sich der 

Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe. Der Versicherte leide an 

ausgeprägtesten Schmerzen in sämtlichen Gelenken (Hand-, Hüft-, Knie- sowie OSG-

Schmerzen), vornehmlich links, mit deutlicher Überwärmung aller genannten Gelenke. 

Angesichts seines schlechten Zustands könnte ihm – wenn überhaupt – nur ein stark 

reduziertes Pensum in einer leidensadaptierten Tätigkeit zugemutet werden (act. 

G 6.1/57).

A.i  Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) beurteilten im 

Verlaufsbericht vom 24. Juli 2007 den ophthalmologischen Gesundheitszustand als 

stationär. Dem Versicherten seien Tätigkeiten, bei denen er nur auf die Sehstärke des 

rechten Auges angewiesen sei und keine Binokularität erfordert werde, zumutbar. 

Durch die schlechte Sehkraft links und die Grunddiagnose Morbus Behçet könnten 

auch in diesen Tätigkeiten Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit auftreten (act. 

G 6.1/61.2 f.).

A.j  Im Abklärungsbericht des E.___ vom 9. August 2007 berichteten die 

Abklärungspersonen aufgrund ihrer Beobachtungen sowie des gesundheitlichen 

Verlaufs, dass der Versicherte wegen seiner geringen Leistungsfähigkeit nicht über die 

notwendigen Ressourcen verfüge, um in der freien Wirtschaft integriert werden zu 

können. Um eine Tagesstruktur beizubehalten, empfahlen sie einen Arbeitsplatz im 

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geschützten Rahmen. Bezüglich eines möglichen Lohnes gaben sie an, dass der 

Versicherte im geschützten Rahmen bei einer Präsenzzeit von 50% einen monatlichen 

Verdienst von Fr. 300.-- erzielen könnte (act. G 6.1/69.2 ff.).

A.k  Am 23. August 2007 verfügte die IV-Stelle den Abbruch der beruflichen 

Massnahmen, da der Versicherte an der Auswertung der verlängerten Abklärung im 

E.___ unentschuldigt fern geblieben sei (act. G 6.1/66).

A.l  Mit Vorbescheid vom 24. August 2007 stellte die IV-Stelle die Ablehnung eines 

Rentenanspruchs in Aussicht. Der Berechnung des Invaliditätsgrades legte sie eine 

zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% zu Grunde und ermittelte einen Invaliditätsgrad 

von 29% (act. G 6.1/68).

B.  

B.a Der Versicherte liess am 24. September 2007 gegen den Vorbescheid vom 

24. August 2007 Einwand erheben und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente 

beantragen. Er machte im Wesentlichen geltend, dass die Bestimmung der zumutbaren 

Restarbeitsfähigkeit gestützt auf den Schlussbericht des E.___ vom 9. August 2007 

erfolgen müsse. Demnach sei ihm eine Tätigkeit im geschützten Rahmen bei einer 

50%igen Präsenzzeit möglich. Diese Einschätzung sei von Dr. med. B.___ im Schreiben 

vom 18. September 2007 (act. G 6.1/73.16) bestätigt worden. Gestützt auf den vom 

E.___ ermittelten erzielbaren Jahreslohn von Fr. 3'900.-- resultiere ein Invaliditätsgrad 

von 94% (act. G 73.1 ff.).

B.b Die IV-Stelle verfügte am 2. Oktober 2007 entsprechend dem Vorbescheid vom 

24. August 2007. Zu den Einwänden des Versicherten führte sie aus, dass berufliche 

Abklärungen – wie diejenige im E.___ – nicht zur Festlegung einer zumutbaren 

"Arbeitsleistung, sondern z.B. der Evaluation geeigneter Tätigkeiten" dienen würden. 

Die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit obliege der ärztlichen Beurteilung (act. G 6.1/75).

C.  

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 2. November 2007. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge beantragt der Beschwerdeführer die Zusprache 

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einer ganzen Rente (act. G 1). In der innert eingeräumter Frist eingereichten 

Beschwerdeergänzung beantragt er eventualiter, dass die Angelegenheit zur Vornahme 

weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Der 

Beschwerdeführer bringt vor, dass bislang keine abschliessende medizinische 

Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit erfolgt sei. Gestützt auf die Beurteilung des 

rheumatologischen Gutachters sei von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die 

Option, die Arbeitsfähigkeit nach 2 bis 3 Monaten zu steigern, sei lediglich ein 

therapeutisches Ziel. Wie der Schlussbericht des E.___ zeige, habe das therapeutische 

Ziel trotz hoher Motivation des Beschwerdeführers nicht erreicht werden können. Aus 

rein physikalischer Sicht sei daher von einer Arbeitsfähigkeit von 60% auszugehen. 

Hinzu kämen noch die leistungseinschränkenden opthalmologischen Befunde. 

Insgesamt müsse davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit unter 60% 

liege. Selbst wenn der Ermittlung des Invaliditätsgrades eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

zu Grunde gelegt würde, ergäbe sich unter Berücksichtigung eines 25%igen Abzuges 

vom Invalideneinkommen ein Anspruch auf eine halbe Rente (act. G 3).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Februar 

2008 die Beschwerdeabweisung. Die ophthalmologischen Fachärzte hätten keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ohne höhere 

Sehansprüche festgestellt. Gestützt auf das rheumatologische und psychiatrische 

Gutachten sei deshalb von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten 

Tätigkeiten auszugehen. Die vom rheumatologischen Gutachter angegebene 60%ige 

Arbeitsfähigkeit sei im Hinblick auf einen Angewöhnungsbedarf an die Arbeit 

zurückzuführen. Beim Einkommensvergleich könne ein Leidensabzug von 10% 

zugebilligt werden, was aber nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führe 

(act. G 6).

C.c In der Replik vom 3. April 2008 weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass sich 

der Morbus Behçet auch auf das rechte Auge übertragen und sich der Visus auf dem 

rechten Auge auf 0.6 reduziert habe. Ferner befinde er sich seit Anfang März 2008 in 

psychiatrischer Behandlung. Damit stehe fest, dass sich der Gesundheitszustand 

verschlechtert habe. Im Übrigen lautet die Begründung im Wesentlichen gleich, wie 

diejenige der Beschwerdeergänzung (act. G 8). Der Replikeingabe legt der 

Beschwerdeführer eine Kurzbestätigung von Dr. med. F.___, Augenarzt, vom 11. März 

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2008 (act. G 8.1) sowie ein Schreiben von Dr. med. G.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. März 2008 (act. G 8.2) bei.

C.d Die Beschwerdegegnerin bringt in der Duplik vom 7. Mai 2008 vor, dass die neu 

eingereichten ärztlichen Bestätigungen nach Verfügungserlass vom 2. Oktober 2007 

datieren und im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen seien (act. 

G 10).

C.e Mit Schreiben vom 6. Juni 2008 reicht der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. 

G.___ vom 23. Mai 2008 ein (act. G 12), worin diese eine rezidivierende, depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICS-10: F33.11) sowie ein chronisches 

Schmerzsyndrom diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht wird dem Beschwerdeführer 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 12.1).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 

E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen 

Bestimmungen anzuwenden.

2.   

Vorliegend ist die Frage streitig, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

Rentenleistungen hat.

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

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50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).

2.2  Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch 

den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren 

eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können 

nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt 

wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom 

Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten 

besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und 

Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen 

derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c).

2.3  Was Berichte von Hausärzten angeht, darf und soll die Erfahrungstatsache 

mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung eher dazu neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 

V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und 

umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der 

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Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine 

Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und 

umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 

hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

(BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 

zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 

denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte 

benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 

sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007 i.S. M., I 514/06, E. 2.2.1 mit 

Hinweisen).

3.   

Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Beurteilung der dem Beschwerdeführer 

verbliebenen Resterwerbsfähigkeit in der angefochtenen Verfügung auf das 

rheumatologische Gutachten vom 15. August 2006 (act. G 6.1/23.1 ff.), das 

Ergänzungsschreiben von Dr. med. C.___ vom 5. September 2006 (act. G 6.1/29.3) und 

das psychiatrische Gutachten vom 4. März 2007 (act. G 6.1/44.1 ff.). Der 

Beschwerdeführer macht geltend, dass aufgrund seines verschlechterten 

Gesundheitszustandes nicht auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden 

könne. Ferner bestünden erhebliche Mängel an den gutachterlichen Einschätzungen 

(act. G 3 und 8). Zu prüfen ist daher die Frage, ob konkrete Indizien bestehen, die 

ernsthafte Zweifel an der durch die Gutachter vorgenommenen Beurteilung entstehen 

lassen.

3.1  Insofern der Beschwerdeführer vorbringt, sein Gesundheitszustand habe sich seit 

den Begutachtungen verschlechtert, ist – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend 

ausführt – die Entwicklung des Gesundheitszustandes bis zum Datum des 

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Verfügungserlasses (2. Oktober 2007; act. G 6.1/75) massgebend (vgl. Urteil des EVG 

vom 28. August 2003 i.S. M., I 596/02, E. 1).

3.1.1 Dr. med. B.___ gab im Verlaufsbericht vom 3. Juli 2007 an, dass sich der 

Gesundheitszustand sowie die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers erheblich 

verschlechtert hätten. Dieser leide an ausgeprägtesten Schmerzen in sämtlichen 

Gelenken, vornehmlich links mit deutlicher Überwärmung aller genannten Gelenke. Zur 

aktuellen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfahl der behandelnde Arzt eine erneute 

Begutachtung (act. G 6.1/57). Er bestätigte am 8. Juni 2007 gegenüber den 

Mitarbeitern des E.___, dass zusätzlich Arthritis und Rheuma diagnostiziert worden sei 

(act. G 6.1/73.13). Aus dem Bericht der behandelnden Rheumatologen des KSSG vom 

14. Juni 2007 geht im Vergleich zur rheumatologischen Begutachtung – wo ein 

negatives Ergebnis beim Lasègue-Test ermittelt wurde (act. G 6.1/23.4) – eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes insoweit hervor, dass sie das Ergebnis 

beim Lasègue-Test als "positiv ab 40°" beschrieben (act. G 6.1/57.18; vgl. auch act. 

G 57.24). Im Bericht vom 13. August 2007 bezeichneten sie den Verlauf des 

Gesundheitszustandes als "nicht absehbar" und erhoben u.a. den - bislang von den 

involvierten Ärzten nicht festgestellten - Befund einer "Fingersteifigkeit" (act. 

G 6.1/70.5). Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage bestehen erhebliche 

Anhaltspunkte für eine seit der rheumatologischen Begutachtung eingetretene 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit.

3.1.2 Auch aus dem rheumatologischen Gutachten vom 15. August 2006 – das 14 

Monate vor Verfügungserlass erstellt wurde – geht hervor, dass der 

Gesundheitszustand nicht stabil sei. So berichtete Dr. med. C.___, dass die 

Restarbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden könne, "da noch zu viele Fragen offen sind, 

namentlich der weitere Verlauf vom Morbus Behçet" (act. G 6.1/23.5). Zur Evaluation 

der Leistungsfähigkeit empfahl er einen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens 

(act. G 6.1/23.6). Ferner bezeichnete er die Prognose als ungünstig, und zwar nicht nur 

bezüglich der Fibromyalgie, sondern auch wegen des intermittierenden 

lumboradikulären Syndroms S1 rechts und möglicherweise wegen eines leichten 

cervicoradikulären Syndroms links (act. G 6.1/23.5).

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3.1.3 Die involvierten Mitarbeiter des E.___ äusserten sich ebenfalls dahingehend, dass 

der gesundheitliche Verlauf und der Verlauf der Arbeitsfähigkeit negativ seien (act. 

G 6.1/73.15). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, handelt es sich aber 

hierbei nicht um eine medizinische Einschätzung, was den Beweiswert der gemachten 

Aussage grundsätzlich schmälert. Trotzdem darf und soll die fragliche Einschätzung in 

die Gesamtwürdigung einbezogen werden, zumal das E.___ von der 

Beschwerdegegnerin ausdrücklich mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beauftragt 

(act. G 6.1/40.1) und die Einschätzung vom behandelnden Arzt geteilt wurde (act. 

G 6.1/73.16).

3.1.4 Zwar vertrat der RAD-Arzt, Dr. H.___, in seiner kurzen Stellungnahme vom 

2. August 2007 die Auffassung, der Gesundheitszustand sei unverändert. Seine 

Beurteilung erfolgte aber nicht in einer fassbaren Gesamtwürdigung aller medizinischen 

Akten. Vor allem lagen ihm offenbar der Bericht des KSSG vom 14. Juni 2007, in dem 

rheumatologische Veränderungen festgehalten sind, nicht vor. Zum späteren Bericht 

des KSSG vom 13. August 2007 äusserte sich der RAD-Arzt nicht explizit (act. 

G 6.1/70.5 f.). Er setzt sich auch nicht mit den festgestellten Befundveränderungen 

(Fingersteifigkeit, positiver Lasègue-Test, ausgeprägteste Schmerzen in sämtlichen 

Gelenken, vornehmlich links mit deutlicher Überwärmung aller genannten Gelenke; vgl. 

vorstehende E. 3.1.1) auseinander.

3.2  Insgesamt ergeben sich aus den Akten erhebliche Hinweise für eine Zunahme der 

Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit seit der rheumatologischen Begutachtung. Es 

liegen aber keine medizinischen Berichte bei den Akten, die über die Entwicklung des 

Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit Aufschluss geben könnten. Da die 

bestehenden Unterlagen eine schlüssige und abschliessende Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit und somit des 

Invaliditätsgrades nicht erlauben, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit sie die Entwicklung der Beschwerden und der Arbeitsfähigkeit 

fachärztlich abklären lässt. Festzuhalten ist weiter, dass es beim Zusammenwirken von 

physischen und psychischen Beeinträchtigungen grundsätzlich nicht gerechtfertigt ist, 

die somatischen und psychischen Befunde isoliert zu betrachten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. Januar 2007 i.S. B., I 33/06, E. 6.3 mit Hinweis), wie dies im 

bisherigen Verwaltungsverfahren getan wurde. Die Beschwerdegegnerin hat daher eine 

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interdisziplinäre Begutachtung zu veranlassen. Diese hat sich zum psychischen und 

physischen Gesundheitszustand, zu seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im 

angestammten Beruf und in einer zumutbaren Verweisungstätigkeit sowie zur 

Entwicklung der gesundheitlichen Situation und Restarbeitsfähigkeit zu äussern. Da es 

bei den weiteren Abklärungen u.a. um die Beurteilung des Gesundheitsverlaufes geht, 

erscheint es zweckmässig die rheumatologische Teilbegutachtung durch den mit dem 

Fall vertrauten Dr. med. C.___ vornehmen zu lassen. Gestützt auf die noch 

vorzunehmenden Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin über den 

Leistungsanspruch neu zu befinden haben. Vor diesem Hintergrund können die Fragen, 

ob gestützt auf das Schreiben von Dr. med. C.___ vom 5. September 2006 (act. 

G 6.1/29.3) von einer 60%igen bzw. 80 bis 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen und ob die Berechnung des 

Invaliditätsgrades durch die Beschwerdegegnerin namentlich hinsichtlich des 

sogenannten Leidensabzuges zutreffend ist, offen gelassen werden.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 2. Oktober 2007 aufzuheben, und die Sache ist zur Anordnung ergänzender 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb in fine). Somit unterliegt die 

Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von 

Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von 

Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet.

4.3  Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf die Einreichung einer 

Kostennote. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 2. Oktober 2007 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.11.2008
	Art. 28 aIVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Invaliditätsbemessung. Aufgrund erheblicher Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verschlechterung bis zum Verfügungserlass ist die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. November 2008, IV 2007/423).

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