# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fceb0ef-c102-5bdc-9ebb-77eca72d8581
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 10.05.2022 SK1 2021 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-46_2022-05-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 10. Mai 2022

Referenz SK1 21 46

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Bergamin
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ernst Kistler
Postgebäude, Bahnhofstrasse 11, Postfach, 5201 Brugg AG

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Veruntreuung

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 25.03.2021, 
mitgeteilt am 22.06.2021 (Proz. Nr. 515-2021-3)

Mitteilung 10. November 2022

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Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 25. März 2021 sprach das Regionalgericht Prättigau/Davos 
B._____ (nachfolgend: Beschuldigter) vom Vorwurf der Veruntreuung gemäss 
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB frei. Die Zivilklage von A._____ wurde auf den Zivil-
weg verwiesen. Der Beschuldigte wurde mit CHF 5'265.15 (inkl. Spesen und 
MwSt.) durch den Kanton Graubünden entschädigt. Die Verfahrenskosten gingen 
zulasten des Kantons Graubünden.

B. Gegen dieses Urteil meldete A._____ (nachfolgend: Privat- oder Beru-
fungsklägerin) am 30. März 2021 Berufung an. Daraufhin teilte die Vorinstanz den 
Parteien am 22. Juni 2021 das begründete Urteil mit.

C. Die Berufungserklärung der Privatklägerin datiert vom 13. Juli 2021. Darin 
beantragt sie, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und der Beschuldigte we-
gen Veruntreuung zu bestrafen. Dieser sei zu verurteilen, ihr CHF 18'135.00 nebst 
Verzugszins zu 5% seit Berufungserklärung zu bezahlen. Überdies sei der Be-
schuldigte zu verpflichten, die Gerichtskosten und ihre Parteikosten für beide In-
stanzen zu übernehmen. C._____ und die Privatklägerin seien zu befragen. Alles 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

D. Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 verzichtete die Staatsanwaltschaft Graubün-
den (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) auf eine Stellungnahme gemäss Art. 400 
Abs. 3 StPO. Auch eine Stellungnahme des Beschuldigten blieb aus.

E. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 10. Mai 2022 bestätigte die Pri-
vatklägerin ihre in der Berufungserklärung gestellten Anträge. Der Beschuldigte 
beantragte die Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zulasten der Privatklägerin. Die Anträge der Staatsanwaltschaft, welche auf eine 
Verhandlungsteilnahme verzichtet hatte, lauten gemäss Anklage auf Schuldig-
sprechung des Beschuldigten wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB und Bestrafung mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 440.00, 
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von 
CHF 4'400.00 respektive einer Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen, wobei die Kos-
ten dem Beschuldigten aufzuerlegen seien.

F. Das Urteil wurde am 10. Mai 2022 im Anschluss an die Berufungsverhand-
lung beraten und den Parteien gleichentags schriftlich im Dispositiv mitgeteilt.

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Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen im Allgemeinen

Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Prätti-
gau/Davos (nachfolgend: Vorinstanz) ist die Berufung zulässig (Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die vorliegende Berufung erfolgte form- und fristgerecht (Art. 399 
Abs. 1 u. Abs. 3 StPO; act. A.1 f.). Auf die Berufung ist demnach unter Vorbehalt 
der nachfolgenden Ausführungen zur Rechtsmittellegitimation der Berufungskläge-
rin einzutreten.

2. Legitimation der Privatklägerschaft zur Berufung

2.1.1. Der Verteidiger machte anlässlich der Berufungsverhandlung mittels Vor-
frage geltend, dass die Berufungsklägerin sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt 
nicht zur Einreichung der vorliegenden Berufung legitimiert sei und deshalb ein 
Nichteintretensentscheid zu ergehen habe. Begründend führte er zusammenge-
fasst aus, dass die Berufungsklägerin sich nicht gültig als Privatklägerin habe kon-
stituieren können, da sie, wie sie bei der ersten polizeilichen Einvernahme ausge-
führt habe, die angeblich durch den Beschuldigten veruntreute Statue ihrem Ehe-
mann verschenkt und somit im fraglichen Zeitpunkt kein Eigentum mehr an dieser 
gehabt habe. Der Ehemann der Berufungsklägerin sei am _____ 2020 verstorben. 
Damit bestehe betreffend seinen Nachlass, in welchen die Statue falle, eine Er-
bengemeinschaft und könne die entsprechende Forderung gemäss BGE 142 IV 
82 nur durch gemeinsames Vorgehen aller Erben adhäsionsweise im Strafprozess 
geltend gemacht werden. Da die Berufungsklägerin nicht gemeinsam mit den 
(gemäss Zeitungsbericht vorhandenen) Kinder gehandelt und ohnehin die Erb-
schaft ihres Mannes ausgeschlagen habe, sei eine Zivilklage nicht möglich. Für 
die Strafklage brauche es zwar kein gemeinsames Vorgehen, jedoch ein rechtlich 
geschütztes Interesse gemäss Art. 382 Abs. 1 und Abs. 3 StPO. Die Rechte des 
Ehemannes seien bei dessen Tod zwar nach Art. 121 Abs. 1 StPO auf die Beru-
fungsklägerin übergegangen. Gemäss Art. 121 Abs. 2 StPO gelte dies jedoch nur 
für nur jene Verfahrensrechte, die sich unmittelbar auf die Durchsetzung der Zivil-
klage beziehen, mithin nur die Rechte zur adhäsionsweisen Geltendmachung pri-
vatrechtlicher Ansprüche der geschädigten Person. Erbberechtigte Angehörige 
ohne Opfereigenschaft im Sinne von Art. 116 Abs. 2 StPO hätten daher keine Le-
gitimation zur Strafklage. Da die Berufungsklägerin und ziemlich sicher auch die 
Kinder das Erbe des Ehemannes ausgeschlagen hätten, sei ganz klar kein 
Rechtsschutzinteresse mehr gegeben. Die Berufungsklägerin sei nicht geschädigt 

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und habe auch keine Opfereigenschaft im Sinne von Art. 116 StPO. Folglich sei 
sie auch nicht zur Strafklage legitimiert (act. H.2, S. 2 f.).

2.1.2. Die Berufungsklägerin liess dagegen zusammengefasst vorbringen, dass 
sie legitimiert sei, da ihr Mann ihr ungefähr ein Jahr vor seinem Tod alle Kunstsa-
chen überschrieben habe (act. H.2, S. 3). Als Beleg reichte sie einen Schen-
kungsvertrag vom 25. Oktober 2019 ein (act. B.3).

2.1.3. Der Beschuldigte stellte sich daraufhin im Wesentlichen auf den Stand-
punkt, dass es rechtlich nicht zulässig sei, kurz vor dem Tod und trotz Kenntnis 
der Überschuldung des Nachlasses eine solche Überschreibung von Eigentum an 
die Ehefrau vorzunehmen (act. H.2, S. 3).

2.1.4. Die Berufungsklägerin hielt dem wiederum entgegen, dass bei trotz Über-
schuldung vorgenommenen Schenkungen die Möglichkeit einer paulianischen An-
fechtung bestehe, vorliegend jedoch keine solche erfolgt sei und mithin die Legiti-
mation der Berufungsklägerin als Privatklägerin gegeben sei (act. H.2, S. 3).

2.2.1. Die Legitimation der Parteien im Rechtsmittelverfahren bestimmt sich, mit 
Ausnahme jener der Staatsanwaltschaft (Art. 381 StPO), nach Art. 382 StPO. Sie 
stellt eine Eintretensvoraussetzung dar (KGer BL 460 17 257 v. 24.4.2018 E. 2.4; 
Richard Calame, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire 
romand, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl., Basel 2019, N 3 zu 
Art. 382 StPO; Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozess-
ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 zu Art. 382 StPO). Art. 382 Abs. 1 StPO hält 
fest, dass jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen kann. Partei im 
Strafverfahren ist unter anderem die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 
lit. b StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich 
erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 
Abs. 1 StPO). Geschädigt im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO ist, wer durch die 
Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). 
Die geschädigte Person kann sich gemäss Art. 119 Abs. 2 StPO als Straf- 
und/oder Zivilkläger am Strafverfahren beteiligen. Strafkläger ist, wer die Verfol-
gung und Bestrafung der für die Straftat verantwortlichen Person verlangt (Art. 119 
Abs. 2 lit. a StPO), Zivilkläger, wer adhäsionsweise privatrechtliche Ansprüche 
geltend macht, die aus der Straftat abgeleitet werden (Art. 119 Abs. 2 lit. b StPO).

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2.2.2. Stirbt die Privatklägerschaft entweder vor Ablauf der Rechtsmittelfrist, ohne 
auf ein Rechtsmittel verzichtet zu haben, oder nachdem sie gegen ein erstinstanz-
liches Urteil bereits ein Rechtsmittel eingelegt hat, steht deren Angehörigen im 
Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB in der Reihenfolge der Erbberechtigung das Recht 
auf Ergreifung oder Weiterführung des Rechtsmittels zu. Die Legitimation der 
Rechtsnachfolger setzt dabei eine (unmittelbare) Betroffenheit in ihren eigenen 
rechtlich geschützten Interessen voraus (vgl. Art. 382 Abs. 3 StPO). Die Angehöri-
gen sind jedenfalls durch die direkt finanziellen Punkte des Entscheids, namentlich 
den Zivilpunkt, betroffen und entsprechend legitimiert. In Weiterführung der allge-
meinen Regelung von Art. 121 StPO ist den Angehörigen darüber hinaus auch 
eine Rechtsmittellegitimation im Strafpunkt zuzugestehen, sofern dieser für die 
Geltendmachung von Zivilansprüchen bedeutsam sein kann, was insbesondere 
bei einem Freispruch der Fall ist (Viktor Lieber, in: Donatsch/Lieber/
Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 26 ff. zu Art. 382 StPO; Niklaus Schmid/Daniel 
Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2018, N 7 ff. zu Art. 382 StPO; Ziegler/Keller, a.a.O., N 5 zu 
Art. 382 StPO). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können zivilrechtli-
che Forderungen der Erbengemeinschaft grundsätzlich nur durch gemeinsames 
Vorgehen aller Erben adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden. 
Anders präsentiert sich die Sachlage hinsichtlich der Beteiligung als Strafkläger, 
da sich jeder Erbe einzeln als Privatkläger im Strafpunkt konstituieren kann 
(BGE 142 IV 82 E. 3.3.2; BGer 6B_1006/2021 v. 22.11.2021 E. 4.1; vgl. OGer ZH 
UH180386 v. 12.4.2019 E 2.5.3.1; KGer BL 470 16 79 v. 13.9.2016 E. 1.9).

2.3. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob die Berufungsklägerin sich selbst gültig 
als Privatklägerin konstituiert hat oder ob sie als Rechtsnachfolgerin ihres verstor-
benen Ehemannes zur Einreichung der vorliegenden Berufung legitimiert ist. Da-
bei wird unter anderem auf einen Beschluss der II. Strafkammer des hiesigen Ge-
richts vom 13. Mai 2020 (KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020) verwiesen, in welchem 
diese über eine von der heutigen Berufungsklägerin und ihrem Ehemann einge-
reichte Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft zu 
entscheiden hatte, wobei bereits in diesem Beschluss die Rechtsmittellegitimation 
der damaligen Beschwerdeführer zu thematisieren war.

2.3.1. Mit dem Beschuldigten ist festzuhalten, dass die Berufungsklägerin gemäss 
eigener Aussage die angeblich veruntreute Figur (vgl. zum Sachverhalt E. 3.1) 
tatsächlich ihrem Ehemann weiterverschenkt hat, nachdem sie diese im Jahr 1986 
gekauft hatte (StA act. 3.8, Frage 10; vgl. StA act. 3.10, Ergänzungsfrage 1 

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v. RA Scarpatetti). Dass die Figur im Zeitpunkt deren Übergabe an den Beschul-
digten im Jahr 2008 im alleinigen Eigentum des Ehemannes der Berufungskläge-
rin stand, wurde denn durch diese auch nicht bestritten (vgl. act. H.2, S. 3) und 
kann demnach als erstellt gelten. Es bleibt jedoch abzuklären, ob das Eigentum an 
der Figur am 25. Oktober 2019 mittels Schenkung vom Ehemann der Berufungs-
klägerin auf diese übergegangen ist und sie sich deshalb gültig als Privatklägerin 
konstituieren konnte, wie dies vorgebracht wurde. In dem von der Berufungskläge-
rin eingereichten Dokument erklärt ihr verstorbener Ehemann, D._____, ihr mit 
sofortiger Wirkung seine Kunstsammlung, bestehend unter anderem aus Figuren 
und Skulpturen gemäss Seite 4 einer Liste, zu vermachen, während die Beru-
fungsklägerin in demselben Dokument die Annahme der Schenkung erklärt 
(act. B.3). Mangels Vorliegen der erwähnten Liste ist nicht feststellbar, ob die vor-
liegend interessierende Figur Teil der Kunstsammlung bildete, welche durch die 
Schenkung vom 25. Oktober 2019 vom Ehemann auf die Berufungsklägerin über-
tragen wurde bzw. werden sollte. Dies kann jedoch offenbleiben, da zum genann-
ten Zeitpunkt ohnehin kein Eigentum an der Figur übergehen konnte. Gemäss 
Art. 242 Abs. 1 OR erfordert nämlich eine Schenkung von Hand zu Hand – neben 
der vorliegend prima facie zu bejahenden Willenseinigung der Parteien, das 
Schenkungsobjekt unentgeltlich zu geben respektive dieses zu empfangen – die 
Übergabe der Sache vom Schenker an die Beschenkte im Sinne eines Verfü-
gungsgeschäfts, wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung alle Arten 
der Besitzübertragung erfasst sind (Stefan Liniger/Claudius Triebold, in: Honsell 
[Hrsg.], Kurzkommentar Obligationenrecht, Basel 2014, N 1 f. zu Art. 242 OR; Ne-
dim Peter Vogt/Annaïg L. Vogt, in: Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar Ob-
ligationenrecht I, 7. Aufl., Basel 2019, N 1 ff. zu Art. 242 OR). Da jedoch im Jahr 
2019 der Aufenthaltsort und mithin die Besitzverhältnisse an der Figur unbekannt 
waren, schloss dies nicht nur eine Besitzübergabe im engen Sinn, sondern auch 
ein Übergabesurrogat, namentlich eine Besitzanweisung gemäss Art. 924 Abs. 1 
ZGB, aus. Die unselbstständige Vindikationszession, bei welchem dem Zessionar 
gleichzeitig das Eigentum an der Sache und der Herausgabeanspruch nach Art. 
641 Abs. 2 ZGB übertragen würden, stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung kein zulässiges Traditionssurrogat dar (vgl. BGE 132 III 155 E. 4.1 u. 6.1; 
Wolfgang Ernst, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II, 
6. Aufl., Basel 2019, N 1 ff. zu Art. 924 ZGB; Emil W. Stark/Barbara Lindenmann, 
Berner Kommentar, Der Besitz, Art. 919-941 ZGB, 4. Aufl., Bern 2016, N 9 zu Art. 
924 ZGB, je m.w.H.). Es erfolgte somit keine Eigentumsübertragung auf die Beru-
fungsklägerin, weshalb diese, wie vom Beschuldigten richtig ausgeführt wurde, 
nicht als durch die mutmassliche Veruntreuung geschädigte Person im Sinne von 

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Art. 115 Abs. 1 StPO anzusehen ist und sich folglich auch nicht als Privatklägerin 
konstituieren konnte (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 1.3).

2.3.2. Hingegen wurde im erwähnten Beschluss des hiesigen Gerichts festgestellt, 
dass sich der (zwischenzeitlich verstorbene) Ehemann der Berufungsklägerin, 
D._____, rechtsgültig als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt konstituiert hatte 
(KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 1.3). Dieser Auffassung ist beizupflichten, 
zumal der Ehemann nach dem Gesagten Eigentümer der Figur und mithin durch 
die angebliche Veruntreuung Geschädigter war und sich in der Strafanzeige vom 
9. November 2017 als "Straf- und Zivilpartei" (wohl: Straf- und Zivilkläger) konstitu-
iert hatte (StA act. 4.1, S. 5, Antrag 4). Somit kam dem Ehemann der Berufungs-
klägerin in seinem Todeszeitpunkt, dem _____ 2020 (vgl. act. C.1), als Privatklä-
ger Parteistellung im vorinstanzlichen Verfahren zu.

2.3.3. Es stellt sich demnach die Frage, ob die Berufungsklägerin nach dem Tod 
ihres Ehemannes dessen Rechtsnachfolge im Sinne von Art. 382 Abs. 3 StPO 
antrat, was für den Zivil- und Strafpunkt je gesondert zu beurteilen ist. Der 
während des erstinstanzlichen Verfahrens verstorbene Privatkläger konnte vor 
seinem Tod noch kein Rechtsmittel einlegen, hat jedoch auch nicht auf ein solches 
verzichtet, womit eine Berufung gegen den Entscheid der Vorinstanz grundsätzlich 
zulässig ist. Die Berufungsklägerin als überlebende Ehegattin des vormaligen Pri-
vatklägers ist ohne Weiteres als Angehörige im Sinne von Art. 110 Abs. 1 StGB zu 
qualifizieren. Zusammen mit allfälligen Nachkommen des Verstorbenen ist sie so-
dann dessen nächste gesetzliche Erbin (vgl. Art. 457 Abs. 1 i.V.m. Art. 462 
Ziff. 1 ZGB; Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstraf-
prozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 11 zu Art. 121 StPO). Die allgemeinen 
Voraussetzungen einer Rechtsnachfolge gemäss Art. 382 Abs. 3 StPO sind damit 
vorliegend erfüllt.

2.3.4. Die Berufungsklägerin ficht den erstinstanzlichen Entscheid unter anderem 
betreffend Verweisung der Zivilklage auf den Zivilweg an und macht eine Forde-
rung von CHF 18'135.00 nebst Verzugszins geltend, womit sie ihre eigenen finan-
ziellen Interessen verfolgt. In dieser Hinsicht ist sie vom angefochtenen Entscheid 
unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit 
grundsätzlich zur Berufungserhebung im Zivilpunkt legitimiert. Jedoch machte die 
Verteidigung geltend, die Rechtsmittellegitimation der Berufungsklägerin sei zu 
verneinen, da diese einerseits nicht gemeinsam mit den Kindern ihres verstorbe-
nen Ehemannes gehandelt und andererseits dessen Erbschaft ausgeschlagen 
habe. Die in den Akten liegenden Unterlagen (RG act. 14.1, S. 3; act. C.1) schei-

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nen die Ausführungen des Beschuldigten betreffend Kinder des vormaligen Privat-
klägers sowie bezüglich Ausschlagung durch die Berufungsklägerin prima facie zu 
stützen. Eine abschliessende Beurteilung dieser (zivilrechtlichen) Sachverhalte 
sowie gegebenenfalls deren Bedeutung für die Rechtsmittellegitimation der Beru-
fungsklägerin durch das Berufungsgericht kann jedoch mit Blick darauf, dass die 
Zivilklage der Berufungsklägerin mangels Spruchreife ohnehin auf den Zivilweg zu 
verweisen ist (vgl. E. 8.3), unterbleiben. Die Frage nach der Legitimation zur Beru-
fung im Zivilpunkt ist demnach vorliegend offenzulassen.

2.3.5. Nach dem Gesagten ist die Berufungsklägerin nur insofern, als der Ent-
scheid über den Schuldpunkt auch für die Geltendmachung ihrer privatrechtlichen 
Ansprüche bedeutsam sein kann, zur Einreichung der Berufung im Strafpunkt legi-
timiert. Davon ist vorliegend auszugehen, zumal die Frage nach einem Frei- oder 
Schuldspruch des Beschuldigten auch im Rahmen der Beurteilung der damit zu-
sammenhängenden Zivilansprüche der Berufungsklägerin von Relevanz sein wird. 
Dabei darf es nicht darauf ankommen, ob die Berufungsklägerin ihre zivilrechtliche 
Forderung adhäsionsweise im Rahmen des Strafprozesses oder separat in einem 
späteren Zivilprozess geltend macht (vgl. Calame, a.a.O., N 11 zu Art. 382 StPO; 
Ziegler/Keller, a.a.O., N 5 zu Art. 382 StPO). Ebensowenig kann folglich das 
Schicksal einer gegebenenfalls adhäsionsweise eingeklagten Zivilforderung, na-
mentlich eine Abweisung oder Verweisung derselben auf den Zivilweg 
(vgl. nachfolgend E. 8), eine Auswirkung auf die Legitimation zur Berufung im 
Strafpunkt haben. Hingegen müsste grundsätzlich geprüft werden, ob die (vorlie-
gend nicht näher behandelte) Ausschlagung der erbrechtlichen Ansprüche durch 
die Berufungsklägerin zur Folge hätte, dass ihr die Rechtsmittellegitimation im 
Strafpunkt mangels rechtlich geschütztem Interesse abzusprechen wäre (vgl. aber 
bzgl. Art. 121 StPO BGer 1B_11/2017 v. 26.4.2017 E. 2.2, wonach die Ausschla-
gung einer Erbschaft nicht jede Beteiligung am Strafverfahren ausschliesst, was 
insbesondere für den Strafpunkt gilt). Auch diese Frage kann jedoch vorliegend 
offenbleiben bzw. es muss nicht abschliessend über die Rechtsmittellegitimation 
der Berufungsklägerin im Strafpunkt befunden werden, zumal, wie noch zu zeigen 
sein wird, ohnehin ein Freispruch zu erfolgen hat (vgl. E. 7.3).

3. Anklagevorwurf und Überblick Standpunkte der Parteien

3.1. In der Anklageschrift vom 26. Januar 2021 (StA act. 1.51) wird dem Be-
schuldigten folgender Sachverhalt vorgeworfen: Die Privatklägerin habe dem Be-
schuldigten circa Anfang September 2008 am Wohnort der Eheleute D._____ am 
E._____ -weg in F._____, in Zusammenhang mit dem Verkauf der Arztpraxis des 
Beschuldigten in F._____ an D._____, die Holzfigur "G._____", Höhe 

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ca. 1.10 Meter, lateral leicht beschädigt, unbekannter Künstler, Böhmen, spätes 
19. Jahrhundert, als Sicherheit bzw. als Pfand übergeben. Bei dieser Übergabe 
sei mündlich vereinbart worden, dass der Beschuldigte die genannte Holzfigur, die 
im Jahr 1986 einen Wert von ca. 15'000.00 Deutsche Mark gehabt habe, den Ehe-
leuten D._____ zurückgeben werde, sobald Letztere den gesamten Kaufpreis für 
die Arztpraxis des Beschuldigten in F._____ bezahlt hätten. In der Folge, nach-
dem D._____ den gesamten Kaufpreis für die Arztpraxis des Beschuldigten in 
F._____ bezahlt habe, hätten die Eheleute D._____ vom Beschuldigten die ge-
nannte Holzfigur zumindest ab dem 10. Februar 2014 unter mehreren Malen 
schriftlich zurückgefordert. Schliesslich habe es der Beschuldigte unterlassen, den 
Eheleuten D._____ die genannte Holzfigur zurückzugeben. Der Beschuldigte habe 
sich die ihm anvertraute Holzfigur angeeignet, um sich unrechtmässig zum Nach-
teil der Eheleute D._____ zu bereichern.

3.2. Die Staatsanwaltschaft legte ihrer Anklage im Wesentlichen den Sachver-
halt zugrunde, wie er von der Privatklägerin präsentiert worden war 
(vgl. StA act. 1.52, Ziff. 1.1), womit sich weitere Bemerkungen zum grundsätzli-
chen Standpunkt der Privatklägerin erübrigen. Der Beschuldigte bestritt nicht, vom 
Ehepaar D._____ eine Figur erhalten zu haben. Er brachte jedoch insbesondere 
vor, dass er diese Figur bereits zurückgegeben habe, indem er sie vor der Arzt-
praxis des Ehemannes der Privatklägerin abgestellt habe. Dies sei auch auf einem 
von ihm erstellten Beweisfoto ersichtlich. Er sei sich deshalb keiner Schuld be-
wusst (vgl. insb. StA act. 3.9, Fragen 2, 3, 7, 8 u. 15; StA act. 3.10, Fragen 7, 10 
u. 11). Dies wiederum wurde von der Privatklägerin in Abrede gestellt, indem sie 
unter anderem aussagte, dass sie die Figur bisher nicht zurückerhalten habe und 
es sich bei der Figur, welche auf der vom Beschuldigten erstellten Fotografie ab-
gebildet sei, nicht um die ihm übergebene Figur "G._____" handle (vgl. insb. StA 
act. 3.8, Fragen 2 u. 7; StA act. 3.10, Frage 8 u. Schlussbemerkung).

4. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und der Aussagewürdigung

4.1. Mit Bezug auf den Grundsatz der freien Beweiswürdigung, die Unschulds-
vermutung sowie den Grundsatz in dubio pro reo (im Zweifel für den Angeklagten) 
kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(RG act. 22, E. 4.1 f.; vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO; BGer 6B_1224/2014 v. 9.4.2015 
E. 1.2.3). Hervorzuheben ist, dass der in dubio pro reo-Grundsatz nicht nur den 
Strafbehörden die Beweislast auferlegt, sondern auch Anforderungen an das Be-
weismass definiert. Ein Sachverhalt muss nach Überzeugung des Gerichts mit an 
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sein, damit er dem Angeklagten 
zur Last gelegt werden kann (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3 m.w.H.).

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4.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf Aussagen von Beteilig-
ten und steht dabei Aussage gegen Aussage, so ist anhand sämtlicher Umstände 
zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugender ist, wobei es vorwiegend 
auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, 
wie die Angaben erfolgen. Es ist dabei zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person 
und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Ebenso ist abzuklären, 
ob die Aussagen mit den weiteren Beweisen in Einklang stehen 
(BGer 6B_738/2018 v. 27.3.2019 E. 1.3.1; 6B_653/2016 v. 19.1.2017 E. 3.2;
OGer ZH SB170362 v. 21.12.2017 E. 5).

4.2.1. Bedeutsam für die Wahrheitsfindung ist in erster Linie die Glaubhaftigkeit 
der konkreten Aussage, die durch methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhanden-
sein von Realitätskriterien, Fehlen von Fantasiesignalen) darauf zu überprüfen ist, 
ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben auf ein tatsächliches 
Erleben der befragten Person zurückgehen. Zu den Realkennzeichen gehören 
beispielsweise logische Konsistenz, ungeordnete (aber trotzdem konsistente) Dar-
stellung, quantitativer Detailreichtum, die Wiedergabe von Gesprächen sowie die 
Schilderung von Komplikationen, ausgefallenen Einzelheiten, Nebensächlichkeiten 
und unverstandenen Handlungselementen (sogenannt kognitive Merkmale). Wei-
tere Realitätskriterien können in einer fehlenden strategischen Selbstdarstellung 
erkannt werden, zum Beispiel bei spontanen Präzisierungen und Korrekturen der 
eigenen Aussage, Zugeben von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen oder bei 
Inschutznahme und Entlastung der beschuldigten Person (sogenannt strategische 
Merkmale). Entscheidend ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung 
der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage die zu 
überprüfende Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Es 
wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbe-
gründet ist, und erst, wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der 
festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die 
Aussage einem wirklichen Erleben entspricht bzw. wahr ist. Bei belastenden Aus-
sagen hat das Unterstellen einer unrichtigen Aussage den wichtigen Nebeneffekt, 
dass der Grundsatz in dubio pro reo gestützt wird: Gelangt das Gericht nicht zu 
einer sicher wahren Aussage, so kann diese, auch wenn sie stimmen mag, nicht 
einer Verurteilung zugrunde gelegt werden (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 133 I 33 
E. 4.3; 129 I 49 E. 5; BGer 6B_1020/2021 v. 25.1.2022 E. 2.3.2; 6B_751/2021 
v. 27.8.2021 E. 1.1.2; 6B_323/2021 v. 11.8.2021 E. 2.3.3; KGer GR SK1 21 52 
v. 14.6.2022 E. 4.3, je m.w.H.; Revital Ludewig/Sonja Baumer/Daphna Tavor, Teil 
I: Grundlagen der Aussagepsychologie für Juristen, Einführung in die Aussage-

11 / 36

psychologie, in: Ludewig/Baumer/Tavor [Hrsg.], Aussagepsychologie für die 
Rechtspraxis, Zürich/St. Gallen 2017, S. 46 ff.).

4.2.2. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen 
Eigenschaft kommt bei der Würdigung von Aussagen kaum mehr relevante Be-
deutung zu. Die prozessuale Stellung der aussagenden Person, ihre persönlichen 
Beziehungen und Bindungen (Verwandtschaft, Freundschaft, Feindschaft) zu den 
übrigen Prozessbeteiligten wie auch allfällige Kontakte mit einer Prozesspartei vor 
der Einvernahme sind als Kriterien zur sachgerechten Würdigung der Aussagen 
jedoch nicht auszublenden. Vielmehr kann basierend darauf beurteilt werden, ob 
und gegebenenfalls in welchem Masse die aussagende Person am Ausgang des 
Verfahrens interessiert ist (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; KGer GR SK1 21 52 
v. 14.6.2022 E. 4.4; Andreas Donatsch, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl., 
Zürich 2020, N 19 zu Art. 177 StPO; Roland Kerner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung/Jugend-
strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 9 zu Art. 177 StPO). Besteht ein 
sachlicher Grund, um von einer verminderten Glaubwürdigkeit auszugehen, so 
darf dieser – anders als die Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften persona-
len Eigenschaft – nicht kategorisch ausser Acht gelassen werden (vgl. KGer GR 
SK1 21 52 v. 14.6.2022 E. 5.2.7).

5. Beweismittel und Vorbemerkungen zu den Verfahrensbeteiligten

5.1.1. Der Anklage lagen neben je einer polizeilichen Einvernahme der Privatklä-
gerin und des Beschuldigten (StA act. 3.8 f.) sowie einer staatsanwaltschaftlichen 
Konfrontationseinvernahme der soeben genannten Parteien (StA act. 3.10) eine 
(rechtshilfeweise) Zeugeneinvernahme von C._____ (StA act. 1.44) sowie zwei je 
als "eidesstattliche Versicherung" bezeichnete Dokumente von C._____ und 
H._____ (StA act. 4.1.3 f.) zugrunde. Bei Letzteren handelt es sich um zwei in 
Briefform verfasste, schriftliche Erklärungen vom 1. respektive vom 2. März 2014, 
welche von den beiden genannten Personen je handschriftlich unterzeichnet sind 
(ausführlich dazu die Vorinstanz, RG act. 22, E. 5.5.1.1 i.f.). Sodann befinden sich 
weitere schriftliche Dokumente, namentlich eine Rechnung für die Holzfigur 
"G._____" vom 11. Oktober 1986 (StA act. 4.1.2) sowie diverse Schreiben und E-
Mails (StA act. 3.6 f.; StA act. 4.1.5-4.1.8), in den staatsanwaltschaftlichen Akten. 
Da sowohl der Beschuldigte als auch die Privatklägerin von der Teilnahme an der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung dispensiert wurden (RG act. 7 u. 11), erfolg-
ten auch keine Einvernahmen der Parteien durch die Vorinstanz (vgl. RG act. 18). 
Auch im Berufungsverfahren erfolgte eine Dispensation des Beschuldigten und 

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der Privatklägerin von der Verhandlungsteilnahme (act. D.16 u. D.19), weshalb 
wiederum keine Einvernahmen dieser Parteien durchgeführt wurden. Hingegen 
wurde anlässlich der Berufungsverhandlung C._____ als Zeugin einvernommen 
(act. H.3). Dem Berufungsgericht liegt ausserdem eine "Urkunde des Notars 
I._____" respektive eine (weitere) eidesstattliche Versicherung von C._____ vom 
19. August 2021 vor, die sowohl durch C._____ als auch durch den Notar unter-
zeichnet wurde und welche der Urkunde zufolge nach Überprüfung der Identität 
von C._____ sowie nach erfolgter Belehrung über die Bedeutung einer eidesstatt-
lichen Versicherung und die Strafbarkeit unrichtiger an Eides statt versicherter An-
gaben erging (act. B.1). Die notarielle Beurkundung hat jedoch nicht zur Folge, 
dass der Erklärung bezüglich ihres Inhalts Urkundencharakter bzw. eine erhöhte 
Beweiskraft oder Glaubwürdigkeit zukommen würde (BGer 6B_1176/2017 v. 
18.1.2018 E. 2.2.4; OGer ZH UE180337 v. 16.4.2019 E. 4.3 ff.). Diese ist demnach 
wie sämtliche weiteren Beweismittel im Rahmen der freien Beweiswürdigung 
(vgl. E. 4.1) zu berücksichtigen.

5.1.2. Die Privatklägerin beantragte in ihrer Berufungserklärung die Befragung von 
C._____ und sich selbst (act. A.2, Antrag 4; vgl. E. C) und hielt an diesem Antrag 
in Bezug auf C._____ mit Eingabe vom 4. April 2022 (act. D.20) fest. Der Bewei-
santrag betreffend (Zeugen-)Einvernahme von C._____ wurde mit Verfügung vom 
6. April 2022 gutgeheissen (act. D.21) und die entsprechende Einvernahme nach 
dem soeben Gesagten anlässlich der Berufungsverhandlung durchgeführt. Der 
ursprünglich in der Berufungserklärung gestellte Antrag betreffend Einvernahme 
der Privatklägerin kann als durch Einreichung des privatklägerischen Dispensati-
onsgesuches vom 31. März 2022 (act. D.18) sinngemäss zurückzogen gelten. 
Damit liegen keine offenen Beweisanträge mehr vor.

5.2. Vorliegend stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die verschie-
denen Aussagen der Verfahrensbeteiligten (vgl. StA act. 1.52, Ziff. 1.1). Vor dem 
Hintergrund der gemachten Ausführungen (E. 4.2.2) rechtfertigen sich deshalb an 
dieser Stelle einige Vorbemerkungen zu der jeweiligen prozessualen Stellung und 
möglichen Motivlage der Beteiligten sowie zu allfälligen zwischen ihnen bestehen-
den persönlichen Beziehungen und möglicherweise stattgefundenen Kontakten.

5.2.1. Bei der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten gilt es zu berücksichti-
gen, dass dieser als direkt in das vorliegende Strafverfahren involvierte Person ein 
erhebliches Interesse am Ausgang des Strafverfahrens hat und deshalb versucht 
sein könnte, mit seinen Aussagen einen für ihn günstigen Sachverhalt darzulegen, 
um sich zu entlasten. Mit Ausnahme der sogleich zu behandelnden Beziehung zur 

13 / 36

Privatklägerin sind keine Beziehungen oder Kontakte des Beschuldigten zu den 
anderen Verfahrensbeteiligten ersichtlich.

5.2.2. Der Privatklägerin zufolge kennt sie den Beschuldigten ungefähr seit dem 
Jahr 2008 (vgl. StA act. 3.10, Rechtsbelehrung Privatklägerschaft). Den Aussagen 
des Beschuldigten und der Privatklägerin lässt sich entnehmen, dass zwischen 
dem Beschuldigten und dem verstorbenen Mann der Privatklägerin, D._____, in 
Zusammenhang mit der erfolgten Praxisübernahme ein Rechtsstreit bis vor Bun-
desgericht ausgetragen wurde, bei welchem behauptungsgemäss der Beschuldig-
te obsiegte (vgl. StA act. 3.9, Fragen 4 u. 7; StA act. 3.10, Fragen 5-7, 11 u. 12). 
Anlässlich der Berufungsverhandlung wiesen sodann beide Parteivertreter auf ein 
zerrüttetes Verhältnis zwischen dem Beschuldigten einerseits und der Privatkläge-
rin und D._____ andererseits hin (vgl. act. H.2, S. 7 u. 10). Das scheinbar eher 
belastete Verhältnis zwischen den Parteien könnte der Privatklägerin ein Motiv 
geben, den Beschuldigten zu belasten. Diesen Hintergrund gilt es bei der Würdi-
gung ihrer Aussagen angemessen zu berücksichtigen.

5.2.3. C._____ stand bzw. steht seit über 30 Jahren in einer freundschaftlichen 
Beziehung zur Privatklägerin respektive zum Ehepaar D._____ (act. H.3, Fra-
ge 12; vgl. StA act. 3.10, Frage 3), wobei auch ein Austausch über den Gegen-
stand des vorliegenden Strafverfahrens stattgefunden zu haben scheint. Davon 
zeugt – neben den entsprechenden Aussagen von C._____ (vgl. act. H.3, Fragen 
9, 64 u. 81-83) – unter anderem die Tatsache, dass die erste "eidesstattliche Ver-
sicherung" von C._____ durch die Privatklägerschaft als Beilage zur Strafanzeige 
eingereicht wurde (StA act. 4.1, S. 5). Der verfahrensbezogene Austausch wird 
weiter dadurch ersichtlich, dass C._____ Kenntnis des (auf Freispruch des Be-
schuldigten lautenden) vorinstanzlichen Urteils erhielt, woraufhin sie eine neue 
eidesstattliche Versicherung ablegte (act. B.1, S. 2; act. H.3, Fragen 77 u. 87). 
Letztere wurde dem hiesigen Gericht mit Eingabe vom 30. September 2021 durch 
den Rechtsvertreter der Privatklägerin eingereicht (act. D.6; vgl. act. B.1, S. 2). 
Dabei scheint C._____ nicht nur mit der Privatklägerin, sondern auch mit deren 
Rechtsvertreter direkt in Kontakt gestanden zu sein (act. H.3, Fragen 67-71). 
C._____ beantwortete die Fragen des Gerichts betreffend die soeben beschriebe-
nen verfahrensbezogenen Kontakte mit der Privatklägerin und deren Rechtsvertre-
ter jedoch auffallend ausweichend und bestätigte diese erst nach mehrmaliger 
Nachfrage (vgl. act. H.3, Fragen 1, 9, 62-69 u. 71), wobei aufgrund ihrer vagen 
Aussagen offen blieb, wie regelmässig diese Austausche stattfanden und was ge-
nau besprochen wurde. Sodann fällt auf, dass die erste "eidesstattliche Versiche-
rung" von C._____ aus dem Jahr 2014 noch relativ kurz und allgemein gefasst 

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war, während jene aus dem Jahr 2021, mithin über 10 Jahre nach der Pfandü-
bergabe, einiges länger und detaillierter ausfiel. Weiter ist darauf hinzuweisen, 
dass die Aussagen von C._____, welche – im Gegensatz zur Privatklägerin und 
dem Beschuldigten – weder eine Parteistellung innehat noch bei der Übergabe der 
Figur unmittelbar anwesend war (vgl. nachfolgend E. 6.1), sehr ausführlich und 
bisweilen sogar ausschweifend ausfielen und sie sich scheinbar, anders als die 
Parteien, nach über 10 Jahren noch problemlos an diverse Einzelheiten zu erin-
nern vermag. Den Aussagen und Erklärungen von C._____ lässt sich schliesslich 
ihre Überzeugung entnehmen, dass einerseits der Beschuldigte und dessen Ehe-
frau sich bei der Übergabe der Figur unangemessen verhalten hätten (vgl. act. 
B.1, S. 2 f.; act. H.3, Fragen 35, 36, 38 u. 78; vgl. auch act. H.2, S. 5) und dass 
andererseits die Privatklägerin und deren verstorbener Ehemann in Zusammen-
hang mit dem Strafverfahren gegen den Beschuldigten nicht gerecht behandelt 
worden seien (vgl. act. H.3, Fragen 3, 5, 7, 8 u. 61). All dies führt zum Eindruck, 
dass C._____ als Freundin der Privatklägerin (nachvollziehbarerweise) ein relativ 
grosses Interesse daran zu haben scheint, dass das Urteil im vorliegenden Ver-
fahren zu Gunsten der Privatklägerin ausfällt, wobei nicht gänzlich ausgeschlos-
sen werden kann, dass sie sich zu diesem Zweck mit der Privatklägerin und/oder 
deren Rechtsvertreter abgesprochen und ihre Aussagen und Erklärungen auf die-
ses Ziel abgestimmt haben könnte. Vor diesem Hintergrund ist die Glaubhaftigkeit 
der Aussagen und Erklärungen von C._____ als vermindert zu betrachten (vgl. 
zum Ganzen auch act. H.2, S. 9).

5.2.4. Daraus, dass H._____ von Deutschland in die Schweiz reiste, um der Pri-
vatklägerin beim Umzug behilflich zu sein (StA act. 1.44, Frage 1; StA act. 4.1.3 f.; 
act. H.3, Fragen 22, 39 u. 80), kann geschlossen werden, dass auch zwischen ihr 
und der Privatklägerin eine freundschaftliche Bekanntschaft bestand. Allein daraus 
lassen sich jedoch keine Schlüsse betreffend die Glaubhaftigkeit der in ihrer "ei-
desstattlichen Versicherung" enthaltenen Erklärungen ziehen.

5.2.5. Beide Parteien respektive ihre jeweiligen Rechtsvertreter äusserten sich zu 
angeblichen Vorstrafen des verstorbenen Ehemannes der Privatklägerin, D._____ 
(vgl. insb. act. H.2, S. 7 f.). Die Vorinstanz gab in ihrem Urteil den Inhalt der vom 
Beschuldigten in diesem Zusammenhang eingereichten Zeitungsartikel und des 
Strafregisterauszugs von D._____ wieder und bemerkte in ihren Erwägungen, 
dass sein Leumund diesen Artikeln zufolge "auch in Sachen Betrug arg getrübt" 
sei (RG act. 22, E. 5.4.5 ff. u. 5.5.1.7). Da jedoch von allfälligen Vorstrafen des 
vormaligen Privatklägers keine Rückschlüsse für das vorliegende Verfahren gezo-
gen werden können und die (nach dem Gesagten ohnehin kaum ausschlagge-

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bende) allgemeine Glaubwürdigkeit von D._____ mangels (protokollierter) Aussa-
gen von diesem im vorliegenden Verfahren von Vornherein nicht relevant ist, wird 
nachfolgend nicht weiter auf diese Thematik eingegangen.

6. Rechtserheblicher Sachverhalt

6.1.1. Zwischen den Parteien unstrittig ist grundsätzlich, dass der Mann der Pri-
vatklägerin, D._____, im Jahr 2008 die Praxis des Beschuldigten in F._____ über-
nahm und der Beschuldigte in diesem Zusammenhang eine Bürgschaft zugunsten 
von D._____ einging. Ebenso steht fest, dass dem Beschuldigten eine Figur bzw. 
Statue übergeben wurde (StA act. 3.8, Fragen 2 u. 6; StA act. 3.10, Fragen 1 u. 2; 
vgl. StA act. 1.44, Fragen 1 u. 7-9; StA act. 3.9, Frage 4). Zuletzt blieb auch unbe-
stritten, dass die Figur ein Pfand darstellte (StA act. 3.10, Fragen 1 u. 2; vgl. StA 
act. 1.44, Frage 9; StA act. 3.10, Fragen 3 u. 4; act. H.3, Frage 32). In einer E-Mail 
an D._____ vom 24. Februar 2014 hatte der Beschuldigte hingegen noch geltend 
gemacht, dass ihm die Figur als Geschenk gegeben worden sei (StA act. 4.1.8; 
vgl. StA act. 3.8, Fragen 1 u. 7), während er anlässlich seiner polizeilichen Einver-
nahme im Jahr 2018 aussagte, dass D._____ ihm die Statue sozusagen auf-
genötigt habe und er nie Verwendung für diese gehabt habe (StA act. 3.9, Fra-
gen 4 u. 10). Gemäss der Privatklägerin und C._____ sei vereinbart worden, dass 
das Ehepaar D._____ die Figur zurückerhalte, sobald die Abzahlung der Praxis 
erfolgt sei (StA act. 1.44, Frage 9; StA act. 3.10, Frage 3). Was den Ort und Zeit-
punkt der Übergabe der Figur anbelangt, so soll diese der Privatklägerin und 
C._____ zufolge Anfang September 2008 in der neuen Wohnung der Eheleute 
D._____ am E._____-weg in F._____ stattgefunden haben (StA act. 1.44, Vorbe-
merkung; StA act. 3.8, Frage 6; StA act. 3.10, Frage 1; StA act. 4.1.3; act. B.1, S. 
4; act. H.3, Fragen 15 u. 32; vgl. StA act. 1.44, Fragen 2, 4, 5 u. 11; StA act. 
4.1.4). Der Beschuldigte führte aus, dass die Übergabe unmittelbar vor der Woh-
nungstüre der Eheleute D._____, im Gang der Liegenschaft, stattgefunden habe. 
Er wisse nicht mehr, wann dies geschehen sei (StA act. 3.9, Frage 13; StA act. 
3.10, Frage 2). Sämtliche Aussagen bzw. Erklärungen decken sich dahingehend, 
dass an der Übergabe der Figur der Beschuldigte und dessen Frau, J._____, so-
wie die Privatklägerin und ihr Mann, D._____, teilgenommen hätten (StA act. 1.44, 
Frage 12; StA act. 3.9, Frage 13; StA act. 3.10, Frage 3; StA act. 4.1.3; act. H.3, 
Frage 39). Der Privatklägerin, C._____ und H._____ zufolge habe sich ausserdem 
C._____ während der Übergabe auf der Terrasse bzw. dem Balkon der Wohnung 
befunden (vgl. dazu eingehend E. 6.1.3), während H._____ im Zeitpunkt der 
Übergabe Einkäufe getätigt, jedoch den Verlad der Figur in den Wagen des Be-
schuldigten und seiner Frau wahrgenommen habe (StA act. 1.44, Fragen 1 u. 12; 

16 / 36

StA act. 3.8, Frage 6; StA act. 4.1.3 f.; act. B.1, S. 2; act. H.3, Frage 22 u. 39; vgl. 
StA act. 3.10, Frage 3). Auf die Anwesenheit von C._____ und H._____ ange-
sprochen, erklärte der Beschuldigte, es seien neben ihm, D._____, seiner Frau 
und der Privatklägerin keine weiteren Personen anwesend gewesen (StA act. 3.9, 
Frage 13).

6.1.2. Der Grundsachverhalt erscheint damit grösstenteils als unbestritten. Dies 
galt zuletzt auch für den Umstand, dass die Figur dem Beschuldigten als Pfand 
übergeben worden war und ihn demnach ab dem Moment der vollständigen Ab-
zahlung der Praxis eine Rückgabepflicht traf. Es fällt jedoch auf, dass der Be-
schuldigte zunächst von einer Schenkung und danach von einem Aufnötigen der 
Figur sprach. Darin könnte ein Versuch des Beschuldigten erblickt werden, den 
Sachverhalt in einem für ihn günstigeren Licht darzustellen, da diesfalls eine Ver-
untreuung ausgeschlossen (Geschenk) oder wenigstens unwahrscheinlich (Auf-
nötigen) erschiene. Hingegen ist auch zu beachten, dass es sich beim Beschuldig-
ten um einen juristischen Laien handelt, der zudem nie abgestritten hat, dass ihm 
eine Figur übergeben worden war (vgl. auch act. H.2, S. 9). Da auch die Privatklä-
gerin erklärte, es sei nichts Schriftliches vereinbart worden (StA act. 3.8, Frage 5), 
ist zumindest vorstellbar, dass der Beschuldigte entweder von Beginn an einem 
Irrtum hinsichtlich des der Übergabe der Figur zugrundeliegenden Verpflichtungs-
geschäfts unterlag oder aber sich daran im Moment des Verfassens der E-Mail 
(über fünf Jahre nach der Übergabe) bzw. der polizeilichen Einvernahme (knapp 
zehn Jahre nach der Übergabe) nicht mehr genau erinnern konnte 
(vgl. StA act. 3.10, Frage 4). Weitere Zweifel an der Schilderung des Beschuldig-
ten ergeben sich jedoch insofern, als dass nur schwer nachvollziehbar ist, weshalb 
er überhaupt eine Figur (als Pfand) annehmen sollte, die er gemäss seinen Aus-
sagen nicht wollte und welche ihm überdies wertlos erschien (vgl. E. 6.1.1 u. 
6.2.1); dies insbesondere, da kein anderer Grund ersichtlich ist oder genannt wur-
de, weshalb der Beschuldigte und seine Frau den Weg zur Wohnung des Ehe-
paars D._____ hätten auf sich nehmen sollen (vgl. auch act. H.2, S. 5 f.). Es kann 
zwar nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte, beispielsweise um 
nicht unhöflich zu erscheinen, die Figur gegen seinen eigentlichen Willen (als 
Pfand) akzeptierte (vgl. auch StA act. 3.9, Frage 14). Insgesamt ist aber festzuhal-
ten, dass die Aussagen des Beschuldigten betreffend Hingabe der Figur als Pfand 
inkonsistent und teilweise widersprüchlich ausfallen, was deren Glaubhaftigkeit 
mindert (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 3.3.1). Entgegen den Aus-
führungen des Beschuldigten ist denn auch davon auszugehen, dass die Überg-
abe der Figur in der Wohnung des Ehepaars D._____ (und nicht davor) stattfand, 
zumal diesbezüglich alle anderen Beteiligten einheitlich und glaubhaft aussagten. 

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Auch auf die Aussage des Beschuldigten, es sei neben ihm und seiner Frau nur 
das Ehepaar D._____ anwesend gewesen, ist nicht abzustellen. C._____ und 
H._____ erklärten zwar, dem Beschuldigten vorgestellt bzw. mit ihm bekannt ge-
macht worden zu sein (StA act. 1.44, Frage 1; StA act. 4.1.3 f.; act. B.1, S. 2). Da 
es sich dabei jedoch nur um einen kurzen Moment gehandelt haben dürfte und der 
Beschuldigte sich erklärtermassen nicht mehr an Einzelheiten dieses Tages erin-
nert (StA act. 3.10, Frage 4), ist durchaus vorstellbar, dass dem Beschuldigten 
diese Begegnung entfallen ist. Angesichts dessen sowie der übereinstimmenden 
Aussagen der übrigen Beteiligten vermag die Darstellung des Beschuldigten keine 
Zweifel an der (mittelbaren respektive teilweisen) Anwesenheit von C._____ und 
H._____ zu begründen, weshalb deren Aussagen und Erklärungen grundsätzlich 
zu beachten sind.

6.1.3. An dieser Stelle drängen sich jedoch einige Bemerkungen zur Wahrneh-
mung des Geschehens in Zusammenhang mit der Übergabe der Figur (vgl. nach-
stehend E. 6.3 f.) durch C._____ auf. Gemäss eigener Aussage befand sie sich im 
Zeitpunkt der Übergabe der Figur auf dem Balkon bzw. der Terrasse der Woh-
nung, auf welche sie sich diskret begeben habe. Da die Balkontür offen gestanden 
sei, habe sie jedoch zwangsweise das gesamte Gespräch mitbekommen und die-
ses verfolgen können (StA act. 1.44, Frage 1; StA act. 4.1.3; act. B.1, S. 2; act. 
H.3, Fragen 39 u. 89). Ob sie den Beschuldigten und D._____, welche sich vor 
das grosse Fenster gesetzt hätten, habe beobachten können, wenn sie nach 
rechts geschaut habe (act. B.1, S. 2), oder diese – wie auch die Privatklägerin und 
Frau J._____ – nur gehört habe, da sie mit dem Rücken zu ihnen gesessen sei 
(act. H.3, Fragen 39 u. 89; vgl. act. B.1, S. 2), ergibt sich aus ihren in diesem 
Punkt widersprüchlichen Ausführungen nicht abschliessend. Jedenfalls erscheint 
glaubhaft, dass C._____ das Geschehen im Wohnzimmer zumindest in seinen 
Grundzügen wahrgenommen hat. Jedoch ist fraglich, ob sie von der Terrasse aus, 
wo auch gewisse Umgebungsgeräusche vorhanden gewesen sein dürften, jedem 
einzelnen Wort des im angrenzenden Zimmer stattfindenden Gesprächs folgen 
und daraus sämtliche Details in Zusammenhang mit der Übergabe rekonstruieren 
konnte (vgl. auch act H.2, S. 9). Überdies ist zu erwähnen, dass die jetzigen Par-
teien bzw. deren Ehegatten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht im Streit standen 
und demnach für C._____ kein ersichtlicher Grund dafür bestand, dem Gesche-
hen rund um die Übergabe der Figur besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es 
bestehen demnach gewisse Zweifel daran, dass sämtliche Aussagen von C._____ 
allein auf ihrer eigenen Wahrnehmung basieren und es kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass ihre Schilderungen sich zumindest teilweise auf im Nachhinein 

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rekonstruierte oder von Dritten übernommene Informationen stützen. Dies gilt es 
bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen.

6.2.1. Grosse Unterschiede bestehen in der Beschreibung der übergebenen Figur 
durch die Privatklägerin und C._____ einerseits und den Beschuldigten anderer-
seits. Der Privatklägerin zufolge sei dem Beschuldigten die Figur "G._____" über-
geben worden, welche sie im Jahr 1986 bei der Galerie K._____ in L._____ für 
DM 15'000.00 gekauft habe. Die Figur sei etwa 1.10 Meter hoch, aus Lindenholz 
und leicht dunkel gebräunt gewesen. In der linken Hand habe sie eine herunter-
hängende Laterne gehabt, welche leicht beschädigt gewesen sei, und in der ande-
ren Hand eine Art Flasche. Auf dem Kopf habe sie eine Art "Käppi" angehabt (StA 
act. 3.8, Frage 3; StA act. 3.10, S. 7, Ergänzungsfrage 1 v. RA M._____; vgl. StA 
act. 3.8, Frage 7). Diese Aussagen decken sich weitgehend mit jenen von 
C._____, welche im Wesentlichen aussagte, dass die Figur circa 110-120 Zenti-
meter gross und in einem mittleren Braunton gewesen sei, aus Holz – und nicht, 
wie behauptet, aus Polyurethan – bestanden habe und ziemlich schwer und sper-
rig gewesen sei. Die Figur sei so schwer gewesen, dass D._____ dem Beschul-
digten beim Transport zum Auto habe helfen müssen, da jemand alleine sie nicht 
habe tragen können. Die Figur sei auf einem Sockel gestanden, habe ein Käpp-
chen getragen und ihr rechter Arm sei leicht angewinkelt gewesen. In der rechten 
Hand habe die Figur eine abnehmbare Laterne gehabt, welche bereits beim Kauf 
an einer Ecke leicht beschädigt gewesen sei. Sie sei filigran gearbeitet gewesen 
und habe einen verschmitzten, fröhlichen Gesichtsausdruck gehabt und keinen 
"besoffenen" Eindruck gemacht (StA act. 1.44, Fragen 13-17 u. 24; act. B.1, S. 3; 
act. H.3, Fragen 18, 20, 21, 34 u. 46-48).

Der Beschuldigte erklärte, nicht zu wissen, wie die Figur genau ausgesehen habe. 
Sie sei jedoch definitiv nicht aus Lindenholz gewesen. Die Statue sei circa einen 
Meter hoch gewesen und habe am Fusse einen eckigen Sockel gehabt, auf wel-
chem sie draufgestanden sei. Sie habe einfach "besoffen" ausgesehen. Er könne 
sich nicht erinnern, dass die Figur etwas in der linken oder rechten Hand gehalten 
hätte (StA act. 3.9, Fragen 5 u. 6). In der bereits erwähnten E-Mail an D._____ 
vom 24. Februar 2014 hatte der Beschuldigte geltend gemacht, die Figur habe 
nicht, wie von der Privatklägerin behauptet, aus Holz bestanden, wie man un-
schwer am Gewicht habe abschätzen können (StA act. 4.1.8). Bei seiner polizeili-
chen Einvernahme führte der Beschuldigte aus, dass die Figur keinen Wert gehabt 
habe, was seine Frau und er bereits bei deren Übergabe bemerkt hätten 
(StA act. 3.9, Fragen 11 u. 14). Anlässlich derselben Einvernahme sowie bei der 
Konfrontationseinvernahme sagte der Beschuldigte sodann aus, dass die Statue 

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ihm zuhause einmal zu Boden gegangen und dabei ihr Kopf abgefallen sei. Da sei 
herausgekommen, dass die Figur nicht, wie von D._____ behauptet, aus Holz, 
sondern aus Polyurethanschaum gewesen sei. Er habe die Statue dann mit dem 
gleichen Material wieder zusammengesetzt (StA act. 3.9, Frage 4; StA act. 3.10, 
Frage 7).

6.2.2. Die Aussagen der verschiedenen Beteiligten gehen vor allem hinsichtlich 
des Materials und der Grösse der Figur auseinander. Für die Darstellung der Pri-
vatklägerin und von C._____ spricht, dass auf einer von der Privatklägerin einge-
reichten Kopie einer Rechnung der Galerie K._____ vom 11. Oktober 1986 von 
einer "Holzfigur ‚G._____’, Höhe ca. 1.10 Meter, Laterne leicht beschädigt", die 
Rede ist (StA act. 4.1.2). Zwar lässt sich diesem Dokument, wie die Verteidigung 
zu Recht ausführte (act. H.2, S. 9), weder eine Rechnungsanschrift noch eine 
Bestätigung der Bezahlung des ebenfalls genannten Kaufpreises entnehmen. Ins-
besondere unter Berücksichtigung der Beschreibungen des Beschuldigten und 
von C._____, wonach die Figur so ausgesehen habe, als ob sie Alkohol konsu-
miert habe (StA act. 3.9, Frage 5; act. H.3, Fragen 20 u. 34), erscheint es aber als 
wahrscheinlich, dass die dem Beschuldigten übergebene Figur identisch mit der in 
der Rechnungskopie aufgeführten war. Auch die Aussagen der Privatklägerin und 
von C._____ zu Material respektive Gewicht und Grösse der Figur sowie zur leicht 
beschädigten Laterne stimmen mit der Rechnungskopie überein. Hier gilt es aber 
auch zu beachten, dass jedenfalls der Privatklägerin die genannte Rechnungsko-
pie vorlag (vgl. StA act. 4.1, S. 5) und es ihr und C._____ demnach möglich war, 
ihre Aussagen darauf abzustimmen. Die weiteren, durch den Beschuldigten nicht 
bestrittenen Ausführungen der Privatklägerin und von C._____ zum Aussehen der 
Figur, so namentlich in Bezug auf deren Farbe, Ausstattung respektive Zubehör 
und Verarbeitung, fallen sehr detailliert aus. Dies kann als Realkennzeichen ihrer 
Aussagen gewertet werden, welche dadurch als glaubhaft erscheinen.

In klarem Widerspruch zur Darstellung von Frau C._____ und der Privatklägerin 
steht die Beschreibung des Beschuldigten, welcher sich zwar nicht an Details zu 
erinnern vermag, jedoch konstant ausführte, die Figur habe nicht aus Holz, son-
dern aus Polyurethanschaum bestanden. Widersprüchlich sind die Aussagen des 
Beschuldigten jedoch in Bezug auf den Zeitpunkt, in welchem er diesen Umstand 
bemerkt haben will (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 3.3.1). Einer-
seits behauptete er, man habe dies bereits am Gewicht bzw. schon bei der 
Übergabe erkannt, während er andererseits geltend machte, diesen Umstand 
(erst) im Moment des Sturzes und der Beschädigung der Figur bemerkt zu haben. 
Diese Inkonsistenz könnte als Zeichen mangelnden Realitätsbezugs gewertet 

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werden, könnte aber möglicherweise auch dadurch zu erklären sein, dass die Be-
schädigung der Figur allenfalls bereits vor dem Jahr 2014 erfolgt war und der Be-
schuldigte sein dabei erlangtes Wissen über das Material der Figur in seine 
(späteren) Äusserungen einfliessen liess bzw. die verschiedenen Erinnerungen in 
Zusammenhang mit der Figur zeitlich nicht mehr trennscharf auseinanderhalten 
konnte. Ohnehin aber ist festzuhalten, dass die Figur als Pfandsache unabhängig 
von ihrem Material und Wert dem Eigentümer zurückzugeben ist. Bei der vom Be-
schuldigten erwähnten Beschädigung der Figur handelt es sich um eine relativ 
ausgefallene Einzelheit, welche diesen zudem nicht unbedingt in einem günstigen 
Licht zeigt und für deren Vorbringen er demnach kein erkennbares eigenes Inter-
esse hatte. Dies trägt insofern zur Glaubhaftigkeit der Aussage des Beschuldigten 
bei.

Insgesamt lassen sich aufgrund der divergierenden Aussagen der Beteiligten das 
Material, die Grösse sowie das übrige Aussehen der übergebenen Figur nicht mit 
Sicherheit feststellen, wie dies bereits die Vorinstanz festgehalten hatte 
(RG act. 22, E. 5.5.1.2 f.; vgl. auch act. H.2, S. 8). Ebenfalls bleibt offen, ob dem 
Beschuldigten die in der Rechnungskopie vom 11. Oktober 1986 genannte oder 
eine andere, ähnliche Figur übergeben wurde. Der Sachverhalt lässt sich in dieser 
Hinsicht nicht rechtsgenüglich erstellen.

6.3.1. Auch in Bezug auf den genauen Ablauf der Übergabe und den Transport 
der Figur von der Wohnung zum Auto des Ehepaars J._____ variieren die ver-
schiedenen Aussagen erheblich. Die Privatklägerin sagte aus, zu glauben, dass 
sie dem Beschuldigten die Figur übergeben habe (StA act. 3.10, Frage 1). 
C._____ führte in ihren schriftlichen Erklärungen und anlässlich ihrer ersten Ein-
vernahme aus, dass D._____ die Figur an den Beschuldigten übergeben habe. 
Ausserdem habe er dem Beschuldigten beim Transport der Figur zum Auto gehol-
fen, da diese so schwer gewesen sei, dass man sie alleine nicht habe tragen kön-
nen (StA act. 1.44, Fragen 13 u. 24; StA act. 4.1.3; act. B.1, S. 3). Anlässlich der 
Berufungsverhandlung erklärte die Zeugin einerseits, dass J._____ die Figur 
selbst gefasst habe (act. H.3, Fragen 35 u. 37; vgl. jedoch act. H.3, Fragen 44 u. 
45), und andererseits, dass zwei Personen an der Übergabe beteiligt gewesen 
seien (act. H.3, Frage 36). Sie wiederholte ausserdem, dass die Figur schwer ge-
wesen sei und jemand allein diese nicht habe tragen können (act. H.3, Frage 21; 
vgl. act. H.3, Frage 44). D._____ habe deshalb die Figur zusammen mit dem Be-
schuldigten genommen und diese zum Auto getragen, wie sie selbst gesehen ha-
be (act. H.3, Fragen 42, 50 u. 90). H._____ hielt in ihrer "eidesstattlichen Versiche-
rung" fest, dass das Ehepaar J._____ dabei gewesen sei, die Figur in den Wagen 

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einzuladen (StA act. 4.1.4). Der Beschuldigte erklärte anlässlich seiner polizeili-
chen Einvernahme, zu wissen, dass die Privatklägerin die Statue von einem Zim-
mer geholt und ihm übergeben habe (StA act. 3.9, Frage 14). Bei der Konfrontati-
onseinvernahme sagte er lediglich aus, die Figur vor der Wohnungstüre der Pri-
vatklägerin erhalten zu haben, ohne sich zur vorherigen Aussage der Privatkläge-
rin betreffend Übergabe der Figur zu äussern (StA act. 3.10, Frage 2).

6.3.2. Widersprüche bezüglich des Ablaufs von Übergabe und Transport der Figur 
bestehen nicht nur zwischen den Aussagen der verschiedenen Beteiligten, son-
dern, jedenfalls im Fall von C._____, auch innerhalb deren Schilderungen. Was 
die Aussage von C._____ betrifft, stellt sich ausserdem die Frage, wie sie gese-
hen haben will, dass der Beschuldigte die Figur zusammen mit D._____ ins Auto 
trug, da nämlich gemäss ihrer eigenen Aussage von der Terrasse aus keiner der 
zwei Parkplätze der Liegenschaft des Ehepaars D._____ sichtbar war (act. H.3, 
Fragen 25-31 u. 76). Zwar erklärte C._____ in ihrer zweiten eidesstattlichen Versi-
cherung (erstmals), von der Terrasse wieder ins Wohnzimmer gegangen zu sein, 
als D._____ und der Beschuldigte schon mit der Figur auf dem Weg zum Park-
platz gewesen seien (act. B.1, S. 4), während sie anlässlich der Berufungsver-
handlung aussagte, selbst gesehen zu haben, wie der Beschuldigte zusammen 
mit D._____ die Figur genommen und zum Auto getragen habe bzw. wie sie aus 
der Wohnung rausgegangen seien (act. H.3, Frage 50). Auch bei diesen (ebenfalls 
widersprüchlichen) Varianten ist jedenfalls nicht ersichtlich, wie sie den Transport 
der Figur von der Wohnung zum Auto hätte beobachten können. Insgesamt kann 
der Sachverhalt auch in diesem Punkt nicht als rechtsgenüglich erstellt gelten. Es 
ist jedoch festzuhalten, dass dem genauen Ablauf von Übergabe und Transport 
der Figur – abgesehen von daraus allfällig ableitbaren Aussagen über das Ge-
wicht und damit das Material der Figur (vgl. dazu vorstehend E. 6.2.2) – ohnehin 
keine überwiegende Bedeutung für den Sachverhalt zukommt. 

6.4.1. Weitere von den Beteiligten thematisierte Punkte sind die unterbliebene 
Quittierung der Übergabe der Figur sowie der Verbleib der Originalrechnung und 
einer Expertise zur Figur. Die Privatklägerin führte aus, dass sie gewollt habe, 
dass Frau J._____ den Erhalt der Figur quittiere. Dies habe sie aber abgelehnt 
und so hätten sie nichts Schriftliches (StA act. 3.8, Frage 5). In der Konfrontati-
onseinvernahme wiederholte die Privatklägerin, dass sie sich die Übergabe habe 
quittieren lassen wollen. Es sei 10 Jahre her und sie wisse nicht mehr genau, was 
ihr Frau J._____ geantwortet habe. Auf jeden Fall habe man einander vertraut 
(StA act. 3.10, Frage 3). C._____ machte zusammengefasst geltend, dass die Pri-
vatklägerin eine schriftliche Bestätigung der Übergabe der Figur gewünscht bzw. 

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nach einer Empfangsbestätigung gefragt habe. Frau J._____ habe dies jedoch 
kategorisch abgelehnt und erklärt, dass dies nicht nötig sei. Sie habe etwas wie 
"Vertrauen gegen Vertrauen" gesagt und darauf hingewiesen, dass sie sich ja 
auch nicht die noch nicht bezahlte Summe bestätigen liessen. Frau J._____ habe 
zudem argumentiert, dass das Ehepaar D._____ die Figur ja auch bald, nämlich 
nach den ersten Zahlungen, wiederbekommen werde (StA act. 1.44, Frage 1; 
StA act. 4.1.3; vgl. StA act. 1.44, Frage 23). Der Beschuldigte erklärte anlässlich 
der polizeilichen Einvernahme, er könne nicht bestätigen, ob es so gewesen sei, 
dass seine Frau eine schriftliche Bestätigung der Übergabe kategorisch abgelehnt 
habe. Sie hätten schon dort gemerkt, dass die Statue keinen Wert habe und des-
halb habe seine Frau dies[e] auch kategorisch abgelehnt (StA act. 3.9, Frage 14). 
Bei der Konfronteinvernahme sagte er nur noch aus, es sei zu lange her und er 
erinnere sich nicht mehr an die Einzelheiten (StA act. 3.10, Frage 4).

C._____ erklärte ausserdem zusammengefasst, dass vor der Übergabe das Zerti-
fikat bzw. die Expertise sowie die Originalrechnung für die Figur in einer Klar-
sichthülle auf dem Wohnzimmertisch gelegen hätten. Die Privatklägerin habe die-
se Frau J._____ gezeigt und ihr eine Kopie der Rechnung gegeben. Bei der Ex-
pertise handle es sich um eine Analyse des Aussehens einer Figur bzw. um einen 
"Ausweis", den man quasi immer erhalte, wenn man Antiquitäten kaufe. Nach der 
Übergabe hätten sie und die Privatklägerin festgestellt, dass die Plastikhülle ein-
schliesslich des Inhaltes nicht mehr da gewesen sei, sondern nur noch die Rech-
nungskopie. Es habe nur Frau J._____ sein können, welche die Expertise und die 
Originalrechnung mitgenommen habe, da sich ansonsten niemand mehr im 
Wohnzimmer befunden habe. Die Privatklägerin habe dann das Ehepaar J._____ 
auf dem Handy angerufen, aber diese seien nicht erreichbar gewesen. Erst viel 
später habe die Privatklägerin den Beschuldigten erreicht, welcher gesagt habe, 
das müsse eine Verwechslung sein, sie solle sich keine Gedanken machen und 
sie bekämen die Figur doch zurück (StA act. 1.44, Fragen 1 u. 19-22; StA act. 
4.1.3; act. B.1, S. 3 f.; act. H.3, Fragen 51-53). Die Privatklägerin und der Be-
schuldigte äusserten sich hingegen nicht zum Rechnungsoriginal und der Experti-
se.

6.4.2. Angesichts der übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin und von 
C._____ sowie mangels Bestreitung durch den Beschuldigten kann als erstellt gel-
ten, dass die Ehefrau des Beschuldigten die Quittierung der Übergabe der Figur 
verweigerte und deshalb keine entsprechende Empfangsbestätigung vorliegt. 
Nicht abschliessend festgestellt werden kann jedoch, was der Grund für diese 
Verweigerung war (vgl. bereits RG act. 22, E. 5.5.1.6).

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Was den Verbleib des Originals der Rechnung vom 11. Oktober 1986 
(vgl. StA act. 4.1.2) und der Expertise anbelangt, präsentiert sich die Sachlage 
etwas anders, da diesbezüglich lediglich die Darstellung von C._____ vorliegt. 
Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass die Ehefrau des Beschuldigten diese 
mitgenommen hat, bleibt jedenfalls unklar, ob dies absichtlich geschah oder ob es 
sich um ein Versehen handelte, wie dies der Beschuldigte behauptet haben soll. 
Es kann somit nicht als erstellt gelten, dass der Beschuldigte respektive dessen 
Ehefrau das Rechnungsoriginal und die Expertise der Figur (vorsätzlich) entwen-
det hat.

6.5.1. Die Privatklägerin sagte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme aus, 
dass sie, anschliessend an einen Prozess, die Figur vom Beschuldigten mit einge-
schriebenem Brief vom 10. Februar 2014 zurückverlangt habe, auf welchen dieser 
zuerst gar nicht reagiert habe. Am 21. Februar 2014 habe sie ihm nochmals einen 
Brief geschrieben. Aufgrund dieser zwei unbeantworteten Schreiben habe sie sich 
einen Anwalt genommen (StA act. 3.8, Frage 2). Sie habe den Beschuldigten we-
gen der Figur erst angeschrieben, als die Praxis abbezahlt gewesen sei. Ihr Mann 
habe irgendwann die Zahlung gemacht (StA act. 3.8, Frage 4). Die Praxis sei seit 
etwa ein bis zwei Jahren abbezahlt worden. Dem Beschuldigten gegenüber sei 
keine Rechnung mehr offen und er habe somit keinen Grund mehr, die Figur 
zurückzubehalten (StA act. 3.8, Frage 9). Der Beschuldigte bestätigte anlässlich 
seiner polizeilichen Einvernahme, dass der ganze Betrag für die Praxis mittlerwei-
le bezahlt worden sei (StA act. 3.9, Frage 12). C._____ machte keine Aussagen 
zur Abzahlung der Praxis und der Korrespondenz zwischen den Parteien.

6.5.2. Es ist unbestritten und überdies belegt (StA act. 4.1.5), dass die Privatklä-
gerin mit Schreiben vom 10. Februar 2014 vom Beschuldigten die Rückgabe der 
Figur verlangte. Das zweite Schreiben der Privatklägerin vom 21. Februar 2014 
liegt zwar nicht in den Akten, jedoch bezieht sich der Beschuldigte in einer E-Mail 
vom 24. Februar 2014 (StA act. 4.1.8) auf einen gleichentags erhaltenen einge-
schriebenen Brief, womit auch der Versand des zweiten Schreibens durch die Pri-
vatklägerin feststeht. Zwischen den Parteien ebenfalls unbestritten ist, dass die 
Arztpraxis, welche D._____ vom Beschuldigten übernommen hatte, im Zeitpunkt 
der polizeilichen Einvernahmen im Jahr 2018 vollständig abbezahlt war. Mit der 
Privatklägerin ist festzuhalten, dass ab dem Moment der Abzahlung kein Grund für 
ein Zurückbehalten der Figur durch den Beschuldigten mehr gegeben war, was 
durch diesen auch nicht in Abrede gestellt wurde. Ein Widerspruch zeigt sich je-
doch in den Aussagen der Privatklägerin betreffend den Zeitpunkt der vollständi-
gen Abzahlung der Praxis durch den Beschuldigten und den Moment der Rückfor-

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derung der Figur (vgl. bereits RG act. 22, E. 5.5.1.1). Ihre Aussage, den Beschul-
digten erst nach erfolgter Abzahlung der Praxis schriftlich zur Rückgabe aufgefor-
dert zu haben, lässt in Verbindung mit dem vom 14. Februar 2014 datierenden 
Rückforderungsschreiben grundsätzlich darauf schliessen, dass die vollständige 
Abzahlung bereits vor diesem Datum stattgefunden haben musste. Hingegen legt 
die anlässlich derselben Einvernahme im Jahr 2018 gemachte Aussage der Pri-
vatklägerin, die Praxis sei seit [gemeint war wohl vor] ein bis zwei Jahren abbe-
zahlt worden, nahe, dass die (vollständige) Abzahlung erst im Jahr 2016 oder 
2017 erfolgte. Mangels anderer Aussagen oder Beweismittel muss offenbleiben, 
ob die Privatklägerin sich hinsichtlich des Datums der vollständigen Abzahlung 
geirrt hat oder aber, entgegen ihrer Aussage, die Figur bereits vor diesem Zeit-
punkt zurückforderte (vgl. auch act H.2, S. 10). Ungeachtet dessen kann der 
Sachverhalt in den vorliegend interessierenden Punkten, namentlich der erfolgten 
Abzahlung der Praxis durch D._____ und der daraus resultierenden Pflicht des 
Beschuldigten zur Pfandrückgabe, als erstellt gelten.

6.6.1. Der Beschuldigte machte zusammengefasst geltend, er habe die Figur an 
D._____ zurückgegeben, indem er sie am _____ 2012 anlässlich des ersten Ter-
mins vor dem Bezirksgericht N._____ vor dessen – zu diesem Zeitpunkt geschlos-
senen – Arztpraxis in F._____ abgestellt habe. Deshalb habe sich die Statue im 
Moment der bei ihm vorgenommenen Hausdursuchung nicht mehr bei ihm zuhau-
se befunden. Dies habe er getan, damit er von der Figur "entlastet" sei. Er habe 
die Figur nicht mehr haben wollen. Er wisse, dass D._____ im Zeitpunkt des Ab-
stellens der Statue beim Bezirksgericht N._____ gewesen sei. Er habe an diesem 
Tag auch einen Termin beim Bezirksgericht N._____ gehabt, weshalb er die Sta-
tue mitgenommen habe. Er habe die nicht abgeschlossene Eingangstüre der Lie-
genschaft öffnen und die drei bis vier Treppenstufen bis zur Türe der Praxisräume 
von D._____ hochlaufen können. Da diese abgeschlossen und niemand anwe-
send gewesen sei, habe er die Figur vor dieser Türe im Gang abgestellt. Dies sei 
nach der Gerichtsverhandlung, sicher vor 12.00 Uhr, gewesen. Er sei auf dem 
Korridor ganz allein gewesen und seine Frau sei draussen im Auto gesessen. Er 
habe die Situation im Hinblick auf eine spätere Beweisaufnahme fotografiert. Die 
Aufnahme sei circa eine Stunde nach Schluss der Gerichtsverhandlung erfolgt. 
Auf dem Beweisfoto sei ersichtlich, dass die Figur am _____ 2012 um 10:52 vor 
der Praxis von D._____ gestanden habe. Es handle sich bei der Figur auf dem 
Bild um die gleiche Figur, die er von der Privatklägerin erhalten habe. Er habe 
Herrn D._____ anrufen wollen, jedoch keine Handynummer von ihm besessen. Er 
habe die Arztpraxis von Herrn D._____ angerufen, wo niemand das Telefon abge-
nommen habe (vgl. dagegen noch StA act. 3.9, Frage 7, wo der Beschuldigte sich 

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daran nicht mit Sicherheit zu erinnern vermochte). Dann sei er nach Hause gefah-
ren. Er könne sich nicht erklären, was mit der Figur passiert sei, nachdem er diese 
dort abgestellt habe. Es sei schon möglich, dass jemand anders diese Figur gese-
hen und dann mitgenommen habe (StA act. 3.9, Fragen 2, 3 u. 7-9; StA act. 3.10, 
Fragen 7, 10 u. 11; vgl. bereits StA act. 4.1.8).

Die Privatklägerin erklärte, sie könne nicht sagen, ob der Beschuldigte die Figur 
wie behauptet vor die Praxisräume gestellt habe. Sie habe dort nie eine Figur ge-
sehen. Sie hätten die Figur bisher noch nicht [wieder] erhalten (StA act. 3.8, Fra-
gen 2 u. 7). Am Tag der Verhandlung vor dem Bezirksgericht in N._____ sei die 
Praxis geschlossen gewesen. In diesem Fall habe sie immer eine Anrufumleitung 
auf ihr Handy (StA act. 3.10, Frage 8). Sie könne sich daran erinnern, ihren Mann 
in N._____ beim Gericht abgeholt zu haben. Dies sei aber am Nachmittag gewe-
sen; die Verhandlung habe somit bis dann gedauert (StA act. 3.10, Frage 12). Auf 
Vorhalt der vom Beschuldigten erstellten Fotografie (StA act. 3.7, S. 2) und auf 
Nachfrage, ob es sich bei der darauf abgebildeten Figur um die dem Beschuldig-
ten übergebene Figur "G._____" handle, erklärte die Privatklägerin, dass sie die 
Figur "G._____" auf dem Bild nicht erkenne. Die Laterne fehle und die Figur sei 
grösser gewesen, nämlich 1.20 Meter (StA act. 3.10, Frage 8 u. S. 6, Schlussbe-
merkung). Sie bestätigte jedoch, die Tür der Praxisräume ihres Mannes auf dem 
Bild zu erkennen (StA act. 3.10, Frage 9).

C._____ sagte auf Vorhalt von StA act. 3.7, S. 2, aus, dass dies gar nicht die Figur 
sein könne, die sie kenne. Die Figur auf dem Bild sei ein kleines Häufchen Elend. 
Es sei gar nicht zu erkennen, was das sein solle. Die Figur sei viel zu klein bzw. 
nicht 1.10 Meter gross. Auch der Sockel bzw. dessen Form sei nicht zu erkennen 
und es sähe so aus, als ob es nur zwei Füsse seien. Überdies sei der Arm nicht 
angewinkelt (StA act. 1.44, Frage 25; act. H.3, Fragen 56 u. 57).

6.6.2. Anlässlich einer Hausdurchsuchung beim Beschuldigtem vom 8. April 2018 
konnte die Figur nicht aufgefunden werden (StA act. 3.2), was plausibel erschei-
nen lässt, dass diese sich tatsächlich nicht mehr in dessen Besitz befindet. Da 
jedoch ein Weiterverkauf der Figur durch den Beschuldigten nicht ausgeschlossen 
werden kann (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 3.3.1), steht damit 
noch nicht fest, dass die von ihm behauptete Rückgabe tatsächlich erfolgte. In den 
Akten liegt eine angeblich vom Beschuldigten aufgenommene Fotografie, die 
gemäss dem abgebildeten elektronischen Stempel vom __________ 2012, 
10.52 Uhr, datiert und auf welcher eine braune Figur in einer Ecke zwischen zwei 
Türen zu erkennen ist (StA act. 3.7, S. 2). Die Privatklägerin bestritt nicht, dass es 
sich bei der einen Tür um jene der Praxisräume von D._____ handelte, was 

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grundsätzlich die Darstellung des Beschuldigten stützt. Einem Auszug aus dem 
Verhandlungsprotokoll des Bezirksgerichts N._____ vom __________ 2012 lässt 
sich entnehmen, dass an diesem Tag eine Verhandlung stattfand, an welcher un-
ter anderem der Beschuldigte und D._____ teilnahmen, wobei die Parteien um 
10.50 Uhr abtraten (StA act. 1.20). Der Behauptung der Privatklägerin, wonach die 
Verhandlung bis am Nachmittag gedauert habe, kann bei einer derart genauen 
Angabe keine Bedeutung zukommen. Zumindest auf den ersten Blick lassen das 
protokollierte Verhandlungsende und der Zeitstempel der Fotografie den vom Be-
schuldigten geschilderten Ablauf als unmöglich erscheinen, da die Rückgabe der 
Figur in F._____ praktisch in demselben Moment hätte erfolgen müssen, in wel-
chem der Beschuldigte sich erwiesenermassen noch an einer Gerichtsverhand-
lung in N._____ befand. Mit der Vorinstanz ist jedoch – ungeachtet der Tatsache, 
dass dies durch den Beschuldigten nie geltend gemacht wurde – auf die Möglich-
keit hinzuweisen, dass die Zeiteinstellungen in dem zur Aufnahme der Fotografie 
verwendeten Gerät derart gewesen sein könnten, dass nicht die tatsächliche Zeit 
im Aufnahmezeitpunkt, sondern eine Stunde später angezeigt wurde. Diesfalls 
wäre der vom Beschuldigten geschilderte Ablauf grundsätzlich plausibel, zumal für 
die Strecke vom Bezirksgericht N._____ zum O._____-weg in F._____ 
(vgl. StA act. 3.9, Frage 2) gemäss google.ch/maps mit einem Zeitaufwand von 
ungefähr 10 Minuten zu rechnen ist, womit der Beschuldigte noch ausreichend 
Zeit gehabt hätte, die Figur vor den Praxisräumlichkeiten abzustellen und um (um-
gerechnet) 11.52 Uhr die vorliegende Fotografie aufzunehmen. Dies würde auch 
mit den Aussagen des Beschuldigten, er habe die Figur sicher vor 12.00 Uhr vor 
die Praxisräume gestellt und die Fotografie circa eine Stunde nach Schluss der 
Gerichtsverhandlung aufgenommen, übereinstimmen. Insgesamt wird die Darstel-
lung des Beschuldigten – jedenfalls unter Annahme eines um eine Stunde abwei-
chenden Erstelldatums der Fotografie – in wesentlichen Eckpunkten durch andere 
Beweismittel gestützt.

6.6.3. Was das Aussageverhalten des Beschuldigten anbelangt, lässt sich festhal-
ten, dass er einerseits den Ablauf in Zusammenhang mit der Rückgabe der Figur 
soweit konsistent und relativ detailreich wiedergibt, andererseits aber auch Erinne-
rungslücken zugibt und im Sinne eines Wissensmangels eingesteht, nicht sagen 
zu können, was mit der Figur nach dem Abstellen vor der Praxis geschehen sei. 
Diese Realkennzeichen lassen seine Aussage grundsätzlich als glaubhaft er-
scheinen. Auch ist soweit nachvollziehbar, dass der Beschuldigte die Figur, wel-
che er angeblich nicht mehr haben wollte, gleich in seinem Fahrzeug mitnahm, 
wenn er ohnehin wegen eines Gerichtstermins in die Nähe des Wohn- oder Ar-
beitsortes des Ehepaars D._____ fahren musste. Entgegen der Privatklägerin 

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(vgl. act. H.2, S. 7) lässt allein die Tatsache, dass der Beschuldigte zu diesem 
Zeitpunkt noch nicht zur Rückgabe aufgefordert worden war, diese nicht als un-
plausibel erscheinen. Es leuchtet jedoch nicht ein, weshalb der Beschuldigte die 
Figur nicht vor oder unmittelbar nach der Verhandlung an D._____ persönlich 
zurückgab. So hätte er sich nicht nur den Weg zu dessen Praxisräumlichkeiten 
gespart, sondern hätte sich die Rückgabe quittieren lassen oder diese vor Zeugen 
vollziehen können, womit er über ein zuverlässiges Beweismittel verfügt hätte. 
Das Bewusstsein, sich absichern zu müssen, war – wohl auch aufgrund des be-
reits laufenden Rechtsstreites zwischen ihm und D._____ – beim Beschuldigten 
zu diesem Zeitpunkt durchaus vorhanden, erstellte er die in den Akten liegende 
Fotografie doch gemäss eigener Aussage im Hinblick auf eine spätere Beweisauf-
nahme. Auch, dass der Beschuldigte nach dem Abstellen der Figur versucht ha-
ben will, D._____ auf dessen Praxisnummer zu erreichen, erscheint unlogisch, 
sagte der Beschuldigte doch selbst aus, dass die Tür der Praxis geschlossen ge-
wesen sei und sich D._____ im Zeitpunkt, in welchem er die Figur vor die Praxis-
räume gestellt habe, beim Bezirksgericht N._____ befunden habe. Vor diesem 
Hintergrund musste dem Beschuldigten klar sein, dass in der Praxis niemand sei-
nen Anruf beantworten würde. Wäre ihm tatsächlich daran gelegen gewesen, 
D._____ über die Rückgabe der Figur zu informieren, so hätte er dies beispiels-
weise vor oder nach der Gerichtsverhandlung (mit minimalem Aufwand) persönlich 
vornehmen, diesem eine E-Mail senden oder zumindest eine Nachricht auf dem 
Anrufbeantworter hinterlassen können (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 
v. 13.5.2020 E. 3.3.2; vgl. auch act. H.2, S. 7). Da überdies kein vernünftiger 
Grund ersichtlich ist, weshalb die Privatklägerin in Bezug auf die Telefonumleitung 
die Unwahrheit hätte sagen sollen, ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte – 
hätte er denn tatsächlich auf die Praxisnummer angerufen – auf das Mobiltelefon 
der Privatklägerin umgeleitet worden wäre, was nicht der Fall gewesen zu sein 
scheint. Es bestehen demnach verschiedene Ungereimtheiten in der Darstellung 
des Beschuldigten, welche – trotz der grundsätzlichen Glaubhaftigkeit dessen 
Aussagen – gewisse Zweifel daran erwecken, dass die Rückgabe der Figur exakt 
wie vom Beschuldigten geschildert stattgefunden hat.

6.6.4. Die Privatklägerin erklärte grundsätzlich überzeugend, bei der auf der Foto-
grafie (StA act. 3.7, S. 2) abgebildeten Figur handle es sich nicht um den 
"G._____", welchen sie dem Beschuldigten übergeben habe. Es fällt auf, dass sie 
nicht ausschloss, dass der Beschuldigte die Figur vor die Praxisräume gestellt ha-
ben könnte, sondern lediglich aussagte, sie selbst habe dort nie eine Figur gese-
hen. Sodann stritt sie nicht ab, dass es sich bei der auf dem Bild ersichtlichen Tür 
um jene der Praxisräume ihres Mannes handelte, womit sie die Schilderung des 

28 / 36

Beschuldigten zumindest in dieser Hinsicht stützte. Diese Punkte lassen auf eine 
fehlende strategische Selbstdarstellung schliessen und stellen mithin ein Rea-
litätskriterium dar. Die Aussagen der Privatklägerin decken sich im Übrigen (erwar-
tungsgemäss) weitgehend mit denjenigen von C._____. Beide brachten in erster 
Linie und auf konstante Weise vor, die Figur auf dem Bild sei viel kleiner als der 
ihnen bekannte "G._____". Diese Beobachtung wird grundsätzlich durch die Foto-
grafie in Kombination mit der Rechnungskopie vom 11. Oktober 1986 (vgl. dazu 
sogleich E. 6.6.5) untermauert, was als weiteres Plausibilitätskriterium für die Dar-
stellung der Privatklägerin und von C._____ spricht.

6.6.5. Auf dem Bild ist eine braune Figur zu erkennen, welche einen Hut zu tragen 
scheint. Entgegen der Aussage von C._____ ergibt sich bei genauerem Hinsehen, 
dass die Füsse der Figur nicht direkt auf dem Boden, sondern auf einer Art Sockel 
stehen. Ob die Figur eine Laterne hält und welchen Gesichtsausdruck sie hat, ist 
auf dem Bild ebenso wenig zu erkennen wie das Material, aus welchem sie gear-
beitet ist. Was die Grösse der abgebildeten Figur betrifft, so ist festzuhalten, dass 
Türgriffe im Sinne einer hindernisfreien Architektur in einer Höhe von 0.80 bis 1.10 
Meter über dem Boden anzubringen sind (vgl. https://hindernisfreie-
architektur.ch/fachinformationen/tueren/ [zuletzt besucht am 12.10.2022]). Selbst 
wenn davon ausgegangen wird, dass sich der abgebildete Türgriff in der maximal 
zulässigen Höhe von 1.10 Metern befindet, ist anhand der Fotografie auszusch-
liessen, dass die vor der Tür stehende, erkennbar kleinere Figur (ebenfalls) eine 
Höhe von 1.10 aufweist. Damit steht grundsätzlich fest, dass es sich bei der abge-
bildeten Figur nicht um die "Holzfigur ‚G._____’, Höhe ca. 1.10m" gemäss Rech-
nungskopie vom 11. Oktober 1986 handeln kann (vgl. bereits KGer GR SK2 19 1 
v. 13.5.2020 E. 3.3.2 i.f.).

6.6.6. Da jedoch nicht erstellt ist, dass es sich bei der dem Beschuldigten im Sep-
tember 2008 zu Pfand übergebenen Figur auch tatsächlich um die Figur 
"G._____" gemäss Rechnungskopie handelte (vgl. E. 6.2.2), kann auch nicht aus-
geschlossen werden, dass der Beschuldigte, wie von ihm behauptet, genau dieje-
nige Figur vor den Praxisräumen deponierte und anschliessend fotografierte, wel-
che ihm zu Pfand übergeben worden war. Es ist denn auch nicht ersichtlich, wes-
halb der Beschuldigte im Jahr 2012 ohne jeglichen Anlass – die erste Aufforde-
rung zur Rückgabe der Figur durch die Privatklägerschaft datiert aus dem Jahr 
2014 (vgl. E. 6.5.2) – eine andere als die ihm übergebene Figur vor der Praxis von 
D._____ hätte abstellen und fotografieren sollen. So wäre zunächst von einem 
relativ grossen Aufwand für die Beschaffung einer Figur, welche der Holzfigur 
"G._____" in wesentlichen Punkten stark ähnelt, auszugehen. Überdies läge es 

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nicht im Interesse des Beschuldigten, die Rückgabe einer anderen als der ihm zu 
Pfand übergebenen Figur gerade fotografisch zu dokumentieren, anstatt diese 
beispielsweise in Anwesenheit eines Zeugen durchzuführen, würde er sich doch 
dadurch einem erheblichen Risiko aussetzen, dass die "falsche" Figur anhand der 
Fotografie relativ einfach als solche identifiziert wird (vgl. zum Ganzen bereits 
RG act. 22, E. 5.5.1.7). Dies gilt insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsa-
che, dass dem Beschuldigten im Jahr 2012 noch nicht bekannt gewesen sein dürf-
te, ob die Privatklägerschaft über ein Foto der übergebenen, sich zuvor in ihrem 
Haushalt befindenden Figur verfügte. Vor allem für den Fall, dass der Beschuldig-
te, wie von der Privatklägerschaft impliziert (vgl. act. H.2, S. 7), die Figur ohnehin 
nicht vor der Praxis stehengelassen, sondern diese nach Erstellen der Fotografie 
wieder mitgenommen hätte, wäre es erheblich einfacher und zudem erfolgsver-
sprechender gewesen, die ihm tatsächlich übergebene Figur zu fotografieren, an-
statt eigens zu diesem Zweck eine andere, ähnliche Figur zu beschaffen. 
Schliesslich erscheint die Behauptung des Beschuldigten, er habe die Figur nicht 
mehr haben wollen und sie deshalb zurückgegeben, vor dem Hintergrund seiner 
übrigen Aussagen – insbesondere, dass die Figur ihm aufgenötigt worden sei und 
keinen Wert gehabt habe – als konsistent.

6.6.7. Insgesamt kann somit nicht als erstellt gelten, dass der Beschuldigte die 
ihm im Jahr 2008 übergebene Figur nicht an D._____ zurückgegeben habe, son-
dern diese der Privatklägerschaft unrechtmässig vorenthalte, indem er sie bei-
spielsweise weiterhin selbst besitze oder sie weiterveräussert habe.

6.7. Zusammengefasst lässt sich der Sachverhalt, welchen die Staatsanwalt-
schaft ihrer Anklage zugrunde legte, nicht in sämtlichen Punkten rechtsgenüglich 
erstellen. Insbesondere kann nicht abschliessend festgestellt werden, ob dem Be-
schuldigten Anfang September 2008 tatsächlich die Holzfigur "G._____" gemäss 
Rechnungskopie vom 11. Oktober 1986 der Galerie K._____ oder eine andere 
Figur als Pfand übergeben wurde. Ebenfalls lässt sich die Behauptung des Be-
schuldigten, die erhaltene Figur durch Abstellen vor der Praxis von D._____ 
zurückgegeben zu haben, nicht vollständig entkräften, womit nicht als erstellt gel-
ten kann, dass der Beschuldigte es unterlassen habe, den Eheleuten D._____ die 
als Pfand erhaltene Figur zurückzugeben.

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7. Rechtliches

7.1. Wegen (Sach-)Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird bestraft, 
wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder 
einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern. Eine Sache gilt als anvertraut, 
wenn sie mit der Verpflichtung empfangen wird, sie in bestimmter Weise im Inter-
esse des Treugebers zu verwenden, insbesondere zu verwahren, zu verwalten 
oder einem anderen abzuliefern. Die Tathandlung besteht in der Aneignung der 
Sache bzw. darin, dass der Täter die Sache wirtschaftlich seinem eigenen Vermö-
gen einverleibt, sei es, um sie zu behalten oder zu verbrauchen, sei es, um sie an 
einen andern zu veräussern, respektive dass er wie ein Eigentümer über die Sa-
che verfügt, ohne diese Eigenschaft zu haben. Die Aneignung setzt den Willen 
des Täters zur dauernden Enteignung des Berechtigten sowie zur zumindest vor-
übergehenden Zueignung der Sache an sich selbst voraus, wobei sich dieser Wille 
nach aussen manifestieren muss. Subjektiv sind Vorsatz sowie die Absicht un-
rechtmässiger Bereicherung vorausgesetzt (BGE 143 IV 300 E. 1.3; 133 IV 21 
E. 6.1.2; 118 IV 148 E. 2a; BGer 6B_827/2010 v. 24.1.2011 E. 5.4 f.; Marcel Alex-
ander Niggli/Christof Riedo, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2018, N 10 ff., 40 ff., 103 f. u. 112 ff. zu Art. 138 StGB; 
Stephan Schlegel, in: Wohlers/Godenzi/Schlegel [Hrsg.], Schweizerisches Straf-
gesetzbuch Handkommentar, 4. Aufl., Bern 2020, N 2 ff. u. 13 f. zu Art. 138 StGB).

7.2. Vorliegend wurde dem Beschuldigten eine im Eigentum von D._____ ste-
hende Figur als Pfand übergeben mit der Verpflichtung, die Figur nach vollständi-
ger Tilgung einer Schuld von D._____ gegenüber dem Beschuldigten und dem 
damit verbundenen Erlöschen des entsprechenden Sicherungsbedarfs wieder an 
den Eigentümer zurückzugeben. Damit wurde dem Beschuldigten eine fremde 
bewegliche Sache anvertraut, wobei nach dem Gesagten bereits unklar ist, ob es 
sich bei dieser Figur um die in der Anklage erwähnte Holzfigur "G._____" oder um 
eine andere Figur handelte (vgl. E. 6.2.2). Ebenfalls kann nicht als erstellt gelten, 
dass der Beschuldigte die ihm übergebene Figur im Sinne einer tatbestandlichen 
Aneignungshandlung behalten (vgl. StA act. 3.2), veräussert oder sonst wie ein 
Eigentümer darüber verfügt hätte. Insbesondere konnte die Behauptung des Be-
schuldigten, das erhaltene Pfand an D._____ zurückgegeben zu haben, indem er 
dieses vor der Tür dessen Praxisräumlichkeiten abgestellt habe, nicht widerlegt 
werden (vgl. zum Ganzen bereits RG act. 22, E. 6.3). Eine solche Rückgabe wür-
de nicht nur die Tathandlung der Aneignung, sondern auch die Erfüllung des sub-
jektiven Tatbestandes, namentlich Vorsatz und Bereicherungsabsicht, ausschlies-
sen.

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7.3. Insgesamt verbleiben der erkennenden Kammer unter Würdigung der ge-
samten Umstände und sämtlicher Beweismittel, insbesondere der Aussagen des 
Beschuldigten, der Privatklägerin und von C._____, nicht zu unterdrückende Zwei-
fel daran, dass der Beschuldigte sich die ihm übergebene Figur angeeignet haben 
soll, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern. Zwar beste-
hen, wie dies bereits im vorstehend erwähnten Beschluss des hiesigen Gerichts 
ausgeführt wurde (vgl. KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 3.3.1 f.), verschiedene 
Ungereimtheiten in der Darstellung des Beschuldigten bzw. ist (auch) die von ihm 
vorgebrachte Sachverhaltsversion nicht gänzlich überzeugend. Dies hat jedoch 
nicht zur Folge, dass im Umkehrschluss auf den gegenteiligen Sachverhalt abzu-
stellen und der Beschuldigte gestützt darauf zu verurteilen wäre, ist es doch 
gemäss dem vorliegend anwendbaren Grundsatz in dubio pro reo nicht Sache des 
Beschuldigten, seine Unschuld zu beweisen, sondern muss ihm vielmehr seine 
Schuld über jeden vernünftigen Zweifel hinaus nachgewiesen werden (im genann-
ten Beschwerdeverfahren galt hingegen noch der Grundsatz in dubio pro duriore 
[KGer GR SK2 19 1 v. 13.5.2020 E. 2; vgl. BGE 143 IV 241 E. 2, je m.w.H.]). In 
Anwendung der Beweiswürdigungs- und Beweislastregel in dubio pro reo ist der 
Beschuldigte deshalb vom Vorwurf der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB freizusprechen.

8. Zivilklage

8.1. Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche 
Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfah-
ren geltend machen. Dabei handelt es sich namentlich um Forderungen, die sich 
auf deliktische Anspruchsgrundlagen (Art. 41 ff. OR) stützen (BGer 6B_11/2017 
v. 29. 8. 2017 E. 1.2; 6B_267/2016, 6B_268/2016, 6B_269/2016 v. 15.2.2017 
E. 6.1; Annette Dolge, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Ba-
sel 2014, N 66 zu Art. 122 StPO; Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 8 zu 
Art. 119 StPO). Das Bundesgericht liess die Frage, ob daneben auch vertragliche 
Ansprüche und solche aus ungerechtfertigter Bereicherung unter Art. 122 
Abs. 1 StPO fallen, zunächst offen (BGer 6B_1160/2014 v. 19.8.2015 E. 8.4), ver-
neinte jedoch in einem jüngst ergangenen Entscheid die Möglichkeit einer adhäsi-
onsweisen Geltendmachung vertraglicher Ansprüche im Strafverfahren 
(BGer 6B_1310/2021 v. 15.8.2022 E. 3). In der Lehre und der (kantonalen) Recht-
sprechung wird die Frage unterschiedlich beantwortet (befürwortend u.a. Lieber, 
a.a.O., N 5a zu Art. 122 StPO; Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 8 zu 

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Art. 119 StPO; ablehnend u.a. OGer AG SST.2015.156 v. 12.11.2015 E. 5.2; Dol-
ge, a.a.O., N 70 zu Art. 122 StPO, je m.w.H.).

8.2. Nach Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO entscheidet das Gericht unter anderem 
dann über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person 
freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist. Demgegenüber verweist es die Kla-
ge auf den Zivilweg, wenn die beschuldigte Person freigesprochen wird, der Sach-
verhalt aber nicht spruchreif ist (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). Demnach ist auch im 
Falle eines Freispruchs nach Möglichkeit ein materieller Entscheid über die Zivil-
klage zu treffen. Allerdings gilt dies nur für den Fall, dass das Strafgericht über 
den Zivilanspruch ohne Weiterungen auf Grund der im bisherigen Verfahren ge-
sammelten Beweise befinden kann. Beweiserhebungen für die Zivilklage muss 
das Gericht im Falle eines Freispruchs keine mehr tätigen (BGer 6B_11/2017 
v. 29. 8. 2017 E. 1.2; 6B_267/2016, 6B_268/2016, 6B_269/2016 v. 15.2.2017 
E. 6.1; Dolge, a.a.O., N 19 zu Art. 126 StPO; Nicolas Jeandin/Stéphanie Fontanet, 
in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge [Hrsg.], Commentaire romand, Code de 
procédure pénale suisse, 2. Aufl., Basel 2019, N 9 ff. zu Art. 126 StPO, je m.w.H.).

8.3. Die Privatklägerin macht mit ihrer Zivilklage eine Forderung von 
CHF 18'135.00 nebst Verzugszins zu 5% seit Berufungserklärung geltend 
(act. A.2). Die Forderung entspricht dem in Schweizer Franken umgerechneten 
Betrag von DM 15'000.00, welcher im Jahr 1986 als Kaufpreis für die Holzfigur 
"G._____" bezahlt worden sein soll (vgl. RG act. 12). Die Privatklägerin verlangt 
damit vom Beschuldigten sinngemäss Schadenersatz für den Verlust der angeb-
lich veruntreuten Figur. Da der Beschuldigte vorliegend vom Vorwurf der Verun-
treuung freigesprochen wird und zumindest prima facie keine sonstige Schutz-
norm ersichtlich ist, auf welche sich der Anspruch der Privatklägerin stützen könn-
te, ist eine deliktische Anspruchsgrundlage wohl zu verneinen. Sowohl die Haftung 
aus Verletzung des – bei Untergang des Pfandrechts entstehenden – Herausga-
beanspruches des Forderungsschuldners bzw. Pfandgebers (Art. 889 Abs. 1 ZGB 
i. V. m. Art. 97 ff. OR) als auch die Haftung des Forderungsgläubigers bzw. Pfand-
nehmers nach Art. 890 Abs. 2 ZGB basieren auf einer vertraglichen Grundlage 
(vgl. Thomas Bauer/Christoph Bauer, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar 
Zivilgesetzbuch II, 6. Aufl., Basel 2019, N 19 zu Art. 889 ZGB; Peter 
Reetz/Michael Graber, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum 
Schweizer Privatrecht, Sachenrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, N 1 zu Art. 890 ZGB; 
Dieter Zobl, in: Hausheer [Hrsg.], Berner Kommentar, Das Sachenrecht, 
Die beschränkten dinglichen Rechte, Das Fahrnispfand, Art. 888-906 ZGB, 
2. Aufl., Bern 1996, N 11 u. 31 zu Art. 889 ZGB sowie N 8 zu Art. 890 ZGB). Unter 

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Berücksichtigung der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist davon 
auszugehen, dass diese (vertraglichen) Ansprüche nicht adhäsionsweise im vor-
liegenden Strafverfahren geltend gemacht werden können. Darüber muss an die-
ser Stelle aber nicht abschliessend befunden werden, zumal die Sachlage ohnehin 
nicht genügend liquide ist. Wie bereits ausgeführt wurde, steht nämlich vorliegend 
sowohl die Frage, ob der verstorbene Ehemann der Privatklägerin neben dieser 
auch Kinder hinterlassen habe, als auch jene nach einer Ausschlagung der Erb-
schaft durch die Privatklägerin im Raum (vgl. E. 2.3.4). Beide Umstände hätten, 
sollten sie sich denn als zutreffend erweisen, zur Folge, dass es der Privatklägerin 
an der Aktivlegitimation zur Geltendmachung ihrer Zivilklage fehlen würde und 
diese entsprechend abzuweisen wäre. Jedoch lassen die sich in den Akten befin-
denden Unterlagen (RG act. 14.1, S. 3; act. C.1) eine abschliessende Beurteilung 
dieser Sachverhalte nicht zu (vgl. bereits RG act. 22, E. 7.3.1). Nach dem Gesag-
ten ist es aber nicht Sache des Berufungsgerichts, im Falle eines Freispruchs zu-
sätzliche Beweiserhebungen im Hinblick auf die Zivilklage zu tätigen. Folglich 
kann der zivilrechtliche Sachverhalt vorliegend nicht als spruchreif erachtet wer-
den. Die Zivilklage ist somit mangels Spruchreife auf den Zivilweg zu verweisen 
(Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO).

9. Kosten- und Entschädigungsfolge

9.1. Die Verfahrenskosten setzen sich aus den Gebühren zur Deckung des 
Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall zusammen (Art. 422 
Abs. 1 StPO). Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien diese Kosten nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die 
Rechtsmittelinstanz, wie vorliegend, selbst einen Entscheid, so befindet sie auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO).

9.1.1. Ausgangsgemäss gehen die Untersuchungskosten von CHF 2'200.00 
(RG act. 2) sowie die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Proz. Nr. 515-
2021-3) von CHF 3'600.00 zulasten des Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft 
respektive Vorinstanz; Art. 423 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 u. Abs. 2 StPO e contrario; 
vgl. bereits RG act. 22, E. 8). Der erstinstanzliche Kostenentscheid (RG act. 22, 
Dispositiv-Ziff. 3 u. 4) ist damit zu bestätigen. 

9.1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf CHF 4'000.00 fest-
gesetzt (Art. 7 VGS [BR 350.210]). Dazu kommen vorliegend Auslagen für die 
Spesenentschädigung der Zeugin C._____ (Kosten für die Anreise und eine aus-
wärtige Übernachtung) in Höhe von Euro 216.15 (act. B.4); eine Entschädigung für 
ihren Erwerbsausfall wurde von der Zeugin nicht beantragt (vgl. Art. 167 StPO; 

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Thomas Domeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Ba-
sel 2014, N 17 zu Art. 422 StPO). Unter Berücksichtigung des aktuellen Tageskur-
ses ergibt sich ein Betrag von umgerechnet CHF 226.95, womit die Verfahrens-
kosten insgesamt CHF 4'226.95 betragen. Vorliegend unterliegt die berufungs-
führende Privatklägerin vollständig und sind ihr folglich die gesamten Kosten des 
Berufungsverfahrens zu überbinden.

9.2. Art. 428 StPO regelt lediglich die Auflage der Verfahrenskosten, nicht aber 
jene der Entschädigungen und Genugtuungen. Aufgrund des Verweises von 
Art. 436 Abs. 1 StPO bestimmen sich Letztere im Rechtsmittelverfahren, ebenso 
wie im erstinstanzlichen Verfahren, nach Art. 429 ff. StPO (BGE 139 IV 45 E. 1.2). 
Im Falle eines Freispruchs hat die beschuldigte Person demnach unter anderem 
Anspruch auf eine angemessene Entschädigung ihrer Aufwendungen im Verfah-
ren (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

9.2.1. Dem Beschuldigten ist ausgangsgemäss eine (vollumfängliche) Entschädi-
gung für seine anwaltliche Vertretung im erstinstanzlichen Verfahren zuzuspre-
chen. Er ist mithin mit CHF 5'265.15 einschliesslich 3% Spesen und 7.7% MwSt. 
(RG act. 15 f.) aus der Gerichtskasse (Vorinstanz) zu entschädigen (vgl. Art. 2 
Abs. 2 u. Art. 3 Abs. 1 HV [BR 310.250]; vgl. bereits RG act. 22, E. 8). Der erstin-
stanzliche Entscheid betreffend Entschädigung des Beschuldigten (RG act. 22, 
Dispositiv-Ziff. 5) ist damit zu bestätigen.

9.2.2. Beruht das Rechtsmittelverfahren (einzig) auf der Anfechtung des erstin-
stanzlichen Entscheids durch die Privatklägerschaft und bleibt es trotz dieser An-
fechtung beim Freispruch, so ist die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldig-
ten Person entschädigungspflichtig (BGE 139 IV 45 E. 1.2; Stefan Wehren-
berg/Friedrich Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Aufl., Ba-
sel 2014, N 6 zu Art. 436 StPO m.w.H.). Entsprechend hat vorliegend die Privat-
klägerin den Beschuldigten für dessen Aufwendungen im Berufungsverfahren zu 
entschädigen. Der Verteidiger des Beschuldigten bezifferte seinen Aufwand für 
das Berufungsverfahren mit insgesamt CHF 3'873.70 einschliesslich 3% Spesen 
und 7.7% MwSt. (act. G.2). Das geltend gemachte Honorar ist ausgewiesen und 
erweist sich in Anbetracht des Umfangs und der Schwierigkeit des Falles als an-
gemessen, weshalb dem Beschuldigten eine Parteientschädigung im anbegehrten 
Umfang zulasten der Privatklägerin zuzusprechen ist.

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9.3. Die Privatklägerin beantragte die Kostenauflage an den Beschuldigten so-
wie die Verpflichtung des Beschuldigten zur Entschädigung ihrer Parteikosten 
über beide Instanzen (act. A.2, Antrag 3). Die Verteilung der Verfahrenskosten der 
ersten Instanz sowie des Berufungsgerichts ergibt sich aus den vorstehenden Er-
wägungen (E. 9.1.1 f.) Was die verlangte Prozessentschädigung anbelangt, so 
steht der Privatklägerin ausgangsgemäss weder für das vorinstanzliche Verfahren 
(vgl. Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario) noch für jenes vor dem Berufungsgericht 
(vgl. Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario) ein entspre-
chender Anspruch zu, weshalb ihrem Antrag auch in dieser Hinsicht nicht stattge-
geben werden kann.

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Demnach wird erkannt:

1. B._____ wird vom Vorwurf der Veruntreuung gemäss
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. Die Zivilklage von A._____ wird auf den Zivilweg verwiesen.

3.1. Die Untersuchungskosten von CHF 2'200.00 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

3.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 3'600.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Prättigau/Davos).

3.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'226.95 (Gerichtsgebühr 
CHF 4'000.00; Auslagen CHF 226.95) gehen zulasten von A._____.

4.1. B._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren mit
CHF 5'265.15 (inkl. Spesen und MwSt.) zulasten des Kantons Graubünden 
(Regionalgericht Prättigau/Davos) entschädigt.

4.2. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 
3'873.70 (inkl. Spesen und MwSt.) zu entschädigen.

5. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

6. Mitteilung an: