# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb3180fa-e1e8-504f-a4da-c84329c0c8df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.12.2011 E-6843/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6843-2011_2011-12-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6843/2011

U r t e i l   v om   2 3 .   D e z embe r   2 0 1 1  

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiber Nicholas Swain.

Parteien A._______, geboren am (…)
(Beschwerdeführer 1)
B._______, geboren am (…)
(Beschwerdeführerin 2)
C._______, geboren am (…)
(Beschwerdeführer 3)
Serbien, 
(…),  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 15. Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  ihren 
Heimatstaat  am  26.  November  2011  verliessen  und  am  27.  November 
2011 in der Schweiz um Asyl nachsuchten,

dass  sie  anlässlich  der  Befragungen  zur  Person  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  Basel  vom  7.  Dezember  2011  sowie  der 
direkten  Anhörungen  durch  das  BFM  vom  15.  Dezember  2011  zur 
Begründung  ihrer  Asylgesuch  im  Wesentlichen  vorbrachten,  sie  seien 
Angehörige  der  Minderheit  der  Roma  und  stammten  aus  D._______, 
Serbien,

dass einer  ihrer Nachbarn ein Aufgebot des serbischen Militärs erhalten 
habe und die Beschwerdeführer 1 und 3 deshalb befürchteten, ebenfalls 
zum Militärdienst eingezogen zu werden,

dass  sie  auf  dem  Markt,  wo  sie  Wäsche  verkauft  hätten,  durch  die 
Marktpolizei schikaniert worden seien,

dass  sie  zudem  als  Roma  von  den  Serben  beschimpft  und  belästigt 
worden seien,

dass der Beschwerdeführer 1 wegen eines Prostata­Leidens in ärztlicher 
Behandlung sei und die Beschwerdeführerin 2 wegen Problemen mit dem 
Blutdruck Medikamente einnehmen müsse,

dass das BFM mit Verfügung vom 15. Dezember 2011 – im Anschluss an 
die Anhörungen mündlich eröffnet – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, Serbien sei mit 
Beschluss des Bundesrats vom 6. März 2009 als "safe country" im Sinne 
von Art. 6 Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet worden,

dass  sich  aus  ihren  Vorbringen  keine  Hinweise  auf  eine  relevante 
Verfolgung ergeben würden, 

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dass  ihre  Befürchtung,  in  den  Militärdienst  eingezogen  zu  werden, 
angesichts  der  Abschaffung  der  allgemeinen  Wehrpflicht  in  Serbien 
haltlos sei, 

dass  Schikanen  gegenüber  der  ethnischen  Minderheit  der  Roma  vom 
serbischen Staat  nicht  gebilligt  oder  unterstützt würden,  sondern  solche 
Vorfälle vielmehr strafrechtlich verfolgt würden,

dass  behördliche  Massnahmen  zur  Durchsetzung  einer  Marktordnung 
legitim seien und keine Verfolgung darstellten,

dass  sich  im  Übrigen  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  dafür  entnehmen 
liessen,  dass  den  Beschwerdeführenden  in  ihrem  Heimatstaat  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder 
Behandlung  drohe  und  weder  die  dort  herrschende  politische  Situation 
noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit ihrer Rückführung sprechen 
würden,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  20.  Dezember  2011 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben  und  dabei  beantragten,  es  sei  auf  ihr  Asylgesuch 
einzutreten und ihnen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen,

dass  sie  in  formeller  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersuchten,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  21.  Dezember  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 

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vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  die  Vorinstanz  ihre  Verfügung  mündlich  eröffnet  und  summarisch 
begründet hat, 

dass Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG den Parteien grundsätzlich 
schriftlich  zu  eröffnen  und  diesfalls  als  solche  zu  bezeichnen,  zu 
begründen  und  mit  einer  Rechtsmittelbelehrung  zu  versehen  sind  (vgl. 
Art. 34 Abs. 1 und 35 Abs. 1 VwVG),

dass  Verfügungen  und  Entscheidungen  im  Asylverfahren  in  geeigneten 
Fällen  mündlich  eröffnet  und  summarisch  begründet  werden  können, 
wobei  die  mündliche  Eröffnung  samt  Begründung  protokollarisch 
festzuhalten und den Asylsuchenden ein Protokollauszug auszuhändigen 
ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 und 2 AsylG), 

dass  die  mündliche  Eröffnung  des  Entscheids  im  Anschluss  an  die 
Anhörung  vom  15.  Dezember  2011  erfolgte  und  den 
Beschwerdeführenden  zusammen  mit  den  Anhörungsprotokollen  und 
weiteren  editionspflichtigen  Akten  das  schriftliche  Entscheidprotokoll 
übergeben wurde, 

dass diese Vorgehensweise des BFM mithin als korrekt erscheint, 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der 
Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb 
welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur 
Beurteilung unterbreiten können,

dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über 
den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des 
Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was 
Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in: 
Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH 
AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der 
verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63;  ALFRED 

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KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149),

dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend 
Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält,

dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei die 
Flüchtlingseigenschaft festzustellen, der Streitgegenstand in unzulässiger 
Weise  über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten 
Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63; 
BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist,

dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009 Serbien zum "safe 
country"  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen  Sicherheit 
vor  Verfolgung  besteht,  und  auf  diese  Einschätzung  im  Rahmen  der 
periodischen  Überprüfung  (vgl.  Art.  6a  Abs.  3  AsylG)  bisher  nicht 
zurückgekommen ist, 

dass  somit  die  formellen  Bedingungen  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides auf  der Grundlage  von Art.  34 Abs.  1 AsylG 
erfüllt sind,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung) 
nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  gebe  Hinweise  auf  eine  Verfolgung 
(Art. 34 Abs. 1 AsylG),

dass  die  fehlende Verfolgung  im Herkunftsland  somit  lediglich  vermutet 
wird und widerlegt werden kann,

dass  gemäss  Praxis  bei  der  Prüfung  des  Fehlens  von 
Verfolgungshinweisen  derselbe  weite  Verfolgungsbegriff  wie  in  Art.  18, 
Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG zur Anwendung gelangt, welcher 
nicht bloss ernsthafte Nachteile nach Art. 3 AsylG, sondern auch die von 
Menschenhand verursachten Wegweisungshindernisse im Sinne von Art. 
44 Abs.  2 AsylG  i.V.m. Art.  83 Abs.  3  und  4  des Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  umfasst  (vgl.  BVGE  E­7087/2010  vom  29. März  2011,  E.  4.2; 
EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3. S. 247),

dass dabei ein im Vergleich zum ­ bereits erleichterten – Beweismass des 
Glaubhaftmachens  nochmals  reduzierter Massstab  anzuwenden  ist  und 

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auch  bei  Asylsuchenden  aus  einem  verfolgungssicheren  Staat  das 
Erfüllen  der  Flüchtlingseigenschaft  geprüft  werden muss,  sobald  in  den 
Akten  Hinweise  auf  Verfolgung  (im  soeben  erläuterten  Sinn)  zu 
verzeichnen  sind,  deren  Unglaubhaftigkeit  nicht  schon  auf  den  ersten 
Blick erkannt werden kann (vgl. BVGE a.a.O.; EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. 
S. 16 f.),

dass  vorliegend  das  Bundesamt  im  Ergebnis  zu  Recht  festgestellt  hat, 
dass keine konkreten Hinweise auf eine Verfolgung  im oben genannten 
Sinne vorliegen,

dass  zwar  Berichte  vorliegen,  wonach  das  serbische 
Verteidigungsministerium  Aufgebote  für  die  militärische  Reserve  verteilt 
habe (vgl. RFE/RL – Radio Free Europe/ Radio Liberty: Serbian Military 
Call­Up  Notices  Spark  Sharp  Backlash,  21.  September  2011),  es  sich 
dabei aber um eine rechtsstaatlich legitime Massnahme handelt,

dass  auch  die  weiteren  von  den  Beschwerdeführern  geschilderten 
Schikanen offenkundig kein Ausmass erreichen, welches als Verfolgung 
im oben genannten Sinne zu qualifizieren wäre,

dass  die  Beschwerdeführenden  auch  in  ihrer  Beschwerdeeingabe,  in 
welcher sie im Wesentlichen pauschal darauf verweisen, dass die Roma 
durch  die  Albaner  und  Serben  vertrieben  würden,  keine  konkreten 
Hinweise  auf  eine  unmittelbar  sie  betreffende  Verfolgung  ersichtlich  zu 
machen vermögen,

dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 

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wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die den 
Beschwerdeführenden im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  der 
Beschwerdeführenden  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  es  sich  insbesondere  bei  den  von  ihnen  vorgebrachten 
gesundheitlichen Problemen nicht um gravierende Erkrankungen handelt, 
und eine adäquate Behandlung im Herkunftsstaat gewährleistet ist, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  den  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  gelungen  ist, 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt, 
den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuche  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen 
der behaupteten Bedürftigkeit  (eine entsprechende Bestätigung  liegt der 
Beschwerde  nicht  bei)  abzuweisen  ist,  da  die Begehren  – wie  sich  aus 
den  vorstehenden Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen 
waren, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.− 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtpflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG 
wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Nicholas Swain

Versand: