# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8697562d-cf46-5908-9412-d086ac46e87d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2023 D-4815/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4815-2023_2023-11-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4815/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richter Markus König,  

Richterin Susanne Bolz-Reimann,    

Gerichtsschreiber Vito Fässler. 

   

Parteien 

 
1. A._______,  

geboren am (…), Venezuela,   

2. B._______,  

geboren am (…), Venezuela,  

3. C._______,  

geboren am (…), Chile,   

alle vertreten durch Sidney Alonso,  

(…), 

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 1. September 2023 / N (…). 

 

 

D-4815/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 11. Februar 2023 in der Schweiz 

um Asyl nach. 

B.  

Am 1. Juni 2023 wurden die Beschwerdeführenden 1 und 2 in Anwesenheit 

der zugewiesenen Rechtsvertretung zu ihren Asylgründen angehört und es 

wurde ihnen das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach 

Chile gewährt. In der Anhörung machten die Beschwerdeführenden 1 und 

2 im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Der Beschwerdeführer 1 habe Venezuela nach seiner Desertion aus der 

Armee im (…) 2017 verlassen. Nachdem er in Peru von einer für die vene-

zolanische Regierung tätigen kriminellen Gruppe aufgespürt worden sei, 

habe er ab Juni 2018 legal mit einer Aufenthaltsbewilligung in Chile gelebt. 

Er habe dort die Beschwerdeführerin 2 kennengelernt und sei mit ihr in 

D._______ zusammengezogen. Die Beschwerdeführerin 2 sei im (…) 

2018 aus Venezuela ausgereist, nachdem sie als Krankenschwester am 

Flughafen zur Teilnahme an Demonstrationen gezwungen worden sei. Sie 

habe seither legal mit einer Aufenthaltsbewilligung in Chile gelebt. Am (…) 

2022 sei der gemeinsame Sohn (Beschwerdeführer 3) zur Welt gekom-

men; dieser besitze die chilenische Staatsangehörigkeit.  

Etwa ab August 2022 sei der Beschwerdeführer 1 telefonisch bedroht wor-

den. Er nehme an, dass ihm die besagte kriminelle Gruppe aus Venezuela 

im Auftrag der Regierung wegen seiner Desertion aus dem Militär nach-

stelle. Er habe zunächst den Wohnort gewechselt und sei dann im Sep-

tember 2022 nach Spanien geflogen. Die Beschwerdeführerin 2 sei nach 

Beginn der Drohungen gegen ihren Lebenspartner mit ihrem Sohn zu ihrer 

ebenfalls in Chile wohnhaften Schwester gezogen. Nachdem ihre Schwes-

ter in der Nähe ihres Hauses verdächtige Männer auf Motorrädern gesich-

tet habe, sei sie mit ihrem Sohn ebenfalls nach Spanien gereist. Bei einer 

Rückkehr nach Chile würden die Beschwerdeführenden Verfolgung durch 

die besagte kriminelle Gruppe befürchten. Da sie keine Beweise für die 

Bedrohung hätten, könnten sie die chilenische Polizei nicht um Schutz er-

suchen.  

C.  

Nachdem die Beschwerdeführenden am 8. Juni 2023 dem erweiterten Ver-

fahren zugeteilt worden waren, mandatierten sie am 27. Juli 2023 die 

D-4815/2023 

Seite 3 

zugelassene Rechtsberatungsstelle im Kanton mit der Wahrung ihrer Inte-

ressen im Asylverfahren. 

D.  

Mit Verfügung vom 1. September 2023 trat das SEM in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführenden nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

E.  

Am 7. September 2023 zeigte die zugelassene Rechtsberatungsstelle dem 

SEM die sofortige Niederlegung des Mandats an. 

F.  

Mit Eingabe vom 8. September 2023 erhoben die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 

1. September 2023. Ihre Eingabe enthielt weder Rechtsbegehren noch 

eine Begründung.  

G.  

Am 11. September 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde.  

H.  

Am 11. September 2023 reichten die Beschwerdeführenden durch ihren 

neu mandatierten Rechtsvertreter selbständig eine Beschwerdeverbesse-

rung nach.  

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 3. Oktober 2023 stellte das Bundesverwal-

tungsgericht fest, dass sich in den vorinstanzlichen Akten keine Rücküber-

nahmezusicherung der chilenischen Behörden befinde und lud die Vor-

instanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

J.  

In ihrer Vernehmlassung vom 26. Oktober 2023 hielt die Vorinstanz im We-

sentlichen fest, dass aufgrund der ausserordentlich klaren Sachlage im 

vorliegenden Fall vom Grundsatz der Einholung einer Rückübernahmezu-

sicherung habe abgewichen werden können.  

K.  

Mit Replik vom 11. November 2023 hielten die Beschwerdeführenden fest, 

D-4815/2023 

Seite 4 

dass nur die Beschwerdeführerin 2 nach Chile einreisen könne und nur sie 

als leibliche Mutter des Beschwerdeführers 3 einen Antrag auf Familienzu-

sammenführung stellen könne. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 seien 

nicht verheiratet und es gebe deshalb keine legale Möglichkeit für eine Fa-

milienzusammenführung.  

L.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

11. September 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden, zumal 

nicht nur die – verbesserungsbedürftige – Eingabe vom 8. September 

2023, sondern auch die Beschwerdeverbesserung vom 11. September 

2023 innerhalb der Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen eingereicht wur-

den (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (vgl. 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

D-4815/2023 

Seite 5 

2.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

2.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft.  

3.  

3.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, die Beschwer-

deführenden hätten sich seit (…) 2018 respektive (…) 2018 legal in Chile 

aufgehalten. Dort sei ihr gemeinsamer Sohn auf die Welt gekommen, der 

die chilenische Staatsangehörigkeit besitze. Gemäss den Angaben der Be-

schwerdeführenden spreche – abgesehen von der Bedrohung durch eine 

kriminelle Gruppe aus Venezuela – nichts gegen einen Vollzug der Weg-

weisung nach Chile. Laut der Vorinstanz sei es den Beschwerdeführeren-

den möglich, mit ihren gültigen Pässen und nach allfällig eigenständiger 

Erledigung der entsprechenden Formalitäten nach Chile zurückzukehren. 

Gemäss eigenen Angaben verfügten sie in Chile durchgehend über Auf-

enthaltsbewilligungen, die erneuert werden könnten. Ferner hätten sie – 

auch abgesehen davon – als Eltern eines chilenischen Staatsbürgers ei-

nen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Weiter wäre es 

ihnen möglich, ihre Asylgründe in Chile prüfen zu lassen. Ferner würden 

dem SEM keine Hinweise vorliegen, dass in Chile kein wirksamer Schutz 

vor Rückschiebungen bestehe.  

3.2 Dem wird in der Beschwerde entgegengehalten, dass eine Familienzu-

sammenführung in Chile erst möglich sei, wenn das gemeinsame Kind der 

Beschwerdeführenden 1 und 2 volljährig sei. Zudem sei die Familie wegen 

der Drohungen gegen den Beschwerdeführer 1 in Chile nicht sicher.  

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat zurückkehren können, in welchem sie sich vor-

her aufgehalten haben (Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG). Nach 31a Abs. 2 

AsylG findet die Bestimmung von Abs. 1 Bst. c keine Anwendung, wenn 

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Hinweise darauf bestehen, dass im Einzelfall im Drittstaat kein effektiver 

Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht.  

Die Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG setzt in jedem Fall voraus, 

dass der Vollzug in den betreffenden Drittstaat aufgrund einer Rücküber-

nahmezusicherung auch tatsächlich stattfinden kann. Die Frage der Mög-

lichkeit des Wegweisungsvollzugs in den Drittstaat ist damit materiell im 

erstinstanzlichen Nichteintretensverfahren zu prüfen (vgl. BVGE 2010/56 

E.5.2.2; Botschaft zur Änderung des Asylgesetzes vom 4. September 

2002, BBl 2002 6845 ff., 6850 und 6884). Für den rechtskonformen Vollzug 

der Wegweisung in den Drittstaat ist sicherzustellen, dass die asylsuchen-

den Personen tatsächlich wieder in den Drittstaat einreisen können (vgl. 

Urteil des BVGer E-5931/2018 vom 14. Februar 2019 S. 7).  

4.2 Gemäss den Akten verfügt Beschwerdeführerin 2 in Chile über eine 

dauerhafte Aufenthaltsbewilligung («permanencia definitiva»), die bis am 

20. April 2026 gültig ist (vgl. Beweismittel 009/4). Demgegenüber war der 

Beschwerdeführer 1 ab Juni 2018 bis ca. fünf Monate vor seiner Ausreise 

im September 2022 im Besitz einer chilenischen Aufenthaltsbewilligung, 

die an einen Arbeitsvertrag geknüpft war (vgl. SEM-act. 28/11 F21 und Be-

weismittel 009/4). Der minderjährige Sohn, geboren am (…) 2022, verfügt 

über einen chilenischen Pass (Beweismittel 009/4).  

4.3 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdeführen-

den 1 und 2 würden ihre Aufenthaltsbewilligungen problemlos erneuern 

können und der Beschwerdeführer 3 sei Staatsbürger Chiles. Bei dieser 

ausserordentlich klaren Sachlage könne darauf verzichtet werden, bei den 

chilenischen Behörden eine Rückübernahmezusicherung einzuholen. 

4.4 Seit dem 22. Juni 2019 können venezolanische Staatsangehörige nicht 

mehr visumsfrei nach Chile reisen (<https://newlandchase.com/chile-new-

entry-requirements-for-venezuelan-nationals/ >, abgerufen am 20. Novem-

ber 2023). Aufgrund der chilenischen Staatsangehörigkeit des Beschwer-

deführers 3 und der nach wie vor gültigen chilenischen Daueraufenthalts-

bewilligung der Beschwerdeführerin 2 ist ohne Weiteres davon auszuge-

hen, dass diese wieder nach Chile einreisen und sich dort dauerhaft wer-

den aufhalten können. Auch bezüglich des Beschwerdeführers 1 erscheint 

es plausibel, dass dieser aufgrund der angeblich seit 2018 bestehenden 

Konkubinatsbeziehung zur Beschwerdeführerin 2 und der chilenischen 

Staatsangehörigkeit des – mutmasslich – gemeinsamen Sohnes eine Fa-

milienzusammenführung in Chile wird erwirken können. Diesbezüglich 

https://newlandchase.com/chile-new-entry-requirements-for-venezuelan-nationals/
https://newlandchase.com/chile-new-entry-requirements-for-venezuelan-nationals/

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Seite 7 

verweist das SEM auf die Webseite des Nationalen Migrationsamts Chiles. 

Auf dieser Webseite sind die allgemeinen Voraussetzungen angegeben, 

um ein entsprechendes Nachzugsgesuch zu stellen. Aus den dort abrufba-

ren Informationen geht indessen nicht hervor, ob beziehungsweise unter 

welchen Umständen der Nachzug eines Elternteils eines minderjährigen 

chilenischen Staatsangehörigen beziehungsweise jener eines nicht verhei-

rateten Partners einer Person, die im Besitz einer chilenischen Dauer-

aufenthaltsbewilligung ist, bewilligt wird (vgl. Servicio Nacional de Migraci-

ones, < https://serviciomigraciones.cl/en/residencia-temporal-permit/sub-

categories/family-reunification/ >, abgerufen am 20. November 2023). Un-

ter diesen Umständen kann die Rückkehr des Beschwerdeführers 1 nach 

Chile im heutigen Zeitpunkt als nicht hinreichend gesichert angesehen wer-

den.  

4.5 Das SEM wäre unter diesen Umständen – wie grundsätzlich in jedem 

Fall – gehalten gewesen, eine ausdrückliche Rückübernahmezusicherung 

der chilenischen Behörden einzuholen. Die gesicherte Rückkehr in den 

Drittstaat ist eine zwingende Voraussetzung für die Anwendung des Nicht-

eintretenstatbestands von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG. Da es das SEM 

jedoch bisher – auch nach dem Hinweis des Bundesverwaltungsgerichts 

in der Instruktionsverfügung vom 3. Oktober 2023 – unterlassen hat, eine 

entsprechende Zusicherung einzuholen, erweist sich der rechtserhebliche 

Sachverhalt als unzureichend erstellt.  

5.  

5.1 Die Behörde stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG 

i.V.m. Art. 12 VwVG). Die Sachverhaltsfeststellung ist unvollständig, wenn 

nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksich-

tigt werden (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

Rz. 1043 ff.). Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit ver-

bindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rück-

weisung an die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tat-

sachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren 

durchzuführen ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann 

grundsätzlich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt 

werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen ange-

bracht erscheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5).  

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Seite 8 

5.2 Wie weiter oben bereits dargelegt wurde (E. 4.4), erweist sich der 

rechtserhebliche Sachverhalt als nicht ausreichend erstellt. Da weitere Er-

hebungen notwendig sind und sich das Verfahren mithin noch nicht als 

spruchreif erweist, ist die angefochtene Verfügung zu kassieren. Die Sache 

ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung, bei 

den chilenischen Behörden eine Rückübernahmezusicherung betreffend 

die Beschwerdeführenden einzuholen.  

5.3 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragt wird.  

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

6.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es 

wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen 

Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung wird 

in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung 

der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) von Amtes 

wegen auf insgesamt Fr. 600.– festgelegt. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur weiteren 

Sachverhaltsabklärung im Sinne der vorstehenden Erwägungen und zur 

erneuten Beurteilung ans SEM zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Segessenmann Vito Fässler 

 

 

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