# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3573498-bb84-5231-a856-6b94e179ac41
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2024 A-3493/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3493-2023_2024-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3493/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin,    

Gerichtsschreiber Roger Gisclon. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ Sàrl,  

vertreten durch  

Marc Buchmann, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer (2013 bis 2016);  

Leistungen an eng verbundene Personen. 

 

 

 

A-3493/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ Sàrl (…) mit Sitz in (…) (nachfolgend: Steuerpflichtige) 

wurde im (Jahr) gegründet. Sie bezweckt die Erbringung von Verwaltungs- 

und Organisationsleistungen insbesondere für Personen, die sich zu Feri-

enzwecken in der Schweiz aufhalten. Zu diesem Zweck mietet sie das Cha-

let (…) in (…) (nachfolgend: Chalet oder Ferienhaus) von der B._______ 

Sàrl (…) mit Sitz in (…) (nachfolgend: Eigentümerin). Die Steuerpflichtige 

ist seit dem (Datum) im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen 

bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) eingetra-

gen. 

B.  

Im November 2017 führte die ESTV bei der Steuerpflichtigen eine Kontrolle 

betreffend die Steuerperioden 2012 bis 2016 durch. Aufgrund der Ergeb-

nisse dieser Kontrolle erliess die ESTV am 11. Juni 2019 die Einschät-

zungsmitteilung (EM) Nr. (…) mit einer Nachforderung von CHF 111'992.00 

zuzüglich Verzugszins. Die Nachforderung setzte sich folgendermassen 

zusammen: 

Die Steuerpflichtige stellte das Chalet gegen Entgelt und mit offenem Aus-

weis der Mehrwertsteuer der C._______ Ltd. mit Sitz in (…), UK (nachfol-

gend UK-Gesellschaft) zur Verfügung. Die ESTV qualifizierte dieses Leis-

tungsverhältnis als eine optierte und somit zum Normalsatz von damals 

8 % steuerbare Vermietung und nicht – wie von der Steuerpflichtigen de-

klariert – als eine dem Sondersatz von damals 3.8 % unterliegende Beher-

bergungsleistung. Daraus resultierte eine Nachbelastung von 

CHF 77'418.40 (Ziff. 1 EM). 

Die Familie D._______ (nachfolgend: Familie des ehemaligen Geschäfts-

führers bzw. eng verbundene Personen) verbrachte jedes Jahr mehrere 

Wochen Ferien im Chalet. Darunter fallen gemäss ESTV auch die «Instruk-

tionswochen», welche der damalige Geschäftsführer der Steuerpflichtigen 

im Chalet verbracht habe. Die Steuerpflichtige habe für die Ferienaufent-

halte weder Rechnung gestellt, noch die entsprechende Mehrwertsteuer 

mit der ESTV abgerechnet. Da es sich vorliegend um eng verbundene Per-

sonen handle, sei der Drittpreis massgebend. Daraus resultierte eine 

Nachbelastung von CHF 34'574.40 (Ziff. 2 EM). 

 

A-3493/2023 

Seite 3 

C.  

Mit Schreiben vom 30. September 2019 liess die Steuerpflichtige die Nach-

belastungen bestreiten.  

D.  

Mit Verfügung vom 10. Februar 2021 bestätigte die ESTV die Qualifikation 

des Leistungsverhältnisses zwischen der Steuerpflichtigen und der UK-Ge-

sellschaft als optierte und zum Normalsatz steuerbare Vermietung des 

Chalets. Den Drittpreis gemäss Ziff. 2 EM für die Ferienaufenthalte der eng 

verbundenen Personen ermittelte sie neu, was zu einer diesbezüglichen 

Nachbelastung von CHF 69'479.60 führte. Insgesamt korrigierte die ESTV 

in Abweichung zur EM die Steuerforderung zulasten der Steuerpflichtigen 

und setzte diese neu auf CHF 146'898.00 (CHF 77'418.40 [Leistungen an 

die UK-Gesellschaft] plus CHF 69'479.60 [Drittpreis für die Ferienaufent-

halte]) zuzüglich Verzugszins fest. 

E.  

Mit Einsprache vom 15. März 2021 liess die Steuerpflichtige beantragen, 

die Verfügung sei aufzuheben und die Leistungen der Steuerpflichtigen an 

die UK-Gesellschaft seien als Beherbergungsleistungen zu qualifizieren. 

Zudem seien die Mieten zulasten der Steuerpflichtigen gemäss den Be-

rechnungen der Steuerpflichtigen zu veranlagen. 

F.  

Mit Einspracheentscheid vom 11. August 2021 wies die ESTV die Einspra-

che ab und bestätigte die Nachbelastung gegenüber der Steuerpflichtigen 

in der Höhe von CHF 146'898.00 zuzüglich Verzugszins. Zur Begründung 

führte die ESTV insbesondere aus, die UK-Gesellschaft sei als Leistungs-

erbringerin der Beherbergungsleistungen gegenüber den Gästen aufgetre-

ten und diese Leistung sei deshalb ihr zuzurechnen. Die Steuerpflichtige 

selber sei nur gegenüber der UK-Gesellschaft aufgetreten. Die Zurverfü-

gungstellung des Chalets von der Steuerpflichtigen an die UK-Gesellschaft 

stelle keine Tourismusleistung dar, sondern eine Vermietung. Die Dritt-

preise habe die ESTV betreffend Winter- und Frühlingsferien aufgrund der 

Preislisten auf der Homepage ermittelt. Betreffend Sommer- und Herbstfe-

rien habe sie mangels diesbezüglicher Preislisten eine Schätzung auf-

grund der übrigen vorhandenen Preise vornehmen müssen. 

A-3493/2023 

Seite 4 

G.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 13. September 

2021 liess die Steuerpflichtige (nachfolgend: Beschwerdeführerin) sinnge-

mäss beantragen, der Einspracheentscheid der ESTV (nachfolgend auch: 

Vorinstanz) vom 11. August 2021 sei aufzuheben, die Leistungen der Be-

schwerdeführerin an die UK-Gesellschaft seien als Beherbergungsleistun-

gen zu qualifizieren, und die Mehrwertsteuer auf den Leistungen an die eng 

verbundenen Personen sei auf CHF 16'460.10 festzusetzen bzw. eventu-

aliter durch einen Experten schätzen zu lassen. Alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. 

H.  

Die Vorinstanz berechnete in ihrer Vernehmlassung vom 22. Oktober 2021 

die Drittpreise für die Ferienaufenthalte der eng verbundenen Personen 

neu aufgrund der jeweiligen Preislisten für die relevanten Steuerperioden 

2012 bis 2016. Aufgrund dieser Neuberechnung beantragte die Vorinstanz, 

die Beschwerde sei im Umfang von insgesamt CHF 5'334.00 gutzuheis-

sen, im Übrigen jedoch zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. 

I.  

Mit Urteil A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 wies das Bundesverwaltungsge-

richt die Beschwerde vom 13. September 2021 u.a. insoweit ab, als die 

Vorinstanz das Leistungsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und 

der UK-Gesellschaft zu Recht als eine von der Steuer ausgenommene, 

aber optierte Vermietung gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. 21 des Bundesgeset-

zes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) be-

urteilt habe (Nachforderung von CHF 77'418.40; vgl. E. 4.1.4.4 des ent-

sprechenden Urteils).  

Weiter hiess das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde insofern teil-

weise gut, als die Sache mit Bezug auf die Nachbelastung betreffend die 

Drittpreise an die ESTV zurückzuweisen sei. Die Vorinstanz habe einer-

seits eine pflichtgemässe Schätzung des Drittpreises für die Sommer- und 

Herbstwochen vorzunehmen. Denn die Beschwerdeführerin habe den er-

forderlichen Nachweis erbracht, dass die Schätzung des Drittpreises der 

Sommer- und Herbstwochen falsch erfolgt sei, zumal die ESTV zu Unrecht 

die Anwesenheit von Personal angenommen habe (E. 4.2.5.2 und E. 5.1 

des entsprechenden Urteils). Andererseits habe die Vorinstanz die Nach-

forderung bezüglich der Drittpreise insgesamt (inkl. Winter- und Frühlings-

wochen) neu zu berechnen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen 

Preislisten, wie sie dies bereits in der Vernehmlassung erwähnt habe 

A-3493/2023 

Seite 5 

(E. 4.2.4 und E. 5.1 des entsprechenden Urteils). Es rechtfertige sich ins-

besondere auch aus Gründen der Übersichtlichkeit und Nachvollziehbar-

keit, die Sache mit Bezug auf die Nachbelastung betreffend die Drittpreise 

gesamthaft an die ESTV zurückzuweisen (E. 5.1 des entsprechenden Ur-

teils). 

Im Ergebnis erfolgte somit nur betreffend die Schätzung der Drittpreise für 

die Sommer- und Herbstwochen eine Rückweisung mit noch offenem Aus-

gang (i.e. hinsichtlich einer Nachbelastung von CHF 34'869.17), im Übri-

gen galt die Beschwerdeführerin somit als unterliegend (E. 5.3 des ent-

sprechenden Urteils). 

J.  

Auf die gegen das Urteil A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 seitens der Be-

schwerdeführerin erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten vom 13. Juli 2022 trat das Bundesgericht mit Urteil 2C_563/2022 

vom 31. Oktober 2022 (mangels Vorliegens eines Endentscheids) nicht 

ein. Gleichzeitig stellte das Bundesgericht fest, dass die Nachbelastung 

von CHF 77’418.40 ([Unter-] Mietverhältnis mit der UK-Gesellschaft) man-

gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen sei (vgl. Urteil des BGer 

2C_563/2022 vom 31. Oktober 2022 E. 1.2). 

K.  

Um einen Einspracheentscheid im Sinne der Erwägungen des Bundesver-

waltungsgerichts (fortan auch: BVGer) zu erlassen, verlangte die ESTV mit 

Schreiben vom 1. Februar 2023 von der Beschwerdeführerin Unterlagen 

ein, woraus die für die jeweiligen Winter- und Frühlingswochen im Chalet 

angefallenen Personalkosten ersichtlich seien. Mit Schreiben vom 24. Feb-

ruar 2023 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme ohne Unter-

lagen ein. Nach erneuter Aufforderung seitens der ESTV reichte die Be-

schwerdeführerin die gewünschten Unterlagen samt Stellungnahme am 

12. April 2023 ein. 

L.  

Mit Einspracheentscheid vom 17. Mai 2023 hielt die ESTV vorab u.a. fest, 

dass die Steuerforderung hinsichtlich der Aufenthalte der eng verbundenen 

Personen im Chalet noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei und der Anteil 

bezüglich der Steuerperiode 2012 im Betrag von CHF 13'083 am 1. Januar 

2023 absolut verjährt sei (Einspracheentscheid der ESTV vom 17. Mai 

2023 E. 3.1). 

A-3493/2023 

Seite 6 

Hinsichtlich der Aufenthaltswochen in den Winter- und Frühlingssaisons 

zog die ESTV, wie im Urteil des BVGer A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 

gefordert, die relevanten Preislisten (Marktpreise) heran. Dies resultierte in 

Umsatzaufrechnungen in Höhe von CHF 197'072.96 (2013), 

CHF 148'729.42 (2014), CHF 205'807.40 (2015) und CHF 171'398.15 

(2016) bzw. in Steueraufrechnungen in Höhe von CHF 7'214.62 (2013), 

CHF 5'444.81 (2014), CHF 7'534.37 (2015) und CHF 6'274.69 (2016). 

Für die Chalet-Aufenthalte der eng verbundenen Personen in den Som-

mer- und Herbstwochen rechnete die ESTV sodann Mehrwertsteuern in 

Höhe von CHF 3'761.08 (2013), CHF 5'195.21 (2014), CHF 4'692.63 

(2015) und CHF 2'924.22 (2016) auf. 

M.  

Gegen den Einspracheentscheid der ESTV vom 17. Mai 2023 erhob die 

Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. Juni 2023 wiederum Be-

schwerde an das BVGer (A-3493/2023) und stellt die folgenden Anträge: 

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben; 

2. Es sei die ESTV anzuweisen, eine Neuschätzung im Sinne der Erwä-

gungen vorzunehmen; 

3. Eventualiter sei ein Experte mit der Schätzung zu beauftragen; 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. 

Eingangs ihrer Begründung führte die Beschwerdeführerin aus, strittig sei 

vorliegend einzig noch die Höhe der Zusatzforderung bzw. der Schätzung 

der ESTV, welche sich aus der Nutzung des Chalets durch den «owner» in 

den Sommer- und Herbstwochen ergebe. 

N.  

Mit Vernehmlassung vom 26. Juli 2023 beantragt die ESTV, die Be-

schwerde vom 19. Juni 2023 sei unter Kostenfolge zulasten der Beschwer-

deführerin vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

O.  

Mit Replik vom 25. September 2023 hält die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest und konkretisiert ihre Begründung. 

A-3493/2023 

Seite 7 

P.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge-

reichten Unterlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der 

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, 

SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine 

solche liegt hier nicht vor. Die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von 

Art. 33 VGG. Die Beschwerde richtet sich gegen einen Einspracheent-

scheid der Vorinstanz und somit eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. 

Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde zuständig. 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des angefochtenen Ein-

spracheentscheides zu dessen Anfechtung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Die Beschwerde wurde im Übrigen frist- und formgerecht einge-

reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

daher einzutreten. 

1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht – einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) – die unrichtige bzw. unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) und 

die Unangemessenheit der vorinstanzlichen Verfügung (Art. 49 Bst. c 

VwVG) gerügt werden. 

1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den unter 

Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richti-

gen Rechtsnormen und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als 

den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es 

überzeugt ist (vgl. BGE 119 V 347 E. 1a; Urteil des BVGer A-623/2021 vom 

4. Februar 2022 E. 1.6 mit Hinweisen). Aus der Rechtsanwendung von Am-

tes wegen folgt, dass das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerde-

A-3493/2023 

Seite 8 

instanz nicht an die rechtliche Begründung der Begehren gebunden ist (vgl. 

Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann eine Beschwerde auch aus anderen als den 

geltend gemachten Gründen (allenfalls auch nur teilweise) gutheissen oder 

den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von derjenigen der 

Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen (sog. Motivsubstitution; 

vgl. BGE 140 II 353 E. 3.1 mit Hinweisen). 

2.  

Die vorliegend zu beurteilende Sache betrifft die Steuerperioden 2013 bis 

2016. Somit ist in casu das MWSTG (mitsamt der zugehörigen Mehrwert-

steuerverordnung vom 27. November 2009 [MWSTV, SR 641.201]) in den 

in den Jahren 2013 bis 2016 gültigen Fassungen massgebend, worauf 

nachfolgend – wo nicht anders vermerkt – referenziert wird.  

 

Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum früheren Bundesgesetz 

vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG; AS 2000 

1300) verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass diese im vorliegenden 

Fall auch für das MWSTG übernommen werden kann.  

 

2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System 

der Nettoallphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug 

bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet; vgl. Art. 130 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und 

Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Der Mehrwertsteuer im Inland unterliegen die im 

Inland durch steuerpflichtige Personen gegen Entgelt erbrachten Leistun-

gen; sie sind steuerbar, soweit das MWSTG keine Ausnahme vorsieht 

(Steuerobjekt; Art. 18 Abs. 1 MWSTG). 

2.2  

2.2.1 Die Steuer wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt berechnet 

(Art. 24 Abs. 1 Satz 1 MWSTG). Als Entgelt gilt der Vermögenswert, wel-

chen der Empfänger oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt 

einer Leistung aufwendet (Art. 3 Bst. f MWSTG).  

2.2.2 Gemäss Art. 24 Abs. 2 MWSTG gilt im Fall einer Lieferung oder 

Dienstleistung an eine eng verbundene Person als Entgelt der Wert, der 

unter unabhängigen Dritten vereinbart würde. Diese Bestimmung ent-

spricht dem im Steuerrecht bekannten Grundsatz des Drittvergleichs 

(«dealing at arm's length»; vgl. BGE 142 II 488 E. 3.5.2; Urteile des BVGer 

A-5556/2019 vom 28. Mai 2020 E. 2.3.2, A-2137/2018 vom 15. Januar 

2020 E. 3; FELIX GEIGER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], Kommentar zum 

A-3493/2023 

Seite 9 

Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2. Aufl. 2019, Art. 24 N. 12; PAS-

CAL MOLLARD et al., Traité TVA, 2009, Kap. 4 N. 23 ff.). 

2.2.3 Gemäss Art. 3 Bst. h MWSTG gelten als «eng verbundene Perso-

nen» «die Inhaber und Inhaberinnen von massgebenden Beteiligungen an 

einem Unternehmen oder ihnen nahe stehende Personen». Eine massge-

bende Beteiligung liegt vor, wenn die Schwellenwerte im Sinne von Art. 69 

des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundes-

steuer (DBG, SR 642.11) überschritten werden oder eine entsprechende 

Beteiligung an einer Personengesellschaft vorliegt (Art. 3 Bst. h MWSTG). 

2.2.4 Die Anwendbarkeit dieses Drittvergleichs bedingt eine Leistung zu ei-

nem Vorzugspreis, also zu einem Entgelt, welches nicht mit dem Preis 

übereinstimmt, den ein unabhängiger Dritter zu bezahlen hätte (vgl. Urteile 

des BVGer A-2304/2019 vom 20. April 2020 E. 2.2.4.2 [bestätigt durch Ur-

teil des BGer 2C_443/2020 vom 8. Oktober 2020], A-3734/2011 vom 9. Ja-

nuar 2013 E. 2.3.2). Im Weiteren muss es sich beim Empfänger der Leis-

tung um eine eng verbundene Person handeln (Urteil des BVGer 

A-4190/2020, A-4195/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 3.2.3). 

2.2.5 Rechtsfolge einer Leistung zu einem Vorzugspreis an eine eng ver-

bundene Person im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist, dass für die 

Bemessung der Mehrwertsteuer eine besondere (fiktive) Bemessungs-

grundlage herangezogen wird. Die Leistung wird auf den Wert korrigiert, 

der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde. Massgebend ist der Dritt-

preis, das heisst der Preis, den ein Dritter der gleichen Abnehmerkategorie 

«auf dem Markt» (Marktwert) üblicherweise für dieselbe Leistung zu be-

zahlen hätte (Urteil des BVGer A-4190/2020, A-4195/2020 vom 15. De-

zember 2021 E. 3.2.4). 

Dieser Drittpreis ist in den meisten Fällen kein exakter Wert, sondern kann 

nur annäherungsweise bestimmt werden. Die ESTV hat diesfalls eine 

Schätzung des Werts durchzuführen und sich dabei grundsätzlich an die 

im Zusammenhang mit der Ermessenseinschätzung entwickelten Prinzi-

pien und Kriterien zu halten (vgl. Urteil des BVGer A-6223/2019 vom 

24. Juli 2020 E. 2.4.2). Letzteres bedeutet namentlich, dass sich das Bun-

desverwaltungsgericht bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Schät-

zung des Werts als ausserhalb der Verwaltungsorganisation und Behör-

denhierarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit bestimmtes 

Verwaltungsgericht trotz des möglichen Rügegrundes der Unangemessen-

heit (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG) eine gewisse Zurückhaltung auferlegt und 

A-3493/2023 

Seite 10 

dergestalt seine Prüfungsdichte reduziert, und damit grundsätzlich nur 

dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt, 

wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Ermessensfehler unterlaufen 

sind (vgl. zur Ermessenseinschätzung statt vieler: Urteil des BVGer 

A-1336/2020 vom 12. Oktober 2021 E. 3.5.5 m.w.H.). Aus den bei der Er-

messenseinschätzung geltenden Grundsätzen ist ferner abzuleiten, dass 

dann, wenn die Voraussetzungen für eine Schätzung des Werts erfüllt sind 

(erste Stufe) und die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Rahmen 

der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung 

vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig erscheint (zweite Stufe), es – in 

Umkehr der allgemeinen Beweislast – dem Steuerpflichtigen obliegt, den 

Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung (dritte Stufe) zu erbringen 

(Urteile des BVGer A-4190/2020, A-4195/2020 vom 15. Dezember 2021 

E. 3.2.4, A-5556/2019 vom 28. Mai 2020 E. 2.3.5).  

2.3 Für Beherbergungsleistungen galt bis zum 31. Dezember 2017 ein 

Sondersatz von 3.8 %. Als Beherbergungsleistung gilt die Gewährung von 

Unterkunft einschliesslich der Abgabe eines Frühstücks, auch wenn dieses 

separat berechnet wird (Art. 25 Abs. 4 MWSTG; vgl. auch Urteil des BVGer 

A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 E. 2.6). 

3.  

Streitig und zu prüfen ist in der vorliegenden Sache noch, ob die annähe-

rungsweise Ermittlung bzw. Schätzung der Drittpreise für die Chalet-Auf-

enthalte der eng verbundenen Personen in den Sommer- und Herbstwo-

chen rechtmässig vorgenommen wurde (vgl. Sachverhalt Bst. M in fine). In 

diesem Zusammenhang wurden der Beschwerdeführerin Mehrwertsteuern 

in Höhe von CHF 3'761.08 (2013), CHF 5'195.21 (2014), CHF 4'692.63 

(2015) und CHF 2'924.22 (2016) aufgerechnet (vgl. Sachverhalt Bst. L). 

Nicht mehr strittig sind die Mehrwertsteuern in Höhe von CHF 7'214.62 

(2013), CHF 5'444.81 (2014), CHF 7'534.37 (2015) und CHF 6'274.69 

(2016), die der Beschwerdeführerin für die Aufenthaltswochen der eng ver-

bundenen Personen in den Winter- und Frühlingssaisons aufgerechnet 

wurden (vgl. Sachverhalt Bst. L und M in fine). Mit den Urteilen des BGer 

2C_563/2022 vom 31. Oktober 2022 E. 1.2 und 2C_392/2022 vom 15. No-

vember 2022 E. 3.6 ff. wurde die seitens des BVGer angestossene Recht-

sprechung (vgl. Urteil des BVGer A-4848/2021 vom 1. April 2022 E. 5.2) 

insoweit fortentwickelt, als dass die Steuerforderung nicht bloss bei teilwei-

ser schriftlicher Anerkennung oder teilweiser vorbehaltloser Bezahlung ei-

ner Einschätzungsmitteilung teilweise in Rechtskraft erwächst (Art. 43 

A-3493/2023 

Seite 11 

Abs. 1 Bst. b MWSTG). Vielmehr erwachsen nach der genannten Recht-

sprechung auch Verfügungen, Einspracheentscheide oder Urteile im Sinne 

von Art. 43 Abs. 1 Bst. a MWSTG – insoweit sie nicht oder nicht mehr be-

stritten sind – partiell in Rechtskraft und bewirken damit die partielle 

Rechtskraft der ihnen zugrundeliegenden Steuerforderung. In diesem 

Sinne ist der angefochtene Entscheid im oben bezifferten Umfang, in wel-

chem er nicht mehr bestritten ist, in Rechtskraft erwachsen.  

3.1  

3.1.1 Art. 42 Abs. 6 MWSTG sieht eine absolute Festsetzungsverjährung 

von zehn Jahren nach Ablauf der Steuerperiode vor, in welcher die Steuer-

forderung entstanden ist. Es kann folglich ab dem 1. Januar 2024 für die 

Steuerperiode 2013 keine zusätzliche Mehrwertsteuer mehr erhoben wer-

den (Urteil des BGer 2C_1021/2020 vom 28. Juli 2021 E. 4.1). 

3.1.2 Aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen absoluten Verjährung 

des Rechts zur Festsetzung der Steuerforderung in Bezug auf die Steuer-

periode 2013 ist die Beschwerde im Umfang der die Steuerperiode 2013 

betreffenden, noch nicht in Rechtskraft erwachsenen (E. 3) bzw. noch be-

strittenen Steuernachforderung, d.h. im Umfang von CHF 3'761.08, gutzu-

heissen. 

3.2  

3.2.1 Zur Begründung ihres Einspracheentscheides vom 17. Mai 2023 

führte die ESTV unter anderem aus, hinsichtlich der Aufenthalte in den 

Sommer- und Herbstwochen würden keine veröffentlichten Preise für das 

Chalet vorliegen, so dass sie sich bei der Schätzung des Drittpreises auf 

den tiefsten Wochenpreis gestützt habe, der den Preislisten des jeweiligen 

Jahres zu entnehmen gewesen sei. Die von ihr – der ESTV – geschätzten 

Drittpreise pro Woche Aufenthalt im Chalet inkl. Personal für die Sommer- 

und Herbstwochen würden sich demnach auf CHF 51'112.91 für das Jahr 

2013, CHF 54'913.14 für das Jahr 2014, CHF 51'508.68 für das Jahr 2015 

und CHF 49'090.54 für das Jahr 2016 belaufen. Über den Durchschnitt der 

Jahre 2012 bis 2016 liege der für die Sommer- und Herbstwochen kalku-

lierte Preis rund 42 % tiefer als der Preis gemäss Preisliste für die Winter- 

und Frühlingswochen. Gemäss Urteil des BVGer A-4078/2021 vom 31. Mai 

2022 habe sie – die ESTV – damit berücksichtigt, dass die Preise für Feri-

enwohnungen bzw. Chalets saisonal stark schwanken würden. Das Bun-

desverwaltungsgericht habe festgehalten, dass sie – die ESTV – den Dritt-

preis grundsätzlich nicht pflichtwidrig geschätzt habe (mit Verweis auf das 

Urteil des BVGer A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 E. 4.2.5.1). Dennoch sei 

A-3493/2023 

Seite 12 

die Sache zur neuen pflichtgemässen Schätzung des Drittpreises für die 

Sommer- und Herbstwochen an sie – die ESTV – zurückgewiesen worden, 

wobei gemäss BVGer zu berücksichtigen sei, dass in den Sommer- und 

Herbstwochen kein Personal vor Ort gewesen sei. Dementsprechend 

ziehe sie – die ESTV – die bereits geschätzten Drittpreise der Sommer- 

und Herbstwochen als Ausgangslage für die vorzunehmende Schätzung 

des Drittpreises heran (Einspracheentscheid der ESTV vom 17. Mai 2023 

E. 3.3). 

3.2.2 Zu ihrem weiteren Vorgehen im Rahmen der Schätzung führte die 

ESTV im Einspracheentscheid vom 17. Mai 2023 aus, in einem ersten 

Schritt lege sie prozentual fest, welcher Anteil des Pauschalpreises für die 

Aufenthalte im Chalet auf die Personalleistung (inkl. Verpflegung) falle. In 

einem zweiten Schritt sei der bereits geschätzte Drittpreis der jeweiligen 

Sommer- und Herbstwochen um den Anteil der Personalleistung zu redu-

zieren. Im Ergebnis sei dann die Steuer zum Sondersatz auf dem jeweils 

geschätzten Drittpreis ohne Personal und Verpflegung bezüglich der Auf-

enthalte der eng verbundenen Person in den Sommer- und Herbstwochen 

im Chalet nachzubelasten. Da gemäss der Beschwerdeführerin die eng 

verbundene Person jeweils mit der Familie im Chalet verweilt sei, gehe sie 

– die ESTV – bei der Schätzung von einer vierköpfigen Familie aus (Ein-

spracheentscheid der ESTV vom 17. Mai 2023 E. 3.3). 

Gemäss der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 12. April 2023 – so die 

ESTV weiter – hätten die Winter- und Frühlingswochen folgende zusätzli-

chen Leistungen beinhaltet: 

- Frühstück und Abendessen nach Wahl 

- Soft Drinks, Wein, Champagner, Bier und Spirituosen 

- Canapés 

- Frühstücktee und Nachmittagstee 

- Flughafentransport 

- Bollinger Champagner beim Empfang 

- Wäscheservice 

- Concierge Service 

- Butlerservice 

- Blumenservice 

- Anpassung von Skimaterial 

- Familienanlässe 

- 2 Tageszeitungen 

A-3493/2023 

Seite 13 

Die ESTV ergänzte, dass gemäss der Bewilligung des Amtes für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit vom 19. November 2014 zur Dienstleistungserbrin-

gung im Chalet folgende acht Arbeitseinsätze ab dem 20. Dezember 2014 

für maximal vier Monate mit folgenden Funktionen bewilligt worden seien: 

Sous Chef, Head Chef, Chauffeur, General Manager, zwei Butler, Assistent 

und Chauffeur. Unter der Randziffer 63 der Beschwerde vom 13. Septem-

ber 2021 an das Bundesverwaltungsgericht sei seitens der Beschwerde-

führerin zudem festgehalten worden, dass in den Winter- und Frühlings-

preisen neben den Leistungen des Personals auch die Skipässe im Pau-

schalpreis enthalten gewesen seien (Einspracheentscheid der ESTV vom 

17. Mai 2023 E. 3.4). 

3.2.3 Die ESTV erwog, das vorliegende Angebot sei mit dem Angebot ei-

nes Hotels oder anderen Ferienaufenthalten mit Übernachtung vergleich-

bar. Entsprechend sei es sachgerecht, sich an der bestehenden Verwal-

tungspraxis der MWST-Branchen-Info 08 (Hotel- und Gastgewerbe; MBI 

08) zu orientieren, weIche bei fehlenden kalkulatorischen Nachweisen be-

treffend Halb- und Vollpension eine pauschale Aufteilung zwischen Beher-

bergungs- und Verpflegungsanteil vorsehe. Da im Pauschalpreis – wie vor-

stehend erwähnt – u.a. auch Skipässe und Anpassungen am Skimaterial 

enthalten seien, sei die Pauschale der Ziff. 6.4.3.2 der MBI 08 für «Packa-

ges» analog heranzuziehen, welche bei Halbpension die Aufteilung nur 

dieses Entgeltanteiles von 75 % auf Beherbergung und 25 % auf Verpfle-

gung vorsehe. Bei analoger Anwendung der vorgenannten Pauschale fie-

len vorliegend somit 25 % des bereits geschätzten Drittpreises der Aufent-

halte in den Sommer- und Herbstwochen auf die Verpflegung (Einsprache-

entscheid der ESTV vom 17. Mai 2023 E. 3.5). 

Weiter hielt die ESTV fest, der Lohnkostenanteil am Pauschalpreis würde 

– gemäss entsprechender Kontoauszüge vom Oktober 2012 bis August 

2016 – durchschnittlich 7.06 % betragen. Zuzüglich eines Anteils für Sozi-

alversicherungsbeiträge von 0.88 % am Pauschalpreis würde der Kosten-

anteil für Personal inkl. Verpflegung somit rund 33% (25 % + 7.06 % + 

0.88 %) betragen. Um den zur Berechnung der Steuer massgebenden 

Drittpreis betreffend die Sommer- und Herbstwochen zu erhalten, seien 

daher von den eingangs festgehaltenen Drittpreisen jeweils 33 % abzuzie-

hen (Einspracheentscheid der ESTV vom 17. Mai 2023 E. 3.5). 

Für die Chalet-Aufenthalte der eng verbundenen Personen in den Som-

mer- und Herbstwochen rechnete die ESTV somit Mehrwertsteuern in 

A-3493/2023 

Seite 14 

Höhe von CHF 5'195.21 (2014), CHF 4'692.63 (2015) und CHF 2'924.22 

(2016) auf.  

3.3 Im Rahmen ihrer Beschwerdebegründung führt die Beschwerdeführe-

rin vorab aus, die ESTV sei bei ihrer Schätzung für den Preis einer Som-

mer- bzw. Herbstwoche vom Preis für eine Winterwoche ausgegangen und 

habe das Winterangebot um die Lohn- und Sozialversicherungskosten des 

Personals vor Ort reduziert. Dieses Vorgehen der ESTV sei pflichtwidrig 

und führe zu einer offensichtlich krass falschen Schätzung für den Preis 

einer Sommer- bzw. Herbstwoche.  

Weiter führt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, es seien nicht 

alle Personalkostenkomponenten in die seitens der ESTV vorgenommene 

Berechnung aufgenommen worden. So habe die ESTV z.B. bei der Be-

rechnung des Lohnaufwands keinen Gewinnanteil berücksichtigt. Weiter 

wären die höheren britischen Sozialversicherungsbeiträge von 13.8% zu 

berücksichtigen gewesen. Sodann seien weitere Personalkosten wie Per-

sonalunterkünfte vor Ort, Transportkosten von UK in die Schweiz, Ausbil-

dungs- und Trainingskosten, Personalverpflegung usw. nicht berücksichtigt 

worden. Gleiches gelte für weitere Dienstleistungen, welche im Sommer- 

und Herbstangebot gar nicht enthalten seien. Dazu würden Flughafen-

transporte gehören. Mangels Chauffeur gebe es auch keinen Flughafen-

transport und keinen Transport vor Ort in den Sommer- und Herbstwochen; 

entsprechend würden auch die Kosten für die Limousine inkl. Abschreiber 

wegfallen. Weiter gebe es im Sommer keinen Bollinger Champagner-Emp-

fang, keine Halbpension mit Essen nach Wahl inkl. Wein, keine «Rund um 

die Uhr Versorgung» mit Wein, Champagner und Canapés, keine «open 

spirit bar and soft drinks» sowie Biere, keinen Wäsche-Service, keinen Blu-

men-Service und keinen Skimaterial-Service. Diese Kosten seien nicht in 

der seitens der ESTV angewandten Pauschale von 25 % enthalten.  

Bei all diesen Kosten sei zudem ein angemessener Gewinnanteil zu be-

rücksichtigen. Ebenfalls nicht enthalten seien Marketingkosten, die im 

Sommer mangels Drittvermietung nicht anfallen würden. Zudem halte die 

Schätzung der ESTV auch einer Plausibilitätsprüfung (Vergleich mit ande-

ren Angeboten) nicht stand. 

3.4  

3.4.1 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung bringt die ESTV hiergegen im We-

sentlichen vor, es sei vom BVGer grundsätzlich bestätigt worden, dass sie 

– die ESTV – für die Schätzung der Drittpreise in den Sommer- und 

A-3493/2023 

Seite 15 

Herbstwochen die Drittpreise in den Winter- und Frühlingswochen (einfach 

ohne Personal) heranziehen dürfe. Sie – die ESTV – habe es als sachge-

recht erachtet, die nicht vom Personalanteil gedeckten Leistungen wie Ver-

pflegung mit der Pauschale von 25 % für «Packages» zu berücksichtigen. 

Die analoge Anwendung der Pauschale rechtfertigte sich insbesondere 

dadurch, dass das Angebot im Chalet mit dem Angebot eines Hotels oder 

anderen Ferienaufenthalten mit Übernachtung durchaus vergleichbar sei. 

So erachte sie – die ESTV –, dass bei Anwendung dieser Pauschale sämt-

liche von der Beschwerdeführerin angegebenen Verpflegungs- und Zu-

satzleistungen berücksichtigt würden. Die Anwendung einer höheren Pau-

schale – wie z.B. der Vollpensionspauschale – rechtfertige sich vorliegend 

nicht, da die Beschwerdeführerin ihren Gästen nachweislich lediglich eine 

Halbpensionsverpflegung ohne Mittagessen angeboten habe und vorlie-

gend die Personalleistung (zusätzlich) separat berücksichtigt werde. 

3.4.2 Weiter führt die ESTV aus, die Beschwerdeführerin habe ihre Rügen 

in der Beschwerde nur allgemein ausgeführt, ohne konkrete Angaben zu 

machen, in welchem Umfang die Schätzung der ESTV falsch sei. Die Be-

schwerdeführerin habe ihre Vorbringen weder quantifiziert noch mit sach-

dienlichen Unterlagen belegt. Die Beschwerdeführerin habe der Be-

schwerde lediglich diverse Ausschreibungen von Ferienhäusern mit den 

entsprechenden Mietpreisen beigelegt und vorgebracht, dass die Schät-

zung im Vergleich zu diesen Mietpreisen zu hoch sei.  Für die vorliegende 

Schätzung eigne sich ein beliebiger Vergleich mit anderen Mietobjekten in-

des von vornherein nicht und trage den individuellen Verhältnissen keine 

Rechnung. Die Beschwerdeführerin habe somit insgesamt keinen Nach-

weis der Unrichtigkeit der Schätzung erbringen können. 

3.5  

3.5.1 Im Rahmen der Replik konkretisiert die Beschwerdeführerin ihre Be-

gründung wie folgt: Mit den Winterpreisen, welche die UK-Gesellschaft den 

Gästen verrechnet habe, hätten sowohl die Kosten der UK-Gesellschaft als 

auch jene vor Ort bei ihr – der Beschwerdeführerin – gedeckt werden müs-

sen. Die Beschwerdeführerin zählt in diesem Zusammenhang zunächst die 

bei der UK-Gesellschaft angefallenen Aufwände auf, welche zum grossen 

Teil bereits in der Beschwerde genannt wurden. Weiter zählt die Beschwer-

deführerin ihre eigenen Kosten auf (inkl. der entsprechenden Konten), die 

nur mit dem Winterangebot zusammenhängen würden und im Leistungs-

paket Sommer/Herbst nicht enthalten seien. Darunter fallen u.a. Kosten für 

Brennholz, Chalet Getränke, Blumen und Gedecke, Fahrzeugmiete usw. 

Auch diese im Sommer bei ihr – der Beschwerdeführerin – (im Vergleich 

A-3493/2023 

Seite 16 

zum Winterangebot) nicht anfallenden Kosten habe die ESTV bei ihrer 

Schätzung pflichtwidrig nicht berücksichtigt, obwohl ihr sämtliche Rech-

nungsbelege für die entsprechenden Jahre, Kontodetails und Bilanzen und 

Erfolgsrechnung vorliegen würden. Zudem müsse auf diesen Kosten eben-

falls ein angemessener Gewinnanteil berücksichtigt werden (vereinfa-

chend 10 % der Kosten). 

3.5.2 Die Beschwerdeführerin fährt damit fort, dass die ESTV bei ihrer 

Schätzung davon ausgehe, dass das Winterangebot im Chalet mit Hotel-

übernachtungen vergleichbar sei. Die ESTV übersehe dabei, dass beim 

vorliegend zu beurteilenden Winterangebot sechs Angestellte rund um die 

Uhr exklusiv für das Wohl der Gäste besorgt seien. Eine solche Exklusivität 

gebe es im Hotel nicht. Insbesondere sei notorisch, dass die von der ESTV 

publizierten «Packages» (mit Verweis auf die MBI 08, Ziffer 6.4.3.2) gerade 

nicht von einer solchen Exklusivität ausgehen würden. Es sei nicht sach-

gerecht, eine Aufteilung von 75%/25% heranzuziehen, wie es die ESTV 

vorschlage. Vielmehr sei angezeigt – insbesondere unter Berücksichtigung 

der Tatsache, dass das Winterangebot faktisch einem Vollpensionsange-

bot sehr nahekomme und unter Berücksichtigung der exklusiven Services 

– anstatt einer Aufteilung 65%/35% wie bei der Vollpension vorliegend von 

einer Aufteilung von 70%/30% auszugehen. Damit liege die vorgeschla-

gene Pauschale zwischen jenen, welche die ESTV publiziert habe. 

In der Beilage zur Replik legt die Beschwerdeführerin eine Tabelle bei, aus 

welcher ihre Kosten und die Kosten der UK-Gesellschaft pro Winterwoche 

aufgeführt seien zuzüglich eines angemessenen Gewinnanteils von 10%. 

Diese Schätzung (i.e. diejenige gemäss Tabelle) basiere auf den effektiven 

Zahlen – welche der ESTV auch vorgelegen hätten – und würden zeigen, 

dass die Schätzung der ESTV um mindestens einen Drittel zu hoch aus-

falle. 

Die von ihr – der Beschwerdeführerin – vorgelegte Schätzung mit Wochen-

ansätzen für die Sommer- und Herbstwochen zwischen rund CHF 14’600 

und CHF 16’700, welche auf den effektiven Zahlen beruhen würde, halte 

einer Plausibilitätsprüfung mit vergleichbaren Ferienhäusern stand. Die 

ESTV dagegen schätze den Preis für eine Woche (ohne Personal und wei-

teren Dienstleistungen) auf CHF 34'245.65, was offensichtlich falsch sei. 

3.5.3 Ein Blick auf die besagte Tabelle zeigt folgendes Vorgehen der Be-

schwerdeführerin am Beispiel des Jahres 2014, wobei zu bemerken ist, 

dass auch die Beschwerdeführerin – wie die ESTV – den tiefsten Preis für 

A-3493/2023 

Seite 17 

eine Woche Aufenthalt im Winter/Frühling mit vollem Service als Aus-

gangspunkt verwendet (Die nachfolgenden Werte sind 1:1 aus der Eingabe 

der Beschwerdeführerin übernommen): 

Package-Preis pro Woche  CHF 54'913.14 

./. mit dem Winterangebot zusammenhängende Kos-

ten der UK-Gesellschaft, heruntergebrochen auf eine 

Woche, wie z.B. 

- Löhne 

- Reise- und Aufenthaltskosten 

- Logie Mitarbeiter 

- Skipässe Mitarbeiter 

- Personaluniform 

- Subunternehmer 

- Training und Rekrutierung Mitarbeiter 

- (…) 

CHF 19'037.77 

./. Gewinnanteil der UK-Gesellschaft von 10 % CHF 1'903.78 

./. mit dem Winterangebot zusammenhängende Kos-

ten der Beschwerdeführerin, heruntergebrochen auf 

eine Woche, wie z.B. 

- Brennholz 

- Chalet Getränke 

- Blumen und Gedecke 

- Esswaren 

- Toilettenartikel 

- Fahrzeugmiete 

- (…) 

CHF 9'685.86 

./. Gewinnanteil der Beschwerdeführerin von 10 % CHF 968.59 

Zwischenergebnis CHF 23'317.15 

./. «Packages» (70 %); Abzug von 30 % CHF 6'995.15 

Drittpreis im Sommer/Herbst pro Woche CHF 16'322.-- 

Multipliziert mit Anzahl Aufenthaltswochen im Som-

mer/Herbst 2014: * 3.86 

CHF 62'956.29 

MWST 3.8 % CHF 2'392.34 

A-3493/2023 

Seite 18 

 

Mit diesem Vorgehen resultieren Wochenpreise für das Ferienhaus im 

Sommer/Herbst in Höhe von CHF 16'322.- (2014), CHF 14'729.21 (2015) 

und CHF 15'793.01 (2016) bzw. Mehrwertsteuerbeträge in Höhe von 

CHF 2'392.34 (2014), CHF 2'078.92 (2015) und CHF 1'457.47 (2016). 

3.6  

3.6.1 Wie bereits im Rahmen des Urteils des BVGer A-4078/2021 vom 

31. Mai 2022 ausgeführt, musste der Drittpreis für die Aufenthalte in den 

Sommer- und Herbstwochen geschätzt werden, zumal diesbezüglich keine 

Preislisten vorliegen (Urteil des BVGer A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 

E. 4.2.5.1). Die «erste Stufe» ist damit erfüllt (E. 2.2.5). 

 

3.6.2  

3.6.2.1 Im Rahmen der «zweiten Stufe» ist vorab festzuhalten, dass die 

Schätzung der ESTV insoweit nicht als pflichtwidrig erscheint, als dass die 

ESTV zur Festlegung des Preises einer Sommer- bzw. Herbstwoche vom 

tiefsten Preis für eine Winterwoche ausgegangen und hiervon weitere 

Kosten abgezogen hat. Denn damit hat die Vorinstanz die saisonalen 

Preisschwankungen angemessen berücksichtigt, wie das BVGer bereits im 

Rahmen des Urteils A-4078/2021 vom 31. Mai 2022 in E. 4.2.5.1 

ausgeführt hat. Das hiergegen gerichtete allgemeine Vorbringen der 

Beschwerdeführerin ist in keiner Weise substantiiert und vermag demnach 

nicht zu überzeugen. 

3.6.2.2 Indes kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn sie – abge-

sehen von den Lohnkosten inkl. Sozialversicherungsbeiträge – sämtliche 

im Rahmen des Einspracheentscheides bzw. im Rahmen dieses Be-

schwerdeverfahrens genannten Leistungen, welche unbestrittenermassen 

Teil des «Packages» sind, mit der Pauschale von 25 % (gemäss MBI 08, 

Ziff. 6.4.3.2) abgegolten haben will. 

Im Rahmen von Ermessenseinschätzungen kann es zwar sehr wohl 

sachgerecht sein auf in der Verwaltungspraxis publizierte Pauschalen 

zurückzugreifen. Nur sollten diese auf einem Sachverhalt beruhen, der 

dem einzuschätzenden Sachverhalt zumindest nahe kommt. Der 

Ziff. 6.4.3.2 der MBI 08 ist u.a. zu entnehmen, dass wenn ein «Package» 

auch Halb- und/oder Vollpension enthält, die Aufteilung nur dieses 

Entgeltsanteiles wie folgt pauschal (kein kalkulatorischer Nachweis nötig) 

ermittelt werden kann:  

A-3493/2023 

Seite 19 

Halbpension:  75 % Anteil Beherbergung  25 % Anteil Verpflegung 

Vollpension:  65 % Anteil Beherbergung  35 % Anteil Verpflegung 

Anhand der Beispiele in den Ziffern 13.7 und 13.8 der MBI 08 wird deutlich, 

dass übrige im «Package» enthaltene Leistungen, wie zum Beispiel 

Skipässe, nicht Teil dieser Pauschale sind, sondern mit Letzterer lediglich 

Beherbergung und Verpflegung aufgeteilt werden sollen. Die Ausführungen 

der ESTV, wonach sie bei Anwendung dieser Pauschale sämtliche von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Verpflegungs- und Zusatzleistungen 

als berücksichtigt erachte, lassen darauf schliessen, dass die ESTV mit der 

Pauschale von 25 % auch weitere Leistungen, wie Flughafentransport und 

Anpassung von Skimaterial berücksichtigt sieht. Dies steht jedoch im 

Widerspruch zum eindeutigen Wortlaut der genannten Praxis und den 

entsprechenden Beispielen, welche nur die Aufteilung der jeweiligen 

Anteile «Beherbergung» und «Verpflegung» vorsehen. Leistungen wie 

Flughafentransport, Skimaterialservice usw. sind somit gerade nicht von 

der 25 % Pauschale abgedeckt.  

 

Weiter geht aus der MBI 08, Ziffer 6.4.4.1 (betreffend Vollpensions-

arrangements) hervor, dass im Pensionspreis eingeschlossene Getränke 

zwar unter die Pauschale fallen, wobei nur die allfällig in den Mahlzeiten 

eingeschlossenen Getränke wie beispielsweise Tischwein, Mineralwasser 

oder Kaffee dazu gehören. Hieraus ergibt sich, dass zum Beispiel die 

«Rund um die Uhr Versorgung» mit Wein, Champagner und Canapés auch 

nicht von der 25 % Pauschale abgedeckt ist. Wenn die ESTV im Rahmen 

ihrer Vernehmlassung vorbringt, die Anwendung einer höheren Pauschale 

– wie z.B. der Vollpensionspauschale – rechtfertige sich vorliegend nicht, 

da die Beschwerdeführerin ihren Gästen nachweislich lediglich eine Halb-

pensionsverpflegung ohne Mittagessen angeboten habe und vorliegend 

die Personalleistung (zusätzlich) separat berücksichtigt werde, verkennt 

sie, dass sich die Gäste des Winterangebots rund um die Uhr mit Speisen 

und Getränken versorgen lassen können.  

 

Die Pauschale von 25 % eignet sich somit vorliegend nicht. Dies gilt nicht 

zuletzt auch deshalb, weil in der 25 % Pauschale auch Personalkosten 

eingerechnet sind, welche in der Ermessenseinschätzung der ESTV 

(zusätzlich) noch mittels effektiver Ermittlung – also doppelt – 

berücksichtigt werden.  

3.6.2.3 Des Weiteren ist die Ermessenseinschätzung der ESTV zwar inso-

weit nicht pflichtwidrig erfolgt, als dass der äusserst personalintensiven 

A-3493/2023 

Seite 20 

Rundum-Betreuung zumindest mit den hierfür angefallenen Lohnkosten 

Rechnung getragen worden ist. 

Allerdings wurde ausser Acht gelassen, dass im vorliegenden Fall ein 

«blosses» Ferienhaus jährlich von Mitte Dezember bis anfangs April 

(16 Wochen) in ein «Hotel» mit britischem Rundum-Service verwandelt 

wird. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten erschöpfen sich 

nicht in Lohnkosten, sondern das Personal muss speziell für diesen 16-

wöchigen Einsatz rekrutiert, geschult und in die Schweiz gebracht werden. 

Weiter ist davon auszugehen, dass die Mitarbeiter anlässlich ihres 

Schweiz-Einsatzes Logie und evtl. auch Verpflegung zur Verfügung gestellt 

bekommen. Sämtliche Kosten, die der Tatsache geschuldet sind, dass das 

Ferienhaus in den Winter- und Frühlingswochen im «Rundum-Service» be-

trieben wird, müssen grundsätzlich vom Winter-/Frühlingspreis subtrahiert 

werden, um der Tatsache gerecht zu werden, dass das Ferienhaus den 

eng verbundenen Personen im Sommer/Herbst ohne jeglichen Service zur 

Verfügung gestellt wurde. Das beinhaltet auch die Kosten für Wäsche-Ser-

vice, Blumen-Service und dergleichen. 

Überdies ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die genann-

ten Leistungen Dritten gegenüber nicht zum Selbstkostenpreis erbringen 

würde. Bei sämtlichen vom Winter-/Frühlingspreis in Abzug zu ziehenden 

Kosten ist dementsprechend ein angemessener Gewinnanteil zu berück-

sichtigen.  

Die Ermessenseinschätzung ist somit auch in diesen Punkten nicht pflicht-

gemäss erfolgt. 

3.6.2.4 Die im Rahmen der Replik eingereichte Berechnung der Drittpreise 

für Sommer-/Herbstaufenthalte erscheint in den meisten Punkten prima 

Vista nachvollziehbar und sachgerecht. Allerdings fällt auf, dass die Be-

schwerdeführerin sämtliche Kosten, die aus ihrer Sicht dem Winter-/Früh-

lingsservice zuordenbar sind, in einem ersten Schritt vom Winter-/Früh-

lingspreis in Abzug bringt, um in einem zweiten Schritt unter dem Titel 

«Packages (70 %)» in Ergänzung dazu noch die von ihr vorgeschlagene 

Pauschale von 30 % vom Zwischenergebnis abzuziehen (vgl. E. 3.5.3). In-

soweit die Beschwerdeführerin die effektive Ermittlung der Zusatzkosten 

für den Winter-/Frühlingsservice noch mit einer Pauschale für die Verpfle-

gung ergänzt, ist ihr Vorgehen nicht sachgerecht, denn mit der effektiven 

Ermittlung der Kosten (insbesondere Esswaren, Löhne etc.) fällt der Abzug 

einer Pauschale naturgemäss dahin. 

A-3493/2023 

Seite 21 

Des Weiteren sind einige von der Beschwerdeführerin behauptete Kosten-

punkte – insbesondere ohne weitere Unterlagen und Erläuterungen – 

schwer nachvollziehbar. Dazu gehört etwa die Position Brennholz, die zum 

Beispiel im Jahr 2015 mit CHF 18'156.40 zu Buche geschlagen haben soll. 

3.6.2.5 Im Ergebnis ist die Ermesseneinschätzung der ESTV nicht pflicht-

gemäss erfolgt. Die Sache ist demzufolge an die ESTV zurückzuweisen, 

damit sie die Drittpreise für die Sommer- und Herbstaufenthalte im Sinne 

der Erwägungen neu festlegt. Dabei hat sie zu prüfen, welche Kostenposi-

tionen der Leistungserbringung im Winter zugeordnet werden können, um 

– im Sinne der mit der Replik eingereichten Tabelle – diese Kostenpositio-

nen inkl. eines angemessenen Gewinnzuschlags vom Winter-/Frühlings-

preis in Abzug zu bringen. Eine doppelte Berücksichtigung der Kosten – 

wie sie die Beschwerdeführerin mit dem Zuschlag «Packages (70 %)» vor-

geschlagen hat – ist selbstredend nicht angezeigt. 

4.  

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die 

Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen und Unter-

liegen im Prozess ist grundsätzlich nach den Rechtsbegehren der Be-

schwerde führenden Partei, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des 

vorinstanzlichen Entscheids, zu beurteilen (BGE 123 V 156 E. 3c und 123 

V 159 E. 4b). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem 

Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen 

der Beschwerde führenden Partei (BGE 137 V 2010 E. 7.1; Urteil des 

BVGer A-978/2020 vom 31. März 2020 E. 4.1). 

Die Beschwerdeführerin obsiegt mit Bezug auf die Steuerperiode 2013 auf-

grund der eingetretenen Verjährung und gilt auch in Bezug auf die übrigen 

Steuerperioden als obsiegend, weil der Verfahrensausgang grundsätzlich 

noch offen ist. Ihr sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von CHF 6'000.- ist ihr zurückzuerstatten. Der 

unterliegenden Vorinstanz können als Bundesbehörde keine Verfahrens-

kosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

4.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Eine Kostennote 

A-3493/2023 

Seite 22 

wurde nicht eingereicht. Die Parteientschädigung wird demnach unter Be-

rücksichtigung des Streitgegenstandes und des mutmasslichen Aufwan-

des der Vertretung auf CHF 4’500.- festgesetzt. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.  

1.1 Hinsichtlich der Steuerperiode 2013 erfolgt die Gutheissung aufgrund 

des Eintritts der absoluten Verjährung im Umfang von CHF 3'761.08. 

1.2 Hinsichtlich der Steuerperioden 2014 bis 2016 wird die Sache zur Fäl-

lung eines neuen Einspracheentscheides im Sinne der Erwägungen an die 

ESTV zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 

CHF 6'000.- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des 

vorliegenden Entscheids zurückerstattet. 

3.  

Die ESTV wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-

gung von CHF 4’500.- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Roger Gisclon 

  

A-3493/2023 

Seite 23 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-3493/2023 

Seite 24 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)