# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab613f4b-ecc8-5880-bb1b-ee64f8aafc63
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.01.2021 SB190336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190336_2021-01-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB190336-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. Mathieu sowie die Gerichtsschreiberin 

Dr. iur. Karabayir 

 

Urteil vom 5. Januar 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____, 
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin  

2. B._____,  
Privatkläger 

 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

2 vertreten durch Beiständin Rechtsanwältin MLaw X2._____,  

 

gegen 

 

C._____,   
Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

 

- 2 - 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung,  
vom 23. Januar 2019 (DG180052) 
 
  

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. Februar 

2018 (Urk. 18 S. 2 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Das Verfahren wird eingestellt, soweit es folgende Vorwürfe betrifft: 

− Anklage Ziff. 1.4 (betreffend Tätlichkeiten); 

− Anklage Ziff. 1.5 (betreffend Drohung); 

− Anklage Ziff. 1.7 (betreffend Drohung); 

− Anklage Ziff. 1.8 (betreffend Tätlichkeiten zwischen ca. November 2014 

und 23. Januar 2016). 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

(betreffend Anklage Ziff. 1.1 erster Tatvorwurf und 1.1 vierter Tatvor-

wurf); 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (betreffend Anklage Ziff. 1.2); 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB (betreffend Ankla-

ge Ziff. 1.3); 

− der wiederholten Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB (betreffend Anklage Ziff. 1.2, 

1.5, 1.6 und 1.7). 

3. Von den weiteren Vorwürfen (betreffend Vergewaltigung gemäss Anklage 

Ziff. 1.1 zweiter Tatvorwurf und 1.1 dritter Tatvorwurf; Gefährdung des Le-

bens gemäss Anklage Ziff. 1.1 vierter Tatvorwurf; Tätlichkeiten gemäss An-

klage Ziff. 1.8) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 3 Ta-

ge durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 70 Tagessät-

zen zu CHF 40.– und einer Busse von CHF 700.–. 

- 4 - 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 19 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüg-

lich 3 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheits-

strafe vollzogen. 

6. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

7. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen. 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  

A._____ aus den sanktionierten Ereignissen dem Grundsatze nach scha-

denersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches wird die Privatklägerin A._____ auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen. 

9. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ CHF 12'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 15. Januar 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger mit pauschal CHF 17'400.– (inkl. Barauslagen und Mehrwert-

steuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

12. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Rechtsbeiständin der Privaklägerin mit pauschal CHF 18'800.– (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

13. Das Gesuch von Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ um Bestellung als unentgelt-

licher Rechtsvertreter des Privatklägers B._____ und um Zusprechung einer 

Entschädigung wird abgewiesen. 

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14. Über die Entschädigung des vormaligen amtlichen Verteidigers, Rechtsan-

walt lic. iur. D._____, wird separat entschieden. 

15. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

CHF 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 1'277.60   Entschädigung vormalige amtliche Verteidigung    (Rechtsanwalt lic. iur. E._____) 

CHF 17'400.00   Entschädigung amtliche Verteidigung    (Rechtsanwalt lic. iur. Y._____) 

CHF 18'800.00   Entschädigung unentgeltliche Rechtsbeiständin    (Rechtsanwältin lic. iur. X1._____) 

CHF    Entschädigung vormalige amtliche Verteidigung    (Rechtsanwalt lic. iur. D._____; offen) 

 
16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin A._____, werden zu 1/2 dem Beschuldigten 

auferlegt und zu 1/2 auf die Gerichtskasse genommen. 

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO im Umfang von 1/2. 

18. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin A._____ wer-

den definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

  

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung: 

(Urk. 123 S. 1 f.) 

" 1. Es sei festzustellen, dass die Einstellungen gemäss Anklageziffer 
1.4 (Tätlichkeiten) und gemäss Anklageziffer 1.8 (betreffend Tät-
lichkeiten zwischen ca. November 2014 und 23. Januar 2016) 
sowie die Freisprüche gemäss Anklageziffer 1.8 (betreffend Tät-
lichkeiten zwischen dem 23. Januar 2016 und Anfang September 
2016) rechtskräftig sind;  

 2.  Im Übrigen sei das Verfahren gemäss Art. 339 Abs. 2 lit. a StPO 
i.V.m. Art. 329 Abs. 4 StPO und Art. 320 StPO einzustellen;  

 3.  Eventualiter sei der Beschuldigte von den Vorwürfen gemäss An-
klageziffern 1.1, 1.2, 1.3, 1.5 (Drohung) und 1.7 und dementspre-
chend von Schuld und Strafe freizusprechen, bzw. es seien die 
Verfahren bezüglich der Anklageziffern 1.5 (Tätlichkeiten) und 1.6 
(Tätlichkeiten) infolge Verjährung einzustellen;  

 4.  Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten;  
 5.  Die Kosten des Vorverfahrens und Gerichtsverfahren sowie der 

amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Staatskasse 
zu nehmen.  

 6. Der Beschuldigte sei für die ihm durch die Untersuchung entstan-
denen Kosten und Umtriebe sowie für die erlittene immaterielle 
Unbill – insbesondere die zu Unrecht erlittene Haft – angemessen 
zu entschädigen bzw. es sei ihm eine angemessene Genugtuung 
zuzusprechen." 

b) Der Vertreterin der Privatklägerin 1: 

(Urk. 121 S. 1 f.) 

" 1.  Es sei Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 
vom 23. Januar 2019 betreffend Anklageziffern 1.5 und 1.7 auf-
zuheben.  

 2.  Es sei der Beschuldigte wegen mehrfacher Vergewaltigung (An-
klageziffer 1.1 zweiter und dritter Vorwurf), Gefährdung des Le-
bens (Anklageziffer 1.1, vierter Tatvorwurf) sowie mehrfacher 
Drohungen (Anklageziffern 1.5 und 1.7) schuldig zu sprechen und 
angemessen zu bestrafen.  

 3.  Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin Scha-
denersatz wie folgt zu bezahlen:  

  - für Arzt-, Psychiatrie-, Physiotherapie- und Medikamenten-
rechnungen CHF 2'258.50 zzgl. 5% zu den jeweiligen Fällig-
keiten;  

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  - für Lohneinbusse CHF 20'530.25 zzgl. 5% Zins seit 
1.5.2016. 

  Darüber hinaus sei festzustellen, dass der Beschuldigte der Pri-
vatklägerin grundsätzlich schadenersatzpflichtig ist und er sei 
dem Grundsatz nach zu verpflichten, ihr den deliktischen Scha-
den, insbesondere die Kosten der medizinischen Versorgung wie 
bspw. einer psychotherapeutischen Behandlung sowie Lohnein-
bussen zu bezahlen, sofern nicht Dritte diese Kosten überneh-
men.  

 4. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine 
Genugtuungssumme von CHF 35'000.– zu bezahlen, zuzüglich 
5% Zins seit dem 15. Januar 2015. 

 5. Es seien dem Beschuldigten die Kosten des Vor- und Hauptver-
fahrens sowie des Berufungsverfahrens, einschliesslich der Kos-
ten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung zuzüglich 8% 
bzw. 7.7% MwSt, aufzuerlegen."  

c) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft:  

(Urk. 120 S. 1 unter Verweis auf Urk. 96 S. 5 f.) 

" 1.  Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Januar 2019 sei betreffend Anklageziffer 1.5 und 1.7 aufzu-
heben.  

 2 Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Januar 2019 sei zu ergänzen, und der Beschuldigte zusätzlich 
betreffend mehrfacher Vergewaltigung (Anklageziffer 1.1 zweiter 
und dritter Vorwurf), Gefährdung des Lebens (Anklageziffer 1.1, 
vierter Tatvorwurf) sowie mehrfacher Drohung (Anklageziffern 1.5 
und 1.7) schuldig zu sprechen.  

 3. Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Januar 2019 sei aufzuheben und der Beschuldigte mit einer 
Freiheitsstrafe von 6 Jahren und einer Busse von CHF 700.00 zu 
bestrafen.  

 4. Dispositivziffer 5 und 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
23. Januar 2019 seien aufzuheben." 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 23. Januar 2019 meldete die 

Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 28. Januar 2019 Berufung an. Der Beschul-

digte liess mit Eingabe der amtlichen Verteidigung vom 4. Februar 2019 rechtzei-

tig Berufung anmelden (Urk. 84; Urk. 87; Prot. I S. 86 ff.; Art. 399 Abs. 1 StPO). 

Nach Erhalt des begründeten Urteils am 18. Juni 2019 reichte die Verteidigung 

am 1. Juli und die Staatsanwaltschaft am 4. Juli 2019 die Berufungserklärung ein 

(Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 95 f.; Urk. 92/1+2). Mit Präsidialverfügung vom 18. Ju-

li 2019 wurden dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern 

die jeweiligen Berufungserklärungen zugestellt und Frist für eine Anschlussberu-

fung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt (Urk. 98; Urk. 99/1–4). Mit Ein-

gabe vom 8. August 2019 verzichtete die neue Beiständin des Privatklägers 2 auf 

eine Anschlussberufung und einen Nichteintretensantrag (Urk. 100). Hingegen 

erhob die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 Anschlussberufung 

und beantragte, das urteilende Gericht sei durch eine Person gleichen Ge-

schlechts zu besetzen und im Falle ihrer erneuten gerichtlichen Anhörung sei die 

Befragung durch diese durchzuführen (Urk. 101; Art. 335 Abs. 4 StPO; Art. 153 

Abs. 1 StPO). Mit Präsidialverfügung vom 29. August 2019 wurde diese An-

schlussberufung den anderen Parteien zugestellt (Urk. 102 f.). Beweisanträge 

wurden bis zu diesem Zeitpunkt von keiner Partei gestellt. Am 15. April 2020 wur-

de zur Berufungsverhandlung auf den 17. November 2020 vorgeladen (Urk. 104). 

 2. Mit Eingabe vom 9. November 2020 liess die Privatklägerin 1 ein Dispen-

sationsgesuch für die Berufungsverhandlung stellen, welches tags darauf bewilligt 

wurde (Urk. 109). Mit Eingabe vom 12. November 2020 stellte die amtliche Ver-

teidigung ein Corona bedingtes Verschiebungsgesuch, das bewilligt und die Vor-

ladung abgenommen wurde (Urk. 112). Am 17. November 2020 wurde neu zur 

Berufungsverhandlung auf den 5. Januar 2021 vorgeladen (Urk. 115). 

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 3. Anlässlich der unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit Auflagen für die 

akkreditierten Gerichtsberichterstatter durchgeführten Berufungsverhandlung 

stellten die Parteien die eingangs aufgeführten Anträge (Prot. II S. 6 ff.).  

II. Prozessuales 

 1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. 

 2. Nachdem einzig die Verfahrenseinstellungen resp. der Teilfreispruch betr. 

Tätlichkeiten (Anklageziffern 1.4 und 1.8; Dispositivziffern 1, 1. und 4. Lemma, 

und 3, teilweise), die Kostenfestsetzung (Dispositivziffern 11–15) und die Über-

nahme der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 

durch die Gerichtskasse (Dispositivziffer 18) unangefochten blieben, ist mittels 

Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung den Be-

weisantrag, sämtliche damaligen Nachbarn des Beschuldigten zu befragen 

(Urk. 123 S. 1 und 3 f.). Wie im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung 

darzulegen sein wird (vgl. unten E. III. 4, insb. 4.7), ist dieser Antrag abzuweisen.  

 4. Weiter erhob die Verteidigung bereits vor Vorinstanz vorgebrachte bzw. 

neue prozessuale Einwände.  

4.1 Wie schon vor Vorinstanz machte sie zum einen geltend, dass das Verfah-

ren zufolge Verletzung des Anklageprinzips (zufolge ungenauer Zeitangaben) 

einzustellen sei (Urk. 123 S. 4 ff.). Hierauf wird im Rahmen der nachfolgenden 

Beweiswürdigung noch näher einzugehen sein (vgl. unten Erw. III. 4.2.5).  

4.2 Zum anderen brachte sie neu vor, dass die in den Anklageziffern 1.5 und 1.6 

eingeklagten Tätlichkeiten verjährt seien (Urk. 123 S. 29 ff.). Konkret führte sie 

dazu zusammenfassend aus, dass die Privatklägerin bezüglich dieser drei Vorfäl-

le jeweils verschiedene Zeitangaben gemacht habe, so dass nicht ohne Verlet-

zung des Grundsatzes in dubio pro reo ausgeschlossen werden könne, dass sich 

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diese vor dem 23. Januar 2016 ereignet haben könnten. Diesfalls wären die Tät-

lichkeiten aber bereits verjährt, da zwischen der jeweiligen Tat und dem erstin-

stanzlichen Urteil (23. Januar 2019) mehr als drei Jahre vergangen wären.  

 Der Verteidigung kann mit Bezug auf die in Anklageziffer 1.5 eingeklagten 

Tätlichkeiten gefolgt werden. Zu Recht weist die Verteidigung darauf hin, dass 

sich eine Tatbegehung vor dem 23. Januar 2016 – statt im Frühling 2016 – insbe-

sondere aufgrund der Angabe der Privatklägerin, wonach sie unsicher sei, ob es 

im (Sommer oder) Winter gewesen sei (Urk. 5/4 S. 12), was einen Tatzeitpunkt 

vor dem 23. Januar 2016 miteinschliessen würde, als durchaus möglich erweist. 

Folglich verbleiben erhebliche Zweifel zum Tatzeitpunkt, so dass mit der Verteidi-

gung zu Gunsten des Beschuldigten vom Eintritt der Verfolgungsverjährung aus-

zugehen und das Verfahren betreffend die Anklageziffer 1.5 einzustellen ist.  

 Bei den in Anklageziffer 1.6 vorgeworfenen Tätlichkeiten, ist der Verteidi-

gung entgegenzuhalten, dass keine der zitierten Zeitangaben der Privatklägerin 

auf eine Tatbegehung vor dem 23. Januar 2016 schliessen lässt (vgl. Urk. 123 

S. 30: "anfangs September 2016", "Frühling/Sommer 2016", "Mai/Juni 2016"). 

Damit fehlt es an Hinweisen darauf, dass die Verfolgungsverjährung eingetreten 

sein könnte. Der Antrag auf Einstellung dieses Tatvorwurfs ist daher abzuweisen.     

III. Sachverhalt 

 1. Anklagevorwürfe: 

 1.1. Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1.1 zusammengefasst vorge-

worfen (Urk. 18 S. 2 ff.), jeweils zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt 

a) ca. im Frühling/Sommer 2015, zu einer nicht genau bestimmbaren Uhr-

zeit am Abend (erster Tatvorwurf) 

b) ca. im Herbst 2015, an einem Samstag gegen Mittag (zweiter Tatvorwurf) 

c) ca. im Sommer 2016, um ca. 22:00 Uhr (vierter Tatvorwurf) 

die Privatklägerin 1 jeweils im Schlafzimmer der ehelichen Wohnung an der 

F._____-strasse … in Zürich insgesamt drei Mal vergewaltigt zu haben bzw. dies 

d) im Frühling/Sommer 2016, um ca. 01:00 Uhr (dritter Tatvorwurf) 

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versucht zu haben. Dabei habe er den Geschlechtsverkehr gegen den Willen der 

Privatklägerin 1 auf die in der Anklageschrift jeweils umschriebene Art und Weise 

vollzogen, wobei er aufgrund der andauernden Gegenwehr sowie der verbalen 

Äusserungen der Privatklägerin 1 jeweils erkannt habe, dass sie mit dem Ge-

schlechtsverkehr nicht einverstanden gewesen sei. Dennoch habe er diesen wis-

sentlich und willentlich entgegen des offenkundigen Willens der Privatklägerin 1 

vollzogen und dadurch bewusst deren körperliche Unterlegenheit mit seinem je-

weils beschriebenen gewaltsamen Verhalten ausgenutzt, um seine sexuelle Lust 

zu befriedigen. Im Zusammenhang mit dem vierten Vergewaltigungsvorwurf wird 

dem Beschuldigten zudem eine Gefährdung des Lebens zur Last gelegt, da er die 

Privatklägerin 1 bei diesem Vorfall mit einer Hand am Hals so stark gewürgt habe, 

dass ihr schwindlig geworden sei und sie unfreiwilligen Urinabgang gehabt habe. 

Dabei habe er sie willentlich auf gewissen-, hemmungs- und rücksichtslose Art in 

Lebensgefahr gebracht (Urk. 18 S. 4, 3. Absatz). 

 1.2. In Anklageziffer 1.2 wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last 

gelegt, er habe zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt ca. im Januar 2015 an 

einer nicht genauer bekannten Örtlichkeit im Kanton Zürich, auf dem Weg vom 

gemeinsamen Wohnort ins Einkaufshaus G._____, die Privatklägerin 1 mit der 

Hand ins Gesicht geschlagen, sodass diese stark aus der Nase geblutet habe und 

der Nasenknorpel dadurch verbogen worden sei, was er  in Kauf genommen ha-

be. Am Abend habe der Beschuldigte am Wohnort gegenüber der Privatklägerin 1 

gesagt, dass sie niemandem vom Vorfall erzählen und nicht zur Polizei gehen 

dürfe, sonst würde sie richtig arm drankommen und den Privatkläger 2 nie wieder 

sehen. Aufgrund dieser Aussagen habe sie über den Vorfall geschwiegen, was 

der Beschuldigte habe erreichen wollen (Urk. 18 S. 5). 

 1.3. In Anklageziffer 1.3 wird ihm zusammengefasst weiter vorgeworfen, die 

Privatklägerin 1 ca. anfangs März 2015 anlässlich eines Streits in der ehelichen 

Wohnung an den Haaren gezogen, mit den Fäusten gegen den Kopf und den 

Körper geschlagen, mit Stahlkappenschuhen gegen den Bauch und die Beine ge-

treten und am Hals gepackt und während ca. 10 Sekunden gewürgt zu haben, 

wodurch diese zahlreichen Hämatome am Körper, Hals und Kopf sowie Schwel-

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lungen am Kopf und am Fuss erlitten habe. Anschliessend soll er ihr gedroht ha-

ben, sie umzubringen. Dadurch sei die Privatklägerin 1 in Angst und Schrecken 

versetzt worden (Einfache Körperverletzung; Drohung: Urk. 18 S. 6). 

 1.4. In Anklageziffer 1.5. wird ihm vorgeworfen, die Privatklägerin 1 zu einem 

nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt ca. im Frühling 2016 in der Küche der ge-

meinsamen Wohnung mehrfach mit der Faust oben und seitlich gegen den Kopf 

geschlagen zu haben, wodurch diese Hämatome und Beulen erlitten habe. An-

schliessend habe er sie mit einer Hand am Hals gepackt und während ca. 5 bis 6 

Sekunden gewürgt. Dadurch sei sie in Angst und Schrecken versetzt worden, was 

der Beschuldigte alles zumindest in Kauf genommen habe (Tätlichkeiten; Dro-

hung: Urk. 18 S. 7). 

 1.5. In Anklageziffer 1.6. wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, die Privat-

klägerin 1 zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt im Mai/Juni 2016 am 

gemeinsamen Wohnort anlässlich einer verbalen Auseinandersetzung mehrfach 

mit den offenen Händen und mit den Fäusten gegen den Rücken und die Arme 

geschlagen zu haben. Weiter habe er sie ca. 4-5 Mal mit der Faust gegen den 

Kopf geschlagen, sie mit den Füssen gegen den Körper getreten und ihr an den 

Haaren gezogen. Schliesslich habe er absichtlich die Hose zerrissen, welche sie 

getragen habe. Dadurch habe die Privatklägerin 1 Beulen am Kopf sowie Häma-

tome am Körper und im Gesicht erlitten, was er zumindest in Kauf genommen ha-

be (Tätlichkeiten: Urk. 18 S. 7 f.). 

 1.6. In Anklageziffer 1.7 wird ihm schliesslich vorgeworfen, die Privatkläge-

rin 1 zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt ca. Ende September 2016 um ca. 

22:00 Uhr anlässlich eines verbalen Streits im Schlafzimmer der Wohnung an der 

F._____-strasse … mit einer vollen 1.5-Liter PET-Flasche ins Gesicht geschlagen 

zu haben, wobei er sie an der Wange und am Auge getroffen habe. Daraufhin ha-

be sie ihn angespuckt, worauf er sie an Armen und Beinen gepackt und sie aus 

dem Bett habe ziehen wollen. Anschliessend habe er sie am Hals gefasst und sie 

gewürgt, wodurch die Privatklägerin 1 Hämatome im Gesicht, am Hals und an den 

Armen erlitten habe und in Angst und Schrecken versetzt worden sei, was er zu-

mindest in Kauf genommen habe (Tätlichkeiten; Drohung: Urk. 18 S. 8). 

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 2. Der Beschuldigte hat sämtliche Anklagevorwürfe im Vorverfahren und vor 

Vorinstanz stets bestritten und im Wesentlichen geltend gemacht, der Ge-

schlechtsverkehr mit der Privatklägerin 1 sei stets einvernehmlich gewesen. Ein 

"nein" habe er akzeptieren können. Auch dass er ihr gesagt haben soll, im Koran 

stehe, dass eine Ehefrau den Geschlechtsverkehr nicht ablehnen dürfe, sei frei 

erfunden. Der Grund dafür sei, dass die Privatklägerin 1 nicht damit klarkomme, 

dass er sich von ihr trennen und sie mit ihm zusammenbleiben wolle. Sie sei je-

weils schon verschlagen nach Hause gekommen. Er habe nichts von dem ge-

macht, was ihm angelastet werde. Es sei möglich, dass sie von ihrem Vater, sei-

nem Schwiegervater, geschlagen worden sei. Er wisse aber nicht, von wem sie 

geschlagen worden sei und woher die Verletzungen stammten. Die Privatkläge-

rin 1 habe sich einmal im Badezimmer eingeschlossen, nachdem sie mehrere 

Tabletten Antidepressiva auf einmal in den Mund genommen habe. Daraufhin ha-

be sein Vater die Badezimmertüre aufbrechen müssen. Dies sei einer von drei 

Suizidversuchen der Privatklägerin 1 gewesen. Sie habe oft Streit wegen Kleinig-

keiten angefangen. Er habe keine Lust gehabt, immer zu streiten. Sie habe zu-

hause auch Sachbeschädigungen begangen, wenn sie wütend gewesen sei. Im 

Jahre 2012 habe sie sich von ihm trennen wollen und mit einem Messer hantiert. 

Schon damals habe sie ihm Vorwürfe häuslicher Gewalt gemacht. Er sei für eine 

Nacht in Haft gewesen. Es habe Gewaltschutzverfügungen gegeben, und sie sei-

en damals für eineinhalb Jahre getrennt gewesen. Sie habe mit dem Sohn zu-

sammen eine Wohnung in H._____ bekommen. Bei dieser Darstellung blieb er 

auch anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 6/1 S. 5 ff., S. 10 f.; Urk. 6/2 

S. 2 ff., S. 8 ff..; Urk. 6/3 S. 8 ff., S. 10 ff.; Prot. I S. 56, S. 58 ff.; Prot. II S. 16 ff., 

21 f. und 25 ff.; vgl. auch Urk. 123). 

 2.1. Der Anklagesachverhalt ist daher aufgrund der Untersuchungsakten 

und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen Be-

weisregeln zu erstellen. 

 2.2. Die Grundsätze der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdigung wur-

den im angefochtenen Urteil im Wesentlichen korrekt wiedergegeben. Es kann 

darauf verwiesen werden (Urk. 94 S. 26 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu relativieren ist 

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einzig die vorinstanzliche Erwägung (ebenda, S. 27 f.), wonach es sich bei sämtli-

chen Vorwürfen um sogenannte "Vier-Augen-Delikte" handle, nachdem sich alle 

Anklagevorwürfe in der mit den Eltern des Beschuldigten geteilten ehelichen 3-

Zimmer-Wohnung ereignet haben sollen, weshalb sich mit Ausnahme jener Vor-

würfe, welche ausschliesslich im Schlafzimmer des Beschuldigten und der Privat-

klägerin 1 vorgefallen sein sollen, teilweise auch die Eltern des Beschuldigten zu-

gegen waren. Zudem sind diverse weitere Beweismittel und Indizien für die Be-

weiswürdigung vorhanden. Dennoch kommt den Aussagen der Beteiligten grosse 

Bedeutung zu. 

 2.2.1. Als Personalbeweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten und 

der Privatklägerin 1 (vgl. nachfolgend, Erw. III.2.3.) sowie der als Zeuginnen 

staatsanwaltschaftlich befragten 

• Dr. med. I._____, Ärztin der Privatklägerin 1 (Urk. 7/1), 

• J._____, eine Bekannte der Privatklägerin 1 (Urk. 7/2), 

• Dr. med K._____, Kinderärztin des Privatklägers 2 (Urk. 7/3), 

• L._____, Schwester der Privatklägerin 1 (Urk. 7/7), 

und der als Auskunftspersonen befragten  

• M._____, Vater der Privatklägerin 1 (Urk. 7/4), 

• N._____, Vater des Beschuldigten (Urk. 7/5), 

• O._____, Mutter des Beschuldigten (act. 7/6: Aussageverweigerung), 

vor. 

Bereits die Vorderrichter haben zutreffend erwogen (Urk. 94 S. 28), dass aufgrund 

der verwandtschaftlichen Beziehung der jeweiligen Familienangehörigen zum Be-

schuldigten bzw. zur Privatklägerin 1 deren Glaubwürdigkeit gewissen Einschrän-

kungen unterliegt. Sie könnten bestrebt gewesen sein, die Rolle ihres Familien-

mitgliedes in einem positiveren Licht erscheinen zu lassen, weshalb ihre Aussa-

gen mit besonderer Vorsicht zu würdigen sind. Allerdings sind deren Aussagen 

entgegen der Auffassung der Vorinstanz und in Übereinstimmung mit den Ausfüh-

rungen der Verteidigung (Urk. 123 S. 12 ff.) zur Erstellung des Sachverhalts nicht 

ungeeignet, sondern in die Beweiswürdigung mit einzubeziehen, zumal sich aus 

- 15 - 

deren Darstellung Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-

schuldigten und der Privatklägerin 1 ziehen lassen. 

 2.2.2. Als Sachbeweismittel stehen zum Teil die folgenden ärztlichen Berich-

te, Zeugnisse und Fotos: 

• Medizinischer Befund von Dr. med. P._____ vom 13. Januar 2015 betr. 

Nase der Privatklägerin 1 (Urk. 5/1, Anh. 1), 

• Ärztzeugnis von Dr. med. Q._____, Praxis Dr. med.  

R._____, Facharzt FMH für allgemeine und innere Medizin, vom 

11. März 2015 (Urk. 3/3, samt Fotos), 

• Fotos und ärztlicher Befund von Dr. med. Q._____ vom 12. März 2015 

zu Verletzungen der Privatklägerin 1 (Urk. 5/1, Anh. 2+3), sowie die 

• Ärztzeugnisse von Dr. med. I._____, FMH Kardiologie und innere Medi-

zin, vom 7. und 20. Oktober 2016 (Urk. 3/5: 10 tägige Arbeitsunfähigkeit), 

zur Verfügung, welche nachfolgend punktuell zur Sachverhaltserstellung beitra-

gen. 

 2.3. Die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 94 S. 41–47, S.58–60, S. 66–69, 

S. 74 f., S.79 f., S. 84–88), und jene der Privatklägerin 1 (Urk. 94 S. 30–41, S. 56–

58, S. 62–65, S. 72–74, S. 77–79, S. 82–84), wie auch jene der Zeuginnen 

Dr. I._____ und Dr. K._____ (Urk. 94 S. 47 f., S. 88 ff.) zu den einzelnen Anklage-

vorwürfen wurden im angefochtenen Urteil jeweils korrekt und vollständig zu-

sammengefasst wiedergegeben und (mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1, zwei-

ter und dritter Vergewaltigungsvorwurf) zutreffend gewürdigt (Urk. 94 S. 48 f., 

S. 52–55, S. 60–62, S. 70–72, S. 75 f., S. 80 f., S. 90–93) darauf kann vorab in-

soweit vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 3. Da die Vorinstanz die Aussagen der Befragten Angehörigen des Beschul-

digten und der Privatklägerin 1 nicht in ihre Beweiswürdigung einbezogen hat, 

was die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung zu Recht rügte (Urk. 

123 S. 12 ff.), ist dies zu ergänzen, zumal sich, wie bereits erwogen, aus deren 

Aussagen auch Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschul-

digten und der Privatklägerin 1 ziehen lassen. 

- 16 - 

 3.1. N._____, Vater des Beschuldigten, hat sich anlässlich seiner staatsan-

waltschaftlichen Befragung vom 18. April 2017 als Auskunftsperson im Beisein 

des Beschuldigten zu dessen ehelichen Beziehung mit der Privatklägerin und die-

sem selbst im Wesentlichen wie folgt geäussert (Urk. 7/5): "Ich fand, die Bezie-

hung war immer gut." (ebenda, S.4). "Sie hatten nicht eine schlechte Beziehung. 

Ich weiss nicht, wie das gekommen ist." (ebenda, S. 5). Ja, es sei eine Überra-

schung für ihn gewesen, dass die Beiden nicht mehr zusammenseien. Im Kon-

trast dazu, gab er weiter zu Protokoll, dass es (anscheinend dennoch) Gespräche 

mit den Eltern der Privatklägerin über Probleme gegeben habe. Die Privatklägerin 

sei z.B. mit einem Messer in der Wohnung rumgelaufen. Sie habe ein paarmal 

zum Beschuldigten gesagt, sie würde ihn umbringen. Am nächsten Tag habe er 

ihren Vater angerufen. Sie habe auch schon Medikamente geschluckt im Bade-

zimmer, wo sie sich eingeschlossen habe. Er habe die Tür aufbrechen müssen. 

Seine Frau sei reingegangen und habe ihr die Medikamente aus dem Mund ge-

nommen. Weshalb die Privatklägerin 1 dies getan habe, wisse er nicht (ebenda, 

S. 6 oben). Auf die Frage, ob es in der Ehe des Beschuldigten und der Privatklä-

gerin 1 Gewalt gegeben habe, meinte der Vater des Beschuldigten, nein, sein 

Sohn habe A._____ nie geschlagen. Nein, auch keine Ohrfeigen (ebenda, S. 7 

oben). Auf Frage: Jawohl, er (gemeint: der Vater des Beschuldigten selbst) habe 

2013 im Zusammenhang mit der Privatklägerin 1 einen Strafbefehl erhalten. Er 

wisse immer noch nicht weshalb. Die Privatklägerin 1 habe gesagt, er habe sie 

geschlagen. Die Anwältin habe ihm gesagt, er solle einfach zahlen und dann sei 

alles beruhigt (ebenda, S. 8 oben). Es stimme überhaupt nicht, dass der Beschul-

digte die Privatklägerin 1 im März 2015 in ihrer gemeinsamen Wohnung mit Fäus-

ten geschlagen und sie getreten habe, als sie am Boden gelegen habe und dazu 

gedroht habe, er werde sie umbringen. Und auf Vorhalt des Arztzeugnisses, wel-

ches entsprechende Verletzungen festhalte, meinte N._____ (S. 8 f.), er könne 

sich an keine ähnliche Situation erinnern. Er wisse nicht, was sie gemacht habe. 

Solche Sachen habe er nicht erlebt. Auch ein angeblicher Vorfall im Früh-

ling/Sommer 2016 stimme nicht. Die Verletzungen, welche sie gehabt habe, seien 

nicht von seinem Sohn. Vielleicht sei sie von ihrer Familie geschlagen worden. 

- 17 - 

Sie sei schon mit Verletzungen gekommen. Sie wolle den Beschuldigten fertig-

machen (S. 10 f.). 

 3.2. O._____, die Mutter des Beschuldigten, hat vom Aussageverweige-

rungsrecht Gebrauch gemacht, weshalb sich aus ihrer Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft keine sachdienlichen Hinweise ergeben (Urk. 7/6). Mit ihrer 

Aussageverweigerung hat sie weder die Darstellung des Beschuldigten und ihres 

Ehemannes bestätigt noch der Darstellung der Privatklägerin 1 widersprochen. 

 3.3. M._____, Vater der Privatklägerin 1, gab anlässlich seiner staatsan-

waltschaftlichen Befragung vom 18. April 2017 als Auskunftsperson im Beisein 

des Beschuldigten zur ehelichen Beziehung des Beschuldigten und der Privatklä-

gerin 1 und dieser selbst im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 7/4 S. 3 ff.), er habe 

ein ganz gutes Verhältnis zu seiner ältesten Tochter. Er würde sagen, sie habe 

keine negativen Eigenschaften. Nach der Schule habe sie eine top Ausbildung 

gemacht. Seine Beziehung zum Schwiegersohn, dem Beschuldigten, sei im Mo-

ment gar nicht gut. Seit der Trennung von der Privatklägerin 1 hätten sie keinen 

Kontakt mehr. Vorher hätten sie eine gute Beziehung gehabt, aber im Gespräch 

hätten sie sich nie verstanden. Der Beschuldigte habe nie etwas angenommen, 

was sie am runden Tisch hätten klären wollen. Sie hätten nicht gewollt, dass die 

Ehe und ihr Kind (gemeint die Privatklägerin 1) leide. Der Beschuldigte habe das 

immer abgelehnt, sei sehr schnell aggressiv und nicht gesprächsbereit gewesen. 

Gefragt zu den Beziehungen des Beschuldigten zu Frauen, erklärte M._____ 

(ebenda, S. 4 f.), dieser sei nicht fähig gewesen, eine gute Atmosphäre ins Haus 

zu bringen. Es habe immer Probleme gegeben. Auch die Eltern des Beschuldig-

ten kenne er gut. Diese seien sehr religiös und würden 5 Mal am Tag beten. Sie 

hätten zwei Mal einen runden Tisch miteinander gemacht, um das Problem seiner 

Tochter und seines Schwiegersohnes zu lösen. Dessen Eltern seien nie einver-

standen gewesen mit diesen Gesprächen und hätten zu allem nein gesagt. Er sei 

der Meinung gewesen, dass sie nicht zu fünft auf 70 m2 hätten leben sollen. Es 

sei nicht möglich, dort zu leben, man bekomme Depressionen. Er habe gesagt, 

der Beschuldigte solle eine eigene Wohnung suchen, damit es keinen Streit mit 

dessen Eltern gebe. Diese hätten sich immer eingemischt. Der Beschuldigte sei 

- 18 - 

sehr stark zu seinen Eltern gestanden. Die Privatklägerin 1 sollte alles machen, 

was seine Eltern sagten, und sie sollte auch noch ein Kopftuch tragen. Gewalt sei 

oft ein Thema gewesen. Der Beschuldigte habe so gelebt, wie er gewollt habe, 

und seine Tochter habe dies mitmachen müssen. Seine Tochter habe in diesem 

Haus gelitten wie ein Sklave. Die Eltern des Beschuldigten seien sogar dabei ge-

wesen, als dieser die Privatklägerin 1 geschlagen habe. Jedes Mal, wenn die Pri-

vatklägerin 1 und der Beschuldigte gestritten hätten, hätten sich dessen Eltern 

eingemischt. Der Vater des Beschuldigten habe ihm (der Auskunftsperson) per-

sönlich gesagt, dass auch er die Privatklägerin 1 geschlagen habe. Der Vorfall sei 

an einem Sonntag gewesen. N._____ habe ihm angerufen und mitgeteilt, dass 

die Privatklägerin 1 mit dem Kind verschwunden sei. Dieser habe ihm weiter er-

zählt, dass sie Streit und eine Schlägerei gehabt hätten. Der Beschuldigte und die 

Privatklägerin 1 hätten Streit gehabt. Er habe dieser dann auf die "Schnurre" ge-

schlagen, weil sie im Haus geschrien habe. Er glaube, dies sei im September o-

der Oktober 2016 gewesen (ebenda, S. 6). Seine Tochter habe ihm nichts davon 

erzählt, weil sie Angst vor noch mehr Problemen mit dem Beschuldigten gehabt 

habe. Sie habe ihre Probleme immer vor ihm versteckt und Todesangst vor dem 

Beschuldigten gehabt. Mit der Zeit habe sie dann aber angefangen, mit ihm über 

die Vorfälle zu sprechen. Es sei nicht nur einmal passiert, dass der Beschuldigte 

sie am Hals gepackt habe. Er habe oft gehört, dass er sie schlage. 3 bis 4 Monate 

nach deren Hochzeit habe er von Schlägen gehört. Sie sei Schwanger gewesen, 

und der Beschuldigte habe versucht, sie am Hals zu packen und sie zu schlagen. 

Sie sei bewusstlos gewesen, habe geblutet und sei ins Spital gebracht worden. Er 

habe dann erstmals einen runden Tisch verlangt, aber der Beschuldigte und des-

sen Eltern hätten gemeint, die Privatklägerin 1 wolle streiten, und sie solle das 

machen, was sie wollten. Die Privatklägerin 1 habe immer Hoffnung gehabt, dass 

es besser werde. Er habe nochmals das Gespräch mit dem Beschuldigten ge-

sucht und diesem gesagt, dass Gewalt keine Lösung sei. Seine Tochter habe sich 

sogar umbringen wollen. Der Beschuldigte habe ihm damals versprochen, dass er 

sich bessern wolle. Er habe ihnen gesagt, dass sie zu Hause ausziehen müssten. 

Er habe seiner Tochter dann geraten, sich vom Beschuldigten zu trennen. Der 

Beschuldigte habe gemeint, die Privatklägerin 1 spreche zu viel. Frauen sollten 

- 19 - 

die Schnauze halten (ebenda, S. 7 f.). Die Privatklägerin habe ihm ihre Flecken 

und die gebrochene Nase gezeigt. Der Beschuldigte habe sie gewürgt. Irgend-

wann habe sie ihm erzählt, dass dieser sie umbringen wolle. Sie habe wirklich aus 

diesem Haus flüchten müssen. Der Vater des Beschuldigten sei der Chef des 

Hauses gewesen und habe genau gewusst, was für einen Sohn er habe (S. 9). Es 

habe immer wieder Hoffnung gegeben. Der Beschuldigte habe gesagt, er suche 

eine Wohnung. Deshalb seien die Beiden immer wieder zusammengekommen 

und hätten sich dann wieder getrennt. Seine Tochter habe auch blaue Flecken an 

den Augen gehabt und habe mit Schminken versucht, diese abzudecken. Wür-

gemale am Hals habe sie mit einem Schal vor ihm zu verstecken versucht. Als er 

die Würgemale selbst gesehen habe, habe er ihr geraten, die Polizei anzurufen. 

Sie habe ihn dann darum gebeten, die Polizei nicht anzurufen. Dass der Beschul-

digte sie vergewaltigt habe, habe sie ihm nicht erzählt. Zur Zeit wohne sie mit ih-

rem Sohn bei ihm. Er selbst habe seine Kinder nie geschlagen. Er liebe seine 

Kinder. Sie hätten immer nur gesprochen. Sie hätten sich verstanden. Wenn er 

seine Kinder geschlagen hätte, dann hätten die Leute das gemerkt. Nach der 

Hochzeit sei die Privatklägerin ca. zwei Mal für so lange zu ihm wohnen gekom-

men, bis sich der Beschuldigte wieder bei ihr gemeldet habe. Einmal sei sie auch 

in eine eigene Wohnung gezogen (ebenda, S. 10 ff.). 

 3.4. L._____, Schwester der Privatklägerin 1, sagte anlässlich ihrer staats-

anwaltschaftlichen Befragung vom 9. Mai 2017 im Beisein des Beschuldigten als 

Zeugin im Wesentlichen aus (Urk. 7/7 S. 3 ff.), die Privatklägerin 1 sei ihre 

Schwester, ihre Kollegin, ein sehr herzlicher Mensch. Diese sei alles für sie. Sie 

würden sich gegenseitig praktisch alles erzählen. Der Beschuldigte an ihrer Seite 

habe ihr geschadet. Durch ihn habe sie sich stark verändert. Zum Beschuldigten 

habe sie aktuell gar keine Beziehung. Früher sei er sehr oft anwesend gewesen, 

auch wenn sie etwas mit ihrer Schwester alleine habe machen wollen. Der Be-

schuldigte sei sehr hektisch. Es sei immer eine Anspannung dagewesen, weil sie 

gewusst habe, was alles passiere. Die Kommunikation mit ihm sei schwierig ge-

wesen. Er sei ihr gegenüber respektlos gewesen. Jedes Mal, wenn sie gesehen 

habe, wie die Privatklägerin 1 ausgesehen habe resp. verschlagen worden sei, 

habe sie mit ihm gesprochen. Auch als sie gemerkt habe, dass die Privatkläge-

- 20 - 

rin 1 Selbstmordgedanken gehabt habe. Ganz ehrlich gesagt, habe sie den Be-

schuldigten nie gemocht. Sie habe ihm gesagt, man könne miteinander sprechen, 

wenn es Probleme gäbe. Man müsse nicht dreinschlagen. Er habe ihr oftmals ge-

sagt, sie solle ihre "Schnurre hebä". Frauen hätten eh nichts zu sagen. Klar, sie 

sei dann auch oftmals ausgeflippt. Sie seien so offen erzogen worden. Ihre Eltern 

hätten ihnen Freiheiten gegeben und sie nie unter Druck gesetzt (ebenda, S. 5). 

Ja, der Beschuldigte habe ihr gegenüber auch zugegeben, dass er die Privatklä-

gerin 1 geschlagen habe. Er habe ihr gesagt, ja sorry, mit so einer könne er nicht 

sprechen, da bleibe ihm nichts anderes übrig. Gefragt nach den Eltern des Be-

schuldigten, erklärte die Zeugin, sie kenne die Beiden sehr gut, so dass sie sagen 

könne, dass diese Leute nicht normal im Kopf seien. Sie wisse, dass diese 

mehrmals gegenüber der Privatklägerin 1 handgreiflich geworden seien. (S. 6). 

Das erste Mal, als sie gehen habe, dass der Beschuldigte handgreiflich gegen die 

Privatklägerin 1 geworden sei, sei ca. einen Monat nach der Hochzeit gewesen, 

als diese schwanger gewesen sei. Sie habe blaue Flecken am Arm gehabt und 

habe diese vor ihr zu verstecken versucht. Das Schlimmste seien für sie die Ab-

drücke an deren Hals gewesen, welche sie immer wieder gehabt habe. Bei Besu-

chen habe die Privatklägerin 1 versucht, die Flecken zu verstecken, da sie ihre El-

tern nicht habe belasten wollen (S. 9). Sie habe auch Beulen an deren Kopf ge-

sehen. Diese habe ihr von Anfang an erzählt, dass es der Beschuldigte gewesen 

sei. Dieser habe der Privatklägerin 1 alles verboten, sie habe praktisch nichts ma-

chen dürfen. Er habe sie jeweils verschlagen, wenn sie ihre Meinung habe sagen 

wollen (S. 10). Die Privatklägerin 1 habe ihr sehr spät erzählt, dass sie vom Be-

schuldigten auch vergewaltigt worden sei. Am Anfang habe sie nur gewusst, dass 

dieser gewalttätig sei und sie schlage. Diese habe ihr erzählt, dass er es einfach 

mache, wenn er mit ihr schlafen wolle. Er habe es gemacht, als alle geschlafen 

hätten, auch der Kleine (S. 11). Auf Frage: Ja, sie habe gesagt, dass er sie immer 

wieder bedroht habe. Er habe gesagt, sie dürfe nicht zur Polizei, andernfalls wür-

de er den Kleinen nehmen und irgendwo verschwinden, so dass sie ihn nie mehr 

sehen würde. Die Privatklägerin 1 habe ständig Angst gehabt, dass er ihr den 

Sohn wegnehme. Er habe ihr auch gedroht, dass er sie umbringen würde (S. 12). 

Der Beschuldigte habe auch den eigenen Sohn geohrfeigt. Da sei sie schon auch 

- 21 - 

mal dabei gewesen. Der Kleine habe auch oft erzählt, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 schlage. Auf Frage, ob ihre Schwester schon einmal von ihren ei-

genen Eltern geschlagen worden sei, antwortete die Zeugin: "Wir haben zu Hause 

keine Gewalt gekannt. Wir sind sehr gut aufgezogen worden von meinen Eltern. 

Wir durften unsere Meinung sagen. Wir hatten Freiheit. Sie haben uns alles Mög-

liche gegeben. Sie gaben uns Liebe. Gewalt kannten wir nicht." Solche Men-

schen, wie der Beschuldigte, solle man wegsperren (Urk. 7/7 S. 14). 

 3.5. Bei einem Vergleich der wiedergegebenen Aussagen der Angehörigen 

des Beschuldigten und der Privatklägerin 1 im Rahmen der Beweiswürdigung wird 

ersichtlich, dass zunächst keine Einvernahme der drei Befragten gänzlich frei von 

Übertreibungen zugunsten des eigenen Familienangehörigen erfolgte. 

 3.5.1. Bei N._____ Vater des Beschuldigten, lassen sich gewisse Aussagen 

indessen anhand von unbestrittenen Fakten widerlegen. So ist es wenig glaub-

haft, dass die Beziehung des Beschuldigten mit der Privatklägerin 1 immer gut 

gewesen sei, und diese nicht eine schlechte Beziehung gehabt hätten und er 

nicht wisse, wie das gekommen sei, und es für ihn eine Überraschung gewesen 

sei, dass die Beiden nicht mehr zusammenseien. Dies ergibt sich u.a. bereits aus 

dessen eigenen weiteren Aussagen, in denen er einräumte, dass es Gespräche 

mit den Eltern der Privatklägerin 1 über Probleme gegeben habe. Diese sei z.B. 

mit einem Messer in der Wohnung rumgelaufen. Sie habe ein paarmal zum Be-

schuldigten gesagt, sie würde ihn umbringen. Am nächsten Tag habe er deren 

Vater angerufen. Wie die Beziehung unter diesen Umständen immer gut gewesen 

sein soll, erschliesst sich nicht und wird im Übrigen auch von der Verteidigung 

anders dargestellt (Urk. 123 S. 10 f.). Indem N._____ Gespräche mit den Eltern 

der Privatklägerin 1 über Probleme einräumte, bestätigte er überdies die Aussa-

gen von M._____, Vater der Privatklägerin 1, wonach es mehrere runde Tische 

der beiden Familien zur Aussprache über Probleme des Beschuldigten und der 

Privatklägerin gegeben habe. Gegen eine angeblich immerwährend gute Bezie-

hung spricht darüber hinaus die Tatsache, dass sich die Beiden bereits früher 

mehrmals getrennt hatten und die Privatklägerin 1, wie der Beschuldigte und sein 

- 22 - 

Vater einräumten, während einer 1 ½-jährigen Trennung sogar einmal eine eige-

ne Wohnung in H._____ hatte. 

 3.5.2. Als gänzlich unglaubhaft erweisen sich die generellen Beteuerungen 

von N._____, wonach sein Sohn dessen Ehefrau nie geschlagen habe, auch nicht 

mit Ohrfeigen. Einerseits sprechen die bei der Privatklägerin 1 teilweise mit ärztli-

chem Befund festgestellten Verletzungen gegen die Abwesenheit jeglicher Ge-

walt, andererseits auch der Umstand, dass der Beschuldigte selbst hatte einräu-

men müssen, dass es im November 2012 bereits einmal Gewaltschutzmassnah-

men in seiner Ehe (Vorfälle ebenfalls in der gemeinsamen Wohnung … [Nachna-

me der Familie C._____]) gegeben hatte (vgl. Beizugsakten Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat, 2012/7722/A1: Urk. 1 ff.; Urk. 17: Einstellungsverfügung vom 14. 

Oktober 2013 [Art. 55a Abs. 3 StGB]). Dass sich diese Gewaltschutzmassnahmen 

nicht gegen die Privatklägerin 1 gerichtet haben können, ergibt sich im Übrigen 

bereits daraus, dass der Beschuldigte nie geltend machte, von seiner Ehefrau ge-

schlagen oder ernstlich verletzt worden zu sein. Hinzukommt, dass auch der Va-

ter und die Schwester der Privatklägerin 1, zwar zugunsten ihrer Angehörigen, 

aber immerhin übereinstimmend und wie erwähnt teilweise durch ärztliche Befun-

de und diese Gewaltschutzmassnahmen (Urk. 1/6; Urk. 4/1) belegt und damit 

glaubhaft, von Gewalt gegen die Privatklägerin 1 und deren Verletzungen berich-

teten. 

 3.5.3. Alsdann musste auch N._____ einräumen, dass im Jahre 2013 (recte: 

2012) ein Strafbefehl gegen ihn selbst ergangen war (vgl. Strafbefehl des Stat-

trichters von Zürich, Nr. 2012-075-766, vom 29. November 2012 gegen N._____, 

von S._____, geb. tt.10.58, wegen Tätlichkeiten gegen A._____ [Schwiegertoch-

ter]), da auch er die Privatklägerin 1 tätlich angegangen hatte. Die Existenz eines 

solchen Strafbefehls untermauert zudem die Aussagen des Vaters der Privatklä-

gerin 1, M._____, wonach Gewalt oft ein Thema gewesen sei und der Vater des 

Beschuldigten sogar persönlich ihm gegenüber erklärt habe, dass auch er die Pri-

vatklägerin 1 geschlagen hatte. Der Vorfall sei an einem Sonntag gewesen. 

N._____ habe ihn angerufen und mitgeteilt, dass die Privatklägerin 1 mit dem 

Kind verschwunden sei. Dieser habe ihm weiter erzählt, dass sie Streit und eine 

- 23 - 

Schlägerei gehabt hätten. Der Beschuldigte und die Privatklägerin 1 hätten Streit 

gehabt. Er habe dieser dann auf die "Schnurre" geschlagen, weil sie im Haus ge-

schrien habe. Dass N._____ unter solchen Umständen gute Gründe hatte, die 

grossen Eheprobleme seines Sohnes und der Privatklägerin 1 zu negieren, liegt 

auf der Hand, trägt aber alles andere als zu seiner Glaubwürdigkeit als Aus-

kunftsperson bei. Dass er unschuldig, einfach auf Anraten seiner Anwältin, da-

mals den Strafbefehl des Stattrichters akzeptiert habe und freiwillig bezahlte, er-

weist sich angesichts dieser Verhältnisse ebenfalls als völlig unglaubhafte 

Schutzbehauptung der Auskunftsperson. Wäre er unschuldig gewesen, hätte er 

den Entscheid nicht akzeptiert. 

 3.5.4. Der Vater des Beschuldigten machte überdies, wie der Beschuldigte 

selbst, mithin mit diesem übereinstimmend geltend, die Privatklägerin 1 sei jeweils 

bereits verschlagen nach Hause gekommen, er könne sich vorstellen, dass sie 

von ihrem Vater geschlagen worden sei. Dieser in den Raum gestellten Verdäch-

tigung, im offenkundigen Bestreben, den Beschuldigten zu entlasten, steht indes-

sen entgegen, dass keine Gewalthandlungen von Seiten des Vaters der Privat-

klägerin 1 bekannt, geschweige denn aktenkundig sind, weder Gewaltschutz-

massnahmen noch ein Strafbefehl wegen Schlagens seiner Kinder o.Ä.. Abgese-

hen davon wurde solches von diesem in Abrede gestellt. Hinzukommt, dass auch 

die Schwester der Privatklägerin 1 als Zeugin glaubhaft und in Übereinstimmung 

mit der Darstellung ihres Vaters erklärt hatte, sie hätten zu Hause keine Gewalt 

gekannt. Überdies hatte auch die Privatklägerin 1 mit keiner Silbe irgendetwas in 

diese Richtung gegen ihren Vater geäussert. Wäre dem so gewesen, wäre sie 

wohl kaum nach ehelichen Streitigkeiten mit dem Beschuldigten jeweils zurück in 

den Haushalt ihres Vaters. Und wie die Vorinstanz bereits zutreffend erwog 

(Urk. 94 S. 71), ist es äusserst merkwürdig, dass der Beschuldigte die genaue 

Herkunft der bei der Privatklägerin 1 festgestellten Verletzungen nicht gewusst 

haben will, sie aber dennoch nie im Detail und nötigenfalls mehrmals danach frag-

te und allenfalls auch Strafanzeige gegen Unbekannt erstattete, zumal es sich bei 

ihr immerhin um seine Ehefrau handelte. Da mithin keinerlei Anzeichen dafür be-

stehen, dass die Privatklägerin 1 von ihrem eigenen Vater geschlagen worden 

sein könnte, die Ausübung von Körpergewalt durch den Beschuldigten und des-

- 24 - 

sen Vater gegen die Privatklägerin 1 aber behördlich bekannt ist, kann auf diese 

Bestreitung und transparente Schutzbehauptung des Beschuldigten und der Aus-

kunftsperson (sein Vater) nicht abgestellt werden. 

 3.5.5. Laut den in diesem Punkt übereinstimmenden Aussagen aller Befrag-

ten Angehörigen, soll die Privatklägerin 1 einen oder mehrere Suizidversuche be-

gangen, resp. gegenüber ihrer Schwester entsprechende Absichten geäussert 

haben. Mithin spricht auch dies und der vom Vater des Beschuldigten und von 

diesem selbst geschilderte Vorfall, wonach die Privatklägerin 1 im Badezimmer 

der Wohnung der Familie … [Nachname von C._____] auch schon Medikamente 

geschluckt und sich dort eingeschlossen habe, worauf N._____ die Tür habe auf-

brechen müssen, dessen Frau, die Mutter des Beschuldigten, reingegangen sei 

und der Privatklägerin 1 die Medikamente aus dem Mund genommen habe, ge-

gen die geschönte und völlig unglaubhafte Darstellung des Vaters des Beschul-

digten, wonach die Ehe seines Sohnes gut gewesen sei und quasi höchstens die 

Privatklägerin 1 in ihrer Wohnung Probleme gemacht habe. Über den Grund der 

Suizidabsicht äusserten sich der Beschuldigte und sein Vater freilich nicht. 

 3.5.6. Aus dem Erwogenen ergibt sich zusammenfassend, dass auf die über 

weite Strecken völlig unglaubhaften Aussagen und teilweise sogar widerlegte 

Darstellung des Vaters des Beschuldigten – entgegen der Ansicht der Verteidi-

gung (Urk. 123 S. 12 f.) – nicht abgestellt werden kann. Dessen Aussagen sind 

somit nicht geeignet, die Bestreitungen des Beschuldigten zu untermauern. Dem-

gegenüber haben sich die Aussagen des Vaters und der Schwester der Privatklä-

gerin 1 zur Existenz und Herkunft der dieser widerfahrenen Gewalt als glaubhaft 

und teilweise mit anderen objektiven Begebenheiten, wie rechtskräftigen behördli-

chen Entscheiden und ärztlichen Befunden, untermauert erwiesen, auch wenn de-

ren Aussagen, wie erwogen, auch nicht frei von Übertreibungen waren, und die 

Schwester der Privatklägerin 1 in ihrer Zeugenbefragung ihre Abneigung gegen-

über dem Beschuldigten offen deklarierte, indem sie auf Frage erklärt hatte, die-

sen "ganz ehrlich gesagt nie gemocht" zu haben, solche Menschen, wie der Be-

schuldigte, gehörten weggesperrt. Die Aussagen des Vaters und der Schwester 

der Privatklägerin 1 vermögen deren Aussagen über die Existenz und Herkunft 

- 25 - 

der durch den Beschuldigten erfahrenen Gewalt daher ganz generell zu stützen. 

Die ergänzende Würdigung der Aussagen der befragten Familienangehörigen 

führt daher zum selben Beweisergebnis, wie die zutreffende vorinstanzliche Wür-

digung der Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 1, wonach ihre 

belastenden Aussagen grundsätzlich glaubhaft sind, seine Bestreitungen dage-

gen nicht, weshalb auf die Darstellung der Privatklägerin 1 abzustellen ist. Daran 

ändert – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 123 S. 13 f. und 22) – auch 

nichts, dass die Privatklägerin 1 in ihrem Arbeitsalltag teilweise durch unange-

messenes Verhalten und verbale Ausfälligkeiten aufgefallen sein mag, oder dass 

sie sich teilweise auch gegen den Beschuldigten zur Wehr setzte. Jedenfalls lässt 

sich aus einem solchen Umstand nicht der Schluss ziehen, dass sie prinzipiell von 

ihrem Ehemann nicht geschlagen oder vergewaltigt worden wäre und insofern ge-

logen haben könnte. Alles andere würde darauf hinauslaufen, einer Person mit 

einer auffälligen Eigenschaft, sich gegen tatsächliche oder vermeintliche Unge-

rechtigkeiten zu wehren, generell als mögliches Opfer von Eingriffen in die körper-

liche bzw. sexuelle Integrität oder persönliche Freiheit auszuschliessen. Umge-

kehrt spricht ein positives Verhalten des Beschuldigten im Arbeitsalltag nicht au-

tomatisch für eine erhöhte Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu den Anklagevor-

würfen. 

 4. Wie bereits erwogen (Erw. III.2.3.), wurden die Aussagen des Beschuldig-

ten, der Privatklägerin 1 und jene der Zeuginnen Dr. I._____ und Dr. K._____ so-

wie die weiteren Beweismittel zu den einzelnen Anklagevorwürfen (mit Ausnahme 

von Anklageziffer 1.1, zweiter und dritter Vergewaltigungsvorwurf; vorinstanzliche 

Freisprüche) im angefochtenen Urteil mit überzeugender Begründung zutreffend 

gewürdigt (Urk. 94 S. 48 f., S. 52–55, S. 60–62, S. 70–72, S. 75 f., S. 80 f., S. 90–

93). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Den 

nachfolgenden Erwägungen kommt daher ergänzender und teils zusammenfas-

sender Charakter zu (Erw. III.4.1. ff.). Die Anklagevorwürfe gemäss Anklageziffer 

1.1, zweiter und dritter Vergewaltigungsvorwurf, sind dagegen aufgrund der Un-

tersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allge-

meingültigen Beweisregeln nochmals einlässlich zu würdigen (nachfolgend, 

Erw. III.4.2. ff.). 

- 26 - 

 4.1. Anklageziffer 1.1, erster und vierter Vergewaltigungsvorwurf 

 4.1.1. Die Aussagen der Privatklägerin 1 und damit auch deren Darstellung 

sind glaubhaft (vorstehend, Erw. III.3.5.6.). Dies betrifft in Übereinstimmung mit 

der vorinstanzlichen Beweiswürdigung insbesondere auch ihre Aussagen zum 

ersten und vierten Vergewaltigungsvorwurf (vgl. vorstehend, Erw. III.1.1.1. 

lit. a+b), während auf die unglaubhaften, generellen Bestreitungen des Beschul-

digten nicht abgestellt werden kann. 

 4.1.2. Die Aussagen der Privatklägerin 1 bei der Polizei und der Staatsan-

waltschaft vom 6. Oktober 2016 resp. vom 18. Januar 2016 (recte: 2017) sind in 

sich stimmig und von individuellen Elementen geprägt, welche für selbst Erlebtes 

sprechen. Sie sind insbesondere frei von Übertreibungen. Den Vergewaltigungs-

vorwurf 1 schilderte sie in ihren Befragungen bei der Polizei und der Staatsan-

waltschaft im Wesentlichen übereinstimmend und konstant (Urk. 5/3 S. 2 ff., ins-

bes. S. 7 f.; Urk. 5/4 S. 13 ff. und S. 42 ff.). 

 4.1.2.1. Ihre Aussagen sind im Kerngeschehen, aber auch in Bezug auf den 

äusseren Ablauf detailliert. So beschrieb sie das Vorgehen des Beschuldigten 

konkret. Die erwähnten Einzelheiten, wie das Beissen, das Zerreissen der Unter-

hosen und sein Hinweisen auf ihre vermeintlichen ehelichen Pflichten als seine 

muslimische Ehefrau, sind anschaulich und sprechen ebenfalls für tatsächlich Er-

lebtes. Das Schildern dieser diversen Einzelheiten und der Umstand, dass sie ein-

räumte, ca. 7 Wochen nach dem ersten Vorfall noch einmal einvernehmlichen 

Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten gehabt zu haben (Urk. 5/3 S. 7), sind 

als Realitätskriterien zu werten. Hätte sie ihn zu Unrecht und übertrieben an-

schwärzen wollen, wäre zu erwarten gewesen, dass sie den zwischenzeitlich ein-

vernehmlichen Geschlechtsverkehr verschwiegen und das Vorgehen des Be-

schuldigten dramatischer und gewalttätiger dargestellt hätte. Solches ergibt sich 

aus ihrer Darstellung zu allen vier Vergewaltigungsvorwürfen aber eben gerade 

nicht. Auch den vierten Vergewaltigungsvorwurf schilderte sie im Wesentlichen 

spontan. Sie beschrieb, wie sie erfolglos versucht habe, dem Beschuldigten die 

Arme zu verdrehen und diesem so Schmerzen zuzufügen, um sich gegen den 

Übergriff zu wehren (Urk. 5/3 S. 7 ff.; Urk. 5/4 S. 13 ff., S. 42 ff.). 

- 27 - 

 4.1.2.2. Durch das Erwähnen von individuellen Details wirkt der geschilderte 

Tatablauf beim äusseren Sachverhalt, wie auch beim Kerngeschehen, plastisch 

und authentisch. Die Privatklägerin 1 konnte sich beispielsweise daran erinnern, 

was der Beschuldigte damals zu ihr gesagt und woran er sich genervt hatte. Auch 

ihre konkreten Schilderungen des Kerngeschehens wirken daher als von der Pri-

vatklägerin 1 selbst Erlebtes. Hinweise für Erfundenes und für eine falsche Be-

zichtigung des Beschuldigten, welche Zweifel am Wahrheitsgehalt ihrer Darstel-

lung zu streuen vermöchten, finden sich nicht. Ihre Darstellung gibt daher für bei-

de Vergewaltigungsvorwürfe (1. und 4.) ein überzeugendes Bild vom Ablauf der 

Geschehnisse. Sie sind daher in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Be-

weiswürdigung als Ganzes glaubhaft, während die integralen pauschalen Bestrei-

tungen sämtlicher Vorwürfe sexueller Übergriffe durch den Beschuldigten wenig 

glaubhaft erscheinen. Nachdem bereits Dargelegten (vgl. Erw. III.3.1. ff.), ist auch 

seine Beteuerung, die Privatklägerin 1 sehr geliebt zu haben und dass der Ge-

schlechtsverkehr immer einvernehmlich gewesen sei, wenn es aufgrund der en-

gen Wohnverhältnisse überhaupt dazu gekommen sei, nicht überzeugend. Noch 

weniger überzeugt das der Privatklägerin 1 unterstellte Motiv für eine falsche An-

schuldigung (vgl. auch Urk. 123 S. 18 f.), wonach sie ihm das Leben zur Hölle 

machen wolle und ihn deshalb falsch anschuldige, weil er sich von ihr trennen 

bzw. scheiden lassen wolle, nachdem sie sich anerkanntermassen schon mehr-

mals von ihm getrennt hatte, einmal sogar für die Dauer von 1 ½ Jahren.  

 4.1.2.3. Beim Anklagesachverhalt zum Vergewaltigungsvorwurf 1 vermag al-

lerdings die Beschreibung des Tatvorgehens des Beschuldigten durch die Staats-

anwaltschaft nicht zu überzeugen (Urk. 18 S. 3 oben). So soll er "ihre Hände mit 

seinen Armen über ihrem Kopf" fixiert haben, so dass es der Privatklägerin 1 un-

möglich gewesen sei, sich gegen ihn zu wehren. Anschliessend habe er auf ihre 

Vagina gespuckt und sei mit seinem Penis in ihre Scheide eingedrungen. Dabei 

erhellt nicht, wie es rein anatomisch, von der zu überwindenden Distanz, möglich 

gewesen sein soll, angeblich ihre Hände mit seinen Armen "über ihrem Kopf" zu 

fixieren, während er gleich anschliessend auf ihre Vagina gespuckt habe. Rein 

anatomisch wäre dies kaum möglich gewesen, ohne ihre angeblich über ihrem 

Kopf fixierten Hände loszulassen. Hätte er die Hände zum Zwecke des Spuckens 

- 28 - 

aber loslassen müssen, könnte nicht mehr erstellt werden, dass die Privatkläge-

rin 1 "noch während ca. zwei Minuten versuchte, ihre Hände zu befreien (vgl. 

nochmals Urk. 18 S. 3 oben). Insofern lässt sich der Anklagesachverhalt in die-

sem Detail, wonach er ihre Hände mit seinen Armen über ihrem Kopf fixiert habe, 

nicht erstellen. Dies tut der Glaubhaftigkeit der Darstellung der Privatklägerin 1 in-

dessen keinen Abbruch, da sich das im Anklagesachverhalt aufgeführte Detail, ih-

re Hände über ihrem Kopf fixiert zu haben, nirgends in den Aussagen der Privat-

klägerin 1 finden lässt (vgl. Urk. 5/3 S. 2 ff., insbes. S. 5: "ihre Hände wurden seit-

lich von ihrem Kopf durch seine beiden Hände fixiert"; Urk. 5/4 S. 35, S. 40, 

S. 42 f.). Sie hat dieses unzutreffende Detail im Anklagesachverhalt mithin gar nie 

behauptet. 

 4.1.2.4. Der Beschuldigte liess vor Vorinstanz und im Berufungsverfahren 

neben seinem generellen Bestreiten durch die amtliche Verteidigung geltend ma-

chen (Urk. 77 S. 17; Urk. 123 S. 24 f.), es sei für ihn jeweils nicht erkennbar ge-

wesen, falls die Privatklägerin 1 mit ihm jeweils tatsächlich keinen Geschlechts-

verkehr hätte haben wollen. Indessen sind ihre Aussagen auch in diesem Punkt 

anschaulich, mehrfach übereinstimmend geäussert und damit glaubhaft. So be-

schrieb sie mehrmals, dass sie ihm gesagt habe, er solle weggehen. Sie habe ihn 

weggestossen und "nein" gesagt. Als er ihre Beine habe auseinanderspreizen 

wollen, habe sie diese übereinandergeschlagen und fest zusammengepresst. Sie 

habe sich zu befreien versucht, indem sie ihren Körper unter dem Beschuldigten 

erfolglos hin und her bewegt habe. Angesichts dieser eindeutigen Zeichen ihres 

Widerstandes vermag auch das Einräumen eines einvernehmlichen Geschlechts-

verkehrs sieben Wochen nach der ersten Vergewaltigung nichts daran zu ändern, 

dass ihre jeweilige Ablehnung für den Beschuldigten offenkundig und damit un-

übersehbar war. Auch die glaubhafte Aussage der Privatklägerin 1, wonach er ihr 

gesagt habe, als seine Ehefrau dürfe sie den Geschlechtsverkehr mit ihm nicht 

verweigern, dies wäre eine Sünde im muslimischen Glauben, und solange sie in 

diesem Haus sei, müsse sie machen, was er wolle, ist ein weiterer klarer Hinweis 

dafür, dass er jeweils genau wusste, dass sie keinen Geschlechtsverkehr mit ihm 

haben wollte (so auch die Vorinstanz: Urk. 94 S. 100). 

- 29 - 

 4.1.3. Somit erweist sich der Anklagesachverhalt gemäss Anklageziffer 1.1, 

erster und vierter Vergewaltigungsvorwurf mit der vorstehenden Einschränkung 

(Erw. III.4.1.2.3.) in Übereinstimmung mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

als erstellt. 

 4.2. Anklageziffer 1.1, zweiter und dritter Vergewaltigungsvorwurf 

 4.2.1. Die Vorderrichter sprachen den Beschuldigten von diesen Vorwürfen 

in Anwendung von Art. 10 Abs. 3 StPO frei und begründeten dies im Wesentli-

chen damit (Urk. 94 S. 49 ff.), dass die Privatklägerin 1 den zweiten Vergewalti-

gungsvorwurf einzig in ihrer staatsanwaltschaftlichen Befragung erhoben habe, ih-

re Aussagen dazu im Vergleich mit ihren detailreichen Aussagen zum ersten bzw. 

vierten Vergewaltigungsvorwurf blass, wenig detailliert, kurzgehalten und stereo-

typ seien. Ihre Schilderungen würden sich grösstenteils in der Rahmenhandlung, 

der dem Geschlechtsverkehr vorangehenden Tätlichkeiten, erschöpfen, so etwa, 

wie sie sich gegen den Beschuldigten zur Wehr gesetzt und wie dieser ihren Wi-

derstand gebrochen habe. Konkretere Aussagen zum Tatablauf habe sie erst auf 

entsprechendes Nachfragen gemacht, weshalb ihre Aussagen nicht richtig zu 

überzeugen vermöchten. Diesen Vorfall habe die Privatklägerin 1 ansatzweise 

zwar bereits in der ersten polizeilichen Einvernahme erwähnt, jedoch ausgeführt, 

er habe Geschlechtsverkehr gewollt, sie aber nicht. Er habe sie dann auf dem 

Bett gewürgt. Aufgrund dieser unterschiedlichen Darstellungen des Vorfalls sei 

unklar, ob es nach den physischen Übergriffen auch noch zu Geschlechtsverkehr 

gekommen sei. Auch bei der Rahmenhandlung sei unklar, was der Privatkläger 2 

und die Schwiegereltern während des Vorfalls gemacht hätten, nachdem sich die-

ser laut Privatklägerin 1 an einem Samstagnachmittag im Schlafzimmer der klei-

nen Wohnung ereignet habe und die anderen Familienmitglieder dies in irgend-

einer Weise hätten wahrnehmen müssen. Andererseits würdigten die Vorderrich-

ter die stets pauschalen und allgemeingehaltenen Bestreitungen des Beschuldig-

ten als nicht überzeugend, und bei seiner Bestreitung im Zusammenhang mit den 

stark verschmutzten Stahlkappenschuhen habe er sich sogar selbst widerspro-

chen. Da die Aussagen der Privatklägerin 1 denjenigen des Beschuldigten ge-

genüberstünden, ohne dass weitere Beweismittel vorlägen und ihre Aussagen, 

- 30 - 

auf denen der Anklagesachverhalt basiere, widersprüchlich seien, bestünden er-

hebliche Zweifel daran, dass sich der zweite Vergewaltigungsvorwurf, wie im An-

klagesachverhalt umschrieben, ereignet habe. 

 4.2.2. Der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung (dritter Vergewaltigungs-

vorwurf; Urk. 18 S. 4) basiere auf der Schilderung der Privatklägerin 1 in der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung (Urk. 5/4 S. 41 ff.), wo sich gewisse Über-

schneidungen mit dem von ihr in der polizeilichen Befragung geschilderten "letz-

ten Vorfall" im Juni/Juli 2016 (Urk. 5/3 S. 7 ff.) ergäben. Bezüglich Rahmenhand-

lung habe sie beide Male angegeben, mit einer Decke auf dem Fussboden ge-

schlafen zu haben, da sie keine Lust gehabt habe, neben dem Beschuldigten im 

Bett zu liegen. Ebenfalls übereinstimmend seien Schilderungen, wonach sie sich 

nach dem Vorfall im Badzimmer eingeschlossen, dort mehrere Zigaretten ge-

raucht und geduscht habe (Urk. 5/3 S. 8 f.; Urk. 5/4 S. 41 ff.). Auch beim äusseren 

Sachverhalt ergäben sich grössere Unterschiede in zeitlicher Hinsicht. So habe 

der "letzte Vorfall" von Juni/Juli 2016 (Urk. 5/3 S. 7 ff.) am selben Tag stattgefun-

den, wie der Streit wegen des geplanten "Badi-Besuchs", den die Privatklägerin 1 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung aber als Teil des ersten Ver-

gewaltigungsvorwurfs geschildert habe (Urk. 5/4 S. 34 ff.). Bei der Schilderung 

des Kerngeschehens betreffend den "letzten Vorfall" vom Juni/Juli 2016 habe sie 

in der polizeilichen Befragung angegeben, es sei zu Geschlechtsverkehr gegen 

ihren Willen gekommen, während sie betreffend den dritten Tatvorwurf in der 

staatsanwaltschaftlichen Befragung angegeben habe, er habe es nicht geschafft, 

in sie einzudringen. Wegen dieser sich widersprechenden Aussagen bleibe es 

unklar, ob es zu Geschlechtsverkehr gekommen sei oder nicht. 

 4.2.3. Dem kann mit der Staatsanwaltschaft und der Vertreterin der Privat-

klägerin 1 (Urk. 120 S. 2 ff. und 121 S. 3 ff.) nicht gefolgt werden. Beim dritten 

Vergewaltigungsvorwurf ist einzig eine versuchte Tatbegehung, mithin keine Pe-

netration eingeklagt. Aus den Aussagen der Privatklägerin 1 ergibt sich unzwei-

deutig, dass es bei diesem Vorfall nicht zu einer solchen gekommen war. Daran 

vermag ihre Antwort auf die entsprechende Frage, ob er mit seinem Penis schon 

- 31 - 

an ihrem Intimbereich gewesen sei: "Ich glaube schon, ja." (Urk. 5/4 S. 44), nichts 

zu ändern, da sich auch daraus keine Penetration ergibt. 

 4.2.3.1. Hinzukommt, dass ihre Aussage, wonach sie keine Lust gehabt ha-

be, neben dem Beschuldigten im Bett zu schlafen, weshalb sie auf dem Boden 

habe schlafen wollen, entgegen der vorinstanzlichen Würdigung nicht den dritten 

Anklagevorwurf betrifft ("Zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt ca. im 

Frühling/Sommer 2016, um ca. 01:00 Uhr", vgl. Urk. 18 S. 4, 2. Absatz und die 

dem entsprechende Zeitangabe der Privatklägerin 1: Urk. 5/4 S. 45).), sondern 

den vierten Anklagevorwurf ("Zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt ca. 

im Sommer 2016, um ca. 22:00 Uhr" (Urk. 18 S. 4, 3. Absatz), wie sich u.a. aus 

der Zeitangabe der Privatklägerin 1 ergibt, wonach dies Mitte 2016 um ca. 22:00 

Uhr gewesen sei (Urk. 5/4 S. 44). 

 4.2.3.2. Die Begebenheit, dass die Privatklägerin 1 bei der Polizei dazu auf-

gefordert worden war, den ersten, den letzten und denjenigen Vergewaltigungs-

vorfall zu erzählen, der für sie am schlimmsten gewesen sei (vgl. Urk. 5/3 S. 3, 

Frage 15 f., S. 7, Frage 49 und S. 10, Frage 66), kann ihr im Nachhinein nicht 

zum Nachteil gereichen und die Glaubhaftigkeit der entsprechenden Aussagen 

gestützt darauf in Zweifel gezogen werden, mit der Begründung, sie habe die Ge-

schehnisse, welche den zweiten und den dritten Vergewaltigungsvorwurf betref-

fen, erstmals bei der Staatsanwaltschaft konkret geschildert. Allfällige zeitliche 

Unklarheiten und Überschneidungen, welche der polizeilichen Befragungstechnik 

oder der Strukturierung ihrer Befragung durch die Staatsanwaltschaft geschuldet 

sind, können mithin nicht der Privatklägerin 1 angelastet werden. 

 4.2.3.3. Die Beweiswürdigung im angefochtenen Urteil lässt zudem ausser 

Acht, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 nicht bei einem Tatvorwurf als 

glaubhaft und bei einem anderen als unglaubhaft eingestuft werden können, wo-

rauf zu Recht auch die Staatsanwaltschaft hinweist (Urk. 120 S. 2). Es gibt keine 

geteilte Glaubhaftigkeit der Aussagen. Überdies stellen die Vorderrichter und die 

Verteidigung (Urk. 123 S. 15 ff.) zu hohe Anforderungen an das Erinnerungsver-

mögen der Privatklägerin 1. Die sexuelle Gewalt des Beschuldigten gegen sie 

spielte sich über einen längeren Zeitraum von ca. einem Jahr ab. Es handelte sich 

- 32 - 

um mehrere ähnlich gelagerte Vorfälle, welche sich alle im selben Zimmer ereig-

neten. Im Zeitpunkt der Befragungen der Privatklägerin 1 lagen diese teilweise 

bereits längere Zeit, d.h. bis zu einem Jahr, zurück, so dass es – entgegen den 

anderslautenden Ausführungen der Verteidigung (Urk. 123 S. 21) – kaum er-

staunt, dass sie in ihren Zeitangaben und der genauen Anzahl Übergriffe unsicher 

war ("ca. vier bis fünf Mal"; Urk. 5/3 S. 2, S. 7) und in ihrer Erinnerung bei den je-

weiligen tätlichen und sexuellen Übergriffen vorgefallene Einzelheiten verwechsel-

te, zeitlich dem falschen Übergriff zuordnete und sich auch nicht mehr genau da-

ran erinnerte und rekonstruieren konnte, bei welchem Vorfall sie welches Leib-

chen und welche Unterhose getragen hatte (vgl. z.B. Urk. 5/1 S. 4 f.). Daraus ab-

zuleiten, ihre Angaben seien generell und als Ganzes unglaubhaft und ihre zeit-

lichen Unsicherheiten führten zu unüberwindlichen Zweifeln im Sinne von Art. 10 

Abs. 3 StPO, geht zu weit und stellt, wie erwähnt, zu hohe Anforderungen an ihr 

Erinnerungsvermögen bei teilweise länger zurückliegenden, mehreren im Ablauf 

ähnlichen Übergriffen, welche obendrein stets am selben Ort stattfanden.  

 4.2.4. Da die Verteidigung die behauptete Verletzung des Anklageprinzips 

mitunter damit begründet, dass die Anklageschrift, welche sich auf die Angaben 

der Privatklägerin abstützt, bezüglich sämtlicher Vorwürfe zu ungenaue Zeitanga-

ben enthalte (Urk. 123 S. 4 ff.), ist darauf hinzuweisen, dass unter dem Gesichts-

punkt der Informationsfunktion des Anklageprinzips zwar massgebend ist, dass 

ein Beschuldigter genau weiss, was ihm angelastet wird, damit die Verteidigungs-

rechte angemessen ausgeübt werden können. Ungenauigkeiten in den Zeitanga-

ben sind indessen solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die be-

schuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr 

vorgeworfen wird (Urteile des Bundesgerichtes 6B_233/2010 vom 6. Mai 2010 E. 

2.3 und 6B_830/2008 vom 27. Februar 2009 E. 2.4; je mit Hinweisen). 

 4.2.5. Genauso verhält es sich mit den Schilderungen der Privatklägerin 1. 

Es trifft zwar zu, dass die Übergriffe zeitlich teilweise nur vage eingegrenzt sind 

und weite Zeiträume betreffen. Bei gehäuften und regelmässigen Delikten wird 

dem Anklagegrundsatz jedoch Genüge getan, wenn die Handlungen in zeitlicher 

und örtlicher Hinsicht lediglich approximativ umschrieben werden. Der Zeitraum 

- 33 - 

ist auf eine bestimmte Dauer einzugrenzen. Insbesondere bei Familiendelikten 

kann nicht erwartet werden, dass über jeden einzelnen Vorfall Buch geführt wird 

(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_379/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.2). Es ist 

auch nicht zu beanstanden, wenn die erste Tathandlung genauer beschrieben 

wird als spätere, darauf folgende. Aus der Anklageschrift ergibt sich, dass es sich 

um gleichartige Vorfälle gehandelt hat. Auch ist der jeweiligen Umschreibung zu 

entnehmen, welche sexuellen Handlungen dem Beschuldigten vorgeworfen wer-

den. Da tätliche Übergriffe regelmässig und die sexuellen Übergriffe sich in einem 

Zeitraum von ca. einem Jahr ereignet haben sollen, wäre es erstaunlich, wenn 

sich die Privatklägerin 1 jeweils exakt an das Datum, die Zeit und den genauen 

Ablauf erinnern könnte. Entscheidend ist, dass es für den Beschuldigten ohne 

Weiteres ersichtlich war, welche Vorfälle Gegenstand der Anklage bilden. Die 

Vorwürfe sind in sachlicher und örtlicher Hinsicht sehr detailliert umschrieben, 

was eine hinreichende Individualisierung der Taten erlaubt und die relative zeitli-

che Unbestimmtheit der Anklage aufzuwiegen vermag (vgl. Urteil des Bundesge-

richtes 6B_432/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.3). 

 4.2.6. Aus der glaubhaften Darstellung der Privatklägerin 1 geht mithin hin-

reichend klar hervor, dass es drei verschiedene Vorfälle mit einer Vergewaltigung 

und eine mit einem blossen Versuch dazu gab. Auch der zweite Vergewaltigungs-

vorwurf wurde von der Privatklägerin 1 anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen 

Befragung anschaulich und hinreichend detailliert beschrieben (Urk. 5/4 S. 37 ff.). 

Somit erweisen sich alle vier eingeklagten sexuellen Übergriffe gemäss Anklage-

ziffer 1.1. als erstellt. 

 4.3. Dem Beschuldigten wird im Zusammenhang mit dem vierten Vergewal-

tigungsvorwurf zusätzlich der Vorwurf der Gefährdung des Lebens gemacht 

(Urk. 18 S. 4 f.), da er die Privatklägerin 1 bei diesem Vorfall mit einer Hand am 

Hals so stark gewürgt habe, dass ihr schwindlig geworden sei und sie unfreiwilli-

gen Urinabgang gehabt habe. Dabei habe er sie willentlich auf gewissen-, hem-

mungs- und rücksichtslose Art in Lebensgefahr gebracht (Urk. 18 S. 4, 3. Absatz). 

 4.3.1. Auch bezüglich des Würgens erscheinen die Aussagen der Privatklä-

gerin 1 glaubhaft. Es ist daher als erstellt zu erachten, dass der Beschuldigte sie 

- 34 - 

bei diesem Vorfall mit einer Hand am Hals so stark würgte, dass ihr schwindlig 

wurde und sie auch unfreiwilligen Urinabgang hatte. Die Privatklägerin 1 hat dabei 

aber insbesondere auch ausgesagt, nicht bewusstlos geworden zu sein, aus 

Angst in die Hose gemacht zu haben, bzw. dass sie glaube, dass sie den Urinab-

gang erst nach dem Würgen gehabt habe (Urk. 5/4 S. 22 und 43). Liegen keine 

objektiven Beweismittel für eine unmittelbare Lebensgefahr, wie beispielsweise 

eines zeitnahen Arztberichtes, vor und lässt sich nicht einmal der unfreiwillige Uri-

nabgang klar dem Würgen zuordnen, so lässt sich der Schluss auf das Bestehen 

einer unmittelbaren Lebensgefahr nicht ohne Verbleib von Restzweifeln ziehen, 

da die Aussagen die Möglichkeit offenlassen, dass die Ursache des Urinabgan-

ges nicht das Würgen, sondern – wie die Privatklägerin 1 eben erklärte – ihre 

Angst, gewesen sein könnte. 

 4.3.2. Der Vorinstanz ist daher darin beizupflichten, dass sich eine unmittel-

bare Lebensgefahr nicht zweifelsfrei erstellen lässt. Zudem enthält der Anklage-

sachverhalt keine nähere Beschreibung von tatsächlichen Elementen der beson-

deren, über das Mass der einer Vergewaltigung ohnehin immanenten Gewalt hin-

ausgehenden Skrupellosigkeit im Vorgehen des Beschuldigten (vgl. nachfolgend, 

Erw. IV.3 ff.). Da es sich bei der Beurteilung des Vorliegens einer Lebensgefahr 

mitunter um eine Rechtsfrage handelt, wird diese im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung nochmals zu thematisieren sein.  

 4.4. Anklageziffer 1.2: Einfache Körperverletzung und Nötigung 

 4.4.1. Der Beschuldigte lässt mit seiner Berufung lediglich einen Freispruch 

vom Vorwurf der Nötigung und der Tätlichkeiten beantragen (Urk. 95 S. 2). Dem 

vorinstanzlichen Urteilsdispositiv ist keine Verurteilung wegen des in diesem An-

klagesachverhalt ebenfalls erhobenen Vorwurfes der einfachen Körperverletzung 

zu entnehmen, und die Staatsanwaltschaft (Urk. 96 S. 5 f.), wie auch die Privat-

klägerschaft (Urk. 101), haben dazu keine Anträge gestellt, weshalb es bezüglich 

der einfachen Körperverletzung (Anklageziffer 1.2) im Berufungsverfahren damit 

sein Bewenden hat (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dagegen verurteilten die Vorderrichter 

den Beschuldigten wegen Tätlichkeiten (u.a. auch betr. Anklageziffer 1.2; Urk. 94 

S. 125, Dispositivziff. 2., vierter Spiegelstrich). 

- 35 - 

 4.4.2. Laut diesem Anklagevorwurf habe der Beschuldigte der Privatkläge-

rin 1 ca. im Januar 2015, auf dem Weg ins Einkaufshaus G._____ anlässlich ei-

nes Streites darüber, wer die Kosten für das neue Kinderbett zu tragen habe, mit 

der Hand ins Gesicht und dabei deren Nase blutig geschlagen, wodurch er ihr den 

Nasenknorpel verbogen habe. Am selben Abend habe er der Privatklägerin 1 ge-

sagt, dass sie niemandem vom Vorfall erzählen oder zur Polizei gehen dürfe, an-

dernfalls würde sie richtig arm drankommen und ihren Sohn nie wieder sehen. 

Damit habe er ihr Schweigen über den Vorfall erzwingen wollen (Urk. 18 S. 5). 

Der Beschuldigte bestritt jegliche Gewalt oder Drohungen im Rahmen dieses 

G._____-Besuches. Es stimme auch nicht, dass er ihr gegenüber gesagt habe, 

sie werde ihren Sohn nie mehr sehen, sollte sie Aussagen bei der Polizei ma-

chen. Vielmehr sei genau das Gegenteil der Fall gewesen. Sie habe Entspre-

chendes jeweils zu ihm gesagt. Es stimme lediglich, dass sie dort ein Kinderbett 

gekauft hätten. Da die Privatklägerin 1 arbeitslos gewesen sei und das Bett ohne-

hin nicht habe bezahlen können, sei dies gar kein Thema gewesen. 

 4.4.3. Die Vorinstanz hat auch die Aussagen der Privatklägerin 1 zu diesem 

Vorfall korrekt zusammengefasst wiedergegeben (Urk. 56 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die Privatklägerin erklärte insbesondere, sie habe die Äusserung so ver-

standen, dass der Beschuldigte ihr den Sohn wegnehmen wolle. Anlässlich der 

polizeilichen Befragung vom 30. September 2016 hatte sie zudem einen Befund 

von Dr. med. P._____, FMH Medizinische Radiologie und Radiodiagnostik, vom 

13. Januar 2015 eingereicht (Urk. 5/1 Anh. 1), welcher belegt, dass ihre Nase zur 

fraglichen Zeit Gegenstand einer medizinischen Untersuchung war, was zumin-

dest ein ihre Aussagen stützendes Indiz darstellt. Die Nase wies indessen keine 

Fraktur auf, weshalb die Vorderrichter zurecht einzig vom Beschuldigten ausgeüb-

te physische Gewalt als erstellt erachteten (die Verursachung einer einfachen 

Körperverletzung aber nicht: Urk. 94 S. 61, vgl. auch S. 105 f.). Auch deshalb be-

steht keine Veranlassung an der glaubhaften Darstellung der Privatklägerin 1 zu 

zweifeln. Sie schilderte nachvollziehbar und lebensnah, dass die Drohung am 

Abend als Folge des Streites im Rahmen des G._____-Besuches erfolgt war, mit 

dem Ziel des Beschuldigten, sie einzuschüchtern und dazuzubringen, niemandem 

über den Vorfall zu berichten. Die dagegen erhobenen Einwände der Verteidigung 

- 36 - 

verfangen nicht (Urk. 123 S. 27 ff.). Die Tatsache, dass sie direkt nach dem 

Schlag, also noch im Auto auf dem Weg zur G._____, stark aus der Nase blutete, 

bedeutet nicht, dass sie mit blutender Nase während längerer Zeit in der G._____ 

herumlief.  

 4.4.4. Eine Drohung mit dem Entzug des Kindes ist ein aus der Sicht des 

Beschuldigten probates und wirksames Mittel, um die Privatklägerin 1 aus Angst, 

ihr Kind zu verlieren, gefügig und mundtot zu machen. Ihre Darstellung erweist 

sich als glaubhaft. Sie fügt sich ein in das Bild eines Eheverlaufes, der nachweis-

lich durch Gewalt gegen die Privatklägerin 1 und deren Unterdrückung geprägt 

war. Der Sachverhalt betreffend Nötigung (Anklageziffer 1.2) ist in Übereinstim-

mung mit der Vorinstanz erstellt. 

 4.5. Anklageziffer 1.3: Einfache Körperverletzung und Drohung 

 4.5.1. Der Beschuldigte lässt mit seiner Berufung lediglich einen Freispruch 

vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung beantragen (Urk. 95 S. 2). Dem an-

gefochtenen Urteilsdispositiv ist weder eine Verurteilung noch ein Freispruch vom 

in diesem Anklagesachverhalt (Anklageziffer 1.3) ebenfalls erhobenen Vorwurf 

der Drohung zu entnehmen. Die Staatsanwaltschaft (Urk. 96 S. 5 f.) und die Pri-

vatklägerschaft (Urk. 101) haben dazu keine Anträge gestellt, weshalb es bezüg-

lich des Vorwurfs der Drohung (Anklageziffer 1.3) im Berufungsverfahren damit 

sein Bewenden hat (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 4.5.2. Dem Beschuldigten wird im Zusammenhang mit dem Vorwurf der ein-

fachen Körperverletzung zur Last gelegt, die Privatklägerin 1 ca. anfangs März 

2015 anlässlich eines Streits in der ehelichen Wohnung an den Haaren gezogen, 

mit den Fäusten gegen den Kopf und den Körper geschlagen, mit Stahlkappen-

schuhen gegen den Bauch und die Beine getreten und am Hals gepackt und wäh-

rend ca. 10 Sekunden gewürgt zu haben, wodurch sie zahlreiche Hämatome am 

Körper, Hals und Kopf sowie Schwellungen am Kopf und am Fuss erlitten habe 

(Urk. 18 S. 6). 

- 37 - 

 4.5.3. Auch diesen Tatvorwurf häuslicher Gewalt bestritt er stets pauschal, 

er wisse nicht, woher die nicht bestrittenen Verletzungen der Privatklägerin 1 

stammten. Möglicherweise sei sie von ihrem Vater geschlagen worden. Vielleicht 

habe sie einen Freund, der sie schlage. Sie wolle ihm alles zurückzahlen, da er 

nicht mehr mit ihr zusammenleben wolle. Er habe Stahlkappenschuhe, ziehe die-

se jedoch aus, bevor er die Wohnung betrete (Urk. 6/1 S. 5 ff.; Urk. 6/2 S. 2 f., 

S. 6 ff.; Prot. I S. 64 f.). 

 4.5.4. Die Aussagen der Privatklägerin 1 zu diesem Tatvorwurf wurden im 

angefochtenen Urteil korrekt wiedergegeben und mit überzeugender Begründung 

gewürdigt (Urk. 94 S. 62–65, S. 70 f.; Art. 82 Abs. 4). Dass und aus welchen 

Gründen die Darstellung grundsätzlich glaubhaft ist, wurde bereits hinlänglich 

dargelegt (Erw. III.3. ff., insbes. III.3.5. ff., III.3.5.6. und Erw. III.4.2.3.2. f.), wes-

halb auf ihre Aussagen abzustellen ist. Hinzukommt, dass ein ärztliches Zeugnis 

von Dr. med. Q._____, Praxis Dr. med. R._____, Facharzt FMH für allgemeine 

und innere Medizin, vom 11. März 2015 ihre Darstellung stützt und eine Arztkon-

sultation vom 11. März 2015 belegt (Urk. 3/3), wobei sie von wiederkehrender 

häuslicher Gewalt gegen sie berichtet habe. Sie sei in einem reduzierten Allge-

meinzustand gewesen, sichtbar aufgewühlt und den Tränen nahe. Beidseits am 

Hals habe sie vier rote Hämatome in einem Abstand von 1 cm, passend zu einem 

Würgegriff mit beiden Händen sowie diverse Hämatome und Schmerzen insbe-

sondere am Kopf und am Oberkörper sowie ferner Blutergüsse und Schürfungen 

aufgewiesen. Der Arztbericht ist von entsprechenden Fotografien begleitet (eben-

da, S. 2 f.) und hält fest, dass die objektivierten Befunde aus ärztlicher Sicht mit 

den geschilderten Ereignissen häuslicher Gewalt vereinbar seien. 

 4.5.5. Das der Privatklägerin 1 vom Beschuldigten für eine Falschbezichti-

gung unterstellte Motiv (vgl. auch Urk. 123 S. 18) kann nicht zutreffen. Dies ergibt 

sich bereits daraus, dass die Beiden schon mehrere Episoden des Getrenntle-

bens durchlebten, wobei eine solche sogar mehr als ein Jahr dauerte, und es je-

weils die Privatklägerin 1 war, welche die eheliche Wohnung verliess, wobei sol-

ches einmal auch im Rahmen von gegen den Beschuldigten erlassenen Gewalt-

schutzmassnahmen erfolgte (vgl. vorstehend, Erw. III.3.5.2.). Der Sachverhalt be-

- 38 - 

treffend einfache Körperverletzung erweist sich in Übereinstimmung mit der vor-

instanzlichen Beweiswürdigung als erstellt (Urk. 94 S. 72). 

 4.6. Anklageziffern 1.7: Mehrfache Drohung und Tätlichkeiten 

  Anklageziffer 1.6: Tätlichkeiten 

 4.6.1. Dem Beschuldigten wird im Zusammenhang mit diesen Tatvorwürfen 

zur Last gelegt (Urk. 18 S. 7 f.), er habe die Privatklägerin 1 ca. Ende September 

2016 um ca. 22:00 Uhr anlässlich eines verbalen Streits im Schlafzimmer mit    

einer vollen 1.5-Liter PET-Flasche ins Gesicht geschlagen, wobei sie mit der PET-

Flasche an der Wange und am Auge getroffen worden sei. Daraufhin habe sie ihn 

angespuckt, worauf er sie an Armen und Beinen gepackt und sie aus dem Bett 

habe ziehen wollen. Anschliessend habe er sie am Hals gefasst und gewürgt, 

resp. einmal während ca. 5-6 Sekunden gewürgt, wodurch sie Hämatome und 

Beulen im Gesicht, am Hals und an den Armen erlitten habe. Dabei sei sie in 

Angst und Schrecken versetzt worden (Anklageziffer 1.7). Zudem soll er die Pri-

vatklägerin 1 ca. im Mai/Juni 2016 wiederum in der Wohnung anlässlich einer 

verbalen Auseinandersetzung mehrfach mit den offenen Händen und mit den 

Fäusten gegen den Rücken und die Arme und ca. 4-5 Mal mit der Faust gegen 

den Kopf geschlagen haben. Ferner habe er sie an den Haaren gezogen, sie mit 

den Füssen gegen den Körper getreten und schliesslich absichtlich die von ihr ge-

tragene Hose zerrissen. Wiederum habe sie Beulen am Kopf sowie Hämatome 

am Körper und im Gesicht erlitten (Anklageziffer 1.6). 

 4.6.2. Im angefochtenen Urteil wurde das Verfahren betreffend die Anklage-

vorwürfe wegen (mehrfacher) Drohung (Anklageziffer 1.5 und 1.7) eingestellt. Be-

treffend die Anklagevorwürfe der mehrfachen Tätlichkeiten erfolgte ein Schuld-

spruch (Urk. 94 S. 125, Dispositivziff. 1, 2. und 3. Spiegelstrich, Dispositivziff. 2, 

4. Spiegelstrich). Der Beschuldigte lässt mit seiner Berufung einen Freispruch 

vom Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeiten beantragen. Die Staatsanwaltschaft 

und die Privatklägerin 1 verlangen eine Verurteilung auch wegen mehrfacher 

Drohung. 

- 39 - 

 4.6.3. Die Vorinstanz hat das Verfahren betr. Drohungen unter zutreffendem 

Hinweis auf die entsprechende Praxis und Lehre eingestellt, zusammengefasst 

mit der Begründung (Urk. 94 S. 20 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO), der in der Anklage-

schrift umschriebene Sachverhalt weise nicht alle erforderlichen Tatbestandsele-

mente auf, um eine Subsumption unter den Tatbestand der Drohung gemäss 

Art. 180 StGB zu ermöglichen. Insbesondere Tatmittel, -objekte, -handlungen und 

-erfolg, müssten konkret bezeichnet werden, so auch die tatsächlichen Elemente, 

welche die subjektiven Tatbestandsmerkmale des Vorsatzes und weitere subjek-

tive Unrechtselemente annehmen lassen würden. Wenn dem Beschuldigten 

Eventualvorsatz mit der Umschreibung "hat in Kauf genommen" vorgeworfen 

werde, seien die äusseren Umstände anzuführen, welche auf Eventualvorsatz 

schliessen lassen würden. Mit einem bereits zugefügten Übel könne nicht gedroht 

werden, höchstens mit dessen Wiederholung. Indem das Gesetz eine schwere 

Drohung verlange, lege es die Hürde bewusst hoch und nehme eine Einschrän-

kung des Tatmittels vor. Gleichzeitig definiere es den beim Tatsubjekt bewirkten 

(tatbestandsmässigen) Erfolg, womit es eine weitere Einschränkung vornehme 

und diese in Beziehung zur ersten setze. Der Bedrohte müsse die Verwirklichung 

des angedrohten Übels befürchten. Dies bedeute, dass die Zufügung des Übels 

für möglich gehalten oder tatsächlich damit gerechnet werde und dass der ange-

drohte Nachteil von solcher Schwere sei, dass er Schrecken oder Angst auszulö-

sen vermöge. Die Täterschaft müsse den Willen haben, ihr Opfer in Schrecken 

oder Angst zu versetzen und sich bewusst sein, dass ihre Drohung diese Wirkung 

hervorrufe, oder solches zumindest in Kauf nehmen. 

 4.6.3.1. Indessen beschränkten sich die betreffenden Anklagesachverhalte 

weitestgehend auf eine Tathandlung, welche unter den Tatbestand der Tätlichkei-

ten zu subsumieren sei. Sie würden lediglich den Zusatz enthalten, "die Geschä-

digte wurde durch das Verhalten des Beschuldigten in Angst und Schrecken ver-

setzt, was der Beschuldigte in Kauf nahm". Ein entsprechender konkreter Tatvor-

wurf fehle. Dieser erschöpfe sich darin, bloss den (tatbestandsmässigen) Erfolg, 

das subjektive Element des objektiven Tatbestandes, zu nennen. Eine Umschrei-

bung der Ankündigung eines künftigen Übels als objektives Element des objekti-

ven Tatbestandes fehle gänzlich. Zwar werde umschrieben, wie die Privatkläge-

- 40 - 

rin 1 Opfer physischer Gewalt geworden sei, dabei handle es sich aber um das 

Zufügen eines gegenwärtigen Übels. Nicht umschrieben werde, ob und inwiefern 

diese physische Gewalt eine - allenfalls konkludente - Ankündigung eines zukünf-

tigen Übels darstelle und worin dieses zukünftige Übel bestehe. In subjektiver 

Hinsicht umschreibe der Anklagesachverhalt weder tatsächliche Wissens- noch 

Willenselemente des Beschuldigten. Eine an sich nachvollziehbare Folge physi-

scher Gewalt, der Zustand des In-Angst-und-Schrecken-versetzt-seins, genüge 

nicht, um einen unter den Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 StGB zu sub-

sumierenden Sachverhalt zu umschreiben, weshalb der Tatvorwurf der Drohung 

in den Anklageziffern 1.5 und 1.7 nicht dem Anklageprinzip genügend umschrie-

ben sei und das Verfahren betreffend Drohung daher einzustellen sei (Urk. 94 

S. 22 f.). 

 4.6.3.2. Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägervertreterin begründen ih-

re Berufungsanträge damit, dass das Verhalten des Beschuldigten in der Ankla-

geschrift detailliert beschrieben worden sei. So sei festgehalten worden, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin 1 mit der Hand am Hals gewürgt habe. Wer sol-

ches tue, gebe klar zum Ausdruck, dass er das Leben des Opfers in Gefahr brin-

gen wolle, weshalb es sich um eine konkludente Todesdrohung handle. Wer auf 

diese Weise handle, wolle klarerweise auch, das Opfer dadurch in Angst und 

Schrecken zu versetzen (Urk. 96 S. 4.; Urk. 120 S. 8 f. und 121 S. 2 f.). 

 4.6.3.3. Mit ihrer Kurzbegründung geht die Anklagebehörde nicht auf die be-

rechtigten Beanstandungen im angefochtenen Urteil ein. Der Vorinstanz ist insbe-

sondere darin beizupflichten, dass die Tathandlung der Herbeiführung eines 

(schweren) Nachteils im Sachverhalt gemäss Anklageziffern 1.5 und 1.7 bereits 

erfolgt ist und nicht erst in Aussicht gestellt wurde. Würde bei dieser Konstellation, 

nachdem sich eine Tathandlung gegen die körperliche Integrität bereits verwirk-

licht hat, ohne weitere tatsächliche Geschehnisse (welche im Anklagesachverhalt 

offenkundig fehlen) auch auf eine damit begangene Drohung erkannt, wäre eine 

solche bei Delikten gegen die körperliche Integrität stets ebenfalls erfüllt, wofür 

indes jede Grundlage im Gesetz, in der Praxis und in der Lehre fehlt. Der von der 

Privatklägervertreterin angeführte Vergleich mit dem Zücken eines Messers, bei 

- 41 - 

welcher Konstellation das angedrohte Übel (Messerstiche) eben gerade noch 

nicht erfolgt ist, sondern erst in Aussicht gestellt wird, läuft daher ins Leere 

(Urk. 121 S. 2). Der Vorinstanz ist daher zuzustimmen, dass der blosse Zustand 

der Angst und des Schreckens als eine nachvollziehbare Folge physischer Gewalt 

nicht genügt, um einen unter den Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 StGB 

zu subsumierenden Sachverhalt zu behaupten. Es liegt eine Verletzung des An-

klageprinzips vor, weshalb das Verfahren betreffend mehrfache Drohung gemäss 

den Anklageziffern 1.5 und 1.7 einzustellen ist. 

 4.6.4. Auch hinsichtlich der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Anklagezif-

fern 1.6 und 1.7 wurden die Aussagen der Beteiligten im angefochtenen Urteil in-

haltlich korrekt wiedergegeben und zutreffend gewürdigt (so bereits Erw. III.2.3. 

mit den jeweiligen Seitenangaben) und der Sachverhalt mit überzeugender Be-

gründung als erstellt erachtet (Urk. 94 S. 80 f. und S. 90 ff.). 

 4.6.4.1. Dass die Aussagen der Privatklägerin 1 glaubhaft sind, die Bestrei-

tungen des Beschuldigten dagegen nicht, wurde bereits hinlänglich dargelegt 

(Erw. III.3. ff., insbes. III.3.5. ff., III.3.5.6. und Erw. III.4.2.3.2. f.). Dies trifft auch 

auf die sich in das Gesamtbild häuslicher Gewalt des Beschuldigten gegen die 

Privatklägerin 1 einfügenden Tatvorwürfen der Tätlichkeiten zu. 

 4.6.4.2. Beim Tatvorwurf gemäss Anklageziffer 1.7, welcher sich ca. Ende 

September 2016, abends um ca. 22:00 Uhr, ereignet haben soll, wird die Darstel-

lung der Privatklägerin 1 in zeitlicher Hinsicht auch durch die Wahrnehmung der 

einvernehmenden Polizeibeamtin gestützt, welche anlässlich der Befragung vom 

30. September 2016 ein Hämatom auf der rechten Wange unter dem Auge der 

Privatklägerin 1 beobachtete, welches laut deren Aussage vom Beschuldigten 

stammte, welcher ihr mit einer 1,5 Liter PET-Flasche ins Gesicht geschlagen ha-

be. Nach diesem Vorfall habe sie einen Arzt konsultiert (Urk. 5/1 S. 6 f.; Urk. 5/4 

S. 20 f.; Prot. I S. 42 f.). 

 4.6.4.3. Hinzukommen die weiteren Beweismittel, mit den Aussagen der 

Zeugin Dr. med. I._____, Ärztin der Privatklägerin 1, welche bei der Staatsanwalt-

schaft u.a. zu Protokoll gegeben hatte (Urk. 7/1 S. 3 ff.), in der Sprechstunde vom 

- 42 - 

28. September 2016 mehrere frische Hämatome am Jochbein und am Arm sowie 

ein Würgemal am Hals der Privatklägerin 1 festgestellt zu haben. Diese Verlet-

zungen würden zu den Schilderungen der Privatklägerin 1 passen und seien 

frisch gewesen, weshalb sie in den Tagen davor entstanden sein müssten. Zu-

dem sei ihr psychischer Zustand schlecht gewesen. Sie sei in Tränen aufgelöst 

gewesen und habe wie ein Häufchen Elend vor ihr gesessen, weshalb sie ihr ge-

raten habe, zur Polizei zu gehen. Aus den von Dr. I._____ erstellten medizini-

schen Unterlagen vom 7. und 20. Oktober 2016, samt Fotos, geht ebenfalls be-

stätigend hervor (Urk. 3/4 f.), dass die Privatklägerin 1 am 28. September 2016 

bei ihr in der Sprechstunde war, weil sie zu Hause mehrmals Opfer von gewalttä-

tigen Übergriffen geworden sei, verängstigt gewirkt und ein Würgemal am Hals 

links, ein ca. 9 cm grosses Hämatom auf der Unterseite des linken Unterarms und 

ein Hämatom über Jochbein rechts mit Druckdolenz aufgewiesen habe und vom 

10. bis zum 20. Oktober 2016 und dann weiter bis zum 24. Oktober 2016 zu 

100% arbeitsunfähig gewesen war. 

 4.6.4.4. Zeugin Dr. med. K._____, Kinderärztin des Privatklägers 2, hatte 

zudem bei der Staatsanwaltschaft u.a. zu Protokoll gegeben (Urk. 7/3 S. 4 ff.), der 

Privatklägerin 1 sei es beim Arzttermin des Privatklägers 2 vom 28. September 

2016 gar nicht gutgegangen. Sie habe ein Monokelhämatom am rechten Auge 

sowie Blutergüsse an den Armen gehabt und erklärt, der Beschuldigte habe sie 

mit dem Kopf gegen die Wand gestossen und geschlagen. Der psychische Zu-

stand der Privatklägerin 1 sei am 28. September 2016 "stark verunsichert" gewe-

sen. Sie habe das Gefühl gehabt, dass die Privatklägerin 1 Vieles kaschiere. 

 4.6.4.5. Es besteht keinerlei Veranlassung, an den Angaben der beiden Ärz-

tinnen zu zweifeln. Insoweit dies die festgestellten Verletzungen und den damali-

gen Zustand der Privatklägerin 1 betrifft, tut dies auch der Beschuldigte nicht. Er 

bestreitet einzig seine Urheberschaft. Es ergeben sich daher weder bezüglich An-

klageziffer 1.7 noch bezüglich der Anklageziffer 1.6 unüberwindbare Zweifel im 

Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO daran, dass sich diese Anklagesachverhalte so er-

eignet haben, wie sie dem Beschuldigten in der Anklageschrift zur Last gelegt 

werden. Sie sind daher alle drei ebenfalls erstellt. 

- 43 - 

 4.7 Bei diesem klaren Beweisergebnis sind entgegen der Ansicht der Vertei-

digung (Urk. 123 S. 3 f.) keine weiteren Beweiserhebungen zur Urteilsfindung nö-

tig. Es erhellt nicht, inwiefern von den Nachbarn gehörte Schreie dieses klare Be-

weisergebnis noch bestärken bzw. das Fehlen solcher Wahrnehmungen es um-

stossen könnten. Abgesehen davon ist nicht zu erwarten, dass sich die Nachbarn 

nach mehr als drei Jahren daran erinnern könnten, ob sie im Jahre 2016 aus ei-

ner der Wohnungen des Mehrfamilienhauses Schreie hörten und zu welchen 

Zeitpunkten. Nebst der fehlenden Verlässlichkeit solcher Angaben erweist es sich 

auch als unwahrscheinlich, dass – falls solche gehört worden wären – überhaupt 

gesagt werden könnte, aus welcher der Wohnungen allfällige Schreie kamen bzw. 

ob die Privatklägerin 1 diejenige war, die geschrien hatte.  

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Eine Vergewaltigung begeht, wer eine Person weiblichen Geschlechts 
zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt an-

wendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht 

(Art. 190 Abs. 1 StGB). Der Beischlaf wird von Rechtsprechung und Lehre als 

Vereinigung des männlichen und weiblichen Geschlechtsteils definiert. Keine Rol-

le spielt, ob es zu einer Ejakulation kommt. Als mögliche Nötigungsmittel nennt 

das Gesetz in nicht abschliessender Weise Drohung, Gewaltanwendung, psychi-

schen Druck und zum Widerstand unfähig machen. Unabhängig davon, welches 

Nötigungsmittel zur Anwendung gelangt, setzt der Tatbestand stets voraus, dass 

ein Widerstand überwunden wird (Weder, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/ 

Weder, Kommentar zum StGB, 20. Auflage, Zürich 2018, N 6 zu Art. 190 StGB; 

Maier, in: Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch II, 4. Auflage 2019, N 13 zu 

Art. 190 StGB). 

 1.1. Ob eine bestimmte Verhaltensweise den an ein Nötigungsmittel gestell-

ten Anforderungen genügt, kann nicht in allgemeiner Weise bestimmt werden, 

sondern ist aufgrund einer individualisierenden Betrachtung der relevanten kon-

kreten Umstände zu prüfen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_298/2008 vom 1. Juli 

2008 E. 5). Zwischen der Anwendung des Nötigungsmittels und dem erzwunge-

- 44 - 

nen Beischlaf muss sodann ein Kausalzusammenhang bestehen. Der Täter muss 

das Nötigungsmittel einsetzen, um den Beischlaf gegen den Willen des Opfers zu 

erzwingen (Maier, a.a.O., N 14 zu Art. 190 StGB). Gewalt als Nötigungsmittel liegt 

dann vor, wenn auf das Opfer mit chemisch oder physikalisch fassbaren Mitteln 

eingewirkt oder physisch in dessen Rechtssphäre eingegriffen wird. Dabei schal-

tet der Täter entweder den Widerstand des Opfers aus (Einwirkung auf die Wil-

lensbetätigung) oder verhindert eine allfällige Gegenwehr, bevor das Opfer rea-

gieren kann (Einwirkung auf die Willensbildung). Eine gewisse Einwirkung auf den 

Körper des Opfers ist erforderlich, wobei die notwendige Intensität nach relativen 

Kriterien zu bestimmen ist. Keine Rolle spielt es, ob das Opfer Widerstand leistet 

und dieser allenfalls gebrochen wird. Konkret geht es um Brachialgewalt wie z.B. 

Schlagen, Stechen, Festhalten etc. (Maier, a.a.O., N 20 zu Art. 189 StGB und 

N 11 zu Art. 190 StGB). 

 1.2. Beim subjektiven Tatbestand ist Vorsatz erforderlich, der sich auf die 

vorgenannten objektiven Tatbestandselement (Nötigung/Zwang, Beischlaf und 

Kausalität) bezieht. Wer es für möglich hält und in Kauf nimmt, dass das Opfer mit 

dem Beischlaf nicht einverstanden ist, handelt eventualvorsätzlich (Maier, a.a.O., 

N 17 zu Art. 190 StGB). 

 2. Gemäss erstelltem Sachverhalt zog der Beschuldigte die Privatklägerin 1 

jeweils an ihren Händen zu sich heran oder packte sie an den Händen, riss ihre 

Unterhose runter, riss sie an den Haaren und hielt ihr mit der flachen Hand den 

Mund zu, um sie am Schreien zu hindern. Oder er warf sie auf das Bett und sag-

te, solange sie in diesem Haus sei, müsse sie machen, was er wolle und packte 

sie an ihren Armen, während sie ihn von sich weg schubste und versuchte, seine 

Arme zu packen und zu verdrehen. Derweil er sie ins Bett drückte, so dass sie auf 

dem Rücken lag, ihre Beine mit seinen Knien fixierte und ihre Hände in der Decke 

einzuwickeln versuchte, damit sie nicht mehr fuchteln konnte; zog ihr wiederum 

die Unterhose herunter, spuckte an ihre Vagina und drang mit seinem Penis in die 

Scheide ein. Oder er legte sich auf sie und spreizte ihre Beine auseinander. Als 

sie diese übereinanderschlug und fest zusammenpresste, biss er sie in die Arme 

und Beine, weshalb es ihm gelang, ihre Beine auseinanderzudrücken. Indem er 

- 45 - 

diese mit seinem Gewicht und ihre Hände mit seinen Armen fixierte, verunmögli-

che er, dass sie sich wehren konnte, worauf er mit seinem Penis in ihre Scheide 

eindrang, während sie erfolglos ihre Hände zu befreien versuchte und ihren Kör-

per unter ihm hin und her (nach links und nach rechts) bewegte (erster, zweiter 

und vierter Vergewaltigungsvorwurf). Oder er versuchte den Geschlechtsverkehr 

gegen ihren Willen vorzunehmen, wobei es ihm gelang, ihren Intimbereich mit 

seinem Penis zu berühren. Da sie sich aber zur Wehr setzte und sich in seitlicher 

Lage mit aller Kraft am Bettgestell festhalten konnte, gelang es ihm nicht, sie auf 

den Rücken zu legen, worauf ihr schliesslich die Flucht ins Badezimmer gelang 

(dritter Vergewaltigungsvorwurf, Versuch). 

 2.1. Daraus geht hervor, dass der Beschuldigte jeweils mit physischer Ge-

walt, wie Packen, Beissen, Halten und Fixieren, unter Einsatz seines Gewichts 

auf die Privatklägerin 1 einwirkte und sie dadurch zur Duldung des Vaginalver-

kehrs zwang. Zudem setzte er psychischen Druck als Tatmittel ein, um ihren Wi-

derstand zu brechen und verlieh seinem Ansinnen dadurch zusätzlich Nachdruck, 

indem er ihr klarmachte, als seine Ehefrau dürfe sie den Geschlechtsverkehr nicht 

verweigern, da dies im muslimischen Glauben eine Sünde wäre, solange sie in 

diesem Haus sei, müsse sie machen, was er wolle. Damit erfüllte der Beschuldig-

te die zur Tatbestandsverwirklichung notwendigen objektiven Tatbestandselemen-

te mit der geforderten Intensität und Wirkung, womit er erreichte, dass sie ihren 

Widerstand schliesslich aufgab und sein Vorgehen erduldete. 

 2.2. Angesichts des Verhaltens und der Gegenwehr der Privatklägerin 1, 

insbesondere der verbalen Gegenwehr, dem Wegstossen, dem Versuch, seine 

Arme zu verdrehen, dem Beine-Übereinanderschlagen sowie dem Beine-Zusam-

menpressen und sich unter ihm hin und her zu bewegen, und nicht zuletzt auch 

aufgrund seiner eigenen Äusserungen, wonach sie sich ihm zu fügen habe (vor-

stehend, Erw. III.4.1.2.4.), war dem Beschuldigten zweifelsfrei bewusst, dass sie 

jeweils keinen Geschlechtsverkehr mit ihm wollte. Durch sein wissentliches und 

willentliches Vorgehen, erfüllte er den Tatbestand somit mit direktem Vorsatz. 

 2.3. Da es ihm gemäss erstelltem Sachverhalt aufgrund der erfolgreichen 

Gegenwehr der Privatklägerin 1 und ihrem Vorwand, im Badezimmer nur kurz ihre 

- 46 - 

Sachen zurechtzulegen und dann gleich wieder ins Bett zu kommen, nicht gelang, 

den Beischlaf an ihr zu vollziehen, mithin keine Penetration erfolgte, blieb es beim 

Versuch dazu (Art. 22 Abs. 1 StGB; dritter Vergewaltigungsvorwurf), womit er 

auch eine versuchte Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB begangen hat. 

 2.4. Somit hat d