# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5cf2bf9-8a99-536d-9d89-33fcb82393e4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2025 F-605/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-605-2025_2025-02-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-605/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo,  

Richterin Christa Preisig,    

Gerichtsschreiber Jan Hoefliger. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Somalia,   

vertreten durch MLaw Livia Häberli, Rechtsanwältin, 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 23. Januar 2025. 

 

 

 

F-605/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (somalischer Staatsangehöriger) ersuchte am 

20. Oktober 2024 in der Schweiz um Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerab-

drücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, 

dass er am 12. September 2024 in Polen um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Gestützt auf den Eurodac-Treffer richtete die Vorinstanz an die polnischen 

Behörden ein Informationsersuchen gemäss Art. 34 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Gemäss Antwort 

der polnischen Behörden vom 29. Oktober 2024 habe der Beschwerdefüh-

rer bei seiner Festhaltung an der Grenze als Geburtstag den (…) 2007 an-

gegeben. Nach einer medizinischen Untersuchung sei das Geburtsdatum 

auf den (…) abgeändert worden. 

C.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 30. Oktober 2024 im 

Rahmen einer Erstbefragung für unbegleitete Minderjährige (fortan: Erst-

befragung) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-

scheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Polen, dessen Zustän-

digkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme.  

D.  

Das von der Vorinstanz am 4. November 2024 in Auftrag gegebene Gut-

achten zur Altersschätzung wurde vom Institut für Rechtsmedizin der Uni-

versität Basel (IRM Basel) am 12. November 2024 erstattet.  

E.  

Mit Schreiben vom 26. November 2024 gewährte die Vorinstanz dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Änderung seines 

Geburtsdatums auf den (…) (anstatt den […] 2008). Dieser nahm mit 

Schreiben vom 29. November 2024 Stellung.  

F.  

Am 5. Dezember 2024 passte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf 

den (…) an und versah es mit einem Bestreitungsvermerk. 

F-605/2025 

Seite 3 

G.  

Die polnischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 6. De-

zember 2024 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO (recte: Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO) am 

10. Dezember 2024 gut. 

H.  

Mit Verfügung vom 23. Januar 2025 (gleichentags eröffnet) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Polen an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag 

nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (Dispositivziffern 1, 3 und 4). 

Gleichzeitig stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im 

ZEMIS laute auf den (…) (Dispositivziffer 2). 

I.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 29. Januar 2025 gelangte der Beschwerde-

führer an das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die Ziffern 1, 3, 

4 und 5 der Verfügung vom 23. Januar 2025 seien aufzuheben und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und das Asyl-

verfahren in der Schweiz durchzuführen. Die Ziffer 2 der Verfügung vom 

23. Januar 2025 sei aufzuheben und das im ZEMIS geführte Geburtsdatum 

auf den (…) 2008 anzupassen. Eventualiter sei die Verfügung der 

Vorinstanz vollständig aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren 

Sachverhaltsabklärungen und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

Die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Po-

len abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Es sei die Vorinstanz super-

provisorisch anzuweisen, ihn während des laufenden Beschwerdeverfah-

rens in der Unterkunft der Minderjährigen unterzubringen. Es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm die unentgeltli-

che Prozessführung zu gewähren. Die Akten der Vorinstanz seien beizu-

ziehen. 

J.  

Am 30. Januar 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

  

F-605/2025 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG 

[SR 142.31]). 

1.2. Die Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichteintretens- und 

Wegweisungsentscheid als auch gegen die ZEMIS-Eintragung betreffend 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers. Das Beschwerdeverfahren be-

treffend ZEMIS-Datenbereinigung wird separat vom vorliegenden Asylver-

fahren unter der Nummer F-638/2025 geführt und es werden zwei ge-

trennte Urteile gefällt. Die Beschwerdebegehren betreffend Ziffer 2 der an-

gefochtenen Verfügung sind somit nicht im Rahmen des vorliegenden Ver-

fahrens zu behandeln. 

1.3. Die Beschwerde gegen den Nichteintretens- und Wegweisungsent-

scheid ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übrigen Sachur-

teilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist [Art. 108 

Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. Das Gericht entscheidet über diese endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde vorliegend ver-

zichtet (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens 

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Seite 5 

(Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständig-

keitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). Der Mitgliedstaat, bei dem der erste 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt wurde, ist gehalten, einen Dritt-

staatsangehörigen, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen neuen Antrag gestellt hat, gemäss den Modalitä-

ten der Dublin-III-VO wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO). 

3.3. Im Falle einer minderjährigen Person ohne familiäre Anknüpfungs-

punkte zu einem anderen Mitgliedstaat ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-

VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf internationalen 

Schutz gestellt hat, sofern es dem Wohl des Minderjährigen dient. Der Ge-

richtshof der Europäischen Union (EuGH) hat die Vorgängerbestimmung 

(Art. 6 Abs. 2 der Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 

2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in 

einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist [Dublin-II-VO]) 

dahingehend ausgelegt, dass bei unbegleiteten Minderjährigen ohne fami-

liäre Anknüpfungspunkte, die in mehr als einem Mitgliedstaat einen Asyl-

antrag gestellt haben, derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, in dem sich der 

Minderjährige aufhält, nachdem er dort einen Asylantrag gestellt hat (Urteil 

des EuGH vom 6. Juni 2013 in der Rechtssache C-648/11, M.A., B.T. und 

D.A. vs. Vereinigtes Königreich, Rn. 66). Vorliegend besteht deshalb bei 

gegebener Minderjährigkeit des Beschwerdeführers eine der grundsätzli-

chen Zuständigkeit Polens vorgehende Zuständigkeit der Schweiz (vgl. un-

ter anderen: Urteil des BVGer F-2948/2024 vom 3. Dezember 2024 E. 4.2). 

3.4. Die Beweislast für die Minderjährigkeit liegt im Asylverfahren bei der 

gesuchstellenden Person und diese ist zumindest glaubhaft zu machen 

(vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist 

eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtig-

keit der betreffenden Altersangaben sprechen, vorzunehmen. Wesentlich 

sind dabei als für echt befundene Identitätspapiere oder eigene Angaben 

der betroffenen Person (vgl. BVGE 2023 VI/4 E. 6.5). Dabei kommt es 

umso weniger auf eine Gesamtwürdigung der Beweise an, je stärker die 

medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen der Minder- respek-

tive Volljährigkeit einer Person darstellen (BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). 

4.  

4.1. Die Vorinstanz begründet den Umstand, dass sie von der Volljährigkeit 

des Beschwerdeführers ausgeht, zusammenfassend damit, aufgrund des 

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Seite 6 

Altersgutachtens stehe nicht zwingend fest, dass der Beschwerdeführer 

minderjährig sei. In Polen habe er als Geburtsdatum den (…) 2007 ange-

geben und habe nicht erläutern können, weshalb er zwei unterschiedliche 

Angaben gemacht habe, was die Glaubhaftigkeit seiner Aussage insge-

samt in Zweifel ziehe. Weiter habe er in Polen kein Rechtsmittel gegen die 

nach einer Altersabklärung erfolgten Anpassung seines Geburtsdatums 

auf den (…) ergriffen. Bezüglich des Visumsantrags (vgl. E. 5.3 hiernach) 

zweifelt die Vorinstanz sodann an der Echtheit des äthiopischen Reisepas-

ses und den wohl gestützt auf diesen vorgenommenen Eintrag des (…) 

2005 als Geburtsdatum im CS-VIS. Jedenfalls stehe damit noch ein weite-

res Geburtsdatum im Raum und insgesamt sei festzuhalten, dass der Be-

schwerdeführer drei unterschiedliche Geburtsdaten angegeben habe und 

dieser damit in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Geburtsda-

ten bewusst einzusetzen scheine. Die Ausführungen anlässlich der Erstbe-

fragung liessen sodann aufgrund fehlender Detailliertheit und Substantiiert-

heit eine Minderjährigkeit nicht als glaubhaft erscheinen. Dokumente, wel-

che die Minderjährigkeit belegen würden, seien nicht eingereicht worden. 

4.2. Der Beschwerdeführer hält dem im Wesentlichen entgegen, die 

Vorinstanz hätte konsequenterweise auch seine Staatsangehörigkeit an-

passen sollen, soweit sie die Angaben im äthiopischen Pass als glaubhaft 

erachte. Dass er in Polen ein anderes Geburtsdatum angegeben habe, sei 

auf eine Stresssituation zurückzuführen. Die Ausführungen an der Erstbe-

fragung zu seiner Schulbildung und der Dauer der Aufenthalte wiesen 

keine Widersprüche zu dem von ihm gegenüber der Vorinstanz angegebe-

nen Geburtsdatum auf. 

5.  

5.1. Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein geltend 

gemachtes Geburtsdatum ([…] 2008) nicht anhand rechtsgenüglicher 

Identitätsdokumente zu belegen vermag, wobei er angibt, sein gefälschter 

äthiopischer Pass sei ihm auf dem Weg nach Polen von seinem Schlepper 

abgenommen worden. Auch weitere Ausweise oder Dokumente, welche 

die behauptete Identität nachweisen könnten (beispielsweise Schulzeug-

nisse oder sonstige amtliche Dokumente aus der Heimat), hat der Be-

schwerdeführer nicht eingereicht, obschon er an der Erstbefragung dazu 

aufgefordert wurde und er zusicherte, er werde bei seiner Familie nachfra-

gen, ob solche Dokumente vorhanden seien.  

5.2. Das Altersgutachten des IRM Basel vom 12. November 2024 kam zum 

Ergebnis, dass sich für den Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der am 8. No-

vember 2024 durchgeführten Untersuchung gestützt auf die Schlüsselbein- 

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Seite 7 

respektive Skelettaltersanalyse ein Mindestalter von 16.1 Jahren ergab 

und dass das angegebene Lebensalter von 16 Jahren und 6 Monaten vor 

diesem Hintergrund möglich sei. Die zahnärztliche Untersuchung ergab je 

nach Vergleichspopulation ein Mindestalter von 16.9 Jahren (Europa) und 

von 15.7 Jahren (Schwarzafrika). Vorliegend lässt sich anhand der medizi-

nischen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Voll-

jährigkeit des Beschwerdeführers machen, da das Mindestalter sowohl bei 

der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse als auch bei der zahn-

ärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liegt. In einem solchen Fall sind 

sowohl eine Voll- als auch eine Minderjährigkeit möglich, ohne dass sich 

eine verlässliche Aussage darüber machen lässt, was wahrscheinlicher ist. 

Folglich vermag das Altersgutachten auch kein Indiz für die vom Beschwer-

deführer geltend gemachte Minderjährigkeit darzustellen (vgl. BVGE 2018 

VI/3 E. 4.2.1 f.).  

5.3. Ein Abgleich mit dem Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergab, dass 

der Beschwerdeführer auf der niederländischen Botschaft in Äthiopien ein 

Gesuch für ein Schengenvisum gestellt hat. Gemäss weiteren Abklärungen 

der Vorinstanz wurde dieses aufgrund fehlender Gewähr für eine fristge-

rechte Wiederausreise am 2. März 2023 abgelehnt. Als Reisedokument ist 

im CS-VIS ein am 29. September 2021 ausgestellter äthiopischer Pass er-

fasst und wohl gestützt auf diesen ist im CS-VIS der (…) 2005 als Geburts-

datum registriert. Der Beschwerdeführer gab gegenüber der Vorinstanz in 

diesem Zusammenhang an, eine Schlepperin habe ihm einen gefälschten 

äthiopischen Reisepass besorgt, da es einfacher sei mit äthiopischer als 

mit somalischer Staatsangehörigkeit zu reisen, und habe damit für ihn ein 

Schengenvisum beantragt. Der Reisepass sei kurz vor seiner Ausreise aus 

Somalia, welche im Februar 2024 stattgefunden habe, ausgestellt worden. 

Es erschliesse sich aus der Meldung im CS-VIS nicht, ob im Visumsver-

fahren die Echtheit des Passes überprüft worden sei. Es sei zudem durch-

aus plausibel, dass bei der Ausstellung eines gefälschten Passes zwecks 

Reise nach Europa Volljährigkeit angegeben werde, damit man selbständig 

reisen könne. Mit Schreiben vom 26. November 2024 wies die Vorinstanz 

den Beschwerdeführer darauf hin, dass das von ihm angegebene Ausstel-

lungsdatum für den Pass (Ende 2023) nicht mit dem im CS-VIS angegebe-

nen Ausstellungsdatum (September 2021) übereinstimme.  

5.4. Es kann offenbleiben, ob der auch nicht in Kopie in den Akten vorhan-

dene äthiopische Reisepass, dessen Existenz daher nur vermutet werden 

kann, als echt und ob das wohl gestützt auf diesen im CS-VIS eingetragene 

Geburtsdatum ([…] 2005) folglich als erstellt zu betrachten ist. Insgesamt 

vermögen die Aussagen des Beschwerdeführers sowie seine Vorbringen 

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in Bezug auf seine angebliche Minderjährigkeit nämlich nicht zu überzeu-

gen. Insbesondere das Vorliegen dreier unterschiedlicher von ihm angege-

bener Geburtsdaten (im äthiopischen Pass wurde der […] 2005 vermerkt; 

den polnischen Behörden gegenüber gab er den […] 2007 an; in der 

Schweiz gab er auf dem Personalienblatt und im Rahmen der Erstbefra-

gung den […] 2008 an) – wobei es ihm nicht gelingt, schlüssig zu erklären, 

weshalb er diese unterschiedlichen Angaben gemacht hat – schadet der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen bezüglich seines Geburtsdatums erheb-

lich. Der Umstand, dass er gemäss seinen Angaben einen gefälschten äthi-

opischen Pass auf der niederländischen Botschaft in Äthiopien zur Erlan-

gung eines Schengenvisums eingereicht hat und somit offenbar nicht davor 

zurückschreckt, Behörden sogar über die eigene Staatsangehörigkeit zu 

täuschen, beeinträchtigt seine persönliche Glaubwürdigkeit in Bezug auf 

das von ihm behauptete Geburtsdatum zusätzlich. Die vom Beschwerde-

führer angeführten Indizien für seine geltend gemachte Minderjährigkeit 

vermögen nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz ist zu Recht von dessen 

Volljährigkeit zum Zeitpunkt der Stellung seines Asylantrags in der Schweiz 

ausgegangen. 

5.5. Zusammenfassend vermag der Beschwerdeführer die geltend ge-

machte Minderjährigkeit nicht glaubhaft zu machen. Folglich ist er nicht 

vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (siehe E. 3.3 hiervor). 

6.  

Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO grundsätzlich Polen für die Behandlung des Asylgesuchs des 

Beschwerdeführers zuständig ist, dass das polnische Asylsystem recht-

sprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer 

die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz über-

ginge (vgl. bspw. Urteile des BVGer F-5067/2024 vom 23. August 2024, 

D-3290/2024 vom 3. Juni 2024, F-6736/2023 vom 27. Februar 2024 und 

F-4759/2023 vom 13. September 2023), und dass vorliegend keine völker-

rechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu ei-

nem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. 

Dabei hat sie namentlich die Vorbringen des Beschwerdeführers im Hin-

blick auf die schlechte Behandlung seitens der polnischen Behörden (Ein-

sperren, keinen Zugang zu Rechtsvertretern) berücksichtigt und rechtspre-

chungskonform gewürdigt. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfeh-

lerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a 

Abs. 3 AsylV 1 zukommenden Ermessens von einem freiwilligen Selbstein-

tritt der Schweiz abgesehen. Auf Beschwerdeebene werden über die Gel-

tendmachung der Minderjährigkeit hinaus denn auch keine Gründe 

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Seite 9 

vorgebracht, weshalb Polen für die Durchführung des Asylverfahrens nicht 

zuständig sein soll. 

7.  

Der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz bleibt in 

der Beschwerdeschrift unbegründet. Auch aus den Akten gehen keine 

Gründe hervor, weshalb die angefochtene Verfügung kassiert werden 

müsste. 

8.  

Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen ist die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat die Wegweisung nach Polen angeordnet. Die dagegen erhobene Be-

schwerde ist abzuweisen. Mit vorliegendem Urteil fällt der am 30. Januar 

2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin und der Antrag auf Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung wird gegenstandslos, ebenso der Antrag, der Be-

schwerdeführer sei superprovisorisch während des laufenden Beschwer-

deverfahrens in der Unterkunft der Minderjährigen unterzubringen. 

9.  

9.1. Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung abzuweisen ist. 

9.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS (Dispo-

sitivziffer 2 der angefochtenen Verfügung vom 23. Januar 2025) wird vom 

vorliegenden Dublin-Verfahren getrennt und unter der Verfahrensnummer 

F-638/2025 geführt. 

2.  

Die Beschwerde gegen den Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid 

wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Genner Jan Hoefliger 

 

 

Versand: