# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3200f8e6-aa9f-5a76-a0ce-fed7c7c0aad4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 04.07.2023 S 2022 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-81_2023-07-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 81

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

Richterinnen von Salis und Brun

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 4. Juli 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, 

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1964, arbeitete seit dem 27. März 1990 als Wald-

arbeiter beim Gemeindeforstamt B._____, ab dem 16. März 1998 war er 

als Forstarbeiter resp. Sägereiarbeiter bei der C._____, in D._____ tätig. 

A._____ war gestützt auf diese Arbeitsverhältnisse obligatorisch bei der 

Schweizerischen Unfall-versicherungsanstalt (nachfolgend Suva) gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.

2. Am 9. Februar 1991 erlitt A._____ infolge eines Skiunfalls eine Knie-

binnenverletzung mit Ruptur des medialen Seiten- und des vorderen 

Kreuzbandes am linken Kniegelenk, am 12. Februar 1991 erfolgte die 

Operation (Schadennummer 13.20437.91.8). Eigenen Angaben zufolge 

war A._____ ab dem 16. Juli 1991 wieder arbeitsfähig und ab dem 

9. September 1991 wieder arbeitstätig. Die Suva richtete die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen aus und schloss den Schadenfall am 

19. September 1991 ab.

3. Am 25. August 2010 erlitt A._____ bei der Forstarbeit erneut einen Unfall, 

als ein Rundholz ihn am linken Oberschenkel traf (Schaden 

Nr. 13.31747.10.2). Bei Diagnose einer Riss-Quetschwunde (RQW) mit 

Ablederung medialer Oberschenkel links erfolgte am selben Tag die 

Operation im E._____. Im Austrittsbericht vom 6. September 2010 wurde 

eine isolierte Fibulaköpfchenfraktur rechts genannt. Aufgrund einer post-

traumatischen Nekrose am linken Oberschenkel und wegen eines 

Hautdefekts erfolgten am 23. September 2010 sowie am 1. Oktober 2010 

weitere Operationen. Am 11. März 2011 folgte eine kreisärztliche 

Untersuchung durch Kreisarzt Dr. med. F._____ und am 15. März 2011 

ein MRI des linken Knies. Anlässlich der Untersuchung vom 15. März 2011 

durch Dr. med. G._____, Leitender Arzt H._____, diagnostizierte dieser 

eine Läsion des medialen und lateralen Meniskus links, eine beginnende 

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Gonarthrose bei Status nach Naht des vorderen Kreuzbandes sowie 

medialen Seitenbandes links 1990. Am 18. April 2011 erfolgte eine trans-

arthroskopische Operation des linken Knies, mit partieller Meniskektomie, 

Gelenkstoilette und partieller Synovektomie.

4. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2012 sprach die Suva A._____ auf der 

Basis einer Einbusse von 20 % und bei einem versicherten Jahres-

verdienst von CHF 38'810.00 ab dem 1. Dezember 2012 eine Invaliden-

rente sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Einbusse von 

15 % zu. Der kreisärztlichen Beurteilung zufolge bestehe am linken Knie-

gelenk eine posttraumatische laterale und Femoropatellararthrose, welche 

als Folge des Unfalls 1991 zu betrachten sei, während die Weichteil-

verletzung am Oberschenkel links infolge Unfalls vom 25. August 2010 

stabil ausgeheilt sei.

5. Dagegen erhob A._____ mit Schreiben vom 16. Januar 2013 Einsprache 

und beantragte sinngemäss die Überprüfung der Sache. Als 

Berechnungsgrundlage sei das Ereignis vom 9. Februar 1991 genommen 

worden; indes sei auf den Unfall vom 25. August 2010 abzustellen. Er 

habe dazwischen fast 20 Jahre voll gearbeitet, das Quetschtrauma am 

Knie sei Folge des Unfalls vom 25. August 2010, was ihn an der 

Erbringung der vollen Arbeitsleistung hindere.

6. Mit Einspracheentscheid vom 22. April 2013 wies die Suva die Einsprache 

ab. Unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts, dass bei 

der erstmaligen Rentenfestsetzung nach mehreren invalidisierenden 

Unfällen und einem Rentenbeginn später als fünf Jahre nach dem ersten 

Unfall der massgebende versicherte Jahresverdienst nach Art. 24 Abs. 2 

UVV bestimmt werde, sei der vor dem Unfall vom 9. Februar 1991 erzielte 

Lohn, angepasst an die Nominallohnentwicklungen bis ins Jahr 2012, 

beizuziehen. Der Einspracheentscheid blieb sodann unangefochten.

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7. Nach der Berentung meldete A._____ mehrere Rückfälle und es erfolgten 

aufgrund der posttraumatischen Gonarthrose in den Jahren 2013, 2019 

und 2021 weitere Operationen am linken Knie; unter anderem wurde eine 

Knieendoprothese implantiert. Am 11. Februar 2022 beurteilte Kreisarzt 

Dr. med. I._____ die Zumutbarkeit gemäss Untersuchungsbericht vom 

15. Juni 2012.

8. Mit Verfügung vom 4. März 2022 bestätigte die Suva die bisherige 

Invalidenrente und sprach A._____ eine zusätzliche Integritäts-

entschädigung von 7.5 % zu. Aus medizinischer Sicht sei unter 

Berücksichtigung der verbleibenden Unfallfolgen eine angepasste 

Tätigkeit weiterhin ganztags zumutbar. Ausgehend von einem 

statistischen Jahreslohn von CHF 69'061.00 sowie einem leidens-

bedingten Abzug von 10 % ergebe sich ein zumutbares 

Invalideneinkommen von jährlich CHF 62'155.00. Gegenüber dem 

Einkommen von jährlich CHF 74'870.00, welches der Versicherte ohne 

den erlittenen Unfall bei der C._____ AG erzielen könnte, resultiere eine 

unfallbedingte Beeinträchtigung von rund CHF 12'715.00 resp. rund 17 %. 

Es ergebe sich keine erhebliche Veränderung, weshalb die Renten-

leistungen wie bisher ausgerichtet würden.

9. Dagegen erhob A._____ am 21. März 2022 Einsprache und beantragte 

sinngemäss die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen. Er vertrat 

weiterhin den Standpunkt, es sei für die Bemessung der Monatsrente nicht 

auf das Ereignis vom 9. Februar 1991 abzustützen, sondern auf den Unfall 

vom 25. August 2010. Das seitens der Suva angenommene Leistungs-

profil sei auf dem Arbeitsmarkt nicht umsetzbar. Er habe jeden Tag 

Schmerzen, das Knie sei geschwollen und könne nicht mehr ganz 

abgebogen werden; längeres Sitzen sei auch nicht mehr möglich. Als 

Beilagen reichte er einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. 

J._____, Facharzt für Innere Medizin, vom 21. März 2022 ein.

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10. Mit Einspracheentscheid vom 1. Juli 2022 wies die Suva die Einsprache 

ab. Zusammenfassend hielt sie fest, dass auch nach eingehender Prüfung 

und Würdigung aller vorliegenden medizinischen Unterlagen sowie des 

seitens des Versicherten eingereichten ärztlichen Berichts an der 

getroffenen Einschätzung des Kreisarztes Dr. med. I._____ vom 

11. Februar 2022 festgehalten werden könne. Bezüglich des Jahres-

verdienstes bestätigte die Suva die in ihrem Einspracheentscheid vom 

22. April 2013 gemachten Überlegungen, wonach am versicherten 

Verdienst im Zeitpunkt des Ereignisses vom 9. Februar 1991 anzuknüpfen 

sei, da gestützt auf die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. K._____ vom 

15. Juni 2012 die Beschwerden auf eine posttraumatische Gonarthrose 

zurückzuführen seien (Ziff. 7). Aufgrund der kreisärztlichen Beurteilung 

vom 11. Februar 2022 sei eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung 

in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten (Ziff. 8); die Gegen-

überstellung der Validen- und Invalideneinkommen unter Berücksichti-

gung des leidensbedingten Abzugs würden hingegen keine erhebliche 

Veränderung ergeben, weshalb die Rentenleistungen wie bisher nach 

Massgabe eines Invaliditätsgrades von 20 % ausgerichtet würden (Ziff. 9 

und 11). Ferner bestätigte die Suva ihre Überlegungen hinsichtlich der 

Erhöhung des Integritätsschadens.

11. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 22. August 

2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben und die kosten- und entschädigungsfällige Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 1. Juli 2022 (ES01572/2022) sowie die 

Ausrichtung einer Rente und einer Integritätsentschädigung im 

gesetzlichen Rahmen an den Beschwerdeführer, rückwirkend per 

1. Dezember 2012, eventuell ab dem 4. März 2022, subeventuell ex nunc 

und pro futuro beantragen. Eventuell sei der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 1. Juli 2022 aufzuheben und die Sache an die 

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Suva zur neuen Entscheidung zurückzuweisen. Zudem sei ein neutrales, 

gerichtliches medizinisches Gutachten zur Beurteilung der adaptierten 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einzuholen. Im Wesentlichen 

wird die rechtswidrige Festsetzung des versicherten Verdienstes moniert, 

da das Unfallereignis 1991 nicht invalidisierender Natur gewesen sei 

(Ziff. 2.2). Es sei vom versicherten Verdienst im Unfalljahr 2010 auszu-

gehen, sei es doch damals für die Rentenberechnung um die erstmalige 

Festlegung des versicherten Verdienstes gegangen, unabhängig davon, 

ob der Rentenbeginn als kausale Spätfolge des Ereignisses vom Februar 

1991 wegen posttraumatischer Gonarthrose oder als Folge des Arbeits-

unfalles vom August 2010 zu betrachten sei (Ziff. 2.4). Aufgrund dessen 

erweise sich der Einspracheentscheid im Jahr 2012 [recte: 2013] von 

Anbeginn als zweifellos unrichtig und sei zu berichtigen (Ziff. 2.5). In 

medizinischer Hinsicht stelle die Suva im angefochtenen Entscheid auf die 

Beurteilung von Dr. med. I._____ vom 11. Februar 2022 ab, während-

dessen sie die Beurteilung von Dr. med. J._____ (E.6.2.2.) bzw. Dr. med. 

L._____ (E.6.2.3) verworfen habe. Insbesondere der behandelnde 

Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. J._____, habe geschlossen, dass 

sowohl eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als auch eine 

solche in angepasster Tätigkeit aufgrund der schmerzbedingt einge-

schränkten Mobilität nicht gegeben sei; so auch der gleichlautende 

Arztbericht vom 7. Juni 2022 von Dr. med. L._____, Facharzt für 

Orthopädie, Chirurgie und Traumatologie. Angesichts der zu Dr. med. 

I._____ divergierenden Beurteilungen hätte die Beschwerdegegnerin ein 

neutrales Gutachten bzw. Obergutachten einholen müssen, handle es sich 

doch bei Dr. med. I._____ um einen Kreisarzt, auf dessen Bericht und 

dessen Schlussfolgerung nicht ohne Weiteres habe abgestellt werden 

dürfen. Insofern liege im Rahmen des Revisionsverfahrens 2022 eine nicht 

korrekte Sachverhaltsabklärung über die Arbeits- bzw. Erwerbmöglichkeit 

in angepassten Tätigkeiten vor (Ziff. 3). Prozessualiter beantragte der 

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Beschwerdeführer am 22. August 2022 gegenüber der Suva die 

Wiedererwägung des Einspracheentscheids vom 1. Juli 2022. Am 

1. September 2022 teilte die Suva dem Gericht mit, dass sie mit Verfügung 

vom 31. August 2022 auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten 

sei.

12. Mit Eingabe vom 12. September 2022 verzichtete die Suva (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) auf die Einreichung einer umfassenden 

Beschwerdeantwort. Sie beantragte die vollumfängliche Abweisung der 

Beschwerde und verwies auf ihre Begründung im Einspracheentscheid 

vom 1. Juli 2022.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 1. Juli 2022 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 1. Juli 2022 (vgl. Akten des Beschwerde-

führers [Bf-act.] 2; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] I/348). 

Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einspracheentscheid innert 30 

Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde an das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person 

im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Befindet sich 

der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, ist gemäss Art. 58 

Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in 

dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr 

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letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer 

ist im italienischen M._____ in N._____ wohnhaft. Im Zeitpunkt des Unfalls 

im Jahr 1991 war der Beschwerdeführer beim Gemeindeforstamt B._____ 

angestellt, im Zeitpunkt des Unfalls im Jahr 2010 bei der C._____ AG, die 

Sitz in der bündnerischen Gemeinde D._____ hat. Somit ist das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig. Dessen sachliche 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 38 f. und Art. 52 Abs. 1 VRG).

2. Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 1. Juli 2022. 

Sofern sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 

22. April 2013 (Bg-act. I/47) richtet (vgl. Ziff. 2.6 der Beschwerde 

[Gerichtsakte A1]), ist darauf nicht einzutreten, da jener in formelle 

Rechtskraft erwachsen und der bezüglich des Wiedererwägungsgesuchs 

ergangene Nichteintretensentscheid der Beschwerdegegnerin vom 

31. August 2022 (siehe Schreiben vom 1. September 2022 [Gerichtsakte 

D2]) unangefochten geblieben ist. Streitig und zu prüfen ist die 

Zumutbarkeit resp. die Ausschöpfung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter 

Tätigkeit sowie die Höhe des versicherten Verdienstes.

3. Der Beschwerdeführer rügt die unrichtige Sachverhaltsfeststellung im 

Rahmen der Bemessung des Invalidenlohnes (siehe Beschwerde 

Ziff. B2/1 und B2/3 [Gerichtsakte A1]) und beantragt die Festsetzung einer 

Invalidenrente "im gesetzlichen Rahmen".

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3.1. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid 

(Art. 8 ATSG), hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 Abs. 1 

UVG in der vor Inkrafttreten des ATSG gültig gewesenen Fassung). Für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 

der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der 

Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen 

und kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG). 

Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

bestätigt die Leistungspflicht der Unfallversicherung bei Rückfällen und 

Spätfolgen. Unter "Rückfall" wird ein Wiederaufflackern einer vermeintlich 

geheilten Krankheit verstanden; von "Spätfolgen" wird gesprochen, wenn 

ein (scheinbar) geheiltes Leiden im Verlauf längerer Zeit zu gesund-

heitlichen Veränderungen führt, die zu einem völlig anders gearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere 

revisionsrechtliche Tatbestände dar (vgl. BGE 144 V 245 E.6.1 f. mit 

Hinweis auf BGE 127 V 456 E.4b und 118 V 293 E.2d; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_230/2021 vom 1. Juni 2021 E.2, 8C_382/2018 vom 

6. November 2018 E.2.2; HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das 

schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 324; GEHRING, 

in: GEHRING/KIESER/BOLLINGER [Hrsg.], Kommentar KVG/UVG, Zürich 

2018, Art. 6 UVG Rz. 26 f.; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG – 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 6 UVG 

Rz. 89).

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3.2. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-

bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 

hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 

ATSG gibt jede (wesentliche) Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen 

seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 

damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher 

nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, 

sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 

des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 

haben oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 

gelangt (BGE 130 V 343 E.3.5 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

9C_297/2016 vom 7. April 2017 E.2.1, nicht publ. in: BGE 143 V 77, aber 

in: SVR 2017 IV Nr. 51 S. 153 E.2.1). Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der 

Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend 

("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen 

besteht (BGE 141 V 9 E.2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

8C_86/2020 vom 14. Mai 2020 E.6). Zeitlicher Ausgangspunkt für die 

Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades 

ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 108 

E.5.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2022 vom 6. Juni 2023 E.4, 

9C_235/2020 vom 8. Juli 2020 E.3.1, 8C_643/2017 vom 4. Dezember 

2017 E.2.3).

3.3. Die Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung, welche Voraussetzung für 

eine Revision der Rente der Unfallversicherung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 

ist, bejaht das Bundesgericht, wenn sich der Invaliditätsgrad um 

5 Prozentpunkte ändert. So wurde ein Revisionsgrund verneint in einem 

Fall, in dem die Differenz des Invaliditätsgrades gegenüber der ursprüng-

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lichen Rentenverfügung (von 70 % auf 74 %) weniger als 5 Prozentpunkte 

betrug, obwohl die prozentuale Erhöhung des Invaliditätsgrades 5,7 % 

ausmachte (BGE 145 V 141 E.7.3.1, 140 V 85 E.4.3, 133 V 545 E.6.2; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_86/2020 vom 14. Mai 2020 E.2.3). Die 

lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext bleibt 

unbeachtlich (BGE 144 I 103 E.2.1, 141 V 9 E.2.3 mit Hinweisen).

3.4. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen von Ärztinnen und Ärzten 

sowie gegebenenfalls auch anderer Fachpersonen angewiesen. Aufgabe 

der Ärzteschaft ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

keiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 

(BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E.4.2.1).

3.5.1. Vorliegend ist unbestritten, dass seit der Rentenzusprechung gemäss 

Verfügung vom 19. Dezember 2012 (Bg-act. I/36), mit welcher dem 

Beschwerdeführer eine (Invaliden-)Rente der Unfallversicherung 

zugesprochen wurde, bis zum angefochtenen Einspracheentscheid vom 

1. Juli 2022 (Bg-act. I/348) eine revisionsrechtlich relevante Änderung des 

Sachverhalts eingetreten ist. Im Rahmen der dem angefochtenen 

Entscheid zugrundeliegenden Verfügung vom 4. März 2022 (Bg-act. I/340) 

ergab sich gemäss ärztlicher Beurteilung eine Änderung der 

Zumutbarkeitsbeurteilung, als dass zusätzlich das Arbeiten auf Leitern und 

Gerüsten zu vermeiden sei, sowie häufiges Treppensteigen und/oder 

Tätigkeiten in der Kniehocke, in kauernder oder kriechender Position. 

Damit sah die Beschwerdegegnerin eine revisionsrechtlich bedeutsame 

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Änderung als gegeben an und überprüfte die Vergleichseinkommen 

(Validen-/Invalideneinkommen) neu.

3.5.2. Streitig ist vorliegend die Auswirkung der Einschränkung auf die 

Erwerbsfähigkeit respektive die Frage der Zumutbarkeit. Diesbezüglich ist 

aus medizinischer Sicht den Akten das Folgende zu entnehmen: Gemäss 

Bericht des Kreisarztes Dr. med. K._____, Facharzt für Chirurgie FMH, 

speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, vom 15. Juni 2012 (Bg-act. I/23), 

welcher als Grundlage für die Verfügung vom 19. Dezember 2012 (Bg-act. 

I/36) diente, bestünde das Hauptproblem des Patienten in dessen 

posttraumatischer Gonarthrose, welche bezüglich Belastung des linken 

Beines nun zunehmend limitierend werde. Auf die Länge sei dem 

Patienten die Arbeit in der Sägerei mit permanentem Heben und Tragen 

von schweren Lasten nicht mehr zuzumuten. Berufliche Massnahmen 

seien hier angezeigt. Dem Patienten seien keine Arbeiten in unebenem 

Gelände und keine Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 10-

15 kg mehr zuzumuten. In einer adaptierten Tätigkeit sei aber weiterhin 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Moment werde dem 

Patienten in seiner jetzigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % 

attestiert. In einem weiteren Bericht vom 14. Mai 2014 (Bg-act. I/88) 

bestätigte Dr. med. K._____ seine Einschätzung zur Zumutbarkeit 

aufgrund der durch den Beschwerdeführer seit dem Unfall im Jahr 2010 

bestehenden Schmerzsymptomatik. Diagnostiziert wurde ein therapie-

resistentes neuropathisches Schmerzsyndrom des Nervus saphenus.

3.5.3. Im Rahmen der Verfügung vom 4. März 2022 (Bg-act. I/340) ergab sich 

gemäss ärztlicher Einschätzung eine Änderung der Zumutbarkeits-

beurteilung. Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die folgenden 

medizinischen Berichte:

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3.5.3.1. In seiner Beurteilung vom 11. Februar 2022 (Bg-act. I/314) hielt der 

Kreisarzt Dr. med. I._____ fest: "Der Versicherte erlitt bei einem Skisturz 

am 09.02.1981 [recte: 09.02.1991] eine Kniebinnenverletzung links mit 

nachfolgend mehrfachen Operationen und Entwicklung einer 

posttraumatischen Arthrose, weshalb am 15.06.2012 aufgrund einer 

mässigen Pangonarthrose ein Integritätsschaden von 15 % bei 

objektivierbarer Kniebeweglichkeit mit Flexion von 140 Grad und 

vollständiger Extension geschätzt wurde mit nicht mehr zumutbaren 

Arbeiten in unebenem Gelände ohne Arbeit mit Heben und Tragen von 

Lasten über 10-15 kg mit weiterhin auszugehender voller Arbeitsfähigkeit 

in adaptierter Tätigkeit. Nach arthroskopisch unter anderem Frakturierung 

lateraler Femurkondylus, an der Patella und an der Trochlea femoris am 

04.12.2013, sechs Jahre später am 03.12.2019 Implantation einer Knie-

TP links aufgrund einer schmerzhaften Progredienz der präoperativ MR-

morphologisch nachweisbaren Pangonarthrose links. Aufgrund einer 

postoperativen Patellasymptomatik mit Arthrofibrose und Patella baja 

15 Monate später am 22.03.2021 notwendige Revisionsoperation mit 

ausgeprägter Arthrolyse, Proximalisation der Tuberositas und 

Rezentrierung der Patella mit nachfolgend dauerhaft objektivierbar, 

verbliebener Bewegungseinschränkung des linken Kniegelenks mit einer 

gut 85 Grad möglichen Flexion bei voller Streckfähigkeit, fachärztlich-

klinisch vom Operateur festgehalten am 01.02.2022 bei neurologisch 

12/2021 notierter sensibler Saphenus-Neuropathie im Bereich 

Oberschenkel-Innenseite bis mediale Knieseite, wie bereits sieben Jahre 

zuvor im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 13.05.2014 als 

therapieresistentes neuropathisches Schmerzsyndrom des Nervus 

saphenus auf der Innenseite des Oberschenkels beurteilt ohne Änderung 

an der bereits festgelegten Integritätsentschädigung. Auch mehr als 

sieben Jahre später neurologisch Bestätigung einer vorliegenden 

Saphenus-Neuropathie, als wahrscheinlich beurteilt. Somit im Verlauf 

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keine Änderung im Zusammenhang mit der neuropathischen Komponente 

im Hinblick auf den am 15.06.2021 geschätzten Integritätsschaden." 

Kreisarzt Dr. med. I._____ beantwortete die Fragen der Beschwerde-

gegnerin dahingehend, als dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit durch weitere therapeutische Massnahmen 

beziehungsweise durch Angewöhnung/Anpassung/Training keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden könne. 

Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich am 3. Dezember 2019 

erfolgten Implantation einer Knie-TP links mit verbliebener Bewegungs-

einschränkung mit einer maximalen Flexion von 85 Grad bei vollständiger 

Streckfähigkeit nach Revisionsoperation mit Arthrolyse, Proximalisation 

der Tuberositas und Rezentrierung der Patella ergebe sich eine Änderung 

der Zumutbarkeitsbeurteilung gemäss Untersuchungsbericht vom 15. Juni 

2012 dahingehend, als dass zusätzlich das Arbeiten auf Leitern und 

Gerüsten zu vermeiden sei, ohne häufiges Treppensteigen und/oder 

Tätigkeiten in der Kniehocke, in kauernder oder kriechender Position.

3.5.3.2. Mit Bericht vom 21. März 2022 (Bg-act. I/343) stellte der behandelnde Arzt 

Dr. med. J._____, Facharzt für Innere Medizin, nach mehrfacher 

Untersuchung eine im Tagesverlauf stark zunehmende Schwellung im 

betroffenen Knie fest, welche schmerzverstärkend wirke. Die Beweg-

lichkeit sei in Flexion max. 85 Grad, Extension normal. Das Gangbild sei 

asymmetrisch mit Schonhaltung. Die verschiedenen Eingriffe, sowie der 

nachfolgende Mangel an Bewegung zeigten im Muskelbereich des Knie 

deutliche Spuren i.S. einer Atrophie. Er beurteile die Arbeitsunfähigkeit 

zurzeit 100 % in der angestammten Tätigkeit, eine angepasste Tätigkeit 

sei aufgrund der schmerzbedingt eingeschränkten Mobilität zurzeit ebenso 

nicht gegeben. Eine erneute Prüfung der Gesundheitssituation sei 

dringlich anzustreben, um die geeigneten Massnahmen, medizinisch wie 

versicherungsrechtlich anzustreben.

- 15 -

3.5.3.3. Der behandelnde Arzt Dr. med. L._____, Chefarzt Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, hielt in seinem neuesten Bericht vom 7. Juni 

2022 (Bg-act. I/347) anamnestisch fest: "Der Patient meldet sich zu einer 

Verlaufskontrolle. Er gibt an durch eine Optimierung der Schmerztherapie 

eine leichte Verbesserung zu haben. Das Knie schwillt jedoch immer noch 

an, gegen Mittag ist das Knie dick geschwollen und der Patient hat 

Schmerzen. Die Schmerzen werden einerseits ventral im Bereich der 

Kniescheibe angegeben und auch auf der Innenseite des Kniegelenks."

3.6. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungs-

gerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweis-

würdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungs-

gerichte die Beweise frei, ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren 

bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2, 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_879/2014 vom 26. März 2015 E.5.2, 8C_419/2014 

vom 23. September 2014 E.6.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

- 16 -

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 

25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_448/2020 vom 3. März 2021 E.2.5, 

8C_662/2020 vom 13. Januar 2021 E.3.2 und 8C_51/2019 vom 11. Juni 

2019 E.3.2). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die 

Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 

351 E.3b mit zahlreichen Hinweisen).

3.7. In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten, 

insbesondere Hausärzten, darf und soll der Richter auch der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 

351 E.3b/cc). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 

kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll-

ziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei sind sowie keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

konsultierte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen 

in die Unparteilichkeit der Begutachtung objektiv als begründet erscheinen 

lassen. Angesichts der erheblichen Bedeutung, die den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

- 17 -

medizinischen Berichterstatters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V 225 E.5.2, 135 

V 465 E.4.4 und 4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 

8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.5.1.2, 8C_316/2022 und 

8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E.6.1.3.2, 8C_410/2022 vom 

23. Dezember 2022 E.4.3).

3.8. Bei einem Rückfall respektive bei Spätfolgen hat die versicherte Person 

den entsprechenden Beweis zu erbringen (vgl. zur Beweislastverteilung 

und den Folgen der Beweislosigkeit: Urteile des Bundesgerichts 

8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E.3.2.2, 8C_331/2015 vom 

21. August 2015 E.2.2.2, 8C_714/2011 vom 4. Mai 2012 E.3.2.2; siehe 

zum Wahrscheinlichkeitsbeweis statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

8C_448/2022 vom 23. November 2022 E.2.3 mit weiteren Hinweisen). Im 

Lichte dieser Beweisregeln sind die hiervor zitierten fachärztlichen 

Berichte zu würdigen. An der Fachlichkeit des Kreisarztes Dr. med. 

I._____ bestehen keine Zweifel. Der Kreisarzt war in der Lage, den Fall 

medizinisch zu beurteilen. Auch lagen ihm sämtliche relevanten 

medizinischen Akten vor. Das reine Aktengutachten ist 

rechtsprechungsgemäss beweiskräftig, zumal ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines 

an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 E.3, 

8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.1, 8C_750/2020 vom 23. April 

2021 E.4, 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2). Dass der Kreisarzt 

von mehreren Operationen nach dem Unfall im Jahre 1991 spricht, 

vermag keine Zweifel an der ursächlichen Feststellung der posttrau-

- 18 -

matischen Gonarthrose zu erwecken, die bereits im Rahmen des Unfalls 

im Jahre 2010 aktenkundig ist. Insofern geht die diesbezügliche Rüge der 

Sachverhaltswidrigkeit (vgl. Beschwerde B2/Ziff. 1 [Gerichtsakte A1]) fehl. 

Der aktenbasierende Bericht des Kreisarztes ist umfassend, detailliert und 

einleuchtend. Der Kreisarzt geht auf jedes der Aktenstücke ein und setzt 

sich auch mit dem Bericht von Dr. med. L._____ auseinander. Er 

begründet überzeugend und nachvollziehbar, dass in angepasster 

Tätigkeit volle Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Die Feststellungen des Kreis-

arztes stehen auch nicht im Widerspruch mit der bereits am 11. März 2011 

erfolgten kreisärztlichen Untersuchung durch Kreisarzt Dr. med. F._____ 

(Bg-act. II/43), der bereits in jenem Zeitpunkt, also noch vor dem Bericht 

des Kreisarztes Dr. med. K._____, davon ausging, dass es wahrscheinlich 

anlässlich des Unfalls vom 25. August 2010 lediglich zu einer Knie-

kontusion bzw. leichten Distorsion gekommen sei; offenbar bei Status 

nach Kreuzband- und Seitenbandriss 1990 [recte: 1991] beginnende 

degenerative Knieveränderung links feststellbar. Im Lichte dessen 

erscheint die Behauptung des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde 

B2/Ziff. 2.2 [Gerichtsakte A1]), der Unfall im Februar 1991 sei nicht 

invalidisierend gewesen, unbegründet.

3.9. Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3a/cc), 

kommt im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die 

Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte auch nicht infrage 

(BGE 135 V 465 E.4.5). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der 

Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei 

eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem 

Beweiswert zu begründen (BGE 125 V 351 E.3b/dd). Insofern ist der 

Beweiswert des Berichts von Dr. med. J._____ entsprechend gering und 

- 19 -

vermag keine Zweifel an der kreisärztlichen Schlussfolgerung zur 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit zu 

begründen. Die Beurteilung der Zumutbarkeit ist schlüssig und nachvoll-

ziehbar.

3.10. Zusammenfassend bestehen keine Zweifel an den kreisärztlichen 

Feststellungen. Folge dessen durfte die Beschwerdegegnerin bei der 

Berechnung der Invalidenrente auf die kreisärztliche Einschätzung 

abstellen, wonach der Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit seine 

Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit ausschöpfen kann.

3.11. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige 

Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes zu, so ist 

der Eventualantrag des Beschwerdeführers, wonach ein medizinisches 

Gutachten einzuholen sei, abzuweisen. Der Anspruch auf rechtliches 

Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und die Pflicht 

der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses 

verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen 

abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. 

Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild 

des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend 

abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die 

damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E.3.1.3, 

141 I 60 E.3.3, 136 I 229 E.5.3). Wie hiervor ausgeführt, ist bei Würdigung 

der Aktenlage der entscheidrelevante Sachverhalt erstellt. Entsprechend 

ist der Antrag des Beschwerdeführers, ein gerichtliches Gutachten zur 

Beurteilung der adaptierten Leistungsfähigkeit einzuholen, abzuweisen.

- 20 -

4.1. Da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Revision keine Tätigkeit 

ausübte, hat die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des 

Invalideneinkommens zu Recht auf die LSE 2018, Tabelle TA1, privater 

Sektor, Männer, abgestellt. Ausgehend vom Kompetenzniveau 1, 

"Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art", 40 

Stundenwoche, ergeben sich monatlich CHF 5'417.00 bzw. 

CHF 65'004.00 pro Jahr. Weiter erfolgte durch die Beschwerdegegnerin 

eine Anpassung an die durchschnittliche Arbeitswoche von 41.7 Stunden 

pro Woche, was bei einem Pensum von 100 % und unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung (NLE) im Jahr 2019 von 0.9 %, im Jahr 2020 

von 0.8 %, im Jahr 2021 von 0.1 % und im Jahr 2022 von 0.1 % ein 

Jahreseinkommen von gerundet CHF 69'061.00 ergab (CHF 65'004.00 ./. 

40 h/W x 41.7 h/W + 0.9 % + 0.8 % + 0.1 % + 0.1 %). Der Beschwerde-

gegnerin lagen zum Entscheidzeitpunkt vom 4. März 2022 resp. 1. Juli 

2022 die Zahlen betreffend NLE aus den Jahren 2021 (-0.2 %) und 2022 

(+1.9 %, erstes Quartal) noch nicht vor, da diese erst am 1. Juni 2022 

resp. am 24. April 2023 publiziert wurden, so dass deren Zahlen auf 

vorsichtigen Schätzungen basierten, was aber nicht zum Nachteil des 

Beschwerdeführers gereichte. Denn selbst wenn von den heute vorliegen-

den Zahlen ausgegangen würde, wäre kein anderer Schluss zu ziehen.

4.2. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert 

allenfalls zu kürzen (vgl. BGE 148 V 174 E.9.2.1 ff.). Die bisherige 

Rechtsprechung hat dabei vielerlei Gründe anerkannt, welche zu einem 

Abzug vom Tabellenlohn führen können. Praxisgemäss können persön-

liche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und 

Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach 

Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf 

- 21 -

höchstens 25 % begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-

Tabellen(median)löhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen vorgenom-

men werden kann, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesund-

heitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder 

mehrerer dieser Merkmale auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. 

dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen 

verwertet werden kann (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 

E.5.2 und 126 V 75 E.5b/aa; Urteile des Bundesgerichts 8C_281/2022 

vom 24. Oktober 2022 E.6.1, 8C_323/2021 vom 14. April 2022 E.7.2.1, 

8C_729/2019 vom 25. Februar 2020 E.3.1). Bei der Bestimmung der Höhe 

des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt, wie 

erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (siehe 

BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb und cc; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_312/2022 vom 5. Januar 2023 E.3.2, 

9C_287/2021 vom 9. Dezember 2022 E.3.4, 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1 und 8C_58/2018 vom 7. August 2018 E.3.1.1). 

Die bisherige Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug 

auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im 

Rahmen einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungs-

fähigkeit eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1 und 

126 V 75 E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts 9C_390/2022 vom 

15. November 2022 E.2.4.1, 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E.4.3, 

8C_104/2022 vom 5. August 2022 E.3.2, 9C_14/2022 vom 21. Juli 2022 

E.5.2 und 9C_42/2022 vom 12. Juli 2022 E.4.2). Zu beachten ist jedoch, 

dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit 

enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 

Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (siehe 

- 22 -

BGE 148 V 174 E.6.3 und 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_623/2022 vom 12. Januar 2023 E.5.1.1, 9C_390/2022 vom 

15. November 2022 E.2.4.1, 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E.4.1, 

8C_104/2022 vom 5. August 2022 E.3.2 und 9C_42/2022 vom 12. Juli 

2022 E.4.2). Obgleich der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 der 

Tabelle TA1 bereits eine Vielzahl von leichten (und mittelschweren), 

wechselbelastenden Tätigkeiten enthält (Urteile des Bundesgerichts 

8C_511/2022 vom 8. Februar 2023 E.9.3.2 f., 9C_15/2022 vom 

19. Dezember 2022 E.5.2, 8C_383/2022 vom 10. November 2022 E.4.2.6, 

8C_339/2022 vom 9. November 2022 E.6.4.2 und 8C_281/2022 vom 

24. Oktober 2022 E.6.4.2), rechtfertigt sich vorliegend unter 

Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu diesem 

Merkmal ein Leidensabzug von 10 %. Das unter Berücksichtigung eines 

leidensbedingten Abzugs von 10 % resultierende Invalideneinkommen 

von CHF 62'155.00 (CHF 69'061.00 abzüglich 10 %, entsprechend 

CHF 6'906.00) ist nach dem Gesagten demnach nicht zu beanstanden.

4.3. Ebenso nicht zu beanstanden ist das durch die Beschwerdegegnerin 

ermittelte Valideneinkommen, gestützt auf die Regel des zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienstes (BGE 144 I 103 E.5.3, 134 V 322 E.4.1; SVR 

2017 IV Nr. 52 S. 157 E.5.1). 

5.1. Der Beschwerdeführer rügt weiter die unrichtige Festsetzung des 

versicherten Verdienstes. Die Rente sei nach Massgabe von Art. 24 

Abs. 2 UVV aufgrund des Verdienstes im Jahr 2010 zu berechnen (vgl. 

Beschwerde Ziff. B2/2.3 ff.). Taggelder und Renten werden gemäss 

Art. 15 Abs. 1 UVG nach dem versicherten Verdienst bemessen. Als 

versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb 

eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). In 

Anwendung von Art. 15 Abs. 3 UVG setzt der Bundesrat einen 

- 23 -

Höchstbetrag des versicherten Verdienstes fest (vgl. auch Art. 18 ATSG) 

und erlässt Bestimmungen über den versicherten Verdienst in 

Sonderfällen. Gestützt darauf hat der Bundesrat in Art. 24 UVV unter dem 

Titel "massgebender Lohn für Renten in Sonderfällen" ergänzende 

Vorschriften erlassen. Absatz 2 dieser Bestimmung lautet: "Beginnt die 

Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der 

Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den der Versicherte ohne 

den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem Rentenbeginn 

bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem 

Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn." Nach der Rechtsprechung 

ist Art. 24 Abs. 2 UVV auch bei Rückfällen (oder Spätfolgen) anwendbar, 

die mehr als fünf Jahre nach dem Unfall eingetreten sind (BGE 147 V 213 

E.3.4.1, 140 V 41 E.6.1.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_766/2018 vom 

23. März 2020 E.5.1, 8C_237/2011 vom 19. August 2011 E.3.1.1, Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 286/01 vom 8. März 2002 

E.2b und U 427/99 vom 10. Dezember 2001 E.3a, nicht publ. in: BGE 127 

V 456, aber in RKUV 2002 S. 61 ff.).

5.2. Aufgrund der klaren gesetzlichen Grundlage und der ebenso klaren 

Rechtsprechung vermag der Beschwerdeführer mit seinen rechtlichen 

Ausführungen in seiner Beschwerde nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Der für die Bemessung des versicherten Verdienstes auslösende 

Grundfall ereignete sich gestützt auf die medizinischen Akten im Jahr 

1991. Der Unfall war für die posttraumatische Gonarthrose ursächlich und 

schliesslich als Spätfolge rentenauslösend. Entgegen der Meinung des 

Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin bereits in ihrem 

Einspracheentscheid vom 22. April 2013 (Bg-act. I/47) zu Recht auf den 

versicherten Verdienst im Jahr 1991 abgestellt. Insofern vermag der 

Einwand des Beschwerdeführers, er sei ab Mitte Juli 1991 bis zum Unfall 

im August 2010 wieder voll arbeitsfähig gewesen (vgl. Beschwerde 

- 24 -

B2/Ziff. 2.2 [Gerichtsakte A1]), diese Schlussfolgerung nicht auszuhebeln. 

Der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes belief sich gemäss Art. 22 

Abs. 1 UVV in der vom 1. Januar 1991 bis zum 31. Dezember 1999 in Kraft 

gestandenen Fassung auf CHF 97'200.00 im Jahr (BGE 140 V 41 

E.6.1.1). Insofern durfte und musste die Beschwerdegegnerin auch im 

Revisionsverfahren von diesem versicherten Verdienst ausgehen, ist 

dieser doch rechtsprechungsgemäss nicht revidierbar (vgl. dazu BGE 147 

V 213 E.3.4.2, 139 V 28 E.4.3.2, 127 V 165 E.3a).

5.3. Bezüglich des Antrags um Zusprechung einer Integritätsentschädigung 

"im gesetzlichen Rahmen" macht der Beschwerdeführer keine 

Ausführungen in seiner Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin hat in 

ihrem Einspracheentscheid vom 1. Juli 2022 zutreffend die Anspruchs-

voraussetzungen der Integritätsentschädigung nach Art. 24 Abs. 1 UVG 

sowie deren Berechnung (Art. 25 Abs. 1 UVG; Art. 36 UVV, Anhang 3 zum 

UVV) gestützt auf die Tabellen der Suva (BGE 124 V 32 E.1c, 116 V 157 

E.3a) dargelegt (E.10.1). Korrekt sind schliesslich die Ausführungen zur 

Feststellung gestützt auf medizinische Berichte (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_653/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.1, 8C_653/2020 

vom 15. Februar 2021 E.5.1 und 8C_762/2019 vom 12. März 2020 E.6.3 

mit Hinweisen) sowie die Wiedergabe der kreisärztlichen Einschätzung 

von Dr. med. I._____ vom 11. Februar 2022 (Bg-act. 315), wonach die 

Beeinträchtigung (mässige Pangonarthrose) der Integrität infolge Knie-TP 

um 7.5 % grösser geworden sei (im weiteren Verlauf schmerzhafte 

Progredienz) und die Integritätsentschädigung neu 22.5 % entspreche. 

Darauf kann verwiesen werden, womit der unbegründete Antrag um 

Zusprechung einer davon abweichenden Integritätsentschädigung 

abzuweisen ist.

5.4. Aus dem Vergleich des trotz aller Einschränkungen zumutbaren Invaliden-

einkommens mit dem Valideneinkommen ermittelte die Beschwerde-

- 25 -

gegnerin zutreffend einen Invaliditätsgrad von 20 % und setzte zu Recht 

den versicherten Verdienst gestützt auf das Unfallereignis im Jahr 1991 

fest. Ebenfalls korrekt erweist sich die zusätzliche Ausrichtung der 

Integritätsentschädigung von 7.5 %. Folglich hat es beim angefochtenen 

Entscheid sein Bewenden, womit sich die Beschwerde als unbegründet 

erweist und daher abzuweisen ist.

6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungs-

rechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. 

Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden 

– mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 

Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

sind daher keine Kosten zu erheben.

6.2. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, sofern darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

- 26 -

[Mit Urteil 8C_615/2023 vom 28. Februar 2024 hat das Bundesgericht die gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen.]