# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a258ca17-1f1e-5ae6-8185-e42f16510492
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-10
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Schutzentscheide für Brückenbauwerke.
**Docket/Reference:** BRGE III Nrn. 0030-0031/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nrn._0030-0031-2021_vom_10._maerz_2021_1.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE III Nr. 

R3.2019.00059 und R3.2019.00060 
0030/2021 und 0031/2021 

Entscheid vom 10. März 2021 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Ersatzrichterin Gabriele Kisker, Baurichte-
rin Sabine Ziegler, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrentin 

Politische Gemeinde X […] 

vertreten durch […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

R3.2019.00059 
2.  S. […] 

R3.2019.00060 
2.  S. […] 
3.  Gemeinderat Y […] 

betreffend 

R3.2019.00059 
Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  Nr. 0011/2018  vom  20. März 
2019; Unterschutzstellung Brückenbauwerk G. und Vormerknahme verwal-
tungsrechtlicher Vertrag […] 

R3.2019.00060 
Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  Nr. 1667/2018  vom  20. März 
2019; Verzicht auf Unterschutzstellung Wegüberführung M. […] 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit  Verfügung  Nr. 0011/2018  vom  20. März  2019  stellte  die  Baudirektion 

das Brückenbauwerk G. auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 in X unter Schutz. 

Gleichzeitig verzichtete die Baudirektion mit Verfügung Nr. 1667/2018 vom 

20. März  2019  auf  die  Unterschutzstellung  des  Brückenbauwerks  M.  auf 

dem Grundstück Kat. Nr. 2 in Y. 

B. 
Gegen diese Entscheide erhob die Stadt X mit Eingabe vom 13. Mai 2019 

fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  bean-

tragte,  anstelle  der  Brücke  G.  sei  die  Brücke  M.  unter  Schutz  zu  stellen. 

Eventualiter beantragte die Rekurrentin Änderungen und Ergänzungen der 

Unterschutzstellungsverfügung  für  die  Brücke  G.,  alles  unter  Kosten-  und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerschaft. 

C. 
Mit Verfügungen vom 15. Mai 2019 wurden die Rekurseingänge unter den 

Geschäftsnummern  R3.2019.00059  (G.)  bzw.  R3.2019.00060  (M.)  vorge-

merkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 
Mit Eingaben vom 14. Juni 2019 beantragte die Vorinstanz die Abweisung 

der Rekurse unter Kostenfolgen zulasten der Rekurrentin. Die Mitbeteiligten 

verzichteten stillschweigend auf eine Stellungnahme. 

E. 
Am 16. Juli 2019 wurden die Verfahren sistiert. Mit Verfügung vom 19. No-

vember  2020  wurden  die  Verfahren  fortgesetzt  und  der  Rekurrentin  Frist 

zur Replik angesetzt. 

R3.2019.00059 

Seite 2 

 
 
Mit Replik vom 9. Dezember 2020 bzw. Dupliken vom 8. Januar 2021 hiel-

ten die Rekurrentin und die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. Die Mitbetei-

ligte 2  schloss  sich  mit  Eingabe  vom  8. Januar 2021  der  Duplik  der  Vor-

instanz an. 

F. 
Auf  die  Vorbringen der  Parteien  wird,  soweit  zur  Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Angefochten sind Schutzentscheide für zwei typengleiche Brückenbauwer-

ke. Im Kern geht es um die Frage, welche der beiden Brücken aufgrund ei-

ner Interessenabwägung unter Schutz zu stellen ist. Die Verfahren sind da-

her zu vereinigen. 

2.1. 
Bezüglich  der  Rekurslegitimation  stellt  die  Baudirektion  das  aktuelle  Inte-

resse  der  Rekurrentin an  der  Aufhebung  der  angefochtenen  Anordnungen 

in Frage. Die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X befinde sich derzeit 

in Gesamtrevision. Auf eine Einzonung des Gebiets G. solle verzichtet wer-

den;  es  werde  weiterhin  als  Reservezone  ausgewiesen.  Somit  gehe  die 

Rekurrentin davon aus, dass mit der überarbeiteten BZO der voraussichtli-

che Bedarf an Bauzonen für die nächsten 15 Jahre gedeckt werden könne 

(Art. 15 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes [RPG]). Die Erschliessung des 

Gebiets  sei  erst  in  Varianten  angedacht  (s.  kommunaler  Richtplan, 

act. 14.2, R3.2019.00059). Sodann sehe der Schutzentscheid die Möglich-

keit vor, bei einer allfälligen Gebietserschliessung das Brückenbauwerk zu-

gunsten einer neu zu erstellenden, grösseren Überführung zu versetzen. 

R3.2019.00059 

Seite 3 

 
 
2.2. 
Die  Rekurrentin  begründet  ihr  Interesse  mit  der  Erschliessung  des  Areals 

G.,  welches  mit  einer  Brücke  in  Fortsetzung  der  A.-Strasse  erschlossen 

werden  solle.  Die  Erschliessung  werde  verkompliziert,  verteuert  und  im 

schlimmsten  Fall  verunmöglicht.  Die  Unterschutzstellung  und  eine  damit 

verbundene  Versetzung  der  Brücke  zeitigten  Kostenfolgen  und  führten  zu 

einer unmittelbaren Betroffenheit der Rekurrentin. Ausserdem werde sie in 

ihrer  Gemeindeautonomie  als  Trägerin  der  kommunalen  Planungshoheit 

eingeschränkt.  

2.3.1. 
Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-

ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung  oder  Änderung  hat  (§ 338a  Satz 1  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

[PBG]). Diese Bestimmung umschreibt die Rechtsmittellegitimation bei der 

Anfechtung  von  Anordnungen,  die  in  Anwendung  des  Raumplanungsge-

setzes,  des  Umweltschutzgesetzes  oder  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

ergangen  sind  (vgl. § 329  Abs. 1 PBG;  Martin  Bertschi,  in:  Kommentar 

VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014,  § 21  Rz. 10 ff.,  auch  zum  Folgen-

den). 

Das vom Gesetz verlangte schutzwürdige Interesse (Anfechtungsinteresse) 

setzt voraus, dass der Rekurrent mit der Gutheissung des Rekurses einen 

Nutzen  erlangt  bzw.  einen  Nachteil  abwendet.  Sofern  und  soweit  der  Re-

kurs  mit  hierzu  von  vornherein  ungeeigneten  Rügen  begründet  wird,  fehlt 

es am Anfechtungsinteresse. Das Interesse kann rechtlicher oder tatsächli-

cher  Natur  sein.  Das  Kriterium  der  Schutzwürdigkeit  zeigt  indes  an,  dass 

nicht jedes beliebige Interesse anerkannt wird. Ob ein Interesse schutzwür-

dig ist, ergibt sich aus seiner rechtlichen Würdigung. Schliesslich ist zu ver-
langen,  dass  das  Anfechtungsinteresse  aktuell  ist.  Damit  fehlt  es  an  der 

Rekurslegitimation, wenn nur ein Entscheid über eine theoretische Rechts-

frage angestrebt wird. 

2.3.2. 
Für die legitimationsbegründende Betroffenheit genügt es vorliegend, dass 

der  Erhalt der  Brücke G.  die mögliche  künftige  Erschliessung des Gebiets 

G. tangiert, auch wenn es sich um einen sehr langen Zeithorizont handelt. 

Mit den Rekursen ist nicht über eine bloss theoretische Rechtsfrage zu ent-

R3.2019.00059 

Seite 4 

 
 
scheiden, vielmehr handelt es sich bei der Einzonung des Gebiets G. nicht 

um  eine  bloss  hypothetische  Planung  und  beeinflusst  die  Unterschutzstel-

lung  die  künftige  Planung  auf  lange  Sicht.  Dementsprechend  erwog  der 

Regierungsrat  in  seinem  Beschluss  vom  […]  (act. 6.1.,  R3.2019.00059), 

das  Interesse  der  Rekurrentin  an  der  Erschliessung  des  Gebiets  G.  sei  in 

die Abwägung, welche der beiden Brücken unter Schutz zu stellen sei, mit-

einzubeziehen;  dies  umfasse  unter  anderem  die  Prüfung,  inwiefern  ein 

Ausbau der Brücke nach einer allfälligen Unterschutzstellung noch möglich 

sei  (E. 7).  Die  Rekurrentin  ist  daher  von  den  angefochtenen  Verfügungen 

betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Da die 

übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Rekurse 

einzutreten. 

3. 
Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Das  Baurekursgericht  hat  unbese-

hen von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen, wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass 

kein Augenschein durchzuführen war. 

4. 
Zur  Vorgeschichte  ist  den  angefochtenen  Verfügungen  folgendes  zu  ent-

nehmen: Am 4. Mai 2011 stellte die Baudirektion das Brückenbauwerk G. in 

X unter Schutz. Hiergegen erhob die politische Gemeinde X Rekurs an den 

Regierungsrat.  Am  22. Juli 2011  bewilligte  die  Baudirektion  den  Rückbau 

der typengleichen Wegüberführung M. in Y unter der Bedingung, dass der 
Abbruch  erst  erfolgen  dürfe,  wenn  die  Unterschutzstellung  der  Brücke  G. 

rechtskräftig  geworden  sei.  Der  Regierungsrat  hiess  den  Rekurs  mit  Ent-

scheid  vom  21. August 2013  gut  […]  und  wies  die  Sache  zu  zusätzlichen 

Sachverhaltsabklärungen  und  zum  neuen  Entscheid  an  die  Baudirektion 

zurück. Der neue Entscheid müsse auf einem detaillierten Vergleich beider 

Wegführungen  beruhen  und  deren  langfristigen  Erhalt  berücksichtigen;  es 

habe eine erneute Interessenabwägung zu erfolgen. 

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Seite 5 

 
 
5. 
Die Schutzentscheide werden in den angefochtenen Beschlüssen wie folgt 

begründet: Die typengleichen Wegüberführungen G. und M. gehörten beide 

zu  den  ursprünglichen  lnfrastrukturbauten  der  1876  durch  die  Eisenbahn-

gesellschaft  Effretikon-Pfäffikon-Hinwil  eröffneten  und  später  durch  die 

Nordostbahn  (NOB)  betriebene  Bahnlinie.  Sie  seien  in  den  Jahren  1876 

und 1877 errichtet worden und seien damit die ältesten erhaltenen eisernen 

Bogenbrücken  im  schweizerischen  Eisenbahnnetz.  Die  schweisseisernen 

Fachwerke  mit  kreisförmigen  Bögen  und  auf  radialen  Linien  liegenden 

Gurtknoten seien Tragwerkskonstruktionen von hohem Seltenheitswert. Die 

Baudirektion qualifiziere deshalb beide Brücken in ihrer heutigen Gestalt als 

wichtige wirtschafts- und bauhistorische Zeugen im Sinne von § 203 Abs. 1 

lit. c PBG für die Pionierzeit des Eisenbahnbaus während der zweiten Hälf-

te des 19. Jahrhunderts.  

Beide  Wegüberführungen  wiesen  ähnliche  Schäden  an  der  Beton-  und 

Stahlkonstruktion auf. Die Schäden an der Wegüberführung M. seien weiter 

fortgeschritten und der bauliche Zustand werde deshalb schlechter bewer-

tet.  Im  Gegensatz  zur  Wegüberführung  G.  seien  im  Korrosionsschutz  der 

Wegüberführung M. Belastungen durch Schwermetalle nachgewiesen, was 

bei  einer  Sanierung  oder  einer  Demontage  eine  vollständige  Einhausung 

erfordere, die aus Platzgründen den Bahnbetrieb verunmögliche. Hingegen 

könne  eine  Sanierung  der  Wegüberführung  G.  ohne  vollständige  Einhau-

sung und bei laufendem Bahnbetrieb erfolgen. Die Tragsicherheit der Weg-

überführung G. sei für den 16 Tonnen Verkehr gegeben. Im Zuge einer Sa-

nierung  lasse  sich  die  Tragsicherheit  abhängig  vom  lnstandsetzungskon-

zept  zusätzlich  erhöhen.  Bei  der  Wegüberführung  M.  sei  lediglich  eine 

Tragsicherheit  von  3,5 Tonnen  geprüft  und  nachgewiesen.  Die  Wegüber-

führung  G.  werde  aktuell  als  Fuss-  und  Veloweg  von  der  Wohnzone  zur 
Reservezone genutzt und sei für einen eingeschränkten motorisierten Ver-

kehr  freigegeben.  Die  Umzonung  der  Reservezone  zur  Wohnzone  könne 

die Weiterführung der Nutzung als Wegüberführung der Brücke G. gewähr-

leisten. Im Gegensatz hierzu entbehre die Wegüberführung M. in Y bereits 

heute  einer  Nutzung.  Eine  Nutzung  als  Wegüberführung  sei  nebst  den 

rechtlichen  Gegebenheiten  aufgrund  des  Baus  der  Förderanlage  für  die 

nähere Zukunft auszuschliessen. Auf Grundlage einer eingehenden Würdi-

gung beider Brückenbauwerke, nach ausführlichem Vergleich, der den Zu-

stand,  die  baulichen  Sanierungsaufwendungen  und  deren  Kostenfolgen 

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Seite 6 

 
 
sowie  den  Nutzen  und  die  Zweckmässigkeit  der  jeweiligen  Brücke  gegen-

überstelle, und in Abwägung der entgegenstehenden Interessen entscheide 

sich  die  Baudirektion  zum  Erhalt  der  Wegüberführung  G.  in  X  und  zum 

Rückbau der Wegüberführung M. in Y. Der Verlust eines mit Schwermetal-

len  belasteten  Schutzobjektes  stehe  dem  Erhalt  eines  gleich  alten,  typen-

gleichen,  nicht  belasteten  Schutzobjekts  mit  höherer  Traglast  gegenüber, 

das in seiner Funktion erhalten werde. 

Zu den Vorbringen der Stadt X im Rahmen der Anhörung erwog die Baudi-

rektion  Folgendes:  Der  Nutzung  eines  Schutzobjekts  werde  eine  höhere 

Bedeutung  beigemessen  als  der  rein  musealen,  funktionslosen  Erhaltung 

desselben.  Eine  denkmalgerechte  Nutzung  sei  für  den  langfristigen  Erhalt 

eines Schutzobjekts wesentlich. In diesem Sinne sei eine Unterschutzstel-

lung der Wegüberführung G. derjenigen der Wegüberführung M. vorzuzie-

hen.  Dem  in  diesem  Zusammenhang  vorgebrachten  Argument,  dass  bei 

einem Doppelspurausbau die Wegüberführung G. nicht mehr in ihrem Ori-

ginalzustand  erhalten  bliebe,  sei  Folgendes  entgegenzuhalten:  Der  Dop-

pelspurausbau  der  Strecke […]  in  X  werde  seitens  der  SBB  erst  ab  2035 

erwogen. Das Vorhaben sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkretisiert. Ent-

sprechend  könnten  die  Kosten  eines  allfälligen  Ersatzes  der  Widerlager, 

dessen Notwendigkeit ferner zunächst nachgewiesen werden müsse, nicht 

Bestandteil  der  Interessenabwägung  sein.  Dass  derzeit  kein  Doppel-

spurausbau der SBB-Strecke von Z nach Y in Planung sei, bedeutet nicht, 

dass ein solcher langfristig nicht realisiert werden könnte. 

Den raumplanerischen Anliegen der Stadt X und der Planungsgruppe R. im 

Rahmen der Anhörung  werde seitens der Baudirektion insofern Rechnung 

getragen, als dass bei der Unterschutzstellung der Wegüberführung G. in X 

die Option einer nachweislich begründeten Verlegung der Wegüberführung 
im Zuge der Gebietserschliessung G. möglich sei. Eine allfällige Verlegung 

der  Wegüberführung  G.  im  Zuge  der  Erschliessung  des  Entwicklungsge-

biets  G.  sei  Verhandlungssache  zwischen  der  SBB  und  der  Stadt  X  und 

könne nicht durch die Baudirektion angeordnet werden. Ebenso verhalte es 

sich mit den Kostenfolgen einer Verlegung der Wegüberführung. 

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Seite 7 

 
 
6.1. 
Die Rekurrentin macht geltend, dass – wenn es um den langfristigen Erhalt 

einer der beiden Eisenbahnbrücken gehe – die Brücke in Y unter Schutz zu 

stellen  sei.  Gestützt  auf  die  vorliegenden  Gutachten  sei  nicht  klar  ersicht-

lich, welche Brücke näher am ursprünglichen Zustand sei. Bei beiden Brü-

cken  seien  gemäss  Gutachten neue  Deckbeläge  angebracht  worden,  wel-

che  den  jeweils  ursprünglichen  Deckbelag  (aus  Eisen)  ersetzt  hätten.  Bei 

der Brücke in Y finde sich gemäss Fotodokumentation zum Überprüfungs-

bericht  der  E.  T.  AG  (Foto 32)  der  Hinweis  auf  den  letzten  Anstrich  von 

1961, was an sich bemerkenswert sei und einen spannenden Beleg für die 

historische  Bedeutung  der  Brücke  darstelle.  Für  die  Beurteilung  des  Zu-

standes des Wegübergangs M. habe sich die Baudirektion auf das Gutach-

ten der S. von 2009 gestützt. Es sei nicht zu erkennen, inwiefern die darin 

gemachten  Ausführungen  nachgeprüft  und  verifiziert  worden  seien,  zumal 

es sich um ein Parteigutachten der S. handle, welche 2011 das Gesuch um 

Aufhebung  des  Schutzes  eingereicht  habe.  Die  Sachverhaltsabklärungen 

der Baudirektion seien folglich unvollständig und es finde nicht wie im Ent-

scheid des Regierungsrats von 2013 gefordert eine umfassende Würdigung 

der wesentlichen Umstände statt.  

Die Baudirektion begründe die Nichtunterschutzstellung der Brücke M. in Y 

hauptsächlich damit, dass eine Förderanlage den Zugang zur Brücke kreu-

zen  werde  und  der  Zugang  zur  Brücke  aufgehoben  werden  soll  und  des-

halb weder Anrainer noch die S. ein Interesse an der Aufrechterhaltung des 

Wegübergangs  hätten  und  die  S.  eine  Sanierung  als  unverhältnismässig 

erachteten.  Demgegenüber  werde  die  Brücke  G.  aktuell  als  Fuss-  und 

Wegverbindung  sowie  durch  den  eingeschränkten  motorisierten  Verkehr 

genutzt.  Dem  sei  –  so  die  Rekurrentin  –  entgegenzuhalten,  dass  die  Nut-

zung  als  solche  nicht  Gegenstand  einer  Schutzanordnung  sein  könne. 
Denkbar sei auch eine museale Präsentation der in der Umgebung als Soli-

tär in Erscheinung tretenden Brücke M. Ausserdem ziele die Argumentation 

an der Sache vorbei, weil für die Nutzung des Brückenbauwerks G. als Ve-

loweg und für den Doppelspurausbau bauliche Veränderungen, u.a. am Er-

scheinungsbild,  erforderlich  seien.  Bei  einer  Erschliessung  des  Entwick-

lungsgebietes  G.  über  die  A.-Strasse  wäre  eine  Verschiebung  der  Brücke 

oder  zumindest  deren  bauliche  Veränderung  erforderlich.  Alle  diese  Prob-

leme  und  Nachteile  würden  entfallen,  wenn  die  Brücke  in  Y  unter  Schutz 

gestellt  würde.  Für  den  Entscheid,  welche  Brücke  unter  Schutz  gestellt 

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werden  soll,  sei  auch  nicht  entscheidend,  ob  resp.  wie  oft  die  Brücke  von 

Personen  überquert  werde.  Denn  die  Person,  welche  die  Brücke  quere, 

nehme die Konstruktion der Brücke, wenn überhaupt, kaum wahr. Dies gel-

te jedenfalls für die Brücke in X, bei welcher die Bahnlinie in einem Gelän-

deeinschnitt verlaufe und die Brückenkonstruktion darin "verschwinde". 

Die  Baudirektion  sei  zum  Schluss  gelangt, dass  im  Gegensatz  zur  Brücke 

M. die Brücke G. ohne Einhausung und bei laufendem Bahnbetrieb saniert 

werden  könne.  Die  Baudirektion  weise  in  diesem  Zusammenhang  auf 

Schwermetalle  im  Korrosionsschutz  der  Brücke  M.  hin,  was  eine  Einhau-

sung  erfordere.  Die  Baudirektion  leite  somit  aus  dem  Erfordernis  der  Ein-

hausung  ab,  welche  Brücke  unter  Schutz  gestellt  werden  soll.  Dies  stelle 

kein  taugliches  Argument  dar,  weil  die  Schadstoffe  auch  bei  dem  von  der 

Baudirektion  angestrebten  Rückbau  der  Brücke  in  Y  eine  Einhausung  er-

forderlich  machen  würden.  Sodann  sei  gemäss  Gutachten  der  C.  B.  AG 

auch bei einer Sanierung der Wegüberführung G. wegen Schadstoffen eine 

vereinfachte Einhausung notwendig. Im Übrigen werde nicht dargelegt, wie 

während  laufendem  Bahnbetrieb  eine  Verschiebung  der  Wegüberführung 

G.  und  Anpassungsarbeiten  im  Rahmen  eines  Doppelspurausbaus  in  X 

möglich sein sollen.  

Die  Möglichkeit  der  Erschliessung  des  Entwicklungsgebietes  G.  über  die 

A.-Strasse sei für die Stadt X sehr wichtig. Eine Unterschutzstellung würde 

die  Erschliessung  des  Entwicklungsgebietes  massiv  erschweren  und  ver-

teuern  und  unter  Umständen  gar  verunmöglichen.  Die  bestehende  Brücke 

reiche  weder  von  der  Breite  noch  von  der  Tragfähigkeit  her  aus,  um  das 

neue  Baugebiet  jenseits  der  Bahngeleise  zu  erschliessen.  Daraus  folge, 

dass  die  Brücke  dannzumal  entweder  abzubrechen  oder  an  eine  andere 

Stelle zu verschieben sei. In Dispositivziffer II der angefochtenen Verfügung 
Nr. 0011/2018 werde zwar eine Versetzung im Nahbereich vorbehalten, es 

sei  aber  noch  nicht  sicher,  ob  die  geschützte  Brücke  selbst  für  den  Lang-

samverkehr  weiterhin  genutzt  werden  könnte.  Zudem  wäre  in  diesem  Fall 

der Blick auf die Brücke G. von der einen Seite, wo die neue Brücke erstellt 

würde,  verstellt.  Dazu  kämen  die  erheblichen  Zusatzkosten  für  die  Ver-

schiebung  und  Beibehaltung  einer  geschützten  Brücke.  Ausserdem  wären 

zwei parallel und in unmittelbarer Nähe zueinander verlaufende Übergänge 

zu unterhalten. 

R3.2019.00059 

Seite 9 

 
 
Die  Baudirektion  habe  die  Anpassung  der  Zugänglichkeit  und  die  damit 

verbundenen Kosten im Falle einer Verlegung der Brücke G. nicht geprüft. 

Bei  einer  Verlegung  der  Brücke  und  der  Erstellung  einer  zweiten  parallel 

verlaufenden Brücke müsse von den Grundstücksflächen östlich oder west-

lich  der  A.-Strasse  Land  (enteignungsrechtlich)  beansprucht  werden.  Dies 

führe  zu  weiteren  Zusatzkosten,  welche  zu  berücksichtigen  gewesen  wä-

ren. Seitens der Baudirektion fänden sich zudem auch keine Überlegungen 

zur praktischen und rechtlichen Umsetzung einer Verlegung bzw. den damit 

verbundenen  Risiken  und  Unsicherheiten.  Die  fehlende  Berücksichtigung 

zukünftig anfallender Kosten widerspreche der vom Regierungsrat mit Ent-

scheid  von  2013  angeordneten  umfassenden  Interessenabwägung  und 

Kostenevaluation. 

Ferner  habe  die  Baudirektion  nicht  berücksichtigt,  dass  die  Wegüberfüh-

rung  G.,  nicht  wie  vom  Regierungsrat  gefordert,  langfristig  gesichert  sei. 
Bereits heute sei bekannt, dass für die Bahnstrecke zwischen X1 und X2 ein 
Doppelspurausbau  geplant  sei.  Laut  Baudirektion  werde  ein  solcher  Aus-

bau  gemäss  Transportauftrag  der  SBB  ab  2035  erwogen.  Damit  gestehe 

die Baudirektion ein, dass ein Ausbau der Bahnanlagen in X wahrscheinlich 

sei.  Demgegenüber  würden  für  die  Bahnstrecke  in  Y  keine  Planungen  für 

einen  Ausbau  vorliegen.  Die  Behauptung  der  Baudirektion,  dass  ein  Aus-

bau  der  Bahnstrecke  in  Y  nicht  ausgeschlossen  werden  könne,  erscheine 

vorgeschoben  und  finde  unter  anderem  im  kantonalen  Richtplan  keine 

Grundlage. Für den Doppelspurausbau würden unweigerlich Anpassungen 

an  den  Widerlagern  und  allenfalls  auch  an  der  Fachwerk-Bogenbrücke 

notwendig,  welche  die  Originalsubstanz  der  Brücke  deutlich  mindern  und 

deren Bestand und Authentizität und folglich den behaupteten Zeugniswert 

in Frage stellen würden. Namentlich werde durch die Zerstörung der Wider-

lager,  das  Abgraben  der  seitlichen  Böschungen  und  die  Erstellung  von 
senkrechten (Beton-)Wänden die Einbettung des Brückenbauwerks verunk-

lärt.  Trotzdem  würden  gerade  die  Widerlager  in  Naturstein  explizit  vom 

Schutzumfang erfasst. Der Schutzumfang sei bei einem Doppelspurausbau 

nicht  gewährleistet.  Die  Wegüberführung  M.  in  Y  überspanne  eine  Bahn-

strecke, welche nicht von einem Spurausbau betroffen sei. Dadurch könn-

ten die Originalsubstanz für die Nachwelt langfristig beinahe im Originalzu-

stand erhalten bleiben. 

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Seite 10 

 
 
Gemäss den Erwägungen der Baudirektion in der Verfügung Nr. 0011/2018 

sei eine allfällige Verlegung der Wegüberführung G. nur im Zusammenhang 

mit der Erschliessung des Entwicklungsgebiets G. möglich. Demgegenüber 

sei  eine  Verlegung  für  den  Fall  der  Spurerweiterung  der  Bahnstrecke  X1 

nach  X2  oder  für  den  Fall,  dass  vor  einer  rechtskräftig  festgesetzten  Er-

schliessung des Gebiets G. umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Weg-

überführung  G.  erforderlich  werden  sollten,  nicht  vorgesehen.  Es  bestehe 

deshalb  das  Risiko,  dass  die  Brücke  unter  Aufwendung  erheblicher  Mittel 

saniert und im Anschluss daran um einige Meter verlegt werden müsse, um 

die  Erschliessung  des  Gebiets  G.  über  die  Bahnstrecke  mit  einer  neuen 

Überführung  bzw.  einer  für  den  Motorverkehr  genügenden  Brücke  zu  er-

möglichen.  Diese  mehrmaligen  Eingriffe  seien  weder  aus  ökonomischen 

noch  aus  denkmalpflegerischen  Überlegungen  sinnvoll.  Sollte  die  Brücke 

G. rechtskräftig unter Schutz gestellt werden, würde dies unverhältnismäs-

sige Kosten verursachen. Nicht ersichtlich sei, welche Überlegungen zu ei-

ner  möglichen  Verlegung  und  einer  Neuplatzierung  der  Brücke  angestellt 

worden seien bzw. welche Anforderungen die kantonale Denkmalpflege an 

die  Gestaltung  bzw.  an  eine  neue,  parallel  zur  bestehenden,  aber  verleg-

ten, Wegüberführung verlaufenden Brücke stelle. Durch diese auslegungs-

bedürftige  Formulierung  seien  die  Anforderungen  nicht  vorhersehbar  und 

die  Kosten  nicht  kalkulierbar  und  schaffe  die  Formulierung  keine  klaren 

bzw. klärbaren Verhältnisse. Gemäss Ansicht der Rekurrentin müssten die 

Anforderungen von Art. 238 Abs. 2 PBG herangezogen werden. 

Die  Baudirektion  führe  lediglich  aus,  dass  ein  solcher  Ausbau  gemäss 

Transportauftrag der SBB erst ab 2035 erwogen werde. Damit gestehe die 

Baudirektion  aber  gerade  ein,  dass  ein  Ausbau  der  Bahnanlagen  in  X 

wahrscheinlich  sei.  Demgegenüber  würden für  die  Bahnstrecke  in Y  keine 

Planungen  für  einen  Ausbau  vorliegen.  Die  Behauptung  der  Baudirektion, 
dass ein Ausbau  der Bahnstrecke  in  Y  nicht  ausgeschlossen  werden  kön-

ne, erscheine vorgeschoben und finde unter anderem im kantonalen Richt-

plan keine Grundlage.  

Bei  einem  Doppelspurausbau  stelle  sich  sodann  die  Frage,  inwiefern  die 

denkmalpflegerischen  Anliegen  und  Kostenüberlegungen  für  eine  Er-

schliessung  des  Gebiets  G.  in  einem  Plangenehmigungsverfahren  Platz 

fänden (vgl. Art. 18 Abs. 4 Eisenbahngesetz [EBG]) bzw. ob ein Festhalten 

an  den  Inhalten  des  verwaltungsrechtlichen  Schutzvertrages  dann  nicht 

R3.2019.00059 

Seite 11 

 
 
doch unverhältnismässig angesehen würden und/oder hinter die Interessen 

der  Bahn  zurückzutreten  hätten.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtspre-

chung  seien  die  Interessen  der  Bahnen  an  einer  uneingeschränkten  Nut-

zung  ihrer  Anlagen  höher  zu  gewichten  als  denkmalpflegerische  Interes-

sen.  Die  Sicherheit  des  Bahnbetriebs  habe  dabei  stets  Vorrang 

(vgl. BGE 121 II 8, E. 3). 

Das  Bundesgericht  verlange  im  Zusammenhang  mit  Bahnanlagen,  "eine 

sorgfältige  Abklärung  des  Sachverhalts  und  die  Erfassung  aller  auf  dem 

spiele stehenden Interessen. Eine sachgerechte, allen Anliegen Rechnung 

tragende  Lösung  werde  letztlich  am  ehesten  gefunden  werden  können, 

wenn die Unterschutzstellung in Absprache mit der Bahnunternehmung und 

allenfalls  auch  der  eisenbahnrechtlichen  Plangenehmigungsbehörde  erfol-

ge"  (BGE 121 II 8,  E. 3).  Eine  Absprache  mit  der  eisenbahnrechtlichen 

Plangenehmigungsbehörde,  mithin  dem  Bundesamt  für  Verkehr,  sei  nicht 

aktenkundig. Die Einholung einer Einschätzung wäre mit Bezug auf die sich 

vorliegend stellenden Fragen, etwa mit Bezug auf die Statik des zu entfer-

nenden  und  neu  einzubauenden  Überbaus  und  dessen  Tragfähigkeit  und 

allenfalls  damit  zusammenhängenden  Folgefragen  zumindest  geboten  ge-

wesen. 

Es  sei  der  Rekurrentin  nicht  zuzumuten, allfällige  eisenbahnrechtliche  und 

besondere  technische  Berechnungen  der  S.  detailliert  zu  hinterfragen  und 

zu  prüfen.  Dies  wäre primär  durch  die entsprechende  Plangenehmigungs-

behörde  vorzunehmen.  Dies  sei  aber  nicht  erfolgt  und  die  Baudirektion 

scheine  sich  auf  ein  Parteigutachten  (Machbarkeitsstudie)  und  mithin  eine 

Parteibehauptung zu verlassen. Entsprechend sei fraglich, ob bzw. welche 

Anforderungen an ein Projekt im Plangenehmigungsverfahren gestellt wür-

den. Der Sachverhalt sei folglich rechtsungenügend abgeklärt worden.  

6.2. 
Die Baudirektion entgegnet, die BZO von X befinde sich derzeit in Gesamt-

revision. Auf eine Einzonung des Gebiets G. sei verzichtet worden; es wer-

de  weiterhin  als  Reservezone  ausgewiesen.  Die  angefochtene  Unter-

schutzstellung  sehe  die  Möglichkeit  vor,  bei  einer  allfälligen  Gebietser-

schliessung  das  Brückenbauwerk  zugunsten  einer  neu  zu  erstellenden, 

grösseren  Überführung  zu  versetzen.  Damit  könne  nicht  von  einer  Ein-

schränkung der Erschliessungsmöglichkeit die Rede sein. Der kommunale 

R3.2019.00059 

Seite 12 

 
 
Richtplan weise für die Erschliessung des Gebiets G. zudem mehrere Vari-

anten auf. Die kantonale Denkmalpflege habe im Zuge der Vorprüfung zur 

Gesamtrevision  des  kommunalen  Richtplans  auf  das  laufende  Unter-

schutzstellungsverfahren  der  Wegüberführung  G.  hingewiesen,  was  von 

der Rekurrentin ohne weiteres zur Kenntnis genommen worden sei.  

Es sei nicht zu beanstanden, dass die Baudirektion bei der Ausübung ihres 

Auswahlermessens  die  Erhaltung  eines  Objekts  in  seiner  ursprünglichen 

Funktion  hoch  gewichte.  Dabei  könne  sie  sich  auf  die  Leitsätze  zur  Denk-

malpflege  in  der  Schweiz  (hrsg. v. der  Eidgenössischen  Kommission  für 

Denkmalpflege  [2007])  stützen.  So  würden  diese  darauf  hinweisen,  dass 

die Nutzung eines Denkmals das Interesse an seinem Unterhalt sichert und 

dass die angestammte Nutzung einen Wert darstelle, der nicht ohne wichti-

ge Gründe aufgegeben werden sollte (Leitsatz 3.2, Nutzung). Es gehe da-

bei auch nicht darum, eine Nutzung zu schützen, sondern die Tatsache zu 

berücksichtigen, dass die Wegüberführung G. auch zukünftig ihrer Funktion 

entsprechend  genutzt  werden  könne.  Die  Baudirektion  messe  einer  Fort-

führung  der  angestammten  Nutzung  ein  grosses  Gewicht  bei.  Gegen  die 

Unterschutzstellung der Wegüberführung in Y spreche ihre Funktionslosig-

keit,  da  es  keinen  Weg  mehr  durch  das  Industrieareal  auf  der  Nordseite 

gebe.  Bezüglich  der  Wahrnehmbarkeit  würden  sich  die  beiden  Wegüber-

führungen  nicht  unterscheiden;  auch  bei  der  Wegüberführung  M.  verlaufe 

die Bahnlinie in einem Einschnitt.  

Mit  der  angefochtenen  Verfügung  werde  in  erster  Linie  die  S.  beschwert. 

Diese  sei  mit  der  Unterschutzstellung  einverstanden.  Den  S.  sei  nicht  zu-

zumuten  eine  funktionslose  Wegüberführung  in  Y  aufgrund  einer  Unter-

schutzstellung instand zu stellen und weiterhin den erforderlichen Unterhalt 

über ungewisse Zeit für die nach wie vor benötigte Wegüberführung in X zu 
leisten. 

Der Schutzvertrag bzw. die Schutzverfügung würden es zulassen, die Brü-

cke G. bei einer Spurerweiterung oder im Falle der Erschliessung des Ge-

biets G. zu verlegen. Dazu wären neue Widerlager notwendig. Schutzwür-

dig sei jedoch vor allem die eiserne Tragwerkskonstruktion mit hohem Sel-

tenheitswert, welche auch bei neuen Widerlagern wieder eingesetzt werden 

könne.  Diese  könne  auch  noch  Zeugnis  von  der  Ingenieurskunst  des  19. 

Jh. ablegen, wenn sie auf neuen Widerlagern liege. 

R3.2019.00059 

Seite 13 

 
 
Die  Rekurrentin  befürchte  unverhältnismässige  Kosten  durch  zweimalige 

Eingriffe  am  Brückenbauwerk.  Analoge  Herausforderungen  würden  aber 

auch bezüglich des Baus eines neuen Brückenbauwerks zur allfälligen Er-

schliessung des Gebiets G. in Abstimmung mit dem Doppelspurausbau be-

stehen. Diesbezüglich sei davon auszugehen, dass die involvierten Stellen 

diesen  Herausforderungen  gewachsen  seien.  Eine  detaillierte  Regelung 

zum jetzigen Zeitpunkt, in dem weder die Erschliessung des Gebiets noch 

der Doppelspurausbau feststünden, mache keinen Sinn. Die Sanierung des 

Brückenbauwerks  habe  sich  dabei  in  erster  Linie  an  dessen  Zustand  zu 

orientieren. Die Aufwendungen für die Sanierung der Stahlkonstruktion sei-

en  auch  bei  einem  Neubau  der  Widerlager  im  Falle  einer  Verlegung  und 

Anpassung an eine doppelspurige Eisenbahnstrecke nicht verloren. 

6.3.1. 
Schutzobjekte sind unter anderem Ortskerne, Quartiere, Strassen und Plät-

ze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, die 

als  wichtige  Zeugen  einer  politischen,  wirtschaftlichen,  sozialen  oder  bau-

künstlerischen Epoche erhaltenswürdig sind oder die Landschaft oder Sied-

lungen  wesentlich mitprägen,  samt der für  ihre Wirkung  wesentlichen  Um-

gebung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). 

Aus  der  vom  Gesetz  alternativ  zur  landschafts-  oder  siedlungsprägenden 

Wirkung  vorausgesetzten  Zeugeneigenschaft  ergibt  sich  das  Erfordernis, 

dass  ein  Objekt,  über  welches  Schutzmassnahmen  verhängt  werden  sol-

len,  namentlich  auf  Grund  seiner  ortsbaulichen,  baulichen  oder  ausstat-

tungsmässigen  Eigenschaften  von  einer  Epoche  Zeugnis  abzulegen,  d.h. 

die betreffende Epoche zu veranschaulichen und im eigentlichen Wortsinne 

zu dokumentieren vermag. Allein der Umstand, dass ein Objekt einer Epo-

che zugeordnet werden kann, ist somit für die Bejahung der Zeugeneigen-
schaft  noch  nicht  ausreichend.  Zudem  lässt  das  Gesetz  auch  die  blosse 

Zeugeneigenschaft noch nicht genügen; das betreffende Objekt muss viel-

mehr ein wichtiger Zeuge sein. Diese Qualifikation kann sich aus verschie-

denen,  hier  nicht  abschliessend  aufzuzählenden  Gründen  ergeben.  Ein 

wichtiger Zeuge liegt namentlich dann vor, wenn die betreffende Baute auf 

Grund ihrer gesamten Beschaffenheit eine Epoche besonders aussagekräf-

tig und qualitätsvoll zu dokumentieren vermag. 

R3.2019.00059 

Seite 14 

 
 
6.3.2. 
Bei  sich  auf  § 203  Abs. 1  PBG  stützenden  Schutzentscheiden  kommt  den 

kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Ent-

scheidungsfreiheit zu. Diese bezieht sich vor allem auf die Qualifikation ei-

nes  Objektes  als  Schutzobjekt,  auf  den  konkreten  Umfang  einer  Schutz-

massnahme,  gegebenenfalls  auf  die  Auswahl  unter  mehreren  in  Betracht 

fallenden  Schutzobjekten  oder  aber  auf  den  Verzicht  auf  Schutzmassnah-

men. Insoweit hat sich die Rekursinstanz bei der Entscheidüberprüfung Zu-

rückhaltung  aufzuerlegen.  Beruht  der  kommunale  Entscheid  auf einer  ver-

tretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so hat ihn die Rekurs-

instanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur  dann  einschreiten, 

wenn die Behörde ihren Ermessensspielraum überschreitet, indem sie sich 

von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  stehenden  Regelung  fremden 

Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot 

von  Willkür  oder  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei 

darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine blosse Willkürprüfung be-

schränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffsschwelle  tiefer  gesetzt  werden  (vgl. 

BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). Die Entscheidungsfreiheit der Denk-

malpflegebehörde  ist  stets  gegen  den  Anspruch  auf  wirksamen  Rechts-

schutz  abzuwägen  (Art. 77  der  Kantonsverfassung  [KV]  und  Art. 29a  der 

Bundesverfassung [BV]; Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2014,  § 20  Rz. 64 ff.),  zumal  Schutzmassnahmen  in  der 

Regel einen schweren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

Im Übrigen besteht in der Regel keine Kognitionseinschränkung. Die Frage, 

was unter einem Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu ver-

stehen  ist,  kann  die  Rekursinstanz  frei  beantworten.  Auch  steht  ihr  in  der 

Regel  eine  freie Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  zu,  soweit  ihr  diese 

hinreichend  bekannt  sind.  Geht  es  um  bautechnische  Fragen,  namentlich 
um  solche  der  Erhaltungs-  und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten 

oder  von  Teilen  hiervon,  ist  das  Baurekursgericht  als  Fachgericht  in  Bau-

sachen zu deren Beantwortung nicht weniger berufen als die Denkmalpfle-

gebehörden. 

6.3.3. 
Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse  liegen  und  verhältnismässig  sein  (Art. 36  Abs. 2  und  3  der  Bundes-

verfassung  [BV]).  Das  Verhältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  ver-

R3.2019.00059 

Seite 15 

 
 
langt,  dass  eine  Schutzmassnahme  durch  ein  das  private  Interesse  über-

wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt ist. Nur in diesem Fall ist sie 

den  Privaten  zumutbar  (Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allge-

meines  Verwaltungsrecht,  8. Aufl.,  Zürich/St. Gallen 2020,  Rz. 556 ff.).  Ein 

durch  Schutzmassnahmen  verursachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich 

dann unverhältnismässig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung 

für den angestrebten Erfolg ausreicht. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen  grundsätzlich  nicht  zu  überwiegen  (BGE 120 Ia 270 ff., 

E. 6c).  Dies  ist  allerdings  nicht  so  zu  verstehen,  dass  den  wirtschaftlichen 

Interessen privater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt kei-

ne Bedeutung zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der 

Verfolgung  eines  weniger  gewichtigen  öffentlichen  Interesses durchaus  im 

Wege stehen. Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finan-

zielle  Interessen  der  Grundeigentümer  öffentlichen  Interessen  weichen, 

weil das Gemeinwesen sonst kaum noch Bauten unter Schutz stellen könn-

te. Die Frage der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert 

nur  anhand  der  zu  erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  beurteilt  wer-

den. Vielmehr ist im Rahmen der Interessenabwägung auch das Mass des 

öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung und damit der Grad der 

Schutzwürdigkeit zu berücksichtigen. Dabei sind Rentabilitätsüberlegungen 

umso  geringer  zu  gewichten, 

je  schutzwürdiger  eine  Baute 

ist 

(BGr 1C_168/2012  vom  2. November 2012,  E. 6.4,  mit  weiteren  Hinwei-

sen). 

6.3.4. 
Die  Baudirektion  qualifizierte  beide  Brücken  als  wichtige  wirtschafts-  und 

bauhistorische Zeugen im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG für die Pionier-

zeit des Eisenbahnbaus während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

Die Tragwerkskonstruktionen seien von hohem Seltenheitswert. 

Die  Rekurrentin  stellt die  wichtige  Zeugenschaft  zu  Recht  nicht  in Abrede. 

Der  Schutzzweck  beider  Brücken  ist  identisch.  Sie  wurden  beide  im  Jahr 

1876  mit  derselben  Konstruktionsweise  und  denselben  Spannweiten  über 

R3.2019.00059 

Seite 16 

 
 
die  Bahnstrecke  X-Y  erstellt.  Die  Tragwerke  sind  von  hohem  Seltenheits-

wert,  vor  allem  das  Konzept  der  Stahlkonstruktion  (Bericht  J. C.  vom  14. 

Januar 2011, S. 4 f. und 17, act. 6.4., R3.2020.00059). 

In  Bezug  auf  den  Grad  der  Schutzwürdigkeit  stellt  sich  die  Frage,  welche 

Brücke näher am Originalzustand ist. Beide Brücken wurden in den Jahren 

1952 bzw. 1961 mit betonierten Fahrbahnen versehen. Empfohlen wird der 

Erhalt der Fachwerke und Widerlager (Bericht C., S. 5 und 20). Diese Teile 

sind bei beiden Brücken im Original vorhanden. Der bei der Brücke M. vor-

gefundene  Korrosionsschutzanstrich  aus  dem  Jahr  1961  ist  unerheblich 

(s. Überprüfungsbericht  E.  T.  AG,  Foto 32,  act. 6.2.,  R3.2020.00059).  Es 

ergibt  sich  somit,  dass  bei  beiden  Brücken  vom  selben  Grad  der  Schutz-

würdigkeit auszugehen ist. 

6.3.5. 
Die  Erhaltensfähigkeit  beider  Brücken  steht  grundsätzlich  ausser  Frage. 

Dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Widerlager der Brücke G. im 

Falle  eines  Doppelspurausbaus  der  Bahnstrecke  ersetzt  werden  müssten 

(s. dazu E. 6.3.8.). Zu prüfen ist im Folgenden der jeweilige Aufwand für die 

Sanierung und den Erhalt der Brücken. 

Im  Überprüfungsbericht  T.  zur  Brücke  M.  wird  empfohlen,  die  Brücke  mit 

einem  Mobilkran  auszuheben,  auf  dem  benachbarten  Areal  instandzuset-

zen  und  sie  anschliessend  wieder  einzuheben.  Eine  Instandsetzung  der 

Stahlkonstruktion  an  Ort  sei  aufgrund  der  geringen  Platzverhältnisse  (kein 

Platz  für  Arbeitsgerüst  und  Einhausung  aufgrund  der  Fahrdrahthöhe)  wirt-

schaftlich nicht vertretbar. Geschätzte Kosten: Fr. 683'000.-- (+ 30 %). 

Aus dem Überprüfungsbericht der C. B. AG vom 19. Februar 2016 zur Brü-

cke G. (act. 6.4, R3.2020.00059) geht hervor, dass deren Zustand generell 

besser  sei  als  derjenige  der  Brücke  M.  Vorteilhaft  für  die  Instandsetzung 

der Brücke G. sei zudem, dass im bestehenden Korrosionsschutz kein PCB 

und  keine  Schwermetalle  festgestellt  worden  seien.  Deshalb  sei  eine  In-

standsetzung der Stahlkonstruktion im Bahnbereich ohne vollständige Ein-

hausung möglich. Die Kosten für die Instandsetzung (Maximalvariante) sol-

len  sich  im  Rahmen  der  Kosten  für  die  Sanierung  der  Brücke  M.  gemäss 

Bericht T. bewegen. Die Kosten für eine Minimalvariante (ohne Ersatz der 

R3.2019.00059 

Seite 17 

 
 
Fahrbahnplatte)  sollen  sich  im  Rahmen  der  Kosten  für  einen  Ersatz  der 

Brücke M. gemäss Bericht T. bewegen, d.h. Fr. 648'000.-- (+ 30 %). 

Soweit ist festzuhalten, dass sich der Instandsetzungsaufwand beider Brü-

cken  nicht,  zumindest  nicht  erheblich  unterscheidet.  Insbesondere  ist  die 

Sanierung in beiden Fällen bei laufendem Bahnbetrieb möglich. Die Rekur-

rentin bringt nichts vor, was Zweifel an diesen Einschätzungen aufkommen 

liesse, insbesondere was den Überprüfungsbericht T. anbelangt.  

6.3.6. 
Im Überprüfungsbericht T. wird auch der vollständige Rückbau der Brücke 

M.  als  mögliche  Massnahme  aufgezeigt,  weil  diese  Wegüberführung  –  im 

Gegensatz  zur  Brücke  G.  –  nicht  mehr  benötigt  wird.  Die  Mitbeteiligte 2 

reichte denn auch am 25. Mai 2011 ein Gesuch für den ersatzlosen Rück-

bau der Wegüberführung M. ein. Damit würden die entsprechenden Unter-

haltskosten  wegfallen,  während  bei  einem  Erhalt  der  Brücke  M.  in  jedem 

Fall die weitere Brücke an der G. zu unterhalten wäre. Die Unterhaltskosten 

für die Brücke G. wären als Zusatznutzen auch durch den Erhalt ihrer Funk-

tion  als  Wegüberführung  gerechtfertigt,  während  die  Brücke  M.  aus  rein 

musealen  Gründen  zu  unterhalten  wäre.  Dies  spricht  für  einen  Erhalt  der 

Brücke G. 

6.3.7. 
Die Baudirektion misst dem Umstand, dass die Brücke G. nach wie vor als 

Wegüberführung  dient,  eine  erhebliche  Bedeutung  zu.  Dem  ist  zuzustim-

men.  Anders  als  die  Brücke  G.  entbehrt  die  Brücke  M.  heute  ihren  ur-

sprünglichen Nutzen. Sie ist nur noch von Süden über die Landwirtschafts-

strasse H.-Weg öffentlich zugänglich, die an der Brücke endet. Demgegen-

über  befindet  sich  die  Brücke  G.  unmittelbar  am  heutigen  Siedlungsrand 
der Stadt X und sie erschliesst das noch unbebaute Gebiet nördlich davon. 

Das  öffentliche  Interesse  an  der  Erhaltung  einer  Brücke,  die  aktiv  genutzt 

und  von  den  Passanten  wahrgenommen  wird,  ist  höher  zu  gewichten  als 

dasjenige  einer  Brücke,  die  unbeachtet  und  ungenutzt  vor  sich  hin  fristet. 

Soweit die Rekurrentin geltend macht, die Brücke G. "verschwinde" im Ge-

ländeeinschnitt, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Brücke von verschiede-

nen seitlichen Standorten durchaus gut einsehbar ist (s. Fotos im Überprü-

fungsbericht  C.  B.  AG).  Sodann  ist  auch  die  Verhältnismässigkeit  der  Sa-

nierungs-  und  Unterhaltskosten  im  Lichte  des  Umstands  zu  betrachten, 

R3.2019.00059 

Seite 18 

 
 
dass  an  der  Aufrechterhaltung  des  Wegübergangs  M.  kein  Interesse  be-

steht. 

6.3.8. 
Mittelfristig  ist  ein  Doppelspurausbau  der  Bahnstrecke  X1-X2  nicht  auszu-

schliessen. Zu diesem Zweck müsste die Brücke um 1,3 m angehoben und 

(je nach Variante) um 1,9 m seitlich verschoben werden. Die bestehenden 

Widerlager  würden  abgebrochen  und  durch  neue  Widerlager  mit  Flügel-

mauern  ersetzt  (s.  Machbarkeitsstudie  in  act. 23,  R3.2020.00059).  In  Dis-

positivziffer I.4 

des 

verwaltungsrechtlichen 

Vertrags 

(act. 14.4, 

R3.2019.00059) wird für diesen Fall bestimmt, dass für den daraus resultie-

renden  Ersatz  der  Widerlager  wiederum  so  weitgehend  wie  möglich  und 

sinnvoll  die  dem  Schutzobjekt  adäquaten  Materialien  und  Konstruktionen 

zu verwenden seien. An die Gestaltung der neuen Elemente seien beson-

ders  hohe  gestalterische  Anforderungen  zu  stellen.  Sodann  kann  davon 

ausgegangen  werden,  dass  die  Versetzung  der  Brücke  ohne  erhebliche 

Beeinträchtigung des Bahnverkehrs vonstattengehen kann, indem etwa die 

Stahlkonstruktion als Ganzes mit einem Kran ausgehoben und hernach auf 

die neu erstellten Widerlager gesetzt wird (vgl. Sanierungskonzept zur Brü-

cke  M.  im  Überprüfungsbericht  T.).  Wie  die  Rekurrentin  in  ihrer  Replik 

(Rz. 26)  selbst  ausführt,  ist  ein  solches  Vorgehen  bei  Brückenbauwerken 

"nicht untypisch". 

Es muss somit davon ausgegangen werden, dass von der Brücke mittelfris-

tig nur die Stahlkonstruktion erhalten werden kann. Demgegenüber könnte 

die Brücke M. auf absehbare Zeit ungeschmälert erhalten bleiben, was für 

deren  Unterschutzstellung  spricht.  Allerdings  ergibt  sich  das  Interesse  an 

der Unterschutzstellung der Brücken in erster Linie aus ihrer Stahlkonstruk-

tion und nicht aus den gemauerten Widerlagern. Mit dem Verlust der bau-
zeitlichen  Widerlager  und  der  geringfügigen  Lageveränderung  würde  die 

Zeugnishaftigkeit nicht erheblich gemindert. Hinsichtlich der Kosten ist fest-

zuhalten, dass bei einem Doppelspurausbau bauliche Massnahmen an der 

Brücke  in  jedem  Fall  notwendig  wären,  ohne  Schutzanordnung  allenfalls 

deren Ersatz.  

Gemäss  Art. 18 Abs. 4 EBG  ist  das  kantonale  Recht  im  Plangenehmi-

gungsverfahren zu berücksichtigen, soweit es das Eisenbahnunternehmen 

in  der  Erfüllung  seiner  Aufgaben  nicht  unverhältnismässig  einschränkt. 

R3.2019.00059 

Seite 19 

 
 
Nach  dem  Gesagten  ist  indes  nicht  ernsthaft  damit  zu  rechnen,  dass  sich 

der  Erhalt  der  Brücke  im  Zuge  des  Doppelspurausbaus  als  unverhältnis-

mässig herausstellen könnte und die Schutzanordnung bzw. der Schutzver-

trag  gestützt  auf  Art. 18  Abs. 4 EBG  nicht  mehr  zu  berücksichtigen  wäre, 

zumal die Schutzmassnahme dem Doppelspurausbau nicht entgegensteht, 

die  Mitbeteiligte 2  dem  Schutzvertrag  zugestimmt  hat  und  sie  sich  im  vor-

liegenden Rekursverfahren nicht gegenteilig verlauten liess. Für die von der 

Rekurrentin  propagierte  Absprache  mit  der  eisenbahnrechtlichen  Plange-

nehmigungsbehörde  besteht  weder  ein  Anlass  noch  eine  gesetzliche 

Pflicht.  Für  den  Natur-  und  Heimatschutz  sind  die  Kantone  zuständig 

(Art. 78  Bundesverfassung [BV])  und  die  (allerdings  erst  während  des  Re-

kursverfahrens  beigebrachte)  Machbarkeitsstudie  zeigt  auf,  dass  der  Dop-

pelspurausbau auch mit Erhalt der Brücke uneingeschränkt erfolgen könn-

te. 

6.3.9. 
Das  Gebiet  nördlich  der  Brücke  G.  ist  der  Reservezone  zugewiesen.  Die 

Bau- und Zonenordnung von X  wird derzeit einer Gesamtrevision unterzo-

gen.  Gemäss  dem  öffentlich  aufgelegten  Entwurf  bleibt  das  Gebiet  G.  der 

Reservezone  zugeordnet,  wobei  seine  flächenmässige  Ausdehnung  ent-

sprechend  dem  vom  kantonalen  Richtplan  vorgegebenen  Siedlungsgebiet 

um ca. 43 % reduziert wird. 

Im  kommunalen  Richtplan  Verkehr  sind für die  künftige  Erschliessung  des 

Gebiets vier Sammelstrassen verzeichnet, deren Linienführung als "zu prü-

fen" bezeichnet wird. Eine der vier Varianten führt über die A.-Strasse und 

die  Brücke  G.  Eine  weitere  ist  die  bereits  für  den  Motorfahrzeugverkehr 

ausgebaute A.-Strasse, die die Bahnstrecke ca. 300 m westlich unterquert. 

Eine  dritte  Variante  würde  als  Verlängerung  der  M.-Strasse  die  Bahnstre-
cke  ca. 260 m  östlich  der  Brücke  G.  queren.  Geprüft  werden  soll  sodann 

eine  Erschliessung  aus  Richtung  Nordwesten,  in  der  südöstlichen  Verlän-

gerung der E.-Strasse. Die Erschliessung über die Brücke G. ist somit nicht 

die einzige Möglichkeit. Abgesehen davon wird dieser Zugang mit der Un-

terschutzstellung  nicht  verunmöglicht,  denn  die  Schutzverfügung  sieht  in 

Dispositivziffer III explizit vor, dass die Brücke im Bedarfsfall im Nahbereich 

des bestehenden Standorts versetzt werden kann. Für den daraus resultie-

renden  Ersatz  der Widerlager  seien  wiederum  so  weitgehend  wie  möglich 

und sinnvoll die dem Schutzobjekt adäquaten Materialien und Konstruktio-

R3.2019.00059 

Seite 20 

 
 
nen  zu  verwenden.  An  die  Gestaltung  der  neuen  Elemente  seien  beson-

ders hohe gestalterische Anforderungen zu stellen. Soweit ist festzuhalten, 

dass  die  Unterschutzstellung  der  Brücke  G.  eine  mögliche  künftige  Er-

schliessung des Gebiets G. über die A.-Strasse weder verunmöglicht noch 

"massiv erschwert". 

Die  Rekurrentin  befürchtet  eine  massive  Verteuerung  der  Erschliessung, 

weil  die  Breite  und  Tragfähigkeit  der  bestehenden  Brücke  unzureichend 

seien,  weshalb  diese  verschoben  und  an  ihrer  Stelle  eine  parallel  verlau-

fende neue Brücke erstellt werden müsse. Es entstünden Zusatzkosten für 

die  Verschiebung  der  Brücke  und  den  Unterhalt  von  zwei  Übergängen. 

Möglicherweise müsse die Brücke zweimal versetzt werden; einmal wegen 

des  Doppelspurausbaus  und  ein  weiteres  Mal  wegen  der  Erschliessung 

des Gebiets G.  

Eine  allenfalls  notwendige  Versetzung  der  Brücke  ist  technisch  machbar 

(s. die  obigen  Ausführungen  im  Zusammenhang  mit  dem  Doppelspuraus-

bau). Sie führte aber wegen des Verlusts der bauzeitlichen Widerlager und 

der Lageveränderung zu einer gewissen Beeinträchtigung der Zeugnishaf-

tigkeit,  was  allerdings  bereits  wegen  des  mittelfristig  zu  gewärtigenden 

Doppelspurausbaus in Kauf genommen werden muss. Wie die Baudirektion 

zutreffend  vorbringt,  stellt  sich  die  Aufgabe  der  Koordination  des  Doppel-

spurausbaus mit der Erschliessung des Gebiets G. in Bezug auf die Weg-

überführung in analoger Weise auch ohne Unterschutzstellung. Dennoch ist 

der  Erhalt  der  Brücke  in  jedem  Fall  mit  Mehrkosten  verbunden,  sollte  sie 

zwecks Erschliessung des Gebiets G. versetzt werden müssen.  

Zum heutigen Zeitpunkt, da weder der Doppelspurausbau noch die konkre-

ten  Erschliessungsbedürfnisse  für  das  Gebiet  G.  feststehen,  können  die 
von  der  Rekurrentin  befürchteten  Mehrkosten  nicht  beziffert  werden.  Die 

genauen Mehrkosten sind indes für die vorliegend vorzunehmende Interes-

senabwägung nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Erstens steht nicht 

fest,  welche  Bedeutung  der Wegüberführung G. für  die  künftige Erschlies-

sung  zukommen  wird  und  ob  sie  ausgebaut  werden  muss.  Vielmehr  wird 

die  Erschliessungsplanung  unter  der  Prämisse  erfolgen  müssen,  dass  die 

Brücke G. unter Schutz steht, sodass den anderen Erschliessungsvarianten 

allenfalls der Vorzug gegeben werden muss. Die Rekurrentin bringt in die-

sem  Zusammenhang  keine  Gründe  vor,  weshalb  die  Erschliessung  über 

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die A.-Strasse und die Brücke G. gegenüber den anderen drei im kommu-

nalen Verkehrsrichtplan festgelegten Varianten wesentlich vorteilhafter sein 

soll  bzw.  welche  Bedeutung  gerade  diesem  Zugang  zukommt.  Zweitens 

sind allfällige Mehrkosten in Relation zu den gesamten Erschliessungskos-

ten zu stellen und drittens könnte sich nur ein sehr erhebliches finanzielles 

Interesse  auf  das  Ergebnis  der  Interessenabwägung  auswirken.  Im  Kern 

besteht  das  Interesse  der  Rekurrentin  darin,  die  verschiedenen  Erschlies-

sungsvarianten zu wahren und für eine allfällige Erschliessung über die A.-

Strasse und eine in deren Verlängerung neu zu erstellende Brücke Zusatz-

kosten für die Verschiebung der geschützten Brücke abzuwenden. 

6.3.10. 
Die  Rekurrentin  hält  die  Anforderungen,  die an  den  Ersatz  der Widerlager 

gestellt  werden  (s. Dispositivziffer III  der  Schutzverfügung)  für  zu  unbe-

stimmt, die Kosten seien nicht kalkulierbar.  

Es  liegt  in  der  Natur  von  Schutzanordnungen,  dass  der  darin  formulierte 

Schutzumfang einen gewissen Spielraum für Eingriffe am Schutzobjekt of-

fenlässt. Es wäre nicht sachgerecht und kaum praktikabel, die Ausführung 

bis ins letzte Detail vorzuschreiben, ohne der Bauherrschaft Gelegenheit zu 

bieten,  im  vorgegebenen  Rahmen  selber  geeignete  Lösungen  zu  finden. 

Wie  vorliegend  ist  die  Auflage  üblich  und  zweckdienlich,  wonach  die  De-

tailausgestaltung  in  Absprache  mit  der  Denkmalpflegebehörde  zu  erfolgen 

habe. Die Widerlager sind aus Naturstein gemauert. Verlangt wird ein adä-

quater Ersatz hinsichtlich Material und Konstruktion, der "besonders hohen" 

gestalterischen  Anforderungen  genügt.  Damit  ist  der  Schutzumfang  hinrei-

chend  bestimmt  und  die  Kosten  sind  abschätzbar.  Insbesondere  im  Zu-

sammenhang  mit  der  in  Frage  stehenden  Interessenabwägung  kommt  es 

nicht auf die genaue Ausgestaltung des Ersatzes der Widerlager an. Anzu-
fügen  ist,  dass  sich  die  Anforderungen  an  die  Gestaltung  der  neuen  Ele-

mente 

gemäss  Dispositivziffer III 

der 

angefochtenen  Verfügung 

Nr. 0011/2018  auf  das  Schutzobjekt  beziehen  und  nicht  auf  eine  allenfalls 

parallel dazu zu erstellende neue Brücke. Diesbezüglich käme § 238 Abs. 2 

PBG  zur  Anwendung und  es bedarf  keiner  Anordnungen  in  der  angefoch-

tenen Verfügung. 

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Seite 22 

 
 
6.3.11. 
Zusammenfassend stellen sich die auf dem Spiel stehenden Interessen wie 

folgt  dar:  Bei  beiden  Brücken  ist  vom  selben  hohen  Grad  der  Schutzwür-

digkeit  auszugehen.  Deren  Erhaltensfähigkeit  steht  ausser  Frage  und  bei 

beiden  Objekten  ist  in  etwa  mit  demselben  Instandsetzungsaufwand  rech-

nen. 

Für  die  Erhaltung  der  Brücke  M.  spricht  der  Umstand,  dass  diese  unge-

schmälert erhalten werden könnte, weil nicht mit einem Doppelspurausbau 

und  damit  nicht  mit  einem  notwendigen  Ersatz  der  Widerlager  gerechnet 

werden  muss.  Indes  gilt  das  denkmalpflegerische  Interesse  in  erster  Linie 

der Stahlkonstruktion und beeinträchtigt ein adäquater Ersatz der Widerla-

ger  den  Schutzzweck  nicht  in  wesentlichem  Mass.  Zugunsten  der  Brücke 

M.  fällt  weiter  ins  Gewicht,  dass  damit  der  Konflikt  in  Bezug  auf  die  Er-

schliessung des Gebiets G. über die A.-Strasse entfällt. Die Erschliessung 

des Gebiets wird jedoch weder verunmöglicht noch übermässig erschwert. 

Allfällige  Mehrkosten  für  die  Verlegung  der  Brücke  G.  erscheinen  tragbar, 

zumal auch privaten Eigentümern von Schutzobjekten im öffentlichen Inte-

resse oft erhebliche Beeinträchtigungen und Kosten zugemutet werden dür-

fen. 

Für die Erhaltung der Brücke G. spricht der Umstand, dass diese nach wie 

vor  ihre  Funktion  als  Wegüberführung  erfüllt,  wohingegen  die  Brücke  M. 

nicht mehr benötigt wird und abgebrochen werden könnte. Die Sanierungs- 

und Unterhaltskosten für die Brücke G. wären somit nicht nur denkmalpfle-

gerisch  begründet,  sondern  auch  mit  ihrem  praktischen  Nutzen.  Sodann 

befindet sich die Brücke G. im Siedlungsraum wo sie von der Öffentlichkeit 

wahrgenommen wird. Diesen Aspekten misst die Baudirektion zu Recht ein 

hohes Gewicht zu. Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass sich die Mitbe-
teiligte 2,  die  die  finanzielle  Hauptlast  der  Unterschutzstellung  zu  tragen 

hat, mit der getroffenen Lösung einverstanden erklärt hat und den Schutz-

vertrag eingegangen ist. 

Insgesamt  hat  sich  die  Baudirektion  aufgrund  einer  umfassenden  Interes-

senabwägung  und  aus  nachvollziehbaren  und  sachlichen  Gründen  für  die 

Erhaltung  der Brücke G.  und  den  Verzicht  auf  Schutzmassnahmen für  die 

Brücke  M.  entschieden.  Sie  hat  das  ihr  zustehende  Auswahlermessen  in 

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Seite 23 

 
 
pflichtgemässer Weise ausgeübt, weshalb ein Eingreifen der Rekursinstanz 

nicht angezeigt ist. 

7.1. 
Die  Rekurrentin  stellt  folgenden  Eventualantrag:  "Eventualiter  sei  Disposi-

tiv-Ziffer III der Unterschutzstellungsverfügung Nr. 0011/2018 vom 20. März 

2019 über das Brückenbauwerk G., […] auf Kat.-Nr. 1, in X wie folgt abzu-

ändern und zu ergänzen:  

"Schutzumfang im Falle der Gebietserschliessung G.:  

Weist die Stadt X im Rahmen der Gebietsentwicklung G. auf Basis eines Vari-

antenstudiums nach, dass eine Verlegung der Wegüberführung G. erforderlich 

ist, ändert sich der unter I.3 des Vertrags definierte Schutzumfang wie folgt: 

Die  Brücke  muss  durch  die  S.  im  Nahbereich  des  bestehenden  Standorts  G. 

versetzt  werden.  Für  den  daraus  resultierenden  Ersatz  der  Widerlager  sind 

wiederum  so  weitgehend  wie  möglich  und  sinnvoll  die  dem  Schutzobjekt  adä-

quaten  Materialien  und  Konstruktionen  zu  verwenden.  Für  die  Gestaltung  der 

neuen Elemente gelten die Anforderungen gemäss PBG 238 II. Die kantonale 

Denkmalpflege ist zu den entsprechenden Entscheiden beizuziehen. 

Schutzumfang im Falle eines (Doppelspur-)Ausbaus der Strecke […] in X oder 

im Falle erforderlicher Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk: 

Im Falle eines (Doppelspur-)Ausbaus der Strecke […] in X oder im Falle erfor-

derlicher Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk durch die jeweilige Eigentü-

merschaft ändert sich der unter I.3 des Vertrages definierte Schutzumfang wie 

folgt: 

Die  Brücke  muss  durch  die  S.  im  Nahbereich  des  bestehenden  Standorts  G. 

versetzt  werden.  Für  den  daraus  resultierenden  Ersatz  der  Widerlager  sind 

wiederum  so  weitgehend  wie  möglich  und  sinnvoll  die  dem  Schutzobjekt  adä-

quaten  Materialien  und  Konstruktionen  zu  verwenden.  Für  die  Gestaltung  der 

neuen Elemente gelten die Anforderungen gemäss PBG 238 II. Die kantonale 

Denkmalpflege ist zu den entsprechenden Entscheiden beizuziehen." 

Zu Begründung bringt die Rekurrentin vor, gemäss der Verfügung der Bau-

direktion Nr. 0011/2018 sei eine Verlegung der Brücke lediglich im Rahmen 

einer  Erschliessung  des  Gebiets  G.  möglich,  nicht  aber  für  den  Fall  einer 

Spurerweiterung  der  Bahnstrecke.  Sodann  hält  die  Rekurrentin  die  Anfor-

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Seite 24 

 
 
derungen, die an die Gestaltung einer verlegten Brücke gestellt werden, für 

zu  unbestimmt.  Ihrer  Ansicht  nach  müssten  die  Anforderungen  von  § 238 

Abs. 2 PBG  herangezogen  werden.  Weiter  scheine  die  Baudirektion  ihre 

Haltung allein auf das schweizerische Eisenbahngesetz zu stützen. Dieses 

regle in Art. 26 EBG die Kostenfolgen für die Änderung bestehender Kreu-

zungen,  wobei  in  Art. 32 EBG festgehalten werde,  dass  zwischen  den Be-

teiligten  abweichende  Vereinbarungen  getroffen  werden  könnten.  Demge-

genüber blende die Baudirektion in der Verfügung Nr. 0011/2018 aus, dass 

der Kanton gemäss Art. 217 Abs. 2 PBG Subventionen an Private und Insti-

tutionen gewähren könne. Da es sich um ein S.-Objekt handle, welches un-

ter  die  eisenbahnrechtlichen  Bestimmungen  falle,  müsse  eine  Verlegung 

bzw. Sanierung durch die S. erfolgen. Wenn die Baudirektion schon mit den 

S. einen verwaltungsrechtlichen Vertrag über die Unterschutzstellung einer 

Brücke  abschliesse,  wäre  es  im  Hinblick  auf  bevorstehende  Eingriffe  und 

Sanierungsarbeiten zu begrüssen, wenn diesbezüglich bereits Regelungen 

mit Bezug auf anfallende Kosten getroffen würden.  

7.2. 
Die  Rekurrentin  übersieht,  dass  der  Schutzumfang  im  verwaltungsrechtli-

chen Vertrag vom 20. März 2019 definiert ist, welcher integraler Bestandteil 

der  Unterschutzstellungsverfügung  Nr. 0011/2018  vom  20. März 2019  ist 

(s. Dispositivziffer I der Verfügung). In Dispositivziffer I.4. des Vertrags wird 

der Schutzumfang im Falle eines Doppelspurausbaus bestimmt: "Die beid-

seits des Gleis errichteten Widerlager können ersetzt werden. Für den Er-

satz der Widerlager sind wiederum so weitgehend wie möglich und sinnvoll 

die  dem  Schutzobjekt  adäquaten  Materialien  und  Konstruktionen  zu  ver-

wenden. An  die  Gestaltung  der  neuen  Elemente  sind  besonders hohe  ge-

stalterische  Anforderungen  zu  stellen.  Die  Brücke  kann  am  Standort  G.  in 

ihrer genauen Lage auf die Trasseeführung angepasst werden. Die kanto-
nale  Denkmalpflege  ist  zu  den  entsprechenden Entscheiden  beizuziehen." 

Insoweit zielt der Eventualantrag ins Leere. 

Was  die  Anforderungen  anbelangt,  die  an  die  Gestaltung  der  neuen  Ele-

mente gestellt werden – sowohl im Falle des Doppelspurausbaus wie auch 

bei  einer  Verlegung  der  Brücke  zwecks  Erschliessung  des  Gebiets  G. – 

kann  auf  die  Ausführungen  unter  E. 6.3.10.  verwiesen  werden.  Die  Anfor-

derungen sind zweckmässig und hinreichend bestimmt. Mit dem propagier-

ten  Verweis  auf  § 238  Abs. 2  PBG  wäre  nichts  gewonnen.  Die  verlangten 

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Seite 25 

 
 
"besonders  hohen  gestalterischen  Anforderungen"  lassen  sich  auf  § 238 

Abs. 2 PBG  stützen,  wonach  auf  Objekte  des  Natur-  und  Heimatschutzes 

besondere Rücksicht zu nehmen ist. Die Anforderungen ergeben sich auch 

aus  dem  Zweck  der  Schutzmassnahmen,  wie  er  in  § 207  Abs. 1  PBG for-

muliert  ist:  "Die  Schutzmassnahmen  verhindern  Beeinträchtigungen  der 

Schutzobjekte,  stellen  deren  Pflege  und  Unterhalt  sicher  und  ordnen  nöti-

genfalls die Restaurierung an." Schliesslich ist die Regelung von Kostenfol-

gen und Subventionen im Zusammenhang mit dem Erhalt eines Schutzob-

jekts kein notwendiger Inhalt von Schutzverfügungen oder Schutzverträgen 

im Sinne von § 205 PBG, so auch im vorliegenden Fall (vgl. § 207 und 217 

PBG). Somit ist der Eventualantrag abzuweisen. 

8. 
Zusammengefasst sind die Rekurse abzuweisen. 

9.1. 
Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der Rekurrentin aufzuerlegen 

(§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-
mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

9.2. 
Der  Rekurrentin  steht aufgrund  ihres  Unterliegens  keine  Umtriebsentschä-

digung zu. Im Weiteren wurden keine Entschädigungen beantragt. 

[…] 

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