# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04787169-e2a5-5271-a061-4639dbd9ff55
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.04.2022 IV 2021/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-3_2022-04-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2022

Entscheiddatum: 04.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 04.04.2022
Art. 28 Abs. 1 IVG. Keine Rückweisung zur vorgängigen Prüfung von 
Eingliederungsmassnahmen bei fehlender Relevanz für Rentenanspruch. 
Schlüssige gutachterliche Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeit bzw. 
zumutbarer Tätigkeiten. Bestimmung des Invaliditätsgrad mittels 
Prozentvergleich und LSE. Rückwirkende Zusprache einer befristeten Rente. 
Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. April 2022, IV 2021/3).

Entscheid vom 4. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider 

und Karin Huber-Studerus; a.o. Gerichtsschreiber Lorenz Tobler

Geschäftsnr.

IV 2021/3

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 16. Oktober 2018 bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV Stelle, zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, an Brustkrebs zu leiden. Bis Ende 

März 1997 sei sie zu 100 % im Verkauf tätig gewesen, seither sei sie Hausfrau (IV-

act. 8).

A.a. 

Gemäss den von der IV-Stelle eingeholten Arztberichten war bei der Versicherten 

im Mai 2018 ein invasiv lobuläres Mammakarzinom rechts diagnostiziert worden, 

welches am 20. Juni 2018 operiert worden war. Im Anschluss wurde eine adjuvante 

Chemotherapie/Radiotherapie durchgeführt (IV-act. 19). Vom 24. Oktober 2018 bis 

4. Dezember 2018 war sie in stationärer Behandlung in der Psychiatrie B.___. Im 

Austrittbericht vom 10. Dezember 2018 wurde eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F 33.2), diagnostiziert 

und ihr zum Zeitpunkt des Austritts eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (IV-

act. 22). Mit Arztbericht vom 27. März 2019 stellte der behandelnde Psychiater Dr. 

med. C.___ u.a. ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere 

Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 33.2), und eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 % fest (IV-act. 39).

A.b. 

Im Verlaufsbericht vom 1. Juli 2019 schätzte Dr. C.___ die Arbeitsunfähigkeit 

weiterhin auf 100 % (IV-act. 60). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt in seiner 

Stellungnahme vom 16. Juli 2019 fest, dass gegenwärtig und mittelfristig keine 

Arbeitsfähigkeit und kein Eingliederungspotential bestehe (IV-act. 61). Daher wies die 

A.c. 

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- invasives, multizentrisches Karzinom der rechten Brust (ICD 10: C50.9)

- tumor- und behandlungsassoziierte Fatigue (ICD 10: R53.0)

- generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)

- rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD 10: F33.0)

- chronisch rezidivierende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Arm bei 

degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule (Osteochondrosen p.m. C5/C6 

und C6/C7) ohne gegenwärtige Hinweise für akute neurologische Ausfälle der oberen 

Extremität beidseits

- belastungsabhängige und in Ruhe auftretende Schmerzen an der rechten Schulter

- Karpaltunnelsyndrom rechts (ICD 10: G56)

IV-Stelle mit Mitteilung vom 29. Juli 2019 den Anspruch auf berufliche Massnahmen ab 

(IV-act. 64).

Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 

3. Oktober 2019 erklärte die Versicherte, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung 

in einem Pensum von 70 % erwerbstätig wäre (IV-act. 71).

A.d. 

Mit Verlaufsbericht vom 11. November 2019 gab Dr. C.___ an, dass sich das 

depressive Zustandsbild erfreulich gebessert habe und keine Arbeitsunfähigkeit mehr 

abgeleitet werden könne (IV-act. 76).

A.e. 

Die Versicherte begab sich ab 2. September 2019 bei Dr. med. D.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Dieser diagnostizierte eine An­

passungsstörung nach Krebserkrankung mit Beeinträchtigung durch Angst, Sorgen 

und Deprimiertheit (F 43.23). Die Versicherte sei sowohl in der Erwerbstätigkeit als auch 

im Haushalt zu 50 % arbeitsfähig (Arztbericht vom 23. November 2019; IV-act. 80).

A.f. 

Am 17. und 18. Juni 2020 wurde die Versicherte in der Medexperts AG St. Gallen 

polydisziplinär untersucht. Im Gutachten vom 11. August 2020 wurden folgende 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:

A.g. 

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- chronisch rezidivierende Kreuzschmerzen (ICD 10: M54.5).

Aus interdisziplinärer Sicht sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als 

Konfektionsschneiderin nicht arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 %, wobei leichte, wechselbelastende Arbeiten mit der 

Möglichkeit zu vermehrten Ruhepausen zu empfehlen seien. Im Haushaltsbereich 

bestehe eine maximale Einschränkung von 30 %, für eine differenzierte Beurteilung 

bedürfe es jedoch einer Haushaltsabklärung vor Ort (IV-act. 96).

A.h. Auf der Grundlage einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in leidensangepasster Tätigkeit 

ermittelte die IV-Stelle bei einer angenommenen Erwerbstätigkeit von 70 % einen 

Teilinvaliditätsgrad von 21 % und im Aufgabenbereich einen solchen von 3 % und 

stellte mit Vorbescheid vom 24. August 2020 die Abweisung des Rentenbegehrens in 

Aussicht (IV-act. 101).

A.i. Am 20. Oktober 2020 erhob die Versicherte per E-Mail Einwand (IV-act. 110), 

welcher durch die damalige Vertreterin am 26. Oktober 2020 ergänzt wurde (IV-

act. 111). Zudem hatte der behandelnde Psychiater Dr. med. E.___ am 19. Oktober 

2020 ein Schreiben eingereicht, worin er auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands hingewiesen hatte (IV-act. 109).

A.j. Mit Verfügung vom 24. November 2020 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. 

Aufgrund des Einwands wurde die Versicherte als 100 % erwerbstätig qualifiziert und 

ein Invaliditätsgrad von 30 % ermittelt (IV-act. 113).

B.

B.a. Gegen diese Verfügung erhebt A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten 

durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein, am 11. Januar 2021 Beschwerde. Sie 

beantragt, ihr sei ab 1. Mai 2019 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter 

sei ihr vom 1. Mai 2019 bis 29. Februar 2020 eine ganze und ab 1. März 2020 eine 

halbe Invalidenrente auszurichten. Subeventualiter sei ihr vom 1. Mai 2019 bis 

29. Februar 2020 eine ganze und ab 1. März 2020 eine Viertelsrente auszurichten. 

Subsubeventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen 

sowie von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

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Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der Mehrwertsteuer) zulasten der 

IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führt sie aus, dass von 

Mai 2018 (Zeitpunkt der Diagnose des Karzinoms) bis November 2019 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden habe. Somit habe 

sie vom 1. Mai 2019 bis 29. Februar 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 

Auch ab März 2020 habe sie weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente, da das 

Zumutbarkeitsprofil der leidensangepassten Tätigkeit gemäss dem Gutachten derart 

einschränkend sei, dass sich eine entsprechende Arbeitsstelle wohl nur noch auf dem 

zweiten, geschützten Arbeitsmarkt finden lasse. Entsprechend sei die 

Beschwerdegegnerin als Eingliederungsversicherung in die Pflicht zu nehmen, weshalb 

sie bei Annahme einer rentenausschliessenden oder wenigstens rentenreduzierenden 

Restarbeitsfähigkeit vor einem Rentenbescheid zunächst Eingliederungsmassnahmen 

durchzuführen habe. Sofern wider Erwarten davon ausgegangen würde, dass das 

zumutbare Arbeitsprofil gemäss Gutachten auf dem ersten Arbeitsmarkt noch 

verwertbar sei, habe sie ab dem 1. März 2020 jedenfalls Anspruch auf eine 

Viertelsrente, da vom Invalideneinkommen ein Leidensabzug von 15 % vorzunehmen 

sei und somit ein Invaliditätsgrad von rund 40 % resultiere. Angesichts der im 

Gutachten beschriebenen Einschränkungen sei davon auszugehen, dass ohne eine 

erhebliche Lohnreduktion im Vergleich zum statistischen Durchschnittslohn ihre 

Arbeitskraft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nachgefragt würde. 

Überdies könne dem Bericht von Dr. E.___ entnommen werden, dass sich die 

depressive Problematik bereits wieder erheblich verschlechtert habe und nun wieder 

im mittelgradigen Bereich liege. Dass dieser eine weitere Einschränkung von 50 % bei 

optimaler Anpassung angebe, erscheine daher nachvollziehbar. Davon sei auch für die 

Invaliditätsbemessung ab März 2020 auszugehen. Die Einschätzung der Gutachter 

erweise sich bereits als überholt. Soweit man sich auf den ersten Arbeitsmarkt beziehe, 

führe dies zum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (act. G 1).

B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 5. März 2021 beantragt die Beschwerdegegnerin, die 

Beschwerde sei teilweise gutzuheissen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen 

vor, dass sich aus den Akten sowohl in angestammter als auch in angepasster 

Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Juni 2018 ergebe, wobei es im Verlauf 

des Jahres 2019 zu einer sukzessiven Besserung gekommen und ab November 2019 

gemäss Gutachten von 70 % Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit 

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auszugehen sei. Soweit die Beschwerdeführerin eine ganze Rente ab 1. Juni 2019 bis 

29. Februar 2020 beantrage, sei die Beschwerde damit gutzuheissen. Aus dem Bericht 

von Dr. E.___ vom 19. Oktober 2020 seien keinerlei objektive Befunde ersichtlich, 

woraus eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung 

abgeleitet werden könne. Das vorliegende Gutachten entspreche den Anforderungen 

der Rechtsprechung. Des Weiteren sei anzufügen, dass behandelnde Ärzte 

erfahrungsgemäss im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen würden, womit 

weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in angepasster Tätigkeit auszugehen sei. 

Angesichts des aufgeführten Belastbarkeitsprofils sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

der Beschwerdeführerin Tätigkeiten wie etwa leichtere Maschinenbedienungs-, 

Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten nicht zumutbar sein sollten. Es treffe nicht zu, dass 

es für sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstellen mehr gebe. Die 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei somit zu bejahen. In Bezug auf den Abzug 

vom Tabellenlohn würden die Einschränkungen im Zumutbarkeitsprofil der 

Beschwerdeführerin bereits bei der qualitativen Arbeitsfähigkeitseinschätzung der 

Gutachtenden berücksichtigt. Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

vermehrte Pausenbedarf stelle bereits den Grund für die Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit auf 70 % dar und sei daher nicht zusätzlich durch einen Abzug zu 

berücksichtigen. Betreffend den Antrag um berufliche Massnahmen sei festzuhalten, 

dass dieser nicht Gegenstand des Verfahrens gebildet habe. Sollte die 

Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen wünschen, wäre dies mit einem 

entsprechenden Gesuch direkt bei der IV-Stelle zu beantragen (act. G 4).

B.c. Mit Replik vom 21. April 2021 verweist die Beschwerdeführerin ergänzend auf eine 

Studie des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS), welche statistisch 

nachweise, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen zwischen 10 und 15 % 

Prozent weniger verdienen würden als gesunde Personen in der gleichen Tätigkeit. 

Demzufolge rechtfertige es sich umso mehr, den bereits geltend gemachten Abzug 

vom Tabellenlohn um fünfzehn Prozent zu berücksichtigen (act. G 6).

B.d. Mit Schreiben vom 14. Mai 2021 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik (act. G 8).

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Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.

Ansprüche auf berufliche Massnahmen oder andere Eingliederungsmassnahmen bilden 

nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 24. November 2020. Darin wurde 

einzig über das Rentengesuch entschieden (IV-act. 113). Mangels Zusprache einer 

Rente bildete die Frage betreffend berufliche Massnahmen oder andere 

Eingliederungsmassnahmen auch nicht im Rahmen des Grundsatzes "Eingliederung 

vor Rente" (Art. 28 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[IVG; SR 831.20]) notwendigerweise Gegenstand der Rentenverfügung. Auf den 

(Subsubeventual-) Antrag Ziff. 5 der Beschwerde betreffend 

Eingliederungsmassnahmen (act. G 1, S. 2) ist daher nicht einzutreten (siehe etwa den 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 29. November 2019, IV 2017/417, E. 1, 

abrufbar unter www.sg.ch Recht/Gerichte Gerichtsurteile/Rechtsprechung 

Versicherungsgericht), worauf die Beschwerdegegnerin zutreffend hinweist. Sofern die 

Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen wünscht, ist es ihr unbenommen, ein 

entsprechendes Gesuch bei der Beschwerdegegnerin einzureichen (siehe auch act. G 

4, III. Ziff. 6).

2.  

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des IVG und der dazugehörigen 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In 

zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 

Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben. Da vorliegend 

ein vor dem 1. Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im Streit liegt, finden die 

neuen Bestimmungen auf das hier zu beurteilende Rentengesuch keine Anwendung 

(siehe auch Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz 9100 f.). Im 

vorliegenden Fall sind demnach die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

materiellen Bestimmungen massgebend. Sie werden deshalb in dieser Fassung zitiert.

2.1. 

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Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) invalid sind (lit. c).

2.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.3. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 351 E. 3a).

2.5. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 

ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Dieser legt fest, dass für die Bestimmung des 

2.6. 

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3.  

Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b und BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

2.7. 

Die Beschwerdegegnerin stellt für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf das 

Gutachten der Medexperts AG ab. Dabei wurde der Beschwerdeführerin für eine 

leidensangepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert. Grundsätzlich 

unbestritten ist, dass das Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung 

entspricht. Auch gegen die gutachterlich geschätzte Höhe der Arbeitsfähigkeit bringt 

die Beschwerdeführerin nichts Konkretes vor. Sie macht einzig geltend, dass sich ihr 

Gesundheitszustand nach Erlass des Vorbescheids vom 24. August 2020 bzw. im 

Oktober 2020 wieder verschlechtert haben soll. Dazu verweist sie auf ein Schreiben 

des behandelnden Psychiaters Dr. E.___ vom 19. Oktober 2020, welches sie im 

Rahmen des Einwandverfahrens beibrachte. Dieser führte darin aus, dass er 

grundsätzlich einverstanden sei mit dem Gutachten, soweit er dies als Psychiater 

beurteilen könne. Er könne nur den Schluss, den die Beschwerdegegnerin daraus 

gezogen habe, nicht verstehen. Allein schon aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Hinzu kämen noch der onkologische Befund eines 

chronischen Fatiguesyndroms, die körperlichen Beschwerden und die sozialen 

Belastungen. Es sei eine Einzelfallbeurteilung vorzunehmen und dabei komme man auf 

mindestens eine 50 %ige Rentenbedürftigkeit der Beschwerdeführerin. Die ganzen 

Beeinträchtigungen müssten addiert werden. Zudem habe sich die Depression wieder 

deutlich verschlechtert. Die Beschwerdeführerin mache sich grosse Sorgen um die 

Zukunft der Kinder. Sie schweife in typisch depressive Gedankengänge ab und frage 

sich, wie sie ihr Leben finanzieren solle, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht 

so viel arbeiten könne (IV-act. 109).

3.1. 

Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

3.2. 

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Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; Urteile des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3 und vom 15. Juli 2020, 

8C_335/2020, E. 4.1). Ebenfalls ist bei der Würdigung der medizinischen Aktenlage der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen. Dies gilt für Hausärzte und Hausärztinnen wie auch für 

spezialärztliche behandelnde Medizinalpersonen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 

2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der 

therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzten und Ärztinnen einerseits und Begutachtungsauftrag 

der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits lässt es 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte und Ärztinnen 

zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Anders verhält es sich nur, wenn 

objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu 

führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2 

und vom 15. Oktober 2020, 8C_370/2020., E. 7.2). Ferner kann eine psychiatrische 

Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet einer 

psychiatrischen Fachperson – sei sie nun in therapeutischer oder in begutachtender 

Funktion – daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen 

verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 

respektieren sind, sofern die Beurteilung des Experten oder der Expertin die 

Beweisanforderungen erfüllt (BGE 145 V 361 E. 4.1.2).

Dem Schreiben von Dr. E.___ kann weder ein Befund noch eine Diagnose oder 

eine Schätzung der Arbeitsfähigkeit entnommen werden. Vielmehr lässt der Behandler 

sowohl das subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin als auch ihre sozialen 

Belastungen in seine Beurteilung einfliessen, wie es auch zu seiner Aufgabe als 

Behandler gehört. Grundsätzlich bemängelt er das Gutachten aber nicht, sondern 

kritisiert lediglich die seines Erachtens nicht korrekte rentenabweisende Entscheidung 

der Beschwerdegegnerin. Vielmehr erachtet er eine 50 %ige Berentung der 

Beschwerdeführerin als angemessen. In Bezug auf den Gesundheitsschaden der 

Beschwerdeführerin ergeben sich somit aber keine wesentlichen Aspekte wie eine 

neue Diagnose oder objektivierbare Befunde hinsichtlich einer allfälligen 

Verschlechterung, welche von den Gutachtenden nicht berücksichtigt worden wären. 

Des Weiteren können die Arbeitsfähigkeiten aus den einzelnen gutachterlichen 

3.3. 

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4.  

Teildisziplinen entgegen der Ansicht des Behandlers nicht addiert werden. In die 

interdisziplinäre Schätzung der Arbeitsfähigkeit sind alle Teildisziplinen eingeflossen. In 

Bezug auf die Arbeitsfähigkeit besteht aus orthopädischer (IV-act. 96-55), 

onkologischer (IV-act. 96-30) und psychiatrischer Sicht (IV-act. 96-42) ein vermehrter 

Pausenbedarf. Mit einer den Adaptionskriterien angepassten Arbeit und den zusätzlich 

berücksichtigten Pausen kann sämtlichen gutachterlichen Anforderungen Rechnung 

getragen werden. Entsprechend der interdisziplinären Einschätzung wirken sich die 

Teileinschränkungen auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit folglich nicht additiv aus 

(vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2021, 8C_632/2021, E. 

5.5). Dementsprechend ist das Gutachten beweiskräftig und es kann darauf abgestellt 

werden.

Festzulegen bleibt der Beginn des Wartejahrs im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

und der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit. Während die Beschwerdeführerin den Beginn 

des Wartejahrs mit der Diagnosestellung des Karzinoms im Mai 2018 gleichsetzt (act. 

G 1, E. II.3), stellt die Beschwerdegegnerin auf den Behandlungsbeginn des Karzinoms 

im Juni 2018 ab (act. G 4, E. III.2).

4.1. 

Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn eine durch den Gesundheitsschaden bedingte 

Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder im bisherigen 

anerkannten Aufgabenbereich besteht (Art. 6 ATSG). Diese ist auf der Basis 

medizinischer Stellungnahmen zu beurteilen aus welchen hervorgehen sollte, ab wann 

und inwieweit die versicherte Person in ihrer Arbeitsfähigkeit (definiert als funktionelles 

Leistungsvermögen) eingeschränkt war (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.3). Für die Eröffnung 

der Wartezeit ist vorausgesetzt, dass die Einschränkung dauernd und erheblich ist, 

wobei die Erheblichkeitsschwelle bereits bei 20 % Arbeitsunfähigkeit erreicht wird 

(Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2019, 8C_718/2018, E. 2.2 mit Verweis auf 

AHI 2/1998 S. 124, E. 3c). Ab Juni 2018 anerkennt die Beschwerdegegnerin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 %, weshalb lediglich strittig ist, ob bereits im Mai 2018 eine 

die Erheblichkeitsschwelle von 20 % übersteigende Arbeitsunfähigkeit vorlag.

4.2. 

Aus den Akten ergibt sich, dass das Karzinom im Mai 2018 diagnostiziert wurde. 

Am 31. Mai 2018 wurde eine Core needle Biopsie durchgeführt (IV-act. 19). Ein MRI 

wurde am 7. Juni 2018 vorgenommen und am 13. Juni 2018 folgte ein CT des Thorax 

sowie des Abdomens. Am 20. Juni 2018 wurden eine onkoplastische Segmentsektion 

Mamma rechts, Schnellschnitt, Sentinellymphonodektomie rechts, Schnellschnitt, 

Axilladissektion Level I-II und Angleichung Mamma links durchgeführt (IV-act. 36-11). 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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Damit ist erstellt, dass das Karzinom im Mai 2018 diagnostiziert wurde, während 

weitere Abklärungen sowie die Operation im Juni 2018 erfolgten. Dass bereits vor der 

Biopsie eine medizinische Behandlung erfolgte, lässt sich hingegen aus den Akten 

nicht herleiten. Für die Annahme, dass das Karzinom unabhängig von der Behandlung 

zu einer relevanten funktionellen Leistungseinschränkung im Aufgabenbereich führte, 

fehlen Belege; die Beschwerdeführerin selbst gab im Gegenteil auf der Anmeldung an, 

die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit "ED 06/18" (IV-act. 8-6). Es ist 

demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin ab Juni 2018 arbeitsunfähig im Sinne von Art. 6 ATSG war. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beginn des Wartejahrs deshalb zu Recht auf den 1. Juni 

2018 festgelegt, womit unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG frühestens 

ab dem 1. Juni 2019 Anspruch auf eine Rente besteht.

Gemäss dem Gutachten und der übereinstimmenden Ansicht sowohl der 

Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdegegnerin bestand spätestens zum 

Zeitpunkt der stationären psychiatrischen Behandlung ab Ende Oktober 2018 auch in 

angepasster Tätigkeit eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Austrittsbericht der 

Psychiatrie B.___ vom 10. Dezember 2018, Aufenthalt vom 24. Oktober bis 4. 

Dezember 2018, IV-act. 22-3; Gutachten, IV-act. 96-9 und 96-42). Diese 

Arbeitsunfähigkeit wurde von Dr. C.___ im Arztbericht vom 27. März 2018 wie auch 

vom RAD in seiner Stellungnahme vom 2. April 2019 bestätigt (IV-act. 39 und 48). 

Ebenfalls unbestritten ist, dass sich die depressive Symptomatik und damit 

einhergehend die Arbeitsfähigkeit ab November 2019 verbesserte (siehe auch 

Gutachten, IV-act. 96-9 und 96-42 und Arztbericht von Dr. C.___ vom 11. November 

2019: rezidivierende depressive Störung gegenwärtig remittiert, woraus sich keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr ableiten lässt, IV-act. 76). Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistung von dem 

Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ist deshalb erst drei Monate nach dem November 2019, mithin ab 

1. März 2020, zu berücksichtigen. Somit ist bei der Beschwerdeführerin für den 

Zeitraum vom 1. Juni 2019 bis zum 29. Februar 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 % zu berücksichtigen. Danach ist – wie bereits in E. 3.2 ausgeführt – von der 

gutachterlich festgesetzten Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit 

auszugehen.

4.4. 

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5.

Umstritten ist des Weiteren, ob die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit 

überhaupt auf dem ersten Arbeitsmarkt verwerten kann.

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare 

Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die 

verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare 

Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Hinweisen). Fehlt 

es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis). Das Bundesgericht bezeichnet die Hürden für die 

Annahme der Unverwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit als hoch (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 11. September 2020, 9C_766/2019, E. 4.1, 4.4). Massgebend 

für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der Zeitpunkt des 

Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)erwerbstätigkeit. Dieser ist 

gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige 

Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 f.).

5.1. 

Das zumutbare Arbeitsprofil der Beschwerdeführerin wird im Gutachten der 

Medexperts AG folgendermassen beschrieben: eine Tätigkeit mit flexibler 

Pausengestaltung, einfachen repetitiven Aufgaben, ohne häufige Ortswechsel, in der 

die Beschwerdeführerin auf weniger Kontakt mit anderen Personen angewiesen ist, 

jedoch auch in entsprechendem Masse supervidiert wird und einen festen 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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6.

Zu prüfen bleibt die Berechnung des IV-Grades.

Ansprechpartner hinsichtlich aufkommender Fragen, Entscheidungen oder Probleme 

hat. Folgende Tätigkeiten sollten zusätzlich vermieden werden: Heben/Tragen von 

Gewichten über 10 kg. (Heben/Tragen sollte grundsätzlich nur fallweise gefordert sein 

mit anschliessender ausreichender Ruhezeit), Arbeitszwangshaltungen mit vermehrter 

Belastung der Hals- und Lendenwirbelsäule (z.B. repetitive Rotationsbewegungen des 

Kopfes [>40°] bei fixiertem Oberkörper oder fixierter Blickrichtung in deutlicher 

Abweichung zur Körperachse; repetitive Rotationsbewegungen >30° des Oberkörpers 

bei fixiertem Stand der Beine oder vorgebeugte Arbeitszwangshaltungen ohne die 

Möglichkeit sich abzustützen), Arbeiten, welche mit Bücken unter Tischkantenniveau 

verbunden sind und Überkopfarbeiten. Empfohlen werden leichte wechselbelastende 

Arbeiten mit der Möglichkeit zu vermehrten Ruhepausen (IV-act. 96-9).

Die Beschwerdeführerin absolvierte eine Lehre zur Konfektionsschneiderin. Im 

Anschluss war sie bis März 1997 in einem 100 %-Pensum im Verkauf tätig (IV-act. 8-5 

f.). Seither war sie Hausfrau und ging keiner Erwerbstätigkeit nach (IV-act. 8-6). Auf 

dem Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit vom 3. Oktober 

2019 gab die Beschwerdeführerin an, dass sie sämtliche im Haushalt anfallenden 

Arbeiten selbständig erledigen könne. Vor diesem Hintergrund ist – wie von der 

Beschwerdegegnerin ausgeführt – nicht einzusehen, dass der Beschwerdeführerin 

aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen keine leichten Maschinenbedienungs-, 

Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten zumutbar sein sollen. Die genannten Tätigkeiten 

tragen zusätzlich zu den körperlichen auch den psychischen Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin Rechnung. Sie sind einfache repetitive Arbeiten, bedingen keine 

häufigen Ortswechsel und wenig Kontakt mit anderen Personen. Einzig die alle zwei 

Stunden notwendigen Pausen könnten sich einschränkend auswirken, sofern die 

Beschwerdeführerin automatisierte Abläufe ausführen müsste, die nicht pausiert 

werden könnten. Dennoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass auf dem 

hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine geeigneten Stellen im Bereich 

Produktion oder Lagerbewirtschaftung existieren. Die Restarbeitsfähigkeit von 70 % ist 

daher verwertbar.

5.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde als Vollerwerbstätige eingestuft, was von den 

Parteien auch nicht mehr bestritten wird (vgl. Vorbescheid und Einwand, IV-act. 101 

und 111). Ebenfalls unstreitig ist die Höhe des Valideneinkommens, bei welchem sich 

die Beschwerdegegnerin aufgrund der langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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unter Berücksichtigung der damals erzielten Einkommen (vgl. IK-Auszug, IV-act. 13) zu 

Recht auf den Tabellenlohn (Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] des 

Bundesamtes für Statistik, Kompetenzniveau 1, Frauen) stützt. Mangels Arbeitstätigkeit 

der Beschwerdeführerin ist beim Invalideneinkommen ebenfalls der Tabellenlohn 

massgebend, womit ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden kann 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1). Die 

Beschwerdeführerin verlangt allerdings die Vornahme eines Leidensabzugs vom 

Invalideneinkommen von 15 %. Zugleich verweist sie auf ein Rechtsgutachten von 

Thomas Gächter, Philipp Egli, Michael E. Meier und Martina Filippo (Fakten oder 

Fiktion? Die Frage des fairen Zugangs zu Invalidenleistungen, abrufbar unter 

www.wesym.ch) und führt aus, es könne nicht auf den Tabellenlohn abgestellt werden, 

da statistisch gesehen gesundheitlich beeinträchtigte Personen zwischen 10 bis 15 % 

weniger verdienen würden als gesunde Personen in der gleichen Tätigkeit. Deshalb 

rechtfertige sich ein Abzug vom Tabellenlohn umso mehr.

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Verwendung der LSE im 

Rahmen der Invaliditätsbemessung rechtens (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; bestätigt unter 

Berücksichtigung des vorgenannten Gutachtens in Urteil des Bundesgerichts vom 

9. März 2022, 8C_256/2021, E. 9.2, zur Publikation vorgesehen). Selbst wenn die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihres medizinischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle 

Tätigkeiten innerhalb eines Kompetenzniveaus ausüben kann und die Möglichkeit 

besteht, dass sie den Zentralwert nicht erreicht, führt dies nicht zu einem grundsätzlich 

vorzunehmenden Tabellenlohnabzug. Die Anwendung statistischer Werte erfolgt stets 

abstrakt und unter Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2018, 9C_266/2017, E. 3.4.3 mit Hinweisen). 

Immerhin steht als Korrekturinstrument bei der Verwendung der Tabellenlöhne ein 

Abzug von ebendiesem zur Verfügung.

6.2. 

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Praxisgemäss ist nicht für jedes zur Anwendung 

gelangende Merkmal ein separater Abzug zu quantifizieren. Stattdessen sind die 

potenziell lohnrelevanten Merkmale im Einzelnen konkret zu würdigen und danach 

gesamthaft zu schätzen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2021, 

8C_115/2021, E. 4.3). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 

6.3. 

http://www.wesym.ch

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herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - 

auch von invaliditätsfremden Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich 

leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 

und Beschäftigungsgrad; BGE 126 V 75 E. 5a). Die Rechtsprechung gewährt 

insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte 

Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Sind hingegen leichte bis 

mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter 

Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn 

Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2 mit 

Hinweis). Bestehen über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum hinaus 

zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement pro 

Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen 

Pausen oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne 

weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen 

betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten 

Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1). Fraglich ist, ob nebst 

der verminderten Leistungsfähigkeit und der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin 

nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar sind, weitere Faktoren vorliegen, die 

zu einem lohnrelevanten Nachteil führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Oktober 

2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2, wo diese verneint wurden).

Zwar weist die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin, dass der Tabellenlohn 

Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst. Indes sind im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für einen Abzug insofern 

erfüllt, als die Beschwerdeführerin einerseits nur noch leichte Tätigkeiten ausführen 

kann und zusätzlich selbst bei diesen insbesondere durch die Vorgabe, 

Arbeitszwangshaltungen mit vermehrter Belastung der Hals- und Lendenwirbelsäule 

(repetitive Rotationsbewegungen des Kopfs, genauer IV-act. 96-9) zu vermeiden, 

eingeschränkt und ihr erwerbliches Leistungsvermögen entsprechend beschränkt ist 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. März 2018, 9C_830/2017, E. 5, und vom 6. 

Juli 2018, 9C_302/2017, E. 3.1). Die psychischen Einschränkungen wie der vermehrte 

Pausenbedarf begründen – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt – bereits 

die Reduktion der Leistungsfähigkeit an sich und können damit nicht nochmals für 

einen Tabellenlohnabzug berücksichtigt werden. Allerdings könnte sich das im 

onkologischen Teilgutachten umschriebene Adaptionskriterium der Möglichkeit, alle 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.  

zwei Stunden Pausen einzulegen, bei automatisierten Abläufen einschränkend 

auswirken (vgl. vorstehend E. 5.5). Bei Gesamtbetrachtung ist davon auszugehen, dass 

sich die Beschwerdeführerin angesichts der genannten Einschränkungen mit einem 

gegenüber voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmerinnen 

geringeren Lohn zu begnügen haben wird. Dies rechtfertigt aber höchstens einen 

Abzug von 10 %, was auch dem von der Beschwerdeführerin angeführten 

Rechtsgutachten sowie den Schlussfolgerungen des in dieselbe Richtung 

argumentierenden Aufsatzes von Gabriela Riemer-Kafka/Urban Schwegler (Der Weg zu 

einem invaliditätskonformeren Tabellenlohn, in: SZS 6/2021, S. 65 ff.) entsprechen 

würde. Hingegen bleibt es selbst bei Berücksichtigung eines Abzugs vom 

Invalideneinkommen von 10 % bei der Abweisung des Rentenbegehrens nach 1. März 

2020.

Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin entsprechend dem Antrag der 

Beschwerdegegnerin im Zeitraum der 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 1. Juni 2019 

bis zur eingetretenen Verbesserung im November 2019 und somit unter 

Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV bis 29. Februar 2020 Anspruch auf eine 

ganze Rente. Ab 1. März 2020 ist unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten 

70%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei Vornahme eines 

Prozentvergleichs kein Rentenanspruch mehr ausgewiesen.

6.5. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 24. November 2020 in 

teilweiser Gutheissung aufzuheben und der Beschwerdeführerin befristet für die Dauer 

vom 1. Juni 2019 bis 29. Februar 2020 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Leistung im Sinn der Erwägungen ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist.

7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Gemessen an den 

gestellten Anträgen hat die Beschwerdeführerin nur in untergeordnetem Ausmass 

obsiegt. Ihr sind daher ermessensweise zwei Drittel der Kosten, d.h. Fr. 400.--, 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr im Umfang von 

Fr. 400.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 200.-- zurückzuerstatten. Den 

Restbetrag von Fr. 200.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen.

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

24. November 2020 aufgehoben und der Beschwerdeführerin befristet für die Dauer 

vom 1. Juni 2019 bis 29. Februar 2020 eine ganze Rente zugesprochen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Leistung im Sinn der Erwägungen wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Betrag 

von Fr. 200.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 400.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin daran angerechnet und 

im Umfang von Fr. 200.-- zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 1'350.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat 

sie einen reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

keine Honorarnote eingereicht. Bei vollständigem Obsiegen wäre im Hinblick auf 

vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung von rund Fr. 4'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Da die Beschwerdeführerin nur 

teilweise obsiegt, erscheint vorliegend entsprechend dem Ausmass des Obsiegens 

eine Parteientschädigung von rund einem Drittel, mithin von Fr. 1‘350.--, gerechtfertigt. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit mit Fr. 1'350.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.3. 

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.04.2022
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Keine Rückweisung zur vorgängigen Prüfung von Eingliederungsmassnahmen bei fehlender Relevanz für Rentenanspruch. Schlüssige gutachterliche Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeit bzw. zumutbarer Tätigkeiten. Bestimmung des Invaliditätsgrad mittels Prozentvergleich und LSE. Rückwirkende Zusprache einer befristeten Rente. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. April 2022, IV 2021/3).

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		2025-07-19T01:52:10+0200
	"9001 St.Gallen"
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