# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc1318b5-9459-5d2b-a9c2-fcda0c265fe6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.01.2022 IV 2020/255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-255_2022-01-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/255

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.11.2022

Entscheiddatum: 28.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 28.01.2022
Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Die ab dem Mai 2014 (abgesehen 
von stationären und teilstationären Aufenthalten mit 100%iger 
Arbeitsunfähigkeit) attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit für 
leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 
Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für ihre 
Rentenberechnung darauf abgestellt hat. Der errechnete Invaliditätsgrad 
sowie die verfügten Rentenansprüche sind ebenfalls nicht zu beanstanden. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 28. Januar 2022, IV 2020/255). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_166/2022.

Entscheid vom 28. Januar 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2020/255

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Gnädinger, Hubatka Müller Vetter, 

Seestrasse 6, Postfach, 8027 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

B.___,

Beigeladener,

Gegenstand

Rente (i.S. B.___)

Sachverhalt

A.  

Im Oktober 2002 meldete sich B.___ (nachfolgend: Versicherter) infolge eines 

Bandscheibenvorfalls für Hilfsmittel bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 31. Januar 2003 erteilte die 

IV-Stelle Kostengutsprache für invaliditätsbedingte Änderungen am Motorfahrzeug des 

Versicherten (IV-act. 14).

A.a. 

Im August 2004 erfolgte infolge Verschlechterung bzw. Ausweitung der 

Bandscheibenprobleme eine erneute IV-Anmeldung (IV-act. 15). Der Versicherte hatte 

zuletzt als C.___ beim D.___ gearbeitet, war jedoch seit dem 18. Juni 2004 

krankgeschrieben (vgl. IV-act. 15-5, 30 und 32). Nachdem die IV-Stelle verschiedene 

Berichte eingeholt hatte (vgl. IV-act. 22 ff.), gab sie bei der Z.___ AG, ein medizinisches 

Gutachten in Auftrag (vgl. IV-act. 78), in welchem dem Versicherten für die Tätigkeit als 

C.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Optimal leidensangepasste 

A.b. 

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Tätigkeiten (mittelschwere Arbeiten unter Vermeidung von Zwangshaltungen, wobei 

sitzende Positionen und Arbeiten über Kopf über den Tag verteilt nicht länger als drei 

Stunden vorkommen sollten) wurden jedoch als zumutbar erachtet (IV-act. 78-14). Im 

Schlussbericht zur Eingliederung vom 13. September 2006 hielt der damalige 

Berufsberater fest, der Versicherte beabsichtige, als freier Mitarbeiter als C.___ auf 

Abruf und als Y.___ selbständig tätig zu werden, wodurch sich die Möglichkeit zur 

Wechselbelastung ergebe (vgl. IV-act. 90). Mit Mitteilung vom 20. September 2006 

erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die Umschulung zum E.___ inklusive F.___ 

für die Zeit vom 1. August 2006 bis 31. März 2007 (IV-act. 94). Nachdem der 

Versicherte der IV-Stelle mitgeteilt hatte, dass er die Umschulung zum E.___ nicht in 

Angriff habe nehmen können, da er zu viele Arbeitsaufträge habe und sein aktuelles 

Einkommen sein früheres Valideneinkommen übersteige (vgl. IV-act. 96), widerrief die 

IV-Stelle mit Verfügung vom 10. September 2007 die Mitteilung vom 20. September 

2006 und wies das Begehren um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 102).

Im Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an (vgl. IV-act. 104). Er befand sich zu diesem Zeitpunkt in stationärer 

Behandlung in der Psychiatrischen Klinik G.___ (vgl. IV-act. 104-1 und 116 f.). Im 

Austrittsbericht vom 16. Oktober 2014 wurde festgehalten, dass der Versicherte vom 

13. Mai bis 3. Oktober 2014 hospitalisiert gewesen sei. Er sei am 13. Mai 2014 von 

seinem Hausarzt aufgrund einer depressiven Episode mit Suizidgedanken der 

Akutstation zugewiesen worden. Am 28. Mai 2014 sei der Übertritt auf die offen 

geführte Therapiestation erfolgt. Als Diagnosen nannten die Behandelnden eine 

rezidivierende depressive Störung (aktuell mittelgradige Episode: mit somatischem 

Syndrom), eine Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen und leicht 

schizoiden Anteilen sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung. Weiter erklärten sie, der 

Versicherte sei bei Austritt weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. Um eine anhaltende 

Stimmungsstabilisierung zu erreichen, bedürfe es noch einer teilstationären 

Behandlung. Nach erfolgter Zustandsstabilisierung sollte die Wiedereingliederung ins 

Arbeitsleben schrittweise in geschütztem Rahmen und in den Beschwerden 

angepassten Tätigkeiten erfolgen (IV-act. 117; vgl. ferner IV-act. 116). Per 30. 

November 2014 verlor der Versicherte seine seit dem 1. November 2013 laufende 

Anstellung als N.___ bei der O.___AG (IV-act. 104-5, 106-1, 113-1 f. und 130-2). In 

A.c. 

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einem Bericht der Tagesklinik der Psychiatrischen Klinik G.___ vom 16. Dezember 2014 

wurde ausgeführt, dass eine Abnahme der depressiven Symptomatik sowie der 

Angstsymptome zu beobachten sei. Der Versicherte zeige aber weiterhin ein stark 

schwankendes Zustandsbild. Es präsentierten sich vor allem bei Stress und 

Belastungssteigerung starke Stimmungsschwankungen, eine rasch auftretende 

negative kognitive Verarbeitungstendenz und impulsiv einschiessende massive 

Suizidideen mit schneller und konkreter Handlungsplanung. Es gelinge dem 

Versicherten aber zunehmend besser, diese Verhaltensmuster zu beeinflussen und 

alternative Ersatzstrategien anzuwenden. Bei einem weiteren positiven Verlauf sollte die 

Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit anfangs 2015 möglich sein (IV-act. 124-3; vgl. 

ferner IV-act. 125-1).

In einer Aktenbeurteilung vom 5. Januar 2015 kam der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) zum Schluss, dass aus medizinisch-theoretischer Sicht sowohl in der bisherigen 

als auch in einer adaptierten Tätigkeit von einer zumutbaren Präsenzzeit von 

mindestens 50 % auszugehen sei bei einer noch zu evaluierenden Leistungsfähigkeit, 

schrittweise steigerbar auf Vorniveau. Aufgrund der Persönlichkeitszüge empfehle sich 

eine Tätigkeit mit geringem zwischenmenschlichem Konfliktpotential und möglichst 

ohne erhöhten Zeit- und Leistungsdruck. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte 

in der Stellensuche eingeschränkt (IV-act. 125-4).

A.d. 

Gestützt auf einen am 23. April 2015 unterzeichneten Eingliederungsplan (IV-act. 

134) gewährte die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 30. April 2015 einen 

vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 dauernden Arbeitsversuch (zu Beginn im Pensum von 

50 %) in der Psychiatrischen Klinik G.___ (IV-act. 136). Per 1. Juni 2015 und im Juli 

2015 konnte das Pensum leicht gesteigert werden (vgl. IV-act. 164-2 f.). Anlässlich 

eines Standortgesprächs vom 30. Juli 2015 hiess es, dass die Medikamente zwei 

Wochen zuvor in Absprache mit dem Arzt reduziert worden seien, woraufhin sich der 

Zustand massiv verschlechtert habe. Der Versicherte habe wieder Suizidgedanken 

bekommen und sich sehr niedergeschlagen gefühlt. Dennoch sei er zur Arbeit 

gekommen. Die Medikamente seien auf die doppelte Menge als üblich erhöht worden, 

sodass sich der Versicherte zwar psychisch wieder besser, gleichzeitig jedoch sehr 

müde und erschöpft fühle, was sich auch bei der Arbeit bemerkbar mache. Es sei 

daher beschlossen worden, das Pensum ab dem 3. August 2015 wieder auf 50 % zu 

A.e. 

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reduzieren (IV-act. 164-3). Mit Mitteilung vom 5. August 2015 erteilte die IV-Stelle 

Kostengutsprache für einen vom 21. bis 23. August 2015 dauernden Kurs mit (…) (IV-

act. 148; zum Eingliederungsplan vgl. IV-act. 146). Anlässlich einer 

Standortbestimmung vom 26. August 2015 wurde geschildert, dass die Medikamente 

wieder auf die normale Dosis reduziert worden seien, wodurch der Versicherte weniger 

müde sei. Es bestünden noch immer eine innere Unruhe, Versagensängste und 

Existenzängste (IV-act. 164-3). Im Rahmen einer Standortbestimmung vom 7. Oktober 

2015 wurde von einem weiterhin schwankenden Zustand berichtet, weshalb die 

Medikamentendosis wieder erhöht worden sei. In der Klinik gehe es dem Versicherten 

gut. Sobald er sich jedoch ausserhalb der Klinik aufhalte, träten Schwierigkeiten auf. Er 

fühle sich gestresst, nervös und es bestehe eine innere Unruhe. Vor allem unter vielen 

Personen oder im Strassenverkehr fühle er sich sehr unwohl. Teilweise würden auch 

Panikattacken auftreten. Seitens der IV-Stelle wurde dem Versicherten kommuniziert, 

dass er sich Gedanken machen müsse, wie es ausserhalb der Klinik weitergehen 

könnte. In einem Telefonat vom 14. Oktober 2015 teilte der Versicherte der IV-Stelle 

mit, dass er zwischenzeitlich Kontakt mit der Stiftung H.___ gehabt habe und allenfalls 

die Option für einen Arbeitsversuch bestehe (vgl. IV-act. 164-4; zur Bezeichnung als 

Stiftung vgl. IV-act. 158). Mit Mitteilung vom 30. Oktober 2015 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten einen vom 1. November 2015 bis 30. April 2016 dauernden 

Arbeitsversuch (zu Beginn mit einem Pensum von 50 %) bei der Stiftung H.___ zu (IV-

act. 152; zum Eingliederungsplan vgl. IV-act. 150). Ab Februar 2016 konnte der 

Versicherte das Pensum um eine Stunde pro Tag ausdehnen (vgl. IV-act. 164-5). Ab 

dem 1. Mai 2016 trat der Versicherte eine bis zum 31. Dezember 2016 befristete 

Anstellung bei der Stiftung H.___ in einem Pensum von 60 % an (IV-act. 158). Mit 

Mitteilung vom 9. Mai 2016 bewilligte die IV-Stelle die Übernahme eines 

Einarbeitungszuschusses während der Anlern- bzw. Einarbeitungszeit bei der Stiftung 

H.___ vom 1. Mai bis 31. Oktober 2016 (IV-act. 161; vgl. dazu auch IV-act. 164-5; zum 

Eingliederungsplan vgl. IV-act. 159). In einem Telefonat vom 1. Dezember 2016 teilte 

der Versicherte der IV-Stelle mit, dass sich die gesundheitliche Situation verbessert 

habe, sodass er die psychotherapeutische Behandlung habe beenden können. Das 

befristete Arbeitsverhältnis werde per 1. Januar 2017 in eine unbefristete Anstellung 

umgewandelt, wobei er auch zukünftig in einem Pensum von 60 % arbeiten werde (IV-

act. 164-6). In einer gleichentags verfassten Stellungnahme bezeichnete der 

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Eingliederungsverantwortliche der IV den Versicherten als optimal eingegliedert (IV-act. 

164-6). Im Abschlussbericht vom 9. Januar 2017 des Ambulatoriums des 

Psychiatrischen Zentrums I.___, wo der Versicherte vom 5. November 2015 bis 9. 

August 2016 ambulant behandelt worden war, wurden als Diagnosen eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches 

Syndrom, eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung 

mit emotional instabilen und leicht schizoiden Anteilen genannt. Die depressiven 

Symptome seien vollständig zurückgegangen. Nach der letzten Konsultation vom 

9. August 2016 habe kein Therapiebedarf mehr bestanden. Deswegen sei die Therapie 

beendet worden, wobei man so verblieben sei, dass sich der Versicherte jederzeit 

wieder melden könnte (vgl. IV-act. 166-6 f.). In einer E-Mail vom 12. April 2017 fragte 

die Stiftung H.___ an, ob die IV-Stelle bereit wäre, einen Teil des Salärs des 

Versicherten in Zukunft zu übernehmen. Diesfalls könnte sich die Stiftung eine 

Weiterbeschäftigung des Versicherten vorstellen. Ansonsten wäre eine 

Weiterbeschäftigung eher nicht möglich, da der Aufwand zu gross sei (IV-act. 168). In 

einem Telefonat vom 24. April 2017 informierte der Versicherte die IV-Stelle darüber, 

dass er die Anstellung verloren habe und sich seit dem 11. April 2017 wieder stationär 

in der Psychiatrischen Klinik G.___ aufhalte (IV-act. 169).

In einem Verlaufsbericht vom 29. Juni 2017 hielten die Behandelnden der Psychia­

trischen Klinik G.___ fest, neben der depressiven Symptomatik (Antriebslosigkeit, 

Freudlosigkeit, Interessenverlust, Stimmungstief bis hin zu Suizidalität, Konzentrations- 

und Gedächtnisprobleme) bestünden Probleme im sozialen Kontakt mit 

wiederkehrenden Konflikten, die bis zum Arbeitsplatzverlust führen könnten. Es seien 

ein Schwarz-Weiss-Denken, eine Impulsivität sowie eine geringe Flexibilität im Denken 

und Handeln vorhanden. Der Versicherte verstumme in schwierigen 

zwischenmenschlichen Situationen oder in Leistungssituationen und er habe schon 

mehrfach impulsive Durchbrüche erlebt. Aktuell sei die bisherige Tätigkeit nur in 

geschütztem Rahmen zumutbar, zunächst eventuell auch in einem zeitlich reduzierten 

Umfang (IV-act. 171). Im Austrittsbericht vom 24. Juli 2017 nannten die Behandelnden 

der Psychiatrischen Klinik G.___ als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung 

(gegenwärtig mittelgradige Episode), kombinierte Persönlichkeitsstörungen mit 

emotional instabilen und narzisstischen Anteilen, eine Agoraphobie mit anamnestisch 

A.f. 

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vorbekannter Panikstörung sowie eine nichtorganische Insomnie. Der Versicherte zeige 

einen schwankenden Verlauf. Er habe sich zwar relativ rasch stabilisiert, was mit einer 

Verminderung der chronisch hohen Anspannung und einer Verbesserung der 

Stimmung einhergegangen sei. Allerdings präsentiere sich vor allem bei einer 

Belastungssteigerung und dem Auftreten unvorhergesehener Stressoren im Alltag ein 

weiterhin stark instabiles Zustandsbild mit starken Anspannungszuständen und 

Stimmungsschwankungen. Als Hauptauffälligkeiten hätten sich neben der depressiven 

Symptomatik deutliche Probleme im sozialen Kontakt gezeigt. Die Verdachtsdiagnose 

einer Persönlichkeitsstörung habe sich erhärtet. Der Versicherte zeige eine stark 

erhöhte Empfindlichkeit auf Kritik, eine leichte Kränkbarkeit und eine subtile Abwertung 

anderer in Interaktionen. Er habe genügend psychische Stabilität erreicht, um den 

Alltag zu meisten. Die Arbeitsfähigkeit sei bei Austritt allerdings 0 % gewesen. Der 

Versicherte führe die klinikinterne Beschäftigung im geschützten Bereich weiter mit 

Aussicht auf eine Anstellung in geschütztem Rahmen. Auch erfolge eine ambulante 

psychotherapeutische Nachbehandlung (IV-act. 172). In einer Aktenbeurteilung vom 11. 

August 2017 hielt der RAD fest, dass nicht ersichtlich sei, warum der Versicherte 

zwingend auf den geschützten Rahmen angewiesen sei. Aus 

versicherungspsychiatrischer Sicht sei aufgrund der medizinischen Unterlagen in einer 

der Persönlichkeitsstruktur bzw. Persönlichkeitsstörung angepassten Tätigkeit von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wobei sich ein Einstieg mit einem Pensum 

von 50 %, rasch steigerbar, empfehle. Sollten im weiteren Verlauf der beruflichen 

Eingliederung Probleme auftreten, sei eine Begutachtung angezeigt (IV-act. 174).

Mit Mitteilung vom 6. Dezember 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

eine berufsberaterische Abklärung (IV-act. 179). Mit Mitteilung vom 6. April 2018 sprach 

sie ihm einen vom 1. Mai bis 31. Oktober 2018 dauernden Arbeitsversuch in der J.___, 

zu Beginn mit einem Pensum von 50 %, zu (IV-act. 190; zum Eingliederungsplan vgl. 

IV-act. 187). Per 1. November 2018 konnte der Versicherte eine unbefristete Anstellung 

als Allrounder in einem Pensum von 50 % bei der J.___ antreten (vgl. IV-act. 196), 

wobei die IV-Stelle mit Mitteilung vom 31. Januar 2019 für die Zeit vom 1. November 

2018 bis 31. Januar 2019 Kostengutsprache für einen Einarbeitungszuschuss erteilte 

(IV-act. 203; vgl. dazu auch IV-act. 199). Mit Mitteilung vom 20. Februar 2019 

informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass kein Anspruch auf weitere 

A.g. 

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berufliche Massnahmen bestehe, da er gemäss dem IV-Eingliederungsverantwortlichen 

aktuell optimal im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert sei (vgl. IV-act. 205; vgl. dazu auch 

IV-act. 200-6).

In einem Verlaufsbericht der Psychiatrie K.___ vom 3. Juli 2019 wurde geschildert, 

dass es beim Versicherten anfangs 2018 phasenweise zu depressiven Einbrüchen, 

jeweils abhängig von externen Auslösern und Belastungsfaktoren, gekommen sei. 

Teilweise habe der Versicherte dann offenbar übermässig Alkohol konsumiert, wobei 

sich auch in Phasen guter Stimmung eine Tendenz zu täglichem Alkoholkonsum von 

1.5 bis 2 Litern Bier gezeigt habe. Im Frühling habe der Versicherte einen 

Arbeitsversuch (…) begonnen, was zu einer psychischen Stabilisierung geführt habe. 

Nach eigener Aussage sei der Versicherte seit ca. April 2018 alkoholabstinent. Ab ca. 

Spätsommer 2018 sei eine deutliche Verbesserung eingetreten. Es sei zu einer 

Festanstellung gekommen und die Psychotherapie sei per 28. November 2018 

einvernehmlich abgeschlossen worden. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht valide beurteilbar. 

Aufgrund des bisherigen langjährigen Verlaufs und der Mehrfachdiagnosen sei mit 

Rückfällen oder erneuten depressiven Krisen zu rechnen (IV-act. 212).

A.h. 

Am 6. November 2019 erstattete Prof. Dr. med. L.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, FMH Neurologie, M.___ GmbH, im Auftrag der IV-Stelle ein 

monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten (IV-act. 220). Als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung 

(im Verlauf mit mittelgradiger Ausprägung; gegenwärtig remittiert) und als Diagnose 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Persönlichkeitsakzentuierung (IV-act. 

220-57). Sodann kam Prof. L.___ zum Schluss, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

N.___ nicht mehr zumutbar sei. In einer optimal angepassten Tätigkeit sei maximal ein 

Arbeitspensum von 60 % in Bezug auf ein Pensum von 100 % zumutbar. Möglich seien 

nur noch Tätigkeiten mit geringem zwischenmenschlichem Konfliktpotential ohne 

Arbeiten mit erhöhter Verantwortung und erhöhtem Zeit- und Leistungsdruck 

(Akkordarbeit). Auch Wechsel- oder Nachtschichten seien nicht leidensadaptiert. Die 

aktuell im J.___ ausgeübte Tätigkeit entspreche dem Zumutbarkeitsprofil, sodass der 

Versicherte diese zu 60 % in Bezug auf ein Vollpensum ausüben könne. Die 

psychiatrische Erkrankung habe ihren Beginn im Mai 2014 genommen. Seither gelte 

die attestierte Arbeitsfähigkeit, wobei während der stationären und teilstationären 

A.i. 

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B.  

Aufenthalte definitionsgemäss eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (vgl. 

IV-act. 220-65 f.). In einer Stellungnahme vom 8. November 2019 hielt der RAD fest, 

dass das psychiatrische Gutachten von Prof. L.___ formal und inhaltlich den 

Konventionen entspreche, denen ein Gutachten zu genügen habe (vgl. IV-act. 223).

Nach einer interdisziplinären Fallbesprechung vom 26. Mai 2020 (vgl. IV-act. 224) 

stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 19. Juni 2020 die 

Zusprache einer befristeten halben IV-Rente für die Zeit zwischen dem 1. Mai 2016 und 

30. April 2018 sowie einer unbefristeten halben IV-Rente ab dem 1. November 2018 bei 

einem Invaliditätsgrad von 51 % in Aussicht (IV-act. 228).

A.j. 

Dagegen erhob die A.___, bei welcher der Versicherte während seiner Anstellung 

als N.___ bei der O.___ AG vom 1. November 2013 bis 30. November 2014 

berufsvorsorgerechtlich versichert gewesen war (vgl. IV-act. 104-4 f., 106-1, 113-1 ff., 

120-1 und 130-2), am 22. September 2020, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. 

Gnädinger, Einwand (IV-act. 241).

A.k. 

Nach Einholung einer Stellungnahme ihres Rechtsdienstes (vgl. IV-act. 243) sprach 

die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 23. Oktober 2020 für die Zeit ab dem 

1. November 2020 eine halbe Invalidenrente zu (vgl. IV-act. 252; zum Beschluss vom 

16. Oktober 2020 über die Invalidität vgl. IV-act. 248 f.). Mit Verfügung vom 17. 

November 2020 sprach sie ihm die halbe Invalidenrente rückwirkend für die Zeit vom 1. 

Mai 2016 bis 30. April 2018 sowie vom 1. November 2018 bis 31. Oktober 2020 zu (vgl. 

IV-act. 258).

A.l. 

Gegen diese Verfügungen erhob die A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gnädinger, am 30. November 2020 

Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügungen der Vorinstanz vom 23. 

Oktober und 17. November 2020 seien aufzuheben. Die Rentenberechtigung des 

Versicherten sei zu verneinen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur 

rechtskonformen Abklärung zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Vorinstanz (act. G 1).

B.a. 

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Erwägungen

1.

Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der 

Aufhebung oder Abänderung der angefochtenen Verfügung, da diese für sie 

hinsichtlich des festgelegten Invaliditätsgrades und des Beginns der einjährigen 

Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) Bindungswirkung entfalten kann (vgl. Art. 59 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; BGE 133 V 

69 E. 4.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 16. November 2018, 9C_431/2018, E. 3.2; 

vgl. auch Ulrich Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 49 zu Art. 59). Sie ist 

demnach zur Beschwerde legitimiert. Nachdem auch die übrigen 

Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

Mit Schreiben vom 8. Dezember 2020 wurde der Versicherte (nachfolgend: 

Beigeladener) seitens des Versicherungsgerichts als mitinteressierte Partei zum 

Prozess beigeladen (act. G 2).

B.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. März 2021 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

B.c. 

In ihrer Replik vom 27. Mai 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 11).

B.d. 

In ihrer Duplik vom 25. Juni 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 13).

B.e. 

Mit Schreiben vom 8. Juli 2021 stellte das Versicherungsgericht dem Beigeladenen 

die Eingaben der anderen Parteien zu und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme 

unter Hinweis darauf, dass der vom Gericht zu fällende Entscheid ungeachtet einer 

Beteiligung am Verfahren auch für ihn Rechtswirkung entfalten werde (act. G 14).

B.f. 

Mit Schreiben vom 9. August 2021 beantragte der Beigeladene sinngemäss die 

Abweisung der Beschwerde (vgl. act. G 15).

B.g. 

In einer Stellungnahme vom 24. August 2021 hielt die Beschwerdeführerin 

vollumfänglich an den bisherigen Vorbringen fest (act. G 17).

B.h. 

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2.  

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beigeladenen gegenüber der Beschwerdegegnerin.

2.1. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 

8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichen Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

2.2. 

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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3.  

Die Beschwerdegegnerin hat eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit des Beigeladenen in 

leidensangepassten Tätigkeiten gestützt auf das aus ihrer Sicht beweiskräftige 

Gutachten von Prof. L.___ anerkannt und infolgedessen im Rahmen eines 

Einkommensvergleichs einen Invaliditätsgrad von 51 % ermittelt (vgl. IV-act. 248 f.).

3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, Prof. L.___ habe keine nach dem 

anerkannten Klassifikationssystem ausgewiesene Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit gestellt. Er habe lediglich eine rezidivierende depressive Störung sowie 

eine Persönlichkeitsakzentuierung diagnostiziert, wobei er die rezidivierende Störung 

als vollständig remittiert bezeichnet habe. Bei der Diagnose einer 

Persönlichkeitsakzentuierung handle es sich um eine Z-Diagnose, welcher keine 

invalidisierende Wirkung beigemessen werden könne. Die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung habe Prof. L.___ ausdrücklich verworfen. Rein spekulativ sei 

Prof. L.___ davon ausgegangen, dass beim Beigeladenen eine epigenetische 

Umprogrammierung oder ein Alkoholabhängigkeitssyndrom vorliegen könnten. Reine 

Spekulationen oder Verdachtsdiagnosen könnten jedoch nicht zur Annahme eines mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesenen 

Gesundheitsschadens gereichen. Bei der vorgebrachten epigenetischen 

Umprogrammierung handle es sich nicht um eine Diagnose nach einem anerkannten 

Klassifikationssystem. Im Übrigen sei der in der Kindheit des Beigeladenen 

angenommene Stressor nicht fundiert abgeklärt worden. Prof. L.___ habe sich 

diesbezüglich lediglich auf die subjektiven Angaben des Beigeladenen gestützt und 

diese keiner objektiven Prüfung unterzogen. Schliesslich fehle eine fundierte 

Begründung dafür, weshalb die angeblich im Kindesalter ausgelöste 

Umprogrammierung erst im Jahr 2014 aufgetreten sein sollte. Hinsichtlich der 

möglichen Alkoholabhängigkeit habe Prof. L.___ selber festgehalten, dass eine solche 

nicht genügend abgeklärt worden sei. Die labortechnische Untersuchung habe sodann 

zu keinen weiteren Abklärungen Anlass gegeben. Folglich sei auch eine 

Alkoholabhängigkeit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt (vgl. act. G 1 S. 11 ff.). Demnach fehle es an einem ausgewiesenen 

Gesundheitsschaden, welcher zu einer Arbeitsunfähigkeit und infolgedessen zu einer 

Invalidität führen könne. Die Annahme eines solchen setze nämlich eine fachärztlich auf 

die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus. 

Weiter ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass selbst bei Annahme eines 

Gesundheitsschadens keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen wäre. Weder Prof. L.___ 

noch die Beschwerdegegnerin hätten sich eingehend dazu geäussert, weshalb 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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vorliegend eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % in leidensangepasster Tätigkeit vorliegen 

sollte. Eine eingehende Ressourcenprüfung im Rahmen des zwingend 

vorzunehmenden strukturierten Beweisverfahrens sei nicht durchgeführt worden. Bei 

der Prüfung des funktionellen Schweregrades wäre unter anderem zu diskutieren 

gewesen, dass nicht von einem austherapierten psychischen Leiden gesprochen 

werden könne. Bezüglich Konsistenz wäre zu beachten, dass der Beigeladene keine 

psychiatrische Therapie in Anspruch nehme, die medikamentöse Behandlung nicht als 

ausgeschöpft gelten könne und er trotz angeblicher Alkoholprobleme nicht zu einer 

entsprechenden Therapie motiviert sei (vgl. act. G 1 S. 16). Im Übrigen beschreibe der 

Beigeladene eine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit, als sie von der 

Beschwerdegegnerin angenommen werde. Nach seinen eigenen Aussagen arbeite er 

im J.___ fünf bis sechs Stunden pro Tag, ohne dabei eine Pause einzulegen. Daneben 

besorge er den Haushalt und betreue drei Hunde. Die Einschätzung von Prof. L.___, 

wonach lediglich eine 60%ige Arbeitsfähigkeit vorliege, vermöge auch vor diesem 

Hintergrund nicht zu überzeugen. Die Beschwerdegegnerin sei hinsichtlich des 

Gutachtens ihrer Plausibilisierungs- und Kontrollpflicht nicht nachgekommen. 

Zusammenfassend sei eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % nicht ausgewiesen (vgl. act. G 

1 S. 15 f.).

Zwar ist es richtig, dass Prof. L.___ in seinem psychiatrischen Gutachten als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lediglich eine rezidivierende depressive 

Störung aufgeführt hat, die er im Begutachtungszeitpunkt als remittiert bezeichnet hat 

(vgl. IV-act. 220-57). Aus der im Zeitpunkt der Begutachtung festgestellten Remission 

der depressiven Episode kann jedoch nicht geschlossen werden, dass fachärztlich 

keine Gesundheitsschädigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert 

worden sei. Eine rezidivierende depressive Störung zeichnet sich gerade durch einen 

schwankenden Gesundheitsverlauf aus, sodass vorübergehende Remissionen nicht 

ohne Weiteres mit vollständiger Genesung und uneingeschränkter Leistungsfähigkeit 

gleichzusetzen sind. Prof. L.___ hat der diagnostizierten Störung jedenfalls Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (vgl. IV-act. 220-57). Dazu passend ist auch im 

Verlaufsbericht der Psychiatrie K.___ vom 3. Juli 2019 festgehalten worden, dass 

aufgrund des langjährigen Verlaufs und der Mehrfachdiagnosen mit Rückfällen oder 

erneuten depressiven Krisen zu rechnen sei (vgl. IV-act. 212). Bereits im Bericht der 

Tagesklinik der Psychiatrischen Klinik G.___ vom 16. Dezember 2014 ist ausgeführt 

worden, dass der Beigeladene ein stark schwankendes Zustandsbild zeige und sich 

vor allem bei Stress und Belastungssteigerung starke Stimmungsschwankungen, eine 

rasch auftretende negative kognitive Verarbeitungstendenz und impulsiv 

einschiessende massive Suizidideen mit sehr schneller und konkreter 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Handlungsplanung präsentierten (IV-act. 124-3; vgl. ferner IV-act. 125-1). Im 

Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik G.___ vom 24. Juli 2017 ist ebenfalls 

festgehalten worden, dass der Gesundheitszustand des Beigeladenen einen 

schwankenden Verlauf zeige. Er habe sich zwar relativ rasch stabilisiert, was mit einer 

Verminderung der chronisch hohen Anspannung und einer Verbesserung der 

Stimmung einhergegangen sei, allerdings präsentiere sich vor allem bei einer 

Belastungssteigerung und dem Auftreten unvorhergesehener Stressoren im Alltag ein 

weiterhin stark instabiles Zustandsbild mit starken Anspannungszuständen und 

Stimmungsschwankungen (vgl. IV-act. 172). Auch im Rahmen des IV-unterstützten 

Eingliederungsprozesses haben sich eine psychische Labilität und ein schwankender 

gesundheitlicher Verlauf gezeigt (vgl. dazu v.a. Sachverhalt A.e). So ist es 

beispielsweise zu einem psychischen Einbruch mit erneuter Hospitalisation gekommen, 

nachdem sich abgezeichnet hatte, dass sich für den Beigeladenen bei der Stiftung 

H.___ keine längere berufliche Perspektive ergeben würde (vgl. IV-act. 169 und 171 f.). 

Prof. L.___ hat in seinem Gutachten den Eingliederungsprozess eingehend dargelegt 

(vgl. IV-act. 220-59 f.) und die arbeitspraktisch ermittelte Verringerung der Belastbarkeit 

mit reduzierter Stress- und Frustrationstoleranz als nachvollziehbar bezeichnet, sich 

den Mechanismus, wie es zu diesen handicapierenden Einschränkungen komme, 

jedoch nicht genau erklären können (vgl. IV-act. 220-61). Dass er diese Unsicherheiten 

offengelegt, gleichwohl aber mögliche Erklärungsansätze diskutiert hat (vgl. IV-act. 

220-61 f.; vgl. auch IV-act. 220-55 ff., wo Prof. L.___ differentialdiagnostisch an eine 

verkappte Suchtproblematik gedacht hat), spricht gerade für die Glaubwürdigkeit der 

gutachterlichen Einschätzung. Die Kritik der Beschwerdeführerin, wonach die 

Erklärungsansätze spekulativ seien (vgl. act. G 1 S. 12 f.), geht somit fehl. Es ist für die 

Invalidenversicherung als finale Versicherung letztlich auch nicht entscheidend, welche 

genauen Ursachen einer ärztlich festgestellten gesundheitlichen Störung mit plausibel 

begründeter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugrunde liegen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. August 2020, 8C_207/2020, E. 5.2.2 mit Hinweisen). Dass der 

Beigeladene an Störungen auf dem psychiatrischen Fachgebiet mit Krankheitswert 

leidet, hat Prof. L.___ in seinem Gutachten unmissverständlich festgehalten. Er hat 

erklärt, dass er von einer Minderung der psychischen Resilienz ausgehe mit einer auch 

arbeitspraktisch nachgewiesenen Minderung der Belastbarkeit bei Stressintoleranz und 

erhöhter Erschöpfbarkeit, die sekundär bei emotionaler Instabilität zu depressiven 

Einbrüchen und maladaptivem und selbstschädigendem Verhalten führe. Infolge einer 

Persönlichkeitsakzentuierung seien auch nachvollziehbare Schwierigkeiten im 

interpersonellen Umgang beschrieben worden (vgl. IV-act. 220-63). Selbst wenn die 

Diagnose "Persönlichkeitsakzentuierung" für sich allein möglicherweise keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen würde, so kann sie zusammen mit anderen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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Befunden die psychische Stabilität und somit auch die Arbeitsfähigkeit gleichwohl 

erheblich beeinträchtigen, worauf Prof. L.___ auch unter Verweis auf die Feststellungen 

der behandelnden Fachpersonen hingewiesen hat (vgl. dazu IV-act. 220-57). Diesem 

Umstand trägt das in BGE 141 V 281 entwickelte strukturierte Beweisverfahren 

Rechnung, indem es eine ergebnisoffene Gesamtbetrachtung der Leiden in 

Berücksichtigung von Wechselwirkungen vorsieht und damit einer Aufteilung von 

einzelnen Leiden, wie sie die Beschwerdeführerin andenkt (vgl. act. G 1 S. 12 f.), 

grundsätzlich entgegensteht (vgl. BGE 143 V 430 E. 8.1). Nach dem strukturierten 

Beweisverfahren beurteilt sich das Vorliegen einer rechtlich relevanten Arbeits- und 

Erwerbsunfähigkeit anhand von systematisierten Indikatoren, die - unter 

Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und 

von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich 

erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 und 143 V 418; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2018, 9C_680/2017, E. 5.1).

Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin hat sich Prof. L.___ bei seiner 

Beurteilung am vom Bundesgericht grundsätzlich für alle psychischen Erkrankungen 

als anwendbar erklärten strukturierten Beweisverfahren (vgl. BGE 143 V 418) orientiert 

und sich namentlich auch mit den Ressourcen sowie den Belastungsfaktoren des 

Beigeladenen auseinandergesetzt (vgl. dazu namentlich IV-act. 220-63 f.). Was die von 

der Beschwerdeführerin angesprochene Therapierbarkeit der Leiden betrifft (vgl. act. G 

1 S. 16), ist festzuhalten, dass Prof. L.___ das Störungsbild zwar noch als nicht 

austherapiert eingestuft hat, gleichzeitig jedoch festgehalten hat, es könne nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit behauptet werden, dass eine weitere Therapie zu 

einer Besserung des Störungsbildes beitragen werde (vgl. IV-act. 220-63). Im Übrigen 

steht ein vorhandenes Verbesserungspotential in der medizinischen Behandlung dem 

Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nach Ablauf des Wartejahres grundsätzlich 

ohnehin nicht entgegen (vgl. BGE 143 V 414 ff. E. 4.4 f.; Urteile des Bundesgerichts 

vom 15. Februar 2018, 9C_590/2017, E. 5.1, und vom 2. September 2014, 

9C_395/2014, E. 4.5). Dass der Beigeladene zu einer Behandlung nicht motiviert wäre, 

erschliesst sich aus der Aktenlage entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin 

nicht (vgl. act. G 1 S. 16). Vielmehr hat er sich bereits zweimal in stationäre Behandlung 

(vgl. Sachverhalt A.c und A.f) sowie einmal in eine tagesklinische Behandlung begeben 

(vgl. Sachverhalt A.c). Ausserdem hat er auch während langer Zeit an einer ambulanten 

psychiatrischen Behandlung teilgenommen (vgl. IV-act. 166-6 f. und 212). Prof. L.___ 

hat sodann ausgeführt, dass der Beigeladene behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch compliant gewesen sei (vgl. IV-act. 220-62). Weiter hat 

Prof. L.___ festgehalten, dass keine Hinweise auf einen sekundären Krankheitsgewinn 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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4.

Gegen die von der Beschwerdegegnerin mittels Einkommensvergleichs 

vorgenommene Berechnung des Invaliditätsgrades hat die Beschwerdeführerin, soweit 

ersichtlich, keine Einwände vorgebracht (vgl. act. G 1 und 11). Die herangezogenen 

Vergleichseinkommen sowie der errechnete Invaliditätsgrad von gerundet 51 % sind 

denn auch nicht zu beanstanden (vgl. IV-act. 113-3, 227 f. und 248 f.). Gleiches gilt für 

den unter Berücksichtigung des Wartejahres (vgl. Art. 28 IVG) und in Abstimmung mit 

den erbrachten Taggeldzahlungen (vgl. dazu Art. 29 Abs. 2 IVG und IV-act. 134, 136, 

141, 150, 152, 154, 187, 190 und 192) verfügten Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis 30. April 2018 sowie auf eine 

unbefristete halbe Invalidenrente ab dem 1. November 2018 (vgl. IV-act. 248 f., 252 

und 258). Da vorliegend ein vor dem 1. Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im 

Streit liegt, finden die am gleichen Tag in Kraft getretenen Anpassungen im IVG sowie 

in der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) keine Anwendung 

oder eine Selbstlimitierung bestünden (vgl. IV-act. 220-62 f.). Schliesslich kann der 

Beschwerdeführerin auch nicht gefolgt werden, wenn sie behauptet, der Beigeladene 

habe eine wesentlich höhere Arbeitsfähigkeit beschrieben, als im Gutachten und von 

der Beschwerdegegnerin angenommen worden sei; er führe auch noch den Haushalt 

und kümmere sich um Hunde (vgl. act. G 1 S. 15 f.). Mit der Beschwerdegegnerin ist 

davon auszugehen, dass kein Widerspruch darin zu erkennen ist, dass der Beigeladene 

zwar seinen Haushalt führen und einem Hobby nachgehen kann, gleichzeitig aber nicht 

in der Lage ist, ein Arbeitspensum von 100 % zu bewältigen. So ist er beim 

Arbeitsprozess namentlich einem ganz anderen Druck ausgesetzt, als dies in der 

Freizeit der Fall ist (vgl. die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in act. G 7 S. 11). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin angeführten 

Gründe der gutachterlich ermittelten Arbeitsunfähigkeit nicht entgegenstehen.

Das Gutachten von Prof. L.___ beruht auf eigenen Abklärungen. Die medizinischen 

Vorakten sowie die vom Beigeladenen beklagten Beschwerden sind darin beachtet 

worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche 

Gesichtspunkte im Rahmen der Begutachtung nicht berücksichtigt worden wären (vgl. 

IV-act. 220). Die ab dem Mai 2014 (abgesehen von stationären und teilstationären 

Aufenthalten mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit) attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein (vgl. IV-act. 

220-64 und 220-66 f.). Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin für ihre Rentenberechnung darauf abgestellt hat.

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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(siehe das Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.).

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die 

angefochtenen Verfügungen abzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen, 

wobei der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss daran anzurechnen ist (vgl. act. 

G 3).

5.2. 

bis

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung, soweit eine solche bei ihr als 

Vorsorgeeinrichtung überhaupt in Frage käme.

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.01.2022
	Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Die ab dem Mai 2014 (abgesehen von stationären und teilstationären Aufenthalten mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit) attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Folglich ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für ihre Rentenberechnung darauf abgestellt hat. Der errechnete Invaliditätsgrad sowie die verfügten Rentenansprüche sind ebenfalls nicht zu beanstanden. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Januar 2022, IV 2020/255). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_166/2022.

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