# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f6cc5ec-552f-5bb1-83cd-36cfa1e69ec1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.08.2010 UV 2009/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-91_2010-08-03.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/91

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.04.2020

Entscheiddatum: 03.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 03.08.2010
Art. 6 UVG: Ist ein Meniskusriss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
degenerativen Ursprungs, besteht - mangels einer Leistungspflicht für im 
Zusammenhang mit dem Meniskusschaden erbrachte Heilbehandlungen - 
auch kein Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit einer sich aufgrund der vorgenommenen 
Teilmeniskektomie verschlimmerten Gonarthrose (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. August 2010, UV 
2009/91).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 3. August 2010

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   M.___, geboren 1955, ist seit Mai 1992 bei der A.___ als Verkaufsberaterin 

angestellt und dadurch bei der SWICA Gesundheitsorganisation obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. 1). Am 28. Januar 2008 stürzte die 

Versicherte, als sie sich anschickte, nach einem Unterbruch wieder auf die Skipiste 

zurückzukehren. Sie verspürte in der Folge heftige Schmerzen im linken Knie. Die 

Knieschmerzen erholten sich im Ruhezustand, nahmen aber bei Belastung sofort 

wieder zu.

A.b   Aufgrund dieser wiederholt auftretenden Belastungsschmerzen wandte sich die 

Versicherte am 29. April 2008 an Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie, der aufgrund der Resultate eines am 29. Mai 2008 erstellten 

Magnetresonanztomogramms (MRI) am 16. Juni 2008 eine arthroskopische 

Meniskusteilresektion medial, eine Knorpelglättung des medialen Femurkondylus und 

eine Meniskusglättung durchführte. Nach diesem Eingriff manifestierten sich im linken 

Knie mediale Schmerzen und eine Ergusstendenz, insbesondere am Abend (UV-

act. 18). Am 25. Juli 2008 wurde von der Radiologie im Silberturm, St. Gallen, ein 

zweites MRI erstellt (vgl. UV-act. 25a). Mit Bericht vom 25. August 2008 stellte 

Dr. B.___ folgende Diagnosen: erhebliche Meniskopathie mit Rupturen, Meniskus 

assoziiertes Ganglion, Chondropathie mediale Grad II, femoropatellar Grad I. 

Intraoperativ am 16. Juni 2008 mediale Meniskusruptur in der Pars intermedia und im 

Hinterhorn. In diesem Bereich Knorpelschädigung. Die festgestellten 

Körperschädigungen seien alleine auf den Unfall vom 28. Januar 2008 zurückzuführen 

(UV-act. 5, 7). Mit Schreiben vom 3. September 2008 anerkannte die 

Unfallversicherung ihre Leistungspflicht (UV-act. 8).

A.c   Am 28. November 2008 erstellte Dr. B.___ einen ärztlichen Zwischenbericht. Darin 

beschrieb er eine persistierende Ergusstendenz und Knieschmerzen links medial 

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betont, eine Osteodystrophie des medialen Femurkondylus und Tibiakopfs links und 

eine Chondropathie im medialen Kompartiment Grad III (UV-act. 18).

A.d   Für eine Zweitmeinung wandte sich die Versicherte am 9. Dezember 2008 an 

Dr. med. C.___, FMH Orthopädische Chirurgie, (vgl. UV-act. 17). Dieser erkannte auf 

dem MRI vom 29. Mai 2008 eine Signalstörung im medialen Femurkondylus sowie in 

der Trochlea mit Intensität im subchondralen Bereich, eine leichte 

Oberflächenunregelmässigkeit mit deutlicher Verschmälerung der femurotibialen 

Gelenkpartie medial bei lateral normalen Knorpelverhältnissen. Zudem liege eine leichte 

Verschmälerung der Knorpelschicht retropatellär vor. Im mittleren Hinterhornbereich 

des medialen Meniskus sei eine horizontal verlaufende Kontinuitätsunterbrechung 

erkennbar bei unauffälligen Kreuzbändern. Im MRI vom 25. Juli 2008 sei eine 

Signalzunahme der Spongiosa im medialen Femurkondylus und im Tibiakopf sowie 

eine starke Verschmälerung des medialen Gelenkspalts mit Unregelmässigkeit der 

gelenkbildenden Knochen des Femurs und der Tibia erkennbar. Es handle sich um eine 

Gonarthrose Stadium III des medialen Gelenkkompartiments mit Veränderungen im 

patellofemoralen Gelenkbereich, wobei letztere einer Arthrose Stadium II entsprächen 

(act. G 7.1).

A.e   Auf Zuweisung von Dr. C.___ wurde die Versicherte am 12. Januar 2009 von 

Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Orthopädie und Chirurgie, untersucht. Dieser stellte 

am linken Knie einen geringen Erguss und einen Druckschmerz über dem medialen, 

weniger über dem lateralen Gelenkspalt fest und bestätigte, dass auf dem MRI vom 

25. Juli 2008 eine progrediente Gonarthrose im medialen Kompartiment ersichtlich sei. 

Normal sei das laterale Kompartiment und der laterale Meniskus. Die Meniskusläsion 

sei unfallbedingt gewesen. Ebenso sei auch die vorliegende Problematik Folge des 

Unfalles und der anschliessenden Operation (UV-act. 25a). Auf Anweisung von 

Dr. D.___ wurde die Versicherte in der Folge am 4. Februar 2009 in der Hirslandenklinik 

Zürich erneut am linken Knie operiert (UV-act. 23, 31). Namentlich wurde eine 

Arthroskopie mit Débridement des linken Kniegelenks und eine Tibia-Valgisations-

Osteotomie links durchgeführt (UV-act. 41/15).

A.f    Am 20. Januar 2009 beauftragte die Unfallversicherung Dr. med. E.___, FMH 

Orthopädische Chirurgie, mit der Vornahme einer Aktenbeurteilung (UV-act. 28b). Im 

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Aktengutachten vom 26. Februar 2009 stellt Dr. E.___ folgende Diagnosen: operativ 

korrigiertes Genu varum links, grossteils fehlender Innenmeniskus am linken 

Kniegelenk, mediale Gonarthrose linkes Knie, Femoropatellar-Arthrose linkes Knie, 

partiell fehlender Aussenmeniskus linkes Knie und Genu varum rechts. Er kam zum 

Schluss, dass mit stark überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Ereignis vom 

28. Januar 2008 ein erheblicher Knorpelschaden bzw. eine Arthrose am linken Knie 

medial vorgelegen habe. Zudem sei der nach dem Ereignis vom 28. Januar 2008 

festgestellte Schaden am Innenmeniskus des linken Kniegelenks mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur. Das Ereignis vom 28. Januar 2008 

habe daher höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwerden 

des vorbestehenden Schadens geführt. Den Eintritt des Status quo sine legte Dr. E.___ 

auf sechs Monate nach dem Unfall und damit auf den 28. Juli 2008 fest (UV-act. 41/17 

ff.).

A.g   Gestützt auf das Aktengutachten von Dr. E.___ verneinte die Unfallversicherung 

ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 28. Januar 2008 mit Verfügung vom 20. März 

2009 rückwirkend ab 1. August 2008, verzichtete aber auf die Rückforderung der nach 

Juli 2008 erbrachten Leistungen (UV-act. 46).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, St. Gallen, für 

die Versicherte am 21. April 2009 Einsprache (UV-act. 60). In der Begründung stützte er 

sich im Wesentlichen auf eine von Dr. D.___ zum Gutachten von Dr. E.___ erstellte 

Stellungnahme vom 12. Mai 2009, wonach das Ereignis vom 28. Januar 2008 nicht nur 

zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Schadens, sondern 

zu einer richtungsweisenden Verschlechterung einer leichten vorbestehenden 

Gonarthrose geführt habe. Es sei davon auszugehen, dass die Gonarthrose ohne das 

Unfallereignis nur langsam progredient verlaufen wäre und erst mittel- bis langfristig 

eine orthopädische Behandlung notwendig gemacht hätte (UV-act. 67a). Der Wegfall 

des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und den aktuellen Beschwerden 

sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen. Für den Spitalaufenthalt in der Klinik Hirslanden ab 4. Februar 2009 sei 

die Unfallversicherung aber ohnehin bereits aus Gründen des Vertrauensschutzes 

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leistungspflichtig, habe sie doch mit Schreiben vom 22. Januar 2009 für besagten 

Aufenthalt eine vorbehaltlose Kostengutsprache erteilt (UV-act. 67).

B.b   Eine am 22. April 2009 von der Helsana Versicherungen AG als 

Krankenversicherer vorsorglich erhobene Einsprache wurde am 8. Juni 2009 wieder 

zurückgezogen (UV-act. 61, 65).

B.c   Mit Entscheid vom 13. August 2009 wies die Unfallversicherung die Einsprache 

ab. Dies begründete sie damit, dass die auf den Röntgenbildern vom 29. April 2008 

beschriebene subchondrale Sklerosierung und die aus denselben Röntgenbildern und 

dem MRI vom 29. Mai 2008 ersichtliche kleine osteophytäre Ausziehung am Tibiakopf 

medial gegen das Vorliegen einer leichten Gonarthrose im Zeitpunkt des 

Unfallereignisses spreche. Vielmehr handle es sich dabei um eine typische 

Veränderung bei Arthrose. Sowohl die Arthrose als auch die im Rahmen des MRI vom 

29. Mai 2008 sowie der Arthroskopie vom 16. Juni 2008 festgestellten Knorpelschäden 

seien über längere Zeit entstanden. Ihr Erscheinungsbild entspreche nicht einer wenige 

Monate zurückliegenden unfallkausalen Schädigung. Anlässlich des Sturzes vom 

28. Januar 2008 sei somit lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung eines 

Vorzustandes eingetreten. Der Status quo sine sei erreicht (UV-act. 68).

C.       

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Poltera am 

14. September 2009 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen angehobene 

Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin seien weiterhin Leistungen der Unfallversicherung 

(Heilungskosten, Taggeld usw.) im Zusammenhang mit dem Unfall vom 28. Januar 

2008 auszurichten. Das Ganze unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung wiederholt er im Wesentlichen die bereits im Einspracheverfahren 

erhobenen Rügen (act. G 1).

C.b   Mit Eingabe vom 9. Oktober 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 

bringt sie im Wesentlichen vor, es sei bei der Würdigung der Stellungnahme von 

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Dr. D.___ zu berücksichtigen, dass dieser nicht Einsicht in die gesamten medizinischen 

Akten, insbesondere auch in die bildgebenden Dokumente, gehabt habe. Insofern 

müssten insbesondere seine Aussagen zum Ausmass des degenerativ bedingten 

Vorzustandes relativiert werden. Dass bereits am 4. Februar 2009 eine 

Valgisationsosteotomie habe stattfinden können, spreche gegen die Unfallkausalität, 

da eine solche Operation bei frischen Traumabefunden nicht durchgeführt werden 

könne. Zudem sei die Varusfehlstellung und damit die Ursache für die Varusgonathrose 

bereits am 29. April 2008 dokumentiert. Eine solche könne aber nicht innert dem 

kurzen Zeitraum vom 28. Januar 2008 bis zum 29. April 2008 entstanden sein. Da 

Knorpelschäden bildgebend nicht direkt ersichtlich seien, gehe auch die Kritik von 

Dr. D.___ fehl, dass es an einem bildgebenden Beweis des Vorzustandes der 

Knorpelschäden fehle. Dass beim Sturz eine Distorsionsverletzung des Kniegelenks 

stattgefunden habe, wie dies Dr. D.___ annehme, sei in den Akten nirgends 

dokumentiert. Der Einwand des Vertrauensschutzes erübrige sich, da sie (die 

Beschwerdegegnerin) zwischenzeitlich für die Kosten des Spitalaufenthalts ab dem 

4. Februar 2009 aufgekommen sei und auf eine Rückforderung verzichte (act. G 3).

C.c   Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).

C.d   Am 22. April 2010 forderte das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin 

auf, die in den Akten fehlenden Seiten des Schreibens von Dr. C.___ vom 

17. Dezember 2008 (UV-act. 21) nachzureichen. Das vollständige Schreiben wurde der 

Beschwerdeführerin am 29. April 2010 zur Kenntnis- und Stellungnahme zugestellt (act. 

G 8). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme.

Erwägungen:

1.        

1.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt laut Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

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schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 

erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 

Hinweisen). Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst demnach das 

Vorliegen eines unfallbedingten Gesundheitsschadens nicht aus, sofern ein 

Unfallereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest 

werden lässt (vgl. BGE 123 V 43 E. 2b).

1.2    Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

auch das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es 

sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, über welche die 

Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

Beweiswürdigung zu befinden hat, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob 

ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim 

Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. Oktober 2007, 8C_439/2007, E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 2. Februar 2006, U 381/04, E. 3.1 mit Hinweisen).

2.        

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Zwischen den Parteien ist unumstritten, dass der Sturz der Beschwerdeführerin vom 

28. Januar 2008 als Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist, für dessen 

Folgen die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer zumindest bis am 31. Juli 2008 

eine Leistungspflicht getroffen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit über den 

31. Juli 2008 hinaus ein behandlungsbedürftiger und/oder zu Arbeitsunfähigkeit 

führender Gesundheitsschaden besteht, der in natürlich kausaler Weise auf den Unfall 

vom 28. Januar 2008 zurückzuführen ist.

3.        

3.1    Die Menisken dienen insbesondere der Kongruenz des Kniegelenks und 

ermöglichen dadurch eine bessere Kraftübertragung und verbesserte Stabilität 

während der Kniebewegung (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische 

Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 1027). Sie funktionieren als Lastverteiler, Bremsklötze, 

Stossdämpfer und Stabilisierer (D.M. Kohn, Meniskuserkrankungen, in: Deutsche 

Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und Berufsverband der Ärzte 

für Orthopädie (Hrsg.), Leitlinien der Orthopädie, 2. Aufl., Köln 2002, S. 141 f.). 

Entsprechend haben Meniskusdefekte, insbesondere in Kombination mit 

Bandinsuffizienzen, leicht eine Instabilität und frühe degenerative Gelenkschäden, 

insbesondere Gonarthrosen, zur Folge (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1027). Auch die 

Entfernung oder Teilentfernung der Menisken führt über eine vermehrte Belastung des 

Gelenkknorpels regelmässig zur sekundären Arthroseentwicklung im Kniegelenk (Sina 

Eitenmüller, Langzeitergebnisse der arthroskopischen Meniskusrefixation und der 

partiellen Meniskektomie unter der speziellen Betrachtung der frühzeitigen 

Arthroseentwicklung im Kniegelenk, Diss. Frankfurt am Main 2003, S. 92). Eine 

natürliche Kausalität zwischen einer (Teil-)Meniskektomie und einer in der Folge 

auftretenden Gonarthrose muss demnach regelmässig als gegeben betrachtet werden 

(vgl. in diesem Zusammenhang auch den Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2010, UV 2009/18, E. 3.2). Die Beurteilung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 28. Januar 2008 

und den im Zusammenhang mit der Gonarthrose stehenden Kniebeschwerden der 

Beschwerdeführerin erfordert daher vorab die Klärung der Frage, ob die von Dr. B.___ 

im Rahmen der Arthroskopie vom 16. Juni 2008 behandelte, ausgedehnte mediale 

Meniskusruptur mit Horizontal- und Lappenrissbildung von der Pars intermedia bis zum 

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Hinterhorn und bis zur Kapsel reichend (UV-act. 36/2) auf das Unfallereignis vom 

28. Januar 2008 zurückzuführen ist.

3.2     

3.2.1           Menisken können bei akuten schweren Knieverletzungen - meist im 

Rahmen von Sportunfällen - ein- oder abreissen. Typische Ursache dafür ist ein 

Flexions-Aussenrotations- bzw. Valgisationstrauma des Knies, das neben 

Bandverletzungen nicht selten eine Verletzung des medialen Meniskus zur Folge hat. 

Dabei tritt häufig ein tangentialer Längsriss, meist im hinteren Abschnitt des 

Innenmeniskus, auf. Weit häufiger als die akuten Verletzungen sind aber die meist 

tangential verlaufenden Risse chronisch degenerierter Menisken, die ohne Unfall oder 

bei nur geringfügigem Trauma, bei unphysiologischen, unkoordinierten Bewegungen 

auftreten. Davon betroffen ist häufig der innere Meniskus. Der erste Riss entsteht mit 

Vorliebe tangential am Hinterhorn. Er kann sich zum Lappen- oder Korbhenkelriss 

vergrössern (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1057).

3.2.2           Vorliegend traten die Knieschmerzen der Beschwerdeführerin 

unbestrittenermassen unmittelbar nach ihrem Sturz auf. Den Unfallverlauf schilderte die 

Beschwerdeführerin in der Erstbefragung vom 21. August 2008 dahingehend, dass sie 

auf den Skiern stehend vor dem Losfahren auf einer ebenen Fläche gestürzt sei. Ob sie 

nach links oder rechts gefallen sei, wisse sie nicht mehr. Als sie auf dem Boden 

gelegen habe, habe ihr linkes Knie heftig geschmerzt. Sie sei allein aufgestanden, aus 

der Skibindung gestiegen, in Begleitung ihres Lebenspartners zum nächsten Taxi 

gehumpelt und ins Hotel zurückgefahren. Die Knieschmerzen hätten im Ruhezustand 

nachgelassen, seien aber bei Belastung sofort wieder aufgetreten. Eine Schwellung 

oder Verfärbung sei nicht zu erkennen gewesen. Die Schmerzen hätten sich in der 

Folge zurückgebildet, so dass sie normal habe arbeiten können, seien aber bei 

grösserer Belastung, z.B. längeren Spaziergängen, wieder stärker geworden, weshalb 

sie schliesslich einen Arzt aufgesucht habe (UV-act. 4a/1 f.). Dass die 

Beschwerdeführerin bei diesem Unfallhergang keine akute schwere Knieverletzung 

erlitten haben kann, ist offensichtlich. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Sturzes höchstens ein geringfügiges Knietrauma 

erlitten hat. Dies spricht nun aber nicht für einen akuten Meniskusriss, sondern vielmehr 

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für eine Rissbildung aufgrund eines massiven chronisch-degenerativen Vorzustands 

des Meniskus.

3.2.3           In diesem Sinn kommt Dr. E.___ im Aktengutachten vom 26. Februar 2009 

zum Schluss, dass der bei der Beschwerdeführerin festgestellte Meniskusschaden aus 

medizinischer Sicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit degenerativer 

Natur sei. Insbesondere seien bei der Beschwerdeführerin sämtliche für degenerative 

Meniskusrisse typischen Anzeichen, wie horizontale und komplexe Risse, 

lappenförmige Risse am medialen Meniskushinterhorn, eine Ausfaserung des 

Meniskusgewebes, das Fehlen echter Blockaden sowie das Bestehen einer Arthrose, 

erfüllt. Auch sprächen die vom Radiologen anhand des MRI vom 29. Mai 2008 

beschriebenen Meniskusganglien an der Aussenzirkumferenz des Innenmeniskus für 

einen degenerativen Meniskusschaden im Rahmen der vorbestehenden Arthrose (UV-

act. 41/16 f.). Diese medizinische Einschätzung wurde in Kenntnis sämtlicher Akten, 

insbesondere auch der bildgebenden medizinischen Unterlagen, abgegeben, ist in sich 

schlüssig und nachvollziehbar. Dagegen bringt Dr. D.___ in seiner Stellungnahme vom 

12. Mai 2009 einzig vor, dass eine Distorsionsverletzung des Kniegelenks, wie sie die 

Beschwerdeführerin im Januar 2008 erlitten habe, zum Einriss des Meniskus führen 

könne. Diese Darstellung überzeugt bereits deshalb nicht, weil Dr. D.___ von einer 

Distorsionsverletzung des Kniegelenks ausgeht, obwohl der Unfallhergang, 

insbesondere der genaue Bewegungsablauf, vorliegend nicht bekannt ist. Ferner stützt 

sich die Ansicht von Dr. D.___ massgeblich darauf, dass ein Vergleich des MRI-

Befunds vom 25. Juli 2008 mit demjenigen vom 29. Mai 2008 eine deutliche 

Verstärkung der medialen Gonarthrose sowie der Femoropatellararthrose verdeutliche. 

Eine solche Verschlechterung geht jedoch aus den Akten nicht hervor und wird von 

Dr. E.___ unter Bezugnahme auf die Röntgenbefunde vom 29. April und 3. Dezember 

2008 sogar ausdrücklich verneint (UV-act. 41/18). Nachdem Dr. D.___ keine Kenntnis 

der bildgebenden medizinischen Unterlagen hatte, vermag seine abweichende 

Einschätzung keine berechtigten Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens von 

Dr. E.___ zu wecken.

3.2.4           Im Ergebnis ist daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass bereits der 

Meniskusschaden nicht kausal zum Unfallereignis vom 28. Januar 2008 war. Vielmehr 

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ist davon auszugehen, dass der unphysiologische Bewegungsablauf im 

Zusammenhang mit dem seitlichen Sturz aus dem Stand einen vorbestehenden, 

degenerativen Meniskusschaden enthüllte. Bestand aber bereits keine Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin für den Meniskusriss bzw. die deswegen erforderlichen 

Eingriffe, besteht selbst dann keine Leistungspflicht im Zusammenhang mit der 

Gonarthrose, wenn - was nach dem in E. 3.1 Gesagten durchaus möglich ist - die 

Teilmeniskektomie eine richtungsweisende Verschlechterung der Gonarthrose zur 

Folge gehabt hat.

4.        

Die Beschwerdeführerin beantragt zudem, die Beschwerdegegnerin habe die Kosten 

für den Spitalaufenthalt in der Klinik Hirslanden ab 4. Februar 2009 bereits aufgrund der 

erteilten vorbehaltlosen Kostengutsprache aus Gründen des Vertrauensschutzes zu 

übernehmen. Wird im Einspracheentscheid vom 13. August 2009 unter anderem ein 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf Heilbehandlungen ab 1. August 2008 verneint, 

umfasst dies auch die Kosten des Spitalaufenthalts in der Klinik Hirslanden ab 

4. Februar 2009, weshalb auf die Beschwerde auch in diesem Punkt einzutreten ist. Zu 

beachten gilt aber, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für den 

besagten Spitalaufenthalt in der Beschwerdeantwort anerkannt hat. Damit ist die Frage 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden. Diese erst im 

Beschwerdeverfahren erfolgte Anerkennung ist aber als teilweises Obsiegen der 

Beschwerdeführerin zu werten und wird deshalb nachfolgend in Form einer reduzierten 

Parteientschädigung zu berücksichtigen sein.

5.        

5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit sie nicht 

gegenstandslos geworden ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a 

ATSG).

5.2 Wie in E. 4 erläutert, hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine reduzierte 

Parteientschädigung. Die Höhe der Parteientschädigung ist vom Gericht 

ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und 

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dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick auf vergleichbare Fälle eine 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- angemessen gewesen. Berücksichtigt man, dass 

die Beschwerdeführerin nur zu einem geringen Teil obsiegt, erscheint vorliegend eine 

Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 1'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.08.2010
	Art. 6 UVG: Ist ein Meniskusriss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativen Ursprungs, besteht - mangels einer Leistungspflicht für im Zusammenhang mit dem Meniskusschaden erbrachte Heilbehandlungen - auch kein Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Zusammenhang mit einer sich aufgrund der vorgenommenen Teilmeniskektomie verschlimmerten Gonarthrose (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. August 2010, UV 2009/91).

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