# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 644179be-a28c-5399-942f-ffd94b5b5b35
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.06.2008 C-1152/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1152-2006_2008-06-05.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1152/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, Richter Antonio Imoberdorf
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

A._______, 
Beschwerdeführer,
vertreten durch Herrn Xajë Berisha,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1152/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer,  geboren 1967,  stammt aus dem Kosovo. Am 
16. Juli 1994 gelangte er in die Schweiz und heiratete hier zwei Wo-
chen später eine 1971 geborene Schweizer Bürgerin. Gestützt darauf 
erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Bern.

B.
Am 23. Juli 1999 ersuchte der Beschwerdeführer um Erteilung der er-
leichterten Einbürgerung nach Art. 27 des  Bürgerrechtsgesetzes vom 
29. September 1952 (BüG, SR 141.0). 

Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Eheleu-
te am 12. April 2000 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie in einer 
tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft zusam-
men lebten und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestün-
den. Gleichzeitig nahmen sie – bestätigt mit ihren Unterschriften – zur 
Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich sei,  wenn 
vor  oder  während des Einbürgerungsverfahrens einer  der  Ehegatten 
die Trennung oder Scheidung beantragt habe oder keine tatsächliche 
eheliche  Gemeinschaft  mehr  bestehe.  Ebenso  bestätigten  sie  ihre 
Kenntnisnahme davon, dass die Verheimlichung solcher Umstände ge-
mäss Art. 41 BüG zur Nichtigerklärung der Einbürgerung führen kön-
ne. 

In der Folge wurde der Beschwerdeführer am 9. Mai 2000 gestützt auf 
Art. 27 BüG erleichtert eingebürgert und erwarb nebst dem Schweizer 
Bürgerrecht das kantonale Bürgerrecht von Bern und das Gemeinde-
bürgerrecht von Arni (BE). 

C.
Am  28.  April  2001  wurde  die  Ehe  des  Beschwerdeführers  mit  der 
schweizerischen  Ehefrau  rechtskräftig  geschieden  und  am  6.  Juni 
2001 verheiratete er sich mit einer Frau aus seinem Kulturkreis. Letzte-
re  gelangte  am 14. September  2001 im Rahmen des Familiennach-
zugs in die Schweiz zu ihrem Ehemann. Aus dieser Ehe gingen nach 
der  Darstellung  des  Beschwerdeführers  zwei  Kinder  hervor  (Stand 
Juni 2005).

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D.
Von der zuständigen Behörde des Kantons Bern auf diese Entwicklun-
gen in den persönlichen Verhältnissen aufmerksam gemacht, teilte die 
Vorinstanz dem Beschwerdeführer am 22. Juni 2004 mit, sie erwäge, 
die erleichterte Einbürgerung gestützt auf Art. 41 Abs. 1 BüG für nich-
tig zu erklären. Die Chronologie der Ereignisse berechtige zur Annah-
me, dass er sich die Einbürgerung durch falsche Angaben bzw. durch 
Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschlichen  habe.  Der  Be-
schwerdeführer  erhielt  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  und  wurde 
gleichzeitig  aufgefordert,  sein Einverständnis  zum Beizug der  Schei-
dungsakten zu geben.

E.
In einem Antwortschreiben vom 1. Juli 2004 versicherte der Beschwer-
deführer, dass er zum Zeitpunkt der Erklärung vom 12. April  2000 in 
einer stabilen, ungetrennten ehelichen Gemeinschaft mit seiner dama-
ligen  Ehefrau  gelebt  habe. Zu  diesem Zeitpunkt  hätten  weder  Tren-
nungs-  noch  Scheidungsabsichten  bestanden,  und  eine  Gefährdung 
der Ehegemeinschaft sei nicht voraussehbar gewesen. Sie hätten bis 
dahin  sechs  „glückliche  und  verständnisvolle“  Jahre  verbracht  und 
„überhaupt keinen Grund“ gehabt zu zweifeln, dass die Ehe zukünftig 
bestehen würde. Das Verhältnis  zwischen ihm und seiner damaligen 
Ehefrau habe sich erst im siebten Ehejahr verschlechtert, als sich sei-
ne Beziehungen zu Familienangehörigen im Kosovo intensiviert  hät-
ten. Insbesondere der Umstand sei wesentlich gewesen, dass er sei-
ner Familie  wegen der Kriegsschäden grössere finanzielle Unterstüt-
zung habe zukommen lassen als in den Jahren zuvor. Auch der uner-
füllte Kinderwunsch habe „eine entscheidende Rolle“ gespielt. Weiter 
erklärte er, dass er seine zweite Ehefrau anlässlich eines Besuchs im 
Kosovo während des Jahreswechsels  2000/01 kennen gelernt  habe. 
„Im Laufe der Zeit“  habe sich eine Beziehung entwickelt, und da auf 
beiden Seiten ein Kinderwunsch bestanden habe, hätten sie sich ent-
schieden, „möglichst bald zu heiraten“.

F.
Nach Vorliegen der entsprechenden Ermächtigung zog die Vorinstanz 
im August 2004 die Scheidungsakten bei. 

G.
Am 27. September 2004 ersuchte die Vorinstanz den Zivilstands- und 
Bürgerrechtsdienst  des  Kantons  Bern,  eine  Befragung  der  früheren 

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Ehefrau  des  Beschwerdeführers  zu  veranlassen.  Am  11.  November 
2004 äusserte Letztere gegenüber der Vorinstanz telefonisch, dass sie 
mit  der Vergangenheit  abgeschlossen habe und nicht  mehr an ihren 
Ex-Ehemann erinnert werden möchte. Sie sei deshalb auch nicht be-
reit,  sich  dazu  befragen  zu  lassen.  Diese  Weigerung  bestätigte  sie 
tags darauf schriftlich.

H.
Mit  Schreiben  vom  8.  Februar  2005  teilte  die  Vorinstanz  dem  Be-
schwerdeführer mit, sie sehe sich aufgrund der durchgeführten Erhe-
bungen darin bestätigt,  dass die Voraussetzungen für eine Nichtiger-
klärung der erleichterten Einbürgerung erfüllt seien. Er und seine da-
malige Ehefrau hätten am 10. November 2000 und damit nur gerade 
sechs  Monate  nach  Erteilung  der  erleichterten  Einbürgerung  eine 
Scheidungskonvention unterzeichnet. Entsprechend sei davon auszu-
gehen, dass die Ehe schon im Zeitpunkt der Einbürgerung nicht mehr 
stabil gewesen sei. Denn es widerspreche der Lebenserfahrung, dass 
eine langjährige,  intakte  Ehe innert  weniger  Monate  scheitere,  noch 
dazu ohne dass ein plötzlich eingetretenes und nicht vorhersehbares 
Ereignis den Ehewillen zerstört  hätte. Uneinigkeit über das Mass der 
Unterstützung  seiner  Familie  im  Kosovo  und  ein  unerfüllter  Kinder-
wunsch hätten die Ehe offenbar schon seit längerer Zeit belastet. Kom-
me hinzu, dass er nach Erlangung der erleichterten Einbürgerung ge-
genüber  seiner  damaligen  Ehefrau  ein  Verhalten  an  den  Tag gelegt 
habe, welches nur darauf schliessen lasse, dass ihm an der Fortfüh-
rung der Ehe nichts mehr gelegen sei. 

I.
Von  der  ihm  gewährten  Gelegenheit  zur  Einreichung  einer  ab-
schliessenden  Stellungnahme  machte  der  Beschwerdeführer  keinen 
Gebrauch.

J.
Am 22. April 2005 gelangte die Vorinstanz an den Zivilstands- und Bür-
gerrechtsdienst des Kantons Bern und ersuchte um Zustimmung zur 
Nichtigerklärung der erleichterten  Einbürgerung. Eine entsprechende 
Erklärung gab die kantonale Behörde am 26. April 2005 ab.

K.
Mit Verfügung vom 6. Mai 2005 erklärte die Vorinstanz die erleichterte 
Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig. Ausgehend von der 
kurzen Zeitspanne zwischen der Erteilung der erleichterten Einbürge-

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rung bis zur Unterzeichnung einer Scheidungskonvention, dem Fehlen 
besonderer  Umstände,  die  in  dieser  kurzen Zeitspanne eine intakte, 
gut fünfjährige Ehe plötzlich und unvorhersehbar zerstört haben könn-
ten,  und  angesichts  spezifischer  Ausführungen  der  Eheleute  in  der 
Scheidungskonvention und in einem dazugehörigen Begleitschreiben 
sei als erwiesen anzusehen, dass im Zeitpunkt der erleichterten Ein-
bürgerung keine intakte, auf Zukunft ausgerichtete Ehe mehr bestan-
den und der Beschwerdeführer die Behörden darüber getäuscht habe.

L.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Juni 2005 liess der Beschwerdefüh-
rer beim damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeide-
partement  (EJPD)  beantragen,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  zu 
kassieren und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und festzustel-
len, dass die Voraussetzungen zur Nichtigerklärung der Einbürgerung 
nicht erfüllt seien. 

Zur  Begründung  wird  gerügt,  die  Vorinstanz  habe  den  Sachverhalt 
unvollständig  bzw.  unrichtig  festgestellt.  Entsprechend  gehe  sie  zu 
Unrecht davon aus, dass die Voraussetzungen einer Nichtigerklärung 
der  erleichterten  Einbürgerung  erfüllt  seien.  Für  eine  vollständige 
Abklärung  des  Sachverhalts  wäre  eine  Befragung  der  Ex-Ehefrau 
zumindest  hinsichtlich  der  ehelichen  Situation  im  Zeitpunkt  des 
Einbürgerungsverfahrens  unabdingbar  gewesen.  Daran  ändere  auch 
der Umstand nichts, dass die Ex-Ehefrau nicht bereit gewesen sei, als 
Auskunftsperson  auszusagen.  Was  die  Ausführungen  zu  ehelichen 
Problemen in der Scheidungskonvention betreffe, so seien diese nur 
aufgrund  eines  Irrtums  (über  die  Begründungspflicht  eines  Schei-
dungsbegehrens) erfolgt und im übrigen zeitlich unbestimmt formuliert 
gewesen. Wenn die  Vorinstanz diese Aussagen nun einem Zeitraum 
vor Erteilung der erleichterten Einbürgerung zuordne, so sei dies ein-
seitig zu Ungunsten des Beschwerdeführers. Während des Einbürge-
rungsverfahrens  sei  seine  Ehe  noch  intakt  gewesen,  und  weder  er 
noch seine damalige  Ehefrau hätten  in  dieser  Phase eine Trennung 
oder Scheidung beantragt. Damit habe ihre Erklärung im Wortlaut den 
Tatsachen entsprochen. Die ehelichen Schwierigkeiten seien nicht vor-
aussehbar gewesen; sie hätten erst in der zweiten Hälfte des Jahres 
2000 begonnen, als er nach Beendigung des Krieges vermehrt in den 
Kosovo gereist  sei,  um seine Familienangehörigen zu besuchen und 
sie beim Wiederaufbau zu unterstützen.

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M.
Die  Vorinstanz  beantragt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  25.  August 
2005 die Abweisung der Beschwerde. Der Einvernahme des Ex-Ehe-
gatten komme in der Praxis vor allem dort Bedeutung zu, wo eine Be-
urteilung der ehelichen Verhältnisse bzw. der Scheidungsgründe nicht 
schon auf andere Art, beispielsweise durch Aussagen im Scheidungs-
verfahren möglich sei. Letzteres treffe vorliegend aber zu und die Be-
fragung hätte höchstens dazu beitragen können, das bereits auf ande-
re Weise zustande gekommene Bild abzurunden. Solchermassen sei 
die Befragung nicht notwendig gewesen. Der Beschwerdeführer habe 
im übrigen im erstinstanzlichen Verfahren keinen entsprechenden Be-
weisantrag gestellt.  In  der  Sache selbst  sei  nicht  glaubwürdig,  dass 
der Kinderwunsch des Beschwerdeführers bis zur erleichterten Einbür-
gerung kein  Thema,  danach aber  für  die  Auflösung der  Ehe  mitent-
scheidend  gewesen  sein  soll.  In  ähnlicher  Weise sei  nicht  überzeu-
gend, dass die Ehe durch eine zunehmende Unterstützung der Familie 
des Beschwerdeführers erst im Sommer 2000 belastet worden sei. Der 
Beschwerdeführer  selbst  bringe  das  gesteigerte  Unterstützungsbe-
dürfnis  mit  den kriegerischen Ereignissen  im Kosovo in  Zusammen-
hang.  Dieser  Krieg  habe  aber  Ende  März  1999  begonnen  und  sei 
schon im Juni 1999 beendet gewesen. Die Notwendigkeit besonderer 
Hilfe dürfte deshalb nicht erst im Verlaufe des Jahres 2000, sondern 
bereits im Sommer bzw. Herbst 1999 entstanden sein.

N.
Mit Replik vom 5. Oktober 2005 hält der Beschwerdeführer an seinen 
Rechtsbegehren  und  an deren Begründung fest. Ergänzend lässt  er 
den Beweisantrag stellen, seine Ex-Ehefrau sei über die Stabilität der 
Ehe im Zeitpunkt der Erklärung vom 12. April 2000 zu befragen. Sein 
Kinderwunsch sei sehr wohl Thema während der Ehe gewesen. Seine 
damalige Ehefrau habe diese Frage aber „stets vermieden bzw. ver-
schoben“. Er  habe gedacht,  dass sie vielleicht  keine Kinder  mit  ihm 
wolle, weil er Ausländer sei. Als sie jedoch auch nach seiner Einbürge-
rung keine Bereitschaft gezeigt habe, sei „die Situation eskaliert“ und 
habe schliesslich zur Scheidung geführt. Das Thema Verwandtenunter-
stützung  sei  dabei  nur  eine  „Begleiterscheinung“  gewesen  und  tat-
sächlich erst im Verlaufe des Jahres 2000 aktuell geworden.

O.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM über die Nichtigerklärung einer erleichter-
ten Einbürgerung können mit  Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht angefochten werden (Art. 51 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Beim EJPD als einer der Vorgängerorganisationen des Bundesver-
waltungsgerichts zum Zeitunkt  des Inkrafttretens des Verwaltungsge-
richtsgesetzes am 1. Januar 2007 noch hängige Beschwerdeverfahren 
in  dieser  Materie  werden  vom  Bundesverwaltungsgericht  übernom-
men. Die  Beurteilung erfolgt  nach Massgabe des neuen Verfahrens-
rechts (Art. 53 Abs. 2 VGG). Dieses verweist in Artikel 37 VGG auf das 
Bundesgesetz  vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz keine 
abweichenden Bestimmungen aufstellt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- 
und formgerecht  eingereichte Beschwerde ist  einzutreten (Art. 48  ff. 
VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach 
der Eheschliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um er-

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leichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der 
Schweiz gelebt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in 
ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Ihre Einbürge-
rung  setzt  gemäss  Art.  26  Abs. 1  BüG zudem voraus,  dass  sie  die 
schweizerische Rechtsordnung beachtet und die innere oder äussere 
Sicherheit  der Schweiz nicht  gefährdet. Sämtliche Einbürgerungsvor-
aussetzungen  müssen  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung 
als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt  sein. Fehlt  es 
im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-
schaft,  darf  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  erteilt  werden  (BGE 
130 II 482 E. 2 S. 484; BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403.;  BGE 128 II 97 
E. 3a S. 99).

3.2 Der  Begriff  der  „ehelichen  Gemeinschaft“  im  Sinne  des  Bürger-
rechtsgesetzes  unterscheidet  sich  nach  bundesgerichtlicher  Recht-
sprechung  von  demjenigen  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs 
vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210), wie er beispielsweise in Art. 
159 ZGB verwendet wird. Er verlangt über die formelle Ehe hinaus den 
Bestand  einer  tatsächlichen  Lebensgemeinschaft.  Eine  solche  kann 
nur  bejaht  werden,  wenn  der  beidseitige,  auf  die  Zukunft  gerichtete 
Wille zu einer stabilen ehelichen Gemeinschaft intakt ist (BGE 130 II 
482 E. 2  S. 484).  Denn  der  Gesetzgeber  wollte  ausländischen  Ehe-
partnern von Schweizer Bürgern die erleichterte Einbürgerung ermög-
lichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten gerade im Hin-
blick auf eine gemeinsame Zukunft zu fördern (vgl. Botschaft des Bun-
desrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 27. August 1987, 
BBl 1987 III 310). Ein Hinweis auf den fehlenden Willen der Ehegatten, 
die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, kann im Umstand lie-
gen, dass kurze Zeit nach der Einbürgerung das Scheidungsverfahren 
eingeleitet wird.

3.3 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch falsche Angaben oder 
Verheimlichung erheblicher Tatsachen „erschlichen“, d.h. mit einem un-
lauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sin-
ne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes wird nicht verlangt. Es ge-
nügt,  dass  der  Betroffene bewusst  falsche  Angaben  macht  bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, über eine erhebliche Tatsache 
zu informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f., 130 II 482 E. 2 S. 

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484, je mit Hinweisen). Weiss der Betroffene, dass die Voraussetzun-
gen für die erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung 
vorliegen müssen, so muss er die Behörden unaufgefordert über eine 
nachträgliche Änderung in seinen Verhältnissen orientieren, von der er 
weiss oder wissen muss, dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. 
Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben 
und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht  gemäss Art. 13 
Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, 
dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Verhalten des Ge-
suchstellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 
113 E. 3.2 S. 115 f.).

4.
Die angefochtene Verfügung ist am 6. Mai 2005 ergangen, d.h. innert 
der am 9. Mai 2005 endenden gesetzlichen Frist von fünf Jahren (p.a. 
Art. 130 und Art. 132 i.V.m. Art. 77 Abs. 1 Ziff. 3 des Obligationenrechts 
vom  30. März  1911  [OR,  SR  220]).  Die  Zustimmungserklärung  des 
Heimatkantons Bern war bereits am 26. April 2005 erteilt worden. Die 
formellen Voraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 BüG sind somit erfüllt.

5.
5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der frei-
en Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Dies bedeutet vor allem, dass die Beweiswürdigung nicht an bestimm-
te starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter genau vorschrei-
ben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweis-
wert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den Beweismitteln: BGE 130 II  169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn ein 
Entscheid – wie im vorliegenden Fall – zum Nachteil des Betroffenen 
in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

5.2 In einem Verfahren wie dem vorliegenden ist zu prüfen, ob die Ehe 
im massgeblichen Zeitraum (während des gesamten Gesuchsverfah-
rens)  tatsächlich gelebt  wurde,  und falls ja,  ob bei  den Ehepartnern 
beidseits der ungebrochene Wille bestand, diese Ehe auf unbestimmte 
Zeit fortzuführen. Dabei geht es im Wesentlichen um innere Vorgänge, 
die der Verwaltung oft nicht bekannt und schwierig zu beweisen sind; 
deren Abklärung kann nur dadurch erfolgen, dass von bekannten Tat-
sachen  (Vermutungsbasis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu 

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schliessen ist. Es handelt sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerun-
gen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 130 II 
482 E. 3.2 S. 485 mit Hinweisen).

5.3 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherr-
schende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die Ver-
waltung auch nach entlastenden,  das heisst  die Vermutung erschüt-
ternden Elementen sucht. Bei  Sachverhalten  im Zusammenhang mit 
der erleichterten Einbürgerung liegt es jedoch in der Natur der Sache, 
dass nur der Betroffene, nicht aber die Verwaltung Kenntnis über sol-
che entlastenden Elemente hat. Besteht daher aufgrund des Ereignis-
ablaufs die tatsächliche Vermutung, die Einbürgerung sei erschlichen 
worden, obliegt es dem Betroffenen – der dazu nicht nur aufgrund sei-
ner Mitwirkungspflicht  (Art. 13 VwVG) verpflichtet  ist,  sondern  daran 
auch  ein  erhebliches  Eigeninteresse  haben  muss  –  die  Vermutung 
durch den Gegenbeweis oder durch erhebliche Zweifel umzustürzen, 
indem er Gründe oder Sachumstände aufzeigt, die es als überzeugend 
(nachvollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige 
Monate zuvor bestehende tatsächliche, ungetrennte eheliche Gemein-
schaft in der Zwischenzeit dergestalt in die Brüche gegangen ist, dass 
es zur Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 ff. mit weiteren 
Hinweisen und Quellenangaben).

6.
6.1 Aus den Akten ergibt sich folgendes Bild: Der Beschwerdeführer 
gelangte  offenbar  am 16. Juli  1994  in  die  Schweiz  und  verheiratete 
sich hier am 29. Juli 1994 mit einer Schweizer Bürgerin. Am 23. Juli 
1999 und damit unmittelbar nach Erreichung der zeitlichen Wohnsitz-
pflicht gemäss Art. 27 Abs. 1 Bst. a BüG stellte er das Begehren um 
Gewährung der erleichterten Einbürgerung. Am 12. April 2000 bestä-
tigte er unterschriftlich, dass er mit  seiner Ehefrau in einer tatsächli-
chen ehelichen Gemeinschaft  lebe und dass weder Trennungs- noch 
Scheidungsabsichten bestünden. Am 9. Mai 2000 erhielt er dann das 
Schweizer Bürgerrecht. Bereits sechs Monate später, am 10. Novem-
ber  2000,  unterzeichneten  die  Eheleute  gemeinsam  eine  Eheschei-
dungskonvention; die Ehe wurde daraufhin  am 28. April  2001 rechts-
kräftig geschieden. Am 6. Juni 2001, also nur gerade gut einen Monat 
nach der Scheidung, heiratete der Beschwerdeführer im Kosovo seine 
jetzige Ehefrau,  mit  der er  gemäss eigener Darstellung im Zeitpunkt 
der Beschwerdeeinreichung zwei Kinder hatte.

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6.2 Die Ehescheidungskonvention vom 10. November 2000 enthält un-
ter Ziffer 1 folgenden Text: 

„Die Parteien beantragen dem Gericht die Scheidung ihrer am 29. Juli 
1994 vor dem Zivilstandsamt Köniz abgeschlossenen Ehe wegen tiefer 
und unheilbarer Zerrüttung. Nach langem Versuchen das Eheverhältnis 
zu verbessern, ohne ein gutes Resultat, haben sich die beiden Partei-
en für die Ehescheidung entschieden. Das Eheverhältnis war am An-
fang gut, jedoch wurde es im Laufe der Jahre aus folgenden Gründen 
verschlechtert: Der Wunsch nach Kindern wurde nicht erfüllt; Trotz gu-
ter  Integration  des  Ehemannes  in  die  schweizerischen  Verhältnisse 
nahm seine Bindung zu Familienangehörigen in Kosovo zuungunsten 
des gemeinsamen Haushaltes in  der Schweiz zu; Die gemeinsamen 
geplanten  Interessen  wurden  zunehmend  durch  den  Ehemann  ver-
nachlässigt; Der  Ehemann unterstützte seine Verwandten im Kosovo 
zuerst  in  einem bescheidenen Rahmen,  in  den  späteren Jahren  er-
reichten seine Leistungen an die Familie im Kosovo eine unzumutbare 
Höhe und gefährdeten sogar das wirtschaftliche Fortkommen der Ehe-
leute. Dies waren die Hauptgründe, die am Anfang zu Eheschwierig-
keiten und später zur endgültigen Entscheidung, die Ehe scheiden zu 
lassen,  führte. Beide Parteien  merkten,  dass  die Vorstellungen über 
Ehe und Familie meilenweit auseinander lagen. Das Zusammenleben 
wurde zusehends schwieriger. Die Ehe dauerte nur deshalb so lange, 
weil  beide  Parteien  sich  nicht  wagten,  den  für  beide  schmerzlichen 
Schritt zu tun." 

Unter Ziffer 3 der Konvention wurde festgehalten, dass die güterrechtli-
che Auseinandersetzung bereits erfolgt sei. Unter Ziffer 4 wurde ver-
merkt, dass beide Parteien auf die Durchführung eines Aussöhnungs-
versuchs verzichteten, die Ehegattin die Klage einreichen werde und 
der  Ehegatte  keine  schriftliche  Klageantwort  einzureichen  gedenke. 
Die Ehescheidung sei möglichst schnell durchzuführen. 

Den wortwörtlich gleichen Text bezüglich der Scheidungsgründe führ-
ten die Eheleute  auch in  einem Begleitschreiben an das  zuständige 
Gericht  vom  17.  November  2000  auf.  In  diesem  Schreiben  wurde 
ebenfalls der Wunsch geäussert, die Scheidung so rasch wie möglich 
durchzuführen. 

6.3 Schon  die  dargestellten  Eckdaten,  namentlich  die  rasche  Ge-
suchseinreichung unmittelbar nach Erfüllung der gesetzlichen Voraus-
setzungen, die gemeinsame Unterzeichnung einer Trennungsvereinba-

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rung nur gerade sechs Monate nach Erteilung der erleichterten Ein-
bürgerung und die Wiederverheiratung des Beschwerdeführers mit ei-
ner Frau aus seinem Kulturkreis schon gut einen Monat nach erfolgter 
Scheidung sprechen eindeutig  gegen den Beschwerdeführer. Im Zu-
sammenhang  mit  der  Trennungsvereinbarung  gilt  besonders  zu  be-
rücksichtigen, dass diese nicht ein zeitlich isoliertes Faktum, sondern 
den Abschluss eines längeren Prozesses bildet,  ausgehend von der 
Wahrnehmung der Zerrüttung, über allfällige Versuche, die Ehe zu ret-
ten,  den Entscheid zur  Scheidung,  die Vorbereitung der  güterrechtli-
chen und sonstigen Auseinandersetzung bis hin zu deren Umsetzung 
in einem gemeinsamen Dokument. Die Eckdaten rechtfertigen die tat-
sächliche  Vermutung,  wonach  der  Beschwerdeführer  mit  seiner 
Schweizerischen Ehegattin zum Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung 
bzw. der erleichterten Einbürgerung nicht mehr in einer stabilen Ge-
meinschaft lebte (zur Bedeutung und Tragweite der tatsächlichen Ver-
mutung im Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürge-
rung vgl. grundlegend BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

7.
Nachfolgend ist  zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Lage ist, 
diese  tatsächliche  Vermutung  zu  widerlegen.  Dazu  braucht  er  zwar 
nicht den Nachweis zu erbringen, dass die Ehe mit der Schweizer Bür-
gerin zum massgeblichen Zeitpunkt intakt war, denn eine tatsächliche 
Vermutung  führt  nicht  zur  Umkehr  der  Beweislast.  Es  genügt,  wenn 
der Beschwerdeführer eine plausible Alternative zur dargestellten Ver-
mutungsfolge präsentieren kann. Er kann den Gegenbeweis erbringen, 
sei es indem er glaubhaft den Eintritt eines ausserordentlichen Ereig-
nisses dartut, das geeignet ist, den raschen Verfall einer zuvor intakten 
ehelichen Beziehung zu erklären,  sei  es indem er glaubhaft  darlegt, 
dass er sich der ehelichen Probleme nicht bewusst gewesen sei und 
dass er demzufolge zum Zeitpunkt, als er die Erklärung unterzeichne-
te, den wirklichen Willen hatte, weiterhin eine stabile eheliche Bezie-
hung aufrecht  zu erhalten (vgl. das oben zitierte Urteil  sowie Urteile 
des  Bundesgerichts  5A.13/2005 vom 6. September  2005 E. 4.2  und 
5A.23/2005 vom 22. November 2005 E. 5.2). Angesichts der starken 
Indizien, auf die sich die tatsächliche Vermutung vorliegend stützt, sind 
indessen  keine  geringen  Anforderungen  zu  stellen,  wenn  es  darum 
geht glaubhaft  zu machen, dass die Ehe erst  nach der erleichterten 
Einbürgerung in die Krise kam und scheiterte. 

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7.1 Dass nach seiner Einbürgerung ein besonderes, unvorhergesehe-
nes  und  unvorhersehbares  Ereignis  eingetreten  wäre,  das  geeignet 
wäre, eine zuvor intakte, fast sechsjährige Ehe abrupt und innert Mo-
naten zu zerstören, wird vom Beschwerdeführer zumindest indirekt be-
hauptet. Er macht geltend, seine damalige Ehefrau habe sich gewei-
gert, Kinder zu bekommen. Als Ursache für die Weigerung habe er sei-
nen Status als Ausländer vermutet. Er habe sich dann in seinen Hoff-
nungen auf einen Gesinnungswandel getäuscht gesehen, als die Ehe-
frau auch nach seiner Einbürgerung nicht von ihrer ablehnenden Hal-
tung abgewichen sei. Mit anderen Worten soll erst nach der erleichter-
ten Einbürgerung ein Streit  über  die Kinderfrage ausgebrochen sein 
und  zur  Zerstörung  der  ehelichen  Gemeinschaft  geführt  haben.  Die 
Darstellung  des  Beschwerdeführers  überzeugt  allerdings  nicht.  Sie 
kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Familienplanung schon 
vor der Einbürgerung ein Thema war und die Interessen der Ehegatten 
möglicherweise diametral  auseinander gingen. Die Beschreibung der 
Haltung der damaligen Ehefrau zur Frage gemeinsamer Kinder, die in 
dieser Form erst in der Replik angeführt wird, erscheint zudem reich-
lich lebensfremd: Es ist nicht nachvollziehbar, dass sie zwar keine Be-
denken hatte, mit einem ausländischen Partner eine eheliche Gemein-
schaft  einzugehen,  dessen  Herkunft  dann  aber  als  Grund  für  einen 
Verzicht auf gemeinsame Kinder hätte nehmen sollen.

7.2 Ebenfalls  nicht  zu  überzeugen  vermag die  Behauptung  des Be-
schwerdeführers, wonach die Unterstützung von Familienangehörigen 
im Kosovo erst im Sommer 2000 zu einer Belastung für die Ehe ge-
worden  sein  soll.  Auch  in  diesem  Zusammenhang  ist  unbestritten, 
dass die Unterstützung früh einsetzte und schon vor der Einbürgerung 
ein Thema gewesen sein muss. Schliesslich erwähnte der Beschwer-
deführer in diesem Zusammenhang den Kosovokrieg und seine Folgen 
für  die  Zivilbevölkerung;  Ereignisse,  die  sich  zwischen  Frühling  und 
Sommer 1999 und damit noch vor Einreichung seines Einbürgerungs-
gesuches zugetragen hatten. Schliesslich hielt er es auch nicht für nö-
tig, anhand konkreter Zahlen und Fakten darzutun, weshalb die Unter-
stützung unmittelbar nach seiner erleichterten Einbürgerung zum ehe-
gefährdenden Streitpunkt geworden sein soll. 

7.3 Gegen  die  Darstellung  des  Beschwerdeführers  spricht  schluss-
endlich  mit  grosser  Deutlichkeit  auch  die  Umschreibung  der  Zerrüt-
tungsgründe in der Ehescheidungskonvention. Dieser ist beispielswei-
se zu entnehmen, dass die beiden Parteien sich nach "langem Versu-

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chen  das  Eheverhältnis  zu  verbessern" für  die  Ehescheidung  ent-
schlossen hätten. Weiter gaben die damaligen Eheleute in der Konven-
tion an, das Eheverhältnis sei am Anfang gut gewesen, habe sich aber 
im  "Laufe der Jahre" verschlechtert,  dies weil der Wunsch nach Kin-
dern nicht in Erfüllung gegangen sei, und weil die Bindung des Ehe-
mannes - trotz guter Integration in die schweizerischen Verhältnisse – 
zu seiner Herkunftsfamilie im Kosovo stärker geworden sei. Der Ehe-
mann habe seine Verwandten im Kosovo zuerst in bescheidenem Rah-
men, in den "späteren Jahren" aber so stark finanziell unterstützt, dass 
dadurch sogar das wirtschaftliche Fortkommen der Eheleute gefährdet 
worden sei. Schliesslich ist der Ehescheidungskonvention auch zu ent-
nehmen, die Ehe habe nur deshalb so lange gedauert, weil beide Par-
teien  nicht  gewagt  hätten,  den  für  sie  schmerzlichen  Schritt  zu  tun. 
Dass  die  Darstellungen  der  Eheprobleme  im  Scheidungsverfahren 
nicht den wirklichen Gegebenheiten entsprochen hätten, wird vom Be-
schwerdeführer  nicht  geltend  gemacht.  In  diesem  Zusammenhang 
bringt er lediglich vor, er und seine damalige Ehefrau hätten im Zeit-
punkt  der  Einleitung  des  Ehescheidungsverfahrens  nicht  gewusst, 
dass nach dem neuen Ehescheidungsrecht im Falle eines gemeinsa-
men Begehrens auf Scheidung der Ehe keine Begründung mehr nötig 
war. Nur deshalb hätten sie sich überhaupt zu den Scheidungsgründen 
geäussert. Es liegt aber auf der Hand, dass aus dieser Unkenntnis der 
Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nichts zu seinen Guns-
ten  ableiten  kann:  Wesentlich  ist  einzig,  dass  die  Darstellung  der 
Zerrüttungsgründe in einem qualifizierten Verfahren festgehalten und 
seither  nie  bestritten  wurde,  und  somit  auch beweisrelevant  für  das 
vorliegende Verfahren sein kann.

7.4 Nach dem bisher Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht ge-
lungen, die gegen ihn sprechende natürliche Vermutung überzeugend 
in  Frage zu stellen,  wonach zum Zeitpunkt  der  gemeinsamen Erklä-
rung zum Zustand der  Ehe und der  erleichterten  Einbürgerung  zwi-
schen ihm und seiner damaligen Ehefrau keine stabile und auf Zukunft 
gerichtete eheliche Gemeinschaft bestanden hat. Auf Grund der klaren 
Beweislage  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Sachverhalt 
als hinreichend erhoben. Namentlich könnte selbst eine wider Erwar-
ten zu Gunsten des Beschwerdeführers lautende Aussage seiner ge-
schiedenen Ehefrau das Ergebnis der Beweiswürdigung nicht in Frage 
stellen. Von einem für  den Beschwerdeführer günstigen Aussagever-
halten kann im Übrigen nicht ausgegangen werden, wenn die heftige 
Reaktion der geschiedenen Ehefrau auf die Anfrage der Vorinstanz in 

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Berücksichtigung  gezogen wird. Der  Beschwerdeführer  unterliess  es 
denn  auch  im  Rahmen  des  Rechtsmittelverfahrens,  eine  schriftliche 
Stellungnahme seiner geschiedenen Ehefrau ins Recht zu legen. Un-
ter den gegebenen Umständen besteht für das Bundesverwaltungsge-
richt kein Anlass, dem Antrag des Beschwerdeführers auf Einvernah-
me seiner geschiedenen Ehefrau zu entsprechen, den er erstmals im 
Rahmen seiner Replik förmlich stellt.

8.
Die  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art.  41 
Abs. 1 BüG setzt voraus, dass diese „erschlichen“, d.h. mit einem un-
lauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Indem der Be-
schwerdeführer in der gemeinsamen Erklärung vom 12. April 2000 den 
Bestand einer intakten und stabilen Ehe versicherte, hat er die Behör-
den  über  eine  wesentliche  Tatsache  getäuscht  und  die  erleichterte 
Einbürgerung im Sinne des Gesetzes erschlichen. Die materiellen Vor-
aussetzungen für die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 
sind somit auch erfüllt.

9.
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  demnach  als  rechtmässig 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]) 

Dispositiv S. 16

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 15. August 2005 geleisteten Kosten-
vorschuss von Fr. 700.-- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  angefochtene 
Verfügung im Original)

- die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung,  Akten  Ref-Nr.  [...] 
retour)

- den Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst  des Kantons Bern  (Akten 
[...] retour).

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14 / Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt  werden 
(Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache 
abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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