# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e669f1f-1fb3-5ee1-bb59-1dc4d4f48353
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.04.2021 SB190523
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190523_2021-04-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB190523-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und  

lic. iur. B. Amacker sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. M. Keller 

Urteil vom 22. April 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Leu, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Veruntreuung etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 3. September 2019 (DG190049)  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Februar 2019 

(Urk. 46/21) sowie deren Nachtragsanklage vom 3. Juni 2019 (Urk. 62/12) sind 

diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 81 S. 122 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB teilweise in 

Verbindung mit Art. 29 StGB, 

− der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB, 

− der Bevorzugung eines Gläubigers im Sinne von Art. 167 StGB in Verbindung mit 

Art. 29 StGB, 

− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB in Verbindung mit 

Art. 29 StGB, 

− des Vergehens gegen das AHVG im Sinne von Art. 87 Abs. 2 AHVG in Verbindung 

mit Art. 89 Abs. 1 AHVG, 

− der unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 

lit. a BankG sowie 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

114 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu 

CHF 100 als teilweise Zusatzstrafe zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten vom 30. Juli 2015 ausgefällten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 300. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, abzüglich 114 Tage, die durch 

Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

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4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.  

5. Vom Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 30. Juli 

2015 gewährten bedingten Vollzugs der Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu CHF 300 wird 

abgesehen und die Probezeit um 1 Jahr verlängert. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 21. Januar 2019 beschlag-

nahmten Gegenstände (Ordner "Mitarbeiter B._____ AG", Pos. 1.8; Hängeregister, 

Pos. 2.3; Originalbelege der C._____ AG, Pos. 1.25; Quittungsbelege Pos. 1.17) werden 

dem Beschuldigten ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes 

Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Sicher-

stellungen der Kasse des Bezirksgerichts Zürich als Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 21. Januar 2019 beschlag-

nahmten und bei der D._____ Treuhand erhältlich gemachten Unterlagen werden der 

D._____ Treuhand ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes 

Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Sicher-

stellungen der Kasse des Bezirksgerichts Zürich als Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den nachfolgenden Privatklägern Schadenersatz in nach-

folgender Höhe zu bezahlen: 

- E._____ (1), CHF 100'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 20. September 2013, 

- F._____ (2), CHF 10'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 3. Dezember 2013, 

- G._____ (3), CHF 10'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 21. November 2013, 

- H._____ (4), CHF 13'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 11. November 2013, 

- I._____ (5), CHF 13'905, zuzüglich Zins zu 5% seit 30. September 2013, und 

CHF 36'916, zuzüglich Zins zu 5% seit 3. Dezember 2013, 

- J._____ (6), CHF 5'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 25. Oktober 2013,  

- K._____ (7), CHF 20'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 16. Oktober 2013, 

- L._____ (8), CHF 7'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 28. Oktober 2013,  

- M._____ (9), CHF 6'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 30. Oktober 2013, 

- N._____ (10), EUR 2'562.20, zuzüglich Zins zu 5%  

seit 24. September 2013, 

- O._____ (11), EUR 2'561.14, zuzüglich Zins zu 5% seit 4. Februar 2014, 

- P._____ (12), CHF 4'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 23. September 2013,  

- Q._____ (13), CHF 10'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 17. Dezember 2013, 

- R._____ (14), CHF 6'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 22. November 2013, 

- S._____ (15), CHF 12'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 31. Oktober 2013,  

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- T._____(16), CHF 50'000, zuzüglich Zins zu 5%  

seit 17. Dezember 2013, 

- U._____ (17), CHF 30'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 21. Oktober 2013,  

- V._____ (18), CHF 6'285, zuzüglich Zins zu 5% seit 1. November 2013, 

- W._____ (19), CHF 5'000, zuzüglich Zins zu 5% seit 25. September 2013, 

- AA._____ (21), CHF 69'000. 

Im allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

9. Auf das Schadenersatzbegehren der SVA Zürich (Privatklägerin 20) wird nicht eingetreten. 

10. Die Genugtuungsbegehren der folgenden Privatkläger werden auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen: 

- K._____ (7), 

- M._____ (9). 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

CHF 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 4'100.00   Gebühr Strafuntersuchungen 

CHF 2'130.00   Kosten der Kantonspolizei  

CHF 78.00   Auslagen Untersuchung 

CHF 1'000.00   Kosten obergerichtliches Beschwerdeverfahren 

CHF 63'188.10   amtliche Verteidigung  
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

14. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher 

Verteidiger mit CHF 63'188.10 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

15. (Mitteilungen.) 

16. (Rechtsmittel.)" 

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Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 82 S. 2; Urk. 117 S. 3 f. und S. 54) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 3. September 

2019 in toto aufzuheben und es sei der Beschuldigte im Sinne der Anträge 

der Verteidigung von Schuld und Strafe freizusprechen; 

2. Eventualiter sei der Beschuldigte für die Unterlassung der Buchführung nach 

Art. 325 StGB zu einer leichten Busse zu verurteilen; 

3. Eventualiter sei der Beschuldigte für die unerlaubte Entgegennahme von 

Publikumseinlagen nach Art. 46 Abs. 2 BankG zu einer leichten Busse zu 

verurteilen; 

4. Eventualiter sei der Beschuldigte zu einer Bewährungsstrafe zu verurteilen; 

5. Auf die Schadenersatzforderungen der Privatkläger sei nicht einzutreten, 

eventualiter seien deren Begehren abzuweisen, subeventualiter auf den 

Zivilweg zu verweisen; 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung (Aufwendungen ab dem 24. Mai 

2016) seien auf die Staatskasse zu nehmen; 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7 % MwSt. zu Lasten 

des Staates. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 89; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

 

- 6 - 

Erwägungen: 

I.  Prozessuales und Parteistandpunkte 

1. Vorverfahren und Anklageerhebung 

Aufgrund von Strafanzeigen wurde im September 2014 eine Strafuntersuchung 

gegen den Beschuldigten wegen Wirtschaftsdelikten eingeleitet. Die Vorwürfe 

betreffen die C._____ AG, eine Gesellschaft zum Zweck der Unternehmens- und 

Finanzberatung sowie für Dienstleistungen im administrativen Bereich, bei 

welcher der Beschuldigte Alleinaktionär und Geschäftsführer war. Am 

15. Januar 2015 wurde die Liquidation dieser Gesellschaft wegen Organisations-

mängeln (kein gültiges Domizil, keine Organe) angeordnet (Urk. 1/5 S. 34). Das 

Konkursverfahren wurde am 22. Oktober 2015 mangels Aktiven eingestellt. Es 

kamen zahlreiche Gläubiger zu Schaden. 

Nach umfangreicher Untersuchung wurde am 13. Februar 2019 (Datum Eingang) 

Anklage erhoben (Urk. 46/21). Am 14. Juni 2019 reichte die Staatsanwaltschaft 

eine Nachtragsanklage ein, die ein Verkehrsdelikt während laufender Untersu-

chung betrifft (Urk. 62/12). 

2. Vorinstanzliches Verfahren 

Mit Urteil der 9. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 3. September 2019 

wurde der Beschuldigte gemäss dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv 

schuldig gesprochen und mit 27 Monaten Freiheitsstrafe bestraft. Gegen dieses 

Urteil liess er am 11. September 2019 Berufung anmelden (Urk. 75). Die begrün-

dete Fassung des Urteils wurde dem Verteidiger am 17. Oktober 2019 zugestellt 

(Urk. 80/2).  

3. Berufungsverfahren 

3.1. Die schriftliche Berufungserklärung der amtlichen Verteidigung ging innert 

der 20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO am 4. November 2019 (Datum 

Poststempel: 1. November 2019) hierorts ein (Urk. 82).  

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3.2. Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerin T._____ verzichteten aus-

drücklich auf Anschlussberufung (Urk. 87 und 89). Die übrigen Privatkläger lies-

sen sich nicht vernehmen (Urk. 86).  

3.3. Die auf den 9. November 2020 anberaumte Berufungsverhandlung musste 

coronabedingt verschoben werden (Urk. 109-111/1). Auf entsprechende Nachfra-

ge liess der Beschuldigte unter dem 14. Dezember 2020 mitteilen, er könne sich 

nicht mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden erklären 

(Urk. 111/2). Es wurde deshalb erneut zur Berufungsverhandlung vorgeladen, zu 

welcher jedoch lediglich der amtliche Verteidiger erschien (Prot. II S. 4). Der 

Beschuldigte blieb der heutigen Verhandlung unentschuldigt fern.  

4. Umfang der Berufung 

Der amtliche Verteidiger verlangt einen vollumfänglichen Freispruch und hat die 

Berufung nicht beschränkt. Damit steht das gesamte vorinstanzliche Urteil zur 

Disposition (Urk. 117; Prot. II S. 6). 

5. Parteistandpunkte 

5.1. Die Staatsanwaltschaft vertritt den Standpunkt, der Beschuldigte habe sich 

in der Funktion als Geschäftsführer verschiedener Gesellschaften, insbesondere 

der C._____ AG, Pflichtverletzungen zu Schulden kommen lassen. Er habe den 

Gesellschaften Aktiven unrechtmässig entzogen, wodurch Gesellschafter und 

Gläubiger zu Schaden gekommen seien. Auch habe er die ordnungsgemässe 

Buchführung und die vorgeschriebenen Anmeldungen bei der AHV unterlassen 

und Vorschriften für Publikumseinlagen verletzt. Die Anklage lautet auf gewerbs-

mässigen Betrug, mehrfache Veruntreuung, mehrfache ungetreue Geschäftsbe-

sorgung, Bevorzugung eines Gläubigers (des Beschuldigten selbst), Unterlassen 

der Buchführung und Vergehen gegen das AHV-Gesetz sowie das Bankengesetz 

(Urk. 46/21). In der Nachtragsanklage wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschul-

digten zudem vor, trotz Entzug des Führerausweises einen Personenwagen 

gelenkt zu haben (Urk. 62/12).  

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5.2. Die Verteidigung vertritt zusammengefasst den Standpunkt, beim Beschul-

digten handle es sich keinesfalls um einen arglistigen Betrüger, sondern um einen 

energischen Unternehmer, der ein grosses aber zulässiges finanzielles Risiko 

eingegangen sei (Urk. 71 S. 4). Sein Verhalten könne angesichts der konkreten 

Umstände deshalb höchstens als fahrlässig qualifiziert werden (Urk. 117 S. 5 ff.). 

Ohnehin habe aber nicht der Beschuldigte den "Schiffbruch" der C._____ AG zu 

verantworten, da er weder de facto noch de iure eine geschäftsführende organisa-

torische Funktion bekleidet habe (Urk. 71 S. 13). Aus demselben Grund sei er 

auch nicht für die Verletzung der AHV-Meldepflichten verantwortlich. Im Übrigen, 

auch bezüglich der anderen Gesellschaften, sei der Verlust der Gläubiger eine 

Folge des Anlegerrisikos gewesen oder vom Verwaltungsrat der betreffenden Ge-

sellschaft verursacht worden (Urk. 71 S. 38 f.; Urk. 117 S. 36 ff.). Im Zusammen-

hang mit dem Verkauf von Aktien der AB._____ SA bringt die Verteidigung so-

dann vor, der Beschuldigte sei bloss mit vertraglichen Verpflichtungen in Verzug 

gewesen, was noch kein strafbares Verhalten darstelle, und habe   nicht mit Be-

reicherungsabsicht gehandelt (Urk. 71 S. 41; Urk. 117 S. 25 f.). Zum Vorwurf des 

Fahrens trotz Entzug des Führerausweises machte der Beschuldigte im Wesentli-

chen geltend, nicht er, sondern seine Ehefrau habe das Fahrzeug vor dem Unfall 

gelenkt (Urk. 71 S. 43). 

6. Urteilsbegründung 

Auf die einzelnen Vorwürfe wird im Nachfolgenden im Detail eingegangen. Soweit 

für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes 

auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. 

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 Erw. 1.3.1 mit Hinweisen; Urteil 

1B_242/2020 vom 2. September 2020 Erw. 2.2.). Die Berufungsinstanz kann 

sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

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II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB zu Lasten der 
C._____ AG durch Vorschüsse/Darlehen an Mitarbeiter (Anklagezif-
fer I.A.3.a) 

1.1. Vorschüsse oder Darlehen 

1.1.1. Der Beschuldigte anerkannte vor Vorinstanz, in der Zeitspanne von Herbst 

2013 bis 20. März 2014 den drei Mitarbeitern der C._____ AG, AC._____, 

AD._____ und AE._____, Darlehen bzw. Vorschüsse in einer Gesamthöhe von 

Fr. 108'000.– ausbezahlt zu haben (Urk. 67 S. 7). Er sehe jedoch in der Auszah-

lung von Vorschüssen keine Pflichtverletzung (Urk. 2/12 S. 7). "Entweder gewährt 

man diese oder man verliert die Mitarbeiter" (Urk. 67 S. 7). Weiter führte er aus, 

dass "sie" die Beträge zurückgefordert, aber nicht in Betreibung gesetzt hätten 

(Urk 67 S. 7). Die Staatsanwaltschaft erachtet diese Darlehensgewährungen als 

strafrechtlich relevante Vermögensentäusserungen. 

1.1.2. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, die Verteidigung mache akten-

widrig geltend, dass es sich nicht um Darlehen sondern um Vorschüsse gehandelt 

habe, und verwies diesbezüglich auf die beiden Fotografien der Darlehens-

verträge mit AC._____ und AD._____ (Urk. 81 S. 24; Urk. 3/7/4 und 3/7/5). Diese 

Rüge an die Adresse der Verteidigung ist unberechtigt, denn die Verteidigung hat 

lediglich ausgeführt, dass die Darlehen richtigerweise als Vorschüsse zu bezeich-

nen seien (Urk. 71 S. 16). Ein Vorschuss ist kein Nominatskontrakt und kann in 

verschiedenen rechtlichen Formen ausgestaltet werden, auch als Darlehen. Dies 

hat auch die Staatsanwaltschaft richtig erkannt, wenn Sie in der Anklageschrift 

von Darlehen in Form von Vorschüssen spricht (Urk. 46/21 S. 4). Auch AD._____ 

sprach in seiner polizeilichen Befragung von einem "Vorschuss", den er und an-

dere Mitarbeiter erhalten hätten (Urk. 4/10 Antworten 5 und 12). Er gab zu Proto-

koll, weil kein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen worden sei, habe er ei-

nen Vorschuss verlangt. Ebenso erklärte der (damalige) Verwaltungsrat 

AF._____, dass es Vorschüsse gewesen seien, die bis zu seinem Ausscheiden 

aus der C._____ AG nie verrechnet oder zurückgefordert worden seien (Urk. 3/8 

S. 19). Insofern ist nicht widerlegt, dass die an die Mitarbeiter ausbezahlten Be-

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träge mit zukünftigen Lohnforderungen hätten verrechnet werden sollen, was ge-

meinhin im Arbeitsverhältnis als Vorschuss bezeichnet wird. Für die Beurteilung 

der Strafbarkeit im Sinne von Art. 158 StGB spielt die Bezeichnung der genannten 

Geldleistungen als Darlehen oder als Vorschuss an die Mitarbeiter letztlich aber 

keine Rolle.  

1.2. Faktische Geschäftsführerstellung 

1.2.1. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt, die frag-

lichen Vorschüsse seien zu einer Zeit erfolgt, als AF._____ alleiniger und einzel-

zeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der C._____ AG gewesen sei (Urk. 71 

S. 11). Dieser sei deshalb allein für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften 

verantwortlich gewesen, nicht der Beschuldigte (Urk. 71 S. 13).  

1.2.2. Die Vorinstanz vertrat zu Recht die gegenteilige Ansicht (Urk. 81 S. 21-25). 

Sie hat im Rahmen der rechtlichen Würdigung die einschlägige Literatur zitiert, 

wonach als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB auch eine Person gelten 

kann, welche faktisch als Geschäftsführer amtet und auftritt. Diese Rechts-

auffassung wird auch in konstanter Rechtsprechung vom Bundesgericht vertreten 

(anstelle vieler: Urteile 6B_1103/2017 vom 7. August 2018 und 6B_1232/2017 

vom 30. Juli 2018; BGE 129 IV 124 Erw. 3.1; BGE 123 IV 17 Erw. 3b; BGE 120 IV 

190 Erw. 2b; BGE 105 IV 106 Erw. 2; BGE 100 IV 113 Erw. 4.). 

1.2.3. Unbestritten blieb vom Beschuldigten, dass er Alleinaktionär der 

C._____ AG war (Urk. 14/17/2/21 S. 7). Ebenso anerkannte der Beschuldigte, 

zumindest ab 20. März 2014 bis 9. April 2015 zudem formal einziger Verwaltungs-

rat und Geschäftsführer der Gesellschaft gewesen zu sein. Dies, nachdem er den 

vormaligen Geschäftsführer und einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrat 

AF._____ entlassen hatte. Die Behauptung von AF._____, wonach der Beschul-

digte hauptsächlich die Entscheide im Unternehmen getroffen habe, ist deshalb 

bereits aufgrund der starken Stellung des Beschuldigten als Alleinaktionär der 

C._____ AG glaubhaft (Urk. 3/4 Antwort 29). Weiter ergänzte AF._____, es habe 

keine Entscheidungen gegeben, welche er ohne den Beschuldigten getroffen ha-

be. In der Konfrontationseinvernahme zwischen AF._____ und dem Beschuldig-

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ten führte Ersterer dazu aus: "Bei der C._____ AG haben wir abgemacht, dass ich 

in den Verwaltungsrat gehe und Herr A._____ gleichermassen die Geschäfte 

führt" (Urk. 3/8 S. 4). Auf die Anschlussfrage, ob der Beschuldigte der Geschäfts-

führer gewesen sei, erwiderte AF._____: "Offiziell nicht, aber faktisch schon […]. 

Ich war Verwaltungsrat und zeichnungsberechtigt. Die wichtigen Entscheide hat 

aber Herr A._____ getroffen" (Urk. 3/8 S. 4). Der Beschuldigte entgegnete dieser 

Aussage: "Das ist soweit schon richtig". Er sei eher für Personalfragen zuständig 

gewesen, während AF._____ Geschäftsführer gewesen sei. Die geschäftliche 

Ausrichtung hätten sie jeweils zusammen besprochen (Urk. 3/8 S. 4).  

1.2.4. Es ist deshalb erwiesen, dass der Beschuldigte in der C._____ AG faktisch 

eine Geschäftsführerstellung innehatte und damit aufgrund seiner Funktion den 

Straftatbestand von Art. 158 StGB grundsätzlich erfüllen kann. Ob AF._____ pa-

rallel ebenfalls als Geschäftsführer wirkte, schliesst eine allfällige Strafbarkeit 

nach Art. 158 StGB nicht aus. 

1.2.5. Gemäss Art. 29 StGB und Art. 89 Abs. 1 AHVG ist bei Missachtung gesetz-

licher Pflichten von juristischen Personen die handelnde natürliche Person straf-

rechtlich verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit des Beschuldigten wurde von 

der Verteidigung zu Recht nie in Abrede gestellt. Deshalb wird nachfolgend auch 

nicht mehr darauf eingegangen. 

1.3. Grund und Motiv für die Gewährung der Darlehen bzw. Vorschüsse 

1.3.1. Die Vorinstanz gelangte zur Auffassung, dass die gewährten Darlehen oder 

Vorschüsse "geschäftsmässig nicht begründet" gewesen seien (Urk. 81 S. 25). 

Da die Darlehen nicht ausreichend dokumentiert sowie ohne Sicherheiten 

geleistet worden seien und auch eine Rückzahlung mittels Betreibung unterlassen 

worden sei, sei der Gesellschaft ein Schaden in der Höhe der gewährten 

Darlehen entstanden (Urk. 81 S. 25). Im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

beschränkten sich die Vorderrichter sodann im Wesentlichen auf die Feststellung, 

die Darlehen seien nicht im Interesse der Gesellschaft gewesen. Der Gesellschaft 

sei dadurch ein Schaden entstanden, weshalb der Tatbestand von Art. 158 StGB 

erfüllt sei (Urk. 81 S. 56 f.). Im Übrigen hielt die Vorinstanz fest, infolge der Unter-

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lassung der Buchhaltung könne der Umfang der Beeinträchtigung des Aktien-

kapitals und der gebundenen Reserven nicht festgestellt werden (Urk. 81 S. 57).  

1.3.2. Gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer aufgrund des Gesetzes, 

eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, 

Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu 

beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, 

dass der andere am Vermögen geschädigt wird. 

1.3.3. Allein mit der Feststellung, dass eine Ausgabe geschäftsmässig nicht 

begründet gewesen sei und zu einer Verminderung der Gesellschaftsaktiven 

geführt habe, lässt sich eine Strafbarkeit gemäss Art. 158 StGB nicht begründen, 

zumal dies gar kein Tatbestandselement von Art. 158 StGB ist. Abgesehen davon 

konnte dem Beschuldigten nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass er mit 

den Darlehen bzw. Vorschüssen geschäftsfremde Zwecke verfolgte. Seine 

Behauptung, er habe dies getan, um die Mitarbeiter bei Stange zu halten, welche 

die Investoren zu akquirieren hatten, kann ihm jedenfalls nicht widerlegt werden, 

sondern ist im Gegenteil plausibel (Urk. 67 S. 7). Ebenso lässt sich aufgrund der 

Akten nicht nachweisen, dass der Beschuldigte damit direkte private Interessen 

verfolgte.  

1.3.4. Zwei Darlehensverträge finden sich als fotografierte Dokumente in den 

Akten (Urk. 3/7/4 und 3/7/5). In Bezug auf die Mitarbeiter AC._____ und 

AD._____ kann deshalb auch nicht gesagt, werden, die C._____ AG habe die 

Darlehen unzureichend dokumentiert. 

1.3.5. Richtig ist an der Überlegung der Vorinstanz, dass Handlungen des 

Geschäftsführers, die nicht im wirtschaftlichen Interesse der Gesellschaft liegen, 

oftmals ein Indiz für eine Verletzung seiner Pflichten im Zusammenhang mit dem 

anvertrauten Vermögen sind, weil der Gesellschaftszweck, den der Geschäfts-

führer zu verfolgen hat, in aller Regel die Vermögensfürsorgepflicht enthält  

(STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht BT I, 7. Aufl. 2010, 

§ 19 N 10). Ein Geschäftsführer kann sich beispielsweise aber auch entschlies-

sen, aus reinem Mäzenatentum ein Kunstmuseum oder einen Sportverein zu 

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sponsoren, auch wenn dies für die Gesellschaft keinerlei Nutzen bringt. Trotzdem 

ist ein solches Vorgehen noch nicht strafbar, selbst wenn es zu einem Schaden 

im Sinne einer Verminderung der Gesellschaftsaktiven führt.  

1.4. Strafrechtliche Grenzen für den Geschäftsführer 

1.4.1. Ein Grundproblem bei der strafrechtlichen Erfassung der Tätigkeit eines 

Geschäftsführers einer Gesellschaft ist die Folge des Umstands, dass geschäft-

liche Handlungen immer risikobehaftet sind und manchmal zu Gewinn und 

manchmal zu Verlust bzw. einer Verminderung des Gesellschaftsvermögens 

führen. So wies auch die Verteidigung zutreffend darauf hin, dass es in der Natur 

eines Unternehmers liege, Risiken einzugehen (Urk. 117 S. 6). Es kann deshalb 

nicht angehen, dass das Strafgericht in einer nachträglichen Betrachtung die 

Sinnhaftigkeit von geschäftlichen Entscheiden nach eigenem Gutdünken beurteilt. 

Derjenige, der fremde Geschäfte verwaltet, macht sich nicht schon allein wegen 

defizitärer Geschäftsführung strafbar (Botschaft über die Änderung des Straf-

gesetzbuches vom 24. April 1991, BBl 1991 II 969, 91.032, S. 1048). Andererseits 

dürfen solche Überlegungen aber auch nicht dazu führen, dass ein rechtsfreier 

Raum entsteht und ein Geschäftsführer mit der Begründung des unternehmeri-

schen Risikos frei schalten und walten kann. Deshalb stellt Art. 158 StGB den 

Geschäftsführer unter Strafe, wenn er gewisse Grenzen ausdrücklicher oder 

konkludenter Vorgaben überschritten hat. Eine Strafverfolgung lässt sich nur 

rechtfertigen, wenn Risiken gewagt werden, welche ein umsichtiger Geschäfts-

führer in derselben Situation niemals eingehen würde (Botschaft, BBl 1191, 

S. 1048). Kommen dabei Dritte oder Gläubiger zu Schaden, fallen in erster Linie 

die Tatbestände des Betrugs gemäss Art. 146 StGB, des betrügerischen 

Konkurses und des Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 ff. StGB in Betracht.  

1.4.2. Beim Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung bestehen zwei 

Hauptproblematiken. Die erste Problematik betrifft den Geschäftsführer, der 

Gläubiger schädigt und/oder gegen gesetzliche Vorschriften verstösst, aber auf 

ausdrückliche Anweisung des Verwaltungsrates handelt. Das zweite Problemfeld 

entsteht bei der AG._____-AG, wie es die C._____ AG war und bei welcher der 

Beschuldigte als Geschäftsführer und Alleinaktionär fungierte. Ein ungetreues 

- 14 - 

Verhalten gegenüber der Gesellschaft scheint bei der AG._____-AG grundsätzlich 

ausgeschlossen, erfolgt die Willensbildung in der Gesellschaft doch durch die 

Aktionäre. 

1.5. Ungetreue Geschäftsbesorgung als Treubruchtatbestand 

1.5.1. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB ist – wie es 

der Name schon sagt – ein sogenannter Treubruchtatbestand (DONATSCH, Delikte 

gegen den Einzelnen, 10. Aufl. 2013, S. 304; derselbe in: Aspekte der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung nach Art. 158, ZStrR 114 (1996) S. 200 ff.). Ungetreue 

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB schützt fremdes Vermögen vor 

Schädigung durch Missbrauch von Vertrauen (TRECHSEL/PIETH, Praxiskommentar 

StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 158 N 1; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, a.a.O., § 19 

N 23). Es ist in aller Regel Missbrauch von Vertretungsmacht. Der Inhalt dieser 

Vertretungsmacht und der Treuepflicht richtet sich nach dem Grundverhältnis 

(BGE 80 IV 243 S. 247 Erw. 1 f.). Da es nicht immer ein Auftragsverhältnis sein 

muss, drängt es sich auf, anstatt vom Auftraggeber auch vom Geschäftsherrn zu 

sprechen. Auch wenn der Begriff des Geschäftsherrn nicht Eingang in den 

Tatbestand von Art. 158 StGB gefunden hat, ist er fast zwingend Teil des Begriffs 

der Treue, da Treue zwingend immer ein mehrseitiges Verhältnis voraussetzt. 

1.5.2. Dort wo Geschäftsherr bzw. Auftraggeber und Geschäftsführer – wie bei 

der AG._____-AG – eine Personalunion darstellen, kann eine Treuepflicht nie 

verletzt werden, ganz nach dem römisch-rechtlichen Grundsatz "volenti non fit 

iniuria" (der Wollende bzw. Einwilligende kann sich selbst kein Unrecht zufügen). 

Der geschäftsführende Alleinaktionär kann sich mit anderen Worten durch Hand-

lungen, welche nicht dem Gesellschaftszweck dienen, so viel schädigen wie er 

will; dies allein ist nicht strafbar, bloss weil es in einer ex-ante Betrachtung objek-

tiv wirtschaftlich unsinnig gewesen ist. 

1.6. Grenze des zulässigen Handelns 

1.6.1. Die Tatbestände des Betrugs sowie der Konkurs- und Pfändungsdelikte 

bieten nur einen lückenhaften Gläubigerschutz, weshalb die Rechtsprechung ver-

- 15 - 

sucht, diese Lücke über die ungetreue Geschäftsbesorgung nach Art. 158 StGB 

zu füllen, was kein einfaches Unterfangen darstellt. Denn wie ein althergebrachtes 

Sprichwort besagt, bedeutet ein Loch an einem Ort zu stopfen, neue Löcher an 

anderen Orten zu verursachen.  

1.6.2. Im Entscheid BGE 97 IV 10 hielt das Bundesgericht fest, dass dem Ge-

schäftsführer die Fürsorge für die Erhaltung des Gesellschaftsvermögens mindes-

tens im Umfang des statutarischen Grundkapitals obliege (BGE 97 IV 10 S. 14 

Erw. 2). Dies ergebe sich aus der allgemeinen Treuepflicht von Art. 722 OR und 

dem Kapitalschutzgedanken (vgl. BGE 87 II 181). Dieser Entscheid ist schon 

deshalb bemerkenswert, weil es grundsätzlich nicht Intention des Gesetzgebers 

ist, alles zivilrechtlich unzulässige Handeln gleichzeitig auch noch unter Strafe zu 

stellen. Zivil- und Strafrecht haben ganz unterschiedliche Zielrichtungen und das 

Strafrecht ist ultima ratio. In jenem Fall ging es nota bene aber nicht um eine 

AG._____-AG (BGE 97 IV 10 S. 16 Erw. 4).  

1.6.3. In BGE 117 IV 259 erklärte das Bundesgericht, dass eine verdeckte 

Gewinnausschüttung unter Art. 159 aStGB (heute Art. 158 StGB) falle, wenn 

durch den Eingriff die Aktiven nach Abzug der Passiven nicht mehr zur Deckung 

von Grundkapital und der gebundenen Reserven ausreichen (BGE 117 IV 259 

S. 265 Erw. 3.b und S. 266 Erw.5.a). Inwieweit dies eine Anpassung der mit 

BGE 97 IV 10 begründeten Rechtsprechung darstellt, bleibt unklar. 

1.7. Gläubiger als Geschädigte 

1.7.1. In BGE 97 IV 10 hielt das Bundesgericht noch fest, dass den Geschäfts-

führer nur eine Fürsorgepflicht für das ihm anvertraute Vermögen treffe (BGE 97 

IV 10 S. 16 Erw. 4). Eine Schädigung allfälliger Gesellschaftsgläubiger sei beim 

Tatbestand von Art. 159 aStGB (heute Art. 158 StGB) unerheblich, weil dem 

Geschäftsführer das Gesellschaftsvermögen und nicht jenes der Gläubiger 

anvertraut sei. Bis dato war für das Bundesgericht Art. 158 StGB also noch ein 

Treubruchtatbestand. 

- 16 - 

1.7.2. Demgegenüber erklärte das Bundesgericht im Entscheid BGE 117 IV 259, 

dass an dieser Rechtsprechung nicht festgehalten werden könne, da grundsätz-

lich das Vermögen der Gesellschaft für die Gläubiger hafte (BGE 117 IV 259 

S. 265 Erw. 4). Massgebend sei, ob der Geschäftsführer gegen gesetzliche 

Bestimmungen verstossen habe. Zur Problematik des fehlenden Treuebruchs bei 

Schädigung von Gläubigern verwies das Bundesgericht zunächst auf die soge-

nannte "Fiktionstheorie", nach welcher die Aktiengesellschaft als eigenständige 

juristische Person betrachtet wird, die Vertrauen schenken könne, weil die 

Gläubiger ihrerseits auf die Kreditwürdigkeit der Gesellschaft vertrauten (BGE 117 

IV 259 S. 267 Erw. 5.a). Dieser beinahe schon rührselige Gedanke der Fiktions-

theorie vom menschenähnlichen Wesen der Aktiengesellschaft, welche Vertrauen 

empfinden könne, erscheint allerdings ebenso mutig wie ein Durchgriff des 

Vertrauens der Gläubiger durch die Gesellschaft auf den Geschäftsführer, 

obschon zwischen diesen keine Rechtsbeziehung besteht.  

1.7.3. Im neueren Entscheid BGE 141 IV 104 verwies das Bundesgericht zur 

Begründung seiner Praxisänderung dann auf die eingeschränkte Gesellschafts-

theorie im deutschen Recht, ohne sich in den Erwägungen damit auseinanderzu-

setzen. Ob diese Theorie auf das schweizerische Strafrechtssystem und auf eine 

AG._____-Aktiengesellschaft ohne Weiteres übertragbar ist, darf in Frage gestellt 

werden. Auch die deutsche Rechtsprechung lässt einen solchen Schluss nicht 

eindeutig zu (vgl. das Urteil des BGH vom 11. Dezember 2005, 3 StR 470/04, Fall 

"Mannesmann" bzw. "Vodafon"). Immerhin unterscheidet sich § 266 des deut-

schen Strafgesetzbuches in dieser Hinsicht ganz wesentlich von Art. 158 StGB, 

indem § 266 D-StGB ausdrücklich die Vermögensfürsorge infolge Treuebruchs 

oder Gesetzesverstosses als strafbar erklärt. § 266 D-StGB ist deshalb nicht 

ausschliesslich ein Treubruchtatbestand.  

1.7.4. Gleichwohl handelt es sich um eine inzwischen gefestigte Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zu Art. 158 StGB, welcher zu folgen ist. 

 

 

- 17 - 

1.8. Unterbilanz 

1.8.1. Die bereits vorstehend erwähnte Formulierung aus Bundesgerichts-

entscheiden zur Abgrenzung des strafrechtlich (un-)zulässigen Handelns, "soweit 

die Aktiven nach Abzug der Passiven nicht mehr zur Deckung des Grundkapitals 

und der gebundenen Reserven ausreichen", wird als Unterbilanz bezeichnet. 

Allerdings erachtete das Bundesgericht im Entscheid BGE 117 IV 259 nicht eine 

Unterbilanz als strafbar, sondern vielmehr eine verdeckte Gewinnausschüttung, 

wenn diese zu einer Unterbilanz führt (BGE 117 IV 259 S. 267 Erw. 5.a). Das ist 

richtig, da das Aktienrecht eine Unterbilanz nicht generell verbietet, sondern sogar 

eine vermögenslose oder vermögensschwache Gesellschaft zulässt (vgl. 

FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, § 50 

N 193 ff.; MARKUS VISCHER, Mantel- und Vorratsgesellschaften und insbesondere 

auch der Mantel- und Vorratsgesellschaftshandel aus zivilrechtlicher Sicht, in: 

AJP 4/2013, S. 563 ff. und S. 566 lit. F). Insofern erscheint auch die in Erw. 4.3.2. 

des nicht publizierten Urteils 6B_300/2016 gemachte Feststellung des Bundesge-

richts, wonach bei einer AG._____-AG bereits das Herbeiführen einer Unterbilanz 

strafbar sei, als zu absolut formuliert, zumal diese Ansicht nicht im Einklang mit 

der in der amtlichen Sammlung publizierten Rechtsprechung steht (BGE 141 IV 

104).  

1.8.2. Wenn schon die Verletzung aktienrechtlicher Vorschriften als Massstab für 

die strafrechtliche Relevanz von geschäftlichen Handlungen gelten soll, kann 

dafür nur die qualifizierte Unterbilanz nach Art. 725 Abs. 1 OR (Überschuldung), 

bei welcher nicht unverzüglich die gesetzlich zwingenden Massnahmen ergriffen 

werden, oder eine unzulässige Gewinnausschüttung nach Art. 675 ff. OR in Ver-

bindung mit einer Unterbilanz massgebend sein. Zu Letzterem hielt das Bundes-

gericht in BGE 141 IV 104 wörtlich fest (BGE 141 IV 104 S. 107 Erw. 3.2. a.E.): 

"Wird hingegen das Reinvermögen der AG._____-AG im Umfang des Aktienkapi-

tals und der gebundenen Reserven angetastet, so ist die Vermögensdisposition 

pflichtwidrig, soweit sie eine (verdeckte) Gewinnausschüttung darstellt. Handelt es 

sich bei der Vermögensdisposition hingegen um Aufwand, so ist sie nur pflichtwid-

rig unter der weiteren Voraussetzung, dass sie mit den Pflichten des Geschäfts-

- 18 - 

führers zur sorgfältigen Verwaltung der Geschäfte der Gesellschaft nicht vereinbar 

ist, was von den gesamten Umständen des konkreten Falles abhängt".  

1.8.3. Insoweit ist davon auszugehen, dass gestützt auf die neuste bundesgericht-

liche Rechtsprechung zu Art. 158 StGB bei einer AG._____-AG entweder eine 

verdeckte Gewinnausschüttung in Kombination mit einer Unterbilanz vorliegen 

muss oder das Gericht nach den Umständen des konkreten Falles zu beurteilen 

hat, ob eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt, die zu einer Unterbilanz geführt 

hat. Wo genau bei Letzterer Definition die Abgrenzung zum Fahrlässigkeitsdelikt 

liegt, muss an dieser Stelle nicht geklärt werden.  

1.9. Überschuldung 

1.9.1. Fest steht, was vom Beschuldigten auch zugegeben wurde, dass die 

vorgeschriebene Buchhaltung der C._____ AG nicht geführt worden war (Urk. 2/2 

Antwort 68, Urk. 2/4 Antwort 16-19; Urk. 117 S. 19). Demzufolge kann auch der 

jeweilige Bilanzstatus nicht genau eruiert werden.  

1.9.2. Der Beschuldigte führte in der Untersuchung aus, dass er die C._____ AG 

als vermögensloser Aktienmantel übernommen habe (Urk. 2/2 Antwort 33). Unbe-

stritten blieb, dass dies am 29. Juni 2012 gewesen sei (s.a. Urk. 14/3). Er habe 

der C._____ AG deshalb ein unverzinsliches Darlehen von Fr. 150'000.– gewährt 

(Urk. 2/4 Antworten 69-70), was zu jenem Zeitpunkt das einzige Aktivum der 

Gesellschaft gewesen sei (Urk. 2/2 Antwort 34). Mit anderen Worten verfügte die 

C._____ AG im Zeitpunkt der Übernahme durch den Beschuldigten ausschliess-

lich über Fremdkapital und hatte keinerlei Eigenkapitaldeckung, was eine qualifi-

zierte Überschuldung darstellt. Der Beschuldigte erstellte in der Folge weder eine 

ordnungsgemässe Zwischenbilanz noch legte er eine solche der Revisionsstelle 

vor oder sorgte er für eine unverzügliche Beseitigung der Überschuldung im Sinne 

von Art. 725 Abs. 2 OR.  

1.9.3. In welchen Zeiträumen hernach eine Überschuldung und auch eine Unter-

bilanz bestand, insbesondere vor oder nach der Gewährung der eingeklagten 

Vorschüsse an die Mitarbeiter zwischen Herbst 2013 und 20. März 2014, kann 

mangels Buchführung nicht mehr festgestellt werden. 

- 19 - 

1.10. Verdeckte Gewinnausschüttung 

1.10.1. Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor, wenn einem Gesellschafter 

respektive einer ihm oder der Gesellschaft nahestehenden Person bewusst 

geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen geldwerter Vorteile durch die 

Gesellschaft erwachsen, ohne dass diese aufgrund eines Gewinnverteilungs- 

oder Kapitalherabsetzungsbeschlusses durch die Generalversammlung erfolgen 

(FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, § 49 

N 88). Meistens geht es bei einer solchen Massnahme darum, die Steuerpflicht 

für den Reinertrag und/oder eine Verrechnungssteuer zu umgehen. Deshalb wird 

in der Literatur auch teilweise nicht auf die persönliche Beziehung des Leistungs-

empfängers abgestellt, sondern alleine auf die Absicht der unzulässigen Ver-

mögensdisposition (W. ROBERT PFUND, Die eidgenössische Verrechnungssteuer, 

I. Teil, Basel 1971, Art. 4 VStG N 3.25). Der Begriff der nahestehenden Person ist 

jedenfalls individuell und fallbezogen zu definieren und wurde denn auch vor 

allem durch die steuerrechtliche Rechtsprechung schweizerischer Gerichte 

geprägt (THOMAS GEHRIG, Der Tatbestand der verdeckten Gewinnausschüttung an 

einen nahestehenden Dritten, Diss. Bamberg 1998, S. 148-150). 

1.10.2. Im vorliegenden Fall handelt es sich bei den Mitarbeitern, an welche die 

Darlehen bzw. Vorschüsse gewährt wurden, weder um Aktionäre noch besassen 

sie eine anderweitige Beteiligung an der C._____ AG. Weil die Mitarbeiter nicht 

an der C._____ AG partizipierten, kann schon deshalb nur schwerlich von einer 

verdeckten Gewinnausschüttung gesprochen werden. Aus den Untersuchungsak-

ten ergibt sich zudem nicht, in welchem Umfang die C._____ AG ab Herbst 2013 

ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen nachgekommen war bzw. ob sie seit 2013 

überhaupt Steuern oder Verrechnungssteuern bezahlte. Der Beschuldigte führte 

in seiner Befragung vom 25. Mai 2016 jedenfalls aus, er wisse nicht, ob die 

C._____ AG Steuererklärungen eingereicht habe (Urk. 22/4 Antwort 54). Weiter 

ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass die Vorschüsse an die Mitarbeiter in ir-

gendeiner Weise an den Beschuldigten persönlich zurück- bzw. weiterflossen. In-

sofern kann dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, dass es sich bei den 

Vorschüssen um verdeckte Gewinnausschüttungen handelte. Vielmehr ist plausi-

- 20 - 

bel, dass die Vorschüsse geleistet wurden, um die Arbeitnehmer "bei der Stange" 

zu halten (Urk. 3/8 S. 19 und 20). Schliesslich mussten diese für die C._____ AG 

Investoren für Papiere suchen, deren Werthaltigkeit bereits aufgrund der über-

mässigen Provision von 25% Vermittlungsgebühr äusserst fragwürdig erscheint. 

Die Darstellung von AD._____, er habe den Vorschuss verlangt, weil kein schrift-

licher Arbeitsvertrag abgeschlossen worden sei (Urk. 4/10 Antwort 5), ist daher 

nachvollziehbar und spricht für eine Art Provision oder Lohnentschädigung, 

jedoch klar gegen eine verdeckte Gewinnausschüttung. 

2. Unsorgfältige Geschäftsführung 

2.1. Wie bereits erwähnt, kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in 

BGE 141 IV 104 Tathandlung im Sinne von Art. 158 StGB auch eine Handlung 

des Geschäftsherrn sein, die mit den Pflichten des Geschäftsführers zur sorgfälti-

gen Verwaltung der Geschäfte der Gesellschaft nicht vereinbar ist (BGE 141 IV 

104 S. 107 Erw. 3.2.). Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten primär vor, dass 

die Gewährung der Mitarbeitervorschüsse oder Darlehen ohne entsprechende 

Sicherheiten und ohne ausreichende Dokumentation betreffend die Art und Weise 

der Rückführung strafbar gewesen sei (Urk. 46/21 S. 4 Ziff.3.a).  

2.2. Die C._____ AG erzielte Ihren Umsatz durch Vermittlung von Aktien der 

AH._____ (Luxemburg) SA und durch den Verkauf von Aktien der AH._____ 

(Schweiz) AG (Urk. 1/5 S. 23). Dabei sei für die C._____ AG eine Provision von 

25% des Ausgabepreises angefallen (Urk. 3/8 S. 10). Wie dem Polizeibericht 

samt Kontoauszügen zu entnehmen ist, belief sich der Umsatz dabei auf über 

2 Mio. Franken (Urk. 1/5 S. 25; Urk. 1/4/1-6). Auf der Aufwandseite sind beträcht-

liche Zahlungen unbestritten, so beispielsweise eine als "Interimsdividende" 

bezeichnete Zahlung von Fr. 340'000.– an den Verwaltungsrat AF._____ (Urk. 3/8 

S. 14). Weiter wurden Barzahlungen von über Fr. 800'000.– an Mitarbeiter geleis-

tet, deren Gehälter nach Auskunft von AF._____ bis zu seinem Ausscheiden aus 

dem Verwaltungsrat im März 2014 immer bezahlt worden seien (Urk. 3/8 S. 9 und 

S. 19). Für die C._____ AG hätten ca. 50 freie Mitarbeiter auf Provision gearbeitet 

(Urk. 2/4 Antworten 37-41). Bei den Überweisungen über Fr. 289'756.54 von Ge-

schäftskonten an AF._____ im Zeitraum vom 17. September 2012 bis 

- 21 - 

12. März 2014 habe es sich um Lohnzahlungen der C._____ AG an AF._____ 

gehandelt (Urk. 2/2 Antwort 35). Der Beschuldigte selbst habe sich von der  

C._____ AG einen Lohn von monatlich Fr. 9'250.– ausbezahlt (Urk. 2/4 Antwort 

46).  

2.3. AF._____ sagte in der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigte 

vom 12. September 2016 aus, ab Herbst 2013 habe es Probleme gegeben, aber 

er habe es vorher schon gemerkt (Urk. 3/8 S. 8). Der Beschuldigte gab zu Proto-

koll, dass dies richtig sei (Urk. 3/8 S. 9). Aus den Akten ist ersichtlich, dass die 

C._____ AG bereits ab Herbst 2013 nicht mehr allen ihren finanziellen Ver-

pflichtungen nachkam. So ging am 30. Oktober 2013 eine Betreibung der Axians 

COM AG von Fr. 11'000.– für die Telefonanlage der C._____ AG ein und am 

13. Dezember 2013 erhob die Vermieterin PSP Real Estate AG eine Betreibung 

für den nicht bezahlten Mietzins von Fr. 48'000.– (Urk. 2/15 S. 2). Der Beschuldig-

te erklärte zum ausstehenden Mietzins, es sei ja die Kaution geleistet worden 

(Urk. 3/8 S. 10). Allerdings entbindet eine vorgängige Kautionsleistung im 

Mietverhältnis nie von der Zahlung des Mietzinses, weshalb der Einwand des 

Beschuldigten ohne Bedeutung bleibt. Weiter wurde auch der Kaufpreis von 

Fr. 450'000.– für den Kauf von AH._____-Aktien von der AI._____ AG nicht 

beglichen (Urk. 3/8 S. 13). 

2.4. Dass die strittigen Vorschüsse im Zeitpunkt ihrer Auszahlung zwischen 

Herbst 2013 und März 2014 zu einer Unterbilanz führten, kann mangels unterlas-

sener Buchführung nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden. Die Tatsache, 

dass dieser Beweisnotstand durch eine strafrechtliche Handlung des Beschuldig-

ten selbst verursacht wurde (vgl. dazu nachfolgend Erw. II.5.), führt vorliegend 

nicht zu einer Beweislastumkehr. Allein der Umstand, dass die C._____ AG in 

jenem Zeitpunkt Liquiditätsprobleme hatte, darf sodann nicht ohne Weiteres als 

Beweis für eine Unterbilanz herangezogen werden, selbst wenn vorliegend eine 

gewisse Wahrscheinlichkeit dafür spricht. 

2.5. Es kann auch nicht generell als unsorgfältig bezeichnet werden, wenn an 

Mitarbeiter Vorschüsse ausbezahlt werden. Immerhin flossen im Allgemeinen 

beträchtliche Provisionen an die Mitarbeiter der C._____ AG, so dass nicht aus-

- 22 - 

geschlossen werden kann, dass eine Verrechnung möglich gewesen wäre. Wenn 

die C._____ AG nicht liquidiert oder nicht in Konkurs gefallen wäre, hätte wohl 

niemand behauptet, dass die Gewährung der Mitarbeiterdarlehen trotz Liquidi-

tätsproblemen als Tathandlung einer ungetreuen Geschäftsbesorgung zu qualifi-

zieren sei. Allein vom später eingetretenen Schaden – als weitere Tatbestands-

voraussetzung von Art. 158 StGB – darf daher ebenfalls noch nicht auf die 

Strafbarkeit der Handlung an sich geschlossen werden.  

2.6. Sodann kann nicht gesagt werden, dass der Verzicht auf eine Sicherheit 

für den Vorschuss als strafbare Handlung zu taxieren wäre, zumal eine zumindest 

teilweise Verrechnungsmöglichkeit durchaus realistisch war und auch tatsächlich 

bestand. Ebenso war gar keine Schriftlichkeit über die Art und Weise der Rück-

führung nötig, denn Darlehen können gemäss Art. 318 OR ohne spezielle vertrag-

liche Vereinbarung jederzeit gekündigt werden. Den Akten ist auch nicht zu ent-

nehmen, dass je Uneinigkeit über die Tatsache der Verrechnungsmöglichkeit mit 

Lohn- und Entschädigungsansprüchen bestand. Insofern wäre eine Rückführung 

der Gelder ohne Weiteres möglich gewesen. Problematisch erscheint vorliegend 

vielmehr, dass über die Vorschüsse nie abgerechnet wurde, dass die Darlehen 

nie gekündigt wurden und auch sonst keine ernsthaften Bemühungen der 

C._____ AG bzw. des Beschuldigten ersichtlich sind, diese Vorschusszahlungen 

wieder in die Gesellschaft zurückzuführen. Gerät eine Gesellschaft in einen finan-

ziellen Engpass, gehört die Eintreibung von Forderungen zu den elementaren 

Pflichten eines Geschäftsführers. Im Gegensatz dazu unternahm der Beschuldig-

te nichts, bis er am 9. April 2015 als Verwaltungsrat zurücktrat, weil die 

C._____ AG nicht mehr zahlungskräftig gewesen und auf Konkurs betrieben wor-

den sei (Urk. 2/2 Antwort 70). Diese pflichtwidrige Untätigkeit wird dem Beschul-

digten in der Anklageschrift, mit nachfolgender Ausnahme, allerdings nicht vorge-

worfen. 

2.7. Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang 

einzig vor, dass er die Gelder nie mit einem Betreibungsbegehren zurückgefordert 

habe (Urk. 46/21 S. 4). Die Einleitung einer Betreibung bzw. die Erteilung der 

Rechtsöffnung setzt allerdings das Vorliegen eines entsprechenden Titels und 

- 23 - 

einer fälligen Forderung voraus, weshalb es rechtlich sogar unbedarft gewesen 

wäre, den Betreibungsweg einzuschlagen. Der Vorwurf, eine Betreibung unter-

lassen zu haben, genügt deshalb nicht, um die Strafbarkeit nach Art. 158 StGB zu 

begründen.  

2.8. Der Beschuldigte ist deshalb in diesem Anklagepunkt freizusprechen. 

3. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB zu Lasten der 
C._____ AG durch Zahlungen an die B._____ AG (Anklageziffer  I.A.3.b) 

3.1. Nachdem die C._____ AG zuerst Aktien der AH._____-Gesellschaften 

vermittelte und verkaufte, planten der Beschuldigte und AF._____, Investoren für 

die zwischenzeitlich als Mantelgesellschaft erworbene B._____ AG AJ._____ zu 

finden, eine Gesellschaft mit dem Zweck der Erstellung und des Betriebs von An-

lagen zur Stromerzeugung aus Biomasse sowie der Rohstoffrückgewinnung 

(Urk. 1/5 S. 23). Hierzu gründete der Beschuldigte in Zürich eine Zweigniederlas-

sung der B._____ AG AJ._____ [Ort] (Urk. 46/21 S. 10).  

3.2. Mittels Telefonmarketing vermittelten der Beschuldigte bzw. die 

C._____ AG in der Folge Wandelanleihen der B._____ AG AJ._____. Von diesen 

Verkäufen wurden solche im Umfang von rund Fr. 487'000.– als gewerbsmässi-

ger Betrug angeklagt. Darauf wird nachstehend noch näher einzugehen sein 

(Urk. 46/21 S. 14-21, vgl. nachfolgend Erw. II.7.).  

3.3. AF._____ bestätigte in der Konfrontationseinvernahme mit dem 

Beschuldigten, dass die C._____ AG diverse Ausgaben der B._____ AG getätigt 

habe, beispielsweise für Büroräumlichkeiten, Büroinventar etc. Dies, weil die 

B._____ AG gemäss Aussagen von AF._____ noch keine Konten gehabt habe 

und als Gesellschaftszweck der B._____ AG der Rohstoffhandel angegeben wor-

den sei. Es seien sicher über Fr. 200'000.– gewesen, welche die C._____ AG für 

die B._____ AG bezahlt habe (Urk. 3/8 S. 24). Der Beschuldigte gab an, er wisse 

nicht mehr, wie hoch der Gesamtbetrag der Investitionen gewesen sei. Sie hätten 

aber 35 Arbeitsplätze eingerichtet. Allein die Kosten für die Telefonanlage hätten 

sich auf über Fr. 100'000.– belaufen (Urk. 3/8 S. 24). Zu Beginn hätten sie die Il-

lusion gehabt, dass es sehr gut laufen würde, sich dann aber sehr schnell einge-

- 24 - 

stehen müssen, dass es nicht so gut gelaufen sei. Deshalb sei – so der Beschul-

digte – den Aktionären auch angeboten worden, die Aktien der B._____ AG in 

AH._____-Aktien umzutauschen (Urk. 3/8 S. 24).  

3.4. Die Vorinstanz befand in ihrem Urteil wiederum, die Übernahme der ge-

nannten Aufwendungen der B._____ AG durch die C._____ AG sei "geschäfts-

mässig nicht begründet" gewesen, was als Tathandlung im Sinne der der unge-

treuen Geschäftsbesorgung zu qualifizieren sei (Urk. 81 S. 26 und S. 56). Diese 

Argumentation greift jedoch zu kurz. Es ist generell nicht ungewöhnlich sondern 

sogar alltäglich, dass eine Gesellschaft in andere Gesellschaften investiert und 

beispielsweise auch Startup-Kosten übernimmt. Aus den Akten geht zudem her-

vor, dass vorliegend der Verkauf der B._____-Wandelanleihen einen beträchtli-

chen Umsatz für die C._____ AG generierte. Insofern wurde die B._____ AG er-

worben bzw. die schweizerischen Zweigniederlassung einzig dafür gegründet, um 

als Objekt oder Vehikel für die Geschäftstätigkeit der C._____ AG zu dienen. Die 

Übernahme der Kosten für die Infrastruktur der B._____ AG war deshalb durch-

aus geschäftsmässig begründet und lag im Interesse der C._____ AG, weil diese 

in der Folge beträchtlichen Umsatz und Provisionen mittels der B._____ AG er-

zielte. 

3.5. Einmal abgesehen von der Frage der rechtlichen Gültigkeit und zweifel-

haften Werthaltigkeit der vermittelten Wandelanleihen der B._____AG liegt die 

strafrechtlich relevante Problematik somit abermals darin begründet, dass die 

Übernahme der Kosten weder dokumentiert noch deren Rückforderung in irgend-

einer Weise abgesichert wurde. Der Beschuldigte unterschied nicht mehr zwi-

schen den Gesellschaften, sondern führte die C._____ AG und die B._____AG 

wie aus einer Kasse. AF._____ brachte es in der Konfrontationseinvernahme vom 

12. September 2016 mit seiner Aussage auf den Punkt: "So gesehen war es wie 

unser privates Vermögen" (Urk. 3/8 S. 20). Eine Aussage, die der Beschuldigte 

als richtig bestätigte. Dadurch hat der Beschuldigte in krasser Weise die Interes-

sen der C._____ AG und letztlich auch diejenigen ihrer Gläubiger verletzt. Dabei 

hilft wenig, wenn AF._____ ebenfalls festhielt, dass die B._____AG der 

C._____ AG diese Aufwendungen wieder hätte zurückerstatten und der Buchhal-

- 25 - 

ter die Schulden der B._____AG gegenüber der C._____ AG später hätte aufar-

beiten müssen, da man gar keine Übersicht mehr gehabt habe, wieviel für die 

B._____AG bezahlt worden sei (Urk. 3/8 S. 24).  

3.6. Die Anklageschrift führt als relevante Tathandlung lediglich die Übernahme 

von Aufwendungen der B._____AG im Umfang von Fr. 200'000.– durch die 

C._____ AG auf. Dies ist, wie vorstehend geschildert, noch keine genügende 

Umschreibung einer strafbaren Tathandlung im Sinne von Art. 158 StGB, weshalb 

der Beschuldigte auch von diesem Vorwurf freizusprechen ist. Daher muss an 

dieser Stelle auch nicht weiter auf die Vorbringen der Verteidigung zum diesbe-

züglich geltend gemachten mangelnden Vorsatz des Beschuldigten eingegangen 

werden (Urk. 117 S. 10 ff.). 

4. Bevorzugung eines Gläubigers gemäss Art. 167 StGB (Anklageziffer I.B.) 

4.1. Sachverhalt 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich im Wissen um den drohenden Kon-

kurs der C._____ AG bzw. deren fehlende Liquidität im Zeitraum vom 

19. Mai 2014 bis 19. März 2015 ein Privatdarlehen in der Höhe von Fr. 150'000.– 

zurückbezahlt zu haben. Dieses Darlehen gewährte er der C._____ AG bei deren 

Erwerb (Urk. 46/21 S. 5-7).  

4.2. Gesetzestext von Art. 167 StGB 

Der Schuldner, der im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit und in der  

Absicht, einzelne seiner Gläubiger zum Nachteil anderer zu bevorzugen, darauf 

abzielende Handlungen vornimmt, insbesondere nicht verfallene Schulden 

bezahlt, eine verfallene Schuld anders als durch übliche Zahlungsmittel tilgt, eine 

Schuld aus eigenen Mitteln sicherstellt, ohne dass er dazu verpflichtet war, wird 

gemäss Art. 167 StGB bestraft, wenn über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen 

ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist. 

4.3. Verlustscheine 

Aus den Akten ergibt sich, dass am 22. Januar 2015 und am 19. März 2015 

insgesamt fünf Pfändungsverlustscheine gegen die C._____ AG ausgestellt wur-

- 26 - 

den (Urk. 14/13). Diese objektive Strafbarkeitsvoraussetzung von Art. 167 StGB 

wird in der Anklageschrift aufgeführt sowie von der Verteidigung nicht bestritten 

und ist daher als erfüllt zu betrachten (Urk. 46/21 S. 6).  

4.4. Rückzahlung des Darlehens 

4.4.1. Der Beschuldigte anerkannte in der Untersuchung und vor Vorinstanz, dass 

er sich das Aktionärsdarlehen an die C._____ AG in der Zeit von Mai 2014 bis 

31. Dezember 2014 in mehreren Tranchen auf sein privates Konto bei der Post-

finance (Nr. 1) zurückzahlen liess (Urk. 67 S. 7, Urk. 71 S. 17 f.). In diesem Zeit-

raum war er alleiniger einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der 

C._____ AG. Anerkannt hat er auch, dass er am 9. April 2015 als alleiniger 

Verwaltungsrat zurückgetreten ist, da die C._____ AG nicht mehr zahlungskräftig 

gewesen und auf Konkurs betrieben worden war (Urk. 2/2 Antwort 70). 

4.4.2. Gemäss Darlehensvertrag vom 15. August 2012 wurde vereinbart, dass die 

Rückzahlung des Darlehens sukzessive, nach Absprache und abhängig von den 

finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens erfolge (Urk. 14/7/2/36). Es steht 

deshalb fest, dass nicht im Voraus eine Fälligkeit vereinbart wurde, sondern es 

sich – auf Bestreben des Beschuldigten als Alleinaktionär, einziger Verwaltungs-

rat und gleichzeitig Gläubiger der C._____ AG – um rein freiwillige Rückzahlun-

gen der C._____ AG handeln sollte. Solche Rückzahlungen wären in jenem Zeit-

raum aufgrund der desolaten finanziellen Situation der C._____ AG aber nicht 

mehr zulässig gewesen. 

4.4.3. Der Beschuldigte stellte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt, die Rück-

zahlung sei möglich gewesen, weil es der C._____ AG zu jenem Zeitpunkt nicht 

schlecht gegangen sei. Die laufenden Geschäfte hätten weitergeführt werden 

können (Urk. 67 S. 7). Diese Behauptung wird jedoch durch die Aussagen von 

AF._____ widerlegt, wonach es der C._____ AG bereits im Herbst 2013 finanziell 

nicht mehr gut gegangen sei (Urk. 3/8 S. 13). Dieser Standpunkt von AF._____ 

wird durch den entsprechenden Betreibungsregisterauszug belegt (Urk. 14/13; 

vgl. auch vorstehend Erw. II.2.3.). Schliesslich musste selbst der Beschuldigte 

eingestehen, dass er damals mangels Buchhaltung gar keine Übersicht für den 

- 27 - 

Vermögensstatus der Gesellschaft gehabt habe (Urk. 2/12 Antworten 36 und 38 

und 44). Die Weiterführung des Tagesgeschäfts ist deshalb rechtlich irrelevant für 

die Frage, ob das Darlehen hätte zurückbezahlt werden dürfen oder nicht. 

4.4.4. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz in offenkundigem Widerspruch zum 

Standpunkt des Beschuldigten geltend, bei der Rückzahlung des Darlehens habe 

es sich um Entgelt für die Bemühungen gehandelt, eine desolate Gesellschaft in 

infarktgefährdetem Zustand zu retten respektive sei es eine Abfindung für die 

Anstrengungen des Beschuldigten gewesen, die Gesellschaft vor dem Konkurs zu 

retten (Urk. 71 S. 18 f.). Dies ist als Schutzbehauptung zu qualifizieren, bestand 

doch weder eine rechtliche Verpflichtung der C._____ AG für eine solche Abfin-

dung noch sind in den Akten bzw. Unterlagen der C._____ AG Belege dafür vor-

handen. Zudem anerkannte der Beschuldigte, für seine Tätigkeit bei der 

C._____ AG einen Lohn von monatlich Fr. 9'250.– bezogen zu haben (Urk. 2/4 

Antwort 46; Urk. 67 S. 8).  

4.4.5. An der Berufungsverhandlung vertrat die Verteidigung den neuen Stand-

punkt, das Aktionärsdarlehen des Beschuldigten sei nicht in bar zurückbezahlt, 

sondern bloss durch Verrechnung mit Schulden des Beschuldigten gegenüber der 

Gesellschaft getilgt worden. Es handle sich mithin um eine rein buchhalterische 

Transaktion, welche keinen Einfluss auf die flüssigen Mittel und damit auch keine 

Wirkungen auf das exekutionsfähige Vermögen der C._____ AG gezeitigt habe 

(Urk. 117 S. 14-18). Veranlasst wurde diese Änderung des Standpunktes durch 

die seitens der Vorinstanz geäusserte Auffassung, wonach aufgrund des Konto-

blattes der C._____ AG von einer Verrechnung des Darlehens von Fr. 150'000.– 

mit einer Schuld des Beschuldigten von Fr. 304'184.03 auszugehen sei (Urk. 81 

S. 28; Kontoblatt Urk. 14/17/2/36). Allein mit einem solch unbelegten Eintrag auf 

besagtem Kontoblatt lassen sich die früheren Aussagen des Beschuldigten, 

wonach das Darlehen in mehreren Tranchen auf sein Postfinancekonto zurück-

bezahlt worden sei, allerdings nicht wegwischen. Abgesehen davon dürfen 

Aktionärsdarlehen selbst bei einer vertraglichen Vereinbarung von Rückzahlungs-

terminen nicht einfach unbesehen der finanziellen Situation der Gesellschaft 

zurückbezahlt werden (vgl. FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., § 50 

- 28 - 

N 187 ff.). Im Gegenteil ist im Falle einer Überschuldung eine Rangrücktritts-

erklärung abzugeben. Aber auch im Falle einer Verrechnung bliebe es entgegen 

der Ansicht der Verteidigung dabei, dass der Beschuldigte seine Verbindlichkeiten 

gegenüber der Gesellschaft durch die Verrechnung verringerte, worauf er auf-

grund der Rückzahlungsvereinbarung im Darlehensvertrags keinen Anspruch hat-

te. Die Gesellschaft hätte im Falle eines Liquiditätsmangels somit ihre Forderung 

von Fr. 304'184.03 gegenüber dem Beschuldigten einfordern können, ohne dass 

ihm ein Verrechnungsrecht zugestanden wäre. 

4.5. Würdigung 

Es ist daher verfehlt, wenn die Verteidigung sinngemäss geltend machen will, die 

Darlehensrückzahlung habe den Schutzzweck von Art. 167 StGB (Gleichbe-

handlung der Gläubiger) nur hypothetisch tangiert, da die übrigen Gläubiger letzt-

lich mangels Haftungssubstrat ohnehin leer ausgegangen wären (vgl. Urk. 117 

S. 16 f.). Vielmehr handelt es sich vorliegend geradezu um einen klassischen Fall 

einer Gläubigerbevorzugung im Sinne einer Selbstbegünstigung. Der Beschuldig-

te, Geschäftsführer und Alleinaktionär der C._____ AG, brachte vor dem sich 

schon seit Monaten deutlich abzeichnenden finanziellen Kollaps der C._____ AG 

seine eigenen Schäfchen auf Kosten der Gläubiger ins Trockene. Dies tat der Be-

schuldigte vor dem Hintergrund, dass keine ordnungsgemässe Buchführung be-

stand und er die finanzielle Schieflage der C._____ AG gar nicht mit genügender 

Sicherheit beurteilen konnte. Er nahm damit in Kauf, dass Gläubiger durch die 

bevorstehende Liquidation der C._____ AG zu Schaden kommen, da er sich als 

gleichwertiger Gläubiger vorab befriedigte (vgl. dazu auch nachfolgend Erw. II.8.). 

Der Beschuldigte ist deshalb im Sinne von Art. 167 StGB schuldig zu sprechen. 

5. Unterlassen der Buchführung gemäss Art. 166 StGB (Anklageziffer  I.C) 

5.1. Der Beschuldigte gestand mehrfach ein, dass keine ordentliche Buch-

haltung geführt worden war (Urk. 2/4 Antwort 16; Urk. 3/8 S. 7; Urk. 67 S. 7). Als 

Begründung brachte er vor, die nötigen Unterlagen seien bei Umzügen verloren 

gegangen (Urk. 2/4 Antwort 25), es sei eben nicht geplant gewesen, dass er die 

Geschäftsführung übernehmen müsse (Urk. 2/4 Antwort 29), die Buchhaltung sei 

- 29 - 

nicht sein Aufgabenbereich gewesen (Urk. 2/12 S. 57) oder er habe es zwar 

probiert aber nicht geschafft, weil alles so wirr gewesen sei (Urk. 67 S. 8).  

5.2. Die Verteidigung vertrat vor Vorinstanz den Standpunkt, der Beschuldigte 

habe nach der Entlassung des vormaligen Geschäftsführers AF._____ im 

März 2014 notgedrungen die Stellung des geschäftsführenden Verwaltungsrates 

übernehmen müssen. Die organisatorische Ausgangslage sei hinsichtlich der 

Buchführung so chaotisch gewesen, dass er den Schaden nicht mehr habe 

begrenzen können (Urk. 71 S. 14). An der Berufungsverhandlung brachte die 

Verteidigung zudem vor, es habe an der nötigen Liquidität gefehlt, um die Buch-

haltung durch einen Treuhänder erledigen zu lassen (Urk. 117 S. 20). Diese Ein-

wendungen sind unbehelflich, denn die Buchführungspflicht gemäss Art. 957 und 

957a OR hängt nicht vom Grad der vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen 

Belege, der Liquidität oder anderen Schwierigkeiten ab. Eine Bilanz lässt sich 

auch erstellen, wenn zahlreiche Belege fehlen. Entgegen der Ansicht der Ver-

teidigung kann auch nicht von einem fahrlässigen Handeln des Beschuldigten 

ausgegangen werden (Urk. 117 S. 19 f.). Der Beschuldigte führte aus, dass er 

selbst keine kaufmännische Ausbildung habe und auch über keine Kenntnisse 

verfüge, wie eine Buchhaltung geführt werden müsse (Urk. 2/12 Antwort 13). Er 

habe eine Tischlerlehre gemacht (Urk. 67 S. 5). Trotzdem führte der Beschuldigte 

– auch nachdem er ab dem 20. März 2014 alleiniger einzelzeichnungsberechtigter 

Verwaltungsrat war – die Geschäfte der C._____ AG im Wissen um die nicht 

ordnungsgemässe Buchführung noch ein weiteres Jahr weiter. Aufgrund dieser 

Umstände kann insgesamt nur auf die Inkaufnahme der Pflichtverletzung zur 

ordnungsgemässen Buchführung geschlossen werden (zum Ganzen: DONATSCH/ 

TAG, Strafrecht I, Verbrechenslehre, 8. Auflage 2006, S. 116 f.; s.a. nachfolgend 

Erw. II.8.). Eine eigentliche Verschleierungsabsicht, wie sie der Verteidiger an-

führt, ist dafür nicht erforderlich (Urk. 117 S. 20). 

Als faktischer Geschäftsführer kann sich der Beschuldigte auch nicht darauf beru-

fen, dass bis März 2014 AF._____ für die Buchhaltung verantwortlich gewesen 

sei. Der Verteidiger zitierte dazu das Sprichwort, wenn zwei verantwortlich für ei-

ne Sache seien, sei niemand verantwortlich (Urk. 117 S. 20). Dies ist zwar eine 

- 30 - 

zutreffende Lebensweisheit; allein der Gesetzgeber geht jedoch von einem ande-

ren Modell für Geschäftsführer (von Gesellschaften) aus.  

5.3. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 81 S. 31-32 und S. 60-62). Der Beschuldigte ist der Unterlassung 

der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB schuldig zu sprechen. 

6. Entzug von der Beitragspflicht für Sozialversicherungsabgaben auf ausbe-
zahlte Löhne gemäss 87 Abs. 2 und Art. 89 Abs. 1 AHVG (Anklageziffer  I.D) 

6.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Löhne für sich und AF._____ 

nicht bei der Ausgleichskasse deklariert und sich somit der Beitragspflicht im Sin-

ne von Art. 87 Abs. 2 AHVG entzogen zu haben. Aufgrund von Art. 89 Abs. 1 

AHVG ist bei einer juristischen Person die Geschäftsführung für die Einhaltung 

der Beitragspflicht strafrechtlich verantwortlich. 

6.2. AF._____ räumte in seiner Befragung ein, dass keine Lohndeklarationen 

bei der Sozialversicherungsanstalt eingereicht worden seien. Dies hätte später 

nachgeholt werden sollen (Urk. 3/6 Antwort 91). Hierzu gab der Beschuldigte vor 

Vorinstanz an, es sei wahrscheinlich richtig, dass er und AF._____ nie bei der 

Ausgleichskasse angemeldet und in der Folge auch keine Sozial-

versicherungsbeiträge auf ihre Löhne bezahlt worden seien (Urk. 67 S. 8). Die 

Verteidigung wendete dieselben Argumente ein wie im Zusammenhang mit der 

unterlassenen Buchführung (Urk. 71 S. 14 f.; Urk. 117 S. 21 ff.). Als faktischer und 

später formeller Geschäftsführer wäre der Beschuldigte für die Anmeldung bzw. 

die Deklaration der Beitragspflicht allerdings verantwortlich gewesen; ob alleine 

oder zusammen mit AF._____ spielt rechtlich dabei keine Rolle. Es ist auch nicht 

im geringsten nachvollziehbar, weshalb eine chaotische Buchhaltung ein 

Hinderungs- oder Rechtfertigungsgrund gewesen sein soll, die Arbeitstätigkeit 

ordnungsgemäss der Sozialversicherungsanstalt zu melden (s.a. Urk. 117 S. 22). 

Wer Löhne ausbezahlt, kann gleichzeitig auch die entsprechenden Deklarationen 

der Sozialversicherungsanstalt zukommen lassen. Soweit die Verteidigung 

einwendet, es liege kein strafbares Verhalten vor, wenn lediglich die Zahlung der 

Beiträge unterlassen werde, verfängt dies ebenfalls nicht (Urk. 117 S. 22). Vorlie-

- 31 - 

gend geht es nicht um einen blossen Zahlungsverzug von in Rechnung gestellten 

Beiträgen, sondern um die Nichtdeklaration der erforderlichen Informationen ge-

genüber der Sozialversicherungsanstalt (Art. 87 Abs. 2 AHVG). Der Beschuldigte 

nahm sodann in Kauf, dass die Sozialversicherungsanstalt aufgrund der unter-

lassenen Deklarationen zu Schaden kam (vgl. nachfolgend Erw. II.8.). 

6.3. Auch diesbezüglich kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägun-

gen verwiesen werden (Urk. 81 S. 33-34). Der Beschuldigte ist anklagegemäss 

schuldig zu sprechen. 

7. Ausgabe von Wandelanleihen der B._____AG AJ._____; gewerbsmässiger 
Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB, ungetreue Geschäftsbe-
sorgung nach Art. 158 StGB und unerlaubte Entgegennahme von Publi-
kumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG (Anklageziffern II.A.-II.C.) 

7.1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird unter diesem Titel zusammengefasst vorgeworfen, über 

die in der Schweiz und zu diesem Zweck gegründete Zweigniederlassung Zeich-

nungsscheine für Wandelanleihen der B._____AG AJ._____ an insgesamt 24 

Geschädigte verkauft zu haben, obschon dazu kein Einverständnis des Verwal-

tungsrats der B._____AG AJ._____ vorgelegen sei. Dabei hätten Mitarbeiter auf 

Anweisung des Beschuldigten telefonisch Investoren bzw. Käufer angeworben 

und diesen einen gefälschten Emissionsprospekt der B._____AG AJ._____ zuge-

stellt. Die Geschädigten hätten in der Folge für Zeichnungsscheine für die Wan-

delanleihen einen Gesamtbetrag von Fr. 487'000.– auf ein Konto der C._____ AG 

überwiesen. Dort sei das Geld für andere Zwecke verwendet worden. Mit diesem 

Verhalten habe sich der Beschuldigte des gewerbsmässigen Betrugs, der unge-

treuen Geschäftsbesorgung und der Widerhandlung gegen das Bankengesetz 

schuldig gemacht (Urk. 46/21 S. 11 ff.). 

7.2. Ausgabe der Wandelanleihen 

7.2.1. Die fraglichen Wandelanleihen waren mit 6,5 % verzinst, bei halbjährlichen 

Auszahlungen. Für die Wandelung wurde auf dem Zeichnungsschein erklärt, dass 

weder ein Lock-Up (ein Veräusserungsverbot für die Altaktionäre) noch eine War-

- 32 - 

tefrist für die Anleihensgläubiger bestehe (vgl. Emissionsprospekt Urk. 5/3/3/11 

und Zeichnungsschein Urk. 5/3/3/4).  

7.2.2. Der Beschuldigte machte vor Vorinstanz geltend, die Ausgabe von 

Wandelanleihen sei mit dem Verwaltungsrat der B._____AG AJ._____ bespro-

chen worden (Urk. 67 S. 10). In der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschul-

digten erklärten die ehemaligen Verwaltungsräte der B._____AG AJ._____, 

AK._____ und AL._____ als Zeugen, dass sie nicht gewusst hätten, dass der Be-

schuldigte Wandelanleihen der B._____AG verkauft habe (Urk. 4/3 S. 15). Man 

habe zwar einmal über die Herausgabe von Wandelanleihen gesprochen, dies 

sollte jedoch erst geschehen, wenn das Aktionärsdarlehen geleistet und die not-

wendigen Bewilligungen der Aufsichtsbehörde eingeholt worden wären, was man 

dem Beschuldigten auch so mitgeteilt habe (Urk. 4/3 S. 7 ff., Urk. 4/4 S. 3, 9). Der 

Beschuldigte entgegnete auf Vorhalt dieser Aussagen vor Vorinstanz lediglich, 

dass die Zeugen teilweise lügen würden (Urk. 67 S. 10).  

7.2.3. Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass der Beschuldigte nicht be-

rechtigt war, Wandelanleihen der B._____AG AJ._____ zu emittieren oder Zeich-

nungsscheine für Wandelanleihen der B._____AG AJ._____ zu verkaufen 

(Urk. 81 S. 37-39). So war der Beschuldigte gemäss Handelsregisterauszug des 

Kantons Zürich zwar für die Zweigniederlassung in Zürich zeichnungsberechtigt, 

nicht aber für die B._____AG AJ._____. Dies ist auch aus dem Mandatsvertrag 

zwischen dem Beschuldigten (als Aktionär der B._____AG und Mandatgeber) 

sowie der AM._____ Treuhand AG (als Mandatnehmerin über die treuhänderi-

sche Verwaltung der B._____AG) zu entnehmen. Gemäss Mandatsvertrag war 

der Mandatgeber ausdrücklich nicht dazu berechtigt, im Namen und/oder für 

Rechnung der Gesellschaft aufzutreten (Urk. 4/5/3 Ziff. 5). Dass die Verwaltungs-

räte erst am 4. Februar 2014 vom Verkauf der Wandelanleihen durch den Be-

schuldigten erfahren haben (Urk. 4/3 S. 7 ff.; Urk. 4/4 S. 9), wird dadurch gestützt, 

dass diese nach Erlangen der entsprechenden Information die Internetseite sper-

ren liessen, die Herausgabe der Wandelanleihen stoppten und die Rückabwick-

lung der Geschäfte verlangten (Urk. 4/3 S. 9 f., Urk. 4/4 S. 9 f.), was der Beschul-

digte selber bestätigte und nebst einer Aktennotiz auch durch eine vom Beschul-

- 33 - 

digten unterzeichnete Erklärung belegt wird (Urk. 2/2 S. 10; Urk. 3/8 S. 29 f.; 

Urk. 4/5/5). Der Beschuldigte räumte bereits in seiner Befragung vom 

24. Mai 2016 ein, er habe zur Ausgabe der Wandelanleihen keine Erlaubnis des 

Verwaltungsrates gehabt (Urk. 2/2 Antwort 76). In der Einvernahme vom 

25. Mai 2016 sagte er zudem aus, er glaube nicht, dass die Verwaltungsräte der 

B._____AG von den Unterlagen der Wandelanleihen Kenntnis gehabt hätten 

(Urk. 2/4 S. 16, Urk. 2/2 S. 9).  

7.2.4. Die Verteidigung behauptet unter Verweis auf den polizeilichen Schlussbe-

richt (Urk. 1/5 S. 50), AN._____, welcher vom Beschuldigten unter anderem mit 

der Ausarbeitung eines Emissionsprospektes beauftragt worden sei, habe den 

Verwaltungsräten der B._____AG AJ._____ mit Email vom 26. Juli 2016 mitge-

teilt, dass er mit der Ausarbeitung der notwendigen Beschlüsse der GV und der 

Statutenänderung für die Ausgabe von Wandelanleihen beauftragt worden sei 

(Urk. 71 S. 23). Sinngemäss möchte die Verteidigung daraus eine Einwilligung 

des Verwaltungsrates zur Emission von Wandelanleihen ableiten (vgl. Urk. 117 

S. 27 f.). Nach Darstellung von AN._____ habe dieser dem Beschuldigten jedoch 

lediglich einen ersten Entwurf einer Informationsbroschüre für die Emission einer 

Wandelanleihe zugestellt. Dieser Entwurf habe zahlreiche markierte offene 

Punkte enthalten, bezüglich derer er den Beschuldigten um Rückmeldung er-

sucht, jedoch nie eine solche Rückmeldung erhalten habe (Urk. 1/5 S. 49). Richtig 

ist, dass AN._____ angab, mit dem Verwaltungsrat AL._____ die Formalien für 

eine bedingte Kapitalerhöhung besprochen zu haben und den anderen Verwal-

tungsrat der B._____AG AJ._____ nicht zu kennen (Urk. 1/5 S. 50). Jedoch führte 

AN._____ in der von der Verteidigung zitierten Email weder aus, dass von Wan-

delanleihen die Rede war, noch kann aufgrund dieser Email von einem 

Einverständnis des Verwaltungsrates zur Ausgabe von Wandelanleihen ausge-

gangen werden. Ganz zu schweigen von einem gültigen Generalversammlungs-

beschluss hierüber. Die besagte Email von AN._____ entlastet den Beschuldigten 

deshalb nicht. Auch kann der Ansicht der Verteidigung nicht beigepflichtet wer-

den, wonach der Beschuldigte mit der Delegation der Arbeiten für den Emissions-

prospekt an einen Profi davon habe ausgehen dürfen, die Herausgabe von Wan-

delanleihen sei somit in Ordnung (Urk. 117 S. 29). Der Beschuldigte hat weder 

- 34 - 

vom Verwaltungsrat noch von AN._____ je eine Nachricht erhalten, die in diesem 

Sinne zu interpretieren gewesen wäre. Zudem widerspricht dies auch dem an an-

derer Stelle vorgebrachten Standpunkt der Verteidigung, der Beschuldigte habe 

fest daran geglaubt, dass der Verwaltungsrat der B._____AG AJ._____ die ein-

gegangenen Verbindlichkeiten nachträglich genehmige (Urk. 117 S. 41). 

7.2.5. Eine Wandelanleihe ist eine in einem Wertpapier verbriefte verzinsliche 

Darlehensforderung, die im Rahmen einer – meist längerfristigen – Anleihe 

gestückelt öffentlich ausgegeben wird und bei denen die Gläubiger zu im Voraus 

festgelegten Bedingungen Beteiligungspapiere, Aktien oder Partizipationsscheine, 

erwerben können (vgl. dazu FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, a.a.O., § 48 N 23-

27). Die Herausgabe solcher Wandelanleihen ist sowohl nach schweizerischem 

wie auch liechtensteinischem Recht an zahlreiche gesellschaftsrechtliche Vor-

schriften geknüpft (Art. 653 ff. OR; Art. 297a ff. PGR Liechtenstein). Vorausset-

zung bildet u.a. jeweils ein entsprechender Beschluss der Generalversammlung 

über eine bedingte Kapitalerhöhung und damit einhergehend eine Statutenände-

rung (Art. 297a und 297c PGR bzw. Art. 653b OR), die Einräumung eines Vor-

zeichnungsrechts an die bisherigen Aktionäre (Art. 297d PGR bzw. Art. 653c OR) 

sowie ein Prüfbericht eines Sachverständigen (Art. 297g PGR bzw. Art. 653f OR). 

Zudem ist es natürlichen und juristischen Personen, welche nicht dem Banken-

gesetz unterstehen, untersagt, auf dem Gebiet der Schweiz Publikumseinlagen 

gewerbsmässig entgegenzunehmen (Art. 1 Abs. 2 BankG). Dies ist gemäss Art. 1 

Abs. 1 BankG nur Banken und Sparkassen vorbehalten. All diese Vorschriften, 

und weitere mehr, hat der Beschuldigte missachtet und somit in Überschreitung 

seiner rechtlichen Kompetenzen ungültige Wandelanleihen verkauft.  

7.3. Sachverhaltsirrtum 

Der Beschuldigte lässt in der Berufungsverhandlung vorbringen, dass er mangels 

Sachkunde überfordert gewesen sei und er sich in einem Sachverhaltsirrtum be-

funden habe, als er die Wandelanleihen an die Investoren verkauft habe (Urk. 117 

S. 28 ff.). Diese Vorbringen entlasten ihn nicht. Wie erwähnt, hat er von AN._____ 

oder dem Verwaltungsrat nie den Bescheid erhalten, dass alles in Ordnung sei 

und er mit dem Verkauf von Wandelanleihen beginnen könne. Somit kann er sich 

- 35 - 

rechtlich auch nicht in einem Sachverhaltsirrtum befunden haben. Aber auch 

Rechtsirrtum scheidet aus. Wer sich auf dem Finanzmarkt betätigt, hat sich um 

die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu kümmern. Immerhin behauptet 

der Beschuldigte, er verfüge über eine deutsche Lizenz für Wertschriftenhandel 

(Urk. 117 S. 30). Es kann ihm deshalb nicht entgangen sein, dass auf dem 

Finanzmarkt gewisse gesetzliche Vorschriften gelten. 

7.4. Betrug 

7.4.1. Indem der Beschuldigte mittels Telefonmarketing und anhand eines 

Emissionsprospektes den Kauf von Wandelanleihen versprach, suggerierte er 

den Käufern nicht nur wahrheitswidrig, er sei dazu bevollmächtigt, sondern 

spiegelte ihnen damit auch vor, die Herausgabe der Wandelanleihen sei gesell-

schaftsrechtlich abgesegnet und er sei zum Einzug der Investitionsgelder banken-

rechtlich ermächtigt. Damit täuschte er die Käufer arglistig (zur Kompetenz-

überschreitung vgl. nachstehend Erw. II.7.5.). Dies nicht zuletzt auch, weil der 

Beschuldigte gegen aussen im Namen der Zweigniederlassung B._____ AG Zü-

rich operierte und die Wandelanleihen der B._____ AG (so deren Titel) in perfider 

Weise mit A._____, B._____ Schweiz AG, unterzeichnete (Urk. 5/5/5/1), obschon 

ihm im internen Verhältnis die Kompetenz dafür entzogen worden war. Damit hat 

er ein ganzes Lügengebäude erstellt, welches für die Privatkläger als aussen-

stehende Laien praktisch nicht zu durchschauen war.  

7.4.2. Die Verfahrensleitung machte die Verteidigung anlässlich der Berufungs-

verhandlung darauf aufmerksam, dass bei anklagegemäss erstelltem Sachverhalt 

die Erfüllung des Betrugstatbestands nach Ansicht des hiesigen Gerichts im Vor-

dergrund stehe (Prot. II S. 6; Art. 344 StPO). Die Verteidigung brachte in diesem 

Zusammenhang vor, sie sehe in Übereinstimmung mit der Vorinstanz in den 

Handlungen des Beschuldigten konkrete Bemühungen dafür, die den Anlegern 

versprochene Erlösverwendung zu verwirklichen, weshalb dem Beschuldigten 

keine Täuschungsabsicht unterstellt werden könne (Urk. 117 S. 38). Die Vor-

instanz verwarf den Standpunkt der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschuldigte 

mit dem Verkauf von Zeichnungsscheinen für Wandelanleihen den subjektiven 

Tatbestand des Betrugs erfüllt habe. Dies, weil der Beschuldigte tatsächlich 

- 36 - 

geplant habe, die von den Kunden einbezahlten Gelder in Anlagen zur Energie-

erzeugung und Rohstoffrückgewinnung zu investieren, und es daher an einer 

wissentlichen und willentlichen Täuschung mangle (Urk. 81 S. 42). Stattdessen 

sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der mehrfachen Veruntreuung schuldig, 

da er die investierten Gelder für andere Zwecke als die versprochenen Investi-

tionsprojekte verwendet habe (Urk. 81 S. 44). Diese Auffassung kann nicht geteilt 

werden, da bereits zweifelhaft erscheint, dass der Beschuldigte erst im Nach-

hinein den Entschluss gefasst haben soll, die Gelder zu veruntreuen, und nicht 

bereits von Beginn an einen solchen Plan verfolgte. Nachfolgend ist aufzuzeigen, 

weshalb der subjektive Tatbestand des Betrugs sehr wohl als erstellt zu betrach-

ten ist. 

7.4.3. Der Nachweis des Handelns mit Wissen und Willen als innerer Vorgang im 

Menschen ist nie einem naturwissenschaftlichen Nachweis zugänglich. Das Bun-

desgericht lässt es deshalb genügen, wenn aufgrund von äusseren Fakten mit 

hinreichender Sicherheit auf einen inneren Willen geschlossen werden kann. Vor-

liegend deuten keine objektiven Hinweise darauf hin, dass sich der Beschuldigte 

je ernsthaft um die Realisierung eines Projektes der B._____AG AJ._____ für den 

Aufbau und Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung und Rohstoffrückgewin-

nung gekümmert hätte. Der Beschuldigte konzedierte dies sowohl in der Untersu-

chung als auch an der vorinstanzlichen Befragung gleich selber, indem er angab, 

die Manpower und das Kapital habe dazu gar nicht ausgereicht (Urk. 2/4 Antwort 

110; Urk. 67 S. 9). Für Biomethangasanlagen brauche man zum Beispiel eben 

schnell einmal einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich. Es hätten einzig 

Gespräche mit einem Unternehmen stattgefunden, das Biomethan-Anlagen auf-

stelle. Er glaube, dieses Unternehmen habe "AO._____" geheissen (Urk. 2/4 

Antwort 111). Wie erwähnt, verkaufte der Beschuldigte weisungswidrig ungültige 

Wandelanleihen der B._____AG AJ._____, wobei das damit eingenommene Geld 

der Anleger nie auf ein Konto der B._____AG AJ._____ floss. Mit den Geldern, 

welche auf ein Konto der C._____ AG überwiesen wurden, bestritt der Beschul-

digte vielmehr einzig Aufwendungen für die C._____ AG und für den Aufbau einer 

Geschäftsinfrastruktur der B._____AG Zweigniederlassung Zürich (vgl. dazu vor-

stehend Erw. II.3.). Insbesondere wurden damit sehr hohe Lohn- bzw. Provisions-

- 37 - 

kosten für Mitarbeiter finanziert, die ausschliesslich mit der Suche nach Investo-

ren betraut waren. Die Geschäftstätigkeit des Beschuldigten beschränkte sich 

mithin auf den Aufbau einer Infrastruktur zur Suche von Investoren. Ein Ge-

schäftsmodell, das bereits für die Investorensuche mehr Kosten und Aufwendun-

gen verursacht als Gelder investiert werden ist von Vornherein zum Scheitern 

verurteilt. Der Beschuldigte verkaufte den Investoren mit anderen Worten Illusio-

nen und hochfliegende Pläne, die jeglicher vernünftiger Grundlage entbehrten. 

Der subjektive Tatbestand kann deshalb nicht allein aufgrund seiner realitätsver-

kennenden Behauptung, er habe an den eigenen Erfolg geglaubt, verneint wer-

den. Solche subjektiven Bekundungen sind praktisch allen Wirtschaftsbetrügern 

eigen. Würde man ihnen unbesehen der objektiven Umstände Glauben schenken, 

weil man das Gegenteil naturwissenschaftlich nicht beweisen kann, müssten sol-

che Verfahren immer mit Freisprüchen enden. Der Beschuldigte verkaufte vorlie-

gend nicht nur in Überschreitung seiner ausdrücklich geregelten Kompetenzen 

ungültige Wandelanleihen, er liess auch die einbezahlten Gelder nie der 

B._____AG AJ._____ zukommen, unternahm keinerlei konkrete Schritte zur Rea-

lisierung von Projekten und gab überdies zu, dass bei zu geringem Umfang des 

Kapitals die Projekte gar nie hätten verwirklicht werden können. Diese Umstände 

belegen in einer Gesamtbetrachtung im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung den subjektiven Tatbestand ausreichend. Eventualvorsatz ist auch 

dann gegeben, wenn dem Täter der als möglich vorausgesehene (Miss-) Erfolg 

an sich unerwünscht ist, er aber des primär erstrebten Erfolges wegen dennoch 

handelt (BGE 103 IV 65 Erw. I.2).  

7.4.4. Der Beschuldigte ist deshalb des eventualvorsätzlichen mehrfachen Be-

trugs schuldig zu sprechen. Wie bereits erwähnt, hat die Staatsanwaltschaft keine 

Berufung oder Anschlussberufung erhoben. Der Qualifikation der Gewerbsmäs-

sigkeit steht daher bereits das Verschlechterungsverbot im Rechtsmittelverfahren 

gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO entgegen, da gewerbsmässiger Betrug einen höhe-

ren oberen Strafrahmen kennt als der Tatbestand der Veruntreuung, welchen die 

Vorinstanz noch als erfüllt erachtete (vgl. Art. 146 Abs. 2 StGB und Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 3 StGB).  

- 38 - 

7.5. Ungetreue Geschäftsbesorgung / Entgegennahme vom Publikumseinlagen 

Die AM._____ AG war mit der treuhänderischen Verwaltung der B._____AG 

AJ._____ betraut (Urk. 4/5/3). Der Beschuldigte handelte als Geschäftsführer der 

Zweigstelle Zürich der B._____AG, obschon er gemäss Mandatsvertrag mit der 

AM._____ AG vom 21. Februar 2013 ausdrücklich nicht berechtigt war, im Namen 

und auf Rechnung der B._____AG AJ._____ aufzutreten (Urk. 4/5/3 S. 4 Ziff. 5). 

Durch Missachtung dieser klaren Kompetenzregelung ohne Wissen des Verwal-

tungsrates hat er sich gegenüber der B._____AG AJ._____ der ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB schuldig gemacht, indem er ohne 

Wissen und Willen der B._____AG AJ._____ Wandelanleihen dieser Gesellschaft 

verkaufte. Schliesslich hat sich der Beschuldigte dadurch auch der nach Art. 1 

Abs. 2 BankG unerlaubten gewerblichen Entgegennahme von Publikumseinlagen 

gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a Bankengesetz schuldig gemacht. 

8. Abgrenzung Fahrlässigkeit und Vorsatz 

8.1. Die Verteidigung macht im Berufungsverfahren ganz allgemein geltend, es 

habe ausserhalb der Vorstellungskraft des Beschuldigten als risikofreudigem Un-

ternehmer gelegen, dass er mit seinen Handlungen jemanden schädigen könnte. 

So habe der Beschuldigte seine Vorstellung der Möglichkeit eines Schadenein-

tritts für die C._____ AG, die SVA sowie die B._____AG AJ._____ und deren In-

vestoren stets unterdrückt (Urk. 117 S. 7). Es könne ihm deshalb höchstens Fahr-

lässigkeit vorgeworfen werden, was aber ohne relevante strafrechtliche Konse-

quenzen bleiben müsse (Urk. 117 S. 9 ff.).  

8.2. Diesem Argument ist zunächst die Unterlassung der Buchführung durch 

den Beschuldigten entgegenzuhalten. Der Beschuldigte hatte bei der C._____ AG 

aufgrund der wissentlich und willentlich unterlassenen Buchführung gar nie eine 

Übersicht über den genauen Betrag der finanziellen Verpflichtungen. Man kann 

nicht bewusst und gesetzeswidrig den Blick auf die finanziellen Verhältnisse 

seines Unternehmens abwenden, dann aber geltend machen, man sei vom End-

resultat, dem völligen finanziellen Kollaps, überrascht worden. Allein die blosse 

Hoffnung oder die masslose Selbstüberschätzung der eigenen beruflichen 

- 39 - 

Fähigkeiten und der unerschütterliche Glaube an den eigenen Erfolg lässt einen 

Vorsatz entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht entfallen. So kann blosse 

Fahrlässigkeit nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits dann nicht mehr 

angenommen werden, wenn sich der Erfolg eines Verhaltens als so wahrschein-

lich aufdrängt, dass es vernünftigerweise nur als Inkaufnahme im Sinne des 

Eventualvorsatzes ausgelegt werden kann (DONATSCH/TAG, a.a.O., S. 121). Für 

den Nachweis des subjektiven Tatbestands darf mit anderen Worten durchaus ein 

gewisser objektiver Massstab angewendet werden, und angebliche Vorstellungen 

des Täters, welche keinen vernünftigen Realitätsbezug haben, müssen nicht wi-

derlegt werden. Wer – wie der Beschuldigte – zwingende gesetzliche Vorschriften 

unter anderem der Buchführungspflicht, der Ausgabe von Wandelanleihen oder 

der Deklaration von Lohnzahlungen missachtet, handelt jedenfalls nicht fahr-

lässig, zumal die Verletzung dieser zwingenden gesetzlichen Pflichten ohnehin 

nicht davon abhängt, ob das Unternehmen Gewinn oder Verlust macht. Dem Be-

schuldigten kann einzig zu Gute gehalten werden, dass es ihm nicht primär darum 

gegangen war, Dritte zu schädigen, und dass es ihm willkommen gewesen wäre, 

wenn sich die B._____AG AJ._____ zu einem erfolgreichen Unternehmen entwi-

ckelt hätte. Die B._____AG AJ._____ übte aber nie eine operative Geschäftstä-

tigkeit aus und deren Eigenkapital – ein Aktionärsdarlehen des Beschuldigten in 

der Höhe von Fr. 1 Mio. – erwies sich am Ende als blosser Papiertiger. Sodann 

stellte der Beschuldigte der B._____AG AJ._____ das Investorenkapital nie zur 

Verfügung, sondern verbrauchte es vielmehr für seine "Geldsammelmaschine" 

(vgl. Aussage AF._____ Urk. 3/4 Antwort 84). Aus diesen Gründen konnte er 

auch nicht ernsthaft an einen geschäftlichen Erfolg dieses Unternehmens glau-

ben. Ein fahrlässiges Handeln scheidet vor diesem Hintergrund aus. 

9. Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB im Zusammenhang mit 
dem Verkauf von Aktien der AB._____ (Anklageziffer III.) 

9.1. Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, am 2. April 2016 dem Privat-

kläger AA._____ 3000 Inhaberaktien der AB._____ AG zu einem Preis von 

Fr. 69'000.– verkauft zu haben. Dabei habe der Beschuldigte weder den in bar 

erhaltenen Kaufpreis für den Kauf solcher Aktien verwendet noch dem 

Privatkläger je solche Aktien ausgehändigt (Urk. 46/21 S. 24-26). 

- 40 - 

9.2. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden, welche den Tatbestand der Veruntreuung als erfüllt erachtete und den 

Beschuldigten entsprechend verurteilte (Urk. 81 S. 73-75). Die nachfolgenden 

Erwägungen verstehen sich als Ergänzungen zum vorinstanzlichen Entscheid und 

dienen der Verdeutlichung.  

9.3. Der Beschuldigte wendete vor Vorinstanz ein, die AB._____ sei noch nicht 

derart aufgestellt gewesen, dass er die Aktien hätte ausliefern können (Urk. 67 

S. 11). Diese Behauptung erstaunt angesichts der Aussage des Privatklägers 

AA._____, welcher geltend machte, der Beschuldigte habe ihm gegenüber erklärt, 

ihm die Aktien zum Preis von Fr. 23.– pro Stück verschaffen zu können, obschon 

diese zum Preis von Fr. 32.– gehandelt würden (Urk. 11/8 S. 3 f.). Auch die Ver-

teidigung räumt in diesem Zusammenhang grundsätzlich ein, der Beschuldigte 

habe bei der Verkaufsverhandlung gewiss zur potenziellen Wertsteigerung der 

Aktie Stellung genommen (Urk. 71 S. 41). Wenn Aktien gehandelt wurden, kann 

auch keine Schwierigkeit der AB._____ bestanden haben, die Aktien auszuliefern.  

9.4. Abgesehen davon wird dem Beschuldigten strafrechtlich nicht vorgeworfen, 

dass er die Aktien nicht ausgeliefert habe, sondern dass er das hierfür erhaltene 

Geld veruntreute, mithin zu rein persönlichen Zwecken verwendete. Der Beschul-

digte behauptete denn auch nie, dass er die Aktien auftragsgemäss tatsächlich 

erworben habe. Vielmehr machte er noch vor Vorinstanz geltend, das Geld habe 

er dem Privatkläger zwar zurückbezahlen wollen, dies dann aber nicht getan 

(Urk. 67 S. 11). Das Geld sei einfach weg gewesen (Urk. 2/17 Antwort 22). Weiter 

liess er im Berufungsverfahren ausführen, er sei willens gewesen, die besagten 

Aktien zu beschaffen und zu übergeben, mit seinem Vorhaben jedoch in Verzug 

geraten (Urk. 117 S. 41 f.). Da der Beschuldigte die entsprechende Schaden-

ersatzforderung im Berufungsverfahren nunmehr anerkennen liess (Urk. 117 

S. 49), kann daraus geschlossen werden, dass er den entrichteten Kaufpreis bis 

heute nicht ersetzt hat, mithin nicht willens oder fähig war, den geschuldeten 

Geldbetrag zurück zu erstatten. Damit ist entgegen der Auffassung der Verteidi-

gung ausreichend dokumentiert, dass nicht bloss eine Verletzung einer vertrag-

lichen Rückgabepflicht oder ein blosser Verzug vorliegt, sondern sich der Vorsatz 

- 41 - 

des Beschuldigten auf eine persönliche, zumindest vorübergehende unrecht-

mässige Bereicherung richtete, da der Beschuldigte die Vermögenswerte in 

seinem Nutzen verwendete, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu 

ersetzen (DONATSCH, Strafrecht III, 10 Aufl. 2013, S. 137 f.; s.a. BGE 129 IV 257 

Erw. 2.2.1 f.; Urteil 6B_894/2018 vom 23. Oktober 2019 Erw. 1.1.1). Auch hier 

zeigt sich im Übrigen das Geschäftsmodell des Beschuldigten, Dinge zu ver-

kaufen und die eingenommenen Gelder für andere Zwecke zu verwenden.  

Soweit die Verteidigung moniert, die Vorinstanz äussere sich nicht dazu, inwiefern 

der Beschuldigte hinsichtlich der Bereicherungsabsicht mit dem notwendigen 

direkten Vorsatz ersten Grades gehandelt habe, kann sie daraus nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Bei der Vermögensveruntreuung kann die Bereicherungs-

absicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst bei eventual-

vorsätzlicher Tatbegehung vorliegen (vgl. BGE 118 IV 27 Erw. 3.a; BGE 118 IV 

32 Erw. 2b). Dies war nach dem Ausgeführten vorliegend zweifellos der Fall. 

9.5. Der Beschuldigte ist im Sinne des Eventualanklagevorwurfs schuldig zu 

sprechen. 

10. Fahren ohne Berechtigung 

10.1. Dem Beschuldigten wird in der Nachtragsanklage vorgeworfen, am 

18. Oktober 2018 einen Personenwagen von seinem damaligen Wohnort in 

Zollikon zur Klinik AP._____ gelenkt zu haben, obschon er gewusst habe, dass 

ihm der Führerausweis entzogen worden war (Urk. 62/12). Der Beschuldigte 

macht demgegenüber geltend, nicht er habe das Fahrzeug gelenkt, sondern seine 

Ehefrau (Urk. 67 S. 11 f.; Urk. 117 S. 49 ff.). Der Vorfall wurde kundig, weil sich 

während der Fahrt eine Auffahrkollision mit insgesamt drei Fahrzeugen ereignete, 

bei welcher sich der Beschuldigte und seine Ehegattin im vordersten Fahrzeug 

befanden (Urk. 62/1).  

10.2. Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, weshalb der Anklagesachverhalt 

anhand der Aussagen der Beteiligten sowie der weiteren Beweismittel als rechts-

- 42 - 

genügend erstellt erachtet werden kann (Urk. 81 S. 51-53). Die nachfolgenden 

Erwägungen sollen dies verdeutlichen. 

10.3. Unbestritten blieb, dass die hochschwangere Ehefrau des Beschuldigten 

an diesem Tag in der Klinik AP._____ mittels Kaiserschnitt hat entbinden wollen 

(Urk. 62/2/1 Antwort 5). Bereits dieser Umstand lässt mit hoher Wahrscheinlich-

keit darauf schliessen, dass nicht sie, sondern der Beschuldigte den Wagen lenk-

te. Es wäre aus gesundheitlichen Gründen äusserst unvorsichtig, wenn sich eine 

hochschwangere Frau ohne Not zwischen Sitz und Lenkrad quetscht. Des Weite-

ren stellt sich unweigerlich die Frage, was die Ehefrau des Beschuldigten nach ih-

rem Spitaleintritt denn mit dem Auto gemacht hätte. Der Beschuldigte konnte es ja 

nicht zurückfahren. Weiter kommt hinzu, dass die beiden Zeugen AQ._____ aus-

sagten, der Beschuldigte sei nach der Kollision auf der Fahrerseite ausgestiegen 

und seine Ehefrau habe auf dem Beifahrersitz gesessen (Urk. 62/3/3 Antwor-

ten 11, 16 und 17 sowie Urk. 62/3/4 Antwort 13 f.). Es liegt zudem eine Fotografie 

in den Akten, welche der Zeuge AQ._____ am Unfallort mit seinem Mobiltelefon 

machte. Darauf ist ersichtlich, dass der Beschuldigte auf der Fahrerseite der un-

fallbeteiligten Autos steht (Urk. 62/3/3 S. 7). Die Verteidigung wendete hierzu ein, 

es sei nicht erstellt, in welcher Zeitspanne nach dem Unfall das Foto gemacht 

worden sei. Die Ehefrau des Beschuldigten – so die Verteidigung weiter – habe 

sich nach der Kollision nämlich auf den Beifahrersitz gesetzt, um sich vom Schre-

cken des Unfalls zu erholen (Urk. 117 S. 50). Diese Argumente verfangen nicht. 

Zum einen nimmt in der Regel der Lenker eines beteiligten Unfallfahrzeuges mit 

den anderen kollisionsbeteiligten Lenkern das Gespräch auf. Zum anderen leuch-

tet nicht ein, weshalb die hochschwangere Ehefrau aussteigen, um das Fahrzeug 

herumlaufen und auf den Beifahrersitz hätte wechseln sollen, um sich vom Schre-

cken der Kollision zu erholen. Sie hätte ebenso gut bzw. weitaus einfacher auf 

dem Fahrersitz sitzen bleiben können. Es handelte sich sodann nicht um eine 

gravierende Kollision, sondern – wie der Beschuldigte selbst erklärte – um einen 

leichten Auffahrunfall (Urk. 62/2/1 S. 2). Er habe nur eine Erschütterung wahrge-

nommen, keinen Stoss. Es sei mehr so gewesen, wie wenn sie geschoben wor-

den wären. Dass die Ehefrau einen Unfallschock mit massiven Wahrnehmungs-

defiziten im pathologischen Sinne gehabt hätte, ist deshalb unglaubhaft. Abgese-

- 43 - 

hen davon wäre den Zeugen ein Sitzwechsel der Ehefrau des Beschuldigten mit 

einem Gang um das Fahrzeug herum mit grosser Sicherheit aufgefallen. In Bezug 

auf die Glaubwürdigkeit der beiden Zeugen ist zu bemerken, dass ihre Haftung 

oder allfällige Zivilansprüche gegen Versicherungen der Unfallbeteiligten nicht da-

von abhängen, wer das Fahrzeug des Beschuldigten gelenkt hat. Insofern ist gar 

kein Motiv ersichtlich, weshalb die Zeugen bezüglich des Fahrers hätten lügen 

sollen. Es trifft auch nicht zu, dass ihre Aussagen widersprüchlich sind oder auf 

nicht tatsächlich Erlebtem basieren, wie dies die Verteidigung geltend machte 

(Urk. 71 S. 43; Urk. 117 S. 50).  

10.4. Weiter wies die Verteidigung auf eine TCS-Empfehlung hin, wonach 

schwangere Frauen nur noch zur Entbindung selbst mit dem Auto fahren sollten 

(Urk. 117 S. 49). Tatsache ist allerdings, dass der TCS grundsätzlich vom Auto-

fahren von Hochschwangeren abrät, denn der vollständige Wortlaut des angeführ-

ten Textes lautet wie folgt: "In den letzten drei Schwangerschaftsmonaten oder ab 

der 30. Schwangerschaftswoche sollte die Frau möglichst wenig selbst mit dem 

Auto fahren und im neunten Monat gar nicht mehr oder nur noch zur Entbindung. 

Denn in diesem Stadium wird das Kind von immer weniger Fruchtwasser 

geschützt. Kommt es zu einem Unfall, kann das ungeborene Kind durch das 

mangelnde Fruchtwasser schwere Verletzungen davontragen oder gar durch das 

Lenkrad zusätzlich verletzt werden" (abrufbar unter: https://www.tcs.ch/de/test-

berichte-ratgeber/ratgeber/auto/schwanger-auto-fahren.php). Insbesondere wenn 

im Zusammenhang mit einer geplanten Geburt im Spital ein Termin zwecks 

Kaiserschnitt vereinbart worden ist, lässt sich problemlos im Vorfeld eine alter-

native Transportmöglichkeit organisieren, sei es beispielsweise, dass ein Fahr-

berechtigter um den Gefallen eines Fahrdienstes gebeten wird, oder dass man 

sich mit dem Taxi hinfahren lässt.  

10.5. Es ist deshalb zweifelsfrei erstellt, dass der Beschuldigte das Fahrzeug 

gelenkt und damit im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG den Tatbestand des 

Fahrens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung erfüllt hat. 

 

- 44 - 

11. Zusammenfassung 

11.1. Der Beschuldigte ist somit schuldig zu sprechen  

− der Bevorzugung eines Gläubigers im Sinne von Art. 167 StGB durch 

die Rückzahlung seines Aktionärsdarlehens (Anklageziffer I.B.),  

− der Unterlassung der Buchführung der C._____ AG im Sinne von 

Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 StGB (Anklageziffer I.C.),  

− des Vergehens gegen das gegen das Bundesgesetz über die Alters- 

und Hinterlassenenversicherung im Sinne von Art. 87 Abs. 2 AHVG in 

Verbindung mit Art. 89 Abs. 1 AHVG durch die Nichtdeklaration von 

Löhnen (Anklageziffer I.D.),  

− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, der unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB und der uner-

laubten Entgegennahme von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 

lit. a BankG durch den Verkauf von Wandelanleihen der B._____AG 

AJ._____ (Anklageziffern II.A., II.B. und II.C.),  

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB im Zusammen-

hang mit dem Verkauf der Aktien der AB._____ (Anklageziffer III.), 

− des Führens eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung im Sinne von 

Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG (Nachtragsanklage). 

11.2. Vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

StGB zu Lasten der C._____ AG durch Gewährung von Vorschüssen respektive 

Darlehen an Mitarbeiter sowie durch Zahlungen an die B._____AG (Anklage-

ziffer  I.A.) ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen. 

III.  Strafzumessung 

1. Ausgangslage 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 

27 Monaten sowie einer Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu je Fr. 100.–, teilwei-

se als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 

- 45 - 

30. Juli 2015 (Urk. 81 S. 122). Die Verteidigung beantragt im Eventualstandpunkt 

für den Fall eines Schuldspruchs die Ausfällung einer vollbedingten Strafe 

(Urk. 117 S. 54).  

2. Strafrahmen 

Das Gesetz sieht für die vom Beschuldigten erfüllten Straftatbestände folgende 

Strafandrohungen vor: 

− Freiheitstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe für den Tatbestand des 

Betrugs und der Veruntreuung (Art. 146 Abs. 1 StGB; Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 3 StGB), 

− Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe für die Tatbestände   

der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB), der 

Bevorzugung eines Gläubigers (Art. 167 StGB), der Unterlassung der 

Buchführung (Art. 166 StGB), der unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG) und des Fahrens ohne 

Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG), 

− Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen für die Entziehung von der 

Beitragspflicht (vgl. Art. 87 Abs. 9 AHVG). 

3. Einsatzstrafe: Mehrfacher Betrug durch den Verkauf von Wandelanleihen 

Das Tatverschulden wiegt nicht mehr leicht. Der Beschuldigte verursachte bei den 

Investoren einen Schaden von Fr. 487'000.–. Dabei blieb der Beschuldigte eine 

Erklärung schuldig, wie bzw. woraus denn der jährliche Zins für die Wandel-

anleihen hätte bezahlt werden sollen, angesichts der Tatsache, dass die 

B._____AG AJ._____ gar keine Geschäftstätigkeit ausübte und über keine Ein-

nahmen verfügte. Der Beschuldigte gestand ein, dass das gesamte Geld nicht in 

die versprochenen Anlagen, sondern ausschliesslich in den Aufwand für die In-

vestorensuche floss (Urk. 67 S. 9). Bereits sein gesetzeswidriges Vorgehen bei 

der Aufnahme der Wandelanleihe und dem Einzug der Gelder ohne Generalver-

sammlungsbeschluss, ohne Zustimmung des Verwaltungsrates und auf ein ge-

sellschaftsfremdes Konto belegt, mit welch gezinkten Karten er gegenüber den 

- 46 - 

Investoren spielte. Mittels Telefonmarketing, Hochglanzbroschüren (Urk. 5/3/3/12 

und 5/3/3/13) und einem Emissionsprospekt, der Seriosität suggerierte 

(Urk. 5/3/3/11), liess er Investoren anwerben, welchen offenkundig das Wissen 

um dieses sich selbst ernährende Perpetuum mobile fehlte und welche auch nicht 

über solches Wissen verfügen konnten. Denn wer Wandelanleihen kauft muss 

nicht überprüfen, ob die nötigen gesellschaftsrechtlichen Beschlüsse gültig zu-

standegekommen und die bankenrechtlichen Bewilligungen vorhanden sind. Nur 

mit grösstem Wohlwollen kann von bloss eventualvorsätzlicher Begehung des 

Beschuldigten ausgegangen werden. Straferhöhend wirkt die mehrfache Tat-

begehung in 24 Fällen im Zeitraum von mehreren Monaten. Eine Einsatzstrafe 

von 24 Monaten erscheint angemessen. 

4. Ungetreue Geschäftsbesorgung 

Indem der Beschuldigte, trotz anderslautender Weisung im Treuhandvertrag mit 

der A,._____ AG, im Namen und auf Rechnung der B._____AG AJ._____ Wan-

delanleihen verkaufte und die eingenommenen Gelder nie der B._____AG 

AJ._____ als bedingtes Eigenkapital zukommen liess, handelte er als Geschäfts-

führer der Zweigniederlassung krass treuwidrig, weshalb das Verschulden als 

nicht mehr leicht zu taxieren ist. Sein Vorgehen führte denn auch zur Liquidation 

der B._____AG AJ._____. Für seine illegalen Handlungen bezogen er und seine 

Mitarbeiter, welche die Investoren suchten, Löhne und/oder Provisionen in zum 

Teil stattlicher Höhe. Am Ende blieb nichts übrig als ein Schuldenberg. Dieses 

Delikt hätte alleine betrachtet eine Strafe von mindestens einem Jahr erheischt. 

Eine Erhöhung der Einsatzstrafe im Bereich von 6 Monaten ist angemessen. 

5. Veruntreuung 

Der Beschuldigte hat die vom Privatkläger AA._____ erhaltenen Fr. 69'000.– nicht 

wie vereinbart zum Kauf von Aktien der AB._____ verwendet und ihm diese Ak-

tie