# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0f0c3cd-f791-59c0-aa8f-ffb5e6fcb796
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-02-16
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 16.02.1994 JAAC 59.15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_008_JAAC-59-15--_1994-02-16.pdf

## Full Text

JAAC 59.15

Entscheid des Bundesrates vom 16. Februar 1994

Examens fédéraux des professions médicales.

Art. 41 et 42 OGPM. Motif d’empêchement invoqué par le candidat.

- Le candidat ne peut en principe invoquer un motif d’empêchement
qu’avant ou pendant l’examen.

- Se prévaloir ultérieurement d’une maladie était exceptionnellement
admis par la pratique sous l’ancien droit lorsque certaines conditions
étaient remplies (JAAC 44.128).

- A cet égard, le nouveau droit correspond pour l’essentiel à l’ancien,
raison pour laquelle il convient de confirmer et de poursuivre cette
pratique.

Eidgenössische Medizinalprüfungen.

Art. 41 und 42 AMV. Berufung des Kandidaten auf einen
Verhinderungsgrund.

- Die Berufung auf einen Verhinderungsgrund ist grundsätzlich nur vor
oder während der Prüfung zulässig.

- Eine nachträgliche Berufung auf eine Erkrankung wurde nach der
Praxis zum alten Recht ausnahmsweise zugelassen, wenn bestimmte
Voraussetzungen erfüllt waren (VPB 44.128).

- Das neue Recht stimmt in dieser Hinsicht im wesentlichen mit
dem alten Recht überein, weshalb diese Praxis zu bestätigen und
weiterzuführen ist.

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Esami federali per le professioni mediche.

Art. 41 e 42 OGPM. Caso in cui il candidato invoca un motivo di
impedimento.

- Ci si può appellare ad un motivo di impedimento solamente prima
dell’esame o durante lo stesso.

- La pratica inerente il precedente diritto ha riconosciuto, in via
eccezionale e in caso di adempimento di precise condizioni (GAAC
44.128), la possibilità di invocare una malattia dopo l’esame.

- Da questo punto di vista il nuovo diritto corrisponde essenzialmente al
precedente, per cui occorre confermare e continuare ad applicare tale
pratica.

Zusammenfassung des Sachverhalts

Der Beschwerdeführer hat eine Medizinalprüfung nicht bestanden.
Nachträglich hat er geltend gemacht, er sei während des Examens plötzlich
krank geworden und habe deshalb in der Prüfung versagt. Der Bundesrat
weist letztinstanzlich die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen

4. ...

Tritt vor oder während einer Prüfung ein wichtiger Verhinderungsgrund
ein, so hat der Kandidat dies unverzüglich dem Ortspräsidenten zu melden.
Während der Prüfung entscheidet der Ortspräsident über den Unterbruch
oder den Abbruch der Prüfung; ist jener nicht sofort erreichbar, so trifft der
Examinator die vorläufigen Massnahmen (vgl. Art. 41 f. der Allgemeinen
Medizinalprüfungsverordnung vom 19. November 1980 [AMV], SR 811.112.1).
Eine nachträgliche Berufung auf Verhinderungsgründe vermag einen
Misserfolg nach ständiger bundesrätlicher Rechtsprechung grundsätzlich
nicht aufzuheben (vgl. VPB 45.43, 43.27, 42.99, je mit weiteren Hinweisen).
Diese Rechtsprechung stützt sich zwar auf die altrechtliche Ordnung (Art. 36
Abs. 1 des Reglements vom 22. Dezember 1964 für die eidgenössischen
Medizinalprüfungen); die materiellrechtlichen Voraussetzungen sind
jedoch im neuen Recht analog umschrieben. An dieser konstanten Praxis
muss grundsätzlich festgehalten werden. Vorbehalten bleiben indessen
Ausnahmefälle, in denen kumulativ folgende Bedingungen nachgewiesen
werden können (VPB 44.128):

a. Der Krankheitsausbruch erfolgt ohne vorherige signifikante Anzeichen erst
während des Examens.

b. Während des Examens sind keine offensichtlichen Symptome gegeben.

c. Der Kandidat sucht unmittelbar nach dem Examen den Arzt auf.

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d. Der Arzt stellt eine schwere, plötzliche Erkrankung fest, die zwingend
zum Schluss führt, trotz fehlender offensichtlicher Symptome bestehe ein
Kausalzusammenhang zwischen Krankheitsausbruch und Versagen in der
Prüfung.

e. Das Versagen in dem fraglichen Prüfungsteil muss kausal für das Bestehen
oder Nichtbestehen der Gesamtprüfung sein.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 59.15 - Entscheid des Bundesrates vom 16. Februar 1994

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
Année

Anno

Band 59
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Ref. No 150 002 552

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Entscheid des Bundesrates vom 16. Februar 1994
	Zusammenfassung des Sachverhalts
	Aus den Erwägungen