# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63a94018-91b1-5f97-8471-34f110d9d060
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.02.2013 IV 2011/113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-113_2013-02-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/113

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.02.2013

Entscheiddatum: 07.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 07.02.2013
Art. 3a Abs. 1, Art. 3c Abs. 2, Art. 4 Abs. 2, Art. 7d, Art. 8, Art. 17 ATSG; Art. 
1novies, Art. 6 IVG. Pflegeassistentin mit reduziertem Pensum. 
Frühintervention. Verneinung eines Anspruchs auf Umschulung und Rente. 
Fehlende Abklärung des medizinischen Sachverhalts zur Klärung, ob eine 
drohende Invalidität vorliegt oder ob bereits eine IV-relevante 
Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. Rückweisung zur medizinischen 
Abklärung und Neuverfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St.Gallen vom 7. Februar 2013, IV 2011/113).

Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), a.o. Versicherungsrichterin 

Gertrud Condamin-Voney, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber 

Tobias Bolt

 

Entscheid vom 7. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

IV-Leistungen

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___, gelernte Pflegeassistentin (IV-act. 21), meldete sich wegen 

Kniebeschwerden und -schmerzen am 25. August 2010 bei der Invalidenversicherung 

an. Sie arbeite seit Januar 2010 ca. sechs Nächte pro Monat als Nachtpikett in einem 

Altersheim, was gut gehe. Es sei ihr aber nicht möglich, mehr bzw. den ganzen Tag zu 

arbeiten (IV-act. 1).

A.b   Im Rahmen der Frühintervention erkundigte sich Dr. med. B.___, Facharzt Innere 

Medizin beim Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD), am 16. 

September 2010 bei Hausarzt Dr. med. C.___, Facharzt FMH Innere Medizin, über den 

Gesundheitszustand der Versicherten. Dr. C.___ gab als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit an: morbide Adipositas, Morbus Basedow bei vollständiger Entfernung 

der Schilddrüse 09/2008 und täglicher Substitutionstherapie, Gonarthrose beidseits 

rechtsbetont nach Fermurschaftfraktur und supracondylärer Extensionsbehandlung 

1987 mit Innenmeniskus-Hinterhornruptur rechts und Verschiebung des Schienbeins 

gegenüber dem Oberschenkelknochen um einen Drittel der Gelenkfläche, Genua valga 

beidseits sowie eine mögliche Minderbegabung bei kognitiven Defiziten (keine 

Untersuchungsbefunde vorhanden). Die Versicherte befinde sich in der Orthopädie 

D.___ in Behandlung (vgl. Überweisungsschreiben vom 23. September 2009, IV-act. 

8-1). Arbeitsunfähigkeitszeugnisse seien bisher nicht ausgestellt worden (IV-act. 9). 

Dr. B.___ stellte fest, in der bis Februar 2009 (IV-act. 5 und 24) ausgeübten Tätigkeit als 

Hilfsschwester mit einem Pensum von 90% dürfte die Versicherte vor allem in 

motorisch anspruchsvollen Aufgaben (weite Gehstrecken, langes Stehen) 

eingeschränkt sein. Körperlich eher leichte, einfach strukturierte, wechselnd belastende 

Tätigkeiten ohne motorische Anforderungen, d.h. mit geringen Anforderungen an den 

Bewegungsapparat, könnten sofort vollschichtig ausgeübt werden. Die Versicherte sei 

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im Juni 2009 Mutter geworden. Wegen der beidseitigen rechtsbetonten Gonarthrose 

und einer morbiden Adipositas bestehe eine drohende Invalidität, es sei aber unklar, ob 

und in welchem Ausmass die Versicherte je arbeitsunfähig gewesen sei. 

Frühinterventionsmassnahmen seien zu prüfen (IV-act. 5, 6). Dr. C.___ stellte dem RAD 

gleichentags per Fax diverse medizinische Berichte zu (IV-act. 8). Die Orthopädie D.___ 

überstellte ebenfalls am 16. September 2010 vier Sprechstundenberichte von Dr. med. 

E.___, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

vom 1. und 20. Oktober, 3. November 2009 und 17. August 2010 an den RAD (IV-act. 

11).

A.c   Am 14. Oktober 2010 traf der Arbeitgeberbericht des letzten Arbeitgebers (F.___) 

bei der IV-Stelle ein. Der Altersheimleiter bestätigte den Anstellungsbeginn der 

Versicherten per 11. Januar 2010, einen Grundlohn von Fr. 24.40 pro Stunde (+8,33% 

Ferienentschädigung) und vermerkte keine Absenzen. Die Versicherte müsse bei ihrer 

Tätigkeit alten Menschen ins Bett helfen (auskleiden, waschen), sie zur Toilette 

begleiten, Hilfestellung geben beim Laufen, aufräumen, servieren, Dokumente ausfüllen 

und rapportieren. Selten müsse sie sitzen, stehen oder Gewichte heben, hingegen 

öfters gehen. Als Nachpikett mache sie zwei Runden durchs Haus, beantworte den 

Schwesterruf und verrichte dann je nach dem die notwendigen Dienstleistungen. Im 

vereinbarten Umfang arbeite die Versicherte zur vollsten Zufriedenheit (IV-act. 12).

B.     

B.a   Am 18. November 2010 besuchte die Eingliederungsverantwortliche die 

Versicherte zu Hause (vgl. Assessmentprotokoll/Verlauf, IV-act. 24). Die Versicherte 

schilderte, seit 2007 habe sie Probleme mit der Schilddrüse, sie sei 2008 operativ 

entfernt worden. Aktuell sei sie mit Medikamenten gut eingestellt, allerdings habe sie 

seither viel an Gewicht zugenommen (30 kg). Seit dem Oberschenkelbruch habe sie 

zunehmend Knieschmerzen rechts. Bisher sei sie deswegen nicht arbeitsunfähig 

geschrieben worden. Die Physiotherapie sei derzeit abgeschlossen. Bis zur Geburt des 

Kindes im Juni 2009 sei sie immer zu 100% als Pflegeassistentin tätig gewesen. Die 

Stelle im Spital G.___ sei ihr in der Probezeit während der Schwangerschaft im Februar 

2009 gekündigt worden. Nach dem Mutterschaftsurlaub habe sie sich im September 

2009 beim RAV zur Vermittlung mit einem reduzierten Pensum von 50-60% 

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angemeldet (aus familiären und gesundheitlichen Gründen). Seit Januar 2010 arbeite 

sie als Pflegeassistentin fünf bis sechs Nächte monatlich (25-30%-Pensum, Lohn Fr. 

1'200.-- x 13). Die Kinderbetreuung während ihrer Arbeitszeit werde aktuell von ihrem 

Lebenspartner (vgl. IV-act. 14-1) und einem Hütemädchen (Fr. 20.-- pro Stunde) 

übernommen. Wäre sie gesund, würde sie im Pensum von 80% arbeiten (Anstellung 

eines Aupairmädchens, Kinderhort). Da sie wegen ihrer Einschränkungen mit dem Knie 

die Arbeit als Pflegeassistentin nicht mehr ausführen könne, absolviere sie derzeit eine 

Ausbildung zur medizinischen Arztsekretärin im Fernstudium (Ausbildungsdauer ein bis 

maximal fünf Jahre, Kosten Fr. 4'000.--). Während der Ausbildung könne sie sich eine 

Kinderbetreuung nicht leisten, weshalb sie nur langsam voran komme. Sie habe sich 

auf Empfehlung ihres Vaters bei der Invalidenversicherung (IV) angemeldet. Die Ein­

gliederungsverantwortliche erachtete die Versicherte als hilfsbereit und motiviert. Sie 

vermittle glaubhaft, arbeiten zu wollen und auf ein Einkommen angewiesen zu sein. Da 

von einer drohenden Invalidität auszugehen sei, scheine eine berufliche Umorientierung 

unumgänglich. Zu prüfen sei, wie sie dabei von der IV-Stelle unterstützt werden könne.

B.b   Nach Einsicht in den Arbeitgeberbericht vom 14. Oktober 2010 (IV-act. 12) hielt 

der zuständige RAD-Arzt am 6. Dezember 2010 fest, eine drohende Invalidität liege 

nicht vor; die Versicherte arbeite zur vollen Zufriedenheit des Arbeitgebers. Es gebe 

keinen medizinischen Grund, weshalb sie am angepassten Arbeitsplatz (kurze 

Gehstrecken, kein langes Stehen) nicht vollschichtig  arbeiten könnte (IV-act. 22). Am 

16. Dezember 2010 teilte die Eingliederungsberaterin der Versicherten mit, ihre aktuelle 

Tätigkeit werde als leidensangepasst und aus medizinischer Sicht auch im Vollpensum 

als zumutbar qualifiziert. Zur Linderung der Knieschmerzen wäre eine 

Gewichtsreduktion hilfreich. Für ein zusätzliches Arbeitspensum wurde die Versicherte 

zur Unterstützung bei der Stellensuche an das zuständige RAV verwiesen (IV-act. 

24-4).

C.     

C.a   Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ab­

lehnung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht mit der Begründung, 

nach den Abklärungen entspreche die derzeitige Tätigkeit im Altersheim mit 

Nachtpikett einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit geringen Anforderungen 

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an den Bewegungsapparat. Es wäre zumutbar, diese oder eine andere entsprechende 

Tätigkeit in Vollzeit auszuüben. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien nicht 

notwendig. Unterstützung bei der Stellensuche für eine zusätzliche Arbeitsstelle leiste 

das RAV. Es bestehe kein Anspruch auf Rentenleistungen (IV-act. 27).

C.b   Gegen den Vorbescheid wandte die Versicherte am 17. Januar 2011 ein, sie sei 

nicht einverstanden mit der Leistungsabweisung und beantrage, das Gesuch erneut zu 

behandeln. Ihre Arbeit umfasse die Betreuung von Altersheimbewohnern während der 

Nacht (Anwesenheit 20.00 bis 07.00 Uhr) in zwei Häusern. Dadurch seien grosse 

Distanzen zurückzulegen. Ausserdem sei es untersagt, in der Nacht den Lift zu be­

nutzen. Das Pikettzimmer liege im zweiten Stock. Da sie mehrmals gerufen werde, 

könne sie das Zimmer nicht benutzen und müsse auf einem Bewohner-Lehnstuhl 

irgendwie Ruhe finden. Eine solche Arbeit in Vollzeit auszuüben sei infolge der Knie­

schmerzen nicht möglich. Auch im Teilpensum halte sie die Arbeit nur mit Schmerz­

mitteln aus. Da sich die Ärzte vorerst scheuten, die Fehlstellung ihrer Knie (Unfall in der 

Jugendzeit) zu korrigieren, könne die gegenwärtige Situation nur mit einer sitzenden 

Tätigkeit entlastet werden. Unter den jetzigen Umständen sei die Möglichkeit einer Ver­

besserung ihrer Lebenssituation und der Einkommensverhältnisse ausgeschlossen. 

Dem Einwand legte die Versicherte Röntgenbilder, MRI- und CT-Bilder sowie ärztliche 

Berichte der Sprechstunden in der Orthopädie D.___ (1., 5. und 20. Oktober, 3. 

November 2009) und eine Beurteilung von Dr. med. H.___, Facharzt medizinische 

Radiologie FMH, vom 22. Oktober 2009 bei (IV-act. 28). RAD-Arzt Dr. B.___ beurteilte 

den Einwand am 2. Februar 2011 und hielt fest, die Einsprecherin mache keine neuen 

Tatsachen geltend. Die eingereichten Unterlagen dokumentierten das rechts 

ausgeprägtere Gonarthrose-Leiden, das in der RAD-Beurteilung bereits angemessen 

berücksichtigt worden sei (IV-act. 29).

C.c   Mit Verfügung vom 21. Februar 2011 lehnte die IV-Stelle berufliche Massnahmen 

und einen Rentenanspruch gemäss Vorbescheid und Stellungnahme des RAD ab (IV-

act. 30).

D.     

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D.a   Gegen diese Verfügung reicht die Versicherte am 16. März 2011 (Postaufgabe) 

Beschwerde ein. Sie verlangt, dass die im Einwand eingereichten Unterlagen von 

einem Arzt eingesehen und ihre Kniegelenke, deren Fehlstellung auch von einem Laien 

erkannt werden könne, medizinisch beurteilt werden. Sie führt aus, sie fühle sich un­

gerecht behandelt und nicht ernst genommen. Die derzeitige Tätigkeit im Nachtpikett­

dienst sei eine zu grosse Belastung für ihre Kniegelenke, sie könne nur unter Schmerz­

mitteln arbeiten. Die Schonhaltung, die sie seit mehreren Jahren einnehme, fördere die 

Arthrose auch im anderen Kniegelenk und sei für den ganzen Körper nicht vorteilhaft. 

Es sei unmöglich, die jetzige Tätigkeit in Vollzeit auszuüben. Diese Forderung sei in 

völliger Unkenntnis der Anforderungen ergangen. Seit Dezember habe sie erfolgreich 

abgenommen, doch die Fehlstellung und die Arthrose verursachten weiterhin starke 

Schmerzen. Ein Zusammenhang mit der Operation und der jetzigen Fehlstellung sei un­

bestritten und wäre an sich schon lange ein Fall für die IV (act. G 1). Sinngemäss be­

antragt die Beschwerdeführerin eine bessere Abklärung des medizinischen Sach­

verhalts mittels Begutachtung und eine objektive Beurteilung der aktuellen Arbeits­

verhältnisse.

D.b   Mit Beschwerdeantwort vom 21. April 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird ausgeführt, die Beurteilungen 

des Hausarztes und des RAD-Arztes seien für die streitigen Belange der Invaliditätsbe­

messung umfassend, beruhten auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigten die 

geklagten Beschwerden, seien in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schluss­

folgerungen seien begründet. Es lägen keine widersprüchlichen Arztberichte vor, noch 

werde in den diversen vorliegenden Arztberichten eine divergierende Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit vertreten, die weitergehende Abklärungen verlangten. Die subjektive 

Überzeugung der Beschwerdeführerin, mit den Schmerzen nicht arbeiten zu können, 

vermöge keine Begutachtung zu rechtfertigen. Der Sachverhalt sei hinlänglich 

abgeklärt. In der aktuellen Tätigkeit, die adaptiert sei, sei sie als zu 100% arbeitsfähig 

zu betrachten. Im Übrigen wäre im Rahmen der der Beschwerdeführerin obliegenden 

Schadenminderungspflicht ein operativer Eingriff als ultima ratio, verbunden mit einer 

weiteren Gewichtsreduktion, indiziert (act. G 4).

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D.c   Am 23. Mai 2011 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung zur Beschwerdeantwort. 

Sie führt aus, ihre momentane Arbeitsstelle habe sie angenommen, weil sie nicht 100% 

arbeiten könne. Seit ihrem Skiunfall am 25. Januar 1987 habe sie Beschwerden im 

rechten Knie. Der Operation sei eine wochenlange externe Fixation gefolgt. Seither sei 

ihr rechtes Knie überdehnt und sie habe nie mehr knien können. Nach einem erneuten 

Sturz (1990 und Januar 2006, vgl. IV-act. 8-13) habe sich zufolge einer Schleimbeutel­

entzündung das Gehen verschlimmert. Schon während der Arbeit im Kantonsspital 

St. Gallen (März 2001 bis April 2008) habe sie unter Schmerzen gearbeitet. Nach der 

Operation der Schilddrüse (18. September 2008) und der anschliessenden Schwanger­

schaft (Geburt 16. Juni 2009) habe sie zugenommen (von 57 auf 97 kg). Die Einstellung 

der Hormontherapie sei schwierig und daher gestalte sich auch die Gewichtsabnahme 

kompliziert. Auch in der Zeit mit Normalgewicht sei sie nie schmerzfrei gewesen. Die 

Schonhaltung und die abnorme Haltung der Kniegelenke würden die aktuelle Arthrose 

und die Schmerzen verursachen. Zurzeit sei sie in therapeutischer Behandlung. Der 

Therapeut sei der Meinung, durch die falsche Belastung sei das Hüftgelenk schon ver­

ändert. Untersuchungsbefunde über ihre Schwierigkeiten beim Gehen lägen nicht vor, 

auch keine optische Beurteilung der Kniegelenkstellung. Dr. B.___ berufe sich nur auf 

Röntgenbilder und einen Arztbericht von Dr. E.___. Das aktuelle Arbeitspensum sei nur 

unter Einnahme von Schmerzmitteln möglich. Diese Tatsache werde nicht zur Kenntnis 

genommen. Die Stationsleitung ihres Arbeitgebers könne Aufschluss über das 

Ausmass des Arbeitseinsatzes geben. Die Schmerzen als subjektiv zu betrachten sei 

eine Unterstellung. Wenn eine Korrekturoperation weiter aufgeschoben werde, müsse 

die Zeit bis dahin durch eine weitestgehende Schonung der Gelenke überbrückt 

werden, zum Beispiel durch eine Umschulung (act. G 6).

D.d   Unter Verweis auf die Ausführungen und den Antrag in der Beschwerdeantwort 

verzichtet die Beschwerdegegnerin am 30. Mai 2011 auf eine Duplik (act. G 8).

 

Erwägungen:

1.      

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1.1    Angefochten ist die Verfügung vom 21. Februar 2011, mit der berufliche Mass­

nahmen abgelehnt werden und gleichzeitig ein Rentenspruch verneint wird. Die Be­

schwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerdeeingabe eine "richtige" Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts – sinngemäss mittels einer Begutachtung – sowie eine 

objektive Beurteilung des aktuellen Arbeitsverhältnisses, beides mit Abklärung der Aus­

wirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten Tätig­

keit. Sie beschränkt sich damit nicht auf die Anfechtung der Ablehnung beruflicher 

Massnahmen, welche sie in ihrer Stellungnahme zur Beschwerdeantwort explizit be­

antragt.

1.2    Der Leitsatz der Invalidenversicherung "Eingliederung vor Rente" ist Zielsetzung 

und Instrument zugleich. Bevor die IV-Stelle die Prüfung der Rente in Angriff nimmt, 

muss die Möglichkeit einer (Wieder-)Eingliederung abgeklärt sein. Die Palette möglicher 

beruflicher Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung; abgekürzt: IVG) sowie damit im Zusammenhang stehender 

Leistungen umfasst Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, berufliche 

Weiterausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe, sowie Taggeld- und 

Reisekostenvergütung. Nach Art. 18 IVG hat die arbeitsunfähige, aber eingliederungs­

fähige versicherte Person Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines 

geeigneten Arbeitsplatzes. Invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte haben 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, 

die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungs­

massnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt 

der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berück­

sichtigen (Art. 8 Abs. 1  IVG). Allenfalls ist auch die Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d) vor­

zusehen.

1.3    Eine Invalidenrente wird nur zugesprochen, wenn zuerst die Möglichkeit einer Ein­

gliederung geprüft wurde. Der Invaliditätsgrad bestimmt, auf welche Rente eine ver­

sicherte Person Anspruch hat. Ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% gibt Anspruch 

auf eine Viertelsrente, von mindestens 50% auf eine halbe Rente, von mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art.  28 Abs. 2 IVG). An­

spruch auf eine Invalidenrente besteht, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 

bis

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Die versicherte Person war während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig und nach Ablauf des Jahres 

besteht eine Erwerbsunfähigkeit von 40% oder mehr (Art. 28 Abs. 1 IVG). Der Anspruch 

auf eine Rente entsteht frühestens sechs Monate nach dem Zeitpunkt der Anmeldung 

bei der IV (Art. 29 IVG).

1.4    Zuerst ist also zu klären, ob die Beschwerdeführerin im Sinn des IVG 

arbeitsunfähig oder von Invalidität bedroht ist. Diese Voraussetzungen müssten erfüllt 

sein, damit allenfalls ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen und gegebenenfalls 

auf eine Rente entstehen kann.

2.      

2.1    Die Beschwerdeführerin hat als 14 Jährige einen Skiunfall (Fermurschaft-Fraktur 

rechts 1987) erlitten und beklagt seit Sturzereignissen 1990 und im Januar 2006 zu­

nehmend eine Intensivierung wiederkehrender (parapatellärer) Schmerzen im rechten 

Knie samt gestörtem Gangfluss (IV-act. 8-13, Genu recurvatum, degenerative Ver­

änderungen fermopatellares Gleitlager). Zufolge einer Schilddrüsenerkrankung (Morbus 

Basedow) musste sie im September 2008 die Schilddrüse entfernen lassen und nahm 

in der Folge während ihrer Schwangerschaft massiv an Gewicht zu (BMI 34). Am 16. 

Juni 2009 gebar sie einen Sohn. Vor allem infolge einer massiven Achsenfehlstellung 

(Folge der Unfallbehandlung, IV-act. 10-1 ff.) und der ausgeprägten Adipositas litt die 

Beschwerdeführerin weiterhin an rechtsbetonten Kniebeschwerden (IV-act. 8-1, fortge­

schrittene mediale Gonarthrose beidseits rechtsbetont, Innenmeniskus-

Hinterhornruptur, Retroversion der Tibia gegenüber Fermur um 1/3 der Gelenkfläche, 

Valgus-Fehlstellung beidseits). Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie in der Orthopädie D.___, hielt es am 1. Oktober 2009 für fraglich, ob eine 

Reposition des Kniegelenks überhaupt noch möglich sei. Die Patientin müsse wohl 

schon in jungen Jahren mit einer Arthrose-Entwicklung und frühzeitigem prothetischem 

Gelenksersatz rechnen (IV-act. 10-2). Weder der Hausarzt noch Dr. E.___ noch die 

behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St.Gallen 

haben der Beschwerdeführerin je ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt (IV-act. 

9-1). Arbeitgeberberichte liegen bis Ende 2009 keine in den Akten. Einzig der Bericht 

des letzten Arbeitgebers (Anstellung als Nachtpikett in Teilzeit) ist in den Unterlagen.

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2.2    Nach ihrer Ausbildung als Pflegeassistentin (Fähigkeitsausweis 1995) arbeitete 

die Beschwerdeführerin - mit einem Unterbruch von September 1998 bis Januar 2001 – 

bis zur Geburt des Sohnes mit einem vollen Pensum in ihrem Beruf (vgl. IK-Auszug IV-

act. 7, IV-act. 24-2). Nach dem Schwangerschaftsurlaub meldete sie sich im 

September 2009 beim RAV zur Arbeitsvermittlung an, aus familiären und 

gesundheitlichen Gründen für ein reduziertes Pensum von 50-60%. Seit Januar 2010 

arbeitet die Beschwerdeführerin als Pflegeassistentin/Nachtpikett während fünf bis 

sechs Nächten monatlich im Altersheim F.___. Anlässlich eines Assentmentgesprächs 

mit der eingliederungsverantwortlichen Person der IV-Stelle erklärte die 

Beschwerdeführerin am 18. November 2011, sie würde mit einem Pensum von 80% 

arbeiten, wenn sie gesund wäre.

2.3    Im Rahmen der Frühintervention hat sich der RAD am 16. September 2010 beim 

Hausarzt der Beschwerdeführerin zu ihrer medizinischen Situation erkundigt. Aufgrund 

der gestellten Diagnosen hat der Hausarzt dargelegt, in der angestammten Tätigkeit als 

"Hilfsschwester" sei die Beschwerdeführerin vor allem in motorisch anspruchsvollen 

Aufgaben mit grossen Gehstrecken oder langem Stehen eingeschränkt. Sie könne eher 

leichte, einfach strukturierte, wechselnd belastende Tätigkeiten ohne motorische An­

forderungen vollschichtig ausüben (IV-act. 9).

2.4    Dr. B.___ vom RAD erachtete die aktuelle Stelle im Altersheim als adaptiert, also 

den gesundheitlichen Einschränkungen angepasst (kurze Gehstrecken, kein langes 

Stehen), und sah auch aufgrund des sehr positiven Arbeitgeberberichts medizinisch 

keinen Grund, diese Arbeit nicht vollschichtig verrichten zu können. Dr. B.___ hat sich 

nicht zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im gelernten Beruf als Pflegeassistentin 

geäussert (IV-act. 22). Die Beschwerdeführerin wandte ein, sie müsse während der 

Nacht grosse Gehdistanzen zurücklegen und könne sich selbst in ruhigeren Momenten 

nicht richtig ausruhen, deshalb habe sie starke Knieschmerzen trotz Einnahme von 

Schmerzmitteln. Nur mit einer sitzenden Tätigkeit könnte sie die Fehlstellung der Knie 

entlasten. Dr. B.___ erklärte darauf, es seien mit den eingereichten ärztlichen Befunden 

keine neuen (medizinischen) Tatsachen geltend gemacht worden. Das ausgeprägtere 

Gonarthrose-Leiden sei in seiner Beurteilung bereits berücksichtigt. Dieser Auffassung 

schloss sich die IV-Stelle an und lehnte deshalb am 21. Februar 2011 einen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente ab, ohne eine eigentliche Abklärung der 

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konkreten Umstände am Arbeitsplatz vorgenommen zu haben. Das und die nicht 

erfolgte persönliche körperliche Untersuchung und Würdigung ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen beanstandet die Beschwerdeführerin zur Hauptsache. Ihre aktuelle 

Tätigkeit könne sie schmerzbedingt niemals in Vollzeit ausüben. Die im Zusammenhang 

mit ihrem Unfall eingetretene Fehlstellung verursache ihr zu starke Schmerzen. Die 

Fehlstellung an sich sei ja bekannt und nicht bestritten und sie wäre deshalb 

(eigentlich) schon lange ein Fall für die IV.

2.5    Fest steht somit, dass der Beschwerdeführerin bisher noch nie ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt worden ist. Sie hat aus gesundheitlichen und 

familiären Gründen ihr Arbeitspensum ab Januar 2010 in eigener Regie verringert und 

arbeitet aktuell in Teilzeit als Nachtpikett während fünf bis sechs Nächten pro Monat. 

Selbst diese reduzierte Tätigkeit sei derzeit eine zu grosse Belastung für ihre 

Kniegelenke. Die Beschwerdegegnerin verlange sinngemäss in völliger Unkenntnis der 

körperlichen Anforderungen an der aktuellen Stelle eine vollzeitliche Tätigkeit als 

Nachtpikett.

2.6    Die Beschwerdegegnerin hat sich für ihren Entscheid vollständig auf die 

Aussagen des RAD- und des Hausarztes abgestützt und keine medizinischen 

Abklärungen oder Nachfragen zum Stellenprofil resp. zu den konkreten Umständen der 

beruflichen Tätigkeit im Altersheim an die Hand genommen. Im Arbeitgeberbericht sind 

zu Art und Ausmass der anfallenden Aufgaben der Beschwerdeführerin im Altersheim 

zwar Angaben gemacht worden (IV-act. 12-7 f.). Der Bericht ist jedoch weder datiert 

noch unterzeichnet. Auch wurden die Vorgesetzten der Beschwerdeführerin nicht zu 

den von ihr behaupteten konkreten Arbeitsbedingungen befragt (zwei Häuser, grosse 

Distanzen, Präsenzzeit 20.00 bis 07.00 Uhr, Liftbenützung untersagt, Pikettzimmer im 

2. Stock für sie nicht benutzbar, vgl. IV-act. 28).

2.7    Für die Schätzung der Arbeitsunfähigkeit sind zwei Komponenten ausschlag­

gebend, die separat zu betrachten sind: die Leistungskomponente, also die Belastbar­

keit, und die Zeitkomponente, also die Präsenz am Arbeitsplatz. Für die Ermittlung der 

Arbeitsunfähigkeit sind die Einschränkungen der beiden Komponenten zu beachten. 

Die ärztlich zu beurteilende Zumutbarkeit einer bestimmten Tätigkeit beinhaltet 

notwendigerweise die Erstellung eines Leistungsprofils (zumutbare Funktionen: was 

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kann die versicherte Person noch?) und eines Behindertenprofils (unzumutbare 

Funktionen: was kann die versicherte Person nicht mehr?) sowie die Angabe einer 

medizinisch begründeten zeitlichen Einschränkung (vgl. Leitlinie zur Beurteilung der 

Arbeitsunfähigkeit nach Unfall oder Krankheit, herausgegeben von der Swiss Insurance 

Medicine, der Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin Schweiz, 3. Auflage, 

Stand Juni 2012). Dazu muss Klarheit bestehen, welche Tätigkeiten unter welchen 

Bedingungen ausführbar sind. Die Arbeiten einer Pflegeassistentin im Spital sind 

praktisch dieselben wie in einem Altersheim. Pflegeassistentinnen sind qualifizierte 

Mitarbeiterinnen und leisten in Assistenzfunktion einen Beitrag zum Gesamtangebot 

der Gesundheits- und Krankenpflege. Sie arbeiten unter der Verantwortung des 

diplomierten Pflegepersonals im Pflegeheim, Altersheim und im Spital. Sie unterstützen 

die Patienten bei allem, was diese nicht mehr selbständig verrichten können, z.B. bei 

der Körperpflege, beim Essen, beim Gehen, beim Aufstehen und beim Anziehen. Bei 

allen ihren Tätigkeiten sind sie auch Gesprächspartner der Patienten und damit 

wichtige Begleit- und Bezugspersonen. Beobachtungen während der Tätigkeit leiten 

sie an das diplomierte Pflegepersonal weiter. Zu ihren Aufgaben zählen ausserdem 

Reinigungsarbeiten im Umfeld der Patienten sowie der Unterhalt von medizinischen 

Geräten und Apparaten. Zudem begleiten sie die Patientinnen zu Untersuchungen und 

Behandlungen oder zu Spaziergängen. Die Arbeitszeiten sind oft unregelmässig. Sie 

können auch Nacht- und Wochenenddienst beinhalten (vgl. z.B. http://www.puls-

berufe.ch/documents/ admis/2006721164613/Pflegeassistenz2_200736154117.pdf, 

oder http://www.schule-diepoldsau.ch/oz/traumlehre07/berufsbildersite/

pflegeassistentin.htm, beide besucht am 17. Januar 2013).

2.8    Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin stellen sich weitere Fragen, die 

aus medizinischer Sicht beurteilt werden sollten: Würde die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin anders beurteilt, wenn sie die Arbeit im Altersheim statt in Teilzeit 

zu 25 bis 30% in Vollzeit ausüben würde? Ist die Beschwerdeführerin auf die Einnahme 

von Schmerzmitteln angewiesen und wenn ja, inwieweit? Ist die Zunahme der Arthrose 

als belastungsabhängig einzustufen? Könnte die Behinderung durch den von Dr. med. 

E.___ vorgesehenen prothetischen Gelenksersatz behoben werden, sodass wieder eine 

uneingeschränkte Leistungsfähigkeit erreicht werden könnte? Ist diese Operation 

bereits indiziert und wäre sie der Beschwerdeführerin auch zumutbar? Und schliesslich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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bleibt die Frage zu beantworten, ob und inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch eine 

weitere Gewichtsreduktion verbessert werden könnte.

2.9    Von keiner Seite ist in Zweifel gezogen worden, dass die Beschwerdeführerin in 

ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin zufolge des Unfallgeschehens 1987 

vor allem in motorisch anspruchsvollen Aufgaben eingeschränkt ist. Eine Bezifferung 

dieser Einschränkung und bezüglich welcher adaptierten Tätigkeiten eine solche ge­

geben ist, lässt sich in den Akten nirgends finden. Die Beschwerdeführerin hat 

mehrfach ausgeführt, auch bei der Arbeit im Nachtpikett müsse sie motorisch 

anspruchsvolle Aufgaben bewältigen. Die Eingliederungsberaterin hat deshalb eine 

berufliche Umorientierung als unumgänglich erachtet (IV-act. 24).

3.      

3.1    Nach Art. 17 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person Anspruch auf Umschulung 

auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist 

und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Invalid im Sinn von Art. 17 IVG ist eine versicherte Person dann, wenn sie 

wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens im bisher 

ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden 

noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (BGE 124 V 110 E. 2b mit Hinweisen). Ob 

diese Voraussetzung vorliegend gegeben ist, ist noch offen. Die Beschwerdegegnerin 

ist ohne Abklärung der medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit der Beschwerde­

führerin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit als Nachtpikett-

Leistende in einem Altersheim (Grundlohn Fr. 24.40 pro Stunde) ausgegangen.

3.2    Bevor über einen Anspruch auf berufliche Massnahmen entschieden werden 

kann, ist vorerst die Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens zu 

bestimmen. Die Sache wird deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen zur 

Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zur Neuverfügung. Unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2011 ist die Beschwerde damit 

gutzuheissen.

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4.       Im Rahmen der Rückweisung ist ebenfalls die Statusfrage zu prüfen, also zu 

klären, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall  überwiegend wahrscheinlich zu 

80% arbeiten würde, wie sie dies geltend gemacht hat (IV-act. 24-2). Immerhin hatte 

sich die Beschwerdeführerin, ihren Angaben zufolge, im September 2009 beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum nur für ein Pensum von 50 bis 60% 

angemeldet (IV-act. 24-2). Ob sie bereits damals nicht nur familiäre, sondern auch 

gesundheitliche Gründe für die eingeschränkte Vermittlungsfähigkeit geltend gemacht 

hatte, könnte allenfalls den Akten der Arbeitslosenversicherung entnommen werden. 

Aufschluss könnten nebst der Einkommenssituation der Familie auch die geleisteten 

Arbeitspensen vor der Geburt geben (vgl. IK-Auszug, IV-act. 7). Während die 

Beschwerdeführerin selber am 18. November 2010 angab, bis zur Geburt ihres Sohnes 

im Juni 2009 immer zu 100% als Pflegeassistentin gearbeitet zu haben (IV-act. 24-2), 

hatte Dr. C.___ am 16. September 2010 zu Protokoll gegeben (am 10. Februar 2010 in 

die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin eingetragen), im Februar 2009 habe die 

Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Hilfsschwester in der Orthopädie 

des Kantonsspitals noch zu 90% gearbeitet, ohne sich jedoch zu den Gründen für das 

reduzierte Pensum zu äussern (IV-act. 5-1, 8-5).

5.      

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich (vgl. URS 

PETER CAVELLTI/THOMAS VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen 

– dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2.A., Rz 764). Da sie 

gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b des st.gallischen Einführungsgesetzes zur 

Bundesgesetzgebung über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 

350.1) Teil der Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-

rechtlichen Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur 

Übernahme amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. URS PETER CAVELLTI/

THOMAS VÖGELI, a.a.O., Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückbezahlt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 

21. Februar 2011 aufgehoben und die Streitsache zur Vornahme der Abklärung im Sinn 

der Erwägungen und zur anschliessenden neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückbezahlt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.02.2013
	Art. 3a Abs. 1, Art. 3c Abs. 2, Art. 4 Abs. 2, Art. 7d, Art. 8, Art. 17 ATSG; Art. 1novies, Art. 6 IVG. Pflegeassistentin mit reduziertem Pensum. Frühintervention. Verneinung eines Anspruchs auf Umschulung und Rente. Fehlende Abklärung des medizinischen Sachverhalts zur Klärung, ob eine drohende Invalidität vorliegt oder ob bereits eine IV-relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. Rückweisung zur medizinischen Abklärung und Neuverfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 7. Februar 2013, IV 2011/113).

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