# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e13a7bc-4e1f-57e3-8a55-47ff65790831
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-14
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 14.08.2014 VG.2014.00034 (VG.2014.88)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2014-00034_2014-08-14.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 14. August 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2014.00034

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin  

    
	
     

    	
     

    
	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    	
     

    

  

  
	
   

   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Süd, Werke und Umwelt

    	
    Beschwerdegegnerin  

    
	
     

    	
     

    
	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    C.______

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    D.______AG

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Vergabe Lawinen- und Hochwasserschutz Engi

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gemeinde Glarus Süd schrieb im Amtsblatt vom 6. März
  2014 Baumeisterarbeiten für den Hochwasser- und Lawinenschutz in Engi aus. Am
  Vergabeverfahren nahmen fünf Unternehmen teil. Die Offertöffnung erfolgte am
  17. April 2014. Den Zuschlag erhielt mit undatierter Verfügung (Datum
  Eingang A.______AG: 24. April 2014) die D.______AG. Sie offerierte die
  ausgeschriebenen Arbeiten zu einem Preis von Fr. 1'299'530.35. Die
  ebenfalls am Submissionsverfahren teilnehmende A.______AG kam auf Rang zwei.
  Ihr Angebot belief sich auf Fr. 1'283'679.50. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 5. Mai 2014
  erhob die A.______AG beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den
  Zuschlagsentscheid. Sie beantragte im Hauptstandpunkt dessen Aufhebung und
  die Erteilung des Zuschlags an sie selbst. Eventualiter sei die angefochtene
  Verfügung aufzuheben und an die Gemeinde Glarus Süd zurückzuweisen, verbunden
  mit der Anordnung, der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin zu erteilen; subeventualiter
  sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und zur Neuvergabe an die
  Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; subsubeventualiter sei die
  Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung festzustellen; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde Glarus Süd. In formeller Hinsicht
  ersuchte die A.______AG um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  2.2 Das Gericht lud am 6.
  Mai 2014 die D.______AG in das Verfahren bei. Am 26. Mai 2014 erteilte
  der Verwaltungsgerichtspräsident der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und
  gewährte der A.______AG mit Ausnahme der Offertunterlagen der D.______AG
  Einsicht in sämtliche Verfahrensakten. Die Gemeinde Glarus Süd liess sich am
  5. Juni 2014 vernehmen und beantragte Abweisung der Beschwerde; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der A.______AG. Die D.______AG
  verzichtete vorerst auf eine Stellungnahme.

  
	
   

  
	
  2.3 Am 2. Juli 2014
  erstattete die A.______AG eine Replik. Zudem reichte sie am 9. Juli 2014
  eine weitere Stellungnahme ein. Am 14. Juli 2014 liessen sich die Gemeinde
  Glarus Süd sowie die D.______AG duplicando vernehmen. Die Parteien hielten an
  den bereits gestellten Anträgen fest, wobei die D.______AG in der Sache
  selbst keine Anträge stellte.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 35 f. des Submissionsgesetzes
  vom 4. Mai 1997 [SubmG] i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. c des
  Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Da
  auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Das Verwaltungsgericht prüft die Angelegenheit
  auf unrichtige oder unvollständige
  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie auf unrichtige Rechtsanwendung.
  Die Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids ist ihm hingegen verwehrt
  (Art. 37 SubmG; Art. 16 Abs. 1 und Abs. 2 der Interkantonalen
  Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November
  1994 bzw. vom 15. März 2001 [IVöB]).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Im Zwischenentscheid vom
  26. Mai 2014 wies das Verwaltungsgericht in E. 3 auf die Anforderungen
  an die Begründung einer Zuschlagsverfügung hin und hielt fest, dass sich aus
  der Begründung der angefochtenen Verfügung nicht ergebe, wie die Bewertung
  der Kriterien "technische Qualität des Angebots" und
  "Referenzen" zu Stande gekommen sei. Insofern verletzte die
  Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht. In der Beschwerdeantwort reichte
  die Beschwerdegegnerin die Begründung jedoch nach. Dies ist vor allem mit
  Blick auf die Prozessökonomie zulässig (VGer ZH-Urteil VB.2011.00322 vom 28.
  September 2011 E. 4, VB.2009.00393 vom 8. September 2010 E. 6,
  www.vgr.zh.ch), weshalb an der bisher eher strengen Praxis des Verwaltungsgerichts
  nicht mehr festzuhalten ist (vgl. dazu VGer-Urteil VG.2010.00012 vom
  28. März 2012 E. II/5f). Indessen ist die mangelhafte Begründung des
  Zuschlagsentscheids ungeachtet des Verfahrensausgangs bei der Kostenverlegung
  zu berücksichtigen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Strittig und zu prüfen ist
  vorliegend, ob das Angebot der A.______AG
  das wirtschaftlich günstigste (i.S.v. Art. 30 Abs. 1 SubmG) ist und ihr
  deshalb anstelle der D.______AG der
  Zuschlag für die am 6. März 2014 ausgeschriebenen Baumeisterarbeiten
  für den Hochwasser- und Lawinenschutz in Engi zu erteilen ist.

  
	
   

  
	
  3.1 Gemäss Art. 30
  Abs. 1 SubmG erhält grundsätzlich das wirtschaftlich günstigste Angebot den
  Zuschlag. Neben dem Preis können unter anderem auch die Wirtschaftlichkeit,
  der technische Wert, die Zweckmässigkeit sowie Erfahrung und Fachkompetenz
  berücksichtigt werden (vgl. auch Art. 13 Abs. 1 lit. f IVöB). Bei der Auswahl
  der Zuschlagskriterien verfügt die Vergabebehörde im Rahmen der gesetzlichen
  Vorgaben über eine erhebliche Ausgestaltungsfreiheit (vgl. VGer ZH-Urteil
  VB.2010.00351 vom 26. Januar 2011 E. 3, www.vgr.zh.ch; Peter Galli et al.,
  Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2013,
  Rz. 873). Ebenso steht ihr beim Entscheid darüber, welches Angebot das
  wirtschaftlich günstigste ist, ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl.
  BGE 125 II 86 E. 6; BGer-Urteil 2C_549/2011 vom 27. März 2012
  E. 2.4; VGer-Urteil VG.2010.00012 vom 28. März 2012 E. II/5b,
  VG.2006.00156 vom 3. April 2007 E. III/5b, beide nicht publiziert).
  Die festgesetzten Zuschlags- und Unterkriterien mitsamt der Gewichtung sind
  für die Vergabebehörde bei der Zuschlagserteilung jedoch verbindlich und
  schränken dementsprechend ihr Ermessen ein (Galli et al., Rz. 859).

  
	
   

  
	
  3.2 Bei der Rechts- und Sachverhaltskontrolle der
  Angebotsbewertung auferlegt sich das Gericht Zurückhaltung, insbesondere was
  die technischen Konditionen von Ausschreibung und Offerten anbelangt. Die
  Vergabebehörde ist einerseits mit den tatsächlichen Verhältnissen der
  Ausschreibung besser vertraut und verfügt andererseits über mehr Fachwissen
  (BGE 125 II 86 E. 6; VGer-Urteil VG.2011.00022 vom 6. Juli 2011
  E. II/8c, VG.2010.00012 vom 28. März
  2012 E. II/2d, beide nicht publiziert; Galli et al.,
  Rz. 1387).

   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass die
  Bewertung der Offerten nicht nach Massgabe der ausgeschriebenen
  Zuschlagskriterien vorgenommen worden sei. Zudem seien einige Unterkriterien
  ausgeweitet worden, womit Beurteilungsaspekte in die Bewertung eingeflossen
  seien, die in den Ausschreibungsunterlagen nicht als Zuschlagskriterien
  genannt worden seien. Die Beschwerdegegnerin bestreitet, bei der Bewertung
  der Angebote von den publizierten Zuschlagskriterien abgewichen zu sein. 

  
	
   

  
	
  4.2 Reihenfolge und Gewichtung der massgeblichen
  Zuschlagskriterien sind in den Ausschreibungsunterlagen in der Reihenfolge
  ihrer Bedeutung bekanntzugeben (Art. 30 Abs. 3 SubmG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 lit. k der Submissionsverordnung
  vom 17. Dezember 1997 [SubmV]). Unterkriterien
  oder Kategorien, welche bloss der Konkretisierung der publizierten
  Zuschlagskriterien dienen, müssen vorgängig nicht bekannt gegeben werden.
  Eine Ausnahme davon besteht dann, wenn die Behörde gewichtete Unterkriterien
  bereits im Zeitpunkt der Ausschreibung konkret formuliert und ein Schema mit
  festen prozentualen Gewichtungen festgelegt hat, das sie für die Bewertung
  der Offerten auch anzuwenden gedenkt (BGer-Urteil 2P.111/2003 vom 21. Januar
  2004 E. 2.1, mit Hinweisen). Ob die Unterkriterien den publizierten Zuschlagskriterien
  inhärent sind, ergibt sich aus den Gesamtumständen des entsprechenden
  Auftrages, namentlich aus der Gesamtheit der Ausschreibungsunterlagen und
  insbesondere aus dem Leistungsverzeichnis und den Marktbedingungen
  (BGer-Urteil 2P.172/2002 vom 10. März 2003 E. 2.3). 

  
	
   

  
	
  4.3 Eine Bewertung der Angebote anhand eines anders
  strukturierten und stärker differenzierten Kriterienkatalogs ist zulässig,
  solange darin keine substantielle materielle Änderung des
  Ausschreibungsinhalts liegt und kein Anbieter darzutun vermag, dass sich die
  Divergenz auf die Ausgestaltung seiner Offerte ausgewirkt hat und kausal für
  den Nichterhalt des Zuschlags war (BGer-Urteil 2P.4/2000 vom 26. Juni
  2000 E. 4d). Die Prinzipien der Transparenz sowie der Nichtdiskriminierung
  der Anbieterinnen gebieten, dass im Laufe des Submissionsverfahrens und nach
  Abgabe der Angebote die Zuschlagskriterien oder ihre relative Gewichtung
  nicht oder nur ausnahmsweise und unter Einhaltung der soeben genannten
  Grundsätze geändert werden dürfen (vgl. BGE 125 II 86 E. 7c;
  Galli et al., Rz. 914 ff.). Die Bewertung der Angebote soll gemäss einem
  generell-abstrakten Schema vorgenommen werden, das den bekannt gegebenen Zuschlagskriterien
  entspricht, die Kriterien der Punkteverteilung im Einzelnen umfassend und
  nachvollziehbar regelt und auf alle Angebote gleich angewandt wird (vgl. VGer
  ZH-Urteil VB.2010.00568 vom 12. Januar 2011 E. 4.1, mit weiteren
  Hinweisen, www.vgr.zh.ch).

  
	
   

  
	
  4.4 In den Allgemeinen Bestimmungen der
  Ausschreibungsunterlagen (Ziff. 2.3.2) wurden im Rahmen des mit 20 %
  gewichteten Kriteriums der technischen Qualität des Angebots sieben
  Unterkriterien aufgeführt, die mit jeweils einem bis fünf Punkten zu bewerten
  waren:

  
	
   

  
	
  -      Angaben
  zu Installationen;

  
	
  -      Bauabläufe,
  Bauverfahren etc.;

  
	
  -      Wasserhaltung
  und Vorgehen bei Arbeiten im und am Wasser;

  
	
  -      Risikoanalyse;

  
	
  -      Beizug
  von Spezialisten (Subunternehmer);

  
	
  -      Leistungsangaben;

  
	
  -      Bauprogramm.

  
	
   

  
	
  In der Offertkontrolle und dem Vergebungsantrag bzw. dem
  Offertvergleich und der Beurteilung der Angebote vom 22. April 2014
  wurden die ersten vier Unterkriterien (Angaben Installationen,
  Bauabläufe/Bauverfahren, Wasserhaltung und Risikoanalyse) unverändert
  übernommen. Des Weitern wurden die beiden Unterkriterien "Projektorganisation/Beizug
  von Spezialisten" sowie "Leistungsangaben/Bauprogramm"
  bewertet. Im Vergabeentscheid wurden bei der technischen Qualität des
  Angebots zwar keine Unterkriterien genannt. Da jedoch die Punktezahl der
  Kategorie mit derjenigen des Vergebungsantrags identisch ist, darf auch von
  der Gleichheit der Unterkriterien entsprechend dem Vergebungsantrag ausgegangen
  werden.

  
	
   

  
	
  4.5 Zutreffend bringt die Beschwerdeführerin vor,
  dass im Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" auch die
  "Projektorganisation" Eingang in die Beurteilung gefunden hat und
  dass die vormals getrennten Unterkriterien "Leistungsangaben" und
  "Bauprogramm" zu einem Bewertungspunkt zusammengefasst wurden.
  Unklar ist, was die Beschwerdegegnerin unter dem Kriterium
  "Projektorganisation" versteht. Der Vergebungsantrag und die
  Angebotsbeurteilung lassen vermuten, dass es hierbei um die Darstellung der
  Verantwortlichkeiten auf der Baustelle geht.

  
	
   

  
	
  Es ist zu bezweifeln, dass durch den Miteinbezug der Projektorganisation
  oder durch die Zusammenfassung der Kriterien "Leistungsangaben" und
  "Bauprogramm" der Inhalt der Ausschreibung abgeändert bzw.
  erweitert wurde. Es darf nämlich von den Anbieterinnen erwartet werden, dass
  sie erkennen, dass die Projektorganisation in die Offertbewertung
  miteinfliesst. In Ziff. 2.7 der Allgemeinen Bedingungen wurde denn auch
  klar festgehalten, dass die Unterlagen Angaben über die Organisation des Unternehmens,
  die Zuständigkeiten (inkl. Organigramm der Baustelle) sowie über die
  Zusammensetzung einer allfälligen Arbeitsgemeinschaft enthalten müssen.

  
	
   

  
	
  Eine andere Frage ist jedoch, wie und wo die Gewichtung
  der "Projektorganisation" erfolgt. Genauso gut hätte die
  Darstellung der Verantwortlichkeiten nämlich unter dem Titel der
  "Bauabläufe/Bauverfahren" oder im "Bauprogramm" ins
  Gewicht fallen können. Sowohl die Projektorganisation als auch der Beizug von
  Subunternehmen haben im entfernteren Sinne mit der Organisation einer
  Baustelle zu tun. Es scheint jedoch weit hergeholt, Aspekte der
  Projektorganisation im Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" zu
  berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  4.6 Es kann nicht angehen, in einem
  Unterkriterium, dessen Gewichtung in den Ausschreibungsunterlagen bereits
  bekannt gegeben wurde, Aspekte in die Würdigung einfliessen zu lassen, die
  mit dem klar definierten Wortlaut nicht zu vereinbaren sind. Die
  Vergabebehörde hat die Angebote ausschliesslich nach den von ihr bekannt gegebenen
  Kriterien zu beurteilen (Galli et al., Rz. 859). Gerade in einem Vergabeverfahren
  wie dem vorliegenden, in welchem lediglich zwei Hundertstel Punkte über den
  Erhalt des Zuschlags entscheiden, kann durch die freimütige Berücksichtigung
  von Bewertungsgründen in andern als in den Ausschreibungsunterlagen
  kommunizierten Kriterien das Ergebnis der Ausschreibung sofort anders ausfallen.
  Es widerspricht insbesondere den Grundsätzen der Transparenz, dem Verbot der
  Diskriminierung der Anbieterinnen sowie dem Gebot der Fairness, wenn
  Gesichtspunkte in die Bewertung einfliessen, die entweder gar nicht
  vorgesehen waren oder deren Einfluss in einem anderen Kriterium erfolgen
  muss.

  
	
   

  
	
  Demnach sind die Unterkriterien "Bauprogramm"
  und "Leistungsangaben" getrennt zu berücksichtigen und im
  Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" ist die Projektorganisation
  auszuklammern. Als noch vertretbar erscheint hingegen, die Lieferanten im
  Kriterium "Beizug von Spezialisten" zu beurteilen. Zwar wurde in
  Ziff. 2.3.2 der Allgemeinen Bedingungen der Ausschreibungsunterlagen
  definiert, dass unter dem fraglichen Zuschlagskriterium vor allem die
  Subunternehmer zu bewerten sind. In Ziff. 2.7 werden im Zusammenhang mit
  den Anforderungen an die Unternehmerunterlagen die Lieferanten jedoch mit den
  Subunternehmern in einem Zuge genannt. Aspekte bezüglich vorgesehener
  Lieferanten dürfen deshalb in dieses Unterkriterium einfliessen.

  
	
   

  
	
  4.7 Trotz Nichtberücksichtigung der
  Projektorganisation kann dem beschwerdeführerischen Antrag auf vier Punkte
  für das Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" nicht entsprochen
  werden. Die Beschwerdeführerin wurde in Bezug auf die Projektorganisation
  nämlich ohnehin positiv, die Beigeladene eher negativ bewertet. Für Erstere
  ist das Weglassen der Bewertung ihres Baustellenorganigramms somit unvorteilhaft.
  Zu Recht werden der Beschwerdeführerin unklare Angaben über ihre Lieferanten
  sowie ein Widerspruch zwischen der Lieferantenliste und dem technischen
  Beschrieb zur Last gelegt. Entgegen ihrer Auffassung stellt die Berücksichtigung
  der potentiellen Lieferanten keinen vergabefremden Aspekt dar, weil es nicht
  darauf ankommen könne, wer letztlich die Materialien liefere. Vorliegend darf
  der Sitz der Lieferanten und mithin der Transportweg aus ökologischen Gründen
  sowie mit Blick auf die limitierte Befahrbarkeit der Baustelle mit schweren
  Lastkraftfahrzeugen eine Rolle spielen. Deshalb ist bei der
  Beschwerdeführerin die Verteilung von dreieinhalb Punkten für das
  Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" nicht zu beanstanden.

   

  
	
  4.8 Die Herausnahme der Projektorganisation aus
  dem Unterkriterium "Beizug von Spezialisten" ist für den Ausgang
  des vorliegenden Verfahrens nicht entscheidend. Nicht anders verhält es sich,
  wenn das "Bauprogramm" und die "Leistungsangaben" als
  eigenständige Kriterien Eingang in die Bewertung gefunden hätten. Dies zumindest
  solange, als die Beschwerdeführerin im Unterkriterium "Leistungsangaben"
  nicht besser zu beurteilen ist als die Beigeladene, da es, wie noch zu zeigen
  sein wird (siehe unten E. II/7), beim "Bauprogramm" mit der
  Note drei sein Bewenden hat. Es ergibt sich aber weder aus den Akten noch
  wird von der Beschwerdeführerin vorgebracht, dass sie bei den
  Leistungsangaben besser zu bewerten ist als die Beigeladene.

  
	
   

  
	
  Demzufolge käme die Beschwerdeführerin unter
  Berücksichtigung von vier Punkten für das Unterkriterium "Leistungsangaben"
  und bei sonst im Vergleich mit dem Vergabeentscheid unveränderten Bewertungen
  auf 0,67 Punkte für die technische Qualität und auf 4,50 Punkte (Preis: 3,00;
  Qualität: 0,67; Referenzen: 0.83) insgesamt. Die Beigeladene erhielte 0,73
  Punkte für die technische Qualität und 4,51 (Preis: 2,94; Qualität: 0,73;
  Referenzen: 0.84) im Total. Der Zuschlag hätte nach wie vor an die
  Beigeladene zu erfolgen. Die Abweichung vom in den Ausschreibungsunterlagen
  bekannt gegebenen Bewertungsschema ist somit für den Nichterhalt des
  Zuschlags nicht kausal. Dasselbe Ergebnis resultiert, wenn die Projektorganisation
  in den Bauabläufen oder im Bauprogramm mitbewertet wird. Nachfolgend ist zu
  untersuchen, ob die übrigen bestrittenen Kriterien und Unterkriterien
  rechtmässig beurteilt wurden.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die Bewertung des Unterkriteriums
  "Bauabläufe/Bauverfahren etc." mit drei Punkten begründet die
  Beschwerdegegnerin mit dem Fehlen von Angaben zu den Werkleitungsbauarbeiten
  und zum Materialumschlag, der zeitlichen Diskrepanz zwischen den Arbeiten an
  der Altstafelrunse und denjenigen an der Trittrunse, dem Bezug von
  Baumaterialien von externen Lieferanten und mit Konflikten in den Bauabläufen.

  
	
   

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor, es
  sei in Ziff. 2.41 der Allgemeinen Bedingungen festgehalten worden, dass die
  in den Plänen eingezeichneten, bestehenden Werkleitungen lediglich
  informativen Charakter hätten. Vor Baubeginn würden dem Unternehmer die
  Werkleitungspläne der bestehenden Anlagen abgegeben. Anschliessend habe er
  sich selber über die genaue Lage der Leitungen zu informieren. Sodann werde
  in Ziff. 3.4.8 des technischen Berichts aufgeführt, dass der Werkleitungsblock
  nach Möglichkeit in der geplanten Strasse geführt werde. Die Linienführung
  der Werkleitungen bzw. die Anschlusspunkte bei den zu erschliessenden Gebäuden
  würden im Rahmen des Ausführungsprojektes bestimmt. Demzufolge sei es
  sachfremd, ihr vorzuwerfen, keine Angaben über die Werkleitungsbauarbeiten
  gemacht zu haben, zumal der Werkleitungsbau lediglich einen geringen Anteil
  des Auftragsvolumens ausmache. 

  
	
   

  
	
  5.2 Damit bestreitet die Beschwerdeführerin nicht,
  in ihrer Offerte keine Angaben zum Bau der Werkleitungen gemacht zu haben.
  Solche ergeben sich weder aus ihrem Technischen Bericht vom 15. April
  2014 noch aus dem approximativen Bauprogramm mit Personalbedarf. Allein aus
  dem Hinweis, die genaue Linienführung der Werkleitungen werde erst im Rahmen
  des Ausführungsprojektes bestimmt, darf nicht geschlossen werden, dass diese
  Arbeiten von untergeordneter Bedeutung sind und deshalb in den Abläufen und
  im Verfahren des geplanten Baus keiner näheren Darstellung bedürfen. In Ziff.
  3.4.8 des Technischen Berichts der Ausschreibungsunterlagen wird
  festgehalten, dass eine Schmutzwasserleitung und Wasserleitungen zu erstellen
  und eine Swisscom- sowie eine Starkstromleitung in die Erde zu verlegen
  seien. Die Anpassung der Werkleitungen ist für den Fortgang und die
  Koordination der weiteren Arbeiten nicht ohne Belang. Im Bauprogramm der Beigeladenen
  ist der Werkleitungsbau mit rund 50 Arbeitstagen veranschlagt; der Bau solle
  parallel mit den Baupisten und der Zufahrtsstrasse erfolgen. Die Beschwerdegegnerin
  durfte daher die fehlenden Angaben der Beschwerdeführerin zum Werkleitungsbau
  im Unterkriterium "Bauabläufe/Bauverfahren etc." mit Abzügen werten.
  

  
	
   

  
	
  5.3 Für die Beschwerdeführerin ist sodann nicht
  ersichtlich, inwiefern der Beschwerdegegnerin Nachteile erwachsen, wenn die
  Massnahmen beim Geschiebesammler Altstafelrunse bei Beginn der Schneeschmelze
  und die Arbeiten an der Trittrunse davon zeitlich verzögert durchgeführt
  würden. Ein Punkteabzug im Unterkriterium "Bauabläufe/Bauverfahren
  etc." sei deshalb nicht gerechtfertigt. 

  
	
   

  
	
  Mit der Beschwerdegegnerin ist einig zu gehen, dass durch
  die gleichzeitige Ausführung von Arbeiten Synergieeffekte generiert werden
  können. Aus dem Bauprogramm der Beigeladenen geht hervor, dass der Schutzdamm
  Ost gleichzeitig mit der Ausweitung und dem Auslaufbauwerk Altstafelrunse von
  Anfang Oktober bis Mitte November 2014 erstellt werden soll. Nach dem
  Bauprogramm der Beschwerdeführerin sind die Arbeiten an den Schutzdämmen von
  August bis Oktober 2014 und die Arbeiten an der Altstafelrunse von Anfang
  April bis Ende Mai 2015 vorgesehen. Im Technischen Bericht der
  Beschwerdeführerin wird der Bauvorgang jedoch anders beschrieben. In der
  Bauphase 2014 soll im Bereich der Altstafelrunse mit den Aushubarbeiten
  begonnen werden und das Material mit Dumpern zwischentransportiert und bei
  den Schutzdämmen deponiert werden. In der Phase 2015 soll der Aushub der
  Altstafelrunse fortgeführt werden und das Material zur Verwendungsstelle bei
  der Umleitung der Trittrunse transportiert werden. 

  
	
   

  
	
  Allein aufgrund der Darstellung im Technischen Bericht
  der Beschwerdeführerin ist nicht ersichtlich, inwiefern ihr geplantes
  Verfahren weniger Synergieeffekte beinhalten sollte als dasjenige der
  Beigeladenen. Anders verhält es sich jedoch nach dem tabellarischen
  Bauprogramm der Beschwerdeführerin. Daraus ergeben sich keine vorteilhaften
  zeitlichen Abläufe. Diese Widersprüchlichkeit kann ihr die Beschwerdegegnerin
  mit einer negativen Wertung selbst dann anrechnen, wenn das Bauprogramm
  lediglich als approximativ gekennzeichnet wurde.

  
	
   

  
	
  5.4 Die Beschwerdeführerin vertritt schliesslich
  die Auffassung, dass der Bezug von Baumaterialien aus Glarus oder Glarus Nord
  und die ihr vorgehaltenen zu tiefen Preise für die Materiallieferungen nicht
  im Unterkriterium der "Bauabläufe/Bauverfahren" gewertet werden
  dürfen. Zudem sei der Vorwurf der fehlenden Angaben über den
  Materialumschlagplatz nicht gerechtfertigt. Dieser sei im Installationsplan
  eingezeichnet.

  
	
   

  
	
  Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass die
  Beschwerdeführerin durch die Wahl der Lieferanten die Materialien in schweren
  Transportern anliefern und umlagern müsse. Ihre Installationsplätze seien
  jedoch nur mit Fahrzeugen zu erreichen, die leichter als 18 Tonnen seien
  (vgl. auch die Ausführungen zum Baustellenzugang, Ziff. 4.9 des Technischen
  Berichts). Liefere die Beschwerdeführerin das Baumaterial direkt an den
  Einbauort, sei dies ökologisch nicht vertretbar und mit den offerierten
  Lieferpreisen nicht vereinbar. Die Beigeladene führt in ihrem
  Baustelleneinrichtungskonzept aus, der Materialbezug vom nahen Werk […] ermögliche
  die Lieferung mit Lastkraftwagen bis 18 Tonnen, ohne dass Material umgeschlagen
  werden müsse. Externe Materiallieferungen werden im Werk […] umgeschlagen. Es
  ist daher nachvollziehbar, wenn die Beschwerdegegnerin die Planung
  hinsichtlich Installationsplatz, Materialanlieferung und -umschlag der Beschwerdeführerin
  nachteilig auslegt. Nicht ersichtlich ist hingegen, weshalb diese Aspekte
  nicht im Unterkriterium "Bauabläufe/Bauverfahren" zu berücksichtigen
  sein sollten.

  
	
   

  
	
  5.5 Als Hauptgrund für den Punkteabzug im
  Unterkriterium "Bauabläufe/Bauverfahren" gibt die
  Beschwerdegegnerin Konflikte in der Planung der Bauabläufe an. Die neue
  Holzbrücke über die Trittrunse solle gebaut werden, bevor die Trittrunse
  umgeleitet und die grossen Schutzdämme bei der Altstafelrunse erstellt seien.
  Sowohl die Brücke als auch die Erschliessungsstrasse führten jedoch über den
  Abflusskorridor und die neuen Schutzdämme. 

  
	
   

  
	
  Die Argumentation der Beschwerdegegnerin leuchtet ein.
  Sie wird von der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht bestritten. Ein
  Wertungsabzug für diese Widersprüchlichkeiten in der Bauplanung ist deshalb
  zulässig.

  
	
   

  
	
  5.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erscheint
  die Gewichtung des Unterkriteriums "Bauabläufe/Bauverfahren" mit
  drei Punkten als sachlich und vertretbar. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Strittig ist sodann die Bewertung des Unterkriteriums
  "Wasserhaltung" der technischen Qualität des Angebots. 

  
	
   

  
	
  6.1 Diesbezüglich begründet die Beschwerdegegnerin
  die Bewertung der beschwerdeführerischen Offerte mit drei Punkten damit, dass
  diese nicht auf die Gefahrensituation vor Ort eingehe. Sie mache keine
  Angaben, wie die Wasserumleitungen im steilen Gelände konkret stattfinden
  sollen, wie die Wasserhaltung mit Projektfortschritt umgesetzt werden solle
  oder wo spezielle zweistufige Wasserhaltungen eingesetzt werden sollen. Zudem
  werde der Technische Bericht der Beschwerdeführerin der
  Gewässerschutzproblematik rund um einen Wildbach nicht gerecht.

  
	
   

  
	
  6.2 Die Beschwerdeführerin nahm in Ziff. 7.3 ihres
  Technischen Berichts zur Wasserhaltung Stellung. Ihr Konzept zur Ableitung
  des Wassers aus den verschiedenen Runsen ist sehr kurz gehalten. Da die
  Beigeladene ein viel differenzierteres Wasserhaltungskonzept erstellte (vgl.
  Ziff. 5 des Technischen Berichts), erscheint es als sachgerecht, dass sie im
  Unterkriterium "Wasserhaltung" einen halben Punkt mehr erhielt als
  die Beschwerdeführerin. Daran vermag nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin
  in ihrem Entwässerungskonzept (Beilage 9 zum Technischen Bericht) auf die
  SIA-Norm 431 hinwies. Dieses ist sehr allgemein gehalten und zeigt lediglich die
  grundsätzlichen Verfahren zur Entwässerung von Baugrubenabwasser, häuslichen
  Abwasser, Bohr- und Fräswasser etc. auf. Eine Bezugnahme auf die konkreten
  Verhältnisse auf der Baustelle fehlt gänzlich. 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist ihr
  Bauprogramm im entsprechenden Unterkriterium der technischen Qualität des
  Angebots mit drei Punkten zu tief bewertet worden.

  
	
   

  
	
  7.1 Die Beschwerdegegnerin führt an, das
  Bauprogramm der Beschwerdeführerin sei knapp gehalten, nicht vollständig und
  lasse fast keine Aussagen zu. Das Programm zeige zwar die Reihenfolge der
  einzelnen Arbeiten und die dafür vorgesehenen Zeitabschnitte auf. Es fehle
  aber der logische Bauablauf. Verschiedene Arbeitsschritte könnten in der
  geplanten Reihenfolge nicht sinnvoll ausgeführt werden bzw. würden zu
  erheblichen Mehrkosten führen. Zudem seien Synergien und Abhängigkeiten
  (Schnittstellen) zwischen den einzelnen Teilbaustellen aus dem Bauprogramm
  nicht ersichtlich. So fehle der gesamte Werkleitungsbau, der alle Teilbaustellen
  betreffe und massgebend für den gesamten Ablauf der Bauarbeiten sei. Zudem
  könnten Synergien nicht genutzt werden, weil der Aushub für den Bremsdamm
  Gfell nicht zeitgleich mit dem Schutzdamm Wärtligen vorgenommen werde. Der
  Beschwerdeführerin könne somit im Unterkriterium "Leistungsangaben/Bauprogramm"
  nicht die Note vier erteilt werden.

  
	
   

  
	
  7.2 In den Ausschreibungsunterlagen gab die
  Beschwerdegegnerin bekannt, sie werde im Rahmen der technischen Qualität des
  Angebots sowohl die Bauabläufe/-verfahren als auch das Bauprogramm als
  Unterkriterien bewerten. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist
  es zulässig, denselben Aspekt bei mehreren Unterkriterien zu berücksichtigen.
  Aufgrund des Transparenzgebots ist sie hierzu sogar verpflichtet. Der
  Beschwerdegegnerin wäre es denn auch frei gestanden, in den
  Ausschreibungsunterlagen den Bauablauf und das Bauprogramm als ein einziges
  Unterkriterium vorzusehen und diesem ein höheres Gewicht zu verleihen.
  Schreibt die Beschwerdegegnerin aber sowohl das Bauverfahren als auch das
  Bauprogramm aus, ist sie daran gebunden und Überschneidungen lassen sich kaum
  vermeiden. 

  
	
   

  
	
  Dementsprechend gilt es auch im Bauprogramm die fehlenden
  Angaben zum Werkleitungsbau, die Mängel bei der zeitlichen Planung der
  Holzbrücke sowie die nicht hinreichende Nutzung von Synergien im Bauverfahren
  zu werten. Die Bewertung des Unterkriteriums mit drei Punkten erscheint als
  sachgerecht und bedarf keines Eingriffs durch das Gericht. 

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, dass im Kriterium
  "Erfahrungen und Referenzen des Anbieters" die Qualität ihres
  Maschinisten zu tief eingeschätzt worden sei.

  
	
   

  
	
  8.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass eine
  Referenz der Überprüfung der Erfahrung einer Schlüsselperson zur Erstellung
  des ausgeschriebenen Werkes diene. Als Referenz könnten jedoch nur Objekte
  dienen, welche bereits abschlossen und abgerechnet worden seien.  

  
	
   

  
	
  8.2 Diese Argumentation wird von der Beschwerdeführerin
  zu Recht (vgl. VGer-Urteil VG.2011.00022 vom 6. Juli 2011 E. II/8a, nicht
  publiziert) nicht in Frage gestellt. Sie führt jedoch an, dass beim
  fraglichen Maschinisten zwei Referenzobjekte angegeben worden seien, wovon
  nur eines noch nicht abgeschlossen sei. Folglich hätte die Schlüsselperson
  mit 3,5 Punkten bewertet werden müssen. 

  
	
   

  
	
  8.3 In Ziff. 2.3.2 der Allgemeinen Bedingungen der
  Ausschreibungsunterlagen legte die Beschwerdegegnerin ihre Bewertungsskala
  dar. Demnach bedeuten drei Punkte eine genügende (die Anforderungen sind
  weitgehend erfüllt) und vier Punkte eine gute (alle Anforderungen sind
  vollständig erfüllt) Qualifikation. Pro Maschinist waren zwei Referenzobjekte
  anzugeben. Ist ein Projekt einschlägig und als Referenz tauglich, das andere
  jedoch aufgrund noch laufender Bauarbeiten für die Beurteilung der Arbeitsqualität
  nur begrenzt verwendbar, ist die Vergabe von drei Punkten vertretbar. 

  
	
   

  
	
  8.4 Was die von der Beschwerdeführerin beanstandete
  Ungleichbehandlung der Anbieterinnen bei der Auswahl der Referenzobjekte der
  Unternehmen durch die Beschwerdegegnerin anbelangt, so trifft es zu, dass die
  Beigeladene sechs Projekte auf den zur Verfügung gestellten
  Ausschreibungsunterlagen aufführte. Die Beschwerdegegnerin bezog die
  Referenzobjekte vier und fünf in die Bewertung ein. Die Beschwerdeführerin
  ihrerseits reichte lediglich zwei Referenzen auf den eigens dazu vorgesehenen
  Formularen ein, lieferte insgesamt aber zehn Referenzobjekte. In die Wertung
  flossen lediglich die beiden auf den Formularen aufgeführten Projekte […]
  ein. 

  
	
   

  
	
  Zunächst ist festzuhalten,
  dass es nicht darauf ankommen kann, ob die Referenzen in den speziell von der
  Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten Formulare abgeliefert werden,
  solange sämtliche notwendigen Angaben gemacht werden. Alles andere würde dem
  Verbot von übermässigen Formvorschriften widersprechen. Eine Diskriminierung
  der Beschwerdeführerin kann nur dann vorliegen, wenn eines ihrer
  unberücksichtigt gebliebenen, vergleichbaren Projekte besser wäre als die
  beiden bewerteten. Die Beschwerdeführerin macht jedoch nicht geltend, eines
  der übrigen acht Referenzobjekte sei höher zu bewerten als […] und die
  Arbeiten am […]. Ist aber davon auszugehen, dass in die Gewichtung des
  Unterkriteriums Referenzprojekte die beiden einschlägigsten und besten
  Projekte der Beschwerdeführerin einflossen, kann keine Ungleichbehandlung
  darin erblickt werden, dass die Vergabebehörde auch bei der Beigeladenen die
  besten beiden Referenzprojekte in die Wertung einbezog. 

  
	
   

  
	
  Ferner kann die
  Beschwerdeführerin auch nichts aus dem Vorbringen ableiten, es seien drei
  Referenzobjekte in die Wertung des Kriteriums miteinzubeziehen gewesen. Nur
  weil die Beschwerdegegnerin auf dem Formular von den Anbieterinnen die Angabe
  von mindestens drei vergleichbaren Referenzen forderte, kann sie nicht darauf
  behaftet werden, auch in der Gewichtung drei Projekte zu berücksichtigen. In
  den Ausschreibungsunterlagen führte sie als Zuschlagskriterium lediglich die
  "Bewertung der Erfahrung und Referenzen des Anbieters" an. Es liegt
  deshalb in ihrem Ermessen, wie viele Referenzprojekte sie für die Bewertung
  berücksichtigen will. 

  
	
   

  
	
  8.5 Schliesslich greift auch der unsubstanziierte
  Einwand der Beschwerdeführerin, die Beigeladene habe beim berücksichtigten
  Referenzprojekt […] nur untergeordnete Funktionen ausgeübt und sei nicht
  federführend gewesen, ins Leere. Wie sich aus dem durch die Beigeladene
  eingereichten Arbeitsgemeinschaftsvertrag ergibt, oblag dieser beim Projekt
  nämlich die Leitung der Baukommission und die Federführung, weshalb das
  Projekt durchaus als Referenzprojekt berücksichtigt werden durfte.

  
	
   

  
	
  8.6 Nach dem Gesagten ist die Bewertung des Kriteriums
  "Erfahrungen und Referenzen des Anbieters" nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  9.

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Beschwerdegegnerin in Verletzung des Transparenzgrundsatzes
  sowie des Fairnessgebots bei der Würdigung der Offerten von den bekannt
  gegebenen Zuschlagskriterien abgewichen ist. Indes hatten die Berücksichtigung
  der in den Ausschreibungsunterlagen nicht erwähnten Aspekte der
  Projektorganisation im Unterkriterium "Beizug von Spezialisten"
  sowie die Zusammenfassung der zunächst getrennt vorgesehenen Unterkriterien
  "Leistungsangaben" und "Bauprogramm" zu einem einzigen
  Unterkriterium für sich allein genommen keinen entscheidenden Einfluss auf
  den Ausgang des Verfahrens. Im Übrigen erscheint die Würdigung der Angebote
  der Beschwerdeführerin und der Beigeladenen anhand der publizierten
  Zuschlagskriterien als sachgerecht und vertretbar. Die Zuschlagsverfügung ist
  daher zu schützen und die Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Nach
  Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt,
  die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
  die Kosten grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie obsiegt lediglich
  mit ihrem Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung. Vorliegend ist
  jedoch der bereits mit Zwischenentscheid vom 26. Mai 2014 festgestellten
  Verletzung der Begründungspflicht Rechnung zu tragen. Aufgrund dieser offensichtlichen
  Rechtsverletzung rechtfertigt es sich, der Beschwerdegegnerin gestützt auf
  Art. 135 Abs. 3 VRG einen Teil der Kosten aufzuerlegen. 

  
	
   

  
	
  Die auf pauschal Fr. 6'000.-
  festzusetzende Gerichtsgebühr ist deshalb von der Beschwerdeführerin und der
  Beschwerdegegnerin je hälftig zu tragen. Der Anteil der Beschwerdeführerin
  ist mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 6'000.- zu
  verrechnen. Der restliche Betrag von Fr. 3'000.- ist ihr zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Bei diesem Verfahrensausgang
  stünde der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zu (Art. 138
  Abs. 3 lit. a VRG e contrario). Aufgrund der offensichtlichen
  Rechtsverletzung ist die Beschwerdegegnerin jedoch gestützt auf Art. 138 Abs.
  3 lit. b VRG zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung
  in der Höhe von insgesamt Fr. 2’000.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Da keine besonderen Gründe im
  Sinne von Art. 138 Abs. 4 VRG ersichtlich sind, ist der Beschwerdegegnerin
  keine Parteientschädigung auszurichten. Der
  Beigeladenen steht ebenfalls keine Entschädigung zu (Art. 138
  Abs. 1 VRG).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Der geschätzte Auftragswert
  erreicht den im Staatsvertragsbereich massgeblichen Schwellenwert nicht (Art.
  1 lit. c der Verordnung des WBF vom 2. Dezember 2013 über die Anpassung der
  Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und
  2015). Gegen dieses Urteil steht daher nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde
  nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.- wird
    der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte auferlegt.
    Der Anteil der Beschwerdeführerin wird mit dem bereits geleisteten
    Kostenvorschuss von Fr. 6'000.- verrechnet. Der restliche Betrag von
    Fr. 3'000.- wird ihr zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der
    Beschwerdeführerin innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine
    Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2’000.- (inkl. Mehrwertsteuer)
    zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]