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**Case Identifier:** c69f7421-4cc6-5095-9628-a8509983b9f4
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Strafkammer 10.03.2025 STK 2023 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_003_STK-2023-75_2025-03-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 10. März 2025
STK 2023 75

Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann,
Kantonsrichter Walter Züger, Jörg Meister,
Monique Schnell Luchsinger und Veronika Bürgler Trutmann,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Beschuldigter, Berufungsführer und Anschlussberufungsgegner,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

1. Staatsanwaltschaft, 5. Abteilung, Einsiedlerstrasse 55, 8836 Bennau,
Anklagebehörde, Berufungsgegnerin und Anschlussberufungsführerin,
vertreten durch Jugendanwalt C.________, 

2. D.________, E.________ und F.________,
Privatkläger, Berufungsgegner und Anschlussberufungsgegner,
vertreten durch Rechtsanwalt G.________,

betreffend Unterlassung der Nothilfe
(Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des Jugendgerichts vom 
4. Juli 2023, JGO 2022 2);-

hat die Strafkammer,

Kantonsgericht Schwyz 2

nachdem sich ergeben:

A. Am Wochenende vom 1. und 2. August 2020 konsumierte H.________ 
sel. am Wohnort von I.________ und dessen Eltern J.________ und 
K.________ Alkohol und verschiedene Betäubungsmittel, u.a. ein Morphium-
Gemisch, und verstarb in der Folge am frühen Sonntag. Anlässlich der Ein-
vernahme von A.________ als Auskunftsperson am 2. September 2020 stellte 
sich heraus, dass er sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls an der L.________ 
(Adresse) aufhielt. In der Annahme, dass er somit mitbekommen haben muss-
te, wie schlecht es H.________ sel. ging, eröffnete die Jugendanwaltschaft 
eine Strafuntersuchung gegen ihn und delegierte die Einvernahme als Be-
schuldigter an die Polizei (U-act. 9.1.009 i.V.m. U-act. 10.3.001 Nr. 32). Am 
13. September 2022 überwies die Jugendanwaltschaft den Strafbefehl vom 
23. Juni 2022 gegen den Beschuldigten als Anklage wegen Unterlassung der 
Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB dem Jugendgericht (Vi-act. 1 f.). 
Der Vorwurf gegen den Beschuldigten wird gestützt auf folgenden Sachverhalt 
erhoben:

Am 1. August 2020 zwischen ca. 13.00 Uhr und 17.00 Uhr konsumierten 
M.________, N.________ und H.________ sel. im Schlafzimmer von 
I.________ an der L.________ (Adresse) gemeinsam Amphetamin und 
ein Morphium-Gemisch. Anschliessend, d.h. ca. um 17.00 Uhr, verliessen 
M.________ und H.________ sel. das Zimmer und begaben sich im Par-
terre in den Partyraum („Rüümli“) der Liegenschaft an der L.________ 
(Adresse), wo sich H.________ sel. neben O.________ setzte. Da diese 
krank und bleich ausgesehen hatte, kontrollierte O.________ 
H.________ sel. im 5-Minutentakt die Atmung und den Puls, wobei 
H.________ sel. bereits „Zuckungen beim Atmen“ aufwies, sie stosswei-
se tief einatmete und länger wieder nicht, und ihr Speichel aus dem Mund 
lief. Zwischen ca. 17.30 Uhr und 19.00 Uhr verliess H.________ sel. den 
Partyraum und begab sich wackligen Schrittes nach draussen in die Gar-
tenlaube, wo sie sich rechtwinklig und mit dem Kopf dieser zugewandt zu 
K.________ auf eine mit Decken und Kissen unterlegte Holzpalette legte.

Aufgrund der konsumierten Betäubungsmittel schlief H.________ sel. 
zwischen frühestens 17.30 Uhr und spätestens 19.00 Uhr ein. ln der Fol-
ge liess sie sich nicht mehr aufwecken und geriet in eine mehrere Stun-

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den andauernde Agoniephase im Sinne einer Vita minima. Während die-
ser mehrstündigen Agoniephase schwebte H.________ sel. in unmittel-
barer Lebensgefahr. H.________ sel. verstarb zwischen ca. 03.39 Uhr 
und 07.39 Uhr des 2. August 2020 an einer zentralen Atemlähmung in-
folge einer Misch-lntoxikation mit Morphin und Alprazolam.

Nachdem A.________ am 1. August 2020 zwischen ca. 19.00 Uhr und 
20.00 Uhr bei der Liegenschaft L.________ (Adresse) eintraf und dort er-
fahren hatte, dass H.________ sel. diverse Betäubungsmittel u.a. ein 
Morphium-Gemisch konsumiert hatte, sah er, dass anwesende Personen 
(so u.a. O.________) regelmässig kontrollierten, ob H.________ sel. 
noch atmete und ihr den Puls kontrollierten. Zudem sah A.________, 
dass H.________ sel. in die Seitenlage gedreht worden war. A.________ 
hörte, dass H.________ sel. röchelnd und panikartig atmete, zwischen-
durch ihre Atmung aussetzte und ca. alle fünf Minuten ein Geräusch wie 
ein „Gruchzen“ von sich gab. Zudem liess sie sich von den anwesenden 
Personen nicht mehr aufwecken bzw. war nicht mehr ansprechbar. 
A.________ war der Meinung, dass H.________ sel. in das Spital hätte 
gebracht werden müssen, da sie zuvor diverse Betäubungsmittel konsu-
miert hatte und in dem besagten Zustand war. Diese Meinung teilte er 
auch den anwesenden Personen mit, wobei er damit auf kein Gehör 
stiess. Zusammen mit den anwesenden Personen (K.________, 
I.________, P.________) diskutierte A.________ über den Zustand von 
H.________ sel. Spätestens ab ca. 22.00 Uhr spitzte sich die Diskussion 
zwischen A.________ und den anwesenden Personen (K.________, 
O.________, Q.________, P.________, I.________) bezüglich der Fra-
ge, ob H.________ sel. ärztliche Hilfe benötigen würde, weiter zu. Dabei 
wurde zudem erwähnt, dass H.________ sel. im Laufe des Nachmittages 
Betäubungsmittel, u.a. auch Morphium, konsumiert hatte. Zu diesem 
Zeitpunkt wusste A.________ bereits, dass H.________ sel. im Verlaufe 
des Nachmittages zumindest Marihuana und 1-2 Tabletten Xanax kon-
sumiert hatte. Von einer Alarmierung des Rettungsdienstes sah 
A.________ und die anderen Anwesenden hingegen ab, weil er - wie 
auch alle übrigen Anwesenden - gegenüber den Rettungskräften nicht 
erklären wollte, dass sich H.________ sel. aufgrund des vorgängigen 
Betäubungsmittelkonsums in diesem Zustand befand. Zwischen 
ca. 04.30 Uhr und 05.00 Uhr verliess A.________ sodann die Örtlichkeit.

Ab ca. 19.00 Uhr, spätestens ab 20.00 Uhr, als A.________ wusste, dass 
H.________ sel. zumindest Morphium, Xanax, Alkohol und Marihuana im 
Laufe des Nachmittages konsumiert hatte, er sah, wie bei ihr der Puls re-
gelmässig kontrolliert wurde (so u.a. durch O.________) und er die 
röchelnde, panikartige Atmung von H.________ sel. hörte, spätestens je-
doch während der gesamten Zeit, als H.________ sel. weder ansprech-
bar war noch sich wecken liess, wusste A.________ bzw. musste 
A.________ zumindest damit gerechnet und es auch in Kauf genommen 
haben, dass H.________ sel. in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte 

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und dass die getroffenen Massnahmen - das Kontrollieren des Pulses 
und das Versetzten in die Seitenlage - angesichts des besorgniserregen-
den Zustands von H.________ sel. offensichtlich keinerlei Besserung 
zeigten.

Nichtsdestotrotz unterliess A.________ sowie die anderen anwesenden 
Personen aus höher gewichtetem Eigeninteresse wissentlich und willent-
lich, die Ambulanz aufzubieten. Dies obwohl A.________ wusste, dass 
H.________ sel. aufgrund ihres Gesundheitszustandes dringend profes-
sionelle medizinische Hilfe benötigte, die rechtzeitige Alarmierung des 
Rettungsdienstes zwingend gewesen wäre und er mit dem Rufen der 
Ambulanz bzw. der Polizei ihr hätte helfen können. A.________ wäre das 
Rufen der Ambulanz bzw. der Polizei auch ohne weiteres möglich und 
zumutbar gewesen. Alternativ wäre es A.________ sowie den anderen 
anwesenden Personen auch möglich gewesen, H.________ sel. zur nur 
wenige Meter entfernten Notfallstation im Spital R.________ zu transpor-
tieren bzw. zu tragen.

B. Das Jugendgericht sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 4. Juli 2023 
im Sinne des Strafbefehls schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von 
Fr. 1’000.00, deren Vollzug es bei einer Probezeit von einem Jahr aufschob 
(Dispositivziff. 1-3). Die dem Beschuldigten auferlegten Verfahrenskosten von 
total Fr. 8’170.00 erliess es ihm vollständig (Dispositivziff. 4). Die rechtzeitig 
angemeldete Berufung erklärte der Beschuldigte innert Frist am 27. November 
2023 mit dem Antrag, es sei das Urteil des Jugendgerichts vollumfänglich auf-
zuheben und er sei vom Vorwurf der Unterlassung der Nothilfe gemäss 
Art. 128 Abs. 1 StGB freizusprechen. Ausserdem stellte er Beweisanträge, 
unter anderem sei er unter Wahrung seiner prozessualen Rechte und der 
Konfrontationsrechte zur Sache zu befragen und es seien eine damals eben-
falls anwesende Person und deren Mutter hinsichtlich telefonischer medizini-
scher Auskünfte zu befragen sowie ein medizinisches Gutachten über den 
Bestand der unmittelbaren Lebensgefahr bzw. der Intoxikation der Verstorbe-
nen zu erstellen (KG-act. 3). Die Staatsanwaltschaft verlangte mit Anschluss-
berufung, dem Beschuldigten sei in Aufhebung von Dispositivziffer 4 des an-
gefochtenen Urteils die Verfahrenskosten aufzuerlegen (KG-act. 8).

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C. Während des erstinstanzlichen Verfahrens trat die Verfahrensleitung der 
Beschwerdekammer mit Verfügung vom 24. März 2023 auf eine Beschwerde 
des Beschuldigten gegen die Verweigerung der notwendigen Verteidigung 
durch die Staatsanwaltschaft nicht ein (BEK 2022 115; vgl. Vi-act. 6). In Gut-
heissung der Beschwerde des Beschuldigten hob das Bundesgericht diese 
Verfügung auf und wies die Sache zu neuer Beurteilung an die Beschwerde-
kammer zurück (BGer 7B_208/2023 vom 12. Oktober 2023). Diese stellte am 
15. Juli 2024 fest, in der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten liege 
seit dem 2. September 2020 ein Fall notwendiger Verteidigung vor, und setzte 
ab dem 28. Juni 2022 (Datum der Gesuchstellung) eine amtliche Verteidigung 
ein (BEK 2023 137 vom 15. Juli 2024). 

D. An der gemeinsamen Verhandlung der Berufung des Beschuldigten und 
derjenigen von Q.________ (STK 2023 74) hielt der amtliche Verteidiger an 
den Berufungsanträgen fest und beantragte die Abweisung der Anschlussbe-
rufung. Zudem verlangte er die Feststellung, dass eine Vielzahl von Beweisen 
unverwertbar seien. Diese seien aus dem Strafdossier zu entfernen und bis 
zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu 
halten und danach zu vernichten. Zudem sei festzustellen, dass das ange-
fochtene Urteil nichtig und das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen 
Verjährung einzustellen sei. Eventualiter sei dieser unter Wahrung dessen 
prozessualen Rechte in Anwesenheit des notwendigen amtlichen Verteidigers 
zu befragen und weitere Verfahrenshandlungen zu wiederholen. Die Staats-
anwaltschaft hielt an der Anschlussberufung fest und beantragte im Übrigen, 
das angefochtene Urteil sei zu bestätigen. Für den Fall, dass das Gericht eine 
Verletzung des Konfrontationsanspruchs sehe, beantragte sie die Einvernah-
men von O.________ und P.________. Die Parteien erhoben gegen die 
schriftliche Eröffnung eines sofort begründeten Urteils keine Einwände (KG-
act. 20);-

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und in Erwägung:

1. Ob der im Widerspruch zur Beurteilung des Jugendgerichts (vgl. angef. 
Urteil S. 5 ff. E. I/1) stehende Beschluss der Beschwerdekammer über die 
Erkennbarkeit der Notwendigkeit einer Verteidigung des Beschuldigten für die 
Beurteilung der Verwertbarkeit von Beweisen, wie die Verteidigung geltend 
macht, verbindlich ist, erscheint fraglich. Es geht insbesondere um die Einver-
nahmen des Beschuldigten vom 2. September 2020 sowie 2021 (U-
act. 10.3.002 und 10.3.004). Die Notwendigkeit der Verteidigung war umso 
weniger offensichtlich, als der Berufungsführer gegen eine Verwertbarkeit im 
Sinne von Art. 141 Abs. 2 aStPO selbst ins Feld führt, dass der Tatbestand 
der Unterlassung der Nothilfe „offenkundig“ keine schwere Straftat sei (Plä-
doyer Vorfragen Rn 4). Da der Beschuldigte vor dem Jugendgericht durch 
einen erbetenen Verteidiger vertreten war, ist dessen Urteil nicht nichtig. Es 
können hier daher ausgehend von der Begründung dieses Urteils die Anfech-
tungsgründe des Berufungsführers in der Sache geprüft werden. Wie es sich 
im Einzelnen mit der Verwertbarkeit von Einvernahmen und der Wahrung von 
Konfrontationsrechten verhält, kann hier ebenso offengelassen werden wie die 
Behandlung der einzelnen Beweisanträge der Verteidiger und der Staatsan-
waltschaft.

2. Nach Art. 128 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer einem Menschen, der in unmittelbarer Lebensgefahr 
schwebt, nicht hilft, obwohl es ihm den Umständen nach zugemutet werden 
könnte. Die allgemeine Nothilfepflicht bei Lebensgefahr wurde erst 1989 ein-
geführt und im Vergleich mit den Nachbarländern restriktiv auf Fälle dringlicher 
Lebensgefahr eingeschränkt, weil die Nothilfepflicht jeden treffen kann (dazu 
s. Coninx, recht 2024/4, S. 191 f. m.H.; vgl. auch Schultz, ZStrR 1991 S. 405 

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f.). Im Unterschied zu Art. 129 StGB muss die Gefahr, also der Zustand, bei 
dem nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge der Tod bevorsteht (dazu 
vgl. Maeder, BSK, 4. A. 2019, Art. 129 StGB N 11), als Voraussetzung der 
Nothilfe eingetreten sein. Die Unmittelbarkeit der Lebensgefahr mit der Meta-
pher, dass das Leben „an einem seidenen Faden hängen“ muss, Bedeutung 
zu verleihen bzw. mit einer Situation zu erklären, in der es keiner weiteren 
Bedingung mehr bedarf, um die Lebensgefahr „entstehen zu lassen“ (dazu 
Maeder, a.a.O., Art. 128 StGB N 37 mit Bezug auf Stratenwerth/Bommer, 
Schweizerisches Strafrecht, BT I, 4.A.2022, § 4 N 68), hilft nicht weiter. Der 
Tatbestand setzt eine unmittelbare Lebensgefahr unabhängig von deren Ur-
sache (Maeder, ebd. N 40 m.H.) bzw. Entstehung voraus. Anders als bei der 
Aussetzung (vgl. Art. 127 StGB) muss zudem das Leben und nicht nur die 
Gesundheit („blosse“ Leibesgefahr, BBl 1985 S. 1034) gefährdet sein (Ma-
eder, a.a.O., Art. 129 StGB N 12 m.H.). Es genügt die ernsthafte Möglichkeit 
eines nahen Todes (vgl. BGE 121 IV 18 m.H. auf BGE 111 IV 51 E. 2 m.w.H.) 
bzw. die „akute“ Gefährdung (BGE 91 IV 193) des Lebens. Allerdings ist 
Art. 128 StGB ein abstraktes Gefährdungsdelikt (Ege, AK, Art. 128 N 1): Der 
Tatbestand von Art. 128 StGB ist erfüllt, sobald der Täter nicht hilft, ohne dass 
es darauf ankommt, ob die Hilfe erfolgreich gewesen wäre (vgl. auch Maeder, 
ebd. N 7 f.). Hilfe ist auch dann geboten, wenn es nur darum geht, einem Ver-
letzten oder Sterbenden Leiden zu ersparen. Die Pflicht zur Hilfeleistung er-
lischt jedoch, wenn die Hilfe offensichtlich keinem Bedürfnis mehr entspricht, 
insbesondere wenn die Person in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, wenn 
Dritte sie ausreichend versorgen, wenn sie die angebotene Hilfe ausdrücklich 
ablehnt oder wenn der Tod eingetreten ist. Der Täter muss alles tun, was in 
seiner Macht steht. In der heutigen Zeit, in der es Mobiltelefone und effiziente 
Hilfsorganisationen gibt, ist ein Anruf bei einem Notdienst, einem Arzt oder der 
Polizei eine angemessene Möglichkeit, schnell Hilfe zu holen 
(BGer 7B_259/2022 vom 8. April 2024 E. 3.2.2 m.H.). Die zu leistende Hilfe 
beschränkt sich aber auf Handlungen, die vom Täter unter Berücksichtigung 

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der Umstände vernünftigerweise erwartet werden können (BGE 150 IV 384 
E. 4.2.2 m.H.). 

a) Aufgrund des IRM-Gutachtens ist erstellt, dass das todesursächliche 
Intoxikationsgeschehen nach der oralen Einnahme des Morphiums in der Ge-
genwart von M.________ und N.________ bei H.________ sel. rasch einsetz-
te und nach einer mehrere Stunden langen Agoniephase im Sinne einer vita 
minima zum Tod zwischen ca. 03:39 und 07:39 führte (U-act. 11.3.017 S. 4 ff. 
Ziff. 1 f. und 8). Damit war die unmittelbare Lebensgefahr, nämlich, dass nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge der Tod nahe bevorstand, objektiv gege-
ben, da H.________ sel. nach der Überdosis spätestens nach ihrem Einschla-
fen in der Gartenlaube Gefahr lief, innert weniger Stunden zu sterben (Stra-
tenwerth/Bommer, Schweizerisches Strafrecht BT I, 8. A. 2022, § 4 N 68 m.H. 
auf BGE 121 IV 18). Es bestand nach Art. 128 Abs. 1 StGB objektiv für Per-
sonen wie den Beschuldigten, der spätestens ab 20:00 Uhr vor Ort war, eine 
Hilfspflicht. Dass H.________ sel. spätestens um 19:00 Uhr einschlief und 
nicht mehr aufweckbar war, ist aufgrund der Aussagen der noch als Aus-
kunftspersonen unmittelbar nach dem Geschehen befragten K.________ (U-
act. 10.4.001 Nr. 23: „wir haben sie auch nicht wachgekriegt“), P.________ 
(U-act. 10.7.001 Nr. 35 und 10.7.003 Nr. 82) und O.________ (U-
act. 10.1.001 Nr. 28) bewiesen. Es bleibt zu prüfen, ob dem in der fraglichen 
Zeit anwesenden Beschuldigten der Sachverhalt auch subjektiv zurechenbar 
ist, d.h. aufgrund welcher Anzeichen er die unmittelbare Lebensgefahr erken-
nen konnte bzw. musste. Dabei war für das Jugendgericht unter anderem die 
Auffassung der Gutachter massgeblich, dass unabhängig von der Kenntnis 
eines Betäubungsmittelkonsums durch Dritte unverzüglich der Notruf alarmiert 
werden sollte, falls ihnen Personen auffallen, die stark verwirrt erscheinen, nur 
noch erschwert erweckbar oder bewusstlos sind und/oder eine nicht normale 
Atmung (z.B. tiefes Schnarchen, Atemaussetzer/Atempausen über mehrere 
Sekunden, sehr flache und schnelle Atmung oder stark verlangsamte Atmung) 

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aufweisen (angef. Urteil S. 17 E. 4 in fine m.H. auf U-act. 11.1.007 S. 8 
Ziff. 10). Diese Auffassung betrifft indes die allgemeine Erkennbarkeit eines 
Notfalls und deckt damit – was ohnehin nicht die Aufgabe der Gutachter ist – 
etwa nicht die hier objektiv soeben bejahte Rechtsfrage des Vorliegens unmit-
telbarer Lebensgefahr, aber auch nicht die Beurteilung des Wissens und Wol-
lens der involvierten Personen ab, worauf nachfolgend auf der Ebene des 
subjektiven Tatbestands einzugehen ist (nachfolgend lit. b). In objektiver Hin-
sicht sind aber immerhin keine Umstände ersichtlich, unter denen es dem Be-
schuldigten nicht zumutbar gewesen wäre, den Rettungsdienst zu alarmieren 
oder Hilfe im nahegelegenen Spital anzufordern.

b) Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz. Dies schliesst insbesonde-
re die Kenntnis der eigenen Verpflichtung und das Wissen um die unmittelba-
re Lebensgefahr ein (BGer 6B_217/2020 vom 31. August 2020 E. 6.2 m.H.; 
BGer 6B_649/2012 vom 25. April 2013 E. 3.2 ohne Äusserung zum Eventual-
vorsatz wie Trechsel/Mona, a.a.O., Art. 128 StGB N 11 m.H. auf BGE 121 IV 
21; Stratenwerth/Bommer, a.a.O., § 4 N 74). Eventualvorsatz wird für die Ver-
pflichtung, die sich aus der unmittelbaren Lebensgefahr ergibt, und die Hilfe-
bedürftigkeit des Opfers als genügend erachtet (Maeder, a.a.O., Art. 128 
StGB N 52 f. m.H.; Ege, a.a.O., Art. 128 StGB N 8 m.H. auf indes in den eben 
zitierten BGer nicht erwähnten BGer 6S.162/2000 vom 20. Dezember 2000 
E. 2, insbes. E. 2.b). Weil das Element der Unmittelbarkeit bzw. Dringlichkeit 
der Lebensgefahr verhindern soll, dass jedermann nothilfepflichtig wird 
(vgl. oben vor lit. a), ist davon auszugehen, dass der Täter um die unmittelba-
re Lebensgefahr wissen bzw. diese ihm wie in den Beispielen der Botschaft 
(BBl 1985 S. 1034: Ertrinken, Zusammenbruch wegen Herzanfalls, auf der 
Strasse liegenbleibender Betrunkener) offenkundig sein muss (vgl. Schultz, 
ZBJV 1996 S. 591 und ZStrR 1991 S. 407), was insofern Eventualvorsatz 
auszuschliessen scheint (dazu indes unten lit. ee). Die deutliche Erkennbar-

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keit der unmittelbaren Lebensgefahr behandelte die Rechtsprechung auch 
schon auf der Ebene des objektiven Tatbestands (Pra 1996 Nr. 133).

aa) Die Anklage geht in Bezug auf die allgemeine Erkennbarkeit 
bzw. Offenkundigkeit der Lebensgefahr davon aus, dass H.________ sel. auf-
grund einer Überdosis an Betäubungsmitteln einschlief und in der danach ein-
tretenden Agoniephase nicht mehr aufweckbar war (oben lit. A Absatz 2). 
Konkret wirft sie dem Beschuldigten vor, erkannt zu haben, dass der in Seiten-
lage gedrehten H.________ sel. der Puls kontrolliert wurde, dass sie röchelnd 
und panikartig, teilweise aussetzend mit einem Geräusch wie ein „Gruchzen“ 
atmete und sich nicht mehr aufwecken liess. Er habe bezüglich der Frage mit-
diskutiert, ob H.________ sel. ärztliche Hilfe benötigen würde. Dabei sei auch 
erwähnt worden, dass sie im Laufe des Nachmittages Betäubungsmittel, u.a. 
Morphium, konsumiert habe. Spätestens in der gesamten Zeit, als sie weder 
ansprechbar noch aufweckbar gewesen sei, habe er gewusst bzw. zumindest 
damit rechnen müssen und habe es auch in Kauf genommen, dass sie in un-
mittelbarer Lebensgefahr schwebte.

bb) Das Jugendgericht ging davon aus, es sei erkannt worden, dass sich die 
Verstorbene in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befunden habe. In 
der Gruppe sei diskutiert worden, ihr medizinische Hilfe zukommen zu lassen, 
was der Beschuldigte wie auch sein Wissen um deren Morphiumkonsum ein-
geräumt habe (angef. Urteil S. 16 E. 3.8). Entscheidend sei, dass der sich die 
ganze Nacht in der Nähe von H.________ sel. befindende Beschuldigte deren 
Drogenkonsum mitbekommen und sich an den Diskussionen um medizinische 
Hilfe beteiligt habe. Damit sei davon auszugehen, dass er ihren lebensgefähr-
lichen Zustand in Kauf genommen und nicht gehandelt habe (ebd. S. 17 E. 4). 
Dass der Beschuldigte erkannt habe, dass H.________ sel. abnormal atmete 
und nicht mehr aufweckbar war, stellte das Jugendgericht nicht fest. Dagegen 
sei nach dessen Auffassung sein jugendliches Alter und der Umstand, dass er 

Kantonsgericht Schwyz 11

sich den Anweisungen älterer erwachsener Personen hätte widersetzen müs-
sen, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen. Zudem sei auch durch das 
Einholen der Auskunft der Krankenschwester die Hilfspflicht nicht erfüllt wor-
den (ebd. S. 17 E. 5). 

cc) Der amtliche Verteidiger macht geltend, die später Verstorbene sei be-
reits am Schlafen gewesen, als der Beschuldigte an der Party eingetroffen sei. 
Der Beschuldigte habe nicht mitbekommen, welchen Eindruck H.________ 
sel. hinterlassen habe, als sie aus dem Zimmer von I.________ herunterge-
kommen sei. Er habe sie lediglich normal schlafend gesehen und die unmit-
telbare Lebensgefahr nicht erkannt. Zudem habe er auf die Auskunft der er-
wachsenen Personen vor Ort und die telefonische Auskunft der Kranken-
schwester vertrauen können. Die Staatsanwaltschaft hält mit Ausnahme des 
(jedoch nicht belegten) Hinweises, dass der Beschuldigte teilweise auch die 
röchelnden Atemgeräusche gehört habe, das angefochtene Urteil für schlüs-
sig und richtig.

dd) Soweit das Jugendgericht darauf abstellt, der schlechte gesundheitliche 
Zustand von H.________ sel. sei erkannt worden, ist dies einerseits nicht er-
heblich, da der Tatbestand unmittelbare Lebensgefahr voraussetzt. Dass sich 
der Zustand von H.________ sel. trotz der getroffenen Massnahmen – Kon-
trollieren des Atems sowie des Pulses und das Versetzen in die Seitenlage – 
im Verlauf der Nacht äusserlich erkennbar verschlechtert hätte, lässt sich an-
dererseits anhand des Anklagesachverhalts nicht ausmachen. Indes ist unbe-
stritten, dass der Beschuldigte erst auf der Party eintraf, als H.________ sel. 
draussen in der Gartenlaube schon schlief. Dass der Beschuldigte selber oder 
als allgemein diskutiert hätte wahrnehmen können, dass die eingeschlafene 
H.________ sel. nicht mehr aufweckbar war, legt ihm die Vorinstanz im Ge-
gensatz zur Anklage wie gesagt nicht zur Last. Es wird ihm auch nicht vorge-
worfen, um die tödlichen Intoxikationswirkungen von Morphium etc. gewusst 

Kantonsgericht Schwyz 12

zu haben. Gemäss seinen Aussagen hätten irgendwann die Diskussionen in 
Bezug auf die ihm normal schlafend erscheinende H.________ sel. begonnen, 
dass sie Morphium genommen habe. Dann habe er gefragt, ob sie nicht ins 
Spital müsse. Er habe ihr Gesicht aber nicht richtig gesehen und sich einfach 
auf die Aussagen der Älteren verlassen, dass sie nicht in das Spital dürfe (U-
act. 10.3.002 Nr. 12, 25 f., 34 und 50 ff.). Man habe ihr den Puls gemessen 
und den Atem kontrolliert (ebd. Nr. 29 ff.), der normal gewesen sei 
(ebd. Nr. 82). Diese Angaben lassen zwar darauf schliessen, dass der Be-
schuldigte die Sorgen um die Gesundheit von H.________ sel. mitbekam und 
auch teilte (ebd. Nr. 63), indes nicht, dass er in Kenntnis davon, dass sie nicht 
mehr aufweckbar war, um die unmittelbare Lebensgefahr hätte wissen müs-
sen. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, dass er nicht hätte darauf 
vertrauen dürfen, dass alles in Ordnung sei, wie ihm durch erwachsene Per-
sonen gesagt worden sein soll (ebd. Nr. 31 und 72). Hinzu kommt die seitens 
des Jugendgerichts und der Staatsanwaltschaft nicht infrage gestellte Tatsa-
che einer Telefonauskunft einer Krankenschwester, solange die Verstorbene 
atme, könne sie in Seitenlage schlafen gelassen werden. Dieser Bescheid war 
dem minderjährigen Beschuldigten ebenfalls bekannt (ebd. Nr. 71 ff.). Es ist 
ihm unter diesen Umständen angesichts seines Alters nicht das Bewusstsein 
nachzuweisen, dass H.________ sel. in unmittelbarer Lebensgefahr schweb-
te, so dass ihr entgegen der Auffassung anderer, zum Teil erwachsener Per-
sonen hätte dringlich medizinische Hilfe geleistet werden müssen. Angesichts 
des fehlenden Wissens um die unmittelbare Lebensgefahr mangelte es dem 
Beschuldigten an der tatbestandsmässigen Voraussetzung, überhaupt einen 
Willen hinsichtlich der Unterlassung der Nothilfe zu bilden.

ee) Nach der Anklage habe der Beschuldigte – wie auch alle übrigen Anwe-
senden – gegenüber den Rettungskräften nicht den vorgängigen Betäubungs-
mittelkonsum von H.________ sel. erklären wollen. Dass der Beschuldigte, 
wenn er abgesehen vom Gesagten (oben lit. dd) doch mit einer unmittelbaren 

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Lebensgefahr und einer entsprechenden Hilfsbedürftigkeit von H.________ 
sel. gerechnet hätte, aus diesem Grund die Nothilfe eventualvorsätzlich unter-
lassen haben soll, vermag nicht einzuleuchten. Schlüssig würde allenfalls er-
scheinen, dass niemand den allgemeinen Konsum von Betäubungsmitteln im 
Haus I, J + K.________ oder zumindest den eigenen Drogenmissbrauch of-
fenlegen wollte. Diesen Vorwurf erhebt die Anklage indes nicht explizit, wes-
halb die Berücksichtigung entsprechender Motivationen zur Begründung von 
Eventualvorsatz aus anklageformalen Gründen problematisch, wenn nicht 
unzulässig wäre. Darauf ist hier nicht weiter einzugehen, zumal keine Hinwei-
se dafür ersichtlich sind, dass der Beschuldigte zur Vertuschung des allge-
meinen Drogenkonsums an der Party im Haus I, J + K.________ über eine 
doch für möglich gehaltene Lebensgefahr hätte hinwegsehen wollen. Ihm wird 
zudem nicht vorgeworfen, abgesehen von den eingeräumten wenigen Bieren 
(U-act. 10.3.002 Nr. 62) auch Betäubungsmittel konsumiert zu haben. Selbst 
wenn er also über die Hilfsbedürftigkeit der Verstorbenen hinaus Lebensge-
fahr für möglich gehalten hätte, liesse sich nicht begründen, dass er aus eige-
nen Interessen eine Unterlassung der Nothilfe in Kauf genommen haben 
könnte. 

Der Todeseintritt frühmorgens am 2. August 2020 als (hypothetischer) Erfolg 
der Unterlassung der Nothilfe ist in diesbezüglichen Überlegungen schliesslich 
konsequenterweise wegzudenken. Es handelt sich nicht um ein Erfolgsdelikt, 
sondern um ein abstraktes Gefährdungsdelikt (vgl. oben E. 2), und es gilt zur 
Abgrenzung des vorsätzlichen Handelns von hier straflosem pflichtwidrig un-
vorsichtigem Verhalten (bewusste Fahrlässigkeit) den unzulässigen ex post-
Schluss auf einen ex ante bestehenden Täterwillen zu vermeiden (dazu 
vgl. Niggli/Maeder, BSK, 4. A. 2019, Art. 12 StGB N 53c ff). Insofern dürfen 
zufolge des am frühen Sonntag eingetretenen Todes an den Beschuldigten 
als aussenstehendem jugendlichen Partygast nicht zu hohe Anforderungen 
gestellt und ihm vorgeworfen werden, angesichts der Diskussionen um die 

Kantonsgericht Schwyz 14

Morphiumüberdosis und die medizinische Hilfsbedürftigkeit H.________ sel. 
billigend in Lebensgefahr liegengelassen zu haben. Einem willentlichen In-
Kauf-Nehmen der Unterlassung von Nothilfe aus Gleichgültigkeit oder Risiko-
bereitschaft gegenüber dem Leben der Verstorbenen steht entgegen, dass 
der Beschuldigte gemäss Anklage seine Meinung mitteilte, sie müsse ins Spi-
tal gebracht werden. Massgebend bleibt: Dem Beschuldigten ist nicht zu wi-
derlegen, gemeint zu haben, dass im Ergebnis H.________ sel. ohne Le-
bensgefahr kontrolliert schlafen gelassen werden könne, wie das von anderen 
und erwachsenen Personen gesagt wurde (vgl. oben lit. dd).

3. Aus diesen Gründen ist die Berufung gutzuheissen und der angefochte-
ne Schuldspruch wegen Unterlassung der Nothilfe aufzuheben. Bei diesem 
Ergebnis muss auf Fragen im Zusammenhang mit der Verwertbarkeit diverser 
Beweise und mit der Notwendigkeit der Verteidigung sowie auf die Beweisan-
träge nicht weiter eingegangen werden. Ausgangsgemäss entfällt eine Strafe 
und die Anschlussberufung ist ohne weitere Begründung abzuweisen, alles 
unter Kostenfolgen vor beiden Instanzen und erstinstanzlichen Entschädi-
gungsfolgen zu Lasten des Staates (Art. 44 JStPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1, 
Art. 429 Abs. 1 lit. a, Art. 428 Abs. 1 und Art. 436 Abs. 1 StPO; §§ 2, 6 und 13 
GebTRA). Der amtliche Verteidiger ist ab 28. Juni 2022 (s. oben lit. C) zu ent-
schädigen. Auf die eingereichte, das erst- vom zweitinstanzlichen Verfahren 
und die Beschwerdeverfahren nicht abgrenzende Kostennote (s. STK 2023 74 
KG-act. 21/7) kann nicht abgestellt werden, zumal auch zu viele Aufwände 
hinsichtlich von Konsultationen unter den Verteidigern der Parallelverfahren 
abgerechnet werden. Die Entschädigungen sind daher im Rahmen des Tarifs 
pauschal festzusetzen (§§ 2, 6 und 13 GebTRA);-

erkannt:

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Die Berufung wird gutgeheissen und die Anschlussberufung abgewiesen, das 
angefochten Urteil des Jugendgerichts vom 4. Juli 2023 wird aufgehoben und 
wie folgt ersetzt:

1. Der Beschuldigte wird von Schuld und Strafe freigesprochen.

2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von total Fr. 8’170.30 und 
die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4’000.00 gehen zu Lasten 
des Staates.

3. Der amtliche Verteidiger wird erstinstanzlich aus der Jugendgerichtskas-
se mit Fr. 16’000.00 und zweitinstanzlich aus der Kantonsgerichtskasse 
mit Fr. 8’000.00 (je inkl. Auslagen und MWST) entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 

Kantonsgericht Schwyz 16

5. Zufertigung an den amtlichen Verteidiger (2/R), die Staatsanwaltschaft 
(je 1/R an die 5. Abteilung und die Amtsleitung/zentraler Dienst), den 
Vertreter der Privatkläger (2/R) und die Vorinstanz (1/ü) sowie nach de-
finitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES, mit den Akten zusammen 
mit STK 2023 74), Amt für Justizvollzug (1/R, inkl. DNA-Löschformular 
U-act. 1.3.004), die KOST (elektr. Meldung Freispruch) und die Kan-
tonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Namens der Strafkammer
Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 10. März 2025  amu