# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff74476e-ed24-580f-b875-6326fca0983c
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-17
**Language:** de
**Title:** Zonenkonformität. Wohnzonen und andere dem Wohnen dienende Zonen. Gewerbe- und Industriezonen. Nicht, mässig und stark störende Betriebe.
**Docket/Reference:** BRKE II Nrn. 0112-0117/2008
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_0112-0117_2008_708.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 0112 - 0117/2008 vom 17. Juni 2008 in BEZ 2008 Nr. 56

Von  Nachbarn  angefochten  war  eine  Bauschuttaufbereitungsanlage  mit  Kies-
umschlagplatz  auf  einem  Betriebsareal  mit  einer  Fläche  von  rund  5000  m2  in  einer 
nur  mässig  störende  Betriebe  zulassenden  Gewerbezone  mit  der  Empfindlichkeits-
stufe  (ES)  III.  Vorgesehen  war  eine  Einwandung  des  Betriebsareals,  nicht  jedoch 
eine  Einhausung  der  Bauschuttaufbereitungsanlage.  Nebst  den  Aufbereitungsvor-
gängen sollte das Areal auch der Lagerung verschiedener Materialien wie Strassen-
aufbruch,  Betonabbruch  und  Mischabbruch  dienen.  Das  Bauvorhaben  bedurfte  ge-
mäss  Ziffer  40.7  Anhang  UVPV  einer  Umweltverträglichkeitsprüfung,  da  mehr  als 
1000 t Abfall pro Jahr verwertet werden sollten. Die Nachbarn bestritten die Zonen-
konformität des Bauvorhabens.   

Aus den Erwägungen:

4.2. Zu prüfen ist die Zonenkonformität des geplanten Betriebes. Insbesondere 
stellt sich die Frage, ob die Zulassung von höchstens mässig störenden Betrieben in 
der  Gewerbezone  der  Gemeinde  X  der  Bewilligung  des  streitbetroffenen  Betriebes 
entgegensteht. Dies verlangt eine Auslegung des Begriffes «mässig störend».    

Das kantonale Recht regelt die Industrie- und Gewerbezonen in §§ 56 f. PBG. 
Danach sind Industrie- und Gewerbezonen in erster Linie für die Ansiedlung indus-
trieller und gewerblicher Betriebe der Produktion, der Gütergrossverteilung, der La-
gerhaltung und des Transportes bestimmt (§ 56 Abs. 1 PBG). In Abs. 2 wird die Zu-
lässigkeit  weiterer,  hier  nicht  interessierender  Nutzungen  (etwa  Wohlfahrtseinrich-
tungen  oder  kleinere  Läden  für  den  täglichen  Bedarf  der  Beschäftigten)  geregelt. 
Nach Abs. 3 kann die Bau- und Zonenordnung auch Handels- und Dienstleistungs-
gewerbe  zulassen;  aus  planerischen  oder  infrastrukturellen  Gründen  kann  sie  be-
stimmte Betriebsarten ausschliessen. Schliesslich regelt Abs. 4 die Zulässigkeit von 
Wohnungen  in  den  Industrie-  und  Gewerbezonen;  erlaubt  sind  solche  für  standort-
gebundene Betriebsangehörige. Zudem kann die Bau- und Zonenordnung provisori-
sche  Gemeinschaftsunterkünfte  für  vorübergehend  angestellte  Personen  zulassen. 
Gemäss § 57 PBG kann die Bau- und Zonenordnung Industrie- und Gewerbezonen 
unterschiedlicher  Einwirkungen  ausscheiden.  Betriebe,  die  unverhältnismässigen 
Verkehr auslösen, können stark störenden gleichgestellt werden.

Die Gemeinde X verfügt über eine einzige Gewerbezone (die Standortzone des 
Bauvorhabens).  Nebst  den  Vorschriften  über  die  Grundmasse  und  einer  Begrü-
nungsvorschrift  (Art.  18  und  19 BZO) schreibt Art. 20 BZO vor, dass in der Gewer-

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bezone  nur  mässig  störende  «Betriebe  und  Anlagen»  gestattet  sind  (Abs.  1).  Han-
dels-  und  Dienstleistungsbetriebe  sind  erlaubt.  Unzulässig  sind  Einkaufszentren 
(Abs. 2). Es gilt die Empfindlichkeitsstufe III (Abs. 3). 

4.3. Die kantonalrechtlichen Kategorien «nicht störend», «mässig störend» und 
«stark  störend»  waren  ursprünglich  Begriffe  der  sogenannten  planungsrechtlichen 
Immissionsvorschriften.  Gemäss  der  Bestimmung  von  §  294  PBG  in  der  Fassung 
vom  7.  September  1975  galten,  sofern  die  Bau-  und  Zonenordnung nichts anderes 
bestimmte,  als  zulässige  Nutzweise in Kern- und Zentrumszonen: Wohnungen, Bü-
ros, Ateliers und Praxen, Läden, mässig störendes Gewerbe (lit. a); in Wohnzonen: 
Wohnungen, Büros, Ateliers und Praxen, Läden, nicht störendes Gewerbe (lit. b); in 
Industriezonen: Industrielle und gewerbliche Betriebe (lit. c). Gestützt auf diese Be-
stimmung wurde im Kanton Zürich in langjähriger Praxis eine verschiedenste Betrie-
be erfassende Kategorisierung in nicht, mässig und stark störende Betriebe geschaf-
fen. So galten etwa Schneiderateliers als nicht störende und Schreinereien als mäs-
sig  störende  Betriebe.  Damit  wurde  in  einer  typisierenden,  der  allgemeinen  Erfah-
rung  entsprechenden  Umschreibung  festgestellt,  welche  Betriebe  auf  Grund  ihrer 
Immissionsstärke in einer Zone zugelassen bzw. verboten waren. Ob ein Betrieb auf 
Grund  seiner  konkreten  Ausgestaltung  mit  seinen  Immissionen  tatsächlich  störte, 
war  demgegenüber  bei  der  Anwendung  der  planungsrechtlichen  Immissionsvor-
schriften unerheblich. Nebst diesen planungsrechtlichen Immissionsvorschriften war 
kumulativ  die  polizeiliche  Immissionsvorschrift  von  §  226  PBG  zu  beachten  (BRKE 
IV Nr. 14/1982 = BEZ 1982 Nr. 29; E. Brüngger, Bedeutung kantonaler und kommu-
naler  Nutzungsvorschriften  unter  Berücksichtigung  des  Bundesumweltrechts,  PBG 
aktuell 2/1994, S. 5 ff., auch zum Folgenden). 

Mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 wur-
de  die  Bestimmung  von  §  294  altPBG  aufgehoben.  Nunmehr  ist  ausschliesslich  in 
den  die  einzelnen  Bauzonen  definierenden  Bestimmungen  von  §§  50  ff.  PBG  fest-
gehalten,  in  welchen  Zonen  nicht,  mässig  und  stark  störende  Betriebe  erlaubt  sind 
bzw. durch die Bau- und Zonenordnung als zulässig erklärt werden können. Die die 
Industrie- und Gewerbezonen betreffenden Vorschriften von §§ 56 und 57 PBG wur-
den bereits vorstehend wiedergegeben. In Wohnzonen sind mässig störende Betrie-
be zulässig, wenn sie die Bau- und Zonenordnung gestattet. Stark störende und sol-
che,  die  unverhältnismässigen  Verkehr  auslösen,  sind  unzulässig  (§  52  Abs.  3 
PBG).  Nicht  störende  Betriebe  sind  in  Wohnzonen  schon  von  Gesetzes  wegen  er-
laubt.    

Ferner sind seit der Inkraftsetzung der eidgenössischen Lärmschutzverordnung 
am 1. April 1987 den einzelnen Nutzungszonen Empfindlichkeitsstufen zuzuordnen, 
die  sich  bei  Bauzonen  unter  anderem  danach  richten,  ob  in  der  betreffenden  Zone 
nur nicht störende oder auch mässig oder stark störende Betriebe erlaubt sind. Die 
Empfindlichkeitsstufen  mussten  bis  spätestens  10  Jahre  seit  der  Inkraftsetzung der 
Verordnung in den Bau- und Zonenordnungen festgesetzt werden; zuvor wurden sie 
einzelfallweise bestimmt (Art. 43 und 44 der Lärmschutzverordnung [LSV]). 

4.4.1.  Im  Entscheid  BGE  114  Ib  214  hat  das  Bundesgericht  in  einem  Fall,  in 
welchem das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich einer Betonaufbereitungsanla-
ge  mit  der  Begründung,  es  handle  sich  um  einen  in  jener  Gewerbezone  unzulässi-
gen  stark  störenden  Betrieb,  die  Bewilligungsfähigkeit  abgesprochen  hatte,  zum 

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Verhältnis solcher Vorschriften zum Bundesumweltschutzrecht Folgendes festgehal-
ten: 

Soweit sich der materielle Gehalt der kantonalrechtlichen Vorschriften über den 
Umweltschutz  mit  Bundesrecht  decke  oder  weniger  weit  gehe  als  dieses,  verliere 
das  kantonale  Recht  seine  selbständige  Bedeutung;  es  behalte  sie  dort,  wo  es  die 
bundesrechtlichen  Bestimmungen  ergänze  oder  –  soweit  erlaubt  –  verschärfe.  In 
Bezug auf die Begrenzung der Umweltbelastung durch Luftverunreinigung und Lärm 
habe  der  Bundesrat  in  der  Luftreinhalteverordnung  und  in  der  Lärmschutzverord-
nung bundesrechtliche Grundsätze aufgestellt und insbesondere Grenzwerte festge-
legt. Immissionen seien demnach grundsätzlich nach diesen Vorschriften zu beurtei-
len.  Insoweit  gelte  das  frühere  kantonale  Recht  nicht  mehr,  und  es  seien  anstelle 
desselben die neuen bundesrechtlichen Vorschriften anzuwenden  (E. 4a). 

Im  weiteren  stellte  das  Bundesgericht  fest,  das  Verwaltungsgericht  habe  das 
Bauvorhaben nicht nur aus vom Umweltschutzrecht des Bundes erfassten Gründen 
als übermässig störend und damit als in der Gewerbezone jener Gemeinde unzuläs-
sig erachtet. Das Verwaltungsgericht habe vielmehr noch weitere gegen diesen Be-
trieb  sprechende  Gründe  angeführt.  Es  sei  «nicht auszuschliessen», dass der kan-
tonal-  und  kommunalrechtliche  Begriff  des  mässig  störenden  Betriebes  trotz  des 
Bundesumweltschutzrechtes  noch  eine  selbständige  Bedeutung  behalten  habe.  So 
beziehe sich das Umweltschutzrecht des Bundes nicht auf besondere städtebauliche 
Aspekte, wie sie gemäss den Zonenvorschriften für den Charakter einer Quartierbe-
bauung  massgebend  sein  könnten.  Auch  erfasse  es  nicht  alle  denkbaren  Auswir-
kungen,  die  insbesondere  ein  Betrieb  mit  grossem  Verkehrsaufkommen  mit  sich 
bringen könne (Parkierungsprobleme, Gefährdung der Fussgänger etc.). Ein Teil der 
vom  Verwaltungsgericht  erwähnten  Sekundärimmissionen  falle  unter  diese letztere, 
nicht  vom Umweltschutzrecht des Bundes erfasste Störungskategorie. Es sei daher 
grundsätzlich nach wie vor denkbar, einen Betrieb mit der Begründung als unzuläs-
sig  zu  bezeichnen,  er  falle  nicht  mehr  in  die  kantonalrechtliche  Gruppe der mässig 
störenden, sondern in diejenige der stark störenden Betriebe, weil er nicht vom Um-
weltschutzrecht des Bundes erfasste starke Störungen bewirke. 

Abschliessend  stellte  das  Bundesgericht  fest,  die  Frage,  ob  «der  Begriff  des 
nicht  störenden  Betriebes»  im  Sinne  des  Planungs-  und  Baugesetzes  des  Kantons 
Zürich  und  der  Bauordnung  neben  dem  Umweltschutzrecht  des  Bundes  noch  eine 
selbständige    Bedeutung  habe  und welchen Inhalt dieser gegebenenfalls aufweise, 
brauche «nicht näher abgeklärt» zu werden, da die Sache zur neuen Beurteilung an 
das Verwaltungsgericht zurückgewiesen werde (E. 5). 

4.4.2.  Im  vorstehend  wiedergegebenen  Entscheid  nennt  das  Bundesgericht 
«besondere städtebauliche Aspekte» als Bewilligungsvoraussetzung, die unter dem 
Aspekt  der  Zulassung  höchstens  mässig  störender  Betriebe  weiterhin  eine  Rolle 
spielen  könnte.  Im  Entscheid    BGE  117  Ib  147  ff.,  mit  welchem  das  Bundesgericht 
einen  Gebrauchtwagenhandel  in  einer  Wohnzone  mit  Zulassung  von  nur  nicht  stö-
renden Betrieben als zonenwidrig erkannte, hob das Bundesgericht wie zuvor schon 
das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich «die Bewahrung des Wohnquartiercha-
rakters»  und  damit  einen  «städtebaulich-ästhetischen  Aspekt»  als  massgebliche 
Kriterien hervor     (E. 2d cc). Damit sind raumplanerische, die Zonenkonformität be-
schlagende und damit in die Gesetzgebungskompetenz der Kantone und Gemeinde 

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(Art. 75 Abs. 1 Satz 2 der Bundesverfassung [BV]) fallende Aspekte und Ziele ange-
sprochen. Solche konnten zwar auch schon mit den zonenbedingten Immissionsvor-
schriften verfolgt werden. Für die Einteilung in nicht, mässig und stark störende Be-
triebe  waren  indes  weitest  gehend  das  Lärmpotential  und  allenfalls  auch  noch  das 
Luftverunreinigungspotential  massgebend.  Ein  nicht  störendes  Schneideratelier  un-
terscheidet sich von einer mässig störenden Schreinerei hinsichtlich seiner raumre-
levanten  Auswirkungen  vor  allem  durch  das  unterschiedliche  Lärmaufkommen.  Zur 
Unzulässigkeit  eines  Betriebes  führte  somit  in  erster  Linie  dessen  generalisierend 
festgestelltes  Lärmpotential  bzw.  der  hierauf  beruhende  Ausschluss  der  betreffend 
Betriebsart aus einer bestimmten Zone. Deswegen wurden die fraglichen Vorschrif-
ten  denn  auch  als  planungsrechtliche  (oder  auch  zonenbedingte)  Immissionsvor-
schriften bezeichnet. 

Mithin  ist  ein  nach  der  Einführung  des  Bundesumweltschutzrechtes  weiterhin 
geltender, nicht umweltschutzrechtlicher, sondern raumplanerischer Inhalt der fragli-
chen Vorschriften, der sich als solcher auch allgemein umschreiben lassen müsste, 
nicht  ohne  weiteres  zu  erkennen.  Der  Hinweis auf Sekundärimmissionen hilft kaum 
weiter,  da  das  Bundesumweltschutzrecht  auch  auf  diese  anwendbar  ist,  sofern  es 
sich  um  Einwirkungen  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  1  USG  handelt,  was  auf  einen 
Grossteil  von  Sekundärimmissionen  zutreffen  dürfte.  «Parkierungsprobleme»  oder 
«Aspekte  der  Fussgängersicherheit»  werden  bereits  durch  zahlreiche  Spezialvor-
schriften des Baurechts erfasst (§§ 242 ff. und 237 PBG).

4.4.3.  Zur  Beantwortung  der  Frage,  welche  Bedeutung  der  Zulassung  von 
höchstens  mässig  störenden  Betrieben  in  Industrie-  und  Gewerbezonen  nach  Ein-
führung  des  Bundesumweltschutzrechts  noch  zukommt,  sind  auch  die  Wohnzonen 
in die Betrachtung mit einzubeziehen. Wohnzonen sind in erster Linie für Wohnbau-
ten  bestimmt  (§  52  Abs.  1  PBG).  Die  Wohnnutzung  bildet  demnach  den  primären 
Zonenzweck.  Zur  Wahrung  dieses  Zonenzweckes  dürfen  gewerbliche  Nutzungen 
nur dann bewilligt werden, wenn sie mit der Wohnnutzung vereinbar sind (vgl. statt 
vieler VB.93.0143 = RB 1994 Nr. 73, auch zum Folgenden). Sind in einer Wohnzone 
gemäss  Bau-  und  Zonenordnung  nur  nicht  störende  Betriebe  erlaubt  (indem  die 
Bau-  und  Zonenordnung  mässig  störende  Betriebe  nicht  zulässt),  sind  unbesehen 
der  von  einem  Betrieb  ausgehenden  Immissionen  erhöhte  Anforderungen  an  diese 
Vereinbarkeit  zu  stellen,  welche  sich  etwa  dahingehend  umschreiben  lassen,  dass 
Betriebe  ihrem  Wesen  nach  in  die  Wohnzone  passen  müssen.  Damit  wird  die  Zo-
nenkonformität enger umschrieben, als wenn auch mässig störende Betriebe gestat-
tet  wären.  Dergestalt  können  die  Gemeinden  den  Wohnzonen  einen  «raumplaneri-
schen  Schutz»  vor  gewerblicher  Nutzung  verschaffen,  der  über  den  Immissions-
schutz  des  Bundesumweltschutzrechtes  hinausgeht.  Nur,  aber  immerhin  insoweit 
kommt  dem  Begriff  des  nicht  störenden  Betriebes  bzw.  der  Zulassung  ausschliess-
lich solcher Betriebe eine weiterhin zu beachtende selbständige Bedeutung zu. Dies 
gilt im Übrigen nicht nur in der Wohnzone, sondern auch in den andern (auch) dem 
Wohnen dienenden Bauzonen, also in Quartiererhaltungszonen oder in Kernzonen, 
in denen mit der Bau- und Zonenordnung ebenfalls nur nicht störende Betriebe zu-
gelassen  werden  können  (vgl.  dazu  etwa  die  Regelung  von  Art.  16,  24c  und  41  je 
Abs. 1 und 2 der Bau- und Zonenordnung Zürich [BZO], nach welchen Bestimmun-
gen in den genannten Zonen nur nicht störende Betriebe zugelassen sind, wenn ein 
Wohnanteil  von  90  Prozent  vorgeschrieben  ist;  andernfalls  sind  auch  mässig  stö-
rende Betriebe erlaubt). Ob nur Betriebe, die der Befriedigung der täglichen Bedürf-

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nisse  der  Quartierbewohner  dienen  (was  gegenüber  der  Anforderung,  in  eine 
Wohnzone  zu  «passen»,  eine  engere  Umschreibung  bildet),  in  diesem  Sinne  als 
nicht  störend  einzustufen  sind,  kann  hier  offenbleiben.  Ebenso  ist  hier  nicht  weiter 
zu  prüfen,  nach  welchen  Gesichtspunkten  die  Zonenkonformität  von  Betrieben  in 
Wohnzonen,  Quartiererhaltungszonen  oder  Kernzonen  zu  beurteilen  ist,  wenn  dort 
auch mässig störende Betriebe zugelassen sind.

4.4.4. Demgegenüber kann der Zulassung nur mässig statt auch stark störender 
Betriebe  in  Industrie-  und  Gewerbezonen  keine  vergleichbare  Bedeutung  zukom-
men. In diesen Zonen ist die Wohnnutzung (mit Einschränkungen) unzulässig (§ 56 
Abs.  3  PBG),  weswegen  dort  das  Bedürfnis  nach  einem  Schutz  vor  gewerblicher 
Nutzung, wie er gemäss den vorstehenden Ausführungen den dem Wohnen dienen-
den Zonen eigen ist, von vornherein nicht bestehen kann. Aus diesem Grunde sind 
denn  auch  Immissionen  ideeller  Art  in  Industrie-  und  Gewerbezonen  nicht  von  Be-
deutung  (VB.2007.00472,  E.4.3  =  BEZ  2007  Nr.  44),  womit  auch  insoweit  aus  der 
Zulassung  von  nur  mässig  störenden  Betrieben  in  Industrie-  und  Gewerbezonen 
nichts abgeleitet werden kann. 

Auch  mit  Bezug  auf  Industrie-  und  Gewerbezonen  sind  zum  einen  –  und  wohl 
vor  allem  –  physikalische  Immissionen  wie  Lärm,  Luftvereinigungen  und  Erschütte-
rung zu begrenzen. Diese Einwirkungen werden vollumfänglich vom Bundesumwelt-
schutzrecht erfasst. Hierbei kann der kommunale Gesetzgeber den Schutz vor Lärm 
durch die Ausscheidung von Industrie- und Gewerbezonen unterschiedlicher Einwir-
kungen  (§  57  Satz  1  PBG;  Randtitel:  «Schutz  gegen  Einwirkungen»)  näher  regeln, 
indem  er  die  Empfindlichkeitsstufe  III  oder  IV  festsetzt  (Art.  43  Abs.  1  lit.  c  und  d 
LSV).  Ferner  kann  er  Betriebe,  die  unverhältnismässigen  Verkehr  auslösen,  zulas-
sen  oder  untersagen  (§  57  Satz  2  PBG),  während  solche  Betriebe  in  Wohnzonen 
von Gesetzes wegen ausgeschlossen sind (§ 52 Abs. 3 PBG).  

Darüber hinaus kann auch bezüglich Industrie- und Gewerbezonen ein Bedürf-
nis  bestehen,  die  zulässigen  Nutzungen  auch  aus  raumplanerischer  Sicht  zu  be-
schränken.  Hierfür  wurde  mit  der  Gesetzesrevision  vom  1.  September  1991  Abs.  3 
von § 56 PBG (Randtitel: «Nutzweise»), welche den Gemeinden zuvor nur erlaubte, 
mit  der  Bau-  und  Zonenordnung  in  Industrie-  und  Gewerbezonen  Handels-  und 
Dienstleistungsbetriebe  zuzulassen  oder  nicht,  um  die  Befugnis  erweitert,  mit  der 
Bau- und Zonenordnung aus planerischen oder infrastrukturellen Gründen bestimm-
te Betriebsarten auszuschliessen. Dies betrifft zum einen «Arten» von Handels- und 
Dienstleistungsbetrieben  (sofern  diese  grundsätzlich  zugelassen  werden)  und  zum 
andern  auch «Arten» industriell-gewerblicher Betriebe (VB.2001.00278, E. 5 = BEZ 
2002  Nr.  44).  Damit  wurde  dem  kommunalen  Gesetzgeber  ein  umfassendes,  alle 
raumplanerischen  Aspekte  abdeckendes  Instrument  zur  Verfügung  gestellt,  uner-
wünschte Nutzungen zonen- oder gebietsweise zu untersagen; sei dies zum Schutz 
der betreffenden Zone selbst, sei dies zum Schutze ihrer Umgebung. Jedenfalls seit 
der Gesetzesrevision vom   1. September 1991 richtet sich die Zonenkonformität in 
Industrie- und Gewerbezonen somit nur mehr nach § 56 Abs. 3 PBG bzw. nach den 
auf  diese  Kompetenznorm  abgestützten  Nutzungsvorschriften.  Mit  den  Vorschriften 
über  die  Zulassung  von  mässig  oder  stark  störenden  Betrieben  wird  somit  einzig 
noch  die  Empfindlichkeitsstufe  III  oder  IV  indiziert.  Eine  darüber  hinaus  gehende 
raumplanerische Bedeutung – die zu den gestützt auf § 56 Abs. 3 PBG erlassenen, 
ihrerseits raumplanerisch motivierten Normen hinzutreten würde – ist demgegenüber 

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auch  nicht  ansatzweise  zu  erkennen.  Erst  recht  lässt  sich  eine  solche  Bedeutung 
nicht  generalisierend  klar  umschreiben,  was  im  Lichte  des  Legalitätsprinzips  indes 
zu  verlangen  wäre.  Da,  wie  vorstehend  schon  erwähnt,  die  Empfindlichkeitsstufen 
spätestens seit Ablauf der Übergangsfrist von 10 Jahren seit Inkrafttreten der Lärm-
schutzverordnung (am 1. April 1987) nicht mehr einzelfallweise zu bestimmen, son-
dern in der Bau- und Zonenordnung festzusetzen sind (Art. 44 und 50 LSV), kommt 
den  Vorschriften  über  die  Zulassung  von  mässig  oder  stark störenden Betrieben in 
Industrie-  und  Gewerbezonen  (bei  angepasster  Bau-  und  Zonenordnung)  demnach 
überhaupt keine Bedeutung mehr zu. 

4.4.5. In ihrer Bau- und Zonenordnung hat die Gemeinde X von der vorstehend 
thematisierten,  mit  §  56  Abs.  3  PBG  eingeräumten  Legiferierungskompetenz 
Gebrauch gemacht, indem sie mit Art. 20 Abs. 2 BZO Handels- und Dienstleistungs-
betriebe zugelassen, aber Einkaufszentren ausgeschlossen hat. Auf den Ausschluss 
industriell-gewerblicher  Betriebe  irgendwelcher  Art  hat  sie  demgegenüber  gänzlich 
verzichtet. Damit sind in der Gewerbezone der Gemeinde X alle Arten von Handels-
oder  Dienstleistungsbetrieben  ausser  Einkaufszentren  und  ausnahmslos  alle  Arten 
von industriell-gewerblichen Betrieben zonenkonform. 

Mithin  ist  die  projektierte  Bauschuttaufbereitungsanlage  in  der  Gewerbezone 
der  Gemeinde  X  zonenkonform.  Mit  dieser  Einstufung  hat  sich  die  Vorinstanz  klar 
innerhalb des ihr zustehenden Ermessenspielraumes gehalten. Insoweit ist die Bau-
bewilligung zu schützen.