# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7aaa1d5-82d5-560f-8996-62248c896e92
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2023 D-3356/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3356-2023_2023-06-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3356/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis , 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler,  

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

sowie deren Kinder 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

Burundi,   

alle vertreten durch Guido Ehrler, Advokat,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren); Verfügung des SEM vom 1. Juni 2023 / N (…). 

D-3356/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden am 27. Juni 2022 erstmals in der Schweiz 

um Asyl nachsuchten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 30. August 2022 auf die Asylgesuche 

nicht eintrat und die Wegweisung nach Kroatien verfügte, 

dass dieser Entscheid vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil F-

3903/2022 vom 16. September 2022 gestützt und die entsprechende Be-

schwerde abgewiesen wurde,  

dass die Beschwerdeführenden am 16. Februar 2023 dem UN-Ausschuss 

für die Rechte des Kindes (CRC) mitgeteilt haben, dass die vorgesehene 

Wegweisung nach Kroatien verschiedene Bestimmungen der Kinder-

rechtskonvention verletze und um den Erlass von vorsorglichen Massnah-

men ersucht haben, 

dass die Familie in der Folge am 8. März 2023 nach Kroatien überstellt 

wurde, 

dass ebenfalls am 8. März 2023 – nach erfolgter Überstellung – der CRC 

die Schweiz über den Eingang einer Beschwerde informierte und die 

Schweizer Behörden bat, den Vollzug der Wegweisung nach Kroatien im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu sistieren, 

dass die Beschwerdeführenden am 23. März 2023 schriftlich ein zweites 

Mal in der Schweiz um Asyl ersucht haben und dabei vorbrachten, entge-

gen den bisherigen Entscheiden des SEM würden im kroatischen Asylsys-

tem systemische Mängel bestehen, 

dass die Beschwerdeführenden umfassende medizinische Behandlung be-

nötigen würden und ihnen diese auch nach ihrer Rückführung in Zagreb 

verweigert worden sei, genau wie bei ihrem ersten Aufenthalt, 

dass von der systematischen Gewalt an den Grenzen auch Dublin-Rück-

kehrende betroffen und ferner Fälle von Kettenabschiebungen bekannt ge-

worden seien, 

dass es dem SEM offenstehe, aus humanitären Gründen jederzeit auf die 

Asylgesuche einzutreten, 

D-3356/2023 

Seite 3 

dass das SEM den Beschwerdeführenden am 5. April 2023 schriftlich das 

rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Kroatiens sowie einer Wegweisung 

dorthin gewährte, 

dass das SEM die kroatischen Behörden am 5. April 2023 um Übernahme 

der Beschwerdeführenden ersuchte und dieses Gesuch von den kroati-

schen Behörden am 19. April 2023 gutgeheissen wurde, 

dass die Beschwerdeführenden am 20. April 2023 eine Stellungnahme ein-

reichten und darlegten, das Verwaltungsgericht der Niederlande habe am 

13. April 2022 geurteilt, dass es in Kroatien zu Push-Backs komme, auch 

von Dublin-Rückkehrenden, wobei dieses Risiko näher untersucht werden 

müsse, 

dass dieses Urteil im Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts kei-

nen Eingang gefunden habe, 

dass die Situation für Kinder, die im Rahmen eines Dublin-Verfahrens aus 

der Schweiz nach Kroatien zurückkehren müssten, dem CRC bekannt sei 

und diesbezüglich bereits mehrmals vorsorgliche Massnahmen angeord-

net worden seien, 

dass die Rückführung der Beschwerdeführenden einige Stunden vor Ein-

gang der vorsorglichen Massnahme vermeidbar gewesen wäre und insbe-

sondere die bereits vorbelasteten Kinder durch diese erneut traumatisiert 

worden seien, 

dass sowohl aus humanitären Gründen im Sinne einer Wiedergutmachung 

wie auch wegen systemischen Mängeln im kroatischen Asylsystem auf die 

Asylgesuche einzutreten sei, 

dass auf jeden Fall die vorsorgliche Massnahme des CRC vom 8. März 

2023 nach wie vor Geltung habe, weshalb keine Überstellung nach Kroa-

tien erfolgen könne beziehungsweise der Vollzug gemäss Auskunft des 

SEM sistiert sei bis zum Abschluss des Verfahrens, 

dass ein wesentliches Merkmal jeder Verfügung ihre Erzwingbarkeit sei, 

und eine Verfügung, die nicht vollzogen werden könne, nicht erlassen wer-

den dürfe, 

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Seite 4 

dass damit zu rechnen sei, dass das Verfahren vor dem CRC länger als 

ein Jahr dauern werde, weshalb die Beschwerdeführenden vorläufig auf-

zunehmen seien, 

dass ferner die unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichner als 

Rechtsbeistand zu gewähren sei, 

dass das SEM mit Verfügung vom 1. Juni 2023 – eröffnet am 5. Juni 2023 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asyl-

gesuche nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-

zug anordnete, 

dass jedoch gleichzeitig festgestellt wurde, der Vollzug werde bis auf wei-

teres ausgesetzt, 

dass ferner die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

und um Erteilung einer vorläufigen Aufnahme abgewiesen wurden, 

dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen anführte, gestützt auf die 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. L 180/31 

vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) sei nach wie vor Kroatien für 

das Verfahren zuständig, wobei die Ausführungen der Beschwerdeführen-

den dies nicht zu widerlegen vermögen würden, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gebe, das Asylver-

fahren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien wür-

den systemische Schwachstellen aufweisen,  

dass ferner in Kroatien der Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln gewähr-

leistet sei und sie sich entsprechend an die kroatischen Behörden wenden 

könnten, 

dass das SEM nicht davon ausgehe, dass sie bei einer Überstellung nach 

Kroatien gravierenden Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, in eine 

existenzielle Notlage geraten oder ohne Prüfung ihres Asylgesuchs und in 

Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in ihren Heimat- oder Herkunfts-

staat überstellt würden, wobei die zitierte Rechtsprechung aus den Nieder-

landen daran nichts zu ändern vermöge, 

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Seite 5 

dass betreffend Kindeswohl festzuhalten sei, dass Kroatien Signatarstaat 

der KRK sei und seinen daraus erwachsenen Verpflichtungen grundsätz-

lich nachkomme, weshalb eine Überstellung dorthin weder eine Verletzung 

von Art. 3 KRK noch von Art. 3 EMRK bedeute,  

dass die Kinder zusammen mit den Eltern, ihren nächsten Bezugsperso-

nen, überstellt würden, und sie ferner aufgrund ihrer relativ kurzen Aufent-

haltsdauer weder in der Schweiz verwurzelt seien noch an besonders 

schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen leiden würden, 

dass sie geltend machen würden, umfassende medizinische Behandlung 

zu benötigen und auf mehrere ausstehende Arzttermine verwiesen hätten, 

jedoch keine ärztlichen Berichte eingereicht hätten, aus welchen konkrete 

Angaben zu ihrer gesundheitlichen Verfassung hervorgehen würden, 

dass sich aus den dem SEM vorliegenden medizinischen Unterlagen keine 

gesundheitlichen Probleme von einer derartigen Schwere entnehmen lies-

sen, dass eine Überstellung nach Kroatien einen Verstoss gegen internati-

onale Verpflichtungen der Schweiz bedeuten würde, 

dass der Zugang zur medizinischen Versorgung in Kroatien grundsätzlich 

gewährleistet sei, wobei sie sich bei vorübergehenden Einschränkungen 

an die zuständigen Stellen oder karitative Organisationen richten könnten, 

dass somit in Würdigung der Aktenlage auch keine Gründe vorliegen wür-

den, die die Anwendung der Souveränitätsklausel rechtfertigen würden, 

dass auf die Asylgesuche demnach nicht eingetreten werde und die Be-

schwerdeführenden zur Ausreise aus der Schweiz verpflichtet seien, 

dass jedoch aufgrund des hängigen Verfahrens beim UN-Kinderrechtsaus-

schuss und den damit zusammenhängenden vorsorglichen Massnahmen 

die Überstellungsfrist nach Kroatien im Sinne der Dublin-III-Verordnung 

sistiert sei und der Vollzug der Wegweisung bis auf Weiteres ausgesetzt 

werde, 

dass vorläufige Aufnahmen im Kontext von Zuständigkeitsverfahren im 

Rahmen der Dublin-III-VO nicht vorgesehen seien und der Vollzug der 

Wegweisung nach Kroatien nicht als unmöglich im Sine von Art. 83 Abs. 2 

AIG eingestuft werden könne, 

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Seite 6 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 12. Juni 2023 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und 

dabei beantragten, die Ziffern 1, 2 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung 

seien aufzuheben, die Beschwerdeführenden seien vorläufig aufzuneh-

men, eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung der Asylverfah-

ren an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, das SEM sei pro-

zessleitend anzuweisen, den Beschwerdeführenden Einsicht in den Be-

richt der schweizerischen Botschaft vom März 2022 zu gewähren und an-

schliessend das Rechts zur Beschwerdeergänzung einzuräumen, ferner 

sei ihnen die unentgeltliche Prozessführung mit dem Unterzeichner als 

Rechtsbeistand zu gewähren, 

dass als Beilagen mit der Beschwerde eine E-Mail des Beschwerdeführers 

an seinen Rechtsvertreter vom 1. März 2023, mit welcher er diesen über 

verschiedene Arzttermine informiert, sowie eine E-Mail von Médecin du 

Monde an eine Mitarbeiterin von Asylex, mit welcher darüber informiert 

wird, dass diese Organisation seit dem 22. Mai 2023 aus finanziellen Grün-

den nicht mehr für Asylsuchende in Zagreb tätig sei, eingereicht wurden,  

dass zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen vorgebracht 

wurde, das SEM habe mit seiner Verfügung das rechtliche Gehör sowie 

Art. 3 EMRK verletzt, 

dass die Vorinstanz nämlich argumentiere, es liege eine umfassende Ab-

klärung durch die Schweizer Botschaft vor, wobei hierzu ein Bericht vom 

März 2022 bestehe, welcher letztmals im Januar 2023 aufdatiert worden 

sei, 

dass diese Berichte ergeben würden, dass Dublin-Rückkehrenden keine 

systematische Gewalt durch kroatische Behörden drohe, 

dass diese Berichte den Beschwerdeführenden jedoch nie offengelegt wor-

den seien, weshalb eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege, 

dass ferner ausgeführt wurde, dass die Beschwerdeführenden von den 

kroatischen Behörden schlecht behandelt und geschlagen worden seien 

und weiter Ausführungen zum Vorliegen systemischer Mängel im kroati-

schen Asylsystem gemacht wurden, wobei hierzu verschiedene ausländi-

sche Urteile zitiert wurden,  

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Seite 7 

dass weiter Ausführungen zur Kinderrechtskonvention und einer Verlet-

zung derselben sowie zu den Anforderungen an die Unterbringung von Fa-

milien mit Kindern gemacht wurden, wobei vorgebracht wird, das SEM 

wäre zumindest verpflichtet gewesen, im Sinne der Tarakhel-Rechtspre-

chung von den kroatischen Behörden die Garantie zu verlangen, dass eine 

dem Alter der Kinder entsprechende Unterkunft bei der Ankunft der Familie 

in Kroatien zur Verfügung stehe, 

dass die Familie, insbesondere die Kinder, durch die Ausschaffung vom 

8. März 2023 erneut traumatisiert worden seien, weshalb der Selbsteintritt 

aus humanitären Gründen geboten sei, 

dass die vorsorgliche Massnahme des CRC vom 8. März 2023 nach wie 

vor in Kraft sei und somit der Vollzug der Wegweisung momentan nicht 

stattfinden könne, 

dass es das Verhältnismässigkeitsprinzip verletze, wenn trotzdem ein Voll-

zug verfügt werde, und in einem solchen Fall eine Ersatzmassnahme für 

den ausbleibenden Wegweisungsvollzug auszusprechen sei gemäss Art. 

83 Abs. 3 AIG, 

dass damit zu rechnen sei, dass das Verfahren vor dem CRC länger als 

ein Jahr dauere und praxisgemäss eine vorläufige Aufnahme anzuordnen 

sei, wenn ein Vollzugshindernis ein Jahr andauere, 

dass die Beschwerdeführenden demnach vorläufig aufzunehmen seien,  

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

13. Juni 2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

 

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt, 

dass es auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Ver-

fügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines 

Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdefüh-

rende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG, i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

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Seite 8 

dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materi-

ellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache 

zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 

E. 3 m.w.H.), 

dass die Vorinstanz hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Weg-

weisungsvollzugs eine materielle Prüfung vorgenommen hat, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft, 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie 

nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

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Seite 9 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt und gemäss 

Art. 3 Abs. 1 derselben jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat 

geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat 

bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass sich die Beschwer-

deführenden vor ihrer Einreise in die Schweiz in Kroatien aufgehalten ha-

ben, 

dass das SEM nach der Wiedereinreise der Beschwerdeführenden am 5. 

April 2023 ein Übernahmeersuchen an die kroatischen Behörden stellte,  

dass die kroatischen Behörden dem Übernahmeersuchen am 19. April 

2023 zustimmten, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens somit gegeben ist, 

dass das SEM mit der angefochtenen Verfügung zwar den Wegweisungs-

vollzug der Beschwerdeführenden angeordnet hat, diesen aber in der 

nächsten Ziffer gleichzeitig bis auf Weiteres aussetzt,  

dass dies sinngemäss damit begründet wurde, aufgrund der durch den 

CRC angeordneten vorsorglichen Massnahmen könne die Überstellung 

nicht erfolgen beziehungsweise diese erfolge sobald dies möglich sei und 

nachdem die vorsorglichen Massnahmen aufgehoben worden seien, 

dass das SEM somit einen Entscheid gefällt hat, den es zum Entscheid-

zeitpunkt nicht umsetzen will, 

dass ein solches Vorgehen nicht nachvollziehbar ist, da zwei sich wider-

sprechende Anordnungen getroffen wurden, und sich aus der vorinstanzli-

chen Verfügung auch keine Hinweise ergeben, weshalb zu diesem Zeit-

punkt ein Entscheid gefällt wurde,  

 

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Seite 10 

dass die Vorinstanz, indem sie diese Vorgehensweise in keiner Art begrün-

det hat, auch ihre Begründungspflicht verletzt hat, welche einen Teilgehalt 

des rechtlichen Gehörs darstellt (Art. 29 Abs. 2 BV), 

dass der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist, weshalb des-

sen Verletzung grundsätzlich ungeachtet der materiellen Auswirkungen zur 

Aufhebung des betreffenden Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/47 E. 

3.3.4), 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht vorliegend nicht veranlasst sieht, 

mittels durch das Gericht vorzunehmender weiterer Abklärungen eine Hei-

lung der Gehörsverletzung vorzunehmen, zumal den Beschwerdeführen-

den dadurch eine Instanz verloren ginge und die fehlende Entscheidreife 

durch die Beschwerdeinstanz nicht mit vertretbarem Aufwand hergestellt 

werden kann, 

dass sich Aussagen zu den weiteren Anträgen und Vorbringen in der Be-

schwerde an dieser Stelle erübrigen, 

dass bei dieser Sachlage auch nicht abschliessend geprüft werden muss, 

ob die Anordnung einer Überstellung einerseits und deren gleichzeitige 

Sistierung anderseits überhaupt zulässig ist, was zumindest zweifelhaft er-

scheint,  

dass vorliegend nur die Ziffern 1, 2 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung 

vom 1. Juni 2023 angefochten wurden, diese nach dem Gesagten aber 

unter Hinweis auf Art. 62 abs. 1 VwVG und in Gutheissung der Beschwerde 

vollständig aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen ist,  

dass zum Gesuch um Einsicht in allfällige dem SEM vorliegende Bot-

schaftsberichte zum aktuellen Zeitpunkt lediglich festzuhalten ist, dass 

dem Gericht keine solchen Berichte vorliegen und aufgrund der mit diesem 

Urteil erfolgten Rückweisung das Verfahren wieder bei der Vorinstanz hän-

gig ist, weshalb ein entsprechendes Gesuch zuerst dort zu stellen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 

VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, 

dass den vertretenen Beschwerdeführenden angesichts ihres Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

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Seite 11 

Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für 

die ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist, 

dass die notwendigen Parteikosten mangels eingereichter Kostennote auf-

grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 VGKE), 

dass der notwendige Aufwand gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 1'200.– festzuset-

zen ist.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung vom 1. Juni 2023 wird aufgehoben und die 

Sache im Sinne der Erwägungen zur erneuten Beurteilung und Entschei-

dung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 1'200.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel