# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf7fa674-2981-5e80-8a5e-5999d725dea9
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 12.01.2023 S 2022 116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-116_2023-01-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

Z W I S C H E N E N T S C H E I D  vom 12. Januar 2023  [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2022 116

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Zwischenentscheid S 2022 116

A. Der Versicherte, A.________, Jahrgang 1964, meldete sich am 24. Juli 2008 
erstmals bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle holte 
daraufhin bei den behandelnden Ärzten aktuelle Berichte ein und liess den Versicherten 
polydisziplinär durch die MEDAS Zentralschweiz begutachten (IV-act. 20). Mit Verfügung 
vom 3. November 2009 wurde das Leistungsbegehren abgewiesen (IV-act. 30).

Am 8. April 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung an (IV-
act. 36), woraufhin RAD-Arzt Dr. med. C.________, Facharzt für Innere Medizin FMH, 
eine neuerliche polydisziplinäre Begutachtung als notwendig ansah (IV-act. 56). Das 
Gutachten wurde in der Folge durch das Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) erstattet (IV-
act. 80). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
20. Februar 2018 mit, dass sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 82). 
Im Rahmen des anschliessenden Einwandverfahrens wurden seitens der 
Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen getätigt und dabei u.a. auch eine 
Verlaufsbegutachtung beim BEGAZ in Auftrag gegeben. Das Gutachten des BEGAZ 
datiert vom 27. November 2019 (IV-act. 132). Nachdem drei Wochen zuvor ein operativer 
Eingriff an der Wirbelsäule stattgefunden und somit zum Zeitpunkt der Begutachtung kein 
stabiler Gesundheitszustand vorgelegen hatte, konnte auf das Gutachten nicht abgestellt 
werden (vgl. dazu RAD-Stellungnahme vom 3. Dezember 2019 [IV-act. 133]), weshalb 
eine erneute Verlaufsbegutachtung beim BEGAZ durchgeführt wurde (IV-act. 173). 
Anschliessend wurde bei der Begutachtungsstelle noch eine ergänzende Stellungnahme 
eingeholt, worin eine elektrophysiologische Abklärung der Nervenfunktion empfohlen 
wurde (IV-act. 177). Am 20. April 2021 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid, mit 
dem sie die Zusprache einer befristeten ganze Rente vom 1. September 2019 bis 30. Juni 
2020 vorsah (IV-act. 179). Im Einwandverfahren wurde schliesslich eine klinisch 
neurologische und elektrophysiologische Untersuchung in Auftrag gegeben, die am 
24. August 2021 durchgeführt wurde (IV-act. 190). Im Rahmen des rechtlichen Gehörs 
beantragte der Versicherte eine integrative Gesamtbeurteilung (IV-act. 199). Die 
Stellungnahme des BEGAZ erging daraufhin am 18. Januar 2022 (IV-act. 204). Mit 
Verfügung vom 23. Mai 2022 sprach die IV-Stelle dem Versicherten schliesslich eine 
befristete ganze Invalidenrente vom 1. September 2019 bis 30. Juni 2020 zu (IV-act. 213 
f.). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 16. September 2022 liess A.________ 
beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur neuen Entscheidfindung 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden 

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Zwischenentscheid S 2022 116

Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei 
ein gerichtliches Obergutachten einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(zzgl. MWST) zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte der 
Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung in der Person 
von RA lic. iur. B.________ (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch des 
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihm für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Person von RA lic. 
iur. B.________ bei (act. 6). 

D. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 (act. 7) nahm die IV-Stelle und am 
14. November 2022 (act. 9) der Beschwerdeführer zur Frage der Rechtzeitigkeit der 
Beschwerde Stellung. Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit notwendig – 
erwägungsweise einzugehen sein.

E. Mit Schreiben vom 18. November 2022 wurde der IV-Stelle Frist zur 
Vernehmlassung angesetzt (act. 10). 

F. Im Rahmen der Vernehmlassung vom 19. Dezember 2022 beantragte die IV-
Stelle Nichteintreten und in diesem Zusammenhang einen Vorentscheid über die Frage 
der Rechtzeitigkeit der Beschwerde. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen 
(act. 11). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

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des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben.

2.
2.1 Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach 
der Eröffnung des Einspracheentscheids oder der Verfügung, gegen welche eine 
Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen. Diese Frist kann nicht erstreckt werden 
(Art. 40 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG ist die 30-tägige 
Frist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim kantonalen 
Versicherungsgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post 
übergeben wird. Läuft die Frist unbenützt ab, so erwächst der Verwaltungsentscheid in 
(formelle) Rechtskraft mit der Wirkung, dass das erstinstanzliche Gericht auf eine 
verspätet eingereichte Beschwerde nicht eintreten darf (BGE 134 V 49 E. 2). Die 
Rechtzeitigkeit der Beschwerde ist eine Prozessvoraussetzung, welche von Amtes wegen 
zu prüfen ist.

2.2 Die Eröffnung einer Verfügung ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine 
annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre Rechtswirkungen 
vom Zeitpunkt ihrer ordnungsgemässen Zustellung an; ob der Betroffene vom 
Verfügungsinhalt Kenntnis nimmt oder nicht, hat keinen Einfluss (BGE 119 V 89 E. 4c). 
Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunkts der Zustellung von Verfügungen obliegt 
rechtsprechungsgemäss der Behörde, welche die Zustellung veranlasst. Dabei gilt 
bezüglich Tatsachen, welche für die Zustellung von Verfügungen der Verwaltung erheblich 
sind, der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 124 V 400 E. 2a und 
2b).

2.3 Eine Partei kann sich, wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit vertreten 
oder, soweit die Dringlichkeit einer Untersuchung es nicht ausschliesst, verbeiständen 
lassen (Art. 37 Abs. 1 ATSG). Im Sozialversicherungsrecht gilt der in Art. 37 Abs. 3 ATSG 
ausdrücklich verankerte Grundsatz, dass der Versicherungsträger seine Mitteilungen an 
den Vertreter einer Partei zu richten hat, solange diese ihre Vollmacht nicht widerrufen hat. 
Dieser Grundsatz dient im Interesse der Rechtssicherheit dazu, allfällige Zweifel darüber 
zum Vornherein zu beseitigen, ob die Mitteilungen an die Partei selber oder an ihre 
Vertretung zu erfolgen haben, sowie um klarzustellen, welches die für einen Fristenlauf 

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massgebenden Mitteilungen sein sollen (BGer 9C_594/2011 vom 24. Oktober 2011 
E. 2.2).

Aus der mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person gemäss 
Art. 49 Abs. 3 letzter Satz ATSG kein Nachteil erwachsen. Nach der Rechtsprechung ist 
nicht jede mangelhafte Eröffnung schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass die 
Rechtsmittelfrist nicht zu laufen beginnen könnte. Aus dem Grundsatz, dass den Parteien 
aus mangelhafter Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem 
beabsichtigten Rechtsschutz schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv 
mangelhafte Eröffnung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht. Das bedeutet nichts 
anderes, als dass nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu prüfen ist, ob die 
betroffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und 
dadurch benachteiligt worden ist. Richtschnur für die Beurteilung dieser Frage ist der auch 
in diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und Glauben, an welchem 
die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet (BGer 9C_791/2010 vom 
10. November 2010 E. 2.2).

2.4 Mit Blick auf den Grundsatz von Treu und Glauben kann auch eine fehlerhaft 
eröffnete Verfügung rechtsbeständig werden, wenn sie nicht innert vernünftiger Frist seit 
jenem Zeitpunkt in Frage gestellt wird, in welchem der Adressat Kenntnis vom 
Verfügungsinhalt hat. Die Dauer der vernünftigen Frist bemisst sich praxisgemäss nach 
den besonderen Umständen des Einzelfalls. Wird eine Verfügung trotz eines 
bestehenden, der Verwaltung bekannten Vertretungsverhältnisses nicht dem 
Rechtsvertreter, sondern nur der versicherten Person selbst zugestellt, ist diese aufgrund 
der sie treffenden Sorgfaltspflicht in der Regel gehalten, spätestens am letzten Tag der in 
der Verfügung genannten Beschwerdefrist an ihren Vertreter zu gelangen. Eine 
anschliessende Beschwerde gilt als rechtzeitig eingereicht, wenn sie innerhalb einer 30-
tägigen Rechtsmittelfrist, welche ab diesem Datum (letzter Tag der Frist gemäss 
Verfügung) läuft, erhoben wird (EVG I 565/02 vom 6. Mai 2003 E. 3.1).

3.
3.1 Aus den Akten ergibt sich, dass Rechtsanwalt B.________ am 16. Mai 2018 
mandatiert wurde (vgl. IV-act. 123). Die entsprechende Vollmacht ging bei der 
Beschwerdegegnerin zwar erst am 2. Juli 2019 ein, zuvor wurde Rechtsanwalt 
B.________ aber bereits am 28. März 2018 von Rechtsanwalt D.________ substituiert 
(vgl. IV-act. 84 und 87). Der Beschwerdeführer wird im IV-Verfahren somit bereits seit Mai 

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2018 von Rechtsanwalt B.________ vertreten. Soweit ersichtlich hat ab diesem Zeitpunkt 
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren denn auch immer nur der Rechtsvertreter 
mit der IV-Stelle kommuniziert. Sämtliche Korrespondenz zwischen der IV-Stelle und dem 
Versicherten lief über den Rechtsanwalt. Die IV-Stelle stellte bisher jedenfalls sämtliche 
Korrespondenz direkt dem Vertreter zu, so z.B. auch die Verfügung vom 3. Februar 2020 
(IV-act. 142), der Vorbescheid vom 20. April 2021 (IV-act. 179), mehrere Schreiben im 
Zusammenhang mit den Begutachtungen beim BEGAZ (IV-act. 158, 165, 205) oder der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend die Untersuchung vom 24. August 2021 
(IV-act. 192). Sodann setzte die IV-Stelle Rechtsanwalt B.________ am 29. Juni 2021 im 
Verwaltungsverfahren als unentgeltlichen Rechtsbeistand ein (vgl. IV-act. 188). Dieses 
Vertretungsverhältnis hatte im Zeitpunkt der Verfügungseröffnung Ende Mai 2022 
offensichtlich immer noch Bestand. Davon ging auch die IV-Stelle aus, führte sie im 
Schreiben vom 8. März 2022 doch die Anwaltskanzlei "E.________" als Vertretung auf 
(vgl. IV-act. 212 S. 1) und richtete sich der Begründungsteil der angefochtenen Verfügung 
an Rechtsanwalt B.________ (vgl. IV-act. 213 S. 1), sodass auch die Verfügung im 
Original an ein Anwaltsbüro – wenn auch an die falsche Adresse – adressiert wurde (vgl. 
IV-act. 214 S. 1). Aufgrund dieses Vertretungsverhältnisses war die IV-Stelle gehalten, 
ihre Verfügung vom 23. Mai 2022 dem Vertreter des Versicherten zuzustellen. 

3.2 Weiter ist davon auszugehen, dass dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
die Verfügung vom 23. Mai 2022 nicht eröffnet wurde, nachdem er sich am 10. August 
2022, mithin nach Verfügungserlass, bei der IV-Stelle nach dem Verfahrensstand 
erkundigt hatte (vgl. Bf-act. 5). Damit liegt eine fehlerhafte Verfügungseröffnung vor, was 
auch die Beschwerdegegnerin einräumt (vgl. act. 7 S. 1) und sich für diesen Fehler 
entschuldigt (vgl. act. 11 S. 3). Ob eine Kopie der Verfügung dem Versicherten zugestellt 
wurde – in der Eingabe vom 14. November 2022 bringt der Beschwerdeführer 
diesbezüglich immerhin vor, es sei nicht belegt, dass er die Verfügung tatsächlich erhalten 
habe (vgl. act. 9 S. 1) –, kann vorliegend offen bleiben, ist auf die Beschwerde doch so 
oder anders – wie nachfolgend noch aufzuzeigen sein wird – einzutreten. Immerhin sei an 
dieser Stelle noch kurz darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin eine allfällige 
Zustellung an den Versicherten ohnehin nicht nachweisen könnte, da sie ihre Verfügungen 
uneingeschrieben versendet. 

3.3 Wie bereits dargelegt, hat der Beschwerdeführer Rechtsanwalt B.________ 
gegenüber der Beschwerdegegnerin ordentlich bevollmächtigt und durfte sich insofern als 
vertretene Person sehen. Damit durfte er auch davon ausgehen, dass sein Vertreter mit 

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einem Verfügungsexemplar bedient wurde, zumal eine Anwaltskanzlei im Zustellvermerk 
der Verfügung aufgeführt und im Begründungsteil der Verfügung Rechtsanwalt 
B.________ direkt angesprochen wurde. Daran ändert die in der Verfügung aufgeführte 
falsche Adresse des Rechtsvertreters nichts, ist die Fehlerhaftigkeit doch nicht ohne 
Weiteres erkennbar, da zumindest die Anschrift "F.________" und die Postleitzahl 
übereinstimmen. Der Beschwerdeführer hatte jedenfalls keinen Grund zur Annahme, die 
IV-Stelle respektiere das ordentlich bestellte Vertretungsverhältnis nicht. 

Hingegen muss einer versicherten Person daran Zweifel erwachsen, wenn sie auch noch 
gegen Ende der in der Verfügung korrekt erwähnten 30-tägigen Rechtsmittelfrist von ihrem 
Rechtsvertreter noch nichts hört. In diesem Zusammenhang ist auf die von der 
Beschwerdegegnerin angesprochene und im vorliegenden Zwischenentscheid unter 
Erwägung 2.4 zitierte Rechtsprechung zu verweisen. Die Regel, wonach sich die 
versicherte Person spätestens am dreissigsten Tage nach der erfolgten Zustellung der 
Verfügung bei ihrer Rechtsvertretung nach dem weiteren Vorgehen zu erkundigen hat, 
sodass am folgenden Tag die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach Art. 60 Abs. 1 ATSG zu 
laufen beginnt, ist jedoch nicht unumstösslich. Entscheidend sind immer die Umstände 
des konkreten Falles (BGer 9C_741/2012 vom 12. Dezember 2012 E. 4.1.4). Die dem 
Beschwerdeführer aufgrund der zitierten Rechtsprechung wahrzunehmende 
Sorgfaltspflicht darf und muss gerade auch von einer rechtsunkundigen Person verlangt 
werden, weshalb sich der Beschwerdeführer zwar nicht auf Sprachschwierigkeiten berufen 
kann. Zu berücksichtigen sind jedoch die Feststellungen des Verwaltungsgerichts im Urteil 
S 2020 35 vom 14. September 2021, wonach der Beschwerdeführer psychisch 
angeschlagen sei und er über wenige persönliche Ressourcen verfüge, sodass er sich 
kaum um seine administrativen Angelegenheiten kümmern könne (E. 5.3.2 des zitierten 
Entscheids). Aufgrund seines beeinträchtigten Gesundheitszustandes und der damit 
einhergehenden Überforderung konnte vom Beschwerdeführer somit nicht verlangt 
werden, dass er sich vor Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist bei seinem Vertreter 
nach dem weiteren Vorgehen erkundigte. Vielmehr liegen vorliegend besondere 
Umstände vor, die es rechtfertigen, dem Beschwerdeführer eine längere Frist 
einzugestehen, weshalb eine drei- bis viermonatige Frist nach Ablauf der ordentlichen 
Rechtsmittelfrist als angemessen zu betrachten ist. Daran ändert auch die Tatsache 
nichts, dass die hier relevante Verfügung nicht die erste Verfügung war, welche der 
Beschwerdeführer von der IV-Stelle erhielt, zumal die Verfügung die Überschrift 
"Zusprache einer befristeten Invalidenrente" trug und zwar fettgedruckt, wodurch er nicht 
ohne Weiteres hat erkennen können, dass der Verfügungsinhalt für ihn nicht günstig war. 

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3.4 Soweit sich die Beschwerdegegnerin schliesslich auf den Standpunkt stellt, auch 
die Sozialen Dienste Asyl, denen ebenfalls eine Kopie der Verfügung zugestellt worden 
sei, hätten eine Vertretungsvollmacht gehabt, sodass diese nach Erhalt der Verfügung 
gehalten gewesen wären, sich an den Beschwerdeführer oder dessen Rechtsvertreter zu 
wenden (vgl. act. 11 S. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass am 
23. März 2022 auch noch eine Vertretungsvollmacht zu Handen der Sozialen Dienste Asyl 
unterzeichnet wurde (vgl. Beilage 1 zur Eingabe vom 28. Oktober 2022). Entsprechend 
dem Wortlaut beschränkte sich die Vollmacht jedoch auf ein Akteneinsichts- und 
Auskunftsrecht. Vertreten wurde der Beschwerdeführer indes während des gesamten 
Einwandverfahrens durch Rechtsanwalt B.________. Von einem Koordinationsbedarf der 
verschiedenen Vertretungen kann somit keine Rede sein, zumal auch die IV-Stelle 
Rechtsanwalt B.________ im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren stets als 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erachtet hat (vgl. zum Ganzen E. 3.1 hiervor). 
Angesichts dessen, dass das Vertretungsverhältnis auch der Sozialen Dienste Asyl 
bekannt war, bestand für diese keinerlei Veranlassung, auf die Verfügung vom 23. Mai 
2022 zu reagieren und sich an den Beschwerdeführer oder an dessen Rechtsvertreter zu 
wenden. Dies gilt umso mehr, als die Verfügung der Sozialen Dienste Asyl offensichtlich 
im Zusammenhang mit dem von ihr gestellten Verrechnungsantrag zugestellt und die 
Rentennachzahlungen mit ihren Vorschusszahlungen verrechnet wurden. Der 
Argumentation der Beschwerdegegnerin kann somit nicht gefolgt werden. 

3.5 Bei einer allfälligen Zustellung der Verfügung an den Versicherten am 24. Mai 
2022 endete die ordentliche Rechtsmittelfrist am 23. Juni 2022. Wird zu Gunsten des 
Beschwerdeführers von einer drei- bis viermonatigen Frist nach Ablauf der ordentlichen 
Rechtsmittelfrist ausgegangen, wäre diese selbst bei Nichtberücksichtigung des 
Fristenstillstandes über die Sommerferien frühestens am 23. September 2022 abgelaufen 
und die 30-tägige Beschwerdefrist erst ab diesem Zeitpunkt ausgelöst worden. Zu diesem 
Zeitpunkt war das vorliegende Beschwerdeverfahren jedoch bereits anhängig gemacht – 
der Poststempel datiert vom 16. September 2022 –, womit es sein Bewenden hat. 

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die am 16. September 2022 der Post 
übergebene Beschwerde als rechtzeitig eingereicht gilt. Auf die Beschwerde ist deshalb 
einzutreten. Nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Zwischenentscheides wird das 
Verfahren weitergeführt und dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung einer allfälligen 
Replik angesetzt. 

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5. Die Entscheidung über die mit dem vorliegenden Entscheid verbundenen Kosten 
wird im Rahmen der materiellen Beurteilung gefällt werden.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Auf die Beschwerde wird eingetreten. 

2. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

3. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel und samt 
einer Kopie der Vernehmlassung der IV-Stelle vom 19. Dezember 2022 vorerst 
lediglich zur Kenntnisnahme), an die IV-Stelle Zug und an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern. 

Zug, 12. Januar 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am