# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b69c19ce-1b52-5e78-bc21-9649c613eb1a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 02.10.2023 460 2022 196 (460 22 196)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2022-196_2023-10-02.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

2. Oktober 2023 (460 22 196) 

____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht 
 
 
Drohung etc. 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Daniel Häring (Ref.), Ersatzrichterin 

Cornelia Friedli-Schuler; Gerichtsschreiber Pierre Comment 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Allgemeine Delikte, 

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, 

Anklagebehörde 

 
A.____, 

vertreten durch Advokatin Elisabeth Vogel, 

substituiert durch Advokat Peter Epple, 

Bäumleingasse 2, Postfach 1544, 4001 Basel, 

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

  
gegen 

 
 B.____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Julian Imfeld, 

Falkenplatz 9, 3012 Bern, 

Beschuldigter 

 

Gegenstand Drohung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums 

Basel-Landschaft vom 3. Juni 2022 

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A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) 

vom 3. Juni 2022 wurde B.____ von der Anklage der Drohung und Nötigung zum Nachteil von 

A.____ freigesprochen (Dispositivziffer 1). Die Verfahrenskosten (Fr. 4'400.‒) sowie das Hono-

rar des Wahlverteidigers von B.____ (Fr. 7'043.05 inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) gin-

gen infolgedessen zu Lasten des Staates (Dispositivziffer 2 f.). Des Weiteren wurden die Scha-

denersatz- und Genugtuungsforderungen von A.____ sowie die von ihr geforderte Parteient-

schädigung zu Lasten von B.____ abgewiesen (Dispositivziffer 4). Schliesslich wurde die Ent-

schädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin von A.____ in reduziertem Umfang 

(Fr. 3'660.50 einschliesslich Auslagen sowie Mehrwertsteuer) und unter Vorbehalt deren Rück-

zahlungsverpflichtung aus der Gerichtskasse entrichtet (Dispositivziffer 5). 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der anschliessenden Eingaben der Parteien wird, so-

weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

B. Noch am 3. Juni 2022 meldete A.____ (nachfolgend: Privat- bzw. Berufungsklägerin), 

vertreten durch Advokatin Elisabeth Vogel, die Berufung gegen das obgenannte Urteil des 

Strafgerichts vom selben Tag an und ersuchte um Ausfertigung der schriftlichen Begründung. 

Nach deren Zustellung liess die Privatklägerin mit Eingabe vom 28. November 2022 an das 

Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), die Beru-

fung erklären sowie folgende Rechtsbegehren stellen: 

 "1. Es seien Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der Be-

schuldigte der Drohung und Nötigung schuldig zu sprechen und zu einer angemesse-

nen Strafe zu verurteilen. 

  2. Es seien Dispositiv-Ziffer 2 und 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei der 

Beschuldigte zur Bezahlung der o/e-Kosten zu verpflichten. 

  3. Es sei Dispositiv-Ziffer 4 aufzuheben und es sei der Beschuldigte zu verpflichten, 

A.____ eine Genugtuung von Fr. 4'000.‒, zzgl. 5% Zins seit 12. Januar 2019, sowie 

Schadenersatz von Fr. 37'289.55 (Mehrforderung vorbehalten) zu bezahlen. Überdies 

sei der Beschuldigte zu verpflichten, A.____ eine Parteientschädigung von Fr. 4'284.58 

(Differenz URP zum ordentlichen Honorar sowie Aufwand 12. April 2022 bis 3. Juni 

2022, zzgl. MWST). 

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  4. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, A.____ für das Berufungsverfahren eine noch 

zu beziffernde Parteientschädigung zu bezahlen. 

  5. Es sei A.____ für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Verbei-

ständung durch die unterzeichnete Rechtsanwältin zu gewähren. 

  6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschuldigten, resp. des Staa-

tes, wobei die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privat- und Berufungsklägerin 

A.____ gemäss noch einzureichender Honorarnote vom Staat zu entschädigen sei." 

Darüber hinaus ersuchte die Berufungsklägerin im Sinne von Beweisanträgen, ihren Lebens-

partner C.____ sowie ihre frühere Studienkollegin D.____ als Zeugen zu befragen. 

 

C. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2022 teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), mit, weder einen Antrag 

auf Nichteintreten zu stellen noch die Anschlussberufung zu erklären. Ferner beantragte sie die 

Abweisung der beiden berufungsklägerischen Beweisanträge. 

 

D. B.____ (nachfolgend: Beschuldigter), vertreten durch Rechtsanwalt Julian Imfeld, liess 

am 27. Dezember 2022 ebenso bekanntgeben, keinen Antrag auf Nichteintreten zu stellen und 

auf eine Anschlussberufung zu verzichten. Weiter begehrte er, die Berufungsklägerin unter 

Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege zur Sicherstellung allfälliger Kosten und Entschädi-

gungen im Sinne von Art. 383 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) zu 

verpflichten. 

 

E. Am 28. Februar 2023 reichte die Privatklägerin ihre Berufungsbegründung ein und 

nahm ‒ entsprechend der kantonsgerichtlichen Verfügung vom 28. Dezember 2022 ‒ zugleich 

Stellung zum vorerwähnten Antrag nach Art. 383 StPO des Beschuldigten, wobei sie um des-

sen Abweisung ersuchte. 

 

F. Mit Berufungsantwort vom 9. März 2023 begehrte die Staatsanwaltschaft, das ange-

fochtene Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 3. Juni 2022 in Abweisung der Berufung voll-

umfänglich zu bestätigen. Zudem bat sie darum, nicht zur noch anzuberaumenden Berufungs-

verhandlung geladen zu werden. 

 

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G. Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 27. April 2023 auf die privatklägerische Beru-

fung antworten und folgende Rechtsbegehren stellen: 

 "1. B.____, geb. (...), von (...), sei freizusprechen vom Vorwurf der Drohung und Nötigung, 

angeblich begangen am 12.01.2019 an der U.____-Party der V.____-Schule z.N. von 

A.____ 

  unter Ausscheidung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu Lasten des 

Kantons Basel-Landschaft und unter Ausrichtung einer Entschädigung für die entstan-

denen erst- und oberinstanzlichen Verteidigungskosten. 

  2. Die Zivilklage (Schadenersatz- und Genugtuungsforderung) der Privatklägerin A.____ 

sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg 

zu verweisen. 

  3. Es sei das Honorar der Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren zu bestimmen. 

  4. (...)" 

Alsdann wurde im Sinne eines Beweisantrages ersucht, die Berufungsklägerin aufzufordern, 

über den Beginn sowie die Behandlungsdauer der Psychotherapie Auskunft zu geben und zu 

belegen. Ferner beantragte der Beschuldigte, die Berufung im schriftlichen Verfahren gemäss 

Art. 406 StPO zu behandeln. Schliesslich hielt er an seinem Antrag vom 27. Dezember 2022, 

wonach die Berufungsklägerin zur Sicherstellung allfälliger Kosten und Entschädigungen in An-

wendung von Art. 383 StPO zu verpflichten sei, fest. 

 

H. Das Kantonsgericht wies mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2023 die beiden 

Beweisanträge der Privatklägerin vom 28. November 2022, wonach ihr Lebenspartner C.____ 

sowie ihre frühere Studienkollegin D.____ als Zeugen zu befragen seien, ab. Demgegenüber 

hiess es ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokatin Elisabeth 

Vogel als unentgeltliche Rechtsbeiständin für das Rechtsmittelverfahren gut. Folglich wurde der 

Antrag des Beschuldigten, die Berufungsklägerin zur Sicherstellung allfälliger Kosten und Ent-

schädigungen im Sinne von Art. 383 StPO zu verpflichten, abgewiesen. 

Mit nämlicher Verfügung wurden die Staatsanwaltschaft sowie die Berufungsklägerin sodann 

aufgefordert, zum Beweis- und Verfahrensantrag des Beschuldigten vom 27. April 2023 (supra 

lit. G) Stellung zu nehmen, worauf Letztere mit Eingabe vom 22. Mai 2023 beantragte, keinen 

zusätzlichen Bericht über den Beginn sowie die Behandlungsdauer ihrer Psychotherapie einzu-

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holen und das mündliche Verfahren mit persönlicher Anhörung der Parteien anlässlich der Be-

rufungsverhandlung durchzuführen. Des Weiteren teilte Advokat Peter Epple mit, die Privatklä-

gerin fortan substitutionsweise für Advokatin Elisabeth Vogel zu vertreten. Die Staatsanwalt-

schaft verzichtete ihrerseits auf die Einreichung einer Stellungnahme. 

 

I. Am 1. Juni 2023 verfügte der Präsident des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, die 

Abweisung des Beweisantrages des Beschuldigten, die Berufungsklägerin zur Offenlegung und 

zum Nachweis des Beginns sowie der Dauer ihrer psychotherapeutischen Behandlung aufzu-

fordern. Ebenso wurde dessen weiterer Antrag, das schriftliche Verfahren nach Art. 406 StPO 

durchzuführen, abgewiesen. Die Teilnahme an der Berufungsverhandlung wurde der Privatklä-

gerin ins freie Ermessen gestellt, während die Staatsanwaltschaft hiervon antragsgemäss dis-

pensiert wurde. Damit wurde der Schriftenwechsel für geschlossen erklärt. 

 

J. Mit Eingabe vom 25. Juli 2023 reichte die Berufungsklägerin einen aktuellen Therapie-

bericht ein und ersuchte hierauf gestützt um Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der 

Berufungsverhandlung. Diesem Antrag wurde mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 26. Juli 

2023 entsprochen. 

 

 

Auszug aus den Erwägungen 

I. Formelles 

(...) 

 

4. Die von der Privatklägerin erhobene Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsi-

diums Basel-Landschaft vom 3. Juni 2022 erfüllt mithin sämtliche Formalien, weshalb ohne 

Weiteres darauf einzutreten ist. 

 

5. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

  

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II. Materielles 

1. Gegenstand der Berufung und Verfahrensgrundsätze 

1.1 In casu liegt einzig eine Berufung der Privatklägerin vor, während die Staatsanwalt-

schaft und der Beschuldigte ihrerseits weder Berufung noch Anschlussberufung erklärt haben. 

Nach Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den 

angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Art. 399 Abs. 3 StPO sieht vor, dass 

die Berufung auf gewisse Punkte beschränkt werden kann. Wer nur Teile des Urteils anficht, 

hat in der Berufungs- resp. Anschlussberufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche 

Teile sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Gemäss lit. a von Art. 399 Abs. 4 

StPO kann die Berufung u.a. auf den Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 

beschränkt werden. Dabei ist freilich zu beachten, dass im Falle einer auf die Anfechtung von 

Schuld- und Freisprüchen beschränkten Berufung eine Gutheissung ohne Weiteres dazu führt, 

dass die mit dem Schuldspruch eng verknüpften Teile des Urteils (z.B. Sanktion, Nebenfolgen, 

Kosten- und Entschädigungsfolgen) überprüft und gegebenenfalls neu geregelt werden müs-

sen, auch wenn diesbezüglich keine ausdrücklichen Anträge vorliegen (SVEN ZIMMERLIN, in: 

Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 19 zu Art. 399 StPO mit Hinweisen auf die bundes-

gerichtliche Rechtsprechung; siehe auch DANIEL JOSITSCH / NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar 

StPO, 4. Aufl. 2023, N. 18 zu Art. 399 StPO; DIES., Handbuch des Schweizerischen Strafpro-

zessrechts [nachfolgend: Handbuch StPO], 4. Aufl. 2023, N. 1548; JÜRG BÄHLER, in: Basler 

Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 7 zu Art. 399 StPO). 

Mit ihrer Berufungserklärung vom 28. November 2022 begehrt die Privatklägerin in Aufhebung 

des vorinstanzlichen, kostenlosen Freispruchs die Schuldigsprechung des Beschuldigten we-

gen Drohung und Nötigung sowie dessen angemessene Bestrafung (Rechtsbegehren 1). Dar-

über hinaus sei er zur Bezahlung der ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des Vorver-

fahrens sowie des strafgerichtlichen Hauptverfahrens zu verpflichten (Rechtsbegehren 2). Letzt-

lich beantragt sie die Zusprechung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 37'289.55, einer 

Genugtuung von Fr. 4'000.‒ sowie einer Parteientschädigung von Fr. 4'284.58 (als Differenz 

zwischen der erstinstanzlich gewährten Entschädigung im Rahmen der unentgeltlichen Rechts-

pflege und dem vollen Honorar) zu Lasten des Beschuldigten (Rechtsbegehren 3). 

Damit steht vorliegend grundsätzlich das gesamte Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 

3. Juni 2022 zur Disposition. Nicht angefochten ist einzig Dispositivziffer 5 des Entscheides des 

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Vorderrichters, wonach das Honorar der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Berufungskläge-

rin, Advokatin Elisabeth Vogel, in reduziertem Umfang von Fr. 3'660.50 (einschliesslich Ausla-

gen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entrichtet wird. Wiederum angefochten ist je-

doch die in derselben Dispositivziffer enthaltene Rückzahlungsverpflichtung der Privatklägerin 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO. 

 

1.2 Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nach-

teil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (sog. Verbot der reformatio in peius). Diese Konstellation liegt hier zufolge der Beru-

fung der Privatklägerin nicht vor. Demnach kann das Kantonsgericht das strafgerichtliche Urteil 

entweder bestätigen oder nach Massgabe der Berufungsanträge zu Lasten des Beschuldigten 

verschärfen. 

 

1.3 Entsprechend dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat 

das urteilende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu ent-

scheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von 

der Anzahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen und ohne Rücksicht 

auf die Art des Beweismittels. Ebenso besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist 

allein deren Stichhaltigkeit bzw. innere Autorität (CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 2011, N. 234; vgl. ESTHER TOPHINKE, 

in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 54 ff. zu Art. 10 StPO; WOLFGANG WOHLERS, in: 

Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 25 ff. zu Art. 10 StPO). 

 

1.4 Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist gemäss der aus Art. 32 

Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessen-

den und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime in dubio pro reo im Sinne einer Beweiswürdigungsregel 

bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass die wegen einer strafbaren 

Handlung angeklagte Person unschuldig ist. Bestehen nach Würdigung aller vorhandenen Be-

weise unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der ange-

klagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. 

Der vorgenannte Grundsatz verpflichtet den Richter, den Beschuldigten freizusprechen, wenn 

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bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Tatbestands-

verwirklichung bestehen oder bestehen müssten. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel ge-

nügen in diesem Zusammenhang allerdings nicht, weil solche immer möglich sind und absolute 

Gewissheit nicht verlangt werden kann. Sie müssen sich nach der objektiven Sachlage auf-

drängen (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a; BGE 124 IV 86 E. 2a; TOPHINKE, a.a.O., 

N. 82 zu Art. 10 StPO; JOSITSCH / SCHMID, Handbuch StPO, N. 233; DIES., Praxiskommentar 

StPO, N. 4 ff. zu Art. 10 StPO; WOHLERS, a.a.O., N. 11 ff. zu Art. 10 StPO). 

Eine Verurteilung darf mithin nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel 

hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht 

erfüllt sind. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht aus. Auf der anderen Sei-

te ist absolute Gewissheit angesichts der Unvollkommenheit der Erkenntnismittel und des 

menschlichen Urteilsvermögens nicht erreichbar. Gefordert ist indes ein sehr hoher Grad an 

Wahrscheinlichkeit bzw. eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeu-

tung für die Nachvollziehbarkeit der Sachverhaltsfeststellung haben neben der Urteilsbegrün-

dung Denk- und Naturgesetze, Erfahrungssätze, technische und wissenschaftliche Erkenntnis-

se, gesicherte empirische Befunde, Lebenserfahrung und nicht zuletzt der gesunde Menschen-

verstand (BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018 E. 1.1.2 und E. 1.3.1; TOPHINKE, a.a.O., 

N. 83 zu Art. 10 StPO mit weiteren Hinweisen). 

 

1.5 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittel-

instanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts 

auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf 

neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel-

verfahren vorgetragen werden (NILS STOHNER, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 13 zu 

Art. 82 StPO; DANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, in: Zürcher Kom-

mentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 10 f. zu Art. 82 StPO ‒ je mit Hinweisen). 

  

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2. Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung 

2.1 Vorbemerkungen 

2.1.1 Dem vorliegenden Strafverfahren liegt eine Auseinandersetzung zwischen dem Be-

schuldigten und der Berufungsklägerin anlässlich des "U.____"-Anlasses der V.____-Schule, in 

der Nacht vom 11. auf den 12. Januar 2019 auf dem Gelände am W.____-Platz 1 in X.____ 

zugrunde. Ab ca. 01:45 Uhr begann ein zunächst noch spielerischer Disput, in dessen Rahmen 

sich beide Beteiligten gegenseitig Alkohol anschütteten und damit auch bespuckten. Gemäss 

rechtskräftigem, vom Beschuldigten nicht angefochtenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft vom 20. November 2020 spitzte sich der Streit zu, als er sich in Distanzie-

rungsabsicht aus dem Raum wegbegab und die Privatklägerin ihm mit einem teilweise gefüllten 

Bierbecher folgte. Als sie versuchte, ihm den Inhalt des Bechers anzuschütten, wollte er dies 

verhindern und nahm sie in den Schwitzkasten (act. 681). Aus diesem Grund sprach ihn die 

Staatsanwaltschaft der Tätlichkeiten schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 500.‒ 

(act. 579). Da die Berufungsklägerin den Beschuldigten bei diesem Gerangel zweimal mit dem 

Handrücken ins Gesicht schlug und hierdurch bei ihm ein Nasenbluten verursachte, wurde sie 

ebenso mit Strafbefehl vom 20. November 2020 der Tätlichkeiten schuldig gesprochen (act. 685 

und act. 687). Auf ihre Einsprache hin gelangte auch das Strafgerichtspräsidium Basel-

Landschaft mit Urteil vom 27. August 2021 zu einem Schuldspruch wegen Tätlichkeiten, aufer-

legte ihr indes eine Busse von lediglich Fr. 300.‒ (act. S59 sowie act. S61). Dieser Entscheid 

blieb unangefochten (act. S63). Die bis hierhin geschilderten Ereignisse am "U.____"-Anlass 

2019 der V.____-Schule wurden demnach bereits rechtskräftig beurteilt, weshalb im gegenwär-

tigen Berufungsverfahren nicht darauf zurückzukommen ist (siehe hierzu auch E. II./1a auf S. 5 

des angefochtenen Urteils). 

 

2.1.2 Unmittelbar im Anschluss an die vorstehend wiedergegebene tätliche Auseinanderset-

zung begaben sich der Beschuldigte und die Privatklägerin aus freiem Willen gemeinsam in 

eine Behindertentoilette der V.____-Schule mit der Absicht, das Vorgefallene zu klären (Zei-

len 217 ff. auf S. 7 f. des Wortprotokolls der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 

2019 / act. 285 sowie act. 287; a.a.O., Zeilen 498 ff. auf S. 16 / act. 303). Diesbezüglich haben 

beide während der Strafuntersuchung übereinstimmend bestätigt, dass die Toilettentüre zu kei-

nem Zeitpunkt verriegelt war (a.a.O., Zeilen 352 bis 358 auf S. 11 f. / act. 293 und act. 295 so-

wie Zeilen 474 bis 476 auf S. 15 / act. 301). Ebenso unbestritten ist schliesslich das getrennte, 

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zeitlich versetzte Verlassen der Toilette (zuerst die Berufungsklägerin, alsdann der Beschuldig-

te), und dass sie hernach auf eine Gruppe Kommilitoninnen und Kommilitonen stiessen (a.a.O., 

Zeilen 1145 ff. auf S. 35 f. / act. 341 sowie act. 343; siehe auch E. II./1a auf S. 6 des angefoch-

tenen Urteils). 

 

2.1.3 Divergierende Aussagen bestehen demgegenüber hinsichtlich des auf der Toilette 

Vorgefallenen, namentlich zu den Fragen der konkreten Dauer des dortigen Aufenthalts, einer 

allfälligen Zwangsausübung durch den Beschuldigten um zu verhindern, dass sich die Privat-

klägerin wegbegibt, ob er ihr gedroht hat und letztlich, ob sie von ihm mit den Händen am Hals 

festgehalten worden ist. Aufgrund des von der Berufungsklägerin Gerügten gilt es nachfolgend 

zu prüfen, ob die Vorinstanz den diesbezüglichen Sachverhalt korrekt festgestellt hat. Darüber 

hinaus ist strittig, ob der Beschuldigte die Privatklägerin zusätzlich gewürgt hat, doch bildet die-

se von Letzterer erhobene Anschuldigung weder Teil der Anklageschrift noch des angefochte-

nen Urteils und damit auch nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens (siehe hierzu E. II./1a 

auf S. 6 f. des angefochtenen Urteils). 

 

 

2.2 Objektive Beweise 

2.2.1 Das Strafgerichtspräsidium hat in seinem Urteil vom 3. Juni 2022 erwogen, aus den 

vorliegenden objektiven Beweismitteln lasse sich nichts Entscheidendes entnehmen, das den 

angeklagten Geschehensablauf in der Behindertentoilette der V.____-Schule stützen würde. 

Insbesondere vermöchten jene kein bedrohliches Verhalten des Beschuldigten gegenüber der 

Berufungsklägerin oder ein nötigendes Festhalten gegen deren Willen mit an Sicherheit gren-

zender Wahrscheinlichkeit zu belegen (E. II./1b des angefochtenen Urteils). Dem ist aus den 

nachfolgenden Gründen beizupflichten. 

 

2.2.2 Gemäss Arztbericht von Dr. med. E.____ vom 12. Januar 2019 (act. 429) konnten bei 

der gleichentags erfolgten Untersuchung der Privatklägerin "oberflächliche minimale Hautkrat-

zer mit ganz leichtem oberflächlichem Hämatom" am Hals sowie kleine oberflächliche Hämato-

me, Hautläsionen, Schürfungen oder Kratzer an den Armen, der rechten Hand und den Knien 

festgestellt werden. Ein Zurückführen dieser Verletzungen auf eine Gewalteinwirkung sei aus 

medizinischer Sicht "möglich". Der untersuchende Arzt hat in seinem Bericht allerdings auch 

darauf hingewiesen, nicht über rechtsmedizinisches Fachwissen zu verfügen. Zudem hat er 

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keine Angaben zum Alter der Läsionen gemacht, sodass letztlich nicht als gesichert gilt, ob die 

Verletzungen überhaupt vom Vorfall innerhalb der Toilettenräumlichkeiten herrühren. Selbst 

wenn der entsprechende Nachweis erbracht werden könnte, wäre der Nutzen für die Aufklärung 

des Sachverhalts denkbar gering, zumal der Beschuldigte ein gegenseitiges Gerangel und ei-

nen gemeinsamen Sturz zu Boden nicht in Abrede stellt (Zeilen 559 ff. auf S. 18 f. des Wortpro-

tokolls der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019 / act. 307 sowie act. 309). 

Die dokumentierten Verletzungsspuren schliessen daher weder die Version der Berufungsklä-

gerin noch diejenige des Beschuldigten aus. Dass Letzterer ‒ wie angeklagt ‒ jene am Verlas-

sen der Behindertentoilette gehindert und hierbei bedroht habe, ist aufgrund des Arztberichts 

jedenfalls nicht erstellt. 

 

2.2.3 Das Y.____-Institut der V.____-Schule hat zusammen mit dem hauseigenen Rechts-

dienst die Vorkommnisse im Anschluss an den "U.____"-Anlass vom 11. Januar 2019 intern 

aufgearbeitet. Nach getrennter Befragung des Beschuldigten am 18. Januar 2019 (act. 443 bis 

act. 447) sowie der Privatklägerin am 23. Januar 2019 (act. 449 bis act. 453) kam das Institut 

zum Schluss, der genaue Sachverhalt und damit auch die Schuldfrage könnten nicht abschlies-

send geklärt werden, da es keine Zeugen für den Vorfall selbst gebe. Die jeweiligen Aussagen 

der beiden Studierenden stimmten zwar "recht gut überein", eine eindeutige Zuweisung der 

Täter- und Opferrolle sei indes nicht möglich, weil sie zugegebenermassen beide Gewalt aus-

geübt und erlitten hätten. Gemäss Schreiben der Institutsleitung vom 4. Februar 2019 könne 

nicht nur die tätliche Auseinandersetzung selbst, sondern auch das vorangegangene Verhalten 

beider Beteiligten, welche sich ‒ unbestrittenerweise ‒ gegenseitig Alkohol angeschüttet und 

damit auch bespuckt hätten, nicht toleriert werden, weshalb sowohl gegen den Beschuldigten 

als auch gegen die Berufungsklägerin je eine Verwarnung ausgesprochen worden ist (act. 455 

bis act. 461). 

Das Ergebnis der schulinternen Untersuchung ist demnach ebenso wenig wie der vorstehend 

erwähnte Arztbericht vom 12. Januar 2019 geeignet, die gegen den Beschuldigten erhobenen 

Vorwürfe zu beweisen. Dass die Befragten nicht vorgängig über ihre Rechte analog Art. 143 

Abs. 1 lit. c StPO orientiert worden sind, führt entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin nicht 

zur Unverwertbarkeit der "Gesprächsprotokolle" der V.____-Schule vom 18. sowie 23. Januar 

2019. Bei der Ausbildungsstätte handelt es sich um eine (...) öffentlich-rechtliche Anstalt mit 

eigener Rechtspersönlichkeit und dem Recht auf Selbstverwaltung im Rahmen des Vertrages 

zwischen (...) und (...) über (...) vom (...). Sie ist keine Strafverfolgungsbehörde, sodass die Ver-

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fahrensregeln der Schweizerischen Strafprozessordnung auf ihre schulinternen Disziplinarver-

fahren keine Anwendung finden. 

 

2.2.4 Des Weiteren finden sich in den Akten zahlreiche E-Mail-Nachrichten, welche die Pri-

vatklägerin und der Beschuldigte im Zeitraum vom 17. Februar 2019 bis zum 14. Juni 2019 

ausgetauscht haben (act. 481 bis act. 530). Letzterer hat diese Korrespondenz am 

25. September 2019 aus eigenem Antrieb der Staatsanwaltschaft angeboten und anschliessend 

am 10. Oktober 2019 übergeben, weil er "das Gefühl" gehabt habe, die Berufungsklägerin wolle 

unter Androhung einer Strafanzeige erzwingen, wann er das Schulgelände betreten dürfe, da 

sie ihm nicht zu begegnen wünschte (act. 475 und act. 477). So schrieb sie ihm am 20. März 

2019 (act. 529): "Wie du vielleicht weisst, habe ich Anzeige erstattet. Da das Gerichtsverfahren 

für beide belastend ist, ist es von meiner Seite aus möglich, die Anzeige unter gewissen Bedin-

gungen zurück zu ziehen. Entweder du gehst für ein Jahr in ein Praktikum oder du beendest 

dein Studium an einem anderen Ort. Vielleicht hast du einen anderen Vorschlag oder Idee, 

denn mir ist bewusst, was ich mir wünsche, ist happig für dich. (...) Bis du weisst wie weiter, bin 

ich dankbar, wenn ich weiss, wann und wo ich dir begegnen werde. Auch bei kurzfristigen Um-

stellungen. Eine kurze Notiz per Mail reicht völlig." In seiner Antwort an die Privatklägerin vom 

nächsten Tag zeigte der Beschuldigte Verständnis für deren Anliegen, legte aber auch dar, wie 

schwierig es für ihn wäre, die Ausbildungsstätte zu wechseln oder das Studium während eines 

Jahres zu unterbrechen, da er bereits (...) Jahre alt sei und seine Ausbildung, für die er selbst 

aufkommen müsse, wegen der finanziellen Belastung baldmöglichst abschliessen wolle. Des-

halb sei es für ihn wichtig, eine Lösung zu finden, welche von beiden Seiten akzeptiert werden 

könne. Er werde Kontakt mit der Schulleitung aufnehmen, um verschiedene Möglichkeiten zu 

besprechen (act. 526). Bei Durchsicht der ausgetauschten Nachrichten fällt sodann auf, dass 

der Ton der E-Mails der Berufungsklägerin an den Beschuldigten mit der Zeit immer fordernder 

wird: 

 ‒ 12. April 2019 (act. 506): "Ich möchte am Dienstag dem 16.4. den ganzen Tag den 

Unterricht besuchen, da ich das bisher noch nie konnte. Deshalb wäre ich froh, wenn 

du am nächsten Dienstag nicht in der Schule wärst." 

 ‒ 14. Juni 2019 (act. 489): "Du sagtest gegen 10 bist du in der Schule. bin im zug u in 10' 

dort. Um 13 Uhr bin ich in der Schule, bis dann bist du weg." 

 ‒ 14. Juni 2019 (act. 487): "Nein. Deine hälfte ist 17:30-21:00" 

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 ‒ 14. Juni 2019 (act. 484): "Ja ich weiss, da du arbeitest, ist das meine schuld. Auch 

dass ich nicht mer in der schule anwesend sein kann, ist auch meine schuld. Du bist 

um 13 uhr weg!" 

Hinsichtlich des eigentlichen Kerngeschehens in der Behindertentoilette lassen sich aus dieser 

Korrespondenz jedoch keine weiteren Erkenntnisse gewinnen. 

 

2.2.5 Gemäss dem aktenkundigen Bericht von lic. phil. F.____, Psychologin, vom 29. August 

2019 (act. 181 und act. 183) befinde sich die Privatklägerin seit dem 15. Januar 2019 bei ihr in 

Traumatherapie. Die Behandlung sei aufgrund eines "Überfalls" notwendig geworden, wobei 

jene in eine Situation gekommen sei, in der sie weder die Möglichkeit gehabt habe, sich zu 

wehren, noch zu fliehen. Sie sei ausgeliefert gewesen und habe gedacht, sterben zu müssen. 

Gemäss ihren konstanten Schilderungen sei sie von einem alkoholisierten Mitstudenten in die 

Toilette gelotst worden, worauf sie von hinten auf den Boden gepresst und mehrmals so sehr 

gewürgt worden sei, dass sie geglaubt habe, umgebracht zu werden. Der "Täter" habe die ge-

schlossene Tür mit seinem Körper blockiert und es sei keine Drittperson anwesend gewesen, 

welche ihr hätte helfen können. Der Mitstudent sei infolge des Alkoholspiegels offenbar nicht 

mehr fähig gewesen, sich klar zu werden, was er getan habe. Diese Erfahrung habe die Beru-

fungsklägerin traumatisiert. Seither leide sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung 

(PTBS, F43.1 nach ICD-10). Auf eine unvermittelte Begegnung mit dem "Täter" im Juni 2019 

habe sie mit Panik reagiert. Dieser gehe auf dem Schulareal weiterhin unbeschwert ein- und 

aus. Eine befriedigende Lösung, damit sie dem "Täter" auf dem Gelände nicht mehr begegnen 

müsse, habe nicht gefunden werden können. Durch die Traumatherapie sei sie soweit genesen, 

dass ein Teil der Reaktionen nur noch in abgeschwächter Form oder gar nicht mehr auftreten 

würden. Da es ihr aber bis auf Weiteres nicht möglich sei, dem "Täter" ohne erneute Panikzu-

stände zu begegnen, habe sie selbst entschieden, ihm auszuweichen und das Studium für ein 

Jahr zu unterbrechen. Bei der Konfrontation des "Täters" mit den Folgen seiner Handlungen sei 

dieser nicht bereit gewesen, sein Studium woanders fortzusetzen oder selbst zu unterbrechen. 

Er sehe sich selbst als Opfer. 

Die Schilderung der (vermeintlichen) Geschehnisse in der Toilette der V.____-Schule durch die 

behandelnde Psychologin der Privatklägerin in ihrem Bericht vom 29. August 2019 basiert aus-

schliesslich auf den Aussagen und subjektiven Eindrücken von Letzterer. Die Verfasserin gibt 

darin nur einseitig wieder, wie ihre Patientin den Vorfall persönlich wahrgenommen hat und wie 

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sehr sie die Erinnerung daran immer noch beschäftigt. Der Beginn der Traumatherapie am 

15. Januar 2019 weist zwar auf ein von der Berufungsklägerin als emotional einschneidend und 

aufreibend empfundenes Ereignis hin. Die Inanspruchnahme von psychologischer Unterstüt-

zung bildet indessen keinen relevanten Beweis dafür, dass sich der angeklagte Sachverhalt 

tatsächlich so abgespielt hat. Ebenso wenig vermag der Bericht der Psychologin zu belegen, 

der Beschuldigte habe die Privatklägerin am Verlassen der Toilette gehindert oder sie bedroht. 

Wenn im Bericht der Therapeutin ausserdem geltend gemacht wird, es habe keine befriedigen-

de Lösung gefunden werden können, um dem Beschuldigten auf dem Gelände der V.____-

Schule nicht mehr zu begegnen, so muss präzisiert werden, dass dieser durchaus Hand für 

eine einvernehmliche, beidseitig annehmbare Lösung geboten hat. Wie der bereits erwähnten 

E-Mail-Korrespondenz (supra E. II./2.2.4) zu entnehmen ist, hat er mehrfach den Institutsleiter, 

G.____, kontaktiert, um einen Besprechungstermin zu vereinbaren, anlässlich dessen er mögli-

che Lösungsvorschläge diskutieren wollte (act. 527, act. 524, act. 522, act. 517, act. 516, 

act. 513 und act. 512). Zudem ergibt sich aus den Nachrichten, welche er und die Berufungs-

klägerin ausgetauscht haben, dass er ihr wenn immer möglich entgegenkam und dem Gelände 

der V.____-Schule fernblieb, wenn sie ihm ihre Anwesenheit ankündigte. Da sie in dieser Hin-

sicht allerdings stets fordernder wurde und keine Bereitschaft zeigte, auf seine eigene Präsenz-

pflicht sowie Prüfungen Rücksicht zu nehmen, brach der Kontakt nach dem 14. Juni 2019 of-

fenbar ab (act. 505, act. 503, act. 499, act. 498, act. 489, act. 487 und act. 484). 

 

2.2.6 Am 28. Februar 2020 wurde der ehemalige Mitstudent H.____ von der Staatsanwalt-

schaft als Zeuge zum Vorfall befragt (act. 533 ff.). Zu den Geschehnissen innerhalb der Behin-

dertentoilette konnte er keine Angaben machen, da er erst auf die Auseinandersetzung auf-

merksam geworden sei, als sich die Privatklägerin und der Beschuldigte nach dem Verlassen 

der Toilette gegenseitig laut angeschrien hätten (Zeilen 72 bis 74 sowie Zeilen 78 f. auf S. 3, 

Zeilen 109 bis 111 auf S. 4 und Zeilen 148 bis 151 auf S. 5 des Protokolls der entsprechenden 

Einvernahme / act. 537 bis act. 541). Dabei sei es auch geblieben; Gewaltanwendung oder Tät-

lichkeiten habe er nicht gesehen (a.a.O., Zeile 58 auf S. 2 / act. 535), ebenso wenig Verletzun-

gen (a.a.O., Zeilen 98 ff. auf S. 3 f. / act. 537 und act. 539). Dem Beschuldigten sei von der Be-

rufungsklägerin zwar vorgeworfen worden, sie geschubst oder gewürgt zu haben, doch habe er 

nichts dergleichen beobachtet. Der Beschuldigte habe auf diese Anschuldigungen erwidert, 

nichts gemacht zu haben (a.a.O., Zeilen 59 f. sowie 83 ff. auf S. 2 f. / act. 535 und act. 537). 

Bemerkenswert sind die weiteren Aussagen des Zeugen H.____, wonach er den Eindruck ge-

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habt habe, die Privatklägerin habe den Streit gesucht (a.a.O., Zeilen 62 ff. auf S. 2 f. / act. 535 

und act. 537), während der Beschuldigte "ein bisschen perplex" gewirkt habe (a.a.O., Zeile 103 

auf S. 4 / act. 539). Sie sei auch "hässig" (a.a.O., Zeile 99 auf S. 3 / act. 537) und eher aggres-

siv gewesen, er hingegen mehr genervt (a.a.O., Zeilen 158 f. auf S. 5 / act. 541). Beide Strei-

tenden hätten nicht den Anschein erweckt, alkoholisiert gewesen zu sein (a.a.O., Zeile 156 auf 

S. 5 / act. 541). 

Die Angaben des Zeugen wirken nicht konstruiert, sondern einfach, spontan und teilweise auch 

etwas plump, was sie glaubhaft erscheinen lässt. Zwar hat er zu Beginn der Einvernahme vor-

ausgeschickt, damals aufgrund seines Alkoholkonsums "sicher nicht voll zurechnungsfähig" 

gewesen zu sein (a.a.O., Zeile 57 auf S. 2 / act. 535), aber wesentliche Widersprüche innerhalb 

seiner Aussagen oder zu aktenkundigen Tatsachen sind nicht ersichtlich. Zudem hat er nicht 

auf jede Frage eine Antwort gesucht, sondern öfters darauf hingewiesen, über eine bestimmte 

Gegebenheit nichts (mehr) zu wissen bzw. sich nicht mehr daran erinnern zu können. Unter 

diesen Umständen wäre es verfehlt, die Validität seiner Zeugenaussage alleine aufgrund seiner 

damaligen, wohl starken Alkoholisierung zu verneinen. 

Die Beschreibung von H.____, wie die Berufungsklägerin (streitsuchend, "hässig" und eher ag-

gressiv) sowie der Beschuldigte (perplex und genervt) in jener Nacht auf ihn gewirkt haben, 

vermag für sich allein die hier im Raum stehenden Vorwürfe nicht zu widerlegen, spricht jedoch 

auch nicht für den angeklagten Sachverhalt. 

 

2.2.7 Die Privatklägerin liess mit Eingabe vom 1. April 2022 einen weiteren, vom 15. März 

2022 datierten und von Dr. med. univ. I.____ sowie lic. phil. J.____ verfassten Therapeutenbe-

richt ins Recht legen, woraus hervorgeht, dass sie eine erste psychotherapeutische Behandlung 

(wohl diejenige bei lic. phil. F.____) nach ungefähr einem halben Jahr abgeschlossen habe. Im 

August 2020 habe sie sich bei den Autoren des Berichts zur ambulanten Psychotherapie ge-

meldet, da ihre posttraumatische Symptomatik infolge der Wiederaufnahme ihres Studiums an 

der V.____-Schule sowie eines Gerichtsurteils exazerbiert sei. Zu Beginn dieser zweiten Thera-

pie habe die Berufungsklägerin den Hergang des "gewalttätigen Angriffs" durch einen Mitstu-

denten, bei dem sie Gefühle der Hilflosigkeit, der Ohnmacht und Todesangst erlebt habe, 

"glaubhaft" geschildert. Die seinerzeit von lic. phil. F.____ gestellte Diagnose einer posttrauma-

tischen Belastungsstörung könne bestätigt werden (act. S81). 

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Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Hinsichtlich des neueren Therapeutenberichts von Dr. med. univ. I.____ und lic. phil. J.____ 

kann auf die vorstehenden Erwägungen im Zusammenhang mit demjenigen vom 29. August 

2019 verwiesen werden (supra E. II./2.2.5). Aufgrund des Hinweises der behandelnden Thera-

peuten auf eine "glaubhafte" Schilderung des "gewalttätigen Angriffs" durch ihre Patientin 

drängt sich darüber hinaus die Klarstellung auf, dass (auch) dem Bericht vom 15. März 2022 

lediglich die Bedeutung eines der freien Beweiswürdigung unterliegenden Bestandteils der Par-

teivorbringen und nicht die Qualität eines entscheidenden Beweismittels zukommt (vgl. 

BGE 141 IV 369 E. 6.2). Privatgutachten resp. private medizinische Berichte werden in der Re-

gel nur eingereicht, wenn sie für die betroffene Person günstig lauten, weshalb sie mit Zurück-

haltung zu würdigen sind (vgl. ANDREAS DONATSCH, in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, 

N. 15 zu Art. 182 StPO). Dies gilt auch dann, wenn das Privatgutachten durch eine erfahrene 

und etablierte Fachperson erstellt worden ist. Keinesfalls lassen sich darauf wichtige Entschei-

de abstützen (vgl. MARIANNE HEER, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 6 zu Art. 189 

StPO). Der private Gutachter, behandelnde Arzt oder Therapeut ist nicht unabhängig und un-

parteiisch wie der amtliche Sachverständige. Er steht vielmehr in einem Auftragsverhältnis zu 

der ihn beauftragenden Partei und äussert seine Meinung, ohne von der Verfahrensleitung in 

die Pflicht genommen worden zu sein (siehe Art. 184 Abs. 2 lit. f. StPO in Verbindung mit 

Art. 307 StGB). Bei privat Beauftragten ist daher vom Anschein einer Befangenheit auszuge-

hen, zumal sie vom Betroffenen nach dessen Kriterien ausgewählt worden sind, zu diesem in 

einem Vertrags- sowie Treueverhältnis stehen und von ihm entlöhnt werden (vgl. BGE 141 IV 

369 E. 6.2). 

 

2.2.8 Aus all dem vorstehend Dargelegten folgt, dass die Würdigung der erwähnten objekti-

ven Beweismittel durch die Vorinstanz keinerlei Anlass zur Kritik bietet. Wie der Strafgerichts-

präsident korrekterweise erwogen hat, schliessen die vorhandenen Beweise weder die Version 

der Privatklägerin noch diejenige des Beschuldigten aus. Aufgrund der längerfristigen psychiat-

risch-psychotherapeutischen Behandlung der Berufungsklägerin und der beiden Therapeuten-

berichte vom 29. August 2019 sowie 15. März 2022 (obige E. II./2.2.5 bzw. E. II./2.2.7), welche 

ihr eine posttraumatische Belastungsstörung attestieren, liegt es durchaus nahe, dass sie ein 

als einschneidend und aufreibend empfundenes Ereignis erlebt hat. Erstellt sind eine gegensei-

tige tätliche Auseinandersetzung vor (supra E. II./2.1.1) sowie ein verbaler Disput nach (vorste-

hende E. II./2.2.6) dem gemeinsamen Aufenthalt in der Toilette, nicht jedoch das angeklagte 

bedrohliche Verhalten des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin oder das vorgeworfene 

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nötigende Festhalten von Letzterer in den WC-Räumlichkeiten gegen deren Willen. Mangels 

anderweitiger Beweismittel, worauf die Anklage gestützt werden könnte, kommt den Aussagen 

der Berufungsklägerin und deren Gegenüberstellung mit denjenigen des Beschuldigten ent-

scheidende Bedeutung zu, weshalb jene ‒ wie vom Vorderrichter ebenso richtig erkannt ‒ einer 

näheren Prüfung zu unterziehen sind (E. II./1b auf S. 10 des angefochtenen Urteils). 

 

 

2.3 Wahrnehmungsfähigkeit der Privatklägerin und Validität deren Aussagen 

2.3.1.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die gerichtliche Würdigung der Angaben potenzieller Op-

fer von Straftaten erfolge regelmässig nach den Grundsätzen der Aussagepsychologie. Hierbei 

dürfe freilich nicht unbesehen der Entstehungsgeschichte einer Aussage ‒ also der Frage, unter 

welchen Bedingungen und Gegebenheiten eine Aussage entstanden sei resp. inwiefern diese 

gegebenenfalls beeinflusst worden sein könnte ‒ vorschnell auf eine fast schon schematisch-

checklistenhafte Prüfung von Realkriterien abgestellt werden. Liessen sich konkrete suggestive 

Bedingungen erheblichen Ausmasses in der Aussagegeschichte nachzeichnen, so sei die 

merkmalsorientierte Inhaltsanalyse nicht mehr sinnvoll anwendbar, weil die Qualität der Aussa-

ge diesfalls nicht als Hinweis auf einen Erlebnisbezug herangezogen werden könne. Zur Beur-

teilung der Entstehungsgeschichte von Aussagen müsse einerseits die Wahrnehmungs- und 

Aussagefähigkeit einer Person sowie andererseits die Validität deren Aussagen geprüft werden. 

Damit sei die Fähigkeit der aussagenden Person gemeint, den Sachverhalt zuverlässig wahr-

zunehmen, diesen im Gedächtnis zu bewahren, über ein ausreichendes Sprachverständnis für 

die Befragung und über eine genügende sprachliche Ausdrucksfähigkeit zur Schilderung des 

Geschehenen zu verfügen, ein hinreichendes Mass an Kontrollmöglichkeiten gegenüber Sug-

gestiveinflüssen zu besitzen sowie schliesslich Erlebtes von Phantasievorstellungen unter-

scheiden zu können. Die Überprüfung ebendieser Kriterien stelle demnach eine elementare 

Voraussetzung einer jeden Glaubhaftigkeitsprüfung dar, worauf weitergehende inhaltliche Aus-

einandersetzungen erst stattfinden könnten. Dies erfolge jeweils unter der Grundlage einer sog. 

Nullhypothese (Unwahrheitshypothese) und mindestens solange, bis sie ‒ mittels Erlebnis oder 

Wahrheitshypothese ‒ verworfen werden könne (E. II./1c auf S. 10 bis S. 12 in initio des ange-

fochtenen Urteils). 

 

2.3.1.2 In Bezug auf die Wahrnehmungsfähigkeit der Berufungsklägerin im Zeitpunkt der in-

kriminierten Tathandlungen sei nach den vorinstanzlichen Erwägungen insbesondere der Ein-

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fluss von Alkohol relevant, zumal der Zeuge H.____ vorgebracht habe, alle hätten wohl Alkohol 

getrunken. Ob die vergleichsweise zurückhaltende Einschätzung der Privatklägerin, welche 

anlässlich ihrer Befragung durch die V.____-Schule angegeben habe, innert zwölf Stunden et-

wa fünf Gläser gespritzten Weisswein getrunken zu haben, effektiv zutreffend sei, lasse sich 

mangels entsprechender Messung rückblickend nicht mehr abschliessend beurteilen. Die Schil-

derung des Beschuldigten, wonach sie beide miteinander gerungen hätten und hierbei über die 

Toilettenschüssel gestürzt seien, spreche mindestens indiziell für eine massgebende bzw. er-

hebliche Alkoholisierung. Dass der Alkoholkonsum der Berufungsklägerin durchaus einen Ein-

fluss auf ihre Wahrnehmungsfähigkeit gehabt haben könnte, zeigten ihre teilweise inkohärenten 

Angaben betreffend der von ihr erfahrenen physischen Gewalt sowie ihre offenkundigen 

Schwierigkeiten, das zeitliche Geschehen korrekt einzuordnen. Vor diesem Hintergrund könne 

eine Beeinträchtigung ihrer Wahrnehmung auch hinsichtlich anderweitigen, für die Beurteilung 

des Kerngeschehens massgebenden Faktoren nicht ausgeschlossen werden (E. II./1c auf S. 12 

bis S. 13 in initio des angefochtenen Urteils). 

 

2.3.1.3 Mit Blick auf die Aussagevalidität, mithin der Prüfung der Suggestionshypothese, hat 

das Strafgericht ausgeführt, die Privatklägerin habe am 15. Januar 2019 und somit nur kurz 

nach dem angeklagten Vorfall eine Traumatherapie begonnen. Alle ihre Befragungen zur Sache 

seien daher erst nach Behandlungsbeginn erfolgt. Des Weiteren sei bemerkenswert, dass ihre 

Anhörung durch die V.____-Schule im Rahmen eines sowohl gegen den Beschuldigten als 

auch gegen sie selbst geführten Disziplinarverfahrens stattgefunden habe, womit sie sich eben-

so habe verteidigen müssen. Da die Aussagen der Beteiligten von der Ausbildungsstätte ledig-

lich in Form von Zusammenfassungen schriftlich festgehalten worden seien, könne sie undo-

kumentierten suggestiven Einflüssen der befragenden Personen und autosuggestiven Verarbei-

tungsprozessen ausgesetzt gewesen sein. Hierdurch könnten sich die Ereignisse in einem für 

ihre eigene Beteiligung günstigeren Licht in ihre Erinnerung einprägt haben. Auffallend sei fer-

ner die von ihr am 13. Februar 2019 um 17:13 Uhr an die Polizei geschickte, eine ganze A4-

Seite füllende E-Mail mit einer Zusammenfassung des mutmasslichen Tatgeschehens. Unklar 

bleibe insbesondere, ob der Text bereits vor der Anzeigeerstattung um 17:00 Uhr desselben 

Tages verfasst worden sei und ‒ wenn ja ‒ bei dieser Gelegenheit gar als Gedankenstütze ge-

dient habe. Zu diesem nach den allgemeinen Erfahrungen ungewöhnlichen und hinsichtlich der 

Suggestionshypothese sehr wohl massgebenden Vorgang fehle jedwede polizeiliche Dokumen-

tation. Die ersten lege artis protokollierten Aussagen seien diejenigen in der Konfrontationsein-

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vernahme vom 2. Dezember 2019, wobei zu jenem Zeitpunkt schon elf Monate seit dem 

"U.____"-Anlass vergangen gewesen seien. Bis dahin hätten bereits unzählige, aktuell nicht 

mehr zu beseitigende, suggestive Störfaktoren ‒ namentlich in der Gestalt des schulischen Dis-

ziplinarverfahrens sowie der seit dem 15. Januar 2019 andauernden Traumatherapie ‒ poten-

ziell auf die Entstehung der Aussagen der Berufungsklägerin einwirken und zu Scheinerinne-

rungen geführt haben können. Vor diesem Hintergrund gebe es konkrete Hinweise für suggesti-

ve Bedingungen erheblichen Ausmasses in der Aussagegenese, womit nach den Grundsätzen 

der Aussagepsychologie eine merkmalsorientierte Inhaltsanalyse nicht durchführbar sei, weil 

die Qualität der Angaben nicht mehr als Hinweis auf einen Erlebnisbezug herangezogen wer-

den könnten (E. II./1c auf S. 13 f. des angefochtenen Urteils). 

 

2.3.1.4 Zusammenfassend hält die Vorinstanz fest, angesichts der unklaren Wahrnehmungs-

fähigkeit der Privatklägerin und der Unmöglichkeit der Verwerfung der Nullhypothese in Bezug 

auf die Aussagevalidität könnten die bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der Entstehungs-

geschichte ihrer Angaben nicht mehr behoben werden, weshalb es dem Gericht gar nicht ge-

stattet sei, sich inhaltlich damit zu befassen. Mit anderen Worten lasse sich die Glaubhaftigkeit 

ihrer Schilderungen schlicht nicht mehr beurteilen (E. II./1c auf S. 14 des angefochtenen Ur-

teils). 

 

2.3.2.1 In ihrer Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023 pflichtet die Privatklägerin den 

strafgerichtlichen Erwägungen insofern bei, als in der hiesigen Konstellation eines Vier-Augen-

Delikts den Aussagen des potenziellen Opfers eine massgebende Bedeutung zukomme, wes-

halb ihre Angaben einer Würdigung zu unterziehen seien (dort Ziff. I./1.). Indes rügt sie ein un-

richtiges methodisches Vorgehen des Vorderrichters, welcher sich einer inhaltlichen Auseinan-

dersetzung mit ihren Schilderungen zu Unrecht verweigert habe. Konkrete Anhaltspunkte für 

eine effektiv beeinträchtigte Wahrnehmungsfähigkeit oder für Fremd- resp. Autosuggestionen 

fehlten vollends. Anstatt ganz spezifische, sachbezogene Einflüsse zu identifizieren und bei der 

Beweiswürdigung mit zu berücksichtigen, stelle die Vorinstanz allgemeine Hypothesen sowie 

Mutmassungen auf. Es sei lebens- und realitätsfremd, aus dem Alkoholkonsum der Beteiligten 

per se auf eine beeinträchtigte Wahrnehmungsfähigkeit oder aufgrund der Inanspruchnahme 

psychologischer Unterstützung abstrakt auf Suggestionseffekte zu schliessen. Die im angefoch-

tenen Urteil zur Untermauerung der gewählten Methodik zitierte Literatur beziehe sich auf Aus-

sagen zu Sexualstraftaten und könne nicht unbesehen auf den vorliegenden Fall übertragen 

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werden. Das Strafgerichtspräsidium habe das effektive Bestehen suggestiver Bedingungen 

letztlich sinngemäss offengelassen. Konsequenterweise hätte es demnach sowohl die Angaben 

der Berufungsklägerin als auch des Beschuldigten regulär einer inhaltlichen (Realitäts-) Prüfung 

unterziehen und gegenüberstellen sollen, was versäumt worden sei und die Untersuchungsma-

xime (Art. 6 Abs. 1 StPO), das Prinzip der freien ‒ aber pflichtgemässen ‒ Beweiswürdigung 

(Art. 10 Abs. 2 StPO), den Grundsatz in dubio pro reo (Art. 10 Abs. 3 StPO) sowie die Regelung 

von Art. 182 StPO über den Beizug von Sachverständigen verletze (a.a.O., Ziff. I./2.1 und 

Ziff. I./2.6; siehe auch S. 1 f. sowie S. 4 des Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklä-

gerin vom 2. Oktober 2023). 

 

2.3.2.2 Gemäss der von der Vorinstanz selbst zitierten Literatur setze die Identifikation von im 

konkreten Fall relevanten Beeinflussungsbedingungen immer u.a. gedächtnispsychologische 

Sachkunde voraus. Bei Annahme konkreter suggestiver Bedingungen in erheblichem Ausmass 

hätte der Vorderrichter nach Ansicht der Privatklägerin daher ex officio ein aussagepsychologi-

sches Gutachten bei einer sachverständigen Person einholen und die Schilderungen des po-

tenziellen Opfers hernach frei würdigen müssen. Die Fragen der Wahrnehmungsfähigkeit und 

der Aussagevalidität ohne die hierzu notwendigen Fachkenntnisse gleich selbst zu beantworten 

und infolgedessen die Darlegungen des möglichen Opfers als Ganzes zu verwerfen, sei metho-

disch nicht statthaft (Ziff. I./2.2 der Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023; vgl. S. 2 des 

Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklägerin vom 2. Oktober 2023). 

 

2.3.2.3 Sodann kritisiert die Berufungsklägerin die strafgerichtliche Annahme, wonach der Al-

koholkonsum im Zeitpunkt eines Ereignisses ganz grundsätzlich dazu führe, dass Angaben zum 

Sachverhalt wegen verminderter Wahrnehmungsfähigkeit nicht belastend berücksichtigt werden 

dürften, zumal dadurch zahlreiche Straftaten einer strafrechtlichen Beurteilung entzogen wür-

den. Vielmehr sei relevant, ob die betreffende Person wegen ihres Konsums von Alkohol oder 

anderen bewusstseinsverändernden Substanzen tatsächlich derart beeinträchtigt gewesen sei, 

dass sich ihr Zustand auf die Aussagetüchtigkeit ausgewirkt habe. Die verminderte Fähigkeit, 

einen Sachverhalt wahrzunehmen, widerspiegle sich namentlich in Form von bruchstückhaften 

Erinnerungen erkennbar in den Schilderungen der Geschehnisse. In casu seien keinerlei Hin-

weise für eine verzerrte Wahrnehmung resp. Erinnerung der Privatklägerin ersichtlich. Diese 

habe sich detailliert an den inkriminierten Vorfall erinnert (Ziff. I./2.3 der Berufungsbegründung 

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vom 28. Februar 2023; ferner S. 1 f. des Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklägerin 

vom 2. Oktober 2023). 

 

2.3.2.4 Des Weiteren wird seitens der Berufungsklägerin moniert, die Vorinstanz verletze den 

Grundsatz der freien (aber pflichtgemäss vorzunehmenden) Beweiswürdigung gemäss Art. 10 

StPO sowie die Untersuchungsmaxime nach Art. 6 StPO, wenn sie eine inhaltliche Prüfung der 

Angaben des potenziellen Opfers mit der Begründung ablehne, Scheinerinnerungen könnten 

aufgrund einer potenziell suggestiven Wirkung der Psychotherapie nicht ausgeschlossen wer-

den. Solche bloss hypothetisch-abstrakte Einflussfaktoren genügten nicht und konkrete Hinwei-

se fehlten vollständig. Weder könne eine Aggravation in den Schilderungen der Privatklägerin 

festgestellt werden, noch gebe es anderweitige Auffälligkeiten in ihren oder in den Angaben der 

anderen Beteiligten. Das Strafgericht habe es versäumt, sich mit dem Ablauf sowie dem Inhalt 

der Behandlung auseinanderzusetzen und darzulegen, inwiefern sich diese hier tatsächlich ver-

fälschend auf die Aussagen ausgewirkt haben sollte. Bei Unklarheiten oder Zweifeln hätten ent-

sprechende Abklärungen getätigt werden müssen. Die vom Vorderrichter vertretene Ansicht, 

wonach der Beginn einer (Trauma-) Therapie die Berücksichtigung der späteren Angaben eines 

möglichen Opfers von vornherein ausschliessen würden, sei absurd und widerspreche der Le-

bensrealität (Ziff. I./2.4 der Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023; siehe auch S. 2 des 

Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklägerin vom 2. Oktober 2023). 

 

2.3.2.5 Ähnliches wendet die Berufungsklägerin hinsichtlich der "Mediationsgespräche", wel-

che von der V.____-Schule mit ihr und dem Beschuldigten geführt worden seien, ein. Gemäss 

vorinstanzlichen Erwägungen habe sich Erstere bei der schulinternen Aufarbeitung des Vorfalls 

in einer Verteidigungsposition befunden, woraus eine potenziell mögliche Beeinflussung durch 

suggestive Verarbeitungsprozesse abgeleitet werde. Doch auch hierfür gebe es keine konkre-

ten Anhaltspunkte. Aus den Protokollen der V.____-Schule sei ersichtlich, dass die Privatkläge-

rin ungeachtet der Rollenverteilung auch dort im Wesentlichen gleichbleibende Aussagen ge-

macht habe und sich diese bis zur späteren Konfrontationseinvernahme nicht relevant verän-

dert hätten. Ihren Darlegungen die Verwertbarkeit a priori zu verweigern, sei methodisch falsch. 

Mediations- und Einigungsversuche würden zu Unrecht unter Generalverdacht gestellt, sugges-

tiv auf die beteiligten Personen einzuwirken. Dabei biete die Staatsanwaltschaft seit vielen Jah-

ren selbst Vergleichsverhandlungen in gewissen Bereichen des Strafrechts an, wobei von die-

sen Verhandlungen praxisgemäss keine Wortprotokolle erstellt würden. Die erstinstanzliche 

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Methodik führe zur Konsequenz, dass aussergerichtliche Einigungsversuche vom möglichen 

Opfer stets abgelehnt werden müssten (Ziff. I./2.5 auf S. 7 f. der Berufungsbegründung vom 

28. Februar 2023; vgl. S. 3 des Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklägerin vom 

2. Oktober 2023). 

 

2.3.2.6 Schliesslich sei das elektronische Einreichen einer Zusammenfassung des (möglichen) 

Tatgeschehens durch die Berufungsklägerin als potenzielles Opfer nicht ungewöhnlich. Die 

konkreten Umstände der Erstellung dieser Gedankenstütze hätten nach Auffassung der Privat-

klägerin vom Strafgerichtspräsidium in Anwendung von Art. 6 Abs. 1 StPO abgeklärt werden 

müssen, wenn nähere Angaben für erforderlich gehalten worden wären (Ziff. I./2.5 auf S. 7 der 

Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023). 

 

2.3.3.1 Der methodische Ansatz der Vorinstanz, wonach die sinngemäss oder verbaliter fest-

gehaltenen Aussagen der Privatklägerin einer merkmalorientierten Inhaltsanalyse anhand von 

Realkriterien gar nicht erst zugänglich seien, weil deren Wahrnehmungsfähigkeit als allfälliges 

Opfer durch den Alkoholkonsum anlässlich der "U.____"-Feier potenziell beeinträchtigt gewe-

sen sei und eine fremd- resp. autosuggestive Wirkung der anschliessenden Psychotherapie 

sowie des schulinternen Disziplinarverfahrens nicht ausgeschlossen werden könne, erweist sich 

als ebenso neu wie kühn. Fürwahr wird im Schrifttum aus dem Lager der forensischen Psychiat-

rie und Rechtspsychologie teilweise postuliert, der Entstehungsgeschichte einer Aussage mehr 

Bedeutung beizumessen und die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Tatsachenschilderungen nicht 

vorschnell allein auf die Suche nach Realkriterien zu reduzieren. Freilich geht der hiesige straf-

gerichtliche modus procedendi, bereits dann auf jegliche inhaltliche Auseinandersetzung mit 

den Angaben der potenziell Geschädigten zu verzichten, wenn eine Beeinträchtigung ihrer 

Wahrnehmungsfähigkeit möglich erscheine, suggestive Einwirkungen nicht auszuschliessen 

seien und diese Bedenken im Nachhinein nicht mehr vollständig ausgeräumt werden könnten, 

zu weit und findet weder in der juristischen Lehre noch in der Rechtsprechung eine hinreichen-

de Stütze. Eine dauerhaft aufgehobene Aussagetüchtigkeit infolge gestörter Wahrnehmungsfä-

higkeit kann lediglich in besonderen Fällen angenommen werden, namentlich bei fortschreiten-

den demenziellen Syndromen, endogenen Psychosen (welche im Tatzeitpunkt akut exazerbiert 

waren) oder schweren geistigen Behinderungen. Auch eine Intoxikation kann grundsätzlich zu 

einer permanenten Aufhebung der Aussagetüchtigkeit führen, sofern zur Zeit der relevanten 

Geschehnisse eine akute Symptomatik vorlag (vgl. STEFFEN LAU, Gang und Gesichtspunkte der 

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psychiatrischen Beurteilung der Aussagetüchtigkeit bei erwachsenen Zeugen, 2022, S. 1 ff.). 

Die vorinstanzliche Methodik, welche der Berufungsklägerin die Aussagetüchtigkeit mit der Be-

gründung abspricht, fremd- oder autosuggestive Einwirkungen des schulischen Disziplinarver-

fahrens oder der Psychotherapie könnten nicht ausgeschlossen werden, ohne genau und im 

Einzelnen darzulegen, aus welchen spezifischen Tatsachen sie dies ableitet, dürfte selbst den 

im angefochtenen Urteil zitierten Autoren zu weit gehen, zumal ihrer Auffassung nach (erst) bei 

konkreten suggestiven Bedingungen erheblichen Ausmasses in der Aussagegeschichte die 

Qualität von Tatsachenschilderungen nicht mehr als Hinweis auf einen Erlebnisbezug herange-

zogen werden könne (E. II./1c auf S. 11 des angefochtenen Urteils mit Hinweis auf SUSANNA 

NIEHAUS, Zur Bedeutung suggestiver Prozesse für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aus-

sagen in Sexualstrafsachen, in: forumpoenale 1/2012, S. 31 ff. [S. 36 f.]). Das Bundesgericht 

anerkennt zwar, dass unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, die Suggestionshypothese 

mit hinreichender Zuverlässigkeit zu verwerfen, entfallen kann, womit auch die Überprüfbarkeit 

der Glaubhaftigkeit einer Aussage dahinschwindet. Dies gilt jedoch nur in Fällen mit hohem 

Suggestionspotenzial in der Entstehungsgeschichte der Tatsachenschilderungen, wobei in ers-

ter Linie an jüngere Kinder, welche naturgemäss für eine suggestive Beeinflussung durch Auto-

ritätspersonen ausgesprochen empfänglich sind, zu denken ist (BGer 6B_301/2022 vom 

26. August 2022 E. 3.4.3; BGer 6B_655/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 2.4.4; BGer 

6B_1109/2019 vom 23. September 2020 E. 2.5.3). 

 

2.3.3.2 Ebenso findet die erstinstanzliche Annahme, wonach die Privatklägerin beim inkrimi-

nierten Vorfall massgebend bzw. erheblich alkoholisiert gewesen sei, in den Akten keine Grund-

lage. Dass es Studierenden anlässlich von festlichen Anlässen über Gebühr nach Alkoholika 

gelüsten kann, ist notorisch. Der Zeuge H.____ sagte in seiner Einvernahme vom 28. Februar 

2020 denn auch aus, die Anwesenden hätten wohl alle getrunken (Zeile 104 auf S. 4 des ent-

sprechenden Protokolls / act. 539). Allerdings gab er darüber hinaus an, bei der Berufungsklä-

gerin keine körperlichen Einschränkungen festgestellt zu haben und nicht zu wissen, ob sie 

damals alkoholisiert gewesen sei (a.a.O., Zeilen 99 f. auf S. 3 / act. 537). Sowohl jene als auch 

der Beschuldigte hätten noch gehen können (a.a.O., Zeilen 154 f. auf S. 5 / act. 541). Der Zeu-

ge habe ferner niemanden (von den Beiden) Bier trinken gesehen und könne nicht sagen, ob 

sie getrunken hätten. Die Privatklägerin und der Beschuldigte hätten zwar einen streitenden, 

nicht aber einen alkoholisierten Eindruck gemacht (a.a.O., Zeilen 155 f. auf S. 5 / act. 541). 

Demgemäss besteht kein Grund zur Annahme, die Berufungsklägerin sei infolge ihres Alkohol-

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konsums in jener Nacht derart intoxikiert gewesen, dass ihre Wahrnehmungsfähigkeit in ähnli-

chem Ausmass wie bei einer Demenz, einer akut exazerbierten Psychose oder einer geistigen 

Behinderung beeinträchtigt gewesen sei. Ein solcher Fall darf auch nicht leichthin angenommen 

werden, zumal bei Vier-Augen-Delikten (insbesondere solchen sexuellen Charakters) die Opfer 

nicht selten durch bewusste täterseitige Verabreichung von Alkoholika oder anderen Substan-

zen in deren Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen, geschwächt werden. Es wäre ein gerade-

zu fataler Schlag für die Verfolgung solcher Straftaten, wenn die Angaben von Geschädigten 

sodann gar nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Der vom Strafgerichtspräsidium erwähn-

te Sturz in der Toilette und die teilweise inkohärenten Schilderungen der Privatklägerin hinsicht-

lich der erfahrenen Gewalt sowie der zeitlichen Angaben vermögen an dieser Erkenntnis nichts 

zu ändern. Gewiss könnten die erstinstanzlich angeführten Vorgänge intoxikationsbedingt resp. 

durch den anerkannten Konsum von fünf Gläsern gespritzten Weissweins (act. 451) begünstigt 

worden sein, was im Rahmen der nachfolgenden inhaltlichen Würdigung mit zu berücksichtigen 

sein wird. Indes fehlen hinreichende Belege und Indizien für eine besonders starke Alkoholisie-

rung, welche es erlauben würde, aufgrund fehlender Aussagetüchtigkeit auf eine weitergehende 

Auseinandersetzung mit ihren Aussagen zu verzichten. 

 

2.3.3.3 Zwar lässt sich nicht von der Hand weisen, dass eine gewisse Fremd- oder Selbstbe-

einflussung aus dem von der V.____-Schule gegen beide Beteiligten geführten Disziplinarver-

fahren (von der Privatklägerin in ihrer Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023 unzutref-

fenderweise als "Mediationsgespräche" bezeichnet ‒ siehe dort Ziff. I./2.5 auf S. 7 f.) sowie aus 

der von ihr absolvierten Trauma- bzw. Psychotherapie entsprossen sein könnte. Freilich genügt 

eine bloss theoretische Möglichkeit suggestiver Effekte nicht zur Verneinung der Validität der 

hiervon betroffenen Aussagen. Erforderlich sind vielmehr konkrete suggestive Bedingungen 

erheblichen Ausmasses in deren Entstehungsgeschichte. Im angefochtenen Urteil wird auf-

grund der Verteidigungsposition der Berufungsklägerin im Disziplinarverfahren und ihrer psy-

chotherapeutischen Behandlung auf eine potenzielle Beeinflussung ihrer Tatsachenschilderun-

gen geschlossen und diesen infolgedessen die Validität abgesprochen, ohne jedoch ‒ etwa 

unter Bezugnahme auf die entsprechenden Berichte ‒ im Einzelnen substantiiert aufzuzeigen, 

weshalb sich dieser Schluss im vorliegenden Fall aufdränge. Wenn aber jegliche Inanspruch-

nahme psychologischer Unterstützung durch das Opfer einer Straftat und jede Mitwirkung bei 

einem verwaltungs- oder betriebsinternen Untersuchungsverfahren vor der ersten lege artis 

durchgeführten Einvernahme oder gar rechtskräftigen Entscheidung zur Konsequenz hätte, 

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dass sämtliche Aussagen wegen einer hypothetischen Beeinflussung als nicht valide betrachtet 

werden müssten und sich demgemäss von vornherein einer inhaltlichen Analyse entzögen, so 

könnten Vier-Augen-Delikte kaum noch geahndet werden. Eine geschädigte Person muss 

selbstredend in zeitnaher Hinsicht psychologische Hilfe beanspruchen oder sich an einem in-

ternen Untersuchungsverfahren beteiligen dürfen, ohne die Vereitelung des Strafverfahrens 

gegen den Täter befürchten zu müssen. Eine Verneinung der Aussagenvalidität kommt mithin 

nur in Konstellationen mit typischerweise hohem Suggestionspotenzial oder bei Vorliegen kon-

kreter sowie erheblicher Hinweise für eine tatsächliche ‒ nicht bloss hypothetische ‒ Beeinflus-

sung in Betracht. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor, und die Psychotherapie sowie das Diszipli-

narverfahren werden ‒ wie der Alkoholkonsum ‒ im Rahmen der durchzuführenden Inhaltsana-

lyse in angemessener Weise miteinzubeziehen sein. 

 

2.3.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge der Berufungsklägerin, die Vorinstanz habe 

die inhaltliche Würdigung deren Aussagen methodisch unrichtig von vornherein abgelehnt, als 

begründet. Daraus folgt nota bene (noch) keine Gutheissung ihrer Berufung und Korrektur des 

angefochtenen Urteils. Vielmehr sind ihre Tatsachenschilderungen nachfolgend anhand von 

Realkriterien materiell zu würdigen und denjenigen des Beschuldigten gegenüberzustellen. 

Hierzu gehört auch die Berücksichtigung allfälliger Auswirkungen des Alkoholkonsums, der 

Trauma- bzw. Psychotherapie und des schulinternen Disziplinarverfahrens. 

 

2.3.3.5 Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass die Berufungsklägerin 

irrt, wenn sie vorbringt, das Gericht könne die vorliegenden Fragen der Wahrnehmungsfähigkeit 

und der Aussagevalidität mangels hierzu notwendiger Fachkenntnisse nicht selbst beantworten 

und müsse ex officio ein aussagepsychologisches Gutachten bei einer sachverständigen Per-

son einholen. Die Würdigung von Beweisen gehört zu den Kernaufgaben der Gerichte, weshalb 

eine Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Zeugen und Auskunftspersonen sowie der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen in der Regel durch den Richter vorzunehmen und nicht Gutachtern zu 

überlassen ist (BGE 128 I 81 E. 2; BGer 6B_1118/2022 E. 1.1.3; HEER, a.a.O., N. 6 zu Art. 182 

StPO). Bei erwachsenen Auskunftspersonen oder insbesondere Zeugen ist der Beizug einer 

sachverständigen Person ohne besondere Begründung nicht opportun (HEER, a.a.O., N. 6a zu 

Art. 182 StPO). Die Einholung eines aussagepsychologischen Gutachtens drängt sich nach der 

Rechtsprechung nur auf, wenn das Gericht aufgrund besonderer Umstände bei der einver-

nommenen Person auf zusätzliches medizinisches oder psychologisches Fachwissen angewie-

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sen ist. Dies gilt namentlich dann, wenn entwicklungsbedingt bruchstückhafte oder schwer in-

terpretierbare Äusserungen eines Kleinkinds zu beurteilen sind, bei ernsthaften Anzeichen psy-

chopathologischer Störungen, welche die Aussageehrlichkeit des Zeugen beeinträchtigen könn-

ten oder konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, der Betroffene stehe unter dem Einfluss von 

Drittpersonen (BGE 129 IV 179 E. 2.4; BGer 6B_1090/2018 vom 17. Januar 2019 E. 1.2; HEER, 

a.a.O., N. 14 zu Art. 182 StPO ‒ je mit weiteren Hinweisen). Der Gesetzgeber selbst erwähnt in 

Art. 164 Abs. 2 StPO beispielhaft die sachverständige Abklärung der Zeugentauglichkeit bei 

Zweifel an der Urteilsfähigkeit oder bei Anhaltspunkten für psychische Störungen. Diese hohen 

Anforderungen sind in casu eindeutig nicht erfüllt, weshalb kein Anlass bestand oder besteht, 

ein aussagepsychologisches Gutachten einzuholen. Wie das Bundesgericht denn auch wieder-

holt betont hat, steht dem urteilenden Gericht bei der Beantwortung der Frage, ob aufgrund der 

konkreten Umstände des Einzelfalles der Beizug eines Sachverständigen notwendig ist, ein 

Ermessensspielraum zu (BGer 6B_1090/2018 vom 17. Januar 2019 E. 1.2 in fine; BGer 

6B_297/2013 vom 27. Mai 2013 E. 1.4.1; BGer 6B_681/2012 vom 12. März 2013 E. 3.2; vgl. 

auch HEER, a.a.O., N. 7 zu Art. 182 StPO). Eine starre Beweisregel, wonach bei streitigen Aus-

sagen des mutmasslichen Opfers in jedem Fall (eo ipso und ohne Differenzierung) ein Gutach-

ten anzuordnen wäre, widerspräche überdies dem Grundsatz der freien richterlichen Beweis-

würdigung (BGer 1B_36/2010 vom 19. April 2010 E. 3.1; BGer 6B_735/2008 vom 19. Februar 

2009 E. 3.1 in fine; BGer 1P.8/2002 vom 5. März 2002 E. 4.3.1). 

 

 

2.4 Inhaltliche Würdigung der Aussagen der Privatklägerin 

2.4.1 Bei der Prüfung des Wahrheitsgehalts von Sachverhaltsschilderungen hat sich in der 

Praxis die Methode der Aussageanalyse durchgesetzt, welche darauf basiert, dass wahre und 

falsche Angaben unterschiedliche geistige Leistungen erfordern (BGE 128 I 81 E. 2; BGer 

6B_375/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 2.2.2). Während die Wiedergabe eines tatsächlich er-

lebten Ereignisses kognitiv relativ leicht fällt, ist es intellektuell herausfordernder, eine Aussage 

über ein komplexes Handlungsgeschehen ohne Erlebnishintergrund zu reproduzieren und über 

einen längeren Zeitraum hinweg konstant zu schildern (vgl. MARCO FERRARI, Erkenntnisse aus 

der Aussagepsychologie, in: plädoyer 4/2009, S. 34 ff. [S. 36]; REVITAL LUDEWIG / DAPHNA 

TAVOR / SONJA BAUMER, Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsan-

wälten und Anwälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1415 ff. [S. 1423]). Im Rahmen der Beweis-

würdigung sind Aussagen demnach durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf zu über-

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prüfen, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erle-

ben entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbeson-

dere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phanta-

siesignalen zu überprüfen. Entscheidend ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung 

der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage 

auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Wei-

se vorgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhalts-

analyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, sog. Realkennzeichen) und Bewertung der 

Entstehungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Er-

gebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person 

analysiert werden. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht 

realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (sog. Unwahr- oder Nullhypothese) 

aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die 

Aussage einem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.3 mit Hinweis 

auf BGE 129 I 49 E. 5 sowie BGE 128 I 81 E. 2; BGer 6B_388/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 1.1.3.1). 

 

2.4.2 Die Vorinstanz hat im Sinne einer kurzen Eventualbegründung für den Fall, dass eine 

inhaltliche Auseinandersetzung mit den Tatsachenschilderungen der Privatklägerin dennoch 

erfolgen sollte, erwogen, es sei angesichts deren teilweise inkonsistenten und widersprüchli-

chen Aussageverhaltens höchst fraglich, inwiefern ihre Äusserungen den Schluss auf eine hohe 

Glaubhaftigkeit zuliessen. So habe sie im Rahmen des schulischen Disziplinarverfahrens be-

hauptet, sich nur noch "in Fetzen" an die damaligen Geschehnisse erinnern zu können, wäh-

rend sie zuvor bei der Anzeigeerstattung sowie später in der Konfrontationseinvernahme zahl-

reiche Angaben zum Tathergang gemacht habe, was zumindest auffällig sei und nicht mit den 

Grundsätzen der Aussagepsychologie vereinbar sei. Sodann habe sie sich hinsichtlich der ef-

fektiven Aufenthaltsdauer in der Toilette und des angeblichen Würgens widersprochen (E. II./1c 

auf S. 14 f. des angefochtenen Urteils). 

 

2.4.3 In Bezug auf die vorinstanzliche Eventualbegründung rügt die Berufungsklägerin, die 

Schlussfolgerung des Strafgerichts sei nicht haltbar. Konkrete Beispiele für ein inkonsistentes 

oder widersprüchliches Verhalten würden nicht genannt. Weiter widerspreche sich der Vorder-

richter selbst, wenn er die verbaliter protokollierte Konfrontationseinvernahme als erste lege 

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artis durchgeführte Befragung bezeichne und der Privatklägerin vorwerfe, bei der Polizei, ge-

genüber Dr. med. E.____ sowie im schulinternen Disziplinarverfahren unvollständige Angaben 

gemacht zu haben, zumal ihre Äusserungen bei diesen Befragungen nur in zusammengefasster 

Form festgehalten worden seien. Divergierende Angaben zur Dauer des Kerngeschehens seien 

bei traumatischen Erlebnissen nicht unüblich, da Opfer sehr häufig Mühe hätten, präzise Schät-

zungen abzugeben. Weshalb dies in casu ausschlaggebend sein sollte, führe die Vorinstanz 

nicht näher aus und setze sich mit den qualitativ-inhaltlich sehr guten sowie überzeugenden 

Aussagen der Privatklägerin nicht auseinander. Insbesondere bei der Prüfung der Realkriterien 

falle sodann auf, dass das Strafgerichtspräsidium pflicht- und rechtswidrig nur die den Beschul-

digten entlastenden, nicht aber die ihn belastenden Umstände berücksichtigt habe. Dabei seien 

vom Beschuldigten an vielen Stellen, insbesondere bezüglich des Kerngeschehens, Erinne-

rungslücken geltend gemacht worden. Seine Deposition erweise sich gesamthaft als äusserst 

rudimentär und "qualitativ nicht belastbar". Auch er habe in der Tatnacht Alkohol konsumiert, sei 

in den "Mediationsprozess" der V.____-Schule involviert gewesen und von seinem Verteidiger 

sogar sehr wahrscheinlich suggestiv beeinflusst worden. Daher sei nicht nachvollziehbar, wes-

halb der Vorderrichter auf seine Tatsachenschilderungen abstelle. Auch der Zeuge H.____ sei 

nach seinen eigenen Angaben sehr stark alkoholisiert gewesen, womit seine Wahrnehmungs-

fähigkeit hätte eingeschränkt sein können. Das Strafgericht widerspreche sich in der angewand-

ten Methodik folglich selbst (Ziff. I./2.7 der Berufungsbegründung vom 28. Februar 2023; S. 4 f. 

des Parteivortrages des Rechtsvertreters der Privatklägerin vom 2. Oktober 2023). 

 

2.4.4 Der Beschuldigte pflichtet in seiner Berufungsantwort vom 27. April 2023 den vorin-

stanzlichen Erwägungen vollumfänglich bei und legt im Einzelnen dar, woraus sich die Inkonsis-

tenz und Widersprüchlichkeit der privatklägerischen Aussagen seiner Auffassung nach ergebe 

(dort Ziff. II./1.). Seine eigenen Angaben seien demgegenüber konstant und plausibel. Dass er 

sich nach so langer Zeit nicht mehr an jedes Detail erinnern könne, sei nachvollziehbar. Ferner 

habe er sich auch selbst belastet, indem er zugegeben habe, die Berufungsklägerin angespuckt 

und gepackt zu haben, was für die Glaubhaftigkeit seiner Äusserungen spreche. Seine Schilde-

rungen zu den inkriminierten Geschehnissen stimmten mit seinem Handeln überein und liessen 

sich ohne Weiteres in ein stimmiges Gesamtbild einfügen, welches auch mit den Darlegungen 

des Zeugen H.____ vereinbar sei. Summa summarum lägen keine belastenden Beweise gegen 

den Beschuldigten vor. Selbst wenn die Privatklägerin die damalige Situation möglicherweise 

als bedrohlich empfunden und sich eingeschränkt gefühlt habe, so liesse sich dies nicht objekti-

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vieren, womit ein bedrohliches oder nötigendes Verhalten seinerseits zumindest nach dem 

Grundsatz in dubio pro reo nicht erwiesen sei (a.a.O., Ziff. II./2.). 

 

2.4.5.1 Bei Betrachtung der privatklägerischen Aussagen zu den Ereignissen in der Nacht vom 

11. auf den 12. Januar 2019 auf dem Gelände der V.____-Schule fällt zunächst auf, dass sie 

das Kerngeschehen während des Aufenthalts mit dem Beschuldigten in der Behindertentoilette 

sehr detailliert schildert (siehe etwa Zeilen 198 ff. auf S. 7 ff. des Wortprotokolls der Videokon-

frontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019 / act. 285 ff.), was ein Realkriterium darstellt. 

Ebenso für ein tatsächliches Erleben sprechen die Beschreibungen ihrer Gefühle (siehe na-

mentlich a.a.O., Zeilen 661 ff. auf S. 21 / act. 313). Auch Details hinsichtlich merkwürdiger Fra-

gen, welche sich die Berufungsklägerin und der Beschuldigte in den Toilettenräumlichkeiten 

gegenseitig gestellt haben sollen, entspringen kaum ihrer Imagination (Gesprächsprotokoll der 

V.____-Schule vom 23. Januar 2019 S. 2 Abs. 1 / act. 451). Sodann belastet sie sich teilweise 

auch selbst, wenn sie etwa schildert, wie sie ihn geschlagen und sich herablassend über seinen 

Körperbau geäussert habe (a.a.O., S. 1 f. / act. 449 und act. 451; Zeilen 208 ff. sowie 235 f. auf 

S. 7 f. des Wortprotokolls der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019 / 

act. 285 und act. 287). Mithin bestehen durchaus einzelne Elemente, welche Grund zur An-

nahme geben, ihre Sachverhaltsschilderungen basierten auf effektiv Erlebtem. 

 

2.4.5.2 Allerdings weisen die Aussagen der Berufungsklägerin bei genauerer Prüfung sehr 

wohl auch erhebliche Auffälligkeiten in Form von Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten auf, 

wie teilweise das Strafgerichtspräsidium richtigerweise festgestellt und der Beschuldigte her-

vorgehoben haben. 

(i.) An erster Stelle zu erwähnen sind die erheblichen Diskrepanzen in den privatklägeri-

schen Angaben zur Dauer des Aufenthalts in der Behindertentoilette. Gegenüber der Kantons-

polizei Basel-Stadt sprach die Berufungsklägerin von "ca. zehn Minuten" (Polizeirapport vom 

23. Februar 2019 S. 3 / act. 419). Im schulinternen Disziplinarverfahren verdoppelte sich diese 

Zeitdauer auf "gefühlte 20 Minuten" (Gesprächsprotokoll der V.____-Schule vom 23. Januar 

2019 S. 2 Abs. 1 / act. 451). In der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019 

sollen es schliesslich sogar "zwüsche 20 und 30 Minute sicher" gewesen sein (Zeile 1089 auf 

S. 33 des entsprechenden Wortprotokolls / act. 337). Ihre diesbezüglichen Angaben divergieren 

nicht nur stark voneinander; sie entwickeln sich auch in Richtung Aggravation, was im Übrigen 

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mit ihren zunehmenden Forderungen an den Beschuldigten hinsichtlich seiner Anwesenheit auf 

dem Schulgelände korreliert (siehe supra E. II./2.2.4). 

(ii.) Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Anzahl der Würgevorgänge, welche die Beru-

fungsklägerin erlitten haben will. Während in ihrer E-Mail vom 13. Februar 2019 (act. 431), im 

Rapport der Kantonspolizei Basel-Stadt vom 23. Februar 2019 (act. 415 ff.) sowie im Ge-

sprächsprotokoll der V.____-Schule vom 23. Januar 2019 (act. 449 ff.) kein mehrfaches Wür-

gen erwähnt wird, soll es gemäss ihren Schilderungen in der Videokonfrontationseinvernahme 

vom 2. Dezember 2019 mindestens dreimal ("sicher zweimol vo vorne gsi und einmol vo hinte") 

dazu gekommen sein (Zeilen 295 ff. auf S. 10 des entsprechenden Wortprotokolls). Auch hier 

fällt wiederum die Tendenz zur Aggravation auf. 

(iii.) Drittens wirft das evolutive Erinnerungsvermögen der Berufungsklägerin gewisse Fra-

gen auf. Bei ihrer Vorsprache auf dem Polizeiposten Z.____ am 12. Januar 2019 hatte sie noch 

sehr präzise Erinnerungen an den Vorfall (siehe S. 3 des entsprechenden Rapports / act. 419). 

Rund zehn Tage später am 23. Januar 2019 erklärte sie anlässlich der Anhörung durch den 

"Untersuchungsausschuss" der V.____-Schule, sich nur noch "in Fetzen" an das Kerngesche-

hen zu erinnern. Die Reihenfolge der Geschehnisse sei "unklar" (S. 2 in initio des entsprechen-

den Gesprächsprotokolls / act. 451). Drei Wochen danach, am 13. Februar 2019, sandte sie 

eine ganzseitige E-Mail an die Polizeiangehörige, welche nur elf Minuten zuvor ihre Strafanzei-

ge entgegengenommen hatte, wobei sie sich erstaunlicherweise wieder an den genauen Ge-

schehensablauf erinnerte und sogar das damals Gesprochene quasi wörtlich wiedergeben 

konnte (act. 431). Schliesslich kulminierte ihr Erinnerungsvermögen am Schluss des Untersu-

chungsverfahrens in der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019, in deren 

Rahmen sie merkwürdigerweise weitaus am meisten Einzelheiten anzugeben vermochte (siehe 

insbesondere Zeilen 198 ff. auf S. 7 ff. des entsprechenden Wortprotokolls / act. 285 ff.). Selbst 

kleinste Details wie die Adern in den Augen des Beschuldigten waren ihr rund elf Monate nach 

den relevanten Geschehnissen plötzlich wieder präsent (a.a.O., Zeile 224 auf S. 8). 

(iv.) Ein vierter Punkt betrifft den angeblichen Sturz zu Boden in der Toilette. Ein solcher 

wird weder im Polizeirapport (act. 419) noch im Gesprächsprotokoll der V.____-Schule 

(act. 449 ff.) erwähnt. In der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 2019 schilderte 

sie hingegen erstmals, zu Boden gegangen zu sein, weil sie keine Kraft mehr gehabt habe (Zei-

len 246 f. auf S. 8 des entsprechenden Wortprotokolls / act. 287). 

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(v.) Sodann ‒ fünftens ‒ beschrieb die Berufungsklägerin in der Videokonfrontationsein-

vernahme vom 2. Dezember 2019, wie sich der Beschuldigte während des Aufenthalts in den 

Toilettenräumlichkeiten zum Spiegel umgedreht habe, um sich seine blutende Nase anzusehen 

(a.a.O., Zeilen 231 f. auf S. 8 / act. 287 sowie Zeilen 1343 f. auf S. 41 / act. 353). In diesem Zu-

sammenhang erhellt allerdings nicht, weshalb sie nicht die Gelegenheit genutzt hat, die Toilette 

zu verlassen, zumal die Tür unstreitig zu keinem Zeitpunkt verriegelt war (a.a.O., Zeilen 352 

bis 358 auf S. 11 f. / act. 293 und act. 295 sowie Zeilen 474 bis 476 auf S. 15 / act. 301). Von 

Angst gelähmt war sie zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht, da sie immerhin in der Lage 

war, sich trotz der angeblich als bedrohlich empfundenen Situation herablassend über den 

"schwachen Körper" des Beschuldigten zu äussern (E-Mail vom 13. Februar 2019 / act. 431; 

Gesprächsprotokoll der V.____-Schule vom 23. Januar 2019 S. 1 f. / act. 449 und act. 451; Zei-

len 235 f. auf S. 8 des Wortprotokolls der Videokonfrontationseinvernahme vom 2. Dezember 

2019 / act. 287). 

(vi.) Diese ‒ von der Berufungsklägerin selbst als Provokation bezeichnete ‒ Aussage über 

den "schwachen Körper" des Beschuldigten ist für eine Person, die sich in einer angeblich 

höchst bedrohlichen Situation wähnt, nur schwer nachvollziehbar. Gerade für jemanden, der 

angibt, Todesangst verspürt zu haben (act. 451), ist dies doch eine ausgesprochen ungewohnte 

Reaktion, denn gewöhnlich wird in solchen Lagen eher versucht, deeskalierend einzuwirken. 

Die provozierende Äusserung korreliert denn auch mit dem vom Zeugen H.____ geschilderten 

Eindruck, nicht der Beschuldigte, sondern die Privatklägerin habe nach dem Verlassen der Toi-

lette den Streit gesucht (Zeilen 62 ff. auf S. 2 f.  des Einvernahmeprotokolls vom 28. Februar 

2020 / act. 535 und act. 537). 

(vii.) Siebtens bestehen Diskrepanzen zwischen den Angaben der Privatklägerin und denje-

nigen des Zeugen H.____. In ihrer E-Mail vom 13. Februar 2019 gibt jene an, die Studenten-

gruppe, welche sich vor der Behindertentoilette aufgehalten und worunter sich auch der Zeuge 

befunden habe, um Hilfe gebeten zu haben. Dieser soll sich daraufhin dem angeblich aggressi-

ven Beschuldigten, welcher auf sie zugegangen sei, in den Weg gestellt haben (act. 431). 

Demgegenüber sagte H.____ aus, er habe den Streit schlichten wollen, was jedoch nicht ak-

zeptiert worden sei. Der Beschuldigte habe sich dafür offen gezeigt, die Privatklägerin hingegen 

sei streitsuchend gewesen und habe die Angelegenheit nicht als bereinigt betrachten wollen. 

Dass die Berufungsklägerin in Angst und Schrecken um Hilfe ersucht habe, kann den Schilde-

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Seite 32  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungen des Zeugen nicht entnommen werden (Zeilen 62 ff. auf S. 2 f. des Einvernahmeproto-

kolls vom 28. Februar 2020 / act. 535 und act. 537). 

(viii.) Schliesslich ‒ achtens ‒ erstaunt, dass weder im Gesprächsprotokoll der V.____-

Schule vom 23. Januar 2019 (act. 449 ff.) noch im psychotherapeutischen Bericht vom 

29. August 2019 (act. 181 und act. 183) oder im Therapeutenbericht vom 15. März 2022 

(act. S81 und act. S83) Anhaltspunkte dafür bestehen, die Privatklägerin habe gegenüber den 

entsprechenden Personen von Drohungen seitens des Beschuldigten berichtet. 

 

2.4.5.3 Die Vorbringen der Privatklägerin in ihrer Berufungsbegründung, welche sich insge-

samt als wenig überzeugend und zum Teil gar als tatsachenwidrig erweisen, vermögen die vor-

stehend aufgezählten Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten nicht zu entschärfen. 

Entgegen der berufungsklägerischen Kritik an die Adresse des Vorderrichters hat dieser im an-

gefochtenen Urteil sehr wohl konkrete Beispiele für die problematischen Punkte in ihren Aussa-

gen aufgeführt, wenn auch nur in gedrängter Form (siehe dort E. II./1c auf S. 14 f.). 

Ebenso unzutreffend ist, es könne keine Aggravation in ihren Schilderungen festgestellt wer-

den. Eine entsprechende Tendenz im Zusammenhang mit der Dauer des Aufenthalts in der 

Behindertentoilette und mit der Anzahl der Würgevorgänge ist aktenkundig belegt (hierzu supra 

E. 2.4.5.2/i. und E. 2.4.5.2/ii.). Damit ist zugleich widerlegt, dass sich ihre Angaben ungeachtet 

der Rollenverteilung im schulinternen Disziplinarverfahren bis zur späteren Videokonfrontati-

onseinvernahme nicht wesentlich verändert hätten (dazu auch vorstehende E. 2.4.5.2/iii., 

E. 2.4.5.2/iv. sowie E. 2.4.5.2/viii.). 

Des Weiteren können sinngemässe Zusammenfassungen von Befragungen zwar durchaus 

Weglassungen oder Kürzungen erklären, jedoch offensichtlich nicht die widersprüchlichen An-

gaben zur Dauer des Aufenthalts in der Toilette und zur Anzahl der Würgevorgänge. Dass Op-

fer bei traumatisierenden Erlebnissen Mühe bekunden können, präzise Schätzungen abzuge-

ben, ist nachvollziehbar, ändert an der vorliegenden Tendenz, die vermeintlichen Geschehnisse 

laufend in aggravierter Form darzustellen, freilich nichts. Entgegen der berufungsklägerischen 

Auffassung wirken sich solche Auffälligkeiten nicht bloss unwesentlich auf das Gesamtbild von 

Tatsachenschilderungen aus. 

Beizupflichten ist der Berufungsklägerin, wenn sie darlegt, der Beschuldigte habe insbesondere 

zum Kerngeschehen auf der Toilette nur rudimentäre Angaben gemacht und sich nicht selten 

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Seite 33  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf Erinnerungslücken berufen. Daraus kann jedoch nichts zu seinen Ungunsten abgeleitet 

werden, zumal er hiermit lediglich von seinem Aussageverweigerungsrecht als beschuldigte 

Person Gebrauch macht (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). 

Schliesslich kann selbstverständlich nicht verneint werden, dass der Beschuldigte anlässlich 

des "U.____"-Anlasses wie die Privatklägerin auch Alkohol konsumiert hat, im "Mediationsver-

fahren" (eher: Disziplinarverfahren) der V.____-Schule ebenso involviert gewesen und von sei-

nem Verteidiger möglicherweise "beeinflusst" worden ist. Die Berufungsklägerin verkennt je-

doch einen wesentlichen Unterschied in Bezug auf die Anforderungen, welche an die jeweiligen 

Aussagen gestellt werden. Der Beschuldigte muss mit seinen Angaben nota bene nicht bewei-

sen, dass sich der angeklagte Sachverhalt nicht ereignet hat. Demgegenüber müssen die be-

lastenden Schilderungen der Privatklägerin einen sehr hohen Grad an Glaubhaftigkeit aufwei-

sen, wenn in Ermangelung eines Geständnisses und anderweitiger Beweise die Annahme der 

inkriminierten Tathandlungen lediglich darauf gestützt werden soll (vgl. hierzu supra E. II./1.4). 

Beim vorliegenden Ausgang der Analyse ihrer Aussagen erübrigt sich eine ebenso eingehende 

Auseinandersetzung mit denjenigen des Beschuldigten, da eine solche ohnehin nichts mehr am 

Ergebnis der Beweiswürdigung ändern könnte. 

 

 

2.5 Fazit 

Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass objektive Beweise für den Kern des zur Anklage 

gebrachten Vorfalls in der Behindertentoilette der V.____-Schule fehlen und sich folglich weder 

die Version des Beschuldigten noch diejenige der Privatklägerin vollständig ausschliessen lässt. 

Unter diesen Umständen kann zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts lediglich 

auf die jeweiligen Aussagen der Beteiligten abgestellt werden ("Aussage gegen Aussage"). 

Obwohl die Schilderungen der Berufungsklägerin durchaus Realkriterien aufweisen und nicht 

jede noch so kleine Inkonsistenz genügt, die belastenden Angaben zu "kontaminieren", wurden 

im Rahmen der Inhaltsanalyse diverse wesentliche Auffälligkeiten sowie erhebliche Widersprü-

che seitens der Privatklägerin hervorgehoben, wodurch die Unwahr- oder Nullhypothese klar-

erweise nicht umgestossen werden kann. Ihre Schilderung der Geschehnisse wird damit zwar 

nicht eindeutig widerlegt, aber die Aussagequalität vermag nicht auszureichen, um lediglich 

darauf gestützt den inkriminierten Sachverhalt als erstellt betrachten zu können. Für das Gericht 

bestehen daher unüberwindliche Zweifel, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so wie angeklagt 

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abgespielt hat, weshalb gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO zwingend von der für die beschuldigte 

Person günstigeren Sachlage auszugehen ist. Folglich ist nicht erstellt, dass der Beschuldigte in 

casu die Privatklägerin wie angeklagt bedroht, hierdurch in Angst und Schrecken versetzt und 

sie am Verlassen der Toilettenräumlichkeiten gehindert hat. Die Vorinstanz ist bei der Sachver-

haltsfeststellung methodisch zwar unrichtig vorgegangen, letztlich aber dennoch zum korrekten 

Ergebnis gelangt. 

 

 

3. Rechtliche Würdigung 

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zur Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung 

(supra E. II./2.) erweist sich sowohl der Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) als auch derjenige der Nötigung nach 

Art. 181 StGB als klarerweise nicht erfüllt, weshalb der Beschuldigte in vollumfänglicher Bestä-

tigung des angefochtenen Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 3. Juni 2022 sowie in Ab-

weisung der hiergegen erhobenen Berufung der Privatklägerin von der entsprechenden Ankla-

ge freizusprechen ist. 

 

 

III. Kosten 

(...) 

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 3. Juni 

2022, auszugsweise lautend: 

 

 "1. B.____ wird von der Anklage der Drohung sowie Nötigung 

freigesprochen. 

 
  2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des 

Vorverfahrens von Fr. 2’400.‒ und der Gerichtsgebühr von 

Fr. 2’000.‒, gehen zu Lasten des Staates. 

 
  (...) 

 
  3. Die Kosten des Wahlverteidigers von B.____ in Höhe von 

Fr. 7'043.05 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) ge-

hen in Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu Lasten 

des Staates. 

 
  4. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der 

Privatklägerin sowie die geforderte Parteientschädigung zu 

Lasten des Beschuldigten werden in Anwendung von 

Art. 126 Abs. 1 lit. b und Art. 433 Abs. 1 StPO abgewiesen. 

 
  5. Das Honorar der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der 

Privatklägerin, Advokatin Elisabeth Vogel, wird in reduzier-

tem Umfang von Fr. 3'660.50 (inkl. Auslagen und 7.7% 

Mehrwertsteuer), unter Vorbehalt der Rückzahlungsver-

pflichtung der Privatklägerin nach Art. 135 Abs. 4 StPO 

i. V. m. Art. 138 Abs. 1 StPO, aus der Gerichtskasse ent-

richtet." 

 

 

 

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Seite 36  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wird in Abweisung der Berufung der Privatklägerin vollumfäng-

lich bestätigt und zum integralen Bestandteil dieses Urteils 

erklärt. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

Fr. 6'250.‒ (beinhaltend eine Gebühr von Fr. 6'000.‒ sowie Ausla-

gen von Fr. 250.‒) gehen zu Lasten der Privatklägerin und zufolge 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Lasten des Staates. 

 

 III. Rechtsanwalt Julian Imfeld wird für das Berufungsverfahren ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 5'417.80 (inklusive Auslagen und 

Fr. 387.35 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 
Advokatin Elisabeth Vogel wird für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung von Fr. 5'582.65 (inklusive Auslagen und Fr. 399.15 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 
Die Privatklägerin wird zur Rückzahlung der Entschädigung der 

unentgeltlichen Rechtsbeiständin im Umfang von Fr. 5'582.65 an 

den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es ihre wirtschaft-

lichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO in Verbin-

dung mit Art. 138 Abs. 1 StPO). 

 

 IV. (Mitteilung) 

 
 
Präsident 

 

Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 

 

Pierre Comment 

 
 
Dieses Urteil ist rechtskräftig. 

 

 

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