# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdf13e30-a4e0-5fdc-8659-17f170cfa5b1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.09.2015 200 2013 1079
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1079_2015-09-08.pdf

## Full Text

200 13 1079 IV und
200 14 61 IV (2)
KNB/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. September 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin Dr. iur. C.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 30. Oktober 2013 und 11. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. Oktober 2006 unter Hinweis auf eine Augenoperation 
(grauer Star) zum Bezug „ärztlicher Leistungen“ bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) an (Akten der IV [act. II] 2). Nach Durchführung 
medizinischer und beruflicher Erhebungen lehnte die IV-Stelle Bern (IVB 
resp. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 19. September 2007 (act. II 
17) die Kostenübernahme für die geplante Operation ab. 

Am 27. Mai 2009 beantragte die Versicherte bei der IVB erneut Leistungen 
(act. II 21). In der Folge gewährte letztere Frühinterventionsmassnahmen in 
Form von Eingliederungsberatung (act. II 27), erteilte Kostengutsprache für 
eine berufliche Abklärung bei der Abklärungsstelle D.________ in … (act. II 
45, 53; Abklärung vom 26. April bis 31. Oktober 2010, Abschlussbericht 
vom 22. Februar 2011 [act. II 64]) sowie ein Arbeitstraining bei E.________ 
in … (act. II 57; Abklärung vom 8. November 2010 bis 30. Januar 2011, 
Bericht vom 17. Februar 2011 [act. II 62]). Im Januar 2012 fand eine Ar-
beitsmarktliche-Medizinische Abklärung (AMA) in der Abklärungsstelle 
F.________ (Abklärungsbericht vom 15. Februar 2012 [act. II 101]) und von 
Juni bis September 2012 ein Arbeitstraining in der Abklärungsstelle 
G.________, (Bericht vom 11. September 2012 [act. II 117]), statt. Mit Ver-
fügung vom 30. Januar 2013 (act. II 125) wurde die Arbeitsvermittlung bei 
fehlender Eingliederung in die freie Wirtschaft abgeschlossen. 

B.

Nach Einholung eines Abklärungsberichts Haushalt vom 11. März 2013 
(act. II 126) stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 19. März 
2013 (act. II 127) ab 1. April 2013 bei einem Status von 100 % Erwerb und 
einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 43 % die Ausrichtung einer Viertels-
rente in Aussicht. Auf Einwände der Versicherten hin (act. II 136) und nach 
Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 139) so-

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wie dem Abklärungsdienst (act. II 140) sah die IVB mit (den Vorbescheid 
vom 19. März 2013 ersetzendem) Vorbescheid vom 22. Juli 2013 (act. II 
141) ab 1. April 2013 bei einem IV-Grad von 52 % (Status weiterhin 100 % 
Erwerb) die Ausrichtung einer halben Rente vor. Nach erhobenem Einwand 
vom 13. September 2013 (act. II 145) und Einholung einer Stellungnahme 
des Abklärungsdienstes vom 26. September 2013 (act. II 148) sprach sie 
der Versicherten mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 (act. II 150) ab dem 
1. November 2013 eine halbe Rente sowie eine Kinderrente zu. Mit zwei 
weiteren Verfügungen vom 11. November 2013 (act. II 151) sprach sie der 
Versicherten für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober 2013 ebenfalls 
eine halbe Rente sowie eine Kinderrente zu.

C.

Am 2. Dezember 2013 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. iur. C.________, B.________, Beschwerde gegen die Verfügung 
vom 30. Oktober 2013. Unter Entschädigungsfolge beantragt sie die Auf-
hebung des angefochtenen Verwaltungsaktes sowie die Ausrichtung min-
destens einer Dreiviertelsrente ab 1. Januar 2013. Eventualiter sei die Ver-
fügung aufzuheben und der Rentenanspruch nach Einholung eines Gut-
achtens neu zu prüfen.

Am 11. Dezember 2013 liess die Beschwerdeführerin zusätzliche Beweis-
mittel einreichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2014 beantragte die Beschwerde-
gegnerin – unter Kostenfolge – die Abweisung der Beschwerde und hielt 
fest, dass mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 die Rentenbetreffnisse hin-
sichtlich des Zeitraums ab 1. November 2013 berechnet worden seien. Mit 
den akzessorischen Verfügungen vom 11. November 2013 sei der Zeit-
raum vom 1. April bis 31. Oktober 2013 geregelt worden.

Am 30. Januar 2014 reichte Rechtsanwältin C.________ ihre auf das Be-
schwerdeverfahren beschränkte Kostennote ein und machte weitere Aus-
führungen bezüglich der Berechnung des IV-Grades.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Dezember 2014 wurde ein Doppel 
dieser Eingabe der Beschwerdegegnerin zugestellt und wurden die beiden 
Verfahren betreffend die IV-Verfügung vom 30. Oktober 2013 
(IV/2013/1079) und den IV-Verfügungen vom 11. November 2013 
(IV/2014/61) vereinigt.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist vorab die Verfügung vom 30. Oktober 2013 (act. II 
150), mit welcher der Beschwerdeführerin ab 1. November 2013 eine halbe 
IV-Rente samt Kinderrente zugesprochen wurde. Streitig und zu prüfen ist 
der Rentenanspruch und dabei insbesondere dessen Höhe und Beginn. In 
diesem Zusammenhang sind demnach in diesem Verfahren auch die bei-

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den Verfügungen vom 11. November 2013 (act. II 151), mit welchen der 
Rentenanspruch vom 1. April bis 30. Juni 2013 bzw. vom 1. Juli bis 31. Ok-
tober 2013 geregelt wurde, einer gerichtlichen Prüfung zu unterziehen (vgl. 
BGE 125 V 413), zumal die Beschwerdeführerin auch für diesen Zeitraum 
eine höhere Rente beantragt hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Bei den nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich 
tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet 
werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Be-
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, 
in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte 
Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

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welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). Anlass 
zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann 
revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswir-
kungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich 
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisi-
onsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine ande-
re Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Die Ärzte der Klinik H.________, diagnostizierten im Bericht vom 
13. November 2006 (act. II 5) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und 
bestehend seit August 2006 eine submakuläre Blutung (OS) sowie eine 
Myopia magna (OU). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie 
die nachstehenden Diagnosen fest: OD Status nach Kataraktoperation vom 
14. Februar 2006, OS Status nach Plombenoperation und Kryoretinopexie 
vom 17. März 1998 bei Hufeisenriss, Status nach Katarakt-operation vom 
9. August 2006 sowie Status nach TPA + SF 6 Gas Installation bei subreti-
naler Blutung. Die Sehschärfe des linken Auges betrage 0.16 p, das vorde-
re Augensegment des linken Auges sei regelrecht und reizfrei. Noch immer 
bestehe eine submakuläre und peripapilläre Blutung. Derzeit sei keine wei-
tere Operation angezeigt.

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3.1.2 Im Low Vision Bericht vom 10. September 2008 (act. II 21 S. 3 ff.) 
hielt die Rehabilitationsstelle I.________ fest, dass die Sehschärfe redu-
ziert und die visuelle Ermüdung hoch sei. Mit Abnahme der Schriftgrösse 
und Zunahme der Lesedauer vermindere sich das Lesetempo massiv. Ar-
beiten am Computer wären mit der Schriftgrösse Punkt 16 möglich, es 
müsste je nach Arbeitsplatz aber eine individuelle Abklärung erfolgen, vor 
allem bezüglich der visuellen Ermüdung. Empfohlen würden Arbeitssituati-
onen mit nach Möglichkeit wechselnden Sehdistanzen und Tätigkeitsberei-
che, die nicht permanent visuelle Anforderungen stellten.

In einem weiteren Low Vision Bericht vom 22. April 2010 (act. II 47) wurde 
die Problemstellung gemäss augenärztlichem Zeugnis wie folgt festgehal-
ten: hohe Myopie beidseits, operierte Katarakte beidseits, Netzhautablö-
sung beidseits, erhöhter Augeninnendruck beidseits (mit Tropfen stabil), 
myope Maculadegeneration beidseits sowie zentrale Vernarbungen links.

3.1.3 Die E.________ führte in ihrem Bericht vom 17. Februar 2011 
(act. II 62) aus, während des bei ihr absolvierten Praxistrainings vom 
8. November 2010 bis 30. Januar 2011 sei die Beschwerdeführerin in der 
Abteilung … bei einem Pensum von 50 % als … eingesetzt worden. Eine 
Steigerung auf 60 % bis 100 % sei aus privater und gesundheitlicher Sicht 
nicht möglich gewesen. Die Arbeitsleistung in den 50 % (20h / Woche) 
werde ca. mit 30 % bis 40 % einer normalen Arbeitsleistung beurteilt. Bei 
einer neuen Tätigkeit sei eine sehr gute Einführung wichtig, wobei eine 
Anstellung mit vorerst repetitiven Tätigkeiten ideal wäre. Dies optimalerwei-
se bei einem vertrauensvollen Vorgesetzten.

3.1.4 Im Abschlussbericht vom 22. Februar 2011 (act. II 64) hielt die Ab-
klärungsstelle D.________ fest, die Beschwerdeführerin habe vom 25. Ja-
nuar bis 29. Oktober 2010 an zwei Tagen pro Woche eine berufliche Ab-
klärung verbunden mit einer sehbehindertentechnischen Grundschulung 
absolviert. Dabei hätten die Leistungen grossen Schwankungen unterle-
gen, welche vermutlich auf die vielfältigen Probleme, persönlicher und fami-
liärer Art, zurückzuführen gewesen seien. Die Beschwerdeführerin verfüge 
über eine mittlere Lernfähigkeit und brauche viele Wiederholungen und viel 
Zuspruch. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine Arbeitsstelle an-

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getreten werden, so sei eine sehbehindertengerechte Arbeitsplatzeinrich-
tung, Beratung und Schulung zwingend.

3.1.5 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
diagnostizierte im Bericht vom 14. Oktober 2011 (act. II 80) mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit hauptsächlich eine Sehverminderung beidseits (er-
hebliche Sehstörung, visus betrage 30 % bis 40 %, rechts schlechter, v.a. 
sei auch das Gesichtsfeld rechts eingeschränkt), ein primäres Offenwinkel-
glaukom und eine Myopia permagna. Zudem bestehe ein depressives Zu-
standsbild, wobei die Psyche bei einem wechselhaften Verlauf mit Hochs 
und Tiefs in etwa stabil sei. Die Sehstörung liege seit vielen Jahren vor und 
es hätten multiple operative Eingriffe stattgefunden. Aufgrund seiner feh-
lenden Fachkompetenz wollte sich Dr. med. J.________ nicht detailliert zur 
Frage der zumutbaren Arbeitsfähigkeit äussern und verwies auf den be-
handelnden Psychiater, wobei ihm dessen Daten unbekannt seien.

3.1.6 Im Untersuchungsbericht vom 22. Februar 2012 (act. II 97) diagnos-
tizierte Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH des RAD, eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Re-
aktion (ICD-10 F 43.21), differentialdiagnostisch eine leichte depressive 
Episode (ICD-10 F 32.0), falls das Kriterium von zwei Jahren nicht mehr 
erfüllt sei. Weiter hielt sie v.a. akzentuierte Persönlichkeitszüge mit 
selbstunsicheren Anteilen fest (ICD-10 Z 73.1), die prinzipiell überwindbar 
seien. Anhaltend würden sich belastende Faktoren (Handicap der Seh-
schwäche, Haushalt und Betreuung zumindest eines Sohnes durch die 
Beschwerdeführerin, knapper werdende finanzielle Ressourcen, Ängste um 
die krebskranke Mutter) finden, welche zur Zeit leichtgradige depressive 
Symptome generierten, dies im Sinne einer Anpassungsstörung resp. einer 
verselbständigten leichten depressiven Episode. Aus rein psychiatrischen 
Gründen bestehe zurzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % bis maximal 
20 %.

3.1.7 Vom 2. bis 29. Januar 2012 wurde die Beschwerdeführerin in der 
Abklärungsstelle F.________ bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 
Stunden abgeklärt. Im dazugehörigen Bericht vom 15. Februar 2012 (act. II 
101) wurde festgehalten, dass keine Abklärung der Leistungsfähigkeit …, 
dem eigentlichen Arbeitsinstrument der Beschwerdeführerin, habe erfolgen 

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können, da ein auf Sehbehinderte zugeschnittener Arbeitsplatz gefehlt ha-
be. Die am besten geeignete Tätigkeit habe nicht evaluiert werden können, 
da noch vertiefte Abklärungen im … Bereich erfolgen würden. Eine zweifel-
los noch bestehende Einschränkung der Leistungsfähigkeit am angepass-
ten …Arbeitsplatz könne gegenwärtig nicht in Prozenten beziffert werden. 
Der Hauptanteil der Leistungseinschränkung gehe auf die schwere Sehbe-
hinderung zurück. Doch könnten sich auch die depressive Reaktion und die 
familiäre Belastungssituation negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken. 
Zusätzlich bestehe sicher auch eine Dekonditionierung, nachdem die Be-
schwerdeführerin während mehr als einem Jahr nicht mehr … mit den 
Sehhilfen gearbeitet habe.

3.1.8  Ein weiteres Arbeitstraining – … – fand vom 18. Juni bis 9. Sep-
tember 2012 in der Abklärungsstelle G.________ (Bericht vom 11. Sep-
tember 2012 ([act. II 117]) bei einem Pensum von zunächst sieben Stunden 
an drei Tagen pro Woche statt. Ab der achten Abklärungswoche sei eine 
Steigerung auf 28 Stunden (70 %; sieben Stunden an vier Tagen pro Wo-
che) erfolgt, wobei die Beschwerdeführerin mitgeteilt habe, dass sie damit 
am Limit sei, da sie zu Hause zu wenig Zeit für ihre Arbeiten habe. Die qua-
litative Leistungsfähigkeit habe durchschnittlich 91 % betragen, wobei die 
quantitative Leistung mit einem Pensum von 60 % bis 70 % durchschnittlich 
bei 53 % gelegen habe. Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdefüh-
rerin die meisten Arbeitspapiere unter eine Lupe legen müsse, verliere sie 
bei vielen Arbeiten Zeit. Eine gewisse Routine könne sie sicher noch erar-
beiten, trotzdem werde wohl eine nicht erhebliche (recte wohl: nicht uner-
hebliche) Zeiteinschränkung übrig bleiben. Immerhin habe sie bei … Auf-
trägen eine Quantität von rund 57 % bei einer sehr tiefen Fehlerquote er-
reicht. Einfache … seien ihr möglich, jedoch erscheine der Einstieg in die 
freie Wirtschaft ohne Unterstützung durch ein begleitetes Praktikum oder 
durch die Arbeitsvermittlung der IV-Stelle nicht realistisch.

3.1.9 Im Orthoptikbericht vom 21. Januar 2013 (act. II 131) diagnostizier-
ten die Ärzte der Klinik H.________, folgendes: OU hochgradige Sehbe-
hinderung bei OU Pseudophakie bei Myopia magna, OU Status nach multi-
plen vitreoretinalen Eingriffen und OU Sekundärglaukom sowie OU sekun-
därer Strabismus konvergens. Es bestehe ein deutlich reduzierter Visus 

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beidseits, wobei die Erkennungsschärfe etwas besser sei als die Auflö-
sungsschärfe. Ohne vergrössernde Sehhilfen sei es nicht möglich einen 
Zeitungstext zu lesen. Erschwerend komme hinzu, dass das Kontrastsehen 
erheblich reduziert sei. Die beidseits bestehenden bekannten Gesichtsfeld-
ausfälle mit massiver konzentrischer Einschränkung mit praktisch vollstän-
digem Ausfall nach rechts am rechten Auge (Führungsauge) und mit einem 
Zentralskotom links mit zusätzlich temporalen Defekten führe dazu, dass 
Wort- oder Zeilenenden nur schlecht erkannt werden könnten. Die Bifokal-
brille sei für das Lesen von Zeitungstextgrösse keineswegs ausreichend.

3.1.10 Dr. med. L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH des RAD, hielt im Bericht vom 10. Juni 2013 (act. II 139) fest, 
grundsätzlich sei ein Pensum von sieben Stunden am Tag zumutbar, wie 
es auch in der Abklärungsstelle G.________ (vgl. E. 3.1.8 hiervor) geleistet 
worden sei. Dabei könne mit einer Leistung von 57 % gerechnet werden. 
Die zumutbare Gesamtleistung im Erwerbsbereich für eine angepasste 
Tätigkeit würde demnach bei 50 % liegen. Mit Hinweis auf den Abklärungs-
bericht Haushalt vom 11. März 2013 (vgl. act. II 126) führte Dr. med. 
L.________ aus, die Beschwerdeführerin leide an einer kombinierten 
Sehstörung. Einerseits sehe sie unscharf, könne kleine Dinge nur mit 
Hilfsmitteln erkennen, andererseits habe sie auch ein Zentralskotom, sie 
sehe also gerade im Zentrum, wo Gesunde scharf sehen, nicht nur weni-
ger, sondern habe teilweise auch Lücken im Gesichtsfeld. Das mache ihre 
Schilderungen zu den Behinderungen im Haushalt besser nachvollziehbar. 
Zudem dürfte es nach einem kürzlichen Umzug am neuen Ort vorüberge-
hend schwieriger sein, sich zurechtzufinden.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 In den vorliegend zu prüfenden Verfügungen vom 30. Oktober und 
11. November 2013 (act. II 150 f.) stützte sich die Beschwerdegegnerin 
massgeblich auf die Ausführungen der RAD-Ärztin Dr. med. L.________ 
vom 10. Juni 2013 (act. II 139). Diese basieren ihrerseits insbesondere auf 
den augenärztlichen Berichten der Klinik H.________ (vgl. act. II 5, 131), 
dem Bericht der E.________ vom 17. Februar 2011 (act. II 62) und dem 
Bericht der Abklärungsstelle G.________ vom 11. September 2012 (act. II 
117). Demnach liegt bei der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen 
eine schwere Sehbehinderung vor, welche sowohl in der beruflichen wie 
auch in der privaten Tätigkeit zu erheblichen Einschränkungen führt. Im 
Rahmen des in der Abklärungsstelle G.________ geleisteten Pensums von 
sieben Stunden pro Tag an vier Tagen pro Woche wurde bei … Aufträgen 
eine Leistung von 57 % erzielt (vgl. E. 3.1.8 hiervor). Wenn die Beschwer-
deführerin in der Abklärungsstelle G.________ mitgeteilt hat, mit diesem 
Pensum am Limit zu sein, da sie zu Hause zu wenig Zeit für ihre Arbeiten 
habe, kann diese subjektive Einschätzung bei objektiver Betrachtung aller-
dings nicht berücksichtigt werden. Dies umso weniger, als bei einem ange-
nommenen Status als 100 % Erwerbstätige ab Dezember 2012 bzw. Janu-
ar 2013 (vgl. E. 4.1 hiernach) die Arbeit im Haushalt unberücksichtigt zu 
bleiben hat. Zusammenfassend ergibt sich – wie von Dr. med. L.________ 
in Kenntnis aller relevanten Akten schlüssig und überzeugend dargelegt – 
eine erwerbliche Gesamtleistung in einer der Sehbehinderung bestmöglich 
angepassten Tätigkeit von 50 % (57 % von 87.5 % [Pensum: 35h x 100 / 
40h] = 49.87 %), auf welche abzustellen ist. Demgegenüber erfolgte in der 

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Abklärungsstelle F.________ im Januar 2012 keine Abklärung der Leis-
tungsfähigkeit …, da ein auf Sehbehinderte angepasster Arbeitsplatz fehlte 
(act. II 101). Die von der RAD-Psychiaterin Dr. med. K.________ im Bericht 
vom 22. Februar 2012 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 10 % bis maximal 
20 % (vgl. E. 3.1.6 hiervor) wird im Übrigen durch die bereits aus somati-
schen Gründen festgestellte Reduktion der zumutbaren Arbeitszeit auf sie-
ben Stunden pro Tag konsumiert und ist damit nicht zusätzlich zu berück-
sichtigen. Unter diesen Umständen kann letztlich offen bleiben, ob den von 
Dr. med. K.________ überzeugend dargelegten Diagnosen einer Anpas-
sungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21), differen-
tialdiagnostisch einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F 32.0) – bei 
psychosozialer Belastung –, sowie den akzentuierten Persönlichkeitszügen 
mit selbstunsicheren Anteilen (ICD-10 Z 73.1), überhaupt invalidisierender 
Charakter zukommt.

Da von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, 
kann in antizipierter Beweiswürdigung auf die Einholung des beschwerde-
weise beantragten Gutachtens verzichtet werden (vgl. BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162).

4.

4.1 Es steht zu Recht ausser Frage, dass die Beschwerdeführerin ab 
Oktober 2008 (Trennung vom Ehemann) als Teilzeiterwerbstätige (Er-
werbsbereich: 50 %; Haushaltbereich: 50 %) und ab Dezember 2012 (Ende 
der Kinderalimente, Auszug der Kinder von zu Hause) als Vollzeiterwerbs-
tätige zu qualifizieren ist und damit zunächst die gemischte Invaliditätsbe-
messungsmethode und ab Dezember 2012 bzw. ab Januar 2013 die all-
gemeine Einkommensvergleichsmethode zur Anwendung gelangt. Auf-
grund der Akten besteht kein Anlass zu einer abweichenden Einschätzung. 
Dies wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. 
Unbestritten und aufgrund der Akten nicht zu beanstanden ist weiter der 
Abklärungsbericht Haushalt vom 11. März 2013 (act. II 126). Dieser erfüllt 
die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen (BGE 130 V 61 
E. 6.2 S. 63), so dass darauf abzustellen ist. Er basiert auf einer Erhebung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 14

vor Ort (14. Februar 2013) und hält in angemessener Ausführlichkeit die 
Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer Tätigkeit im Haushalt, mit Ein-
schluss der behinderungsbedingten Einschränkungen, fest. Die daraus 
gezogene Schlussfolgerung, es liege im Aufgabenbereich als Hausfrau für 
die Zeit bis Ende Dezember 2012 eine Invalidität von 12.75 % bzw. gewich-
tet von 6.38 % (12.75 % x 0.5 [Status]) vor (act. II 126 S. 9), ist nicht zu 
beanstanden.

4.2 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 15

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 
S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Gestützt auf die Anmeldung zum Leistungsbezug vom Mai 2009 
(act. II 21) und i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung) 
liegt der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns im November 
2009. Das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war mit Blick auf 
die seit 2006 bestehende Sehbehinderung (vgl. E. 3.1.1 hiervor) in diesem 
Zeitpunkt bereits erfüllt. Ein erster Einkommensvergleich ist somit auf das 
Jahr 2009 hin vorzunehmen (vgl. BGE 129 V 222).

4.4 Nach Abschluss der … (1980 - 1982) hat die Beschwerdeführerin 
langjährig eine … Tätigkeit in einem … ausgeübt, welche sie im Jahre 1992 
aufgrund der Geburt ihres ersten Kindes aufgab (Beschwerdebeilage 
[act. I] 4, act. II 2 S. 4 Ziff. 6.2). Diese Stelle hat sie demnach aus invali-
ditätsfremden Gründen nicht mehr inne, womit nicht der zuletzt erzielte 
Lohn, sondern die Tabellenlöhne gemäss LSE heranzuziehen sind. Die 
Tätigkeit im … von 1983 bis 1992 beinhaltete Aufgaben wie …, … und … 
von …, … der …, … sowie die … von … (act. I 4). Damit liegt hinsichtlich 
der … Tätigkeiten eine langjährige und vor allem verwertbare Berufserfah-
rung auf dem Arbeitsplatzniveau 3 vor. Die Ermittlung des Valideneinkom-
mens anhand der LSE 2008, Tabelle TA7, Ziffer … (andere … Tätigkeiten), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 16

Anforderungsniveau 3, Frauen (vgl. act. II 150 S. 6), ist entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdeführerin (vgl. Eingabe vom 11. Dezember 2013 [im 
Gerichtsdossier]) nicht zu beanstanden. Da die Beschwerdeführerin keine 
Tätigkeit im ihr zumutbaren Rahmen aufgenommen hat und während des 
Arbeitstrainings in der Abklärungsstelle G.________ vorwiegend adminis-
trative Arbeiten ausführte (vgl. act. II 117), ist auch das Invalideneinkom-
men anhand der LSE 2008, Tabelle TA7, Ziffer … (andere …Tätigkeiten), 
Anforderungsniveau 3, Frauen, zu bestimmen.

Mit der Festsetzung von Validen- und Invalideneinkommen aufgrund des 
gleichen Tabellenlohnes erübrigt sich deren genaue Ermittlung und der IV-
Grad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung 
eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid des EVG vom 
15. März 2006, I 792/05, E. 3.3). Wird von einer Gesamtarbeitsleistung, 
d.h. einer Arbeitsfähigkeit bzw. -unfähigkeit von 50 % (vgl. E. 3.3 hiervor) 
ausgegangen und ein hier durchaus gerechtfertigter behinderungsbedingter 
Tabellenlohnabzug von 20 % gewährt – die Beschwerdeführerin ist nicht 
flexibel einsetzbar, hat eine erhebliche Zeiteinschränkung, braucht Pausen 
und einen verständnisvollen Vorgesetzten (vgl. act. II 117 S. 4 f., 7) –, re-
sultiert ein IV-Grad von 60 % (50 % + 10 % [20 % von 50 %]).

4.4.1 Ausgehend von einer gewichteten Invalidität von 6.38 % im Haus-
halt (vgl. E. 4.1 hiervor) und 30 % im Erwerb (60 % x 0.5 [Status]; vgl. 
E. 4.4 hiervor), resultiert ab dem 1. November 2009 ein rentenausschlies-
sender IV-Grad von gerundet 36 % (vgl. E. 2.2 hiervor; vgl. zur Rundung: 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

4.4.2 Mit dem Wegfall der Kinderalimente bzw. dem Auszug der Kinder 
von zu Hause hat die Beschwerdegegnerin ab Dezember 2012 bzw. ab 
Januar 2013 korrekterweise einen Revisionsgrund und eine Statusände-
rung angenommen (vgl. E. 2.5 und 4.1 hiervor). Demnach ist per 1. Januar 
2013 bei einem Status von 100 % Erwerb ein neuer Einkommensvergleich 
vorzunehmen. Die in vorstehender Erwägung 4.4 gemachten Ausführungen 
zu den Vergleichseinkommen haben auch hier Geltung, womit sich deren 
genaue Ermittlung erneut erübrigt. Demnach ergibt sich ein IV-Grad von 
60 %, womit der Beschwerdeführerin entgegen der Annahme der Be-
schwerdegegnerin nicht erst per 1. April 2013 (vgl. act. II 150 S. 7), son-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 17

dern ab 1. Januar 2013 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen ist (vgl. E. 2.2 
hiervor sowie Entscheid des EVG vom 6. Februar 2006, I 599/05, E. 5.2.3).

5.

Nach dem Dargelegten sind die angefochtenen Verfügungen vom 30. Ok-
tober 2013 (act. II 150) und 11. November 2013 (act. II 151) aufzuheben 
und ist der Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2013 eine Dreiviertels-
rente samt Kinderrente zuzusprechen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist ihr nach Rechtskraft 
des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 18

tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________ 
vom B.________ vertreten. Deren Kostennote vom 30. Januar 2014 ist 
nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 1‘040.-- (8 h x Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 35.-- und Mehr-
wertsteuer von Fr. 86.-- (8 % von Fr. 1‘075.--), somit auf total Fr. 1‘161.--, 
festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerde-
führerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 30. Oktober 2013 und 11. November 2013 
aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird ab dem 1. Januar 2013 
eine Dreiviertelsrente samt Kinderrente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/13/1079, Seite 19

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘161.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.