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**Case Identifier:** 670444fa-839d-5652-831e-7c4449b389ee
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2014 BVGE 2014/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-4_2014-01-09.pdf

## Full Text

Hochspezialisierte Medizin 2014/4 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 91 

 

4 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. Kanton Glarus gegen Beschlussorgan der Interkantonalen 

Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin 
(HSM-Beschlussorgan) 

C‒5634/2013 vom 9. Januar 2014  

Krankenversicherung. Hochspezialisierte Medizin (HSM). Legitima-

tion eines Kantons zur Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-

Beschlussorgans. 

Art. 48 BV. Art. 39 Abs. 2bis, Art. 53 Abs. 1 KVG. Art. 48 Abs. 1 

VwVG. Art. 120 Abs. 1 Bst. b BGG. Art. 2, Art. 3, Art. 9, Art. 11 und 

Art. 12 Abs. 1 IVHSM. Art. 31‒34 IRV. 

1. Mit der Errichtung des HSM-Beschlussorgans mittels inter-
kantonaler Vereinbarung haben die Kantone im Bereich der 

hochspezialisierten Medizin ihre ursprüngliche Kompetenz zum 

Erlass der Spitalliste für die als hochspezialisierte Medizin 

definierten Bereiche an das interkantonale Organ delegiert 

(E. 3.2.2.3). 

2. Ein Vereinbarungskanton hat die Beschlüsse des HSM-Be-
schlussorgans gegen sich gelten zu lassen (E. 3.2.2.3). 

3. Einwände des Kantons gegen HSM-Planungsbeschlüsse sind im 
Rahmen des im interkantonalen Recht vorgesehenen zweistufi-

gen Streitbeilegungsverfahrens vorzubringen. Subsidiär steht 

dem Kanton die staatsrechtliche Klage gegen das HSM-Be-

schlussorgan an das Bundesgericht offen (E. 3.2.2.4‒3.2.2.7). 

4. Eine Beschwerde oder Klage ans Bundesverwaltungsgericht ist 
dem Kanton verwehrt (E. 3.2.2.6, 3.2.2.7 und 3.4). 

Assurance-maladie. Médecine hautement spécialisée (MHS). Qualité 

pour recourir d'un canton contre une décision de l'Organe de déci-

sion MHS. 

Art. 48 Cst. Art. 39 al. 2bis, art. 53 al. 1 LAMal. Art. 48 al. 1 PA. 

Art. 120 al. 1 let. b LTF. Art. 2, art. 3, art. 9, art. 11 et art. 12 al. 1 

CIMHS. Art. 31‒34 ACI. 

1. En créant un Organe de décision MHS par convention inter-
cantonale, les cantons lui ont délégué leur compétence initiale 

2014/4 Hochspezialisierte Medizin 

 

 

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d'établir la liste des hôpitaux dans les domaines définis comme 

relevant de la médecine hautement spécialisée (consid. 3.2.2.3). 

2. Un canton signataire doit s'en tenir aux décisions de l'Organe de 
décision MHS (consid. 3.2.2.3). 

3. Le canton doit faire valoir ses objections contre des décisions de 
planification MHS dans le cadre de la procédure, en deux étapes, 

de règlement des différends prévue dans le droit intercantonal. A 

titre subsidiaire, il peut intenter une action de droit public contre 

l'Organe de décision MHS devant le Tribunal fédéral 

(consid. 3.2.2.4‒3.2.2.7). 

4. Le canton n'a pas qualité pour recourir ou pour intenter une 
action devant le Tribunal administratif fédéral (consid. 3.2.2.6, 

3.2.2.7 et 3.4). 

Assicurazione malattia. Medicina altamente specializzata (MAS). 

Legittimazione di un Cantone a ricorrere contro una decisione 

dell'organo decisionale MAS. 

Art. 48 Cost. Art. 39 cpv. 2
bis

, art. 53 cpv. 1 LAMal. Art. 48 cpv. 1 PA. 

Art. 120 cpv. 1 lett. b LTF. Art. 2, art. 3, art. 9, art. 11 e art. 12 cpv. 1 

CIMAS. Art. 31‒34 CQI. 

1. Istituendo un organo decisionale MAS mediante convenzione 
intercantonale, i Cantoni hanno delegato a quest'ultimo la loro 

competenza originaria a definire l'elenco degli ospedali per i 

settori attribuiti alla medicina altamente specializzata 

(consid. 3.2.2.3). 

2. Un Cantone firmatario deve attenersi alle decisioni dell'organo 
decisionale MAS (consid. 3.2.2.3). 

3. Il Cantone deve far valere le proprie obiezioni contro le decisioni 
relative alla pianificazione MAS nell'ambito della procedura a 

due fasi di risoluzione delle contestazioni, prevista dal diritto 

intercantonale. A titolo sussidiario può proporre un'azione di 

diritto pubblico contro l'organo decisionale MAS dinanzi al 

Tribunale federale (consid. 3.2.2.4‒3.2.2.7). 

4. Il cantone non ha qualità per ricorrere o per inoltrare un'azione 
dinanzi al Tribunale amministrativo federale (consid. 3.2.2.6, 

3.2.2.7 e 3.4). 

 

Hochspezialisierte Medizin 2014/4 

 

 

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Mit Beschlüssen vom 4. Juli 2013 (nachfolgend: [angefochtene] Be-

schlüsse, Entscheide) ‒ am 10. September 2013 publiziert im Schwei-

zerischen Bundesblatt ‒ fällte das Beschlussorgan der Interkantonalen 

Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussor-

gan) fünf Entscheide betreffend die Oesophagusresektion (BBl 2013 

6792), die Leberresektion (BBl 2013 6801), die Pankreasresektion (BBl 

2013 6809), die tiefe Rektumresektion (BBl 2013 6817) und die komp-

lexe bariatrische Chirurgie (BBl 2013 6826) und erteilte den berück-

sichtigten Spitälern und Kliniken definitive (Leistungsauftrag über vier 

Jahre) oder provisorische Leistungsaufträge (Leistungsauftrag über zwei 

Jahre). Gegen jeden dieser fünf Beschlüsse erhob der Kanton Glarus 

(nachfolgend: Kanton bzw. Beschwerdeführer) Beschwerde an das Bun-

desverwaltungsgericht und beantragte, der jeweilige Beschluss sei 

aufzuheben, das Beschlussorgan sei anzuweisen, den betroffenen Eingriff 

nicht dem Bereich der hochspezialisierten Medizin zuzuweisen. Er 

begründete diese Anträge im Resultat damit, dass der Regierungsrat auf-

grund der angefochtenen Beschlüsse im betroffenen Bereich keine Spital-

leistungsaufträge (mehr) erteilen könne und dass die angefochtenen 

Beschlüsse verbindliche Zusagen missachteten, welche Grundlage für die 

Beitrittserklärungen der Kantone gewesen seien, was einen Verstoss 

gegen das Willkürverbot, ein Verhalten gegen Treu und Glauben und 

einen Ermessensmissbrauch beziehungsweise eine Ermessensüberschrei-

tung darstelle.  

Aus den Erwägungen: 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit 
freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf 

eine Beschwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 VwVG; vgl. dazu auch 

BVGE 2007/6 E. 1 m.w.H.). 

2. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid 
des HSM-Beschlussorgans zur Planung und Zuteilung der hochspezia-

lisierten Medizin. 

2.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Aus-

nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden, wobei insbesondere Instanzen des Bundes 

aufgeführt werden. Verfügungen kantonaler Instanzen sind gemäss 

2014/4 Hochspezialisierte Medizin 

 

 

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Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar, 

wenn dies in einem Bundesgesetz vorgesehen ist.  

2.2 Art. 90a Abs. 2 KVG (SR 832.10) sieht vor, dass das Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantons-

regierungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 

KVG anfechtbaren Beschlüssen der Kantonsregierungen gehören na-

mentlich die Spital- oder Pflegeheimlisten im Sinne von Art. 39 KVG 

(vgl. in BVGE 2009/48 [C‒5733/2007] sowie 2010/15 [C‒6062/2007] 

nicht veröffentlichte E. 1.1).  

2.2.1 Spitalplanung ist Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 Abs. 1 
Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG (in 

der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

Planung. Nach Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) be-

schliessen die Kantone im Bereich der hochspezialisierten Medizin ge-

meinsam eine gesamtschweizerische Planung. Kommen sie dieser Auf-

gabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch KVG Übergangsbestimmungen 

zur Änderung vom 21. Dezember 2007 [Spitalfinanzierung] Abs. 3), so 

legt der Bundesrat fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den 

kantonalen Spitallisten aufzuführen sind.  

2.2.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, verab-
schiedete die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheits-

direktorinnen und -direktoren (GDK) am 14. März 2008 die Interkan-

tonale Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM), die 

‒ nachdem alle Kantone beigetreten sind ‒ am 1. Januar 2009 in Kraft 

getreten ist (vgl. < http://www.gdk-cds.ch > Themen > Hochspezialisierte 

Medizin, abgerufen am 15.11.2013; für den Kanton Glarus siehe Publika-

tion der IVHSM im Amtsblatt des Kantons Glarus vom 12. Februar 2009 

[vgl. < http://www.glarus24.ch > Amtsblatt, abgerufen am 15.11.2013]). 

Art. 3 IVHSM regelt die Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des 

HSM-Beschlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 

Abs. 3 IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer 

schweizweiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zu-

teilungsentscheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hoch-

spezialisierten Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leis-

tungen beauftragten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt 

als gemeinsame Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 

KVG. Die Zuteilungsentscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). 

Art. 9 Abs. 1 IVHSM hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone 

ihre Zuständigkeit gemäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der 

Hochspezialisierte Medizin 2014/4 

 

 

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Spitalliste für den Bereich der hochspezialisierten Medizin an das HSM-

Beschlussorgan übertragen. Ab dem Zeitpunkt der gemäss Art. 3 Abs. 3 

und 4 IVHSM erfolgten Bestimmung eines Bereichs der hochspeziali-

sierten Medizin und seiner Zuteilung durch das HSM-Beschlussorgan an 

mit der Erbringung der betreffenden Leistung beauftragte Zentren gelten 

abweichende Spitallistenzulassungen der Kantone im entsprechenden 

Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 IVHSM). 

2.2.3 In BVGE 2012/9 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass 
Beschlüsse im Sinne von Art. 39 Abs. 2

bis
 KVG des HSM-Beschluss-

organs gestützt auf Art. 53 Abs. 1 KVG beim Bundesverwaltungsgericht 

angefochten werden können (BVGE 2012/9 E. 1). Gemäss Art. 12 Abs. 1 

IVHSM kann gegen Beschlüsse betreffend die Festsetzung der gemein-

samen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde nach Art. 53 KVG geführt werden. Sowohl Abs. 3 

als auch Abs. 4 von Art. 3 IVHSM haben jeweils Zuordnung und Zutei-

lung zum Gegenstand (vgl. BVGE 2013/45). Ob die Vertragspartner der 

IVHSM die Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht einzig gegen 

Zuteilungsentscheide zulassen wollten, kann vorliegend offenbleiben, da 

in casu die HSM-Spitalliste angefochten ist, wofür die Zuständigkeit des 

Bundesverwaltungsgerichts zweifellos gegeben ist. 

2.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich 
gemäss Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach 

dem VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und 

die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. In Beschwerde-

verfahren gegen Spitallistenbeschlüsse ist insbesondere Art. 53 Abs. 2 

Bst. e KVG zu beachten, wonach ‒ in Abweichung von Art. 49 VwVG ‒ 

die Rüge der Unangemessenheit unzulässig ist. 

3.  
3.1 Anfechtungsgegenstand der von einem Leistungserbringer erho-
benen Beschwerde kann nicht die Spitalliste als solche sein. In BVGE 

2012/9 hat das Bundesverwaltungsgericht erkannt, dass die Spitalliste im 

Sinne von Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG als Rechtsinstitut sui generis zu 

qualifizieren ist und ‒ was für die Bestimmung des Anfechtungs- und 

Streitgegenstandes entscheidend ist ‒ aus einem Bündel von Einzelver-

fügungen besteht (BVGE 2012/9 E. 3.2.6). Ein Leistungserbringer kann 

grundsätzlich nur die an ihn gerichtete Verfügung anfechten, das heisst 

diejenige Verfügung, welche das ihn betreffende Rechtsverhältnis regelt 

(BVGE 2012/9 E. 3.3). Den Fall, dass ein Regierungsrat die Beschlüsse 

des HSM-Beschlussorgans, an welches er seine Zuständigkeit gemäss 

2014/4 Hochspezialisierte Medizin 

 

 

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Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich der 

hochspezialisierten Medizin übertragen hat (Art. 9 Abs. 1 IVHSM), an-

ficht, hatte das Bundesverwaltungsgericht bisher nicht zu prüfen, wes-

halb sich nachfolgend die Frage nach seiner Beschwerdelegitimation im 

Rahmen der Spitalplanung im Bereich der hochspezialisierten Medizin 

stellt. 

3.2 Zur Beschwerde berechtigt ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG, wer 
(kumulativ) vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder kei-

ne Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefoch-

tene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c).  

3.2.1 Beschwerdeführer ist vorliegend der Kanton Glarus, der (…) 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhoben hat. 

3.2.2 Zur Prüfung, ob der Beschwerdeführer nach Art. 48 Abs. 1 
VwVG beschwerdelegitimiert ist, erweist es sich als notwendig, die bis-

herige Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zur Beschwerdelegitima-

tion im Bereich der Spitalplanung in Erinnerung zu rufen: 

3.2.2.1 Im ordentlichen Spitallistenverfahren nach Art. 39 KVG er-
lassen ein oder mehrere Kantone ihre Spitallisten. Die Versicherer sind 

nicht befugt, diese Beschlüsse anzufechten (BVGE 2010/51), ebenso 

wenig die Versicherten (BVGE 2010/51 E. 6.6.3). Ein Leistungserbringer 

kann grundsätzlich nur die an ihn gerichtete Verfügung anfechten, das 

heisst diejenige Verfügung, welche das ihn betreffende Rechtsverhältnis 

regelt (keine Möglichkeit der Konkurrentenbeschwerde; BVGE 2012/9 

E. 3.3). Für diese Beschwerdelegitimierten eröffnet nach bisheriger 

Praxis Art. 53 Abs. 1 KVG im umschriebenen Umfang den Rechtsmittel-

weg an das Bundesverwaltungsgericht. (…) 

3.2.2.2 Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG hält fest, dass die Kantone eine gesamt-

schweizerische Planung beschliessen. Konkretisiert haben die Kantone 

diese Zusammenarbeit in der IVHSM. Bei der IVHSM handelt es sich 

um eine interkantonale Vereinbarung, gestützt auf Art. 48 BV (vgl. 

THIERRY TANQUEREL, Manuel de droit administratif, 2011, Rz. 346 ff.; 

SIMON STEINLIN, Allgemeinverbindlicherklärung von Konkordaten ‒ 

Beurteilung der Kritik an diesem Instrument, LeGes 2011/1 S. 38), die 

aufgrund ihrer direkt anwendbaren Normen unmittelbar rechtsetzenden 

Charakter aufweist (vgl. zur Typisierung der Vereinbarungen HÄFELIN/ 

HALLER/KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, 

Rz. 1283 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

Hochspezialisierte Medizin 2014/4 

 

 

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recht, 6. Aufl. 2010, Rz. 177 ff.; UHLMANN/ZEHNDER, Rechtsetzung 

durch Konkordate, LeGes 2011/1 S. 12 f.; URSULA ABDERHALDEN, 

Möglichkeiten und Grenzen der interkantonalen Zusammenarbeit, 1999, 

S. 65 f.; LAURENCE BOEGLI, Les concordats intercantonaux: Quels 

enjeux pour la démocratie, IDHEAP 12/1999 S. 15). 

3.2.2.3 In der IVHSM wird festgehalten, dass ein Beschlussorgan ge-
wählt wird, dem der Vollzug der Vereinbarung obliegt (Art. 2 IVHSM). 

Das Beschlussorgan bestimmt die Bereiche der hochspezialisierten Medi-

zin, die einer schweizweiten Konzentration bedürfen, und trifft die Pla-

nungs- und Zuteilungsentscheide (Art. 3 Abs. 3 IVHSM).  

Mit der Errichtung dieses interkantonalen Organs (vgl. dazu HÄFELIN/ 

HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1293 ff.; AUER/MALINVERNI/HOTTELIER, 

Droit constitutionnel suisse, Bd. I: L'Etat, 2013, Rz. 573; ABDERHALDEN, 

a.a.O., S. 67 und 120 ff.) geht eine Übertragung kantonaler Kompetenzen 

einher (HANNAH KAUZ, Multi-Level-Government Schweiz, in: Fö-

deralismus 2.0 ‒ Denkanstösse und Ausblicke, 2011, S. 39). Im Bereich 

der hochspezialisierten Medizin haben die Kantone damit ihre ur-

sprüngliche Kompetenz zum Erlass der Spitalliste für die als hoch-

spezialisierte Medizin definierten Bereiche an das interkantonale Organ 

delegiert (Art. 9 Abs. 1 und 2 IVHSM i.V.m. Art. 39 Abs. 2
bis

 KVG). Ein 

Vereinbarungskanton hat daher die Beschlüsse des interkantonalen 

Organs (vorliegend: des HSM-Beschlussorgans) gegen sich halten zu 

lassen (Art. 48 Abs. 5 BV; vgl. BOEGLI, a.a.O., S. 60 f.; BGE 81 I 351 

E. 5a f.; vgl. auch den erläuternden Bericht der GDK-Plenarver-

sammlung vom 14. März 2008 zur IVHSM [nachfolgend: IVHSM-

Bericht], abrufbar auf der Internetseite der Zentralschweizer Regierungs-

konferenz: < http://www.zrk.ch > Aktuelles > 03.02.2009 Interkantonale 

Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin [IVHSM] in Kraft > 

Bericht zur IVHSM, abgerufen am 22.11.2013). 

3.2.2.4 Ist ein Vereinbarungskanton mit einem Planungsbeschluss (des 
HSM-Beschlussorgans) nicht einverstanden, hat er seine Einwände auf 

dem in der Vereinbarung festgelegten Weg der Streitbeilegung einzu-

bringen. Darin eingeschlossen sind nicht nur Streitigkeiten um die Ausle-

gung einzelner Bestimmungen, sondern auch Rügen gegen konkrete An-

wendungsentscheide (vgl. BGE 81 I 351 E. 5a f.). Konkret verpflichten 

sich die Vereinbarungskantone, Meinungsverschiedenheiten und Streitig-

keiten nach Möglichkeit gütlich zu regeln (Art. 11 Abs. 1 IVHSM). 

Ergänzend verweist die IVHSM in Art. 11 Abs. 2 auf die Rahmen-

vereinbarung für die interkantonale Zusammenarbeit mit Lastenausgleich 

http://www.zrk.ch/

2014/4 Hochspezialisierte Medizin 

 

 

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vom 24. Juni 2005 (Interkantonale Rahmenvereinbarung [IRV]; für den 

Kanton Glarus in Kraft seit dem 11. Mai 2007 [vgl. Gesetzessammlung 

des Kantons Glarus, abrufbar unter < http://www.gesetze.gl.ch > Geset-

zessammlung > II B/1/2, abgerufen am 22.11.2013]), die ein eigentliches 

Streitbeilegungsverfahren definiert (vgl. UHLMANN/ZEHNDER, a.a.O., 

Ziff. 4.2.7). Die IRV regelt in ihrem Art. 31, dass sich die Kantone und 

interkantonalen Organe bemühen, Streitigkeiten aus bestehenden oder 

beabsichtigten interkantonalen Verträgen durch Verhandlung oder Ver-

mittlung beizulegen (Abs. 1). Sie verpflichten sich zudem, bei allen 

Streitigkeiten im Zusammenhang mit der interkantonalen Zusammen-

arbeit mit Lastenausgleich, vor Erhebung einer Klage gemäss Art. 120 

Abs. 1 Bst. b BGG, am in den Art. 32‒34 IRV beschriebenen Streitbeile-

gungsverfahren teilzunehmen (Art. 31 Abs. 2 IRV). Das Streitbeilegungs-

verfahren kann auch von Nichtvereinbarungskantonen sowie von inter-

kantonalen Organen, die nicht auf der IRV basieren, angerufen werden 

(Abs. 3). 

3.2.2.5 Damit ergibt sich aus dem für den Beschwerdeführer verbind-
lichen Konkordatsrecht, dass in einem ersten Schritt eine gütliche Rege-

lung anzustreben ist (Art. 11 Abs. 1 IVHSM). Gelingt dies nicht, ist in 

einem zweiten Schritt das Streitbeilegungsverfahren nach Art. 32 ff. IRV 

i.V.m. Art. 11 Abs. 2 IVHSM zu beschreiten. Schliesslich steht in einem 

dritten Schritt, gestützt auf Art. 120 Abs. 1 Bst. b BGG, die Klage an das 

Bundesgericht offen (s. unten). Im IVHSM-Bericht (S. 14) wird zu 

Art. 11 IVHSM denn auch explizit ausgeführt, dass die von den Kan-

tonen (freiwillig) übernommene Verpflichtung zur Teilnahme an diesem 

zweistufigen Streitbeilegungsverfahren die Vermeidung einer Klage ge-

mäss Art. 120 Abs. 1 Bst. b BGG bezwecke.  

3.2.2.6 Als ultima ratio steht dem an der Vereinbarung beteiligten 
Kanton die staatsrechtliche Klage gegen das interkantonale Organ an das 

Bundesgericht offen, zumal es sich, ergreift ein Konkordatskanton ein 

Rechtsmittel gegen Entscheide des interkantonalen Organs, um eine 

« Streitigkeit staatsrechtlicher Natur zwischen Kantonen » handelt (so 

noch in HÄFELIN/HALLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 3. Aufl. 

1993, Rz. 519; vgl. auch HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1301; 

REGULA KIENER, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, 

in: Neue Bundesrechtspflege, 2007, S. 275; ABDERHALDEN, a.a.O., 

S. 108; PHILIPP GELZER, Klage, in: Prozessieren vor Bundesgericht, 

3. Aufl. 2011, § 7 Rz. 7.8 und 7.16), wovon auch die GDK-Plenarver-

sammlung bei der Verabschiedung des IVHSM-Berichts ausgegangen ist 

http://www.gesetze.gl.ch/

Hochspezialisierte Medizin 2014/4 

 

 

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(s. E. 3.2.2.5). Nicht zulässig ist jedoch die Beschwerdeerhebung nach 

Art. 53 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 33 Bst. i VGG ans Bundes-

verwaltungsgericht, zumal sich der Vereinbarungskanton die Entscheide 

des Beschlussorgans als eigene Verwaltungsakte anzurechnen lassen hat, 

die Entscheide dem Vereinbarungskanton auch keine direkten (klag-

baren) Rechte und Pflichten einräumen beziehungsweise auferlegen (vgl. 

KIENER, a.a.O.; ABDERHALDEN, a.a.O., S. 106) und auch nicht die Klage 

ans Bundesverwaltungsgericht nach Art. 35 VGG offensteht. Dies ergibt 

sich ohne Weiteres auch daraus, dass im ordentlichen Spitallistenverfah-

ren eine Beschwerdeerhebung des Kantons gegen seine eigenen Be-

schlüsse undenkbar wäre.  

3.2.2.7 Nicht gefolgt werden kann im Übrigen der Meinung der Vorin-
stanz in einem weiteren Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht betref-

fend die Planung der hochspezialisierten Medizin im Bereich der grossen 

seltenen viszeralchirurgischen Eingriffe, wonach Art. 11 IVHSM auf die 

Beschwerde eines Mitgliedskantons nicht anwendbar sei, da das Verfah-

ren, das letztinstanzlich ans Bundesgericht führe, nicht zu einem Ent-

scheid in der Sache führe. Einerseits erklärt das Beschlussorgan den 

Art. 11 IVHSM und in Verbindung dazu die Art. 31 ff. IRV für die Beile-

gung von Differenzen aus der Vereinbarung ohne Weiteres für anwendbar 

und sind diese Bestimmungen für eine Streitschlichtung (Art. 11 Abs. 1 

IVHSM) und eine Streitbeilegung (Art. 11 Abs. 2 IVHSM) nach dem in 

der IRV vorgesehenen Verfahren geeignet. Anderseits ist weder dem 

Wortlaut von Art. 11 IVHSM noch dem IVHSM-Bericht zur genannten 

Bestimmung eine solche Einschränkung zu entnehmen. Die Vorinstanz 

führt selber aus, es handle sich in der IVHSM um einen « allgemeinen 

Streitbeilegungsmechanismus ». Soweit es zum Streit zwischen einem 

Mitgliedskanton und dem interkantonalen Organ kommt, handelt es sich 

zudem ohne Weiteres um eine Differenz der Vereinbarungskantone in der 

Anwendung der Vereinbarung, zumal sich die übrigen Vereinbarungs-

kantone mit der Kompetenzdelegation mit den Handlungen des Be-

schlussorgans einverstanden erklären und damit ‒ entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz ‒ eine Differenz zwischen Kantonen in der Anwendung 

der Vereinbarung vorliegt. Inwiefern durch das Bundesgericht auf Klage 

hin kein Entscheid in der Sache herbeigeführt werden kann, wird von der 

Vorinstanz nicht dargetan. Nichts anderes lässt sich zudem aus der bis-

herigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und BVGE 

2012/9 entnehmen, zumal diese für die Frage der Beschwerdelegitima-

tion eines Kantons (vertreten durch den Regierungsrat) nicht einschlägig 

sind. Ebenso wenig ist der von der Vorinstanz zitierten Praxis des Bun-

2014/4 Hochspezialisierte Medizin 

 

 

100 BVGE / ATAF / DTAF 

 

desrates mangels vergleichbarer Sachlage hierzu eine Antwort zu entneh-

men. 

3.2.2.8 Dem (freiwillig) der Vereinbarung beigetretenen Kanton bliebe 
im Falle abweichender Meinung über die Auslegung und Anwendung des 

Konkordats, das dem Beschlussorgan Vollzugskompetenzen einräumt 

(vgl. Art. 3 Abs. 3 und 4 IVHSM), schliesslich die Möglichkeit, von der 

interkantonalen Vereinbarung zurückzutreten (Art. 13 Abs. 2 f. IVHSM; 

HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1300). Ausserdem nehmen die 

Vereinbarungskantone, sollten sie feststellen, dass eine Anpassung der 

Vereinbarung erforderlich ist, entsprechende Verhandlungen auf. Auf 

Antrag von drei Vereinbarungskantonen leitet die GDK die Anpassung 

der Vereinbarung ein (Art. 17 Abs. 1 Sätze 1 und 2 IVHSM).  

3.2.2.9 Vorliegend ist festzustellen, dass der Regierungsrat des Kantons 
Glarus auf Erlass der fünf Beschlüsse vom 4. Juli 2013, publiziert am 

10. September 2013, im Bereich der grossen seltenen viszeralchirurgi-

schen Eingriffe direkt mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 2. Okto-

ber 2013 an das Bundesverwaltungsgericht gelangt ist und in seiner Be-

schwerde um Aufhebung des angefochtenen Entscheides ersucht. Eine 

Streitschlichtung im Rahmen der IVHSM und/oder der IRV hat nicht 

stattgefunden, solches wurde auch nicht geltend gemacht.  

3.3 (…) 

3.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Kanton weder 
gestützt auf Bundesrecht noch auf Konkordatsrecht dazu legitimiert ist, 

gegen den angefochtenen Beschluss Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht zu erheben. Dieses tritt deshalb, wegen funktioneller Unzu-

ständigkeit, auf die Beschwerde vom 2. Oktober 2013 nicht ein.