# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90313571-13e8-5a89-8e0c-1cb36c3b0c4c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2009 C-2251/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2251-2008_2009-09-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2251/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

Z._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
X._______ und Y._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2251/2008

Sachverhalt:

A.
Am 28. Januar 2008 beantragte der 1941 geborene X._______ für sich 
und seinen 1992 geborenen Sohn Y._______, beide Staatsangehörige 
von  Sri  Lanka,  bei  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  ein 
Visum  für  einen  zweimonatigen  Familienbesuch  in  Aarau.  Nach 
formloser  Verweigerung  übermittelte  die  Vertretung  dieses  Gesuch 
zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Aargau weitere Abklärungen 
zum beabsichtigten Besuchsaufenthalt  vorgenommen hatte,  wies die 
Vorinstanz das Einreisegesuch mit  Verfügung vom 7. März 2008 ab. 
Sie  begründete  ihre  Ablehnung  damit,  dass  die  Erteilung  einer  Ein-
reisebewilligung unter anderem dann zu verweigern sei, wenn die an-
standslose  und  fristgerechte  Wiederausreise  der  gesuchstellenden 
Person nicht als gesichert  betrachtet werden könne, sei es als Folge 
der in  ihrem Ursprungsland herrschenden politischen oder sozioöko-
nomischen  Verhältnisse  oder  aufgrund  ihrer  persönlichen  Situation. 
Wie die in zahlreichen Fällen gemachte Erfahrung zeige, würden ins-
besondere Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von Personen, 
welche  sich  eigentlich  dauerhaft  hier  niederlassen  möchten,  miss-
braucht. Die Gesuchsteller stammten immerhin aus dem Krisengebiet 
von Jaffna, einer Region, aus welcher der starke Zuwanderungsdruck 
anhalte. 

C.
Gegen diese Verfügung erhob die Gastgeberin, Z._______, am 1. April 
2008  Beschwerde  mit  dem  Begehren  um  Erteilung  der  beantragten 
Einreisebewilligung. Sie macht geltend, bei ihren Gästen handele es 
sich  um  ihren  Vater  und  ihren  Bruder.  Deren  Wiederausreise  sei 
gewährleistet,  weil  ihr  Wohnort  nicht  zum  Krisengebiet  gehöre.  Ihr 
Vater sei verheiratet, habe fünf Kinder und besitze in seiner Heimat ein 
Haus.  Ihr  Bruder  Y._______  gehe  dort  noch  zur  Schule.  Für  die 
Rückkehr ihrer Verwandten spreche auch der Umstand, dass bereits 
ihre  Mutter  einmal  zu  Besuch  in  der  Schweiz  gewesen und  danach 
wieder fristgerecht ausgereist sei. 

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 16. Mai 2008 spricht sich die Vorinstanz 

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unter Erläuterung der bereits genannten Gründe für die Abweisung der 
Beschwerde aus. Im Weiteren führt sie an, laut eigenen Angaben der 
Gesuchsteller  sei  deren  ständiger  Wohnort  Nallur  im Distrikt  Jaffna; 
entgegen der  Aussagen der  Beschwerdeführerin  befinde sich  dieser 
Ort mitten im Krisengebiet. 

E.
Der Beschwerdeführerin  wurde mit  Verfügung vom 21. Mai  2008 die 
Gelegenheit  eingeräumt,  zur  Vernehmlassung  des  BFM  Stellung  zu 
nehmen. Sie hat daraufhin am 28. Mai 2008 ein in englischer Sprache 
verfasstes Dokument ihres Vaters übersandt, bezeichnet als „declara-
tion of my permanent residence, property and family“. 

F.
Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen Berücksichtigung finden. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

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2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Mit  Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 wurde die Umsetzung 
der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die 
Assoziierung  an  Schengen  und  an  Dublin  (SR 362)  genehmigt.  Die 
entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkommen 
vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 
über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) 
sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008  definitiv  in Kraft 
getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden 
im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 

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und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden.

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG,  dass  im  Falle 
eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederaus-
reise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch  kein  zusätzliches  im 
nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im 
Widerspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüber-
gehenden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtser-
klärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 

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verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet.

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6. Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die 
Visumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als Staatsangehörige von Sri Lanka unterliegen die Gesuch-
steller damit der Visumspflicht.

7.
Geht  es  um die  Beurteilung des  Kriteriums der  gesicherten Wieder-
ausreise,  so  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden. Dazu 
sind in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzel-
falles  zu  würdigen  sind.  Erste  Anhaltspunkte  können  sich  aus  der 
allgemeinen  Situation  im  Herkunftsland  ergeben.  Herrschen  dort 
politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstige  Verhältnisse, 
so  kann dies  darauf  hindeuten,  dass  die persönliche Interessenlage 
der  gesuchstellenden  Person  nicht  mit  Ziel  und  Zweck  einer  befris-
teten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

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8.
Die Wirtschaft Sri Lankas ist im Jahr 2008 real um 6,0% gewachsen. 
Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2'014 USD, das Bruttoinlandprodukt 
(BIP)  40,7  Mrd. USD. Die  Werte  des  ersten  Quartals  2009  (+1,5%) 
lassen für das Gesamtjahr jedoch eine geringere Rate erwarten. Ein 
Problem für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist die 
Inflation,  die  2008  eine  Rekordhöhe  von  durchschnittlich  22,6%  er-
reichte. Zurzeit schwächt die Preissteigerung aber ab: im Juni 2009 lag 
die  12-Monats-Rate  bei  12,5%.  Die  wirtschaftliche  Entwicklung  Sri 
Lankas  weist  allerdings  grosse  regionale  Unterschiede  auf.  Wirt-
schaftliches  Zentrum  ist  die  Region  rund  um Colombo,  die  fast  die 
Hälfte  der  gesamten  Wirtschaftsleistung  erbringt. Demgegenüber  ist 
der Norden und Osten des Landes durch den – mit Unterbrechungen – 

26 Jahre währenden und erst im Mai 2009 beendeten Bürgerkrieg in 

seiner Entwicklung zurückgeworfen und beim wirtschaftlichen Wieder-

aufbau sowohl  auf  erhebliche Hilfe  der  eigenen Regierung als  auch 

auf  internationale  Unterstützung  angewiesen  (Quelle:  Auswärtiges 

Amt,  <http://www.auswaertiges-amt.de>,  Länder,  Reisen und  Sicher-

heit > Sri Lanka > Wirtschaft, Stand: Juli 2009). In diesem Zusammen-

hang  gehört  die  Fürsorge  für  die  rund  300'000  in  Lagern  unter-

gebrachten Bürgerkriegsvertriebenen und deren Rücksiedelung in ihre 

Heimatorte zu den vordringlichsten innenpolitischen Aufgaben. Zudem 

hat das Ende des Bürgerkriegs die Diskussion um eine politische Lö-

sung für den ethnischen Konflikt zwischen der singhalesischen Bevöl-

kerungsmehrheit und der sich diskriminiert fühlenden tamilischen Min-

derheit  wiederentfacht.  Derzeit  scheint  eine  solche  Lösung  jedoch 

noch  in  weiter  Ferne  zu  liegen  (Quelle:  Auswärtiges  Amt,  a.a.O.  > 

Innenpolitik,  Stand:  August  2009;  vgl.  auch  JUDITH MACCHI,  RAINER 

MATTERN, Schweizerische Flüchtlingshilfe, Sri Lanka: Aktuelle Situation, 

Update vom 7. Juli 2009 S. 22).

9.
Allein  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  darf  jedoch 
nicht auf eine nicht hinreichend gesicherte Ausreise geschlossen wer-
den. Die soeben dargelegten Umstände entbinden daher nicht von ei-
ner einzelfallbezogenen Beurteilung, wobei namentlich berufliche, ge-
sellschaftliche oder  familiäre Verpflichtungen die  Prognose einer  an-
standslosen Wiederausreise begünstigen. Allerdings muss eingeräumt 
werden,  dass  vor  dem  Hintergrund  des  gerade  erst  beendeten 
Bürgerkriegs das Emigrationsrisiko auch ungeachtet etwaiger dortiger 
Verbindlichkeiten  generell  als  äusserst  hoch  einzuschätzen  ist.  Den 

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dargelegten  sozialen  Verpflichtungen  der  Gesuchsteller  muss  daher 
ein  erhebliches  Gewicht  zukommen,  damit  ihre  Rückkehr  als  wahr-
scheinlich gelten kann. 

10.
10.1 Die Gesuchsteller leben im Distrikt Jaffna in der Nordprovinz. Der 
67-jährige Vater der Beschwerdeführerin ist eigenen Angaben zufolge 
als  selbständiger  Elektriker  berufstätig.  Laut  der  am  28.  Mai  2008 
eingereichten  Bescheinigung  verfügt  er  über  eigenen  Grund  und 
Boden  und  wohnt  dort  zusammen  mit  seiner  Ehefrau  und  weiteren 
Familienangehörigen,  zu  denen  offensichtlich  der  Sohn  Y._______ 
zählt, ansonsten aber nähere Angaben fehlen. Auch dem Beschwerde-
vorbringen lässt sich hierzu nichts entnehmen. Im Auskunftsbogen des 
Gastgeberkantons  hat  die  Beschwerdeführerin  lediglich  angegeben, 
dass ihr Vater sechs Kinder habe, wovon nur sie allein in der Schweiz 
lebe. Immerhin  hat  aber  die  Schweizerische  Botschaft  zum Visums-
gesuch angemerkt,  X._______ habe mit  seinen beiden letzten in Sri 
Lanka verbliebenen Söhnen (14 und 36 Jahre) in die Schweiz kommen 
wollen. Dieser Umstand wird auch bestätigt durch das an die Botschaft 
gerichtete  (undatierte)  Einladungsschreiben der  Beschwerdeführerin. 
Aus dem zentralen Migrationssystem (ZEMIS) ergibt sich schliesslich, 
dass das Visum für den von ihr miteingeladenen Bruder A._______ am 
18. Januar 2008 verweigert wurde. 

10.2 Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob die geplante Einreise von 
X._______  und  seinem  Sohn  Y._______  lediglich  einem 
Familienbesuch dienen soll, zumal die Schweizerische Vertretung die 
Angaben des Vaters bezüglich seines Einkommen und seiner Familie 
als  unglaubhaft  bezeichnet  hat.  Die  von  ihm  (und  Vertretern  der 
örtlichen Behörden) unterzeichnete privatschriftliche Erklärung, welche 
die Gastgeberin eingereicht hat, vermag daher die Zweifel an dem be-
haupteten guten wirtschaftlichen Auskommen nicht auszuräumen, lebt 
doch die Zivilbevölkerung im Norden und Osten des Landes – darunter 
wie erwähnt rund 300'000 Vertriebene – in grosser Unsicherheit  und 
damit kaum im Wohlstand. Die Beschwerdeführerin selbst hat zu den 
konkreten Lebensumständen ihrer  Familienangehörigen in  Sri  Lanka 
nicht  Stellung  genommen,  sondern  (unzutreffenderweise,  aber  wohl 
der seinerzeit  offiziellen Darstellung entsprechend)  behauptet,  deren 
Wohnort  gehöre nicht  zum Kriegsgebiet,  sondern werde von der sri-
lankischen  Regierung  geschützt.  Angesichts  dessen  kommt  auch 
ihrem Einwand, dass ihr Bruder Y._______ noch die Schule besuche, 

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kaum  Bedeutung  zu,  ebensowenig  wie  dem  Argument,  dass  ihre 
Mutter  nach  einem  früheren  Besuch  in  der  Schweiz  wieder  in  ihr 
Heimatland  zurückgekehrt  sei.  Es  kann  daher  nicht  ohne  Weiteres 
davon ausgegangen werden, dass die Gesuchsteller nach Ablauf der 
Besuchsdauer  die  Schweiz  fristgerecht  verlassen  würden.  Dabei  ist 
mitzubedenken,  dass  viele  –  auch  familiär  gebundene  –  Personen, 
denen sich die Möglichkeit einer Auslandreise bietet, eine Emigration 
in  Betracht  ziehen,  womöglich  auch in  der  Hoffnung,  anderswo eine 
neue Familienzusammenführung zu erreichen. Die von der Beschwer-
deführerin  zugesicherte  Wiederausreise  ihrer  Angehörigen  kann  an-
gesichts dieser Einschätzung zu keinem anderen Ergebnis führen.

11.
Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht da-
von ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchsteller sei 
nicht gewährleistet. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer 
gesicherten  Feststellung  verdichten;  sie  reicht  aber  aus,  um  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche, wie erwähnt, ohnehin 
kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen.

12.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-
gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen. 

13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz 
- das Migrationsamt Kanton Aargau 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Versand: 

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