# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61edb2c4-65aa-5105-9381-ea9dceb3fabe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-07-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.07.2017 D-8324/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8324-2015_2017-07-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 

 Abteilung IV 

D-8324/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J u l i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiberin Anna Wildt. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Fabienne Bratoljic,  

Freiplatzaktion Basel,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 17. November 2015 / N (…). 

 

 

 

D-8324/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger Sri Lankas tamilischer 

Ethnie – verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 8. Ja-

nuar 2010 auf dem Luftweg, um illegal über Italien in die Schweiz einzurei-

sen, wo er am 12. Januar 2010 um Asyl ersuchte. Am 18. Januar 2010 fand 

die Befragung zur Person (BzP) statt, am 28. Januar 2010 wurde er ein-

lässlich zu seinen Gesuchsgründen angehört (1. BA). 

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er vor, er sei Schüler und 

habe mit seinen Eltern und Geschwistern in B._______ bei C._______ im 

Jaffna-Distrikt gelebt. Von 2002 bis 2006 habe er sich in seiner Schule an 

der Organisation und Durchführung von Anlässen der Liberation Tigers of 

Tamil Eelam (LTTE) beteiligt. Die Aufträge habe er vom Anführer der LTTE 

in C._______ namens P. erhalten. Anfang Mai 2009 sei A. – einer seiner 

Klassenkameraden – festgenommen und geschlagen worden. Infolgedes-

sen sei seine Beteiligung an der Organisation von LTTE Anlässen der Sri 

Lankan Army (SLA) bekannt geworden. Am 23. Juni 2009 habe die Armee 

das Haus seiner Eltern nach ihm durchsucht. Da er sich auf dem Dachbo-

den versteckt habe, habe er sich einer Festnahme entziehen können. Da-

nach sei er zu seinem Schutz drei Monate bei seiner Tante in D._______ 

gewesen.   

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er eine Identitätskarte, ein 

Bestätigungsschreiben des (...) College vom 18. Januar 2010, ein Bestäti-

gungsschreiben des Gemeindevorstehers, seine Geburtsurkunde und eine 

Beglaubigung dieser Urkunde zu den Akten. 

A.b Mit Verfügung vom 30. Mai 2013 lehnte die Vorinstanz das Asylgesuch 

ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

A.c Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertretung am 28. Juni 2013 Beschwerde und beantragte, die vo-

rinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft sei 

festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzuläs-

sigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

Zur Stützung seiner Angaben reichte er ein Bestätigungsschreiben des (...) 

College vom 21. Juni 2013, eine Wohnsitzbestätigung des Gemeindevor-

stehers, ein Bestätigungsschreiben seines Vaters, einen Auszug aus dem 

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Information Book der Polizei vom 20. Juni 2009 und eine Bestätigung der 

Human Rights Commission of Sri Lanka vom 19. Juli 2013 zu den Akten. 

A.d Mit Urteil D-3720/2013 vom 11. Februar 2014 hiess das Bundesver-

waltungsgericht die Beschwerde gut, hob die angefochtene Verfügung vom 

30. Mai 2013 auf und wies die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfest-

stellung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass die Vorinstanz im 

Zuge zweier im August 2013 bekannt gewordener Vorfälle sri-lankischer 

Rückkehrer faktisch sämtliche Verfahren – auch solche im Vollzugssta-

dium – in Wiedererwägung ziehe (vgl. Medienmitteilung der Vorinstanz 

vom 4. September 2013 "Bundesamt hat Rückführungen nach Sri Lanka 

vorläufig ausgesetzt"). Es sei davon auszugehen, dass der Sachverhalt 

nicht vollständig festgestellt worden sei und sich die neu durchgeführte La-

gebeurteilung darauf auswirken könne.     

B.  

B.a Im Rahmen einer zweiten Anhörung (2. BA) vom 10. Dezember 2014 

ergänzte der Beschwerdeführer in sachverhaltlicher Hinsicht, bis 2006 

seien die LTTE-Anlässe in der Schule durchgeführt worden, danach hätten 

diese weiterhin an anderen Orten stattgefunden. Er selbst habe Vorberei-

tungsarbeiten koordiniert, an den Veranstaltungen Reden gehalten und 

[weitere Tätigkeiten ausgeführt]. Ende 2008 habe er sich einen Monat lang 

bei einem Kollegen im Vanni-Gebiet aufgehalten. Im Januar oder Februar 

2009 sei in seiner Umgebung ein Stromerzeuger zerstört worden, wofür 

auch er und seine Kollegen verantwortlich gemacht worden seien. Aus Pro-

test gegen die Konfiszierung von etlichen Gegenständen aus der Schule 

durch die SLA habe er Ende April, Anfang Mai 2009 an einer Demonstration 

vor der Schule – gegenüber habe es [eine Einrichtung] gegeben – Pneus 

verbrannt und sei dabei gefilmt worden. Er und acht weitere Personen hät-

ten vom Militär am 20. Juni 2009 eine Vorladung für den 23. Juni 2009 er-

halten, der sie nicht Folge geleistet hätten, woraufhin sein Kollege A. fest-

genommen worden sei. Am 23. Juni 2009 habe die Armee zu Hause nach 

ihm gesucht. Auf Vorhalt hin erklärte er, A. sei insgesamt zweimal festge-

nommen worden, beim ersten Mal habe ihn sein Vater freigekauft. Auf 

Nachfrage erklärte der Beschwerdeführer, in seinem Verwandtenkreis 

habe es einen LTTE-Kämpfer und eine Informantin gegeben, die sein Vater 

unterstützt habe, weshalb es zu Problemen gekommen sei.  

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B.b Mit Verfügung vom 17. November 2015 – eröffnet am 19. Novem-

ber 2015 – lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorbringen seien nicht 

glaubhaft, weshalb deren Asylrelevanz nicht zu prüfen sei. Die vom Be-

schwerdeführer im Beschwerdeverfahren D-3720/2013 eingereichten Be-

weismittel wertete das SEM als Gefälligkeitsschreiben, beziehungsweise 

wies es darauf hin, dass Dokumente, wie etwa der Auszug aus dem "Infor-

mation Book of Jaffna Police Station", leicht käuflich erworben werden 

könnten, weshalb deren Beweiswert äusserst gering sei. 

B.c Gegen diesen Entscheid liess der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 21. Dezember 2015 beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung sei 

aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm sei 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und er sei vorläufig aufzunehmen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um die Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und um Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde er-

sucht. 

B.d Mit Verfügung vom 8. Januar 2016 teilte die Instruktionsrichterin dem 

Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten und hiess den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege 

gut. 

B.e Mit Verfügung vom 28. Januar 2017 wurde das SEM zur Vernehmlas-

sung eingeladen. Am 2. Februar 2016 nahm das SEM zur Beschwerde 

Stellung und hielt vollumfänglich an seinen Erwägungen fest. 

B.f Mit Replik vom 24. Februar 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Beschwerdebegehren fest. 

B.g Mit Botschaftsanfrage vom 8. März 2016 ersuchte die Instruktionsrich-

terin die Schweizerische Vertretung in Colombo um Überprüfung der Echt-

heit der eingereichten Dokumente. Mit Antwortschreiben vom 4. Mai 2016 

teilte die Botschaft mit, dass es sich gemäss Abklärungen beim Schreiben 

der Human Rights Commission of Sri Lanka vom 19. Juli 2013 um eine 

Fälschung handle und im Weiteren die eingereichte Vorladung (Information 

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Book of Police Station) nicht jenem Formular entspreche, das für eine Vor-

ladung verwendet werden würde. Beim Bestätigungsschreiben des Ge-

meindevorstehers könnte es sich um ein Gefälligkeitsschreiben handeln. 

B.h Mit Verfügung vom 13. Mai 2016 wurde dem Beschwerdeführer Gele-

genheit gegeben, zum Abklärungsergebnis Stellung zu nehmen.  

B.i Mit Stellungnahme vom 1. Juli 2016 reichte der Beschwerdeführer eine 

neue Bestätigung der Human Rights Commission of Sri Lanka vom 

3. Juni 2016 sowie eine Bestätigungsmail des Regionalkoordinators der-

selben vom 1. Juli 2016 zu den Akten. 

B.j Mit Botschaftsanfrage vom 20. März 2017 ersuchte die Instruktionsrich-

terin die Schweizer Vertretung in Colombo um Abklärung bezüglich der 

Echtheit der nachgereichten Bestätigung. Mit Antwortschreiben vom 19. 

April 2017 teilte die Vertretung in Colombo mit, dass das Schreiben der 

Human Rights Commission of Sri Lanka vom 3. Juni 2016 gemäss neuer-

licher Abklärungen echt sei und bestätigt worden sei, dass der Vater des 

Beschwerdeführers am 25. Juni 2009 dort eine Klage eingereicht habe.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

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angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Stand-

punkt, die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinen Vorfluchtgründen 

hielten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG 

nicht stand. Auch sei nicht davon auszugehen, dass ihm im Falle der Rück-

kehr nach Sri Lanka künftige Verfolgungsmassnahmen drohten. 

4.1.1 Da seine Vorbringen an der BzP, der 1. BA und der 2. BA wider-

sprüchlich ausgefallen seien, sei die geltend gemachte Gefährdung durch 

die sri-lankischen Behörden insgesamt als unglaubhaft einzustufen. In der 

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2. BA habe er zudem Sachverhaltselemente nachgeschoben. Ausserdem 

seien wesentliche Elemente seiner Vorbringen unplausibel. 

So habe er im Rahmen der BzP und der 1. BA angegeben, zuletzt im Jahr 

2006 an einer LTTE-Veranstaltung mitgewirkt zu haben und darüber hinaus 

nichts mit der LTTE zutun gehabt zu haben. Im Gegensatz dazu habe er in 

der 2. BA vorgebracht, auch nach dem Jahr 2006 für die LTTE tätig gewe-

sen zu sein. Zudem habe er neu vorgebracht, dass LTTE-Mitglieder regel-

mässig zu ihm nach Hause gekommen seien. Im Weiteren habe er anläss-

lich der 1. BA angegeben, sich gemeinsam mit vier Schulkollegen aktiv an 

einer LTTE-nahen Schülerorganisation beteiligt zu haben. An der 2. BA 

habe er hingegen vorgebracht, es seien insgesamt neun Personen invol-

viert gewesen. Schliesslich habe er an der BzP und der 1. BA angegeben, 

am 23. Juni 2009 erstmals von der Armee gesucht worden zu sein. Dem-

gegenüber habe er in der 2. BA vorgebracht, bereits zuvor wegen eines 

Anschlags auf einen Stromerzeuger im Januar oder Februar 2009 sowie 

wegen einer Demonstrationsteilnahme im April oder Mai 2009 ins Visier der 

Armee geraten zu sein. Schliesslich habe er angegeben, dass er am 

20. Juni 2009 eine Vorladung für den 23. Juni 2009 erhalten habe. Diese 

Angaben stünden jedoch im Widerspruch zum Inhalt des eingereichten Be-

weismittels (Information Book of Police Station), wonach es zwei Vorladun-

gen gegeben haben soll. Dem Dokument sei zu entnehmen, dass sich er 

und seine Schulkollegen am 20. Juni 2009 bei der „Terrorist Prevention 

Unit“ hätten melden müssen und wegen Missachtung dieser Vorladung per 

23. Juni 2009 neuerlich vorgeladen worden seien. Darüber hinaus seien 

seine Angaben zur angeblichen Verhaftung seines Kollegen A. wider-

sprüchlich, da er diesbezüglich drei unterschiedliche Versionen geltend ge-

macht habe. An der 1. BA habe er vorgebracht, A. sei im Mai 2009 vorüber-

gehend verhaftet worden, woraufhin ihn seine Eltern freigekauft und ins 

Ausland geschickt hätten. A. habe ihm rund zwei Wochen bevor er (der 

Beschwerdeführer) zuhause gesucht worden sei, davon berichtet. Demge-

genüber habe er an der 2. BA erklärt, A. sei am Nachmittag des 

23. Juni 2009 verhaftet worden, woraufhin er (der Beschwerdeführer) 

abends zuhause gesucht worden sei. Auf Vorhalt hin habe er dann seine 

Angaben dahingehend korrigiert, dass A. insgesamt zwei Mal verhaftet 

worden sei, einmal im Mai und einmal im Juni 2009. Damit habe er eine 

dritte Version der Verhaftung von A. geschildert. Im Weiteren habe er un-

terschiedliche Angaben zu seinem Aufenthalt bei seiner Tante gemacht. 

Anlässlich der BzP und der 1. BA habe er geltend gemacht, drei Monate 

lange im Haus seiner Tante versteckt geblieben zu sein und dort gelernt zu 

haben. Demgegenüber habe er an der 2. BA vorgebracht, sich zunächst 

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am Tag nach der Hausdurchsuchung bei der Human Rights Commission 

of Sri Lanka in Jaffna gemeldet zu haben und danach zur Tante gegangen 

zu sein.  

Zudem habe er anlässlich der 2. BA nachträglich wesentliche Sachverhalt-

selemente geltend gemacht, die über eine blosse Konkretisierung hinaus-

gingen. So habe er zusätzlich angegeben, im Januar 2008 während der 

Schulferien rund einen Monat lang im Vanni-Gebiet gelebt zu haben und 

nach der Rückkehr vermehrt mit LTTE-Mitgliedern unterwegs gewesen zu 

sein. Weiter habe er vorgebracht, wegen eines Bombenanschlags auf ei-

nen Stromerzeuger verdächtigt worden zu sein und sich im April oder 

Mai 2009 an einer Demonstration vor der Schule beteiligt zu haben. Dar-

über hinaus habe er erstmals an der 2. BA angegeben, eine Vorladung 

erhalten zu haben, welcher er nicht Folge geleistet habe, und schliesslich, 

nach erfolgloser Hausdurchsuchung der Armee vom 23. Juni 2009, sich 

bei der Human Rights Commission gemeldet und für drei Monate unter de-

ren Schutz gestanden zu haben. 

Im Weiteren seien seine Angaben unplausibel. Es sei nicht nachvollzieh-

bar, dass er sich angesichts der geltend gemachten Bedrohung noch bis 

zum 24. Juni 2009 zuhause aufgehalten haben soll. Seine Angaben, wo-

nach zunächst die Tante ihr Einverständnis habe geben müssen, ihm Un-

terschlupf zu gewähren, überzeugten angesichts der Gefährdungslage 

nicht. Auch sei nicht verständlich, weshalb ihm die Eltern nicht vor seiner 

Ausreise von den Filmaufnahmen über seine Demonstrationsteilnahme 

vom Mai 2009 erzählt hätten, welche ihnen an einem Elternabend gezeigt 

worden seien, zumal die Armee dabei sogar mit Festnahme gedroht habe. 

Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Armee diese Handlun-

gen nur gefilmt habe, ohne zur Festnahme zu schreiten. 

Aufgrund der aufgezeigten Ungereimtheiten sei es insgesamt nicht glaub-

haft, dass er wegen seiner Tätigkeiten als Schüler für die LTTE in asylbe-

achtlicher Weise verfolgt worden sei. Im Übrigen werde auf die Ausführun-

gen im Asylentscheid vom 30. Mai 2013 verwiesen. 

4.1.2 Da die Verfolgungssituation nicht geglaubt werden könne, sei grund-

sätzlich auch an der Echtheit der eingereichten Dokumente zu zweifeln. 

Zum einen handle es sich dabei um typische Gefälligkeitsschreiben, zum 

anderen sei allgemein bekannt, dass behördliche Dokumente – wie etwa 

der Auszug aus dem „Information Book of Jaffna Police Station“ – leicht 

erhältlich gemacht werden könnten, weshalb der Beweiswert als äusserst 

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gering einzustufen sei. Dass der Beschwerdeführer den Inhalt der angeb-

lichen Vorladung an der Anhörung falsch wiedergegeben habe, spreche 

zudem dafür, dass das Beweismittel gefälscht sei.  

4.1.3 Schliesslich bestünde in Bezug auf eine Rückkehr nach Sri Lanka 

keine begründete Furcht vor Verfolgung. Die ethnische Zugehörigkeit und 

die lange Landesabwesenheit reichten nicht aus, um von drohenden Ver-

folgungsmassnahmen auszugehen. Auch seien weder die Herkunft aus 

dem Norden, noch das Alter, noch das angeblich illegale Verlassen des 

Landes beziehungsweise die Rückkehr mit temporären Reisedokumenten, 

noch die geltend gemachten Demonstrationsteilnahmen in der Schweiz ge-

eignet, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden zu erhöhen. Da 

der Beschwerdeführer an den Demonstrationen in der Schweiz keine spe-

zielle Rolle eingenommen habe, sei sein diesbezügliches Vorbringen asyl-

rechtlich unwesentlich. Somit habe er bei Rückkehr keine Massnahmen zu 

befürchten, welche über einen sogenannten background check (Befragun-

gen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka 

und im Ausland) hinausgehen würden. 

4.1.4 Im Weiteren lasse die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri 

Lanka den Wegweisungsvollzug nicht als generell unzulässig erscheinen. 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe festge-

stellt, dass zurückkehrenden Tamilinnen und Tamilen nicht generell eine 

unmenschliche Behandlung drohe. Auch eine Einzelfallbeurteilung ergebe 

keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behand-

lung drohe. Die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka habe sich deutlich 

verbessert, seit das gesamte Land nach Beendigung des bewaffneten Kon-

flikts mit den LTTE im Mai 2009 unter Regierungskontrolle sei. Der Vollzug 

von Wegweisungen in die Nord- und Ostprovinzen sei – ausser für Perso-

nen mit letztem Wohnsitz im Vanni-Gebiet – grundsätzlich zumutbar, wobei 

im Einzelfall eine sorgfältige Prüfung der individuellen Kriterien vorzuneh-

men sei. Der Beschwerdeführer stamme aus einem Gebiet, in dem die Si-

cherheitslage nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

spreche. Vielmehr lebe seine Familie nach wie vor in C._______. Aufgrund 

der beruflichen Tätigkeiten seines Vaters sei davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer bei Rückkehr finanzielle Unterstützung vorfinden werde, 

bis er seine Ausbildung beendet und eine bezahlte Tätigkeit gefunden 

habe. Aus diesen Gründen sei der Wegweisungsvollzug auch zumutbar. 

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4.2 In der Beschwerde hielt der Beschwerdeführer daran fest, von 2002 

respektive 2003 bis 2009 in einer Schülerorganisation aktiv gewesen zu 

sein, mit der er Demonstrationen und verschiedene Anlässe zu Propagan-

dazwecken für die LTTE organisiert habe. An solchen Veranstaltungen 

habe er mehrfach Vorträge gehalten beziehungsweise Infoblätter im Dorf 

verteilt und Plakate aufgehängt. In den Jahren 2006, 2007 seien die LTTE 

auf der Jaffna-Halbinsel nach wie vor stark präsent gewesen. Die Schüler-

organisation habe als Vermittler zwischen den LTTE und den Studierenden 

fungiert. Hierfür sei der Beschwerdeführer in persönlichem Kontakt mit den 

LTTE gestanden, insbesondere mit der für seine Gegend verantwortlichen 

Person P.. Die LTTE seien auch regelmässig beim Beschwerdeführer zu-

hause gewesen. Nach seinem Aufenthalt im Vanni Ende 2008 habe er ver-

schiedene Aufgaben für die LTTE übernommen. Er habe sie mit Essen ver-

sorgt und einen Checkpoint beobachtet, bzw. den LTTE gemeldet, ob die-

ser besetzt gewesen sei. Damals habe es häufig Anschläge auf Stromer-

zeuger und Waffentransporte gegeben. Als in seiner Ortschaft ein Strom-

erzeuger zerstört worden sei, habe man ihn und seine Kollegen aus der 

Schülerorganisation verdächtigt. Einige Monate später sei er an einer De-

monstration dabei gefilmt worden, wie sie Autoreifen angezündet und eine 

Strasse gesperrt hätten. Da sie Schuluniformen getragen hätten, habe man 

sie nicht verhaften dürfen. Jedoch habe man die Filmaufnahmen den Eltern 

gezeigt und mit Verhaftung gedroht, sollte es zu weiteren Vorfällen kom-

men. Davon habe der Beschwerdeführer erst nach seiner Ausreise erfah-

ren. Anfangs Juni 2009 sei sein Freund A. vorübergehend inhaftiert und 

geschlagen worden und habe alles erzählt. Nachdem dieser von seinen 

Eltern freigekauft worden sei, habe er dem Beschwerdeführer über den 

Vorfall berichtet. Am 20. Juni 2009 hätten sie schliesslich eine Vorladung 

erhalten, sich am 23. Juni 2009 bei der Terrorist Prevention Unit zu melden. 

Aus Angst seien sie nicht hingegangen. Am Nachmittag des 23. Juni 2009 

sei A. abermals verhaftet worden. Abends seien Armeeangehörige bei den 

Eltern des Beschwerdeführers aufgetaucht, er habe sich jedoch verstecken 

können. In der gleichen Nacht sei er zu seiner Tante nach D._______ ge-

gangen. In Begleitung seines Vaters habe er der Human Rights Commis-

sion gemeldet, dass er gesucht werde. Man habe ihm vorgeschlagen, 

gleich dort zu bleiben, wovor er sich jedoch aufgrund mehrerer unbekann-

ter Personen, die ebenfalls dort gewesen seien, gefürchtet habe. Deshalb 

habe er sich dort nur tagsüber aufgehalten und danach bei seiner Tante 

übernachtet. In der folgenden Zeit sei erneut bei ihm zuhause nach ihm 

gesucht worden, dies sei auch noch zweimal nach seiner Ausreise der Fall 

gewesen.  

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Die Vorinstanz habe seine Vorbringen zu Unrecht als unglaubhaft qualifi-

ziert. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen für seine Familie in Sri 

Lanka habe er zunächst nur seine Tätigkeiten bis 2006, als er noch regulär 

die Schule besucht und bevor sich der Konflikt zugespitzt habe, erwähnt. 

Aus demselben Grund habe er auch an der 1. BA die Demonstrationsteil-

nahme aus dem Jahr 2009 verschwiegen, wie auch die Meldung bei der 

Human Rights Commission, wobei ihm zudem die Wichtigkeit dieses De-

tails nicht bewusst gewesen sei. Dies gelte auch für seine Angaben, im 

Jahr 2008 einen Monat lang im Vanni-Gebiet und danach vermehrt mit 

LTTE-Mitgliedern zusammen gewesen zu sein. Da er nicht erkannt habe, 

wie wichtig die Details im Asylverfahren seien, habe er anfangs nur seine 

vier besten Freunde, die mit ihm die Demonstrationen organisiert hätten, 

erwähnt, obwohl insgesamt neun Personen beteiligt gewesen seien. Er 

habe aber alle in der 2. BA namentlich aufgeführt. Schliesslich sei es in den 

Anhörungen zu divergierenden Aussagen über die Verhaftung von A. ge-

kommen, da er sich nicht mehr an die genauen Abläufe der Ereignisse, die 

zudem über sechs Jahren zurückliegen würden, erinnern könne. Zusam-

mengefasst seien seine Angaben, als verdächtigter LTTE-Unterstützer Ver-

folgung ausgesetzt zu sein, glaubhaft. 

4.3 In der Vernehmlassung ging die Vorinstanz auf die angeblichen Gründe 

des Beschwerdeführers für seine verspäteten Vorbringen ein. Es sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer die Vorfälle im Asylverfah-

ren aus Angst vor einer möglichen Weiterleitung an die sri-lankischen Be-

hörden verheimlicht habe, da die Behörden seinen eigenen Angaben zu-

folge bereits aufgrund des Geständnisses von A. und der Filmaufnahmen 

im Bilde gewesen seien. Auch seine Erklärung, er habe die Umstände der 

Verhaftung seines Freundes A. nicht richtig wiedergeben können, da die 

Vorfälle zu lange zurückliegen würden, überzeuge nicht. Der Beschwerde-

führer sei unmittelbar nach seiner Einreise zu jenen Ereignissen, die da-

mals erst einige Monate zurückgelegen seien, befragt worden. Damals 

habe er nur eine einzige Verhaftung von A. geltend gemacht, die im Mai 

2009 stattgefunden haben soll. Es sei nicht nachvollziehbar, dass er sich 

Jahre später an der 2. BA an eine weitere Verhaftung seines Freundes vom 

23. Juni 2009 erinnern könne. Schliesslich sei auch seine Aussage, die 

Bedrohungslage sei ihm nicht bewusst gewesen, weshalb er sich nicht be-

reits zu einem früheren Zeitpunkt versteckt habe, nicht überzeugend. Er 

habe angegeben, A. habe den Behörden sämtliche Vorfälle unter Folter 

gestanden, woraufhin sich alle anderen sieben Schüler – bis auf den Be-

schwerdeführer – versteckt hätten. Zudem seien die Eltern bereits zuvor 

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von der Armee verwarnt worden. Aufgrund dieser Angaben sei nicht nach-

vollziehbar, dass er keine Vorsichtsmassnahmen getroffen habe, sondern 

sogar noch eine Vorladung missachtet haben will. Auf Vorhalt habe er le-

diglich ausgeführt, er sei nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt zur Tante 

geflohen, da sie diese erst um Zustimmung hätten fragen müssen. Dabei 

habe er aber nicht erwähnt, dass ihm die Bedrohungslage nicht bewusst 

gewesen sei, sondern dies erst in der Beschwerde geltend gemacht. Im 

Weiteren stimmten Angaben im Schreiben des Dorfvorstehers über die 

Aufenthaltsdauer seiner Familie und seine Schulstufe nicht mit jenen des 

Beschwerdeführers überein. Auch die verschiedenen Bestätigungen des 

Colleges enthielten unterschiedliche Angaben über seinen Schulbesuch, 

wobei eines dieser Dokumente Fälschungsmerkmale aufweise (über-

schriebene Ziffern und Buchstaben). 

4.4 Dem entgegnete der Beschwerdeführer in der Replik, seine Angst vor 

einer Weiterleitung seiner Angaben an die sri-lankischen Behörden sei be-

gründet gewesen, da er bereits mehrfach im Fokus der Behörden gestan-

den und gehofft habe, seine Flucht in die Schweiz würde unentdeckt blei-

ben. Da er jegliches Vertrauen in Behörden verloren habe, sei nachvoll-

ziehbar, dass er nicht von Anfang an alle wesentlichen Punkte vorgebracht 

habe. Er habe damals Konsequenzen für seine Familie befürchtet. Seine 

nachträglichen Vorbringen seien zudem plausibel und glaubhaft. Im Weite-

ren hielt der Beschwerdeführer an seinen Ausführungen in der Beschwer-

deschrift fest, wonach ihm die Bedrohungslage aufgrund seines jungen Al-

ters nicht sofort bewusst gewesen sei und er sich bei seiner Familie zu-

nächst sicher gefühlt habe. Zudem könnten die abweichenden Angaben im 

Schreiben des Dorfvorstehers zur Wohnsitzdauer die Glaubhaftigkeit sei-

ner Vorbringen nicht beeinträchtigen. Seine Familie habe über 10 Jahre an 

dem angegebenen Ort gelebt und er sei dort aufgewachsen. Nur aufgrund 

der Nachfragen des SEM habe er in der Anhörung frühere Wohnorte prä-

zisiert, wohingegen diese für ihn und seine Familie nicht relevant seien. Die 

Abweichungen seien als unwesentlich einzustufen.  

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

D-8324/2015 

Seite 13 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz 

zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; BVGE 2010/57 E. 2.3). 

5.2 Nach Durchsicht der Akten ist der Vorinstanz insofern beizupflichten, 

als die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Vorfälle zwischen 

2006 und Mai oder Juni 2009 nachgeschoben wirken, weshalb sie als un-

glaubhaft einzustufen sind. Auch wurden der Zeitpunkt und die Anzahl der 

Verhaftungen von A. an der 1. BA und der 2. BA unterschiedlich dargestellt. 

Dennoch geht das Gericht von einer teilweisen Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen aus und kommt – wie in den nachfolgenden Erwägungen aufzuzeigen 

sein wird – zu einer anderen Einschätzung des Profils des Beschwerdefüh-

rers.  

5.2.1 Es bestehen zwar erhebliche Zweifel über den Zeitpunkt, zu dem der 

Beschwerdeführer seine Aktivitäten für die LTTE-nahe Schülerorganisation 

beendet hat. Dennoch sind seine Angaben, im Rahmen dieser Organisa-

tion die LTTE von 2002/2003 bis 2006 persönlich unterstützt zu haben, 

grundsätzlich glaubhaft. Der Beschwerdeführer machte lebensnahe Anga-

ben zu seiner Rolle wie auch weitgehend übereinstimmende Aussagen zu 

seinen hierfür wesentlichen Kontakten. Die Vorbringen, die Organisation 

habe als Vermittlerin zwischen den LTTE und den Studierenden fungiert, 

wofür der Beschwerdeführer persönlichen Kontakt mit der für die Gegend 

verantwortlichen Person P. gehabt habe, sind plausibel. An der BzP, der 1. 

BA, der 2. BA und auf Beschwerdeebene hat er sein aktives Engagement 

D-8324/2015 

Seite 14 

sowie seine Beteiligung an verschiedenen Anlässen in der Schule substan-

ziiert und widerspruchsfrei vorgebracht. Im Übrigen ist es auch von der Vo-

rinstanz nicht in Abrede gestellt worden, dass der Beschwerdeführer zu ei-

nem früheren Zeitpunkt bei Schulanlässen der LTTE-nahen Organisation 

eine Rolle gespielt habe. Zwar hat der Beschwerdeführer unterschiedliche 

Angaben zur Anzahl der hauptsächlich beteiligten Schüler gemacht, doch 

konnte er diesen Widerspruch durch plausible Erklärungen auflösen. Es ist 

nachvollziehbar, dass es einen engeren Personenkreis gab, mit dem der 

Beschwerdeführer mehr zu tun hatte, aber insgesamt neun Personen an 

den geschilderten Aktivitäten beteiligt waren. In Anbetracht der Anforderun-

gen für eine Umsetzung der genannten Anlässe (planen/organisieren, 

Schüler einteilen, […], Plakate aufkleben, etc.) erscheint es auch nicht ab-

wegig, dass es eine unterschiedliche Anzahl von Mitwirkenden in unter-

schiedlicher Intensität gegeben hat. Zudem konnte der Beschwerdeführer 

alle involvierten Personen ohne Umschweife an der 2. BA namentlich nen-

nen und über ihr weiteres Schicksal Auskunft geben. Aus diesen Gründen 

sind die divergierenden Zahlenangaben nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit 

seiner Vorbringen in Bezug auf seine Aktivitäten in der LTTE-nahen Schü-

lerorganisation in Zweifel zu ziehen.  

Allerdings konnten die vom SEM zu Recht angeführten Zweifel in Bezug 

auf seine verspäteten Vorbringen (Verdacht betreffend Anschlag auf einen 

Stromerzeuger, Demonstrationsteilnahme im Mai 2009, Verhaftung v. A. 

und Bedrohung wegen Missachtung einer Vorladung) auf Beschwerde-

ebene nicht durch überzeugende Argumente aus dem Weg geräumt wer-

den. Dem SEM ist zuzustimmen, dass die Erklärungsversuche in Bezug 

auf die Verspätung der Vorbringen unbehelflich sind. Dies gilt für seine An-

gaben im Rahmen der 2. BA, er habe an der 1. BA nichts über die De-

monstration aus dem Jahr 2009 erzählt, da er erst zu einem späteren Zeit-

punkt von seinen Eltern erfahren habe, dass ihnen an einem Elternabend 

von der Armee ein Film darüber gezeigt worden sei. Zwar kann es dem 

Beschwerdeführer zugestanden werden, dass er sich unmittelbar bei sei-

ner Ankunft in der Schweiz davor fürchtete, Informationen preiszugeben, 

die seiner Familie schaden könnten, zumal die Sicherheitslage nach dem 

Sieg der SLA äusserst unübersichtlich geblieben ist. Trotzdem wäre er im 

Zuge der 1. BA gehalten gewesen, über sämtliche fluchtauslösende Vor-

fälle zu berichten, unabhängig davon, ob seine Eltern etwas darüber wuss-

ten oder nicht. In Bezug auf die Feststellung des SEM, er habe verschie-

dene Versionen der Verhaftung von A. geschildert, wurde auf Beschwerde-

ebene ausgeführt, die Ereignisse aus dem Jahr 2009 seien zum Zeitpunkt 

der 2. BA über sechs Jahre zurückgelegen, weshalb er sie nicht mehr habe 

D-8324/2015 

Seite 15 

einordnen können. Die Vorinstanz qualifizierte diese Erklärung auf Ver-

nehmlassungsstufe als Schutzbehauptung. Vorliegend kommt auch das 

Gericht zum Schluss, dass der in der 2. BA geltend gemachte angebliche 

Haftgrund – die Missachtung einer Vorladung – unglaubhaft ist. Aufgrund 

des Ergebnisses der Botschaftsabklärung vom 4. Mai 2016 ist auch die in 

der angefochten Verfügung getroffene Einschätzung zu bestätigen, wo-

nach es sich bei den Auszügen aus dem „Information Book of Police“ um 

leicht erhältliche Dokumente handelt, die keinen Beweiswert haben. Aus 

diesen Gründen ist es unglaubhaft, dass er beziehungsweise A. wegen 

Missachtung einer Vorladung gesucht worden seien. Unter dem Blickwin-

kel, dass sich der Beschwerdeführer bis zur Verschärfung des Konflikts im 

Jahr 2006 über einen jahrelangen Zeitraum an LTTE-Propagandaaktivitä-

ten beteiligt und für seine Schülerorganisation die Rolle einer Verbindungs-

person zum LTTE-Kontakt P. eingenommen hat und der von Anfang an gel-

tend gemachten Hausdurchsuchung vom 23. Juni 2009 kann jedoch eine 

abschliessende Bewertung der verspäteten Vorbringen zu seinen Aktivitä-

ten im Rahmen der Schülerorganisation unterbleiben.  

5.2.2 Der Beschwerdeführer hat während des gesamten Verfahrens über-

einstimmend erklärt, die Hausdurchsuchung sei der eigentliche Auslöser 

für seine Flucht gewesen (A1, S. 5; A9 F 27 – 44; A35, S. 5). Anlässlich der 

1. BA hat er in dieser Hinsicht detailliert und widerspruchsfrei wiedergeben, 

wie am 23. Juni 2009 Armeeangehörige zu ihm nach Hause gekommen 

seien, wie seine Eltern reagiert hätten und wie er sich der Festnahme ent-

zogen habe. Diesbezüglich erscheint es im Gegensatz zur Auffassung der 

Vorinstanz in der Verfügung vom 30. Mai 2013 (A21, S. 3), auf die in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen wurde, nicht als unlogisch, dass die 

Soldaten ihn dabei nicht gefunden haben. Im Rahmen der 1. BA wurde 

dem Beschwerdeführer vorgehalten, wieso nicht zusätzlich der Dachboden 

nach ihm durchsucht worden sei (A9 F 35 - 39). Daraufhin erklärte der Be-

schwerdeführer, seine Mutter habe den Soldaten gesagt, er sei weggegan-

gen. Ausserdem hätten nicht alle Häuser eine Dachluke, die zudem in ge-

schlossenem Zustand nicht zu erkennen sei. In der Verfügung (A21) wurde 

zudem argumentiert, es sei unüblich, dass jemand in der Situation des Be-

schwerdeführers – nach der Festnahme eines Kollegen – weiterhin in sei-

nem Elternhaus verblieben und so von einer Razzia überrascht worden sei. 

Folgt man diesen Plausibilitätserwägungen, ist es dann aber auch nicht 

verwunderlich, dass sich Armeeangehörige im Zuge einer Razzia mit der 

Antwort einer Mutter zufriedengegeben haben, der gesuchte Sohn habe 

das Haus bereits verlassen, ohne weiterhin nach einem unzugänglichen 

D-8324/2015 

Seite 16 

Dachboden oder einer unsichtbaren Dachluke zu suchen. Die Plausibili-

tätserwägungen in der Verfügung (A21), wonach die Suche nach dem Be-

schwerdeführer nicht geglaubt werden könne, reichen daher nicht aus, die 

konsistenten Angaben des Beschwerdeführers zum Ablauf der Hausdurch-

suchung grundsätzlich in Zweifel zu ziehen. Aufgrund der nachfolgenden 

Erwägungen zur deshalb erhobenen Klage des Vaters bei der Human 

Rights Commission ist auf die Frage, ob es Menschen in der Situation des 

Beschwerdeführers und seiner Familie zuzugestehen ist, in einer unüber-

sichtlichen Lage nach dem Sieg der SLA Fehleinschätzungen in Bezug auf 

die eigene Sicherheit zu treffen, nicht mehr weiter einzugehen.  

5.2.3 Der Beschwerdeführer hat auf die Klage bei der Human Rights Com-

mission, die vom SEM zutreffend als ein wesentliches Sachverhaltsele-

ment bezeichnet wurde, erst im Rahmen der ersten Beschwerdeeingabe 

an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. Juni 2013 Bezug genommen. 

Da seinen Angaben entnommen werden kann, dass ihm dies zunächst als 

unwichtiger Behördengang erschienen sei, kann ihm das verspätete Vor-

bringen nicht mit der Konsequenz, seine Klageerhebung sei grundsätzlich 

unglaubhaft, vorgehalten werden. Es ist nicht von vorneherein unplausibel, 

dass der Beschwerdeführer die Wichtigkeit dieses Details für sein Asylver-

fahren erst im Gespräch mit seiner Rechtsvertretung in der Schweiz er-

kannt hat, weshalb ihm das verspätete Vorbringen nachzusehen ist. Die 

Schweizer Vertretung in Colombo hat im Zuge der Botschaftsabklärung 

vom 19. April 2017 die Authentizität der Bestätigung der Human Rights 

Commission über die Klageerhebung vom 25. Juni 2009 bescheinigt. Aus 

unabhängigen Quellen ergibt sich, dass die Human Rights Commission/ 

Jaffna Branch überlastet gewesen ist und im Zeitraum von Januar bis Sep-

tember 2009 in 116 Fällen Klagen entgegengenommen und eine vorberei-

tende Untersuchung eingeleitet hat (US Department of State, Sri Lanka, 

2009 Country Reports on Human Rights Practices,  

https://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/2009/sca/136093.htm, aufgerufen am 

22. Mai 2017). Diese Kommission hat einen gerichtsähnlichen Zugang 

(a.a.O.) und es entspricht dem Modus Operandi von Menschenrechtskom-

missionen, sich von der sofortigen Einleitung von Voruntersuchungen ei-

nen gewissen vorläufigen Schutz für die Klägerinnen und Kläger zu erhof-

fen, wofür auch die zahlreichen field visits der Kommission im Jahr 2009 

bei den in der Region tätigen Sicherheitsbehörden sprechen (vgl. HRC, 

Annual Report 2009, http://www.hrcsl.lk/PFF/anual_report_2009/eng-

lish.pdf, aufgerufen am 22. Mai 2017). Es folgt daraus, dass es sich vorlie-

gend um einen jener 116 Beschwerdefälle handelt, die von der Human 

https://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/2009/sca/136093.htm
http://www.hrcsl.lk/PFF/anual_report_2009/english.pdf
http://www.hrcsl.lk/PFF/anual_report_2009/english.pdf

D-8324/2015 

Seite 17 

Rights Commission of Sri Lanka im Zeitraum zwischen Januar und Sep-

tember 2009 in Jaffna entgegengenommen werden konnten. Es ist nicht 

abwegig, dass der Beschwerdeführer und sein Vater hierfür konkrete, si-

cherheitsrelevante Klagegründe geltend gemacht haben müssen. Die Kla-

geerhebung bei der Human Rights Commission ist daher neben der glaub-

haften Schilderung der Hausdurchsuchung ein weiteres Indiz dafür, dass 

sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner vergangenen Unterstützungs-

leistungen für die LTTE in einer ernsthaften Bedrohungssituation befunden 

hat. Darüber hinaus ist notorisch, dass nach dem Sieg über die LTTE die 

sri-lankischen Sicherheitskräfte konsequent gegen gewisse ehemalige und 

vermeintliche Angehörige der LTTE vorgingen und versuchten, bisher nicht 

gefasste qualifizierte Mitglieder auszumachen. Da der Beschwerdeführer 

die Kontaktperson zu P., dem Auftraggeber auf Seiten der LTTE, gewesen 

ist, ist seine Furcht vor Verhaftung und Misshandlung auch vor dem Hin-

tergrund der damaligen Situation im Jaffna-Distrikt objektiv nachvollzieh-

bar. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer zum 

damaligen Zeitpunkt als Mitglied einer LTTE-nahen Schülerorganisation 

ins Visier der Behörden geraten und aufgrund eines auch allenfalls länger 

zurückliegenden Engagements für die LTTE von Verfolgung bedroht gewe-

sen ist. 

5.2.4 Im Weiteren wurde der Beschwerdeführer im Rahmen der 2. BA erst-

mals über die Verbindungen zwischen seiner Familie und den LTTE be-

fragt. Er gab an, sein [Verwandter] sei ein LTTE-Kämpfer und seine [Ver-

wandte] eine LTTE-Informantin gewesen. Letztere habe Unterstützung 

durch seinen Vater erhalten. Es besteht kein Grund, an der Glaubhaftigkeit 

dieser Angaben zu zweifeln. Es ist deshalb auch nicht auszuschliessen, 

dass aufgrund der LTTE-Verbindungen seiner Angehörigen bereits in der 

Vergangenheit Probleme für die Familie des Beschwerdeführers entstan-

den sind. 

5.3 Wenn auch gewisse Zweifel bestehen bleiben, kommt das Gericht nach 

Prüfung der Akten zum Ergebnis, dass davon auszugehen ist, dass der 

Beschwerdeführer im Zeitraum 2002/2003 – 2006 für eine Schülerorgani-

sation tätig war, die Anlässe für die LTTE zu Propagandazwecken organi-

sierte. Nach Kriegsende sind deshalb die sri-lankischen Behörden auf ihn 

aufmerksam geworden und haben ihn gesucht, worüber er sich im Beisein 

seines Vaters bei der Human Rights Commission of Sri Lanka beschwert 

hat, die ihm (Rechts-)Schutz angeboten hat. Zusammenfassend ist festzu-

halten, dass der Beschwerdeführer insgesamt glaubhaft darlegen konnte, 

sein Engagement für die LTTE habe im Juni 2009 zur Suche nach ihm und 

D-8324/2015 

Seite 18 

zur Hausdurchsuchung bei seinen Eltern geführt. Bei dieser Sachlage ist 

die Furcht des Beschwerdeführers beziehungsweise seiner Familie vor ei-

ner unmittelbar bevorstehenden Verhaftung und Misshandlung – wie nach-

folgend aufzuzeigen sein wird – auch im Länderkontext nach dem Sieg der 

SLA über die LTTE Mitte 2009 objektiv nachvollziehbar, weshalb es wahr-

scheinlich ist, dass er aus diesem Grund seinen Aufenthaltsort gewechselt 

und das Land verlassen hat. 

6.   

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach 

Sri Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive der 

Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien 

(vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri-

sikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaf-

tung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei han-

delt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintli-

chen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um Vorliegen früherer 

Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt 

werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben 

(sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 

8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemach-

ten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffen-

den Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene 

Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1). 

6.2 Wie weiter oben erwogen, rechtfertigen sich zwar die Zweifel der Vo-

rinstanz an den Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe sich noch 

nach dem Wiederaufflammen des Konflikts 2006 aktiv für die LTTE einge-

D-8324/2015 

Seite 19 

setzt. Dennoch führen im Länderkontext die geltend gemachte Hausdurch-

suchung und die glaubhaft gemachten Elemente seines länger zurücklie-

genden Engagements zu einer anderen Einschätzung des Profils des Be-

schwerdeführers. Es ist davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behör-

den von der jahrelangen Propagandatätigkeit des Beschwerdeführers und 

seinen Kontakten zur LTTE in Kenntnis waren. Im Weiteren ist der familiäre 

Hintergrund des Beschwerdeführers in die Gesamtabwägung mit einzube-

ziehen. Seiner Familie gehören ein LTTE-Kämpfer und eine LTTE-Infor-

mantin an, die von seinem Vater unterstützt worden ist. Wegen dieser fa-

miliären Verbindungen sowie der jahrelangen Unterstützungstätigkeit, die 

der Beschwerdeführer für die LTTE persönlich vorgenommen hat, ist anzu-

nehmen, dass die sri-lankischen Behörden ihm ernstzunehmende Verbin-

dungen zu den LTTE nachsagen. Überdies kann festgehalten werden, 

dass der Beschwerdeführer bereits Ziel staatlicher Massnahmen wurde, 

wenn auch in einem nicht sonderlich intensiven Rahmen. In diesem Zu-

sammenhang erscheinen die Ausführungen des Beschwerdeführers 

glaubhaft, dass auch nach dem Verlassen seines Elternhauses noch nach 

ihm gesucht worden sei, wobei die Intensität dieser Suche offenbleiben 

kann. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Fall des Beschwer-

deführers noch ein – wenn auch niederschwelliges – exilpolitisches  Enga-

gement hinzukommt, wobei unter anderem aufgrund der bereits vorliegen-

den beiden anderen stark Risiko begründenden Faktoren auf weitere Aus-

führungen hierzu verzichtet werden kann.  

6.3 Aus diesen Gründen kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr Ziel behördlicher Verfolgungsmassnah-

men in asylrelevantem Ausmass werden könnte. In Würdigung der soeben 

angesprochenen Elemente ist dem Beschwerdeführer daher ein Profil zu 

attestieren, aufgrund dessen er von den sri-lankischen Behörden als LTTE-

Anhänger wahrgenommen werden könnte und daher auch zum heutigen 

Zeitpunkt eine objektiv begründete Furcht hat, im Heimatland asylrelevan-

ten Nachteilen ausgesetzt zu sein.  

7.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Folglich ist die 

Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung ist aufzuheben, 

und das SEM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzu-

erkennen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

D-8324/2015 

Seite 20 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde mit 

der Beschwerdeschrift eine Kostennote in der Höhe von Fr. 2052.– (inkl. 

Barauslagen) eingereicht, die als angemessen erscheint. Hinzuzurechnen 

sind Aufwandsentschädigungen für die Replik und die Stellungnahme zum 

Abklärungsergebnis der Botschaftsanfrage, wobei die zusätzlichen Kosten 

aufgrund der Akten geschätzt werden können (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Ge-

stützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 

VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von insgesamt Fr. 2300.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-8324/2015 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des SEM vom 

17. November 2015 wird aufgehoben. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2300.– zugesprochen, die ihm durch das SEM zu entrichten ist. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anna Wildt 

 

 

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