# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb2c5a33-6cdc-589d-a625-9446cfecb056
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.02.2023 PA230004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PA230004_2023-02-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PA230004-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. A. Strähl und Oberrichter Dr. E. Pahud sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw J. Camelin-Nagel 

Beschluss vom 9. Februar 2023 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

sowie 

 

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich,  
Verfahrensbeteiligte 

 

betreffend 

fürsorgerische Unterbringung / Zwangsmedikation 
 
Beschwerde gegen ein Urteil der 10. Abteilung (Einzelgericht) des Bezirks-
gerichtes Zürich vom 19. Januar 2023 (FF230009) 
 
  

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Erwägungen: 

1. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1.1. Die 47-jährige Beschwerdeführerin wurde am 9. Januar 2023 durch die 

SOS Ärztin B._____ per fürsorgerische Unterbringung in die Psychiatrische Uni-

versitätsklinik Zürich ( nachfolgend PUK oder Klinik) eingewiesen (act. 6). Die 

Einweisung erfolgte aufgrund ungenügender Absprachefähigkeit und Einschät-

zung der Suizidalität sowie einem Selbstversorgungsdefizit (act. 6 S. 1 u. act. 10/2 

S. 1). Nachdem die Beschwerdeführerin dem zubringenden Sanitätsdienst auf 

dem Klinikgelände entwichen war, wurde sie ausgeschrieben und am 11. Januar 

2023 bei bestehender fürsorgerischer Unterbringung von der Polizei in die PUK 

gebracht (act. 10/2).  

1.2. Am 13. Januar 2023 ordneten die zuständigen Ärzte aufgrund des akut 

manischen-psychotischen Zustandsbilds der Beschwerdeführerin mit Selbst- und 

Fremdgefährdung die medikamentöse Behandlung der Beschwerdeführerin ohne 

deren Zustimmung im Sinne von Art. 434 Abs. 1 ZGB an (act. 7).  

1.3. Gegen den Unterbringungsentscheid sowie die Anordnung einer medika-

mentösen Behandlung ohne Zustimmung erhob die Beschwerdeführerin mit Ein-

gabe vom 12. Januar 2023 (Datum Poststempel 13. Januar 2023) Beschwerde 

beim Einzelgericht des Bezirksgerichtes Zürich (nachfolgend Vorinstanz; act. 1). 

1.4. Mit Verfügung vom 17. Januar 2023 setzte die Vorinstanz der PUK Frist 

zur Stellungnahme an, lud zur Hauptverhandlung auf den 19. Januar 2023 vor 

und bestellte Dr. med. C._____ als Gutachter (act. 2). Die PUK reichte innert Frist 

ihre Stellungnahme samt Beilagen ein (act. 9 u. act. 10/1–5). Am 19. Januar 2023 

führte die Vorinstanz die Hauptverhandlung in Anwesenheit des Gutachters und 

der Vertreter der PUK durch (Prot. Vi. S. 9 ff.). Infolge einer Erkrankung am Noro-

virus befand sich die Beschwerdeführerin in medizinischer Isolation und wurde in-

folgedessen von der Vorinstanz im Isolierzimmer befragt und wurde ihr dort auf 

Vorhalt des Gutachtens das rechtliche Gehör gewährt (Prot. Vi. S. 11 f.). Mit Urteil 

vom 19. Januar 2023 wies die Vorinstanz die Beschwerde ab (act. 15 = act. 19). 

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1.5. Mit Eingabe vom 30. Januar 2023 (Datum Poststempel) gelangte die Be-

schwerdeführerin an die Kammer und erhob rechtzeitig (vgl. act. 16) Beschwerde 

gegen den vorinstanzlichen Entscheid (act. 20).  

1.6. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–17). Vom Einholen 

einer Stellungnahme bzw. Vernehmlassung wurde abgesehen. Das Verfahren ist 

spruchreif.  

2. Fürsorgerische Unterbringung 

2.1. Die Beschwerdeführerin wehrt sich gegen die ärztlich angeordnete fürsorge-

rische Unterbringung vom 9. Januar 2023. Diese fällt spätestens nach Ablauf von 

sechs Wochen dahin, sofern nicht ein vollstreckbarer Unterbringungsentscheid 

der Erwachsenenschutzbehörde vorliegt (Art. 429 Abs. 1 u. 2 ZGB). Liegt ein sol-

cher Unterbringungsentscheid der Erwachsenenschutzbehörde vor, ersetzt dieser 

die ärztlich verfügte fürsorgerische Unterbringung. Damit fällt das aktuelle recht-

lich geschützte Interesse einer Beschwerdeführerin an der Überprüfung des ge-

richtlichen Rechtsmittelentscheids gegen die ärztlich angeordnete Einweisung 

dahin. Ein virtuelles Interesse liegt ebenfalls nicht vor, zumal nunmehr die durch 

die Erwachsenenschutzbehörde angeordnete fürsorgerische Unterbringung auf 

ihre Rechtmässigkeit hin überprüft werden kann. Bei nachträglichem Wegfall des 

Rechtsschutzinteresses ist das Verfahren daher als erledigt abzuschreiben. Ist 

das schutzwürdige Interesse schon bei Einreichung der Beschwerde nicht gege-

ben, ist darauf nicht einzutreten (siehe OGer ZH PA140012 vom 29. April 2014 

E. 2. mit Hinweis auf BGer 5A_675/2013 vom 25. Oktober 2013 E. 3 sowie BGer 

5A_849/2013 vom 27. November 2013 E. 2 und 3; vgl. auch OGer ZH PA170039 

vom 15. Januar 2018 E. 2.). 

2.2. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin am 30. Januar 2023 Beschwerde an 

die Kammer erhoben (act. 20). Mit Zirkularentscheid vom 2. Februar 2023 hat die 

KESB Zürich die weitere Unterbringung der Beschwerdeführerin in der Klinik an-

geordnet (act. 21 Dispositivziffer 1). Damit ist das aktuelle Rechtsschutzinteresse 

an einer Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheides vom 19. Januar 2023 

über die ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung nachträglich wegge-

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fallen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt zufolge Gegenstandslosigkeit abzu-

schreiben. Es besteht indes die Möglichkeit, den Beschluss der KESB gemäss 

Rechtsmittelbelehrung (innert einer Frist von 10 Tagen seit dessen Empfang) 

beim Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich mit Beschwerde anzufechten 

(act. 23 Dispositivziffer 6). 

3. Zwangsmedikation 

3.1. Mit schriftlicher Anordnung der Klinik vom 13. Januar 2023 wurde für die Be-

schwerdeführerin bis auf Weiteres eine antipsychotische Therapie mit Risperidon 

und/oder Olanzapin sowie bedarfsadaptiert Lorazepam oder Diazepam und eine 

stimmungsstabilisierende Therapie mit Valproat und/oder Lithium angeordnet. Bei 

Verweigerung der oralen Mediaktion wurde die intramuskuläre Applikation mit 

Haloperidol, alternativ Olanzapin oder Zuclopenthixol acetat angeordnet (act. 7).  

3.2. Gemäss Auskunft der Klinik wurde die Zwangsmedikation am 30. Januar 

2023 eingestellt. Die Beschwerdeführerin nehme die Medikamente seither freiwil-

lig ein und es habe keine neue Anordnung einer medizinischen Behandlung ohne 

Zustimmung mehr erfolgen müssen (act. 22). Mit der Einstellung der Zwangsme-

dikation fehlt ein schutzwürdiges Interesse an deren Überprüfung, weshalb die 

Beschwerde auch in diesem Punkt abzuschreiben ist.  

3.3. Sollte die Beschwerdeführerin die Einnahme der angeordneten Neuroleptika 

in Zukunft verweigern und die Klinik die Ansicht vertreten, dass eine entsprechen-

de Medikation aus medizinischen Gründen indiziert ist und daher auch zwangs-

weise zu erfolgen hätte, so müsste eine neue Anordnung der Zwangsmedikation 

verfügt werden. Zu beachten wäre dabei, dass die Dauer der Behandlung auf-

grund des Verhältnismässigkeitsprinzips zwingend zeitlich zu begrenzen und der 

Zeitpunkt der nächsten Überprüfung festzulegen ist (DANIEL ROSCH, in: 

ROSCH/BÜCHLER/JAKOB, Basel, 2. Aufl. 2015, Art. 433-435 N 13; FamKomm Er-

wachsenenschutz-GUILLOD, Bern 2013, Art. 434 N 28; CHRISTOF BERNHART, 

Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, Rz. 769). Eine solche 

neue Anordnung der Klinik könnte von der Beschwerdeführerin im dannzumaligen 

Zeitpunkt angefochten werden.  

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4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 Umständehalber sind für das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erhe-

ben. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgeschrieben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Beiständin, die verfah-

rensbeteiligte Klinik, die KESB Zürich sowie an das Bezirksgericht Zürich, je 

gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

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Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw J. Camelin-Nagel 
 
 
versandt am: 
 
 

	Beschluss vom 9. Februar 2023
	Erwägungen:
	1. Sachverhalt und Prozessgeschichte
	1.1. Die 47-jährige Beschwerdeführerin wurde am 9. Januar 2023 durch die SOS Ärztin B._____ per fürsorgerische Unterbringung in die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich ( nachfolgend PUK oder Klinik) eingewiesen (act. 6). Die Einweisung erfolgte a...
	1.2. Am 13. Januar 2023 ordneten die zuständigen Ärzte aufgrund des akut manischen-psychotischen Zustandsbilds der Beschwerdeführerin mit Selbst- und Fremdgefährdung die medikamentöse Behandlung der Beschwerdeführerin ohne deren Zustimmung im Sinne vo...
	1.3. Gegen den Unterbringungsentscheid sowie die Anordnung einer medikamentösen Behandlung ohne Zustimmung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 12. Januar 2023 (Datum Poststempel 13. Januar 2023) Beschwerde beim Einzelgericht des Bezirksgerich...
	1.4. Mit Verfügung vom 17. Januar 2023 setzte die Vorinstanz der PUK Frist zur Stellungnahme an, lud zur Hauptverhandlung auf den 19. Januar 2023 vor und bestellte Dr. med. C._____ als Gutachter (act. 2). Die PUK reichte innert Frist ihre Stellungnah...
	1.5. Mit Eingabe vom 30. Januar 2023 (Datum Poststempel) gelangte die Beschwerdeführerin an die Kammer und erhob rechtzeitig (vgl. act. 16) Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid (act. 20).
	1.6. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–17). Vom Einholen einer Stellungnahme bzw. Vernehmlassung wurde abgesehen. Das Verfahren ist spruchreif.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgeschrieben.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Beiständin, die verfahrensbeteiligte Klinik, die KESB Zürich sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein.
	Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...