# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a2b86f0-bdf3-52ea-b259-70df1f8a6368
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.11.2018 SK 2018 142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-142_2018-11-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 142

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. November 2018 

Besetzung Obergerichtssuppleant Zuber (Präsident i.V.), Oberrichter Schmid, 
Obergerichtssuppleantin Koch
Gerichtsschreiberin i.V. Kummer

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Hinderung einer Amtshandlung, Ungehorsam gegen amtliche Ver-
fügungen

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 26. Januar 2018 (PEN 17 336)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 26. Januar 2018 (pag. 199 ff.) sprach das Regionalgericht Oberland 
(Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldigter) 
von der Anschuldigung wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, angeb-
lich begangen am 11. Dezember 2016 in Thun, frei, unter Auferlegung der anteils-
mässigen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 800.65, an den Kanton 
Bern, sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung von CHF 899.45 an den Be-
schuldigten für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte (Ziff. I. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 199 f.).

Hingegen erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten der Hinderung einer Amts-
handlung, begangen am 11. Dezember 2016 in Thun, schuldig und verurteilte ihn in 
Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Geldstrafe von 
25 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 750.00 (Ziff. II.1. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 200). Weiter verurteilte die Vorinstanz den Be-
schuldigten zu den auf den Schuldspruch entfallenden erstinstanzlichen Verfah-
renskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 1‘601.35 (Ziff. II.2. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 200).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 2. Februar 2018 form- und fristgerecht die Berufung 
an (pag. 205 f.). Die Berufungserklärung des Beschuldigten datiert vom 27. 
April 2018 und ging ebenfalls form- und fristgerecht beim Obergericht des Kantons 
Bern ein (pag. 234 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 7. Mai 2018 ihren Verzicht 
auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren mit (pag. 242).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 27. April 2018 sowie ergänzender elektronischer Ein-
gabe vom 30. April 2018 stellte die Verteidigung den Beweisantrag, es seien die 
bereits vor der Vorinstanz aufgetretenen Zeugen C.________, D.________, 
E.________ und F.________, sowie neu G.________ und H.________ zur Sache 
einzuvernehmen (pag. 235 und pag. 238). Mit begründetem Beschluss vom 11. Ju-
ni 2018 wurde der Antrag des Beschuldigten auf Einvernahme von C.________ 
gutgeheissen und die restlichen Beweisanträge abgewiesen (pag. 245 f.).

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde zudem von Amtes wegen 
ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 24. Oktober 2018, pag. 255) ein-
geholt. Ausserdem wurde in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. No-
vember 2018 nebst dem von der Verteidigung beantragten Zeugen auch der Be-

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schuldigte zur Person und zur Sache einvernommen (vgl. pag. 259 ff. bzw. 
pag. 263 ff.). 

Im Rahmen des oberinstanzlichen Beweisergänzungsverfahrens beantragte die 
Verteidigung erneut die Einvernahme von G.________ und H.________, da diese 
bestätigen könnten, dass sich die Fangruppe im Zeitpunkt der Kontrolle bereits im 
Pub befunden habe. Dieser Beweisantrag wurde in der oberinstanzlichen Verhand-
lung mit Beschluss der Kammer abgewiesen (pag. 267). Zur Begründung führte der 
Vorsitzende im Wesentlichen aus, dass die betreffenden Personen höchstens 
bestätigen könnten, zur fraglichen Zeit mit anderen Fans im Pub gewesen zu sein. 
Das Geschehen vor Ort habe durch sie aber nicht beobachtet werden können, so 
dass aufgrund ihrer Einvernahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten seien.

4. Anträge der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Be-
schuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung sinngemäss die folgenden Anträ-
ge (pag. 267):

1. A.________ sei vom Vorwurf der Hinderung einer Amtshandlung freizusprechen.
2. Eventualiter sei die ausgefällte Strafe bedingt auszusprechen.
3. A.________ sei eine angemessene Entschädigung für einen ganzen Ferientag zuzusprechen.
4. Sofern der Staat die Kosten des Verfahrens zu tragen habe, sei die Parteientschädigung nach 

gerichtlichem Ermessen festzusetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur teilweise angefochten; er be-
schränkte seine Berufung mit Berufungserklärung vom 27. April 2018 auf die Ziff. II 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Schuldspruch wegen Hinderung einer 
Amtshandlung und die gestützt darauf ausgefällte Sanktion; pag. 235).

Damit ist Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Freispruch von der An-
schuldigung wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung) in Rechtskraft 
erwachsen, während Ziff. II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Schuldspruch 
wegen Hinderung einer Amtshandlung und die gestützt darauf ausgefällte Sankti-
on) sowie die damit zusammenhängende Verlegung der Verfahrenskosten durch 
die Kammer neu zu beurteilen sind. 

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312]). Mangels eigenständiger Berufung 
oder Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft darf das Urteil nicht zum 
Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (sog. Verschlechterungsverbot; 
Art. 391 Abs. 2 StPO).

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Sachverhalt

6.1 Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird gemäss dem als Anklageschrift geltenden Strafbefehl vom 
17. Mai 2017 (pag. 92 f.; vgl. Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO) unter Bst. a) vorgewor-
fen, er habe sich am 11. Dezember 2016 um ca. 18:40 Uhr in Thun der Hinderung 
einer Amtshandlung schuldig gemacht. Konkret habe sich der Beschuldigte mit an-
deren FC Thun Fans in Richtung Thuner Innenstadt bewegt, als die Polizei ihn zur 
Personenkontrolle angehalten habe. Der Beschuldigte habe versucht, sich dieser 
Kontrolle zu entziehen, indem er sich vom Einsatzwagen weg in Richtung der 
Thun-Fans bewegt habe, welche bereits laut schreiend diverse Bistrotische vom 
I.________ (Warenhaus) umgeworfen hätten und drohend auf das Einsatzfahrzeug 
zugegangen seien. Der Beschuldigte habe sich körperlich heftig zur Wehr gesetzt, 
als der Polizist ihn am Arm festgehalten habe. Die Polizei habe aus Gründen des 
Eigenschutzes entschieden, die Personenkontrolle auf der Polizeiwache in Thun 
weiterzuführen, da die Situation im Bälliz zu eskalieren gedroht habe. Der Beschul-
digte habe sich dabei vehement widersetzt, ins Einsatzfahrzeug einzusteigen. Aus 
diesem Grund hätten drei weitere Polizisten mithelfen müssen, den Beschuldigten 
ins Fahrzeug zu verladen, wo er weiterhin habe fixiert werden müssen. 

6.2 Unbestrittener Sachverhalt

Am Nachmittag des 11. Dezember 2016 fand in der Stockhorn Arena das Fussball-
spiel FC Thun – BSC Young Boys statt. Zu dieser Zeit hatte der Beschuldigte ein 
Rayonverbot während Spielen des FC Thun. Das Rayonverbot, welches unter an-
derem für die Stockhorn Arena galt (pag. 54) sowie Teile der Thuner Innenstadt 
umfasste (pag. 56), wurde am 26. Januar 2017 auf Beschwerde hin aufgehoben 
(pag. 129 f.). Gemäss den Erwägungen des insoweit in Rechtskraft erwachsenen 
vorinstanzlichen Urteils wurde das Rayonverbot durch den Beschuldigten am be-
sagten Datum nicht verletzt (pag. 221, S. 11 der Urteilsbegründung). Weiter ist un-
bestritten, dass sich der Beschuldigte am 11. Dezember 2016 im Bereich Bälliz 
aufhielt, er dort um ca. 18:40 Uhr durch Polizisten in Zivil für eine Personenkontrol-
le angehalten wurde und sich auf deren Geheiss zum polizeilichen Einsatzfahrzeug 
begab (pag. 52; pag. 181 Z. 8; pag. 184 Z. 26 f.). Im Rahmen dieser Kontrolle wur-
de der Beschuldigte schliesslich durch mehrere Polizisten ins Fahrzeug verbracht 
(pag. 52; pag. 181 Z. 9 ff., Z. 24 ff.; pag. 184 Z. 41), wo er (zunächst) weiter fixiert 
wurde (pag. 52; pag. 181 Z. 27 f.).

6.3 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen

Über den Ablauf der Personenkontrolle im Einzelnen gehen die Aussagen ausein-
ander. Strittig ist insbesondere, ob sich der Beschuldigte der Personenkontrolle 
entziehen wollte sowie ob er sich widersetzte, als die Polizisten ihn ins Fahrzeug 
verbringen wollten. Beweismässig wird in diesem Zusammenhang auch zu klären 
sein, ob die bevorstehende Personenkontrolle ordnungsgemäss durch die Polizei 
angekündigt wurde und ob Anlass bestand, den Beschuldigten ins Polizeifahrzeug 

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zu verbringen sowie die Personenkontrolle nicht vor Ort, sondern auf dem Polizei-
posten durchzuführen. 

7. Beweiswürdigung

7.1 Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 213 f., S. 3 f. der Urteilsbe-
gründung). Ergänzend hält die Kammer fest, dass auch der Polizeirapport vom 
16. Dezember 2016 (pag. 51 ff.) ein zulässiges Beweismittel ist (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.3). Er ist – wie die übrigen Beweis-
mittel – durch das Gericht frei zu würdigen. 

7.2 Beweismittel

Der Kammer liegen der Anzeigerapport vom 16. Dezember 2016, die Aussagen 
des Beschuldigten sowie der Zeugen C.________, D.________, E.________ und 
F.________ zur Würdigung vor. In Bezug auf den Anzeigerapport vom 16. Dezem-
ber 2016 (pag. 51 ff.) hält die Kammer bereits an dieser Stelle fest, dass es sich 
dabei gemäss den Angaben von C.________ entgegen der Bezeichnung des Be-
richts als Anzeigerapport um einen Wahrnehmungsbericht und nicht um eine An-
zeige handelt (pag. 184 Z. 10 ff.; pag. 259 Z. 17 ff.; pag. 261 Z. 12 ff.). Die eigentli-
che Anzeige erfolgte mit Datum vom 30. Januar 2017 durch die zuständige Ein-
satzleiterin J.________ (pag. 50). Die unzutreffende Bezeichnung ist jedoch unbe-
achtlich, da der Rapport zweifelsohne von C.________ verfasst wurde und die An-
zeige vom 30. Januar 2017 vollumfänglich darauf verweist. Insbesondere hat die 
falsche Bezeichnung des Rapports keinen Einfluss auf die Glaubhaftigkeit von des-
sen Inhalt.

7.2.1 Angaben von C.________

Gemäss dem von C.________ verfassten Rapport vom 16. Dezember 2016 
(pag. 51 ff.) hat sich der Vorfall vom 11. Dezember 2016 wie folgt zugetragen: Im 
Bereich der Aarestrasse sei durch die Polizei eine Gruppe von ungefähr 20 bis 40 
Personen festgestellt worden, welche klar der Thuner-Fanszene habe zugeordnet 
werden können und in welcher sich ebenfalls teilvermummte Personen befunden 
hätten. Die Gruppierung habe sich geschlossen auf den Weg in Richtung Thuner 
Innenstadt gemacht. Auf Höhe des I.________ (Warenhaus) habe C.________ ei-
ne Person festgestellt, welche dem mit einem Rayonverbot sanktionierten Beschul-
digten ähnlich gesehen habe. Er habe sich dazu entschieden, eine Personenkon-
trolle durchzuführen. Als C.________ aus dem Fahrzeug ausgestiegen sei, um den 
bis dahin noch Unbekannten über die bevorstehende Personenkontrolle zu orien-
tieren, habe sich dieser nur sehr zögerlich dem Fahrzeug genähert. Als er unmittel-
bar neben dem Einsatzfahrzeug gestanden sei, habe er selber, C.________, fest-
gestellt, dass es sich eventuell um den Beschuldigten handeln könnte. In diesem 
Moment seien schon mehrere Personen der Fangruppierung laut schreiend in 
Richtung des Einsatzfahrzeuges gerannt. Durch einige Personen seien vor dem 
I.________ (Warenhaus) diverse Bistrotische usw. umgeworfen worden. Die Grup-
pierung habe sich in klar drohender Haltung Richtung Einsatzfahrzeug bewegt. Der 

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zu Kontrollierende habe versucht, sich vom Einsatzfahrzeug in Richtung Thuner 
Fangruppe zu entfernen. C.________ habe ihn deshalb am Arm festgehalten, wor-
aufhin sich dieser heftig zur Wehr gesetzt habe. Konkret habe der Beschuldigte 
versucht, sich loszureissen, um sich dadurch der Kontrolle entziehen zu können. 
Da sich die weiteren FC Thun Anhänger dem Einsatzfahrzeug immer noch 
genähert hätten, sei aus Gründen des Eigenschutzes entschieden worden, die zu 
kontrollierende Person ins Fahrzeug zu verladen und sich so rasch wie möglich 
vom Ort des Geschehens zu entfernen. Der Verbringung ins Fahrzeug habe sich 
der zu Kontrollierende vehement widersetzt, indem er sich «versperrt» und mehre-
re Versuche unternommen habe, sich loszureissen. Aufgrund des Widerstandes 
hätten drei weitere Personen des Einsatzelementes mithelfen müssen, den Be-
schuldigten ins Fahrzeug zu verladen. Im Fahrzeug habe der Beschuldigte in der 
ersten Phase durch drei Personen fixiert werden müssen. Nach geringer Zeit habe 
er jedoch beruhigt werden können und sich kooperativer verhalten. Da aufgrund 
der Fans die Situation im Bälliz zu eskalieren gedroht habe, sei durch C.________ 
entschieden worden, die Personenkontrolle auf der Polizeiwache zu Ende zu brin-
gen. Da keine weiteren verdächtigen Feststellungen hätten gemacht werden kön-
nen, sei der Beschuldigte nach kurzer Zeit wieder aus der Personenkontrolle ent-
lassen worden.

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde C.________ als Zeuge befragt 
(pag. 184 ff.). Er führte zusammengefasst Folgendes aus: Nach dem Match zwi-
schen dem FC Thun und YB sei ein kleiner Fantross durch die Stadt gezogen. Auf 
Höhe des I.________ (Warenhaus) sei ihm eine Person aufgefallen, welche dem 
Beschuldigten ähnlich gesehen habe (pag. 184 Z. 19 f.). Er kenne den Beschuldig-
ten vom Sehen her und habe gewusst, dass dieser Rayonverbot habe. Er sei sich 
jedoch nicht 100% sicher gewesen, ob es der Beschuldigte gewesen sei, weshalb 
er sich entschlossen habe, eine Personenkontrolle zu machen (pag. 184 Z. 23 ff.). 
Das Fahrzeug habe dann angehalten und er, C.________, wisse nicht mehr genau, 
weshalb der Beschuldigte zum Fahrzeug gekommen sei, eventuell habe er ihn mit 
der Hand herbeigewunken (pag. 184 Z. 26 ff.). Er habe den Beschuldigten angese-
hen und dieser ihn und er habe das Gefühl gehabt, dass der Beschuldigte sich er-
tappt gefühlt habe bzw. dass es ihm unangenehm gewesen sei. Der Beschuldigte 
habe in diesem Moment nichts gemacht, was er nicht gedurft habe (pag. 184 
Z. 28 ff.). Der Beschuldigte sei zum Auto gekommen und das Problem habe dann 
begonnen, als die Leute des kleinen Fantrosses angehalten und bemerkt hätten, 
dass eine Personenkontrolle durchgeführt werden sollte. Die Leute hätten dann 
angekettete Tische und Stühle umgestossen. Er, C.________, habe gesagt, dass 
die Polizei eine Personenkontrolle machen wolle, er sage dies immer bei FC Thun 
Fans, weil diese Leute sich sonst sehr unkooperativ verhalten würden, wenn die 
Polizei dies nicht explizit sage. Deshalb habe er dies verinnerlicht und sage es im-
mer (pag. 184 Z. 30 ff.). Er habe den Eindruck gehabt, dass der Beschuldigte 
zunächst bei der Kontrolle habe mitmachen wollen, sich aber dann eine Art Eigen-
dynamik entwickelt habe, als der Fantross in schreiender und drohender Haltung 
auf sie zugelaufen sei. Der Beschuldigte habe sich dann wieder entfernen wollen, 
weshalb die Polizisten ihn ins Auto hineingezogen hätten (pag. 184 Z. 37 ff.). Er 
habe den Beschuldigten am Arm festgehalten und seine Teammitglieder hätten 

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geholfen, ihn hereinzuziehen. Der Beschuldigte habe sich zur Wehr gesetzt und 
sich wegreissen wollen. Er habe sich weggedreht, woran er, C.________, gemerkt 
habe, dass er sich habe entfernen wollen (pag. 184 Z. 40 ff.). Er denke, der Be-
schuldigte habe in diesem Zeitpunkt gewusst, dass eine Personenkontrolle durch-
geführt werden soll, da er sonst nicht einfach so zum Auto gekommen wäre 
(pag. 184 Z. 43 ff.). Während der Fahrt zur Wache hätten die Teammitglieder den 
Beschuldigten beruhigen können. Auf der Wache habe sich der Beschuldigte kor-
rekt verhalten und einfach jegliche Aussage verweigert (pag. 185 Z. 1 ff.). Die Poli-
zisten hätten ihn dann nach einer kurzen Zeit wieder gehen lassen. Die Stimmung 
in der Innenstadt sei während dieser Zeit gekippt, was noch zusätzlich dazuge-
kommen sei und die Polizisten hätten sich darum kümmern müssen (pag. 185 Z. 3 
ff.).

In der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte C.________ seine bis dahin ge-
machten Aussagen, hielt aber gleichzeitig fest, sich nicht mehr ganz genau erin-
nern zu können, da die Sache schon sehr lange her sei (pag. 259 Z. 12 ff., 
Z. 26 ff.). Er wies darauf hin, dass es sich bei seinem als «Anzeige» erfassten Be-
richt um einen Wahrnehmungsbericht und nicht um eine Anzeige handle. Die An-
zeige sei schliesslich durch J.________ erstellt worden (pag. 259 Z. 17 ff.). Er ken-
ne den Beschuldigten nicht persönlich, er habe einmal beruflich mit ihm zu tun ge-
habt. Einmal habe er ihm zuhause etwas zustellen müssen (pag. 259 Z. 22 ff.). Am 
11. Dezember 2016 sei er mit seiner Gruppe am FC Thun Match eingesetzt gewe-
sen. Nach dem Match habe es einen Fanwalk in der Innenstadt gegeben, welcher 
sich vom Maulbeerplatz in Richtung Bälliz bewegt habe. Im Bälliz sei es zur Anhal-
tung des Beschuldigten gekommen, welche im Bericht erfasst sei. Die Kontrolle 
habe auf die Polizeiwache in Thun verschoben werden müssen. Nach dieser Kon-
trolle sei der Beschuldigte wieder entlassen worden (pag. 259 Z. 33 ff.). Auf Frage, 
ob er sich noch an die Anhaltung erinnern könne, hielt C.________ fest, er könne 
nur sagen, was im Bericht stehe. An Details könne er sich nicht mehr erinnern. Die 
Problematik sei gewesen, dass er eine Person habe kontrollieren wollen, von der er 
angenommen habe, es sei der Beschuldigte. Er sei sich aber nicht sicher gewesen 
(pag. 259 f. Z. 40 ff.). Der Beschuldigte habe sich dem Fahrzeug genähert und die 
ganze Fangruppierung, mit der er unterwegs gewesen sei, habe sich in drohender 
Haltung in Richtung des Fahrzeugs bewegt. Aus diesem Grund hätten sie, 
C.________ und seine Teamkollegen, sich aus Eigensicherung ziemlich schnell 
von diesem Ort wegbewegt und den Beschuldigten ins Fahrzeug verbracht 
(pag. 260 Z. 1 ff., Z. 15 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldigten führte 
C.________ weiter aus, die FC Thun Fans seien auf die Polizisten zugerannt und 
hätten auf Höhe des I.________ (Warenhaus) Sachen auf diese geworfen 
(pag. 260 Z. 15 ff.). Auf Frage, wie sich der Beschuldigte vor dem Verbringen ins 
Fahrzeug verhalten habe, hielt C.________ fest, er könne sich nicht mehr genau 
an dessen Verhalten erinnern, da dies ein kurzer Moment gewesen sei. Der Be-
schuldigte habe sich seiner Einschätzung nach jedoch weder extrem renitent noch 
überaus freundlich, sondern einfach normal verhalten (pag. 260 Z. 26 ff.). Schliess-
lich bestätigte der Zeuge auf Vorhalt seiner bisherigen Aussagen, dass es tatsäch-
lich bei den FC Thun Fans so gewesen sei, dass diese sich nicht kooperativ verhal-

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ten hätten, wenn man sich nicht korrekt an die polizeiliche Vorgehensweise gehal-
ten habe (pag. 260 Z. 33 ff.). 

7.2.2 Angaben des Beschuldigten

Der Beschuldigte verweigerte am 11. Dezember 2016 auf der Polizeiwache die 
Aussagen zur Sache sowie am 14. Dezember 2016 auf telefonische Anfrage hin 
die Aussagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen (pag. 53).

In seiner Einsprache vom 31. Mai 2017 (pag. 96 ff.) liess er ausführen, er habe sich 
auf entsprechenden Zuruf eines Zivilpolizisten zur Personenkontrolle zum Polizei-
fahrzeug begeben. Dort seien drei weitere Zivilpolizisten ausgestiegen und der Be-
schuldigte sei aufgefordert worden, ins Fahrzeug zu steigen. Der Beschuldigte sei 
einen Schritt zurückgewichen und habe gefragt «Wieso?», woraufhin er von vier 
Polizisten sehr unsanft an den Haaren ins Fahrzeug gezerrt worden sei. Da ihm 
dies sehr wehgetan habe, habe der Beschuldigte sich zu befreien versucht. Weiter 
liess der Beschuldigte ausführen, die polizeiliche Amtshandlung der Personenkon-
trolle habe vorliegend gar keinen Sinn gemacht, da der Name des Beschuldigten 
den Polizisten bekannt gewesen sei. Es stelle sich die Frage, ob nicht ein Amts-
missbrauch vorliege (pag. 99).

Mit Schreiben vom 30. Juli 2017 (pag. 113 ff.) liess der Beschuldigte sodann zu-
sammengefasst ausführen, das Rayonverbot vom 12. Oktober 2016 sei mit Ent-
scheid der Polizei- und Militärdirektion vom 26. Januar 2017 aufgehoben worden. 
Dieser Entscheid sei durch die Polizisten der Kantonspolizei Oberland offensicht-
lich nicht «verkraftet» worden, weshalb diese versucht hätten, den Beschuldigten 
wieder zu belasten, um erneut ein Rayonverbot aussprechen zu können (pag. 115). 

In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 26. Januar 2018 gab der Beschul-
digte zu Protokoll, er habe das Fussballspiel im K.________ (Pub) geschaut und 
sei danach in Richtung L.________ (Geschäft) gelaufen, wo er auf Kollegen gewar-
tet habe (pag. 179 f. Z. 31 f., Z. 44 ff.). Nachdem er seine Kollegen angetroffen ha-
be, sei eine grössere Thuner Fangruppe vorbeigezogen, der sie nachgelaufen sei-
en (pag. 180 Z. 39 f.). Es sei ein Polizeiauto hinter der Gruppe hergefahren, wel-
ches dann kurz vor dem I.________ (Warenhaus) angehalten habe. Zwecks Durch-
führung einer Personenkontrolle hätten die Polizisten nach ihm gerufen, weswegen 
er sich zu ihnen begeben habe (pag. 181 f. Z. 2 ff.). Zuerst sei ein Polizist ausge-
stiegen. Er sei dann zum Auto hingegangen. Die Autotür sei aufgegangen und es 
seien noch drei weitere Polizisten im Auto gewesen. Er sei von einer Polizistin auf-
gefordert worden, ins Auto einzusteigen. Er habe gefragt, weshalb er einsteigen 
solle, da er unter einer Personenkontrolle verstehe, dass einfach der Ausweis ge-
zeigt werden müsse. Er sei einen Schritt zurückgewichen, woraufhin die Polizisten 
versucht hätten, ihn ins Fahrzeug zu zerren (pag. 181 Z. 8 ff., Z. 35 ff.). Auf Frage, 
ob er den Ausweis habe zeigen müssen, führte der Beschuldigte aus, er sei nicht 
vor Ort danach gefragt worden, sondern erst auf dem Polizeiposten (pag. 181 
Z. 14 f.). Weiter gab der Beschuldigte an, vom Vorgehen der Polizisten überrumpelt 
worden zu sein, weil sie ihn gepackt hätten. Es sei relativ schnell gegangen. Es 
habe ihm auch wehgetan und er sei mit der ganzen Situation nicht klargekommen, 
weshalb er ein bisschen gezappelt habe (pag. 181 Z. 18 ff.). Jedenfalls habe er 

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nicht versucht, sich der Kontrolle zu entziehen, ansonsten wäre er gar nicht auf das 
Fahrzeug zugegangen. Es sei für ihn nur etwas zappeln gewesen, er habe nicht 
versucht, herumzuschlagen. Er habe so reagiert, wie man halt reagiere, wenn man 
von drei Leuten gepackt werde (pag. 181 Z. 23 ff.). Es sei alles schnell gegangen, 
am Anfang sei es eventuell nur jemand gewesen, schnell seien es dann jedoch drei 
gewesen. Im Fahrzeug zur Polizeiwache sei dann «mehr oder weniger» ein Polizist 
auf ihm gesessen (pag. 181 Z. 26 ff.). Zum Geschehen auf der Strasse gab der 
Beschuldigte zu Protokoll, dass die grosse Fangruppe zum Zeitpunkt seiner Anhal-
tung schon über die Brücke weggewesen sei. Seine Kollegen hätten auf ihn gewar-
tet, weil nur er gerufen worden sei. Als er gepackt worden sei, seien seine Kollegen 
auch zum Auto gekommen (pag. 181 Z. 40 ff.). Auf Frage, ob er gesehen habe, 
was der Rest der Gruppe gemacht habe, führte der Beschuldigte aus, seine Kolle-
gen hätten dies so geschildert. Er habe zu Beginn keine Bewegungen wahrge-
nommen und als er gepackt worden sei, habe er sich nicht mehr auf andere Sa-
chen geachtet (pag. 181 Z. 44 ff.). 

Der Beschuldigte bestätigte seine bisherigen Aussagen in der oberinstanzlichen 
Verhandlung (pag. 263 Z. 12 ff.). Er sei damals vor dem Fahrzeug gestanden und 
C.________ sei draussen gestanden. Er, der Beschuldigte, sei hingelaufen. Hinten 
sei die Schiebetür aufgegangen und dort seien drei weitere Polizisten gesessen. 
Diese hätten gesagt, er solle in den «Charre» einsteigen. Er sei etwas überrumpelt 
gewesen, ihm sei klar gewesen, dass es sich um eine Personenkontrolle gehandelt 
habe. Er habe einen Schritt zurück gemacht und gefragt «wieso?». Die Polizisten 
hätten ihn dann relativ schnell gepackt und ins Fahrzeug gezerrt (pag. 264 
Z. 36 ff.). Als ihn die Polizei gepackt habe, habe er nicht verstanden wieso. Dort 
habe er dann gezappelt. Er sei mehr oder weniger ohne Grund in das Auto reinge-
zerrt worden. Dann sei er eigentlich ruhig gewesen. Der Polizist habe mehr oder 
weniger auf ihm drauf gesessen, weshalb er gar nicht mehr zappeln konnte 
(pag. 265 Z. 2 ff.). Die Frage, ob er sich zu befreien versucht habe, verneinte der 
Beschuldigte. Für ihn sei klar gewesen, dass es sich um eine Personenkontrolle 
gehandelt habe. Er sei zum Fahrzeug gegangen, weil es klar gewesen sei. Dann 
sei es zur Situation gekommen, als die Polizisten ihn gepackt hätten. Dort sei es 
dann das Zappeln gewesen. Er habe sich nicht zu befreien versucht, er habe ein-
fach nicht verstanden, weshalb die Polizisten ihn gepackt hätten (pag. 265 
Z. 10 ff.). 

7.2.3 Aussagen E.________

Die Zeugin E.________ führte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus, nach 
dem Fussballspiel vom Bahnhof in Richtung Innenstadt gelaufen und beim 
M.________ (Geschäft) auf den Beschuldigten getroffen zu sein (pag. 188 
Z. 13 ff.). Sie seien dann hinter der grossen Fangruppe in Richtung Pub gelaufen 
(pag. 188 Z. 41 f.). Die Polizei sei der Gruppe im Schritttempo nachgefahren, habe 
schliesslich auf Höhe des I.________ (Warenhaus) angehalten und ein Polizist ha-
be den Beschuldigten beim Namen gerufen. Sie selber hätten dann beim Bälliz 
gewartet und seien nicht auch noch zum Auto gelaufen (pag. 189 Z. 3 ff.). Sie habe 
gesehen, dass die Polizisten den Beschuldigten wahrscheinlich hätten kontrollieren 
wollen, habe dies aber nicht selbst gehört, sondern es habe einfach danach ausge-

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sehen. Der Beschuldigte sei sodann einen Schritt zurückgewichen, woraufhin die 
Türe des Fahrzeuges aufgegangen sei und drei Personen ausgestiegen seien, 
welche den Beschuldigten ins Innere des Fahrzeuges zu ziehen versucht hätten 
(pag. 189 Z. 8 ff.). Sie seien dann zum Auto hingegangen, um zu sehen, was dort 
passiert sei. Plötzlich sei der Beschuldigte im Auto gewesen und die Türe sei ge-
schlossen worden. Es sei alles sehr schnell gegangen und dann sei das Auto weg 
gewesen (pag. 189 Z. 12 ff.). Auf Frage, wann der Beschuldigte einen Schritt 
zurückgewichen sei, gab E.________ zu Protokoll, dies sei wohl dann gewesen, 
als er nach dem Ausweis gefragt worden sei. Es sei ein Polizist draussen gestan-
den, als der Beschuldigte den Schritt zurück gemacht habe (pag. 189 Z. 25 ff.). Auf 
Frage, ob sie den Schritt des Beschuldigten beschreiben könne, führte E.________ 
aus, der Beschuldigte habe lediglich einen Schritt zurückgemacht und sich nicht 
abzudrehen versucht. Erst als er durch die Polizei gepackt worden sei, habe er sich 
wohl aus Selbstschutz gewehrt, weil er sich erschrocken habe (pag. 189 Z. 31 ff.). 
Die Zeugin führte schliesslich aus, es nicht so wahrgenommen zu haben, dass der 
Beschuldigte habe flüchten wollen. Dafür hätte es auch gar keinen Grund gegeben. 
Sie wisse zwar nicht, worum es gegangen sei, jedoch wisse sie, dass der Beschul-
digte keine Drogen oder sonst etwas auf sich trage, das ihm einen Grund geben 
würde, sich von einer Personenkontrolle zu entfernen (pag. 189 Z. 39 ff.). Weiter 
habe sie nicht gesehen, ob C.________ den Beschuldigten am Arm gepackt habe. 
Sie habe jedoch gesehen, dass der Polizist noch einen Schritt näher auf den Be-
schuldigten zugegangen sei (pag. 189 f. Z. 45 ff.). Sodann seien sie nur noch zu 
dritt gewesen, als das Auto zugegangen sei. Die Gruppe sei bereits um die Ecke 
gegangen und habe die Personenkontrolle gar nicht mehr mitbekommen. Sie sel-
ber und ihre Kollegen hätten keine Tische und Stühle umgestossen. Eventuell habe 
dies die Fangruppe weiter vorne gemacht, eventuell seien die Tische auch schon 
gelegen (pag. 190 Z. 6 ff.). Den Beschuldigten kenne sie von den Matches. Sie 
beide seien Kollegen (pag. 190 Z. 15 f.). 

7.2.4 Aussagen F.________

F.________ gab als Zeuge in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, 
am Bahnhof Leute getroffen zu haben und mit diesen in Richtung Innenstadt gelau-
fen zu sein (pag. 191 Z. 20 f.). Sie seien einer grösseren Gruppe nachgelaufen, 
ehe es zum fraglichen Vorfall gekommen sei. Die grössere Gruppe sei schon über 
die Brücke weg gewesen, als vor dem I.________ (Warenhaus) ein Transporter 
angehalten habe und jemand gerufen habe, der Beschuldigte solle zum Wagen 
kommen. Nur der Beschuldigte sei zum Wagen gegangen (pag. 191 Z. 24 ff.). Der 
Zeuge und seine Kollegen hätten beim I.________ (Warenhaus) gewartet. Der Be-
schuldigte habe etwas mit den anderen geredet, dann sei alles sehr schnell gegan-
gen. Sie seien dann hingegangen, um zu schauen, was los sei. Der Beschuldigte 
sei in den Wagen befördert worden, die Tür sei geschlossen worden und der Wa-
gen sei sofort weggefahren (pag. 191 Z. 28 ff.). Der Zeuge gab weiter an, nicht zu 
wissen, wie viele Polizisten den Beschuldigten gepackt hätten, dieser sei dann am 
Boden gelegen (pag. 192 Z. 11 f.). Auf Frage, ob der Beschuldigte einen Schritt 
zurück gemacht habe, gab F.________ an, dies sei möglich, er wisse dies nicht 
mehr (pag. 192 Z. 17 f.). Als der Beschuldigte am Boden gelegen habe, seien sie 
zum Polizeiauto hin, um zu sehen, was los sei. Sie hätten auch deeskalierend wir-

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ken wollen, jedoch hätten die Polizisten davon nichts wissen wollen (pag. 192 Z. 21 
ff.). Es sei komisch gewesen, weil der Polizist den Namen gekannt habe und sie 
davon ausgegangen seien, dass es sich um eine Personenkontrolle gehandelt ha-
be. Es habe für sie keinen Sinn ergeben, dass der Polizist eine Kontrolle gemacht 
habe, obwohl er den Namen gekannt habe (pag. 192 Z. 23 ff.). Zur fraglichen Zeit 
sei ausser ihnen niemand im Bälliz gewesen. Der Zeuge gab schliesslich zu Proto-
koll, nichts von den besagten Tischen zu wissen und niemanden gesehen zu ha-
ben, der Tische umgestossen habe (pag. 192 Z. 29 f.). Zur Haltung und zu den Ab-
sichten des Beschuldigten konnte er nur Vermutungen anstellen. Er gab an, nicht 
zu wissen, wie die Haltung des Beschuldigten gewesen sei und ob dieser habe 
flüchten wollen. Er glaube dies aber nicht, da dies auch sinnlos gewesen wäre. Es 
sei alles unglaublich schnell gegangen (pag. 192 Z. 33 ff.). Auf Frage, wie der Kon-
takt zum Beschuldigten sei, gab F.________ an, diesen seit zwei oder drei Jahren 
vom Fussball zu kennen (pag. 192 Z. 37 f.).

7.2.5 Aussagen D.________

Der Zeuge D.________ hat das Fussballspiel gemäss seinen Aussagen gemein-
sam mit dem Beschuldigten im Pub angeschaut, war jedoch bei der Personenkon-
trolle nicht anwesend. Er konnte als Zeuge keine Angaben zum relevanten Sach-
verhalt machen (pag. 187). 

7.3 Gesamtheitliche Würdigung

Der von C.________ verfasste Rapport datiert vom 16. Dezember 2016 und wurde 
somit nur wenige Tage nach dem fraglichen Vorfall erstellt. Der Inhalt des Rapports 
stimmt im Wesentlichen mit den anlässlich der erst- und oberinstanzlichen Ver-
handlung gemachten Zeugenaussagen von C.________ überein. Hier wie dort fin-
den sich stimmige Details zum Ablauf oder zum Hintergrund der Personenkontrolle. 
Insgesamt schilderte C.________ den Ablauf der Kontrolle nachvollziehbar und le-
bensnah. So legte er etwa dar, woher ihm der Beschuldigte bekannt war und wes-
halb er sich zu einer Personenkontrolle entschied (pag. 184 Z. 22 ff.; pag. 186 
Z. 1 ff.; pag. 259 f. Z. 42 ff.). Weiter beschrieb er, wie Personen aus der Fangruppe 
schreiend und in drohender Haltung auf das Fahrzeug zukamen sowie angekettete 
Tische und Stühle umgeworfen wurden (pag. 52; pag. 184 Z. 33 ff.; pag. 260 
Z. 2 ff.). Vor diesem Hintergrund erscheint der von C.________ beschriebene dy-
namische Ablauf des Geschehens in sich schlüssig und stimmig. So ist es nahelie-
gend, dass sich die Polizisten aufgrund der sich nähernden Fangruppe dazu ent-
schlossen, den Beschuldigten ins Fahrzeug zu verbringen und die Kontrolle auf der 
Wache fortzusetzen. Wie überdies bereits die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, 
wäre nicht nachvollziehbar, weshalb die Polizei den Beschuldigten für eine Perso-
nenkontrolle auf die Wache verbringen sollte, wenn sich diese ohne weiteres vor 
Ort hätte durchführen lassen (pag. 219, S. 9 der Urteilsbegründung). Die Kammer 
ist der Ansicht, dass einzig die äusseren Umstände Anlass dafür gewesen sein 
können, weshalb eine einfache, bereits begonnene Personenkontrolle auf der Wa-
che fortgeführt werden musste. C.________ führte im Rahmen seiner oberinstanz-
lichen Befragung glaubhaft aus, aufgrund seiner langjährigen Einsatzerfahrung 
mittlerweile ein Gefühl dafür entwickelt zu haben, wann es «brenzlig» werde 
(pag. 261 Z. 5 f.). Gleichzeitig räumte er ein, dass zwischen seiner Wahrnehmung 

12

und jener eines FC Thun Fans sicherlich Differenzen bestehen können, da die je-
weiligen Perspektiven anders seien. Er habe jedoch in der damaligen Situation 
auch gewisse objektive Anhaltspunkte wahrnehmen können (pag. 262 Z. 12 ff.). Im 
Weiteren war C.________ in Begleitung drei seiner Teamkollegen, welche die Lage 
ebenfalls als bedrohlich einschätzten, was die glaubhaften Angaben von 
C.________ zusätzlich untermauert (pag. 262 Z. 11 f.). Vor diesem Hintergrund 
sieht die Kammer es als erstellt an, dass sich die Fangruppe zum Zeitpunkt der 
Personenkontrolle in drohender Haltung auf das Polizeifahrzeug zubewegte, was 
die Polizei dazu zwang, sich vom Ort des Geschehens zu entfernen. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. dazu pag. 269) vermögen deshalb 
auch die Zeugenaussagen von E.________ und F.________ daran nichts zu Guns-
ten des Beschuldigten zu ändern. Gemäss den Angaben aller Beteiligten handelte 
es sich um ein kurzes, dynamisches Geschehen, welches die Zeugen ausserdem 
aus einigen Metern Distanz und ohne Tageslicht beobachteten. Wie zudem bereits 
die Vorinstanz zutreffend festhielt, sind die Zeugen E.________ und F.________ 
mit dem Beschuldigten befreundet (pag. 219, S. 9 der Urteilsbegründung). Ent-
sprechend sind die Aussagen der Zeugen mit gewisser Vorsicht zu würdigen. Die 
Zeugen versuchten denn auch mehrfach, die innere Motivlage des Beschuldigten 
zu erklären, ohne dies auf konkrete Beobachtungen stützen zu können (pag. 189 
Z. 32 f., Z. 39, Z. 42 f.; pag. 192 Z. 33 f.). 

Soweit die Zeugen E.________ und F.________ vorbringen, die von C.________ 
behaupteten Tumulte nicht wahrgenommen zu haben, ist sodann ihre eigene Inter-
essenlage mit zu berücksichtigen. Da sie selbst Teil der aufgebrachten Gruppe wa-
ren, hatten sie naheliegende Gründe, die Situation zu bagatellisieren. Dies zeigt 
sich insbesondere bei den Aussagen des Zeugen F.________, der beschönigend 
vorbrachte, sie seien zum Polizeifahrzeug gegangen, um deeskalierend zu wirken 
(pag. 192 Z. 22). Es erscheint realitätsfremd, als Gruppe von Fussballfans ange-
sichts der aufgebrachten Stimmung bzw. der konkreten Situation deeskalierend 
wirken zu wollen. Vielmehr führte das Verhalten der Fussballfans erst dazu, dass 
die (unstrittig) zunächst ruhig begonnene Personenkontrolle eskalierte.

Die Angaben des Beschuldigten zum Ablauf des Geschehens wiederum sind im 
Kerngeschehen teilweise widersprüchlich und lebensfremd. Wiederholt machte er 
geltend, zunächst nach dem Grund für sein Verbringen ins Fahrzeug gefragt und 
anschliessend einen Schritt weg von den Polizisten gemacht zu haben. Daraufhin 
sollen mehrere Polizisten den Beschuldigten unsanft gepackt und in das Einsatz-
fahrzeug gezerrt haben (pag. 99; pag. 181 Z. 10 ff.; pag. 264 Z. 38 ff.). Zu Beginn 
des Verfahrens bezeichnete der Beschuldigte sein Verhalten als «Befreien» 
(pag. 99), später führte er aus, lediglich ein wenig gezappelt zu haben, da er mit 
der Situation überfordert gewesen sei und die Polizisten ihn grundlos in das Fahr-
zeug gezerrt hätten (pag. 181 Z. 19 ff.; pag. 265 Z. 2 ff.). Jedoch habe er nicht ver-
sucht, sich der Kontrolle zu entziehen (pag. 181 Z. 19 ff.). Es erscheint jedoch ab-
wegig, dass der Beschuldigte von vier Polizisten grundlos und auf offener Strasse 
an den Haaren gepackt und unvermittelt ins Fahrzeug gezerrt wurde. 

Naheliegender und glaubhaft sind diesbezüglich vielmehr die Angaben von 
C.________, wonach dieser die Kontrolle vornehmen wollte und den Beschuldigten 

13

am Arm packte, als jener sich, während die Fangruppe heranstürmte, zu entfernen 
versuchte (pag. 52; pag. 184 Z. 41). Dies wird im Übrigen gestützt durch die Anga-
ben der Zeugin E.________, welche angab, dass sich anfänglich nur ein Polizist 
ausserhalb des Fahrzeuges befand (pag. 189 Z. 27 f.). Und auch der Beschuldigte 
selber schloss an der Hauptverhandlung zumindest nicht aus, dass dies so war 
(pag. 181 Z. 8, Z. 26 f.). Sofern der Beschuldigte tatsächlich nur einen Schritt 
zurückgewichen wäre und sich ansonsten ruhig verhalten hätte, nachdem 
C.________ ihm am Arm gepackt hatte, wäre nicht zu erklären, weshalb drei weite-
re Polizisten in dieser Situation intervenierten. Vielmehr ist gestützt auf die glaub-
haften Angaben von C.________ davon auszugehen, dass dessen Teammitglieder 
ihn unterstützten mussten, weil sich der Beschuldigte zur Wehr setzte und losreis-
sen wollte (pag. 52; pag. 184 Z. 39 ff.). 

Selbst wenn er dafür im Laufe des Verfahrens verschiedene Bezeichnungen ver-
wendete, räumte der Beschuldigte letztendlich ein, sich gewehrt zu haben, als die 
Polizisten ihn ins Fahrzeug verbringen wollten («befreien» pag. 99; «zappeln» 
pag. 181 Z. 19 ff. und pag. 265 Z. 12 f.; «weggehen» pag. 265 Z. 18, «losreissen» 
pag. 265 Z. 21 f.). Dies entspricht im Übrigen auch den Aussagen der Zeugin 
E.________ (pag. 189 Z. 31 f.). Sodann bestätigte der Beschuldigte auch, dass er 
im Fahrzeug weiter festgehalten worden sei (pag. 181 Z. 27 f.; pag. 265 Z. 7 f.), 
was sich wiederum mit den Angaben von C.________ deckt, wonach sich der Be-
schuldigte im Fahrzeug zunächst weiter enervierte, daraufhin fixiert werden musste 
und sich schliesslich beruhigte (pag. 52; pag. 184 f. Z. 45 f.).

Der Beschuldigte hat in diesem Zusammenhang wiederholt vorgebracht, nicht ver-
standen zu haben, weshalb er ins Fahrzeug habe einsteigen sollen, die Polizei ha-
be dies nicht begründet (pag. 99; pag. 181 Z. 10 f., Z. 20, Z. 37; pag. 264 Z. 39 ff.). 
Diese für ihn nicht nachvollziehbare Aktion der Polizei sei im Wesentlichen der 
Auslöser seines widerspenstigen Verhaltens gewesen. Seinen Aussagen zufolge 
scheint der Beschuldigte zumindest den Grund seiner Anhaltung, nämlich die Per-
sonenkontrolle, zweifelsohne gekannt zu haben (pag. 99; pag. 181 Z. 4 f., Z. 11, 
Z. 31 f.; pag. 264 Z. 40 f.; pag. 265 Z. 11 f.). Ebenfalls ist gestützt auf die glaubhaf-
ten Angaben von C.________ davon auszugehen, dass die Kontrolle durch 
C.________ explizit und korrekt angekündigt wurde, dieser betonte stets, sich ins-
besondere in Bezug auf den Umgang mit FC Thun Fans ein ordnungsgemässes 
polizeiliches Vorgehen verinnerlicht zu haben (pag.  184 Z. 34 ff; pag. 260 Z. 34 ff.). 
Wie bereits ausgeführt, erachtet es die Kammer gestützt auf die gleichbleibenden, 
stimmigen Aussagen von C.________ als erstellt, dass zum Zeitpunkt der Perso-
nenkontrolle die Fangruppe in drohender Haltung auf das Polizeifahrzeug zukam, 
was die Polizei aus Gründen des Eigenschutzes zu einem Rückzug zwang. Das 
Verbringen des Beschuldigten in das Einsatzfahrzeug war vor diesem Hintergrund 
sowie angesichts des Widerstands des Beschuldigten der logische nächste Schritt 
und zur ungestörten Durchführung der polizeilichen Personenkontrolle unerlässlich. 

Die Verteidigung vertrat sowohl vor erster Instanz als auch oberinstanzlich die An-
sicht, die Personenkontrolle sei unnötig und zwecklos gewesen, da C.________ 
den Beschuldigten persönlich gekannt und diesen sogar beim Namen gerufen habe 
(pag. 194; pag. 268 ff.). Dem muss einerseits entgegengehalten werden, dass sich 

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C.________ über die Identität des Beschuldigten nicht ohne jeden Zweifel sicher 
war und gerade deshalb beschloss, eine Kontrolle durchzuführen (pag. 52; 
pag. 184 Z. 22 ff.; pag. 186 Z. 1 ff.; pag. 259 f. Z. 42 ff.). Es ist notorisch, dass sich 
über eine gewisse Distanz, aus dem Fahrzeug, nach Einbruch der Dunkelheit eine 
Person in Winterbekleidung nicht ohne Weiteres identifizieren lässt. Die Personen-
kontrolle diente mit anderen Worten dem Zweck, die Identität des Beschuldigten, 
sowie darüber hinaus, eine mögliche Verletzung des Rayonverbots zweifelsfrei 
feststellen zu können. Weiter ist festzuhalten, dass sich C.________ auch nicht 
notwendigerweise über die Person des Beschuldigten im Klaren zu sein brauchte, 
nur weil er diesen angeblich beim Namen rief. Ein solcher Zuruf kann mitunter ge-
rade mit dem Ziel erfolgen, bei der angerufenen Person eine Reaktion auszulösen 
und damit eine allfällig vorhandene Vermutung zu bestätigen. 

Gegen den Beschuldigten bestand zur fraglichen Zeit ein Rayonverbot und er be-
wegte sich in unmittelbarer Nähe des ihm untersagten Areals innerhalb eines vom 
Fussballstadion herkommenden Fantrosses. Unter den gegebenen Umständen war 
die Vermutung des Polizisten C.________, dass der Beschuldigte sich zuvor im 
Bereich des Stadions aufgehalten und damit das Rayonverbot missachtet haben 
könnte (pag. 185 Z. 15 ff.), nicht abwegig bzw. nachvollziehbar. Die Kammer erach-
tet die durchgeführte Personenkontrolle deshalb als nachvollziehbar und gerecht-
fertigt. Dass der Beschuldigte sich zum Zeitpunkt der Anhaltung nicht mehr inner-
halb des Rayons befand, ist vorliegend von untergeordneter Bedeutung, da der 
plausible Verdacht bestand, dass der Beschuldigte das Verbot bereits zuvor als 
Teilnehmer des Fanmarschs missachtet haben könnte. Im Übrigen ist nicht ersicht-
lich, weshalb C.________ den Beschuldigten grundlos und ohne jeglichen An-
fangsverdacht hätte kontrollieren sollen, obwohl die Polizei bereits aufgrund der 
angespannten Lage in der Thuner Innenstadt stark belastet war. Entgegen den 
Ausführungen der Verteidigung (vgl. pag. 268 ff.) ergeben sich daher für die Kam-
mer keinerlei Anhaltspunkte für ein unangemessenes Vorgehen der Polizei.

Es liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Polizeibeamte C.________ 
den Beschuldigten zu Unrecht belastet hätte (vgl auch pag. 221, S. 11 der Urteils-
begründung). Soweit die Verteidigung im Schreiben vom 30. Juli 2017 vorbringt, 
der Beschuldigte sei von den Polizisten nur deshalb erneut belastet worden, weil 
diese den Entscheid vom 26. Januar 2017 betreffend Aufhebung des Rayonverbots 
offensichtlich nicht «verkraftet» hätten (pag. 115), so ist diese Argumentation be-
reits auf Grund des zeitlichen Ablaufs abwegig, da das Rayonverbot unbestritte-
nermassen im Dezember 2016 Geltung hatte und zu jenem Zeitpunkt weder be-
kannt war, ob das Verbot beschwerdeweise aufgehoben wird, noch wann dies ge-
gebenfalls der Fall sein würde. Im Übrigen erweist sich das vorliegende Verfahren 
als kaum geeignet, um dem Beschuldigten – wie dies von der Verteidigung geltend 
gemacht wird – absichtlich zu schaden, zumal die Strafandrohung tief ist, der Tat-
bestand der Hinderung einer Amtshandlung mithin mit höchstens 30 Tagessätzen 
Geldstrafe geahndet wird.

Demgegenüber hat der Beschuldigte ein naheliegendes Interesse, seine Handlun-
gen zu beschönigen. Den von der Jugendanwaltschaft Oberland edierten Akten 
lässt sich zudem entnehmen, dass der Beschuldigte gegenüber der Polizei 

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grundsätzlich kritisch und eher ablehnend eingestellt ist: Anlässlich einer Haus-
durchsuchung beim Beschuldigten wenige Monate vor dem fraglichen Vorfall wur-
den Unterlagen sichergestellt, in welchen zum Gesetzesbruch, zum Knochenbruch 
an Gesetzeshütern sowie zum «Kampf trotz Gummischrot, Staatsanwälten und 
Bullen» (Akten N.________ (Verfahrensnummer) pag. 318 und pag. 323) aufgeru-
fen wird. Der Beschuldigte wurde überdies bereits in der Vergangenheit wegen ein-
schlägiger und ähnlicher Delikte verurteilt, so unter anderem wegen Hinderung ei-
ner Amtshandlung, begangen am 17. Oktober 2015 (Akten N.________ (Verfah-
rensnummer) pag. 1; ohne Eintrag im Strafregister) und wegen Landfriedensbruchs 
sowie wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 
24. Juni 2016 (Strafbefehl vom 1. Dezember 2016 pag. 92; vgl. Strafregisterauszug 
pag. 255). Das Vorleben des Beschuldigten erlaubt zwar keine Rückschlüsse auf 
den konkreten Ablauf der im vorliegenden Verfahren fraglichen Personenkontrolle. 
Es zeigt jedoch zumindest, dass es dem Beschuldigten nicht fremd ist, sich Staats-
gewalten situativ zu widersetzen. 

7.3.1 Beweisfazit

Zusammenfassend kann als beweismässig erstellt gelten, dass sich der Beschul-
digte während einer ordnungsgemäss angekündigten und durchgeführten Perso-
nenkontrolle von der Polizei zu entfernen versuchte, wobei letztlich irrelevant ist, ob 
er einen Schritt zurück machte oder sich abdrehte. Als der Beschuldigte von 
C.________ am Arm ergriffen wurde, setzte er sich jedenfalls körperlich zur Wehr 
und versuchte sich loszureissen, so dass drei weitere Polizisten intervenieren 
mussten, um den Beschuldigten gegen seinen fortdauernden körperlichen Wider-
stand ins Fahrzeug zu verbringen. Das Verhalten des Beschuldigten war darauf ge-
richtet, sich von den Polizisten zu entfernen bzw. aus dem Griff von C.________ zu 
befreien und damit zu verhindern, dass die angeordnete Personenkontrolle wie ge-
plant durchgeführt werden konnte. 

III. Rechtliche Würdigung

8. Hinderung einer Amtshandlung

8.1 Objektiver Tatbestand

Der Hinderung einer Amtshandlung macht sich schuldig, wer eine Behörde, ein 
Mitglied einer Behörde oder einen Beamten an einer Handlung hindert, die inner-
halb ihrer Amtsbefugnisse liegt (Art. 286 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs 
[StGB; SR 311]). 

Als Amtshandlung gilt jede Betätigung in der Funktion als Beamter. Der Schutz er-
streckt sich auf alle Teilakte der Amtstätigkeit und umfasst auch Vorbereitungs- und 
Begleithandlungen. Bei Begleithandlungen ist entscheidend, dass diese amtlichen 
Charakter haben, d.h. in Zusammenhang mit der Erfüllung einer öffentlichrechtli-
chen Funktion stehen, was der Fall ist, wenn die Handlung für die Amtsausübung 
notwendig ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3 mit 
Hinweisen). Der Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung ist ein Erfolgsde-
likt, wobei nicht erforderlich ist, dass der Täter die Handlung einer Amtsperson 

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überhaupt verunmöglicht; es genügt, dass er deren Ausführung erschwert, verzö-
gert oder behindert (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_20/2018 vom 
10. April 2018 E. 3.3; BGE 133 IV 97 E. 4.2). 

Selbst rechtswidrige Amtshandlungen sind grundsätzlich durch Art. 286 StGB ge-
schützt. Gegen solche Amtshandlungen stehen dem Betroffenen in erster Linie 
Rechtsmittel zur Verfügung. Nur wo von diesen von vorneherein kein wirksamer 
Schutz zu erwarten ist, lässt sich allenfalls Widerstand rechtfertigen. Vorausset-
zung ist aber in jedem Fall, dass die Widerrechtlichkeit der Amtshandlung offen-
sichtlich ist und dass der Widerstand der Bewahrung oder Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustandes dient. Andernfalls oder ist die Widerrechtlichkeit der 
Amtshandlung auch bloss zweifelhaft, so fehlt es an der besonderen Ausnahmesi-
tuation, die eine Hinderung einer Amtshandlung zu rechtfertigen vermag (vgl. zum 
Ganzen: BGE 98 IV 41 E. 4b; 103 IV 73 E. 6b). Leidet die Handlung an einem 
Nichtigkeitsgrund, liegt keine Amtshandlung im Rechtssinne vor, was bereits die 
Tatbestandsmässigkeit ausschliesst. Für die Beurteilung der Frage, ob Nichtigkeit 
vorliegt, sollen gemäss h.L. die Kriterien des öffentlichen Rechts massgebend sein 
(TRECHSEL/VEST, vor Art. 285 N 23; BSK-HEIMGARTNER, vor Art. 285 StGB N 18, 
jeweils mit weiteren Hinweisen). Nichtigkeit besteht gemäss der dort vorherrschen-
den Evidenztheorie bei Vorliegen eines schwerwiegenden Mangels, der offensicht-
lich oder zumindest leicht erkennbar ist. Zudem darf die Nichtigkeit die Rechtssi-
cherheit nicht ernsthaft gefährden (BSK-HEIMGARTNER, vor Art. 285 StGB N 18 mit 
weiteren Hinweisen). 

8.2 Subjektiver Tatbestand

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Der 
Vorsatz muss sich auch auf die Amtshandlung beziehen, d.h. der Täter muss um 
das mögliche Vorliegen einer Amtshandlung, die nicht nichtig ist, wissen. Der Vor-
satz wird einzig durch die Annahme der völligen Unbeachtlichkeit des gehinderten 
Amtsakts berührt (Urteil des Bundesgerichts 6B_410/2018 vom 20. Juni 2018 
E. 4.4.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3).

9. Subsumtion

Bei der angeordneten Personenkontrolle vom 11. Dezember 2016 handelt es sich 
zweifelsohne um eine Amtshandlung. Gemäss Art. 215 Abs. 1 StPO kann die Poli-
zei im Interesse der Aufklärung einer Straftat eine Person anhalten und wenn nötig 
auf den Polizeiposten bringen, um ihre Identität festzustellen, sie kurz zu befragen 
oder abzuklären, ob sie eine Straftat begangen hat. Ebenso sieht das kantonale 
Polizeigesetz die Anhaltung und Identitätsfeststellung vor (Art. 27 des Polizeigeset-
zes des Kantons Bern [PolG; BSG 551.1]). Im vorliegenden Fall bestand gegen 
den Beschuldigten im Zeitpunkt des Vorfalls ein Rayonverbot. Da er nach einem 
Fussballspiel mit einer Fangruppe – welche aus dem vom Rayonverbot umfassten 
Gebiet kam – unterwegs war, lag der Verdacht einer allfälligen Verletzung dieses 
Rayonverbotes auf der Hand. Daran ändert nichts, dass sich dieser Anfangsver-
dacht letztendlich nicht bestätigte respektive das Rayonverbot kurze Zeit später 
aufgehoben wurde. Eine polizeiliche Anhaltung zur zweifelsfreien Identitätsfeststel-
lung des Beschuldigten und zur Sachverhaltsabklärung – insbesondere bezüglich 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/e3c68e4f-e0ba-4fc5-b4ac-353e010d41a6?citationId=e5f15605-ebeb-4203-ae1e-9948a0bc7110&source=document-link&SP=5|papcpb

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des Aufenthaltsortes des Beschuldigten während des Fussballspiels – war nahelie-
gend und situationsangemessen. Aufgrund der damaligen Umstände ist auch 
nachvollziehbar, dass die Fortsetzung der Kontrolle auf dem Polizeiposten ange-
ordnet wurde. Geboten war ebenfalls, dass der Polizist C.________ den Beschul-
digten am Arm fasste, als dieser sich entfernen wollte, sowie dass die Verbringung 
ins Fahrzeug mit der Unterstützung weiterer Beamter durchgesetzt wurde. Von ei-
ner unzulässigen Amtshandlung kann somit entgegen den Vorbringen der Verteidi-
gung (vgl. pag. 268 ff.) nicht die Rede sein.

Gemäss Beweisergebnis widersetzte sich der Beschuldigte dieser Amtshandlung, 
indem er sich der polizeilichen Anhaltung und Personenkontrolle bzw. der Verbrin-
gung auf den Polizeiposten zu entziehen versuchte. Da er sich körperlich zur Wehr 
setzte, als C.________ ihn am Arm fasste, mussten weitere Polizisten intervenie-
ren, um den Beschuldigten gegen seinen fortdauernden Widerstand ins Fahrzeug 
zu verbringen. Der objektive Tatbestand von Art. 286 StGB ist erfüllt.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Er erkannte, 
dass es sich um eine Kontrolle der Polizei handelte, und versuchte, diese wissent-
lich und willentlich mittels körperlichem Widerstand zu verhindern. Auch wenn der 
Beschuldigte sowohl die Personenkontrolle, als auch das Vorgehen der Polizei als 
unnötig erachtete, so gab es für ihn keinen ersichtlichen Grund zur Annahme, die 
polizeiliche Anordnung sei unbeachtlich. Dies machte er denn auch nicht geltend. 

Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschliessungsgründe vorliegen, ist der 
Beschuldigte folglich wegen Hinderung einer Amtshandlung schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

10. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn die-
ses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnormen 
ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende Be-
urteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzustel-
len sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte 
oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausge-
schlossen. Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Ge-
sichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2 S. 88).

Vorliegend kommt auf Grund des Strafrahmens von Art. 286 StGB, sowie des vor-
liegend geltenden Verschlechterungsverbots einzig eine Geldstrafe von bis zu 
25 Tagessätzen in Betracht (vgl. oben Ziffer I.1 und I.5). Das neue Sanktionenrecht 
ist in diesem Bereich nicht das mildere. Es ist deshalb das zum Tatzeitpunkt gel-
tende Recht anzuwenden.

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11. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 223 f., S. 13 f. der Urteilsbe-
gründung). 

12. Strafrahmen 

Die Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB wird mit Geldstrafe bis 
zu 30 Tagessätzen bestraft. 

13. Tatkomponenten

13.1 Objektive Tatschwere

Betreffend das Ausmass des verschuldeten Erfolgs ist festzuhalten, dass der Be-
schuldigte die Amtshandlung letztendlich nicht verhinderte, sondern einzig verzö-
gerte. In Bezug auf die Art und Weise der Herbeiführung ist die erhebliche Inten-
sität des Tatvorgehens zu beachten; so waren mehrere Polizisten notwendig, um 
den Beschuldigten an der Flucht zu hindern, ihn ins Polizeifahrzeug zu verbringen 
und die Personenkontrolle letztendlich durchzuführen. Der Beschuldigte setzte sich 
körperlich mit nicht unerheblicher Intensität zur Wehr, was verglichen mit Fällen, in 
welchen die Täter sich «nur» durch Flucht einer Amtshandlung entzogen, deutlich 
verschuldenserhöhend zu gewichten ist. 

Nach dem Gesagten ist das Ausmass des objektiven Verschuldens als mittel-
schwer bis schwer zu qualifizieren. Die Kammer geht entsprechend von 20 Tages-
sätzen aus.

13.2 Subjektive Tatschwere

Betreffend die Tatkomponente Willensrichtung ist zu berücksichtigen, dass sich der 
Beschuldigte wissentlich und willentlich der Kontrolle entziehen wollte, er mithin di-
rektvorsätzlich handelte. Die Vermeidbarkeit einer Gefährdung oder Verletzung des 
betroffenen Rechtsguts ist zu bejahen; der Beschuldigte hätte sich ohne weiteres 
auf die Personenkontrolle einlassen können, ohne sich zu wehren. 

Unter Berücksichtigung der gesamthaft neutral zu wertenden subjektiven Tatkom-
ponenten bleibt es bei einem mittelschweren bis schweren Verschulden und damit 
bei 20 Tagessätzen. 

14. Täterkomponenten

Der Beschuldigte wohnt zu Hause bei seinen Eltern und absolviert eine Lehre als 
O.________ (Berufsbezeichnung). Er besucht einen Vorkurs für die Berufsmatur 
und treibt in der Freizeit gerne Sport. Bei Spielen des FC Thun hält er sich im Block 
Süd auf. Seine Zukunft sieht er allenfalls im sozialen Bereich (vgl. zum Ganzen 
pag. 182 Z. 20 ff.; pag. 263 Z. 18 ff.). Das Vorleben des Beschuldigten ist vorlie-
gend neutral zu gewichten. 

Straferhöhend wirkt sich demgegenüber die Vorstrafe des Beschuldigten aus, wel-
che dem aktuellen Strafregisterauszug wie folgt entnommen werden kann 
(pag. 255): Mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft, Dienststelle Oberland, vom 

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1. Dezember 2016 wurde der Beschuldigte wegen Landfriedensbruch, Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte durch zusammengerotteten Haufen sowie 
Sachbeschädigung aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung mit einem be-
dingt vollziehbaren Freiheitsentzug von 10 Tagen nach Jugendstrafrecht bestraft. 
Zu berücksichtigen sind sodann die nicht eintragungspflichtigen Jugendstrafen 
(BGE 135 IV 87 E. 5). Den Akten der Jugendanwaltschaft Berner Oberland ist zu 
entnehmen, dass der Beschuldigte in den Jahren 2014 bis 2016 in fünf Verfahren 
jugendstrafrechtlich verurteilt wurde, namentlich wegen diverser Strassenverkehrs-
delikte, Raubes, Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung, vorsätzlicher 
Versetzung oder Beschädigung eines Signals, Verunreinigung von fremdem öffent-
lichen Eigentum sowie von fremdem Privateigentum (Akten N.________ (Verfah-
rensnummer) pag. 1). Eine einschlägige Verurteilung erfolgte am 7. April 2016, 
mithin nur rund acht Monate vor der vorliegend zu beurteilenden Tat. Gemäss den 
Angaben des Beschuldigten kam es während des hängigen Strafverfahrens zu 
zwei weiteren Vorfällen. Beide Verfahren betreffen Nachtruhestörungen, wobei je-
denfalls eines mit einer Busse abgeschlossen wurde (pag. 182 Z. 18 f.; pag. 263 
Z. 36 ff.). 

Die zahlreichen Vorstrafen fallen deutlich negativ ins Gewicht, zumal diese sogar 
teilweise einschlägig sind und nur kurze Zeit vor dem vorliegend zu beurteilenden 
Vorfall vom 11. Dezember 2016 ausgesprochen wurden. Wie darüber hinaus den 
Verfahrensakten N.________ (Verfahrensnummer) zu entnehmen ist, hat die zu-
ständige Jugendanwältin anlässlich des bevorstehenden Verfahrensabschlusses 
am 1. Dezember 2016 mit dem Beschuldigten ein letztes Gespräch geführt. Aus 
der betreffenden Aktennotiz geht hervor, dass der Beschuldigte mit Nachdruck über 
die möglichen Folgen seiner Delinquenz für das Erwachsenenleben aufmerksam 
gemacht wurde. Die Jugendanwältin wies den Beschuldigten im Weiteren darauf 
hin, «dass er jetzt volljährig sei und bei weiteren Straftaten keine Schonzeit mehr 
habe» (Verfahrensakten N.________ (Verfahrensnummer), nicht paginiert). Allen 
Belehrungen zum Trotz beging der Beschuldigte nur zehn Tage später erneut eine 
strafbare Handlung.

In Bezug auf das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren hält die Kammer 
überdies fest, dass der Beschuldigte bis zum Schluss weder Reue noch Einsicht 
gezeigt hat. Im Wesentlichen sieht er die Schuld nach wie vor vielmehr bei der Po-
lizei, welche ihre Arbeit seiner Ansicht nach nicht richtig gemacht habe, dafür aber 
keinerlei Konsequenzen tragen müsse (pag. 270). Auch wenn diese Komponente 
letztendlich neutral zu werten ist, hält die Kammer fest, dass die im Rahmen der 
oberinstanzlichen Verhandlung geäusserte Einstellung des Beschuldigten (vgl. da-
zu pag. 270) keine Strafmilderung zulässt.

Die Täterkomponenten wirken sich aufgrund der teilweise einschlägigen Vorstrafen 
straferhöhend aus. Die Kammer erachtet eine Erhöhung um 5 Tagessätze, auf ins-
gesamt 25 Tagessätze, als angemessen.

15. Tagessatzhöhe

Der Beschuldigte befindet sich im dritten Lehrjahr als O.________ (Berufsbezeich-
nung), wobei er CHF 1‘350.00 netto verdient und zusätzlich einen 13. Monatslohn 

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erhält (pag. 263 Z. 18 ff.). Gegenwärtig wohnt er bei seinen Eltern und bezahlt für 
Kost und Logis ungefähr CHF 350.00 monatlich, daneben kommt der Beschuldigte 
noch für seine Handyrechnung sowie für Kleidung auf (pag. 264 Z. 13 ff.). Die 
Krankenkassenprämie bezahlt der Beschuldigte nicht selbst (pag. 264 Z. 21 f.). 

In Anbetracht der tiefen monatlichen Lebenskosten – der Beschuldigte bezahlt für 
Kost, Logis und Krankenkasse nur CHF 350.00 monatlich – ist die von der Vorin-
stanz festgesetzte Tagessatzhöhe von CHF 30.00 angemessen und zu bestätigen. 

16. Unbedingter Strafvollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder 
einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 
(Art. 42 Abs. 1 aStGB). Diesbezüglich kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 225, S. 15 der Urteilsbegründung). Ergän-
zend ist festzuhalten, dass gemäss BGE 135 IV 87 auch nicht im Strafregister ein-
getragene Delikte berücksichtigt werden können. Der Beschuldigte wurde in naher 
Vergangenheit bereits wegen teilweise sogar einschlägiger Delikte verurteilt. Selbst 
die mit Strafbefehl vom 1. Dezember 2016 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe 
vermochte den Beschuldigten nicht davon abzuhalten, bereits am 11. Dezember 
2016, mithin nur 10 Tage später, wieder straffällig zu werden. Seit jenem Vorfall 
sind sodann zwei weitere hängige Verfahren gegen den Beschuldigten wegen 
Nachtruhestörung hinzugekommen (pag. 263 Z. 35 f.). Ein grundlegender Sinnes-
wandel war im Verfahren nicht zu erkennen (pag. 264 Z. 1 ff.; pag. 265 Z. 29 ff.; 
pag. 266 Z. 1 ff. Z. 8 ff.). Nach dem Gesagten ist dem Beschuldigten deshalb eine 
ungünstige Prognose zu stellen, weshalb die Geldstrafe unbedingt auszufällen ist. 

V. Kosten und Entschädigung

17. Verfahrenskosten

Die beschuldigte Person trägt die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, wenn sie 
verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist der Beschuldigte zur Be-
zahlung von 2/3 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, ausmachend 
CHF 1‘601.35, zu verurteilen. Im Umfang von 1/3 wurden die erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten, ausmachend CHF 800.65, bereits rechtskräftig dem Kanton Bern 
auferlegt.

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist mit sei-
nen Anträgen im Rechtsmittelverfahren vollumfänglich unterlegen, weshalb er die 
gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten, sich belaufend auf CHF 2‘520.00 
(Gebühr: CHF 2‘500.00; Auslagen CHF 20.00), zu tragen hat.

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VI. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 26. Januar 2018 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung des Ungehorsams gegen amt-
liche Verfügungen, angeblich begangen am 11. Dezember 2016 in Thun,

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 800.65 an den Kanton Bern, sowie

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 899.45 (inkl. Auslagen) 
für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 11. Dezember 2016 in Thun

und in Anwendung der Artikel:
34 aStGB, 47, 286 StGB
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 750.00.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten, 
insgesamt bestimmt auf CHF 1‘601.35.

3. Zu den vollumfänglichen oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 2‘520.00.

III.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

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Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv; nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)

Bern, 9. November 2018
(Ausfertigung: 15. Januar 2019)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Obergerichtssuppleant Zuber
i.V. Oberrichter Schmid

Die Gerichtsschreiberin i.V.:

Kummer

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.