# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53ad7d4d-7158-54e2-9c88-52b434b230ec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 08.08.2019 BK 2019 235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2019-235_2019-08-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 19 235

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. August 2019

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter J. Bähler, Ober-
richterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

Gegenstand erkennungsdienstliche Erfassung / Vorführung

Strafverfahren wegen Hinderung einer Amtshandlung und Sach-
beschädigung

Beschwerde gegen die Verfügung und den Vorführungsbefehl der 
Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 1. Mai 2019 
(BM 19 18559)

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Erwägungen:

1. Am 1. Mai 2019 ordnete die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nach-
folgend: Staatsanwaltschaft) die erkennungsdienstliche Erfassung gegenüber dem 
Beschuldigten an und erliess einen Vorführungsbefehl. Dagegen reichte der Be-
schuldigte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 17. Mai 2019 Beschwerde ein. Er beantragte, die Verfügungen 
seien aufzuheben (Ziffer 1), ihm sei eine Genugtuung von CHF 1'000.00 auszurich-
ten (Ziffer 2), eventualiter sei zu Ziffer 2 festzustellen, dass die Festnahme und die 
Abführung in Handschellen vom 7. Mai 2019 sowie die erkennungsdienstliche Er-
fassung vom 7. Mai 2019 widerrechtlich, eventualiter unrechtmässig erfolgt seien 
(Ziffer 3). Weiter sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, innert zehn Tagen seit 
Rechtskraft des Urteils sämtliche ihn betreffende erkennungsdienstliche Unterlagen 
aus den Akten zu entfernen und zu vernichten und/oder aus den Registern des 
Kantonspolizei Bern sowie weiterer Behörden entfernen oder löschen und vernich-
ten zu lassen (Ziffer 4). Eventualiter zu Ziffern 1, 2 und 4 seien die Verfügungen der 
Staatsanwaltschaft vom 1. Mai 2019 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inkl. 
7.7 % MWST. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme 
vom 4. Juni die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden 
könne. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 25. Juni 2019 an den ge-
stellten Anträgen fest. Seinem Gesuch um Akteneinsicht wurde mit Verfügung vom 
26. Juni 2019 entsprochen.

2.

2.1 Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt wer-
den (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsre-
glements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Das Erheben einer Beschwer-
de setzt weiter ein aktuelles Rechtsschutzinteresse voraus (Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Die gerügten Zwangsmassnahmen (erkennungsdienstliche Erfassung, Vorführung) 
wurden vorliegend bereits durchgeführt und sind abgeschlossen. Die entsprechen-
den Daten der erkennungsdienstlichen Erfassung befinden sich jedoch nach wie 
vor in den Akten und der Beschwerdeführer beantragt deren Entfernung. Im Falle 
einer Gutheissung der Beschwerde kann diese Zwangsmassnahme somit korrigiert 
werden. Dabei ist vorfrageweise über die Rechtmässigkeit der erfolgten erken-
nungsdienstlichen Erfassung zu befinden (vgl. Beschlüsse des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 15 363 vom 1. März 2016 E. 2.1; BK 16 199 vom 13. Juli 2016 E. 
2; BK 18 526 vom 27. Februar 2019 E. 2). Dementsprechend ist das aktuelle 
Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers und damit seine Beschwerdelegiti-
mation betreffend der erkennungsdienstlichen Erfassung zu bejahen, soweit es um 
die Entfernung der Daten geht. 

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2.2 Die Vorführung des Beschwerdeführers kann hingegen im jetzigen Verfahrenssta-
dium nicht mehr korrigiert werden. Somit fehlt es diesbezüglich an einem aktuellen 
Rechtsschutzinteresse. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann auf das Erfordernis des aktu-
ellen Rechtsschutzinteresses aber ausnahmsweise verzichtet werden, wenn sich 
die aufgeworfene Frage jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder 
stellen kann, eine rechtzeitige gerichtliche Überprüfung im Einzelfall kaum je mög-
lich ist und an der Beantwortung der Frage wegen der grundsätzlichen Bedeutung 
ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht (Urteil des Bundesgerichts 
2C_603/2018 vom 3. Dezember 2018 E. 3.3.1 mit Verweis auf BGE 135 I 79 E. 
1.1). 

2.3 Wann die Voraussetzungen zur Vorführung zwecks erkennungsdienstlicher Erfas-
sung gegeben sind bzw. ob diese im vorliegenden Fall vorgelegen haben, ist keine 
Frage von grundsätzlicher Bedeutung. Auch ob Anhaltspunkte dafür bestanden, 
dass der Beschwerdeführer einer Vorladung nicht Folge leisten werde, ist höchs-
tens für die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Durchführung dieser Zwangs-
massnahme im konkreten Fall ein relevanter Punkt, hat darüber hinaus aber keine 
grundsätzliche Bedeutung. Der Beschwerdeführer vermag denn auch nicht darzu-
legen, inwiefern sich bei der Beurteilung seiner Vorführung Rechtsfragen stellen, 
die sich in anderen Fällen nicht stellen. Der Beschwerdeführer bestätigte mit seiner 
Unterschrift am 21. März 2019, eine Kopie der Anordnung der erkennungsdienstli-
chen Erfassung erhalten und zur Kenntnis genommen zu haben, dass er polizeilich 
vorgeführt werden kann, wenn er den erwähnten Termin bzw. die erwähnte Frist 
(selbständige Vereinbarung eines Termins und Wahrnehmung desselben bis am 
28. März 2019) zur erkennungsdienstlichen Behandlung unentschuldigt nicht ein-
hält. Er hätte sich damit bereits zu diesem Zeitpunkt gegen die erkennungsdienstli-
che Erfassung und die damit verbundene Vorführung wehren können. Es ist jeden-
falls nicht ersichtlich, dass eine rechtzeitige gerichtliche Überprüfung im Einzelfall 
kaum je möglich ist, zumal mit der Beschwerde auch die aufschiebende Wirkung 
verlangt werden kann. Die Ausgangslage ist damit auch anders als diejenige im 
vom Beschwerdeführer zitierten BGE 107 Ia 138 E. 2. Die betroffenen Personen 
waren nicht vorgängig informiert. Insbesondere hatte das Bundesgericht in diesem 
Urteil aus dem Jahr 1981 zu beurteilen, ob eine gesetzliche Grundlage für die er-
kennungsdienstliche Erfassung vorlag, weshalb es damals – anders als heute – 
auch um eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung gegangen sein muss. 

2.4 Es sind damit keine Gründe ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall auf das Er-
fordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses verzichtet werden könnte. Die er-
kennungsdienstliche Erfassung und die Vorführung stehen auch nicht, wie vom Be-
schwerdeführer behauptet, in einem derart engen sachlichen sowie zeitlichen Zu-
sammenhang, dass eine gemeinsame Beurteilung geboten ist. Es handelt sich um 
zwei unterschiedliche Zwangsmassnahmen, bei denen sich andere Rechtsfragen 
stellen. Die Beurteilung der Rechtmässigkeit der erkennungsdienstlichen Erfassung 
hängt nicht von der Rechtmässigkeit der Vorführung bzw. der Art, wie diese vollzo-
gen wurde, ab. Zudem haben prozessökonomische Gründe keinen Einfluss auf die 
Beurteilung des aktuellen Rechtsschutzinteresses bzw. rechtfertigen keinen aus-

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nahmsweisen Verzicht darauf. Weiter ergibt sich ein aktuelles Rechtsschutzinter-
esse auch nicht automatisch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer durch 
die Vorführung in seinen verfassungsmässigen Rechten betroffen war.

2.5 Weiter kann gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung das Rechtsschutzinteres-
se zur Beschwerde über die Beendigung der Zwangsmassnahme hinaus Bestand 
haben, wenn diese später nicht mehr überprüft werden kann (Urteil des Bundesge-
richts 1B_351/2012 vom 20. September 2012 E. 2.3.1; KELLER, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 36 f. zu Art. 393 StPO; 
E. 4 hiernach). Wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend ausführt, gewährleis-
tet Art. 431 Abs. 1 StPO unabhängig vom Ausgang des Verfahrens Anspruch auf 
Entschädigung und Genugtuung bei rechtswidrig angewandten Zwangsmassnah-
men. Dem Beschwerdeführer steht es offen, bei der Staatsanwaltschaft ein ent-
sprechendes Entschädigungs- und Genugtuungsgesuch einzureichen. Die Staats-
anwaltschaft oder das urteilende Gericht werden über den Anspruch im Endent-
scheid zu befinden haben. Die Rechtsweggarantie ist somit gewährleistet. Der Be-
schwerdeführer begründet denn auch nicht, inwiefern die Verweisung in das Ent-
schädigungsverfahren nach Strassburger Rechtsprechung das Recht auf eine 
wirksame Beschwerde verletze. Solches lässt sich ebenfalls nicht aus BGE 107 Ia 
138 E. 2 ableiten. Weiter wird auch der Anspruch des Beschwerdeführers auf rich-
tige Rechtsanwendung nicht durch eine spätere gerichtliche Beurteilung tangiert. 

Auf die Beschwerde gegen die Vorführung ist daher nicht einzutreten. Gleiches gilt, 
soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der erkennungsdienstlichen 
Erfassung eine Genugtuung beantragt. Darüber wird die Staatsanwaltschaft oder 
das Gericht am Ende des Verfahrens zu befinden haben. 

3. Gemäss Art. 197 StPO können Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn 
sie gesetzlich vorgesehen sind (Bst. a), ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (Bst. 
b), die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden 
können (Bst. c) und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt 
(Bst. d). Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Na-
tur sein, um einen hinreichenden Tatverdacht begründen zu können. Die erken-
nungsdienstliche Erfassung wird in Art. 260 StPO gesetzlich geregelt. Sie bezweckt 
die Abklärung des Sachverhalts, worunter insbesondere die Feststellung der Identi-
tät einer Person fällt (BGE 141 IV 87 E. 1.3.3). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ist eine erkennungsdienstliche Erfassung auch zulässig, wenn sie 
nicht für die Aufklärung der Straftat erforderlich ist, derer eine Person im hängigen 
Strafverfahren beschuldigt wird. Damit diese Zwangsmassnahme verhältnismässig 
ist, müssen erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die be-
schuldigte Person in andere - bereits begangene oder künftige - Delikte von gewis-
ser Schwere verwickelt sein könnte (Urteil des Bundesgerichts 1B_185/2017 vom 
21. August 2017 E. 3 mit Verweis auf BGE 141 IV 87 E. 1.3.1 S. 90 und E. 1.4.1).

4. Dem Beschwerdeführer wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe einem Poli-
zisten in Zivil das Mobiltelefon aus der Hand gerissen, es zu Boden geworfen und 
dadurch beschädigt. Im Anschluss habe er versucht, sich seiner Anhaltung durch 
Flucht zu entziehen und er habe sich bei der Anhaltung körperlich zur Wehr ge-

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setzt. Diese Vorwürfe ergeben sich aus dem Berichtsrapport der Kantonspolizei 
vom 26. April 2019, welcher insbesondere auch einen Wahrnehmungsbericht zu 
den Ereignissen am 21. März 2019 enthält. Daraus ergibt sich ein hinreichender 
Tatverdacht wegen Sachbeschädigung und Hinderung einer Amtshandlung. 

5.

5.1 Die erkennungsdienstliche Erfassung dient aber nicht der Aufklärung dieser Strafta-
ten. Dafür war die Massnahme auch nicht erforderlich. Es müssen damit erhebliche 
und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer in andere 
- auch künftige - Delikte verwickelt sein könnte. Der Beschwerdeführer bestreitet, 
dass solche Anhaltspunkte bestehen. Diese ergäben sich auch nicht aus den hän-
gigen Verfahren. Es sei nicht explizit begründet worden, wieso überhaupt zu erwar-
ten sei, dass er zukünftig Straftaten begehen würde. Er sei nicht vorbestraft. Es 
gelte die Unschuldsvermutung. Es entstehe der Eindruck, dass die Vorinstanz we-
gen seiner Beteiligung an der linken Szene von weiteren Delikten ausgehe. Eine 
solche Argumentation sei unzulässig. Es handle sich um eine routinemässige er-
kennungsdienstliche Erfassung, welcher jegliche Grundlage entbehre.

5.2 Aus der angefochtenen Verfügung geht hervor, dass die erkennungsdienstliche 
Erfassung mit Blick auf zukünftig erwartete Straftaten erfolgte. Dabei ist klar, dass 
in erster Linie solche Delikte im Raum stehen, denen der Beschwerdeführer aktuell 
beschuldigt wird. Es wird auch begründet, weshalb die Staatsanwaltschaft diese 
Annahme getroffen hat. Dabei nimmt die Staatsanwaltschaft nicht einzig darauf 
Bezug, dass sich der Beschwerdeführer in der linken Szene aufhält, sondern be-
zieht auch die Feststellungen der Polizei sowie das bereits hängige Verfahren mit 
ein. Eine Verletzung der Begründungspflicht, wie vom Beschwerdeführer geltend 
gemacht, liegt daher nicht vor. Eine Anfechtung war denn auch ohne weiteres mög-
lich. Dass der Beschwerdeführer davon ausgeht, mit den Argumenten der Staats-
anwaltschaft lasse sich die erkennungsdienstliche Massnahme nicht rechtfertigen, 
begründet noch keine Gehörsverletzung. 

5.3 Der Beschwerdeführer ist nicht vorbestraft. Sowohl für dieses Strafverfahren als 
auch das Strafverfahren BM 19 9739 gilt die Unschuldsvermutung. Es ist deshalb 
davon auszugehen, dass er bisher keine Straftat begangen hat. Der Grundsatz der 
Unschuldsvermutung schliesst aber nicht per se aus, dass Erkenntnisse aus einer 
laufenden Strafuntersuchung bei der Beurteilung der Frage, ob eine beschuldigte 
Person mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bereits gleichartige Delikte begangen hat 
oder in Zukunft begehen wird, berücksichtigt werden dürfen. Diese Frage ist viel-
mehr anhand der Umstände des Einzelfalles zu prüfen, wobei dem Grundsatz der 
Unschuldsvermutung Rechnung zu tragen ist. Anhaltspunkte für die Annahme wei-
terer Delikte lassen sich jedenfalls nicht nur aus rechtskräftigen Verurteilungen ge-
winnen, sondern auch aus anderen Umständen. Dass solche Umstände in jedem 
Fall ausserhalb der laufenden Strafuntersuchung liegen müssen, wird weder von 
der Lehre noch von der Rechtsprechung verlangt (u.a. Entscheid des Obergerichts 
des Kantons Zürich UH 120024 vom 6. Juli 2012 E. 7.3 mit Hinweisen). Mit ande-
ren Worten kann die Annahme der Beteiligung an unaufgeklärten oder zukünftigen 
Straftaten auch durch die im Rahmen der laufenden Untersuchung abgenommenen 

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Beweise, ein Geständnis, die Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten oder ande-
re aktenkundige Umstände der zu untersuchenden Anlasstat begründet sein. Es ist 
im Einzelfall zu beurteilen, inwieweit die Unschuldsvermutung zu berücksichtigen 
ist (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 16 304 vom 28. Oktober 
2016 E. 4.2). 

5.4 Gemäss dem Wahrnehmungsbericht filmte der Beschwerdeführer die Polizisten, 
als diese anlässlich einer gezielten Aktion gegen den Drogenhandel auf dem Vor-
platz der Reitschule eine Person anhielt und abführte. Der Beschwerdeführer lief 
den beiden Polizisten nach und versuchte, sich beim Zelteingang zu verstecken 
und filmte weiter. Der Beschwerdeführer wurde durch einen Polizisten ebenfalls 
aus einer Entfernung von fünf Metern gefilmt. Als dieser Polizist am Beschwerde-
führer vorbei ging, gelang es dem Beschwerdeführer, dem Polizisten das Mobiltele-
fon aus der rechten Hand zu reissen und zu Boden zu werfen. Der Beschwerdefüh-
rer flüchtete daraufhin ins Zelt. Als die Polizei den Beschwerdeführer wieder ent-
deckt hatte, versuchte sie, ihn anzuhalten. Der Beschwerdeführer flüchtete erneut 
ins Innere des Zelts. Auf das mehrfache Zurufen «Stopp Polizei» reagierte der Be-
schwerdeführer nicht. Umgehend wurde die Verfolgung aufgenommen. Mehrere 
Personen versuchten, den Beschwerdeführer zu schützen. Kurz vor dem Zeltaus-
gang / Restaurantbetrieb konnte der Beschwerdeführer eingeholt und angehalten 
werden. Immer wieder versuchte er sich loszureissen, trat gegen das Inventar des 
Restaurants, brüllte und beschimpfte die Polizei. Diese detaillierten Feststellungen 
sind glaubhaft. Es handelt sich nicht, wie vom Beschwerdeführer vorgebracht, um 
bloss subjektive Eindrücke, sondern um die Schilderung eines objektiv erfassbaren 
Verhaltens des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer machte anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 21. März 2019 von seinem Aussageverweigerungs-
recht Gebrauch und bestreitet im Beschwerdeverfahren den Tatverdacht. Dabei 
macht er aber nicht geltend und begründet auch nicht, dass bzw. inwiefern sich der 
Sachverhalt anders abgespielt haben soll. Er bestätigt in seiner Beschwerde zu-
dem, dass er die Polizei filmte, und räumt in seiner Replik zumindest implizit ein, 
dass das Mobiltelefon des Polizisten zu Boden fiel. So bestreitet er einzig seinen 
Vorsatz und den Schaden. Weiter steht fest, dass er vor Ort war und von der Poli-
zei mitgenommen wurde. 

5.5 Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer selber aktiv in Erschei-
nung trat und anschliessend flüchtete. Dabei erhielt er Unterstützung von anderen 
anwesenden Personen. Dieses Verhalten des Beschwerdeführers und die Um-
stände, die zur Anzeige führten, deuten daraufhin, dass sich der Beschwerdeführer 
in der Szene rund um Reitschule aufhält und er auch in Zukunft versuchen wird, 
sich Personenkontrollen oder anderer Amtshandlungen zu entziehen. Dies 
bestätigt auch das andere hängige Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer. In 
diesem Verfahren erfolgte bereits ein Strafbefehl gegen den Beschwerdeführer u.a. 
wegen Hinderung einer Amtshandlung. Dieser Strafbefehl befindet sich in den Ak-
ten dieses Verfahrens. Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, eine Sirene 
betätigt und versucht zu haben, das Tor zum Reithallen-Vorplatz zu schliessen, als 
er die Polizei bemerkt hatte. Dadurch verhinderte er die Kontrolle mehrerer Perso-
nen. Zudem widersetzte er sich der Mitnahme auf die Polizeiwache und versuchte, 
sich aktiv mittels Körpergewalt loszureissen. Damit bestehen vorliegend erhebliche 

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und genügend konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer inskünftig 
Delikte von gewisser Schwere begehen könnte. Anders als in BGE 141 IV 87 kann 
nicht von einem bloss vagen Verdacht ausgegangen werden. Es geht auch nicht 
einfach um einen Generalverdacht gegen Besucher der Reithalle und/oder Perso-
nen mit linker politischer Überzeugung, wie der Beschwerdeführer glaubhaft ma-
chen will. 

6. Die erkennungsdienstliche Erfassung ist auch geeignet, zur Aufklärung zukünftiger 
Delikte beizutragen. Durch die erkennungsdienstliche Erfassung wird die Identifika-
tion bei allfällig zukünftigen Delikten ermöglicht bzw. erleichtert. Es handelt sich zu-
dem um einen leichten Grundrechtseingriff. Ein milderes, geeignetes Mittel ist nicht 
erkennbar. Der Eingriff ist dem Beschwerdeführer auch zumutbar. Anders als er 
ausführt, handelt es sich nicht um geringfügige Delikte. Dem Beschwerdeführer 
wird vorgeworfen, sich bereits zum zweiten Mal mit Gewalt den Handlungen der 
Polizei widersetzt zu haben. Damit stehen vergleichsweise schwere Delikte zur 
Diskussion. Die Ausgangslage präsentiert sich damit auch anders als im Urteil des 
Bundesgerichts 1B_111/2015, 1B_123/2015 vom 20. August 2015. Das Alter des 
Beschwerdeführers macht die erkennungsdienstliche Erfassung nicht unverhält-
nismässig, zumal die Befürchtungen, dass sich die erkennungsdienstliche Erfas-
sung nachteilig auf seine weitere Entwicklung auswirken könnte, nur sehr vage 
sind. Dies gilt ebenso für die behauptete Gefahr, wonach er von Dritten aufgrund 
des Fotobogens mit Strafverfahren in Verbindung gebracht werden könnte. Das öf-
fentliche Interesse an der Aufklärung zukünftiger Straftaten wiegt höher als die pri-
vaten Interessen des Beschwerdeführers (persönliche Freiheit, informationelle 
Selbstbestimmung), zumal es sich um einen leichten Eingriff in diese Rechte han-
delt. Die erkennungsdienstliche Erfassung erweist sich als verhältnismässig und ist 
auch nicht routinemässig erfolgt. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden bestimmt 
auf CHF 1‘000.00.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘000.00, trägt der Be-
schwerdeführer. 

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt C.________

(mit den Akten)

Bern, 8. August 2019 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

i.V. Gerichtsschreiberin Lustenberger

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.