# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02e71844-ad1e-5269-9ac8-41152bfe12f3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 28.06.2013 U 2013 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-29_2013-06-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 13 29

3. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuar Trümpler

URTEIL
vom 28. Juni 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde B._____, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

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1. Mit Verfügung vom 6. März 2013 setzte die Gemeinde B._____ die 

öffentlich-rechtliche Unterstützung von A._____ per 1. März 2013 auf 

Fr. 1‘386.-- fest. Dabei führte sie aus, dass sie die bisherigen Wohnkosten 

bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin, d.h. bis 30. Juni 2013, im 

Umfang von Fr. 650.-- plus Fr. 100.-- Nebenkosten anrechne. Danach 

würden nur noch Wohnkosten in der Höhe von Fr. 400.-- (inklusive 

Nebenkosten) für ein Studio bei der C._____ AG übernommen.

2. Am 3. April 2013 erhob A._____ (im Folgenden: Beschwerdeführer) beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde und 

beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 6. März 2013 

sowie die weitere Übernahme der bisherigen Wohnkosten. Das von der 

Gemeinde vorgesehene Zimmer/Studio befände sich in der 

Bauarbeiterkantine der C._____ AG. Dort sei es sehr laut und es gehe 

lebhaft zu und her. Er sei aber momentan aufgrund der Folgen eines 

Arbeitsunfalles auf Ruhe angewiesen, was an vorgesehenem Wohnort 

nicht gegeben sei. Er sei zudem ehemaliger Arbeitnehmer der C._____ 

AG. Aufgrund von Differenzen, welche zur Kündigung der Anstellung 

geführt hätten, sei es inakzeptabel ihn wohnungsmässig seinem 

ehemaligen Arbeitgeber unterzuordnen. Schliesslich wohne er schon 

mehrere Jahre in der bisherigen Wohnung und pflege einen sehr guten 

Kontakt mit der Nachbarschaft. Er sei froh bei seinen Einschränkungen 

jederzeit Hilfe von Nachbarn in Anspruch nehmen zu können.

3. In ihrer Vernehmlassung vom 24. April 2013 beantragte die Gemeinde (im 

Folgenden auch: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. 

Insbesondere führte sie dabei aus, dass bei der Berechnung der 

öffentlich-rechtlichen Unterstützung jeweils der ortsübliche Mietzins einer 

preisgünstigen Wohnung für die entsprechende Haushaltsgrösse 

zuzüglich Nebenkosten einbezogen werden müsse. Überhöhte 

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Wohnkosten seien nur bis zum nächsten Kündigungstermin und maximal 

während 6 Monaten zu übernehmen. Die Gemeinde vertrete die Ansicht, 

dass die bisherige Wohnung des Beschwerdeführers − vorwiegend 

wegen der damit einhergehenden hohen Nebenkosten − deutlich über 

dem ortsüblichen Preis liege, weshalb eine Alternative zur jetzigen 

Wohnsituation gefunden werden müsse. Die Gemeinde biete dem 

Beschwerdeführer sodann eine 1-Zimmer-Wohnung im Wohnblock der 

C._____ AG in B._____ an, was eine preiswerte Wohnalternative zu 

einem vertretbaren Preis von Fr. 400.-- sei. Auch wenn vormals ein 

Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der C._____ AG 

bestanden habe, könne bei einem Mietvertrag nicht von einer 

Unterordnung gesprochen werden, da sich Vermieter und Mieter als 

gleichwertige Vertragspartner gegenüberstünden. Die guten Kontakte mit 

der bisherigen Nachbarschaft könne der Beschwerdeführer zudem auch 

in Zukunft noch pflegen, da die neue Wohnung nur rund zehn 

Gehminuten von seiner gegenwärtigen Wohnung entfernt liege. 

Insgesamt sei die Gemeinde mit der Vermittlung des 

Mietvertragsabschlusses ihren gesetzlichen Verpflichtungen 

nachgekommen.

4. Replicando führte der Beschwerdeführer insbesondere aus, dass seine 

derzeitige Miete durchaus dem Ortsüblichen entspreche. Es erstaune ihn 

ferner, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung die 

Nebenkosten nicht mehr so berechne, wie sie es in ihrer Verfügung getan 

habe. Hierzu fügte die Gemeinde duplicando an, dass sie bei der 

Berechnung der besagten Nebenkosten die höheren Energiepreise per 

1. Januar 2013 berücksichtigt habe. Ansonsten habe sie bereits in ihrer 

Beschwerdeantwort dargelegt, weshalb die Miete des Beschwerdeführers 

deutlich über dem ortsüblichen Preis liege. 

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Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie in 

der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde bildet die Verfügung der 

Gemeinde B._____ vom 6. März 2013, mit welcher dem 

Beschwerdeführer eine öffentlich-rechtliche Unterstützung von monatlich 

Fr. 1‘386.-- mit Wirkung ab 1. März 2013 zugesprochen wurde. In der 

gleichen Verfügung führte die Gemeinde aus, dass sie die bisherigen 

Wohnkosten des Beschwerdeführers im Betrag von Fr. 650.-- plus 

Fr. 100.-- Nebenkosten bis zum 30. Juni 2013 anrechne. Damit setzte die 

Gemeinde die öffentlich-rechtliche Unterstützung des Beschwerdeführers 

für die Zeit vom 1. März 2013 bis zum 30. Juni 2013 − entgegen dem 

expliziten Wortlaut der Verfügung − auf Fr. 1‘736.-- fest (vgl. das 

Berechnungsblatt für die Bemessung der Sozialhilfe betreffend das 

Gesuch ab 1. März 2013 in den beschwerdegegnerischen Akten). Erst 

danach, d.h. ab dem 1. Juli 2013, beträgt die verfügte 

Unterstützungsleistung der Gemeinde Fr. 1‘386.-- (vgl. das 

Berechnungsblatt für die Bemessung der Sozialhilfe betreffend das 

Gesuch ab 1. Juli 2013 in den beschwerdegegnerischen Akten). Der 

Beschwerdeführer hat ein Rechtsschutzinteresse daran, die auf den 1. 

Juli 2013 (implizit) verfügte Kürzung der Unterstützungsleistung von 

Fr. 1‘736.-- auf Fr. 1‘386.-- gerichtlich überprüfen zu lassen. Die weiteren 

Prozessvoraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen 

Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. Es gilt im Folgenden das 

Vorgehen der Gemeinde bei der Anrechnung und Anpassung der 

Wohnkosten des Beschwerdeführers zu überprüfen.

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2. Die Beschwerdegegnerin begründet in ihrer Verfügung vom 6. März 2013 

die Anrechnung von Wohnkosten von nur noch Fr. 400.-- ab 1. Juli 2013 

(für ein Studio in der C._____ AG) nicht explizit. Aufgrund der Darstellung 

in ihrer Vernehmlassung vom 24. April 2013 kann davon ausgegangen 

werden, dass sie die bisherigen Wohnkosten des Beschwerdeführers 

(und dort insbesondere die Nebenkosten) für überhöht bzw. nicht 

ortsüblich hält, was aus ihrer Sicht sodann die Anpassung der 

Wohnkosten per 1. Juli 2013 an die ortsüblichen Verhältnisse rechtfertigt. 

Sie weist in diesem Zusammenhang (und erstmals im 

Beschwerdeverfahren) darauf hin, dass der Beschwerdeführer alleine in 

einer 2 ½-Zimmerwohnung lebe und sie die Nebenkosten gemäss einer 

Zusammenstellung der Gemeindeverwaltung auf monatlich Fr. 230.-- 

schätze. Ihrer Ansicht zufolge liege ein monatlicher Mietzins von Fr. 880.-- 

über dem ortsüblichen Preis für eine entsprechende Wohnung. In einer 

Fussnote weist die Gemeinde an dieser Stelle ihrer Vernehmlassung 

darauf hin, dass die Gemeinde Thusis gemäss ihrem 

Wohnkostenreglement für Wohnkosten von Personen über 25 Jahren 

Fr. 700.-- (inklusive Nebenkosten) ausrichte. In B._____ lägen die 

entsprechenden vergleichbaren Mieten deutlich unter diesem Wert.

3. a) In Bezug auf die Berechnung der Wohnkosten sind primär die Richtlinien 

der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) 

massgebend, wonach der Wohnungsmietzins anzurechnen ist, soweit er 

im ortsüblichen Rahmen liegt. Ebenfalls anzurechnen sind die vertraglich 

vereinbarten Nebenkosten. Überhöhte Wohnkosten sind so lange zu 

übernehmen, bis eine zumutbare günstigere Lösung zur Verfügung steht. 

Die Sozialhilfeorgane haben die Aufgabe, die Sozialhilfebezügerinnen 

und –bezüger bei der Suche nach günstigem Wohnraum zu unterstützen. 

Übliche Kündigungsbedingungen sind in der Regel zu berücksichtigen 

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(SKOS-Richtlinien B.3). Gemäss Art. 8 der Ausführungsbestimmungen 

zum kantonalen Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) ist in die 

Berechnung des Lebensbedarfs einer öffentlich-rechtlich unterstützten 

Person der ortsübliche Mietzins einer preisgünstigen Wohnung für die 

entsprechende Haushaltsgrösse zuzüglich Nebenkosten einzubeziehen. 

Allerdings sind gemäss dieser Bestimmung − in Abweichung von den 

SKOS-Richtlinien − überhöhte Wohnkosten nur bis zum nächsten 

Kündigungstermin und maximal während sechs Monaten zu übernehmen. 

Die Befristung der Übernahme überhöhter Wohnkosten auf eine 

maximale Zeitdauer von sechs Monaten gemäss vorzitierter Bestimmung, 

kann jedoch gegebenenfalls, d.h. in konkreten Einzelfällen, einen Eingriff 

in das verfassungsrechtlich geschützte unantastbare Existenzminimum 

nach sich ziehen und somit unzulässig sein. Dies weil beispielsweise 

allenfalls längere Kündigungsfristen die Beendigung des bisherigen 

Mietvertrages nicht erlauben, keine verfügbaren Alternativen im 

erforderlichen Preissegment vorhanden sind oder die betroffene Person 

eine angebotene günstigere Wohnung nicht erhält. Eine Beschränkung 

auf maximal sechs Monate ist in den SKOS-Richtlinien denn auch nicht 

vorgesehen (vgl. SKOS-Richtlinien B.3).

b) Macht eine Gemeinde geltend, die von ihr bisher angerechneten 

Wohnkosten seien überhöht, setzt dies selbstredend voraus, dass sie die 

Ortsüblichkeit der Mietkosten kennt und diese mit den von ihr bisher 

angerechneten, aber nunmehr beanstandeten Mietkosten verglichen hat. 

Die pauschale Feststellung der Nichtortsüblichkeit genügt dabei nicht. Die 

Gemeinde hat demnach zunächst den Rahmen der Ortsüblichkeit für eine 

entsprechende Haushaltsgrösse zu definieren. Danach erst kann sie die 

bisherigen Wohnkosten einer öffentlich-rechtlich unterstützten Person in 

Relation zu den ortsüblichen Mietpreisen setzen. Ergibt der Vergleich, 

dass die bisherige Wohnung des Betroffenen die festgelegten Kriterien 

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erfüllt, hat die unterstützungspflichtige Gemeinde die Wohnkosten als 

ortsüblich zu akzeptieren und zu übernehmen. Liegt hingegen der 

Schluss nahe, dass die bisherigen Wohnkosten nicht ortsüblich sind, so 

hat die Gemeinde der betroffenen öffentlich-rechtlich unterstützten Person  

mitzuteilen in welcher Höhe sie eine Miete noch sozialhilferechtlich 

akzeptiert. In der Folge kann die unterstützte Person von der Gemeinde 

zur Suche einer günstigeren Wohnung angehalten werden. Diese weiss 

aufgrund der Mitteilung der Gemeinde auch, in welchem preislichen 

Rahmen sie Mietwohnungen suchen muss. Der Gemeinde kommt dabei 

die Aufgabe zu, die von einem Wohnungswechsel Betroffenen bei der 

Suche nach günstigem Wohnraum aktiv zu unterstützen (SKOS-

Richtlinien B.3.-1) und diese gegebenenfalls bei ihren Bemühungen zu 

kontrollieren. Mit Verfügung ist zudem anzudrohen, dass bei effektiver 

Verfügbarkeit einer alternativen Wohnmöglichkeit und nach Prüfung der 

Zumutbarkeit des Wohnungswechsels die anrechenbaren Wohnkosten 

gekürzt werden können.

c) Bei der Abklärung der Ortsüblichkeit von anrechenbaren Mietkosten hat 

die Gemeinde den freien Wohnungsmarkt, d.h. die bestehenden 

Marktverhältnisse im betreffenden Wohnort, zu berücksichtigen (vgl. FELIX 

WOLFFERS, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl., Bern 1999, S. 143). 

In regionalen Zeitungen oder im Internet auf Immobiliensuchwebsites 

kann der freie Wohnungsmarkt anhand von Wohnungsinseraten überprüft 

werden. Die Gemeinde darf nicht unbesehen von unrealistischen Werten 

ausgehen oder auf Angaben von anderen Gemeinden abstellen, die sich 

demografisch, wirtschaftlich sowie in Grösse und Struktur von ihr 

unterscheiden. Sie hat für sich den Rahmen der Ortsüblichkeit möglichst 

exakt und jeweils anhand aktueller Angebote zu bestimmen. Einzelne 

Hinweise auf günstigere Wohnungen − auch ausserhalb des Rahmens 

der Ortsüblichkeit − genügen in der Regel nicht als Begründung für die 

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Nichtortsüblichkeit einer Wohnung. An dieser Stelle ist daran zu erinnern, 

dass gemäss den massgebenden (vgl. Art. 1 ABzUG) SKOS-Richtlinien 

eine öffentlich-rechtlich unterstützte Person nicht zwingend eine möglichst 

günstige Wohnung bewohnen muss, sondern sie Anrecht auf eine 

Wohnung im für die jeweilige Wohngegend mittleren Preissegment hat 

(CLAUDIA HÄNZI, Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für 

Sozialhilfe, Diss. Basel 2011, S. 181). Da weder nationale noch kantonale 

Richtwerte darüber Auskunft geben, wie hoch Mietkosten sein dürfen, 

haben manche Gemeinden ihr Gebiet betreffende Mietzinsreglemente 

erlassen. Damit soll insbesondere der Rechtsunsicherheit in diesem 

Bereich begegnet werden. Solche kommunalen Richtlinien müssen 

allerdings nachvollziehbar und realistisch ausgestaltet sein. Bei der 

Anwendung von Mietzinsrichtwerten ist ferner Folgendes zu beachten: 

- Im Sozialhilferecht gilt das Prinzip der Individualisierung. Dies verlangt, 

dass Hilfeleistungen dem Einzelfall angepasst werden müssen. Die 

Festlegung der Mietkosten in der Bedarfsrechnung ist davon − trotz 

aller möglichen Objektivierung − nicht ausgenommen. Welche 

Wohnsituation für eine bedürftige Person angezeigt erscheint, bedarf 

der individuellen Abklärung und der verfügende Sozialdienst ist 

verpflichtet, von einer Richtlinie über Mietkosten abzuweichen, sollte 

der Einzelfall dies gebieten.

- Bedarfsrechnungen müssen der Realität entsprechen. Richtlinien über 

Mietkosten sind nur solange richtig und anwendbar, wie genügend 

Wohnungen im entsprechenden Preissegment vorhanden sind, die 

auch an Sozialhilfebezüger vermietet werden können. Ansonsten 

zwingt man die Bedürftigen indirekt, die Gemeinde bzw. Sozialregion 

zu verlassen, was dem geltenden Recht widerspräche.

Neben der Ortsüblichkeit der Mietkosten ist ferner in einem zweiten 

Schritt die Zumutbarkeit eines Wohnungswechsels zu prüfen. Allenfalls 

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können spezifische, insbesondere medizinische bzw. gesundheitliche 

oder soziale Gründe (wie z.B. Grösse oder Zusammensetzung der 

Familie, Verwurzelung, Alter, Grad der Integration) eine Übernahme von 

überhöhten Kosten rechtfertigen. Überhöhte Wohnkosten sind allerdings 

nur so lange zu übernehmen, bis eine effektiv zur Verfügung stehende 

zumutbare günstigere Lösung gefunden ist (vgl. SKOS-Richtlinien B.3.-1). 

d) Ergeben die soeben dargestellten Abklärungen einer Gemeinde, dass 

bisherig anerkannte Wohnkosten den Rahmen der Ortsüblichkeit 

sprengen, so ist die Wohnung zu teuer, was den Wechsel in eine 

günstigere effektiv zur Verfügung stehende zumutbare Wohnung 

rechtfertigt. Den Sozialdiensten kommt dabei die Aufgabe zu, die von 

einem Wohnungswechsel betroffene öffentlich-rechtlich unterstützte 

Person bei ihrer Suche nach günstigem Wohnraum zu unterstützen (vgl. 

schon vorne Erwägung 3b).

4. a) Vorliegend hat die Gemeinde dem Beschwerdeführer offenbar die 

Möglichkeit verschafft, eine günstige 1-Zimmer-Wohnung zu mieten. Im 

Vorfeld hat sie es jedoch unterlassen, genauer abzuklären, ob dessen 

bisherige Wohnkosten tatsächlich den Rahmen der Ortsüblichkeit 

sprengen. Die Gemeinde traf die Annahme, dass ein Wohnungswechsel 

im Falle des Beschwerdeführers angezeigt sei, klärte jedoch nicht 

genauer ab. Erst im Beschwerdeverfahren argumentierte sie mit dem 

Wohnkostenreglement der Gemeinde Thusis, welche um ein Vielfaches 

grösser als B._____ ist, eine andere Struktur und Demografie besitzt und 

darüber hinaus auch nicht im gleichen Bezirk liegt. Dabei ist es auch 

notorisch, dass die Gemeinde Thusis im Vergleich zu anderen 

Gemeinden eher unterdurchschnittliche Mieten kennt. Sodann gilt es 

festzuhalten, dass nicht gerichtlich überprüft worden ist, ob das 

Wohnkostenreglement der Gemeinde Thusis überhaupt realistisch ist und 

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dem tatsächlichen Wohnungsmarkt entspricht. Mit dem Vergleich zu 

Thusis begründet die Gemeinde aber die zu hohe Miete des 

Beschwerdeführers und argumentiert, dass insbesondere wegen der (zu) 

hohen Nebenkosten der Mietzins des Beschwerdeführers über dem 

Ortsüblichen liege. Sie schätzte diese in ihrer Vernehmlassung auf 

monatlich Fr. 230.--. Dabei ist zu erkennen, dass die 

Beschwerdegegnerin fälschlicherweise sowohl die Kehrichtgebühr wie 

auch die Wasser-/Abwassergebühr zu den Nebenkosten zählte. Diese 

gehören jedoch zu den Ausgabepositionen innerhalb des Grundbedarfs 

und werden durch diesen abgedeckt (vgl. SKOS-Richtlinien B.2-1). Weiter 

sind auch die Energiekosten (Elektrizität, Gas etc.) nicht zu den 

Wohnnebenkosten zu rechnen (SKOS-Richtlinien B.2.-1), sondern sind 

Bestandteil des Grundbedarfs (vgl. SKOS-Richtlinien B.3). Somit 

erscheint der in der Verfügung angeführte Betrag von Fr. 100.-- für 

Nebenkosten − im Wesentlichen sind dies in der Regel Heiz- und 

Warmwasserkosten − für eine Wohnung dieser Grösse realistischer als 

die von der Gemeinde in ihrer Vernehmlassung geschätzten Fr. 230.--. 

Damit erweist sich das Argument der hohen bzw. zu hohen Nebenkosten 

am bisherigen Wohnort als nicht überzeugend.

b) Selbst wenn vorliegend von Wohnkosten von ca. 800.-- (Wohnungsmiete 

und geschätzte Nebenkosten) ausgegangen würde, so zeigt ein Vergleich 

mit einem auf einer Immobiliensuchwebseite (www.immoscout24.ch) 

gefunden Mietangebot für eine 1 ½-Zimmerwohnung, welche ebenfalls im 

Wohnblock der C._____ AG liegt und von Letzterer zur Miete angeboten 

wird, die gleich hohe Miete (Fr. 800.--), wie sie der Beschwerdeführer am 

bisherigen Wohnort bezahlt. Es kann also im Vergleich mit dieser noch 

kleineren Wohnung im Wohnblock der C._____ AG – wo vergleichsweise 

wohl tiefe Mieten bestehen − nicht von fehlender Ortsüblichkeit der 

jetzigen Wohnung ausgegangen werden.

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c) Zwar hat die Gemeinde vorliegend einige Bemühungen und Abklärungen 

angestellt und Bezug auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung 

genommen. Doch hätte sie, wie dargelegt, die Höhe der Ortsüblichkeit 

von Mietwohnungspreisen bestimmen bzw. die Überschreitung des 

Ortsüblichen anhand stichhaltiger Vergleiche mit anderen Wohnobjekten 

darlegen müssen. Bei Vorliegen überhöhter Wohnkosten hätte sie sodann 

den Beschwerdeführer selbst zur Suche nach einer günstigeren Wohnung 

anhalten können. Vorweg wäre dem Beschwerdeführer explizit mit einer 

Verfügung anzudrohen gewesen, dass bei effektiver Verfügbarkeit einer 

entsprechenden alternativen Wohnmöglichkeit und nach Prüfung der 

Zumutbarkeit eines Wohnungswechsels ihm die anrechenbaren 

Wohnkosten gekürzt werden könnten. Dies alles hat die 

Beschwerdegegnerin weitgehend unterlassen und sich mit dem Hinweis 

auf eine günstigere Wohnung und die (zu) hohen Nebenkosten am 

jetzigen Wohnort begnügt. Die Frage, ob ein Wechsel aus 

persönlichen/gesundheitlichen Gründen in die von der Gemeinde 

vorgeschlagene Alternative für den Beschwerdeführer überhaupt 

zumutbar gewesen wäre, kann aufgrund der vorangegangenen 

Erwägungen offen gelassen werden.

5. Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung vom 6. März 

2013 betreffend die Anrechnung von tieferen Wohnkosten von A._____ 

per 1. Juli 2013 aufzuheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen 

die Verfahrenskosten gemäss Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zulasten der unterliegenden 

Gemeinde. Eine aussergerichtliche Entschädigung (Art. 78 Abs. 1 VRG) 

steht dem Beschwerdeführer nicht zu, da er nicht anwaltlich vertreten war.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung vom 6. März 2013 

betreffend die Anrechnung von tieferen Wohnkosten von A._____ per 

1. Juli 2013 aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 248.--

zusammen Fr. 1‘048.--

gehen zulasten der Gemeinde und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]