# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 174f882b-6033-50ba-a8db-243a3f48fc09
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Regierungsrat 08.05.2024 RRB Nr. 2024-000576
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_RR_001_RRB-Nr--2024-000576_2024-05-08.pdf

## Full Text

PROTOKOLL DES REGIERUNGSRATS 

 

 

Sitzung vom 8. Mai 2024 Versand: 14. Mai 2024 

Regierungsratsbeschluss Nr. 2024-000576 

A._____, Q._____; Beschwerde vom 6. Januar 2023 gegen den Entscheid des Departements 

Bau, Verkehr und Umwelt (Abteilung für Baubewilligungen)/Gemeinderats R._____ vom 5. De-

zember 2022/12. Dezember 2022 betreffend Wiederaufbau Jagdhaus auf Parzelle aaa, aus-

serhalb der Bauzone und im Wald; Abweisung 

Sachverhalt 

(…) 

Erwägungen 

1. Formelles und Beschwerdegegenstand 

In ihrer Beschwerdeschrift vom 5. Januar 2023 hat die Beschwerdeführerin einerseits die Feststel-

lung beantragt, dass der besitzstandsgeschützte Anteil des Jagdhauses 47 m2 umfasse, und ande-

rerseits hat sie die Erteilung einer Baubewilligung anbegehrt, mindestens für den besitzstandsge-

schützten Teil sowie zusätzlich für einen Raum von 17 m2, eventualiter 22 m2, für die Lagerung von 

verschiedenen, konkret aufgeführten Materialien. Mit Replik vom 25. März 2023 reduzierte die Be-

schwerdeführerin ihre Begehren auf den alleinigen Antrag, die Beschwerde sei gutzuheissen und die 

Baugenehmigung zu erteilen. Die AfB BVU beantragt in ihrer Duplik vom 28. April 2023, auf die Be-

schwerde sei mangels zulässiger und fristgerecht gestellter, begründeter Anträge nicht einzutreten. 

Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (Verwaltungsrechtspflegege-

setz, VRPG) vom 4. Dezember 2007 muss die Beschwerdeschrift einen Antrag sowie eine Begrün-

dung enthalten. Auf Beschwerden, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, ist nicht einzutreten. 

Die Stellung eines Feststellungsbegehrens ist praxisgemäss zulässig, wenn ein schützenswertes In-

teresse an der Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines konkreten öffentlich-rechtli-

chen Rechtsverhältnisses nachgewiesen werden kann und keine öffentlichen oder privaten Interes-

sen entgegenstehen. Ein rechtlich geschütztes Interesse ist nicht vorausgesetzt; rein tatsächliche, 

wirtschaftliche oder ideelle Interessen genügen, soweit sie nur vernünftig und durch die Unklarheit 

über das Bestehen eines Rechtsverhältnisses gerechtfertigt sind (MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, 

Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechts-

pflege, Diss. Zürich 1998, § 38 N 27). Negative Voraussetzung des Feststellungsinteresses ist die 

fehlende Möglichkeit, alternativ ein Leistungs- oder Gestaltungsurteil zu erlangen, da das Feststel-

lungsbegehren subsidiärer Natur ist (MERKER, a.a.O., § 38 N 28 und 34; vgl. auch OSCAR VOGEL/ 

KARL SPÜHLER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. Auflage, Bern 2001, § 7 Rz. 23; AGVE 2009 

S. 424 f.).  

 

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Vorliegend besteht kein schützenswertes Interesse an einer dispositivmässigen Feststellung einer 

besitzstandsgeschützten Fläche, da der geltend gemachte Besitzstandsschutz lediglich der ange-

strebten Erteilung einer Baubewilligung dient und die Möglichkeit besteht, eine Baubewilligung zu be-

antragen, was denn auch erfolgt ist. Auf das zusätzliche Begehren, einen besitzstandsgeschützten 

Anteil des Jagdhauses festzustellen, ist daher grundsätzlich nicht einzutreten. Einer der Rechtskraft 

nicht zugänglichen Erwägung, ob und allenfalls welcher Anteil des abgebrannten Jagdhauses besitz-

standsgeschützt war, steht aber im Hinblick auf die Prüfung der Zulässigkeit eines Wiederaufbaus 

nichts entgegen, ja es handelt sich vorliegend sogar um einen notwendigen Zwischenschritt. Es 

kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin das Feststellungsbegehren in ihrer Replik vom 25. März 

2023 zurückgezogen hat und nun nur noch die Erteilung einer Baubewilligung für einen Wiederauf-

bau in ursprünglicher Grösse und gemäss den eingereichten Baugesuchsplänen anbegehrt. Innert 

der 30-tägigen Beschwerdefrist gemäss § 44 Abs. 1 VRPG hat sie die gemäss den Baugesuchsplä-

nen konkret anbegehrte Grösse einerseits mit dem Bestand vor dem Brandfall und andererseits mit 

dem aktuellen Bedarf der Jagdgesellschaft nachvollziehbar begründet. Antrag und Begründung ge-

nügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift gemäss § 43 VRPG. Höhere An-

forderungen dürfen an eine Laienbeschwerde nicht gestellt werden. Auf die Beschwerde ist daher 

einzutreten.  

Nachdem das ursprünglich als Forstwerkhof erstellte und später in ein Jagdhaus umgenutzte Ge-

bäude aus Holz vollständig abgebrannt ist, umfasst das Baugesuch für den Wiederaufbau auf der 

noch vorhandenen alten Bodenplatte gemäss den Baugesuchsplänen vom 27. Juni 2022 (act. 1–6) 

eine hölzerne und mit Ziegeln gedeckte Baute mit einer Grundfläche von 13,39 m x 5,59 m und einer 

maximalen Höhe von 6,5 m. Im Erdgeschoss sind eine mittels Cheminées beheizbare Jägerstube mit 

37,64 m2 Bruttogeschossfläche sowie ein ungeheiztes Magazin (Lagerraum) von 20,11 m2 vorgese-

hen. Im Obergeschoss ist ein Estrich von 47,88 m2 geplant, der als zusätzlicher Lagerraum genutzt 

werden soll. Das Total der gemäss den Baugesuchsplänen anbegehrten Flächen beträgt 105,63 m2. 

In der Beschwerde werden demgegenüber 42–47 m2 als Ersatz für den geltend gemachten besitz-

standsgeschützten Anteil und 17–22 m2 als zusätzlicher Lagerraum, total maximal 69 m2, beantragt. 

Nicht ausgeführt wird, wo die Differenz zur Fläche von 105,63 m2 gemäss Baugesuch einzusparen 

wäre. Infrage kommt dafür wohl der Estrich. 

2. Zonenkonformität und Standortgebundenheit 

2.1 

Der streitbetroffene Bauplatz befindet sich ausserhalb der Bauzonen und im Wald. Gemäss Art. 22 

Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG) vom 22. Juni 1979 

ist Voraussetzung einer Bewilligung, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone 

entsprechen und das Land erschlossen ist. Ein bestehender Waldweg stellt die strassenmässige Er-

schliessung des Bauplatzes sicher. Strittig ist indessen die Zonenkonformität des Bauprojekts. Ge-

mäss Art. 4 und Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Wald (Waldgesetz, WaG) vom 4. Okto-

ber 1991 ist die Rodung, das heisst die dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdung von 

Waldboden, verboten. Eine Ausnahmebewilligung darf gemäss Art. 5 Abs. 2 WaG nur erteilt werden, 

wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Inte-

resse an der Walderhaltung überwiegen und zudem die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:  

a) das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein;  

b) das Werk muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen; c) die Rodung darf zu 

keiner erheblichen Gefährdung der Umwelt führen. Ausdrücklich nicht als wichtige Gründe gelten fi-

nanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nutzung des Bodens oder die billige Beschaffung 

von Land für nichtforstliche Zwecke (Art. 5 Abs. 3 WaG). Die Rodungsbewilligung befreit nicht von 

der Einholung der im Raumplanungsgesetz vorgesehenen Baubewilligung (Art. 11 Abs. 1 WaG). 

 

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Ein Jagdhaus entspricht nicht dem Zweck des Waldes und des Waldgesetzes, welches die Waldflä-

che erhalten, den Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft schützen, die Waldfunktionen (Schutz-, 

Wohlfahrts- und Nutzfunktion) und die Waldbewirtschaftung fördern und erhalten will (Art. 1 WaG). 

Die Beschwerdeführerin besitzt und bewirtschaftet zwar nach eigenen Angaben selbst 25 a Wald 

und betreibt Jungwuchspflege (Beschwerdeschrift vom 5. Januar 2023, S. 5, act. 53). Anspruch auf 

Erstellung einer Baute im Wald für das Einstellen von Gerätschaften für die Waldbewirtschaftung be-

steht jedoch bei derart geringem Waldbesitz nicht, da eine Lagerung im Wald nicht notwendig, son-

dern in einer Bauzone zumutbar ist. Das Bundesgericht hat selbst Ortsbürgergemeinden mit grösse-

rem Waldbestand eine Baubewilligung für einen Forstwerkhof im Wald verweigert, weil ein solcher im 

Vergleich zu einem Standort in einer nahegelegenen Bauzone keinen relevanten Bewirtschaftungs-

vorteil aufwies und allein der günstigere Landpreis im Wald gemäss Art. 5 Abs. 3 WaG für die Be-

gründung einer Zonenkonformität nicht ausreicht. Forstliche Bauten und Anlagen entsprechen der im 

Wald geltenden Nutzungsordnung nur, wenn sie für die zweckmässige Bewirtschaftung des Waldes 

am vorgesehenen Standort notwendig und nicht überdimensioniert sind und ausserdem keine über-

wiegenden öffentlichen Interessen gegen ihre Errichtung vorliegen (vgl. Art. 13a Abs. 2 Verordnung 

über den Wald [Waldverordnung, WaV] vom 30. November 1992). In ihrer Subventionspraxis gehen 

die Bundesbehörden davon aus, dass ein Forstwerkhof unterhalb einer zu bewirtschaftenden Wald-

fläche von 600–700 ha beziehungsweise bei einem jährlichen Hiebsatz von unter 4'800–7'000 m3 pro 

Jahr nicht wirtschaftlich betrieben werden kann und folglich keinen Anspruch auf einen Standort im 

Wald hat (BGE 123 II 499 E. 2 und 3a). Diese Werte werden vorliegend bei Weitem nicht erreicht. 

Die Zonenkonformität des von der Beschwerdeführerin beantragten Lagerraums im Wald für die Be-

wirtschaftung des eigenen Waldes und die Pflege von fremdem Wald im Jagdrevier ist daher ebenso 

wie die Zonenkonformität des Jagdhauses als Ganzes zu verneinen. 

2.2 

Die Beschwerdeführerin geht davon aus, ihr geplantes Jagdhaus sei im Wald zwar allenfalls nicht 

zonenkonform, aber jedenfalls standortgebunden. Abweichend von Art. 22 Abs. 2 RPG können Be-

willigungen erteilt werden, zonenwidrige Bauten und Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu än-

dern, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert 

und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 24 RPG). Wie die AfB BVU in ihrer Be-

schwerdeantwort vom 2. März 2023 (S. 4, act. 68) jedoch zu Recht ausgeführt hat, gelten Jagdhütten 

zwar als forstnah. Die Jagdhütte in der geplanten Grösse ist aber weder für die Waldbewirtschaftung 

noch für die Ausübung der Jagd notwendig, das heisst, sie ist im Wald nicht standortgebunden im 

Sinne von Art. 24 RPG. Eine Jägerstube, also ein vor der Witterung schützender und beheizbarer 

Aufenthaltsraum für die Einnahme von Mahlzeiten und das gesellige Beisammensein ist für eine er-

folgreiche Jagd nicht erforderlich. Das Bejagen von Rehwild, Rotwild und Schwarzwild wird durch ein 

Jagdhaus im Wald auch nicht relevant erleichtert. Die Jägerin oder der Jäger kann sich vor oder 

nach der Jagd zu Hause verpflegen. Bei ganztägigen oder längerdauernden Jagden wird der Aser 

(die Mahlzeit) typischerweise im Freien eingenommen oder bei allzu garstiger Witterung ein nahes 

Wirtshaus aufgesucht. Das geplante Jagdhaus ist nur wenige hundert Meter vom Baugebiet von  

R._____ und vom nächsten Wirtshaus im Gebiet T._____ entfernt, so dass die Jagd nicht übermäs-

sig lange unterbrochen werden muss, wenn die Verpflegung und das Aufwärmen in einem nahen 

Wirtshaus erfolgen.  

Die Standortgebundenheit des Jagdhauses im Wald lässt sich ferner auch nicht mit der notwendigen 

Kühlung und hygienischen Aufbewahrung des erlegten Wildes begründen. Grundsätzlich muss zwar 

erlegtes Wild aus hygienischen Gründen innert nützlicher Frist in einen gekühlten Raum verbracht 

werden. Es bestehen jedoch erfahrungsgemäss keine hygienischen Probleme, wenn das erlegte 

Wild noch im Fell für eine kurze Dauer auf dem Waldboden ausgelegt wird. Ein gekühlter Raum im 

Wald ist dafür nicht notwendig und ein Lagerraum, der mangels Elektrizitätsanschlusses nicht ge-

kühlt werden kann, bringt keine Vorteile. Erst für das hygienisch einwandfreie Zerlegen muss ein ge-

kühlter Schlachthof oder eine zweckmässig eingerichtete Metzgerei aufgesucht werden. Für den 

 

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Transport dorthin ist ein gekühlter Anhänger zwar zweifellos zweckmässig, jedoch nicht zwingend 

erforderlich. Nur wenige Jagdgesellschaften dürften über einen solchen verfügen, die Beschwerde-

führerin kam bisher auch ohne einen solchen aus und das Einstellen des Anhängers in einer Baute 

im Wald ist keineswegs zwingend erforderlich. Der Anhänger kann wie auch das Zugfahrzeug, das 

Material für die Pflege der Hochsitze sowie weiteres der Jagd dienliches Gerät in einer Bauzone ge-

lagert werden. Günstigere Lagerkosten im Wald oder die Kündigung der bisher genutzten Räumlich-

keiten im Baugebiet begründen keine Standortgebundenheit ausserhalb der Bauzonen und im Wald. 

Zusammenfassend ist nach dem Gesagten die beantragte Jagdhütte nicht unter dem Titel der Stand-

ortgebundenheit bewilligungsfähig.  

3. Besitzstandsgarantie 

Die Beschwerdeführerin verweist zur Begründung ihrer Forderung nach Erteilung einer Wiederauf-

baubewilligung auf die Besitzstandsgarantie. Die AfB BVU verneint das Vorliegen einer Besitzstands-

garantie, da der Nachweis einer altrechtlichen, vor dem 15. Oktober 1965 rechtmässig erstellten 

Baute nicht erbracht sei. Zudem sei bei der Umnutzung des ehemaligen Forstwerkhofs in ein Jagd-

haus keine Besitzstandsgarantie und ausdrücklich kein Wiederaufbaurecht für die gesamte Baute 

zugestanden worden. 

Gemäss Art. 24c RPG sind bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der 

Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Absatz 1). 

Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise ge-

ändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geän-

dert worden sind (Absatz 2). In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der 

Raumplanung vorbehalten (Absatz 5). Art. 24c RPG ist anwendbar auf Bauten und Anlagen, die 

rechtmässig erstellt oder geändert worden sind, bevor das betreffende Grundstück Bestandteil des 

Nichtbaugebiets im Sinne des Bundesrechts wurde (altrechtliche Bauten und Anlagen; Art. 41 Abs. 1 

der Raumplanungsverordnung [RPV] vom 28. Juni 2000). Bei Bauten im Wald ist Stichtag zur Be-

stimmung altrechtlicher Bauten der 15. Oktober 1965, als mit dem Inkrafttreten der eidgenössischen 

Forstpolizeiverordnung vom 1. Oktober 1965 erstmals die Voraussetzungen für die Bewilligung einer 

Rodung und damit von Bauten im Wald geregelt wurden. Die Beschwerdeführerin hat zusammen mit 

ihrer Replik vom 25. März 2023 Belege eingereicht, dass der später in ein Jagdhaus umgenutzte 

ehemalige Forstwerkhof schon vor dem 15. Oktober 1965 bestand. Es liegen unter anderem eine 

Rechnung für einen An- und Umbau des Waldhauses beim Pflanzgarten B._____ vom 3. Dezember 

1964 sowie ein Protokollauszug des Gemeinderats R._____ vom 11. Januar 1965 vor, wonach künf-

tig für die in letzter Zeit häufig erfolgte Benutzung der Waldhütte eine Gebühr erhoben werden soll 

(Replikbeilagen 2 und 3, act. 73). Es ist deshalb dargetan, dass eine altrechtliche Baute bestand und 

da für eine einfache Holzbaute ohne Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss für forstliche Zwecke 

im Wald vor dem 15. Oktober 1965 keine Baubewilligung erforderlich war, ist davon auszugehen, 

dass die Baute auch rechtmässig erstellt worden war. Der ursprüngliche Forstwerkhof wurde jedoch 

zonenwidrig, als er von der Ortsbürgergemeinde zufolge Erstellung eines anderen Forstwerkhofs 

nicht mehr zonenkonform zu forstlichen Zwecken genutzt wurde. Er erlangte damit Besitzstands-

schutz bevor er der A._____ mit Baurechtsvertrag vom 23. Januar 1993 überlassen wurde. In der 

Folge wurde der ehemalige Forstwerkhof aber nicht nur in ein Jagdhaus umgenutzt, sondern auch 

mehrfach ohne kantonale Zustimmung und damit ohne gültige Baubewilligung umgebaut. Aus den 

früheren kantonalen Akten und insbesondere aus dem RRB Nr. 1999-000454 vom 17. März 1999 

ergibt sich, dass trotz ablehnenden kantonalen Stellungnahmen und entgegen der kantonalen Zu-

stimmungsverfügung vom 1. März 1994 eine Wasser- und eine Stromversorgung erstellt und ein WC 

eingebaut wurde. Ferner erfolgte eine Einwandung der Laube sowie der Einbau einer Küche, einer 

neuen Türe, eines neuen Fensters, einer neuen Mauer sowie eine umfassende Innenisolierung des 

Aufenthaltsraums mit Doppelverglasung der Fenster. Damit erfolgte seit 1994 nicht nur eine Umnut-

zung, sondern es wurden auch eine bessere Nutzbarkeit erzielt und damit die Auswirkungen auf die 

 

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Umwelt erhöht. Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren und insbesondere im Beschwerdever-

fahren vor dem Regierungsrat wurden diese Änderungen und die Nutzung der gesamten Baute ent-

gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht etwa bewilligt, das heisst für rechtmässig er-

klärt, und damit allenfalls die Grundlage für eine Besitzstandsgarantie geschaffen. Vielmehr hat der 

Regierungsrat mit Beschluss Nr. 1999-000454 vom 17. März 1999 die Abweisung des Baugesuchs 

für die Um- und Ausbauarbeiten sowie die angeordneten Rückbaumassnahmen der heutigen AfB 

BVU bestätigt, den Fortbestand der eigenmächtig umgestalteten Baute bloss toleriert, soweit sie 

über eine Nutzfläche von 30 m2 hinausging, und im Sinne der Erwägungen und insbesondere der zu-

sammenfassenden Erwägung 6 entschieden: 

"Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. Wird der Beschwerdeführerin 

aufgrund der vorangegangenen Erwägungen dennoch die Beibehaltung der Jagdhütte auch weiter-

hin grundsätzlich zugestanden, so ist gleichzeitig klarzustellen, dass sich dieser Entscheid strikte auf 

den umfangs- und beschaffungsmässig vorweg umschriebenen Bauzustand beschränkt und er keine 

Zustimmung zu einer allfälligen Neu-, An- und Ersatzbaute einschliesst. Die bestehende Baute sowie 

Umgebungsgestaltung kann demgemäss aufgrund dieses Entscheides nur in ihrem bewilligten bzw. 

aus Gründen der Verhältnismässigkeit tolerierten Umfang und Erscheinungsbild (d.h. insbesondere 

ohne Wasser-, Kanalisations- oder Elektrizitätsanschluss) beibehalten und unterhalten werden. Da-

bei ist besonders darauf zu achten, dass die Anlage fortwährend in ordentlichem Zustand gehalten 

wird." 

Der ehemalige, in ein Jagdhaus umgenutzte Forstwerkhof war also im Zeitpunkt seiner Zerstörung 

durch Feuer nicht eine rechtmässig entstandene, altrechtliche und in der bestehenden Grösse be-

sitzstandsgeschützte Baute mit Anspruch auf Wiederaufbau gemäss Art. 24c RPG. Die Baute war 

vielmehr lediglich mit einer Nutzfläche von 30 m2 als Jagdhaus bewilligt und im Übrigen aufgrund der 

nicht bewilligungsfähigen und nicht bewilligten Veränderungen bloss noch eine aus Verhältnismäs-

sigkeitsgründen tolerierte Baute, die fortbestehen und in der bisherigen Art weiter genutzt werden 

durfte, solange sie in ihrem 1999 festgestellten Zustand mit baubewilligungsfreiem Unterhalt erhalten 

werden konnte. Ein Recht auf Umbau oder Wiederaufbau (Neubau im Brandfall) in der ursprüngli-

chen Grösse war ausdrücklich nicht mehr gegeben. Mit der Zerstörung der Baute durch den Brand 

im Jahr 2020 ist auch dieser Anspruch auf weitere Tolerierung der Baute untergegangen. Der Brand-

fall hat eine neue Situation und Anlass dazu geschaffen, die Interessenlage neu zu beurteilen. Für 

eine weitere Tolerierung einer nicht mehr existierenden Baute besteht kein Anlass mehr. Der Brand 

hat die durch die zonenwidrige und mehrfach rechtswidrig ausgebaute Baute beeinträchtigte Rechts-

lage wieder hergestellt. Ein Wiederaufbau und damit die Erstellung einer neuen rechtswidrigen Baute 

würde in Widerspruch zu den gewichtigen öffentlichen Interessen an der Trennung von Baugebiet 

und Nichtbaugebiet sowie an der Freihaltung des Waldes von unnötigen Bauten stehen (vgl. Art. 1, 3 

und 24c Abs. 5 RPG, Art. 1 WaG). Es kommt hinzu und dies ist entscheidend, dass die teilweise Um-

nutzung des ehemaligen Forstwerkhofs in ein Jagdhaus von der BZ BD im Jahr 1994 unter dem Titel 

der Standortgebundenheit gestützt auf Art. 24 RPG bewilligt wurde. Auf als standortgebunden bewil-

ligte Bauten sind die Besitzstandsgarantie und das Wiederaufbaurecht von Art. 24c RPG von vorne-

herein nicht anwendbar, da sie nicht durch eine Rechts- oder Nutzungsänderung nachträglich zonen-

widrig wurden, sondern von Anfang an zonenwidrig waren. Wurde eine Baute zwar vor der massgeb-

lichen Rechtsänderung (vorliegend 1965) erstellt, aber seither unter dem Titel der Standortgebun-

denheit umgenutzt, so kommt Art. 24c RPG grundsätzlich nicht zur Anwendung (Bundesamt für 

Raumentwicklung ARE, Bewilligungen nach Artikel 24c RPG: Änderungen an zonenwidrig geworde-

nen Bauten und Anlagen, Bern 2001, Ziff. 5.2.1). Ein Wiederaufbau abgebrannter standortgebunde-

ner Bauten kommt daher nur infrage, wenn auch im Zeitpunkt des Baugesuchs für den Wiederaufbau 

und der Bewilligungserteilung die Standortgebundenheit erneut bejaht werden kann. Dies ist vorlie-

gend aber nach dem Gesagten bei der geplanten Baute in der vorgesehenen Grösse nicht der Fall, 

weshalb das Baugesuch für den Wiederaufbau zu Recht abgewiesen wurde.  

 

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4. Rechtsgleiche Behandlung 

Die Beschwerdeführerin rügt eine rechtsungleiche Behandlung durch die AfB BVU, welche in 

V._____ und W._____ je einer Jagdgesellschaft die Umnutzung einer Doppelgarage für jagdliche 

Zwecke bewilligt habe (Beschwerdeschrift vom 5. Januar 2023, S. 7, act. 52). Eine unzulässige 

rechtsungleiche Behandlung liegt indessen von vorneherein nur vor, wenn Gleiches ungleich behan-

delt wird. Die Umnutzung einer bestehenden Baute ist mit der Erstellung einer Neubaute bezie-

hungsweise dem Wiederaufbau einer untergegangenen Baute nicht vergleichbar und muss daher 

auch nicht rechtsgleich behandelt werden. Die Rüge ist daher als unberechtigt abzuweisen. 

5. Fazit und Kosten 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.  

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach Massgabe des Unterlie-

gens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 VRPG). Nachdem die Beschwerdeführerin 

vollständig unterliegt, hat sie die Verfahrenskosten zu tragen. Als unterliegende Partei hat sie ferner 

keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (§ 32 Abs. 2 VRPG). Da die obsiegenden Behörden nicht 

anwaltlich vertreten waren, ist auch ihnen keine Parteikostenentschädigung zuzusprechen (§ 32 

Abs. 2 in Verbindung mit § 29 VRPG) 

Beschluss 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.– sowie der 

Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 308.50, total Fr. 2'308.50, werden der Beschwerdeführerin 

A._____ auferlegt. Unter Berücksichtigung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 2'000.– hat 

sie somit noch Fr. 308.50 zu bezahlen.  

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet.