# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0d789bb-7eac-50f2-98bf-78125b1a6715
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2009 und 2010 sowie
Staats- und Gemeindesteuern 2009 und 2010
**Docket/Reference:** DB.2015.27
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_27_no.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.27 
1 ST.2015.36 

Entscheid 

29. Juni 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid  

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

vertreten durch Pestalozzi Consulting Group AG,  
Hauptstrasse 36a, 8546 Islikon,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2009 und 2010 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2009 und 2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Pflichtigen)  erwarben  am  28.  Januar  2008  mit 

einer  Investition  von  EUR  442'000.-  Anteile  des  "Norwich  With-Profit  Fund".  Hierbei 

handelt es sich nach angelsächsischem Recht um ein Versicherungsprodukt der "The 

Norwich Union International Core Funds Bonds" (zur AVIVA-Versicherungsgruppe ge-

hörend, nachfolgend AVIVA), welches in der Schweiz steuerlich als Anlagefonds quali-

fiziert. Ähnliche Anteile hatten die Pflichtigen bereits früher gehalten, wobei diese erst 

kürzlich auch Gegenstand von steuerlichen Rechtsmittelverfahren bis auf Stufe Verwal-

tungsgericht waren. Dabei ging es allein um die Frage, ob im grundsätzlich steuerba-

ren  Wertzuwachs  der  Anteile  womöglich  steuerfreie  Kapitalgewinne  enthalten  seien, 

was  die  Pflichtigen  letztlich  nicht  nachzuweisen  vermochten  (vgl.  VGr,  12.  Dezember 

2012, SB.2012.00106/SB.2012.00107).  

In den Steuererklärungen  2009 und 2010 gaben die Pflichtigen den Wert der 

vorerwähnten  neu  erworbenen  Anteile  per  Jahresende  mit  Fr.  481'269.-  bzw. 

Fr. 451'916.-  und  deren  Erträge mit  Fr.  2'392.-  bzw.  Fr.  5'327.-  an.  Auf  die  steuerbe-

hördliche Aufforderung hin, die deklarierten Erträge nachzuweisen, liessen die Pflichti-

gen mit E-Mail vom 12. September 2013 diverse Unterlagen und Abrechnungen über-

mitteln.  Im  Rahmen  der  den  Pflichtigen  mit  Schreiben  vom  24.  Oktober  2013  zur 

Kenntnis  gebrachten  Korrekturen  der  Wertschriften-  und  Guthabenverzeichnisse  hob 

daraufhin  die  steueramtliche  Wertschriftenabteilung  die  deklarierten  Erträge  auf 

Fr. 27'807.- (2009) bzw. Fr. 68'964.- (2010) an; dies mit der Bemerkung, ein steuerfrei-

er Kapitalgewinn aus Wertzuwachs sei nicht nachgewiesen worden, weshalb der EUR-

Wertzuwachs pro Anteil von Jahr zu Jahr per Jahresende in CHF umzurechnen und als 

Einkommen zu deklarieren sei.  

Die Korrekturen der Fachabteilung übernehmend setzte die Steuerkommissä-

rin  mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  6.  November  2013 

die Steuerfaktoren für die Steuerperioden 2009 und 2010 wie folgt fest:  

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1 ST.2015.36 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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    Staats- und Gemeindesteuern 

       Direkte Bundessteuer 

                          Fr. 

          Fr.  

Steuerperiode 2009 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

185'000.- 

194'200.- 

163'000.- 

Satzbestimmendes Vermögen  

224'000.-. 

Steuerperiode 2010 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

224'400.- 

234'500.- 

111'000.- 

Satzbestimmendes Vermögen  

160'000.-. 

186'800.- 

227'100.- 

B.  In  den  hiergegen  am  6.  Dezember  2013  erhobenen  Einsprachen  liessen 

die  Pflichtigen  die  steueramtlichen  Wertzuwachsberechnungen  beanstanden  und  gel-

tend  machen,  die  strittigen  Fondsanteile  in  der  Zwischenzeit  verkauft  zu  haben.  Der 

dabei am 25. Oktober 2011 über die gesamte Haltedauer hinweg erzielte Gesamterlös 

betrage  lediglich  EUR  3'940.-  und  nur  dieser  Betrag  sei  folglich  einkommensseitig  zu 

versteuern.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen mit Entscheiden vom 6. Janu-

ar 2015 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  6.  Februar  2015  liessen  die  Pflichtigen 

den Antrag stellen, die während der Laufzeit realisierten Wertzunahmen ihrer Fondsan-

teile von total EUR 3'940.- (zum Umrechnungskurs EUR/CHF per Verkaufstag) in der 

Steuerperiode 2011 zu erfassen. Zur Begründung wurde angeführt, dass anders als im 

früheren Rechtsmittelverfahren die Frage von im Ertrag enthaltenem steuerfreien Kapi-

talgewinn nicht mehr gestellt werde, weil der entsprechende Nachweis nicht zu erbrin-

gen sei. Die Rechtsmittel richteten sich allein gegen die Berechnung des steuerbaren 

Wertzuwachses. Zu Unrecht gehe das Steueramt dabei nämlich von den sogenannten 

"STE-Kursen"  aus,  in  welchen  der  Schlussbonus,  die  "Market  Value  Reductions" 

(MVR)  sowie  die  "Early  Cash-In  Charge"  (LECIC)  miterfasst  würden.  Die  STE-Kurse 

seien jedoch lediglich beim Verkauf massgeblich; während der Haltedauer sei von den 

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sogenannten  "WPB-Kursen"  auszugehen,  welche  die  letztgenannten  Komponenten 

nicht  enthielten.  Auf  dieser  Basis  errechne  sich  eine  Wertzunahme  pro  Anteil  von  

EUR  0.49  (statt  EUR  0.57)  per  2009  bzw.  von  EUR  0.43  (statt  EUR 1.83)  per  2010. 

Über die gesamte Laufzeit zwischen Kauf und Verkauf habe ein Anteil indes EUR 0.83 

an Wert verloren. Obwohl also die effektive Wertzunahme über die ganze Anlagedauer 

hinweg  negativ  sei,  würden  nach  der  steuerbehördlichen  Berechnung  in  den  Steuer-

jahren  2009  und  2010  nicht  realisierte  Wertzunahmen  von  insgesamt  EUR  2.40  

(EUR 0.57 und EUR 1.83) pro Anteil besteuert. Falsch sei bei der steueramtlichen Be-

rechnung zudem, dass der Euro-Jahresgewinn in Schweizerfranken umgerechnet wer-

de. Weil die Vermögenswerte per Jahresende jeweils in Schweizerfranken anzugeben 

seien,  müsste  für  die  Ermittlung  des  steuerbaren  Wertzuwachses  auf  die  am  Anfang 

und  Ende  der  Steuerperiode  gültigen  Kurse  in  Schweizerfranken  abgestellt  werden. 

Dergestalt  errechne  sich  per  2009  eine  Wertzunahme  von  Fr.  0.78  pro  Anteil  

(=  Fr.  25'646.94 total)  und  per  2010  eine  solche  von  Fr.  -  2.59 (=  Fr. -  78'172.28).  In 

EUR  sei  über  die  ganze  Haltedauer  mit  der  Anlage  jedoch  eine  Wertzunahme  von 

EUR 3'940.-  erzielt  worden,  welche  also  erst  zum  Zeitpunkt  des  Verkaufs  einen  steu-

erbaren Wertzuwachs darstelle.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 9. März 2015 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel;  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich 

nicht vernehmen.  

Mit Replik vom 30. März 2015 liessen die  Pflichtigen ausserhalb eines ange-

ordneten  zweiten  Schriftenwechsels  an  ihren Ausführungen festhalten;  die  Vorinstanz 

verzichtete auf das Einreichen einer Duplik.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der Einkommenssteuer unterliegen allgemein alle wiederkehrenden und 

einmaligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von 

Privatvermögen, welche steuerfrei sind (Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über 

die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] und § 16 Abs. 1 und 3 des 

Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Steuerbar im Sinn dieser Generalklausel sind 

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insbesondere  auch  die  Erträge  aus  beweglichem  Vermögen  (Art.  20  DBG  und  §  20 

StG).  

b)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu erbringen, dass  ein Steuerpflichtiger  bestimmte  Einkünfte erzielt  hat,  da 

es  sich  hierbei  um  einen steuerbegründenden  Umstand handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den, indem er den Gegenbeweis erbringt, dass die zugeflossenen Einkünfte kein steu-

erbares  Einkommen  darstellen  (wie  z.B.  Vorliegen  eines  steuerfreien  Kapitalgewinns 

aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Das Risiko der Beweislosigkeit 

liegt  somit  hinsichtlich  jener  Tatsachen,  aus  denen  sich  die  Nichtsteuerbarkeit  einer 

Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen. 

2.  a)  Die  Pflichtigen  haben  die  streitbetroffenen  Anteile  des  "Norwich  With-

Profit Fund" der AVIVA am 28. Januar 2008 gekauft und am 25. Oktober 2011 wieder 

verkauft. Im Streit liegen hier die Jahre 2009 und 2010, in welchen sie also die Anteile 

über das volle Jahr hinweg gehalten haben. 

b) Unbestritten ist zunächst, dass es sich beim vorgenannten Produkt steuer-

lich um einen ausländischen Anlagefonds (= kollektive Kapitalanlage) handelt, welcher 

laufend erwirtschaftete Erträge nicht ausschüttet, sondern thesauriert. Auszugehen ist 

damit von einer thesaurierenden kollektiven Kapitalanlage (vgl. dazu auch Kreisschrei-

ben Nr.  25  der  ESTV  vom  5.  März  2009:  Besteuerung  kollektiver  Kapitalanlagen  und 

ihrer Anleger; nachfolgend Kreisschreiben).  

Unbestritten  ist  sodann  auch,  dass  die  Pflichtigen  einen  allfälligen  Wertzu-

wachs  ihrer  Anteile  in  vollem  Umfang  als  Einkommen  zu  versteuern  haben,  weil  die 

AVIVA  die  diesbezügliche  Zusammensetzung  nicht  offenlegt  und  sich  deshalb  der 

Nachweis, dass der Wertzuwachs  womöglich auch auf steuerfreie Kapitalgewinne zu-

rückzuführen  ist,  nicht  erbringen  lässt.  Diese  Erkenntnis  entstammt  dem  erwähnten 

früheren  Rechtsmittelverfahren  betreffend  eine  ähnliche  Anlage  der  Pflichtigen  und 

wird von den Letzteren ausdrücklich anerkannt. 

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e)  Im  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren  geht  es  nunmehr  um  die  Fragen, 

wie der steuerbare Ertrag aus der kollektiven Kapitalanlage zu berechnen und wann er 

zu versteuern ist. Soweit die Pflichtigen beantragen, der während der gesamten Halte-

dauer zwischen Kauf und Verkauf erzielte Ertrag bzw. Wertzuwachs sei per Realisation 

(Verkauf) und damit in der Steuerperiode 2011 zu erfassen, bedeutet dies negativ for-

muliert,  dass  in  den  hier  betroffenen  Steuerperioden  2009  und  2010  keine  entspre-

chende  Einkommensbesteuerung  zulässig  sein  soll.  Nur  in  diesem  letzteren  Sinn  ist 

folglich auf die Rechtsmittel einzutreten, denn die Steuerperiode 2011 ist nicht Gegen-

stand der angefochtenen Veranlagungen bzw. Einschätzungen.  

3.  a)  Das  steuerbare  Einkommen  bemisst  sich  gemäss  Art.  210  DBG  bzw. 

§ 50 StG nach den in der Steuerperiode zugeflossenen Einkünften. Was Vermögenser-

träge  anbelangt,  gilt  sodann  in  Bezug  auf  thesaurierende  kollektive  Kapitalanlagen, 

dass  die  zurückbehaltenen  und  reinvestierten  Erträge  mit  der  Verbuchung  auf  dem 

Konto der zurückbehaltenen Erträge realisiert werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  §  50  N  55;  BGr,  18.  Mai  1993, 

ASA 62, 705 [713] betreffend Verrechnungssteuer).  

Das erwähnte Kreisschreiben der ESTV hält sodann fest, dass die thesaurier-

ten Vermögenserträge auf Stufe der Anleger der Einkommenssteuer unterliegen, wes-

halb  die  thesaurierenden  kollektiven  Kapitalanlagen  den  Anlegern  für  die  direkten 

Steuern  die  thesaurierten  Erträge  jährlich  zu  bescheinigen  hätten;  davon  ausgenom-

men  seien  die  wiederangelegten  Kapitalgewinne,  sofern  sie  in  der  Jahresrechnung 

separat ausgewiesen würden (Ziff. 4.1.1.). Steuerbar sind damit also vorab Zinserträge 

und  Dividenden;  die  allfällige  Mitbesteuerung  von  Kapitalgewinnen  hat  allein  beweis-

rechtliche  Gründe,  indem  nach  dem  Gesagten  ein  Vermögenszuwachs  grundsätzlich 

steuerbar  ist,  solange  nicht  das  Gegenteil  (steuerfreier  Kapitalgewinn)  nachgewiesen 

ist.  Im  Kreisschreiben  wird  weiter  festgehalten,  dass  bei  thesaurierenden  kollektiven 

Kapitalanlagen  der  Nettoertrag  pro  Anteil  der  massgebende  steuerbare  Ertrag  für 

Schweizer Einkommenssteuerzwecke darstelle (Ziff. 4.6.3).  

b) Die AVIVA stellt den Pflichtigen jährlich Bescheinigungen betreffend Stand 

und Entwicklung ihres Investments zu. Wie erwähnt, werden Kapitalgewinne darin nicht 

separat  ausgewiesen,  weshalb  sich  die  Frage  von  diesbezüglichen  steuerlichen  Er-

tragskorrekturen von vornherein nicht stellt.   

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c)  Im  steuerbehördlichen  Auflageverfahren  liessen  die  Pflichtigen  zunächst 

Bescheinigungen  der  AVIVA  für  die  Kalenderjahre  2008  bis  2010  (Stichtage  18.  De-

zember  2008,  1.  Januar  2010,  30.  Dezember  2010)  einreichen.  Im  vorliegenden 

Rechtsmittelverfahren liessen sie zudem eine Bescheinigung per 15. Oktober 2011 zu 

den  Akten  geben.  All  diesen  Bescheinigungen  lassen  sich  folgende  Kennzahlen  ent-

nehmen:  

Amount invested 

442'000.00 

442'000.00 

442'000.00 

442'000.00

     2008 

   2009  

2010 

           2011 

EUR 

EUR 

EUR 

EUR  

Total Withdrawals since start  

0.00 

26'500.00 

53'000.00 

79'500.00 

Unit Price    

12.986 

13.480 

13.915 

14.71 

x  36'242.059 Units = 

x  32'933.403 Units = 

x  30'157.045 Units = 

x  27'824.644 Units = 

Final Bonus  

Total Unit Value 

470'639.38 

443'942.27 

419'635.28 

7'333.59 

4'439.42 

25'178.12 

23'825.13 

477'972.97 

448'381.69 

444'813.40 

420'910.62

397'085.49 

./. MVR (= Market Value Reductions) 

- 82'361.89 

- 74'138.36 

- 52'454.41 

-75'466.24 

Total Bond Value 

395'611.08 

374'243.33 

392'358.99 

345'464.38 

./. LECIC (= Early Cash-In charge) 

- 48'178.00 

- 39'780.00 

-30'940.00 

-22'100.00 

Cash-In Value 

347'433.08 

334'463.33 

361'418.99 

323'364.38. 

d) Werden in diesen Bescheinigungen Rückkaufswerte ("Cash-In Value") auf-

geführt,  so kann für  den  Vermögensstand  per  Jahresende und damit für  den  Bereich 

der  Vermögenssteuer  bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  auf  die  entsprechenden 

Werte (umgerechnet in CHF) abgestellt werden. Die vermögensseitigen Steuerfaktoren 

sind denn auch unbestritten.  

e) Die Steuerbehörde ist nun aber auch bei der Berechnung des steuerbaren 

Ertrags  per  2009  und  2010  von  diesen  Rückkaufswerten  ausgegangen.  So  teilte  sie 

zunächst den "Cash-In Value" per Jahresende durch die Anzahl Units per Jahresende 

und ermittelte dergestalt also einen "Rückkaufswert pro Unit" per Jahresende. Für die 

jahresbezogene  Ertragsberechnung ging  sie  alsdann  von  der Wertentwicklung  dieses 

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"Rückkaufswerts pro Unit" aus, welche sie mit der Anzahl Units per Jahresende multip-

lizierte. Nimmt man das Steuerjahr 2009 als Beispiel, ging sie also wie folgt vor:  

EUR 

EUR 

EUR 

Total Cash-In Value per Ende 2008 

347'433.08 

/ 36'242.0590 Units per Ende 2009 

  9.58646 

Total Cash-In Value Ende 2009 

334'463.33 

/ 32'933.4030 Units per Ende 2009 

Differenz pro Unit 2009 zu 2008 

  10.15575 

0.56929 

Differenz total (x 32'933.4030 Units )  

18'748.65 

(= umgerechnet in CHF zum  Kurs 1.48315 

Fr.  27'807.00).

Bei  dieser  Berechnungsart  wurde  neben der  Unit-Basiswertveränderung  also 

auch dem Schlussbonus, der MVR und der LECIC Rechnung getragen.  

aa) Die Pflichtigen halten dafür, dass der Einbezug dieser letzteren Parameter 

nur  beim  Verkauf  der  Anteile  zulässig  sei.  Beim  erwähnten  früheren  Fall  sei  es  denn 

auch  um  einen  Verkauf  gegangen;  dabei  habe  also  der  Verkaufserlös  exakt  festge-

standen. Hier gehe es demgegenüber um die jährliche Wertzunahme einer laufenden, 

nicht verkauften Anlage. Aus diesem Grund dürfe der erst bei Auflösung bzw. Verkauf 

der Anlage allenfalls ausbezahlte Schlussbonus sowie der Abzug für eine allenfalls zur 

Anwendung gelangende MVR sowie die allenfalls noch zu amortisierende LECIC nicht 

berücksichtigt werden. 

bb)  Tatsächlich  ging  es  im  früheren  Rechtsmittelverfahren  um  die  Ermittlung 

des  bei  einem  Verkauf  einer  ähnlichen  Anlage  der  Pflichtigen  erzielten  Wertzuwach-

ses; allerdings nicht um den Wertzuwachs während der ganzen Laufzeit, sondern  nur 

um denjenigen im Verkaufsjahr. Obwohl dabei der Verkauf bereits per 8. Januar erfolg-

te,  ergab  sich  eine  Wertsteigerung  gegenüber  dem  31.  Dezember  des  Vorjahrs  von 

über Fr. 100'000.-, was damit zu tun hatte, dass beim Verkauf ein Schlussbonus aus-

bezahlt wurde. Anders als im vorliegenden Fall wurde jener Schlussbonus zuvor in den 

jährlichen Bescheinigungen der ausländischen Fonds-Gesellschaft offenbar nicht aus-

gewiesen.  Jedenfalls  wurde  der  Schlussbonus  zuvor  nicht  bereits  anteilsmässig  be-

steuert, stellte das Rekursgericht doch fest, per Ende Vorjahr sei die gesamte bisherige 

Wertentwicklung  versteuert  worden,  wobei  der  Schlussbonus  nie  in  die  deklarierten 

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Vermögenswerte  eingeflossen  sei 

(vgl.  StRG,  28. Juni  2012,  1 DB.2012.61/ 

1 ST.2012.70).  

Nun  handelte  es  sich  beim  damals  beurteilten  Anlagefonds  zwar  um  einen 

ähnlichen, nicht aber um exakt den gleichen Anlagefonds, wie er hier zu beurteilen ist. 

Sodann ist nicht im Detail bekannt, wie damals die Fondsleitung im Rahmen der Jah-

resbescheinigungen rapportierte.  Auszugehen  ist  gestützt  auf  die Erwägungen in den 

damaligen Entscheiden aber davon, dass der Schlussbonus eben nicht in den Jahres-

bescheinigungen  als  Teil  eines  ausgewiesenen  Rückkaufswerts  ausgewiesen  worden 

ist. Damit lässt sich dem früher beurteilten Fall allein entnehmen, dass dort jedenfalls 

der  Schlussbonus  erst  im  Verkaufsjahr  besteuert  worden  ist;  die  Grössen  MVR  und 

LECIC  waren  kein  Thema.  Für  die  vorliegenden  Streitfragen  lässt  sich  aus  alledem 

nichts gewinnen. 

c) Der jahresbezogene Ertrag aus dem streitbetroffenen Investment der Pflich-

tigen  war  gestützt  auf  die  von  ihnen  im  steuerbehördlichen  Auflageverfahren  einge-

reichten Unterlagen und Bescheinigungen nicht exakt bestimmbar. Zum einen datieren 

nämlich die Jahresbescheinigungen nicht per Jahresende. Sodann wurden die Kaufun-

terlagen  nicht  vollständig  eingereicht;  so  enthielt  etwa  der  Beschrieb  des  komplexen 

Anlageprodukts  gemäss  Inhaltsverzeichnis  18  Seiten,  von  welchen  14  Seiten  jedoch 

fehlten. Unklar war damit insbesondere, weshalb etwa die Anteile der Pflichtigen jähr-

lich  reduziert  worden  sind,  zumal  die  in  den  Bescheinigungen  vermerkten  "Withdra-

wals"  (=  Rückzüge,  welche  schon  für  sich  betrachtet  erklärungsbedürftig  sind)  hierzu 

nicht proportional waren. Das Steueramt ist diesen Fragen im Rahmen der angewand-

ten Berechnungsweise nicht nachgegangen.  

d) Beschwerde- und rekursweise liessen die Pflichtige nunmehr die vollständi-

ge Dokumentation des Anlageprodukts vorlegen (The Norwich Union International Co-

re Funds Bond [nachfolgend Bond-Beschrieb], S. 1-18). Sodann enthält die zusätzlich 

eingereichte  Bescheinigung  per  15.  Oktober  2011  im  Vergleich  zu  den  Vorjahresbe-

scheinigungen detailliertere Angaben. Gestützt auf die nunmehr vorliegenden Unterla-

gen haben sich die vorwähnten Fragen geklärt und ist insgesamt von Folgendem aus-

zugehen: 

Investiert  (d.h.  einbezahlt)  haben  die  Pflichtigen  am  28.  Januar  2008  einen 

Betrag  von  EUR  442'000.-.  Gemäss  Bond-Beschrieb  (S.  3)  wurden  104.25%  dieses 

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Investments  zum  Kauf  von  Units  verwendet;  mit  anderen  Worten  wurde  sogleich  ein 

Anfangsbonus  (von  den  Pflichtigen  "Sonderbonus"  genannt)  von  4.25%  ausgerichtet. 

Dies erklärt, dass im "Initial Bond Statement vom 28. Januar 2008" der investierte Be-

trag nicht mit EUR 442'000.-, sondern mit EUR 460'785.- angegeben wird, mit welchem 

Betrag alsdann per dieses Datum 36'978.172 Units erworben worden sind. 

Dem Bondbeschrieb lässt sich sodann entnehmen, dass die  anfallenden Ge-

bühren  (Management  Charge  1%,  Establishment  Charge  0.125%  pro  Monat  über  

5  Jahre)  jeweils  durch  den  Verkauf  von  Units  beglichen  werden.  Der  Rückgang  der 

Units von 36'978.172 (Kauf per 28. Januar 2008) auf 36'242.0590 (Bescheinigung vom 

18. Dezember 2008) erklärt sich demnach mit dem Verkauf von Units zwecks Beglei-

chung der im Kaufjahr 2008 angefallenen Gebühren. 

Weiter  hält  der  Bondbeschrieb fest,  dass  auch  die bis  zu einem  (genau defi-

nierten)  Umfang  jährlich  möglichen  Rückzüge  ("Regular  Withdrawals")  über  den  Ver-

kauf  von  Units  finanziert  werden.  Der  weitere  Rückgang  des  Unit-Bestands  auf 

32'933.4030 (per 1. Januar 2010) bzw. auf  30'157.0450 (per 30. Dezember 2010) er-

klärt sich folglich mit dem Verkauf von Units zwecks Finanzierung der Gebühren 2009 

und 2010 sowie der Rückzüge von je EUR 26'500.- in diesen beiden Jahren.  

Gemäss  Bondbeschrieb  wird  sodann  jährlich  ein  so  genannter  "Regular  Bo-

nus" ausgerichtet, indem der Unit-Preis (also der Unit-Basiswert) erhöht wird. Zusätz-

lich  wird  allenfalls  ein  "Final  Bonus"  bei  Verkauf  der  Anlage  ausgerichtet;  dieser  wird 

ebenfalls jährlich ermittelt.  

Erklärt  wird  sodann  auch  die  MVR:  Bei  dieser  gehe  es  darum,  im  Fall  eines 

Geldbezugs  aus  der  Anlage  (Cash-In,  Rückzüge)  den  Wert  der  verkauften  Einheiten 

herabzusetzen, um die Fairness bei der Behandlung aller Fonds-Investoren zu gewähr-

leisten. Der Entscheid, ob eine MVR zur Anwendung gelange und – wenn ja – in wel-

cher Höhe, hänge von der Differenz zwischen den Boni für alle Fonds-Investoren und 

der tatsächlichen Anlagerendite auf dem Kapital im Fonds ab. In den Bescheinigungen 

wird zur MVR zudem ausgeführt, dass diese beim Geldbezug zur Anwendung gelange, 

wenn längere Perioden von sinkenden Märkten zu verzeichnen seien oder die Rendi-

ten unter den normalen Erwartungen lägen.  

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- 11 - 

Bei  der  LECIC  handelt  es  sich  gemäss  Bondbeschrieb  schliesslich  um  eine 

spezielle  Gebühr,  welche  dann  zur  Anwendung  gelangt,  wenn das  Investment  in den 

ersten  5  Jahren  nach  Abschluss  beendet  wird  (=  Cash-In);  diese  Gebühr  berechnet 

sich  in  %  des  investierten  Kapitals  und  reduziert  sich  über  die  5  Jahre hinweg  in  fol-

genden Schritten: 10.9%, 9%, 7%, 5%, 3%, 0%. 

cc) Bei dieser Ausgestaltung des ausländischen Anlagefonds erweist sich die 

Berechnung des jährlichen Ertrags aus folgenden Gründen als komplexer, als von der 

Steuerbehörde angenommen:  

aaa) Beim Kauf wird zunächst ein Anfangsbonus von 4.25% auf dem Investiti-

onsbetrag  ausgerichtet,  mit  welchem  alsdann  sogleich  Units  gekauft  werden.  Dieser 

Anfangsbonus  fliesst  allerdings  nicht  sofort  zu,  denn  er  muss  gewissermassen  durch 

die  Hingabe  des  Investitionskapital  über  eine  längere  Laufzeit  verdient  werden;  wird 

dieses nämlich innert 5 Jahren zurückgezogen, wird die LECIC fällig, welche im ersten 

Jahr 10.9% der Investitionssumme beträgt und damit den Anfangsbonus deutlich über-

steigt.  

Ginge  man  davon  aus,  dass  mit  der  kollektiven  Anlage  über  5 Jahre  hinweg 

keinerlei  Erträge  erwirtschaftet  werden,  aber  auch  keine  Wertverluste  verbunden  wä-

ren, so würde das Investment im Jahr nach dem Kauf zunächst deutlich an Wert verlie-

ren,  weil  der  LECIC  (10.9%)  den  Anfangsbonus  (4.25%)  deutlich  übersteigt.  In  den 

Folgejahren  resultierte  alsdann  ein  Wertzuwachs  (im  Vorjahresvergleich)  allein  des-

halb, weil die LECIC von Jahr zu Jahr kleiner wird und also nicht, weil der Fonds steu-

erbaren  Ertrag  erwirtschaftet.  Erst  nach  4  Jahren  wäre  ein  Teil  des  4.25%-

Anfangsbonus  "verdient",  weil  der  LECIC  dann  nur  noch  3%  beträgt;  nach  5  Jahren 

(bei  LECIC  0%)  wäre  dann  auch  noch  der  Restbetrag  des  Anfangsbonus  "verdient". 

Dieses  Beispiel  macht  klar,  dass  die  Berechnungen  der  Steuerbehörde,  welche  die 

LECIC  berücksichtigen,  in  den  hier  streitigen  Jahren  direkt  nach  dem  Kauf  zu  einem 

verfälschten Ergebnis führen müssen, weil damit die jährliche Reduktion der LECIC als 

Ertrag  besteuert  würde.  Verfälscht  wird  die  Berechnung  andrerseits  aber  auch  durch 

den Einbezug des Anfangsbonus, welcher nach dem Gesagten in diesen Jahren noch 

gar nicht verdient ist und von der LECIC mehr als weggefressen wird.  

bbb)  Was  sodann  die  MVR  anbelangt,  ist  Folgendes  entscheidend:  Gemäss 

Fondsbeschrieb  der  AVIVA  im  Internet  (vgl.  www.aviva.co.uk/savings-and-retirement/ 

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products/select-investment/funds-to-invest-in/with-profits/)  tätigt  ein  "With  Profit  Fund" 

Anlagen mit sehr breiter Diversifikation; die Bandbreite reicht von sichereren Staatsan-

leihen bis hin zu risikobehafteten Aktien. Die Renditen aus diesem Anlagemix werden 

den Fondsbeteiligten im Rahmen von Boni (Regular Bonus und Final Bonus) weiterge-

geben  (=  gutgeschrieben,  nicht  ausgeschüttet),  wobei  dem  Regular  Bonus  durch  An-

hebung des Unit-Basiswerts Rechnung getragen wird. In guten Jahren wird ein Teil der 

Rendite zurückbehalten,  um  auch  in schlechteren Jahren  Boni  ausrichten  zu können; 

die  Renditen  werden  also  gewissermassen  über  die  Jahre  geglättet  (im  Fonds-

beschrieb ist von "smoothing" die Rede). Ziel ist es, dem Anleger bei Anlagehorizonten 

von 5 bis 10 Jahren mit regelmässigen Boni eine gute Durchschnittsrendite zu ermögli-

chen.  Vor  diesem  Hintergrund  wird  verständlich,  dass  die  MVR  -  wie  erwähnt  -  eine 

Korrekturgrösse  ist,  welche  zur  Anwendung  gelangt,  wenn die Renditen  über  längere 

Zeit bzw. über Jahre hinter den Erwartungen der Fondsleitung zurückbleiben, was ne-

ben Abstürzen an den Aktienmärkten auch auf den Zinsrückgang an den Bondmärkten 

zurückzuführen sein kann. Bei dieser Lage der Dinge muss aber die MVR bei der Be-

rechnung  des  Jahresertrags  mitberücksichtigt  werden.  Zwar  kann  die  MVR  auch  auf 

(steuerneutrale)  Kapitalverluste  zurückzuführen  sein,  sodass  deren  Berücksichtigung 

(an  sich  steuerbare)  Zinsen  und  Dividenden  zum  Verschwinden  bringen  könnte;  glei-

ches gilt jedoch auch auf der Seite der geglätteten Boni, welche die Erwartungen der 

Fondsleitung repräsentieren und als Renditemix auch steuerfreie Kapitalerträge enthal-

ten können. Es wäre damit nicht korrekt, aufgrund dessen, dass im Fonds die genaue 

Zusammensetzung der Anlagen (wie Zinspapiere und Aktien) und deren Erträge (Zin-

sen,  Dividenden,  Kapitalgewinne)  nicht  bekannt  ist,  nur  den positiven  Boni  Rechnung 

zu tragen, nicht aber der negativen MVR.  

ccc) Aus alledem folgt, dass die exakte jahresbezogene Wertentwicklung des 

Fonds grundsätzlich erst nach 5 Jahren auf einfache Art und Weise möglich ist, wenn 

also  der  Anfangsbonus  verdient  ist,  die  LECIC  wegfällt  und  sich  die Wertentwicklung 

aus  den jährlichen Boni  (Regular  Bonus  und Anteil  Schlussbonus),  korrigiert  um  eine 

allfällige MVR, berechnen lässt. In den ersten 5 Jahren nach dem Kauf ist demgegen-

über der exakte Ertrag primär erst beim Verkauf bestimmbar, wobei diesfalls selbstre-

dend sämtlichen Komponenten (Anfangsbonus, Schlussbonus, MVR, LECIC, Rückzah-

lungen)  Rechnung  zu  tragen  ist.  Der  Ertrag  über  die  gesamte  Laufzeit  ist  dergestalt 

aber sehr einfach zu berechnen, entspricht er doch der Differenz aus dem Anfangsin-

vestment und dem Erlös aus dem Cash-In zusätzlich aller vorgängigen Kapitalbezüge.  

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Vorliegend  sieht  die  letztere  Rechnung  wie  folgt  aus:  Die  Pflichtigen  haben 

ihre  Anteile  an  der  kollektiven  Kapitalanlage  am  28.  Januar  2008  gekauft  und  am  

25.  Oktober  2011  wieder  verkauft  (Cash-In).  Nach  ihren  Angaben  erzielten  sie  über 

diese Haltezeit hinweg den folgenden Wertzuwachs:  

Kauf per 28. Januar 2008 (investiertes Kapital): 

442'000.- 

EUR            EUR  

Verkauf per 25. Oktober 2011 (Cash-In Wert): 

323'558.- 

Rückzüge während der Laufzeit 

122'382.- 

Gesamterlös aus dem Investment 

Wertzuwachs  

445'940.- 

 3'940.-.

Eine Verkaufsabrechnung wurde nicht vorgelegt, doch entsprechen die ange-

gebenen Verkaufswerte in etwa der zeitnahen Bescheinigung der AVIVA vom 15. Ok-

tober  2011;  einzig  die  Rückzüge  sind  dort  mit  total  EUR  79'500.-  (seit  Start  des  In-

vestments)  sogar  tiefer  vermerkt,  was  sich  also  Zugunsten  der  Pflichtigen  auswirkte. 

Die exakte Berechnung kann in der hier nicht betroffenen Steuerperiode 2011 anhand 

der  Verkaufsabrechnung  und  dem  Nachweis  sämtlicher  Rückzüge  jedoch  problemlos 

vorgenommen werden.  

Aus  den  vorliegenden  Zahlen  ergibt  sich  jedoch  bereits,  dass  nicht  nachvoll-

ziehbar ist, wie mit dem Investment der Pflichtigen per 2009 und 2010 nach Massgabe 

der steuerbehördlichen Berechnungen Erträge von Fr. 27'807.- bzw. Fr. 68'964.- hätten 

erwirtschaftet werden können. Eliminiert man (im Rahmen einer Annäherungsrechnung 

gestützt  auf  die  vorliegenden  Jahresbescheinigungen  per  18.  Dezember  2008,  1.  Ja-

nuar  2010  und  30.  Dezember  2010)  den  in  diesen  Jahren  noch  nicht  verdienten  An-

fangsbonus sowie die LECIC, zeigt sich denn auch, dass – bezogen auf das investierte 

Kapital – in diesen Jahren kein Wertzuwachs resultierte:  

                  2008                  2009  

                 2010 

EUR 

EUR 

EUR 

Total Bond Value  
(inkl. Schlussbonus und MVR, ohne LECIC)  

395'611.08 

374'243.33 

392'358.99 

./. Anfangsbonus (da LECIC kompensiert) 

- 18'785.00 

- 18'785.00 

- 18'785.00 

Total Bond Value (bereinigt um Anfangsbonus) 

376'826.08 

355'458.33 

373'573.99 

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Amount invested 

Rückzüge 

442'000.00 

442'000.00 

442'000.00 

-26'500.00 

-53'000.00 

Amount invested (bereinigt um Rückzüge) 

442'000.00 

415'500.00 

389'000.00 

./. Total Bond Value (bereinigt um Anfangsbonus) 

-376'826.08 

-355'458.33 

-373'573.99 

Wertverlust  

65'174.00 

60'042.00 

15'426.00. 

Im  Vorjahresvergleich  (2009  zu  2008  bzw.  2010  zu  2009)  ist  zwar  innerhalb 

des  Verlustbereichs  ein  Wertanstieg  zu  verzeichnen,  was  darauf  zurückzuführen  ist, 

dass  die  MVR  zurückging,  weil  sich  die  Märkte offenbar  leicht  erholten.  Es  wäre  nun 

aber  nicht  korrekt,  wenn  im  Rahmen  einer  jahresbezogenen  Betrachtung  wohl  einem 

MVR-bedingten  Wertzuwachs  Rechnung  getragen  würde,  während  vorgängige  MVR-

bedingte  Wertverluste  ausser  Acht  gelassen  würden.  Auch  dies  spricht  grundsätzlich 

dafür, den genauen Wertzuwachs im vorliegenden Fall per Verkauf zu bestimmen. An-

dernfalls muss für die Bestimmung des Wertzuwachses immer das Anfangsinvestment 

als Vergleichsbasis herangezogen werden; erst wenn der Fondswert ("Total Bond va-

lue")  den  Betrag  des  (rückzugsbereinigten)  investierten  Kapitals  übersteigt,  setzt  mit 

anderen Worten steuerbarer Wertzuwachs ein. Dies ist in Bezug auf die hier betroffe-

nen  Steuerjahre  2009  und  2010  gemäss  der  vorstehenden  Übersicht  nicht  der  Fall, 

sodass es insoweit an steuerbarem Wertzuwachs fehlt.  

dd) Bei diesem Resultat sind die von der steuerbehördlichen Wertschriftenab-

teilung  ermittelten  Erträge  aus  dem  With-Profit  Fund  vollständig  aus  dem  Wertschrif-

tenertrag  der  Pflichtigen  zu  eliminieren  bzw.  sind  deren  steuerbare/satzbestimmende 

Einkommen  antragsgemäss  entsprechend  um  Fr. 27'807.-  (2009)  bzw.  Fr.  68'964.- 

(2010) tiefer anzusetzen.  

Ob  die  Pflichtigen  im  Verkaufsjahr  2011  einen  Wertzuwachs  zu  versteuern 

haben  und gegebenenfalls  in  welcher  Höhe  (nach  ihrer  Auffassung  EUR  3'940.-  zum 

CHF-Kurs per Verkaufstag), wird die Steuerbehörde in der Steuerperiode 2011 zu un-

tersuchen haben.  

4. a) Nach alledem sind Beschwerde und Rekurs gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

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b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdegeg-

nerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).  

c) Die Pflichtigen haben keine Parteientschädigungen verlangt, weshalb ihnen 

für das Rekursverfahren auch keine solche zuzusprechen ist (§ 152 Abs. 2 StG i.V.m. 

§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Für  das  Beschwerdeverfahren  ist  ihnen  dagegen  von  Amts  wegen  eine  Ent-

schädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die Beschwer-

deführer  werden  für  die  direkte  Bundessteuer  wie  folgt  veranlagt  (Tarif  gemäss  

Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

steuerbares Einkommen 

2009 

2010 

Fr. 

159'000.- 

158'200.-. 

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen,  soweit  darauf  eingetreten  wird.  Die  Rekurrenten 

werden für die Staats- und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss 

§ 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2009 

steuerbar 

satzbestimmend 

2010 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

157'200.- 

166'400.- 

155'500.- 

165'500.- 

[…] 

Fr. 

163'000.- 

224'000.- 

111'000.- 

160'000.-. 

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