# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e85681b6-9b94-559d-8cdb-4f9641b8f1e4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 27.01.2023 NP230002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP230002_2023-01-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: NP230002-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hochuli 

Beschluss vom 27. Januar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Kläger und Berufungsbeklagte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 18. November 2022 (FV220122-L) 

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Erwägungen: 

1.1. Mit Eingabe vom 18. August 2022 machten die Kläger und Berufungsbeklag-

ten (fortan: Kläger) unter Beilage der Klagebewilligung des Friedensrichteramtes 

der Stadt Zürich, Kreise … + …, vom 13. Juli 2022 (Urk. 1) eine unbegründete 

Forderungsklage gegen die Beklage und Berufungsklägerin (fortan: Beklagte) an-

hängig (Urk. 2). Am 14. September 2022 lud die Vorinstanz die Parteien zur 

Hauptverhandlung am 5. Oktober 2022 vor (Urk. 6). Die Beklagte nahm die Vorla-

dung am 23. September 2022 entgegen (Urk. 8). Zur Hauptverhandlung erschie-

nen einzig die Kläger (Prot. I S. 3). Mit Schreiben vom 21. Oktober 2022 (Datum 

Poststempel: 26. Oktober 2022) teilte die Beklagte der Vorinstanz mit, ihr einziges 

Organ befinde sich derzeit in Untersuchungshaft, weshalb sie um Aufhebung und 

Wiederholung bzw. Sistierung des Verfahrens bis zur Haftentlassung ersuche 

(vgl. "nicht akturierte Nebenakten" der Vorinstanz). Mit Urteil vom 18. November 

2022 hiess die Vorinstanz die Klage gut (Urk. 13 S. 10 f. = Urk. 17 S. 10 f.). 

1.2. Hiergegen erhob die Beklagte mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 (Datum 

Poststempel: 3. Januar 2023) rechtzeitig (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO und Urk. 15/1) 

Berufung mit folgenden Anträgen (Urk. 16 S. 1): 

" 1. Es sei Urteil vom 18.11.22 aufzuheben, bzw. als nichtig zu erklären. 
2. Es sei die Verhandlung zu sistieren. 
3. Es sei gegenüber Drittpersonen / Gegenpartei über die Gründe bzw. über pri-

vate Situation des Unterzeichnenden Stillschweigen und Diskretion zu bewah-
ren, bzw. seine Privacy zu schützen, da die Unschuldsvermutung gilt. 

4. Es seien die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen." 

1.3. Mit Schreiben vom 5. Januar 2023 wurde der Beklagten mitgeteilt, dass es 

unumgänglich sein werde, der Gegenpartei den Grund für die geltend gemachte 

Verhinderung der Beklagten bzw. deren Organs an der Teilnahme an der Ver-

handlung vom 5. Oktober 2022 offenzulegen, wenn die Berufung beurteilt werden 

müsse. Die Beklagte wurde um Mitteilung gebeten, ob sie unter diesen Umstän-

den an der Berufung festhalte (Urk. 20). Innert angesetzter Frist liess sich die Be-

klagte nicht vernehmen.  

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1.4. Die Beklagte beantragt sinngemäss die Anordnung von Schutzmassnahmen 

bezüglich des Grundes für die geltend gemachte Verhinderung der Beklagten 

bzw. deren Organs an der Teilnahme an der Verhandlung vom 5. Oktober 2022 

(vgl. Urk. 16 S. 1).  

 Gemäss Art. 156 ZPO trifft das Gericht die erforderlichen Massnahmen, 

wenn die Beweisabnahme die schutzwürdigen Interessen einer Partei oder Drit-

ter, wie insbesondere deren Geschäftsgeheimnisse, gefährdet. Grundlage für die 

Anordnung von Schutzmassnahmen können im Einzelfall sodann auch Art. 53 

Abs. 2 sowie Art. 54 Abs. 3 ZPO sein. Vorausgesetzt wird dabei, dass substanti-

iert behauptet wird, inwiefern schutzwürdige Interessen effektiv gefährdet sind. Es 

reicht daher nicht aus, wenn von der Partei, die Schutzmassnahmen beantragt, 

pauschal irgend eine theoretische Gefahr behauptet wird (BGE 148 III 84 E. 3 und 

E. 3.5.2.1). 

 Die Beklagte führt zur Begründung ihres Antrags lediglich aus, die private Si-

tuation ihres einzigen Organs sei zu schützen und es sei darüber Stillschweigen 

zu bewahren (Urk. 16 S. 2). Hingegen legt sie nicht einmal ansatzweise dar, dass 

und inwiefern schutzwürdige Interesse effektiv gefährdet sind. Ihr Antrag um An-

ordnung von Schutzmassnahmen ist deshalb abzuweisen. 

1.5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-15). Da sich die Be-

rufung – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als offensichtlich unzu-

lässig bzw. unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Berufungsant-

wort (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Aus demselben Grund besteht kein Anlass für die be-

antragte Sistierung des Berufungsverfahrens. 

2. Die Vorinstanz erwog mit Bezug auf das Schreiben der Beklagten vom 

26. Oktober 2022, die Verhandlung habe am 5. Oktober 2022 stattgefunden und 

die Beklagte sei unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschienen. Das Gesuch 

um Sistierung bzw. Verschiebung erfolge damit offensichtlich verspätet, weshalb 

diesem Gesuch so oder anders nicht Folge zu leisten sei (Urk. 17 S. 3). In der 

Folge hiess sie die Klage gestützt auf die unbestritten gebliebene Sachverhalts-

darstellung der Kläger gut (vgl. Urk. 17 S. 3). 

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3.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In der schrift-

lichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, 

inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-

haft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dazu hat sich 

der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander-

zusetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzuzeigen, 

woraus sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Pauschale Ver-

weisungen auf frühere Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür nicht (vgl. 

BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105 [2016] Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, E. 5.2.3). 

3.2. Diesen Anforderungen genügt die Berufungsschrift der Beklagten nicht. Da-

rin wiederholt sie im Wesentlichen ihre Ausführungen vor Vorinstanz (vgl. dazu 

das bei den vorinstanzlichen Akten befindliche, jedoch nicht akturierte Schreiben 

der Beklagten vom 21. Oktober 2022), ihrem einzigen Organ sei die Teilnahme an 

der Verhandlung vom 5. Oktober 2022 nicht möglich gewesen, weshalb das ange-

fochtene Urteil aufzuheben und das Verfahren zu sistieren sei, da es ihr bzw. ih-

rem einzigen Vertretungsberechtigten unter dem Regime der Untersuchungshaft 

nicht möglich sei, das Verfahren sinnvoll zu führen (Urk. 16 S. 2). Hingegen setzt 

sie sich nicht mit der zutreffenden Begründung der Vorinstanz auseinander, das 

Verschiebungsgesuch sei verspätet, da es erst nach dem Verhandlungstermin 

gestellt worden sei (vgl. Art. 135 lit. b ZPO und ZK ZPO-Staehelin, Art. 135 N 4). 

Ebenso wenig zeigt die Beklagte auf, dass die Vorinstanz zu Unrecht von einer 

Sistierung des Verfahrens absah. Dies ist auch nicht ersichtlich, zumal sich das 

Verfahren nach erfolgter Durchführung der Hauptverhandlung als spruchreif er-

wies und dementsprechend kein Grund für eine Sistierung bestand. Damit genügt 

die Beklagte ihrer Begründungsobliegenheit (vgl. oben Ziff. 3.1) nicht, weshalb auf 

die Berufung nicht einzutreten ist. 

4.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 4 

Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG auf 

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Fr. 500.– festzusetzen und ausgangsgemäss der Beklagten aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

4.2. Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-

chen, der Beklagten zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), den Klä-

gern mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Der Antrag der Beklagten, das Berufungsverfahren zu sistieren, wird abge-

wiesen. 

2. Der Antrag der Beklagten um Anordnung von Schutzmassnahmen wird ab-

gewiesen. 

3. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

5. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten aufer-

legt. 

6. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Kläger unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 16, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

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Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt weniger als Fr. 30'000.–. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich 
des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 
Zürich, 27. Januar 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hochuli 
 
 
versandt am: 
lm 

	Beschluss vom 27. Januar 2023
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Der Antrag der Beklagten, das Berufungsverfahren zu sistieren, wird abgewiesen.
	2. Der Antrag der Beklagten um Anordnung von Schutzmassnahmen wird abgewiesen.
	3. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	5. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	6. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Kläger unter Beilage eines Doppels von Urk. 16, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...