# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1e4ba64-a58f-5975-a31f-5b6f7b1a0857
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.08.2014 200 2013 984
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-984_2014-08-11.pdf

## Full Text

200 13 984 ALV
SCP/IMD/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 11. August 2014

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse Unia 
Monbijoustrasse 61, Postfach 1174, 3000 Bern 23
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2014, ALV/13/984, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) stellte, nachdem er sein bisheriges Arbeitsverhältnis mit 
seiner Arbeitgeberin mittels Vereinbarung vom 26. März 2013 auf den 
30. Juni 2013 aufgelöst hatte (Akten der Arbeitslosenkasse Unia Bern 
[nachfolgend Unia bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 333 f.), 
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 1. Juli 2013 (AB 305 ff.).

Die Unia holte bei der ehemaligen Arbeitgeberin und beim Versicherten 
Auskünfte hinsichtlich der Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnis-
ses ein (AB 283 ff., 277 f., 256, 254 f., 248 ff., 236 f., 226 ff.) und stellte den 
Versicherten mit Verfügung vom 27. August 2013 wegen selbstverschulde-
ter Arbeitslosigkeit ab dem 1. Juli 2013 für 25 Tage in der Anspruchsbe-
rechtigung ein (AB 213 f.). Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit 
Entscheid vom 4. Oktober 2013 ab (AB 205, 7 ff.).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 7. November 2013 Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Rückweisung der 
Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, eventualiter sei von 
der Verfügung von Einstelltagen abzusehen. Er wirft der Beschwerdegeg-
nerin die Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungsgrund-
satzes vor. Sie habe sein Vorbringen, wonach ihm der Verbleib an der bis-
herigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar 
gewesen sei, nicht geprüft. Die verfügbaren Unterlagen erlaubten keine 
zuverlässige Beurteilung der Verschuldensfrage. 

Der Instruktionsrichter stellte mit prozessleitender Verfügung vom 14. No-
vember 2013 fest, dass der Beschwerdeführer geltend mache, mit der Un-
terzeichnung der Auflösungsvereinbarung hätte er eine nachhaltige Ge-

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fährdung seiner Gesundheit abgewendet, wofür er die Beweislast trage. 
Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, seine Vorbringen mittels echt-
zeitlichen ärztlichen Dokumenten (insbesondere Eintragungen in der Kran-
kengeschichte des behandelnden Arztes) zu dokumentieren sowie das 
Verwaltungsgericht zu ermächtigen, beim behandelnden Arzt weitere Aus-
künfte betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme zu 
verlangen. 

Mit Eingabe vom 29. November 2013 liess der Beschwerdeführer dem 
Verwaltungsgericht die vom Hausarzt erstellte Krankengeschichte, die Er-
mächtigung zur Auskunftserteilung sowie eine Auflistung der behandelnden 
Ärzte zukommen.

Am 3. Dezember 2013 ersuchte der Instruktionsrichter die Psychiaterin 
Dr. med. C.________ um Auskunft hinsichtlich des Verlaufs des psychi-
schen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in der ersten Jah-
reshälfte 2013 mittels Einreichung der vollständigen Krankengeschichte 
und der im Rahmen der Behandlung allenfalls gesammelten weiteren Un-
terlagen (insbesondere Berichte und Arztzeugnisse). Nachdem Dr. med. 
C.________ einen Bericht vom 20. Januar 2014 eingereicht hatte, bat der 
Instruktionsrichter mit Schreiben vom 28. Januar und 28. Februar 2014 um 
Zustellung der Krankengeschichte und der ausgestellten Arbeitsunfähig-
keitszeugnisse.

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. April 2014 stellte der Instruktions-
richter fest, dass die Psychiaterin seiner Aufforderung trotz Mahnung nicht 
nachgekommen sei, und wies den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die 
Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit an, diese aufzufordern, dem Ver-
waltungsgericht die Krankengeschichte innert Frist einzureichen.

In einer weiteren Verfügung vom 30. April 2014 hielt der Instruktionsrichter 
fest, der Beweisanordnung des Verwaltungsgerichts sei binnen Frist nicht 
Folge geleistet worden, weshalb es mit dem aktuellen Beweisergebnis sein 
Bewenden haben müsse. Die Parteien erhielten die Gelegenheit zur Einrei-
chung einer Stellungnahme zum Beweisergebnis bzw. von Schlussbemer-
kungen.

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Mit Schreiben vom 1. Mai 2014 kam Dr. med. C.________ der Beweisan-
ordnung nach und reichte die Krankengeschichte sowie ein Arztzeugnis zu 
den Akten, wovon den Parteien je eine Kopie zugestellt wurde.

Während sich die Beschwerdegegnerin nicht vernehmen liess, äusserte 
sich der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juni 2014 zum Beweiser-
gebnis. Er führt aus, die eingereichten ärztlichen Dokumente würden die 
geltend gemachte gesundheitliche Gefährdung bestätigen. Die Zustimmung 
zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei die einzig valable Option gewe-
sen, eine zusätzliche Gefährdung abzuwenden. Demnach könne von einer 
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit keine Rede sein. Entsprechend sei der 
Entscheid der Beschwerdegegnerin aufzuheben und von der Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung abzusehen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom 25. Juni 1982 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 lit a der Ver-
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol-

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venzentschädigung vom 31. August 1983 [AVIV; SR 837.02]). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 4. Oktober 2013 (AB 
7 ff.). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung des Beschwerdeführers in 
der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 25 Tagen wegen selbst-
verschuldeter Arbeitslosigkeit.

1.3 Der Streitwert liegt bei einer Einstelldauer von 25 Tagen und einer 
Taggeldleistung von Fr. 336.15 (AB 193) unter Fr. 20'000.--, womit die Be-
urteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend, da die Beschwerdegegnerin die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung verfügt habe, ohne sich mit den von ihm 
vorgebrachten Einwänden genügend auseinanderzusetzen (Beschwerde 
S. 4 Ziff. 1). 

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung bzw. 
den Einspracheentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 
ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmit-
telinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. 
In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

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den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre 
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 
124 V 180 E. 1a S. 181).

2.3 Der angefochtene Einspracheentscheid erfüllt die vorgenannten 
Voraussetzungen und ist hinreichend begründet. So lässt sich diesem ein-
deutig entnehmen, aufgrund welcher Überlegungen die Beschwerdegegne-
rin ihren Entscheid getroffen hat. Dem Beschwerdeführer war es denn auch 
problemlos möglich, die Verfügung sachgerecht mittels Beschwerde anzu-
fechten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Begründungs-
pflicht liegt somit nicht vor.

3.

3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstver-
schuldet, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus 
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei 
denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden 
konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).

3.2 Die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses "im gegenseitigen Einver-
ständnis" gilt aus der Sicht der Arbeitslosenversicherung als Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin, so-
fern diese nicht gezwungen waren, ihr Einverständnis zu geben, um z.B. 
einer drohenden Kündigung zuvorzukommen (ARV 1979 S. 120 E. 3; Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundes-
gericht] vom 16. Februar 2005, C 212/04, E. 1.2.2).

3.3 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der ver-
sicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV Nr. 

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105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebsklima 
den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, genügt 
zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). Auch ein 
gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Unzumutbar-
keit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b).

Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) 
belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird 
als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b 
bb S. 238; ARV 2009 S. 265 E. 2.2).

3.4 Stellt ein Arbeitgeber eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer 
unmissverständlich vor die Alternative, entweder selbst zu kündigen oder 
sonst die Kündigung des Arbeitgebers entgegenzunehmen, so ist die 
Selbstkündigung durch die versicherte Person einer Kündigung durch den 
Arbeitgeber gleichzusetzen. Die Frage der selbstverschuldeten Arbeitslo-
sigkeit ist in einem solchen Falle unter dem Gesichtspunkt von Art. 44 Abs. 
1 lit. a AVIV zu prüfen (BGE 124 V 234 E. 2b S. 235; ARV 1980 S. 15 E. 2a 
und 2b).

3.5 Die Arbeitslosigkeit gilt gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV dann als 
selbstverschuldet, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbe-
sondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber 
Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Die Einstel-
lung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslo-
sigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt jedoch keine Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 bzw. Art. 346 
Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) voraus. Es 
genügt, dass das allgemeine Verhalten Anlass zur Kündigung bzw. Entlas-
sung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht 
vorgelegen haben. Mithin gehören dazu auch charakterliche Eigenschaften 
im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin für den 
Betrieb als untragbar erscheinen lassen (BGE 112 V 242 E. 1 S. 244; SVR 
2006 ALV Nr. 15 S. 51 E. 1).

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3.6 Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosenversicherung liegt 
dann vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosig-
keit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach 
den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten 
der versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht 
übernimmt. Dieses Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkom-
mens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäfti-
gungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vorsätzlich erfolgt 
sein, wobei Eventualvorsatz genügt. Folglich reicht es aus, dass das allge-
meine Verhalten am Arbeitsplatz aus sachlich gerechtfertigten Gründen 
vom Arbeitgeber missbilligt wurde und die versicherte Person trotz Wissens 
um diese Missbilligung ihr Verhalten nicht geändert hat, womit sie dem Ar-
beitgeber Anlass zur Kündigung gab bzw. eine solche in Kauf nahm. Aus-
schlaggebend ist, ob die versicherte Person wissen konnte und musste, 
dass sie durch ihr Handeln womöglich eine Kündigung bewirkt (Entscheide 
des Bundesgerichts [BGer] vom 19. November 2007, 8C_466/2007, E. 3.1, 
vom 3. April 2007, C 277/06, E. 2 und vom 11. Januar 2001, C 282/00, 
E. 1; ARV 2012 S. 297 E. 4.1).

Eine versicherte Person kann nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV in der An-
spruchsberechtigung nur eingestellt werden, wenn das ihr zur Last gelegte 
Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststeht. Anders ausgedrückt 
darf nicht einzig auf die Aussagen des Arbeitgebers zu den Umständen der 
vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, insbe-
sondere nicht, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizien ge-
stützt werden (BGE 112 V 242 E. 1 S. 245; ARV 1999 S. 39 E. 7b). Von 
zusätzlichen Abklärungen darf nicht schon deshalb abgesehen werden, 
weil die versicherte Person die von ihrem Arbeitgeber erhobenen Vorwürfe 
nicht substantiell bestritten hat (ARV 1993/94 S. 188 E. 6b bb).

4.

4.1 Unbestritten und aufgrund der Akten erstellt ist, dass der Beschwer-
deführer am 26. März 2013 eine Vereinbarung "Einvernehmliche Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses" unterschrieben hat. Gemäss der Vereinbarung 

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endete das Arbeitsverhältnis am 30. Juni 2013, wobei der Beschwerdefüh-
rer per sofort von seiner Arbeitsleistung freigestellt wurde (AB 233 f.). Er 
macht geltend, aus gesundheitlichen Gründen sei es unter Zumutbarkeits-
gesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass er die Aufhebungsvereinba-
rung unterzeichnet habe (Eingabe vom 23. Juni 2014; in den Gerichtsak-
ten). Die Frage der Zumutbarkeit der Weiterführung des Arbeitsverhältnis-
ses bis zum Finden einer neuen Anstellung beurteilt sich aufgrund der im 
Gerichtsverfahren getroffenen Abklärungen wie folgt:

4.1.1 Nur triftige Gründe berechtigen zur Annahme, einer versicherten 
Person sei die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses – bis zum Finden einer 
neuen Stelle – nicht mehr zumutbar gewesen. Für die Annahme der Unzu-
mutbarkeit ist insbesondere nicht das subjektive Empfinden des Betroffe-
nen, sondern ein objektiver Massstab massgebend. Soweit die Unzumut-
barkeit aus gesundheitlichen Gründen abgeleitet wird, bedarf es hierfür 
echtzeitlicher ärztlicher Atteste (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.1.2 Aus den vorhandenen medizinischen Akten sind mit Bezug auf den 
hier relevanten Zeitpunkt, dem Tag als die Auflösungsvereinbarung unter-
zeichnet wurde (26. März 2013; AB 233 f.), keine triftigen Gründe für die 
Unzumutbarkeit der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses ersichtlich, wes-
halb auf die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers nicht abzu-
stellen ist. Aufgrund des Verlaufsberichts von Dr. med. C.________ (in den 
Gerichtsakten) ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer 
insbesondere im Frühjahr 2013 mit verschiedenen psychosozialen Belas-
tungsfaktoren konfrontiert sah. Die geltend gemachten Probleme am Ar-
beitsplatz standen jedoch anlässlich der letzten Konsultation vor dem 
26. März 2013 nicht im Vordergrund der psychotherapeutischen Behand-
lung. Wie sich aus dem Eintrag in der Krankengeschichte vom 28. Februar 
2013 ergibt, gilt dies vielmehr für die Partnerschaftsproblematik. Die nächs-
te Konsultation fand erst nach Eröffnung der Kündigungsabsicht durch die 
Arbeitgeberin statt, weshalb ausgeschlossen werden kann, dass der Be-
schwerdeführer der Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf ärztlichen Rat 
hin zugestimmt hat. Dass die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz zu Beginn 
der Behandlung vom Beschwerdeführer thematisiert wurde, ändert daran 
nichts, geht doch die Psychiaterin davon aus, der Beschwerdeführer neige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2014, ALV/13/984, Seite 10

zur Selbstüberschätzung bei Verdacht auf Vorliegen einer narzisstischen 
Persönlichkeitsstörung und der damit verbundenen Kränkbarkeit. Dass die 
Psychiaterin aufgrund dieser Einschätzung den Problemherd beim Arbeit-
geber gesehen und deshalb zu einer Selbstkündigung des Arbeitsverhält-
nisses geraten hätte, kann ausgeschlossen werden.

4.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Arbeitsverhältnis 
wäre durch die Arbeitgeberin auf denselben Zeitpunkt hin aufgelöst wor-
den, falls er die Auflösungsvereinbarung nicht unterzeichnet hätte (Eingabe 
vom 23. Juni 2014; in den Gerichtsakten) – wovon implizit auch die Be-
schwerdegegnerin in der Verfügung vom 27. August 2013 (AB 213 f.) aus-
ging –, ändert dies am Ergebnis nichts. Denn die Arbeitslosigkeit gilt 
gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV auch dann als selbstverschuldet, wenn 
die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verlet-
zung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (vgl. E. 2.5 hiervor). Aufgrund der 
Aktenlage war dies vorliegend der Fall:

4.2.1 Die Arbeitgeberin teilte der Beschwerdegegnerin auf deren Aus-
kunftsersuchen hin im Schreiben vom 12. Juli 2013 mit, das Fernbleiben 
von der Arbeit ohne Abmeldung sowie eine unkorrekte Handhabung in Be-
zug auf die Zeiterfassung hätten zur Vertragsauflösung geführt (AB 256). 
Im Schreiben vom 8. August 2013 (AB 226 ff.) führte sie dazu detaillierter 
aus, der Beschwerdeführer habe mehrfach Absenzen gehabt, welche erst 
nachträglich per SMS, teilweise sogar erst auf Verbleib-Nachfragen des 
Vorgesetzten, gemeldet worden seien (z.B. 15.10.2012, 21.01.2013, 
06.03.2013 [vgl. dazu AB 224]). Er sei darauf hingewiesen worden, dass 
mindestens telefonische Abmeldungen beim Leiter oder dessen Stellvertre-
ter erwartet würden. Diese Anweisung sei zuerst zweimal mündlich 
(15.10.2012, 11.02.2013) und nochmals per Mail am 08.03.2013 – welches 
vom Beschwerdeführer am 15.03.2013 gelesen worden sei – ausgespro-
chen worden. Hinsichtlich des Vorwurfs der unkorrekten Zeiterfassung hielt 
die ehemalige Arbeitgeberin fest, der Beschwerdeführer habe vermehrt 
Arzttermine innerhalb seiner Arbeitszeit (eingestempelt) wahrgenommen. 
Einen Ausdruck der entsprechenden Kalendereinträge sowie der Arbeits-
zeiterfassung legte sie bei (AB 221 ff., 228 ff.). Daraus ergeben sich zehn 

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Falschbuchungen. Diese Sachverhaltsdarstellung wird vom Beschwerde-
führer nicht bestritten, vielmehr versucht er, sein Verhalten mittels angeb-
lich schlechtem Arbeitsklima, Druck, grosser Arbeitslast und Mobbing sowie 
mit seiner schlechten gesundheitlichen Situation zu erklären (AB 236 f., 
248 ff., 255).

4.2.2 Selbst wenn das Arbeitsklima und das Verhältnis zum direkten Vor-
gesetzten schlecht gewesen sein sollte – wobei aufgrund der von Dr. med. 
C.________ geäusserten Einschätzung (Neigung zu Selbstüberschätzung, 
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung, Ablenkungsmechanis-
mus [Schreiben vom 20. Januar 2014; in den Gerichtsakten]) diesbezüglich 
dem Beschwerdeführer ein erheblicher Eigenanteil zuzurechnen sein dürfte 
–, rechtfertigt dies das dem Beschwerdeführer zur Last gelegte und durch 
die Akten erstellte Verhalten nicht, worin offensichtlich eine arbeitsvertragli-
che Pflichtverletzung zu erblicken ist. Es musste dem Beschwerdeführer 
klar sein, dass sein Vorgehen eine Verletzung des ihm arbeitgeberseitig 
entgegengebrachten Vertrauens darstellt, was die Kündigung zur Folge 
haben kann. Aus dem Verlaufsbericht der Dr. med. C.________ geht denn 
auch hervor, dass er Angst vor einer Kündigung hatte und sich damit der 
Situation bewusst war (Einträge vom 21. Januar und 6. Februar 2013; in 
den Gerichtsakten). Das Vorliegen einer durch eine schwerwiegende psy-
chische Störung beeinträchtigten Auffassungsgabe oder einer therapeu-
tisch nicht angehbaren Erkrankung, welche das Verhalten des Beschwer-
deführers erklären könnte, ergibt sich weder aus den Akten noch in Anbe-
tracht der langjährigen beruflichen Karriere. Es ist daher zumindest von 
einem eventualvorsätzlichen Verhalten des Beschwerdeführers auszuge-
hen, womit die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstver-
schuldeter Arbeitslosigkeit so oder anders gerechtfertigt ist (vgl. E. 2.6 hier-
vor; Urteil des EVG vom 16. Februar 2004, C 154/03 E. 3.1).

5.

Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktionen von 25 Ein-
stelltagen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2014, ALV/13/984, Seite 12

5.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leich-
tem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem 
Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Verschulden liegt 
insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren 
Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufge-
geben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a und b 
AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Person die 
Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 
AVIG).

5.2 Die verfügte Einstelldauer von 25 Tagen liegt im oberen Bereich des 
mittleren Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 lit. b AVIV). Die Beschwerdegegne-
rin hat aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers von einer Ansiede-
lung der Sanktion im Rahmen des schweren Verschuldens abgesehen. Sie 
hat damit den Fokus auf die Zustimmung zur Auflösung des Arbeitsverhält-
nisses und nicht auf die unkorrekte Zeiterfassung gelegt. Unter den gege-
benen Umständen sieht das Gericht keinen Anlass, von dieser Betrach-
tungsweise abzusehen, womit auch keine Schlechterstellung des Be-
schwerdeführers in Betracht zu ziehen ist. 

6.

Nach dem Dargelegten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und 
ist abzuweisen.

7.

7.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

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Was die beantragte Parteientschädigung aufgrund der gerügten ungenü-
genden Sachverhaltsabklärung anbelangt ist festzustellen, dass die Unzu-
mutbarkeit der Weiterführung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitli-
chen Gründen vom Beschwerdeführer im Einspracheverfahren nicht the-
matisiert wurde (vgl. AB 205) und er einspracheweise vielmehr und einzig 
sein vom Arbeitgeber nicht mehr toleriertes Absenzenverhalten zu rechtfer-
tigen versuchte. Wie vorstehend in E. 2.3 dargelegt, liegt keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs vor, womit sich die Zusprache einer Parteientschä-
digung unter diesem Titel nicht rechtfertigt. 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Arbeitslosenkasse Unia 
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.