# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a1e8747-afe5-5eff-837d-4a6209c8608b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.12.2014 IV 2012/404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-404_2014-12-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/404

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 16.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 16.12.2014
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Beurteilung eines Rentengesuchs unter 
Berücksichtigung eines MEDAS-Gutachtens und in Würdigung 
„echtzeitlicher“ Berichte der behandelnden Ärzte (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Dezember 2014, IV 
2012/404).

Entscheid Versicherungsgericht, 16.12.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 16. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, Baumgardt Petrik Rechtsanwälte, 

Unterstrasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 15. Dezember 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 4). Er gab an, 

er habe eine Ausbildung in einer Gärtnerei absolviert, diese aber nicht mit einem 

Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. Seit dem Jahr 1990 habe er – zuletzt in einem 

Pensum von 70 Prozent – als Plakatanschläger gearbeitet. Am 4. Januar 2011 führte 

Dr. med. B.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) ein Telefonat mit der 

Hausärztin Dr. med. C.___ und Herrn med. pract. D.___ vom Psychiatrie-Zentrum E.___ 

(IV-act. 15 f.). Diese gaben an, der Versicherte leide an einem Schmerzsyndrom in 

beiden Füssen unklarer Ätiologie, an Inguinalschmerzen unklarer Ätiologie, an einem 

Status nach einer Nephrolithiasis links, an Rückenschmerzen, an einer Hepatopathie 

unklarer Ätiologie und an einer leichten depressiven Episode (Differentialdiagnose: lang 

andauernde Anpassungsstörung) mit einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen 

(Differentialdiagnose: kombinierte, emotional instabile, narzisstische 

Persönlichkeitsstörung ohne paranoide Züge), mit einer erheblichen psychosozialen 

Belastungssituation (Verlust der Ehefrau, der Kinder und der Arbeit) und mit einer 

Einengung auf die eigene Logik mit Gefahr eines sozialen Rückzugs sowie 

verdachtsweise an einer Störung aus dem Formenkreis der somatoformen Störungen. 

Gesamthaft sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten um 50 Prozent vermindert. Eine 

baldige Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei aber möglich. Allerdings könne der 

Versicherte kaum lesen und schreiben, weshalb bloss praktische Tätigkeiten in Frage 

kämen. Aus psychiatrischer Sicht sei einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit 

eine günstige Wirkung zuzuschreiben. Die Hausärztin liess dem RAD gleichentags 

diverse medizinische Berichte zugehen (IV-act. 13), unter anderem den Austrittsbericht 

des Psychiatrie-Zentrums E.___ vom 5. Oktober 2010 betreffend eine tagesstationäre 

Behandlung vom 4. Mai bis 1. Oktober 2010. In diesem Bericht war dem Versicherten 

eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent attestiert worden. Die behandelnden Ärzte hatten 

ausgeführt, während der Behandlung habe sich gezeigt, dass der Versicherte mit den 

Anforderungen seiner Situation überfordert zu sein scheine. Er habe kaum 

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Perspektiven entwickeln können. Aufgrund der bestehenden Rigidität und der 

eingeschränkten Umstellungsfähigkeit sei es nur zu einer sehr diskreten Verbesserung 

in Form eines insgesamt etwas ausgeglicheneren und ruhigeren Gemütszustandes 

gekommen.

A.b  Die IV-Stelle leitete in der Folge berufliche Eingliederungsmassnahmen in die 

Wege, die allerdings keinen Erfolg zeitigten (IV-act. 27). Nachdem der Versicherte in 

einer Besprechung vom 4. Mai 2011 angegeben hatte, er könne erst an einem 

Einsatzprogramm teilnehmen, wenn sich sein Gesundheitszustand gebessert habe, 

erachtete die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle die Weiterführung der 

beruflichen Massnahmen als sinnlos, weshalb sie am 16. Mai 2011 die Eingliederung 

abschloss. Dies wurde dem Versicherten am 20. Mai 2011 mitgeteilt (IV-act. 30). Die 

Hausärztin berichtete am 15. Juni 2011 (IV-act. 31), dem Versicherten könne keine 

berufliche Tätigkeit zugemutet werden. Aufgrund der Schmerzen in den Beinen und im 

Rücken könne er seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben. Zur Arbeitsfähigkeit in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit äusserte sich die Hausärztin nicht. Die behandelnden 

Ärzte des Psychiatrie-Zentrums E.___ berichteten am 18. Juli 2011 (IV-act. 35), 

aufgrund der psychischen Beschwerden sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten 

starken Schwankungen unterworfen. Teilweise könne sie vorübergehend aufgehoben 

sein. Insgesamt sei der Versicherte reduziert belastbar und flexibel. Die bisherige wie 

auch eine adaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten während täglich vier bis fünf 

Stunden zumutbar. Der RAD-Arzt Dr. med. F.___ empfahl am 4. Oktober 2011 aufgrund 

diverser medizinischer Unklarheiten die Durchführung einer polydisziplinären 

Begutachtung (IV-act. 37). Am 6. Juni 2012 erstattete die medizinische 

Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene 

Gutachten (IV-act. 43). Die Sachverständigen führten aus, der Versicherte leide im 

Wesentlichen an einem chronifizierten polytopen musculo-skelettalen Schmerzsyndrom 

ohne adäquates klinisches Korrelat sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – 

an einer leichten depressiven Störung ohne somatisches Syndrom, an einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und unreifen Zügen und an 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Gesamthaft könne weder für die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Plakatanschläger noch für die angelernte Tätigkeit als 

Gärtner eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Aufgrund einer möglichen Zunahme 

der depressiven Symptomatik in schwierigen Situationen sei die zuvor aus 

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psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent für den Zeitraum 

vom 25. Februar bis zum 30. April 2010 und von 50 Prozent ab dem 1. Mai 2010 

nachvollziehbar. Spätestens ab dem Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung könne aber 

keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden. Aus somatischer Sicht sei von einer 

passageren vollständigen Arbeitsunfähigkeit für die Monate Oktober 2010 und Juli 

2011 aufgrund von urologischen Problemen auszugehen. Der RAD-Arzt Dr. F.___ 

qualifizierte das Gutachten der MEDAS Ostschweiz als nachvollziehbar und plausibel 

(IV-act. 44). Mit einem Vorbescheid vom 20. August 2012 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie gedenke, sein Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 48). 

Dagegen wandte der Versicherte am 13. September 2012 ein (IV-act. 49), das 

Psychiatrie-Zentrum E.___ bestätige eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 

50 Prozent, weshalb ihm eine halbe Rente zuzusprechen sei. Auch die Hausärztin 

bestätige diese Einschätzung. Am 1. Oktober 2012 verfügte die IV-Stelle gemäss dem 

Vorbescheid (IV-act. 50).

B.    

B.a  Am 29. Oktober 2012 liess der nun anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: 

der Beschwerdeführer) eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter 

beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 1. Oktober 2012 und die Zusprache 

einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter beantragte er die Rückweisung der Sache zur 

Durchführung weiterer Abklärungen. Zur Begründung führte er aus, die 

Beschwerdegegnerin habe nicht begründet, worauf sich ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung stütze, weshalb der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 

worden sei. Gemäss dem Gutachten der MEDAS Ostschweiz müsse von Mai 2010 bis 

zum Zeitpunkt der Begutachtung von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent und aber 

für die Monate Oktober 2010 bis und mit Juli 2011 von einer solchen von 100 Prozent 

ausgegangen werden. Das Gutachten leide allerdings an folgenden Mängeln: Den 

Sachverständigen habe der Austrittsbericht der Klinik G.___ betreffend den stationären 

Aufenthalt vom 2. April bis 27. Juli 2007 nicht vorgelegen. Die urologische Problematik 

dauere weiter an, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass ab August 2011 aus 

somatischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden sei. Der Psychiater 

habe Auswirkungen der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung zu Unrecht unter 

Hinweis darauf, deren Gründe seien invaliditätsfremd, nicht berücksichtigt. Zudem 

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habe er sich nicht ausreichend mit der abweichenden Einschätzung des Psychiatrie-

Zentrums E.___ auseinandergesetzt. Auch habe er die Frage der Überwindbarkeit im 

Zusammenhang mit der somatoformen Schmerzstörungen nicht fundiert beantwortet, 

sondern bloss Behauptungen aufgestellt.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 4. Januar 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie aus, die angefochtene Verfügung sei 

ausreichend begründet gewesen, was sich auch am Umstand zeige, dass der 

Beschwerdeführer seine Beschwerde ausführlich materiell habe begründen können. 

Das Gutachten der MEDAS Ostschweiz bilde eine genügende Grundlage für die 

Beurteilung der Invalidität. Dass den Sachverständigen der Austrittsbericht betreffend 

die stationäre Behandlung vom 2. April bis 27. Juli 2007 nicht vorgelegen habe, 

schmälere den Beweiswert des Gutachtens nicht, da anhand der übrigen Berichte der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ausreichend habe beurteilt werden 

können. Die Ausführungen des Psychiaters zu den Foerster’schen Kriterien seien 

nachvollziehbar und überzeugend. Anhaltende urologische Beschwerden seien in den 

Akten nicht ausgewiesen. Auch die Diskrepanz zu den Einschätzungen der 

behandelnden Ärzte schmälere den Beweiswert des Gutachtens nicht, da die Berichte 

behandelnder Ärzte keine Aspekte enthielten, welche bei der Beurteilung 

unberücksichtigt geblieben seien. Das Rentengesuch sei folglich zu Recht abgewiesen 

worden.

B.c  Am 4. März 2013 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:

1.

1.1  Verfügungen müssen begründet werden (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). Die 

Begründung soll es dem Verfügungsadressat ermöglichen, zu beurteilen, ob er sich 

gegen die Verfügung wehren will. Zudem muss der Adressat in die Lage versetzt 

werden, sich mallenfalls materiell umfassend gegen die Verfügung wehren zu können. 

Dies ist ihm nur möglich, wenn ihm wenigstens mitgeteilt wird, auf welchen 

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grundsätzlichen Überlegungen die Verfügung beruht. Unterlässt es die Verwaltung, die 

Verfügung zu begründen, kann der Adressat weder vom Entscheid überzeugt werden 

noch beurteilen, wie die Erfolgsaussichten einer allfälligen Beschwerde stehen. Zudem 

wird er sich nicht spezifisch gegen den Entscheid wehren können, wenn er nicht weiss, 

worauf dieser sich stützt. Ein weiter gehender Zweck wohnt dem Anspruch auf eine 

Begründung allerdings nicht inne.

1.2  Der Beschwerdeführer hat eine ungenügende Begründung der angefochtenen 

Verfügung gerügt. Er hat ausgeführt, der Verfügung lasse sich nicht entnehmen, worauf 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung beruhe. Der Verfügung lässt sich allerdings unter dem 

Zwischentitel „Stellungnahme zum Einwand vom 17. September 2012“ entnehmen, 

dass sich die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzung auf das 

Gutachten der MEDAS Ostschweiz gestützt hat. Es heisst dort nämlich: „Am 23. und 

25. Januar 2012 wurden Sie in der MEDAS Ostschweiz umfassend medizinisch 

untersucht. Es wurde dabei kein somatischer Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit attestiert. Psychiatrisch wurde ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit für 

erwerbliche Tätigkeiten attestiert. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gilt aus ärztlicher 

Sicht ab dem 1. Mai 2010.“ Aus dieser Begründung geht klar hervor, worauf sich die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beschwerdegegnerin stützt. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ist denn auch in der Lage gewesen, sich in seiner 

Beschwerdeschrift umfassend materiell zur Arbeitsfähigkeitsschätzung zu äussern. Die 

Begründung hat ihren Zweck also erfüllt, weshalb Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG nicht 

verletzt worden ist

2.

2.1  Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 

Prozent invalid sind, haben einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

(Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der Gesundheit verursachte 

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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und 

nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.

2.2  Der Beschwerdeführer leidet an diversen Gesundheitsbeeinträchtigungen, 

insbesondere an einem Schmerzsyndrom im ganzen Körper, an urologischen 

Beschwerden und an einer depressiven Störung. Die Hausärztin und der behandelnde 

Psychiater haben zunächst angegeben, der Beschwerdeführer sei zu 50 Prozent 

arbeitsunfähig. Die Hausärztin hat diese Angabe später korrigiert und dem 

Beschwerdeführer – aufgrund der Schmerzen – eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für 

seine bisherige Tätigkeit als Plakatanschläger attestiert. Zur Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit hat sie sich nicht geäussert. Der behandelnde Psychiater hat 

seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht revidiert, in späteren Berichten aber 

präzisierend darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine durchschnittliche 

Arbeitsfähigkeit handle. Der Beschwerdeführer könne an gewissen Tagen gar keine 

Leistung erbringen, sei an anderen Tagen aber praktisch mit voller Leistungsfähigkeit 

einsetzbar. Sein Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Mit der Wiedererlangung 

einer vollen Arbeitsfähigkeit könne gerechnet werden. Die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit würde sich günstig auf den Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers auswirken. Der Psychiater der MEDAS Ostschweiz hat diese 

Angaben grundsätzlich als nachvollziehbar qualifiziert und entsprechend ausgeführt, 

aus psychiatrischer Sicht sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für den 

Zeitraum vom 25. Februar bis zum 30. April 2010 und einer Arbeitsunfähigkeit von 

50 Prozent ab dem 1. Mai 2010 auszugehen. Aufgrund der Befunde bei der 

Begutachtung sei dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht spätestens ab dem 

Untersuchungszeitpunkt (Ende Januar 2012) eine volle Leistung zumutbar gewesen. 

Der Anstieg der Leistungsfähigkeit im Zeitraum zwischen dem 1. Mai 2010 und der 

Begutachtung Ende Januar 2012 ist gemäss den Ausführungen des psychiatrischen 

Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz zumindest im Wesentlichen nicht auf eine 

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(weitere) Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

zurückzuführen. Sie findet ihren Grund vielmehr in einer strengeren 

Zumutbarkeitsbeurteilung. Der Sachverständige hat nämlich ausgeführt, die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung verbiete das Attest einer psychisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit, wenn die so genannten Foerster’schen Kriterien nicht erfüllt seien, 

was vorliegend der Fall sei. Auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung wird in der 

nachfolgenden Erwägung näher eingegangen. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers besteht demnach kein wesentlicher Widerspruch zwischen den 

Schlussfolgerungen des Sachverständigen und denjenigen des behandelnden 

Psychiaters, der ja schon im Januar 2011 eine baldige Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

von 50 Prozent auf 100 Prozent für möglich erachtet hat. Der Umstand, dass dem 

psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz ein Austrittsbericht einer 

damals rund viereinhalb Jahre zurückliegenden stationären Behandlung nicht 

vorgelegen hat, schmälert die Überzeugungskraft seines Gutachtens nicht, denn dieser 

Bericht hat nach mehreren Jahren nicht mehr geeignet sein können, die aktuelle, sich 

auf diverse weitere (neuere) Berichte stützende Beurteilung wesentlich zu beeinflussen. 

Aus diesem Grund ist nicht zu beanstanden, dass der Sachverständige sich mit dem 

Hinweis begnügt hat, dieser Bericht habe ihm nicht vorgelegen. In somatischer Hinsicht 

fehlt es also an einer nachweisbaren Beeinträchtigung, die sich relevant auf die 

Arbeitsfähigkeit in einer ideal dem Leiden angepassten Tätigkeit auswirken könnte. 

Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers haben 

insbesondere die urologischen Probleme nicht zu einer länger anhaltenden 

Arbeitsunfähigkeit geführt. Die Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz haben 

nämlich nicht eine durchgehende vollständige Arbeitsunfähigkeit aus urologischen 

Gründen für den Zeitraum von Oktober 2010 bis und mit Juli 2011 attestiert, sondern 

bloss zwei passagere Arbeitsunfähigkeitsperioden für jeweils einen Monat (Oktober 

2010 und Juli 2011; vgl. IV-act. 43–21), da sich der Beschwerdeführer im Oktober 2010 

einer Stosswellenlithotripsie und im Juli 2011 einer weiteren stationären Behandlung 

hatte unterziehen müssen.

2.3  Entscheidend für die Ermittlung des Invaliditätsgrades ist folglich die Frage, 

inwiefern dem Beschwerdeführer trotz der Schmerzen die Verrichtung einer 

leidensadaptierten Erwerbstätigkeit zugemutet werden kann. Die Sachverständigen der 

MEDAS Ostschweiz haben sich für die Beantwortung dieser Frage am vom 

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Bundesgericht als massgebend deklarierten Kriterienkatalog betreffend somatoforme 

Schmerzstörungen (so genannte Foerster’sche Kriterien) orientiert. Da es sich dabei 

nicht um einen medizinisch begründeten, sondern vielmehr um einen juristisch 

geformten Kriterienkatalog handelt, ist zweifelhaft, ob die Sachverständigen aus rein 

medizinischer Sicht und ohne Berücksichtigung der Foerster’schen Kriterien die Frage 

der Zumutbarkeit gleich beantwortet hätten. Ihr Vorgehen entspricht aber der 

Bundesgerichtspraxis, weshalb es in grundsätzlicher Hinsicht nicht beanstandet 

werden kann. Der Beschwerdeführer hat allerdings vorbringen lassen, dass die 

Kriterien unsorgfältig geprüft worden seien bzw. dass die Schlussfolgerungen der 

Sachverständigen nicht überzeugten. So hat er insbesondere beanstandet, dass der 

psychiatrische Sachverständige der MEDAS Ostschweiz der depressiven Störung 

keinen Krankheitswert zugemessen habe, weil sie seiner Ansicht nach mit der 

psychosozialen Belastungssituation des Beschwerdeführers zusammenhänge (IV-

act. 43–17). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat der Psychiater damit 

aber nicht etwa eine (invalidenversicherungsrechtlich relevante) Krankheit unbeachtet 

gelassen, weil sie durch so genannte invaliditätsfremde Faktoren verursacht worden 

wäre, sondern er hat die Auffassung vertreten, der depressiven Störung komme gar 

kein Krankheitswert zu, weil es sich dabei bloss um eine Reaktion auf eine 

aussergewöhnliche Belastung von absehbarer Dauer handle. Diese Reaktion sei also 

nicht krankheitswertig, sondern vielmehr ein temporärer Zustand im Zusammenhang 

mit der Belastung. Diese Einschätzung überzeugt, zumal sie auch mit den 

diesbezüglichen Einschätzungen der behandelnden Ärzte übereinstimmt. Die 

depressive Verstimmung kann jedenfalls nicht als eine Komorbidität von erheblicher 

Schwere und Dauer qualifiziert werden. Die körperlichen Beschwerden des 

Beschwerdeführers sind, soweit sie sich organisch nachweisen lassen, nicht 

ausgeprägt genug, um als relevante körperliche Begleiterkrankung qualifiziert werden 

zu können. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist auch 

ein sozialer Rückzug nicht bereits mit dem Umstand, dass der Beschwerdeführer von 

der Familie getrennt lebt und keiner Arbeit nachgeht, belegt. Als sozialer Rückzug ist 

eine weitestgehende Vermeidung sozialer Kontakte aus gesundheitlichen Gründen zu 

qualifizieren. Der Ausschluss an der sozialen Teilnahme aus beruflichen oder familiären 

Gründen stellt keinen sozialen Rückzug dar. Der Sachverständige der MEDAS 

Ostschweiz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass keine Anhaltspunkte für einen 

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sozialen Rückzug vorliegen. Ein primärer Krankheitsgewinn ist gemäss den 

überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen ebenfalls nicht ausgewiesen, 

woran die geringen intellektuellen Ressourcen des Beschwerdeführers nichts ändern. 

Die Beurteilung der MEDAS Ostschweiz vermag also gesamthaft zu überzeugen, 

weshalb darauf abzustellen und eine gesundheitsbedingte Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu verneinen ist. Da gemäss den 

überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen auch weder für die zuletzt 

(während Jahren) ausgeübte noch für die angelernte Tätigkeit eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestiert werden kann, ist der Beschwerdeführer nicht invalid. Dies gilt 

nicht erst ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, obwohl die Sachverständigen die früher 

von den behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit als nachvollziehbar 

erachtet haben, denn es fehlt erstens an einer ausgewiesenen Veränderung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vor der Begutachtung. Zweitens sind 

bereits im Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 5. Oktober 2010 betreffend die 

tagesklinische Behandlung vom 4. Mai bis zum 1. Oktober 2010 dieselben Diagnosen 

wie im Gutachten der MEDAS Ostschweiz angeführt, was belegt, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgebenden Zeitraum nicht in 

relevanter Weise verändert hat. Der mittels eines Prozentvergleichs zu berechnende 

Invaliditätsgrad liegt folglich für den gesamten massgebenden Zeitpunkt bei null 

Prozent, womit kein Anspruch auf eine befristete oder unbefristete Invalidenrente 

besteht.

3.    Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdeführer 

hätte an sich die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen. Zufolge der Bewilligung 

der unentgeltlichen Prozessführung wird er aber von dieser Pflicht befreit. Der Staat hat 

den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge der Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu entschädigen. Da vergleichsweise wenige 

Akten zu würdigen gewesen sind, würde ein angemessenes Honorar einer leicht 

unterdurchschnittlichen Pauschale von 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) entsprechen. Die Entschädigung aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung beträgt 80 Prozent davon, also 2’400 Franken. Sollten es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, kann der Beschwerdeführer zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung aus 

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unentgeltlicher Rechtsverbeiständung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. 

Art. 123 ZPO).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer wird von der Pflicht, die Gerichtskosten von Fr. 600.--

zu bezahlen, befreit.

3.      Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2’400.--

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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