# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f97b91d-4100-5731-8dce-52c31338c63e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 17.05.2021 715 20 298/129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-20-298-129_2021-05-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 17. Mai 2021 (715 20 298 / 129) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung; Nichtannahme einer zumutbaren Arbeit auf-
grund Verpassen der Bewerbungsfrist sowie unsorgfältiger Bewerbung, Kausalität 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Abteilung Arbeitsvermittlung, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln 1, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 

A. Der 1990 geborene A.____ war vom 16. November 2016 bis 31. Oktober 2019 bei der 
B.____ AG als Labortechniker angestellt. Am 1. November 2019 meldete er sich beim Regionalen 
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) C.____ zur Arbeitsvermittlung an und stellte gleichentags An-
trag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. November 2019. Mit Verfügung vom 20. Mai 2020 
stellte das RAV C.____ den Versicherten wegen Nichtbefolgung einer Weisung, namentlich we-
gen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit, ab dem 25. Dezember 2019 für 32 Tage in der An-

 

 
 
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spruchsberechtigung ein. Eine dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wurde mit Ent-
scheid vom 17. Juni 2020 abgewiesen. Begründet wurde der Einspracheentscheid damit, dass 
sich der Versicherte erst nach Ablauf der gesetzten Frist bei einer ihm zugewiesenen zumutbaren 
Stelle beworben habe und die Bewerbung ferner unsorgfältig verfasst worden sei. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 18. August 
2020 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er 
beantragte, die Dauer der verfügten Einstellung in der Anspruchsberechtigung sei in teilweiser 
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids auf fünf Tage zu reduzieren; unter o/e-Kos-
tenfolge. Zur Begründung führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass er bei der zu-
gewiesenen Stelle die Bewerbungsfrist versehentlich übersehen habe und ihm im Rahmen der 
verspäteten Bewerbung ein kleiner Flüchtigkeitsfehler unterlaufen sei. Es sei indes festzuhalten, 
dass die Ablehnung der Bewerbung nicht aufgrund dieser beiden Fehler erfolgt sei. Die Bewer-
bung sei vom potentiellen Arbeitgeber durchaus berücksichtigt worden; es seien andere Gründe 
gewesen, die letztlich zur Absage geführt hätten. Von der Ablehnung einer zumutbaren Stelle 
könne aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers keine Rede sein. Vielmehr könne höchs-
tens der Tatbestand der Nichtbefolgung einer Weisung erfüllt sein, wobei das Verschulden des 
Beschwerdeführers als leicht anzusehen sei.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2020 auf 
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 
17. Juni 2020. 
 
D. Mit Replik vom 21. November 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegeh-
ren und Ausführungen fest. Er betonte erneut, dass der Tatbestand der Nichtannahme einer zu-
mutbaren Stelle nicht erfüllt sei, da er sich durchaus – wie von der Beschwerdegegnerin ver-
langt – auf die zugewiesene Stelle beworben hatte, wenn auch fünf Tage zu spät. Zu berücksich-
tigen sei dabei jedoch auch, dass die Bewerbungsfrist in die Weihnachtsfeiertage gefallen sei. 
 
E. In ihrer Duplik vom 1. Dezember 2020 hält auch die Beschwerdegegnerin an ihren Aus-
führungen vollumfänglich fest. Das Zuwarten des Beschwerdeführers während zwölf Tagen, 
nachdem er zur Bewerbung aufgefordert worden sei, sei unverständlich und genüge für die Er-
füllung des umstrittenen Tatbestands.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die beim sachlich und örtlich zuständi-
gen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von  
Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die 

 

 
 
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Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit für die 
Dauer von 32 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Bei einem Taggeld in der 
Höhe von Fr. 157.60 und einer Einstelldauer von 32 Tagen liegt der Streitwert bei Fr. 5'043.20 
und damit unter der erwähnten Grenze von Fr. 20'000.--, weshalb die Angelegenheit in die Kom-
petenz der präsidierenden Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht fällt. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen-
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 muss die versicherte 
Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. 
Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen 
Berufes, und sie muss ihre Bemühungen nachweisen können. Im Weiteren muss die versicherte 
Person eine vermittelte zumutbare Arbeit annehmen (Art. 17 Abs. 3 AVIG).  
 
2.2 Zur Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AVIG statuierten Pflichten der versicher-
ten Person, insbesondere der Schadenminderungspflicht, sieht das Gesetz bei Verhaltenswei-
sen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslosenversicherung 
auswirken, Sanktionen vor (vgl. dazu THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich 
Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 
3. Auflage, Basel 2016, Rz. 828). So ist die versicherte Person gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG 
in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder Weisungen der 
zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt. Die Ein-
stellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versi-
cherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom 
Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (NUSSBAUMER, 
a.a.O., Rz 828). 
 
2.3 Der Einstellungstatbestand der Nichtannahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit 
im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine 
Stelle ausdrücklich zurückweist, sondern beinhaltet grundsätzlich jedes Verhalten, welches das 
Zustandekommen eines Arbeitsvertrages scheitern lässt. Nach der Rechtsprechung hat sich die 
arbeitslose versicherte Person – in Erfüllung ihrer Schadenminderungspflicht – bei einem künfti-
gen Arbeitgeber unverzüglich zu melden und bei den Verhandlungen mit diesem klar und eindeu-
tig die Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit 
nicht zu gefährden (vgl. BGE 122 V 34 E. 3b mit Hinweisen; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 850). Aus 
diesen Grundsätzen folgt, dass der Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Arbeit auch erfüllt ist, 
wenn sich die arbeitslose versicherte Person gar nicht ernsthaft um die Aufnahme von Vertrags-
verhandlungen bemüht (ARV 1986 Nr. 5 S. 22 unten).  
 
3. Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprüfungs-
befugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; 
Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 
dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-

 

 
 
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MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 999). Im Sozialversicherungsrecht 
hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger 
[Hrsg.], Basel 2020, N 11 zu Art. 43; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die blosse Möglichkeit eines be-
stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach-
verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). 
 
4. Den Akten ist folgender entscheidrelevanter Sachverhalt zu entnehmen:  
 
4.1 Anlässlich des Gesprächs mit dem zuständigen RAV-Personalberater des Beschwerde-
führers am 17. Dezember 2019 wurde ein «Matching» mit der Firma D.____ AG festgestellt. Mit 
E-Mail vom selben Tag erhielt der Beschwerdeführer eine entsprechende Bewerbungsaufforde-
rung. Der Stellenbeschrieb inklusive Kontaktdaten und Angabe der Bewerbungsfrist bis 24. De-
zember 2019 befand sich im Anhang dieser E-Mail. Der Beschwerdeführer bewarb sich am 
29. Dezember 2019 auf die zugewiesene Stelle. In seinem Bewerbungsanschreiben erwähnte 
der Beschwerdeführer fälschlicherweise ein anderes Unternehmen. Mit Formular vom 7. Februar 
2020 erstattete der Beschwerdeführer dem RAV Meldung über die Bewerbung. Er teilte darin mit, 
dass das Ergebnis der Bewerbung noch ausstehend sei, er sich indes verspätet beworben habe, 
da er die Frist nicht gesehen habe. Gemäss einem undatierten Eintrag im System der Beschwer-
degegnerin bestätigte der potentielle Arbeitsgeber die Bewerbung des Versicherten und begrün-
dete die Absage der Bewerbung mit dem unrichtigen Adressaten im Bewerbungsschreiben.  
 
4.2 Nach entsprechender Aufforderung durch das RAV führte der Beschwerdeführer mit 
Stellungnahme vom 27. Februar 2020 aus, dass er am 17. Dezember 2019 per E-Mail zwei Be-
werbungsaufforderungen erhalten habe. In der ersten E-Mail sei eine Bewerbungsfrist notiert ge-
wesen, diese habe er erfüllt. In der zweiten E-Mail betreffend die vorliegend interessierende Be-
werbungsaufforderung sei keine Bewerbungsfrist genannt worden. Er habe deshalb kurz vor 
Weihnachten entschieden, sich erst nach den Festtagen bei der Firma D.____ AG zu melden. 
Erst beim Durchsehen der Unterlagen im Anhang sei ihm aufgefallen, dass auch hier eine Be-
werbungsfrist bis 24. Dezember 2019 gesetzt worden sei.  
 
4.3 In einer weiteren Stellungnahme vom 11. Mai 2020 erläuterte der Beschwerdeführer, 
dass es sich bei der Verwendung des unrichtigen Firmennamens im Anschreiben der Bewerbung 
um einen Flüchtigkeitsfehler gehandelt habe. Bei der Übernahme des Textes eines älteren Be-
werbungsschreibens habe er übersehen, dass der Adressat in der Verabschiedung erwähnt 
werde und er habe es versehentlich unterlassen, diesen anzupassen. 
 
5.1 Wie in Erwägung 2.3 hiervor ausgeführt, hat sich die versicherte Person unverzüglich 
bei einem künftigen Arbeitgeber zu melden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu ge-
fährden. Darunter ist ein grundsätzlich sofortiges Tätigwerden des Versicherten zu verstehen. 
Das Bundesgericht hat in verschiedenen Fällen, in denen eine Bewerbung verspätet erfolgte, den 
Tatbestand der Nichtannahme einer zumutbaren Stelle bejaht. So wurde in einem Urteil vom 

 

 
 
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21. Februar 2002 das Abwarten von zehn Tagen nach Bewerbungsaufforderung (Urteil des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] 
vom 21. Februar 2002, C 152/01, E. 3b) sanktioniert. In einem weiteren Urteil wurde eine Bewer-
bung, die 14 Tage nach Stellenzuweisung erfolgte, als verspätet erachtet (Urteil des EVG vom 
8. Januar 2007, C 30/06, E. 4.2). Auch bei einer Bewerbung, die sechs Tage nach entsprechen-
der Aufforderung und zwei Tage nach Ablauf der Bewerbungsfrist erfolgte, bejahte das Bundes-
gericht den Einstelllungstatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG (Urteil des Bundesgerichts vom 
22. August 2011, 8C_285/2011, E. 2.2). Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer unbestritte-
nermassen erst am 29. Dezember 2019 und damit zwölf Tage nach der Bewerbungsaufforderung 
und fünf Tage nach Ablauf der Bewerbungsfrist bei der D.____ AG beworben. Damit hat er in 
Kauf genommen, dass seine Bewerbung nicht mehr berücksichtigt wird und die Beendigung sei-
ner Arbeitslosigkeit gefährdet. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist damit der Tatbe-
stand der Nichtannahme einer zumutbaren Stelle gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG erfüllt. Dass 
die Bewerbungsfrist in der hier interessierenden Bewerbungsaufforderung nicht in der E-Mail 
selbst, sondern lediglich im Anhang mit dem Stellenbeschrieb genannt wurde, ist dabei unerheb-
lich. Vom Beschwerdeführer ist – insbesondere im Rahmen der Pflicht, unverzüglich tätig zu wer-
den – zu erwarten, den Anhang der E-Mail bei deren Erhalt zu öffnen und zu sichten.  
 
5.2 Dem Beschwerdeführer ist ausserdem beim Verfassen der Bewerbung ein Flüchtigkeits-
fehler unterlaufen, als er statt des potentiellen Arbeitgebers ein anderes Unternehmen in der Be-
werbung ansprach. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG sanktioniert grundsätzlich jedes Verhalten, welches 
das Zustandekommen eines Arbeitsvertrags scheitern lässt. Dazu gehört auch das unsorgfältige 
Verfassen oder Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen, da diese – wie die Beschwerde-
gegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht ausführt – dem potentiellen Arbeitge-
ber ein gewisses Desinteresse sowie eine ungenaue Arbeitsweise vermitteln (vgl. dazu: 
NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 850, Fn 1903).  
 
5.3 Der Beschwerdeführer bringt hiergegen vor, dass weder die Verspätung der Bewerbung 
noch der ihm unterlaufene Flüchtigkeitsfehler für die Absage durch den potentiellen Arbeitgeber 
kausal gewesen seien. Tatsächlich bezweckt die Einstellung in der Anspruchsberechtigung als 
versicherungsrechtliche Sanktion (BGE 126 V 130 E. 1 mit Hinweis) grundsätzlich die angemes-
sene Mitbeteiligung des Versicherten am Schaden, den dieser durch sein Verhalten der Arbeits-
losenversicherung in schuldhafter Weise natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 126 
V 530 E. 4, 124 V 225 E. 2b, je mit Hinweisen). Indessen ist der Einstellungstatbestand von Art. 
30 Abs. 1 lit. d AVIG (auch) ein Instrument der Schadenminderung. Denn er dient – neben dem 
"generalpräventiven" Schutz der Arbeitslosenversicherung vor missbräuchlichen Verhaltenswei-
sen – der vorbeugenden Verhaltenssteuerung im Einzelfall, so etwa der Intensivierung unzu-
reichender Arbeitsbemühungen oder der verbesserten Wahrnehmung administrativer Mitwir-
kungspflichten durch die versicherte Person (Urteil des Bundesgerichts vom 21. April 2016, 
8C_40/2016, E. 2.3 mit Hinweisen). Als solches setzt eine Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung nicht (zwingend) den Nachweis eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhalten der 
versicherten Person und der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, mithin dem (auch) der Arbeitslo-
senversicherung entstandenen Schaden voraus. Vielmehr werden bestimmte Handlungen und 
Unterlassungen bereits dann sanktioniert, wenn sie erst ein Schadensrisiko in sich bergen (BGE 

 

 
 
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141 V 365 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts vom 21. April 2016, 8C_40/2016, E. 2.3 und vom 
29. Juni 2016, 8C_339/2016, E. 4.5.3, je mit weiteren Hinweisen). Dies wird auch dadurch deut-
lich, dass es bei der Sanktionierung einer verspäteten Bewerbung unerheblich ist, ob die be-
troffene Stelle im Zeitpunkt der Bewerbung noch unbesetzt ist (vgl. Urteil des EVG vom 8. Januar 
2007, C 30/06, E. 5). Die Argumentation des Beschwerdeführers geht folglich fehl, da sein Ver-
halten ohne Zweifel das Risiko barg, für die zugewiesene Stelle nicht berücksichtigt zu werden, 
die Arbeitslosigkeit damit zu verlängern und der Arbeitslosenversicherung dementsprechend ei-
nen Schaden zuzufügen. Überdies ist aufgrund der Angabe in den elektronischen Akten der Be-
schwerdegegnerin, wonach der Arbeitgeber angegeben habe, der Fehler in der Bewerbung sei 
Grund für die Absage, zumindest wahrscheinlich, dass das Verhalten des Beschwerdeführers 
tatsächlich adäquat kausal für die Absage war.  
 
5.4 Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzuhalten, dass die Beschwerdegeg-
nerin den Beschwerdeführer aufgrund der verspäteten Bewerbung bei der D.____ AG zu Recht 
gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 
 

6. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin das Verschulden des Beschwerdeführers zu 
Recht als schwer qualifiziert und die Einstelldauer innerhalb des entsprechenden Rahmens (31 
bis 60 Tage, Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV) auf 32 Tage festgesetzt hat.  
 
6.1 Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des 
Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach 
Art. 45 Abs. 3 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AVIV) vom 31. 
Oktober 1947 wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage 
bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage (lit. c) bei schwerem 
Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Verwaltung ihren Entscheid nach pflichtgemäs-
sem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kan-
tonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die angefochtene Verfü-
gung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen; sie greift jedoch bei der Beurteilung der 
durch die Verwaltung angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in 
deren Ermessensspielraum ein.  
 
6.2 Die Ablehnung einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund stellt gemäss 
Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV grundsätzlich ein schweres Verschulden dar. Unter einem entschuldba-
ren Grund ist ein Grund zu verstehen, der im Rahmen des Art. 45 Abs. 3 AVIV das Verschulden 
als mittelschwer oder leicht erscheinen lässt. Ein solcher im konkreten Fall liegender Grund kann 
die subjektive Situation der betroffenen Person (z.B. gesundheitliche Probleme) oder eine objek-
tive Gegebenheit (z.B. befristete Stelle) beschlagen (BGE 130 V 125 E. 3.5 mit Hinweisen).  
 
6.3 Vorliegend hat die Kasse das Verhalten des Versicherten als schweres Verschulden 
qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31 - 60 Tagen zur Folge hat. Zur Feststellung des 
individuellen Verschuldens und für die Bemessung der Einstellung bei schwerem Verschulden ist 
gemäss Bundesgericht vom Mittelwert der Spanne von 31 bis 60 Tagen – d.h. 45 Tagen –auszu-
gehen (Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV); erschwerende oder mildernde Faktoren und das Prinzip der 

 

 
 
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Verhältnismässigkeit sind zu berücksichtigen (vgl. BGE 123 V 150 E. 3c). Die Beschwerdegeg-
nerin hat 32 Einstelltage verfügt. Diese Beurteilung liegt in ihrem Ermessen und ist nicht zu be-
anstanden, zumal sich die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im untersten Bereich des 
schweren Verschuldens bewegt. Mit dieser verhältnismässig kurzen Einstelldauer wird genügend 
berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer die Bewerbung – wenn auch verspätet und unsorgfäl-
tig verfasst – doch vorgenommen hat und nicht einfach verweigerte. Gründe, die eine Unter-
schreitung des Sanktionsrahmens für schweres Verschulden rechtfertigen würden, liegen hinge-
gen nicht vor. Insbesondere kann sich der Beschwerdeführer nicht darauf berufen, dass die Be-
werbungsfrist unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen ablief, denn die Stellenzuweisung der 
Beschwerdegegnerin erfolgte bereits am 17. Dezember 2019, womit er bis Ablauf der Frist am 
24. Dezember 2019 und dem Beginn der Weihnachtsfeiertage sieben Tage Zeit hatte, seine Be-
werbung zu verfassen und zu versenden. 
 
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer eine zumutbare Stelle ohne 
entschuldbaren Grund nicht angenommen hat. Die Beschwerdegegnerin hat ihn demzufolge zu 
Recht während 32 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Die Beschwerde ist somit 
abzuweisen. 
 
8. Art. 61 lit. a ATSG (in der bis 31. Dezember 2020 gültigen und hier anwendbaren Fas-
sung) hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein 
hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Entsprechend dem 
Ausgang des Verfahrens wird keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 
 
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