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**Case Identifier:** aa59d14e-927c-5460-898f-ea99a73b626b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.04.2021 200 2020 653
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-653_2021-04-15.pdf

## Full Text

200 20 653 UV
LOU/FRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. April 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Franzen

Erbengemeinschaft des A.________ sel. 
bestehend aus:

1. B.________
2. C.________
3. D.________

vertreten durch E.________, Rechtsanwalt lic. iur F.________
Beschwerdeführerinnen

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 2. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1950 geborene A.________, selig (Versicherter), arbeitete zwischen 
1972 und 2004 als … und war zuletzt bis 2016 angestellt als … bei der 
G.________ AG. Mit Schreiben vom 22. August 2017 wurde er von seinem 
Onkologen unter Hinweis auf ein bilaterales invasives muzinöses Adenoka-
rzinom der Lunge der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva 
bzw. Beschwerdegegnerin) zur Abklärung hinsichtlich einer Berufskrankheit 
zugewiesen (Akten der Suva, [act. II] 1, 7). Hierauf nahm diese Abklärun-
gen zur berufsbedingten Asbestexposition (act. II 7, 10) sowie eine ar-
beitsmedizinische Bewertung durch Dr. med. H.________, Facharzt für 
Arbeitsmedizin, vor (act. II 12). Mit Schreiben vom 8. Januar 2018 teilte die 
Suva dem Versicherten mit, sie könne keine Versicherungsleistungen er-
bringen (act. II 14). Damit zeigte sich der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt F.________, nicht einverstanden (act. II 17). Nach weiteren 
arbeitsmedizinischen Abklärungen (act. II 19, 25, 29) lehnte die Suva ihre 
Leistungspflicht mit Verfügung vom 19. Juli 2018 (act. II 32) ab. Zur Be-
gründung führte sie aus, es seien bezüglich der Lungenbeschwerden keine 
der leistungsbegründenden Voraussetzungen erfüllt. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt F.________ im Namen der 
Erben des Versicherten am 14. September 2018 Einsprache (act. II 37). Er 
teilte mit, der Versicherte sei am 12. August 2018 aufgrund seines Tumor-
leidens verstorben, und beantragte die Ausrichtung der Leistungen gemäss 
Unfallgesetzgebung. Namentlich seien die Heilungskosten zu übernehmen, 
eine Integritätsentschädigung von 80% auszurichten sowie eine Witwen-
rente zu gewähren. 

In der Folge holte die Suva unter anderem bei Prof. Dr. med. I.________, 
Facharzt für Radiologie, eine Beurteilung ein (act. II 74) und liess den Ar-
beitsmediziner der Suva erneut Stellung nehmen (act. II 77), woraufhin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 3

Rechtsanwalt F.________ die Gelegenheit wahrnahm, sich nochmals zu 
äussern (act. II 79). Mit Entscheid vom 2. Juli 2020 (act. II 82) hielt die Su-
va an ihrer Verfügung fest und wies die Einsprache ab. Der J.________ als 
zuständiger obligatorischer Krankenversicherer wurde der Einspracheent-
scheid vom 2. Juli 2020 eröffnet (act. II 81), wobei diese auf die Erhebung 
einer Beschwerde verzichtete.

C.

Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Juli 2020 erhoben die beiden 
Töchter des Versicherten sowie die Witwe, alle vertreten durch Rechtsan-
walt F.________, mit Eingabe vom 3. September 2020 Beschwerde mit 
den folgenden Anträgen:

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2020 
sowie die diesem zugrunde liegende Verfügung vom 19. Juli 2018 sei-
en aufzuheben und den Beschwerdeführerinnen seien die gesetzlichen 
Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung zu entrichten. 

2. Namentlich sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Be-
schwerdeführerinnen die Taggeld- und Heilungskostenleistungen bis 
12. August 2018 des Versicherten sowie eine Integritätsentschädigung 
auf Basis einer Einbusse von 80%, alles zuzüglich Zinsen von 5% p.a. 
nach 24 Monaten nach Entstehung der Ansprüche, zu entrichten. 

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 3 
ab August 2018 eine Witwenrente zuzüglich Zinsen zu 5%, 24 Monate 
nach Entstehung des jeweiligen Anspruches, auszurichten.

4. Die Beschwerdeführerinnen behalten sich im Falle der Beschwerde-
abweisung vor, Ansprüche nach Art. 78 ATSG zu erheben. Davon sei 
Vermerk zu nehmen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 
MWSt. zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerinnen 1 - 3 sind im vorinstanzlichen Verfahren mit 
ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. 
Mithin sind sie als Mitglieder der Erbengemeinschaft (Beschwerdeführerin-
nen 1 und 2) bzw. hinsichtlich des geltend gemachten Rentenanspruchs als 
Witwe des Versicherten (Beschwerdeführerin 3) berechtigt, in der sozial-
versicherungsrechtlichen Leistungsstreitigkeit Beschwerde zu erheben (act. 
II 51; BGE 136 V 7 E. 2.1.2 S. 10; Entscheide des Bundesgerichts [BGer] 
vom 17. Mai 2019, 9C_158/2019, E. 3.3, und vom 22. April 2008, 
8C_146/2008, E. 1). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). 
Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 
lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) ein-
gehalten sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten. 

Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde insoweit, als die Beschwerdefüh-
rerinnen die Vormerkung von Verantwortlichkeitsansprüchen aus Art. 78 
ATSG beantragen (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 4). Über diesen 
Punkt wurde im angefochtenen Einspracheentscheid nicht entschieden und 
mangelt es mithin an einem Anfechtungsobjekt. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. Juli 2020 
(act. II 82). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten bzw. 
der Beschwerdeführerinnen als dessen Erben auf Leistungen der Unfall-

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versicherung im Zusammenhang mit dem Lungenkarzinom des Versicher-
ten. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]).

2.1.1 Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG Krankhei-
ten (vgl. Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder 
vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht 
worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten 
sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegations-
norm und Art. 14 Abs. 2 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die 
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der Bundesrat in Anhang 1 zur 
UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkran-
kungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursa-
chung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten 
gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle anderen mitbeteiligten Ursa-
chen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen 
(BGE 133 V 421 E. 4.1 S. 425, 119 V 200 E. 2a S. 200; SVR 2011 UV Nr. 5 
S. 17 E. 2.2; BGer vom 6. November 2014, 8C_429/2013, E. 5.1 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 6

Als schädigender Stoff im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG gilt unter anderem 
Asbeststaub (Anhang 1 zur UVV, Berufskrankheiten, Liste der schädigen-
den Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen nach Art. 14 UVV).

Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere 
Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder 
stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese 
Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent-
stehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV 
entweder einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder 
eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde. Nach 
der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder 
stark überwiegenden" Zusammenhangs erfüllt, wenn die Berufskrankheit 
mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist. 
Dabei ist grundsätzlich in jedem Einzelfall Beweis darüber zu führen, ob die 
geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche be-
rufliche Verursachung vorliegt. An die Annahme einer Berufskrankheit sind 
relativ strenge Anforderungen zu stellen. Verlangt wird, dass die versicher-
te Person für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt 
ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der Be-
rufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposition (oder 
Arbeitsdauer) ist die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen 
(BGE 126 V 183 E. 2b S. 186 und E. 4b S. 189, 119 V 200 E. 2b S. 201; 
SVR 2018 UV Nr. 26 S. 91 E. 2.2).

Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind Berufskrankheiten von ihrem Aus-
bruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen, 
sobald der Betroffene erstmals ärztlicher Behandlung bedarf oder arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) ist (Art. 9 Abs. 3 UVG). Ein Unfallversicherer wird nur 
leistungspflichtig, wenn der Betroffene im Zeitpunkt, als sich ein Berufsun-
fall ereignete, versichert war. Bei Berufskrankheiten ist die Einwirkung des 
gefährlichen Stoffes oder die Verrichtung der krankmachenden Arbeit, 
kurzum die Exposition (Gefährdung), nicht weniger wichtig als der Aus-
bruch der Krankheit. Die Leistungspflicht hängt somit vom Umstand ab, ob 
die von der Krankheit betroffene Person während der vorwiegenden Expo-
sition versichert war. Die Versicherung wirkt somit beim Erkrankten über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 7

das Ende seines Versichertseins hinaus, wenn die Krankheit erst später 
ausbricht. Sie entfaltet eine Nachwirkung (SVR 2020 UV Nr. 11 S. 40 E. 
4.1.2).

2.1.2 An die Annahme einer Berufskrankheit sind relativ strenge Anforde-
rungen zu stellen. Verlangt wird, dass die versicherte Person für eine ge-
wisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt ist. Die einmalige ge-
sundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, 
genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposition (oder Arbeitsdauer) ist die 
gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (BGE 126 V 183 E. 
2b S. 186 und E. 4b S. 189, 119 V 200 E. 2b S. 201; SVR 2018 UV Nr. 26 
S. 91 E. 2.2).

2.2 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG und die Änderung vom 9. November 2016 der UVV in Kraft getreten. 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der Än-
derung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für Berufs-
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden nach 
bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-
rung vom 25. September 2015 des UVG). Der Lungentumor des Versicher-
ten wurde nach dem 1. Januar 2017 diagnostiziert (act. II 1), womit auf den 
vorliegenden Fall die seit dem 1. Januar 2017 gültigen Bestimmungen an-
wendbar sind. 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Der Arbeitsmediziner Dr. med. H.________ hielt in der Beurteilung 
vom 5. Januar 2018 (act. II 12) fest, auf den Röntgen-Thorax-Bildern vom 
6. Juni 2015 und 15. Mai 2017 seien weder eine Asbestose noch bilaterale 
Pleuraverdickungen zu erkennen. Da gesundes Lungengewebe für den 
allfälligen Nachweis von Asbestfasern bzw. Asbestkörperchen für eine pa-
thologische Untersuchung nicht zur Verfügung stehe – eine operative The-
rapie sei beim Versicherten nicht gemacht worden – sei die arbeitshygie-

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nisch begründete Beurteilung der kumulativen Asbestfaserexposition das 
einzige verfügbare Kriterium zur Beurteilung. Dr. K.________, Abteilung 
Chemie, komme bei seinen Berechnungen, denen er Worst-Case-
Umstände zugrunde lege, zum Ergebnis, dass die kumulativ berufsbeding-
te Asbestfaserexposition des Versicherten bei 16 Faserjahren liege. 

3.1.2 Dr. med. H.________ führte in einer weiteren Beurteilung vom 9. 
Juli 2018 (act. II 29) aus, unter Berücksichtigung der Zusatzangaben des 
Rechtsanwaltes des Versicherten komme der Arbeitshygieniker zu einer 
kumulativen Faserbelastung von insgesamt 21 Faserjahren. Zusätzlich 
hätte er die Information aus der Pathologie erhalten, dass kein Restmaterial 
aus der Untersuchung vorhanden sei. Er bleibe für seine Beurteilung allein 
auf die "Helsinki-Kriterien" angewiesen. Auch der Wert von 21 Faserjahren 
liege deutlich unter dem Entscheidwert von 25 Faserjahren, so dass sich 
an der Beurteilung nichts ändere und er weiterhin empfehle, eine Leis-
tungspflicht abzulehnen. 

3.1.3 Dr. med. L.________, Facharzt für Medizinische Onkologie, infor-
mierte im Bericht vom 21. August 2018 (act. II 57) darüber, dass der Versi-
cherte am 12. August 2018 auf der onkologischen Abteilung verstorben sei. 
Nachdem sich sein Zustand weiter verschlechtert habe, sei zur Aktualisie-
rung ein CT Thorax/Abdomen/Becken veranlasst worden. Dieses habe eine 
massive Tumorprogression mit neu aufgetretenen Lebermetastasen erge-
ben (act. II 55 S. 2). 

3.1.4 Prof. Dr. med. I.________ führte im Aktenkonsil vom 23. April 2020 
(act. II 74 S. 2) aus, sowohl die konventionellen Röntgenaufnahmen als 
auch die computertomographischen Untersuchungen des Thorax von 2015 
bis 2018 seien vereinbar mit dem Verlauf einer progredienten metastasie-
renden malignen Erkrankung der Atemwege. Auf den Untersuchungen sei 
keine diffus bilaterale Pleuraverdickung abgrenzbar, die mit einer berufli-
chen Asbestexposition vereinbar wäre. Auch Pleuraverkalkungen lägen 
nicht vor. Insbesondere die frühen Untersuchungen aus 2017 zeigten keine 
pulmonalen Mikronoduli, Lungenfibrose oder Bronchiektasen und somit 
beständen bildgebend auch keine Hinweise für eine interstitielle pulmonale 
Asbestose. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 9

3.1.5 Dr. med. H.________ hielt am 19. Mai 2020 (act. II 77) fest, er be-
antrage, eine Leistungspflicht der Suva abzulehnen, da gemäss den eta-
blierten arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien der Lungentumor des 
Versicherten nicht als asbestbedingt beurteilt werden könne. 

3.2

3.2.1 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

3.2.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 
3a S. 352).

3.3 Es ist zu Recht unbestritten, dass der Versicherte am 12. August 
2018 an den Folgen eines Adenokarzinoms der Lunge verstorben ist (act. II 
57) und dass er bei seinen beruflichen Tätigkeiten jahrzehntelang Asbest-
fasern ausgesetzt war. 

Die Beschwerdegegnerin hat im hier angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 2. Juli 2020 (act. II 82) bei der Beurteilung des Leistungsanspruchs 
infolge Lungenkarzinom bei Asbestexposition auf die sog. "Helsinki-Praxis" 
abgestellt, was nicht zu beanstanden ist. Das Bundesgericht legte in BGE 
133 V 421 (= Pra 97 [2008] Nr. 85) dar, die Aktualität dieser Praxis sei zu 
überprüfen, was in der Folge geschah und diese Praxis mit BGer vom 
8. Juni 2010, 8C_67/2010, bestätigt wurde (E. 4.3 f.; so auch BGer vom 
26. Februar 2013, 8C_668/2012, E. 3). Damit ist vorliegend weiterhin auf 
die "Helsinki-Praxis" abzustellen. Die Beschwerdegegnerin anerkennt ge-

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stützt auf diese Praxis die asbestbedingte Verursachung eines Bron-
chuskarzinoms unter bestimmten Voraussetzungen (SUVA, Medizinische 
Mitteilungen 2007 S. 61 ff., S. 64; BGer 8C_67/2010, E. 4.2): 

1. Eine kumulative Asbestdosis von mindestens 25 sogenannten Fa-
serjahren gemäss Arbeitsanamnese;

2. bestimmte Befunde der Lungenstaubanalyse (über 2 Mio. [Länge 
über 5 Mikrometer] resp. über 5 Mio. [Länge über 1 Mikrometer] 
Amphibolfasern pro Gramm Lungentrockengewicht, über 5000 As-
bestkörperchen pro Gramm Lungentrockengewicht, über 5 Asbest-
körperchen pro Milliliter BAL [Bronchoalveoläre Lavage]);

3. eine Asbestose (auch histologisch dokumentierte Minimalasbesto-
se);

4. bilaterale, diffuse, mit Wahrscheinlichkeit asbestinduzierte Pleura-
verdickungen.

3.4 Betreffend die alternativen Voraussetzungen der unter E. 3.3 hiervor 
erwähnten Ziff. 2-4 (Lungenstaubanalyse, Asbestose sowie Pleuraverdi-
ckungen) erfolgten wegen der raschen und massiven Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes des Versicherten verschiedene medizinische Ab-
klärungen unter zeitlichem Druck (act. II 22, 24, 54 ff.). Letztlich waren die-
se genügend, um einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung 
gestützt auf die entsprechenden Ergebnisse überwiegend wahrscheinlich 
auszuschliessen:

Gesundes Lungengewebe für eine Lungenstaubanalyse stand mangels 
einer operativen Therapie nicht zur Verfügung (act. II 12) und eine Nach-
frage bei der Pathologie ergab, dass kein Restmaterial (mehr) aus der Un-
tersuchung vorhanden war (act. II 24, 29). Überdies war gemäss Prof. Dr. 
med. I.________ aus den zahlreichen Röntgenaufnahmen und computer-
tomographischen Untersuchungen des Thorax seit 2015 keine massgebli-
che diffuse bilaterale Pleuraverdickung oder Pleuraverkalkung ersichtlich 
und es zeigten sich keine pulmonalen Mikronoduli, Lungenfibrose oder 
Bronchiektasen und somit keine Hinweise für eine interstitielle pulmonale 
Asbestose (act. II 74). Soweit der Beizug von bronchoskopischen Analysen 
aus dem Spital in …, wo die Erkrankung des Versicherten während der 
Ferien manifest und er vom 16. bis 24. April 2017 infolge anamnestisch 
ausgedehnter Oberlappenpneumonie rechts, antibiotisch-refraktär, erst-

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mals hospitalisiert wurde (act. II 1), beantragt wird (Beschwerde S. 13 Rz. 
36), erweist sich dies als nicht möglich, sind doch nach der Aktenlage 
bronchoskopische Analysen nicht verfügbar (act. II 1, 37). 

Unter diesen Umständen sind entgegen den Vorbringen der Beschwerde-
führerinnen (Beschwerde S. 11 ff.) zusätzliche Abklärungen der medizini-
schen Leistungsvoraussetzungen ("Helsinki-Praxis" Ziff. 2-4) weder mög-
lich noch indiziert. Darüber hinaus dürften sachdienliche Unterlagen über-
wiegend wahrscheinlich nicht mehr greifbar sein, da nachweislich keine 
Gewebeproben aus früheren Untersuchungen (mehr) vorhanden sind. 
Demnach ist eine Autopsie (Art. 47 UVG i.V.m. Art. 60 UVV) ausgeschlos-
sen und können heute überwiegend wahrscheinlich keine weiteren zeitna-
hen geeigneten Beweismittel beschafft werden. 

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat im hier angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 2. Juli 2020 (act. II 82) die Leistungen zudem abgelehnt, weil 
die kumulative Asbestdosis von mind. 25 Faserjahren (vgl. E. 3.3 hiervor 
Ziff. 1) nicht erfüllt werde. Dabei stellte sie auf die Angaben im Protokoll 
von Dr. … K.________, Abteilung Chemie, vom 15. November 2017 (act. II 
7 S. 2 f.) ab. Dieses nicht unterzeichnete Protokoll basiert allein auf den 
Angaben des Versicherten und enthält handschriftliche Ergänzungen von 
ihm bzw. seiner ihn begleitenden Tochter. Daraus geht zwar insbesondere 
zwischen 1972 und 2004 eine Asbestexposition im Zusammenhang mit 
Arbeiten an Bremsen und Kupplungen sowie Schweissen unter Verwen-
dung von Asbestknetmasse hervor, was unter den Parteien unbestritten ist. 
Indessen geben die Angaben betreffend die genaue Art der damaligen Ar-
beiten und der Dauer der Aussetzung nur ungenau Auskunft. So enthalten 
alle Stundenangaben den Zusatz "circa". Überdies wird eine Bystander-
Belastung (Nebenarbeitsplätze) zwar allgemein erwähnt, jedoch fehlt es an 
der genauen Beschreibung der Räumlichkeiten, in denen der Versicherte 
den Emissionen der anderen … ausgesetzt war und deren exakte Tätigkeit. 
Schliesslich enthalten die Akten keine Angaben von den damaligen Arbeit-
gebern zu den Arbeitszeiten, den technischen Einrichtungen und den 
Räumlichkeiten und auch nicht zu den vom Versicherten im Protokoll hand-
schriftlich angefügten Faktoren der nicht vorhandenen Schutzmasken und 
(nicht)funktionierenden Absaugvorrichtungen. Den Akten ist nicht zu ent-

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nehmen, dass bei den Unternehmen, bei denen der Versicherte angestellt 
war, überhaupt Informationen eingeholt worden wären. Die Beschwerde-
gegnerin stellte allein auf die Angaben des Versicherten ab, welche er nach 
Ablauf von bis zu 45 Jahren machen musste, weshalb den Beweiswert be-
treffend zumindest hinsichtlich Genauigkeit der Ermittlung der Faserjahre 
erhebliche Zweifel bestehen. Abgesehen davon bleibt mangels Konsultati-
on der ehemaligen Arbeitgeber (insbesondere die M.________ AG, die 
N.________ AG sowie die O.________ offen, ob es allenfalls Messungen 
zu den damaligen Asbestemissionen gibt und ob bei anderen Mitarbeitern 
dieser Betriebe Folgen von Asbestbelastungen auftraten (vgl. Beschwerde 
S. 15 Ziff. 44, verstorbene bzw. erkrankte Personen werden erwähnt). 
Schliesslich liegt die von der Beschwerdegegnerin anerkannte Zahl von 21 
Faserjahren nahe an der massgeblichen Leistungsgrenze von 25 Faserjah-
ren gemäss "Helsinki-Praxis". Die Beschwerdeführerinnen machen gar eine 
Gesamtbelastung von 38.2 Faserjahren geltend (Beschwerde S. 23 Ziff. 
76). Damit bestehen massgebliche Zweifel, ob die lediglich gestützt auf die 
Angaben des Versicherten zu den Jahrzehnten zurückliegenden Asbestbe-
lastungen beweistauglich sind. 

Nach dem Dargelegten erweist sich der Sachverhalt als nicht rechtsgenüg-
lich erstellt. Eine abschliessende Beurteilung der Anzahl Faserjahre 
gemäss Arbeitsanamnese ist derzeit nicht möglich. In der Folge ist die 
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese wei-
tere Abklärungen vornimmt. Insbesondere müssen die Verhältnisse an den 
damaligen Arbeitsplätzen, die Art und Weise, wie die Arbeitsposten belegt 
waren, die hauptsächlichsten Arbeiten des Versicherten, die Bystander-
Belastung, das Vorliegen von allfälligen asbest-spezifischen Erkrankungen 
von damaligen Angestellten der fraglichen Betriebe, die genauen Arbeits-
vorgänge sowie die Asbestkonzentrationen in der Luft an den verschiede-
nen Arbeitsposten so genau als möglich untersucht werden. Wenn letzteres 
nicht mehr möglich ist, weil Messungen fehlen, so muss die Beschwerde-
gegnerin auf Messwerte zurückgreifen, wie sie in anderen Betrieben und an 
Arbeitsposten, welche mit denjenigen, die der Versicherte versehen hat, 
vergleichbar sind, erhoben wurden. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 13

Damit ist die Beschwerde – soweit darauf einzutreten ist – gutzuheissen, 
der angefochtene Einspracheentscheid vom 2. Juli 2020 (act. II 82) aufzu-
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zum 
weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und anschliessendem Erlass 
einer neuen Verfügung.  

5.

5.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG [gel-
tend bis 31. Dezember 2020; vgl. Art. 83 ATSG] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).

Die Parteientschädigung ist mit Blick auf die Kostennote vom 22. Oktober 
2020, worin Rechtsanwalt F.________ ein Honorar von Fr. 4’480.-- (12.8 h 
x Fr. 350.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 134.60 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 355.30 (7.7 % auf Fr. 4'641.40) geltend macht und welche angemessen 
ist, auf Fr. 4'969.70 festzusetzen. Eine Reduktion der Parteientschädigung 
aufgrund des marginalen Unterliegens im Zusammenhang mit dem teilwei-
sen Forumsverschluss (vorne E. 1.1) rechtfertigt sich nicht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2021, UV/20/653, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird die Beschwerde gutgeheissen, der 
angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 2. Juli 2020 aufge-
hoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie - nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
- neu verfüge. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführerinnen die Partei-
kosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'969.70 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- E.________ z.H. der Beschwerdeführerinnen
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit

Zur Kenntnis:
- J.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.