# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ea82219-b234-5368-94da-5c35fc46aac7
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 15.11.2018 VG.2018.00072 (VG.2018.720)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00072_2018-11-15.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 15. November 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00072

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    
	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische
    Unfallversicherungsanstalt (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt C.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______ arbeitete seit dem 1.
  Mai 2014 als Hilfsarbeiter Gipser bei der D.______GmbH in […] und war bei der
  Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
  versichert. Am 14. Juni 2017 verlor er während seiner Arbeitstätigkeit
  auf einer Leiter stehend das Gleichgewicht und schlug mit dem Rücken an die
  angrenzende Wand.

  
	
   

  
	
  1.2 Am 19. Juni 2017 begab er sich in ärztliche
  Behandlung und setzte in der Folge seine Arbeitstätigkeit aus. Die Suva
  teilte am 28. Juni 2017 mit, für die Folgen des Berufsunfalls die
  Versicherungsleistungen zu übernehmen.

  
	
   

  
	
  1.3 Nachdem A.______ am 3. Oktober 2017 und am 28.
  November 2017 am Rücken operiert worden war, erfolgte am 4. Januar 2018 eine
  kreisärztliche Beurteilung durch die Suva. Dabei kam der Kreisarzt zum
  Schluss, dass Unfallfolgen im Beschwerdebild von A.______ mindestens
  überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spielten. Folglich verfügte die
  Suva am 14. März 2018 den Fallabschluss und die Einstellung der
  Versicherungsleistungen per 31. März 2018. Die Krankenversicherung
  von A.______ erhob am 12. April 2018 vorsorglich Einsprache gegen die
  vorerwähnte Verfügung, welche sie nach Wahrnehmung ihres Akteneinsichtsrechts
  am 25. April 2018 wieder zurückzog. A.______ erklärte sich mit der
  Leistungseinstellung der Suva am 25. April 2018 nicht einverstanden und
  erhob dagegen mündlich Einsprache. Diese wurde von der Suva am 25. Mai
  2018 abgewiesen.

  
	
   

  
	
  1.4 Die D.______GmbH kündigte das Arbeitsverhältnis mit
  A.______ am 11. April 2018 per 30. Mai 2018.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  In der Folge gelangte
  A.______ mit Beschwerde vom 28. Juni 2018 ans Verwaltungsgericht und
  beantragte, den Einspracheentscheid vom 25. Mai 2018 aufzuheben. Die Suva sei
  zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über
  die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG), namentlich Taggeldleistungen
  sowie Heilbehandlung, auch über den 31. März 2018 hinaus, eventualiter eine
  Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zu erbringen, und ein
  Gerichtsgutachten, eventualiter ein verwaltungsexternes Gutachten, einzuholen;
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. In
  prozessualer Hinsicht beantragte A.______ die Anordnung eines zweiten
  Schriftenwechsels sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
  der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Die Suva beantragte mit
  Beschwerdeantwort vom 12. September 2018, die Beschwerde abzuweisen und den
  Einspracheentscheid vom 25. Mai 2018 zu bestätigen. Überdies reichte sie eine
  neurochirurgische Beurteilung vom 31. August 2018 ein. Diese Eingabe
  wurde A.______ am 14. September 2018 zugestellt. In der Folge reichte
  dieser am 10. Oktober 2018 eine Replik ein, in welcher er an seinen
  Rechtsbegehren festhielt. Am 30. Oktober 2018 verzichtete die Suva auf das
  Einreichen einer Duplik und hielt an ihren Rechtsbegehren fest.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG)
  i.V.m. Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung
  vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung
  der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er leide
  an einer unfallbedingten Diskushernie, was dadurch erstellt sei, dass die
  entsprechenden Symptome (vertebrales oder radikuläres Syndrom) mit sofortiger
  Arbeitsunfähigkeit aufgetreten seien. Dies widerspreche den Feststellungen
  des Kreisarztes, wonach Unfallfolgen heute keine Rolle mehr spielten, weshalb
  zumindest geringe Zweifel an dieser kreisärztlichen Beurteilung bestünden.
  Auch habe er umgehend eine NSAR-Injektion benötigt, was zeige, dass
  unfallbedingte Schmerzen bestanden hätten. Diese Injektion belege überdies
  den Konsum von Schmerzmitteln, gegenteilige Ausführungen seien aktenwidrig.
  Weil es die Beschwerdegegnerin trotz der bestehenden Zweifel an der
  kreisärztlichen Einschätzung unterlassen habe, die Unfallkausalität zu
  prüfen, habe sie die ihr obliegende Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen
  festzustellen, verletzt. Überdies habe sie bereits Leistungen erbracht, womit
  sie die Unfallkausalität anerkannt habe. Die Beweislast für den Wegfall der
  Unfallkausalität obliege der Beschwerdegegnerin. Da keine Umstände, welche
  einen Wegfall der Kausalität belegen würden, vorhanden bzw. seitens der
  Beschwerdegegnerin behauptet würden, bestehe diese nach wie vor, weshalb die
  Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen weiterhin zu erbringen habe.
  Selbst wenn aber die Diskushernie nicht durch den Unfall verursacht worden
  wäre, hätte der Unfall zumindest einen degenerativen Vorzustand aktiviert,
  wofür die Beschwerdegegnerin ebenfalls Leistungen zu erbringen habe.
  Abklärungen betreffend die Frage der traumatischen Verschlimmerung des
  Vorzustands seien nicht getroffen worden, womit abermals eine Verletzung des
  Untersuchungsgrundsatzes erstellt sei. Überdies sei der Fallabschluss
  verfrüht erfolgt, denn im Falle der Aktivierung eines degenerativen Vorzustands
  hätte die Beschwerdegegnerin gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für
  die Dauer von einem Jahr Leistungen erbringen müssen, was sie nicht gemacht
  habe. Schliesslich sei entgegen den Ausführungen des Kreisarztes ein axiales
  Trauma bei einem Leitersturz gemäss fachärztlicher Einschätzung grundsätzlich
  wahrscheinlich. Da die Kreisärztin in ihrem Bericht von der aktenwidrigen
  Tatsache ausgehe, beim Unfallereignis habe kein axiales Trauma stattgefunden,
  sei das kreisärztliche Aktengutachten nicht beweistauglich. Auch bestünden
  Widersprüche zwischen der kreisärztlichen und der fachärztlichen Beurteilung
  des bildgebenden Materials, womit die geringen Zweifel an der kreisärztlichen
  Stellungnahme abermals erstellt seien. Entsprechend sei ein Gerichtsgutachten
  einzuholen. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin weist hingegen darauf
  hin, dass der Beschwerdeführer erst am 19. Juni 2017 einen Arzt aufsuchte und
  zu diesem Zeitpunkt keine Medikamente einnahm, was gegen das Vorliegen von
  unfallbedingten Schmerzen spreche. Aus den bildgebenden Abklärungen vom 19.
  Juni 2017 ergäben sich keine Hinweise auf unfallbedingte strukturelle
  Läsionen. Auch spreche die Tatsache, dass der Beschwerdeführer wenige Tage
  nach dem Unfall in der Lage gewesen sei, nach Italien zu fahren, gegen das
  Vorliegen dauerhafter Unfallfolgen. Entsprechend fänden sich in verschiedenen
  ärztlichen Berichten keine Hinweise auf Unfallfolgen. Das Spital E.______
  habe den zu operierenden Bandscheibenvorfall sogar als unfallfremd
  bezeichnet. Die vertrauensärztliche Einschätzung vom April 2018 sei
  nachvollziehbar und in Berücksichtigung der vorhandenen Unterlagen erstellt
  worden, womit spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine
  unfallbedingten Einschränkungen mehr vorhanden gewesen seien. Die Stellungnahme
  des behandelnden Arztes des Beschwerdeführers hingegen sei nicht überzeugend.
  Zum einen sei der Bericht aufgrund des auftragsrechtlichen
  Vertrauensverhältnisses zwischen behandelndem Arzt und Patient mit Vorbehalt
  zu würdigen. Zum anderen könne Dr. med. F.______, Facharzt für
  Neurochirurgie, nicht gefolgt werden, wenn er ausführe, dass seit dem Unfall
  Beschwerden vorlägen, da der Beschwerdeführer anlässlich seiner ersten
  Arztkonsultation keine Schmerzmittel eingenommen habe. Der Hinweis darauf,
  dass vor dem Unfall keine Rückenschmerzen bestanden hätten, sei auch nicht
  ausreichend, da dies auf die beweismässig ungenügende Formel "post hoc,
  ergo propter hoc" hinauslaufe. Weiter gehe Dr. F.______ einzig von der
  Möglichkeit aus, es könne sich um eine traumatische Schädigung der
  Bandscheibe handeln, was keine überwiegende Wahrscheinlichkeit und damit ein
  ungenügendes Beweismass darstelle. Schliesslich sei die kreisärztliche
  Einschätzung vom 31. August 2018 in Kenntnis der Vorakten erstellt
  worden und ausführlich begründet, worauf abzustellen sei. Weitere
  Beweismittel seien keine einzuholen, denn eine Verletzung des
  Untersuchungsgrundsatzes liege nicht vor. Mehr als neun Monate seien
  Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende
  Schmerzsyndrom erbracht worden, weshalb die Leistungseinstellung per Ende
  März 2018 zu Recht erfolgt sei. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge
  des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er
  gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein
  Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der
  Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder
  mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem
  eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
  Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
  Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
  der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden
  kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige und
  unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
  schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
  geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall
  mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die
  eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ob
  zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
  Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im
  Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach
  dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
  Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E. 4a). Es ist
  daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den von
  der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern
  medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben
  werden können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht
  (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung der
  in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der
  Richter bei der Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht ohne
  zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht
  (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  3.3
  Die Leistungspflicht des
  Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt
  erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn der
  Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden
  Gesundheitszustands darstellt, wenn also Letzterer nur noch und
  ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn
  entweder der krankhafte Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar
  vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand,
  wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands
  auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine). Da
  es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast
  nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Entscheidend ist
  allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitszustands ihre
  kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Der
  Unfallversicherer muss dabei nicht den negativen Beweis erbringen, dass kein
  Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller
  Gesundheit sei (BGer-Urteil 8C_847/2008 vom
  29. Januar 2009 E. 2, U 290/06 vom 11. Juni 2007 E. 3.3, U 354/04
  vom 11. April 2005 E. 1.2). Die
  Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die
  Beweislast für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift
  erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
  Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
  ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
  Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 139 V 286 E. 6.3). 

  
	
   

  
	
  3.4 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt
  die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
  Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt
  ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und
  Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt
  sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist
  der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch
  zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden
  werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.5
  Zur Abklärung medizinischer
  Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der
  Feststellung des natürlichen Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – ist
  die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr
  vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V
  157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel, unabhängig
  davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat,
  ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
  Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
  medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
  Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine
  und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
  Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für
  die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
  die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
  abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und
  Situation des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet
  sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351
  E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.6 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher
  Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist,
  kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen,
  nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
  Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Funktion
  versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen besteht darin, aus
  medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen
  Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den
  Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt
  zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen
  medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die
  eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung
  vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom 8. September 2010 E. 2,
  8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache allein, dass der
  befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht,
  lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen.
  Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
  Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im
  Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
  Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
  allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
  an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
  Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c).
  Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig
  sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um
  die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen
  Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
  versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in
  Bezug auf Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner Ärzte
  (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September 2014 E. 3.2.2, mit
  Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die erstbehandelnden Ärzte am Spital G.______,
  H.______, Assistenzarzt Chirurgie, und I.______, Oberärztin i.V.,
  diagnostizierten am 19. Juni 2017 eine Lendenwirbelsäule-Kontusion. In der
  Halswirbelsäule wie auch in der Lendenwirbelsäule konnte keine Fraktur
  festgestellt werden. Im Bereich der Lendenwirbelsäule wurde auf eine leichte
  Spondylarthrose hingewiesen. Das CT der Brust-/ Lendenwirbelsäule zeigte
  keine frische oder ältere Fraktur. Hingegen wurden Scheuermann Veränderungen
  an der unteren Brustwirbelsäule sowie eine Stummelrippe festgestellt. Die
  erstbehandelnden Ärzte hielten fest, dass der Beschwerdeführer keine
  Präparate und Medikamente einnehme und eine intramuskuläre
  Schmerzmittel-Injektion zu keiner Besserung der Beschwerden geführt habe. Es
  bestünden weiterhin Schmerzen im Bereich des thoraklumbalen Übergangs bis ins
  Sakrum mit fraglicher Ausstrahlung ins linke Bein, wo er ab und zu auch ein
  Kribbeln spüre. Der Beschwerdeführer sei vom 19. Juni 2017 bis zum 25.
  Juni 2017 arbeitsunfähig.

  
	
   

  
	
  4.2 Dr. med. J.______, Kreisarzt der
  Beschwerdegegnerin, kam im Rahmen einer kreisärztlichen Beurteilung am 4.
  Januar 2018 zum Schluss, dass das Unfallereignis kein axiales Trauma
  verursacht habe. Gestützt auf die Ergebnisse der Kernspintomographien vom 19.
  Juni 2017 und vom 7. August 2017 liege eine Prellung des Rückens vor, welche
  regelmässig innert wenigen Wochen abheile. Die degenerativen Veränderungen
  der Brust- und Lendenwirbelsäule wie auch der Bandscheibenvorfall seien nicht
  durch die Prellung entstanden. Denn gemäss der vorerwähnten Bildgebung habe
  das Unfallereignis zu keinen zusätzlichen strukturellen, objektivierbaren
  Läsionen geführt, weshalb Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  im Beschwerdebild des Versicherten keine Rolle mehr spielten. 

  
	
   

  
	
  4.3 Die Kreisärztin der Beschwerdegegnerin, Prof.
  Dr. med. K.______, Fachärztin für Neurochirurgie, hielt in ihrer
  neurochirurgischen Beurteilung am 31. August 2018 fest, dass die vom
  Beschwerdeführer fünf Tage nach dem Unfall geschilderten Symptome ohne
  regelrechte Medikamenteneinnahme für eine geringe medizinische Relevanz sprächen.
  Die radiologischen Befunde und die Beschwerdesymptomatik würden ein
  relevantes Trauma im Bereich der Lendenwirbelsäule ausschliessen. Aus dem
  blossen Auftreten der Beschwerden zeitlich nach dem Unfallereignis könne
  keine Kausalität gefolgert werden. Unter Hinweis auf die medizinische
  Literatur führte sie aus, dass isolierte Bandscheibenveränderungen ohne
  Verletzung der angrenzenden Strukturen nicht typisch seien für eine
  traumatische Verletzung. Auch könne gemäss einschlägigen medizinischen
  Fachmeinungen dann, wenn keine strukturellen Verletzungen vorlägen, kein
  kausaler Zusammenhang zwischen einer Kontusion und während längerer Zeit
  persistierenden Beschwerden hergestellt werden. Vorliegend seien keine
  strukturellen Läsionen an der Lendenwirbelsäule und am Becken
  bildmorphologisch nachgewiesen. Bildgebend und auch von Dr. F.______ beschrieben
  seien degenerative Veränderungen, insbesondere in der Etage LKW5/SWK1. Die
  kreisärztliche Einschätzung von Dr. J.______ sei basierend auf den
  vorhandenen Unterlagen daher nachvollziehbar. Die Diagnose eines
  Bandscheibenvorfalls und einer Einengung der Nervenwurzel S1 zeige
  entsprechend einen unfallfremden Befund degenerativer Ursache. Es sei von
  einer Genesungsphase von längstens insgesamt drei bis sechs Monate nach Rückenkontusion
  auszugehen, weshalb die weiterhin beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
  nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Unfall stammten. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 

  
	
  5.1.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, den
  kreisärztlichen Berichten von Dr. J.______ und Prof. K.______ komme
  aufgrund der daran bestehenden geringen Zweifel, welche insbesondere durch
  die Berichte des behandelnden Arztes Dr. F.______ hervorgerufen würden,
  keinen Beweiswert zu, ist ihm nicht zu folgen. So setzt sich insbesondere
  Prof. K.______ mit der in den Akten vorhandenen ärztlichen Berichterstattung
  und den entsprechenden Bildgebungen umfassend auseinander. Dabei weist sie in
  grundsätzlicher Weise auf die von den jeweiligen Ärzten gemachten
  Schlussfolgerungen hin, welche sie sodann in ihre eigene, fundiert begründete
  Einschätzung miteinbezieht und, wo nötig, sich damit auseinandersetzt.
  Namentlich begründet sie unter Angabe der jeweiligen Fachliteratur in
  nachvollziehbarer und für einen medizinischen Laien verständlichen Weise, dass
  eine isolierte Bandscheibenveränderung, wie sie beim Beschwerdeführer
  vorliegt, nicht typisch ist für traumatische Verletzungen. Es leuchtet
  durchaus ein, dass eine durch ein Trauma verursachte Verletzung nicht nur die
  Bandscheibe trifft, sondern dass in einem solchen Fall auch die angrenzenden
  Strukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Da dafür beim Beschwerdeführer
  keine Anzeichen bestehen, ist der daraus gezogene Schluss des Vorliegens von
  degenerativen Veränderungen nicht zu beanstanden. Dass degenerative
  Veränderungen vorhanden sind, ergibt sich im Übrigen deutlich aus den Akten.
  So weisen bereits die erstbehandelnden Ärzte auf eine Spondylarthrose hin.
  Dr. med. L.______, Facharzt Radiologie, stellt aufgrund eines MRI
  der Lendenwirbelsäule am 7. August 2017 eine Osteochondrose L5/S1 und eine
  hypertrophe Facettenarthrose fest. Er hebt erstmals das Vorliegen einer
  Diskusportrusion L5/S1 hervor, wobei er auch das Vorhandensein einer
  Facettenarthrose in diesem Bereich der Wirbelsäule erkennt. Ebenso weist
  Dr. F.______ als behandelnder Arzt auf eine gewisse vorbestehende
  Diskopathie hin, womit die berichterstattenden Ärzte übereinstimmend
  degenerative Veränderungen beim Beschwerdeführer diagnostizieren. 

  
	
   

  
	
  Weiter übersieht Prof. K.______ – dies im Gegensatz
  zu Dr. F.______ (vgl. E. II/5.1.2 hinten) – nicht, dass sich
  der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis nicht umgehend in ärztliche
  Behandlung begab, sondern mehrere Tage weiterhin arbeitstätig war,
  entsprechend mit der Konsultation einer medizinischen Fachperson zuwartete.
  Es erscheint verständlich und ist daher nicht weiter zu beanstanden, dass
  Prof. K.______ daraus und gestützt auf die beschriebenen Symptome eine
  geringe medizinische Relevanz ableitet. Denn es ist nicht weiter zu
  begründen, dass die verletzte Person bei einem allfälligen Vorliegen von
  schweren Schmerzen umgehend nach einem Unfallereignis den Rat und
  insbesondere die Behandlung durch einen Arzt aufsucht. In diesem Zusammenhang
  leuchtet auch ihr Hinweis auf die Aussage des Beschwerdeführers, dass
  anlässlich der Erstkonsultation mit Ausnahme einer NSAR-Injektion keine
  regelmässige Schmerzmedikation stattfand, ein. Denn es darf davon ausgegangen
  werden, dass der Beschwerdeführer den erstbehandelnden Ärzten mitgeteilt
  hätte, dass er zur Bewältigung der dem Unfall folgenden Tage aufgrund
  massgeblicher Schmerzen regelmässig Schmerzmittel konsumiert habe. Damit darf
  sich Prof. K.______ auf die vom Beschwerdeführer gemachten Aussagen
  verlassen und die daraus sich in medizinischer Hinsicht ergebenen Schlüsse
  ziehen. Gegenteilige Ausführungen des Beschwerdeführers diesbezüglich sind
  nicht zu hören.

  
	
   

  
	
  Ebenso weist Prof. K.______ in berechtigter Weise
  darauf hin, dass im Rahmen der Kostengutsprache für die Operationen seitens
  des Spitals E.______ festgehalten ist, das Leiden sei nicht durch Unfall
  verursacht worden. Damit zeigt sie zu Recht auf, dass ihre eigene
  kreisärztliche Einschätzung, welche überdies mit der kreisärztlichen
  Einschätzung von Dr. J.______ übereinstimmt, in den weiteren vorhandenen
  Akten durchaus eine Stütze findet. In diesem Zusammenhang unbehelflich ist
  der Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass Unfallfolgen in der Kopfzeile
  der Kostgutsprachanfrage genannt sind und dass das Gesuch an die
  Beschwerdegegnerin als Unfallversicherung gerichtet wurde. Denn das ärztliche
  Zeugnis als Bestandteil des Kostengutsprachegesuchs nennt als Diagnose
  eindeutig einen nicht durch einen Unfall verursachten Bandscheibenvorfall.
  Ebenso nennt das ärztliche Zeugnis von Dr. med. M.______ vom 7. Dezember
  2017 als Grund der stationären Behandlung eine Erkrankung, womit die
  einschlägige ärztliche Einschätzung eine unfallfremde Diagnose stellt, worauf
  abzustellen ist.

  
	
   

  
	
  Schliesslich erwähnt Prof. K.______ die vom
  Beschwerdeführer genannten Beschwerden und legt einleuchtend, abermals
  mittels Hinweis auf die einschlägige Fachliteratur, dar, dass diese aufgrund
  deren Persistenz nicht in der Kontusion gründen können, da dafür eine
  strukturelle Verletzung vorhanden sein müsste. Dass dies vorliegend nicht der
  Fall ist, ergibt sich übereinstimmend aus der einschlägigen Bildgebung und
  der entsprechenden medizinischen Beurteilung der untersuchenden Ärzte. Ebenso
  ist die kreisärztliche Einschätzung von Prof. K.______ in Kenntnis der
  Vorakten abgegeben worden, was sich nicht zuletzt gestützt auf die umfassende
  Wiedergabe der im Zeitpunkt der Berichterstattung bereits vorhandenen
  medizinischen Beurteilungen und dem Hinweis auf nicht vorliegende Unterlagen
  oder aber Unstimmigkeiten in denselben ergibt. Schliesslich leuchtet der
  Bericht in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
  Beurteilung der medizinischen Situation ein und begründet die von
  Prof. K.______ getroffenen Schlussfolgerungen in sachlich
  nachvollziehbarer Weise. 

  
	
   

  
	
  5.1.2 Im Gegensatz dazu erfüllen die von
  Dr. F.______ verfassten Berichte die bundesgerichtlichen Kriterien (vgl.
  E. II/3.5 vorne) an einen Arztbericht nicht. So enthalten diese zum einen
  keine Anamnese, woraus eben nicht der Schluss gezogen werden kann, sie seien
  in Kenntnis aller Vorakten verfasst worden. Zum anderen ist den Berichten
  keine substantiierte Begründung zu entnehmen, weshalb eine traumatische
  Bandscheibenverletzung beim Beschwerdeführer vorliegen soll. So
  diagnostiziert Dr. F.______ in seinem Bericht vom 27. September 2017
  erstmals und in Abweichung zu den in diesem Zeitpunkt bereits vorhandenen
  ärztlichen Berichten einen traumatischen Bandscheibenvorfall, begründet
  anschliessend aber nicht, inwiefern der Bandscheibenvorfall durch den Unfall
  hätte entstehen können. Stattdessen weist er selber auf eine gewisse
  vorbestehende Diskopathie hin, was das Vorhandensein vorbestehender
  degenerativer Veränderungen belegt, und damit der Diagnosestellung der
  traumatischen Verletzung zuwiderläuft. Der Bericht von Dr. F.______ vom
  3. Oktober 2017 erläutert die durchgeführte Sequesterentfernung und
  Nukleotomie, wobei darin keine Ausführungen zur Unfallkausalität zu finden
  sind. Im Bericht vom 16. April 2018 weist Dr. F.______ auf nach wie
  vor bestehende Rückenschmerzen und deren mögliche weitere operative
  Behandlung hin, Ausführungen zur Unfallkausalität macht er hingegen auch hier
  keine. Schliesslich hält Dr. F.______ am 27. Juni 2018 fest, ein
  axiales Stauchungstrauma sei bei einem Leitersturz grundsätzlich
  wahrscheinlich. Damit macht er allgemeine Ausführungen zur Wahrscheinlichkeit
  des Eintretens einer traumatischen Verletzung bei einem Leitersturz, führt
  aber entgegen den gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers nicht
  weiter aus, ob und aus welchem Grunde ein axiales Stauchungstrauma gemäss dem
  von diesem geschilderten Sturz nun tatsächlich vorliege. Stattdessen gibt er
  in der Folge klar zu erkennen, dass er gestützt auf die vorhandene Bildgebung
  nicht ausmachen könne, ob eine traumatische Verletzung gegeben sei. Damit sind
  seine Äusserungen betreffend das Vorhandensein einer unfallkausalen
  Verletzung als Vermutungen einzustufen, womit entgegen den Ausführungen des
  Beschwerdeführers alleine aufgrund des Berichts von Dr. F.______ nicht
  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Unfallkausalität ausgegangen
  werden kann. 

  
	
   

  
	
  Überdies weist Dr. F.______ auf einen evidenten
  zeitlichen Zusammenhang zwischen den Rückenbeschwerden und dem Unfall hin, da
  der Beschwerdeführer vor dem Unfall an keinen Rückenbeschwerden gelitten
  habe. Diesbezügliche Argumentationen laufen auf die unzulässige
  Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" hinaus, worauf die
  Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist. Nach deren Bedeutung gilt eine
  gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht, wenn
  sie nach diesem aufgetreten ist, was jedoch nicht geeignet ist, einen
  natürlichen Kausalzusammenhang nachzuweisen (vgl. Jean-Maurice
  Frésard/Margrit Moser-Szeless, in Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
  Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Bd. XIV, 3. A., Basel 2016,
  F. Rz. 105; BGE 119 V 335 E. 2b/bb; BGer-Urteil 8C_310/2011 vom
  5. September 2011 E. 4.5.1, mit Hinweisen). Stattdessen setzt der
  natürliche Kausalzusammenhang vielmehr auch einen sachlichen, d.h.
  medizinischen Zusammenhang voraus (vgl. VGer-Urteil VG.2017.00077 vom
  18. Januar 2018 E. 4.7, nicht publiziert). Dieser wird vorliegend durch
  die kreisärztliche Einschätzung insbesondere von Prof. K.______
  in nachvollziehbarer und begründeter Weise widerlegt.

  
	
   

  
	
  Schliesslich hält
  Dr. F.______ fest, für die Annahme einer primären und unfallbedingten
  Neurokompression spreche, dass die Schmerzmedikation von Anfang an wenig
  geholfen habe. Dabei übersieht er, dass der Beschwerdeführer in den ersten
  fünf Tagen nach dem Unfallereignis gemäss seinen eigenen Angaben mit Ausnahme
  einer intramuskulären Infiltration von Schmerzmitteln keine Medikamente oder
  andere Präparate zur Schmerzlinderung einnahm. Überdies geht
  Dr. F.______ nicht darauf ein, dass der Beschwerdeführer nach dem
  Unfallereignis mehrere Tage vor seinem notfallmässigen Spitalbesuch weiterhin
  seine Arbeitsleistung erbrachte. Damit bleibt unklar, inwiefern die
  Schmerzmedikation von Anfang wenig geholfen haben soll, da ja anfänglich
  keine regelmässige Medikation eingenommen worden war, sondern lediglich eine
  NSAR-Injektion ausgeführt worden ist. Ebenso ist nicht nachvollziehbar, wie
  sich die gemäss Aussage des Beschwerdeführers von Anfang an vorhandenen
  körperlichen Beschwerden gegenüber der von ihm nachweislich unmittelbar nach
  dem Unfallereignis weitergeführten Arbeitstätigkeit verhalten.

  
	
   

  
	
  5.1.3 Folglich setzt sich Prof. K.______ – dies im Gegensatz zu
  Dr. F.______ – mit den streitigen
  Belangen unter Darlegung der medizinischen Zusammenhänge umfassend
  auseinander. Die von Dr. F.______ erstatteten Berichte vermögen keine
  auch nur geringe Zweifel an den kreisärztlichen Einschätzungen hervorzurufen,
  weshalb auf diese abzustellen ist. Bei formell einwandfreien und
  materiell schlüssigen (beweistauglichen und beweiskräftigen) medizinischen Entscheidungsgrundlagen
  der Beschwerdegegnerin besteht kein Anspruch auf eine gerichtliche Expertise
  (BGE 135 V 465 E. 4). Von weiteren Beweisvorkehren ist
  kein entscheidrelevanter neuer Aufschluss betreffend Unfallkausalität zu
  erwarten, weshalb darauf im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung zu
  verzichten ist (vgl. BGE 124 I 208 E. 4a). Entsprechend hat die
  Beschwerdegegnerin den Sachverhalt umfassend und rechtsgenüglich abgeklärt,
  womit eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 ATSG zu
  verneinen und auf das Einholen eines Gerichtsgutachtens zu verzichten ist.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Es entspricht einer medizinischen
  Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch
  alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen
  entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen
  Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend
  unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das
  Unfallereignis von besonderer Schwere (was vor allem bei axialen
  Stauchungstraumata angenommen wird) und geeignet war, eine Schädigung der
  Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome einer Diskushernie (vertebrales
  oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit
  auftreten (Kaspar Gehring, in Ueli Kieser/Kaspar Gehrig/Susanne Bollinger
  [Hrsg.], KVG-/UVG-Kommentar, Zürich 2018, Art. 4 ATSG N. 59; BGer-Urteil
  8C_794/2012 vom 26. November 2012 E. 2.2, 8C_151/2012 vom 12. Juli 2012
  E. 4, je mit Hinweisen). Ist indessen die Diskushernie bei degenerativem
  Vorzustand durch den Unfall aktiviert, nicht aber verursacht worden, hat der
  Unfallversicherer Leistungen zu erbringen für die unmittelbar im Zusammenhang
  mit dem Unfall stehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Nach derzeitigem medizinischen
  Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen
  Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden,
  wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch
  ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss;
  eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen
  Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
  spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl.
  BGer-Urteil 8C_346/2008 vom 11. November 2008 E. 3.2).

  
	
   

  
	
  Hat
  die Beschwerdegegnerin gesetzliche Leistungen erbracht, ohne dass eine
  Unfallkausalität vorgelegen hat, stellt sich die Frage, ob sie deren
  Vorliegen anerkannte. Unabhängig davon, ob die Beschwerdegegnerin ihre
  Leistungspflicht allenfalls irrtümlich anerkannte, kann sie die
  Leistungseinstellung mit Wirkung ex tunc et pro futuro verfügen, sofern sie
  nachweist, dass für die geklagten Beschwerden richtigerweise gar nie eine
  Unfallkausalität bestanden hat, und dabei auf eine Rückforderung zu Unrecht
  erbrachter Leistungen verzichtet (BGer-Urteil 8C_819/2016 vom 4. August 2017
  E. 6.1; Michael E. Meier, Beweislastverteilung bei Entstehung und
  Wegfall der natürlichen Kausalität für Heilbehandlung und Taggelder in der
  Unfallversicherung – Ein Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts, in SZS 2017
  S. 658 ff., 662).

  
	
   

  
	
  5.2.2 Dr. J.______ schliesst das Vorliegen
  eines axialen Traumas aus, ebenso äussert sich Prof. K.______
  in begründeter Weise. Dr. F.______ hingegen weist in allgemeiner
  Hinsicht daraufhin, dass ein axiales Trauma bei einem Leitersturz möglich
  sei, begründet aber nicht, aus welchem Grunde ein solches beim
  Beschwerdeführer vorliege. Auch war der Beschwerdeführer nach dem
  Unfallereignis nicht mit sofortiger Wirkung arbeitsunfähig. Stattdessen war
  dieser noch einige Tage arbeitstätig und suchte erst fünf Tage nach dem
  Unfallereignis einen Arzt auf. Das Vorliegen degenerativer Veränderungen ist
  zudem erstellt, womit vorliegend in Übereinstimmung mit Dr. J.______ und
  Prof. K.______ nicht von einer unfallbedingten Diskushernie
  auszugehen ist. Weiter bestätigt Prof. K.______
  in sachlich begründeter Weise die von Dr. J.______ gemachte Einschätzung,
  wonach Unfallfolgen im Januar 2018 überwiegend wahrscheinlich keine Rolle
  mehr spielten. Dass in der Folge ein unfallfremder Befund operativ behandelt
  wurde, bestätigen auch die behandelnden Ärzte des Spitals E.______, welche
  bereits am 25. November 2017 und abermals am 26. Juni 2018 die zu
  behandelnden Beschwerden als nicht unfallursächlich einstufen. Damit ist
  dargelegt, dass weder klinisch noch bildgebend überwiegend wahrscheinlich
  objektivierbare Unfallrestfolgen vorhanden sind. Ebenso ist damit der
  Nachweis erbracht, dass betreffend die Diskushernie richtigerweise gar nie
  eine Unfallkausalität bestand. Gegenteiliges kann den Akten und insbesondere
  den wenig substantiierten Arztberichten von Dr. F.______ nicht entnommen
  werden. Entsprechend war die Beschwerdegegnerin berechtigt, ihre Leistungen am 14. März 2018
  mit Wirkung für die Zukunft unter einem Verzicht auf die Rückforderung der
  bereits erbrachten Leistungen einzustellen, zumal sie im Verfügungszeitpunkt
  für einen Zeitraum von mehr als neun Monaten bereits Leistungen erbracht
  hatte, womit die Rückenkontusion als abgeheilt zu gelten hatte. 

  
	
   

  
	
  5.3 Mangels Vorliegens einer Unfallkausalität kommt dem
  Beschwerdeführer sodann kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
  UVG) oder eine Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG) zu. 

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde abzuweisen. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a
  ATSG). Da der Beschwerdeführer unterliegt, steht ihm keine
  Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e
  contrario). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und die Gewährung der unentgeltlichen
  Rechtsvertretung. Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen
  um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die Verfahrenskosten
  aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der Kosten- und
  Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist. Unter
  denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes
  wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die gehörige
  Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. f ATSG und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der
  Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden
  Partei.

  
	
   

  
	
  2.2 Da die Gerichtskosten von Gesetzes wegen auf die
  Staatskasse zu nehmen sind, ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung
  der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers erscheint
  aufgrund der Aktenlage als offensichtlich. Zudem kann das vorliegende
  Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Da der Beschwerdeführer
  auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist sein Gesuch um
  unentgeltliche Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihm ist in der Person
  von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher
  Rechtsbeistand zu bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'500.- (inkl.
  Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen,
  dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist,
  für den Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse
  gelangt, zur Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art.
  139a VRG). 

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Prozessführung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

    
	
    2.

    	
    Das Gesuch des
    Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen
    Rechtsverbeiständung wird gutgeheissen. Ihm wird in der Person von
    Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

    
	
    3.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 2'500.- (inkl. Auslagen und
    Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    4.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    5.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im November 2023 zu prüfen, ob
    die Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen. 

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]