# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 468a91d0-bb64-5c45-914f-b0f12aa62d0a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.09.2015 200 2012 1128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-1128_2015-09-17.pdf

## Full Text

200 12 1128 IV
SCP/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. September 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Oktober 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
zog sich am 27. Januar 2005 beim Ausrutschen auf einem verschneiten 
Parkplatz eine Handgelenksverletzung zu (Akten der Schweizerischen Un-
fallversicherungsanstalt [SUVA], Unfall-Nr. xxx [act. III] 1). Danach arbeitete 
sie zuletzt als ... in der Tankstelle C.________ in …, als sie am 8. Februar 
2010 Opfer eines Raubüberfalls wurde (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin, act. II] 6.20). Am 28. Dezember 2010 mel-
dete sie sich aufgrund der seit diesem Vorfall bestehenden psychischen 
Beschwerden bei der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 2). In der Folge 
nahm die IVB Abklärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht vor 
und holte unter anderem die Akten der SUVA als zuständigem Unfallversi-
cherer ein (act. II 6.1 bis 6.20). Nachdem die SUVA ihre Leistungen mit 
Verfügung vom 8. Juni 2011 (act. II 22) auf den 1. Juli 2011 hin eingestellt 
hatte, liess die IVB die Eingliederungs- und Leistungsfähigkeit der Versi-
cherten mittels einer Arbeitsmarktlichen-Medizinischen Abklärung (AMA) 
vom 22. August bis zum 16. September 2011 ermitteln (act. II 25) und ei-
nen Untersuchungsbericht durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn erstellen (act. II 30). Nach Einholen 
eines Abklärungsberichts Haushalt (act. II 43) stellte die IVB mit Vorbe-
scheid vom 2. Mai 2012 (act. II 44) die Abweisung des Rentenbegehrens in 
Aussicht, da bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von weniger als 40 % kein 
Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-Rente) bestehe. Damit zeigte sich die 
Versicherte – zunächst vertreten durch die D.________, Rechtsanwalt 
E.________, danach durch Rechtsanwalt B.________ – mit Einwand vom 
4. Juni (act. II 51) bzw. vom 17. August 2012 (act. II 59) nicht einverstan-
den und beantragte die Ausrichtung mindestens einer Dreiviertelsrente. 
Nach Einholen einer Stellungnahme des Abklärungsdienstes (act. II 64) 
verfügte die IVB am 23. Oktober 2012 (act. II 66) dem Vorbescheid ent-
sprechend und verneinte einen Anspruch auf eine IV-Rente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 3

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________ – am 23. November 2012 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie stellt folgende Anträge:

In Gutheissung der Beschwerde sei die angefochtene Verfügung so 
abzuändern, dass festgehalten werde, dass ihr IV-Grad mindestens 
60 % betrage, auf jeden Fall aber mindestens 40 %, und dass sie ei-
nen entsprechenden Anspruch auf eine Rente habe. 
Eventuell sei der Fall an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Januar 2013 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Nachdem der Instruktionsrichter die Akten der SUVA ediert und bei der 
behandelnden Handchirurgin Erläuterungen betreffend die geltend ge-
machten Beschwerden an der Hand (in den Gerichtsakten) eingeholt hatte, 
bestätigten sowohl die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 17. Juni 2015, 
als auch die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 10. August 2015 
ihre Anträge.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 4

zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Oktober 2012 
(act. II 66). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 5

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga-
benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird 
für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass sie 
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; 
spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). Nach Art. 28a Abs. 3 
IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die un-
entgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für 
diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben 
auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit 
gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In 
diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit beziehungsweise der un-
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 125 
V 146 E. 2a S. 150).

2.3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 6

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

2.4 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres 
Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr 
nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281).

2.5

2.5.1 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgaben-
bereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu 
äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern 
auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 7

2.5.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.3 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
folgende Angaben entnehmen:

3.1.1 Anlässlich einer Kreisärztlichen Untersuchung hielt der SUVA-
Kreisarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Chirurgie FMH, in seinem Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 8

richt vom 12. Januar 2006 (act. III 36) fest, dass er bei der klinischen Un-
tersuchung ein absolut reizloses Handgelenk ohne Erguss und mit nur mi-
nimaler Einschränkung der Beweglichkeit finde (S. 3). Momentan bestehe 
keine Indikation für eine weitere Physio- oder Ergotherapie, die Beschwer-
deführerin benutze zum Arbeiten bereits die von ihm vorgeschlagene 
Handgelenksmanschette (S. 4). Sie sei nicht fähig, schwere körperliche 
Arbeiten zu leisten, Gewichte über 5 - 10 kg zu heben und das linke Hand-
gelenk stärkeren Gewichtsbelastungen wie Drehbewegungen oder Erschüt-
terungen auszusetzen. Zumutbar seien aber leichte bis mittelschwere 
Tätigkeiten, wenn die adominante linke Hand und der Schutz der Handge-
lenksmanschette lediglich eine leichte Gegenhaltefunktion ausüben müss-
ten. Ideal seien das Überwachen von Maschinen und Schaltpulten und die 
Stückkontrolle oder Kleinmontage, insbesondere wenn Einspannvorrich-
tungen vorhanden seien. Reine Kontrollfunktionen seien bedenkenlos, ana-
log seien natürlich auch leichte Tätigkeiten bei Büroreinigungsarbeiten wie 
Wischen von Tischen, Staubsaugen, Leeren von Papierkörben etc., welche 
praktisch nur mit der rechten Hand ausgeführt werden könnten, als zumut-
bar zu betrachten. Von einer vollen zeitlichen Präsenz sei auszugehen.

3.1.2 Der Kreisarzt-Stellvertreter der SUVA, Dr. med. G.________, 
Facharzt für Chirurgie FMH, hielt in seinem Bericht zur Kreisärztlichen Un-
tersuchung vom 27. April 2009 (Akten der SUVA, Unfall-Nr. xxx 
[act. IIIA] 162) fest, dass die Beschwerdeführerin am linken Handgelenk 
eine Manschette mit Klettverschluss trage und dass sich nach deren Ent-
fernung ein vollständig blandes, reizloses Handgelenk ohne jede Schwel-
lung, Rötung oder Überwärmung zeige. Ein Ganglion-Rezidiv sei inspekto-
risch nicht nachweisbar. Die Handinnenfläche links weise eine identische 
Beschwielung wie rechts auf. Der SUVA-Arzt verwies auf frühere kreisärzt-
liche Untersuchungen, in welchen schon damals festgehalten worden war, 
dass keine organische Unfallfolgen mehr vorhanden seien und dass ent-
sprechend auch keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
bestehe (S. 2). Die letzte Operation habe keinerlei Verbesserung gebracht, 
aber auch nicht zu einer Verschlechterung der lokalen Situation geführt. 
Nach seiner Einschätzung seien absolut keine weiteren operativen Eingriffe 
mehr indiziert (S. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 9

3.1.3 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, führte in seinem Bericht vom 12. März 
2011 (act. II 18) als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
posttraumatische Handgelenksschmerzen links nach Distorsion des Hand-
gelenks links am 27. Januar 2005 sowie eine posttraumatische Belas-
tungssituation am 8. Februar 2009 (richtig: 2010) auf (S. 2 Ziff. 1.1). Seit 
dem Unfall im Januar 2005 hätte die Beschwerdeführerin im Bereich des 
linken Handgelenks persistierende Schmerzen gehabt (S. 3 Ziff. 1.4). Nach 
dem bewaffneten Überfall an ihrem Arbeitsort am 8. Februar 2010 sei es 
zur Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung gekommen, 
welche die Beschwerdeführerin massiv eingeschränkt und eine 100 %ige 
Arbeitsunfähigkeit verursacht habe. Seit Sommer 2010 sei es zu einer 
langsamen, aber stetigen Besserung gekommen, es sei der Beschwerde-
führerin zunehmend möglich gewesen, ihre Wohnung alleine zu verlassen 
und selbstständig soziale Kontakte zu pflegen. Bezüglich des Handgelenks 
sei der Verlauf nach dem erneuten Eingriff abzuwarten. Eine Tätigkeit mit 
starker oder repetitiver Belastung des Handgelenks sollte auch in Zukunft 
an einem neuen Arbeitsplatz vermieden werden. Bezüglich der Belas-
tungsstörung sei eine Wiedereingliederung an einem Arbeitsplatz in einem 
Team bei angepasster körperlicher Tätigkeit möglich. Ab Dezember 2010 
sei eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit an angepasster Stelle (Arbeit in Team, 
keine Schaltertätigkeit oder Verkaufs-/Beratungstätigkeit an exponiertem 
Arbeitsplatz, Berücksichtigung der durch die linke Hand bestehenden Ein-
schränkungen: keine Lasten über 10 kg - 15 kg, keine repetitiven Belastun-
gen der linken Hand) theoretisch gegeben (S. 5 Ziff. 1.11).

3.1.4 Im Bericht vom 21. April 2011 (act. II 19) diagnostizierte PD 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhe-
tische Chirurgie FMH sowie Fachärztin für Handchirurgie FMH, mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit chronisch persistierende dorsale radiokar-
pale Handgelenksschmerzen links adominant nach Unfall (Ziff. 1.1). Die 
Handgelenksbeschwerden erlaubten wechselnde Tätigkeiten ohne starke 
Belastung in einem zeitlichen Rahmen von 50 %, wobei monotone belas-
tende körperliche Tätigkeiten für die linke obere Extremität zu vermeiden 
seien (S. 4 Ziff. 1.7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 10

3.1.5 Die behandelnde Psychotherapeutin lic. phil. J.________, Fach-
psychologin für Psychotherapie FSP und Fachpsychologin für Kinder- und 
Jugendpsychologie FSP, wiederholte in ihrem Verlaufsbericht vom 3. Mai 
2011 (Akten der SUVA, Unfall-Nr. xxx [act. IIIC] 54) die bisher genannte 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung und berichtete, dass 
die Beschwerdeführerin den Alltag gut meistern könne und es nur einzelne 
Situationen gebe, welche ihr Mühe bereiteten, wie das Alleinsein und ein-
zelne Trigger. Sie habe die Prüfung für die Absolvierung des …kurses ab-
solviert, diese aber leider nicht bestanden. Eigenen Angaben zufolge wäre 
sie auch wieder bereit, in einer Tankstelle zu arbeiten, jedoch nicht alleine 
und nicht nachts. Aus psychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit gege-
ben. Falls sich noch Ängste zeigen würden, sei dieses „Nicht-Vermeiden-
Können“ eine gute Strategie, um diese in den Griff zu bekommen.

3.1.6 Die RAD-Ärztin med. pract. K.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, diagnostizierte in ihrem Untersuchungsbericht 
vom 21. September 2011 (act. II 30) eine vorübergehende posttraumati-
sche Belastungsstörung nach Erleben eines Raubüberfalls am 8. Februar 
2010, aktuell weitgehend remittiert (S. 6). Unmittelbar am Tag nach dem 
Überfall habe die Symptomatik mit starken Symptomen begonnen und die 
Beschwerdeführerin sei dann eineinhalb Jahre in psychotherapeutischer 
Behandlung gewesen. Seit einem Jahr sei nun eine deutliche Verbesse-
rung eingetreten und die Beschwerdeführerin sei wieder selbstständig und 
mobil geworden. Aus psychiatrischer Sicht sei zurzeit keine Einschränkung 
in einer angepassten Tätigkeit mehr vorhanden. Zu vermeiden seien Tätig-
keiten, bei welchen sie alleine Kundenkontakt habe, wie z.B. als Mitarbeite-
rin einer Tankstelle oder eines Kioskes. Möglicherweise gehe auch dies im 
Verlauf der Zeit und mit Gewöhnung immer besser und solche Arbeiten 
könnten auch in Zukunft wieder möglich sein. Die Leistungsfähigkeit in an-
gepassten Tätigkeiten habe sich wahrscheinlich seit fünf Monaten bis auf 
100 % erhöht, was auch in der AMA bestätigt worden sei.

3.1.7 Im Abklärungsbericht AMA vom 20. Oktober 2011 (AB 34) hielt 
med. pract. L.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabili-
tation, ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem die fol-
genden Diagnosen fest: eine posttraumatische Belastungsstörung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 11

chronische Handgelenksschmerzen links bei Status nach mehreren Eingrif-
fen (S. 11 Ziff. 7). Von der linken Hand her beständen drei Monate postope-
rativ laut dem RAD-Orthopäden keine Einschränkungen mehr (S. 12). Bei 
der Inspektion der beiden Handinnenflächen habe sich kein Hinweis für 
eine Muskelatrophie gezeigt, die Kraft bei Faustschluss links gegenüber 
rechts könne nicht sicher bestimmt werden, da die Beschwerdeführerin aus 
Angst vor Schmerzen die Hand links nicht richtig schliesse. Sie habe ihre 
linke Hand während der AMA so gut es gehe geschont, ohne dass sich 
muskulär ein Hinweis für längere Schonung finde. Aus somatischer Sicht 
sei der Rechtshänderin eine leichte bis mittelschwere abwechselnde Tätig-
keit mit einem Maximum von einem Trage/Hebegewicht links von 5 kg seit 
spätestens Juni 2011 zumutbar.

3.1.8 Im Bericht vom 29. Mai 2015 (in den Gerichtsakten) zuhanden des 
Instruktionsrichters nannte PD Dr. med. I.________ die Diagnosen einer 
konstanten Verspannung und Muskelhypertonie im Bereich des Musculus 
trapezius links weniger als rechts und Ansatztendinosen der Streck- und 
Beugemuskulatur des Ellenbogens links sowie rechts mit/bei: chronischen 
Handgelenksschmerzen links ausstrahlend bis in die Schulter, Status nach 
Revision des dorsalen Handgelenks, Resektion eines Rezidivganglions 
scapholunär, Nachresektion des Nervus interosseus posterior vom 25. Fe-
bruar 2011, Status nach Resektion des Nervus interosseus posterior und 
Ganglionexstripation links vom 27. Februar 2008 sowie Status nach dia-
gnostischer Handgelenksarthroskopie links wegen unklaren posttraumati-
schen Handgelenksbeschwerden vom 6. Mai 2005. Es bestehe eine chro-
nische Handgelenksproblematik, basierend auf rezidivierenden Ganglien 
und neurogenen Schmerzen im Bereich des Nervus interosseus posterior, 
welche ausstrahlend bis in die Schulter zu sekundären Muskelverspannun-
gen führten (S. 3). Diese organischen Beschwerden liessen keine Steige-
rung der Arbeitsfähigkeit zu, weil es immer wieder zu Fehlbelastungen pro-
ximal komme.

Dieser – im Beschwerdeverfahren einverlangte – Bericht ist, soweit den 
zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 
23. Oktober 2012 (act. II 66) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichtigen 
(vgl. BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 12

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 23. Oktober 2012 (act. II 66) massgeblich auf den Abklärungs-
bericht Haushalt vom 24. April 2012 (act. II 43) gestützt, welcher in medizi-
nischer Hinsicht die Beurteilungen der RAD-Ärztinnen med. pract. 
K.________ vom 21. September 2011 (act. II 30) und med. pract. 
L.________ vom 20. Oktober 2011 (act. II 34) zur Grundlage hatte.

3.3.1 In psychiatrischer Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin auf den 
Untersuchungsbericht der RAD-Psychiaterin med. pract. K.________ vom 
21. September 2011 (act. II 30) abgestellt. Diese Expertise erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor) und zeichnet ein 
schlüssiges und überzeugendes Bild des Gesundheitszustandes der Be-
schwerdeführerin und ihrer Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht. Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und 
sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und 
einlässlich begründet, so dass darauf abgestellt werden kann. Die RAD-
Psychiaterin stellt in diesem Bericht die Diagnose einer vorübergehenden 
posttraumatischen Belastungsstörung nach Erleben eines Raubüberfalls, 
gegenwärtig remittiert. Gestützt auf die seit nun einem Jahr eingetretene 
deutliche Verbesserung sei aus psychiatrischer Sicht in einer angepassten 
Tätigkeit (keine Tätigkeit, wo die Beschwerdeführerin alleine Kundenkon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 13

takt habe, wie z.B. Mitarbeiterin an einer Tankstelle oder eines Kioskes) 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorhanden (S. 6). 

In Übereinstimmung dazu geht auch der behandelnde Hausarzt Dr. med. 
H.________ im Bericht vom 12. März 2011 (act. II 18) – gestützt auf den 
Bericht der behandelnden Psychotherapeutin lic. phil. J.________ vom 
21. Juni 2010 (act. II 18 S. 13 und S. 15) – davon aus, dass es seit Som-
mer 2010 zu einer langsamen, aber stetigen Verbesserung der psychi-
schen Situation gekommen sei und die Beschwerdeführerin wieder die 
Wohnung verlassen und soziale Kontakte pflegen konnte (act. II 18 S. 3 
Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin habe sich sogar für einen durch die SU-
VA organisierten …kurs als Eingliederung entschieden, konnte diesen aber 
dann aufgrund der nicht bestandenen Prüfung nicht absolvieren. Die Zu-
mutbarkeit einer 50 %igen angepassten Tätigkeit seit Dezember 2010 wur-
de dann vom Hausarzt wohl auch aufgrund der Handbeschwerden und 
nicht aufgrund der psychischen Situation attestiert (act. II 18 S. 4 Ziff. 1.7). 
So führte auch die behandelnde Psychologin – auf deren Beurteilung sich 
Dr. med. H.________ stützt – in ihrem Bericht vom 3. Mai 2011 
(act. IIIC 54) aus, dass aus psychologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit 
mehr bestehe und dass die Beschwerdeführerin sich sogar bereit gezeigt 
habe, wieder in einer Tankstelle zu arbeiten, jedoch nicht alleine und nicht 
nachts.

Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin aus 
psychiatrischer Sicht spätestens ab Juni 2010 keine Arbeitsunfähigkeit 
mehr bestand. Es kann in psychiatrischer Hinsicht ohne weiteres auf die 
Einschätzung der RAD-Psychiaterin med. pract. K.________ vom 21. Sep-
tember 2011 (AB 30) abgestellt werden, zumal diese auch von der Be-
schwerdeführerin beschwerdeweise nicht bestritten wird. 

3.3.2 In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin auf die 
medizinische Beurteilung der RAD-Ärztin med. pract. L.________ im Ab-
klärungsbericht AMA vom 20. Oktober 2011 (act. II 34) abgestützt. Die 
RAD-Ärztin geht aufgrund der persönlichen Untersuchung mit an sich über-
zeugender Begründung davon aus, dass der Beschwerdeführerin als 
Rechtshänderin eine leichte bis mittelschwere abwechselnde Tätigkeit mit 
einem maximalen Trage/Hebegewicht links von 5 kg seit Juni 2011 zumut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 14

bar sei. Unter Berücksichtigung der früheren Beurteilung durch den Kreisa-
rzt der SUVA Dr. med. G.________ vom 27. April 2009 (act. IIIA 162), wo-
nach sich bereits in diesem Zeitpunkt ein vollständig blandes und reizloses 
linkes Handgelenk gezeigt habe und schon damals die identische Be-
schwielung an beiden Handinnenflächen darauf schliessen liess, dass die 
Beschwerdeführerin auch die linke Hand in einem nicht unerheblichen 
Mass eingesetzt hat, und infolgedessen – abgesehen von schweren kör-
perlichen Tätigkeiten und solchen, die Gewichtheben über 5 - 10 kg bedin-
gen – keine erheblichen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit attestiert 
werden konnten, ist diese Einschätzung der RAD-Ärztin überzeugend. Zu-
dem hat der SUVA-Kreisarzt in seinem Bericht vom 27. April 2009 
(AB IIIA 162 S. 3) ausgeführt, dass nach seiner Einschätzung absolut keine 
weiteren operativen Eingriffe mehr indiziert seien. Wenn die behandelnde 
Handchirurgin PD Dr. med. I.________ in der Folge eine weitere Operation 
am linken Handgelenk durchgeführt hat, so hat diese hinsichtlich der be-
klagten Beschwerden offensichtlich keine grosse Wirkung erzielt und es 
kann davon ausgegangen werden, dass die davor abgegebene, nachvoll-
ziehbare und schlüssige Beurteilung durch den SUVA-Kreisarzt Dr. med. 
G.________ weiterhin ihre Gültigkeit hat. Dies umso mehr, als bereits ein 
Jahr nach dem Unfall durch den Kreisarzt Dr. med. F.________ im Bericht 
vom 12. Januar 2006 (act. III 36) eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, 
bei welcher die adominante linke Hand mit dem Schutz der Handgelenks-
manschette lediglich eine leichte Gegenhaltefunktion ausüben müsse und 
keine Gewichte über 5 - 10 kg gehoben und das linke Handgelenk keinen 
stärkeren Gewichtsbelastungen wie Drehbewegungen oder Erschütterun-
gen ausgesetzt sei, in einer vollen zeitlichen Präsenz als zumutbar definiert 
wurde (S. 4). So hat Dr. med. G.________ im April 2009 (act. IIIA 162 S. 2) 
erneut festgehalten, dass keine erheblichen Einschränkungen in der Ar-
beitsfähigkeit mehr vorlagen. Die RAD-Ärztin beschreibt sodann gestützt 
auf die Untersuchung anlässlich der AMA im Bericht vom 20. Oktober 2011 
(act. II 34 S. 12), dass die Beschwerdeführerin bei der Inspektion der Han-
dinnenfläche keine Muskelatrophie zeige und es bei der linken Hand mus-
kulär keinen Hinweis für eine längere Schonung gebe. Die Beschwerdefüh-
rerin räume denn auch ein, sie im Verkauf durchaus Waren einräumen 
könne. Damit ist erstellt, dass das ursprünglich vom SUVA-Arzt Dr. med. 
F.________ am 12. Januar 2006 (act. III 36) erstellte und von der RAD-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 15

Ärztin med. pract. L.________ bestätigte Zumutbarkeitsprofil weiterhin Gül-
tigkeit hat. Schliesslich wird von der Abklärungsfachperson der AMA im 
Bericht vom 20. Oktober 2011 (act. II 34) berichtet, dass sich die Be-
schwerdeführerin bei praktischen Arbeiten zu organisieren gewusst und 
teilweise auch beide Hände eingesetzt habe (vgl. S. 7 „Versandarbeit“). In 
anderen Tätigkeiten habe sie die linke Hand dagegen lediglich als Hilfs-
hand gebraucht, jedoch die ihr aufgetragene Arbeit durchaus zufriedenstel-
lend ausgeführt (vgl. S. 8 „Mitarbeit im Restaurant“ und „Einfache Monta-
gearbeiten“, S. 9 „Karten falten“, S. 10 Ziff. 5.5 „Motivationsbeurteilung“). 
So ist es der Beschwerdeführerin gelungen, während der AMA entspre-
chend dem von der RAD-Ärztin aufgestellten Zumutbarkeitsprofil zu arbei-
ten und bei leichten manuellen Arbeiten in Wechselposition bei vollem 
Pensum eine Leistung von bis zu 80 % bei einer Qualität von 100 % zu 
erbringen. Sie hat mit diesem Tatbeweis die Gültigkeit des von med. pract. 
L.________ definierten Zumutbarkeitsprofils bestätigt. Auf die medizinische 
Einschätzung von med. pract. L.________ im Abklärungsbericht AMA vom 
20. Oktober 2011 (act. II 34) kann deshalb abgestellt werden.

Wenn die behandelnde Handchirurgin PD Dr. med. I.________ an ihrer 
Einschätzung vom 21. April 2011 (act. II 19 S. 4 Ziff. 1.7) festhält, dass die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bloss 50 % betrage, kann dem 
indessen nicht gefolgt werden. Hierbei muss dem Umstand Rechnung ge-
tragen werden, dass die Einschätzung der Handchirurgin offenkundig mit 
Bezug auf die Tätigkeit in einem Tankstellenshop und unter Berücksichti-
gung des von der Beschwerdeführerin subjektiv empfundenen Leistungsni-
veaus sowie unter Beachtung der gesamtheitlichen therapeutischen Ziel-
setzungen abgegeben wurde. Damit ist davon auszugehen, es handle sich 
hierbei nicht um eine medizinisch-theoretische Einschätzung aus rein 
handchirurgischer Sicht. Die gerichtlichen Abklärungen haben denn auch 
bestätigt, dass PD Dr. med. I.________ sich bei der Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit von fachfremden Überlegungen leiten liess. So führt sie zum 
Beispiel aus, es werde mit der Beschwerdeführerin nun versucht, mittels 
Neuraltherapie und einer Zahnsanierung die Ursachen für chronische 
Schmerzen zu definieren (vgl. Ausführungen vom 29. Mai 2015, in den Ge-
richtsakten).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 16

3.4 Wie es sich damit verhält kann indessen offen bleiben, denn selbst 
wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin von der von PD Dr. med. 
I.________ angenommenen Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer „geeigneten 
Tätigkeit“ ausgegangen würde, resultierte hieraus kein rentenbegründender 
IV-Grad (vgl. E. 6 und E. 7 nachfolgend).

4.

Der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, in welchem sie als 
Gesunde erwerbstätig wäre, wurde im Abklärungsbericht Haushalt vom 
24. April 2012 (act. II 43) auf 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt 
festgesetzt (S. 4 Ziff. 3.4). Diese Einstufung erfolgte gestützt auf ihre Aus-
sagen und entspricht im Übrigen den Angaben der letzten Arbeitgeberin, 
der M.________ (act. II 14). Dort war die Beschwerdeführerin in einem 
Pensum von 70 % angestellt und arbeitete daneben noch in einem Pensum 
von ca. 10 % bei der N.________ im Bereich … . Die Akten geben keinen 
Anlass, an der Richtigkeit dieser Annahme zu zweifeln.

5.

Im Folgenden sind die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Be-
reich Haushalt zu prüfen.

Der Abklärungsbericht Haushalt vom 24. April 2012 (43) ist bezüglich der 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt überzeu-
gend, sodass darauf abzustellen ist. Die Feststellungen der fachkundigen 
Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der 
Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen (vgl. E. 2.5.3 vorstehend) 
und berücksichtigen die von den RAD-Ärztinnen med. pract. K.________ 
und med. pract. L.________ festgestellten Einschränkungen resp. das ent-
sprechende Zumutbarkeitsprofil (S. 7 Ziff. 3.8). Der Abklärungsbericht ist 
zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend 
detailliert und den Einschränkungen sowie den Angaben der Beschwerde-
führerin wurde angemessen Rechnung getragen, wobei zu beachten ist, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 17

dass der Beschwerdeführerin bei objektiver Betrachtung des medizinischen 
Zustandes sehr wohl ein erheblicher Anteil an der Haushaltführung weiter-
hin zumutbar bleibt. Wenn sie ausführt, dass die Einschränkung bezüglich 
der Ernährung 50 % beträgt, da sie keine Pfannen heben könne, ist dies 
insoweit unbehelflich, als diese geklagten Beeinträchtigungen die linke 
Hand betreffen, ihr mithin das Pfannenheben mit der dominanten rechten 
Hand weiterhin möglich ist. Zudem ist es ihr durchaus zumutbar, kleinere 
Pfannen oder Hilfsmittel zu verwenden oder die Hilfe von Familienangehö-
rigen in Anspruch zu nehmen, wie dies die Beschwerdegegnerin in der Be-
schwerdeantwort zutreffend ausführt. Dasselbe gilt schliesslich auch für die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich der Wäsche: auch hier kann 
den Familienangehörigen rechtsprechungsgemäss eine gewisse Mithilfe 
zugemutet werden (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 
S. 30 E. 5.5). Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der Verwal-
tung einzugreifen.

Damit ist auf den Abklärungsbericht Haushalt abzustellen und davon aus-
zugehen, dass die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt zu 11.5 % ein-
geschränkt ist (act. II 43 S. 12), was einer gewichteten Invalidität von 
2.30 % (11.5 % x 0.2 [Status]) entspricht.

6.

6.1 Zu prüfen ist schliesslich, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich – bemessen nach der allgemeinen Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. E. 2.3.1 vorstehend) – verhält. Wie in Erwägung 3.4 
hiervor dargelegt, resultiert selbst dann kein rentenbegründender IV-Grad, 
wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin von einer 50 %-igen Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen wird (vgl. E. 3.4 hier-
vor).

6.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 18

passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

6.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

6.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Der 
Beginn der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht ist auf 
den Unfall vom 27. Januar 2005 (vgl. act. III 1), derjenige aus psychischer 
Sicht auf den Überfall vom 8. Februar 2010 zu datieren (vgl. act. II 6.20). 
Unter Berücksichtigung des Beginns des Wartejahres im ersten dieser 
Zeitpunkte, der Anmeldung zum Leistungsbezug im Dezember 2010 
(act. II 2) und in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 IVG fällt der hypothetische 
Rentenbeginn auf Juni 2011. Der Einkommensvergleich ist deshalb für das 
Jahr 2011 vorzunehmen. 

6.3 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ihre letz-
te Arbeitsstelle bei der M.________, in welcher sie im von ihr gewünschten 
Pensum von 70 % tätig war (vgl. E. 4 vorstehend), aus wirtschaftlichen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 19

nicht gesundheitlichen Gründen verloren hatte (act. II 14). Auf das dort er-
zielte Einkommen kann deshalb zur Ermittlung des Valideneinkommens 
nicht abgestellt werden. Danach war sie arbeitslos und arbeitete bloss noch 
im Rahmen einer Zwischenverdienst-Tätigkeit zu 20 % als ... in einem 
Tankstellenshop (vgl. act. II 6.14 S. 2). Das Valideneinkommen ist deshalb 
nicht gestützt auf die tatsächlich erzielten Einkommen zu ermitteln 
(vgl. E. 6.1.1 vorstehend). In Anbetracht der verschiedenen von der Be-
schwerdeführerin bisher ausgeübten Tätigkeiten als Hilfsarbeiterin rechtfer-
tigt es sich vielmehr, auf die LSE 2010, indexiert auf das Jahr 2011 (vgl. 
E. 6.2 vorstehend), abzustellen und dabei auf die Tabelle TA1, Total, Ni-
veau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten). Demnach beträgt der massge-
bliche monatliche Bruttolohn für Frauen Fr. 4'225.–. Auf die betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche [Tabelle 
T 03.02.03.01.04.01], Total; einsehbar auf www.bfs.admin.ch) und auf das 
massgebende Jahr 2011 aufgerechnet, ergibt sich daraus ein Jahresein-
kommen von Fr. 53‘255.30 (Fr. 4’225.– x 12 : 40 x 41.6 : 100.0 x 101.0 [vgl. 
Bundesamt für Statistik, www.bfs.admin.ch, Nominallohnindex nach Ge-
schlecht, Tabelle T1.2.10, Periode 2010 bis 2013, Total, Frauen; Index Jahr 
2010: 100.0 Punkte, Index Jahr 2011: 101.0 Punkte]). Das für den Ein-
kommensvergleich massgebende Valideneinkommen beträgt somit bei 
einem Pensum von 80 % jährlich Fr. 42'604.20 (Fr. 53‘225.30 x 0.8 [Pen-
sum]).

6.4 Da die Beschwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das hypothetische Invalideneinkommen 
ebenfalls gestützt auf die LSE 2010 – indexiert auf das Jahr 2011 – zu be-
stimmen (vgl. E. 6.1.2 hiervor). Es ist dabei wiederum auf die LSE 2010, 
Tabelle A1, Total, Anforderungsniveau 4, abzustellen. Demnach beträgt der 
massgebliche monatliche sowohl an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
angepasste wie auch auf das Jahr 2011 indexierte Bruttolohn für Frauen 
Fr. 53‘255.30.– pro Jahr (vgl. E. 6.3 vorstehend). 

Wird – wie einleitend mit Hinweis auf Erwägung 3.4 vorstehend dargelegt – 
zu Gunsten der Beschwerdeführerin von einer bloss 50 %igen Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit ausgegangen, ist dieser Tabellenwert zu halbieren, wo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 20

bei ein jährliches Einkommen von Fr. 26‘627.65 resultiert. Unter Berück-
sichtigung des von der Beschwerdegegnerin zusätzlich gewährten behinde-
rungsbedingten Abzuges von 10% (vgl. Einkommensvergleich der Be-
schwerdegegnerin [act. II 43 S. 8 Ziff. 3.8 und Ziff. 3.9) betrüge das mass-
gebliche Invalideneinkommen Fr. 23‘964.90.

6.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 42'604.20 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 23‘964.90 resultierte eine Einkommenseinbusse 
von Fr. 18‘639.30 und damit ein IV-Grad im Bereich Erwerbstätigkeit von 
43.75 %, was einem gewichteten IV-Grad von 35.00 % in diesem Bereich 
entspräche (43.75 % x 0.8 [Status]).

7.

Nach dem in den Erwägungen 5 und 6.5 hiervor Dargelegten betrüge der 
gewichtete IV-Grad im Bereich Erwerbstätigkeit 35.00 % und im Bereich 
Haushalt 2.3 %, so dass im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns 
im Juni 2011 bei den für die Beschwerdeführerin günstigen Annahmen ein 
Gesamt-IV-Grad von gerundet 37 % bestanden hätte (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3). Die Beschwerdeführerin hat damit 
keinen Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 vorstehend). Damit ist die 
angefochtene Verfügung vom 23. Oktober 2012 (act. II 66) nicht zu bean-
standen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet 
und ist abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/12/1128, Seite 21

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt. Sie werden dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
-  Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.