# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02bf5c49-9275-52c0-8fb8-2b8ba2dd4cf8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2025 D-3957/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3957-2025_2025-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3957/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger; 

Gerichtsschreiber Ronny Fischer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 6. Mai 2025 / (…). 

 

 

 

D-3957/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 15. Januar 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 22. Februar 2024 fand die Anhörung zu den Asylgründen 

statt. 

Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei eritreische Staatsangehö-

rige der Ethnie Tigrinya und in B._______ geboren. Nach dem Besuch der 

elften Klasse sei sie (…) mit der 22. Rekrutierungsrunde nach C._______ 

eingezogen worden, wo sie die zwölfte Klasse sowie die militärische 

Grundausbildung absolviert habe. Anschliessend habe sie in C._______ 

eine einjährige Ausbildung zur (…) gemacht, bevor sie (…) der Schweren 

Artillerie in D._______ zugeteilt worden sei und dort vier Jahre lang gedient 

habe. Im September (…) sei sie während ihres Militärdienstes vergewaltigt 

worden, woraufhin sie sich zur Desertion entschlossen habe. Als sie im 

Oktober (…) eine zweimonatige medizinische Beurlaubung erhalten habe, 

sei sie nicht mehr zum Dienst zurückgekehrt, sondern illegal in den Sudan 

ausgereist. Von dort sei sie nach Südafrika und später nach Angola gereist. 

In Südafrika habe sie (…) ihren ebenfalls aus Eritrea stammenden Ehe-

mann geheiratet. In Angola sei bei ihr eine (…) diagnostiziert worden. Da 

eine Behandlung vor Ort nicht möglich gewesen sei, sei sie (…) nach 

E._______ gereist. Nachdem Versuche, von F._______ aus zur medizini-

schen Behandlung in die Türkei oder nach Thailand zu reisen, gescheitert 

seien, habe sie sich zur Rückkehr nach Eritrea entschlossen. Bei der erit-

reischen Botschaft in E._______ habe sie nach Unterzeichnung einer 

Reueerklärung («Teaza») und Bezahlung der Diasporasteuer einen Reise-

pass erhalten. Im Mai (…) sei sie damit legal nach Eritrea zurückgekehrt. 

Ihre Reisedokumente seien bei der Einreise vorübergehend einbehalten, 

ihr aber später wieder ausgehändigt worden. Sie habe sich rund ein Jahr 

lang ohne Probleme mit den Behörden zu haben in B._______ aufgehal-

ten. Da auch in Eritrea eine Behandlung ihrer Erkrankung nicht möglich 

gewesen sei, habe sie mit Hilfe von Verwandten ein medizinisches Visum 

für Italien organisiert. Im Mai (…) sei sie legal und mit ihren Originalpapie-

ren auf dem Luftweg nach Italien ausgereist, wo sie operiert worden sei. 

Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Italien sei sie im Januar (…) in 

die Schweiz eingereist und habe ein Asylgesuch gestellt. 

B.  

Am 4. März 2024 wurde das Asylverfahren der Beschwerdeführerin dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt. 

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Seite 3 

C.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2025 (gleichentags eröffnet) stellte das SEM fest, 

die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht (Dispositiv-

ziffer 1), lehnte das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz an (Dispositivziffer 3), gewährte aufgrund der Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme (Dispositiv-

ziffer 4), setzte den Beginn der vorläufigen Aufnahme auf das Verfügungs-

datum fest (Dispositivziffer 5) und beauftragte den zuständigen Kanton mit 

der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme (Dispositivziffer 6). 

D.  

Mit Schreiben vom 8. Mai 2025 erklärte die vormalige Rechtsvertretung der 

Beschwerdeführerin, sie habe ihr Mandat niedergelegt. 

E.  

Mit Eingabe vom 30. Mai 2025 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Feststellung ihrer 

Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Kostenvorschuss-

verzicht. 

F.  

Mit Schreiben vom 2. Juni 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. August 2025 wies der Instruktionsrichter 

das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Kostenvorschussver-

zicht ab und forderte die Beschwerdeführerin auf, einen Kostenvorschuss 

von Fr. 750.– zu leisten, welcher am 25. August 2025 fristgerecht geleistet 

wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

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Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und weitgehend formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Die Feststellung, dass die Beschwerdeführerin aus der Schweiz wegge-

wiesen wird, wurde von ihr nicht angefochten, womit die entsprechenden 

Dispositivziffern 3–6 in Rechtskraft erwachsen sind. Gemäss der vo-

rinstanzlichen Verfügung wurde die Beschwerdeführerin vorläufig aufge-

nommen mit Wirkung ab Verfügungsdatum (vgl. vorne Bst. C). Im Folgen-

den ist daher einzig auf die Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von 

Asyl einzugehen. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

4.  

4.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

4.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 

5.2.1 Nach eingehender Prüfung der Akten ist festzustellen, dass die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen der 

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Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllen. In tatsächlicher 

und rechtlicher Hinsicht ist den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

zu folgen; auf diese kann verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung 

S. 4–8). Die vorinstanzliche Schlussfolgerung ist nicht zu beanstanden. Die 

in den Beschwerdeeingaben vorgebrachten Einwände sind nicht geeignet, 

zu einer von der Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu gelan-

gen, vermögen sie dieser doch nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten. 

5.2.2 Bezüglich der ursprünglichen Fluchtgründe der Beschwerdeführerin 

– namentlich der Desertion vom Militärdienst sowie der illegalen Ausreise 

im Jahr (…) – hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass eine allfällig 

früher bestehende Verfolgungsgefahr aus heutiger Sicht nicht mehr als ak-

tuell einzustufen ist. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr (…) ihre Situation 

gegenüber den eritreischen Behörden regularisiert, indem sie bei der erit-

reischen Botschaft in E._______ eine Reueerklärung («Teaza») unter-

zeichnete und die zweiprozentige Diasporasteuer entrichtete. Daraufhin 

wurde ihr ein gültiger eritreischer Reisepass ausgestellt (vgl. SEM-

act. 16/18 F109). Die Ausstellung eines solchen Dokuments durch eine of-

fizielle Vertretung stellt ein starkes Indiz für eine staatliche Akzeptanz der 

betroffenen Person dar. Im Mai (…) konnte die Beschwerdeführerin mit die-

sem Pass legal nach Eritrea einreisen und hielt sich nach eigenen Angaben 

rund ein Jahr lang in B._______ auf, ohne dass es zu staatlichen Übergrif-

fen oder administrativen Repressionen kam (vgl. SEM-act. 16/18 F116). 

Die vorübergehende Einbehaltung ihrer Dokumente bei der Einreise mit 

anschliessender Rückgabe (vgl. SEM-act. 16/18 F110, 115) stellt eine üb-

liche administrative Massnahme dar und begründet keine Verfolgungs-

handlung. Diese Umstände decken sich mit der konstanten Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts, wonach eritreische Staatsangehörige, die 

ihre Situation mit den Behörden regeln und den sogenannten «Diaspora-

Status» erlangen, während der ersten drei Jahre nach einer Rückkehr 

grundsätzlich nicht mit dienstpflichtbezogener Verfolgung zu rechnen ha-

ben (vgl. Urteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.4). 

Zudem ist zu beachten, dass Eritrea als stark kontrollierter Staat gilt, in 

dem Aufenthalte, insbesondere im urbanen Gebiet, staatlicher Überwa-

chung unterliegen (vgl. Urteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 

2017 E. 16.5). Dass eine Rückkehr nach und ein Verbleib in B._______ 

über einen Zeitraum von etwa einem Jahr ohne behördliche Intervention 

möglich war, lässt damit mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, 

dass von Seiten der eritreischen Behörden keine Verfolgungsabsicht be-

stand. Die anschliessende, wiederum legale Ausreise im Mai (…) auf dem 

Luftweg nach Italien (vgl. SEM-act. 16/18 F70, 78 f.) verstärkt diesen 

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Befund in entscheidender Weise, zumal eine legale Ausreise bei tatsächli-

chem staatlichem Verfolgungsinteresse als sehr unwahrscheinlich er-

scheint. 

5.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren vorbringt, 

sie habe sich während ihres einjährigen Aufenthalts in Eritrea versteckt hal-

ten müssen und ihre Ausreise sei nur durch Zahlung von Bestechungsgel-

dern erfolgt, steht dieses Vorbringen in deutlichem Widerspruch zu ihren 

detaillierten Aussagen im Rahmen der Anhörung. Dort gab sie an, bei ihren 

Eltern in ihrem früheren Quartier in B._______ gewohnt zu haben (vgl. 

SEM-act. 16/18 F25 f.) und erklärte, dass ihre Ausreise durch die Initiative 

und finanzielle Unterstützung von Bekannten ermöglicht worden sei, die für 

sie eine medizinische Behandlung in Italien organisiert hätten (vgl. SEM-

act. 16/18 F97, 99). Die nachträglich erfolgte Darstellung weicht somit nicht 

nur in Nuancen, sondern in zentralen Punkten von der früheren Schilde-

rung ab. Das auf Beschwerdeebene behauptete Vorgehen lässt sich nicht 

mit dem damaligen Aufenthalt bei den Eltern im städtischen Raum 

B._______ in Einklang bringen und erscheint bei lebensnaher Betrachtung 

wenig plausibel – insbesondere angesichts des Umstands, dass ein ein-

jähriges Verstecken im urbanen Zentrum Eritreas ohne staatliches Eingrei-

fen kaum realistisch erscheint. Diese signifikanten Widersprüche in der 

Darstellung legen nahe, dass es sich bei der späteren Version um eine 

nachträgliche Anpassung handelt, mit dem Ziel, eine gegenwärtige Verfol-

gungsgefahr geltend zu machen. Eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-

gung kann daraus nicht abgeleitet werden. 

5.2.4 Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ver-

gewaltigung im Jahr (…) als frauenspezifischem Fluchtgrund ist der Vo-

rinstanz darin zuzustimmen, dass diesem gravierenden, nicht zu bagatelli-

sierenden Ereignis auch bei Wahrunterstellung aufgrund fehlender Aktua-

lität aus heutiger Sicht keine flüchtlingsrechtliche Relevanz mehr zukommt. 

Das Asylrecht ist nicht darauf angelegt, vergangenes Unrecht zu sanktio-

nieren. Die Beschwerdeführerin bringt auf Beschwerdeebene vor, die im 

Jahr 2014 in Ausübung des Nationaldienstes erfolgte Vergewaltigung sei 

nicht durch unbekannte Soldaten erfolgt, sondern durch ihren direkten und 

ihr bekannten Vorgesetzten im Rang eines Oberst. Die Aussagen der Be-

schwerdeführerin anlässlich der Anhörung erwiesen sich in diesem Zusam-

menhang als nicht eindeutig (SEM act. 16/18 F100 f., 138 f.). Letztlich kann 

eine weitere Auseinandersetzung mit dieser Frage aber unterbleiben. Es 

ist nämlich zum heutigen Zeitpunkt nicht als wahrscheinlich anzusehen, 

dass der Beschwerdeführerin im Falle ihrer hypothetischen Rückkehr 

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durch ihren ehemaligen Vorgesetzten eine asylrelevante Verfolgung dro-

hen könnte. Befürchtungen im Zusammenhang mit einem Wiedereinzug in 

den Nationaldienst nach Wegfall des Diaspora-Status wären allenfalls un-

ter Art. 3 beziehungsweise Art. 4 EMRK relevant. Dies kann aber vorlie-

gend offengelassen werden, da die Beschwerdeführerin in der Schweiz 

vorläufig aufgenommen ist. Damit fehlt es an objektiven Anhaltspunkten für 

eine aktuelle, individuelle Bedrohungslage im Sinne von Art. 3 AsylG. 

5.2.5 Das im Beschwerdeverfahren erstmals erwähnte Vorbringen, ihre El-

tern seien nach ihrer Ausreise verhaftet und enteignet worden, ist ebenfalls 

kritisch zu würdigen. Zwar ist anerkannt, dass Schutzsuchende belastende 

Informationen aus unterschiedlichen Gründen nicht immer unmittelbar of-

fenbaren, insbesondere bei emotional stark belastenden familiären Ereig-

nissen. Dennoch handelt es sich bei einer angeblichen Verhaftung und Ent-

eignung der Eltern um ein zentrales, einschneidendes Ereignis, bei dem zu 

erwarten gewesen wäre, dass es bei tatsächlich bestehender Verfolgungs-

lage typischerweise frühzeitig im Verfahren thematisiert worden wäre. Zu-

dem ist die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihre Eltern hätten ihr aus 

Rücksicht auf ihre Gesundheit zunächst nicht die Wahrheit gesagt, nicht 

geeignet, den Widerspruch zu früheren Aussagen aufzulösen, zumal die 

Beschwerdeführerin vorinstanzlich noch geltend machte, ihre Eltern hätten 

das Land aus familiären Gründen verlassen (vgl. SEM-act. 16/18 F149) 

und hätten keinerlei Probleme mit den Behörden gehabt (vgl. SEM-act. 

16/18 F150). Diese präzisen und detaillierten Angaben lassen sich nicht 

mit der später behaupteten Verfolgungslage in Einklang bringen. 

5.2.6 Soweit die Beschwerdeführerin die Qualität der Anhörung rügt und 

geltend macht, sie habe sich unwohl gefühlt und sei aufgrund ihres Ge-

sundheitszustands nicht in der Lage gewesen, sich zu konzentrieren, ist 

dem entgegenzuhalten, dass sie zu Beginn der Befragung auf die Frage 

nach ihrem Befinden positiv antwortete (vgl. SEM-act. 16/18 F4). Darüber 

hinaus zeigte sie im Verlauf der Anhörung ein gutes Verständnis der ge-

stellten Fragen und war in der Lage, auch komplexe Sachverhalte – etwa 

zum eritreischen Schulsystem – kohärent und detailliert zu schildern. Sie 

korrigierte zudem selbstständig Unklarheiten, was auf eine grundsätzlich 

intakte Konzentrations- und Artikulationsfähigkeit schliessen lässt (vgl. 

SEM-act. 16/18 F45). In den Akten finden sich sodann keinerlei objektive 

Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin während der Befragung 

kognitiv oder anderweitig beeinträchtigt gewesen wäre. Vielmehr zeugen 

ihre differenzierten und kohärenten Ausführungen davon, dass sie der An-

hörung folgen und sich sachgerecht äussern konnte. Es bestehen daher 

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keine Anhaltspunkte für eine eingeschränkte Aussagefähigkeit zum Zeit-

punkt der Befragung. Entsprechend hat auch die anwesende Rechtsver-

tretung keine Einwände während der Anhörung erhoben (vgl. SEM-act. 

16/18 F154).  

5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdefüh-

rerin vorgebrachten Umstände, auch unter Berücksichtigung der im Be-

schwerdeverfahren ergänzten Angaben, nicht ausreichen, um eine aktu-

elle, individuelle Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG zu begrün-

den. Selbst bei Wahrunterstellung der geschilderten Erlebnisse lassen sich 

daraus keine asylrelevanten Verfolgungshandlungen ableiten, die eine 

Flüchtlingseigenschaft zu begründen vermöchten. Folglich hat die Vo-

rinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch 

abgelehnt. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 49 VwVG). Folglich hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

7.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in 

gleicher Höhe bezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zum Be-

gleichen dieser Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Ronny Fischer 

 

 

Versand: