# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1bb8057-922e-5889-9615-d4f9e88f130a
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.12.2022 III 2022 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2022-134_2022-12-21.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2022 134

Entscheid vom 21. Dezember 2022 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Irene Thalmann, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________

gegen

1. Amt für Migration, Steistegstrasse 13, Postfach 454, 
6431 Schwyz, 

2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Post-
fach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Ausländerrecht (Familiennachzug Drittstaaten)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 19__, Staatsangehöriger von Nordmazedonien) reiste am 
11. August 2004 in die Schweiz ein und erhielt am 23. September 2020 eine Nie-
derlassungsbewilligung (Ausweis C; AFM-act. 277 [betr. A.________, nachfol-
gend ohne weitere Bezeichnung; Paginierung nicht übereinstimmend mit Akten-
verzeichnis]). Eine am 24. September 2004 geschlossene Ehe mit einer Schwei-
zer Bürgerin wurde im Jahr 2011 geschieden (vgl. AFM-act. 100, 104, 116). Die-
ser Ehe entsprangen keine Kinder (AFM-act. 100 i.f.). 

B. Am 2. September 2015 hatte A.________ in Tetovo mit B.________ (Jg. 
19__, Nordmazedonien; vgl. AFM-act. 2 [betr. B.________.]; Paginierung nicht 
übereinstimmend mit Aktenverzeichnis]) die Ehe geschlossen. Am 14. Juni 2021 
ging beim Amt für Migration (AFM) das per 9. Juni 2021 unterzeichnete Gesuch 
um Familiennachzug für B.________ sowie die gemeinsamen Kinder 
C.________ (geb. 2015), D.________ (geb. 2016) und E.________ (geb. 2018) 
ein (AFM-act. 25 [B.A.]). 

C. Mit Schreiben vom 5. August 2021 bestätigte das AFM den Eingang des 
Gesuchs um Familiennachzug, es forderte von A.________ die Einreichung wei-
terer Unterlagen und wies ihn darauf hin, dass die nachzuziehenden Personen 
bei der zuständigen Schweizer Vertretung im Ausland einen Visumsantrag für 
den langfristigen Aufenthalt (Visum D) zu stellen haben; hierfür setzte es Frist an 
bis 26. August 2021. Sodann wurde A.________ darauf hingewiesen, dass die 
Fristen für ein Gesuch um Familiennachzug für B.________ und C.________ 
nicht eingehalten worden seien (AFM-act. 29 [B.A.]). In der Folge gingen beim 
AFM am 24. August 2021 sowie am 7. September 2021 Stellungnahmen von 
A.________ sowie weitere Unterlagen ein (vgl. AFM-act. 42, 56 [B.A.]; angefoch-
tener RRB Sachverhalt lit. C). 

D. Nachdem gemäss Aktennotiz (bzw. AFM-internem Mail) vom 27. Septem-
ber 2021 die Frist betreffend Visumanträge bis 27. Oktober 2021 verlängert wor-
den war (AFM-act. 57 [B.A.]), stellte das AFM A.________ mit Schreiben vom 22. 
November 2021 die Ablehnung des Familiennachzugsgesuchs in Aussicht und 
gewährte ihm das rechtliche Gehör (AFM-act. 283). Am 1. Dezember 2021 nahm 
A.________ hierzu und am 27. Dezember 2021 zu einem weiteren Schreiben 
des AFM (zweite Gewährung des rechtlichen Gehörs) vom 21. Dezember 2021 
Stellung (AFM-act. 61 ff. [B.A.]). 

E. Mit Verfügung vom 26. Januar 2022 beschloss das AFM was folgt (AFM-
act. 293): 

3

1. Das Gesuch um Familiennachzug vom 14. Juni 2021 von A.________ für 
B.________, geb. __, Staatsangehörige von Nordmazedonien, C.________, 
geb. __, Staatsangehöriger von Nordmazedonien, D.________, geb. __, 
Staatsangehöriger von Nordmazedonien, E.________, geb. __, 
Staatsangehörige von Nordmazedonien, wird abgelehnt. 

2. Die Kosten dieser Verfügung setzen sich zusammen aus einer Gebühr von 
CHF 800.00 sowie Auslagen von CHF 10.00 (total CHF 810.00) und werden 
A.________ nach Eintritt der Rechtskraft in Rechnung gestellt.

(3./4. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung).

F. Mit Schreiben vom 11. Februar 2022 gelangte A.________ an das AFM 
(Eingang 14.2.2022), welches dieses Schreiben als Beschwerde (mit dem sinn-
gemässen Antrag auf Bewilligung des Familiennachzugsgesuchs) gegen die Ver-
fügung vom 26. Januar 2022 entgegennahm und am 3. März 2022 zuständig-
keitshalber an den Rechts- und Beschwerdedienst des Sicherheitsdepartements 
des Kantons Schwyz weiterleitete (AFM-act. 77 f.).

G. Da eine Durchsicht der Akten ergeben hatte, dass am __ 2021 in Einsie-
deln ein viertes Kind der Familie A.________ zur Welt gekommen war, ersuchte 
der Rechts- und Beschwerdedienst das AFM am 27. April 2022 hierzu sowie zum 
Anspruch auf Kinderzulagen von A.________ Stellung zu nehmen (Vi-act. III-07). 
In der Folge reichte das AFM am 17. Mai 2022 eine Stellungnahme bzw. Ver-
nehmlassung ein (Vi-act. II-02 [recte: 03]). 

H. Mit Beschluss (RRB) Nr. 617/2022 vom 23. August 2022 (versendet am 
30.8.2022) entschied der Regierungsrat wie folgt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (inklusive Kanzleikosten) im Betrag von Fr. 1500.-- 
werden den Beschwerdeführern auferlegt (…).

3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.

(4.-6. Rechtsmittelbelehrung; Zustellung).

I. Gegen diesen RRB erhebt A.________ am 8. September 2022 rechtzeitig 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz. Sinngemäss bean-
tragt er die Aufhebung des angefochtenen RRB sowie die Bewilligung des Ge-
suchs um Familiennachzug. 

J. Mit Vernehmlassung vom 12. September 2022 beantragt das den Regie-
rungsrat instruierende Sicherheitsdepartement, die Beschwerde sei unter Kos-
tenfolge zulasten des Beschwerdeführers abzuweisen. Das AFM teilt am 
28. September 2022 seinen Verzicht auf eine Stellungnahme mit. Mit Schreiben 

4

vom 17. Oktober 2022 (Postaufgabe am 18.10.2022) reicht der Beschwerdefüh-
rer eine Stellungnahme bzw. Replik ein. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Be-
schwerde abgewiesen und die Verfügung des AFM gestützt hat, mit welcher das 
Gesuch um Familiennachzug abgelehnt worden war. 

In sachverhaltmässiger Hinsicht drängen sich vorab folgende Bemerkungen auf. 
Das am 9. Juni 2021 unterzeichnete Gesuch um Familiennachzug umfasste die 
Familienmitglieder B.________ (Ehefrau) sowie die gemeinsamen Kinder 
C.________, D.________ und E.________. Ein Gesuch um Familiennachzug 
des am __ 2021 in Einsiedeln geborenen Sohnes bzw. vierten gemeinsamen 
Kindes ist - soweit ersichtlich - nicht aktenkundig. Ebenso wenig ist erkennbar, 
dass der Beschwerdeführer nachträglich um Einbezug dieses jüngsten Kindes in 
das Gesuchsverfahren ersucht hätte. Die Vorinstanzen aber haben das Gesuch 
unbesehen dessen unter Einbezug des zwischenzeitlich rund 1-jährigen jüngsten 
gemeinsamen Kindes geprüft. Dies zu Recht. Letztlich hätte ein Nichteinbezug 
des jüngsten Kindes bei einer Gutheissung des Familiennachzugs dazu geführt, 
dass das jüngste Kind gewissermassen "zwischen Stuhl und Bank" gefallen wä-
re, mithin sich das rund einjährige Kind anders als die übrigen Familienmitglieder 
ohne Bewilligung für den Aufenthalt in der Schweiz aufgehalten hätte. Überdies 
wäre es einerseits überspitzt formalistisch gewesen, eigens für dieses jüngste 
Kind ein Gesuchsformular zu verlangen, und anderseits ist das vorinstanzliche 
Vorgehen offensichtlich auch im Interesse des Beschwerdeführers (vgl. auch Be-
schwerdebegründung, wonach der Beschwerdeführer gemeinsam mit dem jüngs-
ten Sohn einschlafe und sie morgens jedes Mal gemeinsam erwachen würden). 

Insofern erweisen sich die Ausführungen des AFM in seiner Vernehmlassung 
vom 17. Mai 2022 im vorinstanzlichen Verfahren jedoch als nicht ganz verständ-
lich, wonach anders als zum Zeitpunkt der Verfügung (26.1.2022) "nun […] ge-
samthaft vier statt nur drei Personen zu berücksichtigen" seien und für 
F.________ noch kein Gesuch vorliege (vgl. S. 1 und 3 je i.f.; vgl. auch ange-
fochtener RRB Erw. 7). Zum einen waren schon ursprünglich deren 4 nachzuzie-
hende Personen (Ehefrau sowie die Kinder C.________, D.________ und 
E.________) berücksichtigt worden; anderseits wurde in der revidierten Berech-
nung der Lebensunterhaltskosten von einem Sechspersonenhaushalt ausgegan-
gen (d.h. neben dem Beschwerdeführer von 5 nachzuziehenden Personen, mit-
hin inkl. dem letztgeborenen F.________). 

5

2.1 Nach Art. 43 Abs. 1 AIG haben ausländische Ehegatten und ledige Kinder 
unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Ertei-
lung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn: 

a. sie mit diesen zusammenwohnen;
b. eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist;
c. sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind;
d. sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen können; 

und
e. die nachziehende Person keine jährlichen Ergänzungsleistungen nach dem 

Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) bezieht oder wegen des 
Familiennachzugs beziehen könnte.

Für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung ist gemäss Art. 43 Abs. 2 AIG anstel-
le der Voraussetzung nach Absatz 1 Buchstabe d die Anmeldung zu einem 
Sprachförderungsangebot ausreichend. Bei ledigen Kindern unter 18 Jahren fin-
det die Voraussetzung nach Absatz 1 Buchstabe d keine Anwendung (Art. 43 
Abs. 3 AIG). Kinder unter zwölf Jahren haben Anspruch auf Erteilung der Nieder-
lassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 6 AIG). 

2.2 Nach Art. 47 Abs. 1 AIG muss der Anspruch auf Familiennachzug innerhalb 
von fünf Jahren geltend gemacht werden. Kinder über zwölf Jahre müssen inner-
halb von zwölf Monaten nachgezogen werden. Die Fristen beginnen bei Famili-
enangehörigen von Ausländerinnen und Ausländern mit der Erteilung der Auf-
enthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des Familienver-
hältnisses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Ein nachträglicher Familiennachzug wird nur 
bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden. Kinder über 
14 Jahre werden zum Familiennachzug angehört, sofern dies erforderlich ist 
(Art. 47 Abs. 4 AIG). 

2.3 Die Fristenregelung von Art. 47 AIG bezweckt im Rahmen des Familien-
nachzugs, die rasche Integration der nachzuziehenden Angehörigen und insbe-
sondere der Kinder zu fördern. Durch einen frühzeitigen Nachzug sollen diese 
unter anderem eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz genies-
sen (Botschaft vom 8.3.2002 zum AuG, BBl 2002 3709, S. 3754 Ziff. 1.3.7.7; 
BGE 133 II 6 Erw. 5.4; Urteile BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 Erw. 2.2; 
2C_201/2015 vom 16.7.2015 Erw. 3.4; 2C_303/2014 vom 20.2.2015 Erw. 6). Die 
Regelung des Familiennachzugs ist eine Kompromisslösung zwischen den kon-
trären Anliegen, einerseits das Familienleben zu gestatten und andererseits die 
Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005, S. 305 ff.). Den Fristen in 
Art. 47 AIG kommt somit (auch) die Funktion zu, den Zuzug von ausländischen 
Personen zu steuern. Hierbei handelt es sich praxisgemäss um ein legitimes 

6

(staatliches) Interesse, um im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schut-
ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) vom 4. Novem-
ber 1950 das Recht auf Familienleben beschränken zu können (Urteil BGer 
2C_363/2016 vom 25.8.2016 Erw. 2.2 m.V.a. BGE 137 I 284 Erw. 2.1; Urteile 
BGer 2C_147/2015 vom 22.3.2016 Erw. 2.4.1; 2C_132/2016 vom 7.7.2016 
2.2.1). Denn die EMRK verschafft in Art. 8 praxisgemäss keinen vorbehaltslosen 
Anspruch auf Einreise und Aufenthalt bzw. auf Wahl des von den Betroffenen 
gewünschten Wohnorts für die Familie (vgl. BGE 142 II 35 Erw. 6.1; 139 I 330 
Erw. 2; Urteil BGer 2C_323/2018 vom 21.9.2018 Erw. 6.5.2). Soweit ein Bewilli-
gungsanspruch besteht, gilt er nicht absolut: Liegt eine aufenthaltsbeendende 
oder -verweigernde Massnahme im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 
EMRK, erweist sich eine solche dennoch als zulässig, falls sie - wie hier - gesetz-
lich vorgesehen ist (Art. 47 AIG), einem legitimen Zweck dient und in einer "de-
mokratischen Gesellschaft als notwendig" erscheint (BGE 142 II 35 Erw. 6.1; 139 
I 330 Erw. 2.2). Der Anspruch auf einen nachträglichen Familiennachzug hat sich 
in erster Linie an den gesetzlichen Bestimmungen auszurichten; es ist davon 
auszugehen, dass diese den konventionsrechtlichen Vorgaben genügen (BGE 
137 I 284 Erw. 2.4; vgl. zum Ganzen auch VGE III 2018 35 vom 24.4.2018 Erw. 
2.1).

2.4 Wichtige familiäre Gründe für einen späteren Nachzug im Sinne von Art. 47 
Abs. 4 AIG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in die 
Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 der Verordnung über Zulassung, Aufent-
halt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] vom 24.10.2007; BGE 137 I 284 
Erw. 2.3.1; Urteile BGer 2C_323/2018 vom 21.9.2018 Erw. 8.2.1; 2C_888/2011 
vom 20.6.2012 Erw. 3.1). Diese Bestimmung betrifft gemäss ihrer Marginalie in-
dessen nur den späteren Nachzug von Kindern und nicht den Nachzug eines 
Ehegatten. Immerhin ist nicht zu verkennen, dass auch mit Bezug auf den Nach-
zug des Ehegatten bei konventionskonformer Auslegung von Art. 47 Abs. 4 AIG 
das Wohl der (gemeinsamen) Kinder eine Rolle spielt und deshalb Berücksichti-
gung verdient (Urteil BGer 2C_586/2018 vom 28.5.2019 Erw. 2.3 m.w.H.). Es 
bedarf einer Gesamtsicht unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente. Da-
bei ist auch dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, wo-
nach die Integration der Kinder bzw. Jugendlichen möglichst frühzeitig gefördert 
werden soll. Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die 
rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt 
werden und im Resultat die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht 
(mehr) die Bildung einer echten Familiengemeinschaft bezwecken (BBl 2002 
3709, S. 3754 f. Ziff. 1.3.7.7; Urteil BGer 2C_515/2015 vom 10.2.2016 Erw. 2.1). 

7

Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen hat nach dem Willen des 
Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben, soll die Fristenregelung nicht ihres Sin-
nes entleert werden. Es braucht stichhaltige Gründe für einen nachträglichen 
Nachzug und das Vorliegen solcher Gründe ist zurückhaltend zu bejahen (vgl. 
etwa die Urteile BGer 2C_555/2017 vom 5.12.2017 Erw. 3.2.1; 2C_363/2016 
vom 25.8.2016 Erw. 2.3 m.w.H.). Dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG aber den-
noch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach 
Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV im Rahmen der erforderlichen Interessenabwägung 
gewahrt bleibt (vgl. zum Ganzen Urteil BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 Erw. 
2.3 m.w.H.; vgl. auch Urteil BGer 2C_323/2018 vom 21.9.2018 Erw. 8.2.1f.; so-
wie VGE III 2018 35 vom 24.4.2018 Erw. 2.2). 

2.5.1 Ein entsprechender wichtiger familiärer Grund für den Nachzug von Kin-
dern besteht etwa dann, wenn die weiterhin notwendige Betreuung der Kinder im 
Herkunftsland beispielsweise wegen Todes oder schwerer Krankheit der betreu-
enden Person nicht mehr gewährleistet ist und keine sinnvolle Alternative be-
steht. Praxisgemäss liegt demgemäss regelmässig kein wichtiger familiärer 
Grund vor, wenn im Heimatland alternative Betreuungsmöglichkeiten gefunden 
werden können, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch vermie-
den wird, dass das Kind aus seiner bisherigen Umgebung und dem ihm vertrau-
ten Beziehungsnetz gerissen wird (vgl. Urteil BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 
Erw. 2.5 m.w.H). Zwar ist es nach der Rechtsprechung mit Art. 8 EMRK nicht 
vereinbar, einen Familiennachzug erst dann zuzulassen, wenn keine einzige an-
dere Alternative zur Betreuung des Kindes in seinem Heimatland zur Verfügung 
steht. Eine alternative Betreuung muss vorab insbesondere dann ernsthaft in Be-
tracht gezogen und sorgfältig geprüft werden, wenn das Kind bereits älter ist, 
sich seine Integration schwieriger gestalten dürfte. An den Nachweis der fehlen-
den Betreuungsmöglichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso höhe-
re Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind ist und je grösser die Inte-
grationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen (Urteil BGer 
2C_555/2017 vom 5.12.2017 Erw. 3.2.1 m.w.H.; vgl. auch VGE III 2018 35 vom 
24.4.2018 Erw. 2.3).

2.5.2 Beim nachträglichen Ehegattennachzug kann für die Bejahung wichtiger 
Gründe z.B. der Abschluss einer Ausbildung oder der Wegfall von Betreuungs-
aufgaben gegenüber Verwandten im Ausland sowie finanzielle Gegebenheiten 
beim nachziehenden Ehegatten ausschlaggebend sein (Caroni, in: Caro-
ni/Gächter/Turnherr, Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Aus-
länderinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 47 N 21; Urteil BGer 2C_586/2018 
vom 28.5.2019 Erw. 2.4; VGE III 2016 111 vom 25.8.2016 Erw. 2.3).

8

2.6 Ein Nachzug ausserhalb der gesetzlichen Fristen fällt ausser Betracht, 
wenn die hier lebende ausländische Person die Einhaltung der Fristen, die ihr die 
Zusammenführung der Gesamtfamilie ermöglicht hätte, versäumt hat und sie 
hierfür keine gewichtigen Gründe geltend machen kann. Es obliegt der nach-
zugswilligen Person, im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten die entsprechenden 
gewichtigen Gründe nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. 
Art. 90 AIG; Urteil BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 Erw. 2.4 m.w.H.; VGE III 
2018 35 vom 24.4.2018 Erw. 2.4).

2.7 Das vom Gesetzgeber gewählte System dient mit den Nachzugsfristen, 
den damit verbundenen Rechtsansprüchen und der Ausnahmeregelung in Art. 47 
Abs. 4 AIG (für Härtefälle) nicht nur privaten Anliegen der Betroffenen, sondern in 
erster Linie (auch) der Steuerung der Zuwanderung und damit einem entspre-
chenden öffentlichen Interesse. Für die Auslegung des Begriffs der "wichtigen 
familiären Gründe" kann somit nicht die alleinige Sichtweise der Eltern bzw. der 
betroffenen Familie ausschlaggebend sein; hiergegen sprechen sowohl der Wort-
laut von Art. 47 Abs. 4 AIG, die Gesetzessystematik (Ausnahmeregel), die Mate-
rialien sowie die bisherige bundesgerichtliche Praxis (Urteil BGer 2C_1/2017 vom 
22.5.2017 Erw. 4.2.7; VGE III 2018 35 vom 24.4.2018 Erw. 2.6).

2.8 Das Bundesgericht geht davon aus, dass eine Familie, die freiwillig jahre-
lang getrennt gelebt hat, dadurch ihr beschränktes Interesse an einem ortsge-
bundenen (gemeinsamen) Familienleben zum Ausdruck bringt; in einer Situation, 
in der die familiären Beziehungen während Jahren über die Grenzen hinweg be-
suchsweise und über die verschiedenen Kommunikationsmittel gelebt worden 
sind, überwiegt regelmässig das der ratio legis von Art. 47 Abs. 4 AIG zugrunde 
liegende Interesse an der Einwanderungsbeschränkung, solange nicht objektive, 
nachvollziehbare Gründe, welche von den Betroffenen zu bezeichnen und zu 
rechtfertigen sind, etwas anderes nahelegen (vgl. Urteil BGer 2C_493/2020 vom 
22.2.2021 Erw. 2.5.4 m.w.H.).

2.9.1 Im Jahr 2010 hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung in Bezug auf 
den Teilfamiliennachzug geändert (BGE 136 II 78). Gemäss den Ausführungen 
des Staatssekretariats für Migration (SEM) ist es nicht mehr unabdingbar, dass 
die Kinder mit beiden Elternteilen zusammenleben. Ein Elternteil allein kann sich 
somit auf die Art. 42 Absatz 1 und 43 AIG berufen, um eine Aufenthaltsbewilli-
gung für sein Kind oder seine Kinder unter achtzehn Jahren zu erhalten, wenn 
die Fristen nach Art. 47 AIG oder die Übergangsfrist nach Art. 126 Abs. 3 AIG 
eingehalten werden. Dasselbe gilt für Art. 44 AIG (vgl. Urteile BGer 2C_764/2009 
vom 31.3.2010; 2C_537/2009 vom 31.3.2010). Die Anforderungen gemäss der 

9

neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts gelten auch dann, wenn die Frage 
des Anspruchs auf Teilfamiliennachzug unter dem Gesichtspunkt von Art. 8 
EMRK geklärt werden muss (vgl. Urteil BGer 2C_764/2009 vom 31.3.2010). Auf 
Grundlage der Art. 42 bis 44 AIG lässt sich die Anwendung der restriktiven Vor-
aussetzungen, die im Fall des Teilfamiliennachzugs gemäss bisheriger Recht-
sprechung galten und darauf basierten, dass das Kind mit beiden Elternteilen 
lebt, nicht mehr rechtfertigen. Diese Voraussetzungen können im Zusammen-
hang mit "wichtigen familiären Gründen" im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG aber 
noch eine Rolle spielen, wenn ein nachträglicher Familiennachzug ausserhalb 
der Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AIG beantragt wird (BGE 136 II 78). Die Ände-
rung der bisherigen Rechtsprechung bedeutet jedoch nicht, dass die Behörden 
die Art. 42 bis 44 AIG bei einem Teilfamiliennachzug ohne weitere Prüfung an-
wenden müssen. Diese Art des Familiennachzugs kann nämlich spezifische Pro-
bleme mit sich bringen, vor allem wenn das Kind, für welches eine Aufenthalts-
bewilligung für die Schweiz beantragt wird, mit dem anderen Elternteil oder sei-
ner Familie im Ausland lebt (zum Ganzen Weisungen AIG, Stand 1.10.2022, Ziff. 
6.8). 

2.9.2 Hinsichtlich Teilfamiliennachzug sind im Wesentlichen drei Punkte zu prü-
fen (vgl. BGE 136 II 78 Erw. 4.8 [= Pra 99 [2010] Nr. 70] und Weisungen AIG, 
Stand 1.10.2022, Ziff. 6.8, je m.w.H.): 

Erstens darf der Teilfamiliennachzug nicht rechtsmissbräuchlich geltend gemacht 
werden (Art. 51. Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a AIG), wobei es den Behörden ob-
liegt nachzuweisen, dass dies der Fall ist.

Zweitens muss der gesuchstellende Elternteil der (alleinige) Inhaber der elterli-
chen Sorge sein; bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss der andere, im Aus-
land lebende Elternteil sich ausdrücklich mit dem Nachzug einverstanden erklärt 
haben (siehe dazu BGE 125 II 585 Erw. 2a). Der Elternteil, der der Ansicht ist, 
dass es im Interesse des Kindes ist, zu ihm in die Schweiz nachzuziehen, muss – 
ausser in Ausnahmefällen – gemäss den zivilrechtlichen Bestimmungen berech-
tigt sein, mit seinem Kind zu leben. Eine einfache Erklärung des im Ausland ver-
bliebenen Elternteils, mit welcher dem Kind der Nachzug zum anderen Elternteil 
in der Schweiz erlaubt wird, reicht nicht aus. 

Drittens setzt der teilweise Familiennachzug auch voraus, dass dem Kindeswohl 
vorrangig Rechnung getragen wird (vgl. Art. 3 des Übereinkommens über die 
Rechte des Kindes [KRK; SR 0.107] vom 20.11.1989). Bezüglich der Obhut bei-
spielsweise kann das "Wohl des Kindes" einen doppelten Zweck haben. Es soll 
einerseits die Entwicklung des Kindes in einer gesunden Umgebung sicherstellen 
und anderseits seine Familienbande aufrechterhalten, es sei denn, die Familie 

10

habe sich in dieser Hinsicht besonders unwürdig gezeigt. Denn die Auflösung der 
Familienbande bedeutet eine Entwurzelung des Kindes (Urteil des EGMR 
41615/07 vom 8.1.2009 i.S. Neulinger und Shuruk c. Schweiz, Ziff. 75 mit weite-
ren Hinweisen). Gemäss Art. 9 Abs. 1 KRK stellen die Vertragsstaaten sicher, 
dass ein Kind nicht gegen den Willen seiner Eltern von diesen getrennt wird. Es 
muss gemäss KRK untersucht werden, ob die Übersiedlung des Kindes in die 
Schweiz im Rahmen des Familiennachzugs nicht eine traumatisierende Entwur-
zelung bewirkt, nicht zu einem Abbruch des Kontakts zur Familie im Herkunfts-
land führt und nicht gegen den Willen des Kindes selbst erfolgt. 

Die Behörden dürfen nicht ausser Acht lassen, dass es in erster Linie die Aufga-
be der Eltern ist, den Aufenthaltsort des Kindes in Berücksichtigung des Kindes-
wohls zu bestimmen. Angesichts des Gefälles des Lebensstandards zum Her-
kunftsland ist es sehr wohl möglich, dass sich die Eltern entschliessen, das Kind 
vor allem aus wirtschaftlichen Überlegungen in die Schweiz zu holen. Dennoch 
dürfen Migrationsämter ihre Einschätzung hinsichtlich des Kindeswohls nicht – 
wie etwa eine Kindesschutzbehörde – an diejenige der Eltern setzen. Ihr Ermes-
sen ist diesbezüglich vielmehr eingeschränkt: Sie können nur eingreifen und den 
Familiennachzug verweigern, wenn dieser offensichtlich im Widerspruch mit dem 
Kindeswohl steht (vgl. BGE 136 II 65 Erw. 5.2 S. 76 betreffend einen Familien-
nachzug gemäss dem Abkommen vom 21.6.1999 zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 
Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit [FZA; SR 0.142.112.681]).

2.9.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 47 AIG besteht kein 
Anspruch darauf, jüngere und ältere Kinder gemeinsam nachziehen zu können. 
Der die Zuwanderung steuernde Zweck der Fristenregelung, Anreiz für einen 
möglichst frühen Nachzug zu schaffen, würde umgangen, wenn die Nachzugs-
frist, die neben den Kindern auch auf den Ehegatten anzuwenden ist, bereits 
dann als eingehalten zu gelten hätte, wenn nur das jüngste Kind potenziell noch 
innert der gesetzlichen Frist nachgezogen werden könnte. Allein aus dem Um-
stand, dass die älteren Geschwister möglicherweise nicht mehr nachgezogen 
werden können, darf umgekehrt nicht darauf geschlossen werden, dass das 
Wohl des jüngsten Kindes dessen fristgerechtem Nachzug notwendigerweise 
immer entgegensteht. In diesem Fall ist eine Gesamtwürdigung erforderlich, wel-
che das private Interesse des Kindeswohls dem öffentlichen an der Steuerung 
der Zuwanderung zum Staatsgebiet gegenüberstellt. Es ist zu prüfen, wie es um 
die Beziehung des jüngsten Kindes zu seinen Eltern und Geschwistern steht, wo 
die Mutter zu verbleiben gedenkt und wie die Betreuungssituation in der Schweiz 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgm3f62ljl43dk

11

wäre (Urteile BGer 2C_1/2017 vom 22.5.2017 Erw. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen; 
BGer 2C_634/2017 vom 14.8.2018 Erw. 3.6). 

3.1 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen RRB im Wesentlichen sinn-
gemäss, in der Verfügung vom 26. Januar 2022 habe das AFM festgehalten, 
dass die 4½-Zimmerwohnung für einen Fünfpersonenhaushalt bedarfsgerecht 
sei; zur Frage der Bedarfsgerechtigkeit habe sie sich in der Stellungnahme vom 
17. Mai 2022 nicht mehr geäussert, nachdem es sich nach der Geburt von 
F.________ am __ 2021 tatsächlich um einen Sechspersonenhaushalt handle. 
Nach der vorinstanzlichen Faustregel (Familienmitglieder minus 1 = Anzahl Zim-
mer) könne nicht mehr von der Bedarfsgerechtigkeit für einen Sechspersonen-
haushalt ausgegangen werden (Erw. 2.3). 

Ebenso erachtete der Regierungsrat den Nachweis genügender finanzieller Mittel 
als nicht erbracht; es bestehe eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass die Be-
schwerdeführer inskünftig zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts auf Sozialhilfe 
angewiesen sein würden (Erw. 2.7). Das AFM habe in Gegenüberstellung der 
monatlichen Lebenshaltungskosten von Fr. 6'381.20 und der monatlichen Netto-
einnahmen von Fr. 5'831.80 einen Fehlbetrag von Fr. 549.40 errechnet bzw. un-
ter Berücksichtigung des vierten Kindes und der vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten Kinderzulagen Lebenshaltungskosten von Fr. 7'281.55 und monatli-
che Nettoeinnahmen von Fr. 6'031.80, entsprechend einem Fehlbetrag von 
Fr. 1'249.75 (vgl. Erw. 2.4 und 2.7). Allfällige künftige Einkommen nachzuziehen-
der Personen seien zwar grundsätzlich zu berücksichtigen. Es sei der Mutter von 
vier kleinen Kindern jedoch nicht zumutbar, neben ihren familiären und häusli-
chen Verpflichtungen auch noch einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachzu-
gehen. Nicht dargelegt sei zudem, wer sich während ihrer berufsbedingten Ab-
wesenheiten um die Kinder kümmern würde, zumal der Beschwerdeführer sei-
nerseits neben seinem 100%-Pensum einer Nebenbeschäftigung nachgehe 
(Erw. 2.6). 

Die Nachzugsfristen für die Ehefrau B.________ (Eheschluss am 2.9.2015) und 
dem ältesten Kind C.________ (geb. 2015) seien nicht eingehalten, weshalb der 
Anspruch auf Familiennachzug grundsätzlich als verwirkt zu betrachten sei 
(Erw. 3.1). 

Aus den vom Beschwerdeführer angeführten Gründen seien keine wichtigen fa-
miliären Gründe ersichtlich, welche einen nachträglichen Familiennachzug zu 
begründen vermöchten. Die bisherige Trennung von seiner Familie sei freiwillig 
gewählt und über mehrere Jahre gelebt worden. Nicht nachvollziehbar sei auch, 
weshalb ihn die angeführten gesundheitlichen Probleme seiner Frau während der 
Schwangerschaft davon abgehalten haben sollen, das Familiennachzugsgesuch 

12

in der Schweiz rechtzeitig zu stellen. Wirtschaftliche Gründe seien nicht als wich-
tige familiäre Gründe anerkannt. Ferner entspreche das Zuwarten, bis die Kinder 
das richtige Einschulalter erreicht haben, nicht Sinn und Zweck der Nachzugsre-
gelung, wonach eine möglichst rasche Integration gefördert werden soll. Der 
Nachweis des Vorliegens einer bedarfsgerechten Wohnung und ausreichender 
finanzieller Mittel innerhalb der Nachzugsfrist werde von Gesetzes wegen vor-
ausgesetzt. Schliesslich stelle auch der Umstand, dass sich die Familie mittler-
weile hier eingelebt habe, kein wichtiger familiärer Grund dar; Umstände, die sich 
aus der eigenmächtigen Verlegung des Lebensmittelpunktes in die Schweiz er-
geben würden, seien grundsätzlich nicht zu berücksichtigen (Erw. 4.1 f.). 

Es liege auch keine Verletzung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens 
nach Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 18. April 1999 bzw. Art. 8 Ziff. 1 EMRK 
vor. Die Familie habe seit Jahren vom Beschwerdeführer getrennt gelebt. Nach-
dem der Beschwerdeführer die Nachzugsfrist ungenutzt habe verstreichen las-
sen, hätten sie vernünftigerweise nicht davon ausgehen können, künftig ein ge-
meinsames Familienleben in der Schweiz leben zu können. Das AFM habe da-
von ausgehen dürfen, dass die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung das be-
stehende Familienleben nicht allzu stark zu beeinträchtigen vermöge. Schon bis-
her sei es dem Beschwerdeführer möglich gewesen, seine Familie regelmässig 
in Nordmazedonien zu besuchen; es sei zumutbar, den Kontakt wie bis anhin mit 
gegenseitigen Besuchen, Ferienaufenthalten, Telefonaten und über das Internet 
aufrecht zu erhalten. Nicht ersichtlich sei zudem, dass das Kindeswohl nur durch 
einen Nachzug in die Schweiz sachgerecht gewahrt werden könne (Erw. 5.4 f.).  

Auch seien die Voraussetzungen für einen Härtefall zu verneinen. Die Verweige-
rung des Familiennachzugs erweise sich auch als verhältnismässig und nicht 
willkürlich, weshalb sich ein ausnahmsweises Abweichen von den Zulassungs-
voraussetzungen nicht rechtfertigen lasse. 

Die Ehefrau und die Kinder hielten sich in der Schweiz auf und seien gemäss 
den Ausführungen des AFM ohne Visum D für den langfristigen Aufenthalt von 
mehr als 90 Tagen eingereist. Es obliege dem AFM, ein Wegweisungsverfahren 
für die sich ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz befindlichen Familien-
angehörigen einzuleiten (Erw. 7). 

3.2 Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen und sinngemäss, ihm werde 
zur Last gelegt, dass kein Visum D beantragt worden sei; mehrmals habe er er-
wähnt, dass seine Frau risikoschwanger gewesen sei und sich nicht getraut ha-
be, alleine in den Kosovo zur ausländischen Vertretung zu reisen. In die Schweiz 
hätten sie zwar einreisen können; hier würden aber auch nicht solche Gefahren 

13

bestehen wie an den kosovarischen Grenzen. Wie ebenfalls mehrfach erwähnt, 
habe er alles geplant, damit alles rundherum stimme und es ihnen gutgehe, 
wenn die Familie einreise. Zudem habe seine Ehefrau in der Zeit, als sie getrennt 
gewesen seien, seine Eltern betreut aufgrund derer psychischen und physischen 
Beschwerden nach dem Tod seiner Schwester. Zwar seien sie getrennt gewe-
sen, hätten aber immer gewusst, dass sie zusammenkommen würden. Sie hätten 
sich entschieden das Leben gemeinsam zu verbringen, sobald es den Eltern et-
was besser gehe. Die Kinder hätten sich nach ihrem Vater gesehnt und er sei 
mehrmals im Jahr hingeflogen, um sie zu besuchen. Die Kinder wollten es sich 
nicht vorstellen, zurück zu gehen und von Ihrem Vater getrennt zu sein. Mit sei-
nem hier geborenen jüngsten Sohn schlafe er ein und erwache er jedes Mal ge-
meinsam am Morgen. Mittlerweile würden sie auch die Schule besuchen und hät-
ten Freunde gefunden. Die Integrität (recte wohl: Integration) sei voll im Gange. 
Die Wohnung in Nordmazedonien sei bereits im letzten Jahr gekündigt worden; 
dort würden Sie "bei null" stehen. Seine Familie sei schon länger als ein Jahr hier 
und sie kämen ohne Probleme über die Runden. Seine Ehefrau könne sofort mit 
der Arbeit beginnen, so dass sie ein Plus von Fr. 3'000.-- bis Fr. 4'000.-- hätten. 
Ihm werde dies aber nicht angerechnet.

Vernehmlassend macht der Beschwerdeführer ergänzend geltend, seine Eltern 
seien nicht der einzige Grund, weshalb sich seine Ehefrau in Nordmazedonien 
aufgehalten habe. Zusätzlich hätten ihre Eltern die Ehe nicht auf Anhieb akzep-
tiert. Als sie endlich damit klargekommen seien, hätten sie es nicht wahrhaben 
wollen, dass ihre Tochter in die Schweiz ausreisen werde. Seine Frau habe die 
Familie nicht kränken wollen, also seien sie die Sache ohne Stress und mit viel 
Einreden angegangen, bis alle eingewilligt hätten. Kinder und die Ehefrau seien 
nun genug lange von ihm getrennt gewesen. 

4.1 Das Familienverhältnis des Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau entstand 
mit der Heirat in Tetovo am 2. September 2015. Wie der Regierungsrat zutref-
fend erwogen hat, wurde das vorliegend zu beurteilende Nachzugsgesuch vom 
9. Juni 2021 in Bezug auf sie daher erst nach Ablauf der im Jahr 2020 endenden 
Nachzugsfrist gestellt. Das Gleiche gilt für das Nachzugsgesuch für das erstge-
borene Kind des Beschwerdeführers. Das Familienverhältnis zu diesem entstand 
mit der Geburt am __ 2015, sodass auch diese Nachzugsfrist im Jahr 2020 ende-
te. Demgegenüber ist das Gesuch für den am __ 2016 geborenen Sohn 
D.________ sowie die am __ 2018 geborene Tochter E.________ noch vor Ab-
lauf der gesetzlichen fünfjährigen Nachzugsfrist gemäss Art. 47 Abs. 4 AIG ge-
stellt worden. Diese Ausgangslage wird zu Recht von keiner Seite bestritten. 
Nach dem zuvor Gesagten ist sodann auch das jüngste, nach Gesuchseinrei-

14

chung geborene Kind F.________ in das Gesuch einzubeziehen. Mithin erfolgte 
die Gesuchseinreichung für die Ehefrau und das erstgeborene Kind nach Ablauf 
der Frist, für die drei weiteren Kinder indes innert Frist.

4.2 Anzufügen ist, dass ein Statuswechsel von einer Aufenthalts- (Ausweis B) 
zur Niederlassungsbewilligung eine neue Nachzugsfrist auslösen kann. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung löst ein solcher Statuswechsel eine neue 
Nachzugsfrist aus, wenn vor dem Statuswechsel ein fristgerechtes Gesuch ge-
stellt, aber abgelehnt worden ist, wobei sowohl das erste Gesuch wie auch das 
spätere innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht worden sein muss (vgl. Urteil 
BGer 2C_1154/2016 vom 25.8.2017 Erw. 2.2.1 m.H., u.a. auf BGE 137 II 393 
Erw. 3.3; Urteil VG SG B 2021/181 vom 17.11.2021 Erw. 3.2.2). Der Beschwer-
deführer ist seit dem 23. September 2020 im Besitz der Niederlassungsbewilli-
gung (vgl. Ingress lit. A; zuvor Ausweis B). Dass er bereits in einem früheren 
Zeitpunkt unter seinem damaligen Aufenthaltstitel Ausweis B ein (rechtzeitiges) 
Gesuch um Familiennachzug gestellt hätte, ergibt sich weder aus den Akten 
noch wird dies vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Entsprechend löste der 
Statuswechsel keine neue Frist aus.

4.3 Zu prüfen ist daher grundsätzlich allein, ob wichtige familiäre Gründe für ei-
nen nachträglichen Familiennachzug der Ehefrau und des ältesten Kindes des 
Beschwerdeführers einerseits und Gründe für die Verweigerung des fristgerecht 
gestellten Antrages auf Nachzug der jüngeren drei Kinder andererseits bestehen. 
Dabei ist zu wiederholen, dass einerseits der Umstand des rechtzeitig gestellten 
Nachzugsgesuchs für die jüngeren drei Kinder nicht zum Einbezug der Ehefrau 
und des ältesten Kindes, in deren Familiennachzug führt, und anderseits der all-
fällige Nicht-Nachzug der Ehefrau und des ältesten Geschwisters umgekehrt 
nicht grundsätzlich bedeutet, dass das Wohl der drei jüngeren Kinder deren frist-
gerechtem Nachzug notwendigerweise immer entgegensteht (vgl. oben Erw. 
2.9.3). 

5.1 Was die Nichteinhaltung der Nachzugsfristen betreffend die Ehefrau und 
das älteste Kind anbelangt, ist dem Regierungsrat (oben Erw. 3.1; vgl. auch Vi-
act. II-02 [recte 03] = Vernehmlassung des AFM vom 17.5.2022, S. 2 i.f.) vorab 
grundsätzlich beizupflichten, dass sich den beschwerdeführerischen Vorbringen 
keine wichtigen familiären Gründe entnehmen lassen, welche einen verspäteten 
Gesuchsantrag dergestalt rechtfertigen würden, dass ein nachträglicher Famili-
ennachzug zu gewähren wäre. Namentlich ist mit dem Regierungsrat festzuhal-
ten, i) dass es nicht nachvollziehbar ist, weshalb die angeführten gesundheitli-
chen Probleme seiner Frau während der Schwangerschaft den Beschwerdefüh-

15

rer davon abgehalten haben sollen, das Familiennachzugsgesuch in der Schweiz 
rechtzeitig zu stellen, ii) dass das Zuwarten, bis die Kinder das richtige Ein-
schulalter erreicht haben, nicht Sinn und Zweck der Nachzugsregelung ent-
spricht, wonach eine möglichst rasche Integration gefördert werden soll und iii) 
dass der Nachweis des Vorliegens einer bedarfsgerechten Wohnung und ausrei-
chender finanzieller Mittel innerhalb der Nachzugsfrist von Gesetzes wegen vor-
ausgesetzt wird, das Noch-Nichterfüllen der Nachzugsvoraussetzungen für sich 
keinen wichtigen familiären Grund darstellen. Ebenso uneingeschränkt bei-
zupflichten ist der Vorinstanz, dass im Umstand, dass sich die Familie mittlerwei-
le hier eingelebt hat, kein wichtiger familiärer Grund gesehen werden kann, zu-
mal der Regierungsrat zutreffend auf die einschlägige Bundesgerichtsrechtspre-
chung hinweist, wonach Umstände, die sich aus der eigenmächtigen Verlegung 
des Lebensmittelpunktes in die Schweiz ergeben, grundsätzlich nicht zu berück-
sichtigen sind. 

5.2 Vor Verwaltungsgericht trägt der Beschwerdeführer als Erklärung für die 
verspäteten Gesuche zusammengefasst neu vor, seine Ehefrau habe sich in 
Nordmazedonien um seine physisch wie psychisch kranken Eltern gekümmert, 
die nicht in der Lage gewesen seien, für sich zu Sorgen. In der Replik macht er 
sodann geltend, die Ehefrau habe ihre Familie mit ihrer Ausreise nicht kränken 
wollen, sodass sie die Sache "ohne Stress und mit viel Einreden" angegangen 
seien, "bis sie alle einwilligten". Dem letzteren Argument ist zu entgegnen, dass 
eine Ausreise aus dem Heimatland für in die Schweiz einreisende Ausländerin-
nen und Ausländer wohl regelmässig einen gewissen seelischen Schmerz bei 
der zurückbleibenden Verwandtschaft bewirken kann. Dies allein kann indes 
nicht rechtfertigen, mit dem Gesuch über die Dauer der Nachzugsfrist(en) hinaus 
zuzuwarten. 

Ferner legt der Beschwerdeführer keine genügenden Beweise für die geltend 
gemachte Betreuungsaufgabe der Ehefrau zugunsten seiner Eltern vor. Vor Ver-
waltungsgericht reicht er replicando eine "ärztliche Bestätigung" vom 17. Oktober 
2022 betreffend seine Mutter, G.________ (vgl. AFM-act. 25) zu den Akten. 
Selbst wenn die dort angeführten drei Diagnosen eine Betreuung erforderlich 
machen würden, so legt der Beschwerdeführer nicht dar, dass und wie sich die 
Familie ernsthaft um alternative Betreuungsmöglichkeiten - z.B. durch andere 
Verwandte oder Dritte - für die Mutter (sowie den Vater, für welchen kein Arzt-
zeugnis vorliegt) bemüht hätte und warum solche dann doch nicht in Betracht 
kamen. Hat sich der Beschwerdeführer insoweit nicht ernsthaft um andere Be-
treuungsmöglichkeiten bemüht, kann er hernach nicht die Pflege der Eltern zur 
Rechtfertigung eines verspäteten Nachzugsgesuchs bzw. zur Begründung eines 

16

wichtigen familiären Grundes im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG anrufen (vgl. Urteil 
BGer 2C_205/2011 vom 3.10.2011 Erw. 4.6). Das Vorliegen eines wichtigen 
Grundes im Sinne von Art. 47 Abs. 4 AIG setzt voraus, dass auch keine ausser-
familiären Pflegealternativen bestehen und ein Gesuchsteller hat den Nachweis 
zu erbringen, dass die Familie ernsthaft, aber letztlich vergeblich nach einer Pfle-
gealternative gesucht hat (Urteil BGer 2C_476/2022 vom 1.11.2022 Erw. 4.2 und 
5.2.3). Solche Anstrengungen weist der Beschwerdeführer keine nach.

5.3 Sodann hat die Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass der Beschwerde-
führer und die nachzuziehenden Personen nichts zu ihren Gunsten aus dem 
(teilweise) illegalen Aufenthalt in der Schweiz ableiten können. Der Beschwerde-
führer wurde vom AFM (mehrfach) hingewiesen, dass auf der zuständigen 
Schweizer Vertretung im Ausland ein Visum für den langfristigen Aufenthalt ein-
zuholen sei. Mithin hatte der Beschwerdeführer genaue Kenntnisse von den aus-
länderrechtlichen Bestimmungen (vgl. AFM-act. 61 [B.A.] = Schreiben des Be-
schwerdeführers vom 1.12.2021, worin der Beschwerdeführer sinngemäss an-
führt, er mache sich grosse Sorgen, dass sich seine Familie nun ohne Visum in 
der Schweiz aufhalte; vgl. auch Urteil BGer 2C_35/2020 vom 21.4.2020 
Erw. 4.3.2).

5.4 Zusammenfassend hat der Regierungsrat insoweit grundsätzlich zu Recht 
erkannt, dass keine wichtigen familiären Gründe für einen nachträglichen Famili-
ennachzug der Ehefrau und des ältesten Kindes vorliegen. Noch nicht beurteilt 
ist damit das Gesuch betreffend die weiteren drei Kinder, das rechtzeitig gestellt 
wurde. 

6.1 Der Regierungsrat (und ebenso das AFM) hat die fristgerecht gestellten 
Gesuche für die jüngsten drei Kinder mit derselben Begründung abgewiesen, wie 
für die Ehefrau und das älteste Kind und insofern nicht differenziert zwischen den 
nachzuziehenden Personen, für welche das Gesuch rechtzeitig resp. verspätet 
gestellt worden war. 

6.2 Diesem vorinstanzlichen Vorgehen kann im vorliegenden Fall nicht gefolgt 
werden. Zwar hat der Beschwerdeführer weder geltend gemacht, es werde 
(auch) ein Nachzug nur der jüngsten drei Kinder angestrebt, noch hat er einen 
entsprechenden (Eventual-)Antrag gestellt. Zum einen aber ist dieser Umstand 
mit Blick darauf, dass es sich bei der vorliegenden Eingabe wie auch bei den vor 
den Vorinstanzen gemachten Eingaben um Laienbeschwerden (bzw. ein Laien-
gesuch) handelt(e), zu relativieren (zur Praxis bei Laienbeschwerden vgl. statt 
vieler VGE III 2011 68 vom 6.10.2011 Erw. 1.1 mit weiteren Hinweisen). Zum an-
dern wurden vorinstanzlich insbesondere hinsichtlich dem vorrangig beachtlichen 

17

Kindeswohl keine Ausführungen dahingehend gemacht, wie es sich mit diesem 
bei einem Teilfamiliennachzug verhält (vgl. vorstehend Erw. 2.9.2; unten 
Erw. 6.3.2 f.). Anzufügen ist, dass auch das AFM vernehmlassend im regierungs-
rätlichen Verfahren anführte, die Anwendung der Fristenregelung von Art. 47 AIG 
könne zu einer Trennung von Geschwistern bzw. von anderen Familienangehöri-
gen führen (vgl. oben Erw. 3.3 i.f.); trotzdem wurde die Möglichkeit des Teilfamili-
ennachzugs durch die Vorinstanzen offensichtlich nicht abgeklärt. 

6.3.1 Genauso wenig, wie die Ehefrau sowie das älteste Kind in das rechtzeitig 
gestellte Gesuch der jüngeren Kinder einbezogen werden können, kann der Ab-
lauf der Nachzugsfrist der Ehefrau und des ältesten Kindes dem fristgerecht be-
antragten Nachzug anderer Kinder per se entgegenstehen. Grundsätzlich ist es 
an den Eltern, über den Aufenthaltsort ihrer Kinder zu entscheiden; möglich ist 
grundsätzlich immer auch ein Teilfamiliennachzug (Erw. 2.9.2 f.). 

6.3.2 Wurde der Nachzug innert der Fristen von Art. 47 Abs. 1 AIG beantragt, so 
ist er - bei den übrigen gegebenen Voraussetzungen - in der Regel zu bewilligen, 
wenn kein Rechtsmissbrauch oder Widerrufsgründe gegeben sind, die nachzie-
henden Eltern das Sorgerecht haben und der Nachzug keine klare Missachtung 
des Kindeswohls bedeutet (vgl. BGE 137 I 284 Erw. 2.3.1, S. 290 f.; 136 II 78 
Erw. 4.7 und 4.8 S. 85 ff.; Urteil BGer 2C_1070/2018 vom 3.2.2020 Erw. 3.1; VG 
ZH VB.2020.00884 vom 3.2.2021 Erw. 2.2; Art. 51 Abs. 2 AIG). Rechtspre-
chungsgemäss kann nicht grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass das 
Wohl jüngerer Kinder ihrem Nachzug nur deshalb entgegensteht, weil ältere Ge-
schwister wegen Ablaufs der Nachzugsfristen nicht mehr nachgezogen werden 
können. Zu prüfen ist in diesem Zusammenhang, wie es um die Beziehung der 
jüngsten Kinder zu ihren Eltern und Geschwistern steht, wo die Mutter zu ver-
bleiben gedenkt (bzw. verbleiben muss/müsste [vgl. hierzu auch unten 
Erw. 6.3.5) und wie die Betreuungssituation in der Schweiz wäre (vgl. oben Erw. 
2.9.3).

6.3.3 Dieser höchstrichterlich aufgezeigten Prüfungsvorgabe eines Teilfamilien-
nachzuges wurde vorinstanzlich nicht entsprochen bzw. wurde sie nicht abge-
klärt. Wie es sich um das Wohl der jüngeren Kinder, für welche das Gesuch in-
nert Frist eingereicht worden war, im Falle deren Nachzugs verhält, wurde weder 
vom AFM noch vom Regierungsrat geprüft. Zwar wurde auf das vorrangig zu be-
achtende Kindeswohl dahingehend eingegangen, als dass angenommen wurde, 
dass nicht ersichtlich sei, dass das Kindeswohl nur durch einen Nachzug in die 
Schweiz sachgerecht gewahrt werden könne (vgl. angefochtener RRB Erw. 5.4). 
Bei dieser Begründung aber wurde von der Situation einer möglichen gesamthaf-

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-137-I-284
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-136-II-78

18

ten Ablehnung des (verspäteten) Nachzugs, also hinsichtlich aller nachzuziehen-
den Familienmitglieder, ausgegangen. Ebenso wurde geprüft, ob die 4½-
Zimmerwohnung bedarfsgerecht (vgl. Art. 43 Abs. 1 lit. b AIG) ist und es wurden 
die finanziellen Verhältnisse geprüft hinsichtlich eines möglichen Risikos eines 
künftigen Sozialhilfebezugs (vgl. Art. 43 Abs. 1 lit. c AIG). Auch dies indes unter 
der Annahme eines Nachzugs aller Familienmitglieder. 

6.3.4 Art. 43 Abs. 1 lit. b und c AIG sowie die übrigen Kriterien von Art. 43 AIG 
wären indes gesondert für die jüngsten Kinder zu prüfen gewesen, für welche 
rechtzeitig um Nachzug ersucht worden war. Die Reduktion in personeller Hin-
sicht dürfte jedenfalls Auswirkungen auf die Beurteilung der Kriterien der be-
darfsgerechten Wohnung sowie der Sozialhilfeunabhängigkeit zeitigen. Hinzu-
weisen ist, dass bei der Bedarfsberechnung grundsätzlich auch eine individuelle 
Prämienverbilligung anzurechnen wäre (vgl. z.B. AFM-act. 65 [B.A.]). Sodann 
müsste die Betreuungssituation eingehend abgeklärt werden. Auch diesbezüglich 
ist zumindest hinzuweisen, dass in der vorinstanzlich vorgenommenen Bedarfs-
berechnung bereits ein Betrag für Fremdbetreuungskosten eingesetzt worden 
war (vgl. SKOS-Berechnung in der Beilage zu Vi-act. II-02 [recte 03]; angesichts 
dieser Aufrechnung von Fremdbetreuungskosten überzeugen die regierungsrätli-
chen Ausführungen nicht ganz, wonach es der Mutter nicht zumutbar sei, neben 
ihren familiären und häuslichen Verpflichtungen auch noch einer Erwerbstätigkeit 
nachzugehen). 

6.3.5 Sollten für die drei jüngsten Geschwister die Kriterien von Art. 43 AIG be-
jaht werden, müsste sodann geprüft werden, ob die Trennung der Geschwister 
voneinander bzw. eines Teils der Kinder von der Mutter mit dem Kindeswohl ver-
einbar ist. Wäre auch dies zu bejahen, entsteht mit dem gewährten Nachzug eine 
erheblich neue Ausgangslage für die übrigen (zwei) Familienmitglieder. Mithin 
wären die wichtigen familiären Gründe für einen verspäteten Familiennachzug 
vor dem Hintergrund dieser neuen Ausgangslage zu prüfen, wonach nunmehr 
der Vater sowie (bis zu) drei Kinder, d.h. deren (bis zu) vier Familienmitglieder 
von insgesamt sechs, mit geregeltem Aufenthalt in der Schweiz weilen. 

Es obliegt sodann dem AFM abzuklären, ob bzw. inwiefern ein (möglicher) Teil-
nachzug der Kinder ein Aufenthaltsrecht der Mutter begründen kann - zumal an-
gesichts des/der bisher ausgeübten persönlichen Kontakts/Betreuung im Heimat-
land - und dies allenfalls wiederum Reflexwirkung auf das älteste Kind zeitigen 
kann. Auch wenn das AIG kein abgeleitetes Aufenthaltsrecht der Eltern minder-
jähriger Kinder kennt, kann das Recht auf Achtung des Familienlebens nach 
Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV ein solches begründen, wenn dem 
Kind unter vorrangiger Berücksichtigung des Kindswohls eine Rückkehr in sein 

19

Heimatland unzumutbar ist (sogenannter umgekehrter Familiennachzug). Inso-
weit ist namentlich zu berücksichtigen, ob die ausländische Person in einer 
schützenswerten Beziehung zu einem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten 
Kind steht (vgl. BGE 147 I 149 Erw. 4; BGE 137 I 247 Erw. 4.2; vgl. auch Urteil 
BGer 2C_243/2021 vom 25.10.2022). Zu wiederholen ist indes aber auch, dass 
kein Anspruch besteht, dass die Ehefrau und das älteste Kind mit den drei jünge-
ren Kindern, deren Gesuch rechtzeitig erfolgt ist, nachgezogen werden können 
(vgl. oben Erw. 2.9.3). 

7. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass angesichts der aufgezeigten 
Möglichkeit des Teilnachzugs, welche nicht abgeklärt worden ist, eine grundsätz-
lich gesamthaft neue Ausgangslage entsteht mit allfälliger weitergehender Re-
flexwirkung hinsichtlich zweier Familienmitglieder, für welche die Frist für den 
"regulären" Familiennachzug verpasst worden war. Vor diesem Hintergrund 
rechtfertigt sich betreffend die letztgenannten Familienmitglieder auch keine 
(teilweise) Abweisung der (Laien-)Beschwerde. Die Beschwerde erweist sich 
vielmehr als begründetund ist in dem Sinne gutzuheissen, als die Sache im Sin-
ne vorstehender Erwägungen zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid an 
das AFM zurückzuweisen ist. 

8.1 Nicht betroffen von dieser Beschwerdegutheissung ist die Erw. 7 im ange-
fochtenen Regierungsratsbeschluss. 

8.2 Nach konstanter Praxis erwächst grundsätzlich nur das im Dispositiv eines 
Entscheides Festgehaltene in Rechtskraft. Erwägungen sind hingegen nur ver-
bindlich und anfechtbar, wenn im Dispositiv ausdrücklich darauf verwiesen wird 
(vgl. BGE 140 I 114 Erw. 2.4.2 = StE 2014 A24.43.2 Nr. 4; VGE III 2013 185 vom 
18.12.2013 Erw. 1.4 mit Verweis auf das Urteil BGer 1P.348/2003 vom 4.11.2003 
Erw. 2.2; Griffel, in: Kommentar VRG, § 28 N 7). Der formellen und materiellen 
Rechtskraft einer Verfügung zugänglich ist die Entscheidformel (das Dispositiv), 
nicht aber die Sachverhaltsfeststellungen oder die Erwägungen zur Rechtslage 
(die Motive). Aus diesem Grund kann nur das Dispositiv Bindungswirkung entfal-
ten (Urteil BGer 8C_821/2012 vom 3.7.2013 Erw. 3.2; BGE 121 III 474 Erw. 4a; 
115 II 187 Erw. 3b), sodass auch nur das Dispositiv anfechtbar ist. 

8.3 Die erwähnte Erw. 7 im angefochtenen Regierungsratsbeschluss fand we-
der Eingang ins Dispositiv noch verweist dieses auf die entsprechende Erwä-
gung. Nach der Aktenlage ist nach wie vor davon auszugehen, dass die Kinder 
sowie die Ehefrau des Beschwerdeführers ohne Aufenthaltsberechtigung in der 
Schweiz weilen. Namentlich ist nicht ersichtlich, dass diesen Personen der Auf-
enthalt während des Verfahrens gestützt auf Art. 17 Abs. 2 AIG gestattet worden 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-137-I-247

20

wäre. Es ist Sache des AFM, den Aufenthalt der Kinder sowie der Ehefrau des 
Beschwerdeführers (für die Dauer des Verfahrens) zu regeln oder aber, wie vom 
Regierungsrat ausgeführt, ein entsprechendes Wegweisungsverfahren einzulei-
ten. 

9.1 Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten von 
Fr. 1'500.-- (inkl. Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) dem Kanton 
auferlegt. 

9.2 Der nicht beanwaltete Beschwerdeführer hat praxisgemäss keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (statt vieler vgl. VGE II 2017 115+117 vom 
24.11.2017 Erw. 9.2.1).

9.3 Mit der Beschwerdegutheissung und Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides ist auch Dispositiv Ziff. 2 des vorinstanzlichen Entscheids hinsichtlich 
der Kostenfolge aufgehoben. Eine Parteientschädigung für das regierungsrätli-
che Verfahren steht dem Beschwerdeführer (bzw. den dortig aufgeführten Be-
schwerdeführern) aus den vorerwähnten Gründen (Erw. 9.2) keine zu. 

21

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Entscheid des Regierungsra-
tes (RRB) Nr. 617/2022 vom 23. August 2022 sowie die Verfügung des Am-
tes für Migration Nr. SZ 2399 vom 26. Januar 2022 aufgehoben und die 
Sache im Sinne der Erwägungen zur Sachverhaltsabklärung sowie zu er-
neutem Entscheid an das Amt für Migration zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und 
Barauslagen) werden dem Kanton auferlegt; auf die kantonsinterne Ver-
rechnung wird verzichtet. 

3. Der Beschwerdeführer hat am 15. September 2022 einen Kostenvorschuss 
von Fr. 1’500.-- bezahlt, weshalb ihm Fr. 1'500.-- aus der Gerichtskasse 
zurückzuerstatten sind.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden, sofern das Bundesrecht oder das Völkerrecht 
einen Bewilligungsanspruch einräumt (Art. 42 und 82ff., insbesondere Art. 
83 lit. c Ziffer 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG, SR 
173.110). 

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

5. Zustellung an:
- den Beschwerdeführer (R)
- den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB)
- das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst (EB)
- das Amt für Migration (EB)
- und das Staatssekretariat für Migration, SEM, 3003 Bern (A).

Schwyz, 21. Dezember 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

22

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 28. Dezember 2022