# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 120a121c-51fe-50a0-912e-ca49a29cb2a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2008 A-1441/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1441-2006_2008-09-18.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1441/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), Daniel Riedo, 
Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, 
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1995 bis 3. Quartal 2000); 
Exportbeiträge, Entgelt, Vorsteuerabzugskürzung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1441/2006

Sachverhalt:

A.
Die  X._______  AG  ist  seit  dem  1. Juli  1997  im  Register  für 
Mehrwertsteuerpflichtige  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Sie  bezweckt  laut  Handelsregisterauszug 
namentlich die Fabrikation und den Vertrieb von Schmelzkäse sowie 
anderer  Produkte  der  Lebensmittel-  und  Genussmittelbranche.  Auf 
Grund eines Fusionsvertrags im Jahr 1997 hat die X._______ AG die 
Firma  Y._______  &  Co.  AG,  welche  vom  1. Januar  1995  bis  zum 
30. Juni 1997 im Mehrwertsteuerregister eingetragen war, mit Aktiven 
und Passiven übernommen. 

An diversen Tagen im September 2000 erfolgte bei der X._______ AG 
eine Kontrolle der Steuerperioden 1. Quartal 1995 bis 3. Quartal 2000 
(Zeit vom 1.1.1995 bis zum 31.8.2000). Diese ergab folgende Ergän-
zungsabrechnungen (EA)  bzw. Gutschriftsanzeigen (GS),  welche die 
ESTV in der Folge geltend machte:

• EA Nr. ...30 vom 18. Dezember 2000 im Umfang von Fr. 1'079'112.-- 
zuzüglich 5% Verzugszins seit 16. Oktober 1999 (mittlerer Verfall),

• EA Nr. ...31  vom 18. Dezember  2000  im Umfang von Fr. 20'044.-- 
zuzüglich  5%  Verzugszins  seit  10. September  1998  (mittlerer 
Verfall),

• EA Nr. ...32  vom 18. Dezember  2000  im Umfang von Fr. 60'433.-- 
zuzüglich 5% Verzugszins seit 15. März 1996 (mittlerer Verfall),

• EA  Nr. ...33  vom  18. Dezember  2000  im  Umfang  von  Fr. 4'913.-- 
zuzüglich 5% Verzugszins seit 15. März 1996 (mittlerer Verfall),

• EA Nr. ...89 vom 19. Juni 2002 im Umfang von Fr. 8'336.-- zuzüglich 
5% Verzugszins seit 10. September 1998 (mittlerer Verfall),

• GS Nr. ...77 vom 19. Juni 2002 im Umfang von Fr. 265'819.--.

B.
Am 10. April 2001 und 29. Juli 2002 bestritt die X._______ AG einige 
Teilbereiche  der  besagten  Nachforderungen  bzw. der  Gutschrift  und 
verlangte einen einsprachefähigen Entscheid. Daraufhin bestätigte die 
ESTV  mit  förmlichem  Entscheid  vom  11. November  2002  ihre 

Seite 2

A-1441/2006

Rechtsauffassung  für  die  (noch)  bestrittenen  Bereiche  gemäss  EA 
Nr. ...30, EA Nr. ...32, EA Nr. ...89 sowie der GS Nr. ...77 und machte 
gleichzeitig  ihre  Steuernachforderung  von  insgesamt  Fr. 882'062.-- 
(1'079'112.--  + 60'433.--  +  8'336.--  ./. 265'819.--)  geltend. Zusätzlich 
wurde ein Verzugszins von gesamthaft  Fr. 65'536.-- in Rechnung ge-
stellt.  Die  angeblich  von  der  X._______  AG  geschuldeten  Beträge 
wurden  von  der  ESTV  mit  ausstehenden  Vorsteuerguthaben 
verrechnet.

C.
Gegen  diesen  Entscheid  liess  die  X._______  AG  am  9. Dezember 
2002 Einsprache erheben und beantragen, der förmliche Entscheid sei 
aufzuheben  und  es  sei  ein  neuer  Entscheid  zu  erlassen,  der 
verschiedene  (einzeln  aufgezählte)  Konti  nicht  zur  Kürzung  des 
Vorsteuerabzugs beiziehe. Ausserdem beantragte sie die Ausrichtung 
von  Vergütungszinsen  auf  zu  Unrecht  verrechneten  Beträgen.  Mit 
Einspracheentscheid  vom  3. März  2005  hiess  die  ESTV  die 
Einsprache  teilweise  gut,  indem  sie  der  X._______  AG  einen 
Vergütungszins  von  Fr. 14'247.--  zusprach.  Im  Übrigen  wies  sie  die 
Einsprache ab und hielt an der Nachforderung von Fr. 882'062.-- sowie 
an  der  Verzugszinsforderung  (ab  dem  jeweiligen  Verfalldatum)  von 
Fr. 65'536.--  fest.  Die  ESTV  erwog  in  Bezug  auf  Beiträge  für  Ex-
portlieferungen,  die  der  Beschwerdeführerin  von  verschiedenen 
Käsemarktorganisationen ausgerichtet  worden waren,  "dass (jeweils) 
kein  zwischen  den  Parteien  stattgefundener  Leistungsaustausch 
ersichtlich  (sei)".  Bezüglich  der  Beschwerdeführerin  ebenfalls 
zugeflossener  Verbilligungsbeiträge  für  Schmelzrohware  (zur 
Herstellung von Schmelzkäse) erwog die ESTV zudem, dass es sich 
dabei – für den Fall, dass zwischen den Käsemarktorganisationen und 
der Beschwerdeführerin ein Leistungsaustausch stattgefunden hätte – 
"um eine Entgeltsminderung (...handle), die vorsteuerseitig (wiederum) 
durch  eine  entsprechende  Korrektur  zu  berücksichtigen  wäre".  Ge-
stützt  auf  diese Erwägungen stellte die ESTV schliesslich fest,  dass 
die fraglichen Beträge (aufgrund ihrer Qualifikation als Subventionen 
und  der  damit  verbundenen  verhältnismässigen  Vorsteuer-
abzugskürzung)  zu  Recht  mit  den  (Vorsteuer-)Guthaben  der 
X._______ AG verrechnet worden seien.

D.
Mit  Eingabe  vom  18. April  2005  liess  die  X._______  AG 
(Beschwerdeführerin)  gegen  den  erwähnten  Einspracheentscheid 

Seite 3

A-1441/2006

Beschwerde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) 
erheben mit folgenden Anträgen:

"1. Die  Verwaltungsbeschwerde  sei  gutzuheissen  und  der  Einspracheent-
scheid  der  Hauptabteilung  Mehrwertsteuer  vom  3. März  2005  i.S. 
X._______ AG betreffend Nachbelastung von CHF 882'062.-- nebst Zins 
ab  jeweiligem  Verfalldatum  von  CHF  65'536.--  sei  in  Bezug  auf  die 
nachfolgenden Posten aufzuheben,  und es sei  ein  neuer  Entscheid  zu 
erlassen, welcher diese nicht mehr enthält:

- CHF      377.40 aus Konto 10681 (Exportbeiträge Tilsiter)
- CHF 15'058.40 aus Konto 10682 (Exportbeiträge Appenzeller)
- CHF   2'907.70 aus Konto 10683 (Exportbeiträge SGWH)
- CHF   7'263.60 aus Konto 34230 (Tilsiter Schmelzrohware für Export)
- CHF 24'851.40  aus Konto 34210/34240 (Appenzeller Schmelzrohware 

für Export)
  CHF 50'458.50  TOTAL

2. Der  X._______  AG  sei  auf  dem  von  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  aufgrund  der  EA  ...30  und  ...32  zu  Unrecht 
verrechneten Betrag vom Tage dieser Verrechnung an bis zur Auszahlung 
dieses Betrags gemäss Ziff. 1 ein Zins zu 5% auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -."

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, 
dass  bereits  der  Wortlaut  von  Art. 26  Abs. 2  der  Verordnung  vom 
22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) die 
Leistung des Entgelts nicht bloss durch den Empfänger der Leistung, 
sondern auch durch einen Dritten ausdrücklich vorsehe. Bei den vorlie-
gend zur Diskussion stehenden Beiträgen (Export- bzw. Verbilligungs-
beiträge) der entsprechenden Marktorganisationen für Käse an die Be-
schwerdeführerin  handle  es  sich  um  solche  (private)  Drittentgelte. 
Denn unter Verweis auf das höchstrichterliche Urteil 2A.450/2001 vom 
27. Mai 2003 sei bei  privaten Zuwendungen Dritter stets zu untersu-
chen, "ob diese Teil des Entgelts und damit als sogenannte Entgelts-
auffüllung  Teil  des  eigentlichen  (zwischen  den  beiden  Parteien  er-
brachten) Leistungsaustauschs bilden". In Bezug auf die streitigen Ex-
portbeiträge, wofür die Beschwerdeführerin eine Vielzahl von (Abrech-
nungs-)Belegen (für die Konti Nr. 10681, 10682 und 10683) ins Recht 
legte,  hielt  sie  namentlich  betreffend  die  Sortenorganisation  Tilsiter 
(und  gleichermassen  für  weitere  Sortenorganisationen)  fest,  dass 
diese  als  zuständige  Marktorganisation  ihrerseits  Bundesbeiträge 
erhalten habe, um den Export zu fördern. Die Tätigkeit der Sortenorga-
nisation sei jedoch über ein blosses Weiterleiten der Beiträge hinaus-
gegangen;  diese  habe  selbständig  eine  eigentliche  Marktsteuerung 
vorgenommen  resp.  die  Höhe  der  Beiträge  in  gewissen  Schranken 

Seite 4

A-1441/2006

selbst festgelegt. Subventionsempfängerin sei sowohl faktisch als auch 
gemäss ausdrücklicher gesetzlicher Regelung die Geschäftsstelle Til-
siter  gewesen;  diese  hätte  in  ihrer  Mehrwertsteuerabrechnung  die 
Subvention zu deklarieren und die Kürzung des Vorsteuerabzugs vor-
zunehmen gehabt. Entgegen dem "ökonomischen Subventionsbegriff" 
habe sie – so die Beschwerdeführerin weiter – mit ihren Exportverkäu-
fen keine im öffentlichen Interesse liegenden Aufgaben  wahrgenom-
men, sondern ihr eigenes betriebswirtschaftliches Interesse, ein mög-
lichst gutes Jahresergebnis zu erzielen. Insgesamt handle es sich bei 
den Zahlungen der Käsemarktorganisationen um Beiträge einer priva-
ten Organisation,  welche  keinen Subventionscharakter,  sondern  den 
Charakter  als sog. "Entgeltsauffüllung" hätten. Im Inland würden sol-
che Leistungen der Mehrwertsteuer unterliegen; beim Export seien sie 
demgegenüber  von  der  Mehrwertsteuer  echt  befreit  (Art. 19  Abs. 2 
Ziff. 1  MWSTV [recte: Art. 15  Abs. 2  Bst. a  MWSTV]).  Entsprechend 
argumentierte die Beschwerdeführerin in Bezug auf die aus den Konti 
Nr. 34230  bzw. 34210/34240  ersichtlichen  "Verbilligungsbeiträge"  für 
Tilsiter-  bzw. Appenzeller-Schmelzrohware. Auch dort  handle es sich 
nicht um Subventionen, sondern um private Leistungen Dritter, welche 
als Entgeltauffüllung dem jeweiligen (Export-)Geschäft  konkret  zuge-
wiesen werden könnten und infolgedessen von der Steuer echt befreit 
seien.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2005 beantragte die ESTV vor-
ab die Feststellung, dass der Einspracheentscheid vom 3. März 2000 
im Umfang von Fr. 831'603.50 in Rechtskraft erwachsen sei. Im Übri-
gen sei die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen. Zur Begründung 
wies sie darauf hin, dass es durchaus einem auf Bundesebene gängi-
gen System entspreche, dass Subventionen ausgerichtet würden, um 
dann an die eigentlichen Nutzniesser der Subvention (sog. "Zweitemp-
fänger") weitergeleitet zu werden. Das System, das den streitigen Zah-
lungen der verschiedenen privaten (Sorten-)Organisationen zugrunde 
liege, habe seinen Ursprung im Bundesrecht, der Export- und Absatz-
förderung und der Milch- und Käsemarktpolitik. Die Eidgenossenschaft 
leiste  unbestrittenermassen  Subventionen  an  die  Sortenorganisatio-
nen,  die  jedoch  nicht  diese  selber,  sondern  beispielsweise  die  Be-
schwerdeführerin  begünstigten und so den höheren und vermehrten 
Absatz und die bessere Vermarktung des Schweizer Käses im Ausland 
erreichen sollen und damit auch direkt den innerstaatlichen volkswirt-
schaftlichen Interessen dienen würden. Dass im vorliegenden Fall die 

Seite 5

A-1441/2006

(Käse-)Sortenorganisationen  (Erst-)Empfänger  der  Bundessubventio-
nen  seien  und  diese  zu  geringem Teil  auch  selber  "bewirtschaften" 
würden, bevor sie die erhaltenen Subventionen u.a. an die Beschwer-
deführerin weiterleiten würden, könne keine Rolle spielen bzw. keinen 
Einfluss auf die "Qualifizierung" der Beiträge als Subvention haben.

F.
Mit Schreiben vom 30. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen hat.

Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängi-
gen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
Art. 37 VGG das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist  zur  Behandlung der Beschwerde sach-
lich wie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

1.2 Am  1. Januar  2001  sind  das  Bundesgesetz  vom  2. Septem-
ber 1999 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) sowie die da-
zugehörige Verordnung (MWSTGV, SR 641.201) in Kraft getreten. Der 
zu beurteilende Sachverhalt hat sich indessen in den Jahren 1995 bis 
2000 zugetragen. Auf die vorliegende Beschwerde ist damit grundsätz-
lich noch bisheriges Recht anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Es hat den 
Sachverhalt  von Amtes wegen festzustellen und ist  dabei  nicht  aus-

Seite 6

A-1441/2006

schliesslich an die Parteibegehren gebunden. Die Beschwerdeinstanz 
hat  das Recht  von Amtes wegen anzuwenden; sie  ist  an  die  vorge-
brachten rechtlichen Überlegungen der Parteien nicht gebunden (vgl. 
Art. 62 Abs. 4 VwVG; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 39 
Rz. 112).

1.4 Die Beschwerdeführerin bestreitet im vorliegenden Fall nicht den 
gesamten  Einspracheentscheid,  sondern  lediglich  einzelne  aufge-
rechnete Beträge im Zusammenhang mit  den Kontonummern 10681, 
10682,  10683,  34230  sowie  34210/34240,  welche  insgesamt 
Fr. 50'458.50 ausmachen.

2.
2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die  im Inland gegen Entgelt 
erbrachten  Lieferungen  von  Gegenständen (Art. 4  Bst.  a  MWSTV). 
Damit  ein  steuerbarer  Umsatz  überhaupt  vorliegt,  ist  ein  Austausch 
von  Leistungen  notwendig.  Der  Leistung  steht  eine  Gegenleistung 
(Entgelt) gegenüber. Die Entgeltlichkeit stellt ein unabdingbares Tatbe-
standsmerkmal  einer mehrwertsteuerlichen Leistung dar (Ausnahme: 
Eigenverbrauch  [Art. 4  Bst. c  MWSTV]).  Besteht  kein  Austauschver-
hältnis in  diesem Sinn zwischen Leistungserbringer und -empfänger, 
ist die Aktivität mehrwertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den Gel-
tungsbereich der Mehrwertsteuerordnung (vgl.  statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1430/2006  vom  25. Mai  2007  E. 2.1; 
Entscheid der SRK vom 18. November 2002, veröffentlicht in Verwal-
tungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.49 E. 2a/cc).

2.1.1 Die Annahme eines solchen  Leistungsaustauschs setzt voraus, 
dass zwischen Leistung und Gegenleistung eine innere wirtschaftliche 
Verknüpfung gegeben ist (BGE 126 II 443 E. 6a mit Hinweisen; IVO P. 
BAUMGARTNER,  in:  mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer,  Basel/Genf/München  2000,  Rz. 6  und  8  zu  Art. 33 
Abs. 1 und 2). Die Beantwortung der Frage nach der inneren Verknüp-
fung  erfolgt  nicht  in  erster  Linie  nach  zivilrechtlichen,  sondern  nach 
wirtschaftlichen,  tatsächlichen Kriterien. Insbesondere  ist  für  die  An-
nahme  eines  Leistungsaustauschs  das  Vorliegen  eines  Vertragsver-
hältnisses nicht zwingend erforderlich. Es genügt vielmehr, dass Leis-
tung und Gegenleistung innerlich derart verknüpft sind, dass die Leis-
tung eine Gegenleistung auslöst, mithin zwischen diesen ein ursächli-
cher Zusammenhang besteht (BGE 126 II 249 E. 4a, 132 II 353 E. 4.1; 

Seite 7

A-1441/2006

vgl.  zum  Ganzen  ferner:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1408/2006 vom 13. März 2008 E. 3.1 bis 3.3 mit  weiteren Hinwei-
sen).

2.1.2 Nach Art. 26  Abs. 1  MWSTV wird  die  Steuer  vom  Entgelt be-
rechnet;  dieses  stellt  die  Bemessungsgrundlage  dar.  Dazu  gehört 
alles, was der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter als Gegen-
leistung für die Lieferung oder Dienstleistung aufwendet (Art. 26 Abs. 2 
MWSTV). Bei der Bestimmung der Bemessungsgrundlage ist somit auf 
das, was der Leistungsempfänger aufwendet und nicht  auf  das, was 
der Leistende erhält,  abzustellen. Was Entgelt  ist,  bestimmt sich aus 
der  Sicht  des  Abnehmers  und  nicht  des  Leistungserbringers  (Urteil 
des  Bundesgerichts  vom  9. April  2002,  veröffentlicht  in  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 72 S. 792 E. 5.1; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1442/2006 vom 11. Dezember  2007  E. 3.1 
mit weiteren Hinweisen).

2.1.3 Nicht  zum  Entgelt  gehören  gemäss  Art. 26  Abs. 6  Bst. b 
MWSTV "Subventionen und andere  Beiträge der  öffentlichen Hand". 
Diese fliessen nicht in die Bemessungsgrundlage ein und unterliegen 
der Steuer nicht.

2.2 Verwendet  der  Steuerpflichtige  Gegenstände  oder  Dienstleistun-
gen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann er in seiner Steuer-
abrechnung die ihm von anderen Steuerpflichtigen mit  den Angaben 
nach  Art. 28  MWSTV  in  Rechnung  gestellte  Steuer  für  Lieferungen 
und Dienstleistungen abziehen (Art. 29 Abs. 1 und 2  MWSTV). Unter 
der  Marginale  "Ausschluss  vom  Vorsteuerabzugsrecht"  bestimmt 
Art. 30 Abs. 6 MWSTV, dass der Vorsteuerabzug verhältnismässig zu 
kürzen ist, soweit ein Steuerpflichtiger Subventionen oder andere Bei-
träge der öffentlichen Hand erhält. Das Bundesgericht hat die Verfas-
sungsmässigkeit dieser Regelung bestätigt (BGE 126 II 443 E. 6b und 
c mit Hinweisen; vgl. ferner Entscheid der SRK 2003-080 vom 14. Ja-
nuar 2005, veröffentlicht in VPB 69.88 E. 2.b/aa).

Dieser Ordnung entsprechend sind somit  "Subventionen und andere 
Beiträge  der  öffentlichen  Hand"  nicht  Bestandteil  der  Bemessungs-
grundlage  für  die  Mehrwertsteuer,  das  heisst,  sie  unterliegen  der 
Steuer nicht. Andererseits geben sie jedoch auch keinen Anspruch auf 
Abzug  der  Vorsteuer,  weshalb  das  Vorsteuerabzugsrecht  verhältnis-
mässig zu kürzen ist, soweit ein Steuerpflichtiger solche Beiträge er-
hält. 

Seite 8

A-1441/2006

2.3 Eine allgemein anerkannte Umschreibung des Subventionsbegriffs 
gibt es im schweizerischen Recht allerdings nicht; auch die MWSTV 
bzw. das MWSTG definieren den Begriff der Subvention nicht. 

Das Bundesgericht nahm in BGE 126 II 443 in grundsätzlicher Hinsicht 
zum Begriff  der  Subvention und zu deren Behandlung im Mehrwert-
steuerrecht Stellung. Es umschrieb Subventionen allgemein als Beiträ-
ge der öffentlichen Hand, die ohne entsprechende marktwirtschaftliche 
Gegenleistungen  ausgerichtet  würden.  Der  Subventionsgeber  wolle 
damit beim Subventionsempfänger ein bestimmtes Verhalten hervorru-
fen, das zur Erreichung eines bestimmten Ziels als geeignet erscheine. 
Diese Zielsetzung müsse im öffentlichen Interesse liegen und werde 
mit  der  Subventionierung  zu  verwirklichen  versucht.  Abgesehen  von 
dieser  Verhaltensbindung  des  Subventionsempfängers  erfolgten  die 
Beiträge aber ohne Gegenleistung, das heisst, eine marktwirtschaftlich 
gleichwertige Leistung sei für die Subvention nicht zu entrichten. Aus 
diesen Gründen sei es richtig, dass der Verordnungsgeber die Subven-
tionen  vom steuerbaren  Entgelt  ausgenommen habe  (E. 6; bestätigt 
durch  das  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.353/2001  vom  11. Februar 
2002, veröffentlicht in ASA 73 S. 147 E. 1.2). 

2.4 Spenden, Legate und andere freiwillige Beiträge von Privaten oder 
Unternehmen werden von der Rechtsprechung den Subventionen und 
anderen  Beiträgen  der  öffentlichen  Hand  gleichgestellt,  welche  ge-
mäss Art. 26 Abs. 6 Bst. b MWSTV (grundsätzlich) nicht zum Entgelt 
zählen.  Wie  bei  der  öffentlichrechtlichen  Subvention  wird  mit  einer 
zweckgebundenen  privaten  Zuwendung  angestrebt,  dass  der  Leis-
tungsempfänger eine bestimmte Aufgabe erfüllt,  die jedoch im einen 
wie im anderen Fall  nicht  eine konkrete Gegenleistung darstellt. Der 
private Spender will  – wie auch ein Subventionsgeber – die Tätigkeit 
des Unternehmens allgemein fördern (BGE 126 II 443 E. 8; Urteile des 
Bundesgerichts  2A.650/2005  vom  15. August  2006  E. 3.1, 
2A.526/2003 vom 1. Juli 2004 E. 1.1, vom 4. Juli 2003, veröffentlicht in 
ASA 73 S. 563 E. 4.3, 4.5). Solche unentgeltliche Zuwendungen von 
Privaten  werden  als  sogenannte  Nichtumsätze  bezeichnet,  welche 
(wie  Subventionen und andere Beiträge der öffentlichen Hand)  nicht 
Gegenstand  der  Mehrwertsteuer  bilden  (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS 
HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz 
[MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 153 f., 307 ff.; vgl. auch BGE 132 II 
353  E. 4.3;  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1354/2006 vom 24. August  2007 E. 3.3). Allerdings ist  bei  freiwilli-

Seite 9

A-1441/2006

gen  privaten  Zuwendungen  im  Einzelfall  genau  zu  prüfen,  ob  eine 
solche vorliegt oder ob eine konkrete Leistung abgegolten wird (BGE 
126 II 443 E. 8a; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.450/2001 vom 
27. Mai 2003 E. 4.2).

2.5 Gewisse Umsätze sind von der Steuer befreit. Dazu gehören ge-
stützt auf Art. 15 Abs. 2 Bst. a MWSTV u.a. Lieferungen von Gegen-
ständen, die direkt ins Ausland befördert oder versendet werden.

2.6
2.6.1 Für den hier massgebenden zeitlichen Anwendungsbereich der 
(alten) Mehrwertsteuerverordnung  gelten  gemäss  höchstrichterlicher 
Rechtsprechung als Subventionen im Sinne von Art. 26 Abs. 6 Bst. b 
MWSTV (entspricht Art. 33 Abs. 6 Bst. b MWSTG) insbesondere auch 
Ausfuhrbeiträge,  welche  als  agrarpolitische  Massnahme  im  Bereich 
der  Unterstützung der  schweizerischen Landwirtschaft  geleistet  wer-
den und die Differenz zwischen den höheren Inlandpreisen und den 
tiefen Weltpreisen ausgleichen sollen. Konkret  werde –  so das  Bun-
desgericht – mit der Subvention der Export von Erzeugnissen der Nah-
rungsmittelindustrie  aus  schweizerischen  Landwirtschaftsprodukten 
gezielt gefördert. Diesfalls seien sie nicht mit spezifischen Leistungen 
verknüpft,  welche der  Beitragsempfänger gegenüber  der  öffentlichen 
Hand zu erbringen hätte. Vielmehr gehe es um die Förderung des Ex-
portes von Erzeugnissen der Nahrungsmittelindustrie aus schweizeri-
schen Landwirtschaftsprodukten als öffentliches Interesse. Somit liege 
den  Beiträgen  kein  Leistungsaustauschverhältnis  zu  Grunde.  Nicht 
entscheidend sei dabei, ob die fraglichen Ausfuhrbeiträge auf der Dif-
ferenz  zwischen  den  höheren  Inlandpreisen  und  den  tieferen  Welt-
marktpreisen oder nach anderen Faktoren bemessen würden. Im Übri-
gen würden Exportsubventionen aufgrund verschiedener Gesetze aus-
gerichtet, so beispielsweise auch gestützt auf das Bundesgesetz über 
die Landwirtschaft  (SR 910.0). Soweit  also derartige Lieferungen ins 
Ausland subventioniert worden seien, sei die Vorsteuer im Umfang der 
erhaltenen Beiträge verhältnismässig zu kürzen (vgl. zum Ganzen: Ur-
teil des Bundesgerichts 2A.353/2001 vom 11. Februar 2002, veröffent-
licht in ASA 73 S. 150 ff. E. 1.3, 2.1 und 2.3; Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1431/2006  vom  25. Mai  2007  E. 2.6.3;  ferner  auch 
Entscheid  der  SRK 2003-080  vom 14. Januar  2005,  veröffentlicht  in 
VPB 69.88 E. 2a/bb).

Seite 10

A-1441/2006

2.6.2 Im Unterschied  zur  soeben  wiedergegebenen  Rechtsprechung 
zur Mehrwertsteuerverordnung gelten im Anwendungsbereich des seit 
1. Januar 2001 gültigen Mehrwertsteuergesetzes (MWSTG) Erstattun-
gen, Beiträge und Beihilfen bei Lieferungen ins Ausland, deren Umsät-
ze befreit sind, nicht mehr als Subventionen oder Beiträge der öffentli-
chen Hand (Art. 38 Abs. 8 letzter Satz MWSTG), welche eine verhält-
nismässige  Kürzung  der  Vorsteuer  zur  Folge  hätten  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1431/2006  vom 25. Mai  2007  E. 2.6.3, 
2. Absatz). Laut  Bundesgericht  handelt  es  sich  dabei  nicht  um eine 
Auslegungsregel zum allgemeinen Grundsatz, wonach bei Subventio-
nen die Vorsteuer zu kürzen sei. Vielmehr gehe es – und dies auch 
nach der im Parlament vertretenen Ansicht (vgl. Votum Brändli, Amtli-
ches Bulletin der Bundesversammlung [AB] 1998 S 1000) – um eine 
"Sonderregelung",  welche  die  allgemeine  Regel  einschränke.  Somit 
lasse  Art. 38  Abs. 8  MWSTG  den  Schluss  nicht  zu,  Exportbeiträge 
seien  keine  Subventionen  im  Sinne  der  Mehrwertsteuerverordnung 
oder  ein  allgemeiner  Grundsatz  verbiete,  bei  Subventionen  in  Form 
von Exportbeiträgen den Vorsteuerabzug verhältnismässig zu kürzen. 
Dem  würde  die  Rechtslage  gemäss  der  Mehrwertsteuerverordnung 
entgegen stehen (Urteil des Bundesgerichts 2A.353/2001 vom 11. Fe-
bruar 2002, veröffentlicht in ASA 73 S. 147 E. 5).

2.6.3 Im Hinblick auf eine allfällige Totalrevision des Mehrwertsteuer-
gesetzes will der Bundesrat den soeben wiedergegebenen Status quo 
bei der mehrwertsteuerlichen Behandlung von Subventionen gemäss 
der  Botschaft  zur  Vereinfachung  der  Mehrwertsteuer  vom  25. Juni 
2008 (BBl 2008 6885) beibehalten: Subventionen und andere Beiträge 
der öffentlichen Hand stellten Nicht-Entgelt dar und würden demzufol-
ge  nicht  in  den  Anwendungsbereich  der  Mehrwertsteuer  fallen  (vgl. 
Art. 6 Abs. 2 E-MWSTG). Im Gegenzug habe der steuerpflichtige Emp-
fänger seinen Vorsteuerabzug verhältnismässig zu kürzen (vgl. Art. 34 
Abs. 2 E-MWSTG; Botschaft  S. 7124  in  fine). Dabei  sollen  (entspre-
chend  der  heutigen  "Sonderregelung"  in  Art. 38  Abs. 8  MWSTG  in 
fine)  "Erstattungen,  Beiträge  und  Beihilfen  bei  Lieferungen  ins  Aus-
land, die nach Artikel 23 Absatz 2 Ziffer 1 (E-MWSTG) von der Steuer 
befreit sind", mangels Leistung nicht als Entgelt, sondern als Nichtleis-
tungen gelten, die allerdings von der verhältnismässigen Vorsteuerkür-
zung ausgenommen sein sollen (vgl. Art. 18 Abs. 2 Bst. k i.V.m. Art. 34 
Abs. 2 E-MWSTG).

Seite 11

A-1441/2006

3.
Im  vorliegenden  Fall  bestreitet  die  Beschwerdeführerin  die  Aufrech-
nung der besagten Konti (oben E. 1.3) in der Höhe von Fr. 50'458.50 
infolge Vorsteuerabzugskürzungen im Zusammenhang mit  Subventio-
nen.

3.1 Unbestritten  ist  zunächst,  dass  der  Bund  (vertreten  durch  das 
Bundesamt für Landwirtschaft)  den (Inland-)Verkauf  bzw. den Export 
von Käse mittels Beiträgen u.a. an die Beschwerdeführerin selbst resp. 
über  privatrechtlich  organisierte  Käsemarktorganisationen  (wie  z.B. 
Sortenorganisation Tilsiter  bzw. Appenzeller)  unterstützte. Diese wie-
derum entrichteten Gelder an Leistungserbringer (Exporteure) wie bei-
spielsweise die Beschwerdeführerin. Einzig die mehrwertsteuerrechtli-
che Qualifikation dieser letzteren Beiträge (d.h. von den Sortenorgani-
sationen an die Beschwerdeführerin) ist hier umstritten. Die ESTV hält 
dafür,  es  handle sich  dabei  um (lediglich  weitergeleitete)  Subventio-
nen,  die  ihrer  Meinung  nach  kein  (Dritt-)Entgelt  darstellen  können. 
Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass nicht sie, 
sondern  die fraglichen (privatrechtlich organisierten) Sortenorganisa-
tionen  Subventionsempfängerinnen  gewesen  seien.  Infolgedessen 
stellten  die  Exportbeiträge  der  entsprechenden  Marktorganisationen 
an sie als Exporteurin  keine direkten staatlichen Subventionen mehr 
dar und seien als "Beiträge privater Organisationen" und aufgrund des 
direkten  Zusammenhangs  mit  konkreten  (Export-)Lieferungen  als 
"steuerbefreite Entgeltauffüllung" (im Sinne von Drittentgelt) zu werten. 
Im Folgenden stellt  sich somit zunächst und insbesondere die Frage 
nach der rechtlichen Qualifikation dieser "Exportbeiträge".

3.2 Ausgangspunkt für den hier zu beurteilenden Fall  ist  u.a. Art. 24 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über die Förderung 
der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes (altes Land-
wirtschaftsgesetz,  aLwG,  AS  1953  1073  und  nachfolgende  Revisio-
nen, BBl 1951 III 129), wonach der Bund "die Ausfuhr von Nutz- und 
Zuchttieren, von Erzeugnissen der Vieh- und Milchwirtschaft und des 
Obst- und Weinbaus" förderte. Als Massnahmen im Bereich der Milch-
wirtschaft konnte der Bund u.a. "die Erhebung von Abgaben auf Kon-
summilch und Konsumrahm sowie auf der Einfuhr von Butter, Trocken- 
und Kondensmilch, ferner von Speiseöhlen und Speisefetten, mit Ein-
schluss der zu ihrer Herstellung notwendigen Rohstoffe und Halbfabri-
kate anordnen; die Erträgnisse dieser Abgaben (...waren) zur Senkung 
der  Preise  von  Milchprodukten  und  einheimischen  Speisefetten  und 

Seite 12

A-1441/2006

zur Förderung ihres Absatzes zu verwenden (...)" (Art. 26 Abs. 1 Bst. b 
aLwG). Namentlich gestützt auf die beiden vorerwähnten Bestimmun-
gen  erliess  der  Schweizerische  Bundesrat  die  Verordnung  vom 
26. April  1993  zu  Milchbeschluss,  Käsemarktordnung  und  Milchwirt-
schaftsbeschluss 1988 (MKMV, AS 1993 1669 und nachfolgende Revi-
sionen; aufgehoben am 7. Dezember 1998). Gemäss deren Art. 1 war 
der  Milchgrundpreis  auf  den  1. September  1993  um  10 Rappen  ge-
senkt und auf 97 Rappen je Kilo festgesetzt worden. Aus (dem im Spe-
ziellen für den Käsemarkt einschlägigen) Art. 3 geht des weiteren (im 
Wesentlichen)  hervor,  dass  der  Verbilligungsbeitrag  (namentlich)  für 
Tilsiter  Käse  umgerechnet  und  der  zuständigen  Marktorganisation 
[d.h. wohl der Sortenorganisation Tilsiter] ausgerichtet wurde. Für Ap-
penzeller  Käse  wurde ein  Verbilligungsbeitrag  je  Kilo  verkäste  Milch 
gewährt  [dies  wohl  wiederum  an  die  zuständige  Marktorganisation, 
d.h. der Sortenorganisation Appenzeller] (Abs. 3). Gemäss Abs. 5 der 
vorgenannten Bestimmung konnte das besagte Bundesamt zur Verbilli-
gung der  Schmelzrohwahre,  die  nicht  an die (damalige)  Schweizeri-
sche Käseunion (SK) abzuliefern war (sog. "Nicht-SK-Schmelzrohwa-
re"), im Einvernehmen mit der Eidgenössischen Finanzverwaltung Bei-
träge gewähren, welche unter Berücksichtigung der für die Unionssor-
ten  geltenden  Rohwarenpreise  den  Marktverhältnissen  anzupassen 
und nach Gehalt  und Qualität  abzustufen waren. Schliesslich konnte 
das  Bundesamt  gestützt  auf  Abs. 6  der  besagten einschlägigen Be-
stimmung "für  die  nicht  von der  SK bewirtschafteten Exportkäse mit 
mindestens 35 Prozent Fett in der Trockenmasse sowie für exportier-
ten  Schabziger  (...),  im  Einvernehmen  mit  der  Eidgenössischen  Fi-
nanzverwaltung,  einen  Verbilligungsbeitrag  (Inlandverbilligung zuzüg-
lich  Exportbeitrag)  von  höchstens  5  Franken  und  für  Tilsiter  von 
höchstens 6.50 Franken je Kilo Käse gewähren. Für Appenzeller, (...
[konnten])  zusätzlich  zum  erwähnten  Höchstbetrag  vorübergehende 
Beiträge zur Absicherung von Währungsschwankungen gewährt wer-
den". 

Aus den  erwähnten  gesetzlichen  Grundlagen  geht  klar  hervor,  dass 
der Bund den Absatz sowie Export von Erzeugnissen namentlich der 
Milchwirtschaft fördern wollte. Dabei steht für das Bundesverwaltungs-
gericht ausser Frage, dass die Exportbeiträge und Inlandverbilligungen 
(letztendlich)  den Exporteuren für  deren Ausfuhrlieferungen bzw. zur 
Beschaffung von Rohstoffen zu Gute kommen sollten. Demnach wurde 
nicht  die Tätigkeit  der Exportförderung mittels  Ausfuhrbeiträgen sub-
ventioniert,  sondern die Ausfuhrlieferungen als solche. Infolgedessen 

Seite 13

A-1441/2006

ist davon auszugehen, dass die Auszahlung der Ausfuhrbeiträge ledig-
lich aus praktischen Gründen (d.h. aus Gründen der Firmennähe) und 
zur besseren Koordination resp. Kontrolle über die jeweiligen Sortenor-
ganisationen erfolgte. Diese erhielten die Beiträge, um an Stelle des 
Bundes u.a. mittels Ausfuhrbeiträgen an ihre Mitglieder (Exportfirmen) 
den Export zu fördern.

3.3 Die  für  den  konkreten  Fall  streitigen  Beiträge  zielen  einerseits 
mittels "Exportbeiträgen" auf die (direkte) Förderung des Exports von 
Tilsiter, Appenzeller und der übrigen Weich-, Halbhart- und Spezialkä-
se (Nicht-SK-Käse) und andererseits auf die Verbilligung von Tilsiter- 
bzw. Appenzeller-Schmelzrohware (abzüglich eines zurückzuerstatten-
den Betrags auf dem Inlandverbrauch) hin. Es handelt sich dabei somit 
klarerweise um ("direkte" bzw. was die Inlandverbilligungen angeht um 
"indirekte") Exportförderungsbeiträge, die gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung (vgl. oben E. 2.6; damals indes gestützt auf das Bun-
desgesetz vom 13. Dezember 1974 über die Ein- und Ausfuhr von Er-
zeugnissen aus Landwirtschaftsprodukten [sog. "Schoggigesetz",  SR 
632.111.72]) als Subventionen oder andere Beiträge der öffentlichen 
Hand im Sinne des Mehrwertsteuerrechts mit der Folge einer verhält-
nismässigen Vorsteuerabzugskürzung zu gelten haben (vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1431/2006 vom 25. Mai 2007 E. 4.2):

Denn sowohl in jenem wie auch im vorliegenden Fall geht es um die 
Förderung des Exports von Erzeugnissen der Nahrungsmittelindustrie 
aus  schweizerischen  Landwirtschaftsprodukten  als  (eigenständiges) 
öffentliches Interesse. Ziel  ist  mithin die Förderung von Exporten an 
sich. Folglich erfolgten die fraglichen (Export-)Beiträge aus wirtschafts-
politischen  Überlegungen  und  somit  zum  Selbstzweck  bzw.  lagen 
diese  im  öffentlichen  Interesse  begründet.  Demgegenüber  sind  die 
Beiträge  weder  mit  speziellen  Leistungen  verknüpft,  welche die  Be-
schwerdeführerin  gegenüber  der  öffentlichen Hand zu erbringen ge-
habt hätte, noch liegen ihnen anderweitige Leistungsaustauschverhält-
nisse zugrunde. Mit anderen Worten stellt sich für den hier streitigen 
Fall  die  Frage  des  "ursächlichen  Zusammenhangs"  mit  einzelnen 
(Export-)Lieferungen nicht, zumal wie gesagt genau diese Exporte mit-
tels  Beiträgen  der  öffentlichen  Hand  gefördert  werden  sollten.  Aus 
diesem  Grund  erübrigt  sich  die  eingehende  Prüfung  der  von  der 
Beschwerdeführerin geltend gemachten Verknüpfung der Beiträge mit 
einzelnen, konkret ausgewiesenen und belegten (Export-)Lieferungen. 
Wesentlich ist für den hier zu beurteilenden Fall einzig, dass die Ex-

Seite 14

A-1441/2006

portförderung  (mittels  Exportbeiträgen  und  Inlandverbilligungen)  den 
(einzelnen) Exportfirmen zu Gute kommen sollte (vgl. oben E. 3.2). In-
sofern kann auch der Umstand keine Rolle spielen, dass die streitigen 
Gelder  über  die  Käsemarktorganisationen  ausgerichtet  wurden,  wel-
che die Beiträge in der Folge (wenn auch mit "erheblichen Ermessens-
spielraum",  wie  die  Beschwerdeführerin  ausführte)  gestützt  auf  Ab-
rechnungen den einzelnen Exportfirmen ausbezahlten bzw. die Über-
weisung durch eine andere Stelle (wie z.B. durch den Zentralverband 
Schweizerischer  Milchproduzenten  [ZVSM],  welcher  heute  dem Ver-
band Schweizer Milchproduzenten [SMP] entspricht) koordinierten. Die 
fraglichen Käsemarktorganisationen müssen somit als (typische) Bran-
chenorganisationen verstanden werden, die zum einen ihre Mitglieder 
beraten sowie in der Verfolgung wirtschaftlicher Ziele unterstützen und 
zum andern die vom Bund ausgerichteten (Export-)Beiträge verwalten 
bzw. aufgrund ihrer Firmennähe deren Auszahlung an die Exporteure 
koordinieren. In Anbetracht dessen hat auch die Beschwerdeführerin, 
soweit  sie  solche  Beiträge  erhalten  hat,  gemäss  höchstrichterlicher 
Rechtsprechung ihre Vorsteuerabzüge verhältnismässig zu kürzen.

An diesem Ergebnis und somit  an der Rechtslage im zeitlichen Gel-
tungsbereich  der  (alten)  Mehrwertsteuerverordnung  (MWSTV;  vgl. 
oben E. 2.6.1) vermag weder der heute gültige Art. 38 Abs. 8 MWSTG 
noch  die (im  Ergebnis  gleichlautende)  beabsichtigte  Gesetzesände-
rung (Art. 18 Abs. 2 Bst. k i.V.m. Art. 34 Abs. 2 E-MWSTG) etwas zu 
ändern. Vielmehr ging mit dem neuen Recht in Art. 38 Abs. 8 MWSTG 
eine Neuausrichtung im Sinne einer "Sonderregelung" zur allgemeinen 
Regel einher, welche für den hier anwendbaren Geltungsbereich der 
Mehrwertsteuerverordnung noch nicht galt (vgl. oben E. 2.6.2 in fine).

3.4 Damit  ist  die  ESTV  –  wenn  auch  aus  teilweise  unzutreffenden 
Gründen (vgl. oben Bst. C) – zu Recht davon ausgegangen, dass die 
der  Beschwerdeführerin  zugeflossenen Beträge als  Subventionen zu 
qualifizieren sind, die nach der hier noch massgebenden Rechtslage 
zur Mehrwertsteuerverordnung im konkreten Fall nicht (steuerbefreite) 
Drittentgelte  darstellen  können.  Die  im  Zusammenhang  mit  diesen 
Subventionen (mittels Verrechnung) vorgenommene Vorsteuerabzugs-
kürzung durch die ESTV erweist sich somit als rechtens, weshalb der 
Beschwerdeführerin entgegen ihrem Antrag auch kein Vergütungszins 
zusteht.

Seite 15

A-1441/2006

4.
Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem 
Ausgang  des  Verfahrens  hat  die  Beschwerdeführerin  nach  Art. 63 
Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen. Sie werden nach Art. 4 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2) 
auf Fr. 2'000.-- festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe verrechnet. Der Beschwerdeführerin als unterliegender 
Partei steht keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw. 
Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'000.-- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

Seite 16

A-1441/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 17