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**Case Identifier:** 88cddbdf-d81f-5854-919c-d3d7accc69a4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2020 200 2020 172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-172_2020-05-17.pdf

## Full Text

200 20 172 IV
JAP/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im November 2012 – nachdem auf eine erste Anmeldung vom 
Oktober 2010 (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 2) hin der Anspruch auf berufliche Massnahmen im 
Januar 2012 abgewiesen worden war (AB 46) – ohne nähere Angaben zur 
gesundheitlichen Einschränkung erneut bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 53). Die IVB wies den An-
spruch auf berufliche Massnahmen am 22. Mai 2013 wiederum ab (AB 74) 
und verneinte am 11. Februar 2014 bei einem rentenausschliessenden 
Invaliditätsgrad ebenso den Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 94). Die 
hinsichtlich beruflicher Massnahmen (Verfügung vom 22. Mai 2013 [AB 74]) 
erhobene Beschwerde (AB 83) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern insoweit gut, als es die Sache zur Durchführung einer Umschulung an 
die IVB zurückwies (Entscheid vom 3. April 2014, IV/2013/551 [AB 99]). Die 
gegen die Rentenabweisung (Verfügung vom 11. Februar 2014 [AB 94]) 
erhobene Beschwerde (AB 96) wies das Verwaltungsgericht am 22. April 
2014 ab (IV/2014/261 [AB 100]). In der Folge gewährte die IVB berufliche 
Massnahmen (berufliche Abklärung [AB 120], Arbeitstraining [AB 159, 
192]), welche per 17. Juni 2015 abgebrochen wurden (AB 198, 200, 204, 
212, 217), was vom Verwaltungsgericht – unter Hinweis auf eine fehlende 
subjektive Eingliederungsbereitschaft – mit Urteil vom 2. Februar 2016 
bestätigt wurde (IV/2015/868+890 [AB 235]). 

B.

Im März 2017 beantragte der Versicherte abermals Leistungen der IV 
(AB 250), woraufhin die IVB insbesondere gestützt auf ein polydisziplinäres 
Gutachten (vom 3. Juni 2019 [AB 348.1], samt Teilgutachten [AB 348.2-
348.6]) mit Vorbescheid vom 17. Juni 2019 (AB 349) mangels einer Er-
werbseinbusse bzw. bei einem Invaliditätsgrad von 0 % die Rentenabwei-
sung in Aussicht stellte. Auf dagegen erhobenen Einwand des Versicherten 

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hin (AB 357, 359) holte die IVB Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 12., 18. und 19. November 2019 (AB 361, 367-368) 
sowie vom 1. und 12. Dezember 2019 (AB 369-370) ein. Mit Verfügung 
vom 28. Januar 2020 (AB 372) beschied sie entsprechend dem Vorbe-
scheid.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, am 28. Februar 2020 Beschwerde. Er beantragt, die ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Abklärung des 
Sachverhalts an die IV-Stelle zurückzuweisen, eventualiter sei dem Be-
schwerdeführer ab August 2015 eine Rente der IV zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2020 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. Januar 2020 
(AB 372). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

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2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 
141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-

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kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

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nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

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2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom März 
2017 (AB 250) eingetreten und hat dabei das Gesuch um Hilflosenent-
schädigung zu Recht auf Abklärungen hinsichtlich Rentenanspruchs aus-
gedehnt (vgl. hierzu UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, 
Art. 29 N. 34 und Art. 43 N. 17; PÄRLI/KUNZ, in FRÉSARD-
FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommentar ATSG, 2020, Art. 29 
N. 38; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 46 N. 3; Bundesamt für Sozialversicherungen 
[BSV], Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung 
[KSVI], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 1030 und 2033). Die Eintretensfrage 
ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Ob im massgeblichen Vergleichszeitraum zwischen der ren-
tenabweisenden Verfügung vom 11. Februar 2014 (AB 94) – bestätigt mit 
VGE IV/2014/261 vom 22. April 2014 (AB 100) – und der hier angefochte-
nen Verfügung vom 28. Januar 2020 (AB 372) eine revisionsrechtlich rele-
vante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist 
(E. 2.4.1 und 2.4.3 hiervor), kann vorliegend offen bleiben. Wie aufzuzeigen 
sein wird, resultiert auch bei einer allseitigen Prüfung (E. 2.4.4 hiervor) kein 
Rentenanspruch.

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 28. Januar 2020 (AB 372) ba-
siert in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf dem polydisziplinären (or-

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thopädisch-traumatologischen, psychiatrischen, allgemein-internistischen, 
neurologischen und pneumologischen) Gutachten der MEDAS C.________ 
AG (MEDAS) vom 3. Juni 2019 (AB 348.1 samt Teilgutachten [AB 348.2-
348.6]) sowie den Berichten des RAD vom 12., 18. und 19. November 2019 
(AB 361, 367-368) sowie 1. und 12. Dezember 2019 (AB 369-370). 

3.2.1 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 3. Juni 2019 
(AB 348.1) führten die Experten in der Gesamtbeurteilung die folgenden 
Diagnosen auf (AB 348.1/8 Ziff. 4.2):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):
1. Beginnende medial betonte Gonarthrose rechts mit leichtgradigem 

Streckdefizit nach vorderer Kreuzbandersatzplastik 06.11.2001
2. Beginnende medial betonte Gonarthrose links mit leichter vorderer 

Instabilität im Status nach vorderer Kreuzbandersatzplastik vom 
16.11.2007 und arthroskopisch assistierter Notch-Plastik, medialer 
Meniskusnaht und Schraubenentfernung vom 29.01.2009

3. Pseudoarthrose rechtes Kahnbein nach Handgelenksdistorsion
/-kontusion 2009

4. Hintere Schulterinstabilität rechtes Schultergelenk ohne Hinweis auf 
Belastungsminderung

5. Schwere Panikstörung ICD-10 F41.01
6. Mittelschwere restriktive Ventilationsstörung

- aktuelles FEV1 2.62L (64 %), CO-Diffusionskapazität 59 %

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):
1. Chronische Luxation Strecksehne DIII über dem Grundgelenk, ohne 

Reizzustand
2. Chronisch rezidivierende Nacken-Verspannungen nach HWS-

Distorsion vom 20.05.2015
3. Dysthymia ICD-10 F34.1
4. Depressive Episode, gegenwärtig remittiert ICD-10 F32.4
5. Adipositas ersten Grades (BMI 31 kg/m2)
6. Vergrösserte hilomediastinale Lymphknoten ungeklärter Ätiologie 

(DD Sarkoidose)

In der bisherigen Tätigkeit als ... und ... liege seit der Zunahme der Kniege-
lenksbeschwerden ab etwa 2014 eine Arbeitsfähigkeit von gesamthaft 0 % 
vor (AB 348.1/10-11 Ziff. 4.7 und 4.9). In einer körperlich leichten, überwie-
gend sitzenden Tätigkeit (ohne Zwangshaltungen [kniend, hockend oder 
kauernd, in und über Kopfhöhe], ohne extreme Temperaturschwankungen 
wie Hitze, Kälte und Nässe, ohne repetitive belastende Handgelenkstätig-
keiten und Vibrationsexposition, ohne Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch 
bezüglich der Standsicherheit) bestehe eine psychiatrisch bedingte Ein-

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schränkung der Leistung von 20 % bis 30 %, dementsprechend betrage die 
Arbeitsfähigkeit 70 % bis 80 %; seit wann dies Gültigkeit habe, könne 
rückwirkend nicht mehr genau festgehalten werden (AB 348.1/8-11 
Ziff. 4.3, 4.5, 4.8 und 4.9).

3.2.2 In der RAD-Stellungnahme vom 12. November 2019 (AB 361) hielt 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurologie, zum neurologischen Teil-
gutachten (AB 348.5) fest, dieses sei bezüglich des funktionellen Tremors 
gut nachvollziehbar. Der Gutachter habe ein hochfrequentes Zittern bis 
Schütteln der linken Hand beschrieben, welches auf Ablenkung sofort ver-
schwinde. Hinsichtlich der Vorbringen der Rechtsanwältin bezüglich Tremo-
ranalyse und Beantwortung von Zusatzfragen solle eine Vorlage an den 
Gutachter erfolgen.

3.2.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der Stel-
lungnahme vom 18. November 2019 (AB 367) aus, das orthopädische Teil-
gutachten (AB 348.2) sei für die fraglichen Belange umfassend, vollständig, 
auf allseitigen Untersuchungen beruhend, qualitativ gut, in Kenntnis der 
Vorakten erstellt, in sich konsistent und in seinen Begründungen eindeutig. 
Nachvollziehbar leite der orthopädische Gutachter die Kniegelenksdiagno-
sen, die Pseudoarthrose des Kahnbeins der rechten Hand und die hintere 
Instabilität des rechten Schultergelenkes aus Anamnese, Aktenbefunden 
und klinischer Untersuchung her, liste sie unter den Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit und gewichte sie im formulierten Zumutbar-
keitsprofil plausibel.

3.2.4 In der RAD-Stellungnahme vom 19. November 2019 (AB 368) hielt 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, 
das psychiatrische Teilgutachten (AB 348.3) sei klar, umfassend, schlüssig 
und es könne darauf abgestützt werden. Es sei ausreichend Zeit für die 
Anamneseerhebung dokumentiert und zusätzlich eine laborchemische Un-
tersuchung durchgeführt worden. Bei der Diagnoseerfassung sei differenti-
aldiagnostisch vorgegangen und die weiteren Fragen inklusive Zusatzfra-
gen gemäss aktuellem Standard für die Abfassung psychiatrischer Gutach-
ten beantwortet worden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht würden 

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keine Einwände vorgebracht, die dazu führten, die gutachterliche Einschät-
zung in Frage zu stellen.

3.2.5 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, 
Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, führte in der Stellungnahme 
vom 1. Dezember 2019 (AB 369) aus, die seit 2017 mehrfach aus rein ra-
diologisch-bildgebender Sicht dem Lungenfacharzt übermittelte Verdachts-
diagnose einer Lungensarkoidose habe zu keiner Zeit leitliniengerecht ab-
geklärt und ausgewiesen werden können. Sowohl das internistische wie 
auch das lungenfachärztliche Gutachten der MEDAS entspreche den An-
forderungen des Bundesgerichts und die medizinischen Fragen seien klar 
aufgenommen sowie umfassend dokumentiert abgeklärt worden. Für eine 
vollständige medizinische Abklärung des Restleistungsvermögens werde 
eine spiroergometrische Untersuchung empfohlen, mittels welcher die trotz 
der seit 2012 umfangreich vorliegenden Abklärungen des Lungenleidens 
entstandenen medizinisch-diagnostischen Defizite ausgeglichen werden 
könnten. 

3.2.6  In der RAD-Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 (AB 370) 
hielt Dr. med. H.________, Fachärztin für Urologie und Chirurgie, fest, in 
allen Fachrichtungen werde von den entsprechenden Ärzten des RAD fest-
gehalten, dass auf das MEDAS-Gutachten abgestützt werden könne, da 
dieses klar, umfassend und schlüssig sei. Lediglich bei Bedarf könnte der 
neurologische Gutachter noch im Detail befragt werden, da ihm die Frage 
zu einer systematischen Erkrankung des zentralen Nervensystems, zu ei-
ner möglichen Narkolepsie, einer potentiellen narkoleptischen Therapie und 
dem Tremor nicht gestellt worden sei.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 3. Juni 2019 
(AB 348.1) erfüllt – was die erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen 
anbelangt – die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
(vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringt insoweit vollen Beweis. Die Sachverstän-
digen stützten ihre fachärztlichen Beurteilungen auf die wesentlichen Vor-
akten (AB 348.1/17-56, 348.2/2-3, 348.3/2-3, 348.4/2-3, 348.5/2-3, jeweils 
Ziff. 1.3 und 2 [Teilgutachten]), die klinischen Explorationen zwischen dem 
1. März und 2. April 2019 (AB 348.1/3 Ziff. 2, 348.2/1, 348.3/1, 348.4/1, 
348.5/1) sowie die Erkenntnisse aus den labortechnischen Zusatzab-
klärungen (AB 348.3/13-14, 348.4/7), so dass grundsätzlich darauf abge-
stellt werden kann. Die dagegen erhobene Kritik des Beschwerdeführers 
(vgl. Beschwerde S. 5-6 Ziff. IV.3 ff.; AB 357/1, 359/1-10) verfängt nicht. 

3.4.1 Vorab ist nicht ersichtlich, inwiefern „die Vorgänge um die Nicht-
beantwortung der Zusatzfragen durch die richtige Fachdisziplin den An-
schein der Befangenheit und der Inkompetenz der Gutachter“ erwecken 
sollen (Beschwerde S. 6 Ziff. IV.4). Ein Ausstands- und Ablehnungsgrund 
(vgl. hierzu BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2018 UV Nr. 28 S. 98 E. 3.1) 
ist weder ersichtlich noch wurde ein solcher im Vorfeld der Begutachtung 
vorgebracht, ging es doch damals hauptsächlich um die Fachdisziplinen 
bzw. Zusatzfragen (vgl. AB 282, 285.1, 290, 292, 304, 307, 312, 322). Die 
Zusatzfragen wurden in der Gesamtbeurteilung beantwortet (AB 348.1/11-
14, vgl. auch AB 348.2/14-17, 348.3/20-22, 348.4/11-13), worauf auch in 
der Beschwerdeantwort (S. 2 Ziff. C.4) hingewiesen wurde. Ohnehin würde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 13

eine Nichtbeantwortung der Zusatzfragen nicht per se die fachliche Qualifi-
kation der Sachverständigen beschlagen und stellte auch keine „Verletzung 
des rechtlichen Gehörs durch Gutachter“ (AB 359/4) dar, da verwaltungs-
externe Sachverständige ausserhalb des Anwendungsbereichs dieser Ver-
fahrensgarantie (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 42 
ATSG) stehen. 

3.4.2 In somatischer Hinsicht führten die Gutachter mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit schlüssig und nachvollziehbar mehrere Diagnosen aus 
dem orthopädischen (AB 348.1/8, 348.2/10) wie auch aus dem pneumolo-
gischen Fachgebiet (AB 348.1/8, 348.6/5) auf. 

Überzeugend legte der orthopädische Gutachter dar, dass aufgrund der in 
beiden Kniegelenken bestehenden Funktionseinschränkungen (u.a. Streck- 
und Beugedefizit [AB 348.2/8-9]) Einschränkungen für Tätigkeiten in ste-
hender, kniender und hockender Stellung sowie für Tätigkeiten mit erhöh-
tem Anspruch an die Stand- und Gangsicherheit vorliegen (AB 348.2/10-11 
Ziff. 7.1). Mit Blick auf die vom Gutachter im Bereich des rechten Handge-
lenks ausgemachte Pseudarthrose sowie der Prognose, dass der Fortbe-
stand der Arthralgie und die vorzeitige Entwicklung einer Handgelenksar-
throse mittel- bis langfristig zu erwarten sei (AB 348.2/11 Ziff. 7.1), über-
zeugt auch die Vermeidung von Tätigkeiten mit kräftiger Haltefunktion 
(AB 348.1/8 Ziff. 4.3) sowie von repetitiv belastenden Handgelenkstätigkei-
ten und Vibrationsexposition (AB 348.1/9 Ziff. 4.5). Weiter ist schlüssig, 
dass die vom Beschwerdeführer gegenüber dem Gutachter demonstrierte 
Subluxation der (rechten) Schulter bei fehlender Einschränkung bei zen-
trierter Stellung und passiver Führung des Armes (AB 348.2/7) allein bei 
Tätigkeiten in und über Kopfhöhe ins Gewicht fällt (AB 348.2/11 Ziff. 7.1). 
Die orthopädische Einschätzung wurde überdies vom RAD-Arzt Dr. med. 
E.________ am 18. November 2019 bestätigt (AB 367). Damit ist erstellt, 
dass der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als ... (AB 348.2/12 Ziff. 7.4) 
bzw. als ... und ... (AB 348.1/10 Ziff. 4.7) mit der Entwicklung der Kniege-
lenksbeschwerden ab etwa dem Jahr 2014 vollständig arbeitsunfähig ist 
(AB 348.1/10-11 Ziff. 4.7 und 4.9, 348.2/13 Ziff. 8), in einer angepassten 
körperlich leichten Tätigkeit hingegen eine vollständige Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit besteht (AB 348.1/10 Ziff. 4.8, 348.2/13-14), dies unterbro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 14

chen durch die vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit im Zusam-
menhang mit dem Autounfall vom 21. Mai 2015 (vgl. u.a. AB 258, 261). 

Auch die pneumologische MEDAS-Einschätzung (AB 348.6) überzeugt. 
Dass dabei die Diagnose der mittelschweren restriktiven Ventilations-
störung im Teilgutachten – wohl versehentlich – als Diagnose ohne Rele-
vanz auf die Arbeitsfähigkeit genannt wurde (AB 348.6/5 Ziff. 6), schadet 
nicht. Denn die Gutachterin hielt fest, in der körperlich anstrengenden 
Tätigkeit als ... sei aufgrund der mittelschweren Restriktion eine mindestens 
50%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden (AB 348.6/6 Ziff. 8) und in der inter-
disziplinären Gesamtbeurteilung wurde die Diagnose schliesslich unter 
denjenigen mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (AB 348.1/8 
Ziff. 4.2). Dass eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, teils sitzend, teils 
stehend, vollumfänglich zumutbar ist, überzeugt ebenso (AB 348.6/6 
Ziff. 8). Daran ändert nichts, dass die MEDAS-Gutachterin ausführte, es sei 
keine eigentliche Klärung der Diagnosen vorhanden und die lungenfunktio-
nellen Abklärungen seien durch eine schwierige Compliance erschwert 
(AB 348.6/4 Ziff. 6) bzw. es wäre ungemein wichtig, die pulmonale Dia-
gnostik zu forcieren und eine klare Diagnose zu erzwingen (AB 348.6/6 
Ziff. 8; vgl. auch RAD-Arzt Dr. med. G.________ [AB 369/21-23 Ziff. 4]). 
Die Fachärztin befasste sich mit den beklagten Beschwerden (AB 348.6/1-
3) und berücksichtigte insbesondere auch die Ergebnisse der Spiroergome-
trie aus dem Jahr 2012 (AB 348.6/2). Sie konnte – trotz Malcompliance 
(vgl. AB 348.6/4 Ziff. 6) – Befunde erheben und auch aufgrund der mittels 
Bodyplethysmographie festgestellten Werte (AB 348.6/4 Ziff. 4.3) und der 
Anamnese (AB 348.6/1-3) nachvollziehbar auf mittelschwere Restriktionen 
schliessen sowie die Einschränkungen in der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit einwandfrei bestimmen (AB 348.6/6 Ziff. 8). Massgeblich ist denn auch 
nicht in erster Linie die genaue diagnostische Zuordnung, sondern welche 
Auswirkungen der Gesundheitsschaden auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt (vgl. 
u.a. Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 9. April 2018, 
9C_273/2017, E. 3.2.2, und 26. Januar 2018, 9C_78/2017, E. 5.2). Der 
RAD-Arzt Dr. med. G.________ führte in seiner Stellungnahme vom 1. De-
zember 2019 in nachvollziehbarer Weise aus, dass das von der Rechtsver-
treterin bemängelte Fehlen einer Röntgen-Thoraxaufnahme (vgl. AB 359/1) 
bei bereits vorhandener Thorax-Übersichtsaufnahme nicht angezeigt ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 15

(AB 369/20-21 Ziff. 2) und auch die von ihr gestellte Verdachtsdiagnose 
einer Lungensarkoidose (vgl. AB 359/5, 359/8) überwiegend wahrscheinlich 
ausgeschlossen werden kann (AB 369/21 Ziff. 3). 

Ferner überzeugt ebenso das neurologische Teilgutachten (AB 348.5), wo-
nach auf diesem Fachgebiet keine Diagnosen gestellt wurden (AB 348.5/7 
Ziff. 6) und demnach auch keine Einschränkung in der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit vorliegt (AB 348.5/8-9 Ziff. 8). Die Fachärztin des RAD hielt 
am 12. November 2019 zu Recht fest, der Gutachter habe das hochfre-
quente Zittern bis Schütteln der linken Hand beschrieben (AB 348.5/3 
Ziff. 3.2) und nachvollziehbar als funktionell bezeichnet, da der Tremor an-
lässlich der gutachterlichen Untersuchung bei Ablenkung sofort sistiert 
werden konnte (AB 348.5/7 Ziff. 6, 361/2). Von der abweichenden Ein-
schätzung des Spitals L.________ vom Juni 2018 (AB 314/10-12) hatte der 
Gutachter Kenntnis (AB 348.1/52) und die von der Rechtsvertreterin vor der 
Begutachtung gestellten Zusatzfragen (vgl. AB 312/10-11, 312/15-16, 322, 
330/8-9, 359/4) wurden in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung beant-
wortet (AB 348.1/11-12 Ziff. 1-4). Zuletzt ist zu beachten, dass Zittern auch 
eine körperliche Begleitsymptomatik einer Panikstörung ist (vgl. E. 3.4.3 
hiernach).

Schliesslich ist auch das internistische Teilgutachten (AB 348.4) einleuch-
tend und nachvollziehbar abgefasst, so dass mit der einzig diagnostizierten 
Adipositas ersten Grades mangels Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(AB 348.4/8 Ziff. 6) weder in der bisherigen noch in einer angepassten 
Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht 
(AB 348.4/9-10 Ziff. 8). Der RAD beurteilte das Gutachten gleichermassen 
als schlüssig (AB 369/23).

3.4.3 In psychiatrischer Hinsicht (AB 348.3) legte die Expertin nach 
sorgfältiger Anamnese- und Befunderhebung (AB 348.3/3-14) schlüssig 
und für den Rechtsanwender anhand der klassifikatorischen Vorgaben 
nachvollziehbar und einleuchtend dar, dass die Voraussetzungen für die 
Diagnose einer schweren Panikstörung (ICD-10 F41.01) erfüllt sind 
(AB 348.3/14; vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel 
V [F], Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis, 6. Aufl. 2016, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 16

S. 130 ff.; DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, ICD-10, Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, 
S. 196 f.). Insbesondere das vom Beschwerdeführer beschriebene Zittern 
(AB 348.3/3-4 Ziff. 3.1 und 3.2, 348.3/14 Ziff. 6) stellt eines der vegetativen 
Symptome der Panikstörung dar. Die Diagnose steht denn auch in Einklang 
mit den Einschätzungen der Behandler der Psychiatrischen Dienste 
I.________ (Berichte vom 8. Juni 2015 [AB 191/2 Ziff. 1.1] und 2. März 
2017 [AB 261.40/2]) sowie derjenigen des Spitals L.________ (Bericht vom 
12. Oktober 2017 [AB 266/2]). Weiter diskutierte die Gutachterin die Dia-
gnose einer depressiven Episode und begründete, weshalb eine solche im 
Begutachtungszeitpunkt als remittiert anzusehen, jedoch gut mit einer Dys-
thymia (ICD-10 F34.1) zu vereinbaren war (AB 348.3/14 Ziff. 6; vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT, a.a.O., S. 116 ff. und 123 f.; 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 169 f. und 183 f.). Zudem gab sie 
an, aus welchen Gründen die (im Bericht der Psychiatrischen Dienste 
I.________ vom 2. März 2017 [AB 261.40/2]) diagnostizierte somatoforme 
autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3) hier bei gestellter (Ausschluss-
)Diagnose einer Panikstörung nicht vorliegt (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. IV.3; 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT, a.a.O., S. 145) und stell-
te weitere differentialdiagnostische Überlegungen an (AB 348.3/14-15 
Ziff. 6). Hinsichtlich der tagesklinischen Behandlungen im Jahr 2016 und 
2017 ist zu beachten, dass die psychiatrische Expertin Kenntnis der statt-
gehabten Behandlungen hatte (AB 348.1/43-44 Ziff. 186 und 190, 348.1/48 
Ziff. 213, 348.3/3 Ziff. 2, 348.3/6; vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. IV.3), was sich 
eben gerade in der (vorerwähnten) Diskussion der Differentialdiagnosen  
niederschlägt. Überdies müssen sich die Gutachter ohnehin nicht mit jedem 
Aktenstück bzw. Arztbericht einzeln befassen, sondern es genügt, wenn sie 
sich mit den wesentlichen Vorberichten auseinandersetzen (vgl. hierzu 
auch Entscheid des BGer vom 26. August 2011, 8C_379/2011, E. 3.2.1), 
was die Gutachterin hier überzeugend getan hat. Inwieweit der Hinweis, 
der Beschwerdeführer sei empfindlich auf Medikamente (Beschwerde S. 5 
Ziff. IV.3), das psychiatrische Teilgutachten in Frage stellen sollte, ist nicht 
ersichtlich. Die Schlüssigkeit des Gutachtens wurde am 19. November 
2019 schliesslich auch vom RAD-Facharzt bestätigt, wobei er zu den weite-
ren im Rahmen des Einwandverfahrens vorgebrachten Rügen (AB 359/8-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 17

10) ausführlich Stellung nahm (AB 368/3-5). Die entsprechenden Einschät-
zungen des Dr. med. F.________ überzeugen. 

3.4.4 Insgesamt ist damit der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend 
abgeklärt, so dass es der beantragten weiteren Abklärung des Sachver-
halts nicht bedarf (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4), insbesondere der Beizug der Akten der Militär- und Unfallver-
sicherung (Beschwerde S. 4 Ziff. III.2) erübrigt sich. Vielmehr bleibt zu prü-
fen, ob gestützt auf die psychiatrische Diagnose und anhand des struktu-
rierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 der Beweis einer rechtlich 
relevanten Arbeitsunfähigkeit zu erbringen ist, wobei die versicherte Person 
die materielle Beweislast zu tragen hat (vgl. E. 2.2.1 und 2.2.3 hiervor so-
wie E. 4 hiernach).

4.

4.1 Bezüglich der von der psychiatrischen Gutachterin gestellten Dia-
gnosen sind die klassifikatorischen Vorgaben eingehalten (vgl. E. 2.2 und 
3.4.3 hiervor). Im MEDAS-Gutachten finden sich zahlreiche Hinweise auf 
Diskrepanzen bzw. Inkonsistenzen (vgl. AB 348.1/10 Ziff. 4.6, 348.2/7-8 
Ziff. 4.3, 348.3/13, 348.3/16 Ziff. 7.3, 348.5/5 Ziff. 3.2, 348.5/8 Ziff. 7.3). Ob 
damit eine blosse Symptomverdeutlichungstendenz oder ein Ausschluss-
grund im Sinne von BGE 131 V 49 vorliegt (E. 2.2.2 hiervor), kann letztlich 
offen bleiben, denn die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des 
tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens auf der zweiten Ebene an-
hand der Standardindikatoren (vgl. E. 2.2.1 und 2.2.3 hiervor) ergibt kein 
stimmiges Gesamtbild.

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 18

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Massgeblich gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers, 
wonach er in den letzten vier Wochen vor der Begutachtung mindestens 
einmal täglich eine Panikattacke gehabt habe (AB 348.3/4 Ziff. 3.2, 
348.3/14 Ziff. 6), diagnostizierte die Gutachterin eine schwere Panikstörung 
(ICD-10 F41.01 [AB 348.3/14-15]). Indes lässt dies mit Blick auf das intakte 
soziale Umfeld (E. 4.2.3 hiernach) und den geregelten Tagesablauf 
(E. 4.3.1 hiernach) des Beschwerdeführers noch nicht den Schluss auf eine 
erhebliche Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde zu.

4.2.1.2 In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist den Akten zu ent-
nehmen, dass sich der Beschwerdeführer von Dezember 2014 bis Januar 
2016 in ambulanter psychiatrischer (samt medikamentöser) Behandlung 
bei der Psychiatrische Dienste I.________ befand (AB 191/2-3 Ziff. 1.2 und 
1.5, 261.40/2). Die Behandlungszuweisung war im Dezember 2014 im Zu-
sammenhang mit Problemen bei der Wohnungssuche erfolgt 
(AB 261.153/1). Seit 2016 ist er in psychotherapeutischer und psycho-
pharmakologischer Behandlung bei Dr. med. J.________, gemäss Medizi-
nalberuferegister unter Dr. med. K.________ seit 2019 als praktische Ärztin 
registriert (AB 263/1-5), wobei die Termine im Begutachtungszeitpunkt 
(27. März 2019 [AB 348.3/1]) gemäss Angaben des Beschwerdeführers 
zwei- bis dreimal pro Monat stattfanden (AB 348.3/6). Vom 13. Dezember 
2016 bis 3. März 2017 sowie vom 20. März bis 13. Juli 2017 erfolgte bei 
der Psychiatrische Dienste I.________ bzw. in der Psychosomatischen 
Medizin des Spitals L.________ eine tagesklinische Behandlung 
(AB 261.5/34-36, 267). Die psychiatrische Gutachterin hielt fest, die Ar-
beitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen noch verbessert 
werden und empfahl eine leitliniengerechte Behandlung der Panikstörung 
und insbesondere auch eine Anpassung der antidepressiven Medikation 
unter regelmässigen Plasmaspiegelkontrollen (AB 348.1/11 Ziff. 4.10, 
348.3/20, vgl. zu den Hinweisen auf Malcompliance AB 348.3/16 Ziff. 7.3). 
Eine Behandlungsresistenz wird nicht postuliert. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 19

In Bezug auf die Eingliederung ist festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rer nach Verlust seiner letzten Arbeitsstelle im Jahr 2014 nicht mehr ar-
beitstätig war (AB 348.2/5, 348.3/8, 348.5/4, 348.6/2). Die von der IV im 
Jahr 2015 gewährten beruflichen Massnahmen (berufliche Abklärung 
[AB 120] und Arbeitstraining [AB 159, 192]) wurden insbesondere aufgrund 
wiederholter Verspätungen und Abwesenheiten vom Arbeitsplatz 
(AB 174/2, vgl. auch AB 210/2) und nachdem am 21. Mai 2015 ein Autoun-
fall stattgefunden hatte (vgl. u.a. AB 258, 261) per 17. Juni 2015 abgebro-
chen (AB 198, 200, 204, 212, 217). Hinsichtlich beruflicher Zukunftsvorstel-
lungen konnte der Beschwerdeführer im Rahmen der Begutachtung keine 
Angaben machen (AB 348.2/6) bzw. gab an, sich eine Teilzeitbeschäfti-
gung im geschützten Bereich ohne Druck und ohne Stress vorstellen zu 
können (AB 348.3/11 Ziff. 3.2, 348.4/6 Ziff. 3.2).

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 
S. 429 f., 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, hielten die Gutachter 
solche nicht fest. Die depressive Episode (ICD-10 F32.4) ist remittiert und 
die Dysthymie (ICD-10 F34.1) hat keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
(AB 348.3/15). Eine Wechselwirkung des psychischen Gesundheitsscha-
dens mit den vorhandenen somatischen Beschwerden wird von den Gut-
achtern nicht postuliert und die Akten enthalten denn auch keine Hinweise 
für die Annahme einer solchen. Damit ist von keinen ressourcenhemmen-
den Komorbiditäten auszugehen.

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) schloss die psychiatrische Gutachterin eine Persönlichkeitsakzen-
tuierung oder eine Persönlichkeitsstörung aus (AB 348.1/9 Ziff. 4.4, 
348.3/13). Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung war die Auffassung 
nicht erschwert, die Konzentration nicht auffallend eingeschränkt und die 
Merkfähigkeit sowie das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis wirkten weitge-
hend unbeeinträchtigt. Sodann lagen keine Störungen des Ich-
Bewusstseins vor und bis auf geschilderte akustische Halluzinationen lagen 
keinerlei Hinweise auf paranoide Denkinhalte vor (AB 348.3/12-13).

4.2.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
stellte die psychiatrische Gutachterin zwar einen leichten sozialen Rückzug 
fest (AB 348.1/6, 348.3/9), der Beschwerdeführer wohnt aber mit seiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 20

Ehefrau und den beiden Kindern in einer Mietwohnung und hat gemäss 
eigenen Angaben viele Kollegen, die ihn zu Hause besuchen würden 
(AB 348.3/8-9). Manchmal gehe er mit diesen auch auswärts etwas trinken, 
zudem würde er auch seine Kollegen besuchen. Seine Mutter und seine 
zwei Brüder wohnten in der Nähe und zu ihnen bestehe ein regelmässiger 
Kontakt, dies oftmals vor allem mit dem älteren Bruder. Die Kollegen würde 
er ca. alle ein bis zwei Wochen treffen, seine Mutter sehe er mindestens 
zwei Mal pro Woche (AB 348.3/9). Die Gutachterin nannte denn auch die 
gute und stützende Beziehung zur Ehefrau und den Kindern, wie auch das 
gute soziale Umfeld mit regelmässigen sozialen Kontakten sowie die guten 
Deutschkenntnisse als Ressource (AB 348.3/17 Ziff. 7.4). Damit hält das 
soziale Umfeld durchaus gewisse Ressourcen bereit. 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303).

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäten-
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen 
Schilderungen über einen geregelten Tagesablauf verfügt. So stehe er um 
07:00 Uhr auf und helfe dem älteren Sohn beim Aussuchen der Kleider, 
wonach er sich bis um 09:00 Uhr wieder hinlege. Danach stehe er auf, es-
se und trinke etwas, höre Musik, lese etwas oder schaue eine Dokumenta-
tion und verbringe hiernach Zeit mit dem jüngeren Sohn. Die Mahlzeiten 
wie auch den gesamten Haushalt erledige die Ehefrau, wobei er sich am 
Nachmittag um die Kinder kümmere, manchmal gehe er auf den Spielplatz 
oder ins Schwimmbad. Ca. zweimal pro Woche würde er seine Mutter be-
suchen. Nach dem Abendessen um ca. 18:45 Uhr verbringe er wiederum 
Zeit mit seinen Kindern oder schaue fern, manchmal müsse er auch Dinge 
für den nächsten Tag vorbereiten oder er würde lesen. Zwischen 24:00 und 
24:30 Uhr gehe er ins Bett (AB 348.3/9-10, vgl. auch AB 348.2/5). Zudem 
fährt er teilweise selber Auto (AB 348.2/6, 348.3/10, 348.3/14-15). Damit 
beeinträchtigt der zur Diskussion stehende Gesundheitsschaden die Ta-
gesgestaltung des Beschwerdeführers nicht schwerwiegend, vielmehr ist er 
in der Lage, im Rahmen des Alltags Ressourcen zu mobilisieren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 21

4.3.2 Hinsichtlich der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen 
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) sprechen die verschiedenen Behandlun-
gen (vgl. E. 4.2.1.2 hiervor) für einen gewissen Leidensdruck, doch hielten 
die Gutachter sowohl in somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht 
gewisse Inkonsistenzen fest (AB 348.1/9-10 Ziff. 4.6). Insbesondere schil-
derte die psychiatrische Gutachterin Diskrepanzen zwischen den vorgetra-
genen massiven subjektiven Beschwerden (vgl. AB 348.3/4-5 Ziff. 3.2) und 
den Hinweisen für eine Malcompliance betreffend der psychopharmakolo-
gischen Medikation (bei einem nicht nachweisbaren Plasmaspiegel von 
Rivotril und sehr tiefem Plasmaspiegel von Paroxetin [AB 348.3/13-14, 
348.7/1]; AB 348.1/10 Ziff. 4.6, 348.3/16 Ziff. 7.3). Überdies konnten die 
Experten orthopädischer- wie auch psychiatrischerseits weitere medizini-
sche Massnahmen vorschlagen (AB 348.1/11 Ziff. 4.10). 

4.4 In der Gesamtbetrachtung erscheinen die gutachterlich postulier-
ten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen 
Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren (insbesondere mit Blick 
auf die Konsistenz [E. 4.3 hiervor]) nicht als überwiegend wahrscheinlich 
erstellt und es ist dementsprechend nicht auf die ärztlicherseits attestierte 
Arbeitsunfähigkeit von 20 % bis 30 % (Leistungseinschränkung) abzustel-
len. Damit bleibt aus rechtlicher Sicht allein die somatisch begründete qua-
litative Einschränkung (körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit, 
ohne Zwangshaltungen [kniend, hockend oder kauernd, in und über Kopf-
höhe], ohne extreme Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Näs-
se, ohne repetitive belastende Handgelenkstätigkeiten und Vibrationsexpo-
sition, ohne Tätigkeiten mit erhöhtem Anspruch bezüglich der Standsicher-
heit) im medizinischen Zumutbarkeitsprofil bei 100%iger Arbeitsfähigkeit 
(E. 3.4.2 hiervor) massgebend. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswir-
kungen dieser Ausgangslage.

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 22

der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 23

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.4 Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt unter der Prämisse der 
erfüllten einjährigen Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie unter 
Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzzeit gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG (Neuanmeldung vom März 2017 [AB 250]) auf September 2017 (BGE 
143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Ein-
kommensvergleich durchzuführen.

5.5 Wird – anders als in der angefochtenen Verfügung (AB 372/1) und 
in Anlehnung an VGE IV/2014/261 (E. 4.2.1 [AB 100/13]) – für das Vali-
deneinkommen die LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 2, Männer, 
Zeile 41-43 / Baugewerbe, herangezogen, resultiert aufgerechnet auf ein 
Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (BFS, Be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Zeile F / 41-43 / 
Baugewerbe/Bau, 2017) sowie indexiert auf das Jahr 2017 (BFS, T1.1.15, 
Nominallohnindex, Männer, 2016-2018, Zeile F / 41-43 / Baugewerbe/Bau, 
2016 bzw. 2017) ein Betrag von Fr. 73‘456.10 (Fr. 5‘911.-- x 12 / 40 x 41.3 / 
100.4 x 100.7). 

Da der Beschwerdeführer die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht verwer-
tet, ist auch das Invalideneinkommen anhand statistischer Daten zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 24

stimmen (E. 5.3 hiervor). Gestützt auf den Totalwert der LSE 2016, Tabelle 
TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, ergibt sich unter Berücksichtigung der 
vollständigen Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.4.2 und 4.4 hiervor) 
ein Einkommen von Fr. 67‘069.-- (Fr. 5‘340.-- x 12 / 40 x 41.7 [Betriebsübli-
che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, a.a.O., Total, 2017] / 100.6 x 
101.0 [T1.1.15, a.a.O., Total, 2016 bzw. 2017]). Hiervon ist mit Blick auf 
das Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 4.4 hiervor) – wenn überhaupt (vgl. E. 5.3 
hiervor) – höchstens ein leidensbedingter Abzug von 10 % zuzulassen. 
Zwar wirken sich die qualitativen Einschränkungen (körperlich leichte, 
überwiegend sitzende Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen [kniend, hockend 
oder kauernd, in und über Kopfhöhe], ohne extreme Temperaturschwan-
kungen wie Hitze, Kälte und Nässe, ohne repetitive belastende Handge-
lenkstätigkeiten und Vibrationsexposition, ohne Tätigkeiten mit erhöhtem 
Anspruch bezüglich der Standsicherheit) allenfalls lohnmindernd aus, es 
besteht jedoch eine quantitativ uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (100 %). 
Da beide Vergleichseinkommen anhand statistischer Daten erhoben wer-
den, fällt zudem auch ein Abzug wegen allfälliger invaliditätsfremder Grün-
de (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungs-
grad) ausser Betracht, wäre doch ein solcher bei beiden Einkommen zu 
berücksichtigen und damit von vornherein ohne Einfluss auf den Invali-
ditätsgrad (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 
In der Folge ist das Invalideneinkommen auf mindestens Fr. 60‘362.10 
(Fr. 67‘069.-- x 0.9) zu veranschlagen.

5.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 73‘456.10 und einem Invali-
deneinkommen von mindestens Fr. 60‘362.10 resultiert ein rentenaussch-
liessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von gerundet 18 % 
([Fr. 73‘456.10 ./. Fr. 60‘362.10] / Fr. 73‘456.10 x 100; zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1). Damit 
ist die angefochtene Verfügung vom 28. Januar 2020 (AB 372) im Ergebnis 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2020, IV/20/172, Seite 25

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdefüh-

rers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.