# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0241fc57-3c65-5508-959f-c619950f6f63
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2025 D-1014/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1014-2025_2025-03-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1014/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Tunesien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. Januar 2025. 

 

 

 

D-1014/2025 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 2. Dezember 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass er anlässlich der Anhörungen vom 18. Januar 2023 und vom 22. Feb-

ruar 2023 sowie der ergänzenden Anhörung vom 22. April 2024 zur Be-

gründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, ab dem 

Jahr 2011 beziehungsweise 2014 sei es in B._______ (Gouvernement 

Gafsa), wo er und seine Familie gemeinsam gewohnt hätten, zu Auseinan-

dersetzungen zwischen verschiedenen Clans gekommen; auch sein Fami-

lienclan sei davon betroffen gewesen, 

dass es anlässlich dieser Auseinandersetzungen ab dem Jahr 2011 bezie-

hungsweise 2014 zu einer Grundstücksstreitigkeit mit einem Clan gekom-

men sei,  

dass dieser Clan in Tunesien über grossen Einfluss verfüge und Beziehun-

gen in die Politik sowie zu Polizei und Justiz pflege, 

dass sein Vater im Jahr 2011 einen Unfall erlitten habe, seither arbeitsun-

fähig und zudem an Diabetes erkrankt sei, 

dass der verfeindete Clan sie – den Beschwerdeführer und seine Familie 

– unter Anwendung von Gewalt und mittels gefälschter Grundbucheinträge 

von der Bewirtschaftung des eigenen Grundstücks abgehalten habe, 

dass sie – der Beschwerdeführer und seine Familie – anschliessend An-

zeige erstattet hätten, die Polizei aber untätig geblieben sei, zumal viele 

Mitglieder des verfeindeten Clans Funktionen bei der Polizei und beim Mi-

litär innehätten, 

dass seine Mutter im Jahr 2016 an Krebs erkrankt sei, 

dass seine Familie im Jahr 2016 beziehungsweise 2017 eine Anzeige beim 

Ministerium für Arbeit und eine weitere Anzeige beim Ministerium für Frau-

enangelegenheiten eingereicht habe, diese Anzeigen jedoch erfolglos ge-

wesen seien, 

dass er – der Beschwerdeführer – nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 

2018 aus Tunis nach B._______ zurückgekehrt sei,  

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Seite 3 

dass er im Jahr 2019 C._______, eine Frau des verfeindeten Clans, ken-

nengelernt habe und er ein Jahr mit ihr ausgegangen sei, ohne dass der 

verfeindete Clan davon gewusst habe, 

dass im Jahr 2020 einer seiner Brüder von Clanmitgliedern geschlagen 

worden sei, 

dass der verfeindete Clan Anfang des Jahres 2021 versucht habe, das um-

strittene Landstück zu besetzen und mit einem Bagger beziehungsweise 

Traktor die landwirtschaftlichen Kulturen zerstört habe, 

dass er – der Beschwerdeführer – daraufhin eine weitere Anzeige gegen 

den verfeindeten Clan erstattet habe, 

dass er im Juli 2021 mehrere Drohnachrichten seitens des verfeindeten 

Clans erhalten habe,  

dass er ebenfalls im Juli 2021 die Beziehung zu C._______ beendet habe, 

weil der verfeindete Clan von der Beziehung erfahren habe und die Bedro-

hungen zu gross geworden seien, 

dass sie – der Beschwerdeführer und seine Familie – im September des 

Jahres 2021 eine weitere Anzeige gegen den verfeindeten Clan eingereicht 

hätten, 

dass der verfeindete Clan etwa zwei oder drei Monate später beziehungs-

weise im Dezember 2021 versucht habe, ihn – den Beschwerdeführer – 

mit dem Auto zu überfahren, 

dass er Ende März 2022 oder Anfang April 2022 von einigen Clanmitglie-

dern ausgeraubt und mit einer Metallstange geschlagen worden sei, in der 

Folge sei er für zwei oder drei Wochen arbeitsunfähig gewesen, 

dass im Mai oder Juni des Jahres 2022 Mitglieder des verfeindeten Clans 

auch seinen jüngsten Bruder angegriffen hätten,  

dass dieser anschliessend zu seiner nicht weit entfernt wohnhaften 

Schwester gegangen sei, wo er unbehelligt geblieben sei, 

dass er – der Beschwerdeführer – Tunesien im Oktober 2022 verlassen 

habe, die Drohungen ihm gegenüber aber trotz seiner Ausreise angehalten 

hätten, 

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Seite 4 

dass sein jüngster Bruder im September 2023 seinen Vater in B._______ 

besucht habe, wo er von zwei Mitgliedern des verfeindeten Clans ange-

sprochen worden sei,  

dass sein jüngster Bruder deswegen eine Anzeige erstattet habe, diese je-

doch nicht entgegengenommen worden sei, 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen im Lauf des Asylverfahrens fol-

gende Unterlagen einreichte: 

• ein Diplom (« Brevet de Technicien Professionnel ») vom 28. August 

2017; 

• eine Arbeitsbestätigung vom 27. September 2018; 

• medizinische Unterlagen betreffend seinen Vater; 

• medizinische Unterlagen betreffend seine Mutter; 

• Totenschein seiner Mutter; 

• ein Sozialstaatszertifikat; 

• vier Fotos des Beschwerdeführers mit Verletzungen; 

• einen Geburtsschein; 

• ein Foto der Vorderseite einer Identitätskarte; 

• ein Foto einer Anzeige vom 13. Dezember 2023 wegen eines Angriffs auf 

den Beschwerdeführer; 

• ein Foto einer Anzeige vom 16. Mai 2022 wegen eines Angriffs auf den 

Beschwerdeführer; 

• ein Foto einer Bestätigung einer Anzeige; 

• ein Foto eines Röntgenbildes der verletzten Hand des Beschwerdefüh-

rers; 

• medizinische Dokumente betreffend eine Kopfverletzung; 

• Screenshots der Drohnachrichten vom 28. Dezember 2020, vom 25. Juli 

2021, vom 09. September 2021 sowie von Drohnachrichten nach der Aus-

reise aus Tunesien; 

• Auszüge aus Chatnachrichten mit C._______; 

• die Kopie eines Schreibens an den Minister für Soziales; 

• ein Foto eines beglaubigten Aufrufs an ein Gericht; 

• Dokumente und Fotos betreffend den Angriff auf den jüngsten Bruder des 

Beschwerdeführers; 

• Dokumente betreffend die Grundstücksstreitigkeit; 

• USB-Stick mit drei Videos von Vorfällen auf dem umstrittenen Grundstück; 

• ein handschriftlicher Brief des Beschwerdeführers an das SEM; 

• eine Liste von Politikern; 

• Zertifikate betreffend Deutschunterricht; 

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Seite 5 

• ein Referenzschreiben der ORS vom 20. Juni 2023; 

• eine Bestätigung der Kursteilnahme «Leben in der Schweiz»; 

• eine Bestätigung betreffend den Besuch einer Deutschsprechstunde mit 

dem Sozialdienst; 

• drei Referenzschreiben; 

• ein ärztliches Attest vom 29. Oktober 2024; 

• einen Austrittsbericht des Spital Limmattal vom 27. September 2024, 

 

dass das SEM das Asylgesuch mit Entscheid vom 27. Februar 2023 zur 

weiteren Behandlung dem erweiterten Verfahren zuteilte, und den Be-

schwerdeführer mit Entscheid vom 28. Februar 2023 dem Kanton 

D._______ zuwies, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

15. Januar 2025 – eröffnet am 16. Januar 2025 – ablehnte sowie die Weg-

weisung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Februar 2025 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und dabei beantragte, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die 

Unzulässigkeit, die Unzumutbarkeit beziehungsweise die Unmöglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und eine vorläufige Aufnahme an-

zuordnen; sub-eventualiter sei die Sache zu Neubeurteilung an die Vor- 

instanz zurückzuweisen, 

dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie der amtlichen Rechtsverbeiständung ersuchte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 18. Februar 2025 

den Eingang der Beschwerde bestätigte, 

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 4. März 2025 in 

Folge der Aussichtslosigkeit der Beschwerde einen Kostenvorschuss er-

hob, verbunden mit der Androhung des Nichteintretens auf die Be-

schwerde, falls dieser nicht gezahlt werde, 

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss am 19. März 2025 be-

zahlte,  

  

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Seite 6 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG und dem VGG richtet, soweit 

das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass – nachdem der Beschwerdeführer den erhobenen Kostenvorschuss 

fristgerecht geleistet hat – auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

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Seite 7 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 

ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, 

und Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-

lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG), 

dass das SEM zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids im 

Wesentlichen anführte, es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine 

asylrelevante landesweite Verfolgung durch den verfeindeten Clan glaub-

haft zu machen, 

dass seine diesbezüglichen Schilderungen lediglich unsubstantiiert und 

anekdotenhaft ausgefallen seien,  

dass das Vorbringen, der verfeindete Clan verfüge über landesweiten poli-

tischen Einfluss, ausserdem als nachgeschoben zu bezeichnen sei, zumal 

der Beschwerdeführer dies erst in der ergänzenden Anhörung erwähnt 

habe, 

dass mit Blick auf die geltend gemachte Grundstücksstreitigkeit festzustel-

len sei, dass Tunesien über ein funktionierendes Polizei- und Justizsystem 

verfüge, weshalb es dem Beschwerdeführer zuzumuten sei, hinsichtlich 

der vorgebrachten Bedrohungen und physischen Angriffe ein Strafverfah-

ren anzustrengen, 

dass aus den eingereichten Beweismitteln zudem ersichtlich sei, dass die 

erstatteten Anzeigen im Zusammenhang mit der Grundstücksstreitigkeit je-

weils bearbeitet worden seien, 

dass der tunesische Staat in der Folge weder als schutzunfähig noch 

schutzunwillig zu bezeichnen sein, weshalb die angebliche Verfolgung 

durch private Dritte nicht als asylrelevant gelten könne, 

dass der Grundstücksstreitigkeit zudem kein asylrelevantes Motiv zu-

grunde liege, sondern es sich dabei um einen privaten Rechtsstreit handle, 

welcher nicht in Zusammenhang mit einer mit seiner Person untrennbar 

verbundenen Eigenschaft stehe, 

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dass ferner auch die geltend gemachte Beziehung zu C._______ und die 

damit im Zusammenhang stehenden Bedrohungen keine flüchtlingsrecht-

liche Relevanz zu entfalten vermöchten, 

dass der Beschwerdeführer es unterlassen habe, bezüglich der Drohungen 

Anzeige zu erstatten, obwohl der tunesische Staat über ein funktionieren-

des Polizei- und Justizsystem verfüge, 

dass seine Angst, aufgrund der Beziehung mit C._______ strafrechtlich 

verfolgt zu werden, unbegründet sei, zumal gemäss tunesischem Strafge-

setz nur der Ehebruch, nicht jedoch sämtliche Formen ausserehelicher Be-

ziehungen unter Strafe stünden,  

dass die Asylrelevanz dieser Vorbringen somit bereits aufgrund der Schutz-

fähigkeit und -willigkeit des tunesischen Staats entfalle, 

dass der Verfolgung seitens des verfeindeten Clans aufgrund der Bezie-

hung zu C._______ ausserdem keim asylrelevantes Motiv zugrunde liege, 

dass dem Beschwerdeführer des Weiteren eine innerstaatliche Aufent-

haltsalternative zur Verfügung stehe, um sich allfällig befürchteten Behelli-

gungen seitens des verfeindeten Clans zu entziehen, zumal es sich ledig-

lich um lokale Verfolgungsmassnahmen handle, 

dass schliesslich auch die geltend gemachte finanzielle Situation der Fa-

milie im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung seiner Mutter asylrecht-

lich nicht relevant sei, da solche wirtschaftlichen Nachteile grosse Teile der 

tunesischen Bevölkerung betreffen würden, weshalb keine gezielte Be-

nachteiligung vorliege,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde erwiderte, die vom SEM 

bemängelte fehlende Glaubhaftigkeit seiner Angaben sei auf eine 

schlechte Verdolmetschung zurückzuführen, 

dass er den Machteinfluss des verfeindeten Clans zudem exakt dargelegt 

habe, 

dass die Kenntnisse über die Machtverhältnisse an seinem Wohnort auf 

lokalen Kenntnissen beruhten, die nicht einfach zu belegen seien, 

dass er zum Beweis des landesweiten Machteinflusses eine Liste von Po-

litikern eingereicht habe, die das SEM offenbar nicht verstanden habe, 

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dass darüber hinaus auch seine Schilderungen bezüglich der geltend ge-

machten Verfolgungen seitens des Clans als detailliert zu bezeichnen 

seien, 

dass es auch nicht zutreffe, dass die Grundstückstreitigkeit durch Aufgabe 

des Anspruchs seitens seiner Familie hätte beendet werden können, zumal 

er dies dargelegt habe, 

dass der geltend gemachten Verfolgung seitens des verfeindeten Clans 

ausserdem ein asylrelevantes Motiv zugrunde liege, mithin er zur sozialen 

Gruppe seiner Familie gehöre, 

dass er mit Blick auf die Beziehung zu C._______ eine Anzeige befürchte, 

zumal sie ihm damit gedroht habe und auch deren Familie ihn ange-

schwärzt habe, 

dass entgegen den Ausführungen des SEM auch keine innerstaatliche Auf-

enthaltsalternative bestehe, da sich der Einfluss der verfeindeten Familie 

bis nach Tunis erstrecke, 

dass der Asylentscheid des Weiteren falsch aufgebaut sei und die Schutz-

willigkeit beziehungsweise Schutzfähigkeit des tunesischen Staates nicht 

individuell geprüft, sondern nur mit veralteten Textbausteinen belegt wor-

den sei, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach Würdigung aller Akten zum Er-

gebnis kommt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu beanstan-

den sind, 

dass – wie bereits in der Zwischenverfügung vom 4. März 2025 deutlich 

festgestellt worden ist – die Angaben des Beschwerdeführers sehr vage 

und seine Schilderungen kurz, unsubstantiiert, zusammenfassend und teil-

weise widersprüchlich ausgefallen sind, 

dass – selbst bei Wahrunterstellung des vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Sachverhalts – mit Blick auf die vorgebrachte Grundstücks-

streitigkeit mit dem verfeindeten Clan feststeht, dass dieser Streitigkeit kein 

asylrelevantes Motiv im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zugrunde liegt, son-

dern es sich vielmehr um privatrechtliche Angelegenheiten handelt, denen 

keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zukommt, 

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Seite 10 

dass auch den erlittenen Nachteilen aufgrund der Liebesbeziehung zu 

C._______ kein asylrelevantes Motiv zugrunde liegt, zumal es sich dabei 

ebenfalls um gemeinrechtliche Delikte handelt, die keine Asylrelevanz zu 

entfalten vermögen, 

dass schon aus diesem Grund die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

und die Gewährung von Asyl ausscheiden, 

dass – unbesehen des Fehlens eines asylrechtlich relevanten Motivs – 

auch die vorinstanzlichen Ausführungen bezüglich der zu bejahenden 

Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit des tunesischen Staats und seiner Be-

hörden zu bestätigen sind,  

dass ferner festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer eine innerstaatli-

che Aufenthaltsalternative hat, zumal es seinem Bruder offenbar möglich 

gewesen ist, sich im nicht weit entfernten Haus seiner Schwestern einer 

Verfolgung zu entziehen (vgl. SEM-eAkte […]-24/15 [nachfolgend A24/15] 

F32), 

dass der Wohnort B._______ (Provinz Gafsa) eine Kleinstadt ist, weshalb 

das Gericht davon ausgeht, dass – bei Bestehen eines echten Verfolgungs-

interessens –, der verfeindete Clan den Beschwerdeführer ohne Weiteres 

hätte ausfindig machen können, zumal er mit seiner ganzen Familie zu-

sammen stets im gleichen Hause gewohnt haben will (vgl. SEM-eAkte […]-

12/9 [nachfolgend A12/9] F11f.), 

dass es demnach realitätsfern erscheint, dass es dem Beschwerdeführer 

möglich gewesen sein soll, sich im Wohnhaus der Familie zu verstecken, 

wo er unbehelligt geblieben sei (vgl. SEM-eAkte […]-15/14 F44), 

dass das Bundesverwaltungsgericht ferner feststellt, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, den angeblich weitreichenden Einfluss 

des verfeindeten Clans in die Politik und den Sicherheitsapparat Tunesiens 

glaubhaft zu machen, 

dass angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer die angeblich 

weitreichende Machtsphäre des verfeindeten Clans erst anlässlich der drit-

ten ergänzenden Anhörung vom 22. April 2024 geltend machte (vgl. 

A24/15 F49 ff.), das Vorbringen als nachgeschoben zu qualifizieren ist, 

dass es der befürchteten drohende Verfolgung im Fall einer Rückkehr nach 

Tunesien ausserdem an Aktualität fehlt, zumal der Beschwerdeführer 

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gemäss eigenen Angaben die Beziehung zu C._______ abgebrochen hat 

(vgl. A12/9 F41) und aufgrund seiner Abwesenheit auch die Grundstücks-

streitigkeit in B._______ beendet sein dürfte (vgl. A24/15 F12 ff.), 

dass des Weiteren festzustellen ist, dass auch die geltend gemachten Be-

schimpfungen, Diskriminierungen und Beleidigungen seitens des verfein-

deten Clans die Schwelle der von Art. 3 AsylG geforderten Intensität der 

Nachteile nicht überschreiten, 

dass die in der Beschwerde geltend gemachten Vorbringen an dieser Ein-

schätzung nichts zu ändern vermögen, 

dass insbesondere der Einwand, anlässlich der Anhörung vom 22. Februar 

2023 sei die Übersetzung in ungenügender Qualität erfolgt, weshalb ihm 

die unsubstantiierte Erzählweise nicht angelastet werden könne, nicht 

überzeugt, zumal auch seine Schilderungen anlässlich der Anhörungen 

vom 18. Januar 2023 und vom 22. April 2024 vage, zusammenfassend, 

unsubstantiiert und ausweichend ausgefallen sind, 

dass mit Blick auf die Befürchtung des Beschwerdeführers, aufgrund der 

ausserehelichen Beziehung strafrechtlich verfolgt zu werden, festzustellen 

ist, dass das Führen einer ausserehelichen Beziehung in Tunesien für sich 

genommen die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen vermag (vgl. Ur-

teil des BVGer D-73/2023 vom 29. März 2023 E. 6.2.2), 

dass auch die in der Beschwerde wiederholten Beschimpfungen und Be-

leidigungen seitens des verfeindeten Clans für die Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft nicht hinreichend sind, 

dass ferner auch der Antrag auf Rückweisung der Sache abzuweisen ist, 

zumal weder der Aufbau noch die Begründung des vorinstanzlichen Ent-

scheids zu beanstanden sind, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

SEM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthalts-be-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

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verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine in Tunesien drohende men-

schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

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wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass zurzeit in Tunesien weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation 

allgemeiner Gewalt herrscht und der Wegweisungsvollzug dorthin praxis-

gemäss als generell zumutbar zu erachten ist (vgl. statt vieler Urteile des 

BVGer D-269/2025 vom 4. Februar 2025 E 7.3 und D-6964/2024 vom 

9. Dezember 2024 E. 10.3), 

dass auch keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung im 

Falle einer Rückkehr schliessen lassen,  

dass der Einwand in der Beschwerde, bei einer Rückkehr würde ihm eine 

wirtschaftliche Notlage im Sinn von Art. 3 EMRK drohen, nicht verfängt, 

zumal es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann mit Schul-

bildung, einer Ausbildung als Autoelektriker und Berufserfahrung handelt, 

weshalb eine wirtschaftliche und soziale Reintegration im Heimatstaat 

möglich erscheint, 

dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu ver-

weisen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer schliesslich freisteht, seinen Wohnsitz in 

einen anderen Landesteil oder in eine Grossstadt – etwa nach Tunis – zu 

verlegen, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und der amtlichen Rechtsverbeiständung 

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abzuweisen sind, da sich die Begehren – wie sich aus den vorstehenden 

Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 

Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zu deren 

Begleichung der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss zu verwenden 

ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1014/2025 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsver-

beiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin 

 

 

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