# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19929bc5-bb58-5ce1-a763-c31b7a5df0cf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 08.02.2023 ZK1 2023 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-27_2023-02-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 8. Februar 2023

Referenz ZK1 23 20 / ZK1 23 27

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bergamin
Arpagaus, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Luca Curdin Conrad
Conrad Mengiardi Clavadetscher, Hartbertstrasse 1, Postfach 434, 
7001 Chur

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. ärztliche Einweisung vom 31.01.2023

Mitteilung 16. Februar 2023

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____, wurde durch Dr. med. B._____, Allgemeine 
Innere Medizin FMH, mit Verfügung vom 31. Januar 2023 für eine Dauer von vier 
Wochen in der Klinik C._____, fürsorgerisch untergebracht. Begründet wurde die 
Einweisung mit einer rezidivierenden akuten Psychose mit Selbstverletzung und 
produktiven Symptomen (Wahn mit Wunden und Personen).

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) am 1. Februar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden.

C. Am 2. Februar 2023 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts die Klinik C._____ unter Fristansetzung bis am 3. Februar 2023 um 
einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, zur Art 
der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Voraussetzungen für 
eine fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. Ferner 
wurden die wesentlichen Klinikakten über die Beschwerdeführerin angefordert. 
Den angeforderten Bericht mitsamt den einschlägigen Klinikakten reichte die Klinik 
C._____ am 3. Februar 2023 ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Februar 2023 wurde D._____, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, entsprechend Art. 450e 
Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung der Beschwerdeführerin beauftragt. Das von ihr 
verfasste Kurzgutachten wurde dem Kantonsgericht am 6. Februar 2023 über-
bracht.

E. Mit Verfügung vom 7. Februar 2023 wurde die Beschwerdeführerin zu der 
für den 8. Februar 2023 anberaumten Hauptverhandlung vorgeladen.

F. Die mündliche Hauptverhandlung fand am 8. Februar 2023 vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts statt. Die Beschwerdeführerin nahm an der 
Hauptverhandlung persönlich teil und wurde befragt.

G. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispo-
sitiv der Beschwerdeführerin, ihrem Rechtsvertreter, der Psychiatrischen Klinik 
C._____ und der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Graubünden, Zweig-
stelle E._____ (nachfolgend: KESB), am 9. Februar 2023 mitgeteilt.

H. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen im Kurzgutachten und in den beigezogenen 
Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung (Art. 426 ff. ZGB). Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 
EGzZGB [BR 210.100]), womit es auch zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig ist. Die Frist zur Anrufung des Gerichts bei einer fürsorgeri-
schen Unterbringung beträgt zehn Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 439 
Abs. 1 Ziff. 1 und Abs. 2 ZGB sowie Art. 450b Abs. 2 ZGB). Mit der unterzeichne-
ten Eingabe vom 1. Februar 2023 wurde die besagte Frist gewahrt (act. 01). Auf 
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB statuier-
ten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, die auch 
im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das 
Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften aufstellt (Lorenz 
Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
7. Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 
ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime (Abs. 1 
und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf die Verfah-
ren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So kommt etwa 
die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum Tragen (BGer 
5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu 
Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert 
(BGE 148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Ba-
sel 2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu 

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Art. 450e ZGB). Vorliegend wurde ein psychiatrisches Kurzgutachten angeordnet. 
D._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete dieses 
am 6. Februar 2023, nachdem sie die Beschwerdeführerin in der Klinik C._____ 
am 4. und 5. Februar 2023 persönlich untersucht hatte (act. 07). Dem Erfordernis 
eines Sachverständigengutachtens wurde damit Genüge getan.

2.3. Die gerichtliche Beschwerdeinstanz muss die betroffene Person gemäss 
Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christof 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptver-
handlung am 8. Februar 2023 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 
darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu 
Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische 
Untersuchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Per-
son eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm 
Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB). Nach Art. 429 Abs. 1 ZGB 
i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. c EGzZGB ist der behandelnde Arzt der überweisenden 
Einrichtung zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung befugt.

3.2. Dr. med. B._____ ist leitender Arzt für Innere Medizin und Sportmedizin am 
Spital F._____, von wo aus die Beschwerdeführerin an die C._____ überwiesen 
wurde. Dr. med. B._____ war daher zur Anordnung der fürsorgerischen Unterbrin-
gung befugt. In der Verfügung vom 31. Januar 2023 ordnete er die fürsorgerische 
Unterbringung für eine Dauer von vier Wochen an (act. 01.1). Die Verfügung 
enthält alle gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. Die 
fürsorgerische Unterbringung erfolgte in formeller Hinsicht rechtmässig.

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4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer verwahr-
lost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige 
Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der 
Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betrof-
fene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine 
Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 140 III 101 E. 6.2.3; 
vgl. dazu auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBl 2006 7001, S. 7062 [zit.: Botschaft]). Für die Anordnung einer fürsorgerischen 
Unterbringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB keine genügen-
de gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdgefährdung für sich 
alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbringung sein 
(BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-
treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich die Geeignetheit der Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur 
in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann und die Unterbringung für den angestrebten Zweck auch taug-
lich ist (sog. Verhältnismässigkeitsprinzip; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2. Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdeführerin an einem der in Art. 426 
Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies eine Betreu-
ung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung umfasst die 

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anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen oder Psycho-
pathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die medizini-
sche Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin entnommen 
und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD [International Classification of Dis-
turbances]; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

Die C._____ diagnostizierte der Beschwerdeführerin im Kurzbericht vom 3. Febru-
ar 2023 hauptsächlich sonstige akute vorwiegend wahnhafte psychotische 
Störungen (ICD-10: F23.3) und paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0). Als Ne-
bendiagnose wurden psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak, Abhän-
gigkeitssyndrom (ICD-10: F17.2), festgestellt. Die C._____ begründete dies damit, 
dass bei der Beschwerdeführerin ein wahnhaftes Zustandsbild habe festgestellt 
werden können, indem bei ihr psychotische Interpretationen körperlicher Verände-
rungen vorlägen. Die Beschwerdeführerin habe von einer längeren Phase körper-
licher Erkrankungen berichtet, von Ausfluss aus dem Ohr bis hin zu einer ange-
schwollenen Wirbelsäule und offenen Stellen am Rücken. Sie habe sich überzeugt 
gezeigt, dass die Flüssigkeit, welche sich zuvor bei der Wirbelsäule befunden ha-
be und ihr aus dem Ohr gelaufen sei, durch stellenweise leicht ausziehbare Haare 
habe entweichen können. Daneben habe die Beschwerdeführerin Ausführungen 
über einen Haarstrang in ihrem Hals gemacht, welchen sie mit einem aus dem 
Fachmarkt gekauften Laser habe selbst behandeln wollen. Die Beschwerdeführe-
rin habe sich im Spital in F._____ vorgestellt mit der Überzeugung, Haarbüschel 
im Rücken zu haben und diese auskratzen zu müssen. Trotz bestehender Sym-
ptomatik zeige sich die Beschwerdeführerin bezüglich einer psychiatrischen Er-
krankung nicht krankheitseinsichtig (act. 05). Die Gutachterin bestätigte in ihrem 
Kurzgutachten vom 6. Februar 2023 das Vorliegen einer wahnhaften Störung der 
Beschwerdeführerin, diagnostizierte anders als die C._____ aber keine akute vor-
wiegend wahnhafte psychotische Störung, sondern eine anhaltend wahnhafte 
Störung (ICD-10: F22.0). Dies, weil die Symptome vorliegend keinen akuten Be-
ginn aufgewiesen hätten und innerhalb von zwei Wochen oder weniger in einen 
nicht-psychotischen Zustand übergegangen seien, sondern über mehrere Monate 
angehalten hätten. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehe die Symptoma-
tologie der Beschwerdeführerin bereits seit September 2022, möglicherweise seit 
2016 (act. 07). Das Gutachten ist diesbezüglich nachvollziehbar, weshalb darauf 
abzustellen ist. Damit ist bei der Beschwerdeführerin ein gemäss Art. 426 Abs. 1 
ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforderlicher Schwächezustand im Sin-
ne der psychischen Störung gegeben.

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4.3. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung oder Betreuung. Die Gutachterin führt in ihrem Kurzgutachten aus, 
eine fachärztliche psychiatrische Behandlung der Beschwerdeführerin sei ange-
zeigt, da andernfalls mit einer weiteren Verschlechterung ihres psychischen und 
körperlichen Zustands zu rechnen sei (act. 07). Auch der Kurzbericht der Klinik 
C._____ hält fest, dass aufgrund bestehender psychotischer Symptomatik eine 
Behandlung in der geschützten Notfallstation indiziert sei (act. 05).

Nach dem Gesagten scheint die Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführe-
rin ausgewiesen. Dennoch stellt sich die Frage, ob die fürsorgerische Unterbrin-
gung angesichts des schweren Eingriffs in die persönliche Freiheit der Betroffenen 
im konkreten Fall noch als verhältnismässig beurteilt werden kann.

4.4. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt beziehungsweise nur so lange aufrechterhalten werden 
darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen 
Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die 
Beurteilung des Behandlungs- beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich 
sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffe-
nen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachter-
lich festgestellten Krankheit beziehungsweise die Betreuung unterbleibe 
(BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 2.4). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird 
eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht 
mehr erfüllt sind. Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustan-
des des Betroffenen im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenabwä-
gung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die 
Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas-
sungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit er-
gibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders 
erfolgen können darf als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Wor-
ten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der be-
absichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende 
Massnahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu 
Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwach-
senenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Als mildere Massnahme kommt den ambulanten Massnahmen und der 

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Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu 
(Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

4.4.1. Im Eintrittsstatus der Klinik C._____ vom 31. Januar 2023 wird ausgeführt, 
bei der Beschwerdeführerin bestünden keine Suizidgedanken und -intentionen, 
möglicherweise liege aber ein selbstverletzendes Verhalten im Rahmen von 
Wahnideen vor (act. 05.2). Des Weiteren erklärte die behandelnde Ärztin und 
Chefärztin, Dr. med. G._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Kon-
siliar- und Liaisonpsychiatrie, im Kurzbericht der C._____, bei der Beschwerdefüh-
rerin bestünde eine psychotische Symptomatik, die zu einer erheblichen Belastung 
für ihr Umfeld führe. Die familiäre Situation mit drei minderjährigen Kindern werde 
als angespannt und schwierig beschrieben. Die KESB habe vermeldet, neben 
dem laufendem Verfahren bezüglich der Kinder ein Abklärungsverfahren in Bezug 
auf die Beschwerdeführerin eröffnet zu haben. Eine stationäre Behandlung in der 
geschützten Notfallstation sei indiziert und es bestünden aus Sicht der C._____ 
gegenwärtig keine Alternativen und keine weniger einschneidenden Massnahmen 
(act. 05).

4.4.2. Gemäss der Gutachterin D._____ ergibt sich aus dem klinischen Bild der 
durch die Beschwerdeführerin selbst beigebrachten chronischen Verletzungen 
eine Selbstgefährdung. Zusätzlich bestehe ein Versorgungsdefizit der drei im ge-
meinsamen Haushalt lebenden minderjährigen Kinder und damit eine Drittgefähr-
dung. Es sei davon auszugehen, dass die Symptomatik der Beschwerdeführerin 
anhalte und sich bei Ausbleiben einer fachärztlichen psychiatrischen Behandlung 
und ohne Aufbau einer Milieutherapie (Tagesstruktur, regelmässige Einnahme von 
Medikamenten und Mahlzeiten, soziale Kontakte) verstärke. Das Krankheitsbild 
und die Prognose der Beschwerdeführerin würden sich ohne die Installation einer 
niederschwelligen supportiven Psychotherapie sowohl psychisch als auch körper-
lich weiter verschlechtern. Zur Stabilisierung und Konsolidierung der Beschwerde-
führerin sei eine zeitweilige stationäre Behandlung und Betreuung notwendig, ins-
besondere bedürfe es einer Reizabschirmung und einer Kontrolle der Medikamen-
teneinnahme. Im Verhältnis zum psychischen Zustand der Beschwerdeführerin sei 
die Unterbringung in der Klinik C._____ zum jetzigen Zeitpunkt die bestmögliche 
Unterbringungsform. Eine ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin sei 
aufgrund der nicht vorhandenen Krankheits- und Behandlungseinsicht nicht ziel-
führend (act. 07).

4.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 8. Februar 2023 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild 

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von der Beschwerdeführerin machen. Diese erschien in einem bewusstseinsklaren 
und orientierten Zustand. Sie machte einen ruhigen und kontrollierten Eindruck. 
Die ihr gestellten Fragen konnte sie adäquat und in einer gepflegten Sprache be-
antworten. Insgesamt war die Beschwerdeführerin – soweit die Beschwerdein-
stanz dies beurteilen kann – in einem guten Allgemeinzustand. Krankheits- und 
Behandlungseinsicht zeigte sie grundsätzlich, aber nicht in Bezug auf die wahn-
hafte Störung. Gegenüber dem Gericht distanzierte sich die Beschwerdeführerin 
von Suizidgedanken und selbstverletzendem Verhalten und machte glaubhaft, 
dass sie sich wegen der Kinder, die ihr alles bedeuteten, nichts antun würde. Die 
Beschwerdeführerin versicherte dem Gericht, dass sie bereit sei, nach einer allfäl-
ligen Entlassung aus der Klinik C._____ eine Therapie zu beginnen und sich me-
dikamentös behandeln zu lassen. Die Medikamente könne sie in der Praxis ihres 
behandelnden Arztes, Dr. H._____, im Spital in F._____ einnehmen. Des Weite-
ren beabsichtige sie, bei Dr. I._____, Leitender Psychologe und Psychotherapeut 
an der J._____klinik in F._____, gemeinsam mit ihren Kindern eine Familienthera-
pie zu beginnen und wöchentlich eine sozialpädagogische Familienbegleitung in 
Anspruch nehmen. Daneben sei ihr ein Finanzbeistand zur Seite gestellt worden 
und auch die Kinder würden wegen des Konfliktpotentials zwischen den Eltern 
betreffend die Obhutsstreitigkeit einen Beistand erhalten.

4.4.4. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin machen deutlich, dass ihre Be-
reitschaft, sich ambulant behandeln und betreuen zu lassen, durch den Wunsch 
motiviert ist, bei ihren Kindern sein zu können. Die Behandlungsbereitschaft wirkte 
nicht als bloss für das Verfahren vorgeschoben, womit eine im Vergleich zur für-
sorgerischen Unterbringung mildere und gleichermassen geeignete Alternative 
zum Schutz der Gesundheit und des Lebens der Beschwerdeführerin und ihrer 
Kinder zur Verfügung steht. Eine Behandlung oder Betreuung im Sinne der fürsor-
gerischen Unterbringung in der Klinik C._____ ist deshalb nach den strengen Vor-
aussetzungen des Gesetzes nicht mehr gerechtfertigt. Bei dieser Ausgangslage 
kann eine konkrete, unmittelbare und erhebliche Selbstgefährdung, welcher nur 
mit einer stationären Behandlung begegnet werden kann, nicht bejaht werden. 
Zwar scheint eine Selbstgefährdung der Beschwerdeführerin entsprechend den 
Ausführungen der Gutachterin zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen (An-
halten der Symptomatologie, Exazerbation der Symptome, vgl. act. 07, S. 8). Es 
ist allerdings bereits fraglich, ob diese Selbstgefährdung für sich alleine bereits die 
notwendige Intensität aufweist, um eine fürsorgerische Unterbringung – mithin ei-
nen Freiheitsentzug – zu rechtfertigen. Soweit im Gutachten schliesslich von einer 
Drittgefährdung der Kinder aufgrund eines Versorgungsdefizits die Rede ist, ist 
darauf hinzuweisen, dass gemäss den mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechts-

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verbeiständung eingereichten Unterlagen die KESB Graubünden, Zweigstelle 
E._____, aufgrund einer Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 22. Dezem-
ber 2022 bereits eine Beistandsperson zu ernennen hat, die insbesondere auch 
eine Entlastungsfamilie zu organisieren und zu überwachen hat. Im Weiteren geht 
aus der persönlichen Befragung der Beschwerdeführerin hervor, dass diese über 
ein funktionierendes Umfeld in F._____ zu verfügen scheint, welches sich auch 
um Belange der Kinder kümmert. Die von der Gutachterin beschriebene Drittge-
fährdung (der Kinder) erweist sich aus Sicht des Kantonsgerichts daher zum Ur-
teilszeitpunkt als nicht nachvollziehbar.

5. Die vorerwähnten Umstände führen für das Kantonsgericht zusammenfas-
send zum Schluss, dass zwar ein behandlungsbedürftiger Schwächezustand vor-
liegt, die für die fürsorgerische Unterbringung wesentlichen Voraussetzungen in-
dessen nicht erfüllt sind, indem es einerseits an einer akuten Selbst- oder Fremd-
gefährdung von einem gewissen Ausmass fehlt und im Weiteren auch die Not-
wendigkeit der Behandlung oder Betreuung im Rahmen einer fürsorgerischen Un-
terbringung nicht gegeben ist, zumal die Beschwerdeführerin bereit ist, sich be-
handeln zu lassen. Die fürsorgerische Unterbringung erweist sich folglich im Zeit-
punkt der Verhandlung – allein dieser ist für das Kantonsgericht massgebend – als 
unverhältnismässig. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und die fürsorgeri-
sche Unterbringung ist aufzuheben. 

Es ist aber davon Vormerk zu nehmen, dass die Beschwerdeführerin zu einer 
sachdienlichen ambulanten Nachbetreuung bereit ist. Im Weiteren rechtfertigt es 
sich, die Klinik C._____ im Sinne von Art. 436 ZGB anzuweisen, mit der Be-
schwerdeführerin im Rahmen des Austrittsgesprächs auf den Abschluss einer 
Vereinbarung über eine geeignete ambulante Nachbetreuung hinzuwirken und im 
Falle des Scheiterns die KESB Graubünden, Zweigstelle E._____, zu informieren.

6.1. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 5 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf Aufhebung der fürsor-
gerischen Unterbringung in der Klinik C._____ umfassend durchgedrungen. Bei 
diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
insgesamt CHF 4'437.50 (bestehend aus CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr und 
CHF 2'937.50 Gutachterkosten) zu Lasten des Kantons Graubünden.

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6.2. Zudem hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine aussergerichtliche 
Entschädigung (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). Gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung 
über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 
(HV; BR 310.250) gilt ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 270.00 
als üblich, weshalb maximal CHF 270.00 pro Stunde zugesprochen wird, falls eine 
entsprechende Honorarvereinbarung vorliegt (Art. 96 ZPO i.V.m. Art. 2 Abs. 2 Ziff. 
1 HV). Rechtsanwalt MLaw Luca Curdin Conrad hat mit Honorarnote vom 8. Fe-
bruar 2023 einen Aufwand von 8.2 Stunden à CHF 250.00 in Rechnung gestellt. 
Da eine Honorarvereinbarung fehlt – es wurde lediglich eine Kopie der Vollmacht 
eingereicht – ist praxisgemäss von einem Stundenansatz von CHF 240.00 auszu-
gehen. Nachdem sich der zeitliche Aufwand als angemessen erweist, wird der 
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 2'183.15 
(CHF 1'968.00 zzgl. 3 % Spesen und 7.7 % MwSt.) zugesprochen.

6.3. Da die Beschwerde gutgeheissen und der Beschwerdeführerin eine volle 
aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen wird, erweist sich das am 7. Fe-
bruar 2023 gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung (ZK1 23 27) als gegenstandslos und ist abzuschreiben.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die ärztliche Leitung der Klinik C._____ wird angewiesen, im Rahmen des 
Austrittsgesprächs gemäss Art. 436 ZGB auf den Abschluss einer Verein-
barung über eine geeignete ambulante Nachbetreuung hinzuwirken und im 
Falle des Scheiterns die KESB Graubünden, Zweigstelle E._____, zu in-
formieren. Es wird davon Vormerk genommen, dass A._____ zu einer 
sachdienlichen ambulanten Nachbetreuung bereit ist.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 4'437.50 (Gerichtsgebühr 
von CHF 1'500.00 und Gutachterkosten von CHF 2'937.50) gehen zu Las-
ten des Kantons Graubünden.

4. A._____ wird für das Beschwerdeverfahren mit CHF 2'183.15 (inkl. Spesen 
und MwSt.) zu Lasten des Kantons Graubünden (Kasse Kantonsgericht) 
entschädigt.

5. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung (ZK1 23 27) wird als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

7. Mitteilung an: