# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5d868f8-334c-5f38-84a1-f1d7a7993456
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-09-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.09.2005 ZF 2004 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-1_2005-09-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19./20. September 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 1

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Sutter-Ambühl, Riesen-Bienz, Vital und Hubert 
Aktuar Blöchlinger

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In der zivilrechtlichen Berufung

des B., Beklagter, Widerkläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbe-
klagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Brüesch, Werkstrasse 2, 
7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 2. September 2003, mitgeteilt am 
10. Dezember 2003, in Sachen der A .  A G , Klägerin, Widerbeklagte, Beru-
fungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin, vertreten durch den Liquidator, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Romano Kunz, Postfach 627, Ottoplatz 19, 7001 Chur, 

betreffend Schadenersatz nach Arrestschaden,

hat sich ergeben:

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A.1. Am 13./15. August 1991 schlossen B. und C. einen Konsortialver-
trag ab, worin sie die Gründung der einfachen Gesellschaft C. und B. vereinbar-
ten. Zweck der Gesellschaft war es, die in Q. gelegenen Grundstücke "Y." und 
"X." gemeinsam zu erwerben, zu überbauen, in Stockwerkeigentum aufzuteilen 
und anschliessend die erstellten Eigentumswohnungen zu verkaufen oder al-
lenfalls zu vermieten. Während C. mit der Geschäftsführung und der Vertretung 
der einfachen Gesellschaft gegenüber Dritten betraut wurde, verpflichtete sich 
B. zur Finanzierung des Erwerbs der Grundstücke und der beiden Projekte "Y." 
und "X." durch Gewährung eines zinslosen Darlehens von Fr. 3'510'000.--. Bei 
der F.-Bank wurde in der Folge ein Baukreditkonto beansprucht, welches am 
31. März 1992 einen Minussaldo von über 10 Millionen Franken aufwies. 

2. C. war nicht nur Gesellschafter der einfachen Gesellschaft C. und 
B., sondern auch - zusammen mit seiner Ehefrau - Verwaltungsrat der A. AG 
(nachstehend als A. AG bezeichnet). Die Ehefrau von C. hatte dabei die Funk-
tion der Verwaltungsratspräsidentin. Bis 1994 war sodann E., Angestellter bei 
der Treuhandfirma J., als Verwaltungsrat der A. AG tätig.

3. Gleichzeitig mit der Überbauung in Q. realisierte C. ein Bauprojekt 
in R., das ihn persönlich in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Zur Überwindung 
seines finanziellen Engpasses verwendete C. in der Folge Mittel des Baukredits, 
welche der einfachen Gesellschaft C. und B. für das Projekt in Q. gewährt wur-
den. Dabei erfolgten - darauf wird noch näher einzugehen sein - auch Zahlungen 
an die A. AG. 

B.1. Das von der einfachen Gesellschaft C. und B. in Angriff genom-
mene Projekt in Q. entwickelte sich zu einem Misserfolg. Die Wohnungen konn-
ten nicht verkauft werden und die einfache Gesellschaft realisierte erhebliche 
Verluste. Die Baukredite wurden im November 1994 durch die F.-Bank gekün-
digt und B. in der Folge für die ausstehenden Schulden ins Recht gefasst. Mit 
Schreiben vom 23. Dezember 1994 kündigte B. den zwischen ihm und C. ge-
schlossenen Konsortialvertrag mit sofortiger Wirkung.

2. Im Jahre 1995 wurde gegen C. im Zusammenhang mit der Über-
bauung in Q. ein Strafverfahren eröffnet. Das Kantonsgericht Graubünden ver-
urteilte ihn mit Urteil vom 28./29. Juni 1999, mitgeteilt am 9. November 1999, 
wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfacher Urkundenfälschung und unge-

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treuer Geschäftsführung zu 12 Monaten Gefängnis. Der Vollzug der Strafe 
wurde unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.

3. Am 15. September 1995 erhob B. vor dem gemäss Konsortialver-
trag zuständigen Einzelschiedsgericht Klage auf Auflösung und Liquidierung der 
einfachen Gesellschaft sowie Klage gegen C. auf Bezahlung von Fr. 
4'934'032.15. 

4. Am 27. März 2000, mitgeteilt am 9. Oktober 2000, stellte der 
Schiedsrichter die Auflösung der einfachen Gesellschaft rückwirkend per 1. Ja-
nuar 1995 fest. Der Beklagte und Widerkläger wurde als Liquidator der einfa-
chen Gesellschaft eingesetzt und ermächtigt, alle ihm gut scheinenden Rechts-
handlungen zur Geltendmachung von Forderungen im Namen und zugunsten 
der einfachen Gesellschaft C. und B. vorzunehmen, unter Vorbehalt der Re-
chenschaftspflicht an das Einzelschiedsgericht. B. wurde insbesondere ermäch-
tigt, unter Rechenschaftsablage an das Einzelschiedsgericht sämtliche Forde-
rungen der einfachen Gesellschaft C. und B. gegenüber Dritten einzuziehen 
bzw. einzutreiben.

5. Am 1. Januar 2001 liess sich B. von der einfachen Gesellschaft C. 
und B. eine Forderung gegenüber der A. AG aus „Baumanagement Spesen" 
über Fr. 215'180.-- sowie eine Forderung aus Zinsen, resultierend aus einem 
Treuhand-Darlehen, über Fr. 9'441.-- abtreten. Am 14. Juni 2002 ersteigerte er 
sich dieselben Forderungen auch noch in einer freiwilligen öffentlichen Verstei-
gerung.

C.1. Parallel zum Strafverfahren und dem schiedsgerichtlichen Ver-
fahren ging B. zur Durchsetzung seiner Forderungen auf schuldbetreibungs- 
und konkursrechtlichem Weg gegen die A. AG vor. 

a) Am 8. Januar 1996 verlangte B. beim Kreisgerichtsausschuss 
Chur zur Sicherung der in eigenem Namen geltend gemachten Forderungen 
gegenüber der A. AG Massnahmen nach Art. 194 SchKG in Verbindung mit Art. 
170 SchKG, in concreto eine Grundbuchsperre, ein Verfügungs- und Zahlungs-
verbot sowie die Aufnahme eines Güterverzeichnisses. 

Hierauf wurde am 16. Januar 1996 die im Eigentum der A. AG stehende 
Villa N. in M. (TI) mit einer superprovisorischen Verfügungsbeschränkung nach 
Art. 960 ZGB belegt. Nach Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung 

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wurde das Gesuch am 26. Januar 1996 mangels Legitimation abgewiesen und 
die Verfügungsbeschränkung aufgehoben. Dieses Urteil des Kreisgerichtsaus-
schusses focht B. am 5. Februar 1996 beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur 
an. Dort unterlag er erneut. Das Urteil erwuchs am 3. April 1996 in Rechtskraft. 
Beide Gerichtsinstanzen gelangten zur Feststellung, dass zwischen B. und der 
A. AG keine Obligation bestehe. Ein allfälliger Anspruch stehe höchstens der 
einfachen Gesellschaft C. und B. zu und könne folglich von B. nicht in eigenem 
Namen geltend gemacht werden. 

b) Am 4. April 1996 stellte B. beim Bezirksgericht Lugano den Antrag, 
es seien die Vermögenswerte der Klägerin und Widerbeklagten, insbesondere 
die Parzellen Nr. 1085 und 1086 in M., zu verarrestieren. Diesem Begehren ent-
sprach das Bezirksgericht Lugano am 5. April 1996. Auch in diesem Verfahren 
berief sich B. darauf, dass die dem Arrest zugrunde liegenden Forderungen ihm 
persönlich zustünden. 

c) Am 22. April 1996 erhob die A. AG Arrestaufhebungsklage, wel-
che vom Bezirksgericht Lugano mit Urteil vom 12. September 1997 abgewiesen 
wurde. Dieser Entscheid wurde von der zweiten Zivilkammer des Tessiner Ap-
pellationsgerichts mit Urteil vom 18. Februar 1998 bestätigt.

d) Am 18. September 1997 machte B. beim Vermittleramt des Krei-
ses Chur seine Arrestprosequierungsklage anhängig. Nach erfolgloser Sühne-
verhandlung reichte er die Klage am 1. Dezember 1997 beim Bezirksgericht 
Plessur ein. Dieses wies die Klage mit Urteil vom 17. August 1999, mitgeteilt am 
11. Oktober 1999, mangels Aktivlegitimation auf Seiten von B. ab. Dieser zog 
das Urteil ans Kantonsgericht weiter, welches seine Berufung am 15. Februar 
2000, mitgeteilt am 31. Mai 2000, gleichsam abwies. Gegen dieses Urteil erhob 
B. staatsrechtliche Beschwerde und Berufung an das Bundesgericht. Mit Urteil 
vom 6. Oktober 2000 wies das Bundesgericht die Berufung ab. Ebenfalls mit 
Urteil vom 6. Oktober 2000 trat es auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht ein. 

e) Der Arrest über die Liegenschaft im Tessin wurde nach Kenntnis 
dieses letztinstanzlichen Urteils am 16. Oktober 2000 durch das Betreibungs-
amt Lugano beseitigt.

f) Der zwischenzeitlich durch das Einzelschiedsgericht zum Li-
quidator der einfachen Gesellschaft ernannte B. hatte indessen - nun im Namen 
der einfachen Gesellschaft bzw. im Namen beider ihr angehörenden Personen 

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- am 11. Oktober 2000 erneut ein Arrestbegehren mit auf Fr. 250'000.-- redu-
zierter Arrestforderung anhängig gemacht. Dem Gesuch wurde durch den Pre-
tore del Distretto die Lugano stattgegeben und sein Entscheid durch alle folgen-
den Instanzen bestätigt. 

g) Alsdann stellte B. gegen die A. AG ein Konkursbegehren, worauf 
diese am 25. Juni 1998 beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur um Nachlass-
stundung ersuchte. Diesem Gesuch wurde entsprochen und ein Sachwalter ein-
gesetzt. Die Gewährung einer weiteren Stundung von 12 Monaten durch den 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur wurde durch B. angefochten. Mit Urteil vom 
29. November 1999 schützte der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden die 
Anträge von B.. 

2. Die A. AG ihrerseits gab bereits im Jahre 1994 vereinzelte Inse-
rate auf, in denen sie die Villa N. in M. zum Verkauf anbot. Im Herbst 1995 wurde 
ein Immobilienhändler mit dem Verkauf der Liegenschaft beauftragt. Nachdem 
dieser die Liegenschaft geschätzt hatte, wurden ab dem 23. November 1995 
zahlreiche Annoncen in verschiedenen Schweizer Tageszeitungen geschaltet. 
Verschiedene Personen meldeten sich. Nach Behauptung der A. AG verloren 
diese jedoch das Interesse, nachdem sie Kenntnis vom Arrest erhielten. Wie-
derum nach Angaben der A. AG zeigte O. ernsthafte Kaufabsichten und offe-
rierte am 15. März 1997 Fr. 2'400'000.-- für die Liegenschaft. Nachdem er über 
den verhängten Arrest durch C. aufgeklärt worden sei, habe O. - so die A. AG - 
sein Angebot jedoch wieder zurückgezogen.

3. Vor O. hatte sich im Herbst 1995 ein Ehepaar namens P. für den 
Kauf der Villa N. interessiert. Die Villa in M. sollte für Fr. 2'200'000.-- an das 
Ehepaar P. verkauft werden. Wie sich später herausstellte, handelte es sich 
beim Ehepaar jedoch um Scheininteressenten, welche von B., beziehungsweise 
in dessen Auftrag vom Advokaturbüro S., vorgeschoben worden waren.

4. Ungeachtet dieser Verkaufsabsichten liess die A. AG am 17. Mai 
1995 zugunsten von D. einen auf fünf Jahre befristeten Mietvertrag anmerken. 
Alsdann wurde am 3. August 1995 ein lebenslängliches, unentgeltliches Wohn-
recht zugunsten von C. im Grundbuch eingetragen. Nach Angaben der A. AG 
wurde die Villa jedoch seit dem Jahre 1996 nicht mehr genutzt. 

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5. Am 30. Juni 2000 wurde die Liquidation der A. AG beschlossen 
und Rechtsanwalt Dr. Romano Kunz als Liquidator eingesetzt. Am 5. März 2001 
wurde die Villa N. von der A. AG für Fr. 1'800'000.-- an ein Ehepaar verkauft. 

D.1. Am 26. Oktober 2000 machte die A. AG in Liquidation beim Ver-
mittleramt R. gegen B. eine Klage auf Bezahlung von Arrestschaden anhängig. 
Anlässlich der Vermittlungsverhandlung vom 24. November 2000 vermochten 
die Parteien keine Einigung zu erzielen. 

2. Am 15. Dezember 2000 wurde der Leitschein mit folgenden 
Rechtsbegehren ausgestellt:

Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin als Teil-Schadenersatz 
Fr. 650'000.-- nebst Zins zu 5% seit Klageinstanzierung am 
26.10.2000 zu bezahlen, unter dem Vorbehalt der Nachklage.

2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren:

1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit auf sie eingetreten 
werden kann.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Klägerin.

Widerklagebegehren:

1. Es sei festzustellen, dass eine Schadenersatzforderung der Kläge-
rin und Widerbeklagten gegenüber dem Beklagten und Widerkläger 
aus Arrestschaden (Art. 273 SchKG) nicht besteht.

2. Es sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verpflichten, dem Be-
klagten und Widerkläger einen Betrag von Fr. 742'555. --, zuzüglich 
Zinsen zu 5%.

seit auf

a) 22.06.1992 Fr. 165'000.--

b) 01.02.1993 Fr. 7'357.65

c) 10.05.1993 Fr. 81'180.--

d) 09.07.1993 Fr. 54'000.--

e) 16.12.1993 Fr. 80'000.--

f) 03.11.1993 Fr.  233'000.--

g) 03.11.1993 Fr. 120'000.--

zu zahlen.

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin und 
Widerbeklagten.

3. Am 22. Januar 2001 reichte die Klägerin ihre Prozesseingabe mit 
unverändertem Rechtsbegehren beim Bezirksgericht Plessur ein. 

Zur Begründung machte die A. AG im Wesentlichen geltend, der Beklagte 
habe mit seinem ungerechtfertigten Arrest den Verkauf der Villa N. von Anfang 
1996 bis Ende 2000 verunmöglicht. Die Liegenschaftspreise seien im besagten 
Zeitraum eingebrochen. Infolgedessen habe sie die Liegenschaft zu einem deut-
lich tieferen Preis verkaufen müssen. So wäre im Jahre 1996 der Interessent O. 
bereit gewesen, für die Liegenschaft Fr. 2'400'000.-- zu zahlen. Als er vom Ar-
rest gehört habe, habe er sein Angebot zurückgezogen. Nach Wegfall des Ar-
rests habe die A. AG für die Villa nur noch Fr. 1'800'000.-- erhalten. Für diesen 
Minderverkaufserlös werde ein Nachklagerecht vorbehalten. Vorliegend geltend 
gemacht würden lediglich die Auslagen und Kosten, die der A. AG durch ihr 
unfreiwilliges Eigentum an der Liegenschaft entstanden seien. Auszugehen sei 
davon, dass die Verkaufsbemühungen ohne den Arrest mit Sicherheit bis Ende 
1996 zum Erfolg geführt hätten. In den Jahren 1997 bis 2000 habe die A. AG 
Kosten für Hypotheken Fr. 199'446.30 auslegen müssen. Im weiteren werde 
Schadenersatz für den entgangenen Ertrag aus dem Mehrerlös in Höhe von Fr. 
247'832.20 geltend gemacht. Die Verwaltungskosten hätten sich im besagten 
Zeitraum auf Fr. 32'064.-- belaufen. Durch den ungerechtfertigten Arrest habe 
die A. AG die Nachlassstundung verlangen müssen. Für die daraus resultieren-
den Kosten von Fr. 27'230.30 bestehe ebenso Anspruch auf Schadenersatz wie 
für die unvermeidlichen Kosten der Arrestaufhebungsklage im Umfang von Fr. 
127'888.90. Der Arrest habe im Weiteren zusätzliche Kosten von Fr. 22'000.-- 
für die Treuhänderfirma und die Revisionsstelle verursacht. Weiter seien Ausla-
gen für Steuern und Abgaben der Gemeinde M. von Fr. 3'302.80 entstanden. 
Für Annoncen, Fotos, Verkaufsprospekte und Drucksachen seien Fr. 13'766.16 
geschuldet. Die Kosten für Unterhalt, Reparaturen, Handwerker und Heizöl hät-
ten sich auf Fr. 24'756.30 belaufen. Für Gebühren der Gemeinde M. seien Fr. 
9'691.95 und für die Gebäudeversicherung Fr. 6'528.-- ausgelegt worden.

4. Die Prozessantwort und Widerklage von B. wurde am 26. April 
2001 frist- und formgerecht eingereicht, wobei Ziffer 1 des Rechtsbegehrens der 
Widerklage fallengelassen und Ziffer 2 folgendermassen reduziert wurde:

2. Es sei die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten einen Betrag von 
CHF 224'621.--, zuzüglich Zinsen von 5%

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seit auf

a) 1. Februar 1993 9'441.--

b) 10. Mai 1993 81'180.--

c) 9. Juli 1993 54'000.--

d) 16. Dezember 1993 80'000.--

zu zahlen.

Der Beklagte machte zur Begründung im Wesentlichen geltend, die Ar-
restlegung sei nicht ungerechtfertigt erfolgt. Die Klägerin habe den Arrest letzt-
lich mit ihrem Verhalten selbst schuldhaft verursacht. Ebensowenig sei ihr durch 
den Arrest ein Schaden entstanden. Alsdann schulde die Klägerin dem Beklag-
ten aus dem betrügerisch erlangten "Treuhand-Darlehen" einen Betrag von Fr. 
9'441.--. Im Weiteren habe die Klägerin den ihr als "Baumanagement-Spesen" 
von der einfachen Gesellschaft überwiesenen Betrag von Fr. 215'180.-- zu er-
statten. 

5. Am 15. Juni 2001 reichte die Klägerin und Widerbeklagte innert 
Frist die Replik und Widerklageantwort mit unverändertem Rechtsbegehren ein. 
Im Übrigen beantragt sie die Abweisung der Widerklage unter vermittleramtli-
cher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu 
Lasten des Beklagten.

6. In seiner Duplik und Widerklagereplik vom 29. August 2001 hielt 
der Beklagte und Widerkläger vollumfänglich an seinen Anträgen fest.

7. Am 23. Oktober 2001 stellte die Klägerin und Widerbeklagte mit 
ihrer Widerklageduplik und Stellungnahme folgende Verfahrensanträge:

1. Es sei die Widerklage im Umfang von Fr. 517'934.-- mangels Prose-
quierung gestützt auf Art. 83 ZPO mit Kostenentscheid zu Lasten 
des Widerklägers abzuschreiben.

2. Von der Anordnung einer Expertise zum Expertenfragethema ge-
mäss Duplik und Stellungnahme des Beklagten vom 29.08.2001 sei 
abzusehen. Eventuell sei der Entscheid hierüber nach durchgeführ-
ter Hauptverhandlung zu fällen.

3. Es sei in Anwendung von Art. 94 ZPO sofort, jedenfalls vor 
Durchführung eines Beweisverfahrens, über die materiellrechtliche 
Teilfrage der fehlenden Aktivlegitimation des Widerklägers an den 
Gegenstand der Widerklage bildenden Forderungen nach durchge-
führter, auf diese Thematik beschränkter Hauptverhandlung zu ent-
scheiden.

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8. Der Beklagte und Widerkläger beantragte mit Stellungnahme vom 
15. Januar 2002 die Abweisung der Verfahrensanträge.

9. Mit Schreiben vom 18. August 2003 beantragte der Beklagte und 
Widerkläger die nachträgliche Zeugeneinvernahme von Zeugin 1, Deutschland, 
von einer Zeugin 2, Deutschland, und schliesslich von Zeuge 3, Deutschland. 
Dies insbesondere mit der Begründung, dass zwischen dem Kaufinteressenten 
O. und der Familie C. viel engere Beziehungen bestanden hätten, als von der 
A. AG behauptet worden sei.

E. Mit Urteil vom 2. September 2003, mitgeteilt am 10. Dezember 
2003, erkannte das Bezirksgericht Plessur:

1. Der Beklagte und Widerkläger wird verpflichtet, der Klägerin und 
Widerbeklagten Fr. 509'136.10, zuzüglich 5% Zins auf Fr. 373'307.-- 
seit dem 28. Oktober 2000, 5% Zins auf Fr. 130'911.20 seit dem 
1.1.2001, 5% Zins auf Fr. 4'500.-- seit 7.12.2000, 5% Zins auf Fr. 
250.-- seit 11.01.2001, 5% Zins auf Fr. 167.90 seit 23.11.2000 zu 
bezahlen.

2. Die Widerklage wird abgewiesen.

3. Die Kosten der Vermittlung von Fr. 100.-- sowie die Kosten des Be-
zirksgerichtes Plessur von Fr. 24'083.10 (Gerichtsgebühren Fr. 
10'000.--, Barauslagen Fr. 1'083.10, Streitwertzuschlag Fr. 13'000.-
-) gehen zu Lasten des Beklagten und Widerklägers. Dieser hat zu-
dem die Klägerin und Widerbeklagte ausseramtlich mit Fr. 
103'102.30, inkl. Spesen und Mehrwertsteuer, zu entschädigen.

4. (Mitteilung).

F.1. Gegen dieses Urteil liess B. am 15. Januar 2004 Berufung an das 
Kantonsgericht Graubünden erheben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben (Ziffern 1, 2 und 3 des Ur-
teils). 

2. Die Klage sei abzuweisen.

3. Die Widerklage sei gutzuheissen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen, zuzüg-
lich Mehrwertsteuer, zulasten der Berufungsbeklagten und Kläge-
rin.

Verfahrensrechtliche Anträge

1.  Es sei im Sinne von Art. 226 Abs. 1 ZPO ein Gutachten durch einen 
von der Berufungsinstanz zu bestimmenden Sachverständigen zu 
erstellen und diesem die Fragen gemäss Expertenfragethema der 
Duplik und Stellungnahme vom 29. August 2001 zu unterbreiten.

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2. Es seien im Sinne von Art. 226 Abs. 1 ZPO die mit Eingabe vom 18. 
August 2003 offerierten Zeugen Zeugin 1 und Zeugin 2 sowie Zeuge 
3 gemäss vor der Vorinstanz eingereichten Zeugenfragethemen 
einzuvernehmen.

2. Daraufhin erhob die A. AG am 26. Januar 2004 die Anschlussbe-
rufung mit folgenden Anträgen:

1. Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei dahin abzuän-
dern, dass der Beklagte verurteilt wird, der Klägerin als Teilscha-
denersatz Fr. 650'000.- nebst Zins zu 5% seit Klageinstanzierung 
am 26.10.2000 zu bezahlen, alles unter dem Vorbehalt der Nach-
klage.

2. Im übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts PLESSUR vom 2. 
September 2003 (Proz.-Nr. 110-2001-1) zu bestätigen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten 
und Widerklägers. 

VERFAHRENSANTRÄGE:

1. Der Antrag des Berufungsklägers, es sei ein Gutachten einzuholen 
gemäss Expertenfragethema zur Duplik und Widerklagereplik vom 
29.08.2001, sei abzuweisen.

2. Der Antrag des Berufungsklägers, es seien die Zeugen Zeugin 1, 
Zeugin 2 sowie Zeuge 3 einzuvernehmen, sei abzuweisen.

3. Es sei die Berufungserklärung vom 15. Januar 2004 zur Umarbei-
tung zurückzuweisen im Sinne der Weglassung aller Ausführungen 
zur Begründung der Berufung, unter Verwirkung im Unterlassungs-
fall innert vom Gerichtspräsidenten zu setzender Frist.

3. Mit Verfügung vom 28. Januar 2004 ordnete das Kan-
tonsgerichtspräsidium das schriftliche Verfahren nach Art. 224 Abs. 2 ZPO an. 

4. Am 19. März 2004 reichte der Berufungskläger und Anschlussbe-
rufungsbeklagte innert erstreckter Frist seine schriftliche Berufungsbegründung 
ein. 

5. Die Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin liess sich 
innert erstreckter Frist mit ihrer Berufungsantwort und Begründung der An-
schlussberufung vom 7. Mai 2004 vernehmen. 

6. Am 28. Juni 2004 reichte B. schliesslich seine Stellungnahme zur 
Begründung der Anschlussberufung ein. 

7. Mit Verfügung vom 22. April 2005 ordnete das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden eine mündliche Hauptverhandlung an, 

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wobei der Rechtstag auf Montag, 19. September 2005, angesetzt wurde. Die-
selbe Verfügung erging auch in den beiden anderen, von den Parteien beim 
Kantonsgericht anhängig gemachten und ebenfalls im Zusammenhang mit der 
Überbauung in Q. stehenden Berufungsverfahren ZF 04 21 und ZF 04 70. 

8. Am 6. Juni 2005 stellte der Rechtsvertreter der Berufungsbeklag-
ten dem Kantonsgerichtspräsidium Graubünden den Beschluss des Einzel-
schiedsgerichts B./C. vom 22. April 2005 betreffend innere Liquidation der ein-
fachen Gesellschaft zu. Mit Schreiben vom 15. Juni 2005 bestätigte das Kan-
tonsgerichtspräsidium den beiden Rechtsvertretern den Eingang des Beschlus-
ses samt Begleitschreiben der Berufungsbeklagten, wobei es darauf hinwies, 
dass die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung Gelegenheit erhalten wür-
den, sich zur Zulässigkeit der Einlagen zu äussern. 

9.a) An der Hauptverhandlung vor der Zivilkammer des Kantonsge-
richts Graubünden vom 19 September 2005 waren die beiden Rechtsvertreter 
der Parteien anwesend. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung 
der Zivilkammer des Kantonsgerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass 
das Gericht als legitimiert erklärt werden konnte. Neue, nicht bereits in den Be-
rufungsanträgen aufgeführte Beweisanträge wurden nicht gestellt. Gegen die 
Einlage des Beschlusses des Einzelschiedsgerichts B./C. vom 22. April 2005 
wurde seitens des Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten nicht 
opponiert. Hingegen stellte er den Antrag, es sei das zusammen mit dem Be-
schluss eingelegte Begleitschreiben der Berufungsbeklagten und Anschlussbe-
rufungsklägerin nicht zu den Akten zu nehmen. 

b) In ihren Plädoyers hielten die Rechtsvertreter der Parteien an ihren 
Anträgen fest. Beide Parteivertreter gaben schriftliche Ausfertigungen ihrer 
mündlichen Vorträge zu den Akten (Art. 51 Abs. 1 lit. b OG). Es folgten die Replik 
und die Duplik. 

c) Auf die schriftliche und mündliche Begründung der Parteianträge 
und die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, nach-
folgend eingegangen. 

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Der Vertreter der Klägerin, Berufungsbeklagten und An-
schlussberufungsklägerin (nachfolgend auch lediglich als Klägerin bezeichnet) 
hat im Berufungsverfahren neu den Beschluss des Einzelschiedsgerichts C. und 
B. vom 22. April 2005 eingelegt. Da der Beklagte, Berufungskläger und An-
schlussberufungsbeklagte (nachfolgend auch lediglich als Beklagter bezeich-
net) dagegen keine Einwände erhob, ist der Beschluss zu den Akten zu neh-
men. Anders verhält es sich hingegen in Bezug auf das vom klägerischen Ver-
treter verfasste Begleitschreiben. Dieses beinhaltet ein nach Abschluss des 
Schriftenwechsels und damit verspätetes Parteivorbringen, gegen das sich die 
Gegenpartei zur Wehr gesetzt hat und folglich gestützt auf Art. 226 Abs. 1 ZPO 
nicht zu berücksichtigen ist. Allerdings erscheint dies kaum von Belang. Der Klä-
gerin stand es - nachdem der Beklagte gegen die Einlage des Beschlusses nicht 
opponierte - frei, sich anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung zur Re-
levanz des Aktenstücks zu äussern. 

2. Gemäss Art. 273 Abs. 1 SchKG haftet der Gläubiger sowohl dem 
Schuldner als auch Dritten für den aus einem ungerechtfertigten Arrest erwach-
senen Schaden. Diese Bestimmung stellt den Ausgleich dar für die Möglichkeit 
der Blockierung schuldnerischer Vermögenswerte ohne vorgängige Anspruchs-
prüfung, welche das Arrestrecht dem Gläubiger verschafft (vgl. Walter A. Stoffel, 
Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, N. 1 zu 
Art. 273 SchKG). Es handelt sich um eine gesetzliche Kausalhaftung, bei der 
die allgemeinen Regeln des Haftpflichtrechts beachtlich sind. Die Haftung setzt 
demgemäss einen aus dem Arrest erwachsenen Schaden, die Widerrechtlich-
keit des Arrestes sowie den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Scha-
den und Arrest voraus. 

Ein Kausalzusammenhang ist dann adäquat, wenn die betreffende Ur-
sache - also die Arrestlegung - nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet war, den eingetretenen Erfolg - 
den Arrestschaden - zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolgs als durch 
die fragliche Tatsache allgemein begünstigt erscheint (vgl. Rey, Ausservertrag-
liches Haftpflichtrecht, 3. Auflage, 2003, N. 525). Der adäquate Kausalzusam-
menhang kann durch schweres Selbst- oder Drittverschulden sowie durch 
höhere Gewalt unterbrochen werden. 

13

Auch wenn neben die Schadensursache, welche vom Schädiger gesetzt 
worden ist, eine andere durch den Geschädigten tritt, welche die Erstursache in 
den Hintergrund drängt, bleibt sie in der Regel gleichwohl adäquat kausal, so-
lange sie im Rahmen des Geschehens noch als erheblich zu betrachten ist (vgl. 
dazu das Urteil des Bundesgerichts 5C.177/2002 vom 16. Oktober 2002). Erst 
wenn die durch den Geschädigten gesetzte Ursache als derart intensiv er-
scheint, dass sie die andere gleichsam verdrängt und als unbedeutend erschei-
nen lässt, wird eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs angenommen. 
In diesem Fall entfällt die Schadenersatzpflicht. Schweres Selbstverschulden, 
das den Kausalzusammenhang zu unterbrechen vermag, liegt etwa dann vor, 
wenn der - objektiv zwar ungerechtfertigte Arrest - durch ein schuldhaftes Ver-
halten des Arrestschuldners leichtfertig veranlasst oder gar provoziert wurde 
(Jaeger / Walder / Kull / Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs, 4. Auflage, N. 5 zu Art. 273 SchKG; Peter Albrecht, Die Haftpflicht des 
Arrestgläubigers nach schweizerischem Recht, Diss. Zürich 1968, S. 16 ff.). 
Ebenso den Kausalverlauf zu unterbrechen vermag ein schuldhaftes Verhalten, 
durch welches es nach der Arrestlegung überhaupt erst zu einem Schaden 
kommt. Dies ist dann der Fall, wenn der Arrestschuldner an sich die Möglichkeit 
hätte, den Eintritt eines Schadens durch geeignete und ihm auch zumutbare 
Massnahmen zu vermeiden und er diese Massnahmen in schuldhafter Weise 
unterlässt (vgl. dazu BGE 107 Ib 159). 

Kommt es hingegen zu einer Schädigung und ergreift der Schuldner nicht 
alle Massnahmen, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen 
würde, liegt lediglich ein Verstoss gegen die Schadenminderungspflicht vor. 
Diese wirkt sich nicht auf den Kausalverlauf, sondern auf die Berechnung des 
dem Arrestschuldner zustehenden Schadenersatzes aus (vgl. zum Ganzen Of-
tinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Allgemeiner Teil, Band I, § 6 N. 
37 ff.). Denn ein Selbstverschulden, das nicht derart schwerwiegend ist, dass 
es den Kausalzusammenhang unterbrochen hat, kann zumindest eine Herab-
setzung des Schadenersatzes rechtfertigen. Die vom Richter vorzunehmende 
Reduktion des Schadersatzes bemisst sich einerseits nach der Schwere des 
Selbstverschuldens, andererseits nach der Gewichtung allfälliger weiterer für 
die Schadenersatzbemessung massgebender Faktoren. So kann das Selbst-
verschulden durch das grobe Verschulden des Kausalhaftpflichten ganz oder 
teilweise neutralisiert werden (Rey, a.a.O., N. 401 ff). 

14

3. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid in Würdigung der 
Umstände zum Schluss, dass der A. AG durch einen ungerechtfertigten Arrest 
ein widerrechtlich und adäquat kausal verursachter Schaden in Form von Aus-
lagen und Kosten in Höhe von Fr. 509'136.10 entstanden ist, für den B. gestützt 
auf Art. 273 SchKG ersatzpflichtig sei. Bei der Frage der Kausalität prüfte die 
Vorinstanz unter anderem auch die Frage des Selbstverschuldens der Klägerin. 
Dabei bejahte sie wohl ein Selbstverschulden der A. AG. Dieses Verschulden, 
so die Vorinstanz, vermöge den Kausalzusammenhang indessen keinesfalls zu 
unterbrechen (vgl. vorinstanzliches Urteil S. 28 f.). Der Beklagte macht in seiner 
Berufung geltend, das Verschulden der Klägerin sei weit schwerer zu gewichten. 
Das Mitwirken an den widerrechtlichen Handlungen ihres Organs C. und das 
Verschulden der Arrestgründe sei allein ursächlich für die Arrestlegung gewe-
sen. 

a) Ungerechtfertigt ist der Arrest, wenn sich infolge der Arrestaufhe-
bungsklage herausstellt, dass kein Arrestgrund gegeben war oder wenn im Ar-
restforderungsprozess - mithin im Arrestprosequierungsklageverfahren - er-
kannt wird, dass keine Forderung bestanden hat (Fritzsche/Walder, Schuldbe-
treibung und Konkurs nach schweizerischem Recht, Band 2, 3. Auflage, N. 2 zu 
§ 61). Die Arrestprosequierungsklage von B. wurde rechtskräftig mangels Aktiv-
legitimation abgewiesen. Dies mit der Begründung, der Kläger sei nicht aktivle-
gitimiert, da die einfache Gesellschaft C. und B. und nicht B. persönlich geschä-
digt worden sei und damit allfällige Schadenersatzansprüche gegen die A. AG 
im Namen und unter Mitwirkung aller Gesamthänder zu erfolgen habe. Damit 
steht ausser Frage, dass der von B. erwirkte Arrest widerrechtlich war. Nicht zu 
folgen ist der Vorinstanz jedoch in Bezug auf deren Ausführungen zum Selbst-
verschulden der A. AG, zum zusätzlichen Verschulden des Berufungsklägers 
und die Auswirkung des Verschuldens auf den Kausalverlauf. 

b) Bei der Frage des Selbstverschuldens hielt die Vorinstanz fest, die 
A. AG habe insbesondere durch die Belastung der Immobilie mit einem langjäh-
rigen Mietrecht und einem lebenslänglichen Wohnrecht berechtigterweise die 
Frage aufgeworfen, "ob die Klägerin und Widerbeklagte überhaupt gewillt sei, 
ihren Verpflichtungen nachzukommen". Das Verhalten der A. AG sei durchaus 
zu beanstanden, habe sie doch nach aussen den Verdacht erweckt, Gläubiger 
zu benachteiligen und dagegen ihren Organen Vorteil zu verschaffen. Diese 
Handlungen seien jedoch nicht von einer derartigen Intensität, dass der Kausa-
lzusammenhang zwischen dem ungerechtfertigten Arrest und dem eingetrete-

15

nen Schaden unterbrochen würde. Damit beschränkte sich die Vorinstanz auf 
die Würdigung jenes schuldhaften Verhaltens der A. AG, das dem Arrestgesuch 
unmittelbar vorging und bei der Arrestlegung eine Rolle spielte. Einerseits spie-
len nun aber nebst dem erwähnten lebenslänglichen Wohnrecht und dem lang-
jährigen Mietvertrag der A. AG, welche die Zivilkammer des Kantonsgerichts 
bereits für sich allein verschuldensmässig weitaus schwerer als die Vorinstanz 
gewichtet, auch noch andere Handlungen der A. AG unmittelbar vor Arrestle-
gung eine Rolle. Andererseits bleiben bei einer Beschränkung auf jenes schuld-
hafte Verhalten der A. AG, das dem Arrestgesuch unmittelbar voranging und 
gleichsam zu dessen Begründung diente, frühere aber auch spätere wesentli-
che Handlungen und Unterlassungen, welche die A. AG zu vertreten hat und die 
ihr verschuldensmässig gleichfalls in erheblichem Mass zum Vorwurf gereichen, 
ausgeklammert. 

4. Tatsache ist, dass sich C. als Geschäftsführer der einfachen Ge-
sellschaft C. und B. im Zusammenhang mit der Überbauung in Q. strafbar 
machte und einen nicht unbeträchtlichen Schaden anrichtete. Mit Urteil vom 
28./29. Juni 1999 (vgl. BB act. 12) sprach die Strafkammer des Kantonsgerichts 
Graubünden C. schuldig der mehrfachen Veruntreuung gemäss aArt. 140 Ziff. 
1 Abs. 2 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB 
sowie der ungetreuen Geschäftsführung gemäss aArt. 159 Abs. 1 StGB. Bei 
diesen Machenschaften von C. spielte die A. AG, wie der Beklagte zu Recht 
geltend macht, eine nicht unwesentliche Rolle. Über sie floss ein Teil der verun-
treuten Gelder und bei ihr trat teilweise die von C. deliktisch bewirkte Bereiche-
rung ein. 

Von zentraler Bedeutung war dabei die Stellung, die C. in der A. AG zu-
kam. Wohl gehörte die A. AG über den hundertprozentigen Aktienbesitz nicht C. 
persönlich, sondern seiner Ehefrau. C. war aber einzelzeichnungsberechtigter 
Verwaltungsrat. Und nebst dessen, dass die Interessen des Ehepaars - was die 
Durchsetzung der Ansprüche gegen die A. AG betrifft - schon grundsätzlich 
gleich gelagert waren, räumte D. ihrem Ehemann am 11. November 1994 auch 
noch eine Generalvollmacht ein, die ihn ermächtigte, sie in allen anfallenden 
Geschäften ohne jede Einschränkung zu vertreten und zwar sowohl als natürli-
che Person, als auch als Organ von juristischen Personen jedwelcher Art (vgl. 
BB act. 82). Damit wurde das Verhalten der A. AG in der Auseinandersetzung 
mit B. eigentlich von einer einzigen Person, nämlich von C., bestimmt. Dies er-
gibt sich im Übrigen auch aus der Aussage von D., die als Zeugin bei Fragen, 

16

welche die A. AG betrafen, regelmässig auf ihren Ehemann verwies. Es mag 
dahingestellt bleiben, ob damit gleichfalls eine besondere Form der Quasi- Ein-
personen-AG vorlag, die der Einmann-AG im klassischen Sinn gleichzusetzen 
ist (vgl. Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, 1996, N. 
28 S. 960) und was besondere Korrekturen von Missbräuchen zuliesse. In je-
dem Fall besteht kein Grund, streng zwischen der natürlichen Person C. und 
der A. AG zu trennen. Vielmehr ist das Wissen, Verhalten und Unterlassen von 
C. immer auch unter dem Aspekt seiner Stellung in der A. AG zu würdigen. 

Dies rechtfertigt sich umso mehr, als sich die A. AG zu ihren Gunsten auf 
den Einfluss von C. auf die Gesellschaft beruft. So wurde - worauf noch näher 
einzugehen sein wird - die im Eigentum der A. AG stehende Villa N. kurz vor der 
Arrestlegung mit einem lebenslangen unentgeltlichen Wohnrecht zu Gunsten 
von C. belastet. Es kann praktisch ausgeschlossen werden, dass ein Verkauf 
der mit einem Wohnrecht belasteten Liegenschaft überhaupt möglich gewesen 
wäre. In jedem Fall aber hätte sich das Wohnrecht massiv auf den Preis ausge-
wirkt. Betont die Klägerin jedoch, das Wohnrecht habe weder in Bezug auf die 
Frage des Verkaufs an sich noch auf die Höhe des Erlöses eine Rolle gespielt, 
da C. jederzeit zu einer - entschädigungslosen - Aufhebung des Wohnrechts 
bereit gewesen wäre, bringt sie damit gleichfalls zum Ausdruck, dass in jedem 
Fall C. es war, der bestimmte, ob, wann und zu welchem Preis das einzige we-
sentliche Aktivum der A. AG zum Verkauf gelangte.

Ausgehend von diesen Feststellungen zur Rolle von C. in der A. AG ist 
nun im Einzelnen auf das Geschehen vor und während der Arrestlegung einzu-
gehen. 

a) Gemäss Strafurteil (vgl. BB act. 12) machte sich C. unter anderem 
dadurch der Veruntreuung schuldig, dass er Baumanagementspesen in unge-
rechtfertigter Höhe an die A. AG auszahlen liess. Diese Zahlungen wurden in 
der Buchhaltung der A. AG als Honorareinnahmen ausgewiesen. Die A. AG wie-
derum leistete in praktisch demselben hohen Umfang Zahlungen, die als Gehalt 
verbucht wurden, an ihre Verwaltungsräte C. und D. (vgl. BB act. 20). Sodann 
wurde C. der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von aArt. 159 StGB für 
schuldig befunden. Diesbezüglich erachtete es das Gericht als erwiesen an, 
dass C. der A. AG in zweckwidriger Weise zu Lasten der einfachen Gesellschaft 
Fr. 500'000.-- überweisen liess. Dieses Geld diente dann als Treuhandanlage, 
wodurch die A. AG von der Bank eine zusätzliche Kreditlimite von Fr. 500'000.-

17

- erhielt. Mit diesem Geld zahlte C. fällige Rechnungen für eigene Bauprojekte. 
Der einfachen Gesellschaft entstand - durch die später rückerstattete Zahlung - 
ein Zinsverlust von über Fr. 9'000.--. Die Vorinstanz führte diesbezüglich im Zu-
sammenhang mit der Verjährung aus, C. habe die ihm zum Vorwurf gemachten 
Delikte der Veruntreuung, der Urkundenfälschung und der ungetreuen Ge-
schäftsführung nicht als Verwaltungsrat der A. AG begangen. Zwischen diesen 
Verbrechen und Vergehen und der Funktion von C. als Verwaltungsrat und der 
Klägerin bestehe lediglich ein indirekter Zusammenhang. Notwendige Grund-
lage der Bereicherung bei der ungetreuen Geschäftsführung bildete indes der 
Kreditvertrag, den die A. AG mit der G.-Bank abschloss. Dieser Vertrag wurde 
von C. in seiner Funktion als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat ab-
geschlossen. Damit besteht sehr wohl ein direkter Zusammenhang (vgl. dazu 
die nachstehenden Erwägungen in Ziff. 7.). 

Wie es sich damit verhält, kann an dieser Stelle offen bleiben. Denn Tat-
sache bleibt, dass sich zivilrechtlich gesehen die A. AG in jedem Fall das Wissen 
ihres Verwaltungsrats über die deliktisch erwirkte "Treuhandanlage" anrechnen 
lassen muss. Dass, wie die Vorinstanz feststellt (S. 32), C. das Geld ebenso gut 
direkt zur Befriedigung von Gläubigern hätte überweisen können, ändert nichts 
am Umstand, dass er Letzteres eben gerade nicht getan hat. Gleich verhält es 
sich mit den Spesen, die C. unrechtmässig auszahlen liess. Auch diese wurden 
der A. AG überwiesen und dort sogar als eigene Honorareinnahmen verbucht 
(vgl. dazu die nachstehenden Erwägungen in Ziff. 8.). Darüber hinaus liess C. 
der A. AG auch Zahlungen zukommen, für die er zwar strafrechtlich nicht zur 
Verantwortung gezogen wurde, die aber gleichwohl zu einem Forderungsver-
hältnis im Umfang von mehr als Fr. 500'000.-- (vgl. dazu die Verfahren ZF 04 21 
und ZF 04 70) der einfachen Gesellschaft gegenüber der A. AG führten. Ange-
sichts dessen, dass C. gleichzeitig als Verwaltungsrat der A. AG fungierte, steht 
ausser Frage, dass die Gesellschaft wusste, dass nicht alle Zahlungen an sie 
korrekt waren und sie auch teilweise Zahlungen erhielt, die in einem deliktischen 
Verhalten von C. begründet waren. Und nachdem sich bei der einfachen Ge-
sellschaft C. und B. im Herbst 1994 Probleme einstellten und darüber hinaus bei 
B. auch ein erster Verdacht in Bezug auf das Geschäftsgebaren von C. aufkam, 
war der A. AG offensichtlich klar, dass nun noch erhebliche Forderungen auf sie 
zukommen würden. 

b) Wie der Beklagte zu Recht ausführt, wurde jedoch - und dies nicht 
erst zum Zeitpunkt, als B. ein Arrestbegehren stellte - alles getan, um die Durch-

18

setzung dieser Ansprüche zu vereiteln oder zumindest zu erschweren. So 
streicht die Klägerin - dies als Beleg für das behauptete schuldhafte Verhalten 
von B. - in der Prozesseingabe (S. 4) heraus, dass der Beklagte fünf Jahre - 
nämlich von 1995 bis 2000 - brauchte, um vor dem Einzelschiedsrichter wenigs-
tens einen Teilerfolg zu erzielen und ein Zwischenurteil zu erhalten. In der Folge 
zitiert die Klägerin das Dispositiv des Beschlusses des Einzelschiedsgerichts B. 
/ C. vom 27. März 2000. Demgemäss erklärte das Einzelschiedsgericht unter 
anderem die einfache Gesellschaft per 1. Januar 1995 als aufgelöst und ver-
pflichtete C. dazu, B. ohne Verzug Einsicht in sämtliche die einfache Gesell-
schaft C. und B. betreffenden Unterlagen zu gewähren und ihm unverzüglich 
Zutritt zu sämtlichen Räumlichkeiten zu gewähren, in denen sich die Unterlagen 
der einfachen Gesellschaft befinden. Wenn das Einzelschiedsgericht im Jahre 
2000 noch eine solche Verpflichtung auszusprechen hatte, folgt daraus zum ei-
nen, dass es B. bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal möglich war, einen umfas-
senden Einblick in alle massgeblichen Unterlagen zu erhalten. Und wenn er für 
den Auflösungsentscheid wie auch für die Berechtigung zur Einsichtnahme in 
alle Unterlagen fünf Jahre brauchte, dann wohl nicht deshalb, weil er sich zu 
wenig Mühe gab, sondern deshalb, weil C. das schiedsgerichtliche Verfahren 
verzögerte. Dabei steht wohl ausser Frage, dass die vom Beklagte bereits Ende 
1994 erklärte Kündigung der einfachen Gesellschaft gerechtfertigt war, da ein 
weiteres Zusammengehen mit C. angesichts dessen Verfehlungen nicht mehr 
zumutbar war. Damit war auch die Liquidation der einfachen Gesellschaft un-
vermeidlich. Tatsächlich wehrte sich C. aber nur schon dagegen, dass über-
haupt ein Einzelschiedsrichter, dem gemäss Ziff. 9 des Konsortialvertrags allfäl-
lige Streitigkeiten zu unterbreiten waren, eingesetzt wurde. Zwar betraf dieses 
Verfahren ausschliesslich die einfache Gesellschaft. Mit seinem Verhalten ver-
unmöglichte C. aber gleichzeitig ein Vorgehen der einfachen Gesellschaft ge-
gen die A. AG. 

c) Gleichzeitig begann die A. AG, Massnahmen zu ergreifen, die 
ganz klar darauf hinzielten, die allfällige Durchsetzung von Ansprüchen zu ver-
eiteln. Sie liess - wie bereits dargelegt wurde - im Grundbuch einen am 24. April 
1995 abgeschlossenen, mehrjährigen Mietvertrag anmerken (vgl. BB act. 29 
und 30) und räumte C. unentgeltlich ein lebenslängliches Wohnrecht ein (vgl. 
BB act. 33). Alsdann versuchte sie, ein mit öffentlicher Urkunde vom 7. Februar 
1996 vereinbartes Kaufrecht, das D. das Recht einräumte, die Liegenschaft zum 
Preis von Fr. 1'750'000.-- zu erwerben, ins Grundbuch einzutragen. Schliesslich 
verkaufte die A. AG am 30. September 1995 zwei Fahrzeuge - einen BMW und 

19

einen Rolls Royce - offenkundig unter dem Verkehrswert an D. (vgl. BB act. 50). 
Wenn die Klägerin unter Hinweis auf die Urteile des Kantonsgerichts Graubün-
den vom 1. Mai 2001 (SKG 01 1 und SKG 01 2, KB 114) ausführt, mit diesen 
Handlungen habe die A. AG nicht ihre Aktiven vermindert, sondern ihre Passi-
ven vergrössert, was nicht unter Art. 271 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG falle, ist ihr nicht 
zu folgen. Wurde die Frage, ob das Vergrössern von Passiven unter Art. 271 
Abs. 1 Ziff. 2 SchKG falle, in den erwähnten Urteilen des Kantonsgerichtsaus-
schusses noch offen gelassen, ist dies vorliegend zu bejahen. Abgesehen da-
von, dass die Veräusserung der Fahrzeuge klarerweise eine Verminderung der 
Aktiven darstellte, ist auch die Belastung durch Passiven, wie sie vorliegend er-
folgte, als Beiseiteschaffen von Vermögenswerten aufzufassen (vgl. Stoffel, 
a.a.O., N. 62 zu Art. 271 SchKG). Wer eine Liegenschaft ohne jegliche Gegen-
leistung mit einem Wohnrecht belastet, vermindert offensichtlich böswillig das 
Vermögenssubstrat. Die A. AG traf damit klar Vorkehrungen, die - wie auch das 
Tessiner Appellationsgericht am 18. Februar 1998 im anhängig gemachten Ar-
restaufhebungsverfahren (vgl. KB act. 45) festhielt - nur dazu dienten, die 
Gläubiger zu benachteiligen. 

Wie der Tessiner Anwalt der Klägerin als Zeuge erklärte, sei es darum 
gegangen, ungerechtfertigte Ansprüche von B. abzuwehren (vgl. BB act. 27). 
Von Ansprüchen der einfachen Gesellschaft spricht der rechtskundige Zeuge 
nicht. Das hat einen einfachen Grund. Selbstverständlich musste auch der A. 
AG klar sein, dass von der einfachen Gesellschaft derzeit noch keine Gefahr 
drohte, da ihr Verwaltungsrat C. die Geltendmachung von gesamthänderischen 
Ansprüchen verhinderte. Traf sie dennoch gläubigerschädigende Vorkehrun-
gen, forderte sie damit B. geradezu heraus, alleine gegen die A. AG vorzuge-
hen. So lässt sich angesichts der Aussage von H. durchaus die Auffassung ver-
treten, die A. AG habe gleichsam damit gerechnet, dass B. allein gegen die Ge-
sellschaft vorgehen und sich dabei auf die Verweigerungshaltung seines Mitge-
sellschafters berufen könnte. 

Damit trägt die A. AG ein schweres Verschulden an der Arrestlegung. Sie 
hat sich - nachdem C. gleichzeitig ihr Verwaltungsrat war - sein Wissen um die 
ungerechtfertigten Auszahlungen zu Lasten der einfachen Gesellschaft, die teil-
weise über die A. AG liefen, anrechnen zu lassen. Sie hat sich gleichermassen 
anrechnen zu lassen, dass C. seine Doppelfunktion als Verwaltungsrat und ein-
facher Gesellschafter dazu benutzte, die Durchsetzung zivilrechtlicher An-
sprüche in beträchtlicher Höhe gegenüber der A. AG zu vereiteln oder zumin-

20

dest zu erschweren und sie hat es letztlich auch zu vertreten, dass sie B. mit 
ihrem Verhalten geradezu zu einer Arrestlegung provozierte. Es erscheint klar, 
dass B. diesem Treiben nicht einfach untätig zusehen konnte. 

d) Ähnlich verhält es sich in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Ar-
rests. Fraglos ist die lange Dauer in erster Linie darauf zurückzuführen, dass B. 
im Arrrestprosequierungsklageverfahren den Rechtsmittelweg voll ausschöpfte. 
Dies war indes sein Recht. So stellte sich denn auch keine Instanz auf den 
Standpunkt, das Vorbringen des Beklagten entbehre jeglicher Grundlage. Darü-
ber hinaus musste sich der Beklagte zu diesem Vorgehen schon allein deshalb 
veranlasst sehen, weil C. das schiedsgerichtliche Liquidationsverfahren verzö-
gerte. Und im Liquidationsverfahren gab B. - wie die Klägerin selbst ausführt - 
"umso mehr Gas, um ja bald als Liquidator der einfachen Gesellschaft C. & B. 
fungieren zu können" (vgl. S. 10 der Prozesseingabe). Das schiedsgerichtliche 
Verfahren wurde von C. dabei sicherlich nicht primär deshalb verzögert, weil er 
die Ansprüche gegen ihn persönlich scheuen musste. Bei ihm gab es - wie die 
A. AG selbst ausführt - "nichts mehr zu holen" (vgl. Prozesseingabe S. 6). Ab-
zuwehren galt es die Forderungen aus der einfachen Gesellschaft gegenüber 
der A. AG. Wenn C. sich dem schiedsgerichtlichen Verfahren widersetzte, lässt 
sich dies nur damit erklären, dass er eben - wie der Beklagte geltend macht - 
nie die Interessen der einfachen Gesellschaft, der er angehörte, sondern nur 
seine eigenen und in erster Linie jene der A. AG wahrte. Einfach gesagt hätte 
die widerrechtliche Arrestlegung nie solange gedauert, wenn C. - was an sich 
hätte erwartet werden dürfen - der nach Auflösung unvermeidlichen Liquidation 
der einfachen Gesellschaft zugestimmt hätte. 

e) Erschwerend fällt ins Gewicht, dass die A. AG nach der Arrestle-
gung auch nichts tat, um einen Schaden zu vermeiden. Gemäss Art. 277 SchKG 
werden dem Schuldner die Arrestgegenstände zur freien Verfügung überlassen, 
sofern er Sicherheit dafür leistet, dass im Falle der Pfändung oder der Konkur-
seröffnung die Arrestgegenstände oder an ihrer Stelle andere Vermögensstücke 
von gleichem Wert vorhanden sein werden. Es kann dahingestellt bleiben, ob 
der Arrestschuldner schon grundsätzlich ein den Gläubiger entlastendes Selbst-
verschulden auf sich lädt, wenn er von seiner Befugnis, gegen Sicherheitsleis-
tung die freie Verfügung über den Arrestgegenstand zu erlangen, keinen Ge-
brauch macht (vgl. Albrecht, a.a.O., S. 19; kritischer Stoffel, a.a.O., N. 12 zu Art. 
273 SchKG). Wenn der Schuldner den Arrest provoziert hat, ist von ihm aber in 
jedem Fall zu verlangen, dass er diese Möglichkeit zur Abwendung eines Scha-

21

dens nutzt. Für eine solche Sicherheitsleistung hat sich die A. AG indes nie ein-
gesetzt. Den Akten ist diesbezüglich jedenfalls nichts zu entnehmen. Als Grund 
dafür macht die Klägerin geltend, eine entsprechende Auslösungssumme hätte 
nicht aus dem Kaufpreis aufgebracht werden können. Die Arrestforderung habe 
sich auf Fr. 800'000.-- belaufen. Dazu seien ein Zins von 5% für 7 Jahre Arrest, 
mithin Fr. 325'000.--, sowie approximative Spesen von 25'000.-- gekommen. 
Dies ergebe einen Betrag von Fr. 1'150'000.--. Da die Liegenschaft nur schon 
mit Hypotheken im Gesamtbetrag von Fr. 1'221'500.-- belastet gewesen sei, 
hätte der Netto-Verkaufspreis sich auf mindestens Fr. 2'371'500.-- belaufen 
müssen, um eine Entlassung der Immobilie aus dem Arrest in Anwendung von 
Art. 277 SchKG finanzieren zu können. 

Das Vorbringen der Klägerin beruht auf einer unzutreffenden Rechtsauf-
fassung. Dass zum Zeitpunkt der Arrestlegung im Jahre 1996 noch kein Zins 
von Fr. 325'000.-- für 7 Jahre Arrest und auch keine Spesen von Fr. 25'000.-- 
geschuldet waren, sei nur am Rande erwähnt. Wesentlich ist, dass die Höhe der 
Sicherheitsleistung das Betreibungsamt und nicht etwa der Gläubiger bestimmt. 
Dafür hat der Betreibungsbeamte den Wert des Arrestgegenstands zu schätzen 
(vgl. Hans Reiser, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs, N. 4 zu Art. 277 SchKG). Der Schuldner hat demnach bei einer Lie-
genschaft nicht einen Käufer beizubringen, der bereit ist, einen Kaufpreis zu be-
zahlen, der nebst den grundpfandgeschützten Forderungen auch die Arrestfor-
derung samt Zinsen und Spesen deckt. Vielmehr legt das Betreibungsamt die 
Höhe der Sicherheitsleistung nach dem Wert der Liegenschaft fest. Dass dabei 
nicht mehr Sicherheitsleistung verlangt werden kann, als die Liegenschaft ab-
züglich vorangehender grundpfandgesicherter Forderungen wert ist, erscheint 
klar. Die Arrestforderung samt Nebenrechten ist nur insofern beachtlich, als die 
Sicherheitsleistung diese in jedem Fall nicht überschreiten darf. Die A. AG war 
in den Auseinandersetzungen mit B. durch zwei Anwälte vertreten. Es lässt sich 
schwerlich vorstellen, dass beiden Anwälten diese Grundsätze der Berechnung 
der Sicherheitsleistung unbekannt waren und sie sich in Bezug auf die Festle-
gung der Sicherheitsleistung in einem Irrtum befanden. Selbst wenn dies der 
Fall gewesen wäre, müsste sich die Klägerin den entsprechenden Irrtum entge-
genhalten lassen. Wollte die Klägerin die Liegenschaft verkaufen, war sie - 
nachdem sie den Arrest schon durch ihr Verhalten provoziert hatte - gehalten, 
die Voraussetzungen für die Sicherheitsleistung abzuklären. Tatsächlich unter-
nahm die Klägerin jedoch nichts. Im Gegenteil. Wie sie selbst ausführt, be-

22

schränkte man sich darauf, die Interessenten darauf hinzuweisen, dass die Lie-
genschaft verarrestiert sei. 

Nachgerade in jenem Fall, den die Klägerin besonders erwähnt - den ge-
scheiterten Verkauf an O., der Fr. 2'400'000.-- geboten haben soll - wäre jedoch 
zu erwarten gewesen, dass die Klägerin - wenn es sich denn wirklich um einen 
ernsthaften Interessenten gehandelt hat (vgl. dazu die nachstehenden Erwä-
gungen in Ziff. 5.d) - auf die Möglichkeit einer Ablösung des Arrests hingewiesen 
hätte. Denn in diesem Fall hätte sogar, wie die Klägerin selbst ausführt, eine 
Sicherheit von Fr. 1'150'000.-- - etwa in Form einer Bankgarantie - erbracht wer-
den können. Stattdessen informierte C. den Interessenten dahingehend, dass 
derzeit noch für eine unbestimmte Zeit ein Arrest auf der Liegenschaft laste, der 
durch ein Betrugsmanöver eines früheren Gesellschafters namens B. erwirkt 
worden sei, weshalb er - O. - sich gedulden müsse und man nicht in der Lage 
sei, einen Termin zu benennen, da die Mühlen der Tessiner Justiz sehr langsam 
mahlen würden (vgl. KB act. 63). Hätte man im Vorfeld einen Entscheid des 
Betreibungsamts erwirkt, wäre man jedoch sehr wohl in der Lage gewesen, O. 
klar darzulegen, dass der Arrest dem Verkauf innert nützlicher Frist nicht entge-
genstand. Eine Sicherheit hätte durch Hinterlegung, aber auch durch Solidar-
bürgschaft oder durch eine gleichwertige Sicherheit erfolgen können (Art. 277 
SchKG letzter Satz). Wurde nur der Arrest, nicht aber die Möglichkeit der Ablö-
sung erwähnt, musste dies den Verkauf in ähnlich negativer Weise beeinflus-
sen, wie es dann der Fall gewesen wäre, wenn die A. AG auf den langjährigen 
Mietvertrag und das Wohnrecht hingewiesen hätte, ohne zu erwähnen, dass 
Begünstigte der Rechte die beiden ablösungswilligen Verwaltungsräte sind. 
Letzteres wurde offenbar als Hindernis aber gar nicht erst erwähnt. Unterliess 
es die Klägerin trotz einer erhöhten Verpflichtung, die zumutbaren Massnahmen 
zu ergreifen, um den geltend gemachten Schaden abzuwehren, ist ihr dies auch 
im besonderen Mass als Selbstverschulden anzurechnen, das den Kausalzu-
sammenhang zwischen der beanstandeten Arrestlegung und dem eventuellen 
Schaden unterbrach. 

f) Das schwere Selbstverschulden, das sich die Klägerin anrechnen 
lassen muss, wird schliesslich auch nicht erheblich durch ein zusätzliches Ver-
schulden des Beklagten gemildert. Der Behauptung der Klägerin, B. habe es 
sich als zusätzliches Verschulden anrechnen zu lassen, dass er in zahllosen 
Eingaben ohne Erfolg versucht habe, unter Hinweis auf die Doppelstellung von 
C. sowohl gegen Letzteren als auch gegen die A. AG vorzugehen, ist nicht zu 

23

folgen. C. genoss in besonderem Mass das Vertrauen von B.. Dieses Vertrauen 
wurde von C. unter anderem dazu genutzt, um wiederholt ungerechtfertigt Gel-
der an die A. AG zu überweisen. Ausserdem musste B. feststellen, dass C. nicht 
in der Lage war, seinen gemäss Konsortialvertrag obliegenden finanziellen Ver-
pflichtungen nachzukommen (vgl. dazu den Beschluss des Einzelschiedsge-
richts B./C. vom 27. März 2000, KB act. 9 S. 37) und ihm allein die finanzielle 
Verantwortung für die Verluste der einfachen Gesellschaft zugeschoben wurde. 
Dass B. sich zu Recht veranlasst sah, den Gesellschaftsvertrag fristlos auf-
zukündigen, steht dabei ausser Frage (KB 9 act. S. 43). Es entspricht denn auch 
nicht den Tatsachen, wenn die Berufungsbeklagte ausführt, B. sei es bei den 
anschliessenden Klagen nur darum gegangen, nach dem Scheitern seine Felle 
bestmöglich retten zu können, indem er gegen C. vorging. Der Konsortialvertrag 
sah eine hälftige Aufteilung des Verlusts vor. Es war indes B., der aufgrund der 
finanziellen Situation von C. gegen aussen für den Schaden einzustehen hatte. 
Es scheint unter diesen Umständen durchaus nachvollziehbar, dass er die An-
sprüche der einfachen Gesellschaft nicht einfach aufgab, sondern sich darum 
bemühte, sie auch durchzusetzen. 

Schliesslich hat es auch nicht der Beklagte zu vertreten, dass zwischen 
C. und der Klägerin derart enge Verflechtungen bestanden. Es war C., der wie-
derholt Gelder der einfachen Gesellschaft an die A. AG überwies und dafür - 
namentlich im Strafverfahren - nicht glaubhafte Erklärungen vorbrachte und sich 
auf irgendwelche, zum Teil auch fragwürdige Vereinbarungen berief, die er mit 
der AG getroffen haben will. Bei der zivilrechtlichen Aufarbeitung mussten sich 
daraus bei der Beantwortung der Frage, wer nun was aus welchem Grund schul-
det, zwangsläufig Probleme ergeben. Dabei traf die Klägerin bei diesen unklaren 
Verhältnissen eine erhebliche Mitverantwortung. Es war ihr Verwaltungsrat, der 
sie in einer Doppelfunktion einsetzte, und es waren nicht zuletzt jene Vereinba-
rungen, die sie selbst mit der einfachen Gesellschaft schloss, welche die vorste-
hend erwähnten Probleme hervorriefen. Wie nachgerade das vorliegende Ver-
fahren aber auch das gleichzeitig beurteilte Verfahren ZF 04 21 zeigen, war die 
Klägerin sichtlich bemüht, von diesen unklaren Verhältnissen zu profitieren. 
Dort, wo es ihr nutzte, berief sie sich auf Vereinbarungen und die Trennung von 
juristischer und natürlicher Person, dort wo es ihr schadete, wollte sie von bei-
dem nichts wissen. Wenn sich C. aber bereits gegen die Auflösung der einfa-
chen Gesellschaft wehrte, wenn er trotz seiner ungerechtfertigten Überweisun-
gen an die A. AG jeglichen Schaden und jeglichen Anspruch - ob er sich nun 
gegen ihn persönlich oder die A. AG richtete - aber auch seine Verantwortung 

24

dafür schon dem Grundsatze nach bestritt, wenn die A. AG selbst jeglichen An-
spruch verneinte, obwohl klarerweise Ansprüche bestanden, blieb dem Beru-
fungskläger letztlich gar nichts übrig, als gegen beide - gegen C. und die A. AG 
- unter Hinweis auf die Doppelstellung von C. vorzugehen.

Abgesehen davon war die Ergreifung der Rechtsmittel im Arrrestprose-
quierungsklageverfahren auch nicht von vornherein aussichtslos. Denn wie dar-
gelegt wurde, gab es für B. durchaus Gründe, sich unter Hinweis auf das Ver-
halten von C., das sich die A. AG anrechnen lassen muss, auf seine Aktivlegiti-
mation als Einzelperson zu berufen. Alsdann gilt es zu betonen, dass B. wohl 
die Aktivlegitimation zur Geltendmachung einer Forderung gegenüber der A. AG 
fehlte. Ein Arrestgrund war aber klarerweise gegeben. Die Höhe der zustehen-
den Forderungen liess sich angesichts der verworrenen Lage schwer abschät-
zen. In Bezug auf die A. AG bestanden die verschiedensten Vereinbarungen 
(vgl. dazu auch ZF 04 21 und ZF 04 70) und es wurden ihr verschiedentlich 
Zahlungen von der einfachen Gesellschaft überwiesen. Die Umstände, unter de-
nen die Zahlungen erfolgten und die Vereinbarungen abgeschlossen wurden - 
oft wurden Verträge von C. namens der A. AG und der einfachen Gesellschaft 
unterzeichnet - und ihr unklarer Inhalt machten es schwer abzuschätzen, ob und 
inwiefern sich daraus Forderungen gegenüber der A. AG und/oder C. ergaben. 
Dies umso mehr, als ja davon ausgegangen werden musste, dass C. seine Stel-
lung zum Nachteil der einfachen Gesellschaft missbraucht hatte. Diese Unklar-
heiten hat sich die A. AG gleichfalls anrechnen zu lassen. Insofern erwies sich 
die Arrestlegung selbst wie auch die ihr zugrunde gelegte Gesamtforderung kei-
neswegs unbegründet. Wenn es B. gelungen wäre, im schiedsgerichtlichen Ver-
fahren auf schnellerem Weg einen Entscheid zu erwirken, der ihn ermächtigt 
hätte, allein gegen die A. AG vorzugehen, hätten ihm die Tessiner Gerichts-
behörden also gleichermassen den Arrest bewilligen müssen. Das zeigte sich 
nicht zuletzt darin, dass es dem Beklagten nach der Feststellung der Auflösung 
der einfachen Gesellschaft und seiner Einsetzung als Liquidator ohne weiteres 
gelang, im Namen der Gesamthandschaft einen weiteren, an den ersten nahtlos 
anknüpfenden zweiten Arrest zu erwirken. Damit erweist sich die erste Arrestle-
gung zwar immer noch als widerrechtlich. Wäre es aber ohne Verzögerung im 
schiedsgerichtlichen Verfahren gleichsam zur Arrestlegung gekommen, und 
berücksichtigt man zusätzlich noch das übrige Verhalten, das die Klägerin vor 
und während des Arrests zeigte bzw. sich anrechnen lassen muss, erscheint 
das Verschulden, welches B. in Bezug auf sein widerrechtliches Vorgehen zu 
verantworten hat, als verschwindend gering. 

25

g) Kein erhebliches Verschulden von B. kann schliesslich auch in 
dem von der Klägerin als "Affäre P." bezeichneten Vorfall gesehen werden. 
Dass B., wie die Vorinstanz in diesem Zusammenhang festhält, den Arrest unter 
Vorspiegelung teilweise falscher Tatsachen erwirkt hat, indem er sich auf vor-
geschobene Kaufinteressenten - beim Ehepaar P. handelte es sich in Wirklich-
keit um zwei Mitarbeiter einer Privatdetektei - berief, trifft so nicht zu. Wohl ver-
pflichten das Eröffnen und das Sicheinlassen in Vertragsverhandlungen 
grundsätzlich zu einem gegenseitigen Verhalten nach Treu und Glauben (vgl. 
Theo Guhl, Das Schweizerische Obligationenrecht, S. 103 f.). Bei Verletzung 
dieser Pflichten können Schadenersatzansprüche (culpa in contrahendo) ent-
stehen, die sich vorliegend aber höchstens gegen die Privatdetektei richten 
könnten. Insbesondere ist es aber an sich nicht unzulässig, nur zum Schein Ver-
handlungen über den Abschluss eines Kaufvertrags zu führen, um so Erkennt-
nisse über allfällige unlautere Absichten der Gegenpartei zu erhalten. Daran än-
dert auch nichts, dass diese Abklärungen im Hinblick auf ein Gerichtsverfahren 
erfolgen. Vorgeworfen wird dem Beklagten indessen, er habe zu Unrecht be-
hauptet, C. habe Herrn P. für den Fall des Verkaufs Schwarzgeld angeboten, 
wobei er zur Stützung seiner These bewusst mit einer Seite nur einen Teil eines 
Dokuments eingereicht habe. 

Tatsache ist, dass C. mit Schreiben vom 6. November 1995 den Schein-
käufern ein Angebot machte. Der Preis sollte gemäss "Zahlungsplan in der An-
lage. Restbetrag von Fr. 550'000.-- wie besprochen." erfolgen (vgl. KB act. 25). 
Der Zahlungsplan umfasste zwei Seiten und es ist auch erwiesen, dass den 
Scheinkäufern beide Seiten zugestellt wurden. Auf der ersten Seite bot C. die 
Liegenschaften mit der Villa N. für total Fr. 1'650'000.-- an. Auf der zweiten Seite 
wurden für das Mobiliar Fr. 550'000.-- gefordert, zahlbar an den Notar oder auf 
das Konto von D., die - so C. - als Eigentümerin die Zahlung bei sich verbuchen 
werde. Der "Restbetrag" gemäss Begleitschreiben bezog sich demnach auf das 
Mobiliar, das gemäss C. seiner Ehefrau gehörte. 

Tatsache ist sodann, dass der Beklagte in seiner Eingabe vom 8. Januar 
1996 an den Kreisgerichtsausschuss Chur (vgl. KB act. 11) die Sache so dar-
stellte, als ob für die Fr. 550'000.-- kein Zahlungsgrund bestehe, es sich also um 
eine Schwarzgeldzahlung handle. Dies gereicht dem Beklagten sicherlich zum 
Vorwurf. Auf das Arrestverfahren hatte dies allerdings keinen Einfluss. Wie das 
Tribunale d'appello letztinstanzlich im Arresteinspracheverfahren festhielt, war 
schon allein der Umstand, dass die A. AG einen langjährigen Mietvertrag an-

26

merken liess und C. ein Wohnrecht einräumte, Grund genug, um den Arrest zu 
begründen. Auf den Vorgang mit den vom Beklagten vorgeschobenen Kaufin-
teressenten ging das Gericht nicht einmal näher ein (vgl. KB act. 45 S. 8). 

War die "Affäre P." bei der Arrestlegung bedeutungslos, ist dem Beklag-
ten in diesem Zusammenhang auch kein ins Gewicht fallendes Verschulden an-
zulasten. Dies umso weniger, als durchaus Indizien dafür bestehen, dass C. mit 
dem Angebot sehr wohl bestrebt war, einen Teil des Verkaufspreises - dies al-
lerdings nicht als eigentliche Schwarzgeldzahlung, sondern als Entgelt für das 
Mobiliar - nicht über die A. AG zu leiten. Die Klägerin verweist in ihrer Beru-
fungsantwort und Anschlussberufungsbegründung (S. 10 f.) auf die Schätzung 
von T., der anfangs 1993 (vgl. KB 160) den Verkaufspreis der Villa auf Fr. 
2'535'000.-- schätzte, und die Schätzung von Dr. V., der in seinem Gutachten 
vom 2. November 1995 von einem maximal realisierbaren Preis von Fr. 
2'250'000.-- ausgegangen ist. Das Mobiliar sei - so die Klägerin unter Hinweis 
auf die Schätzungsunterlagen - darin nicht enthalten. Tatsächlich wird das Mo-
biliar in den Schätzungen nicht erwähnt. Dann aber bedeutet dies, dass C. in 
Kenntnis der Schätzungen T. und V. bereit war, die Liegenschaft Ende 1995 mit 
Fr. 1'650'000.-- mehr als Fr. 800'000.-- unter dem Schätzwert von T. und Fr. 
600'000.-- unter jenem von V. zu verkaufen, wobei dann aber über das Mobiliar 
weitere Fr. 550'000.-- an D. geflossen wären. Dies in einer Zeit, in der - so zu-
mindest die Klägerin - der Wert der Immobile deutlich höher gelegen haben soll 
als später während der Zeit des Arrests, als die Liegenschaft dann schliesslich 
im Jahre 2001 für Fr. 1'800'000.-- ohne Mobiliar verkauft wurde. 

h) Schliesslich lässt sich - rückblickend betrachtet - auch nicht be-
haupten, B. hätte zum damaligen Zeitpunkt wirklich eine andere Möglichkeit ge-
habt, zeitgerecht die Durchsetzung der Ansprüche der einfachen Gesellschaft 
auf anderem Weg sicherzustellen. Im zivilrechtlichen Berufungsverfahren be-
treffend Arrestprosequierung, in welchem ihm auch das Kantonsgericht 
Graubünden die Aktivlegitimation zur Geltendmachung der Forderungen der 
einfachen Gesellschaft gegen die A. AG absprach, führte die Zivilkammer (vgl. 
KB act. 54 S. 17 f.) aus, es möge von der praktischen Seite her als unbefriedi-
gend erscheinen, wenn einer der Gesellschafter die Teilnahme am Prozess ge-
gen einen Dritten um Gesamtgut verweigere, weil er diesen von den übrigen 
Gesamthändern behaupteten Anspruch bestreite. Dies liege indes in der Natur 
des materiellen Rechts und stelle keinen Rechtsmissbrauch dar. B. stehe - da-
mit die Durchsetzung der Ansprüche der Gesamthandschaft gegen die A. AG 

27

nicht vereitelt würde - etwa die Möglichkeit einer Klage auf Zustimmung oder 
der richterlichen Ernennung eines Liquidators zur Abwicklung der Beziehungen 
zu Dritten offen. Genau Letzteres hatte B. jedoch getan. Nachdem sich C. je-
doch bereits gegen die Einsetzung eines in der Sache zuständigen Einzel-
schiedsrichters zur Wehr setzte und von der Auflösung der einfachen Gesell-
schaft und Einsetzung eines Liquidators nichts wissen wollte, lässt sich schwer-
lich behaupten, B. hätte auf diesem oder einem anderen Weg eine reale Chance 
gehabt, fristgerecht einen Entscheid zu erwirken, der es ermöglicht hätte, auch 
ohne Zustimmung von C. gegen die A. AG vorzugehen, bevor es zu weiteren 
schädigenden Vermögensverminderungen - wie etwa der versuchten Eintra-
gung eines Kaufrechts - gekommen wäre. 

i) Ähnlich verhält es sich mit der vorinstanzlichen Feststellung, B. 
hätte allenfalls mit Hilfe der Paulianischen Anfechtungsklage Eintragungen im 
Grundbuch beseitigen können, zumal durch die Vorkehrungen der Klägerin nicht 
unwiederbringlich Vermögen beiseite geschafft worden sei. Dass keine weiteren 
vermögensvermindernden Handlungen vorgenommen wurden, hängt - wie die 
versuchte Eintragung des Kaufrechts belegt - vorerst einmal damit zusammen, 
dass der Beklagte auf die Liegenschaft Arrest legen liess. Dass es ohne diese 
Arrestlegung zu keiner nachteiligen Vermögensdispositionen gekommen wäre, 
die sich nicht über die Paulianische Anfechtungsklage hätte korrigieren lassen, 
beruht denn auch auf einer kaum gerechtfertigten Mutmassung. Angesichts der 
vorangegangenen Handlungen erscheint es jedenfalls wesentlich wahrscheinli-
cher, dass es zu solchen Versuchen gekommen wäre. Der Schuldnerin das 
Recht einzuräumen, möglicherweise weitere Handlungen vorzunehmen, die auf 
eine Gläubigerschädigung hinauslaufen, und von B. in derselben Situation zu 
verlangen, nichts zu unternehmen, weil er darauf hoffen darf, solche allfällige 
Handlungen dereinst mit der Paulianischen Anfechtung wieder beseitigen zu 
können, geht doch etwas gar weit. 

k) Zusammenfassend gelangt die Zivilkammer zur Überzeugung, 
dass der Arrest wohl widerrechtlich war, der Beklagte jedoch triftige Gründe für 
dieses Vorgehen hatte. Die A. AG hat durch das Verhalten ihres Verwaltungs-
rats C. und ihre gläubigerschädigenden Handlungen im Vorfeld die Arrestlegung 
geradezu provoziert. In Bezug auf den von der Zivilkammer im Verfahren ZF 99 
69 (KB act. 54) zwischen denselben Parteien verneinten Rechtsmissbrauch gilt 
es insofern auch zu differenzieren. Zweifellos ist die Weigerung eines Gesell-
schafters, am Prozess gegen einen Dritten um Gesamtgut teilzunehmen, an 

28

sich nicht rechtsmissbräuchlich. Bestehen zwischen dem Dritten und dem sich 
weigernden Gesellschafter aber - wie im vorliegenden Fall - derart enge Verbin-
dungen, kann schwerlich dann noch Rechtsmissbrauch verneint werden, wenn 
der Dritte - vorliegend also die A. AG - von den Ansprüchen der Gesellschaft C., 
in der Folge die Durchsetzung der zu erwartenden Ansprüche zu vereiteln ver-
sucht, dadurch eine ungerechtfertigte Arrestlegung geradezu provoziert, ansch-
liessend sich wohl gegen die Arrestlegung als solche wehrt, darüber hinaus aber 
keine Massnahmen zur Vermeidung eines Schadens ergreift, um sich alsdann 
auf Schadenersatz wegen ungerechtfertigtem Arrest zu berufen. In jedem Fall 
tritt die vom Beklagten zu vertretende ungerechtfertigte Arrestlegung und Auf-
rechterhaltung des Arrests als Ursache eines Arrestschadens durch das von der 
Klägerin zu verantwortende Selbstverschulden dermassen in den Hintergrund, 
dass ein adäquater Kausalzusammenhang nicht mehr bejaht werden kann. Ent-
sprechend entfällt auch die Haftpflicht des Beklagten für einen allfällig eingetre-
tenen Schaden. 

5. Selbst wenn der adäquate Kausalzusammenhang als 
Haftungsvoraussetzung zu bejahen wäre, entfiele eine Schadenersatzpflicht 
des Beklagten. 

a) Die Vorinstanz führte bezüglich des Schadens aus, die Klägerin 
und Widerbeklagte habe die Liegenschaft erwiesenermassen bereits vor der Ar-
restlegung verkaufen wollen. Bei der Bestimmung des Verkehrswertes der Villa 
N. zum Zeitpunkt der Arrestlegung könne indessen nicht - wie von der Klägerin 
gefordert - auf das Angebot von O. abgestellt werden, der am 15. März 1997 
schriftlich 2.4 Millionen Franken für die Immobilie geboten, diese Offerte jedoch 
kurze Zeit später, am 5. April 1997, wieder zurückgezogen habe. Der Beklagte 
und Widerkläger beantrage in diesem Zusammenhang die Einvernahme weite-
rer Zeugen, weil nach seiner Ansicht das Angebot des Zeugen O. nur fingiert 
gewesen sei. Dass der Zeuge O. eine Schwester von D. in seiner Apotheke 
beschäftigt habe und ihm diese Familie wohl nicht ganz unbekannt war, habe - 
so das Bezirksgericht Plessur - der Beklagte und Widerkläger jedoch bereits am 
15. November 2002 erfahren. Dennoch sei mit der Einreichung des Gesuchs 
um Einvernahme weiterer Zeugen, welche diese Unstimmigkeit klären sollten, 
bis zum 18. August 2003 zugewartet worden. Die 20-tägige Frist von Art. 98 Ziff. 
2 ZPO sei zu diesem Zeitpunkt längst verstrichen gewesen. 

29

Die Aussagen von O. seien - so die Vorinstanz - aber auch aus einem 
anderen Grund nicht von Belang. Wie sich nämlich aus dessen Aussage ergebe, 
seien die Kaufabsichten von O. noch zu wenig konkret gewesen, als dass man 
sagen könnte, dieser Zeuge hätte die Villa ohne den bestehenden Arrest mit 
grösster Wahrscheinlichkeit für 2.4 Millionen Franken erworben. Zur Bestim-
mung des Verkehrswerts zum Zeitpunkt der Arrestlegung sei deshalb auf die 
Dokumente und Aussagen der dannzumal mit dem Verkauf der Liegenschaft 
betrauten Immobilienhändler abzustellen. Der Immobilientreuhänder Dr. V., der 
den lokalen Immobilienmarkt bestens kenne, habe kurz vor der Arrestlegung 
eine detaillierte Schätzung erstellt. Den realisierbaren Wert habe er dabei am 2. 
November 1995 zwischen 2 und 2.25 Millionen Franken veranschlagt, wobei der 
Verkehrswert nach seinen Berechnungen bei 1.92 Millionen Franken gelegen 
habe. Sämtliche Zeugen, welche sich im Immobilienmarkt im Tessin auskennen 
würden, hätten bestätigt, dass die Preise zwischen 1996 und 2000 markant ge-
sunken seien. Welchen Betrag der Verkauf der Villa tatsächlich eingebracht 
hätte, könne heute nur mehr geschätzt werden. Da der Schaden nicht mehr ge-
nau eruierbar sei, habe das Gericht gemäss Art. 42 Abs. 2 OR die Möglichkeit, 
diesen nach eigenem Ermessen mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der 
Dinge zu schätzen. In Anbetracht der Schätzung von Dr. V., den Zeugenaussa-
gen sowie der allgemeinen Lebenserfahrung komme das Gericht zum Schluss, 
dass im Jahre 1996 mindestens ein Verkaufserlös von Fr. 2.125 Millionen er-
zielbar gewesen wäre. Dieser Wert liege im unteren Bandbereich dessen, was 
die Zeugen als möglichen Verkaufserlös betrachteten. Die Differenz zwischen 
dem hypothetisch erzielbaren Verkaufserlös im Frühjahr 1996 von Fr. 
2'125'000.-- und dem nunmehr erzielten Erlös von Fr. 1'800'000.-- betrage dem-
nach Fr. 325'000.--. Die Klägerin und Widerbeklagte habe sich vorbehalten, die-
sen Schaden in einem späteren Verfahren geltend zu machen oder verrech-
nungshalber gegen allfällige Forderungen des Beklagten und Widerklägers ein-
zubringen, weshalb er vorliegend nicht zu berücksichtigen sei. Die Berechnung 
sei aber insofern von Bedeutung, als die Klägerin und Widerbeklagte den Zins-
ausfall für Kapital geltend mache, welches ihr wegen des Arrestes über rund 
vier Jahre nicht zur Verfügung gestanden habe. Der Schaden sei demnach nicht 
sofort mit der Verarrestierung eingetreten, sondern erst zum hypothetischen 
Zeitpunkt, an welchem die Liegenschaft zum Preis von 2.125 Millionen Franken 
verkauft worden wäre. Die Klägerin und Widerbeklagte habe ausgeführt, dass 
ein solcher Verkauf im Verlaufe des Jahres 1996 möglich gewesen wäre. Ab 
Januar 1997 wäre demnach der Erlös aus dem Verkauf der Villa N. zur Verfü-

30

gung gestanden und hätte von der Klägerin zinstragend angelegt werden kön-
nen. 

In der Folge gelangte die Vorinstanz zur Feststellung, dass der Klägerin 
während vier Jahren - 1997 bis 2000 - einen Betrag von Fr. 875'000.-- zur freien 
Verfügung gestanden hätte. Ausgehend von einem Durchschnittszins von 2.5% 
sprach sie ihr als Schadenersatz für entgangenen Zins für die Jahre 1997 bis 
und mit 2000 ein Betrag von Fr. 90'836.-- zu. Als weiterer Schaden wurden die 
auf die Liegenschaft entrichteten Hypothekarzinsen der Jahre 1997 bis 2000 im 
geltend gemachten Betrag von Fr. 199'446.30 anerkannt. Weiter wurden der 
Klägerin Fr. 3'302.80 für die Steuern, Fr. 14'120.70 für die nachgewiesenen Un-
terhaltskosten, Fr. 8'580.55 für Gebühren der Gemeinde M. und Fr. 6'528.-- für 
die Gebäudeversicherung - alle diese Beträge fielen in den besagten Jahren an 
- zugesprochen. 

Der Beklagte macht geltend, der von der Vorinstanz geschätzte Verkaufs-
wert stehe in klarem Widerspruch zu den Akten und den Zeugenaussagen. 
Ebensowenig sei aus den Akten ersichtlich, dass die Verarrestierung den Ver-
kauf der Liegenschaft verunmöglicht habe. Vielmehr zeige sich, dass C. zu hohe 
Preisvorstellungen gehabt habe. 

b) Ein adäquat kausaler Schaden liegt nicht bereits dann vor, wenn 
der Verkehrswert einer Liegenschaft zum Zeitpunkt des Arrests höher war als 
bei dessen Aufhebung. Vielmehr ist erforderlich, dass der Schuldner auch tat-
sächlich eine Vermögenseinbusse erlitten hat, weil er durch den Arrest gehin-
dert wurde, den höheren Wert zu realisieren. Stand es gar nicht in der Absicht 
des Schuldners, die Liegenschaft während der Dauer des Arrests zu verkaufen 
oder scheiterte der Verkauf nicht wegen des Arrests, sondern aus anderen 
Gründen - etwa an den vorliegend behaupteten zu hohen Preisvorstellungen 
des Schuldners - kann der Gläubiger für den Wertverlust auch nicht haftbar ge-
macht werden. Denn ein Wertverlust, der ohnehin eingetreten wäre, ist nicht zu 
ersetzen (vgl. Stoffel, a.a.O., N. 10 zu Art. 273 SchKG). 

Gleich verhält es sich bei den Kosten wie etwa den Hypothekarzinsauf-
wendungen und Unterhaltskosten, die daraus entstehen, dass eine Liegen-
schaft nicht verkauft wurde. Ersatzpflichtig wird der Gläubiger für diese Kosten 
nicht schon dann, wenn der Schuldner die Liegenschaft zu einem bestimmten 
Preis theoretisch hätte verkaufen können, sondern erst dann, wenn er dies auch 

31

tatsächlich wollte und der Verkauf aber am Arrest scheiterte. Wenn die Vorin-
stanz einen Verkehrswert für die Villa N. von 2'125'000.-- ermittelt und ausführt, 
zu diesem Preis hätte die Klägerin im Verlauf des Jahres 1996 die Liegenschaft 
hypothetisch ohne den Arrest verkaufen können, so reicht das mit anderen Wor-
ten zur Begründung eines adäquat kausal verursachten Schadens nicht aus. 
Denn einerseits ist damit nicht gesagt, dass der Schuldner zu diesem Preis auch 
bereit war zu verkaufen. Und anderseits ist bei einem hypothetisch ermittelten 
Verkehrswert auch danach zu fragen, ob dieser Wert auch realisierbar war, mit 
anderen Worten, ob allfällige Interessenten auch bereit gewesen wären, diese 
Summe tatsächlich zu bezahlen. Diese Überprüfung drängt sich umso mehr auf, 
als die Klägerin ja vorgibt, es hätten sich zahlreiche Interessenten bei ihr gemel-
det. Und nur dann, wenn feststeht, dass ein Verkauf zum festgesetzten Wert 
tatsächlich möglich und vom Verkäufer auch gewollt war, kann sich Letzterer 
erst darauf berufen, es seien ihm durch einen ungerechtfertigten Arrest entschä-
digungspflichtige Folgekosten entstanden. 

c) Dr. V., dem die Klägerin den Verkauf der Liegenschaft übertrug, 
erklärte als Zeuge, C. habe den Verkauf nie versucht zu verhindern. Sicherlich 
wäre es - so der Zeuge - vielleicht besser gewesen, wenn C. den Preis etwas 
reduziert hätte. Er - V. - habe vorgängig zu seinen Verkaufsbemühungen in ei-
nem Gutachten den Verkehrswert der Liegenschaft auf Fr. 1'920'000.-- ge-
schätzt und bei einem Offertpreis von Fr. 2'400'000.-- einen Verkaufspreis von 
2'250'000.-- als realisierbar erachtet. Auf die Frage, ob es zutreffe, dass der Ver-
kauf der Immobilie problemlos innert Jahresfrist möglich gewesen wäre, wenn 
die richterlichen Interventionen nicht erfolgt wären, erklärte Dr. V., das könne 
man so nicht sagen. Der Verkauf hänge vom Preis ab. Wenn man das Einver-
ständnis von C. gehabt hätte, die Liegenschaft um jeden Preis zu verkaufen, 
hätte man sie wohl theoretisch ohne den Arrest im Jahre 1996 für maximal Fr. 
2'000'000.-- verkaufen können. 

Aus dieser Aussage folgt zum einen, dass die Annahme der Vorinstanz, 
ein Verkauf im Jahre 1996 für Fr. 2'150'000.-- sei hypothetisch möglich gewe-
sen, offenkundig nicht zutrifft. Im Jahre 1996 maximal erzielbar gewesen wären 
nach der auch von der Vorinstanz als relevant erklärten Meinung von Dr. V. Fr. 
2'000'000.--. Zu diesem Preis war C. - wie V. ja selbst mit dem Hinweis auf das 
dafür notwendige Einverständnis festhält - aber gar nicht bereit, die Liegenschaft 
zu verkaufen. So nennt Dr. V. - und dies nicht nur auf das Jahr 1996 bezogen - 
auf die Frage, weshalb kein Kaufvertrag abgeschlossen worden sei, denn auch 

32

als erstes Motiv den Preis, als zweites die Lage von M. und erst als drittes den 
Arrest. Vor Ende 1996 soll es dann nach Behauptung der Klägerin zu einer bis 
anfangs 2001 anhaltenden Verschlechterung der Verkaufsbedingungen für Tes-
siner Liegenschaften gekommen sein (vgl. Replik und Widerklageantwort S. 12). 
Entsprechend ist anhand der Aussage von Dr. V. aber auch kaum noch davon 
auszugehen, dass die Klägerin im Folgejahr mehr als den von ihm für das Jahr 
1996 maximal genannten Betrag hätte erzielen können. Tatsächlich verlangte 
die Klägerin in den Folgejahren aber nach wie vor mehr als Fr. 2'000'000.--. 
Zwar gab W., ein Mitarbeiter von Dr. V., als Zeuge an, C. habe anfänglich einen 
Betrag von Fr. 2'400'000.-- verlangt. Persönlich glaube er, dass C. schliesslich 
bereit gewesen sei, die Liegenschaft für den Betrag von Fr. 2'000'000.-- bis Fr. 
2'250'000.-- zu verkaufen. So habe ein Kunde für die vom Arrest befreite Lie-
genschaft Fr. 2'100'000.-- geboten. Ob C. auch tatsächlich bereit gewesen wäre, 
zum Preis von Fr. 2'000'000.-- oder wenigstens Fr. 2'100'000.-- zu verkaufen, 
ist damit allerdings nicht gesagt. Tatsächlich lag der Betrag, den C. noch im 
Jahre 1998 bzw. 1999 verlangte, gemäss Aussage der Zeugin Z. zwischen Fr. 
2'150'000.-- bis Fr. 2'200'000.--, weshalb er auch ein Angebot von Fr. 
1'850'000.-- ablehnte. 

Alle vorgenannten Zeugen bestätigten demnach, dass verschiedene 
Käufer ihr Interesse verloren, als sie von der Verarrestierung der Liegenschaft 
hörten. Doch aus ihren Aussagen folgt zugleich, dass ungeachtet des Arrests 
aber auch niemand bereit war, den von der Klägerin bzw. den von C. als ihrem 
Vertreter geforderten Preis zu bezahlen. Damit wäre es letztlich selbst dann 
nicht zu einem Verkauf gekommen, wenn die Liegenschaft nicht verarrestiert 
gewesen wäre. 

d) Ebensowenig vermag schliesslich der Interessent O., der nach An-
gaben der Klägerin bereit gewesen sein soll, Fr. 2'400'000.-- zu zahlen, einen 
durch den Arrest vereitelten Kauf zu belegen. Als Zeuge sagte O. aus, er kenne 
C. nicht und auch Bekannte oder Freunde von ihm kenne er nicht. Wie dargelegt 
wurde, wies die Vorinstanz darauf hin, dass der Zeuge O. eine Schwester von 
D. in seiner Apotheke beschäftigt hat und ihm "diese Familie wohl nicht ganz 
unbekannt war". Auf den Zeugen O. stellte die Vorinstanz indessen schon allein 
deshalb nicht ab, weil dessen Kaufabsichten noch zu wenig konkret gewesen 
seien. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, O. habe, nachdem er über 
weitere Umstände im Zusammenhang mit der Villa N., insbesondere über die 
Verarrestierung aufgeklärt worden sei, sein Angebot wieder zurückgezogen. Ob 

33

er über die Anmerkung des Mietvertrages zugunsten von Frau D. und das le-
benslängliche Wohnrecht zugunsten von C. aufgeklärt worden sei, habe der 
Zeuge O. anlässlich der Einvernahme nicht mehr gewusst. Auch habe er aus-
geführt, dass die Neuerwerbung im Tessin unter anderem durch einen noch 
nicht erfolgten Verkauf eines Chalets im Wallis hätte finanziert werden sollen. 
Die Kaufabsichten von O. seien also noch zu wenig konkret gewesen, als dass 
man sagen könnte, dieser Zeuge hätte die Villa ohne den bestehenden Arrest 
mit grösster Wahrscheinlichkeit für 2.4 Millionen Franken erworben. 

Diese Feststellungen zu den Kaufabsichten O. beruhen auf einer sehr 
zurückhaltenden Würdigung seiner Aussage. Tatsächlich darf bezweifelt wer-
den, dass O. überhaupt Kaufabsichten hatte. O. gab als Zeuge an, er habe von 
der zum Verkauf stehenden Liegenschaft durch ein Inserat in der NZZ erfahren. 
In der Folge habe er sich mit C. in Verbindung gesetzt. Er habe mit dem Ver-
käufer verhandelt. Dieser habe eine Preisvorstellung von etwa Fr. 2'500'000.-- 
gehabt. Es habe darüber Verhandlungen gegeben, ob das Mobiliar im Preis in-
begriffen sei. Möglicherweise sei dieses im Preis von Fr. 2'500'000.-- inbegriffen 
gewesen. In dem von ihm im März 1997 offerierten Preis von Fr. 2'400'000.-- sei 
das Mobiliar nicht mehr inbegriffen gewesen. Eine Schätzung habe er nicht er-
stellt. Er habe sich vorher über die Zeitungen informiert, wie die Preisgestaltung 
in etwa aussehe. Der Preis für die Villa N. sei ihm daher realistisch erschienen. 
Weitere Kenntnisse über Immobilien habe er nicht. Ob vom Mietvertrag und dem 
lebenslänglichen Wohnrecht die Rede gewesen sei, wisse er nicht mehr. Das 
ganze liege zu lange zurück. Ein Wohnrecht hätte man ablösen können. Das 
verkaufende Ehepaar habe nicht ständig in der Villa gewohnt, sondern diese als 
Feriendomizil genutzt. Deswegen sei ihm das wohl auch nicht so wichtig gewe-
sen. Im Verlaufe der Verhandlungen habe er Kenntnis vom Wohnrecht erhalten. 
Verhandlungen hierzu hätten nicht mehr stattgefunden, weil die Sache sich 
dann erledigt habe. Er könne sich nicht daran erinnern, ob C. ein Grundbuch-
auszug vorgelegt habe. Er glaube eher nein. Er könne auch nicht sagen, ob er 
das Grundbuch selber eingesehen habe. Die Villa habe er nur einmal gesehen. 
Er sei im Tessin herumgefahren und habe generell geschaut, wo etwas geboten 
werde. Er habe aber hinsichtlich keines anderen Angebots so konkrete Ver-
handlungen geführt und sei bezüglich keines anderen Objekts in konkrete Preis-
verhandlungen getreten. Seine Informationen seien theoretischer Natur gewe-
sen. Er habe die Zeitung gelesen und auch in der Apothekerzeitschrift würden 
immer wieder Objekte aus dem Wallis und Tessin angeboten. Den Preis hätte 
er durch den Verkauf von Immobilien bereitgestellt. Er hätte sein Chalet im Wal-

34

lis verkauft. Ausserdem habe er noch über andere Immobilien sowie über seine 
Apotheke verfügt. Nachdem er vom Arrest Kenntnis erhalten habe, habe er sein 
Angebot zurückgezogen. Bei seinem Chalet im Wallis habe es auch Theater 
wegen eines Arrests gegeben. Der Ausgang eines solchen Verfahrens sei im-
mer unsicher. 

Geht man von der vorstehend zusammengefasst wiedergegebenen Aus-
sage aus, war O. bereit, für die Villa N. ohne Schätzung, ohne besondere Im-
mobilienkenntnisse, ohne Einsichtnahme ins Grundbuch, ohne vertiefte Ausein-
andersetzung mit anderen Angeboten, nur nach Studium von Annoncen in Zeit-
schriften und einmaliger Besichtigung der Liegenschaft sowie nach Reduktion 
des Kaufpreises um Fr. 100'000.-- für das nicht mehr einbezogene Mobiliar, dem 
bei früherer Gelegenheit ein Wert von Fr. 500'000.-- zugemessen wurde, Fr. 
2'400'000.-- zu bezahlen. Weitere Abklärungen waren offensichtlich nicht ge-
plant. So ersuchte O. C. mit Schreiben vom 15. März 1997 darum, mit Rechts-
anwalt und Notar H. kurzfristig einen Termin für die Beurkundung zu vereinbaren 
(vgl. KB act. 62). Selbst unter Berücksichtigung, dass es auch im oberen Preis-
segment durchaus zu spontanen Immobilienkäufen kommen kann, darf festge-
stellt werden, dass eine Bereitschaft zum Kauf einer Liegenschaft zum Preis von 
Fr. 2'400'000.--, die O. nur durch den Verkauf anderer Liegenschaften hätte auf-
bringen können, nach dermassen rudimentären Abklärungen unglaubhaft ist. 
Welches Motiv dem Angebot O. zugrunde lag, kann dahingestellt bleiben. In 
jedem Fall lässt sich in diesem Zusammenhang nicht darauf schliessen, dass 
die Klägerin durch den Arrest einen Interessenten verloren hat, der ernsthaft 
bereit war, die Liegenschaft zum Preis von Fr. 2'400'000.-- zu kaufen. Ist schon 
aus den dargelegten Gründen nicht auf das Angebot O. abzustellen, braucht 
auch nicht weiter auf den Antrag des Beklagten, O. erneut zu befragen, ein-
gegangen zu werden. Ebenso erübrigt sich die von ihm anbegehrte Expertise 
zur Frage des Liegenschaftswerts sowie selbstredend die auch im Berufungs-
verfahren beantragte Befragung von Zeugen zu den Beziehungen von O. zur 
Familie C. 

6. Tritt die vom Beklagten zu vertretende ungerechtfertigte Arrestle-
gung und Aufrechterhaltung des Arrests als Ursache eines Arrestschadens 
durch das von der Klägerin zu verantwortende Selbstverschulden dermassen in 
den Hintergrund, dass ein adäquater Kausalzusammenhang nicht mehr bejaht 
werden kann und ist der Nichtverkauf der Liegenschaft auch nicht auf den Ar-
rest, sondern auf das Verhalten und die die zu hohen Preisvorstellungen der 

35

Klägerin zurückzuführen, hat der Beklagte auch nicht für den behaupteten Scha-
den einzustehen. Weder haftet er für den allfälligen Wertverlust der Liegen-
schaft, für welchen sich die Klägerin ein Nachklagerecht vorbehalten hat, noch 
hat er für den vorliegend von der Klägerin geforderten Ertrag aus entgangenem 
Mehrerlös einzustehen. Ebensowenig schuldet der Beklagte Schadenersatz für 
die geltend gemachten, in den Folgejahren der Arrestlegung durch den Nicht-
verkauf entstandenen Kosten. Damit kann auch offen gelassen werden, ob und 
in welchem Umfang diese von der Vorinstanz im Einzelnen geprüften Kosten 
(Hypothekarzinsen, die Verwaltungs- und Unterhaltskosten unter Einbezug der 
Mieteinnahmen, die Kosten des Arrestaufhebungsverfahrens und Nachlassver-
fahrens der Klägerin bzw. ihrer Treuhandfirma, die in M. anfallenden Steuern 
und Gebühren, die Insertions- und Verkaufsprospektkosten sowie die Kosten 
der Gebäudeversicherung) im Falle der Haftung überhaupt geschuldet und 
nachgewiesen wären. Die Berufung ist demnach in diesem Punkt gutzuheissen 
und die Anschlussberufung der Klägerin abzuweisen. 

7. Der Beklagte und Widerkläger macht in seiner Widerklage insge-
samt Fr. 224'621.-- zuzüglich Zinsen geltend. Einerseits habe sich die A. AG - 
so der Beklagte - auf deliktische Weise Baumanagementspesen ausrichten las-
sen, die ihr gar nicht zugestanden hätten. Andererseits schulde die Klägerin 
Schadenersatz aus einem deliktisch erlangten "Treuhanddarlehen". So habe C. 
die F.-Bank angewiesen, der A. AG zu Lasten des Kontos der einfachen Gesell-
schaft Fr. 500'000.-- zu überweisen. Dieses Geld sei in der Folge von der A. AG 
benutzt worden, um die von der G.-Bank für die Einräumung eines Kredits ge-
forderte Sicherheit zu leisten. 

Die Vorinstanz hat die Widerklage in vollem Umfang abgewiesen. Zur Be-
gründung wurde im angefochtenen Urteil ausgeführt, zwischen dem Beklagten 
und der Klägerin habe kein vertragliches Verhältnis bestanden. Als mögliche 
Rechtsgrundlage für die Forderung würden demnach die ungerechtfertigte Be-
reicherung nach Art. 62 ff. OR und die unerlaubte Handlung nach Art. 41 ff. OR 
verbleiben. Für derartige Obligationen sei die einjährige Verjährungsfrist nach 
Art. 60 bzw. 67 OR massgebend. Vorliegend fehle es an einer direkten Herlei-
tung des Anspruchs aus einer Straftat, weshalb die längere strafrechtliche Ver-
jährungsfrist nicht zur Anwendung gelange. Die Voraussetzungen der An-
spruchsgrundlage der unerlaubten Handlung nach Art. 41 ff. OR seien Schaden, 
Widerrechtlichkeit, Verschulden und adäquat kausaler Zusammenhang. Ob vor-
liegend überhaupt eine unerlaubte Handlung der Klägerin und Widerbeklagten 

36

vorliege und die Voraussetzungen nach Art. 41 OR erfüllt seien, könne offen 
bleiben. Gemäss Art. 60 Abs. 1 OR verjähre der Anspruch auf Schadenersatz 
in einem Jahr von dem Tag hinweg, an welchem der Geschädigte Kenntnis vom 
Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen erlangt habe. Der Beklagte 
und Widerkläger habe spätestens am 15. September 1995 Kenntnis von Scha-
den und Schädiger gehabt, als er eine Klage vor dem Einzelschiedsgericht ge-
gen C. über Fr. 4'934'032.15 eingeleitet und gleichzeitig die Auflösung der ein-
fachen Gesellschaft C. und B. beantragt habe. Werde die einjährige Frist nach 
Art. 60 Abs. 1 OR angewendet, so verjähre die Forderung am 15. September 
1996. Durch sein Handeln habe der Beklagte und Widerkläger den Lauf der Ver-
jährung nicht unterbrochen, sei er doch zu jenem Zeitpunkt gar nicht Gläubiger 
der Forderung gewesen. Gläubiger derselben sei er frühestens durch die Zes-
sion am 1. Januar 2001 (BB act. 26) bzw. Ersteigerung derselben am 14. Juni 
2002 (BB act. 68/69) geworden. Eine verjährungsunterbrechende Handlung 
habe vor dem Erwerb der Forderung durch den Beklagten und Widerkläger nur 
die einfache Gesellschaft C. und B. vornehmen können. Dass dies geschehen 
sei, werde jedoch weder behauptet noch bewiesen. Der Beklagte und Widerklä-
ger habe vor dem 1. Januar 2001 immer nur in eigenem Namen gehandelt. Ein 
allfälliger Anspruch aufgrund von Art. 41 ff. OR sei demnach verjährt. Selbst bei 
Anwendung der fünfjährigen strafrechtlichen Verjährungsfrist, wie sie der Be-
klagte und Widerkläger geltend macht, sei die Forderung spätestens am 16. De-
zember 1998 verjährt gewesen. Gleich verhalte es sich im Falle der ungerecht-
fertigten Bereicherung. Nach Art. 67 OR verjährten Ansprüche aus ungerecht-
fertigter Bereicherung mit Ablauf eines Jahres, nachdem der Verletzte von sei-
nem Anspruch Kenntnis erhalten hat. Auch diesbezüglich sei davon auszuge-
hen, dass der Beklagte und Widerkläger spätestens am 15. September 1995 
Kenntnis von der ungerechtfertigten Bereicherung auf Seiten der Klägerin und 
Widerbeklagten gehabt habe. Entreichert sei zu diesem Zeitpunkt die einfache 
Gesellschaft C. und B. gewesen. Nur diese habe verjährungsunterbrechende 
Handlungen vornehmen können. Dass dies geschehen sei, sei weder behauptet 
noch bewiesen worden. 

a) Ausgewiesen ist, dass C. die F.-Bank mit Zahlungsauftrag vom 6. 
April 1992 anwies, zu Lasten des Kontos der einfachen Baugesellschaft C. und 
B. Fr. 500'000.-- auf das Konto Nr. 222222-22-2 der A. AG bei der G.-Bank zu 
überweisen (vgl. BB act. 5). In der Folge schloss C. am 30. April 1992 namens 
der A. AG mit der G.-Bank einen Kreditvertrag ab, mit welchem sich die G.-Bank 
verpflichtete, der A. AG einen Kredit von Fr. 500'000.-- zur Verfügung zu stellen. 

37

Als Sicherheit wurde die Abtretung von Fr. 500'000.-- als fiduziarische Anlage 
auf das Kto. Nr. 111111-11-11 vereinbart. Alsdann wurde der Betrag von Fr. 
500'000.-- auf diesem Konto gutgeschrieben und der Kredit freigegeben. Der 
Kredit wurde von der A. AG vollumfänglich ausgeschöpft und der gesamte Be-
trag auf das private Konto von C. bei der G.-Bank (Kto. Nr. 2222222-22-22) 
überwiesen. C. verwendete das der A. AG zur Verfügung gestellte Geld zur Zah-
lung fälliger Schulden aus einem privaten Bauprojekt. Auftrags der A. AG wurde 
dem Konto der Baugesellschaft bei der F.-Bank per 1. Februar 1993 ein Betrag 
von Fr. 523'059.-- gutgeschrieben (vgl. BB. act. 13 B11). Damit bezahlte die A. 
AG der einfachen Gesellschaft für die 9 Monate, in der sie über den Betrag von 
Fr. 500'000.-- verfügte, einen Zins von Fr. 23'059.--. Die einfache Gesellschaft 
ihrerseits hatte der F.-Bank für die der A. AG überwiesenen Fr. 500'000.-- eine 
Kreditkommission von 1/4% pro Quartal, total somit Fr. 3'750.-- zu bezahlen (vgl. 
BB. act. 13). Hinzu kamen Zinszahlungen, die sich für insgesamt 5 Monate im 
Jahre 1992 bei einem Zinssatz von 7.5% auf Fr. 15'625.--, für 3 Monte im Jahre 
1992 bei einem Zinssatz von 8% auf Fr. 10'000.-- und für einen Monat im Jahre 
1993 bei einem Zinssatz von 7.5% auf Fr. 3'125.-- beliefen (vgl. BB. act. 13). 
Total entstanden der einfachen Gesellschaft damit Auslagen von Fr. 32'500.--. 
Abzüglich der von der A. AG geleisteten Zinszahlung blieb demnach ein Betrag 
von Fr. 9'441.-- offen. Die Strafkammer des Kantonsgerichts sprach C. in die-
sem Zusammenhang schuldig der ungetreuen Geschäftsführung nach aArt. 159 
Abs. 1 StGB (vg. BB act. 12 S. 32 ff.).

b) Die Klägerin macht geltend, der Beklagte habe in diesem Zusam-
menhang anfänglich überhaupt keine Forderung erhoben. Erst im Verlaufe des 
Strafverfahrens habe der Beklagte von der Zinsdifferenz Kenntnis erhalten und 
sich auf den Standpunkt gestellt, es bestehe Anspruch auf Schadenersatz. Da-
bei habe der Beklagte die diesbezügliche Forderung tiefer angesetzt. C. habe 
beim Bezug des Gelds zu Lasten der einfachen Gesellschaft als Privatperson 
gehandelt. Sein deliktisches Handeln könne der A. AG nicht angerechnet wer-
den. Sie habe nichts anderes getan, als den erhaltenen Betrag verzinst wieder 
zu erstatten, ohne dabei einen Nutzen zu haben. 

Das Vorbringen der Klägerin erweist sich als unbegründet. Dass der Be-
klagte erst im Verlaufe des Strafverfahrens durch den Untersuchungsrichter von 
der Zinsdifferenz erfahren und diese zuerst tiefer veranschlagt hat, ändert 
grundsätzlich überhaupt nichts am Bestand der Forderung. Ebensowenig lässt 
sich behaupten, C. habe rein privat gehandelt und die A. AG habe keinen Nutzen 

38

an dem ihr überwiesenen Betrag gehabt. Nicht C., sondern die A. AG war es, 
welche von der G.-Bank unter Abtretung der Fr. 500'000.-- als Sicherheit Kredit 
erhielt. Was sie mit dem aus Kredit erhaltenen Geld tat, ob sie es für sich selbst 
nutzte oder es C. zur Verfügung stellte, ist in Bezug auf die geltend gemachte 
Forderung ohne Belang. Auszugehen ist denn auch vom Zweck, den C. für die 
Überweisung geltend machte. Im Strafverfahren legte C. die Kopie eines Schrei-
bens vor, in welchem er festhielt, B. habe am 10. März 1992 telefonisch sein 
Einverständnis für ein kurzfristiges und vorübergehendes Festgeld von Fr. 
500'000.-- als Sicherheit gegeben (vgl. KB act. 181). In der nachfolgenden Kor-
respondenz war davon allerdings nicht die Rede. Vielmehr gab C. an, die Über-
weisung von Fr. 500'000.-- an die A. AG sei im Interesse der Gesellschaft für 
Vorauszahlungen an Handwerker zur Verhinderung künftiger Preissteigerungen 
erfolgt, wobei vereinbart worden sei, den Betrag bei Nichtgebrauch als Treu-
hand-Festgeldanlage anzulegen (vgl. KB act. 192, Schreiben vom 22. April 
1992). Dies spricht klar gegen die Richtigkeit der vorerwähnten Notiz vom 10. 
März 1992 und insofern ist denn auch davon auszugehen, dass C. B. bewusst 
falsch informierte. Deshalb erachtete die Strafkammer des Kantonsgericht auch 
den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung als ausgewiesen (vgl. BB act. 
12 S. 35 f.). So oder anders gilt aber festzustellen, dass die Überweisung an die 
A. AG keineswegs grundlos erfolgte. Gibt C. an, das Geld sei im Interesse der 
Gesellschaft an die A. AG für Vorauszahlungen an Handwerker zur Verhinde-
rung künftiger Preissteigerungen überwiesen worden und bei Nichtgebrauch sei 
vereinbart worden, den Betrag anzulegen, wurde der A. AG ein Auftrag im Sinne 
von Art. 394 ff. OR erteilt. Verwendete C. das Geld namens der A. AG nicht in 
der mit der Auftraggeberin vereinbarten Weise, sondern nutzte er es als Sicher-
heit im Rahmen eines Kreditvertrags, den er selbst namens der A. AG ab-
schloss, handelte er auch in ihrem Namen auftragswidrig und die A. AG hat - 
nachdem sie und nicht C. zivilrechtlich dafür einzustehen hat - der einfachen 
Gesellschaft den daraus entstandenen Schaden zu ersetzen (Art. 398 OR). 

Nicht anders würde es sich verhalten, wenn von den ursprünglichen, nicht 
glaubhaften Bekundungen von C. auszugehen wäre. Auch dann wäre nämlich 
die A. AG zivilrechtlich diejenige, welche den Nutzen hatte und aus Vertrag für 
den Schaden einzustehen hat. Denn wenn das Geld - wie von C. behauptet - 
mit Einwilligung von B. als ein kurzfristiges und vorübergehendes Festgeld von 
Fr. 500'000.-- an die A. AG überwiesen worden wäre und diese das Geld als 
Sicherheit hätte verwenden dürfen, wäre auf einen Darlehensvertrag zu schlies-
sen. Selbst nach der vorerwähnten Aktennotiz wäre B. aber nur dann zur Ge-

39

währung eines Festgelds bereit gewesen, wenn der einfachen Gesellschaft kein 
Schaden entsteht. Diesfalls wäre die A. AG demnach verpflichtet gewesen, der 
einfachen Gesellschaft die ganzen Kosten, die ihr durch die Gewährung des 
Darlehens entstanden, als Darlehenszins zu ersetzen. Tat sie dies nicht, steht 
der einfachen Gesellschaft eine entsprechend hohe Forderung aus Vertrag zu. 
Dass eine Schuld der A. AG gegenüber der einfachen Gesellschaft besteht, ist 
insofern belegt. 

c) Die Vorinstanz führte bezüglich der Verjährung des Anspruchs 
aus, im Falle der C. im Zusammenhang mit den Fr. 500'000.-- zur Last gelegten 
ungetreuen Geschäftsführung und seiner Funktion als Verwaltungsrat der Klä-
gerin und Widerbeklagten bestehe lediglich ein indirekter Zusammenhang. C. 
sei nicht in seiner Funktion als Verwaltungsrat der Klägerin und Widerbeklagten, 
sondern in seiner Funktion als einfacher Gesellschafter der Gesellschaft C. und 
B. verurteilt worden. Er habe die A. AG zwar als Zahlstelle benutzt. Das Geld 
hätte er aber ebenso direkt zur Befriedigung von Gläubigern verwenden oder 
auf ein Bankkonto überweisen können. Die längere strafrechtliche Verjährungs-
frist von Art. 60 Abs. 2 OR gelte nur, wenn die Klage direkt aus einer strafbaren 
Handlung hergeleitet werde. Diese direkte Herleitung aus einer Straftat fehle 
vorliegend, weshalb die längere strafrechtliche Verjährungsfrist auch nicht zur 
Anwendung gelange. 

Richtig ist, dass C. die Überweisung bei der F.-Bank nicht als Verwal-
tungsrat der A. AG, sondern als einfacher Gesellschafter veranlasste. Fragen 
lässt sich hingegen, ob die Strafkammer des Kantonsgerichts den Sachverhalt 
zu Recht nur als ungetreue Geschäftsführung würdigte. C. gab, wie dargelegt 
wurde, gegenüber seinem Geschäftspartner an, die Fr. 500'000.-- würden der 
A. AG im Interesse der Gesellschaft für Vorauszahlungen an Handwerker zur 
Verhinderung künftiger Preissteigerungen überwiesen und vorderhand zinstra-
gend angelegt. Stattdessen schloss C. als Verwaltungsrat der A. AG in deren 
Namen einen Kreditvertrag ab, in welchem die Fr. 500'000.-- als Sicherheit di-
enten. Damit hat C. mit der Transaktion nicht nur seine vertragliche Sorgepflicht 
als Geschäftsführer verletzt, sondern er benutzte das Geld anschliessend auch 
zweckwidrig zur Bereicherung der A. AG, indem er als Verwaltungsrat der A. AG 
die ihr anvertrauten Fr. 500'000.-- als Sicherheit für einen Kredit verwendete, 
welchen die A. AG ansonsten nicht erhalten hätte. Die Widerhandlung gegen 
die Sorgepflicht gegenüber der einfachen Gesellschaft stellte insofern nur eine 
Vorhandlung für die anschliessende zweckwidrige Verwendung des Gelds dar 

40

(vgl. dazu BGE 111 IV 22). Damit liegt aber nicht ungetreue Geschäftsführung, 
begangen als einfacher Gesellschafter, sondern letztlich Veruntreuung, began-
gen als Verwaltungsrat der A. AG vor (vgl. dazu BGE 111 IV 22). Dass tatsäch-
lich keine solche Verurteilung erfolgte, ist im Zusammenhang mit Art. 60 Abs. 2 
OR irrelevant. Entsprechend wäre auch von der längeren strafrechtlichen Ver-
jährungsfrist auszugehen. 

Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Ebensowenig braucht auf 
die Ausführungen des Beklagten eingegangen zu werden, der nun im Beru-
fungsverfahren eine Verjährung nach Art. 60 Abs. 2 OR über den Tatbestand 
der schweren Geldwäscherei herzuleiten versucht. Denn wie sich aus den vor-
stehenden Erwägungen ergibt, ist der Vorinstanz auch nicht zu folgen, wenn sie 
ausführt, es bestehe kein vertraglicher Anspruch. Die Überweisung geschah kei-
neswegs grundlos. Erfolgte die Überweisung gestützt auf Auftrag und verhielt 
sich die A. AG auftragswidrig, hat die einfache Gesellschaft vertraglich begrün-
deten Anspruch auf Schadenersatz (Art. 398 OR). Der diesbezügliche Anspruch 
unterliegt der zehnjährigen Verjährungsfrist nach Art. 127 OR (vgl. Rolf H. We-
ber, Basler Kommentar, N. 33 zu Art. 398 OR) und war demnach zum Zeitpunkt 
der Anhängigmachung der Widerklage am 24. November 2000 noch nicht ver-
jährt. 

Ebensowenig wäre der Anspruch dann verjährt, wenn von einem Darle-
h