# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c7d76e9-cdf9-5fb4-89c7-0ed213cbbff5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.07.2014 D-3067/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3067-2014_2014-07-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3067/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richter Bruno Huber, Richter Robert Galliker, 

Gerichtsschreiber Gert Winter. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Äthiopien, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 24. Juli 2013 / N (…). 

 

 

D-3067/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Adoptivmutter des Beschwerdeführers reichte mit Schreiben vom 

28. März 2011 bei der Schweizerischen Botschaft in Khartum (Eingangs-

stempel) ein Asylgesuch ein und beantragte eine Einreisebewilligung in 

die Schweiz für sich, den Ehemann, den Adoptivsohn sowie ihre eigenen 

Kinder. Dabei machte sie geltend, sie sei eritreische Staatsangehörige 

und seit acht Jahren ein vom UNHCR (United Nations High Commissio-

ner for Refugees) anerkannter Flüchtling, doch fehle es ihr an Unterstüt-

zung, habe sie doch vier Kinder, die ihrer schlechten sozialen Situation 

wegen nicht studieren könnten. Weder sie selbst noch ihr Ehemann könn-

ten arbeiten und auf diese Weise ihren Kindern helfen, weil es einen In-

ländervorrang für Sudanesen gebe. Zudem sei sie wegen ihrer christli-

chen Religionszugehörigkeit in einem muslimischen Land besorgt. Sie 

könne nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren, weil ihr Ehemann Äthio-

pier sei und nicht einreisen dürfe. 

B.  

Mit durch Vermittlung der Schweizerischen Botschaft zugestellten Schrei-

ben vom 20. August und 12. November 2012 teilte das BFM dem Be-

schwerdeführer unter Hinweis auf das in "EMARK 2007/30" (recte: BVGE 

2007/30) veröffentlichte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und das 

Schreiben der Botschaft vom 23. März 2010 mit, letztere sei aufgrund der 

Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des begrenzten Personal-

bestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechni-

schen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche 

Befragung durchzuführen, und ersuchte den Beschwerdeführer in diesem 

Zusammenhang unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht zur Vervoll-

ständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung kon-

kreter Fragen zu den folgenden Punkten: Personalien; Familienangehöri-

ge in Drittstaaten; Gründe, die zur Ausreise aus dem Heimatstaat geführt 

haben und deren Umstände; Aufenthalt im Sudan; Dokumente und Be-

weismittel. Schliesslich wurde der Beschwerdeführer dahingehend infor-

miert, er werde vom BFM einen Asylentscheid erhalten, der negativ aus-

fallen könne. Er erhalte Gelegenheit, sich zu einer allfälligen Ablehnung 

seines Asylgesuchs und einer Einreise in die Schweiz zu äussern. 

C.  

Mit Eingaben vom 16. September 2012 und 7. Februar 2013 (Eingangs-

stempel der Schweizerischen Botschaft) beantwortete der Beschwerde-

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führer die ihm gestellten Fragen. Er ergänzte den Sachverhalt dahinge-

hend, er sei am 1. Januar 1987 in Khartum geboren und dort aufgewach-

sen. Er sei niemals in seinem Heimatstaat Äthiopien gewesen. Im Sudan 

sei er als Ausländer christlichen Glaubens in jeglicher Hinsicht benachtei-

ligt. Aufgrund seines ungeregelten Aufenthaltsstatus habe er im Sudan 

Probleme bei der Arbeitssuche. Nachdem seine Adoptiveltern im Januar 

2011 in Khartum von einer lokalen muslimischen Organisation aufgefor-

dert worden seien, den Sudan innert zwei Wochen zu verlassen, weil sie 

die Kinder in christlicher Religion unterrichtet hätten, befürchte der Be-

schwerdeführer seine eigene Ausweisung nach Äthiopien oder Eritrea.

  

Zur Untermauerung seines Asylgesuchs reichte der Beschwerdeführer 

eine Kopie seines Identitätsausweises sowie eine Kopie der Aufforderung 

an seine Eltern zur Ausreise aus dem Sudan zu den Akten. 

D.  

Mit durch Vermittlung der Schweizerischen Botschaft zugestellter Verfü-

gung vom 24. Juli 2013 – eröffnet am 9. April 2014 – verweigerte das 

BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das 

Asylgesuch ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts erfordere die Anwesenheit 

des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht. Gestützt auf den vollständig 

erstellten Sachverhalt sei davon auszugehen, dass keine unmittelbare 

Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise des Beschwerdeführers 

als notwendig erscheinen lasse. So liessen seine Schilderungen in sei-

nem Gesuch vom 28. März 2011 sowie in seiner Stellungnahme vom 

29. Januar 2013 nicht auf irgendwelche Schwierigkeiten mit den äthiopi-

schen Behörden schliessen. Gemäss eigenen Angaben sei er im Sudan 

geboren, in Khartum aufgewachsen und habe sich noch nie in Äthiopien 

aufgehalten. Vorliegend sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung 

durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG 

(SR 142.31) entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl ver-

weigert werden, wenn es ihr zugemutet werden könne, sich in einem an-

deren Staat um Aufnahme zu bemühen. Das BFM habe mit Schreiben 

vom 12. November 2012 dem Beschwerdeführer die Frage gestellt, wes-

halb ihm ein weiterer Verbleib im Sudan nicht möglich beziehungsweise 

nicht zumutbar sein solle. Diesbezüglich habe er angegeben, er fürchte 

sich vor einer Deportation und werde seines Glaubens wegen diskrimi-

niert. Laut Berichten des UNHCR befänden sich indessen zahlreiche 

äthiopische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor diesem Hinter-

grund sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen 

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wie auch für den Beschwerdeführer selber nicht einfach sei. Dennoch be-

stünden keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer 

Verbleib im Sudan für ihn nicht zumutbar oder möglich wäre. Dabei sei zu 

erwähnen, dass Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR registriert worden 

seien, einem Flüchtlingslager zugeteilt würden, wo sie sich aufzuhalten 

hätten und die nötige Versorgung erhielten. Der Beschwerdeführer verfü-

ge im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Es 

sei ihm daher zuzumuten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte 

seine Situation tatsächlich kritisch sein. Seine Befürchtung, nach Äthio-

pien oder Eritrea zurückgeschafft zu werden, werde als unbegründet er-

achtet. Gemäss gesicherten Erkenntnissen sei das Risiko einer Deporta-

tion oder einer Verschleppung für Äthiopier, die im Sudan vom UNHCR 

als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. Das UNHCR registriere vor Ort 

sämtliche Äthiopier, die sich in einem Flüchtlingslager meldeten, unab-

hängig davon, weshalb sie Äthiopien verlassen hätten. Es gebe vorlie-

gend auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass ihm eine Rückfüh-

rung nach Äthiopien oder Eritrea drohen könnte. Er verfüge nicht über ein 

geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer Verschleppung in 

eines dieser beiden Länder objektiv begründen könne. Er könne auch 

nicht glaubhaft darlegen, persönlich faktisch und unmittelbar bedroht zu 

sein, unter Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips nach Äthiopien 

oder Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da er zudem den Flüchtlingssta-

tus durch das UNHCR erhalten habe oder diesen erwerben könne, habe 

er jederzeit die Möglichkeit, sich bei einer Vertretung des UNHCR im Su-

dan zu melden. Diesbezüglich werde festgehalten, dass das UNHCR den 

Sudan an seine internationalen Verpflichtungen erinnert habe. Das tägli-

che Leben in Khartum sei für äthiopische Flüchtlinge gewiss nicht ein-

fach. Indessen gehe aus den Angaben des Beschwerdeführers hervor, 

dass er von Geburt an in Khartum wohnhaft sei. Angesichts dieses lang-

jährigen Aufenthalts seien die Hürden für eine zumutbare Existenz in 

Khartum in seinem Fall offensichtlich nicht unüberwindbar, auch wenn er 

dort als Ausländer und wegen seiner Religion diskriminiert werde. Über-

dies lebe im Sudan eine grosse äthiopische Diaspora, die für in Not gera-

tene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Was 

die Ausübung des Glaubens im Sudan und die Religionsfreiheit anbelan-

ge, so schliesse das BFM nicht zum vornherein aus, dass der Beschwer-

deführer wegen der Religionszugehörigkeit im Sudan gewisse Schwierig-

keiten haben könnte. Dem BFM sei bekannt, dass Christen im Sudan Op-

fer von Diskriminierungen sein könnten. Indessen garantiere die im Juli 

2005 unterzeichnete Übergangsverfassung für den Sudan die Religions-

freiheit. Die christlichen Gemeinschaften seien grundsätzlich anerkannt. 

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Weihnachten und Ostern (auch das orthodoxe Osterfest) seien staatliche 

Feiertage. Christliche Kirchen dürften sich nach dem Gesetz bei Seelsor-

ge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen frei be-

tätigen. Nach der Schaffung der Regierung der Nationalen Einheit im Juli 

2005 gehöre ein Vizepräsident Sudans dem Christentum an. Unter den 

Mitgliedern der Regierung fänden sich mehrere Christen. Demzufolge 

herrsche im Sudan keine allgemeine und staatliche Unterdrückung oder 

Verfolgung von Christen. In Anbetracht der Tatsache, dass er seit länge-

rem im Sudan gelebt habe, ohne dass es zu konkreten Vorfällen gekom-

men sei, könne nicht von einer ernsthaften oder drohenden Verfolgungs-

absicht ausgegangen werden. Zudem gebe es in Khartum offizielle Kir-

chen seiner Glaubensrichtung, an die er sich wenden könne. An dieser 

Einschätzung vermöge die in Kopie eingereichte Aufforderung nichts zu 

ändern. zumal die das Schriftstück ausstellende Organisation zum einen 

keine Befugnis habe, den Beschwerdeführer aus dem Sudan auszuwei-

sen, und zum anderen sich deren Drohung offenbar nicht erfüllt habe, hal-

te er sich doch fast zweieinhalb Jahre danach noch im Sudan auf. Aus-

serdem sei angesichts der Manipulationsmöglichkeiten die Authentizität 

eines solchen bloss in Kopie eingereichten Dokuments zu bezweifeln. Bei 

der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG seien zudem in einer Gesamt-

schau die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Beziehungsnähe zu an-

deren Staaten zu prüfen. Den Angaben des Beschwerdeführers zufolge 

lebten keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz. 

Auch sonst seien in den Akten keine Hinweise auf allfällige Anknüpfungs-

punkte zur Schweiz ersichtlich. Aufgrund dessen sei keine besondere Be-

ziehungsnähe zur Schweiz gegeben, die die vorangehenden Feststellun-

gen umzustossen vermöge. Zudem sei davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer aufgrund seines langjährigen Aufenthalts im Sudan in 

diesem Land bereits assimiliert sei. Bei dieser Sachlage benötige der Be-

schwerdeführer den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz ge-

mäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht. Es sei ihm daher zuzumuten, im Sudan 

zu verbleiben. 

E.  

Mit Eingabe vom 8. Mai 2014 (Eingangsstempel der Botschaft) beantrag-

te der Beschwerdeführer sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen bezie-

hungsweise Asyl zu gewähren. 

Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 

er sei ein adoptiertes Kind und könne nirgendwo leben. Da er keine Iden-

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titätskarte habe, laufe er Gefahr, von den sudanesischen Behörden fest-

genommen und entweder nach Eritrea oder Äthiopien abgeschoben zu 

werden. Dies sei für ihn problematisch, weil er keine Familie oder Ver-

wandte habe, die ihn unterstützen könnten. Ausserdem erhalte er auch 

keinen Schutz vom UNHCR. Das Hochkommissariat wisse nicht einmal, 

wo er sei. Es könne die Flüchtlinge in ihrer gefährlichen Situation nicht 

unterstützen. 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist fristgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer 

hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

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3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden. 

4.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend der Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel 

(Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden.  

5.  

5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn 

die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder 

ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 und 

Art. 7 AsylG sowie aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG 

bewilligt das BFM einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung 

des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- 

oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 

Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und 

Polizeidepartement (EJPD) Schweizerische Vertretungen ermächtigen, 

Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass ei-

ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das BFM überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens 

bei der Schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht mög-

lich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe 

schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung bezie-

hungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, 

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wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 

als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 

diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich 

zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu 

äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 

5.2.1 Der Beschwerdeführer wurde nicht zu seinem Asylgesuch befragt. 

Seine Vorbringen wurden jedoch bereits im Asylgesuch vom 28. März 

2011 schriftlich dargelegt (vgl. Sachverhalt Bst. A). Mit Schreiben des 

BFM vom 12. November 2012 wurde er unter Beilage eines explizit auf-

gelisteten Fragekatalogs gebeten, für die vollständige Erstellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts die entsprechenden Fragen vollständig 

und präzise zu beantworten (vgl. Sachverhalt Bst. B). Hierzu nahm der 

Beschwerdeführer am 7. Februar 2013 schriftlich Stellung (vgl. Sachver-

halt Bst. C). Der entscheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts 

der schriftlichen Darlegung der Asylgründe soweit erstellt, dass die ent-

scheidrelevanten Elemente vorliegen. 

5.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, den Beschwer-

deführer vorgängig eines Entscheides durch eine Schweizerische Vertre-

tung zusätzlich persönlich befragen zu lassen. Das BFM hat den verfah-

rensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 

zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-

rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlag-

gebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbe-

dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob ei-

ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob 

der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung 

zugemutet werden kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälli-

gen Schutzbedürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vor-

liegen (vgl. BVGE 2011/10). 

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6.  

6.1 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei-

nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen 

Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffen-

de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge-

funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuches und der Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien 

zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar 

erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe 

zur Schweiz abzuwägen (vgl. a.a.O.). 

6.2 Es ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde mehrheitlich auf eine 

Wiederholung der bisherigen Vorbringen beschränkt und mithin keine 

neuen wesentlichen Sachverhaltselemente geltend gemacht werden. Die 

Überprüfung der Akten ergibt sodann, dass sich die diesbezüglichen Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Das 

Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit dem BFM 

zum Schluss, dass der Beschwerdeführer den Schutz der Schweiz ge-

mäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötigt, weil es ihm – wie im Folgen-

den aufzuzeigen sein wird – trotz der nicht einfachen Bedingungen für 

äthiopische Flüchtlinge im Sudan zuzumuten ist, im Zufluchtsland zu 

verbleiben. 

6.3 Der Beschwerdeführer befindet sich gestützt auf seine Aussagen von 

Geburt an im Sudan. Als adoptiertes Kind einer eritreischen beziehungs-

weise äthiopischen Flüchtlingsfamilie kann er sich beim UNHCR registrie-

ren lassen. Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich 

gehalten, sich in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfü-

gen im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung 

einer Arbeit ist in aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zu-

gänglich (vgl. US Department of State, Country Reports on Human Rights 

Practices for 2013: Sudan, Section 2. Respect for Civil Liberties, Inclu-

ding: d. Freedom of Movement, Internally Displaced Persons, Protection 

of Refugees, and Stateless Persons). Viele Flüchtlinge, so auch der Be-

schwerdeführer, halten sich nicht in Flüchtlingslagern, sondern illegal in 

Khartum auf, wo sie versuchen, einer Arbeit nachzugehen. In der Ver-

gangenheit kam es dort in vereinzelten Fällen zu Entführungen von 

Flüchtlingen beziehungsweise zu deren Deportation ins Heimatland. Ge-

mäss gesicherten Erkenntnissen ist indessen das Risiko einer Deportati-

on oder Verschleppung für Flüchtlinge, die im Sudan vom UNHCR aner-

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kannt sind, gering (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts  

D-6478/2013 vom 24. Dezember 2013 E. 5.3 und E-1452/2012 vom 

15. Juni 2012 m.w.H.). Im vorliegenden Fall bestehen keine konkreten 

Hinweise auf eine drohende Deportation des Beschwerdeführers in sein 

Heimatland, da sich aus seinen Angaben nicht ergibt, er habe regimekriti-

sche Tätigkeiten ausgeübt oder weise ein erhöhtes Risikoprofil auf. Der 

Beschwerdeführer bringt denn auch keine konkreten Vorfälle zur Spra-

che, gestützt auf welche von einer konkreten und drohenden Gefährdung 

seiner Person auszugehen wäre. Vielmehr macht er geltend, das UNHCR 

wisse nicht, wo er sich aufhalte. Dies liegt indessen, wie bereits erwähnt, 

lediglich an ihm selbst. Doch lässt sich aus seinen Angaben immerhin 

schliessen, dass er in Khartum bei seinen Adoptiveltern lebt, somit über 

ein Beziehungsnetz verfügt und in den Genuss von deren Unterstüt-

zungsleistungen gelangt. Da er bereits seit über 27 Jahren in Khartum 

lebt, kann zudem angenommen werden, dass er – auch aufgrund der 

grossen äthiopischen Diaspora, welche vor Ort ist – selbst bei einem Aus-

fall der Adoptiveltern die nötigen Unterstützungsleistungen zur Existenz-

sicherung erhalten würde, um im Sudan leben zu können. Zudem steht 

es ihm offen, wie das BFM zutreffend feststellte, sich beim UNHCR um 

einen Platz in einem Flüchtlingslager zu bemühen, wo ihm der existen-

zielle Grundbedarf zur Verfügung gestellt wird. Einer allfälligen Versor-

gungsnotlage in Khartum könnte er mit diesem Schritt jedenfalls entge-

hen. Folglich kann im Fall des Beschwerdeführers nicht von einer exi-

stenziellen und lebensbedrohlichen Notlage ausgegangen werden. An 

dieser Einschätzung vermag auch sein christlicher Glaube nichts zu än-

dern. Gemäss den Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist im 

Sudan die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert, und es wird kei-

ne Gruppenverfolgung der Christen betrieben. Wie das BFM ebenfalls zu-

treffend feststellte, sind die christlichen Gemeinschaften im Sudan grund-

sätzlich anerkannt und dürfen sich in verschiedenen Bereichen wie Seel-

sorge, Ausbildung, Schule und anderen sozialen Einrichtungen frei betä-

tigen. Auch wenn vereinzelte Diskriminierungen von Christen im Sudan 

nicht auszuschliessen sind, kann vorliegend nicht von einer unmittelbar 

drohenden Gefahr für den Beschwerdeführer ausgegangen werden. Mit 

seinem Argument, es sei für ihn als Christ im Sudan schwierig, macht er 

denn auch keine solchen geltend. Aus den Akten ergibt sich zudem nicht, 

dass er konkrete und seine Person betreffende Verfolgungsmassnahmen 

darlegt, dies umso weniger, als die Echtheit der in Kopie eingereichten 

und an seine Adoptiveltern gerichteten Aufforderung einer islamischen 

Gruppierung, den Sudan zu verlassen, zweifelhaft ist. Im Übrigen könnte 

sich der Beschwerdeführer nötigenfalls allfälligen Diskriminierungen auf-

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Seite 11 

grund seines Glaubens auch durch den Aufenthalt in einem Lager entzie-

hen. 

6.4 Gestützt auf die Aktenlage weist der Beschwerdeführer zudem keine 

(enge) Bindung zur Schweiz auf. Er macht geltend, dass in Drittländern 

keine Verwandten leben. Damit bestehen vorliegend keine Anknüpfungs-

punkte zur Schweiz. 

6.5 Zusammenfassend verfügt der Beschwerdeführer im Sudan offen-

sichtlich über die Möglichkeit, sich vom UNHCR registrieren zu lassen, 

weitgehend Schutz vor einer Abschiebung in sein Heimatland sowie vor 

Verfolgung zu geniessen und sich im Sudan rechtmässig aufzuhalten. Er 

hat die Möglichkeit, sich beim UNHCR um einen Platz in einem Flücht-

lingslager zu bemühen, um unentgeltlich in den Genuss der existenzsi-

chernden Unterstützung zu gelangen, sofern er den weiteren Aufenthalt in 

Khartum nicht mehr in Betracht zieht. Der weitere Verbleib im Sudan ist 

als zumutbar zu betrachten; im Übrigen betrachten anscheinend selbst 

seine leiblichen Geschwister den Aufenthalt in einem Flüchtlingslager als 

zumutbar, sollen sie sich doch dem Beschwerdeführer zufolge in einem 

solchen aufhalten (vgl. Akten BFM A13/5 Bst. c S. 12). Demgegenüber 

bestehen keine Anknüpfungspunkte zur Schweiz, weshalb die Bezie-

hungsnähe zu diesem Land zu verneinen ist. Der Beschwerdeführer be-

nötigt folglich insgesamt den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss 

aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht. Das BFM hat dem Beschwerdeführer zu 

Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und sein Asylgesuch abge-

lehnt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

nach dem Gesagten abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten. 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge Schweizerische Vertretung. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Fulvio Haefeli Gert Winter 

 

 

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