# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b634c4f-fad1-5137-98a8-4e4819e89d3c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.06.2013 S 2012 133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-133_2013-06-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 12 133

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Aktuar ad hoc Coray

URTEIL
vom 18. Juni 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto T. Annen, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____, geboren 1971, leidet seit ca. 2002/2003 an Polyarthralgien 

(Gelenkschmerzen) und Polymalgien (rheumatische 

Vielmuskelschmerzen). Am 13. Juni 2008 meldete sie sich zum Bezug 

von IV-Leistungen an. Daraufhin liess die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (IV-Stelle) A._____ am 28. Januar 2009 psychiatrisch und 

am 1. April 2009 rheumatologisch beim Institut für medizinische und 

ergonomische Abklärungen (IME) untersuchen. Im interdisziplinären 

Gutachten vom 30. Juli 2009 kam das IME zum Schluss, dass aus 

rheumatologischer Sicht seit April 2007 eine 40%ige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. A._____ hielt sich vom 14. Mai 2009 

bis 10. Juni 2009 zur stationären Rehabilitation in der Klinik B._____ auf. 

Mit Verfügung vom 6. August 2010 - welche nur ihr zugestellt wurde - 

wurde A._____ eine (befristete) Viertelsrente vom 1. April 2008 bis 30. 

September 2009 zugesprochen. Gegen diese Verfügung, welche am 25. 

Oktober 2010 auch dem Rechtsvertreter von A._____ mitgeteilt wurde, 

erhob A._____ am 29. November 2010 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte unter 

anderem, es sei ihr aufgrund einer invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse 

von mindestens 50 % eine halbe IV-Rente ab April 2008 zuzusprechen.  

Dabei reichte sie ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. C._____, FMH 

Innere Medizin, vom 22. November 2010 ein. In ihrer Vernehmlassung 

vom 4. Januar 2011 anerkannte die IV-Stelle, dass gestützt auf den 

Arztbericht von Dr. med. C._____ vom 22. November 2010 nicht mehr auf 

die Arztberichte der Klinik B._____ vom 22. Juni 2009 und 29. September 

2009 abgestellt werden könne und aufgrund einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes von A._____ die Restarbeitsfähigkeit ihrer 

Tätigkeit als I._____ beziehungsweise in einer adaptierten Tätigkeit ab 

dem 1. Dezember 2009 neu abgeklärt werden müsse. Mit Urteil des 

Verwaltungsgerichts S 10 166 vom 15. Februar 2011 wurde die 

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Beschwerde von A._____ teilweise gutgeheissen und ihr eine (befristete) 

halbe Invalidenrente bei einem IV-Grad von 50 % für die Zeit vom 1. April 

2008 bis 30. September 2009 zugesprochen. Im Übrigen wurde die 

Beschwerde abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden war. 

2. Daraufhin liess die IV-Stelle ein Gutachten beim Ärztlichen 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) in Basel einholen. A._____ wurde 

hierfür am 7. Dezember 2011 allgemeininternistisch, psychiatrisch und 

rheumatologisch untersucht. Im Gutachten vom 6. März 2012 kam das 

ABI zum Schluss, dass aus rheumatologischer Sicht bei A._____ in ihrer 

angestammten Tätigkeit als Anwaltssekretärin (ohne optimale 

ergonomische Arbeitsplatzbedingungen) eine ganztägige Arbeitsfähigkeit 

bei einer Einschränkung von 30 % bestehe. Für eine adaptierte, 

körperlich leichte, ganztägige Arbeitsfähigkeit bestehe eine 

Einschränkung von 20 %.

3. Gestützt auf dieses Gutachten und die Abschlussbeurteilung des 

Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) vom 12. März 2012 

erliess die IV-Stelle am 21. März 2012 einen Vorbescheid, in welchem 

A._____ die Verneinung des Anspruchs auf eine IV-Rente in Aussicht 

gestellt wurde. 

4. Aufgrund des Einwandes vom 11. Mai 2012, mit welchem A._____ einen 

Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 30. April 2012 einreichte, holte die 

IV-Stelle am 24. Mai 2012 einen Bericht bei der Psychiaterin Dr. med. 

E._____ ein. Diese leitete die Anfrage an die behandelnde 

Psychotherapeutin, F._____, weiter, welche den Bericht am 11. Juni 2012 

erstellte. Zu diesem Bericht holte die IV-Stelle am 14. August 2012 eine 

ergänzende Stellungnahme beim ABI und am 20. August 2012 beim RAD 

ein. 

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5. Nachdem A._____ mit Schreiben vom 1. Oktober 2012 ergänzende 

Ausführungen zu den Abklärungen der IV-Stelle gemacht hatte, verfügte 

die IV-Stelle am 24. Oktober 2012, dass A._____ keinen Anspruch auf 

eine Invalidenrente habe. In ihrer Verfügung führte die IV-Stelle aus, dass 

bei A._____ seit September 2009 in ihrer aktuellen Tätigkeit als 

Anwaltssekretärin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bei 

ganztägiger Präsenzzeit bestehe. Bei Einrichtung eines ergonomischen 

Arbeitsplatzes sowie in jeder anderen optimal adaptierten Tätigkeit 

reduziere sich bei ganztägiger Präsenz die Einschränkung auf 20 %. Aus 

dem Einkommensvergleich für das Jahr 2012 bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 64'745.10 und einem Invalideneinkommen von 

Fr. 51'796.10 ergebe sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 12'949.--, was 

einem Invaliditätsgrad von 20 % entspreche. Die IV-Stelle stützte sich bei 

ihren Ausführungen insbesondere auf das ABI-Gutachten vom 6. März 

2012 und die ergänzende Stellungnahme des ABI vom 14. August 2012. 

In letzterem sei schlüssig und detailliert zum Arztbericht der 

Psychotherapeutin F._____ vom 11. Juni 2012 Stellung genommen 

worden. Überdies bestehe zwischen dem rheumatologischen 

Teilgutachten des ABI und dem von A._____ mit dem Einwand 

eingereichten Bericht von Dr. med. D._____ vom 30. April 2012 keine 

abweichende Beurteilung.

6. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 29. November 2012 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, dass 

ihr - aufgrund einer invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von mindesten 

50 % - eine halbe Invaliditätsrente ab Dezember 2009 zuzusprechen sei. 

Eventualiter sei die IV-Stelle anzuweisen, zwecks Klärung des 

invaliditätsbedingten Grades der Erwerbseinbusse, ein Obergutachten bei 

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einer von der IV unabhängigen Klinik - allenfalls im Servizio Accertamento 

Medico (SAM) in Bellinzona - einzuholen. Dies begründete sie im 

Wesentlichen damit, dass das ABI-Gutachten unvollständig und 

widersprüchlich sei. Dies sei der Fall, weil verschiede Aspekte - darunter 

der Einfluss der Polyarthritis und der Kiefergelenkarthrose auf die 

Arbeitsfähigkeit; der Aspekt, dass sie seit September 2010 in 

psychiatrischer Behandlung sei und das ABI diesbezüglich keinen Bericht 

eingeholt habe; der Aspekt, dass gemäss Dr. med. C._____ und Dr. med. 

D._____ der Einfluss von Canabis positive Auswirkungen auf ihre 

Gesundheit habe und der Aspekt, dass ihre körperlichen 

Einschränkungen in der Alltagsbewältigung bei ihrer Arbeitsfähigkeit - im 

ABI-Gutachten völlig ausser Acht gelassen und nicht ausreichend in die 

Beurteilung miteinbezogen worden seien. Das ABI habe sich auf die 

Aktenlage im Zeitpunkt des Urteils des Verwaltungsgerichts  (vom 15. 

Februar 2011) gestützt und habe erst aufgrund des Einwands der 

Beschwerdeführerin Berichte der behandelnden Ärzte und Psychiater 

miteinbezogen. Dies sei erst noch erst nach acht Monaten nach der 

Untersuchung und ein halbes Jahr nach Vorliegen des Gutachtens 

geschehen. Zudem sei die IV-Stelle offensichtlichen Widersprüchen im 

ABI-Gutachten nicht auf den Grund gegangen, obwohl die 

Beschwerdeführerin in ihrem Einwand ausdrücklich auf diese 

hingewiesen habe. Dieses Vorgehen stelle eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs dar. Zudem sei das Gutachten lediglich auf seine 

Seitenzahl bezogen ausführlich, nicht aber inhaltlich. Diese Ansicht 

vertrete nicht nur die Beschwerdeführerin, sondern auch Dr. med. 

D._____ in seinem Arztbericht vom 30. April 2012.

7. In der Vernehmlassung vom 15. Januar 2013 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin schildere in ihrer 

Beschwerde erneut den subjektiven Ablauf der Untersuchungen im ABI 

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Basel, und füge an, dass diese Sachverhaltsdarstellung von der IV-Stelle 

in ihrer Verfügung auf Seite 4 anerkannt worden sei, was nicht zutreffe. 

Der medizinische Sachverhalt sei genügend abgeklärt worden und die 

medizinischen Akten liessen eine Entscheidung zu, weshalb keine 

weiteren Abklärungen nötig seien. Falls das Gericht anderer Auffassung 

sei, müsse es gemäss BGE 137 V 210 ein Gerichtsgutachten in Auftrag 

geben.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und in der 

angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen 

IV-Stellen in Abweichung von Art. 52 und Art. 58 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle 

anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 

24. Oktober 2012 betreffend IV-Rente stellt demnach ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts ergibt sich überdies aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf die 

zudem fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. Streitig 

und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2009 

zu Recht keine Invalidenrente zugesprochen wurde.

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2. a) Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs. Die IV-Stelle sei offensichtlichen Widersprüchen im ABI-

Gutachten nicht auf den Grund gegangen, obwohl sie von der 

Beschwerdeführerin sowohl bereits im Einwand vom 11. Mai 2012 als 

auch in der Ergänzung des Einwandes am 1. Oktober 2012 ausdrücklich 

auf diese Widersprüche hingewiesen worden sei. Das rechtliche Gehör 

nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verlangt, dass die Behörde die 

Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch 

tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 

124 I 49 E. 3a; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die 

Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es 

nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der 

Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und 

ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. 

In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 130 II 530 E. 4.3 S. 

540; BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 97 E. 2b, je mit Hinweisen). Die IV-

Stelle hat ihre Verfügung vom 24. Oktober 2012 rechtsgenüglich 

begründet und sich hierbei eingehend mit dem ABI-Gutachten als auch 

mit dem Bericht von Dr. med. D._____ vom 30. April 2012 als auch mit 

dem Bericht der Psychotherapeutin F._____ vom 11. Juni 2012 

auseinandergesetzt. Insofern kann ihr keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs vorgeworfen werden. Selbst wenn eine - höchstens leichte -  

Verletzung des rechtlichen Gehörs vorgelegen hätte, wäre diese im 

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Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ohnehin als geheilt zu 

betrachten (statt vieler BGE 133 I 201 E. 2.2 mit Hinweisen).

b) Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, die IV-Stelle habe das 

Verfahren unnötig lange verzögert. Die IV-Stelle habe bereits in ihrer 

Vernehmlassung vom 4. Januar 2011 bezüglich des ersten 

Beschwerdeverfahrens (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden S 10 166 vom 15. Februar 2011) eingeräumt, dass aufgrund 

neuer Beschwerden für den Zeitraum ab dem 1. Dezember 2009 nicht 

mehr auf die Berichte der Klinik B._____ abgestellt werden könne und 

neue Abklärungen getätigt werden müssten. Obwohl sie sich zu neuen 

Abklärungen bereit erklärt habe, habe die IV-Stelle ein halbes Jahr (bis 

zum 5. Juli 2011) gewartet, um die nötigen Abklärungen in Auftrag zu 

geben. Zudem sei, entgegen dem ausdrücklichen Antrag der 

Beschwerdeführerin, das Gutachten in einem von der IV-Stelle 

unabhängigen Institut, namentlich dem SAM in Bellinzona, zu erstellen, 

das ABI beauftragt worden. Nachdem knapp zehn Monate, nachdem 

weitere Abklärungen in Aussicht gestellt worden seien, sei die 

Beschwerdeführerin noch immer nicht vom ABI kontaktiert worden. Erst 

nachdem sie am 1. November 2011 die IV-Stelle erneut kontaktiert und 

diese gebeten habe, das Verfahren voranzutreiben, habe das ABI sie mit 

Schreiben vom 8. November 2011 zu einer Untersuchung am 7. 

Dezember 2011 aufgeboten. Der Einwand betreffend 

Verfahrensverzögerung erweist sich als unbegründet. Der zeitliche Ablauf 

liegt durchaus im Rahmen des Üblichen und ist nicht zu beanstanden. 

Anzumerken bleibt, dass die Mitteilung vom 19. Mai 2011 an die 

Beschwerdeführerin betreffend der Notwendigkeit medizinischer 

Abklärungen durch das ABI vor dem Leiturteil des Bundesgerichts BGE 

137 V 210 vom 28. Juni 2011 ausgelöst wurde, sodass auch keine 

Verpflichtung bestanden hätte, bei Uneinigkeit über die zu beauftragende 

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Gutachterstelle eine anfechtbare Zwischenverfügung zu erlassen (vgl. 

BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6).

c) Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die IV-Stelle, nachdem die 

Beschwerdeführerin Einwand gegen den Vorbescheid erhoben hatte, 

einen Bericht bei der behandelnden Psychotherapeutin einholte. 

Insbesondere gilt es anzumerken, dass im ABI-Gutachten vom 6. März 

2012 festgehalten wurde, dass die Beschwerdeführerin in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung bei Dr. med. E._____ sei und ein 

Bericht nicht vorliege. Falls nachträglich ein Bericht eintreffe - was effektiv 

geschah - müsste dazu noch Stellung genommen werden (IV-act. 108, S. 

14). Zu dem Bericht der Psychotherapeutin F._____ vom 11. Juni 2012 

äusserte sich das ABI denn auch in der ergänzenden Stellungnahme vom 

14. August 2012, weshalb auch diese Rüge der Beschwerdeführerin nicht 

zu hören ist. Mit ihrer Vorgehensweise ist die IV-Stelle denn auch ihrer 

Abklärungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nachgekommen, nach 

welcher Bestimmung der Versicherungsträger die notwendigen 

Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen 

Auskünfte einzuholen hat.

d) Die Beschwerdeführerin rügt ferner, ihr Bruder habe sie bei der 

medizinischen Untersuchung im ABI Basel nicht begleiten dürfen. 

Tatsache sei, dass gemäss Lehre und Rechtsprechung kein Anspruch auf 

Anwesenheit einer Vertrauensperson anlässlich einer medizinischen 

Begutachtung bestehe, was nicht heisse, dass diese nicht zulässig sei. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht bei medizinischen 

Abklärungen kein Anspruch, sich durch Vertrauenspersonen begleiten zu 

lassen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.1.3.3 mit Hinweisen; BGE 132 V 443 E. 

3). Dies wurde der Beschwerdeführerin denn auch mit Schreiben der IV-

Stelle vom 15. November 2011 (IV-act. 107) korrekt mitgeteilt, weshalb 

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sich weitere Ausführungen zu diesem beschwerdeführerischen 

Vorbringen erübrigen. 

e) Die Beschwerdeführerin macht sodann in ihrer Beschwerde (S. 6 ff.) 

Ausführungen zum (subjektiven) Untersuchungsablauf beim ABI am 7. 

Dezember 2011. Für das Gericht ist indessen nicht ersichtlich, was die 

Beschwerdeführerin mit dieser Schilderung zu ihren Gunsten abzuleiten 

versucht. Aus dem ABI-Gutachten selbst gehen keine Hinweise hervor, 

wonach die Untersuchung nicht korrekt durchgeführt wurde. Gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung ist für den Aussagegehalt eines 

medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht relevant, wie lange die 

Untersuchung gedauert hat, sondern vielmehr, ob die Expertise inhaltlich 

vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteile des Bundesgerichts 

9C_676/2009 vom 17. Dezember 2009, E. 3, 9C_55/2009 vom 1. April 

2009, E. 3.3 mit Hinweisen).

3. a) Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch 

auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen 

Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a 

Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

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Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 

werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der IV-Grad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 

130 V 349 E. 3.4.2, mit Hinweisen).

b) Für die Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an 

(BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche 

Bestimmung der prozentualen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte 

(Zumutbarkeitsprofil als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Ermittlung 

der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) indes von vorneherein gar nicht möglich 

(BGE 125 V 261 E. 4; BGE 122 V 160 f. E. 1c; BGE 115 V 134 E. 2). Das 

Bundesrecht schreibt dabei nicht vor, wie die in den Akten liegenden 

Arztberichte oder medizinischen Unterlagen als Beweismittel zu würdigen 

sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt daher der allgemeine 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. 

ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Für den Beweiswert von 

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Arztberichten ist entscheidend, ob die Berichte für die streitigen Belange 

umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und ob die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 

231 E. 5.1; BGE 125 V 352 E. 3a).

4. Im vorliegenden Verfahren muss demnach geprüft werden, ob der 

Arztbericht von Dr. med. D._____, Oberarzt Rheumaklinik K._____, vom 

30. April 2012 (IV-act. 113) und der Bericht der Psychotherapeutin 

F._____ vom 11. Juni 2012 (IV-act. 118) genügen, um das ABI-Gutachten 

vom 6. März 2012 und die ergänzende ABI-Stellungnahme vom 14. 

August 2012 zu erschüttern, sodass auf diese nicht mehr abgestellt 

werden kann und ein (Gerichts-)Gutachten einzuholen ist.

5. a) Die Beschwerdeführerin wendet insbesondere ein, dass die ABI-

Gutachter verschiedene Aspekte bei ihrer Beurteilung nicht berücksichtigt 

hätten. Der Grund für die Neubeurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit ab dem 1. 

Dezember 2009 sei insbesondere ihre Kiefergelenkarthrose und 

Polyarthritis sowie ihre psychische Verfassung gewesen. Sodann sei der 

Einfluss der Polyarthritis sowie der Kiefergelenkarthrose bei der 

Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit nahezu unberücksichtigt geblieben 

und bei der psychischen Erkrankung sei die Anamnese aus einer über 

einjährigen Behandlung - von September 2010 bis Dezember 2011 - nicht 

berücksichtigt worden.

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b) Aus den ins Rechts gelegten Akten geht hervor, dass zwischen der 

rheumatologischen Beurteilung des ABI und dem Bericht von Dr. med. 

D._____ keine Divergenzen bestehen. Dr. med. D._____ hält in seinem 

Bericht vom 30. April 2012 (IV-act. 113) fest, dass sich der 

rheumatologische Teilgutachter (Dr. med. G._____) seiner (Dr. med. 

D._____) im Rahmen eines Arbeitsassessments vom 30. September 

2011 vorgenommenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit angeschlossen habe. Zudem bewege sich die 

Beurteilung des ABI-Gutachters bezogen auf die aktuelle Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin als Anwaltssekretärin ebenfalls im Bereich seiner im 

Arbeitsassessmentbericht formulierten Leistungseinschränkung. 

Diesbezüglich deckten sich das ABI-Gutachten und seine Beurteilung aus 

rheumatologischer Sicht. In seinem Bericht zum Arbeitsassessement vom 

30. September 2011 (vgl. Bf-act. 25, S. 4) hält Dr. med. D._____ fest, 

dass die Beschwerdeführerin bei ihrem aktuellen Pensum von 50 % in 

ihrer angestammten Tätigkeit als Anwaltssekretärin ohne Probleme 

arbeitsfähig sei, wenn der Büroplatz nach ergonomischen Kriterien 

eingerichtet und eingestellt sei und die Beschwerdeführerin sich 

angewöhne, die Unterarme auf der Arbeitsfläche und den Rücken an der 

Lehne abzustützen sowie eine dynamsiche Sitzposition einzunehmen. 

Zudem sei ihr bei einem 100%igen Pensum eine volle Arbeitstätigkeit in 

ihrer angestammten Tätigkeit zumutbar, wobei über den Tag gesehen 

zwei Stunden zusätzliche Pausen eingelegt werden müssten. Daraus 

resultiere eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 75 % aufgrund ihrer 

Testresultate aus dem Arbeitsassessement vom 30. September 2011. Um 

diese Arbeitsfähigkeit zu erreichen müssten jedoch (wohl) noch 

medizinisch-rehabilitative Massnahmen vorgenommen werden. Für eine 

andere adaptierte Tätigkeit attestierte Dr. med. D._____ der 

Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, wobei ihr aufgrund 

der sich im Tagesablauf kumulierenden Beschwerden eine 

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Leistungsreduzierung von etwa 20 % zu gewähren sei, womit die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit somit bei 80 % liege. Das 

ABI-Gutachten vom 6. März 2012 (IV-act. 108, S. 15 ff.) hält aus 

rheumatologischer Sicht fest, dass für eine ergonomisch optimal 

angepasste Tätigkeit mit körperlich nur leichter Belastung und mit der 

Möglichkeit zum regelmässigem Wechsel der Körperposition die 

Arbeitsfähigkeit lediglich im Sinne einer Leistungsverminderung von 20 % 

eingeschränkt sei, woraus sich aus dieser Beurteilung ebenfalls eine 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80 % ergebe. Bezüglich 

der Arbeitsfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit als Anwaltssekretärin 

hält das ABI-Gutachten weiter fest, dass aufgrund der monotonen 

Körperhaltung, welche sich ungünstig auf die Problematik im Nacken-

Schultergürtelbereich auswirke, sich eine Einschränkung von 30 % 

ergebe. Eine objektivierbare Verschlechterung des klinischen Bildes in 

den letzten zweieinhalb Jahren könne aufgrund der Aktenlage und der 

aktuellen klinischen Befunde nicht bestätigt werden (IV-act. 108, S. 21). 

Insgesamt lässt sich folglich kein Widerspruch zwischen den 

Beurteilungen des ABI-Gutachtens vom 6. März 2012 und dem 

Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 30. April 2012 bezüglich der 

rheumatologisch bedingten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

ausmachen. Inwiefern die ABI-Gutachter die Polyarthritis und die 

Kiefergelenkarthrose und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

berücksichtig haben sollen, ist vor diesem Hintergrund nicht 

nachvollziehbar. Die ABI-Gutachter haben sich im rheumatologischen 

Teilgutachten sehr wohl mit diesen Aspekten und den Vorakten 

auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 108, S. 16 ff.). Insgesamt ist somit die 

ABI-Beurteilung bezüglich der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer 

Sicht und der rheumatologischen Beurteilung der geklagten Leiden der 

Beschwerdeführerin schlüssig und nachvollziehbar und nicht zu 

- 15 -

beanstanden. Es ist folglich auch nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle 

diesbezüglich keine weiteren Abklärungen angeordnet hat. 

c) Nicht zu beanstanden ist ebenfalls die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im psychiatrischen ABI-Teilgutachten vom 6. März 

2012 (IV-act. 108, S. 14 f.) und der ergänzenden psychiatrischen 

Beurteilung vom 14. August 2012 (IV-act. 121), welche das ABI als 

Stellungnahme zum Bericht der Psychotherapeutin F._____ vom 11. Juni 

2012 ausfertigte. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht kann auf die nachfolgenden Erwägungen 7, 8 und 9 

verwiesen werden, in welchen auf diese Problematik näher eingegangen 

wird. Bezüglich der Äusserungen von Dr. med. D._____ zur 

psychiatrischen Beurteilung des ABI-Gutachtens sei lediglich angemerkt, 

dass Dr. med. D._____ als Rheumatologe nicht über die erforderlichen 

Fachkenntnisse verfügt, um die psychiatrischen Aspekte zu beurteilen, 

weshalb seinen diesbezüglichen Bemerkungen keine massgebende 

Relevanz beizumessen ist. 

6. a) Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, das ABI-Gutachten sei 

nicht widerspruchsfrei, weil der psychiatrische Teilgutachter von einem 

falschen Sachverhalt ausgegangen sei. Auf Seite 11 des Gutachtens vom 

6. März 2012 halte der Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin von 

ca. 1989 bis 2004 Drogenprobleme gehabt habe und 2006 noch im 

Methadonprogramm gewesen sei. Diesbezüglich führt die 

Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde aus, dass sie seit Mitte der 90-er 

Jahre „clean“ sei und seither keine harten Drogen mehr konsumiere. Sie 

rauche Zigaretten und konsumiere erst seit 2006 gelegentlich Canabis. 

Hierzu gilt es Folgendes anzumerken: Die von der Beschwerdeführerin 

gerügten Ausführungen des psychiatrischen Gutachters, Dr. med. 

H._____, beziehen sich auf die Angaben, welche die Beschwerdeführerin 

- 16 -

unter dem Titel „subjektiven Angaben“ zu ihren aktuellen Beschwerden 

selbst gemacht hat. Die Angaben basieren demnach auf den Aussagen 

der Beschwerdeführerin gegenüber dem Gutachter (IV-act. 108, S. 11). In 

der psychiatrischen Beurteilung nimmt der Gutachter Bezug auf die Akten 

und hält fest, dass bei der Beschwerdeführerin bis ins Jahr 1996 

intravenöser Drogenkonsum in Form von Heroin und Kokain dokumentiert 

sei (IV-act. 108, S. 13), was sich somit als zutreffend erweist. Die 

Behauptung der Beschwerdeführerin, der Gutachter gehe diesbezüglich 

von einem falschen Sachverhalt aus, zielt somit ins Leere und ist 

unbegründet und führt nicht dazu, dass nicht mehr auf das psychiatrische 

ABI-Teilgutachten von Dr. med. H._____ abgestellt werden könnte.

b) Des Weiteren wendet die Beschwerdeführerin ein, der psychiatrische 

Gutachter habe den Cannabiskonsum beziehungsweise die THC-

Einnahme einzig als negative Auswirkung auf die depressive 

Symptomatik erachtet und den positiven Einfluss des Cannabiskonsums 

bei Patienten, welche über ausgeprägte Verspannungen und Spasmen 

klagen würden, völlig ausser Acht gelassen. Auch dieser Einwand ist 

unbegründet, hält der psychiatrische Gutachter diesbezüglich lediglich 

fest, dass bei der Beschwerdeführerin ein anhaltender Cannabiskonsum 

bestehe, der sich „theoretisch verschlechternd auf die depressive 

Symptomatik auswirken könne“ (IV-act. 108, S. 13). Hinweise, dass die 

Beschwerdeführerin, wie sie geltend macht, von den ABI-Gutachtern 

faktisch als Simulantin, drogenabhängige und therapieresistent Person 

hingestellt worden sei, lassen sich aus dem ABI-Gutachten vom 6. März 

2012 nicht entnehmen.

7. a) Dem ABI-Gutachten vom 6. März 2012 (IV-act. 108, S. 13) lässt sich als 

psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine leichte 

- 17 -

depressive Episode (ICD-10 F32.0) und ein Status nach intravenösem 

Drogenkonsum, inklusive Morphin und Methadonprogramm, weiterhin 

regelmässiger Cannabiskonsum und Nikotinabsus (ICD-10 F19.1) 

entnehmen. Psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden im Gutachten keine gestellt. Die 

Psychotherapeutin F._____ diagnostizierte ihrerseits im Bericht vom 11. 

Juni 2012 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine somatoforme 

Schmerzstörung bei rheumatologischer Erkrankung in den 

Kiefergelenken, bestehend mindestens seit 2007.

b) Bezüglich der somatoformen Schmerzstörung und deren 

Voraussetzungen für die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - 

Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines 

Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess hielt das Bundesgericht im 

Leitentscheid BGE 130 V 352 in der Erwägung 2.2.2 (mit weiteren 

Hinweisen) fest, dass unter gewissen Umständen auch somatoforme 

Schmerzstörungen eine Arbeitsunfähigkeit verursachen könnten. Sie 

fielen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die grundsätzlich 

ein psychiatrisches Gutachten erforderlich sei, wenn es darum gehe, über 

das Ausmass der durch sie bewirkten Arbeitsunfähigkeit zu befinden. In 

Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden 

Beweisschwierigkeiten genügten mithin die subjektiven Schmerzangaben 

der versicherten Person für die Begründung einer (teilweisen) Invalidität 

allein nicht; vielmehr müsse im Rahmen der 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass 

die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig 

feststellbare Befunde hinreichend erklärbar seien, andernfalls sich eine 

rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten 

liesse. 

- 18 -

aa) Weiter ist dem genannten Leitentscheid in Erwägung 2.2.3 zu entnehmen, 

dass das Vorliegen eines fachärztlich ausgewiesenen psychischen 

Leidens mit Krankheitswert - worunter anhaltende somatoforme 

Schmerzstörungen grundsätzlich fallen - aus rechtlicher Sicht wohl 

Voraussetzung sei, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer 

invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Namentlich 

vermöge nach der Rechtsprechung eine diagnostizierte anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel keine lang 

dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem 

Grundsatz falle nur in jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte 

somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes eine 

derartige Schwere aufweise, dass der versicherten Person die 

Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei 

objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der 

Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen 

seien - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft 

gar untragbar sei (vgl. BGE 130 V 353 f. E. 2.2.3, mit Hinweisen; BGE 

131 V 50 E. 1.2). Die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - 

Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines 

Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setze das Vorliegen einer 

mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher 

Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das 

Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und 

Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprächen unter Umständen (1) 

chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger 

Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik 

ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener sozialer Rückzug in 

allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr 

angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 

- 19 -

aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn 

["Flucht in die Krankheit"]) oder schliesslich (4) unbefriedigende 

Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter 

und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit 

unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte 

Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahmsweise 

Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung (vgl. BGE 130 V 

354 f. E. 2.2.3, mit Hinweisen; BGE 136 V 281 f. E. 3.2.1). 

bb) Das Bundesgericht hielt im genannten Leitentscheid weiter fest, dass 

sofern die psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für 

eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genüge, 

obliege der begutachtenden Fachperson der Psychiatrie im Rahmen der - 

naturgemäss mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen Stellungnahme 

zur Arbeits(un)fähigkeit und der Darlegungen zu den einer versicherten 

Person aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit die 

Aufgabe, durch die zur Verfügung stehenden diagnostischen 

Möglichkeiten fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall 

dem Gericht) aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person über 

psychische Ressourcen verfüge, die es ihr erlaubten, mit ihren 

Schmerzen umzugehen. Entscheidend sei, ob die betroffene Person, von 

ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die 

Möglichkeit habe, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit 

nachzugehen (vgl. BGE 130 V 355 E. 2.2.4, mit Hinweisen). 

c) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht nach dem Gesagten 

eine Vermutung, dass eine somatoforme Schmerzstörung oder ihre 

Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. 

Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und 

- 20 -

konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 

aber unzumutbar machen, weil die versicherte Person dann nicht über die 

für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. 

Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall 

anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung 

einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 

und Dauer. Massgebend kann aber auch das Vorhandensein anderer 

qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien sein 

(vgl. BGE 137 V 67 f. E. 4.1, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

8C_103/2011 vom 1. Juni 2011 E. 2). Vorliegend gilt es somit zu prüfen, 

ob bei der Beschwerdeführerin eine psychische Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer oder andere qualifizierte, 

mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Kriterien vorliegen. 

d) Primär stellt sich die Frage, ob nach Lage der Akten mit der zusätzlich zur 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung - welche vorliegend 

unbestritten ist - diagnostizierten (leichten) depressiven Störung eine 

psychische Komorbidität nach Massgabe der 

Rechtsprechungsgrundsätze vorliegt (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 

8C_958/2010 vom 25. Februar 2011, 8C_1039/2010 vom 25. Februar 

2011 E. 6.2.2.2, 8C_369/2011 vom 9. August 2011 E. 4.3.1). Eine solche 

Komorbidität führt indessen nur dann zur ausnahmsweisen 

Unzumutbarkeit, eine somatoforme Schmerzstörung und deren Folgen 

überwinden zu können, wenn sie erheblich (in Bezug auf Schwere, 

Ausprägung und Dauer) ist. Mithin erforderlich ist eine von depressiven 

Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 

Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens, welcher 

unabhängig von der somatoformen Schmerzstörung als erhebliche 

psychische Komorbidität ausnahmsweise auf die Unzumutbarkeit einer 

willentlichen Schmerzüberwindung schliessen lässt (vgl. BGE 127 V 294 

- 21 -

sowie die Urteile des Bundesgerichts 8C_857/2009 vom 23. März 2010 E. 

4.2, 8C_930/2008 vom 28. April 2009 E. 3.2.2). Es darf sich mit anderen 

Worten bei den depressiven Stimmungslagen nicht um (reaktive) 

Begleiterscheinungen der somatoformen Schmerzstörung, sondern es 

muss sich um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom 

losgelöstes depressives Leiden im Sinne einer psychischen Komorbidität 

handeln, damit ausnahmsweise auf die Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung geschlossen werden kann (vgl. BGE 130 V 352 E. 

3.3.1).

8. a) Dr. med. H._____ bezeichnet in seinem psychiatrischen ABI-

Teilgutachten vom 6. März 2012 die leichte depressive Episode der 

Beschwerdeführerin als eigenständige Störung ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 108 S. 14). Dies deutet im Zusammenhang mit 

der ebenfalls separat aufgeführten anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung grundsätzlich auf eine mitwirkende psychische 

ausgewiesene Komorbidität gemäss BGE 130 V 352 E. 2.2.3 hin. 

Hingegen fehlt es hierfür im vorliegenden Fall an der vom Bundesgericht 

geforderten erheblichen Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. In 

der Regel haben leichte depressive Episoden keine Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. Im vorliegenden Fall wurde zudem die leichte depressive 

Episode erstmals im ABI-Gutachten vom 6. März 2012 diagnostiziert. In 

früheren (Arzt-)Berichten und aus den Akten lassen sich keine Hinweise 

auf depressive Episoden entnehmen. Im Bericht der Psychotherapeutin 

F._____ vom 11. Juni 2012 - also nur gerade drei Monate später - wird 

die leichte depressive Episode sodann bereits nicht mehr erwähnt. Somit 

fehlt es bereits am Kriterium der erforderlichen Dauer für die Begründung 

einer ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung im 

Sinne obiger Erwägung 7d, weshalb die Voraussetzungen hierfür schon 

aus diesem Grund nicht gegeben sind. Es ist somit nicht zu beanstanden, 

- 22 -

dass Dr. med. H._____ eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

verneint hat.

b) Psychotherapeutin F._____ diagnostiziert in ihrem Bericht vom 11. Juni 

2012 (IV-act. 118) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ohne 

eine zusätzliche psychiatrische Diagnose mit deutlichem Schweregrad 

und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Gemäss ihrem Bericht 

bestehe bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, 

welche ab Oktober 2012 auf 60 % erhöht und anschliessend noch 

stufenweise weiter erhöht werden könne. Diese von der 

Psychotherapeutin gestellte Diagnose vermag die vom Bundesgericht 

erstellten Kriterien für eine ausnahmsweise Unzumutbarkeit der 

Schmerzüberwindung nicht zu begründen. Daran vermag auch der 

Einwand der Beschwerdeführerin, die von Dr. med. H._____ in der ABI-

Stellungnahme vom 14. August 2012 wiedergegebene 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Psychotherapeutin F._____ sei falsch, 

nichts zu ändern. Dr. med. H._____ hat in der ABI-Stellungnahme effektiv 

angegeben, dass die Psychotherapeutin eine Arbeitsfähigkeit von 60 % - 

anstelle von richtigerweise 50 % - in der angestammten Arbeitstätigkeit 

attestierte habe. Hingegen hat Dr. med. H._____ in seiner Stellungnahme 

vom 14. August 2012 richtig wiedergegeben, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 60 % ab Oktober 2012 

möglich sei und diese dann weiter gesteigert werden könne. Insgesamt 

ändert auch der Umstand, dass der Psychotherapeutin F._____ die Frage 

zu den Kriterien der Zumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung (Förster-Kriterien) nicht gestellt wurde, nichts 

daran, dass ihr Bericht die ABI-Gutachten nicht zu erschüttern vermag. 

Die Prüfung der vom Bundesgericht aufgestellten Kriterien ist eine 

Rechtsfrage, welche vom Rechtsanwender beurteilt werden muss (vgl. 

dazu BGE 130 V 352 E. 2.2.5 mit weiteren Hinweisen).

- 23 -

c) Vorliegend kann somit weder aus dem Bericht von Dr. med. D._____ 

noch aus dem Bericht der Psychotherapeutin F._____ auf die 

Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung aufgrund einer 

psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer geschlossen werden. Es bleibt somit 

praxisgemäss das Vorhandensein der vom Bundesgericht entwickelten, 

anderen qualifizierten, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllten 

Kriterien zu prüfen (vgl. vorne Erwägung 7b/aa).

9. a) Bezüglich der anderen in Erwägung 7b/aa aufgeführten Kriterien gilt es 

mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass bei der 

Beschwerdeführerin lediglich dasjenige einer (1) chronischen körperlichen 

Begleiterkrankung ausgewiesen ist, welches zu einer Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 20 % bei einer leichten adaptierten Tätigkeit führt. 

Namentlich wird im rheumatologischen Teilgutachten des ABI Basel vom 

6. März 2012 von Dr. med. G._____ festgehalten, dass als Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes mulilokuläres 

Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9) in Form eines zervikospondylogenen 

und zervikozephalen Syndroms mit vorwiegend myofaszialer 

Schmerzausdehnung in den Schädel sowie den kranialen Oberkörper, 

einer Polygarthralgien bei geringer Tendenz zu Hyperlaxität  und eines 

myoarthropathisches Schmerzsyndroms bei fortgeschrittener Arthrose 

beider Kiefergelenke (MRI 01/2011) und mit myofaszialer 

Schmerzausdehnung in den Gesichts- und Halsbereich vorliege. 

Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische Systemaffektion lägen 

hingegen nicht vor (IV-act. 108, S. 15 ff.). Aus den ins Recht gelegten 

Akten geht indessen nicht hervor, dass bei der Beschwerdeführerin ein 

(2) ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens 

vorliegt. Es lässt sich zwar ein gewisser sozialer Rückzug feststellen, die 

- 24 -

Beschwerdeführerin geht aber nach wie vor zu 50 % ihrer Arbeitstätigkeit 

als Anwaltssekretärin nach und hat auch Kontakt zu ihren Eltern (IV-act. 

108, S. 14). Dass bei der Beschwerdeführerin ein (3) verfestigter, 

therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich 

missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) ausgewiesen wäre, lässt 

sich aus den Akten ebenso wenig entnehmen wie auch das Vorliegen 

eines (4) unbefriedigenden Behandlungsergebnisses trotz konsequent 

durchgeführter ambulanter und/oder stationärer 

Behandlungsbemühungen. Bezüglich letzterem Punkt gilt es noch 

anzumerken, dass sowohl die ABI-Gutachter als auch die 

Psychotherapeutin die Fortführung der psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung empfehlen und damit nicht von 

unbefriedigenden Behandlungsbemühungen gesprochen werden kann. 

Solche ergeben sich aus den Akten nicht. Das Vorliegen nur eines 

Kriteriums - vorliegend dasjenige der chronischen körperlichen 

Begleiterkrankung - genügt nicht, um die von der Rechtsprechung 

geforderte, nur in Ausnahmefällen anzunehmende Unzumutbarkeit der 

Schmerzüberwindung zu bejahen. Das Bundesgericht verlangt 

ausdrücklich die ausgeprägte Erfüllung mehrerer der genannten Kriterien 

damit - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen sind (BGE 137 V 64 f. E. 4.1, mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_103/2011 vom 1. Juni 2011 E. 

2).

b) Demzufolge steht aus rechtlicher Sicht im Ergebnis fest, dass keine 

hinreichenden Gründe vorliegen, dass die psychischen Ressourcen es 

der Beschwerdeführerin nicht erlauben, trotz ihrer Schmerzen in einer 

adaptierten Tätigkeit gemäss der Begutachtung des ABI Basel vom 6. 

März 2012 ganztägig mit einer Einschränkung von 20 % tätig zu sein.

- 25 -

c) Insgesamt vermögen somit weder der Bericht von Dr. med. D._____ vom 

30. April 2012 noch der Bericht der Psychotherapeutin F._____ vom 11. 

Juni 2012 das ABI-Gutachten vom 6. März 2012 und dessen ergänzende 

Stellungnahme vom 14. August 2012 zu erschüttern. Das ABI-Gutachten 

ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die 

geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden, leuchtet in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein und die 

Schlussfolgerungen der Experten sind begründet, nachvollziehbar und in 

sich schlüssig. Darauf ist abzustellen. Auf weitere medizinische 

Abklärungen, insbesondere auf die Einholung des in der Beschwerde 

eventualiter beantragten Gutachtens ist zu verzichten, da hiervon keine 

entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte 

Beweiswürdigung; BGE 127 V 491 E. 1b; BGE 124 V 90 E. 4b).

10. Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, es sei merkwürdig, dass das 

ABI beziehungsweise die IV-Stelle im März 2012 beziehungsweise im 

Oktober 2012 - also nach über zwei Jahren - zum Schluss gelange, dass 

was anlässlich der ABI-Untersuchung im Dezember 2011 festgestellt 

worden sei auch für die zweieinhalb Jahre zuvor, also ab Juni 2009 

beziehungsweise September 2009, Geltung habe. Dieser Einwand ist 

unbegründet. Aus den Akten lassen sich keine Hinweise auf einen 

schwankenden Gesundheitszustand ab Dezember 2009 bis zur 

Untersuchung im ABI Basel im Dezember 2011 entnehmen. Die IV-Stelle 

hält in ihrer angefochtenen Verfügung vom 24. Oktober 2012 zu Recht 

fest, dass aufgrund der medizinischen Aktenlage davon auszugehen ist, 

dass seit der Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin im Dezember 2009 (vgl. dazu den Arztbericht von Dr. 

med. C._____ vom 22. November 2010, IV-act. 88) der 

- 26 -

Gesundheitszustand konstant geblieben ist. Dies geht auch aus den 

verschiedenen Berichten der Rheumaklinik K._____ vom (vgl. Bf-Akten, 

act. 25) hervor. Anderslautende Hinweise ergeben sich aus den Akten 

nicht. 

11. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Verfügung der IV-

Stelle vom 24. Oktober 2012 rechtmässig ist und die Beschwerde 

vollumfänglich abzuweisen ist. 

12. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des Ausgangs dieses 

Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von Fr. 700.-- der 

Beschwerdeführerin zu überbinden. Die obsiegende Beschwerdegegnerin 

hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]