# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 263de45a-2ef6-57df-a16f-73eec8315c30
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-01-10
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzonen. Umgebungsgestaltung.
**Docket/Reference:** BRGE II Nrn. 0002-0003/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2020-12.pdf

## Full Text

BRGE II Nr. 0002-0003/2017 vom 10. Januar 2017 in BEZ 2020 Nr. 12 

(Bestätigt mit VB.2017.00101 vom 5. Juli 2018; dieser bestätigt mit BGr  
1C_439/2018 vom 13. März 2020.) 

Auf  dem  in  der  Landwirtschaftszone  gelegenen  Baugrundstück  wurde  als 
Ersatzbau  für  das  Betriebsleiterhaus  sowie  ein  weiteres  Wohnhaus  ein  neues 
Mehrfamilienhaus  erstellt.  Der  Teil  dieses  Ersatzbauvorhabens  bildende 
Umgebungsplan wurde durch die Baudirektion Kanton Zürich bewilligt. Er zeigte 
drei  fassadenbündige  Sitzplätze  mit  je  21 m2,  einen  als  bestehend  bezeichne-
ten  Ziergarten  östlich  des  Neubaus  sowie  eine  Hecke  entlang  der  Garagen-
rampe auf. Die übrige Fläche wurde als Kulturland bezeichnet. 

Aus den Erwägungen: 

4. Anstelle dieser bewilligten Umgebungsplanung wurde eine grundlegend 
andere  Gartengestaltung  realisiert.  Diese  erstreckt  sich  vom  Wohnhaus  aus 
über  rund  10,50 m  nach  Südosten  und  über  rund  20 m  nach  Südwesten.  Sie 
beinhaltet im Nordosten einen Steingarten, welcher  gegen Süden mit einer bis 
zu  80 cm  hohen  Blocksteinmauer  und  einem  nach  Süden  führenden  Weg 
abgeschlossen  wird.  Der  Weg  führt  an  einem  Nutzgarten  vorbei  bis  zu  einem 
südlich  des  Wohnhauses  gelegenen  und  mit  einer  Pergola  überstellten 
Sitzplatz. Die drei ursprünglich bewilligten Sitzplätze entlang der Hausfassaden 
wurden  vergrössert  und  mit  Sichtschutzwänden  aus  Steinkörben  und  Stein-
platten  voneinander  abgetrennt.  Schliesslich  wurde  entlang  der  nördlich 
angrenzenden  Zufahrtsstrasse  eine  rund  12 m  lange  Betonmauer  errichtet. 
Diese Mauer setzt sich rechtwinklig zur Strasse und parallel zur Ostfassade des 
Wohnhauses  rund  34 m  lang  als  östlichen  Abschluss  des  gestalteten  Garten-
bereiches  fort.  Sie  weist  seine  Höhe  von  rund  90 cm  auf,  welche  sich  im 
Bereich des östlichen Abschlusses des Gartens auf bis zu rund 30 cm verjüngt. 
Zudem  wurden  im  Beton  Metall-Zaunpfosten  eingelassen.  Schliesslich  wurde 
südwestlich der Garagenrampe ein zusätzlicher Zugangsweg erstellt. 

5. Die Baudirektion Kanton Zürich verweigerte die raumplanungsrechtliche 
Bewilligung  für  die  bereits  realisierte  Gartengestaltung  mit  Verweis  auf  ihre 
langjährige  Praxis,  wonach  die  Umgebungsgestaltung  ausserhalb  der  Bau-
zonen  bei  zonenkonformen  Bauten  auf  die  Vorgaben  und  die  Praxis  zu  den 
altrechtlichen Wohnbauten  im  Sinne  von  Art.  24c  des  Raumplanungsgesetzes 
(RPG)  abgestützt  wird.  Diese  lässt  eine  Gartengestaltung  nur  im  Nahbereich 
des Wohnhauses,  in  der  Regel  im  Umkreis  von  7  m  ab  der  Hausfassade,  zu. 
Zudem  verweist  sie  auf  Art. 3  Abs. 2  lit. b  RPG,  wonach  sich  auch  landwirt-
schaftliche  Bauten  und  Anlagen  sowohl  hinsichtlich  Stellung  und  Volumen  als 
auch bezüglich Materialisierung in die Landschaft einzuordnen haben. 

Der Steingarten, der neue Zugangsweg zum vom Wohnhaus abgesetzten 
Sitzplatz  mit  der  als  Baute  wahrnehmbaren  Pergola,  die  massive 
Blocksteinmauer  sowie  der  Zaun  würden  das  Mass  einer  untergeordneten 
Gartengestaltung  deutlich  übersteigen.  Der  Gartenbereich  sei  gegenüber  dem 
Vorbestand  beinahe  verdoppelt  worden.  Auf  die  Pflanzung  von  landschafts-
für  eine 
fremden  Thuja  und  Säuleneiben  sei  zu  verzichten.  Lediglich 

 
 
 
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untergeordnete Umgebungsgestaltung innerhalb des 7 m-Bereiches könne eine 
Ausnahmebewilligung  in  Aussicht  gestellt  werden.  Die  Sichtschutzwände  in 
Fassadennähe könnten noch knapp hingenommen werden. (…) 

7.  Der  Rekurrent  macht  geltend,  er  sei  Landwirt  und  das  Wohnhaus  mit 
seiner  Gartenanlage  somit  absolut  zonenkonform.  Die  Praxis  der  Baudirektion 
Kanton Zürich zu den Ausnahmebewilligungsbestimmungen von Art. 24 bis 24e 
RPG komme somit nicht zur Anwendung. Der Garten sei allenfalls in Bezug auf 
die Einordnung zu prüfen. Zudem befinde sich die neue Umgebungsgestaltung 
grossmehrheitlich im Nahbereich des Gebäudes und im Bereich des ursprüng-
lich  vorhandenen  Gartens.  Selbst  bei  einer  Anwendung  der  7 m-Regel  werde 
diese nur unwesentlich verletzt. (…) 

8.  (…)  Die  Trennung  von  Bauzonen  und  Nichtbauzonen  als  wichtigster 
Grundsatz  der  heutigen  Raumplanung  verlangt,  dass  bodenverändernde 
Nutzungen  von  Bereichen,  die  für  Bodenerhaltendes  vorgesehen  sind,  grund-
sätzlich ferngehalten werden. Bauten und Anlagen sind daher in aller Regel in 
einer ihnen entsprechenden Bauzone zu verwirklichen. Ausserhalb des Bauge-
bietes dürfen sie nur erstellt werden, wenn dies die einschlägige Nutzungszone 
gestattet 
(Art. 22 RPG)  oder  wenn  die  Ausnahmevoraussetzungen  von 
Art. 24 ff. RPG  gegeben  sind.  Zweck  dieser  Trennung  von  Bauzonen  und 
Nichtbauzonen  ist  die  Verhinderung  von  Streusiedlungen  und  von  über-
mässigem  Verkehr  in  den  Landwirtschaftsgebieten  sowie  der  Landschafts-
schutz. 

In der Landwirtschaftszone sind Bauten und Anlagen zonenkonform, wenn 
sie  entweder  der  bodenabhängigen  Bewirtschaftung 
(landwirtschaftliche 
Bewirtschaftung bzw. produzierender Gartenbau) oder der inneren Aufstockung 
(Angliederung von Bauten oder Anlagen für die bodenunabhängige Produktion) 
dienen  (Art. 16a  Abs. 1  und  2  RPG;  Art. 34  Abs. 1  RPV).  Nebst  Ökonomiege-
bäuden  –  die  grundsätzlich  für  jeden  Landwirtschaftsbetrieb  erstellt  werden 
können  –  sind  bei  landwirtschaftlichen  Gewerben  auch  Bauten  für  den  Wohn-
bedarf  zonenkonform,  sofern  er 
für  den  Betrieb  des  entsprechenden 
landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist (Art. 34 Abs. 3 RPV).  

Neue  landwirtschaftliche  Bauten  und  Anlagen  müssen  in  ihrer  konkreten 
für  eine  zweckmässige  Bewirtschaftung  des  Bodens  am 
Ausgestaltung 
vorgesehenen  Standort  objektiv  notwendig  und  nicht  überdimensioniert  sein. 
Der 
landwirtschaftliche  Zweck  darf  nicht  bloss  Vorwand  sein,  um  ein 
Bauvorhaben  zu  verwirklichen,  das  für die  Bewirtschaftung  des  landwirtschaft-
lichen Bodens nicht erforderlich ist. Massgebend sind nicht subjektive Wünsche 
und  Bedürfnisse.  Dasselbe  muss  für  Bauten  und  Anlagen  im  Zusammenhang 
mit  dem  landwirtschaftlichen  Wohnen  gelten.  Dieses  Vorrecht,  ausserhalb  der 
Bauzonen zu wohnen, bleibt deshalb einerseits einem verhältnismässig engen 
Personenkreis  vorbehalten,  andererseits  sind  auch  die  damit  verbundenen 
baulichen Massnahmen in Grenzen zu halten.  

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  verfolgt  eine  langzeitige  und  konstante 
Praxis,  wonach  sie  Gartenanlagen  zu  zonenfremden  Wohnnutzungen  in  der 
Landwirtschaftszone  nur  in  deren  Nahbereich  bewilligt,  wobei  dieser  Nah-

 
 
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bereich  innerhalb  eines  7 m-Radius  um  das  Wohnhaus  angenommen  wird. 
Diese Einschränkung ist im Hinblick auf die Vermeidung weiterer Zersiedelung 
sinnvoll  und  grundsätzlich  nicht  in  Frage  zu  stellen.  Selbstredend  sind  dies-
bezüglich  zonenkonforme,  landwirtschaftliche Wohnnutzungen  nicht  schlechter 
zu  stellen.  Auch Landwirten  ist  eine  Gartennutzung  rund  um  ihr Heim  nicht  zu 
verwehren.  Hingegen  ist  auch  nicht  ersichtlich,  weshalb  einer  landwirtschaft-
lichen  Wohnnutzung  eine  grössere  Gartenfläche  zustehen  sollte  als  einer 
altrechtlichen, nicht zonenkonformen Wohnnutzung. Dies zumal die Anlagen in 
beiden  Fällen  nicht  der  Landwirtschaft  dienen  und  auch  landwirtschaftliche 
Wohnbauten  und  selbst 
ihrem  Bedarf 
entsprechend  zu  beschränken  sind,  um die Zersiedelung  gering  zu  halten  und 
Kulturland  wie  auch  die  Landschaft  zu  schützen.  Entsprechend  ist  nicht 
einzusehen,  weshalb  einer  landwirtschaftlichen  Wohnnutzung  eine  unbe-
schränkte  Fläche  zur  Freizeitnutzung  zur  Verfügung  stehen  sollte.  Wenn  die 
für  nichtlandwirtschaftliches  Wohnen 
Baudirektion  Kanton  Zürich 
ausserhalb  der  Bauzonen  entwickelte  Bewilligungspraxis  für  Gartenanlagen 
auch  auf  das 
landwirtschaftliche  Wohnen  anwendet  und  damit  das 
raumplanerische  Interesse  höher  einstuft,  erscheint  dies  gerechtfertigt.  Die 
regelmässig  verlangte  räumliche  Beschränkung  ist  im  Sinne  der Rechtsgleich-
heit, der Rechtssicherheit und der Raumplanung zu schützen.  

landwirtschaftliche  Zweckbauten 

ihre 

Im  Übrigen  ist  zu  bemerken,  dass  es  sich  beim  streitbetroffenen  Mehr-
familienhaus  nicht  um  eine  ausschliesslich  zonenkonforme  Wohnnutzung 
handelt.  Vielmehr  wurde  es  als  Ersatzbaute  für  das  Betriebsleiterhaus  sowie 
eine  vorbestehende  zonenfremde  Wohnbaute  erstellt  und  die  altrechtliche, 
zonenfremde Wohnfläche wurde in Form von Mietwohnungen in die neue Baute 
integriert.  

Dabei wurde auch das Erweiterungspotenzial ausgeschöpft und die Baute 
um  ca.  5 m  nach  Osten  verlängert.  Rund  die  Hälfte  des  früheren  östlichen 
Gartens  ist  somit  durch  die  Wohnbaute  überstellt,  weshalb  der  Rekurrent  zu 
Unrecht  geltend  macht,  fast  die  ganze  neue  Gartengestaltung  befinde  sich  im 
Bereich des ursprünglichen Gartens. Vielmehr wurde der  ganze Gartenbereich 
um  ca.  5,50 m  nach  Osten  verschoben,  womit  (ohne  die  Erweiterung  gegen 
Süden)  gut  120 m2  Kulturland  neu  zu  Garten  gemacht  wurden.  Dies  einzu-
schränken liegt durchaus im öffentlichen Interesse und verlangt mit Blick auf die 
Rechtssicherheit  und  die  Gleichbehandlung  nach  einer  Regelung,  wie  sie  die 
Baudirektion Kanton Zürich mit der genannten 7 m-Regel verfolgt.