# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ae0469b-75d6-57aa-8d38-18a6622895de
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 12.10.2020 BB.2020.229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2020-229_2020-10-12.pdf

## Full Text

Beschluss vom 12. Oktober 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Stephan Blättler, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A., 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung 

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.229 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. mit Schreiben vom 12. Oktober 2018 an das Kantonale Wirtschaftsstraf-

gericht Bern gelangte und u.a. geltend machte, im gegen ihn geführten Straf-

verfahren wegen Steuerbetrugs, in dem er mit Urteil des Kantonalen Wirt-

schaftsstrafgerichts Bern vom 10. Januar 2018 freigesprochen worden sei, 

seien Straftaten begangen worden, nämlich ungetreue Geschäftsbesorgung, 

Amtsmissbrauch, Nötigung, Verletzung des Bankgeheimnisses, Verteidi-

gung einer Monopolstellung, geheime Absprachen, Befragung ohne Anwalt 

etc., unter Beteiligung von Alt-Bundesrat B., Mitarbeitern der Eidgenössi-

schen Steuerverwaltung, namentlich C., D., E. und F., sowie G. (Verfahren-

sakten BA, Reiter 1); 

 

- das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht Bern – nach weiterer Korrespondenz 

mit A. – am 29. Oktober 2018 eine Kopie der Eingabe an die Bundesanwalt-

schaft (nachfolgend «BA») zuständigkeitshalber weiterleitete (Verfahrensak-

ten BA, Reiter 1); 

 

- die BA am 8. September 2020 verfügte, die Strafanzeige werde nicht anhand 

genommen (Verfahrensakten BA, Reiter 3 = act. 1.1); 

 

- A. gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 16. September 2020 (Postauf-

gabe 17. September 2020) bei der Beschwerdekammer Beschwerde erhebt 

(act. 1); 

 

- die BA auf entsprechende Aufforderung hin (act. 2) ihre Verfahrensakten ein-

reichte (act. 3). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist 

(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- soweit der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe ohne 

nachzufragen und zusätzliche Informationen einzuholen (unvermittelt) ver-

fügt, festzuhalten ist, dass Art. 318 Abs. 1 StPO nicht anwendbar ist, wenn 

die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahme verfügt; die Parteien vor 

dem Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung daher keinen Anspruch auf 

rechtliches Gehör haben (BGE 144 IV 81 E. 2.3.3 S. 86; vgl. zuletzt u.a. Urteil 

- 3 - 

 

 

des Bundesgerichts 6B_435/2020 vom 23. Juli 2020 E. 8; vgl. auch GRO-

DECKI/CORNU, Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, Art. 310 StPO N. 19; 

MOREILLON/PAREIN-REYMOND, Petit commentaire, 2. Aufl. 2016, Art. 310 

StPO N. 20; OMLIN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 310 StPO 

N. 19 ff.); 

 

- die Beschwerdegegnerin mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 8. Septem-

ber 2020 mangels hinreichenden Tatverdachts keine Strafuntersuchung er-

öffnete; 

 

- die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme verfügt, sobald aufgrund der 

Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat-

bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 

(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO); sie demgegenüber eine Untersuchung eröffnet, 

wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafan-

zeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht 

ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO); 

 

- den Eingaben des Beschwerdeführers kein konkreter Sachverhalt entnom-

men werden kann, der einen hinreichenden Tatverdacht begründen könnte; 

 

- namentlich die geltend gemachten Umstände, dass der Beschwerdeführer 

mit Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts Bern vom 10. Januar 2018 

freigesprochen und «mit Kanonen auf Spatzen geschossen und völlig unver-

hältnismässig agiert» worden sei, keinen hinreichenden Tatverdacht begrün-

den, im Rahmen des betreffenden Strafverfahrens könnten die Straftatbe-

stände des Amtsmissbrauchs (Art. 312 StGB), der ungetreuen Geschäftsbe-

sorgung (Art. 158 StGB), der Nötigung (Art. 181 StGB) oder der Verletzung 

des Bankgeheimnisses (Art. 47 des Bundesgesetzes vom 8. November 1934 

über die Banken und Sparkassen [Bankengesetz, BankG; SR 953.0]) erfüllt 

worden sein; 

 

- die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnete; 

 

- sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie 

ohne Schriftenwechsel abzuweisen ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contra-

rio); 

 

- ausnahmsweise auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten ist 

(Art. 73 Abs. 2 StBOG und Art. 5 BStKR); 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 12. Oktober 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

Kopie zur Kenntnis an 

 

- Wirtschaftsstrafgericht des Kantons Bern 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.