# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e067dc41-6439-581d-b0d4-3fe97a22d57d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.05.2010 E-3207/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3207-2010_2010-05-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3207/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, Irak,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 27. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-3207/2010

Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101), 

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101),

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge [FK, SR 0.142.30]),

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999 
(AsylV 1, SR 142.311),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest, 

dass der kurdische Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein 
Heimatland am 21. November 2009 mit einem nicht auf seine Person 
ausgestellten Reisepass auf  dem Landweg verliess und nach einem 
über zweimonatigen Aufenthalt in der Türkei am 15. Februar 2010 in 
die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  im  B._____  vom  BFM  am  26.  Februar  2010  summarisch 
befragt und am 16. April 2010 zu seinen Asylgründen in einer direkten 
Anhörung befragt wurde,

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dass er vorbrachte, er sei in der Provinz Dohuk geboren und habe bis 
vor  fünf  Jahren  dort  gelebt,  bevor  er  mit  seiner  Familie  nach  (...) 
übergesiedelt sei,

dass er in den letzten drei  Jahren vor seiner Ausreise aus dem Hei-
matland als (...) beschäftigt gewesen sei,

dass er  im Herbst  2009 von zwei beziehungsweise drei  jungen Ara-
bern aufgefordert  worden sei,  vor dem Haus seines Arbeitgebers ei-
nen Sprengsatz zu deponieren, dieses Ansinnen jedoch zurückgewie-
sen und die Polizei informiert habe,

dass die Männer von der Anzeige erfahren und am 15. November 2009 
ein Drohschreiben in den Haushof seiner Familie geworfen hätten,

dass er deshalb sein Heimatland verlassen habe,

dass bezüglich  der  Vorbringen des Beschwerdeführers im Einzelnen 
auf die Akten zu verweisen ist,

dass vorgängig der direkten Anhörung im Auftrag der BFM-Fachstelle 
LINGUA am 31. März  2010 aufgrund eines  einstündigen  Gesprächs 
mit dem Beschwerdeführer vom 12. März 2010 eine länder- und kultur-
kundliche sowie eine sprachwissenschaftliche Analyse erstellt wurde,

dass das BFM mit  Verfügung vom 27. April  2010 in  Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung feststellte, der Sprach- 
und Herkunftstest habe ergeben, dass der Beschwerdeführer eindeutig 
in einem kurdischen Milieu sozialisiert worden sei, seine vorherrschen-
de Sozialisation definitiv nicht in (...), sondern höchstwahrscheinlich im 
Gebiet  von Dohuk stattgefunden habe und das Gutachten die schon 
anlässlich  der  Befragung  im  EVZ  deutlich  erkennbare,  eklatante 
Unvertrautheit mit dem Gebiet und dem Ort (...) bestätige,

dass  das  Bundesamt zur  Begründung  der  Anwendung  von  Art.  32 
Abs. 2 Bst. a AsylG anführte, der Beschwerdeführer habe eine Identi-
tätskarte, ausgestellt am 15. Mai 2008 in (...), zu den Akten gereicht, 
bei  der  es sich  gemäss Untersuchungsergebnis  der  Ausweisprüfung 
der  Kriminaltechnischen  Abteilung  der  Kantonspolizei  Zürich  vom 3. 
April  2010 um eine Totalfälschung handle,  sowie  beim eingereichten 

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Nationalitätenausweis, ausgestellt  am 3. Dezember 2008 ebenfalls in 
(...),  eine Blankofälschung respektive ein erschlichener Ausweis nicht 
ausgeschlossen werden könne,

dass angesichts der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen und der als To-
talfälschung erkannten eingereichten Identitätskarte vorliegend davon 
ausgegangen werden könne, dass es sich beim eingereichten Natio-
nalitätenausweis um ein gefälschtes respektive ein erschlichenes Pa-
pier handle,

dass  der  Beschwerdeführer  bezeichnenderweise  nicht  mehr  wisse, 
wann und bei  welcher amtlichen Stelle  er  den Nationalitätenausweis 
erworben und zur Erlangung eines solchen Dokumentes unzutreffende 
Angaben gemacht habe,

dass es sich bei den eingereichten gefälschten Dokumenten demnach 
nicht um Reise- oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 1 Bst. b und c 
AsylV  1  handle  und  keine  entschuldbaren  Gründe  vorlägen,  die  es 
dem Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, solche einzureichen, da 
er trotz entsprechenden Vorhalts daran festgehalten habe, die einge-
reichten Papiere seien echt,

dass er auch weder die Voraussetzungen von Art. 3 oder Art. 7 AsylG 
erfülle  noch  weiterer  Abklärungsbedarf  zur  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft oder zum Wegweisungsvollzug erkennbar sei,

dass nebst dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nur diffus habe 
angeben können, wann und wieviele Male er von den mutmasslichen 
Terroristen kontaktiert worden sei, dieser sich an den Inhalt des Droh-
briefes praktisch nicht mehr zu erinnern vermöge,

dass deshalb gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylge-
such nicht einzutreten sei,

dass der Wegweisungsvollzug in das Heimatland des Beschwerdefüh-
rers durchführbar (zulässig, zumutbar und möglich) sei,

dass insbesondere auch keine individuellen Gründe gegen die Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen würden,

dass seine geltend gemachte, indessen weder belegte noch erkenn-
bare, (Geh-)Behinderung offensichtlich keine Beeinträchtigung darge-

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stellt habe, wenn er sowohl als (...), als später auch in der Türkei im 
Kartongewerbe habe arbeiten können,

dass er auf ein intaktes Beziehungsnetz zurückgreifen könne und zu-
dem die Familie bereits in  der Vergangenheit  vom Onkel väterlicher-
seits unterstützt worden sei,

dass der Beschwerdeführer am 4. Mai 2010 (Poststempel) beim Bun-
desverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM 
vom 27. April 2010  einreichte und beantragt, die angefochtene Verfü-
gung sei aufzuheben und das Verfahren zwecks materieller Prüfung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass  er  infolge  Unzumutbarkeit  sowie  Unzulässigkeit  des  Wegwei-
sungsvollzuges im Sinne von Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG vorläufig aufzu-
nehmen sei,

dass ihm die Bezahlung des Kostenvorschusses sowie der Verfahrens-
kosten zu erlassen und eine angemessene Parteientschädigung aus-
zurichten sei,

dass für die Nachreichung einer Beschwerdeergänzung eine Frist von 
drei  Wochen zu gewähren sei,  da  sich  das  Anhörungsprotokoll  vom 
16. April  2010 nicht bei den vom BFM dem Beschwerdeführer zuge-
stellten Akten befunden habe,

dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Mai 2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen,

dass das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit Verfü-
gung vom 10. Mai  2010 das Anhörungsprotokoll  vom 16. April  2010 
(Akten BFM A20/12) zustellte und Gelegenheit einräumte, innert  fünf 
Arbeitstagen ab Erhalt der Verfügung eine Beschwerdeergänzung ein-
zureichen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Mai 2010 (Poststem-
pel)  eine  Beschwerdeergänzung  nachreichte  und  diese  am  19.  Mai 
2010 beim Bundesverwaltungsgericht eintraf (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des  BFM ent-
scheidet  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 -  33  VGG und Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1 BGG),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist, so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 32-35 AsylG),  die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz 
zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen  materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1.),

dass indessen bei der Anwendung des Tatbestandes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG vorweg über das Bestehen beziehungsweise 
Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell  zu 
entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung 
möglich ist,  wobei das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft  Vor-
aussetzung  zu  einem  Nichteintretensentscheid  nach  dieser  Bestim-
mung  bildet  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwal-
tungsgerichts BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5),

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dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft - allerdings 
nur hinsichtlich der Überprüfung deren offensichtlichen Fehlens - Pro-
zessgegenstand ist (vgl. a.a.O., E. 2.1),

dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Vollzugs nach dem 
Nichteintreten auf  ein Asylgesuch materiell  prüft,  weshalb  dem Bun-
desverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich 
vorliegend, wie nachfolgend  aufgezeigt, um eine solche handelt, wes-
halb  der  Beschwerdeentscheid nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende 
Person den Behörden nicht  innert  48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgibt, ausser sie könne glaub-
haft  machen, sie  sei  dazu aus entschuldbaren Gründen nicht  in  der 
Lage, oder auf  Grund der Anhörung sowie gestützt auf  Art. 3 und 7 
AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder sich auf Grund 
der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft oder  eines Wegweisungsvollzugshindernis-
ses nötig sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 3 AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung ermöglichen" sollen (E. 6)  und unter  Vorbehalt  des Vorlie-
gens entschuldbarer Gründe ein Nichteintretensentscheid selbst dann 
zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender Ausweispapiere keine Zweifel 
über die Identität des oder der Asylsuchenden bestehen (E. 5.3. a.E.),

dass der Einwand in der Rechtsmitteleingabe, dem Beschwerdeführer 
würde das Ergebnis  der Kriminaltechnischen Abteilung der  Kantons-
polizei Zürich nicht vorliegen, weshalb er dazu keine Stellung nehmen 
könne, nicht gehört werden kann, da ihm anlässlich der Anhörung vom 

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16. April  2010 zum Vorhalt  der  Einreichung  gefälschter  Identitätsdo-
kumente das rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass der Einschätzung des BFM, wonach angesichts der Unglaubhaf-
tigkeit  der  Vorbringen  und  der  als  Totalfälschung  erkannten  einge-
reichten Identitätskarte vorliegend davon ausgegangen werden könne, 
dass  es  sich  beim  eingereichten  Nationalitätenausweis  um  ein  ge-
fälschtes  respektive  ein  erschlichenes  Papier  handle,  und  der  Be-
schwerdeführer bezeichnenderweise nicht mehr wisse, wann und bei 
welcher amtlichen Stelle er diesen Ausweis erworben und zu dessen 
Erlangung unzutreffende Angaben gemacht habe, zu folgen ist,

dass der Vorhalt in der Rechtsmitteleingabe und in der Beschwerdeer-
gänzung,  das BFM gehe ohne jegliche Anhaltspunkte von einer Fäl-
schung des Nationalitätenausweises aus,  somit  als  in  jeder  Hinsicht 
unzutreffend zurückzuweisen ist,

dass  zudem  der  Erklärungsversuch  in  der  Rechtsmitteleingabe,  es 
handle sich beim Beschwerdeführer um eine Person, die nie zur Schu-
le gegangen sei, demzufolge weder lesen noch schreiben könne, wes-
halb er  sich bezüglich Ausstellung von Dokumenten nicht  auskenne, 
nicht stichhaltig ist,

dass  aufgrund  dieser  Situation  die  Identität  des  Beschwerdeführers 
nach wie vor nicht feststeht,

dass das BFM zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer  habe trotz 
Vorhalts  des  gegenteiligen  Befundes  daran  festgehalten,  die  einge-
reichten Papiere seien echt (A20/12 F6 - F15),

dass das BFM demnach im Resultat zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
es lägen keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerde-
führer verunmöglicht hätten, (rechtsgenügliche) Reise- oder Identitäts-
papiere einzureichen,

dass weiter - unter Beachtung der in BVGE 2007/8 aufgestellten Richt-
linien (E. 5.6) - zu prüfen ist, ob auf Grund der Anhörung (und der Ak-
ten)  weitere  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  von  Wegweisungsvollzugshindernissen nötig  sind  oder  gar  die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  ist  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c 
AsylG), oder ob bereits aufgrund einer summarischen Prüfung festge-

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stellt  werden kann,  dass  die  asylsuchende Person die  Flüchtlingsei-
genschaft offensichtlich nicht erfüllt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Rahmen einer  Gesamtwürdi-
gung der Anhörungsprotokolle in Bestätigung der vorinstanzlichen Er-
kenntnisse zum Schluss gelangt, dass die Flüchtlingseigenschaft des 
Beschwerdeführers offensichtlich nicht besteht und ohne besonderen 
Begründungsaufwand  ausgeschlossen  werden  kann  (vgl.  a.a.O., 
E. 5.6.6.), zumal er in Bezug auf seine angeblichen Erlebnisse in zen-
tralen Aspekten widersprüchliche und  weitgehend substanzlose Anga-
ben gemacht hat,

dass auf die überzeugende vorinstanzliche Argumentation in der an-
gefochtenen Verfügung abgestellt werden darf,

dass dem -  im Übrigen nicht weiter begründeten - Vorbringen in der 
Beschwerdeergänzung, der Beschwerdeführer habe seine Asylvorbrin-
gen äusserst plausibel dargelegt, nicht gefolgt werden kann,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  bezüglich  der  Verfol-
gungs-  und  Fluchtgründe  aufgrund  der  Aktenlage  offensichtlich  die 
Voraussetzungen  zur  Anerkennung  als  Flüchtling  nicht  erfüllen  und 
keine weiteren Abklärungen notwendig erscheinen,

dass deshalb keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG aufgeführten, dem 
Regelfall des Nichteintretens bei Erfüllen des Tatbestandes von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe vorliegt,  zumal,  wie 
sich im Folgenden zeigt, auch keine zusätzlichen Abklärungen zur Fest-
stellung von Wegweisungsvollzugshindernissen notwendig sind,

dass das BFM mithin  zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt  und der Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf  Erteilung einer solchen hat,  weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 

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wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in 
den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG), und keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 
Land  gezwungen  werden  darf,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder 
in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 
zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; Art. 33 Abs. 1 FK),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  der  Beschwerdeführer  keine  asylrechtlich  erhebliche  Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermag, weshalb das in 
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ments im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet  und keine 
Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende men-
schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK oder Art. 3 
FoK ersichtlich sind,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Grundsatzurteil 
BVGE 2008/5 ausführlich mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs  in  den  kurdischen  Nordirak  befasst  hat  und  zum 
Schluss gelangte, dass in den Provinzen Dohuk, Erbil und Suleymania 
keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und die dortige politische 
Lage nicht dermassen angespannt ist, dass eine Rückführung dorthin 
als generell unzumutbar betrachtet werden müsste,

dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts die 
Anordnung des Wegweisungsvollzugs voraussetzt, dass die betreffen-
de Person ursprünglich aus der vorstehend erwähnten nordirakischen 
Region stammt oder längere Zeit dort gelebt hat und über ein soziales 
Netz (Familie, Verwandtschaft oder Bekanntenkreis) oder über Bezie-
hungen zu den herrschenden Parteien verfügt,

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dass der Beschwerdeführer aus Dohuk stammt,

dass  aufgrund  der  Aktenlage nicht  glaubhaft  gemacht  ist,  dass  sich 
der Beschwerdeführer und seine Familie in den letzten fünf Jahren in 
(...) aufgehalten hätten,

dass der Einwand in der Beschwerdeergänzung, der Beschwerdefüh-
rer  habe  keinen  Bezug  mehr  zu  Dohuk,  demnach nicht  überzeugen 
kann,

dass  sich  aus  den Akten und den Angaben des Beschwerdeführers 
keine  hinreichend  konkreten  Anhaltspunkte  ergeben,  die  darauf 
schliessen liessen,  er  gerate im Falle eines Wegweisungsvollzugs in 
die nordirakische Provinz Dohuk aus individuellen Gründen wirtschaft-
licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohen-
de Situation,

dass daran auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Gehbe-
hinderung in entscheidrelevanter Hinsicht nichts zu ändern vermag,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht erwog, zu der 
von  einem  Naturheiler  festgestellten  Gehbehinderung  habe  der  Be-
schwerdeführer  weder  genaueren  Angaben  machen  können  noch 
habe er hiefür Belege beigebracht, und zudem habe er auch nicht an-
gegeben, seitens des Naturheilers eine Behandlung erfahren oder ver-
ordnet bekommen zu haben,

dass  das  BFM zu  Recht  ausführt,  für  den  Beschwerdeführer  könne 
von einem tragfähigen familiären Beziehungsnetz ausgegangen wer-
den,

dass es unter diesen Umständen dem Beschwerdeführer zuzumuten 
ist, sich wieder im kurdischen Nordirak (Dohuk) einzugliedern,

dass ihm zudem die Rückkehrhilfe der Schweiz die Wiederansiedlung 
in seiner Heimat erleichtern kann,

dass der Vollzug der Wegweisung in die Provinz Dohuk unter diesen 
Umständen - übereinstimmend mit dem BFM - nicht als unzumutbar zu 
bezeichnen ist,

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dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), 

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag, inwiefern 
die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserhebli-
chen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unange-
messen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht, 

dass gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Erhebung von Verfahrens-
kosten abgesehen werden kann, wenn die erforderlichen Mittel fehlen 
und die Begehren nicht aussichtslos erscheinen,

dass sich die Beschwerdebegehren - wie vorstehend aufgezeigt - als 
aussichtslos erwiesen haben, weshalb schon deshalb, das heisst ohne 
Prüfung der angeblichen beziehungsweise nicht belegten Bedürftigkeit, 
das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  abzu-
weisen und die Kosten von Fr. 600.− (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 
Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass das Gesuch um Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses 
mit vorliegenden Urteil gegenstandslos ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Ausländerbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Christoph Berger

Versand: 

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