# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cc11b01b-41ed-55f0-8639-e66fa80e352c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2010 E-4265/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4265-2010_2010-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4265/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. Mai 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4265/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 14. Oktober 2009 und gelangte am 19. Oktober 2009 
in  die  Schweiz,  wo  er  am  folgenden  Tag um  Asyl  nachsuchte.  Am 
23. Oktober 2009 fand in B._______ die Empfangszentrumsbefragung 
statt,  und  am  3.  Dezember  2009  erfolgte  die  Anhörung  zu  den 
Asylgründen  durch  das  BFM.  Im  Wesentlichen  machte  der 
Beschwerdeführer  dabei  geltend,  er  sei  im  Distrikt  Kandy 
aufgewachsen und habe dort  eine C._______ betrieben. Im Frühling 
2009  habe  er  Verwandte  aus  Jaffna  beherbergt,  weshalb  er  in  der 
Folge der Zusammenarbeit  mit  den Liberation Tigers of  Tamil  Eelam 
(LTTE)  bezichtigt  worden  sei.  Die  Polizei  habe  vermehrt  Kontrollen 
durchgeführt  und  ihn  nach dem Verbleib  seiner  Verwandten  gefragt. 
Ende April  2009 sei  er  deshalb  mit  seiner  Familie  weggezogen und 
habe sich bis zu seiner Ausreise bei verschiedenen Verwandten und 
Bekannten  aufgehalten. Dabei  sei  er  jedoch  regelmässig  zu seinem 
Haus  zurückgekehrt  und  habe  dieses  eines  Tages  zerstört 
vorgefunden.  Weil  die  Polizei  noch  immer  nach  ihm  gesucht  habe, 
habe er sich zur Ausreise entschlossen. Am 14. Oktober 2009 sei er 
mit einem gefälschten Pass über Katar nach Italien geflogen und auf 
dem Landweg in die Schweiz gelangt. 

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B.
Mit Verfügung vom 17. Mai 2010 – eröffnet am 18. Mai 2010 – stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  lehnte  das  Asylgesuch  ab,  verfügte  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete den Vollzug an.

C.
Mit an das BFM adressierter Eingabe vom 8. Juni 2010 (Eingang BFM: 
10.  Juni  2010),  die  dem  Bundesverwaltungsgericht 
zuständigkeitshalber  zur  Behandlung  als  Beschwerde  überwiesen 
wurde,  beantragte  der  Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung 
der vorinstanzlichen Verfügung und die Asylgewährung in der Schweiz.

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D.
Der  mit  Zwischenverfügung  vom  15.  Juni  2010  erhobene 
Kostenvorschuss von Fr. 600.- wurde am 28. Juni 2010 einbezahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört  zu den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer ist durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung;  er  ist daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden 
(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt,  handelt es sich 
vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land, in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

5.  

5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der 
Begründung  ab,  die  Vorbringen  würden  den  Anforderungen  an  das 
Glaubhaftmachen  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  genügen.  Es  wirke 
angesichts der  angeblich häufigen Polizeikontrollen  konstruiert,  dass 
es  dem  Beschwerdeführer  gelungen  sein  solle,  seine  Verwandten 
jeweils rechtzeitig in Sicherheit  zu bringen. Nicht  nachvollziehbar sei  

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sodann,  warum  die  Polizei  den  mit  seiner  Familie  in  D._______ 
wohnhaften  Beschwerdeführer  plötzlich  der  Unterstützung  der  LTTE 
verdächtigt  und  derart  kontrolliert  haben  solle,  wenn  er 
aussagegemäss  über  die  letzten  Jahre  nie  Probleme  mit  den 
Behörden  oder  Nachbarn  gehabt  habe. Weiter  hätte  die  Polizei  den 
Beschwerdeführer  bei  erhärtetem  Verdacht  auf  Unterstützung  der 
LTTE  bereits  anlässlich  früherer  Kontrollen  festgenommen  oder 
Massnahmen gegen  ihn eingeleitet.  Daher  sei  in  Zweifel  zu  ziehen, 
dass  der  Beschwerdeführer  immer  noch  gesucht  und seine  Ehefrau 
überwacht  werde.  Nicht  nachvollziehbar  sei  zudem,  dass  der 
Beschwerdeführer  es  immer  wieder  gewagt  haben  wolle,  zu  Hause 
vorbeizuschauen,  wenn  er  doch  von  der  Polizei  intensiv  gesucht 
worden  sei.  Darüber  hinaus  habe  er  sich  zu  den  Personen,  die  er 
beherbergt habe, widersprüchlich geäussert, zumal es sich einmal um 
zwei  Cousins,  dann  um  seine  Tante  und  deren  zwei  Töchter  und 
schliesslich  um eine  Tante  und  eine  Tochter  gehandelt  haben  solle. 
Schliesslich  mache  er  geltend,  seine  Cousinen  hätten  überhaupt 
nichts mit der LTTE zu tun, um später zu Protokoll zu geben, Kontakte 
seiner Tanten und Cousinen zur LTTE seien gut möglich, er wisse es 
aber nicht mit Sicherheit.

5.2 Eine  Prüfung  der  vorliegenden  Akten  lässt  auch  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss  gelangen,  dass  die  vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Asylvorbringen aus den von der 
Vorinstanz  dargelegten  Gründen  als  unglaubhaft  gewertet  werden 
müssen.  Es  kann  daher  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
vollumfänglich auf  die Erwägungen des BFM verwiesen werden. Die 
Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  sind  offensichtlich  nicht 
geeignet,  eine  andere  Würdigung  herbeizuführen,  zumal  darin  im 
Wesentlichen  der  Enttäuschung  und  Trauer  über  den  negativen 
Ausgang des Verfahrens sowie der Furcht vor einer Rückkehr nach Sri  
Lanka Ausdruck verliehen wird. Eine konkrete Auseinandersetzung mit 
den einzelnen Unglaubhaftigkeitselementen findet indessen nicht statt. 
Was  den  Hinweis  auf  die  anlässlich  der  zweiten  Befragung 
aufgetretene  Nervosität  des  Beschwerdeführers  und  allfällig  daraus 
entstandene Fehler anbelangt, ist schliesslich festzuhalten, dass sich 
einerseits  dem  Anhörungsprotokoll  keinerlei  Hinweise  dafür 
entnehmen  lassen  und  andererseits  eine  durch  die 
Befragungssituation  entstandene  (verständliche)  Nervosität  einer 
asylsuchenden  Person  nicht  in  realitätsfremden  und  wenig 
nachvollziehbaren  Vorbringen  ihren  Niederschlag  findet,  mithin  ein 

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Asylgesuchsteller  erfahrungsgemäss trotz  Nervosität  in  der Lage ist, 
seine  Fluchtgründe  im  Wesentlichen  deckungsgleich,  detailliert  und 
wirklichkeitsnah  zu  schildern,  was  vorliegend  –  wie  vorstehend 
dargelegt – nicht der Fall ist.

Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrelevante  Verfolgung 
glaubhaft zu machen. Das BFM hat sein Asylgesuch daher zu Recht 
abgelehnt.

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  auslän-
derrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen. Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 
die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 

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des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den Heimatstaat  dort  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1 
FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 
sowie  jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der 
Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 
unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, 

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Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Grundsatzentscheid vom 
14. Februar 2008 (BVGE 2008/2) eine Lageanalyse vorgenommen und 
die Praxis hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs  von  abgewiesenen  Asylsuchenden  tamilischer  Ethnie  fest-
gelegt. Die Rückschaffung abgewiesener Asylsuchender aus Sri Lanka 
in  die  Nordprovinz  (die  Distrikte  Killinochchi,  Mannar,  Vavuniya, 
Mullaitivu  und Jaffna)  wird  nach wie  vor  als  unzumutbar  qualifiziert.  
Auch die Rückschaffung in die Ostprovinz (die Distrikte Trincomalee, 
Batticaloa und Ampara) muss angesichts der dort herrschenden Lage 
als unzumutbar betrachtet werden.

7.4.3 Der  Beschwerdeführer  stammt  indessen  weder  aus  den 
nördlichen  noch  den  östlichen  Distrikten,  sondern  aus  dem  in  der 
Zentralprovinz  gelegenen  Distrikt  Kandy,  wohin  der 
Wegweisungsvollzug nicht als generell unzumutbar erscheint. Er lebte 
eigenen Angaben zufolge die letzten 16 Jahre bis zum Juni 2009 in 
D._______  bei  E._______  (Distrikt  Kandy),  wo  er  als  F._______ 
respektive G._______ gearbeitet habe (vgl. A1 S. 2, A10 S. 4 f.). Seine 
(...) leben zur Zeit in H._______ (im Nachbardistrikt Kegalle) beim (...).  
Der neben tamilisch gut singhalesisch sprechende Beschwerdeführer, 
von  dem  auch  keine  gesundheitlichen  Probleme  aktenkundig  sind, 
verfügt somit in seiner Heimatregion nach wie vor über ein familiäres 
Beziehungsnetz,  welches  ihm  eine  Rückkehr  dorthin  wesentlich 
erleichtern wird. Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass er 

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alle Voraussetzungen mitbringt, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden 
und in seiner Heimat wieder Fuss zu fassen. In den Akten deutet somit  
nichts darauf hin, dass der Beschwerdeführer aus Gründen wirtschaft -
licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohen-
de  Situation  geraten  würde.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der 
Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist  die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-
4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  600.-  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am 
28. Juni  2010  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben  Höhe  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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