# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9980c9a5-4a30-5222-9437-7e4607cb54c2
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-22
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 22.05.2024 ZK2 2023 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2023-7_2024-05-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 22. Mai 2024
ZK2 2023 7 und 10

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Kantonsrichterin Bettina Krienbühl und Kantonsrichter Josef Reichlin,
Gerichtsschreiber Claude Brüesch.

In Sachen A.________,
Gesuchsteller, Berufungsführer und Berufungsgegner,

gegen

B.________,
Gesuchsgegnerin, Berufungsgegnerin und Berufungsführerin,

betreffend Eheschutz
(Berufungen gegen die Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgericht Höfe 
vom 6. Februar 2023, ZES 2022 75);-

hat die 2. Zivilkammer,

Kantonsgericht Schwyz 2

nachdem sich ergeben:

A. Die Parteien sind seit dem ________ verheiratet. Aus der Ehe gingen 
die beiden Kinder D.________ und E.________ hervor.

B. Ein erstes Eheschutzverfahren (ZES 2014 336) endete mit der Verfü-
gung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 12. Dezember 2016 
(Vi-Verfahren ZES 2014 336: act. A/A). Die vom Gesuchsteller dagegen 
erhobene Berufung wies das Kantonsgericht im Verfahren ZK2 2016 66 mit 
Beschluss vom 3. Mai 2017 ab (Vi-Verfahren ZES 2014 336: act. A/B). Die 
Beziehung zwischen den Parteien blieb auch nach Aufnahme des Getrenntle-
bens im Frühling 2017 konfliktbehaftet. Trotzdem nahmen die Parteien im Mai 
2019 das Zusammenleben wieder auf. Doch führte der anhaltende Paarkon-
flikt seither wiederholt zu Polizeieinsätzen.

C. Seit April 2020 war vor Bezirksgericht Höfe ein erneutes Eheschutzver-
fahren (ZES 2020 202) zwischen dem Gesuchsteller und der Gesuchsgegne-
rin hängig. Strittig war unter anderem die Zuteilung der Obhut der gemeinsa-
men Kinder der Parteien, Tochter D.________ und Sohn E.________. Dies-
bezüglich entschied die 2. Zivilkammer des Kantonsgerichts Schwyz mit 
Beschluss ZK2 2021 58 vom 9. Dezember 2021 in Bestätigung der Verfügung 
der Einzelrichterin am Bezirksgericht Höfe vom 12. Juli 2021, dass die Kinder 
für die Dauer des Eheschutzverfahrens unter der Obhut des Gesuchstellers 
bleiben. Darüber hinaus beschloss sie, dass das begleitete Besuchsrecht der 
Gesuchsgegnerin vorläufig bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Ehe-
schutzverfahrens sistiert bleibt, unter Vorbehalt eines entsprechenden Antrags 
der Beiständin oder der Kindesvertreterin, wonach D.________ und/oder 
E.________ um Aufhebung der Sistierung ersuchen resp. die Wiederauf-
nahme der angeordneten begleiteten Besuche wünschen. Dieser Beschluss 
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Kantonsgericht Schwyz 3

Die Einzelrichterin am Bezirksgericht Höfe verfügte im Eheschutzverfahren 
ZES 2020 202 am 12. Juli 2021 zudem die Verpflichtung des Gesuchstellers, 
der Gesuchsgegnerin rückwirkend ab April 2021 bis und mit Juli 2021 
Fr. 2’960.00 pro Monat und ab August 2021 für die Dauer des Eheschutzver-
fahrens ZES 2020 202 monatlich Fr. 2’350.00 an ihren persönlichen Unterhalt 
zu bezahlen, zahlbar im Voraus jeweils auf den ersten eines jeden Monats. 
Die vom Gesuchsteller dagegen erhobene Berufung hiess das Kantonsgericht 
mit Beschluss ZK2 2021 57 vom 30. März 2022 teilweise gut und verpflichtete 
ihn, der Gesuchsgegnerin rückwirkend von April 2021 bis und mit Juli 2021 
Fr. 2’714.00 pro Monat und ab 1. September 2021 für die Dauer des Ehe-
schutzverfahrens ZES 2020 202 monatlich Fr. 190.00 an ihren persönlichen 
Unterhalt zu bezahlen, zahlbar im Voraus jeweils auf den ersten eines jeden 
Monats. 

Am 11. November 2021 reichte der Gesuchsteller die Scheidungsklage ein, 
das im Verfahren ZEO 2021 94 vor Bezirksgericht Höfe geführt wird. 

Mit Verfügung vom 10. Februar 2022 vereinigte die Einzelrichterin am Be-
zirksgericht Höfe das Eheschutzverfahren ZES 2020 202 und das Verfahren 
ZES 2021 99 (Prozesskostenvorschuss) und führte sie neu unter der Verfah-
rensnummer ZES 2022 75 (Vi-act. D63). Am 6. Februar 2023 verfügte sie was 
folgt:

  1. Die beiden Kinder der Parteien, D.________ und E.________ wer-
den unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut des Gesuchstel-
lers gestellt.

  2. [Erteilung von Weisungen im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB an 
den Gesuchsteller betr. E.________.]

  3.1 Die Gesuchsgegnerin ist berechtigt, E.________

jede dritte Woche für jeweils zwei Stunden begleitet zu treffen, und

– nach sechs durchgeführten begleiteten Treffen –

an jedem zweiten Wochenende jeweils am Samstag von 10 bis 
18 Uhr mit sich bzw. zu sich zu Besuch zu nehmen.

Kantonsgericht Schwyz 4

Von der Anordnung eines Wochenend-, Ferien- und Feiertagsbe-
suchsrechts wird vorläufig abgesehen.

  3.2 Von der Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen der Ge-
suchsgegnerin und D.________ wird aufgrund des Alters von 
D.________ abgesehen.

  4.1 Die für D.________ und E.________ bestehende Beistandschaft 
(Beschlüsse-Nr. IIA/006/25/2017 und IIA/007/25/2017 des KESB 
Ausserschwyz vom 31. Mai 2017) ist weiterzuführen.

  4.2 Die Aufgaben der Beiständin werden neu wie folgt formuliert:

a. den Gesuchsteller in seiner Sorge um D.________ und 
E.________ mit Rat und Tal zu unterstützen;

b. D.________ im Hinblick auf eine Wiederaufnahme des per-
sönlichen Kontaktes mit der Mutter zu beraten und zu unter-
stützen;

c. für E.________ und die Gesuchsgegnerin sechs begleitete 
Besuche (alle drei Wochen, jeweils für drei Stunden) zu orga-
nisieren;

d. E.________ auf die Wiederaufnahme der zunächst begleite-
ten Besuchskontakte angemessen vorzubereiten;

e. die in Bezug auf die Durchführung des Besuchsrechts erfor-
derlichen Modalitäten (z.B. Festlegung von Übergabeort, 
Nachholbedingungen) für die Parteien verbindlich festzulegen;

f. das Besuchsrecht in geeigneter Form zu überwachen;

g. als Ansprechperson für die von E.________ besuchte Schule 
zur Verfügung zu stehen;

h. die persönliche und schulische Entwicklung von E.________ 
zu überwachen;

i. die Einhaltung der Weisung an den Gesuchsteller in Bezug 
auf Organisation und Sicherstellung der Psychotherapie für 
E.________ zu überwachen und – sofern der Gesuchsteller 
die Weisung missachten sollte – an Stelle des Gesuchsgeg-
ners [recte: Gesuchstellers] die notwendigen Schritte vorzu-
nehmen;

j. die Einhaltung der Weisung an den Gesuchsteller in Bezug 
auf die Sicherstellung einer Tagesstruktur für E.________ 
(Mittags- und nachschulische Nachmittagsbetreuung, mit Un-
terstützung bei den Hausaufgaben, an mindestens vier Tagen 
pro Woche) zu überwachen, den Gesuchsteller nötigenfalls 
bei der Umsetzung zu unterstützen und – sofern der Gesuch-
steller die Weisung missachten sollte – an Stelle des Ge-
suchsgegners [recte: Gesuchstellers] die notwendigen Schrit-
te vorzunehmen;

Kantonsgericht Schwyz 5

k. nötigenfalls die Anordnung von weitergehenden Kindes-
schutzmassnahmen zu Gunsten von D.________ und 
E.________ zu beantragen.

  5.1 […]

  5.2 […]

  6. Der Gesuchsgegner [recte: Gesuchsteller] wird verpflichtet, der 
Gesuchstellerin [recte: Gesuchsgegnerin] an ihren persönlichen 
Unterhalt die folgenden monatlichen Beiträge zu leisten (zahlbar 
monatlich jeweils im Voraus per Monatsanfang):

CHF 1’769.00/Mt. von Oktober 2021 bis und mit Januar 2022 
(CHF 1’369.00 plus CHF 400.00 Überschus-
santeil);

CHF 1’554.00/Mt. von Februar 2022 bis und mit April 2023 
(CHF 1’054.00 plus CHF 500.00 Überschus-
santeil);

CHF 859.00/Mt. ab Mai 2023 (CHF 359.00 plus CHF 500.00 
Überschussanteil).

  7. […]

  8. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 33’215.90 (CHF 5’000.00 
Gerichtsgebühr + CHF 453.75 Kosten für die Übersetzung + 
CHF 12’640.00 Kosten des Erziehungsfähigkeitsgutachtens 
+ CHF 15’122.15 Kosten der Kindesvertretung) werden dem Ge-
suchsteller auferlegt und im Umfang des vom Gesuchsteller geleis-
teten Kostenvorschusses – CHF 1’500.00 – von diesem bezogen. 
Der Gesuchsteller schuldet der Gerichtskasse noch 
CHF 31’715.90.

  9. Es werden keine ausserrechtlichen Entschädigungen zugespro-
chen.

10.-12[…]

D. a) Gegen diese Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgerichts Höfe 
erhob der Gesuchsteller fristgerecht mit Eingabe vom 16. Februar 2023 Beru-
fung mit folgenden Rechtsbegehren (ZK2 2023 7: KG-act. 1):

1. Es sei Ziffer 4.1, 4.2, 6, 8 und 9 des Dispositivs des vor-
instanzlichen Entscheids vom 6. Februar 2023 aufzuheben.

2. Es sei Ziffer 3.1 des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 6. Februar 2023 neu wie folgt zu formulieren:

a. Die Gesuchsgegnerin ist berechtigt, E.________ jeder dritte 
Mittwochnachmittag nach der Schule für jeweils zwei Stunden 

Kantonsgericht Schwyz 6

ohne Begleitung, eventuale mit privat organisierter Wegleitung 
durch Gesuchsteller zu treffen, wobei Anliegen vom 
E.________ und Gesuchsgegnerin Rücksicht zu nehmen.

b. Nach sechs durchgeführten Treffen und nach Aufbau einer 
Beziehung zwischen Kinder und der Gesuchsgegnerin eine 
einvernehmliche Ausdehnung des Besuchsrechts (jedes zwei-
te Wochenende jeweils am Samstag von 10 bis 18 Uhr) zwi-
schen den Eltern vereinbaren und vertraglich/gesetzlich fest-
zulegen.

3. Es sei die mit Verfügung des Einzelrichters Höfe vom 12. Dezem-
ber 2016 angeordnete und mit Beschluss vom 9. Dezember 2021 
erweiterte Beistandschaft der Kinder D.________ und E.________ 
aufzuheben.

4. Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, für die Tochter ab 
15. April 2021 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung 
(auch über die Volljährigkeit hinaus) monatlich Fr. 500.- als Unter-
haltsbeiträge (Barunterhalt) zu bezahlen.

5. Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, für den Sohn monatli-
che Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:

- Fr. 650.- ab 15. April 2021 bis und mit 31. August 2023 
(voraussichtlicher Eintritt in die Langzeitgymnasium / Oberstufe, 
davon Fr. 150 als Betreuungsunterhalt)

- Fr. 500.- ab 1. September 2023 bis zum Abschluss einer an-
gemessenen Ausbildung (auch über die Volljährigkeit hinaus).

6. Es sei dem Berufungskläger nach Art. 118 ZPO eine unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren.

7. Es sei eine gerichtsübliche Entschädigung zu Gunsten vom Ge-
suchsteller zuzusprechen, wobei sprachliche Schwierigkeiten des 
Gesuchstellers Rücksicht zu nehmen.

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzli-
che Mehrwertsteuer) zu Lasten der Berufungsbeklagten (aka Ge-
suchsgegnerin).

Mit Eingabe vom 24. Februar 2023 beantragte die Kindesvertreterin die Ab-
weisung der Berufung unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer (ZK2 2023 7: KG-act. 6).

Kantonsgericht Schwyz 7

Die Gesuchsgegnerin reichte am 6. März 2023 die Berufungsantwort ein mit 
folgenden Anträgen (ZK2 2023 7: KG-act. 9):

1. Es wird an den Anträgen in der Berufungsschrift vom 22.02.2023 
der Berufungsklägerin 1 unter folgender Änderung festgehalten.

Ziff. 3.1.: sei vollständig aufzuheben und es sei zu erkennen:

Die Gesuchgegnerin sei zu berechtigen, das gemeinsame Kind 
E.________ jede zweite Woche für jeweils 2 Stunden begleitet zu 
treffen

und nach 3 durchgeführten begleiteten Treffen

sei sie für berechtigt zu erklären die Kinder wie folgt zu sich zu 
nehmen: jede zweite Woche von Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr.

2. Auf die Berufung ist nicht einzutreten.

3. Die Anträge des Berufungsklägers 2 in der Berufung vom 
17.02.2022 [recte: 16.02.2023] seien vollumfänglich abzuweisen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für den Berufungs-
kläger.

Mit Eingabe vom 21. März 2023 beantragte die Gesuchsgegnerin die Abwei-
sung der Berufungsbegehren der Kindesvertreterin und hielt an ihren Beru-
fungsbegehren fest (ZK2 2023 7: KG-act. 13).

Am 4. April 2023 stellte der Gesuchsteller folgende Rechtsbegehren 
(ZK2 2023 7: KG-act. 14): 

1. Die Eingabe und die Anträge der C.________, Rechtsanwältin vom 
24. Februar 2023 abzuweisen.

2. Die Eingabe und die Anträge der Berufungsbeklagte und Ge-
suchsgegnerin vom 6. März 2023 abzuweisen.

3. Es sei Ziffer 3.1 des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 6. Februar 2023 (bzw. Antrage 2a und 2b der Berufungsschrift 
vom 16. Februar 2023 des Berufungsklägers) neu wie folgt zu 
formulieren:

a. Die Gesuchsgegnerin ist berechtigt, E.________ jeder dritte 
Mittwochnachmittag nach der Schule für jeweils zwei Stunden 
mit privat organisierter Besuchsbegleitung (die vom Gesuchstel-
ler organisiert wird), eventuale nach einigen begleiteten Treffen 

Kantonsgericht Schwyz 8

ohne Begleitung zu treffen - wobei Anliegen vom E.________ 
und Gesuchsgegnerin Rücksicht zu nehmen.

b. Nach sechs durchgeführten Treffen und nach Aufbau einer Be-
ziehung zwischen Kinder und der Gesuchsgegnerin eine ein-
vernehmliche Ausdehnung des Besuchsrechts (jedes zweite 
Wochenende jeweils am Samstag von 10 bis 18 Uhr) zwischen 
den Eltern vereinbaren und vertraglich/gesetzlich festzulegen.

4. Alle anderen Anträge der Berufung ZK2 2023 7 unverändert beizu-
behalten.

Die Gesuchsgegnerin beantragte mit Eingabe vom 25. April 2023 Folgendes 

(ZK2 2023 7: KG-act. 19):

1. Die Anträge des Berufungsbeklagten seien vollumfänglich abzu-
weisen.

2. Es wird an den im Folgenden nochmals zitierten Anträgen der Be-
rufung der Berufungsbeklagten vom 22.02.2023 unter folgenden 
Änderungen festgehalten.

Ziff. 3.1. der Verfügung der Erstinstanz vom 06.02.2023 sei 
vollständig aufzuheben und es sei zu erkennen:

Die Berufungsbeklagte sei zu berechtigen, das gemeinsame Kind 
E.________ jede zweite Woche für jeweils 2 Stunden begleitet zu 
treffen

für die Treffen sei ein Dolmetscher für Russisch zu bestellen,
und nach 3 durchgeführten begleiteten Treffen

sei sie für berechtigt zu erklären die Kinder wie folgt zu sich zu 
nehmen: jede zweite Woche von Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr.

3. Auf die Berufung ist nicht einzutreten.

4. Eventualiter: Die Anträge des Berufungsklägers in der Berufung 
vom 17.02.2022 [recte: 16.02.2023] sowie in der Stellungnahme 
vom 04.04.2023 seien vollumfänglich abzuweisen.

5. Formelle Anträge:
Es seien die gemeinsamen Kinder D.________ und E.________ 
durch die Berufungsinstanz anzuhören.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für den Berufungs-
kläger.

Kantonsgericht Schwyz 9

Am 7. Juli 2023 liess der Gesuchsteller dem Kantonsgericht eine weitere Ein-
gabe und diesbezügliche Beilagen zukommen (ZK2 2023 7: KG-act. 23).

b) Gegen die Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgerichts Höfe vom 
6. Februar 2023 erhob ebenfalls die Gesuchsgegnerin fristgerecht mit Eingabe 
vom 22. Februar 2023 selbständig Berufung mit folgenden Rechtsbegehren 
(ZK2 2023 10: KG-act. 1):

1. Die Verfügung vom 06.02.2023 sei in folgenden Punkten aufzuhe-
ben:

Ziffer 1: “Die beiden Kinder der Parteien, D.________ und 
E.________ werden unter die alleinige Sorge (..) des Gesuchstel-
lers gestellt” und 

es seien D.________ und E.________ unter der gemeinsamen 
elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.

2. Ziff. 3.1.: sei vollständig aufzuheben und es sei zu erkennen:

Die Gesuchgegnerin sei zu berechtigen, das gemeinsame Kind 
E.________ jede zweite Woche für jeweils 2 Stunden begleitet zu 
treffen

und nach 5 durchgeführten begleiteten Treffen

- sei sie für berechtigt zu erklären die Kinder wie folgt zu sich zu 
nehmen: jede zweite Woche von Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr

- in geraden Jahren über Ostern (Karfreitag 09:00 Uhr bis Oster-
montag 18:00 Uhr) und Neujahr (31. Dezember 9:00 Uhr bis 2. Ja-
nuar 18:00 Uhr, in ungeraden Jahren über Weihnacht (24. Dezem-
ber 09:00 Uhr bis 31. Dezember 09:00 Uhr)

- während 4 Wochen Ferien, wobei im Fall eines Konflikts zwi-
schen den Eltern bei der Festlegung der Ferien in geraden Jahren 
dem Vater und in ungeraden Jahren der Mutter das Vorrecht zu-
steht.

Und stelle gleichzeitig den folgenden prozessualen Antrag:

3. Es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungskläge-
rin einen Prozesskostenvorschuss in Höhe von CHF 6’000 zu leis-
ten.

4. Eventualiter:

Es sei der Berufungsklägerin die unentgeltliche Rechtspflege wie 
folgt zu bewilligen:

Kantonsgericht Schwyz 10

i. Die Klägerin sei von Vorschüssen und Sicherheitsleistungen 
zu befreien.

ii. Die Klägerin sei von allfälligen Gerichtskosten zu befreien.
iii. Der Klägerin sei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der 

Person der unterzeichnenden Rechtsanwältin zu bewilligen.

Der Gesuchsteller reichte am 10. März 2023 die Berufungsantwort ein mit 
folgenden Anträgen (ZK2 2023 10: KG-act. 8):

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Es sei Ziffer 3.1 des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 6. Februar 2023 (bzw. Antrage 2a und 2b der Berufungsschrift 
vom 16. Februar 2023 des Berufungsklägers) neu wie folgt zu for-
mulieren:

a. Die Gesuchsgegnerin ist berechtigt, E.________ jeder dritte 
Mittwochnachmittag nach der Schule für jeweils zwei Stunden 
mitprivat organisierter Besuchsbegleitung (die vom Gesuchstel-
ler organisiert wird), eventuale nach einigen begleiteten Treffen 
ohne Begleitung zu treffen – wobei Anliegen vom E.________ 
und Gesuchsgegnerin Rücksicht zu nehmen.

b. Nach sechs durchgeführten Treffen und nach Aufbau einer Be-
ziehung zwischen Kinder und der Gesuchsgegnerin eine ein-
vernehmliche Ausdehnung des Besuchsrechts (jedes zweite 
Wochenende jeweils am Samstag von 10 bis 18 Uhr) zwischen 
den Eltern vereinbaren und vertraglich/gesetzlich festzulegen.

Und stelle gleichzeitig den erwiderten, prozessualen Antrag:

3. Den Antrage Ziff. 3 der Berufungsschrift vom 22. Februar 2023 der 
Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen.

4. Es sei der Berufungsbeklagter von allfälligen Gerichtskosten- und 
Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer) zu 
befreien. 

Mit Eingabe vom 14. März 2023 beantragte die Kindesvertreterin die Abwei-

sung der Berufung unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zuzüglich Mehrwertsteuer (ZK2 2023 10: KG-act. 10).

Am 21. März 2023 und 23. März 2023 beantragte die Gesuchsgegnerin die 
Abweisung der Berufungsbegehren der Kindesvertreterin und des Gesuchstel-

Kantonsgericht Schwyz 11

lers und hielt an ihren Berufungsbegehren fest (ZK2 2023 10: KG-act. 11 und 
14).

Am 24. April 2023 stellte der Gesuchsteller folgende Rechtsbegehren 
(ZK2 2023 10: KG-act. 17):

1. Es sei die Antrag Ziffer I.1 der Berufungsklägerin vom 21. März 
2023 betreffend Stellungnahme der Rechtsanwältin C.________ 
vom 24. Februar 2023 gutgeheissen.

2. Es sei die Anträge der Berufung der Berufungsklägerin vom 
22.02.2023 abzuweisen.

3. Es sei die Eingabe und die Anträge der Rechtsanwältin, 
C.________ vom 14. März 2023 abzuweisen und inhaltlich als 
Kopie von den Eingaben vom 24. Februar 2023 anzuerkennen.

4. Alle anderen Anträge der Berufung ZK2 2023 7 und Berufungsant-
wort zu Berufung ZK2 2023 10 des Berufungsbeklagten vom 
10. März 2023 unverändert beizubehalten.

Die Gesuchsgegnerin beantragte mit Eingabe vom 25. April 2023 Folgendes 
(ZK2 2023 10: KG-act. 18):

1. Es seien die Anträge der Kinderanwältin vollumfänglich abzuwei-
sen.

2. Es wird an den Anträgen der Berufung der Berufungsklägerin vom 
22.02.2023 festgehalten.

3. Formell:

Es seien die gemeinsamen Kinder, D.________ und E.________ 
durch die Berufungsinstanz anzuhören.

Mit Eingabe vom 16. Mai 2023 stellte die Gesuchsgegnerin folgende Rechts-
begehren (ZK2 2023 10: KG-act. 22):

1. Die Anträge des Berufungsbeklagten in Ziff. 2.-4. seien vollumfäng-
lich abzuweisen.

2. Es wird an den im Folgenden nochmals zitierten Anträgen der Be-
rufung der Berufungsbeklagten vom 25.04.2023, bzw. diese wer-
den im vorliegenden Verfahren gestellt.

Kantonsgericht Schwyz 12

Ziff. 3.1. der Verfügung der Erstinstanz vom 06.02.2023 sei 
vollständig aufzuheben und es sei zu erkennen:

Die Berufungsbeklagte sei zu berechtigen, das gemeinsame Kind 
E.________ jede zweite Woche für jeweils 2 Stunden begleitet zu 
treffen

für die Treffen sei ein Dolmetscher für Russisch zu bestellen,

und nach 3 durchgeführten begleiteten Treffen

sei sie für berechtigt zu erklären die Kinder wie folgt zu sich zu 
nehmen: jede zweite Woche von Freitag 17.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr.

3. Auf die Berufung ist nicht einzutreten.

4. Eventualiter: Die Anträge des Berufungsklägers in der Berufung 
vom 17.02.2022 [recte: 16.02.2023] sowie in der Stellungnahme 
vom 04.04.2023 seien vollumfänglich abzuweisen.

5. Formelle Anträge:

Es seien die gemeinsamen Kinder D.________ und E.________ 
durch die Berufungsinstanz anzuhören.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für den Berufungs-
kläger.

Am 7. Juli 2023 liess der Gesuchsteller dem Kantonsgericht eine weitere Ein-

gabe und diesbezügliche Beilagen zukommen (ZK2 2023 10: KG-act. 33).

c) Mit Verfügung vom 14. November 2023 wurden die beiden Berufungs-

verfahren ZK2 2023 7 und ZK2 2023 10 vereinigt und nur noch im Dossier 

ZK2 2023 7 fortgeführt. Überdies wurde der Gesuchsgegnerin die unentgeltli-

che Prozessführung i.S.v. Art. 118 Abs. 1 lit. b ZPO gewährt, deren Gesuch 

um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung i.S.v. 

Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO für den weiteren Fortgang des Berufungsverfahrens 

aber abgewiesen. Dagegen wurde über das Gesuch des Gesuchstellers um 

unentgeltliche Prozessführung kein verfahrensleitender Entscheid gefällt, son-

dern der 2. Zivilkammer im Endentscheid überlassen (ZK2 2023 7: KG-act. 30; 

ZK2 2023 10: KG-act. 69). Diese Verfügung trat unangefochten in Rechtskraft.

Kantonsgericht Schwyz 13

Es folgten weitere Eingaben der Gesuchsgegnerin (insbesondere ZK2 2023 7: 

KG-act. 35 und 40). Der Gesuchsteller beantragte mit Schreiben vom 13. No-

vember 2023 (Eingang: 11. Dezember 2023) neu, dass der Gesuchsgegnerin 

kein Besuchsrecht gegenüber E.________ zuzusprechen und das Besuchs-

recht gemäss dem gegenseitigen Einvernehmen der Parteien unter Berück-

sichtigung der Wünsche von E.________ auszuüben sei (ZK2 2023 7: KG-

act. 44, S. 1). 

Die Kinder D.________ und E.________ wurden am 13. Dezember 2023 am 

Kantonsgericht angehört. Die Befragung der Parteien erfolgte am 21. Dezem-

ber 2023. Gleichentags nahmen bzw. konnten die Parteien und die Kindesver-

treterin C.________ zu den Protokollen der Kinderanhörung, zur Parteibefra-

gung und zum Beweisergebnis sowie zu den übrigen Eingaben der Gegenpar-

teien, zu denen sie sich noch nicht äussern konnten, mündlich Stellung neh-

men und sich, soweit noch nicht erfolgt, abschliessend schriftlich dazu äus-

sern (ZK2 2023 7: KG-act. 48 und 55).

In Nachachtung der Editionsverfügung vom 19. Januar 2024 folgten weitere 

Eingaben der Parteien (ZK2 2023 7: KG-act. 64, 68 und 69). Mit Verfügung 

vom 13. Februar 2024 wurden die Parteien darauf hingewiesen, seitens des 

Gerichts sei vorgesehen, nach Ablauf der Frist (29. Februar 2024) in die Pha-

se der Urteilsberatung überzugehen (ZK2 2023 7: KG-act. 70). Am 

4. März 2024 legte die Kindesvertreterin ihre Honorarnote ins Recht 

(ZK2 2023 7: KG-act. 75). Bereits zuvor und in der Folge reichten die Parteien 

weitere Eingaben ein (ZK2 2023 7: KG-act. 77 f., 82 und KG-act. 86);-

Kantonsgericht Schwyz 14

in Erwägung:

1. a) Das Eheschutzverfahren wird auf Begehren eines Ehegatten eingelei-

tet (Art. 252 ZPO; Art. 176 Abs. 1 ZGB). Die erheblichen Tatsachenbehaup-

tungen sind lediglich glaubhaft zu machen (BGE 138 III 97 E. 3.4.2; BGer, 

Urteil 5A_530/2022 vom 11. November 2022 E. 2.2). Glaubhaft gemacht ist 

eine Tatsache, wenn für ihr Vorhandensein aufgrund objektiver Anhaltspunkte 

eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, selbst wenn das Gericht noch mit der 

Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte 

(BGE 142 II 49 E. 6.2; BGer, Urteil 5A_530/2022 vom 11. November 2022 

E. 2.2). Die Parteien leben seit dem 14. März 2021 ununterbrochen getrennt 

voneinander (angef. Verfügung, E. 1 S. 19) und der Gesuchsteller reichte am 

11. November 2021 die Scheidungsklage ein (vgl. Bst. C S. 3 vorne), sodass 

mit dem vorliegenden Eheschutzverfahren keine Stabilisierung der Ehe erhofft 

wird.

b) In Kinderbelangen gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz 
(Art. 296 Abs. 1 ZPO), wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen 
erforscht. Es ist verpflichtet, von sich aus alle Elemente in Betracht zu ziehen, 
die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den Anträgen der Parteien 
Beweise zu erheben. Diese Pflicht des Gerichts entbindet die Beteiligten in-
dessen nicht davon, durch Hinweise zum Sachverhalt oder Bezeichnung von 
Beweisen am Verfahren mitzuwirken. Sie müssen das Gericht über den Sach-
verhalt orientieren und ihm die verfügbaren Beweismittel nennen. Die steuer-
pflichtige Partei hat auch in Verfahren, die der uneingeschränkten Untersu-
chungsmaxime unterliegen, die Höhe der geschuldeten Steuerlast zu behaup-
ten und sie trägt hierfür die Beweislast (BGer, Urteil 5A_936/2022 vom 8. No-
vember 2023 E. 5.1.2 m.H.). Weil die Ehegattenunterhaltsbeiträge und die 
Kindesunterhaltsbeiträge aus der Sicht der finanziellen Leistungsfähigkeit des 
Schuldners ein Ganzes bilden, wirkt sich die Untersuchungsmaxime auch auf 
die Tatsachengrundlage für die Bestimmung des Ehegattenunterhalts aus 

Kantonsgericht Schwyz 15

(BGer, Urteil 5A_141/2014 vom 28. April 2014 E. 3.4). Das Gericht 
entscheidet ohne Bindung an die Beweisanträge (Art. 296 Abs. 2 ZPO).

c) aa) aaa) Bei Verfahren mit Geltung der unbeschränkten Untersuchungs-

maxime nach Art. 296 Abs. 1 ZPO können die Parteien im Berufungsverfahren 

neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung auch dann vorbrin-

gen, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gegeben sind 

(BGer, Urteile 5A_447/2022 vom 2. September 2022 E. 3.4.2 und 

5A_1032/2019 vom 9. Juni 2020 E. 4.2 m.H. auf BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

Die Phase der Urteilsberatung beginnt mit dem Abschluss einer allfälligen Be-

rufungsverhandlung oder aber mit der förmlichen Mitteilung des Berufungsge-

richts, dass es die Berufungssache für spruchreif halte und nunmehr zur 

Urteilsberatung übergehe (BGE 142 III 413 E. 2.2.5). 

Die Zustellung von Verfügungen erfolgt durch eingeschriebene Postsendung 

oder auf andere Weise gegen Empfangsbestätigung (Art. 138 Abs. 1 ZPO). 

Sie ist erfolgt, wenn die Sendung von der Adressatin oder vom Adressaten 

oder von einer angestellten oder im gleichen Haushalt lebenden, mindestens 

16 Jahre alten Person entgegengenommen wurde (Art. 138 Abs. 2 ZPO). 

Kann eine Sendung dem Adressaten oder einer zur Entgegennahme berech-

tigten Person nicht übergeben werden und wird sie auch innerhalb der für ihre 

Abholung angesetzten siebentägigen Frist nicht abgeholt, wird die Sendung 

von der Post dem Gericht retourniert und an Stelle der Zustellung tritt die Zu-

stellungsfiktion: Die Zustellung von Verfügungen durch eingeschriebene Post-

sendung, die nicht abgeholt wurde, gilt am siebten Tag nach dem erfolglosen 

Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen 

musste (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Diese die Zustellungsfiktion auslösende 

siebentägige Frist beginnt somit nicht schon am Tag des erfolglosen Zustel-

lungsversuchs, sondern erst am darauf folgenden Tag zu laufen. Ein zweiter 

Zustellungsversuch erübrigt sich (Gschwend, in: Spühler/Tenchio/Infanger 

Kantonsgericht Schwyz 16

[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, 

Art. 138 ZPO N 17-18a m.H.).

bbb) Mit Verfügung vom 13. Februar 2024 wurden die Parteien darauf hinge-

wiesen, seitens des Gerichts sei vorgesehen, nach Ablauf der Frist (29. Fe-

bruar 2024) in die Phase der Urteilsberatung überzugehen (ZK2 2023 7: KG-

act. 70). Die betreffende eingeschriebene Postsendung wurde am 14. Februar 

2024 in das Postfach des Gesuchstellers avisiert zur Abholung am Schalter 

bis 21. Februar 2024. Die Sendung an die Gesuchsgegnerin wurde ebenfalls 

am 14. Februar 2024 zur Abholung gemeldet mit Frist bis 21. Februar 2024 

(ZK2 2023 7: Beilagen 1 und 2 zu KG-act. 70). Daher begann für beide Par-

teien die siebentägige Abholfrist am 15. Februar 2024 zu laufen und endete 

am 21. Februar 2024, womit die Fiktion der erfolgten 

Zustellung der betreffenden Verfügung eintrat, weil sie mit einer Zustellung 

rechnen mussten. Denn mit Editionsverfügung vom 19. Januar 2024 wurde 

den Parteien angekündigt, es sei vorgesehen, nach Eingang der angeforder-

ten Unterlagen und allfälliger Stellungnahmen den Parteien und der Kindes-

vertreterin nochmals eine kurze Frist zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

resp. des unbedingten Replikrechts anzusetzen und nach Ablauf dieser Frist 

das vorliegende Berufungsverfahren beförderlich einem Endentscheid zuzu-

führen (ZK2 2023 7: KG-act. 64, Dispositiv-Ziff. 5). Die Parteien nahmen diese 

Verfügung am 25. Januar 2024 (Gesuchsteller) resp. am 29. Januar 2024 

(Gesuchsgegnerin) in Empfang (ZK2 2023 7: Beilagen zu KG-act. 64). Der 

Umstand, dass der Gesuchsteller die Post am 21. Februar 2024 beauftragte, 

die Abholfrist bis zum 13. März 2024 zu verlängern (ZK2 2023 7: Beilage zu 

KG-act. 70), vermochte den Zeitpunkt der Zustellungsfiktion aber nicht hin-

auszuschieben (Gschwend, a.a.O., Art. 138 ZPO N 22 m.H.). Die vom Ge-

suchsteller am 5. März 2024 eingereichte elektronische Eingabe inkl. Beilagen 

(ZK2 2023 7: KG-act. 77 und 77/1-48) kann deswegen nicht mehr berücksich-

tigt werden, zumal das Gesuch des Gesuchstellers um Fristwiederherstellung 

Kantonsgericht Schwyz 17

vom 10. März 2024 abzuweisen ist (vgl. E. 1c/aa/ccc nachfolgend). Gleiches 

gilt, sofern von einer rechtsgenügenden Eingabeform auszugehen ist, für die 

von den Parteien ab 5. März 2024 ins Recht gelegten elektronischen Einga-

ben inkl. Beilagen (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 86). Die von der Gesuchsgegne-

rin ab 20. Februar 2024 eingereichten E-Mails und/oder ohne qualifizierte Si-

gnatur versehenen elektronischen Eingaben (vgl. KG-act. 86) genügen den 

Anforderungen ohnehin nicht und sind auch deshalb unbeachtlich (vgl. E. 2b 

hinten).

ccc) Der Gesuchsteller bringt vor, wegen der Schulferien und mehrerer 

behördlicher Aufforderungen im Zusammenhang mit seinen zivil- und straf-

rechtlichen Verfahren habe er die Verfügung vom 13. Februar 2024 mit Frist-

ansetzung bis 29. Februar 2024 nicht rechtzeitig, sondern erst am 7. März 

2024 abholen können. Er habe nicht wissen können, dass es nur eine einzige 

und nicht erstreckbare Frist geben werde. Darum ersuche er um Gewährung 

einer Nachfrist zur Einreichung allfälliger Gegenbemerkungen im Zusammen-

hang mit der Verfügung vom 13. Februar 2024 (ZK2 2023 7: KG-act. 78, S. 1; 

KG-act. 78/2, S. 2).

Das Gericht kann auf Gesuch einer säumigen Partei eine Nachfrist gewähren 

oder zu einem Termin erneut vorladen, wenn die Partei glaubhaft macht, dass 

sie kein oder nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 148 Abs. 1 ZPO). Bei der 

Beurteilung des Verschuldens der säumigen Partei ist von einem objektivier-

ten Sorgfaltsmassstab auszugehen. Nicht mehr leichtes, sondern grobes Ver-

schulden liegt vor, wenn die Säumnis aufgrund eines Verhaltens eintritt, 

welches in fremden Angelegenheiten pflichtwidrig wäre (Gozzi, in: Spüh-

ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 148 ZPO N 11 m.H.). Die Abwesen-

heit einer Partei im Zeitpunkt einer (fiktiven) Zustellung kann eine Wiederher-

stellung rechtfertigen, soweit die Partei keine Kenntnis des hängigen Verfah-

rens hatte (Gozzi, a.a.O., Art. 148 ZPO N 23 m.H.). Weil der Gesuchsteller mit 

Kantonsgericht Schwyz 18

der Zustellung einer weiteren Verfügung des Kantonsgerichts hätte rechnen 

müssen (vgl. E. 1c/aa/bbb vorne), wäre er verpflichtet gewesen, während sei-

ner Ferienabwesenheit Vorkehrungen zu treffen, dass trotz seiner Abwesen-

heit eine Zustellung der entsprechenden Verfügung vollzogen und allfällige 

Fristen eingehalten werden können (Gozzi, a.a.O., Art. 148 ZPO N 23 m.H.), 

dies umso mehr, als den Parteien wie erwähnt mit Editionsverfügung vom 

19. Januar 2024 explizit mitgeteilt wurde, das Berufungsverfahren beförderlich 

einem Endentscheid zuzuführen. Inwiefern davon abgesehen der Gesuchstel-

ler auf das Ansetzen von erstreckbaren Fristen hätte vertrauen dürfen, legt er 

mit keinem Wort dar. Somit ist sein Gesuch um Wiederherstellung der in der 

Verfügung vom 13. Februar 2024 aufgeführten Frist (29. Februar 2024) abzu-

weisen.

bb) Im Gegensatz zu Verfahren mit Geltung der unbeschränkten Untersu-

chungsmaxime nach Art. 296 Abs. 1 ZPO, bei denen die Parteien im Beru-

fungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung auch 

dann vorbringen können, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

nicht gegeben sind (vgl. E. 1.c/aa/aaa vorne), greifen die Voraussetzungen 

nach Art. 317 Abs. 1 ZPO bei Verfahren, die in den Anwendungsbereich der 

beschränkten Untersuchungsmaxime i.S.v. Art. 272 ZPO fallen 

(BGE 144 III 349 E. 4.2.1 S. 352 = Pra 2019 Nr. 88). Folglich werden diesfalls 

laut Art. 317 Abs. 1 ZPO neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsver-

fahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden 

und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht wer-

den konnten. „Ohne Verzug“ bedeutet möglichst sofort nach ihrem Bekannt-

werden bzw. binnen einer oder zwei Wochen seit Entdecken (Spühler, in: 

Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., Art. 317 ZPO N 7) bzw. innert zehn 

Tagen seit Kenntnis oder Kennenmüssen des Novums oder auch innert einer 

vom Gericht der Partei angesetzten Frist zur Einreichung einer Rechtsschrift, 

wenn die Partei während der Frist Kenntnis von einem Novum erlangt 

Kantonsgericht Schwyz 19

(Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 317 ZPO N 47 f.). 

Die novenwillige Partei muss die neuen Tatsachenbehauptungen und die 

neuen Beweismittel sowie die Novenvoraussetzungen substanziieren und be-

weisen (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 ZPO N 34, 49 und 60 f.; Spühler, a.a.O., 

Art. 317 ZPO N 10).

2. a) aa) Die Gesuchsgegnerin beantragt, dass auf die Berufung des Ge-

suchstellers nicht einzutreten sei und bringt vor, der Gesuchsteller habe in 

seiner Berufung ständig den Rügegrundsatz missachtet, da dessen Begrün-

dung nicht substanziiert sei oder eine Begründung ganz fehle (ZK2 2023 7: 

KG-act. 9, S. 2 Antrag-Ziff. 2 und S. 3 N 1 f.).

bb) Die Berufung ist nach Art. 311 Abs. 1 ZPO schriftlich mit den erforderli-

chen Rechtsbegehren und einer rechtsgenügenden Begründung bei der 

Rechtsmittelinstanz einzureichen. Das zweitinstanzliche Verfahren zeichnet 

sich dadurch aus, dass bereits eine richterliche Beurteilung des Streits vor-

liegt. Wer den vorinstanzlichen Entscheid mit Berufung anficht, hat anhand der 

erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen rechtli-

chen Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern sich die Überlegungen der ersten In-

stanz nicht aufrechterhalten lassen (BGE 147 III 176 E. 4.2.1 und BGer, Urteil 

5A_580/2021 vom 21. April 2022 E. 3.3). Der Rechtsmittelkläger muss sich 

mit den einschlägigen Erwägungen der ersten Instanz auseinandersetzen und 

die als fehlerhaft angesehenen Erwägungen im Einzelnen bezeichnen 

(BGer, Urteile 5A_410/2021 vom 17. Mai 2022 E. 4.1 und 5A_580/2021 vom 

21. April 2022 E. 3.3; Spühler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 15; Reetz/Theiler, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 311 ZPO N 36 

und 38). Er muss die von ihm kritisierten Passagen des Entscheids wie auch 

die Dossierunterlagen, auf die er seine Kritik stützt, genau bezeichnen 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 102, 2013, Nr. 4). Die Berufungsinstanz ist 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=311+zpo+nicht+einzutreten+beschr%E4nkte+untersuchungsmaxime+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-176%3Ade&number_of_ranks=0#page176

Kantonsgericht Schwyz 20

nicht gehalten, den erstinstanzlichen Entscheid losgelöst von konkreten An-

haltspunkten in der Berufungsbegründung von sich aus in jede Richtung hin 

auf mögliche Mängel zu untersuchen, die eine Gutheissung des Rechtsmittels 

ermöglichen könnten (BGE 147 III 176 E. 4.2.1 und BGer, Urteil 5A_580/2021 

vom 21. April 2022 E. 3.3). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln be-

schränkt sie sich vielmehr darauf, die Beanstandungen zu beurteilen, welche 

die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen gegen das erstinstanzliche 

Urteil erheben (BGE 147 III 176 E. 4.2.1 und 142 III 413 E. 2.2.4 sowie BGer, 

Urteil 5A_580/2021 vom 21. April 2022 E. 3.3). Weder die eingeschränkte 

noch die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime entbindet den Rechtsmit-

telkläger davon, seine Berufungsschrift gehörig zu begründen (BGE 138 III 

374 E. 4.3.1 = Pra 102, 2013, Nr. 4; BGer, Urteil 5A_463/2022 vom 

22. Mai 2023 E. 5.2; Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 37). Fehlt der Be-

rufung hinsichtlich eines bestimmten Streitpunkts eine (hinreichende) Begrün-

dung, ist diesbezüglich auf die Berufung nicht einzutreten (BGer, Urteil 

5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1; Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 311 ZPO N 38; Spühler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 15 und 18), weil die Be-

gründung eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende 

Zulässigkeitsvoraussetzung ist und die Berufungsinstanz nicht einfach 

aufgrund der Akten entscheiden kann (BGer, Urteil 5A_350/2019 vom 

26. Oktober 2020 E. 4.1; Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 38), ansonsten 

die beschriebenen Mindestanforderungen an die Berufungsbegründung ihres 

Sinnes entleert würden (BGer, Urteil 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 

E. 4.1). Wie es sich vorliegend diesbezüglich verhält, ist an gegebener Stelle 

zu prüfen.

b) In formeller Hinsicht ist weiter darauf hinzuweisen, dass der Behaup-

tungs- und Substanziierungslast grundsätzlich in den Rechtsschriften nachzu-

kommen ist und den blossen, pauschalen Verweis auf Beilagen in aller Regel 

nicht genügen lässt, weil weder das Gericht noch die Gegenpartei die Sach-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=311+zpo+nicht+einzutreten+beschr%E4nkte+untersuchungsmaxime+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-176%3Ade&number_of_ranks=0#page176
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=311+zpo+nicht+einzutreten+beschr%E4nkte+untersuchungsmaxime+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-176%3Ade&number_of_ranks=0#page176
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=311+zpo+nicht+einzutreten+beschr%E4nkte+untersuchungsmaxime+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-413%3Ade&number_of_ranks=0#page413

Kantonsgericht Schwyz 21

darstellung aus den Beilagen zusammensuchen und danach zu forschen hat, 

ob sich aus den Belegen etwas zugunsten der behauptungsbelasteten Partei 

ableiten lässt. Ausnahmsweise kann es aber unter bestimmten Bedingungen 

zulässig sein, seinen Substanziierungsobliegenheiten durch Verweis auf eine 

Beilage nachzukommen. Dies erfordert aber in jedem Fall, dass die Tatsachen 

in ihren wesentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift behauptet 

werden und für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen wird (BGer, Urteil 

5A_822/2022 vom 14. März 2023 E. 6.3.2.2 m.H.). Insoweit die Parteien in 

ihren zahlreichen Eingaben ihrer Behauptungs- und Substanziierungslast nicht 

nachkommen, sondern nur pauschal oder gar nicht auf Beilagen verweisen, ist 

auf deren Anträge und Vorbringen grundsätzlich nicht weiter einzugehen.

Die Parteien wurden mit Verfügung vom 25. Januar 2024 letztmals betreffend 

elektronische Eingaben und gerichtliche Zustellung darauf hingewiesen, dass 

die Kommunikation per „blosser“ E-Mail weder fristwahrend noch vertraulich 

sei und kein Anspruch auf Behandlung bestehe, weil Rechtseingaben dem 

Gericht nur postalisch oder via anerkannte Zustellplattform (elektronischer 

Rechtsverkehr), jedoch nicht mit E-Mail übermittelt werden könnten, was heis-

se, dass die mit der Originalunterschrift versehene Eingabe entweder auf dem 

Postweg zu erfolgen hat (Art. 130 Abs. 1 ZPO) oder aber bei elektronischer 

Übermittlung das Dokument, das die Rechtseingabe und die Beilagen enthal-

te, mit einer anerkannten elektronischen Signatur der Absenderin oder des 

Absenders (d.h. der Partei) versehen sein müsse (Art. 131 Abs. 2 ZPO). Die 

Parteien nahmen diese Verfügung am 31. Januar 2024 (Gesuchsgegnerin) 

bzw. 3. Februar 2024 (Gesuchsteller) in Empfang (ZK2 2023: KG-act. 66 f.). 

Insoweit die Parteien in der Folge gleichwohl Zustellungen per E-Mail oder mit 

nicht anerkannter elektronischen Signatur und somit keine rechtsgenügenden 

Eingaben vornahmen (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 86), blieben diese unberück-

sichtigt.

Kantonsgericht Schwyz 22

3. Die Vorinstanz führte aus, zwischen den Parteien bestehe ein offenkun-

diger, langjähriger und schwerwiegender Konflikt, der mit der Festnahme der 

Gesuchsgegnerin am 14. März 2021 und der bis 29. März 2021 andauernden 

Untersuchungshaft im Zusammenhang mit dem gegen die Gesuchsgegnerin 

unter anderem wegen mehrfacher Tätlichkeiten zum Nachteil der Tochter 

D.________ eröffneten Strafverfahren einen Höhepunkt erreicht habe. Das 

Kompetenzzentrum „Kantonales Bedrohungsmanagement“ der Kantonspolizei 

habe die Gesuchsgegnerin im Gewaltschutzbericht als „Gefährder“ eingestuft 

und den Gesuchsteller sowie die beiden Kinder D.________ und E.________ 

als gefährdete Personen bezeichnet. Handfeste Konflikthandlungen zwischen 

den Parteien seien seit Mitte April 2021 keine mehr bekannt. Trotzdem sei 

erheblich daran zu zweifeln, dass die Parteien mindestens in naher Zukunft 

bereit und fähig sein würden, Unstimmigkeiten und Konflikte konstruktiv anzu-

gehen und gewaltfrei zu lösen. Deshalb und gestützt auf das Erziehungsfähig-

keitsgutachten von Frau H.________ vom 28. Juni 2021 gelangte die Vor-

instanz zum Schluss, dass es den Parteien trotz des bereits knapp zwei Jah-

ren andauernden Getrenntlebens nicht gelinge, eine den anderen Elternteil 

akzeptierende und respektierende Haltung einzunehmen. Beiden Parteien 

fehle die Fähigkeit und Bereitschaft zum Dialog und zum förderlichen Zusam-

menwirken im Interesse und zum Wohle der Kinder. Daher sei die Weiter-

führung des gemeinsamen Sorgerechts aus Gründen des Kindeswohls nicht 

möglich (angef. Verfügung, E. 2.2 S. 19-22).

a) Die Gesuchsgegnerin beantragt, dass die beiden Kinder D.________ 

und E.________ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu 

belassen seien. Zur Begründung führt sie aus, keine am Verfahren beteiligte 

Person habe beantragt, ihr die elterliche Sorge über die Kinder zu entziehen. 

Seit das zwischen den Eltern bestehende Kontaktverbot am 7. Juli 2022 auf-

gehoben worden sei, würden sie miteinander kommunizieren und es gelänge 

ihnen durchaus, untereinander Kompromisse zu finden, was die Vorinstanz 

Kantonsgericht Schwyz 23

nicht beachtet habe. Daher sei auch der Bericht des Psychotherapeuten 

I.________ vom 24. September 2021, auf den die Vorinstanz bei der Beurtei-

lung der elterlichen Sorge abgestellt habe, überholt und dürfe nicht mehr einer 

aktuellen Entscheidung zugrunde gelegt werden. Indem die Vorinstanz der 

Gesuchsgegnerin die elterliche Sorge entzogen habe, habe sie die Maximen 

der Subsidiarität, Komplementarität und Proportionalität verletzt, weil der Ent-

zug der elterlichen Sorge ultima ratio sei und es unter Einbezug der bestätig-

ten Beistandschaft und deren Aufgabenkatalog mildere Massnahmen gege-

ben hätte (ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 4-14 N 2-12; KG-act. 14, S. 4 N 8). Die 

gemeinsame elterliche Sorge sei auch deshalb wichtig, damit die Gesuchs-

gegnerin mit dem Gesuchsteller über Erziehungsfragen und wesentliche Be-

lange der Kinder entscheiden dürfe, ansonsten sie den negativen Entwicklun-

gen der Kinder nicht gegensteuern könne (ZK2 2023 10: KG-act. 22, S. 4-6 

N 7). Der Gesuchsteller sei nicht kompetent, für die Gesundheit der Kinder zu 

sorgen (ZK2 2023 10: KG-act. 14, S. 4 f. N 9). Es werde den Parteien gelin-

gen, mit Unterstützung der Konfliktmanagerin, Frau J.________, gemeinsam 

die elterliche Sorge wahrzunehmen (ZK2 2023 10: KG-act. 14, S. 3 N 5; 

vgl. auch ZK2 2023 7: KG-act. 9, S. 10 N 22; KG-act. 22, S. 3 N 3.3).

Der Gesuchsteller beantragt mit Berufungsantwort vom 10. März 2023, die 

Berufung sei abzuweisen, obwohl er das Vorbringen der Gesuchsgegnerin 

bestätigt, wonach er bereit und in der Lage sei, mit der Gesuchsgegnerin zu 

kommunizieren, und sich das Verhältnis zu ihr seit dem Jahr 2021 massiv 

verbessert habe (ZK2 2023 10: KG-act. 8, S. 1 Antrag-Ziff. 1 und S. 3 N 4). Er 

gibt indirekt zu verstehen, sich durchaus allein um das Wohl der Kinder 

sorgen zu können (vgl. ZK 2023 7: KG-act. 14, S. 3 f. N Ab und c). Die Kin-

desvertreterin stellt ebenfalls das Rechtsbegehren, dass die Berufung der Ge-

suchsgegnerin abzuweisen sei (ZK2 2023 10: KG-act. 10, S. 2). 

Kantonsgericht Schwyz 24

b) Die Kinder stehen, solange sie minderjährig sind, unter der gemeinsa-

men elterlichen Sorge von Vater und Mutter (Art. 296 Abs. 2 ZGB). Die elterli-

che Sorge ist ein Pflichtrecht: Sie hat das Recht und die Pflicht zum Gegen-

stand, über die wesentlichen Belange des Kindes zu entscheiden, insbeson-

dere über diejenigen mit Bezug auf die Erziehung, die gesetzliche Vertretung 

und die Vermögensverwaltung. Dies erfordert u.a., dass die Sorgerechtsinha-

ber Zugang zu aktuellen Informationen über das Kind haben sowie in Bezug 

auf die grundsätzlichen Kinderbelange ein Mindestmass an Übereinstimmung 

aufweisen und wenigstens im Ansatz einvernehmlich handeln können 

(BGE 142 III 197 E. 3.5; BGer, Urteil 5A_377/2021 vom 21. Februar 2022 

E. 3.1). Das Scheidungs- oder Eheschutzgericht überträgt einem Elternteil 

dann die alleinige elterliche Sorge, wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls 

nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Es kann sich aber auch auf eine Regelung der 

Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile beschränken 

(Art. 298 Abs. 2 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption ist damit die ge-

meinsame elterliche Sorge der Regelfall, von dem nur dann abgewichen wer-

den soll, wenn eine andere Lösung die Interessen des Kindes besser wahrt 

(BGE 143 III 361 E. 7.3.2; BGer, Urteil 5A_64/2022 vom 15. Dezember 2022 

E. 3.1.2). Eine Ausnahme fällt in Betracht, wenn die Eltern in einem schwer-

wiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhaltend kommuni-

kationsunfähig sind, wenn sich der Mangel negativ auf das Kindeswohl aus-

wirkt und die Alleinzuteilung diesem besser Rechnung trägt bzw. eine Verbes-

serung der Situation erwarten lässt (BGE 142 III 197 E. 3.5 und 

142 III 1 E. 3.3; BGer, Urteil 5A_64/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 3.1.2). 

Die zwischen den Eltern bestehenden Probleme müssen sich auf die Kinder-

belange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. 

Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in welcher Hinsicht das Kindeswohl 

beeinträchtigt ist (BGer, Urteil 5A_969/2019 vom 22. April 2020 E. 4.3.1). Ver-

langt ist eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der gestörten 

Kommunikation (BGE 141 III 472 E. 4.7). Blosse Auseinandersetzungen oder 

Kantonsgericht Schwyz 25

Meinungsverschiedenheiten, wie sie in allen Familien vorkommen und mit 

einer Trennung oder Scheidung einhergehen können, dürfen nicht Anlass für 

eine Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts sein (BGE 142 III 1 E. 3.3 und 

141 III 472 E. 4.7). Ist ein Konflikt zwar schwerwiegend, erscheint er aber sin-

gulär, ist im Sinn der Subsidiarität zu prüfen, ob nicht ein richterlicher Ent-

scheid über einzelne Inhalte des Sorgerechts bzw. eine richterliche Alleinzu-

weisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angele-

genheiten (beispielsweise in schulischen Belangen) ausreicht, um Abhilfe zu 

schaffen. Die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts muss eine eng be-

grenzte Ausnahme bleiben (BGE 141 III 472 E. 4.7).

c) aa) Der Gesuchsteller beantragte im vorinstanzlichen Verfahren mit Ein-

gaben vom 17. April 2020 und 29. Juni 2020 einen Teil der elterlichen Sorge 

über die Kinder D.________ und E.________ („Personensorge, schulische 

Entwicklung, medizinische Versorgung, Betreuung und Vermögenssorge“) 

allein auf ihn zu übertragen (Vi-act. A/II und A/VI; vgl. auch Vi-act. A/XV). Die 

Gesuchsgegnerin stellte an der Hauptverhandlung vor Erstinstanz vom 

22. Dezember 2020 das Rechtsbegehren, eventuell sei ihr die alleinige elterli-

che Sorge über die Kinder D.________ und E.________ zuzuteilen 

(Vi-act. A/XVI). Die Kindesvertreterin, Rechtsanwältin C.________, verlangte 

an der gleichen Hauptverhandlung keine Übertragung des Sorgerechts allein 

an den Gesuchsteller (vgl. Vi-act. A/XVII). Mit Eingabe vom 22. Februar 2022 

beantragte die Beiständin, es sei zu prüfen, ob bei beiden Elternteilen das 

Sorgerecht in den Bereichen Gesundheit und Schule einzuschränken und an 

die Beiständin zu übertragen sei (Vi-act. D61). Die Kindesvertreterin unter-

stützte dieses Rechtsbegehren mit Stellungnahme vom 16. März 2022 

(Vi-act. D64). In seiner Stellungnahme vom 30. März 2022 erklärte sich der 

Gesuchsteller nicht einverstanden mit der teilweisen Übertragung der elterli-

chen Sorge an die Beiständin (Vi-act. D65). Mit Stellungnahme vom 13. April 

2022 forderte die Gesuchsgegnerin, die elterliche Sorge in den Bereichen 

Kantonsgericht Schwyz 26

Gesundheit und Schule ihr zuzuweisen (Vi-act. D66). Im schriftlichen Schluss-

vortrag vom 30. September 2022 beantragte die Kindesvertreterin, 

D.________ und E.________ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu 

belassen, aber die elterliche Sorge in den Bereichen Gesundheit und Schule 

einzuschränken bzw. auf die Beiständin zu übertragen (Vi-act. D83). Der Ge-

suchsteller stellte in seinem schriftlichen Schlussvortrag vom 4. Oktober 2022, 

das Sorgerecht in den Bereichen Gesundheit und Schule nicht auf die 

Beiständin zu übertragen (Vi-act. D84). Mit Eingabe vom 24. November 2022 

verlangte die Gesuchsgegnerin, ihr die alleinige elterliche Sorge für 

D.________ und E.________ zuzusprechen (Vi-act. D93). Somit beantragte 

im vorinstanzlichen Verfahren keine am Verfahren beteiligte Partei, die Kinder 

D.________ und E.________ in jedem Bereich der alleinigen elterlichen 

Sorge des Gesuchstellers zu übertragen.

bb) Insoweit die Gesuchsgegnerin vorbringt, lediglich ein Elternkonflikt, nicht 

aber auch ein bzw. ihr Konflikt mit Dritten wie der Schule sei massgebend für 

die Frage, ob die elterliche Sorge zu entziehen sei (ZK2 2023 10, S. 9 N 5), ist 

darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz die Konflikte der Gesuchsgegnerin 

mit Dritten nicht beim Entzug der elterlichen Sorge, sondern erst bei der Frage 

berücksichtigte, welcher Partei die alleinige elterliche Sorge übertragen wer-

den könne bzw. ob allenfalls bei beiden Parteien Gründe vorlägen, die einen 

Sorgerechtsentzug rechtfertigen würden (angef. Verfügung, E. 2.3a S. 22 und 

E. 2.3b S. 24). Ausserdem können Konflikte der Gesuchsgegnerin mit Dritten 

durchaus das Kindeswohl gefährden, nämlich etwa dann, wenn die Schullei-

tung wegen des ungebührlichen Verhaltens der Gesuchsgegnerin (vgl. angef. 

Verfügung, E. 3b S. 24) die Kinder von der Schule weisen würde. Auch zum 

Vorbringen des Gesuchstellers, wonach die Vorinstanz auf die Feststellungen 

im Bericht des Psychotherapeuten I.________ vom 24. September 2021 ab-

gestellt habe (ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 8 N 4.2), ist zu bemerken, dass die 

Vorinstanz diese erst bei der Frage einbezog, welcher Partei die alleinige 

Kantonsgericht Schwyz 27

elterliche Sorge übertragen werden könne (angef. Verfügung, E. 2.3b S. 23 

unten). Insoweit die Gesuchsgegnerin vorbringt, "die Nanny" K.________ 

schaue ausserhalb der Schulzeit nicht zu E.________, sondern koche nur ab 

und zu für ihn (ZK2 2023 7: KG-act. 19, S. 3 N 2.2.1, S. 5 f. N 4 f.), ist dies 

ebenso wenig entscheidend für die Zuteilung der elterlichen Sorge, weil dieser 

Umstand die unangefochtene und rechtskräftige Weisung der Vorinstanz be-

trifft, wonach der Gesuchsteller für E.________ innert zwei Monaten an min-

destens vier Tagen pro Woche eine Mittags- und nachschulische Nachmit-

tagsbetreuung (mit Unterstützung bei den Hausaufgaben) zu organisieren 

habe (angef. Verfügung, Dispositiv-Ziff. 2b). Weitere Ausführungen diesbezüg-

lich erübrigen sich somit.

cc) Die Gutachterin H.________ führte im Erziehungsgutachten vom 

28. Juni 2021 aus, die Eltern seien nicht in der Lage, in Bezug auf die Kinder 

sachlich und konfliktfrei zu kommunizieren. Inhaltlich widersprächen sie sich 

dauernd, sodass sie keine Einigung erzielen könnten. So z.B. hinsichtlich der 

Haltung zum Coronatest. Der Gesuchsteller habe der Schule mitgeteilt, 

E.________ solle an den Tests teilnehmen, was die Gesuchsgegnerin post-

wendend verboten habe. Die Konflikte könnten auch zu gefährlichen Situatio-

nen führen, wenn sich die Eltern etwa bei der Behandlung medizinischer 

Problemen der Kinder nicht einigen könnten (Vi-act. 38.1, S. 58 f. N 4.5). 

dd) Obwohl der Gesuchsteller die Abweisung der Berufung der Gesuchs-

gegnerin beantragt, bestätigt er das Vorbringen der Gesuchsgegnerin, wo-

nach er bereit und in der Lage sei, mit der Gesuchsgegnerin zu kommunizie-

ren, und sich das Verhältnis zur ihr seit dem Jahr 2021 massiv verbessert ha-

be (ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 7 N 3.2; KG-act. 8, S. 3 N 4). Indessen ergibt 

sich aus zahlreichen Akten, dass die Parteien sich in Bezug auf die Kinder 

nicht einigen konnten, zu welchem Arzt sie gehen und welche Medikamente 

sie einnehmen sollen, wie mit Corona umgegangen werden soll und ob sich 

Kantonsgericht Schwyz 28

E.________ welcher Therapie (Ergotherapie, Physiotherapie, …) unterziehen 

soll (ZK2 2023 10: KG-act. 14, S. 4 f. N 9; KG-act. 14/1-14/4; KG-act. 22, 

S. 4-6 N 7; KG-act. 22/2-22/4, 22/6, 22/8 und 22/10; ZK2 2023 7: KG-act. 44, 

S. 10; KG-act. 44/1; KG-act. 55, S. 29-31; ZK2 2023 7: KG-act. 68, S. 2 N 9 

und S. 9 N 8). Nachdem E.________ wegen eines Sturzes mit dem Tretroller 

in Begleitung beider Parteien am 23. November 2023 im Spital L.________ 

erschien und untersucht wurde, verweigerte die Gesuchsgegnerin eine Teta-

nusimpfung, obwohl sie diesbezüglich aufgeklärt wurde (ZK2 2023 7: 

KG-act. 44, S. 10; KG-act. 44/1). Auch bestanden und bestehen zwischen den 

Parteien Differenzen hinsichtlich der Schulwahl sowie bezüglich Freizeitakti-

vitäten der Kinder wie Fremdsprachenunterricht, Kung Fu, Schach, Eislaufen 

und hinsichtlich des Kleidertragens (ZK2 2023 10: KG-act. 22, S. 3 N 3.2; 

KG-act. 22/8 und 22/10; ZK2 2023 7: KG-act. 68, S. 15 oben). Ausserdem 

würde ein gemeinsames Sorgerecht zu Problemen führen, weil diesfalls die 

Gesuchsgegnerin um den Schulort der Kinder wüsste und damit zu rechnen 

wäre, dass sie ihre Kinder auf dem Schulweg oder in der Schule ohne Voran-

kündigung und entgegen deren ausdrücklichen Wunsch abfängt re-

sp. kontaktiert, wie dies bis anhin bereits mehrmals geschah: Die Gesuchs-

gegnerin soll ihren Sohn im Jahre 2023 etwa zehnmal auf dem Schulweg oder 

vor der Schule abgepasst und ihn angesprochen haben (ZK2 2023 10: 

KG-act. 18, S. 2 N 2; ZK2 2023 7: KG-act. 44, S. 10; KG-act. 55, S. 6 f. 

Fragen 36-38). E.________ erklärte anlässlich seiner Anhörung, dass er dies 

nicht wünsche (ZK2 2023 7: KG-act. 44, S. 10), was die Gesuchsgegnerin 

ihrerseits in Frage stellt (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 8 f. Fragen 51-54). Es 

liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass E.________ nicht seinen freien, 

unbeeinflussten Willen erklärte, sondern, was ihm vom Vater gesagt wurde. 

Gemäss den Erklärungen von D.________ anlässlich ihrer Anhörung vom 

13. Dezember 2023 sei ihre Mutter im Sommer 2023 in der N.________ er-

schienen und habe um sich geschrien, was der Grund gewesen sei, die Schu-

le zu wechseln. Nach Auffassung von D.________ sei ihre Mutter im Vergleich 

Kantonsgericht Schwyz 29

zu ihrem Vater nicht in der Lage, rationale Entscheide zu treffen. Es sei nicht 

möglich, mit ihrer Mutter vernünftig zu diskutieren und Kompromisslösungen 

zu finden. D.________ wünschte sich, das Sorgerecht allein ihrem Vater zuzu-

teilen. Dabei ist anzumerken, dass die bald 17-jährige D.________ zwischen 

dem Sorgerecht und der Obhut unterscheiden konnte und ihre Äusserungen 

frei, präzise und begründet erfolgten (ZK2 2023 7: KG-act. 48, S. 2). Die Ge-

suchsgegnerin bestreitet nicht, in das Zimmer von D.________ in der 

N.________ hineingegangen zu sein, obwohl dies nicht erlaubt war 

(ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 7 Fragen 42 f.). 

ee) Nach dem Gesagten sind die Parteien auch nach drei Jahren Getrennt-

leben weiterhin nicht in der Lage, in Kinderbelangen eine den anderen Eltern-

teil akzeptierende und respektierende Haltung einzunehmen. Den Eltern fehlt 

immer noch die Fähigkeit und Bereitschaft zum Dialog und zum förderlichen 

Zusammenwirken im Interesse und zum Wohle der Kinder. Es ist davon aus-

zugehen, dass die Parteien mindestens in naher Zukunft weder bereit noch 

fähig sind, in Kinderbelangen Unstimmigkeiten und Konflikte konstruktiv anzu-

gehen und vor allem zu lösen. Diese erhebliche Unfähigkeit bezieht sich auf 

die Kinderbelange als Ganzes und kann auch zu konkreten und gefährlichen 

Situationen führen, wenn sich die Eltern etwa bei der Behandlung medizini-

scher Probleme der Kinder nicht einig sind, wie dies offenbar letztmals im 

November 2023 der Fall war, als die Gesuchsgegnerin im Spital L.________ 

eine Tetanusimpfung von E.________ verweigerte. Zumindest für das vorlie-

gende Eheschutzverfahren trägt die Alleinzuteilung des Sorgerechts dem 

Wohl von D.________ und E.________ besser Rechnung resp. insbesondere 

mit einer – jedenfalls derzeitigen – Alleinzuteilung des Sorgerechts könnte 

eine Verbesserung der Situation erwartet werden. Daher ist die Zuteilung des 

gemeinsamen Sorgerechts aus Gründen des Kindeswohls – jedenfalls zurzeit 

– nach wie vor zu verneinen.

Kantonsgericht Schwyz 30

d) Die Vorinstanz begründete für den vorliegenden Fall der alleinigen elter-

lichen Sorge über D.________ und E.________ ausführlich, weshalb diese 

dem Gesuchsteller zuzuteilen sei (vgl. angef. Verfügung, E. 2.3 S. 22-29).

Die Gesuchsgegnerin beantragte mit Berufungseingabe vom 22. Februar 

2023 die gemeinsame elterliche Sorge über die Kinder D.________ und 

E.________ (ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 2). Während fast des gesamten Be-

rufungsverfahrens und auch noch anlässlich der Parteibefragung vom 21. De-

zember 2023 (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 43) hielt sie an diesem Rechts-

begehren fest. Erst mit Eingabe vom 9. Februar 2024 beantragt die Gesuchs-

gegnerin das alleinige elterliche Sorgerecht über D.________ und 

E.________. Zur Begründung führt sie lediglich aus, der Gesuchsteller setze 

die Kinder unter psychischen Druck, streite mit ihnen, verbiete ihnen, ihre 

Mutter zu sehen und mit ihr zu sprechen und erteile ihr keine Informationen 

über die Kinder, ohne diese Vorwürfe zu konkretisieren (ZK2 2023 7: 

KG-act. 68, S. 1 und 3 f. N 2 sowie S. 12 N 13). Überdies setzt sich die Ge-

suchsgegnerin weder mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander noch 

bezeichnet sie die als fehlerhaft angesehenen Erwägungen im Einzelnen. Da-

her ist auf die Berufung der Gesuchsgegnerin hinsichtlich ihrer alleinigen elter-

lichen Sorge über die Kinder D.________ und E.________ nicht einzutreten 

(vgl. E. 2a/bb vorne).

e) Der Gesuchsteller anerkennt ein grundsätzliches Informationsrecht der 

Gesuchsgegnerin über die beiden Kinder in gesundheitlichen und schulischen 

Angelegenheiten, will aber nicht, dass die Gesuchsgegnerin über konkrete 

Arzttermine der Kinder und über deren Aufenthaltsort unterrichtet wird. Solche 

Informationen seien nur zu erteilen, wenn die Kinder damit einverstanden sei-

en (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 18 N 115 f. und S. 41). Die Kindesvertreterin 

erachtet es als erforderlich, dass die Gesuchsgegnerin zumindest minimale 

Informationen bezüglich der Schule von E.________ erhalte, solange er 

Kantonsgericht Schwyz 31

Kontakt zur Mutter wünsche. Der Gesuchsteller solle deshalb angewiesen 

werden, diese Informationen der Gesuchsgegnerin weiterzuleiten 

(ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 40). 

D.________ wird im September dieses Jahres bereits 17 Jahre alt. Anlässlich 

ihrer Anhörung vom 13. Dezember 2023 erzählte sie frei, überlegt, präzise 

und begründete ihre Antworten nachvollziehbar; sie weiss genau, was sie will. 

Insbesondere erklärte D.________ klar und unmissverständlich, weshalb sie 

keinen Kontakt mehr zur Mutter habe und vorläufig weiterhin keinen wolle, um 

zur Ruhe zu kommen und sodann die Situation neu beurteilen wolle 

(ZK2 2023 7: KG-act. 48, S. 2). Deshalb und gestützt auf die Vorbringen der 

Kindesvertreterin und des Gesuchstellers sowie wegen der vorliegend beson-

deren persönlichen Verhältnisse ist gerechtfertigt, den Gesuchsteller anzuwei-

sen, die Informationen hinsichtlich gesundheitlicher und schulischer Angele-

genheiten einzig von E.________ der Gesuchsgegnerin weiterzuleiten. Der 

Gesuchsteller ist zur Weiterleitung solcher Informationen nur dann verpflichtet, 

insoweit daraus keine Schlüsse auf den konkreten Aufenthaltsort von 

E.________ gezogen werden können, um zu vermeiden, dass die Gesuchs-

gegnerin bei Behörden oder der Ärzteschaft unangekündigt vorstellig wird 

oder E.________ ohne Vorankündigung und entgegen dessen ausdrücklichen 

Wunsch auf dem Schulweg oder vor der Schule abpasst und bedrängt 

(vgl. E. 3c/dd vorne).

4. Die Vorinstanz stellte D.________ und E.________ unter die Obhut des 

Gesuchstellers und begründete dies umfassend (vgl. angef. Verfügung, 

Dispositiv-Ziff. 1 und E. 2.4 S. 29-32). Keine Partei, insbesondere auch nicht 

die Gesuchsgegnerin, verlangte innert der Berufungs- oder Anschlussberu-

fungsfrist die Aufhebung dieser Obhutsregelung (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 1, 

S. 2; KG-act. 9; ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 2; KG-act. 8), sodass die vor-

instanzliche Verfügung vom 6. Februar 2023 diesbezüglich unangefochten in 

Kantonsgericht Schwyz 32

Rechtskraft erwuchs. Damit erweist sich das erstmals mit Eingabe vom 9. Fe-

bruar 2024 beantragte Rechtsbegehren der Gesuchsgegnerin, wonach 

D.________ und E.________ unter ihre Obhut zu stellen seien (ZK2 2023 7: 

KG-act. 68, S. 1), als verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Ausser-

dem ist auf dieses Rechtsbegehren auch deshalb nicht einzutreten, weil sich 

die Gesuchsgegnerin mit den Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinander-

setzt und die als fehlerhaft angesehenen Erwägungen im Einzelnen nicht be-

zeichnet (vgl. E. 2a/bb vorne). Überdies stehen D.________ und E.________ 

seit nunmehr ca. zwei Jahren unter der Obhut des Gesuchstellers und eine 

Kindeswohlgefährdung ist nicht erkennbar. Eine solche kann selbst aus den 

Vorbringen der Gesuchsgegnerin zur elterlichen Sorge nicht hergeleitet wer-

den, weil diese blosse und unbegründete Behauptungen darstellen, die auf 

ihre gegenüber dem Gesuchsteller unterschiedliche Vorstellung der Kinderer-

ziehung zurückzuführen sind. D.________ und E.________ erweckten anläss-

lich der Kindesanhörung vom 13. Dezember 2023 denn auch weder den Ein-

druck noch äusserten sie sich dergleichen, was Anlass zur Annahme einer 

Kindeswohlgefährdung geboten und zu entsprechendem Handeln bedurft hät-

te. Daran vermögen auch die Ausführungen zum Besuchsrecht 

(vgl. E. 5c hinten) nichts zu ändern.

5. In Bezug auf das Besuchsrecht zwischen der Gesuchsgegnerin und 

ihren beiden Kindern steht fest, dass die Vorinstanz im Nachgang zur Tren-

nung der Parteien im März 2021 mit superprovisorischer Verfügung vom 

15. April 2021 die Gesuchsgegnerin berechtigt erklärte, D.________ und 

E.________ zweimal pro Monat für je drei Stunden begleitet zu treffen 

(Vi-act. A/XX). Mit Verfügung vom 12. Juli 2021 bestätigte die erste Instanz 

diesen Entscheid für die Dauer des Eheschutzverfahrens (Vi-act. A/XXIV). 

Nachdem die Gesuchsgegnerin gegen diesen Entscheid Berufung erhob, sis-

tierte das Kantonsgericht mit Beschluss vom 9. Dezember 2021 das begleitete 

Kantonsgericht Schwyz 33

Besuchsrecht vorläufig bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Eheschutz-

verfahrens (Vi-act. A/XXXV). 

Mit Verfügung vom 6. Februar 2023 sah die Vorinstanz von der Regelung des 

persönlichen Verkehrs zwischen der Gesuchsgegnerin und deren Tochter 

D.________ ab, da Letztere, eine 15-jährige Gymnasiastin, über einen länge-

ren Zeitraum durchgehend einen persönlichen Kontakt zu ihrer Mutter abge-

lehnt, bei der persönlichen Anhörung einen sehr aufgeweckten und zugängli-

chen Eindruck hinterlassen sowie eine klare Vorstellung zum Kontaktaufbau 

zu ihrer Mutter gehabt habe (angef. Verfügung, Dispositiv-Ziff. 3.2 und E. 2.6b 

S. 35). Diesbezüglich erwuchs die vorinstanzliche Verfügung unangefochten 

in Rechtskraft (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 1, S. 2; KG-act. 9; ZK2 2023 10: 

KG-act. 1, S. 2; KG-act. 8).

In der gleichen Verfügung führte die Vorinstanz aus, ab anfangs April 2022 

hätten begleitete telefonische Kontakte zwischen der Gesuchsgegnerin und 

E.________ aufgegleist werden können. Die begleiteten physischen Besuchs-

kontakte seien bis heute aber nicht mehr aufgenommen worden. Die Bezie-

hung der Kinder zur Mutter sei im Zeitpunkt der Trennung im März 2021 mas-

siv belastet gewesen. Die Gutachterin H.________ habe im Erziehungsgut-

achten vom 28. Juni 2021 die Beziehung von E.________ zur Mutter als quali-

tativ schlecht bezeichnet. Im Vordergrund stünden starke Konflikte, Ablehnung 

und emotionale Vereinnahmung. Das Verhältnis habe sich auch seit Sistie-

rung der begleiteten Besuche nicht entspannt resp. verbessert. E.________ 

habe der Kinderanwältin in einem persönlichen Gespräch am 24. September 

2022 mitgeteilt, dass er keinen Kontakt zur Mutter haben wolle und angeord-

nete Kontakte verweigern würde, wobei er seine ablehnende Haltung nicht 

habe begründen können. Deswegen und wegen des Alters von E.________ 

könne nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass seine ableh-

nende Haltung einem gefestigten Wunsch entspreche. E.________ fehle wohl 

Kantonsgericht Schwyz 34

die persönliche Reife, um die Tragweite eines Kontaktabbruchs zur Mutter 

erkennen zu können. Die seit April 2022 mehr oder weniger regelmässig be-

gleiteten Telefonkontakte seien zwar nicht immer störungsfrei abgelaufen, 

würden aber Basis bilden für den Wiederaufbau von physischen Kontakten 

zwischen Mutter und Sohn. Daher sei die Gesuchsgegnerin berechtigt zu er-

klären, E.________ jede dritte Woche für jeweils zwei Stunden begleitet zu 

treffen und nach sechs durchgeführten begleiteten Treffen an jedem zweiten 

Wochenende jeweils am Samstag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit sich 

bzw. zu sich zu Besuch zu nehmen. Von der Anordnung eines Wochenend-, 

Feiertags- und Ferienbesuchsrechts sah sie vorläufig ab (angef. Verfügung, 

E. 2.6 S. 33-36).

a) aa) Der Gesuchsteller beantragt mit Berufungsschrift vom 16. Februar 

2023, die Gesuchsgegnerin sei berechtigt zu erklären, E.________ jeden drit-

ten Mittwochnachmittag nach der Schule für jeweils zwei Stunden begleitet, 

evtl. nach einigen begleiteten Treffen ohne Begleitung zu treffen, wobei die 

Begleitung von ihm organisiert werde, und nach sechs durchgeführten beglei-

teten Treffen an jedem zweiten Wochenende jeweils am Samstag von 

10:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit sich bzw. zu sich zu Besuch zu nehmen, sofern 

zwischen E.________ und der Gesuchsgegnerin diesbezüglich ein Konsens 

bestehe (ZK2 2023 7: KG-act. 1, Antrag-Ziff. 2). In der Begründung führt er im 

Wesentlichen aus, die mit vorsorglicher Verfügung vom 15. April 2021 ange-

ordneten begleiteten Besuche hätten nicht gut geklappt. Die Gesuchsgegnerin 

folge und beleidige E.________ regelmässig bzw. fast täglich auf dessen 

Schulweg, was ihn störe. E.________ wolle keine physischen Kontakte zur 

Mutter. Dagegen seien für ihn telefonische Kontakte zur Mutter in Ordnung. 

Weitergehende Kontakte seien zwischen den Eltern und den Kindern zu ver-

einbaren. E.________ habe seit September 2022 regelmässige und unbeglei-

tete telefonische Kontakte zur Mutter (ZK2 2023 7: KG-act. 1, S. 5 N 6d; 

vgl. auch ZK2 2023 10: KG-act. 8, S. 3 N 5 und KG-act. 33, S. 2). Mit Eingabe 

Kantonsgericht Schwyz 35

vom 10. März 2023 erklärt der Gesuchsteller, die Parteien hätten sich hinsicht-

lich der Besuchsbegleitung geeinigt und er habe diesbezüglich bereits Frau 

O.________ von der P.________ kontaktiert (ZK2 2023 10: KG-act. 8, 

S. 3 N 5). Am 4. April 2023 stimmt der Gesuchsteller zu, dass E.________ 

seine Mutter in naher Zukunft treffen könne (ZK2 2023 7: KG-act. 14, S. 3 

oben). Mit Eingabe vom 24. April 2023 bestätigt der Gesuchsteller, dass die 

Gesuchsgegnerin wieder telefonischen und physischen Kontakt mit 

E.________ habe (ZK2 2023 10: KG-act. 17, S. 2 N III/A.a und b). Am 

7. Juli 2023 führt der Gesuchsteller aus, die Gesuchsgegnerin zeige seit Früh-

ling 2023 kein Interesse mehr daran, mit ihrem Sohn zu sprechen oder ihn 

persönlich zu treffen (ZK2 2023 10: KG-act. 33, S. 2). Mit Eingabe vom 

13. November 2023 beantragt der Gesuchsteller, dass der Gesuchsgegnerin 

das Besuchsrecht gegenüber E.________ zu verweigern sei. Eine (weiterge-

hende) Besuchsrechtsausübung sei unter Berücksichtigung der Wünsche von 

E.________ den Parteien in gegenseitigem Einvernehmen vorzubehalten. 

Denn E.________ habe nie seine Bereitschaft gezeigt, seine Mutter physisch 

zu treffen. Die Telefonkontakte und wenigen Treffen zwischen E.________ 

und seiner Mutter seien das Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem Ge-

suchsteller und E.________. Der Gesuchsgegnerin liege das Besuchsrecht 

nicht am Herzen. Wenn sie die Möglichkeit habe, ihre Kinder zu sehen, fange 

sie an, sich zu beschweren, beginne Auseinandersetzungen und beleidige die 

Kinder anstatt diese zu begrüssen. Die ablehnende Haltung von E.________ 

gegenüber dem persönlichen Kontakt mit seiner Mutter habe zugenommen. 

Die Gesuchsgegnerin habe E.________ erneut am 23. August 2023, 20. Sep-

tember 2023 und jüngst am 23. November 2023 auf dem Schulweg und im 

Spital in L.________ belästigt. Der Kontakt zwischen E.________ und seiner 

Mutter sei auf die virtuelle Kommunikation zu beschränken 

(ZK2 2023 7: KG-act. 44, S. 1 und S. 3-12). Bei der mündlichen Stellung-

nahme im Anschluss an die Parteibefragung vom 21. Dezember 2023 vertrat 

der Gesuchsteller die Auffassung, E.________ könne seine Mutter sehen, 

Kantonsgericht Schwyz 36

wann immer er dies wolle, wobei er sich dabei wohlfühlen müsse. Daher sei 

die Türe bei ihm noch nicht geschlossen. Für die Besuchsrechtsausübung 

brauche es keine Begleitung. E.________ habe Respekt vor seiner Mutter. 

Die Gesuchsgegnerin solle aber den Willen ihres Sohnes akzeptieren 

(ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 41). 

bb) Die Gesuchsgegnerin entgegnet mit Berufungsantwort vom 

6. März 2023, es sei ihr das mit Berufungsschrift vom 20. bzw. 22. Februar 

2023 beantragte Besuchsrecht zu gewähren (ZK2 2023 7: KG-act. 9, 

S. 8 N 17 unten). Dort stellte sie das Rechtsbegehren, sie sei berechtigt zu 

erklären, E.________ jede zweite Woche für jeweils zwei Stunden begleitet zu 

treffen und nach fünf durchgeführten begleiteten Treffen jede zweite Woche 

von Freitag, 17:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr, in geraden Jahren über Ostern 

(Karfreitag, 09:00 Uhr bis Ostermontag, 18:00 Uhr) und Neujahr (31. Dezem-

ber, 9:00 Uhr bis 2. Januar, 18:00 Uhr), in ungeraden Jahren über Weihnacht 

(24. Dezember, 09:00 Uhr bis 31. Dezember, 09:00 Uhr) sowie während vier 

Wochen Ferien, wobei im Fall eines Konflikts zwischen den 

Eltern bei der Festlegung der Ferien in geraden Jahren dem Vater und in 

ungeraden Jahren der Mutter das Vorrecht zustehe, zu sich zu nehmen 

(ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 2 Antrag-Ziff. 2). Im Unterschied dazu beantragt 

die Gesuchsgegnerin mit Berufungsantwort vom 6. März 2023, dass ihr be-

reits nach drei begleiteten Treffen das von ihr beantragte Wochenendbe-

suchsrecht einzuräumen sei (ZK2 2023 10: KG-act. 9, S. 2 Antrag-Ziff. 1). Mit 

Eingabe vom 25. April 2023 verlangt sie neu, dass für die drei begleiteten 

Treffen mit E.________ ein Dolmetscher für Russisch zu bestellen sei 

(ZK2 2023 7: KG-act. 19, S. 2 Antrag-Ziff. 2 und S. 7 N 10). Die Gesuchsgeg-

nerin beantragt mit Eingabe vom 9. Februar 2024, dass Besuchstreffen mit 

den Kindern mit Begleitung ihrer Wahl mindestens 6 Mal jede zweite Woche 

und für jeweils drei Stunden durchzuführen seien (ZK2 2023: KG-act. 68, 

S. 2 N 8).

Kantonsgericht Schwyz 37

Zur Begründung führt die Gesuchsgegnerin im Wesentlichen aus, der Ge-

suchsteller rüge den vorinstanzlichen Entscheid nicht substanziiert, sondern 

lege lediglich seine unbelegte Auffassung dar, die bestritten werde, weshalb 

diesbezüglich auf die Berufung nicht einzutreten sei (ZK2 2023 7: KG-act. 9, 

S. 10 N 20). Zwischen ihr und E.________ gebe es aktuell nicht nur Telefona-

te, sondern seit Februar 2023 würden auch teilweise Treffen stattfinden, was 

der Gesuchsteller ermöglicht habe. E.________ habe gerne Kontakt zu ihr 

(ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 12 N 10; KG-act. 11, S. 2 f. N 4 und 6). Als sie 

E.________ im April 2023 kurz gesehen habe, sei er mit offenen Armen auf 

sie zugegangen (ZK2 2023 10: KG-act. 18, S. 4 N 8). Die Vorinstanz habe 

unbeachtet gelassen, dass beide Elternteile wünschen würden, dass sie beide 

Kontakt zu den Kindern hätten. Zwar seien sich die Parteien nicht immer einig. 

Aber sie seien im Interesse des Kindeswohls in der Lage Kompromisse zu 

finden. Die Vorinstanz habe dies übersehen und sich stattdessen lediglich auf 

die kurzen Ausführungen der Kinderanwältin verlassen, der es nicht gelungen 

sei, ein Vertrauensverhältnis mit E.________ aufzubauen. Aus dessen Aus-

sagen anlässlich des Telefongesprächs mit der Kindesvertreterin vom 18. Fe-

bruar 2023 könne nicht geschlossen werden, was E.________ wirklich wolle. 

Zu beachten sei ebenso, dass die Gesuchsgegnerin bis März 2021 die elterli-

che Obhut innegehabt habe (ZK2 2023 10: KG-act. 1, S. 12 N 10 und S. 14 

N 13; KG-act. 11, S. 2 f. N 3 und 5; KG-act. 18, S. 4 f. N 7, 10 und 12). Bei 

den Telefonaten zwischen ihr und E.________ mische sich der Gesuchsteller 

ein (ZK2 2023 7: KG-act. 19, S. 4 N 2.2.1; ZK2 2023 10: KG-act. 22, S. 4 N 5). 

Sie habe direkten Kontakt mit E.________ und treffe ihn teilweise auf dem 

Schulweg (ZK2 2023 10: KG-act. 18, S. 2 N 2 und S. 4 f. N 8 f. und 11). Die 

gelegentlichen und unregelmässigen physischen Treffen zwischen ihr und 

E.________ würden nach den Vorgaben des Gesuchstellers stattfinden, der 

meist auch selber daran teilnehme und sich mit E.________ auf Englisch un-

terhalte, welche Sprache sie nicht verstehe. Dadurch könne sich zwischen ihr 

und dem Sohn keine ungestörte Beziehung verfestigen (ZK2 2023 7: 

Kantonsgericht Schwyz 38

KG-act. 19, S. 4 N 2.2.1 und 2.3; ZK2 2023 10: KG-act. 22, S. 4 N 5). Sie ha-

be kein Vertrauen in eine Besuchsbegleitung und wünsche diese nicht 

(ZK2 2023 10: KG-act. 14, S. 4 N 8). 

cc) Die Kindesvertreterin erklärt mit Eingaben vom 24. Februar 2023 und 

14. März 2023, zwar sei ihr gegenüber die Willensäusserung von E.________ 

in Bezug auf eine telefonische Kontaktnahme zur Mutter diffus. Indessen habe 

E.________ im Rahmen des letzten persönlichen Gesprächs am 24. Septem-

ber 2022 und auch des letzten Telefonats am 18. Februar 2023 klar geäus-

sert, keinen physischen Kontakt mit seiner Mutter zu wünschen. Der Antrag 

der Gesuchsgegnerin auf unbegleitete Kontakte zwischen ihr und E.________ 

entspreche somit nicht dem Willen des Kindes und sei abzuweisen (ZK2 2023 

7: KG-act. 6, S. 2 und S. 3 N 4-8; ZK2 2023 10: KG-act. 10, S. 2 f. N 4-6).

b) Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das 

minderjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönli-

chen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Bei dessen Ausgestaltung steht das 

Kindeswohl im Vordergrund, während die Interessen der Eltern zurückzuste-

hen haben (BGer, Urteil 5A_359/2022 vom 18. Oktober 2022 E. 5.1.2 m.H.; 

Schwenzer/Cottier, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivil-

gesetzbuch I, 7. A. 2022, Art. 273 ZGB N 10). Der persönliche Verkehr be-

zweckt, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern. 

In der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen 

wichtig, da sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen 

können (BGer, Urteil 5A_359/2022 vom 18. Oktober 2022 E. 5.1.2 m.H.).

Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, kann 

dieser im Sinne einer ultima ratio gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB gänzlich 

verweigert oder entzogen werden (BGer, Urteil 5A_359/2022 vom 

18. Oktober 2022 E. 5.1.2). Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt vor, wenn 

Kantonsgericht Schwyz 39

die ungestörte körperliche oder sittliche Entfaltung des Kindes durch ein auch 

nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil 

bedroht ist (BGer, Urteile 5A_984/2019 vom 20. April 2020 E. 3.2 und 

5A_367/2015 vom 12. August 2015 E. 5.1.2). Bei der Beschränkung des 

persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Verhältnismässigkeit zu 

beachten. So darf er in der Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten 

dauerhaft eingeschränkt werden, jedenfalls soweit das Verhältnis zwischen 

dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist (BGer, Urteile 

5A_111/2019 vom 9. Juli 2019 E. 2.3 und 5A_367/2015 vom 12. August 2015 

E. 5.1.2). Der gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen 

Verkehr kommt schliesslich nur als ultima ratio in Frage und ist einzig dann 

statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchsrechts nicht 

anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen (BGer, Urteile 

5A_306/2019 vom 29. Januar 2020 E. 4.4 und 5A_367/2015 vom 12. August 

2015 E. 5.1.2).

Der Wille des Kindes ist eines von mehreren Kriterien beim Entscheid über 

den persönlichen Verkehr (BGer, Urteile 5A_941/2020 vom 10. Dezember 

2020 E. 2.3 und 5A_56/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1). Zur Ermittlung des 

Kindeswillens ist das Kind durch das Gericht oder durch eine beauftragte 

Drittperson in geeigneter Weise persönlich anzuhören, sofern sein Alter oder 

andere wichtige Gründe nicht dagegensprechen (Art. 298 Abs. 1 ZPO). Es 

steht zwar nicht im freien Belieben des Kindes, ob es persönliche Kontakte 

zum nicht obhutsberechtigten Elternteil wünscht oder nicht, was namentlich 

dort gilt, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstellung des an-

deren Elternteils geprägt ist (BGer, Urteile 5A_941/2020 vom 10. Dezember 

2020 E. 2.3 und 5A_56/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1). Mit zunehmendem 

Alter ist aber sein Wille stärker zu gewichten. Wenn ein urteilsfähiges Kind 

den Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener Erfahrungen und mit 

nachvollziehbarer Begründung ablehnt, ist ein gegen den Widerstand 

Kantonsgericht Schwyz 40

erzwungener Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts in der 

Regel unvereinbar, weshalb der Kindeswille, sofern er autonom gebildet 

wurde, letztlich respektiert werden soll (BGer, Urteile 5A_742/2021 vom 

8. April 2022 E. 4.3 und 5A_647/2020 vom 16. Februar 2021 E. 2.5.1). Bei der 

Berücksichtigung des Willens des Kindes ist zunächst dessen Alter 

bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung, die ungefähr ab dem 12. 

Altersjahr anzunehmen ist, sodann aber auch das Aussageverhalten und 

namentlich die Konstanz des geäusserten Willens zentral. Je konstanter die 

Willenskundgebungen vorgebracht werden und je mehr sie mit 

nachvollziehbaren und auf das Kindeswohl zielenden Argumenten unterlegt 

sind, desto stärker können sie bei der Urteilsfindung gewichtet werden (BGer, 

Urteil 5A_367/2015 vom 12. August 2015 E. 5.1.3). Lehnt das Kind den nicht 

betreuenden Elternteil ab, ist im Einzelfall zu prüfen, worin diese Haltung 

begründet liegt und ob die Ausübung des Besuchsrechts den Interessen des 

Kindes tatsächlich widerspricht. Nur wo das urteilsfähige Kind den Umgang 

mit einem Elternteil aufgrund seiner Erfahrungen mit dem persönlichen 

Verkehr kategorisch verweigert, ist dieser Umgang aus Gründen des 

Kindeswohls auszuschliessen, weil ein gegen den starken Widerstand 

erzwungener Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts im 

Allgemeinen ebenso unvereinbar ist wie mit dem Persönlichkeitsschutz des 

Kindes (BGer, Urteil 5A_111/2019 vom 9. Juli 2019 E. 2.3).

c) aa) Der Gesuchsteller änderte im Verlauf des Berufungsverfahrens sei-

ne Rechtsbegehren in Bezug auf das Kontaktrecht der Gesuchsgegnerin ge-

genüber E.________ immer wieder (vgl. E. 5a/aa vorne). Es macht den An-

schein, dass der Gesuchsteller die Ausgestaltung des Kontakts zwischen 

Mutter und Sohn vor allem von der Meinung von E.________ abhängig macht.

bb) Die Gesuchsgegnerin äusserte anlässlich ihrer Befragung vom 21. De-

zember 2023, das mit Verfügung vom 6. Februar 2023 von der Vorinstanz 

Kantonsgericht Schwyz 41

angeordnete Besuchsrecht habe bis heute nicht (so) stattgefunden. Sie habe 

nur ein paar Mal ungestört mit E.________ sprechen können resp. nicht mehr, 

als sich der Gesuchsteller eingemischt habe (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 6 

Fragen 34-37). Der Gesuchsteller gebe ihr nicht einmal die Möglichkeit, um 

etwas abzumachen und mit den Kindern zu telefonieren 

(ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 7 Frage 39). Er habe jeweils entschieden, ob sie 

ihren Sohn habe sehen oder mit ihm sprechen können. Einmal habe sie mit 

E.________ Schach gespielt als der Gesuchsteller nicht dabei gewesen sei, 

und das Kind habe etwas erzählt. Als der Vater wiedergekommen sei, sei 

E.________ sofort nervös geworden und sei wieder von selbst gegangen 

(ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 9 Frage 55). Der Gesuchsteller sei der Meinung, 

dass das Besuchsrecht auch in seiner Anwesenheit stattfinden könne. Doch 

verhalte sich E.________ bei Anwesenheit seines Vaters anders, als wenn er 

nicht anwesend sei (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 37).

E.________ erklärte anlässlich seiner Anhörung vom 13. Dezember 2023, das 

Verhältnis zu seiner Mutter sei nicht so gut, weil sie ihn jeden zweiten Tag auf 

dem Schulweg abpasse, ihm folge und mit ihm spreche, obwohl er dies nicht 

wünsche; erst vor der Schule gehe sie wieder weg. Er vermisse seine Mutter 

nicht, weil es ihm nicht so gut gehe, wenn er mit ihr zusammen sei (ZK2 2023 

7: KG-act. 48, S. 3). Zum einen schliesst der heute bald 13-jährige zurückhal-

tend und etwas unsicher wirkende E.________ Treffen mit seiner Mutter nicht 

mehr aus (ZK2 2023 7: KG-act. 48, S. 4), wie dies noch anlässlich eines per-

sönlichen Gesprächs mit seiner Kinderanwältin am 24. September 2022 der 

Fall gewesen war, als er auch ankündigte, angeordnete Kontakte mit seiner 

Mutter zu verweigern, wobei er seine ablehnende Haltung nicht begründen 

konnte (Vi-act. D83, S. 4 N 13 und 15). Zum anderen ist nachvollziehbar, dass 

E.________ es nicht wünscht, wenn seine Mutter ihn auf dem Schulweg ab-

passt und alsdann mit ihm diskutierend bis zum Schulhaus mitgeht. Damit 

begründete er auch das nicht so gute Verhältnis zu seiner Mutter. Darin dürfte 

Kantonsgericht Schwyz 42

ebenfalls der Grund erblickt werden, dass E.________ seine Mutter nicht 

vermisst. Andererseits führte der Gesuchsteller selber aus, E.________ habe 

bei einem Treffen mit seiner Mutter am 4. April 2023 am Spätnachmittag im 

Freizeitpark Q.________ mit ihr Schach gespielt. Sie hätten das Spiel und das 

anschliessende gemeinsame Essen im Restaurant genossen. Das Treffen sei 

sehr gut verlaufen (ZK2 2023 10: KG-act. 17, S. 2 N Aa). Der Gesuchsteller 

bestätigte bei seiner Befragung vom 21. Dezember 2023, dass zwischen 

E.________ und dessen Mutter Telefongespräche und verschiedene Treffen 

stattgefunden hätten (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 19 Frage 119 und S. 32).

Nach dem Gesagten ist zu schliessen, dass Treffen zwischen der Gesuchs-

gegnerin und ihrem Sohn durchaus auch dem Wohl von E.________ entspre-

chen, wenn sie organisiert werden und nicht unangemeldet, beispielsweise 

auf dem Schulweg, erfolgen. Daher ist – entsprechend der Anordnung der 

Vorinstanz – die Gesuchsgegnerin berechtigt zu erklären, E.________ jede 

dritte Woche für jeweils zwei Stunden zu treffen und nach sechs durchgeführ-

ten Treffen an jedem zweiten Wochenende jeweils am Samstag von 

10:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit sich bzw. zu sich zu Besuch zu nehmen. Auf 

Wunsch von E.________ können die Besuche in Bezug auf Häufigkeit und 

Dauer erhöht werden. Von der Anordnung eines Wochenend-, Feiertags- und 

Ferienbesuchsrechts ist vorläufig abzusehen. Damit diese wichtigen Treffen 

erfolgreich und vor allem zum Wohl von E.________ vonstattengehen können, 

ist an die Kooperation beider Parteien zu appellieren. Der Gesuchsteller hat 

positiv auf E.________ einzuwirken, die Treffen und späteren Besuche wahr-

zunehmen und die Gesuchsgegnerin ist darauf hinzuweisen, ihren Sohn nicht 

wie bis anhin auf dem Schulweg oder sonst wo aufzusuchen, weil ein solches 

Verhalten für die Beziehung zwischen ihr und ihrem Sohn weder förderlich 

noch stabilisierend, sondern kontraproduktiv wäre.

Kantonsgericht Schwyz 43

cc) E.________ gab bei der Anhörung vom 13. Dezember 2023 zu verste-

hen, es wäre für ihn in Ordnung, seine Mutter einmal im Monat für ca. eine 

Stunde in Begleitung seiner Schwester D.________ zu treffen, ansonsten lie-

ber nicht (ZK2 2023 7: KG-act. 48, S. 3). D.________ erklärte indessen glei-

chentags, weshalb ihr Verhältnis zur Mutter prekär sei, sie ihre Mutter nicht 

vermisse und es vorziehe, mindestens ein Jahr lang keinen Kontakt zur Mutter 

zu haben, um zur Ruhe zu kommen und dann die Situation neu zu beurteilen 

(ZK2 2023 7: KG-act. 48, S. 2). Damit kommen Treffen zwischen E.________ 

und seiner Mutter in Begleitung von D.________ nicht in Frage, umso weniger 

als bei D.________ – auch wegen ihres Alters – auf eine Besuchsrechtsrege-

lung zu verzichten ist. 

Eine Begleitung der Treffen zwischen Mutter und Sohn in Anwesenheit von 

D.________ oder einer anderen Drittperson ist aber auch nicht erforderlich, 

weil nicht ersichtlich ist, weshalb unbegleitete Treffen dem Wohl von 

E.________ abträglich sein sollen, nachdem solche Treffen im vergangenen 

Jahr bereits funktionierten und sich die Gesuchsgegnerin und E.________ auf 

diese Weise unbeschwert austauschen können. Zudem wird E.________ be-

reits 13-jährig. Daher sollen die Treffen zwischen Mutter und Sohn unbegleitet 

resp. weder in Anwesenheit von D.________ noch des Vaters stattfinden, was 

nicht ausschliesst, dass der Gesuchsteller E.________ an die Treffen fährt, 

dann aber Mutter und Sohn allein lässt. Beide Parteien erachten eine Beglei-

tung denn auch nicht als notwendig (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 41 unten und 

S. 45 oben). Die Organisation der Besuche wird weiterhin dem Beistand ob-

liegen (vgl. E. 6d/dd hinten).

dd) Festzuhalten ist weiter, dass E.________ gemäss seinen Äusserungen 

anlässlich der Anhörung vom 13. Dezember 2023 damit einverstanden ist, mit 

seiner Mutter einmal pro Woche zu telefonieren (ZK2 2023 7: KG-act. 48, 

S. 3). Die telefonischen Kontakte haben nicht von der Mutter, sondern von 

Kantonsgericht Schwyz 44

E.________ auszugehen und ohne Anwesenheit des Vaters zu erfolgen, da-

mit sich der Sohn ungestört mit seiner Mutter unterhalten kann, was bis anhin 

offenbar nicht immer der Fall war, sofern solche Gespräche überhaupt statt-

fanden.

6. Die Vorinstanz ordnete mit Verfügung vom 6. Februar 2023 an, dass die 

für D.________ und E.________ mit Beschlüssen der KESB Ausserschwyz 

vom 31. Mai 2017 angeordnete Beistandschaft weiterzuführen sei (angef. Ver-

fügung, Dispositiv-Ziff. 4.1) und formulierte den Aufgabenkatalog der Beistän-

din (R.________) in Dispositiv-Ziffer 4.2 der angef. Verfügung. Trotz der ge-

ringen Kooperationsbereitschaft der Kindeseltern erscheine dem Gericht die 

Aufgabenerfüllung durch die Beiständin auch künftig möglich, zumal die Sor-

gerechtsregelung für mehr Klarheit sorgen dürfte und die beiden Kinder ver-

mehrt direkt angesprochen und in die Mandatsführung einbezogen werden 

könnten. Die Beiständin könne in einer ersten Phase der Wiederaufnahme 

des persönlichen Kontaktes zur Mutter eine vermittelnde Rolle übernehmen. 

Bei E.________ bestehe der Verdacht auf einen übermässigen Medienkon-

sum („Gamen“). Weil der exzessive Medienkonsum gerade bei Jugendlichen 

häufig zu seelischen und/oder körperlichen Problemen führe, und auch der 

schulische Erfolg gefährdet sei, erscheine es wichtig und angemessen, die 

Beiständin weiterhin mit den Aufgaben zu betrauen, als Ansprechperson für 

die von E.________ besuchte Schule zur Verfügung zu stehen und die per-

sönliche und schulische Entwicklung von E.________ zu überwachen 

(angef. Verfügung, E. 3 S. 36-38).

a) Frau R.________ gab ihre Beistandschaft betreffend D.________ und 

E.________ per Ende 15. Februar 2023 auf. Das Amt für Kindes- und Er-

wachsenenschutz Ausserschwyz ernannte mit gleichentags erfolgtem Be-

schluss neu S.________ zum Beistand von D.________ und E.________ 

(ZK2 2023 7: KG-act. 9, S. 4 unten; KG-act. 9/1-9/3).

Kantonsgericht Schwyz 45

b) Der Gesuchsteller beantragt, es sei die vorinstanzlich angeordnete er-

weiterte Beistandschaft aufzuheben (ZK2 2023 7: KG-act. 1, S. 2, Berufungs-

antrag-Ziff. 3), weil die langjährige Beistandschaft kaum Vorteile gebracht und 

nicht erforderlich sei, sondern stattdessen mehr Probleme generiere und den 

Kindern ungerechtfertigt die Freizeit entziehe. Er sei in der Lage, für die Be-

dürfnisse von E.________ zu sorgen. Die Familie müsse versuchen, ihre Pro-

bleme selber zu lösen und sich, falls notwendig, in gegenseitigem Einverneh-

men an den Staat wenden. Sie wisse, wo sie bei Bedarf staatliche Hilfe in An-

spruch nehmen könne (ZK2 2023 7: KG-act. 1, S. 4 f. N 6a-c, e und f; 

KG-act. 14, S. 3-5 N A.b und B.a; KG-act. 14/3; KG-act. 23, S. 2; KG-act. 44, 

S. 21 f.; KG-act. 55, S. 42). 

Die Gesuchsgegnerin stellt das Rechtsbegehren, es sei die Berufung abzu-

weisen, sofern darauf einzutreten sei (ZK2 2023 7: KG-act. 9, S. 2 Anträge-

Ziff. 2 und 3; KG-act. 19, S. 2 Anträge-Ziff. 3 und 4). Die angeordnete Bei-

standschaft sei erforderlich, die mildeste Massnahme und somit verhältnis-

mässig (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 9, S. 3-10 N 3, 8, 15-19 und 22; KG-act. 19, 

S. 3 N 2.2.1, S. 5-7 N 4-7; KG-act. 55, S. 44 oben; KG-act. 68, S. 2 N 10 und 

S. 11 N 10; ZK2 2023 10: KG-act. 14, S. 3-5 N 6 und 9; KG-act. 22, S. 3-8 

N 3.3, 7, 10 und 13). Auch die Kindesvertreterin sieht bei Aufhebung der Bei-

standschaft das Wohl von D.________ und E.________ als gefährdet, da 

beide Kinder bezüglich der Kontaktregelung zu ihrer Mutter und der übrigen 

Kinderbelange auf die Unterstützung und Hilfestellung einer Beistandsperson 

angewiesen seien (ZK2 2023 7: KG-act. 6, S. 4 N 10; KG-act. 55, S. 39).

c) Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich 

aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutz-

behörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes 

(Art. 307 Abs. 1 ZGB). Das Kindeswohl gilt als oberste Maxime des Kindes-

rechts. Dazu gehören insbesondere die Förderung der Entwicklung in geisti-

Kantonsgericht Schwyz 46

ger, körperlicher und seelischer Hinsicht im Sinne von Art. 302 Abs. 1 ZGB, 

ein Umfeld von Kontinuität und Stabilität, die Möglichkeit einer inneren Bin-

dung des Kindes an die Beziehungspersonen, eine positive Beziehung zu den 

Eltern bzw. nach Trennung oder Scheidung zu beiden Elternteilen, die Haltung 

zur Gestaltung der Beziehung zum anderen Elternteil und die Achtung des 

Willens des Kindes und seines Selbstbestimmungsrechts. Entsprechend ist 

das Wohl des Kindes gefährdet, sobald nach den Umständen die ernstliche 

Möglichkeit einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen oder geistigen 

Wohls des Kindes vorauszusehen ist. Die Gefährdung kann nur in jedem ein-

zelnen Fall unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände bestimmt wer-

den. Die objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung muss einigermassen 

konkret sein, auch wenn regelmässig prognostische Elemente miteinzubezie-

hen sind. Nicht erforderlich ist, dass sich die Gefahr bereits verwirklicht hat. In 

diesem Sinne ist auch der gesetzliche Kindesschutz Präventivmassnahme 

und hat sich vom Grundsatz "in dubio pro infante" leiten zu lassen. Dabei ist 

unerheblich, worauf die Gefährdung zurückzuführen ist und ob die Eltern ein 

Verschulden an der Gefährdung trifft (BGE 146 III 313 E. 6.2.2). Erfordern es 

die Verhältnisse, so ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Bei-

stand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. 

Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die 

Vertretung des Kindes bei der Überwachung des persönlichen Verkehrs 

(Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt 

sodann, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der Kindeswohlge-

fährdung geeignet und erforderlich ist, weshalb der Gefahr insbesondere nicht 

durch eine der weniger einschneidenden Massnahmen nach Art. 307 ZGB 

vorgebeugt werden können darf (BGE 146 III 313 E. 6.2.7; BGer, Urteil 

5A_690/2022 vom 31. Januar 2023 E. 3.1). Das Subsidiaritätsprinzip hat zur 

Folge, dass staatliche Eingriffe nur erfolgen sollen, wenn die Eltern auch ins-

besondere mit Unterstützung der Angebote der öffentlichen und gemeinnützi-

Kantonsgericht Schwyz 47

gen Jugendhilfe eine Gefährdung des Kindeswohls nicht abwenden können 

(BGer, Urteil 5A_765/2015 vom 18. Juli 2017 E. 3.2).

d) aa) Vorab ist festzuhalten, dass D.________ und E.________ unter die 

alleinige elterliche Sorge und Obhut des Gesuchstellers zu stellen sind 

(vgl. E. 3 f. vorne). Im von der Vorinstanz eingeholten Erziehungsfähigkeits-

gutachten vom 29. Juni 2021 gelangte Frau H.________ zum Schluss, dass 

die Erziehungsfähigkeit des Gesuchstellers eingeschränkt sei, er aber 

grundsätzlich und mit notwendiger Unterstützung Dritter in der Lage sei, die 

elterliche Sorge über D.________ und E.________ auszuüben. Im Besonde-

ren wies sie darauf hin, dass der Gesuchsteller vor allem Schwierigkeiten bei 

der altersgemässen Anleitung und Führung der Kinder zeige. Dessen Mängel 

seien in erster Linie in den (herkunfts-)familiären und kulturellen Kontext zu 

stellen. Es falle ihm schwer, den Kindern etwas abzuschlagen, sehe kaum 

Probleme und habe wenig Zugang zu psychischen Prozessen. Zwar gebe er 

den Kindern Ziele vor, könne sie aber weniger gut dabei unterstützen, wie 

man diese erreiche. Vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrung als hochbe-

gabtes Kind sei für ihn die Förderung der Leistung von D.________ und 

E.________ sehr wichtig, die er etwas nach seinem Vorbild entwickeln wolle. 

Dabei bestehe die Gefahr, dass er die Kinder überschätze. Auch überfordere 

der Gesuchsteller die Kinder, indem er sie dauernd nach ihrer Meinung frage 

(angef. Verfügung, E. 2.3c S. 24 f.).

Das Kantonsgericht kann die Auffassung der Gutachterin auch gestützt auf die 

Eingaben und Äusserungen des Gesuchstellers im vorliegenden Berufungs-

verfahren nachvollziehen. So äusserte er unter anderem, zufolge der staatli-

chen Eingriffe hätten D.________ und E.________ zurecht das Gefühl, dass 

ihnen im Namen ihres Wohlergehens ungerechtfertigt ihre Freizeit entzogen 

werde (ZK2 2023 7: KG-act. 44, S. 22). Er könne seine Kinder nicht zwingen, 

ihrer Mutter zu telefonieren. Er versuche es immer wieder. Es sei auch sein 

Kantonsgericht Schwyz 48

Ziel. Die Kinder könnten der Mutter zum Geburtstag gratulieren oder an Weih-

nachten mit ihr essen gehen. Er könne nicht verstehen, dass die Kinder das 

nicht machen wollten. Es sei für ihn nicht in Ordnung. Es gebe aber auch die 

Meinung der Kinder. Auf die Frage, weshalb E.________ Mühe habe, sich mit 

Frau R.________ und der Kindesvertreterin auszutauschen, antwortete der 

Gesuchsteller, was hätte er sagen wollen, wenn E.________ konstant nicht 

wolle (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 18 f. Fragen 118 und 122). E.________ 

könne seine Mutter sehen, wann er wolle; er müsse sich aber wohlfühlen. Die 

Mutter solle den Willen von E.________ akzeptieren. E.________ habe den 

Eindruck, dass er zum Besuch einer psychologischen Therapie gezwungen 

worden sei, die er nicht brauche. Es sei besser, E.________ die Möglichkeit 

zu geben, den Zeitraum zu wählen, wann und auf welche Art und Weise er 

seine Mutter sehen wolle (ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 41 f.).

bb) Der Gesuchsteller bringt vor, er habe dafür gesorgt, dass E.________ 

seit 2020 von der Psychotherapeutin T.________ nötige Hilfen bekommen 

habe. Ebenso sei er in regelmässigem Kontakt mit der Schulpsychologin in 

der Primarschule U.________. Um die sozialen Kontakte von E.________ zu 

fördern, habe er ihn beim V.________ angemeldet, wo er ab 13. März 2023 

betreut werde und dort die Hausaufgaben werde erledigen können 

(ZK2 2023 7: KG-act. 1, S. 5 N 6b und c; KG-act. 1/3). Die Gesuchsgegnerin 

stellt die Vorbringen des Gesuchstellers in Abrede oder erachtet sie als irrele-

vant (KG-act. 9, S. 9-11 N 18 f. und 24 f.). Die Kindesvertreterin hält dafür, für 

das Wohl von E.________ sei es nötig, dass der Gesuchsteller in Kinderbe-

langen durch den Beistand unterstützt werde und Hilfe bekomme 

(ZK2 2023 7: KG-act. 6, S. 4 N 10).

aaa) Die Vorinstanz erteilte dem Gesuchsteller die Weisungen, für 

E.________ eine Psychotherapie zu organisieren und sicherzustellen, dass 

sein Sohn diese regelmässig besuche sowie für E.________ eine Mittags- und 

Kantonsgericht Schwyz 49

nachschulische Nachmittagsbetreuung (mit Unterstützung bei den Hausauf-

gaben) an vier Tagen pro Woche zu organisieren (angef. Verfügung, Disposi-

tiv-Ziff. 2a und b). Zufolge fehlender Anfechtung erwuchsen diese Weisungen 

in Rechtskraft.

bbb) Zur Begründung der ersten Weisung führte die Vorinstanz aus, als The-

rapiethemen würden sich die von der Gutachterin als eingeschränkt beschrie-

bene Beziehungs- und Anpassungsfähigkeit von E.________ sowie die erheb-

lich gestörte Beziehung zur Mutter aufdrängen (angef. Verfügung, 

E. 2.3e S. 29). Ob der Gesuchsteller für E.________ tatsächlich bereits eine 

solche Therapie organisierte, ist aufgrund der Parteibefragung vom 21. De-

zember 2023 fraglich (vgl. ZK2 2023 7: KG-act. 55, S. 19 f. Fragen 

123-128 und S. 28 f.), zumal er seinen Vorbringen zufolge auch der Überzeu-

gung ist, dass Probleme von der Familie zu lösen sind. Vor diesem Hinter-

grund entspricht es dem Wohl von E.________, die Aufgabe des Beistandes 

bezüglich der Einhaltung der Weisung betreffend die Psychotherapie auf-

rechtzuerhalten, damit er sicherstellen kann, dass E.________ die notwendige 

Therapie wirklich regelmässig besucht, oder aber vorerst darauf einwirkt, dass 

der Gesuchsteller eine solche organisiert. Für das Wohl von E.________ ist 

nicht ausreichend, dass der Gesuchsteller gegebenenfalls, mithin erst dann, 

wenn er