# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31fa4abf-ccd9-5781-808a-dad256e76ab3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 06.09.2019 810 19 147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-19-147_2019-09-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 6. September 2019 (810 19 147)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Anordnung Begutachtung / Ausstand 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtsschreiberin Chiara Pi-

ras 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Javier Ferreiro, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegnerin, vertreten durch André M. Brunner, Ad-
vokat 
 
D.____, Beigeladene, vertreten durch Caspar Baader, Advokat 
 

  
  

Betreff Anordnung Begutachtung / Ausstand  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
14. Mai 2019) 

 

 

 

 

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A. Die 1936 geborene D.____ ist seit 1956 mit E.____ (geb. 1933) verheiratet. Aus der Ehe 

stammen zwei Kinder, A.____ und C.____.  

 

B. Am 31. Mai 2016 liessen D.____ und E.____ öffentlich beurkundete Vorsorgeaufträge 

nach Art. 360 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 verfas-

sen. Darin ermächtigten sie ihren Sohn, sie im Falle ihrer Urteilsunfähigkeit in bezeichneten per-

sönlichen Belangen zu vertreten. Als Ersatzbevollmächtigte setzten sie ihre Nichte und die Toch-

ter ihres Sohnes ein. Gleichzeitig schlossen sie ihre Tochter sowie deren Ehemann und Nach-

kommen als allfällige Beistände aus. 

 

C. Gestützt auf die Ergebnisse medizinischer Untersuchungen vom 7. November 2016 und 

vom 11. November 2016 sowie der Diagnosekonferenz vom 14. Dezember 2016 stellte das Spital 

F.____, Alterspsychiatrie, Memory Clinic, in einem Untersuchungsbericht vom 9. Januar 2017 bei 

D.____ ein mittelschweres demenzielles Syndrom (DSM-5) neurodegenerativer Ätiologie, am 

ehesten im Rahmen einer whs. Alzheimerkrankeit, fest.  

 

D. Am 23. Februar 2017 liess D.____ einen neuen öffentlich beurkundeten Vorsorgeauftrag 

verfassen. Damit hob sie den Vorsorgeauftrag vom 31. Mai 2016 auf und bestimmte in erster 

Linie ihre Tochter zur Vorsorgebeauftragten für die Personensorge (inkl. Vertretung bei medizini-

schen Massnahmen). Für die Vermögenssorge und die Vertretung im Rechtsverkehr bezeichnete 

sie in erster Linie ihren Sohn als Vorsorgebeauftragten.  

 

E. Gestützt auf den Untersuchungsbericht des Spitals F.____ vom 9. Januar 2017 reichte 

A.____, vertreten durch Javier Ferreiro, Advokat, am 28. August 2017 bei der Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde (KESB) B.____ ein Gesuch um Validierung des Vorsorgeauftrages 

von D.____ vom 31. Mai 2016 ein.  

 

F. Die KESB B.____ forderte C.____ am 30. November 2017 und am 25. Januar 2018 auf, 

Dokumente einzureichen, welche die Urteilsfähigkeit von D.____ im Zeitpunkt der Errichtung des 

Vorsorgeauftrages vom 23. Februar 2017 belegen sollen.  

 

G. Mit ärztlichem Zeugnis vom 28. Februar 2018 bescheinigte Dr. med. G.____, dass D.____ 

von Januar bis März 2017 dreimal in seiner Sprechstunde gewesen sei und dabei keine schwer-

wiegende Einschränkung der Handlungs- und Urteilsfähigkeit bestanden habe.  

 

H. Mit Stellungnahme vom 5. März 2018 reichten D.____ und C.____, vertreten durch 

Caspar Baader, Advokat, bei der KESB B.____ diverse Unterlagen ein und beantragten die Vali-

dierung des Vorsorgeauftrages von D.____ vom 23. Februar 2017. 

 

I. Nach Anhörung der Betroffenen am 20. Juni 2018 und am 20. September 2018 sowie 

nach Gewährung des rechtlichen Gehörs ordnete die KESB B.____ mit Entscheid vom 14. Mai 

2019 eine ärztliche Begutachtung von D.____ an (Ziff. 1); für die Begutachtung wurde Dr. med. 

G.____ beigezogen (Ziff. 2); dieser wurde beauftragt, diverse Fragestellungen in Bezug auf den 

Vorsorgeauftrag zu beantworten (Ziff. 3); wobei bei der Begutachtung mit objektivierenden Tests 

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vorzugehen sei (Ziff. 4). Dr. med. G.____ wurde ferner gebeten, ausführende Bemerkungen zu 

seinem ärztlichen Attest vom 28. Februar 2018 zu verfassen (Ziff. 5). 

 

J. A.____, vertreten durch Javier Ferreiro, Advokat, liess mit Eingabe vom 27. Mai 2019 

gegen den Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019 beim Kantonsgericht Basel-Land-

schaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde einreichen. 

Er stellte die Rechtsbegehren, es sei der Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019 vollum-

fänglich aufzuheben und es sei ein unbefangener und nicht parteilicher Gutachter zu bestimmen 

(Ziff. 1); eventualiter sei der Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019 vollumfänglich aufzu-

heben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge 

(Ziff. 3).  

 

K. Am 8. Juli 2019 reichte C.____, vertreten durch André M. Brunner, Advokat, ihre Stellung-

nahme mit den Begehren ein, es sei die Beschwerde vom 27. Mai 2019 abzuweisen, soweit auf 

diese einzutreten sei (Ziff. 1); unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 2).  

 

L. Ebenfalls am 8. Juli 2019 reichte D.____, vertreten durch Caspar Baader, Advokat, ihre 

Vernehmlassung ein und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde vom 

27. Mai 2019 (Ziff. 1); unter o/e-Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers (Ziff. 2).  

 

M. Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2019 schloss die KESB B.____ ebenfalls auf Abweisung 

der Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, soweit darauf eingetreten werden könne (Ziff. 1); 

unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 2).  

 

N. Mit Verfügung vom 26. Juli 2019 wurden die Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und 

der Beigeladenen aufgefordert, ihre in den Akten fehlenden Honorarnoten einzureichen. Beide 

Vertreter reichten diese am 29. Juli 2019 zu den Akten.  

 

O. Am 6. August 2019 liess die Beschwerdegegnerin zur eingereichten Honorarnote des Be-

schwerdeführers Stellung nehmen. Zudem ergänzte ihr Rechtsvertreter seine mit Honorarnote 

vom 8. Juli 2019 geltend gemachten Aufwände um 45 Minuten. Der Beschwerdeführer liess am 

16. August 2019 ebenfalls eine korrigierte Honorarnote seines Rechtsvertreters zu den Akten 

reichen.  

 
 

Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches 

(EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden gegen Ent-

scheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden das Kantonsgericht, Abteilung Verfas-

sungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Der vorliegend angefochtene Entscheid schliesst 

das Verfahren vor der Vorinstanz nicht ab, sondern stellt im weiterhin hängigen Verfahren ledig-

lich einen Schritt auf dem Weg zum Endentscheid über die Validierung eines Vorsorgeauftrages 

dar. Es handelt sich damit um einen Zwischenentscheid (vgl. BGE 139 V 42 E. 2.3; BGE 132 III 

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785 E. 3; RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-

MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 1870). Die Zuständigkeit zur Beur-

teilung der vorliegenden Streitsache liegt deshalb in Anwendung von § 66 Abs. 2 EG ZGB i.V.m. 

§ 1 Abs. 3 lit. f des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 

16. Dezember 1993 bei der präsidierenden Person (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung 

Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 11. Februar 2015 [810 14 366] E. 1.2; BLKGE 

2010 Nr. 45 E. 1.1).  

 

1.2 Von Bundesrechts wegen anfechtbar sind sämtliche Endentscheide (Art. 450 Abs. 1 ZGB) 

sowie Zwischenentscheide über vorsorgliche Massnahmen (Art. 455 Abs. 3 ZGB). Die Anfecht-

barkeit von weiteren Zwischenverfügungen richtet sich nach dem kantonalen Recht (KGE VV 

vom 16. Oktober 2017 [810 17 189] E. 2; KGE VV vom 29. Januar 2014 [810 13 353] E. 1.3). Der 

Entscheid über die ärztliche Begutachtung stellt weder einen Endentscheid noch eine nach 

Art. 445 Abs. 3 ZGB anfechtbare vorsorgliche Massnahme dar. Gemäss dem kantonalen Pro-

zessrecht sind Zwischenverfügungen selbständig anfechtbar, wenn sie die Zuständigkeit (§ 43 

Abs. 2 bis lit. a VPO), den Ausstand (lit. b), die Auskunfts- oder Editionspflicht (lit. c), die Verwei-

gerung der Akteneinsicht (lit. d), die Nichtabnahme gefährdeter Beweise (lit. e), vorsorgliche Mas-

snahmen und den Entzug sowie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung (lit. f) oder die Ver-

weigerung der unentgeltlichen Rechtspflege (lit. g) zum Gegenstand haben. Die Beschwerde be-

trifft ein Ausstandsgehren gegen den von der KESB B.____ eingesetzten Arzt, Dr. med. G.____, 

und erweist sich somit als zulässig.  

 

1.3 Der Beschwerdeführer ist der Sohn der zu begutachtenden D.____ und somit im Sinne 

von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen formellen 

Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.  

 

2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes (Ziff. 2) sowie die Unangemes-

senheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde somit volle Kognition zu.  

 

3.1 Im vorliegenden Verfahren wird der Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019 ange-

fochten. Streitgegenstand ist der Ausstand von Dr. med. G.____ bei der ärztlichen Begutachtung 

von D.____. 

 

3.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der mit der Begutachtung beauf-

tragte Dr. med. G.____ sei langjähriger Hausarzt von D.____ und kenne deshalb auch deren 

Tochter seit Jahren. Die Beschwerdegegnerin habe auch das Zeugnis von Dr. med. G.____ vom 

28. Februar 2018 im Sinne eines Parteigutachtens zu den Akten der KESB B.____ gereicht. Es 

liege deshalb die Vermutung nahe, dass dieses Zeugnis von der Beschwerdegegnerin bestellt 

worden sei. Daraus schliesst der Beschwerdeführer, dass objektiv mehr als nur der Anschein der 

Vorbefassung und der Voreingenommenheit von Dr. med. G.____ bestehe. Hinzu komme, dass 

Dr. med. G.____ nochmals dieselbe Frage, nämlich jene der Urteilsfähigkeit von D.____ im Feb-

ruar 2017, zu beantworten habe. Diese Frage habe Dr. med. G.____ bereits beantwortet. Da Dr. 

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med. G.____ die Schlüssigkeit seines früheren Zeugnisses zu überprüfen bzw. zu kontrollieren 

habe, erscheine das Ergebnis des von der KESB B.____ in Auftrag gegebenen Gutachtens nicht 

als offen. Angesichts der grossen Bedeutung, die dem Gutachten zukomme, sei an die Unpartei-

lichkeit des Sachverständigen ein strenger Massstab anzulegen. Im Weiteren sei Dr. med. 

G.____ als Allgemeinpraktiker auch nicht geeignet, Tests zur Bestimmung dementieller Erkran-

kungen durchzuführen. Die Alterspsychiatrie sei ein eigenes Fachgebiet, weshalb Aufträge zur 

Begutachtung der Urteilsfähigkeit bzw. der Urteilsunfähigkeit in aller Regel Fachärzten FMH für 

Neurologie, Psychiatrie und/oder Psychotherapie erteilt würden.  

 

3.3 Die Beschwerdegegnerin bestreitet hingegen, dass es sich bei Dr. med. G.____ um kei-

nen unabhängigen, unbefangenen und unparteilichen Sachverständigen handle. Sie stellt sich 

auf den Standpunkt, der Beizug des Arztes, der ihre Mutter zum Zeitpunkt der Errichtung des 

Vorsorgeauftrages vom 23. Februar 2017 behandelt habe, sei zweifellos korrekt und notwendig. 

Dr. med. G.____ sei die einzige Person, welche in der Zeit vor und nach der Errichtung des Vor-

sorgeauftrages im Februar 2017 als Arzt Kontakt mit D.____ gehabt habe. Jeder andere Arzt 

bzw. Gutachter verfüge nicht über dieselben Kenntnisse. Dr. med. G.____ werde zudem beauf-

tragt, seine Wahrnehmungen anlässlich der drei Sprechstunden-Termine zwischen Januar und 

März 2017 ergänzend zu bezeugen und zu erläutern, was nur er selbst in der Lage zu tun sei. 

Zum aktuellen Gesundheitszustand von D.____ habe sich Dr. med. G.____ noch gar nicht ge-

äussert und könne deshalb auch nicht befangen sein. Die Beschwerdegegnerin weist schliesslich 

darauf hin, dass es der ausdrückliche Wunsch ihrer Mutter sei, die Begutachtung von Dr. med. 

G.____ durchführen zu lassen. 

 

3.4 Die beigeladene D.____ weist in Bezug auf die durch den Beschwerdeführer gerügte Eig-

nung von Dr. med. G.____ darauf hin, dass dieser aufgrund seiner Ausbildung als Facharzt FMH 

für Allgemeinmedizin und der langjährigen Begleitung ihren gesundheitlichen und mentalen Zu-

stand sehr gut einschätzen könne. Bei den im angefochtenen Entscheid angeordneten Tests 

handle es sich zudem um standardisierte Testverfahren, die am häufigsten von Hausärzten an-

gewendet würden. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer bemängelte Unabhängigkeit des be-

auftragten Hausarztes bestreitet die Beigeladene eine enge Verbindung zwischen Dr. med. 

G.____ und der Beschwerdegegnerin. Ferner weist die Beigeladene darauf hin, dass sie sich 

selbst für eine Begutachtung durch Dr. med. G.____ und gegen jeden anderen Arzt ausgespro-

chen habe. Die von der Vorinstanz angeordnete Begutachtung betreffe die aktuelle Situation und 

könne deshalb von Dr. med. G.____ ohne Bindung an seine früheren Beurteilungen ergebnisof-

fen beantwortet werden. Die Besorgnis der Voreingenommenheit sei deshalb unbegründet. Im 

Übrigen weist die Beigeladene darauf hin, dass Dr. med. G.____ die Möglichkeit habe, das ärzt-

liche Attest vom 28. Februar 2018 zu erklären, zu erläutern und zu ergänzen, was nur er tun 

könne. 

 

4.1 Gemäss Art. 446 Abs. 1 ZGB erforscht die Erwachsenenschutzbehörde den Sachverhalt 

von Amtes wegen. In Art. 446 Abs. 2 ZGB wird die Untersuchungsmaxime konkretisiert: Demnach 

holt die Erwachsenenschutzbehörde die zur Feststellung des Sachverhaltes erforderlichen Er-

kundigungen ein und erhebt die notwendigen Beweise. Sie ist mit anderen Worten zur selbstän-

digen und unbeschränkten Tatsachenfeststellung verpflichtet. Zu diesem Zweck kann sie eine 

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geeignete Person oder Stelle mit Abklärungen beauftragen und nötigenfalls ein Gutachten einer 

sachverständigen Person anordnen. Gemäss Gesetzestext liegt es damit grundsätzlich im Er-

messen der Erwachsenenschutzbehörde, ob sie in einer Angelegenheit ein Gutachten in Auftrag 

geben möchte oder nicht (BGE 140 III 97 E. 4.2; PETER TUOR/BERNHARD SCHNYDER/JÖRG SCHMID

/ALEXANDRA JUNGO, ZGB - Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2015, S. 741). 

 

4.2 Ziel eines medizinischen bzw. psychiatrischen Gutachtens ist es, die Behörde in die Lage 

zu versetzen, die wesentlichen Rechtsfragen beantworten zu können (Urteil des Bundesgerichtes 

5A_912/2014 vom 27. März 2015 E. 3.2.2). Die Gutachterin bzw. der Gutachter muss eine aus-

gewiesene Fachperson sein. Je nach abzuklärendem Sachverhalt sind an ihre bzw. seine fachli-

che Qualifikation unterschiedliche Anforderungen zu stellen (MICHEL MARGOT/GAREUS INES, Das 

Gutachten im Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, in: FamPra.ch 2016 

S. 874 ff., S. 899). Ob die Gutachterin oder der Gutachter die fachliche Qualifikation erfüllt und 

zur Erstellung eines objektiven Gutachtens in der Lage ist, ist von der Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde jeweils im Einzelfall zu prüfen und zu beurteilen (vgl. BGE 119 II 319 E. 2b). 

 

5.1 Gegen den konkret vorgesehenen Gutachter oder die vorgesehene Gutachterin können 

Ausstandsgründe vorgebracht werden, wobei diese nur massgebend sind, wenn sie objektiv be-

gründet werden können. Die Anforderungen an die Unabhängigkeit sachverständiger Personen 

richtet sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes nach Art. 29 Abs. 1 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Urteil des Bundesge-

richtes 1P.651/2003 und 1P.653/2003 vom 19. Dezember 2003 E. 5.2). Die Ausstandsgründe 

werden grundsätzlich vom kantonalen Recht geregelt (DANIEL STECK, in: Büchler/Häfeli/Leuba/

Stettler, FamKomm, Erwachsenenschutz, Art. 446 ZGB, N 16). Für die Expertin oder den Exper-

ten sind grundsätzlich diejenigen Ausstandsgründe massgebend, welche das kantonale Verfah-

rensrecht auch für den Spruchkörper der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vorsieht (Ur-

teil der Präsidentin der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 22. Mai 2018 [810 

2018 31] E. 3.2 ff. m.w.H.; THOMAS WEIBEL, in: Sutter-Somm/Haselböhler/Leuenberger [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 183 ZPO, 

N 19 ff.).  

 

5.2 Befangenheit ist anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen 

in die Unparteilichkeit eines Sachverständigen zu erwecken. Es braucht nicht nachgewiesen zu 

werden, dass dieser tatsächlich befangen ist (BGE 125 II 541 E. 4a). Es genügt, wenn Umstände 

gegeben sind, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu 

begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung 

solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden; 

das Misstrauen in die Gutachterin oder in den Gutachter muss vielmehr in objektiver Weise als 

begründet erscheinen (vgl. BGE 139 I 121 E. 5.1; BGE 138 I 1 E. 2.2; BGE 137 I 227 E. 2.1; BGE 

119 V 456 E. 5b). Nicht jede irgendwie geartete Beziehung zwischen dem Experten und den 

Parteien bzw. der zu beurteilenden Frage begründet für sich allein den Verdacht der Befangenheit 

(BGE 125 II 541 E. 4b).  

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5.3 Da auf strengste Unparteilichkeit und Unabhängigkeit zu achten ist, können u.a. Perso-

nen, die sich schon früher mit derselben Angelegenheit befasst haben, nicht als Gutachter bestellt 

werden. Wer in einem vorinstanzlichen Verfahren bereits als sachverständige Person tätig war, 

kann in nachfolgenden Verfahrensabschnitten aber weiterhin als sachverständige Person tätig 

werden (WEIBEL, a.a.O., Art. 183 ZPO, N 25 m.w.H.). Nach der Rechtsprechung des Bundesge-

richtes begründet eine Vorbefassung des Arztes, der erneut zur Begutachtung beigezogen wird, 

nicht von vornherein den Anschein der Befangenheit (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Entscheidend ist, 

dass das Ergebnis der Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vorbestimmt erscheint. Dies 

ist zu bejahen, wenn der Sachverständige andere Fragen zu beantworten oder sein erstes Gut-

achten lediglich zu erläutern oder zu ergänzen hat, nicht aber, wenn er die Schlüssigkeit seiner 

früheren Expertise überprüfen sollte. Demnach darf einem Sachverständigen aufgegeben wer-

den, sein erstes Gutachten zu vervollständigen und sich mit weiteren Arztberichten vertiefter aus-

einanderzusetzen. Befangenheit entsteht in einem solchen Fall erst, wenn weitere Umstände hin-

zutreten, beispielsweise das Gutachten nicht neutral und sachlich gehalten ist. Hingegen 

schliesst die Vorbefassung in anderer Funktion (z.B. als Privatgutachter, Berater einer Partei, 

behandelnder Arzt) eine Tätigkeit als sachverständige Person regelmässig aus (BGE 94 I 417 E. 

4; BGE 97 I 320 E. 2; BGE 118 II 249 E. 2c; BGE 119 V 456 E. 5; BGE 122 IV 235 E. 2; BGE 124 

I 34 E. 3d und 3e; BGE 125 II 541 E. 4; BGE 127 I 73 E. 3f bb). Mit Blick auf die besondere 

Vertrauensstellung sowie die vertragliche Beziehung, welche die notwendige kritische Objektivität 

in Frage stellen lässt, fällt der Hausarzt als Gutachter grundsätzlich nicht in Betracht (vgl. MARGOT

/INES, a.a.O., S. 897 m.w.H.). Zudem darf und soll in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärz-

ten der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und 

Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Zu beachten ist insbesondere die unterschiedli-

che Natur von Behandlungsauftrag eines therapeutisch tätigen (Haus-)Arztes und von Begutach-

tungsauftrag eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (BGE 124 I 170 E. 4). 

 

6. Vorliegend ist strittig, ob die Beauftragung von Dr. med. G.____ durch die Vorinstanz eine 

Verletzung der Ausstandsvorschriften darstellt. Es ist festzustellen, dass die KESB B.____ im 

angefochtenen Entscheid Dr. med. G.____ einerseits beauftragt hat, zu untersuchen, ob die bei-

geladene D.____ in Bezug auf die im Vorsorgeauftrag beschriebenen Aufgabenbereiche ‟dauer-

haft urteilsunfähig” ist (Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019, Ziff. 3). Andererseits wurde 

Dr. med. G.____ aufgefordert, ausführende Bemerkungen zu seinem ärztlichen Zeugnis vom 28. 

Februar 2018 zu verfassen (Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019, Ziff. 5). Es ist deshalb 

zu unterscheiden zwischen dem Auftrag, ein aktuelles Gutachten zu erstellen (Entscheid der 

KESB B.____ vom 14. Mai 2019, Ziff. 3) und der Aufforderung, das ärztliche Zeugnis vom 28. 

Februar 2018 auszuführen (Entscheid der KESB B.____ vom 14. Mai 2019, Ziff. 5). 

 

7. Nach dem Gesagten ist in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheides 

festzustellen, dass die Vorinstanz für die Validierung eines der zwei infrage stehenden Vorsorge-

aufträge den aktuellen medizinischen Zustand der Beigeladenen mittels Gutachten abklären las-

sen möchte. Im Rahmen der Neubegutachtung geht es in erster Linie um die aktuelle Begutach-

tung der Beigeladenen. Es bedarf eines sich auf hinreichende Beobachtung der Person abstüt-

zenden Gutachtens, welches sich darüber ausspricht, ob die Betroffene mangels genügenden 

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Intellekts oder Willens ausserstande ist, ihre Interessen selber zu wahren und ob dieses Unge-

nügen der weittragenden Massnahme der Validierung des Vorsorgeauftrags bedarf. Aus den Ak-

ten geht hervor, dass Dr. med. G.____ die Beigeladene seit zehn Jahren behandelt und begleitet. 

Mit Blick auf die besondere Vertrauensstellung sowie die vertragliche Beziehung muss die not-

wendige kritische Objektivität von Dr. med. G.____ in Frage gestellt werden. Als Hausarzt hat er 

eine selbstverständliche Pflicht zur Loyalität gegenüber seiner Patientin. Auch wenn ihm keines-

falls unterstellt werden soll, dass er sich nicht mit besten Absichten und professioneller Überzeu-

gung äussert, kann Dr. med. G.____ aufgrund seiner Vertrauensposition gegenüber der Beigela-

denen als neutraler und unabhängiger Gutachter nicht in Frage kommen. In Bezug auf den 

Wunsch der Beigeladenen, von Dr. med. G.____ begutachtet zu werden, ist zwar festzustellen, 

dass in der Botschaft zum revidierten Erwachsenenschutzrecht die Selbstbestimmung als zent-

rales Revisionsziel beschrieben wird (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetz-

buches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt 

[BBl] 2006 7001, S. 7002, 7003, 7011 ff.). Damit ist aber insbesondere die eigene Vorsorge, also 

der Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügung gemeint, aber nicht nur: Bei den behördlichen 

Massnahmen ist vorgesehen, dass diese die Selbstbestimmung der betroffenen Person soweit 

als möglich erhalten und fördern sollen (Art. 388 Abs. 2 ZGB). Selbstbestimmung ist aber nur dort 

möglich, wo eigenverantwortliches Entscheiden auch möglich ist (DANIEL ROSCH, Die Selbstbe-

stimmung im revidierten Erwachsenenschutzrecht, in: Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenen-

schutz [ZKE] 2015 S. 215 ff., S. 218, 221). Der mit der Einholung eines Gutachtens einherge-

hende Eingriff in die Persönlichkeit des Vorsorgeauftraggebers erscheint angesichts des Ge-

wichts der Entscheidung als gerechtfertigt (JACQUELINE BÜTTNER/CHRISTIANA FOUNTOULAKIS, Der 

Vorsorgeauftrag: erste Erfahrungen aus der Praxis – Zahlen und Fallbeispiele von den Berner 

Erwachsenenschutzbehörden, in: FamPra.ch 2015 S. 507 ff., S. 517). Angesichts der vorliegend 

tangierten Interessen ist der Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Beigeladenen somit ge-

rechtfertigt. Für die Anordnung eines Gutachtens im Sinne der Dispositiv-Ziffer 3 des angefoch-

tenen Entscheides muss daher ein anderer Sachverständiger beauftragt werden (vgl. Beschluss 

des Zürcher Obergerichts vom 19. Mai 2003, in: Blätter für Zürcherische Rechtsprechung [ZR] 

103/2004 Nr. 55, S. 219-222, E. 4a). Die Frage der fehlenden Qualifikation von Dr. med. G.____ 

kann folglich offen gelassen werden. In diesem Punkt ist die Beschwerde demnach gutzuheissen.  

 

8. In Dispositiv-Ziffer 5 des angefochtenen Entscheides wird Dr. med. G.____ aufgefordert, 

sein Arztzeugnis vom 28. Februar 2018 zu erläutern und sich mit dem bei den Akten liegenden 

Gutachten des Felix-Platter Spitals auseinanderzusetzen. Die Vorinstanz wollte damit keine Neu-

beurteilung der Diagnose aus dem Jahr 2018 veranlassen. Vielmehr stellen sich im Attest vom 

28. Februar 2018 offenbar unbeantwortete Fragen, die von der Behörde nicht selber überprüft 

werden können. Das Vorgehen der Vorinstanz erweist sich von der Sache her als sinnvoll: Der 

bereits tätig gewordene Arzt ist der einzige, der in der Lage ist, seine Einschätzung zu erläutern 

und zu ergänzen. In diesem Zusammenhang wird Dr. med. G.____ von der Vorinstanz weder als 

Gutachter noch als medizinischer Sachverständiger eingesetzt, weshalb sich in diesem Zusam-

menhang die Frage des Ausstandes auch nicht stellt. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer 

auch keine konkreten Ausstandsgründe geltend, sondern leitet aus dem ihm missliebigen Arzt-

zeugnis vom 28. Februar 2018 einen Ablehnungsgrund ab. Das Begehren des Beschwerdefüh-

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rers zielt vielmehr auf die Frage der Beweiswürdigung der zu erwartenden Ausführungen in Be-

zug auf das Arztzeugnis vom 28. Februar 2018 ab, wobei entscheidend sein wird, inwieweit diese 

den Kriterien der Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit genügen werden. Die 

Rüge ist deshalb abzuweisen.  

 

9. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beauftragung von Dr. med. G.____ für die 

Begutachtung des aktuellen Zustandes der Beigeladenen nicht rechtmässig ist und die Be-

schwerde in diesem Punkt gutzuheissen ist. Die Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 4 des Entscheides der 

Vorinstanz sind deshalb aufzuheben. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.  

 

10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 

die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise 

unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 

kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemes-

sene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Die vorliegende 

Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Der Beschwerdeführer gilt somit als teilweise obsiegend 

und teilweise unterliegend. Sämtliche Parteien sind mit ihren Anliegen etwa im selben Masse 

durchgedrungen. Unter Würdigung aller Umstände rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten hälftig 

zulasten des Beschwerdeführers und hälftig zulasten der übrigen Parteien zu verlegen. Dem Be-

schwerdeführer ist somit ein Verfahrenskostenanteil von Fr. 450.-- aufzuerlegen. Der Vorinstanz, 

der Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen ist ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von 

je Fr. 150.-- aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer ist der zu viel geleistete Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 50.-- zurückzuerstatten. Da alle Parteien im selben Umfang obsiegt haben bzw. 

unterlegen sind, sind die Parteikosten wettzuschlagen.  

 

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen 

und die Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 4 des Entscheides der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 14. Mai 2019 werden aufgeho-

ben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

   

 2. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenanteil in der Höhe von 

Fr. 450.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 500.-- verrechnet. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 50.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 

Der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, der Beschwerde-

gegnerin und der Beigeladenen wird ein Verfahrenskostenanteil in der 

Höhe von je Fr. 150.-- auferlegt.  

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
 
 

 

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