# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20d05c35-e59a-5de8-b9f9-1c543f093232
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-05-24
**Language:** de
**Title:** Die kreisärztliche Bemessung der trotz der Unfallrestfolgen noch verwertbaren Arbeitsfähigkeit erweist sich als beweiskräftig und auch die Bemessung des Invalideneinkommens ist nicht zu beanstanden.
**Docket/Reference:** UV.2022.00107
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00107.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00107
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Wilhelm
Urteil
vom
24. Mai 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Ivo Baumann
Grieder
Baumann Lerch
Epprecht
, Rechtsanwälte
Badenerstrasse
21, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
1965, arbeitete seit dem
2.
Juni 1997 für die
Y.___
AG und war bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1
0.
September 2018 stürzte sie gemäss Schadenmeldung vom 1
9.
September 2018 beim Begehen einer Treppe und zog sich dabei Prellungen an der linken Schulter und am linken Knie zu (
Urk.
7/1).
Im Zuge der
nachfolgenden ärztlichen Abklärun
gen
stellte
Dr.
med.
Z.___
, Leitender Arzt der Orthopädischen Klinik des Spitals
A.___
,
die Diagnose einer medialen Meniskusläsion am linken Knie sowie die Verdachtsdiagnose einer Rotatorenmanschettenruptur an der linken Schulter (
Urk.
7/4/2) und
nahm
am 1
3.
Dezember 2018
links
eine Knie
arthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie
vor
(
Urk.
7/13/2). Aufgrund anhal
tender Schulterbeschwerden überwies
Dr.
Z.___
die Versicherte in die Schul
tersprechstunde der Universitätsklinik
B.___
.
PD
Dr.
med.
C.___
, Leiten
der Arzt der Schultersprechstunde, und
Dr.
med.
D.___
, Assis
tenzärztin,
nannten im Bericht vom 1
5.
Mai 2019 als Diagnose eine Bursitis sub
acromialis und als Differentialdiagnose eine
Cap
s
ulitis
links und empfahlen kon
servative Massnahmen mit insbesondere Physiotherapie (
Urk.
7/6
5
/1 f.). Nach zwischenzeitlich erfolgter Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y.___
AG
per
3
1.
Dezember 2019 (
Urk.
7/101/4)
stellte
n
Dr.
C.___
und
Dr.
med.
E.___
, Assistenzarzt, im Bericht vom 2
6.
November 2019 die Diagnose einer posttraumatischen
Frozen
Shoulder
links und nahmen zur lokalen Entzündungshemmung eine glenohumerale Infiltration in Aussicht und empfahlen die Fortführung der physiotherapeutischen Massnahmen (
Urk.
7/97/2). Eine Verlaufsuntersuchung des linken Knies mittels M
RI
ergab am
7.
Januar 2020 ein symptomatisches Meniskusganglion im medialen Meniskusvorderhorn. Empfohlen wurde
n
eine Kniegelenksinfiltration und physiotherapeutische Mass
nahmen (
Urk.
7/112/1 f.).
Das linke Knie betreffend unterzog sich die
Versicherte
am
8.
Juni 2020 eine
r
weitere
n
Kniegelenksart
h
roskopie links mit
medialer
Teil
meniskektomie
und
Ganglionresektion
(
Urk.
7/134/2
f.
,
Urk.
7/135/2
f.
) und die linke Schulter betreffend kam
Dr.
C.___
im Bericht vom
5.
Juni 2021
zum Schluss,
orthopädisch/schulterchirurgisch könne keine Therapie mehr angeboten werden
(
Urk.
7/
202/3
).
Am 1
6.
Juli 2021 fand durch med.
pract
.
F.___
, Facharzt für Chirurgie, die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt, worüber dieser gleichentags sei
nen Bericht verfasste (
Urk.
7/212) und gleichzeitig die Schätzung des erlittenen Integritätsschadens vornahm (
Urk.
7/211).
Am 1
7.
November 2021 nahm
med.
pract
.
F.___
erneut Stellung (
Urk.
7/245).
1.2
Mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2021 sprach die Suva der Versicherten unter Einstellung der bisher erbrachten Taggeld
- und Heilbehandlungs
leistungen
mit Wirkung ab
1.
Oktober 2021 und
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12
%
eine Invalidenrente in der Höhe von monatlich
Fr.
525.95
zu
und
überdies
eine Integritätsentschädigung
von
Fr.
37'050.-- basierend auf einer Integritätsein
busse von 25
%
(
Urk.
7/255). Die von der Versicherten dagegen erhobene Ein
sprache (
Urk.
7/264)
hiess
die Suva mit Einspracheentscheid vom 2
7.
April 2022
in
dem Sinne
teilweise
g
ut
, als sie der Versicherten
nunmehr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 21
%
eine Invalidenrente zu
sprach
. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
7/283).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
7.
April 2022 erhob die Versicherte am
2
7.
Mai 2022 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die Suva in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheid
es
zu verpflichten, die gesetzlichen Leis
tungen auszurichten (
Urk.
1). Die Suva beantrage in der Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2022 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 1
9.
Sep
tember 2022 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin den Bericht von
Dr.
med.
G.___
, Fachärztin für Chirurgie, vom 1
2.
September 2022 ein (
Urk.
10). Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin am 2
6.
Oktober 2022 unter Bezugnahme auf die Stellungnahme von
med.
pract
.
F.___
vom 1
9.
Okto
ber 2022 (
Urk.
14-15). Am 1
4.
Dezember 2022 (
Urk.
19)
äusserte si
ch
die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf eine weitere Stellungahme von
Dr.
G.___
vom
2.
Dezember 2022 und das im Verfahren der Invalidenversi
cherung eingeholte
bidisziplinäre
rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Rheumatologie, und
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
9.
September 2022
(
Urk.
20/
1-2)
erneut zur Sache
.
Zusätzliche Ausführungen zur Sache machte die Beschwer
deführerin sodann mit
Eingabe vom
3.
Februar 2002 (
Urk.
24). Zu den weiteren Eingaben
der Beschwerdeführerin
liess sich die
Beschwerdegegnerin
am 1
3.
Feb
ruar 2023 unter Beilage einer weiteren Stellungahme von
med.
pract
.
F.___
vom
2.
Februar 2023 vernehmen (
Urk.
27 u
nd
28). Die Beschwerdeführerin erhielt davon am
8.
März 2023 Kenntnis (
Urk.
29).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integ
rität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je
m.w.H
.).
Nach der Rechtsprechung kommt
insbesondere
auch
den Berichten und Gutach
ten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrem
Einspracheentscheid
vom 2
7.
April 2022
auf den Standpunkt
, der Kreisarzt
med.
pract
.
F.___
sei aufgrund einer sorgfältigen und nachvollziehbaren Beurteilung zum Schluss gekommen, dass trotz der verbleibenden Unfallrestfolgen im Bereich der linken Schulter und am linken Knie eine leidensangepasste Tätigkeit vollzeitlich zumutbar sei. Für eine solche Tätigkeit gelte das folgende Profil: Das Heben und das Tragen dürfe auf
der rechten Seite frei sein, auf der linken Seite nur leicht. Das Hantieren mit Werkzeugen könne links leicht sein, rechts sei es frei. Es sei jedoch darauf zu achten, dass auf die linke Schulter keinerlei Vibrationen und/oder Schläge aus
geführt würden. Arbeiten über Kopfhöhe und beidhändige Arbeiten überkopf sollten nicht durchgeführt werden müssen. Das Stehen und Sitzen sei frei. Arbei
ten
,
die
das
Knien oder Kniebeugen erforderten sowie solche, die zu Schlägen oder Vibrationen in den Knien oder zu diesbezüglichen Zwangshaltungen führten, seien nicht zumutbar. Günstig sei eine längerdauernde sitzende Haltung
(
80
:
20). Die Fortbewegung
bis 50 Meter sei frei, Gehstrecken könnten manchmal bewältigt werden und langes Gehen sei nicht mehr möglich. Treppensteigen komme manchmal in Betracht, das Besteigen von Leitern sei nicht zumutbar, ebenso wenig Arbeiten, die ein Balancieren erforderten. D
er
Auffassung des Hausarztes
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
tologie, gemäss
der
auch in einer angepassten Tätigkeit
nur
ein Pensum von maximal 50
%
zumutbar sei, könne nicht gefolgt werden. Soweit dafür auf psy
chische Faktoren verwiesen werde, so seien diese hier nicht zu berücksichtigen, da sie nicht unfallkausal seien. Das weitere Argument, dass sich verschiedene unfallbedingte Einschränkungen potenzieren könnten, sei zwar grundsätzlich korrekt, allerdings führe dies hier nebst der qualitativen Anpassung des Zumut
barkeitsprofils nicht auch zu einer zeitlichen Anpassung. Die geltend gemachte erhöhte Pausenbedürftigkeit sei nicht konkretisiert worden. Es sei
somit vom kreisärztlich formulierten Zumutbarkeitsprofil auszugehen. Bei der Einkommens
bemessung zusätzlich zu berücksichtigen sei ein leidensbedingter Abzug von 10
%
vom Invalideneinkommen. Die Differenz zum Einkommen, das die Beschwerdegegnerin ohne die unfallbedingte gesundheitliche Beeinträchtigung weiterhin hätte erzielen können und damit der Invaliditätsgrad bel
iefen
sich somit nicht nur auf 12
%
, sondern effektiv auf 21
%
(
Urk.
2 S. 6 ff.
Ziff.
4 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Beschwerde
vom 2
7.
Mai 2022
aus, im Streit liege die zumutbare Restarbeitsfähigkeit. Der Kreisarzt gehe von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus, der behandelnde Arzt hingegen sei zum Schluss gekommen, es liege auch in einer angepassten Tätigkeit höchstens eine
Arbeitsfähigkeit
von 50
%
vor. Dem Kreis
arzt
med.
pract
.
F.___
komme nicht die notwendige fachärztliche Qualifikation zu, um eine zuverlässige Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit vorzunehmen. Der Hausarzt hingegen sei sehr wohl dazu in der Lage, weswegen das von der Beschwerdegegnerin als überzeugend betrachtete Zumutbarkeitsprofil illusorisch sei. Die unfallkausalen Beschwerden in Schulter und Knie könnten nicht für sich allein betrachtet werden.
Die Beschwerden verstärkten sich gegenseitig und
potenzierten sich sogar. Auch der Kreisarzt habe anerkannt, dass sich Beschwer
den gegenseitig verstärken könnten, wenn verschiedene Körperteile betroffen seien. Die Frage, inwieweit es sich hier diesbezüglich mit der zeitlichen Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit auch einer angepassten Tätigkeit verhalte, habe er unbeantwortet gelassen. Aufgrund der Divergenzen sei vorgeschlagen worden, eine externe Begutachtung durchzuführen. Allerdings habe sich die Beschwerde
gegnerin dazu nicht vernehmen lassen (
Urk.
1 S. 3).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2022 stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, der Kreisarzt
med.
pract
.
F.___
habe zu den
Argumenten
von
Dr.
J.___
ausführlich Stellung genommen und dargelegt, weswegen gestützt auf die Untersuchungsergebnisse und unter Berücksichtigung sämtlicher unfall
kausaler Befunde am Bewegungsapparat von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei. Insbesondere ergebe sich aus den Darlegungen des Kreisarztes, weswegen selbst eine
Potenzierung von Beschwerden hier nicht zu einer quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit führe. Rechnung zu tragen gelte es ausserdem der Erfahrungstatsache, dass Haus- oder behandelnde Ärzte in Zweifelsfällen für ihre Patienten günstige Beurteilungen abgäben (
Urk.
6 S. 2 f.
Rz
3 ff.).
2.4
In den weitern Eingaben zur Sache (
Urk.
9,
Urk.
14,
Urk.
19,
Urk.
24,
Urk.
27) blieben die Parteien jeweils unter Verweisung auf die weiteren von ihnen einge
reichten ärztlichen Stellungahmen (
Urk.
10,
Urk.
15,
Urk.
20/1-2,
Urk.
28)
bezüg
liche
der Frage
der Restarbeitsfähigkeit
bei ihren Standpunkten. Darüber hinaus
brachte
die Beschwerdeführerin in der Eingabe vom
3.
Februar 2023
vor
, das Invalideneinkommen hätte unter Zugrundelegung der Angaben in der Lohn
strukturerhebung
(LSE)
des Jahres 2020 mit entsprechender Anpassung an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2021 festgesetzt werden müssen.
Selbst unter Berücksichtigung des bestrittenen leidensbedingten Abzuges von 10
%
und bei einer
bestrittenen
Verweistätigkeit von 100
%
ergebe sich so eine Invalidi
tätsgrad von mindestens 25
%
(
Urk.
24 S. 1). Dem hielt die Beschwerdeführerin in der Stellungahme vom 1
3.
Februar 2023 entgegen, im Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheid
es
seien die LSE 2022 noch nicht veröffentlicht gewesen. Es sei daher richtigerweise auf die LSE 2018 abgestellt worden. Auch die defini
tive Lohnentwicklung für das Jahr 2021 sei erst nach Erlass des Einspracheent
scheid
publiziert
worden, weshalb diese nicht zu berücksichtigen sei (
Urk.
27 S.
1).
3.
3.1
Mit Verfügung vom
2
2.
Dezember 2021 sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin unter Einstellung der bisher gewährten Taggeldzahlungen (vgl.
Urk.
7/239) eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12
%
und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 25
%
zu. Den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Vorfall vom 1
0.
September 2018 und allfälligen psychischen Beschwerden verneinte sie (
Urk.
7/255; vgl. auch
Urk.
7/252). Im
Einspracheverfahren
errechnete sie sodann einen höheren Invaliditätsgrad von 25
%
, indem sie beim Invalideneinkommen einen Abzug von 10
%
berücksichtigte (
Urk.
2 S. 10 f.
Ziff.
5 lit. a/
bb
).
3.2
Den Zeitpunkt des Fallabschlusseses, die Verneinung des adäquaten Kausal
zusammenhangs
zwischen dem
Unfallereignis
vom 1
0.
September 2018 und all
fälligen psychischen Beschwerden
sowie die Bemessung der Integritätsentschädi
gung
stellte die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nicht in Frage. Da keine Anhaltspunkte vorliegen, dass diesbezüglich ein Korrekturbedarf besteht, ist auf diese Aspekte nicht näher einzugehen.
3.3
Strittig und z
u prüfen ist hingegen
der Umfang der
Restarbeitsfähigkeit
mit Bezug auf die somatischen Unfallfolgen
.
Hierfür ist auf die verschiedenen ärztlichen Berichte und Stellungahmen einzugehen.
Näher zu prüfen ist
überdies
auch
die Bemessung des Invalideneinkommens.
4.
4.1
Med.
pract
.
F.___
nannte im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
6.
Juli 2021 als
unfallkausale
Diagnosen
(1)
eine post
traumatische
Fro
z
en
Shoulder
links mit/bei
bursaseitiger
Partialruptur der Supraspinatussehne
und Obliteration des
Rotatorenintervalls
(konservativ behan
delt) und (2) eine mediale Meniskusläsion links mit Restbeschwerden (DD
:
symptomatische Vernarbung
Hoffa’scher
Fettkörper), Status nach medialer
Teil
meniskektomie
(Hinterhorn/Pars intermedia 20
%
) und
Ganglionresektion
am Innenmeniskus-Vorderhorn vom
8.
Juni 202
0.
Als nicht unfallkausale Leiden erwähnte
med.
pract
.
F.___
unspezifische Schulterbeschwerden rechtsseitig, eine Adipositas Grad III (BMI 39,2) und Lipödeme (
Urk.
7/212/8).
Sodann führt
e
er aus, bezüglich der Unfallfolgen liege insgesamt kein gutes Resultat vor.
Nach
direktem Kontusions- und Anpralltrauma
weise die Schulter links
unregelmässige Einschränkung
en
der Beweglichkeit
auf
,
wobei
die
wech
selnde Intensität
derselben
nicht immer
nachvollziehbar sei
. Die Beschwerden könnten nicht im angegebenen Umfang mit den bildgebenden und
den
klinischen Befunden in Einklang gebracht werden. Trotz der angegebenen Schulterschmer
zen verwende die Beschwerdeführerin Gehstöcke, die sie rechts und links voll
umfänglich einsetzen könne. Darüber hinaus sei die Beschwerdeführerin bezüg
lich ihrer Beschwerden auch ablenkbar
(
Urk.
7/212/8)
.
Bezüglich des linken Knies lägen unspezifische Beschwerden vor. Diese seien
infrapatellär
medial lokalisiert. Eine eigentliche Instabilität sei nicht gegeben. Im MRI- Befund vom
3.
Dezember 2020
sei ein tiefer Knorpeldefekt des medialen
Femurkondylus
beim vorbestehendem Status nach Partialruptur des proximal-medialen Kollateralbandes erkennbar
. Der mediale Meniskus sei verkürzt bei Sta
tus nach
Teilmeniskektomie
. Die Beschwerden des Knies seien daher mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit unfallkausal und daher auch nachvollziehbar.
Weitere Therapiemöglichkeiten bestünden nicht. Weder für die Schulter noch für das Knie könnten therapeutische oder chirurgische Optionen angeboten werden. Es sei mit
hin von einem Endzustand auszugehen. Für eine berufliche Tätigkeit bestünden Belastbarkeitsgrenzen. Das Heben und das Tragen dürfe auf der rechten Seite frei sein, auf der linken Seite nur leicht. Das Hantieren mit Werkzeugen könne links leicht sein, rechts sei es frei. Es sei jedoch darauf zu achten, dass auf die linke Schulter keinerlei Vibrationen und/oder Schläge
einwirkten
. Arbeiten über Kopf
höhe und beidhändige Arbeiten überkopf sollten nicht durchgeführt werden müs
sen. Das Stehen und Sitzen sei frei. Arbeiten die ein Knien oder Kniebeugen erforderten sowie solche, die zu Schlägen oder Vibrationen in den Knien oder zu diesbezüglichen Zwangshaltungen führten, seien nicht zumutbar. Günstig sei eine längerdauernde sitzende Haltung (
80 :
20). Die Fortbewegung bis 50 Meter sei frei, Gehstrecken könnten manchmal bewältigt werden und langes Gehen sei nicht mehr möglich. Treppensteigen komme manchmal in Betracht, das Besteigen von Leitern sei nicht zumutbar, ebenso wenig Arbeiten, die ein Balancieren erforderten (
Urk.
7/212/9).
4.2
Der Hausarzt
Dr.
J.___
nahm auf Veranlassung
der Beschwerdeführerin
am 2
4.
September 2021 zu den Darlegungen von
med.
pract
.
F.___
Stellung. Er führte aus, die Einschätzung der einzelnen Einschränkungen seien aus Sicht der Beschwerdegegnerin vertretbar. Aufgrund des Verletzungs
musters könnten die Einschränkungen aber je nach Sichtweise des Untersuchers auch grösser sein. Nicht berücksichtigt worden sei, dass der Bewegungsapparat respektive die Gelenke zueinander in Beziehung stünden und in Interaktion träten. Damit könn
ten sich einzelne Einschränkungen in
ihrer
Wirkung potenzieren. Die Summe der Beeinträchtigungen vermindere die Belastbarkeit und erhöhe die gesamte Ein
schränkung massiv. Die Einschätzung des Kreisarztes könne daher nicht geteilt werden. Es sei eine erneute Beurteilung in ein bis zwei Jahren vorzunehmen. Der Kreisarzt habe die massive Einschränkung der Gehfähigkeit
für längere Strecken
und bei
m
Gehen auf unebenem Gelände, beim Treppensteigen und Besteigen von Leitern anerkannt sowie die Unzumutbarkeit
von Arb
eiten, die das Balancieren erforderten.
Entgegen der Auffassung von
med.
pract
.
F.___
sei die Beschwerde
führerin auch beim Sitzen nicht frei.
Es könne somit nicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden.
Derzeit liege auch in einer solchen Tätigkeit nur eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
mit längeren Pausen für Positionswechsel
vor
(
Urk.
7/233/2 f.).
4.3
Zu dieser Beurteilung nahm
med.
pract
.
F.___
am 1
7.
November 2021 Stellung
,
indem er ausführte, die Beschwerdeführerin sei anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung umfassend untersucht und das Zumutbarkeitsprofil sei unter Berücksichtigung aller unfallbedingten Beeinträchtigung
en
festgelegt worden.
Dr.
J.___
habe seine abweichende Auffassung nicht näher begründet, sondern nur auf eine Neuevaluation in ein oder zwei Jahren hingewiesen.
Auch der Hin
weis, ein vollzeitliches Arbeitspensum in einer angepassten Tätigkeit sei illuso
risch
,
sei keine fundierte medizinische Beurteilung. Grundsätzlich treffe es zu, dass sich verschiedene unfallbedingte Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit potenzierten. Hier führe dies entsprechend auch zu einer qualitativen
,
nicht aber zu einer quantitativen Einschränkung, sofern die Tätigkeit den Einschränkungen Rechnung trage. Soweit
Dr.
J.___
zur Begründung der von ihm postulierten Restarbeitsfähigkeit von 50
%
auf psychische Aspekte anspiele, so seien diese hier mangels Unfallkausalität nicht zu berücksichtigen
(
Urk.
7/245/1 f.).
4.4
Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin
die
von ih
r
veranlasste Beurteilung
von
Dr.
med.
G.___
, Fachärztin für Chirurgie, vom 1
2.
September 2022 ein. Diese untersuchte die Beschwerdeführerin persönlich und stützte sich auf im Einzelnen nicht genannte bildgebende Befunde und Akten (
Urk.
10 S. 1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (1) eine
Frozen
Shoulder
links bei Zustand nach Schulter-Anprall bei Treppen
sturz am 1
0.
September 2018,
mit
Tendinopathie
und kleiner
bursaseitiger
Parti
al
läsion der Supraspinatussehne und Bewegungsausmass bis zur Horizontalen, und (2) chronische Schmerzen am Knie links bei beginnender Gonarthrose links
und mit
Beugedefizit und Zustand nach Kniearthroskopie links nach medialer
Teilmeniskektomie
und
Plicaresektion
am 1
3.
Dezember 2018
sowie
bei medialer Meniskusflächenläsion
, Zustand nach Kniearthroskopie links, medialer
Teil
meniskektomie
u
nd Ganglienresektion am Innenmeniskus-Vorderhorn am
8.
Juni 202
0.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
G.___
(1)
ein
Lipödem und (2) eine Adipositas Grad II (BMI 39,2;
Urk.
10 S. 1 f.
Ziff.
1.1).
Sodann führt
e
Dr.
G.___
aus, die bald vier Jahre nach
d
em Unfall persistierenden Bewegungseinschränkung
en
an der linken Schulter und am linken Knie sei nicht
vollständig erklärbar. Sie seien aber real und die Entfaltung der Bewegung in der Testung weise weder auf eine Simulation noch auf eine Aggravation hin. Trotz physiotherapeutischer Intervention
bestehe
an Schulter und Knie eine Gelenksteife. Die Schmerzproblematik sei unter Belastung erklärt, da sowohl
das
linke
Knie als
auch die linke Schulter ein eingeschränktes Bewegungsausmass aufwiesen. Die geklagten Dauerschmerzen in Ruhe und im Liegen könnten nicht zugeordnet werden. Eine zusätzliche psychische Problema
tik sei wahrscheinlich.
Die Beschwerdeführerin befinde sich denn auch in einer psychotherapeutischen Behandlung. Aufgrund der verordneten Medikamente sei von einer depressiven Symptomatik auszugehen. Die Prognose sowohl für die linke Schulter als auch für das linke Knie sei schlecht. Es könne nicht mehr mit einer massgebenden Verbesserung des Bewegungsumfangs gerechnet werden. Zielführend sei aber eine Reaktivierung. Die Beschwerdeführerin sei derzeit
dekonditioniert
und deprimiert. Eine medizinische Trainingstherapie könnte dieses Defizit massgeblich ausgleichen. Eine erneute physiotherapeutische Inter
vention hingegen dürfte kaum mehr zu einer Besserung an den betroffenen Gelenken führen (
Urk.
10 S. 2 f.
Ziff.
2 f.).
Trotz der Beeinträchtigungen zumutbar sei
eine sehr leichte Tätigkeit mit maxi
male
r
repetitiver Belas
tung der linken oberen Extremität mit 5 kg und selten mit 10 kg. Eine Belastung über der Horizontalen und Überkopfarbeiten seien für den linken Arm nicht zumutbar. Ebenso seien regelmässige repetitive bimanuelle Tätigkeiten über die Horizontale hinaus nicht zumutbar. Die Tätigkeit sollte vor
wiegend sitzend sein. Rein stehende Tätigkeiten seien nicht zumutbar. Das Gehen auf unebenem Grund sei für kurze Strecken von 10 Metern manchmal zumutbar. Nicht zumutbar seien des Weiteren Zwangshaltungen für die linke untere Extre
mität
, insbesondere
Arbeiten in kniender Stellung, und ebenso Arbeiten, die ein Körpergleichgewicht voraussetzten. Die ergonomischen Anforderungen bei einer sitzenden Tätigkeit seien einzuhalten. Diesbezüglich bestünden Probleme mit dem linken Kniegelenk,
mit dem
aktiv keine Beugung von 90
Grad
möglich sei. Nach einem Arbeitseinsatz zwischen 60 bis 80 Minuten seien regelmässig Pausen im Umfang von jeweils zehn Minuten erforderlich. Es resultiere daraus eine unfall
bedingte Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
aus unfallkausalen Gründen. Unter Berücksichtigung des aktuellen Zustandes und der Niedergeschlagenheit sei final von einer aktuellen Leistungsfähigkeit von 60
%
auszugehen, da im Vergleich zu gesunden Personen
eine Verlangsamung bestehe
(
Urk.
10 S. 3
f.
Ziff.
4
f.
).
4.5
Zu dieser Beurteilung nahm
med.
pract
.
F.___
am 1
9.
Oktober 2022 Stellung. Er führte aus, auch
Dr.
G.___
habe festgestellt, dass die Bewegungseinschrän
kungen
an Schulter und Knie
links
nicht vollständig erklärbar seien. Dies decke sich mit seinen eigenen Untersuchungsbefunden.
Ferner habe
Dr.
G.___
auf eine
zusätzliche psychische Problematik hingewiesen und habe die Aufnahme einer medizinischen Trainingstherapie (MTT) zur Mobilisation der betroffenen Gelenke empfohlen. Nachdem ein Endzustand ohne weiter
e
Therapiemöglichkei
ten erreicht sei, sei nicht ersichtlich, was eine MTT daran ändern könnte. Die physiotherapeutische Behandlung habe die Beschwerdeführerin denn auch bereits vor der kreisärztlichen Untersuchung beendet. Eine
Dekonditionierung
könne sodann nicht dazu führen
,
somatische Befunde ohne Wertigkeit zu ergänzen oder zu verändern. Auch eine psychische Störung sei nicht als Unfallfolge festgestellt worden. Das von
Dr.
G.___
formulierte Belastbarkeitsprofil weise sodann keine signifikanten Unterschiede auf.
Auch sie empfehle eine
Schonung der lin
ken Schulter und Gewichtsbelastungen zwischen 5 und 10 kg, was einer leichten Tätigkeit entspreche, und eine sitzende Tätigkeit.
Nicht nachvollziehbar begrün
det sei hingegen die Beurteilung von
Dr.
G.___
, dass mit Bezug auf die Unfallfolgen in einer angepassten Tätigkeit nur eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
respektive unter Berücksichtigung der aktuellen Verlangsamung eine solche von gar nur 60
%
bestehe.
Die von ihr genannten Einschränkungen begründeten nicht per se eine quantitative Einschränkung. Mit
Dekonditionierung
und Niederge
schlagenheit lasse sich eine solche nicht
begründen, zumal auch
Dr.
G.___
davon ausgegangen sei, die Gesamtheit der geklagten Beschwerden lasse sich nicht vollständig erklären (
Urk.
15 S. 1 ff.).
4.6
In
d
er weiteren Stellungnahme vom
2.
Dezember 2022 hielt
Dr.
G.___
fest,
in ihrer Beurteilung habe sie sich einzig mit dem Ressourcenprofil der Beschwerde
führerin befasst, unter Berücksichtigung der Aktenlage und einer körperlichen Untersuchung. Sie habe unter Berücksichtigung der ganzen Person zur Arbeits
fähigkeit und zur Leistungsfähigkeit Stellung genommen
und dabei auch auf fachfremde Probleme hingewiesen. Nicht befasst habe sie
sich hingegen mit Kau
salitäten
(
Urk.
20/1 S. 1). Die Darlegungen von
med.
pract
.
F.___
zeigten auf, dass er identische körperliche Befunde erhoben habe. Es bestünden Einschrän
kungen in der Beweglichkeit seitens der linken Schulter und des linken Knies. Die von
med.
pract
.
F.___
erwähnte Nichtnachvollziehbarkeit verschiedener Ein
schränkungen sei nichts als eine Vermutung. Eine ausreichende Begründung fehle. Die Einschränkungen lägen vor und seien reproduzierbar. Die Diagnose einer
Frozen
Shoulder
sei mit den geklagten Beschwerden vereinbar. Ein Anprall
trauma könnte als auslösender Faktor genügen. Bezüglich des linken Knies läge tatsächlich keine Instabilität vor, doch sei eine solche nicht die einzige Ursache für Schmerzen am Knie. Im Übrigen sei die Flexion des linken Knies aktiv auf 80
Grad
beschränkt und passiv auf 90
Grad
. Dies sei durch die Akten belegt. Auch die Beweglichkeit der Schulter sei
belegtermassen
eingeschränkt.
Es liege mithin ein unfallkausaler Schaden vor und es sei auch ein Integritätsschaden von 25
%
anerkannt worden. Eine MTT könne durchaus Sinn machen, da sich diese auf den gesamten Körper beziehe, der nach einer während vier Jahren attestierten Arbeitsunfähigkeit
dekonditioniert
sei. Die
Dekonditionierung
und auch die gedrückte Stimmung müssten zum Verständnis der Gesamtsituation genannt werden. Die Arbeitsfähigkeit bezogen auf die Unfallfolgen betrage 80
%
. In einer sitzenden Tätigkeit benötige die Beschwerdeführerin immer wieder Pause
n
zur Entlastung des Knies, indem sie dieses strecke und lockere.
Dies habe
auch in einer angepassten Tätigkeit die zusätzliche Einschränkung von 20
%
zur Folge
(
Urk.
20/1 S. 2 f.).
4.7
Der IV-Gutachter
Dr.
H.___
nannte in seinem rheumatologischen Gutachten vom
9.
September 2022 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Treppensturz am 1
0.
September 2018 mit Kontusion der linken Schulter und des linken Knies mit persistierenden Schmerzen und Schonhinken am linken Knie und persistierenden Schmerzen an der linken Schulter.
Als nicht relevant für die Arbeitsfähigkeit erachtete er namentlich die deutlichen Zeichen eines somatisch nicht begründbaren Schmerzsyndroms und eine muskuläre Dys
balance am Schultergürtel. Er hob hervor,
eine
Frozen
Shoulder
sei durch eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung nach allen Rich
t
ungen charakterisiert.
Insbesondere die Beeinträchtigung der Aussenrotation müsse vorhanden sein. In den Berichten der Universitätsklinik
B.___
vom 1
5.
Dezember 2020 und 1
9.
Februar 2021 sei
auf die Beschwerdeführerin bezogen
allerdings eine normale Aussenrotation beschrieben worden. Auch aktuell sei die Aussenrotation möglich, so dass die Diagnose nicht mehr gegeben sei. Die
Funktionsprüfung der
Rotato
renmanschett
e
habe
ebenfalls keine typischen Befunde zu Tage gefördert
.
Die muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits entspreche dem klinischen Befund. Die Untersuchung sei durch deutliche Zeichen eines somatisch nicht begründbaren Schmerzsyndroms beeinträchtigt gewesen. Diese Beschwerden würden nicht im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung berücksichtigt. Die dokumentierte Therapieresistenz bezüglich der infiltrativen Behandlungen an der linken Schulter und die jeweils postoperativ verstärkten Schmerzen nach Arthro
skopien am linken Knie seien gut
mit
den erwähnten Zeichen eines somatischen nicht begründbaren
chronifizierten
Schmerzsyndrom
s
begründbar.
Auch die geringe Wirksamkeit physiotherapeutischer Massnahmen und der medikamentö
sen Schmerztherapie sei damit erklärbar. Weitere invasive Eingriffe sollten vor diesem Hintergrund ausschliesslich
noch
nach strenger Indikationsstellung erfol
gen. Auch von rehabilitativen Massnahmen könne nur noch eine geringe Besse
rung erwartet werden. Die Prognose sei insgesamt ungünstig (
Urk.
20/2 S.
1
5
ff.
Ziff.
6 u
nd
7.1). In Übereinstimmung mit der Beurteilung des Kreisarztes de
r
Suva seien der Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Situation an Schulter und Knie links nur noch körperlich nicht belastende Tätigkeiten zumutbar. Beide Arme könnten nur noch unterhalb der Schulterhorizontalen eingesetzt werden, die Arbeiten müssten wechselbelastend und vorwiegend sitzend sowie in der Regel ohne Treppensteigen und ohne längere Gehstrecken sein.
Die Beschwerdeführerin beurteile sich selbst aufgrund der Gesamtheit ihrer Beschwerden und nicht nur bezogen auf die somatisch begründbaren. Aus rheumatologischer Sicht sei sodann die Kooperationsbereitschaft durch die Beschwerden im Rahmen des nicht-somatischen Schmerzsyndroms beeinträchtigt. Deswegen bestehe keine Möglichkeit, die Restarbeitsfähigkeit rein bezogen auf den rheumatologischen Fachbereich zu messen oder objektiv einzugrenzen, beispielsweise mittels einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Es sei daher nur möglich, die Restarbeitsfähigkeit unter Einbezug der klinischen Erfahrungen und der somatisch begründbaren Beschwerden zu schätzen.
Unter Berücksichtigung der gesamten Faktoren sei aus rheumatologischer Sicht von einer theoretischen Rest
arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen
(
Urk.
20/2 S. 18 ff.
Ziff.
7.2 u. 8).
4.8
Am
2.
Februar 2023 äusserte sich
med.
pract
.
F.___
zunächst
zur Stellungnahme von
Dr.
G.___
vom
2.
Dezember 202
2.
Er hielt fest,
zu berücksichtigen seien ausschliesslich objektivierbare Unfallfolgen. Die von
Dr.
G.___
erwähnte
Dekonditionierung
nach dem Verlust der Arbeitsstelle sei keine Unfallfolge und daher hier nicht relevant. Die bei der Bemessung der Integritätsentschädigung in Betracht fallenden Faktoren begründeten nicht
alle auch
eine Arbeitsunfähigkeit, weswegen von der Integritätsbemessung nicht unmittelbar auf die Restarbeits
fähigkeit geschlossen werden könne. Nicht gefolgt werden könne der Auffassung von
Dr.
G.___
, bei der sitzenden Arbeitsposition handle es sich um eine Zwangshaltung, die zu einem erhöhten Pausenbedarf führe. Zum einen seien zu den Beschwerden inkonsistente Angaben gemacht worden
und zum anderen beinhalte eine optimal angepasste Tätigkeit zeitweise, das heisst zu etwa 20
%
,
auch stehendes Arbeiten zur Entlastung. Ein zusätzlicher Pausenbedarf sei nicht ausgewiesen
(
Urk.
28 S. 1 f.)
.
Z
um rheumatologischen Gutachten von
Dr.
H.___
hielt
med.
pract
.
F.___
sodann
fest,
der Experte sei ebenfalls zum Schluss gekommen, es lägen nicht objektivier
bare Beschwerden vor. Beizupflichten sein den Ausführungen von
Dr.
H.___
auch bezüglich Aussenrotation des linken Schultergelenks, bezüglich Therapie
resistenz hinsichtlich Infiltrationen und medikamentöser Schmerztherapie, hinsichtlich der
Selbsteinschätzung und der Kooperationsbereitschaft der Beschwer
deführerin, bezüglich Würdigung der Ressourcen und hinsichtlich der Formulierung des Belastbarkeitsprofils.
Dr.
H.___
sei
mithin
im Wesentlichen zu übereinstimmenden Schlussfolgerungen gelangt
(
Urk.
28 S. 2 f.)
.
5.
5.1
Die Würdigung der verschiedenen ärztlichen Darlegungen zeigt, dass
med.
pract
.
F.___
ausgehend von den Unfallrestfolgen der erlittenen Verletzungen an der linken Schulter
und
am linken Knie
bezogen auf eine angepasste
Tätigkeit zum Schluss kam, eine solche sei der Beschwerdeführerin trotz der Unfallrest
beschwerden vollschichtig zumutbar.
Als angepasst umschrieb
med.
pract
.
F.___
folgende Belastungen:
Das Heben und das Tragen dürfe auf der rechten Seite frei sein, auf der linken Seite nur leicht. Das Hantieren mit Werkzeugen könne links leicht sein, rechts sei es frei. Es sei jedoch darauf zu achten, dass auf die linke Schulter keinerlei Vibrationen und/oder Schläge ausgeführt würden. Arbeiten über Kopfhöhe und beidhändige Arbeiten überkopf sollten nicht durchgeführt werden müssen. Das Stehen und Sitzen sei frei. Arbeiten
,
die ein Knien oder Knie
beugen erforderten sowie solche, die zu Schlägen oder Vibrationen in den Knien oder zu diesbezüglichen Zwangshaltungen führten, seien nicht zumutbar. Günstig sei eine längerdauernde sitzende Haltung
im Verhältnis von
80
%
zu
20
%
. Die Fortbewegung
auf Strecken
bis
zu
50 Meter
n
sei frei,
längere
Gehstrecken könn
ten manchmal bewältigt werden und langes Gehen sei nicht mehr möglich. Trep
pensteigen komme manchmal in Betracht, das Besteigen von Leitern sei nicht zumutbar, ebenso wenig Arbeiten, die ein Balancieren erforderten (
Urk.
7/212/9).
Der Beurteilung durch med.
pract
.
F.___
liegt eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin mit Anamnese und Befunderhebung zu Grunde. Zusätzlich standen dem Kreisarzt die ärztlichen
Vorakten
zu Verfügung (
Urk.
7/212/1 ff.).
Der Hausarzt
Dr.
J.___
, die von der Beschwerdeführerin zwecks Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit beauftragte
Dr.
G.___
und der rheumatologische IV-Gutachter
Dr.
H.___
kamen hinsichtlich der noch zumutbaren körperlichen Belastungen zwar zu vergleichbaren Ergebnissen, hingegen gingen sie von einer geringeren Restarbeitsfähigkeit aus.
5.2
Der Hausarzt
Dr.
J.___
gewichtete das Zusammentreffen von Unfallresiduen an der linken Schulter und am linken Knie besonders, indem er sich auf den Stand
punkt stellte, d
ie Summe der Beeinträchtigungen vermindere die Belastbarkeit und erhöhe die gesamte Einschränkung massiv
und insbesondere sei die Beschwerdeführerin auch beim Sitzen nicht frei
. Die Einschätzung des Kreisarztes
könnte daher nicht geteilt werden.
Darüber hinaus erachtete er in
ein bis zwei Jahren eine erneute Beurteilung
für angezeigt
(
Urk.
7/233/1
f.
)
.
Dem entgegnete
med.
pract
.
F.___
, es liege keine medizinisch fundierte Beurteilung vor
(
Urk.
7/245/1 f.)
. Tatsächlich erläuterte
Dr.
J.___
seine
äusserst kurz verfasste
Einschätzung nicht weiter und er nahm inhaltlich auch keinen Bezug auf die Darlegungen des Kreisarztes, zumal er diesen im Übrigen weitgehend beipflich
tete. So hielt er fest, d
er Kreisarzt habe die massive Einschränkung der Gehfähig
keit für längere Strecken und bei
m
Gehen auf unebenem Gelände, beim Treppen
steigen und Besteigen von Leitern anerkannt sowie die Unzumutbarkeit
von Arb
eiten, die das Balancieren erforderten
(
Urk.
7/233/2)
.
Es ist somit im Ergebnis nicht ersichtlich, weswegen die Unfallresiduen an Schulter und Knie linksseits nebst den von
med.
pract
.
F.___
erwähnten weitgehenden qualitativen Beein
trächtigungen auch zu einer quantitativen
in Form einer Restarbeitsfähigkeit von gar nur 50
%
führen
.
Es ist insbesondere nicht nachvollziehbar, dass für
Posi
tionswechsel
zur Entlastung insgesamt Pausen im Umfang von 50
%
eines Voll
pensums erforderlich sein sollen
(
Urk.
7/233/2)
.
Nicht näher dargelegt hat
Dr.
J.___
überdies, aus welchen Gründen in ein bis zwei Jahren eine Neuevalua
tion erforderlich sei.
Schliesslich ist bezüglich der Darlegungen von
Dr.
J.___
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde
Ärzte
beziehungs
weise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.3
5.3.1
Dr.
G.___
kam hinsichtlich des Belastbarkeitsprofils für eine angepasste Tätigkeit zu einer mit
med.
pract
.
F.___
grundsätzlich vergleichbaren Einschät
zung
,
indem sie festhielt, t
rotz der Beeinträchtigungen zumutbar sei eine sehr leichte Tätigkeit mit maximaler repetitiver Belastung der linken oberen Extremi
tät mit 5 kg und selten mit 10 kg. Eine Belastung über der Horizontalen und Überkopfarbeiten seien für den linken Arm nicht zumutbar. Ebenso seien regel
mässige repetitive bimanuelle Tätigkeiten über die Horizontale hinaus nicht zumutbar. Die Tätigkeit sollte vorwiegend sitzend sein. Rein stehende Tätigkeiten seien nicht zumutbar. Das Gehen auf unebenem Grund sei für kurze Strecken von 10 Metern manchmal zumutbar. Nicht zumutbar seien des Weiteren Zwangshal
tungen für die linke untere Extremität, insbesondere Arbeiten in kniender Stel
lung, und ebenso Arbeiten, die ein Körpergleichgewicht voraussetzten
. Abwei
chend von
med.
pract
.
F.___
kam sie allerdings zum Schluss, n
ach einem Arbeitseinsatz
von
60 bis 80 Minuten seien regelmässig Pausen im Umfang von jeweils zehn Minuten erforderlich
.
Es resultiere daraus eine unfallbedingte Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 80
%
aus unfallkausalen Gründen. Unter Berücksichtigung des aktuellen
Dekonditionierung
und der Niedergeschlagenheit sei final
sogar nur
von einer aktuellen Leistungsfähigkeit von 60
%
auszugehen, da im Vergleich zu gesunden Personen eine Verlangsamung bestehe (
Urk.
10 S.
3
f.
Ziff.
4 f.).
5.3.2
Im Vornherein nicht massgebend ist
die von
Dr.
G.___
mit 60
%
bewertete Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung aller Faktoren, das heisst auch unter Ein
bezug von
Dekonditionierung
und Niedergeschlagenheit. Niedergeschlagenheit respektive ganz generell psychische Faktoren können mangels des hierfür erfor
derlichen adäquaten Kausalzusammenhangs nicht
berücksichtigt werden.
D
er
Treppensturz vom
1
0.
September 2018
ist als leichter Unfall einzustufen.
UV170100
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung psychisch, banaler/leichter Unfall
06.2021
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie beispielsweise einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse ohne aufwendige Abklärungen im psychischen Bereich davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei der von
Dr.
G.___
erwähnten
Dekonditionierung
sodann handelt es sich um einen unfallfremden Faktor. Auch dieser Aspekt hat keinen Einfluss auf die Bemessung der Arbeitsfähigkeit aus rein unfallbezogener Sicht.
Wie
med.
pract
.
F.___
überdies
richtig bemerkte, sind für die Beurteilung der somatischen Unfallfolgen
nur
die objektiv erklärbaren Befunde massgebend (
Urk.
28 S. 2).
5.3.3
Eine volle Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
schloss
Dr.
G.___
darüber hinaus auch mit der Begründung
aus, soweit es die unfallkausalen Beeinträchtigungen betr
effe
,
fielen
chronische Schmerzen und
eine
Verlang
samung
ins Gewicht
(
Urk.
10 S. 4
Ziff.
5).
Was die geklagten Schmerzen betrifft, ist zu beachten, dass
med.
pract
.
F.___
diese nur teilweise mit den erhobenen objektiven Befunden in Einklang bringen konnte (
Urk.
7/212/8
,
Urk.
15 S. 1 f.
). Auch
Dr.
G.___
verwies zum einen auf nicht objektiv erklärbare Beschwer
den, stellte sich zum anderen
aber
auf den Standpunkt,
auch wenn die Beschwer
den an der
linken Schulter und am linken Knie nicht vollständig erklärbar
seien, so
seien
sie
real und die Entfaltung der Bewegung in der Testung weise weder auf eine Simulation noch auf eine Aggravation hin
(
Urk.
20/1 S. 2
).
Auf objektiv nicht erklärbare Beschwerden wies
jedoch
nicht nur
med.
pract
.
F.___
hin, son
dern zu diesem Schluss kam auch
Dr.
H.___
, der dazu in seinem Gutachten unter
Bezugnahme auf die erhobenen Befunde detaillierte Angaben machte und
vom Vorliegen eines somatisch nicht erklärbaren Schmerzsyndroms ausging
.
(
Urk.
20/2
S. 13 ff.). Dies widerspricht im Übrigen nicht der Einschätzung von
Dr.
G.___
, die betonte, dass
verschiedene
Beschwerden nicht erklärbar seien bedeute nicht, dass sie nicht real seien. Massgebend ist indessen nicht dieser Um
stand, sondern die mangelnde Unfallkausalität.
Bezüglicher der
n
icht objektivier
bare
n
Beschwerden
ist von
eine
r
vorwiegend psychogene
n
Genese
auszugehen
, w
eswegen
sie
hier nicht berücksichtigt werden
können
. Darauf wurde bereits hin
gewiesen (vgl. vorstehende E. 5.3.2). Nicht näher erläutert hat
Dr.
G.___
sodann, aus welchen Gründen von einer die Restarbeitsfähigkeit massgeblich beeinträchtigenden Verlangsamung
auszugehen ist
.
Hier erweist sich die Ein
schätzung von
med.
pract
.
F.___
als nachvollziehbarer
, der allen nachweislichen Unfallfolgen bei der Umschreibung des Belastbarkeitsprofils Rechnung getragen hat (
Urk.
7/212/6 ff.
).
Auch
Dr.
H.___
kam zu einer vergleichbaren Beurteilung (
Urk.
20/2 S. 17 f.).
Einer
möglichen
Verlangsamung im Vergleich zu gesunden Personen wird überdies durch eine Herabsetzung des Invalideneinkommens Rech
nung getragen
(
Urk.
2 S. 10 lit. a/
bb
)
, was unbestritten geblieben ist
.
Insgesamt
bleibt bei
Dr.
G.___
unklar, welche Faktoren sie in ihre Beurteilung mitei
n
bezogen hat.
Es ist angesichts ihrer Darlegungen
jedenfalls
naheliegend, dass
auch unfallfremde
Faktoren
wie
die
Dekonditionierung
oder nicht unfallkausale
Aspekte
wie psychisch
bedingte
Beschwerden
in diese einflossen. Auf ihre Ein
schätzung der Restarbeitsfähigkeit kann daher nicht abgestellt werden.
5.4
Dr.
H.___
kam
sowohl bezüglich der Würdigung der Befunde betreffend die somatischen Unfallfolgen als auch bezüglich der Formulierung der trotz dieser Folgen noch zumutbaren Belastungen zu Ergebnissen, die mit den Feststellungen von
med.
pract
.
F.___
vergleichbar sind (
Urk.
7/212/6 ff.,
Urk.
20/2 S. 1
3
ff.). Abweichen
d
schätzte er hingegen den Umfang der Restarbeitsfähigkeit ein. Anstelle einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
in
angepassten Tätigkeiten ging er von einer solchen von 70
%
aus, dies mit
der Begründung
, aufgrund des nicht somatischen Schmerzsyndroms sei es nicht möglich, die Arbeitsfähigkeit konkret zu bestimmen (
Urk.
20/2 S. 19).
Letzteres ist angesichts der gesamten Umstände nachvollziehbar. Anders verhält es sich bezüglich der Gründe, die für eine bloss partielle Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit sprechen. Die einzelnen Faktoren für seine Einschätzung nannte
Dr.
H.___
nicht
und es liegt
insbesondere auch
keine Auseinandersetzung mit den abweichenden Beur
teilungen von
med.
pract
.
F.___
, obschon
Dr.
H.___
diese zur Verfügung stand (
Urk.
20/2 S. 8). Die Beurteilung
von
Dr.
H.___
vermag diejenige von
med.
pract
.
F.___
somit
nicht zu entkräften, zumal
letzterer
ein
noch
detaillierteres Anfor
derungsprofil für eine angepasste Tätigkeit formuliert hat als
Dr.
H.___
(
Urk.
7/
212/9,
Urk.
20/2 S. 19).
D
a d
ie IV-Stellen und die Unfallversicherer die
Invalidi
-
tätsbemessung
in jedem einzelnen Fall selbständig vorzunehmen
haben
(vgl. BGE 133 V 549 E. 6, 126 V 388 E. 2d sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_429/
2021 vom 17. Mai 2022 E. 5.1, je mit Hinweisen)
kommt dem im Verfah
ren der Invalidenversicherung eingeholten Gutachten von
Dr.
H.___
sodann
kein Vor
-
rang zu.
Nicht begründet ist
ferner
der Einwand der Beschwerdeführerin
,
med.
pract
.
F.___
sei zur Festlegung eines Zumutbarkeitsprofils hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit gar nicht qualifizier
t
(
Urk.
1 S. 3)
. Als Facharzt für Chirur
gie (vgl.
Urk.
7/212/10) ist die erforderliche Eignung gegeben.
Zudem
sind
di
e Kreisärzte der Suva nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und thera
peutisch begleiten, verfügen sie über besonders ausgeprägte
traumatologische
Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des Bundesgerichts 8C_510/2007 vom
3.
Ok
tober 2008 = SVR 2009 UV Nr. 9 E. 7.5.4), dies unabhängig von ihrem ursprüng
lich erworbenen Facharzttitel (Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2019 vom 2
4.
Oktober 2019 E. 5.4)
.
5.5
Zusammen
gefasst ergibt sich, dass bezüglich des quantitativen Umfangs der ver
wertbaren Restarbeitsfähigkeit
keine
abweichenden ärztlichen Beurteilung
en
die Schlussfolgerungen des Kreisarztes
med.
pract
.
F.___
in Zweifel zu ziehen ver
mögen. Es steht mithin mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(
vgl.
BGE 144 V 427 E. 3.2)
fest, dass die Beschwerdeführerin trotz der somatischen Restfolgen des Ereignisses vom 1
0.
September 2018 in der Lage ist, eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 100
%
auszuüben
.
6.
6.1
Die Berechnung des
Valideneinkommens
blieb unbestritten und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.
Die einzelnen Faktoren der Bemessung des Invaliden
einkommens lassen sich der Verfügung
vom 2
2.
Dezember 2021 entnehmen. Grundlage bildete
n
insbesondere die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) des Jahres 2018
unter Anpassung an die Nomi
nallohnentwicklung
. Auf diese Weise setzte die Beschwerdegegnerin das Invali
deneinkommen auf
Fr.
55'781.-- fest (
Urk.
7/255/3 f.). Im
Einspracheverfahren
berücksichtigte sie
überdies
einen leidensbedingten Abzug von 10
%
, wodurch sich das Invalideneinkommen auf
Fr.
50'202.70 verringerte (
Urk.
2 S. 11). Die Beschwerdeführerin macht geltend, anstelle der LSE 2018 hätte die LSE 2020
unter Berücksichtigung einer Nominallohnentwicklung von 0,2
%
für 2021
be
-
rücksichtigt
werden müssen, woraus ein Invalideneinkommen von
Fr.
53'386.-- (ohne leidensbedingten Abzug) resultiere (
Urk.
24 S. 1). Die Beschwerdegegnerin
entgegnete dem, bei Erlass des
Einspracheentscheides
sei die LSE 2020 noch nicht
verfügbar
gewesen und ebenfalls erst danach sei auch die
Publikation der
defini
tive
n
Nominallohnentwicklung erfolgt (
Urk.
27 S. 1).
6.2
Für die Festsetzung der Vergleichseinkommen im Rahmen der Invaliditätsbemes
sung
sind
rechtsprechungsgemäss die im Verfügungszeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_339/2022 vom
9.
November 2022 E. 6.1.1 mit Hinweisen). Mit der Verfügung vom 2
2.
Dezember 2021 sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die Invalidenrente mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2021 zu (
Urk.
7/255/1). Dieser Punkt war im
Einspracheverfahren
unbestritten geblieben (vgl.
Urk.
7/264) und auch im Beschwerdeverfahren bemängelte die Beschwerdeführerin den Rentenbeginn nicht (
Urk.
1).
Bei Erlass des
Einspracheentscheides
am 2
7.
April 2022 aktuell waren die Tabellenlöhne der LSE 201
8.
Die LSE 2020 wurde, wie die Beschwer
degegnerin korrekt festhielt (
Urk.
27 S. 1), erst im August 2022 publiziert (
vgl.
www.bfs.admin.ch/news/de/2022-0666
).
Korrekt vermerkte die Beschwerdegeg
nerin auch, dass die definitive Nominallohnentwicklung für das Jahr 2021 erst im Juni 2022
publiziert wurde (
Urk.
27 S. 1
; vgl.
www.bfs.admin.ch/news/de/
2022-0102
).
Somit ergibt sich, dass die Bemessung des Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin unter den genannten Aspekten nicht zu beanstan
den ist.
Sie hat das Invalideneinkommen unter Zugrundelegung der bei Erlass des
Einspracheentscheides
verfügbaren Berechnungsparameter festgelegt.
Was sodann die Höhe des Abzugs von 10
%
angeht, so bestreitet die Beschwer
deführerin diesen (vgl.
Urk.
24 S. 1), ohne eine Begründung vorzubringen, wes
halb dieser Abzug höher sein sollte. Für eine Erhöhung sind keine Gründe ersichtlich, weshalb kein Anlass besteht, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass weder die dem angefochtenen Entscheid zu Grunde
gelegte
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit noch die Bemessung des Invalideneinkommens zu bemängeln sind. Anderweitige Gründe für eine Korrektur des vorinstanzlichen Entscheids sind weder ersichtlich noch wurden solche geltend gemacht. Die Beschwerde ist demzufolge abzuwei
sen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Ivo Baumann
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
Grieder-MartensWilhelm