# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77f391bd-f54e-57ad-a00e-7d8eaf7eb6c6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 08.03.2010 ZK1 2010 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2010-1_2010-03-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 8. März 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 10 1

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
RichterInnen Präsident Brunner und Vizepräsident Schlenker
Redaktion Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Dieter R. Marty, Alexanderstrasse 8, Postfach 528, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 7. Dezember 2009, 
mitgeteilt am 15. Dezember 2009, betreffend den Beschluss der 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt am 
23. Oktober 2009, in Sachen der Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin 
gegen die V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e  d e s  K r e i s e s  C h u r , 
Gäuggelistrasse 1, Postfach 720, 7002 Chur, vertreten durch den Präsidenten, 
Rechtsanwalt lic. iur. Peter Dörflinger, Beschwerdegegnerin und 
Berufungsbeklagte,

betreffend Entmündigung,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 21

I. Sachverhalt

A. X. wurde am A. in B. geboren, wo sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem 
Adoptivvater die ersten fünf Lebensjahre verbrachte. Danach kehrte die Familie in 
die Schweiz zurück. Im Engadin besuchte X. die Primar- und die Sekundarschule. 
Eine Ausbildung absolvierte sie danach nicht. Im Alter von 20 Jahren verheiratete 
sich die Genannte mit C., Asylbewerber aus Ghana. Aus dieser Verbindung ging 
der Sohn D., geboren am E., hervor. Im Jahr 2007 wurde die Ehe geschieden.

Vom 16. Dezember 2005 bis am 4. Januar 2006 war X. aufgrund einer akuten 
schizophreniformen, psychotischen Störung in der Psychiatrischen Klinik Beverin 
hospitalisiert. Im Herbst 2008 reiste sie mit ihrem Sohn zu ihrer Mutter, die 
mittlerweile in F. lebte. Dort befand sie sich auf Veranlassung ihrer Mutter 
zeitweise in psychiatrischer Behandlung. Am 9. März 2009 kehrte X. in die 
Schweiz zurück.

B. Mit Beschluss der Vizepräsidentin der Vormundschaftsbehörde der Kreise 
Oberengadin/Bergell vom 25. März 2009, mitgeteilt am 26. März 2009, wurde X. 
gestützt auf Art. 397a ZGB per sofort zur Abklärung und Behandlung in die 
psychiatrische Klinik Waldhaus in Chur eingewiesen. Die Klinik wurde beauftragt, 
ihren Gesundheitszustand, ihre Erziehungsfähigkeit in Bezug auf den Sohn D. 
sowie die Notwendigkeit einer vormundschaftlichen Massnahme abzuklären. 
Gleichzeitig wurde für X. in der Person von Amtsvormund G. ein 
Vertretungsbeistand nach Art. 392 Ziff. 1 ZGB ernannt.

Ein Gesuch von X. um Entlassung aus der Klinik Waldhaus wurde mit Beschluss 
der Vormundschaftsbehörde der Kreise Oberengadin/Bergell vom 21. Juli 2009, 
mitgeteilt am 24. Juli 2009, abgewiesen. Der Bezirksgerichtsausschuss Maloja 
schützte diesen Entscheid in seinem Urteil vom 3. September 2009, mitgeteilt am 
8. Oktober 2009.

Mit Beschluss vom 21. Juli 2009, mitgeteilt am 18. August 2009, delegierte die 
Vormundschaftsbehörde der Kreise Oberengadin/Bergell die laufenden Verfahren 
betreffend X. sowie die Vertretungsbeistandschaft an die Vormundschaftsbehörde 
des Kreises Chur.

C. Am 17. August 2009 legten die Psychiatrischen Dienste Graubünden das 
Gutachten über X. vor. Der Expertise von Dr. med. H., Assistenzärztin, 
mitunterzeichnet von Dr. med. I., Chefärztin, kann im Wesentlichen entnommen 
werden, dass X. an einer seit Jahren bestehenden chronischen Erkrankung aus 

Seite  3 — 21

dem Formenkreis der Schizophrenie leidet. Bei der diagnostizierten 
psychiatrischen Erkrankung handle es sich um eine Geisteskrankheit. Im Rahmen 
dieser Erkrankung sei die Genannte nicht mehr in der Lage, ohne Hilfe von 
Drittpersonen ihr Alltagsleben zu bestreiten. Sie könne durch ihre nicht 
vorhandene Urteilsfähigkeit die Tragweite ihres Handelns nicht mehr einschätzen 
und brauche Unterstützung in allen Bereichen (Wohnen, Arbeiten, Versorgung 
ihres Sohnes). Aufgrund der ausgeprägten Störungen werde entsprechend Art. 
369 ZGB eine Vormundschaft empfohlen. Es bestehe eine ausgeprägte 
Krankheitsuneinsichtigkeit, weswegen von einer Beistandschaft oder Beiratschaft 
vorerst abzusehen sei.

In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2009 an die Vormundschaftsbehörde 
des Kreises Chur beantragte der Rechtsvertreter von X., die Genannte sofort aus 
dem fürsorgerischen Freiheitsentzug zu entlassen und auf die Ergreifung von 
vormundschaftlichen Massnahmen zu verzichten.

D. Mit Beschluss vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt am 23. Oktober 2009, traf 
die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur folgende Anordnungen:

"1. X. wird entmündigt und unter Vormundschaft (Art. 369 ZGB) gestellt.

2. Zum Vormund von X. wird J. (Amtsvormundschaft Chur) ernannt.

3. J. wird als Vormund gemäss Art. 369 ZGB von X. beauftragt, die 
gesamten persönlichen und vermögensrechtlichen Interessen der 
Bevormundeten zu wahren.

4. J. wird ersucht, zuhanden der Behörde in spätestens zwei Monaten ein 
Eingangsinventar über die Vermögenswerte von X. einzureichen, 
welches Grundlage der vormundschaftlichen Verwaltungsrechnung 
bildet, und alle zwei Jahre einen schriftlichen Bericht über die 
Mandatsführung und die jährlich abgeschlossene 
Verwaltungsrechnung samt Belegen einzureichen. Für das Jahr 2010 
ist zudem ein Budget einzureichen.

5. Die Ernennung von J. zum Vormund gemäss Art. 369 ZGB von X. 
kann innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses schriftlich bei 
der unterzeichneten Behörde nach Art. 388 ZGB abgelehnt oder als 
gesetzeswidrig angefochten werden.

6. Die Bevormundung von X. ist gestützt auf Art. 375 Abs. 1 und Art. 387 
Abs. 2 ZGB zu publizieren.

7. Die für X. geführte Beistandschaft in bestimmten Angelegenheiten (Art. 
392 Ziff. 1 ZGB) wird mit Rechtskraft des Bevormundungsbeschlusses 
aufgehoben und G. (Amtsvormundschaft Oberengadin/Bergell) als 
Beistand entlassen. G. wird aufgefordert, im Hinblick auf seine 
Entlastung einen Schlussbericht einzureichen.

8. Die fürsorgerische Freiheitsentziehung über X. wird aufrechterhalten. 
Die Entlassungskompetenz bleibt bei der Vormundschaftsbehörde 

Seite  4 — 21

Chur. Die Psychiatrischen Dienste Graubünden werden beauftragt, 
(allenfalls über den Mandatsträger) Antrag auf Entlassung zu stellen, 
sobald diese aus medizinisch therapeutischer Sicht angezeigt und ein 
entsprechendes Anschlussprogramm in Zusammenarbeit mit dem 
Mandatsträger gefunden worden ist. Gegen die Aufrechterhaltung der 
fürsorgerischen Freiheitsentziehung kann innert 10 Tagen seit 
Mitteilung beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur, Theaterweg 1, 
7000 Chur, Beschwerde erhoben werden.

9. Auf die Erhebung von Kosten wird verzichtet (Art. 46 Abs. 2 
EGzZGB)."

E. Am 5. November 2009 liess X. gegen diesen Beschluss beim 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur Beschwerde erheben. Sie stellte folgende 
Rechtsbegehren:

"1. Der angefochtene Beschluss betreffend Aufrechterhaltung des FFE 
und Errichtung der Vormundschaft sei per sofort aufzuheben.

2. Der FFE sei ab Eingang der Beschwerde bis zur rechtskräftigen 
Erledigung des Verfahrens auszusetzen und Frau X. auf freien Fuss 
zu setzen.

3. Es sei ein Obergutachten über die Frage der Bevormundung und des 
begleitenden Wohnens zu erstellen.

4. Eventualiter sei die Angelegenheit zur rechtsgenüglichen 
Durchführung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Das Gesuch um URP liegt dieser Beschwerde gesondert bei.

6. Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz."

Die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur beantragte in ihrer Stellungnahme 
vom 20. November 2009 die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf 
eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 
Ebenfalls mit Schreiben vom 20. November 2009 ging eine Stellungnahme von Dr. 
med. I. und Dr. K., Psychiatrische Dienste Graubünden, ein.

F. Die mündliche Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss 
Plessur fand am 26. November 2009 statt, wobei das Gericht die Verhandlung 
nach der persönlichen Befragung der Beschwerdeführerin und dem Parteivortrag 
ihres Rechtsvertreters zum Zweck der Beweisergänzung vertagte. Nach dem 
Vorliegen eines ärztlichen Berichts der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 
4. Dezember 2009 wurde die Hauptverhandlung am 7. Dezember 2009 fortgeführt. 
Mit Urteil vom 7. Dezember 2009, im Dispositiv mitgeteilt am 8. Dezember 2009 
und schriftlich mitgeteilt am 15. Dezember 2009, erkannte der 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur, wie folgt:

Seite  5 — 21

„1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die fürsorgerische 
Freiheitsentziehung (FFE) bzw. Ziff. 8 der angefochtenen Verfügung 
aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dem Parteivertreter wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des 
vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote 
betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen 
und seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nicht-
Einhaltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den 
Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

Unmittelbar nach diesem Entscheid trat X. aus der Psychiatrischen Klinik 
Waldhaus aus. Seither lebt sie in Untermiete bei einem Bekannten in Chur.

G. Am 5. Januar 2010 liess X. gegen das Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses Plessur beim Kantonsgericht Graubünden Berufung 
erklären. Sie stellt folgende Berufungsanträge:

"1. Das angefochtene Urteil sei in Punkt 1 zweiter Satz aufzuheben.

2. Die Errichtung einer Vormundschaft über die Berufungsklägerin sei 
abzuweisen.

3. Die Verbringung der Berufungsklägerin in ein Heim oder/und die 
Anordnung des begleitenden Wohnens sei abzuweisen.

4. Eventualiter sei ein Obergutachten über die Frage der Bevormundung 
und des begleitenden Wohnens zu erstellen.

5. Wir beantragen dem angerufenen Gericht die Durchführung einer 
mündlichen Verhandlung.

6. Der Berufungsklägerin sei für das laufende Verfahren die 
unentgeltliche Rechtspflege sowie Rechtsverbeiständung durch den 
Unterzeichneten zu gewähren.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz."

Die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur beantragte in ihrer 
Berufungsantwort vom 27. Januar 2010 die Abweisung der Berufung, soweit 
darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur hatte mit Schreiben 
vom 26. Januar 2010 auf das Einreichen einer Vernehmlassung verzichtet.

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Februar 2010 wurde der Schriftenwechsel 
für geschlossen erklärt, dem Antrag auf Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung stattgegeben und mitgeteilt, dass das Gericht über die mit 
der Berufung gestellten Beweisanträge im Rahmen der Berufungsverhandlung 

Seite  6 — 21

entscheiden werde. Überdies wurde der Vormund aufgefordert, einen Bericht über 
seine Tätigkeit seit Mitteilung des angefochtenen Urteils und über die aktuellen 
Verhältnisse der Berufungsklägerin einzureichen. Amtsvormund J. legte seinen 
Bericht am 16. Februar 2010 vor.

H. Die Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden fand 
am 8. März 2010 statt. Anwesend waren die Berufungsklägerin X., ihr 
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Dieter R. Marty, sowie Amtsvormund J.. 
Einleitend verlas die Vorsitzende die Berufungsanträge. Gegen die Zuständigkeit 
und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände vorgebracht, so 
dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte. Der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin erklärte sich damit einverstanden, zu den im 
Berufungsverfahren gestellten Beweisanträgen im Rahmen des Parteivortrags 
Stellung zu nehmen. Im Anschluss wurden die Berufungsklägerin und der von den 
Vorinstanzen eingesetzte Vormund gerichtlich befragt.

X. gab hierbei an, es gehe ihr gut. Seit Dezember 2009 wohne sie bei einem 
Bekannten, suche jetzt aber eine Wohnung für sich allein. Sie mache den 
Haushalt selbst und habe einen geregelten Tagesablauf. Ihr Sohn befinde sich 
immer noch im Kinderheim. Sie habe zu ihm so oft wie möglich Kontakt und 
telefoniere täglich mit ihm. Besuche würden alle zwei bis drei Wochen stattfinden, 
im Rahmen der begleiteten Besuchstage. Sie habe nun eine feste Arbeitsstelle im 
Verkaufsladen des L., wo sie in Teilzeit, verteilt auf fünf Tage die Woche, arbeite. 
Neben dem Lohn für diese Arbeit von Fr. 4.50 pro Stunde erhalte sie Leistungen 
der IV von rund Fr. 1'500.-- monatlich; ein Antrag auf Ergänzungsleistungen sei 
pendent. Die Arbeitsstelle sei unbefristet und stelle einen guten Einstieg in die 
Arbeitswelt dar. Sie haben den Wunsch, eine Ausbildung zu machen, eventuell in 
Absprache mit der IV. Bis anhin habe sie keine Ausbildung, da ihr die Eltern keine 
solche finanziert hätten. Eigene Versuche habe sie mangels finanziellen Mitteln 
abgebrochen. Das Finanzielle laufe über den Vormund, sie komme über die 
Runden. Die Medikamente, an dessen Einnahme sie sich mittlerweile gewöhnt 
habe, nehme sie zwei Mal pro Tag, und zwar selbst; sie habe ein Dauerrezept in 
einer Apotheke. Vor kurzem habe sie bei einer Ärztin einen Medikamentenspiegel 
machen lassen, dessen Ergebnis noch ausstehe. Der nächste Spiegel sei in 
einem halben Jahr geplant. Ansonsten werde die Medikamenteneinnahme nicht 
kontrolliert. Soweit sie wisse, seien die Medikamente gegen Schizophrenie und 
wirkten ausgleichend. Rechtsanwalt Marty wandte zu diesem Punkt ein, das 
Medikament "Abilify", das die Berufungsklägerin nehme, sei lediglich ein Aufheller. 
Auf die Frage der Behandlung angesprochen, gab die Berufungsklägerin an, bis 

Seite  7 — 21

Ende Februar 2010 sei sie bei Dr. M. in der Klinik Waldhaus in Behandlung 
gewesen. Nun habe sie einen Termin bei der Psychiaterin Dr. N. abgemacht, zu 
der sie voraussichtlich alle ein bis zwei Wochen einmal gehe. Die Tagesklinik 
besuche sie nicht mehr, da sie nun arbeite. Das Gutachten mit der Diagnose 
Schizophrenie sei ihr bekannt. Sie sei jedoch der Ansicht, dass sich vieles 
verändert habe und könne die Diagnose nicht anerkennen. Dennoch nehme sie 
ihre Medikamente. Auf die Frage, ob sie dies nur unter Druck tue, gab sie an, es 
spiele ihr keine Rolle, ob sie die Medikamente nehme oder nicht. Sie hoffe aber, 
dass die Psychiaterin oder das Gericht dies abschaffe. Die Zusammenarbeit mit 
ihrem Vormund J. sei sehr gut. Sie denke, dass sie das gebracht habe, was er 
verlangt habe. Auf die Frage, ob sie bereit wäre, auch in anderer Art mit ihm 
zusammenzuarbeiten, bspw. in Form einer Beistandschaft, äusserte sich X. 
dahingehend, dass sie kooperieren, es aber bevorzugen würde, ihr Leben selbst 
zu leben. Sie sei auch der Meinung, selbst für ihren Sohn sorgen zu können. Sie 
habe ihn nie geschlagen oder vernachlässigt. Auf ihren Aufenthalt in F. 
angesprochen, gab die Berufungsklägerin an, es sei dort zu Konflikten mit dem 
Bruder und der Mutter gekommen. Zuvor habe sie vier Jahre keinen Kontakt mit 
der Mutter gehabt und auf Versöhnung gehofft. Die Mutter habe indes eine 
spirituelle Ader, die sie nicht vertreten könne, was immer wieder zu 
Auseinandersetzungen führe. In F. habe die Mutter sie zwangsweise in eine Klinik 
einweisen lassen, wo sie nach 10 Tagen wieder entlassen worden sei. Dies mit 
der Begründung, sie habe nicht geduscht und gekifft, was aber nicht stimme.

Der Vormund J. gab dem Gericht gegenüber an, die Berufungsklägerin habe mit 
ihm zusammengearbeitet, wo er es gebraucht habe. Die direkte Mitarbeit sei in 
Ordnung. X. sei ihm gegenüber jedoch etwas reserviert und zurückhaltend, die 
Informationen eher bruchstückhaft und etwas intransparent. Sobald es um 
spezifische Fragen gehe, spüre er gewisse Widerstände.

Im Anschluss an die Befragung konnte das Beweisverfahren unter dem Vorbehalt 
des Entscheids über die im Berufungsverfahren gestellten Beweisanträge oder 
über eine amtliche Beweisabnahme geschlossen werden. Schliesslich nahm 
Rechtsanwalt Marty in seinem Plädoyer zu den Beweisanträgen und zu den 
materiellen Berufungsanträgen Stellung. Der Genannte gab eine schriftliche Kritik 
am psychiatrischen Gutachten zu den Akten.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil, die weiteren Ausführungen der 
Berufungsklägerin und ihres Rechtsvertreters in den Rechtsschriften und 
anlässlich der Berufungsverhandlung sowie auf den weiteren Inhalt des 

Seite  8 — 21

psychiatrischen Gutachtens und der Berichte der Ärzte und des Vormunds wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1a. Gemäss Art. 64 Abs. 1 EGzZGB kann gegen Entscheide des 
Bezirksgerichtsausschusses in vormundschaftlichen Angelegenheiten Berufung an 
das Kantonsgericht erhoben werden. Die Berufung ist schriftlich und unter Beilage 
des angefochtenen Entscheids innert 20 Tagen beim Kantonsgericht einzureichen. 
In der Berufungsschrift ist mit kurzer Begründung anzugeben, welche Punkte 
angefochten und welche Änderungen beantragt werden. 

Die Berufung von X. wurde frist- und formgerecht eingereicht, so dass darauf im 
Grundsatz eingetreten werden kann.

b. Gestützt auf den Antrag der Berufungsklägerin wurde am 8. März 2010 eine 
mündliche Berufungsverhandlung durchgeführt, was sich nicht nur durch die 
Tragweite, die einer Entmündigung für den Betroffenen zukommt, rechtfertigte, 
sondern dem Gericht auch ermöglichte, sich einen persönlichen Eindruck von der 
Berufungsklägerin zu verschaffen und sie zu den aktuellen Verhältnissen zu 
befragen.

c/aa. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet die gestützt auf Art. 369 ZGB 
ausgesprochene Entmündigung von X.. Kein Berufungsthema ist hingegen die 
Frage der fürsorgerischen Freiheitsentziehung, nachdem der 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur den Beschluss der Vormundschaftsbehörde 
Chur in diesem Punkt aufgehoben hat.

c/bb. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass auf Ziffer 3 der Rechtsbegehren der 
Berufungsklägerin, in der beantragt wird, ihre Verbringung in ein Heim oder/und 
die Anordnung des begleitenden Wohnens sei abzuweisen, nicht eingetreten 
werden kann. So wurde die Frage einer Heimeinweisung oder der Anordnung des 
begleitenden Wohnens im vorinstanzlichen Verfahren zwar thematisiert, fand aber 
im Urteilsdispositiv keinen Niederschlag. Die Vorinstanz hob den von der 
Vormundschaftsbehörde angeordneten fürsorgerischen Freiheitsentzugs vielmehr 
vorhaltlos auf. Zudem lebt die Berufungsklägerin aktuell selbständig, so dass es 
neben einem Anfechtungsobjekt auch an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse 
an der Beurteilung der Frage der Wohnform fehlt.

Seite  9 — 21

2a. In der Berufungsschrift wird beantragt, die Assistenzärztin Dr. med. H. 
sowie die Chefärztin der Klinik Waldhaus, Dr. med. I., als Zeuginnen zu berufen. 
Überdies wird der Eventualantrag auf Einholen eines Obergutachtens über die 
Frage der Bevormundung gestellt (Ziff. 4 der Rechtsbegehren). Die Berufung wird 
denn auch hauptsächlich mit der Mangelhaftigkeit des Gutachtens der 
Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 17. August 2009 begründet. Ferner 
wird der Vorinstanz der Vorwurf gemacht, sie habe sich blindlings auf das 
Gutachten abgestützt und es unterlassen, dieses kritisch zu würdigen.

Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin kritisiert im Zusammenhang mit dem 
Gutachten zunächst, dass die das Gutachten verfassende Assistenzärztin in dem 
zur Verfügung stehenden halben Jahr nur gerade 45 Minuten mit der 
Berufungsklägerin gesprochen habe, weshalb die Ärztin zu befragen sei, auf 
Grund welcher persönlich mit X. gemachter Erfahrungen sie ihre 
Schlussfolgerungen gezogen habe. Im Weiteren wird der von Dr. phil. O. 
durchgeführte MMPI-Test beanstandet. Es sei nicht ersichtlich, welche Version 
des Tests verwendet worden sei. Zudem werde nicht erklärt, wo die Normwerte 
liegen würden und inwiefern sich die Resultate des Tests mit den selbst 
gemachten Erfahrungen decken. Hinzu kämen die kritiklos übernommen 
Aussagen einer Grossmutter, die ihre Enkelin schon lange nicht mehr gesehen 
habe, die Geschichten einer Mutter, die in F. der Welt zu entfliehen versuche, und 
die Geschichten eines leiblichen Vaters, der sich seit dem 16. Lebensjahr der 
Berufungsklägerin beharrlich in deren Leben einmische. Zusammen mit den 
Stationsberichten, die ausser den Therapie- und Essenszeiten keine genaueren 
Angaben hergäben, sei dieses Gutachten schlichtweg unbrauchbar und dessen 
Inhalt offensichtlich falsch.

b. Die Kritik der Berufungsklägerin am Gutachten der Psychiatrischen Dienste 
Graubünden vom 17. August 2009 vermag nicht zu überzeugen. Das Gutachten 
wurde von der Assistenzärztin Dr. med. H. erstellt und von der Chefärztin Dr. I. 
mitunterzeichnet. Allein aus der Tatsache, dass es sich bei Dr. H. um eine 
Assistenzärztin handelt, kann ohne entsprechende Hinweise nicht auf eine 
fehlende berufliche Qualifikation geschlossen werden. Dass Assistenzärzte mit der 
Erstellung gerichtlicher Gutachten betraut werden, ist durchaus üblich und vermag 
deren Verwertbarkeit nicht per se in Frage zu stellen (vgl. bspw. ZF 08 77, S. 6; 
ZF 04 45, E. 2). Als klar aktenwidrig erweist sich die Behauptung von 
Rechtsanwalt Marty, die Ärztin habe nur gerade 45 Minuten mit der 
Berufungsklägerin gesprochen. Einzig die Untersuchung vom 14. April 2009 
dauerte lediglich 45 Minuten, da sie die Berufungsklägerin nach dieser Zeit von 

Seite  10 — 21

sich aus abbrach (vgl. Gutachten, act. IV.49, S. 8). Daneben haben, wie sowohl 
aus dem Gutachten selbst als auch aus der im vorinstanzlichen Verfahren 
eingeholten Krankengeschichte hervorgeht, zahlreiche weitere Untersuchungen 
und Gespräche mit Dr. H., aber auch mit anderen Ärzten stattgefunden. Der 
Krankengeschichte lässt sich weiter entnehmen, dass Dr. H. eng mit Oberärzten 
und der Chefärztin zusammengearbeitet hat und bei der Erstellung des 
Gutachtens keineswegs auf sich allein gestellt war. Die in diesem Zusammenhang 
beantragten Zeugeneinvernahmen der beiden Ärztinnen erweisen sich damit als 
unnötig.

Was den Inhalt des Gutachtens betrifft, so wurden dessen Schlussfolgerungen 
von der Chefärztin der Klinik Waldhaus gestützt. Sie hat mit der Mitunterzeichnung 
des Gutachtens hierfür die volle Verantwortung übernommen. Allein aus der 
Tatsache, dass Dr. I. als Leiterin zweier psychiatrischer Kliniken ein grosses 
Arbeitspensum zu bewältigen hat, lässt sich entgegen der Behauptung von 
Rechtsanwalt Marty selbstredend nicht ableiten, sie habe das Gutachten quasi 
blind und ohne eingehende Prüfung unterzeichnet. Der Gutachterin Dr. H. kann 
sodann nicht vorgeworfen werden, dass die von Grossmutter, Mutter und 
leiblichem Vater der Berufungsklägerin geäusserten Beobachtungen unbesehen 
übernommen wurden, erweist sich das Gutachten doch als breit abgestützt. So 
zog die Genannte für die Erstellung des Gutachtens auch die Akten der 
Vormundschaftsbehörde, die ärztlichen Berichte sowie die Krankengeschichte des 
stationären Aufenthalts der Betroffenen in der Klinik Beverin, die körperliche und 
neurologische Untersuchung inklusive Labor, die eingehende psychiatrische 
Exploration, stationär durchgeführt in der Psychiatrischen Klinik Waldhaus 
während des Aufenthalts seit dem 25. März 2009, die MRI-Untersuchung sowie 
die neuropsychologische Diagnostik bei (vgl. Gutachten, act. IV.49, S. 1 f.). Dass 
bei der Wiedergabe der Resultate der von Dr. O. durchgeführten 
Testpsychologischen Diagnostik (MMPI-Test) allenfalls gewisse formale Mängel 
festzustellen sind, da die Angabe der Testversion und der Normwerte fehlt, 
vermag den daraus gewonnenen Befund (vgl. Gutachten, act. IV.49, S. 9 f.) im 
Übrigen nicht zu entkräften. Wie bereits die Vormundschaftsbehörde in ihrem 
Beschluss vom 20. Oktober 2009 zutreffend ausgeführt hat, handelt sich um das 
Ergebnis eines standardisierten Testverfahrens, das von einem erfahrenen 
Psychologen durchgeführt wurde. Auch sind die fehlenden Angaben nicht 
geeignet, das Gutachten als Ganzes ernsthaft in Frage zu stellen, zumal sich die 
Gutachterin, wie erwähnt, nicht ausschliesslich auf dieses Testverfahren stützte. 
Ergänzend kann, was die Würdigung des Gutachtens betrifft, auf Erwägung 3ab 

Seite  11 — 21

des angefochtenen Urteils, S. 10 f., verwiesen werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO). 
Insgesamt teilt das Kantonsgericht die Auffassung der Vorinstanz, dass sich das 
Gutachten als breit abgestützt und die Diagnose als nachvollziehbar und schlüssig 
begründet erweist, so dass dem Gutachten die volle Beweiskraft zuzuerkennen ist. 
Für die Anordnung einer Oberexpertise besteht unter diesen Umständen kein 
Anlass.

3a/aa. Im Weiteren erhebt die Berufungsklägerin die verfahrensrechtliche Rüge, 
die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur habe die mündliche Verhandlung 
ohne die Betroffene durchgeführt. Es sei weder eine Art. 59 EGzZGB genügende 
Vorladung zu einer mündlichen Verhandlung vorhanden, noch könne die 
Vorinstanz ein schriftliches Einverständnis der Betroffenen vorweisen, wonach 
diese auf einen Vortritt vor die Gesamtbehörde verzichtet habe. Die erwähnte 
Bestimmung lasse keinen Raum für Mutmassungen über allenfalls konkludentes 
Verhalten. Somit stehe entgegen der Auffassung der Vorinstanz fest, dass bereits 
der Beschluss der Vormundschaftsbehörde rechtswidrig zustande gekommen sei.

a/bb. Die Vorinstanz hat, was die Frage der Beschlussfassung ohne Vorladung 
der Berufungsklägerin betrifft, zutreffend festgehalten, dass X. der in Art. 59 
EGzZGB verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör in rechtsgenüglicher Weise 
gewährt worden ist. Auf die entsprechenden Ausführungen in E. 2, S. 7 ff., des 
angefochtenen Urteils kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 229 Abs. 3 
ZPO). Der Schluss der Vorinstanz, die Vormundschaftsbehörde habe 
stillschweigend davon ausgehen dürfen, eine Verhandlung vor der 
Gesamtbehörde gemäss Art. 59 EGzZGB sei nicht erwünscht und die 
Beschlussfassung könne ohne Abhalten einer solchen erfolgen, erweist sich unter 
den konkreten Umständen als berechtigt und stellt daher keine unzulässige 
Mutmassung dar. Es ist namentlich darauf hinzuweisen, dass vom Rechtsvertreter 
der Berufungsklägerin trotz expliziter Aufforderung seitens der 
Vormundschaftsbehörde, zur Frage der Vorladung vor die Gesamtbehörde 
Stellung zu nehmen (act. IV.55), und trotz mehrfach gewährter Fristerstreckung 
bis zur Beschlussfassung der Behörde keine entsprechende Stellungnahme 
erfolgte. Zudem wurde die Sitzung der Vormundschaftsbehörde vom 20. Oktober 
2009 angekündigt (vgl. act. IV.62). Die Berufungsklägerin und ihr Rechtsvertreter 
verzichteten indes auf eine Teilnahme. Unbestritten und aktenkundig ist im 
Übrigen, dass X. von der Vizepräsidentin der Vormundschaftsbehörde am 10. 
September 2009 anlässlich einer Anhörung über den Antrag der Behörde, sie 
gestützt auf das psychiatrische Gutachten bevormunden zu lassen, informiert 

Seite  12 — 21

worden war und auch Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten hatte (act. IV.54, 
act. IV.73).

Eine allfällig unzureichende Anhörung der Berufungsklägerin durch die 
Vormundschaftsbehörde wäre im Übrigen im vorinstanzlichen Verfahren geheilt 
worden, hatte X. an den Verhandlungen vor dem Bezirksgerichtsausschuss 
Plessur vom 26. November 2009 und vom 7. Dezember 2009 doch ausreichend 
Gelegenheit, sich jeweils persönlich zu sämtlichen Punkten zu äussern (vgl. das 
Urteil des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2009, 5A_693/2009, E. 3; PKG 2002 
Nr. 1). Anlässlich der Berufungsverhandlung erhielt die Berufungsklägerin 
ebenfalls die Möglichkeit, ausführlich zur Sache Stellung zu nehmen, was sie denn 
auch nutzte.

b. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Ausführungen des 
Rechtsvertreters der Berufungsklägerin zu den Umständen der Klinikeinweisung 
und zu früheren psychiatrischen Behandlungen weitgehend an der Sache vorbei 
gehen. So steht im vorliegenden Berufungsverfahren – wie in E. 1c/aa dargelegt 
wurde und auch von Rechtsanwalt Marty selbst in der Berufungsschrift einräumt 
wird – nicht mehr zur Diskussion, ob die Anordnung des fürsorgerischen 
Freiheitsentzugs begründet war. Entgegen der Behauptung ihres Rechtsvertreters 
wurde die Berufungsklägerin sodann nicht wegen ihres früheren Aufenthalts in der 
Klinik Beverin bevormundet, sondern wegen ihres aktuellen und durch das 
Gutachten der Klinik Waldhaus ausgewiesenen Geisteszustandes. Dass 
anlässlich des ersten Klinikaufenthalts im Dezember 2005 noch kein 
Bevormundungsgrund festgestellt worden sein soll, schliesst das Bestehen einer 
langjährigen psychischen Erkrankung im Übrigen keineswegs aus, sondern ist 
höchstens ein Indiz dafür, dass sich die Krankheit zu dieser Zeit noch nicht in 
gleichem Masse manifestiert hatte. Gemäss Gutachten (act. IV.49, S. 15) wurden 
immerhin bereits damals zwei eindeutige Kriterien einer paranoiden Schizophrenie 
festgestellt, welche einzig in zeitlicher Hinsicht für eine entsprechende Diagnose 
noch nicht ausreichten. Was schliesslich die psychiatrische Behandlung in F. 
betrifft, so wurde diese im Gutachten zwar im Rahmen der Anamnese erwähnt 
(act. IV.49, S. 5) – notabene mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass 
Genaueres nicht bekannt sei –, in der Folge aber nicht weiter verwertet. Nähere 
Abklärungen zu diesem Vorfall sind deshalb zu Recht unterblieben, so dass den 
Vorinstanzen keine ungenügende Sachverhaltsabklärung vorgeworfen werden 
kann.

Seite  13 — 21

4a. Unter Vormundschaft gehört nach Art. 369 Abs. 1 ZGB jede mündige 
Person, die wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche ihre Angelegenheiten 
nicht zu besorgen vermag, zu ihrem Schutz dauernd des Beistandes und der 
Fürsorge bedarf oder die Sicherheit anderer gefährdet. Damit eine Entmündigung 
erfolgen kann, muss somit nebst einem Entmündigungsgrund (Geisteskrankheit 
oder Geistesschwäche) mindestens einer der drei sogenannt sozialen 
Entmündigungsvoraussetzungen (Unfähigkeit zur Geschäftsbesorgung, dauernde 
Beistands- und Fürsorgebedürftigkeit oder Drittgefährdung) vorhanden sein (Ernst 
Langenegger, in: Basler Kommentar zum ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 3. A., Basel 
2006, N 2, N 4 f. u. N 20 ff. zu Art. 369 ZGB). Gemäss dem Prinzip der 
Verhältnismässigkeit des vormundschaftlichen Eingriffs darf eine Entmündigung 
nur angeordnet werden, wenn der Schutzzweck nicht auch mit einer milderen 
Massnahme, durch die die persönliche Freiheit weniger eingeschränkt wird, z.B. 
einer Beistandschaft oder einer Beiratschaft, erreicht werden kann. Ziel einer 
vormundschaftlichen Massnahme ist es, die negativen Folgen gewisser 
Schwächezustände zu beheben, auszugleichen oder mindestens zu mildern, um 
so das Wohl des Betroffenen zu gewährleisten. Ist eine Massnahme zur 
Erreichung dieses Ziels nicht geeignet, hat ihre Anordnung zu unterbleiben, weil 
nicht bloss zu weit gehende oder zu milde, sondern auch untaugliche 
vormundschaftliche Massnahmen unverhältnismässig und daher ungesetzlich sind 
(Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Juli 2003, 5C.74/2003, E. 4.2; 
Langenegger, a.a.O., N 18 u. N 29 ff. zu Art. 369 ZGB).

Die Beistandschaft nach Art. 392 ff. ZGB ist die mildeste vormundschaftliche 
Massnahme und ebenfalls darauf ausgerichtet, Personen, die in einer oder 
mehreren Angelegenheiten ausser Stande sind, die eigenen Interessen gehörig zu 
wahren, die nötige Hilfe zukommen zu lassen. Dabei zählt das Gesetz die Gründe, 
welche zu einer eine Beistandschaft rechtfertigenden Schutz-, Betreuungs- oder 
Vertretungsbedürftigkeit führen können, nicht abschliessend auf. Ebenso lässt es 
den erkennenden Instanzen bei der individuellen Ausgestaltung der Unterstützung 
einen breiten Spielraum. Dem Beistand dürfen namentlich auch Aufgaben im 
Bereich der persönlichen Fürsorge übertragen werden. Die Anordnung einer 
Beistandschaft kommt allerdings nur in Frage, wenn die betroffene Person aller 
Voraussicht nach bereit sein wird, den Beistand zu ihrem eigenen Wohl gewähren 
zu lassen bzw. die ihr nach wie vor verbleibende Handlungsfähigkeit nicht zum 
eigenen Schaden zu benutzen. Setzt sie sich jedoch hiergegen von vornherein zur 
Wehr und ist nicht zu erwarten, dass sich ihre Haltung ändern wird, erweist sich 
die Ernennung eines Beistandes nicht als taugliche Massnahme und es ist davon 

Seite  14 — 21

abzusehen (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2003, 5C.262/2002, E. 4.1; 
Langenegger, a.a.O., N 4 ff. zu Art. 392 ZGB).

b. Aufgrund des psychiatrischen Gutachtens vom 17. August 2009 (act. IV. 
49), das wie bereits dargelegt ein taugliches Beweismittel darstellt, ist 
ausgewiesen, dass X. an einer chronischen Erkrankung aus dem Formenkreis der 
Schizophrenie leidet, welche eine lebenslängliche psychiatrische Begleitung 
erfordert und aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Urteils- und Handlungsfähigkeit 
grundsätzlich einen Entmündigungsgrund im Sinne von Art. 369 ZGB darstellt. Im 
Gutachten wird die diagnostizierte psychiatrische Erkrankung als Geisteskrankheit 
bezeichnet. Seit der Begutachtung haben sich die Symptome offenbar 
abgeschwächt; dennoch sind gemäss dem ärztlichen Bericht vom 4. Dezember 
2009 (act. VI.17) noch Restsymptome einer undifferenzierten Schizophrenie 
vorhanden, welche das Ausmass einer Geistesschwäche erreichen. Es ist daher 
in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (vgl. E. 3bab des angefochtenen Urteils, 
Art. 229 Abs. 3 ZPO) davon auszugehen, dass ein Schwächezustand im Sinne 
von Art. 369 ZGB gegeben ist. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass 
Entmündigungsgründe gleichzeitig auch Verbeiratungs- und 
Verbeiständungsgründe darstellen (Langenegger, a.a.O., N 3 zu Art. 369 ZGB, N 
7 zu Art. 392 ZGB).

c/aa. In Anbetracht der positiven Entwicklungen der Berufungsklägerin seit 
Erstellung des Gutachtens bleibt aber die Frage zu prüfen, ob auch die sogenannt 
sozialen Voraussetzungen für eine Entmündigung – Unfähigkeit zur 
Geschäftsbesorgung, dauernde Beistands- und Fürsorgebedürftigkeit oder 
Drittgefährdung – noch gegeben sind und keine mildere Massnahme wie 
Beiratschaft oder Beistandschaft in Frage kommt.

c/bb. Die Vorinstanz ist mit ausführlicher Begründung zum Schluss gelangt, dass 
ein Schutzbedürfnis zu bejahen sei, nämlich die Unfähigkeit zur Besorgung 
eigener Angelegenheiten und das dauernde Bedürfnis nach Beistand und 
Fürsorge. Zudem sei infolge der Krankheits- und Therapieuneinsichtigkeit der 
Beschwerdeführerin und der daraus fliessenden fehlenden 
Behandlungsbereitschaft jederzeit mit einer gesundheitlichen Verschlechterung 
und damit einem steigenden Gefährdungspotential zu rechnen. Die 
Beschwerdeführerin bedürfe daher zur Sicherstellung der Medikamenteneinnahme 
und anderer therapeutischer Massnahmen einer Fremdbetreuung. Mangels 
Kooperationsbereitschaft komme vorliegend weder eine Beistandschaft noch eine 

Seite  15 — 21

Beiratschaft in Frage, sondern lediglich eine Entmündigung (vgl. E. 3bb und 3c, S. 
13 ff., des angefochten Urteils).

Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin setzt sich mit dieser Begründung nicht 
im Detail auseinander, sondern rügt pauschal, dass die Vorinstanz die von einem 
neuen Arzt ausgestellten Zusatzberichte kritiklos hingenommen und ohne 
zureichende Grundlage eine Rückfallgefahr mit möglicher Selbst- und 
Fremdgefährdung angenommen habe. Da im Vormundschaftsrecht die 
Offizialmaxime gilt, ist die Frage der Entmündigungsvoraussetzungen und der 
Verhältnismässigkeit allerdings ohnehin von Amtes wegen zu prüfen. Dabei ist 
aufgrund des Novenrechts auch die Entwicklung der Verhältnisse seit Ausfällung 
des angefochtenen Urteils in die Beurteilung mit einzubeziehen.

c/cc. Bereits aus dem ärztlichem Bericht vom 15. Oktober 2009 (act. IV.71) ist 
abzulesen, dass bei X. eine positive Entwicklung eingetreten ist. Es habe sich eine 
Krankheitseinsicht entwickelt, die Patientin mache im Rahmen der 
psychotherapeutischen Behandlung gut mit und achte auf eine regelmässige 
Medikamenteneinnahme. Im ärztlichen Bericht vom 20. November 2009 (act. II.4) 
wird dann festgehalten, es bestehe zwar eine psychische Störung, die das 
Ausmass einer Geistesschwäche erreiche, es liege aber aktuell keine akute 
Suizid- oder Fremdgefährdung vor. Dennoch benötige X. noch Schutz durch 
Medikamente und eine fachliche Betreuung. Gemäss ärztlichem Bericht vom 4. 
Dezember 2009 (act. IV.17) bestanden zum genannten Zeitpunkt noch 
Restsymptome einer undifferenzierten Schizophrenie, welche das Ausmass einer 
Geistesschwäche erreichten. In der geschützten Umgebung mit vorgegebener 
Tagesstruktur sei die Handlungsfähigkeit von X. erhalten. Für eine eigenständige 
Lebensform mit eigener Gestaltung des Alltags, Erziehung des Sohnes, 
Haushaltsführung und ausserhäuslicher Arbeit sei sie in ihrer Handlungsfähigkeit 
weiter beeinträchtigt. Aufgrund der Geistesschwäche seien Erkenntnis- und 
Urteilsfähigkeit krankheitsbedingt beeinträchtigt und die Voraussetzungen für 
vormundschaftliche Massnahmen nach wie vor gegeben. Da eine mangelnde 
Bereitschaft zur Mitwirkung bestehe, werde weiterhin eine Bevormundung 
empfohlen. Eine solche sei insbesondere zweckmässig zur Stabilisation und 
Verbesserung des Gesundheitszustandes, da sowohl die Wohnform festgelegt als 
auch die Medikamenteneinnahme überwacht werden könne. Mittelfristig sei bei 
guter Kooperationsfähigkeit eine kombinierte Beiratschaft ausreichend.

Im Weiteren ist der Bericht des Vormundes vom 16. Februar 2010 (act. 07) 
heranzuziehen. Diesem Bericht zufolge scheint die Berufungsklägerin das 

Seite  16 — 21

selbständige Leben ausserhalb der Klinik erheblich besser zu meistern, als dies im 
soeben zitierten Zusatzbericht vom 4. Dezember 2009 erwartet wurde. 
Insbesondere nimmt X. die verordneten Medikamente ein, hat die ambulante 
Behandlung in der Klinik Waldhaus weitergeführt und nach Absolvierung eines 
zweiwöchigen Schnuppereinsatzes nun auch eine Beschäftigung in der L. 
erhalten. Sodann hat sie nach der Klinikentlassung selbst Kontakt zum Vormund 
aufgenommen, um die Finanzen zu regeln, hat die vom Vormund verlangten 
Formalitäten bezüglich des Untermietverhältnisses erledigt und weitere 
Terminvereinbarungen mit dem Vormund und anderen Amtsstellen eingehalten. 
Auch die Verwandtenbesuche über die Festtage, einschliesslich eines Besuches 
ihres Sohnes, hat sie selbständig organisiert.

c/dd. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen kann der vorinstanzliche 
Beurteilung nicht mehr in allen Punkten gefolgt werden. Zwar scheint der 
Berufungsschrift und den Äusserungen der Berufungsklägerin anlässlich der 
Berufungsverhandlung zufolge nach wie vor keine Krankheitseinsicht zu bestehen. 
Von einer Therapieuneinsichtigkeit bzw. fehlender Behandlungsbereitschaft, wie 
sie die Vorinstanz noch angenommen hat, kann aktuell aber kaum mehr 
gesprochen werden. Ebenso wenig kann der Berufungsklägerin wohl jede 
Kooperationsbereitschaft abgesprochen werden. So bestätigte X. an der 
mündlichen Berufungsverhandlung im Grundsatz die Bereitschaft zur 
Weiterführung der Medikamenteneinnahme und der ambulanten psychiatrischen 
Behandlung wie auch zur Zusammenarbeit mit einem Beistand oder Beirat. Zu 
beachten ist in diesem Zusammenhang, dass bereits im Gutachten festgehalten 
wurde, bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes im Verlauf der 
nächsten Jahre unter medikamentöser Therapie sowie Psychotherapie und Arbeit 
in geschütztem Rahmen sei ein Wechsel von einer Vormundschaft zu einer 
Beiratschaft durchaus denkbar (act. IV.49, S. 17). Auch in der letzten ärztlichen 
Stellungnahme vom 4. Dezember 2009 (act. VI.17) wurde die Empfehlung einer 
Bevormundung ausdrücklich mit der mangelnden Mitwirkungsbereitschaft 
begründet und mittelfristig bei guter Kooperation eine kombinierte Beiratschaft als 
ausreichend erachtet. Weshalb in Gutachten und ärztlichem Bericht gerade auf 
eine (kombinierte) Beiratschaft hingewiesen wird, wird nicht begründet. Der 
entsprechende Hinweis bildet jedoch ein Indiz, dass bei entsprechender 
Stabilisierung und Kooperationsbereitschaft eine andere Massnahme als die 
Vormundschaft in Betracht fällt. Da bei der Berufungsklägerin die persönliche 
Betreuung im Sinne der Sorge für die psychische Gesundheit im Mittelpunkt steht, 
d.h. ein Schutzbedürfnis, auf das die Beiratschaft nicht zugeschnitten ist 

Seite  17 — 21

(Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Juli 2003, 5C.74/2003, E. 4.3.1, m.w.H.), 
kommt eine solche vorliegend eher nicht in Frage. Hingegen ermöglicht, wie 
vorstehend erwähnt, eine Beistandschaft auch die Wahrnehmung von Aufgaben 
im Bereich der persönlichen Fürsorge. In Anbetracht dessen kann für X. an Stelle 
der Vormundschaft eine Beistandschaft nach Art. 392 ff. ZGB angeordnet werden.

d/aa. Aus den ärztlichen Berichten ergibt sich, dass die bei der Berufungsklägerin 
seit dem Klinikeintritt eingetretene Verbesserung des psychischen Zustandes 
durch die Therapie und die regelmässige Medikamenteneinnahme bewirkt wurde 
und die Rückfallwahrscheinlichkeit bei Absetzen der Medikation als hoch 
eingestuft wird. So wird bspw. im ärztlichen Bericht vom 20. November 2009 (act. 
II.4) festgehalten, X. benötige noch Schutz durch Medikamente und eine fachliche 
Betreuung, die durch eine ambulante psychiatrische Behandlung in Verbindung 
mit einer betreuten Wohngemeinschaft sichergestellt werden könne. Falls die 
Behandlung abgebrochen werde, sei die Rückfallgefahr in eine akute Psychose 
sehr hoch, verbunden mit einer möglichen Selbst- und Fremdgefährdung. Im 
Bericht vom 4. Dezember 2009 (act. IV.17) wird ausgeführt, zum Zeitpunkt der 
Begutachtung habe eine akute Psychose im Rahmen einer undifferenzierten 
Schizophrenie bestanden. Durch die neuroleptische Medikation und die stationäre 
Therapie mit geregeltem Tagesablauf hätten sich die Symptome wie 
Verhaltensstörungen mit Aggressivität und Denkstörungen zurückbilden können. 
Die Patientin sei stimmungsmässig ausgeglichener. Die 
Rückfallswahrscheinlichkeit sei als hoch einzuschätzen, vor allem, wenn die 
Medikation abgesetzt werde. Bei einem allfälligen Rückfall würden die kognitiven 
und Verhaltsstörungen zunehmen, so dass Urteilsunfähigkeit vorliegen würde. In 
diesem Fall sei die Kooperationsbereitschaft aufgehoben.

Es steht somit fest, dass eine therapeutische Behandlung und insbesondere die 
Einnahme geeigneter Medikamente zwingend notwendig sind, um die 
Verbesserung des psychischen Zustandes bei X. aufrecht zu erhalten und einen 
Rückfall in eine akute Psychose zu verhindern. Beim Medikament "Abilify", das die 
Genannte zurzeit einnimmt, handelt es sich im Übrigen um ein Neuroleptikum, das 
gegen Schizophrenie eingesetzt wird (vgl. Gutachten, act. IV.49, S. 17), weshalb 
der an der Berufungsverhandlung erhobene Einwand von Rechtsanwalt Marty, 
das Medikament sei lediglich ein Aufheller, nicht verfängt.

d/bb. Da der Berufungsklägerin die Krankheitseinsicht nach wie vor fehlt und mit 
dem Abschluss des laufenden Verfahrens der Druck, entmündigt zu werden, 
vorerst wegfallen wird, darf nicht erwartet werden, dass sie auf sich selbst gestellt 

Seite  18 — 21

in der Lage sein wird, in die empfohlenen Therapien und medikamentösen 
Behandlungen einzuwilligen und sie über einen längeren Zeitraum auch 
tatsächlich durchzuhalten. So gab sie an der Berufungsverhandlung zwar an, es 
spiele ihr keine Rolle, ob sie die Medikamente nehme oder nicht, hielt aber 
gleichzeitig fest, sie hoffe, dass sie die Medikamente auf Geheiss der Psychiaterin 
oder des Gerichts bald nicht mehr nehmen müsse. Unter diesen Umständen kann 
nicht vollständig von vormundschaftlichen Massnahmen abgesehen werden. 
Vielmehr erscheint es angezeigt, X. durch die Errichtung einer Beistandschaft 
jemanden zur Seite zu geben, der sie zu entsprechendem Tun ermuntert. 
Gleichzeitig ist dadurch eine Person vorhanden, die zusätzliche Hilfe anfordern 
kann, wenn ausserhalb ihres eigenen Kompetenzbereichs Handlungsbedarf 
entsteht. Darauf hinzuweisen ist, dass die Beistandschaft die Kooperation der 
Berufungsklägerin voraussetzt, ansonsten wieder eine strengere Massnahme in 
Betracht zu ziehen wäre.

e. Bei dieser Sachlage sind in teilweiser Gutheissung der Berufung die Ziffer 1 
Satz 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 
7./15. Dezember 2009 sowie der Beschluss der Vormundschaftsbehörde des 
Kreises Chur vom 20./23. Oktober 2009 aufzuheben. Gleichzeitig ist für X. eine 
Beistandschaft im Sinne von Art. 392 ff. ZGB zu errichten. Die Akten gehen an die 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur mit dem Ersuchen, eine geeignete 
Person als Beiständin oder Beistand zu ernennen und deren Aufgaben näher zu 
umschreiben. Zweck dieser Hilfeleistung ist es, auf X. einzuwirken, damit sie den 
Kontakt zu den behandelnden Ärzten aufrecht erhält und regelmässig die 
verordneten Medikamente einnimmt. Überdies soll durch die damit verbundene 
Überwachung erreicht werden, dass die zuständige Vormundschaftsbehörde oder 
in dringenden Fällen ein zum Eingreifen befugter Arzt unterrichtet werden, wenn 
festgestellt wird, dass die Berufungsklägerin ihre Medikamente absetzt, sich ihr 
Gesundheitszustand markant verschlechtert oder es in ihrem Verhalten sonstwie 
zu auffälligen Änderungen kommt, die ein behördliches Tätigwerden notwendig 
machen könnten.

5a. Die Berufungsklägerin obsiegt im vorliegenden Verfahren insoweit, als sie 
statt entmündigt lediglich verbeiständet wird. Das ursprüngliche Ziel, von 
vormundschaftlichen Massnahmen gänzlich verschont zu bleiben, erreicht sie 
indes nicht. Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde es sich rechtfertigen, ihr 
einen Teil der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Allerdings kann die 
Berufungsklägerin als bedürftig gelten, weshalb die Kosten des 
Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.-- zuzüglich Schreibgebühren in sinngemässer 

Seite  19 — 21

Anwendung von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB vollständig auf die Gerichtskasse 
genommen werden. Aufgrund des teilweisen, in etwa hälftigen Obsiegens besitzt 
X. überdies Anspruch auf eine durch den Kanton Graubünden auszurichtende 
reduzierte Umtriebsentschädigung (Art. 64 Abs. 4 EGzZGB in Verbindung mit 223 
ZPO und Art. 122 ZPO). Rechtsanwalt Marty legte im Berufungsverfahren keine 
Honorarnote ein, so dass die Entschädigung nach gerichtlichem Ermessen 
festzulegen ist. Dem Kantonsgericht erscheint für das Berufungsverfahren ein 
Aufwand von Fr. 2'500.-- als angemessen, so dass der Entschädigungsanspruch 
der Berufungsklägerin auf Fr. 1'250.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer 
festgesetzt wird.

b. Der Berufungsklägerin wurde für das vorliegende Verfahren mit Verfügung 
der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 4. Februar 2010 (ERZ 10 3) zu Lasten 
der Stadt Chur die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Die durch die 
zugesprochene Entschädigung nicht gedeckten Kosten für den Rechtsbeistand im 
Berufungsverfahren werden daher unter dem Vorbehalt der Rückforderung nach 
Art. 45 Abs. 2 ZPO der Stadt Chur in Rechnung gestellt. Der Rechtsvertreter von 
X. hat der Vorsitzenden der I. Zivilkammer innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses 
Urteils eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzureichen, damit die 
Honorarfestsetzung im Sinne von Art. 47 Abs. 4 ZPO erfolgen kann. Bei 
Nichteinhaltung dieser Frist wird der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen 
festgesetzt.

Seite  20 — 21

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird, soweit darauf eingetreten wird, teilweise gutgeheissen, 
und es werden die Ziffer 1 Satz 2 des Dispositivs des Urteils des 
Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 7. Dezember 2009, mitgeteilt am 
15. Dezember 2009, sowie der Beschluss der Vormundschaftsbehörde des 
Kreises Chur vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt am 23. Oktober 2009, 
aufgehoben.

2. Für X. wird im Sinne der Erwägungen eine Beistandschaft gemäss Art. 392 
ff. ZGB errichtet.

3. Die Akten gehen an die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur mit dem 
Ersuchen, eine geeignete Person als Beiständin oder Beistand zu ernennen 
und deren Aufgaben näher zu umschreiben.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'352.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
4'000.--, Schreibgebühr Fr. 352.--) gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

5.a) Der Kanton Graubünden wird verpflichtet, der Berufungsklägerin für das 
Berufungsverfahren eine reduzierte aussergerichtliche Entschädigung von 
Fr. 1'250.-- inkl. Spesen und MwSt. zu bezahlen. 

   b) Die durch diese Entschädigung nicht gedeckten Kosten der 
Rechtsvertretung werden gestützt auf die der Berufungsklägerin gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege unter dem Vorbehalt des Rückforderungsrechts 
gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO der Stadt Chur in Rechnung gestellt.

Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin wird aufgefordert, innert 10 
Tagen seit Mitteilung dieses Urteils eine detaillierte und tarifgemässe 
Honorarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird der 
Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 

Seite  21 — 21

Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: