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**Case Identifier:** f2c8e5d8-d045-58c1-91d7-8cbc79713db6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.08.2011 S 2011 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-46_2011-08-16.pdf

## Full Text

S 11 46

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 16. August 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) …, geboren am … 1964 und Vater zweier Söhne sowie einer Tochter, meldete 

sich am 30. Juli 1996 erstmals bei der Invalidenversicherung wegen 

Verhaltensstörungen sowie Suchtmittelabhängigkeit an. Nach Prüfung der 

Anspruchsvoraussetzungen gewährte die IV-Stelle des Kantons Aargau mit 

Verfügung vom 3. Juli 1998 dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 

100% eine ganze IV-Rente seit dem 1. Januar 1998. Mit Verfügung vom 7. 

August 2002 sprach die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-

Stelle) dem Versicherten berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung 

zum Sozialpädagogen zu. Diese Umschulung, welche vom 1. August 2002 bis 

am 1. September 2003 dauern sollte, brach der Versicherte jedoch aus 

behinderungsbedingten Gründen im Januar 2003 ab. Mit Verfügung vom 6. 

August 2003 wurde dem Versicherten vom 1. Februar 2003 bis zum 31. 

August 2003 wiederum eine ganze IV-Rente zugesprochen. Ab dem 1. 

September 2003 erhielt der Versicherte sodann bei einem Invaliditätsgrad von 

54% noch eine halbe VI-Rente. 

b) Am 8. April 2004 stellte der Versicherte ein weiteres Gesuch um eine IV-

Umschulung in Form einer Ausbildung zum Sozialpädagogen. Mit Verfügung 

vom 13. Juli 2004 übernahm die IV-Stelle die Kosten für die dreijährige 

Umschulung zum Sozialpädagogen an der Höheren Fachschule für 

Sozialpädagogik im Behindertenbereich „agosis“. Die erwähnte Umschulung 

sollte praktikumsbegleitend zum Praktikum im Zentrum für Sonderpädagogik 

… (nachfolgend: …), welches der Versicherte ab dem 1. Juli 2004 im Rahmen 

einer 60% Anstellung absolvierte, erfolgen. Am 15. November 2004 verlor der 

Versicherte jedoch seinen Praktikumsplatz im ... Da erwähnter 

Praktikumsplatz zwingende Voraussetzung für die Weiterführung der 

Umschulung gewesen wäre, musste der Versicherte seine Umschulung zum 

Sozialpädagogen per 31. Januar 2005 abbrechen. 

2. Vom 1. Dezember 2004 bis 31. Dezember 2005 war der Versicherte sodann 

bei der … AG als Chauffeur/Transportmitarbeiter/ Möbelmonteur tätig und 

erzielte dabei im Jahre 2005 ein Jahreseinkommen von Fr. 38'411.25.

3. a) Zur neuerlichen Prüfung des Leistungsanspruchs des Versicherten 

beauftragte die IV-Stelle am 21. November 2006 die psychiatrische Klinik …, 

eine Abklärung des Versicherten vorzunehmen. Im darauf erstellten 

Abklärungsbericht vom 6. Juli 2007 wurde beim Versicherten eine spezifische 

Persönlichkeitsstörung, eine gegenwärtig abstinente Störung durch Alkohol 

sowie Cannabinoide, sowie eine gegenwärtig unter antidepressiver Therapie 

remittierte rezidivierende depressive Störung diagnostiziert. Bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten hält der Bericht fest, dass derzeit aufgrund 

seiner verminderten Belastbarkeit, seiner chronischen Gereiztheit sowie 

seiner inneren Unruhe und raschen Ermüdbarkeit mit entsprechend hohem 

Bedürfnis nach häufigen Pausen, eine vorwiegend psychisch bedingte, um 

40% verminderte Leistungsfähigkeit bei einer behinderungsgerechten 

Tätigkeit von 100% bestehe. Auch der regionale ärztliche Dienst (RAD) kam 

in seinem medizinischen Abklärungsbericht vom 13. November 2007 sowie 

vom 13. März 2008 zum Schluss, dass der Versicherte bei einer 

Leistungseinschränkung von 40% in jeglicher adaptierter Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig sei.

b) Das Gesuch um berufliche Massnahmen des Versicherten vom 8. April 2004 

wies die IV-Stelle aufgrund des invaliditätsbedingten frühzeitigen Abbruchs 

der Umschulung zum Sozialpädagogen sodann mit Vorbescheid vom 3. 

Dezember 2007 beziehungsweise mit Verfügung vom 6. Mai 2008 ab. Mit 

Vorbescheid vom 4. Dezember 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

nach Abbruch der beruflichen Massnahme ab dem 1. Januar 2006 eine 

Viertelsrente (Wiederaufleben) basierend auf einem Invaliditätsgrad von 45% 

zu. 

c) Mit Schreiben vom 13. Dezember 2007 erhob der Versicherte dagegen 

Einwand und beantragte gleichzeitig eine IV-Vollrente. Zur Begründung 

brachte er vor, die Erwerbseinbusse durch die bei der … AG geleistete Arbeit 

sie nicht realistisch. Das von der IV-Stelle erwähnte zumutbare 

Erwerbseinkommen bis 31. Dezember 2005 sei zu hoch angesetzt. Er habe, 

um dieses Einkommen zu erzielen, zu dieser Zeit beträchtliche Mengen 

Alkohol und Cannabis sowie (ärztlich verordnete) Medikamente konsumiert, 

um dem Arbeitsdruck gewachsen zu sein und nach Feierabend abschalten zu 

können. Sein Gesundheitszustand hätte sich während des Jahres bei der … 

AG durch die schwere und unregelmässige Arbeit und den Suchtmittelkonsum 

verschlechtert. Nach dieser Tätigkeit sei er denn auch nicht mehr arbeitsfähig 

gewesen. Des Weiteren sei für die Zeitspanne ab dem 1. Januar 2006 die 

Erwerbseinbusse durch erzieltes Arbeitslosengeld nicht realistisch. Seit 

seiner Arbeitstätigkeit bei der … AG erhalte er Arbeitslosengeld in einer Höhe, 

welches er in der regulären Arbeitswelt unmöglich verdienen könnte, weil dies 

seine Belastbarkeit bei weitem überschreiten würde. Sogar die Tätigkeit im 

Einsatzprogramm vom RAV sei für ihn an schlechten Tagen kaum zu 

bewältigen. Es sei für ihn kaum denkbar, eine Tätigkeit in der Arbeitswelt 

auszuüben, ohne das Rückfallrisiko in die Suchtmittel massiv zu erhöhen. 

Auch die Umschulung zum Sozialpädagogen habe er aufgrund des Verlustes 

der Praktikumsstelle im …, die er wegen Überforderung verloren habe, 

abbrechen müssen.

d) Mit rechtskräftiger Verfügung vom 26. November 2008 sprach die IV-Stelle 

dem Versicherten ab 1. Januar 2006 eine Viertelsrente (Wiederaufleben) zu. 

Dazu führte sie aus, dass das der Berechnung zugrunde liegende Einkommen 

gemäss Abklärungen dem effektiv erzielten Verdienst über einen längeren 

Zeitraum entspreche. Zudem begründe eine Suchterkrankung alleine keine 

Invalidität im Sinne der Invalidenversicherung, weshalb die Suchterkrankung 

vorliegend nicht berücksichtigt werden könne. Daher sei an der zumutbaren 

Restarbeitsfähigkeit des Versicherten festzuhalten. Nach dem Abbruch der 

beruflichen Massnahme per 31. Januar 2005 habe der Versicherte vom 1. 

Dezember 2004 bis 31. Dezember 2005 als 

Chauffeur/Transportmitarbeiter/Möbelmonteur bei der … AG gearbeitet und 

dabei einen Jahresverdienst von Fr. 38'411.25 erzielt. In seiner früheren 

Tätigkeit als Lastwagenchauffeur würde er heute einen Jahresverdienst von 

Fr. 63'993.05 erzielen. Für die Zeitdauer bis zum 31. Dezember 2005 ergebe 

sich bei einem zumutbaren Erwerbseinkommen ohne Behinderung von Fr. 

63'993.05 und einem zumutbaren Erwerbseinkommen mit Behinderung von 

Fr. 39'260.60 eine Erwerbseinbusse von Fr. 24'732.15 sowie ein 

Invaliditätsgrad von 38.65%. Die Abklärungen hätten weiter ergeben, dass 

dem Versicherten jede behinderungsgerechte Tätigkeit mit einer 

Leistungseinschränkung von 40% bereits ab November 2005 zu 100% 

zumutbar gewesen wäre. Da der Versicherte jedoch bis zum 31. Dezember 

2005 noch bei der … AG angestellt war, gelte die erwähnte 

Restarbeitsfähigkeit ab dem 1. Januar 2006. Der Invaliditätsgrad lasse sich 

dabei anhand der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), 

Niveau 4 für einfache und repetive Tätigkeit und einer 

Leistungseinschränkung von 40% festlegen. Daraus ergebe sich bei einem 

zumutbaren Erwerbseinkommen ohne Behinderung von Fr. 63'993.05 sowie 

einem zumutbaren Erwerbseinkommen mit Behinderung von Fr. 35'466.05 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 28'527.--. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad 

von Fr. 44.58%, woraus sich ein Anspruch auf eine Viertelsrente ergebe. 

4. a) Am 26. Oktober 2010 reichte der Versicherte sodann unter Beilage der 

Lohnausweise der Jahre 2007 bis 2009 sowie Bescheinigungen der 

Arbeitslosenkasse und der Ausgleichskasse ein Gesuch um Rentenerhöhung 

ein. Die IV-Stelle klärte daraufhin den Versicherten mit Schreiben vom 27. 

Oktober 2010 über die Anforderungen an ein Revisionsgesuch auf. Dabei 

führte sie aus, dass eine frühzeitige Revision nur geprüft werden könne, wenn 

glaubhaft gemacht werde, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise geändert habe. Dies könne durch die Zustellung 

eines Arztberichtes, aus dem hervorgehe, dass sich der Gesundheitszustand 

wesentlich verschlechtert habe, mit eingehender Begründung inwiefern, seit 

wann und mit welchen Auswirkungen, geschehen. Weiter sei im Gesuch 

darzulegen, dass sich durch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

auch die wirtschaftliche Situation in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

geändert habe. Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten sodann Frist bis 31. 

Dezember 2010 zur Einreichung von zweckdienlichen Beweismitteln unter 

Androhung, im Unterlassungsfall nicht auf das Gesuch um Rentenerhöhung 

einzutreten. 

b) Da der Versicherte innert gewährter Frist keine Beweismittel einreichte, teilte 

ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Februar 2011 mit, dass mangels 

Glaubhaftmachung der wesentlichen Veränderung der tatsächlichen 

Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 26. November 

2008 auf sein Leistungsbegehren nicht eingetreten werde.

5. Dagegen erhob der Versicherte am 1. April 2011 unter Einreichung eines 

Schreibens von Dr. phil. … vom 21. März 2011 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht Graubünden mit den sinngemässen Anträgen um 

Aufhebung der Verfügung vom 28. Februar 2011 und Erhöhung der IV-Rente. 

Im erwähnten Schreiben bringt Dr. … vor, dass gemäss dem Bericht der 

Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 9. März 2006 die psychische 

Belastungsfähigkeit des Versicherten als „sicher um bis zu einem Drittel 

vermindert“ sei. Es werde somit im Jahre 2006 von einer Leistungsfähigkeit 

von mindestens 66.66% ausgegangen. Im Vergleich dazu sei zum heutigen 

Zeitpunkt eine klare Verschlechterung festzustellen. Es habe sich wiederholt 

gezeigt, dass der Versicherte einer Arbeitsbelastung von mehr als 50% nicht 

gewachsen sei. Sobald er diese Grenze überschritten habe, sei es 

regelmässig zu einer psychischen Dekompensation und zu Rückfällen in den 

Alkoholkonsum gekommen, meist mit psychiatrischer Hospitalisation als 

Folge. Der Versicherte sei jedoch als Bezüger einer Viertelsrente aus 

finanziellen Gründen auf die Erbringung einer 50% übersteigenden 

Arbeitsleistung angewiesen. Unter diesem Druck sei er mehrmals in den 

Kreislauf von Mehrbelastung und Dekompensation geraten. Demzufolge sei 

die IV-Rente auf 50% zu erhöhen und, falls erforderlich, seien weitere 

Arztberichte einzuholen.

6. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde. Vorliegend sei nur die Eintretensfrage der glaubhaft gemachten 

erheblichen Sachverhaltsänderung streitig. Dies habe zur Folge, dass der 

Beweisantrag auf Einholung eines weiteren Arztberichtes von vornherein 

abzulehnen sei, da er die Eintretensfrage präjudizieren würde. Das vom 

Beschwerdeführer eingereichte Schreiben von Dr. phil. … vom 21. März 2011 

sei nicht relevant, weil es im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung noch gar nicht existiert habe. Gestützt auf das erwähnte Schreiben 

von Dr. phil. … könne jedoch ein neues Gesuch um Rentenerhöhung gestellt 

werden. Vorliegend sei der Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit 

rechtskräftiger Verfügung vom 26. November 2008 letztmals materiell geprüft 

und der Invaliditätsgrad ab dem 1. Januar 2006 auf 45% festgelegt worden, 

womit der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2006 einen Anspruch auf eine 

Viertelsrente gehabt habe. Dabei habe die IV-Stelle das Invalideneinkommen 

von Fr. 35'466.05 auf der Basis einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit hypothetisch ermittelt. Auf das 

Revisionsgesuch vom 26. Oktober 2010 habe die IV-Stelle nur einzutreten, 

wenn eine rentenrelevante Erhöhung des IV-Grades aufgrund veränderter 

Verhältnisse glaubhaft gemacht werde, wobei es neuer Elemente 

tatsächlicher Natur bedürfe, die nach der rechtskräftigen Verfügung vom 26. 

November 2008 eingetreten und zu dem damals gegebenen Sachverhalt 

hinzugekommen seien oder diesen verändert hätten. Im 

Rentenerhöhungsgesuch vom 26. Oktober 2010 mache der 

Beschwerdeführer unter Beilage der Lohnausweise der Jahre 2007 bis 2009 

sowie Bescheinigungen der Arbeitslosenkasse und der Ausgleichskasse eine 

Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit dem Jahre 2007 

geltend, weshalb er das Arbeitspensum seit dem Jahre 2008 habe reduzieren 

müssen. Trotz Aufforderung und Vorbescheidverfahren habe der 

Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 28. 

Februar 2011 der IV-Stelle jedoch keine Unterlagen eingereicht, aus denen 

glaubhaft hervorginge, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem 26. 

November 2008 verschlechtert oder sich die wirtschaftlichen Auswirkungen 

des Gesundheitszustandes verändert hätten. Demnach habe eine 

rentenrelevante Erhöhung des Invaliditätsgrades aufgrund veränderter 

Verhältnisse nicht glaubhaft gemacht werden können, weshalb die IV-Stelle 

am 28. Februar 2011 zu Recht Nichteintreten verfügt habe. Dies gelte umso 

mehr, als die letzte rechtskräftige Verfügung vom 26. November 2008 nur 

kurze Zeit zurückliege, so dass an die Glaubhaftmachung höhere 

Anforderungen zu stellen seien. Dass der Beschwerdeführer im Jahre 2009 

lediglich ein Einkommen von Fr. 21'794.-- erzielt habe und damit Fr. 2'743.-- 

weniger verdient habe als noch im Jahre 2008 könne an diesem Resultat auch 

nichts ändern. Denn die IV-Stelle habe das Invalideneinkommen von Fr. 

35'466.05 schon am 26. November 2008 - unter Ausserachtlassung des vom 

Versicherten effektiv erzielten Einkommens - hypothetisch ermittelt, weil der 

Beschwerdeführer aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht bereits damals 

seine Restarbeitsfähigkeit ungenügend verwertet habe.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, sofern erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle im 

Sinne von 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) zu Recht nicht auf das Gesuch um Rentenerhöhung des 

Beschwerdeführers eingetreten ist. Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob 

der Beschwerdeführer glaubhaft dargelegt hat, dass sich die tatsächlichen 

Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 26. November 

2008 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert haben, wobei 

der bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2011 

sich verwirklichte Sachverhalt massgebend ist. Weitere Arztberichte, wie dies 

der Beschwerdeführer beantragte, sind demgemäss keine einzufordern, da 

sie für die vorliegend zu beantwortende Eintretensfrage ohnehin nicht 

massgebend wären. 

2. a) Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) i.V.m. Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sind laufende Renten von 

Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen 

oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers in 

einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Revision der 

Rente gibt, der langjährigen Praxis des Bundesgerichts folgend, jede 

erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, N. 15 zu Art. 17 ATSG). 

Neben der wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes bilden die 

erhebliche Änderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des unverändert 

gebliebenen Gesundheitsschadens sowie des für die Methodenwahl 

ausschlaggebenden hypothetischen Sachverhaltes weitere Revisionsgründe. 

Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des 

Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen 

Rentenverfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 

beruht, bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen 

Revisionsverfügung (vgl. BGE 133 V 110 E. 5, Änderung bzw. Präzisierung 

der bisherigen Rechtsprechung, 125 V 369 E. 2 mit Hinweis, Ueli Kieser, 

a.a.O., N. 22 zu Art. 17 ATSG). 

b) Stellt der Versicherte ein Gesuch um Rentenerhöhung, hat er gemäss Art. 87 

Abs. 3 IVV glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für 

den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Das Kriterium der 

Erheblichkeit setzt dabei das Interesse an der Stabilität der 

Rentenausrichtung um, welches gebietet, Anpassungen nicht ohne Weiteres 

vorzunehmen (Ueli Kieser, a.a.O., N. 15 zu Art. 17 ATSG). Überdies soll damit 

verhindert werden, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleich 

lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des 

Sachverhalts darlegenden, Gesuchen befassen muss (vgl. BGE 117 V 200 E. 

4b mit Hinweisen). Der Versicherte muss dabei für die geltend gemachte 

erhebliche Sachverhaltsänderung weder den vollen Beweis noch den 

Nachweis erbringen, dass seine Darstellung überwiegend wahrscheinlich (im 

Sinne des sozialversicherungsrechtlichen Regelbeweisgrades; vgl. BGE 121 

V 47 E. 2a) ist. Vielmehr genügt es, wenn er glaubwürdig konkrete 

Anhaltspunkte für eine erhebliche Sachverhaltsänderung dartun kann (Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 724/99 vom 5. Oktober 2001 E. 

1c/aa, nicht publ. in BGE 127 V 294, aber in SVR 2002 IV Nr. 10 S. 25). 

Immerhin ist eine erhebliche Sachverhaltsänderung nicht bereits damit 

glaubhaft gemacht, dass in einem neuen Bericht von Ärzten oder anderen 

Fachleuten, auf deren Sachverstand die IV-Stelle bei der 

Invaliditätsbemessung zurückgreifen muss, der bereits im Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenverfügung gegebene Sachverhalt abweichend 

bewertet wird und entsprechend andere Schlussfolgerungen gezogen 

werden. Vielmehr müssen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass nach der 

ursprünglichen Verfügung Umstände aufgetreten sind, die den im Zeitpunkt 

der ursprünglichen Verfügung massgebenden Sachverhalt erheblich 

verändert haben (nicht veröffentlichtes Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 484/00 vom 21. März 2001 E. 1b/bb). Im Übrigen sind 

an die Glaubhaftmachung umso höhere Ansprüche zu stellen, je kürzer der 

Zeitraum zwischen der ursprünglichen, rechtskräftigen Verfügung und dem 

Revisionsgesuch ist (vgl. BGE 109 V 264 E. 3). Gelangt die IV-Stelle zum 

Ergebnis, es sei nicht glaubhaft gemacht, dass sich der Invaliditätsgrad in 

erheblicher Weise geändert hat, erledigt sie das Revisionsgesuch mit einem 

Nichteintretensentscheid (vgl. BGE 109 V 114 E. 2b).

3. a) Vorliegend ist einzig die Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten 

erheblichen Sachverhaltsänderung mit Einfluss auf den Invaliditätsgrad zu 

prüfen. Der Rentenanspruch wurde letztmals mit der rechtskräftigen 

Verfügung vom 26. November 2008 materiell geprüft und der Invaliditätsgrad 

ab 1. Januar 2006 auf 45% festgelegt. Der Versicherten hatte demzufolge ab 

dem 1. Januar 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die IV-Stelle hat dabei 

das Invalideneinkommen von Fr. 33'466.05 auf der Basis einer 60%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit hypothetisch 

ermittelt. Auf das Revisionsgesuch vom 26. Oktober 2010 hat die IV-Stelle 

somit nur einzutreten, wenn eine rentenrelevante Erhöhung des 

Invaliditätsgrades aufgrund veränderter Verhältnisse glaubhaft gemacht wird, 

wobei es neuer Elemente tatsächlicher Natur bedarf, die nach der 

rechtskräftigen Verfügung vom 26. November 2008 eingetreten und zu dem 

damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert 

haben. 

b) Der Beschwerdeführer bringt im Rentenerhöhungsgesuch vom 26. Oktober 

2010 unter Einreichung der Lohnausweise der Jahre 2007 bis 2009 sowie 

Bescheinigungen der Arbeitslosenkasse und der Ausgleichskasse vor, sein 

Gesundheitszustand hätte sich seit dem Jahre 2007 verschlechtert, weshalb 

er sein Arbeitspensum seit 2008 habe reduzieren müssen. Namentlich leide 

er an innerer Unruhe, Angstzuständen sowie vermehrt auch an depressiver 

Stimmung. Mögliche Auslöser dieser Leiden sieht der Beschwerdeführer in 

seiner Arbeit. Sein Arbeitspensum musste der Versicherte eigenen Angaben 

zufolge von 2.4 Stunden auf 2.2 Stunden pro Tag beziehungsweise von 12 

Stunden auf 11 Stunden pro Woche reduzieren. Unterlagen, wie 

beispielsweise Arztberichte oder eine Bestätigung seines Arbeitgebers, aus 

welchen glaubhaft hervorgeht, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem 

26. November 2008 tatsächlich verschlechtert oder dass sich die 

wirtschaftlichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes verändert haben 

könnten, brachte der Beschwerdeführer jedoch, trotz schriftlicher 

Aufforderung der IV-Stelle vom 27. Oktober 2010 und Vorbescheidverfahren, 

bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 28. Februar 2011 nicht 

vor. Die eingereichten Lohnausweise und Bescheinigungen der 

Arbeitslosenkasse und der Ausgleichskasse genügen dazu keineswegs, 

zumal, wie schon die Vorinstanz zu Recht darauf hinweist, die IV-Stelle das 

Invalideneinkommen schon in der rechtskräftigen Verfügung vom 26. 

November 2008, unter Ausserachtlassung des vom Versicherten effektiv 

erzielten Einkommens, hypothetisch ermittelte. Daher kann aus der Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer gemäss den eingereichten Lohnausweisen im 

Jahre 2009 lediglich ein Einkommen von Fr. 21'794.-- erzielte und damit Fr. 

2'743.-- weniger verdiente als im Jahre 2008, nichts zugunsten des 

Beschwerdeführers abgeleitet werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer eine erhebliche Änderung der tatsächlichen 

Verhältnisse in Form einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder 

einer Veränderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes gegenüber der rechtskräftigen Verfügung vom 26. 

November 2008 und damit einen Eintretenstatbestand nicht glaubhaft 

gemacht hat. Dies gilt umso mehr, als bei der Prüfung der 

Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung zu 

berücksichtigen ist, dass die letzte rechtskräftige Verfügung vom 26. 

November 2008 nur kurze Zeit zurückliegt. Die IV-Stelle ist demnach mit 

Verfügung vom 28. Februar 2011 zu Recht nicht auf das Gesuch um 

Rentenerhöhung eingetreten. 

4. An diesem Ergebnis vermag auch das mit der Beschwerde vom 1. April 2011 

eingereichte Schreiben von Dr. phil. … vom 21. März 2011 nichts zu ändern. 

Wie bereits ausgeführt, hat die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch 

die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft zu machen. Der 

Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die 

richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu 

sorgen hat (vgl. BGE 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. 

Wird im Gesuch um Rentenerhöhung kein Eintretenstatbestand glaubhaft 

gemacht, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung 

weiterer Beweismittel anzusetzen. Die Fristansetzung ist mit der Androhung 

zu verbinden, dass ansonsten auf Nichteintreten zu erkennen sei. Die IV-

Stelle hat den Beschwerdeführer denn auch, nachdem dieser am 26. Oktober 

2010 das Rentenerhöhungsgesuch ohne ausreichende Glaubhaftmachung 

der erheblichen Veränderung des Invaliditätsgrades eingereicht hatte, mit 

Schreiben vom 27. Oktober 2010 eine Frist bis 31. Dezember 2010 gewährt, 

um weitere Beweismittel einzureichen, mit dem Hinweis, dass ansonsten auf 

das Begehren nicht eingetreten werde. Nachdem diese Frist ungenutzt 

verstrichen war, trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Februar 2011 

folgerichtig nicht auf das Revisionsgesuch ein. Ergeht wie vorliegend eine 

Nichteintretensverfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das den 

eben umschriebenen Erfordernissen betreffend Fristansetzung und 

Androhung der Säumnisfolgen genügt, hat das Gericht seiner 

beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde zu legen, wie er 

sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 68 f. E. 5.2.5). Das Schreiben von Dr. 

phil. … vom 21. März 2011 reichte der Beschwerdeführer vorliegend erst mit 

der Beschwerde am 1. April 2011 ein. Demnach ist erwähntes Schreiben hier 

nicht zu beachten, weil es im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung vom 28. Februar 2011 noch gar nicht existierte. Der 

Nichteintretensentscheid der IV-Stelle ist demnach auch unter diesem Aspekt 

zu Recht ergangen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Hingegen kann 

der Beschwerdeführer, wie schon die Vorinstanz korrekt festgehalten hat, 

gestützt auf das Schreiben von Dr. phil. … bei der IV-Stelle ein neues Gesuch 

um Rentenerhöhung stellen. 

5. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

(inkl. Erhöhung) von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Jene Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die vom unterliegenden 

Beschwerdeführer zu tragenden Kosten auf Fr. 700.-- fest. Die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden hat keinen Anspruch auf eine aussergerichtliche 

Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.