# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaa37c6d-9895-5754-8607-26cc9a3f386b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.03.2015 UV 2013/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-89_2015-03-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 25.03.2015

Entscheiddatum: 25.03.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2015
Art. 6 UVG: Verneinung neuer, unfallkausaler bleibender 
Gesundheitsschäden im Sinn struktureller Veränderungen; Erreichen des 
Status quo sine/ante nach vorübergehender Verschlimmerung eines 
Vorzustandes bzw. einer in einer ersten Phase schädigenden Einwirkung des 
Unfalls auf den Körper; Verneinung einer Adäquanzprüfung nach den 
Grundsätzen der Schleudertrauma-Praxis und der Psychopraxis (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2015, UV 
2013/89).Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), 
Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle 
Frei; Gerichtsschreiberin Della BatlinerEntscheid vom 25. März 2015in 
SachenA.___,Beschwerdeführer,gegenAllianz Suisse Versicherungs-
Gesellschaft,Schadenservice, Postfach, 
8010 Zürich,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

A.      

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Finanzverwalter beim Personalamt des 

Kantons B.___ tätig und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 

(nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er laut 

Bagatellunfallmeldung vom 25. Oktober 2010 am 21. (möglicherweise: 20. [vgl. dazu 

UV-act. 22, 32: Apothekerrechnung]) Oktober 2010 beim Curlingspielen auf dem Eis 

ausglitt und stürzte, worauf ihn Kopf, Nacken, Rücken und Schultern schmerzten (UV-

act. 1 f.). Eine Erstbehandlung durch den Hausarzt Dr. med. C.___, Spezialarzt Innere 

Medizin FMH, Arzt für Manuelle Medizin SAMM, hatte laut Aussage des Versicherten 

am folgenden Montag, d.h. am 25. Oktober 2010, stattgefunden (vgl. UV-act. 14, S. 4). 

Laut Schreiben vom 1. März 2011 ging Dr. C.___ von einer Kopfkontusion mit seither 

bestehendem cervicovertebralem Syndrom aus und verordnete dem Versicherten 

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Massagebehandlungen (UV-act. 3, 3a, 32). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 31. 

Oktober 2011 mit der Allianz gab der Versicherte an, dass er nach wie vor an starken 

Kopfschmerzen und Verspannungen leide. Er gehe unter anderem hin und wieder zu 

einem Chiropraktiker (vgl. UV-act. 32: zu Dr. med. D.___, Chiropraktor SCG, ECU, ab 

Juni 2011) und habe außerdem einen Therapeuten, der in der Praxis von Dr. C.___ 

Behandlungen durchführe. Dr. C.___ habe ihn auch einmal zu Dr. med. E.___, 

Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell 

Rheumaerkrankungen, Rheumazentrum F.___, verwiesen. Er habe einen 

anspruchsvollen, stressigen Job, weshalb er bei der Arbeit nie gefehlt habe (UV-act. 7). 

In einem ärztlichen Zwischen-/Schlussbericht vom 8. November 2011 diagnostizierte 

Dr. C.___ ein posttraumatisches cervicovertebrales Syndrom (CVS) bei Status nach 

(Sturz) beim Curling am 21. Oktober 2010. Bei sitzender Tätigkeit bestehe ein langsam 

protrahierter Verlauf und eine muskuläre Dysbalance. Der Versicherte sei bei Dr. E.___ 

in Behandlung und es werde gegenwärtig eine Physiotherapie durchgeführt (UV-act. 8). 

Dr. E.___ berichtete der Allianz am 29. November 2011, der Versicherte habe ihr 

anlässlich der Konsultation vom 12. Oktober 2011 von einem Sturz beim Curling auf 

den Rücken erzählt. Seither leide er unter zunehmenden ischialgieformen Schmerzen 

im linken Bein. Unter solchen leide der Versicherte jedoch seit längerem und stehe 

deswegen auch in ihrer Behandlung; im Jahre 2010 erstmals am 8. April und außerdem 

am 26. August. In dieser Zeit seien beim Versicherten drei epidurale 

Kortikosteroidinfiltrationen bei ischialgie-radikulärem Irritationssyndrom der Wurzel L5 

links bei kleiner Diskushernie durchgeführt worden. Laut Angaben des Versicherten 

hätten sich diese Beschwerden seit dem Sturz im Oktober 2010 wieder verstärkt. Er 

habe sich diesbezüglich in chiropraktischer Behandlung befunden. Die letzte 

Konsultation im Jahr 2010 bei ihr habe am 18. Oktober stattgefunden. Damals hätten 

sich die lumbo-ischialgieformen Schmerzen nach den drei Infiltrationen deutlich 

gebessert gehabt und die Behandlung sei abgeschlossen worden. Weitere Infiltrationen 

seien ihres Wissens keine mehr durchgeführt worden (UV-act. 10).

A.b  Am 17. Januar 2012 meldete die Allianz den Versicherten zu einer konsiliarischen 

Untersuchung bei ihrer beratenden Ärztin Dr. med. G.___, Spezialärztin FMH für 

Neurologie, an (UV-act. 13). Gestützt auf deren Untersuchungsbericht bzw. Beurteilung 

vom 26. Februar 2012 (UV-act. 14) teilte die Allianz dem Versicherten mit Schreiben 

vom 29. Februar 2012 mit, dass die geklagten Migräne-, HWS- sowie lumbalen 

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Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis vom 21. Oktober 2010 zurückzuführen 

seien. Der Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe (Status quo 

ante), sei gemäss medizinischer Beurteilung von Dr. G.___ in Bezug auf die 

Migräneanfälle und die HWS-Beschwerden spätestens Ende Oktober 2011 und 

hinsichtlich der lumbalen Situation spätestens Ende April 2011 erreicht gewesen. 

Weitere Behandlungen gingen zu Lasten des Krankenversicherers und ihre 

Versicherungsleistungen würden daher per Ende April 2011 bzw. Ende Oktober 2011 

eingestellt (UV-act. 15).

A.c  Mit Schreiben vom 18. Mai 2012 liess sich die Rechtsschutzversicherung des 

Versicherten, die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: 

Fortuna), Adliswil, zur Leistungsablehnung der Allianz vernehmen und reichte Berichte 

von Dr. D.___ und Dr. C.___ vom 3. bzw. 11. Mai 2012 (UV-act. 21 f.) ein (UV-act. 23). 

Die Allianz gelangte hierauf am 23. Mai 2012 mit der Frage an Dr. G.___, ob sich in 

Anbetracht der neu eingereichten Arztberichte an ihrer Beurteilung vom 26. Februar 

2012 etwas ändere (UV-act. 25). Nachdem Dr. G.___ diese Frage in einer 

Stellungnahme vom 26. Mai 2012 verneint hatte (UV-act. 27), bestätigte die Allianz mit 

Verfügung vom 12. Juni 2012 die Einstellung der Versicherungsleistungen per Ende 

April 2011 bzw. Ende Oktober 2011 (UV-act. 28).

B.      

B.a  Mit Eingabe vom 31. Juli 2012 erhob die Fortuna für den Versicherten gegen die 

Verfügung vom 12. Juni 2012 Einsprache und reichte weitere Berichte von Dr. D.___ 

und Dr. C.___ vom 14. bzw. 31. Juli 2012 ein (UV-act. 34). Am 5. und 6. April 2013 

liessen sich Dr. C.___ und Dr. D.___ nochmals direkt bei der Allianz zum Schadenfall 

des Versicherten vernehmen (UV-act. 50 f.).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2013 wies die Allianz die Einsprache 

vom 31. Juli 2012 gegen die Verfügung vom 12. Juni 2012 ab (UV-act. 57).

C.      

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Oktober 2013 richtet sich die vom Ver­

sicherten eingereichte Beschwerde vom 19. November 2013 mit den Anträgen, der 

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angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben, es seien dem Beschwerdeführer 

weiterhin Heilungskosten im Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. Oktober 2010 

zuzusprechen, es seien die Akten der Beschwerdegegnerin zu "editieren" und es seien 

weitere gesetzliche Leistungen zu erbringen. Eventualiter seien weitere medizinische 

Abklärungen vorzunehmen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (UV-act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 22. Januar 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest und sprach darin einen Bericht von Dr. C.___ vom 10. April 2012 an (act. G 5).

C.d  Mit Duplik vom 27. März 2014 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und wies darauf hin, dass der Bericht von 

Dr. C.___ vom 10. April 2012 nicht bei den Akten liege, weshalb sie zu diesem keine 

Stellung nehmen könne (act. G 9).

C.e  Auf Ersuchen des Versicherungsgerichts vom 31. März 2014 (act. G 10) reichte der 

Beschwerdeführer den fehlenden Bericht von Dr. C.___ (act. G 11.1) nach (act. G 11). 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 9. Mai 2014 auf eine 

diesbezügliche Stellungnahme (act. G 13).

C.f   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.       

1.1   Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich 

des Unfalls vom Oktober 2010 und erbrachte entsprechende Heilkostenleistungen. 

Streitig ist, ob sie zu Recht die Versicherungsleistungen für die lumbalen Beschwerden 

per 30. April 2011 und für die Nacken- und Kopfschmerzen per 31. Oktober 2011 

eingestellt hat.

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1.2   Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Bestimmung über die Leistungspflicht des Unfallversicherers (Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) bzw. die 

diesbezügliche Voraussetzung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Unfallereignis und den in Frage stehenden Gesundheitsstörungen 

(einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und diesem äquivalente 

Verletzungen) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf den massgebenden 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Darauf ist zu verweisen. Die 

Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen 

bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. 

Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in 

BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, 

je mit Hinweisen; hinsichtlich Beweiswert von Arztberichten, insbesondere 

versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen, vgl. BGE 125 V 352 E. 3a und 3b/ee sowie 

RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 E. 1b). Ist die Unfallkausalität einmal mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 

der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 

328; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 54).

2.     

Im Folgenden ist zu prüfen, ob zwischen den vom Beschwerdeführer über den 30. April 

2011 hinaus geklagten lumbalen Beschwerden sowie über den 31. Oktober 2011 

hinaus geklagten Nacken- und Kopfschmerzen und seinem am 21. Oktober 2010 

erlittenen Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.

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3.       

3.1   Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Eine 

manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber 

objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse 

klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches 

Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde 

mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 

117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

232 E. 5.1 mit Hinweisen).

3.2    

3.2.1         Die am 8. Februar 2012 im Radiologiezentrum H.___ durchgeführte MRT-

Untersuchung des Schädels und der HWS ergab im Bereich der HWS normale ossäre 

und diskoligamentäre Strukturen, eine gut abgrenzbare Neuroforamina und einen 

normalen Verlauf der Nervenwurzeln beidseits (nachfolgend: bds.). Die MR-

morphologische Darstellung der Hirnstrukturen zeigte sich ebenfalls unauffällig (UV-act. 

20).

3.2.2         Die zuvor am 16. Januar 2012 im Radiologiezentrum H.___ durchgeführte 

MRT-

Untersuchung der LWS und des ISG hatte eine lumbosakrale Übergangsanomalie mit 

einer Lumbalisation von S1 (als L6 bezeichnet), eine deutliche Osteochondrose L5/L6 

(zum Teil aktiviert) und breitbasige kleine Diskushernie, welche zusammen mit einer 

IVG-Arthrose zu mittelschweren Rezessustenosen S1 bds. führen würden, und nur 

fragliche Romanusläsionen L3, L4 und L5 hervorgebracht, wobei die hier vorhandene 

angedeutete hyperostotische Spondylose viel eher für eine beginnende Degeneration 

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spreche. Im Bereich des ISG hatten Hinweise auf eine Sakrolititis gefehlt. Schliesslich 

hatte das MRT keine Pathologie im kleinen Becken hervorgebracht und keinen Hinweis 

auf Inguinalhernien geliefert (UV-act. 20). - Bei der Diskushernie, der Osteochondrose 

und der lumbosakralen Übergangsanomalie handelt es sich zweifelsohne um klare 

organische Substrate. Die lumbosakrale Übergansanomalie mit sechs nicht 

rippentragenden LWK, wobei der unterste (zusätzliche) Wirbel als L6 bezeichnet wurde, 

stellt zweifellos keine Unfallverletzung, sondern einen angeborenen Zustand dar. 

Entsprechend war die Anomalie bereits im Rahmen einer in der Klinik I.___ vor dem 

Unfall, d.h. am 13. August 2009, durchgeführten MRT-Untersuchung der LWS sichtbar 

(UV-act. 20). Die damalige MRT-Untersuchung hatte bereits auch eine Diskushernie mit 

Nervenwurzelkompression im Bereich des Recessus lateralis, jedoch auf Höhe L4/L5 

bzw. L5 beschrieben, ergeben. Abgesehen davon, dass es sich bei der post- und 

prätraumatischen Diskushernie trotzallem um dieselbe handeln dürfte (vgl. dazu auch 

UV-act. 10), wurde offensichtlich bislang weder vom Beschwerdeführer noch von 

einem ihn behandelnden Arzt geschlossen, dass die Diskushernie im Zusammenhang 

mit dem Unfallereignis stehen könnte (vgl. UV-act. 10, 21, act. G 11.1). Wie das 

Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner Rechtsprechung denn auch festhielt, 

entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des 

Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in aller Regel degenerative 

Erkrankungen darstellen. Eine Diskushernie kann dann als weitgehend unfallbedingt 

betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet 

war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen und die 

Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und 

mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 E. 2a 

mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.1, 

zusammengefasst und kommentiert durch David Weiss in AJP 2006, S. 877, und vom 

18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Wolfgang Meier, Lumbale Diskushernie und Unfall, 

in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 16). Die Voraussetzungen für 

eine unfallbedingte Verursachung der Diskushernie sind vorliegend nicht mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erfüllt (vgl. Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 

451 f.). So liegt im konkreten Fall weder eine prätraumatisch vollständig unauffällige 

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Bandscheibe noch eine Arbeitsunfähigkeit vor. Bei der zusätzlich vorhandenen 

Osteochondrose handelt es sich ebenfalls um eine häufige, im Rahmen eines 

Degenerationsvorgangs auftretende, mithin nicht traumatisch bedingte, Veränderung 

an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung einer Diskushernie 

bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. 

Aufl. Bern 2005, S. 852 ff.). Insofern ergeben die beiden Gesundheitsschäden 

zusammen das Bild einer geschlossenen degenerativen Problematik im Bereich der 

LWS. Entsprechend wurde auch im Bericht des Radiologiezentrums H.___ vom 16. 

Januar 2012 im Bereich L3, L4 und L5 von einer beginnenden "Degeneration" 

gesprochen. Eine beim Unfallereignis vom 21. Oktober 2010 im Bereich der LWS 

erlittene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen 

Veränderung lässt sich damit mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausschliessen.

3.2.3         Auch mit den in den medizinische Akten gestellten Diagnosen einer 

Kopfkontusion, eines cervicovertebralen Syndroms (UV-act. 3, 8), einer Commotio 

cerebri bzw. eines Cervical- und Lumbovertebralsyndroms (UV-act. 14, S. 6) sind im 

Bereich des Schädels, der HWS und der LWS keine organischen Unfallrestfolgen 

objektiv erstellt. Die Kontusionsdiagnose bezeichnet eine stumpfe Krafteinwirkung auf 

einen Körperteil, wodurch es zur Verletzung von Weichteilgewebe und nicht zwingend 

auch von strukturellen Anteilen des Bewegungsapparats wie Knochen, Muskeln, 

Bänder und Sehnen kommt (<http://www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?

dv=0&id=01145>, abgerufen am 18. Dezember 2014). Eine Kontusionsverletzung heilt 

im Regelfall innert einer bestimmten Zeit folgenlos ab (vgl. dazu nachfolgende 

Erwägung 4.1). Die Diagnose einer Commotio cerebri bzw. Gehirnerschütterung erfolgt 

sodann aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und bedeutet 

ebenfalls nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung vorliegt. 

Hierzu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren 

Defektzustands in Form neurologischer Ausfälle. Fehlen wie im konkreten Fall 

entsprechende Befunde (vgl. UV-act. 14, S. 5), ist die Unfallkausalität grundsätzlich im 

Rahmen der Adäquanz nach der für Schleudertraumen der HWS und Schädel-

Hirntraumen ohne nachweisbare Funktionsausfälle geltenden Rechtsprechung zu 

beurteilen, die gerade für Fälle entwickelt wurde, in denen die Unfallfolgen bzw. deren 

Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie 

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wirklich sichtbar gemacht werden konnten (Urteil des EVG vom 29. März 2006, U 

197/04, E. 3.1 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur). Auch die Diagnose von 

Schmerzsyndromen bedeutet nicht automatisch das Vorliegen unfallkausaler 

struktureller Gesundheitsschädigungen. Laut Roche Lexikon Medizin (5. Auflage, 

München 2003, S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa 

den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem 

"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, 

durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur 

fraglichen Diagnose führt mithin eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv 

angegebene "Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund. Gerade 

ein Vertebralsyndrom ist typisch für die im Regelfall degenerativ bedingte Diskushernie 

bzw. die beim Beschwerdeführer erhobenen Degenerationen (vgl. dazu Alfred M. 

Debrunner, a.a.O., S. 860). Der Beschwerdeführer musste denn auch bereits vor dem 

Unfall wegen ISG- und LWS-Beschwerden therapiert werden (vgl. dazu UV-act. 10, 32). 

Eine unfallbedingte muskuläre Dysbalance und unfallbedingte muskuläre Defizite sind 

sodann zwar nicht ausgeschlossen. Solche Gesundheitsschädigungen gründen jedoch 

ihrerseits auf einer im vorliegenden Fall fehlenden unfallkausalen Körperverletzung wie 

beispielsweise einer Fraktur. Gleiches gilt für Verhärtungen und Verspannungen der 

Muskulatur, Druckdolenzen in der Wirbelsäule sowie Einschränkungen der 

Wirbelsäulenbeweglichkeit. Auch sie können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes 

organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden (SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E. 

5.2 mit Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3).

3.3   Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall des Beschwerdeführers eine 

richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung seiner 

degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der LWS. Es ist ein medizinische 

Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten 

kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das 

Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (RKUV 

2000 Nr. 363 S. 46 f, E. 3a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 

107/04). Der Vergleich der MRT-Untersuchungsergebnisse vom 13. August 2009 und 

vom 16. Januar 2012 (UV-act. 20) ergibt keinen Hinweis darauf, dass sich der 

degenerative Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom Oktober 2010 massiv 

verändert hätte. Insbesondere die posttraumatisch erhobene kleine Diskushernie auf 

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Höhe L5/L6 sowie die angedeutete hyperostotische Spondylose als beginnende 

Degeneration lässt hierfür kaum Raum. Zwischen den beiden 

kernspintomographischen Untersuchungen liegt im Übrigen ein Zeitraum von drei 

Jahren, währenddem ein gewisser degenerativer Prozess ohnehin denkbar ist. Eine 

allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein 

und sich von der altersüblichen Progression abheben; bei einem Unfall ohne 

strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden 

zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Bär/Kiener, Prellung, 

Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 

67 [1994], S. 45 ff.).

3.4   Nach den vorstehenden Erwägungen steht fest, dass der Beschwerdeführer mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom Oktober 

2010 im Bereich der HWS, der LWS und des Schädels weder eine klar ausgewiesene 

neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung noch 

eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands im Bereich der 

LWS erlitten hat.

4.       

4.1   Es kommt damit nur eine ausheilende Läsion mit vorübergehenden unfallkausalen 

Beschwerden in Frage. So kann ein Vorzustand wie beispielsweise eine Diskushernie 

durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. Aber auch 

ohne Vorzustand - wie hier im Bereich der HWS und des Kopfs - kann in Fällen, in 

denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des 

posttraumatischen Verlaufs nie wirklich sichtbar gemacht werden konnten, nach einem 

adäquaten Unfallereignis dennoch in einer ersten Phase von einer schädigenden 

Wirkung des Unfalls auf den Körper ausgegangen und können die nach einem Unfall 

aufgetretenen Beschwerden als unfallkausal betrachtet werden. Als Beispiele dafür 

gelten Kontusionsfolgen sowie Beschwerden nach erfolgter Gehirnerschütterung. Dr. 

C.___ ging im konkreten Fall von einer Kopfkontusion aus (UV-act. 3), von Dr. G.___ 

wurde entsprechend die Diagnose einer Commotio cerebri gestellt (UV-act. 14, S. 6), 

und angesichts der einheitlich gestellten Diagnose eines cervicovertebralen Syndroms 

(vgl. UV-act. 3, 8, 14, 21) und des beschriebenen Unfallmechanismus ist zudem von 

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einer Kontusion der HWS, aber auch der LWS ("vertebral") auszugehen. Demgemäss 

wird von Dr. E.___ im Bericht vom 29. November 2011 seit dem Sturz vom 21. Oktober 

2010 von einer Verstärkung der lumbo-ischialgieformen Beschwerden (UV-act. 10), von 

Dr. C.___ im Bericht vom 10. April 2012 von einer traumatischen Aktivierung der bisher 

asymptomatischen HWS mit nachfolgenden Schmerzen (act. G 11.1) und von Dr. D.___ 

im Bericht vom 3. Mai 2012 von einer durch den fraglichen Unfall bewirkten 

zusätzlichen Aktivierung der vorbestandenen lumbalen Symptomatik einer erosiven 

Osteochondrose gesprochen (UV-act. 21). Bei Verletzungen ohne objektivierbaren 

strukturellen Schaden übernimmt die Unfallversicherung nur den durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190 E. 3 mit 

Hinweisen), d.h. die Beschwerden werden nach einem bestimmten Zeitraum, trotz ihres 

möglichen Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache - nicht mehr 

dem Unfall angelastet. So entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass 

Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

normalerweise innert kurzer Frist, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen 

Beschwerden gänzlich zurückbilden. Entgegen der Argumentation des 

Beschwerdeführers darf dieser medizinische Erfahrungssatz im Rahmen des 

Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden, zumal er der herrschenden 

medizinischen Lehrmeinung entspricht. Dies hat insbesondere für den Nachweis des 

Status quo sine/ante zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand 

handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG 

vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2, 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische 

Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.5). In den 

Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101, hält Autor Erich Bär sogar 

fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen ohne 

objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige Wochen bis 

wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der 

ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche weitere 

Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. Ein 

Update., in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Insofern 

zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der 

Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen 

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Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, a.a.O., S. 45). Von Seiten der 

medizinischen Forschung (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen 

durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten 

Schädel-Hirn-Trauma, SZS 1996, 462 ff. und insbesondere S. 467) wird sodann 

festgehalten, dass auch der typische posttraumatische Verlauf nach einer Commotio 

cerebri bzw. einem leichten Schädel-Hirntrauma einer Erholung innert sechs bis zwölf 

Wochen entspreche. Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach 

Beschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-Bereich rufen (Jenzer, a.a.O., 

S. 469 mit Hinweis und S. 463; vgl. auch Bogdan P. Radanov, Über den Stellenwert der 

neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S. 

471 ff. und S. 475). Überhaupt können Kopfschmerzen bzw. Migräne grundsätzlich mit 

vielfältigen unfallunabhängigen Einflüssen erklärt werden (vgl. dazu Roche Lexikon 

Medizin, a.a.O., S. 1040; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl., S. 

1126, 1330). Der Frage, ob der Beschwerdeführer infolge des Unfalls tatsächlich eine 

Bewusstlosigkeit erlitten hat, kommt hier keine massgebende Bedeutung zu, weil eine 

solche auch einen Befund bei leichtem Schädelhirntrauma darstellen kann (vgl. dazu 

Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 353, 1641 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 407, 1861).

4.2   Betreffend Erreichen des Status quo sine/ante legt Dr. G.___ in ihrem Bericht vom 

26. Februar 2012 (UV-act. 14) dar, dass ein Zusammenhang der geklagten 

Migräneanfälle mit der erlittenen Commotio cerebri durchaus möglich sei. Es habe eine 

diesbezügliche Disposition bestanden und es sei durch die Commotio vorübergehend 

zu einer Intensivierung der Anfallsfrequenz gekommen. Eine solche sei aber keinesfalls 

bleibend. Man dürfe davon ausgehen, dass ungefähr ein Jahr nach dem Unfalldatum 

wieder der diesbezügliche Zustand quo ante erreicht gewesen sei. Es sei bekannt, 

dass eine Migräne sehr unterschiedlich verlaufen und es auch ohne äussere Umstände 

wie einem Unfall zu unterschiedlichen Anfallsfrequenzen kommen könne. In Bezug auf 

die HWS sei ebenfalls unter Berücksichtigung des jetzt normalen Befundes keine 

unfallbedingte Pathologie vorhanden. Eine diesbezügliche physikalische Therapie, die 

noch im Laufe eines Jahres nach dem Unfall durchgeführt worden sei, könne jedoch 

als Unfallfolge übernommen werden. Die lumbale Situation sei komplexer, weil die 

diesbezüglichen Beschwerden auf längere Zeit zurückgingen und offenbar zum Teil 

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ernsthaft gewesen seien, indem drei epidurale Infiltrationen schon vor dem Unfall 

durchgeführt worden seien. Hier sollte angesichts dieses Status quo ante eine 

Behandlung während ungefähr sechs Monaten übernommen werden. Dann sei der 

Status quo ante erreicht und der Unfall vom Oktober 2010 sei nur noch möglicherweise 

die Ursache der heute noch feststellbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Eine 

weitere lumbale Behandlung müsste vom Krankenversicherer übernommen werden.

4.3   Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.1 sind keine Gründe ersichtlich, 

derentwegen die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. G.___ vom 26. Februar 2012 (UV-

act. 14) in Zweifel zu ziehen wäre, weshalb auf sie abzustellen ist. Ihr Bericht erfüllt die 

an den Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 

V 352 E. 3a mit Hinweis). Inwieweit die Beurteilung von Dr. G.___ nicht schlüssig und 

nachvollziehbar sein soll, konnte vom Beschwerdeführer nicht stichhaltig dargelegt 

werden. Die Schlussfolgerungen von Dr. G.___ überzeugen, indem sie in der 

Erfahrungsmedizin - gerade bei Kontusionsverletzungen und leichten 

Schädelhirntraumata muss sich ein Mediziner auf diese abstützen (vgl. Erwägung 4.1) - 

und in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze finden. Hinsichtlich der LWS ist 

von einem massgebenden Vorzustand auszugehen. So konsultierte der 

Beschwerdeführer wegen LWS-Beschwerden letztmals drei Tage vor dem Unfall, d.h. 

am 18. Oktober 2010, Dr. E.___ (UV-act. 10) und nahm bis unmittelbar vor dem Unfall 

eine Massagebehandlung in Anspruch. Dr. E.___ spricht zwar bezüglich der 

Konsultation vom 18. Oktober 2010 von einer deutlichen Besserung der lumbo-

ischialgieformen Schmerzen und einem Behandlungsabschluss. Trotz allem erscheint 

durch die vorgenannte zeitliche Komponente sowie durch den Umstand, dass beim 

Beschwerdeführer im Jahr 2010 drei epidurale Kortikosteroidinfiltrationen bei 

ischialgie-radikulärem Irritationssyndrom der Wurzel L5 links bei kleiner Diskushernie 

hatten durchgeführt werden müssen und damit der längeren unfallunabhängigen 

Krankheitsgeschichte die Bedeutung des Unfalls vom Oktober 2010 nachvollziehbar 

vermindert und die Annahme einer kürzeren Heilungsdauer des unfallkausalen Anteils 

als schlüssig. Der Einwand des Beschwerdeführers, Dr. G.___ habe keine eigentliche 

Untersuchung durchgeführt, kann nicht gehört werden. Entsprechend der Regel, dass 

von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen 

werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen 

bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 

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81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]), liess Dr. G.___ zunächst die vom Unfallereignis 

vom Oktober 2010 betroffenen Körperteile (Kopf, HWS, LWS und ISG) radiologisch 

untersuchen bzw. bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse beiziehen (vgl. UV-

act. 14, 20). Im Weiteren umfasste die Begutachtung von Dr. G.___ eine klinische 

Untersuchung, wobei von ihr die in der Regel vorzunehmende Beweglichkeits- bzw. 

Funktionsprüfung der Wirbelsäule durchgeführt wurde. Ebenfalls klinisch überprüft 

wurden von Dr. G.___ die vom Unfall betroffene HWS und LWS nach Schmerzpunkten 

und muskulären Auffälligkeiten sowie der neurologische Status des Hirns. Inwiefern 

ihre Untersuchung lückenhaft gewesen sein soll, wird vom Beschwerdeführer nicht 

konkretisiert. Dr. G.___ äusserte sich in ihrem Zusatzbericht vom 26. Mai 2012 (UV-act. 

27) auch zu den Einschätzungen des behandelnden Chiropraktors Dr. D.___ und des 

behandelnden Arztes Dr. C.___ vom 3. bzw. 11. Mai 2012 (UV-act. 21 f.) und stellte 

fest, dass sie keine medizinischen Argumente vorbrächten, die gegen die Annahme des 

Status quo sine/ante spätestens ein Jahr bzw. ein halbes Jahr nach dem Unfall 

sprechen würden. Dr. D.___ beschreibt in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 die vom 

Beschwerdeführer nach wie vor geklagten Beschwerden und verweist insbesondere 

darauf, dass vor dem Unfall keine Beschwerden im Schulter-/Nackengürtel vorhanden 

gewesen seien. Dr. C.___ bejaht in seinem Bericht vom 11. Mai 2012 die 

Unfallkausalität ohne jegliche Begründung und hält in seinen weiteren Berichten vom 

10. April und 31. Juli 2012 (act. G 11.1, UV-act. 34) ebenfalls fest, der 

Beschwerdeführer sei vor dem Unfallereignis nie wegen HWS-Beschwerden bei ihm 

vorstellig geworden, nach dem Unfallereignis hingegen schon, weshalb die HWS-

Beschwerden eindeutig auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Der 

Beschwerdeführer habe also immer noch Beschwerden, welche er vor dem Unfall nicht 

gehabt habe, weshalb man einen kausalen Zusammenhang annehmen müsse. Der 

Umstand, dass vor dem Unfall keine entsprechenden Beschwerden geklagt worden 

sind, vermag jedoch für sich nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis keinen Beweis 

für eine Unfallkausalität zu erbringen, da der zeitliche Aspekt für sich allein keine 

wissenschaftlich genügende Erklärung liefert. Andernfalls würde man sich mit dem 

blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und 

davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall 

verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche 

Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Alfred Maurer, Schweizerisches 

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Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205; BGE 119 V 340, E. 2b/bb). 

Die Aussage von Dr. C.___ (UV-act. 34), Beschwerden seien so lange gegeben, wie der 

Patient sie äussere, mag zutreffen, doch gilt es bezüglich der Frage der 

Leistungspflicht des Unfallversicherers die Abgrenzung von unfallbedingten- und (nur 

noch) krankheitsbedingten Gesundheitsschäden vorzunehmen.

4.4   Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf 

medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine 

Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich 

eben als solche präsentieren. Der Beschwerdeführer geht in seinem Fall von einem 

Ausnahmefall aus und argumentiert, es sei aktenkundig, dass eine intensive 

Physiotherapie und ein intensives und gezieltes Aufbautraining aufgrund des Unfalls 

notwendig gewesen wären, um wieder den gleichen muskulären Stand und die gleiche 

Beweglichkeit wie vor dem Unfall zu erreichen und die Beschwerden zu lindern. Ein 

solches Training habe nie stattgefunden, weshalb dessen Kosten in einem späteren 

Zeitpunkt hätten übernommen werden müssen. Allein der Zeitpunkt des 

Behandlungsbeginns dürfe keinen Ablehnungsgrund darstellen. Weil er aus Gründen 

seiner Arbeitsmoral trotz Beschwerden und Schmerzmitteleinnahme stets sein volles 

Pensum erfüllt habe und habe erfüllen können, anstatt ein gezieltes 

Behandlungskonzept mit Arbeitsreduktion und Therapie inklusive Muskelaufbau 

einzuleiten, sei es zu einer Chronifizierung der Schmerzen gekommen. Dies erkläre 

auch die längere Heilungsdauer im Vergleich zum Durchschnitt aller Fälle. Der 

Beschwerdeführer stützt sich dabei auf Dr. D.___, der in seinem Bericht vom 14. Juli 

2012 (UV-act. 34) darauf hinweist, dass es retrospektiv wohl angezeigt gewesen wäre, 

gleich zu Beginn ein gezieltes Behandlungskonzept mit Arbeitsreduktion und Therapie 

inklusive Muskelaufbau einzuleiten. Weil dies nicht der Fall gewesen sei, sei es zu einer 

Chronifizierung der Schmerzen mit dem bekannten Circulus vitiosus von 

Schmerzempfindung - Schonhaltung - Muskelabschwächung - Fehlbelastung - 

vermehrte Schmerzempfindung gekommen. - Im vorliegenden Fall kann trotzdem nicht 

von einem Ausnahmefall ausgegangen werden. Dem Beschwerdeführer wurde zwar 

tatsächlich nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine Therapie mit aktivem 

Muskelaufbau ist nicht aktenkundig. Ersteres ist jedoch gerade ein Faktum, welches 

die Frage aufkommen lässt, wie stark der Beschwerdeführer durch die von ihm 

geklagten Beschwerden überhaupt eingeschränkt war. Die von Dr. G.___ erhobenen 

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Befunde waren zumindest nicht (mehr) von erheblicher Schwere (vgl. UV-act. 14). Im 

Regelfall ist davon auszugehen, dass massgebende Beschwerden entsprechende 

Massnahmen erfordern, diese ärztlich verordnet und vom Patienten auch 

wahrgenommen werden. In diesem Sinn stellt die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2013 die berechtigte Frage, weshalb das von 

Dr. D.___ in seinem Bericht vom 3. Mai 2012 (UV-act. 21) vorgeschlagene gezielte 

Aufbau- und Stabilisationstraining nicht durchgeführt worden sei, wenn es medizinisch 

tatsächlich so notwendig gewesen sein solle. Ein solches Training hätte im Übrigen 

ohne Weiteres auch ausserhalb der Arbeitszeit absolviert werden können. Der 

Beschwerdeführer war zusätzlich auch bei Dr. C.___ und Dr. E.___ in Behandlung, ohne 

dass ihm zu einem früheren Zeitpunkt von irgendeiner Seite ein Aufbau- und 

Stabilisationstraining verordnet worden wäre. Wenn nun Dr. D.___ erstmals in seinen 

Berichten vom 3. Mai bzw. 14. Juli 2012 ein solches vorschlägt bzw. einen 

Chronifizierungsprozess beschreibt, kann die Unfallkausalität einer erst nach dem 

Datum der Leistungseinstellung geplanten Therapie nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Dies umso weniger, als die von ihm 

vorgeschlagene Therapie ohne weiteres auch wegen krankheitsbedingten 

Wirbelsäulenbeschwerden verordnet werden und der von ihm beschriebene Prozess 

auch ohne Unfallereignis eintreten kann. Gerade eine Chronifizierung an sich spricht 

nicht für ein unfallkausales Geschehen. Im Verlauf einer solchen wird das ursprünglich 

erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der erlebten Behinderung immer 

bedeutungsloser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Individuum selber, die 

Arbeitsumstände, das soziale Umfeld, das medizinische und legale System sowie 

ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl. Bär/Kiener, a.a.O., S. 45 

ff.). Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass nach einer Kontusion ein Heilungsprozess 

im Regelfall auch ohne Therapie stattfindet und der Beschwerdeführer, wenn auch kein 

Aufbau- und Stabilisationstraining, so doch regelmässig eine Massage- und 

Fussreflexzonentherapie durchführte, deren Intensität nach dem Unfall sich in keiner 

Weise von derjenigen vor dem Unfall unterschied (UV-act. 32). Gerade auch dieser 

Umstand lässt die Bedeutung des Unfallereignisses oder zumindest einen 

fortdauernden Einfluss desselben fraglich erscheinen. Angesichts des Gesagten liegt 

insgesamt eine Situation vor, die es nicht zulässt, fortdauernde Beschwerden über das 

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Datum der Leistungseinstellung dem Unfallereignis zuzuordnen und anzunehmen, dass 

versäumte Therapien zu einer Verlängerung der Heilungsdauer geführt hätten.

4.5   Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass nach Massgabe der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. April 

2011, d.h. ein halbes Jahr nach dem Unfallereignis, für die lumbalen Beschwerden, und 

per 31. Oktober 2011, d.h. ein ganzes Jahr nach dem Unfallereignis, für die Nacken- 

und Kopfschmerzen, von einem Wegfall der Kontusionsfolgen bzw. Folgen der 

Commotio cerebri als Ursache der noch geklagten LWS-, HWS- und Kopfschmerzen 

auszugehen ist. Eine weitergehende Leistungspflicht wegen objektivierter organischer 

Unfallrestfolgen infolge der Kontusion bzw. Commotio cerebri lässt sich nicht 

begründen.

5.       

5.1   Zu prüfen bleibt, ob die geltend gemachten Kopf- und Nackenschmerzen auf eine 

Schleudertraumaverletzung oder eine äquivalente Verletzung zurückzuführen sind. 

Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nämlich bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der HWS 

sowie Schädelhirntraumata (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004, U 243/03 E. 

4.2.1; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316, E. 3; BGE 117 V 369 E. 3e) auch ohne 

nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall 

funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Dabei ist nicht 

entscheidend, ob die im Anschluss an solche Verletzungen geklagten Beschwerden 

medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden, 

zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen Beschwerdebildes gelegentlich 

grosse Schwierigkeiten bereitet. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder 

eine schleudertraumaähnliche Verletzung typischen Beschwerden nicht mit 

entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) 

objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, diesbezügliche Beschwerden in 

Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa).

5.2   Sind die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten 

Beschwerden nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolge zu erklären, 

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ist wie von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid dargelegt 

(vgl. UV-act. 57, vgl. Ziff. 5) eine eigenständige Adäquanzprüfung - entweder nach der 

bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen massgebenden 

Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 oder nach den bei psychischen 

Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen der Psycho-Praxis gemäss BGE 

115 V 133 - durchzuführen. Für die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis ist 

ausschlaggebend, dass ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma 

äquivalente Verletzung diagnostiziert wurde und ein für diese Verletzung typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

vorlag (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2010, 8C_1021/2009, E. 5.2). 

Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner 

umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall 

auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der 

Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädelhirntrauma in Form von 

Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder 

einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich 

jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen (Urteil vom 15. März 2007, U 

258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e).

5.3   Das Vorliegen eines Schädelhirntraumas, worunter sämtliche 

Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des 

Gehirns subsumiert werden, rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-

Praxis, wenn die erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen 

Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen 

hierfür nicht aus (vgl. Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, E. 3.2, und vom 13. 

Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Vorliegend diagnostizierte Dr. G.___ in ihrem Bericht 

vom 26. Februar 2012 (UV-act. 14) aufgrund des vom Beschwerdeführer 

beschriebenen Kopfanpralls auf dem Eis und der angeblichen nachfolgenden Übelkeit 

einen Status nach Commotio cerebri, erachtete hingegen eine Distorsion der HWS, 

trotz Beinträchtigung bzw. Kontusion der HWS (vgl. Erwägung 3.3), aufgrund des 

Unfallmechanismus nachvollziehbar als wenig wahrscheinlich.

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5.4   Gegenüber Dr. G.___ gab der Beschwerdeführer an, nach dem Kopfanprall auf 

dem Eis eine grosse Übelkeit und erhebliche Nackenschmerzen verspürt zu haben und 

seitdem häufiger unter Migräneanfällen zu leiden. Die Migränen würden vom Hals 

ausgehen und manchmal zu leichtem Schwindel und etwas Übelkeit führen (UV-

act. 14). In seinen Berichten vom 1. März (UV-act. 3) bzw. 8. November 2011 (UV-

act. 8) hatte Dr. C.___ "nur" ein cervicovertebrales Syndrom angenommen und auf eine 

muskuläre Dysbalance hingewiesen. An sich typischerweise unmittelbar nach einem 

Schädelhirntrauma auftretende Kopfschmerzen sind sodann erstmals in einer Notiz der 

Beschwerdegegnerin vom 31. Oktober 2011 über ein Telefongespräch mit dem 

Beschwerdeführer (UV-act. 7), d.h. ein Jahr nach dem Unfall erwähnt. In den 

medizinischen Akten sind Kopfschmerzen sogar erst am 3. Mai 2012 durch Dr. D.___, 

d.h. also rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall, vermerkt. Der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall vom 21. Oktober 2010 unter Migräne litt, 

stellt sodann einen unfallfremden Faktor dar, der ein zusätzliches Indiz gegen eine 

Unfallkausalität darstellt. Zur unfallkausalen vorübergehenden Verschlimmerung der 

Migräne wurde in Erwägung 4 Stellung genommen. Die von Dr. C.___ in seinem Bericht 

vom 5. April 2013 erwähnte Schwindelsymptomatik ist offensichtlich neu, d.h. seit vier 

Monaten aufgetreten (UV-act. 50), und kann damit nicht mehr dem Unfall zugeordnet 

werden. Schwindel und Übelkeit wurden ausserdem gegenüber Dr. G.___ als 

Begleiterscheinungen der Migräne und nicht als eigenständige Beschwerdesymptome 

geschildert (UV-act. 14, S. 5). Insgesamt ist mithin festzustellen, dass das Vorliegen 

eines Schädelhirntraumas, welches Langzeitbeschwerden zur Folge hätte, und die 

Anwendung der Schleudertraumapraxis rechtfertigen würde, im konkreten Fall insofern 

auszuschliessen ist, als im Nachgang zum Unfall vom Oktober 2010 weder innerhalb 

der erforderlichen Latenzzeit, aber auch nicht bis zum Zeitpunkt der Leistungsein­

stellung per Ende Oktober 2011, von einem sich als bunt auszeichnenden 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden gesprochen werden kann. Eine 

Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 begründeten Rechtsprechung 

bzw. der sogenannten Schleudertrauma-Praxis fällt demnach ausser Betracht.

5.5   In Frage käme damit lediglich noch eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in 

BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen. 

Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen können Teil einer psychischen Problematik 

sein. Der Beschwerdeführer verneint jedoch, dass psychische Faktoren für die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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Chronifizierung seiner Beschwerden verantwortlich seien (vgl. act. G 5, S. 3, Ad 9). Eine 

psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers wurde nach dem Unfall vom 

Oktober 2010 nicht durchgeführt. Selbst bei Vorliegen einer psychischen Komponente 

entspricht diese jedoch offensichtlich einer unfallfremden erhöhten psychischen 

Belastung des Beschwerdeführers (vgl. dazu UV-act. 7: "einen stressigen, 

anspruchsvollen Job"; UV-act. 32: "stressbedingte Schlafstörungen"). Hierbei handelt 

es sich um Vorzustände bzw. unfallfremde Faktoren, welche eine psychische 

Fehlentwicklung infolge unfallkausaler somatischer Beschwerden zum Vornherein und 

damit eine Adäquanzprüfung nach der sogenannten Psychopraxis ausschliessen.

6.     

Dem Begehren, es sei ein ergänzendes Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. 

Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung 

des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf 

verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 157 E. 3, 124 V 94 E. 

4b; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR 1996 UV Nr. 62 E. 3d S. 212 f.).

7.     

Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Oktober 

2013 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der 

vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG, SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2015
	Art. 6 UVG: Verneinung neuer, unfallkausaler bleibender Gesundheitsschäden im Sinn struktureller Veränderungen; Erreichen des Status quo sine/ante nach vorübergehender Verschlimmerung eines Vorzustandes bzw. einer in einer ersten Phase schädigenden Einwirkung des Unfalls auf den Körper; Verneinung einer Adäquanzprüfung nach den Grundsätzen der Schleudertrauma-Praxis und der Psychopraxis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2015, UV 2013/89).Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della BatlinerEntscheid vom 25. März 2015in SachenA.___,Beschwerdeführer,gegenAllianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft,Schadenservice, Postfach, 8010 Zürich,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:

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