# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a581c03-d46d-568b-a350-d41d568261d8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.08.2017 200 2017 535
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-535_2017-08-14.pdf

## Full Text

200 17 535 IV
LOU/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. August 2017

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2017, IV/17/535, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2011 unter Hinweis auf starke Rückenschmer-
zen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilagen [AB] 2). Die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) führte daraufhin medizinische 
sowie erwerbliche Erhebungen durch und gewährte mit Verfügungen vom 
29. September 2014 (AB 92) und 20. November 2014 (AB 95 f.) bei einem 
Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100 % ab dem 1. September 2012 eine gan-
ze Rente sowie ab dem 1. August 2014 bei einem IV-Grad von 52 % eine 
halbe Rente.

Im Rahmen einer eingeleiteten Revision von Amtes wegen gab die Versi-
cherte am 8. Juni 2016 an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlech-
tert (AB 101). Nachdem die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen 
vorgenommen hatte, wies sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 113, 117) mit Verfügung vom 19. Dezember 2016 (AB 122) das Er-
höhungsgesuch ab bzw. bestätigte den bisherigen Anspruch auf eine halbe 
Rente, da sich der Gesundheitszustand objektiv nicht wesentlich ver-
schlechtert habe. Hiergegen liess die Versicherte am 24. Januar 2017 Be-
schwerde erheben (AB 128 S. 3 ff.). In der Folge hob die IVB die Verfügung 
vom 19. Dezember 2016 (AB 122) mit Verfügung vom 8. Februar 2017 
(AB 133) zur Vornahme weiterer Abklärungen wiedererwägungsweise auf. 
Mit Urteil vom 20. Februar 2017, IV/2017/76 (AB 135), schrieb das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern das Beschwerdeverfahren als gegenstands-
los geworden ab.

Am 27. Februar 2017 setzte die IVB die Versicherte darüber in Kenntnis, 
dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine bidisziplinäre Begutachtung 
notwendig sei (AB 136). Am 16. März 2017 stellte die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin B.________, ein Gesuch um unentgeltliche Verbei-
ständung im Verwaltungsverfahren (AB 141). Dieses Gesuch wies die IVB 
mit Verfügung vom 1. Mai 2017 (AB 154) mangels Erforderlichkeit ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2017, IV/17/535, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 1. Juni 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Beschwerde. Sie lässt die folgenden Rechts-
begehren stellen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 1. Mai 2017 sei auf-
zuheben und der Beschwerdeführerin das Recht auf unentgeltliche 
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren, unter Beizug der unterzeich-
nenden Anwältin, zu gewähren.

2. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege für das vor-
liegende Verfahren, unter Beizug der unterzeichnenden Anwältin, zu 
gewähren.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich – da sie das Administra-
tivverfahren nicht abschliesst – um eine selbstständig eröffnete Zwischen-
verfügung. Gegen eine solche kann grundsätzlich direkt Beschwerde an 
das kantonale Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 ATSG 
i.V.m. Art. 56 Abs. 1 ATSG; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 
2015, Art. 49 N. 33 u. Art. 56 N. 14). Zwischenverfügungen sind jedoch 
gemäss Rechtsprechung nur dann selbstständig anfechtbar, wenn sie ei-

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nen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (BGE 132 V 
93 E. 6.1 S. 106). Dies ist im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Ver-
beiständung dann der Fall, wenn ein solches Gesuch abgewiesen wird und 
der Rechtsvertreter seine Arbeit nicht ohnehin schon fertig erbracht hat 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Juni 2008, 9C_551/2007, 
E. 1.2 e contrario; THOMAS ACKERMANN, Aktuelle Fragen zur unentgeltli-
chen Prozessführung im Sozialversicherungsrecht, in RENÉ SCHAFFHAU-
SER/UELI KIESER [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2010, S. 184). 
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung war das Verwaltungsverfahren 
noch nicht abgeschlossen, im Gegenteil, sieht die Beschwerdegegnerin 
doch eine bidisziplinäre Begutachtung vor (AB 136). Folglich ist vorliegend 
die Abweisung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Verbei-
ständung im Verwaltungsverfahren grundsätzlich geeignet, einen nicht wie-
der gutzumachenden Nachteil zu bewirken. Die Verfügung ist somit 
selbständig anfechtbar. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefoch-
tenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die 
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 1. Mai 2017 
(AB 154). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide, einschliesslich solcher betreffend die unentgeltliche 
Rechtspflege (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren wird der 
gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo 
die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG). Es besteht ein An-
spruch auf unentgeltliche Vertretung, wenn die entsprechenden, für das 
gerichtliche Verfahren massgebenden Voraussetzungen (finanzielle Be-
dürftigkeit, fehlende Aussichtslosigkeit, Notwendigkeit der Vertretung; BGE 
125 V 32 E. 2 S. 34; AHI 2000 S. 164 E. 2b) kumulativ erfüllt sind. Das Kri-
terium der Notwendigkeit der Vertretung ist dabei strenger und eingehender 
zu prüfen als im Gerichtsverfahren. Während im gerichtlichen Verfahren die 
unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren ist, wo die Verhältnisse es 
"rechtfertigen" (Art. 61 lit. f ATSG), wird in Art. 37 Abs. 4 ATSG der Begriff 
des "Erforderns" verwendet. Demzufolge wird hier eine strengere Prüfung 
verlangt (BGE 132 V 200 E. 5.1.3. S. 204; SVR 2009 IV Nr. 48 S. 147 
E. 4.2 und 4.4.1); dies auch mit Blick auf die Offizialmaxime oder den Un-
tersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde gehalten ist, an der Ermittlung 
des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken. Die sachliche Notwendig-
keit der Verbeiständung wird aber nicht allein dadurch ausgeschlossen, 
dass das in Frage stehende Verfahren vom Untersuchungsgrundsatz be-
herrscht wird (BGE 132 V 200 E. 5.1.3 S. 204; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 29. November 2004, 
I 557/04, E. 2.2).

2.2 Hinsichtlich der sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen anwalt-
lichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren sind die Umstände des 
Einzelfalls, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie 
die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens zu berücksichtigen. Dabei 
fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit 
des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in 
Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. 
Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung der betroffenen 
Person droht, ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls 
bloss, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen die betroffene Person auf 
sich alleine gestellt nicht gewachsen ist, und wenn auch eine Verbeistän-

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dung durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrau-
ensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (SVR 2016 IV Nr. 17 
S. 51 E. 3; ARV 2015 S. 163 E. 2.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren mit der Begründung 
abgewiesen, es fehle bereits an der Erforderlichkeit einer Verbeiständung 
(AB 154 S. 3). Entsprechend hat sie die weiteren Voraussetzungen für die 
Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren 
(die Bedürftigkeit und die fehlende Aussichtslosigkeit) nicht geprüft. Dies ist 
nicht zu beanstanden, sofern die Erforderlichkeit tatsächlich zu verneinen 
ist, was im Folgenden zu prüfen ist.

3.2 Rechtsprechungsgemäss drängt sich im Vorbescheidverfahren eine 
anwaltliche Verbeiständung nur in Ausnahmefällen auf, in denen ein 
Rechtsanwalt beigezogen wird, weil schwierige rechtliche oder tatsächliche 
Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine Verbeiständung 
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute 
sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (vgl. E. 2.2 hiervor).

Schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen sich im vorliegenden 
Fall nicht. Es wäre derzeit auch nicht absehbar, dass sich solche Fragen 
demnächst stellen würden. Vielmehr geht es um die medizinische Klärung 
des Leistungsanspruchs. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegne-
rin die (ursprüngliche) Verfügung vom 19. Dezember 2016 (AB 122) im 
Rahmen des Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahrens zur Vornahme 
weiterer (medizinischer) Abklärungen in Wiedererwägung gezogen hat 
(AB 133). Dies erfolgte, nachdem weitere Arztberichte mit Hinweis auf 
mögliche neue Erkenntnisse zur geklagten gesundheitlichen Störung nach-
gereicht worden waren (AB 130 S. 4 ff.). Der vorliegende Fall ist damit – 
entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung (Beschwerde 
S. 4 f.) – nicht mit demjenigen im Entscheid des BGer vom 7. April 2017, 
8C_669/2016 (SVR 2017 IV Nr. 57), beurteilten, gleichzusetzen. Im Unter-
schied zu dem von der Beschwerdeführerin zitierten höchstrichterlichen 

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Entscheid, wurde die Beschwerde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 
20. Februar 2017, IV/2017/76 (AB 135), nicht gutgeheissen und die Sache 
mit verbindlichen Anweisungen zur weiteren Abklärung zurückgewiesen, 
sondern zog die IVB nach Eingang von aktuellen medizinischen Berichten 
ihre Verfügung in Wiedererwägung und nahm die weitere Abklärung frei 
sowie ohne gerichtliche Anweisungen an die Hand. Insofern ist der angeru-
fene Entscheid des BGer nicht einschlägig, worauf die Beschwerdegegne-
rin zu Recht verweist (Beschwerdeantwort S. 3 f.). 

Sodann stellt auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin eine bidis-
ziplinäre Begutachtung angeordnet hat (AB 136), keine hinzutretende 
Komplexität des Falles dar, die eine anwaltliche Verbeiständung als not-
wendig erscheinen liesse. Eine solche Begutachtung findet in zahlreichen 
IV-Verfahren statt. Dementsprechend unterscheidet sich der vorliegende 
Fall nicht von einem "normalen Durchschnittsfall" im Sachgebiet der 
Invalidenversicherung, zumal weder ein Rückweisungsentscheid noch 
anderweitige gerichtliche Vorgaben bestehen, die noch ergänzt werden 
müssen. Würde im vorliegenden Fall die unentgeltliche Verbeiständung 
gewährt, liefe das darauf hinaus, dass der Anspruch in praktisch allen oder 
zumindest den meisten Verfahren der Invalidenversicherung bejaht werden 
müsste, was indessen einem generellen Anspruch auf einen unentgeltli-
chen anwaltlichen Vertreter im Verwaltungsverfahren gleich käme und der 
von einem "sehr strengen Massstab" ausgehenden gesetzlichen Konzepti-
on widersprechen würde (Entscheid des BGer vom 28. Juni 2012, 
8C_438/2012, E. 2.2.1).

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin ihren 
Einwand vom 11. November 2016 (AB 117) gegen den Vorbescheid vom 
25. Oktober 2016 (AB 113) eigenständig ohne anwaltliche Unterstützung 
verfassen konnte. Dies weist daraufhin, dass sie sich in sozialversiche-
rungsrechtlichen Belangen durchaus selbständig zurechtfindet, mithin eine 
anwaltliche Vertretung infolge der im Verwaltungsverfahren höheren An-
spruchsvoraussetzungen als im Beschwerdeverfahren (vgl. E. 2.1 hiervor) 
nicht erforderlich ist.

3.3 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch 
um unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren zu Recht ab-

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gewiesen. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegrün-
det und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Bei der vorliegend zu be-
urteilenden Frage der unentgeltlichen Rechtspflege im Verwaltungsverfah-
ren handelt es sich indessen nicht um eine Leistungsstreitigkeit im Sinne 
von Art. 69 Abs. 1bis IVG, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind 
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskos-
ten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur De-
ckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 128 
I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; SVR 2009 
UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Bedürftigkeit im 
Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt höher als 
diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 2000 KV 

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119 S. 155 E. 2). Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, sind nicht 
ohne weiteres bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG (SVR 2009 UV Nr. 
12 S. 50 E. 4.2). Soweit das Vermögen einen angemessenen "Notgro-
schen" übersteigt, ist der das Gesuch stellenden Person unbesehen der Art 
der Vermögensanlage zumutbar, dieses zur Finanzierung des Prozesses 
zu verwenden, bevor dafür öffentliche Mittel bereitzustellen sind. Die Höhe 
des "Notgroschen"-Grenzbetrages kann nicht generell, sondern nur indivi-
duell-konkret festgelegt werden, und zwar namentlich unter Berücksichti-
gung von Erwerbsaussichten, Alter, Gesundheitszustand sowie familiären 
Verpflichtungen (Entscheid des BGer vom 8. August 2016, 8C_377/2016, 
E. 2.2 mit Hinweisen).

4.3.2 Im vorliegenden Fall ist die Beschwerde nicht als von vornherein 
aussichtslos zu qualifizieren und für das Verfahren erscheint der Beizug 
einer anwaltlichen Vertretung infolge der sich stellenden Sach- und Rechts-
fragen als angezeigt, zumal hier allein schon die Abgrenzungsfragen zu 
den Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungs-
verfahren (vgl. E. 2.1 f. hiervor) für juristische Laien nicht leicht zu unter-
scheiden sind. Zur Prüfung der Bedürftigkeit ist dem Einkommen der zivil-
prozessuale Zwangsbedarf gegenüberzustellen und allfälliges Vermögen 
zu berücksichtigen. Beim Zwangsbedarf ist grundsätzlich von den betrei-
bungsrechtlichen Grundbeträgen auszugehen, welche um 30 % erhöht 
werden (Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern über die Ermittlung und den Nach-
weis der Prozessarmut vom 25. Januar 2011 und Kreisschreiben Nr. B 1 
der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton 
Bern vom 1. April 2010; www.justice.be.ch).

Der betreibungsrechtliche Grundbetrag für eine alleinstehende Schuldnerin 
beläuft sich auf CHF 1'200.--; für die Belange der unentgeltlichen Rechts-
pflege ist dieser Betrag um einen Zuschlag von 30 % zu erhöhen, was 
Fr. 1‘560.-- ergibt. Die Beschwerdeführerin verweist auf die – abgesehen 
des Stellenverlusts – unveränderten wirtschaftlichen Verhältnisse zum 
Zeitpunkt des ersten Gesuchs um Rechtspflege vom 24. Januar 2017 
(AB 128 S. 3 f. und S. 9 f.; Beschwerde S. 6 Art. 3 Ziff. 3). Zum errechneten 
Grundbetrag sind weiter, basierend auf den Berechnungsblättern der Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2017, IV/17/535, Seite 10

gänzungsleistung (EL; gültig ab Juli 2016; AB 128 S. 26 f.), der Mietzins 
samt Nebenkosten von Fr. 950.-- sowie die Prämien der Krankenpflegever-
sicherung (ohne Beiträge für Versicherungen nach VVG) in Höhe von 
Fr. 414.-- einzurechnen. Dem sich ergebenden Betrag von Fr. 2‘924.-- pro 
Monat stehen, ebenfalls gestützt auf die erwähnten Berechnungsblätter 
Einnahmen von Fr. 3‘058.-- (Erwerbseinkommen Fr. 802.--, IV-Rente von 
Fr. 921.--, BVG-Rente von Fr. 444.--, EL Fr. 891.--) gegenüber. Das Ein-
kommen übersteigt damit den zivilprozessualen Zwangsbedarf um 
Fr. 134.-- pro Monat. Anhand der EL-Berechnung ergibt sich weiter, dass 
die Beschwerdeführerin über ein freies Vermögen von Fr. 12‘024.-- (Spar-
guthaben; AB 128 S. 24) verfügt. Die Sozialhilfe wurde bereits per Ende 
April 2014 eingestellt (AB 117 S. 2). Die ledige Beschwerdeführerin verfügt 
über eine abgeschlossene Berufslehre und über etliche Jahre Berufserfah-
rung (AB 2 S. 4, AB 5 S. 3, AB 101 S.1 und 3). Anhaltspunkte, wonach fa-
miliäre Verpflichtungen bestehen, liegen nicht vor, zumal auch keine Kin-
derrente ausgerichtet wird (AB 92, 95 f.).

In Anbetracht dieser Ausgangslage ist die Beschwerdeführerin – unter zu-
mutbarer Anrechnung eines Teils ihrer Ersparnisse – in der Lage, die gel-
tend gemachten anwaltlichen Kosten für das Beschwerdeverfahren von 
Fr. 2‘265.75 (gemäss Kostennote vom 10. Juli 2017; in den Gerichtsakten) 
zu bezahlen, soweit erforderlich in Raten, was praxisgemäss zumutbar ist. 
Der verbleibende Rest des Sparguthabens stellt eine angemessene Notre-
serve dar (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Die Bedürftigkeit ist deshalb zu verneinen, 
woran der Stellenverlust (AB 145) nichts ändert, zumal die Beschwerdefüh-
rerin daraus grundsätzlich Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversi-
cherung hat. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege ist 
demnach abzuweisen. Soweit die unentgeltliche Rechtspflege auch für die 
Verfahrenskosten beantragt werden sollte (Beschwerde S. 2 I. Ziff. 2), ist 
dieses hinfällig, da hier keine entsprechenden Kosten zu erheben sind (vgl. 
E. 4.1 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Aug. 2017, IV/17/535, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird abgewiesen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.