# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95dec1dc-69a1-51b5-b974-ff43462b9227
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 13.12.2018 B 2016/211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2016-211_2018-12-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2016/211

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 06.02.2020

Entscheiddatum: 13.12.2018

Entscheid Verwaltungsgericht, 13.12.2018
Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG. Der 1951 geborene, aus 
Mazedonien stammende Beschwerdeführer lebt seit 1983, möglicherweise 
bereits seit 1973 in der Schweiz. Er versuchte im Mai 2014, seine Frau mit 
einem Messer zu töten. Weil er an einer chronischen psychotischen, 
wahrscheinlich schizophrenen Störung mit chronischem Verfolgungs- und 
Beeinträchtigungserleben im Rahmen eines systematisierten Wahns leidet, 
war er aber wegen Schuldunfähigkeit nicht strafbar. Das Strafgericht 
ordnete eine stationäre Massnahme an, die ab November 2014 in einer 
Psychiatrischen Klinik und ab April 2016 in einem Spezialwohnheim 
vollzogen wird. Weil sich die Wahndynamik im April 2018 auf eine Person 
ausserhalb des bislang als gefährdet betrachteten Personenkreises – Frauen 
der Familie – ausgedehnt hatte, wurde die Massnahme vorübergehend 
wieder in der Psychiatrischen Klinik vollzogen. Das Verwaltungsgericht 
bestätigt den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 
Beschwerdeführers. Der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist 
trotz der strafrechtlich vollständig aufgehobenen Schuldfähigkeit erfüllt. 
Daran ändert nichts, dass die Niederlassungsbewilligung bis zur Entlassung 
aus der stationären Massnahme gültig bleibt. Der Widerruf erweist sich – 
trotz der langen Anwesenheit des Beschwerdeführers und seiner 
wirtschaftlichen Integration in der Schweiz und seiner engen Beziehung zu 
seinen in der Schweiz lebenden Familienangehörigen – als verhältnismässig. 
Trotz aufgehobener Schuldfähigkeit ist die Rechtsgutverletzung von 
erheblicher Bedeutung. Die Rückfallgefahr erschiene nach einer Entlassung 
des Beschwerdeführers aus der stationären Massnahme in sein familiäres 
Umfeld in der Schweiz als hoch. Stationäre und ambulante Möglichkeiten 
zur Behandlung seiner psychischen Erkrankung bestehen auch in seinem 
Heimatland (Verwaltungsgericht, B 2016/211).

Entscheid vom 13. Dezember 2018

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Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Corina P. Omlin-Schmid, Advokatur und Notariat 

Grämiger & Koch, “Rudenzburg“, Toggenburgerstrasse 35, 9500 Wil SG,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. A.__, geb. 1951, mazedonischer Staatsangehöriger, reiste 1983 (Vorakten 

Migrationsamt A.__, Dossier A, S. 14) – nach eigenen Angaben bereits 1973 – in die 

Schweiz ein. Seit 1978 ist er mit seiner Landsfrau B.__, geb. 1954, verheiratet (Dossier 

A, S. 21). Sie sind die Eltern von C.__ (geb. 1978) und D.__ (geb. 1980), die seit 1989 in 

der Schweiz leben. Die Ehefrau, welche nach einer Ausreise nach Mazedonien wegen 

der Schizophrenie ihres Ehemannes zunächst in ihrer Heimat blieb, reiste im Dezember 

2003 erneut in die Schweiz ein (Dossier B, S. 6). Alle Familienmitglieder sind in der 

Schweiz niederlassungsberechtigt. A.__ bezieht eine IV-Rente.

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Seit dem Jahr 2000 – nämlich am 25. September 2000 (Dossier A, S. 4 f.), am 18. März 

2002 (Dossier A, S. 10 f.) und anfangs März 2003 (Dossier A, S. 8 f. und 12 f.) – sind 

mehrere polizeiliche Interventionen im häuslichen Bereich aktenkundig. Aus ihnen 

ergibt sich, dass A.__ – damals im gleichen Haus wie die Familie seines Sohnes C.__ 

lebend, in deren Wohnung er sich überwiegend aufhielt – seiner Schwiegertochter E.__, 

die er als krank bezeichnete, verbot, das Haus zu verlassen, und die Läden verschloss, 

damit sie nicht nach draussen sehen konnte, und Nachbarn wegen seiner Ansicht nach 

falschen Parkierens mit dem Tod bedrohte. Sein Sohn gab an, sich von ihm 

unterdrückt zu fühlen. A.__ stand in ambulanter psychiatrischer Behandlung, hielt sich 

jedoch nicht an die ärztlich verschriebene Medikamentendosierung (Dossier A, S. 19 

und 61). Ab Februar 2008 wohnten sämtliche Familienmitglieder im gleichen – eigenen 

– Mehrfamilienhaus in X.__ (Dossier A, S. 49).

B. Am 26. Mai 2014 stach A.__ zuhause mehrfach mit einem Rüstmesser mit einer 

sieben Zentimeter langen Klinge auf seine Ehefrau ein. Dabei fügte er ihr zwei – zwei 

und drei Zentimeter tiefe – Stichwunden am linken lateralen Rücken, eine Stichwunde 

am linken Oberarm und weitere, überwiegend oberflächliche, teils kratzerartige 

Hautabtragungen zu (Dossier A, S. 154 f.). Gemäss dem in der Strafuntersuchung 

eingeholten psychiatrischen Gutachten vom 30. Juni 2014 (Dossier A, S. 184 ff.) liegt 

bei A.__ mit grosser Wahrscheinlichkeit eine chronische psychotische Störung, 

wahrscheinlich eine schizophrene Störung mit chronischem Verfolgungs- und 

Beeinträchtigungserleben im Rahmen eines systematisierten Wahnes vor. Seine 

Einsichtsfähigkeit in das Unrecht seines Handelns und in der Folge auch die 

Steuerungsfähigkeit waren im Zeitpunkt der Tat mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit aufgehoben. Der Gutachter ging sodann bei fehlender Behandlung 

von einem sehr grossen Risiko der Begehung erneuter Straftaten gegen Leib und 

Leben der Ehefrau aus. Er empfahl die Anordnung einer stationären therapeutischen 

Massnahme mit Vollzug in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung oder einer 

allgemeinpsychiatrischen Klinik mit einer gesicherten Station. Am 30. Oktober 2014 

stellte das Kreisgericht Wil fest, A.__ habe zwar den Tatbestand der versuchten 

vorsätzlichen Tötung objektiv und subjektiv erfüllt, sei aber wegen Schuldunfähigkeit 

nicht strafbar. Es ordnete eine stationäre Massnahme an, die ab November 2014 in der 

Psychiatrischen Klinik Z.__ vollzogen wurde (Dossier A, S. 154 und 150 f.).

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C. Mit Verfügung vom 24. August 2015 widerrief das Migrationsamt die 

Niederlassungsbewilligung von A.__ und ordnete an, dass er die Schweiz nach seiner 

Entlassung aus der stationären Massnahme zu verlassen habe (act. 10.1). Am 1. April 

2016 wurde A.__ ins Spezialwohnheim Y.__ in Z.__ überwiesen (act. 10.14). Seinen 

gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung erhobenen Rekurs wies das 

Sicherheits- und Justizdepartement am 26. September 2016 ab.

D. A.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 27. September 2016 versandten 

Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seine 

Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 12. Oktober 2016 und Ergänzung vom 

15. November 2016 beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit den Anträgen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge, eventualiter unter Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und -verbeiständung, sei der angefochtene Entscheid – allenfalls nach 

Befragung der Leiterin Forensik der Psychiatrischen Klinik Z.__ zur Störungseinsicht 

des Beschwerdeführers und Einholung eines psychologischen Gutachtens zur 

Rückfallgefahr – aufzuheben und auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu 

verzichten.

Mit Vernehmlassung vom 22. November 2016 beantragte die Vorinstanz, die 

Beschwerde sei hinsichtlich des Kostenspruchs des angefochtenen Entscheides 

gutzuheissen – der Antrag um unentgeltliche Prozessführung sei unberücksichtigt 

geblieben – und die Rechtsvertreterin für das Rekursverfahren ausseramtlich mit 

CHF 1'600 zuzüglich CHF 64 Barauslagen und CHF 128 Mehrwertsteuer zu 

entschädigen. In der Hauptsache beantragte sie unter Verweis auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde.

Der Leiter des Amtes für Justizvollzug lehnte am 23. Juni 2017 die Entlassung des 

Beschwerdeführers aus der therapeutischen stationären Massnahme ab und ordnete 

deren weiteren Vollzug im Spezialwohnheim Y.__ an (act. 14). Am 3. April 2018 kam es 

– weil sich die Wahndynamik auch auf eine Person ausserhalb des bislang als 

gefährdet betrachteten Personenkreises (Frauen der Familie) ausgedehnt hatte – zu 

einer Rückverlegung in die Psychiatrische Klinik Z.__ zur Krisenintervention (act. 16). 

Am 31. Mai 2018 kehrte A.__ ins Spezialwohnheim Y.__ zurück (act. 19). Im Rahmen 

der jährlichen Überprüfung lehnte das Amt für Justizvollzug am 25. Juni 2018 die 

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bedingte Entlassung aus der Massnahme, die weiterhin im Spezialwohnheim Y.__ zu 

vollziehen ist, wiederum ab. Für die weitere Vollzugsplanung sei der Ausgang des 

migrationsrechtlichen Verfahrens von Bedeutung, jedoch werde – mit Blick auf die 

Höchstdauer der Massnahme – bei gutem Vollzugsverlauf die bedingte Entlassung im 

Verlauf des Jahres 2019 angestrebt (act. 21). Auf Nachfrage des Gerichtes vom 5. Juli 

2018 hin konkretisierte die Vorinstanz am 30. Juli 2018 die Bedeutung des 

ausländerrechtlichen Entscheides für die weitere Vollzugsplanung und für eine künftige 

Überprüfung des Niederlassungsrechts des Beschwerdeführers (act. 34). Auf die 

Möglichkeit, innert angesetzter und bis 7. September 2018 erstreckter Frist Stellung zu 

nehmen, verzichtete die Vertreterin des Beschwerdeführers stillschweigend 

(act. 24-26).

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der 

Beschwerdeführer, dessen Rekurs gegen den Widerruf seiner 

Niederlassungsbewilligung mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen wurde, ist 

zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde gegen den am 27. September 2016 versandten Entscheid 

wurde mit Eingabe vom 12. Oktober 2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen 

mit der Ergänzung vom 15. November 2016 formal und inhaltlich die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. Dies gilt auch für die nachträglichen Anträge, 

zumal einerseits mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheides in der 

Beschwerdeerhebung vom 27. September 2016 auch die Aufhebung des 

Kostenspruches beantragt worden war und anderseits mit der Befragung der Leiterin 

Forensik der Kantonalen Psychiatrischen Klinik ein mit der Ergänzung der Beschwerde 

zusammenhängender Beweisantrag gestellt wird.

2.

bis

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2.1. Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausländer in 

schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz 

oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere 

Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. b 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, Ausländergesetz, SR 

142.20, AuG). Wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt wurde, liegt ein 

schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zumeist dann 

vor, wenn die ausländische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige 

Rechtsgüter, namentlich die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines 

Menschen verletzt oder gefährdet hat (BGE 137 II 297 E. 3.3). Der Widerrufsgrund setzt 

– wie jener von Art. 62 Abs. 1 Ingress und lit. c AuG, bei dem von einem erheblichen 

oder wiederholten Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung die Rede ist 

– kein strafrechtlich vorwerfbares Verhalten voraus (vgl. BGer 2C_74/2011 vom 1. Juli 

2011 E. 2.4; Entscheid Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abt. Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht, vom 9. November 2016 E. 4.3.2, www.baselland.ch/politik-und-

behorden/gerichte/rechtsprechung/kantonsgericht).

Die Verletzungen, welche der Beschwerdeführer seiner Ehefrau am 26. Mai 2014 mit 

einem Rüstmesser mit einer sieben Zentimeter langen Klinge zufügte, waren potentiell 

lebensbedrohlich. Unmittelbar nach der Tat äusserte er gegenüber der Polizei, er sei 

nicht zufrieden, dass er seine Frau nicht umgebracht habe, würde er sie wiedersehen, 

würde er sie umbringen (Dossier A, S. 91 und 97). Das Kreisgericht Wil ist in seinem 

Urteil vom 30. Oktober 2014 deshalb davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe 

den Straftatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung in objektiver wie auch in 

subjektiver Hinsicht erfüllt. Der Beschwerdeführer hat damit besonders hochwertige 

Rechtsgüter – nämlich die physische Integrität seiner Ehefrau – in schwerwiegender 

Weise beeinträchtigt. Es liegt eine schwerwiegende Verletzung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung vor. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer – wie sich den 

Rapporten und Befragungen zu den polizeilichen Interventionen im häuslichen Bereich 

und zum Ereignis vom 26. Mai 2014 entnehmen lässt – auch die psychische Integrität 

seiner Schwiegertochter in schwerwiegender Weise beeinträchtigt hat und sich selbst 

sein Sohn von ihm unterdrückt fühlte. Mittlerweile bestehen auch Anhaltspunkte dafür, 

dass sich die Aggressivität des Beschwerdeführers auch gegen Drittpersonen 

ausserhalb der Familie richten kann (vgl. act. 21).

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Dass das Strafgericht wegen der gutachterlich festgestellten psychischen Störung des 

Beschwerdeführers – strafrechtlich – von einer vollständig aufgehobenen 

Schuldfähigkeit im Sinn von Art. 19 Abs.1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 

311.0, StGB) ausging und die Tat deshalb nicht strafbar war, vermag – wie dargelegt – 

nichts daran zu ändern, dass – ausländerrechtlich – der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 

Abs. 1 Ingress und lit. b AuG erfüllt ist.

2.2. Der Beschwerdeführer kann hinsichtlich des Widerrufsgrundes auch daraus, dass 

er sich zurzeit in einer stationären Massnahme im Sinn von Art. 59 StGB befindet und 

die Niederlassungsbewilligung deshalb gemäss Art. 70 Abs. 1 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) bis zu seiner 

Entlassung gültig bleibt, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zum einen stellt – jedenfalls 

seit 1. Oktober 2016 (offengelassen für die Zeit vor dem 1. Oktober 2016 in BGer 

2C_401/2017 vom 26. März 2018 E. 4.3) – die Anordnung einer stationären Massnahme 

nach Art. 59 StGB einen eigenständigen Grund für den Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. a in Verbindung 

mit Art. 62 Abs. 1 Ingress und lit. b Satzteil 2 AuG dar. Zum andern ist gemäss Art. 70 

Abs. 2 VZAE das Anwesenheitsverhältnis spätestens auf den Zeitpunkt der bedingten 

oder unbedingten Entlassung aus dem Straf- oder dem Massnahmenvollzug neu zu 

regeln. Jedenfalls soll vor der Entlassung verfügt werden, damit der Ausländer sein 

Leben in Freiheit vorbereiten kann. Es sollte auf eine vernünftige zeitliche Distanz 

zwischen der Verfügung und der Entlassung geachtet werden, wobei die Zeitspanne 

zwischen der Regelung des künftigen Aufenthalts und der Entlassung aus dem Vollzug 

die voraussichtliche Dauer eines Rechtsmittelverfahrens nicht übertreffen sollte (vgl. 

BGE 137 II 233 E. 5.2.3 zum früheren Art. 14 Abs. 8 ANAV mit Hinweisen; BGer 

2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 5; 2C_751/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 3.5 

mit Hinweisen). Nachdem der mit der stationären Behandlung verbundene 

Freiheitsentzug gemäss Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StGB in der Regel höchstens fünf Jahre 

beträgt und die Vollzugsbehörde eine bedingte Entlassung aus der seit November 2014 

vollzogenen stationären Massnahme im Verlauf des Jahres 2019 anstrebt (vgl. act. 21), 

kann dieser Richtwert insbesondere unter Berücksichtigung der Möglichkeit einer 

bundesgerichtlichen Überprüfung des verwaltungsgerichtlichen Entscheides unter 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung als eingehalten gelten.

3.

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3.1. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung muss stets verhältnismässig sein, 

was aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(SR 101, BV) hervorgeht und im Anwendungsbereich des Ausländergesetzes in Art. 96 

Abs. 1 AuG konkretisiert wird. Greift ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung in das 

von Art. 13 Abs. 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) geschützte Privat- und 

Familienleben ein, ergibt sich das Erfordernis einer Verhältnismässigkeitsprüfung 

zudem aus Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK.

Zur Verhältnismässigkeit führt die Vorinstanz aus, dass aufgrund der anhaltend 

bestehenden chronischen wahnhaften Störung bei fehlender Krankheitseinsicht beim 

Beschwerdeführer nach wie vor von einer erheblichen Rückfallgefahr in Bezug auf 

hochwertige Rechtsgüter auszugehen sei. Eine deliktsorientierte Therapie im engeren 

Sinn sei aufgrund des fehlenden Verständnisses für die Krankheit nicht durchführbar 

(Entscheid Vorinstanz E. 5b/aa). Zudem habe bereits in der Vergangenheit eine 

Unzuverlässigkeit in Bezug auf die Medikamenteneinnahme bestanden und könne – 

aufgrund der fehlenden Einsicht – auch zukünftig wieder vorkommen (Entscheid 

Vorinstanz E. 5b/dd). Gefährdet seien insbesondere die Ehefrau des 

Beschwerdeführers und auch generell die anderen weiblichen Familienangehörigen 

(Entscheid Vorinstanz E. 5b/ee). Damit stelle er ein Risiko für seine Ehefrau und die 

anderen Frauen der Familie dar, die durch die Nähe des Beschwerdeführers ständig in 

einer gewissen Angst leben würden. Der Beschwerdeführer sei spätestens 1983 in die 

Schweiz eingereist, wobei dieser – teilweise plausibel – darlege, bereits 1973 eingereist 

zu sein. Es sei auf jeden Fall von einer sehr langen Anwesenheit des 

Beschwerdeführers auszugehen. Kindheit und Jugendzeit habe er jedoch in seiner 

Heimat verbracht und die heimatliche Sprache und die dortigen Sitten und Gebräuche 

seien ihm vertraut. Sowohl sprachlich als auch sozial könne – bereits vor der 

Massnahme – von keiner weitgehenden Integration gesprochen werden (Entscheid 

Vorinstanz E. 5c). Zuletzt führt die Vorinstanz an, dass auch in Mazedonien 

psychiatrische Erkrankungen jeder Art behandelt werden könnten und entsprechende 

stationäre und ambulante Betreuungsmöglichkeiten bestünden (Entscheid Vorinstanz 

E. 5d). Mit einer Wegweisung des Beschwerdeführers verbessere sich somit die 

Situation der Frauen der Familie und vor allem der Ehefrau. Dies gelte auch in Bezug 

auf die Sicherheit, da durch entsprechende Instruktion der dortigen Klinikleitung oder 

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ärztlichen Betreuung erreicht werden könne, dass der Familie und insbesondere der 

Ehefrau ein allfälliges Verschwinden beziehungsweise das Verpassen eines Termins 

umgehend gemeldet werde (Entscheid Vorinstanz E. 5e). Zusammenfassend würde 

somit das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung sein 

privates Interesse am Verbleib in der Schweiz überwiegen.

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung nicht verhältnismässig sei. Ausgangspunkt und Massstab 

für die migrationsrechtliche Interessenabwägung sei die Schwere des Verschuldens. 

Dabei sei zu berücksichtigen, dass den Beschwerdeführer an der fraglichen Tat 

aufgrund der vollständig aufgehobenen Schuldfähigkeit kein Verschulden treffe 

(Beschwerdebegründung Rz. 1 f.). Die fehlende Krankheits- und Therapieeinsicht 

könne dem Beschwerdeführer nicht angelastet werden, da diese gerade mit seiner 

schweren psychischen Krankheit zusammenhänge. Es bestehe bei ihm eine 

Zuverlässigkeit in Bezug auf die Medikamenteneinnahme und ein äusserst 

kooperatives Verhalten im Rahmen der stationären Massnahme. Es könne daher nicht 

von einer Rückfallgefahr beziehungsweise von einer Gefahr für die Frauen in der 

Familie ausgegangen werden. Es sei vielmehr so, dass die weiblichen 

Familienangehörigen grosse Angst um ihre Sicherheit hätten, wenn der 

Beschwerdeführer in seine Heimat zurückmüsste, da eine permanente Überwachung in 

Mazedonien nicht gewährleistet werden könne (Beschwerdebegründung Rz. 5-8 und 

11). Die Vorinstanz verkenne in Bezug auf Art. 8 EMRK die enge Beziehung zu seinen 

volljährigen Söhnen, von denen er aufgrund seiner Krankheit abhängig sei und die ihn 

auf eindrückliche Weise unterstützten (Beschwerdebegründung Rz. 3). Der 

Beschwerdeführer befinde sich den grössten Teil seines Lebens (das heisst seit 1973) 

dauerhaft in der Schweiz, weshalb bei ihm ein gesteigertes privates Interesse am 

Verbleib in der Schweiz bestehe. Zudem sei er sprachlich, sozial und beruflich (bis zum 

Ausbruch seiner Krankheit) integriert (Beschwerdebegründung Rz. 10 und 14).

3.2. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit fordert, dass die Verwaltungsmassnahmen 

zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und 

notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen 

Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt werden. Diese 

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Interessenabwägung ergibt sich im Bereich des Ausländerrechts explizit aus Art. 96 

Abs. 1 AuG.

Bei der Interessenabwägung, welche gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG erfolgen muss, sollen 

die wesentlichen Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden. Da die Ehefrau, 

welche offenbar nach wie vor zum Beschwerdeführer steht, und die beiden Söhne mit 

deren Familien, zu denen er nach seinen Angaben eine sehr enge Beziehung pflege 

und in einem Abhängigkeitsverhältnis stehe in der Schweiz, ist zudem zu prüfen, ob der 

konventionsrechtliche Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK zum Tragen kommt. Die Beziehung zwischen Eltern und 

erwachsenen Kindern wird vom Anwendungsbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK erfasst, 

wenn ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht, welches über die normalen 

affektiven Bindungen hinausgeht (BGE 137 I 154 E. 3.4.2; BGer 2C_408/2013 vom 

15. November 2013 E. 4.4). Aus der Begründung zur Verlängerung der stationären 

Massnahme vom 25. Juni 2018 ist zu schliessen, dass vorab die Ehefrau des 

Beschwerdeführers, aber auch die Schwiegertöchter bei Entlassung des 

Beschwerdeführers aus der Massnahme angesichts der naheliegenden Möglichkeit, 

dass er sich – als Familienoberhaupt – auch gegen die Absichten seiner Söhne einer 

wirksamen medikamentösen Behandlung und ärztlichen Betreuung entziehen würde, 

einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt. Insbesondere kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer, dem die Einsicht in die Krankheit 

und die Behandlungsbedürftigkeit fehlt, in absehbarer Zeit zusammen mit seiner 

Ehefrau in einem gemeinsamen Haushalt und in der Nähe der Familien seiner Söhne 

leben kann.

Zur Beurteilung der Frage, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 

verhältnismässig ist, sind namentlich die Schwere des Delikts und das Verschulden des 

Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers 

während diesem, der Grad seiner Integration beziehungsweise die Dauer der 

bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu 

berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2.3.1, 135 II 377 E. 4.3). Die 

Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier 

aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies 

bei wiederholter beziehungsweise schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht 

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ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land 

verbracht hat. Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht – 

überwiegende private oder familiäre Bindungen vorbehalten – auch in diesen Fällen ein 

öffentliches Interesse daran, zur Aufrechterhaltung der Ordnung beziehungsweise 

Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 

139 I 31 E. 2.3.1). Dabei muss bei schweren Straftaten zum Schutz der Öffentlichkeit 

ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen der 

dadurch gefährdeten Rechtsgüter (Gesundheit, Leib und Leben usw.) nicht in Kauf 

genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2).

3.3.

3.3.1. Auch wenn es vorliegend aufgrund der vollständig aufgehobenen Schuldfähigkeit 

zu keiner strafrechtlichen Verurteilung gekommen ist, ist die vom Beschwerdeführer 

begangene Rechtsgutsverletzung für die Interessenabwägung von erheblicher 

Bedeutung. Massgeblich bei der Interessenabwägung ist daher nicht nur die Frage des 

strafrechtlichen Verschuldens, sondern auch die Schwere des Delikts. Gemäss 

Strafurteil des Kreisgerichts Wil hat der Beschwerdeführer seine Ehefrau zuhause mit 

einem Rüstmesser von hinten angegriffen, mehrmals zugestochen und sie dabei 

potentiell lebensgefährlich verletzt. Nach seinen Angaben bei der Staatsanwaltschaft 

bestand sein Tatplan darin, seine Ehefrau zu erstechen, da er in seiner wahnhaften 

Vorstellung davon überzeugt war, sie wolle ihn betrügen und erniedrigen (Dossier A, 

S. 154 ff.). Zumal der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. b AuG 

ausdrücklich auch dann gegeben sein soll, wenn der Straftäter aufgrund seiner 

Schuldunfähigkeit nicht bestraft wird (vgl. Botschaft zur Änderung des 

Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von Art. 121 Abs. 3-6 BV 

über die Ausschaffung krimineller Ausländerinnen und Ausländer] vom 26. Juni 2013, 

in: BBl 2013 S. 5975 ff., S. 6045), kann der Umstand, dass der Beschwerdeführer die 

Tat krankheitsbedingt beging, an der ausländerrechtlichen Bedeutung der Tat auch bei 

der Interessenabwägung nichts Grundsätzliches ändern. Die so begangene 

Rechtsgutverletzung begründet daher ein gewichtiges öffentliches Interesse an der 

Ausreise des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

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3.3.2. Bei der Gewichtung des öffentlichen Interesses ist auch die Rückfallgefahr zu 

berücksichtigen. Sie erscheint beim Beschwerdeführer insbesondere nach einer 

Entlassung aus der stationären Massnahme in der Schweiz als hoch. Deshalb ist nicht 

auszuschliessen, dass das Amt für Justizvollzug, welches bei der Prüfung einer 

Verlängerung der Massnahme die Gefährlichkeit des Beschwerdeführers eigenständig 

beurteilen wird, den mit der Massnahme verbundenen Freiheitsentzug und damit den 

schweren Eingriff in die Grundrechte des Beschwerdeführers eher aufheben kann, 

wenn er sich nicht mehr in der Schweiz, sondern in seiner Heimat aufhalten wird.

Während sich an der – im Gutachten vom Sommer 2014 festgestellten – 

grundsätzlichen Behandelbarkeit der psychotischen Erkrankung nichts geändert haben 

dürfte, erscheint die dem Beschwerdeführer damals attestierte Möglichkeit einer 

legalprognostisch wirksamen Besserung angesichts der fortdauernden Uneinsichtigkeit 

insbesondere was die dauerhafte nicht überwachte Einnahme von Medikamenten 

anbelangt, zunehmend als unwahrscheinlich. Der Bericht der Psychiatrischen Klinik 

Z.__ vom 10. November 2015 bestätigt, dass die chronisch wahnhaften Gedanken (in 

Bezug auf seine Ehefrau und die Frauen in der Familie) dauernd bestehen und der 

Beschwerdeführer über keine Störungseinsicht verfügt. Eine deliktorientierte 

Behandlung war daher nicht möglich (act. 10.9). Zwar bestand hinsichtlich der 

Medikamenteneinnahme im November 2015 eine passive Compliance, und der 

Beschwerdeführer hat sich – bis im November 2015 – während des Aufenthalts 

jederzeit an die Auflagen gehalten und sich stets kooperativ gezeigt. Noch in der 

Anhörung vom 2. Juni 2017 hat der Beschwerdeführer jedoch seine Ehefrau als 

"schlechte Frau" bezeichnet und den Wunsch geäussert, keine Medikamente nehmen 

zu müssen (act. 12).

Nach dem Verlaufsbericht der Psychiatrie V.__ vom 10. April 2018 hält eine gesicherte 

neuroleptische Medikation den Beschwerdeführer zwar grundsätzlich auf einem 

stabilen Funktionsniveau. Allerdings zeigte er gegenüber einer männlichen 

Bezugsperson, welche mit ihm in seiner Muttersprache kommunizierte, Drohgebärden, 

weil er sich von ihm beobachtet und geplagt fühlte. Die Kontakte mit ihm verarbeitete 

er selbst im geschützten und betreuten Rahmen des Spezialwohnheims und trotz 

Medikamentenabgabe zunehmend wahnhaft. Schliesslich versuchte er, ihn zu 

schlagen. Die Wahndynamik bezog sich damit auch auf eine Person ausserhalb des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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bislang als gefährdet betrachteten Personenkreises (Frauen der Familie). Vor dem 

Hintergrund der schizophrenen Grunderkrankung mit wahnhaft paranoider 

Dekompensation wurde er deshalb für eine stationäre Krisenintervention in die 

Psychiatrische Klinik Z.__ verlegt. Zumal die Massnahme seit der Rückverlegung am 

31. Mai 2018 wieder im Spezialwohnheim Y.__ vollzogen wird (act. 19) und der 

Beschwerdeführer sich seither wieder korrekt, absprachefähig und zuverlässig 

verhalten hat, kann davon ausgegangen werden, dass – allenfalls – mit einer 

Optimierung der Medikation das zuvor vorhandene Gleichgewicht auf niedrig stabilem 

Niveau wieder erreicht werden konnte. Allerdings verfügt der Beschwerdeführer nach 

wie vor weder über Krankheitseinsicht noch über Einsicht in seine 

Behandlungsbedürftigkeit und die Notwendigkeit der Medikation auf Dauer. In der 

Folge fehlt auch die Fähigkeit zur deliktsorientierten Bearbeitung. Ohne eine stationäre 

Unterbringung mit fachlicher Betreuung besteht die Gefahr, dass Frühwarnzeichen für 

neue psychotische Entwicklungen nicht erkannt würden und nicht adäquat darauf 

reagiert würde. Da sich diese Beurteilung auch auf die Verfügung des Amts für 

Justizvollzug vom 25. Juni 2018 (act. 21) stützen kann, die ihrerseits auf einen 

Verlaufsbericht der Psychiatrie V.__ vom 10. April 2018 und eine persönliche Anhörung 

des Beschwerdeführers und seines Betreuungsumfeldes vom 14. Juni 2018 abstellt, 

erübrigt sich eine zusätzliche Befragung der Leiterin Forensik der Psychiatrischen Klinik 

Z.__ zur Störungseinsicht des Beschwerdeführers.

Die entsprechend der Empfehlung des Gutachters mittlerweile während mehrerer Jahre 

durchgeführte psychiatrische und soziotherapeutische Pflege in einer 

allgemeinpsychiatrischen Klinik mit einer kontinuierlichen und wirksamen 

antipsychotischen Medikation (Dossier A, S. 217 f.) hat nicht zu einer wirksamen 

Besserung geführt, die auch ausserhalb der therapeutischen Massnahme auf ein 

vergleichbar geringes Rückfallrisiko schliessen lassen dürfte. Selbst die Behandlung 

und Betreuung im Spezialwohnheim Y.__ (Dossier A, S. 154; act. 10.14) bedarf – wie 

die Krise anfangs April 2018 gezeigt hat – einer engmaschigen Begleitung des 

Beschwerdeführers. Im Fall eines unerwarteten Entweichens wäre sofort die 

Kantonspolizei zu informieren (act. 19). Ohne den unterstützenden und kontrollierenden 

Rahmen der stationären Massnahme besteht unverändert eine hohe Rückfallgefahr 

(act. 21). Bei fehlender wirksamer Behandlung muss deshalb nach wie vor von einem 

sehr hohen Risiko der Begehung erneuter einschlägiger Straftaten gegen Leib und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Leben insbesondere der Ehefrau ausgegangen werden (Dossier A, S. 216). Die 

Aggressivität, sei sie physischer oder psychischer Natur, richtet sich aber auch – wie 

die Vorgeschichte zeigt – gegen die Schwiegertöchter und – wie die während des 

Beschwerdeverfahrens eingetretene Krise manifestiert – selbst gegen Dritte, jedenfalls 

soweit sie mit seiner Betreuung betraut sind (vgl. act. 21).

3.3.3. Dass der familiäre Rahmen an Stelle der stationären Unterbringung und 

Betreuung die Rückfallgefahr auf einem vergleichbar tiefen Niveau zu halten vermag, 

erscheint zweifelhaft (act. 10.9). Die Leiterin Forensik der Psychiatrischen Klinik Z.__ 

äusserte sich anlässlich der Anhörung des Beschwerdeführers am 29. Mai 2017 zwar 

anerkennend über den ausgeprägten Familienzusammenhalt mit täglichen Besuchen 

von männlichen, sehr verlässlichen Familienangehörigen (act. 12). Angesichts dieser 

unbestrittenen Tatsachen erübrigt sich in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 138 

III 374 E. 4.3.2, K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014, N 18 ff. zu 

§ 7 VRG-ZH) deren vom Beschwerdeführer in der Beschwerdeergänzung beantragte 

erneute Befragung.

Bei einer Entlassung aus der stationären Massnahme ist allerdings davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer in täglichem und wesentlich engerem Kontakt mit seiner 

Familie – und damit auch mit den vorab gefährdeten Personen – stünde. Die 

Bedeutung der patriarchalisch strukturierten Familie nähme für den Beschwerdeführer 

noch weiter zu und es bestünde damit die naheliegende Gefahr, dass sich die 

wahnhafte, auf seine Ehefrau und die Schwiegertöchter gerichtete Dynamik seiner 

Erkrankung wieder verstärkt. Die Vorgeschichte zeigt, dass seine Söhne – soweit der 

Beschwerdeführer nicht in einer stationären Massnahme behandelt wird – nur einen 

beschränkten Einfluss auf sein Verhalten haben, sondern vielmehr er ihnen gegenüber 

dominant auftritt und sie sich von ihm unterdrückt fühlen. In dieser Situation stünde 

auch die zuverlässige tägliche Einnahme der Medikamente in der erforderlichen Dosis 

und die zuverlässige Fortführung der ambulanten Therapie – zumal der 

Beschwerdeführer in den betreuenden Medizinalpersonen Komplizen seiner Ehefrau 

erkennt – auf dem Spiel (vgl. Dossier A, S. 187). Dadurch aber steigt auch die Gefahr 

eines Rückfalls erheblich.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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3.3.4. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der 

Schweiz erscheinen zwar ebenfalls von einigem Gewicht. Insbesondere sind die 

Anwesenheit in der Schweiz seit mindestens 35 Jahren und die wirtschaftliche 

Integration des Beschwerdeführers – nach offenbar langjähriger Erwerbstätigkeit heute 

aufgrund einer IV-Rente – von Bedeutung. Eine soziale Integration des 

Beschwerdeführers über den Kreis seiner Familie hinaus ist nicht ersichtlich, was 

indessen wohl – auch – auf seine Erkrankung zurückzuführen ist. Entsprechend ist 

auch die sprachliche Integration, zumal er soweit ersichtlich stets unter Beizug eines 

Dolmetschers befragt wurde, nicht sehr ausgeprägt. Der Hinweis der Leiterin Forensik 

der Psychiatrischen Klinik Z.__, der Beschwerdeführer erledige im Spezialwohnheim 

Y.__ kleinere Ämtli und Haushaltsarbeiten (act. 12), deutet immerhin auf Ansätze einer 

kulturellen Integration hin, welche allerdings bei einer Rückkehr in seinen engsten 

Familienkreis wohl wieder in Frage gestellt wären. Zu berücksichtigen ist – mit Blick auf 

die Ansprüche aus Art. 8 EMRK – auch der Umstand, dass die Ehefrau und die beiden 

Söhne mit ihren Familien in der Schweiz niederlassungsberechtigt sind und offenbar 

auch seine Brüder in der Schweiz leben. Allerdings darf in diese Rechte eingegriffen 

werden, soweit – wie vorliegend – der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer 

demokratischen Gesellschaft insbesondere für die öffentliche Sicherheit, zur Verhütung 

von Straftaten oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist.

Die räumliche Distanz insbesondere zu den Familienangehörigen, gegen die sich die 

Wahnvorstellungen des Beschwerdeführers vorab richten, würde sich mit einer 

Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland vergrössern und die Gefahr einer 

Rückfalltat damit grundsätzlich verringern, zumal durch Instruktionen ein allfälliges 

Verschwinden oder das Verpassen eines Arzttermins umgehend gemeldet werden 

könnte. Der Beschwerdeführer hielt sich in den letzten beiden Jahren vor der Tat vom 

26. Mai 2014 zeitweilig in seiner Heimat in Mazedonien auf und musste zweimal von 

seinen Söhnen dort abgeholt werden (vgl. Dossier A, S. 189). Daraus kann geschlossen 

werden, dass der Aufenthaltsort des Beschwerdeführers in Mazedonien bekannt war, 

er mit der heimatlichen Sprache und Kultur nach wie vor vertraut ist und nicht 

vollständig auf sich allein gestellt war. Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass 

die Familie den Kontakt mit dem Beschwerdeführer während der Zeit seines 

Aufenthalts in Mazedonien aufrechterhalten konnte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, bestehen für den Beschwerdeführer 

auch im Heimatland stationäre und ambulante Möglichkeiten zur Behandlung seiner 

psychischen Krankheit (zum Stand der medizinischen und insbesondere 

psychiatrischen Versorgung in Mazedonien BVGer E-3161/2014 vom 21. Juni 2017 

E. 6.5.2, D-5796/2017 vom 23. Februar 2018 E. 7.3.3 mit Hinweisen). 

3.4. Zusammenfassend erscheinen die öffentlichen Interessen an der Wegweisung 

gewichtiger als die privaten Interessen des Beschwerdeführers und seiner Familie an 

seinem weiteren Verbleib in der Schweiz. Der vom Beschwerdegegner verfügte und 

von der Vorinstanz bestätigte Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers erweist sich damit als recht- und verhältnismässig. Die 

Beschwerde ist deshalb in der Hauptsache abzuweisen. Jedoch ist dem 

übereinstimmenden Antrag von Beschwerdeführer und Vorinstanz entsprechend der 

Kostenspruch (Ziffern 2 und 3) des angefochtenen Entscheides vom 26. September 

2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer für das Rekursverfahren vor der 

Vorinstanz die unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung durch die 

Rechtsvertreterin zu gewähren.

4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerde- 

und des Rekursverfahrens vom Beschwerdeführer zu tragen. Für das 

Beschwerdeverfahren erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 2'000 angemessen 

(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die von der Vorinstanz für 

das Rekursverfahren festgesetzte Gebühr von CHF 1'000 liegt im Rahmen des ihr bei 

deren Festlegung zustehenden Ermessensspielraums (Nr. 10.01 des Gebührentarifs für 

die Kantons- und Gemeindeverwaltung, sGS 821.5). Sie gehen zufolge Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege – der Beschwerdeführer erscheint bedürftig und das 

Rechtsbegehren nicht als aussichtslos – zulasten des Staats. Auf die Erhebung ist zu 

verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).

Dem Beschwerdeführer ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren und 

Rechtsanwältin Corina P. Omlin-Schmid, Wil, zu seiner Rechtsbeiständin zu bestellen. 

Sie ist für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren je mit CHF 1'600 – 80 Prozent 

einer vollen Entschädigung (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70) von 

CHF 2'000 – zuzüglich CHF 80 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2'000) und – die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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anwaltlichen Leistungen wurden im Wesentlichen vor dem 1. Januar 2018 erbracht – 

acht Prozent Mehrwertsteuer zu entschädigen (vgl. Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und 

lit. a und b, Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und 

Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO; Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur 

Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv. admin.ch).

Demnach verfügt der Abteilungspräsident zu Recht:

Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung im 

Beschwerdeverfahren wird entsprochen und Rechtsanwältin Corina P. Omlin-Schmid, 

Wil, als Rechtsbeistand des Beschwerdeführers bestimmt.

Die Beschwerde wird in Bezug auf die unentgeltliche Rechtspflege und -

verbeiständung vor der Vorinstanz gutgeheissen. Die Ziffern 2 und 3 des Entscheides 

vom 26. September 2016 werden aufgehoben. Dem Beschwerdeführer wird für das 

Rekursverfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung gewährt.

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird in der Hauptsache abgewiesen.

2. Die amtlichen Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000 

und von CHF 2'000 werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie gehen zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates. Auf die Erhebung 

wird verzichtet.

3. Der Staat (Gericht und Vorinstanz) entschädigt die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers für das Beschwerdeverfahren und für das Rekursverfahren je mit 

CHF 1'680 zuzüglich acht Prozent Mehrwertsteuer.

Der Abteilungspräsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                                              Scherrer

bis

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 13.12.2018
	Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG. Der 1951 geborene, aus Mazedonien stammende Beschwerdeführer lebt seit 1983, möglicherweise bereits seit 1973 in der Schweiz. Er versuchte im Mai 2014, seine Frau mit einem Messer zu töten. Weil er an einer chronischen psychotischen, wahrscheinlich schizophrenen Störung mit chronischem Verfolgungs- und Beeinträchtigungserleben im Rahmen eines systematisierten Wahns leidet, war er aber wegen Schuldunfähigkeit nicht strafbar. Das Strafgericht ordnete eine stationäre Massnahme an, die ab November 2014 in einer Psychiatrischen Klinik und ab April 2016 in einem Spezialwohnheim vollzogen wird. Weil sich die Wahndynamik im April 2018 auf eine Person ausserhalb des bislang als gefährdet betrachteten Personenkreises – Frauen der Familie – ausgedehnt hatte, wurde die Massnahme vorübergehend wieder in der Psychiatrischen Klinik vollzogen. Das Verwaltungsgericht bestätigt den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers. Der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist trotz der strafrechtlich vollständig aufgehobenen Schuldfähigkeit erfüllt. Daran ändert nichts, dass die Niederlassungsbewilligung bis zur Entlassung aus der stationären Massnahme gültig bleibt. Der Widerruf erweist sich – trotz der langen Anwesenheit des Beschwerdeführers und seiner wirtschaftlichen Integration in der Schweiz und seiner engen Beziehung zu seinen in der Schweiz lebenden Familienangehörigen – als verhältnismässig. Trotz aufgehobener Schuldfähigkeit ist die Rechtsgutverletzung von erheblicher Bedeutung. Die Rückfallgefahr erschiene nach einer Entlassung des Beschwerdeführers aus der stationären Massnahme in sein familiäres Umfeld in der Schweiz als hoch. Stationäre und ambulante Möglichkeiten zur Behandlung seiner psychischen Erkrankung bestehen auch in seinem Heimatland (Verwaltungsgericht, B 2016/211).

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