# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42b76cf0-93ee-5c34-979f-4ab196d256a7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.05.2024 SB230230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230230_2024-05-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230230-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. K. Vogel sowie der Gerichtsschreiber MLaw L. Zanetti

Urteil vom 13. Mai 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigte und Berufungsklägerin

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 
vertreten durch Staatsanwalt MLaw J._____, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 
vom 14. Dezember 2022 (DG220007)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 2. Februar 2022 

(Urk. 28) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 75 S. 46 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig:

 der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel 

und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g 

BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie

 der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die 

psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19bis BetmG.

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, wovon 76 Tage 

durch Haft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 76 Tage, die durch Haft 

erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 5. Oktober 2020 beschlag-

nahmte Barschaft von Fr. 26'280.– wird eingezogen und im Umfang von je Fr. 13'140.– zur 

teilweisen Deckung der Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie des Parallelverfahrens 

(DG220006-K) verwendet.

Der Antrag auf Aushändigung der beschlagnahmten Barschaft an die Eltern der Beschul-

digten (B._____ und C._____) wird abgewiesen.

5. Die folgenden, durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservaten-Triage unter Lagernummer B01820-2020 lagernden Gegenstände 

werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

 Gelblich-weisses Pulver in Knittersack (A013'950'339),

 Streckmittel / Zopfmehl (A013'950'351).

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6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 1'665.00   Auslagen (Gutachten)

Fr. 1'520.00   Auslagen (Polizei)

Fr. 22'635.20   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MWST)

Fr. 32'420.20   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

7. Die Kosten gemäss Disp.-Ziff. 6 werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

8. (Mitteilungen)

9. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 86 S. 2 f.):

1. Es sei Ziff. 1 des Urteilsdispositivs des angefochten Urteils vom 14. Dezember 

2022 aufzuheben und 

- es sei die Berufungsklägerin der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 

(BetmG) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung 

mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG für insgesamt 26.54 Gramm reines Kokain 

schuldig zu sprechen. Im restlichen Umfang sei sie freizusprechen.

- es sei die Berufungsklägerin vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 

(BetmG) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung 

mit Art. 19bis BetmG freizusprechen.

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2. Es sei Ziff. 2 des Urteilsdispositivs des angefochten Urteils vom 14.Dezember 

2022 aufzuheben und es sei die Berufungsklägerin mit einer Freiheitsstrafe 

von 14 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 

76 Tagen, zu bestrafen.

3. Es sei der Berufungsklägerin der bedingte Strafvollzug für die beantragte Frei-

heitsstrafe zu gewähren unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

4. Es sei Ziff. 7 des Urteilsdispositivs des angefochten Urteils vom 14. Dezember 

2022 aufzuheben und es seien die Kosten der Untersuchung und des erst-

instanzlichen Verfahrens zu einem Viertel der Berufungsklägerin aufzu-

erlegen, aber wegen offensichtlicher Uneinbringlichkeit sofort und definitiv ab-

zuschreiben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien vollständig und 

definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. der gesetzlichen Mehrwert-

steuer) seien auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 82):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

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Erwägungen:

I. Prozessuales

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

14. Dezember 2022 wurde die Beschuldigte A._____ anklagegemäss schuldig ge-

sprochen und mit einer teilbedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 30 Monaten 

bestraft (Urk. 75 S. 46). Gegen diesen Entscheid liess die Beschuldigte durch ihre 

amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 24. Dezember 2022 innert gesetzlicher Frist 

Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 69). Die Berufungserklärung der 

Beschuldigten ging ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein 

(Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 77). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 

11. Mai 2022 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet wird 

(Urk. 82; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Beweisergänzungsanträge wurden 

im Berufungsverfahren nicht gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 77 und 82). Die 

amtliche Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung – zumindest 

sinngemäss – teilweise beschränkt (Urk. 77; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die Anklage-

behörde beantragt die Bestätigung des angefochtenen Entscheides (Urk. 82). 

2. Gemäss den Anträgen der Parteien sind im Berufungsverfahren somit die 

vorinstanzliche Regelung betreffend in der Untersuchung beschlagnahmtes 

Bargeld und Betäubungsmittel(-utensilien) (Urteilsdispositiv-Ziff. 4 und 5) sowie die 

vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteilsdispositiv-Ziff. 6) nicht angefochten. Vom 

Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 

StPO).

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II. Schuldpunkt

1.1. Wie bereits die Vorinstanz dargestellt hat, werden der Beschuldigten in der 

Anklageschrift vier Vorhalte gemacht, davon drei begangen in Mittäterschaft mit 

ihrem Ehemann, dem in einem eigenen Verfahren Beschuldigten D._____ (Urk. 75 

S. 10; Urk. 20 S. 2 f.):

- Die Aufbewahrung von 20,1 Gramm Kokaingemisch an ihrem Wohnort am 

2. Juli 2020 zum Weiterverkauf;

- Die Aufbewahrung weiterer ca. 17 Gramm Kokaingemisch an ihrem Wohnort 

am 2. Juli 2020 zum Weiterverkauf sowie deren Wegtransport unter Miss-

brauch ihrer Tochter als Transporteurin;

- Den portionenweisen Verkauf von insgesamt ca. 384 Gramm Kokain an 

diverse, nicht näher bekannte Abnehmer zwischen Mai und Juli 2020;

- Die unentgeltliche Abgabe eines Gramms Kokain im Juni 2020 an einen 

E._____.

1.2. Die Beschuldigte bestreitet und anerkennt die drei ersten Vorwürfe je in Teilen 

(wie folgt) und bestreitet den vierten Vorwurf gänzlich, soweit sie überhaupt Aus-

sagen machte (Urk. 75 S. 11 f. mit Verweisen; Urk. 64 S. 3 ff.).

Die Beschuldigte anerkennt

- Die Aufbewahrung von 20,1 Gramm Kokaingemisch an ihrem Wohnort am 

2. Juli 2020; dieses sei jedoch nicht zum Weiterverkauf vorgesehen gewesen; 

sie habe es vielmehr für ihren jüngeren Bruder lediglich aufbewahrt;

- Die Aufbewahrung weiterer ca. 17 Gramm Kokaingemisch an ihrem Wohnort 

am 2. Juli 2020 zum Weiterverkauf; sie bestreitet jedoch, das Kokain mittels 

Instrumentalisierung ihrer Tochter beiseite geschafft zu haben; sie habe es 

vielmehr in der Toilette entsorgt;

- Sie habe Kokain verkauft, jedoch lediglich eine Portion zu einem halben 

Gramm.

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1.3. Die Vorinstanz hat zu den beiden Anklagepunkten des Aufbewahrens sowie 

demjenigen des Verkaufs von Kokain in den Erwägungen des angefochtenen Ent-

scheides sämtliche der zahlreichen Beweismittel angeführt und eine überzeugende 

Beweiswürdigung angestellt (Urk. 75 S. 11-27 und S. 28-35). Darauf wird vorab 

verwiesen. Das Folgende kann nicht mehr als zusammenfassender und rekapitu-

lierender Natur sein:

Die Beschuldigte ist ausdrücklich geständig, am Tag der Hausdurchsuchung 

17 Gramm Kokaingemisch, welches für den Verkauf bestimmt war, aufbewahrt und 

davon auch verkauft zu haben (Prot. I S. 18). Weitere 20,1 Gramm Kokaingemisch 

wurden – ebenfalls am Tag der Hausdurchsuchung – am gemeinsamen Wohnort 

der Eheleute sichergestellt. Auf der Verpackung fanden sich Spuren sowohl der 

Beschuldigten wie auch des Ehemannes, vom Ehemann sogar im Inneren der Ver-

packung. Im gemeinsamen Schlafzimmer wurde in Plastik und Klebeband ver-

packtes Zopfmehl sichergestellt. Abgesehen davon, dass niemand Zopfmehl als 

Nahrungsmittel im Schlafzimmer aufbewahrt und schon gar nicht in Plastik einge-

schlagen und mit Klebeband umwickelt, handelt es sich dabei notorisch um eine 

Substanz zur Portionierung respektive Streckung von Kokain. Ebenfalls im gemein-

samen Schlafzimmer der Eheleute und am Körper der Beschuldigten wurden ferner 

hohe Bargeldbeträge in drogenhandelsüblicher Stückelung sichergestellt. Ab den 

Mobilgeräten beider Eheleute wurden eindeutig konspirative Dateien sichergestellt: 

Ab demjenigen der Beschuldigten einschlägig-verdächtige Korrespondenz mit 

ihrem Bruder, Notizen und Abrechnungen, ab demjenigen des Mitbeschuldigten 

D._____ Bilder offensichtlich von Drogen und Streckmittel (vgl. Urk. D1 8/5; 

9/6-7). 

Die Verteidigung brachte an der Berufungsverhandlung hinsichtlich des in einer 

Schublade im Schlafzimmer aufgefundenen Zopfmehls vor, die Aussage, wonach 

es ab und zu vorkomme, dass vor der Haustüre der A._____D._____s Lebensmittel 

abgestellt würden, sei durchaus plausibel (Urk. 86 S. 9). Entgegen dieser Darstel-

lung ist es lebensfremd, dass regelmässig ohne ersichtlichen Grund Lebensmittel 

vor dem Haus abgestellt werden sollen. Zudem erklärte die Beschuldigte selbst, sie 

und ihr Ehemann hätten, nachdem das Mehl gefunden worden sei, direkt ihren Bru-

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der F._____ gefragt, was es mit dem Mehl auf sich habe (Urk. 85 S. 9). Daraus 

lässt sich ableiten, dass sie den Charakter bzw. die Herkunft des Mehls ohne Wei-

teres erkannt haben.

Angesichts der zitierten ineinander greifenden belastenden Beweismittel überzeugt 

es generell nicht, wenn die Verteidigung hinsichtlich der einzelnen Indizien darauf 

hinweisen möchte, dass diese noch kein Beweis seien und zudem jeweils eine 

eigene Hypothese zu diesen vorbringt (Urk. 86 S. 8 ff.). Der Grundsatz "in dubio 

pro reo" findet auf das einzelne Indiz nämlich keine Anwendung (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.4; BGer Urteile 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in 

BGE 143 IV 361; 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 und 6B_1021/2016 

vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). Er entfaltet seine Wirkung bei der 

Beweiswürdigung vielmehr als Ganzes. Massgebend ist nicht eine isolierte 

Betrachtung der einzelnen Beweise, sondern deren gesamthafte Würdigung 

(BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; BGer Urteile 6B_90/2019 vom 7. August 2019 E. 4.3; 

6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2). 

1.4. Vor diesem Hintergrund verbleiben aufgrund der Gesamtwürdigung der 

Beweise keinerlei Zweifel, dass aus dem gemeinsamen ehelichen Wohnsitz der 

mitbeschuldigten Eheleute A._____D._____ Drogenhandel betrieben wurde und 

zwar in wesentlich grösserem Umfang, als von der Beschuldigten zugegeben.

Das Quantitativ des aus der ehelichen Wohnung des Beschuldigten und seiner Mit-

beschuldigten getätigten Drogenhandels hat die Anklagebehörde aus den ab dem 

Mobiltelefon von A._____ sichergestellten, einschlägigen Dateien errechnet 

(Urk. 61 S. 4 ff.). Die Vorinstanz hat dies in ihren Erwägungen ausführlich und 

detailliert nachvollzogen und erstellt (Urk. 75 S. 20 ff. und S. 34 f.). 

Wenn die Beschuldigte schon zugibt, 17 Gramm Kokain ausdrücklich zum Weiter-

verkauf besessen und davon auch verkauft zu haben, ist ihre Behauptung, die wei-

teren rund 20 Gramm habe sie lediglich im Auftrag Dritter aufbewahrt um heraus-

zufinden, ob die Ware in der Kühltruhe verdirbt, eine offensichtliche Schutzbehaup-

tung: Wie erwogen wurden nicht nur an der Oberfläche sondern auch im Innern der 

Drogenverpackung Spuren der Eheleute A._____D._____ gefunden. Wenn man 

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sodann herausfinden will, ob Kokain bei einer bestimmten Lagerungsweise ver-

dirbt, muss man dazu nicht die werthaltige Menge von 20 Gramm verwenden, son-

dern könnte den möglichen Verlust auch mit einer wesentlich kleineren Portion ri-

skieren.

Die Beschuldigte lässt durch ihre Verteidigung pauschal bestreiten, der Anklage-

sachverhalt sei "reine Fiktion bzw. Spekulation der Anklagebehörde" (Urk. 64 

S. 6 ff. vgl. auch Urk. 86 S. 13 ff.). Dies ist haltlos; im Gegenteil: Anklagebehörde 

(Urk. 61 S. 3 ff. mit Verweisen) und Vorinstanz haben ausführlich, detailliert und 

überzeugend hergeleitet, dass die sichergestellten Dateien bezogene Drogen, 

Abnehmer und Preise wiedergeben, was sich nicht nur aus Namen und Zahlen, 

sondern auch aus den dazugehörigen Text-Mitteilungen ergibt; und dies selbst-

verständlich vor dem Hintergrund, dass am Wohnort der Person, bei welcher diese 

Dateien gefunden wurden (der Beschuldigten), grössere Drogenmengen, (teilweise 

anerkanntermassen, teilweise bestrittener-, jedoch erstelltermassen zum Verkauf) 

Streckmittel und grosse, einschlägig gestückelte Bargeldbeträge sichergestellt 

wurden. Die Behauptung der Beschuldigten, die fraglichen Screenshots habe sie 

ohne ihr Zutun und auch ohne diese zu verstehen von ihrem Bruder – welcher ihr 

aus Langeweile immer wieder diverse Dateien, unter anderem auch Bankauszüge, 

zusende – und dieser wiederum von unbekannten Dritten erhalten (Prot. I S. 15; 

Urk. 64 S. 6; Urk. 85 S. 7), ist mit der Vorinstanz schlicht unglaubhaft. Im Übrigen 

widerspricht sogar die Verteidigung dieser Darstellung, wenn sie ausführt, der 

Bruder habe durch Zusenden der Screenshots ganz offenbar erreichen wollen, 

dass die Beschuldigte ihm helfe (Urk. 86 S. 14).

1.5. Beschuldigte und Verteidigung ereifern sich ferner zur Frage, ob die Beschul-

digte die fraglichen 17 Gramm Kokaingemisch in der Toilette entsorgt, oder – wie 

in der Anklage dargestellt – im Schulgepäck ihrer Tochter aus dem Haus ge-

schmuggelt hat (Urk. 64 S. 11-15; Prot. I S. 16 ff.; Urk. 86 S. 19 ff.). Immerhin gibt 

die Beschuldigte unumwunden zu, der Tochter als Folge eines spontanen Einfalls 

rund Fr. 12'000.– mitgegeben zu haben, um zu verhindern, dass das Geld bei der 

an ihrem Wohnort stattfindenden Hausdurchsuchung der Polizei in die Hände fällt 

(Prot. I S. 17 f.; Urk. 85 S. 5 f.). 

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Die Vorinstanz hat dargelegt, dass der Klassenlehrer der Tochter der Beschul-

digten in zwei Einvernahmen, davon einmal als Zeuge, ausführlich, detailliert und 

deckungsgleich schilderte, er sei durch das nervöse Mädchen orientiert worden, 

dass es im Auftrag der Mutter viel Geld bei sich trage. Er habe darauf in der Tasche 

des Mädchens ein Tupperware-Gefäss gefunden und geöffnet und darin mehrere 

kleine weisse Kügelchen gesehen, die verpackt und nicht ganz glatt gewesen 

seien; es seien keine Lebensmittel oder Steine gewesen; er habe vermutet, dass 

es Drogen seien und entsprechend die zuständigen Stellen kontaktiert (Urk. 75 

S. 30-33 mit Verweisen). 

Mit der Vorinstanz wirken die Aussagen des Lehrers und Zeugen G._____ absolut 

erlebt und überzeugend. Die Verteidigung vermag diese Schilderungen auch nicht 

ansatzweise in Zweifel zu ziehen (Urk. 64 S. 14). Die von der Beschuldigten an der 

Berufungsverhandlung vorgebrachten Behauptungen überzeugen in keiner Weise. 

So machte sie geltend, die "weissen Steine" und das Geld hätten sich bereits in der 

Tasche befunden und sie habe lediglich keine Zeit mehr gehabt, diese aus der 

Tasche zu entfernen, bevor sie die Tochter damit in die Schule geschickt habe 

(Urk. 85 S. 6). Dass eine grosse Menge Bargeld bereits in der Schultasche der 

Tochter gelegen sei, ist bereits von vornherein eine lebensfremde Behauptung. 

Auch ist nicht einleuchtend, warum in der Tasche der Tochter Steine für ein 

Abschiedsgeschenk an den Lehrer des Sohnes H._____ gelegen sein sollen (vgl. 

Urk. 85 S. 6). Auch dies erweist sich als Schutzbehauptung. Weiter überzeugt auch 

nicht, wenn die Beschuldigte an der Berufungsverhandlung behauptete, sie habe 

die Steine danach vor der Schule abgelegt, damit sie von den Kindern bemalt 

werden könnten (Urk. 85 S. 7). Dies ergibt überhaupt keinen Sinn und lässt ihre 

Darstellung in keiner Weise plausibel erscheinen. 

Damit ist der Anklagesachverhalt auch dahingehend erstellt, dass die Beschuldigte 

die 17 Gramm Kokaingemisch, die sie am Tag der Hausdurchsuchung einge-

standenermassen besass, mittels ihrer Tochter aus dem Haus schmuggelte, an-

schliessend in der Schule wieder abholte und an einen unbekannten Ort ver-

brachte. 

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1.6. Schliesslich wird der Beschuldigten vorgeworfen, einem E._____ ein Gramm 

Kokain abgegeben zu haben, was sie bestreitet (Prot. I S. 16; Urk. 85 S. 9). Der 

Tatvorwurf basiert auf den entsprechenden Aussagen von E._____, wie sie dieser 

– mit der Vorinstanz – in zwei Einvernahmen detailliert, deckungsgleich und damit 

überzeugend deponiert hat (Urk. 75 S. 27 f. mit Verweisen). Entgegen der vor 

Vorinstanz vorgebrachten Behauptung der Verteidigung bestreitet die Beschuldigte 

diesen Anklagepunkt gar nicht "vehement" (Urk. 64 S. 9), vielmehr sagte sie auf 

ersten Vorhalt: "Hat das E._____ gesagt? Soll ich es ihm gegeben haben? Ich kann 

mich nicht erinnern. Ich werde später etwas dazu sagen, aber jetzt gerade nicht" 

(Urk. D1 5/1 S. 4). Eine vehemente Bestreitung sieht anders aus. Entgegen einer 

weiteren Behauptung der Verteidigung ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sich 

E._____ aus einer Falschbelastung der Beschuldigten einen Vorteil in seinem ei-

genen Strafverfahren verschaffen können sollte (Urk. 64 S. 9 f.; Urk. 86 S. 17) Die 

belastenden Aussagen von E._____ sind überzeugend und lassen aufgrund der 

ebenfalls geschilderten Gespräche mit seinen Hinterleuten (Urk. D1 5/2 S. 2 ff.) 

auch keinen Zweifel offen, dass es sich bei der übernommenen Substanz um 

Kokain gehandelt hat. Auch dieser Anklagesachverhalt ist mithin erstellt. 

2. Zusammenfassend ist der Anklagesachverhalt im vollen Umfang rechts-

genügend erstellt. 

3. Die – zutreffende – rechtliche Würdigung von Anklagebehörde und Vorinstanz 

(Urk. 75 S. 35) hat die Verteidigung im Berufungsverfahren ausdrücklich nicht be-

stritten, sondern ihre Kritik ausschliesslich – und wie erwogen: Erfolglos – auf das 

Quantitativ der massgeblichen Drogen beschränkt (Urk. 77 S. 2 f.; Urk. 86 S. 4 ff.). 

Der angefochtene Schuldspruch ist mithin ohne Weiteres zu bestätigen. 

III. Sanktion

1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte bei anklagegemässer Verurteilung mit 

30 Monaten Freiheitsstrafe bestraft (Urk. 75 S. 46). Die Anklagebehörde be-

antragte im Hauptverfahren eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren (Urk. 61 S. 19). Die 

Verteidigung beantragte im Hauptverfahren eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, 

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wobei sie jedoch von einem Freispruch in wesentlichen Anklagepunkten ausging 

(Urk. 64 S. 2). Auch im Berufungsverfahren stellte die Verteidigung – ausgehend 

von einem teilweisen Freispruch – den Antrag, die Beschuldigte sei zu einer be-

dingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu verurteilen (Urk. 77 S. 3; Urk. 86 S. 1). 

2.1. Gemäss Beweisresultat der Vorinstanz, welches im Berufungsverfahren wie 

vorstehend erwogen übernommen wird und entsprechend zu einer Bestätigung der 

vorinstanzlichen Verurteilung auch im Quantitativ führt, hat die Beschuldigte Besitz, 

Verkauf und Vorbereitungshandlungen dazu über rund 220 Gramm reinen Kokains 

betrieben (Urk. 75 S. 34 f.). Bei der konkreten Strafzumessung hat die Vorinstanz 

unterschieden zwischen Besitz und Verkauf von rund 210 Gramm reinen Kokains 

und dem Zugänglichmachen an die minderjährige Tochter von rund 8 Gramm 

reinen Kokains (Urk. 75 S. 38 ff.).

2.2. Zum anwendbaren Strafrahmen sowie den theoretischen Grundsätzen der 

Strafzumessung wird auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen (Urk. 75 S. 36-38). 

2.3. Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere des Tatvorwurfs des 

Verkaufs sowie Besitzes zum Verkauf von Kokain hat die Vorinstanz zusammen-

gefasst erwogen, die Beschuldigte habe innert kurzer Zeit, nämlich von Mai 2020 

bis anfangs Juli 2020, zusammen mit ihrem Ehemann D._____ eine grosse Menge 

an Kokain, nämlich mindestens 219.17 Gramm reines Kokain, verkauft, besessen 

oder zur Weiterveräusserung aufbewahrt. Bei dieser erheblichen Menge handle es 

sich um mehr als das 12-fache der Grenze zum schweren Fall. Die Beschuldigte 

und ihr Ehemann hätten beim Handel mit dem Kokain eine erhebliche kriminelle 

Energie an den Tag gelegt und eine eigentlich Buchhaltung geführt. Bei Kokain 

handle es sich um eine der gefährlichsten Drogen überhaupt, welche ein sehr ho-

hes Suchtpotenzial aufweist. Zwar sei anzunehmen, dass die Beschuldigte im Ko-

kaingeschäft nicht in der obersten Hierarchiestufe stand. Der internationale Dro-

genhandel funktioniere aber nur, wenn Leute (wie die Beschuldigte und ihr Ehe-

mann) die gelieferte Ware auch verteilen. Dies sei diverse Male und an ver-

schiedene Abnehmer erfolgt (Urk. 75 S. 38). 

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Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz erwogen, die Beschuldigte habe mit 

direktem Vorsatz gehandelt. Sie konsumiere selbst keine Drogen. Sie habe dem-

nach aus rein finanziellen und egoistischen Motiven gehandelt. Die Gesundheit der 

vielen Käufer sei ihr offensichtlich gleichgültig gewesen (Urk. 75 S. 39).

Diese Erwägungen sind zutreffend und bedürfen weder einer Korrektur noch 

Ergänzung. 

Gestützt auf diese Erwägungen hat die Vorinstanz eine hypothetische Einsatzstrafe 

von 30 Monaten bemessen (Urk. 75 S. 39). 

2.4. Dieses Strafmass erweist sich auch gemäss dem Vergleichsmodell des 

BetmG-Kommentars FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER als absolut angemessen: Be-

täubungsmitteldelikte im Umfang von rund 220 Gramm reinen Kokains führen zu 

einer Einsatzstrafe von rund 26 Monaten Freiheitsstrafe. Ein Abzugsgrund gemäss 

Kommentar liegt in concreto nicht vor, hingegen führt die Vielzahl der deliktischen 

Handlungen zu einer Erhöhung von bis zu 20%.

Sodann steht dieses Zwischenergebnis im Einklang mit der für den Mittäter 

D._____ zu bemessenden Strafe (vgl. SB230231; Urteil der Kammer vom 13. Mai 

2024). 

2.5. Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere zum Tatvorwurf des 

Zugänglichmachens von Kokain hat die Vorinstanz weiter erwogen, die Beschul-

digte habe ihre damals 9-jährige Tochter dazu missbraucht, die Drogen aus der 

Wohnung und damit aus dem Zugriffsbereich der Polizei zu schaffen. Dabei habe 

die Beschuldigte ihr eigenes Wohl bzw. ihre Freiheit über das Wohl ihrer eigenen 

Tochter gestellt. Dieses Verhalten der Beschuldigten sei sehr verwerflich und 

kindeswohlgefährdend. Die Beschuldigte habe damit nicht nur ihre eigene Tochter, 

sondern auch die anderen Kinder und die Lehrer gefährdet. Es sei nicht auszu-

denken, was passiert wäre, wenn die Kinder mit den Kokainkugeln gespielt oder 

diese gar gegessen hätten. 

Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz erwogen, die Beschuldigte habe mit 

direktem Vorsatz und aus egoistischen Motiven gehandelt. Sie habe vermeiden 

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wollen, dass die Polizei das Kokain findet. Sie hätte die Wahl gehabt, sich anders 

zu verhalten und sich einem Strafverfahren zu stellen, anstatt ihre Tochter und 

weitere Kinder zu gefährden (Urk. 75 S. 39).

Auch diese Erwägungen sind zutreffend und bedürfen weder einer Korrektur noch 

Ergänzung. Der Missbrauch der eigenen Tochter als Drogentransporteurin mit der 

damit einhergehenden Gefährdung, einzig zum Zweck, diese ebenso illegalen wie 

gefährlichen Substanzen vor dem Zugriff der Polizei zu retten, stellt der Beschul-

digten ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.

2.6. In Abgeltung der Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG hat die Vorinstanz 

eine separate Strafe von 10 Monaten Freiheitsstrafe gesehen und die vorgängig 

bemessene Einsatzstrafe unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips um 

6 Monate erhöht (Urk. 75 S. 40; Art. 49 Abs. 1 StGB).

All dies ist nicht zu beanstanden, sondern vielmehr zu übernehmen. Nach Berück-

sichtigung der Tatkomponente resultiert damit eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

2.7. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz darauf verzichtet, den Werdegang 

und die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten zu zitieren (Urk. 75 S. 40), 

was vorliegend nachzuholen ist: 

Die Beschuldigte ist ihren Angaben zufolge in der Türkei geboren und hat dort auch 

die Grundschule abgeschlossen. Im Dezember 2001 sei sie als 13-Jährige mit der 

Familie in die Schweiz eingereist. Zunächst habe sie hier einen Deutschkurs be-

sucht und sei danach in die Schule gegangen, welche sie mit einem Sek-B 

Abschluss abgeschlossen habe. Daraufhin habe sie eine Ausbildung als Fachfrau 

Hauswirtschaft begonnen, diese aber wieder abbrechen müssen. Im Jahr 2017 

habe sie D._____ in der Türkei geheiratet. Er sei sodann zu ihr und den zwei Kin-

dern aus erster Ehe in die Schweiz gezogen. In der Folge habe sie teilweise noch 

als Betriebsmitarbeiterin gearbeitet. Als ihre Tochter krank geworden sei, habe sie 

ganz aufgehört zu arbeiten. Mit D._____ habe sie im Sommer 2021 Zwillinge be-

kommen, wobei eines davon im mm.2024 aufgrund eines Erstickungsunfalles ver-

storben sei. Seit diesem Unfall hätten sich die bereits vorbestehenden psychischen 

Probleme noch deutlich verschlimmert. Derzeit besuche sie aufgrund ihres psychi-

- 15 -

schen Zustandes drei verschiedene Fachpersonen. Einmal pro Monat gehe sie zu 

einer Trauerpsychologin im Kantonsspital Winterthur. Einmal pro Woche besuche 

sie ihren Psychologen in I._____ und zweimal pro Woche gehe sie wegen einer 

Gesprächstherapie und für die Medikamentenabgabe zu einem Psychiater. Sie 

nehme derzeit Beruhigungsmittel und Schlafmedikamente. Der Ehemann der Be-

schuldigten ist seinerseits im Frühjahr 2022 wieder in die Türkei zurückgekehrt, 

weshalb die Beschuldigte mit ihren drei Kindern alleine lebt. Die Beschuldigte ist 

derzeit arbeitsunfähig geschrieben und wird durch die Sozialhilfe unterstützt 

(Urk. D1/4/3 Frage 34 ff.; Prot. I S. 22 ff.; Urk. 85 S. 1 ff. und S. 12; Urk. 87).

Mit der Vorinstanz wirkt sich die Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten strafzumes-

sungsneutral aus (Urk. 78). Das Teilgeständnis wirkt sich in der Tat nur marginal 

strafmindernd auf. Die Beschuldigte bestreitet nach wie vor einen Grossteil der Tat-

vorwürfe und betreffend das Eingestandene bestand eine erdrückende Beweislage. 

Ein volles Geständnis, Einsicht oder gar gezeigte Reue kann die Beschuldigte somit 

nicht für sich reklamieren. Ausdrücklich strafmindernd hat die Vorinstanz – der Ver-

teidigung folgend (Urk. 64 S. 19) – die Strafempfindlichkeit der Beschuldigten be-

rücksichtigt, da diese faktisch alleinerziehende Mutter von – damals – vier Kindern 

war und offenbar auch noch an psychischen Problemen leidet (Urk. 75 S. 41). Die 

von der Vorinstanz hierfür vorgenommene Reduktion der Strafe um 6 Monate ist 

übernehmen. Hinzu kommt nunmehr noch der Verlust eines Kindes im mm.2024, 

durch welchen die Beschuldigte psychisch schwer belastet wurde (Urk. 85 S. 12 

und Urk. 87). Sie muss aufgrund ihres derzeitigen schwer angeschlagenen psychi-

schen Zustandes mehrere Fachpersonen aufsuchen und Medikamente einneh-

men. Die Strafe ist unter diesem Gesichtspunkt daher um weitere 3 Monate zu re-

duzieren, womit eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten resultieren würde.

Führt die Strafzumessung unter Würdigung aller wesentlichen Umstände zu einer 

Freiheitsstrafe, welche im Bereich eines Grenzwertes liegt, hat sich das Gericht zu 

fragen, ob – zugunsten der beschuldigten Person – eine Sanktion, welche die 

Grenze nicht überschreitet, noch innerhalb des Ermessensspielraumes läge. Be-

jaht es die Frage, hat es die Strafe in dieser Höhe festzulegen (BGE 134 IV 17 

E. 3.6). Die Grenze für die Gewährung des vollständig bedingten Vollzuges einer 

Freiheitsstrafe liegt bei 24 Monaten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die zuvor festgesetzte 

- 16 -

Sanktion von 27 Monaten läge demnach nur wenig über dem Grenzwert. In einer 

Gesamtschau liegt indessen auch eine Sanktion von 24 Monaten Freiheitsstrafe 

noch innerhalb des Ermessenspielraumes. Die Strafe ist demnach auf diese Höhe 

festzulegen.

3. Der Anrechnung der erstandenen Haft von 76 Tagen steht nichts entgegen 

(Art. 51 StGB). 

4. Bei einem Strafmass von 24 Monaten Freiheitsstrafe ist – wie ausgeführt – der 

bedingte Strafvollzug möglich (Art. 42 Abs. 1 StGB). Da die Beschuldigte keine 

Vorstrafen hat und auch im Übrigen keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche 

gegen die Gewährung des bedingten Vollzuges sprechen, kann ihr dieser gewährt 

werden. Die Probezeit ist auf das gesetzliche Minimum von 2 Jahren anzusetzen 

(Art. 44 Abs. 1 StGB). 

IV. Kosten

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426 

StPO). 

2.1 Die Gerichtsgebühr des Berufungsverfahrens ist praxisgemäss auf Fr. 3'600.– 

festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 GebV OG).

2.2 Die amtliche Verteidigung macht für die Aufwendungen im Berufungsverfahren 

eine Entschädigung in Höhe von Fr. 8'920.– geltend (Urk. 88). Dies erweist sich 

sowohl gesamthaft als auch im Quervergleich mit dem Aufwand der Verteidigung 

im Parallelverfahren (vgl. SB230231 dort Urk. 110) als übermässig.

Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich im Strafverfahren insbe-

sondere nach den §§ 1, 17 und 18 der Anwaltsgebührenverordnung (AnwGebV). 

Für die Führung eines Strafprozesses im Berufungsverfahren ist ein Entschädi-

gungsrahmen zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 28'000.– vorgesehen (§ 18 AnwGebV 

i.V.m. § 17 AnwGebV). Gemäss § 1 Abs. 2 AnwGebV setzt sich die Entschädigung 

aus der Gebühr und den notwendigen Auslagen zusammen. Die Grundgebühr ist 

dabei nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Be-

mühungen und Schwierigkeiten des Falles, zu bemessen (§ 2 Abs. 1 AnwGebV). 

- 17 -

Entschädigungspflichtig sind all jene Aufwendungen, die in einem kausalen Zusam-

menhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen, notwendig und 

verhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten 

der Staatskasse aufzuerlegen (BGE 141 I 124 E. 3.1 mit Hinweisen). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das Anwaltshonorar Pau-

schalen vorzusehen. Honorarpauschalen dienen dabei der gleichmässigen 

Behandlung und begünstigen eine effiziente Mandatsführung. Bei einer Honorar-

bemessung nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen 

zusammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand 

lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmen-

tarifen erweisen sich aber als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten Ver-

hältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes ver-

nünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen 

(BGE 143 IV 453 E. 2.5.1; BGE 141 I 124 E. 4.3 mit Hinweis).

Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zu grossen Teilen Argumente vor, 

welche bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht wurden. Die Sach-

lage hat sich denn auch nicht grundlegend verändert. Im Übrigen erweist sich der 

vorliegende Fall –insbesondere hinsichtlich der Vorwürfe, welche die Beschuldigte 

betreffen – sowohl hinsichtlich des Aktenumfangs als auch in Bezug auf die Kom-

plexität noch nicht als besonders aufwändig. Im Gegenteil handelt es sich um einen 

relativ übersichtlichen Fall von Betäubungsmittelkriminalität. Eine Entschädigung 

im unteren Bereich des Gebührenrahmens erscheint daher angemessen. Die Ver-

teidigung im Parallelverfahren hatte sich im Gegensatz zur amtlichen Verteidigerin 

der Beschuldigten auch zu Fragen der Landesverweisung bzw. eines weiteren 

Dossiers zu äussern. Es rechtfertigt sich daher auch in einem Quervergleich nicht, 

der amtlichen Verteidigerin der Beschuldigten eine deutlich höhere Entschädigung 

zuzusprechen. Gesamthaft gesehen ist die Entschädigung der amtlichen Ver-

teidigung demnach auf pauschal Fr. 5'700.– festzusetzen.

3. Im Berufungsverfahren unterliegt die allein appellierende Beschuldigte mit 

ihren Anträgen vollumfänglich. Demnach sind ihr die Kosten dieses Verfahrens 

– exklusive die Kosten ihrer amtlichen Verteidigung – vollumfänglich aufzuerlegen 

- 18 -

(Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen unter Vorbehalt einer staatlichen Rückforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur betreffend 

die Beschuldigte A._____ vom 14. Dezember 2022 wie folgt in Rechtskraft 

erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.. [...]

2. [...]

3. [...]

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 5. Oktober 2020 be-

schlagnahmte Barschaft von Fr. 26'280.– wird eingezogen und im Umfang von je 

Fr. 13'140.– zur teilweisen Deckung der Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie 

des Parallelverfahrens (DG220006-K) verwendet.

Der Antrag auf Aushändigung der beschlagnahmten Barschaft an die Eltern der Be-

schuldigten (B._____ und C._____) wird abgewiesen.

5. Die folgenden, durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten und bei der Kantons-

polizei Zürich, Asservaten-Triage unter Lagernummer B01820-2020 lagernden 

Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

 Gelblich-weisses Pulver in Knittersack (A013'950'339),

 Streckmittel / Zopfmehl (A013'950'351).

- 19 -

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 1'665.00   Auslagen (Gutachten)

Fr. 1'520.00   Auslagen (Polizei)

Fr. 22'635.20   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MWST)

Fr. 32'420.20   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

7. […]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig:

 der qualifizierten Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Be-

täubungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG sowie

 der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel 

und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von Art. 19bis BetmG.

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wo-

von 76 Tage durch Haft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 7) wird bestätigt.

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5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'700.–   amtliche Verteidigung

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung – werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
 das Bundesamt für Polizei, fedpol 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
 in die Akten des Verfahrens DG220006 des Bezirksgerichts Winterthur. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

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sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 13. Mai 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Der Gerichtsschreiber:

MLaw L. Zanetti

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.