# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d87f20e0-2e7c-5638-81ea-d43110ff49ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2008 E-5444/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5444-2006_2008-09-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5444/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richterin Therese Kojic;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______ Côte d'Ivoire,
vertreten durch Andreas Bänziger, Caritas Schweiz, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 12. Januar 2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5444/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat  am  23.  August  2004  und  gelangte  über  Aufenthalte  in 
S._______ und T._______ am 4. Oktober 2004 in die Schweiz, wo er 
gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 5. Oktober 2004 fand in Vallorbe 
die  Empfangszentrumsbefragung  statt,  und  am  29.  Oktober  2004 
erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch das B._______. Im 
Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  dabei  geltend,  er  sei 
ivorischer Staatsangehöriger muslimischen Glaubens und stamme aus 
V._______, wo er bis zum Maturitätsabschluss gelebt habe. Ab 1994 
habe  er  an  der  Universität  in  U._______  Politik  und  internationale 
Beziehungen studiert und 2002 mit dem Lizenziat abgeschlossen. Vom 
20. November  2000 bis  am 30. Juni  2003 habe er  als  Archivar und 
Übersetzer  für  Arabisch-Französisch  in  der  ivorischen  Botschaft  in 
U._______  gearbeitet.  Während  dieser  Zeit  habe  er  verschiedene 
Artikel  veröffentlicht,  worunter  auch  eine  auf  französisch  verfasste 
Arbeit  mit  dem Titel  C._______,die 2003 in der D._______ publiziert 
worden sei. Aufgrund dieser Veröffentlichung habe ihm der damalige 
ivorische  Botschafter  L.G.O.  gekündigt  und  ihm  rechtliche  Schritte 
angedroht.  Vom 2.  Oktober  2003  bis  am  20.  August  2004  habe  er 
zwecks Studienaufenthalts in Y._______ gelebt, mit dem Ziel, wieder in 
seine  Heimat  zurückzukehren,  um  am  Concours  für  diplomatische 
Berater der Ecole (...) teilzunehmen und später im Aussenministerium 
zu arbeiten. Inzwischen sei jedoch der ehemalige ivorische Botschafter 
von  U._______  und  ehemalige  Vorgesetzte  L.G.O.  zum  (...)  des 
Aussenministeriums der Côte d'Ivoire ernannt worden. Dies habe dazu 
geführt, dass der Beschwerdeführer bei seiner Ankunft am 21. August 
2004  auf  dem  Flughafen  von  Abidjan  von  den  Behörden  festge-
nommen  worden  sei  und  sie  ihm dabei  seine  Identitätspapiere  und 
Ausweise (Identitätskarte, Pass, Bankkarte, Studentenausweis) sowie 
seinen  Laptop  mit  der  gesamten  Software  abgenommen  hätten. 
Danach sei er in die Zentralkommission, in die 'Division Surveillance 
du  Territoire'  (DST)  gebracht  worden,  wo  er  zwei  Tage in  einer  Art 
'Hangar'  festgehalten  worden sei. In  diesem Rahmen habe  man ihn 
mehrmals  über  seine  Aktivitäten  in  U._______,  seine  Publikationen 
und  seine  Kenntnisse  über  die  Rebellen  befragt.  Darüber  hinaus 
hätten  die  Polizisten  weitere  Auskünfte  über  seine  Kontakte  in 
Q._______ verlangt, da er aus dem Norden der Côte d'Ivoire stamme. 
Am  23.  August  2004  sei  ihm  mit  Hilfe  eines  Freundes  die  Flucht 

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gelungen. Danach habe er sich in Abidjan versteckt gehalten bevor er 
nach  S._______  geflüchtet  sei.  Als  Beweismittel  reichte  der 
Beschwerdeführer  Kopien  seines  Identitätsausweises,  Diplome, 
Kündigungsschreiben und Arbeitsbestätigung der ivorischen Botschaft, 
sowie  verschiedene  Korrespondenzschreiben  mit  der  ivorischen 
Botschaft  in  U._______,  verschiedene  Publikationen  sowie 
verschiedene Internetauszüge, Unterlagen betreffend Aktivitäten beim 
Rassemblement des Républicains (RDR) zu den Akten. 

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B.
Das BFM ersuchte am 27. Mai 2005 die schweizerische Botschaft in 
U._______ um Abklärungen gemäss Art. 41 Abs. 1  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). Die Botschaftsantwort vom 20. 
Juni 2005 wurde dem Beschwerdeführer am 7. Juli 2005 zur Stellung-
nahme  unterbreitet.  Dieser  nahm  mit  Schreiben  vom  11.  Juli  2005 
Stellung.

C.
Am 19. September 2005 wurde der Beschwerdeführer durch das BFM 
ergänzend zu seinen Asylgründen angehört.

D.
Am 21. September 2005 ersuchte das BFM die schweizerische Bot-
schaft in U._______ um Präzisierungen der Botschaftsantwort vom 20. 
Juni 2005, welche mit Schreiben vom 28. November 2005 antwortete. 
Dem  Beschwerdeführer  wurde  dazu  am  14.  Dezember  2005  das 
rechtliche Gehör gewährt. Er nahm am 19. Dezember 2005 Stellung. 
Dem  Schreiben  legte  der  Beschwerdeführer  Fotokopien  der  Revue 
D._______ bei, darunter auch den Text C._______ (vgl. A23).

E.
Mit Verfügung vom 12. Januar 2006  – eröffnet am 13. Januar 2006  – 
lehnte das Bundesamt das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und 
ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug 
an. Als Gründe für die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die 
Verweigerung des Asyls führte es an, die Vorbringen des Beschwerde-
führers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 
7 AsylG nicht stand, so dass eine Prüfung ihrer Asylrelevanz entfalle. 
Auf die detaillierte Begründung wird, soweit wesentlich, in den nach-
stehenden Erwägungen eingegangen.

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F.
Mit  Eingabe vom 13. Februar  2006 an die damalige Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK) beantragte der Beschwerdeführer durch 
seinen  Rechtsvertreter  die  angefochtene  Verfügung  vom 12.  Januar 
2006  sei  aufzuheben,  die  Sache  sei  zwecks  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen, dem Beschwerdeführer sei Asyl zu gewähren, es seien 
die Unzulässigkeit und die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
festzustellen,  und  der  Beschwerdeführer  sei  als  Folge  davon  von 
Amtes wegen vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht bean-
tragte  der  Beschwerdeführer  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege.

G.
Zusammen  mit  der  Rechtsmittelschrift  reichte  der  Beschwerdeführer 
ein  Organigramm der  RDR-Suisse,  einen Internetausdruck,  ein  Pro-
gramm  der  Versammlung  der  RDR-Europa  vom  16.  Juli  2005  in 
R._______ (Fotos, Reden, Pressemitteilungen sowie eine Kopie eines 
Schreibens  des  Vorstehers  des  Schweizerischen  Volkswirtschafts-
departementes),  verschiedene  Zeitungsartikel  aus  dem  Internet, 
Traktanden zur Versammlung der RDR-Schweiz vom 9. April  2005 in 
Z._______, einen Bericht der Versammlung der RDR-Schweiz vom 4. 
Juni  2005  in  W._______  sowie  E-Mails  der  Caritas  Schweiz  an  die 
Universität  von  U._______  vom  8.  und  10.  Februar  2006,  ein 
Schreiben des Aussenministeriums der  Elfenbeinküste vom 11. April 
2002, einen Pressebericht von Amnesty International vom 23. Oktober 
2003  und  eine  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung zu den  Akten. Auf 
die Begehren sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit für das 
Urteil von Belang, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom  21.  Februar  2006  verwies  der  damals 
zuständige Instruktionsrichter  der  ARK die Beurteilung des Gesuchs 
um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege auf  einen späteren 
Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

I.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 27.  Februar  2006  hielt  die  Vorinstanz 
fest, die Beschwerde enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweismittel, welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen 
könnten und beantragte deren Abweisung.

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J.
Mit  Eingabe  vom  23.  März  2006  hielt  der  Beschwerdeführer  nach 
Einsichtnahme  in  die  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  an  seinen 
Begehren und Standpunkten fest. Zu deren Stützung reichte er  eine 
'Carte de séjour' aus U._______ (im Original) inklusive Zustellcouvert, 
zwei Fotografien sowie einen Internetausdruck eines Artikels mit dem 
Titel E._______ vom 21. März 2006 ein.

K.
Am 8. Januar 2007 und am 3. September 2007 reichte der Beschwer-
deführer  Fotografien,  seine  politische  Aktivitäten  in  U._______ 
bestätigend, die UNO-Resolution Nr. 1261, initiiert am 7. Mai 1999 in 
U._______ sowie einen Bericht über die Situation und die Umstände 
ivorischer Asylbewerber in der Schweiz zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  am 1. Januar 2007 die Beur-
teilung  der  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.
4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 
seine  widersprüchlichen,  tatsachenwidrig,  unsubstanziierten  Vorbrin-
gen den Anforderungen an die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  AsylG 
nicht  zu  genügen  vermöchten.  Zudem  würden  sich  seine  Schilde-
rungen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  stützen.  Der 
Beschwerdeführer  habe  keine  Originalausweise  zu  den  Akten  ge-
geben,  weil  ihm  diese  bei  seiner  Verhaftung  am  21.  August  2004 
abgenommen worden seien. Er habe jedoch als Student in U._______ 
und  in  Y._______  über  Studentenausweise  und  Aufenthaltsbewilli-
gungen  verfügt.  Er  erkläre,  diese  seien  ihm bei  der  Leibesvisitation 
abgenommen  worden,  vermöge  aber  nicht  plausibel  zu  erläutern, 
warum ihm weder die versteckten 1'500 Euro noch die Kopien seiner 
konspirativen  Schriften  und  die  verschiedenen  Diplome und  Arbeits-
bestätigungen abgenommen worden seien. Die Angaben zur  angeb-
lichen  Beschlagnahmung  sämtlicher  Ausweispapiere  müssten  somit 
stark  bezweifelt  werden.  Die  Identität  des  Beschwerdeführers  stehe 
daher nicht fest. 

Der Beschwerdeführer mache geltend, in der Zeit von November 2000 
bis Ende Juni  2003 zwei  kritische Berichte über die Situation in der 
Elfenbeinküste  publiziert  zu  haben.  Ein  erster  Bericht  in  arabischer 
Sprache sei im Januar 2001 in U._______ erschienen. Der Beschwer-
deführer  mache  zu  dieser  Publikation  keine  näheren  Angaben  und 
habe den Text auch nicht übersetzt. Da er zwecks Passbeschaffung im 
Jahre 2002 in die Elfenbeinküste gereist sei und diesbezüglich keine 
Probleme  gehabt  habe,  sei  nicht  von  einer  Gefährdung  wegen  des 
angeblich  im Jahre  2001 publizierten  Berichts  auszugehen. Der  Be-
schwerdeführer  habe  erklärt,  er  sei  insbesondere  aufgrund  des 
zweiten  Berichts  F._______  gefährdet.  Diese  Publikation  sei  im 
Sommer  2003  in  der  Revue  D._______  erschienen.  Die  kritische 
Analyse der Situation in der Elfenbeinküste vom Sommer 2003 könne 
tatsächlich eine Gefährdung des Beschwerdeführers zur Folge haben, 
vorausgesetzt, dieser sei der Verfasser der Schrift und der Bericht sei 
publiziert worden.

Sonderbarerweise habe der Beschwerdeführer lediglich eine gedruck-
te  und  'fehlerhafte  Internet-Version'  eingereicht.  Er  sei  nicht  in  der 
Lage,  die  Originalschrift  zu beschaffen,  da  diese bei  der  Verhaftung 
beschlagnahmt worden sei. Erfahrungsgemäss erhalte  aber  der  Ver-
fasser einer Publikation mehrere Originalexemplare seiner Arbeit. Die 

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Erklärung, wonach das Original ihm bei der Rückkehr nach Abidjan am 
20. August  2004 (recte: 21. August  2004)  abgenommen worden sei, 
vermöge  somit  nicht  zu  überzeugen.  Es  könne  insbesondere  nicht 
geglaubt  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Rückreise 
ausgerechnet jene Akten auf sich getragen habe, die –  wie er selber 
sage – sein Todesurteil bedeuten könnten. Er wisse sehr wohl, dass er 
unter  den  geltend  gemachten  Umständen  mit  massiven  staatlichen 
Verfolgungsmassnahmen hätte rechnen müssen. 

Das BFM habe die schweizerische Botschaft am 27. Mai 2005 ersucht 
abzuklären, ob der Beschwerdeführer in der ivorischen Botschaft von 
U._______  gearbeitet  habe.  Laut  Auskunft  der  ivorischen  Botschaft 
habe  der  Beschwerdeführer  nie  in  ihrer  Botschaft  in  U._______ 
gearbeitet. Bei der von ihm eingereichten 'Attestation de travail' handle 
es sich um eine Totalfälschung. Da im Antwortschreiben der Botschaft 
versehentlich  eine  falsche  Referenznummer  angeführt  worden  sei, 
habe das BFM die schweizerische Botschaft in einer zweiten Anfrage 
vom  21.  September  2005  um  nochmalige  Überprüfung  der  Frage 
betreffend die Anstellung des Beschwerdeführers gebeten. Dazu habe 
das  BFM  die  Botschaft  ersucht  abzuklären,  ob  die  angegebene 
Publikation F._______ tatsächlich in der genannten Revue erschienen 
sei. In  der  Botschaftsantwort  vom 28. November  2005 sei  nochmals 
bestätigt  worden,  dass die ivorische Botschaft  die vom Beschwerde-
führer  abgegebene  'Attestation  de  travail'  nie  ausgestellt  habe. Das 
eingereichte Dokument sei eine Fälschung. Es habe nie eine Person 
mit  Namen  des  Beschwerdeführers  in  der  ivorischen  Botschaft 
gearbeitet.

Der  Beschwerdeführer  habe  sich  am  19.  Dezember  2005  auch  zu 
diesem Abklärungsergebnis  geäussert.  Er  habe  unter  anderem fest-
gestellt,  dass die Frage der falschen Referenznummer von der ivori-
schen Botschaft  nicht  beantwortet  worden sei  und dass  er  aus  den 
dem  BFM  bekannten  politischen  Gründen  eigentlich  keine  andere 
Antwort erwartet habe. 

Die ivorische Botschaft sei in der Tat auf die Frage des BFM betreffend 
die  Referenznummer  nicht  weiter  eingegangen.  Sie  habe  lediglich 
bestätigt, dass der Beschwerdeführer nicht in der ivorischen Botschaft 
gearbeitet  habe.  Für  die  Beurteilung  des  Asylgesuchs  könne  die 
Frage,  ob der  Beschwerdeführer  während  einer  bestimmten  Zeit  für 
die  ivorische  Botschaft  gearbeitet  habe,  offen  gelassen  werden,  da 

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dies kein Grund für eine Gefährdung darstellen würde. Entscheidend 
sei,  ob  er  tatsächlich  eine  regierungskritische  Publikation  verfasst 
habe und deshalb gefährdet sei. 

Laut  der  Botschaftsantwort  vom 28. November  2005 hätten  die  ent-
sprechenden  Abklärungen  ergeben,  dass  es  an  der  Universität  in 
U._______ zwei  verschiedene periodische Publikationen gäbe,  unter 
anderem auch die vom Beschwerdeführer genannte Revue D._______. 
Der  von  der  Botschaft  beauftragte  Anwalt  habe  eine  vertiefte 
Überprüfung sämtlicher Publikationen im Zeitraum von 2000 bis 2005 
vorgenommen,  habe  jedoch  keine  vom  Beschwerdeführer  verfasste 
Publikation finden können. 

In seiner Stellungnahme zu diesem Ergebnis der Botschaftsabklärung 
habe der Beschwerdeführer auf den bereits genannten, in arabischer 
Sprache  publizierten,  Artikel  vom  Januar  2001  hingewiesen.  Dazu 
habe er dem BFM kommentarlos eine Fotokopie des Inhaltsverzeich-
nisses und einiger Kapitel  der Revue D._______ vom Sommer 2003 
beigelegt, darunter auch die Publikation des Beschwerdeführers. Der 
Titel  der  Revue  C._______  entspreche  jedoch  nicht  dem  vom 
Beschwerdeführer  angegebenen  Titel  F._______.  Als  Textverfasser 
müsste der Beschwerdeführer in der Lage sein, den Titel seiner Publi-
kation  anzugeben. Aus dem eingereichten Dokument  sei  ersichtlich, 
dass es manipuliert  worden sei. So habe der Beschwerdeführer dem 
Inhaltsverzeichnis  noch  den  Titel  'seiner'  Publikation  angefügt.  Das 
rautenförmige Abschnittszeichen sei von Hand eingezeichnet worden, 
die Titelschrift entspreche nicht jener der vorher angeführten Titel, die 
Seitenabfolge der Revue Nr. 5 sei weder logisch noch nachvollziehbar 
und  schliesslich  entspreche  die  Schrift  der  Publikation  C._______ 
nicht der Schrift des vorausgehenden Beitrags. Diese vom Beschwer-
deführer  fabrizierten  und  offensichtlich  manipulierten  Fotokopien 
würden somit nicht nachzuweisen vermögen, dass er den Artikel über 
die  ivorische  Krise  verfasst  habe  und  deshalb  gefährdet  sei.  Die 
Tatsache, dass er im August 2004 in die Elfenbeinküste zurückgekehrt 
sei, um sich für eine Stelle beim Aussenministerium zu bewerben, sei 
vielmehr ein klarer Hinweis, dass nichts gegen ihn vorliege.

Des  Weiteren  könne  die  angebliche  Flucht  aus  dem  'Hangar'  nicht 
geglaubt  werden,  weil  widersprüchliche  Angaben  zu  den  Fluchtum-
ständen des Beschwerdeführers vorliegen würden. Weiter  könne der 
Beschwerdeführer den 'Hangar' nicht näher beschreiben und vermöge 

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auch nicht darzulegen, warum er morgens zwischen vier und fünf Uhr 
vom Chef selbst und nicht vom Pikettdienst der DST im Untergeschoss 
des Flughafens befragt  worden sei. Bekanntlich seien die  Büros der 
Administration in der Stadt um vier und fünf Uhr morgens geschlossen. 
Diese  Vorbringen  seien  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  konkret, 
detailliert  und  differenziert  dargelegt  worden. Entgegen  den  Ausfüh-
rungen des Beschwerdeführers würden sich, den gesicherten Erkennt-
nissen des BFM zufolge, die Büros der DST zwar im Plateau-Quartier, 
aber nicht im dreistöckigen Gebäude des Zentralkommissariats befin-
den. Das Zentralkommissariat sei zwar im Plateau-Quartier, jedoch sei 
dieses  nicht  für  politische  Delikte,  sondern  nur  für  gemeinrechtliche 
Vergehen  zuständig. Der  Sitz  der  für  politische  Strafsachen  zustän-
digen DST sei in einem anderen Quartier der Stadt. Die Angaben des 
Beschwerdeführers  zu seinem Haftaufenthalt  im Zentralkommissariat 
der  Polizei  könnten  somit  auch  aus  diesen  Gründen  nicht  geglaubt 
werden. 

4.2
4.2.1 Der Beschwerdeführer hält in der Rechtsschrift im Wesentlichen 
entgegen,  die  Vorinstanz  habe  im  vorliegenden  Fall  keine  Gesamt-
beurteilung vorgenommen und habe den Entscheid nicht unvoreinge-
nommen  getroffen  und  mögliche  Abklärungen  unterlassen.  Vielmehr 
seien  im  Endentscheid  lediglich  die  vermeintlich  negativen  Punkte 
evaluiert und die positiven Punkte ausser acht gelassen worden. 

Er  habe zahlreiche Beweismittel  vorgelegt. Dennoch halte  die Vorin-
stanz dafür, dass seine Identität nicht feststehe, zumal er kein Origi-
nal-Dokument  mit  Foto abgegeben habe. Er  erachte  demgegenüber, 
dass die Vorinstanz aufgrund der Vielzahl der abgegebenen (offiziel-
len) Dokumente die Identität zu bestimmen in der Lage sei. 

Des Weiteren stütze sich die Vorinstanz auf Abklärungsergebnisse, die 
sie über die schweizerische Botschaft in U._______ von der ivorischen 
Vertretung in U._______ erhalten habe. Diese Vorgehensweise wider-
spreche dem klaren Wortlaut von Art. 97 Abs. 1 AsylG, und es werde 
zu  prüfen  sein,  ob  nicht  bereits  dadurch  objektive  Nachfluchtgründe 
entstanden seien beziehungsweise ob die schon vorhandene Gefähr-
dungssituation nicht noch gesteigert  worden sei. Den Resultaten der 
Abklärungen  bei  den  heimatlichen  Behörden  müsse  mit  äusserster 
Vorsicht  begegnet  werden.  Es  wäre  sehr  wohl  möglich,  dass  die 
Botschaft seine Anstellung leugne. Die Verifizierung der abgegebenen 

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Original-Korrespondenz  direkt  über  die  heimatlichen  Behörden  sei 
somit  einerseits  unzulässig  und  andererseits  nicht  verlässlich.  Dies 
anerkenne die Vorinstanz in gewisser Hinsicht, indem sie ausführe, für 
die  Beurteilung  des  Asylgesuchs  könne  die  Frage,  ob  er  während 
einer  gewissen  Zeit  bei  der  ivorischen  Botschaft  in  U._______ 
gearbeitet habe, offen gelassen werden. Die Tatsache, dass er bei der 
ivorischen  Botschaft  in  U._______  gearbeitet  habe,  sei  gerade  Teil 
seines Hintergrunds und somit seines politischen Profils. Auch werde 
damit seine Darstellung gestützt, dass er niemals die Absicht gehabt 
habe,  gegen  den  Staat  zu  agieren  und  deshalb  auch  ganz  ohne 
Befürchtungen in sein Heimatland zurückgekehrt sei. 

Weiter sei  vorstellbar, dass die Vertrauensperson, die seine Publika-
tion gesucht habe, übersehen habe, dass es sich um eine zweispra-
chige  Publikation  handle,  die  von  links  nach  rechts  und  von  rechts 
nach links gelesen werde. Es wäre ein Einfaches gewesen, aufgrund 
der eingesandten Kopien durch eine weitere Abklärung zu ermitteln, 
ob diese tatsächlich echt sei.

Die Vorinstanz lasse den zeitlichen Kontext ausser acht. So habe sich 
die  politische  Situation  in  der  Elfenbeinküste  seit  Ausbruch  des 
Bürgerkriegs im September 2002 massiv  verschlechtert. Es sei  des-
halb ausserordentlich wichtig zu berücksichtigen, dass der Beschwer-
deführer  nicht  bereits  aufgrund  eines  einzelnen  politischen  Artikels 
Probleme bekommen habe. Er habe ein sehr breites und langjähriges 
politisches  Engagement,  was  offensichtlich  bis  im  September  2002 
geduldet worden sei. Zudem sei in diesem Zusammenhang ebenfalls 
wichtig, dass der Botschafter L. G. O. eine Woche vor seiner Rückkehr 
in  sein  Heimatland auf  den Posten eines  (...)  im Aussenministerium 
berufen  worden  sei.  Die  Vorinstanz  verkenne  die  Wichtigkeit  der 
genannten Umstände, indem sie die Gefährdungssituation nur auf den 
einen Artikel gründe.

Zuletzt entstehe bei der Lektüre des Protokolls der ergänzenden Bun-
desanhörung vom 19. September 2005 der Eindruck, die Befragungs-
person habe eine vorgefasste  Meinung,  die  sie  durch die  Anhörung 
habe untermauern wollen. Der Befragungsstil gleiche eher einem Ver-
hör als einer Anhörung. Der Befrager habe versucht, den Beschwerde-
führer  in  Widersprüche  zu  verwickeln  und  habe  tendenziös  befragt. 
Anhand  des Verlaufs  der  ergänzenden  Bundesanhörung  könne man 
nicht  erkennen,  dass  die  befragende  Person  tatsächlich  daran  inte-

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ressiert  gewesen sei, das politische Profil des Beschwerdeführers zu 
erkennen.  Die  Vorinstanz  habe  keine  Gesamtwürdigung  vorgenom-
men, den Entscheid nicht unvoreingenommen getroffen und mögliche 
Abklärungen  unterlassen.  Aus  diesem  Grund  ersuche  er  den  ange-
fochtenen  Entscheid  aufzuheben  und  die  Sache  zwecks  Neubeur-
teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Die  Vorinstanz  habe  es  unterlassen,  alle  positiven  und  negativen 
Punkte gegeneinander abzuwägen. Sie präsentiere lediglich einzelne 
Punkte, die auf den ersten Blick gegen die Glaubwürdigkeit  des Be-
schwerdeführers sprechen würden,  ohne die seines Erachtens über-
wiegenden positiven Punkte zu würdigen. Er habe seine Vorbringen in 
den  drei  Anhörungen  sehr  detailliert  und  plausibel  vorgetragen  und 
diese mit einer Fülle von Beweismitteln unterlegt. Die Vorinstanz habe 
dieses  Beweismaterial  nur  ungenügend  berücksichtigt  beziehungs-
weise gehe davon aus,  es handle sich um Fälschungen. Dies,  ohne 
eine rechtsgenügliche Begründung anzubringen. Die Vorinstanz habe 
damit Art. 7 AsylG verletzt. 

Die Glaubhaftigkeit der Vorbringen im Sinne von Art. 7 AsylG sei als 
erstellt  zu  betrachten  und  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG.

Die  Staatlichkeit  der  Verfolgung  sei  in  seinem  Falle  ohne  weiteres 
gegeben, zumal die Verfolgung vom Staatsapparat selbst ausgehe und 
sie  plangemäss,  im Wissen und  Wollen  des  Staates  geschehe. Das 
Motiv für die Verfolgung sei die politische Betätigung des Beschwerde-
führers. Auch seien die  Vorverfolgung sowie  die  Gezieltheit  der  Ver-
folgung gegeben. Zudem bestehe keine inländische Fluchtalternative.

Der  Beschwerdeführer  habe seitens  der  Sicherheitsbehörden  seines 
Heimatlandes ernsthafte Nachteile zu befürchten gehabt. Seine kriti-
schen Äusserungen zu politischen Themen der Elfenbeinküste seien 
den heimatlichen Behörden bekannt  geworden. Es sei  in Anbetracht 
seiner Festnahme anlässlich der Wiedereinreise vom 20. August 2004 
(recte: 21. August  2004) sehr wahrscheinlich,  dass ihn der ivorische 
Botschafter, welcher eine sehr einflussreiche Position ausübe, bei den 
heimatlichen Behörden als 'persona non grata' denunziert habe. Auch 
gehe der Beschwerdeführer davon aus, dass er im Falle einer Rück-
kehr  in  sein  Heimatland  sofort  festgenommen würde. Er  hätte  dann 
Verhöre,  unmenschliche  Behandlung,  Folter  und  extralegale  Hinrich-
tung zu befürchten.

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Aufgrund der direkten Nachforschungen bei den ivorischen Behörden 
durch  die  Schweizer  Behörden  seien  Nachfluchtgründe  geschaffen 
worden,  die  der  Beschwerdeführer  nicht  zu  verantworten  habe.  Re-
pressalien  gegen  ihn  seien  in  diesem  Falle  sehr  wahrscheinlich. 
Zuletzt  habe  er  sich  in  der  Schweiz  exilpolitisch  betätigt.  Ebenfalls 
aufgrund dieser Exponierung befürchte er bei einer Rückkehr in sein 
Heimatland eine asylrelevante Verfolgung. Er sei ein Kadermitglied der 
Schweizer Sektion der RDR, welche gemäss Pressemitteilung öffent-
lich Kritik an der ivorischen Regierung ausgeübt habe. Gemäss einem 
Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) von 2005 würden 
Mitglieder  der  RDR  von  den  ivorischen  Sicherheitsbehörden  einge-
schüchtert,  gefoltert  oder  getötet  (vgl. Bericht  SFH 2005,  Ziff. 5). In 
diesem Sinne habe er  begründete  Furcht  vor zukünftiger  Verfolgung 
beziehungsweise sei die gegen ihn gerichtete Verfolgung aktuell.

4.3 In  seiner  Vernehmlassung  vom 27. Februar  2006  beantragt  das 
BFM die  Abweisung der Beschwerde und hält  im Wesentlichen fest, 
die Beschwerdeschrift würde keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweismittel enthalten, welche eine Änderung seines Standpunktes zu 
rechtfertigen vermöge.

Der Beschwerdeführer erkläre, dass durch die Anfrage der Schweizer 
Vertretung  in  der  ivorischen  Botschaft  möglicherweise  Nachflucht-
gründe geschaffen worden seien. Wie aus den Akten hervorgehe, sei 
von der Schweizer Vertretung lediglich die Frage gestellt  worden, ob 
eine  Person  namens  A._______  dort  gearbeitet  habe  und  ob  die 
'Attestation de travail' echt sei. Dies sei kein Grund für eine Verfolgung 
des Beschwerdeführers, zumal, unter Hinweis auf die Bemerkung der 
Hilfswerkvertreterin,  die Frage, ob es sich bei A._______ tatsächlich 
um  den  Beschwerdeführer  handle,  nach  wie  vor  nicht  eindeutig 
feststehe.

Es bestehe kein Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer vor 
dem  Verlassen  des  Landes  in  irgendeiner  Form  als  Regimegegner 
oder politischer Aktivist registriert worden sei. Es sei auch nicht davon 
auszugehen,  dass  er  wegen  der  Mitarbeit  im  RDR-Suisse  als 
regimefeindliche Person ins Blickfeld der ivorischen Behörden geraten 
sei.  Auch  in  anderen  europäischen  Ländern  würden  derartige 
Komitees  mit  zahlreichen  Ressortverantwortlichen  existieren.  Die 
aktive Mitgliedschaft  im RDR führe nicht  unmittelbar zu Verfolgungs-
massnahmen. Viele dieser Personen würden auch wieder in ihr Land 

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zurückreisen. Bekanntlich sei das RDR im Parlament und in der Regie-
rung vertreten.

Der Beschwerdeführer wäre nicht in sein Land zurückgekehrt, um sich 
für  eine  staatliche  Stelle  zu  bewerben,  wenn  gegen  ihn  in  der 
Elfenbeinküste etwas vorliegen würde.

4.4 In der Replik vom 23. März 2006 führt  der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen an, die Schweizer Vertretung habe im Auftrag der Vor-
instanz eine Abklärung direkt bei der Botschaft der Elfenbeinküste in 
U._______  vorgenommen.  Die  Botschaft  der  Elfenbeinküste  in 
U._______ sei der Ursprung seiner Probleme im Heimatland. Sie sei 
somit als staatliche Behörde und potenzielle Verfolgerin auf keinen Fall 
direkt von den schweizerischen Behörden zu kontaktieren. Dabei sei 
nicht von Belang, welcher Art die Abklärung gewesen sei.

Die Anregung der Hilfswerksvertreterin, weitere Abklärungen hinsicht-
lich  seiner  Identität  vorzunehmen,  könne  nicht  als  Rechtfertigungs-
grund für  die  Gesetzesverletzung durch die  Schweizer  Vertretung in 
U._______  geltend  gemacht  werden.  Es  hätte  bestimmt  weitere 
Möglichkeiten gegeben, die Identität des Beschwerdeführers zu verifi-
zieren, so zum Beispiel durch Abklärungen bei den lokalen Behörden 
in U._______ oder bei den Universitäten in U._______ und Y._______. 
Es  sei  auch  fraglich,  wie  verlässlich  die  Antworten  der  ivorischen 
Botschaft  in  U._______  seien,  wenn  man  doch  davon  ausgehen 
müsse, dass diese ursprünglich den Ausschlag für die Probleme des 
Beschwerdeführers gegeben habe.

Sein  Engagement  in  der  RDR-Schweiz  könne  nicht  losgelöst  von 
seinen bisherigen politischen Tätigkeiten betrachtet  werden. Er gehe 
davon aus,  dass die heimatliche Regierung die exilpolitischen Tätig-
keiten der Opposition sehr genau überwache. Die Vorinstanz behaup-
te,  ohne  dies  zu  belegen,  dass  Personen  aufgrund  einer  aktiven 
Mitgliedschaft bei der RDR im In- und Ausland keine Verfolgung durch 
die Behörden der Elfenbeinküste zu vergegenwärtigen hätten. Eben-
falls eine unbelegte Behauptung sei, dass viele dieser Personen in die 
Elfenbeinküste zurückgereist seien. Weiter sei zu bemerken, dass die 
RDR zurzeit  nicht  im ivorischen Parlament  Einsitz  habe -  die  Partei 
habe  im  Jahr  2000  die  Wahlen  boykottiert.  Es  sei  richtig,  dass 
Mitglieder  der  RDR Ministerposten bekleiden  würden. Diese würden 
jedoch  in  einem  ständigen  Spannungsverhältnis  zu  den  anderen 
Oppositionsparteien und der regierenden Partei stehen.

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Zwischenzeitlich  habe  der  Beschwerdeführer  weitere  Beweismittel 
erhältlich machen können. Es handle sich um eine 'Carte de séjour', 
die  er  anlässlich  seines  Studienaufenthalts  in  U._______  erhalten 
habe und eine Fotografie,  die ihn mit  einem Studienkollegen vor der 
Fakultät der Politikwissenschaften in U._______ zeige. Diese Beweis-
mittel  würden  als  Beweise  seiner  Identität  sowie  der  Glaubhaft-
machung des vorgetragenen Sachverhalts dienen. Der Studienaufent-
halt  in U._______ könne so verifiziert  werden. Zudem reiche er eine 
Fotografie  seiner  Schulklasse  des  Nachdiplomprogramms  in 
Y._______ inklusive Namensliste zu den Akten. Somit sei es möglich, 
die Angaben zu seiner Identität  respektive zu seinem Studienaufent-
halt  in  Q._______  zu  verifizieren.  Zuletzt  lege  er  einen  Internet-
ausdruck eines Artikels der Zeitung Nord-Sud vom 21. März 2006 zu 
den  Akten.  Darin  werde  von  festgenommenen  Mitgliedern  der  RDR 
berichtet.  Zumindest  eine  dieser  Personen,  K.  B.,  sei  dem  Be-
schwerdeführer mit Sicherheit bekannt. Er sei mit K. B. im August 2004 
im  Zentralkommissariat  in  Abidjan  inhaftiert  gewesen.  Die  zeitlichen 
Angaben würden mit denjenigen im Artikel übereinstimmen.

5.
5.1 Soweit auf Beschwerdeebene in formeller Hinsicht gerügt wird, die 
Vorinstanz habe in unrichtiger Feststellung und Würdigung des Sach-
verhaltes Verletzungen von Art. 12 VwVG und Art. 7 AsylG begangen, 
ist  Folgendes  festzuhalten:  Die  behördliche  Untersuchungspflicht  im 
Asylverfahren  (Art.  12  VwVG  i.V.m.  Art.  6  AsylG)  gilt  nicht  unein-
geschränkt, sondern korreliert eng mit der Mitwirkungspflicht der Asyl-
suchenden im Sinne von Art. 8 Abs. 1 AsylG. Für das Bundesverwal-
tungsgericht  besteht  insbesondere keine Pflicht,  über die Vorbringen 
der Beschwerde führenden Seite hinaus den Sachverhalt vollkommen 
neu zu erforschen,  sondern  es kann sich vielmehr darauf  beschrän-
ken, die Stichhaltigkeit der betreffenden Vorbringen zu prüfen, es sei 
denn, bereits die vorinstanzlichen Akten oder aber die Ausführungen 
in  der  Beschwerdeschrift  legten zusätzliche Abklärungen zum Sach-
verhalt nahe (vgl. EMARK 1995 Nr. 23, E. 5a, S. 222 f.; BGE 110 V 52 
f.; VPB 61 [1997] Nr. 31, E. 3.2.2.;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwal-
tungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Aufl., 
Zürich 1998, Rz. 603, 675 f.; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1625). Asylsuchende sind 
einerseits nach Art. 8 Abs. 1 AsylG zur Mitwirkung an der Feststellung 
des Sachverhalts verpflichtet, andererseits haben sie aber auch einen 

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Anspruch darauf, was sich unmittelbar aus dem Anspruch auf recht-
liches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ergibt.

Aus den Akten geht hervor, dass die Asylbehörden den Beschwerde-
führer sehr ausführlich befragt haben. Nach Durchsicht des Protokolls 
der  ergänzenden  Anhörung  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
entgegen  den  Behauptungen  des  Beschwerdeführers  zum  Schluss, 
dass die Anhörung in einer sachlichen Atmosphäre stattgefunden hat. 
Der aus dem Protokoll  hervorgehende Anhörungsstil  – insbesondere 
die  in  die  Tiefe  gehenden  Fragestellungen  sowie  die  Fragen  zum 
'Hangar'  und  zu  den  Räumlichkeiten  des  Zentralkommissariats  (vgl. 
act. 18, S. 3 ff.) – erweckt nicht den Eindruck einer unfairen Befragung 
und ist  nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  zu  bean-
standen. Die Fragestellungen bezweckten als integrierter  Bestandteil 
der  Gesamtbefragung  und  als  Ausformung  eines  Teilaspekts  des 
rechtlichen Gehörs einzig und allein, dem Beschwerdeführer die Gele-
genheit  einzuräumen,  seine  Aussagen  plausibel  zu  machen  bezie-
hungsweise  allfällige  Missverständnisse  auszuräumen.  Weiter  ist  in 
grundsätzlicher Hinsicht zu bemerken, dass der Beschwerdeführer die 
Vollständigkeit  und  die  Korrektheit  des  Protokolls  mit  seiner  Unter-
schrift bestätigte, nachdem ihm dieses noch einmal vorgelesen worden 
war. Wären Ungereimtheiten  oder  Unregelmässigkeiten  während  der 
Einvernahme  aufgetreten,  so  hätten  diese  spätestens  dann  geltend 
gemacht werden müssen. Insbesondere hat der Beschwerdeführer am 
Schluss  der  Befragung  bestätigt,  dass  das  Protokoll  vollständig  sei 
und seinen Ausführungen entspreche. Die bei der ergänzenden Bun-
desanhörung  anwesende  Hilfswerkvertreterin  hielt  im  Übrigen  keine 
gegen  den  Befragungsstil  oder  die  Korrektheit  der  Anhörung 
sprechenden Einwände fest. 

Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass dem 
Protokoll  der ergänzenden Bundesanhörung keine Hinweise auf eine 
unfaire und unkorrekte Befragung entnommen werden können.

Der  Vorwurf  schliesslich,  die  Vorinstanz  habe  die  Verfügung  unge-
nügend begründet bzw. sie habe den Sachverhalt einseitig und stark 
zu  Ungunsten des  Beschwerdeführers  gewürdigt,  erweist  sich ange-
sichts der ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung, 
mit denen das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht 
als unglaubhaft beurteilt hat, als unbegründet. Die Begründungspflicht 
ist  Teil des aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleiteten verfassungsmässigen 

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Anspruchs auf rechtliches Gehör. Daraus folgt grundsätzlich die Pflicht 
der  Behörde,  ihren  Entscheid  zu  begründen.  Für  das  Verwaltungs- 
bzw. Asylverfahren (vgl. Art. 6 AsylG) hält Art. 35 VwVG fest, schrift-
liche Verfügungen seien zu begründen. Diese Bestimmung umschreibt 
den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher. Gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung (BGE 112 Ia 110 m.w.H.) muss die Begründung 
eines Entscheides so abgefasst  sein,  dass der  Betroffene ihn gege-
benenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Behörde hat wenigstens 
die Überlegungen kurz anzuführen, von denen sie sich leiten liess und 
auf  welche  sich  ihr  Entscheid  stützt.  Dabei  kann  sie  sich  auf  die 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. EMARK 1994 Nr. 3, E. 
4a-b, S. 25). Die Vorinstanz legt mit transparenter auf den konkreten 
Einzelfall  zugeschnittener  Argumentation  dar,  weshalb  die  vom 
Beschwerdeführer  vorgetragenen  Vorbringen  den  Anforderungen  an 
Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermögen.

Es besteht zusammenfassend keine Veranlassung, entsprechend dem 
Antrag  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur 
neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5.2 Der  Beschwerdeführer  nahm  als  Student  in  U._______  gemäss 
eigenen Angaben an zahlreichen kulturellen und politischen Veranstal-
tungen  teil  und  verfasste  darüber  Artikel  (vgl.  A8,  S.  5).  Er  reichte 
verschiedene in den Jahren 1999 bis 2002 auf  arabisch und franzö-
sisch verfasste Beiträge zu den Akten, wobei er zu den Publikationen 
keine  näheren  Erläuterungen  gab  und  die  arabischen  Publikationen 
nicht übersetzen liess. Im März 2002 reiste er in sein Heimatdorf, um 
den  Pass zu  beantragen  (vgl.  A1,  S. 4; A8,  S. 5).  Hätte  zu  diesem 
Zeitpunkt aufgrund seines Engagements und seiner Publikationen ein 
staatliches  Verfolgungsinteresse  bestanden,  wäre  ihm  die  Einreise 
kaum ohne Probleme gelungen und ihm kein Pass ausgestellt worden. 
Es ist somit auch nicht von einer Gefährdung des Beschwerdeführers 
aufgrund  seines  Engagements  in  den  Jahren  1999  -  2002  auszu-
gehen. 

5.3 Grundsätzlich  sind  die  Vorbringen  eines  Gesuchstellers  dann 
glaubhaft,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und 
plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  er-
schöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der 
inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allge-
meinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss der Gesuch-

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steller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der Fall  ist,  wenn er seine Vorbringen auf  gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn er wichtige Tat-
sachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfah-
rens Vorbringen auswechselt, steigert  oder unbegründet nachschiebt, 
mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung 
verweigert.  Glaubhaftmachung bedeutet  ferner  – im Gegensatz  zum 
strikten  Beweis  – ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus 
Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des 
Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit 
der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. 
Art. 7 AsylG; EMARK 2004 Nr. 1, E. 5a, S. 4; 1996 Nr. 27, E. 3c.aa, S. 
263 f.; Nr. 28, E. 3a, S. 270).

Diesen herabgesetzten Beweisanforderungen hat  die Vorinstanz vor-
liegend genügend Rechnung getragen. Das Bundesverwaltungsgericht 
kommt im vorliegenden Fall zum Schluss, dass in Würdigung der ge-
samten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die 
vom  Beschwerdeführer  vorgebrachte  Sachverhaltsdarstellung  spre-
chen; dies aus folgenden Gründen:

5.3.1 Die  Vorinstanz  ersuchte  die  schweizerische  Botschaft  in 
U._______ mit Schreiben vom 27. Mai 2005 und 21. September 2005 
darum,  abzuklären,  ob  der  Beschwerdeführer  in  der  Zeit  vom  20. 
November 2000 bis am 30. Juni 2003 in der ivorischen Botschaft von 
U._______ angestellt gewesen sei, ob es sich bei der 'Attestation de 
travail'  vom  1.  August  2003  mit  der  Referenznummer  (...)  um  ein 
echtes,  von  der  Botschaft  ausgestelltes,  den  Beschwerdeführer 
betreffendes Schreiben handle und ob in der Revue 'D._______ vom 
Sommer 2003 ein Artikel unter dem Titel 'La crise ivoirienne au fond 
d'une a politisation de droit' erschienen sei (vgl. A9; A19).

Die  Abklärungen  der  schweizerischen  Botschaft  in  U._______ 
ergaben,  dass  es  sich  bei  der  'Attestation  de travail'  vom 1. August 
2003 mit der Referenznummer (...) um eine Totalfälschung handle. Ein 
solches  Schreiben  sei  nie  an  den  Beschwerdeführer  ausgestellt 
worden, welcher überdies nie in der ivorischen Botschaft in U._______ 
gearbeitet habe. Im Weiteren habe das Resultat der Nachforschungen 
einer  Vertrauensperson  der  Botschaft  ergeben,  dass  zwei  verschie-
dene  universitäre  Publikationsorgane  existieren  würden,  nämlich 

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'G._______',  herausgegeben  von  der  Juristischen  Fakultät  in 
U._______  und  'H._______',  herausgegeben  von  der  Fakultät  der 
Politikwissenschaften  und  der  Information  in  U._______.  Die 
Vertrauensperson  habe  eine  vertiefte  Recherche  dieser  zwei 
Publikationen für die Jahre 2000 bis 2005 vorgenommen und keinen 
vom  Beschwerdeführer  veröffentlichten  Artikel,  keinen  Text  mit  dem 
oben  erwähnten  Titel  und  keinen  Beitrag,  welcher  sich  mit 
gesetzgebenden Texten der Elfenbeinküste auseinandersetzen würde, 
gefunden. Die Informationen des Beschwerdeführers seien demnach 
falsch (vgl. A20).

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass solche Abklärungen 
einer  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland,  indem  mit  einer  Bot-
schaft  des  Herkunftslandes  eines  Asylsuchenden  Kontakt  aufge-
nommen  wird,  in  der  Regel  kaum  verantwortbar  sind.  Da  es  sich 
vorliegend aber lediglich um die Frage handelte, ob der Beschwerde-
führer bei der besagten Botschaft gearbeitet habe und aus der Anfrage 
nicht  auf  die  Asylgesuchstellung  zu  schliessen  war,  kann  dieser 
Kontakt  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  als  nicht  gefährdend 
betrachtet werden. Die Ergebnisse der Botschaftsabklärungen vor Ort 
können  erfahrungsgemäss  in  der  Regel  als  seriös  und  zuverlässig 
beurteilt  werden,  weshalb  sie  im  Allgemeinen  das  Vertrauen  der 
Schweizer  Behörden  geniessen.  Wohl  kann  nicht  ausgeschlossen 
werden, dass es in Einzelfällen zu unvollständigen oder gar falschen 
Botschaftsergebnissen  kommen  kann.  Im  vorliegenden  Beschwerde-
verfahren  sind  aber  keinerlei  Hinweise  erkennbar,  die  auf  allfällige 
Unregelmässigkeiten im Rahmen der Abklärungen vor Ort  hindeuten 
würden (vgl. dazu auch E. 5.5.1, S. 23). Bereits die erste Botschafts-
abklärung  vom 27. Mai  2005  hatte  ergeben,  dass  der  Beschwerde-
führer nicht in der ivorischen Botschaft in U._______ gearbeitet habe 
und  dem  Botschaftspersonal  unbekannt  sei.  Auch  würden  die 
Arbeitsbestätigungen  jeweils  vom  Personalverantwortlichen  unter-
zeichnet und es sei  undenkbar, dass ein solches Dokument so viele 
Rechtschreibefehler  enthalte.  Weiter  seien  die  von  der  ivorischen 
Botschaft  erstellten  Schriftstücke  in  einem  perfekten  Französisch 
geschrieben, wogegen die 'Attestation de travail' vom 1. August 2003 
wie auch das Kündigungsschreiben vom 30. Juni 2003 auffallend viele 
Rechtschreibfehler  enthielten  (vgl.  A10).  Das  Bundesverwaltungs-
gericht  sieht  keine  Veranlassung,  an  den  diesbezüglichen  Ausfüh-
rungen und Schlussfolgerungen der Schweizer Vertretung zu zweifeln 

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und  demnach  näher  auf  die  Frage  der  falschen  Referenznummer 
einzugehen. 

Wie  im  Nachstehenden  aufgezeigt  wird,  stellen  die  im vorliegenden 
Asylverfahren  durchgeführten  Botschaftsanfragen  respektive  deren 
Ergebnisse nicht das einzige Argument innerhalb der rechtlichen Beur-
teilung  dar.  Die  Ausführungen  der  Schweizerischen  Vertretung  in 
U._______ verkörpern lediglich einen Teilaspekt der Erwägungen des 
Bundesverwaltungsgerichts.

5.3.2 Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen zu Recht festgehalten, 
die  vom Beschwerdeführer  dem Schreiben  vom 19. Dezember  2005 
beigelegten Kopien seines, angeblich in der Revue D._______ publi-
zierten  Artikels  (vgl.  A23),  enthielten  auffällige  Manipulationsmerk-
male. So scheint  das rautenförmige Abschnittszeichen vor dem Titel 
der angeblichen Publikation des Beschwerdeführers manuell eingefügt 
worden zu sein. Die Titelschrift  entspricht weiter nicht derjenigen der 
vorhergehenden Titels und ist nicht kursiv geschrieben. Der auf Seite 
15 abgedruckte angebliche Artikel  des Beschwerdeführers entspricht 
bezüglich  der  Form  nicht  dem  vorhergehenden.  So  stimmen 
Seitenlayout  und  Schriftart  nicht  überein.  Weiter  fallen  zahlreiche 
Rechtschreibfehler  auf,  welche  einer  wissenschaftlichen  Publikation 
unüblich sind. Zudem ist die Seitenabfolge nicht nachvollziehbar: Die 
Beiträge  zu 'Etudes et  Recherches'  sind  auf  den  Seiten  11 bis  263 
aufgeführt, die Publikationen zu 'Thèses et Mémoires' ab den Seiten 
273, gefolgt von den Seiten 3 bis 14, mit dem angeblichen Beitrag des 
Beschwerdeführers ab Seite 15.

Als weiteres Unglaubhaftigkeitsmerkmal muss dem Beschwerdeführer 
entgegengehalten  werden,  dass  er  den  Titel  seines  Beitrags  unter-
schiedlich bezeichnete, und die Druckversionen ebenfalls verschieden 
lauten:  So  gab  er  den  Titel  anlässlich  der  Empfangszentrums-
befragung  mit  'F._______'  an,  der  erste  Ausdruck  lautet  auf 
'I._______'. Die am 19. Dezember 2005 eingereichte Kopie (vgl. A23) 
trägt den Titel 'C._______'.

Aufgrund der vorgelegten, zweifelhaften Beweismittel  und der Ergeb-
nisse der Botschaftsabklärungen erachtet es das Bundesverwaltungs-
gericht  als  unglaubhaft,  dass  der  Beschwerdeführer  Angestellter  bei 
der ivorischen Botschaft war. Eine Verfolgung wegen der zu den Akten 
gereichten angeblichen Publikation ist  ebenfalls nicht glaubhaft: Zum 
einen  haben  Abklärungen  ergeben,  das  dieser  Bericht  nicht  in  der 

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besagten  Zeitschrift  aufgefunden  worden  ist,  und  zum  anderen  ist 
aufgrund  des  Inhaltes  des  Berichts  –  selbst  wenn  dieser  publiziert 
worden wäre – im heutigen Zeitpunkt kaum von einer Verfolgung des 
Autors in der Elfenbeinküste auszugehen.

5.3.3 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Fluchtumstände 
aus dem Zentralkommissariat sind als unwahrscheinlich zu bewerten. 
Es ist den Akten keine plausible Erklärung für die Selbstlosigkeit und 
Risikobereitschaft seines Freundes N. K. zu entnehmen. Der Umstand, 
dass der Beschwerdeführer mit dem Fluchthelfer in V._______ aufge-
wachsen  sei  und  er  sich  im  Jahre  2002  anlässlich  der  Pass-
verlängerung kurzzeitig bei ihm aufgehalten habe, vermag als Motiva-
tionsgrundlage  für  dieses  uneigennützige  Handeln  kaum  auszu-
reichen. Weiter scheint die angebliche Flucht, angesichts der stetig vor 
der Türe des Hangars anwesenden Polizisten (vgl. A18, Fragen 33, 42, 
ff.), unglaubhaft und konstruiert.

Im  Weiteren  lassen  sich  auch  in  Bezug  auf  die  Haftbedingungen 
Widersprüche  entnehmen.  So  gab  der  Beschwerdeführer  anlässlich 
der  kantonalen  Anhörung  zu  Protokoll,  mit  etwa  acht  Personen  im 
'Hangar'  inhaftiert  gewesen zu sein,  welche wegen politischer Kund-
gebungen mit der Opposition verhaftet worden seien (vgl. A8, S. 12). 
Hingegen sagte er bei der ergänzenden Bundesanhörung aus, er sei 
so  in  etwa mit  fünf  oder  sechs Personen im 'Hangar'  gewesen (vgl. 
A18, Frage 46) und er habe am Anfang nicht gewusst, ob die anderen 
Gefangenen aus politischen Gründen inhaftiert  worden seien,  später 
jedoch  habe  er  im  Internet  ein  Dokument  gefunden,  welches  über 
diese Leute berichtet habe (vgl. a.a.O.,  Frage 47). Bei der Emfangs-
zentrumsbefragung sprach der Beschwerdeführer von einem einzigen 
Verhör (vgl. A1,  S. 6),  bei  der kantonalen Anhörung sagte er jedoch 
aus, er sei fünf beziehungsweise sechs Mal befragt worden, anlässlich 
der  ergänzenden  Bundesanhörung  gab  er  an,  mehrmals  befragt 
worden  zu sein. Differenzen  solchen  Ausmasses  legen den Schluss 
nahe, es berichte nicht eine im Mittelpunkt des Geschehens stehende 
Person  mit  persönlicher  Betroffenheit  über  einschneidende  und  ein-
prägsame  Erlebnisse.  Wenn  sich  das  Behauptete  tatsächlich  so 
abgespielt  hätte,  wären  vom  Beschwerdeführer  klarere  und  gehalt-
vollere Angaben zu erwarten gewesen.

Im Weiteren spricht gegen die Annahme einer staatlichen Verfolgung 
seitens der ivorischen Behörden die Tatsache, dass der Beschwerde-

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führer  in  sein Heimatland zurückkehren wollte,  um am Concours  für 
diplomatische Berater teilzunehmen und später im Aussenministerium 
zu arbeiten (vgl. A18, Frage 6). 

5.4 Es kann somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festgehalten 
werden, dass die auf die Unglaubhaftigkeit hindeutenden Anzeichen in 
den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  gegenüber  den  für  die 
Richtigkeit  sprechenden Gründen überwiegen. Mit  seinen diesbezüg-
lichen  Vorbringen  vermag  er  somit  den  reduzierten  Beweisanforde-
rungen  von  Art.  7  AsylG nicht  zu  genügen. Der  in  der  Beschwerde 
erhobene Einwand, wonach das BFM es an einer Gesamtwürdigung 
aller Aussagen habe fehlen lassen, erweist sich vor dem Hintergrund 
der  für  das  Bundesverwaltungsgericht  immer  noch  geltenden  Praxis 
der ARK (vgl. EMARK 1996 Nr. 28, S. 270, E. 3a) als unzutreffend.

5.5 Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, dass angesichts der 
Datenweitergabe  im  erstinstanzlichen  Verfahren  an  die  ivorische 
Botschaft  in  U._______  Art.  97  Abs.  1  AsylG  (Datenschutz  im 
Asylbereich)  verletzt  worden  sei.  Aufgrund  dieser  Verletzung  einer 
Datenschutzbestimmung seien objektive Nachfluchtgründe geschaffen 
worden.

5.5.1 Objektive  Nachfluchtgründe  nehmen  Bezug  auf  Ereignisse  im 
Heimatland, welche sich erst nach der Ausreise des Ausländers und 
unabhängig  von dessen Verhalten  ereignet  haben und ihn  bei  einer 
Rückkehr  in  den  Heimatstaat  in  eine  asylrechtlich  relevante  Verfol-
gungssituation  bringen  würden  (vgl.  EMARK  1994  Nr.  17,  S.  135). 
Wesentlich  ist  dabei,  dass  nicht  das  Verhalten  des  Gesuchstellers 
nach seiner  Ausreise einzig kausal  für  die nachträglich eingetretene 
Verfolgungssituation  ist.  In  Praxis  und Doktrin  werden  deshalb  nicht 
nur Änderungen der Situation oder der Verhaltensweisen der Behör-
den im Heimatstaat, sondern auch andere, unabhängig vom eigenen 
Verhalten  des  Asylsuchenden entstandene Gefährdungsfaktoren den 
objektiven  Nachfluchtgründen  zugerechnet,  wie  etwa  das  Verhalten 
von Familienangehörigen (EMARK 1994 Nr. 17) oder aus dem Asyl-
verfahren an die heimatlichen Behörden gelangte Informationen.

5.5.2 Die Befugnis der Vorinstanz, zur Feststellung des Sachverhalts 
weitere  Abklärungen  zu  treffen  und  namentlich  bei  schweizerischen 
Vertretungen Auskünfte einzuholen,  findet ihre ausdrückliche gesetz-
liche Grundlage in Art. 41 Abs. 1 AsylG. Diese gesetzliche Grundlage 
erlaubt nicht nur die Vornahme von allgemeinen Abklärungen, z.B. zur 

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Menschenrechtslage, sondern auch die Vornahme einzelfallbezogener 
Abklärungen,  wobei  selbstverständlich  die  notwendige  Vorsicht  ge-
boten  erscheint.  Vorliegend  stellt  sich  somit  die  Frage,  ob  der  Be-
schwerdeführer  allein  durch  den  Umstand,  dass  die  ivorische  Bot-
schaft in U._______ angefragt wurde, ob dieser im Zeitraum vom 20. 
November 2000 bis am 30. Juni 2003 dort gearbeitet habe, einer asyl-
rechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt wurde. Die Schweizer Ver-
tretung stellte  die Frage,  ob der Beschwerdeführer in  der ivorischen 
Botschaft  in  U._______  gearbeitet  habe  und  ob  die  'Attestation  de 
travail' echt sei. Eine Gefährdungslage des Beschwerdeführers alleine 
wegen den entsprechenden Anfragen ist unwahrscheinlich, zumal die 
Identität  des  Beschwerdeführers  –  trotz  der  eingereichten  'Carte  de 
séjour' von U._______, deren Echtheit im Übrigen nicht nachgewiesen 
ist, – nach wie vor nicht feststeht, wie das BFM zutreffend festgehalten 
hat.  Im  Übrigen  hatte  die  ivorische  Botschaft  in  U._______  zum 
Zeitpunkt der Anfragen der Schweizer Vertretung auch keine Kenntnis 
darüber, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz um Asyl ersucht 
hat.  Eine  Verletzung  von Art.  97  Abs. 1  AsylG  kann  demnach  nicht 
festgestellt werden.

5.6 Zu  prüfen  bleibt,  ob  der  Beschwerdeführer  aus  subjektiven 
Nachfluchtgründen  aufgrund  seiner  exilpolitischen  Tätigkeit  in  der 
Funktion als (...) der RDR Schweiz im Sinne von Art. 54 AsylG einen 
Anspruch  auf  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  abzuleiten 
vermag.  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach 
Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls,  unabhängig davon, ob sie 
missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden (vgl. EMARK 
1995 Nr. 7, E. 7, S. 66 ff.; Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes 
vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II  73). Es ist  massgebend, ob die 
ivorischen  Behörden  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  als 
staatsfeindlich  einstufen  und  jener  deswegen  bei  einer  Rückkehr  in 
den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten 
muss.

5.6.1 Der  Beschwerdeführer  macht  diesbezüglich  – unter  Vorlegung 
zahlreicher Beweismittel  – gegen die ivorische Regierung gerichtete, 
kontinuierliche exilpolitische Aktivitäten geltend und leitet daraus eine 
so  entstandene  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  für  den Fall  einer 
Rückkehr in sein Heimatland ab. 

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Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  –  wie  nachfolgend  ausgeführt 
wird – davon aus, dass insgesamt keine subjektiven Nachfluchtgründe 
vorliegen, die bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers zu einer für 
die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  relevanten  Verfolgung 
führen  würden:  Auf  dem  aus  dem  Internet  ausgedruckten  Organi-
gramm der  RDR-Suisse  figuriert  der  Beschwerdeführer  als  (...).  Die 
eingereichten  Fotos  von  der  Versammlung  vom  16.  Juli  2005  in 
R._______ zeigen den Beschwerdeführer als nicht namentlich erwähn-
ten Sitzungsteilnehmer. Sein Name erscheint dagegen auf eingereich-
ten Internet-Dokumenten einer Traktandenliste zur Versammlung vom 
9. April 2005 in Z._______ (vgl. act. S. 103) sowie einer Mitteilung mit 
dem Titel  'J._______' (vgl. act. S. 105). Was die Veröffentlichung von 
politischen Texten im Internet betrifft,  ist Folgendes festzuhalten: Das 
Internet  ist  ein  Massenmedium,  das  heute  von  Millionen  von 
Privatpersonen sowie  unterschiedlichsten  Organisationen und  Unter-
nehmen  zur  freien  Willenskundgebung  sowie  zur  Publikation  von 
Artikeln  und  Dokumentationen  genutzt  wird.  Täglich  erscheinen 
Tausende  von  neuen  Artikeln  und  Dokumenten  auf  privaten  Home-
pages. Aus diesem Grund scheint es wenig wahrscheinlich, dass die 
ivorischen Behörden diese in riesigen Mengen veröffentlichten Doku-
mente gezielt und umfassend zu überwachen vermögen. Nach gründ-
licher  Sichtung  des  eingereichten  Materials  und  aufgrund  der  oben 
stehenden  Überlegungen,  wonach  der  Beschwerdeführer  keinen 
asylrechtlich  bedeutsamen  Sachverhalt  nachweisen  oder  glaubhaft 
machen  konnte,  erscheint  es,  auch  angesichts  der  umfangreichen 
regierungskritischen  Aktivitäten  von  ivorischen  Staatsangehörigen  in 
ganz Europa (vgl. etwa http://www.le-rdr. org/EDITO/Index%20EDITO
%20Archives.htm)  unwahrscheinlich,  dass  die  ivorischen  Behörden 
von  den  behaupteten  exilpolitischen  Aktivitäten  des  Beschwerde-
führers Notiz genommen hätten, so dass sie ihn hier in der Schweiz 
identifiziert  hätten  und ihn  bei  einer  Rückkehr  in  die  Elfenbeinküste 
deswegen  nach  fast  14  Jahren  Landesabwesenheit  (vgl.  A8,  S.  7) 
verfolgen würden. Zudem gibt es gegenwärtig keine Hinweise darauf, 
dass Anhänger der Oppositionspartei RDR in der Elfenbeinküste einer 
asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt  sind. Vielmehr ist  festzustellen, 
dass sie weitgehend unbehelligt  aktiv sein können (vgl. UN Security 
Council.  Sixteenth  progress  report  of  the  Secretary-General  on  the 
United Nations Operation in Côte d'Ivoire, vom 25. April 2008 in: http://
www.reliefweb.int/rw/rwb.nsf/retrieveattachments?openagent&shortid= 
EGUA-7DRPNQ&file=FULL_Report.pdf).  Eine  gezielte  Verfolgung 
wegen Exilaktivitäten ist daher auch angesichts des politischen Profils 

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des  Beschwerdeführers  auszuschliessen.  Ebenso  kann  aus  der 
blossen  Identifizierbarkeit  des  Beschwerdeführers  auf  Fotos  und 
Internetseiten nicht geschlossen werden, er würde deswegen bei einer 
Rückkehr  in  die  Elfenbeinküste  in  asylrelevanter  Weise  verfolgt.  In 
diesem  Zusammenhang  ist  festzuhalten,  dass  es  nicht  Sache  der 
schweizerischen Asylbehörden sein kann, jede auch nur ansatzweise 
mögliche Gefährdungssituation im Heimatland des Beschwerdeführers 
abklären zulassen. Hier findet der in Art. 12 VwVG verankerte Unter-
suchungsgrundsatz  vernünftigerweise  seine  Schranken  und  ist  der 
Beschwerdeführer  auf  seine  in  Art.  8  AsylG  verankerte  Mitwir-
kungspflicht zu verweisen.

5.7 Aufgrund der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere 
Einwendungen  in  der  Beschwerde  näher  einzugehen,  da  diese  ins-
gesamt nicht  geeignet  sind,  einen anderen Entscheid in  den Fragen 
der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung herbeizuführen. In 
Würdigung  der  gesamten  Umstände  ist  festzustellen,  dass  der  Be-
schwerdeführer  keinen asylrechtlich bedeutsamen Sachverhalt  nach-
weisen oder glaubhaft machen konnte. Zu Recht hat deshalb das Bun-
desamt  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint 
und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie 
zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheits-
verhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer Ausschaffung in  die Elfenbeinküste dort  mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ('real risk') nachweisen oder glaubhaft machen, dass 

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ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-
lung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren 
Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom  6. 
Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den 
Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als zulässig erscheinen. 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.5 Im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-4477/2006  vom 
28. Januar 2008 wurde  – gestützt auf zahlreiche Quellen  – eine aus-
führliche Analyse der politischen Lage in der Côte d'Ivoire vorgenom-
men. Darin führt das Bundesverwaltungsgericht im Ergebnis aus, dass 
in diesem Land zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr eine Situation von 
Krieg,  Bürgerkrieg  oder  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  in  dem Sinne, 
dass  von  einer  generellen  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Weg-
weisung  für  alle  Asylsuchenden  aus  der  Côte  d'Ivoire  auszugehen 
wäre.  Gestützt  auf  die  vorgenommene  Lageanalyse  erachtet  das 
Bundesverwaltungsgericht  einen  Wegweisungsvollzug  nach  Abidjan 
für junge Männer ohne gesundheitliche Probleme, welche bereits vor 
ihrer Ausreise dort gelebt haben oder dort über ein familiäres Netz ver-
fügen, generell  als zumutbar. Hingegen ist  für Asylsuchende, welche 
aus dem Westen oder  dem Norden des Landes stammen und ohne 
Verbindung  zu Abidjan  stehen,  eine  detailliertere  Analyse  der  allge-
meinen Situation in  ihrer  Heimatregion und ihrer  persönlichen Situa-
tion vorzunehmen. 

7.6 Der  noch  junge  Beschwerdeführer,  der  keine  gesundheitlichen 
Probleme geltend macht, stammt nach eigener Aussage ursprünglich 
aus V._______, wo er (persönliche Angaben zu seiner Person) und es 
ist anzunehmen, dass er dort über weitere Kontakte verfügt. Damit ist 

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davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr dorthin nicht auf sich 
allein gestellt ist.

7.7 Nach dem Gesagten erweist  sich Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

7.8 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das vom Beschwerde-
führer  gestellte  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist  jedoch gutzuheissen,  zumal 
von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist und die 
Begehren nicht als aussichtslos zu bezeichnen waren. Es sind somit 
keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

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