# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d2b2979-2454-5958-9903-20da6ebf0933
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 09.12.2010 I/1-2009/222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2009-222_2010-12-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2009/222

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 09.12.2010

Entscheiddatum: 09.12.2010

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 09.12.2010
Art. 32 Abs. 2 DBG (SR 642.ll) Wird ein Wohnhaus umfangreich renoviert, 
ohne dass es einem Neubau gleichkommt, so können in den ersten fünf 
Jahren nach dem Kauf die Aufwendungen für die energiesparenden 
Massnahmen zu 50% abgezogen werden (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung I/1, 9. Dezember 2010, I/1-2009/222).

Präsident Nicolaus Voigt, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiberin Sabrina Häberli

X und Y, Beschwerdeführer,

gegen

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung,Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Rechtswesen, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Direkte Bundessteuer (Einkommen 2008)

Sachverhalt:

A.- X und Y sind Eltern von drei Kindern (Jahrgang 2000, 2004 und 2006). X ist als 

Grenzwächter unselbständig erwerbstätig. Y ist Hausfrau. Am 30. Juni 2006 erwarben 

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sie eine Liegenschaft mit 804 m  Grundfläche in G zu je hälftigem Miteigentum. Es 

handelt sich um ein über 100 Jahre altes Einfamilienhaus mit Scheune ausserhalb der 

Bauzone im übrigen Gemeindegebiet (ueG). Der Kaufpreis betrug Fr. 200'000.--. Die 

amtliche Schätzung vom 22. August 2000 weist einen Verkehrswert von Fr. 105'000.-- 

aus, wobei Fr. 10'000.-- auf das Wohnhaus, Fr. 5'000.-- auf die Scheune und der Rest 

auf das Land entfallen. Der Minderwert des auf Fr. 265'000.-- geschätzten 

Gebäudeneuwerts betrug 45 %. Im Jahr 2008 liessen die Steuerpflichtigen am Haus 

verschiedene Arbeiten vornehmen. Die gesamten Renovationskosten betrugen rund Fr. 

300'000.--. Daneben waren X und Y je hälftige Miteigentümer einer 4 ½-Zimmer-

Stockwerkeigentumseinheit in G.

B.- In der Steuererklärung 2008 deklarierten sie kein steuerbares Einkommen und kein 

steuerbares Vermögen. Dabei machten sie Unterhaltskosten für das Einfamilienhaus in 

der Höhe von Fr. 146'587.-- geltend. Die Veranlagungsbehörde nahm verschiedene 

Korrekturen vor und veranlagte die Steuerpflichtigen für die direkte Bundessteuer 2008 

mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 49'200.--. Unter anderem liess sie für das 

Einfamilienhaus keine Unterhaltskosten zum Abzug zu.

Dagegen erhobenen die Steuerpflichtigen am 13. Oktober 2009 Einsprache. Am 

22. Oktober 2009 fand eine Besprechung mit dem Steuerkommissär statt. Mit 

Entscheid vom 4. Dezember 2009 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.

C.- Gegen den Einsprache-Entscheid erhoben X und Y mit Eingabe vom 8. Dezember 

2009 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragten, die 

Investitionen und deklarierten Umbauten zu Gunsten der Energie- und 

Umweltschutzmassnahmen seien zum Abzug zuzulassen.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2010 die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde. Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine 

Vernehmlassung.

Mit Eingabe vom 10. Februar 2010 (Poststempel) reichten die Beschwerdeführer 

zusätzliche Unterlagen ein. Am 16. November 2010 gingen die im Einsprache-

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Entscheid erwähnten, bei der Vorinstanz eingeforderten Baugenehmigungsakten ein. 

Die Vorinstanz verzichtete am 29. November 2010 auf eine zusätzliche Stellungnahme.

D.- Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 8. Dezember 2009 ist 

rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2.- Umstritten ist, ob die geltend gemachten Positionen baulichen Unterhalts für das 

Einfamilienhaus in G in der Höhe von Fr. 146'587.-- als Liegenschafts- und 

Verwaltungskosten bzw. als Energie- und Umweltschutzinvestitionen abzugsfähig sind.

a) Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, aufgrund der Schätzung vom 

22. August 2000 sei davon auszugehen, dass sich die Liegenschaft in einem 

schlechten baulichen Zustand befunden habe, zumal sich der Minderwert von damals 

45% bis 2008 nochmals verschlechtert haben müsse. Aus dem Baugesuch und aus 

den Bauakten und -plänen gehe hervor, dass es sich bei den Investitionen nicht um die 

Erhaltung bisheriger Liegenschaftswerte, sondern um die Schaffung neuer Werte 

handle. Es gehe um Neubaukosten mit vorgängiger Aushöhlung der Liegenschaft. 

Nach Abschluss des Umbaus könne gesagt werden, dass zwar weder eine 

Nutzungsänderung noch eine Wohnhauserweiterung vorliege; jedoch habe beim 

Erwerb im Jahr 2006 hauptsächlich nur der Landwert der Baute bezahlt werden 

müssen. Wenn man die in G üblichen Landpreise als Grundlage nehme, sei der 

Landwert des Grundstücks auf ca. Fr. 200'000.-- (804 m  à Fr. 250.--) zu beziffern, 2

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auch wenn sich die Liegenschaft ausserhalb der Bauzone befinde. Aufgrund der 

Schätzungsangaben aus dem Jahr 2000 müsse geschlossen werden, dass das 

Wohnhaus als unbewohnbar einzustufen gewesen sei. Die geltend gemachten 

Aufwendungen seien den Anlagekosten zuzuordnen, obwohl es sich - auf einzelne 

Ausgabenpositionen bezogen - hauptsächlich um Energiespar- und 

Umweltschutzmassnahmen (Renovation Dach inkl. Isolierung und Heizungsersatz 

durch Erdsonde) handle. Die geltend gemachten Auslagen für die Renovation seien 

einem Neubau gleichzusetzen.

Die Beschwerdeführer machen demgegenüber geltend, das Gebäude sei vom Amt für 

Raumentwicklung im Jahr 2006 als Objekt in der Landwirtschaftszone besichtigt und 

mit Auflagen zum Umbau bewilligt worden. Es seien während des Umbaus sicher 

bauliche Verbesserungen, welche nicht abzugsberechtigt seien, getätigt worden. So 

seien die Kosten für Ausbauten und Grundrissänderungen nicht deklariert worden. 

Bisher seien insgesamt Fr. 310'000.-- investiert worden. Bei den deklarierten 

Umbauarbeiten handle es sich jedoch ausschliesslich um Energiespar- und 

Umweltschutzmassnahmen. Das Dach sei komplett saniert und mit einer 16 cm dicken 

Wärmedämmung versehen worden. Der Rest der deklarierten Umbauten betreffe 

lediglich den Bestandteil der Energie- und Umweltschutzmassnahmen wie z.B. neue 

Fenster, Wärmepumpe mit Erdsonde etc. Keinesfalls hätten sie nur den Landwert für 

das Grundstück bezahlt. Eine solche Liegenschaft sei schwer zu bewerten. Die 

Auflagen vom Kanton hätten ein grosses Hindernis dargestellt, weshalb alle weiteren 

Kaufinteressenten abgesprungen seien. Das Objekt liege ausserhalb der Bauzone und 

ein Abbruch sei absolut verboten gewesen. Das Amt für Raumentwicklung habe genau 

geprüft, was man mit der Liegenschaft machen dürfe und was nicht. Der Minderwert 

der Liegenschaft sei nicht auf einen schlechten Zustand, sondern vielmehr auf das 

Fehlen der aktuellen absolut üblichen Wohnstandards wie Badezimmer, Küche, WC, 

übliche Anschlüsse wie TV, SAT, Telefon, Kanalisation, Strom, Wasser etc. 

zurückzuführen. Das Haus sei fast im Originalzustand wie bei der Erstellung vor ca. 120 

Jahren und in gesundem und erhaltungswürdigem Zustand gewesen. Bei einer anderen 

Beurteilung wäre vom Amt für Raumentwicklung keine Baubewilligung mehr erteilt 

worden. Das Haus sei zudem immer bewohnbar gewesen und bis zum Verkauf an sie 

von einem Landwirt in Miete bewohnt worden. Das Gebäude sei nicht ausgehöhlt 

worden. Vielmehr seien die Räume anders gestaltet und erweitert oder 

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zusammengelegt worden. Die alten Balken seien jedoch noch vorhanden, wenn zum 

Teil auch wieder neu verkleidet in den Wänden. Es seien auch Strickwände im 

Gebäudeinnern vorhanden geblieben und der "Schopf" sei noch "Schopf". Nur im 

Obergeschoss sei ein Teil der bewilligten Erweiterungsmöglichkeit genutzt worden, um 

ein Elternschlafzimmer und eine Nasszelle zu erstellen. Der Boden im Erdgeschoss sei 

um ca. 30 cm abgesenkt worden, um darin eine Raumhöhe von 2.10 Metern zu 

erreichen, was ein normales Wohnen ermöglicht habe. Des Weiteren seien ihnen beim 

Gesamtprojekt inkl. Aussenhülle, Fassadengestaltung, Fenster und Umgebung 

Auflagen gemacht worden, wie z.B. Holzfenster mit speziellem Sprossendesign. Mit 

nicht ganz einfachen Planungen und speziellen Anfertigungen habe ein schönes Heim 

für ihre Familie erschaffen werden können.

b) Nach Art. 32 Abs. 2 DBG können bei Liegenschaften im Privatvermögen die 

Unterhaltskosten, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch 

Dritte abgezogen werden. Das eidgenössische Finanzdepartement bestimmt, wieweit 

Investitionen, die dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, den 

Unterhaltskosten gleichgestellt werden. Werterhaltende Aufwendungen dienen dazu, 

die Liegenschaft im einkommenssteuerrechtlich massgebenden Nutzwert zu erhalten. 

Durch solche Massnahmen bleiben Gestalt und Zweckbestimmung des Gebäudes 

unverändert. Lediglich die mangelhaften Installationen werden ersetzt bzw. die 

vorhandenen, aber schadhaft gewordenen Gebäudeteile repariert. Die Liegenschaft 

wird unterhaltsmässig wieder in denjenigen Zustand versetzt, in dem sie einmal war. 

Der bisherige Verwendungszweck, allenfalls modernisiert, bleibt erhalten (vgl. StE 2007 

B 25.6 Nr. 55 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Nicht als Gewinnungskosten abziehbar sind 

indessen Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von 

Vermögensgegenständen; also bauliche Verbesserungen, die nicht nur der Erhaltung 

der Liegenschaft und deren Nutzungsmöglichkeiten dienen, sondern zusätzlich deren 

Anlagewert erhöhen (vgl. Art. 34 lit. d DBG). Derartige wertvermehrende Aufwendungen 

mit Anlagekostencharakter werden, soweit sie eine Liegenschaft des Privatvermögens 

betreffen, bei der Ermittlung einer allfälligen kantonalen Grundstückgewinnsteuer 

berücksichtigt (vgl. Art. 137 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen, sGS 811.1, 

abgekürzt: StG).

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Unter Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen versteht man Aufwendungen für 

Massnahmen, welche zur rationellen Energieverwendung oder zur Nutzung 

erneuerbarer Energien beitragen. Diese Massnahmen beziehen sich auf den Ersatz von 

veralteten und die erstmalige Anbringung von neuen Bauteilen oder Installationen in 

bestehenden Gebäuden, wobei die Abzugsquote in den ersten fünf Jahren nach 

Anschaffung der Liegenschaft 50%, nachher 100% beträgt (Art. 5 und 8 der 

Verordnung über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatvermögens bei 

der direkten Bundessteuer vom 24.8.1992, SR 642.116; abgekürzt: V Abzug der 

Liegenschaftskosten). Dazu gehören unter anderen Massnahmen zur Verminderung der 

Energieverluste der Gebäudehülle, wie die Wärmedämmung von Böden, Wänden, 

Dächern und Decken gegen das Aussenklima, unbeheizte Räume oder Erdreich, der 

Ersatz von Fenstern durch energetisch bessere Fenster als vorbestehend, die 

Einrichtung von unbeheizten Windfängen und der Ersatz von Jalousieläden, Rollläden 

(Art. 1 lit. a der Verordnung über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung 

und zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 24.8.1992, SR 642.116.1, nachfolgend 

Energieverordnung; StB SG 44 Nr. 5-6) aber auch die Kosten für den Ersatz von 

Haushaltgeräten mit grossem Stromverbrauch, wie Kochherden, Backöfen, 

Kühlschränken, Tiefkühlern, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Beleuchtungsanlagen 

usw., die im Gebäudewert eingeschlossen sind (Art. 1 lit. d Energieverordnung).

Da es sich bei den zum Abzug geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten um 

steuermindernde Tatsachen handelt, liegt die Beweislast sowohl für die Höhe der 

Aufwendungen als auch für deren Unterhalts- bzw. deren Energiespar- oder 

Umweltschutzcharakter, beim Steuerpflichtigen. Macht er also die tatsächlichen Kosten 

geltend, hat er diese nachzuweisen. Dabei ist der Nachweis üblicherweise detailliert 

mittels Belegen und dokumentierenden Unterlagen zu erbringen.

c) Das Haus in G erstreckt sich über drei Stockwerke. Das Baugesuchsformular für den 

geplanten Umbau reichten die Beschwerdeführer am 1. März 2006 bei der Gemeinde 

ein (act. 11.01). Da das Grundstück in der Zone "übriges Gemeindegebiet (ueG)" und 

damit nicht in einer Bauzone liegt, musste für den Umbau ein Baubewilligungsverfahren 

für Vorhaben ausserhalb der Bauzonen beim kantonalen Amt für Raumentwicklung 

durchlaufen werden. Das Baugesuch wurde deshalb am 26. Juni 2006 zur Prüfung an 

das Amt für Raumentwicklung gesandt. Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung 

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vom 29. Juni 2006 gab dieses die Zustimmung zur Umnutzung und zur Baubewilligung 

(act. 11.10). Am 7. August 2006 erteilte der Gemeinderat der politischen Gemeinde G 

die Baubewilligung. Beim Umbau wurde im Kellergeschoss unter dem Stall ein neues 

Fundament erstellt und die Treppe versetzt, um Platz für einen Heizungsraum zu 

schaffen. Der nach der Treppenversetzung übrig bleibende Lagerraum wurde als Keller 

und der vorher bestehende Kellerraum neu als Waschküche genutzt (vgl. act. 11.03/

VII). Der Boden im Erdgeschoss wurde abgesenkt, um eine komfortablere Raumhöhe 

zu erreichen. Zudem wurden einige Wände entfernt und damit der Küchen- und 

Wohnraum neu gestaltet. Ein zuvor nur von der Scheune aus zugänglicher kleiner 

Raum von 3.57 m  wurde vom Haus aus zugänglich gemacht und mit einem WC 

ausgestattet (vgl. act. 11.03/VIII). Die Ausmasse des Wohnraums im Keller sowie im 

Erdgeschoss blieben bestehen. Einzig im Obergeschoss fand eine 

Wohnraumerweiterung statt. Hier wurde der Luftraum über der Scheune zu einem 

Elternschlafzimmer und einem Bad ausgebaut. Im Weiteren wurde aus den zwei 

bestehenden Zimmern durch den Einzug einer zusätzlichen Mauer und das Versetzen 

von Türen drei Kinderzimmer geschaffen (vgl. act. 11.03/IX). Als Isolationsmassnahmen 

wurden ein Dach-, ein Fassaden- sowie ein Bodenaufbau vorgenommen (vgl. act. 

11.03/V).

Bei Neubauten können die Auslagen nie Unterhaltskosten darstellen, sondern es 

handelt sich um nach Art. 34 lit. d DBG nicht abziehbare Herstellungskosten. Dasselbe 

gilt bei baulichen Massnahmen im Anschluss an einen weitgehenden Gebäudeabbruch, 

welche praktisch zu einem Neubau führen (vgl. StR 2010 S. 865 mit Hinweisen). Nicht 

abzugsfähig sind damit Aufwendungen, die ein neuer Eigentümer tätigt, um den Miet- 

oder Pachtertrag zu steigern, oder Kosten, welche aufgewendet werden, um eine (auch 

selbst genutzte) Liegenschaft ganz oder teilweise umzubauen oder einer neuen 

Nutzung zuzuführen und damit die Instandstellung einer eigentlichen Neueinrichtung 

gleichkommt. Insofern dienen die Ausgaben nicht dazu, die Liegenschaft in ihrem 

bisherigen vertrags- oder nutzungsmässigen Zustand zu erhalten, sondern zielen 

darauf ab, die Einkommensquelle zu verbessern (StE 2006 B 25.6 Nr. 54, E.3.1.1 mit 

Hinweisen). Läuft also die Instandstellung, Umgestaltung oder Modernisierung der 

Liegenschaft auf eine grundlegende Neugestaltung hinaus, die einer eigentlichen 

Neuerstellung gleichkommt, werden die dafür aufgewendeten Kosten behandelt wie 

Kosten von Neubauten und sind nicht abziehbar (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

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Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, N 51 zu Art. 32 DBG; StE 2007 B 

25.6 Nr. 55, E. 1.3 mit Hinweisen). Das gilt auch für Auslagen für Energiespar- und 

Umweltschutzmassnahmen. Wenn aber die Zeitumstände die Modernisierung eines 

Wohnhauses gebieten, damit dieses seinem bisherigen Zweck, nämlich der Vermietung 

oder Eigennutzung, weiterhin zu dienen geeignet ist, so sind die für die Modernisierung 

aufgewendeten Kosten abzugsfähige Unterhaltskosten (vgl. StE 1991 B 25.6 Nr. 21, E. 

2a).

Im Baugesuchsformular vom 1. März 2006 beschrieben die Beschwerdeführer selbst 

ihr Projekt wie folgt: "Bisherige Nutzung: Wohnhaus mit Stall. Wird künftig als 

Wohnhaus für eine 5-köpfige Familie genutzt" (vgl. act. 11.01). Das Amt für 

Raumentwicklung des Kantons führte in der Teilverfügung vom 29. Juni 2006 aus, mit 

dem geplanten Umbau seien nur kleinere Eingriffe in die tragende Substanz verbunden. 

Die baulichen Massnahmen am Wohnhaus würden allerdings weit gehen (vgl. act. 

11.10, Ziff. 6a) der Teilverfügung). Die Beschwerdeführer schreiben selber in ihrer 

Beschwerdeeingabe, die absolut üblichen Wohnstandards wie Badezimmer, Küche, 

WC, übliche Anschlüsse wie TV, SAT, Telefon, Kanalisation, Strom, Wasser hätten vor 

dem Umbau gefehlt. Das Haus sei fast im Originalzustand wie bei der Erstellung vor 

über 120 Jahren gewesen. Der gemäss Schätzung vom 22. August 2000 hohe 

Minderwert von 45% sowie der daraus resultierende tiefe Verkehrswert der Gebäude 

von Fr. 15'000.-- weisen ebenfalls darauf hin, dass die Liegenschaft in einem veralteten 

Zustand war. Insgesamt wurde das Haus durch den Umbau sicher grosszügig 

modernisiert. Ob die Bauarbeiten allerdings soweit gingen, dass von einer Aushöhlung 

der Liegenschaft mit anschliessendem Neubau auszugehen ist, muss im Folgenden 

geklärt werden.

Wie der Verfügung des Amts für Raumentwicklung vom 29. Juni 2006 zu entnehmen 

ist, muss bei einer Umnutzung die Identität des Hauses gewahrt bleiben und das 

Gebäude in einem statisch guten Zustand sein, damit eine Ausnahmebewilligung erteilt 

werden kann. Eine Auskernung ist nicht erlaubt (act. 11.10). Bezüglich des Vorzustands 

der Liegenschaft liegen die von den Beschwerdeführern eingereichten Pläne 

(act. 10.03) sowie die Schätzungsunterlagen (act. 7/III-1.2) vor. Daraus ist 

beispielsweise ersichtlich, dass es im Kellergeschoss einen 21.07 m  grossen Keller 

sowie einen 10.65 m  grossen Lagerraum gab. Im Erdgeschoss befand sich eine 15.52 

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m  grosse Küche, eine 16.02 m  grosse Stube, eine 11.23 m  grosse Nebenstube, ein 

28.63 m  grosses Sticklokal sowie ein Stall und - vom Stall zugänglich - ein 

Abstellraum sowie ein 3.57 m  kleiner Nebenraum. Im Obergeschoss waren um einen 

19.18 m  grossen Vorraum ein WC, zwei Zimmer mit einer Grösse von 21.55 und 13.28 

m  sowie Estrich angeordnet (vgl. act. 10.03). Geheizt wurde durch eine Kohle/Holz-

Heizung und einen Specksteinofen (vgl. act. 7/III-1.2). Die Beschwerdeführer machen 

geltend, bis zum Verkauf an sie sei das Haus von einem Mann gemietet und bewohnt 

worden. Die Vorinstanz bestreitet dies nicht. Es kann davon ausgegangen werden, 

dass das Haus auch vor den Umbauarbeiten als Wohnliegenschaft benutzbar und zur 

Erzielung eines Mietertrags geeignet war (vgl. ASA 75 S. 488-494). Das Haus wurde 

durch die Renovation somit keiner neuen Nutzung zugeführt. Vielmehr trugen die 

Modernisierungsmassnahmen dazu bei, den bisherigen Zweck der Liegenschaft als 

Wohnhaus zu erhalten. Zwar haben die Beschwerdeführer mehr als den Erwerbspreis 

als Baukosten in die Liegenschaft investiert. Das Verwaltungsgerichts des Kantons 

Zürich hat in einem Entscheid vom 7. Juni 2006 festgehalten, der Umstand, dass fast 

das Dreifache des Erwerbspreises zusätzlich in die Liegenschaft investiert worden sei, 

lege die Vermutung nahe, dass es sich um eine über den ordentlichen Unterhalt oder 

die Nachholung eines derartigen Unterhalts hinausgehende Instandstellung im Sinn 

einer umfassenden Umgestaltung und Restaurierung der aus dem 18. Jahrhundert 

stammenden Gebäude handle, welche auf eine eigentliche Neueinrichtung und tief 

greifende Erweiterung der Nutzung der Liegenschaft hinauslaufe (vgl StE 2006 B 25.6 

Nr. 54, E. 3.2). Dabei handelte es sich jedoch um Aufwendungen in der Höhe von über 

drei Millionen. Der von den Beschwerdeführern aufgewendete Gesamtbetrag belief sich 

aber lediglich auf ca. 300'000.--, also dem eineinhalbfachen des Kaufpreises von Fr. 

200'000.--. Kosten in dieser Höhe sind bei einer Renovation eines bestehenden 

Gebäudes nicht ungewöhnlich. Eine einem Neubau gleichkommende Neugestaltung 

einer Liegenschaft ist aber für lediglich Fr. 300'000.-- kaum möglich, insbesondere 

nicht, wenn berücksichtigt wird, dass bereits die Kosten für die Dachsanierung und -

dämmung über Fr. 90'000.-- betragen haben. Neben den Massnahmen am Dach 

wurden auch die Fassade und der Boden zum Keller isoliert. Die bestehenden 

Aussenmauern wurden aber nicht abgebrochen und durch neue ersetzt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_63/2010 vom 6. Juli 2010, E. 2.3), sondern durch Aufbauten 

ergänzt. Unerheblich ist, ob die Beschwerdeführer als Kaufpreis lediglich den Landwert 

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bezahlt haben. Immerhin ist hierzu aber anzufügen, dass das Grundstück nicht in einer 

Bauzone liegt und der Verkehrswert des Bodens in der Schätzung vom 22. August 

2000 nur mit Fr. 90'000.-- beziffert wurde.

d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Liegenschaft in G durch die 

vorgenommenen Umbauarbeiten nicht ausgehöhlt wurde und der Umbau damit keinem 

Neubau gleichkommt. Deshalb sind Energiespar- und Umweltschutzaufwendungen 

grundsätzlich abziehbar, und zwar in den ersten fünf Jahren nach dem Erwerb zu 50% 

(vgl. Art. 8 V Abzug der Liegenschaftskosten). Da die Dumont-Praxis auf 

energiesparende Aufwendungen keine Anwendung findet (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/

Meuter, a.a.O., N 67 zu Art. 32 DBG), erübrigt sich die Prüfung, ob es sich beim Haus 

der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Kaufs um eine vernachlässigte Liegenschaft 

gehandelt hat.

Die Vorinstanz anerkennt, dass es sich bei den geltend gemachten Aufwendungen - 

auf einzelne Ausgabenpositionen bezogen - hauptsächlich um Energiespar- und 

Umweltschutzinvestitionen handelt. Diesbezüglich erwähnt sie insbesondere die 

Renovation des Dachs inklusive Isolierungen und den Heizungsersatz durch eine 

Erdsonde. Diese beiden Positionen sind mit insgesamt Fr. 107'129.-- (Fr. 13'129.-- 

Wärmepumpe und Fr. 94'000.-- Dämmung, Dachsanierung) aufgeführt. Davon sind 

50%, also Fr. 53'566.-- zum Abzug zuzulassen. Damit beläuft sich das steuerbare 

Einkommen der Beschwerdeführer für das Steuerjahr 2008 bereits auf Fr. 0.--. Ob die 

übrigen deklarierten Ausgaben ebenfalls Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen 

umfassen, kann deshalb offen gelassen und daher auf die Einholung von Einzelbelegen 

verzichtet werden.

3.- Die Beschwerde ist damit gutzuheissen und der angefochtene Einsprache-

Entscheid der Vorinstanz vom 4. Dezember 2009 aufzuheben. Die Beschwerdeführer 

sind für die direkte Bundessteuer 2008 ohne steuerbares Einkommen zu veranlagen.

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten vom Staat zu 

tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen (vgl. 

Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, 

sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zurückzuerstatten.

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Entscheid:

1.    Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-

       Entscheid des kantonalen Steueramts vom 4. Dezember 2009 wird aufgehoben.

2.    Die Beschwerdeführer werden für die direkte Bundessteuer 2008 ohne

       steuerbares Einkommen veranlagt.

3.    Der Staat trägt die Verfahrenskosten von Fr. 800.--.

4.    Die Finanzverwaltung wird angewiesen, den Beschwerdeführern Fr. 500.--

       zurückzuerstatten.

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