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**Case Identifier:** ff1d8e71-5a13-5dc4-95c6-14d70c14ab51
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2014 200 2014 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-160_2014-07-11.pdf

## Full Text

200 14 160 UV
FUR/RUM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 11. Juli 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Helsana Versicherungen AG 
Recht, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Januar 2014 (2010.20269.12.5)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) ist als unselbstständig Erwerbstätiger bei der Helsana Versicherungen 
AG (fortan Helsana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Un-
fallfolgen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 16. März 2012 
erlitt er am 7. März 2012 einen Skiunfall, wobei er sich Verletzungen an der 
linken Schulter zuzog (Dossier der Helsana, Antwortbeilage [AB] K5). Die 
Helsana gewährte daraufhin die gesetzlichen Leistungen (vgl. AB K8). Per 
3. Januar 2013 wurde der Versicherte seitens des behandelnden Arztes zu 
100 % arbeitsfähig geschrieben (AB M9). Mit Verfügung vom 11. Septem-
ber 2013 schloss die Helsana den Fall ab und sprach dem Versicherten ei-
ne Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 
10 % zu (AB K46). Dagegen erhob der Versicherte am 7. Oktober 2013 mit 
Ergänzung vom 25. Oktober 2013 Einsprache (AB K55, K58), welche die 
Helsana mit Einspracheentscheid vom 20. Januar 2014 in Bestätigung des 
verfügten Fallabschlusses sowie der zugesprochenen Integritätsentschädi-
gung abwies (AB K63).

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 14. Februar 2014 Beschwerde. Er beantragt, der Einspra-
cheentscheid vom 20. Januar 2014 sei aufzuheben und die Beschwerde-
gegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer eine Integritätsent-
schädigung in der Höhe von 25 % auszurichten. Eventualiter seien die Ak-
ten zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 29. April 2014 und Duplik vom 26. Mai 2014 bestätigen die 
Parteien je ihre gestellten Anträge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 20. Januar 2014 
(AB K63). Streitig und zu prüfen ist allein noch der Anspruch auf eine Inte-
gritätsentschädigung bzw. dessen Höhe. Nicht mehr bestritten ist dagegen 
der Zeitpunkt des Fallabschlusses.

1.3 Die streitige Differenz zwischen der zugesprochenen Integritätsent-
schädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10 % (Fr. 12‘600.--; 
AB K46 S. 2) und der beantragten Integritätsentschädigung entsprechend 
einer Integritätseinbusse von 25 % (Fr. 31‘500.--) beträgt Fr. 18‘900.--. Der 
Streitwert liegt damit unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 4

2.

2.1 Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversiche-
rung vom 20. März 1981 (UVG; SR 832.20) hat die versicherte Person An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch 
den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird 
in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden 
Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und 
wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 
Abs. 1 UVG).

2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung 
über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) 
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritäts-
schaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Le-
bens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die 
körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Er-
werbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des 
Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, 
nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 
prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht 
aufgeführte Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der 
Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; 
BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die Schwei-
zerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) in Weiterentwicklung der bun-
desrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 
erarbeitet. Diese in den Medizinischen Mitteilungen der SUVA, Nr. 57 bis 
59, herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mit-
teilungen Nr. 60, 62 und 66; abrufbar unter http://www.suva.ch) sind, soweit 
sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller 
Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV verein-
bar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32, 116 V 156 E. 1a S. 157).

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2.3 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35). Die Integritätsentschädigung der Unfallversi-
cherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, 
mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der be-
sonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Be-
messung der Genugtuungssumme im Zivilrecht ähnliche Unfallfolgen mit-
einander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemeingültige 
Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens aufstellen; spezielle Be-
hinderungen der betroffenen Personen durch den Integritätsschaden blei-
ben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt 
somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht 
es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizi-
nisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen oder 
geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind 
(BGE 115 V 147 E. 1 S. 147, 113 V 218 E. 4b S. 221; RKUV 1997 U 278 S. 
208 E. 2a).

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

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gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-
wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig-
keit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-
lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn 
ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Er-
stellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). 
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im So-
zialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters 
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354). Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungs-
befund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhan-
dener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 
2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
Folgendes:

3.1.1 Im Bericht vom 15. Mai 2013 hielt der behandelnde Arzt, Dr. med. 
C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, fest, der Beschwerdeführer berichte weder 
über Ruhe- noch Nachtschmerzen, es bestehe aber bei recht klarer Bewe-
gungseinschränkung ein endgradiger Bewegungsschmerz in alle Richtun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 7

gen. In Anbetracht der schwerwiegenden Verletzung zeige sich ein zufrie-
denstellender bis guter Heilungsverlauf. Aufgrund der Stagnation der Be-
weglichkeit im Verlauf der letzten zwei Kontrollen müsse angenommen 
werden, dass hier, wenn überhaupt, nur noch kleine Fortschritte zu errei-
chen seien. Regelmässige ärztliche Kontrollen seien zur Beurteilung einer 
sich möglicherweise entwickelnden Osteonekrose des Humeruskopfs von 
grosser Bedeutung. Betreffend der Funktion des Schultergelenks links sei-
en das Vor- und Rückheben aktiv bis 90°, passiv bis 110°, die Innenrotation 
bis 30° und die Aussenrotation bis sacral möglich. Es bestehe als Folge 
des Unfalls vom 7. März 2012 somit eine erhebliche Funktionsbeeinträchti-
gung der linken nicht dominanten Schulter. Diese betrage auf der Basis der 
Tabelle 1 bei einer bis zur Horizontalen beweglichen Schulter 15 %. Bei 
zurzeit nicht voraussehbarer Verschlimmerung, die aber aufgrund des Risi-
kos einer sich entwickelnden Osteonekrose durchaus bestehe, könne der 
Integritätsschaden auf 20-25 % angehoben werden (AB M14).

3.1.2 Im Bericht vom 22. August 2013 führte der beratende Arzt der Hel-
sana, Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, aus, durch eine weite-
re Therapie sei keine wesentliche Verbesserung der aktiven Schulterfunkti-
on mehr zu erreichen. Es werde argumentiert, dass diese der Erhaltung der 
aktuell vorhandenen Beweglichkeit diene; der Bewegungsumfang könne je-
doch mit Vorteil vom Beschwerdeführer selbst voll ausgenutzt werden, so-
dass eine externe Massnahme zur Mobilisation nicht notwendig sei. Auch 
könne mit einer weiteren Therapie kein positiver Einfluss im Hinblick auf die 
Vermeidung einer Humeruskopfnekrose verbunden werden. Entsprechend 
der Tabelle 1 sei eine Integritätseinbusse von 10 % gegeben, da die Schul-
ter aufgrund der ärztlichen Dokumentation bis 120° Flexion bewegt werden 
könne. Eine Humeruskopfnekrose mehr als ein Jahr nach dem Trauma sei 
unwahrscheinlich. Der Beschwerdeführer würde sich im Sinne eines Rück-
falls melden, wenn eine solche Komplikation aufträte. Engmaschige Kon-
trollen seien nicht indiziert (AB M18).

3.1.3 Im Bericht vom 16. Oktober 2013 hielt Dr. med. C.________ – seine 
bisherigen Ausführungen bestätigend – fest, aufgrund der heute festgestell-
ten Beweglichkeit der linken Schulter, die aktiv bis zur Horizontalen möglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 8

sei, betrage die Integritätseinbusse auf der Basis der Tabelle 1 15 %. Bei 
klar vorhandenem Risiko einer sich entwickelnden Osteonekrose mit ent-
sprechender, zu erwartender Verschlechterung der Schulterfunktion und 
allfälligem Auftreten von Schmerzen könne jedoch die Integritätseinbusse 
ohne weiteres auch 20-25 % betragen (AB M19).

3.1.4 Im Bericht vom 13. März 2014 äusserte sich Prof. Dr. med. 
D.________ zur Frage der Beweglichkeit dahingehend, dass das einschlä-
gige Tabellenwerk der SUVA in den Tabellen 1 und 2 nicht festlege, ob die 
jeweilige Funktionsstörung des Gelenks durch aktive Bewegung der versi-
cherten Person oder durch passives Austesten des Untersuchers ermittelt 
worden sei. Hinsichtlich der Dokumentation von Bewegungsausschlägen 
gebe es seit Jahrzehnten Untersuchungsbögen (bspw. des MEM-Instituts 
Bern), mit welchen der jeweilige passive Bewegungsumfang dokumentiert 
werde. Dieser sei eine stabilere Grösse und hänge nicht so entscheidend 
von der Mitwirkung des Probanden ab. Insofern sei der passive Bewe-
gungsumfang das objektivere Mass für die jeweils im Verlauf erreichbare 
Bewegungsamplitude. Aus diesem Grund erfolge auch die vorliegende Ein-
schätzung aufgrund der seit Jahrzehnten praktizierten MEM-Schule zur 
Dokumentation und Bewertung von Bewegungsumfängen, die ausser bei 
Lähmungszuständen auf den passiven Bewegungsumfang abstelle. Ein 
Lähmungszustand liege hier nicht vor. Betreffend der Frage nach der vor-
aussehbaren Verschlimmerung sei eine Humeruskopfnekrose bis zum 
Zeitpunkt des ersten Berichts vom 22. August 2013 nicht dokumentiert 
worden. Dass sich eine solche mehr als ein Jahr nach dem Trauma entwi-
ckeln würde, sei zwar denkbar, jedoch im versicherungsmedizinischen Sinn 
allein als „möglich“ zu bezeichnen. Analog drücke sich auch Dr. med. 
C.________ im Bericht vom 16. Oktober 2013 aus, der darin zwar von ei-
nem vorhandenen Risiko spreche, gleichzeitig aber die Wertung „kann“ 
verwende, um dieses Risiko zu relativieren. Entsprechend der gängigen 
Praxis zur Schätzung der Integritätseinbusse würden voraussehbare Ver-
schlimmerungen nicht berücksichtigt, sofern sie sich nur als möglich erwei-
sen würden. Sollte aufgrund eines noch geringen Risikos einer Humerus-
kopfnekrose eine wesentliche Verschlechterung der Gelenksfunktion auf-
treten, könnte zu einem späteren Zeitpunkt ausnahmsweise eine Revision 
der Integritätsentschädigung vorgenommen werden (AB M20).

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3.2 Die Berichte von Prof. Dr. med. D.________ vom 22. August 2013 
sowie vom 13. März 2014 sind bezüglich der in Frage stehenden Einschät-
zung der Integritätseinbusse umfassend und wurden in Kenntnis sowie un-
ter Würdigung der Vorakten, insbesondere der Arztberichte des behandeln-
den Arztes, Dr. med. C.________, erstellt. Sie sind in der Darlegung der für 
die Beurteilung der Integritätseinbusse massgeblichen medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtend und in den Schlussfolgerungen begründet. Sie stützen sich hin-
sichtlich der Anamnese, des Verlaufs und des aktuellen Untersuchungsbe-
funds auf die diesbezüglich vollständigen und insoweit auch unbestrittenen 
Angaben des behandelnden Arztes (s. sogleich). Die Arztberichte von Prof. 
Dr. med. D.________ erfüllen demnach die vom Bundesgericht an solche 
und im Besonderen an Aktenbeurteilungen gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 2.4 hiervor) und sind damit – entgegen vom Beschwerdeführer vertrete-
nen Auffassung (Beschwerde, S. 2 f. u. Replik, S. 4) – voll beweiskräftig.

Im Einzelnen ist dazu Folgendes festzuhalten:

3.3

3.3.1 Gemäss dem in den Akten liegenden Verlaufsprotokoll von Dr. med. 
C.________ betrug die Beweglichkeit bzw. Flexion der linken Schulter am 
19. Juni 2012 aktiv 20°, passiv 70° (AB M5), am 23. August 2012 aktiv 80°, 
passiv 130° mit Endphasenschmerz (AB M7) sowie am 19. Oktober 2012 
aktiv bis knapp 100°, passiv 130° (AB M8). Seit 20. Dezember 2012 wird 
die Flexion gleichbleibend mit aktiv 90°, passiv 110° bis 120° angegeben 
(AB M9, M13, M14). Ab März 2014 beschreibt Dr. med. C.________ denn 
auch einen hinsichtlich der Schulterbeweglichkeit stationären Zustand, in 
dessen Rahmen weitere (Physio-)Therapiemassnahmen einzig noch der 
Funktionserhaltung dienten (AB M13, M14). Aus den Akten, insbesondere 
aus den Berichten des Vertrauensarztes, Prof. Dr. med. D.________ 
(AB M18, M20), ergeben sich keine Anhaltspunkte gegen die von Dr. med. 
C.________ ab Dezember 2012 festgehaltene persistierende Einschrän-
kung der Schulterbeweglichkeit. Insoweit ist von einem unbestrittenen und 
objektivierbaren Untersuchungsbefund auszugehen, der als solches keiner 
weiteren Abklärung mehr bedarf.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 10

3.3.2 Unterschiedlich beantwortet wird dagegen die auf dieser (unbestrit-
tenen) Basis vorzunehmende Einschätzung der Integritätseinbusse. 
Während Dr. med. C.________, ausgehend von der aktiven Schulterbe-
weglichkeit bis 90° bzw. bis zur Horizontalen, gestützt auf die Tabelle 1 der 
SUVA (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extre-
mitäten; abrufbar unter http://www.suva.ch) insoweit eine Einbusse im Um-
fang von 15 % annimmt (AB M14, M19), beziffert Prof. Dr. med. 
D.________ diese, ausgehend von der passiven Beweglichkeit bis 
120  bzw. bis 30° über die Horizontale, anhand der Tabelle 1 mit 10 % (AB 
M18, M20).

Vorab ist festzuhalten, dass die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbus-
sen den ärztlichen Sachverständigen obliegt. Dem Gericht ist es nicht mög-
lich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzu-
nehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offengelassenen Be-
messungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt (statt vie-
ler: Urteile des Bundesgerichts [BGer] vom 6. März 2012, 8C_659/2011, 
E. 3.3, und vom 2. Juni 2010, 8C_62/2010, E. 3.2). Wenn die SUVA zur 
Bemessung des Integritätsschadens weitere Grundlagen in tabellarischer 
Form erarbeitet hat, namentlich um die Gleichbehandlung aller Versicher-
ten zu gewährleisten (vgl. E. 2.2 hiervor), so ändert dies nichts daran, dass 
es sich bei der Bestimmung des Schweregrads einer gesundheitlichen Be-
einträchtigung – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Replik, 
S. 5 oben) – um eine Tatfrage handelt, für deren Beantwortung Verwaltung 
und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind, da von einem me-
dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann 
(BGer a.a.O.). Demzufolge greift das Gericht auch nicht in das Ermessen 
des ärztlichen Sachverständigen ein, wenn und soweit sich im Rahmen der 
Beweiswürdigung keine Anhaltspunkte ergeben, welche dessen Feststel-
lungen – aus beweisrechtlicher Sicht – in Zweifel zu ziehen vermöchten.

Prof. Dr. med. D.________ hat im Bericht vom 13. März 2014 nachvoll-
ziehbar begründet, weshalb vorliegend von einer Integritätseinbusse von 
10 % auszugehen ist. Er hat dabei nicht nur auf die entsprechend den An-
gaben des behandelnden Arztes verbleibende Beweglichkeit von passiv 
120° abgestellt, sondern auch schlüssig dargelegt, dass im Bereich der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 11

medizinischen Dokumentation und Bewertung von Bewegungsausschlägen 
seit Jahren der passive Bewegungsumfang als stabilere und objektivere, 
mithin insgesamt zuverlässigere Grösse erhoben wird, sofern – wie hier – 
kein Lähmungszustand in Frage steht (AB M20). Dagegen ist den Berich-
ten des behandelnden Arztes, Dr. med. C.________, nicht zu entnehmen, 
weshalb für die Bemessung des Integritätsschadens nicht auf den von ihm 
anlässlich der klinischen Untersuchung durch passives Austesten erhobe-
nen Bewegungsumfang abgestellt werden kann, sondern allein der aktive 
Bewegungsumfang massgebend sein soll (AB M14 sowie insb. M19). Es ist 
folglich nicht ersichtlich, inwiefern Prof. Dr. med. D.________ bei seiner 
Einschätzung den ihm im Rahmen der Tabelle 1 zustehenden Bemes-
sungsspielraum rechtsfehlerhaft ausgeschöpft haben soll. Seine Einschät-
zung ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen vermag schliesslich auch der Be-
richt von Dr. med. E.________ vom 9. Juli 2012, welcher damals ein 
„wahrscheinlich“ vorliegender Integritätsschaden mit 15 % angegeben hat-
te, dies jedoch zu einem Zeitpunkt, in welchem auch die passive Beweg-
lichkeit nur 70 % betragen hatte (AB M6 S. 3 Ziff. 9; vgl. AB M5 sowie 
E. 3.3.1 hiervor). 

3.3.3 Nach dem Gesagten hat aufgrund der voll beweiskräftigen Berichte 
von Prof. Dr. med. D.________ eine Integritätseinbusse von 10 % bezüg-
lich der eingeschränkten Schulterbeweglichkeit als mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt zu gelten. Entgegen der vom Beschwerdeführer 
vertretenen Auffassung besteht insoweit kein weiterer Abklärungsbedarf.

3.4 Zu prüfen bleibt die Frage, ob die Integritätseinbusse aufgrund des 
von Dr. med. C.________ beschriebenen Risikos einer Osteonekrose – wie 
vom Beschwerdeführer gestützt auf die Berichte des behandelnden Arztes 
geltend macht wird – auf 20-25 % anzuheben ist.

3.4.1. Gemäss Art. 36 Abs. 4 UVV sind voraussehbare Verschlimmerun-
gen des Integritätsschadens angemessen zu berücksichtigen. Revisionen 
der Integritätsentschädigung sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die 
Verschlimmerung insbesondere nicht voraussehbar war. Eine vorausseh-
bare Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der In-
tegritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognosti-
ziert und damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 12

Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt hingegen nicht. Diese 
Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die 
voraussichtliche künftige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, 
genauso wie die Beurteilung der einzelnen Integritätsschäden an sich, eine 
Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat (Urteil des BGer vom 23. Juli 
2013, 8C_76/2013, E. 3.4.1).

3.4.2 Gemäss den Berichten von Prof. Dr. med. D.________ vom 22. Au-
gust 2013 und vom 13. März 2014 ist die Entwicklung einer Humeruskopf-
nekrose beim Beschwerdeführer mehr als ein Jahr nach dem Unfallereignis 
unwahrscheinlich (AB M18) bzw. nur als möglich zu bezeichnen (AB M20). 
Diese Einschätzung steht mit den weiteren Angaben in den Akten in Über-
einstimmung. So hielt Dr. med. E.________ im Bericht vom 9. Juli 2012 nur 
fest, trotz bildgebend negativem Untersuchungsresultat (vgl. AB M7 S. 2) 
könnte es zu einer Humeruskopfnekrose kommen, die Gefahr einer sol-
chen könne noch nicht ausgeschlossen werden (AB M6 S. 3 Ziff. 9 f.). Er-
neute Aufnahmen vom 20. Dezember 2012 zeigten eine im Vergleich zum 
August unveränderte Stellung und Form des Humeruskopfs. Hinweise auf 
ein Fortschreiten einer sich möglichweise entwickelnden Osteonekrose 
konnten keine festgestellt werden (AB M9 f.), ebenso wenig wie anlässlich 
der Untersuchungen vom 13. März 2013, welche einen stationären Zustand 
ohne Anhaltspunkte für Nekrosezonen ergaben (AB M12 f.). Im Bericht 
vom 15. Mai 2013 spricht Dr. med. C.________ denn auch nur von einer 
sich „möglicherweise entwickelnden“ Osteonekrose bzw. einer zurzeit 
„nicht voraussehbaren“ Verschlimmerung aufgrund des Risikos einer sich 
entwickelnden Osteonekrose (AB M14)

3.4.3 Unter den gegebenen Umständen liegt keine im Sinne der zitierten 
Rechtsprechung voraussehbare Verschlimmerung zufolge einer Humerus-
kopf- bzw. Osteonekrose vor. Die blosse Möglichkeit der Entwicklung einer 
solchen genügt für die Mitberücksichtigung bei der Festlegung der Inte-
gritätsentschädigung nicht (vgl. E. 3.4.1 hiervor). Damit bleibt es bei der 
von Prof. Dr. med. D.________ bezifferten Integritätseinbusse von 10 %.

3.5 Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach nicht zu bean-
standen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 13

4.

Es sind weder Verfahrenskosten zu erheben noch beim vorliegenden Aus-
gang des Verfahrens eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. a und g [Umkehrschluss] ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Helsana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, UV/14/160, Seite 14

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.