# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f97db52-4a8d-53aa-b73e-6434a099741f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2011 D-4865/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4865-2011_2011-09-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4865/2011

U r t e i l   v om   7 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
Bangladesh,
c/o _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N _______.

D­4865/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  von Bangladesh mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein  Heimatland  eigenen  Angaben 
zufolge erstmals Ende Dezember 2002 verliess, am 24. März 2002 in die 
Schweiz  einreiste  und  am  25.  März  2002  hier  ein  erstes  Asylgesuch 
stellte,

dass  das  Bundesamt  auf  das  erste  Asylgesuch  mit  Verfügung  vom 
14. Mai  2002  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass für den Inhalt des ersten Asylverfahrens auf die Akten zu verweisen 
ist,

dass der Beschwerdeführer ab Ende Dezember 2004 als verschwunden 
galt,

dass  er  am 22.  Februar  2011  von  der Stadtpolizei C._______  verhaftet 
und  in  der  Folge  dem  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  D._______ 
zugeführt wurde,

dass er dort am 25. Februar 2011 ein zweites Asylgesuch in der Schweiz 
stellte und dazu am 10. März 2011 summarisch befragt wurde,

dass er dabei geltend machte, er habe die Schweiz Ende Dezember 2004 
in Richtung  Italien  verlassen und  sei  in  der Folge  von den  italienischen 
Behörden nach Bangladesh ausgeschafft worden,

dass er  im Heimatland ein Geschäft eröffnet und davon gut habe  leben 
können,

dass  er  ab  dem  Jahr  2007  nebenbei  für  eine  islamische  Gruppierung 
namens Tabliq Jamat Gebetsveranstaltungen organisiert habe, worauf er 
von  Anhängern  der  Awami­League  verdächtigt  worden  sei,  der  Partei 
Jamaat­e­Islami anzugehören,

dass die Leute der Awami­League ihn geschlagen, bedroht und von ihm 
die Zahlung von Schutzgeldern verlangt hätten,

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dass sie ihm mit einem Messer in den Rücken gestochen und die Zähne 
kaputtgeschlagen hätten,

dass sie ausserdem mehrfach die Waren  in seinem Geschäft sowie das 
Geld in der Kasse entwendet hätten,

dass sich die Polizei geweigert habe, seine Anzeige entgegenzunehmen,

dass die Anhänger der Awami­League ihn wegen der versuchten Anzeige 
erneut geschlagen hätten, worauf er eineinhalb Monate  im Krankenhaus 
habe verbringen müssen,

dass  er  aus  diesem Grund  am  25.  Dezember  2010  erneut  aus  seinem 
Heimatland geflohen sei,

dass er  befürchte,  bei  einer Rückkehr nach Bangladesh umgebracht  zu 
werden,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom  17.  März  2011  für  die 
Dauer des Verfahrens dem Kanton E._______ zugewiesen wurde,

dass das BFM am 18. August 2011 beabsichtigte, den Beschwerdeführer 
gestützt  auf  Art. 29  Abs.  1  AsylG  ausführlich  zu  seinen  Asylgründen 
anzuhören,

dass die Anhörung jedoch vorzeitig abgebrochen werden musste, da der 
Beschwerdeführer den anwesenden Dolmetscher ablehnte,

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  vorbrachte,  der Dolmetscher  sei  kein 
Bengali, spreche nicht Bengalisch und übersetze alles falsch,

dass  für  die  weiteren  Aussagen  des  Beschwerdeführers  auf  die 
Protokolle bei den Akten zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer  im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens 
weder  Identitäts­  oder  Reisepapiere  noch  anderweitige  Beweismittel  zu 
den Akten reichte,

dass das BFM auf  das  (zweite) Asylgesuch des Beschwerdeführers mit 
Verfügung  vom  25.  August  2011  –  eröffnet  am  31.  August  2011  –  in 
Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

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dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  anlässlich  der  direkten 
Bundesanhörung  vorgebracht,  er  wolle  einen  Landsmann  als 
Dolmetscher und lehne den vom BFM aufgebotenen Dolmetscher ab,

dass der fragliche Dolmetscher zwar kein ethnischer Bengali sei, es sich 
bei  ihm  indessen  um  einen  vom  BFM  geprüften,  anerkannten  und 
langjährigen Dolmetscher handle, welcher unter anderem die bengalische 
Sprache beherrsche,

dass  anlässlich  der  Anhörung  keinerlei  Anzeichen  für 
Verständigungsprobleme  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  dem 
Dolmetscher  erkennbar  gewesen  seien,  was  im  Übrigen  auch  vom 
anwesenden Hilfswerkvertreter festgestellt worden sei,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  mehrmaligen  Hinweises  auf  seine 
Mitwirkungspflicht  durch  sein  Verhalten  den  Abbruch  der  Anhörung 
notwendig gemacht habe,

dass er damit offensichtlich versucht habe, den Verlauf der Anhörung zu 
stören respektive eine Neuansetzung derselben zu erzwingen und so das 
Verfahren hinauszuzögern,

dass  er  dadurch  seine  Mitwirkungspflicht  schuldhaft  in  grober  Weise 
verletzt  und  zu  erkennen  gegeben  habe,  dass  er  an  einer  Fortsetzung 
des  Asylverfahrens  nicht  interessiert  sei,  weshalb  ihm  das 
Rechtsschutzinteresse abzusprechen sei,

dass der Wegweisungsvollzug nach Bangladesh durchführbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht vom 5. September 2011 (Poststempel) anfocht 
und  dabei  beantragte,  die  angefochtene Verfügung  sei  aufzuheben und 
es sei ihm Asyl zu gewähren, eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung 
an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  subeventuell  sei  ihm  infolge 
unzulässigen  und  unzumutbaren  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige 
Aufnahme zu gewähren,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

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sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht 
wurde,

dass  auf  die Beschwerdebegründung  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  6.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde unter 
Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 
AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 

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(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
nach Art. 32 – 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch 
auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf 
die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  demnach  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass demnach auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit damit die 
Gewährung von Asyl beantragt wird,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende auf 
andere Weise als den  in Art. 32 Abs. 2 Bstn. a und b AsylG genannten 
Gründen ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Weise verletzen 
(vgl. Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht dann als grob zu bezeichnen 
ist, wenn dadurch die Abklärung des Falles erheblich erschwert wird (vgl. 
EMARK 1995 Nr. 18),

dass  das  Asylgesetz  für  einen  Nichteintretensentscheid  wegen 
Verletzung der Mitwirkungspflicht  im Übrigen keinen Vorsatz voraussetzt 
(vgl. EMARK 2000 Nr. 8),

dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegensatz 
zur  strafrechtlichen  Terminologie  eine  solche  zu  verstehen  ist,  bei 

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welcher  die  betreffende  Person  durch  aktives  Handeln  zur  Verletzung 
beiträgt oder ein Handeln unterlässt,  das  ihr aufgrund  ihres Alters,  ihrer 
Ausbildung,  ihrer  beruflichen  und  sozialen  Stellung  vernünftigerweise 
zugemutet werden kann,

dass  die  Mitwirkungspflicht  des  Gesuchstellers  eine  aktive  Mitarbeit  an 
der Feststellung des Sachverhalts verlangt, wozu insbesondere auch sein 
Erscheinen  zu  den  Anhörungen  und  die  Beantwortung  der  gestellten 
Fragen gehört (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer  bereits  in  der Erstbefragung explizit  auf  die 
ihm obliegende Mitwirkungspflicht hingewiesen wurde sowie darauf, dass 
sich  ein  Missachten  dieser  Pflichten  negativ  auf  den   Asylentscheid 
auswirken könne (vgl. B6 S. 1),

dass  der  Beschwerdeführer  den  Akten  zufolge  anlässlich  der 
Direktanhörung erklärte, er verstehe den anwesenden Dolmetscher nicht 
und verlange die Beiziehung eines Dolmetschers bengalischer Ethnie,

dass  dem  fraglichen  Protokoll  zufolge  (vgl.  B28)  indessen  davon 
auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe den Dolmetscher sehr wohl 
verstanden  und  dieser  habe  die  Äusserungen  des  Beschwerdeführers 
korrekt  übersetzt, was  sich  insbesondere  auch aus der Bemerkung des 
anwesenden Hilfswerkvertreters ergibt (vgl. B28 S. 3),

dass  die  Weigerung  des  Beschwerdeführers,  die  Anhörung  mit  dem 
(durchaus  bengalisch  sprechenden  und  demnach  ausreichend 
qualifizierten)  Dolmetscher  nicht­bengalischer  Herkunft  durchzuführen, 
somit nicht gerechtfertigt erscheint,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  vielmehr  ohne  weiteres  zumutbar  und 
möglich  gewesen  wäre,  mit  Hilfe  des  bei  der  Anhörung  anwesenden 
Dolmetschers seine Asylgründe vorzubringen,

dass  es  sich  bei  der  Anhörung  um  eine  wichtige  Voraussetzung  zur 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  handelt  (vgl.  EMARK 
2003 Nr. 22 E. 4.a und b S. 142 f.),

dass  folglich  das  vorstehend  dargelegte,  unkooperative  Verhalten  des 
Beschwerdeführers  anlässlich  der  Anhörung,  wodurch  er  die 
vorgesehene  Verfahrenshandlung  verhinderte,  eine  grobe  und 
schuldhafte Verletzung der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht darstellt,

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dass die Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerde an 
dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermögen,  weshalb  darauf  an 
dieser Stelle nicht näher einzugehen ist,

dass das BFM somit  zu Recht  in Anwendung von Art.  32 Abs. 2 Bst.  c 
AsylG  auf  das  (zweite)  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
zu bestätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  im 
Bereich  des  Asylrechts  vormals  zuständigen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  konkreten  und  glaubhaften  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, 
die dem Beschwerdeführer in Bangladesh droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass  in  Bangladesh  im  heutigen  Zeitpunkt  keine  Situation  allgemeiner 
Gewalt  herrscht,  weshalb  der  Wegweisungsvollzug  dorthin  als  generell 
zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der Beschwerdeführer  den Akten  zufolge Elektriker  ist,  jedoch  vor 
der  Ausreise  aus  dem  Heimatland  mehrere  Jahre  lang  ein 
Kosmetikgeschäft führte und damit gut leben konnte (vgl. B6 S. 2 und 6),

dass  davon  auszugehen  ist,  er  könne  im  Falle  seiner  Rückkehr  erneut 
einer  derartigen  Erwerbstätigkeit  nachgehen  und  so  seinen 
Lebensunterhalt verdienen,

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dass  er  im  Heimatland  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfügt, 
welches ihn bei Bedarf unterstützen könnte,

dass er  in der Beschwerde geltend macht, er sei fast blind, könne kaum 
laufen und seine Zähne seien in einem desolaten Zustand,

dass  er  jedoch  im  Verlauf  des  Asylverfahrens  lediglich  erwähnt  hatte, 
seine Zähne seien kaputt (vgl. B6 S. 6),

dass  dem Verhaftrapport  der  Stadtpolizei  Zürich  vom  22.  Februar  2011 
zudem zu entnehmen ist, der Beschwerdeführer habe keine Verletzungen 
und  benötige weder  eine  ärztliche  Behandlung  noch Medikamente  (vgl. 
B1 S. 7),

dass  es  dem  Beschwerdeführer  mit  seinem  Vorbringen  in  der 
Beschwerde,  wonach  er  an  verschiedenen  gesundheitlichen  Problemen 
leide,  demnach  nicht  gelungen  ist,  relevante  medizinische 
Wegweisungsvollzugshindernisse  glaubhaft  zu  machen,  zumal  er 
diesbezüglich keine Unterlagen (wie beispielsweise einen Arztbericht) zu 
den Akten reichte,

dass  nach  dem  Gesagten  nicht  zu  erwarten  ist,  der  Beschwerdeführer 
würde bei einer Rückkehr nach Bangladesh  in eine existenzbedrohende 
Situation  geraten,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  im  heutigen 
Zeitpunkt insgesamt als zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es  ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu 
auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung demnach zu 
bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass angesichts des vorliegenden, direkten Entscheids in der Sache das 
Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
gegenstandslos wird,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde nach dem 
Gesagten als aussichtslos erwies,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­4865/2011

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

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