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**Case Identifier:** cb40a7c4-1413-5196-898e-692c8fe61c74
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.04.2022 IV 2021/52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-52_2022-04-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/52

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.08.2022

Entscheiddatum: 22.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2022
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revision. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. April 
2022, IV 2021/52).

Entscheid vom 22. April 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2021/52

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Oktober 2005 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe keine Berufsausbildung 

absolviert. Seit dem Jahr 1992 arbeite sie als B.___ in einem Café. Der Arbeitgeber, der 

sein Geschäft per 31. Dezember 2004 aufgegeben hatte, hatte gegenüber der 

Arbeitslosenversicherung am 1. Januar 2005 einen Monatslohn von 3’100 Franken 

ohne einen 13. Monatslohn bescheinigt (IV-act. 13). Im März 2006 fand eine Abklärung 

im Haushalt der Versicherten statt (vgl. IV-act. 34). Dabei gab die Versicherte an, sie 

habe im Jahr 199_ ihr erstes Kind und im Dezember 200_ Zwillinge geboren, sei aber 

bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber im Zusammenhang 

mit der Geschäftsaufgabe per Ende 2004 weiterhin erwerbstätig gewesen. Das Pensum 

habe ab Sommer 2004 bloss noch etwa 40 Prozent betragen. Wegen der schwierigen 

wirtschaftlichen Situation der Familie müsste sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

weiterhin „in grossem Masse“ erwerbstätig sein. Der Abklärungsbeauftragte hielt fest, 

ein Vollpensum wäre nicht möglich, da die Kinder dafür fremdplatziert werden müssten, 

was sich wirtschaftlich „kaum rechne“. Die Versicherte müsse gesamthaft betrachtet 

als zu je 50 Prozent ausserhäuslich erwerbstätig und im Haushalt tätig qualifiziert 

werden.

A.a. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die MEDAS Zentralschweiz am 26. April 2007 

ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 37). Die Versicherte hatte gegenüber den Sach­

verständigen unter anderem angegeben, dass sie ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin vollzeitig erwerbstätig wäre und die drei Kinder 

von einer Tagesmutter fremdbetreuen lassen würde. Im Jahr 199_ sei sie, damals im 

siebten Monat schwanger, durch eine Briefbombe verletzt worden. Die Hintergründe 

des Attentates seien nie geklärt worden. Wahrscheinlich bestehe ein Zusammenhang 

zu den hohen Schulden, die der Ehemann bei Landsleuten eingegangen sei, nachdem 

A.b. 

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er von einem Landsmann über das Ohr gehauen worden sei. Die Familie lebe seither 

sehr zurückgezogen. Die Versicherte habe keine Verwandten in der Schweiz. Sie fühle 

sich deshalb sehr allein. Die Sachverständigen hielten fest, die Versicherte leide an 

einer residuellen posttraumatischen Belastungsstörung nach einem 

Briefbombentrauma, an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit teils 

somatogener und teils psychogener Ursache, an einem chronischen panvertebralen 

Schmerzsyndrom sowie an einem lumbo-radiculären Reizsyndrom L5 links. 

Vorwiegend aus rheumatologischen Gründen sei ihr die angestammte Tätigkeit als 

B.___ nicht mehr zumutbar. Für die Tätigkeit im eigenen Haushalt sei ein 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent zu attestieren. Auch diesbezüglich seien primär 

die rheumatologischen Beeinträchtigungen massgebend. Unter Ausblendung des 

akuten lumbo-radiculären Reizsyndroms L5 links wären der Versicherten 

leidensadaptierte Tätigkeiten zu 40 Prozent zumutbar. Zurzeit sei die Versicherte aber 

wegen der lumbo-radiculären Symptomatik selbst für körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten als vollständig arbeitsunfähig zu qualifizieren. Im Mai 

2007 notierte ein Arzt des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), das 

Gutachten der MEDAS Zentralschweiz sei überzeugend, weshalb davon auszugehen 

sei, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten durch die im 

rheumatologischen Teilgutachten empfohlene konservative Behandlung des lumbo-

radiculären Syndroms innerhalb eines halben Jahres so verbessern werde, dass diese 

dann zu 40 Prozent arbeitsfähig für leidensadaptierte Tätigkeiten sein werde (IV-act. 

38).

Der Hausarzt Dr. med. C.___ attestierte im Februar 2008 eine seit Januar 2005 

bestehende Arbeitsunfähigkeit von 60 Prozent für die angestammte Tätigkeit als B.___ 

(IV-act. 40). Die RAD-Ärztin Dr. med. D.___ notierte im Mai 2008 (IV-act. 41), der 

Hausarzt attestiere „jetzt“ eine Arbeitsfähigkeit von 40 Prozent sowohl für die 

angestammte als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten, was sich mit der Einschätzung 

der Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz decke. Die Ärzte seien sich nicht 

einig darüber, ob die Tätigkeit als B.___ eher geeignet oder ungeeignet sei, aber 

vermutlich sei ein bekanntes und wohlwollendes Umfeld wichtiger als die Frage der 

Kilogrammbelastung. Also sei von einer Arbeitsfähigkeit von 40 Prozent für die 

angestammte und für eine leidensadaptierte Tätigkeit auszugehen. Mit einer Verfügung 

A.c. 

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vom 8. Dezember 2010 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab dem 1. Oktober 2004 

eine Dreiviertelsrente, ab dem 1. März 2007 eine ganze Rente und ab dem 1. Mai 2008 

eine Dreiviertelsrente zu (IV-act. 88). Zur Begründung führte sie an, die Versicherte sei 

als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Da sie sowohl in der angestammten als auch in 

jeder anderen leidensadaptierten Tätigkeit zu 40 Prozent arbeitsfähig sei, könne der 

Invaliditätsgrad ausgehend vom zuletzt erzielten Lohn als Valideneinkommen und als 

Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens anhand eines 

Prozentvergleichs ermittelt werden. Er betrage 60 Prozent. Da die Versicherte von 

Dezember 2006 bis Februar 2008 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei, bestehe für 

die Zeit vom 1. März 2007 bis zum 30. April 2008 ein Anspruch auf eine ganze Rente. 

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.

Im April 2019 ersuchte Dr. C.___ unter Hinweis auf eine Verschlechterung der 

psychischen Situation nach einem cerebro-vaskulären Insult des Ehemannes für die 

Versicherte um eine Rentenerhöhung (IV-act. 103). Die IV-Stelle forderte die Versicherte 

im Juli 2019 auf, selbst ein schriftliches Erhöhungsgesuch zu stellen und eine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes nach der Rentenzusprache 

glaubhaft zu machen (IV-act. 104). Am 20. August 2019 beantragte die Versicherte eine 

Rentenerhöhung (IV-act. 105). Sie reichte verschiedene Arztberichte ein, laut denen sie 

im Mai 2019 an der Nase operiert worden war (IV-act. 106 ff.). Der RAD-Arzt Dr. med. 

E.___ notierte im Oktober 2019, der Hinweis des Hausarztes auf eine Verschlechterung 

des psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten sei nicht „von vorneherein 

unglaubhaft offenkundig“; in den vergangenen Jahren könne sich der 

Gesundheitszustand zudem in verschiedener Hinsicht verändert haben. Auf das 

Revisionsgesuch sei einzutreten. Die Versicherte müsse eingehend medizinisch 

begutachtet werden.

A.d. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH 

am 25. Februar 2020 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 122). Der internistische 

Sachverständige hielt fest, die Versicherte leide an einem metabolischen Syndrom, an 

einer präklinischen Hypothyreose sowie an einem deutlichen Vitamin D-Mangel. Keine 

dieser Diagnosen schränke die Arbeitsfähigkeit ein. Der rheumatologische 

Sachverständige führte aus, die Versicherte leide an einem chronischen, 

therapieresistenten, linksbetonten lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom sowie an 

A.e. 

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einem – sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden – chronischen multilokulären 

Schmerzsyndrom. Sie habe Kniegelenksbeschwerden links beklagt, aber weder in 

vorhergehenden Untersuchungen noch in der aktuellen Untersuchung habe ein 

eindeutig fassbares patho-anatomisches Korrelat gefunden werden können. Bei der 

klinischen Untersuchung habe die Versicherte immer wieder plötzlich stark gestöhnt 

oder sogar aufgeschrien. Die Waddell’schen Zeichen seien allesamt „eindrücklich“ 

positiv gewesen. Der eigentliche objektive Status sei nur bezüglich einer gewissen 

schmerzbedingten Bewegungseinschränkung der Lateralflexion und der Reklination der 

Lendenwirbelsäule auffällig gewesen. Die angeblich regelmässig eingenommenen 

Schmerzmedikamente hätten in der Laboranalyse nicht nachgewiesen werden können. 

Unter Berücksichtigung der spärlichen Aktenlage könne auf der Basis des ersten 

Gutachtens vom April 2007 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte 

Tätigkeit als B.___ attestiert werden. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien der 

Versicherten aus rheumatologischer Sicht während sieben bis acht Stunden pro Tag 

zumutbar. Der Arbeitsfähigkeitsgrad betrage 80 Prozent. Mangels einer „Vorevaluation“ 

bezüglich des Bewegungsapparates in den vergangenen Jahren gelte diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung seit spätestens Dezember 2019, dem Zeitpunkt der 

aktuellen Untersuchung. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, die Versicherte 

habe angegeben, dass es ihr nach dem Bombenanschlag schlecht gegangen sei, dass 

sie damals über eine lange Zeit immer wieder an das Ereignis habe denken müssen, 

dass sie Albträume und lebhafte Erinnerungen gehabt habe, dass diese Symptome nun 

aber schon seit Jahren nicht mehr bestünden. Diese Ausführungen habe die 

Versicherte sachlich und ohne eine erkennbare emotionale Beteiligung gemacht. Der 

objektive klinische Befund sei unauffällig gewesen. Der Affekt sei nicht depressiv 

gewesen. Der Antrieb sei normal gewesen. Die Versicherte habe eine ausgeglichene 

Stimmungslage und eine gute affektive Modulationsfähigkeit gezeigt. Diagnostisch 

leide sie an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, die sich allerdings nicht 

auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die Versicherte habe nie eine psychiatrische oder 

psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen. In der aktuellen 

Untersuchung hätten sich deutliche Hinweise auf eine Aggravation gezeigt. Die 

Versicherte habe alle Fragen zu „jedweden Beschwerden“ klar bejaht und sich deutlich 

schmerzgeplagt gezeigt, was sie durch eine ausgeprägte Mimik unterstrichen habe. Die 

Versicherte versorge ihren Haushalt ohne Einschränkungen und sie habe über eine 

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gewisse Freizeitgestaltung berichtet, die offenbar nicht von erheblichen Schmerzen 

beeinträchtigt sei. Die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung sei deutlich weniger 

stark ausgeprägt als noch im Jahr 2007. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in 

der Lage, in ihrer angestammten Tätigkeit ein Pensum von sechs bis sieben Stunden 

zu verrichten. Der Arbeitsfähigkeitsgrad betrage 75 Prozent. Für eine leidensadaptierte 

Tätigkeit sei ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent zu attestieren, wobei allerdings 

nicht genau bestimmt werden könne, seit wann die Versicherte in diesem Umfang 

arbeitsfähig sei. Der otorhinolaryngologische Sachverständige führte aus, die 

Versicherte leide an einer chronischen Sinusitis maxillaris rechts, die sich nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirke. Nach der Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen 

fest, die Versicherte sei wegen des chronischen, therapieresistenten, linksbetonten 

lumbo-spondylogenen Schmerzsyndroms und wegen der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung als vollständig arbeitsunfähig für die angestammte Tätigkeit als B.___ 

und als zu 20 Prozent arbeitsunfähig für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu 

qualifizieren. Die Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten 

ergebe sich aus einem erhöhten Pausenbedarf. Da ein und dieselbe zusätzliche Pause 

sowohl den rheumatologischen als auch den psychiatrischen Einschränkungen 

Rechnung trage könne, seien die aus diesen Fachgebieten attestierten 

Arbeitsunfähigkeitsgrade nicht additiv zu berücksichtigen. Der RAD-Arzt Dr. E.___ 

qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 123).

Mit einem Vorbescheid vom 20. Juli 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit 

(IV-act. 134), dass sie die Aufhebung der laufenden Rente vorsehe. Zur Begründung 

führte sie an, die Versicherte könne mit einem Pensum von 80 Prozent in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit ein höheres als das in der ursprünglichen 

rentenzusprechenden Verfügung berücksichtigte Einkommen erzielen, weshalb sie 

nicht mehr invalid sei. Die Rente sei deshalb revisionsweise „einzustellen“. Dagegen 

wandte die Versicherte am 22. Oktober 2020 ein (IV-act. 147), ihr Gesundheitszustand 

habe sich nicht verändert. Die behandelnde Rheumatologin Dr. med. F.___ habe 

bestätigt (vgl. IV-act. 143), dass sie weiterhin auch für leidensadaptierte Tätigkeiten 

kaum arbeitsfähig sei. Der Hausarzt Dr. C.___ erklärte am 2. November 2020, dass er 

die Rentenaufhebung nicht nachvollziehen könne, da sich die Beschwerden der 

Versicherten verstärkt hätten. Die RAD-Ärzte Dres. E.___ und Z.___ hielten im Februar 

A.f. 

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B.  

2021 fest, dass die Einwände der Versicherten und der behandelnden Ärzte keine 

Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens der ABI GmbH weckten (IV-act. 

148). Mit einer Verfügung vom 17. Februar 2021 hob die IV-Stelle die laufende Rente 

per Ende März 2021 auf (IV-act. 149).

Am 11. März 2021 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Februar 2021 erheben (act. G 1). Ihr 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie eventualiter die Einholung eines 

polydisziplinären Gerichtsgutachtens. Zur Begründung führte er aus, der medizinische 

Sachverhalt habe sich nicht verändert. Die Beschwerdeführerin habe vor dem Eintritt 

der Gesundheitsbeeinträchtigung wesentlich mehr verdient, als die IV-Stelle 

(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) angenommen habe.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. Juni 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der ABI GmbH sei 

in jeder Hinsicht überzeugend. Es belege eine relevante Verbesserung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Würde man das Valideneinkommen 

höher ansetzen, wäre der Invaliditätsgrad mittels eines Prozentvergleichs zu 

berechnen, womit er dem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 Prozent entsprechen würde. 

Die Beschwerdeführerin sei also nicht mehr rentenbegründend invalid.

B.b. 

Die Beschwerdeführerin liess am 29. September 2021 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 10). Der Eingabe lag eine Stellungnahme des Psychiaters Dr. med. G.___ vom 

13. September 2021 bei (act. G 10.1). Dieser hatte festgehalten, psychopathologisch 

seien bei der consiliarischen Untersuchung einige Symptome aufgefallen, die auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung hinweisen würden. Ihm sei schleierhaft, wie der 

Sachverständige der ABI GmbH den psychischen Befund als unauffällig habe 

bezeichnen können. Bei einem derart chronifizierten und komplexen 

Gesundheitsschaden sei es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 

unmöglich, dass es zu einer Spontanremission gekommen sei. Die Begutachtung sei 

nicht in der erforderlichen Tiefe durchgeführt worden. Zu bemängeln sei auch, dass 

kein Dolmetscher beigezogen worden sei. Ein Einbürgerungsgesuch der 

B.c. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

auf deren Rechtmässigkeit. Sein Gegenstand muss folglich jenem des 

vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen. Dieses ist ein 

Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gewesen, was bedeutet, dass es sich auf 

die Frage nach einer Anpassung einer formell rechtskräftigen, laufenden Rente der 

Invalidenversicherung an eine nach der ursprünglichen Rentenzusprache eingetretene 

Sachverhaltsveränderung beschränkt hat. Entgegen der von den Parteien vertretenen 

Auffassung ist es deshalb nicht zulässig gewesen, die Höhe des Valideneinkommens 

zu modifizieren, denn diesbezüglich hatte sich der massgebende Sachverhalt nach der 

ursprünglichen Rentenzusprache ja gar nicht verändern können.

2.  

Beschwerdeführerin sei mangels ausreichender Deutschkenntnisse abgewiesen 

worden.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 12).B.d. 

Bei der Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz im April 2007 hat ein neu 

aufgetretenes lumbo-radiculäres Reizsyndrom L5 links im Vordergrund gestanden, das 

nach der Ansicht des rheumatologischen Sachverständigen eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten verursacht hat, aber ohne operativen 

Eingriff gut zu behandeln gewesen ist, sodass prognostisch von einem Wiedererlangen 

einer Teilarbeitsfähigkeit innerhalb eines halben Jahres hat ausgegangen werden 

können. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin deshalb damals zu 

Recht vorerst keine Rente zugesprochen, sondern den weiteren Verlauf abgewartet. 

Der rheumatologische Sachverständige der MEDAS Zentralschweiz hatte prognostisch 

respektive unter „Ausblendung“ des lumbo-radiculären Reizsyndroms eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als B.___ und einen höheren als den 

vom psychiatrischen Sachverständigen (für sämtliche Tätigkeiten) attestierten 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 40 Prozent für die Tätigkeit im eigenen Haushalt und für 

leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert, weshalb davon auszugehen war, dass die 

Beschwerdeführerin nach der Akutbehandlung des Reizsyndroms zwar als B.___ 

vollständig arbeitsunfähig, für jede andere Tätigkeit aber zu 40 Prozent arbeitsfähig 

sein werde. Der behandelnde Hausarzt Dr. C.___ hat knapp ein Jahr nach der 

2.1. 

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Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 40 

Prozent für sämtliche Tätigkeiten und ausdrücklich auch für die angestammte Tätigkeit 

als B.___ attestiert. In Bezug auf leidensadaptierte Tätigkeiten hat diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung also jener der Sachverständigen der MEDAS 

Zentralschweiz entsprochen; in Bezug auf die angestammte Tätigkeit ist sie hingegen 

deutlich strenger gewesen, hatten die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz 

diese doch als nicht mehr zumutbar qualifiziert. Der RAD-Ärztin Dr. D.___ ist diese 

Diskrepanz aufgefallen. Sie hat sich allerdings sinngemäss auf den Standpunkt gestellt, 

dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz 

für die angestammte Tätigkeit nicht überzeugend sei, weil wohl weniger die 

„Kilogrammbelastung“ als vielmehr das Wohlwollen des Umfeldes ausschlaggebend 

für die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei; diese könne also auch als B.___ zu 

40 Prozent arbeiten, wenn sie diese Tätigkeit in einem wohlwollenden Umfeld ausüben 

könne. Die Beschwerdegegnerin hat in der Folge nicht auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Zentralschweiz für die angestammte Tätigkeit 

als B.___, sondern vielmehr auf die von Dr. C.___ attestierte und von Dr. D.___ als 

überzeugend qualifizierte Arbeitsfähigkeitsschätzung für die angestammte Tätigkeit 

abgestellt. Sie ist also davon ausgegangen, die Beschwerdeführerin sei (auch) als B.___ 

zu 40 Prozent arbeitsfähig. Weil es sich bei jener Tätigkeit um eine typische Hilfsarbeit 

gehandelt hat und weil für andere Hilfsarbeiten kein höher Arbeitsfähigkeitsgrad 

bestanden hat, hat es bei der Berechnung des Invaliditätsgrades keine Rolle gespielt, 

ob von einer Invalidenkarriere als B.___ oder von einer Invalidenkarriere in einer 

anderen Hilfsarbeit auszugehen sei. Dem in der ursprünglichen rentenzusprechenden 

Verfügung enthaltenen Einkommensvergleich lässt sich entnehmen, dass die 

Beschwerdegegnerin einen sogenannten Prozentvergleich vorgenommen hat. Der 

Invaliditätsgrad hat dem Arbeitsunfähigkeitsgrad bezogen auf die angestammte 

Tätigkeit als B.___ entsprochen.

Der rheumatologische Sachverständige der ABI GmbH hat im Februar 2020 die 

angestammte Tätigkeit als B.___ als unzumutbar qualifiziert. Diese „neue“ 

Arbeitsfähigkeitsschätzung hat er nicht mit einer Verschlechterung des somatischen 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nach der ursprünglichen 

Rentenzusprache begründet. Vielmehr hat er die Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

rheumatologischen Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz ausdrücklich als 

nach wie vor massgebend bezeichnet. Der internistische und der 

otorhinolaryngologische Sachverständige haben überzeugend aufgezeigt, dass in ihren 

Fachgebieten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben gestellt 

werden können, sodass auch in internistischer und otorhinolaryngologischer Sicht von 

2.2. 

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einem unveränderten invalidenversicherungsrechtlich massgebenden Sachverhalt 

auszugehen ist. Die behandelnden Ärzte Dres. F.___ und C.___ haben zwar 

eingewendet, dass die Beschwerden zugenommen hätten und dass die 

Beschwerdeführerin „kaum arbeitsfähig“ sei, aber sie haben diese Behauptungen nicht 

mit objektiven klinischen Befunden untermauern können. Die RAD-Ärzte Dres. E.___ 

und Z.___ haben überzeugend dargelegt, dass die Vorbringen der – angesichts des 

Behandlungsauftrages mit dem objektiven Anschein der Befangenheit behafteten – 

behandelnden Ärzte nicht geeignet gewesen sind, Zweifel an der Überzeugungskraft 

des Gutachtens der ABI GmbH zu wecken. Folglich steht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der Sachverhalt in 

somatischer Hinsicht seit der ursprünglichen Rentenzusprache nicht verändert hat. Der 

psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hat sowohl die Angaben der 

Beschwerdeführerin als auch den von ihm erhobenen objektiven klinischen Befund 

ausführlich wiedergegeben. Er hat aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin selbst bei 

der Schilderung des Briefbombenanschlages keinerlei Symptome gezeigt hatte, die auf 

eine posttraumatische Belastungsstörung hingewiesen hätten. Die Beschwerdeführerin 

hat selbst bestätigt, dass sie seit Jahren nicht mehr an jenen Symptomen gelitten hat, 

die unmittelbar nach dem Anschlag bestanden hatten. Der objektive klinische Befund 

ist weitestgehend unauffällig gewesen. Die Beschwerdeführerin hatte sich nie – auch 

nicht unmittelbar nach dem Bombenanschlag – in psychiatrischer oder 

psychotherapeutischer Behandlung befunden. Die Alltagsschilderung hat auf ein 

unauffälliges respektive uneingeschränktes Aktivitätsniveau hingedeutet. Der 

psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hat aus all diesen Tatsachen 

überzeugend den Schluss gezogen, dass die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung 

deutlich weniger stark ausgeprägt gewesen ist als noch im Jahr 2007. Der 

behandelnde Psychiater Dr. G.___ hat das psychiatrische Teilgutachten der ABI GmbH 

in einer Stellungnahme vom 13. September 2021 als nicht überzeugend qualifiziert. Er 

hat behauptet, die Beschwerdeführerin habe ihm gegenüber einige Symptome 

präsentiert, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hingedeutet hätten. Ein 

derart chronifizierter und komplexer Gesundheitsschaden könne unmöglich spontan 

remittieren. Diese stark von jener im psychiatrischen Teilgutachten der ABI GmbH 

abweichende Sachverhaltsdarstellung überzeugt nicht. Sie steht nicht nur in einem 

erheblichen Widerspruch zur Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nie psychiatrische 

oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen hat; sie lässt sich auch nicht 

mit dem von der Beschwerdeführerin bei der psychiatrischen Begutachtung 

geschilderten Aktivitätsniveau und Alltagsverhalten vereinbaren. Zudem hat der 

psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH auf deutliche Aggravationstendenzen 

hingewiesen. Diesem Aspekt hat Dr. G.___ keine Rechnung getragen, obwohl ihm das 

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3.  

Die angefochtene Verfügung, mit der die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin revisionsweise ex nunc et pro futuro aufgehoben hat, erweist 

sich im Ergebnis als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Die 

psychiatrische Teilgutachten der ABI GmbH bekannt gewesen ist. Das lässt sich nur 

mit einer objektiven Befangenheit aufgrund seines Behandlungsauftrages erklären. Die 

Stellungnahme von Dr. G.___ weckt deshalb keinen Zweifel an der Überzeugungskraft 

des psychiatrischen Teilgutachtens der ABI GmbH. Zusammenfassend steht gestützt 

auf das Gutachten der ABI GmbH mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand 

der Beschwerdeführerin in den Jahren nach der Rentenzusprache (bei einem im 

Wesentlichen unverändert gebliebenen somatischen Gesundheitszustand) wesentlich 

verbessert hat, sodass sie spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch die 

ABI GmbH im Februar 2020 wieder zu 80 Prozent arbeitsfähig für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten gewesen ist.

Hinsichtlich der der ursprünglichen Rentenzusprache zugrunde gelegten 

Invalidenkarriere als B.___ hat sich zwar grundsätzlich nichts geändert, aber zufolge 

einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit hat es neu 

– anders als bei der ursprünglichen Rentenzusprache – eine Rolle gespielt, ob von einer 

Invalidenkarriere als B.___ oder von einer Invalidenkarriere in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit hat ausgegangen werden müssen. Neu hat nämlich für eine leidensadaptierte 

Tätigkeit ein wesentlich höherer Arbeitsfähigkeitsgrad als für die angestammte Tätigkeit 

als B.___ vorgelegen, weshalb die Beschwerdeführerin infolge der Verbesserung des 

psychischen Gesundheitszustandes verpflichtet gewesen ist, ihre Invalidenkarriere zu 

wechseln. Präziser ausgedrückt hat für die Berechnung des rentenspezifischen 

Invaliditätsgrades neu auf eine Invalidenkarriere in einer angepassten Tätigkeit 

abgestellt werden müssen. Bei der für die Beschwerdeführerin, die als B.___ ein stark 

unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen erzielt hat, günstigsten Bemessungs­

methode der Invalidität anhand eines Prozentvergleichs könnte bei einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von lediglich 20 Prozent nur bei Berücksichtigung eines dem 

sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzuges von 25 Prozent (Maximalwert) ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Der Maximalabzug ist aber angesichts 

der geringfügigen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung augenscheinlich 

nicht gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad ist folglich auf jeden Fall tiefer als 40 Prozent, 

weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr gehabt 

hat.

2.3. 

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angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken 

gedeckt. Das Begehren um eine Parteientschädigung ist abzuweisen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; 

diese sind durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3. Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.04.2022
	Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revision. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. April 2022, IV 2021/52).

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		2025-07-19T01:49:39+0200
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