# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f687630-da10-5968-818b-246d8ab7f6c0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.04.2013 SB120405
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120405_2013-04-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120405-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur. Ch. Prinz, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 

 

Urteil vom 22. April 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. H. Bebié,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

Gefährdung des Lebens etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom  
18. Mai 2012 (DG120059) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Februar 2012 

(Urk. 22) sowie die Zusatzanklage vom 13. März 2012 (Urk. 27/12) sind diesem 

Urteil beigeheftet. 

 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 39 S. 30 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne 

von Art. 37 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 

SprstG, 

− der Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes 

im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, wovon 

22 Tage als durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

Der Beschuldigte wird ferner bestraft mit einer Busse von Fr. 500.--. Bezahlt 

er die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheits-

strafe von 5 Tagen. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

 

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4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr. 1'500.--   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 790.--   Auslagen Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen, vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit 

separatem Beschluss entschieden. 

6. (Mitteilung) 

7.  (Rechtsmittel)" 

 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 3) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 67 S. 1) 

1. Herr A._____ sei 

− der mehrfachen, versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (HD und ND 1); 

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− der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 7 lit. a 

und Art. 15 Abs. 5 des Sprengstoffgesetzes (ND 2 sowie Zusatz-

anklage); 

schuldig zu sprechen. 

Im Übrigen sei Herr A._____ freizusprechen. 

2. Herr A._____ sei mit einer Geldstrafe von 135 Tagessätzen zu Fr. 100.-- zu 

betrafen, unter Anrechnung von 22 Tagen erstandener Polizei- und Unter-

suchungshaft. 

3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren. 

4. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien ausgangsgemäss zu ver-

legen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 45 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1 Am 18. Mai 2012 wurde der Beschuldigte durch das Bezirksgericht  

Zürich, 10. Abteilung, der Gefährdung des Lebens, der versuchten einfachen  

Körperverletzung, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz 

sowie der Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes 

schuldig gesprochen. Bestraft wurde er mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren,  

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deren Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt wurde. 

Weiter wurde er mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft und es wurde für den  

Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von  

5 Tagen festgesetzt. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen  

Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, wurden dem 

Beschuldigten auferlegt (Urk. 39 S. 30 ff.). 

1.2 Gegen das mündlich eröffnete und begründet zugestellte Urteil meldete die 

Verteidigung des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 35). Ebenso fristge-

recht ging die Berufungserklärung ein (Urk. 40). Sodann wurde in Anwendung von 

Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO und Art. 401 StPO der Staatsanwaltschaft und dem 

Privatkläger Frist angesetzt, Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 43). Die Staatsanwaltschaft 

liess erklären, dass sie keine Anschlussberufung erhebe und die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils beantrage (Urk. 45), während sich der Privatkläger nicht 

vernehmen liess. 

2. Umfang der Berufung 

2.1 Die Verteidigung beantragt, die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen  

Gefährdung des Lebens sowie Übertretung des zürcherischen Straf- und Justiz-

vollzugsgesetzes seien aufzuheben und der Beschuldigte sei stattdessen der 

mehrfachen versuchten einfachen Körperverletzung schuldig zu sprechen und mit 

einer Geldstrafe von 135 Tagessätzen zu bestrafen. Der Vollzug der Strafe sei 

aufzuschieben und die Probezeit sei auf 2 Jahre festzusetzen. Die Kosten der  

Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien aus-

gangsgemäss zu verlegen (Urk. 67 S. 1). 

2.2 Nicht angefochten sind somit der Schuldspruch betreffend mehrfache  

Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SprstG (Disp. Ziff. 1) sowie die Kostenfestsetzung 

(Disp. Ziff. 4). Es ist vorab festzustellen, dass das angefochtene Urteil in diesem 

Umfang bereits in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auf diese 

Punkte ist im Folgenden nicht mehr weiter einzugehen. 

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II. Schuldpunkt 

A. Gefährdung des Lebens (evtl. versuchte schwere Körperverletzung) 
etc. (tt.mm.2011; HD) 

1. Sachverhalt 

1.1 Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, anlässlich des 

Fussballmeisterschaftsspiels vom tt.mm.2011 zwischen B._____ und dem 

C._____ zunächst das in die Kapuze seines Pullovers eingenähte Netz über sein 

Gesicht gestülpt, dann den Sektor … der C._____-Fans verlassen zu haben, in 

die Nähe des Sektors … der B._____-Fans gerannt zu sein, eine Handfackel der  

Marke "F.D.F. Segnali Nautici" entzündet und diese gezielt mitten unter die dicht 

gedrängten Reihen der B._____-Fans geworfen zu haben, wobei die brennende  

Fackel am Rücken eines unbekannten Mannes abgeprallt und weiter un-

kontrolliert in eine andere Zuschauergruppierung geflogen sei (Urk. 22 S. 2 ff.).  

1.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, deckt sich das vollumfängliche  

Geständnis des Beschuldigten betreffend den äusseren Sachverhalt mit dem  

Untersuchungsergebnis. Es ist daher festzustellen, dass der dem Beschuldigten 

in den Anklageschrift vom 20. Februar 2012 vorgeworfene Sachverhalt in diesem 

Umfang erstellt ist. Zum inneren Sachverhalt, d.h., dazu, was der Beschuldigte 

beim inkriminierten Fackelwurf wusste und wollte, ist nachstehend bei der Prüfung 

des subjektiven Tatbestandes einzugehen. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1 Im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung kam die Vorinstanz zusammen-

gefasst zum Schluss, im vorliegenden Fall habe der Geschädigte D._____ eine 

leichte Rötung an der linken Schulter erlitten. Es fehle daher zum vornherein an 

der Verwirklichung eines objektiven Tatbestandselementes für die Annahme einer 

schweren Körperverletzung, weshalb nur ein Versuch dieses Tatbestandes in 

Frage komme. Bei der schweren Körperverletzung müsse der Vorsatz in Bezug 

auf alle objektiven Tatbestandselemente, namentlich auch die Zufügung einer 

schweren Verletzung vorliegen, wobei es genüge, wenn der Täter den schweren 

Eingriff in Kauf nehme. Bestreite der Täter den Vorsatz, so müsse sich dieser 

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aufgrund der konkreten äusseren Umstände beweisen lassen. Bei der Gefähr-

dung des Lebens werde verlangt, dass der Täter die Möglichkeit des Erfolgs-

eintritts kennen bzw. sich bewusst sein müsse, dass er durch sein Verhalten eine 

unmittelbare Lebensgefahr direkt herbeiführe. Eventualvorsatz genüge dabei 

nicht. Der Beschuldigte habe während der gesamten Dauer des Verfahrens kon-

stant angegeben, er habe mit dem Wurf der Fackel niemanden verletzen wollen. 

Auch habe er nicht in Kauf genommen, dass dadurch jemand hätte schwer ver-

letzt oder getötet werden können. Er habe aber anerkannt, dass der Kontakt einer 

brennenden Fackel mit dem menschlichen Körper im schlimmsten Fall zu  

schweren Verletzungen führen könne. Ebenso habe er prinzipiell anerkannt, dass 

man Menschen in Lebensgefahr bringe, wenn man eine Fackel auf diese werfe. 

Der Beschuldigte bestreite den Vorsatz für eine schwere Körperverletzung. Ein 

Vorsatz liesse sich daher nur beweisen, wenn sich das Risiko einer schweren 

Körperverletzung durch den Fackelwurf so häufig realisiere, dass das Handeln 

des Beschuldigten nur als Billigung des Erfolges verstanden werden könne. Es 

sei zwar bekannt, dass die vom Beschuldigten verwendete Fackel während der 

Dauer von ca. 60 Sekunden mit einer Temperatur von 1'500 bis 2'500 Grad  

Celsius abbrenne und in der Regel weder durch Eintauchen in Wasser noch 

durch Ersticken gelöscht werden könne. Andererseits habe die brennende Fackel 

den Geschädigten D._____ direkt getroffen, ohne diesen zu verletzen. Aufgrund 

der extrem hohen Hitze der Fackel müsse zwar zweifellos als erstellt gelten, dass 

Kleider oder Haare einer Person zu brennen beginnen, wenn die Fackel nicht in-

nert Sekundenschnelle entfernt werde. Hingegen lasse sich nicht erstellen, dass 

ein kurzer Kontakt stets zu schweren Verbrennungen führe. Das Risiko des Fa-

ckelwurfs zur Herbeiführung einer schweren Körperverletzung könne nicht als 

derart hoch eingestuft werden, dass dem Beschuldigten nachgewiesen werden 

könne, dass er mit der für den Vorsatz geforderten Intensität mit einer schweren 

Verletzung habe rechnen müssen und diese in Kauf genommen habe. Den sub-

jektiven Tatbestand der Gefährdung des Lebens habe der Beschuldigte sodann 

anerkannt, indem er zugegeben habe, die Gefahren des Fackelwurfs gekannt und 

trotzdem gehandelt zu haben. Objektiv stelle das Verhalten des Beschuldigten ei-

ne lebensbedrohliche Gefahr dar. Unmittelbare Lebensgefahr bestehe zunächst 

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dann, wenn die Fackel unmittelbar vor den Füssen einer Person zum Liegen und 

so in Kontakt mit deren Schuhen oder Hosen komme und nicht innert Sekunden-

schnelle entfernt werden könne. Ebenso sei eine solche gegeben, wenn die Fa-

ckel sich in Kleidern wie beispielsweise einer Kapuze oder einem Rucksack ver-

fange. Die Fackel sei vorliegend vom Geschädigten abgeprallt und inmitten von 

weiteren Zuschauern am Boden gelandet und habe dort weiter gebrannt. Es habe 

also die reale Möglichkeit bestanden, dass die Kleider oder Haare eines der Zu-

schauer im fraglichen Sektor hätten Feuer fangen können. Am Leib brennende 

Kleider und Haare könnten zu grossflächigen Verbrennungen und mithin zu einem 

tödlichen hypovolämischen Schock führen. Unmittelbare Lebensgefahr sei somit 

vorliegend zu bejahen. Die weiter von der Staatsanwaltschaft geltend gemachte 

Gefahr, die getroffene Person hätte von den übrigen Zuschauern zu Tode ge-

trampelt werden können, sei nicht als Lebensgefahr im Sinne von Art. 129 StGB 

zu betrachten. Da die übrigen Zuschauer nach dem Fackelwurf erst noch panisch 

reagieren müssten und der Getroffene zu Boden fallen müsste, fehle es in diesem 

Zusammenhang an der unmittelbaren Lebensgefahr aufgrund des Fackelwurfs. 

Im Rahmen des subjektiven Tatbestandes von Art. 129 StGB werde zusätzlich vo-

rausgesetzt, dass der Täter skrupellos gehandelt habe. Aufgrund der Ausführun-

gen des Beschuldigten stehe fest, dass er die Fackel deshalb geworfen habe, weil 

er sich von B._____-Fans provoziert und gedemütigt gefühlt habe. Mit dem Wurf 

der Fackel in die Reihen der B._____-Fans habe er nichts anderes gewollt, als 

sich bei diesen für das Hissen und Verbrennen der gestohlenen C._____-Fahnen 

zu rächen. Ein solches Verhalten laufe eindeutig den allgemein anerkannten 

Grundsätzen von Sitte und Moral zuwider. Das Verhalten des Beschuldigten sei 

als skrupellos zu qualifizieren. Damit habe sich der Beschuldigte der Gefährdung 

des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB schuldig gemacht (Urk. 39 S. 7 ff.). Das 

Vermummen qualifizierte die Vorinstanz sodann als Übertretung des zürcheri-

schen Straf- und Justizvollzugsgesetzes im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG. Sie führ-

te aus, die Stadt Zürich sei Eigentümerin des Stadions …, weshalb dieses öffent-

lichen Grund bilde und dem C._____ lediglich zur Austragung der Heimspiele zur 

Verfügung gestellt werde (Urk. 39 S. 16). 

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2.2 Die Verteidigung stellte sich dagegen vor Vorinstanz zusammengefasst auf 

den Standpunkt, damit der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB erfüllt sei, 

müsse eine konkrete Lebensgefahr bestehen, nicht nur eine abstrakte Möglich-

keit. Eine konkrete Lebensgefahr bestehe aus medizinischer Sicht bei Ver-

brennungen nur, wenn sie grossflächig seien. Vorliegend sei nicht ersichtlich, wie 

eine geworfene Handfackel, die zwar an der Spitze sehr heiss brenne, geeignet 

sein solle, derart grossflächige Verbrennungen zu erzeugen. Die Handfackel, die 

der Beschuldigte geworfen habe, habe leider auch eine Person, D._____, getrof-

fen. Dieser sei an der linken Schulter getroffen worden. Die Rötung, die durch die 

Fackel entstanden sei, habe er als nicht so schlimm empfunden. Der Zeuge 

D._____ sei auch nicht durch besonders dicke Kleidung geschützt gewesen, son-

dern habe nur ein T-Shirt getragen. Damit sei erstellt, dass beim Zeugen keine 

Lebensgefahr bestanden habe. Dies bedeute, dass in der Regel eine Handfackel, 

die aus materialkundlicher Sicht eine geringe Gefahr darstelle, nicht geeignet sei, 

grossflächige Verbrennungen zu verursachen. Kleider würden nicht einfach so 

Feuer fangen. Es gäbe Richtlinien dafür, wie schnell sich Feuer in einem Klei-

dungsstück ausbreiten dürfe. Vorliegend sei D._____ am T-Shirt getroffen wor-

den, ohne dass dieses Feuer gefangen hätte. Damit könne weder aus material-

kundlicher Sicht, noch aufgrund der tatsächlichen Ereignisse vom tt.mm.2011 da-

von ausgegangen werden, dass ein Kleidungsstück durch einen Treffer mit einer 

Handfackel Feuer fange. Den Beweis des Gegenteils habe die Staatsanwaltschaft 

jedenfalls nicht erbringen können. Zur Variante, dass eine Massenpanik hätte 

ausbrechen können, führte der Verteidiger aus, die Lebensgefahr müsse eine 

unmittelbare sein. Es sei unwahrscheinlich, dass der Fackelwurf eine Massenpa-

nik auslöse. Abstrakt-theoretisch könne man sich dieses Szenario vorstellen, es 

sei jedoch nicht von einer unmittelbaren Lebensgefahr auszugehen. In subjektiver 

Hinsicht habe die Strafuntersuchung keine Hinweise darauf ergeben, dass der 

Beschuldigte direkt vorsätzlich gehandelt habe. Auch für die Annahme einer 

schweren Körperverletzung müsse die Lebensgefahr sodann eine unmittelbare 

sein. Es sei festzuhalten, dass direkt durch einen Treffer von der Fackel keine 

Verbrennungen entstehen könnten, die derart grossflächig seien, dass sie le-

bensbedrohend seien. Ferner sei es kaum möglich, dass durch einen Treffer mit 

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einer Fackel Kleider Feuer fangen und ihrerseits grossflächige Verbrennungen 

auslösen würden. Weiter würden grossflächige Narben an Extremitäten keinen 

Erfolg im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB darstellen, da nur Entstellungen des 

Gesichts hierunter fallen würden. Nicht jede Narbe im Gesicht stelle aber eine 

bleibende und arge Entstellung dar. Es sei davon auszugehen, dass auch ein 

Treffer mit der Fackel ins Gesicht nur zu einer leichten Rötung führe würde. Aber 

auch eine höhergradige Verbrennung wäre nur lokal, so dass nicht von einer blei-

benden und argen Entstellung des Gesichts gesprochen werden könne. Der Be-

schuldigte habe ausserdem weder mit direktem, noch mit Eventualvorsatz jeman-

den schwer verletzen wollen. Er habe aber durch seinen Wurf in Kauf genommen, 

jemanden zu treffen und zu verletzen, auch wenn er dies nicht gewollt habe. Er 

sei somit der einfachen Körperverletzung schuldig zu sprechen (Urk. 33 S. 4 ff.). 

Im Berufungsverfahren führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte anerkenne, 

eventualvorsätzlich eine einfache Körperverletzung begangen zu haben. Auch bei 

frei zugänglichem Feuerwerk seien Temperaturen von über 1500 Grad keines-

wegs aussergewöhnlich. Es seien keine weiteren Untersuchungen zum Gefähr-

dungspotenzial der Handfackel getätigt worden. Den Akten lasse sich somit einzig 

entnehmen, dass die Handfackel niemanden ernsthaft verletzt habe und eine  

geringe Gefahr darstelle. Die Staatsanwaltschaft sei sodann selbst davon ausge-

gangen, dass der objektive Tatbestand der Gefährdung nicht erfüllt sei. Dass das 

Verhalten des Beschuldigten nach menschlichem Dafürhalten eine lebensbedroh-

liche Gefahr darstelle, wie die Vorinstanz ausführe, sei verfehlt. Ob eine lebens-

bedrohliche Gefahr vorliege, sei aufgrund bewiesener Fakten und Fachwissen zu 

beurteilen, nicht nach einer subjektiven Meinung oder einem allgemeinen Ein-

druck. Weshalb Lebensgefahr bestehe, wenn eine Fackel unmittelbar vor den 

Füssen einer Person zu liegen komme, leuchte nicht ein. Ein Schritt zur Seite 

würde schon genügen, das Risiko zu bannen. Sodann führe ein kurzer Kontakt 

einer Fackel mit einem T-Shirt zu einer Versengung, dieses würde nicht sogleich 

in Flammen aufgehen. Dass sich Fackeln in Kleider verfangen könnten, diese 

dann in Flammen aufgingen und eine rasche Löschung unwahrscheinlich sei, sei 

nur eine Hypothese. Textilien würden nicht schon bei kurzem Kontakt in Flammen 

aufgehen. Dr. …, Projektleiter des … bei der …, habe erläutert, es bedürfe ganz 

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besonderer Konstellationen, dass neben der Gefahr relativ geringfügiger Ver-

brennungen tatsächlich auch eine Gefahr schwerer Körperverletzung oder gar 

Lebensgefahr eintrete. Gefährlich sei, wenn sich jemand an einer Brennquelle 

aufhalte, dies aber nicht realisiere oder wenn die Entledigung des brennenden 

Kleides aus bestimmten Gründen massiv erschwert sei. Bei der gegebenen Sach- 

und Aktenlage erscheine es als ausgesprochen unwahrscheinlich, dass beim ein-

geklagten Tatgeschehen Kleider oder Haare in einem Ausmass  

hätten in Brand geraten können, welches zu einer schweren Körperverletzung 

oder Lebensgefahr geführt hätte. Weiter führte die Verteidigung aus, die Ausfüh-

rungen der Vorinstanz, wonach in den gedrängten Zuschauerreihen eine rasche 

Löschung eher unwahrscheinlich sei, sei schwer nachvollziehbar. Es sei vielmehr 

der gegenteilige Schluss zu ziehen, dass die gleichgesinnten Zuschauer nicht  

einfach passiv zuschauen würden, wenn ein Kleidungsstück tatsächlich brennen 

würde. Die Vorinstanz bewege sich mit Mutmassungen über Risikoszenarien  

auf dem Gebiet völlig unbelegter Spekulationen, was ein höchst wackliges  

Fundament für einen Schuldspruch sei. Weiter seien die Aussagen zum  

hypovolämischen Schock nicht ansatzweise substanziert oder gar belegt. Zum 

subjektiven Tatbestand führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte habe  

konstant angegeben, er habe mit dem Wurf der Fackel niemanden verletzen  

wollen. Auch habe er nicht in Kauf genommen, dass jemand hätte schwer verletzt 

oder getötet werden können. Er habe auf suggestive Frage eingeräumt, dass im 

"worst case" schwere Verletzungen entstehen könnten. Dies genüge nicht für die 

Annahme eines Vorsatzes. Der Beschuldigte sei sich bewusst gewesen, dass er 

durch den Fackelwurf Drittpersonen dem Risiko einfacher Körperverletzungen 

ausgesetzt habe, für ihn hätten aber eine schwere Körperverletzung oder eine 

Lebensgefahr ausser Betracht gelegen (Urk. 67 S. 2 ff.).  

Auf den Vorwurf der schweren Körperverletzung sei sodann nicht weiter einzuge-

hen, da angefochtene Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten Person 

abgeändert werden dürften, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten  

ergriffen worden sei. Der klare Gesetzeswortlaut dieser Bestimmung entspreche 

auch dem Willen des Gesetzgebers, wenn man einen Blick in die Botschaft werfe. 

Einzig der StPO-Kommentator Schmid würde sich auf den Standpunkt stellen, 

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das Verschlechterungsverbot verbiete lediglich eine strengere Bestrafung, eine 

Begründung für diese Auffassung liefere er aber nicht, sondern zitiere Entscheide 

zum alten Recht, was etwas eigenartig anmute (Urk. 67 S. 17 ff.). 

2.3 Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB 

2.3.1. Gemäss Art. 129 StGB wird bestraft, wer einen Menschen in skrupelloser 

Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. 

In objektiver Hinsicht ist eine Lebensgefahr erforderlich, mithin dass der Täter  

jemanden durch beliebiges Handeln in einen Zustand bringt, aufgrund dessen 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit des Todes-

eintrittes besteht (Donatsch in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, 18. Aufl., Zürich 2010, N 1 zu Art. 129). Die 

Lebensgefahr muss unmittelbar sein, eine vage Wahrscheinlichkeit oder eine 

blosse Möglichkeit genügen nicht. Aus dem Verhalten des Täters muss sich direkt 

die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergeben (BGE 133 

IV 8). Es ist dabei nicht bloss auf äussere Umstände abzustellen, sondern  

vielmehr auch die besondere Situation des Täters und seine Fähigkeiten zu  

berücksichtigen sowie die Möglichkeit des Opfers, einer gefährlichen Situation zu 

begegnen (Aebersold in: Niggli/Wiprächtiger, a.a.O., N 16 zu Art. 129). Jedenfalls 

genügt es nicht, wenn Handlungen anderer Personen oder weitere Umstände 

hinzukommen müssen, damit sich die Gefahr zu realisieren vermag (Donatsch in: 

Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., N 2 zu Art. 129).  

2.3.2. Die Staatsanwaltschaft hat in der Anklageschrift verschiedene Szenarien 

dargestellt, aufgrund welcher vom Vorliegen einer Lebensgefahr im Sinne von 

Art. 129 StGB auszugehen sei (vgl. Urk. 22 S. 3). Mit der Vorinstanz und der  

Verteidigung ist vorab festzuhalten, dass das behauptete Risiko, wonach die  

getroffene Person von den übrigen Zuschauern hätte zu Tode getrampelt werden 

können, nicht als unmittelbare Lebensgefahr zu betrachten ist, da die direkte 

Konnexität zwischen dem Verhalten des Täters und der Lebensgefahr fehlt. Die 

Erwägungen der Vorinstanz dazu sind schlüssig und so zu übernehmen (Urk. 39 

S. 12 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Als weiteres Szenario führte die Staatsanwaltschaft 

in der Anklageschrift aus, durch den Kontakt mit der über 1500°C heissen Fackel 

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habe die konkrete Gefahr bestanden, dass sich der Getroffene schwerste,  

lebensgefährliche Verletzungen hätte zuziehen können (Urk. 22 S. 3). Die Vor-

instanz führte dazu aus, dass Fackeln sich in den Kleidern, beispielsweise in den 

Kapuzen, oder im mitgeführten Rucksack verfangen könnten. Diese Annahme ist 

doch eher hypothetisch. Es wäre sodann diesfalls davon auszugehen, dass der 

von einer Fackel Getroffene diese reflexartig sofort entfernen würde. Dass eine 

Fackel vor den Füssen eines Zuschauers zu liegen kommen würde und dadurch 

dessen Schuhe und Kleidung in Brand gesteckt würden, erscheint ferner sehr weit 

hergeholt. Mit der Verteidigung ist davon auszugehen, dass sich jeder Zuschauer 

mit einem Schritt zur Seite dieser Gefahr entziehen würde. Insgesamt kann beim 

vorliegenden Sachverhalt nicht von einer unmittelbaren Lebensgefahr durch  

den Wurf der Fackel im Sinne von Art. 129 StGB ausgegangen werden. Der  

Vorinstanz ist aber immerhin dahingehend zuzustimmen, dass die Haare eines 

durch die Fackel getroffenen Zuschauers leicht hätten in Brand geraten und nicht 

rasch wieder gelöscht werden können (Urk. 39 S. 11 f.). 

Im weiteren ist der Tatbestand der Gefährdung des Lebens auch daher nicht  

erfüllt, da es auf subjektiver Seite am geforderten direkten Vorsatz fehlt.  

2.3.3. In subjektiver Hinsicht wird direkter Vorsatz des Täters verlangt, jeman-

den in unmittelbare Lebensgefahr zu bringen. Eventualvorsatz genügt nach der 

Lehre und Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht (vgl. statt vieler: BGE 94 IV 

60 E. 3 b). Der direkte Vorsatz verlangt also die wissentliche und willentliche  

Erfüllung des objektiven Tatbestands. 

Die Anklageschrift hält zur Lebensgefahr fest, dass eine zweit- bis drittgradige 

Verbrennung bereits ca. ab 15 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim  

Erwachsenen und ab ca. 10 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Kind zum 

lebensgefährlichen hypovolämischen Schock führe (Urk. 22 S. 3). Der Beschul-

digte hat zwar eingestanden gewusst zu haben, dass als Folge eines Fackelwurfs 

bei einer getroffenen Person Verletzungen entstehen könnten, im schlimmsten 

Fall schwere (vgl. Urk. 9/1 S. 9, Urk. 9/2 S. 4; Urk. 31 S. 6). Er sagte aber auch 

aus, dass er wisse, dass er mit einer Fackel niemanden umbringen könne, dass 

niemand sterbe (Urk. 9/1 S. 12). Dem Beschuldigten kann jedenfalls nicht nach-

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gewiesen werden, die Verursachung von grossflächigen Verbrennungen von Zu-

schauern als Folge seines Fackelwurfs, wie die Anklage sie umschreibt, gewollt, 

zu haben. Der subjektive Tatbestand der Gefährdung des Lebens ist ebenfalls 

nicht erfüllt. Bei diesem Ergebnis sind die anlässlich der Berufungsverhandlung 

eventualiter gestellten Beweisergänzungsanträge der Verteidigung obsolet 

(Prot. II S. 5). 

2.4 Versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB 

2.4.1. Da nur der Beschuldigte Berufung erhoben und die Staatsanwaltschaft 

auf eine Anschlussberufung verzichtet hat (Urk. 45), ist Art. 391 Abs. 2 StPO zu 

beachten, der besagt, dass Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder 

verurteilten Person abgeändert werden dürfen, wenn das Rechtsmittel nur zu de-

ren Gunsten ergriffen worden ist. Gemäss dem StPO-Kommentar Schmid bezieht 

sich das Verbot der reformatio in peius allein auf die zu verhängende Sanktion 

(Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/ 

St. Gallen 2009, N 3 zu Art. 391). Diese Auffassung wird durch die konstante 

bundesgerichtliche Praxis gestützt (vgl. Entscheide des Bundesgerichts 

6B_165/2011 vom 19. Juli 2011 E. 3.2 f.; 6B_156/2011 vom 17. Oktober 2011 

E. 2.5.2; 6B_695/2011 vom 15. März 2012 E. 2.3; 6B.199/2011, 6B.215/2011 vom 

10. April 2012 E. 8.3.2). Das Folgende spricht dafür, dass diese Praxis weiterge-

führt werden soll: Der Wortlaut der Bestimmung der Zürcher Strafprozessordnung 

unterscheidet sich von der nun geltenden Bestimmung in der Schweizerischen 

Strafprozessordnung einzig darin, dass die StPO ZH davon sprach, dass ein  

"Urteil nicht zu Ungunsten des Angeklagten" geändert werden dürfe (§ 399 StPO 

ZH), während es neu heisst, dass "Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldig-

ten oder verurteilten Person" abgeändert werden dürfen (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

Der zweite Satz von Art. 391 Abs. 2 StPO deutet zudem mit dem Wort  

"Bestrafung" daraufhin, dass sich die Bestimmung nur auf den Strafpunkt bezieht. 

Entsprechend unterscheiden sich die Bestimmung der StPO CH und diejenige der 

StPO ZH lediglich in der Formulierung, nicht jedoch inhaltlich. Weiter hat das 

Bundesgericht im letztgenannten der vorstehend zitierten höchstrichterlichen  

Entscheide angedeutet, dass an der bisherigen Praxis zur Zürcherischen  

-   15   - 

Bestimmung auch betreffend die neue Bestimmung der StPO CH festgehalten 

werden soll. Der genannte Entscheid ist zwar noch zum alten Recht ergangen, es 

ist aber ein deutlicher Hinweis auf die Schweizerische Strafprozessordnung und 

das darin enthaltene Verbot der reformatio in peius zu finden. Unter Nennung und 

Verweis auf die neue Bestimmung hat das Bundesgericht entschieden, dass eine 

Abänderung des Schuldspruchs ohne Verschärfung der Strafe das Verbot der  

reformatio in peius nicht verletze, dies entspreche einer in Literatur und Recht-

sprechung verbreiteten Meinung und könne nicht als willkürlich betrachtet werden. 

Es widerspreche weder dem Wortlaut von § 399 aStPO/ZH noch seinem  

offensichtlichen Sinn und Zweck (6B.199/2011, 6B.215/2011 vom 10. April 2012 

E. 8.3.2). Kommt man nun zum Schluss, dass aufgrund der Auslegung des  

Wortlautes von Art. 391 Abs. 2 StPO dieser Bestimmung der gleiche Sinn und 

Zweck zukommen muss, wie schon § 399 StPO ZH, dann kann dies nur bedeu-

ten, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung nach wie vor Geltung haben 

muss und auch auf Art. 391 Abs. 2 StPO anzuwenden ist. Ausserdem würde die 

Ausdehnung des Verschlechterungsverbots auf den Schuldpunkt zu schwierigen 

Abgrenzungsproblemen führen. Es wäre zu definieren, was unter einer strengeren 

rechtlichen Qualifikation zu verstehen wäre.  

2.4.2. Nach dem Gesagten steht es dem Berufungsgericht daher entgegen  

der Verteidigung vorliegend offen, den Anklagesachverhalt auch als versuchte 

schwere Körperverletzung zu würdigen.  

2.4.3. Gemäss Art. 122 StGB macht sich – nebst weiterem – strafbar, wer  

vorsätzlich ein wichtiges Organ eines Menschen verstümmelt oder unbrauchbar 

macht oder das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt. 

Ein entsprechender Erfolg der umschriebenen Art ist in concreto nicht eingetreten; 

daher ist die versuchte Begehung von Art. 122 Abs. 2 StGB zu prüfen.  

2.4.4. Gemäss einer durch die Anklagebehörde eingeklagten Tatvariante hätten 

als Folge des Fackelwurfs des Beschuldigten grossflächige, gut sichtbare Narben 

in Gesicht einer am Kopf getroffenen Person resultieren können (Urk. 22 S. 3 f.). 

Der erstellte Tatablauf stellte sich wie folgt dar: Der Beschuldigte warf eine  

brennende Fackel mit sehr hoher Brenntemperatur gegen ein dicht stehendes 

-   16   - 

Tribünenpublikum (vgl. Urk. 8/1). Eine Tribüne ist so gebaut, dass alle Zuschauer 

möglichst viel vom Geschehen auf dem vor ihnen liegenden Platz sehen; darum 

überragt die hintere Zuschauerreihe jeweils die vordere. Als Resultat präsentieren 

sich dem auf dem Spielplatz vor der Tribüne Stehenden praktisch nur Oberkörper 

und Köpfe. Wenn ein Gegenstand gegen eine volle Zuschauertribüne geworfen 

wird, ist es also fast unausweichlich, entweder den Oberkörper oder den Kopf  

eines Zuschauers (oder gar mehrerer, im Fall eines Abprallers) zu treffen. Dabei 

besteht das grosse Risiko, dass ein Zuschauer am Kopf getroffen wird. Bei einer 

Zuschauertribüne schauen die Zuschauer grundsätzlich in die Richtung des Spiel-

feldes. Wenn also vom Spielfeld her ein Gegenstand gegen die Tribüne geworfen 

und ein Zuschauer am Kopf getroffen wird, wird er mit grossem Risiko im Gesicht 

getroffen. Als notorisch muss gelten, dass bei direktem Kontakt einer Fackel der 

fraglichen Art mit der Haut gravierende Verbrennungs-Verletzungen mit entspre-

chender nachmaliger bleibender und entstellender Narbenbildung entstehen.  

Ferner könnten durch die Fackel bei einer Person mit längeren Haaren diese ent-

zündet werden und könnte daraus eine Verbrennung der Kopfhaut mit denselben 

Folgen resultieren. Würde ein Zuschauer an einem Auge getroffen, würde die 

grosse Hitze der Fackel schliesslich auch bei einem nur kurzen Kontakt ein so 

sensibles Organ irreparabel schädigen. Bleibende und entstellende Narben im 

Gesicht sowie der Verlust eines Auges sind als schwere Körperverletzungen im 

Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB zu qualifizieren. Die Wahrscheinlichkeit der Tat-

bestandsverwirklichung einer schweren Körperverletzung war bei der Tatausfüh-

rung des Beschuldigten aufgrund der geschilderten Risiken durchaus hoch. Mit 

dem Wurf der brennenden Fackel frontal in die Zuschauermenge hat der Be-

schuldigte offensichtlich den entscheidenden Schritt zu einer möglichen schweren 

Körperverletzung vollzogen und auch alles dafür getan, den verpönten Erfolg ein-

treten zu lassen. Somit ist in objektiver Hinsicht von einem vollendeten Versuch 

einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB auszugehen.  

2.4.5. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB setzt Vorsatz hinsichtlich aller 

objektiven Tatbestandsmerkmale voraus; soweit der Straftatbestand nicht eine 

abweichende Vorsatzform erfordert, genügt dabei Eventualvorsatz (Donatsch/ 

Tag, Strafrecht I, Verbrechenslehre, 8. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006, S. 131). 

-   17   - 

Beim Beschuldigten ist nicht von direktem Vorsatz auszugehen, da ihm nicht 

nachgewiesen werden kann und ohne Weiteres nicht davon auszugehen ist, dass 

er jemanden in der geschilderten Art verletzen wollte. Zu prüfen bleibt daher, ob 

er durch sein Handeln eine schwere Verletzung eines Zuschauers in Kauf  

genommen hat.  

Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das 

Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten Person – aufgrund 

der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten 

Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtver-

letzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die 

Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorg-

faltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe 

die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2. mit 

Hinweisen). Der Beschuldigte hat stets ausgesagt, dass er sich bewusst sei, dass 

eine solche Fackel, wie er sie geworfen hatte, Verbrennungen verursachen könne 

(vgl. Urk. 9/1 S. 9, Urk. 9/2 S. 4, Urk. 31 S. 6). Was eine brennende Fackel mit  

einer derart hohen Brenntemperatur im Gesicht eines Menschen und namentlich 

im sensiblen Bereich der Augen bewirken kann, muss jedermann klar sein, so 

auch dem Beschuldigten. Da er trotz seines Wissens um dieser offensichtlichen 

Verletzungsgefahr für zahlreiche Zuschauer die Fackel in die Zuschauerränge 

warf, kann sein Verhalten vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung des 

Erfolges einer schweren Körperverletzung der vorstehend geschilderten Art  

gewürdigt werden. Damit handelte der Beschuldigte eventualvorsätzlich. Er ist der 

versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2.5 Übertretung des Straf- und Justizvollzugsgesetzes im Sinne von § 10 Ziff. 1 

StJVG 

Die Erwägungen der Vorinstanz zur Übertretung des Straf- und Justizvollzugs-

gesetzes sind zutreffend und zu übernehmen (Urk. 39 S. 16). Zu ergänzen  

ist noch, dass es sich nicht um eine bewilligungspflichtige Veranstaltung handelt, 

wie die Verteidigung ausführte (Urk. 67 S. 20), sondern vielmehr um eine  

-   18   - 

"sonstige Menschenansammlung" im Sinne von § 10 StJVG. Der angefochtene  

Schuldspruch ist zu bestätigen. 

B. Versuchte einfache Körperverletzung (tt.mm.2011; ND2) 

1. Sachverhalt 

1.1 Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, dem Privatkläger E._____ von 

hinten mehrmals mit der Faust gegen den Hinterkopf geschlagen zu haben 

(Urk. 22 S. 4). 

1.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, deckt sich das vollumfängliche  

Geständnis des Beschuldigten mit dem Untersuchungsergebnis. Es ist daher 

festzustellen, dass der dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 20. Februar 

2012 vorgeworfene Sachverhalt erstellt ist. 

2. Rechtliche Würdigung 

Im Berufungsverfahren anerkannte die Verteidigung den Vorwurf der versuchten 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB (Urk. 67 S. 1 und S. 19 f.). Damit ist – auch – die im übrigen zutreffende 

rechtliche Würdigung nicht – mehr – bestritten und es erübrigen sich weitere Aus-

führungen dazu. Der Beschuldigte ist der versuchten einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

III. Sanktion und Vollzug 

1. Strafrahmen und Strafzumessung 

1.1 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze für die Strafzumessung 

(Art. 47 StGB) richtig dargelegt. Auf ihre diesbezüglichen Erwägungen (Urk. 39 

S. 22 ff.) kann verwiesen werden.  

1.2 Dadurch, dass der Beschuldigte vorliegend aber wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung schuldig zu sprechen ist, ändert sich der Strafrahmen. Der Tat-

bestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB sieht 

eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 

180 Tagessätzen vor, wobei ein Tagessatz maximal Fr. 3'000.-- beträgt (Art. 34 

-   19   - 

Abs. 1 und 2 StGB). Wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat, ist die Übertretung 

des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes zwingend mit einer Busse zu 

bestrafen (Urk. 39 S. 22). Die Erwägungen der Vorinstanz zu den Strafmilde-

rungs- und Strafschärfungsgründen sind ebenfalls zutreffend und ohne Ergän-

zung so zu übernehmen (vgl. Urk. 39 S. 23 f.). Der Strafrahmen beträgt folglich 

180 Tagessätze Geldstrafe bis zehn Jahre Freiheitsstrafe sowie Busse bis 

Fr. 10'000.--. 

1.3 Versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (HD) 

1.3.1 Zum objektiven Tatverschulden ist im vorliegenden Fall anzuführen, dass 

der Beschuldigte durch sein Handeln ohne nachvollziehbaren Grund zahlreiche 

Menschen der Gefahr einer schweren Gesichts-Verbrennung aussetzte. Es ist 

dabei besonders zu beachten, dass sich unter den Zuschauern auch diverse  

Jugendliche und auch Kinder befanden. Der Wurf der Fackel kam zudem für die 

betroffenen Zuschauer völlig unerwartet. Insgesamt zeugt das Verhalten des  

Beschuldigten von einiger krimineller Energie und auch von Skrupellosigkeit. Der 

Versuch ist sodann nur leicht strafmindernd zu berücksichtigen, da es sich um  

einen vollendeten Versuch handelt und es einzig einem glücklichen Zufall zu  

verdanken ist, dass kein Zuschauer tatsächlich verletzt worden ist 

1.3.2 Subjektiv ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Fackel nicht 

mitgenommen hatte, um diese zu entzünden und auf Menschen zu werfen,  

sondern um damit zu feiern, wie er angab (Urk. 9/2 S. 3). Damit ging der Tat keine 

längere Planung voraus, sondern der Beschuldigte entschied sich relativ spontan 

dafür, die Fackel zu werfen. Weiter kann dem Beschuldigten zugute gehalten 

werden, dass er nicht mit direktem Vorsatz, sondern lediglich eventualvorsätzlich 

gehandelt hat. Das Motiv des Beschuldigten ist nicht nachvollziehbar. Er handelte 

aus Zorn über die Provokation einiger B._____-Fans und wollte sich dafür wahllos 

und völlig unverhältnismässig an Personen im betroffenen Sektor rächen. Sein 

Vorgehen zeugt von einer Geringschätzung der Gesundheit dieser sich im be-

troffenen Sektor aufhaltenden Personen. Das subjektive Verschulden relativiert 

die objektive Tatschwere nicht. 

-   20   - 

1.3.3. Das Tatverschulden ist insgesamt als erheblich zu qualifizieren. Eine  

Einsatzstrafe von rund 30 Monaten Freiheitsstrafe erscheint daher vorliegend  

angemessen. 

1.4 Versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (ND 2) 

1.4.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 39 S. 25) ist festzuhalten, dass es sich bei der 

versuchten einfachen Körperverletzung um einen kurzen und einmaligen Vorfall 

handelte, der Beschuldigte jedoch mehrfach zuschlug und zwar von hinten. Dies 

zeugt von einem rücksichtslosen Vorgehen und ebenfalls von einiger krimineller 

Energie. Dass es beim Versuch geblieben ist, ist leicht strafmindernd zu berück-

sichtigen. 

1.4.2. Der Beschuldigte traf zufällig auf den Privatkläger, er kannte ihn vor dem 

Vorfall nicht, er handelte mithin ohne nachvollziehbares Motiv. Weiter ist  

festzuhalten, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte. Es fällt aber 

auf, dass sich der Beschuldigte erschreckend jähzornig verhalten hat und  

aggressiv aufgetreten ist. 

1.4.3. Für die einfache Körperverletzung ist das Verschulden als noch leicht zu 

qualifizieren, womit die vorstehend bemessene Einsatzstrafe leicht zu erhöhen ist. 

1.5 Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 

i.V.m. Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SpstG (HD) 

1.5.1. Ins Gewicht fällt vorliegend die mehrfache Begehung. Die Gefahr des 

kontrollierten Abbrennens einer Seenotfackel ist noch nicht als hoch einzustufen, 

da diese ja genau zum Zweck des Abbrennens in der Hand hergestellt wurde,  

allerdings nicht in einer Menschenmenge. Der Beschuldigte hat die Tat mehrfach 

und inmitten gedrängter Zuschauerreihen begangen, was wiederum erschwerend 

wirkt. 

1.5.2 Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und ohne zwingenden Grund. 

Wenn die Vorinstanz erwogen hat, das Abrennen von Fackeln gehöre anlässlich 

von Fussballspielen bekanntermassen "zur Fankultur", ist diese Formulierung 

verharmlosend. Das Abbrennen von Fackeln in Zuschaueransammlungen ist kein 

-   21   - 

harmloses Brauchtum, sondern eine gefährliche, unnötige, gesetzlich verbotene 

und daher insgesamt verpönte und zu verurteilende Unsitte. 

1.5.3. Nach dem Gesagten wiegt das diesbezügliche Verschulden nicht mehr 

leicht, jedoch auch noch nicht mittelschwer, weshalb die Einsatzstrafe wiederum 

nur geringfügig zu erhöhen ist.  

1.6 Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt 

widergegeben. Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen 

(Urk. 39 S. 26 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 

aus, dass sich in seinen persönlichen Verhältnissen nichts Wesentliches geändert 

habe. Er arbeite nach wie vor bei der …, wohne bei seiner Mutter und sei schul-

denfrei (Urk. 64 S. 1 ff.). Die Vorinstanz hielt fest, dass der Beschuldigte keine 

Vorstrafen aufweise. Dies ist unter Hinweis auf die diesbezügliche Rechtspre-

chung neutral zu würdigen (Urk. 136 S. 133 ff., mit Verweis auf BGE 136 IV 1). 

Der Beschuldigte stellte sich selbst den Strafverfolgungsbehörden, gestand den 

ihm zur Last gelegten Sachverhalt vollständig ein und zeigte auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung wieder aufrichtige Reue. Dies führt zu einer merklichen 

Strafminderung. 

1.7 Insgesamt steht einer Erhöhung des vorinstanzlichen Strafmasses – trotz 

anderer rechtlicher Würdigung betreffend das am schwersten wiegende Delikt – 

das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StGB) entgegen. Eine Senkung 

steht aufgrund der vorstehend angeführten Strafzumessungskriterien hingegen 

ohne Weiteres ausser Diskussion. Daher ist der Beschuldigte in Bestätigung des 

angefochtenen Strafmasses mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu bestrafen. 

Die 22 Tage erstandene Haft sind anzurechnen (Art. 51 StGB). 

1.8 Die Höhe der von der Vorinstanz für die Übertretung festgesetzten Busse 

erscheint angesichts des Verschuldens sowie der finanziellen Verhältnisse des 

Beschuldigten angemessen und ist zu bestätigen, ebenso die Festsetzung der 

Ersatzfreiheitsstrafe (Urk. 39 S. 28). Der Beschuldigte ist daher mit einer Busse 

von Fr. 500.-- zu bestrafen, für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung ist eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen festzusetzen.  

 

-   22   - 

2. Vollzug 

2.1 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dem Beschuldigten könne im Hinblick 

auf seine künftige Bewährung eine günstige Prognose gestellt werden. Demzu-

folge sei der Vollzug der Strafe aufzuschieben und die Probezeit auf drei Jahre 

festzusetzen (Urk. 39 S. 28 f.). 

2.2 Während die Ausführungen der Vorinstanz über die Gewährung der günsti-

gen Prognose zu übernehmen sind, ist die Probezeit entgegen der Vorinstanz auf 

zwei Jahre festzusetzen. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Ersttäter, 

der zudem in geordneten Verhältnissen lebt. Es ist daher kein Grund ersichtlich, 

weshalb eine über das gesetzliche Minimum hinausgehende Probezeit  

ausgesprochen werden müsste.  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens,  

ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, sind dem Beschuldigten 

aufzuerlegen. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 5) ist daher zu 

bestätigen.  

2. Ausgangsgemäss wird der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren im 

Umfang seines Unterliegens kostentragungspflichtig (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). Davon ausgenommen sind grundsätzlich die Kosten der amtlichen Vertei-

digung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO), wobei die Rückzahlungspflicht im Sinne von 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. Der Beschuldigte obsiegt einzig minimal 

in Bezug auf die Dauer der Probezeit, unterliegt jedoch ansonsten vollumfänglich. 

Es rechtfertigt sich daher, ihm die gesamten Kosten aufzuerlegen. 

V. Minderheitsantrag gemäss § 124 GOG 

Eine Minderheit des Gerichts hat gemäss § 124 GOG ihre abweichende Meinung 

bezüglich der Frage des Verschlechterungsverbots ins Protokoll aufnehmen  

lassen (Prot. II S. 9; Begründung in Urk. 69; diesem Urteil beigeheftet). 

-   23   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung, vom 18. Mai 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von 

Art. 37 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SprstG 

2.-3. (…) 

4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

 

5'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

 

        Kosten Kantonspolizei 

 

1'500.--   Gebühr Anklagebehörde 

 

    Kanzleikosten 

 

790.--   Auslagen Untersuchung 

 

10'256.--   amtliche Verteidigung (gem. Beschluss 17.04.2013) 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

5.-7. (…)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (HD), 

− der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (ND2), 

− der Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes 

im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG (HD). 

-   24   - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, wovon 

22 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten, sowie mit einer 

Busse von Fr. 500.--.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.  

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Disp. Ziff. 5) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

   

 
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse  

genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Sprengstoff und Pyrotechnik  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

-   25   - 

− die Vorinstanz 
− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich 
− die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und  

Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 22. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 
 

 
 

	Urteil vom 22. April 2013
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB,
	 versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SprstG,
	 der Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, wovon 22 Tage als durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	Der Beschuldigte wird ferner bestraft mit einer Busse von Fr. 500.--. Bezahlt er die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen, vorbehalten bleibt ein...
	6. (Mitteilung)
	7.  (Rechtsmittel)"
	1. Herr A._____ sei
	 der mehrfachen, versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (HD und ND 1);
	 der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 des Sprengstoffgesetzes (ND 2 sowie Zusatzanklage);
	schuldig zu sprechen.
	Im Übrigen sei Herr A._____ freizusprechen.
	2. Herr A._____ sei mit einer Geldstrafe von 135 Tagessätzen zu Fr. 100.-- zu betrafen, unter Anrechnung von 22 Tagen erstandener Polizei- und Untersuchungshaft.
	3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien ausgangsgemäss zu verlegen.

	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1 Am 18. Mai 2012 wurde der Beschuldigte durch das Bezirksgericht  Zürich, 10. Abteilung, der Gefährdung des Lebens, der versuchten einfachen  Körperverletzung, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz sowie der Übertretung des zürch...
	1.2 Gegen das mündlich eröffnete und begründet zugestellte Urteil meldete die Verteidigung des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 35). Ebenso fristgerecht ging die Berufungserklärung ein (Urk. 40). Sodann wurde in Anwendung von Art. 400 Abs....

	2. Umfang der Berufung
	2.1 Die Verteidigung beantragt, die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen  Gefährdung des Lebens sowie Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes seien aufzuheben und der Beschuldigte sei stattdessen der mehrfachen versuchten einfa...
	2.2 Nicht angefochten sind somit der Schuldspruch betreffend mehrfache  Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SprstG (Disp. Ziff. 1) sowie die Kostenfestsetzung (Disp. Ziff. 4). ...
	II.  Schuldpunkt

	1. Sachverhalt
	1.1 Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, anlässlich des Fussballmeisterschaftsspiels vom tt.mm.2011 zwischen B._____ und dem C._____ zunächst das in die Kapuze seines Pullovers eingenähte Netz über sein Gesicht gestülpt, dann den Sektor...
	1.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, deckt sich das vollumfängliche  Geständnis des Beschuldigten betreffend den äusseren Sachverhalt mit dem  Untersuchungsergebnis. Es ist daher festzustellen, dass der dem Beschuldigten in den Anklageschrift vo...

	2. Rechtliche Würdigung
	2.1 Im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung kam die Vorinstanz zusammengefasst zum Schluss, im vorliegenden Fall habe der Geschädigte D._____ eine leichte Rötung an der linken Schulter erlitten. Es fehle daher zum vornherein an der Verwirklichung eines...
	2.2 Die Verteidigung stellte sich dagegen vor Vorinstanz zusammengefasst auf den Standpunkt, damit der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB erfüllt sei, müsse eine konkrete Lebensgefahr bestehen, nicht nur eine abstrakte Möglichkeit. Eine konkrete L...
	Im Berufungsverfahren führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte anerkenne, eventualvorsätzlich eine einfache Körperverletzung begangen zu haben. Auch bei frei zugänglichem Feuerwerk seien Temperaturen von über 1500 Grad keineswegs aussergewöhnlich...
	Auf den Vorwurf der schweren Körperverletzung sei sodann nicht weiter einzugehen, da angefochtene Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten Person abgeändert werden dürften, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten  ergriffen worden sei. Der k...

	2.3 Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB
	2.3.1. Gemäss Art. 129 StGB wird bestraft, wer einen Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt.
	In objektiver Hinsicht ist eine Lebensgefahr erforderlich, mithin dass der Täter  jemanden durch beliebiges Handeln in einen Zustand bringt, aufgrund dessen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlichkeit des Todeseintrittes besteht (Dona...
	2.3.2. Die Staatsanwaltschaft hat in der Anklageschrift verschiedene Szenarien dargestellt, aufgrund welcher vom Vorliegen einer Lebensgefahr im Sinne von Art. 129 StGB auszugehen sei (vgl. Urk. 22 S. 3). Mit der Vorinstanz und der  Verteidigung ist v...
	Im weiteren ist der Tatbestand der Gefährdung des Lebens auch daher nicht  erfüllt, da es auf subjektiver Seite am geforderten direkten Vorsatz fehlt.
	2.3.3. In subjektiver Hinsicht wird direkter Vorsatz des Täters verlangt, jemanden in unmittelbare Lebensgefahr zu bringen. Eventualvorsatz genügt nach der Lehre und Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht (vgl. statt vieler: BGE 94 IV 60 E. 3 b). Der...
	Die Anklageschrift hält zur Lebensgefahr fest, dass eine zweit- bis drittgradige Verbrennung bereits ca. ab 15 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim  Erwachsenen und ab ca. 10 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Kind zum lebensgefährlichen h...

	2.4 Versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB
	2.4.1. Da nur der Beschuldigte Berufung erhoben und die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung verzichtet hat (Urk. 45), ist Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten, der besagt, dass Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verurteilten Pe...
	2.4.2. Nach dem Gesagten steht es dem Berufungsgericht daher entgegen  der Verteidigung vorliegend offen, den Anklagesachverhalt auch als versuchte schwere Körperverletzung zu würdigen.
	2.4.3. Gemäss Art. 122 StGB macht sich – nebst weiterem – strafbar, wer  vorsätzlich ein wichtiges Organ eines Menschen verstümmelt oder unbrauchbar macht oder das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt.
	Ein entsprechender Erfolg der umschriebenen Art ist in concreto nicht eingetreten; daher ist die versuchte Begehung von Art. 122 Abs. 2 StGB zu prüfen.
	2.4.4. Gemäss einer durch die Anklagebehörde eingeklagten Tatvariante hätten als Folge des Fackelwurfs des Beschuldigten grossflächige, gut sichtbare Narben in Gesicht einer am Kopf getroffenen Person resultieren können (Urk. 22 S. 3 f.). Der erstellt...
	2.4.5. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB setzt Vorsatz hinsichtlich aller objektiven Tatbestandsmerkmale voraus; soweit der Straftatbestand nicht eine abweichende Vorsatzform erfordert, genügt dabei Eventualvorsatz (Donatsch/ Tag, Strafrecht I, V...
	Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen hat, muss das Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten Person – aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsver...

	2.5 Übertretung des Straf- und Justizvollzugsgesetzes im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG
	Die Erwägungen der Vorinstanz zur Übertretung des Straf- und Justizvollzugsgesetzes sind zutreffend und zu übernehmen (Urk. 39 S. 16). Zu ergänzen  ist noch, dass es sich nicht um eine bewilligungspflichtige Veranstaltung handelt, wie die Verteidigun...

	1. Sachverhalt
	1.1 Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, dem Privatkläger E._____ von hinten mehrmals mit der Faust gegen den Hinterkopf geschlagen zu haben (Urk. 22 S. 4).
	1.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, deckt sich das vollumfängliche  Geständnis des Beschuldigten mit dem Untersuchungsergebnis. Es ist daher festzustellen, dass der dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 20. Februar 2012 vorgeworfene Sachv...

	2. Rechtliche Würdigung
	Im Berufungsverfahren anerkannte die Verteidigung den Vorwurf der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 67 S. 1 und S. 19 f.). Damit ist – auch – die im übrigen zutreffende rechtliche Würd...
	III.  Sanktion und Vollzug

	1. Strafrahmen und Strafzumessung
	1.1 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze für die Strafzumessung (Art. 47 StGB) richtig dargelegt. Auf ihre diesbezüglichen Erwägungen (Urk. 39 S. 22 ff.) kann verwiesen werden.
	1.2 Dadurch, dass der Beschuldigte vorliegend aber wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig zu sprechen ist, ändert sich der Strafrahmen. Der Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 StGB sieht eine Bestrafung m...
	1.3 Versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (HD)
	1.3.1 Zum objektiven Tatverschulden ist im vorliegenden Fall anzuführen, dass der Beschuldigte durch sein Handeln ohne nachvollziehbaren Grund zahlreiche Menschen der Gefahr einer schweren Gesichts-Verbrennung aussetzte. Es ist dabei besonders zu beac...
	1.3.2 Subjektiv ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Fackel nicht mitgenommen hatte, um diese zu entzünden und auf Menschen zu werfen,  sondern um damit zu feiern, wie er angab (Urk. 9/2 S. 3). Damit ging der Tat keine längere Planung vorau...
	1.3.3. Das Tatverschulden ist insgesamt als erheblich zu qualifizieren. Eine  Einsatzstrafe von rund 30 Monaten Freiheitsstrafe erscheint daher vorliegend  angemessen.

	1.4 Versuchte einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (ND 2)
	1.4.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 39 S. 25) ist festzuhalten, dass es sich bei der versuchten einfachen Körperverletzung um einen kurzen und einmaligen Vorfall handelte, der Beschuldigte jedoch mehrfach zuschlug und zwar von hinten. Dies zeugt von einem...
	1.4.2. Der Beschuldigte traf zufällig auf den Privatkläger, er kannte ihn vor dem Vorfall nicht, er handelte mithin ohne nachvollziehbares Motiv. Weiter ist  festzuhalten, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte. Es fällt aber auf, dass sic...
	1.4.3. Für die einfache Körperverletzung ist das Verschulden als noch leicht zu qualifizieren, womit die vorstehend bemessene Einsatzstrafe leicht zu erhöhen ist.

	1.5 Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 i.V.m. Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SpstG (HD)
	1.5.1. Ins Gewicht fällt vorliegend die mehrfache Begehung. Die Gefahr des kontrollierten Abbrennens einer Seenotfackel ist noch nicht als hoch einzustufen, da diese ja genau zum Zweck des Abbrennens in der Hand hergestellt wurde,  allerdings nicht in...
	1.5.2 Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und ohne zwingenden Grund. Wenn die Vorinstanz erwogen hat, das Abrennen von Fackeln gehöre anlässlich von Fussballspielen bekanntermassen "zur Fankultur", ist diese Formulierung verharmlosend. Das Abbrennen...
	1.5.3. Nach dem Gesagten wiegt das diesbezügliche Verschulden nicht mehr leicht, jedoch auch noch nicht mittelschwer, weshalb die Einsatzstrafe wiederum nur geringfügig zu erhöhen ist.

	1.6 Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt widergegeben. Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen (Urk. 39 S. 26 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, dass sich in se...
	1.7 Insgesamt steht einer Erhöhung des vorinstanzlichen Strafmasses – trotz anderer rechtlicher Würdigung betreffend das am schwersten wiegende Delikt – das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StGB) entgegen. Eine Senkung steht aufgrund der vorst...
	1.8 Die Höhe der von der Vorinstanz für die Übertretung festgesetzten Busse erscheint angesichts des Verschuldens sowie der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten angemessen und ist zu bestätigen, ebenso die Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe ...

	2. Vollzug
	2.1 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dem Beschuldigten könne im Hinblick auf seine künftige Bewährung eine günstige Prognose gestellt werden. Demzufolge sei der Vollzug der Strafe aufzuschieben und die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen (Urk. 39 ...
	2.2 Während die Ausführungen der Vorinstanz über die Gewährung der günstigen Prognose zu übernehmen sind, ist die Probezeit entgegen der Vorinstanz auf zwei Jahre festzusetzen. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Ersttäter, der zudem in geordn...
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens,  ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, sind dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 5) ist daher zu bestätigen.
	2. Ausgangsgemäss wird der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren im Umfang seines Unterliegens kostentragungspflichtig (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Davon ausgenommen sind grundsätzlich die Kosten der amtlichen Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 ...
	V.  Minderheitsantrag gemäss § 124 GOG

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 18. Mai 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 7 lit. a und Art. 15 Abs. 5 SprstG

	2.-3. (…)
	4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	5.-7. (…)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (HD),
	 der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (ND2),
	 der Übertretung des zürcherischen Straf- und Justizvollzugsgesetzes im Sinne von § 10 Ziff. 1 StJVG (HD).

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, wovon 22 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 500.--.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Disp. Ziff. 5) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse  genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt gem...
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Sprengstoff und Pyrotechnik
	 die Vorinstanz
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und  Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.