# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7166726-2240-525d-8e6a-200017627b2d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.08.2023 ZK1 2023 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-106_2023-08-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 29. August 2023

Referenz ZK1 23 106

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Hubert
Fleisch, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 20.08.2023

Mitteilung 01. September 2023

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Sachverhalt

A. A._____ wurde von Dr. med. B._____, Amtsarzt der Region C._____, mit 
Verfügung vom 20. August 2023 für eine Dauer von maximal sechs Wochen in der 
Klinik D._____ (nachfolgend: D._____) fürsorgerisch untergebracht. Die Einwei-
sung erfolgte aufgrund akuter psychotischer Symptomatik mit Selbst- und Fremd-
gefährdung. Zuvor hielt sich A._____ unberechtigterweise im Pflegebüro des 
E._____ in F._____ auf, woraufhin das Pflegepersonal die Polizei kontaktierte.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) mit Eingabe vom 21. August 2023 Beschwerde beim Kantons-
gericht von Graubünden.

C. Am 22. August 2023 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
D._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. 
Die Klinik D._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentlichen 
Klinikakten über die Beschwerdeführerin am 23. August 2023 beim Kantonsgericht 
ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 23. August 2023 beauftragte der Vor-
sitzende der I. Zivilkammer Dr. med. G._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin sowie über die Notwendigkeit der fürsorgerischen 
Unterbringung. Das Gutachten ging innert Frist am 28. August 2023 beim Kan-
tonsgericht ein.

E. Am 29. August 2023 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Ver-
fügung vom 25. August 2023 vorgeladen worden war. Die Beschwerdeführerin 
nahm an der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt. Nach durchge-
führter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv der Beschwerde-
führerin sowie der Klinik D._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

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1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die fürsorgerische Unter-
bringung vom 20. August 2023 (Art. 426 ff. ZGB; act. 01.1). Das Kantonsgericht ist 
hierfür einzige kantonale Beschwerdeinstanz (vgl. Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]) und folglich 
zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Frist zur Anrufung des Gerichts 
beträgt zehn Tage seit Mitteilung des Entscheides (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB so-
wie Art. 450b Abs. 2 ZGB). Die Beschwerdeführerin wehrte sich mit Eingabe vom 
21. August 2023 gegen die fürsorgerische Unterbringung (act. 01). Eine Begrün-
dung der Beschwerde auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung ist nicht 
notwendig (vgl. Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB), weshalb auf die 
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB statuier-
ten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, die auch 
im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das 
Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften aufstellt (Lorenz 
Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. 
Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 
ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime (Abs. 1 
und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf die Verfah-
ren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So kommt etwa 
die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum Tragen (BGer 
5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu 
Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert (BGE 
148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 

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Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Vorliegend erstattete Dr. med. G._____, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, ein Kurzgutachten über die Beschwerdeführerin. Dieses 
basiert auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin am 26. Au-
gust 2023 (siehe act. 07). Damit ist dem Erfordernis eines Sachverständigengut-
achtens Genüge getan.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christoph 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhand-
lung am 29. August 2023 wurde diese Vorgabe umgesetzt (act. 09).

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 
darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 
429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Unter-
suchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Person 
eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm Er-
wachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung für eine Höchstdauer 
von sechs Wochen ist im Kanton Graubünden jeder Amtsarzt befugt (Art. 429 Abs. 
1 ZGB i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. b und Art. 51a EGzZGB). Dr. med. B._____ war als 
Amtsarzt der Region C._____ demnach zur Anordnung einer fürsorgerischen Un-
terbringung befugt. Die ärztliche Untersuchung fand am 20. August 2023 statt. 
Zudem enthält die Verfügung vom 20. August 2023 (act. 01.1) die gemäss Art. 430 
Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. In formeller Hinsicht ist die für-
sorgerische Unterbringung der Beschwerdeführerin folglich nicht zu beanstanden.

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4.1. Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung in 
materieller Hinsicht. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an 
einer psychischen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer 
verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und 
der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die be-
troffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung 
nicht mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn 
eine Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Die fürsorgerische Unter-
bringung dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 
140 III 101 E. 6.2.3; vgl. dazu auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. 
Juni 2006, BBl 2006 7001 [zit.: Botschaft], S. 7062). Für die Anordnung einer für-
sorgerischen Unterbringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB 
keine genügende gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdge-
fährdung für sich alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-
treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 E. 
3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 
angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2.1. Zunächst ist also die Frage zu klären, ob die Beschwerdeführerin an einem 
der in Art. 426 Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies 

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eine Betreuung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung 
umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen 
oder Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, 
a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die 
medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin ent-
nommen und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD, International Classifica-
tion of Disturbances; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

4.2.2. Dem Bericht der Chefärztin, Dr. med. H._____, und des Oberarztes Dr. 
med. I._____ (act. 04) ist zu entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin bereits 
2011 eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) diagnostiziert worden ist. Am 
20. August 2023 sei die Beschwerdeführerin mit einer akuten Psychose und nicht 
auszuschliessender Eigen- und Fremdgefährdung in die Klinik D._____ eingewie-
sen worden. Die behandelnden Ärzte beschrieben die Beschwerdeführerin bei 
ihrem Eintritt in die Klinik als formalgedanklich inkohärent, vorbeiredend und ide-
enflüchtig (act. 04.2). Die Beschwerdeführerin gebe zu, dass sie unter visuellen 
sowie akustischen Halluzinationen leide, verweigere jedoch weitere Auskünfte da-
zu. Die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.0) bestätigt auch 
die Gutachterin Dr. med. G._____. Aktuell handle es sich um einen akut psychoti-
schen Zustand, der es der Beschwerdeführerin verunmögliche, die Realität korrekt 
einzuschätzen (act. 07, Ziff. 6). Aufgrund der eindeutigen Feststellungen der be-
handelnden Ärzte und der Gutachterin muss bei der Beschwerdeführerin zweifel-
los von einem Schwächezustand im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB in Form einer 
psychischen Störung ausgegangen werden.

4.3.1. Der soeben dargelegte Schwächezustand der Beschwerdeführerin vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 
Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bezie-
hungsweise nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 

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hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 
beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 
für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 
2.4).

4.3.2. Im Bericht der Klinik D._____ wird ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin 
in ihrer gegenwärtigen psychischen Verfassung nicht in der Lage sei, die Konse-
quenzen und die Tragweite ihrer Handlungen und Entscheidungen einzuschätzen. 
Aktuell sei keine weniger einschneidende Massnahme als die Unterbringung in der 
Akutpsychiatrie und die Behandlung mit einer antipsychotischen Medikation er-
sichtlich (act. 04). Der Beschwerdeentscheid hat sich nach Vorgabe von Art. 439 
Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB bei psychischen Störungen auf ein Sach-
verständigengutachten abzustützen. Dr. med. G._____ bestätigt in ihrem Gutach-
ten die Notwendigkeit einer fachpsychiatrischen Behandlung, die eine adäquate 
und genügend lange antipsychotische Medikation sowie Reizabschirmung und 
regelmässige Mahlzeiten beinhalte. Bei einem Unterbleiben der notwendigen Be-
handlung bestehe ein sehr hohes Risiko einer Eigengefährdung. Konkret sei mit 
krankheitsbedingten Verkennungen der Realität, mit möglichen Gesetzesübertre-
tungen sowie mit der Gefahr einer Verwahrlosung und Mangelernährung zu rech-
nen. Eine Fremdgefährdung wäre bei einer erneuten Zuspitzung des Zustandes 
ebenfalls nicht auszuschliessen (zum Ganzen act. 07, Fragenkatalog Fürsorgeri-
sche Unterbringung, Fragen 2 bis 4). Aus medizinischer Sicht scheint die Notwen-
digkeit des stationären Klinikaufenthalts somit eindeutig gegeben. Die konkrete 
Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin und die Feststellung der Gutachterin 
sind für das Kantonsgericht nachvollziehbar. Auch die häufigen Rückfälle in der 
Vergangenheit zeigen auf, dass bei unterbleibender Behandlung innert kürzester 
Zeit mit realitätsfremden Verhalten und Verwahrlosungstendenzen zu rechnen ist. 
Dies wird umso mehr untermauert, als die Beschwerdeführerin nach einem mehr-
monatigen Aufenthalt in der Klinik D._____ erst Ende Juni 2023 entlassen wurde 
und sich das im Gutachten beschriebene Risiko eines Rückfalls somit in kurzer 
Zeit realisiert hat.

4.3.3. Als weitere Voraussetzung ist die Verhältnismässigkeit zu prüfen. Gemäss 
Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für 
eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte 
der Gesetzgeber eine im Vergleich zum alten Recht restriktivere Regelung der 
Entlassungsvoraussetzungen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über 

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die Entlassung ist stets anhand des Zustandes der betroffenen Person im aktuel-
len Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 
ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorge-
rischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbstständigkeit und der 
Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung 
oder Betreuung nicht anders erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrich-
tung.

4.3.4. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 29. August 2023 konnte sich die Beschwerdeinstanz 
ein eigenes Bild der Beschwerdeführerin machen. Die Beschwerdeführerin wirkte 
während der Verhandlung zwar ruhig und kontrolliert, sachdienliche Antworten auf 
die Fragen des Vorsitzenden konnte sie aber kaum geben. Stattdessen folgten 
jeweils Monologe über nebensächliche Angelegenheiten und Anekdoten über ihre 
Vergangenheit. Für die übrigen Anwesenden war es in der Regel nicht möglich, 
ihren Gedankengängen zu folgen. Zu ihrer Erkrankung schien sie keine klare Mei-
nung zu haben. Sie sprach sich jedoch gegen einen weiteren Aufenthalt in der 
Klinik D._____ aus. Auch von der derzeitigen Medikation schien sie nicht über-
zeugt, gemäss eigener Aussage nehme sie diese nicht freiwillig ein. Sie möchte 
die Medikamente bzw. deren Dosis herunterfahren, eine längere Medikamenten-
einnahme käme für sie nicht in Frage. Ohnehin scheint sie mehr Vertrauen in ihre 
eigene Medikation – u.a. mit Vitamin D3 – zu haben (vgl. zum detaillieren Ge-
sprächsablauf act. 09).

4.3.5. Gemäss dem Gutachten von Dr. med. G._____ würden keine anderen 
Massnahmen zur Behandlung der festgestellten Krankheit zur Verfügung stehen, 
welche weniger einschneidend wären (act. 07, Fragenkatalog Fürsorgerische Un-
terbringung, Frage 6). Dieser Einschätzung ist zuzustimmen. Aus den Ausführun-
gen der Beschwerdeführerin wird ersichtlich, dass es bei einem Austritt aus der 
Klinik D._____ zwangsläufig zu einer Absetzung der notwendigen Medikation 
kommen würde. In diesem Fall muss wieder mit einer hohen Gefahr der Verwahr-
losung und einem eigengefährdenden Verhalten gerechnet werden. Unter diesen 
Umständen besteht für das Gericht kein Zweifel, dass der aktuelle Zustand der 
Beschwerdeführerin eine Weiterführung ihrer Behandlung und Betreuung in der 
Klinik D._____ erforderlich macht. Die Unterbringung in der Klinik D._____ stellt 
derzeit die einzig zur Verfügung stehende Option dar und ist folglich notwendig im 
Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB.

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4.4. Die Rechtmässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung bedingt schliesslich 
gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die notwendige Be-
handlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Die Klinik D._____ der D._____ 
stellt ein für die Behandlung der paranoiden Schizophrenie geeignetes Setting dar 
(vgl. auch act. 07, Fragenkatalog Fürsorgerische Unterbringung, Frage 7).

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine für-
sorgerische Unterbringung vorliegend erfüllt sind. Die Beschwerdeführerin leidet 
an einer psychischen Störung, die eine Behandlung bzw. Betreuung erfordert. Ei-
ne mildere Massnahme ist nicht ersichtlich. Die Beschwerde gegen die fürsorgeri-
sche Unterbringung ist daher abzuweisen.

6. Im vorliegenden Verfahren betragen die Verfahrenskosten insgesamt CHF 
2'685.00 (CHF 1'500.00 Gerichtskosten und CHF 1'185.00 Gutachterkosten). Bei 
diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdeführerin aufzuer-
legen (vgl. Art. 63 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO), zumal sie über 
Vermögen verfügt und daher die Anwendung von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB ausser 
Betracht fällt. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'685.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'185.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: