# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85811bf6-cced-5d99-86df-417b07482747
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.08.2008 B 2008/58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2008-58_2008-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2008/58

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 19.08.2008

Entscheiddatum: 19.08.2008

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 19. August 2008
Steuerrecht, Art. 194 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Auf ein Rechtsmittel einer 
beschränkt steuerpflichtigen Person wird nicht eingetreten, wenn die 
Pflichtige mit der Veranlagung materiell einverstanden ist und 
ausschliesslich einen Entscheid der obersten kantonalen Instanz erwirken 
will, um beim Bundesgericht eine Doppelbesteuerung in einem anderen 
Kanton anfechten zu können (Verwaltungsgericht, B 2008/58).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

______________

 

In Sachen

S.Holding AG, 

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwälte D. und F.,

gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

und

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

betreffend

Staatssteuern (Nichteintreten)

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Die S.Holding AG, Luzern, übernahm mit Fusionsvertrag vom 14. Dezember 2005 

ihre damalige Tochtergesellschaft S.AG Luzern. Diese hatte im Geschäftsjahr per 

31. Januar 2004 u.a. in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Waadt Gewinne aus der 

Veräusserung von Grundstücken erzielt. Sie wurde am 24. Februar 2005 an ihrem 

Hauptsteuerdomizil Luzern für die Staats- und Gemeindesteuern aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31. Januar 2004, der einen Verlust von Fr. 8'490'244.-- 

auswies, ohne steuerbaren Reingewinn und mit einem steuerbaren Kapital von 

Fr. 14'309'000.-- bei einem satzbestimmenden Kapital von Fr. 25'737'000.-- veranlagt. 

Die Kommission für die Grundsteuern der Stadt Zürich veranlagte die S.AG Luzern am 

17. Februar 2005 mit einem steuerpflichtigen Grundstückgewinn von Fr. 9'953'271.--. 

Im Kanton Waadt wurde die Gesellschaft am 2. November 2006 mit einem steuerbaren 

Gewinn von Fr. 34'400.-- bei einem Gesamtverlust von Fr. 25'003'800.-- und einem 

steuerbaren Kapital von Fr. 157'000.-- bei einem satzbestimmenden Kapital von Fr. 

25'797'000.-- veranlagt. In den Veranlagungen an den Spezialsteuerdomizilen Zürich 

und Waadt wurde der Gesamtverlust jeweils nicht berücksichtigt. Dies entsprach der 

damaligen bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Jene Veranlagungen erwuchsen 

unangefochten in Rechtskraft.

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Das Steueramt des Kantons St. Gallen veranlagte die S.AG Luzern für die 

Staatssteuern aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Januar 2004 mit einem 

steuerbaren Reingewinn von Fr. 4'284'987.-- und einem steuerbaren Eigenkapital von 

Fr. 1'303'000.--. Dagegen erhob die Pflichtige am 6. Mai 2005 Einsprache. Das 

kantonale Steueramt hiess diese mit Entscheid vom 19. Juli 2007 gut und veranlagte 

die S.AG Luzern im Kanton St. Gallen ohne steuerbaren Reingewinn und mit einem 

steuerbaren Eigenkapital von Fr. 1'303'000.--.

B./ Mit Eingabe vom 10. August 2007 erhob die S.Holding AG Rekurs bzw. Einsprache 

bei der Verwaltungsrekurskommission, bei der Kommission für die Grundsteuern der 

Stadt Zürich und beim Sekretariat der Steuerverwaltung Luzern sowie bei der 

administration cantonale des impôts des Kantons Waadt. Sie stellte das Begehren, der 

Eintritt der Rechtskraft des St. Galler Entscheids sei vorsorglich zu suspendieren, und 

zwar mindestens bis die anderen in ihrer Eingabe gestellten Anträge von den jeweils 

zuständigen Behörden behandelt worden seien. Hinsichtlich des Zürcher Entscheides 

beantragte sie, dieser sei aufzuheben und die im Zusammenhang mit dem Entscheid 

bezahlte Steuer im Betrag von Fr. 1'985'340.-- sei zuzüglich Zins zurückzuerstatten, 

ebenso sei der Entscheid des Kantons Waadt aufzuheben und die entsprechende 

Steuer von Fr. 7'982.40 inkl. Zins zurückzuerstatten. Ausserdem sei der Eintritt der 

Rechtskraft des Luzerner Entscheids vorsorglich zu suspendieren.

Die S.Holding AG gelangte zudem am 13. September 2007 wegen Verletzung des 

Doppelbesteuerungsverbots an das Bundesgericht. Dieses behandelte die Eingabe in 

seinem Präsidialurteil vom 20. September 2007 als Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten und trat auf diese nicht ein mit der Begründung, auch auf 

dem Gebiet der interkantonalen Doppelbesteuerung sei nur ein letztinstanzlicher 

kantonaler Entscheid anfechtbar. Gegenstand der Beschwerde bildeten aber 

ausschliesslich Veranlagungsverfügungen bzw. Einspracheentscheide. Die Beschwerde 

sei daher offensichtlich unzulässig. Das Bundesgericht übermittelte die Eingabe an die 

Verwaltungsrekurskommission, damit diese prüfe, ob sie als Rekurs gegen den 

Einspracheentscheid vom 19. Juli 2007 entgegengenommen werden könne.

Am 25. Oktober 2007 beantragte die S.Holding AG der Verwaltungsrekurskommission, 

der Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts sei aufzuheben und es sei ein 

neuer Entscheid im Sinn des aufgehobenen zu fällen.

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Die Verwaltungsrekurskommission trat mit Entscheid vom 14. Februar 2008 auf den 

Rekurs nicht ein. Sie erwog, sie sei für die Ueberprüfung des Zürcher Entscheids nicht 

zuständig, und es könne darüber in St. Gallen auch kein letztinstanzlicher Entscheid 

ergehen. Zudem sei das Verfahren auf die Erfüllung der Voraussetzungen für die 

Erhebung der öffentlichenrechtlichen Beschwerde beim Bundesgericht ausgerichtet. 

Deshalb ändere sich die Lage bei der Beschwerdeführerin nicht, ob auf den Rekurs 

nicht eingetreten oder ob materiell entschieden werde.

C./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreter vom 14. März 2008 erhob die S.Holding AG 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 

14. Februar 2008 und der Einspracheentscheid vom 19. Juli 2007 seien aufzuheben 

und es sei ein neuer Entscheid im Sinne des aufzuhebenden Einspracheentscheids zu 

fällen; ausserdem sei in Anbetracht der diesem Fall eigenen Umstände auf die 

Erhebung von Kosten und die Zusprechung von Prozessentschädigungen zu 

verzichten. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es ergebe sich bereits aus den 

Anträgen, dass das Beschwerdeverfahren nicht einer eigentlichen Anfechtung des 

Einspracheentscheids diene, sondern letztlich der Anfechtung des Entscheids der 

Kommission für die Grundsteuern der Stadt Zürich vom 17. Februar 2005 vor 

Bundesgericht. Sie müsse den gesamten Instanzenzug im Kanton St. Gallen 

durchlaufen und den mit dem Zürcher Entscheid im Zusammenhang stehenden 

Einspracheentscheid anfechten, obwohl sie diesen eigentlich akzeptieren wolle. Es sei 

auch zutreffend, dass sie durch den angefochtenen Rekursentscheid und auch durch 

den Einspracheentscheid vom 19. Juli 2007 nicht direkt beschwert sei. In der 

vorliegenden Konstellation scheine es aber richtig, von einer Art "erweitertem 

Rechtsschutzinteresse" zu sprechen. Der Bundesgesetzgeber habe es ausdrücklich in 

Kauf genommen, dass ein doppelt Besteuerter zur Durchsetzung seiner 

Rechtsschutzansprüche möglicherweise in einem Kanton, in dem er von einer 

Doppelbesteuerung gar nicht betroffen sei, den ganzen Instanzenzug durchlaufen 

müsse, um vor Bundesgericht einen Entscheid anfechten zu können, der in einem 

anderen Kanton gefällt worden sei. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit 

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 31. März 2008 die Abweisung 

der Beschwerde.

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Das kantonale Steueramt verzichtete mit Schreiben vom 21. April 2008 auf eine 

Vernehmlassung.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Angefochten ist der Nichteintretensentscheid der Verwaltungsrekurskommission 

vom 14. Februar 2008. Zu prüfen ist, ob diese zu Recht auf den Rekurs gegen den 

Einspracheentscheid des kantonalen Steueramtes vom 19. Juli 2007 nicht eingetreten 

ist.

1.1. Nach Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt StG) ist der 

Steuerpflichtige zum Rekurs berechtigt. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. 

VerwGE B 2006/142 vom 30. November 2006 i.S. D. und O.R.) richten sich die 

Anforderungen an das Rechtsschutzinteresse im Steuerstreitverfahren in 

sachgemässer Anwendung von Art. 161 StG nach Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP). Voraussetzung für die 

Anfechtung eines Einspracheentscheids ist somit, dass der Pflichtige an der Änderung 

oder Aufhebung des Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Dabei ist 

die Rechtsmittelbefugnis nicht nur dann zu bejahen, wenn der Betroffene rechtlich 

geschützte Interessen geltend macht, sondern auch dann, wenn eine Verfügung oder 

ein Entscheid seine tatsächliche Interessenstellung mehr berührt als irgendeinen Dritten 

oder die Allgemeinheit. Die Beeinträchtigung der Interessenlage darf dabei nicht nur 

subjektiv empfunden werden, sondern muss objektivierbar sein. Das schutzwürdige 

Interesse liegt im "praktischen Nutzen", den ein erfolgreiches Rechtsmittel dem 

Betroffenen in seiner rechtlichen oder tatsächlichen Situation einträgt bzw. in der 

Abwendung materieller oder ideeller Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen 

Verfügung mit sich bringen würde (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im 

Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 390 f.).

1.2. Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass sie durch den Rekursentscheid bzw. 

durch den Einspracheentscheid vom 19. Juli 2007 nicht direkt bzw. im Sinne der 

vorstehend dargelegten Bedingungen in ihren Interessen berührt ist. Sie beantragt 

denn auch ausdrücklich, dass das Verwaltungsgericht ein neues Urteil im Sinne des 

aufzuhebenden Einspracheentscheids fällen soll.

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1.3. Hintergrund des Verfahrens ist die Praxisänderung des Bundesgerichts zum 

Doppelbesteuerungsverbot. Das Bundesgericht hat den Grundsatz, wonach 

ausschliesslich der Kanton der gelegenen Sache zur Besteuerung von 

Grundstückserträgen und -gewinnen von interkantonalen Unternehmen befugt ist, 

sukzessive eingeschränkt und festgehalten, dass Ausscheidungsverluste möglichst zu 

vermeiden seien (BGE 131 I 285 E. 4.1). Auch bei Kapitalanlageliegenschaften könne 

der Liegenschaftskanton das Grundstück nicht ungeachtet eines allfälligen 

Betriebsverlustes uneingeschränkt besteuern (BGE 132 I 220 E. 5). Diese 

Praxisänderung wurde im Kanton St. Gallen während des hängigen 

Einspracheverfahrens berücksichtigt, und dementsprechend wurde die 

Gewinnsteuerveranlagung 2004 im Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramts 

vom 17. Juli 2007 aufgehoben und der steuerbare Reingewinn aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31. Januar 2004 auf Fr. 0 festgesetzt. Demgegenüber sind 

die Einschätzungen in den Kantonen Zürich und Waadt in Rechtskraft erwachsen. Im 

Kanton Waadt wurde die Veranlagung jedoch am 30. Oktober 2007 in Wiedererwägung 

gezogen.

1.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 86 Abs. 1 lit. d des 

Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, abgekürzt BGG) können nur Entscheide letzter 

kantonaler gerichtlicher Instanzen mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten beim Bundesgericht angefochten werden. Die frühere 

Ausnahmeregelung von Art. 86 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der 

Bundesrechtspflege (BS 3, 531 mit seither ergangenen Änderungen, abgekürzt OG) 

wurde nicht ins BGG übernommen. Die Ausnahmeregelung von Art. 86 Abs. 2 OG trug 

primär den verfahrensrechtlichen Schwierigkeiten Rechnung, vor die sich der doppelt 

Besteuerte gestellt sah. Das Bundesgericht hielt in einem unlängst ergangenen Urteil 

(BGE 133 I 300 E. 2.3) fest, die Lehre bedaure denn auch, dass das neue Recht keine 

Ausnahme mehr enthalte. Abgesehen davon, dass das Verfahren verlängert und für 

den Steuerpflichtigen verteuert werde, werde als wenig sinnvoll erachtet, dass 

nunmehr zwingend innerkantonal der Instanzenzug durchlaufen werden müsse, 

stünden sich doch in einem interkantonalen Kompetenzkonflikt regelmässig nicht nur 

der Pflichtige einerseits und mehrere Kantone anderseits, sondern auch die betroffenen 

Kantone untereinander in einer parteiähnlichen Stellung gegenüber. Die Neuerung 

stehe indessen im Einklang mit einem der wichtigen Ziele der 

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Bundesrechtspflegereform, das Bundesgericht zu entlasten und deshalb nicht als erste 

richterliche Behörde tätig werden zu lassen. Bevor es angerufen werden könne, solle 

zuvor immer mindestens ein Gericht über die Streitsache entschieden haben, was mit 

einer gewissen Filterwirkung verbunden sei und dem Bundesgericht aufwendige 

Sachverhaltsabklärungen ersparen solle. Weiter hielt das Bundesgericht fest, die 

Rechtsmittelregelung möge den Rechtsschutz für den mehrfach Besteuerten 

erschweren. Immerhin sei dieser aber nicht verpflichtet, in jedem der betroffenen 

Kantone den Instanzenzug zu durchlaufen. Es genüge nach dem Willen des 

Gesetzgebers, wenn er dies bloss in einem Kanton tue; gegen den dort erwirkten 

letztinstanzlichen gerichtlichen Entscheid könne er Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erheben und dabei auch die früher ergangenen 

Entscheide in anderen die Steuerhoheit beanspruchenden Kantonen anfechten, selbst 

wenn diese nicht letztinstanzlich seien. Keine Probleme ergäben sich dabei, wenn der 

Pflichtige mit der Besteuerung desjenigen Kantons nicht einverstanden sei, in welchem 

er den Instanzenzug durchlaufe. Falls der Pflichtige die Steuerhoheit des zuletzt 

Veranlagenden bzw. zuletzt einen Steuerdomizilentscheid fällenden Kantons 

anerkennen wolle, werde ihm in diesem Fall keine andere Wahl bleiben, als den 

Instanzenzug im letzten Kanton zu durchlaufen, um schliesslich vor Bundesgericht die 

Aufhebung der eine Doppelbesteuerung bewirkenden Veranlagungen übriger Kantone 

beantragen zu können. Dieser Rechtsmittelweg müsse dem doppelt Besteuerten trotz 

der Besonderheit der Konstellation offen stehen (BGE 133 I 300 E. 2.4 mit Hinweisen).

Nachdem die Beschwerdeführerin die belastenden Veranlagungen der Kantone Zürich 

und Waadt unangefochten in Rechtskraft erwachsen liess, sucht sie nunmehr eine 

Möglichkeit, die Frage der Doppelbesteuerung aufgrund der neuen Rechtsprechung 

dem Bundesgericht unterbreiten zu können. Dieses verlangt wie erwähnt einen 

kantonal letztinstanzlichen gerichtlichen Entscheid. Diejenigen Entscheide, welche die 

Beschwerdeführerin belasten, sind formell rechtskräftig geworden. Der Kanton Waadt 

hat seinen Entscheid in Wiedererwägung gezogen, und der Kanton St. Gallen hat der 

neuen Praxis im Einspracheentscheid Rechnung getragen.

Die vorliegende Problematik wird auch im Schrifttum behandelt (Meier/Clavadetscher, 

Prozessuale Klippen bei der Durchsetzung des Interkantonalen 

Doppelbesteuerungsverbots, in: IFF-Forum für Steuerrecht, S. 135 ff.). Zu den 

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Erwägungen des Bundesgerichts wird festgehalten, dass auf ein Rechtsmittel gegen 

eine Veranlagung, mit welcher der Pflichtige einverstanden ist, nicht eingetreten werde. 

Ein Nichteintretensentscheid könnte allerdings bis vor die letzte Rechtsmittelinstanz 

gezogen werden. Eine weitere Möglichkeit, einen Nichteintretensentscheid zu erlangen, 

wäre ein Vorgehen, dass in einem Kanton die Veranlagung des anderen Kantons 

angefochten würde, worauf sich mangels Hoheit über den anderen Kanton die 

angerufenen Instanzen als unzuständig erklären und deshalb auf das Begehren nicht 

eintreten würden. Die prozessualen Risiken bestünden aber auch in diesem Fall. Weiter 

wird festgehalten, dass die Möglichkeit bestehe, ein Scheingefecht zu führen, d.h. im 

Rechtsbegehren die Aufhebung der Veranlagung, mit welcher der Pflichtige 

einverstanden sei, zu verlangen. Dies würde wohl dazu führen, dass alle Instanzen die 

Veranlagung be-stätigen würden, weshalb schliesslich ein letztinstanzliches Sachurteil 

vorläge. In taktischer Hinsicht gelte es dabei abzuwägen, ob in der Begründung 

durchblicken zu lassen sei, dass eigentlich die Veranlagung des andern Kantons als 

unzutreffend erachtet werde oder ob das gestellte Begehren mit voller Überzeugung 

vertreten werden solle (Meier/Clavadetscher, a.a.O., S. 140).

Das Bundesgericht geht nach seinen Erwägungen davon aus, dass eine Veranlagung, 

mit welcher der Pflichtige inhaltlich einverstanden ist, allein deshalb angefochten wird, 

um einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid zu erwirken. Ob dies zwingend ein 

materieller Entscheid sein muss oder ob auch ein Nichteintretensentscheid 

Anfechtungsobjekt der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten sein 

kann, führt das Bundesgericht nicht näher aus. Aufgrund der vom Bundesgericht 

angeführten Zwecksetzung der gesetzlichen Regelung, der Entlastung des 

Bundesgerichts, läge die Schlussfolgerung nahe, dass nur letztinstanzliche kantonale 

Entscheide, welche materiell eine Veranlagung zum Gegenstand haben, mit 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten angefochten werden können, 

denn bei Nichteintretensentscheiden müsste das Bundesgericht eine Veranlagung 

überprüfen, die von einer unteren kantonalen Instanz getroffen würde. In solchen Fällen 

wäre es unter dem Blickwinkel der Entlastung des Bundesgerichts nicht weniger 

aufwendig, wenn eine erstinstanzliche Veranlagung unmittelbar mit Beschwerde an das 

Bundesgericht weitergezogen werden könnte. Das Bundesgericht hält denn auch fest, 

dass es bei einem kantonal letztinstanzlichen Entscheid nicht in jedem Fall davon 

entbunden sei, den Sachverhalt frei zu prüfen, und weiter führt es aus, das in Art. 99 

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BGG enthaltene Novenverbot sei wohl zu relativieren, wenn der Instanzenzug nur in 

einem Kanton durchlaufen werde, und die mit dem Vorschalten einer gerichtlichen 

Instanz verbundenen Vorteile wirkten sich nicht vollumfänglich aus (BGE 133 I 300 E. 

2.3). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass das Bundesgericht einen 

kantonal letztinstanzlichen Nichteintretensentscheid als taugliches Anfechtungsobjekt 

für eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betrachten wird. Damit 

wird die Durchsetzung des Doppelbesteuerungsverbots nicht vereitelt, selbst wenn die 

kantonalen Rechtsmittelinstanzen eine Veranlagung nicht materiell überprüfen. Es kann 

vom Steuerpflichtigen auch nicht ernsthaft verlangt werden, eine Veranlagung 

anzufechten, die er ausdrücklich als richtig erachtet. Ein solches Scheingefecht (vgl. 

Meier/Clavadetscher, a.a.O., S. 140) wäre einem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten. 

Dieser hat im übrigen die Möglichkeit, sämtliche Veranlagungen anzufechten, mit 

denen er inhaltlich nicht einverstanden ist. Es obliegt letztlich dem Pflichtigen zu 

entscheiden, ob er zunächst verschiedene Veranlagungen in Rechtskraft erwachsen 

lässt und erst die letzte Veranlagung anficht. Im vorliegenden Fall wäre es der 

Beschwerdeführerin jedenfalls unbenommen gewesen, die Veranlagungen der Kantone 

Zürich und Waadt anzufechten und geltend zu machen, die Steuerausscheidung sei 

anders vorzunehmen.

1.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass im 

Nichteintretensentscheid der Vorinstanz keine Rechtsverletzung erblickt werden kann. 

Der Anspruch bzw. das Interesse der Beschwerdeführerin, einen kantonal 

letztinstanzlichen Entscheid zu erwirken, wurde nicht vereitelt. Somit ist die 

Beschwerde abzuweisen.

1.6. Selbst wenn der Beschwerdeführerin das geltend gemachte "erweiterte 

Rechtsschutzinteresse" zuzuerkennen wäre, welches ihr Anspruch auf einen 

materiellen Entscheid verschaffen würde, könnte ihrem Rechtsbegehren in der 

gestellten Form nicht stattgegeben werden. Der Einspracheentscheid des kantonalen 

Steueramts vom 19. Juli 2007 könnte nämlich nicht aufgehoben werden, da sich die 

Veranlagung als materiell rechtmässig erweist.

2. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

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Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12).

Die Beschwerdeführerin beantragt einen Verzicht auf die Kostenerhebung. Sie 

begründet dies mit den dem vorliegenden Fall eigenen Umständen. Inwiefern diese 

einen Verzicht auf die Kostenerhebung rechtfertigen, legt sie aber nicht substantiiert 

dar. Auf die Kostenerhebung ist daher nicht zu verzichten. Die Kosten sind mit dem 

geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).

                                                                     Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./    Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt die 

Beschwerdeführerin unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3./    Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

 

Der Präsident:                                                                                                   Der 

Gerichtsschreiber:

 

 

Versand dieses Entscheides an:

-       die Beschwerdeführerin (durch Rechtsanwälte D. und F.)

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-       die Vorinstanz

-       den Beschwerdegegner

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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