# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4aeb855-f860-5aec-a1cc-4f539902b541
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 10.10.2017 A 2017 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-32_2017-10-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 32

3. Kammer

Einzelrichter Racioppi und Simmen als Aktuar

URTEIL

vom 10. Oktober 2017

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Staub,

Beschwerdegegnerin

betreffend Gästetaxen

- 2 -

Nach Einsicht in die Beschwerde vom 21. Juni 2017 und die Replik vom 

31. Juli 2017 des Beschwerdeführers, in die Vernehmlassung vom 24. Juli 

2017 und die Duplik vom 4. September 2017 der Beschwerdegegnerin, in 

die vom Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin eingereichten 

Akten sowie in Erwägung,

- dass das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden gemäss Art. 48 

VRG ein Urteil mit einer Kurzbegründung mitteilen kann, 

- dass der bis am 3. September 2017 in Y._____ wohnhafte Beschwer-

deführer Eigentümer des B._____ in der Gemeinde X._____ ist,

- dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 16. Juni 

2015 die Veranlagungsverfügung und Rechnung für die Gästetaxe 

2015 betreffend die selbst genutzte Liegenschaft in der Höhe von 

Fr. 1'200.-- zugestellt hat, 

- dass die vom Beschwerdeführer gegen die Veranlagungsverfügung und 

Rechnung vom 16. Juni 2015 erhobene Einsprache vom 23. Juni 2015 

von der Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 20. April 

2017 abgewiesen wurde, 

- dass der Beschwerdeführer dagegen am 24. April 2017 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren A 17 20) 

erhoben und die Anträge gestellt hat, der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 20. April 2017 und die Veranlagungsverfügung vom 16. Ju-

ni 2015 seien aufzuheben und von der Erhebung einer Gästetaxe sei 

abzusehen,

- dass die Beschwerdegegnerin dem Gericht mit Schreiben vom 15. Juni 

2017 mitgeteilt hat, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 

20. April 2017 nichtig sei (da vom Gemeindevorstand erlassen) und da-

her von der Beschwerdegegnerin ein neuer Einspracheentscheid erlas-

sen werde,

- dass der Instruktionsrichter das verwaltungsgerichtliche Beschwerde-

verfahren A 17 20 mit Verfügung vom 19. Juni 2017 als gegenstandslos 

abgeschrieben hat, 

- 3 -

- dass die Beschwerdegegnerin am 15. Juni 2017 einen neuen Einspra-

cheentscheid erlassen hat, mit welchem sie die Einsprache vom 

23. Juni 2015 erneut abgewiesen hat, 

- dass der Beschwerdeführer dagegen am 21. Juni 2017 erneut Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Ver-

fahren A 17 32) erhoben und die Anträge gestellt hat, die Einspra-

cheentscheide vom 20. April und 15. Juni 2017 sowie die Veranla-

gungsverfügung vom 16. Juni 2015 seien aufzuheben und von der Er-

hebung einer Gästetaxe sei abzusehen, 

- dass das Gericht gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG in einzelrichterlicher 

Kompetenz entscheidet, wenn − wie vorliegend − der Streitwert 

Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrie-

ben ist,

- dass der Einspracheentscheid gemäss ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichtes an die Stelle der Verfügung tritt und damit alleiniger 

Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet (vgl. Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_592/2012 vom 23. November 2012 E.3.2 

m.w.H.), 

- dass auf die Beschwerde vom 21. Juni 2017 somit nicht einzutreten ist, 

soweit der Beschwerdeführer die Aufhebung des (nichtigen) Einspra-

cheentscheids vom 20. April 2017 sowie der Veranlagungsverfügung 

vom 16. Juni 2015 beantragt,

- dass im Übrigen auf die Beschwerde vom 21. Juni 2017 einzutreten ist, 

obschon der Beschwerdeführer darin teilweise auf seine Ausführungen 

in der Beschwerde des abgeschriebenen verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahrens A 17 20 vom 24. April 2017 verweist,

- dass die von der Beschwerdegegnerin beim Beschwerdeführer erhobe-

ne Gästetaxe in Übereinstimmung mit der Lehre und Rechtsprechung 

als Kostenanlastungssteuer zu qualifizieren ist, 

- dass die Erhebung der Gästetaxe weder eine konkrete Nutzung der aus 

der Abgabe finanzierten Einrichtungen durch den Abgabepflichtigen 

http://links.weblaw.ch/de/8C_592/2012

- 4 -

noch eine räumliche Nähe zu den touristischen Einrichtungen in der 

Gemeinde erfordert,

- dass es somit nicht von Bedeutung ist, ob der Beschwerdeführer die 

touristischen Einrichtungen tatsächlich beansprucht; entscheidend ist 

allein, dass er davon profitieren könnte, wenn er denn wollte (vgl. Urteil 

des Bundesgerichtes 2C_794/2015 vom 22. Februar 2016 E.3.3.3 und 

3.3.4),

- dass es aufgrund der Pauschalierung der Gästetaxe zulässig ist, das 

gesamte Gemeindegebiet als gästetaxenpflichtig zu bezeichnen,

- dass es systemimmanent ist, dass Liegenschaften gewisser Zweitwoh-

nungseigentümer näher an den touristischen Einrichtungen liegen als 

solche anderer Zweitwohnungseigentümer,

- dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte räumliche Distanz 

seiner Liegenschaft zu den in der Gemeinde vorhandenen Tourismu-

seinrichtungen abgaberechtlich nicht von Relevanz ist und auch die Di-

stanz der beschwerdeführerischen Liegenschaft zur nächsten Bushal-

testelle keine Rolle spielt, solange der Beschwerdeführer theoretisch 

von den touristischen Einrichtungen profitieren könnte, 

- dass es vorliegend nicht ersichtlich ist, weshalb es dem Beschwerde-

führer nicht möglich bzw. nicht zumutbar sein sollte, die touristischen 

Einrichtungen in der Gemeinde zu nutzen, 

- dass deshalb im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren auf die Durchführung des von den Parteien beantragten Au-

genscheins in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 

131 I 153 E.3, 127 V 491 E.1b) verzichtet werden kann,

- dass die Höhe der Abgabe (Fr. 4.-- pro Übernachtung gemäss Art. 5 

lit. a ABzTG bei rund 40 Übernachtungen) vor dem Hintergrund der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu beanstanden ist (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichtes 2C_519/2016 vom 4. September 2017 E.3.5 

und 3.6),

- 5 -

- dass die Pauschalierung anhand der Anzahl Zimmer zulässig ist, weil 

sie einen sachlogischen Zusammenhang zum Steuerobjekt Logiernacht 

herstellt und die Anzahl Zimmer im Regelfall relativ parallel zu der An-

zahl der die Wohnung und damit auch die touristische Infrastruktur be-

nutzenden Gäste verlaufen dürfte (vgl. MARANTELLI, Grundprobleme des 

schweizerischen Tourismusabgaberechts, Bern 1991, S. 371 f.),

- dass die Beschwerdegegnerin die beim Beschwerdeführer in Rechnung 

gestellte Gästetaxe korrekt veranlagt hat, 

- dass die Beschwerdegegnerin die Einsprache des heutigen Beschwer-

deführers vom 23. Juni 2015 zu Recht abgewiesen hat und sich der an-

gefochtene Einspracheentscheid vom 15. Juni 2017 als rechtens er-

weist,

- dass die Beschwerde deshalb abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten 

ist,

- dass bei Verzicht auf ein vollständig begründetes Urteil vom unterlie-

genden Beschwerdeführer eine reduzierte Staatsgebühr in der Höhe 

von Fr. 600.-- erhoben wird (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG), welche im Fall ei-

ner ausführlichen Begründung auf Fr. 2'500.-- angehoben wird (vgl. 

Art. 75 Abs. 2 letzter Satz VRG),

wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

- 6 -

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 600.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 140.--

zusammen Fr. 740.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. a) Jede Partei kann innert 30 Tagen seit der Mitteilung schriftlich ein 

vollständig begründetes Urteil verlangen. Verlangt keine Partei innert Frist 

eine Begründung, erwächst das Urteil in Rechtskraft.

b) Verlangt eine Partei eine Begründung, wird der Entscheid schriftlich be-

gründet und den Parteien in vollständiger Ausfertigung mitgeteilt. Die 

Rechtsmittelfristen beginnen mit dieser Zustellung zu laufen. Mit dem be-

gründeten Urteil wird auch die vollumfängliche Staatsgebühr von 

Fr. 2'500.-- auferlegt.

4. [Mitteilungen]