# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc76982a-e06a-5f05-bd93-2a728347f1da
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2025 F-1812/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1812-2025_2025-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1812/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Preisig;   

Gerichtsschreiber Jan Hoefliger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 13. März 2025 / N (…). 

 

 

 

F-1812/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 7. März 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Dabei reichte er eine am 8. August 2024 ausgestellte und bis zum 7. Feb-

ruar 2025 gültig gewesene deutsche «Fiktionsbescheinigung» zu den Ak-

ten, die ihm aufgrund eines Gesuchs um Verlängerung einer deutschen 

Aufenthaltsbewilligung ausgestellt worden war. Ebenso reichte er einen 

marokkanischen Reisepass ein. 

B.  

Dem Aufnahmegesuch der Vorinstanz stimmten die deutschen Behörden 

am 13. März 2025 gestützt auf Art. 12 Abs. 4 erster Unterabsatz der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) zu. 

C.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs zur Zuständigkeit Deutschlands 

anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 11. März 2025 trat die Vorinstanz mit 

Verfügung vom 13. März 2025 (am 14. März 2025 eröffnet) auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegweisung nach 

Deutschland an und forderte ihn auf, die Schweiz spätestens am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

D.  

Am 17. März 2025 reichte der Beschwerdeführer an der Eintrittsloge des 

Bundesasylzentrums Zürich ein Schreiben ein, in dem er sich mit der Ver-

fügung vom 13. März 2025 nicht einverstanden erklärt und verschiedene 

Gründe dagegen anführt. Gleichentags wurde das Schreiben zuständig-

keitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet. 

E.  

Am 18. März 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

  

F-1812/2025 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG) und 

wurde fristgerecht erhoben (Art. 108 Abs. 3 AsylG). Aus dem unterzeich-

neten Schreiben vom 17. März 2025 geht trotz fehlender formeller Anträge 

in genügender Weise der Wille des Beschwerdeführers hervor, gegen die 

vorinstanzliche Verfügung vom 13. März 2025 Beschwerde zu erheben 

und es werden Gründe gegen den Entscheid angeführt. Die Beschwerde 

ist damit auch formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VwVG), indem der Beschwerde-

führer sinngemäss beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten. Zur Stel-

lung dieser Rechtsbegehren ist der Beschwerdeführer legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1. Besitzt ein Antragsteller einen gültigen Aufenthaltstitel, so ist gemäss 

Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO derjenige Mitgliedstaat für die Prüfung des An-

trags auf internationalen Schutz zuständig, der den Aufenthaltstitel ausge-

stellt hat. Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO ist ebenso anwendbar, wenn der Auf-

enthaltstitel seit weniger als zwei Jahren abgelaufen ist, solange der An-

tragsteller das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat 

(Art. 12 Abs. 4 erster Unterabsatz Dublin-III-VO). «Gültig» im Sinne von 

Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO ist der Aufenthaltstitel, wenn er zum Zeitpunkt 

der Stellung des Asylantrags noch nicht abgelaufen ist (FILZWIE-

SER/SPRUNG, Dublin III-Verordnung – Kommentar, 2014, Art. 12 K5, 

S. 137).  

F-1812/2025 

Seite 4 

3.2. Der Beschwerdeführer verfügt über eine deutsche «Fiktionsbescheini-

gung», die am 7. Februar 2025 abgelaufen ist. Mit diesem Dokument wei-

sen ausländische Personen in Deutschland das Bestehen eines vorläufi-

gen Aufenthaltsrechts nach. Die «Fiktionsbescheinigung» fällt ohne weite-

res unter den Begriff des «Aufenthaltstitels» nach der Dublin-III-VO (vgl. 

die Begriffsdefinition in Art. 2 Bst. l Dublin-III-VO). Die «Fiktionsbescheini-

gung» des Beschwerdeführers ist vor der Stellung des Asylantrags 

(7. März 2025), jedoch nicht vor mehr als zwei Jahren abgelaufen. 

3.3. Gemäss dem marokkanischen Reisepass reiste der Beschwerdefüh-

rer am 22. Oktober 2024 bei Ceuta nach Marokko ein und gleichentags 

wieder aus (vgl. den marokkanischen Ausreisestempel vom 22. Oktober 

2024). Am 1. September 2024 reiste er wieder nach Marokko ein. Sodann 

befindet sich ein marokkanischer Ausreisestempel vom 28. Dezember 

2024 im Reisepass, wobei ein deutscher Einreisestempel fehlt. Gemäss 

eigenen Aussagen am Dublin-Gespräch reiste der Beschwerdeführer am 

28. Dezember 2024 mit dem Flugzeug von Marokko nach Deutschland, 

wobei er aufgrund der dazumal noch gültigen «Fiktionsbescheinigung» ein-

reisen konnte.  

3.4. Der Aufenthalt in Marokko und damit das Verlassen des Hoheitsge-

biets der Dublin-Staaten ist aufgrund der Stempel im Reisepass ausrei-

chend erstellt. Es fragt sich, ob dieser Vorgang als «Verlassen des Ho-

heitsgebiets der Mitgliedstaaten» im Sinne von Art. 12 Abs. 4 erster Unter-

absatz Dublin-III-VO gilt mit der Folge, dass Deutschland trotz des erteilten 

Aufenthaltstitels nicht zuständig wäre. In der Begründung der angefochte-

nen Verfügung geht die Vorinstanz darauf nicht näher ein, obschon sie die 

Ausreise vom 28. Dezember 2024 aus Marokko erwähnt.   

3.5. Art. 12 Abs. 4 erster Unterabsatz Dublin-III-VO lautet folgendermas-

sen: «Besitzt der Antragsteller nur einen oder mehrere Aufenthaltstitel, die 

weniger als zwei Jahre zuvor abgelaufen sind, oder ein oder mehrere Visa, 

die seit weniger als sechs Monaten abgelaufen sind, aufgrund deren er in 

das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats einreisen konnte, so sind die Ab-

sätze 1, 2 und 3 anwendbar, solange der Antragsteller das Hoheitsgebiet 

der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat.»  

3.6. Bei einer Zuständigkeit aufgrund eines abgelaufenen Visums gibt es 

mit dem Einreisedatum (die Einreise muss dabei mit dem fraglichen Visum 

geschehen sein) einen bestimmten Zeitpunkt, ab dem der Antragssteller 

das Hoheitsgebiet nicht mehr verlassen haben darf, ansonsten die Zustän-

digkeit erlischt. Der Nebensatz «solange der Antragsteller das Hoheits-

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Seite 5 

gebiet der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat» erscheint bezüglich erteilter 

Visa redundant. So ist ein erteiltes Visum ohnehin nur dann zuständigkeits-

begründend, wenn gestützt auf dieses die Einreise ermöglicht wurde («auf-

grund deren er in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats einreisen 

konnte»). Verlässt der Visumsinhaber nach einer solchen Einreise den 

Dublin-Raum und reist dann wieder ein, erlischt bereits aus diesem Grund 

die Zuständigkeit des visumsausstellenden Mitgliedstaats.  

3.7. In Bezug auf die Tatbestandsvariante «Besitz eines oder mehrerer 

Aufenthaltstitel, die weniger als zwei Jahre zuvor abgelaufen sind» kann 

der Wendung «solange der Antragsteller das Hoheitsgebiet der Mitglied-

staaten nicht verlassen hat» nicht entnommen werden, wo dieser Zeitpunkt 

liegt. Möglich und vom Wortlaut her gedeckt sind dafür verschiedene Stich-

tage (Anfangsdatum der Gültigkeit des Aufenthaltstitels, Ablaufdatum des 

Aufenthaltstitels). FILZWIESER/SPRUNG setzt den Stichtag bei Aufenthaltsti-

teln ohne nähere Begründung auf die «Einreise» fest, wobei nicht ausge-

führt wird, um welche Einreise es sich dabei handeln soll (FILZWIE-

SER/SPRUNG, Dublin III-Verordnung – Kommentar, 2014, Art. 12 K18, 

S. 140: «Besitzt der Antragsteller einen oder mehrere seit weniger als zwei 

Jahren abgelaufene Aufenthaltstitel und hat er nach Einreise [Hervorhe-

bung hinzugefügt] das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten nicht mehr ver-

lassen, so gelten die Absätze 1 und 3 des Art 12, wobei gedanklich lediglich 

jeweils das Wort „gültig“ durch das Wort „abgelaufen“ zu ersetzen wäre.»).  

3.8. Die vorliegende Konstellation, in der ein Inhaber eines Aufenthaltstitels 

noch während der Gültigkeitsdauer desselben den Dublin-Raum verlässt 

und gestützt auf diesen wieder einreist, scheint jedenfalls nicht von der Be-

stimmung erfasst zu sein. Vielmehr scheint sie für Fälle konzipiert, in denen 

die Aus- und Wiedereinreise in den Dublin-Raum nach Erlöschen des Auf-

enthaltstitels geschieht. Andernfalls würde die Zuständigkeit für das Asyl-

verfahren dadurch geändert, dass der Inhaber des Aufenthaltstitels wäh-

rend dessen Gültigkeitsdauer den Dublin-Raum verlassen hat und berech-

tigterweise wieder eingereist ist. 

3.9. Die Ausreise aus dem Dublin-Raum nach Marokko am 22. Oktober 

2024 und die Wiedereinreise am selben Tag sowie die zweite Ausreise am 

1. September 2024 und die zweite Wiedereinreise am 28. Dezember 2024 

führt damit nicht zu einem Erlöschen der Zuständigkeit Deutschlands (die 

Fiktionsbescheinigung war bis zum 7. Februar 2025 gültig). Dafür spricht 

auch, dass die deutschen Behörden dem von der Vorinstanz gestützt auf 

Art. 12 Abs. 4 erster Unterabsatz Dublin-III-VO gestellten Aufnahmege-

such im Wissen darum, dass der Beschwerdeführer den Dublin-Raum 

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Seite 6 

verlassen hatte, zugestimmt haben (der Aufenthalt des Beschwerdeführers 

in Marokko wird im Aufnahmeersuchen in detaillierter Weise erwähnt). 

Deutschland ist damit für die Prüfung des Asylgesuchs grundsätzlich zu-

ständig. 

4.  

Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass das deutsche Asylsystem keine 

systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss 

Art. 3 Abs. 2 zweiter Unterabsatz Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, 

und dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersicht-

lich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO verpflichten würden. Die Ausführungen des Beschwerdefüh-

rers auf Beschwerdeebene, wonach in Deutschland seine Privatsphäre 

verletzt und ein Schaden für seine Karriere als Arzt verursacht worden sei, 

vermögen nichts daran zu ändern.  

5.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 18. März 2025 angeordnete Vollzugs-

stopp dahin. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.- festzu-

setzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die zu-

ständige kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Genner Jan Hoefliger 

 

 

Versand: