# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5997a13e-36fe-5c5f-87ca-9b6702bd97de
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.08.2009 IV 2008/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-47_2009-08-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 27.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2009
Art. 17 ATSG, Art. 28 IVG. Rentenrevision Da im massgeblichen Zeitraum 
weder in gesundheitlicher noch in erwerblicher Hinsicht eine erhebliche 
Veränderung eingetreten ist, besteht kein Grund zur revisionsweisen 
Renteneinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 27. August 2009, IV 2008/47).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 27. August 2009

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rentenrevision

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.   

A.a Die 1959 geborene R.___ meldete sich am 29. März/4. April 2001 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich einer Rente, an. Sie habe den Beruf 

einer Coiffeuse erlernt und sei seit 1986 als Hausfrau tätig, daneben von Dezember 

2000 bis Februar (wohl:) 2001 im Umfang von ca. 30 % variabel auf ihrem Beruf. Seit 

acht Jahren sei sie immer wieder teilweise arbeitsunfähig (act. 2). Dr. med. A.___, 

Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 21. Mai 2001 (act. 7), die Versicherte leide an 

chronischen schweren Skelettbeschwerden im Sinne der Fibromyalgie (eine 

chronische/entzündliche/rheumatische Krankheit sei soweit möglich ausgeschlossen), 

an degenerativen Veränderungen der LWS mit Diskopathie L3-S1, einer chronisch 

depressiven Entwicklung und Adipositas permagna. Im Verlauf der letzten Jahre sei es 

zu zunehmenden Beschwerden des Bewegungsapparates gekommen. Ausserdem 

seien zunehmende Überlastungssymptome im Zusammenhang mit den intensiven 

Bedürfnissen der Familie mit vier Kindern (POS-Symptome, Schulschwierigkeiten) und 

häufigen Berufswechseln des Ehemannes gekommen. Im Lauf des Jahre 2000 habe 

sich eine chronische depressive Verstimmung so zugespitzt, dass eine sechswöchige 

stationäre psychotherapeutische Behandlung erfolgt sei. Alle körperlich einigermassen 

belastenden Arbeiten im Haushalt (Staubsaugen, Wäscheaufhängen, Bügeln usw.) 

müssten von Hilfskräften ausgeführt werden. Die Einschränkung der "Erwerbsfähigkeit" 

als Hausfrau betrage etwa 50 %. Anlässlich einer Haushaltabklärung vom 

5. September 2001 (act. 10) wurde festgehalten, die Versicherte habe angegeben, sie 

hätte, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben gewesen wären, 

spätestens ab April 2000 eine Teilerwerbstätigkeit aufgenommen, und zwar im 

Ausmass von 30 bis 40 %, damit sie rund Fr. 1'000.-- pro Monat hätte dazuverdienen 

können. Es wurde eine Einschränkung der Versicherten von 33 % im Haushaltbereich 

ermittelt. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste 

daraufhin eine multidisziplinäre Abklärung. Dr. med. B.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete der IV am 6. März 2002 ihr Gutachten 

(act. 16-39 ff./43) über die am 6. November 2001 erfolgte Untersuchung. Sie 

diagnostizierte eine Dysthymia (mit Beginn 1993/94) mit einer Anpassungsstörung, 

ausgelöst durch eine ungewöhnliche familiäre Belastung. Für die Frage, ob eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fibromyalgie vorliege, verwies sie auf das orthopädische Gutachten. Die chronische 

depressive Verstimmung schränke die Leistungsfähigkeit (im Haushalt und als 

Elternteil) ein, schätzungsweise um (25 bis) 30 % seit ca. 1994. Sie führe fast immer zu 

einer Schmerzverstärkung bei somatisch bedingten Schmerzzuständen. Durch die 

ständige Anspannung könnten aber auch unabhängig von somatischen Ursachen 

Schmerzzustände entstehen. Da die Schmerzen viele Jahre vor der Dysthymie 

aufgetreten seien, sei eine zusätzliche Ursache der Schmerzen zu vermuten. Zur 

Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit infolge der Schmerzen sei wiederum auf das 

orthopädische Gutachten zu verweisen. Die Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse werde aus 

psychischen Gründen nicht eingeschränkt, sofern ihr Ausmass neben der Familie nicht 

zur Überforderung führe. Im Umfang von 20 bis 30 % wäre sie wahrscheinlich günstig. 

Dr. med. C.___, Fachärztin FMH für Orthopädie, gab in ihrem Gutachten vom 30. April 

2002 (act. 16-1 bis 36/43) über die Untersuchung vom 6. März 2002 bekannt, 

orthopädisch lägen vor (erstens) eine chronische Thoraco-Lumbalgie bei ausgeprägter 

Chondrose und beginnender Instabilität L1/2, mässiger Osteochondrose L3/4, L4/5 

und L5/S1, Spondylarthrose L3/4 und L4/5, Anlagevarianten im lumbosacralen 

Übergang und muskulärer Dysbalance mit Insertionstendinose hinterer Beckenkamm 

bds, (zweitens) chronische Hüftschmerzen bds bei mässiger Dysplasie Hüfte links und 

deutlicher Dysplasie Hüfte rechts, und (drittens) ein TOS bds. Internistisch/allgemein 

medizinisch bestünden (erstens) chronische Weichteilschmerzen bei Fibromyalgie, 

(zweitens) eine chronische Müdigkeit bei anamnestisch chronischer Überbelastung 

(psychisch und physisch) und fraglich einem chronic fatigue Syndrom, (drittens) eine 

bekannte und behandelte Hypothyreose und (viertens) Adipositas Klasse II. Die 

Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Coiffeuse aktuell nicht arbeitsfähig; 

nach erfolgreicher Rehabilitation sollte eine Arbeitsfähigkeit von 25 % zu erreichen 

sein. Als Hausfrau liege die Arbeitsfähigkeit momentan bei durchschnittlich etwa 50 % 

und könne nach erfolgreicher Rehabilitation auf 60 bis 75 % gesteigert werden. In einer 

in ihren Voraussetzungen umschriebenen adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte bei 

gleichzeitiger Haushaltbelastung derzeit zu maximal 30 % arbeitsfähig, und nach 

erfolgreicher Rehabilitation wohl zu 50 %. Ohne zusätzliche Haushaltbelastung wäre 

die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit theoretisch zu 50 % arbeitsfähig. Indiziert 

sei eine konservative stationäre Rehabilitation von mindestens drei bis vier Wochen 

(Physio- und Psychotherapie sowie Diätberatung). Nach einem Vorbescheid vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

26. Juli 2002 (act. 20) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten 

mit Verfügungen vom 11. September 2002 ab dem 1. Juli 2000 eine halbe 

Invalidenrente zu, zunächst bei einem Invaliditätsgrad von 40 % im Härtefall, ab 

1. Oktober 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 56 % (act. 22). Es war davon 

ausgegangen worden, dass die Versicherte bis März 2000 ausschliesslich im Haushalt 

tätig gewesen wäre, danach zu rund 35 % auch noch im Erwerbsbereich. Aufgrund der 

vorbestehenden Einschränkung im Haushalt von 33 % werde ein Wartejahr mit einer 

durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40 % im Juli 2000 abgeschlossen. Drei 

Monate später sei der Anspruch zu erhöhen. Der Invaliditätsgrad setze sich aus einem 

Teilinvaliditätsgrad als Hausfrau von 21.45 % (0.65 mal 33 %) und einem erwerblichen 

Teilinvaliditätsgrad von 35 % (0.35 mal 100 %) zusammen (vgl. act. 20).

B.   

Im Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 4. Mai 2004 an, ihr Zustand 

habe sich seit ca. zwei Jahren verschlimmert. Sie leide an chronischer Müdigkeit und 

chronischen Schmerzen im ganzen Körper, weshalb sie sich nur schlecht mobilisieren 

könne, um noch sportlich aktiv zu sein. Für die Arbeiten im Haushalt habe sie ca. 20 % 

länger, weil sie regelmässig Pausen einschalten müsse (act. 23). Dr. A.___ berichtete 

am 15. Juni 2004 (act. 24) von einem stationären Gesundheitszustand. Der 

Versicherten wurde am 4. August 2004 mitgeteilt, es bleibe beim bisherigen 

Rentenanspruch (act. 28).

C.   

C.a Am 6. Juni 2005 (act. 30) beantragte die Versicherte eine Rentenrevision. Seit der 

Revision von 2004 habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Wegen extremer 

Schmerzen und Müdigkeit könne sie ihre Arbeit als Hausfrau und Mutter nur noch sehr 

beschränkt ausführen. Sie sei auf viel Hilfe angewiesen und viele Arbeiten blieben 

liegen. Der Betätigungsvergleich aus dem Jahr 2001 sei sicherlich nicht mehr 

zutreffend. Ausserdem wäre sie ohne Gesundheitsschaden inzwischen zu mindestens 

50 % erwerbstätig, da die Kinder älter geworden seien und finanzielle Gründe 

bestünden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.b Am 25. Juli 2005 ging der Austrittsbericht der Rheinburg-Klinik vom 20. Juni 2005 

(act. 35) ein, worin über eine Hospitalisation der Versicherten in der Zeit vom 18. Mai 

bis 14. Juni 2005 berichtet worden war. Es lägen ein chronisches 

Fibromyalgiesyndrom, ES 1989, eine reaktive Depression bei Überlastung, ein 

somatoformes Schmerzsyndrom im Weichteilbereich HWS, Lende, eine Hypothyreose, 

Adipositas, ein Restless-Legs-Syndrom und ein leichtgradiges sensomotorisches 

Karpaltunnelsyndrom rechts vor. Die Versicherte habe bei Austritt von einer Besserung 

ihrer psychischen Stabilität berichtet. Klinisch sei keine wesentliche Schmerzreduktion 

festgestellt worden, jedoch ein verbesserter Umgang mit den Schmerzen. Die 

Versicherte habe funktionell bei Austritt bis zu einer Stunde ohne Pause frei gehen und 

bis zu 45 Minuten sitzen können. Es seien nur Tätigkeiten mit leichter, wechselnder 

Belastung sinnvoll. Den derzeitigen IV-Rentenanspruch halte man für zu niedrig.

C.c Dr. A.___ erklärte in seinem Verlaufsbericht vom 30. August 2005 (act. 38), der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär und habe sich nicht rentenrelevant 

verändert. Die Versicherte sei nicht mehr in der Lage, einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen, und auch im Haushalt sei sie stark eingeschränkt. Die 

Erwerbsunfähigkeit liege gleichbleibend bei 56 %. In der Beilage fand sich ein Bericht 

des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom 

22. November 2004, wonach ein periodic leg Movement in Sleep (PLMS), eine 

Adipositas, eine Depression, anamnestisch eine Fibromyalgia rheumatica vor drei 

Jahren, eine Hyperthyreose, mit Eltroxin substituiert, und eine Rhinitis allergica 

vorlägen. Ein PLMS könne den Schlaf fragmentieren und eine Tagesmüdigkeit 

verursachen. Es sei medikamentös zu therapieren.

C.d Anlässlich einer Haushaltabklärung vom 28. April 2006 (act. 42-1 bis 9/10) machte 

die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend. Sie wäre 

ausserdem ohne Behinderung im Umfang von 50 bis 70 % erwerbstätig. Es wurde eine 

Einschränkung im Haushalt von rund 29 % festgestellt. Mit ihrer Stellungnahme zum 

Abklärungsbericht (act. 42-10/10) präzisierte die Versicherte, ohne gesundheitliche 

Beeinträchtigung würde sie heute zu 70 % als Coiffeuse arbeiten. Sie habe ihren Beruf 

gern ausgeübt und habe einen grossen Kundenstamm gehabt. Ihr Ehemann habe ihr 

im Haushalt stets geholfen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt die 

vorhandenen Angaben (von Dr. A.___ und der Rheinburg-Klinik) am 4. September 2009 

für unvereinbar (act. 45), worauf eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung veranlasst 

wurde.

C.f  Das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) bezeichnete in seinem Gutachten vom 

4. Juni 2007 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: (erstens) ein 

chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei mässigen degenerativen 

Veränderungen der LWS mit radiologischen Zeichen einer Instabilität L1/2 und 

myofaszialem Schmerzsyndrom Nacken-Schultergürtel sowie Lenden-Becken-

Hüftbereich, (zweitens) eine Periarthropathia coxae bds. bei Hüftdysplasie bds., 

(drittens) ein Impingementsyndrom Grad I rechte Schulter und (viertens) ein mögliches 

CTS bds. anamnestisch. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, eine Hypothyreose (ED 1989), untersubstituiert, und die 

Adipositas. In der Gesamtbeurteilung wurde angegeben, aus psychiatrischer und aus 

internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Körperlich 

schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien hingegen aus rheumatologischer Sicht 

bleibend nicht mehr zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit als Coiffeuse sei die 

Versicherte zu 30 % arbeitsfähig. Für körperlich leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten 

bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 %, ebenso für die häuslichen 

Tätigkeiten, und zwar dort bei jedem angenommenen Haushaltspensum. Eine 

adaptierte Erwerbstätigkeit sei der Versicherten neben dem Haushalt bis zu einem 

Pensum von 70 % zumutbar. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe wohl seit 

längerer Zeit, sicherlich ab April 2007. Mit der Betreuung der vier Kinder und dem 

Haushalt sei die Versicherte allerdings vollauf ausgelastet. Aufgrund der aktuellen 

Untersuchungsbefunde könne weder die Diagnose einer Depression noch jene einer 

Dysthymie bestätigt werden. Die depressiven Verstimmungen seien nicht so 

ausgeprägt, dass neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine 

depressive Störung zu diagnostizieren wäre. In den Teilgutachten wurde unter anderem 

festgehalten, die Versicherte habe eine ausgeprägte subjektive 

Krankheitsüberzeugung. Mit den medizinischen Massnahmen könne die 

Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden. Berufliche Massnahmen wurden nicht 

empfohlen, da es an der Motivation für Reintegrationsbemühungen fehlen werde.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.g Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2007 schlug der RAD vor, die Gutachter ergänzend 

nach einer allfälligen Veränderung seit der Rentenzusprechung im Jahr 2000 zu fragen. 

Das ABI teilte daraufhin am 18. August 2007 (act. 56) mit, die Berichte, die zur 

Berentung geführt hätten, seien bezüglich der Arbeitsfähigkeit unscharf, da sie sich auf 

das damalige Pensum als Erwerbstätige von 35 % bezogen hätten, oder weil eine 

deutlich geringere Arbeitsfähigkeit postuliert worden sei als nach erfolgreicher 

Rehabilitation. Die damals postulierte Verbesserung sei offensichtlich zwischenzeitlich 

eingetreten. Die objektiven Befunde hätten sich somatisch wie psychiatrisch stabilisiert 

bzw. nach erfolgreicher Rehabilitation verbessert bzw. beruhigt. Deshalb rechtfertige 

sich eine höhere Arbeitsfähigkeit in adaptierten Verweistätigkeiten auch medizinisch-

theoretisch. Das subjektive (Schmerz-) Empfinden jedoch habe sich verschlechtert.

C.h Mit Vorbescheid vom 27. September 2007 (act. 61 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Renteneinstellung in 

Aussicht, da sie neu als zu 70 % Erwerbstätige zu betrachten sei und in einer 

adaptierten Tätigkeit mit einem zumutbaren Pensum von 70 % kaum eine 

Erwerbseinbusse erleiden würde (Valideneinkommen Fr. 30'523.--, 

Invalideneinkommen Fr. 30'263.--). Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 29 % 

und ein Teilinvaliditätsgrad von 8.7 %.

C.i Die Versicherte liess am 29. Oktober 2007 (act. 67) durch ihren Rechtsvertreter 

einwenden, ihre gesundheitliche Situation habe sich seit der Rentenzusprechung nicht 

verändert bzw. verbessert. In der Antwort der Gutachter auf die Rückfrage setzten sich 

diese nur kritisch mit den Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit durch die früheren 

Gutachter auseinander, gäben also nur eine abweichende Beurteilung ab. Die blosse 

Behauptung, dass sich die objektive Befundlage verbessert habe, sei konkret nicht 

näher belegt oder begründet worden. Geändert hätten sich nur die Aufteilung zwischen 

Haushalt und Beruf (zu je hälftigen Teilen) und das Berufsfeld (Wechsel von der 

ursprünglichen zu einer adaptierten Tätigkeit). Der Invaliditätsgrad mache ca. 51.5 % 

aus.

C.j Auf Empfehlung des RAD wurden die Einwände des Rechtsvertreters der 

Versicherten dem ABI zur Stellungnahme vorgelegt. Daraufhin hielt das ABI am 19. 

November 2007 (act. 70) dafür, es habe bereits im Ergänzungsschreiben vom August 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2007 aufgezeigt, wie eine veränderte Einschätzung einer ähnlichen Situation zu 

begründen sei. Dr. C.___ habe offensichtlich in ihrem Gutachten in erheblichem 

Ausmass einen Dekonditionierungszustand in die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

einbezogen. Ihre Einschätzung sei retrospektiv nicht nachvollziehbar. Weshalb darauf 

abgestellt worden sei, sei schwer verständlich.

C.k Nachdem der RAD am 30. November 2007 von einer Verbesserung ausgegangen 

war (vgl. act. 71), verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 6. Dezember 

2007 (act. 72) die Einstellung der Invalidenrente auf Ende Januar 2008. Neu sei die 

Versicherte zu 70 % als Erwerbstätige und zu 30 % als Hausfrau einzustufen. In einer 

leichten leidensangepassten Tätigkeit sei ihr ein Pensum von 70 % zumutbar. Während 

sich im Erwerbsbereich mittels Einkommensvergleichs eine Einschränkung von 1 % 

ergebe, sei die Versicherte im Haushalt zu 29 % eingeschränkt. Daraus ergebe sich ein 

Invaliditätsgrad von zusammen 9.4 %, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe.

D.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera für die 

Betroffene am 22. Januar 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten, eventualiter 

sei ein Verlaufsgutachten bei Dr. C.___ und Dr. B.___ einzuholen. Die 

Beschwerdeführerin würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nur als Coiffeuse zu 

70 % arbeiten; in diesem Beruf könnte sie im Dorf oder gar zu Hause arbeiten, sodass 

das Pensum sich mit Familie und Haushalt vereinbaren liesse. In einer adaptierten 

Tätigkeit wäre sie hingegen höchstens zu 50 % tätig. Ausserdem habe sich die 

gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprechung nicht 

wesentlich verändert und eine Verbesserung sei nach wie vor nicht rechtsgenüglich 

belegt. Insbesondere habe die Rheinburg-Klinik keine wesentliche Verbesserung 

feststellen können; vielmehr habe man im Gegenteil befunden, die Invalidenrente sei zu 

niedrig. Das ABI nehme lediglich eine von den früheren Gutachten abweichende 

Beurteilung vor, was für eine Revision nicht genüge. In einer adaptierten Tätigkeit sei 

die Beschwerdeführerin zu 70 % arbeitsunfähig, wie dies von Dr. C.___ im Gutachten 

vom 30. April 2002 festgehalten worden sei. Beim Einkommensvergleich seien die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gleichen Tabellenlöhne für das Validen- und das Invalideneinkommen heranzuziehen 

und es sei ein zusätzlicher Leidensabzug zu berücksichtigen. Im Haushaltsbereich sei 

auf die ursprünglich ermittelte Einschränkung von 33 % (und nicht auf die neue 

Einschätzung von 29 %) abzustellen, denn der diesbezügliche Sachverhalt sei im 

Wesentlichen gleich geblieben.

E.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Es liege ein doppelter Revisionsgrund vor. Erstens habe 

sich der Gesundheitszustand dank erfolgreicher Rehabilitation wesentlich verbessert 

und es sei diesbezüglich auf das ABI-Gutachten abzustellen. Zweitens habe die 

Veränderung der Aufgabenteilung von Haushalt und Erwerb wirtschaftliche 

Auswirkungen. Es sei die von der Beschwerdeführerin als realistisch und fair 

bezeichnete Haushaltabklärung vom April 2006 massgeblich. Die Beschwerdeführerin 

selber habe eine Änderung der Gewichtung von 50/50 zu 30/70 verlangt. Es gehe nicht 

an, die Aussagen der ersten Stunde widerrufen zu wollen, weil man sich aus anderen 

Angaben höhere Leistungen erhoffe. Eine Verbesserung sei, da sich die Depression 

und die Dysthymie nicht mehr hätten bestätigen lassen, offensichtlich.

F.  

Mit Replik vom 21. April 2008 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dar, aus 

deren Stellungnahme zum Haushaltsabklärungsbericht gehe klar hervor, dass sie heute 

einzig als Coiffeuse zu 70 % arbeiten würde. In einer anderen Tätigkeit wären es 

maximal 50 %. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit im Haushalt bestehe kein 

Revisionsgrund. Die minim verbesserte Beurteilung ergebe sich aus dem neuen 

rechtlichen Argument der Schadenminderungspflicht des Ehemannes. Das ABI-

Gutachten tauge nicht zur Beurteilung der Frage nach einer allfälligen wesentlichen 

Veränderung. Auch in der Ergänzung werde Kritik an den früheren Gutachten geübt 

und eine andere Einschätzung abgegeben. Die Beschwerdegegnerin behaupte gemäss 

ihrer Beschwerdeantwort nur noch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes auf 

der psychischen Ebene. Dies stehe jedoch in krassem Gegensatz zu den Beurteilungen 

von Dr. A.___, wonach sich die Beschwerdeführerin nur mit knapper Not seelisch über 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wasser halte, der Rheinburg-Klinik, wo von einer reaktiven Depression bei Überlastung 

und von einem somatoformen Schmerzsyndrom die Rede sei, und des Kantonsspitals 

St. Gallen, wo ebenfalls eine Depression diagnostiziert worden sei. Zur 

unterschiedlichen Beurteilung hätten unterschiedliche Wertmassstäbe geführt, und 

nicht etwa geänderte Tatsachen. Die ABI-Begutachtung sei nicht objektiv gewesen. 

Das psychische Geschehen sei als rein subjektive Krankheitsüberzeugung dargestellt 

und damit abgewertet worden. Die Argumentation sei ausserdem widersprüchlich, 

werde doch einerseits behauptet, eine Dysthymie (es handle sich dabei um nichts 

anderes als um eine Depression) liege nicht mehr vor, anderseits aber, die leichten 

depressiven Verstimmungen seien der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 

zuzuordnen.

G.   

Die Beschwerdegegnerin hat am 8. Mai 2008 auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen:

1.  

1.1  Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügung am 6. Dezember 2007 entwickelt hat, sind die ab 1. Januar 

2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.

1.2  Mit der strittigen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin anlässlich einer Revision 

auf Gesuch der Beschwerdeführerin vom 6. Juni 2005 hin deren bisherige halbe Rente 

eingestellt.

2.  

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche 

Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen 

praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 

1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, 

beurteilt sich nach einer neuen Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie 

er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen 

Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen 

Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur 

Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).

2.3  Im Übrigen erfolgt die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Revisionsverfahren 

nach den allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden Vorschriften (Rz 5015 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH), nach der allgemeinen 

Methode für vollzeitlich Erwerbstätige, nach der spezifischen Methode namentlich für 

im Haushalt tätige versicherte Personen und nach der gemischten Methode für 

Versicherte, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben in einem Aufgabenbereich nach 

Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig wären. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder 

zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, ergibt sich aus der 

Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146; BGE 117 V 194; vgl. AHI 

1997 S. 286; AHI 1996 S. 196).

3.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdeführerin hatte gemäss der ursprünglichen Verfügung vom 

11. September 2002 eine halbe Rente bezogen, zuletzt bei einem Invaliditätsgrad von 

56 %. Dieser war anhand der gemischten Methode bei einer Aufteilung in 35 % 

Erwerbs- und 65 % Haushalttätigkeitsanteil bemessen worden. Als medizinische 

Grundlagen der Rentenzusprache hatten der Beschwerdegegnerin die Gutachten von 

Dr. B.___ und Dr. C.___ gedient. Danach war die Beschwerdeführerin in ihrer 

angestammten Tätigkeit (aus orthopädischen Gründen) nicht arbeitsfähig, in einer 

adaptierten Tätigkeit (ohne Berücksichtigung der Haushaltsbelastung) dagegen zu 

50 % arbeitsfähig. Die Erwerbstätigkeit dürfe, wie nach dem Gutachten von Dr. B.___ 

zu schliessen ist, nicht zu einer Überforderung führen. Nach einer erfolgreichen 

Rehabilitation sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Haushaltbereich wie in der 

angestammten und einer adaptierten Tätigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin 

ging bei diesen Vorgaben im Erwerbsteil von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus; eine 

ausserhäusliche Tätigkeit könne der Beschwerdeführerin nicht zugemutet werden. 

Abklärungen zu einer möglichen beruflichen Eingliederung tätigte die Verwaltung nicht.

4.  

4.1  Die Beschwerdegegnerin begründet ihre anpassungsweise Renteneinstellung 

einerseits mit einer gesundheitlichen Verbesserung und anderseits mit einer 

Veränderung in der Aufteilung der Aufgabenbereiche. In gesundheitlicher Hinsicht hält 

sie dafür, es hätten sich keine Depression und keine Dysthymie mehr bestätigen 

lassen.

4.2  Von einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands kann indessen 

nach der Aktenlage nicht ausgegangen werden. Zwar berichtete das ABI auf Anfrage 

nach einer allfälligen Veränderung am 18. August 2007, es sei zwischenzeitlich 

offensichtlich die früher postulierte Verbesserung eingetreten und die objektiven 

Befunde seien (somatisch wie psychiatrisch) stabilisiert bzw. nach erfolgreichen 

Rehabilitationen verbessert bzw. beruhigt. Deshalb rechtfertige sich auch medizinisch-

theoretisch eine höhere Arbeitsfähigkeit in adaptierten Verweisungstätigkeiten. 

Gleichzeitig hielt das ABI aber auch fest, dass die früheren ärztlichen Gutachten aus 

somatischer und psychiatrischer Sicht keine klaren Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

geliefert hätten. Bezüglich des orthopädischen Zustands wurde ferner ausdrücklich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

festgestellt, dass diagnostisch eine ähnliche Situation bestehe wie damals. In 

psychiatrischer Hinsicht bezeichnete das ABI die Diagnose einer Dysthymie als Leiden, 

das die Arbeitsfähigkeit nicht erheblich beeinträchtige. Sie bedeute eine geringere 

Aktivität des depressiven Geschehens als eine leichte depressive Episode. In der 

Stellungnahme zum Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 

19. November 2007 wird wiederum darauf hingewiesen, dass eine ähnliche Situation 

beurteilt worden sei, wie sie ursprünglich schon vorgelegen habe. Die frühere 

orthopädische Gutachterin habe in erheblichem Ausmass einen 

Dekonditionierungszustand in ihre Einschätzung miteinbezogen, was das ABI in der 

Regel nicht tue. Die ursprüngliche medizinische Einschätzung sei retrospektiv nicht 

nachvollziehbar. Schon im ABI-Gutachten war ausserdem festgestellt worden, dass die 

stationäre Rehabilitation zu keiner anhaltenden Verbesserung der Schmerzproblematik 

geführt habe (act. 52-18/22). Dort war zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit ferner 

dargelegt worden, die festgesetzte Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der anamnestischen 

Angaben, der eigenen Untersuchungsbefunde, der Akten und der früher attestierten 

Arbeitsunfähigkeiten wohl seit längerer Zeit anzunehmen. Wenn anstelle der Dysthymie 

(gemäss Dr. B.___) bzw. der Depression (Rheinburg-Klinik), die nach Auffassung von 

Dr. B.___ von Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei, vom ABI eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung angegeben wurde, welche die Arbeitsfähigkeit nicht 

tangiere, belegt auch das keine wesentliche Änderung im Sachverhalt. Nach 

Auffassung des ABI können (bei der Beschwerdeführerin) depressive Verstimmungen 

vorkommen, sie sind aber nicht so ausgeprägt, dass die Gutachter eine entsprechende 

(zusätzliche) Diagnose zu stellen für gerechtfertigt erachtet hätten. Gemäss dem 

Gutachten des ABI könnten aber selbst eine reaktive Depression und eine Dysthymie 

keine so hohe und keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen. Aus all diesen 

Aspekten wird insgesamt ersichtlich, dass eine wesentliche Veränderung in den 

tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnissen in der Zeit zwischen den ersten 

Begutachtungen und dem ABI-Gutachten nicht eingetreten ist. Die Gutachter haben 

vielmehr einen ähnlichen Zustand in seinen Auswirkungen auf die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit anders eingeschätzt.

5.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.1  Des Weiteren beruft sich die Beschwerdegegnerin zur Begründung ihrer 

anpassungsweisen Rentenaufhebung auf eine Änderung der Aufteilung zwischen dem 

Erwerbs- und dem Haushaltbereich.

5.2  Bei der Beurteilung des Status wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts

- einzig - auf den Beweis der hypothetischen Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall 

abgestellt, ohne die Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten 

(Bundesgerichtsentscheid i/S Y. vom 25. November 2008, 9C_650/2008), obwohl diese 

auszublenden im Licht von Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 5 Abs. 1 IVG problematisch 

erscheint (vgl. Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und 

Haushalt in der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/

Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 343 f.; vgl. etwa die 

Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 17. Februar 

2009, IV 2007/425, und i/S S. vom 23. April 2009, IV 2008/86). Massgeblich sind die 

gesamten persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Umstände 

(Bundesgerichtsentscheid 9C_650/2008). Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im 

Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre Vorstellungen und Pläne 

zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 20. Juni 2003, I 635/02). Von 

Bedeutung sind vor allem auch die Verdienstverhältnisse (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00). Zu 

beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über 

eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit langer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist. 

Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese nur 

ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist anderseits meist bereits durch die 

Invalidität beeinflusst (so der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006). Das Gericht hat jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 

unter den gegebenen Umständen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 

2a). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten nach 

Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (Bundesgerichtsentscheid i/S 

K. vom 19. März 2007, I 185/06; ZAK 1985 S. 468 E. 1). Denn Tatfragen, über die sich 

gemäss der Natur der Dinge nur Hypothesen aufstellen lassen, beurteilen sich nach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erfahrungssätzen (BGE 117 V 195 E. 3b mit Hinweis auf Guldener, Beweiswürdigung 

und Beweislast nach schweizerischem Zivilprozessrecht, S. 13).

5.3  Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden, 

wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 E. 2). Das ist 

auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der 

familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: R. Schaffhauser/

F. Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, S. 111). 

Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen Lebensentwicklung 

voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer Verhältnisse nach 

Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität) abgestellt, obwohl 

diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität sind. Aus dieser 

Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen hypothetischen 

Sachverhalt (BGE 117 V 199 E. 3b) geschlossen. Auf eindeutige Lebensentwürfe und 

Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft mit gleichen Chancen für 

unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens allerdings immer weniger Verlass. 

Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen Gründen 

zuzulassen. Etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein 

Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre (so der nicht veröffentlichte 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S L.V.-R. vom 

25. Oktober 2001). Zur Diskussion steht im Übrigen wie erwähnt ein hypothetischer 

Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann. Verschiedene Hypothesen müssen 

gegeneinander abgewogen werden. Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser 

Hypothesen die plausibelste ist (nicht veröffentlichter Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S. A.-F. vom 22. April 2008).

5.4  In Bezug auf die für die Aufteilung der beiden Aufgabenbereiche der 

Beschwerdeführerin massgeblichen Verhältnisse hat sich insofern eine Veränderung 

ergeben, als die Kinder zwischenzeitlich fünf Jahre älter geworden sind. Das jüngste 

Kind war im zweiten Vergleichszeitpunkt vom Dezember 2007 knapp 13-jährig. Nach 

Angaben der Beschwerdeführerin hat sich die Belastung durch die Erziehung 

vermindert. Indessen war bereits früher das zweitjüngste Kind im Internat und der 

Betreuungsbedarf der jüngeren beiden Kinder am intensivsten, sodass es sich kaum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

um eine erhebliche Verminderung handelt. Eine andere relevante Veränderung lässt 

sich ebenfalls nicht ausmachen. Die Hypothese, dass die Beschwerdeführerin ihr 

Erwerbspensum erhöht hätte, erscheint zwar möglich, aber im massgeblichen zweiten 

Vergleichszeitpunkt (jedenfalls noch) nicht plausibler als die ursprünglich 

angenommene. Ein triftiger Grund, die Aufteilung zu ändern, ist vorliegend innerhalb 

des massgeblichen Zeitraums nicht zu erkennen.

5.5  Auch was den Haushaltbereich betrifft, ergibt sich die minime Differenz nicht aus 

einer veränderten Sachlage.

5.6  Ist weder in gesundheitlicher noch erwerblicher Hinsicht ein relevanter 

Anpassungsgrund ersichtlich, hat eine Revision zu unterbleiben. Die angefochtene 

Verfügung ist aufzuheben.

5.7  Im Übrigen ist anzumerken, dass auch kein Grund bestünde, vom 

Einkommensvergleich aufgrund der Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf zu 

einem solchen in Anbetracht der Einschränkung in einer leidensangepassten Tätigkeit 

zu wechseln, wäre doch zunächst abzuklären, ob und wie die ausgebildete Berufsfrau 

anderweitig gleichwertig beruflich eingegliedert werden könnte, und wäre der Erfolg 

allfällig notwendiger Massnahmen abzuwarten.

6.  

6.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 6. Dezember 2007 gutzuheissen. 

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich und hat die 

gesamte Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

6.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. 

g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht 

nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. 

Eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) erscheint als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 6. Dezember 

2007 aufgehoben.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2009
	Art. 17 ATSG, Art. 28 IVG. Rentenrevision Da im massgeblichen Zeitraum weder in gesundheitlicher noch in erwerblicher Hinsicht eine erhebliche Veränderung eingetreten ist, besteht kein Grund zur revisionsweisen Renteneinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2009, IV 2008/47).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:32:48+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen