# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea780b3b-0289-5b79-a8da-3a60ba80e824
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.02.2023 720 22 216 / 28 (720 2022 216 / 28)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-216---28_2023-02-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 2. Februar 2023 (720 22 216 / 28) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Beurteilung der Statusfrage 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1970 geborene A.____ arbeitete seit November 2014 im Rahmen eines Teilzeit-
pensums von 65 % als Verkäuferin bei der B.____ AG. Daneben war sie in einem weiteren 
Teilzeitpensum von ca. 7 Wochenstunden als Raumpflegerein für die C.____ AG erwerbstätig. 
Am 9. März 2019 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine mittelgradige depressive Episode 
und schwere Erschöpfungszustände mit ängstlich depressivem Zustandsbild bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der ge-
sundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-

 

 
 
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Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode der Inva-
liditätsbemessung - mit Anteilen von 82 % an Erwerbs- und von 18 % an Haushalttätigkeit - ab 
September 2019 (Ablauf des Wartejahres) einen Invaliditätsgrad von 85 % und ab November 
2020 einen solchen von 65 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren für den Zeitraum vom 1. September 2019 bis 28. Febru-
ar 2021 eine ganze Rente und mit Wirkung ab 1. März 2021 eine (unbefristete) Dreiviertelsrente 
zu. Die Rentenzusprache erfolgte dabei in Form von zwei Verfügungen: In einer ersten Verfü-
gung vom 21. Juni 2022 setzte die IV-Stelle die laufende Rente ab 1. Juli 2022 fest und in der 
zweiten Verfügung vom 15. Juli 2022 entschied sie über den Rentenanspruch für den Zeitraum 
vom 1. September 2019 bis 30. Juni 2022. 
 
B. Gegen diese beiden Verfügungen erhob Rechtsanwalt Jan Herrmann namens und im 
Auftrag von A.____ am 17. August 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozial-
versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es seien die angefochtenen Verfü-
gungen aufzuheben und "es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführe-
rin ab 1. September 2019 bis heute und bis auf Weiteres eine volle Invalidenrente auf Basis 
eines Invaliditätsgrads von mindestens 70 % zuzusprechen und auszurichten"; unter o/e-
Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 31. August 2022 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 17. August 2022 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Ver-
fügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber 

 

 
 
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einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und 
der IVV sowie diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 
Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). 
Vorliegend ergingen die angefochtenen Verfügungen nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion 
steht jedoch ein am 1. September 2019 und damit vorher entstandener Rentenanspruch. Nach 
dem Gesagten ist die Angelegenheit deshalb in Anwendung der Bestimmungen des IVG und 
der IVV sowie derjenigen des ATSG in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fas-
sung zu beurteilen. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet.  
 
2.2 Zu ergänzen bleibt, dass bei der 1970 geborenen Beschwerdeführerin ein allfälliger 
Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem gemäss lit. b der Übergangsbestimmungen des 
IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 (WEIV) erfolgt. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-

 

 
 
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rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der 
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me-
thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 
 
4.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb 
des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be-
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 
141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
5.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist, wie auch die Versicherte in ihrer Beschwer-
de explizit festhält, einzig und allein die Statusfrage der Versicherten - und damit einhergehend 
die Frage nach der anwendbaren Methode der Invaliditätsbemessung - strittig. Die Beschwer-
deführerin macht geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre, weshalb der 
Invaliditätsgrad nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln sei. 
Demgegenüber geht die IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen davon aus, dass die Ver-
sicherte in einem Pensum von 82 % einer Erwerbstätigkeit nachginge und im Umfang von 18 % 
im Haushalt tätig wäre. Somit habe die Invaliditätsbemessung in Anwendung der gemischten 
Methode zu erfolgen.  
 
5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig einzustufen ist, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1). Entscheidend ist somit 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zuge-
mutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 
133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen). Massgebend für die Beurteilung der Statusfrage ist die ge-
samte persönliche, familiäre, berufliche und soziale Situation. Ein starkes Indiz ist dabei die 
Tätigkeit, welche bei Eintritt der invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung tatsächlich 
- und unter Umständen seit längerer Zeit - ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen 
unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs (Urteil des Bundesge-
richts vom 3. November 2017, 9C_201/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Die Statusfrage beurteilt 
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Verfügungserlass (hier: 

 

 
 
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21. Juni bzw. 15. Juli 2022) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
5.3 Die Versicherte arbeitete seit 2014 und bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Rah-
men eines Teilzeitpensums von 65 % als Verkäuferin in der Filiale D.____ der B.____ AG. Zu-
dem war sie seit 1998 mit einem Teilzeitpensum von 16,66 % als Raumpflegerin für die 
C.____ AG tätig. In ihrer Beschwerde macht die Versicherte geltend, dass sie ihr Pensum bei 
der B.____ AG seit Längerem gerne auf ein Vollpensum erhöht hätte. Bei einer entsprechenden 
Vertragsanpassung hätte sie ihre (zusätzliche) Tätigkeit als Raumpflegerin bei der C.____ AG 
aufgegeben. Sie habe bei der B.____ AG immer wieder bezüglich einer Erhöhung des Arbeits-
pensums nachgefragt, sie sei aber wiederholt mit dem Hinweis "vertröstet" worden, dass eine 
Aufstockung des Pensums bei einem besseren Geschäftsgang möglich sei, dieser Zeitpunkt sei 
jedoch noch nicht gekommen. Somit sei es ihr vor Eintritt des Krankheitsfalls nicht mehr mög-
lich gewesen, ihr Pensum in der Filiale D.____ zu erhöhen. Allerdings sei ihr kurz zuvor die Ab-
solvierung eines Probetags in der Filiale E.____ der Arbeitgeberin angeboten worden, wo die 
Verrichtung eines höheren Pensums möglich gewesen wäre. Aufgrund des sich verschlech-
ternden Gesundheitszustands habe sie den Probetag aber nicht mehr absolvieren können. So-
dann weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass auch ihre Familiensituation die damals be-
vorstehende Aufnahme eines vollen Arbeitspensums nahegelegt habe. So sei etwa der Betreu-
ungsaufwand für ihre beiden Töchter zwischenzeitlich weggefallen. Zudem habe der Umstand, 
dass ihr Ehemann aufgrund eines im Jahr 2014 erlittenen Unfalls immer noch nicht voll arbeits-
fähig gewesen sei, bei ihr zu existentiellen Ängsten geführt.  
 
5.4 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens erkundigte sich die IV-Stelle bei der Personal-
verantwortlichen der B.____ AG nach den Möglichkeiten und Voraussetzungen der von der 
Versicherten angestrebten Aufstockung des Arbeitspensums. Laut den im Abklärungsbericht 
vom 25. Mai 2022 wiedergegebenen Antworten der Personalverantwortlichen habe es sich bei 
der Tätigkeit der Versicherten in der Filiale D.____ um eine einfache Arbeit im Verkauf gehan-
delt. Eine Pensumserhöhung in dieser Filiale sei nur schon wegen der dortigen kürzeren Öff-
nungszeiten nicht möglich gewesen. Eine Aufstockung wäre einzig bei einer Tätigkeit in der 
Filiale E.____ realisierbar gewesen. Dort wären die an die Versicherte gestellten Arbeitsanfor-
derungen aber sehr viel höher gewesen, da sie "Kassenabrechnungen, Bestellungen und Ar-
beitspläne usw." hätte erstellen müssen. Sie habe der Versicherten angeboten, in der Filiale 
E.____ einen Probetag zu absolvieren, dazu sei es aber wegen der Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands nicht mehr gekommen. Im Übrigen sei mit der Versicherten nie konkret be-
sprochen worden, um wieviel Stellenprozente und per wann sie ihr Pensum habe erhöhen wol-
len.  
 
5.5 In Anbetracht der geschilderten Antworten der Personalverantwortlichen der 
B.____ AG ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin - wie von ihr geltend gemacht - ihr Pensum bei der 
B.____ AG auf ein Vollpensum erhöht hätte, wenn sie gesund geblieben wäre. Eine Aufsto-

 

 
 
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ckung des bisherigen 65 %-Pensums in der Filiale D.____ wäre bereits wegen der dortigen re-
duzierten Öffnungszeiten nicht in Frage gekommen. In der Filiale E.____ wiederum wäre zwar 
die Ausübung eines höheren Pensums grundsätzlich möglich gewesen, ein entsprechender 
Einsatz wäre für die Versicherte aber mit einer Erweiterung des bisherigen Aufgabenbereichs 
verbunden gewesen. Neben der angestammten, von der Personalverantwortlichen der Firma 
als einfache Arbeit bezeichneten Tätigkeit im Verkauf hätte die Versicherte an der neuen Stelle 
zusätzlich Kassenabrechnungen und Bestellungen vornehmen und Arbeitspläne erstellen müs-
sen. Da die Beschwerdeführerin den im Hinblick auf einen allfälligen Filialwechsel vorgesehe-
nen Probetag gesundheitsbedingt nicht mehr absolvieren konnte, lässt sich nicht sagen, ob ihr 
dieser veränderte Aufgabenbereich überhaupt zugesagt hätte und insbesondere auch ob sie 
den gemäss Aussage der Personalverantwortlichen sehr viel höheren Anforderungen dieser 
Stelle gewachsen gewesen wäre. Vor diesem Hintergrund ist aber nicht mit dem erforderlichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Versicherte nach der Ab-
solvierung des Probetages diese Arbeitsstelle tatsächlich erhalten hätte. Dazu kommt, dass laut 
den Angaben der Personalverantwortlichen mit der Versicherten auch nie konkret besprochen 
worden war, in welchem Umfang sie ihr bisheriges Pensum aufstocken wollte. Ebenfalls nichts 
zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin schliesslich mit dem Hinweis, dass 
auch ihre sich aus der Arbeitsunfähigkeit des Ehemannes ergebenden Existenzängste die da-
mals bevorstehende Aufnahme eines vollen Arbeitspensums nahegelegt hätten. Solche Ängste 
sind zwar durchaus nachvollziehbar. Wenn sie tatsächlich im geschilderten Masse vorgelegen 
haben, ist aber nicht ohne Weiteres verständlich, weshalb die Versicherte während der ganzen 
Zeit offenbar nie versucht hat, wenigstens ihre zusätzlich ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin 
in zeitlicher Hinsicht auszudehnen, nachdem sich die von ihr gewünschte Erhöhung des Pen-
sums bei der B.____ AG über mehrere Jahre hinweg nicht hatte realisieren lassen. Der Um-
stand, dass die Versicherte trotz den von ihr geschilderten Existenzängsten eine Aufstockung 
des Pensums doch recht lange vor sich hergeschoben hat, erweckt jedenfalls gewisse Zweifel 
an ihrer Darstellung, wonach die Aufnahme eines Vollpensums beim Eintritt der gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen nahe bevorgestanden habe.  
 
5.6 Aus dem Gesagten folgt, dass die IV-Stelle die Versicherte im Rahmen der Beurteilung 
der Statusfrage richtigerweise als teilerwerbstätig eingestuft und ihre Invalidität demnach zu 
Recht nach der gemischten Methode bemessen hat. Ebenso wenig zu beanstanden ist, dass 
sie den Anteil der Erwerbstätigkeit in Addition der beiden bisher ausgeübten Teilzeitstellen von 
65 % und von 16,66 % insgesamt auf 82 % und den Anteil der Haushalttätigkeit demzufolge auf 
18 % festgesetzt hat.  
 
6. Die übrigen, den angefochtenen Verfügungen zu Grunde liegenden Aspekte der Invali-
ditätsbemessung - die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit, die Be-
messung des Validen- und des Invalideneinkommens, der Einkommensvergleich für den Er-
werbsbereich, die Bemessung der Einschränkung im Haushaltbereich und die konkrete Ermitt-
lung der (Gesamt-) Invaliditätsgrade anhand der gemischten Methode - werden von der Versi-
cherten, wie weiter oben schon erwähnt (vgl. E. 5.1 hiervor), in ihrer Beschwerde nicht in Frage 
gestellt. Da sich den Akten nichts entnehmen lässt, was gegen die Richtigkeit der von der IV-
Stelle ermittelten Invaliditätsgrade sprechen würde, kann an dieser Stelle von weiteren Erörte-

 

 
 
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rungen zu den genannten Aspekten abgesehen und stattdessen vollumfänglich auf die entspre-
chenden Ausführungen der IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen verwiesen werden.  
 
7. Gestützt auf die von ihr ermittelten Invaliditätsgrade von 85 % ab September 2019 (Ab-
lauf des Wartejahres) bzw. von 65 % ab November 2020 und in korrekter Anwendung der Be-
stimmung von Art. 88a Abs. 1 IVV sprach die IV-Stelle der Versicherten zu Recht für den Zeit-
raum vom 1. September 2019 bis 28. Februar 2021 eine ganze Rente und mit Wirkung ab 
1. März 2021 eine unbefristete Dreiviertelsrente zu. Die gegen die betreffenden Verfügungen 
vom 21. Juni 2022 und 15. Juli 2022 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, wes-
halb sie abgewiesen werden muss. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle.  
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

 

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