# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** daa887a1-3f50-5d25-8ef5-685b086020fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2017 200 2017 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-90_2017-05-08.pdf

## Full Text

200 17 90 IV und
200 17 91 IV (2)
ACT/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2017

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

Pensionskasse I.________
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

A.________
Beigeladener

betreffend Verfügungen vom 13. Dezember 2016 und 3. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beigeladener) bezog im 
Zusammenhang mit einem Augenleiden bereits als Minderjähriger und über 
Jahre hinweg Invalidenversicherungsleistungen in Form von Hilfsmitteln 
und medizinischen Massnahmen (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilagen [AB] 1.1/1-3, 1.1/10-15 [Urteil des 
Verwaltungsgerichts vom 3. April 1998, IV 50719], 1.1/33, 1.1/57 ff., 
1.1/67 f., 1.1/78 f., 1.1/90 f., 1.1/101, 1.1/121, 1.1/127, 1.1/136, 1.1/148, 
1.1/161, 15). Am 27. Februar 2014 meldete er sich unter Hinweis auf das 
Augenleiden sowie eine hinzugetretene depressive Episode erneut bei der 
IVB zum Leistungsbezug an (AB 16), worauf diese nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 103, 109) bei einem Invaliditätsgrad von 51 % 
mit zwei separaten Verfügungen vom 13. Dezember 2016 (AB 116) und 
3. Januar 2017 (AB 117) ab 1. September 2014 eine halbe Invalidenrente 
zusprach. 

B.

Mit Eingabe vom 30. Januar 2017 erhob die Pensionskasse I.________ 
(Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt C.________, Be-
schwerde und beantragte sinngemäss, die beiden Verfügungen seien kos-
tenfällig aufzuheben und die Invalidenrente sei bis 30. Juni 2015 zu befris-
ten; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. März 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Der mit prozessleitender Verfügung vom 6. März 2017 beigeladene Versi-
cherte reichte am 10. April 2017 eine Stellungnahme ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Verfügungen sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-
desgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]) und auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) sind eingehalten.

Die Beschwerdeführerin ist als Vorsorgeeinrichtung im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und durch die ange-
fochtenen Verfügungen berührt. Grundsätzlich entfällt die Bindung der Vor-
sorgeeinrichtung an die Feststellungen der Invalidenversicherung zwar, 
wenn sich die versicherte Person – wie hier (AB 16, 102/6 Ziff. 11 f.) – ver-
spätet zum Bezug einer IV-Rente angemeldet hat (vgl. UELI KIESER, Kom-
mentar zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 59 N. 48). Die Bindungswirkung wird 
jedoch nicht generell, sondern einzig in Bezug auf die damit zusammen-
hängenden Aspekte des Rentenbeginns (Art. 26 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und In-
validenvorsorge [BVG; SR 831.40]) bzw. der Zuständigkeit der Vorsorge-
einrichtung (Art. 23 lit. a BVG) durchbrochen (vgl. ULRICH STAUFFER, Beruf-
liche Vorsorge, 2. Aufl. 2012, S. 338 N. 924; MARC HÜRZELER, in SCHNEI-
DER/GEISER/GÄCHTER, Handkommentar zum BVG und FZG, 2010, Art. 26 
N. 3). Vorliegend hatte die marginale Verspätung indes von vornherein kei-
nen Einfluss auf die Leistungszuständigkeit der Beschwerdeführerin und 
darüber hinaus richtet sich das von ihr erhobene Rechtsmittel ohnehin ge-
gen die fehlende Befristung der Rente. Ihr kommt somit allemal ein schutz-

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würdiges Interesse an der Verfügungsaufhebung zu (Art. 59 i.V.m. Art. 49 
Abs. 4 ATSG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 13. Dezember 2016 
(AB 116) und 3. Januar 2017 (AB 117), mit welchen dem Beigeladenen ab 
1. September 2014 eine unbefristete halbe Invalidenrente gewährt wurde, 
wobei die erstere die Zeit ab 1. Januar 2017 und die zweite die Zeit von 
1. September 2014 bis 31. Dezember 2016 betrifft. Zwar richtet sich die 
Beschwerde lediglich gegen die ab 1. Juli 2015 zugesprochene Rente (Be-
schwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 2 und S. 5 Ziff. III Art. 2 Ziff. 1), die unbestritten 
gebliebenen Rentenbezugszeiten werden dadurch jedoch nicht von der 
richterlichen Prüfung ausgenommen, denn in anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt ein einziges Rechtsverhältnis vor (vgl. BGE 
125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Daran ändert sich selbst dann nichts, 
wenn die rückwirkende Festlegung des Invaliditätsgrades unzulässigerwei-
se mit einem zeitlich gestaffelten Verfügungserlass erfolgt (vgl. BGE 131 V 
164 E. 2.3.3 S. 166). Streitig und zu prüfen ist vorliegend folglich der gene-
relle Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Einschluss der vom 1. Sep-
tember 2014 bis 30. Juni 2015 zugesprochenen Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-

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beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Der ab 19. August 2013 behandelnde Dr. med. B.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 
10. April 2014 (AB 28) eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2) 

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und attestierte ab Behandlungsbeginn eine vollständige, ab 20. November 
2013 eine 50%ige sowie seit 6. Januar 2014 und bis auf weiteres wiederum 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.

3.1.2 Die Hausärztin Dr. med. D.________ (im Medizinalberuferegister 
ohne Facharzttitel verzeichnet) übernahm im Bericht vom 21. April 2014 
(AB 29) die vom behandelnden Psychiater gestellte Diagnose und ging von 
einer andauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit aus.

3.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Ophthalmologie, hielt im Bericht 
vom 6. Juni 2014 (AB 37) diagnostisch einen Keratokonus beidseits mit 
Status nach perforierender Keratoplastik links im Jahr 1993 sowie Kerato-
mien im Jahr 1995 fest. Er kategorisierte diese Diagnose als solche ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und gab an, der bestkorrigierte Visus 
rechts betrage 0.5, was knapp das Lesen von kleingedruckten Texten er-
laube, wobei der Beigeladene aber extrem ermüde; auf dem linken Auge 
werde wegen einer in den letzten Jahren aufgetretenen zunehmenden Un-
verträglichkeit keine Kontaktlinse mehr getragen.

3.1.4 Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 32) 
wurde der Beigeladene am 9. Oktober 2014 psychiatrisch begutachtet. In 
der Expertise vom 10. Oktober 2014 (AB 50.1) vermerkte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie, als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit 
somatischem Syndrom im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10: 
F32.11), vor dem Hintergrund selbstunsicherer und rigid-leistungs-
orientierter Persönlichkeitsanteile (ICD-10: Z73.1; AB 50.1/14). Er erachtete 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit Au-
gust 2013 als ausgewiesen (AB 50.1/20 Ziff. 4) und attestierte seit Septem-
ber 2014 in einer angepassten (ruhigen, stressarmen, emotional nicht be-
lastenden und weder hektischen noch monotonen) Tätigkeit eine Arbeits-
fähigkeit von 50 %. Er ging davon aus, dass die bisherige Tätigkeit diesen 
Anforderungen entspricht und prognostizierte eine Steigerung des Arbeits-
pensums auf 100 % innert sechs bis neun Monaten, wobei eine Leistungs-
einschränkung von zirka 20 % bestehen werde (AB 50.1/19 Ziff. 1 f.).

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3.1.5 Die für einen umfassenden Augen-Check und eine «Second Opini-
on» (AB 77/1 am Ende) konsultierte Prof. Dr. med. G.________ (im Medi-
zinalberuferegister nicht bzw. im FMH-Index ohne Facharzttitel verzeichnet) 
erwähnte im Bericht vom 9. November 2015 (AB 81) in diagnostischer Hin-
sicht zusätzlich zu den bisherigen ophthalmologischen Diagnosen eine seit 
dem zwölften Lebensjahr bestehende funktionelle Amblyopie am linken 
Auge. Sie gab unter anderem an, der Beigeladene sehe verschwommen 
und es träten Schwindel sowie Kopfschmerzen auf. Er könne Distanzen 
nicht abschätzen und übersehe Niveauunterschiede. Momentan sei je 
«nach Sehbelastung» ein Pensum von 50-60 % zumutbar, wobei durch die 
Sehstörungen und Müdigkeit eine Leistungseinschränkung bestehe.

3.1.6 Im Verlaufsbericht vom 11. November 2015 (AB 82) beschrieb Dr. 
med. B.________ eine verbesserte psychische Situation. Der Gesund-
heitszustand habe sich seit Herbst 2014 allmählich schrittweise stabilisiert, 
die massiven Schlafstörungen hätten überwunden werden können und die 
kognitiven Fähigkeiten seien nicht mehr überlagert. Seit April 2015 bestehe 
keine psychische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr; die Behandlung 
sei abgeschlossen. Die bisherige Erwerbstätigkeit sei grundsätzlich zumut-
bar, erfordere aber einen geeigneten Rahmen, insbesondere bezüglich 
technischer und ergonomischer Ausrüstung sowie zeitlicher Verteilung der 
einzelnen Aktivitäten. Es sei notorisch, dass Augenprobleme zu einer höhe-
ren Ermüdbarkeit führten und im Falle des Beigeladenen auch eine erhöhte 
psychische Belastung darstellten. Diesem Umstand sei bei der praktischen 
Arbeitsgestaltung Rechnung zu tragen. Aus psychiatrischer Sicht seien 
grundsätzlich die typischen mit dem Beruf des Beigeladenen verbundenen 
Tätigkeiten zumutbar. Das zumutbare zeitliche und qualitative Ausmass der 
Bildschirmarbeit sei fachärztlich zu erfragen. Mit geeigneten Unterstüt-
zungsmassnahmen sei aus psychiatrischer Sicht eine Präsenzzeit von 
sechs bis sieben Stunden täglich zumutbar.

3.1.7 Die RAD-Ärztin med. pract. H.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, ging in ihrer Stellungnahme vom 8. Dezember 2015 
(AB 89) von einer Leistungsreduktion von 50 % bei einer gut angepassten 
vollschichtigen Tätigkeit aus. Unzumutbar seien Arbeiten, die ein normales 
Gesichtsfeld und räumliche Orientierungsfähigkeit/räumliches Sehen erfor-

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derten sowie solche mit Absturzgefahr, mit Fahr-, Steuer- oder Überwa-
chungsfunktion und mit der Gefahr von Augenverletzungen. Compu-
ter/Büro-Arbeiten mit den von der Sehbehindertenhilfe empfohlenen Hilfs-
mitteln (AB 51 f., 56) seien dagegen zumutbar.

3.1.8 Dr. med. E.________ bezeichnete den Gesundheitszustand im Ver-
laufsbericht vom 8. Dezember 2015 (AB 90) als stationär. Er erklärte, die 
Arbeitsfähigkeit bei funktioneller Monokelsituation rechts und sich zusätz-
lich ausbildender Presbyopie (Alterssichtigkeit) sei zunehmend schwierig. 
Mit der gegenwärtigen Kontaktlinsenversorgung sei eine Tätigkeit am Bild-
schirm zu zirka 50 % zumutbar, daneben bestehe eine Belastbarkeit (für 
Arbeiten ohne grosse visuelle Anforderungen [beispielsweise Sitzungen]) 
um weitere 30 %.

3.1.9 Anlässlich der RAD-Besprechung vom 23. Dezember 2015 (AB 93) 
gelangte med. pract. H.________ zum Schluss, dass ihre Beurteilung ein-
seitig auf Tätigkeiten am Bildschirm basiere, wogegen die Stellungnahme 
von Dr. med. E.________ differenziert und gut nachvollziehbar sei. Dem-
entsprechend sei von einer Leistungsfähigkeit von 80 % in einem Vollpen-
sum auszugehen.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die Verfügung vom 13. Dezember 2016 (AB 116) stützt sich auf den 
Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 4. Juli 2016 (AB 102), 
während in jener vom 3. Januar 2017 (AB 117) der Verfügungsteil der Be-
schwerdegegnerin fehlt (vgl. zur Aufgabenteilung zwischen den IV-Stellen 

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und den Ausgleichskassen: Art. 57 und 60 IVG; Bundesamt für Sozialversi-
cherungen [BSV], Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversi-
cherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 3039 ff.). In medizinischer 
Hinsicht basiert der besagte Abklärungsbericht auf den aktuellsten Anga-
ben von Dr. med. E.________ (AB 90) bzw. der RAD-Beurteilung vom 
23. Dezember 2015 (AB 93, 102/3 Ziff. 2). Offenbar ging die Beschwerde-
gegnerin davon aus, dass neben den ophthalmologischen Einschränkun-
gen im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns per 1. September 
2014 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. AB 28/3 Ziff. 1.6 [Wartezeit] bzw. 
Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. AB 16 [Karenzfrist]) keine psychische Arbeitsun-
fähigkeit mehr bestand, wobei sie sich wohl am Verlaufsbericht von Dr. 
med. B.________ vom 11. November 2015 (AB 82) orientierte.

3.3.1 Was den psychischen Gesundheitszustand anbelangt, erfüllt das 
Administrativgutachten von Dr. med. F.________ vom 10. Oktober 2014 
(AB 50.1) die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. 
E. 3.2 hiervor) und erbringt damit vollen Beweis, was zwischen den Partei-
en denn auch unbestritten zu sein scheint. Dessen Schlussfolgerung, dass 
ab September 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % besteht (AB 50.1/20 
Ziff. 4), ist einleuchtend und nachvollziehbar. Des Weiteren trat die vom 
psychiatrischen Gutachter prognostizierte Gesundheitsverbesserung 
(AB 50.1/20 Ziff. 4) gemäss Dr. med. B.________ auch tatsächlich ein 
(AB 82/2 Ziff. 1 und 6). Wie sich der Verlauf der Arbeitsfähigkeit im Nach-
gang zur Expertise vom 10. Oktober 2014 (AB 50.1) präsentierte, ist jedoch 
unklar. Die Einschätzung von Dr. med. B.________, dass seit April 2015 
«keine psychischen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit» mehr bestehen 
(AB 82/3 Ziff. 11), kontrastiert mit seiner gleichzeitigen Aussage, aus 
psychiatrischer Sicht sei lediglich «eine Präsenzzeit von sechs bis sieben 
Stunden pro Tag» zumutbar (AB 82/4 Ziff. 15.4). Zwar ist denkbar, dass der 
Psychiater das entsprechend reduzierte Pensum aus dem Umstand ablei-
tete, dass «Augenprobleme zu höherer Ermüdbarkeit führen und […] auch 
eine erhöhte psychische Belastung darstellen» (AB 82/3 Ziff. 13). Damit 
hätte er indes die fachfremden ophthalmologischen Aspekte miteinbezogen 
bzw. letztendlich doch eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit postu-
liert, was der Aussage widerspricht, dass eine solche seit April 2015 nicht 
mehr bestehen soll (AB 82/3 Ziff. 11). Der Verlaufsbericht von Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 10

B.________ vom 11. November 2015 (AB 82) ist nach dem Dargelegten 
nicht überzeugend, weshalb darauf beweisrechtlich nicht abgestellt werden 
kann. Folglich erweist sich der Sachverhalt für die Zeit nach der Exploration 
vom Oktober 2014 in psychischer Hinsicht als nicht rechtsgenüglich abge-
klärt.

3.3.2 Angesichts des von Dr. med. B.________ in Betracht gezogenen 
Einflusses der ophthalmologischen Symptomatik auf die Psyche (AB 82/3 
Ziff. 13) sind hier allfällige Wechselwirkungen zwischen den Beschwerden 
aus den beiden Fachdisziplinen ungenügend abgeklärt. Dies zumal Prof. 
Dr. med. G.________ auf starke subjektive Symptome hinwies (AB 81/3 
Ziff. 1.4) und von einer funktionellen Amblyopie (AB 81/2 Ziff. 1.1) ausging, 
womit allenfalls eine psychogene Komponente bei der Verminderung des 
Sehvermögens mitwirkt (vgl. KAUFMANN/STEFFEN [Hrsg.], Strabismus, 
4. Aufl. 2012, S. 263). Vor diesem Hintergrund kann für die Beurteilung der 
Einschränkungen aufgrund des beidseitigen Keratokonus nicht allein auf 
den Bericht von Dr. med. E.________ vom 8. Dezember 2015 (AB 90/5) 
sowie die daran anknüpfende RAD-Einschätzung vom 23. Dezember 2015 
(AB 93) abgestellt werden. 

3.4 Bei dieser Ausgangslage hat die Verwaltung in Nachachtung der 
Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) eine bidisziplinäre Beur-
teilung zu veranlassen. Weil die Sache zu diesem Zweck an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen ist und sie über den Rentenanspruch danach 
erneut mittels Verfügung zu befinden hat, erübrigen sich Weiterungen zur 
umstrittenen Statusfrage sowie zum Valideneinkommen im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung (AB 109/1, 113/3; Beschwerde S. 6 f. Ziff. III Art. 2 
Ziff. 6 und 8; Beschwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 4). Immerhin bestehen auf-
grund der eigenen Angaben des Beigeladenen gewichtige Anhaltspunkte 
dafür, dass er das bisherige Arbeitsverhältnis eher aus invaliditätsfremden 
Gründen kündigte (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 
5/2). So erwähnte er gegenüber Dr. med. B.________, er habe sich an 
seiner Arbeitsstelle diversen Druckversuchen ausgesetzt gesehen und sei 
in Loyalitätskonflikte verwickelt gewesen. Die hierarchischen Strukturen 
habe er als sehr ausgeprägt und zunehmend als negativ empfunden; dies 
alles habe ihn sehr belastet und zur Kündigung veranlasst (AB 82/2 Ziff. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 11

Auch im vorliegenden Verfahren bestätigte er, dass es letztlich zu sach-
fremden (mit der Arbeit nicht in direktem Zusammenhang stehenden) 
Druckversuchen von Vorgesetzten gekommen sei (Stellungnahme des 
Beigeladenen S. 2). Schliesslich deuten auch die Protokolleinträge vom 
29. Juni 2015 und 23. August 2016 in diese Richtung (IV-Protokoll [in den 
Gerichtsakten] S. 11 und 15).

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der Beigeladene hat keine 
expliziten Anträge gestellt, womit ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 
sind (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VR-
PG, 1997, Art. 14 N. 7). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird 
der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurücker-
stattet. 

4.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 
grundsätzlich aus. Der Wendung «obsiegende Beschwerde führende Per-
son» liegt die gesetzgeberische Absicht zu Grunde, den Sozialversicherern 
keinen Anspruch auf Parteientschädigung einzuräumen. Eine Ausnahme 
von diesem allgemeinen Prozessgrundsatz für sämtliche Sozialversiche-
rungszweige ist für Fälle vorzusehen, in denen das Verhalten der Gegen-
partei leichtsinnig oder mutwillig ist (BGE 128 V 124 E. 5b S. 133). Dies ist 
hier nicht der Fall. Der obsiegenden Beschwerdeführerin kommt somit kein 
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 12

4.3 Der Beigeladene hat hier ebenfalls keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Dies allein schon deshalb, weil der Aufwand zur Wah-
rung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht überschritten hat, was 
der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Besorgung seiner persön-
lichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 127 V 205 E. 4b 
S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 13. Dezember 2016 und 3. Januar 2017 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- A.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2017, IV/17/90, Seite 13

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.