# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0ea2548-a2af-5519-8982-bcacaf587fc8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.09.2019 715 19 95/219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-19-95-219_2019-09-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 4. September 2019 (715 19 95 / 219) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Ablehnung der Anspruchsberechtigung wegen Nichterfüllung der Beitragszeit. Keine Be-
freiung von der Erfüllung der Beitragszeit wegen Wegfalls der Betreuung einer Angehöri-
gen mangels Wohnsitzes in der Schweiz.  
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung 

 
 
 
A. Die 1968 geborene A.____ war zuletzt bei der B.____ GmbH angestellt. Zuvor war sie 
vom 1. Oktober 2016 bis Ende Mai 2017 bei der Firma C.____ beschäftigt gewesen. Nachdem 
das Arbeitsverhältnis bei der B.____ GmbH per 16. November 2018 noch in der Probezeit durch 
die Arbeitgeberin aufgelöst worden war, meldete sich A.____ am 4. Dezember 2018 zur Arbeits-
vermittlung an und erhob am 10. Dezember 2018 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung mit 
Wirkung ab 4. Dezember 2018. 
 

 
 
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B. Mit Verfügung Nr. 244 / 2019 lehnte die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) 
die Anspruchsberechtigung der Versicherten ab 4. Dezember 2018 wegen Nichterfüllung der Bei-
tragszeit mit der Begründung ab, dass eine beitragspflichtige Beschäftigung lediglich während 
7,493 Monaten nachgewiesen sei. Hiergegen erhob die Versicherte am 5. Februar 2019 frist- und 
formgerecht Einsprache mit der Begründung, dass sie von 2015 bis Mai 2018 ihre Grossmutter 
betreut habe. Ihr Wohnsitz habe sich zwar in Deutschland befunden, jedoch habe sie de facto 
stets bei ihrer Grossmutter gelebt, da diese rundum auf eine Betreuung angewiesen gewesen 
sei. Mit Einspracheentscheid vom 22. Februar 2019 wies die Kasse die Einsprache der Versi-
cherten ab. Zumal sie im Zeitpunkt des Wegfalls der Betreuung ihrer Grossmutter keinen Wohn-
sitz in der Schweiz gehabt habe, sei sie durch den Wegfall der Betreuung ihrer Grossmutter nicht 
darauf angewiesen gewesen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder zu erweitern. Sie könne 
sich daher nicht auf die Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit berufen. 
 
C. Hiergegen erhob die Versicherte am 18. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht 
des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und bean-
tragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Ausrich-
tung der ihr zustehenden Arbeitslosentaggelder für die Dauer von drei Monaten. Zur Begründung 
machte sie im Wesentlichen geltend, dass sie ihre Grossmutter ab 2017 nonstop betreut habe. 
Deren Hausarzt habe sie regelmässig besucht und würde diesen Umstand belegen können. Am 
29. März 2019 reichte die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht das entsprechende Arztzeug-
nis des ehemaligen Hausarztes ihrer verstorbenen Grossmutter ein.  
 
D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 13. Mai 2019 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 
und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi-
cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig 
ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und 
Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-
schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam 
die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die 
örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt 

 
 
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das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG, wes-
halb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 18. März 2019 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO (in der ab 1. Januar 2019 geltenden Fassung) entscheidet die 
präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten 
bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Unbestritten ist, dass die Be-
schwerdeführerin in der von der Beschwerdegegnerin geprüften Beitragsrahmenfrist vom 1. De-
zember 2016 bis 31. Mai 2017 sowie vom 1. Oktober 2019 bis 16. November 2018 während 
weniger als zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 9 Abs. 1 in 
Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG; Kassen-Dok 73). Fraglich ist hingegen, ob sie wegen Weg-
falls der Betreuung ihrer verstorbenen Grossmutter gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG von der Erfüllung 
der Beitragszeit befreit werden kann. Bei einem Taggeld von höchstens Fr. 153.-- (Art. 41 Abs. 1 
lit. a AVIV) und maximal 90 Taggeldern (Art. 27 Abs. 4 AVIG; AVIG-Praxis ALE, C93) ergibt sich 
ein Streitwert von Fr. 13‘770.-- (90 x Fr. 153.--). Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu 
entscheiden. 
 
2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG hat die versicherte Person Anspruch auf Arbeitslosenent-
schädigung, wenn die Beitragszeit erfüllt ist oder wenn sie von der Erfüllung der Beitragszeit be-
freit ist. Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten grundsätzlich zweijährige Rah-
menfristen (vgl. Art. 9 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 
Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Letztere beginnt gemäss 
Art. 9 Abs. 2 AVIG an jenem Tag, an dem (wiederum) sämtliche Anspruchsvoraussetzungen er-
füllt sind. 
 
2.2 Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss Art. 14 Abs. 2 AVIG unter anderem 
Personen, die wegen Trennung oder Scheidung ihrer Ehe, wegen Invalidität oder wegen Todes 
des Ehegatten oder aus ähnlichen Gründen gezwungen sind, eine unselbständige Erwerbstätig-
keit aufzunehmen oder zu erweitern (Satz 1). Diese Regel gilt nur dann, wenn das betreffende 
Ereignis nicht mehr als ein Jahr zurückliegt und die betroffene Person beim Eintritt dieses Ereig-
nisses ihren Wohnsitz in der Schweiz hatte (a.a.O., Satz 2). Diese Bestimmung ist für jene Fälle 
vorgesehen, in denen einer Personen unvermittelt eine Erwerbsquelle aus- oder weggefallen ist. 
Sie zielt mithin auf Versicherte ab, die nicht auf die Aufnahme, Wiederaufnahme oder die Aus-
dehnung ihrer Erwerbstätigkeit vorbereitet sind und aus wirtschaftlicher Notwendigkeit in verhält-
nismässig kurzer Zeit zu disponieren müssen (BGE 137 V 133 E. 4.2).  
 
2.3 Eine Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit nach Art. 14 Abs. 2 AVIG unterliegt ei-
nem Vorbehalt in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist sie nur möglich, wenn zwischen dem geltend 
gemachten Grund und der Notwendigkeit der Aufnahme oder Erweiterung einer unselbstständi-
gen Erwerbstätigkeit ein Kausalzusammenhang gegeben ist. Ein solcher Kausalzusammenhang 
ist bereits dann zu bejahen, wenn es glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint, dass der Ent-
schluss der versicherten Person, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder zu 
erweitern, in dem als Befreiungsgrund in Frage kommenden Ereignis mitbegründet liegt (BGE 

 
 
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121 V 336 E. 5c/bb S. 344; Urteil 8C_372/2009 vom 23. Juli 2009 E. 5.2.1). Ein strikter Kausali-
tätsnachweis im naturwissenschaftlichen Sinne ist nicht erforderlich (BGE 125 V 123 E. 2a S. 
125; 121 V 336 E. 5c/bb S. 344; 119 V 51 E. 3b S. 55). Dabei ist jedoch stets zu beachten, dass 
das Gesetz ähnliche Befreiungsgründe im Rahmen der Generalklausel dann nicht mehr zulässt, 
wenn das betreffende Ereignis mehr als ein Jahr zurückliegt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 AVIG). Dieser 
zeitliche Vorbehalt ist Ausdruck der gesetzgeberischen Entscheidung, ein solches Ereignis nicht 
mehr als kausal für die über ein Jahr später versuchte Arbeitsaufnahme zu betrachten (BGE 121 
V 336 E. 5c/bb S. 344). Wie bereits erwähnt sind gemäss Art 14 Abs. 2 Satz 2 AVIG ausserdem 
nur jene Personen von der Erfüllung der Beitragszeit befreit, die beim Eintritt des Ereignisses 
ihren Wohnsitz in der Schweiz hatten. Dieses Erfordernis wurde mit dem am 1. Juni 2002 in Kraft 
getretenen Bundesgesetz vom 8. Oktober 1999 zum Abkommen zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft einerseits und der EG sowie ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Frei-
zügigkeit (Abkommen über die Personenfreizügigkeit, APF; AS 2002 1529) eingeführt und seither 
als rechtmässig anerkannt (Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG], seit 1. Januar 2008, Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen, vom 10. Juni 2005, C 
266/04, E. 2.1).  
 
3. Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, dass sie von 2015 bis Mai 2018 ihre 
Grossmutter betreut habe. Dabei hat sie anerkannt, dass sich ihr Wohnsitz während dieser Zeit 
weiterhin in Deutschland befunden hat. Ihre Aussagen decken sich mit den von bereits anlässlich 
der Einsprache getätigten Angaben gegenüber der Kasse (Kassen-Dok 83). Auch wenn an an-
derer Stelle den Akten zu entnehmen ist, dass die Versicherte ihre Grossmutter bis Ende Sep-
tember 2018 betreut habe (Kassen-Dok 46), kann an dieser Stelle letztlich offen bleiben, bis wann 
die Betreuung gedauert hat. Hintergrund bildet der Umstand, dass die Versicherte erst per 1. Ok-
tober 2018 aus Deutschland zugezogen und einen schweizerischen Wohnsitz begründet hat 
(Kassen-Dok 4 und 7). Unabhängig davon, ob sie ihre Grossmutter bis Mai oder bis Ende Sep-
tember 2018 betreut hat, bestand im Zeitpunkt, in dem sie infolge Wegfalls der Betreuung allen-
falls gezwungen war, eine unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder diese zu erweitern 
(Art. 14 Abs. 2 Satz 1 AVIG), mithin noch kein schweizerischer Wohnsitz, wie er für eine Beitrags-
zeitbefreiung aber erforderlich wäre. Daran ändert auch nichts, dass die Versicherte ihre Gross-
mutter nonstop betreut hat und sich währenddessen somit offenbar auch stets an deren Wohnsitz 
in der Schweiz aufgehalten hat. Für eine Annahme, dass sich der Lebensmittelpunkt der Versi-
cherten mit der Absicht eines dauernden Verbleibens auch für die Zeit nach der Betreuung ihrer 
erkrankten Grossmutter bereits vor Ende September 2018 in der Schweiz befunden hätte, liegen 
jedenfalls keine Anhaltspunkte oder Indizien vor. Der objektiv physische Aufenthalt der Versicher-
ten allein genügt nicht, um von einem schweizerischen Wohnsitz auszugehen. Es kann in dieser 
Hinsicht auf Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezem-
ber 1907 verwiesen werden, dessen Bestimmung mangels einer genauen Umschreibung des 
Wohnsitzes im öffentlichen Recht analog anwendbar ist.  
 
4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Versicherte mangels eines schweizerischen 
Wohnsitzes im Zeitpunkt der Beendigung der Betreuung ihrer Grossmutter nicht in den Genuss 
des Befreiungstatbestands von Art. 14 Abs. 2 AVIG gelangt. Die Arbeitslosenkasse hat einen 

 
 
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Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung daher zu Recht abgelehnt. Dies führt im Ergebnis zur 
Abweisung der Beschwerde.  
 
5. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht ausgerichtet.  
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. 
 
Soweit auf die Beschwerde einzutreten ist, ist diese insofern gutzu-
heissen, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 2. November 
2018 aufzuheben und die Angelegenheit ans KIGA Baselland zurück-
zuweisen ist , damit dieses den Leistungsexport des Beschwerdefüh-
rers im Sinne der Erwägungen neu verfügt. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen. 

 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.