# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 070135af-2680-5f71-b0dd-3561b0b21258
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.02.2014 200 2013 225
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-225_2014-02-14.pdf

## Full Text

200 13 225 IV
GRD/PES/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Februar 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Februar 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1952 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Januar 2011 zum Bezug von IV-Leistungen für 
Erwachsene an und beantragte eine Rente. Bezüglich Art der Behinderung 
gab sie „Stoffwechselerkrankung / Erschöpfungszustände“ an. Die Behin-
derung bestehe seit Jahren mit zunehmenden gesundheitlichen Problemen 
(Antwortbeilage [AB] 2).

Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) holte 
in der Folge u.a. die die Versicherte betreffenden Akten der SWICA Kran-
kenversicherung AG (nachfolgend SWICA) als vorbefasster Krankentag-
geldversicherung (AB 10), die Akten des beco Berner Wirtschaft, Arbeitslo-
senkasse Kanton Bern (AB 14), bei der ehemaligen Arbeitgeberin der Ver-
sicherten einen Fragebogen Arbeitgeber inkl. Vorakten (AB 16, 17) sowie 
bei den bisher mit der Versicherten befassten Ärzten je einen Arztbericht 
(inkl. der medizinischen Vorakten) ein (AB 18, 25, 30).

Nach Eingang weiterer Berichte (AB 35, 41, 46) – auch aus dem alterna-
tivmedizinischen Bereich – erachtete die IV-Stelle eine umfassende medi-
zinische Untersuchung für notwendig (AB 47, 50). Sie beauftragte in der 
Folge über die Plattform SuisseMED@P eine MEDAS mit einer polydiszi-
plinären Abklärung der Versicherten (vgl. AB 51 – 59). Das Gutachten der 
betreffenden MEDAS datiert vom 5. November 2012 (AB 62.1). 

Insbesondere gestützt auf dieses Gutachten stellte die IV-Stelle der Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 23. November 2012 die Abweisung ihres 
Leistungsbegehrens in Aussicht. Mangels eines Gesundheitsschadens mit 
invalidisierender Wirkung im Rechtssinne bestehe kein Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung (AB 63).

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechts-
anwältin B.________, am 11. Januar 2013 Einwand. 

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Mit Verfügung vom 8. Februar 2013 hielt die IV-Stelle an ihrer Auffassung 
gemäss Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren der Versicher-
ten ihrem Vorbescheid entsprechend ab (AB 68).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, am 13. März 2013 Beschwerde mit den 
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin sei anzuweisen, ein medizinischen Gutachten in Auftrag zu geben, 
welches sich zu ihren Beschwerden sowie zur Überwindbarkeit der 
Schmerzen umfassend äussere. Gestützt auf dieses Gutachten habe die 
Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad zu bestimmen und ihr auf dieser 
Basis eine entsprechende Rente zuzusprechen – unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2013 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdefüh-
rerin abzuweisen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 8. Februar 
2013 (AB 68). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin An-
spruch auf Leistungen, namentlich eine Rente der Invalidenversicherung 
hat und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob der Sachverhalt 
rechtsgenüglich abgeklärt worden ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

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2.4 Nach der Rechtsprechung besteht bei sämtlichen pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare 
organische Grundlage grundsätzlich eine Vermutung, dass diese oder ihre 
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (vgl. 
BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283). Bestimmte Umstände, welche die Beschwerdebewältigung intensiv 
und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 
unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für 
den Umgang mit den Beschwerden notwendigen Ressourcen verfügt. Ob 
ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand 
verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psy-
chischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. 
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli-
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf 
mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde 
Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein ver-
festigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf 
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewälti-
gung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern 
einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung 
(auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer 
Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je 
ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher 
sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willens-
anstrengung zu verneinen (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). Diese 
für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist weder 
menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 
E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Kriterienka-
taloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 2012 
IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

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Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Der Renten-
anspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 
Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 
18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, solange 
die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann 
(Abs. 2).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Dabei gilt zu beachten, dass medizinisch-diagnostische Me-
thoden wissenschaftlich anerkannt sein müssen, damit der mit ihnen erho-
bene Befund eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage zu bieten vermag. 
Als wissenschaftlich anerkannt gilt eine Untersuchungsart, wenn sie von 
Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter Basis 
anerkannt ist (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Bei der Würdigung von diver-
gierenden ärztlichen Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit ist im Übrigen 
auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass allenfalls von unterschiedli-
chen Krankheitsbegriffen ausgegangen wurde. Das in der Medizin verbrei-
tete bio-psycho-soziale Krankheitsmodell ist weiter gefasst als der für die 
Belange der Rechtsanwendung massgebende sozialversicherungsrechtli-
che Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299). Beruht die Abweichung allein auf der Verwendung unterschiedli-
cher krankheitsbegrifflicher Prämissen, so liegen keine einander widerspre-
chenden Einschätzungen im Sinne von BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 vor 
(SVR 2007 IV Nr. 33 S. 118 E. 5.2).

2.8 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-
teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

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2.9 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht im Übrigen 
auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, 
sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den 
schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensver-
hältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungs-
los zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, 
E. 5.4).

2.10 Von einem medizinischen Sachverständigen, dessen Aufgabe sich 
klar von jener des behandelnden Arztes unterscheidet, darf und muss er-
wartet werden, dass er eine objektive Prüfung der medizinischen Situation 
der begutachteten Person vornimmt, dass er auf neutrale und gründliche 
Art über seine Feststellungen berichtet und dass sich seine Schlussfolge-
rungen auf medizinische Erwägungen stützen und nicht auf Werturteile. In 
fomeller Hinsicht muss der Sachverständige mit Bezug auf seine Ansichten 
eine gewisse Zurückhaltung üben, ungeachtet der Kontroversen, die es zu 
bestimmten Themen im medizinischen Bereich geben kann: Wenn er bei-
spielsweise Theorien vertritt, die nicht von einem Konsens getragen sind, 
wird von ihm erwartet, dass er dies kund tut und mit Bezug auf seine 
Schlussfolgerungen transparent macht. Sein Gutachten muss in sachlicher 
Art verfasst und frei von abwertenden Bezeichnungen oder von Formulie-

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rungen mit subjektivem Anstrich sein, und es soll einem logischen Aufbau 
folgen, damit der Leser die wissenschaftlichen Überlegungen nachvollzie-
hen kann, die der Ansicht zugrunde liegen, die er vertritt (SVR 2010 IV 
Nr. 58 S. 178 E. 3.3). 

2.11 Für Sachverständige gelten grundsätzlich die gleichen Ausstands- 
und Ablehnungsgründe, wie sie für Richterinnen und Richter vorgesehen 
sind. Befangenheit ist demnach anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, 
die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 
V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2009 UV Nr. 32 S. 112 E. 4.2 und 4.3). Bei der 
Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur 
schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht 
nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich 
befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den An-
schein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu be-
gründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit 
und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjekti-
ve Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss viel-
mehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die er-
hebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungs-
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit der Gutachter ein strenger Mass-
stab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2010 IV Nr. 36 S. 112 
E. 1.1 und 1.2; 2010 IV Nr. 2 S. 3, E. 1; vgl. auch BGE 136 I 207 E. 3.1 
S. 210; Entscheid des BGer vom 29. Mai 2007, 1B_22/2007, E. 3.3 und 
3.4).

Das Expertenverhalten während der Exploration kann objektiv den An-
schein von Befangenheit erwecken. Zu denken ist etwa an Äusserungen, 
welche die Glaubhaftigkeit der Angaben des Exploranden oder der Explo-
randin zum Gesundheitszustand und zur Selbsteinschätzung der Arbeits-
fähigkeit von vornherein mehr oder weniger offen verneinen, abschätzige 
Bemerkungen persönlicher Natur oder unter Umständen die Art und Weise, 
wie die Untersuchung durchgeführt wird und in diesem Zusammenhang 
auch die Dauer der Massnahme. Die Objektivität der Beurteilung steht auch 
in Frage, wenn die begutachtende Person von weitgehend sachfremden 
Kriterien auf Aspekte des Gesundheitszustandes schliesst, welche für die 

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zumutbare Arbeitsfähigkeit von Bedeutung sind. Schliesslich kann die Ab-
fassung einer medizinischen Expertise in beleidigendem Ton oder sonst 
auf unsachliche Art und Weise objektiv Zweifel an der Unvoreingenom-
menheit der sachverständigen Person wecken (Entscheid des BGer vom 
6. Juni 2012, 8C_905/2011, E. 4.2 mit Hinweisen).

2.12 Ein Ausstands- oder Ablehnungsgrund ist so früh wie möglich gel-
tend zu machen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Einwendungen 
dieser Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzubringen, wenn dies schon 
vorher hätte getan werden können. Wer sich in Kenntnis des Ausstands- 
oder Ablehnungsgrundes auf den Prozess einlässt, verwirkt den Anspruch 
auf spätere Anrufung der verletzten Verfassungsbestimmungen (BGE 132 
V 93 E. 7.4.2 S. 112; SVR 2001 UV Nr. 11 S. 42 E. 1c).

3.

3.1 Gemäss Akten der SWICA ist die Beschwerdeführerin ab dem 
12. März 2009 mittags bis am 30. September 2010 von ihrem Hausarzt zu 
100%, ab dem 1. Oktober 2010 bis am 31. Dezember 2010 zu 50% und ab 
dem 1. Januar 2011 bis auf weiteres wieder zu 100% arbeitsunfähig ge-
schrieben worden (AB 10.12). Gemäss Bericht des Hausarztes vom 
10. Februar 2011 gegenüber der Beschwerdegegnerin wegen eines schwe-
ren psycho-physischen Erschöpfungszustands nach Mobbingsituation am 
Arbeitsplatz mit folgender mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10: 
F.32.1), bestehend seit Ende 2008 (AB 25 S. 7; vgl. auch AB 10.5). 

Am 14. Oktober 2009 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der SWICA 
durch Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, psychiatrisch untersucht und beurteilt. Im März 2009 sei nach einem 
länger dauernden Konflikt mit der Vorgesetzten eine als absolut ungerecht-
fertigt empfundene Verwarnung erfolgt, bei welcher die Beschwerdeführerin 
das Gefühl gehabt habe, als Sündenbock für einen Fehler ihrer Vorgesetz-
ten herhalten zu müssen. Dies habe initial zu einer starken körperlichen 
Reaktion mit Zittern und Herzklopfen, Abbruch der Arbeit und später zu 
einer 100% Krankschreibung durch den Hausarzt sowie zu Antriebs- und 
Lustlosigkeit und sozialem Rückzug geführt. Seit Anfang September 2009 

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sei die Beschwerdeführerin in intensiver psychiatrisch-psychotherapeu-
tischer Behandlung. Seither habe sich ihr Zustand deutlich gebessert, es 
lägen noch eine leichte Antriebsstörung und eine gewisse Hoffnungslosig-
keit angesichts der verfahrenen Situation vor. Eine Rückkehr an den Ar-
beitsplatz könne sich die Beschwerdeführerin nicht mehr vorstellen, ohne 
dass die Verwarnung zurückgenommen werde. Sie würde sofort wieder 
depressiv dekompensieren (AB 10.10 S. 7, Zusammenfassung). Dr. med. 
C.________ hielt in der Folge fest, dass die Beschwerdeführerin im An-
schluss an die erlebte Verletzung mit akuten vegetativen und anschlies-
send einigen depressiven Symptomen reagiert habe, so dass sich die Dia-
gnose einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen resp. eine 
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10; F43.21) 
stellen lasse. Die depressiven Symptome seien den Sommer hindurch 
möglicherweise leicht- bis mittelgradig ausgeprägt gewesen, aktuell seien 
sie nur noch als leicht zu beurteilen (AB 10.10 S. 7 f., Beurteilung). Die Be-
schwerdeführerin sei aufgrund der leichten bis evtl. mittelgradigen depres-
siven Symptomatik im Rahmen einer Anpassungsstörung seit März 2009 
reduziert arbeitsfähig gewesen. Aktuell seien in ihrem Beruf als … keine 
Einschränkungen mehr zu erwarten. Es bestehe bei einer Rückkehr an den 
bisherigen Arbeitsplatz aber aus nicht-medizinischen Gründen eine erhebli-
che Gefahr, dass die Beschwerdeführerin erneut depressiv dekompensiere 
(AB 10.10 S. 8 Ziff. 1, Arbeitsunfähigkeit; vgl. auch AB 10.3).

Mit Bericht vom 31. Januar 2011 diagnostizierte Dr. med. D.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei der Beschwerdefüh-
rerin einen schweren psychischen und physischen Erschöpfungszustand 
nach Mobbing am Arbeitsplatz entsprechend einer mittelgradigen depressi-
ven Episode (ICD-10: F32.1), bestehend seit Ende 2008. Sie sei völlig an-
triebslos und schnell erschöpft. Arbeiten sei ihr praktisch nicht möglich 
(AB 18 S. 2 ff.).

Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin mit undatiertem, am 8. Juni 
2011 bei der Beschwerdegegnerin eingelangtem Arztbericht ein postvirä-
misches Syndrom, einen Zustand nach Hürthle-Zell-Tumor-Entfernung mit 
Verdacht auf eine Verletzung der Nebenschilddrüsen nach Thyreoidekto-

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mie und sekundärer Hypoparathyreose sowie einen depressiven Verlauf 
(AB 30 S. 2). Sie leide an Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebs-
störungen (AB 30 S. 4 Ziff. 1.7). Die Beschwerdeführerin sei psychiatri-
scherseits „nicht mehr depressiv, höchstens müde, müde, müde“ (AB 30 
S. 5). In seinem Verlaufsbericht vom 18. August resp. 1. November 2011 
berichtet Dr. med. E.________ von einer langsamen Besserung mit der 
(zusätzlichen) Diagnose eines Hypoparathyreoidismus (AB 35). Mit Ver-
laufsbericht vom 21. Februar 2012 nennt er neu als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit Nackenschmerzen und Müdigkeit. Die 
Schmerzsymptomatik sei neu hinzugetreten (AB 41).

In einem Schreiben vom 24. Januar 2012 an die Klinik F.________ dia-
gnostizierte der Hausarzt Dr. med. G.________ einen schweren psycho-
physischen Erschöpfungszustand seit Ende 2008 mit folgender mittel-
schwerer Depression nach Konfliktsituation am Arbeitsplatz, ein chroni-
sches muskuläres Schmerzleiden, einen reaktivierten Epstein-Barr-Virus, 
einen reaktivierten chronischen Herpes-Simplex-Virus sowie einen chroni-
schen entzündlichen Zustand bei rezidivierender Erhöhung von Entzün-
dungsparametern (AB 46 S. 10). Kleinste Anstrengungen führten bei der 
Beschwerdeführerin zu fortdauernder Erschöpfung wie auch Schmerzatta-
cken, so dass das Bild eines chronic fatigue syndrome (CFS) entstanden 
sei. Konventionelle Therapien inkl. Psychotherapie hätten sich als nicht 
tauglich erwiesen, so dass alternative Zugangsmethoden gefragt seien 
(AB 46 S. 11).

Der Psychiater Dr. med. E.________ hielt in seinem Bericht an die Klinik 
F.________ ebenfalls neben einer Hypoparathyreoidose im Wesentlichen 
eine CFS-Symptomatik fest. Die Hypoparathyreoidose sei relativ gut einge-
stellt (AB 46 S. 9).

Die Klinik F.________ hielt in der Folge als aktuelle Diagnosen ein chroni-
sches Erschöpfungssyndrom im Rahmen einer ausgeprägten Mitochon-
driopathie, einen schweren Vitamin B12-Mangel, eine Schwermetallintoxi-
kation, eine enterale Histaminose, eine posttraumatische Halswirbelsäule-
ninstabilität, eine reaktivierte Epstein-Barr-Virus-Belastung, eine chronische 
inflammatorische Entzündung mit rezidivierenden Abszedierungen sowie 
eine bakterielle Belastung bei chronisch rezidivierenden Abszedierungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 14

fest (AB 46 S. 2). Auf psychischer Ebene liege keinerlei Pathologie vor 
(AB 46 S. 3).

3.2 Die in der Folge durch die Beschwerdegegnerin für notwendig er-
achtete umfassende medizinische Begutachtung durch eine MEDAS ergab 
als Diagnosen eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), einen Status 
nach totaler Thyreoidektomie bei Struma multinodosa am 17. Januar 2007, 
eine heisere Stimme, wahrscheinlich infolge einer Läsion des Nervus recur-
rens (ICD-10: G62.9), ein Zervikalsyndrom (ICD-10: M54.2), eine Adiposi-
tas bei einem BMI von 29.5kg/m2 (ICD-10: E66.0) sowie einen fortgesetz-
ten Nikotinkonsum (ICD-10: F17.1). Keine dieser Diagnosen habe Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit (AB 62.1 S. 20 f.). Die Beschwerdeführerin beklage 
multiple Beschwerden, vor allem eine erhöhte Ermüdbarkeit. Sie meine, ihr 
Körper sei „eine Ruine“. Sie mache multiple Beschwerden geltend, überall 
Schmerzen und verschiedenste Einschränkungen. Auffallend sei, dass – 
entgegen der subjektiven Beschwerden – aus somatischer Sicht keine re-
levanten pathologischen Befunde erhoben werden könnten. Weder aus 
neurologischer, endokrinologischer noch allgemeininternistischer Sicht er-
gäben sich Befunde und Diagnosen von Relevanz. Aus somatischer Sicht 
gebe es keine Erklärung für die multiplen subjektiven Beschwerden. Wie 
den Beurteilungen in den verschiedenen somatischen Teilgutachten zu 
entnehmen sei, lasse sich aus somatischer Sicht keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit feststellen. Aus psychiatrischer Sicht könne bei den multi-
plen, somatisch nicht erklärbaren Beschwerden von einer Somatisierungs-
störung ausgegangen werden. Eine Komorbidität, insbesondere im Sinne 
einer Depression, liege nicht vor. Wie der Beurteilung des psychiatrischen 
Teilgutachtens zu entnehmen sei, sei es der Beschwerdeführerin in An-
wendung der Foerster-Kriterien zumutbar, ganztags einer beruflichen 
Tätigkeit nachzugehen. Zusammenfassend könne bei ihr weder somatisch 
noch psychiatrisch eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest-
gestellt werden. Aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe für körperlich 
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten – was auch auf die angestammte 
Tätigkeit der Beschwerdeführerin zutreffe – eine 100%-ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Auch im Haushalt sei die Arbeitsfähigkeit nicht einge-
schränkt. Im Übrigen könne auch für die Vergangenheit aufgrund der ana-
mnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Do-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 15

kumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten keine lang an-
dauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer invalidisierenden 
Erkrankung nachvollzogen werden. Wesentliche medizinische Massnah-
men seien weder aus somatischer noch psychiatrischer Sicht vorzuschla-
gen. Insbesondere sei aus psychiatrischer Sicht festzustellen, dass die 
ausgeprägte subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung nicht 
einer psychiatrischen Erkrankung entspreche und folglich auch nicht durch 
psychiatrische Massnahmen behandelt werden könne. Endokrinologisch 
könne auf die adäquate Substitutionsbehandlung der Schilddrüse verwie-
sen werden. Gemäss Gutachten sollte die Rocatrol-Behandlung zurückge-
fahren werden. Aus internistischer Sicht sei zudem eine Gewichtsreduktion 
sowie eine Sistierung des Nikotinkonsums durchzuführen (AB 62.1 
S. 21 f.).

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde in Art. 3 und 4 
im Wesentlichen geltend, eine Verwertbarkeit des MEDAS-Gutachtens als 
Beweis sei vorliegend ausgeschlossen, da die Gutachter (zumindest eini-
ge) parteiisch und voreingenommen gewesen seien. 

Die fallführende Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. 
H.________, habe auf sie unvorbereitet gewirkt. Ihr Ton sei harsch und 
unfreundlich gewesen. Sie habe ohne nachvollziehbaren Anlass festge-
stellt, sie habe sicher Probleme mit ihrem Sohn. Dies sei alles andere als 
zutreffend. Bezugnehmend auf ihre Aufenthalte in der alternativmedizini-
schen Klinik F.________ im Frühjahr 2012 habe Dr. med. H.________ ge-
meint, die …-Medizin sei umstritten und sie würde das Geld besser für Fe-
rien ausgegeben haben. Sie sei schliesslich in heftiges Weinen ausgebro-
chen und kaum mehr in der Lage gewesen, die gutachterlichen Fragen 
weiter zu beantworten. Dr. med. H.________ habe es aber unterlassen, 
dies im Gutachten zu erwähnen. 

Zu einer ähnlichen Situation sei es anlässlich der psychiatrischen Begut-
achtung durch Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie FMH, gekommen. Auch er halte in seinem Bericht nicht fest, dass 

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sie, als er sie in für sie unerträglicher Weise zu der Mobbingsituation am 
letzten Arbeitsplatz befragt habe, erneut die Fassung verloren habe und 
auch hier in heftiges Weinen ausgebrochen sei, so dass die Befragung erst 
habe weitergeführt werden können, als sie sich wieder beruhigt gehabt 
habe. 

Beide Vorfälle würden von den Gutachtern nicht berichtet. Vielmehr führe 
der psychiatrische Gutachter Dr. med. I.________ aus, sie sei kooperativ 
gewesen und bereitwillig auf die Fragen eingegangen. Dies sei ihr, nach-
dem sie ihre Fassung verloren gehabt habe, gar nicht mehr möglich gewe-
sen. Auch die Angabe, sie habe während der ganzen Untersuchung nie 
Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt und sei gut auf die gestellten 
Fragen eingegangen, stehe zu den Vorfällen in unlösbarem Widerspruch. 
Auch vermittle die Feststellung des Gutachters, sie habe einen guten affek-
tiven Kontakt zu ihm aufgenommen, ohne dabei ihren aufgewühlten Zu-
stand zu erwähnen, ein vollkommen falsches Bild über den Verlauf seiner 
Exploration.

Im Übrigen sei Dr. med. H.________ nicht die Einzige gewesen, die sich 
negativ zur von der Beschwerdeführerin in Anspruch genommenen 
…-Medizin geäussert habe. Auch der endokrinologische Gutachter habe 
gemeint, anlässlich seiner Exploration bemerken zu müssen, dass in der 
Klinik F.________ viele unnötige Tests durchgeführt worden seien.

4.2 Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Kritik am MEDAS-Gutachten 
selbst festhält, finden ihre nachträglichen Behauptungen zum Gutach-
tensablauf in diesem keine Stütze. Zunächst einmal macht die Beschwer-
deführerin geltend, sie habe sowohl anlässlich der allgemeininternistischen 
als auch der psychiatrischen Exploration derart die Fassung verloren, dass 
sie in der Folge kaum mehr in der Lage gewesen sei, die gutachterlichen 
Fragen weiter zu beantworten. Sie macht aber nicht geltend, dass in einem 
oder beiden Teilgutachten die ausführlichen und detaillierten Anamnesen 
nicht ihre den Gutachtern gegenüber gemachten Aussagen wiedergeben 
würden. Aufgrund der diesbezüglich umfassenden Angaben ist somit be-
legt, dass die Beschwerdeführerin – entgegen ihrer nachträglichen Behaup-
tung – anlässlich der Explorationen zumindest nicht derart die Fassung 
verloren hat, dass sie danach die gutachterlichen Fragen nicht mehr um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 17

fassend und schlüssig hätte beantworten können. In diesem Sinne sind die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin objektiv nicht geeignet, einen Anschein 
der Befangenheit der Gutachter zu begründen.

4.3 Das MEDAS-Gutachten ist in sachlicher Art verfasst und berichtet 
auf neutrale und gründliche Art über die gemachten Feststellungen. Der 
Leser kann die wissenschaftlichen Überlegungen nachvollziehen, die die 
Gutachter ihrer Beurteilung zu Grunde legten. Dass sich bei der Begutach-
tung gemäss Angaben der Beschwerdeführerin offenbar zwei der Gutach-
ter kritisch zu den alternativmedizinischen Untersuchungs- und Behand-
lungsmethoden der Klinik F.________ geäussert haben (vgl. Beschwerde 
Art. 4), kann entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht als Um-
stand gewertet werden, der den Anschein der Befangenheit oder die Ge-
fahr der Voreingenommenheit der Gutachter der Beschwerdeführerin ge-
genüber objektiv zu begründen vermöchte. Gutachter sind praxisgemäss 
der Schulmedizin verpflichtet und dürfen nur Befunde berücksichtigen, die 
mit wissenschaftlich anerkannten medizinisch-diagnostischen Methoden 
erhoben werden können (vgl. E. 2.7 hiervor). Da diese Voraussetzung auf 
alternativmedizinische Methoden nicht in jedem Fall zutrifft, ist nicht zu be-
anstanden, dass sich die betreffenden Gutachter zu diesen Methoden kri-
tisch äusserten und dass die aus alternativmedizinischer Sicht offenbar 
existenten, wissenschaftlich bzw. schulmedizinisch jedoch unstrittig nicht 
objektivierbaren Befunde (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 4, insbesondere 
S. 2) im Gutachten nicht berücksichtigt wurden. Die diesbezügliche Kritik 
am Gutachten in Art. 4 und 6 der Beschwerde geht somit ebenfalls ins Lee-
re. 

4.4 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 5. November 2012 
(AB 62.1) erfüllt sämtliche der unter Erwägung 2.7 hiervor genannten, von 
der Rechtsprechung an medizinische Expertisen gestellten Anforderungen. 
Es ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseiti-
gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, ist in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind begründet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 18

Konkrete Indizien, die gegen die Objektivität und Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen würden, sind nach dem unter Erwägung 4.2 und 4.3 hiervor 
wie auch dem hiernach Dargelegten keine ersichtlich. So ist nicht zu bean-
standen, dass der psychiatrische Gutachter festgehalten hat, die behan-
delnden Psychiater hätten bei der Beschwerdeführerin nie die Diagnose 
einer eigentlichen depressiven Störung (ICD-10: F33) gestellt (vgl. AB 62.1 
S. 14 sowie Beschwerde Art. 5). Es trifft zwar zu, dass Dr. med. 
D.________ in seinem Bericht vom 31. Januar 2011 (AB 18 S. 2) bezüglich 
Diagnose von einem schweren psychischen und physischen Erschöp-
fungszustand nach Mobbingsituation am Arbeitsplatz entsprechend einer 
mittelschweren depressiven Episode (ICD-10: F32.1) spricht (vgl. Be-
schwerde Art. 5), dabei verkennt die Beschwerdeführerin jedoch, dass eine 
depressive Episode (ICD-10: F32) nicht das gleiche ist wie eine eigentliche 
(rezidivierende) depressive Störung (ICD-10: F33). Eine solche wurde bei 
ihr jedoch aufgrund der gesamten Akten nie diagnostiziert. Die diesbezügli-
che (unstrittig in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts und der 
Diagnose von Dr. med. D.________ erfolgte; vgl. AB 62.1 S. 14 Ziff. 4.1.8) 
Feststellung des psychiatrischen Gutachters erweist sich somit als korrekt.

Soweit die Beschwerdeführerin die Zuverlässigkeit des Gutachtens in Zwei-
fel zieht, weil es die bei ihr aufgrund alternativmedizinischer Untersu-
chungsbefunde gestellten Diagnosen einer Mitochondriopathie, einer Reak-
tivierung des Ebstein-Barr-Virus wie auch einer Reaktivierung des Herpes-
Simplex-Virus nicht berücksichtigt habe, ist festzuhalten, dass diese Dia-
gnosen – auch gemäss dem sie berücksichtigenden Hausarzt Dr. med. 
G.________, auf deren Bericht vom 25. Februar 2013 (BB 4) sich die Be-
schwerdeführerin in ihrer Beschwerde stützt (Beschwerde Art. 7 – 9) – so in 
der Schulmedizin nicht anerkannt sind (BB 4 S. 2). Dass die Gutachter die-
se auf wissenschaftlich bzw. schulmedizinisch unstrittig nicht objektivierba-
ren Befunden basierenden alternativmedizinischen Diagnosen in ihrer Be-
urteilung ausser Acht liessen, entspricht der Rechtsprechung (vgl. E. 2.7 
hiervor) und spricht entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin nicht 
gegen, sondern für die Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens.

4.5 Gestützt auf die Tatsache, dass sowohl die behandelnden Ärzte als 
auch die Gutachter bei der Beschwerdeführerin aus der vorliegend einzig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 19

relevanten schulmedizinischen Sicht somatisch keine Befunde mit Rele-
vanz für die Arbeitsfähigkeit erheben konnten, ist in Übereinstimmung mit 
dem MEDAS-Gutachten erstellt, dass die Beschwerdeführerin an einer 
Somatisierungsstörung leidet (vgl. E. 3.2 hiervor). Diesbezüglich hat sich 
der psychiatrische Gutachter einlässlich zu den Foerster-Kriterien bzw. zur 
Überwindbarkeit der Störung und deren Folgen (vgl. E. 2.4 hiervor) geäus-
sert und eine Überwindbarkeit aus psychiatrischer Sicht bejaht (AB 62.1 
S. 14). Dem ist aus rechtlicher Sicht nichts beizufügen. Dass der Hausarzt 
der Beschwerdeführerin die Foerster-Kriterien insbesondere aufgrund sei-
ner Berücksichtigung der schulmedizinisch unstrittig nicht anerkannten al-
ternativmedizinischen Diagnosen als erfüllt erachtet (vgl. BB 4), ändert dar-
an nichts. Aufgrund der vorliegend aus rechtlicher Sicht einzig relevanten 
schulmedizinischen Sichtweise sind die Foerster-Kriterien bereits gestützt 
auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht bzw. nicht in 
einem Ausmass erfüllt, das gegen eine Überwindbarkeit der Somatisie-
rungsstörung oder deren Folgen sprechen würde. Bereits gestützt auf diese 
Berichte kann der Somatisierungsstörung somit aus rechtlicher Sicht keine 
invalidisierende Wirkung zuerkannt werden. Die Frage der Voreingenom-
menheit der MEDAS-Gutachter kann damit letztlich offen gelassen werden, 
ist nach dem Dargelegten doch so oder anders erstellt, dass die Be-
schwerdeführerin aus schulmedizinischer Sicht an keinem invalidisierenden 
Gesundheitsschaden leidet. Die gegen die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 8. Februar 2013 erhobene Beschwerde ist somit als unbegründet ab-
zuweisen.

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2014, IV/13/225, Seite 20

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.