# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbbfe1d6-e447-508f-bbde-9b365dd9fcea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2023 D-6517/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6517-2023_2023-11-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6517/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Genner;  

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

(…), 

3600 Thun,   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 20. November 2023 / N (…). 

 

 

 

D-6517/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 3. November 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fin-

gerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 27. Oktober 2023 in 

Slowenien bereits um Asyl nachgesucht hatte.  

B.  

Die Vorinstanz befragte den Beschwerdeführer am 14. November 2023 in 

einem persönlichen Gespräch zur allfälligen Zuständigkeit Sloweniens zur 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zu einer Über-

stellung dorthin. Der Beschwerdeführer führte aus, er habe zwar in Slowe-

nien kein Asylgesuch stellen wollen, jedoch sei eine Rückkehr dorthin – mit 

Ausnahme des Umstands, dass er in Slowenien von Afghanen mit Messern 

angegriffen worden sei und diese nach wie vor dort seien – unproblema-

tisch. Er wolle aber lieber nach Algerien als nach Slowenien zurückkehren. 

Zum medizinischen Sachverhalt befragt, gab er an, gesund zu sein. 

C.  

Am 14. November 2023 unterzeichnete der Beschwerdeführer eine Ab-

sichtserklärung zur freiwilligen Rückkehr und bestätigte, es bestünden 

keine medizinischen Probleme, die gegen eine Flugreise in den Heimat-

staat sprechen würden.   

D.  

Am 16. November 2023 ersuchte das SEM die slowenischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Die slowenischen Behörden hiessen das Ersuchen am 20. November 2023 

gut. 

E.  

Mit am 22. November 2023 eröffneter Verfügung vom 20. November 2023 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Weg-

weisung aus der Schweiz nach Slowenien an und forderte ihn auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

D-6517/2023 

Seite 3 

wobei der zuständige Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt 

wurde. Gleichzeitig stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

F.  

Mit Eingabe vom 27. November 2023 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der  

vorinstanzlichen Verfügung vom 20. November 2023. Die Vorinstanz sei 

anzuweisen, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutreten und 

ein nationales Asylverfahren durchzuführen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht wurde um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 

und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses ersucht.  

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

27. November 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 und 4 

AsylG).  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-

deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG) und die Beschwerde wurde frist– und formgerecht 

eingereicht. Auf die Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 3 

AsylG; Art. 37 VGG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG), auch wenn darauf hinzuweisen ist, dass sie im Widerspruch zur 

vom Beschwerdeführer unterzeichneten Absichtserklärung zur freiwilligen 

Rückkehr (A12/1) steht. 

1.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wie der vorliegenden wird 

in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters 

beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (vgl. Art. 111 Bst. e 

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Seite 4 

AsylG). Der Beschwerdeentscheid ist nur summarisch zu begründen 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG) und auf einen Schriftenwechsel wurde in Anwen-

dung von Art. 111a Abs. 1 AsylG verzichtet.  

3.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet 

grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III, 

Art. 8–15 Dublin-III-VO, statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2019 VI/7 E. 4-6; 

2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

4.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

D-6517/2023 

Seite 5 

4.4 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO). 

4.5 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte 

Selbsteintrittsrecht wird durch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert; gemäss dieser Be-

stimmung kann das SEM das Asylgesuch aus humanitären Gründen auch 

dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zu-

ständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche Überstellungshinder-

nisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

5.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der  

"Eurodac"-Datenbank ergab, dass er am 27. Oktober 2023 in Slowenien 

ein Asylgesuch eingereicht hatte. Das SEM ersuchte deshalb gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO die slowenischen Behörden am 16. No-

vember 2023 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers. Die sloweni-

schen Behörden stimmten dem Gesuch um Übernahme am 20. November 

2023 zu. Die staatsvertragliche Zuständigkeit Sloweniens für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist gegeben (Art. 18 Abs. 1 

Bst. a Dublin-III-VO). 

6.  

Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-

gungen für Asylsuchende in Slowenien würden systemische Schwachstel-

len aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich 

bringen würden. 

6.1 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist Slowenien Signatar-

staat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

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Seite 6 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des 

Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt 

seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Es darf 

davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze die 

Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen 

Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa-

men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 

zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati-

onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben. 

6.2 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts liegen aktuell keine 

Gründe für die Annahme vor, das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-

gungen für Antragstellende in Slowenien würden systemische Schwach-

stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen 

und solche werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht 

(vgl. u.a. Urteil des BVGer F-5385/2023 vom 10. Oktober 2023 E. 4, 

m.w.H.).   

6.3 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt.  

7.  

7.1 Hinsichtlich der Prüfung von völkerrechtlichen Überstellungshindernis-

sen ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwerdeführer kein konkretes 

und ernsthaftes Risiko dargetan hat, die slowenischen Behörden würden 

sich weigern, ihn wieder aufzunehmen und seinem Antrag auf internatio-

nalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prü-

fen. Er hat alsdann am 14. November 2023 eine Absichtserklärung zur frei-

willigen Rückkehr unterzeichnet (A12/1) und sofern angesichts dessen 

überhaupt noch relevant, sind weder den Akten noch der Beschwerde 

Gründe für die Annahme zu entnehmen, Slowenien werde den Grundsatz 

des Non-Refoulements missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Es ist nicht 

davon auszugehen, die ihn bei einer Rückführung erwartenden Bedingun-

gen in Slowenien wären derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von 

Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen 

könnten. 

D-6517/2023 

Seite 7 

7.2 Alsdann ist mangels konkreter Hinweise (Akten; Beschwerdevorbrin-

gen) auch nicht davon auszugehen, Slowenien würde dem Beschwerde-

führer dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minima-

len Lebensbedingungen vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehen-

den Einschränkung könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die sloweni-

schen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen 

auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Insoweit er 

bei der Vorinstanz geltend machte, in Slowenien von Afghanen mit Mes-

sern angegriffen worden zu sein, so hat diese zutreffend festgehalten, dass 

es sich bei Slowenien um einen schutzwilligen und schutzfähigen Rechts-

staat handelt. Bei allfälligen (oder weiteren) Übergriffen von Privatpersonen 

kann sich der Beschwerdeführer an die zuständigen staatlichen Stellen 

wenden. Damit vermag der geltend gemachte – und auch nicht näher be-

gründete – Einwand einer (allfällig anderen) in Slowenien "erlebten 

Lebensbedrohung" zu keiner anderen Einschätzung zu führen.  

7.3  

7.3.1 Was das Beschwerdevorbringen «gesundheitlicher Zustand» anbe-

langt, so kann eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesund-

heitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen 

Art. 3 EMRK darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die be-

troffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheits-

stadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit 

dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstüt-

zung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die dama-

lige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). 

Eine weitere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die 

durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behand-

lung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer erns-

ten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesund-

heitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer 

erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

 

Eine solche Situation ist vorliegend nicht gegeben. Der Beschwerdeführer 

hat bisher angegeben, gesund und reisefähig zu sein (A11/3, S. 2; A12/1). 

Ein blosser Hinweis in der Beschwerde auf seinen Gesundheitszustand 

vermag weder der Einschätzung der Vorinstanz etwas entgegenzuhalten 

noch eine Veränderung beziehungsweise eine massgebliche Verschlech-

terung der gesundheitlichen Situation zu begründen. Zudem wurden auf 

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Seite 8 

Beschwerdeebene auch keinerlei medizinische Dokumente zur Stützung 

des (neuen) Einwandes eingereicht. 

 

7.3.2 Im Übrigen ist allgemein bekannt, dass Slowenien über eine zugäng-

liche und ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. Art. 19 

Abs. 1 und 2 Aufnahmerichtlinie; Urteil des BVGer F-5385/2023 vom 

10. Oktober 2023 E. 5.2, m.w.H.). Von den schweizerischen Vollzugsbe-

hörden wird – falls nötig – den spezifischen medizinischen Umständen der 

Betroffenen Rechnung getragen (konkrete Überstellungsmodalitäten) und 

die slowenischen Behörden sind vorgängig in geeigneter Weise über sol-

che zu informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

 

7.4 Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dartun, dass seine Überstellung nach Slowenien die Ver-

letzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. 

8.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine völkerrechtlichen Überstel-

lungshindernisse bestehen und daher kein Grund vorliegt, der die Schweiz 

zum Selbsteintritt verpflichten würde (Art. 17 Dublin-III-VO). Im Weiteren 

ist im Zusammenhang mit der Anwendung der Souveränitätsklausel aus 

humanitären Gründen nach Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 festzuhalten, dass vor-

liegend keine rechtlichen Fehler bei der Ermessensbetätigung durch die 

Vorinstanz ersichtlich sind.  

9.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten, 

soweit dieses nicht als durch Rückzug gegenstandslos geworden zu er-

achten ist. Slowenien ist auf jeden Fall zur Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers staatsvertraglich verpflichtet. Da der Beschwerdeführer 

nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 

ist, wurde die Überstellung nach Slowenien in Anwendung von Art. 44 

AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 

10.  

Die angefochtene Verfügung verletzt demnach Bundesrecht nicht und ist 

auch sonst nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen und die 

Verfügung der Vorinstanz zu bestätigen. 

 

D-6517/2023 

Seite 9 

11.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-

halb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos 

erweisen. 

 

12.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da das Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen ist. Die Verfahrenskosten sind dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-6517/2023 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: