# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b2b9abe-43a3-5c56-9c54-76be71948bc1
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 29.09.2021 501 2020 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2020-43_2021-09-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2020 43

Urteil vom 29. September 2021

Strafappellationshof

Besetzung Vizepräsident: Markus Ducret
Richterin: Catherine Overney
Ersatzrichterin: Catherine Hayoz
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Guillaume Bénard, amtlicher Verteidiger

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

Gegenstand Übertretung und Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Art. 19a und 19 Abs. 2 BetmG)

Berufung vom 2. März 2020 gegen das Urteil des Strafgerichts des 
Seebezirks vom 18. Dezember 2019

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Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 18. Dezember 2019 erachtete das Strafgericht des Seebezirks es für erwie-
sen, dass A.________:

- in der Zeit von 2013 bis Anfang 2017 15 Gramm Kokain an B.________ abgegeben hat.

- zwischen Mitte 2015 und September 2017 10 Gramm Kokain an C.________ in D.________ 
abgegeben hat. 

- zwischen 2014 und 2015 in der Bar 9 in D.________ etwa 1 Gramm Kokain an E.________ 
abgegeben hat.

- zwischen 2013 bis 2015 etwa 4 Gramm Kokain an F.________ abgegeben und ihm eine 
unbestimmte Menge Kokain in Form von Linien unentgeltlich hat zukommen lassen. 

- zwischen Januar 2017 bis August 2017 10 Gramm Kokain an G.________ abgegeben und 
ihm eine unbestimmte Menge Kokain in Form von Linien unentgeltlich hat zukommen lassen.

- eine unbestimmte Menge Kokain in Form von Linien auf einem Teller an H.________, von 
einer unbekannten Zeit bis Ende 2016 oder Anfangs 2017 in D.________, beim Angeklagten 
zu Hause abgegeben hat.

- am 9. November 2017 mit I.________ zusammen 9 Gramm Kokain gekauft hat.

- eine unbekannten Menge Kokain, alleine, mit I.________ und anderen Personen und eine 
unbekannten Menge Marihuana und Haschisch, von einer unbekannten Zeit bis 11. Novem-
ber 2017 konsumiert hat.

Gestützt auf diesen Sachverhalt verurteilte das Strafgericht des Seebezirks A.________ in Anwen-
dung von Art. 19 Abs. 2 Bst. a und 19a BetmG zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten 
und zu einer Busse von CHF 500.-, unter Anrechnung der erstandenen Polizei- und Untersu-
chungshaft von 65 Tagen. Zudem wurden die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögens-
werte eingezogen und deren Vernichtung angeordnet. Die Verfahrenskosten wurden A.________ 
auferlegt.

B. Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: der Berufungsführer) am 
23. Dezember 2019 die Berufung an und reichte am 2. März 2020 seine Berufungserklärung ein. 
Er beantragt seinen Freispruch vom Vorwurf des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG) und seine Verurteilung wegen Vergehens gegen das Betäubungsmit-
telgesetz (Art. 19 Abs. 1 Bst c BetmG) und Übertretung des Betäubungsmittelgesetztes (Art. 19a 
BetmG). Dafür sei er zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen und zu einer Busse von 
maximal CHF 500.- zu verurteilen, unter Anrechnung der erstandenen Polizei- und Untersuchungs-
haft. Ihm sei für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von CHF 3‘000.- zuzusprechen und 
die Verfahrenskosten seien dem Staat Freiburg aufzuerlegen.

Mit Eingabe vom 12. März 2020 teilte der Vertreter der Staatsanwaltschaft mit, kein Nichteintreten 
zu beantragen und auf eine Anschlussberufung zu verzichten.

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C. Von Amtes wegen wurde über den Berufungsführer ein aktueller Strafregisterauszug, datie-
rend vom 13. September 2021, eingeholt.

D. Anlässlich der Verhandlung vom 29. September 2021 erschienen der Berufungsführer, 
begleitet von seinem amtlichen Verteidiger, sowie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Nach der 
Einvernahme des Berufungsführers hielten der Vertreter des Berufungsführers und die Staatsan-
wältin ihre Parteivorträge. Der Beschuldigte machte von der Möglichkeit, ein Schlusswort abzuge-
ben, Gebrauch.

Erwägungen

1.

Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, 
mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Als beschuldigte und erst-
instanzlich auch verurteilte Person besitzt der Berufungsführer ein rechtlich geschütztes Interesse 
an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids i.S.v. Art. 382 Abs. 1 StPO und ist somit zur 
Berufung legitimiert. Die Berufung erfolgte frist- und formgerecht und entspricht den gesetzlichen 
Anforderungen, folglich ist darauf einzutreten.

2.

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 
404 Abs. 1 StPO). Aufgrund der vollumfänglichen Anfechtung ist das gesamte erstinstanzliche 
Urteil zu überprüfen. Die Ziff. 4.-8. (Nicht-Widerruf, Ersatzfreiheitsstrafe, Einziehung, Kostenpunkt) 
und teilweise 3. (bedingter Strafvollzug) wurden einzig als Konsequenz des beantragten Frei-
spruchs von Art. 19 Abs. 2 und der Verurteilung wegen Art. 19 Abs. 1 BetmG angefochten; sie sind 
daher lediglich zu überprüfen, wenn der Gerichtshof im Schuldpunkt zu einem anderen Ergebnis 
kommt.

Der Strafappellationshof verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Teile des erstinstanzli-
chen Urteils über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO) und ist aufgrund der alleinigen Berufung 
des Berufungsführers an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

3.

Das Verfahren wird mündlich geführt (Art. 405 StPO). Es beruht auf den Beweisen, die im Vorver-
fahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). 
Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur wieder-
holt, wenn a. Beweisvorschriften verletzt worden sind; b. die Beweiserhebungen unvollständig 
waren; c. die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz 
erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 
389 Abs. 3 StPO).

Nachdem vorliegend kein Beweisantrag gestellt wurde, kann sich der Strafappellationshof auf die 
Einvernahme des Berufungsführers sowie den Beizug der Akten beschränken.

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4.

Der Berufungsführer bestreitet die von der Vorinstanz festgehaltene Menge von mindestens 
44 Gramm Kokain, welches er an Dritte verkauft oder weitergegeben haben soll. Die Vorinstanz 
habe die von verschiedenen Personen gemachten Aussagen nicht zu seinen Gunsten ausgelegt 
und sei immer von der höchsten angegebenen Menge und somit im Resultat von einer zu grossen 
Menge ausgegangen. In Anwendung der Unschuldsvermutung sei von den für ihn günstigeren 
Mengenangaben auszugehen. Wie von ihm anerkannt, sei eine Menge von insgesamt 25 Gramm 
Kokain massgebend, nämlich der Verkauf oder die Weitergabe von 1 Gramm an G.________, 
5 Gramm an B.________, 5 Gramm an C.________, 1 Gramm an E.________, 4 Gramm an 
F.________, unbekannte Menge an H.________ und der Kauf von 9 Gramm mit I.________.

4.1. Erstellt und nicht bestritten ist vorliegend somit der Verkauf von 1 Gramm an E.________, 
4 Gramm an F.________, unbekannte Menge an H.________ und der Kauf von 9 Gramm zusam-
men mit I.________. Demgegenüber bestreitet der Berufungsführer die G.________, B.________ 
und C.________ verkaufte oder überlassene Menge Kokain.

4.2. Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem 
gesamten Verfahren gewonnen Überzeugung. Die Organe der Strafrechtspflege sollen frei von 
Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der 
vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten. Bestehen 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, 
so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 
StPO).

Die von Art. 10 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 14 Abs. 2 Uno-Pakt II und Art. 6 Abs. 2 EMRK garan-
tierte Unschuldsvermutung sowie als ihre direkte Folge der Grundsatz „in dubio pro reo“ betreffen 
sowohl die Beweislast als auch die Beweiswürdigung im weiten Sinne. Als Beweislastregel bedeu-
tet sie im Urteilsstadium, dass die Beweislast der Anklage obliegt und dass vom Zweifel der 
Beschuldigte profitieren muss. Als Beweiswürdigungsregel bedeutet die Unschuldsvermutung, 
dass der Richter sich nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt überzeugt 
erklären kann, wenn aus einem objektiven Blickwinkel in Bezug auf das Bestehen dieses Sachver-
halts Zweifel bestehen. Nicht entscheidend ist, dass bloss abstrakte und theoretische Zweifel 
bestehen, die jederzeit möglich sind, da eine absolute Sicherheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich um ernsthafte und unüberwindbare Zweifel handeln, das heisst Zweifel, die sich 
aufgrund der objektiven Sachlage aufzwingen. Werden die Beweiswürdigung und die Sachver-
haltsfeststellung in Bezug auf den Grundsatz „in dubio pro reo“ kritisiert, weist dieser keine weitere 
Tragweite als das Willkürverbot auf (vgl. BGE 145 IV 154 E. 1.1 mit Hinweisen, in Pra 108 (2019) 
Nr. 139).

4.3. Die Aussagenanalyse ist das Kernstück der Überzeugungsbildung auf Grundlage der 
Aussagen der Parteien. Es geht dabei nicht um die Glaubwürdigkeit der befragten Person, sondern 
um die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage (HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 
der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, in forumpoenale 6/2012 vom 11. 
Dezember 2012, S. 368 und 374). Die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage wird dabei durch 
methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 
bezogenen Aussagen einem tatsächlichen Erleben entspringen. Damit eine Aussage als zuverläs-
sig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und 
umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Wahre und falsche Schilderun-

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gen erfordern unterschiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypo-
these, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellektuellen Leis-
tungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund 
machen könnte (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.2; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2). Schliesslich gilt es zu 
berücksichtigen, in welchem Umfeld und unter welcher Motivationslage die Aussage gemacht 
wurde. Der Erstaussage kommt in der Aussagepsychologie aufgrund gedächtnispsychologischer 
Voraussetzungen entscheidende Bedeutung zu (vgl. Urteil BGer 6B_760/2010 vom 13. Dezember 
2010 E. 2.4.1; Urteil KG FR 501 2016 33 vom 28. September 2017 E. 3b).

4.4. Nebst den Aussagen des Berufungsführers sowie seiner Abnehmer befinden sich keine 
weiteren Beweismittel in den Akten, die geeignet sind, die Frage nach der verkauften bzw. in 
Verkehr gebrachten Menge abschliessend zu klären.

Was die im bisherigen Verfahren gemachten Aussagen anbelangt, so kann auf die entsprechen-
den zusammenfassenden Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (vgl. ange-
fochtenes Urteil E. II. Ziff. 2 und 3, S. 2 f.).

4.5. Vorweg weist der Strafappellationshof auf seine Feststellung hin, wonach häufig die ersten 
Aussagen einer in einem Strafverfahren einvernommenen Person der Realität am nächsten 
kommen und die Personen, nachdem sie erkannt haben, was für Auswirkungen dieses oder jenes 
Element auf den Ausgang des Verfahrens hat, versuchen, auf ihre ersten Aussagen zurückzukom-
men oder sie sachdienlich abzuändern. Diese auf Erfahrung beruhende Feststellung erspart es 
dem Richter nicht, in jedem Fall die verschiedenen Aussagen und anderen Beweismittel sorgfältig 
zu prüfen, um den wahren Sachverhalt zu ermitteln.

Die im Strafverfahren gemachten Aussagen der verschiedenen Personen sind somit hinsichtlich 
ihrer Glaubhaftigkeit gemäss den Erkenntnissen der Aussagepsychologie zu analysieren, wobei 
der Erstaussage auch in der Aussagepsychologie entscheidende Bedeutung zukommt (vgl. 
E. 4.3).

4.6. Das Strafgericht begründete nicht, weshalb es in Bezug auf den massgebenden Sachver-
halt im Zweifelsfall und bei nicht übereinstimmenden Aussagen des Berufungsführers und des 
Abnehmers in Bezug auf die verkaufte Menge auf die Aussagen des Abnehmers abgestellt hat. 
Hierbei ist jedoch festzuhalten, dass das Strafgericht bei den von den Abnehmern gemachten 
Angaben jeweils die Minimalmenge bzw. in einem Fall eine Menge nahe der Minimalmenge 
berücksichtigt hat.

Der Strafappellationshof konnte sich selbst ein Bild des Berufungsführers machen, indem es 
diesen anlässlich der Verhandlung vom 29. September 2021 gesehen und einvernommen hat.

4.7. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29. September 2021 bestätigte der Berufungs-
führer im Wesentlichen die vor der Vorinstanz gemachten Aussagen. Er bestreitet weiterhin teilwei-
se die von der Vorinstanz berücksichtigen Mengen Kokain.

Beweiswürdigend ist festzuhalten, dass der Berufungsführer seine Aussagen immer wieder abän-
derte. Am 9. November 2017 wurde er erstmals nach seiner Festnahme und nach einer Unterre-
dung mit seinem amtlichen Verteidiger polizeilich einvernommen. Er bestritt jeglichen Verkauf von 
Betäubungsmitteln und gab an, nur für den eigenen Konsum unter anderem Kokain zu kaufen (act. 
2021 f.). Anlässlich der zweiten polizeilichen Einvernahme am 20. November 2017 sagte er 
anfänglich wieder aus, nie Betäubungsmittel bzw. Kokain verkauft zu haben. Es sei aber vorge-

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kommen, dass er Kokain getauscht habe, er habe aber nie einen Gewinn erzielt damit. Auf die 
Aussagen seiner Abnehmer angesprochen, gab er an, B.________ nie Kokain verkauft zu haben, 
sie hätten nur getauscht. C.________ habe er nie Kokain verkauft, sie hätten lediglich zusammen 
konsumiert und er habe ihm im Tausch gegen einen speziellen Lötkolben sowie für getätigte Arbei-
ten eine unbekannte Menge Kokain gegeben. Nachdem er weiter verneinte, Kokain zu verkaufen, 
änderte er seine Aussagen und gab an, Kokain an Leute verkauft zu haben, die ihn gefragt hätten. 
Seit Februar 2016 habe er im Raum D.________ circa 50 Gramm Kokain verkauft. Er blieb dabei, 
B.________ nie Kokain verkauft zu haben, C.________ habe er aber etwa 7 bis 8 Gramm verkauft 
und den Rest für die getätigten Arbeiten gegeben. Auf Frage seines Verteidigers, wie viel von 
diesen 30 bis 50 Gramm Kokain gegen Bargeld verkauft worden sei, wusste der Berufungsführer 
keine Antwort. Bei den Transaktionen sei er immer unter Drogen gestanden oder habe geraucht 
gehabt (act. 2026 ff.). Anlässlich seiner ersten Einvernahme durch den zuständigen Staatsanwalt 
am 10. November 2017 gab der Berufungsführer erneut zu Protokoll, kein Kokain zu verkaufen, 
um nur bei der nächsten Frage seine Aussagen bei der Polizei zu bestätigen. Er verkaufe kein 
Kokain und konsumiere nur (act. 3001 f.). Am 8. Januar 2018 bestätigte er vor dem Staatsanwalt 
nicht alles, was er bisher ausgesagt hatte. Er gab insbesondere an, dass die Aussage, wonach er 
30 bis 50 Gramm Kokain verkauft habe, nicht stimme (act. 3005). Er verkaufe seit Februar 2016 
Kokain, allerdings nicht viel gegen Bargeld. C.________ habe er zwischen 8 und 9 Gramm in 
Tranchen verkauft und B.________ 4 bis 8 Gramm (act. 3007). G.________ habe er kein Kokain 
verkauft, sie hätten nur zusammen geraucht, aber keine Drogen. Dieser habe von ihm vielleicht 14 
bis 15 Linien Kokain erhalten, aber bestimmt kein Gramm (act. 3008). Anlässlich der Einvernahme 
vom 8. November 2018 gab der Berufungsführer an, zwischen März und Oktober 2017 nicht mit 
G.________ telefoniert zu haben, was auch aus dem Telefonauszug hervorgehe (act. 3015). 
C.________ kenne er erst seit Sommer 2016. Er habe ihm Kokain verkauft zum gleichen Preis, 
wie er es erworben habe. Seine Provision habe aus etwa 0.3 Gramm Kokain pro Gramm bestan-
den (act. 3018). In der vom Berufungsführer eingereichten schriftlichen Stellungnahme vom 
24. Oktober 2019 gab er an, B.________ maximal fünf bis sieben Gramm Kokain verkauft zu 
haben, aber eher weniger. Kontakt gehabt hätten sie nur 2013 und Anfang 2014, nicht aber später. 
C.________ habe er ab Januar 2017 maximal fünf bis sechs Gramm Kokain verkauft. G.________ 
habe er maximal ein bis drei Gramm Kokain verkauft zwischen Januar und Februar 2017, wobei 
sie davon auch zusammen konsumiert hätten. Danach habe er den Kontakt abgebrochen und erst 
Ende Oktober 2017 wieder aufgenommen (act. 13'007 f.). Vor dem Strafgericht bestätigte der 
Berufungsführer am 18. Dezember 2019 seine Aussagen bei der Kantonspolizei sowie zu 99% 
seine Aussagen bei der Staatsanwaltschaft. Er habe Kokain an andere abgegeben, aber nichts 
verkauft. Sie hätten zusammen konsumiert und er habe nur an Freunde abgegeben, wobei das 
jeweils ein Geben und ein Nehmen gewesen sei. Er habe nie gesagt, er verkaufe. Mit B.________ 
habe er nur ein bisschen Gras und Kokain getauscht. C.________ habe er erst Ende August 2016 
kennengelernt. Die von diesem angegebene Menge von 15 Gramm sei auf drei Jahre ausgerech-
net, also sei die Menge auf 5 Gramm zu reduzieren. Sie hätten zusammen gekauft und zusammen 
konsumiert, aber C.________ habe nie bei ihm gekauft. Den Lötkolben habe er im Tausch erhal-
ten. Bei G.________ stimme die festgehaltene Menge ebenfalls nicht, sie hätten auch erst im 
November 2017 wieder Kontakt gehabt, aber von März bis November 2017 hätten sie keinen 
Kontakt gehabt, was sich auch aus den Ergebnissen der Telefonüberwachung ergebe. 
G.________ habe sich schon für seine falschen Aussagen entschuldigt (act. 13021 ff.).

Es fällt somit auf, dass der Berufungsführer seine Aussagen immer wieder änderte, teils obwohl er 
anfänglich die bisherigen Aussagen bestätigt hatte, um nur kurz darauf wieder etwas anderes 
auszusagen. Es ist keine Konstanz zu erkennen, auch nicht im Kerngeschehen. Hierzu ist zu 

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bemerken, dass der Berufungsführer gemäss eigenen Aussagen bei den Transaktionen stets unter 
Drogen gestanden haben will oder geraucht hatte. Inwiefern er sich also an genaue Angaben erin-
nern würde, ist fraglich. Die Aussagen des Berufungsführers sind nicht differenziert und enthalten 
immer wieder Widersprüche und Ungereimtheiten. Insgesamt überzeugen seine Aussagen nicht; 
sie sind unglaubhaft. Der Berufungsführer bringt denn auch nicht vor, weshalb die Abnehmer ihren 
Verkäufer und somit auch sich selber übermässig belasten sollten. Es ist aber denkbar, dass der 
Berufungsführer mit all diesen Tausch- und Verkaufsgeschäften den Blick für die Realität ein 
bisschen verloren hat und keine böswillige Absicht hinter den unglaubhaften Aussagen steckt.

Demgegenüber sind die Aussagen der Abnehmer in den wesentlichen Zügen gleichbleibend. Zwar 
gaben sie bei den weiteren Einvernahmen jeweils an, die in den ersten Einvernahmen angegebe-
ne Menge sei eine vage Angabe bzw. korrigierten die Mengenangaben leicht nach unten. Die 
angegebenen Mengen stimmen aber auch grösstenteils mit den bezahlten Beträgen überein. Trotz 
der teilweisen Relativierung ihrer Erstaussagen bei der Polizei anlässlich der Konfrontationseinver-
nahme durch den Staatsanwalt, haben die Abnehmer die anfangs angegebenen Mengen gröss-
tenteils bestätigt oder zumindest eingestanden, CHF 1'000.- bis CHF 1'500.- bezahlt zu haben 
(B.________; act. 3021), anfänglich nur 10 Gramm gesagt zu haben (C.________; act. 3018) bzw. 
nicht mehr zu wissen, wieviel es genau gewesen sei, aber sicher vier, fünf oder sieben Mal und 
zudem auch gratis Kokain erhalten zu haben (G.________; act. 3015). In Bezug auf G.________ 
ist festzustellen, dass er seine ersten Aussagen als beschuldigte Person gemacht hat und er somit 
keine Veranlassung hatte, zu grosse Mengen anzugeben. Es besteht folglich kein Grund, an 
diesen Aussagen zu zweifeln; sie sind glaubhaft. Im Übrigen ist es nicht aussergewöhnlich, dass 
belastende Aussagen anlässlich von Konfrontationseinvernahmen relativiert werden, weshalb die 
ersten Aussagen meist die richtigen sind und darauf abgestellt werden kann.

4.8. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung erlaubt es dem Richter, aufgrund seiner 
persönlichen Überzeugung darüber zu entscheiden, ob eine Tatsache als bewiesen gilt oder nicht. 
Nach Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Berufungsführers sowie seiner Abnehmer 
gelangt der Strafappellationshof zur Überzeugung, dass die Aussagen des Berufungsführers, 
welche teils von den Aussagen der Abnehmer abweichen, nicht glaubhaft sind. Es bestehen keine 
Zweifel daran, dass der Berufungsführer G.________, B.________ und C.________ mehr Kokain 
verkauft und abgegeben hat, als er angibt.

Nach Würdigung der aus sich aus den Akten ergebenden Beweisen sowie des an der Verhand-
lung vom 29. September 2021 gewonnenen persönlichen Eindruckes des Berufungsführers, 
welcher explizit angab, an diesem Tag keine Medikamente eingenommen zu haben, kommt der 
Strafappellationshof folglich zum Schluss, dass bei objektiver Betrachtung keine erheblichen und 
nicht zu unterdrückenden Zweifel bestehen, dass der Berufungsführer den Abnehmern die von der 
Vorinstanz im als erwiesen erachteten Sachverhalt festgehaltene Menge Kokain veräussert, 
verschafft oder in Verkehr gebracht hat. Bei dieser Beweislage kann der Sachverhalt als genügend 
erstellt erachtet werden. Aus diesem Grund ist die Berufung in diesem Punkt abzuweisen.

4.9. Nachdem der Strafappellationshof bei der Beweiswürdigung zu keinem anderen Beweiser-
gebnis gelangt ist und der von der Vorinstanz als erwiesen erachtete Sachverhalt bestätigt wird, 
kann hinsichtlich der rechtlichen Subsumtion grundsätzlich auf deren zutreffenden Ausführungen 
im angefochtenen Urteil verwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteil E. III. 4. ff. S. 5 f.). Der Straf-
appellationshof macht sich die Erwägungen der Vorinstanz zu eigen (Art. 82 Abs. 4 StPO).

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5.

5.1. Der Berufungsführer macht weiter geltend, der schwere Fall von Art. 19 Abs. 2 Bst. a 
BetmG sei nicht erreicht. Es könne nicht angenommen werden, dass die 9 Gramm Kokain, welche 
seine Lebenspartnerin und er anlässlich der Anhaltung auf sich trugen, die Gesundheit von vielen 
Personen gefährdet hätten, da diese für den Eigenkonsum bestimmt gewesen seien. Diese 
9 Gramm dürften somit nicht in die für Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG massgebende Menge einbezo-
gen werden, sondern stellten lediglich eine Übertretung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG dar. 
Mit den von ihm insgesamt eingestandenen Menge von 16 Gramm bzw. 10.4 Gramm reinem 
Kokain sei der schwere Fall nicht erreicht, weshalb er lediglich wegen Vergehens nach Art. 19 Abs. 
1 Bst. c BetmG zu verurteilen sei.

5.2. Hinsichtlich der Mengenangaben ist festzuhalten, dass zu Gunsten des Berufungsführers 
jeweils die minimale Mengenangabe oder zumindest ein Durchschnitt nahe an dieser Minimalmen-
ge berücksichtigt wurde. Ebenfalls zu Gunsten des Berufungsführers wurde bei der gemeinsam mit 
I.________ gekauften Menge von 9 Gramm Kokain auf seine Aussage abgestützt, wonach davon 
5 Gramm für seinen Eigenkonsum und 4 Gramm für seine Lebenspartnerin gewesen seien (act. 
13021, angefochtenes Urteil E. II.2 S. 3), weshalb lediglich 4 Gramm für die massgebende 
Mindestmenge berücksichtigt wurden. Dazu kommt eine unbestimmte Menge von weitergegebe-
nem Kokain. Folglich liegt die zu berücksichtigende Mindestmenge wie von der Vorinstanz festge-
stellt bei 44 Gramm Kokain (15+10+1+4+10+4), was bei einem mittleren Reinheitsgrad von 65% 
einer veräusserten und in Verkehr gebrachten Menge von mindestens 28.5 Gramm reinem Kokain 
entspricht, womit die Schwelle zum schweren Fall zweifelsohne überschritten ist.

Die Grenze zum schweren Fall wäre jedoch auch überschritten, wenn von den 9 Gramm, welche 
der Berufungsführer zusammen mit seiner Lebenspartnerin gekauft hatte, gar nichts für die mass-
gebende Mindestmenge berücksichtigt worden wäre. Ohne Berücksichtigung dieser 4 Gramm 
würde die Mindestmenge immer noch bei 40 Gramm (15+10+1+4+10+4) bzw. 26 Gramm reinem 
Kokain liegen. 

Die Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

6.

Der Berufungsführer beantragt seine Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tages-
sätzen mit einer Probezeit von maximal zwei Jahren, unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungs- und Polizeihaft von 65 Tagen, sowie zu einer Busse in der Höhe von maximal CHF 500.-.

Die Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstin-
stanzlichen Urteils.

6.1. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben des Täters. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB 
dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen 
des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 
Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Nach Art. 50 StGB hat 
das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest-
zuhalten. Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter das Verschulden zu bewerten. 

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Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden 
Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens 
zu gelangen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.5). Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des 
verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, 
Gefährdung/Risiko, Sachschaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, das 
Mass an Entscheidungsfreiheit beim Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen 
Willens. Neben den objektiven und subjektiven Tatumständen (Tatkomponente), wobei dem 
subjektiven Tatverschulden eine entscheidende Rolle zukommt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4), sind 
auch täterbezogene Umstände (Täterkomponente) zu berücksichtigen, die mit der konkreten Straf-
tat nicht im unmittelbaren Tatzusammenhang stehen (vgl. Urteil BGer 6B_1211/2015 vom 
10. November 2016 E. 1.3.3). Im Rahmen der Täterkomponente sind das Vorleben, die persönli-
chen Verhältnisse des Angeklagten sowie die Beweggründe und Ziele des Täters zu berücksichti-
gen. Zum Vorleben gehören die Lebensgeschichte des Täters zur Tatzeit, seine Herkunft, die 
Familienverhältnisse, die Erziehung, die Ausbildung und seine Haltung gegenüber Gesetzen.

6.2. Am 1. Januar 2018 sind neue Bestimmungen des Strafgesetzbuches betreffend das Sank-
tionenrecht (AS 2016 1249) in Kraft getreten. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB ist das Strafrecht nur auf 
Verbrechen und Vergehen anwendbar, die nach dessen Inkrafttreten begangen wurden. Art. 2 
Abs. 2 StGB sieht allerdings vor, dass die neue Gesetzesbestimmung anzuwenden ist, wenn der 
Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieser Bestimmung begangen hat, die Beur-
teilung aber erst nachher erfolgt, und das neue Gesetz für den Täter das mildere ist. Die rückwir-
kende Anwendung der Gesetzesänderung ist unzulässig, wenn sie sich zu Lasten des Täters 
auswirken würde. Daraus leitet sich ab, dass grundsätzlich jenes Gesetz anwendbar ist, das im 
Zeitpunkt der verübten Tat galt, es sei denn, dass das neue Gesetz das mildere ist. Die Rückwir-
kung des milderen Gesetzes (lex mitior) folgt dem Gedanken, dass nicht mehr oder milder bestraft 
werden soll, weil die Tat zufolge Änderung der Rechtsanschauung nicht mehr bzw. weniger straf-
würdig erscheint (vgl. BGE 134 IV 82 E. 6.1). Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder 
ist, beurteilt sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkre-
ten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode). Der Richter hat die Tat sowohl nach altem 
als auch nach neuem Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch Vergleich der Ergebnisse festzu-
stellen, nach welchem der beiden Rechte der Täter besser wegkommt. Der Gesetzesvergleich hat 
sich ausschliesslich nach einem objektiven Massstab zu richten (Grundsatz der Objektivität). 
Massgebend ist, welches die nach dem Gesetz gefundene, objektiv günstigere Rechtslage 
darstellt, nicht etwa der subjektive Gesichtspunkt, welche Sanktion dem Täter persönlich als 
vorteilhafter erscheint (vgl. BGE 134 IV 82 E. 6.2). Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe 
Tat nur entweder das alte oder das neue Recht (vgl. BGE 134 IV 82 E 6.2.3).

Das neue Recht hat das Sanktionenregime verschärft, so dass die bis am 31. Dezember 2017 
geltenden Bestimmungen grundsätzlich das mildere Recht sind. Da die Taten vor diesem Datum 
begangen worden sind, sind diese anzuwenden.

6.3. Vorliegend wird der Berufungsführer wegen Verbrechens nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
sowie Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen. Er hat folglich mehrere Straf-
tatbestände erfüllt. Das Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 BetmG) 
wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann, 
bedroht. Die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) wird mit Busse 
bestraft.

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6.4. Der Leitgedanke des BetmG besteht darin, die Gesellschaft vor gesundheitlicher Beein-
trächtigung als Folge von Drogenmissbrauch und den damit zusammenhängenden Drittwirkungen 
zu schützen. Geschütztes Rechtsgut der Strafbestimmungen des BetmG ist demnach die Gesund-
heit in einem weiteren Sinn, also nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern die Gesundheit 
der Bevölkerung als Kollektiv (MAURER, in StGB/JStG Kommentar, Mit weiteren Erlassen und 
Kommentar zu den Strafbestimmungen des SVG, BetmG und AuG/AIG, 20. Aufl. 2018, Art. 19 
BetmG N. 2 mit Hinweisen). Das Betäubungsmittelstrafrecht dient somit dem Schutz der Volksge-
sundheit (vgl. BGE 122 IV 211 E. 4). Für eine Bestrafung wird nicht vorausgesetzt, dass durch die 
jeweilige Tathandlung jemand in seiner Gesundheit geschädigt oder zumindest konkret gefährdet 
sein muss. Als abstrakte Gefährdungsdelikte sanktionieren die Betäubungsmitteldelikte ein allge-
mein gefährliches Verhalten, ein Verhalten, welches in der Regel eine erhöhte Möglichkeit der 
Verletzung des betreffenden Rechtsgutes schafft (HUG-BEELI, Betäubungsmittelgesetz, Kommen-
tar, 2016, Art. 19 N. 22). Die Betäubungsmittelmenge ist ein wichtiger Strafzumessungsfaktor, 
auch wenn ihr keine vorrangige Bedeutung zukommt (Urteil BGer 6B_1366/2016 vom 6. Juni 2017 
E. 4.5). Gemäss konstanter Praxis des Bundesgerichts ist durch eine Menge von 18 Gramm 
reinem Kokain ein schwerer Fall von Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG gegeben (BGE 145 IV 312 
E. 2.1.1; 109 IV 143 E. 3b).

6.5. Der Berufungsführer verkaufte eine Menge von mindestens 28.5 Gramm reinem Kokain an 
verschiedene Drittpersonen und Freunde. Damit ist die Grenze zum schweren Fall klar überschrit-
ten. Die Verkäufe fanden über lange Zeit bzw. über mehrere Jahre verteilt statt. Es handelt sich 
somit nicht um einen grossen Kokainhandel. Nichtsdestotrotz wurde die Gesundheit von mehreren 
Personen gefährdet. Gemäss dem Berufungsführer konsumierte er auch oft mit seinen Freunden 
zusammen. Die kriminelle Energie des Berufungsführers ist als gering zu bezeichnen. Insgesamt 
wiegt das objektive Tatverschulden leicht. 

In subjektiver Hinsicht ist hervorzuheben, dass der Berufungsführer vorsätzlich oder zumindest 
eventualvorsätzlich handelte. Er hätte sich ohne weiteres gegen die Gesetzesverletzung entschei-
den können. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Berufungsführer in erster Linie aus 
finanziellem Interesse handelte, insbesondere um sich den Stoff für den eigenen Konsum zu finan-
zieren, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass kein Streben nach Gewinn ersichtlich ist. Vielmehr 
scheint es, dass er teils auch einfach seinen Freunden einen Gefallen erweisen wollte. Zu berück-
sichtigen ist dennoch, dass die Fähigkeit des Berufungsführers, sich rechtsgetreu zu verhalten, 
vollständig intakt war. Auch die subjektiven Tatkomponenten sind insgesamt auch als zu gewich-
ten.

Bezüglich der Täterkomponenten ist auf die Erwägungen der Vorinstanz zu den persönlichen 
Verhältnissen des Berufungsführers (vgl. angefochtenes Urteil E. IV.6., S. 8) sowie auf seine 
Aussagen anlässlich der Sitzung des Strafappellationshofs vom 29. September 2021 zu verwei-
sen. Es haben sich seit der Sitzung vor der Vorinstanz keine Veränderungen in seinen persönli-
chen Verhältnissen ergeben. Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Berufungsfüh-
rers sind daher neutral zu gewichten. Seine Strafempfindlichkeit muss als eher gering bezeichnet 
werden. In Bezug auf das Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass der Berufungsführer nach einem 
Eingeständnis nun wieder bestreitet, Kokain verkauft zu haben, jedoch zugibt, Dritten als Gegen-
leistung für erbrachte Arbeiten oder im Tausch Kokain abgegeben zu haben. Er zeigt aber weder 
besondere Reue noch Einsicht gegenüber seinen Taten. Im Strafregister ist eine Vorstrafe wegen 
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, begangen zwischen 2008 und 2010, verzeichnet. Insge-
samt sind die Täterkomponenten neutral zu gewichten.

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Unter diesen Voraussetzungen ist die Strafe für das Verbrechen nach Art. 19 Abs. 2 BetmG auf 
eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten festsetzen.

6.6. Die Vorinstanz verurteilte den Berufungsführer zudem wegen Übertretung von Art. 19a Ziff. 
1 BetmG zu einer Busse von CHF 500.-. Diese Sanktion ist nicht zu beanstanden und wird vom 
Berufungsführer auch nicht angefochten.

6.7. Folglich ist die Berufung des Berufungsführers abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil 
mit Ausnahme von Ziff. 5, welche von Amtes wegen abzuändern ist, zu bestätigen. Der Berufungs-
führer wurde in Ziff. 3 des Dispositivs zu einer Busse von CHF 500.- verurteilt, die Ersatzfreiheits-
strafe wurde hingegen aufgrund einer Busse von CHF 300.- berechnet (Ziff. 5) Dieses offensichtli-
che Versehen ist von Amtes wegen zu korrigieren. Die Ersatzfreiheitsstrafe ist bei einer Busse von 
CHF 500.- auf fünf Tage festzusetzen.

7.

Der bedingte Strafvollzug, den Nicht-Widerruf, die Ersatzfreiheitsstrafe, die Einziehung sowie den 
Kostenpunkt hat der Berufungsführer nicht selbständig angefochten, sondern nur als Folge des 
beantragten Freispruchs von Art. 19 Abs. 2 und seiner Verurteilung wegen Art. 19 Abs. 1 BetmG. 
Soweit erforderlich, verweist der Strafappellationshof auf die Begründung der Vorinstanz (Art. 82 
Abs. 4 StPO). 

8.

8.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn 
sie verurteilt wird. Ausgenommen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung, vorbehalten bleibt 
Art. 135 Abs. 4 StPO.

Der Berufungsführer ist im vorliegenden Verfahren vollständig unterlegen. Bei diesem Verfahrens-
ausgang ist von einer neuen Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten abzusehen.

8.2. Für das Berufungsverfahren gilt, dass die Parteien die Verfahrenskosten nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens zu tragen haben (Art. 428 StPO). Die Verfahrenskosten umfas-
sen die Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 33 ff. 
des Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]). In Anwendung dieser Bestim-
mungen werden die Gerichtskosten auf CHF 2‘200.- festgesetzt (Gebühr: CHF 2‘000.-; Auslagen: 
CHF 200.-) und dem Berufungsführer auferlegt.

8.3. Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes oder desjenigen Kantons 
entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 57 JR 
wird die angemessene Entschädigung der amtlichen Verteidigung in Zivil- und Strafsachen im 
Kanton Freiburg auf Grund des Arbeitsaufwands sowie der Wichtigkeit und des Schwierigkeits-
grads der Angelegenheit festgesetzt. Es ist zulässig, dass der Stundenansatz des amtlichen unter 
jenem des gewählten Rechtsbeistandes liegt (BGE 139 IV 216 E. 2.2.1, bestätigt im Urteil BGer 
6B_586/2013 vom 1. Mai 2014 E. 3.3). Der Stundenansatz beträgt CHF 180.- (Art. 57 Abs. 2 JR).

Gemäss Art. 58 Abs. 1 JR werden die für die Führung des Prozesses notwendigen Auslagen zum 
Selbstkostenpreis verrechnet. Die Behörde legt die Kosten für Kopien, Portos und Telefonate 
pauschal auf 5% der Grundentschädigung fest (Abs. 2). Die Reiseentschädigungen umfassen 
sämtliche Kosten (Transport, Verpflegung usw.) sowie die aufgewendete Zeit (Abs. 3); die 

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Entschädigung für Reisen innerhalb des Ortes, in dem sich das Anwaltsbüro befindet, beträgt 
CHF 30.- (Art. 77 Abs. 4 JR). Die Mehrwertsteuer beträgt 7.7% (Art. 25 Abs. 1 MWStG).

8.4. Rechtsanwalt Bénard veranschlagt für das Berufungsverfahren einen Zeitaufwand von 
insgesamt 13.75 Stunden (inkl. des Aufwands für die Berufungsverhandlung und Nachbearbei-
tung). Er hatte das erstinstanzliche Urteil zu prüfen, mit dem Klienten das weitere Vorgehen zu 
besprechen, die Berufungsanmeldung sowie die Berufungserklärung zu verfassen, das Plädoyer 
vorzubereiten sowie der Berufungsverhandlung beizuwohnen. Er wird zudem das vorliegende 
Urteil studieren und mit seinem Klienten besprechen müssen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände gibt die eingereichte Kostenliste zu keinen Beanstan-
dungen Anlass, der geltend gemachte Aufwand erscheint als angemessen. Dem Gesagten zufolge 
ist Rechtsanwalt Bénard für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung von 
CHF 2'828.90, inklusive CHF 202.30 Mehrwertsteuer, zu entrichten. Für die Kosten der amtlichen 
Verteidigung bleibt die Rückzahlungspflicht des Berufungsführers gemäss Art. 135 Abs. 4 Bst. a 
StPO vorbehalten. Er hat die Kosten der amtlichen Verteidigung vollumfänglich zurückzuzahlen, 
sobald er dazu finanziell in der Lage sein wird.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird abgewiesen.

Das Urteil des Strafgerichts des Seebezirks vom 18. Dezember 2019 wird von Amtes wegen 
in Ziff. 5 korrigiert und im Übrigen bestätigt. Es lautet wie folgt:

1. Es wird festgestellt, dass der Konsum von Betäubungsmitteln verjährt ist, soweit dieser 
die Zeit vor dem 18. Dezember 2016 betrifft. Das Verfahren wird diesbezüglich einge-
stellt. 

2. A.________ ist schuldig:

- des Verbrechens gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel, begangen 
in D.________ in der Zeit von 1. Januar 2013 bis 9. November 2017 (Art. 19 
Abs. 2 lit. a BetmG);

- der Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel, begangen in 
D.________ in der Zeit von 19. Dezember 2016 bis 9. November 2017 (Art. 19a 
BetmG).

3. A.________ wird in Anwendung der Art. 40, 42, 44, 47, 49, 51, 105 und 106 StGB 
verurteilt:

- zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Der bedingte Strafvollzug wird mit einer 
Probezeit von 3 Jahren gewährt;

- und zu einer Busse von CHF 500.00.

Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft vom 9. November 2017 - 12. Januar 
2018 von 65 Tagen wird angerechnet (Art. 50 StGB).

4. Der mit Urteil des Strafappellationshofes des Kantonsgerichts Freiburg vom 
11. November 2011 bedingt gewährte Strafvollzug (Freiheitsstrafe von 30 Tagen mit 
einer Probezeit von 2 Jahren) wird nicht widerrufen (Art. 46 Abs. 2 StGB).

5. A.________ wird eine Zahlungsfrist von 3 Monaten gewährt, um die Busse von 
CHF 500.00 zu bezahlen. Wird die Busse nicht fristgerecht bezahlt und ist sie auch auf 
dem Betreibungsweg uneinbringlich, tritt an ihre Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
fünf Tagen (Art. 106 Abs. 2 und 3 StGB).

6. Die am 11. Oktober 2017 und am 8. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände 
und Vermögenswerte werden eingezogen und vernichtet (Art. 69 StGB). 

7. Die Kosten des Verfahrens werden A.________ auferlegt (Art. 426 StPO). Die 
Gerichtsgebühr beträgt CHF 3‘000.00 und die Auslagen CHF 500.00. 

8. Rechtsanwalt Guillaume Bénard wird als amtlicher Verteidiger von A.________ eine 
Entschädigung von CHF 7‘143.75 (Honorar CHF 4‘800.00, Auslagen CHF 240.00, 
Reiseentschädigungen CHF 1‘593.00 Mehrwertsteuer CHF 510.75) zu Lasten der 
Staatskasse ausgerichtet (Art. 135 Abs. 2 StPO). A.________ hat diese Entschädigung 

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dem Staate Freiburg zu ersetzen, sofern es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulas-
sen (Art. 135 Abs. 4 StPO).

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 2'200.- festgesetzt und A.________ 
auferlegt.

III. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt Guillaume 
Bénard im Berufungsverfahren werden auf CHF 2'828.90 festgesetzt (inkl. MwSt. von 
CHF 202.30). A.________ hat diese Entschädigung zu ersetzen, sobald er dazu finanziell in 
der Lage sein wird (Art. 134 Abs. 4 StPO).

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen nach der 
Eröffnung Beschwerde beim Bundesstrafgericht einreichen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. 
Art. 396 Abs. 1 StPO). Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind 
in den Art. 379 bis 397 StPO geregelt (Art. 39 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 
Organisation der Strafbehörden des Bundes; StBOG; SR 173.71). Die begründete Beschwerde-
schrift ist beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6500 Bellinzona, einzureichen.

Freiburg, 29. September 2021/fju

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: