# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98b6f6e6-f62f-5d28-a217-8341a379292a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.10.2014 200 2013 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-141_2014-10-16.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 4. März 2015 gutgeheissen und das Urteil aufgehoben 
(8C_842/2014).

200 13 141 UV
SCP/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 23. Januar 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1956 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war ab dem 1. März 2000 bei der D.________ als … tätig 
und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (nachfolgend SUVA oder Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen 
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 
versichert. Gemäss der Unfallmeldung UVG vom 30. Juni 2003 fiel er am 
30. Juni 2003 über am Boden liegende Steine und zog sich dabei eine Ver-
letzung beider Knie zu (Akten der SUVA [act. IIA] 1 Ziff. 6 und 9). Der Ver-
sicherte musste nach dem Ereignis vollständig mit seiner Arbeit aussetzen 
(Ziff. 10), konnte die Arbeitsfähigkeit jedoch nach und nach steigern (act. 
IIA 4 Ziff. 4a), bis er am 1. Oktober 2003 seine Arbeit wieder im gewohnten 
Umfang wie vor dem Ereignis aufnehmen konnte. Am 5. Dezember 2003 
konnte die Behandlung abgeschlossen werden (act. IIA 14). Ein Anfangs 
2006 zum Ereignis vom 30. Juni 2003 gemeldeter Rückfall konnte noch im 
selben Jahr abgeschlossen werden (act. IIA 19).

B.

Ab dem 1. Januar 2004 war der Versicherte bei der E.________ als … an-
gestellt (Akten der SUVA [act. IIB] 2 Ziff. 3) und in dieser Eigenschaft wei-
terhin bei der SUVA obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht-
berufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert. Per 30. September 2010 
wurde ihm gekündigt (act. IIB 38). Gemäss der Schadenmeldung UVG vom 
20. November 2010 fiel er an seinem letzten Arbeitstag, d.h. am 30. Sep-
tember 2010, beim Heruntersteigen vom Pneubagger infolge eines Miss-
tritts hin und zog sich dabei eine Quetschung am linken Knie zu (act. IIB 1 
Ziff. 6 und 9). Ab dem 1. Oktober 2010 wurde ihm eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert (act. IIB 8 Ziff. 8). Am 14. Dezember 2010 unterzog sich 
der Versicherte in der Orthopädischen Klinik des Spitalzentrums 
F.________ einem operativen Eingriff (act. IIB 16). Er wurde am 27. April 
(act. IIB 40), 29. August 2011 (act. IIB 90) und 17. April 2012 (act. IIB 175) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 3

jeweils kreisärztlich untersucht. Am 18. April 2012 erfolgte die Beurteilung 
des Integritätsschadens (act. IIB 176).

Mit Schreiben vom 24. April 2012 stellte die SUVA im Zusammenhang mit 
den Unfällen vom 30. Juni 2003 und 30. September 2010 die Heilungskos-
ten- und Taggeldleistungen per 31. Mai bzw. 17. Juni 2012 (act. IIC 209 
i.V.m. 211/2) ein und teilte mit, der Versicherte habe Anspruch auf eine 
Integritätsentschädigung sowie ab dem Zeitpunkt des Fallabschlusses auf 
eine Invalidenrente (act. IIB 179). Hierüber würde er separat informiert 
werden. Sie sprach ihm mit Verfügung vom 29. Mai 2012 (Akten der SUVA 
[act. IIC] 187) für die beiden besagten Unfälle ab dem 1. Juni 2012 eine 
Rente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 18% (S. 2) sowie eine Inte-
gritätsentschädigung von 15% (S. 3) zu. Die dagegen erhobene Einsprache 
(act. IIC 195) wurde mit Entscheid vom 23. Januar 2013 abgewiesen 
(act. IIC 231).

C.

Gemäss der schriftlichen Befragung vom 24. Juli 2012 knickte der Versi-
cherte am 22. Mai 2012 beim Treppensteigen mit dem linken Knie ein 
(act. IIC 199). Mit Schreiben vom 5. Oktober 2012 teilte die SUVA seinem 
Rechtsvertreter mit, dass das Ereignis vom 22. Mai 2012 weder ein Unfall 
im Rechtssinn noch eine leistungsauslösende unfallähnliche Körperschädi-
gung darstelle, sie jedoch eine vorübergehende Verschlimmerung der Un-
fallfolgen vom 30. September 2010 von ca. 3 Wochen akzeptiere (act. IIC 
208). Hierfür richtete sie vom 1. bis zum 17. Juni 2012 Unfalltaggelder aus 
(act. IIC 209 i.V.m. 2011/2).

D.

Mit Eingabe vom 20. Februar 2013 liess der Versicherte gegen den Ein-
spracheentscheid vom 23. Januar 2013 (act. IIC 231) Beschwerde erheben 
mit folgenden Rechtsbegehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 4

„1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 23. Januar 2013 sei 
aufzuheben.

 2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer auch nach 
dem 31. Mai 2012 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Heilungskosten- 
und Taggeldleistungen zu erbringen.

Eventuell: Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer 
ab 1. Juni 2012 eine angemessene, den Erwerbsunfähigkeitsgrad von 18% 
übersteigende Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung im Umfang 
von mindestens 30% zu entrichten.

Subeventuell: Die Akten seien an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit sie nach erfolgten zusätzlichen Abklärungen über den Leistungsanspruch 
des Beschwerdeführers neu verfüge.

Unter Kosten und Entschädigungsfolgen.“

Die Beschwerdegegnerin liess mit Eingabe vom 17. April 2013 ihre Be-
schwerdeantwort mit folgenden Anträgen einreichen:

„1. Die Beschwerde vom 20. Februar 2013 sei vollumfänglich abzuweisen und der 
Einsprache-Entscheid vom 23. Januar 2013 zu bestätigen.

 2. Die Kosten seien bei Kostenlosigkeit des Verfahrens wettzuschlagen.“

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 23. Januar 
2013 (act. IIC 231). Streitig und zu prüfen ist der Zeitpunkt des Fallab-
schlusses und damit die weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 
hinsichtlich Taggeldern und Heilungskosten im Zusammenhang mit den 
Ereignissen vom 30. Juni 2003 und 30. September 2010 ab dem 1. Juni 
2012. Subsidiär ist auch die Höhe des Invalidenrente sowie der Integritäts-
entschädigung strittig.

Was das nach Verfügungserlass vom 29. Mai 2012 (act. IIC 187) der Be-
schwerdegegnerin gemeldete Ereignis vom 22. Mai 2012 betrifft, hat diese 
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 5. Oktober 2012 (act. IIC 
208) formlos mitgeteilt, dass sich am besagten Tag weder ein neues Unfal-
lereignis noch ein sinnfälliges Ereignis zugetragen habe, sondern dass es 
zu einer bloss vorübergehenden Verschlimmerung des Endzustandes der 
Unfallfolgen vom 30. September 2010 gekommen sei. Ob das Ereignis vom 
22. Mai 2012 nun ein Unfall im Rechtssinne bzw. eine leistungsauslösende 
unfallähnliche Körperschädigung darstellt oder nicht, kann vorliegend offen 
bleiben, zumal die Beschwerdegegnerin hierüber keine anfechtbare Verfü-
gung erlassen hat, d.h. es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand 
mangelt. Das besagte Ereignis wird nachfolgend jedoch unter dem Ge-
sichtspunkt geprüft, dass es, wie die Beschwerdegegnerin selbst einge-
steht (act. IIC 208), am 22. Mai 2012 zu einer vorübergehenden Ver-
schlimmerung des mit konservativen Behandlungsmethoden erreichten 
Endzustandes der Unfallfolgen vom 30. September 2010 gekommen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 6

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 7

2.2.2 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

2.2.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt 
sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 
248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112).

2.3 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften 
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste-
hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi-
ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso-
nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 8

wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung 
des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe-
deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 
Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen Verbesserung ist nur 
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen 
(SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2).

2.4 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades 
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 
Abs. 2 UVG).

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde gan-
ze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsun-
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 9

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 30. Juni 2003 sowie am 30. September 2010 einen 
Unfall im Rechtssinn erlitten hat. Weiter ist unter den Parteien nicht streitig, 
dass die somatischen Beschwerden natürlich und adäquat kausal zu den 
beiden Ereignissen sind (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Anlässlich des Unfalls vom 
30. Juni 2003 diagnostizierte Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, am 
19. November 2003 einen Status nach VKB-Distorsion rechts sowie nach 
Distorsion des medialen Seitenbandes Grad I links und stellte die Ver-
dachtsdiagnose eines kleinen Radiärrisses des medialen Meniskus links. 
(act. IIA 13). Nach Besserung der Beschwerden und der vollständigen 
Wiederaufnahme der Arbeit am 1. Oktober 2003 konnte die ärztliche Be-
handlung am 5. Dezember 2003 abgeschlossen werden (act. IIA 14). Ein 
Anfangs 2006 gemeldeter Rückfall konnte noch im selben Jahr abge-
schlossen werden (act. IIA 19). Anlässlich des Unfalls vom 30. September 
2010 diagnostizierte Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, im Arztzeugnis UVG vom 7. November 2010 eine Retrauma-
tisierung des linken Knies bei bestehendem Meniskusriss (act. IIB 8 Ziff. 5). 
Ab dem 1. Oktober 2010 wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert (Ziff. 8). Am 14. Dezember 2010 unterzog sich der Beschwerdeführer 
in der Orthopädischen Klinik des Spitalzentrums F.________ einem opera-
tiven Eingriff (act. IIB 16/2). Streitig und zunächst zu prüfen ist jedoch der 
Fallabschluss, lässt doch der Beschwerdeführer anbringen, dieser sei zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 10

früh erfolgt (Beschwerde Art. 2 f. S. 4 ff.). Diesbezüglich ergibt sich aus den 
medizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.1.1 Im Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates des Spitalzentrums F.________ vom 18. Juli 
2011 wurde neben einer Pangonarthrose Knie links ein Status nach Kniear-
throskopie links mit subtotaler Resektion des medialen Meniskushinterhor-
nes am 13. Dezember 2010 diagnostiziert (act. IIB 75). Als Ursache der 
anhaltenden starken Kniebeschwerden zeige sich radiologisch das Bild 
einer fortgeschrittenen Pangonarthrose. Retropatellär sei der Knorpel 
vollständig aufgebraucht, medialseits deutlich verschmälert mit deutlicher 
Osteophytenbildung (S. 1 f.). Dieses Bild decke sich mit den intraoperativ 
erhobenen Befunden anlässlich der Kniearthroskopie vor einem halben 
Jahr. Als einzige kurative Massnahme komme die Implantation einer Knie-
totalprothese mit Patellarückflächenersatz in Frage. Anlässlich der heutigen 
Sprechstunde hätten die Ärzte den Beschwerdeführer ausführlich über die-
se Operation informiert. Ebenfalls hätten sie ihn darauf aufmerksam ge-
macht, dass nach erfolgter Prothesenimplantation die Rückkehr zur körper-
lich sehr strengen Arbeit als … zwar grundsätzlich möglich sein sollte, von 
ihnen wegen Abnützungsgefahr jedoch nicht empfohlen werde (S. 2).

3.1.2 Der Kreisarzt Dr. med. I.________, Facharzt für Chirurgie und All-
gemeine Innere Medizin FMH, führte im Bericht vom 29. August 2011 (act. 
IIB 90) aus, gegenüber der letzten kreisärztlichen Untersuchung würden 
sich weitgehend unveränderte Untersuchungsergebnisse zeigen. Es beste-
he nach wie vor ein deutlicher Valgusstressschmerz am femoralen Ansatz 
des medialen Kollateralbandes, ebenfalls eine Druckdolenz über dem me-
dialen Gelenkspalt, jedoch nach wie vor keine ligamentäre Instabilität. Der 
Bewegungsumfang sei identisch. Die Muskulatur im Quadricepsbereich sei 
etwas atropher geworden. Subjektiv bestünden nach wie vor ausgeprägte 
Schmerzen vor allem beim Bewegen in unebenem Gelände. Die Kniege-
lenksfunktion sei eigentlich gut, das Knie stabil, aber es bestehe eine aus-
geprägte, invalidisierende Schmerzhaftigkeit. Man habe dem Beschwerde-
führer erklärt, dass er eine Verbesserung bezüglich der Schmerzen erfah-
ren werde, die Funktion aber in etwa gleich bleibe. Aus orthopädischer 
Sicht sei die Indikation zum Kniegelenksersatz gegeben. Eine berufliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 11

Neuorientierung wäre aus kreisärztlicher Sicht zu begrüssen (S. 4). Die zu 
erwartende Zumutbarkeit im Hinblick auf eine künftige Tätigkeit wäre wie 
folgt zu definieren: Wünschenswert wäre eine wechselbelastende Tätigkeit, 
vorwiegend sitzend mit ausreichender Beinfreiheit zur Verhinderung von 
endständigen Zwangshaltungen. Nicht zumutbar seien repetitives oder be-
lastetes Treppen- oder Leiternsteigen, Sprung-, Schlag- oder Vibrationsbe-
lastungen, kniende Tätigkeiten, Zwangshaltungen für das Kniegelenk in 
kauernden Tätigkeiten, repetitives Tragen von Gewichten von mehr als 15 
kg. Unter Beachtung dieser Einschränkungen werde eine ganztägige Ar-
beitsplatzpräsenz zumutbar sein (S. 5).

3.1.3 Gemäss dem Schreiben von Dr. med. H.________ vom 18. Oktober 
2011 sei es zu einer befriedigenden Besserung gekommen und der Be-
schwerdeführer könne nun wieder ohne Stöcke weitere Strecken zurückle-
gen (act. IIB 112).

3.1.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 18. Januar 2012 (act. IIB 151) eine fortgeschrittene femoropatellarbe-
tonte Gonarthrose links, einen Status nach Kniegelenksarthroskopie und 
wahrscheinlich partieller medialer Meniskektomie rechts vor einem Jahr 
sowie einen Status nach Distorsionstrauma mediales Kollateralband 2006 
(S. 1). Die Beschwerden seien sicher nicht durch den kleinen Radiärriss im 
Restmeniskus im Hinterhornbereich bedingt. Im Vordergrund stehe eindeu-
tig die stark fortgeschrittene Femoropatellararthrose und mediale Gonar-
throse. Aktuell seien die Beschwerden deutlich zurückgegangen so dass 
sich keine weiteren Massnahmen sprich Infiltration etc. aufdrängen. Die 
Arbeit auf dem Bau sei definitiv nicht mehr möglich und eine Umschulung 
sei sicher angezeigt. Gemäss der Ansicht des Facharztes könne das typi-
sche Zumutbarkeitsprofil formuliert werden (keine Arbeiten in Zwangsposi-
tionen, keine Treppen oder Leitern, kein Heben von Lasten etc.). Der 
spätere Gelenkersatz zeichne sich ab, solle aber möglichst lange heraus-
gezögert werden, da auch mit einer Operation ein ähnliches Zumutbar-
keitsprofil formuliert werden müsse (S. 2).

3.1.5 Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. April 2012 
(act. IIB 175) diagnostizierte Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 12

Innere Medizin FMH, eine komplexe mediale Meniskushinterhornläsion, 
eine vorbestehende fortgeschrittene Pangonarthrose sowie eine ausge-
prägte Femoropatellararthrose (S. 6). Von Seiten des Gangbildes zeige der 
Beschwerdeführer klar Zeichen einer linksseitigen Gonarthrose. Deren 
Schmerzhaftigkeit sei seit der orthopädischen Zweitbeurteilung und dem 
Tragen einer Kniebandage deutlich geringer geworden. Der Leidensdruck 
im Hinblick auf eine mögliche endoprothetische Versorgung sei deutlich 
geringer, aktuell kaum wahrnehmbar vorhanden. Physiotherapeutische 
Massnahmen fänden nicht mehr statt. Der Beschwerdeführer kenne aus-
reichend solche Eigenübungen. In der vorliegenden Situation könne der 
versicherungsmedizinische Fallabschluss vorgenommen werden. Dem Be-
schwerdeführer seien wechselbelastende, meist sitzende mittelschwere 
Tätigkeiten zumutbar. Nicht zumutbar seien ihm mehrheitlich gehend, ste-
hende Tätigkeiten, Gehen in unebenem und abschüssigem Gelände, 
Tätigkeiten mit Kauern oder Knien links, wiederholtes Treppen und Leitern 
besteigen sowie Tätigkeiten auf Gerüsten, das Tragen und Lasten balan-
cieren von über 10 kg sowie Zwangshaltungen im linken Knie (S. 6 f.) Bei 
Beachtung der zumutbarkeitsbedingten Ausschlüsse seien ganztägige Ar-
beitsplatzpräsenzen möglich. Tätigkeiten im Sinne eins …, eines … sowie 
… seien grundsätzlich ohne weitere zeitliche Einschränkungen möglich (S. 
7). 

3.1.6 Neben einem Status nach Distorsionstrauma mit medialer Seiten-
bandläsion 2006 diagnostizierte Dr. med. J.________ im Bericht vom 22. 
Oktober 2012 (act. IIC 214) rezidivierende Giving-ways bei Verdacht auf 
VKB-Ruptur mit fortgeschrittener femoropatellärer und medialer Gonarthro-
se links sowie mit einem Status nach Kniegelenksarthroskopie und wahr-
scheinlich partieller medialer Meniskektomie rechts am 14. Dezember 2012 
(S. 1). Klinisch bestehe der Verdacht auf eine VKB-Ruptur welche zu rezi-
divierenden Giving-ways bei bereits deutlich arthrotisch verändertem Knie-
gelenk führe. Mit den aktuellen Beschwerden und dem Instabilitätsgefühl 
könne der Beschwerdeführer nach Ansicht von Dr. med. J.________ im 
Moment für keine Arbeit vermittelt werden. Der Beschwerdeführer werde 
noch mit seinem juristischen Berater besprechen, ob es Sinn mache, wie-
der eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit zu formulieren, was bei der ange-
stammten Tätigkeit auch gerechtfertigt sei. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 13

3.1.7 Zusätzlich zu den am 22. Oktober 2012 gestellten Diagnosen 
(act. IIC 214) diagnostizierte Dr. med. J.________ im Bericht vom 12. No-
vember 2012 (act IIC 222) eine mediale Meniskusläsion bei stark fortge-
schrittener Femoropatellararthrose und ausgedehntem Knorpelulcus am 
medialen Femurkondylus links. Der Fachspezialist führte aus, zum einen 
bestehe bereits eine deutlich fortgeschrittene sekundäre Gonarthrose im 
medialen Kompartement mit Nachweis einer medialen Restmeniskuläsion. 
Zum anderen bestehe auch eine fortgeschrittene Femoropatellararthrose. 
In wie weit der Beschwerdeführer hier von einer Kniegelenksarthroskopie 
profitieren würde, sei schwierig vorauszusagen. Die Pseudoblockaden und 
zum Teil einschiessenden Schmerzen könnten evtl. behoben werden, der 
anteriore Knieschmerz zum Beispiel beim Bergaufgehen und Bergabgehen 
werde schwierig beeinflussbar sein und der spätere Gelenksersatz zeichne 
sich ab. So oder so möchte sich der Beschwerdeführer noch nicht operie-
ren lassen. Es sei mit einer deutlichen Einschränkung bei der Arbeit als 
Baggerführer zu rechnen (S. 2).

3.1.8 Am 7. Dezember 2012 (act. IIC 226) führte Dr. med. K.________ 
aus, bereits vor der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung am 17. April 
2012 sei eine spezialärztliche Kontrolle erfolgt, bei welcher ausgeprägte 
arthrotische Veränderungen im linken Knie beschrieben worden seien. Die-
se Beurteilungen hätten sich auch bei der kreisärztlichen Abschlussunter-
suchung gefunden. Eine entsprechende Zumutbarkeit sei definiert worden. 
Aufgrund der seither vorliegenden medizinischen Befunde liege medizi-
nisch keine wesentliche Verschlechterung vor. Selbstverständlich sei jede 
arthrotische Veränderung im Laufe der Zeit progredient. Ein entsprechen-
des Ausmass einer Progredienz hier in Prozenten zu definieren sei nicht 
möglich. Eine Arthroskopie vermöge zusätzliche Informationen zum Ge-
lenkszustand zu geben, eine kurative Massnahme dürfte sie nicht darstel-
len.

3.1.9 Anlässlich der Untersuchung vom 28. Januar 2013 (act. IIC 233) 
habe Dr. med. J.________ soweit unveränderte Befunde vorgefunden. Im 
Rahmen der fortgeschrittenen Gonarthrose links hätten die Kniebeschwer-
den nun eher zugenommen. Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten 
seien wieder diskutiert worden. Sinn mache hier wohl nur noch die Kniege-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 14

lenks-Totalprothesenimplantation. Auch nach der Operation wäre mit einer 
Einschränkung bezüglich Belastbarkeit und Beweglichkeit des linken Bei-
nes zu rechnen. Es drohe wieder eine Arbeitsunfähigkeit, d.h. der Be-
schwerdeführer müsse wahrscheinlich in Zukunft wieder 100% arbeitsun-
fähig geschrieben werden.

3.1.10 Dr. med. J.________ führte im Schreiben vom 18. Februar 2013 an 
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (in den Gerichtsakten) aus, 
beim Beschwerdeführer fände sich eine stark fortgeschrittene knieschei-
benbetonte Kniearthrose auf der linken Seite bei Zustand nach Unfall mit 
Distorsionstrauma des linken Kniegelenkes 2006 und Zustand nach Knie-
gelenksarthroskopie und Teilentfernung des medialen Meniskus im De-
zember 2012. Es würden deutliche Schmerzen persistieren. Es seien Ar-
beitsversuche unternommen worden, welche wegen den Kniebeschwerden 
trotz Anpassung der Belastbarkeit wieder hätten abgebrochen werden 
müssen. Bei diesem stark abgenützten Kniegelenk zeichne sich ein künstli-
cher Gelenksersatz ab. In der angestammten Tätigkeit als … könne dem 
Beschwerdeführer keine 100%-ige Arbeitsfähigkeit mehr zugemutet wer-
den. In angepasster Tätigkeit, d.h. ohne Arbeiten in Zwangspositionen wie 
z.B. in der Hocke, ohne Begehen von Leitern oder Treppen und ohne He-
ben von Lasten über 15-20 kg wäre nach der Operation evtl. wieder mit 
einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Der Verlauf nach der Operation 
müsste jedoch für eine genaue Beurteilung abgewartet werden.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 15

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 
2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutach-
ters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354). Die Kreisärzte der SUVA sind nach ihrer Funktion und beruflichen 
Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich 
Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten 
diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie über be-
sonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen. Im 
Verhältnis zu den Allgemeinpraktikern kommt ihnen eine spezialärztliche 
Stellung zu, wobei diese neben überwachenden und korrigierenden auch 
beratende Funktionen umfasst (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4). 

Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person 
aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 16

sichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsin-
ternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behan-
delnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf 
dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, 
um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer formlosen Mitteilung 
vom 24. April 2012 (act. IIB 179) sowie in der Verfügung vom 29. Mai 2012 
(act. IIC 187) im Wesentlichen auf den kreisärztlichen Abschlussbericht 
vom 17. April 2012 (act. IIB 175), im Einspracheentscheid vom 23. Januar 
2013 (act. IIC 231) zusätzlich noch auf die kreisärztliche Stellungnahme 
vom 7. Dezember 2012 (act. IIC 226). Diese Berichte erfüllen die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen und überzeugen (E. 3.2 hiervor). 
Dr. med. K.________ hat sich in seinen ärztlichen Beurteilungen sorgfältig 
mit den medizinischen Vorakten auseinandergesetzt und gestützt auf seine 
eigene Untersuchung in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise begrün-
det, weshalb per 17. April 2012 der medizinische Endzustand erreicht war 
und seither keine medizinisch wesentliche Verschlechterung eingetreten 
ist. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-
hänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Ge-
sundheitszustand überzeugend begründet. In der Folge ist darauf abzustel-
len.

Die Schlussfolgerungen von Dr. med. K.________ stehen in Übereinstim-
mung mit anderen medizinischen Berichten. So empfahl die Orthopädische 
Klinik des Spitalzentrums F.________ bereits im Juli 2011, auch bei einer 
allfälligen Prothesenimplantation nicht zur körperlich sehr anstrengenden 
Arbeit als … zurückzukehren (act. IIB 75/2) und auch Dr. med. I.________ 
führte am 29. August 2011 (act IIB 90) aus, eine berufliche Neuorientierung 
wäre zu begrüssen. Im Sommer / Herbst 2011 kam es zu einer Besserung 
der Beschwerden (act. IIB 112), so dass sich gemäss dem Bericht vom 
18. Januar 2012, der sich auf die Untersuchung vom 16. Januar 2012 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 17

stützt, keine weiteren Massnahmen bzw. Infiltration aufdrängte (act. IIB 
151). Erstmals führte im besagten Bericht ein Arzt aus, dass die Arbeit auf 
dem „Bau“ definitiv nicht mehr möglich sein wird und eine Umschulung an-
gezeigt ist. Damit ist erstellt, dass bereits am 16. Januar 2012 von der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
mehr erwartet werden konnte. Da sowohl die ärztliche Behandlung (act. IIB 
174/1) als auch die physiotherapeutische Behandlung abgeschlossen wa-
ren (act. II 175/6) und zudem zu keinem Zeitpunkt Eingliederungsmass-
nahmen der IV zur Debatte standen, insbesondere nicht im Zeitpunkt des 
Fallabschlusses (act. IIB 165 und 174), wäre bereits per Mitte Januar 2012 
ein Fallabschluss möglich gewesen, spätestens aber anlässlich der 
kreisärztlichen Schlussuntersuchung Mitte April 2012. Dass es nach dem 
Ereignis vom 22. Mai 2012 lediglich zu einer vorübergehenden Verschlim-
merung des Vorzustandes kam, bestätigte zudem der Beschwerdeführer 
anlässlich der Besprechung vom 24. Juli 2012 (act. IIC 200), in dem er aus-
führte, nach ca. 3 Wochen sei der Vorzustand wieder erreicht worden, er 
hätte die gleichen Einschränkungen wie vor dem Ereignis gehabt und es 
werde keine Physiotherapie mehr durchgeführt (S. 1). 

Daran ändern die Berichte des behandelnden Arztes, Dr. med. J.________, 
vom 22. Oktober (act. IIC 214), 12. November 2012 (act. IIC 222), 28. Ja-
nuar (act. IIC 233) und 18. Februar 2013 (in den Gerichtsakten) nichts. Ei-
nerseits untersuchte Dr. med. J.________ den Beschwerdeführer erst am 
22. Oktober 2012, d.h. 5 Monate nach dem angegebenen Ereignis vom Mai 
2012. Andererseits führte er ohne Begründung aus, der Beschwerdeführer 
könne aktuell für keine Arbeit vermittelt werden und für die angestammte 
Tätigkeit wäre eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt (act. IIC 
214/2). Was das im Bericht angegebene Ereignis vom August 2012 betrifft, 
hat der Beschwerdeführer anlässlich der Besprechung vom 11. Dezember 
2012 (act. IIC 228) eindeutig ausgeführt, dass sich seit dem Ereignis vom 
22. Mai 2012 nichts Aussergewöhnliches wie ein Sturz, Ausgleiten oder 
Ähnliches zugetragen hat. Im Bericht vom 12. November 2012 (act. IIC 
222) führte Dr. med. J.________ lediglich aus, es sei von einer deutlichen 
Einschränkung bei der Arbeit als Baggerfahrer zu rechnen (S. 2). Bezüglich 
einer Verweistätigkeit machte er keine Angaben. Auch aus den Berichten 
vom 28. Januar (act. IIC 233) und 18. Februar 2013 geht nichts Neues her-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 18

vor. Es wird von denselben Befunden ausgegangen und den Berichten 
kann nicht entnommen werden, dass das Zumutbarkeitsprofil ab 1. Juni 
2012 eine Änderung erfahren hätte. Die Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit 
beziehen sich denn auch ausschliesslich auf den Fall, dass eine Operation 
erfolgen sollte, sich der Beschwerdeführer dafür noch nicht habe entsch-
liessen können. 

3.5 Zusammenfassend ist erstellt, dass spätestens per 17. April 2012 
der mit konservativen Behandlungsmethoden erreichbare medizinische 
Endzustand vorlag und das Ereignis vom 22. Mai 2012 nicht zu einer rich-
tungsgebenden Verschlimmerung dieses Zustandes geführt hat. Der Ein-
wand des Beschwerdeführers, der Fallabschluss sei zu früh erfolgt (Be-
schwerde S. 6 Art. 3) erweist sich in Anbetracht des Umstandes, dass die 
Beschwerdegegnerin wegen der am 22. Mai 2012 eingetretenen vorüber-
gehenden Verschlechterung über den Einstellungszeitpunkt hinaus bis zum 
17. Juni 2012 (act. IIC 209 i.V.m. 211/2), entsprechend der vom Beschwer-
deführer geltend gemachten Dauer der Verschlimmerung (act. IIC 200/1), 
Taggeldleistungen erbrachte, als unbegründet. Ebenfalls ist entgegen sei-
ner Ansicht weder eine erneute Untersuchung beim Kreisarzt noch eine 
externes Gutachten notwendig.

4.

Zum Prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenren-
te der obligatorischen Unfallversicherung. Gemäss dem Bericht zur 
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 17. April 2012 (act. IIB 175) 
sind dem Beschwerdeführer wechselbelastende, meist sitzende mittel-
schwere Tätigkeiten zumutbar. Nicht zumutbar sind ihm mehrheitlich ge-
hend, stehende Tätigkeiten, Gehen in unebenem und abschüssigem 
Gelände, Tätigkeiten mit Kauern oder Knien links, wiederholtes Treppen 
und Leitern besteigen sowie Tätigkeiten auf Gerüsten, das Tragen und Las-
ten balancieren von über 10 kg sowie Zwangshaltungen im linken Knie. Bei 
Beachtung der zumutbarkeitsbedingten Ausschlüsse sind ganztägige Ar-
beitsplatzpräsenzen möglich. Tätigkeiten im Sinne eines …, eines … sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 19

eines … sind grundsätzlich ohne weitere zeitliche Einschränkungen mög-
lich (S. 6 f.). 

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgericht [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 
110 E. 4.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumentation 
von Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 20

(SUVA) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 129 V 472 
E. 4.2.1 S. 475). 

Die Vorlage von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer 
Hinsicht in der Regel als genügend. Im Hinblick auf die geforderte Reprä-
sentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben sind 
im Sinne einer qualitativen Anforderung zusätzlich Angaben zu machen 
über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage 
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den 
Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten 
Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Allfällige Einwendungen der 
versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsen-
tativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Ein-
spracheverfahren zu erheben. Ist die Verwaltung nicht in der Lage, im Ein-
zelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall 
nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (BGE 129 V 472 E. 
4.2.2 S. 480). Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf 
DAP-Profile sind Abzüge vom System der DAP her nicht sachgerecht und 
nicht zulässig (BGE 129 V 472 E. 4.2.3 S. 482).

4.4 Gemäss den Akten war der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 
2004 bei der E.________ angestellt (act. IIB 2 Ziff. 4). Per 30. September 
2010 wurde ihm aus unfallfremden Gründen gekündigt (act. IIB 38). Eine 
Weiterbeschäftigung war - trotz anderslautenden Angaben des Beschwer-
deführers (u.a. act. IIB 65 und act. IIB 90/2 Ziff. 3) - nicht geplant (vgl u.a. 
act. IIB 43 und 66). Somit fällt eine Bestimmung des im Jahr 2012 ohne 
Gesundheitszustand erzielbaren Einkommens nicht leicht und es entfallen 
konkrete Lohnangaben als Anknüpfungsgrösse für die Bezeichnung des 
Valideneinkommens. Daher hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das 
Valideneinkommen anhand der LSE ermittelt. Daran mag der Umstand, 
dass der Beschwerdeführer zufolge von arbeitsrechtlichen Schutzbestim-
mungen faktisch noch bei der E.________ angestellt war, nichts zu ändern. 
Der Beschwerdeführer bringt zudem die Begriffe versicherter Verdienst und 
Valideneinkommen durcheinander bzw. vermischt diese (Beschwerde S. 7 
Art. 4 Abs. 2). Bei der Bestimmung des Valideneinkommens hat die Be-
schwerdegegnerin auf Durchschnittwerte der Grossregion Espace Mittel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 21

land abgestellt (act. IIC 187/2). Entgegen dieser Auffassung hält das Bun-
desgericht in konstanter Rechtsprechung fest, dass üblicherweise auf die 
gesamtschweizerischen und nicht die regionalen Zahlen abzustellen ist 
(Entscheid des EVG vom 22. August 2006, I 424/05, E. 3.2.3). Korrekter-
weise hätte sie von der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 
nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und 
Geschlecht, Privater Sektor) der LSE 2010 den Betrag bei Ziff. 41-43 (ge-
samtes Baugewerbe), Anforderungsziel 4 nehmen müssen. Weiter hätte 
sie eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Baugewerbe von 41.5 
Stunden im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft, Heft 5, 2014, S. 88, Tabelle B 
9.2, Baugewerbe) sowie eine Nominallohnentwicklung bis 2012 von 101.7 
Indexpunkten (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2013, 
Baugewerbe) berücksichtigen müssen. Diese Umstände haben jedoch kei-
ne Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad. Ansonsten ist die Beschwerde-
gegnerin von den richtigen Parametern ausgegangen und hat das Validen-
einkommen korrekt berechnet.

4.5 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin das Invalidenein-
kommen aufgrund der DAP ermittelt und diesbezüglich gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung (BGE 129 V 472) zusätzlich zu den fünf DAP-
Blättern Angaben gemacht über die Gesamtzahl der auf Grund der gege-
benen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, 
über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der 
entsprechenden Gruppe (act. IIC 182). Der Beschwerdeführer lässt hierge-
gen lediglich anbringen, das errechnete Invalideneinkommen sei nicht kor-
rekt. Eine Begründung hierzu liefert er jedoch nicht. Aufgrund der Akten 
und sämtlicher Umstände ist erstellt, dass die Ermittlung des Invalidenein-
kommens aufgrund der DAP-Blätter von der Beschwerdegegnerin korrekt 
vorgenommen wurde. Aus Parallelitätsgründen hätte aber auch auf die LSE 
abgestellt werden können. Diesbezüglich wäre von einem monatlichen Ein-
kommen von Fr. 4‘901.-- auszugehen (Tabelle TA1 der LSE 2010, Anforde-
rungsniveau 4, Männer, Total). Aufgerechnet auf ein Jahr, unter Berück-
sichtigung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2012 
(Die Volkswirtschaft, Heft 5, 2014, S. 88, Tabelle B 9.2, lit. Total) sowie der 
Teuerung bis 2012 von 101.7 Indexpunkten (Tabelle T1.1.10 Nominal-
lohnindex, Männer, 2011-2013, Total) und eines Abzugs vom Tabellenlohn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 22

im Umfang von 10%, würde ein Invalideneinkommen von Fr. 56‘118.45 
(Fr. 4‘901.-- * 12 Monate / 40 Stunden * 41.7 Stunden / 100 Indexpunkte * 
101.7 Indexpunkte *90%) resultieren, das im Vergleich zu jenem, welches 
aufgrund der DAP-Blätter berechnet wurde, sogar höher ausfällt und somit 
für den Beschwerdeführer etwas ungünstiger wäre.

4.6 Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst 
bemessen (Art. 15 Abs. 1 UVG). Als versicherter Verdienst gilt im Regelfall 
der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende Lohn (Art. 
22 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR. 
832.202]). Als Grundlage für die Bemessung der Renten gilt der innerhalb 
eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezo-
gene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf 
die ein Rechtsanspruch besteht (Art. 22 Abs. 4 Satz 1 UVV). Die Invaliden-
rente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei Teil-
invalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG).

4.7 Der hier zu Diskussion stehende Unfall ereignete sich am 30. Sep-
tember 2010. Für die Bemessung des versicherten Verdienstes ist daher 
die Zeit vom 30. September 2009 bis zum 29. September 2010 massge-
blich. Hierfür errechnete die Beschwerdegegnerin einen versicherten Ver-
dienst von Fr. 88‘374.--. Dies wird auch vom Beschwerdeführer akzeptiert 
und ist nicht streitig. Zu den diesbezüglichen Ausführungen in der Einspra-
che vom 2. Juli 2012 (act. IIC 195/5 Art. 3) ist - wie die Beschwerdegegne-
rin darauf sinngemäss hinweist (act. IIC 231/10 Ziff. 8 lit. b) - zu wiederho-
len, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die beiden Begriffe versicher-
ter Verdienst und Valideneinkommen verwechselt. Die von der Beschwer-
degegnerin monatliche Rente von Fr. 1060.50 (Fr. 88‘374.-- * 80% * 18% / 
12 Monate) erweist sich damit als korrekt.

5.

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 23

Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent-
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. 
Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd 
gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 
gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige 
oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl-
lig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung 
der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der 
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden 
Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet 
(BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte Inte-
gritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom 
Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 E. 3a 
S. 157).

Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der Schwere 
des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Be-
fund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsschaden für alle 
Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen (BGE 124 V 29 
E. 3c S. 35).

5.2 Dr. med. K.________ stellte in seiner Beurteilung vom 18. April 
2012 (act. IIB 176) folgende Diagnosen: komplexe mediale Meniskushin-
terhornläsion, vorbestehende fortgeschrittene Pangonarthrose sowie aus-
geprägte Femoropatellararthrose. Er vertrat die Meinung, im vorliegenden 
Fall liege eine mässige Pangonarthrose vor, deren Ausmass mit einer Inte-
gritätsentschädigung von 15% adäquat entgolten sei. Am 19. April 2012 
(act. IIB 178) führte der Kreisarzt aus, es werde empfohlen, in Bezug auf 
die beiden Unfälle vom 30. Juni 2003 und 30. September 2010 eine Auftei-
lung von 50 zu 50% bezüglich Integritätsentschädigung vorzunehmen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 24

5.3 Die Beurteilung von Dr. med. K.________ erfolgte aufgrund sämtli-
cher ihm zu diesem Zeitpunkt vorliegenden medizinischen Unterlagen und 
beruht zudem auf den Erkenntnissen seiner eigenen Untersuchung vom 
17. April 2012. Seine Schlussfolgerung ist nachvollziehbar und es stehen 
ihr keine gegenteiligen ärztlichen Meinungen entgegen. Daran ändern auch 
die nach dem 17. April 2012 eingegangenen Berichte nichts, zumal Dr. 
med. K.________ im Bericht vom 17. Dezember 2012 (act. IIC 226) aus-
führte, aufgrund der seither vorliegenden medizinischen Befunde liege me-
dizinisch keine wesentliche Verschlechterung vor. Somit hat die Beschwer-
degegnerin zu Recht eine Integritätsentschädigung von 15% festgelegt und 
diese je hälftig auf die Unfälle vom 30. Juni 2003 und 30. September 2010 
aufgeteilt. Den Betrag betreffend den Unfall von 2003 hat sie dabei richti-
gerweise auf dem damals gültigen höchstversicherten Jahresverdienst von 
Fr. 106‘800.-- (Art. 22 Abs. 1 UVV in der bis 31. Dezember 2007 gültig ge-
wesenen Fassung) und für jenen von 2010 auf Fr. 126‘000.-- (Art. 22 Abs. 
1 UVV in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung) berechnet.

6. Zusammenfassend ist nichts daran auszusetzen, dass die Be-
schwerdegegnerin die Heilungskosten und Taggeldleistungen per 31. Mai 
2012 einstellte und dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung 
von 15% sowie ab 1. Juni 2012 eine Invalidenrente aufgrund eines Invali-
ditätsgrads von 18% zusprach, weshalb die gegen den Einspracheent-
scheid vom 23. Januar 2013 erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

7.

7.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Okt. 2014, UV/13/141, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.