# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fcbdb86-e527-5934-b58e-1feb47f3d48b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.10.2017 SB160301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160301_2017-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160301-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Ersatzoberrichter lic. iur. J. Meier sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 25. Oktober 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend 

versuchte Vergewaltigung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, 
vom 8. Februar 2016 (DG150283) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 22. September 2015 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 21). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 71) 

Es wird erkannt: 

1.  Das Verfahren gegen den Beschuldigten betreffend Anklageziffer 1. / 2. Absatz / 1. Satz 

(Beschimpfung) sowie Anklageziffer 2. (Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte) wird eingestellt.  

2.  Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 4. / 1. Absatz); 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 4. / 
2. Absatz); 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 5. / 2. Satz); 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1. / 1. Absatz / 
ohne letzten Satz, Anklageziffer 3. / 2. Absatz sowie Anklageziffer 5. / 1. Satz); 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3. / 
1. Absatz ); 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 
(Anklageziffer 6. sowie Anklageziffer 7.); 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG (An-
klageziffer 7.); 

− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in 
Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG und Art. 27 Abs. 1 WG (Anklageziffer 6.). 

3.  Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen 

− der Drohung (Anklageziffer 1. / 2. Absatz / 2. und 3. Satz); 

− der sexuellen Nötigung (Anklageziffer 1. / 1. Absatz / letzter Satz); 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung (Anklageziffer 6.). 

4.  Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten, wovon bis und mit 

heute 54 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen 

zu Fr. 20.– und einer Busse von Fr.  300.–. 

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5.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist 

zu bezahlen. 

6.  Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 3 Tagen. 

7.  Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Entscheid des Ministero pubblico del Cantone Ticino 

(Lugano) vom 28. Februar 2008 ausgefällten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

wird widerrufen. 

8.  Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Entscheid des Ministero pubblico del Cantone Ticino 

(Lugano) vom 21. Oktober 2013 ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

wird widerrufen. 

9.  Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. September 2015 

beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Technische Ermittlungsunterstützung, 

Asservate-Triage, aufbewahrten Gegenstände 

− Slip (Asservat-Nr. A006'809'047) 

− Unterleibchen (Asservat-Nr. A006'809'047) 

− Kapuzenpulli (Asservat-Nr. A006'809'047) 

werden der Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Ver-

langen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der La-

gerbehörde vernichtet. 

10.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. September 2015 beschlag-

nahmten und beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K140203-051 / 

59297222 aufbewahrten Gegenstände (ein Duvet und ein Fixleintuch) werden eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

11.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 22. September 2015 beschlag-

nahmte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich aufbewahrte Schleuder mit Armstütze 

(SK 30511) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

12.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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13.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 3. Februar 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

14. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 4'296.90   Auslagen Untersuchung. 

Fr. 22'681.20   amtliche Verteidigung 

Fr. 16'386.40   unentgeltliche Vertretung 

15.  Die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten des gericht-

lichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Be-

schuldigten zu vier Fünfteln auferlegt und zu einem Fünftel auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

16.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforde-

rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von vier Fünfteln. Über die Höhe der Kosten 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung wird je mit separatem Be-

schluss entschieden. 

17.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ für das gesamte Verfahren 

eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Entschädigungsbegehren abgewiesen. 

18.  (Mitteilungen) 

19.  (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 97 S. 1ff., Prot. II S. 23) 

1. Ziff. 2 Abs. 1 bis 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuhe-

ben, soweit auf die diesbezüglichen Anträge der Anklägerin einzutreten ist, 

und durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

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Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vor-
würfen  
− der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 
− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB; 
− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB; 
− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

2. Ziff. 2 Abs. 5 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben, so-

weit auf die diesbezüglichen Anträge der Anklägerin einzutreten ist, und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Das Verfahren gegen den Beschuldigten betreffend einfacher Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird eingestellt. Der Be-

schuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf der Tät-

lichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB. 

3. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 125 Tagessätzen zu 

CHF 15.00 unter Anrechnung der erstandenen Haft von 54 Tagen. 

4. Ziff. 5 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Der Vollzug der Geldstrafe wird bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit 

von 3 Jahren. 

5. Ziff. 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

6. Ziff. 7 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

7. Ziff. 8 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Auf den Widerruf des mit Entscheid des Ministero pubblico del Cantone Tici-

no (Lugano) vom 21. Oktober 2013 für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen 

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zu CHF 30.– unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährten be-

dingten Strafvollzugs wird verzichtet und stattdessen die Probezeit um 

1 Jahr verlängert. 

8. Ziff. 12 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Die Zivilansprüche der Privatklägerin sind vollumfänglich abzuweisen. 

9. Ziff. 13 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

10. Ziff. 15 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

zu einem Zehntel auferlegt und zu neun Zehnteln auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

11. Ziff. 16 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und durch 

folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft werden vollumfänglich auf die Gerichtskasse genom-

men. 

12. Ziff. 17 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben. 

13. Unter Kostenfolge. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Prot. II S. 28) 

Das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Zürich sei vollumfänglich zu 

bestätigen, mit der heute präzisierten Anklage in Ziffer 4 Abs. 1. 

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c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 137): 

1. Das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 

8. Februar 2016 sei vollumfänglich zu bestätigen, insbesondere bezüglich 

Schuldpunkt, Strafzumessung und Zivilansprüche. 

2. Es sei das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin 

im Sinne der eingereichten Honorarnoten festzulegen. 

3. Die Gerichtskosten seien ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuer-

legen. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang/Prozessgeschichte 

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung 

unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 71 S. 6 f.). 

2. Der Beschuldigte A._____ (fortan Beschuldigter) wurde mit dem vorstehend 

wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 8. Feb-

ruar 2016 diverser Delikte schuldig gesprochen (Urk. 71 S. 110). Von den Vorwür-

fen der Drohung (Anklageziffer 1. / 2. Absatz / 2. und 3. Satz), der sexuellen Nöti-

gung (Anklageziffer 1. / 1. Absatz / letzter Satz), des Fahrens ohne Haftpflichtver-

sicherung (Anklageziffer 6.) wurde der Beschuldigte indessen freigesprochen 

(Dispositiv-Ziffer 3). Das Verfahren gegen den Beschuldigten betreffend Anklage-

ziffer 1. / 2. Absatz / 1. Satz (Beschimpfung) sowie betreffend Anklageziffer 2. 

(Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte) stellte das 

Bezirksgericht ein (Dispositiv-Ziffer 1). Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten 

mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten, wovon bis und mit Urteilsdatum 54 Tage 

erstanden waren, und mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 20.-- sowie 

einer Busse von Fr. 300.-- (Dispositiv-Ziffer 4). Der Vollzug der Freiheitsstrafe und 

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der Geldstrafe wurde nicht aufgeschoben und es wurde die Bezahlung der Busse 

angeordnet, wobei bei Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 

Tagen festgesetzt wurde (Dispositiv-Ziffern 5 und 6). Gleichzeitig entschied das 

Gericht über zwei Widerrufsanträge (Dispositiv-Ziffern 7 und 8) sowie über die 

Einziehung und Vernichtung bzw. Herausgabe diverser beschlagnahmter Gegen-

stände (Dispositiv-Ziffern 9-11). Des weiteren wurde über die Zivilforderungen 

entschieden (Dispositiv-Ziffer 12 und 13). Schliesslich regelte das Gericht die 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv Ziffern 14-17).  

3. Gegen dieses den Parteien schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil (Prot. I 

S. 97 ff., Urk. 57) liess der Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigerin am 

19. Februar 2016 rechtzeitig die Berufung anmelden (Urk. 59). Am 1. März 2016 

erfolgte die Mitteilung der Berufungsanmeldung an die Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl (fortan Staatsanwaltschaft) und an die Rechtsvertreterin der Privatklägerin 

(Urk. 69). Das Urteil ging dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft je am 

15. Juni 2016 und der Privatklägerin am 16. Juni 2016 in begründeter Fassung zu 

(Urk. 70/1-3).  

4. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 65 = Urk. 71) liess der Beschul-

digte mit Eingabe vom 5. Juli 2015 fristgerecht die Berufungserklärung einreichen, 

wobei er festhielt, dass das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 

2 Abs. 1 bis 5, der Ziffern 4-8 und der Ziffern 12 und 13 sowie der Ziffern 15-17 

aufzuheben sei. Ausserdem stellte er für das Berufungsverfahren die Beweisan-

träge, wonach (1) ein umfassender Leumundsbericht über die Privatklägerin und 

bei den Polizeikorps - abgesehen vom Polizeikorps des Kantons Tessin - die In-

formation einzuholen sei, ob die Privatklägerin schon in der Vergangenheit Straf-

anzeigen eingereicht habe. Zudem beantragte der Beschuldigte, es seien (2) 

C._____, D._____ und E._____ als Zeugen einzuvernehmen seien und (3) es sei 

mit Staatsanwältin F._____, Staatsanwaltschaft der Republik beim Gericht von 

Como, Italien, betreffend den Ausgang des Strafverfahrens gegen C._____ 

schriftlich Rücksprache zu nehmen. Weitere Beweisanträge behielt sich der Be-

schuldigte ausdrücklich vor (Urk. 72). Mit Präsidialverfügung vom 27. Juli 2016 

wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 400 

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Abs. 2 und 3 StPO und Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung zuge-

stellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde, 

oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzei-

tig wurde der Beschuldigte aufgefordert, Unterlagen betreffend seine wirtschaftli-

chen Verhältnisse einzureichen. Der Privatklägerin wurde überdies Frist ange-

setzt, um schriftlich zu erklären, ob sie von ihren Opferrechten gemäss Art. 68 

Abs. 4 StPO, Art. 153 Abs. 1 StPO und Art. 335 Abs. 4 StPO Gebrauch machen 

wolle. Zudem wurde der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft Frist ange-

setzt, um sich zu den Beweisanträgen des Beschuldigten zu äussern (Urk. 75). 

Die Staatsanwaltschaft erklärte am 28. Juli 2016 fristgerecht den Verzicht auf An-

schlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Auf 

eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen des Beschuldigten verzichtete sie 

(Urk. 77). Die Privatklägerin liess am 17. August 2016 fristgerecht den Verzicht 

auf Anschlussberufung, auf das Stellen eines Nichteintretensantrags und auf ihre 

Opferrechte gemäss den vorstehend genannten Gesetzesbestimmungen erklä-

ren. Sodann beantragte sie die Abweisung der Beweisanträge des Beschuldigten 

(Urk. 78). Die vom Beschuldigten einverlangten Unterlagen über seine finanziellen 

Verhältnisse gingen am 18. August 2016 bei der erkennenden Kammer ein 

(Urk. 79; Urk. 81/1-4). Mit Präsidialverfügung vom 19. August 2016 wurden die 

eingereichten Eingaben bzw. Unterlagen je gegenseitig den Verfahrensbeteiligten 

zugestellt: Dem Beschuldigen wurde dabei Frist zur freigestellten Vernehmlas-

sung zur Eingabe der Privatklägerin vom 17. August 2016 angesetzt (Urk. 86). 

Der Beschuldigte liess sich hiezu nicht vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 

10. Oktober 2016 wies der Präsident der erkennenden Kammer die Beweisanträ-

ge des Beschuldigten ab. Bereits unter dem 13. Juli 2016 war überdies ein aktuel-

ler Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt worden (Urk. 74), wel-

cher mit den bereits bei den Akten liegenden (Urk. 28/1 und 18/2) inhaltlich über-

einstimmt.  

5. Der erste Teil der Berufungsverhandlung fand am 2. Februar 2017 statt, an-

lässlich welcher der Beschuldigte einvernommen wurde (Urk. 96). In ihrem Partei-

vortrag stellte die amtliche Verteidigung sinngemäss den Antrag, es sei die Pri-

vatklägerin vom Berufungsgericht zu befragen, damit sich dieses ein hinreichen-

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des Bild von ihrer Glaubwürdigkeit respektive der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

verschaffen könne (Prot. II S. 12). 

6. Da sich nach Durchführung des ersten Teils der Berufungsverhandlung die Be-

fragung der Privatklägerin als Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. a StPO 

als notwendig erwies (vgl. Prot. II S. 12), wurde mit Beschluss vom 12. Februar 

2017 (Urk. 99) deren Einvernahme angeordnet. Gleichzeitig wurde der Privat-

klägerin Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie mit einer Gegenüberstellung mit 

dem Beschuldigten vor Gericht einverstanden sei oder ob sie Massnahmen im 

Sinne von Art. 152 Abs. 3 StPO verlange. Mit Eingabe vom 20. Februar 2017 er-

klärte die Privatklägerin mit Bezug auf die Zusammensetzung des Gerichts, das 

Geschlecht der einvernehmenden und/oder der übersetzenden Person den Ver-

zicht auf die Geltendmachung ihrer Opferrechte sowie ihr Einverständnis mit einer 

direkten Gegenüberstellung mit dem Beschuldigten (Urk. 101). Am 20. April 2017 

wurden die Verfahrensbeteiligten zur Fortsetzung der Berufungsverhandlung auf 

den 29. Juni 2017 vorgeladen (Urk. 109). 

7. Bereits mit Eingabe vom 24. März 2017 hatte die amtliche Verteidigung sodann 

den Beweisergänzungsantrag gestellt, die Datenträger des Natels des Beschul-

digten forensisch auszuwerten und nach einem gelöschten Foto des Beschuldig-

ten mit der Privatklägerin durchsuchen zu lassen. Das betreffende Foto belege, 

dass der Beschuldigte und die Privatklägerin bereits vor dem verfahrensgegen-

ständlichen Vorfall intim miteinander verkehrt hätten, was die Privatklägerin in Ab-

rede stellte (Urk. 104). Mit Präsidialverfügung vom 31. Mai 2017 wurde dem Be-

weisantrag der Verteidigung stattgegeben und die Digitale Forensik, Ermittlung, 

der Stadtpolizei Zürich angewiesen, die forensischen Datenträgerabbilder des 

Natels des Beschuldigen und der Speicherkarte nach der betreffenden Bilddatei 

zu durchsuchen (Urk. 111). Am 12. Juni 2017 überwies die Digitale Forensik, Er-

mittlung, der Stadtpolizei Zürich dem Berufungsgericht einen USB-Stick mit Da-

tenträger-Abbilder und Filmdateien sowie den entsprechenden Auswertungs-

bericht (Urk. 113, 114 und 115/1-4). Mit Präsidialverfügung vom 13. Juni 2017 

wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin je eine 

Farbkopie des Auswertungsberichts (Urk. 115/3) zugestellt. 

- 11 - 

8. Am 22. Juni 2017 ersuchte die amtliche Verteidigung um Ladungsabnahme der 

auf den 29. Juni 2017 anberaumten Berufungsverhandlung. Zur Begründung führ-

te sie aus, der Beschuldigte habe gestützt auf die Verfügung des Migrationsamtes 

Zürich vom 21. April 2017 die Schweiz per 20. Juni 2017 verlassen müssen 

(Urk. 118). In der Folge wurde den Verfahrensbeteiligten die Ladung abgenom-

men (Urk. 121). Die Fortsetzung der Berufungsverhandlung wurde neu auf den 

25. Oktober 2017 terminiert (Urk. 125). Am 3. Oktober 2017 stellte die Ver-

teidigung das Gesuch, es sei der Beschuldigte vom persönlichen Erscheinen zu 

dispensieren (Urk. 127). Mit Präsidialverfügung vom 4. Oktober 2017 wurde das 

Gesuch bewilligt (Urk. 131). Am 3. und 5. Oktober 2017 wurden der amtlichen 

Verteidigung schliesslich diverse Aktenkopien und der USB-Stick im Original zur 

Einsicht zugestellt (Urk. 133). 

9. Die Fortsetzung der Berufungsverhandlung fand am 25. Oktober 2017 statt 

(Prot. II S. 17 ff.). Anlässlich dieser Verhandlung wurde die Privatklägerin als Aus-

kunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. a StPO einvernommen (Urk. 135) und es 

wurde der Staatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben, die Anklageschrift vom 

22. September 2015 zu ergänzen (Prot. II S. 19 ff.). In der Folge ergänzte bzw. 

änderte die Staatsanwaltschaft Ziffer 4 Abs. 1 (Vergewaltigung [Versuch], sexuel-

le Nötigung) der Anklageschrift vom 22. September 2015 (Prot. II S. 22). An-

schliessend nahmen die Verfahrensbeteiligten Stellung zur Beweisergänzung 

(Befragung der Privatklägerin) und die amtliche Verteidigung sowie die Rechtsver-

treterin der Privatklägerin liessen sich zur Anklageergänzung vernehmen (Prot. II 

S. 23). 

II. Umfang der Berufung 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt (vgl. Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 402 

N1). Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung teilweise be-

schränkt (Urk. 58/1; Art. 399 Abs. 4 StPO). Sie ficht das vorinstanzliche Urteil hin-

sichtlich des Schuldspruchs der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der sexuellen Nötigung im 

- 12 - 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, 

der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB und der mehrfachen Tät-

lichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB (Dispositiv-Ziffern 2 Abs. 1 bis 5), der Sank-

tion und des Strafvollzugs (Dispositiv-Ziffern 4 und 5), der Anordnung der Ersatz-

freiheitsstrafe für die ausgefällte Busse (Dispositiv-Ziffer 6), des Widerrufs der mit 

Entscheiden des Ministero pubblico del Cantone Ticino (Lugano) vom 28. Februar 

2008 und 21. Oktober 2013 ausgefällten bedingt vollziehbaren Geldstrafen von 

60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bzw. 30 Tagessätzen zu Fr. 30.--, der Dauer der Pro-

bezeit (Dispositiv-Ziffern 7 und 8), der Zivilansprüche (Schadenersatz und Genug-

tuung) der Privatklägerin (Dispositiv-Ziffern 12 und 13), der Kostenauflage (Dispo-

sitiv-Ziffern 15 und 16) sowie betreffend die Zusprechung einer Umtriebsent-

schädigung an die Privatklägerin (Dispositiv-Ziffer 17) an (Urk. 72 S. 2 ff.). 

2. Damit ist das vorinstanzliche Urteil in den folgenden Punkten unangefochten 

geblieben und demnach in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist 

(Art. 437 Abs. 1 StPO): 

- Einstellung des Verfahrens gegen den Beschuldigten betreffend Anklageziffer 

1./2. Absatz/ 1. Satz (Beschimpfung) sowie Anklageziffer 2. (Verletzung des Ge-

heim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte) (Dispositiv-Ziffer 1); 

- Schuldsprüche betreffend das mehrfache Fahren ohne Berechtigung im Sinne 

von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG (Anklageziffer 6. und 7.), das Fahren ohne Haft-

pflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 7.) und das 

Vergehen gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Ver-

bindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG und Art. 27 Abs. 1 WG (Anklageziffer 6) (Dis-

positiv-Ziffer 2 Abs. 6-8) 

- Freisprüche von den Vorwürfen der Drohung (Anklageziffer 1./2. Absatz und 

3. Satz), der sexuellen Nötigung (Anklageziffer 1./1. Absatz / letzter Satz) und 

des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung (Anklageziffer 6.) (Dispositiv-Ziffer 3) 

- Entscheide betreffend die beschlagnahmten Gegenstände (Dispositiv-Ziffern 9 - 

11); 

- 13 - 

- Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 14); 

III. Prozessuales 

1. Anklageprinzip 

1.1. Die amtliche Verteidigung machte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 

2. Februar 2017 eine (mehrfache) Verletzung des Anklageprinzips geltend 

(Urk. 97 S. 3 ff.). 

1.2. Art. 9 StPO statuiert das Anklageprinzip. Gemäss dieser Bestimmung kann 

eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen 

eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim 

zuständigen Gericht Anklage erhoben hat. Die Anklageschrift bestimmt den Ge-

genstand des gerichtlichen Verfahrens und dient damit der Information der be-

schuldigten Person (Umgrenzungs- und Informationsfunktion; vgl. BGE 141 132 

E. 3.4 S. 142 und zitierte Rechtsprechung). Das Gericht ist an den Sachverhalt, 

wie er in der Anklageschrift umschrieben ist, gebunden (Immutabilitätsprinzip), 

kann aber von der durch die Staatsanwaltschaft vorgenommenen rechtlichen 

Würdigung abweichen (Art. 350 Abs. 1 StPO), unter der Bedingung, dass dies 

den anwesenden Parteien eröffnet und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme ge-

geben wird (Art. 344 StPO). Die Anklageschrift bezeichnet möglichst genau die 

der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten, damit diese genau weiss, welche 

Sachverhalte ihr angelastet werden und welche Strafen und Massnahmen sie er-

warten, damit sie sich erklären und ihre Verteidigungsrechte angemessen ausü-

ben kann (vgl. BGE 141 IV 132 E. 3.4 S. 142 f.; BGE 140 IV 188 E. 1.3 S. 190; 

BGE 133 IV 235 E. 6.3 S. 245). Art. 325 StPO führt dazu aus, die Anklageschrift 

habe möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vorgeworfenen 

Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und die Folgen der Tataus-

führung zu bezeichnen (lit. f), sowie die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft 

erfüllten Straftatbestände, unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmun-

gen festzuhalten (lit. g). Mit anderen Worten hat die Anklageschrift den Sach-

verhalt so zu umschreiben, dass alle nach Meinung der Staatsanwaltschaft vom 

Beschuldigten erfüllten Voraussetzungen der Straftat umschrieben sind (Urteil 

- 14 - 

6B_489/2013 vom 9. Juli 2013 E. 1.1). Ungenauigkeiten in Angaben zu Ort und 

Zeit sind so lange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte 

Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr vorgewor-

fen wird (Urteil 6B_907/2013 vom 3. Oktober 2014 E. 1.5). 

1.3. Die amtliche Verteidigung wirft der Staatsanwaltschaft vor, dass die Anklage-

punkte Ziffer 1 Abs. 1 und Ziffer 4 Abs. 1 der Anklageschrift vom 22. September 

2015 (Urk. 21) keinen den Voraussetzungen des Anklageprinzips genügenden 

Beschrieb des Tatvorwurfs aufweisen würden. In Anklageziffer 1 Abs. 1 beschrei-

be die Anklagebehörde, dass sich die Privatklägerin "überhaupt habe dagegen 

wehren wollen, dass aber der Beschuldigte sie indessen mit Gewalt zudem ge-

zwungen habe, was er wolle und sobald sie etwas gemacht habe, das ihm nicht 

gepasst habe, habe er ihr - der Privatklägerin - mit Faustschlägen ins Gesicht 

oder damit gedroht, dass er sie würgen würde". Weder sei klar, wogegen sich die 

Privatklägerin habe wehren wollen, noch, was der Beschuldigte gewollt habe bzw. 

was die Privatklägerin denn gemacht habe, was ihm - dem Beschuldigten nicht 

gepasst habe. Es fehle am Beschrieb der Kausalität zwischen Tathandlung und 

Taterfolg (Urk. 97 S. 4 f.). In Anklageziffer 4 Abs. 1, wo der Vorwurf des Versuchs 

der Vergewaltigung umschrieben sei, fehle es sodann an einer Nötigungs-

handlung (Urk. 97 S. 5-7). Die Vorinstanz habe im Beweisverfahren bzw. mit der 

Beweiswürdigung die Anklage unzulässig ergänzt. Infolge der Verletzung des An-

klageprinzips könne kein Schuldspruch ergehen (Urk. 97 S. 6-7). 

1.4. Art. 181 StGB ahndet die Nötigung, die darin besteht, dass jemand eine Per-

son durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Be-

schränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu 

dulden. Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Freiheit der Willensbildung und 

Willensbetätigung des Einzelnen (BGE 129 IV 6 E. 2.1). Die Strafnorm setzt vor-

aus, dass das Opfer durch die Anwendung der genannten Zwangsmittel in seiner 

Handlungsfreiheit beeinträchtigt und auf diese Weise - gegen seinen Willen - zu 

einem bestimmten Verhalten veranlasst wird (vgl. dazu BGE 104 IV 170 E. 2). 

Zwischen Nötigungsmittel und Nötigungserfolg muss ein Kausalzusammenhang 

bestehen. Dieser fehlt, wenn das Opfer sich ohnehin so verhalten wollte, wie es 

- 15 - 

der Täter von ihm verlangt hat. Die Tat ist vollendet, wenn sich das Opfer gemäss 

dem Willen des Täters verhält. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, 

der sich auf die Beeinflussung und das abgenötigte Verhalten beziehen muss 

(Trechsel/Jean-Richard, in Trechsel Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl.- Zürich/ 

St. Gallen 2013 Art. 181 N14). Eventualdolus genügt (BGE 120 IV 22, 101 IV 46). 

1.5. Die Anklageschrift vom 22. September 2015 (Urk. 21) führt in Anklageziffer 1 

Abs. 1 was folgt aus: "Kaum im Zimmer angekommen forderte der Beschuldigte 

die Geschädigte auf, dass sie vor seinen Augen duschen müsste. Die Geschädig-

te weigerte sich, dies zu tun, und teilte ihm mit, dass es ihr nicht mal im Traum 

einfallen würde, vor ihm zu duschen. Daraufhin warf er die Geschädigte mit Ge-

walt auf das Bett und zog ihr die Kleider aus, obschon sie diese festhielt und sich 

so dagegen zu wehren versuchte. Die Geschädigte wollte weg gehen, doch hielt 

er sie am Arm zurück. Überhaupt wollte sie sich dagegen wehren, indessen 

zwang er sie mit Gewalt zu dem, was er wollte, und sobald sie etwas machte, das 

ihm nicht passte, drohte er ihr mit Faustschlägen in Gesicht oder damit, dass er 

sie würgen würde. Dann packte er die Geschädigte und schob sie unter die Du-

sche". 

1.6. Auch wenn inhaltlich und sprachlich eher umständlich beschrieben, um-

schreibt die Anklageschrift im vorliegenden Fall das Vorhaben des Beschuldigten, 

dass die Privatklägerin sich ausziehen und vor seinen Augen duschen müsse, 

das eingesetzte Tatmittel, nämlich die Drohung mit Faustschlägen ins Gesicht 

oder mit Würgen und dem Kausalzusammenhang zwischen dem Ausziehen und 

dem vorgesehenen Duschen der Privatklägerin und dem Tatmittel. Ebenso ergibt 

sich aus dieser Beschreibung der Grad der Verwirklichung des Delikts klar, da 

ausgeführt wird, der Beschuldigte habe die Privatklägerin mit Faustschlägen ins 

Gesicht und mit Würgen bedroht, um ihr zunächst die Kleider auszuziehen und 

sie dann unter die Dusche zu verbringen. Überdies ist der subjektive Tatbestand, 

zumal der von der Staatsanwaltschaft dargelegte Sachverhalt nur vorsätzlich be-

gangen werden kann, ausreichend beschrieben (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c 

S. 356 mit Hinweisen). Im Übrigen vermag der Umstand, dass in der Anklage-

schrift unter Anklageziffer 1 Abs. 1 verschiedene Delikte zusammengefasst wer-

- 16 - 

den, keine Verletzung von Art. 325 StPO zu begründen, solange die Umschrei-

bung des Sachverhalts alle Tatbestandselemente der entsprechenden Straf-

bestimmungen enthält (vgl. BSK-StPO-Heimgartner / Niggli, N 23 zu Art. 325 

StPO). Der Einwand der Verteidigung, es sei nicht klar wogegen sich die Privat-

klägerin wehren wollte, noch was der Beschuldigte wollte (Urk. 97 S. 5) verfängt 

daher nicht. Daraus folgt, dass die Anklageschrift alle Tatbestandselemente der 

Nötigung ausreichend genau umschreibt. Der Beschuldigte konnte die Handlun-

gen und die Tatbestände, welche ihm unter Anklageziffer 1 Abs. 1 zur Last gelegt 

werden, verstehen und war auch in der Lage, seine Verteidigungsrechte ange-

messen auszuüben. 

1.7. Die amtliche Verteidigung bringt sodann vor, dass die Vorinstanz versucht 

habe, den fehlenden Konnex zum eigentlichen Tatgeschehen in Anklageziffer 1 

Abs. 1, nämlich das Ausziehen der Kleider und das unter die Dusche stellen, im 

Beweisverfahren zu erfahren. Aufgrund dessen habe es die Vorinstanz für erstellt 

erachtet, dass der Beschuldigte der Privatklägerin beim Vorgang des unter die 

Dusche Stellens, namentlich also "dabei", mit Faustschlägen und Würgen gedroht 

habe. Damit habe sich die Vorinstanz aber auf einen Sachverhalt abgestützt, wel-

cher in der Anklageschrift nicht enthalten sei, um daraus die Erfüllung des Tat-

bestandes der Nötigung abzuleiten (Urk. 97 S. 5). 

1.8. Die Umschreibung des Tatvorwurfs in der Anklageschrift muss möglichst 

kurz, aber genau erfolgen (Art. 325 Abs. 1 lit. f. StPO). Dieser Schilderung kommt 

weder die Aufgabe zu, die Begründetheit der staatsanwaltschaftlichen Behaup-

tungen, wie sie während den Verhandlungen zu Sprache kommen, zu rechtferti-

gen noch diese zu beweisen (Moreillon/Parein-Reymond, Petit commentaire du 

Code de procedure pénale, 2013, N 5 zu Art. 325 StPO). Die Staatsanwaltschaft 

hat dort auch keine Beweise oder Überlegungen anzuführen, die den Sachverhalt 

erhärten (Moreillon/Parein-Reymond, a.a.O., N 7 zu Art. 325 StPO). Überdies hat 

das Anklageprinzip die urteilende Behörde selbstverständlich nicht daran zu hin-

dern, den entscheidrelevanten Sachverhalt festzustellen sowie die Behauptungen 

und Bestreitungen des Beschuldigten zu widerlegen, was die Staatsanwaltschaft 

im Rahmen der Anklageschrift nicht in allen Einzelheiten zu umschreiben hat. 

- 17 - 

1.9. Die Vorinstanz hat zum Geschehensablauf zusammenfassend erwogen, dass 

der Beschuldigte die Privatklägerin aufgefordert habe, vor ihr zu duschen. Die Pri-

vatklägerin habe sich geweigert, dies zu tun, so dass der Beschuldigte sie ge-

packt, sie mit Gewalt aufs Bett geworfen, ihr gegen ihren Willen die Kleider aus-

gezogen, sie in der Folge unter die Dusche gestellt und sie dort eingeseift habe. 

Dabei habe der Beschuldigte ihr mit Faustschlägen und mit Würgen gedroht und 

habe die Privatklägerin am Arm zurückgehalten, als diese habe weggehen wollen 

(Urk. 71 S. 38 f.). Die Vorinstanz hat darlegend, dass der Beschuldigte der Privat-

klägerin "dabei mit Faustschlägen und mit Würgen gedroht habe", die in der An-

klageschrift festgehaltenen Ereignisse ("[…]und sobald sie etwas machte, das ihm 

nicht passte, drohte er ihr mit Faustschlägen ins Gesicht oder damit, dass er sie 

würgen würde."), verdeutlicht, ohne die Anklageschrift zu verändern. Mit der For-

mulierung "dabei" hat sich die Vorinstanz nicht nur auf den Vorgang des unter die 

Dusche Stellens bezogen sondern vielmehr auf den ganzen Geschehensablauf, 

nämlich auf das Erdulden des Ausziehens der Kleider und des Duschens. Diese 

Präzisierung steht klarerweise im Zusammenhang mit dem Sachverhaltskomplex, 

welcher in der Anklage umschrieben ist. Sie vermag deshalb die Umgrenzungs- 

und Informationsfunktion der Anklageschrift nicht zu gefährden. Gestützt auf das 

Ausgeführte kann nicht von einer Verletzung des Anklageprinzips gesprochen 

werden. 

1.10. Die amtliche Verteidigung macht weiter geltend, die Anklageschrift sei in Zif-

fer 4 Abs. 1 bezüglich des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung ungenügend. 

Es fehle an einer Umschreibung der Nötigungshandlung (Urk. 97 S. 5). 

1.11. Die Anklageschrift ist in Ziffer 4 Abs. 1 wie folgt formuliert: "Nach der ein-

gangs erwähnten gemeinsamen Dusche wollte sich die Geschädigte wieder an-

ziehen. Er hingegen wollte Sex von ihr und rieb - auf dem Bett liegend - seinen 

Penis an ihr. Ebenfalls versuchte er mehrfach, mit seinem Penis in die Scheide 

der Geschädigten einzudringen, wobei sie sich mehrfach abdrehte, sodass er sie 

jeweils wieder umdrehen musste. Auch öffnete die Geschädigte ihre Beine nicht, 

sodass es ihm trotz allem nicht gelang, in sie einzudringen" (vgl. Urk. 21 S. 3 f.). 

- 18 - 

1.12. Die Vorinstanz ist am Ende ihrer Beweiswürdigung betreffend den Anklage-

vorwurf der versuchten Vergewaltigung zur Erkenntnis gelangt, der nackte Be-

schuldigte habe sich zu einem nicht genauer bestimmbaren Zeitpunkt nach dem 

Duschvorgang auf die ebenfalls nackte Privatklägerin gelegt, sie an den Armen 

gepackt und fixiert und mehrfach (aber im Rahmen eines Handlungsvorgangs) 

versucht, mit seinem Penis in die Privatklägerin einzudringen. Diesen Versuch 

habe der Beschuldigte aber relativ rasch aufgegeben. Die Privatklägerin habe 

sich dem Beschuldigten verweigert, indem sie sich versteift und ihre Beine nicht 

geöffnet habe (Urk. 71 S. 64). Im Rahmen der rechtlichen Würdigung hielt 

die Vorinstanz an diesem Geschehensablauf fest (Urk. 71 S. 69), ergänzte aber, 

dass als (weiteres) Nötigungsmittel auch die vorangegangenen Drohungen im 

Zuge der Nötigung und der Tätlichkeiten gemäss Anklageziffer 3 gegeben sei 

(Urk. 71 S. 70). Zusätzlich sei auf ein psychisches unter Druck setzen zu erken-

nen, wobei wiederum die Vorgänge auch gemäss den anderen Anklageziffern mit 

zu berücksichtigen seien (Urk. 71 S. 70). Die Vorinstanz hat daher auf die An-

wendung von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB er-

kannt. 

1.13. Der Tatbestand der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB dient dem 

Schutz der sexuellen Selbstbestimmung. Das Individuum soll sich im Bereich des 

Geschlechtslebens unabhängig von äusseren Zwängen oder Abhängigkeiten frei 

entfalten und entschliessen können. So setzen die sexuellen Nötigungstatbestän-

de übereinstimmend voraus, dass der Täter durch eine Nötigungshandlung das 

Opfer dazu bringt, eine sexuelle Handlung zu erdulden oder vorzunehmen. Dabei 

erfassen die Tatbestände alle erheblichen Nötigungsmittel, auch solche ohne un-

mittelbaren Bezug zu physischer Gewalt. Die Anwendung von Gewalt im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB setzt eine physische Einwirkung auf das Opfer voraus, 

die darauf gerichtet ist, dessen geleisteten oder erwarteten Widerstand zu bre-

chen. Je nach den Umständen kann auch ein verhältnismässig geringer Kraftauf-

wand ausreichen. Die Tatbestandsvariante des "Unter-psychischen-Druck-

Setzens" stellt klar, dass sich die Ausweglosigkeit der Situation für das Opfer 

auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Es kann 

auch genügen, dass dem Opfer eine Widersetzung unter solchen Umständen aus 

- 19 - 

anderen Gründen nicht zuzumuten ist. Damit wird deutlich, dass eine Situation für 

das Opfer bereits aufgrund der sozialen und körperlichen Dominanz des Täter 

aussichtslos im Sinne der sexuellen Nötigungstatbestände sein kann (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Dezember 2007, 6B_267/2007 E. 6.3.). 

Die Nötigungshandlung, welche grundlegendes objektives Tatbestandselement 

der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB ist, wird in Anklageziffer 4 

Abs. 1 der Anklageschrift vom 22. September 2015 (Urk. 21) nicht umschrieben. 

Angesichts der der Staatsanwaltschaft obliegenden Pflicht, alle grundlegenden 

Tatbestandselemente der dem Beschuldigten zur Last gelegten Taten genau zu 

umschreiben (vgl. vorstehend Ziffer III.A.2.), ist es nicht ausreichend, dass dieses 

Tatbestandselement aus den in den Anklageziffern 1-3 enthaltenen Vorwürfen 

implizit abgeleitet werden kann. Dadurch, dass die Vorinstanz den Beschuldigten 

aufgrund der bestehenden Anklageschrift vom 22. September 2015 (Urk. 21) we-

gen dieses Delikts schuldig sprach, verletzte sie das Anklageprinzip. 

1.14. Gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 329 Abs. 2 StPO kann 

das Gericht der Staatsanwaltschaft Gelegenheit geben, die Anklage zu ändern, 

wenn es der Auffassung ist, der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt 

könnte einen anderen Straftatbestand erfüllen; beziehungsweise Art. 329 Abs. 2 

StPO sieht vor, dass das Gericht das Verfahren zu sistieren hat, wenn sich auf-

grund der Prüfung der Anklage oder später im Verfahren ergibt, dass ein Urteil 

zurzeit nicht ergehen kann und das Gericht kann die Anklage zur Ergänzung oder 

Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurückweisen. Das Gericht entscheidet 

zudem, ob das Verfahren bei ihm hängig bleibt. Eine Änderung der Anklage im 

Sinne von Art. 333 Abs. 1 StPO ist in Anwendung von Art. 379 StPO auch noch 

an der Berufungsverhandlung möglich (Urteil des Bundesgerichts 6B_904/2015 

vom 27. Mai 2016 E. 1.4.1.; Stephenson/Zalunardo-Walser, in: Niggli/Heer/ 

Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 333 N 5b). 

1.15. Demgemäss sehen sowohl Art. 329 Abs. 2 StPO als auch Art. 333 

Abs. 1 StPO ein Abweichen vom strikten Anklage- und dem damit verbundenen 

Immutabilitätsprinzip vor. Der Zweck dieser Bestimmung sind verfahrensökonomi-

- 20 - 

sche Gründe sowie ungerechtfertigte Freisprüche zu verhindern. Zu betonen ist, 

dass sich die Anklageänderung bzw. -ergänzung im gleichen bereits angeklagten 

Lebensvorgang bewegen muss. Während Art. 333 Abs. 1 StPO für Fälle vorgese-

hen ist, in denen derselbe Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen 

könnte, ist bei Fällen, bei denen eine Anklage innerhalb desselben Straftatbe-

stands zu berichtigen ist, nach Art. 329 Abs. 2 StPO (jedoch auch in Verbindung 

mit Art. 333 Abs. 1 StPO) vorzugehen. Genannt werden hier als Beispiele nicht 

ausreichende Hinweise zur Arglist bei einer Betrugsanklage oder das Fehlen ei-

ner wesentlichen Zeitangabe. 

1.16. Voraussetzung dafür, dass das Gericht die geänderte Anklage seinem Urteil 

zugrunde legen darf, ist stets die Wahrung der Parteirechte des Beschuldigten 

(Art. 333 Abs. 4 StPO). Insbesondere muss sein Anspruch auf rechtliches Gehör 

gewahrt werden. 

1.17. Anlässlich der Fortsetzung der Berufungsverhandlung vom 25. Oktober 

2017 ergänzte die Staatsanwaltschaft Ziffer 4 Abs. 1 der Anklageschrift wie folgt 

(Prot. II S. 22 f.):  

"Nach der eingangs erwähnten Dusche, verblieben der Beschuldigte und die Ge-

schädigte noch einige Stunden im Hotelzimmer. Dabei verbot der Beschuldigte 

der Geschädigten, das Zimmer zu verlassen und stellte ihr Ohrfeigen in Aussicht, 

wenn sie dies trotzdem tue oder sich sonst seinen Anweisungen nicht füge. Die 

dem Beschuldigten körperlich klar unterlegene Geschädigte, sah aus Angst vor 

dem Beschuldigten keine andere Möglichkeit, als sich dem Willen des Beschuldig-

ten zu beugen und ihm keinen weiteren Widerstand entgegen zu setzen, was der 

Beschuldigte so wollte. Ausserdem setzte er sie psychisch unter Druck, indem 

er von ihr mit seinem Handy Filmaufnahmen machte und ihr drohte, diese 

im gemeinsamen Bekanntenkreis herumzuzeigen und sie dort als Prostituierte zu 

bezeichnen, wodurch die Geschädigte zusätzlich in Angst geriet, wovon der Be-

schuldigte auch ausging und was er auch wollte. Zusätzlich hatte er bereits zuvor 

der Geschädigten angedroht, sie mitsamt ihrem Gepäck auf die Strasse zu wer-

fen, wodurch die Geschädigte zusätzlich unter Druck gesetzt wurde, da sie Angst 

hatte, mitten in der Nacht mit ihren fünf Koffern, in einer fremden Stadt auf der 

- 21 - 

Strasse zu stehen, wovon der Beschuldigte ebenfalls ausging und was er auch so 

wollte. 

In der Folge zog der Beschuldigte die Geschädigte mindestens einmal gegen ih-

ren Willen aus und zwang sie, sich auf das Bett zu legen. Auch hier sah die Ge-

schädigte, insbesondere aufgrund der vorausgegangenen Situationen, insbeson-

dere auch der Tatsache, dass der Beschuldigte ihr körperlich klar überlegen war, 

keine andere Möglichkeit, als seinen Anweisungen und /oder seinen physischen 

Einwirkungen durch Stossen, Drücken oder Ziehen Folge zu leisten, wovon der 

Beschuldigte wiederum ausging und was er auch wollte. Der Beschuldigte legte 

sich in der Folge neben die Geschädigte aufs Bett und versuchte mit seinem Pe-

nis in ihre Vagina einzudringen, wogegen sich die Geschädigte durch mehrmali-

ges Abdrehen ihres Körpers zu Wehr setzte. Der Beschuldigte drehte in der Folge 

mehrmals den Körper der Geschädigten zu sich hin, wogegen sich die körperlich 

klar unterlegene Geschädigte, aufgrund der oben geschilderten Drucksituation 

nicht wehren konnte, wovon der Beschuldigte ausging und was er auch wollte. 

Nachdem die Geschädigte ihre Beine trotz entsprechendem physischen Versuch 

des Beschuldigten nicht öffnete, liess er von ihr ab, ohne vaginalen Verkehr mit 

ihr gehabt zu haben." 

1.18. Die amtliche Verteidigerin konnte im Rahmen ihrer ergänzenden Berufungs-

begründung zur Anklageergänzung Stellung nehmen (Prot. II S. 23 ff.). Damit 

wurden die Parteirechte des Beschuldigten im Zusammenhang mit der Ergänzung 

der Anklage gewahrt. Die Verteidigerin trug in ihrer Stellungnahme zur Anklage-

ergänzung vor, sie erachte es unter den Bestimmungen von Art. 333 StPO und 

Art. 329 Abs. 2 StPO als unzulässig eine Anklageziffer neu zu formulieren. Eine 

Abänderung ohne jede Beschränkung, wie das die Staatsanwaltschaft gemacht 

habe, sei nicht möglich. Vom bisherigen Wortlaut der Anklageziffer 4 Abs. 1 sei im 

vorliegenden Fall nichts mehr übrig geblieben. Diese Kritik erscheint unbegründet, 

zumal sich die Anklageergänzung im Rahmen des bereits beschriebenen Le-

bensvorgang bewegt. So handelt es sich beim gesamten Anklagesachverhalt um 

ein und denselben Lebensvorgang, nämlich um das Geschehen nachdem der 

Beschuldigte und die Geschädigte ins Hotelzimmer gekommen waren. Dass der 

- 22 - 

Staatsanwalt die Ziffer 4 Abs. 1 teilweise neu formulierte, ist durch die zu ergän-

zenden beschreibenden Nötigungshandlungen bedingt. Des weiteren brachte die 

Verteidigerin vor, der subjektive Tatbestand betreffend die versuchte Vergewalti-

gung fehle auch in der ergänzten Anklageschrift. Damit stellt sich die Frage nach 

der Konkretisierung der subjektiven Elemente in der Anklageschrift. Gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung genügt hinsichtlich der Vorsatzelemente grund-

sätzlich der Hinweis auf den gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an die 

Darstellung des Sachverhalts, soweit der betreffende Tatbestand nur mit Vorsatz 

begangen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_288/2014 vom 22. Januar 

2015 E. 1.2.; BGE 120 IV 348). Der subjektive Tatbestand der Vergewaltigung er-

fordert Vorsatz. Demzufolge genügt die Anklageschrift den gesetzlichen Anforde-

rungen durch die Nennung des Tatbestands im Nachgang zur Sachverhalts-

schilderung (Urk. 21 S. 4). 

2. Prozessvoraussetzungen / Strafantrag 

2.1. Die amtliche Verteidigung verlangt die Einstellung des Verfahrens betreffend 

den Vorwurf der einfachen Körperverletzung (Anklageziffer 3./1. Absatz). Zudem 

beantragt sie einen Freispruch von den Vorwürfen der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 5./2. Satz) und der mehrfachen Tätlichkeiten 

im Sinne von 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3./1. Absatz) (Urk. 72 S. 3; Urk. 97 

S. 1 f., Prot. II S. 23, S. 7). Da es sich hierbei allesamt um Antragsdelikte handelt, 

ist zunächst zu prüfen, ob rechtsgültige Strafanträge vorliegen. 

2.2. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, dass die Privatklägerin an-

lässlich der Anfrage durch die Stadtpolizei Zürich telefonisch erklärt habe, dass 

sie wegen Drohung und Tätlichkeit Strafantrag gegen den Beschuldigten stellen 

wolle (Urk. 4 S. 5). Damit habe sie ihren bedingungslosen Willen zur Straf-

verfolgung des Täters in Bezug auf Drohung und Tätlichkeiten kundgetan. Der 

Strafantrag sei mündlich zur Protokoll gegeben worden. Damit liege ein gültiger 

Strafantrag betreffend Drohung und Tätlichkeiten vor. Eine Unterzeichnung des 

Protokolls sei nicht notwendig (Urk. 71 S. 8 f.). In Bezug auf die einfache Körper-

verletzung sei sodann festzuhalten, dass für eine solche zwar kein Strafantrag 

gegeben sei, allerdings sei das in Anklageziffer 3 umschriebene Verhalten - wie 

- 23 - 

noch zu zeigen sein werde - als Tätlichkeit zu qualifizieren, weshalb das Verfah-

ren betreffend diesen Anklagepunkt nicht eingestellt werden könne (Urk. 71 S. 9). 

2.3. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten Drohung (Anklageziffer 5./2. 

Satz), einfache Körperverletzung (Anklageziffer 3./Absatz 1) und mehrfache Tät-

lichkeiten (Anklageziffer 3./1. Absatz) vor. Die Drohung (Art. 180 StGB), die einfa-

che Körperverletzung (Art. 125 StGB) und die Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) sind 

Antragsdelikte (Art. 30 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 303 Abs. 1 StPO). Gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung stellt der Strafantrag eine Prozessvorausset-

zung dar (BGE 69 IV 69 E. 5 S. 72 ff.; 129 IV 305 E. 4.2.3 S. 311 m.w.H.). Vor-

aussetzung für die Strafverfolgung ist demnach das Vorliegen eines gültigen 

Strafantrags.  

2.4. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, kann jede Person, die durch sie verletzt 

worden ist bzw. behauptet, durch sie verletzt worden zu sein, die Bestrafung des 

Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Der Strafantrag ist die bedingungslose 

Willenserklärung des Verletzten, dass der Täter strafrechtlich zu verfolgen sei 

(BGE 122 IV 207 E. 3a). Strafanträge sind gemäss Art. 304 Abs. 1 StPO bei der 

Polizei, der Staatsanwaltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde schriftlich 

(vgl. Art. 110 Abs. 1 und 2 StPO) einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu ge-

ben (Art. 304 Abs. 1 StPO). Bei mündlicher Antragstellung zu Protokoll ist eine 

Unterzeichnung der Erklärung durch den Antragsteller nicht erforderlich (Schmid, 

StPO Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen, Art. 304 N 1; Lands-

hut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), 2. A., Zürich 2014, Art. 304 

N 2; BSK StPO- Riedo/Falkner, Art. 304 N 17). Art. 304 Abs. 1 StPO stellt eine 

Gültigkeitsvorschrift dar. Hat der Antragssteller sein Antragsrecht in formwidriger 

Weise ausgeübt, liegt kein gültiger Strafantrag vor. 

2.5. Von den Formvorschriften für die Strafantragstellung zu unterscheiden sind 

die allgemeinen Protokollierungsvorschriften bei mündlicher Antragsstellung. 

Art 76 Abs. 1 StPO statuiert die Pflicht der Strafbehörden, alle Verfahrenshand-

lungen, die nicht schriftlich durchgeführt werden, zu protokollieren. Die protokoll-

führende Person, die Verfahrensleitung und allenfalls die zur Übersetzung beige-

zogene Person haben die Richtigkeit des Protokolls zu bestätigen (Art. 76 Abs. 2 

- 24 - 

StPO), was Gewähr für dessen Richtigkeit bieten soll (BSK StPO-Näpfli, Art. 76 

N 14). Die Bestimmungen über die Protokollführung sind zwingender Natur, die 

Bestätigung der Richtigkeit des Protokolls durch den Protokollführer mithin eine 

Gültigkeitsvoraussetzung. Umstritten ist, ob eine fehlende Unterschrift nachge-

bracht werden kann (bejahend: Hauser/Schweri/Lieber, Kommentar zum zürche-

rischen Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Straf-

prozess, Zürich 2012, § 153 N 4 und N 29; Schmid, Handbuch des schweizeri-

schen Strafprozessrechts, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, N 578 FN 417; OGer BE 

vom 15. Mai 2013 (SK 2012 223), CAN 2013 Nr. 90 S. 241ff. S. 242; Marti, Das 

Protokollieren von Einvernahmen aus Sicht eines Zürcher Richters - Fluch oder 

Segen?, forumpoenale 2/2011, S. 91 ff., S. 96; verneinend: Näpfli, a.a.O., Art. 76 

N 14 m.w.H.).  

2.6. Vorliegend hält das Polizeiprotokoll vom 3. Februar 2014 (Urk. 4) fest, dass 

die Privatklägerin am selben Tag - und damit unbestrittenermassen innert laufen-

der Strafantragsfrist - telefonisch Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen 

Drohung und Tätlichkeiten gestellt hat, nachdem die Einholung der schriftlichen 

Strafantragsformalitäten übersehen wurde (vgl. S. 5). Aus dem betreffenden Pro-

tokoll bzw. Rapport geht die Antragstellung durch die Privatklägerin somit unzwei-

felhaft hervor. Die Antragstellungen erfolgten somit frist- und formgerecht im Sin-

ne von Art. 304 StPO, was die Vorinstanz richtig dargelegt hat (vgl. Urk. 71 S. 9). 

Allerdings ist das Polizeiprotokoll vom 3. Februar 2014 von der rapportierenden 

Polizeibeamtin nicht unterzeichnet worden (vgl. Urk. 4 S. 5). Ein nicht unterzeich-

netes Protokoll bietet jedoch keine Gewähr für seine inhaltliche Richtigkeit und 

vermag die Stellung eines Strafantrags daher nicht zu beweisen (Art. 9 ZGB). 

Damit fehlt es an einem gültigen Strafantrag und es stellt sich die Frage, ob die 

fehlende Unterschrift durch den protokollierenden Polizeibeamten nachgebracht 

bzw. der Beweis für eine erfolgte Strafantragstellung anderweitig erbracht werden 

kann. In Übereinstimmung mit der vorstehend aufgeführten überwiegend vertrete-

nen Lehrmeinung ist die Zulässigkeit einer nachträglichen Unterzeichnung von 

Polizeirapporten jedenfalls dann zu bejahen, wenn sich der betreffende Polizei-

beamte an die von ihm rapportierten Sachverhalte im Zeitpunkt der Entdeckung 

- 25 - 

des Mangels noch zu erinnern vermag und deren Richtigkeit im Nachhinein noch 

bestätigen kann. Sodann schliesst der Gesetzeswortlaut von Art. 76 Abs. 2 StPO 

nicht aus, dass die Bestätigung der Richtigkeit des Protokolls in anderer Weise 

als durch eigenhändige Unterschrift erfolgen kann, insbesondere durch eine Zeu-

geneinvernahme des Rapportierenden zu den von ihm protokollierten Vorgängen 

(vgl. Art. 162 StPO i.V.m. Art. 178 StPO).  

Vorliegend bedarf es indes keiner nachträglichen Bestätigung der inhaltlichen 

Richtigkeit des Polizeiprotokolls. Zu berücksichtigen ist nämlich, dass die Rechts-

beiständin der Privatklägerin mit Eingabe vom 21. März 2014 (Urk. 15/3) im Sinne 

von Art. 118 Abs. 1 StPO erklärt hat, dass sich die Privatklägerin in den Anklage-

punkten der versuchten Vergewaltigung, sexuellen Nötigung, mehrfachen Dro-

hungen sowie Tätlichkeiten als Privatklägerin konstituiere. Sie beabsichtige ihre 

Parteirechte auszuüben und Zivilansprüche geltend zu machen (Urk. 15/3 S. 1). 

Unter Vorbehalt der Rechtzeitigkeit ist die Erklärung nach Art. 118 Abs. 1 StPO 

als Strafantrag zu qualifizieren, indem die Konstituierung den Willen erkennen 

lässt, gegen den Verdächtigen eine Strafverfolgung auszulösen (Lieber, 

in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Art. 118 N 4 ff.). Diese Erklärung der Privatkläge-

rin erfolgte innerhalb der dreimonatigen Antragsfrist (Art. 31 StGB). Betreffend die 

Drohung und die Tätlichkeiten liegt daher zweifelsohne ein gültiger Strafantrag 

vor. 

2.7. Die Vorinstanz hat die von der Staatsanwaltschaft angeklagte Körperver-

letzung (Anklageziffer 3./1. Absatz) rechtlich abweichend als Tätlichkeit eingestuft 

und demgemäss das Vorliegen eines Strafantrags bejaht (Urk. 71 S. 9). In der 

Folge hat sie den Beschuldigten mit Bezug auf Anklageziffer 3/1. Absatz der 

(mehrfachen) Tätlichkeiten schuldig gesprochen (Urk. 71 S. 52 f. und S. 110). 

2.8. Wenn das Gericht im Urteil einen eingeklagten Sachverhalt tatsächlich recht-

lich anders würdigt als die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift, so muss in 

Bezug auf den eingeklagten Tatbestand kein Freispruch und auch kein Teilfrei-

spruch erfolgen. Die Verurteilung mit Bezug auf den vom Gericht erkannten Tat-

bestand - vorliegend mehrfache Tätlichkeiten - genügt (BSK StPO-Hauri/Venetz, 

Art. 345 N 17; ZR 2000 (2001) Nr. 6). Entgegen dem Dafürhalten der amtlichen 

- 26 - 

Verteidigung ist das Verfahren betreffend den Vorwurf der einfachen Körper-

verletzung daher nicht einzustellen; das Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu be-

anstanden. 

2.9. Mithin ist nachfolgend über die Schuldsprüche wegen versuchter Vergewal-

tigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 4./1. Absatz), der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB (Anklageziffer 4./2. Absatz), der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB (Anklageziffer 5./2. Satz), der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB (Anklageziffer 1./1. Absatz/ ohne letzten Satz, Anklageziffer 3./2. Absatz 

sowie Anklageziffer 5./1. Satz), und der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3./1. Absatz), materiell zu entscheiden. 

IV. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, dass er die Privatklägerin 

mit Nötigungshandlungen, Drohungen und Tätlichkeiten in der Nacht vom 

2. Februar 2014 auf den 3. Februar 2014 physisch und psychisch derart unter 

Druck gesetzt habe, dass es gegen den Willen der Privatklägerin zu sexuellen 

Handlungen (versuchte Vergewaltigung und Oralsex) gekommen sei (Urk. 21). 

2. Der Beschuldigte gesteht ein, in die Geschehnisse in der Nacht vom 

2. Februar, ca. 21:00 Uhr, bis 3. Februar, ca. 02.00 Uhr, involviert gewesen zu 

sein. Anlässlich des Vorverfahrens, der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und 

dem ersten Teil der Berufungsverhandlung vom 2. Februar 2017, räumte der Be-

schuldigte ein, zusammen mit der Privatklägerin im Hotelzimmer geduscht, sie 

dabei eingeseift, am ganzen Körper berührt und umarmt, ihr ein oder zwei Mal 

Kleidungsstücke ausgezogen und mit ihr Oralverkehr gehabt zu haben. Sämtliche 

erwähnten Handlungen sind gemäss Angaben des Beschuldigten indes im ge-

genseitigen Einverständnis, mithin ohne Drohungen oder Gewalt erfolgt. Der Be-

schuldigte stellt darüber hinaus in Abrede, dass er die Privatklägerin gewürgt, ge-

ohrfeigt, bedroht, zurückgehalten und in sie einzudringen versucht habe. 

- 27 - 

3. Die Vorinstanz hat die Regeln richtig zusammengefasst, nach denen Aussagen 

zu analysieren und Beweismittel zu würdigen sind (Urk. 71 S. 13 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden (Abs. 82 Abs. 4 StPO).  

3.1. Als Beweismittel liegen hauptsächlich die Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 5/2, Urk. 5/5, und Urk. 5/8; Urk. 96) sowie der Privatklägerin vor (Urk. 5/1 

und 5/4; Prot. 57 ff.; Urk. 135). Zudem wurden zwei Personen im Vorverfahren als 

Zeugen befragt (G._____: Urk. 5/6; H._____: Urk. 5/7). Weitere Beweismittel sind 

ein "Print Screen" betreffend das Benutzerprotokoll des Benutzersystems 

(Urk. 6/3), die Videoaufzeichnungen des Mobiltelefons des Beschuldigten 

(Urk. 7/5) und die im Recht liegenden Übersetzungen bzw. Abschriften dieser Vi-

deoaufzeichnungen (Urk. 13/4), die Sicherstellungsliste (Urk. 7/10), der Spuren-

bericht vom 13. Februar 2014 (Urk. 8/3), das Gutachten zur körperlichen Untersu-

chung des Beschuldigten vom Rechtsmedizinischen Institut der Universität Zürich 

(IRM) vom 23. Februar 2014 (Urk. 9/2), der Arztbericht des Bezirksspitals I._____ 

vom 5. Februar 2014 (Urk. 10/1-2), das Gutachten zur körperlichen Untersuchung 

der Privatklägerin von der Universität Zürich, IRM, vom 18. Februar 2014 

(Urk. 10/8), der Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 3. Februar 2014 (Urk. 4), die 

Nachtragsrapporte der Stadtpolizei Zürich vom 3. bzw. 28. Februar 2014 sowie 

vom 21. Mai 2014 (Urk. 1, 2 und 3), der Polizeirapport der Kantonspolizei Uri vom 

13. Mai 2014 (ND 1, Urk. 1), der Polizeirapport des Kantons Tessin vom 21. Mai 

2014 (ND 2, Urk. 1) und (neu) der Auswertungsbericht der Stadtpolizei Zürich, Di-

gitale Forensik & Ermittlungen vom 12. Juni 2017 (Urk. 115/3). 

3.2. Die Erstinstanz hat sodann einlässliche Ausführungen zur Verwertbarkeit der 

Beweismittel (mit Ausnahme des vorerwähnten Auswertungsberichts und der Be-

fragungen des Beschuldigten und der Privatklägerin an den Berufungsverhand-

lungen vom 2. Februar 2017 [Urk. 96] und 25. Oktober 2017 [Urk. 135]) gemacht 

und ist dabei zum Ergebnis gelangt, dass sämtliche Beweismittel verwertbar sind. 

Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 71 S. 17; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch die allgemeinen Ausführungen der Vor-

instanz zur Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 

und des Beschuldigten sind zutreffend und nicht zu wiederholen (Urk. 71 S. 17 f.). 

- 28 - 

3.3. Das Bezirksgericht hat ferner die Vorgeschichte korrekt zusammengefasst 

und daraus zutreffend geschlossen, dass sich der Beschuldigte und die Privatklä-

gerin ca. seit einer Woche gekannt hatten und der Beschuldigte der Privatklägerin 

ein Tattoo gestochen hatte. Sodann hat die Vorinstanz erwogen, es sei aufgrund 

der Aussagen der Beteiligten davon auszugehen, dass der Beschuldigte und die 

Privatklägerin keine Beziehung miteinander gehabt hätten und es während des 

Stechens des Tattoos und auch der späteren Fahrt von J._____ [Gemeinde im 

Kanton Tessin] nach Zürich zu keinen sexuellen Handlungen zwischen dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin gekommen sei (Urk. 71 S. 20 f.). 

3.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. Februar 2017 behauptete der 

Beschuldigte nunmehr, er habe beim ersten Treffen mit der Privatklägerin nach 

dem Tätowieren in der Wohnung von D._____ sexuellen Kontakt mit der Privat-

klägerin gehabt. Es sei kein kompletter Sexualkontakt gewesen; es sei nur wenige 

Minuten gegangen. Die Privatklägerin habe die Monatsregel gehabt und wegen 

des Blutflusses hätten sie nicht weiter machen wollen (Urk. 96 S. 15 f.; S. 24 und 

28). D._____ habe ihm geraten, er solle der Privatklägerin kein allzu grosses Ver-

trauen schenken. Er - der Beschuldigte - habe daher ein Foto von sich und der 

Privatklägerin gemacht (Urk. 96 S. 16). Es sei nur ein einziges Foto; darauf sei 

sein Glied zu sehen und die Privatklägerin schlafe (Urk. 96 S. 30). Ergänzend gab 

der Beschuldigte sodann an, dass das Foto ihn und die Privatklägerin im Bett lie-

gend zeige. Beide hätten Boxershorts an. Die Privatklägerin liege auf ihm und ihre 

beiden Füsse seien auf seinen Ohren. Auf dem Foto sehe man das Tattoo der 

Privatklägerin auf dem Steiss und sein Tattoo auf dem Bauch (Urk. 96 S. 31). 

Ausserdem hielt er weiterhin daran fest, auf der Fahrt von Zürich nach J._____ 

auf einem Autobahnparkplatz in der Nähe von Bellinzona Oralverkehr mit der Pri-

vatklägerin gehabt zu haben (Urk. 96 S. 17). 

3.5. Die Privatklägerin stellte anlässlich ihrer Einvernahme vom 25. Oktober 2017 
entschieden in Abrede, dass sie und der Beschuldigte vor den zu beurteilenden 

Vorfällen in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2014 am Beginn einer Liebes-

beziehung gestanden hätten. Weder vor der Reise von J._____ nach Zürich noch 

auf der Fahrt nach Zürich habe sie - die Privatklägerin - sexuellen Kontakt mit 

- 29 - 

dem Beschuldigten gehabt (Urk. 135 8f.). Im Zusammenhang mit dem Stechen 

des Tattoos sei es zu keinerlei Intimitäten zwischen ihr und dem Beschuldigten 

gekommen. Dessen Behauptungen, es sei wegen ihrer Monatsblutung nicht zum 

Abschluss des Geschlechtsverkehrs gekommen und die Freundin von D._____ 

sei in dem Zeitpunkt ins Zimmer gekommen, als er - der Beschuldigte und sie - 

die Privatklägerin - Geschlechtsverkehr gehabt hätten, seien unzutreffend. Die 

Freundin sei ins Zimmer gekommen, als das Tattoo gemacht worden sei 

(Urk. 135 S. 11). Zu den vom Beschuldigten im Zusammenhang mit dem angeb-

lichen Geschlechtsverkehr erstellten Fotografien (Urk. 115/3) gab die Privatkläge-

rin zu Protokoll, sie habe gar nicht gewusst, dass Fotos gemacht worden seien; 

sie könne sich daran nicht erinnern. Richtig sei, dass auf den Fotos ihr Tattoo zu 

sehen sei. Es sei denkbar, dass der Beschuldigte die Fotos während des Ste-

chens gemacht habe. Man liege stundenlang für ein solches Tattoo (Urk. 135 

S. 12). Zum untersten Foto auf Seite 3 (IMAG0534.JPG) führte die Privatklägerin 

aus, sie wisse nicht, ob sie und der Beschuldigte auf dem Foto abgebildet seien. 

Etwas stimme nicht mit dem Foto. Die Position sei etwas seltsam. Die Hautfarbe 

scheine nicht dieselbe zu sein. Man sehe, dass er angezogen sei und die darauf 

liegende Person sei umgekehrt positioniert. Wenn zwei Personen kopulieren wür-

den, wäre dies anders (Urk. 135 S. 12). Betreffend das oberste Foto auf Seite 4 

(IMAG0535.jpg) hielt die Privatklägerin dafür, sie nehme an, dass sie bäuchlings 

auf dem Bett gelegen habe, weil er das Tattoo auf ihrem Rücken gemacht habe. 

Die Hose habe sie ausgezogen, weil es für sie sonst unbequem gewesen wäre. 

Den Slip habe sie anbehalten. Diesen habe der Beschuldigte etwas nach unten 

gezogen, als er das Tattoo habe colorieren wollen. Die Frage, ob sie erklären 

könnte, wie es zu einer solchen Fotografie hätte kommen können, beantwortete 

die Privatklägerin wie folgt. "Auf den Fotos erkenne ich mich nicht wieder. Wenn 

man bedenkt, dass er sich sexuell etwas krank benimmt, so hätte er z.B. als die 

Nadel ausgewechselt oder die Creme aufgetragen werden musste, durchaus am 

Handy manipulieren können. Wenn ich das so mitgemacht hätte, dann hätte er 

die Hose ja ganz öffnen oder ausziehen können und hätte es nicht versteckt ma-

chen müssen (Urk. 135 S. 12 f.).   

Zum behaupteten Oralverkehr auf einem Parkplatz in der Nähe von Bellinzona er-

- 30 - 

klärte die Privatklägerin, sie hätten beim ... Restaurant bei Bellinzona einen Halt 

eingelegt. Es sei dabei nie zu einem Austausch von Zärtlichkeiten, geschweige 

denn zum Oralverkehr gekommen (Urk. 135 S. 13 ff.). 

3.6. Dem Auswertungsbericht vom 12. Juni 2017 (Urk. 115/3) sind insgesamt 

19 Fotos und 4 Videodateien zu entnehmen. Auf 17 Fotos ist nur der untere Teil 

des Rücken und/oder der Gesässteil - teilweise mit einem Slip bedeckt - eines 

weiblichen Oberkörpers und ein Tattoo oberhalb der Steissbeins zu sehen. Auf 

zwei Fotos (IMAG0534.jpg und IMAG0535.jpg) ist das Gesäss einer weiblichen 

Person und ein Teil des Unterbauchs mit einem Tattoo sowie ein Teil des Gliedes 

einer männlichen Person zu sehen. Das Tattoo auf dem Unterbauch der männli-

chen Person ist dasjenige des Beschuldigten. Das Tattoo der weiblichen Person 

ist auf diesen beiden Fotografien nicht sichtbar. Allerdings stimmt die Farbe des 

Slips mit derjenigen des Slips auf den andern Bildern überein. Auf den beiden Bil-

dern ist sodann der Rückenteil oberhalb des Gesässes abgedeckt. Es kann sich 

dabei um ein T-Shirt, ein Tuch, eine Wolldecke usw. handeln. Die gleiche "Abde-

ckung" findet sich sodann auch auf dem dritten Foto auf Seite 2 (IMAG0517.jpg) 

und auf dem zweiten Foto auf Seite 6 (IMAG0546.jpg). 

3.7. Unbestritten ist, dass die Fotos - mit Ausnahme derjenigen, auf denen das 

Glied des Beschuldigten abgebildet ist (IMAG0534.jpg und IMAG0535.jpg) - das 

Tattoo der Privatklägerin zeigen. Aufgrund der weiteren Umstände (gleiche "Ab-

deckung", gleiche Slipfarbe, Zeitpunkt der Fotos), ist davon auszugehen, dass es 

sich bei der weiblichen Person auf den beiden Fotos IMAG0534.jpg und 

IMAG0535.jpg um die Privatklägerin handelt. Festzuhalten ist aber zunächst, dass 

die beiden erwähnten Fotos keine sexuelle Handlung, insbesondere keinen Ge-

schlechtsverkehr zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten zeigen. So-

dann trägt der Beschuldigte eine Unterhose und die Privatklägerin einen Slip. 

Nicht eindeutig erhellt aus den beiden Fotos, ob der Beschuldigte unter der Pri-

vatklägerin liegt oder hinter ihr steht. Jedenfalls ist das Argument der Privat-

klägerin, der Beschuldigte hätte die beiden Fotos genauso gut auch während ei-

ner Tätowierungspause (Auswechslung der Nadel, Auftragen der Creme) machen 

können, nicht von der Hand zu weisen, zumal der ganze Tätowierungsvorgang 

- 31 - 

mehrere Stunden gedauert hat. Unzutreffend ist jedenfalls die Behauptung des 

Beschuldigten, er habe ein Foto gemacht, welches ihn und die Privatklägerin 

nackt zeige (Urk. 96 S. 16). Ebenso falsch ist zudem das Vorbringen des Be-

schuldigten, die Fotos würden ihn und die Privatklägerin im Bett liegend zeigen. 

Beide hätten Boxershorts an. Die Privatklägerin liege auf ihm und ihre beiden 

Füsse seien auf seinen Ohren (Urk. 96 S. 31).  

3.8. Was den behaupteten Oralverkehr auf der Autobahnraststätte bei Bellinzona 

betrifft, so hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, aufgrund der widersprüchlichen 

Aussagen des Beschuldigten und der glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 

sei davon auszugehen, dass es auf der Fahrt nach Zürich nicht zu sexuellen 

Handlungen gekommen ist (Urk. 71 S. 20). Die Privatklägerin hat den Oralverkehr 

in sämtlichen Einvernahmen konstant und widerspruchsfrei in Abrede gestellt. Es 

ist auch nicht einsehbar, weshalb die Privatklägerin den Vorfall in Bellinzona ab-

streiten sollte. Die Begründung des Beschuldigten, es habe dort viele Kameras 

gehabt, überzeugt jedenfalls nicht, zumal der Beschuldigte selber einräumt, dass 

er aus seinem Blickwinkel gar keine Kameras gesehen habe (Urk. 96 S. 18). Sein 

allgemeiner Hinweis, er gehe oft in dieses Hotel ... und wisse daher, dass es vol-

ler Kameras sei, geht zudem an der Sache vorbei. Der behauptete Oralverkehr 

hat sich nach Angabe des Beschuldigten nicht im Hotel sondern auf dem Park-

platz abgespielt (Urk. 96 S. 17 f.). Demgegenüber bestehen bei den Aussagen 

des Beschuldigten Ungereimtheiten. So erklärte er, sie hätten auf dem Parkplatz 

in der Nähe von Bellinzona angehalten und etwas zum Essen und Alkohol gekauft 

(Urk. 96 S. 17). Alkohol durfte indes zum damaligen Zeitpunkt in schweizerischen 

Autobahnraststätten gar nicht verkauft werden. Sodann führte er aus, er habe 

beim Oralverkehr zwar einen Orgasmus gehabt, dieser sei aber "schnell" gewe-

sen. Wenn er regelmässig mit einer Frau Sex habe, dann könne es beim Sex 

auch länger gehen, bis er zum Orgasmus komme. Vor dem Oralverkehr habe er 

aber seit vier bis fünf Monaten keinen Sex mehr gehabt (Urk. 96 S. 17 und S. 26). 

Dieses Vorbringen steht nun aber diametral zu seiner Behauptung, er habe drei 

Wochen vor dem Oralverkehr mit der Privatklägerin den Geschlechtsverkehr voll-

zogen (Urk. 96 S. 26 f.), bzw. er habe damals schon vorher eine Beziehung mit 

einem anderen Mädchen gehabt (Urk. 96 S. 26 unten). Die Aussagen des Be-

- 32 - 

schuldigten sind somit unglaubhaft. Bei dieser Sachlage ist daher davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin keine Beziehung miteinander 

gehabt hatten und es während des Stechens des Tattoos bzw. unmittelbar da-

nach und auch während der Fahrt von J._____ nach Zürich zu keinen sexuellen 

Handlungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin gekommen ist 

(Urk. 71 S. 20 f.). 

3.9. Mit der Vorinstanz ist daher zusammenfassend festzuhalten, dass der Be-

schuldigte und die Privatklägerin vor den heute zu beurteilenden Vorfällen in der 

Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2014 keine Beziehung miteinander gehabt ha-

ben und es beim Stechen des Tattoos und auch während der ca. drei Wochen 

später stattgefundenen Fahrt von J._____ nach Zürich zu keinen sexuellen Hand-

lungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin gekommen ist. 

4. Es ist somit in der Folge zu prüfen, ob die dem Beschuldigten in der Anklage-

schrift vorgeworfenen und von ihm bestrittenen (Anklage-)Sachverhalte, soweit 

diese noch Gegenstand des Berufungsverfahrens sind, aufgrund der vorliegenden 

Beweismittel rechtsgenügend erstellt sind. 

4.1. Zum Geschehensablauf wurden im Rahmen der Untersuchung der Beschul-

digte und die Privatklägerin sowie G._____ und H._____ als Zeugen befragt. An-

lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wurden sodann der Beschuldigte 

und die Privatklägerin einvernommen. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Betei-

ligten (Beschuldigter, Privatklägerin und Zeugen) detailliert und korrekt zusam-

mengefasst. Dasselbe gilt für die weiteren Beweismittel (Übersetzung der Video-

dateien, Gutachten Beschuldigter zur körperlichen Untersuchung vom 23. Februar 

2014, Austrittsbericht Bezirksspital I._____ vom 5. Februar 2014, Gutachten be-

treffend die Privatklägerin zur körperlichen Untersuchung der Universität Zürich 

vom 18. Februar 2014). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab darauf 

verwiesen werden (Urk. 71 S. 22 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.2. An dieser Stelle ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229 

- 33 - 

E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015, E. 4). Die Be-

rufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. 

Mehrfache Nötigung (Anklageziffer 1./1. Absatz / ohne letzten Satz, Anklage-
ziffer 3./2. Absatz sowie Anklageziffer 5./1. Satz) und Drohung (Anklageziffer 
5./2. Satz) 

5. Das Bezirksgericht hat die Anklagevorwürfe betreffend die Nötigung (Anklage-

ziffer 1./1. Absatz; Anklageziffer 3./2. Absatz; Anklageziffer 5./1. Absatz,) und die 

Drohung (Anklageziffer 5./2. Satz) je korrekt zusammengefasst (Urk. 71 S. 21 ff., 

S. 44 und S. 74). Darauf kann vorab zur Vermeidung von Wiederholungen ver-

wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.1. Der Beschuldigte hat den unter Anklageziffer 1./1. Absatz eingeklagten (An-

klage-)Sachverhalt in Abrede gestellt. Er stellt sich auf den Standpunkt, es sei 

nicht zutreffend, dass er die Privatklägerin mit Gewalt auf das Bett geworfen, ihr 

die Kleider ausgezogen, sie gepackt und unter die Dusche geschoben habe. Sie 

hätten zusammen ihre Kleidung  ausgezogen und sich unter die Dusche gestellt 

(Urk. 5/3 S. 3; Prot. I S. 25). Richtig sei, das sie zwar zusammen geduscht hätten, 

die Privatklägerin sei dabei aber gelassen und ruhig gewesen. Sie hätten sich un-

ter der Dusche gegenseitig eingeseift. Dabei habe er sie überall berührt, auch an 

den Brüsten und zwischen den Beinen, dies aber ohne sexuelle Intention. Er habe 

sie weder auf "sexy Art" noch heftig berührt, er sei "delikat" gewesen (Urk. 5/8 

S. 4 f., Prot. I S. 26). Den Vorhalt, wonach er der Privatklägerin damit gedroht ha-

be, sie mit Fäusten ins Gesicht zu schlagen oder zu würgen, sobald sie etwas 

gemacht habe, was ihm nicht gepasst habe, verneinte er entschieden. Er sei ge-

genüber der Privatklägerin nur verbal gewalttätig gewesen (Urk. 5/3 S. 3, Urk. 5/8 

S. 4). Ebenso habe er die Privatklägerin nicht am Arm festgehalten, als diese das 

Zimmer habe verlassen wollen (Urk. 5/8 S. 11). 

5.2. Die Vorinstanz hat in ihrer Beweiswürdigung zu diesem Anklagepunkt zu-

sammengefasst erwogen, dass die Privatklägerin detailliert und emotional be-

troffen ihre Sachverhaltsdarstellung geschildert habe. Ihre Ausführungen, wonach 

- 34 - 

sie blockiert gewesen sei (Urk. 5/4 S. 10), seine Marionette gewesen sei (Prot. I 

S. 67), der Beschuldigte sie "psychologisch aufgegessen" (Urk. 5/1 S. 3), der Be-

schuldigte gemeint habe, dass er der schönste Sohn Gottes sei (Prot. I S. 67) etc. 

würden authentisch wirken und auf tatsächlich Erlebtes hindeuten. Diese Aus-

sagen würden auch mindestens teilweise durch die Videoaufnahme belegt. Es sei 

zwar eine Unstimmigkeit im Zusammenhang mit ihrer Schilderung in Bezug auf ihr 

Verhalten unter der Dusche auszumachen. So habe sie in der polizeilichen Ein-

vernahme noch angegeben, dass sie sich mit normaler Seife gewaschen habe 

und zusätzlich vom Beschuldigten mit Seife bespritzt worden sei (Urk. 5/1 S. 3), 

wogegen sie in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ausgeführt habe, dass 

sie selber unter der Dusche nichts gemacht habe, sondern regungslos mit den 

Armen vor ihren Brüsten gestanden habe, während der Beschuldigte ihre rechte 

Schulter eingeseift habe (Urk. 5/4 S. 10). Dieser vermeintliche Widerspruch lasse 

sich aber dahingehend auflösen, dass es sich bei der anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme geschilderten Situation um ein Fragment eines dynami-

schen Tatgeschehens gehandelt habe, welches der Privatklägerin bei der polizei-

lichen Befragung noch bekannt gewesen war. Die Privatklägerin habe anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und auch im Rahmen der Hauptver-

handlung denn auch eingeräumt, dass sie nicht mehr so viele Erinnerungen habe; 

sie habe all diese Sachen vor sich weggeschoben. Alsdann entspreche es einem 

notorischen Erfahrungswert, dass Opfer von Gewaltverbrechen oder von trauma-

tischen Erlebnissen aufgrund des belastenden und lang andauernden dynami-

schen Tathergangs oft nicht mehr genau wissen würden, in welcher Reihenfolge 

der Täter die peinigende Handlung ausgeführt habe und diese nur fragmentarisch 

schildern könnten. Insgesamt betrachtet ergebe der materielle Gehalt der Aussa-

gen der Privatklägerin ein in sich stimmiges, nachvollziehbares und plausibles 

Gesamtbild (Urk. 71 S. 32 f.). 

5.3. Demgegenüber seien die Aussagen des Beschuldigten wenig überzeugend. 

Er habe sich primär darauf beschränkt, die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zu be-

streiten und auf eine detaillierte Wiedergabe des Geschehensablaufs aus eigener 

Perspektive zu verzichten. Gerade in den deliktsrelevanten Kernbereichen wür-

den seine Ausführungen knapp ausfallen oder in allgemeinen Aussagen enden. 

- 35 - 

Demgegenüber sei seine Sachdarstellung mit Bezug auf die Videoaufnah-

men oder die weniger deliktsrelevanten Bereiche, wie dem Ablauf am nächsten 

Morgen oder das Holen der Kondome, deutlich detaillierter ausgefallen und damit 

realitätsnaher. Darüber hinaus seien die Erklärungen des Beschuldigten stetig 

wechselnd, nicht überzeugend und in sich nicht konsistent, sondern teilweise wi-

dersprüchlich. Ferner seien die Aussagen des Beschuldigen auch mit unüber-

brückbaren Widersprüchen behaftet. Gesamthaft seien seine Aussagen als wenig 

glaubhaft zu beurteilen und könnten die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin in keiner Weise erschüttern (Urk. 71 S. 34 f.). 

5.4. Die vorstehend im Ergebnis zitierte Beweiswürdigung der Vorinstanz ist über-

zeugend und zu übernehmen. Die Vorinstanz hat einlässlich und überzeugend 

dargetan, weshalb sie auf die Bestreitungen des Beschuldigten nicht abstellen 

konnte, und die Ungereimtheiten in seinen Aussagen im Einzelnen aufgeführt. 

Den Erwägungen der Vorinstanz ist somit beizupflichten (Urk. 74 S. 21 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

5.5. Dagegen rügte die Verteidigung betreffend diesen Anklagepunkt nachvoll-

ziehbar, dass die Vorinstanz in ihrer Beweiswürdigung auch die Videoaufnahmen 

miteinbezogen habe, obwohl die Videoaufnahmen erst nach dem Duschvorgang 

entstanden seien (Urk. 97 S. 10, vgl. Urk. 71 S. 37-38). Tatsächlich lassen sich 

den Akten keine Belege entnehmen, wonach Aufnahmen dabei sind, welche im 

Vorfeld oder während des Duschvorgangs gemacht worden sind. Insofern können 

sie zum Geschehen vor dem Duschen und zum Duschvorgang selber keine Aus-

kunft geben. Indessen erlauben die Videoaufnahmen aber, Rückschlüsse auf die 

Interessen des Beschuldigten und die Haltung der Privatklägerin sowie in diesem 

Zusammenhang auf die Glaubhaftigkeit der jeweiligen Aussagen zu ziehen, wes-

halb die vorinstanzliche Bezugnahme auf die Videodateien unter diesem An-

klagepunkt nicht zu beanstanden ist. Gleiches gilt sinngemäss für den vorinstanz-

lichen Hinweis betreffend den Austrittsbericht des Spitals I._____ (Urk. 10/2). 

5.6. Weiter brachte die Verteidigung im Berufungsverfahren gegen die vorinstanz-

liche Beweiswürdigung vor, eine genaue Betrachtung der Aussagen der Privat-

klägerin zeige auf, dass die Privatklägerin weder vor noch während des Dusch-

- 36 - 

vorgangs Droh- oder Gewalthandlungen des Beschuldigten beschreibe. Anläss-

lich der Hauptverhandlung habe die Privatklägerin zwar ein solches Drohen - bzw. 

gedacht zu haben, dass er (der Beschuldigte) mit Schlägen drohe - beschrieben, 

aber dies seien allgemeine Ausführungen ohne zeitlichen oder sachlichen Kontext 

zum Duschvorgang gewesen. Konkret habe die Privatklägerin einzig beschrieben, 

dass der Beschuldigte sie auf das Bett gestossen und anschliessend in die Du-

sche geschleppt habe (Urk. 97 N 22). Aufgrund dieser Rüge und nachdem die 

Privatklägerin an der Berufungsverhandlung vom 25. Oktober 2017 nochmals be-

fragt wurde, sind die Aussagen der Privatklägerin zum Duschvorgang erneut dar-

zulegen. 

5.7. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme unmittelbar nach dem Vorfall führte 

die Privatklägerin aus, der Beschuldigte habe sie ausgezogen und gezwungen mit 

ihm zu duschen. Sie habe weggewollt, er aber habe sie am Arm zurückgezogen 

und gesagt, sie müsse mit ihm duschen. Er habe sie einfach gepackt, nicht nur 

am Arm. Weiter führte die Privatklägerin aus, an einem gewissen Punkt habe er 

sie bedroht, sie habe "nein, nein, nein" gerufen. Nach der Dusche habe sie sich 

anziehen wollen. Er habe gesagt, er wolle mir ihr Liebe machen und er habe zu-

vor gesagt, er wolle sie komplett vögeln (Urk. 5/1 S. 2-3). Im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 18. März 2014 sagte die Privatkläge-

rin, der Beschuldigte habe aggressiv geantwortet, als sie das Badezimmer nicht 

habe benützen wollen. Er habe gesagt, sie solle jetzt vor ihm duschen gehen. Sie 

habe ihm gesagt, es würde ihr nicht im Traum einfallen, vor ihm zu duschen und 

die Toilette zu benützen. Er habe sie dann mit Gewalt aufs Bett geworfen und ihr 

die Kleider ausgezogen. Er habe sie wie ein Püppchen behandelt. Es sei ihr nicht 

klar, wie er das zustande gebracht habe, sie so auszuziehen. Er habe sie gepackt 

und unter die Dusche gestellt. Er sei 180 cm gross und sie 145 cm (Anmerkung: 

wohl gemeint 154 cm, vgl. Urk. 5/1 Antwort 71). Sie habe sich gewehrt, aber nicht 

geschrien. Auf die Frage, wie sie sich gewehrt habe, wiederholte die Privatkläge-

rin, er habe sie gepackt, sie ausgezogen und sie unter die Dusche getan und 

dann habe sie mit ihm duschen müssen. Sie sei aufgelöst gewesen, wie paraly-

siert. Sie habe sich dann endlich bedeckt und aufs Bett gesetzt. Es sei ihr ums 

Weinen gewesen (Urk. 5/4 S. 7). Auf die Frage, weshalb sie sich unter der Du-

- 37 - 

sche nicht gewehrt habe, führte die Privatklägerin aus, es sei nicht so, dass sie 

sich nicht gewehrt habe, er habe sie mit Gewalt gezwungen. Sobald sie etwas 

gemacht habe, was ihm nicht gepasst habe, habe er ihr mit Faustschlägen ins 

Gesicht und mit Würgen gedroht (Urk. 5/4 S. 10). Gestützt auf diese Aussagen ist 

einstweilen festzuhalten, dass die Anklage die Aussagen der Privatklägerin, wel-

che sie in der Untersuchung zu Protokoll gab wiederspiegelt. Die Privatklägerin 

legte dar, dass sie nicht freiwillig mit dem Beschuldigten duschte, sondern weil 

der Beschuldigte sie packte und in die Dusche zwang, dies unter Androhung von 

körperlicher Gewalt. Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte die 

Privatklägerin aus, der Beschuldigte sei "sauer" geworden, als sie die Toilette im 

Hotelzimmer nicht habe benützen wollen. Er sei gewalttätig geworden und habe 

ihr gedroht, weh zu tun, wenn sie nicht das mache, was er ihr sage. Sie sei wie 

seine Marionette gewesen. Sie habe sich gedacht, er könne ihr einen Faustschlag 

ins Gesicht versetzen, dass sie bewusstlos werde und um ihr weh zu tun. Sie ha-

be sich auch gedacht, dass ihr niemand helfen könnte. Der Beschuldigte habe sie 

gezwungen zu duschen. Er habe sie auf das Bett gestossen, er habe ihr die Klei-

der ausgezogen und sie in die Dusche geschleppt (Prot. I S. 66-67). Die Vertei-

digerin wertete die Aussage der Privatklägerin, sie habe gedacht, er (der Be-

schuldigte) könne ihr einen Faustschlag versetzen, dahingehend, dass tatsächlich 

keine Bedrohung durch den Beschuldigten stattgefunden habe, sondern, dass die 

Privatklägerin das nur interpretiert habe (Urk. 97 S. 10, Prot. II S. 27) und dass 

dies allgemeine Ausführungen gewesen seien und nicht im Kontext mit dem 

Duschvorgang stünden. Dieser Ansicht ist nicht zu folgen. Die Privatklägerin führ-

te befragt zum Duschvorgang in jeder Einvernahme aus, sie sei bedroht worden. 

Vor diesem Hintergrund ist auch klar, dass die Aussage sie habe gedacht, er 

könne ihr einen Faustschlag versetzen, ihre damalige Angst zeigt und auch, dass 

sie sich durch das Verhalten des Beschuldigten echt und unmittelbar bedroht fühl-

te. Dies lässt keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte der Privatklä-

gerin im Rahmen des Duschvorgangs tatsächlich mit körperlicher Gewalt drohte. 

Weshalb sonst hätte die Privatklägerin die Idee entwickelt, dass ihr der Be-

schuldigte etwas antun könnte. Letztlich führte die Privatklägerin dazu im Einklang 

anlässlich der Berufungsverhandlung vom 25. Oktober 2017 aus, als sie 

- 38 - 

sich darüber beschwert habe, dass sie kein Badezimmer gefunden habe, sei der 

Beschuldigte wie ein "umgedrehter Handschuh" und wütend gewesen. Er habe 

dann veranlasst, dass sie mit ihm eine Dusche genommen habe. Sie habe Angst 

gehabt und immer noch gehofft, er würde es bereuen. Sie habe sogar Angst ge-

habt zu schreien. Er habe ihr gedroht, dass wenn sie schreie, er ihr etwas antun 

würde (Urk. 135 S. 5). Später in der Einvernahme und darauf angesprochen, wie 

sich die Beschlussfassung durch den Beschuldigten, dass man gemeinsam du-

sche, abgespielt habe, antwortete die Privatklägerin: "Er nahm mich mit Kraft und 

hat angefangen mir die Kleider auszuziehen. Und er hat mich in die Dusche ge-

stellt. Er ist ein Mann und ich bin klein." (Urk. 135 S. 15). Die Privatklägerin schil-

derte somit auch an der Berufungsverhandlung vom 25. Oktober 2017 von sich 

aus den durch die Drohungen des Beschuldigten bei ihr eingetretenen Angstzu-

stand und auch, dass es dem Beschuldigten aufgrund seiner kräftemässigen 

Überlegenheit, welche er ausnutzte, gelang, ihr die Kleider auszuziehen und sie in 

die Dusche zu stellen. 

5.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin 

auch nach dieser erneuten Würdigung als glaubhaft einzustufen sind. Dies nicht 

zuletzt auch deshalb, weil sich das Gericht anlässlich der Berufungsverhandlung 

einen persönlichen Eindruck der Privatklägerin verschaffen konnte, welcher eine 

Kongruenz zwischen dem Inhalt der Aussagen der Privatklägerin und ihrem non-

verbalen Ausdruck zeigte.  

5.9. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz betreffend den Anklagesachverhalt ist 

daher, entgegen dem Einwand der Verteidigung, zu übernehmen. Der Anklage-

sachverhalt in Ziffer 1 Abs. 1 ist somit, mit Ausnahme des letzten Satzes, erstellt 

(vgl. Urk. 71 S. 28). 

5.10. Die Vorinstanz würdigte den erstellten Anklagesachverhalt als Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB. In ihrer Begründung erwog die Vorinstanz, der Beschul-

digte habe unter Zuhilfenahme einer Kombination der Nötigungsmittel der Gewalt 

(stossen, packen, ausziehen und am Arm zurückhalten als physische Einwir-

kung), der Drohung (androhen von Faustschlägen) und durch andere Beschrän-

kung der Handlungsfreiheit (durch ständige verbale Einwirkung) die Privatklägerin 

- 39 - 

dazu gebracht, das Ausziehen und das Duschen zu erdulden. Eine - auch nur 

leichte - Gewalteinwirkung in Kombination mit einer Androhung von Schlägen 

durch einen Mann sei objektiv geeignet, um eine junge Frau, welche mit diesem 

Mann alleine in einem Hotelzimmer sei, gefügig zu machen. Der Nötigungserfolg - 

das Dulden des Ausziehens und der gemeinsamen Dusche - sei gegeben und 

kausale Folge der Nötigungshandlung. Dadurch erachtete die Vorinstanz den ob-

jektiven Tatbestand der Nötigung als erfüllt (vgl. Urk. 71 S. 41).  

5.11. Die Verteidigung hielt diesen Erwägungen sinngemäss entgegen, die An-

sicht der Vorinstanz, wonach die Nötigungshandlung in einer Kombination von 

Nötigungshandlungen bestehe, gehe fehl. Das Gesetz sehe keinen Auswahlkata-

log vor, aus welchem nach Belieben passende Stücke herausgegriffen werden 

könnten, bis man zur gewünschten Intensität oder überhaupt einer Einwirkungs-

handlung auf das Opfer komme. Die Vorinstanz verkenne in diesem Zusammen-

hang eindeutig, dass insbesondere das Nötigungsmittel des psychisch unter 

Druck Setzens vier kumulative Elemente voraussetze, wobei eines das Fehlen 

von Gewalt als Nötigungsmittel sei (Urk. 97 N 22 mit Verweis auf N 30). 

5.12. Die Vorinstanz hat den Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB be-

reits dargestellt. Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 71 S. 40, Art. 82 Abs. 4 

StPO). Ergänzend ist anzuführen, dass Art. 181 StGB die Freiheit der Willens-

bildung, Willensentschliessung und Willensbetätigung des Einzelnen schützt. Ge-

schützt wird die rechtlich garantierte beziehungsweise relative Freiheit, die jedem 

Einzelnen zur freien Gestaltung zusteht. Strafbar ist demnach nur eine unzulässi-

ge Beschränkung dieser persönlichen Freiheit.  

5.13. Gemäss erstelltem Sachverhalt teilte die Privatklägerin dem Beschuldigten 

mit, dass sie weder die Toilette im Hotelzimmer benützen noch mit ihm duschen 

wolle. In der Folge kam es dazu, dass der Beschuldigte die Privatklägerin am Arm 

packte, aufs Bett stiess, sie auszog und unter die Dusche stellte. Im Rahmen die-

ser gewaltsamen Vorgehensweise bedrohte der Beschuldigte die Privatklägerin, 

indem er ihr Faustschläge in Aussicht stellte und auch, dass er sie würgen werde, 

sollte sie seinem Willen nicht Folge leisten. Der Anklagesachverhalt bildet somit 

eine einheitliche Handlung, welche zur Aufgabe des eigenen Willens der Privat-

- 40 - 

klägerin zufolge eines Angstzustands führte. In der Folge musste sie, entspre-

chend dem Willen des Beschuldigten, mit ihm duschen. Ohne Weiteres steht fest, 

dass der Beschuldigte durch seine Handlung bei der Privatklägerin ein Verhalten 

bewirkte, auf das er keinen Anspruch hatte. Durch die Gewaltanwendung und das 

Drohen mit Schlägen und Würgen grenzt sich das Verhalten des Beschuldigten 

klar von einer noch nicht strafbaren Druckausübung gegenüber einer Person ab. 

Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen sich somit als zutreffend. Sie sind ein-

zig dahingehend einzuschränken, als die von ihr beschriebene ständige verbale 

Einwirkung des Beschuldigten auf die Privatklägerin nicht Eingang in den Ankla-

gesachverhalt gefunden hat, entsprechend nicht Teil des erstellten Sachverhalts 

ist und somit auch im Rahmen der rechtlichen Würdigung ausser Acht zu bleiben 

hat. Im Übrigen sind die vorinstanzlichen Erwägungen zu übernehmen (Urk. 71 

S. 41, Art. 82 Abs. 4 StPO). Nach diesen Ausführungen steht auch fest, dass im 

vorliegenden Fall der objektive Tatbestand entgegen dem sinngemässen Vorbrin-

gen der Verteidigung, nicht dadurch erfüllt wird, dass eine Vielzahl, sondern dass 

eine einzige Handlung den Erfolg bewirkte. Hinsichtlich der weiteren Prüfung des 

subjektiven Tatbestands und der Rechtswidrigkeit ist auf die vollständigen und zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 71 S. 42, Urk. 82 

Abs. 4 StPO). 

5.14. Der Beschuldigte ist somit der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schul-

dig zu sprechen. 

6. Der Beschuldigte hat sodann den unter Anklageziffer 3./2. Absatz eingeklagten 

(Anklage-)Sachverhalt bestritten. Die Privatklägerin habe sich nur einmal ausge-

zogen und dies habe er nicht von ihr verlangt (Urk. 5/2 S. 3, Urk. 5/8 S. 8). 

6.1. Das Bezirksgericht hat zusammengefasst ausgeführt, dass sich die Aus-

sagen der Privatklägerin auch in diesem Punkt als stimmig erweisen. Dass die 

Privatklägerin anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme in Abwei-

chung zur polizeilichen Befragung von mindestens acht Vorfällen anstelle von fünf 

gesprochen habe, lasse darauf schliessen, dass sie, je länger die Untersuchung 

gedauert habe, die Geschehnisse aufgrund ihres hohen Repetitionsfaktors etwas 

überzeichnet habe. Es sei auch davon auszugehen, dass die Privatklägerin bei 

- 41 - 

dieser Anzahl nicht jeden einzelnen Vorgang noch habe rekonstruieren können. 

Es handle sich um eine Schätzung. Die genaue Anzahl des Ausziehens könne of-

fengelassen werden. Fest stehe, dass es sich um ein mehrmaliges Ausziehen 

gehandelt habe (Urk. 71 S. 48). Die Aussagen des Beschuldigten seien hingegen 

aufgrund ihrer Inkonstanz und Widersprüchlichkeit wenig glaubhaft. Bei der Poli-

zei habe er beispielsweise zu Protokoll gegeben, dass er die Privatklägerin nicht 

gegen ihren Willen ausgezogen habe, während er in der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme erklärt habe, dass sich die Privatklägerin nur einmal ausgezogen 

und er dies von ihr auch nicht verlangt habe. Anlässlich der Hauptverhandlung 

habe der Beschuldigte seine Aussage erneut geändert. Er habe dort vorgebracht, 

dass er der Privatklägerin vielleicht ein oder zwei Mal das Hemd und den Büsten-

halter ausgezogen habe. Ferner sei auch seine Begründung, wonach er nicht in 

der Modebranche tätig sei und es deshalb keinen Sinne ergäbe, dass er die Pri-

vatklägerin acht Mal ausgezogen haben soll, nicht stichhaltig (Urk. 71 S. 50). 

6.2. Die vorstehend zitierte Beweiswürdigung der Vorinstanz ist (ebenfalls) über-

zeugend und zu übernehmen. Sie hat einlässlich dargetan, weshalb sie die Aus-

sagen der Privatklägerin als glaubhaft erachtet und nicht auf die Bestreitungen 

des Beschuldigten abstellen konnte. Die vorstehend dargestellten Ungereimthei-

ten in der Darstellung des Beschuldigten lassen es jedenfalls nicht zu, diese ohne 

Skepsis für die Entscheidung zu übernehmen. 

6.3. Die Vorinstanz hat den erstellten Anklagesachverhalt als Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB gewürdigt. Ihren einlässlichen und ausführlichen Erwägungen 

kann in allen Teilen gefolgt und entsprechend darauf verwiesen werden (Urk. 71 

S. 52 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz wurde 

durch die Verteidigung insofern in Frage gestellt, als sie die Intensität der gewalt-

tätigen Einwirkung des Beschuldigten zur Diskussion stellte und damit in Zu-

sammenhang vorbrachte, es sei davon auszugehen, dass die Privatklägerin ihre 

Kleider gar nicht festgehalten habe (Urk. 97 N 23). Dem ist entgegen zu halten, 

dass aufgrund der obigen Ausführungen für die rechtliche Würdigung vom erstell-

ten Anklagesachverhalt auszugehen ist. Demzufolge ist auf die Interpretation der 

Verteidigung, wonach keine Nötigungshandlung vorliege, zumal die Handlung des 

- 42 - 

Beschuldigten überraschend bzw. mittels List herbeigeführt worden sei und die 

Privatklägerin ihre Kleider gar nicht mehr habe festhalten können, nicht weiter 

einzugehen. Mit der Vorinstanz ist der Beschuldigte der Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB schuldig zu sprechen. 

7. Sodann hat der Beschuldigte den unter Anklageziffer 5 erhobenen Anklage-

vorwurf in Abrede gestellt. 

7.1. Die Vorinstanz hat den Inhalt der Videoaufzeichnungen zutreffend wiederge-

geben und die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten korrekt zu-

sammengefasst (Urk. 71 S. 74 ff.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit der Vorinstanz ist auf die glaubhaften Ausführungen der 

Privatklägerin, welche sich mit dem Inhalt der Videoaufzeichnung in Übereinstim-

mung bringen lassen, abzustellen (Urk. 71 S. 76). Die Privatklägerin führte in der 

polizeilichen Befragung vom 3. Februar 2014 aus, als sie habe flüchten wollen, 

habe der Beschuldigte sie an den Armen festgehalten, ihr mit den Fäusten ge-

droht und ihr gesagt, dass er sie schlagen werde (Urk. 5/1 S. 11). Bei der staats-

anwaltschaftlichen Befragung vom 18. März 2014 brachte die Privatklägerin er-

gänzend vor, dass der Beschuldigte, nachdem er die Kondome besorgt habe, ihr 

mit Faustschlägen ins Gesicht gedroht habe. Er habe ihr klar machen wollen, 

dass sie nicht ihre Sachen nehmen und gehen dürfe Urk. 5/4 S. 9). Ganz allge-

mein habe er ihr mit Faustschlägen ins Gesicht gedroht, wenn sie nicht mache, 

was er wolle (Urk. 5/4 S. 9). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 5. Februar 

2015 gab die Privatklägerin zu Protokoll, der Beschuldigte habe ihr mehrfach ge-

droht: Schau ich werde Dir weh tun. Im Augenblick, als sie auf dem Bett gewesen 

seien habe er ihr konkret gedroht, indem er gesagt habe, dass er ihr die Faust ins 

Gesicht schlagen werde (Prot. I S. 77). Sie wäre glücklich gewesen - so die Pri-

vatklägerin fortfahrend -, wenn sie der Beschuldigte hätte gehen lassen. Am An-

fang habe sie gehofft, dass der Beschuldigte sich beruhigen würde. Mit der Zeit 

habe sie das Zimmer nur noch verlassen wollen (Prot. I S. 80). Auf die Frage, 

weshalb sie das Hotelzimmer nicht verlassen habe, als der Beschuldigte gegan-

gen sei, um Präservative zu besorgen, erwiderte die Privatklägerin, dass sie da-

von ausgegangen sei, dass die Zimmertüre verschlossen gewesen sei, da der 

- 43 - 

Beschuldigte die Zimmerkarte mitgenommen habe (Prot. I S. 83). Alsdann sei der 

Beschuldigte schnell zurückgekommen und sie habe auch nicht gewusst, ob er 

wirklich gegangen sei oder vor der Türe warte, um bei einem Fluchtversuch sofort 

zu intervenieren (Prot. I S. 84). Aus diesen zusammengefassten Aussagen geht 

hervor, dass die Privatklägerin Drohungen beschreibt, welche im Zusammenhang 

mit dem Verlassen des Zimmers stehen. Insoweit erweist sich die Einwendung 

der Verteidigung, wonach das Androhen von Faustschlägen bereits Bestandteil 

der Anklageziffern 3 und 4 sei, als unbegründet (vgl. Urk. 97 S. 17). Des weiteren 

unterstützen die Videoaufnahmen auch in diesem Anklagepunkt lediglich die Be-

wertung der Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten und liefern kei-

nen eigenständigen Beweis für die Geschehnisse. So zog die Vorinstanz aus den 

Videos den Schluss, dass es vorkam, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 

daran hinderte, das Zimmer zu verlassen, es aber auch Situationen gab, in wel-

chen der Beschuldigte wollte, dass die Privatklägerin das Zimmer verliess. Letzte-

res sei zeitlich später einzuordnen als die Vorwürfe gemäss Anklageziffer 5 

(vgl. Urk. 71 S. 77). Diese abschliessende Feststellung wurde von der Verteidi-

gung als willkürlich gerügt (Urk. 97 S. 17). Tatsächlich lassen sich die Video-

aufnahmen zeitlich nicht punktgenau einordnen. Dies ändert aber nichts an der 

Tatsache, dass die Videos aufzeigen, dass der Beschuldigte das Geschehen be-

stimmte und sich die Videoaufnahmen - wie eingangs erwähnt - mit den Aus-

sagen der Privatklägerin in Einklang bringen lassen. 

7.2. Der Beschuldigte begnügte sich im Wesentlichen damit, den Anklagevorwurf 

in Abrede zu stellen. Es fällt auch hier die Tendenz des Beschuldigten auf, Ereig-

nisse zu bagatellisieren sowie von sich abzulenken, was Indizien sind, die auf ei-

ne Falschaussage hindeuten. So führte er, nachdem er mit dem konkreten Ankla-

gevorwurf konfrontiert worden war, in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 26. Juni 2015 aus, er habe während dem Streit die Türe geöffnet und sei 

hinausgegangen. Dort sei ein pakistanischer Herr vom Hotel ... gewesen. Später 

habe er auch die Türe zum Zimmer offengelassen, damit man habe hören kön-

nen, was sich da abgespielt habe. Er habe in jenem Moment befürchtet, dass die 

Privatklägerin schreie "Hilfe, Hilfe, er vergewaltigt mich". Weiter gab der Beschul-

digte an, er habe das Ganze aufgenommen, aber er habe keine Drohung erken-

- 44 - 

nen können (Urk. 5/8 S. 11). Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 8. Dezember 

2015 gab der Beschuldigte dann zu Protokoll, die Privatklägerin habe nie von ihm 

weggehen und das Hotel verlassen wollen. Sie hätten dann ganz ruhig beschlos-

sen, das Hotel zu verlassen. Er - der Beschuldigte - habe Anlass gehabt zu glau-

ben, dass es der Privatklägerin gefallen habe, wo sie gewesen sei. Die Privatklä-

gerin sei glücklich gewesen, mit ihm auszugehen (Prot. I S. 56). Angesichts dieser 

Angaben erscheint es schleierhaft und unerfindlich, weshalb der Beschuldigte be-

fürchtet haben soll, die Privatklägerin könnte wegen einer angeblichen Vergewal-

tigung um Hilfe schreien. Bemerkenswert ist immerhin, dass diese angebliche Be-

fürchtung des Beschuldigten wohl kaum einen Sinn machen würde, wenn alles so 

friedlich und im Einverständnis der Beiden abgelaufen wäre, wie was das der Be-

schuldigte darzustellen versucht. 

7.3. Mit der Vorinstanz ist auch bezüglich dieses Sachverhaltsteils auf die Aussa-

gen der Privatklägerin abzustellen (vgl. Urk. 71 S. 78). Damit erweist sich abwei-

chend von der Anklageschrift, dass nicht erstellt werden kann, dass der Beschul-

digte auch mit Würgen gedroht hat und dass das Hotelzimmer verschlossen war. 

7.4. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten gemäss Anklage-

ziffer 5 als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB sowie als Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB. Diese rechtliche Würdigung ist zutreffend und zu überneh-

men. Auf die vorinstanzlichen Erwägungen kann entsprechend verwiesen werden 

(Urk. 71 S. 78 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Beschuldigte ist somit in Anklageziffer 

5 der Nötigung gemäss Art. 181 StGB sowie der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.  

Mehrfache Tätlichkeiten (Anklageziffer 3. / 1. Absatz) 

8. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf betreffend die Tätlichkeiten (Anklagezif-

fer 3. / 1. Absatz) zutreffend zusammengefasst (Urk. 71 S. 44). Darauf kann vorab 

zur Vermeidung v