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**Case Identifier:** ea673315-795f-530e-8832-55dea2646317
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.04.2024 200 2023 158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-158_2024-04-03.pdf

## Full Text

200 23 158 IV
KNB/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. April 2024

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Februar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter … und zuletzt bis 30. April 2021 als … in einem Teilzeitpensum 
tätig, meldete sich im Juni 2021 unter Hinweis auf eine Verschlechterung 
seines Gesundheitszustandes bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an, nachdem frühere Rentengesuche wiederholt abgelehnt 
worden waren bzw. nicht darauf eingetreten worden war (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 38, 90, 
124, 128, 131, 139, 191/2). Die IVB tätigte medizinische und erwerbliche 
Abklärungen, insbesondere holte sie ein vom 2. September 2022 datieren-
des polydisziplinäres Gutachten ein (AB 181). Gestützt darauf, nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren und ergänzender gutachterlicher Stel-
lungnahme (AB 183, 188, 193 f., 200) verneinte die IVB mit Verfügung vom 
3. Februar 2023 (AB 201) einen Rentenanspruch.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch den B.________, lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 6. März 2023 Beschwerde und beantragte, 
die Verfügung vom 3. Februar 2023 sei aufzuheben und der Einkommens-
vergleich sei korrekt vorzunehmen; sodann sei dem Beschwerdeführer eine 
Rente zuzusprechen. Daneben stellte er mit separater Eingabe vom 6. 
März 2023 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2023 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Februar 2023 
(AB 201). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 

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in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 
148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die an-
gefochtene Verfügung (vom 3. Februar 2023 [AB 201]) nach dem Inkrafttre-
ten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Jedoch liegt der frühestmögliche 
Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs ausgehend 
von der Neuanmeldung vom Juni 2021 (AB 128, 131) und unter Berück-
sichtigung der Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. hinten E. 2.3) vor 
dem 1. Januar 2022 (vgl. hinten E. 4.1), weshalb die Bestimmungen des 
IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 
massgebend sind (vgl. auch Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], 
Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR], Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so 
begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klas-
sifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 

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E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsscha-
den eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich 
anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 
E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Für die Be-
stimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver-
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me-
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch 
eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 
könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 16 ATSG). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwal-
tung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision bzw. zur Anspruchsprüfung im Rahmen 
der Neuanmeldung gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten-
anspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann 

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revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswir-
kungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich 
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Dazu 
gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung 
oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten und 
hat mit der angefochtenen Verfügung materiell über den Rentenanspruch 
befunden (vgl. AB 201). Die Eintretensfrage ist daher durch das Gericht 
nicht zu prüfen (vgl. vorne E. 2.4).

Indes ist vorab zu prüfen, ob eine zwischenzeitlich eingetretene für den 
Leistungsanspruch potentiell relevante Veränderung der tatsächlichen Ver-
hältnisse mit Auswirkung auf den Invaliditätsgrad (vgl. vorne E. 2.4.1) be-
steht. Die hierfür massgebenden Vergleichszeitpunkte (vgl. E. 2.4.3 hier-

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vor) bilden die Verfügung vom 28. August 2018 (AB 124), mit der zuletzt 
eine umfassende Überprüfung des Leistungsanspruchs erfolgte (vgl. BGE 
133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2), und die nun-
mehr angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2023 (AB 201). Die Verfü-
gung vom 28. August 2018 (AB 124) stützte sich in medizinischer Hinsicht 
im Wesentlichen auf das psychiatrisch-orthopädische Gutachten vom 
6. Februar 2018 (AB 117.1), in welchem als Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit chronische Kniebeschwerden rechts sowie chronische tho-
rakovertebrale und lumbogluteale Schmerzen aufgeführt wurden (vgl. 
AB 117.1/20 f.). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
nannten die Gutachter chronische Kniebeschwerden links sowie chronische 
Beschwerden im Bereich des rechten oberen Sprunggelenkes; ein krank-
heitswertiger psychischer Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit wurde nicht beschrieben (vgl. AB 117.1/10 Ziff. 3.4 bzw. 
117.1/22). Demgegenüber wurden im der angefochtenen Verfügung vom 
3. Februar 2023 (AB 201) zugrundeliegenden Gutachten vom 2. September 
2022 (AB 181.1) weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt (AB 181.1/8) und festgehalten, die Arthrosen der Kniegelenke 
hätten zugenommen, wodurch sich die Belastbarkeit des Bewegungsappa-
rates vermindert habe. Ebenso sei zwischenzeitlich eine depressive Sym-
ptomatik aufgetreten. Die gesamtmedizinische Belastbarkeit und Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers hätten durch die veränderten Befunde 
zugenommen (recte: abgenommen; AB 181.1/10 Ziff. 4.9). Damit besteht 
unbestritten eine revisionsrechtlich massgebliche Veränderung des medizi-
nischen Sachverhaltes, weshalb nachfolgend der Rentenanspruch allseitig 
neu zu prüfen ist (vgl. vorne E. 2.4.2).

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 3. Februar 2023 (AB 201) basiert 
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem interdisziplinären Gut-
achten der D.________ (MEDAS) vom 2. September 2022 (AB 181.1 [in-
terdisziplinäre Gesamtbeurteilung]; 181.3-181.7 [Teilgutachten, Zusatzun-
tersuchungen, Labor]). Darin wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Pangonarthrose rechts (ICD-10 M17.1), eine begin-
nende femoropatellare sowie Gonarthose links (ICD-10 M17.1), eine mäs-
sige Coxarthose links (ICD-10 M16.1), eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 

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F33.00/F33.10), und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) aufgeführt. Als Diagnosen ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter ein Asthma 
bronchiale bei bekannter Pollenallergie (ICD-10 E45.0). 

Zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter zu-
sammenfassend fest, aufgrund der rheumatologischen Befunde bestehe 
wie bereits anlässlich der letzten Begutachtung im Jahr 2018 eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Arbeiten, wie die gelernte 
Tätigkeit als … oder auch als …. In einer angepassten, körperlich leichten, 
wechselbelastenden Tätigkeit ohne andauernde Steh- und Gehphasen 
ergäben sich Leistungseinschränkungen aus psychiatrischer und rheuma-
tologischer Sicht. Diese Arbeitsunfähigkeiten könnten nicht kumuliert wer-
den, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen genutzt 
werden könnten. Dabei bestehe im Rahmen einer zumutbaren Präsenz von 
sieben bis acht Stunden pro Tag zumindest seit März 2021 insgesamt eine 
Arbeitsfähigkeit von 70 % (AB 181.1/9 f. Ziff. 4.5-4.7). 

An dieser Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit hielten die Gutachter in der ergänzenden Stel-
lungnahme vom 4. November 2022 (AB 193) fest.

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-

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rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4 Das interdisziplinäre Gutachten vom 2. September 2022 (AB 181), 
einschliesslich der Teilgutachten (AB 181.3-181.5), erfüllt die vorerwähnten 
Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert einer versiche-
rungsexternen medizinischen Expertise und erbringt vollen Beweis (vgl. 
E. 3.3 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen und Ausführungen 
beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis 
bzw. Würdigung der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Einschränkungen getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter 
die Befundlage, die medizinischen Zusammenhänge und die daraus zu 
ziehenden Schlüsse zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-
theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar dargestellt und 
überzeugend begründet. Dabei fanden die einzelnen gutachterlichen Un-
tersuchungsergebnisse Eingang in die umfassende interdisziplinäre Kon-
sensbeurteilung (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128, 137 V 210 E. 1.2.4 
S. 224). Demgegenüber finden sich in den übrigen medizinischen Akten 
keine konkreten Indizien, die gegen die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit 
der gutachterlichen Beurteilung sprechen würden (vgl. E. 3.3 hiervor). Die 
Beweiskraft des versicherungsmedizinischen Gutachtens wird vom rechts-
kundig vertretenen Beschwerdeführer daher auch zu Recht nicht mehr (vgl. 
AB 188, 200) bestritten (vgl. Beschwerde S. 3). 

3.5 Gestützt auf das Medas-Gutachten vom 2. September 2022 
(AB 181.1) besteht eine dauerhafte vollständige Arbeitsunfähigkeit in den 
vormaligen Tätigkeiten als … respektive als …, während in einer angepass-
ten Tätigkeit unter Berücksichtigung des rheumatologischen Zumutbar-
keitsprofils zumindest seit März 2021 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vorliegt 
(AB 181.1/9 f. Ziff. 4.5-4.7). 

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4. 

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

Die Neuanmeldung zum Rentenbezug erfolgte im Juni 2021 (AB 128 i.V.m. 
AB 131), womit unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist 
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. vorne E. 2.3) ein Rentenanspruch frühes-
tens ab Dezember 2021 entstanden sein kann. In diesem Zeitpunkt war 
angesichts der bereits seit 2018 bestehenden dauerhaften vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf (vgl. AB 181.1/9 Ziff. 4.6.4) auch das 
Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt (vgl. vorne E. 2.3; zu den 
verschiedenen Funktionen dieser Fristen vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2 
S. 550 f.). Der Einkommensvergleich ist daher per Dezember 2021 vorzu-
nehmen. Dabei ist zwischen den Parteien unbestritten und mit Blick auf die 
Ausführungen im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 8. Mai 2018 
(AB 119/4 f. Ziff. 3.4 und 4) sowie mangels diesbezüglicher zwischenzeitli-
cher Änderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht zu beanstanden, dass 
die Bestimmung des IV-Grades anhand der allgemeinen Methode des Ein-
kommensvergleichs (Art. 16 ATSG; vgl. vorne E. 2.3) zu erfolgen hat. 

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Nicht massgebend 
ist, was die versicherte Person bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 
58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2). 

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Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik 
(BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf 
sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberück-
sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 
persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 
E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.2.2 Der Beschwerdeführer war zuletzt vom 3. August 2015 bis zum 
30. April 2021 als … – aus familiären und gesundheitlichen Gründen (vgl. 
dazu AB 119/4 f. Ziff. 3.4) – in einem Teilzeitpensum angestellt (AB 139/6). 
Zuvor war er zwischen 1987 und 2008 in verschiedenen Anstellungen als 
…, …, … und … sowie ab dem 1. Oktober 2008 vorübergehend vollzeitlich 
als Hausmann tätig (vgl. AB 191/2). Weiter hat er in den Jahren 1999 und 
2000 drei … abgelegt (vgl. AB 191/11). Die Aufgabe der erlernten Tätigkeit 
als … bzw. die mit Unterstützung der IV begonnene, jedoch aus invali-
ditätsfremden Gründen abgebrochene Umschulung zum … (vgl. AB 2, 15) 
erfolgte unbestritten aus gesundheitlichen Gründen (vgl. AB 1/1). Der Be-
schwerdeführer gab zuletzt an, bei guter Gesundheit würde er 100 % auf 
dem … arbeiten (vgl. AB 119/4 Ziff. 3.4). Da gestützt auf die Erwerbsbio-
graphie des Beschwerdeführers sich das ohne gesundheitliche Beeinträch-
tigungen im …gewerbe erzielbare Einkommen nicht hinreichend genau 
bestimmen lässt, stellte die Beschwerdegegnerin für das Valideneinkom-
men auf den branchenspezifischen LSE-Tabellenlohn im …hauptgewerbe 
(BFS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 41-43 Baugewerbe, Männer), entsprechend 
monatlich Fr. 5'731.-- im Kompetenzniveau 1, ab (vgl. AB 201/1). Dies ist 
entsprechend dem Voranstehenden nicht zu beanstanden und wird vom 
rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer – mit Ausnahme des massge-
benden Kompetenzniveaus (vgl. dazu E. 4.2.3 hiernach) – denn auch nicht 
bestritten.

4.2.3 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei beim Valideneinkommen 
auf das Kompetenzniveau 3 abzustellen, da er ohne gesundheitliche Ein-

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schränkungen über 30 Jahre selbstständig und qualifiziert als … gearbeitet 
hätte (vgl. Beschwerde S. 4). Dem ist nicht zu folgen: Zwar würde der Be-
schwerdeführer durchaus über eine verhältnismässig lange Berufserfah-
rung verfügen, jedoch vermag dies alleine im vorliegenden Fall weder die 
Anwendung des Kompetenzniveaus 2 noch eines noch höheren Kompe-
tenzniveaus zu rechtfertigen. Dies wäre praxisgemäss nur dann angezeigt, 
wenn besondere Fähigkeiten und Kenntnisse bestünden, wie etwa ver-
schiedene einschlägige Zusatzausbildungen, (qualifizierte) Führungserfah-
rung oder eine hypothetisch erfolgreiche selbstständige Erwerbstätigkeit 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. Juni 2022, 
8C_156/2022, E. 7.2 mit Hinweisen). Derartige erwerbliche Anstrengungen 
sind anhand der dargelegten Berufsbiographie sowohl in der ursprüngli-
chen Tätigkeit als gelernter … als auch in den darauffolgenden Beschäfti-
gungen nicht ersichtlich (vgl. AB 191/5); im Übrigen geht aus den Akten 
hervor, dass der Beschwerdeführer über viele Jahre temporär gearbeitet 
und immer wieder Arbeitslosenentschädigung bezogen hat (AB 136, 
181.1/9). Insoweit besteht unabhängig davon, ob der invalidenversiche-
rungsfremde Unterbruch der Erwerbstätigkeit zwischen dem 1. Oktober 
2008 und dem 1. August 2015 für die Tätigkeit als Hausmann respektive 
zur Betreuung des Sohnes (AB 191/2) ebenfalls einem höheren Kompe-
tenzniveau entgegenstehen würde, vorliegend kein hinreichender Anlass, 
vom Kompetenzniveau 1 bzw. einem monatlichen Bruttolohn von 
Fr. 5'731.-- (vgl. E. 4.2.2 hiervor) abzuweichen. 

Hochgerechnet auf ein Jahr, indexiert auf das Jahr 2021 (BFS, Nominal-
lohnindex, Männer, 2016-2022, T1.1.15, Bst. F Ziff. 41-43 [Baugewer-
be/Bau]: 103.0 [2020] bzw. 103.0 [2021]) und angepasst auf die betriebsüb-
liche Arbeitszeit von 41.3 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, Bst. F Ziff. 41-43 [Baugewerbe/Bau]) resultiert da-
mit ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 71'007.-- (Fr. 5'731.-- 
x 12 / 103.0 x 103.0 / 40.0 x 41.3). Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer 
entsprechend dessen Eventualantrag (vgl. Beschwerde S. 5) vom Kompe-
tenzniveau 2 und damit einem Tabellenwert von Fr. 6'069.-- ausgegangen 
würde, ergibt sich ein indexiertes Valideneinkommen von Fr. 75'195.--, was 
am Ergebnis nichts ändern würde (vgl. E. 4.4 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 13

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne der 
LSE herangezogen werden. Dabei wird in der Regel der Totalwert ange-
wendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Ein-
kommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte Brut-
tolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_
skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung der stan-
dardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom soge-
nannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181). 
Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeit-
punkt des angefochtenen Verwaltungsaktes bezogen auf den Zeitpunkt des 
Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten statistischen Daten zu verwen-
den (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 6.2.1 und 
6.2.2).

4.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 14

allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent-
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes-
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 
E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 64 E. 5.2.1.1).

4.3.3 Da der Beschwerdeführer die medizinisch-theoretisch attestierte 
Arbeitsfähigkeit nicht umsetzt, ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln und dabei praxisgemäss auf den Totalwert 
des Durchschnittslohns (vgl. vorne E. 4.3.1) im untersten Kompetenzniveau 
abzustellen, entsprechend Fr. 5'261.-- (BFS, LSE 2020, Monatlicher Brutto-
lohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge-
schlecht, privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Män-
ner, Total). Hochgerechnet auf ein Jahr, angepasst an die wöchentliche 
Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2021 (vgl. BFS, Betriebsübli-
che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2021, Total), indexiert auf das 
Jahr 2021 (vgl. BFS, Nominallohnindex, Männer 2016-2022, T1.1.15: 103.2 
[2020] bzw. 102.5 [2021]) und angepasst an ein medizinisch-theoretisch 
zumutbares Pensum von mindestens 70 % (vgl. vorne E. 3.5) beträgt das 
Invalideneinkommen Fr. 45'748.-- (Fr. 5’261.-- x 12 x 41.7 / 40 x 102.5 
/ 103.2 x 0.7).

4.3.4 Ein Abzug vom Tabellenlohn ist im Rahmen der hier massgeben-
den, bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft gestandenen Rechtslage (vgl. 
vorne E. 1.2) und der diesbezüglichen höchstrichterlichen Rechtsprechung 
– anders als vom Beschwerdeführer vertreten (vgl. Beschwerde S. 4 f.) – 
nicht angezeigt. Denn gemäss dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil in 
einer angepassten Tätigkeit besteht im Wesentlichen eine verminderte kör-
perliche Belastbarkeit und einen dadurch, sowie aus psychischen Gründen 
erforderlichen, vermehrten Bedarf an Erholungspausen (vgl. AB 181.1/9 f.). 
In diesem Rahmen steht dem Beschwerdeführer nach wie vor ein genü-
gend breites Spektrum an körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeiten auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zur Verfügung, in denen sich die qualita-
tiven Einschränkungen im hier angewandten Kompetenzniveau 1 nicht zu-
sätzlich, mithin über die aufgrund des noch zumutbaren 70 %-Pensums 
bestehende Lohneinbusse hinaus, lohnrelevant auswirken (vgl. Entscheid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 15

des BGer vom 14. November 2023, 8C_295/2023, E. 7.3.3.2 mit Hinweis). 
Vielmehr rechtfertigt sich – wie hier der Fall – bei einer vollschichtig zumut-
baren Tätigkeit mit einem erhöhten Pausenbedarf im Umfang von 30 % 
rechtsprechungsgemäss kein Abzug vom Tabellenlohn (Entscheid des 
BGer vom 25. November 2021, 8C_627/2021, E. 5.1). Demnach wurde der 
reduzierten Leistungsfähigkeit bereits bei der medizinisch-theoretischen 
Restarbeitsfähigkeit Rechnung getragen, womit ein Abzug vom Tabellen-
lohn zu einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben Gesichts-
punkte führen würde (vgl. vorne E. 4.3.1). Weiter verdienten Männer mit 
einem Beschäftigungsgrad von 50-74 % ohne Kaderfunktion gemäss der 
LSE-Tabelle T18 für das Jahr 2020 zwar statistisch rund 4 % weniger als 
solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % und mehr. Dies stellt aber 
praxisgemäss keine überproportionale Lohneinbusse dar (vgl. Entscheid 
des BGer vom 15. Juli 2020, 8C_151/2020, E. 6.3.2 mit Hinweisen, in Be-
zug auf die LSE 2018), weshalb diese statistische Lohndifferenz – bei be-
reits im Zumutbarkeitsprofil berücksichtigter reduzierter Leistungsfähigkeit – 
nicht zu einem Abzug vom Tabellenlohn führt. Schliesslich sind vorliegend 
auch anderweitige invaliditätsfremde Gesichtspunkte, namentlich Alter, 
Dienstjahre und Nationalität/Aufenthaltskategorie nicht zu beachten, da 
diese zufolge der je lohnstatistisch bestimmten Vergleichseinkommen beid-
seits zu berücksichtigen wären (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 
2009, 8C_42/2008, E. 5).

4.3.5 Soweit der Beschwerdeführer unter Verweis auf das statistische 
Gutachten "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Ver-
gleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" vom 8. Januar 2021 des Büros 
für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS AG; abrufbar unter 
<www.wesym.ch>, Rubrik: Downloads) und das Rechtsgutachten "Grund-
probleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung" vom 
22. Januar 2021 von GÄCHTER/EGLI/MEIER/FILIPO (sowie die dazugehörigen 
Schlussfolgerungen vom 27. Januar 2021; beide abrufbar unter 
<www.wesym.ch>, Rubrik: Downloads) verlangt, es sei beim Invalidenein-
kommen ein genereller Abzug von 12.5 % vorzunehmen (Beschwerde S. 4 
Ziff. 6.b), ist dem nicht zu folgen. Diesbezüglich hat sich das Bundesgericht 
unlängst mit den vom Beschwerdeführer angerufenen Gutachten und Bei-
trägen auseinandergesetzt und die bisherige Rechtsprechung zur bis am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 16

31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage bestätigt, wonach das Invali-
deneinkommen weiterhin vom Zentral- bzw. Medianwert der LSE bestimmt 
werden kann (BGE 148 V 174 E. 9.2.3 und 9.2.4 S. 188 ff.). Der Beschwer-
deführer zeigt keine Gründe für eine Praxisänderung auf und solche sind 
auch nicht ersichtlich (hierzu vgl. BGE 145 V 304 E. 4.4). 

4.4 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert ein 
rentenausschliessender (vgl. vorne E. 2.3) Invaliditätsgrad von 36 % 
([Fr. 71'007.-- ./. Fr. 45’748.--] / Fr. 71'007.-- x 100; zur Rundungspraxis 
siehe BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Bei einem Valideneinkommen 
von Fr. 75'195.-- (vgl. E. 4.2.3 in fine hiervor) ergibt sich ein ebenfalls ren-
tenausschliessender Invaliditätsgrad von 39 %. Die Beschwerdegegnerin 
hat folglich den Rentenanspruch zu Recht verneint. 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 3. Februar 
2023 (AB 201) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen. 

6.

6.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten (vgl. auch die prozesslei-
tende Verfügung vom 8. März 2023 Ziff. 1). Ein Gesuch um unentgeltliche 
Verbeiständung wurde nicht gestellt und kommt beim vorliegenden Vertre-
tungsverhältnis auch nicht in Frage (vgl. Art. 111 Abs. 2 VRPG [Umkehr-
schluss]).

6.2

6.2.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 17

Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht 
aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung 
des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie 
erforderlich sind. Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im 
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 144 III 531 E. 4.1 S. 537, 122 I 5 
E. 4a S. 6; SVR 2017 IV Nr. 87 S. 270 E. 2.1). 

6.2.2 Die prozessuale Bedürftigkeit ist aufgrund der gemachten Anga-
ben sowie der eingereichten Unterlagen erstellt. Namentlich geht daraus 
hervor, dass der Beschwerdeführer gemäss dem Monatsbudget für Februar 
2023 des Sozialdienstes E.________ (Akten des Beschwerdeführers, Be-
schwerdebeilage 4) von der Sozialhilfe unterstützt wird. Da das Verfahren 
zudem nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann, sind 
die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten vorliegend erfüllt. Das ent-
sprechende Gesuch ist gutzuheissen. 

6.3 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung aufzuerlegen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspfle-
ge (vgl. E. 6.2.2 hiervor) ist er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; 
SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG).

6.4 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2024, IV/23/158, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfah-
renskosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit. 

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________, lic. iur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.