# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8cf8b21-9212-5643-91bb-08dbf0a37c79
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-30
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 30.07.2018 S2 17 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S2-17-106_2018-07-30.pdf

## Full Text

S2 17 106 

 

 

URTEIL VOM 30. JULI 2018 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Eve-Marie Dayer-Schmid und Thomas 

Brunner, Kantonsrichter/in; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Y _________ AG, Beschwerdegegnerin  

 

(KV/Nichteintreten) 

Beschwerde gegen den Entscheid vom 26. Juli 2017 

  

- 2 - 

Sachverhalt 

 

A.  Der xxx geborene und in A _________ wohnhafte X _________ ist seit dem 1. Ja-

nuar 2015 bei der Y _________ AG obligatorisch krankenversichert. Die KVG-Prämien 

für das Quartal 10-2016/12-2016 im Betrag von CHF 771.90 wurden per 1. November 

2016 fällig. Infolge der nichtfristgemässen Bezahlung dieser Prämien leitete die 

Y _________ im April 2017 die Betreibung ein. Gegen den Zahlungsbefehl vom 4. April 

2017 (act. 1 der Beschwerde) betreffend die Betreibung Nr. xxx im Gesamtbetrag von 

CHF 771.90 zuzüglich CHF 70 (für administrative Spesen) und CHF 53.30 (Zahlungs-

befehl) und Zins von 5% ab dem 1. November 2016 erhob X _________ am 26. April 

2017 Rechtsvorschlag (act. 3 der Beschwerde).  

B.  Mit Verfügung vom 19. Mai 2017 (act. 4 und 5 der Beschwerde), adressiert an 

„X _________, E _________, F _________, in A _________“, hob die Y _________ in 

Anwendung von Art. 79 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs vom 

11. April 1889 (SchKG) den Rechtsvorschlag auf und forderte mit beiliegendem Ein-

zahlungsschein lautend auf „X _________, E _________, F _________, in 

A _________“ die Bezahlung des Betrages von CHF 895.20 zuzüglich 5% Verzugs-

zins. Die Verfügung wurde mit A-Post Plus / 1796‘376 (Sendungsnummer xxx) ver-

sandt (act. 5 + 46 der Beschwerde). Gemäss Track & Trace (act. 45 der Beschwerde) 

erfolgte die Zustellung per 20. Mai 2017. 

C.  Gegen diese Verfügung erhob X _________, datiert vom 19. Juni 2017, Einsprache 

(act. 8 der Beschwerde), wobei er auf Seite 9 der Einsprache den Zeugen 

B _________ für den Briefeinwurf vor Mitternacht anrief (act. 14 der Beschwerde). Zu-

sätzlich übermittelte der Einsprecher am 19. Juni 2017 um 23:21:06 Uhr der 

Y _________ eine elektronisch signierte „Informationskopie“ der Eingabe (act. 24 der 

Beschwerde). Begründend wies der Versicherte darauf hin, die angefochtene Verfü-

gung sei lediglich mittels A-Post Plus mit Sendungsnummer xxx zugestellt worden. 

Gemäss Sendungsverfolgung habe die Post die Verfügung am 20. Mai 2017 „irgendwo 

und irgendwem“ in A _________ in einen Briefkasten gelegt. In welchen Briefkasten 

bzw. an welche Adresse in A _________ diese Einlage jedoch tatsächlich erfolgt sei, 

gehe aus „Track & Trace“ nicht hervor. Somit sei aufgrund der Sendungsverfolgung 

nicht erwiesen, dass die Verfügung ihm je ordnungsgemäss zugestellt worden sei oder 

zu welchem Zeitpunkt er davon habe überhaupt Kenntnis nehmen können. Die 

Y _________ habe daher das Datum der Kenntnisnahme der strittigen Verfügung zu 

beweisen. Gemäss Track & Trace sei die Kenntnisnahme frühestens am 20. Mai 2017 

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möglich gewesen, womit die Frist zur Einspracheerhebung am Samstag 17. Juni 2017 

bzw. Montag 19. Juni 2017 mittels Briefeinwurf und Zeugenbestätigung - ungeachtet 

der A-Post Plus-Problematik - gewahrt worden sei. Auf die Einsprache sei deshalb ein-

zutreten. Weiter beanstandete der Versicherte in formeller Hinsicht eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs wegen mangelnder Begründung der Verfügung. Namentlich enthal-

te das Dispositiv der Verfügung keine Angaben darüber, in welchem Umfang der 

Rechtsvorschlag des Versicherten überhaupt aufgehoben worden sei und ob es sich 

um eine provisorische oder definitive Rechtsöffnung handle. Ebenso wenig enthalte die 

Begründung in tatsächlicher Hinsicht irgendwelche Angaben darüber, wie sich die bei-

den Beträge CHF 841.90 und CHF 895.20 überhaupt zusammensetzen würden. Die 

Verfügung sei daher auch aus diesem Grund aufzuheben, evtl. zu erläutern. Bestritten 

wurden weiter die Rechtsöffnung bezüglich der Betreibungskosten und die Zustellung 

des Zahlungsbefehls am 26. April 2017. Er beantragte eine neue Frist bzw. die Wie-

derherstellung der Frist betreffend die Einsprache. Alles unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge im Betrag von CHF 250. 

D.  Am 26. Juli 2017 trat die Y _________  auf die Einsprache vom 19. Juni 2017 nicht 

ein. In ihrer Begründung legte sie dar, die angefochtene Verfügung sei dem Versicher-

ten am 20. Mai 2017 gemäss Track & Trace korrekt zugestellt worden, weshalb die 

Einsprachefrist am 19. Juni 2017 geendet habe. Die Einreichung der Einsprache per E-

Mail am 19. Juni 2017 mit digitaler Unterschrift vom 19. Juni 2017 um 23:21:06 Uhr 

erfülle nicht die erforderliche Schriftform, weshalb sie gemäss konstanter Rechtspre-

chung nicht fristwahrend sei. Eine Nachfristansetzung zur Verbesserung habe sich 

einerseits aufgrund der Angaben, dass die Originaleinsprache gleichentags der Post 

übergeben worden sei, und andererseits mangels Fristablaufs erübrigt. Hinsichtlich der 

schriftlichen Einsprache per Post gelte der Grundsatz, dass das Datum des Poststem-

pels mit demjenigen der Übergabe an die Post übereinstimme. Die Einsprache sei am 

21. Juni 2017 bei der Y _________ eingegangen. Es sei daher zu vermuten, dass die 

Einsprache erst am 20. Juni 2017 der Post übergeben worden sei. In der Einsprache 

werde angegeben, dass die Übergabe an die Post mittels Briefeinwurf vor Mitternacht 

durch den Zeugen B _________ bestätigt werden könne. Der Zeugenbeweis werde 

lediglich angeboten. Eine Zeugenbestätigung liege aber nicht vor. Es würden auch 

keine Angaben in Bezug auf das Verhältnis zum Zeugen sowie zu den Umständen, wie 

dieser frühestens um 23:21:06 (Zeitangabe der digitalen Unterschrift) habe bei der 

Poststelle sein können, gemacht. Da keine Zeugenbestätigung vorliege, müsse der 

Nachweis der rechtzeitigen Aufgabe der Einsprache a fortiori als nicht erbracht be-

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trachtet werden. Somit sei auch mit der schriftlichen Eingabe die Einsprachefrist nicht 

gewahrt worden.  

Mit Schreiben vom 27. Juli 2017 (act. 33 der Beschwerde) ersuchte der Versicherte um 

Zustellung der Kopie der Vorder- und Rückseite des Briefumschlages, mit welchem die 

am 19. Juni 2017 eingereichte Einsprache erfolgt sei. Am 15. August 2017 (act. 34 der 

Beschwerde) liess die Y _________ mitteilen, die Umschläge von uneingeschriebenen 

Postsendungen würden innert kurzer Zeit vernichtet. Es sei daher nicht mehr möglich, 

eine Fotokopie des Briefumschlages zuzustellen, mit welcher Einsprache erhoben 

worden sei. Am 16. August 2017 (act. 35 der Beschwerde) konnte der Versicherte nicht 

nachvollziehen, dass Briefumschläge mit handschriftlichen Zeugenbestätigungen ver-

nichtet würden. Am 23. August 2017 (act. 45 der Beschwerde) sandte die 

Y _________ dem Versicherten das Reglement der Y _________ über die Bearbeitung 

von Daten zu (act. 50 der Beschwerde). 

D.  Gegen den Nichteintretensentscheid der Y _________ vom 26. Juli 2017 reichte 

X _________ Beschwerde bei der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kan-

tonsgerichts Wallis ein. Auf dem entsprechendem Briefumschlag bestätigte 

B _________, dass die Beschwerde am 14. September 2017 durch Briefeinwurf in den 

Postkasten vor 24 Uhr in A _________ aufgegeben worden sei. X _________ bean-

tragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheides und die Rückweisung der Angelegenheit zur materiellen Beurteilung. Begrün-

dend legte er dar, der Grossbriefumschlag für die Einsprache vom 19. Juni 2017 sei 

mit einer WebStamp A-Post zum Preis von CHF 2 frankiert worden. Er hinterlegte eine 

mit seinem Absender versehene Kopie derselben (act. 25 der Beschwerde). Den Akten 

lag sodann die Quittung der WebStamp mit der Auftragsnummer xxx samt Erstellungs-

datum vom 19. Juni 2017 und Zeitangabe von „23:23:33“ Uhr bei (act. 27 und 28 der 

Beschwerde). Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, die Einsprache am 19. 

Juni 2017 vor 24 Uhr in den Postkasten der Post A _________ eingeworfen zu haben, 

was der Zeuge B _________ direkt auf der Rückseite des Umschlages handschriftlich 

bestätigt habe. Er hinterlegte die Kopie des Briefumschlages mit folgendem Wortlaut: 

„Als Zeuge, dass diese Sendung am 19. Juni 2017 vor 24:00 Uhr bei der Poststelle xxx 

A _________ in den dortigen Postkasten eingeworfen wurde (Unterschrift) 

B _________. CH-Pass-Nummer xxx vom 23. Juli 2007 ; Tel xxx“ (act. 26 der Be-

schwerde). Der Postkasten befinde sich gemäss GoogleMaps ca. 240m von seiner 

Wohnung an der E _________ entfernt. Hinsichtlich der elektronischen Übermittlung 

von Rechtsschriften und deren Unzulässigkeit liege eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1, 8 

- 5 - 

und 13 der EMRK vor. Zudem habe er sich nach Treu und Glauben darauf verlassen 

dürfen, dass er die Einsprache auch qualifiziert elektronisch signiert fristwahrend 

übermitteln durfte, zumal das Kundenportal der Y _________  ausdrücklich die Sen-

dung von Eingaben zulasse. Abgesehen davon sei der Nachweis der rechtzeitigen 

Postaufgabe auch mittels Zeugenbestätigung erbracht. Aus der eingereichten Kopie 

des Briefumschlages gehe klar hervor, dass sich eine hinreichende Zeugenbestätigung 

des rechtzeitigen Einwurfs auf dem Umschlag befunden habe. Da die Beschwerde-

gegnerin den Briefumschlag vernichtet habe, habe sie auch die Folgen einer allfälligen 

Beweislosigkeit zu tragen. Schliesslich bestritt der Beschwerdeführer den Fristenlauf 

per 20. Mai 2017. Der Beschwerdegegnerin sei der Nachweis einer entsprechenden 

Zustellung nicht gelungen, da die angefochtene Verfügung lediglich mit A-Post Plus 

versandt worden sei. Gemäss der Sendungsverfolgung der Post sei die Zustellung am 

Samstag, 20. Mai 2017, um 07:57, irgendwo in A _________ erfolgt. Wo dort jedoch 

genau bzw. an welcher Adresse gehe aus der Sendungsverfolgung nicht hervor. Er 

habe jedenfalls am Samstag den 20. Mai 2017 keine Sendung in seinem Briefkasten 

gefunden, weshalb er an diesem Datum auch keine Kenntnis von der Verfügung habe 

nehmen können. Er habe die Sendung erst in der darauffolgenden Woche in seinem 

Briefkasten vorgefunden, was leicht zu erklären sei. In A _________ befänden sich drei 

Adressen mit der identischen Bezeichnung „F _________“, davon sogar zwei an der 

„E _________“. Die Möglichkeit einer Falschzustellung sei deshalb wahrscheinlich. Nur 

schon aus diesem Grund sei der Nichteintretensentscheid aufzuheben.  

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin, auf 

die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei diese vollumfänglich abzuwei-

sen. Den angefochtenen Nichteintretensentscheid habe der Beschwerdeführer am 

27. Juli 2017 erhalten, weshalb die Beschwerde spätestens am 14. September 2017 zu 

erfolgen hatte. Aus den Akten liessen sich keine Rückschlüsse ziehen, ob diese Frist 

gewahrt worden sei. Im Falle des Eintretens werde an den Erwägungen des Nichtein-

tretensentscheides vom 26. Juli 2017 festgehalten. Strittig sei einerseits, wann die 

fristauslösende Zustellung erfolgt sei. Gemäss Track & Trace sei die Zustellung am 

20. Mai 2017 um 07:57 erfolgt. Von einer fehlerhaften Zustellung könne nur ausgegan-

gen werden, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheine. Dass es drei Ad-

ressen mit der identischen Bezeichnung F _________ gebe, sei eine unbelegte Be-

hauptung. Ferner sei die Adresse mit der Anschrift E _________ spezifiziert worden 

und seien die Postzustellbeamten über die lokalen Gegebenheiten informiert, weshalb 

diese den Briefkasten mit der Anschrift X _________ haben ausfindig machen können. 

Die Überlegungen, dass die Verfügung an eine Drittperson hätte zugestellt werden 

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können, seien daher rein hypothetisch. Hinsichtlich der elektronischen Übermittlung der 

Einsprache habe keine Vertrauensgrundlage bestanden, weshalb diese unbeachtlich 

bleibe. Was sodann den Zeitpunkt der tatsächlichen Postaufgabe betreffe, treffe es zu, 

dass der fragliche Umschlag von der Beschwerdegegnerin kurz nach Erhalt vernichtet 

worden sei. Aus dieser Vernichtung schliesse sie aber, dass sich gerade keine Bemer-

kung auf dem Umschlag befunden habe. Denn bei der internen Postverarbeitungszent-

rale würden nur Umschläge bei den Akten belassen, welche weitere Informationen 

enthielten. Hätte mithin der Umschlag, mit welchen die Einsprache vom 19. Juni 2017 

versandt worden sei, eine Information enthalten, wäre der Umschlag in keinem Fall 

vernichtet worden. In anderen Verfahren sei daher der Umschlag mit Zeugenbestäti-

gung aufbewahrt worden. Ferner habe der Beschwerdeführer von einer Zeugenbestä-

tigung auf dem Umschlag erst im Rahmen der Beschwerde gesprochen. In der Ein-

sprache habe er lediglich eine Zeugenaussage erwähnt. Die vom Beschwerdeführer 

eingereichte Kopie des Umschlags und die Quittung des WebStamp der Post vom 

19. Juni 2017 würden die Zweifel nicht zu mindern vermögen. Dass es sich bei der 

Kopie tatsächlich um den besagten Umschlag handle, sei nicht erstellt. Es sei auch 

nicht ersichtlich, wann und in welchem Zusammenhang diese Kopie angefertigt worden 

sei. Unmittelbar vor dem Briefeinwurf bei der Poststelle habe zu besagter Uhrzeit kaum 

eine Kopie erstellt werden können. Schliesslich sei kein Abdruck der Zeugenbestäti-

gung auf der ersten Seite der Einsprache zu erkennen, was in einem anderen Verfah-

ren der Fall gewesen sei. Es liege in der Verantwortung des Beschwerdeführers, einen 

entsprechenden Hinweis in der Einsprache anzubringen, damit der Umschlag nicht 

vernichtet werde. Selbst wenn das Gericht überzeugt sei, dass es eine Zeugenbestäti-

gung auf dem Umschlag gegeben habe oder B _________ anderweitig ein Zeugnis 

über die angeblich rechtzeitige Postaufgabe ablegen könne, ändere dies nichts im Er-

gebnis, denn es müsse die Glaubwürdigkeit von solchen Zeugenbestätigungen geprüft 

werden. Diese müsse bereits deshalb in Frage gestellt werden, weil sich die Zeugen-

bestätigung auf einer Kopie des Umschlages in den Händen des Beschwerdeführers 

befinde, obwohl eine Erstellung einer Kopie unmittelbar vor Einwurf in den Briefkasten 

a priori nicht möglich gewesen sei. Hinzu komme, dass die Aufgabe einer weiteren 

Einsprache sowie der Beschwerde zur ungefähr gleichen Uhrzeit und durch dieselbe 

Person bescheinigt werde. Unter solchen Umständen könne weder von einem unab-

hängigen Zeugen gesprochen werden noch davon ausgegangen werden, dass be-

stimmte Umstände den Verzicht auf den normalen Wege der eingeschriebenen Sen-

dung erklären würden. Die einzige Erklärung sei, dass der Beschwerdeführer, aus wel-

chen Gründen auch immer, die Fristenregelung bewusst regelmässig ohne besonderen 

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Anlass bis auf das Äusserste (und darüber hinaus, wie in casu) ausreize, was gegen 

Treu und Glauben verstosse. 

Am 4. Dezember 2017 übermittelte der Beschwerdeführer, nach entsprechender An-

frage, die Zustelladresse des angerufenen Zeugen. Replizierend ergänzte er am 

15. Dezember 2017, in formeller Hinsicht fehle es der Beschwerdeantwort mangels der 

notwendigen zwei Kollektivunterschriften an einer Gültigkeitsvoraussetzung. Ausser-

dem seien nicht sämtliche amtliche Akten und kein chronologisches Verzeichnis einge-

reicht worden. Die Beschwerdeantwort sei daher aus dem Recht zu weisen. Im Übri-

gen sei die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin ohne korrekte Strassen-

nummer versehen gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe weiter ihre Mitteilungen 

wie Rechnungen, Mahnungen und Police stets auf ihrem Kundenportal zugestellt. So-

mit könne sie aus ihrer Behauptung, sie habe nie Postsendungen an den Beschwerde-

führer zurückerhalten, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Hinsichtlich der elektronischen 

Übermittlung von Eingaben, sei die Beschwerdegegnerin kein Gericht. Es stehe ihr als 

Versicherungsträgerin als Teilgehalt ihrer Vertragsfreiheit zu, die elektronische Kom-

munikation als rechtgültig zu erklären. Genau dies habe sie denn auch betreffend ihr 

Kundenportal getan. Die Beschwerdegegnerin anerkenne weiter, dass sie den Brief-

umschlag vernichtet habe. Der Beschwerdeführer habe in weiser Voraussicht eine Ko-

pie des Umschlages mit der Zeugenbestätigung erstellt, welche mit einem Zeitstempel 

des Bundesamtes für Justiz versehen sei: „19. Juni 2017 Uhrzeit 23:36:08“. Dieser 

Zeitstempel belege, dass sich die ins Recht gelegte Zeugenbestätigung von 

B _________ unwiderlegbar bereits am 19. Juni 2017 vor Mitternacht auf dem Um-

schlag befunden und dieser Umschlag mit dieser Bestätigung zu diesem Zeitpunkt 

existiert habe. Dass dieser Briefumschlag im Beisein von B _________ vor Mitternacht 

eingeworfen worden sei, könne der Zeuge bestätigen. Zudem reiche er nicht grundlos 

seine Eingaben kurz vor Mitternacht ein. Er arbeite als xxx im Hotel C _________ in 

D _________, weshalb er A _________ in der Regel morgens mit der Postautoverbin-

dung nach D _________ um 07:38 Uhr verlasse und erst nachts mit der an Wochenta-

gen letzten Verbindung um 23:17 Uhr zurückkehre.  

Im zweiten Schriftenwechsel vom 29. Dezember 2017 hielt die Y _________  an ihren 

Anträgen und Begründungen fest. Der Beschwerdeführer verkenne, dass sich jede 

Partei vertreten lassen könne. Im vorliegenden Verfahren gehe es ausserdem lediglich 

um die Eintretensfrage, weshalb die eingereichten Akten vollständig seien. Ferner ha-

be der Beschwerdeführer kein einziges konkretes Beispiel einer fehlerhaften Postzu-

stellung nennen können. Die „E _________ xxx und xxx“ seien im Übrigen unter dem-

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selben Dach zu finden, mitunter handle es sich um ein Haus. Der Online-Vertrag besa-

ge in Ziffer 9 ausdrücklich, dass im Übrigen die gesetzlichen Bestimmungen gelten 

würden. Dies lasse keinen Raum für die Akzeptierung einer elektronischen Eingabe. 

Selbst wenn sich auf dem strittigen Briefumschlag nun ein Zeitstempel befinde, habe 

der Beschwerdeführer nach wie vor nicht erklären können, wie er sich den Einwurf vor 

Ort von einem Zeugen vor dem Einwurf direkt auf dem Umschlag habe bestätigen las-

sen können. Möglich sei, dass der Einwurf vor Ort auf dem Umschlag bestätigt worden 

sei, was aber die Anfertigung einer Kopie ausschliesse, oder dass die Bestätigung be-

reits zu einem früheren Zeitpunkt angebracht worden ist und eine entsprechende Kopie 

noch zuhause oder sonst irgendwo angefertigt worden sei. Beide Möglichkeiten wür-

den sich gegenseitig ausschliessen. Wie von allen andern Pendlern könne schliesslich 

auch vom Beschwerdeführer erwartet werden, dass er sich entsprechend organisiere, 

damit die notwendigen Besorgungen getätigt werden könnten. Der Beschwerdeführer 

mache somit keine Umstände glaubhaft, die den Verzicht auf den normalen Weg der 

eingeschriebenen Sendung erkläre. 

Am 25. Januar 2018 liess der Beschwerdeführer das Gericht wissen, dass er der Be-

schwerdegegnerin einen unpräjudiziellen Vergleichsvorschlag zur Bereinigung der of-

fenen Gesamtsituation unterbreitet habe. Am 28. Februar 2018 teilte er einen Ver-

gleichsabschluss ohne Anerkennung einer Rechtspflicht zwischen den Parteien mit 

und beantragte eine Sistierung des Verfahrens bis zum 28. Februar 2019, welche mit 

Zwischenentscheid vom 16. März 2018 abgewiesen wurde. 

Mit Schreiben vom 20. März 2018 bestätigte B _________, dass er den Beschwerde-

führer am 19. Juni 2017, am 14. September 2017 und am 15. Dezember 2017 zum 

Briefeinwurfkasten der Poststelle in A _________ persönlich begleitet hatte. Wie be-

reits aus seiner handschriftlichen Zeugenbestätigungen zusammen mit seiner Unter-

schrift auf den Rückseiten dieser Briefumschläge hervorgehe, welche verschlossen 

gewesen seien, sei er bei der Poststelle A _________ ebenfalls anwesend gewesen, 

als der Beschwerdeführer diese Umschläge an diesen Daten jeweils vor Mitternacht 

dort eingeworfen habe. Er bestätigte ferner, dass er im Zeitraum vom 24. März 2014 

bis 14. Februar 2018 mehrere medizinische Untersuchung bzw. Behandlungen in der 

Schweiz gehabt hatte, welche sich aus den hinterlegten Akten korrekt ergeben würden. 

Am 5. April 2018 bzw. 18. Mai 2018 teilte die Y _________  mit, die Forderung aus der 

Betreibung Nr. xxx sei getilgt. 

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Auf weitere Parteivorbringen wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

Erwägungen 

 

1.   

1.1  Das Kantonsgericht prüft die Prozessvoraussetzungen, namentlich die Partei- und 

Prozessfähigkeit, die Zulässigkeit des Rechtswegs, die Zuständigkeit der angerufenen 

Instanz, das Rechtsschutzinteresse sowie die formrichtige und rechtzeitige Rechtsvor-

kehr von Amtes wegen (BGE 131 V 202 E. 1, 130 V 514 E. 1 und 126 V 30). Die versi-

cherte Person hat ihren Wohnsitz im Kanton Wallis. Die sachliche und örtliche Zustän-

digkeit der angerufenen Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts 

ist somit gegeben (Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG], Art. 7 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG], Art. 1 Abs. 2 des Verfahrensreg-

lements vom 2. Oktober 2001 [RVG] und Art. 81bis des Gesetzes über das Verwal-

tungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 [VVRG]).  

1.2  Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 

schützwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Dieses Interesse be-

steht auch nach Bezahlung der Prämienschuld, zumal jene ohne Anerkennung einer 

Rechtspflicht erfolgte. Die im Rahmen von Art. 79 SchKG ergangene Verfügung ist 

nicht nur betreibungsrechtlich bedeutsam, sondern auch ein Sachentscheid, der mit 

Wegfall der Betreibung nicht ohne Weiteres gegenstandslos wird (Urteil des Bundesge-

richts 9C_193/2010 vom 31. März 2010). Insofern hat der Beschwerdeführer weiterhin 

ein schützenswertes Interesse an der Beurteilung des Einspracheentscheides. Er ist 

somit zur Beschwerde legitimiert (Art. 59 ATSG). 

1.3  Der Beschwerdeführer liess dem Kantonsgericht seine Beschwerde durch Einwurf 

in den Briefkasten der Post A _________ zukommen. Der Einwurf erfolgte am letzten 

Tag der Beschwerdefrist bzw. am 14. September 2017 und der Zeuge B _________ 

bestätigte auf dem Briefumschlag den Einwurf vor 24 Uhr. In seiner Beschwerdeschrift 

nimmt der Beschwerdeführer in der Ziffer 1.6.3 der Beschwerde ausdrücklich Bezug 

auf die Zeugenbestätigung auf dem Briefumschlag. B _________ bestätige am 

20. März 2018 erneut den Briefeinwurf in A _________ vor Mitternacht am letzten Tag 

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der laufenden Frist. X _________ erbrachte den Beweis für die Rechtzeitigkeit der Be-

schwerde bzw. den Briefeinwurf mittels Arzttermin, den B _________, der seinen 

Wohnsitz nicht in der Schweiz hat, ca. übereinstimmend mit dem Datum des Briefein-

wurfes in der Schweiz wahrgenommen hatte. Mithin erfolgte die Beschwerde innert 

nützlicher Frist. Ergänzend wird aber X _________ darauf hingewiesen, dass die Arzt-

termine, die nicht in jedem Fall genau mit den Daten der Briefeinwürfe übereinstimmen, 

dem Gericht in Zukunft unter Umständen als Beweis nicht mehr ausreichen werden. 

1.4  Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.5  X _________ pflegt sehr lange Rechtsschriften einzureichen. Auf mehreren Seiten 

legt er dem Gericht in verfahrensrechtlicher und in materieller Hinsicht dar, welche Ge-

setze anwendbar und wie diese auszulegen sind und zitiert die dazu ergangene bun-

desgerichtliche Rechtsprechung ausführlich. Ebenfalls bezüglich des Sachverhalts, der 

vorliegend nicht sehr komplex ist, ergeht er sich in zahlreichen, teilweise seitenlangen 

Wiederholungen. Damit raubt er dem Gericht wertvolle Zeit. Der von ihm betriebene 

hohe Aufwand steht in keinem vernünftigen Verhältnis zur Wahrung seiner Interessen. 

X _________ ist zu ermahnen, seine Anliegen zukünftig in angemessener Weise auf 

den Punkt zu bringen, ansonsten das Gericht ihm seine Rechtsschriften zur Kürzung 

zurückschicken wird.  

2. 

2.1  Im Streite steht vorliegend die Rechtzeitigkeit der gegen die Verfügung vom 

19. Mai 2017 erhobenen Einsprache.  

Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 26. Juli 2017 ging die Beschwerdegegne-

rin davon aus, dass die Verfügung vom 19. Mai 2017 vom Beschwerdeführer am 

20. Mai 2017 entgegengenommen worden sei, und dass die 30tägige Einsprachefrist 

demnach am 14. September 2017 geendet habe. Während sie die Rechtzeitigkeit der 

Einsprache verneint, da der postalische Nachweis einer Aufgabe per 19. Juni 2017 

nicht erbracht habe können, behauptet der Beschwerdeführer zunächst, die Verfügung 

vom 19. Mai 2017 nicht am 20. Mai 2017 erhalten zu haben, und im Weiteren den 

rechtzeitigen Versand der Einsprache per 19. Juni 2017 sowohl auf elektronischem 

Weg als auch durch Einwurf in den Briefkasten der Post A _________.  

2.2  Offen bleiben kann, ob im Rahmen des Beschwerdeverfahrens die Beschwerde-

gegnerin ihre Vernehmlassung durch einen weiteren Kollektivunterschriftberechtigten 

hätte unterzeichnen lassen müssen, zumal die Beschwerdegegnerin die entsprechen-

- 11 - 

de Vollmacht im Rahmen des Verfahrens nachreichte. Nicht von Belang sind sodann 

die formellen Einreden, dass die amtlichen Akten nicht vollständig eingereicht und ein 

Aktenverzeichnis nicht erstellt worden seien, da vorliegend einzig die Eintretensfrage 

strittig ist.  

3.   

3.1  Die Eröffnung einer Verfügung ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine an-

nahmebedürftige einseitige Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre Rechtswirkungen 

vom Zeitpunkt ihrer ordnungsgemässen Zustellung an; ob der Betroffene vom Verfü-

gungsinhalt Kenntnis nimmt oder nicht, hat keinen Einfluss (BGE 119 V 89 E. 4c).  

Nach Art. 49 Abs. 3 Satz 3 ATSG darf der betroffenen Person aus einer mangelhaften 

Eröffnung einer Verfügung kein Nachteil erwachsen. Die Eröffnung der Verfügung ist 

dann mängelfrei, wenn die unter Berücksichtigung aller massgeblichen Elemente 

(Schriftlichkeit, Begründung, Rechtsmittelbelehrung) ausgefertigte Verfügung ord-

nungsgemäss zugestellt ist (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015, N 60 zu Art. 49 

ATSG).  

3.1.1  Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung von Verfügun-

gen obliegt rechtsprechungsgemäss der - die Zustellung veranlassenden - Behörde, 

welche die entsprechende (objektive) Beweislast trägt (BGE 124 V 400 E. 2a, 117 V 

261 E. 3b, je mit Hinweisen). Bezüglich Tatsachen, welche für die Zustellung von Ver-

fügungen der Verwaltung erheblich sind, gilt dabei der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 124 V 400 E. 2b, 121 V 5 E. 3b, je mit Hinweisen). Dies be-

dingt allerdings in der Regel die Eröffnung der Verfügung mit eingeschriebenem Brief. 

Nach der Rechtsprechung vermag die Verwaltung den Wahrscheinlichkeitsbeweis für 

die Zustellung der Verfügung nicht durch den blossen Hinweis auf den üblichen admi-

nistrativen Ablauf zu erbringen (ZAK 1984 S. 124 E. 1), weshalb im Zweifel auf die 

Darstellung des Empfängers abgestellt werden muss, wenn die Tatsache oder das 

Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten wird (BGE 124 V 400 

E. 2a, 103 V 63 E. 2a). Wählt die Verwaltung den Versand mit gewöhnlicher Post, so 

kann sie auf postalischem Weg den Nachweis nicht erbringen, dass und wann eine 

Verfügung dem Adressaten ordnungsgemäss zugestellt worden ist. In diesem Fall ob-

liegt es ihr, die Zustellung mit anderen Mitteln zu beweisen bzw. mindestens glaubhaft 

zu machen (Volz, in: Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des 

Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 111 f. zu § 13, mit Hinweisen 

zur Rechtsprechung).  

- 12 - 

3.2  Gegen zugestellte Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden 

Stelle Einsprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 ATSG).  

Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an 

die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Art. 38 Abs. 1 

ATSG). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundes-

recht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgen-

den Werktag (Art. 38 Abs. 3 ATSG).  

3.2.1  Nach Art. 39 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 ATSG ist die dreissigtägige 

Frist zur Einsprache nur gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am letzten Tag der 

Frist bei der verfügenden Stelle eingereicht oder zu deren Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben wird. Läuft die Frist unbenützt ab, so erwächst die Verfügung in (formelle) 

Rechtskraft mit der Wirkung, dass die verfügende Stelle auf eine verspätet eingereichte 

Einsprache nicht eintreten darf (vgl. BGE 124 V 401 E. 1a). 

3.2.2  Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht 

dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach-

verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 

E. 3.2 und 3.3). 

4. 

4.1  Streitig ist zunächst die ordnungsgemässe Eröffnung der per A-Post-Plus versand-

ten Verfügung vom 19. Mai 2017.  

4.1.2  Das ATSG schreibt den Krankenversicherern für die Eröffnung von Verfügungen 

keine bestimmte Zustellungsform vor (anders Art. 85 Abs. 3 StPO, vgl. dazu zur Publi-

kation vorgesehenes Urteil 6B_773/2017 vom 21. Februar 2018 E. 2). Der Versand 

einer Verfügung mittels A-Post Plus ist deshalb nicht zu beanstanden. Bei dieser Ver-

sandmethode wird der Brief mit einer Nummer versehen und ähnlich wie ein einge-

schriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unterschied zu den eingeschriebenen Brief-

postsendungen wird aber der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Die Zustel-

- 13 - 

lung wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den 

Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des 

von der Post zur Verfügung gestellten elektronischen Suchsystems „Track & Trace“ die 

Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen.  

Nach der Rechtsprechung liegt - auch bei der Zustellungsart A-Post-Plus - ein Fehler 

bei der Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit; eine fehlerhafte 

Postzustellung ist allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie 

aufgrund der Umstände plausibel erscheint; auf die Darstellung des Adressaten, dass 

eine fehlerhafte Zustellung vorliege, ist dann abzustellen, wenn seine Darlegung der 

Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei 

sein guter Glaube zu vermuten ist (Bundesgerichtsurteile 9C_609/2016 vom 23. Mai 

2017 E. 3.2.2 mit Hinweisen, 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2, 2C_165/2015 vom 

21. Februar 2015 E. 2.2) 

4.1.3  Im Falle des Beschwerdeführers wurde die Sendung mit der Verfügung vom 

19. Mai 2017 gemäss vorliegendem Track & Trace-Auszug gleichentags aufgegeben 

und am Samstag, 20. Mai 2017, um 07:57 Uhr in den Briefkasten gelegt. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, der streitige Track & Trace-Ausdruck dokumen-

tiere nicht die Ablage der Briefsendung in seinen Briefkasten, sondern lediglich den 

Zeitpunkt, in welchem der Brief in irgendeinen Briefkasten in A _________ zugestellt 

worden sei. In A _________ gebe es drei Häuser „F _________“, wobei zwei sogar an 

der „E _________“ lägen.  

Gemäss Track & Trace-Auszug Nr. xxx wurde die Verfügung mit „Herr X _________, 

E _________, F _________, in A _________“ adressiert. Aufgrund dieser korrekten 

Adressierung ist die Darstellung des Beschwerdeführers alles andere als plausibel. So 

wie der Beschwerdeführer den Ablauf schildert, würde der Mitarbeiter der Poststelle 

A _________ bei der Zustellung den Kundennamen gänzlich ausser Acht lassen, was 

zweifelsfrei nicht zutrifft. In Kenntnis der gleichnamigen Häuser ist vielmehr davon aus-

zugehen, dass dem Kundennamen umso grössere Beachtung geschenkt wird. Die rein 

hypothetische Überlegung des Adressaten, wonach die Sendung einem Nachbarn in 

den Briefkasten (oder sonst einer Drittperson in den Briefkasten) gelegt worden sein 

könnte, sind unbehelflich (StR 67/2012 S. 301, Bundesgerichtsurteil 2C_570/2011 E. 

4.3 mit Hinweisen; Bundesgerichtsurteile 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2, 

2C_165/2015 vom 21. Februar 2015 E. 2.2). Mithin ist auf das im Track & Trace-

Auszug bescheinigte Zustelldatum (Samstag, 20. Mai 2017) als Eröffnungszeitpunkt 

- 14 - 

der Verfügung vom 19. Mai 2017 abzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Be-

schwerdeführer tatsächlich bereits am Samstag vom Verfügungsinhalt Kenntnis ge-

nommen hat oder nicht. Es genügt, wenn sie in seinen Machtbereich gelangt war. Dies 

hat zur Folge, dass die 30-tägige Frist am 21. Mai 2017 zu laufen begann, um am Mon-

tag, 19. Juni 2017 zu enden. 

4.2  Ist somit die rechtmässige Eröffnung per 20. Mai 2017 erwiesen, ist im Weiteren 

zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Einsprache fristgerecht eingereicht hat.  

4.2.1  Unbestritten ist, dass der fristgerechte Einwurf in einen Briefkasten unter glaub-

würdiger Zeugenbestätigung für die Wahrung der Einsprachefrist genügt. Soweit sie 

sich im Beschwerdeverfahren beweisen lässt, führt sie zu einer Gutheissung der Be-

schwerde und damit zu einer Aufhebung des Einspracheentscheides und einem Eintre-

ten auf die Einsprache. 

4.2.2  Aktenkundig ist, dass X _________ seine vom 19. Juni 2017 datierte Einsprache 

auf Seite 9 mit dem Vermerk: „Diese Einsprache erfolgt somit, … , durch Übergabe an 

die Schweizerische Post mittels Briefeinwurf in den Postkasten an der Poststelle  

A _________ vor Mitternacht, bestätigt durch die unabhängige Zeugenaussage (…) 

von B _________… „ ergänzte. Der Originalbriefumschlag ist nicht mehr vorhanden. 

Jedoch weist die vom Beschwerdeführer hinterlegte Kopie des Briefumschlags eine 

Web-Stamp sowie eine durch Unterschrift bestätigte Zeugenaussage von B _________ 

auf, wonach der Briefumschlag vor Mitternacht am 19. Juni 2017 in den Briefkasten in 

A _________ eingeworfen worden sei. Die Quittung der WebStamp trägt die Auftrags-

nummer xxx (act. 27) und der entsprechende Dokumentauszug (act. 28) dieser Num-

mer enthält das Erstellungsdatum vom 19. Juni 2017 sowie die Zeitangabe 23:23:33. 

Hinsichtlich des Dokumentinhalts wird auf die Betreibung Nr. xxx verwiesen, was der 

strittigen Forderung entspricht. Aufgrund dieser Akten ist mithin erstellt, dass der Ein-

sprecher am 19. Juni 2017 vor Mitternacht eine WebStamp erstellen liess und diese 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Briefumschlag mit der Einsprache kleb-

te. Ausserdem ist die Kopie des Umschlags mit einem elektronischen Zeitstempel 

23:36:08 und dem elektronischen Datum vom 19. Juni 2017 versehen. Wie der Be-

schwerdeführer sodann glaubwürdig darlegt, befindet sich der nächstgelegen Briefkas-

ten lediglich 240 m von seiner Wohnung entfernt.  

Hinsichtlich der Zeugenaussage auf dem Briefumschlag bringt die Beschwerdegegne-

rin vor, eine solche sei auf dem Originalumschlag nicht vorhanden gewesen. Diesbe-

züglich vermag sie aber keinen Beweis zu hinterlegen, da das entsprechende Doku-

- 15 - 

ment ihrerseits nicht aufbewahrt worden war. Der Beschwerdeführer stützt sich bei 

seiner Aussage auf die hinterlegte Kopie, wobei er ungeklärt lässt, wie es zur Erstel-

lung einer solchen gekommen war. Dessen ungeachtet, ist jedoch festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer in seiner Einsprache den Zeugenbeweis anbot, was er mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht getan hätte, wenn es gar nicht zu einem Brief-

einwurf mittels Zeugen gekommen wäre. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wur-

de ausserdem der Zeuge B _________ schriftlich befragt. Mit Schreiben vom 20. März 

2018 bestätigte dieser, auf der Rückseite des Briefumschlages vom 19. Juni 2017, 

welcher verschlossen gewesen sei, mit seiner Unterschrift den Briefeinwurf vor Mitter-

nacht bestätigt zu haben. Er habe den Einsprecher an jenem Abend persönlich beglei-

tet. Dies sei aufgrund der im Zeitraum vom 24. März 2014 bis 14. Februar 2018 durch 

medizinische Behandlungen/Untersuchungen bedingten Aufenthalte in der Schweiz 

möglich gewesen, was er mittels der in den Akten hinterlegten Tabelle 1 belegte. Die 

Übergabe der Einsprache zu Handen der Schweizerischen Post am 19. Juni 2017 

kann mithin aufgrund der unterschriftlichen Bestätigung des Zeugen B _________ als 

erwiesen gelten, bestehen doch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der unterschriftlich 

bestätigte Vorgang sich nicht, wie dargestellt, ereignet hätte. Die Prüfung der Zeugen-

bestätigung hält der Glaubwürdigkeit stand. Es ist denn nicht einzusehen, inwiefern der 

Zeuge ein Interesse an einer unwahren Angabe hätte. Der Umstand, dass dieser mehr-

fach als Zeuge angerufen wurde, ist jedenfalls nicht zu beanstanden.  

4.2.3  Schliesslich schildert der Beschwerdeführer die Umstände, weshalb es aufgrund 

seiner beruflichen Tätigkeit zu Briefeinwürfen samt Zeugenbestätigungen jeweils vor 

Mitternacht kommt, entgegen den Darlegungen der Beschwerdegegnerin, glaubwürdig 

und nachvollziehbar. Darauf kann abgestellt werden.  

4.3  Der Nachweis, dass die Einsprache fristwahrend am 19. Juni 2017 der Schweize-

rischen Post übergeben worden war, ist mithin erbracht. Dabei kann offen bleiben, ob 

die Einsprachefrist auch mittels der elektronisch signierten Eingabe vom 19. Juni 2017 

vor Mitternacht gewahrt worden wäre. Dies erscheint, zumindest unter Berücksichti-

gung des zwischen den Parteien abgeschlossenen Online-Vertrages unter dem Aspekt 

von Treu und Glauben, als nicht völlig ausgeschlossen. 

4.4  Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerde gutzuheissen und 

der Nichteintretensentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26. Juli 2017 aufzuheben 

ist. Die Sache wird zurückgewiesen, damit die Beschwerdegegnerin die Einsprache 

gegen die Verfügung vom 19. Mai 2017, insofern sie nicht obsolet geworden ist, mate-

riell behandle. 

- 16 - 

5. 

5.1   

5.1.1  Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal-

tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen. 

Art. 61 lit. g ATSG verankert einen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, worunter 

namentlich die Vertretungskosten fallen, bestehend aus der Entschädigung, welche die 

vertretende Person für ihren Aufwand geltend macht, und aus den Barauslagen der 

vertretenden Person. Der Beschwerdeführer war während des Beschwerdeverfahrens 

nicht anwaltlich vertreten, weshalb er gestützt auf Art. 61 ATSG keinen Anspruch gel-

tend machen kann. 

Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht aber in Anwendung von 

Art. 4 Abs. 2 des Gesetzes des Kantons Wallis betreffend den Tarif der Kosten und 

Entschädigung vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar) 

die Rückerstattung seiner Auslagen und, falls es die besonderen Umstände rechtferti-

gen, eine Abgeltung für Zeitverlust und entgangenen Gewinn zu.  

5.1.2  Der Beschwerdeführer hat seine Auslagen mit Schreiben vom 4. Juni 2018 bezif-

fert. Ein Auslagenersatz für die nicht vertretene Partei fällt schon deshalb ausser Be-

tracht, weil die Auslagen die Erheblichkeitsschwelle nicht überschreiten (Bundesge-

richtsurteil C 252/04 vom 25. April 2005 E. 3.3). Die geringen Kosten rechtfertigen kei-

ne Parteientschädigung. Im Übrigen beschränkt sich der Anspruch auf die notwendigen 

Auslagen. Der Beschwerdeführer pflegt sehr lange Rechtsschriften einzureichen, mit 

teilweise seitenlangen Wiederholungen. Insofern er für diese Rechtsschriften pro Seite 

einen Auslagenersatz verlangt, verkennt er, dass seine Anträge auch in einer kürzeren 

Fassung hätten geltend gemacht werden können. Es geht daher nicht an, die Papier-

kosten für diese übertrieben langen Rechtsschriften zu ersetzen. Schliesslich hat der 

Beschwerdeführer die fällige Prämienrechnung bezahlt und mit der verzögerten Til-

gung der Grundschuld den Prozess in Kauf genommen bzw. diesen selber verursacht. 

Für unnötigen Aufwand hat in jedem Fall der Verursacher einzustehen, selbst wenn er 

in der Sache obsiegt (Art. 88 Abs. 5 VVRG). 

5.1.3  Eine Umtriebsentschädigung wird praxisgemäss nur unter besonderen Umstän-

den gewährt und bedingt namentlich, dass die Interessenwahrung einen hohen Ar-

beitsaufwand notwendig macht, welcher den Rahmen dessen überschreitet, was die 

einzelne Person üblicher- und zumutbarerweise auf sich zu nehmen hat (BGE 110 V 

- 17 - 

82). Die genannte Voraussetzung ist hier nicht erfüllt, denn es muss berücksichtigt 

werden, dass sich die Streitigkeit vor Kantonsgericht lediglich um die Eintretensfrage 

drehte. Die Sache war also weder komplex noch war zur Interessenwahrung ein hoher 

Arbeitsaufwand notwendig. Der entsprechende Antrag ist daher abzuweisen. 

5.2  Das Verfahren ist, von hier nicht massgebenden Ausnahmen abgesehen, kosten-

los. 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 26. Juli 2017 

aufgehoben, und es wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 

damit sie auf die Einsprache vom 19. Juni 2017 eintrete und materiell entscheide. 

2. X _________ wird ermahnt, sich in seinen Rechtsschriften klar und kurz zu halten, 

ansonsten ihm diese zur angemessenen Kürzung zurück geschickt werden. 

3. Es werden weder Kosten erhoben noch Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

Sitten, 30. Juli 2018