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**Case Identifier:** ce7f1138-6350-5d9c-9cfc-b0bce26e92e7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 15.02.2024 B 2023/210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-210_2024-02-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/210

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 07.05.2024

Entscheiddatum: 15.02.2024

Entscheid Verwaltungsgericht, 15.02.2024
Öffentliches Beschaffungsrecht, Art. 41 IVöB Die Vergabebehörde hat in den 
Ausschreibungsunterlagen eine Preisformel bekanntgegeben, deren 
Auswirkungen auf die Bewertung jedoch von den tatsächlich offerierten 
Preisen abhing. Bei Berücksichtigung der konkreten Angebote führt sie zu 
einer Preisspanne von 80 Prozent. Diese Spanne ist mit Blick auf den 
Gegenstand der Beschaffung nicht geeignet, den Markt widerzuspiegeln. Bei 
Anwendung einer realistischen Preisspanne erweist sich das Angebot der 
Beschwerdeführerin als das vorteilhafteste. (Verwaltungsgericht B 2023/210)

Entscheid vom 15. Februar 2024

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

A.__ AG,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Franz-Xaver Ulrich,

Baurecht Ulrich, Alte Steinhauserstrasse 1, 6330 Cham,

gegen

Ortsgemeinde Z.__,

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Vorinstanz,

vertreten durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Florian Hartmann,

Bratschi AG, Vadianstrasse 44, Postfach 262, 9001 St. Gallen,

B.__ AG,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Bürki, Bürki Bolt

Rechtsanwälte, Auerstrasse 2, Postfach 91, 9435 Heerbrugg,

Gegenstand

Vergabe Bewässerung C.__ (Baumeisterarbeiten:

Leitungsbau und Pumpwerk)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Die Ortsgemeinde Z.__ hat am 7. Juli 2023 die Baumeisterarbeiten für den Neubau 

eines Pumpwerks und der Druckleitungen für die Bewässerung landwirtschaftlicher 

Nutzflächen im Gebiet C.__ im offenen Verfahren ausgeschrieben. Innert der bis 

18. August 2023 offenen Frist reichten zwei Unternehmen je ein Angebot ein. Am 

21. September 2023 erteilte die Ortsgemeinde Z.__ den Zuschlag der B.__ AG, deren 

Angebot zum Preis von CHF 1'239'974.65 (netto, inklusive Mehrwertsteuer) mit 343.40 

von maximal 400 Punkten bewertet worden war.

B.

Die A.__ AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum Preis von CHF 1'060'187.30 

(netto, inklusive Mehrwertsteuer) mit 330 Punkten bewertet worden war, erhob gegen 

den Zuschlag der Ortsgemeinde Z.__ (Vorinstanz) vom 21. September 2023 mit 

Eingabe vom 11. Oktober 2023 beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit dem Antrag, 

die Zuschlagsverfügung sei aufzuheben und der Zuschlag sei ihr zu erteilen, 

eventualiter sei die Sache zu neuem Entscheid an die Vergabestelle zurückzuweisen; 

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unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Gesuch der Beschwerdeführerin, der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, hiess der verfahrensleitende 

Abteilungspräsident am 3. November 2023 gut.  

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 20. November 2023 die 

Abweisung der Beschwerde (unter Kosten- und Entschädigungsfolge). Die B.__ AG 

(Beschwerdegegnerin) ersuchte am 20. November 2023 ebenfalls um Abweisung der 

Beschwerde (unter Kosten- und Entschädigungsfolge). Die Beschwerdeführerin nahm 

zu den Vernehmlassungen am 8. Dezember 2023 Stellung und hielt an ihren Anträgen 

fest. Am 18. Januar 2024 ersuchte die Vorinstanz um Neubeurteilung der 

aufschiebenden Wirkung. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich am 18. Januar 2024, 

die Vorinstanz am 19. Januar 2024 zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 8. 

Dezember 2023; beide hielten an ihren Anträgen fest.    

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer 

Beschwerdeanträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 52 Abs. 1 der 

Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS 841.51, 

IVöB). Das Angebot der Beschwerdeführerin blieb bei einer maximal erzielbaren 

Punktzahl von 400 mit einem Rückstand von 13,4 Punkten hinter jenem der 

Beschwerdegegnerin zurück. Erweisen sich ihre Beanstandungen zur Bewertung der 

Angebote ganz oder auch bloss teilweise als begründet, hat sie reelle Chancen auf den 

Zuschlag. Sie ist deshalb zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 4 Abs. 2 des 

Einführungsgesetzes zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 

Beschaffungswesen aus dem Jahr 2019, sGS 841.1, EGöB; Art. 64 in Verbindung mit 

Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; dazu 

BGer 2D_35/2017 vom 5. April 2018 = Pra 2018 Nr. 130 E. 1.2). Die Beschwerde gegen 

die Zuschlagsverfügung vom 21. September 2023 wurde mit Eingabe vom 11. Oktober 

2023 innerhalb der Rechtsmittelfrist von zwanzig Tagen erhoben und erfüllt die 

inhaltlichen und formellen Voraussetzungen (Art. 56 Abs. 1 IVöB). Darauf ist deshalb 

einzutreten.

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2. Ausgangslage

Die Beschwerdeführerin beanstandet die Bewertung der Angebote nach sämtlichen 

Zuschlagskriterien. Soweit sich indessen ihre Rügen im Zusammenhang mit der 

Bewertung der Angebote nach dem Preiskriterium als begründet erweisen sollten und 

eine vergaberechtlich haltbare Bewertung dazu führen würde, dass sich ihr Angebot im 

Verhältnis zu demjenigen der Beschwerdegegnerin allein schon aufgrund dieses 

Kriteriums als das vorteilhaftere erwiese, würde sich die Prüfung ihrer weiteren 

Vorbringen erübrigen.

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3. Preis

Zur Bewertung der Angebote nach dem Zuschlagskriterium des Preises macht die 

Beschwerdeführerin geltend, die Gewichtung des Preiskriteriums mit 55 Prozent liege 

im unteren Bereich für eine einfache, weitgehend standardisierte Bauleistung (dazu 

nachfolgend Erwägung 3.1). Zusammen mit der von der Vorinstanz verwendeten 

Preisformel (dazu nachfolgend Erwägung 3.2), die zu einer zu breiten Preisspanne von 

80 Prozent führe (dazu nachfolgend Erwägung 3.3), sei das Preiskriterium unzulässig 

verwässert worden; es entspreche nicht mehr der in der Ausschreibung angegebenen 

Gewichtung.         

In rechtlicher Hinsicht ist bezüglich der aufgeworfenen Streitfrage vorab festzuhalten, 

dass mit dem neuen Vergaberecht − entgegen dem, was Vorinstanz und 

Beschwerdegegnerin vortragen − bezüglich der Gewichtung des Preiskriteriums kein 

Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Es trifft zwar zu, dass der Zuschlag gemäss 

Art. 41 IVöB neu dem "vorteilhaftesten" statt dem "wirtschaftlich günstigsten" (vgl. 

Art. 13 lit. f der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen 

vom 15. März 2001 [sGS 841.32, rIVöB] und Art. 34 Abs. 1 der Verordnung über das 

öffentliche Beschaffungswesen vom 21. April 1998 [nGS 45-62, aVöB]) zu erteilen ist; 

damit wird betont, dass mit dem "wirtschaftlich günstigsten" nicht zwingend das 

"preisgünstigste" Angebot gemeint ist. Diese Klarstellung ändert jedoch nichts daran, 

dass die Vergabestelle den Preis als Zuschlagskriterien festlegen muss und in dessen 

Gewichtung weitgehend frei ist (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 4 IVöB). Auch das neue Recht 

enthält keine Vorschriften zur Mindestgewichtung des Preises oder zu 

Preisbewertungsformeln, so dass hier nach wie vor die von der bisherigen 

Gerichtspraxis entwickelten Regeln gelten (vgl. C. Schneider Heusi, Neues 

Vergaberecht in den Kantonen: Überblick und erste Bilanz, in: ZBl 124/2023 S. 515 ff., 

S. 531).

Gewichtung des Preises

Die Gewichtung des Preises mit 55 Prozent wurde in den Ausschreibungsunterlagen 

bekannt gegeben (act. 9/12, Devis Seite 3/114). Die am 7. Juli 2023 publizierte 

Ausschreibung, die gemäss Art. 53 Abs. 1 lit. a IVöB als anfechtbare Verfügung gilt, 

war mit der entsprechenden Rechtsmittelbelehrung versehen. Die 

Ausschreibungsunterlagen waren ab dem Zeitpunkt der Publikation am 7. Juli 2023 

verfügbar (Ziffern 3.12 und 4.8 der Ausschreibung; vgl. simap Projekt 260406). Die 

Beschwerdeführerin hat sich nicht gegen die Ausschreibung gewandt und sich mit der 

Einreichung des – nicht mit Vorbehalten versehenen – Angebots auf die Ausschreibung 

und die (bereits vor Ablauf der Beschwerdefrist zugänglichen und integralen Teil der 

3.1. 

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Ausschreibung bildenden) Ausschreibungsunterlagen (BGE 125 I 203 E. 3a, 129 I 313 

E. 6, 130 I 241 E. 4.2; BGer 2C_409/2015 vom 28. September 2015 E. 4.2, 2D_36/2016 

vom 27. März 2018 E. 2.3.1, 2C_225/2009 vom 16. Oktober 2009 E. 4.2) eingelassen. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren die Gewichtung des Preises 

beanstanden wollte, verstiesse ihr Vorbringen gegen das Gebot, sich nach Treu und 

Glauben zu verhalten (vgl. Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Die Rüge wäre deshalb verwirkt (vgl. BGer 

2C_978/2018 vom 8. November 2018 E. 3, 2C_1055/2022 vom 21. Juli 2023 E. 1.5 mit 

Hinweisen auf BGE 125 I 203 E. 3a, 129 I 313 E. 6, 130 I 241 E. 4, 141 II 353 E. 8.2.3, 

143 II 553 E. 7.7).         

Umgekehrt kann allerdings auch die Beschwerdegegnerin daraus, dass die 

Beschwerdeführerin in anderen vergleichbaren Leitungsbauten auch eine tiefere 

Preisgewichtung von 40 Prozent akzeptiert hat und dass eine solche Gewichtung auch 

bei anderen Bewässerungsprojekten angewandt wurde, nichts zu ihren Gunsten 

ableiten. Insbesondere wäre es nicht zulässig, die mit der Ausschreibung 

bekanntgegebene Gewichtung des Preiskriteriums zu verändern. Unter diesen 

Umständen erübrigt es sich auch, eine Expertise zur Praxis der Preisgewichtung bei 

Bewässerungs- und vergleichbaren Bauten einzuholen (vgl. Ziff. II/C/1a der 

Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 20. Oktober 2023, act. 6).

Preisformel

In den Ausschreibungsunterlagen wurde keine konkrete Formel zur Bewertung der 

Angebote nach dem Preis bekanntgegeben. Zum Zuschlagskriterium des Preises 

wurde zwar festgehalten: "gemäss Preisformel" (vgl. act. 9/12, Seite 3/114). Daraus 

kann allerdings – entgegen der Auffassung der Vorinstanz (vgl. Rz. 20 der 

Vernehmlassung vom 20. November 2023) – nicht abgeleitet werden, damit sei 

offensichtlich die angeblich vom Tiefbauamt des Kantons St. Gallen angewendete 

Preisformel gemeint gewesen. Diese Formel führt zwar zu einer linearen Preiskurve, ist 

allerdings anders als die lineare Standardformel (Maximalpunktzahl x [Preis  - 

Preis ] / [Preis  - Preis ]) geeignet, das bekannt gegebene Gewicht des 

Preises mit einer zu weiten Preisspanne in vergaberechtswidriger Weise zu verwässern 

(vgl. bereits VerwGE B 2017/84 vom 14. Dezember 2017 E. 2.1). Da die 

Vergabebehörde – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. Ziff. III/A/3 

der Eingabe vom 18. Januar 2024, act. 25) – zudem auch nach dem neuen 

Beschaffungsrecht nicht verpflichtet ist, mit der Ausschreibung das 

Preisbewertungsmodell bekannt zu geben (vgl. Art. 29, 35 und 36 IVöB), bestand für 

die Anbieterinnen kein Anlass, sich nach der Preisformel zu erkundigen. Daran ändert 

3.2. 

max

Angebot max min

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nichts, dass die Beschwerdeführerin an anderen Ausschreibungen im Kanton St. Gallen 

teilgenommen hat, in denen ebenfalls die Preisformel des Tiefbauamts verwendet 

worden sein soll.     

Im Übrigen könnte der Beschwerdeführerin die Formel im Beschwerdeverfahren gegen 

den Zuschlag nicht entgegengehalten werden: Nach dem Grundsatz von Treu und 

Glauben kann eine Anbieterin Mängel der Ausschreibung zwar grundsätzlich nicht 

mehr rügen, wenn sie die Ausschreibungsunterlagen vorbehaltlos akzeptiert und diese 

zur Grundlage ihres Angebots gemacht hat (vgl. auch E. 3.1 hiervor). Eine 

Ausschreibung kann aber Elemente enthalten, deren volle Bedeutung und Tragweite 

bei objektiver Betrachtungsweise noch wenig klar sind und die sich für die 

Interessenten erst im Verlauf des weiteren Verfahrens mit genügender Eindeutigkeit 

ergeben, wobei die Anfechtungsmöglichkeit in einem späteren Verfahrensabschnitt, 

gegebenenfalls sogar erst im Rahmen der Anfechtung der Zuschlagsverfügung erhalten 

bleibt. Dementsprechend muss es im Beschwerdeverfahren gegen die 

Zuschlagsverfügung möglich sein, ausnahmsweise auf die Ausschreibung 

zurückzukommen. Dies muss insbesondere dann gelten, wenn eine Preiskurve – wie 

das für die Preisformel des Tiefbauamtes gilt – erst aufgrund der konkret eingereichten 

Angebote auf ihre Vereinbarkeit mit dem Vergaberecht hin beurteilt werden kann (vgl. 

dazu VerwGE B 2017/84 vom 14. Dezember 2017 E. 2.1; BGer 2C_680/2020 vom 

10. März 2021 E. 1.2.3). Auch die Beschwerdegegnerin anerkennt, dass die Tragweite 

der (ohnehin nicht abschliessend bekanntgegebenen) Preisformel erst erkannt werden 

konnte, als die effektiven Angebotspreise bekannt waren (vgl. Ziff. III/A/1 der Eingabe 

vom 18. Januar 2024, act. 25).

Preisspanne3.3. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet die von der Vorinstanz der Bewertung der 

Angebote nach dem Zuschlagskriterium des Preises zugrunde gelegte Preisspanne von 

80 Prozent. – Die Vorinstanz anerkennt, dass sich aus der Bewertung des Preises des 

Angebots der Beschwerdegegnerin von CHF 1'239'974.65 mit 173.4 und der 

Bewertung des Preises des Angebots der Beschwerdeführerin von CHF 1'060'187.30 

mit dem Punktemaximum von 220 eine Preisspanne von 80 Prozent errechnen lasse 

(vgl. Rz. 15 der Vernehmlassung vom 20. November 2023, act. 11). Sie ist allerdings 

der Auffassung, die Frage der konkreten Preisspanne könne offenbleiben, weil die 

Rüge direkt auf die Angemessenheit der Angebotsprüfung ziele. Sie habe die 

Bewertung des Preises des Angebots der Beschwerdegegnerin ohne die explizite 

3.3.1. 

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3.3.2.  

Zwar steht der Vergabebehörde – worauf die Vorinstanz hinweist – bei der 

Ausgestaltung der Preiskurve ein weites Ermessen zu. Eine flache Preiskurve ist nicht 

unzulässig. Sie kann aber in Kumulation mit einer äusserst schwachen Gewichtung des 

Preises zu unhaltbaren Ergebnissen führen (vgl. BGer 2P.136/2006 vom 30. November 

2006 E. 3.4, m.w.H.). Selbst bei komplexen Beschaffungen muss der Preis im Umfang 

von mindestens 20 Prozent berücksichtigt werden; er darf als Zuschlagskriterium durch 

die verwendete Bewertungsmethode nicht weiter abgeschwächt werden (BGE 143 II 

553 E. 6.4). Das Ermessen der Vergabebehörden findet seine Grenze zudem dort, wo 

die von der Preisbewertungsmethode erzeugte Kurve geeignet ist, das Gewicht des 

Preises zu verzerren – wie das bei asymptotisch verlaufenden Kurven der Fall ist (GVP 

2015 Nr. 39); als unzulässig erschiene auch, das in der Ausschreibung festgelegte 

Gewicht auszuhöhlen – wie dies bei zwar linear verlaufenden, aber unter Umständen 

nicht eine realistische Spanne der Marktpreise abbildenden Kurven der Fall ist.            

Die Anwendung der Preisformel des Tiefbauamts des Kantons St. Gallen (vgl. act. 

13/34, Punkte  = Punkte  x [Preis  : Preis ] x [Preis  : Preis ]) bei 

zwei Angeboten mit den vorliegend konkret offerierten Preisen ergibt eine minimale 

Bewertung für das teurere tatsächlich eingereichte Angebot von 173.4 von 220 

möglichen Punkten. In der vorliegenden Situation, in welcher der höhere knapp 17 

Prozent über dem billigeren tatsächlich offerierten Preis liegt, führt die Anwendung der 

Formel zu einer Preisspanne von rund 80 Prozent: Wird anhand der Preisformel – bei 

Punkte  = 220, Punkte  = 173,4, Preis  = CHF 1'239'974.65, Preis  = 

CHF 1'060'187.30 – der Angebotspreis P  gesucht, welcher leer ausginge, ergäbe 

sich ein Preis von CHF 1'908'968.78, mithin die von der Beschwerdeführerin ermittelte 

Preisspanne von 80 Prozent. Eine Befragung des von der Vorinstanz mit der 

Durchführung des Beschaffungsverfahrens betrauten Vertreters eines Ingenieurbüros, 

welcher bestätigen könnte, dass die Vorinstanz bei der Bewertung die Preisformel des 

(interne) Festlegung einer Preisspanne vorgenommen. Sie habe nicht die von der 

Beschwerdeführerin ausgeführte Bewertungsformel beziehungsweise eine 

Berechnungsformel, welche mit einer festzulegenden Preisspanne arbeite, verwendet. 

Nach vertiefter Abklärung habe sich herausgestellt, dass auf die "Preisformel" des 

Tiefbauamts des Kantons St. Gallen abgestellt worden sei. Diese Formel sei 

rechtskonform.

min max min max min Durchschnitt

max min max min

Angebot

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Tiefbauamtes angewendet hat (vgl. Ziff. III/2.3 der Vernehmlassung der 

Beschwerdegegnerin vom 20. November 2023, act. 11), erübrigt sich damit.  

Eine Preisspanne von 80 Prozent ist – wie bereits bei der Beurteilung des Gesuchs um 

aufschiebende Wirkung festgestellt (vgl. Präsidialverfügung B 2023/210 vom 

3. November 2023 E. 5.1) – nicht geeignet, den Markt widerzuspiegeln. Das 

Verwaltungsgericht hat dies für die vorliegende Preisformel bereits für Arbeiten im 

Bereich des Strassen-, Tief- und Betonbaus festgestellt, in der sich bei acht 

Angeboten, welche innerhalb einer tatsächlichen Preisspanne von etwas mehr als 

einem Drittel lagen und keine Gründe dafür ersichtlich waren, dass sie nicht den Markt 

widerspiegelten, ebenfalls eine Preisspanne von nahezu drei Vierteln ergab (vgl. 

VerwGE B 2017/84 vom 14. Dezember 2017 E. 2.1).

3.3.3.  

Der verfahrensleitende Abteilungspräsident ist bei der Beurteilung des Gesuchs der 

Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung zum Schluss 

gekommen, die Hinweise der Vorinstanz auf die besondere Komplexität rechtfertigten 

eine Preisspanne von 80 Prozent jedenfalls bei einer prima-facie Würdigung nicht. 

Tiefbauarbeiten in landwirtschaftlichen Nutzflächen müssten regelmässig darauf 

ausgerichtet sein, die Qualität des umliegenden Bodens nicht zu beeinträchtigen. 

Ebenso seien Vortriebe, wie sie vorliegend bei der ein Bahntrasse querenden Verlegung 

von Leitungen erforderlich seien, keine aussergewöhnlichen Herausforderungen. 

Schliesslich lägen die beiden eingereichten Angebote preislich durchaus innerhalb der 

für Tiefbauarbeiten als realistisch erscheinenden Preisspanne.  

Weder die Vorinstanz noch die Beschwerdegegnerin setzen sich in ihren 

Vernehmlassungen zur Hauptsache mit diesen Ausführungen substanziiert auseinander 

(Rz. 15 der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 20. November 2023, act. 12; Ziff. III/

2.1 der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 20. November 2023, act. 11). 

Insbesondere hat die Vorinstanz – obschon die Zuschlagsempfängerin und 

Beschwerdegegnerin explizit einen in diese Richtung gehenden Antrag gestellt hat (vgl. 

Ziff. III/2.1 der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 20. November 2023, 

act. 11) − darauf verzichtet, einen Kostenvoranschlag einzureichen, welcher 

Angebotspreise bis knapp zwei Millionen Franken rechtfertigen könnte.

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3.3.4.

Die Vorinstanz begründet die Preisspanne nunmehr damit, dass sie zwingende Folge 

der von ihr angewandten gebräuchlichen Preisbewertungsformel sei, und dass diese 

Preisbewertungsformel ausschliesslich auf objektiven Gesichtspunkten basiere. Anders 

als die Vorinstanz im Verfahren zur aufschiebenden Wirkung noch geltend gemacht 

hatte (vgl. Präsidialverfügung B 2023/210 vom 3. November 2023 E. 5.1), ergibt sich 

die weite Preisspanne von 80 Prozent damit nicht aus der erheblichen Komplexität der 

Beschaffung; sie ist vielmehr Ergebnis einer Formel, welche keine Funktion des 

Schwierigkeitsgrads der Aufgabe ist. Die Komplexität einer Aufgabe, die nicht allein mit 

standardisierten Mitteln gelöst werden kann, schlägt sich in erster Linie in der 

Gewichtung des Preises – mit der rechtsprechungsgemässen Untergrenze von 20 

Prozent – nieder. Auch in diesen Fällen hat sich die Preisspanne primär an den 

tatsächlichen Offertpreisen der eingereichten Angebote auszurichten (vgl. VerwGE B 

2019/178 vom 16. August 2019 E. 2.2.1). Soweit sich mangels genügender Angebote 

keine repräsentative Preisspanne ergibt, ist sie aufgrund der konkreten Umstände zu 

schätzen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich eine weite Preisspanne dann 

rechtfertigen kann, wenn die Erfüllung der Aufgabe verschiedenen – teureren oder 

billigeren – Lösungsansätzen zugänglich ist. Für Baumeister- und Tiefbauarbeiten 

erachtet das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Preisspannen von 100 Prozent als 

zu hoch und 50 Prozent als angemessen (Trasseebauarbeiten für eine Nationalstrasse 

mit komplexen Verhältnissen; VB.2005.00582 vom 5. Mai 2006), 70 Prozent als 

ungewöhnlich hoch und 30 bis 50 Prozent als angemessen (Sanierung und Umlegung 

einer Strasse inklusive Erneuerung von Kanalisation und Werkleitungen; VB.

2009.00047 vom 26. August 2009), 80 Prozent als zu hoch und 40 bis 60 Prozent als 

angemessen (Neubau einer unterirdischen Trafostation, VB.2005.00227 vom 

21. September 2005). Gerechtfertigt erscheint nach der Zürcher Rechtsprechung für 

komplexe Aufträge im Tiefbau eine an der oberen Grenze liegende Preisspanne von 50 

Prozent (Sanierung einer Brücke als komplexer Auftrag im Tiefbau; VB.2020.00673 vom 

19. Mai 2021).

3.3.5.

Für die Beurteilung der Preisspanne ist mithin von Belang, ob die ausgeschriebenen 

Baumeister- und Tiefbauarbeiten verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zugänglich 

erscheinen, die zu erheblichen Preisunterschieden führen könnten. Der Bau eines 

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Pumpwerks und von Druckleitungen für die Bewässerung landwirtschaftlicher 

Nutzflächen, wie er vorliegend in Frage steht, mag im Vergleich mit dem Strassenbau 

und dem Bau von Werkleitungen mit besonderen, im Tiefbau nicht alltäglichen 

Herausforderungen verbunden sein. Das ändert aber nichts daran, dass alle 

Anbieterinnen vor den gleichen Herausforderungen stehen, die sie mit bekannten und 

gängigen Methoden und Mitteln zu lösen haben. Auch die Vorinstanz bringt keine 

Gründe vor, die darauf schliessen liessen, dass andere Anbieter zu wesentlich höheren 

Preisen offerieren würden. Insbesondere macht sie nicht geltend, den beiden im 

Vergleich zur Preisspanne von 80 Prozent tiefen Offertpreisen lägen neue technische 

Verfahren zugrunde, welche wesentlich billiger als die konventionellen angeboten 

werden könnten. Die Einholung einer Expertise zur Frage der Komplexität des 

Beschaffungsgegenstands erübrigt sich vor diesem Hintergrund.

3.3.6.

Vorliegend erschiene mit Blick auf die einschlägige, vorstehend (und auch im Entscheid 

über die aufschiebende Wirkung dargelegte) Rechtsprechung eine Preisspanne von 

mehr als 50 Prozent unzulässig (vgl. dazu Präsidialverfügung B 2023/210 vom 

3. November 2023 E. 5.1). Geht man aber von einer solchen Preisspanne aus, ergeben 

sich bei der Bewertung des Angebots der Beschwerdegegnerin nach der gängigen 

linearen Preisbewertungsmethode (Maximalpunktzahl x [1.5P  - P ] : 0.5P ) 

145.4 statt 173.4 Punkte. Die Gesamtpunktzahl von 343.4 reduziert sich in der Folge 

um 28 auf 315. Diese Gesamtpunktzahl liegt unter derjenigen, welche die 

Beschwerdeführerin erreicht hat (330). Die Beschwerde erweist sich damit als 

begründet.

4.    Zusammenfassung und Ergebnis

Die angefochtene Zuschlagsverfügung der Vorinstanz vom 21. September 2023 ist 

aufzuheben. Weil sich die Bewertung des Angebots der Beschwerdegegnerin unter 

Anwendung einer realistischen Preisspanne auf 315 Gesamtpunkte reduziert (vgl. dazu 

vorstehend Erwägung 3), erweist sich das Angebot der Beschwerdeführerin mit einer – 

unveränderten – Gesamtpunktzahl von 330 gewichteten Punkten als das 

vorteilhafteste. An diesem Ergebnis vermag auch das Vorbringen der 

Beschwerdegegnerin nichts zu ändern, dass das Angebot der Beschwerdeführerin 

beim Unterkriterium "Bauprogramm/Bauablauf" überhaupt keine statt der ihr 

min Angebot min

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zugesprochenen fünf gewichteten Punkte hätte erhalten dürfen. Die Verhältnisse sind 

hinreichend geklärt, so dass ohne Weiteres reformatorisch entschieden werden kann 

(vgl. auch BGE 146 II 276). Der Zuschlag ist gemäss dem Hauptantrag der 

Beschwerdeführerin neu der Beschwerdeführerin zu erteilen. Mit dem Entscheid in der 

Sache fällt das Gesuch der Vorinstanz um Neubeurteilung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde dahin.

5.    Kosten und Entschädigungen

Bei diesem Verfahrensausgang – die Beschwerdeführerin obsiegt – sind die amtlichen 

Kosten von der Vorinstanz, die überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, und von der 

Beschwerdegegnerin, die im Hauptverfahren ebenfalls Anträge gestellt hat, zu tragen 

(Art. 95 Abs. 1 und 3 VRP). Sie haften solidarisch (Art. 96  VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 5'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12; die Kosten für die Zwischenverfügung über 

die aufschiebende Wirkung vom 18. Juli 2023 sind separat verlegt worden). Der 

Beschwerdeführerin ist der von ihr geleistete und bei der Hauptsache verbliebene 

Kostenvorschuss von CHF 6'800 zurückzuerstatten.

Die obsiegende Beschwerdeführerin war im Beschwerdeverfahren berufsmässig 

vertreten und hat Anspruch auf die Entschädigung ihrer ausseramtlichen Kosten 

(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP). Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote 

eingereicht. Für das Zwischenverfahren, in welchem ihrem Begehren, es sei der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, entsprochen wurde, wurde die 

Beschwerdeführerin für ihre Vertretungskosten mit CHF 1'872 (ohne Mehrwertsteuer) 

entschädigt. Eine Entschädigung für das Hauptverfahren mit einem Honorar von 

pauschal CHF 4'000 zuzüglich pauschalen Barauslagen von CHF 160 (vier Prozent von 

CHF 4'000) erscheint angemessen (Art. 19, Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art. 28  der 

Honorarordnung, sGS 963.75). Die Mehrwertsteuer ist nicht zu entschädigen, da die 

Beschwerdeführerin – die im Übrigen zu Recht auch keinen solchen Antrag gestellt hat 

– selbst mehrwertsteuerpflichtig ist und die ihr mit der Kostennote des Rechtsvertreters 

in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer abziehen kann (vgl. VerwGE B 

2012/54 vom 3. Juli 2012 E. 6; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2004, S. 194). Kostenpflichtig sind einerseits die 

Vorinstanz, anderseits die Beschwerdegegnerin, die sich auch am Hauptverfahren 

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/13

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beteiligt und die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

beantragt hat; dies je zur Hälfte und unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 98  VRP in 

Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, Hirt, 

a.a.O., S. 181).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Zuschlagsverfügung vom 21. September 

2023 aufgehoben.

2.

Das Angebot der Beschwerdeführerin erhält zu einem Preis von CHF 1'060'187.30 

(netto, inklusive Mehrwertsteuer) den Zuschlag für die Baumeisterarbeiten für den 

Neubau eines Pumpwerks und der Druckleitungen für die Bewässerung 

landwirtschaftlicher Nutzflächen im Gebiet C.__.

3.

Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin bezahlen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von CHF 5'000 je zur Hälfte. Der Beschwerdeführerin wird der 

von ihr geleistete Kostenvorschuss von CHF 6'800 zurückerstattet.

4.

Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin entschädigen die Beschwerdeführerin für 

das Zwischenverfahren mit insgesamt CHF 4'160 (ohne Mehrwertsteuer) je zur Hälfte 

unter solidarischer Haftbarkeit.

ter

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 15.02.2024
	Öffentliches Beschaffungsrecht, Art. 41 IVöB Die Vergabebehörde hat in den Ausschreibungsunterlagen eine Preisformel bekanntgegeben, deren Auswirkungen auf die Bewertung jedoch von den tatsächlich offerierten Preisen abhing. Bei Berücksichtigung der konkreten Angebote führt sie zu einer Preisspanne von 80 Prozent. Diese Spanne ist mit Blick auf den Gegenstand der Beschaffung nicht geeignet, den Markt widerzuspiegeln. Bei Anwendung einer realistischen Preisspanne erweist sich das Angebot der Beschwerdeführerin als das vorteilhafteste. (Verwaltungsgericht B 2023/210)

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