# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4645aea8-edaf-5400-a8b0-568329cea102
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.07.2015 U 2015 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-24_2015-07-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 24

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
RichterIn Racioppi, Moser 

Aktuar Gross

URTEIL
vom 14. Juli 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

bestehend aus:

- A.1._____ AG,

- A.2._____ AG,

- A.3._____ AG,

- A.4._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jon Andri Moder, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, 

Beschwerdegegnerin 1

und

B._____, 

bestehend aus:

- B.1._____ AG, 

- B.2._____ AG, 

- B.3._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Burtscher,

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Die Gemeinde X._____ schrieb im offenen Verfahren gemäss kantonalem 

Submissionsgesetz die Arbeiten betreffend Neubau Parkhaus D._____ 

mit folgenden Zuschlagskriterien aus:

Kriterien Gewicht
Investitionskosten in Abhängigkeit der Parkhaus-Kapazität sowie Investitionskosten 
der unterirdischen Fusswegverbindung inkl. Notausstieg und Ausstiegsgebäude

60%

Funktionalität, Ästhetik, Sicherheit und Qualität des aufgezeigten Bauprojekts 20%
Termine 10%
Komfort des Parkhauses 5%
Kreativ-Bonus 5%
Total 100%

Innert Frist gingen drei Angebote ein. Die Offertöffnung fand alsdann am 

27. Januar 2015 statt und ergab preislich folgendes Resultat:

- A._____: CHF 6'512'400.00 100.00%

- B._____: CHF 6'650'000.00 102.11%

- C._____: CHF 7'986'600.00 122.64%

2. Am 25. Februar 2015 beschloss der Gemeindevorstand die Vergabe des 

Auftrages an die insgesamt am besten bewertete B._____. Tags darauf 

wurde die entsprechende Verfügung den Anbieterinnen mitgeteilt. 

3. Am 9. März 2015 reichte die A._____ (Beschwerdeführerin) beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde ein gegen die Verga-

be. Sie beantragte dabei die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 

den Ausschluss der B._____ aus dem Vergabeverfahren und Erteilung 

des Zuschlages an sich selber, eventualiter die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung und Erteilung des Zuschlages an sich selber, subeven-

tualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zurückweisung 

zur Neuvergabe an sich selber und subsubeventualiter die Feststellung 

der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügung. Diese Anträge be-

gründet die Beschwerdeführerin damit, dass das Angebot der B._____ 

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(Zuschlagsempfängerin/Beschwerdegegnerin 2) die Anforderungen der 

Ausschreibung nicht erfülle und dass die Zuschlagskriterien falsch beur-

teilt worden seien.

4. Die Gemeinde (Vergabebehörde/Beschwerdegegnerin 1) beantragte in 

ihrer Beschwerdeantwort vom 7. April 2015 die Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Zuschlagsempfängerin erfül-

le die Anforderungen der Ausschreibung vollumfänglich. Die Bewertung 

der Zuschlagskriterien sei zudem korrekt anhand der in der Ausschrei-

bung festgelegten Kriterien erfolgt. Soweit Letztere als unsachgemäss kri-

tisiert werden, sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.

5. Die Zuschlagsempfängerin reichte ihre Beschwerdeantwort am 8. April 

2015 ein. Auch sie beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf einzutreten sei. Ein Ausschluss der Zuschlagsempfängerin sei 

nicht statthaft, weil diese sämtliche Kriterien der Ausschreibung erfülle. 

Vielmehr hätte die Beschwerdeführerin ausgeschlossen werden müssen, 

weil sie die Ausschreibungskriterien in mehreren Punkten rechtswidrig zu 

ihren Gunsten abänderte. Die Bewertungen der Kriterien 'Preis' und 'Ter-

mine' sei zudem vertretbar. Selbst wenn die Beschwerdeführerin unter 

'Termine' die volle Punktezahl erhalten würde, läge sie immer noch hinter 

der Zuschlagsempfängerin. Deshalb und weil ihr Angebot im Falle einer 

Neubeurteilung durch die Vergabebehörde vom Verfahren ausgeschlos-

sen werden müsste, fehle der Beschwerdeführerin das schutzwürdige In-

teresse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheides.

6. Mit Schreiben vom 27. April 2015 legte der Instruktionsrichter den Umfang 

der Akteneinsicht fest.

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7. Im zweiten Schriftenwechsel – mit Replik vom 18. Mai 2015 und Dupliken 

vom 12. und 15. Juni 2015 – vertieften die Parteien noch ihre Argumente. 

8. Am 24. Juni 2015 ging die Honorarnote des Rechtsvertreters der Zu-

schlagsempfängerin bzw. der Beschwerdegegnerin 2 beim Gericht ein.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Vergabeverfügung vom 25./26. Fe-

bruar 2015, worin die Beschwerdegegnerin 1 die Arbeiten für den Neubau 

Parkhaus D._____ zum Angebotspreis von Fr. 6.650 Mio. an die zweit-

günstigste Beschwerdegegnerin 2 erteilte, wogegen die preisgünstigste 

Beschwerdeführerin (mit einem Angebot von Fr. 6.5124 Mio.) beim Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden am 9. März 2015 Beschwerde 

erhob, mit dem Hauptbegehren um Aufhebung der angefochtenen Verga-

beverfügung und Zuschlag der ausgeschriebenen Neubauarbeiten direkt 

an sie. Eventualiter und subeventualiter wurden Begehren mit derselben 

Zielsetzung gestellt; subsubeventualiter wurde schliesslich der Möglich-

keit Rechnung getragen, dass zwischenzeitlich der Werkvertrag bereits 

gültig abgeschlossen worden wäre. Beschwerdethema bildet hier die Fra-

ge, ob die Beschwerdegegnerin 1 namentlich die Ausschreibungskriterien 

Preis (Gewichtung 60%) und Termine (10%) korrekt anwendete und um-

setzte. Es geht damit um die Rechtmässigkeit der Vergabe; zumal die 

Beschwerdeführerin behauptet, das (ungenügende) Angebot der Be-

schwerdegegnerin 2 hätte im Voraus ausgeschlossen werden müssen. 

2. a) Auf das vorliegende Verfahren gelangen die interkantonale Vereinbarung 

über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; BR 803.510), das kanto-

nale Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300) sowie die kantonale Sub-

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missionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwendung. Die Zuständig-

keit des Verwaltungsgerichtes zur Behandlung der Beschwerde ist unbe-

stritten; sie ergibt sich aus Art. 15 IVöB i.V.m. Art. 25 SubG. Als durch 

Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügung gilt u.a. der Zuschlag und 

der Ausschluss vom Verfahren (Art. 15 Abs. 1bis lit. e IVöB, Art. 25 Abs. 2 

lit. c SubG). Nach Art. 26 SubG sind Beschwerden schriftlich und begrün-

det innert zehn Tagen seit Eröffnung der Verfügung einzureichen (Abs. 1). 

Nach Art. 27 SubG können mit der Beschwerde gerügt werden (Abs. 1):

a) Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des Ermessens;

b) unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts.

Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen (Abs. 2). 

Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungspflege (VRG; BR 370.100) 

bestimmt im Übrigen: Zur Beschwerde ist legitimiert, wer durch den ange-

fochtenen Entscheid (bzw. die angefochtene Verfügung) berührt ist und 

ein schutzwürdiges Interesse an seiner (ihrer) Aufhebung oder Änderung 

hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Bezüglich 

Beschwerdegründe und Rechtsbegehren sind die Art. 51 Abs. 1 lit. a) und 

lit. b) VRG und Art. 27 Abs. 1 lit. a) und lit. b) SubG identisch.

b) Die (Anfechtungs-)Legitimation der Beschwerdeführerin zur Beschwerde-

erhebung ist im konkreten Fall zweifelsfrei erfüllt, da die Beschwerdefüh-

rerin aufgrund ihres preislich günstigsten Angebots realistische Chancen 

auf den Zuschlag der ausgeschriebenen Arbeiten am Neubau Parkhaus 

gehabt hätte, wäre das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 von der Be-

schwerdegegnerin 1 ausgeschlossen worden oder nicht gesamthaft als 

"wirtschaftlich günstiger" taxiert worden. Eine nachteilige Betroffenheit 

durch die Nichtberücksichtigung ist infolgedessen zu bejahen (Art. 50 

VRG). Hinzu kommt, dass die Vergabeverfügung vom 25./26. Februar 

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2015 (Empfang frühestens am 27. Februar 2015) mit schriftlicher Be-

schwerde vom 9. März 2015 rechtzeitig, d.h. innert der 10-tägigen Frist 

(Art. 26 SubG), beim sachlich, örtlich wie auch funktional dafür zuständi-

gen Verwaltungsgericht eingereicht wurde (Art. 25 SubG). Auf die frist- 

und formgerecht erhobene Beschwerde ist deshalb vollumfänglich einzu-

treten.

3. a) Gemäss Art. 21 erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag 

(Abs. 1). Es können insbesondere Kriterien wie Qualität, Preis, Erfahrung, 

Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Ästhetik, Betriebskosten, 

Nachhaltigkeit, Kreativität, Kundendienst, Infrastruktur und Lehrlingsaus-

bildung berücksichtigt werden (Abs. 2). Der Auftraggeber gibt in der Aus-

schreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die zur Anwendung 

gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung oder der Reihenfol-

ge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). In den Ausschreibungsunterlagen 

wurden die Zuschlagskriterien – in der Reihenfolge ihrer Bedeutung samt 

Gewichtung – wie folgt aufgeführt: Projektkosten (60%), Funktionalität, 

Ästhetik sowie Qualität (20%), Termine (10%), Komfort (5%) und Kreativ-

Bonus (5%). Diese Vorgaben sind für die Vergabe demzufolge zentral.

b) Nach Art. 22 lit. c SubG wird ein Angebot von der Berücksichtigung aus-

geschlossen, wenn der Anbieter ein Angebot einreicht, das unvollständig 

ist oder den Anforderungen der Ausschreibung nicht entspricht. Gemäss 

Rechtsprechung wird ein strenger Massstab an das Erfordernis der Über-

einstimmung zwischen den Grundlagen der Ausschreibung und den ein-

gereichten Offerten gelegt, wollen besagte Bestimmungen doch sicher-

stellen, dass nur ein solches Angebot berücksichtigt werden kann, das 

vollständig und den Anforderungen genügend eingereicht wurde. Den 

Anbietern soll so gewährleistet werden, dass keiner der Wettbewerbsteil-

nehmer bevorteilt wird bzw. alle mit gleich langen Spiessen kämpfen, 

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während für die Vergabebehörde andererseits damit eine klare, übersicht-

liche und zu keinen Diskussionen Anlass gebende Ausgangslage ge-

schaffen wird. Allein durch die den Submissionsunterlagen genau und 

vollständig entsprechenden Angebote wird nämlich der Vergabeinstanz 

ein aussagekräftiger Überblick über Materialpreise, Arbeitsqualität, Ein-

haltung Bauprogramme/Termine usw. geboten und können die eingegan-

genen Angebote auf einen Nenner gebracht und rasch miteinander vergli-

chen werden. Nur das Vorliegen deviskonformer Offerten ermöglicht es 

mit anderen Worten der entscheidenden Behörde, die einzelnen Angebo-

te seriös und rechtsgleich zu prüfen (vgl. statt vieler: Urteile des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 15 29 vom 26. Juni 

2015 E.3b sowie U 09 59 vom 27. August 2009 E.2a; überdies PVG 2014 

Nr. 27, 2005 Nr. 33, 2004 Nr. 27, 2001 N. 41, 1991 Nr. 9 und Nr. 10).

4. a) Im konkreten Fall lautet eine der strittigen Passagen der Ausschreibung 

(Ziff. 3.3 Allgemeine Angaben, Parkhaus S. 18) wie folgt:

"Für die Projektierung des Parkhauses darf nur das im Generellen Er-
schliessungsplan definierte Parkierungsareal (vgl. Beilage A.3) benutzt 
werden. Dieses muss aus raumplanerischen Gründen zwingend eingehal-
ten werden."

Für die Beschwerdeführerin ist der Text dahingehend zu verstehen, dass 

das gesamte Projekt innerhalb des in der Beilage A.3 definierten Projekt-

perimeters zu erstellen sei. In dem die Beschwerdegegnerin 2 eine Kas-

se, Schranken, eine gedeckte Zufahrt und Technikräume ausserhalb die-

ses einzuhaltenden Perimeters plane, verstosse sie gegen als zwingend 

deklarierte Vorgaben der Ausschreibung. Ein nachträgliches Abrücken 

der Vergabebehörde von ihrem Perimeter im Sinne des Projektes der Zu-

schlagsempfängerin wäre zwar in der Form einer Änderung der Aus-

schreibung möglich gewesen, doch hätte sie dann den anderen Anbiete-

rinnen Gelegenheit geben müssen, ihre Eingaben anzupassen.

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Demgegenüber verstehen die Vergabebehörde und die Zuschlagsemp-

fängerin den fraglichen Text so, dass zwischen Parkhaus und Zufahrt zu 

unterscheiden sei bzw. zwischen dem Parkierungsareal und dem Projekt-

perimeter. Die Beilage A.3 definiere das Parkierungsareal, d.h. das Park-

haus mit den die Parkfläche abgrenzenden Aussenwänden und der darü-

ber liegenden Abdeckung, nicht jedoch die Zufahrt bzw. die sich in die-

sem Bereich befindlichen Bauteile wie Flügelmauern, Überdeckung des 

Einfahrtsbereichs und der Schrankenanlage. Im Übrigen habe die Be-

schwerdeführerin selber mehrere Bauteile ausserhalb des Projektperime-

ters eingeplant, weshalb es nicht statthaft sei, dasselbe beim Projekt der 

Zuschlagsempfängerin zu rügen.

b) In Würdigung der gegensätzlichen Interpretationen der strittigen Textstelle 

ist das streitberufene Verwaltungsgericht zur Feststellung gelangt, dass 

die Beschwerdeführerin die zitierte Vorgabe bedeutend enger auslegt als 

die anderen Beteiligten und dadurch versucht, ihre Interpretation den an-

deren aufzuzwingen. Nach Ansicht des Gerichts scheint aber tatsächlich 

gerade die andere Meinung richtig zu sein, wonach mit Parkierungsareal 

nur das Parkhaus selber gemeint ist, also ohne die Zufahrt. Dies bedeutet 

dann, dass sich ausserhalb des Parkierungsareals die Kassenautomaten, 

die Barrieren etc. befinden dürfen. Für diese plausible Sachdarstellung – 

wonach sich ausserhalb des Parkierungsareals mehr als bloss die simple 

Strassenzufahrt befinden darf – spricht zum einen der Umstand, dass der 

Standort der zwei Kassenautomaten und auch des Technikraumes in der 

Ausschreibung nicht verbindlich vorgeschrieben ist. Zum anderen spricht 

aber auch dafür, dass die Beschwerdeführerin selber gewisse bauliche 

Anlagen – wie z.B. die Flügelmauern oder den (Frisch-)Zuluftkanal – aus-

serhalb des in der Ausschreibung definierten Parkierungsareals vorsieht. 

Die Techniknische, die das Projekt der Beschwerdegegnerin 2 ausserhalb 

des Parkierungsareals vorsieht, ist erstens sehr klein und zweitens unter-

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irdisch. Zusammen mit der Kassenanlage geht es vorliegend um ca. 4 m2. 

Mit der Platzierung dieser Elemente ausserhalb des Parkierungsareals 

hat die Beschwerdegegnerin 2 jedoch maximal einen Parkplatz dazu ge-

wonnen – oder anders formuliert: Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer 

engen Interpretation der Ausschreibungsvorgabe in Ziff. 3.3 selber dafür 

gesorgt, dass sie wesentlich weniger Parkplätze erstellen konnte als die 

Beschwerdegegnerin 2. Mit dieser Interpretation der erwähnten Vorgabe 

im Devis erübrigt sich die Frage betreffend Änderung der Ausschreibung.

5. a) Im Weiteren wird in den Ausschreibungsunterlagen zwingend die Einhal-

tung der feuerpolizeilichen Vorgaben (Ziff. 3.5, S. 20 im Devis) verlangt. 

Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass die Beschwerdegegnerin 2 

diese Vorgaben nicht einhält: So dürften Treppenhäuser nicht als Entrau-

chung und Türen nicht als Brandklappen benutzt werden. Es fehlten beim 

Projekt Schleusen zwischen der Tiefgarage und dem Tunnel; ebenfalls 

fehlten grosse, separate Entrauchungskanäle/-klappen mit geometrischer 

Öffnung von ca. 8.5 m2 Abströmung. Die Beschwerdegegnerin 2 hätte 

deshalb vom Wettbewerbsverfahren vorab ausgeschlossen werden müs-

sen. Durch das Weglassen der feuerpolizeilich notwendigen Anlagen hät-

te sich die Beschwerdegegnerin 2 auch unzulässige Vorteile verschafft, 

nämlich einen Kosten- und einen Flächenvorteil. Die Beschwerdeführerin 

hält einen Widerruf des Zuschlages nicht mehr für möglich, wenn der 

Werkvertrag einmal abgeschlossen ist, denn im Rahmen der anwendba-

ren SIA-Norm 118 hätte die Beschwerdegegnerin 2 ein Nachbesserungs-

recht, d.h. sie könnte allfällige Auflagen der Feuerpolizei nachträglich 

durch entsprechende Projektanpassungen erfüllen. Die Beschwerdeführe-

rin beantragt daher die Durchführung des feuerpolizeilichen Bewilligungs-

verfahrens während des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

Die Beschwerdegegnerin 1 verweist auf die Angaben der Beschwerde-

gegnerin 2, wonach deren Projekt von der kantonalen Feuerpolizei vorge-

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prüft worden sei. Die Behauptungen der Beschwerdeführerin seien zudem 

durch nichts belegt. Sollte dem Siegerprojekt die Bau- und Feuerpolizei-

bewilligung nicht erteilt werden können, so wäre dies ein Grund, den Zu-

schlag zu widerrufen. Die Beschwerdegegnerin 1 ist im Übrigen der An-

sicht, dass auf ein Gutachten im Rahmen des Submissionsverfahrens 

verzichtet werden könne, weil das Projekt ohnehin das kantonale Feuer-

polizeibewilligungsverfahren zu durchlaufen habe. Die Rechte der zweit-

platzierten Beschwerdeführerin blieben gewahrt, sollte das Siegerprojekt 

die feuerpolizeiliche Bewilligung dereinst effektiv nicht erhalten. Der Hin-

weis der Beschwerdeführerin auf die SIA-Norm 118 gehe fehl, da sie nicht 

die Projektierung des Bauwerkes regle, sondern die Regeln über den Ab-

schluss, den Inhalt und die Abwicklung des Vertragsverhältnisses betref-

fend die Bauarbeiten und deren Folgen (z.B. Baumängel und damit ver-

bunden ein Nachbesserungsrecht). Die Frage des Nachbesserungsrechts 

bei der Projektierung stelle sich damit überhaupt nicht. 

Die Beschwerdegegnerin 2 weist zudem darauf hin, dass das vom Fach-

planer E._____ ausgearbeitete Entrauchungs- und Brandschutzkonzept 

für ihr Projekt sämtliche feuerpolizeilichen Vorgaben erfülle. F._____ von 

der kantonalen Feuerpolizei habe ihr Projekt auf Anfrage Ende November 

2014 als bewilligungsfähig eingestuft. Eine allfällige Expertise würde das 

bestätigen.  

b) Zunächst gilt aus Sicht des Verwaltungsgerichts klarzustellen, dass das 

feuerpolizeiliche Bewilligungsverfahren nicht zum Submissionsverfahren 

gehört. Das streitberufene Gericht kann sich daher in diesem Rügepunkt 

den zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 anschliessen, 

wonach sämtliche Anbieter grundsätzlich bewilligungsfähige Projekte ein-

zureichen haben, was im Submissionsverfahren jedoch nur anhand einer 

groben Plausibilitätsprüfung zu kontrollieren ist. Eine solche Grobprüfung 

ist nach glaubhaften Angaben der Beschwerdegegnerin 1 erfolgt, wobei 

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diesbezüglich keine Probleme festgestellt wurden. Würde sich später im 

Baubewilligungsverfahren trotzdem herausstellen, dass das strittige Pro-

jekt nicht bewilligungsfähig wäre, so läge ein Widerrufsgrund in Sinne von 

Art. 24 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 SubG vor und die zweitrangierte 

Beschwerdeführerin käme dann wohl zum Zuge. Die geäusserten Beden-

ken der Beschwerdeführerin betreffs Verletzung der SIA-Norm 118 erwei-

sen sich daher im vorliegenden Vergabestreitverfahren als unbegründet. 

6. a) In Bezug auf die Belüftungs- und Entlüftungsinstallationen sehen die Aus-

schreibungsunterlagen unter Ziff. 3.3, S. 19 was folgt vor:

"Sichtbare Be- und Entlüftungsinstallationen sollen im Bereich der Zufahrt 
projektiert werden."

Die Beschwerdeführerin sieht diese Vorgabe im Projekt der Beschwerde-

gegnerin 2 verletzt, weil Letztere die sichtbaren Be- und Entlüftungsinstal-

lationen nicht im Bereich der Zufahrt, sondern entgegengesetzt am ge-

genüberliegenden Ende der Parkierungsanlage vorsieht. 

Die Beschwerdegegnerin 1 erachtet die Vorgaben der Ausschreibungsun-

terlagen durch die Wahl eines anderen Ortes für einen Teil dieser Installa-

tionen nicht verletzt. Die Beschwerdegegnerin 2 führt dazu aus, dass "sol-

len" nicht mit "müssen" gleichzusetzen sei; "sollen" drücke eine Aufforde-

rung bzw. einen Wunsch aus, bedeute aber keine Verpflichtung bzw. kei-

nen Zwang, dieses zu tun.

b) Die soeben wiedergegebene Argumentation der Beschwerdegegnerinnen 

teilt das Verwaltungsgericht. Ferner hat die Beschwerdegegnerin 2 einen 

Teil dieser Installationen (Abgaslüftung) am gewünschten Ort projektiert. 

Die Sichtbarkeit der Be- und Entlüftungsinstallationen an der südwestli-

chen Ecke des Parkhauses geht zudem einzig auf den Umstand zurück, 

dass diese bloss bis 1 m über Boden – und damit sichtbar – geplant sind, 

um im Winter die erforderlichen Unterhaltsarbeiten im Zusammenhang mit 

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der Schneehöhe geringer zu halten; rein technisch könnten diese Installa-

tionen auch auf Terrainhöhe – und damit nicht sichtbar - erstellt werden.

c) Soweit die Beschwerdegegnerin 2 vorbrachte, dass die Beschwerdeführe-

rin ihrerseits unzulässige Modifikationen gegenüber den Ausschreibungs-

unterlagen vorgenommen habe, braucht das Gericht darauf nicht weiter 

einzugehen, weil die Beschwerdegegnerin 1 eben gerade keinen Aus-

schluss gegenüber der Beschwerdeführerin verfügt hat. Selbst wenn ein 

solcher denkbar wäre, hat sich das Gericht dazu im konkreten Fall – weil 

nicht Gegenstand bzw. Inhalt des Vergabeentscheids – nicht zu äussern. 

d) Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass es keinen Grund gibt, 

das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 vom Verfahren auszuschliessen.

7. a) Was die Beurteilung der in Art. 21 SubG aufgeführten Zuschlagskriterien 

betrifft (vgl. E.3a, hiervor), gilt es prinzipiell vorauszuschicken, dass sich 

das Verwaltungsgericht gemäss konstanter Praxis eine grosse Zurückhal-

tung bei der Überprüfung der Benotung auferlegt (vgl. VGU U 12 107 E.2c 

vom 28. Mai 2013, U 11 19 E.2 vom 28. Juni 2011). Entsprechend einge-

schränkt ist die Kognition bzw. der gerichtliche Beurteilungsspielraum; im 

Ergebnis kommt das Ganze einer (blossen) Willkürüberprüfung nahe.

b) Die Beschwerdeführerin knüpft diesbezüglich an die vorhergehende Ar-

gumentation an, wonach die Beschwerdegegnerin 2 nur in Verletzung der 

Ausschreibungsvorgaben 109 Parkplätze habe erstellen können. Es sei 

deshalb unzulässig, wenn die Vergabebehörde bei der Beurteilung des 

Angebots der Beschwerdegegnerin 2 den Angebotspreis auf der Basis 

von 109 Parkplätzen bewertet habe. Hätte die Beschwerdegegnerin 2 die 

Vorgaben der Ausschreibung eingehalten (Beizugsgebiet/Perimeter, Be-

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willigung Feuerpolizei), so würde sie deutlich weniger Parkplätze anbieten 

können.

Die Beschwerdegegnerin 1 präzisiert, dass man bei der Kalkulation nicht 

von 109, sondern sicherheitshalber nur von 108 Parkplätzen ausgegan-

gen sei. Die Beschwerdegegnerin 2 habe mit ihrer Unterscheidung zwi-

schen Parkhaus und Erschliessung und damit einhergehend mit der An-

siedlung von parkplatzverbrauchenden Anlagen bzw. Installationen aus-

serhalb des Parkhauses die Vorgaben in der Ausschreibung am effektivs-

ten ausgenutzt.

Die Beschwerdegegnerin 2 weist darauf hin, dass von den 109 Parkplät-

zen nur einer weniger realisiert werden könnte, wenn sie die Schranken-

anlage, den Fortluftkanal und den kleinen Technikraum innerhalb des de-

finierten Parkierungsareals geplant hätte. Aufgrund dieser Erkenntnis hät-

te die Beschwerdegegnerin 1 das Preiskriterium bei der Beschwerdegeg-

nerin 2 mit 108 anstatt mit 109 Parkplätzen gerechnet. Damit sei aber ei-

gentlich die Beschwerdeführerin ungerechtfertigt bevorteilt worden, hätte 

richtigerweise doch mit 109 Parkplätzen gerechnet werden müssen. Eine 

willkürliche Bewertung des Preiskriteriums zu Lasten der Beschwerdefüh-

rerin sei jedenfalls nicht ersichtlich.

c) Für das Gericht ist angesichts der geschilderten Sachlage klar, dass eine 

Berechnung mit 109 Parkplätzen möglich und angebracht gewesen wäre. 

Die Beschwerdegegnerin 1 hat zur besseren Vergleichbarkeit aller Ange-

bote mit demjenigen der Beschwerdegegnerin 2 einen Parkplatz (-1) ge-

strichten und das Preiskriterium mit 108 Parkplätzen bewertet. Aber auch 

mit 108 Parkplätzen steht die Beschwerdegegnerin 2 immer noch deutlich 

besser da als die Beschwerdeführerin (mit 102 Parkplätzen). Die Bewer-

tung des Preiskriteriums ist infolgedessen nicht zu beanstanden. 

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8. a) Ferner hat die Beschwerdeführerin kritisiert, dass sie unter dem Kriterium 

"Termine" null Punkte erhalten habe, die Beschwerdegegnerin 2 hingegen 

50 Punkte – und dies bei ungefähr gleich langer Dauer der Bauzeit. Einzi-

ger wesentlicher Unterschied sei, dass die Beschwerdegegnerin 2 eine 

viel kürzere Vorbereitungszeit bis zum Baubeginn einkalkuliert habe. Es 

sei jedoch willkürlich, die rein spekulative Vorbereitungszeit in die Beurtei-

lung miteinzubeziehen; massgebend könne einzig die effektive Bauzeit 

sein und darin würden sich die zwei Angebote kaum unterscheiden. Das 

Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung am 22. Juni 2015 als Aus-

gangspunkt der Berechnungen der Beschwerdegegnerin 2 sei völlig un-

realistisch und lediglich mit dem Hintergedanken erfolgt, bei Beginn der 3-

monatigen Wintersperre am 15. Dezember (vgl. Art. 45 BauG der betref-

fenden Gemeinde) den Rohbau beendet zu haben, um mit dem Innen-

ausbau weiterarbeiten zu können. Die Beschwerdeführerin habe hinge-

gen realistischerweise mit einem Baubeginn erst im Herbst 2015 gerech-

net und komme so in die Wintersperre. Dafür dürfe sie nicht bestraft wer-

den. Sie hätte die Ausschreibungsunterlagen betreffend "Bezugstermin" 

nicht anfechten müssen, weil sie davon habe ausgehen dürfen, dass bei 

der Bewertung dieses Kriteriums geprüft werde, ob die Anbieter ein realis-

tisches Terminprogramm vorlegen würden oder nicht. Vor diesem Hinter-

grund und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungswesens, 3. Aufl., 

Zürich et al. 2013, N 1258 mit weiteren Hinweisen) sei diese Rüge daher 

nicht verspätet. Insofern werde gar nicht der Bezugstermin als Messkrite-

rium beanstandet, sondern die Tatsache, dass bei der Beschwerdegegne-

rin 2 ein Bezugstermin als massgeblich erachtet wurde, welcher unter ei-

ner Bedingung stand (Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung bis 

22. Juni 2015), welche schlicht nicht eingehalten werden könne.

Die Beschwerdegegnerin 1 verweist auf die Ausschreibungsunterlagen, in 

welchen der Bezugstermin und nicht die effektive Bauzeit als massgeblich 

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bezeichnet und für die Bewertung eine Notenskala hinterlegt wurde (vgl. 

Beilage B.3). Wäre die Beschwerdeführerin mit diesem Bewertungsmo-

dus aber nicht einverstanden gewesen, hätte sie die Ausschreibungsun-

terlagen anfechten müssen. Mit ihrer nachträglichen Rüge sei sie nicht zu 

hören bzw. darauf sei im vorliegenden Verfahren nicht einzutreten. Selbst 

wenn eingetreten würde, so gelte, dass die Orientierung am Bezugster-

min nicht willkürlich sei, weil damit dem Volkswillen nach einer raschen 

Realisierung des Bauprojekts Rechnung getragen werde. Hinzu komme, 

dass die effektive Bauzeit der Beschwerdeführerin länger sei als diejenige 

der Beschwerdegegnerin 2; selbst aber wenn sie gleich lange wäre, und 

somit beide Anbieterinnen die volle Punktezahl (50 Punkte) erhalten wür-

den, läge die Beschwerdegegnerin 2 immer noch vor der Beschwerdefüh-

rerin. Die Beschwerdeführerin habe verschiedenenorts unrealistisch lange 

Bearbeitungszeiten eingerechnet, z.B. 39 Tage für das Einreichen des 

Baugesuchs bei einer Offerte auf Stufe Bauprojekt; die Beschwerdegeg-

nerin 2 habe demgegenüber hierfür nur 10 Tage eingesetzt, was realis-

tisch sei; weiter warte die Beschwerdeführerin das Baubewilligungsver-

fahren ab, bevor sie die Werk- und Detailplanung sowie eigene Submissi-

onen an die Handwerkunternehmungen (insgesamt 180 Tage) vornehme, 

wogegen die Beschwerdeführerin diesen Prozess parallel zum laufenden 

Baubewilligungsverfahren vornehme; weder die Beschwerdeführerin noch 

die Beschwerdegegnerin 2 hätten zudem ein Beschwerdeverfahren be-

treffend Vergabe einkalkuliert. Insgesamt habe die Beschwerdegegnerin 2 

geschickter geplant, was zu einem deutlich früheren Baubeginn führe.

Die Beschwerdegegnerin 2 verweist noch auf den Endtermin ihres Bau-

programmes am 22. April 2016, während derjenige der Beschwerdeführe-

rin mit dem Datum 9. Dezember 2016 angegeben sei. Die reine Bauzeit 

betrage bei ihr 229 Tage, bei der Beschwerdeführerin aber 365 Tage. Bei 

der Kalkulation der Vorbereitungszeit habe die Beschwerdeführerin die 

von ihr beeinflussbaren Positionen unrealistisch hoch und damit nicht 

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nachvollziehbar eingesetzt (z.B. 41 Tage für Vertragsverhandlungen). 

Gemäss Ausschreibungsunterlagen sei aber der Bezugstermin massge-

blich, was bedeute, dass Bauzeit und Vorbereitungszeit zusammenge-

rechnet würden. Weil die Beschwerdeführerin mehr als 6 Monate länger 

brauche als sie selber, sei dieses Kriterium zu Recht mit null Punkten be-

wertet worden. Wolle die Beschwerdeführerin den Bezugstermin als fal-

sches Zuschlagskriterium rügen, sei sie verspätet. Werde auf die Rüge 

dennoch eingetreten, so müsse festgehalten werden, dass die Beschwer-

degegnerin 2 ein realistisches Terminprogramm abgegeben habe, wel-

ches auch ohne Weiteres hätte eingehalten werden können, zumindest in 

den Teilen, welche in ihrem eigenen Einflussbereich stehen. Bei den an-

deren Teilen habe sie die normalen Bearbeitungsdauern gemäss Art. 49 

KRVO eingesetzt – dies etwa im Gegensatz zur Beschwerdeführerin, 

welche für das Baubewilligungsverfahren nur gerade 40 anstatt 60 Tage 

eingesetzt habe.

b) Vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese 

Rüge zuzulassen. Die Vergabe erfolgte nachweislich am 25./26. Februar 

2015, weshalb das Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung am 19. 

Juni 2015 (Baueingabe vom 23. März 2015) jedenfalls nicht unrealistisch 

erscheint. So benötigt die Beschwerdegegnerin 2 gemäss ihrem Termin-

programm nach Ablauf der Beschwerdefrist nach dem Zuschlag zehn Ta-

ge für das Einreichen des Baubewilligungsgesuchs, die Beschwerdefüh-

rerin hingegen 39 Tage; führt man sich vor Augen, dass im Ausschrei-

bungsverfahren eine Offerte auf Stufe Bauprojekt verlangt wurde, so ist 

der Aufwand, auf dieser Basis innert 10 Tagen ein Baubewilligungsge-

such zu erstellen gewiss realistisch; weshalb hierfür 39 Tage eingesetzt 

werden sollten, bleibt unerfindlich. Die Beschwerdeführerin zeigt in ihrer 

Argumentation auch nicht konkret auf, was an dieser Bearbeitungsdauer 

unrealistisch sein soll. Dass bei einer solchen Berechnung Beschwerde- 

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und Einspracheverfahren nicht eingerechnet werden, ist klar – was ja 

auch die Beschwerdeführerin selber nicht getan hat. Im Gegensatz zur 

Beschwerdegegnerin 2 hat aber die Beschwerdeführerin die Bearbei-

tungsdauer des Baubewilligungsgesuchs unter der Vorgabe gemäss 

Art. 49 KRVO eingesetzt, was jedenfalls nicht für das Terminprogramm 

der Beschwerdeführerin spricht. Es ist festzuhalten, dass die Beschwer-

degegnerin 2 ihr Terminprogramm straffer und effizienter gestaltete, so-

dass das Rohbauende bereits Ende November 2015 hätte erfolgen kön-

nen. Dieses Zwischenziel ist entscheidend, um die Wintersperre produktiv 

nutzen zu können. Dies alles führte dazu, dass die Beschwerdegegnerin 

2 realistischerweise die Bauvollendung mehr als 6 Monate früher als die 

Beschwerdeführerin hätte realisieren können. An der Bewertung und 

Punkteverteilung gibt es demzufolge nichts auszusetzen.

 

Der Vollständigkeit halber sei noch vermerkt, dass sich am Endergebnis 

in beiden Fällen nichts ändern würde, wenn sowohl bei der Beschwerde-

führerin als auch bei der Beschwerdegegnerin 2 deren Bewertungen be-

züglich "Termine" auf 50 Punkte oder auf null Punkte festgelegt würde.

c) Für das Gericht steht damit als zweites Zwischenergebnis fest, dass die 

Beschwerdegegnerin 1 die beiden hier interessierenden Angebote korrekt 

bewertet hat. Die Beschwerde ist daher auch unter diesem Gesichtspunkt 

abzuweisen.

9. a) Aus dem Gesagten ergibt sich zusammengefasst, dass die angefochtene 

Vergabeverfügung vom 25./26. Februar 2015 in jeder Beziehung rechtens 

ist und daher unter keinem griffigen Rechtstitel aufgehoben werden kann. 

Der Hauptantrag in der Beschwerde ist damit bis und mit dem subeventu-

aliter gestellten Antrag abzuweisen. Der subsubeventualiter gestellte An-

trag entfällt, weil superprovisorisch jegliche Vollzugshandlungen unter-

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bunden wurden. Mit diesem Sachurteil entfällt auch der formelle Antrag 

betreffend aufschiebende Wirkung für die frist- und formgerecht erhobene 

Beschwerde.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Das Gericht erachtet dabei eine Staatsgebühr von Fr. 12'000.-- als der 

wirtschaftlichen Dimension des Bauprojekts, der Komplexität des Falles 

und der beachtlichen Zahl an Rügen angemessen. 

c) Aussergerichtlich hat die Beschwerdeführerin die anwaltlich vertretene 

und obsiegende Beschwerdegegnerin 2 laut Art. 78 Abs. 1 VRG noch zu 

entschädigen, wobei dazu auf die Honorarnote des Rechtsvertreters der 

Beschwerdegegnerin 2 vom 24. Juni 2015 abgestellt werden darf. Der 

darin ausgewiesene Arbeits- und Zeitaufwand (total 24.75 Std. à Fr. 250.-

-[Fr. 6'187.50] plus 3% Spesen/Barauslagen [Fr. 185.65]) ist gerechtfertigt 

und bedarf daher keiner Korrekturen. Allerdings wurde vom betreffenden 

Rechtsvertreter nicht aufgezeigt, dass es der Beschwerdegegnerin 2 ver-

wehrt wäre, die Mehrwertsteuer (MWST) als Vorsteuerabzug geltend zu 

machen (vgl. VGU R 2014 87 vom 14. April 2015 E.4). Die Entschädigung 

ist deshalb ohne MWST zuzusprechen, was letztlich eine Parteientschä-

digung von Fr. 6'373.15 zu Lasten der Beschwerdeführerin bzw. zu Guns-

ten der Beschwerdegegnerin 2 ergibt. Der Beschwerdegegnerin 1 steht 

hingegen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine aussergerichtliche Entschä-

digung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 12'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 428.--

zusammen Fr. 12'428.--

gehen - solidarisch haftend - zulasten der A._____ (bestehend aus: 

A.1._____ AG, A.2._____ AG, A.3._____ AG, A.4._____ AG) und sind in-

nert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die A._____ (bestehend aus: A.1._____ AG, 

A.2._____ AG, A.3._____ AG, A.4._____ AG), unter sich solidarisch haf-

tend für das Ganze, die B._____ (bestehend aus: B.1._____AG, 

B.2._____ AG, B.3._____) mit gesamthaft Fr. 6'373.15 (ohne MWST) zu 

entschädigen.

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