# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59709dfc-a78d-5b0c-8f95-290265366bfe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 08.11.2021 IV 2020/114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-114_2021-11-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/114

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.03.2022

Entscheiddatum: 08.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2021
Art. 28 IVG; Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bestätigt. Trotz körperlicher 
Einschränkungen ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 45% zu 
bejahen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
8. November 2021, IV 2020/114). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_21/2022.

Entscheid vom 8. November 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Christiane Gallati 

Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Geschäftsnr.

IV 2020/114

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey, Vetsch Rechtsanwälte 

AG, Pilatusstrasse 26, 6003 Luzern,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ hatte im Kindesalter wegen verschiedener Geburtsgebrechen (u.a. 

angeborene Epilepsie und Strabismus) medizinische Massnahmen von der 

Invalidenversicherung bezogen. Am 24. Februar 2016 wurde er im Rahmen der 

Früherfassung durch seine Arbeitgeberin, die B.___ AG, der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen gemeldet (IV-act. 136f.). Dr. med. C.___, Chiropraktor SCG/ECU, hatte dem 

Produktionsmitarbeiter ab 1. Februar 2016 auf Grund von Bandscheibenvorfällen in 

den Fächern BWK 10/11 und BWK 11/12 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

(IV-act. 138-4, 144). Nach erfolgter Operation nahm der Versicherte seine Arbeit am 

8. Mai 2016 wieder auf, so dass eine IV-Anmeldung vorerst unterblieb (IV-act. 149). Am 

20. August 2018 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle schliesslich wegen 

Gelenkproblemen zum Leistungsbezug an (IV-act. 151). PD Dr. med. D.___, Chefärztin 

Wirbelsäulenzentrum der Klinik E.___, hielt als Diagnosen im Bericht vom 24. Oktober 

2018 ein ausgeprägtes DISH-Syndrom (diffuse idiopathische skelettale Hyperostose) 

der ganzen Wirbelsäule mit quasi allsegmentären Osteochondrosen, zum Teil 

Spontanfusionen und mehretagigen Spinalkanaleinengungen, einen Status nach 

Sequestrektomie TH10/11 bei Bandscheibenvorfall rechts, wohl einen Status nach 

Schulterinfiltration beidseits, einen Status nach Meniskektomie des linken Knies und 

einen Meniskusschaden rechts sowie einen Status wohl nach mehrfacher Gastritis fest. 

Sie befand den Versicherten in seinen angestammten Berufen als sicher nicht mehr 

arbeitsfähig und in leicht belastenden Tätigkeiten wahrscheinlich als nicht vermittelbar 

(IV-act. 161). Auch seine Hausärztin Dr. med. F.___ attestierte dem Versicherten im 

Arztbericht vom 2. November 2018, dass keine Tätigkeit mehr zumutbar sei (IV-act. 

162-7).

A.a. 

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Mit Bericht vom 11. Dezember 2018 bestätigte Prof. Dr. med. G.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, 

die Diagnosen von Dr. F.___. Er empfahl die Vornahme einer ambulanten 

Physiotherapie (IV-act. 169).

A.b. 

Am 3. Januar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sein 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, da er sich nicht in 

der Lage sehe, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 172-1).

A.c. 

Mit Bericht vom 2. Mai 2019 informierte die Hausärztin die IV-Stelle, dass der 

Versicherte von der einmalig durchgeführten Physiotherapie wenig profitiert habe, 

weshalb die physiotherapeutischen Massnahmen nicht mehr weitergeführt worden 

seien (IV-act. 177).

A.d. 

Im August und September 2019 wurde der Versicherte durch Gutachter der 

MEDAS Bern psychiatrisch, orthopädisch und allgemein-internistisch untersucht und 

abgeklärt. Im Gutachten vom 5. November 2019 diagnostizierten sie mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit, insbesondere mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit als 

Produktionsmitarbeiter, eine DISH, welche die ganze Wirbelsäule betreffe. Daraus 

ergab sich für die Fachärzte insgesamt in der bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit 

mehr. In einer angepassten, rein gehenden Tätigkeit im Rahmen des 

Zumutbarkeitsprofils attestierten sie rein medizinisch-theoretisch eine 45%-ige 

Arbeitsfähigkeit ab 22. Juni 2018 (IV-act. 190-4f.). RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt 

Chirurgie FMH, befand das Gutachten mit Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 als 

nachvollziehbar, weshalb darauf abgestützt werden könne (IV-act. 191).

A.e. 

Mit Vorbescheid vom 17. Dezember 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 1. Juni 2019 in Aussicht, unter Berücksichtigung 

eines Leidensabzugs und eines Teilzeitabzugs von je 10% (IV-act. 195). Dagegen liess 

dieser durch Rechtsanwältin Dr. iur. S. Baumann Wey, Luzern, am 30. Januar 2020 

Einwand erheben und die Ausrichtung einer ganzen Rente beantragen. Zur 

Begründung machte die Rechtsvertreterin vorwiegend geltend, dass auf Grund von 

Kniebeschwerden eventuell neue Abklärungen nötig seien (IV-act. 206). RAD-Arzt 

Dr. H.___ empfahl in der Folge die Vornahme weiterer Abklärungen (Stellungnahme 

A.f. 

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B.  

vom 18. Februar 2020, IV-act. 207). Nach Eingang der entsprechenden Unterlagen hielt 

Dr. H.___ am 19. März 2020 fest, dass unter Abstützung auf das weiterhin 

beweiskräftige Gutachten ein stabiler Gesundheitszustand vorliege (IV-act. 216).

Mit Verfügungen vom 5. und 12. Mai 2020 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid 

fest und sprach dem Versicherten ab 1. Juni 2019 gestützt auf einen IV-Grad von 66% 

eine Dreiviertelsrente zu. Gemäss dem Antrag des Versicherten wurde dabei ein 

maximal möglicher Leidensabzug von 25% gewährt (IV-act. 225, 228, 230).

A.g. 

Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegende Beschwerde von 

Rechtsanwältin Dr. iur. S. Baumann Wey im Namen des Versicherten vom 2. Juni 2020. 

Der Beschwerdeführer lässt darin deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen 

Rente ab 1. Juni 2019 sowie eine Erhöhung des massgeblichen durchschnittlichen 

Jahreseinkommens auf Fr. 37'343.-- (mit folglich einem Tabellenwert von Fr. 38'394.--) 

und eine entsprechende Anpassung des Betrags der monatlichen Rente anhand von 

Skala 44 beantragen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung bringt 

die Anwältin im Wesentlichen vor, dass dem Beschwerdeführer lediglich noch gehende 

Arbeiten bei weiteren Einschränkungen zeitlicher und körperlicher Art zumutbar seien. 

Mit Spazieren lasse sich aber kein Einkommen erzielen und mit zeitlich sowie 

leistungsmässig massiv eingeschränktem und an vielen Tagen auch immer wieder 

gänzlich unmöglichem Spazieren schon gar nicht. Daher sei die Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit augenscheinlich. Des Weiteren habe der Versicherte im Jahr 2018 

nicht während zwölf Monaten Lohn von der B.___ AG bezogen, sondern lediglich von 

Januar bis August 2018, und das ausbezahlte AHV-pflichtige Einkommen im Jahr 2018 

habe nicht Fr. 39'831.--, sondern Fr. 45'144.-- betragen. Dies ergebe sich aus dem 

Lohnkonto der Arbeitgeberin, weshalb bei der Ausgleichskasse ein Gesuch um 

Berichtigung der Einträge im individuellen Konto (IK) gestellt worden sei (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. September 2020 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gestützt auf die Stellungnahme 

aus dem Bereich der beruflichen Integration vom 21. Juli 2020 seien dem 

Beschwerdeführer trotz seiner körperlichen Einschränkungen sehr wohl Tätigkeiten auf 

dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar. Zudem habe auch die Nachfrage an die 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht auf den bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen 

(BGE 143 V 411 E. 21; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020, 8C_505/2020, 

E. 5.1 mit Hinweisen). Später eingetretene Tatsachen, die zu einer Änderung des 

Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen, 

sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen (BGE 121 V 366 

E. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, im 

hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in 

engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt 

des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. 

Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). Nachdem die mit Eingabe vom 9. März 2021 

eingereichten Befundberichte betreffend die Wirbelsäule des Beschwerdeführers (act. 

G 10.1, 10.2) lediglich eine teilweise und zudem geringfügige Progredienz zeigen, sind 

sie für die Feststellung des vorliegend zu beurteilenden Sachverhalts bis zum Zeitpunkt 

der angefochtenen Verfügungen nicht relevant und daher auch nicht zu 

berücksichtigen.

Ausgleichskasse ergeben, dass nach Überprüfung daran festgehalten werde, dass die 

verbuchten Lohnbestandteile auf dem individuellen Konto des Beschwerdeführers 

richtig verbucht worden seien. Somit sei die Rentenberechnung korrekt (act. G 4).

In der Replik vom 17. September 2020 (act. G 6) hält der Beschwerdeführer an 

seinem Antrag auf eine ganze IV-Rente fest. Demgegenüber wird derjenige auf 

Erhöhung des durchschnittlichen Jahreseinkommens fallen gelassen (act. G 6).

B.c. 

Mit Eingabe vom 9. März 2021 informiert die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers das Gericht über die neuesten medizinischen Befundberichte. Da 

die Beschwerden und Bewegungseinschränkungen zwischenzeitlich deutlich 

zugenommen hätten, sei der Anspruch auf eine ganze Rente weiterhin und umso mehr 

ausgewiesen (act. G 10).

B.d. 

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2.  

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspruchs des 

Beschwerdeführers.

2.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) invalid sind (lit. c).

2.2. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

2.5. 

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3.  

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 

ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Dieser legt fest, dass für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.6. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt 

wurde. Den angefochtenen Verfügungen liegt das polydisziplinäre Gutachten der 

MEDAS Bern zugrunde. Der Beschwerdeführer bemängelt daran, dass seine Knie- und 

Schulterbeschwerden beidseits zu zusätzlichen Einschränkungen führten, welche im 

Gutachten zu Unrecht nicht berücksichtigt worden seien.

3.1. 

Die orthopädische Gutachterin Dr. med. I.___, Fachärztin für Orthopädische 

Chirurgie u. Traumatologie d. Bewegungsapparates, zertifizierte med. Gutachterin SIM, 

diagnostizierte auf Grund der gutachterlichen Untersuchung und der radiologischen 

Befunde mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit als Produktionsmitarbeiter (schwere 

stehende Arbeit) eine DISH, welche die ganze Wirbelsäule betreffe. Ohne Relevanz für 

die Arbeitsfähigkeit seien Knieschmerzen beidseits bei einem Status nach vorderer 

Kniebandplastik und Meniskektomie links vor 25 Jahren, bei beginnender 

Pangonarthrose links, bei leichter vorderer Instabilität links, bei beginnender 

Chondrokalzinose medial und lateral rechts sowie bei anamnestischer Meniskusläsion 

rechts - klinisch momentan ohne Hinweise dafür. Zudem lägen die Diagnosen einer 

beginnenden AC-Gelenksarthrose beidseits, momentan beschwerdefrei, sowie ein 

Status nach Sequestrektomie TH10/11 bei Bandscheibenvorfall rechts (Neurochirurgie 

Kantonsspital St. Gallen 2016) vor (IV-act. 190-35). Auf die persönlichen Ressourcen 

bzw. das Zumutbarkeitsprofil hätten die Gesundheitsstörungen Auswirkungen in dem 

Sinne, als Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 3kg nicht mehr 

zumutbar seien wie auch Arbeiten verbunden mit Zwangshaltungen des Kopfes und 

des Rumpfes und ständige Überkopfarbeiten, wie auch Arbeiten in gebückter, kniender 

und gehockter Stellung. Stehende und sitzende Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. 

Rein gehende Arbeiten seien mit verlängerten Pausen momentan noch zumutbar. Rein 

orthopädisch sei die Prognose schwierig einzuschätzen. Die DISH sei eine progressive 

3.2. 

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Erkrankung der Wirbelsäule mit schlussendlich schlechter Prognose und schwieriger 

Therapierbarkeit. Als mögliche weitere Behandlungsoptionen nannte die Orthopädin 

Wassertherapie, Physiotherapie und Schmerztherapie. Diese sollten das chronisch 

progrediente Leiden verlangsamen. Diskrepanzen zwischen den Schmerzangaben des 

Beschwerdeführers und den objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunden 

bestünden keine. Der Beschwerdeführer sei sehr authentisch. Er sei gut integriert in 

einen kleinen Kollegenkreis. Rein orthopädisch gesehen sei eine Eingliederung gemäss 

der Gutachterin zu versuchen, jedoch nur im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils. Dabei 

sei zu beachten, dass die DISH eine chronische progressive Erkrankung der 

Wirbelsäule sei, sodass die Ressourcen des Beschwerdeführers in Zukunft 

schicksalshaft abnehmen würden. Auf Grund ihrer gutachterlichen Untersuchung und 

der neuen radiologischen Untersuchungen konnte die Gutachterin die Beurteilungen 

auf Grund der Akten nachvollziehen, was bedeute, dass ab 22. Juni 2018 in der 

angestammten Tätigkeit als Heizungsmonteur wie auch als Strassenbauer dauerhaft 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Medizinisch-theoretisch könne auf Grund der 

aktuellen klinischen und radiologischen Befundlage und der damit nachvollziehbaren 

Aussagen des Beschwerdeführers eine 45%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein gehenden 

Tätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils ebenfalls ab diesem Datum attestiert 

werden (IV-act. 190-37f.). Dr. I.___ hielt in ihrem Teilgutachten offenbar auf Grund der 

Schilderungen des Beschwerdeführers fest, dass die Schulterschmerzen momentan 

nach beidseitigen Infiltrationen ruhig seien. Es bestünden Knieschmerzen beidseitig (IV-

act. 190-36). Auch führte sie sämtliche die Schultern als auch die Knie betreffenden 

Diagnosen auf (IV-act. 190-35), befand jedoch nachvollziehbar gestützt sowohl auf die 

Schilderungen des Beschwerdeführers als auch das ausgewiesene Ausmass der 

Einschränkungen, dass diese die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht zum 

Zeitpunkt der Begutachtung nicht beeinflussen würden (vgl. IV-act. 190-38). Die 

verlängerten Pausen bei rein gehenden Arbeiten berücksichtigte sie jedoch bereits in 

der rein medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 45% (vgl. IV-act. 190-38). 

Qualitativ trug sie allfälligen Schulter- und Knieschmerzen mit dem vorliegenden 

Zumutbarkeitsprofil ebenfalls genügend Rechnung. Schliesslich befanden die beiden 

weiteren Gutachter den Beschwerdeführer weder aus psychiatrischer noch aus 

allgemein-internistischer Sicht als in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (vgl. IV-act. 

190-23, 190-53).

Ergänzend ist festzuhalten, dass auch die im Rahmen des Einwandschreibens 

geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes hinsichtlich der Knie- 

sowie Schulterbeschwerden auf Grund der Aktenlage vom RAD überzeugend und 

nachvollziehbar ausgeschlossen wurde (RAD-Stellungnahmen vom 19. März 2020 und 

3.3. 

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4.  

20. April 2020, IV-act. 216 und 221, zum Einwand sowie zu den zusätzlichen 

medizinischen Berichten, vgl. IV-act. 206ff.).

Folglich ist gestützt auf die von der orthopädischen Gutachterin schlüssig 

vorgenommene und mit den übrigen Akten, insbesondere dem bildgebenden Material 

und den vorangegangenen Arztberichten, übereinstimmende Beurteilung beim 

Beschwerdeführer auf eine 45%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

abzustellen.

3.4. 

Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass seine 

Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. So könne ihm die Verwaltung keine 

konkreten Arbeitsmöglichkeiten aufzählen, die ihm noch zumutbar wären.

4.1. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) 

auszugehen. Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen 

Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster 

Tätigkeiten auf (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276, vgl. auch BGE 134 V 64 E. 4.2.1). Das gilt 

sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter 

Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des 

Einzelfalls zumutbar sind (Urteil des Bundesgerichts vom 30. März 2012, 9C_910/2011, 

E. 3.1). Je restriktiver das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto 

eingehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

abzuklären und nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2018, 

9C_898/2017, E. 3.3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil 

des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2018, 8C_458/2018, E. 4.2; SVR 2019 IV 22). Von 

einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die 

zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile 

des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1 mit Hinweis und vom 26. 

Juni 2018, 8C_133/2018, E. 2.2.1). Auf dem massgebenden hypothetischen 

4.2. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F110-V-273%3Ade&number_of_ranks=0#page273

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5.  

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) werden Hilfsarbeiten prinzipiell 

altersunabhängig nachgefragt und erfordern grundsätzlich weder gute Kenntnisse der 

deutschen Sprache noch eine Ausbildung (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 

2018, 9C_898/2017, E. 3.4).

Der Beschwerdeführer war vor Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit zuerst im 

Strassenbau, als Maurer, als Sesselbahnmaschinist, auf einer Alp, später als Wirt und 

schliesslich als Montagemitarbeiter tätig (vgl. IV-act. 190-31, 190-49). Laut Dr. I.___ 

sind ihm alle diese Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Mit dem von Dr. I.___ definierten 

Zumutbarkeitsprofil einer optimal angepassten Tätigkeit (vgl. Erwägung 3.2 und IV-act. 

190-38) stehen dem Beschwerdeführer jedoch noch verschiedene Tätigkeiten offen 

und es kann seiner Argumentation nicht gefolgt werden, die Einschränkungen seien 

dermassen stark, dass eine Verwertbarkeit unrealistisch wäre. Zwar ist mit ihm 

übereinzustimmen, dass eine Tätigkeit als Stadtführer für den gelernten Strassenbauer 

mit dem oben erwähnten beruflichen Werdegang kaum in Frage kommt. Dazu wären 

nicht nur die vorhandenen guten Deutsch-, sondern auch gute 

Fremdsprachenkenntnisse, eine gute Rhetorik, Geschichtskenntnisse und eine gute 

Allgemeinbildung sowie wohl eine spezifische Weiterbildung (vgl. act. G 6.1) notwendig. 

Im Rahmen der IV-Begutachtung gab der Beschwerdeführer jedoch an, er habe nun 

eine Bekannte, die eine Hundeschule führe, weshalb er mit Hunden von dort drei bis 

vier Stunden spazieren gehe (IV-act. 190-49, vgl. auch 190-31). Somit ist davon 

auszugehen, dass er sich mit Tieren bzw. insbesondere mit Hunden gut auskennt und 

auch eine Tätigkeit in diesem Bereich in Betracht ziehen könnte. In Frage käme da die 

Tätigkeit als Hundesitter oder auch eine leichtere Tätigkeit in einem Tierheim. Aber 

auch eine Tätigkeit als Zusteller beispielsweise von Werbeprospekten wäre denkbar, 

da hierbei lediglich beim Einladen der Broschüren auf einen Wagen/Anhänger oder ins 

Auto darauf zu achten wäre, dass die 3kg-Gewichtslimite einzuhalten ist. 

Aufsichtstätigkeiten in Museen und allenfalls Platzzuweisungen in Theatern, bei denen 

kein Stillstehen notwendig ist, kämen sodann ebenfalls in Betracht. Mit Blick auf die 

gesundheitlichen Probleme und Einschränkungen des Beschwerdeführers ist somit 

davon auszugehen, dass es ihm möglich sein sollte, eine Reihe von Tätigkeiten zu 

übernehmen. Folglich ist beim Beschwerdeführer mit der Beschwerdegegnerin von 

einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.

4.3. 

Bei der Berechnung des Invaliditätsgrads ging die Beschwerdegegnerin beim 

Valideneinkommen des Beschwerdeführers zu Recht vom Lohn aus, den er gemäss IK-

Auszug vor Eintritt der Invalidität als Produktionsmitarbeiter verdient hatte. Zudem 

5.1. 

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6.  

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Der Beschwerdeführer hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

gewährte sie ihm beim Invalideneinkommen den maximalen Abzug von 25%, aufgeteilt 

in einen Abzug von 10% auf Grund der verbleibenden Teilzeitarbeit und einen 

Leidensabzug von 15% auf Grund der einschränkenden Adaptionskriterien (IV-act. 

222-2, 223). Diese Grundlagen werden sodann auch von Seiten des 

Beschwerdeführers nicht bestritten. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf ein Valideneinkommen für das Jahr 2016 von 

Fr. 66'534.-- und ein sich unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 25% 

ergebendes Invalideneinkommen von Fr. 22'647.-- (Fr. 30'196.-- - [Fr. 30'196.-- x 25%] 

von einer Erwerbseinbusse von Fr. 43'887.-- und folglich von einem Invaliditätsgrad 

von 66% (100 : Fr. 66'534.-- x Fr. 43'887.--) ausging (vgl. IV-act. 225-3). Nachdem der 

Beginn der Arbeitsunfähigkeit gutachterlich auf den 22. Juni 2018 festgesetzt wurde 

(IV-act. 190-5), blieb der Rentenbeginn per 1. Juni 2019 zu Recht unbestritten (vgl. Art. 

28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG).

Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin beim Beschwerdeführer zu Recht 

von der Verwertbarkeit einer angepassten Teilerwerbstätigkeit ausgegangen. Auch die 

Gewährung des maximalen Tabellenlohnabzugs war unter den gegebenen Umständen 

angebracht. Damit ist der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente korrekt. Es ist dem 

Beschwerdeführer grundsätzlich jederzeit unbenommen, eine allfällige 

Verschlechterung des Gesundheitszustands im Rahmen eines Revisionsgesuches 

geltend zu machen.

5.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

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2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.11.2021
	Art. 28 IVG; Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bestätigt. Trotz körperlicher Einschränkungen ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit von 45% zu bejahen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. November 2021, IV 2020/114). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_21/2022.

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		2024-05-26T22:19:40+0200
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