# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29de97d2-f64c-5a53-82d2-7bdf571f8cad
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.01.2014 IV 2011/378
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-378_2014-01-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/378

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2020

Entscheiddatum: 31.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 31.01.2014
Art. 28 IVG. Würdigung Gutachten. Rückweisung zu weiteren Abklärungen 
auf Grund eines neuen MR der LWS (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 31. Januar 2014, IV 2011/378).

Entscheid Vesicherungsgericht, 31.01.2014

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Miriam Lendfers und Lisbeth Mattle 

Frei; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 31. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___, geboren 19__, erlitt im März 2008 heftige Rückenschmerzen. Im Bericht 

vom 1. April 2008 stellten die Neurochirurgen des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) 

anlässlich der gleichentags erfolgten ambulanten Untersuchung eine akute Lumbago 

mit linksseitiger Ausstrahlung entsprechend einer Affektion der Nervenwurzel L5 bei 

Diskusprotrusion mit Anulusriss L4/5 linksbetont fest. Sie empfahlen eine Fortführung 

der Schmerzmedikation bei Bedarf und eine Fortsetzung der Physiotherapie. Zudem 

erachteten sie es als sinnvoll, dass die Versicherte auf Grund der nur mässigen 

radiologischen Befunde nicht aus dem Arbeitsprozess als Montagemitarbeiterin 

ausgeschlossen werde (act. G 4.1.37-35). Am 2. November 2008 kam es erneut zu 

einer L5-Wurzelreizung links mit passagerem sensomotorischem Ausfallsyndrom (act. 

G 4.1.37-32ff.). Die Neurochirurgen des KSSG empfahlen vorerst eine konservative 

Therapie mit Wurzelinfiltration, weil beim letzten Schmerzereignis im Frühjahr die 

konservative Therapie sehr gut geholfen hatte. Auf Wunsch der Versicherten wurde sie 

indessen "direkt" am 10. Dezember 2008 am Bandscheibenvorfall L4/L5 links operiert. 

Die Operation verlief komplikationslos (act. G 4.1.37-30f.) und nach einer Woche trat 

eine deutliche Schmerzreduktion ein. Bereits Anfang Februar 2009 traten jedoch erneut 

links ausstrahlende Beinschmerzen auf. Auf einem MRI der LWS vom 14. Februar 2009 

zeigte sich ein kleiner Rezidiv-Bandscheibenvorfall im Sinne einer Ausprägung des 

präoperativen Anulusrisses L4/5 links mit möglicher Wurzelirritation L5 links. 

Angesichts des nicht sehr zufriedenstellenden Verlaufs nach der ersten Operation 

wurde die Versicherte mit Wurzelinfiltrationen L5 links behandelt (act. G 4.1.37-26). Ihre 

Arbeit nahm die Versicherte nach der Operation vom Dezember 2008 nicht mehr auf 

(act. G 4.1.37-37, 4.1.30-6).

A.b  Am 30. Juni 2009 (vgl. act. G 4.1.2) meldete sich die Versicherte bei der 

Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen an (act. G 4.1.5).

A.c  Im Bericht vom 29. Juni 2009 hatte Dr. med. B.___, Klinik C.___, St. Gallen, eine 

Rezidiv-Diskushernie L4/L5 mit Irritation der Wurzel L5 links sowie eine begleitende 

Osteochondrose L4/L5 aber auch L3/L4 mit kleiner Protrusion festgestellt. Er hatte die 

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Vornahme einer Re-Mikrodiskektomie mit interkorporeller Cage-Einlage und 

dorsolateraler semirigider Stabilisation L3-L5 empfohlen (act. G 4.1.37-19). Anders als 

Dr. B.___ konnten die Neurochirurgen des KSSG kein Rezidiv L4/L5 und auch keine 

Osteochondrose feststellen. Sie erachteten eine so ausgedehnte operative Massnahme 

wie die Verschraubung von L3 bis L5 mit Cageinterponation für nicht angebracht (act. 

G 4.1.37-17). Am 6. Januar 2010 führten sie stattdessen eine epidurale sakrale 

Blockade durch (act. G 4.1.37-12).

A.d  Mit Bericht vom 23. März 2010 über die ambulante Schmerzsprechstunde vom 

16. März 2010 empfahl Dr. med. D.___, Oberärztin im Departement Interdisziplinäre 

medizinische Dienste, Palliativzentrum des KSSG, sowohl angesichts der depressiven 

Verstimmung als auch als coanalgetische Therapie ein Antidepressivum und weitere 

Physiotherapiesitzungen. Zudem erachtete sie eine psychiatrische Behandlung bei Dr. 

E.___ für sinnvoll (act. G 4.1.37-6f.). Laut Hausarzt Dr. med. F.___, FMH Allgemein 

Medizin, erfolgte jedoch keine psychiatrische Behandlung, weil seiner Meinung nach 

kein psychiatrischer, sondern ein somatischer Gesundheitsschaden vorlag (act. 

G 4.1.43).

A.e  Gemäss dem Assessmentprotokoll des Eingliederungsverantwortlichen vom 9. 

Februar 2010 hätte die Versicherte bei ihrer Arbeitgeberin neu leichte 

Montagetätigkeiten (stehende Arbeit mit Gewichten nicht über 200 g) ausführen 

können. Auf Grund der Schmerzen habe sie sich eine Wiederaufnahme der Arbeit 

jedoch nicht vorstellen können und die Rentenprüfung gewünscht (act. G 4.1.32). Mit 

Vorbescheid vom 6. April 2010 und Verfügung vom 25. Mai 2010 schloss die IV-Stelle 

daher die Arbeitsvermittlung ab (act. G 4.1.34, G 4.1.36).

A.f   Im Bericht vom 6. Juli 2010 an die Krankentaggeldversicherung der Versicherten 

nahm Dr. med. G.___, Oberarzt Neurochirurgie des Kantonsspitals Winterthur (KSW), 

zu den Ergebnissen seiner Untersuchung vom 12. April 2010 Stellung. Die 

Beschwerden der Versicherten könnten sich durchaus durch die vorliegende 

Diskopathie in den beiden Segmenten L3/4 sowie L4/5 mit Anular tear und black disc 

erklären. Eine erneute Dekompressionsoperation mit Stabilisierung der beiden 

Segmente (PLIF) sei sicher eine mögliche Vorgehensweise zur Verbesserung der 

derzeitigen Situation (act. G 11.1).

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A.g  Am 20., 21. und 22. September 2010 wurde die Versicherte in der MEDAS 

Ostschweiz neurologisch und zudem von Dr. med. H.___, Spezialarzt FMH für 

Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med. I.___, Eidg. Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Im polydisziplinären Gutachten vom 25. 

November 2010 hielten die MEDAS-Gutachter als Hauptdiagnosen ein persistierendes 

lumbospondylogenes Syndrom mit myofaszialem Schmerzsyndrom des linken Beins 

(ICD-10: M54.5), ein leichtes myofasziales Schultersyndrom beidseits bei leichter 

Fehlhaltung (ICD-10: M75.0) sowie eine psychogene Überlagerung eines 

persistierenden lumbospondylogenen Schmerzsyndroms (ICD-10: F54) fest. Insgesamt 

resultiere aus psychiatrischer, neurologischer und orthopädisch-rheumatologischer 

Sicht in adaptierter Tätigkeit eine 20%ige Leistungsminderung bei 100%iger 

Präsenzzeit. In der zuletzt ausgeübten Fliessbandtätigkeit sei die Versicherte nicht 

mehr arbeitsfähig (act. G 4.1.51-21ff.). RAD-Arzt Dr. med. J.___ befand das MEDAS-

Gutachten in seiner Stellungnahme vom 9. Dezember 2010 als umfassend, kohärent 

und widerspruchsfrei, weshalb darauf abgestellt werden könne (act. G 4.1.52).

A.h  Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten gestützt 

auf einen errechneten Invaliditätsgrad von 16% die Abweisung des Rentenbegehrens 

in Aussicht (act. G 4.1.57). Auf Grund des dagegen erhobenen Einwands vom 8. April 

2011 (act. G 4.1.66) wurde die MEDAS Ostschweiz um Stellungnahme bezüglich der 

geltend gemachten Kritikpunkte ersucht. Dem kam Dr. med. K.___, Oberarzt mbF der 

Klinik für Neurologie des KSSG, mit Schreiben vom 25. August 2011 hinsichtlich der 

Streitpunkte aus dem Bereich der Neurologie nach (act. G 4.1.74). Mit Bezug auf den 

von der Versicherten eingereichten Bericht der Radiologie Nordost, Diagnosezentrum 

Rheintal, vom 30. Juni 2011 (vgl. act. G 4.1.71) befand RAD-Arzt Dr. J.___ am 2. 

September 2011, dass sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren in morphologischer 

Hinsicht nichts Wesentliches verändert habe (act. G 4.1.76).

A.i   Mit Schreiben vom 17. Oktober 2011 nahm die Versicherte zu den von der IV-

Stelle eingeholten medizinischen Berichten Stellung (act. G 4.1.79).

A.j   Am 26. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids eine 

Abweisung des Rentenbegehrens gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16% (act. 

G 4.1.81).

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B.    

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 25. November 2011 Beschwerde 

mit den Anträgen auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache einer 

ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei der Sachverhalt durch ein neues medizinisches 

Gutachten abzuklären und dann neu in der Sache zu verfügen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, dass eine grundlegende Meinungsdifferenz zwischen den 

Gutachtern und der Neurochirurgischen Klinik des KSSG einerseits und dem Neuro- 

und Wirbelsäulenchirurgen Dr. B.___ sowie Dr. F.___ andererseits bestehe. Eine neue 

Expertise sei deshalb angebracht. Zudem seien auch die Grenzen der Zumutbarkeit für 

die Überwindung der Schmerzen und die effektiv realisierbaren Arbeitsmöglichkeiten 

auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unberücksichtigt geblieben (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 1. Februar 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Beschwerdeabweisung (act. G 4).

B.c  In der Replik vom 5. März 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest. Zudem ersuchte sie um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (act. G 7). 

Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9)

B.d  Auf Ersuchen des Versicherungsgerichts vom 3. September 2013 reichte die 

Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 4. und 12. September 2013 (Eingang) den in 

den IV-Akten fehlenden IK-Auszug sowie die Arztberichte von Dr. G.___ vom 6. Juli 

2010 und Dr. F.___ vom 21. April 2011 nach (act. G 10, G 11).

B.e  Auf entsprechende telefonische Nachfrage des Gerichts vom 8. Oktober 2012 

verzichtete die Beschwerdeführerin auf die Durchführung einer Verhandlung (act. G 13).

C.      

C.a  An der Sitzung vom 7. November 2013 beschloss das Versicherungsgericht, den 

Bericht der Radiologie Nordost vom 30. Juni 2011 samt dem diesem zugrunde 

liegenden MR LWS der MEDAS Ostschweiz zur ergänzenden Stellungnahme zu 

unterbreiten (vgl. act. G 14 ff.). Im Schreiben vom 12. Dezember 2013 hielt Prof. Dr. 

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med. L.___, Chefarzt der MEDAS Ostschweiz, fest, dass in den zeitlich deutlich nach 

dem MEDAS-Gutachten liegenden Berichten ein veränderter und strittiger MR-tomo­

graphischer Befund beschrieben werde. Da für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

aber nicht entscheidend sei, dass MR-tomographisch Veränderungen vorlägen, 

sondern ausschliesslich, ob Fähigkeitsstörungen mit Einfluss auf die berufliche 

Leistungsfähigkeit bestünden, sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine klinisch-

neurologische Untersuchung notwendig (act. G 19).

C.b  Die Beschwerdeführerin nahm mit Schreiben vom 19. Dezember 2013 

dahingehend Stellung, als die MEDAS somit ihren Eventualantrag anerkenne, dass ein 

neues Gutachten einzuholen sei. Dennoch sei grundsätzlich gestützt auf die Aktenlage 

erstellt, dass ihr eine ganze Rente zuzusprechen sei (act. G 21).

Erwägungen:

1.       

1.1   Zwischen den Parteien ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

Rentenleistungen streitig.

1.2   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

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1.4   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (vgl. Art. 43 

Abs. 1 ATSG) und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Leistungsanspruchs gestatten.

2.       

2.1   Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.

2.2   Für die Bemessung des Invaliditätsgrads hat sich die Beschwerdegegnerin auf 

das MEDAS-Gutachten vom 25. November 2011 (act. G 4.1.51) abgestützt. In formeller 

Hinsicht bestreitet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, dass das Gutachten 

auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen erfolgt sei. Er beantragt, 

es seien nähere Angaben bezüglich der Dauer und der Vorgehensweise der 

gutachterlichen Untersuchungen einzuholen (vgl. act. G 7). Die Beschwerdegegnerin 

informierte die Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom 15. Juli 2010 über die 

Durchführung einer medizinischen Abklärung durch die MEDAS Ostschweiz (act. 

G 4.1.45). Die MEDAS teilte ihr mit Schreiben vom 20. August 2010 den Termin des 

Erstgesprächs mit Dauer von ca. zwei Stunden sowie die Gesamtdauer der 

Begutachtung von ca. drei Tagen mit. Zudem wurde die Beschwerdeführerin darauf 

hingewiesen, dass sie in den notwendigen Fachgebieten zur Verminderung der eigenen 

Belastung nur von jeweils einem Arzt des Fachgebiets untersucht werde (act. G 4.1.48). 

Am 20. September 2010 fand MEDAS-intern eine Befragung und Untersuchung der 

Beschwerdeführerin statt, insbesondere auch in neurologischer Hinsicht (act. 

G 4.1.51-2ff.). Gemäss dem Consiliargutachten von Dr. H.___ wurde die 

Beschwerdeführerin am 21. September 2010 rheumatologisch untersucht. Die 

erhobenen Untersuchungen und Befunde wurden sodann systematisch im Bericht vom 

22. September 2010 festgehalten (act. G 4.1.51-28ff.). Wie dem Consiliargutachten von 

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Dr. I.___ vom 18. Oktober 2010 zu entnehmen ist, fand die psychiatrische 

Begutachtung am Folgetag, dem 22. September 2010, im Beisein eines Albanisch-

Dolmetschers statt und dauerte 75 Minuten. Auch hinsichtlich dieser Untersuchung 

wurde der Verlauf mit Gespräch, Fragebögen und Beobachtungen systematisch 

nachvollziehbar im Bericht vom 18. Oktober 2010 dokumentiert (act. G 4.1.51-34). 

Nachdem die Beschwerdeführerin keine konkreten Angaben macht, inwiefern Dauer 

und Verlauf der Begutachtung anders hätten von statten gehen sollen, erübrigen sich 

weitere Abklärungen. Vielmehr ist von einer formell korrekt durchgeführten MEDAS-

Begutachtung auszugehen.

2.3   Streitig und zu prüfen ist im Weiteren, ob auch in materieller Hinsicht auf das 

MEDAS-Gutachten abgestellt werden kann. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung 

konnte gemäss dem Gutachten kein objektivierbarer, pathologischer neurologischer 

Befund nachgewiesen werden, insbesondere war das Lasègue-Zeichen beidseits 

negativ, es bestand keine Reflexdifferenz und keine Parese. Zwar habe die 

Beschwerdeführerin Sensibilitätsstörungen in Form einer Hypästhesie, Hypalgesie und 

Thermhypästhesie des gesamten linken Beins bei intaktem Lagesinn und 

Vibrationsempfinden angegeben, eine Obergrenze der Sensibilitätsstörungen habe sie 

jedoch nicht angeben können (wobei unklar geblieben sei, ob dies aus sprachlichen 

Gründen nicht möglich gewesen sei). Durch die orthopädische Exploration sei ein 

persistierendes lumbospondylogenes Syndrom mit myofaszialem Schmerzsyndrom im 

linken Bein diagnostiziert worden, wodurch die angegebene, schwer zu beschreibende 

Symptomatik im linken Bein erklärt sein könne. Auch aus rheumatologischer/

orthopädischer Sicht hätten sich keine Hinweise für ein persistierendes radikuläres 

Reiz- oder gar Ausfallsyndrom ergeben (act. G 4.1.51-23). Zusammenfassend seien 

folglich die geklagten Beschwerden rheumaorthopädisch der Art und Lokalisation nach 

erklärbar, weniger aber in Bezug auf die Auswirkungen im Alltag. Rein von Seiten des 

Bewegungsapparats gesehen, könnten auf Grund der gesamten Datenlage (klinisch, 

unzählige MRI der LWS) für eine adaptierte Tätigkeit nur qualitative Einschränkungen 

angegeben werden: keine körperlichen Schwerarbeiten mit häufigem Tragen oder 

Heben schwerer Gewichte über 15 - 20 kg und vor allem keine langdauernden 

stereotypen Tätigkeiten in einer unergonomischen Rückenhaltung ohne die Möglichkeit 

zur Einnahme von Wechselhaltungen; ideal adaptiert seien wechselbelastende 

Tätigkeiten. Unter Berücksichtigung der angegebenen Beschwerden bestehe zusätzlich 

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ein vermindertes Rendement von etwa 20% für vermehrt eingeschaltete Pausen, 

Dehnübungen oder zur Einnahme von Entlastungshaltungen. Was das myofasziale 

Syndrom im Schultergürtel betreffe, so seien hier lediglich ausschliessliche 

Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten mit stereotyper rotatorischer Belastung ungünstig. 

Aus der psychiatrischen Untersuchung ergab sich die Diagnose einer psychogenen 

Überlagerung bei persistierendem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom. Für eine 

psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität oder Dauer habe sich 

kein Hinweis ergeben. Auch aus psychiatrischer Sicht ergab sich eine um 20% 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten mit der Möglichkeit, vermehrt 

Pausen einzulegen. Insgesamt resultierte aus psychiatrischer, neurologischer und 

orthopädisch-rheumatologischer Sicht eine 20%ige Leistungsminderung bei einer 

100%igen Präsenzzeit. Dies um vermehrt Pausen einlegen und den Übungen oder der 

Einnahme von Entlastungshaltungen gerecht werden zu können (act. G 4.1.51-19ff.). In 

der Stellungnahme vom 25. August 2011 führte der MEDAS-Gutachter Dr. K.___ 

ergänzend zum Gutachten aus, es habe sich klinisch-neurologisch kein Hinweis auf ein 

radikuläres Syndrom ergeben. Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen 

Sensibilitätsstörungen am gesamten linken Bein bei intaktem Lagesinn und 

Vibrationsempfinden seien keinem Innervationsgebiet eines peripheren Nervens oder 

eines Dermatoms zuzuordnen und somit ebenfalls nicht typisch für ein radikuläres 

Syndrom. Insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Operation im 

Dezember 2008 zu keiner Verbesserung der Beschwerden geführt habe, bestehe aus 

neurologischer Sicht keine zwingende Indikation für eine erneute Operation. Diese 

Indikation müsse letztendlich von neurochirurgischer Seite gestellt werden. 

Erfahrungsgemäss sei die angeführte fachliche Meinungsdifferenz zwischen den 

Neurochirurgen bei dieser Frage jedoch nicht ungewöhnlich, da die Studienlage 

insbesondere für randomisierte, kontrollierte Studien schlecht sei (act. G 4.1.74-1f.).

2.4   Auf Grund der am 30. Juni 2011 in der Radiologie Nordost erfolgten MR-

Untersuchung der LWS hielt PD Dr. med. M.___ im gleichentags datierten Bericht einen 

Status nach Diskushernienoperation L4/5 links vor Jahren mit entsprechenden 

postoperativ narbigen Veränderungen daselbst und mit narbig umgebender 

mittelgrosser medio-linkslateral nach caudal sich vorwölbender Diskushernie mit 

dadurch bedingter Dorsalverlagerung und deutlicher bzw. hochgradiger Kompression 

des prärecessalen bis recessalen Anteils der Nervenwurzel L5 links fest (act. G 4.1.71). 

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Zu diesem Bericht sowie den Bildern nahm Prof. L.___ im Schreiben vom 12. 

Dezember 2013 dahingehend Stellung, dass das MEDAS-Gutachten am 25. November 

2010 abschliessend nach einer Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in der 

Einrichtung der MEDAS vom 20. bis 22. September 2010 erstellt worden sei. Die neuen 

Berichte würden zeitlich deutlich nach dem Gutachten liegen. Da ein veränderter und 

strittiger MR-tomographischer Befund beschrieben werde, könne sich das klinische 

Bild der Beschwerdeführerin deutlich geändert haben, so dass nicht auf die klinischen 

Befunde des Gutachtens abgestellt werden könne. Für die Arbeitsfähigkeit sei zudem 

nicht entscheidend, dass MR-tomographisch Veränderungen vorlägen, sondern 

ausschliesslich, ob Fähigkeitsstörungen mit Einfluss auf die berufliche 

Leistungsfähigkeit bestünden. Diese seien aus dem bildgebenden Material in keinster 

Weise ablesbar. Hierzu sei eine klinisch-neurologische Untersuchung notwendig. Auch 

die weiteren Beurteilungen, die dem Aktenmaterial beigelegen hätten, liessen keine 

Aussagen bezüglich der Arbeitsfähigkeit treffen (act. G 19).

2.5   Damit kann auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. J.___ vom 2. September 

2011, wonach durch die neue MR-Untersuchung der LWS vom 30. Juni 2011 keine 

neuen Tatsachen geschaffen würden (vgl. act. G 4.1.76), nicht abgestellt werden. 

Entgegen seinen Ausführungen war denn auch vor dem 30. Juni 2011 keine Rede von 

"hochgradiger Kompression" der Nervenwurzel L5. Die medizinische Aktenlage vermag 

gestützt auf die Stellungnahme von Prof. L.___ keine taugliche Grundlage für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2011 (vgl. zur zeitlichen Grenze der 

richterlichen Überprüfungsbefugnis: BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen) zu bilden. 

Vielmehr drängt sich - wie Prof. L.___ zum Ausdruck brachte (vgl. act. G 19) - eine 

weitere klinisch-neurologische Untersuchung auf. Nachdem der Beschwerdegegnerin 

der Bericht der Radiologie Nordost vom 30. Juni 2011 bereits vor dem Erlass ihrer 

Verfügung vorlag und sie es trotz Untersuchungspflicht unterlassen hat, diesen den 

MEDAS-Gutachtern zur Stellungnahme zu unterbreiten und die sich daraus 

ergebenden zusätzlichen Untersuchungen zu veranlassen, ist die Sache an sie 

zurückzuweisen, damit sie die nötigen medizinischen Abklärungen nun tätige. Sodann 

wird sie in der Sache neu zu verfügen haben.

3.     

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3.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 26. Oktober 2011 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur weiteren 

Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

3.3   Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss wird beantragt:

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 26. Oktober 

2011 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

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2.    Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker­

stattet.

3.    Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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		2025-07-19T10:08:23+0200
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