# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5ed1fd4-c187-5c4a-b28a-08f5f39f0ecf
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-14
**Language:** de
**Title:** Ablösung der bisherigen Berufsinvalidenrente durch eine Erwerbsinvalidenrente der beruflichen Vorsorge. Für die Festsetzung der Erwerbsinvalidenrente ist die Einschränkung im versicherten Teilpensum massgebend.
**Docket/Reference:** BV.2016.00019
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2016.00019.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2016.00019
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
14. August 2017
in Sachen
X.___
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
Obere
Geerenstrasse
2, 8044
Gockhausen
gegen
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
Rechtsdienst
Obstgartenstrasse 21, Postfach, 8090 Zürich
Beklagte
Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie
19
67
geborene
X.___
begann
nach dem Gymnasium in
Y.___
nebst
anderem
ein
Studium der
Sozialpädagogik
(Urk.
9/2/
1-
2
,
4, Urk.
9/17/2
,
Urk.
9/33/8
). Nach der Einreise in die Schweiz
im Jahr 1990
studierte sie von
1991 bis 1999
an der
Z.___
im Haupt
fach
deutsche Sprach- und Literatur
wissen
schaft
und schloss ihr Studium mit dem Lizen
tiat ab (
Urk.
9/2/2,
Urk.
9/2/4,
Urk.
9/4/1,
Urk.
9/4/4). Sie war von 1990 bis 1997 verheiratet
.
Seit 2000 ist sie Mutter eines Sohnes (
Urk.
9/4/2).
Nach ihrem Studium war sie unter anderem als wissenschaftliche Assistentin an der
Z.___
tätig (
Urk.
9/10/3,
Urk.
9/12
,
Urk.
9
/51/1
).
Ab
1
.
Mai 2009 arbeitete sie in einem 80%-Pensum
als Abteilungsleiterin im
A.___
(
Urk.
9/4/4).
In dieser Eigenschaft war
sie
bei der
BVK Per
sonalvorsorge des Kantons Zürich
(nachfolgend: BVK) berufs
vorsorgeversichert
(
vgl.
Urk.
9/53
).
1.2
Am
5
.
September
20
13 meldete sich
X.___
bei der
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
(
Urk. 9
/4
, Urk. 9/9
).
Ab
1.
Juni 2
0
14 arbeitete
sie
als Archivarin in der
B.___
(Urk. 9/29/2-3).
Nach durchgeführten Ab
klärungen hielt die IV-Stelle fest, dass die Versicherte seit 1
3.
Mai 2013 in ihrer Arbeitsfä
higkeit erheblich eingeschränkt sei
und verfügte am
13. März 2015
die Aus
richtung
eine
r
ganze
n
Invalidenrente
mit Wir
kung ab
1.
Mai 2014
, welche
ab
1.
Juni 2014
auf
eine
halbe Invaliden
rente
herabgesetzt
wurde
(Urk.
9/6
1
, Urk. 9/72, Urk. 9/78
)
.
1.3
Die BVK
sprach
X.___
am
1
5.
August
2014
mit Wirkung ab 1. Oktober
2013
eine auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
basierende Berufs
invaliden
rente zu (
Urk.
6/3; vgl.
Urk.
6/4).
In der Folge teil
t
e
s
ie
de
r
Ver
sicher
ten am
30
.
September
2015
mit, die
bisherigen
Invalidenleistungen
würden
per 3
1.
Okto
ber
2015
auf eine Erwerbsinvalidenrente
in der Höhe von 40
%
herab
gesetzt
(Urk.
6/5
). Dagegen erhob
die
Ver
sicherte am 2
1.
Oktober
2015
bei der BVK Einsprache und beantragte
, der I
nvaliditäts
grad sei analog der Verfügung der IV-Stelle vom 1
3.
März
2015
auf 52
%
festzusetzen
(
vgl.
Urk. 6/6
S. 1
).
Mit Ent
scheid vom 1
2.
Februar
2016
hielt die BVK fest, dass
die Erwerbsinvaliden
rente bereits ab
1.
Oktober
2015
ausgerichtet
werde, und
wies die Einsprache ab
(
Urk. 6/6
).
2.
Am
5.
März
2016
erhob
X.___
Klage
gegen die BVK Personal
vorsorge des Kant
ons Zürich und beantragte, der Invaliditätsgrad sei analog der Berechnung der
IV-Stelle
auf 52
%
festzusetzen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Klageantwort vom 12. April
2016 beantragte d
ie Beklagte Abweisung der Klage
(Urk. 5 S. 1).
Nachdem mit Gerichtsverfügung vom
14
.
April
2016
(Urk.
7
) die Akten der Eidge
nössischen Invalidenversicherung
in Sachen der Klägerin
(Urk.
9
/1-
106
) beigezogen worden waren, hielten die Parteien replicando (Urk.
12
) und dupli
cando (Urk.
14
) an ihren Rechtsbegehren fest.
Am 2
2.
Juni 2016 wurde der Klä
gerin ein Doppel der Duplik zugestellt (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge [BVG]
, in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
[GSVGer]
).
2.
2.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 Abs. 1 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invaliden
ver
sicherung mindes
tens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
2.
2
2.
2
.1
Die Statuten der BVK (Statuten der Versicherungskasse für das Staatspersonal, Vorsorgeregelement Version 2013) sehen in
§
1
9 Abs. 1
eine sogenannte Berufsinvalidenrente vor.
Anspruch darauf
haben versicherte Personen, die vor Vollendung des 6
5.
Altersjahres wegen Krankheit oder Unfall für die bis
herige Berufs
tätigkeit invalid geworden sind
. Sie wird längstens für zwei Jahre ausge
richtet. Für über 50-jährige Personen ent
fällt die zweijährige Befristung, die Rente wird jedoch längstens bis zum vol
lendeten 6
5.
Altersjahr ausgerichtet
(
Abs.
1)
. Über das Vorhandensein und den Grad der Berufsinvalidität wird auf
grund einer Untersuchung durch eine Ver
trauensärztin oder einen Vertrauens
arzt der Versicherungskasse entschieden (
Abs. 2
)
.
Die Berufsinvalidenrente beträgt bei voller Invalidität 60
%
des letzten ver
sicher
ten Lohnes (§ 20 Abs. 1 der
BVK-
Statuten).
2.
2
.2
Nach dem Auslaufen der Rente wegen Berufsinvalidität haben versicherte Per
sonen
Anspruch auf eine Rente, wenn voll
e
oder teilwe
ise Erwerbsinva
lidität besteht
(§
21
Abs. 1
der BVK-Statuten
)
. Eine versicherte Person gilt als erwerbs
invalid, wenn sie infolge Krankheit oder Unfall ihre bisherige oder eine andere, ihrem Wissen und Können entsprechende und zumutbare Erwerbstätig
keit nicht mehr ausüben kann, oder wenn sie aufgrund eines Ent
scheides der eidgenös
sischen IV-Kommission invalid erklärt wurde
(
§
21
Abs. 2
der BVK-Statuten
). Das Verfahren für die Bestimmung des Anspruches und der Invalidi
tätsgrad wird gleich durchgeführt wie bei der Berufsinvalidität (
§
21
Abs. 3
der BVK-Statu
ten
). Die Renten wegen Er
werbsinvalidität werden längstens bis zum voll
endeten 65. Altersjahr aus
ge
richtet (
§
21
Abs. 4
der BVK-Statuten
).
Die Erwerbsinvalidenrente beträgt bei voller Invalidität 60 % des letzten ver
sicherten Lohnes (§ 22 Abs. 1 der BVK-Statuten).
Gemäss § 22 Abs. 2 der BVK-Statuten wird bei teilweiser Erwerbsinvalidität die Rente entsprechend dem Invaliditätsgrad wie folgt festgesetzt: bis 24 % Er
werbs
unfähigkeit keine Rente, von 25 bis 59 % eine Rente gemäss IV-Grad, bei 60 bis 69 % eine Dreiviertelrente und bei 70 % und mehr eine Vollrente.
2.
3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
si
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Ab
klä
rungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend waren
(BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung recht
sprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachver
haltes durch die Vorsorgeein
rich
tung beziehungsweise das Berufsvor
sorge
gericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (a
Art.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni
2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeit
lich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten las
sen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Ver
fah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die In
va
li
di
tätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
4
Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad ist für die Beklagte insofern nicht verbindlich, als im Bereich der beruflichen Vorsorge ein
Anspruch auf In
validenleistungen nur gegeben
ist
, sofern eine entsprechende Versicherungs
de
ckung vorhanden ist. Deren Umfang bemisst sich nach dem Beschäftigungs
grad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich be
dingten Arbeitsunfähigkeit. Versah die versicherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge, wenn und je
denfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bisherigen Um
fang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich ledig
lich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versicherten Anteil e
iner Vollzeitbe
schäf
ti
gung (100%-
B
eschäftigungsgrad) verwirklicht (vgl. BGE 141 V 127 E. 5.3.2 mit Hinweisen).
Invalidität im berufsvorsorgerechtlichen Sinne,
das heisst nach dem Wortlaut von Art.
23 lit.
a BVG "im Sinne der IV invalid", meint somit die gesundheitlich bedingte Erwer
bsunfähigkeit im Rahmen des beziehungsweise
bezogen auf das durch die versicherte Person geleistete Arbeitspensum bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität (im invalidenversi
che
rungs
rechtlichen Sinne) geführt hat. Mit dieser (versicher
ten) Tätigkeit in keinem Zusammenhang stehende Umstände haben bei der Bemessung der Inva
lidität ausser Acht zu bleiben. Das gilt auch, wenn sich die Frage der Anpassung laufender Invalidenleistungen stellt, etwa - aber nicht notwendigerweise - im Zusammenhang mit
einer Rentenrevision nach Art.
17 Abs.
1 ATSG oder wenn das von der IV-Stelle erstmals festgesetzte (hypotheti
sche) erwerbliche Arbeits
pensum im Gesundheitsfall nicht mit dem bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität
geführt hat (Art. 23 lit.
a BVG), tatsächlich ausge
übten übereinstimmt. In diesem Rahmen besteht bei gegebenen Voraussetzun
gen eine grundsätzliche Bindung der Vorsorgeeinrich
tungen an die Invalidi
täts
schätzung der Invalidenversicherung. Dabei ist die Invalidität im zeitlichen Rah
men der im m
assgebenden Zeitpunkt nach Art.
23 lit.
a BVG ausgeübten Erwerbstätigkeit zu bemessen. Bei Teilerwerbstätigkeit ist somit der Invaliditäts
grad nicht bezogen auf ein Vollzeitpensum zu ermitteln, was auf eine mit dem Versicherungsprinzip nicht vereinbare Deckung des Risi
kos Erwerbsunfähigkeit als solcher hinausliefe (
vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_403/2015 vom 23. September 2015 E. 5.2 mit Hinweisen
).
3
.
3
.1
3.1.1
Die Klägerin bringt
zunächst
vor,
ihre Rente dürfe nicht herabgesetzt werden, weil sich ihre Erwerbsfähigkeit nicht verbessert habe.
E
ine
Rentenherabsetzung durch
analoge Anwendung von
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
komme vorliegend nicht in Frage. Zudem könne
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a IVV nicht losgelöst von
Art.
88a
Abs.
1 IVV angewendet we
rden.
Art.
88a
Abs.
1 IVV wiede
rum lege fest, dass eine Rente herabgesetzt werden könne, falls sich die Erwerbsfähigkeit verbessert habe, was auf die Klä
gerin
gerade nicht
zutreffe
(
Urk.
1 S. 3)
.
3.1.2
Vorliegend geht es
indes
nicht um eine Rentenherabsetzung, sondern
um die Ab
lösung der
bis
her ausgerichteten (reglementarischen)
Berufsinvalidenrente durch eine Erwerbsin
validenrente.
Der Klägerin wurde mit Wirkung ab
1.
Okto
ber
2013 eine Berufsinvalidenrente bei einem Invaliditäts
grad von 100
%
zu
ges
prochen
(vgl. das Schreiben der Beklagten vom 15.
August
2014 [
Urk.
6/3]
sowie
auch den Entscheid zu den Invalidenleistun
gen vom 27.
August 2014 mit Überentschädigungsberechnungen [Urk.
6/4]
)
. Weil die 1967 geborene Klägerin
damals noch nicht 50
Jahre alt war, war die Berufsinvalidenrente auf zwei Jahre befristet und
wird
mit Wirkung ab 1.
Oktober
2015 durch eine Er
werbs
invalidenrente der Beklagten abgelöst
(vgl. E. 2.2.1 und E. 2.2.2 vorste
hend).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen bleibt, ob die Klägerin einen Anspruch auf eine Erwerbs
invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 40 % oder von 52 % hat.
4.2
Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor,
die IV-Stelle habe festgestellt, dass
sie
ohne gesund
heitliche Ein
schränkungen einer Erwerbstätigkeit im 100%-Pensum nachgehen würde (Urk.
1 S. 2).
Vor 2013 sei sie wegen ihrer Mutterauf
gaben freiwillig lediglich in einem 80%- statt in einem 100%-Pensum tätig gewesen (
Urk.
1 S. 3).
Mit Eintritt ihres heute 16-jährigen Sohnes ins Gym
nasium im Sommer
2013 habe
aber
keine Notwendigkeit der Tagesbetreuung mehr bestan
den und
sie
hätte ein Pensum von 100
%
umsetzen können (
Urk.
1 S. 2-3).
An
ders als noch mit Vor
bescheid vom 2
5.
September
2014 habe die IV-Stelle
daher
mit der Rentenverfügung mit Wirkung ab
1.
Mai
2014
nicht mehr die gemischte Methode (80
%
Erwerbsbe
reich / 20
%
Haushaltsbereich) ange
wendet (
Urk.
12 S.
3). Weil sie sie heute krankheitsbedingt nicht mehr zu 100
% in leitender Stel
lung, sondern nur noch zu 60
% in untergeordnete
r
Stellung tätig sein könne, resultiere gemäss den Feststellungen der IV-Stelle beim
Ein
kommens
vergleich
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
72‘771.20 beziehungsweise eine
Invali
ditätsgrad
von 52
%
(
Urk.
1 S. 3
-4, Urk. 12 S. 3
).
4
.
3
Die Beklagte macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass die Klägerin im Zeitpunkt
des Eintritts
der massgebenden Arbeitsunfähigkeit für ein den Beschäftigungsgrad
von 80
%
übersteigendes Arbeitspensum nicht berufsvor
sogeversichert gewesen sei, weil für diesen Teil der Erwerbstätigkeit mit der
Be
klagten kein Ver
sicherungsverhältnis bestanden habe (
Urk.
5 S. 4
,
Urk.
14 S.
2
). Es
sei
daher bei der Bemessung
des Valideneinkommens lediglich das bei ihr berufsvorsorge
versicherte Teilpensum der Klägerin von 80
%
zu berücksich
tige
n
. Beim Einkommensvergleich sei
das der Nominallohnentwicklung ange
passte Einkommen für das Jahr
2015 von
Fr.
112‘620.75 dem an die
Behin
de
rung angepassten (und ef
fektiv erzielten) Invalideneinkommen von
Fr.
67‘795.-- gegenüberzustellen, womit sich ein Anspruch der Klägerin auf eine 40%ige Er
werbs
invalidenrente ergebe
(
Urk.
2/1 S. 3,
Urk.
5 S. 5)
.
5
.
5
.1
Mit Verfügung vom 1
3.
März
2015 führte die IV-Stelle
aus, dass
die Kl
ä
gerin o
hne gesundheitliche Einschränkungen
einer Erwerbstätigkeit im 100%-Pen
sum nachgehen
würde
, da mit Eintritt ihres Sohnes ins Gymnasium (Sommer
2013) keine Notwendigkeit der Tagesbetreuung mehr bestünde.
Sie sei seit 13.
Mai 2013 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt (Urk. 9/61/1).
Aus medi
zinischer Sicht habe nach Ablauf des Wartejahres per
1.
Mai 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Ohne gesundheitliche Einschränkungen könnte die Klägerin als Abteilungsleiterin im 100%-Pensum ein Jahresein
kom
men
von
Fr.
140‘566.30
erzielen. Dieses Einkommen setz
e sich zusammen aus dem
Ver
dienst im
Jahr
2012, der Nominallohnentwicklung gemäss Bundesamt für Sta
tistik bis zum Jahr
2014 sowie der Aufrechnung des vor
gän
gigen Pen
sums von 80
%
auf 100
%
. Beim Einkommensvergleich (Validenein
kommen:
Fr.
140‘566.30, Invali
deneinkommen:
Fr.
0.--) resultiere ein Invaliditätsgrad von 100
%
. Per 1.
Juni 2014 habe die Klägerin eine Anstellung im
6
0%-Pensum
an
getreten. Sie könne in dieser Tätigkeit ein Jahreseinkommen von
Fr.
67‘795.-- erwirtschaften. Beim Einkommensvergleich ab
1.
Juni
2014 (Validenein
kom
men:
Fr.
140‘566.30, In
valideneinkommen:
Fr.
67‘795.--) ergebe sich eine Er
werbs
einbusse von Fr.
72‘771.20 beziehungsweise
ein Invaliditätsgrad von 52
%
. Somit habe die Klägerin ab
1.
Mai
2014 Anspruch auf eine ganze Invali
denrente und ab
1.
Juni
2014 auf eine halbe Invalidenrente (
Urk.
7/61/2).
5
.2
Wie schon der Vorbescheid vom 2
5.
September
2014 (
Urk.
9/38) wurde auch die Rentenverfügung vom
1
3.
März
20
15
der Beklagten zugestellt (vgl.
Urk.
9/74/1), womit sie grundsätzlich an
den
IV-
Entscheid
gebunden ist
(E.
2.
3
)
.
6
.
6
.1
Unbestritten geblieben ist
sodann
, dass die Beklagte im Bereich der Erwerbsin
validenrente vom selben Invaliditätsbegriff ausgeht wie die Eidgenössische In
validen
versicherung und die
IV-Stelle
für den Zeitraum ab 1. Juni
2014 einen
Invaliditätsgrad von 52
%
ermit
telte
(vgl.
Urk.
1 S. 4
,
Urk.
6/6 S. 3
).
6.2
Der Auffassung der Klägerin, wonach die Be
klagte auch daran gebunden
sei
, dass die IV-Stelle
sie
als zu 100 % erwerbs
tätig qualifiziert habe (E.
3.2)
,
kann mit Blick auf die zitierte bundesger
ichtliche Rechtsprechung (E. 2.4
) nicht ge
folgt werden.
Gemäss den - für die Beklagten grundsätzlich verbindlichen - Feststellungen der IV-Stelle ist die Klägerin seit 1
3.
Mai
2013 in ihrer Arbeits
fähigkeit erheblich eingeschränkt (Urk. 9/61/1). Damals war sie bei der
Beklag
ten nur in einem Teilzeitpensum
von
80 % berufsvorsorge
ver
sichert
(Urk.
12
S.
3
; Sach
verhalt
Ziff.
1.1
).
Nicht entscheidend ist
daher
, ob die Klägerin im Ge
sundheitsfall ihr Arbeitspensum bereits im Sommer
2013, als ihr Sohn in die Kan
tons
schule eintrat, auf 100
%
erhöht hätte (
vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 9C_403/2015 vom 2
3.
September 2015 E. 5.1.2).
6.3
Der für die Beklagte massgebende Invaliditätsgrad berechnet sich
daher
wie folgt:
Im Jahr 2013
erzielte die Klägerin in ihrem
berufsvorsorgeversicherten
80%-Pensum ein Einkommen von Fr.
110‘895.2
0.
Bereinigt um die Nominal
lohn
entwicklung führt dies
zu
einem hypothetischen
Valideneinkommen
2015 von Fr.
112‘620.70 (vgl.
Urk.
6/5, Urk.
6/6 S. 3).
Bezüglich Invalideneinkommen stellte die IV-Stelle auf das von der Klägerin ab
1.
Juni 2014 erzielte Einkom
men von Fr.
67‘795.-- ab (Urk.
9
/61/2). Die Klägerin teilte der IV-Stelle
alsdann
mit,
dass sich ihr Einkommen
per
1.
Januar 2015 um Fr. 2‘243.--
pro Jahr er
höht habe
(
Urk.
9
/63). Das Invalideneinkom
men 2015 be
trägt somit Fr. 70‘038.--. Beim Einkommensvergleich (Validenein
kommen: Fr. 112‘620.70, Invaliden
ein
kom
men: Fr. 70‘038.--) resultiert eine
Erwerbs
e
in
busse von Fr. 42‘582.70 be
zie
hungs
weise ein Invaliditätsgrad von 37
%.
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beklagte der Klägerin eine Erwerbs
in
va
lidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
zugesprochen hat.
Demnach ist die Klage abzuweisen.
7
.
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2 GSVGer; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der Beklagten
wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Claudia Mock Eigenmann
-
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher