# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ce8b46a-170e-5aaf-9c5c-e171a0a8d339
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.10.2014 IV 2012/470
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-470_2014-10-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/470

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 07.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 07.10.2014
Art. 28 Abs. 2 IVG: Rentenanspruch. ABI-Gutachten beweistauglich. Keine 
rentenbegründende Invalidität. Rückwirkende Zusprechung einer befristeten 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. 
Oktober 2014, IV 2012/470).

Entscheid Versicherungsgericht, 07.10.2014

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Entscheid vom 7. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach, 

9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ meldete sich in der Folge eines Unfalles am 13. Juli 2007 mit Anmeldung 

vom 14. Februar 2008 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an

(IV-act. 2).

A.b  Am 9. April 2008 fand eine Verlaufskontrolle des Versicherten im Spital Rorschach 

durch Dr. med. B.___ statt. Dieser hielt als Diagnose einen Status nach medialer 

Schenkelhalsfraktur rechts und Schraubenosteosynthese am 13. Juli 2007 fest. Weiter 

empfahl Dr. B.___ aufgrund der anhaltenden Schmerzsymptomatik die Implantation 

einer Hüfttotalprothese (IV-act. 33).

A.c  Am 22. April 2008 fand eine Untersuchung des Versicherten durch den Regionalen 

Ärztlichen Dienst Ostschweiz (nachfolgend RAD) statt. In seinem Bericht führte dieser 

in Bezug auf die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit aus, als Hilfsarbeiter auf dem Bau 

bestehe dauerhaft überwiegend wahrscheinlich eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit 

Juli 2007. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei im weiteren Verlauf eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Aktuell sei der Versicherte einem Arbeitgeber noch nicht 

zumutbar (IV-act. 34). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 23. April 

2008 mit, dass aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit keine 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 29).

A.d  Vom 6. Oktober 2008 bis zum 15. April 2009 nahm der Versicherte an einer 

beruflichen Abklärung im C.___ teil; wegen eines Spitalaufenthalts wurde das bis 30. 

April 2009 geplante Einsatzprogramm am 16. April 2009 beendet (IV-act. 57-8). Dabei 

war er mit einem 50% Pensum in den Bereichen Holzbearbeitung, Montage und 

Recycling tätig. Im Abklärungsbericht vom 14. April 2009 wurde dazu festgehalten, 

dass die durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Versicherten zu Beginn der 

Abklärung bei 50% lag und auf 70-80% bei 50% Präsenz gesteigert werden konnte (IV-

act. 57/1-7). Im Arbeitszeugnis vom 15. April 2009 wurde festgehalten, der Versicherte 

verspüre in der rechten Hüfte noch immer Schmerzen, hinke etwas und könne sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht gut bücken. Diese Beschwerden würden seine Leistungsfähigkeit jedoch nicht 

wesentlich beeinträchtigen (IV-act. 57/12). Ebenfalls nahm der Versicherte vom 6. 

Oktober 2008 bis zum 30. April 2009 an einem durch das C.___ durchgeführten 

Deutschkurs teil und absolvierte dabei 50 Lektionen (IV-

act. 57/11).

A.e   Mit Mitteilung vom 7. August 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 65).

A.f   Am 18. September 2009 wurde beim Versicherten aufgrund der diagnostizierten 

Coxarthrose rechts bei Status nach Schenkelhalsfraktur rechts eine Hüft-Totalprothese 

eingesetzt. Dr. med. D.___, Orthopädie E.___, hielt mit Schreiben an die IV-Stelle vom 

3. November 2009 fest, vorläufig seien bezüglich des rechten Hüftgelenks keine 

weiteren Eingriffe notwendig. Das am 2. November 2009 angefertigte Röntgenbild 

zeige schon eine weiter fortgeschrittene Coxarthrose links. Es sei anzunehmen, dass 

mit der Zeit auch im Hüftgelenk links Beschwerden auftreten werden und dann diese 

Coxarthrose behandelt werden müsse. Bei weiterhin sehr gutem Verlauf wäre eine 

mindestens partielle Arbeitsfähigkeit als Kranführer wegen der rechten Hüfte möglich. 

Aufgrund des Unfalles im September 2004 leide der Versicherte noch an 

Thoraxschmerzen rechts. Es sei fraglich, ob der Versicherte nach drei schweren 

Unfällen (Januar 2004, September 2004, Juli 2007) wieder arbeitsfähig werde (IV-act. 

68).

A.g  Vom 20. Januar 2010 bis zum 16. Februar 2010 wurde der Versicherte stationär in 

der Rehaklinik Bellikon behandelt. Im Austrittsbericht vom 1. März 2010 wurden als 

arbeitsbezogene relevante Probleme vor allem Schmerzen in beiden Hüftgelenken 

rechtsbetont, sowie Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule festgestellt. Die bisherige 

schwere Tätigkeit als Bauarbeiter und Kranführer, mit wiederholtem Hantieren mit 

schweren Lasten, Gehen auf unebenem Boden, Ersteigen von Leitern und Gerüsten 

erachteten die Ärzte als nicht mehr zumutbar. Zur Evaluation der beruflichen 

Perspektiven sei der Versicherte am 11. Februar 2010 in der Abteilung für berufliche 

Eingliederung vorgestellt worden. Aufgrund der Äusserungen des Versicherten 

bezüglich seiner Belastbarkeit und seiner Leistungsfähigkeit in beruflicher Hinsicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

könnten sie keine beruflichen Massnahmen empfehlen. Es bestehe eine wesentliche 

Diskrepanz zwischen der Zumutbarkeit aus medizinischer Sicht und der 

Selbsteinschätzung des Versicherten. Für angepasste Tätigkeiten würden sie den 

Versicherten als ganztags arbeitsfähig erachten (IV-act. 76).  Der Austrittsbericht der 

Rehaklinik Bellikon wurde dem RAD zur Stellungnahme unterbreitet. Dieser stellte einen 

stabilen medizinischen Zustand, eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter bzw. Kranführer sowie eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit fest (IV-act. 77).

A.h  Im Rahmen der beruflichen Eingliederung besuchte der Versicherte einen OKP-

Kurs (Orientierung-Kommunikation-Praktikum) und absolvierte vom 25. Mai 2010 bis 

zum 16. Juli 2010 ein Praktikum im Pflegeheim F.___. Er war dabei mit einem Pensum 

von 50% in der Betreuung, Begleitung und Verpflegung tätig (IV-act. 86).

A.i   Die SUVA sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 11. August 2010 eine 

Rente auf der Basis der Erwerbsunfähigkeit von 25% sowie eine 

Integritätsentschädigung auf der Grundlage einer Integritätseinbusse von 20% zu (IV-

act. 92/6-9).

A.j   Mit Schlussbericht vom 8. September 2010 wurde die berufliche Eingliederung 

abgeschlossen (IV-act. 87) und mit Vorbescheid vom 15. Oktober 2010 teilte die IV-

Stelle dem Versicherten den vorgesehenen Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (IV-

act. 91). Gegen diesen legte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. E. 

Mussato, Rorschach, einen Einwand ein (IV-act. 93). Am 3. Januar 2011 verfügte die 

IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 96).

A.k  Der RAD hielt auf Anfrage der IV-Stelle vom 4. Januar 2011 in einer erneuten 

Stellungnahme vom 21. Januar 2011 in einer adaptierten Tätigkeit eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit von Dezember 2008 bis März 2009, eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit von April 2009 bis Februar 2010 sowie eine 0%-ige 

Arbeitsunfähigkeit ab März 2010 fest (IV-act. 97).

A.l   Am 25. Januar 2011 reichte der Vertreter des Versicherten der IV-Stelle einen 

Bericht von Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Januar 2011 (IV-act. 99) ein und führte aus, neben den somatischen Beschwerden 

seien nun auch psychische Störungen zu beklagen. Diese führten zu einer 80%-igen 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 98).

A.m Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Anspruches auf eine Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 104). Gegen 

diesen liess der Versicherte durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 14. März 2011 

einen Einwand erheben und reichte eine erneute Stellungnahme von Dr. G.___ vom 2. 

Februar 2011 ein (IV-act. 107/1-6). Darin führte Dr. G.___ aus, dass sich neben den 

wiederkehrenden Schmerzen parallel ein depressives Zustandsbild entwickelt hätte, 

das von den behandelnden Ärzten nicht erkannt worden sei. Er habe den Versicherten 

in der ambulanten Klinik H.___ angemeldet, ein Bericht stehe noch aus (IV-act. 

107/7-9).

A.n  Mit Verfügung vom 15. August 2011 lehnte die IV-Stelle den Anspruch des Ver­

sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung ab (IV-act. 114). Gegen diese 

Verfügung liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben und beantragen, die Verfügung 

vom 15. August 2011 sei aufzuheben und dem Versicherten eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (IV-act. 120). Mit der Beschwerde reichte der Versicherte einen nach 

Konsultation des Versicherten am 17. Juni 2011 durch Dr. med. I.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, zu Handen von Dr. G.___ erstellten Bericht ein (IV-act. 

122).

A.o  Am 16. Dezember 2011 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 15. August 2011 

und nahm die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen ins 

Verwaltungsverfahren zurück (IV-act. 133). In der Folge erteilte sie am 23. Dezember 

2011 der ABI Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (nachfolgend ABI), den Auftrag für 

ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 138). Der Vertreter des Versicherten erhob mit 

Schreiben vom 31. Januar 2012 einen Einwand gegen die ABI als Gutachterstelle, mit 

der Begründung, dass diese mit Dr. G.___ praktisch in jedem Fall in heftigem Clinch 

liegen würden und es damit von vornherein an der nötigen Unbefangenheit fehlen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

würde (IV-act. 142). Mit Zwischenverfügung vom 3. Februar 2012 entschied die IV-

Stelle an der Abklärungsstelle festzuhalten (IV-act. 145).

A.p  Mit Entscheid vom 13. Februar 2012 schrieb das Versicherungsgericht St. Gallen 

das Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 146).

A.q  Am 2. Mai 2012 fand die Untersuchung des Versicherten in der ABI statt. Diese 

hielt im Gutachten vom 29. Mai 2012 zusammenfassend fest, dass aus 

polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Kranführer und in jeder anderen, überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtenden 

sowie körperlich schweren Tätigkeit festgestellt worden sei. Für körperlich leichte bis 

mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine Arbeits- resp. 

Leistungsfähigkeit von 80%, vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf. 

Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könnten vorerst 

keine vorgeschlagen werden. Berufliche Massnahmen könnten aufgrund zu geringer 

Erfolgsaussichten nicht empfohlen werden (IV-act. 152/2-26).

A.r   Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die 

vorgesehene Abweisung des Rentenanspruchs mit (IV-act. 156). Dieser liess dagegen 

durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 21. August 2012 Einwand erheben (IV-act. 

157). Diesem lag eine erneute Stellungnahme von Dr. G.___ vom 13. August 2012 bei 

(IV-act. 158). Am 6. November 2012 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Anspruchs auf eine Invalidenrente (IV-act. 165).

B.       

B.a  Gegen die Verfügung vom 6. November 2012 liess der Versicherte mit Eingabe 

vom 12. Dezember 2012 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene 

Verfügung vom 6. November 2012 sei aufzuheben und ihm eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (act. G 1). Nach erstreckter Frist liess der Beschwerdeführer sodann 

mit Eingabe vom 22. März 2013 eine ergänzende Beschwerdebegründung und eine 

erneute Stellungnahme von Dr. G.___ vom 28. Februar 2013 einreichen; ausserdem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beantragte er neu, eventuell ein Obergutachten anzuordnen. Auf eine Rückweisung sei 

zu verzichten (act. G 8; 8.1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 10).

B.c  Im Sinne einer Replik liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine Stellungnahme 

von Dr. G.___ vom 7. Mai 2013 einreichen (act. G 12 und 12.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik, worauf den 

Parteien mit Schreiben vom 15. Juli 2013 der Abschluss des Schriftenwechsels 

mitgeteilt wurde (act. G 14). Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften 

und die Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.         

1.1   Die Beschwerde richtet sich gegen die rentenabweisende Verfügung vom

6. November 2012. Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 

das Leistungsbegehren zu Recht abgelehnt hat.

1.2   Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die 

vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Leistungsanspruchs gestatten.

1.4   Der medizinische Sachverhalt erscheint mit Blick auf die gesamte Aktenlage 

umfassend abgeklärt und lässt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers und damit einen Entscheid betreffend einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung zu. Wie sich aus den Berichten ergibt, stehen beim 

Beschwerdeführer sowohl somatische wie auch psychische Beschwerden im Raum 

und es sind deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit zu prüfen.

2.       

2.1   Im Zentrum der medizinischen Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin steht 

das bei der ABI eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom 29. Mai 2012. Unbestritten 

ist die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit und in 

jeder anderen, überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtenden sowie körperlich 

schweren Tätigkeit arbeitsunfähig ist. In einer körperlich leichten bis mittelschweren, 

adaptierten Tätigkeit wird dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 80%, 

vollschichtig umsetzbar, bei vermehrtem Pausenbedarf attestiert.

2.2   Als somatische Diagnosen stehen chronische Hüftbeschwerden rechts (ICD-10 

T93.2/Z96.6), eine symptomatische Coxarthrose links (ICD-10 M17.1) sowie ein 

chronisches lumbo- und zervikovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Symptomatik (ICD-10 M54.5/M54.2) sowie chronische Schmerzen im Bereich des 

linken Unterschenkels (ICD-10 T93.2/Z98.8) im Vordergrund (vgl. IV-act. 152). Aus 

somatischer Sicht attestierte die ABI dem Beschwerdeführer spätestens ab dem 1. 

März 2010 in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit eine zeitlich und 

leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 152/2-26).

2.2.1         Die Beurteilung der ABI beruhte dabei auf eigenständigen Abklärungen, 

inklusive Röntgenuntersuchungen. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und 

die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die 

aus somatischer Sicht attestierte 100%-ige Arbeitsfähigkeit ab dem 1. März 2010 für 

leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch lassen 

sich aus den übrigen medizinischen Akten keine Hinweise auf eine somatisch bedingte 

Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit entnehmen. Vielmehr wurde 

auch im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 1. März 2010 ausgeführt, das 

Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen liesse sich mit den 

objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 

bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Es bestehe 

eine wesentliche Diskrepanz zwischen der Zumutbarkeit aus medizinischer Sicht und 

der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (IV-act. 76). Ebenfalls führte Dr. D.___ 

nach erfolgter Jahreskontrolle in seinem Bericht vom 28. April 2011 aus, von der 

rechten Hüfte her gehe es sehr gut. Es liege eine radiologisch schöne Totalprothese 

rechts ohne Lockerungszeichen vor (IV-act. 108). Dies deckt sich auch mit dem 

Ergebnis der im C.___ vom 6. Oktober 2008 bis zum 15. April 2009 durchgeführten 

beruflichen Abklärung. So wurde im Arbeitszeugnis vom 15. April 2009 festgehalten, 

der Versicherte verspüre in der rechten Hüfte noch immer Schmerzen, hinke etwas und 

könne sich nicht gut bücken. Diese Beschwerden würden seine Leistungsfähigkeit 

jedoch nicht wesentlich beeinträchtigen (IV-act. 57/12). Ebenfalls ist zu beachten, dass 

diese berufliche Abklärung vor der Einsetzung der Hüft-Totalprothese erfolgte und 

durch diesen Eingriff die Beschwerden des Beschwerdeführers massiv gelindert 

werden konnten.

2.2.2         Auf die Beurteilung der ABI kann somit abgestellt werden und es ist, gestützt 

auf die gesamte medizinische Aktenlage, aus somatischer Sicht ab dem 1. März 2010 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit 

auszugehen. Die diesbezügliche Annahme der Beschwerdegegnerin blieb auch durch 

den Beschwerdeführer unbestritten. Dieser begründet die von ihm geltend gemachte 

Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit massgeblich mit den 

psychischen Beeinträchtigungen, denen zu wenig Berücksichtigung geschenkt worden 

sei (vgl. Beschwerdeschrift vom 12. Dezember 2012, act. G 1 sowie die 

Beschwerdeergänzung vom 22. März 2013, act. G 8).

2.3   Zu prüfen bleiben somit die Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigungen 

auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.

2.3.1         Die psychisch bedingten Beschwerden wurden erstmals durch Dr. G.___ in 

dessen Bericht vom 17. Januar 2011 vorgebracht, in welchem dieser ausführte, neben 

den somatischen Beschwerden seien nun auch psychische Störungen zu beklagen. 

Diese hätten zu einer 80%-igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Als Diagnosen stellte Dr. 

G.___ ein mittelgradiges depressives Zustandsbild mit Angststörung (ICD-10 F32.11) 

fest (IV-act. 99). Diese Diagnose bestätigte Dr. G.___ in einer erneuten Stellungnahme 

vom 2. Februar 2011 (IV-act. 107/7-9). 

2.3.2         Dr. I.___ diagnostizierte in seinem nach einer Konsultation des Beschwerde­

führers am 17. Juni 2011 zu Handen von Dr. G.___ erstellten Bericht eine chronische 

depressive Störung (aktuell mittelgradig bis schwer ausgeprägt ICD-10 F32.1), 

verstärkt durch eine chronifizierte Schmerzstörung bei Status nach mehreren Unfällen 

und chirurgischen Eingriffen. Die mittelgradig ausgeprägte Symptomatik tendiere eher 

hin zu einer schwergradigen Ausprägung und sei durch die typischen depressiven 

Symptome massiv leistungseinschränkend. Die Schmerzen verstärkten die depressive 

Symptomatik. Es sei bereits zu einer Chronifizierung der Störung gekommen, was die 

Prognose eher ungünstig aussehen lasse. Im derzeitigen Zustand sei aufgrund dieser 

Leistungsdefizite von einer Arbeitsfähigkeit in optimal angepasster Tätigkeit von ca. 

20% auszugehen. Durch medizinische Massnahmen, wie ambulante integrierte 

psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung, sei eventuell eine Besserung der 

Symptomatik zu erreichen, was aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit 

keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben werde (IV-act. 122).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3.3         Auch im Rahmen der Untersuchung durch die ABI wurde ein psychiatrisches 

Gutachten erstellt. Darin stellte Dr. med. J.___ fest, der Beschwerdeführer weise 

diagnostisch eine leichte depressive Episode mit depressiven Verstimmungen (ICD-10 

F33.0), Antriebsstörungen, leichten Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und 

bezüglich seiner beruflichen und gesundheitlichen Situation negativen 

Zukunftperspektiven bei erhaltener Selbstwertregulation sowie eine 

Schmerzverarbeitungsstörung mit einer ausgeweiteten Schmerzsymptomatik im 

Bewegungsapparat, deren Ausmass sich durch die somatischen Befunde nicht 

hinreichend objektivieren lasse, aus. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die leichte 

depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung zu 20% 

eingeschränkt. Die Schmerzstörung wirke sich nicht zusätzlich einschränkend auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Es würden somatische Korrelate bestehen, die auch aus 

somatischer Sicht beurteilt werden müssten. Eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit in 

einer leichten, körperlich angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden 

Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht nicht attestiert 

werden (IV-act. 152/9 ff.).

2.3.4         Im Grundsatzentscheid BGE 130 V 352 hat das Bundesgericht festgestellt, 

dass eine diagnostizierte, anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel 

keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermöge. In späteren Entscheiden 

formulierte das Bundesgericht, es bestehe eine Vermutung, wonach die somatoforme 

Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung 

überwindbar seien (BGE 131 V 50, BGE 132 V 71, 9C_802/2009 vom 25. März 2010, E. 

3). In BGE 130 V 352 E. 2.2.3 hält es sodann fest, dass ein Abweichen von diesem 

Grundsatz ausnahmsweise in jenen Fällen in Betracht komme, in denen die 

festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes eine 

derartige Schwere aufweise, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer 

verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-

praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar sei. Das 

Bundesgericht führt weiter aus: "Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – 

Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in 

den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch 

ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und 

Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter Umständen (1) chronische 

körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter 

oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter therapeutisch nicht 

mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

entlastenden Konfliktbewältigung oder schliesslich (4) unbefriedigende 

Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder 

stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 

Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit 

der somatoformen Schmerzstörung" (BGE 130 V 352 E.2.2.3). Die in der Aufzählung (1) 

bis (4) genannten Kriterien wurden vom deutschen Psychiater Klaus Förster entwickelt. 

In der Folge wird darauf als "Försterkriterien" verwiesen.

2.3.5         Das Gutachten der ABI erfolgte nach eigener Untersuchung des 

Beschwerdeführers und setzte sich eingehend mit den Diagnosen und Einschätzungen 

von Dr. G.___ und Dr. I.___ auseinander. Ebenfalls wurden im Hinblick auf die 

somatoforme Schmerzstörung die Försterkriterien geprüft. Das Gutachten erscheint 

weiter als schlüssig und die Schlussfolgerungen als nachvollziehbar.

2.3.6         Auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Stellungnahmen von Dr. 

G.___ vom 13. August 2012 (IV-act. 158), vom 28. Februar 2013 (act. G 8.1), sowie vom 

7. Mai 2013 (act. G 12.1) vermögen das Gutachten der ABI nicht in Frage zu stellen. 

Diese enthalten im Vergleich zur Stellungnahme vom 17. Januar 2011 keine neuen 

tatsächlichen Feststellungen. Mit der letztgenannten Stellungnahme vom 17. Januar 

2011 setzte sich die ABI zudem eingehend auseinander. Dabei hielt sie fest, dass die 

Befunde von Dr. G.___ anhand der Untersuchung nicht bestätigt werden konnten. Der 

affektive Rapport sei durchaus herstellbar gewesen, die Anamneseerhebung habe 

ebenfalls erfolgen können und der Beschwerdeführer habe die zeitlichen Ereignisse 

seiner Lebensgeschichte in der Abfolge richtig angegeben. Ein Danebenreden sei 

ebenfalls nicht festgestellt worden. Es seien den Gutachtern eine gewisse 

psychomotorische Unruhe und leichte Konzentrationsstörungen aufgefallen, der 

Beschwerdeführer habe aber während des ganzen Gesprächs "dabei bleiben" können, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

er sei kooperativ und im Gedankengang kohärent gewesen. Es bestehe eine leichte 

depressive Episode unter genauer Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien der 

ICD-10. Die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach ICD-10 könne 

nicht bestätigt werden. Es bestehe zwar eine deutliche Überzeugung krank zu sein, es 

würden aber die für diese Diagnose notwendige feindliche und misstrauische Haltung 

der Welt gegenüber und der emotionale Rückzug bzw. die Entfremdung fehlen (IV-act. 

152/2-24, S. 11 ff.).

2.3.7         Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen 

grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und b 

S. 352) nicht in Frage gestellt werden kann und kein Anlass zu weiteren Abklärungen 

besteht, wenn und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen 

Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen 

festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte 

vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren 

und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteile des Eidg. 

Versicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 und I 676/05 vom 13. März 

2006 E. 2.4; IV 2009/459 E. 2.4.1; vgl. auch 8C_809/2007, E. 4.1). Diesbezüglich gilt 

auch zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und der Behandlungsnähe in Zweifelsfällen 

mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).

2.4   Mit Blick auf die gesamte Aktenlage sind somit keine Gründe ersichtlich, um von 

der in der ABI Beurteilung vom 29. Mai 2012 festgestellten, gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Die Bescheinigung einer 80%-igen 

Arbeitsfähigkeit ab 1. März 2010 in einer körperlich leichten bis mittelschweren, 

adaptierten Tätigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine 

Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden 

wären.

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Für die Zeit vor dem 1. März 2010 bestätigte der RAD in seiner Stellungnahme vom

21. Januar 2011 aufgrund der medizinischen Akten, dass von Dezember 2008 bis März 

2009 eine 50%-ige und von April 2009 bis Februar 2010 eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit anzunehmen sei (IV-act. 97/1). Dies 

erscheint unter Würdigung der medizinischen Aktenlage als nachvollziehbar und 

schlüssig. Es kann darauf abgestellt werden. Somit bestand über einen Zeitraum von 

länger als einem Jahr eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% (Art. 

28 Abs. 1 lit. b IVG).

4.     

4.1   Für einen allfälligen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung weiter 

massgeblich und nachfolgend noch zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der 

festgestellten Arbeitsunfähigkeiten.

4.2   Das von der Beschwerdegegnerin der Verfügung vom 6. November 2012 (act.

G 1.1) zugrunde gelegte Valideneinkommen von Fr. 66'899.00 wurde durch den 

Beschwerdeführer nicht bestritten. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf den 

in den Akten enthaltenen Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers 

(IV-act. 13) und passte den darin ausgewiesenen Jahreslohn von Fr. 63'485.00 der 

Nominallohnentwicklung an. Die Anmeldung des Versicherten zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung erfolgte am 14. Februar 2008, wobei die 100%-

ige Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit bereits seit dem 13. Juli 2007 

bestand. Der im IK-Auszug ausgewiesene Jahreslohn von Fr. 63'485.00 für das Jahr 

2006 ist der Nominallohnentwicklung bis zum frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr 

2008 anzupassen, wonach ein Valideneinkommen von

Fr. 65'944.00 resultiert (massgebender Index Männer im Jahr 2006 bei 2014 Punkten; 

im Jahr 2008 bei 2092 Punkten).

4.3   Das Invalideneinkommen wurde durch die Beschwerdegegnerin anhand der 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik bestimmt. Dies ist nicht 

zu beanstanden. Als Ausgangswert ist ebenfalls auf das Jahr 2008 abzustellen und 

somit ein Jahreseinkommen von Fr. 59'979.00 zu berücksichtigen (vgl. IVG-Ausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2). Nach der Rechtsprechung hängen die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fragen, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa 

leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige 

Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs 

ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der 

Beschwerdeführer war bei Verfügungserlass 52 Jahre alt. Er hatte vor Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit eher schwere Arbeiten auf dem Bau verrichtet. Nun sind diese 

Tätigkeiten nicht mehr möglich und er ist auch in leichten, wechselbelastenden 

Tätigkeiten eingeschränkt. Dies, seine fehlende Erfahrung in den noch in Frage 

kommenden Tätigkeiten sowie sein Alter (höhere Lohnnebenkosten, kürzere 

Aktivitätsdauer) stellen erhebliche Konkurrenznachteile auf dem Arbeitsmarkt dar, die 

der Beschwerdeführer wohl mit dem Akzeptieren eines unterdurchschnittlichen Lohnes 

kompensieren müsste. Ermessensweise ist ein Abzug von 10% gerechtfertigt.

4.4   Aufgrund der festgestellten Arbeitsunfähigkeit belief sich das Invalideneinkommen 

im Zeitraum vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 auf Fr. 29'674.80 (Fr. 59'979 x 

0.5 x 0.9). Im Zeitraum vom 1. April 2009 bis 28. Februar 2010 bestand kein 

zumutbares Invalideneinkommen.

4.4.1         Für den Zeitraum vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 stand somit 

einem Valideneinkommen von Fr. 65'944.00 ein Invalideneinkommen von Fr. 29'674.80 

gegenüber. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 55% und damit ein befristeter 

Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.

4.4.2         Für den Zeitraum vom 1. April 2009 bis 28. Februar 2010 stand einem 

Valideneinkommen von Fr. 65'944.00 gar kein zumutbares Invalideneinkommen 

gegenüber. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 100% und damit ein Anspruch 

auf eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung.

4.4.3         Der vorliegende Rentenanspruch ist nach dem 1. Januar 2008 und damit 

nach dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision entstanden. Für den Beginn des 

Rentenanspruches ist damit Art. 98 Abs. 1 IVG in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen 

Fassung massgebend. Der Beschwerdeführer meldete sich am 14. Februar 2008 zum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2), weshalb er in Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 

IVG frühestens ab August 2008 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat. 

Der Beschwerdeführer war noch bis Ende November 2008 bei seinem Arbeitgeber 

angestellt (IV-act. 58/4). Vor Dezember 2008 bestand damit kein Rentenanspruch. Für 

die berufliche Abklärung im C.___ vom 6. Oktober 2008 bis 15. April 2008 wurden dem 

Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 odann für den Zeitraum vom 

6. Oktober bis zum 30. November 2008 (IV-act. 53) und mit Verfügung vom 16. 

Dezember 2008 für den Zeitraum vom 1. Dezember bis 7. Dezember 2008 Taggelder 

der Invalidenversicherung zugesprochen (IV-act. 54). Dafür, dass nach diesem 

Zeitpunkt noch Taggelder durch die Beschwerdegegnerin ausgerichtet wurden, sind in 

den Akten keine Hinweise enthalten. In Nachachtung von Art. 29 Abs. 2 IVG ist der 

Rentenbeginn somit auf den 8. Dezember 2008 festzusetzen. Ab dem 1. März 2010 ist 

wieder von einer Restarbeitsfähigkeit von 80% auszugehen. Aufgrund der bei der 

Rentenanpassung gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV geltenden dreimonatigen Frist und mit 

Blick darauf, dass gemäss Art. 19 Abs. 3 ATSG Renten für den ganzen Kalendermonat 

im Voraus ausbezahlt werden, endet der Rentenanspruch am 31. Mai 2010. Vom 8. 

Dezember 2008 bis zum 31. März 2009 bestand damit der befristete Anspruch auf eine 

halbe Rente und vom 1. April 2009 bis zum 31. Mai 2010 auf eine ganze Rente der 

Invalidenversicherung.

4.5   Für den Zeitraum ab 1. März 2010 ist wie voranstehend festgestellt sodann von 

einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen. 

Damit beläuft sich das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers ab dem 1. März 

2010 auf Fr. 43'184.90 (Fr. 59'979.00 x 0.8 x 0.9). Zur Bestimmung des 

Invaliditätsgrades ab dem 1. März 2010 steht einem Valideneinkommen von Fr. 

65'944.00 ein Invalideneinkommen von Fr. 43'184.90 gegenüber. Der 

Einkommensvergleich ergibt einen Invaliditätsgrad von 34.5%, woraus sich kein 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung ergibt.  

4.6   Allenfalls ausgerichtete Leistungen der Unfall- oder Arbeitslosenversicherung

stehen dem befristeten Anspruch auf eine Invalidenrente nicht entgegen. Soweit ein 

allfälliges Zusammenfallen der Leistungen zu einer Überentschädigung des 

Beschwerdeführers führen würde, wird eine Abschöpfung derselben im Rahmen von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Art. 69 ATSG vorzunehmen sein, wobei die IV-Rente von einer Kürzung 

ausgeschlossen ist.

5.      

5.1   Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen 

ist und der Beschwerdeführer für die Dauer vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 

einen Anspruch auf eine halbe Rente und vom 1. April 2009 bis zum 31. Mai 2010 einen 

Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung 

der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

5.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.00 festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hieran hat 

der Beschwerdeführer, der mit seinem Rentenbegehren nicht vollständig 

durchgedrungen ist, die Hälfte, d.h. Fr. 300.00 zu tragen. Den Restbetrag von Fr. 

300.00 hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und dem Beschwerdeführer ist in 

diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.

5.3   Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.00 

angemessen. Entsprechend dem Ausmass des hälftigen Obsiegens erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 1'750 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat die Rechtsvertretung des 

Beschwerdeführers somit mit Fr. 1'750.00 zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom

6. November 2012 aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird rückwirkend für die 

Dauer vom 8. Dezember 2008 bis 31. März 2009 eine halbe Rente und für die

Dauer vom 1. April 2009 bis zum 31. Mai 2010 eine ganze Rente zugesprochen. Die 

Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang 

von Fr. 300.00 und der Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 300.00. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.00 wird dem Beschwerdeführer im Umfang von

Fr. 300.00 daran angerechnet und im Umfang von Fr. 300.00 zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 1'750.00 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.10.2014
	Art. 28 Abs. 2 IVG: Rentenanspruch. ABI-Gutachten beweistauglich. Keine rentenbegründende Invalidität. Rückwirkende Zusprechung einer befristeten Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Oktober 2014, IV 2012/470).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:36:57+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen