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**Case Identifier:** 8c5a9362-c416-5282-9f7d-4b794fcd064b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.10.2023 720 2022 304 (720 22 304 / 227)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2022-304_2023-10-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 5.Oktober 2023 (720 22 304 / 227) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Invalidenrente; Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, 
Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.a Die 1965 geborene A.____ meldete sich am 14. September 2000 unter Hinweis auf phy-
sische Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an. Nachdem die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und be-
ruflichen Verhältnisse abgeklärt hatte, sprach sie A.____ mit Verfügung vom 29. August 2001 
rückwirkend ab 1. November 2000 eine ganze Rente zu. Diese Rente wurde im Rahmen von 
Revisionsverfahren mehrfach bestätigt, letztmals mit Mitteilung vom 4. Juli 2012. 
 

 

 
 
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A.b Im August 2017 wurde von Amtes wegen ein weiteres Revisionsverfahren eingeleitet. 
Im Rahmen der medizinischen Abklärungen wurde durch die IV-Stelle das rheumatologisch-psy-
chiatrische Gutachten vom 22. Februar 2018 bzw. vom 3. September 2018 bei Dr. med. B.____, 
FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, eingeholt, gemäss welchem A.____ in einer angepassten Tätigkeit eine vollum-
fängliche Arbeitsfähigkeit attestiert wurde. Die IV-Stelle hob daraufhin mit Verfügung vom 13. 
Februar 2020 die Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 2 % auf. Eine dagegen 
erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 19. November 2020 ab. 
 
A.c Am 22. Februar 2022 meldete sich A.____ erneut bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung zum Leistungsbezug an unter Hinweis auf Bein- und Knieschmerzen, eine Knochen-
entzündung, Bandscheibenprobleme, Bluthochdruck, Augenprobleme sowie einem Karpaltunnel-
syndrom. Die IV-Stelle Basel-Landschaft trat auf die Anmeldung ein und klärte die medizinischen 
Verhältnisse ab. Sie kam in der Folge zum Schluss, dass sich der allgemeine Gesundheitszu-
stand seit 2018 nicht erheblich verschlechtert habe und in einer Verweistätigkeit weiterhin eine 
volle Erwerbsfähigkeit vorliege. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle 
mit Verfügung vom 3. Oktober 2022 das Leistungsbegehren ab.  
 
B. Hiergegen erhob die Versicherte am 1. November 2022 selbst und in der Folge vertreten 
durch Advokat Guido Ehrler Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, dass die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen sei, IV-Leistungen (ganze 
Rente) an sie auszurichten. Des Weiteren ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sie auch in einer Ver-
weistätigkeit voll arbeitsunfähig sei und sich ihr Gesundheitszustand seit der letzten Abklärung 
im Jahr 2018 erheblich verschlechtert habe.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 8. Dezember 2022 schloss die IV-Stelle unter Hinweis auf die 
Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) auf Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Mit Schreiben vom 9. Januar 2023 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege zurück.  
 
E. Die Beschwerdeführerin hielt im Rahmen ihrer Replik vom 31. März 2023 an ihren 
Rechtsbegehren und Ausführungen in der Beschwerde fest. Die Beschwerdegegnerin schloss 
mit Duplik vom 20. April 2023 unter Verweis auf die Stellungnahme des RAD vom 18. April 2023 
weiterhin auf Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 

 
 
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1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde der Versicherten vom 1. November 2022 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fas-
sung Anwendung. In Revisionsfällen nach Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil (ATSG) vom 6. Oktober 2000 gilt gemäss Rz. 9102 KSIR Folgendes: Liegt die massgebende 
Änderung vor dem 1. Januar 2022, finden die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in 
der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung Anwendung. Liegt die massgebende Än-
derung nach diesem Zeitpunkt, finden die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der 
ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Der Zeitpunkt der  
massgebenden Änderung bestimmt sich nach Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversi-
cherung (IVV) vom 17. Januar 1961 (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2023, 8C_658/2022, 
E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil vom 8. Februar 2023, 8C_644/2022, E. 2.2.3). 
 
Vorliegend steht die Ausrichtung von Leistungen nach dem 1. Januar 2022 zur Diskussion. Vor-
liegend liegt keine Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG vor, sondern eine Neuanmeldung. Dem-
zufolge finden grundsätzlich die ab Januar 2022 gültigen Bestimmungen Anwendung. Diese 
Frage ist aber – wie sich nachfolgend zeigen wird – an dieser Stelle nicht abschliessend zu be-
urteilen. 
 
2. Die IV-Stelle ist mit ihrer angefochtenen Verfügung auf die Neuanmeldung der Be-
schwerdeführerin eingetreten, kam jedoch zum Schluss, dass keine erhebliche Verschlechterung 
des allgemeinen Gesundheitszustands seit 2018 vorlag und in einer Verweistätigkeit weiterhin 
eine volle Erwerbsfähigkeit vorliege. Damit bildet Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens 
die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands seit 2018 verneint und das Leistungsbegehren vom 22. Februar 2022 abgewiesen hat. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Einglie-
derungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  

 

 
 
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3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem 
im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG aus-
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 
(Satz 2).  
 
3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.4 Gemäss Art. 28b IVG in der seit 1. Januar 2022 geltenden Fassung wird die Höhe des 
Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt (Abs. 1). Bei einem 
Invaliditätsgrad von 50 – 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei 
einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Inva-
liditätsgrad unter 50 % gelten die im Gesetz festgelegten prozentualen Anteile (Abs. 4).  
 
3.5 Auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung nach rechtskräftiger Verneinung eines 
Rentenanspruchs hat die Verwaltung nur einzutreten, wenn die versicherte Person glaubhaft 
macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 
hat (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 
Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf 
eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Um-
stände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 E. 2). Tritt die Verwaltung auf ein Revisi-
onsgesuch oder eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi-
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist (SVR 2011 IV Nr. 2 E. 3.2; BGE 117 V 198 E. 4b). 
Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu prüfen, ob 

 

 
 
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die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität zu beja-
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs-
pflicht auch dem Gericht (SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1; BGE 117 V 198 E. 3a). 
 
4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung wird die In-
validenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich 
um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 100 Prozent erhöht (lit. b). Anlass zur 
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre-
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes 
revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte 
Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 
V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände-
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts beste-
hen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die 
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im 
revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im 
Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine 
unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, 
um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig 
ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 
vom 30. Mai 2022, 9C_26/2022, E. 2.1 mit Hinweisen). 
 
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsäch-
licher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen 
besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2021, 9C_520/2021, 
E. 3.3, je mit Hinweisen). 
 
4.2 Vorliegend liegt keine Rentenrevision nach Art. 17 ATSG, sondern eine Neuanmeldung 
vor. Eine Neuanmeldung zielt aber wie die Revision auf eine erneute Prüfung des Leistungsan-
spruchs aufgrund veränderter Verhältnisse ab. Im Falle eines Eintretens auf eine Neuanmeldung 
ist nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG analog zu einer Renten-
revision zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der früheren rechtskräf-
tigen Verfügung in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 117 V 198 
E. 4b; SVR 2011 IV Nr. 2 E. 3.2).  
 
4.3.1 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab-
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(BGE 133 V 108 E. 5.4, 130 V 71 E. 3.2.3). 
 

 

 
 
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4.3.2 Die IV-Stelle stellte mit Verfügung vom 13. Februar 2020 die bisher ausgerichtete ganze 
Rente aufgrund eines neu ermittelten Invaliditätsgrades von 2 % ein. Eine dagegen erhobene 
Beschwerde wies das Kantonsgericht mit Urteil vom 19. November 2020 ab. Am 22. Februar 
2022 erfolgte die Neuanmeldung durch die Beschwerdeführerin. Nachdem die IV-Stelle auf das 
Gesuch der Versicherten um Rentenausrichtung vom 22. Februar 2022 eingetreten war, lehnte 
sie nach Durchführung der erforderlichen materiellen Abklärungen mit Verfügung vom 3. Oktober 
2022 einen Rentenanspruch ab. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche die Zusprache einer Invalidenrente begrün-
det, durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung der IV-Stelle vom 
13. Februar 2020 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochte-
nen Verfügung vom 3. Oktober 2022. 
 
5.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage, ob sich der Gesundheitszustand bzw. das Aus-
mass der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit der Ablehnung des Rentenanspruchs im 
Februar 2020 in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat, ist die rechtsan-
wendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Ver-
fügung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 
die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So kommt Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen, zu wel-
chen Berichte des RAD gehören, nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 

 

 
 
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Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutach-
ten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, 
mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Der Beweis-
wert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit dem Beweiswert von externen medizini-
schen Sachverständigengutachten (BGE 125 V 351 E. 3b/bb) vergleichbar, wenn sie den von der 
Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (SVR 2009 
IV Nr. 56 S. 174, 9C_323/2009 E. 4.3.2). Die IV-Stellen werden aber stets externe Gutachten 
einholen, wenn der ausgeprägt interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problemlage dies 
gebietet sowie wenn der RAD nicht über die fachlichen Ressourcen verfügt, um eine sich stel-
lende Frage beantworten zu können. Dasselbe gilt, wenn zwischen RAD-Bericht und allgemei-
nem Tenor im medizinischen Dossier eine Differenz besteht, welche nicht offensichtlich auf un-
terschiedlichen versicherungsmedizinischen Prämissen (vgl. SVR 2007 IV Nr. 33 S. 117, I 738/05 
E. 5.2) beruht (BGE 137 V 210, E. 1.2.1). 
 
6. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende ärztli-
chen Berichte vor: 
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der rentenablehnenden Verfügung vom 13. Februar 2020 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das bidisziplinäre rheumatologisch-psychi-
atrische Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Innere Medizin und FMH Rheumatologie (Teilgut-
achten vom 22. Februar 2018), und von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie 
(Teilgutachten vom 3. September 2018).   
 
6.1.1 Im rheumatologischen Teilgutachten werden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die 
Diagnosen einer seropositiven, nicht erosiven rheumatoiden Arthritis, einer Spondylarthritis und 
eines myotendinotischen panvertebralen Schmerzsyndroms erhoben. Der rheumatologische 
Gutachter verweist auf die grosse Diskrepanz zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden 
und den objektivierbaren Veränderungen am Bewegungsapparat. So liessen sich für die diffusen 
Beschwerden im Rückenbereich, im Bereich der Brustwirbelsäule bis zum Nacken in die la-
terocervicale Region keine relevanten degenerativen oder entzündlichen Veränderungen der 
Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) finden. 
Die Beweglichkeit sei anlässlich der Untersuchung ohne Funktionseinschränkung normal erhal-
ten gewesen. Auch bezüglich der geklagten Hüftbeschwerden hätten sich radiomorphologisch 
keine Entzündungen oder degenerative Veränderungen gezeigt. Die Beweglichkeit der Hüftge-
lenke zeige sich altersentsprechend unauffällig und es gebe keine Hinweise auf femoroacetabu-
läre Funktionsstörungen. Die seropositive, nicht erosive rheumatoide Arthritis bleibe unter Basis-
therapie in Remission. Der seit 2011 festgestellte entzündliche axiale Befall habe sich seither 
weder in andere Segmente der Wirbelsäule ausgedehnt noch im Bereich der Sakroiliakalgelenke 
zugenommen; es persistiere nur ein minimales, sehr flaues Ödem im Os sakral und im Os ilium 
rechts. Zudem fänden sich altersentsprechend beginnende leichtgradige degenerative Verände-
rungen der Kniegelenke und Spreizfüsse beidseits bei normal erhaltener Funktion. Seit 1999 sei 

 

 
 
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anhand der grossen Diskrepanz zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und den objek-
tivierbaren Veränderungen am Bewegungsapparat eine Schmerzverarbeitungsstörung festge-
stellt worden, auf der auch eine diffuse myotendinotische Verspannung der paravertebralen Mus-
kulatur vom cervicalen bis glutealen Bereich im Rahmen einer muskulären Dekonditionierung 
beruhe. Diese Störung beeinflusse seit dem Ausbruch der rheumatoiden Arthritis zumindest den 
Verlauf der subjektiven Beschwerden. Als Folgen der Schmerzverarbeitungsstörung nach lang-
jähriger Selbstlimitierung habe sich das Bild einer muskulären Dysbalance und muskulären De-
konditionierung im Bereich des axialen Skelettes mit Bildung myotendinotischer Verspannungen 
der paravertebralen Muskulatur und einer insuffizienten paravertebralen und abdominalen Mus-
kulatur etabliert. Der Gutachter verweist in diesem Zusammenhang auf die psychiatrische Komor-
bidität und darauf, dass sich seit der Begutachtung im Jahr 2010 keine neuen erheblichen As-
pekte im Bewegungsapparat ergeben hätten. Aus medizinischer Sicht bestehe deshalb keine re-
levante Arbeitsunfähigkeit für eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Tragen von Lasten über 10 
kg, mit der Möglichkeit abwechselnd zu stehen und zu sitzen, weder in der angestammten noch 
in einer Verweistätigkeit. Dies gelte auch unter Berücksichtigung des im November 2017 entdeck-
ten Nierenzellkarzinoms. Der Ausgang dieser Erkrankung erscheine günstig, da keine lymphono-
dale bzw. Fernmetastasierung festgestellt werden könne. Es handle sich um eine zentrale Neo-
plasie der linken Niere, die operativ in toto abgetragen worden sei. Es sei somit keine onkologi-
sche Nachsorge zu erwarten.  
 
6.1.2 Im psychiatrischen Teilgutachten werden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit erhoben. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden die Diagnosen einer 
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) sowie einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) gestellt. Die 
in den Akten mehrfach gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung könne nicht 
länger bestätigt werden. Die Explorandin befinde sich nicht in psychiatrischer Behandlung und 
werde auch nicht antidepressiv behandelt. Ausser gelegentlichen, leichten depressiven Verstim-
mungen hätten keine Zeichen einer depressiven Störung festgestellt werden können. Die leichten 
depressiven Verstimmungen seien im Rahmen der Schmerzstörung einzuordnen. Die rezidivie-
rende depressive Störung sei remittiert. Des Weiteren fühle sich die Explorandin seit Jahren auf-
grund der geklagten somatischen Beschwerden nicht arbeitsfähig. Das Ausmass der geklagten 
Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht arbeiten zu können, würden 
durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert, sodass eine psychische Überlage-
rung angenommen werden müsse. Sie sei im Alltag nicht durch schwere, quälende Schmerzen 
beeinträchtigt, gestalte den Alltag trotz der geklagten Beschwerden relativ aktiv. Die Diagnose 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden; es handle sich 
vielmehr um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Aus 
psychiatrischer Sicht sei die Explorandin damit in jeder beruflichen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfä-
hig.  
 
6.2 Nach Erlass der Verfügung vom 13. Februar 2020 sind im Wesentlichen folgende medi-
zinischen Berichte ergangen:  
 

 

 
 
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6.2.1 Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, hält am 11. März 2020 fest, 
die Beschwerdeführerin habe ihm über die letzte Rentenzahlung und die daraus resultierende 
Verzweiflung berichtet. Er diagnostiziert eine Psoriasis-Arthrose mit (unter anderem): 
 - früher V.a. seropositive rheumatoide Arthritis 
 - anti-CCP positiv 
 - symmetrische Schwellungen der Fingergelenke 
 - HLA-B 27 positiv,  
 - psoriatischen Hautveränderungen 
 - psoriasiforme Dermatitis der Füsse beidseits 
 - juckende squamöse Hautveränderungen palmar beidseits 
 -  erythematosquamöse Hautveränderungen im äusseren Gehörgang rechts 
 - Zehennagelveränderungen mit Analysen und Ölflecken 

Weiter werden das hellzellige Nierenzellkarzinom und die linksbetonte euthyreote Struma als Di-
agnosen erwähnt. Dr. D.____ führt aus, sie habe Schmerzen in der ganzen linken Körperhälfte. 
Am ehesten sei eine schmerzmodulierende Behandlung mit Stimulation des zentralnervösen 
Schmerzhemmsystems angezeigt, etwa mit Duloxetin. 
 
6.2.2 Am 25. März 2020 berichtet das E.____-Spital über eine unklare Harnblasenspeicher-
störung. Sie sei medikamentös behandelt worden und weitere Abklärungen sollten folgen. 
 
6.2.3 Am 4. Mai 2020 berichtet Dr. D.____ über einen stark erhöhten Blutdruck und einen stark 
verlangsamten Gang. Die Beschwerdeführerin habe starke Schmerzen in der rechten Schulter 
und im Kreuz. 
 
6.2.4 Die Neurologie des E.____-Spital diagnostiziert am 13. Mai 2020 ein chronifiziertes 
Schmerzsyndrom mit erneuter akuter Lumbalgie seit Anfang Mai 2020. Es wird der Verdacht auf 
ein depressives Syndrom geäussert und eine Harnblasenstörung diagnostiziert. Das Gangbild 
sei hinkend. Wegen der Harnblasenstörung wird ein MRT angefertigt, welches kein morphologi-
sches Korrelat zeigt. Lumbal könne keine Affektion der Nervenwurzeln festgestellt werden. Aus 
neurologischer Sicht bestehe kein Handlungsbedarf. 
 
6.2.5 Nachdem die Beschwerdeführerin wegen einer grossen Narbenhernie (als Folge der 
Nierenzell-Operation im Dezember 2017) im Oktober 2019 im E.____-Spital hospitalisiert war, 
lässt sie sich am 12. Mai 2020 im E.____-Spital kontrollieren. Sie habe sich in einem ausseror-
dentlich reduzierten Zustand präsentiert, beinahe immobil. Die Hernienversorgung wird als er-
freulich beurteilt. 
 
6.2.6 Am 15. Mai 2020 findet eine Kontrolle der Blase statt. Es wird eine Besserung bei Medi-
kation festgestellt und die Weiterführung der Therapie empfohlen. 
 
6.2.7 Am 14. Juli 2020 führt Dr. D.____ aus, die Beschwerdeführerin berichte über starke 
Schmerzen im Lumbosakralbereich und starke Nackenschmerzen im Rahmen der Psoriasis-Arth-
ritis. Auch im Bericht vom 16. September 2020 sind die linkseitigen Lumbalgien das Hauptprob-

 

 
 
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lem. Es wird berichtet, dass eine angefangene entzündungshemmende Basistherapie mit Sala-
zopyrin wieder wegen Kopfschmerzen und Übelkeit abgebrochen worden sei. Er sehe keine me-
dikamentösen Behandlungsmöglichkeiten mehr. Dies sei auch nicht notwendig, da er keine 
starke entzündliche Aktivität sehe. 
 
6.2.8 Im Bericht vom 14. Dezember 2020 schildert Dr. D.____ wiederum starke Schmerzen 
am Bewegungsapparat. Es wird nun auch eine Angststörung erwähnt und nochmals eine medi-
kamentöse Therapie vorgesehen. 
 
6.2.9 Im Bericht der Urologie vom 14. Januar 2021 wird die weitere Medikation und nun auch 
eine Unterbodenphysiotherapie verordnet. Es wird wiederum eine neurogene Ursache vermutet, 
weshalb eine neurologische Standortbestimmung angeordnet wird. Im Februar 2021 wird ein 
MRT des Schädels und der HWS angefertigt. Der Schädel sei unauffällig und eine strukturelle 
Läsion, welche die Blasenfunktionsstörung erklären könnte, wird nicht gefunden. Hauptproblem 
seien Blase und lumbale Problematik. 
 
6.2.10 Im Bericht der Urologie vom 9. November 2021 ist von einer kompensierten Miktionssi-
tuation die Rede. 
6.2.11 Dr. D.____ hält am 6. Dezember 2021 fest, er sei überzeugt, dass eine deutliche bis 
massive Verbesserung der muskulären Funktion erfolgen müsse, damit die Situation der Patientin 
verbessert werden könne. Auf jeden Fall sei weitere Physiotherapie indiziert. Aufgrund von 
Schmerzen inguinal wurde ein MRT des Beckens veranlasst. 
 
6.2.12 Die Urologie F.____ führt am 26. Dezember 2021 aus, es würden reizlose Narbenver-
hältnisse bestehen und es gebe keine Hinweise auf Rezidive.  
 
6.2.13 Am 10. Januar 2022 berichtet die Urologie des E.____-Spital über eine zunehmende 
Dranginkontinenz ohne Infekthinweis. 
 
6.2.14 Nachdem bereits am 3. Januar 2022 ein MRT des Beckens und Röntgen der Knie statt-
gefunden haben, wird am 2. Februar 2022 eine weitere radiologische Untersuchung des Beckens 
und der Hüften durchgeführt. Dr. med. G.____, FMH Rheumatologie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates, stellt am 2. Februar 2022 folgende Diagnosen: Spinalkanal-stenose mit aku-
ter Lumbalgie, V.a. eine straffe lliopsoassehne links mit Borderline-Hüftdysplasie und eine Harn-
inkontinenz bei unklarer neurogener Blasenfunktionsstörung. Die Patientin laufe mit einem ext-
rem unsicheren asymmetrischen Gangbild mit starkem Schonhinken. Im Stehen habe sie eine 
wesentliche Instabilität und eine Fallneigung. Die Untersuchung sei nur bedingt durchführbar. Dr. 
G.____ erachtet die Problematik als lumbal bedingt und sieht eine erneute MRI Untersuchung 
vor. 
 
6.2.15 Die Bildgebung des Iliosakralgelenks und der LWS vom 9. Februar 2022 ergeben Zei-
chen einer aktiv entzündeten Spondylarthropathie mit Enthesitis sowie eine prominente mediale 
Diskushernie L4/5, eine Nervenwurzelkompression sei denkbar. 
 

 

 
 
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6.2.16 Dr. G.____ empfiehlt am 13. Februar 2022 aufgrund dieser Bildgebung die Vorstellung 
bei einem Wirbelsäulenspezialisten. Die Hüfte werde von der lumbalen Problematik überlagert 
und die Probleme an der Hüfte seien am ehesten vertebragen. 
 
6.2.17 Dr. D.____ führt in der Folge aus, dass nun doch eine Behandlung mit TNF-Alpha-
Hemmer indiziert sei. Mit Bericht vom 25. Februar 2022 hält er die Diagnosen einer Psoriasis-
Arthritis, des Nierenzellkarzinoms und einer linksbetonten euthyreoten Struma fest. Die Befunde 
in den MRT-Bildern würden klare Entzündungen im Bereich der LWS, praktisch sicher im Zusam-
menhang mit der Psoriasis-Arthritis zeigen. Es bestehe für ihn eine Indikation zur Anwendung 
eines TNF-Alpha-Hemmers wie z.B. Certolizumab. Die Patientin sei gegenüber einer solchen 
Behandlung skeptisch wegen ihrer übrigen Probleme (Infektgefährdung, Rezidiv an den Nieren 
und Gefahr betreffend Mammakarzinom). Er selbst sei der Meinung, dass die übrigen Probleme 
nach einer gewissen Zeit, in welcher das Infektrisiko in überschaubarem Mass erhöht wäre, von 
einer Therapie wegen des allgemein zu erwartenden besseren Gesundheitszustands eher profi-
tieren würden. Er richtet die Anfrage an alle beteiligten Spezialisten, die Risiken betr. Behandlung 
mit Certolizumab mitzuteilen. 
 
6.2.18 Am 2. März 2022 hält die HNO-Klinik des E.____-Spital eine Gehörgangsentzündung 
bei Ekzem fest. 
 
6.2.19 Am 8. März 2022 berichtet die Urologie des E.____-Spital über eine stabile Harnblasen-
situation, aber auch über eine Exacerbation der Hypertonie. 
 
6.2.20 Dr. med. H.____, FMH Allgemeinmedizin, beschreibt in seinem Arztbericht vom 5. April 
2022 persistierende invalidisierende Schmerzen in der linken Hüfte und in den Beinen beidseits, 
seit Jahren tendenziell zunehmend. Es bestehe ein deutlich eingeschränktes Gangbild, die Be-
schwerdeführerin laufe extrem langsam und zum Teil an Stöcken. Eine angepasste Tätigkeit sei 
gegebenenfalls 1 bis 2 Stunden zumutbar. 
 
6.2.21 Mit Bericht vom 1. Mai 2022 führt Dr. D.____ aus, die entzündlich rheumatische Autoim-
munerkrankung sei gesichert. Im Februar 2022 hätten im MRT Zeichen einer aktiv entzündeten 
Spondylarthritis nachgewiesen werden können. Die Therapie werde weiterhin mit Salazopyrin 
durchgeführt, die Patientin verzichte auf Biologica oder Januskinase-lnhibitoren. 
 
6.2.22 Am 5. Mai 2022 führt die HNO-Klinik des E.____-Spital aus, es gebe keine Kontraindi-
kation für eine Behandlung mit einem TNF-Alpha-Hemmer.  
 
6.2.23 Am 19. Mai 2022 hält die Urologie des E.____-Spital fest, es bestehe eine kompensierte 
Harnblasensituation.  
 
6.2.24 Mit Schreiben vom 14. September 2022 führt Dr. H.____ aus, er verstehe den Entscheid 
der Invalidenversicherung nicht. Die Beschwerdeführerin könne kaum normal gehen und nur un-
ter Schmerzen sei eine Untersuchung auf der Liege möglich. Sie leide an einer fortschreitenden 

 

 
 
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Psoriasis-Arthritis, einer Spinalkanalstenose, einer Hüftdysplasie und einer Harninkontinenz bei 
St. n. operiertem Nierenzellkarzinom.  
 
6.3 Des Weiteren liegen folgende relevanten RAD-Berichte vor: 
 
6.3.1 Dr. med. I.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, hält mit Bericht vom 24. März 2022 fest, 
gemäss einem Bericht der Hirslandenklinik vom 13. Februar 2022 würde neu eine Spinalkanals-
tenose, eine prominente mediale Diskushernie, eine Hüftdysplasie mit Labrumläsion vorliegen. 
Es sei gestützt auf diese Berichtserstattung von einem glaubhaft verschlechterten Gesundheits-
zustand auszugehen.  
 
6.3.2 In seinem Bericht vom 27. Juli 2022 kommt Dr. I.____ zu folgenden Schlussfolgerungen: 
Die im Bericht der Urologie vom 10. Januar 2022 beschriebene Dranginkontinenz bei sehr voller 
Blase schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Der Versicherten sei zuzumuten, rechtzeitig auf die 
Toilette zu gehen. Weiter wäre es der Versicherten zumutbar, ihre im März 2019 diagnostizierten 
beidseitigen Karpaltunnelsyndrome operieren zu lassen. Auch habe die Beschwerdeführerin die 
Einnahme von Certolizumab abgelehnt, was gegen einen entsprechenden Leidensdruck in Bezug 
auf die entzündliche Aktivität an der Wirbelsäule spreche. Weiter sei die Diagnose einer Spinal-
kanalstenose im MRT ausgeschlossen worden. Gleiches gelte für eine Nervenwurzelkompres-
sion. Insgesamt sehe er deshalb keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
seit den Gutachten im Jahre 2018.  
 
6.3.3 Im Bericht vom 15. November 2022 äussert sich Dr. I.____ wie folgt: Er hält wiederrum 
fest, dass das MRT der Lendenwirbelsäule vom 9. Februar 2022 den zuvor klinisch gestellten 
Verdacht auf eine Spinalkanalstenose nicht bestätigt habe. Auch die von Dr. H.____ angegebene 
Harninkontinenz relativiere sich bei der Durchsicht des Untersuchungsberichtes der Urologie in 
Liestal am 19. Mai 2022. Dort sei von einer subjektiv kompensierten Miktionssituation die Rede. 
Dr. I.____ verweist noch einmal darauf, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf die entzündli-
che Erkrankung die Medikation ablehne. Einschränkungen auf Grund einer grundsätzlich gut zu 
behandelnden Erkrankung könnten von der IV nicht als invalidisierend anerkannt werden. Es sei 
anzunehmen, dass die Versicherte voll arbeitsfähig wäre, wenn sie die medizinisch indizierte Be-
handlung zulassen würde. Dr. H.____ wisse auch, dass die Hüftdysplasie der Versicherten grund-
sätzlich chirurgisch behandelbar sei und daher ebenfalls kein invalidisierendes Leiden darstelle. 
Dr. I.____ empfiehlt aber zur Wahrung des rechtlichen Gehörs, den Vorschlag von Dr. H.____ zu 
befolgen und aktuelle Arztberichte von den behandelnden Spezialisten einzuholen.  
 
6.3.4 Mit Bericht vom 1. Dezember 2022 äussert sich Dr. I.____ nochmals. Er sieht auch in 
den neu vorliegenden Unterlagen keinen invalidisierenden Befund. Die Struma beurteilt er als 
nicht invalidisierend. Die HNO-Ärzte hätten im Bericht vom 5. Mai 2022 keine Kontraindikation für 
TNF-Alpha-Hemmer festgehalten.  
 
6.3.5 Ein weiteres Mal berichtet Dr. I.____ im Rahmen des Beschwerdeverfahrens am 18. Ap-
ril 2023. In Bezug auf die entzündliche rheumatoide Erkrankung liege zweifelsohne seit Jahren 

 

 
 
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ein instabiler Gesundheitszustand vor, der medikamentös überwiegend wahrscheinlich gut be-
handelbar sei. Die Versicherte lehne diese Behandlung aber ab. Er äussert sich zusätzlich zu 
möglichen Nebenwirkungen der abgelehnten Behandlung. Aus Sicht des RAD sollte die Versi-
cherte sich zuerst einmal medikamentös nach medizinsicher Indikation behandeln lassen. Die 
Optionen seien bei weitem nicht ausgeschöpft und würden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
eine wesentliche Besserung mit sich bringen. In Bezug auf die Therapieoptionen der Hüftdyspla-
sie äussert er sich ebenfalls. Das operative Vorgehen sei bekannt. Es sei der Therapieerfolg 
abzuwarten und wenn dann weiterhin relevante Beschwerden vorliegen würden und die Thera-
pieoptionen ausgeschöpft seien, würde die IV-Stelle ein Gutachten veranlassen.  
 
7. Die IV-Stelle stützte sich bei ihrem Entscheid auf die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. 
I.____ und gelangte demnach zum Ergebnis, dass keine Hinweise vorliegen würden, die auf eine 
Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands hindeuten würden. Entgegen der Auf-
fassung der IV-Stelle kann auf diese Berichte jedoch nicht abgestellt werden.  
 
7.1 Vorweg ist anzumerken, dass die IV-Stelle auf das neue Gesuch eingetreten ist und sie 
folglich den Sachverhalt abzuklären hat, bis genügend Klarheit darüber besteht, ob die von der 
versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich 
eingetreten ist (vgl. Ziff. 3.5 hiervor). Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass die IV-Stelle ihren 
Entscheid vorliegend gestützt auf versicherungsinterne Berichte getroffen hat, womit bereits 
leichte Zweifel an diesen Berichten Anlass zu weiteren Abklärungen geben (vgl. Ziff. 5.3 hiervor).  
 
7.2 Aus den oben angeführten medizinischen Unterlagen ergibt sich, dass folgende Aspekte 
keine Änderung gegenüber dem Gutachten aus dem Jahr 2018 erfahren haben: Die Struma, das 
Nierenzellkarzinom und die Harnblasenstörung. In Bezug auf diese gesundheitlichen Probleme 
der Beschwerdeführerin gibt es keinerlei Hinweise auf eine Verschlechterung. Die Harnblasen-
problematik bestand bereits 2017 und ist aktuell kompensiert. Das Nierenzellkarzinom ist ohne 
Rezidive und die Struma war weder im Jahr 2018 noch heute in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 
von Relevanz. 
 
7.3 Zu prüfen bleiben die folgenden im Raum stehenden medizinischen Probleme: das beid-
seitige Karpaltunnelsyndrom, das entzündliche rheumatoide Problem an der LWS mit Lumbalgie 
und klaren Entzündungszeichen gemäss MRT vom Februar 2022, die Hüftproblematik sowie die 
im MRT vom Februar 2022 genannte prominente Diskushernie mit möglicher Nervenirritation.  
 
7.3.1 Was das Karpaltunnelsyndrom anbelangt, ist Dr. I.____ zuzustimmen, dass dieses 
grundsätzlich behandelbar ist. Diesbezüglich sind jedoch weder die derzeitigen noch allfällig in-
validisierende Auswirkungen bekannt. Diese Problematik scheint allerdings eher von untergeord-
neter Bedeutung. 
 
7.3.2 Betreffend die Problematik der Entzündungen im Rahmen der Psoriasis-Arthritis ver-
weist Dr. I.____ einzig darauf, dass diese behandelbar sei. Davon scheint auch Dr. D.____ aus-
zugehen, wenn er die Behandlung mit einem TNF-Alpha-Hemmer vorschlägt. Dr. I.____ erachtet 

 

 
 
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als Nichtrheumatologe eine Besserung bei entsprechender Medikation als überwiegend wahr-
scheinlich. Dr. D.____ hat den Bedenken der Beschwerdeführerin insofern Rechnung getragen, 
als er die involvierten Ärzte aufgefordert hat, zu den Bedenken der Versicherten Stellung zu neh-
men. Dazu geäussert haben sich einzig die HNO-Ärzte, welche eine Medikation als unproblema-
tisch erachteten. Nicht Stellung genommen haben jedoch die Onkologen. Die Zumutbarkeit der 
Behandlung ist damit weiterhin offen und somit noch abzuklären. Sollte die Medikation unbedenk-
lich und somit zumutbar sein, wäre die Beschwerdeführerin aufzufordern, die Medikamente ein-
zunehmen. In der Folge wäre die Wirksamkeit der Medikation zu prüfen und die Arbeitsfähigkeit 
neu einzuschätzen.  
 
7.3.3 Des Weiteren ist Dr. I.____ der Meinung, dass die Hüftproblematik behandelbar sei. Das 
operative Vorgehen sei bekannt. Nach Vornahme einer Operation sei der Therapieerfolg abzu-
warten, wobei auch Dr. I.____ die Auswirkungen einer Operation als offen erachtet. Zur Frage, 
ob überhaupt eine Hüftoperation indiziert ist, ist aber den Akten nichts zu entnehmen. Dr. G.____ 
hat die Problematik als vertebragen beurteilt, also vom Rücken herkommend. Somit wäre zuerst 
die Operationsbedürftigkeit und bejahendenfalls die Zumutbarkeit zu klären. Bei Bejahung dieser 
Fragen und einer allfälligen Weigerung der operativen Behandlung wäre nach entsprechender 
Aufforderung und einer allfälligen Durchführung der Operation deren Erfolg abzuwarten.  
 
7.3.4 In Bezug auf die Diskushernie führt Dr. I.____ aus, die Diagnose einer Nervenwurzelir-
ritation habe ausgeschlossen werden können. Das ist gestützt auf die Befunde basierend auf der 
Bildgebung vom Februar 2022 nicht nachvollziehbar. Dr. D.____ und Dr. G.____ haben sich dazu 
nicht mehr geäussert. 
 
7.4 Zu diesen offenen Fragen kommt hinzu, dass selbst Dr. I.____ zur Verifizierung seiner 
Überlegungen in seinem Bericht vom 15. November 2022 empfohlen hat, nochmals bei den be-
handelnden Ärzten aktuelle Berichte einzuholen, was nicht geschehen ist. Ebenfalls zu beachten 
ist, dass Dr. I.____ Arbeitsmediziner und nicht Rheumatologe oder Orthopäde ist. Gestützt auf 
diese Ausführungen ergeben sich zumindest leichte Zweifel an der Beurteilung des RAD-Arztes. 
 
8. Gestützt auf diese Erwägungen ergibt sich, dass der medizinische Sachverhalt unvoll-
ständig und damit nicht rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Demzufolge wird die IV-Stelle die aus-
stehenden Abklärungen i.S. der E. 7.3.2 ff. nachzuholen haben. Die angefochtene Verfügung ist 
folglich aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuwei-
sen. Sie wird (zumindest) ein externes rheumatologisches Verwaltungsgutachten in Auftrag zu 
geben und in der Folge neu zu verfügen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis-
sen. 
 
9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 
die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 

 

 
 
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9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Vorlie-
gend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit 
ihr auferlegt, und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung 
zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versicherten hat in seiner Hono-
rarnote vom 16. Mai 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 7,08 
Stunden geltend gemacht, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen als angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialversicherungsprozessen 
für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu ent-
schädigen. Nicht zu beanstanden sind ferner die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen 
im Umfang von insgesamt Fr. 64.80. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'976.-- (7,08 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 64.80 zuzüglich 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor-
aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 

 
 
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10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
7. November 2014, 8C_692/2014, E. 2).  
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 3. Oktober 2022 aufgehoben, die Ange-
legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurück-
gewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 1'976.-- (inklusive Auslagen und 7,7 % Mehrwert-
steuer) auszurichten.  

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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