# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f1336c4-f272-501b-ab25-4b61eae13162
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 10.12.2025 SBK.2025.263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-263_2025-12-10.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.263  
(STA.2025.1274)  

Art. 378 

 

 

Entscheid vom 10. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär   

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli     

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […] 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Samuel Egli,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,  

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 5. Septem-

ber 2025 betreffend Abweisung des Gesuchs um amtliche Verteidigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 13. Dezember 2024 erstattete B._____ bei der Kantonspolizei Aargau, 

Stützpunkt Muri, Strafanzeige gegen ihren getrenntlebenden Ehemann 

A._____ wegen unbefugten Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem, 

Sachbeschädigung, Verleumdung, Beschimpfung, Missbrauchs einer 

Fernmeldeanlage und Drohung, begangen in der Zeit von 20. Septem-

ber 2024 bis 13. Dezember 2024 (Dossier 1). B._____ konstituierte sich als 

Straf- und Zivilklägerin (fortan: Privatklägerin). 

 

1.2. 

Am 16. April 2025 stellte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten einen 

Strafbefehl gegen A._____ aus, gemäss welchem er wegen mehrfachen 

Identitätsmissbrauchs, unbefugten Eindringens in ein Datenverarbeitungs-

system, mehrfacher versuchter Nötigung, mehrfachen Missbrauchs einer 

Fernmeldeanlage und mehrfacher übler Nachrede, begangen zwischen 

dem 20. September 2024 und 13. Dezember 2024, zu einer Geldstrafe von 

70 Tagessätzen à Fr. 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 

drei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1'260.00, unter Androhung einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen, verurteilt wurde. Zudem wurden ihm für 

die Dauer der Probezeit Weisungen erteilt (Kontakt- und Rayonverbot bzw. 

Annäherungsverbot mit Ausnahmen im Rahmen der Kinderbelange und       

-übergaben oder Termine bezüglich des Ehescheidungsverfahrens). 

 

Gegen den Strafbefehl vom 16. April 2025 erhob A._____ mit Eingabe vom 

24. April 2025 Einsprache. 

 

1.3. 

Am 22. Mai 2025 und ergänzt mit E-Mail vom 7. Juli 2025 erstattete die 

Privatklägerin eine weitere Strafanzeige gegen A._____ wegen Sachent-

ziehung, Beschimpfung, Identitätsmissbrauchs, Missbrauchs einer Fern-

meldeanlage, Drohung, Nötigung, Führens eines Motorfahrzeugs trotz ver-

weigertem, entzogenem oder aberkanntem Führerausweis, begangen in 

der Zeit von 17. Dezember 2024 bis 11. Juni 2025 (Dossier 2). 

 

1.4. 

Am 17. Juli 2025 verfügte die Kantonspolizei Aargau diverse Fernhalte-

massnahmen gegen A._____ (Wegweisung und Fernhaltung [öffentlicher 

Raum], Kontaktverbot, Annäherungsverbot) für den Zeitraum vom 17. Juli 

bis 15. Oktober 2025. 

 

 - 3 - 

 

 

1.5. 

Am 26. bzw. 27. August 2025 meldete die Privatklägerin via ihre Rechtsan-

wältin weitere Vorfälle und machte geltend, dass A._____ gegen das be-

stehende Kontaktverbot verstossen habe (Dossier 3). 

 

2. 

2.1. 

Anlässlich der delegierten Einvernahme der Privatklägerin vom 

15. Juli 2025 stellte Rechtsanwalt Samuel Egli als freigewählter Verteidiger 

das Gesuch um amtliche Verteidigung von A._____. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 17. Juli 2025 beantragte A._____ bei der Staatsanwalt-

schaft Muri-Bremgarten eine amtliche Verteidigung im Strafverfahren mit 

Wirkung spätestens ab dem 15. Juli 2025 und Bestellung von Rechtsanwalt 

Samuel Egli als amtlichen Verteidiger. 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 5. September 2025 wies die Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten das Gesuch um Bewilligung der amtlichen Verteidigung ab. 

 

2.4. 

Mit Schreiben vom 5. September 2025 liess die Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten A._____ die Verfügung betreffend amtliche Verteidigung (Ab-

weisung) sowie auszugsweise die Akten (Dossier 1 und 2) zukommen. Hin-

sichtlich des Dossiers 3 hielt sie fest, dass Ende August 2025 erneut zwei 

Anzeigen gegen A._____ eingegangen seien und er hierzu noch nicht be-

fragt worden sei, weshalb die Einsicht in Dossier 3 gestützt auf Art. 101 

Abs. 1 StPO e contrario eingeschränkt bzw. zu einem späteren Zeitpunkt 

gewährt werde. 

 

3. 

3.1. 

Gegen die ihm am 9. September 2025 zugestellte Verfügung erhob 

A._____ am 19. September 2025 bei der Beschwerdekammer in Strafsa-

chen des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde und stellte fol-

gende Anträge: 

 

" 1. 
Die Verfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 5. Septem-
ber 2025 betreffend amtliche Verteidigung sei aufzuheben. 
 
2. 
2.1. 
A._____ sei im Strafverfahren STA4 ST.2025.1274 mit Wirkung spätes-
tens ab dem 15. Juli 2025 die amtliche Verteidigung zu gewähren und es 
sei Rechtsanwalt Dr. Samuel Egli zum amtlichen Verteidiger von A._____ 
zu bestellen. 

 - 4 - 

 

 

2.2. 
Eventualiter sei A._____ im Strafverfahren STA4 ST.2025.1274 mit Wir-
kung spätestens ab dem 19. September 2025 die amtliche Verteidigung 
zu gewähren und es sei Rechtsanwalt Dr. Samuel Egli zum amtlichen Ver-
teidiger von A._____ zu bestellen. 
 
2.3. 
Subeventualiter sei die Sache im Sinne der Erwägungen der Beschwer-
deinstanz an die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten zwecks in die 
Wegeleitung der weiteren Schritte zur Anordnung einer amtlichen Vertei-
digung für A._____ im Strafverfahren STA4 ST.2025.1274 zurückzuwei-
sen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates, zzgl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer." 

 

Zudem stellte er den folgenden prozessualen Antrag im Falle der (teilwei-

sen) Abweisung der Beschwerde: 

 

" Es sei A._____ im vorliegenden Beschwerdeverfahren die amtliche Vertei-
digung zu gewähren und sei Dr. Samuel Egli zum amtlichen Verteidiger 
von A._____ zu bestellen." 

 

3.2. 

Mit Begleitbrief vom 26. September 2025 reichte die Staatsanwaltschaft 

Muri-Bremgarten die Akten ein und führte aus, dass der Beschwerdeführer 

in Bezug auf das Dossier 3 noch nicht befragt worden sei, weshalb ihm 

diesbezüglich keine Akteneinsicht zu gewähren sei. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 14. Oktober erstattete die Staatsanwaltschaft Muri-Brem-

garten die Beschwerdeantwort. Sie beantragte die Abweisung der Be-

schwerde, unter Kostenfolgen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat mit angefochtener Verfügung 

vom 5. September 2025 den Antrag des Beschwerdeführers auf Einset-

zung einer amtlichen Verteidigung abgewiesen. Gegen diese Verfügung ist 

gestützt auf Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO die Beschwerde zulässig. Der Be-

schwerdeführer ist durch die Nichtgewährung der von ihm beantragten amt-

lichen Verteidigung beschwert und hat ein rechtlich geschütztes Interesse 

an der Aufhebung oder Änderung dieses Entscheids (Art. 382 

Abs. 1 StPO). Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist ein-

zutreten.  

 

 - 5 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten wies den Antrag des Beschwer-

deführers auf Einsetzung einer amtlichen Verteidigung im Wesentlichen mit 

der Begründung ab, dass der dem Beschwerdeführer vorgeworfene Sach-

verhalt weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht eine besondere 

Komplexität aufweise. Betreffend das sprachliche Verständnis bestünden 

auch keine Probleme. Aus den Akten seien keine Hinweise ersichtlich, wo-

nach der Beschwerdeführer nicht in der Lage sein sollte, seine Interessen 

im Strafverfahren selbst wahrzunehmen. Auch eine allfällige über 120 Ta-

gessätzen liegende Gesamtstrafe rechtfertige für sich allein nicht die Ein-

setzung einer amtlichen Verteidigung. Bei der Rechtsanwältin der Privat-

klägerin handle es sich sodann nicht um eine amtliche Vertretung und es 

sei auch nicht ersichtlich, inwiefern sich die Privatklägerin durch den Beizug 

einer privaten Anwältin einen erheblichen Vorteil verschafft habe, der ver-

langen würde, dem Beschwerdeführer zur Wahrung der Waffengleichheit 

einen amtlichen Verteidiger zu bestellen. Ob beim Beschwerdeführer Mit-

tellosigkeit vorliege, könne offenbleiben.  

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer beruft sich mit Beschwerde auf Art. 132 StPO und 

bringt vor, die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten habe zu Unrecht ange-

nommen, dass die amtliche Verteidigung zur Wahrung seiner Interessen 

nicht geboten sei. Es handle sich vorliegend um einen Komplex gegensei-

tiger Strafvorwürfe, der sich im sehr angespannten Ex-Beziehungsumfeld 

der nach wie vor verheirateten Parteien abspiele, wobei eine Beistand-

schaft für die gemeinsamen Kinder errichtet worden und zwischenzeitlich 

das Ehescheidungsverfahren eingeleitet worden sei. Es liege eine sehr be-

lastende familiäre Situation vor, die von massgeblichen Interessenkonflik-

ten gesäumt sei, da die Parteien nach wie vor gemeinsam für die gemein-

samen Kinder sorgten. Es liege ein Geflecht an zahllosen Strafvorwürfen 

in einem familiär angespannten Umfeld vor, das von ihm auf sich allein ge-

stellt nicht entwirrt werden könne. Nur schon die Prüfung des vorgeworfe-

nen (mehrfachen) Nötigungsversuchs sei mit nicht einfachen rechtlichen 

Fragestellungen verbunden. Hinzu komme, dass die Privatklägerin ebenso 

anwaltlich vertreten sei. Damit sei unweigerlich ein Ungleichgewicht zu sei-

ner Position verbunden. Dabei dürfe es keine Rolle spielen, dass es sich 

bei deren Rechtsvertretung nicht um eine unentgeltliche Vertretung handle. 

Entscheidend sei aus Waffengleichheitsgesichtspunkten allein, dass eine 

entsprechende Rechtsvertretung bestehe. Zudem liege auch kein Bagatell-

fall mehr vor. Seit dem (angefochtenen) Strafbefehl vom 16. April 2025 

seien weitere Strafvorwürfe hinzugekommen und drohe ein Widerruf der 

bedingten Vorstrafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe. Ende August 2025 

seien sodann weitere Strafvorwürfe hinzugekommen. Im Falle eines 

Schuldspruches und Widerrufs dürfte die Schwelle von 120 Tagessätzen 

überschritten werden, wobei ihm die neusten Anzeigen erst mit Schreiben 

 - 6 - 

 

 

der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 5. September 2025 bekannt 

geworden seien. Schliesslich verfüge er auch nicht über die erforderlichen 

Mittel, um seinen Verteidiger selbst entschädigen zu können. Auf das Stel-

len eines Gesuches um Ausrichtung eines Prozesskostenvorschusses der 

Ehefrau werde aufgrund deren eigenen Mankos verzichtet. 

 

2.3. 

Mit Beschwerdeantwort verweist die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

vollumfänglich auf die angefochtene Verfügung. 

 

3. 

3.1. 

In Bagatellfällen besteht – im Unterschied zu besonders schwer wiegenden 

Straffällen (Fälle notwendiger Verteidigung gemäss Art. 130 StPO; Art. 132 

Abs. 1 lit. a StPO) – grundsätzlich kein Anspruch auf amtliche Verteidigung 

(Art. 132 Abs. 2 StPO). Steht für den Fall einer Verurteilung eine Freiheits-

strafe von über 4 Monaten oder eine Geldstrafe von über 120 Tagessätzen 

in Aussicht, liegt jedenfalls kein Bagatellfall mehr vor (Art. 132 

Abs. 3 StPO). In den dazwischen liegenden Fällen relativer Schwere ist 

eine amtliche Verteidigung anzuordnen, wenn der Beschuldigte nicht über 

die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung seiner 

Interessen geboten erscheint (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Letzteres ist 

dann der Fall, wenn der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht 

Probleme aufwirft, denen der Beschuldigte allein nicht gewachsen ist 

(Art. 132 Abs. 2 StPO).   

 

3.2. 

3.2.1. 

Mittellosigkeit oder Bedürftigkeit ist nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung dann gegeben, wenn die beschuldigte Person die Leistung der er-

forderlichen Prozess- und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie die 

Mittel angreift, die sie zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Fa-

milie benötigt. Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesam-

ten wirtschaftlichen Situation im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs. 

Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, anderer-

seits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse, wobei die Anrechnung 

eines hypothetischen Einkommens unzulässig ist. Massgeblich ist nicht das 

betreibungsrechtliche Existenzminimum. Die beschuldigte Person hat An-

spruch darauf, dass ihr der erweiterte zivilprozessuale Notbedarf verbleibt. 

Dieser umfasst i.d.R. einen um 25 % erhöhten Grundbedarf, zuzüglich der 

ausgewiesenen privat- und öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen (NIKLAUS 

RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

3. Aufl. 2023, N. 23 zu Art. 132 StPO).  

 

Schuldverpflichtungen werden, in Anwendung des Effektivitätsgrundsat-

zes, bei der Ermittlung der finanziellen Verhältnisse zur Feststellung der 

 - 7 - 

 

 

Prozessbedürftigkeit nur berücksichtigt, soweit sie effektiv bestehen und 

tatsächlich bezahlt werden. Auch laufende Steuern sind im Zusammen-

hang mit der unentgeltlichen Rechtspflege nur zu berücksichtigen, soweit 

sie tatsächlich bezahlt werden. Wer um unentgeltliche Rechtspflege er-

sucht, hat nachzuweisen, dass er den behaupteten Verpflichtungen tat-

sächlich nachkommt. Dementsprechend ist auch nachzuweisen, dass die 

laufenden Steuern tatsächlich bezahlt werden. Von selber versteht sich, 

dass die Begleichung zukünftiger Steuerforderungen weder nachgewiesen 

werden kann noch muss; massgebend ist nicht die künftige finanzielle 

Lage, sondern diejenige zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (Urteil des 

Bundesgerichts 5A_292/2024 vom 20. Dezember 2024 E. 4.2 m.w.H.).  

 

Es obliegt der Antrag stellenden Partei, ihre aktuellen Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse umfassend aufzuzeigen und ihre finanziellen Ver-

pflichtungen zu belegen. Kommt sie dieser Obliegenheit nicht nach, ist der 

Antrag abzuweisen. An die klare und gründliche Darstellung der finanziel-

len Situation dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je kom-

plexer diese Verhältnisse sind (Urteil des Bundesgerichts 1B_107/2018 

vom 30. April 2018 E. 2.3).  

 

3.2.2. 

3.2.2.1. 

Der Beschwerdeführer beziffert seinen zivilprozessualen Notbedarf in der 

Beschwerde (wie in der Eingabe an die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgar-

ten vom 17. Juli 2025, vgl. act. 113) mit Fr. 7'399.85 (= Fr. 1'200.00 Grund-

betrag + 25 %-Zuschlag [Fr. 300.00], Fr. 2'300.00 Wohnkosten, Fr. 429.85 

Krankenkassenprämie, Fr. 2'810.00 Unterhaltsbeiträge und Fr. 360.00 lau-

fende Steuern). Dem stellt er ein monatliches Einkommen von Fr. 6'391.55 

gegenüber. 

 

3.2.2.2. 

Der Beschwerdeführer ist einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der 

C._____ GmbH, in Q._____ (Beschwerdebeilage 7). Im Entscheid des Ge-

richtspräsidiums Bremgarten vom 23. Januar 2024, mit welchem der vom 

Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau geschlossene Vergleich genehmigt 

wurde (Beschwerdebeilage 9), wurde sein Einkommen mit Fr. 7'200.00 

(netto, inkl. 13. ML, inkl. Gesellschaftsgewinn von monatlich ca. 

Fr. 1'680.00, exkl. Kinderzulage) und sein Existenzminimum mit 

Fr. 3'780.00 beziffert. Im vorliegenden Verfahren soll sich sein Existenzmi-

nimum (ohne Zuschlag und laufende Steuern) auf Fr. 3'929.85 und sein 

Einkommen auf Fr. 6'391.55 belaufen. Während sich die Differenz des 

Existenzminimums von Fr. 149.85 mit höheren Kosten für die Krankenkas-

senprämie auch ohne Nachweis erklären lässt, trifft dies auf die Einkom-

mensdifferenz von rund Fr. 800.00/Monat nicht zu. Der Beschwerdeführer 

behauptet in der Beschwerde hierzu, dass das im Vergleich erwähnte Ein-

kommen nicht seinem derzeitigen tatsächlichen Einkommen entsprechen 

 - 8 - 

 

 

soll. Es bestünden weder eine Gewinnbeteiligung noch sonstige Lohnzu-

schläge. Dies ergebe sich auch aus dem Lohnausweis 2024.  

 

Für die Beurteilung der prozessualen Bedürftigkeit ist die gesamte wirt-

schaftliche Situation der gesuchstellenden Partei zu würdigen, wobei nicht 

schematisch auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum abzustellen, 

sondern den individuellen Umständen Rechnung zu tragen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 5A_493/2016 vom 29. November 2016 E. 7.1). Wenngleich 

der Beschwerdeführer formell in einem Angestelltenverhältnis steht, ist der 

Lohnausweis allein nicht geeignet, seine finanzielle Leistungskraft aussa-

gekräftig zu belegen. Angesichts dessen, dass er einziger Gesellschafter 

der C._____ GmbH ist, besteht zwischen ihm und der Gesellschaft eine 

wirtschaftliche Einheit. Der Beschwerdeführer hat es deshalb bis zu einem 

gewissen Grad in der Hand, den Geldzufluss in sein Privatvermögen zu 

steuern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_578/2011 vom 11. Januar 2012 

E. 2.2 und 3.2). Für die Ermittlung seiner Leistungsfähigkeit ist ihm deshalb 

nicht nur der real ausbezahlte Lohn anzurechnen, sondern auch der in der 

GmbH verbleibende Gewinn, sofern dieser verfügbar ist. Davon, dass der 

Beschwerdeführer mit seiner Unternehmung offensichtlich einen Gewinn 

erzielt und dieser zumindest teilweise für ihn persönlich verfügbar ist, ist 

allein schon deshalb auszugehen, weil er sich selbigen im Eheschutzver-

fahren als Einkommen hat anrechnen lassen. Dies hätte er nicht getan, 

wenn der Gewinn in der Vergangenheit nicht regelmässig angefallen wäre. 

Für die Ermittlung seiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit bedarf es daher 

der Kenntnis der Buchhaltung der C._____ GmbH. Der anwaltlich vertre-

tene Beschwerdeführer hat es unterlassen, sich zur wirtschaftlichen Situa-

tion der C._____ GmbH zu äussern, geschweige denn, diese mit aussage-

kräftigen Unterlagen zu untermauern. Seine tatsächliche finanzielle Leis-

tungsfähigkeit bleibt somit im Dunkeln. Ohne Kenntnis des tatsächlich ver-

fügbaren Einkommens kann die geltend gemachte Bedürftigkeit nicht beur-

teilt werden, was bereits die Abweisung des Gesuchs zur Folge hat 

(E. 3.2.1). 

 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

auch auf der Ausgabenseite seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekom-

men ist. So veranschlagt er für laufende Steuern einen Betrag von 

Fr. 360.00, einen Beleg für dessen tatsächliche Bezahlung reicht er indes 

nicht ein, weshalb die Position unberücksichtigt zu bleiben hat. Dasselbe 

gilt hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge. Zwar lässt sich entnehmen, dass er 

diese in der Steuerklärung 2024 (Beschwerdebeilage 11) deklariert hat. 

Diese Deklaration stellt aber eine blosse Behauptung dar und ist – wie bei 

den Steuerbehörden – mit einem Zahlungsnachweis zu belegen. Weshalb 

dies bei der Darlegung der finanziellen Verhältnisse im Zusammenhang mit 

dem Gesuch um amtliche Verteidigung anders sein soll, ist nicht einsichtig. 

Schliesslich sind auch die Wohnkosten erklärungsbedürftig. Der Beschwer-

deführer macht monatliche Nebenkosten von Fr. 400.00 geltend, obwohl 

 - 9 - 

 

 

im Mietvertrag (Beschwerdebeilage 12), welcher im Übrigen nicht von bei-

den Vermietern unterzeichnet wurde, keine Abrede hierüber getroffen 

wurde. Angesichts der einschneidenden Konsequenzen, welche die Nicht-

bezahlung des Mietzinses zur Folge hat, reicht der Mietvertrag in aller Re-

gel zwar aus, um die Wohnkosten zu belegen. Besteht der Mietvertrag aber 

mit einem nahen Familienmitglied, droht ein solches Ungemach normaler-

weise nicht. Der Beschwerdeführer hat die 4-Zimmerwohnung von seinen 

Eltern gemietet, welche zudem in derselben Liegenschaft wohnen. Unter 

diesem Umstand hätte der Beschwerdeführer wie bei anderen Schulden 

üblich die tatsächliche Bezahlung des Mietzinses urkundlich nachweisen 

müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_227/2013 vom 7. Oktober 2013 

E. 2.1). Dies auch deshalb, weil mit Blick auf die von ihm geschilderten 

finanziellen Verhältnisse nicht ohne Weiteres glaubhaft erscheint, dass 

seine Eltern auf den verabredeten Mietzins bestehen m.a.W., dass er den 

im Mietvertrag festgesetzten Mietzins tatsächlich bezahlt.  

 

Die vom Beschwerdeführer dargelegte wirtschaftliche Situation ist somit 

nicht nur auf der Einnahmen-, sondern auch auf der Ausgabenseite nicht 

plausibel und unstimmig dargelegt worden. 

 

3.3. 

Zusammenfassend besteht mangels Nachweises der Mittellosigkeit kein 

Anspruch auf eine amtliche Verteidigung im Sinne von Art. 132 Abs. 1 

lit. b StPO. Bei dieser Sachlage erübrigt sich, zu prüfen, ob die Verteidi-

gung sachlich geboten ist. Die Beschwerde gegen die Verfügung der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 5. September 2025 ist deshalb 

abzuweisen.  

 

4. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die obergerichtlichen Verfahrens-

kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und besteht kein Anspruch auf 

eine Entschädigung (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Das Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Verteidigung für das Be-

schwerdeverfahren ist mangels Nachweises der Mittellosigkeit abzuwei-

sen.  

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 - 10 - 

 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 800.00 sowie den Auslagen von Fr. 48.00, zusammen 

Fr. 848.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

3. 

Das Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Verteidigung für das Be-

schwerdeverfahren wird abgewiesen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 10. Dezember 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli