# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1d287e5-7eb7-5cdd-bf61-8e8a4350f702
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.05.2017 E-1432/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1432-2015_2017-05-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1432/2015 

 

 
 

  –  U r t e i l  v o m   2 9 .  M a i  2 0 1 7   

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiberin Tu-Binh Tschan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sudan,   

vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 30. Januar 2015 / N (…). 

 

 

 

E-1432/2015 

 

 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein sudanesischer Staatsangehöriger und ethni-

scher (…) aus B._______ (Darfur) – verliess seinen Heimatstaat eigenen 

Angaben zufolge im Juni 2013 und gelangte zunächst nach Libyen, wo er 

rund ein Jahr geblieben sei. Am 4. Juli 2014 reiste er illegal in die Schweiz 

ein, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte.  

Am 9. Juli 2014 wurde er summarisch zur Person befragt (BzP; Protokoll 

in den SEM-Akten A4/12) und am 9. Januar 2015 zu seinen Asylgründen 

angehört (Anhörung; Protokoll in den SEM-Akten A19/15).  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen Folgen-

des geltend: Er habe in C._______ und D._______ die Schule besucht, 

habe während zwei Jahren in E._______ (2006 bis 2008) und zuletzt zu-

sammen mit seiner Frau und seinen Kindern in D._______ gelebt. Einen 

Beruf habe er nicht erlernt, sondern von 1998/1999 bis zu seiner Ausreise 

nach E._______ sporadisch in einer (…)-Fabrik in D._______ gearbeitet. 

Seine Muttersprache sei Arabisch, daneben spreche er fliessend (...). Be-

reits in den Jahren 2003/2004 hätten die Janjaweed in C._______ mehr-

mals Geld von ihm verlangt. Dies sei in den Jahren 2012 und 2013 in 

D._______ erneut geschehen, wobei dies in D._______ üblich sei. Einmal 

hätten sie ihm 700 sudanesische Pfund abgenommen. Da die Janjaweed 

zur Regierung gehören würden und viel Macht in Darfur hätten, habe er bei 

den Behörden keine Hilfe suchen können. Er wäre auch in Khartum nicht 

in Sicherheit vor den Verfolgungen durch die Janjaweed gewesen 

(vgl. A4/12 S. 8 und A19/15 S. 9 ff.).  

Zum Beleg seiner Vorbringen reichte er einen Personalausweis und eine 

Kopie des Nationalitätenausweises zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 30. Januar 2015 – am 2. Februar 2015 eröffnet – lehnte 

das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz und deren Vollzug an.  

E-1432/2015 

 

 

Seite 3 

C.  

Der Beschwerdeführer gelangte durch seinen Rechtsvertreter mit Rechts-

mitteleingabe vom 4. März 2015 an das Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückwei-

sung der Sache an das SEM zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung 

und zur Neubeurteilung, eventualiter die Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft und die Gewährung von Asyl, subeventualiter die vorläufige Auf-

nahme.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Verzicht der Erhebung eines 

Kostenvorschusses, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

sowie um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand ersucht. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. April 2015 wurde das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung gutgeheissen. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

wurde verzichtet. 

E.  

Die Vorinstanz liess sich am 14. April 2015 vernehmen. Darauf replizierte 

der Beschwerdeführer am 13. Mai 2015. Mit der Replik reichte der Recht-

vertreter seine Kostennote zu den Akten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

E-1432/2015 

 

 

Seite 4 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Soweit das Ausländerrecht anzuwenden 

ist, kann zudem die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 112 Abs. 1 

AuG [SR 142.20] i.V.m. Art. 49 VwVG, Art. 96 AuG; vgl. auch BVGE 

2014/26 E. 5.4 f.). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz begründete ihren abweisenden Entscheid dahingehend, 

dass gemäss dem Subsidiaritätsprinzip Personen mit einer innerstaatli-

chen Fluchtalternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen 

seien. In EMARK (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [ARK]) 2006 Nr. 25 (E. 8.2-8.3) habe die ARK be-

züglich der Übergriffe der Janjaweed und der anderen auf Regierungsseite 

kämpfenden Streitkräfte in Darfur festgehalten, es könne nicht von einer 

Fluchtalternative innerhalb der Landesgrenzen Sudans ausgegangen wer-

den. Das Bundesverwaltungsgericht habe diese Rechtsprechung jedoch in 

seinem Urteil D-4808/2010 vom 4. Februar 2013 (BVGE 2013/5) dahinge-

hend „präzisiert“, dass die willkürlichen Übergriffe der Janjaweed-Milizen 

lokal beschränkt in der Region Darfur stattfinden würden. Für Personen 

aus Darfur könne wegen des im Grossraum Khartum nunmehr grundsätz-

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Seite 5 

lich vorhandenen Schutzes eine innerstaatliche Schutzalternative ange-

nommen werden, dies sofern das zusätzlich zu beachtende Kriterium der 

Zumutbarkeit erfüllt sei (E. 5.4). Der Beschwerdeführer habe geltend ge-

macht, er sei von den Janjaweed mehrmals gesucht und erpresst worden. 

Gemäss eigenen Angaben sei er politisch nie aktiv gewesen und habe 

nebst Vorgesagtem keinerlei Probleme mit Behörden oder Dritten gehabt. 

Er mache demnach Nachteile geltend, die sich aus lokal oder regional be-

schränkten Verfolgungsmassnahmen ableiten würden. Da er sich diesen 

Verfolgungsmassnahmen durch einen Wegzug in einen anderen Teil sei-

nes Heimatlandes – namentlich den Grossraum Khartum – entziehen 

könne, sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Einen Wegzug 

in einen anderen Landesteil sei ihm zudem aufgrund der Aktenlage zumut-

bar. Er sei gesund, jung und verfüge über mehrere Jahre Schulbildung und 

Berufserfahrung. . Demnach seien seine Vorbringen nicht asylrelevant. Bei 

offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet werden, auf 

allfällige Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen einzugehen.  

Den Vollzug der Wegweisung erachtete die Vorinstanz grundsätzlich als 

zulässig, da das Nichtrückschiebungsgebot weder gemäss Art. 5 Abs. 1 

AsylG noch Art. 3 EMRK tangiert sei, und möglich. Zur Zumutbarkeit führte 

das SEM aus, weder die in dem Heimatstaat herrschende politische Situa-

tion noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges sprechen. So dauere der Konflikt in Darfur zwar bis heute 

an. Um auf die Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung in Khar-

tum, die wirtschaftliche Marginalisierung Darfurs sowie die erzwungene 

Arabisierung der schwarzen Volksgruppen aufmerksam zu machen, hätten 

sich zum einen zwei Rebellenorganisationen, das Sudanese Liberation 

Army/Movement (SLA/M) und das Justice and Equality Movement (JEM) 

gebildet. Zum anderen würden arabische Milizen, die sogenannten „Janja-

weed“, gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung vorgehen und diese 

aus ihrem Siedlungsgebiet vertreiben. Im Zuge dieser Auseinandersetzun-

gen seien viele Angehörige der (…) aus ihren angestammten Dörfern ver-

trieben worden und hätten im Tschad sowie in Flüchtlingslagern in grösse-

ren Städten Darfurs um Zuflucht ersucht. Aufgrund dieser Situation sei eine 

Rückführung von abgewiesenen Asylsuchenden nach Darfur zum gegen-

wärtigen Zeitpunkt als nicht zumutbar zu erachten. Es sei dem Beschwer-

deführer jedoch angesichts der im Sudan bestehenden Niederlassungsfrei-

heit möglich und zumutbar, sich im Sinne einer weiteren innerstaatlichen 

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Seite 6 

Wohnsitzalternative in einem anderen Teil des sudanesischen Staatsge-

bietes, z.B. in Khartum, niederzulassen. Dort herrsche keine Situation all-

gemeiner Gewalt. In Khartum würde heute zudem eine Vielzahl von Dar-

furis aller Ethnien leben. Aufgrund der soziokulturellen Gegebenheiten im 

Sudan sei davon auszugehen, dass Vertreter dieser Diaspora ihren aus 

Darfur stammenden Landsleuten beiseite stehen und ihnen Unterstützung 

bieten würden. Zudem lägen bei ihm auch keine individuellen Gründe vor, 

die gegen die Zumutbarkeit seines Wegweisungsvollzuges sprächen. Er 

sei gesund und jung und verfüge über mehrere Jahre Schulbildung und 

Berufserfahrung. Vor diesem Hintergrund sei der Vollzug der Wegweisung 

durchaus als zumutbar zu erachten. 

3.2 Dem wurde in der Beschwerde entgegengehalten, dass es sich entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz und des Bundesverwaltungsgerichts bei 

den Übergriffen der Janjaweed nicht mehr um willkürliche Angriffe durch 

privat agierende Milizen handle. Die Janjaweed-Milizen würden in ver-

schiedenen Berichten für zahlreiche Massaker in Darfur verantwortlich ge-

macht. Die sudanesische Regierung habe in der Vergangenheit stets ab-

gestritten, die Janjaweed-Milizen in irgendeiner Form zu steuern oder Kon-

trolle über sie auszuüben. Der Regierung sei auch schon früher von ver-

schiedenen Stellen unterstellt worden, die Milizen zu unterstützen oder so-

gar zu kontrollieren. Seit anfangs 2014 habe sich die Lage in Darfur wieder 

drastisch verschlechtert und es sei zu Massakern an der Bevölkerung, wel-

che an das Ausmass in den Jahren 2003-2005 erinnern würden, gekom-

men. Die Stellung der Janjaweed habe sich in dieser neuen Gewaltwelle 

klar verändert. Diese Milizen seien nicht entwaffnet, sondern im Gegenteil 

offiziell in staatliche Strukturen, unter anderem in die neu geschaffene mi-

litärische Einheit „Rapid Support Force“ (RSF), eingebunden worden. Sie 

seien dadurch über Darfur hinaus tätig geworden und hätten auch ein er-

weitertes Einsatzfeld erhalten (z.B. die gewaltsame Unterdrückung von 

friedlichen Protesten in Khartum im September 2013). Diese Tatsachen 

seien in diversen Berichten von Experten und Nichtregierungsorganisatio-

nen aus den Jahren 2014 und 2015 dokumentiert worden, welche in der 

Beschwerde aufgeführt würden. Das Bundesverwaltungsgericht habe im 

von der Vorinstanz zitierten BVGE 2013/5 diese veränderte und offizielle 

Einbindung der Janjaweed-Milizen noch nicht berücksichtigt, da die aktu-

ellsten Quellen, auf welche sich das Gericht stütze, aus dem Jahr 2012 

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stammten. Die Vorinstanz habe fast zwei Jahre nach BVGE 2013/5 pau-

schal angenommen, dass die Situation nach wie vor gleich sei, ohne eine 

genauere Prüfung vorzunehmen. In einem Land wie dem Sudan könne 

sich die Lage innerhalb von zwei Jahren jedoch massiv verändern. Daher 

werde eine Rückweisung an die Vorinstanz zur erneuten Überprüfung des 

vorliegenden Falles beantragt. Sollte das Gericht wider Erwarten davon 

ausgehen, dass im Grossraum Khartum nach wie vor grundsätzlich genü-

gender Schutz vor Verfolgung durch Janjaweed-Milizen bestehe, so wäre 

zusätzlich die Voraussetzung der Zumutbarkeit einer innerstaatlichen 

Schutzalternative zu prüfen. So sei in BVGE 2013/5 festgestellt worden, 

dem Beschwerdeführer in jenem Fall könne nicht zugemutet werden, sich 

in einer sicheren Region des Sudans niederzulassen und dort eine neue 

Existenz aufzubauen, da er dort über keinerlei verwandtschaftliches Bezie-

hungsnetz verfüge. Der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall verfüge 

ebenfalls über kein Verwandtschaftsnetz in einem sicheren Gebiet Sudans, 

namentlich auch nicht im Grossraum Khartum. Er verfüge zwar über Schul-

bildung, habe aber keinen Beruf erlernt. Es wäre ihm daher nicht zuzumu-

ten, Khartum als Schutzalternative in Anspruch zu nehmen.  

Die Vorinstanz habe die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerde-

führers nicht geprüft. Diese seien indes aufgrund übereinstimmender Aus-

sagen bezüglich der wesentlichen Sachverhaltselemente und der Plausibi-

lität der Angaben zu bejahen. Zu bemerken sei, dass es in der Anhörung 

offensichtlich zu Verständigungsproblemen gekommen sei, wie auch dem 

Unterschriftenblatt der Hilfswerksvertretung zu entnehmen sei.  

Abschliessend wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer mehrmals 

von Janjaweed-Kämpfern gesucht und erpresst worden sei. Angesichts 

des brutalen Vorgehens dieser Milizen habe er begründete Furcht, dass er 

von diesen getötet worden wäre, wenn er einmal kein Geld mehr hätte ab-

liefern können. Die Angst sei insbesondere aufgrund der stark zugenom-

menen Angriffe auf Zivilisten in Darfur begründet gewesen. Somit habe er 

glaubhaft machen können, dass er in seinem Heimatland wegen seiner 

Rasse an Leib und Leben und in seiner Freiheit gefährdet gewesen sei. Er 

erfülle somit die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und ihm 

sei deshalb Asyl zu gewähren, da keine Asylausschlussgründe vorliegen 

würden.  

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Seite 8 

Der Wegweisungsvollzug sei aufgrund seiner Flüchtlingseigenschaft unzu-

lässig und aufgrund seiner konkreten Gefährdung unzumutbar.  

3.3 In der Vernehmlassung vom 14. April 2015 führte das SEM aus, in der 

Beschwerdeschrift werde geltend gemacht, die Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers seien aufgrund übereinstimmender Aussagen 

und der Plausibilität der Angaben zu bejahen. Demgegenüber sei jedoch 

festzustellen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers widersprüchlich 

ausgefallen und ungenügend substantiiert seien. So habe der Beschwer-

deführer in der BzP geltend gemacht, es seien jeweils vier bewaffnete Män-

ner zu ihm gekommen, um ihn zu erpressen (vgl. A4/12, S. 8). In der An-

hörung habe er demgegenüber ausgesagt, es seien drei bewaffnete Leute 

gewesen (vgl. A19/15, S. 11). Weiter habe er anlässlich der BzP ausge-

sagt, die Janjaweed hätten vier Mal Geld von ihm genommen (vgl. A4/12, 

S. 8), habe in der Anhörung jedoch geltend gemacht, sie hätten nur einmal 

Geld von ihm genommen, denn sie hätten ihn die letzten drei Mal nicht 

gefunden (vgl. A19/15, S. 11). Schliesslich habe der Beschwerdeführer in 

der Anhörung einerseits ausgesagt, er habe den Janjaweed geantwortet, 

er sei (...) (vgl. A19/15, S. 9), habe andererseits vorgebracht, er habe ihnen 

gesagt, er gehöre nicht zu den (…) (vgl. A19/15, S. 10). Aufgrund dieser 

widersprüchlichen Aussagen würden Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 

geltend gemachten Asylvorbringen bestehen. Zudem seien die Schilderun-

gen des Beschwerdeführers vage und allgemein gehalten beziehungs-

weise mangle es ihnen an persönlichen Details. Damit werde nicht glaub-

haft gemacht, dass sich das Geschilderte tatsächlich so zugetragen habe, 

wie er geltend mache. Seine Aussagen würden nicht den Eindruck von per-

sönlich Erlebtem vermitteln. So habe er auf mehrmalige Aufforderung hin, 

das Geschehene genau zu umschreiben, lediglich ausgesagt, die Janja-

weed hätten gestürmt und gefragt, zu welchem Stamm er gehöre und Geld 

von ihm verlangt (vgl. A19/15, S. 9 f.). Bezüglich des letzten Überfalls habe 

er lediglich ausgesagt, sie hätten ihn nicht gefunden, er sei immer wegge-

gangen, wenn er Geräusche gehört habe (vgl. A19/15, S. 11). Die sub-

stanzlosen und rudimentären Ausführungen würden die bereits geäusser-

ten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen un-

termauern. 

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Seite 9 

Bezüglich der geltend gemachten Verständigungsprobleme sei festzuhal-

ten, dass der Beschwerdeführer mehrmals bestätigt habe, den Dolmet-

scher gut zu verstehen, und darauf hingewiesen worden sei, nachzufragen, 

sollte er etwas nicht verstehen (vgl. Akte A19/15, S. 1 und S. 8). Zudem 

würde es sich bei den vorhandenen Unstimmigkeiten um Unglaubhaftig-

keitselemente handeln, welche nicht durch sprachliche Verständigungs-

probleme erklärbar seien. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer die 

Übereinstimmung der Angaben des Protokolls mit seinen Aussagen durch 

seine Unterschrift bestätigt, so dass er sich darauf behaften lassen müsse. 

In Bezug auf die Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers sei 

festzuhalten, dass er gemäss eigenen Angaben bereits 2003/2004 in sei-

nem Heimatdorf von den Janjaweed erpresst worden sei. Er sei deshalb 

nach D._______ gezogen, womit er den Problemen offensichtlich habe 

entkommen können. So sei er erst im Jahr 2006 nach E._______ ausge-

wandert und habe in der Zwischenzeit keine weiteren Probleme geltend 

gemacht. Ab 2008 habe er erneut in D._______ gelebt. Die Probleme hät-

ten allerdings erst im Jahr 2012 wieder eingesetzt und auch dann nur spo-

radisch: einmal im zweiten Monat 2012 und zwei bis dreimal im Jahr 2013. 

Die Janjaweed hätten demnach anscheinend kein bestimmtes und fort-

währendes Interesse an der Person des Beschwerdeführers gehabt. Viel-

mehr würde es sich bei den geltend gemachten Geschehnissen um eine 

bedauerliche, ungezielte Nebenfolge der allgemeinen Kriegswirren han-

deln. Zudem seien die Erpressungsversuche krimineller Natur und nicht als 

Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsyIG zu charakterisieren.  

Daher sei auch nicht davon auszugehen, dass das Interesse der Janja-

weed am Beschwerdeführer nach einem Wegzug desselben in einen an-

deren Landesteil weiterbestanden hätte, dies unabhängig von der Integra-

tion der Janjaweed in die RSF, welche nicht nur beschränkt auf die Region 

Darfur agieren würden. Wie bereits im Jahr 2004, hätte der Beschwerde-

führer mit einem Wegzug in eine andere Stadt oder Region, und sicherlich 

mit einem Wegzug in den Grossraum Khartum, den geltend gemachten 

Belästigungen durch die Janjaweed entkommen können. Die Rüge, es sei 

dem Beschwerdeführer nicht zumutbar, sich in Khartum niederzulassen, 

weil er dort über kein Verwandtschaftsnetz verfüge, verkenne, dass in 

Übereinstimmung mit Praxis und Rechtsprechung ein fehlendes Verwandt-

schaftsnetz im Grossraum Khartum für aus Darfur stammende Personen 

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Seite 10 

nicht per se gegen die Zumutbarkeit der Wohnsitznahme in diesem Lan-

desteil spreche (vgl. bspw. Urteil des BVGer vom 3. September 2014 

E.1029/2014 E.8.2.3). Zwar möge es zutreffen, dass der Beschwerdefüh-

rer über kein soziales Beziehungsnetz ausserhalb von Darfur verfüge. In-

des würde heute eine Vielzahl von Darfuris aller Ethnien in Khartum leben. 

Aufgrund der soziokulturellen Gegebenheiten im Sudan könne davon aus-

gegangen werden, dass diese ihren ebenfalls aus Darfur stammenden 

Landsleuten bei der Integration behilflich seien und ihnen Unterstützung 

bieten würden. Mit einer Umsiedlung nach Khartum würde sich der Be-

schwerdeführer zudem in einem ihm vertrauten Kulturkreis aufhalten. Er 

sei mit der dortigen Lebensweise vertraut und spreche Arabisch. Schliess-

lich verfüge er über mehrere Jahre Schulbildung sowie Berufserfahrung 

und sei gesund, sodass auch keine individuellen Gründe gegen eine Nie-

derlassung in Khartum sprechen würden. 

3.4 Darauf replizierte der Beschwerdeführer am 13. Mai 2015, dass die 

vorgehaltenen Widersprüche sich mehrheitlich auflösen lassen würden, 

auch wenn sie dadurch nicht restlos geklärt worden seien. Bei einer objek-

tiven Würdigung sei insgesamt von glaubhaften Schilderungen des Be-

schwerdeführers auszugehen, insbesondere in Berücksichtigung der von 

der Hilfswerksvertretung dokumentierten Verständigungsprobleme. Trotz 

dieser würden seine Vorbringen durchaus auch „einige“ Details enthalten.  

Betreffend die inländische Fluchtalternative sei festzuhalten, dass offenbar 

auch das SEM – aufgrund der in der Beschwerdeschrift zitierten Berichte 

– davon ausgehe, dass die Janjaweed in die RSF integriert worden seien 

und auch ausserhalb von Darfur agieren würden. Entgegen der vorinstanz-

lichen Ansicht sei die Asylrelevanz der Vorbringen indes gegeben. Bei den 

Repressalien der Janjaweed gegenüber Angehörigen der (...) würde es 

sich nicht um private Erpressungsversuche krimineller Natur handeln, son-

dern die Verfolgung habe eindeutig einen ethnischen Hintergrund, wobei 

die Erpressung von Geld nur ein Mittel – nebst körperlichen Übergriffen bis 

hin zur gezielten Tötung – zur Unterdrückung anderer Ethnien darstelle. Es 

sei aus zahlreichen Berichten bekannt, dass die Übergriffe der Janjaweed 

sich gegen ethnisch definierte Gruppen von Opfern richten würde (vgl. 

BVGE 2013/5 E. 5.1). Somit könne von einer bedauerlichen ungezielten 

Nebenfolge der allgemeinen Kriegswirren keine Rede sein. Wie in der Be-

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Seite 11 

schwerdeschrift ausführlich dargelegt, sei durch die Integration der Janja-

weed in den offiziellen Staatsapparat von einer staatlichen Verfolgung aus-

zugehen, vor welcher der Beschwerdeführer auch in Khartum keinen 

Schutz finden könne.  

Bezüglich der Zumutbarkeit zur Niederlassung in Khartum sei anzumerken, 

dass alleine aufgrund des Umstandes, dass in Khartum auch eine Vielzahl 

von Darfuris aller Ethnien leben würden, nicht darauf geschlossen werden 

könne, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr tatsächlich Un-

terstützung durch andere (...) finden dürfte. Wie bereits ausgeführt habe 

der Beschwerdeführer keinen Beruf erlernt und wäre bei seiner Rückkehr 

auf sich alleine gestellt. Zudem würden aktuelle unabhängige Berichte 

(wurden beigelegt) zeigen, dass sich im Zusammenhang mit den Präsi-

dentschaftswahlen die Lage für Oppositionelle, Studenten und ethnische 

Minderheiten drastisch verschlechtert habe. In diesen sei die Rede von ei-

nem „racist targeting“ gegen Studenten aus Darfur, das zu einem „ethnic 

cleansing“ in Khartum führen könnte. Unter diesen Umständen, in welchen 

die Ethnien aus Darfur zurzeit leben würden, bestehe realistischerweise 

keine Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer auf Unterstützung von in 

Khartum lebenden Stammesangehörigen zurückgreifen könnte.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 

muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

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Seite 12 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtsstaatliche Akteure zu-

gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen, ohne 

adäquaten Schutz im Heimatland finden zu können (vgl. BVGE 2008/4 E. 

5.2). Im Übrigen muss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte 

asylsuchende Person über keine innerstaatliche Schutzalternative verfügt 

(vgl. BVGE 2011/51 E. 8). Die Frage, ob eine Flucht- beziehungsweise 

Schutzalternative besteht, stellt sich allerdings erst, wenn zuvor eine be-

stehende oder drohende Verfolgung aus einem flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Motiv festgestellt worden ist; wer eine derartige Verfolgung nicht be-

gründet befürchten muss, erfüllt die Flüchtlingseigenschaft bereits aus die-

sem Grund nicht, und das Bestehen allfälliger Flucht- beziehungsweise 

Schutzalternativen ist gar nicht zu prüfen (vgl. BVGE 2011/51 E. 8.1 m.H.a. 

EMARK 2000 Nr. 15 E. 7b S. 113 f. und E. 14a S. 133).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Glaubhaftmachung bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein 

reduziertes Beweismass und lässt Raum für gewisse Einwände und Zwei-

fel an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob 

die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechenden Gründe 

überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver-

folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende substanti-

ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der 

dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat-

sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi-

nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Bei der Beur-

teilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller 

Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, 

Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdig-

keit usw.), die für oder gegen die Asyl suchende Person sprechen. Glaub-

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Seite 13 

haft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente über-

wiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der 

Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten 

Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-

brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 und 

2013/11 E. 5.1, jeweils m.w.H.). 

5.  

5.1 Vorab gilt es zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, der 

Beschwerdeführer habe keine asylrelevanten Vorfluchtgründe glaubhaft 

darlegen können (Art. 3 i.V.m. Art. 7 AsylG). Zu würdigen sind seine Aus-

sagen betreffend die Verfolgungssituation, die zur Ausreise aus dem Ver-

folgerstaat geführt habe. 

5.2 Die Vorinstanz hat die Frage der Glaubhaftmachung der vom Be-

schwerdeführer vorgebrachten Vorfluchtgründe (Überfälle und Erpressun-

gen durch die Janjaweed-Milizen) in der angefochtenen Verfügung aus-

drücklich offen gelassen. Erst nachdem in der Beschwerdestufe konstatiert 

wurde, dass das SEM die Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht in Frage 

stelle, sah es sich veranlasst, die vorgebrachten Asylgründe auch auf ihre 

Glaubhaftigkeit hin zu überprüfen, und in seiner Vernehmlassung Wider-

sprüche in den Aussagen zu dokumentieren und mangelnde Details in der 

Schilderung der Fluchtgründe zu monieren.  

In der Glaubhaftigkeitsprüfung geht es, wie erwähnt (vgl. oben E. 4.2) um 

eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des 

wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Anga-

ben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die Asyl su-

chende Person sprechen. Wenn man die oben angeführten, in der Replik 

nicht überzeugend aufgelösten, Widersprüche in den Gesamtkontext der 

Erzählweise des Beschwerdeführers stellt – so insbesondere zur Art und 

Weise, wie der Beschwerdeführer seine Verfolgungsgeschichte schilderte 

–, so ist festzustellen, dass die positiven Elemente der geschilderten Sach-

verhaltsdarstellung, auch wenn einzelne der angeführten Widersprüche 

nicht als gravierend bezeichnet werden können, nicht überwiegen. So hin-

terlässt das protokollierte Aussageverhalten des Beschwerdeführers zur 

Verfolgungsgeschichte in der Tat einen unsubstantiierten, vagen, ober-

E-1432/2015 

 

 

Seite 14 

flächlichen und unbedarften Eindruck. Damit kann die vorinstanzliche Er-

kenntnis insofern bestätigt werden, als dass die Aussagen des Beschwer-

deführers zur Verfolgungsgeschichte jegliche Realkennzeichen vermissen 

lassen. Daran vermag auch der in der Replik vorgebrachte pauschale Hin-

weis auf „einige Details“ in seinen Schilderungen nichts zu ändern. Viel-

mehr wird damit der Eindruck verstärkt, dass seine vollkommen emotions-

losen Ausführungen zu den Überfällen der Janjaweed-Milizen, mit Aus-

nahme von nicht spezifizierten Details, substanzarm vorgebracht worden 

sind. Zudem ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen 

Angaben seine Familie in Darfur zurückgelassen hat, wo die angeblichen 

Überfälle der Janjaweed stattgefunden haben sollen. Auf die mehrmalige 

Nachfrage hin, ob und wie seine Familie denn vor den Übergriffen der Jan-

jaweed geschützt sei, antwortete er, dass die Janjaweed mehrmals dorthin 

gegangen seien und nach ihm gefragt hätten. Die Familie habe auch schon 

versucht, die Übergriffe der Janjaweed bei der Polizei oder beim Militär an-

zuzeigen, aber diese könnten „nichts dagegen unternehmen“ (A19/12 

F131ff.). Seine entsprechende Begründung, er sei alleine ausgereist, da 

die Janjaweed lediglich ihn gewollt hätten, beziehungsweise die Familie 

habe jeweils durch eine der zwei Türen zu den Nachbarn fliehen können, 

überzeugt angesichts der vorgebrachten Furcht vor einem erneuten asyl-

rechtlich relevanten Übergriff der Janjaweed als Fluchtgrund nicht. Viel-

mehr wird dadurch insgesamt der Eindruck erweckt, dass die Fluchtgründe 

konstruiert wurden, um daraus eine asylrechtliche Verfolgung herzuleiten. 

Bestätigt wird dieser Eindruck durch die ebenfalls sehr oberflächlichen 

Schilderungen der örtlichen Begebenheiten in Darfur, in denen der Be-

schwerdeführer über mehrere Jahre hinweg gelebt haben will (vgl. u.a. 

A19/4 F26 ff.) oder die in zeitlicher Hinsicht nicht in Übereinstimmung zu 

bringenden Aussagen dazu, wann er sich überhaupt in Darfur und wann in 

E._______ aufgehalten habe. Diesbezüglich gab er nämlich einmal an, er 

sei 2006 nach E._______ gegangen (A4/9 F1.17.05), wo er während zwei 

Jahren gelebt habe, bevor er nach D._______ zurückgekehrt sei (A19/3 

F21, A19/9 F90 sowie Beschwerdeschrift S. 3 unten) und ein anderes Mal, 

er sei 2006 nach E._______ gegangen und 2012 zurückgekehrt (A19/10 

F109 sowie Replik, S. 2). 

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Seite 15 

In einer Gesamtwürdigung der geschilderten Umstände ist die auf Ver-

nehmlassungsstufe vorgenommene vorinstanzliche Beurteilung der Vor-

bringen als unglaubhaft somit zu bestätigen, zumal die entsprechenden Er-

widerungen in der Replik nicht zu überzeugen vermögen.  

5.3 Vorliegend begründet die Vorinstanz ihren abweisenden Entscheid in 

der Verfügung mit der Möglichkeit einer innerstaatlichen Schutzalternative, 

ohne sich zu den übrigen Voraussetzungen einer asylrelevanten Verfol-

gung durch private Akteure, unter anderem auch dasjenige der Gezieltheit, 

zu äussern. Die Frage der gezielten Verfolgung wurde im betreffend die 

innerstaatliche Schutzalternative einschlägigen, von der Vorinstanz zitier-

ten, BVGE 2013/5 bejaht (ebd. E. 5.1), welcher im Übrigen nicht bloss, wie 

von der Vorinstanz angemerkt, die in EMARK 2006 Nr. 25 E. 5 ausgeführte 

Praxis „präzisierte“, sondern vielmehr aufgrund einer neuen Lageeinschät-

zung die entsprechende Praxis zur innerstaatlichen Schutzalternative än-

derte. In der Vernehmlassung relativiert das SEM hingegen seine Begrün-

dung und führt aus, dass die Janjaweed anscheinend kein bestimmtes und 

fortwährendes Interesse an der Person des Beschwerdeführers gehabt 

hätten. Vielmehr würde es sich bei den geltend gemachten Geschehnissen 

um eine bedauerliche, ungezielte Nebenfolge der allgemeinen Kriegswir-

ren handeln. Zudem seien die Erpressungsversuche krimineller Natur und 

nicht als Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsyIG zu charakte-

risieren. Damit verneint die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung sowohl die 

Gezieltheit der Verfolgungsmassnahmen als auch ein asylrelevantes Ver-

folgungsmotiv.  

Da das Gericht in der vorangegangenen Erwägung zum Schluss gekom-

men ist, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Übergriffe der 

Janjaweed nicht in glaubhafter Weise vorgetragen worden sind, erübrigt es 

sich, auf die vorinstanzlichen Ausführungen zur mangelnden Asylrelevanz 

in der Verfügung und der Vernehmlassung und die entsprechenden Erwi-

derungen in der Beschwerdeschrift und Replik näher einzugehen.  

5.4 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten und in einer Gesamtwürdi-

gung der Aktenlage festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht ge-

lungen ist, asylrechtlich erhebliche Fluchtgründe glaubhaft zu machen. Es 

ist festzustellen, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Heimatland 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt hat.  

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Seite 16 

Der Beschwerdeführer vermag aber auch für den heutigen Zeitpunkt nicht 

darzutun, dass er mit der hinreichenden Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft begründeterweise asylrechtlich erhebliche Nachteile zu be-

fürchten hätte. Nachdem er keine Vorverfolgung darzutun vermag und we-

der geltend machte religiös oder politisch aktiv gewesen zu sein, ist ohne 

weiteres davon auszugehen, in Khartum, wo er sich zumutbarerweise wird 

aufhalten können (vgl. unten E. 7.4), habe er – alleine aufgrund seiner Eth-

nie – keine asylrechtlich erhebliche Verfolgung zu gewärtigen (vgl. BVGE 

2013/5 E. 5.4.4). Der Einwand in der Replik und das entsprechende Be-

weismittel in Bezug auf die Verschlechterung der Lage in Khartum seit der 

Einschätzung im soeben erwähnten BVGE vermag schon deshalb nichts 

zu bewirken, weil der Beschwerdeführer, wie erwähnt, offensichtlich nicht 

zu den betroffenen Personen gehört (Oppositionelle und Studenten). 

 

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

E-1432/2015 

 

 

Seite 17 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

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Seite 18 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.4.1 Die Region Darfur ist seit Jahren Schauplatz eines blutigen Bürger-

krieges. Es herrscht eine Situation allgemeiner Gewalt und der Vollzug 

dorthin ist gemäss Praxis und Rechtsprechung nach wie vor unzumutbar.  

7.4.2 Nach Würdigung der gesamten Aktenlage gelangt das Gericht zum 

Ergebnis, dass die vorinstanzlichen Erwägungen zur innerstaatlichen 

Wohnsitzalternative für den Beschwerdeführer in Khartum zu bestätigen 

ist. Klarzustellen ist vorab, dass es sich beim von der Vorinstanz angeführ-

ten Bundesverwaltungsgerichtsurteil E-1029/2014 vom 3. September 2014 

nicht um ein koordiniertes Urteil, sondern lediglich um eine Einzelfallprü-

fung anhand der koordinierten Praxis handelt. In der einschlägigen Recht-

sprechung (BVGE 2013/5 E. 5.4.5) wird ausgeführt, dass es für die Beur-

teilung der Zumutbarkeit der Inanspruchnahme eines sicheren Zufluchtsor-

tes für das Gericht ausschlaggebend gewesen sei, dass das SEM den 

Wegweisungsvollzug in eine der sicheren Regionen des Sudan aufgrund 

eines fehlenden Beziehungs- und Verwandtschaftsnetzes aufgrund seiner 

eigenen Praxis als unzumutbar erachtet und deshalb eine vorläufige Auf-

nahme angeordnet habe. Hinzufügen kann man diesen Erwägungen, dass 

gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts blosse soziale 

und wirtschaftliche Schwierigkeiten, wie beispielsweise Wohnungsnot oder 

ein schwieriger Arbeitsmarkt, von denen die vor Ort ansässige Bevölkerung 

generell betroffen ist, nicht gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungs-

vollzugs sprechen würden (BVGE 2010/41 E. 8.3.6). Die nebst des Beste-

hens eines tragfähigen Beziehungsnetzes zu prüfenden begünstigenden 

Kriterien (z.B. Alter, arabische Sprachkenntnisse, Schulbildung, Berufser-

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Seite 19 

fahrung etc.) wurden von der Vorinstanz im länderspezifischen Kontext ge-

bührend berücksichtigt, erwog sie in ihrer Verfügung und Vernehmlassung 

nämlich dazu, dass mit einer Umsiedlung nach Khartum sich der Be-

schwerdeführer im ihm vertrauten Kulturkreis aufhalten würde. Er sei mit 

der dortigen Lebensweise vertraut und spreche nebst (...) auch Arabisch 

als Muttersprache. Er sei zudem jung und gesund und würde über mehrere 

Jahre Schulbildung und Berufserfahrung verfügen. Dem wird in der Be-

schwerde und in der Replik nichts Substantielles entgegengehalten. Nach 

dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung somit auch als 

zumutbar. 

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Verfahrensausgang wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm indes mit Verfügung 

vom 7. April 2015 die unentgeltliche Prozessführung gewährt worden ist, 

werden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

9.2 Der rubrizierte Rechtsvertreter wurde dem Beschwerdeführer mit Zwi-

schenverfügung vom 7. April 2015 als amtlicher Beistand beigeordnet, 

weshalb ihm der notwendige Aufwand als Honorar zu entrichten ist. Das 

E-1432/2015 

 

 

Seite 20 

Bundesverwaltungsgericht erachtet den in der eingereichten Kostennote 

ausgewiesenen zeitlichen Vertretungsaufwand von 10.6 Stunden als nicht 

in vollem Umfang angemessen, weshalb er zu reduzieren ist. Das Honorar 

wird gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) auf Fr. 1300.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag) angesetzt. Entsprechend ist der Rechtsvertreter aufzufordern, 

seine Zahladresse dem Gericht mitzuteilen. 

 (Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1432/2015 

 

 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, lic. iur. Tarig Hassan, Advokatur Kanonen-

gasse, (…), wird vom Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar 

von Fr. 1300. – ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tu-Binh Tschan 

 

 

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