# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1eea788-9a5e-5bff-9f8b-1d63ff2b25a9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.07.2010 A-6198/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6198-2009_2010-07-22.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6198/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Daniel de Vries Reilingh (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richterin Salome Zimmermann, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.
MWST (1. Quartal 2002 - 4. Quartal 2006); 
Vorsteuerabzug.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6198/2009

Sachverhalt:

A.
Die  A._______AG  ist  eine  Aktiengesellschaft,  welche  auf  die  Ver-
marktung  von  Medienprodukten  über  Sportereignisse  aller  Art 
spezialisiert ist. Sie ist seit dem 17. März 2000 im Register der Mehr-
wertsteuerpflichtigen  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV) 
eingetragen.

B.
In der Zeit vom 27. November bis 1. Dezember 2006 und am 5. März 
2007  führte  die  ESTV  bei  der  A._______AG  eine  Kontrolle  der 
Steuerperioden  1. Quartal  2002  bis  4.  Quartal  2006  (Zeit  vom  1. 
Januar 2002 bis 31. Dezember 2006) durch. Sie stellte dabei fest, dass 
die Gesellschaft  in den kontrollierten Perioden diverse Beteiligungen 
gekauft hatte. Für die dafür aufgewendeten Beratungskosten hatte die 
Gesellschaft  den  vollständigen  Vorsteuerabzug  geltend  gemacht, 
welcher von der ESTV im Rahmen der Kontrolle verweigert wurde. Die 
ESTV belastete deshalb mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 258'955 
vom 9. März 2007 in der Höhe von Fr. 277'371.-- den – nach ihrer Auf-
fassung  zu  Unrecht  –  vorgenommenen  Vorsteuerabzug  der 
A._______AG nach.

C.
Mit Schreiben vom 12. März 2007 erklärte die Gesellschaft, sie werde 
die EA Nr. 258'955 nur unter Vorbehalt bezahlen. Sie behielt sich vor, 
den  in  dieser  aufgeführten  Betrag  zu  bestreiten.  Auf  Ersuchen  der 
ESTV vom 8. Mai 2007, ihren Vorbehalt zu konkretisieren und mitzu-
teilen,  ob  sie  einen  einsprachefähigen  Entscheid  wünsche,  bat  die 
A._______AG mit  Brief  vom 15. Mai  2007 u.a. um eine anfechtbare 
Verfügung.

D.
Mit Entscheid vom 25. Juli 2008 hielt die ESTV fest, die A._______AG 
schulde für  die  Steuerperioden 1. Quartal  2002 bis  4. Quartal  2006 
Fr. 277'371.--  Mehrwertsteuer  nebst  Verzugszins  seit  dem  30.  April 
2005 (mittlerer Verfall). Zur Begründung führte sie aus, dass mehrwert-
steuerbelastete  Aufwendungen  nicht  zum  Vorsteuerabzug  berechtig-
ten, wenn sie für einen von der Steuer ausgenommenen Umsatz oder 
einen Nichtumsatz verwendet würden.

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E.
Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2009 wies die ESTV die Ein-
sprache der Gesellschaft vom 15. September 2008 ab und erkannte, 
die A._______AG schulde für die Steuerperioden 1. Quartal 2002 bis 
4. Quartal 2006 Fr. 277'371.-- Mehrwertsteuer nebst Verzugszins seit 
dem 30. April 2005 (mittlerer Verfall) und habe diesen Betrag deshalb 
zu  Recht  bezahlt.  Sie  begründete  ihren  Entscheid  im  Wesentlichen 
damit,  dass  die Vorsteuerbeträge, die der Gesellschaft  auf den ein-
gekauften Beratungsleistungen im Zusammenhang mit dem Kauf ihrer 
Beteiligungen  in  Rechnung  gestellt  worden  sind,  vollumfänglich  den 
umsatzsteuerlich nicht relevanten Beteiligungen zuzuordnen seien. Die 
entsprechenden Vorsteuerabzüge seien deshalb zu Recht verweigert 
worden.

F.
Mit Eingabe vom 30. September 2009 führte die A._______AG gegen 
den Einspracheentscheid der ESTV vom 31. August 2009 Beschwerde 
beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt  –  unter  Kosten-  und 
Entschädigungsfolge  –,  der  angefochtene  Einspracheentscheid  sei 
aufzuheben und der Vorsteuerabzug in der Höhe von Fr. 277'371.-- auf 
Beratungsleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Beteili-
gungen  sei  vollumfänglich  zuzulassen.  Sie  begründete  ihre  Be-
schwerde  hauptsächlich  damit,  die  bezogenen  Beratungsdienst-
leistungen  seien  nicht  den  Dividendenerträgen  (Nichtumsätzen), 
sondern den von ihr erbrachten, zum Vorsteuerabzug berechtigenden 
Tätigkeiten im Bereich der Vermarktung von Sportrechten zuzuordnen. 
Die  ausschliessliche  Zuordnung  der  Beratungskosten  zu  den 
Dividendenerträgen stütze sich weder auf eine Rechtsgrundlage noch 
auf  eine  Rechtsprechung  und  entspreche  nicht  den  wirtschaftlichen 
Gegebenheiten. Die diesbezügliche Praxis der ESTV sei systemwidrig, 
willkürlich und bundesrechtswidrig.

G.
Die ESTV schloss in ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2009 
auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

H.
Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der  Parteien wird,  soweit 
entscheiderheblich, in den Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine solche liegt nicht vor und die ESTV ist eine Behörde im Sinne von 
Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren 
nach  dem  VwVG.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde kann eingetreten werden.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtenen Entschei-
de grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführe-
rin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) 
und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtser-
heblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Un-
angemessenheit  erheben (Art. 49  Bst. c  VwVG; vgl.  ANDRÉ MOSER/MI-
CHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

1.3 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Das vorliegende Verfahren unter-
steht  deshalb  in  materieller  Hinsicht  dem  Bundesgesetz  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  (aMWSTG,  AS  2000 
1300).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In-
krafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art. 113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort auf 
hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer An-
wendung von neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte 
kommen darf  (ausführlich: Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-

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1379/2007 vom 18. März 2010 E. 1.2.3. und A-1113/2009 vom 23. Fe-
bruar  2010  E.  1.3.3.2).  Kein  Verfahrensrecht  in  diesem engen  Sinn 
stellt im vorliegenden Fall etwa das Selbstveranlagungsprinzip dar, so 
dass vorliegend diesbezüglich noch altes Recht anwendbar ist. Keine 
Anwendung finden deshalb beispielsweise Art. 70, 71, 72, 79 oder 87 
MWSTG, obwohl  sie unter dem Titel  "Verfahrensrecht  für die Inland- 
und  die  Bezugsteuer"  stehen  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwal -
tungsgerichts A-7652/2009 vom 8. Juni 2010 E. 1.3 mit Hinweisen).

2.
2.1 Der  Bund  erhebt  eine  allgemeine  Verbrauchssteuer  nach  dem 
System der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug (Mehrwertsteu-
er; Art. 130 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999  [BV, SR 101] und Art. 1 Abs. 1  aMWSTG). 
Die Erhebung der Mehrwertsteuer erfolgt namentlich nach dem Grund-
satz der Wettbewerbsneutralität mit Anrechenbarkeit der Vorsteuer so-
wie unter Berücksichtigung der Überwälzbarkeit und der Wirtschaftlich-
keit der Erhebung (Art. 1 Abs. 2 aMWSTG).

2.2 Der Vorsteuerabzug, der ein zentrales Element des Mehrwertsteu-
ersystems darstellt, bewirkt, dass der Unternehmer nur seinen Netto-
umsatz versteuern muss, obgleich die Bemessungsgrundlage das Ge-
samtentgelt  ohne  Umsatzsteuer  ist  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_653/2008 vom 24. Februar 2009 E. 6.3; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HO-
NAUER/KLAUS A.  VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz 
[MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 1360). Der Vorsteuerabzug ist prin -
zipiell nichts anderes als das Gegenstück zur Ausgangsumsatzsteuer. 
Infolge der Trennung zwischen Ausgangsumsatzsteuer und Vorsteuer 
sind beim steuerpflichtigen Unternehmer die  beiden Bereiche vonei-
nander  zu  unterscheiden;  sie  müssen  unabhängig  voneinander  er-
mittelt  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5620/2008 
vom 11. November  2009  E. 2.2;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., 
Rz. 1362).

2.3 Verwendet  der  Steuerpflichtige  Gegenstände  oder  Dienstleistun-
gen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann er in seiner Steuer-
abrechnung u. a. die ihm von anderen Steuerpflichtigen mit den Anga-
ben nach Art. 37 aMWSTG in Rechnung gestellte Steuer für Lieferun-
gen und Dienstleistungen oder die von ihm für den Bezug von Dienst-
leistungen  aus  dem  Ausland  deklarierte  Steuer  abziehen  (Art.  38 
Abs. 1 Bst. a und b sowie Abs. 2 aMWSTG). Die Vorsteuer kann auch 

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abgezogen werden, wenn die Gegenstände oder Dienstleistungen für 
Tätigkeiten  nach  Art.  19  Abs.  2  aMWSTG oder  für  Tätigkeiten  ver-
wendet werden, die steuerbar wären, wenn sie in der Schweiz bewirkt  
würden (Art. 38 Abs. 3 aMWSTG).

2.4 Nach konstanter  Lehre  und  Rechtsprechung  müssen,  damit  der 
Vorsteuerabzug beansprucht werden kann, folgende Voraussetzungen 
erfüllt sein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_45/2008 vom 16. De-
zember 2008 E. 3.2, 2A.650/2005 vom 15. August 2006 E. 3.2 mit Ver-
weis  auf  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.348/2004  vom  1.  Dezember 
2004 E. 3.2; CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1363, S. 466):
a) Die Berechtigung zum Vorsteuerabzug besteht nur für Steuerpflich-
tige (Art. 38 Abs. 1 aMWSTG);
b) Der Vorsteuerabzug ist nur für solche Leistungen möglich, die von 
einem anderen Unternehmer mit der Mehrwertsteuer belastet erbracht 
wurden (Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG);
c) Die Leistungen müssen zudem für einen geschäftlich begründeten 
Zweck oder für den Export erbracht werden (Art. 38 Abs. 2 aMWSTG), 
wobei  die  zulässigen Zwecke in Art. 38 Abs. 2 und 3 aMWSTG ab-
schliessend umschrieben sind;
d)  Der  Abzug  darf  nicht  ausdrücklich  ausgeschlossen  sein  (Art.  38 
Abs. 5 und 39 aMWSTG) oder zur Erzielung eines von der Besteuer-
ung ausgenommenen Umsatzes (Art. 18 aMWSTG) bzw. eines Nicht-
umsatzes (Art. 38 Abs. 4 aMWSTG; ebenso Urteil des Bundesgerichts 
2A.650/2005 vom 15. August 2006 E. 3.5) eingesetzt werden;
e) Es muss ein genügender Nachweis in Form einer Rechnung beste -
hen (Art. 38 Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit Art. 37 aMWSTG).

2.5 Für einen Vorsteuerabzug ist gemäss Art. 38 Abs. 1  aMWSTG – 
in  Abweichung  von der  Rechtsprechung  des Gerichtshofs  der  Euro-
päischen  Gemeinschaften  (EuGH)  und  etwa  vom  deutschen  Recht 
(sog. "erfolgloser Unternehmer")  – wie soeben gesagt (siehe E. 2.4) 
u.a. erforderlich,  dass die mit  der Vorsteuer belasteten Gegenstände 
und  Dienstleistungen  für  einen  geschäftlich  begründeten  Zweck  ge-
mäss  Abs.  2  der  Bestimmung  verwendet  werden,  namentlich  für 
steuerbare Lieferungen und Dienstleistungen (statt vieler: BGE 132 II 
353  E.  8.3,  10;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1596/2006 
vom 2. April 2009 E. 2.6.1, A-1538/2006 vom 28. Mai 2008 E. 2.2, A-
1351/2006  vom  29.  Oktober  2007  E.  4.1).  Verlangt  wird  gemäss 
Rechtsprechung  ein  "objektiv  wirtschaftlicher  Zusammenhang 
zwischen steuerbarer  Eingangs- und Ausgangsleistung" (BGE 132 II 

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353  E.  8.2  f.,  10;  Urteile  des  Bundesgerichts  2A.650/2005  vom 
16. August 2006 E. 3.4, 2A.175/2002 vom 23. Dezember 2002 E. 5.2 in 
fine; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1596/2006 vom 2. April 
2009 E. 2.6.1, A-1394/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.1, A-1357/2006 vom 
27. Juni 2007 E. 2.1 mit Hinweisen). Nicht genügend ist eine lediglich 
für die Zukunft  beabsichtigte Verwendung; das schweizerische Recht 
knüpft  an  die  tatsächliche  Verwendung  der  Eingangsleistung  für 
steuerbare  Umsätze  und  nicht  nur  an  die  Unternehmereigenschaft 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2A.349/2004  vom  1.  Dezember  2004 
E. 4.3.2 mit Hinweis auf DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer 
als  allgemeine  Verbrauchsteuer  und  von  den  entsprechenden 
Wirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 257 ff.; Ent -
scheid  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  [SRK]  vom 
24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundes-
behörden  [VPB]  70.41  E. 2c/aa; in  gleicher  Weise  auch  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1376/2006  vom  20.  November  2007 
E. 5.2, A-1361/2006 vom 19. Februar 2007 E. 5.2).

2.6 Nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen die nach Art. 18 aMWSTG 
von der Steuer ausgenommenen Umsätze (Art. 17 aMWSTG), so z. B. 
Umsätze  (Kassa-  und  Termingeschäfte),  mit  Einschluss  der  Vermitt-
lung, von Wertpapieren, Wertrechten, Derivaten sowie Anteilen an Ge-
sellschaften (Art. 18 Ziff. 19 Bst. e aMWSTG). Dasselbe gilt  für sog. 
"Nicht-Umsätze" wie beispielsweise Dividenden (bzw. Umsätze im Zu-
sammenhang mit dem Beteiligungsbereich eines Unternehmens), wel-
che nicht  auf  einem mehrwertsteuerlichen Leistungsaustausch beru-
hen und folglich keine dem Geltungsbereich der Steuer unterstehende 
Vorgänge und keine "steuerbaren" Umsätze nach Art. 38 Abs. 1 und 2 
aMWSTG darstellen (vgl. auch Art. 38 Abs. 4 aMWSTG, welcher aus-
drücklich  festhält,  dass  namentlich  von  der  Steuer  ausgenommene 
Umsätze und nicht  als  Umsätze geltende Tätigkeiten nicht  zum Vor-
steuerabzug berechtigen; Urteil des Bundesgerichts 2C_45/2008 vom 
16. Dezember 2008 E. 3.4 und 4.1; BVGE 2007/39 E. 3.3 mit Hinwei-
sen;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1496/2006  und  A-
1497/2006 sowie A-1498/2008 vom 27. Oktober 2008 E. 4.1 und 5.1; 
siehe auch BGE 132 II 353 E. 7.1). Werden bezogene Leistungen nicht 
für einen geschäftlich begründeten Zweck bzw. nicht für einen steuer-
baren  Ausgangsumsatz  verwendet,  liegt  Endverbrauch  beim Steuer-
pflichtigen vor, welcher nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt (BGE 132 
II  E.  8.2,  10;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1596/2  vom 
2. April  2009  E.  2.6.2,  A-1538/2006  vom  28.  Mai  2008  E.  2.4,  A-

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3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 2.3;  RIEDO,  a.a.O., S. 254 f., 260, 
283).

2.7 Die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  geht  mit  Bezug  auf  die 
Vorsteuerabzugsberechtigung  davon  aus,  dass  die  schweizerische 
Mehrwertsteuergesetzgebung (Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG) mit der-
jenigen der EU nicht in allen Teilen identisch ist (vgl. Urteile des EuGH 
C-29/08  vom 29.  Oktober  2009  Rz.  58-60,  C-437/06  vom 13.  März 
2008 Rz. 27-28 und 30). Aufgrund des klaren Gesetzeswortlautes und 
der  Materialien  ist  für  das  vorliegend  noch  anwendbare  aMWSTG 
zwingend eine Verwendung der Eingangs- für die Ausgangsleistungen 
erforderlich. Dabei ist neben der unmittelbaren Verwendung auch eine 
mittelbare  Verwendung  anerkannt,  bei  welcher  die  Eingangsleistung 
nur indirekt in den Ausgangsumsatz einfliesst. Nicht als genügend er-
achtet wird dagegen eine lediglich für  die Zukunft  beabsichtigte Ver-
wendung (bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 2C_45/2008 vom 16. 
Dezember 2008 E. 3.3, BGE 132 II 353 E. 8 S. 363 ff., insbesondere 
E. 8.2  und  8.3;  vgl.  auch  BGE 123  II  295  E. 6a  S. 303). An  dieser 
Rechtsprechung  ist  aufgrund  des  klaren  Gesetzeswortlautes  festzu-
halten, der eine "Verwendung der Gegenstände oder Dienstleistungen" 
für die in Art. 38 Abs. 2 aMWSTG genannten Zwecke, das heisst, für 
steuerbare Lieferungen (Bst. a), steuerbare Dienstleistungen (Bst. b), 
für  optierte Umsätze (Bst. c)  und für  bestimmte weitere Zwecke, die 
hier nicht von Bedeutung sind (Bst. d), verlangt. Anders würde es sich 
dann verhalten,  wenn der Gesetzgeber  auch eine beabsichtigte Ver-
wendung  als  genügend  erachten  liesse.  Nach  der  Rechtsprechung 
darf  vom klaren  Wortlaut  eines  Rechtssatzes  nur  dann  abgewichen 
werden,  wenn  triftige  Gründe  dafür  bestehen,  dass  er  nicht  den 
wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt (BGE 131 I 394 E. 3.2 S. 396; 
131 II 217 E. 2.3 S. 221).

2.8 Unbestritten ist, dass Vorsteuern nicht in Abzug gebracht werden 
können, wenn sie im Zusammenhang mit  Umsätzen stehen, die von 
der  Besteuerung ausgenommen sind und nicht  für  die  Versteuerung 
derselben optiert wird, soweit dies möglich ist (Art. 17 aMWSTG). Da-
mit entsteht für diese Umsätze eine vom Gesetzgeber gewollte Schat-
tensteuer ("taxe occulte"). Fest steht überdies, dass auch Vorsteuern, 
die  im  Zusammenhang  mit  einem  "Nichtumsatz"  stehen,  als  nicht 
unternehmerische  Verwendung  zu  keinem  Vorsteuerabzug  berech-
tigen, was in Art. 38 Abs. 4 aMWSTG  ausdrücklich verankert ist  und 
aufgrund  des  Mehrwertsteuersystems  schon  unter  dem  Recht  der 

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Verordnung  vom  22.  Juni  1994  über  die  Mehrwertsteuer  (MWSTV, 
AS 1994 1464) Gültigkeit hatte (vgl. Bericht der Kommission für Wirt -
schaft  und  Abgaben  des  Nationalrats  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer, in: BBl 1996 V 713 S. 776, zu Art. 36 Abs. 4 des Ent -
wurfs; ebenso Urteil des Bundesgerichts 2A.650/2005 vom 15. August 
2006, E. 3.3;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., Rz. 153 ff. S. 73 ff. 
und Rz. 1419 ff. S. 483 f.), was aber umgekehrt nicht bedeutet, dass 
Nichtumsätze  zu  einer  verhältnismässigen  Kürzung  des  Vorsteuer-
abzugs  führen  dürfen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
6152/2007 vom 21. August 2009 E. 2.2.4.1, A-1648/2006 vom 27 April 
2009  E. 2.4.3.2; vgl.  SONJA BOSSART,  Zum Einfluss von Nichtumsätzen 
auf  den  Vorsteuerabzug  bzw.  die  Vorsteuerabzugskürzung,  in  Zeit-
schrift  für  Schweizerisches  und  Internationales  Steuerrecht  [zsis] 
11/08 Ziff. 3).  Dies trifft auch für die EG zu (vgl. dazu MICHAEL LANGER, 
in:  Reiss/Kraeusel/Langer  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Umsatzsteu-
ergesetz, Band 3, Rz. 12 zu Art. 17 der 6. EG-RL). Als nicht unterneh-
merische Verwendungen, die den Vorsteuerabzug ausschliessen, gel-
ten – anders als wohl im neuen Recht (vgl. Art. 29 Abs. 2 MWSTG) – 
u.a.  Umsätze,  die  im  Zusammenhang  mit  dem  Beteiligungsbereich 
eines Unternehmens stehen (IVO P. BAUMGARTNER,  in: mwst.com, Kom-
mentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, N 70 
zu Art. 38, S. 705). Die Praxis der ESTV geht denn auch davon aus, 
dass  Vorsteuern  auf  Aufwendungen,  die  vollumfänglich  den  von der 
Steuer  ausgenommenen Umsätzen bzw. Nicht-Umsätzen zugeordnet 
werden  können,  generell  nicht  abgezogen  werden  können. Dies  gilt 
u.a.  für  Beratungsleistungen,  die  im  Zusammenhang  mit  dem  Kauf 
oder Verkauf von Anteilen an Gesellschaften stehen (vgl. Spezialbro-
schüre Nr. 06 der ESTV, Kürzung des Vorsteuerabzuges bei gemisch-
ter Verwendung [Nr. 610.530.06; gültig vom 1. Januar 2001 bis 31. De-
zember 2007], vom September 2000, Ziffer 7.6.1; vgl. auch Spezial-
broschüre  Nr. 06  der  ESTV, Kürzung  des  Vorsteuerabzuges  bei  ge-
mischter  Verwendung  [Nr. 610.530.06;  ab  1.  Januar  2008  gültige 
Fassung], vom Dezember 2007, Ziffer 7.4.1).

3.
3.1 Im konkreten Fall hat die ESTV der Beschwerdeführerin den Ab-
zug von Vorsteuern auf Beratungskosten, die im Zusammenhang mit 
der  Akquisition  von  Beteiligungen  standen,  verweigert.  Die  be-
treffenden  Kosten  beliefen sich  im Jahre  2004 auf  Fr. 32'738.23,  im 
Jahre 2005 auf Fr. 186'967.38 und im Jahre 2006 auf Fr. 3'429'924.32. 
Diesbezüglich ist unbestritten, dass die betreffenden Beratungskosten 

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im  Zusammenhang  mit  der  Akquisition  mehrerer  Beteiligungen  (d.h. 
Aktienkäufe  oder  sog.  "Share  Deals")  standen  und  auch  Aktien  er-
worben wurden. Diese Kosten standen mit anderen Worten in direktem 
Zusammenhang mit den von der Gesellschaft erworbenen Betei ligun-
gen. Solche Aufwendungen (im Zusammenhang mit dem Erwerb von 
Beteiligungen) berechtigen jedoch nach dem Gesagten nicht zum Vor-
steuerabzug. Eine lediglich für die Zukunft beabsichtigte Verwendung 
für steuerbare Zwecke reicht nicht aus (vgl. E. 2.5). Auch der Verkauf 
von  Beteiligungen  berechtigt  nicht  zum Vorsteuerabzug.  Vorsteuern, 
die aber  vollumfänglich  den umsatzsteuerlich nicht  relevanten Betei-
ligungen  zuzuordnen  sind,  sind  nicht  abzugsfähig,  weshalb  die  ent-
sprechenden Abzüge durch die ESTV zu Recht verweigert wurden.

3.2 In Anbetracht der vorstehenden Darstellungen wird deutlich, dass 
die Beschwerdeführerin die behauptete ausschliessliche Verwendung 
für steuerbare Leistungen in keiner Weise nachzuweisen vermag. Dies 
geht allein schon aus E. 3.1 hervor. Was die Beschwerdeführerin dage-
gen vorbringt, ist nicht stichhaltig.

Sie macht u.a. geltend, dass sie dank der erworbenen Beteiligungen 
Umsätze erzielt habe, welche vollumfänglich zum Vorsteuerabzug be-
rechtigten. Diese stünden deshalb in objektiv-wirtschaftlichem Zusam-
menhang  mit  dem  Erwerb  der  entsprechenden  Beteiligungen.  Auch 
wenn sich durch die neu erworbenen Beteiligungen Vorteile ergaben 
und  unter  Umständen  Mehrumsätze  im  steuerbaren  Bereich 
resultierten,  ist  dies  für  die  Zuordnung  der  vorsteuerbelasteten  Ein-
gangsleistungen unbeachtlich; es liegt mehrwertsteuerrechtlich weder 
eine  unmittelbare  noch  eine  mittelbare  Verwendung  für  einen  ge-
schäftlichen  Zweck vor. Das  Gleiche  gilt  betreffend  die  von der  Be-
schwerdeführerin geltend gemachten strategischen und kommerziellen 
Vorteile  bzw.  die  Ausnützung  von  Synergiepotenzialen.  Von  einer 
Fiktion  oder  einer  gesetzeswidrigen  Praxis  der  ESTV,  wie  dies  die 
Beschwerdeführerin behauptet, kann keine Rede sein. Gestützt auf die 
unter  dem  aMWSTG  gültige  bundesgerichtliche  Rechtsprechung 
können  Vorsteuern,  die  im  Zusammenhang  mit  dem  Beteiligungs-
bereich eines Unternehmens anfallen, nicht in Abzug gebracht werden. 
Eine  Zuteilung  von  Aufwendungen  im  Zusammenhang  mit  dem  ge-
nannten  Bereich  zu einem geschäftlich  begründeten  Zweck im Sinn 
von Art. 38 Abs. 2 aMWSTG, d.h. vorliegend zur Erzielung von Um-
sätzen  im  Bereich  der  Vermarktung  von  Sportrechten,  wie  dies  die 
Beschwerdeführerin  fordert,  ist  von vornherein  ausgeschlossen. Ihre 

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Auffassung,  wonach  die  vorsteuerbelasteten  Eingangsleistungen  im 
Zusammenhang mit dem Erwerb von Beteiligungen den Umsätzen aus 
der  Vermarktung  von  Sportrechten  zuzuordnen  seien,  entbehrt  jeg-
licher Rechtsgrundlage. Ebenso unbegründet ist ihr Vorwurf, durch die 
Praxis der ESTV sei einer verpönten extensiven Auslegung von Aus-
nahmeregeln Tür und Tor geöffnet. Die Tatsache, dass offenbar unter 
dem (neuen) MWSTG neu auch das Erwerben, Halten und Veräussern 
von  Beteiligungen  zum  Vorsteuerabzug  berechtigt  (Art.  29  Abs. 2 
MWSTG) und der Gesetzgeber von der hier noch geltenden Regelung 
Abstand nahm, bedeutet nicht, dass die alte Regelung, die auch vom 
Gesetzgeber  gewollt  war,  nicht  sachgerecht  war. Dieser  war  klarer-
weise der Meinung, dass unter dem aMWSTG der Vorsteuerabzug auf 
Eingangsleistungen  im  Beteiligungsbereich  nicht  vorgenommen 
werden kann (siehe E. 2.9 hiervor). Schliesslich gehen auch die Hin-
weise auf das Recht der Europäischen Union, welches in der Schweiz, 
die  nicht  Mitglied  der  EU  ist,  nicht  anwendbar  ist,  fehl:  Die  EU-
Regelung  ist  in  Bezug  auf  den  Vorsteuerabzug  nämlich  anders  ge-
lagert (siehe Urteile des EuGH C-29/08 vom 29. Oktober 2009 Rz. 58 
und  60,  C-437/06  vom 13.  März  2008  Rz.  27-28  und  31),  weshalb 
diese nicht zum Vergleich herangezogen werden kann.

4.
Dem Gesagten zufolge ist  die Beschwerde abzuweisen und der Ein-
spracheentscheid der ESTV vom 31. August 2009 zu bestätigen. Die 
Verfahrenskosten  des  Beschwerdeverfahrens  werden  auf  Fr. 7'500.-- 
festgesetzt  (Art. 4  des  Reglements  vom 21.  Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]) und der Beschwerdeführerin zur Zahlung auf-
erlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  im  Betrage  von  Fr.  7'500.--  werden  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 7'500.-- verrechnet.

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3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel de Vries Reilingh Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen  Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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