# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbf76051-34ca-5faf-86cf-5f940279b953
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2021 F-5665/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5665-2019_2021-07-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5665/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richter Daniele Cattaneo,  

Gerichtsschreiber Rudolf Grun. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-5665/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (geb. […], Staatsangehöriger von Sri Lanka) reiste 

am 10. Februar 2016 illegal in die Schweiz ein und ersuchte am gleichen 

Tag um Asyl. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2018 lehnte das SEM das 

Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Eine dagegen erhobene 

Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 18. Januar 

2019 letztinstanzlich ab. In der Folge setzte das SEM dem Beschwerde-

führer eine Frist bis 5. März 2019 an, um die Schweiz zu verlassen. Am 

24. Februar 2019 reichten er und seine Verlobte – eine in der Schweiz vor-

läufig aufgenommene Landsfrau des Beschwerdeführers – beim Migra-

tionsamt des Kantons Luzern ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthalts-

bewilligung zwecks Ehevorbereitung ein. Hierauf ersuchte das SEM am 

1. März 2019 die kantonale Migrationsbehörde, den Vollzug der Wegwei-

sung vorübergehend auszusetzen. Am 13. Juni 2019 trat das kantonale 

Migrationsamt auf das Gesuch vom 24. Februar 2019 nicht ein. Am 24. Juni 

2019 hob das SEM die per 1. März 2019 erfolgte Aussetzung des Wegwei-

sungsvollzugs auf. 

Am 18. September 2019 ordnete das Migrationsamt des Kantons Luzern 

die Ausschaffungshaft an und gewährte dem Beschwerdeführer das recht-

liche Gehör zur allfälligen Verhängung eines Einreiseverbots, wovon innert 

Frist jedoch kein Gebrauch gemacht wurde (der damalige Rechtsvertreter 

legte am 21. September das Mandat nieder). Noch am gleichen Tag wurde 

der Beschwerdeführer nach Sri Lanka ausgeschafft.  

B.  

Am 26. September 2019 verhängte die Vorinstanz gegen den Beschwer-

deführer ein dreijähriges Einreiseverbot (gültig bis 25. September 2022). 

Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im 

Schengener Informationssystem (SIS II) an. Einer allfälligen Beschwerde 

entzog sie die aufschiebende Wirkung. 

C.  

Mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung. Ferner ersuchte er um Erteilung (gemeint: Wie-

derherstellung) der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung. 

F-5665/2019 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. November 2019 wies das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde ab. Gleichzeitig hiess es das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege gut und ordnete dem Beschwerde-

führer den unterzeichnenden Rechtsvertreter als unentgeltlichen Rechts-

beistand bei. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 10. Januar 2020 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. 

F.  

Mit Replik vom 20. März 2020 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung Stellung. In ihrer Duplik vom 3. April 2020 hielt die Vorinstanz voll-

umfänglich an ihrer Verfügung und Vernehmlassung fest. Am 8. April 2020 

wurde die Duplik dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht. 

G.  

Mit ergänzender Eingabe vom 21. April 2020 reichte der Beschwerdeführer 

eine Bestätigung des Zivilstandsamts der Stadt Luzern vom 1. April 2020 

ein, wonach das Ehevorbereitungsverfahren abgeschlossen sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG 

(SR 142.20) zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das 

Bundesverwaltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

F-5665/2019 

Seite 4 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Nach Art. 67 Abs. 2 AIG kann das SEM ein Einreiseverbot gegenüber 

Ausländerinnen und Ausländern verfügen, die gegen die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder 

diese gefährden (Bst. a) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder 

Durchsetzungshaft genommen worden sind (Bst. c). Das Einreiseverbot 

wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt. Es kann für eine 

längere Dauer verfügt werden, wenn die betroffene Person eine schwer-

wiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt 

(Art. 67 Abs. 3 AIG). Aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen 

kann die zuständige Behörde von der Verhängung eines Einreiseverbots 

absehen oder ein solches vollständig oder vorübergehend aufheben 

(Art. 67 Abs. 5 AIG). 

3.2 Der Bestand und die Dauer des Einreiseverbots sind unter dem Blick-

winkel des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zu überprüfen. Abstufun-

gen betreffend die Dauer ergeben sich aus der wertenden Abwägung zwi-

schen dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung und den privaten In-

teressen, welche die betroffene Person an der zeitlichen Beschränkung der 

Massnahme hat (BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1). Ausgangspunkt 

der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten 

Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die 

persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96 

Abs. 1 AIG; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl. 2020, Rz. 555 ff.). 

3.3 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-

gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-

soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe 

F-5665/2019 

Seite 5 

der Bedeutung des Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur 

Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung 

[EU] 2018/1861 des europäischen Parlaments und des Rates vom 28. No-

vember 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des 

Schengener Informationssystems [SIS] im Bereich der Grenzkontrollen, 

zur Änderung des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen und zur Änderung und Aufhebung der Verordnung 

[EG] Nr. 1987/2006 [SIS-II] Abl. L 312/14 vom 7.12.2018, nachfolgend: 

SIS-II-VO) und Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 (SR 

362.0). 

4.  

4.1 Zur Begründung des Einreiseverbots führt die Vorinstanz an, um die 

Wegweisung zu vollziehen, hätten die Ausschaffungshaft und das Aufgebot 

einer polizeilichen Begleitung ins Heimatland angeordnet werden müssen. 

Mit seinem unkooperativen Verhalten habe der Beschwerdeführer den 

Schweizer Behörden hohe Ausreisekosten versursacht. Gemäss Art. 67 

Abs. 2 Bst. c AIG sei deshalb eine Fernhaltemassnahme anzuordnen. 

4.2 Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, beim Migrations-

amt des Kantons Luzern sei ein Ehevorbereitungsverfahren hängig, wes-

halb der Erlass sowie die Aufrechterhaltung des Einreiseverbots nicht zu-

lässig sei. Ferner habe er sich nicht unkooperativ verhalten und die 

Schweiz freiwillig verlassen. Die Anordnung der Ausschaffungshaft sei 

nicht notwendig gewesen. Das kantonale Migrationsamt hätte ihm eine 

neue Ausreisefrist ansetzen müssen. Er habe daher gutgläubig davon aus-

gehen dürfen, das Ehevorbereitungsverfahren in der Schweiz abwarten zu 

können. Er habe in keinerlei Hinsicht ein Risiko beziehungsweise eine Ge-

fahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt. Zudem sei die Dauer des Ein-

reiseverbots von drei Jahren – auch im Falle der Rechtmässigkeit der Aus-

schaffungshaft – angesichts der engen Beziehung zu seiner Verlobten un-

verhältnismässig. 

4.3 In der Vernehmlassung hält die Vorinstanz daran fest, dass der Be-

schwerdeführer trotz mehrmaligen Aufforderungen die Schweiz nicht frei-

willig verlassen habe. Das Migrationsamt des Kantons Luzern habe eine 

polizeilich kontrollierte Rückführung organisieren müssen, wobei eine poli-

zeiliche Überwachung des Abflugs durchgeführt worden sei. Zudem sei 

beim Migrationsamt des Kantons Luzern kein Ehevorbereitungsverfahren 

hängig. 

F-5665/2019 

Seite 6 

4.4 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Replik vor, das kantonale Mig-

rationsamt habe Kenntnis vom Ehevorbereitungsverfahren gehabt. Als er 

wider Erwarten durch das Migrationsamt festgenommen worden sei, habe 

er ohne Widerstand kooperiert und sich bereit erklärt, das Verfahren im 

Ausland abzuwarten. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung als Fernhaltegrund 

insbesondere die Anordnung der Ausschaffungshaft angeführt. Entgegen 

der Ansicht des Beschwerdeführers ist für diesen Fernhaltegrund eine von 

ihm ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht 

erforderlich (vgl. Art. 67 Abs. 2 Bst. c AIG), weshalb die Vorinstanz allein 

schon aus diesem Grund ein Einreiseverbot anordnen durfte.  

5.2 Sofern sich seine Begründung gegen die von der kantonalen Migrati-

onsbehörde am 18. September 2019 angeordnete Ausschaffungshaft rich-

tet, kann sie im vorliegenden Verfahren nicht gehört bzw. kann deren 

Rechtmässigkeit grundsätzlich nicht (mehr) in Frage gestellt oder neu be-

urteilt werden. Abgesehen davon trifft es nicht zu, dass er sich im Hinblick 

auf die Ausreise aus der Schweiz kooperativ verhalten hat. Nachdem das 

Migrationsamt des Kantons Luzern am 13. Juni 2019 nicht auf das Gesuch 

um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat ein-

getreten war, wobei ein Anspruch auf Familiennachzug selbst bei geschlos-

sener Ehe verneint wurde, und in der Folge weder der Beschwerdeführer 

noch seine Verlobte einen beschwerdefähigen Entscheid in der Sache ver-

langt hatten, durfte er nach der Aufhebung des Vollzugsstopps am 24. Juni 

2019 auch nicht mehr gutgläubig davon ausgehen, er könne das beim Zi-

vilstandsamt der Stadt Luzern (und nicht beim Migrationsamt des Kantons) 

hängige Ehevorbereitungsverfahren weiterhin in der Schweiz abwarten. 

Noch am 4. Juli 2019, als ihn die kantonale Migrationsbehörde unter An-

drohung der Anordnung der Ausschaffungshaft ausdrücklich aufgefordert 

hatte, die Schweiz definitiv zu verlassen, weigerte er sich, nach Sri Lanka 

ausreisen (vgl. Ausreisegespräch vom 4. Juli 2019 Ziff. 2). Erst als er am 

18. September 2019 seitens der kantonalen Migrationsbehörde mit einem 

weiteren Verbleib in der Ausschaffungshaft konfrontiert worden war – sollte 

er den am gleichen Tag gebuchten Rückflug nicht antreten – erklärte der 

Beschwerdeführer sich bereit, auszureisen (vgl. Haftbefragung vom 

18. September 2019 Ziff. 17).  

5.3 Die Voraussetzungen für die Anordnung einer Fernhaltemassnahme 

gestützt auf Art. 67 Abs. 2 Bst. c AIG sind erfüllt. 

F-5665/2019 

Seite 7 

6.  

6.1 Das öffentliche Interesse an einer befristeten Fernhaltung des Be-

schwerdeführers ist aus generalpräventiver Sicht von Bedeutung. Ein Ein-

reiseverbot soll andere Ausländerinnen und Ausländer angesichts der 

nachteiligen Folgen dazu anhalten, sich an die ausländerrechtliche Ord-

nung des Gastlandes zu halten. Andererseits ist eine spezialpräventive 

Zielsetzung der Massnahmen darin zu sehen, dass sie die Betroffenen er-

mahnt, sich inskünftig an die geltenden Regeln zu halten. 

Für den Beschwerdeführer wurde die Ausschaffungshaft angeordnet, da 

die Gefahr bestand, dass er sich einer Ausschaffung entziehen würde. Auf-

grund seiner bis dahin unkooperativen Haltung sah sich das kantonale Mig-

rationsamt auch gezwungen, eine polizeilich überwachte Rückführung zu 

organisieren, wobei die Kosten (personeller Aufwand für die Verhaftung, 

Zuführung zum Flughafen, Überwachung des Abflugs und Flugkosten) von 

der öffentlichen Hand übernommen werden mussten (vgl. Stellungnahme 

des Migrationsamts des Kantons Luzern vom 12. Dezember 2019). Aller-

dings musste der Beschwerdeführer – entgegen den Ausführungen der Vo-

rinstanz in der angefochtenen Verfügung – nicht polizeilich ins Heimatland 

begleitet werden, weshalb diesbezüglich nicht von besonders hohen Aus-

reisekosten auszugehen ist. Dennoch besteht aufgrund dieser Kosten ein 

öffentliches Interesse, eine künftige Belastung der öffentlichen Finanzen zu 

vermeiden. Das öffentliche Interesse an einer Fernhaltung ist evident. 

6.2 Als privates Interesse führt der Beschwerdeführer seine hier lebende 

Verlobte sowie das inzwischen abgeschlossene Ehevorbereitungsverfah-

ren an. Nach erfolgter Heirat seien die Voraussetzungen für einen Famili-

ennachzug gegeben. Das Einreiseverbot verunmögliche jedoch eine Ein-

reise. 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es im vorliegenden Verfahren nicht um 

ein Aufenthaltsrecht geht, sondern um eine Fernhaltemassnahme. Eine all-

fällige Beeinträchtigung des Familien- und Privatlebens ist daher nur so-

weit rechtserheblich, als sie unmittelbar auf das Einreiseverbot zurückzu-

führen ist. Eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen 

ihm und seiner Verlobten, die unter den Schutz von Art. 8 EMRK fallen 

würde, liegt offensichtlich nicht vor. Ferner kann das Einreiseverbot auf be-

gründetes Gesuch hin (z.B. Heirat) für eine kurze Zeitspanne suspendiert 

werden (vgl. BVGE 2011/48 E. 2.6 f.). Einem nach der Heirat eingereichten 

Familiennachzugsgesuch würde das Einreiseverbot ebenfalls nicht im 

Wege stehen. Sollten die Schweizer Behörden einem solchen Gesuch 

F-5665/2019 

Seite 8 

stattgeben, hätte die Vorinstanz für die Aufhebung der Fernhaltemass-

nahme zu sorgen. Zudem steht es dem Beschwerdeführer offen, den Kon-

takt zu seiner Verlobten mittels moderner Kommunikationsmittel zu pfle-

gen. Das Einreiseverbot hat demnach keine erhebliche Beeinträchtigung 

der Beziehung zwischen ihm und seiner Verlobten zur Folge. Weitere Ver-

bindungen zur Schweiz sind nicht ersichtlich.  

6.3 Eine Abwägung der öffentlichen und privaten Interessen ergibt, dass 

das Einreiseverbot im Grundsatz zu bestätigen ist. In Anbetracht der die 

Fernhaltemassnahme auslösenden Gründe (vgl. E. 5.2 vorstehend) sowie 

gestützt auf vergleichbare Fälle (vgl. bspw. Urteil des BVGer F-3963/2020 

vom 10. Januar 2021 E. 6.4 [Einreiseverbot von zwei Jahren wegen illega-

ler Einreise, Bezug von Sozialhilfe und Anordnung der Ausschaffungshaft]; 

oder F-6530/2016 vom 7. September 2017 E. 10.5 [Einreiseverbot von 

zwei Jahren wegen illegaler Einreise und Anordnung der Ausschaffungs-

haft]) erweist sich die Dauer des Einreiseverbots von drei Jahren als un-

verhältnismässig. Das Einreiseverbot ist somit auf zwei Jahre zu befristen. 

7.  

Nicht zu beanstanden ist, dass dem Beschwerdeführer die Einreise in das 

Hoheitsgebiet sämtlicher Schengen-Staaten verboten wurde (vgl. Art. 21 

i.V.m. Art. 24 Ziff. 3 SIS-II-Verordnung), handelt es sich doch vorliegend um 

einen Verstoss gegen nationale Rechtsvorschriften über die Einreise und 

den Aufenthalt. 

8.  

Die Vorinstanz hat demnach Bundesrecht verletzt, soweit das Einreisever-

bot die Dauer von zwei Jahren überschreitet (vgl. Art. 49 Bst. a VwVG). Die 

Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Das gegen den Beschwerdeführer 

verhängte Einreiseverbot ist auf zwei Jahre – bis 25. September 2021 – zu 

befristen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Verfahrensausgang ist von einem Obsiegen des Beschwer-

deführers zu einem Drittel auszugehen, womit er die Verfahrenskosten zu 

zwei Drittel zu tragen hätte (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1-3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Angesichts der Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ist auf die Er-

hebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

F-5665/2019 

Seite 9 

9.2 Für die notwendigen Kosten der Rechtsvertretung ist dem Beschwer-

deführer im Umfang des Obsiegens eine Parteientschädigung zulasten der 

Vorinstanz zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG). Für den übri-

gen Aufwand ist der als amtlicher Anwalt bestellte Parteivertreter entspre-

chend zu entschädigen. Der Rechtsvertreter stellte in der am 20. März 

2020 eingereichten Honorarnote eine Entschädigung von Fr. 1'920.10 (inkl. 

Auslagen und Zuschlag für die Mehrwertsteuer) in Rechnung. Der dabei 

geltend gemachte zeitliche Aufwand (7.90 Std.) und der Stundenansatz 

(Fr. 220.-) sind nicht zu beanstanden. Allerdings ist – was die Parteient-

schädigung betrifft – keine Mehrwertsteuer bzw. kein Zuschlag für die 

Mehrwertsteuer auszurichten, weil der Wohnsitz des Beschwerdeführers 

als Empfänger der anwaltschaftlichen Dienstleistung im Ausland liegt 

(Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und 18 Abs. 1 MWSTG [SR 641.20] sowie 

Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE; vgl. auch Urteil des BVGer F-3638/2016 vom 

20. Dezember 2016 E. 8). Eine solche ist nur für den Teil auszurichten, der 

dem amtlichen Anwalt zukommt. Dem Beschwerdeführer ist somit eine 

Entschädigung von insgesamt Fr. 1'874.40 (Parteientschädigung von 

Fr. 594.30 sowie amtliches Honorar von Fr. 1280.10) zuzusprechen, wobei 

der Beschwerdeführer das amtliche Honorar dem Bundesverwaltungsge-

richt zurückzuerstatten hat, sollte er später zu hinreichenden Mitteln gelan-

gen (Art. 65 Abs. 4 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-5665/2019 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Einreiseverbot wird bis 

zum 25. September 2021 befristet. Im Übrigen wird die Beschwerde abge-

wiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von Fr. 594.30 zugesprochen. 

4.  

Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers wird aus der 

Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1280.10 ausgerichtet. 

5.  

Der Beschwerdeführer hat das amtliche Honorar des Rechtsvertreters dem 

Bundesverwaltungsgericht zu vergüten, wenn er später zu hinreichenden 

Mitteln gelangt. 

6.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Formular "Zahladresse") 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) 

– das Amt für Migration des Kantons Luzern (ad LU […]) 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Genner Rudolf Grun 

Versand: