# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 366b50a6-8e42-5bcb-9dc1-628aa71a6187
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.02.2025 F-526/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-526-2025_2025-02-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-526/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  F e b r u a r  2 0 2 5    

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;   

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, geboren am (...), 

2. B._______, geboren am (...), 

3. C._______, geboren am (...), 

Türkei,   

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 20. Januar 2025. 

 

 

 

F-526/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1) suchte am 25. De-

zember 2024 zusammen mit ihren beiden minderjährigen Kindern 

B._______ und C._______ in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich ihrer 

Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) 

ergab, dass die Beschwerdeführenden am 22. März 2024 bereits in Kroa-

tien und am 7. Mai 2024 in Deutschland um Asyl ersucht hatten und am 5. 

Dezember 2024 im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens («take 

back») nach Kroatien überstellt worden waren. 

A.b Die Vorinstanz gewährte der Beschwerdeführerin 1 am 8. Januar 2025 

im Rahmen des Dublin-Gesprächs das rechtliche Gehör, unter anderem 

zur Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur poten-

ziellen Überstellung nach Kroatien sowie zum Gesundheitszustand.  

A.c Am 8. Januar 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden 

um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO). Die kroatischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeer-

suchen am 20. Januar 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

A.d Mit Verfügung vom 20. Januar 2025 – eröffnet am 22. Januar 2025 – 

trat die Vorinstanz auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein 

und ordnete ihre Überstellung nach Kroatien an. 

B.  

B.a Dagegen gelangten die Beschwerdeführenden mit Eingabe in türki-

scher Sprache am 24. Januar 2025 an das Bundesverwaltungsgericht. 

B.b Am 27. Januar 2025 setzte der Instruktionsrichter den Vollzug der 

Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus.  

B.c Mit Zwischenverfügung vom 28. Januar 2025 forderte der Instruktions-

richter die Beschwerdeführenden zur Einreichung einer Beschwerdever-

besserung auf (Einreichung der Beschwerde in einer Amtssprache). Dieser 

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Seite 3 

Aufforderung kamen die Beschwerdeführenden fristgerecht nach und be-

antragten mit Beschwerdeverbesserung vom 7. Februar 2025 sinngemäss 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind 

– nach erfolgter Beschwerdeverbesserung sowie angesichts des Umstan-

des, dass die Eingabe vom 24. Januar 2025 die Originalunterschrift der 

Beschwerdeführerin 1 aufweist – erfüllt, so dass auf die Beschwerde ein-

zutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG).  

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer 

zweiten Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 

Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Behandlung der Asylge-

suche der Beschwerdeführenden zuständig ist, dass das kroatische Asyl-

system rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist 

(vgl. Urteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 [als Referenzurteil 

publiziert] E. 9.5), aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge und dass vorliegend keine 

völkerrechtlichen Wegweisungsvollzugshindernisse ersichtlich sind, wel-

che die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

verpflichten würden. Dabei hat sie insbesondere die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden im Hinblick auf das angebliche Fehlverhalten einzel-

ner kroatischer Sicherheitskräfte berücksichtigt und rechtsprechungskon-

form gewürdigt (vgl. jüngst Urteile des BVGer F-397/2025 vom 28. Januar 

2025 E. 2.1; F-290/2025 vom 22. Januar 2025 E. 5.1). Darüber hinaus hat 

die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem Selbst-

eintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in Anwendung 

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von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdefüh-

renden nicht eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ihre 

Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Zur näheren Begründung ist auf 

die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen. 

2.2 Was die Beschwerdeführenden auf Rechtsmittelebene dagegen vor-

bringen, vermag nichts an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung zu 

ändern. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

die Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu 

überprüfen (Art. 31a Abs. 1 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz des Ge-

richts grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Es erübrigt sich demnach, auf die in der Be-

schwerde geschilderten Vorkommnisse in der Türkei einzugehen. Dem 

Einwand der Beschwerdeführenden, sie seien in Kroatien zur Abgabe ihrer 

Fingerabdrücke gezwungen worden, ist entgegenzuhalten, dass sich die 

Abnahme der Fingerabdrücke von illegal einreisenden ausländischen Per-

sonen und Asylsuchenden auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 (Eurodac-Verordnung) stützt. Im Weiteren ist in Bezug auf die Vor-

bringen betreffend schlechte Bedingungen respektive traumatisierende Er-

lebnisse in Kroatien anzumerken, dass Kroatien Signatarstaat der EMRK 

und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) ist und die entsprechenden völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen zu beachten hat. Auch angesichts der anerkanntermassen 

schwierigen Bedingungen für Asylsuchende in Kroatien lassen die Vorbrin-

gen der Beschwerdeführenden nicht den Schluss zu, sie hätten bei einer 

Überstellung nach Kroatien mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unmensch-

liche oder erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK zu gewär-

tigen. Sollten sie nach ihrer Rückkehr von Behördenvertretern rechtswidrig 

behandelt werden, haben sie sich an das kroatische Justizwesen oder die 

dortigen Aufsichtsbehörden zu wenden. Dies gilt auch bei einer allfälligen 

Einschränkung der ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen (vgl. Art. 26 

der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen [Aufnahmerichtlinie]). 

Schliesslich ist daran zu erinnern, dass weder die Dublin-III-VO noch an-

dere völkerrechtliche Bestimmungen ein Recht einräumen, den für die 

Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Staat selber frei zu wählen. 

Namentlich folgt auch aus der Kinderrechtskonvention kein Anspruch auf 

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Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind vorteilhaftesten Lebensbedingun-

gen (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; BVGE 2017 VI/7 E. 6.2; statt vieler Urteil 

des BVGer F-542/2025 vom 4. Februar 2025 E. 2.2 und E. 4). 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden 

Urteil fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin.  

4.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten den unterliegen-

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf 

insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Andrea Beeler 

 

 

 

Versand: