# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32d42c4e-8ce6-5756-9977-9cec08c09a86
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.10.2018 UV 2017/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-49_2018-10-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/49

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 16.10.2018

Entscheiddatum: 16.10.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 16.10.2018
Art. 4 ATSG: Verneinung eines Unfallerereignisses, insbesondere eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors, im Zusammenhang mit einem Ereignis in 
einem Seilpark mit nachfolgenden Schulterbeschwerden. Art. 9 Abs. 2 lit. f 
UVV: Fehlender Nachweis einer Sehnenteilruptur im Bereich der 
Rotatorenmanschette (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 16. Oktober 2018, UV 2017/49).

Entscheid vom 16. Oktober 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/49           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr

wiget & partner, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG,

Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Sachbearbeiterin Verkauf bei der B.___ 

tätig und dadurch obligatorisch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG 

(nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 16. September 

2015 meldete die Arbeitgeberin der Zürich, die Versicherte habe sich am 7. August 

2015 während eines Aufenthalts in einem Seilpark bei einem Parcours "blöd" an einem 

Seil festgehalten und habe seither Schmerzen in der linken Schulter, welche sich in den 

Arm und den Nacken ausweiteten (act. Z1). Eine Erstbehandlung hatte am 15. 

September 2015 durch med. pract. C.___, Allgemeinmedizin FMH, stattgefunden, der 

die Versicherte für eine MRI-Untersuchung der linken Schulter der Radiologie D.___ 

und für eine fachärztliche Untersuchung und Behandlung Dr. med. E.___, Facharzt 

FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

zugewiesen hatte (act. ZM11). Die MRI-Untersuchung wurde am 2. November 2015 

durchgeführt und eine Erstkonsultation bei Dr. E.___ fand am 10. Dezember 2015 statt 

(act. ZM3 ff.). Im entsprechenden Untersuchungsbericht diagnostizierte Dr. E.___ eine 

Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und minimer Partialläsion des 

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Supraspinatus links (act. ZM5, vgl. auch, ZM8). Weitere Untersuchungsberichte von Dr. 

E.___ enthielten die Diagnose Supraspinatussehnenläsion links (act. ZM10, ZM12 f.). 

Dr. C.___ hatte der Versicherten ab 4. November 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt (act. ZM1). Ab 14. Dezember 2015 hatte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

bestanden (act. ZM9, ZM11). Zwischenzeitlich hatte die Versicherte am 13. November 

2015 in einem "Fragebogen Unfallhergang" (nachfolgend: Fragebogen) der Zürich zu 

verschiedenen Fragen Stellung genommen und das Ereignis vom 7. August 2015 

beschrieben (Suva-act. Z13 ff.).

A.b  Gestützt auf die Unfallmeldung der Arbeitgeberin sowie die Angaben der 

Versicherten im Fragebogen teilte die Zürich der Versicherten mit Schreiben vom 30. 

Dezember 2015 mit, dass das Ereignis vom 7. August 2015 den Unfallbegriff nicht 

erfülle. Es liege des Weiteren keine unfallähnliche Körperschädigung vor. Daher 

verneine sie eine Leistungspflicht (act. Z17).

A.c  Mit E-Mail vom 5. Januar 2016 ersuchte die Versicherte die Zürich um eine 

begründete, anfechtbare Verfügung und erklärte ihr, dass sich Dr. C.___ und Dr. E.___ 

darin einig seien, dass die Verletzungen in der Schulter aufgrund ihres Unfalls im 

Seilpark durch Einwirkung des Seils entstanden seien. Offenbar habe sie den 

Fragebogen nicht sorgfältig genug ausgefüllt, weshalb sie um Zustellung eines neuen 

Fragebogens ersuche, damit sie den Unfallhergang nochmals beschreiben könne (act. 

Z20).

A.d  Am 12. Januar 2016 verfügte die Zürich die Abweisung des Leistungsgesuchs (act. 

Z23).

B.   

B.a  Dagegen erhob die Versicherte am 22. Januar 2016 Einsprache (act. Z31). Am 8. 

März 2016 reichte Rechtsanwalt lic. iur. J. Jakob, St. Gallen, für die Versicherte eine 

Einspracheergänzung ein (act. Z43).

B.b  Am 15. Juli 2016 beauftragte die Zürich Dr. med. F.___, Leitender Arzt, Orthopädie 

Obere Extremitäten, Klinik G.___, mit einer Begutachtung der Versicherten (act. Z56). 

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Diese erfolgte am 13. Januar 2017. Dr. F.___ hielt deren Ergebnisse am 8. Februar 2017 

in einem Gutachten fest (act. ZM14).

B.c  Nachdem die Zürich dem Rechtsvertreter der Versicherten die Möglichkeit 

eingeräumt hatte, zum Gutachten Stellung zu nehmen (act. Z66), und dieser am 17. 

März 2017 eine entsprechende Eingabe eingereicht hatte (act. Z69), wies die Zürich mit 

Einspracheentscheid vom 9. Mai 2017 die Einsprache der Versicherten ab (act. Z71).

C.  

C.a Mit Eingabe vom 14. Juni 2017 liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter gegen den Einspracheentscheid vom 

9. Mai 2017 Beschwerde erheben mit den Anträgen, dieser sei aufzuheben (act. G1), 

der Beschwerdeführerin seien für die Folgen des Unfallereignisses vom 7. August 2015 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten und das Verfahren sei zur 

Prüfung und Verfügung der einzelnen Versicherungsleistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 

G1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2017 beantragte die Zürich (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G3).

C.c In der Replik vom 5. September 2017 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unverändert an den Beschwerdeanträgen fest (act. G5).

C.d Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 18. September 2017 an 

der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G7).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

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Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin 

aus der obligatorischen Unfallversicherung für die Folgen des Ereignisses vom 7. 

August 2015.

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 

E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen. So kann der Körper als Ganzes in Bewegung 

kommen, indem er - z. B. bei einem Sturz - auf harter Unterlage aufschlägt und 

Schaden nimmt. Der äussere und der ungewöhnliche Faktor sind hier ohne weiteres 

gegeben. Dies trifft auch zu, wenn sich, wie beim Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren 

eines Sturzes, bloss einzelne Körperteile bewegen und in Verbindung mit einem in der 

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Aussenwelt liegenden Umstand zur gesundheitlichen Störung führen. Freilich tritt 

schon bei einer normalen Bewegung des Körpers, wie beispielsweise beim normalen 

Aufstehen aus der tiefen Hocke, eine sinnfällige Veränderung der Aussenwelt ein. 

Dieser äussere Faktor ist aber nicht zugleich ein ungewöhnlicher Faktor; denn die 

Bewegung des Körpers ist, äusserlich betrachtet, normal verlaufen, also nicht durch 

eine in der Aussenwelt begründet Ursache - z.B. Ausrutschen wegen einer glitschigen 

Unterlage - in ihrem Ablauf gestört worden. Der Unfallbegriff ist nicht erfüllt. Unter 

unkoordinierten Bewegungen versteht man also nur körperliche Bewegungen, die in 

ihrem Ablauf durch etwas Programmwidriges, durch etwas Sinnfälliges, d.h. durch 

einen ungewöhnlichen Faktor, gestört werden, so dass einzelne Muskeln oder 

Muskelgruppen übermässig beansprucht werden; daraus können Muskel- und 

Sehnenschäden, ja selbst Knochenbrüche resultieren (ALFRED MAURER, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.; ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/ Genf 2012, S. 40 f.; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 

E. 2b).

2.2  Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken und die 

erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von 

vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines 

durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten können (z.B. Diskushernien, 

Rotatorenmanschettenrupturen, Meniskusrisse), unterliegt der Nachweis eines Unfalls 

insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders "sinnfälligen" Umständen gesetzt worden sein muss; denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während 

bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen 

besteht (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.3 mit Hinweisen).

2.3  Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des 

Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

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und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es 

dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 

sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann 

aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; THOMAS 

LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 

2014, § 70 N. 2 ff., N. 20; RUMO-JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 29; RKUV 1990 Nr. U 86 

S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu LOCHER/

GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.: Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im 

Sozialversicherungsrecht, die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht). Bei sich widersprechenden Angaben der 

versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime 

abgestellt werden, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ 

in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die 

bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher 

oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung 

im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht 

hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer 

Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29 f.). Bauen spätere Aussagen auf früheren Aussagen auf 

bzw. zeichnen sich erstere einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad aus, kann 

auch ein im Nachhinein dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw. 

berücksichtigt werden. Die verschiedenen Aussagen müssen jedoch in sich kongruent 

und miteinander vereinbar sein. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer, 

mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer Sachverhalt hinzugefügt, ist dessen 

überwiegend wahrscheinliches Geschehen als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu 

betrachten.

3.   

3.1  Den Akten sind folgende Darstellungen des Ereignisses vom 7. August 2015 zu 

entnehmen:

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3.1.1      Gemäss der von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin am 16. September 

2015 eingereichten Unfallmeldung hat sich die Beschwerdeführerin am 7. August 2015 

während eines Aufenthalts in einem Seilpark bei einem Parcours "blöd" an einem Seil 

festgehalten. Seither habe sie Schmerzen in der Schulter links, ausstrahlend in den Arm 

und den Nacken (act. Z1).

3.1.2      Nach Eingang der Unfallmeldung hat die Beschwerdegegnerin den 

Sachverhalt bezüglich des Ereignisses vom 7. August 2015 bei der Beschwerdeführerin 

mit einem Fragebogen erhoben (act. Z4), den diese am 13. November 2015 persönlich 

beantwortete (act. Z13 ff.). Die Beschwerdeführerin schilderte darin den Vorfall vom 8. 

August 2015 folgendermassen: "Bei dem einen Parcours sollte man in Kübel steigen 

und von Baum zu Baum gleiten, ich habe mich mit der linken Hand so blöd 

festgehalten, da hat es mir einen festen Zwick/Knacks in der Schulter gegeben. 

Danach hatte ich Schmerzen in der Schulter, konnte jedoch den Parcours beenden. 

Beim weiteren Parcours auf dem man über eine Hühnerleiter hätte nach oben gelangen 

sollen, musste ich umkehren, ich hatte keine Kraft mehr." (Frage 2.1). Auf die Frage, 

was sich im Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 7. August 2015 

Ungewöhnliches zugetragen habe (Frage 2.2), antwortete die Beschwerdeführerin:"In 

der Nacht waren die Schmerzen so gross, dass ich aufgewacht bin. Ich konnte den 

Arm kaum mehr bewegen. Seit diesem Ereignis habe ich ständig Schmerzen, habe nun 

eine Schlinge, um den Arm zu schonen. Deswegen erledige ich einhändig, was getan 

werden muss.". Die Frage 2.3, ob die Beschwerdeführerin anlässlich des Ereignisses 

vom 7. August 2015 eine unkontrollierte Bewegung [z.B. Ausgleiten, Stolpern, 

Anstossen, Sturz, reflexartige Abwehrbewegung, etc.] gemacht habe, verneinte die 

Beschwerdeführerin.

3.1.3      In der Einsprache vom 22. Januar 2016 und damit in Kenntnis der 

Ablehnungsverfügung vom 12. Januar 2016 (act. Z23) schilderte die 

Beschwerdeführerin das Ereignis vom 7. August 2015 folgendermassen: "Ich war am 7. 

August 2015 im Seilpark H.___. Bei einem der vielen Parcours muss man, um von 

einem Baum zum andern zu gelangen, in einen Kübel steigen, der oben an einem Seil 

befestigt ist. Dieser Kübel saust dann mit der Person von einem zum anderen Baum. 

Als ich auf der einen Plattform war, hielt ich mich mit einer Hand am Seil des Kübels 

fest, mit der anderen Hand am anderen, oberen Seil. Ich stieg in den Kübel und dann 

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ging alles sehr schnell. Ich war verunsichert, fürchtete zu fallen. Ich habe darum mit der 

linken Hand das obere Seil nicht umgehend losgelassen, als sich der Kübel zügig in 

Bewegung setzte. Als Folge dessen wirkte sich eine starke Zugkraft auf meinen linken 

Arm aus. Ich hörte ein Knacken in der Schulter und es zwickte heftig. Mir wurde 

beinahe schlecht vor Schmerz. Ich liess dann sofort das Seil los und fuhr mit dem 

Kübel zum anderen Baum. Das Ganze ging so schnell, ich konnte nichts dagegen 

tun…" (act. Z31). Analog schilderte auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in 

der ergänzenden Einsprachebegründung vom 8. März 2016 (act. Z43), dass sich der 

Kübel plötzlich zügig in Bewegung gesetzt habe und die Beschwerdeführerin im ersten 

Moment befürchtet habe zu fallen, weshalb sie das obere Seil nicht umgehend 

losgelassen habe, sondern sich im Gegenteil daran festgehalten habe. Als sich der 

Kübel in Bewegung gesetzt habe und unter der Beschwerdeführerin weggeglitten sei, 

habe eine starke Zugkraft auf den linken Arm gewirkt. Die Beschwerdeführerin habe ein 

Knacken in der Schulter und einen heftigen Zwick gespürt.

3.1.4      In der Beschwerde vom 14. Juni 2017 (act. G 1) wiederholte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Sachverhalt der ergänzenden 

Einsprachebegründung und fügte hinzu, die Beschwerdeführerin habe sich angesichts 

der Befürchtung zu fallen, reflexartig mit dem linken Arm und starker Kraftanstrengung 

am oberen Seil festgehalten. Unmittelbar vor dem Ereignis habe sie noch mit beiden 

Beinen auf festem Untergrund (mit einem Bein auf der Plattform und mit dem anderen 

Bein auf dem Boden des Kübels) gestanden. Als der Kübel unter ihren Füssen 

weggeglitten und sie ihr gesamtes Körpergewicht von einem auf den anderen Moment 

vollständig mit dem linken Arm habe auffangen müssen, habe eine starke plötzliche 

Zugkraft auf ihren linken Arm gewirkt.

3.2  Während der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Ereignisschilderungen in 

der Einsprache bzw. ergänzenden Einsprachebegründung und in der Beschwerde im 

Rahmen einer detaillierten, anschaulicheren Beschreibung des Ereignisses sieht (act. 

G1), enthalten sie nach Auffassung der Beschwerdegegnerin neue, bedeutsame 

Sachverhaltselemente, welche nicht einfach als ergänzende Aussagen mit einem 

höheren Detaillierungsgrad betrachtet werden können (act. G3). Tatsächlich werden in 

Einsprache und Beschwerde neben dem von Beginn weg geltend gemachten Schmerz 

bzw. Knacks nun auch detaillierte Schilderungen zu den Bewegungsvorgängen 

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angeführt: das plötzliche, zügige in Bewegung setzen des Kübels; die Verhinderung 

eines Sturzes; das reflexartig ausgeführte und mit starker Kraftanstrengung 

verbundene Festhalten mit dem linken Arm am oberen Seil; die Wirkung einer starken 

Zugkraft auf den linken Arm; das Auffangen müssen des gesamten Körpergewichts mit 

dem linken Arm von einem Moment auf den anderen. Weiter ist festzuhalten, dass den 

Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen ein bedeutsamer Beweiswert 

zukommt, die vorgenannten Sachverhaltselemente im Fragebogen jedoch nicht explizit 

aufgeführt worden sind. Sofern der Unfallversicherers die tatsächlichen Verhältnisse 

mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und 

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts rechtsgenüglich 

nachgekommen und es überzeugt rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte 

Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als 

Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung 

schildert bzw. diesen bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der 

Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu 

umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten 

Geschehnisses aufzufordern (Urteile des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 

2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b). Wie nachstehend zu zeigen sein wird, muss 

jedoch ein Unfallereignis im Sinn von Art. 4 ATSG bzw. das Vorliegen eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors mit Blick auf sämtliche in Erwägung 3.1 dargelegten 

Ereignisschilderungen verneint werden. Die Frage, von welcher Sachverhaltsdarstellung 

letztlich auszugehen ist, kann demzufolge offengelassen werden.

4.   

4.1  Mit den Antworten der Beschwerdeführerin im Fragebogen sind keinerlei 

Vorkommnisse dargetan, welche einen ungewöhnlichen äusseren Faktor ersichtlich 

machen würden und damit das Vorliegen eines Unfalls bejahen liessen. Das Festhalten 

mit der linken Hand an sich beschreibt eine alltägliche, physiologisch normale und 

psychologisch beherrschte, körpereigene Bewegung, selbst wenn das Seil über Kopf 

verläuft und mit ausgestrecktem Arm festgehalten wird. Durch die Beschreibung "blöd" 

wird zwar ein negativer Umstand im Zusammenhang mit dem Festhalten impliziert, 

doch wird das "blöd" von der Beschwerdeführerin in keiner Weise näher definiert und 

kann somit hinsichtlich seiner Bedeutung oder Wirkungskraft nicht eingeschätzt 

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werden. Es erscheint daher durchaus möglich, dass die Beschwerdeführerin mit der 

Formulierung "blöd" lediglich den auf das Festhalten folgenden Zwick/Knacks 

beschreiben wollte respektive das Festhalten angesichts der daraufhin aufgetretenen 

Schmerzen als "blöd" empfand. Die Schmerzen bilden denn auch in der Antwort auf 

die Frage 2.1 einen zentralen, in der Antwort auf die Frage 2.2 sogar den einzigen 

Inhalt. Das Auftreten von Schmerzen oder ein Knacks stellen keinen äusseren Faktor im 

Sinne der Rechtsprechung dar, sondern höchstens die Wirkung eines äusseren 

Faktors, weshalb dieser nicht bewiesen ist, wenn die versicherte Person nur das 

(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 

129 V 469 E. 4.2.1). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich, wie 

gesagt, nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. 

Nicht erfüllt ist das Erfordernis des ungewöhnlichen äusseren schädigenden Faktors 

auch, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen 

Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu beschreiben in der 

Lage ist, die den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen 

nicht überschreitet (BGE 134 V 79 f. E. 4.3.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a; RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 

2009, 8C_656/2008, E. 3.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 31; vgl. Erwägung 2.1). 

Sämtliche Antworten der Beschwerdeführerin betreffend das konkrete Geschehen 

enthalten allerdings keinen Hinweis auf einen Unfalltatbestand bzw. eine 

Ungewöhnlichkeit.

4.2 

4.2.1      Auch im Kraftaufwand, der durch das in der Einsprache, der ergänzenden 

Einsprachebegründung und der Beschwerde beschriebene nicht umgehende 

Loslassen bzw. Festhalten am oberen Seil zur Verhinderung eines Sturzes entstand, 

lässt sich nichts Ungewöhnliches erkennen. Das Nichtloslassen eines Seils ist 

selbstredend nicht ungewöhnlich. Das damit verbundene Verhindern eines Sturzes ist 

sodann vergleichbar mit einer Armbewegung zum Nachfassen eines weggleitenden 

Gegenstandes. Während im vorliegenden Fall eine Zugbelastung nach vorne erfolgte, 

wirkt sie beim Nachfassen nach einem entgleitenden Gegenstand nach unten. Nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung wird das Nachfassen eines entgleitenden 

Gegenstandes weder als ungewöhnlich noch in besonderer, einem Ausgleiten oder 

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einen Sturz vergleichbarer Weise geeignet angesehen, zu einer unphysiologischen 

Belastung einzelner Muskeln, Muskelgruppen, Bänder oder Sehnen zu führen. Das 

Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu 

bejahen, weil die Bewegung reflexartig ausgeführt wurde (Urteile des Bundesgerichts 

vom 21. März 2006, U 222/05, E. 3.2, 23. Mai 2006 U 144/06, E. 2.2, und 10. April 

2014, 8C_783/2013, E. 6.2; Urteile des EVG vom 12. April 2000, U 110/99, E. 3, 30. 

August 2001, U 277/99, E. 3e, und 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4). Anzufügen ist, 

dass in den vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 14. 

Juni 2017 (act. G1, Ziff. 21) zu Gunsten der Beschwerdeführerin angeführten Urteile 

des EVG bzw. Bundesgerichts vom 21. März 2006 (U 222/05, E. 6) und 11. Oktober 

2007 (U6/07, E. 5.3) kein Unfall-geschehen, sondern nur ein unfallähnliches Ereignis 

bejaht worden ist.

4.2.2      Das Wirken einer gewissen Zugkraft auf den Arm bzw. die Schulter ist der von 

der Beschwerdeführerin ausgeübten Freizeitaktivität inhärent. Verwirklicht sich dabei 

eine Verletzung, liegt deshalb noch kein Unfallereignis vor. Dass die Zugkraft so stark 

war, dass sie als ungewöhnlich beurteilt werden müsste, ist zwar möglich, aber nicht 

überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Wie bereits erwähnt, genügt jedoch die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts den Beweisanforderungen nicht 

(vgl. Erwägung 2.3). So ist vielmehr fraglich, ob auf den linken Arm beim Festhalten am 

oberen Seil eine grössere Kraft eingewirkt hat als auf den rechten Arm, mit dem sich 

die Beschwerdeführerin am Seil des Kübels festhielt. Stand die Beschwerdeführerin, 

wie beschrieben, mit einem Bein auf der Plattform und mit dem anderen Bein auf dem 

Boden des Kübels und verlor sie durch das Weggleiten des Kübels nach unten ihr 

Gleichgewicht, erreichte sie letztlich doch mit beiden Beinen den Kübel. Dazu musste 

sie die Bewegungskraft nach vorne in Richtung des wegfahrenden Kübels ausrichten. 

All dies erforderte, insbesondere auch wegen des als zügig beschriebenen in 

Bewegung setzens des Kübels, eine rasche Reaktion bzw. ein - ebenfalls geschildertes 

- sofortiges Loslassen des oberen Seils (vgl. act. Z31). Nachvollziehbarerweise ging 

angeblich alles schnell. Dass es angesichts des Gesagten zur Entwicklung einer 

ungewöhnlichen Krafteinwirkung auf den linken Arm bzw. das linke Schultergelenk 

kommen konnte ist nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Nicht 

nachvollziehbar erscheint jedenfalls auch die Schilderung des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde (act. G1, Ziff. 21), diese habe - als der Kübel 

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unter ihren Füssen weg geglitten sei - ihr gesamtes Körpergewicht vom einen auf den 

anderen Moment vollständig mit dem linken Arm auffangen müssen. Unabhängig 

davon, ob sie nur mit einem oder bereits mit beiden Beinen im Kübel stand, als sich 

dieser in Bewegung setzte, trug sie ihr Gewicht auf einem Bein oder beiden Beinen, 

was fraglos der Normalität entspricht.

4.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass anhand der vorgebrachten Sachverhalte 

bezüglich des Ereignisses vom 7. August 2015 ein Unfallereignis gemäss Art. 4 ATSG 

bzw. das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan ist.

5.   

5.1  Der mangelnde Nachweis eines Unfallereignisses kann im vorliegenden Fall auch 

nicht durch medizinische Feststellungen ersetzt werden. Dies ist generell selten 

möglich. Den medizinischen Feststellungen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung 

für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel lediglich 

die Bedeutung von Indizien zu (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2). Die vorliegenden 

medizinischen Akten bringen keine klare Erkenntnis in Bezug auf das Geschehen eines 

Unfalls am 7. August 2015. Von keinem der Ärzte wurde eine klare Unfalldiagnose - wie 

beispielsweise konkret zu erwarten, die Diagnose einer Distorsion bzw. Zerrung - 

erhoben (betreffend die Diagnosen Supraspinatussehnenläsion und 

Supraspinatussehnenruptur vgl. nachfolgende Erwägung 6). Bei den radiologisch 

erhobenen Befunden Reizzustand der Bursa subdeltoidea und subakromial sowie 

chronische Ansatztendinose der Supraspinatussehne mit leichter interstitieller 

Verquellung der Supraspinatussehne links (ZM3) und der Diagnose Impingement-

Symptomatik bei Ansatztendinopathie (act. ZM11) handelt es sich im Regelfall um 

krankheitsbedingte bzw. degenerative Gesundheitsschäden. Diese kommen höchstens 

als sekundäre Folge einer primären traumatischen, d.h. vorausgegangenen 

strukturellen Verletzung, vor (ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische 

Chirurgie, 4. Aufl. Bern, 2005, S. 725 ff. 975, 1183; PSCHYREMBEL, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Berlin 2017, S. 862, 1782; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. 

München 2003, S. 915, 1807). Für eine solche bestehen im konkreten Fall keine 

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überwiegend wahrscheinlichen Hinweise (vgl. nachfolgende Erwägung 6.5.1 ff.; zum 

Begriff "chronisch" vgl. Erwägung 6.5.1).

5.2  Damit entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers gestützt auf Art. 6 Abs. 1 

UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG.

6.   

6.1  Nachdem ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu verneinen ist, bleibt zu prüfen, ob 

das bei der Beschwerdeführerin festgestellte Beschwerdebild allenfalls eine 

unfallähnliche Körperschädigung darstellt, welche die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zu begründen vermag (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG). Folgende, in Art. 9 

Abs. 2 UVV abschliessend aufgeführte Körperschädigungen sind, sofern sie nicht 

eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt: Knochenbrüche, 

Verrenkungen der Gelenke, Meniskusrisse, Muskelrisse, Muskelzerrungen, 

Sehnenrisse, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.

6.2  Für die Beurteilung von Sachverhalten im Bereich der Medizin - unter anderem die 

Beurteilung, ob ein radiologisch erhobener Befund eine unfallähnliche 

Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV darstellt - ist das Gericht auf Angaben 

ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen, welche das Gericht zu würdigen hat 

(vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55; BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Art. 61 

li.t c ATSG). Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines Sehnenrisses 

gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV und stützt sich dabei auf das Gutachten von Dr. F.___ 

vom 8. Februar 2017 (act. G3).

6.3  Die Objektivierung einer organisch-strukturellen Verletzung - wie beispielsweise 

eines Sehnenrisses - erfolgt grundsätzlich mit einer apparativen/bildgebenden 

Abklärung (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 

[U479/05] S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen). Die am 2. November 2015 in der Radiologie 

D.___ durchgeführte MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks der 

Beschwerdeführerin ergab einen leichten Reizzustand der Bursa subdeltoidea und 

subakromiale sowie eine deutliche chronische Ansatztendinose der 

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Supraspinatussehne mit leichter interstitieller Teilläsion am Sehnenansatz (act. ZM3). 

Dr. F.___ stellte sodann in seinem Gutachten folgende Diagnose: Status nach 

indirektem Trauma der linken Schulter mit MR-tomographisch fehlenden Hinweisen für 

eine Rotatorenmanschettenruptur sprich einen Rotatorenmanschettendefekt; mit MRI-

Bildgebung vom 2. November 2015: interstitieller Verquellung der Supraspinatussehne 

links; mit dynamischer Ultraschalluntersuchung vom 13. Januar 2017: intakter 

Rotatorenmanschette, unauffälligen Binnenstrukturen, keinem gleno-humeralen Erguss, 

keiner Bursitis (act. ZM14). Dr. C.___ hatte im ärztlichen Zeugnis UVG vom 11. Januar 

2016 die Diagnosen Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und minimaler 

Partialläsion des Supraspinatus links und Supraspinatussehnenruptur links gestellt (act. 

ZM11). In den Akten finden sich ausserdem verschiedene Untersuchungsberichte des 

Facharztes Dr. E.___, in welchen die Diagnose einer Supraspinatussehnenläsion (act. 

ZM10, ZM12 f.) oder einer Impingement-Symptomatik bei Ansatztendinopathie und 

minimer Partialläsion des Supraspinatus (act. ZM5, ZM8) angeführt ist.

6.4  Im Bereich der unfallähnlichen Körperschädigungen hat das Bundesgericht in BGE 

114 V 306 E. 5.c die Leistungspflicht bei Sehnenpathologien restriktiv gehandhabt. Die 

Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für unfallähnliche 

Körperschädigungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV sei nach Sinn und Zweck 

dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse beschränkt. Sehnenzerrungen liessen sich 

nicht unter den Begriff "Sehnenrisse" subsumieren. Der Einbezug der übrigen 

Sehnenpathologie, einschliesslich Krankheiten des Begleitgewebes, sei 

ausgeschlossen. Ein eigentlicher Sehnenriss bestehe dann, wenn die Sehne vollständig 

gerissen sei. Teilrupturen könnten nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter 

Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV subsumiert werden. Weil sich die partiellen Sehnenrisse in der 

Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, 

Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden liessen, falle die 

Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur 

als solche medizinisch eindeutig sei, dies entweder intraoperativ oder durch 

Kontrastmitteldarstellung. Könne dieser Nachweis nicht erbracht werden, so habe der 

Leistungsansprecher die Folgen zu tragen. Diese Rechtsprechung wurde mit Entscheid 

U 441/99 vom 29. August 2000, E. 4 mit Hinweisen, bestätigt.

6.5 

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6.5.1      Dr. F.___ verneint angesichts des MRI-Untersuchungsbefundes das Vorliegen 

eines transmuralen und damit vollständigen Risses (act. ZM14), was von Seiten des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin offensichtlich unbestritten ist (act. G1, Ziff. 

24.c). Anhand der vorliegenden medizinischen Akten kann jedoch auch eine Teilruptur 

bzw. ein partieller Sehnenriss nicht als nachgewiesen betrachtet werden. Wie in 

Erwägung 6.4 gesagt, lassen sich nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung - 

entgegen der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der 

Beschwerde (act. G1) - Sehnenzerrungen nicht unter den Begriff "Sehnenrisse" 

subsumieren. Im MRI-Untersuchungsbericht (act. ZM3) sowie in den 

Untersuchungsberichten von Dr. E.___ findet sich der Befund bzw. die Diagnose einer 

Supraspinatussehnenläsion, zusätzlich partieller Natur (act. ZM10, ZM12 f.). Unter den 

(Ober-)Begriff der "Läsion" können zwar Sehnenrisse, aber auch andere Schädigungen 

und Störungen unabhängig von ihrer Ursächlichkeit, d.h. bereits Zerrungen, subsumiert 

werden (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1010; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1067). Dafür, 

dass es sich im konkreten Fall um eine eigentliche Partialruptur bzw. einen eigentlichen 

Sehnenteilriss handeln könnte, liegt kein medizinisch eindeutiger - intraoperativ oder 

durch Kontrastmittel erhobener - Nachweis vor. Mit dem MRI-Befund und der 

Diagnose von Dr. E.___ ist nicht rechtsgenüglich im Sinne der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung nachgewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich des 

Ereignisses vom 7. August 2016 wenigstens einen partiellen Sehnenriss im Sinne von 

Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV zugezogen hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich 

beim radiologisch erhobenen Befund im Bereich der Supraspinatussehne um eine 

krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung handelt. In diesem 

Sinne fand Dr. F.___ nach Eigendurchsicht der Bildgebung im MRI keinen Hinweis für 

eine Rotatorenmanschettenruptur (Ruptur = Riss; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1583; 

ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1623). Es komme lediglich eine Signalanhebung 

umschrieben im Bereich der Supraspinatussehne zur Darstellung im Sinne einer 

Tendinose, Verquellung (act. ZM14). Seine Feststellung erscheint schlüssig und 

überzeugend, zumal im MRI-Untersuchungsbericht im Gegensatz zu einem frischen 

bzw. traumatischen Zustand von einer deutlichen chronischen Ansatztendinose die 

Rede ist und die leichte interstitielle Teilläsion am Sehnenansatz in deren 

Zusammenhang erwähnt wird ("mit") (act. ZM3).

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6.5.2      Dr. F.___ erläuterte weiter, mit der MRI-Bildgebung könnten akute versus 

chronische Rotatorenmanschetten-Rupturen unterschieden werden; ob ein Riss oder 

gar Defekt unfallbedingt oder vorbestehend degenerativ bedingt sei, könne nicht allein 

mit Hilfe der MRI-Untersuchung, sondern nur mit Hilfe klinischer und anamnestischer 

Parameter unterschieden werden; verletzungsspezifische im MRI darstellbare 

Veränderungen gebe es nicht. Auch diese Ausführungen zeigen auf, dass ein 

überwiegend wahrscheinlicher Nachweis eines Sehnenrisses nicht erbracht ist. So 

wurde im konkreten Fall gerade eine chronische Läsion festgestellt und es könnte laut 

Dr. F.___ anhand des MRI-Befundes - selbst wenn von einem Sehnenriss ausgegangen 

würde - nicht abschliessend gesagt werden, ob diese degenerativ oder unfallbedingt 

ist. Die obige Beurteilung fand auch in der von Dr. F.___ am 13. Januar 2017 

durchgeführten Ultraschalluntersuchung, welche eine intakte Rotatorenmanschette 

zeigte, ihre Bestätigung (act. ZM14).

6.5.3      Die einzig von Dr. C.___ im ärztlichen Zeugnis UVG vom 11. Januar 2016 

aufgeführte Diagnose einer Supraspinatussehnenruptur links (act. ZM11) reicht 

schliesslich für einen Nachweis der Listenverletzung eines Sehnenrisses nicht aus. Es 

ist in keiner Weise erkennbar, woraus er die Diagnose ableitet. Unter der Rubrik 

"Objektive Befunde" verwies der Hausarzt insbesondere auf den massgebenden MRI-

Befund und leitete daraus offensichtlich die Diagnose einer Impingement-Symptomatik 

bei Ansatztendinopathie und minimer Partialläsion des Supraspinatus links ab. Die 

Ruptur-Diagnose steht damit vollkommen isoliert und unbegründet da.

6.6  Da es mithin vorliegend bereits an einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgezählten 

Verletzungen fehlt, kann von der Prüfung der übrigen für eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorausgesetzten Kriterien (Vorliegen 

eines unfallähnlichen Ereignisses; vgl. dazu BGE 129 V 467 E. 2.2) abgesehen werden.

7.   

7.1  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Vorfall vom 7. August 2015 mangels 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 

ATSG zu qualifizieren ist. Ebenso wenig liegt eine unfallähnliche Körperschädigung im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Sinne der abschliessenden Aufzählung von Art. 9 Abs. 2 UVV vor. Eine Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin ist daher nicht begründet.

7.2  Die Feststellungen von Dr. F.___ - die initialen Beschwerden seien gemäss seiner 

Einschätzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das erwähnte Ereignis vom 7. 

August 2015 zurückzuführen; es komme hinzu, dass anamnestisch vorbestehende 

Beschwerden an der linken Schulter nie beklagt worden seien (act. ZM14) - vermögen 

an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Sie beziehen sich auf die Tatfrage nach einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum obgenannten Ereignis (vgl. dazu BGE 129 V 

181 ff. E. 3; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.), welche zwar in erster Linie 

mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen beurteilt wird (RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 55). Die Frage, ob die einzelnen Voraussetzungen des 

Unfallbegriffs im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist jedoch eine Rechtsfrage, die 

vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Ist 

danach ein Unfallereignis im Rechtssinn zu verneinen, schliesst dies folgerichtig auch 

eine Unfallkausalität zwischen dem Ereignis und der gesundheitlichen Störung, d.h. 

deren traumatische Verursachung, aus. Die Bejahung eines Unfalls bildet eine 

eigenständige Anspruchsvoraussetzung für Leistungen der Unfallversicherung (vgl. Art. 

6 UVG). Der Bejahung eines Kausalzusammenhangs durch Dr. F.___ kommt damit nur 

die Aussagekraft zu, die gesundheitliche Störung der Beschwerdeführerin sei mit einer 

blossen Lebensverrichtung bzw. Freizeitbeschäftigung als auslösendem Moment 

einhergegangen. Zwar erwähnt Dr. F.___ in seinem Gutachten das Ereignis vom 7. 

August 2015. Auf welchen Ereignisverlauf er abstellt, ist dem Gutachten jedoch nicht zu 

entnehmen. Die von Dr. F.___ festgestellte Kausalität kann mithin nicht als Indiz für den 

ohnehin nur selten durch medizinische Feststellungen zu ersetzenden mangelnden 

Beweis eines Unfalls dienen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 28. September 

2016, 8C_358/2016, E. 3.6; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 51 E. 2; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., S. 29). Im Übrigen basiert seine Kausalitätsbejahung massgebend auf der 

Tatsache, dass bei der Beschwerdeführerin vor dem Ereignis vom 7. August 2015 noch 

keine Beschwerden in der linken Schulter bestanden hätten. Auch mit dieser blossen 

zeitlichen Abfolge ist zum Ereignis bzw. zu dessen Qualifikation als Unfallereignis gar 

nichts gesagt.

8.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 9. Mai 2017 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.10.2018
	Art. 4 ATSG: Verneinung eines Unfallerereignisses, insbesondere eines ungewöhnlichen äusseren Faktors, im Zusammenhang mit einem Ereignis in einem Seilpark mit nachfolgenden Schulterbeschwerden. Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV: Fehlender Nachweis einer Sehnenteilruptur im Bereich der Rotatorenmanschette (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Oktober 2018, UV 2017/49).

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