# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e20b250-86f0-57ea-9c69-b11cb256b6cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.06.2020 200 2020 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-94_2020-06-23.pdf

## Full Text

200 20 94 ALV
FUE/ZID/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Juni 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), ... 
Staatsangehöriger (Akten des Amts für Arbeitslosenversicherung des Kan-
tons Bern, Arbeitslosenkasse [AVA bzw. Beschwerdegegner; act. II] 164 = 
145), war von 16. April 2012 bis 31. März 2019 bei der C.________ AG in 
… mit einem Vollpensum angestellt (act. II 235 = 199, 238 = 233 = 202 f.; 
vgl. auch act. II 197), wobei er aufgrund eines Autounfalls vom 22. Juni 
2018 (act. II 244, 241, 156; Akten der Suva [act. III] 1 = 18) bis 27. April 
2019 arbeitsunfähig war (act. II 247 = 185; vgl. auch act. II 230 ff. = 183 ff. 
sowie act. II 246). Am 29. April 2019 meldete er sich beim Regionalen Ar-
beitsvermittlungszentrum (RAV) … zur Arbeitsvermittlung an (act. II 195 f.) 
und beantragte am 26. Juni 2019 bei der Arbeitslosenkasse Arbeitslosen-
entschädigung ab 28. April 2019 (act. II 160 ff.). In der Folge forderte ihn 
das AVA zur Einreichung diverser Dokumente auf (act. II 174 ff., 150 f.) und 
verneinte mit Verfügung vom 21. August 2019 den Anspruch auf Arbeitslo-
senentschädigung ab dem 29. April 2019 mit der Begründung, die An-
spruchsvoraussetzung des Wohnens in der Schweiz sei nicht erfüllt (act. II 
142 ff.). Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 122 unter Hinweis auf 
act. II 125 ff.) wies das AVA nach Erhalt weiterer Belege (act. II 107 ff.) mit 
Entscheid vom 28. November 2019 (act. II 98 ff.) ab (Dispositiv-Ziff. 1) und 
wies die Zahlstelle … an, den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 
29. Juli 2019 neu zu prüfen und allenfalls zu verfügen (Dispositiv-Ziff. 2). 
Mit Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2019 (act. II 91 ff.) ersetzte 
das AVA den Einspracheentscheid vom 28. November 2019 "wiedererwä-
gungsweise" und wies die Einsprache ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 31. Januar 2020 Beschwerde und beantrag-
te, unter Aufhebung des Wiedererwägungsentscheids vom 18. Dezember 
2019 (act. II 91 ff.) sei die Sache an den Beschwerdegegner zurückzuwei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 3

sen, damit dieser gemäss Ziff. 2 des Dispositivs des Einspracheentscheids 
vom 28. November 2019 den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab 
29. Juli 2019 – unter Bejahung des Wohnerfordernisses in der Schweiz – 
prüfe und anschliessend neu verfüge, bzw. damit dieser eventualiter den 
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung rückwirkend ab 29. April 2019 
– unter Bejahung des Wohnsitzerfordernisses in der Schweiz – prüfe und 
anschliessend neu verfüge, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2020 
auf Abweisung der Beschwerde.

Am 17. März 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen ein 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 18 f.). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. April 2020 ersuchte der Instrukti-
onsrichter um Zustellung der RAV- und Suva-Akten; diese gingen am 
29. April (Akten der Suva [act. III]), bzw. 1. Mai 2020 (Akten des RAV [act. 
IIIA]) ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 4

gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 lit. a der Ver-
ordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2019 
(act. II 91 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Arbeitslosenentschädigung ab 29. April bzw. 29. Juli 2019 und da-
bei insbesondere die Frage, ob die Tatbestandsvoraussetzung des Woh-
nens in der Schweiz (Art. 8 Abs. 1 lit. c AVIG) erfüllt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

1.5 Weil der Beschwerdeführer bereits vor der Beschwerdeerhebung in 
die mit prozessleitender Verfügung vom 23. April 2020 edierten RAV-Akten 
(vgl. Gesuch vom 15. Januar 2020 und entsprechende Antwort vom 
20. Januar 2020 in act. IIIA [unpaginiert]) sowie Suva-Akten (vgl. act. III 114 
f.) genommen hat, erübrigt es sich, ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu 
diesen Akten einzuräumen.

2.
Umstritten ist zunächst, ob der Beschwerdegegner befugt war, auf den Ein-
spracheentscheid vom 28. November 2019 (act. II 98 ff.) zurückzukommen. 

2.1 Der Beschwerdegegner begründet das Zurückkommen auf den Ein-
spracheentscheid vom 28. November 2019 (act. II 98 ff.) mit der Wiederer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 5

wägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (act. II 93 E. 1; Beschwerdeantwort, 
S. 3 Ziff. 1), wohingegen der Beschwerdeführer die Zulässigkeit dieses 
Vorgehens bestreitet, weil die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung 
nicht gegeben seien, namentlich das Erfordernis der zweifellosen Unrich-
tigkeit (Beschwerde, S. 7 f. Ziff. 4 ff.).

2.2 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG).

2.3 Entgegen den Parteien fällt das Zurückkommen auf den Einspra-
cheentscheid vom 28. November 2019 unter dem Titel der Wiedererwä-
gung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) von vornherein ausser Betracht, weil dieser 
Verwaltungsakt zum Zeitpunkt des diesen ersetzenden Einspracheent-
scheids vom 18. Dezember 2019 noch gar nicht in formelle oder materielle 
Rechtskraft erwachsen war, die Wiedererwägung indes (einzig) auf rechts-
kräftige Verfügungen und Entscheide zur Anwendung gelangt (vgl. E. 2.1 
hiervor). Auf Verwaltungsakte ohne formelle und materielle Rechtskraft, 
mithin Entscheide – wie der Einspracheentscheid vom 28. November 
2019 – während laufender Rechtsmittelfrist, kann die Verwaltung voraus-
setzungslos zurückkommen (BGE 107 V 192; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 53 N. 11 letztes Lemma). Daher erübrigt 
sich eine Prüfung der Voraussetzungen nach Art. 53 Abs. 2 ATSG und das 
Zurückkommen auf den Entscheid vom 28. November 2019 mit dem hier 
angefochtenen Einspracheentscheid war ohne Weiteres zulässig.

3.

3.1 Am 1. Juni 2002 ist das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit 
(FZA; SR 0.142.112.681) in Kraft getreten. Dieser Vertrag enthält in seinem 
Anhang II Bestimmungen über die Koordinierung der Systeme der Sozialen 
Sicherheit zwischen der Schweiz und den Mitgliedsstaaten der EU. Grund-
lage sind die innerhalb der EU geltenden Koordinationsbestimmungen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 6

nämlich die mit Wirkung ab 1. April 2012 anwendbare Verordnung (EG) 
Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 
2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (nachfolgend: 
VO Nr. 883/2004; SR 0.831.109.268.1), die durch die Verordnung (EG) 
Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Sep-
tember 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Ver-
ordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozia-
len Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) geändert wurde.

Namentlich bei Arbeitnehmenden gelten in der Regel allein die 
Rechtsvorschriften desjenigen Mitgliedstaats, in dem sie ihre Tätigkeit 
ausüben (sog. Prinzip der Alleinzuständigkeit einer Rechtsordnung nach 
Art. 11 Abs. 1 und das nach Art. 11 Abs. 3 lit. a VO Nr. 883/2004 i.V.m. Art. 
121 AVIG und Art. 15 FZA geltende Beschäftigungsland- oder Erwerbsort-
prinzip [lex loci laboris]; BGE 144 V 127 E. 4.2.1.2 S. 130). Dabei erbringt 
grundsätzlich derjenige Staat Leistungen, nach dessen Rechtsvorschriften 
die betroffene Person unmittelbar vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 
Versicherungs- und Beschäftigungszeiten zurückgelegt hat (vgl. Art. 61 VO 
Nr. 883/2004; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in in UL-
RICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 
Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2569 N. 984).

3.2 Weil der Beschwerdeführer seine Tätigkeit bei der C.________ AG 
in … ausgeübt hat (act. II 235 = 199, 238 = 233 = 202 f.; vgl. auch act. II 
197), ist die Anspruchsberechtigung allein nach schweizerischem Recht zu 
prüfen. 

4.

4.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (Art. 7 Abs. 2 lit. a 
AVIG) setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person in der 
Schweiz wohnt (Art. 8 Abs. 1 lit. c AVIG). Das Gemeinschaftsrecht lässt die 
Frage, wie der Wohnort zu bestimmen ist, weitgehend offen und 
überantwortet die nähere Definition dem jeweiligen nationalen Recht (BGE 
138 V 533 E. 4.2 S. 538 mit Hinweisen; ARV 2016 S. 227).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 7

4.2 Das Wohnen in der Schweiz im Sinne von Art. 8 Abs. 1 lit. c AVIG 
ist nicht im Sinne des zivilrechtlichen Wohnsitzes (vgl. etwa Art. 13 Abs. 1 
ATSG) zu verstehen, sondern setzt den gewöhnlichen Aufenthalt in der 
Schweiz voraus; verlangt werden der tatsächliche Aufenthalt in der 
Schweiz und die Absicht, diesen Aufenthalt während einer gewissen Zeit 
aufrechtzuerhalten und hier in dieser Zeit auch den Schwerpunkt der 
Lebensbeziehungen zu haben (statt vieler: Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 5. September 2019, 8C_280/2019, E. 3.1). Die Voraussetzung 
des Wohnens in der Schweiz muss nicht nur bei Eintritt des 
Versicherungsfalles, d.h. am Stichtag für die Festlegung der Rahmenfrist, 
sondern während des gesamten Zeitraums, für welchen Leistungen geltend 
gemacht werden, erfüllt sein (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 13. März 2002, C 149/01, E. 
2; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2322 N. 192).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen 
die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend 
wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen 
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die 
Abnahme weiterer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der 
Sachverhalt, den die Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint. 
In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör 
gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Auch das 
Fairnessgebot von Art. 6 Ziff. 1 Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101) gewährt in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen 
Schutz (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 
1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 8

5.

Zur Anspruchsvoraussetzung des Wohnens in der Schweiz nach Art. 8 
Abs. 1 lit. c AVIG ergibt sich aus den Akten das Folgende:

5.1

5.1.1 In der Zeit, in welcher der Beschwerdeführer in der Schweiz effektiv 
(bis zum Autounfall vom 22. Juni 2018 [act. II 244, 241, 156; act. III 1 = 18]) 
einer Arbeitstätigkeit nachging, wohnte er seit 18. April 2012 c/o Restaurant 
D.________ in …, dies als Mitmieter einer möblierten Einzimmerwohnung 
(act. II 147). Seit 16. Juli 2012 war er in … angemeldet (act. II 42 = 10 bzw. 
act. I 5). Hingegen wohnte und arbeitete die Ehefrau des Beschwerdefüh-
rers in ... (act. IIIA Protokolleintrag vom 20. November 2019). Deren Wohn-
adresse war bei der letzten Arbeitgeberin des Beschwerdeführers als Kor-
respondenzadresse hinterlegt, wurden doch Arbeitsvertrag und Kündi-
gungsschreiben an diese Adresse gesendet (act. II 234 = 198, 238 = 233 = 
202 f.). Das Auto des Beschwerdeführers war in ... auf seinen Namen im-
matrikuliert und versichert (act. II 156).

5.1.2 Weiter ist aktenkundig, dass sich der Beschwerdeführer während 
der Arbeitsunfähigkeit infolge des Autounfalls (22. Juni 2018 bis 27. April 
2019; vgl. act. IIIA 98 = 112) zunächst in ... aufhielt und sich dort somatisch 
und psychiatrisch behandeln liess (act. II 29, 183 ff.; act. III 99; vgl. auch 
act. III 106). Auch 2019 hielt er sich gemäss eigenen Angaben bis Ende 
April mehrheitlich in ... und dazwischen in der Schweiz auf (act. II 107 = 66 
bzw. act. I 13). Damit in Einklang stehen die Transaktionen gemäss den 
Auszügen seines Postkontos (act. II 125 - 132).

5.1.3 Was die hier massgebende Zeit – nach Wiedererlangung der Ar-
beitsfähigkeit – ab 29. April 2019 (Beschwerde, S. 2 Rechtsbegehren 
Ziff. 2) betrifft, macht der Beschwerdeführer geltend, sich mit Ausnahme 
von rund drei Wochen Ferien im September 2019 (...; vgl. act. II 139) 
durchgehend in der Schweiz aufgehalten zu haben (act. II 107 = 66 bzw. 
act. I 13). Zur Untermauerung seiner Anwesenheit legte er Bescheinigun-
gen der Einwohnerdienste … vom 16. Januar 2020 (act. II 42 = 10 bzw. act. 
I 5) und seines Vermieters vom 22. Januar 2020 (act. II 49 = 11 bzw. act. I 
11) auf und verwies auf den Bezug von Sozialhilfe ab 1. Oktober 2019 (ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 9

stützt auf einen Antrag vom 6. September 2019; act. II 71 f. = 12 f. bzw. act. 
I 16).

5.2 Abgesehen vom seit jeher bestehenden engen Bezug zu ... (Hei-
matland, Wohn- und Arbeitsort der Ehefrau, Korrespondenzadresse, in ... 
auf seinen Namen immatrikuliertes und versichertes Fahrzeug, somatische 
und psychiatrische Behandlung in ... nach dem Autounfall vom 22. Juni 
2018; vgl. E. 5.1.1 f. hiervor) und den mangelnden Kenntnissen einer 
Schweizer Landessprache (trotz jahrelanger Berufsausübung in der 
Schweiz; vgl. insbes. den Protokolleintrag vom 6. Juni 2019 in act. IIIA; vgl. 
auch act. II 169 und act. III 2, 9, 13, 22, 43, 88) kann entgegen der Be-
schwerde (S. 9 ff. Ziff. 8 ff.) nicht davon ausgegangen werden, dass der 
Beschwerdeführer die Absicht hegte, tatsächlichen Aufenthalt und den 
Schwerpunkt der Lebensbeziehungen in der Schweiz zu haben. Insbeson-
dere überzeugt sein Vorbringen nicht, es sei "immer" seine Absicht gewe-
sen, nach der Genesung wieder in der Schweiz zu arbeiten bzw. eine Stelle 
zu suchen (Beschwerde, S. 11 Ziff. 15). Gegenteils gab er dem behandeln-
den Psychiater am 26. Februar 2019 an, er habe sich mit seiner Ehefrau 
geeinigt, dass er wahrscheinlich nach ... komme und vor Ort eine Arbeits-
stelle suchen werde (act. III 82). Im Einklang damit führte er an der Konsul-
tation vom 28. März 2019 aus, er habe beschlossen, eine Arbeitsstelle in ... 
zu suchen (act. III 95/2). Des Weiteren gab er am 7. Mai 2019 gegenüber 
dem RAV-Berater an, "so oft wie möglich" nach ... zu fahren (act. IIIA Pro-
tokolleintrag vom 7. Mai 2019). All dies spricht gegen eine Absicht des ge-
wöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz im hier erwähnten Sinne (vgl. E. 4.2 
hiervor).

Auch die getätigten Geldbezüge vom Postkonto deuten nicht auf eine sol-
che Absicht hin bzw. vermögen keinen durchgehenden tatsächlichen Auf-
enthalt in der Schweiz zu belegen: In der Zeit nach dem Unfall, als sich der 
Beschwerdeführer zwecks Heilbehandlung mehrheitlich in ... aufhielt (Be-
schwerde, S. 11 Ziff. 15; vgl. E. 5.1.2 hiervor), wurde sein Postkonto aus-
schliesslich an einzelnen Tagen für Bezüge bzw. Postschaltergeschäfte mit 
regelmässig grösseren Geldbeträgen (jeweils nach Eingang der Lohnzah-
lungen) belastet (so am 7./8. August 2018 mit total Fr. 3'000.-- [act. II 111], 
am 30. August 2018 mit Fr. 4'000.-- [act. II 112], am 23. Oktober 2018 mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 10

Fr. 4'000.-- [act. II 114], am 14. November 2018 mit Fr. 220.-- [Restsaldo: 
Fr. 2.72; act. II 115] und vom 18. bis 20. Dezember 2018 mit total 
Fr. 11'692.40 [act. II 116 f.]). In der Zeit von Januar bis April 2019, in wel-
cher sich der Beschwerdeführer monatlich während einer Woche in der 
Schweiz aufhielt (act. II 107 = 66 bzw. act. I 13), tätigte er jeweils am Ein-
reisetag oder kurz darauf Geldbezüge bzw. -transaktionen (Fr. 800.-- am 
16. Januar 2019 [act. II 125], total Fr. 2'000.-- am 9./10. Februar 2019, total 
Fr. 1'500.-- am 12./13. Februar 2019 und Fr. 1'000.-- am 27. Februar 2019 
[act. II 127 f.], total Fr. 4'731.50 am 30. März 2019 [act. II 129], je 
Fr. 1'000.-- am 3. und 12. April 2019 [act. II 131]). Was die hier massge-
bende Zeit ab 29. April 2019 (vgl. E. 5.1.3 hiervor) betrifft, hat er zwar 
zunächst anlässlich der geltend gemachten Einreise in die Schweiz (vgl. 
act. II 107 = 66 bzw. act. I 13) am 29. und 30. April 2019 Geldgeschäfte im 
Totalbetrag von Fr. 4'596.-- getätigt (act. II 131 f.), dann aber im Mai und 
Juni 2019 bloss noch je eine Transaktion (Fr. 233.55 [act. II 109] und Fr. 
20.-- [act. II 133]) und im Juli 2019 drei Transaktionen an zwei aufeinander-
folgenden Tagen (3. und 4. Juli 2019 im Totalbetrag von Fr. 36.95 [act. II 
134]) ausgeführt. Auffallend ist überdies, dass es sich beim Bezug vom 
8. Mai 2019 um einen solchen in Euro gehandelt hat (act. II 109), obschon 
der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben erst wieder am 7. Sep-
tember 2019 nach ... gereist sein soll (act. II 107 = 66 bzw. act. I 13).

Darüber hinaus ist einzig noch dokumentiert, dass der Beschwerdeführer 
ca. einmal im Monat an den RAV-Beratungsgesprächen (Protokolleinträge 
in act. IIIA) und Ende Juli 2019 drei Tage sowie im August 2019 drei Wo-
chen an einer arbeitsmarktlichen Massnahme teilnahm (act. II 152, 136). 
Ab Oktober 2019 bezog er Sozialhilfe, wobei er einmal im Monat einen 
Termin beim Sozialdienst … wahrnehmen musste (act. II 81; vgl. auch act. 
II 71 f. = 12 f. bzw. act. I 16).

5.3 Gestützt auf die Akten ist lediglich erstellt, dass sich der Beschwer-
deführer einzelne Tage sowie im August 2019 wochenweise in der Schweiz 
aufgehalten hat, dies insbesondere zur Wahrung von Terminen des RAV 
bzw. zur Teilnahme an arbeitsmarktlichen Massnahmen. Ein längerer bzw. 
zeitweise gar durchgehender tatsächlicher Aufenthalt in der Schweiz sowie 
der hiesige Schwerpunkt der Lebensbeziehungen ist hingegen nicht er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 11

stellt. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, ändert hieran nichts: 
Was die (möblierte) Einzimmerwohnung mit c/o-Adresse betrifft, so sagt 
eine solche Adresse nichts darüber aus, wo sich eine versicherte Person 
tatsächlich und im hier geforderten Sinne (vgl. E. 4.2 hiervor) aufhält (Ent-
scheid des BGer vom 5. September 2019, 8C_280/2019, E. 5.2.1). Auch 
die von der Gemeinde ausgestellte Bestätigung (vgl. act. II 42 = 10 bzw. 
act. I 5) sowie der Besitz einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 
garantieren noch keinen tatsächlichen Aufenthalt in der Schweiz (AVIG-
Praxis ALE Rz. B139; vgl. auch E. 4.2 hiervor). Gleiches gilt für die getätig-
ten Arbeitsbemühungen (act. II 50 bzw. act. I 12), zumal in keiner Weise 
erkennbar ist, ob die Bewerbungen von der Schweiz aus oder von irgend-
woher elektronisch erfolgten, wobei aufgrund des Hinweises im Protokol-
leintrag vom 6. Juni 2019 (act. IIIA) eher auf letzteres zu schliessen ist, so 
wie dies denn auch beim Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen 
jeweils der Fall war (act. IIIA [unpaginiert]). Ebenso wenig aussagekräftig 
sind die aufgelegten Verbindungsnachweise des Mobiltelefons des Be-
schwerdeführers (act. I 18 f.), ist doch nicht erkennbar, wo er sich zum 
Zeitpunkt der getätigten Anrufe bzw. sms jeweils aufhielt. Im Übrigen ist 
hervorzuheben, dass viele Anrufe/sms nicht an Nummern mit Schweizer 
Vorwahl (+41), sondern mit ... Vorwahl (+4…) gingen. Schliesslich vermag 
das Aufrechterhalten der schweizerischen Krankenpflegeversicherung 
nichts zu beweisen (act. II 48 bzw. act. I 10), umso weniger, seitdem der 
Sozialdienst für die Prämien aufkommt (act. II 71 f. = 12 f. bzw. act. I 16).

5.4 Nach dem Gesagten ist allein eine Anwesenheit des Beschwerde-
führers in der Schweiz zwecks Wahrung der Kontrollvorschriften und der-
gleichen (Termine beim Sozialdienst) ausgewiesen. Diese genügen für die 
Bejahung des gewöhnlichen Aufenthalts bzw. der Anspruchsvoraussetzung 
des Wohnens in der Schweiz indes nicht (SVR 2006 ALV Nr. 24 S. 82; Ent-
scheid des EVG vom 6. März 2006, C 290/03, E. 6.3). Von weiteren dies-
bezüglichen Abklärungen, insbesondere der beantragten Einvernahme von 
Zeugen (Beschwerde S. 4 oben), ist kein entscheidwesentlicher Erkennt-
nisgewinn zu erwarten. Sowohl was die beantragte Einvernahme der bei-
den im gleichen Haus wohnenden Zeugen E.________ und F.________ 
als auch den ebenfalls in … wohnenden Kollegen G.________ betrifft, dürf-
ten diese im Lichte der Feststellungen hiervor (vgl. E. 5.2 hiervor) überwie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 12

gend wahrscheinlich mangels eines mit dem Beschwerdeführer gemeinsam 
geführten Haushaltes kaum in der Lage sein, den geltend gemachten 
(zeitweise) durchgehenden Aufenthalt in der Schweiz mit der hier geforder-
ten Verlässlichkeit zu bestätigen. Folglich ist auf die beantragten Zeugen-
einvernahmen in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. E. 4.3 
hiervor). 

Mithin ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Juni 2020, ALV/20/94, Seite 13

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse 
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – seco

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.