# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bc50da4-56d8-5ef7-b543-fb086e852b6e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.04.2021 715 20 482/111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-20-482-111_2021-04-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 30. April 2021 (715 20 482/111) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin i.V. Reyhan Zet-

ler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 
A.  Die 1982 geborene A.____ war ab dem 1. August 2017 bei der Genossenschaft B.____ 
als Gastro Allrounderin mit einem Arbeitspensum von 35 Stunden pro Woche angestellt. Am 18. 
Mai 2020 kündigte A.____ das Arbeitsverhältnis per Ende des Mutterschaftsurlaubs auf den 8. 
Juni 2020. In der Folge meldete sie sich am 29. Mai 2020 bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse 
Basel-Landschaft (Arbeitslosenkasse) zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung ab dem 29. 
Mai 2020 an. Mit Verfügung vom 5. August 2020 stellte die Arbeitslosenkasse die Versicherte für 
36 Tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung ab dem 9. Juni 

 

 
 
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2020 ein. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Arbeitslosenkasse mit Einspracheent-
scheid vom 17. November 2020 ab.  
 
B Hiergegen erhob A.____ mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht), und bean-
tragte sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien statt 36 
nunmehr 15 Tage Einstellung in der Anspruchsberechtigung anzuordnen.  
 
C. Die Arbeitslosenkasse schloss mit Vernehmlassung vom 4. Februar 2021 auf vollum-
fängliche Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 
und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi-
cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig 
ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und 
Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent-
schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam 
die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die 
örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt 
das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG, wes-
halb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 17. Dezember 2020 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialver-
sicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Versicherten zu 
Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchs-
berechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 130.20 liegt der Streitwert jedenfalls unter 
diesem Grenzbetrag. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 

 

 
 
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122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache der 
verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentra-
gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Par-
teien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ablei-
ten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen 
(BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
2.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das 
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind (vgl. RENÉ RHINOW / HEINRICH KOLLER / CHRISTINA KISS / DANIELA THURNHERR / 
DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 999). Im Sozialver-
sicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fel-
lay/Klett/Leuzinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 43 N 11; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die blosse Möglich-
keit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr 
jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläu-
fen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen 
Hinweisen) 
 
3. Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig-
keit im Umfang von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, 
kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen 
(Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für 
Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungs-
sanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip be-
herrscht (THOMAS NUSSBAUMER, in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches 
Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 
828). 
 
3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Eine selbstver-
schuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht 
objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und 
den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (ARV 1982 

 

 
 
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Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsver-
hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war (Art. 44 Abs. 1 lit. b 
AVIV). 
 
3.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Scha-
denminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zumutbarkeitsgedan-
ken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüb-
lichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedingungen entspricht, den 
Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wie-
derbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht hat in konstanter 
Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens 
am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist. Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an der 
bisherigen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen 
Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht be-
sondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so 
lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; 
GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern 1987, N. 27 zu Art. 16; JACQUELINE 
CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). 
 
3.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens 
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförderung 
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkommen; für die Schweiz in Kraft seit dem 
17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird nur das freiwillige („volontairement“) Auf-
geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“ ) sanktioniert. Damit dürfen bei einer 
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anforderungen 
an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesondere sind bei der 
Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der versicherten Person zu berücksichti-
gen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, 
kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne des Übereinkommens 
gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hin-
weisen). 
 
3.5 Eine Arbeit gilt als unzumutbar, wenn sie den persönlichen Verhältnissen der versicher-
ten Person oder ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen ist (Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG). 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen bei der Prüfung der Zumutbarkeit einer Ar-
beit unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse insbesondere die gesundheitlichen 
und familiären Umstände der versicherten Person in Betracht. Betreuungspflichten gegenüber 
minderjährigen Kindern stellen grundsätzlich keinen persönlichen Grund dar, der die Arbeitsstelle 
unzumutbar macht. Dies käme nur in Frage, wenn eine Kinderbetreuung durch Drittpersonen bei 
objektiver Betrachtungsweise auch potenziell undenkbar wäre, was nach Ablauf des Mutter-
schaftsurlaubes regelmässig nicht mehr der Fall sein dürfte. (vgl. BGE 120 V 375 E. 4b; Urteil 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozial-
rechtliche Abteilungen] vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 2.2). Als unzumutbar erscheint hingegen 
eine Stelle, die den persönlichen Verhältnissen, zu denen auch Betreuungspflichten gehören, 

 

 
 
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nicht angemessen Rechnung getragen werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG, seit 2007 Schweizerisches Bundesgericht] vom 30. Juli 2003, C 10/01, E. 2.1; AVIG-
Praxis ALE Ziff. B288). 
 
4.1 Im vorliegenden Fall hat die Kündigung der Versicherten zur Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses und damit zur Arbeitslosigkeit geführt. Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdefüh-
rerin ein Weiterführen des Arbeitsverhältnisses im gleichen Umfang zumutbar gewesen wäre. 
 
4.2 Die Versicherte, die seit August 2017 bei der B.____ gearbeitet hatte, macht geltend, 
dass sie im Jahre 2019 eine mündliche Zusage zur Reduktion ihres Arbeitspensums nach Ende 
ihres Mutterschaftsurlaubs von Seiten ihrer Vorgesetzten C.____ und D.____ erhalten habe. Dies 
hätte eine Kürzung des Pensums von 35 Wochenstunden auf 25 Wochenstunden zur Folge ge-
habt und ihr ermöglicht, an den Wochenenden frei zu bekommen, da ihr der Teamleiter das ver-
sprochen habe. Somit hätte sie ihre Arbeitsschichten an drei oder vier Tagen unter der Woche 
wahrnehmen können. Ihr Vorgesetzter habe ihr damals davon abgeraten, diesbezüglich bereits 
zu jenem Zeitpunkt einen schriftlichen Antrag zu stellen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, 
dass sie nach der Geburt ihres Kindes (Februar 2020) am 11. April 2020 einen schriftlichen Antrag 
auf Reduktion ihres Pensums gestellt habe, der jedoch «kurzfristig» und «überraschend» von der 
Personalabteilung der B.____ abgelehnt worden sei. Zudem habe sie für die Ablehnung keinen 
Grund angegeben. Mit einem gleichbleibenden Pensum von 35 Wochenstunden und den mögli-
chen Arbeitseinsätzen an den Wochenenden, hätte sie die Betreuung ihres Kindes an den Wo-
chenenden nicht selber übernehmen können. Zudem seien die Krippen an den Wochenenden 
geschlossen und ihr Partner würde an den Samstagen selber arbeiten und sich an den Sonnta-
gen um seine drei Kinder aus seiner geschiedenen Ehe kümmern. Ihre Eltern würden eine Stunde 
entfernt wohnen. Aus diesen Gründen sei es für die Beschwerdeführerin «nicht möglich und zu 
verantworten» gewesen, ihre bisherige Stelle bei gleichbleibendem Pensum von 35 Wochenstun-
den nach Ende ihres Mutterschaftsurlaubs wieder antreten zu können.  
 
4.3 In Würdigung der persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin ist nachvollziehbar, 
dass sie sich, nachdem ihr die Personalabteilung der B.____ eine Reduktion ihres Arbeitspen-
sums verweigert hatte, in einer schwierigen Situation befand. Dennoch fällt zu ihren Lasten ins 
Gewicht, dass sie nach der telefonischen Absage vom 4. Mai 2020 bis zu ihrem Wiedereintritt am 
8. Juni 2020 noch Zeit gehabt hätte, eine geeignete Kinderbetreuung zu finden. Die Arbeitslosen-
kasse bringt zu Recht vor, dass die Beschwerdeführerin ihr gegenüber bestätigt habe, dass ihre 
eigenen Eltern für die Betreuung des Kindes in Frage kämen und zudem die Option einer Dritt-
betreuung bestünde. Folglich kann davon ausgegangen werden, dass während der Abwesenheit 
der Versicherten die Kinderbetreuung hätte gewährleistet werden können. Es gilt zu berücksich-
tigen, dass Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern grundsätzlich keinen Grund 
darstellen, der die Arbeitsstelle unzumutbar macht. Analog dazu kann zudem angebracht werden, 
dass auch im Bereich der Vermittlungsfähigkeit, namentlich in Bezug auf die Verfügbarkeit, die 
versicherte Person die gleichen Bedingungen erfüllen muss wie alle anderen Personen. Es liegt 
somit an der Versicherten, das Privat- und Familienleben so zu gestalten, dass sie nicht daran 
gehindert ist, im Umfang des geltend gemachten Beschäftigungsgrades bzw. Arbeitsausfalles 
einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen (ARV 1993/94 Nr. 31, S. 219). Aus den 

 

 
 
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Ausführungen ergibt sich, dass keine objektive, potentielle Unmöglichkeit der Kindsbetreuung 
vorliegt. Die Beschwerdeführerin hätte für eine bestimmte Zeit ihre Arbeit wiederaufnehmen und 
sich parallel dazu auf andere Stellen bewerben können, die ihr ermöglicht hätten, an den Wo-
chenenden die Betreuung ihres Kindes selber wahrzunehmen. Zudem weist die Beschwerdegeg-
nerin zu Recht darauf hin, dass sich die Beschwerdeführerin nicht auf die Aussagen ihrer beiden 
Vorgesetzten hätte verlassen dürfen, sondern sich an die Personalabteilung hätte wenden müs-
sen. Sie hätte diese Abklärungen bereits während ihrer Schwangerschaft tätigen müssen. Die 
Beschwerdeführerin kann sich nach dem Gesagten nicht auf die Ausnahmeregelung des Art. 16 
Abs. 2 lit. c AVIG berufen und es ist ihr ein Verschulden an ihrer Arbeitslosigkeit im Sinne von 
Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV vorzuwerfen. Demnach hat die Arbeitslo-
senkasse die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit vorüber-
gehend in der Anspruchsberechtigung eingestellt.  
 
5.1 Zu prüfen bleibt, ob die verfügte Einstellungsdauer von 36 Tagen angemessen ist. Die 
Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschul-
dens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach 
Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 
Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem 
(lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslosenkasse ihren Entscheid nach 
pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat das Kantonsgericht die angefochtene Ver-
fügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der 
von der Arbeitslosenkasse angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung 
in deren Ermessensspielraum ein.  
 
5.2 Gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die versicherte 
Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen 
aufgegeben (lit. a) oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (lit. b). Unter einem entschuldbaren 
Grund im Sinne dieser Bestimmung ist ein Grund zu verstehen, der das Verschulden mittelschwer 
oder leicht erscheinen lassen kann. Ein solcher im konkreten Einzelfall liegender Grund kann – 
wie etwa gesundheitliche Probleme – die subjektive Situation der betroffenen Person oder – so 
die Befristung einer Stelle – eine objektive Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 125 E. 3.5) und 
zu einer Unterschreitung des Sanktionsrahmens führen. 
 
5.3 Vorliegend hat die Arbeitslosenkasse das Verhalten der Versicherten als schweres Ver-
schulden qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31 – 60 Tagen zur Folge hat (Art. 45 Abs.3 
lit. c AVIV). In der Regel beträgt die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 36 Tage bei einer 
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit infolge Kündigung durch die Versicherte. Erschwerende o-
der mildernde Faktoren und das Prinzip der Verhältnismässigkeit sind zu berücksichtigen 
(vgl. BGE 123 V 150 E. 3c). Als verschuldensmindernd hat sie dabei zu Recht die Umstände, die 
zur Kündigung geführt haben, mitberücksichtigt und infolgedessen sechs Einstelltage abgezogen. 
Diese sechs Einstelltage haben sich wie folgt ergeben: Unter der Rubrik «Mündliche Zusage Pen-
sumreduktion» hat die Arbeitslosenkasse das Mitverschulden der Arbeitgeberin angerechnet und 
folglich drei Einstelltage abgezogen. Zudem wurden unter der Rubrik «Persönliche Verhältnisse» 

 

 
 
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infolge der unklaren Betreuungssituation der Versicherten ebenfalls drei Tage von der Anspruchs-
berechtigung abgezogen. In einem zweiten Schritt hat die Arbeitslosenkasse infolge der Nicht-
einhaltung der Kündigungsfrist von zwei Monaten bzw. der Kündigung per Ende Mutterschaftsur-
laub der Beschwerdeführerin sechs Einstelltage dazugerechnet und ist im Ergebnis auf 36 Ein-
stelltage gekommen. Diese Beurteilung liegt in ihrem Ermessen und ist nicht zu beanstanden, vor 
allem da sich die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im unteren Bereich des schweren 
Verschuldens bewegt. Gründe, die eine Unterschreitung des Sanktionsrahmens für schweres 
Verschulden rechtfertigen würden, liegen hingegen nicht vor. Die Beschwerdegegnerin weist zu-
dem zu Recht darauf hin, dass die Versicherte eine verfrühte Arbeitslosigkeit in Kauf genommen 
habe, da ihr die B.____ selber erst nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubs hätte kündigen können 
(Art. 336c Abs. 1 lit. c des Schweizerischen Obligationenrechts). Die verfügte Einstellungsdauer 
erscheint somit angemessen und es besteht kein Anlass, in das Ermessen der Arbeitslosenkasse 
einzugreifen. 
 
6. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 17. November 2020 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde 
erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren 
Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor 
dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 
 

 
 

 
 
 
 
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