# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e06cb3c9-175f-58c9-9c9d-2461cb72efca
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 10.02.2023 S 2022 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-42_2023-02-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 42

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis

Aktuarin ad hoc Casanova

URTEIL

vom 10. Februar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1984, war zuletzt als Chauffeur tätig. Am 22. Juli 2021 

meldete er einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im 

Umfang von 100 % ab demselben Datum an. 

2. Die Abteilung Arbeitsrechtliche Massnahmen des Amtes für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) verfügte am 15. Februar 2022 

die Teilnahme von A._____ am Einsatzprogramm B._____ ab dem 

17. Februar 2022 bis zum 16. Mai 2022 mit einem Beschäftigungsgrad 

von 100 %. Der Umfang der Teilnahme von A._____ am Einsatzprogramm 

betrug tatsächlich 50 %. Am 17. März 2022 teilte A._____ dem 

zuständigen Bereichsleiter die definitive Programmaufgabe mit, nachdem 

er bereits am 7. März 2022 sein Vorhaben geäussert hatte, das 

Einsatzprogramm aus gesundheitlichen Gründen abbrechen zu wollen. 

Mit Schreiben vom 17. März 2022 wurde er aufgefordert, spätestens bis 

zum 21. März 2022 die Arbeit im Einsatzprogramm wieder aufzunehmen, 

andernfalls die arbeitsmarktrechtliche Massnahme abgebrochen werde 

und allfällige Sanktionen geprüft würden. Dieser Aufforderung leistete 

A._____ keine Folge, sodass das Einsatzprogramm durch die Abteilung 

Arbeitsrechtliche Massnahmen des KIGA rückwirkend per 17. März 2022 

abgebrochen wurde. 

3. Mit Schreiben vom 23. März 2022 wurde A._____ in diesem 

Zusammenhang zur schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. In seiner 

Stellungnahme vom 25. März 2022 führte er aus, er leide bereits seit drei 

Jahren an Schmerzen im Kehlkopf und habe Einschlafschwierigkeiten. Die 

Schmerzen würden sich durch den Einfluss von Staub, Putzmitteln, 

Infektionsmitteln usw. verstärken und stundenlang anhalten. Auch an der 

frischen Luft sei er nicht schmerzfrei, denn es kämen immer wieder 

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Umwelteinflüsse hinzu wie Rasenmähen, Heu rechen, Heu entsorgen. 

Aus medizinischer Sicht sei ausser einer Rötung nichts gefunden worden.

4. Mit Verfügung vom 20. April 2022 wurde A._____ vom KIGA infolge 

schuldhaft erwirkten Abbruchs einer arbeitsmarktlichen Massnahme 

gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG für 18 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt. 

5. Gegen diese Verfügung erhob A._____ mit Schreiben vom 25. April 2022 

fristgerecht Einsprache. Darin führte er aus, er hätte starke bis sehr starke 

Schmerzen im Kehlkopf, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. 

Er reichte zusätzlich ein Arztzeugnis von Dr. med. C._____, Spezialarzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein, datiert vom 13. April 2022, 

welches ihm eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 

17. März 2022 bis zum 30. April 2022 attestierte. 

6. Mit Einspracheentscheid vom 3. Mai 2022 wurde die Einsprache 

abgelehnt. Das KIGA begründete seinen Entscheid insbesondere damit, 

dass A._____ mittels mehreren Arztzeugnissen eine Arbeitsunfähigkeit 

von 50 % für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022, sowie 

eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 17. März 2022 bis zum 

30. April 2022 nachweise. Da nur für die Zeit vom 12. bis 17. März 2022 

eine angeordnete Isolation aufgrund einer Covid-Erkrankung vorgelegen 

habe, sei A._____ ab dem 18. März 2022 wieder zu 20 % arbeitsfähig 

gewesen und hätte die Arbeit am 21. März 2022 im Einsatzprogramm 

wieder aufnehmen müssen. 

7. Gegen diesen Einspracheentscheid des KIGA erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 15. Mai 2022 (Datum Poststempel) 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. 

Begründend führte er sinngemäss an, seine Schmerzen im Kehlkopf seien 

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stark bis sehr stark während 24 Stunden und er habe auch Schmerzen bei 

der Atmung und Schwierigkeiten beim Einschlafen. Bei der Arbeit für 

B._____ sei er verschiedenen Einflüssen ausgesetzt gewesen, die seine 

Schmerzen verstärkten, wie Staub in der Schreinerei, Benzinkanister, 

Putzmittel, Infektionsmittel und Staub beim Zusammenrechen von Schilf 

und Heu. Diese Schmerzen könnten sich stundenlang nicht mässigen. Die 

Coronakrankheit habe keinen Einfluss auf den Abbruch gehabt.

8. Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2022 beantragte das KIGA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Er 

begründete seinen Antrag damit, dass der Beschwerdeführer zu keinem 

Zeitpunkt zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Auch im 

Beschwerdeverfahren selbst bringe er kein entsprechendes Arztzeugnis 

vor. Auch sei den vorliegenden Zeugnissen nicht zu entnehmen, dass die 

Beschäftigungsmassnahme grundsätzlich für den Beschwerdeführer 

ungeeignet gewesen wäre. Da es im Einsatzprogramm hauptsächlich 

darum gehe herauszufinden, inwieweit sich der Beschwerdeführer dem 

Arbeitsmarkt noch zur Verfügung stellen kann, wäre er verpflichtet 

gewesen, im Rahmen der verbleibenden "Restarbeitsfähigkeit" von 20 % 

am Programm teilzunehmen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Mai 2022 sowie auf 

die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 3. Mai 2022 betreffend die Einsprache des 

Beschwerdeführers gegen die 18-tägige Einstellung in der 

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Anspruchsberechtigung. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 

Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. 

Örtlich zuständig ist gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 

der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer 

kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben Kantons. Der 

angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als 

kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die 

örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die 

sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Seine 

Beschwerdelegitimation ist daher gegeben. Da die Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht am 15. Mai 2022 (Datum Poststempel) frist- und 

formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 und Art. 61 ATSG), ist auf sie 

einzutreten.

1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. In 

einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet das streitberufene Gericht, 

wenn der Streitwert von CHF 5'000.-- nicht überschritten wird und keine 

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Fünferbesetzung vorgeschrieben ist oder wenn ein Rechtsmittel 

offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet 

ist (Art. 43 Abs. 2 und Abs. 3 VRG). Der versicherte Verdienst des 

Beschwerdeführers beträgt monatlich CHF 6'466.-- und wird ihm im 

Umfang von 70 % von der Arbeitslosenversicherung entschädigt (Art. 22 

Abs. 2 AVIG). Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG i.V.m. 

Art. 40a AVIV einem Taggeld von CHF 208.60 (CHF 6'466.-- : 

21.7 Tage x 0.7). Mit Verfügung vom 20. April 2022 (Akten des 

Beschwerdegegners [Bg-act.] 11) wurde der Beschwerdeführer für 

18 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt, was einem Streitwert 

von CHF 3'754.80 (18 Tage x CHF 208.60) entspricht. Da der Streitwert 

somit unter CHF 5'000.-- liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung 

entschieden werden muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin 

gegeben.

1.3. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht 

wegen schuldhaft erwirktem Abbruch einer arbeitsmarktlichen 

Massnahme mit Verfügung vom 20. April 2022 für 18 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.

2.1. Die versicherte Person kann rechtsprechungsgemäss gegen die 

Zuweisung in arbeitsmarktliche Massnahmen mangels schutzwürdigen 

Interesses keine Einsprache bzw. Beschwerde führen. Die kantonale 

Amtsstelle ist gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 AVIG verpflichtet, 

eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verfügen, wenn die 

versicherte Person aus unentschuldbarem Grund der Anweisung nicht 

Folge leistet. Die versicherte Person kann demnach erst gegen die 

Einstellungsverfügung wegen Weisungsmissachtung nach Art. 30 Abs. 1 

lit. d AVIG Einsprache führen. Wird gegen die Einstellungsverfügung 

Beschwerde erhoben, hat das Gericht vorfrageweise zu entscheiden, ob 

die Anweisung zur Teilnahme an einem Beschäftigungsprogramm im 

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Sinne einer arbeitsmarktlichen Massnahme (Art. 59 Abs. 1bis i.V.m. Art. 

64a AVIG) zu Recht ergangen ist (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts 

[VGU] S 20 129 vom 3. Dezember 2021 E.2.2, S 16 125 vom 23. Februar 

2017 E.2b sowie S 16 75 vom 16. August 2016 E.3; Praxis über die 

Arbeitslosenentschädigung [AVIG-Praxis ALE] herausgegeben vom 

Staatssekretariat für Wirtschaft [SECO] Rz. B304 

[file:///C:/Users/voneli1/AppData/Local/Temp/Downloads/AVIG-

Praxis_ALE%20(1).pdf; Stand 1. Januar 2023; letztmals besucht am 

10. Februar 2013] mit Verweis auf Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] C 85/03 vom 20. Oktober 2003 E.2.2).

2.2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, der 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, alles Zumutbare 

unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. In 

Konkretisierung dieser Schadensminderungspflicht bestimmt Art. 17 

Abs. 3 lit. a AVIG, dass der Versicherte auf Weisung der zuständigen 

Amtsstelle an arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehmen hat, die 

seine Vermittlungsfähigkeit fördern. Der Versicherte ist nach Art. 30 Abs. 1 

lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er die 

Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht 

befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine 

arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, 

abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch sein Verhalten 

beeinträchtigt oder verunmöglicht.

2.3. Bei den in Art. 30 Abs. 1 AVIG beschriebenen Tatbeständen hinsichtlich 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung handelt es sich um eine 

gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Schadensminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, dass die 

versicherte Person alle Anstrengungen zu unternehmen und jede 

zumutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um ihre Arbeitslosigkeit zu 

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beenden (CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss., 

Zürich 1998, S. 134). Die versicherte Person hat von sich aus, d.h. ohne 

besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines 

Merkblattes, ihr Möglichstes zur Schadensminderung vorzukehren (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2020 vom 24. Juni 2020 E.3.2; EVGE 

C 199/2005 vom 29. September 2005 E.2.2; KUPFER BUCHER, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum AVIG, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, S. 129; vgl. auch VGU 

S 20 129 vom 3. Dezember 2021 E.3.2).

2.4. Vorfrageweise ist somit die Rechtmässigkeit der Zuweisung in das 

Einsatzprogramm zu prüfen (vgl. Erwägung 2.1 hiervor). Vorliegend wurde 

der Beschwerdeführer in der Anspruchsberechtigung eingestellt, weil er 

der Weisung des KIGA, am Einsatzprogramm teilzunehmen, nur vom 

17. Februar 2022 bis zum 17. März 2022, nicht aber vom 18. März 2022 

bis zum 16. Mai 2022 Folge geleistet hatte. Der Beschwerdeführer 

begründet seine Weigerung, am Einsatzprogramm teilzunehmen damit, 

dass er während 24 Stunden starke bis sehr starke Schmerzen im 

Kehlkopf habe, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit 

führten. Während der Arbeit bei B._____ sei er verschiedenen Einflüssen 

ausgesetzt gewesen, die seine Schmerzen verstärkten (wie Staub in der 

Schreinerei, Benzinkanister, Putzmittel, Infektionsmittel und Staub beim 

Zusammenrechen von Schilf und Heu). Diese Schmerzen habe er seit 

mehr als drei Jahren und die Ärzte hätten noch kein Mittel dagegen 

gefunden, das ihm helfe. 

2.5. Beim Einsatzprogramm B._____ handelt es sich um ein vorübergehendes 

Beschäftigungsprogramm im Sinne von Art. 64a Abs. 1 lit. a AVIG. Dieses 

ist subsidiärer Natur und kommt erst in Frage, wenn dem Beschäftigten 

keine zumutbare Beschäftigung zugewiesen werden kann und keine 

andere arbeitsmarktliche Massnahme angezeigt ist (vgl. BGE 125 V 362 

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E.4b). Anders als bei der Zuweisung einer Stelle auf dem ersten 

Arbeitsmarkt beurteilt sich die Frage, ob eine dem Versicherten 

zugewiesene vorübergehende Beschäftigung diesem zumutbar ist laut 

Art. 64a Abs. 2 AVIG in sinngemässer Anwendung von Art. 16 Abs. 2 

lit. c AVIG. Es ist deshalb einzig zu prüfen, ob die zugewiesene 

vorübergehende Beschäftigung dem Alter, den persönlichen 

Verhältnissen und dem Gesundheitszustand des Versicherten nicht 

angemessen und damit unzumutbar ist. Die weiteren Kriterien von Art. 16 

Abs. 2 lit. a, b sowie d-i AVIG sind unbeachtlich und finden bei der 

Zuweisung einer vorübergehenden Beschäftigung keine Anwendung. 

Dem Versicherten steht es nicht frei, unter welchen Umständen er an 

einem Einsatzprogramm teilnehmen will oder nicht. Angesichts von Sinn 

und Zweck der vorübergehenden Beschäftigung ist eine Unzumutbarkeit 

nur mit Zurückhaltung anzunehmen (BUCHER KUPFER, a.a.O., S. 360; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_384/2018 vom 23. August 2018 E.3.2, 

8C_128/2016 vom 13. April 2016 E.2, 8C_833/2007 vom 14. Mai 2008 

E.3.2; VGU S 21 65 vom 28. November 2022 E.5.3, S 20 129 vom 

3. Dezember 2021 E.4.2, S 16 125 vom 23. Februar 2017 E.4b).

2.6. Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss vor, aus gesundheitlichen 

Gründen sei ihm das Absolvieren des Einsatzprogramms B._____ 

unmöglich bzw. unzumutbar gewesen. Eine Unzumutbarkeit aus 

gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis 

oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel belegt sein 

(vgl. BGE 124 V 234 E.4b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_584/2020 

vom 17. Dezember 2020 E.4, 8C_513/2018 vom 7. November 2018 E.2.2; 

VGU S 21 56 vom 4. Oktober 2022 E.3.6, S 21 112 vom 16. August 2022 

E.3.2.1; AVIG-Praxis ALE Rz. B290). Die ins Recht gelegten 

Arztzeugnisse von Dr. med. C._____ betreffend Arbeitsunfähigkeit wegen 

Krankheit vom 25. Februar 2022 im Umfang von 50 % für den Zeitraum 

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vom 1. März 2022 bis zum 31. März 2022 und vom 13. April 2022 im 

Umfang von 80 % für den Zeitraum vom 17. März 2022 bis zum 

30. April 2022 spezifizieren nicht rechtsgenüglich, inwiefern für den 

Beschwerdeführer eine Tätigkeit beim entsprechenden Einsatzprogramm 

gesundheitlich unzumutbar gewesen wäre. Obschon der 

Beschwerdeführer Schmerzen am Kehlkopf, bei der Atmung und 

Einschlafschwierigkeiten beklagt, stellte mit Dr. med. C._____ ein 

Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychologie die Arztzeugnisse aus. 

Es ist nicht ersichtlich, für welche (psychische) Krankheit Dr. med. 

C._____ dem Beschwerdeführer ein Arztzeugnis ausstellte. Weitere 

beweiswertige ärztliche Zeugnisse oder andere geeignete Beweismittel 

bringt der Beschwerdeführer nicht vor und sind den Akten nicht zu 

entnehmen. 

2.7. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Rüge, das Einsatzprogramm sei 

für ihn aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar gewesen, verfängt 

damit nicht. Andere Unzumutbarkeitsgründe im Sinne von Art. 16 Abs. 2 

lit. c AVIG (bzgl. einer Unangemessenheit wegen des Alters oder der 

persönlichen Verhältnisse des Versicherten) sind nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht, weshalb die Zuweisung 

rechtskonform und die Teilnahme am Einsatzprogramm im Umfang von 

20 % (17. März 2022 bis 30. April 2022) bzw. anschliessend 

vollumfänglich (1. bis 16. Mai 2022) zumutbar war. 

2.8. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

eine Weisung der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine 

arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund abgebrochen 

hat, weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 

Abs. 1 lit. d AVIG zu Recht erfolgt ist.

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3.1. Damit bleibt zu prüfen, ob die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung von 18 Tagen angemessen ist. Gemäss Art. 30 

Abs. 3 Satz 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens, das sich die 

versicherte Person vorwerfen lassen muss. Die Einstellung dauert 1 bis 15 

Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem 

Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 

Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei um eine typische Ermessensfrage handelt, 

bei welcher der Verwaltung ein grosser Ermessensspielraum zusteht, ist 

dem Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer 

Zurückhaltung geboten. Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe 

an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der 

Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine 

abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen 

(vgl. BGE 137 V 71 E.5.2, 126 V 75 E.6, 123 V 150 E.2; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_712/2020 vom 21. Juli 2021 E.4.4, 8C_332/2019 vom 

18. September 2019 E.3.3, 8C_302/2019 vom 22. August 2019 E.3.3.2, 

8C_138/2017 und 8C_143/2017 vom 23. Mai 2017 E.6.1; VGU S 22 21 

vom 30. August 2022 E.3.1, S 22 20 vom 4. Juli 2022 E.8.1 f.).

3.2. Vorliegend wurde der Beschwerdeführer für 18 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt. Damit bewegt sich die 

Einstellungsdauer am unteren Rand des mittelschweren Verschuldens. Es 

sind keine Gründe ersichtlich, welche ein Abweichen rechtfertigen würden. 

Insbesondere entspricht die verfügte Dauer der Einstellung bei 

erstmaligem Nichtantritt bzw. Abbruch einer vorübergehenden 

Beschäftigung - wie sie in casu zu beurteilen ist - auch der AVIG-Praxis 

ALE (Rz. D79 Ziff. 3.C/1). 

4. Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid sowohl 

bezüglich der Einstellung in der Anspruchsberechtigung an sich als auch 

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bezüglich der Höhe der verfügten Einstellungsdauer als gerechtfertigt, 

weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

5.1. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren bei 

Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen 

Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht 

bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich 

mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das 

AVIG keine Kostenpflicht statuiert und Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht 

vorliegen, sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen. 

5.2. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]