# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d9fde8d-05c4-5632-8111-36df138ff0d0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.03.2014 BVGE 2014/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-1_2014-03-11.pdf

## Full Text

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 1 

 

LANDESRECHT — DROIT NATIONAL —  

DIRITTO NAZIONALE 

1 Staat – Volk – Behörden 
 Etat – Peuple – Autorités 
 Stato – Popolo – Autorità 

1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. X. und Y. gegen Bundesamt für Migration 

C‒4524/2012 vom 11. März 2014 

Visumserteilung im Anwendungsbereich der Schengen-Assoziie-

rungsabkommen. Formelle Beschwer. Berücksichtigung der Recht-

sprechung des EuGH. Beurteilungsspielraum der Behörden. Erfor-

dernis der gesicherten Wiederausreise. Diskriminierungsverbot. 

Art. 8 Abs. 2 BV. Art. 5 und Art. 6 AuG. Art. 48 Abs. 1 VwVG. Art. 2, 

Art. 7 ff. und Art. 12 VEV. Art. 8 SAA. Art. 21 Abs. 1, Art. 23 Abs. 4, 

Art. 25 Abs. 3, Art. 30, Art. 32 und Art. 35 Abs. 6 Visakodex. Art. 5 

Schengener Grenzkodex. 

1. Das Kriterium der formellen Beschwer ist erfüllt: Die Beschwer-
deführer waren am Vorverfahren beteiligt, obwohl sie nicht 

selber Einsprache erhoben hatten. Weite Auslegung von Art. 48 

Abs. 1 Bst. a VwVG (E. 1.3.2). 

2. Das Bundesverwaltungsgericht trägt zu einer einheitlichen 
Anwendung und Auslegung des Schengen-Rechts bei, indem es 

die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union 

(EuGH) berücksichtigt und nicht ohne sachliche Gründe davon 

abweicht (E. 4.1.2). 

3. Die in Art. 32 und 35 Abs. 6 Visakodex beziehungsweise in 
Art. 12 Abs. 2 VEV aufgeführten Gründe für die Verweigerung 

eines einheitlichen Visums sind grundsätzlich abschliessend 

(E. 4.1.3‒4.1.4). 

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

2 BVGE / ATAF / DTAF 

 

4. Kommt die Behörde zum Schluss, dass keine Verweigerungs-
gründe vorliegen, darf sie das Visum nicht verweigern. Der Be-

hörde kommt jedoch ein weiter Beurteilungsspielraum zu. Bestä-

tigung der Rechtsprechung, dass das Schengen-Recht kein Recht 

auf Visumserteilung und Einreise vermittelt (E. 4.1.5). 

5. Ein Schengen-Visum darf nur erteilt werden, wenn keine begrün-
deten Zweifel an der Absicht des Gesuchstellers bestehen, den 

Schengen-Raum vor Ablauf des beantragten Visums zu verlassen 

(E. 4.4). 

6. Keine diskriminierenden Auswirkungen der Praxis zur gesicher-
ten Wiederausreise (E. 7.2.4). 

Octroi de visa dans le domaine d'application des accords d'associa-

tion à Schengen. Lésion formelle. Prise en compte de la jurispru-

dence de la CJUE. Pouvoir d'appréciation des autorités. Exigence du 

départ garanti . Interdiction de discrimination. 

Art. 8 al. 2 Cst. Art. 5 et art. 6 LEtr. Art. 48 al. 1 PA. Art. 2, art. 7 ss 

et art. 12 OEV. Art. 8 AAS. Art. 21 al. 1, art. 23 al. 4, art. 25 al. 3, 

art. 30, art. 32 et art. 35 al. 6 code des visas. Art. 5 code frontières 

Schengen. 

1. L'exigence de la lésion formelle est remplie: les recourants 
étaient parties à la procédure devant l'autorité inférieure même 

s'ils n'ont pas eux-mêmes formé opposition. Interprétation large 

de l'art. 48 al. 1 let. a PA (consid. 1.3.2). 

2. Le Tribunal administratif fédéral contribue à l'application et à 
l'interprétation uniformes du droit Schengen en tenant compte 

de la jurisprudence de la Cour de Justice de l'Union européenne 

(CJUE) et en évitant de s'en s'écarter sans raisons objectives 

(consid. 4.1.2). 

3. Les motifs pour refuser un visa uniforme, mentionnés aux art. 32 
et 35 al. 6 du code des visas ainsi qu'à l'art. 12 al. 2 OEV, sont en 

principe exhaustifs (consid. 4.1.3‒4.1.4). 

4. L'autorité ne peut pas refuser le visa si elle arrive à la conclusion 
qu'il n'existe aucun motif de refus. L'autorité dispose toutefois 

d'un large pouvoir d'appréciation. Confirmation de la jurispru-

dence selon laquelle le droit Schengen ne confère aucun droit à 

l'entrée et à l'octroi d'un visa (consid. 4.1.5). 

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 3 

 

5. Un visa Schengen ne peut être octroyé que s'il n'existe aucun 
doute fondé quant à l'intention du requérant de quitter l'Espace 

Schengen à l'échéance du visa demandé (consid. 4.4). 

6. La pratique relative au départ garanti n'a pas de conséquences 
discriminatoires (consid. 7.2.4). 

Rilascio di un visto nel campo d'applicazione degli Accordi di asso-

ciazione alla normativa di Schengen. Lesione formale. Presa in consi-

derazione della giurisprudenza della CGUE. Margine di apprezza-

mento a disposizione delle autorità. Requisito della garanzia della 

partenza. Principio di non discriminazione. 

Art. 8 cpv. 2 Cost. Art. 5 e art. 6 LStr. Art. 48 cpv. 1 PA. Art. 2, 

art. 7 segg. e art. 12 OEV. Art. 8 AAD. Art. 21 cpv. 1, art. 23 cpv. 4, 

art. 25 cpv. 3, art. 30, art. 32 e art. 35 cpv. 6 codice dei visti. Art. 5 

codice frontiere Schengen. 

1. La condizione della lesione formale è adempiuta: pur non avendo 
fatto opposizione personalmente, i ricorrenti hanno partecipato 

alla procedura di primo grado. Interpretazione estensiva dell' 

art. 48 cpv. 1 lett. a PA (consid. 1.3.2). 

2. Tenendo conto della giurisprudenza della Corte di giustizia 
dell'Unione europea (CGUE) ed evitando di scostarsene senza 

motivi oggettivi, il Tribunale amministrativo federale contri-

buisce all'applicazione e interpretazione uniforme del diritto 

Schengen (consid. 4.1.2). 

3. L'enumerazione dei motivi di rifiuto del visto uniforme 
contemplata agli art. 32 e 35 cpv. 6 del codice dei visti, rispet-

tivamente all'art. 12 cpv. 2 OEV è di principio esaustiva 

(consid. 4.1.3‒4.1.4). 

4. Qualora giunga alla conclusione che non sussistono motivi di 
rifiuto, l’autorità non può rifiutare il visto. Essa dispone comun-

que di un ampio margine di apprezzamento. Conferma della 

giurisprudenza secondo cui il diritto Schengen non conferisce il 

diritto alla concessione di un visto e all'entrata (consid. 4.1.5). 

5. Un visto Schengen può essere rilasciato soltanto se non sussistono 
legittimi dubbi quanto all'intenzione del richiedente di lasciare lo 

spazio Schengen entro la scadenza del visto richiesto 

(consid. 4.4). 

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

4 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6. Nessun effetto discriminatorio della prassi sulla garanzia della 
partenza (consid. 7.2.4). 

 

Z., Staatsangehörige von Bangladesch, geboren 1976 (nachfolgend: Ge-

suchstellerin), beantragte am 1. April 2012 bei der Schweizerischen Bot-

schaft in Dhaka ein Schengen-Visum für einen 90-tägigen Besuchsauf-

enthalt vom 3. Mai bis zum 30. Juli 2012 bei X. und Y. (nachfolgend: 

Gastgeber, Beschwerdeführer).  

Mit Verfügung vom 10. April 2012 lehnte die Botschaft das Gesuch um 

Visumserteilung ab, da die Absicht der Gesuchstellerin, den Schengen-

Raum vor Ablauf des Visums wieder zu verlassen, als nicht gesichert 

erscheine. Die Gesuchstellerin erhob am 7. Mai 2012 Einsprache. 

Das Bundesamt für Migration (BFM) wies die Einsprache am 10. August 

2012 ab. Die Gesuchstellerin sei eine 36-jährige, erwerbslose und verwit-

wete Mutter. Sie habe im Herkunftsland keine besonderen Verpflich-

tungen, welche das aufgrund der dortigen Situation hohe Risiko einer 

nicht anstandslosen Rückkehr als entsprechend gering erscheinen lassen 

könnte. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die von den Beschwerdeführern 

erhobene Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

1.3 Mangels besonderer Bestimmungen im VGG beurteilt sich die 
Beschwerdelegitimation nach Art. 48 VwVG. Gemäss Art. 48 Abs. 1 

VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Ver-

fahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat 

(Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(Bst. c). Die Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein, ansonsten 

nicht auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beschwerdelegitimation ist 

von Amtes wegen zu prüfen. 

1.3.1 Als erste Voraussetzung nennt Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG die 
sogenannte formelle Beschwer. Dies bedeutet, dass die beschwerde-

führende Person am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben 

muss, soweit sie dazu in der Lage war, und mit ihren Anträgen ganz oder 

teilweise unterlegen ist (vgl. MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Praxis-

kommentar VwVG, 2009, Art. 48 N. 22; ISABELLE HÄNER, in: Kommen-

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 5 

 

tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, 

Art. 48 N. 6). Ob diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, ist im 

Folgenden zu prüfen (vgl. Urteile des BVGer C‒6404/2011 vom 25. Mai 

2012 E. 1.3; C‒6305/2011 vom 10. April 2013 E. 1.4). 

1.3.2 Im vorliegenden Verfahren erhob die Gesuchstellerin Einsprache 
gegen den abschlägigen Bescheid der Botschaft. Sie unterliess es jedoch, 

gegen den Einspracheentscheid des BFM selber Beschwerde zu führen. 

Die Gastgeber beziehungsweise die Beschwerdeführer erhoben formell 

selber keine Einsprache und konstituierten sich erst im Beschwerdever-

fahren als Partei. Allerdings waren sie insofern am Einspracheverfahren 

beteiligt, als sie mittels des ihnen vom kantonalen Migrationsamt zuge-

stellten Fragebogens bei der Sachverhaltsfeststellung mitwirkten (…). 

Darüber hinaus gaben sie offensichtlich im Hinblick auf die Einsprache 

der Gesuchstellerin nochmals eine schriftliche Garantie bezüglich des 

Verlassens des Schengen-Raums und der fristgerechten Rückreise ab und 

schlossen sich insofern implizit der Einsprache an (…). Zudem gaben sie 

im Einspracheverfahren eine schriftliche Verpflichtungserklärung im 

Sinne von Art. 7 ff. der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Ein-

reise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204) ab und beteiligten sich 

auch dadurch am vorinstanzlichen Verfahren (…). Die Voraussetzung der 

Teilnahme am Vorverfahren ist daher als erfüllt zu betrachten, da Art. 48 

Abs. 1 Bst. a VwVG im vorliegenden Zusammenhang weit auszulegen 

ist (vgl. demgegenüber etwa Urteile des BVGer C‒1780/2011 vom 

18. Februar 2013 E. 1.3; C‒3929/2012 vom 9. April 2013 E. 1.3, in 

denen die Frage der formellen Beschwer in ähnlich gelagerten Fällen 

offengelassen wurde). Dies rechtfertigt sich hier ‒ jedenfalls mit Bezug 

auf den Beschwerdeführer ‒ umso mehr, als die Vorinstanz den Ein-

spracheentscheid nicht nur postalisch an den als Zustelldomizil figu-

rierenden Beschwerdeführer adressierte, sondern sich auch in der Anrede 

und im weiteren Verfügungstext direkt an ihn richtete (vgl. auch 

C‒3929/2012 E. 1.3 in fine).  

1.3.3 Nachdem sowohl das Erfordernis der formellen Beschwer nach 
Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG als auch die weiteren formellen Voraus-

setzungen erfüllt sind (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c, Art. 50 und 

52 VwVG), ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Ver-
letzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes sowie ‒ falls nicht eine kantonale Be-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

6 BVGE / ATAF / DTAF 

 

hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat ‒ die Unangemessenheit gerügt 

werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das 

Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1; 2011/43 E. 6.1; 

2011/1 E. 2). 

3. Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf das Visumsgesuch 
einer bangladeschischen Staatsangehörigen, die für 90 Tage in die 

Schweiz kommen möchte. Da sich diese nicht auf die EU/EFTA-Perso-

nenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufent-

haltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt ihr Gesuch in den 

Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen 

die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz 

(AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsverordnungen gelangen nur so 

weit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine 

abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2‒5 AuG). 

4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsen-
tieren sich im Anwendungsbereich der erwähnten Rechtsgrundlagen wie 

folgt: 

4.1  
4.1.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist ‒ wie andere Staaten auch ‒ grund-

sätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; 

BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.; BVGE 2009/27 E. 3). Das Schengen-Recht 

schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es 

einheitliche Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die 

Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise beziehungsweise das Visum zu 

verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch 

auf Einreise beziehungsweise Visum vermittelt gemäss der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts auch das Schengen-Recht nicht 

(vgl. BVGE 2011/48 E. 4; PETER UEBERSAX, Vom Ausland in die 

Schweiz, Jusletter 5. November 2012, Rz. 7 f.; anderer Meinung ‒ aller-

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 7 

 

dings einzig in Bezug auf die Frage der Einreiseverweigerung an der 

Grenze ‒ EGLI/MEYER, in: Handkommentar zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 3 f.). 

4.1.2 Grundsätzlich sind die Schweizer Gerichte und Behörden auto-
nom in der Anwendung und Auslegung des Schengen-Besitzstands; es 

besteht keine rechtliche Befolgungspflicht bezüglich der Auslegung 

durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Gemäss Art. 8 

des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der 

Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über die Asso-

ziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung 

des Schengen-Besitzstands vom 26. Oktober 2004 (SAA, SR 0.362.31) 

streben die Vertragsparteien jedoch eine einheitliche Anwendung und 

Auslegung des Schengen-Rechts an. Der Gemischte Ausschuss befasst 

sich mit der Rechtsauslegung, wenn sich wesentliche Abweichungen er-

geben; wenn es nicht zu einer Einigung kommt, ist ein Streitbeile-

gungsverfahren vorgesehen (Art. 9 f. SAA). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat zu einer einheitlichen Rechtsanwendung beizutragen, indem es 

die Rechtsprechung des EuGH berücksichtigt und nicht ohne sachliche 

Gründe davon abweicht (vgl. PAUL-LUKAS GOOD, Die Schengen-Asso-

ziierung der Schweiz, 2010, S. 244 ff.; vgl. auch BGE 139 II 393 E. 4.1.1 

mit Bezug auf das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 [FZA, 

SR 0.142.112.681]). Das Schengen-Recht ist sodann gestützt auf die 

völkerrechtliche Methodik nach Treu und Glauben in Übereinstimmung 

mit der gewöhnlichen, seinen Bestimmungen in ihrem Zusammenhang 

zukommenden Bedeutung und im Lichte seines Zieles und Zweckes aus-

zulegen (vgl. Art. 31 ff. des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 

über das Recht der Verträge [VRK, SR 0.111]; BREITENMOSER/ 

WEYENETH, Europarecht, 2012, N. 676 f.). 

4.1.3 Der EuGH hat in einem kürzlich ergangenen Entscheid (Urteil 
vom 19. Dezember 2013 C-84/12 Rahmanian Koushkaki, Publikation in 

der amtlichen Sammlung vorgesehen, nachfolgend: Urteil Rahmanian) 

festgehalten, dass die zuständigen Behörden einen Antrag auf ein einheit-

liches Visum nur in den Fällen ablehnen dürften, in denen dem Antrag-

steller einer der in Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 6 der Verordnung (EG) 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex), ABl. L 243/1 

vom 15.9.2009 aufgezählten Verweigerungsgründe entgegengehalten 

werden könne, wobei ihnen jedoch ein weiter Beurteilungsspielraum 

zukomme (vgl. Urteil Rahmanian Rn. 26 ff., insb. Rn. 63). Der EuGH hat 

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

8 BVGE / ATAF / DTAF 

 

sodann entschieden, dass der Visakodex einer « Kann-Bestimmung », 

wie sie in § 6 Abs. 1 des deutschen Aufenthaltsgesetzes vom 30. Juli 

2004 (AufenthG, BGBl. I S. 1950) enthalten ist, nicht entgegenstehe, 

sofern eine solche Bestimmung in Übereinstimmung mit Art. 23 Abs. 4, 

Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 6 Visakodex ausgelegt werden könne 

(vgl. Urteil Rahmanian Rn. 78). 

4.1.4 Das schweizerische Recht kennt in Art. 12 VEV eine mit § 6 
Abs. 1 AufenthG vergleichbare « Kann-Bestimmung ». Gemäss Art. 12 

Abs. 1 VEV kann ein einheitliches Visum erteilt werden, wenn die Ein-

reisevoraussetzungen nach Art. 2 VEV in Verbindung mit Art. 5 der 

Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-

schreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex), ABl. 

L 105/1 vom 13.4.2006 (nachfolgend: SGK) erfüllt sind (vgl. auch 

Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Auf der anderen Seite ist das einheitliche 

Visum zu verweigern, wenn Verweigerungsgründe nach Art. 12 Abs. 2 

VEV vorliegen. Diese sind abschliessend aufgeführt und entsprechen in-

haltlich weitgehend den in Art. 32 Abs. 1 Visakodex enthaltenen Grün-

den. Es besteht kein sachlicher Grund, von der zitierten Rechtsprechung 

des EuGH abzuweichen, zumal dessen Erwägungen betreffend die syste-

matische Auslegung des Visakodex überzeugen (vgl. Urteil Rahmanian 

Rn. 37 ff.) und der EuGH zutreffend festgestellt hat, dass der Visakodex 

nicht nur bezweckt, illegale Einwanderung zu bekämpfen, sondern auch 

legale Reisen zu erleichtern (vgl. Erwägungsgrund 3 des Visakodex) und 

« Visa-Shopping » vermeiden will (vgl. Erwägungsgrund 18 des Visa-

kodex). Diese Ziele würden infrage gestellt, wenn die Kriterien für die 

Erteilung eines einheitlichen Visums je nachdem, in welchem Schengen-

Staat der Visumsantrag gestellt wird, variieren könnten. Mit Blick auf die 

zitierte Rechtsprechung des EuGH ist jedoch darauf hinzuweisen, dass 

sich aus dem Visakodex weitere Verweigerungsgründe ergeben können, 

ohne dass ein entsprechender Verweigerungstatbestand in Art. 32 Abs. 1 

Visakodex beziehungsweise auf dem korrespondierenden Standardfor-

mular in Anhang VI des Visakodex aufgeführt ist. So darf bei einem 

Reisedokument, das in einem oder mehreren, aber nicht in allen Mit-

gliedstaaten anerkannt wird, nach Art. 25 Abs. 3 Visakodex kein für den 

gesamten Schengen-Raum geltendes « einheitliches Visum » im Sinne 

von Art. 2 Ziff. 3 Visakodex erteilt werden (vgl. auch Art. 12 Abs. 2 

Bst. f VEV). 

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 9 

 

4.1.5 Art. 6 AuG in Verbindung mit Art. 12 VEV ist völker- und damit 
schengenrechtskonform auszulegen (vgl. GOOD, a.a.O., S. 197 ff. m.H.). 

Die « Kann-Bestimmung » des Art. 12 Abs. 1 VEV ist daher so zu 

verstehen, dass ein einheitliches Visum zu erteilen ist, wenn sämtliche 

‒ im Visakodex respektive in der konkretisierenden VEV festgehal-

tenen ‒ Voraussetzungen erfüllt sind. Diese sind freilich teils sehr offen 

formuliert (vgl. insb. E. 4.4). Den Behörden kommt bei der Beurteilung, 

ob die Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt sind, ein weiter 

Beurteilungsspielraum zu. Sie haben davon jedoch pflichtgemäss Ge-

brauch zu machen. Die Behörden sind an die Grundsätze rechtsstaat-

lichen Handelns gebunden und müssen namentlich rechtsgleich und 

willkürfrei entscheiden (vgl. UEBERSAX, a.a.O., Rz. 8 m.H.). Das Bun-

desverwaltungsgericht hat dies sicherzustellen (vgl. E. 2). Kommt die 

Behörde zum Schluss, dass sämtliche Voraussetzungen für die Visums-

erteilung erfüllt sind beziehungsweise dass keine Verweigerungsgründe 

vorliegen, darf sie das Visum nicht verweigern; es besteht kein Rechts-

folgeermessen. Allerdings ist daran festzuhalten, dass das Schengen-

Recht kein Recht auf Visumserteilung und Einreise vermittelt (ein sol-

ches hat auch der EuGH nicht aus dem Visakodex abgeleitet), zumal ein 

erheblicher behördlicher Beurteilungsspielraum verbleibt und Art. 30 

Visakodex ausdrücklich festhält, dass der Besitz eines Visums nicht auto-

matisch zur Einreise berechtigt (vgl. auch UEBERSAX, a.a.O., Rz. 7 f.; 

zustimmend mit Bezug auf die Visumserteilung auch EGLI/MEYER, 

a.a.O., Art. 6 N. 1 und 4). 

4.2 Angehörige von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des 
Schengen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen je Zeit-

raum von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedo-

kumente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Staatsangehörige 

gewisser Länder benötigen zudem ein Visum (vgl. Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der 

Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren-

zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, 

deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, ABl. L 81/1 

vom 21.3.2001). Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inha-

ber eines gültigen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für 

den längerfristigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG; 

Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b SGK). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die 
Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über aus-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

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reichende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG; Art. 2 

Abs. 1 VEV; Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 

Bst. a‒c Visakodex). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, beziehungsweise ausreichende Gewähr für eine 

fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 

Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Weiter dürfen Drittstaats-

angehörige nicht im Schengener Informationssystem zur Einreisever-

weigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche 

Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die inter-

nationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 

Bst. c AuG; Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). Eine Gefahr für die 

öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann 

anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen (vgl. 

EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil des deutschen Bundes-

verwaltungsgerichts 1 C 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29).  

4.4 Die Behörden haben daher zu prüfen und gesuchstellende Per-
sonen dementsprechend zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen 

Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht 

respektive dass die gesuchstellende Person für die gesicherte Wiederaus-

reise Gewähr bietet (vgl. Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 

Visakodex; Art. 5 Abs. 2 AuG; BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung 

des Zusammenhangs mit dem Einreiseerfordernis des belegten Aufent-

haltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). Ein Visum darf nur erteilt 

werden, wenn keine begründeten Zweifel an der Absicht des Gesuchstel-

lers bestehen, den Schengen-Raum vor Ablauf des beantragten Visums zu 

verlassen (vgl. Urteil Rahmanian Rn. 73).  

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt, 
darf kein einheitliches Visum erteilt werden (Art. 32 Visakodex; Art. 12 

VEV). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus 

Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Ver-

pflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehöri-

gen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein « Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit » 

zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur 

für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. 

Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann 

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 11 

 

einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen 

gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

5. Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 (zuletzt geändert 
durch Verordnung [EU] Nr. 1211/2010 des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 15. Dezember 2010, ABl. L 339/6 vom 22.12.2010) listet 

diejenigen Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der 

Aussengrenzen der Schengen Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums 

sein müssen. Da Bangladesch zu diesen Staaten zählt, unterliegt die Ge-

suchstellerin der Visumspflicht. 

6. Die Vorinstanz bezweifelt, dass die Gesuchstellerin die Schweiz 
beziehungsweise den Schengen-Raum wieder anstandslos verlassen wer-

de, und begründet ihre Haltung mit der allgemeinen Lage in ihrem Hei-

matland und mit ihren persönlichen Verhältnissen.  

6.1 Die Beschwerdeführer rügen zunächst, dass es sich bei den Aus-
führungen der Vorinstanz zur gesicherten Wiederausreise der Gesuch-

stellerin um Mutmassungen und Hypothesen handle. Bei der Prüfung der 

Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK beziehungsweise Art. 5 

Abs. 2 AuG stehen die Fragen nach dem Zweck des geplanten Auf-

enthalts und nach der gesicherten Wiederausreise im Vordergrund. Dazu 

lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern nur 

Prognosen treffen. Dies ist nicht zu vermeiden und die Rüge der Be-

schwerdeführer daher unbegründet. Bei der Prognoseerstellung sind alle 

Umstände des Einzelfalles zu würdigen. Anhaltspunkte zur Beurteilung 

der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich aus der all-

gemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers 

ergeben. Namentlich bei Einreisegesuchen von Personen aus Staaten be-

ziehungsweise Regionen mit politisch oder wirtschaftlich ungünstigen 

Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die persönliche 

Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck 

einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung im Einklang steht (vgl. 

Urteile des BVGer C‒5193/2012 vom 6. September 2013 E. 5.1 m.H.; 

C‒6495/2012 vom 8. Oktober 2013 E. 5.1). 

6.2 Die allgemeine Situation im Herkunftsland der Gesuchstellerin 
präsentiert sich wie folgt:  

6.2.1 Bangladesch hat der globalen Wirtschaftskrise bis anhin gut 
Stand gehalten. Das Wirtschaftswachstum betrug im vorangegangenen 

Haushaltsjahr (Juli 2012 bis Juni 2013) 6 %; für das Haushaltsjahr 2013 

wird vom Internationalen Währungsfonds ein Wachstum von 5,7 % pro-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

12 BVGE / ATAF / DTAF 

 

gnostiziert. Infolge der gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwäche der 

EU-Staaten und der USA, den beiden wichtigsten Exportmärkten für 

Bangladesch, ist das Exportwachstum allerdings stark zurückgegangen 

und betrug zuletzt nur 5,9 % (Vorjahr 41,5 %). Die Binnennachfrage ist 

dafür nach wie vor stark und der wachsende Energiebedarf führte zu 

einem rasanten Anstieg der Einfuhr von Erdölerzeugnissen. Beides führte 

dazu, dass die Handelsbilanz im Haushaltsjahr 2013 mit einem Defizit 

von etwa 7 Milliarden USD (2012 ungefähr 10,4 Mrd. USD) schloss. Die 

durchschnittliche jährliche Inflationsrate lag in den letzten fünf Jahren 

bei 7,8 %, was insbesondere auf die stark gestiegenen Strompreise und 

Transportkosten zurückgeführt wird. Fast 31,5 % der rasch wachsenden 

Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von 1.25 USD pro Tag, 

was oft mit Unterernährung einhergeht. Angesichts der für viele schwie-

rigen Lebensbedingungen besteht ein zunehmender Wunsch nach Aus-

wanderung, dessen Realisierung sich unter anderem daran zeigt, dass die 

Rücküberweisungen von Gastarbeitern um 12,6 % gegenüber dem Vor-

jahr auf insgesamt 14,46 Milliarden USD angestiegen sind (vgl. Deut-

sches Auswärtiges Amt < http://www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und 

Europapolitik > Länderinformationen > Bangladesch > Wirtschaft, 

Stand: September 2013, abgerufen im Januar 2014). In der Hauptstadt 

Dhaka leben rund 15 Millionen Menschen. 40 % von ihnen drängen sich 

in den Elendsvierteln auf einem Zwanzigstel der Fläche. Für das kom-

mende Jahrzehnt wird erwartet, dass die Einwohnerzahl der Hauptstadt, 

in die täglich etwa 1 400 Menschen zuwandern, auf 25 Millionen anstei-

gen wird (vgl. « Die Zeit » Nr. 15 vom 4. April 2013 S. 33 [Wissen]). 

6.2.2 Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage im Herkunfts-
land der Gesuchstellerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das 

Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch ein-

schätzt. Dieses Risiko ist erfahrungsgemäss noch erhöht, wenn ‒ wie im 

vorliegenden Fall ‒ durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freun-

den in der Schweiz bereits ein soziales Beziehungsnetz besteht. Ange-

sichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten 

ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem versucht wird, den 

Aufenthalt ‒ einmal eingereist ‒ auf eine andere Basis zu stellen und sich 

so der Pflicht zur Wiederausreise zu entziehen (vgl. Urteil des BVGer 

C‒5984/2012 vom 10. März 2014 E. 6.2). 

6.3  
6.3.1 Bei der Risikoanalyse sind neben den allgemeinen Umständen 
und Erfahrungen sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalls zu 

http://www.auswaertiges-amt.de/

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 13 

 

berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller im Heimatland zum Bei-

spiel eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verant-

wortung, kann dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise 

begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine 

besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich 

nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch 

eingeschätzt werden (vgl. C‒6495/2012 E. 5.3 m.H.). 

6.3.2 Die Gesuchstellerin ist 38 Jahre alt, verwitwet, Mutter einer in-
zwischen dreizehnjährigen Tochter und ohne Erwerbseinkommen. Sie 

lebt bei den Schwiegereltern und ist von diesen finanziell abhängig (…). 

Die Gesuchstellerin ist die Schwägerin des Beschwerdeführers und war 

mit dessen ‒ im Jahr 2001 verstorbenen ‒ Bruder verheiratet (…). Ihre 

Tochter soll für die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz durch die 

Schwiegereltern der Gesuchstellerin beaufsichtigt werden (…). 

6.3.3 Die Vorinstanz führt in ihrem Entscheid aus, dass im Fall der 
Gesuchstellerin keine über das übliche Mass hinausgehenden Verpflich-

tungen bestünden, welche eine Abweichung von der generellen Einschät-

zung, wonach das Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise als 

grundsätzlich hoch einzustufen ist, ermöglichen würden. Daran ändere 

auch das Kindesverhältnis nichts (…). 

6.3.4 Die Beschwerdeführer bestreiten, dass die fristgerechte Wieder-
ausreise der Schwägerin aufgrund ihrer Herkunft nicht gesichert sei. Sie 

hätten ihr nach dem Tod ihres Ehemannes und der leidvollen Zeit, die 

darauf folgte, versprochen, sie in die Schweiz einzuladen und ihr das 

Land zu zeigen. Dies sei auch ein tief gehegter Wunsch der Schwägerin. 

Sie wolle danach wieder in ihr Heimatland zurückkehren und ihre Toch-

ter nicht für länger als diesen Urlaub alleine lassen. Die Beschwerdefüh-

rer geben an, alles tun zu wollen, um sicherzustellen, dass die Gesuch-

stellerin vor Ablauf des Visums den Schengen-Raum wieder verlässt. 

Insbesondere würden sie die Gesuchstellerin bis zum Abflug begleiten. 

6.3.5 Den Akten ist zum Kindesverhältnis lediglich zu entnehmen, 
dass die Gesuchstellerin mit ihrer Tochter bei ihren Schwiegereltern lebt 

und dass ihre Tochter während der Abwesenheit in der Schweiz durch 

diese betreut werden soll (…). Die Beschwerdeführer gehen nicht näher 

auf das Verhältnis der Gesuchstellerin zur Tochter oder auf die Lebens-

umstände der Tochter ein, obwohl die Vorinstanz in der Begründung der 

angefochtenen Verfügung festgehalten hat, dass das Kindesverhältnis 

alleine das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht hinrei-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

14 BVGE / ATAF / DTAF 

 

chend mindere. Dieser Auffassung der Vorinstanz ist grundsätzlich beizu-

pflichten, da das Bestehen eines Kindesverhältnisses als solches das Risi-

ko einer nicht anstandslosen Wiederausreise nicht per se entfallen lässt 

(vgl. Urteil des BVGer C‒6726/2010 vom 18. Januar 2011 E. 9.1). Dies 

gilt auch im vorliegenden Fall. Angesichts des Umstandes, dass die Toch-

ter bereits in einem gemeinsamen Haushalt mit den Schwiegereltern 

wohnt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese die Betreuung der 

Tochter ohne Weiteres übernehmen könnten. Dafür spricht auch der 

Umstand, dass die Tochter 13 Jahre alt ist und inzwischen wohl einen 

geringeren Betreuungsbedarf aufweist. Hinzu kommt, dass nach den An-

gaben der Gesuchstellerin und der Beschwerdeführer die Schwiegereltern 

den Lebensunterhalt der Gesuchstellerin ‒ und damit offensichtlich auch 

den Lebensunterhalt der Tochter ‒ finanzieren. Damit ergeben sich vor-

liegend aus dem Kindesverhältnis keine zwingenden Verantwortlich-

keiten, welche hinreichend Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise 

bieten würden.  

6.3.6 Abgesehen vom Kindesverhältnis machen weder die Beschwer-
deführer andere Verantwortlichkeiten geltend, welche die Gesuchstellerin 

nachhaltig von einer möglichen Emigration abhalten könnten, noch sind 

solche aus den Akten ersichtlich. Insbesondere bestehen mangels Er-

werbstätigkeit auch keine zwingenden wirtschaftlichen Verpflichtungen, 

welche hinreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten 

könnten. An dieser Feststellung vermag auch der Umstand, dass die Ge-

suchstellerin über Bankguthaben (Fixed Deposit Accounts treated as 

liquid assets) im Umfang von rund 18 000 USD verfügt (…), nichts zu 

ändern, da derartige Vermögenswerte durch eine Emigration nicht ver-

loren gehen (vgl. Urteil des BVGer C‒1055/2012 vom 9. Dezember 2013 

E. 7.1). Im Übrigen bleibt offen, woher die Mittel der Gesuchstellerin 

stammen, zumal die Schwiegereltern für ihren Lebensunterhalt aufkom-

men. In Kombination mit der Tatsache, dass die entsprechenden Konti 

mit rund zehn beziehungsweise eineinhalb Monaten erst relativ zeitnah 

zum Visumsgesuch eröffnet wurden (…), werden auch dadurch Zweifel 

an der fristgerechten Wiederausreise begründet. 

6.3.7 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund konnte die 
Vorinstanz im Rahmen des ihr zustehenden Beurteilungsspielraums da-

von ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsauf-

enthalt besteht. Dass die Beschwerdeführer diesbezüglich bürgen wollen, 

ist unerheblich. Gastgeber können für ein bestimmtes Tun oder Unterlas-

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 15 

 

sen des Gastes nicht rechtswirksam einstehen (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). 

Angesichts dieses Ausgangs kann offenbleiben, ob die übrigen Kriterien, 

insbesondere die Frage der Finanzierung des Aufenthalts (…), erfüllt 

wären. 

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Anwendung von 
Art. 5 Abs. 1 und 2 AuG beziehungsweise nach Art. 5 Abs. 1 SGK und 

Art. 32 Abs. 1 Bst. b Visakodex ein für den gesamten Schengen-Raum 

gültiges einheitliches Visum aufgrund der nicht gesicherten Wiederaus-

reise nicht erteilt werden darf. 

7.  
7.1 Die Beschwerdeführer rügen, es dürfe nicht sein, dass die 
Gesuchstellerin, gerade weil sie Witwe sei und keinem Erwerb nachgehe, 

benachteiligt und ihr aufgrund ihres Schicksals illegales Handeln unter-

stellt werde. Sie machen damit sinngemäss einen Verstoss gegen das 

Diskriminierungsverbot geltend (Art. 8 Abs. 2 BV).  

7.2  
7.2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 2 BV darf niemand diskriminiert werden, 
namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des 

Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiö-

sen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer 

körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.  

7.2.2 Eine Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person nicht aufgrund 
ihres individuellen Verhaltens, sondern allein aufgrund ihrer Zugehörig-

keit zu einer bestimmten Gruppe, welche historisch oder in der gegen-

wärtigen sozialen Wirklichkeit tendenziell ausgegrenzt oder als minder-

wertig angesehen wurde, ungleich behandelt wird (vgl. anstatt vieler 

BGE 139 I 292 E. 8.2.1 m.w.H.). Die Gruppen beziehungsweise ihre 

Angehörigen zeichnen sich durch spezifische Eigenheiten oder durch be-

sondere, nicht frei gewählte oder nur schwer aufgebbare Merkmale aus, 

weshalb sie einen besonderen verfassungsmässigen Schutz benötigen 

(vgl. BGE 136 I 309 E. 4.3 m.w.H.). Ob eine bestimmte Gruppe von 

Menschen spezifisch gegen Diskriminierung geschützt ist, bestimmt sich 

nach den in Art. 8 Abs. 2 BV nicht abschliessend aufgezählten Merk-

malen (vgl. BGE 126 II 377 E. 6a). Einen Diskriminierungstatbestand 

stellt namentlich die soziale Stellung dar. Das Diskriminierungsverbot 

richtet sich allerdings nicht gegen die Unterschiede im sozialen und wirt-

schaftlichen Status von Personen. Verhindert werden soll, dass die Be-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

16 BVGE / ATAF / DTAF 

 

troffenen allein wegen ihres Status herabgewürdigt werden (vgl. KIENER/ 

KÄLIN, Grundrechte, 2. Aufl. 2013, S. 435 ff.).  

7.2.3 Die direkte Diskriminierung stellt eine qualifizierte Art der Un-
gleichbehandlung von Personen in vergleichbaren Situationen dar, indem 

sie eine Benachteiligung von Menschen bewirkt, die als Herabwürdigung 

oder Ausgrenzung einzustufen ist, weil sie ausdrücklich an ein verpöntes 

Unterscheidungsmerkmal anknüpft, das einen wesentlichen und nicht 

oder nur schwer aufgebbaren Bestandteil der Identität der betreffenden 

Person ausmacht. Das Diskriminierungsverbot beschlägt insofern auch 

Aspekte der Menschenwürde gemäss Art. 7 BV. Eine indirekte oder 

mittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Regelung, die keine of-

fensichtliche Benachteiligung von spezifisch gegen Diskriminierung 

geschützten Gruppen enthält, in ihren tatsächlichen Auswirkungen Ange-

hörige einer solchen Gruppe besonders benachteiligt, ohne dass dies 

sachlich begründet wäre (vgl. anstatt vieler BGE 139 I 292 E. 8.2.1 

m.w.H.). Ob eine indirekte Diskriminierung vorliegt, ist letztlich anhand 

einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls zu entscheiden 

und kann nicht leichthin angenommen werden (vgl. BGE 138 I 205 

E. 5.5; Urteil des BGer 2C_360/2012 vom 17. August 2012 E. 2.2). Die 

aus direkter oder indirekter Diskriminierung resultierenden Ungleichbe-

handlungen sind qualifiziert zu rechtfertigen (vgl. BGE 135 I 49 E. 4.1 

und 6.1). 

7.2.4 Es ist nicht davon auszugehen, dass die Erwerbslosigkeit einen 
Diskriminierungstatbestand im Sinne von Art. 8 Abs. 2 BV darstellen 

könnte, zumal das Bundesgericht im Zusammenhang mit der Einbürge-

rung festgehalten hat, dass sozialhilfeabhängige Personen kaum als 

verfassungsrechtlich geschützte Gruppe verstanden werden können (vgl. 

BGE 136 I 309 E. 4.2; 135 I 49 E. 5; Urteil des BGer 1D_7/2011 vom 

3. November 2011 E. 5.2 f.). Ähnlich verhält es sich mit dem Witwen-

status, da der Zivilstand als solcher keinen Diskriminierungstatbestand 

bildet (vgl. ETIENNE GRISEL, Egalité: Les garanties de la Constitution 

fédérale du 18 avril 1999, 2. Aufl. 2009, S. 96). Dies braucht vorlie-

gend jedoch nicht vertieft geprüft zu werden, da die Verweigerung der 

Visumserteilung klarerweise keine Diskriminierung der Gesuchstellerin 

darstellt. Eine direkte Diskriminierung fällt vorliegend zum Vornherein 

ausser Betracht, da das Erfordernis der gesicherten Wiederausreise (vgl. 

E. 4.3 f.) und die dazu entwickelte Praxis neutral formuliert sind und 

weder an eine Erwerbstätigkeit noch an einen bestimmten Zivilstand an-

knüpfen. Eine indirekte Diskriminierung läge vor, wenn die Gesuchstel-

Schengen-Visum 2014/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 17 

 

lerin alleine wegen ihrer Erwerbslosigkeit beziehungsweise wegen ihres 

Status als Witwe durch die in der Praxis entwickelten Kriterien zur 

gesicherten Wiederausreise besonders benachteiligt worden wäre. Richtig 

ist, dass das Risiko der nicht anstandslosen Wiederausreise auch auf die 

fehlende wirtschaftliche Verankerung infolge Erwerbslosigkeit zurückzu-

führen ist. Dieses Kriterium war aber nicht alleine ausschlaggebend, so-

dass insbesondere gesellschaftliche oder weitere familiäre Verantwort-

lichkeiten, welche ebenso wirtschaftlich inaktiven Personen obliegen 

können, die Prognose begünstigt hätten. Auf der anderen Seite führt auch 

eine Erwerbstätigkeit nicht zwingend zur Erteilung eines Besucher-

visums (vgl. bspw. Urteil des BVGer C‒4296/2012 vom 27. Mai 2013 

E. 6.2). Mit Bezug auf verwitwete Personen ist sodann festzuhalten, dass 

diese ohne Weiteres gesellschaftliche, familiäre oder wirtschaftliche Ver-

pflichtungen haben können, welche für die Erteilung eines Besucher-

visums sprechen können. Erwerbslose und Witwen werden mithin durch 

das Kriterium der gesicherten Wiederausreise nicht besonders benach-

teiligt.  

8. Es ist somit festzuhalten, dass die Verweigerung der Erteilung 
eines einheitlichen Visums für den gesamten Schengen-Raum aufgrund 

der nicht gesicherten Wiederausreise rechtlich nicht zu beanstanden ist. 

9.  
9.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Visum mit 
räumlich beschränkter Gültigkeit vorliegen. 

9.2 Ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit kann erteilt 
werden, wenn ein Mitgliedstaat es aus humanitären Gründen, aus Grün-

den des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtun-

gen für erforderlich hält, von den allgemeinen Einreisevoraussetzungen 

des Art. 5 Abs. 1 Bst. a und c‒e SGK abzuweichen (Art. 25 Abs. 1 Bst. a 

Ziff. i Visakodex; Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 4 VEV; vgl. E. 4.5). 

Die Voraussetzungen für ein Abweichen von den allgemeinen Einreise-

voraussetzungen sind nicht leichthin anzunehmen. Namentlich ist dem 

Umstand angemessen Rechnung zu tragen, dass die Erteilung eines 

Visums mit räumlich beschränkter Geltung nicht nur eigene Interessen 

berührt, sondern infolge des Wegfalles der Personenkontrollen an den 

Innengrenzen des Schengen-Raums auch die Interessen der übrigen 

Schengen-Staaten beeinträchtigen kann (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.1). 

9.3 Im vorliegenden Fall sprechen unter Umständen internationale 
Verpflichtungen für die Erteilung eines Visums mit räumlich beschränk-

2014/1 Schengen-Visum 

 

 

18 BVGE / ATAF / DTAF 

 

ter Gültigkeit. Eine Pflicht zur Visumserteilung kann sich aus Art. 8 

EMRK ergeben, welcher dem Schutz des Familien- und Privatlebens 

dient (vgl. BVGE 2011/48 E. 6.3.2). Auf die Teilgarantie des Familien-

lebens können sich namentlich ausländische Personen berufen, die nahe 

Familienangehörige mit hinreichend gefestigtem Anwesenheitsrecht in 

der Schweiz haben, sofern das Familienleben intakt ist und gelebt wird. 

Gemäss Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte (EGMR) stehen neben der Kernfamilie auch weitere familiäre 

Bindungen unter dem Schutz des Familienlebens, sofern eine genügend 

nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht (vgl. ACHERMANN/ 

CARONI, in: Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 6.27 m.H. auf die EGMR-

Rechtsprechung). Dass eine solche hinreichend enge Beziehung im 

vorliegenden Fall bestehen soll, wird jedoch nicht dargelegt und geht 

auch nicht aus den Akten hervor. Die Beschwerde wird denn auch nicht 

damit begründet, dass das Visum zum Zwecke der Pflege familiärer 

Kontakte erteilt werden soll, sondern damit, dass die Gesuchstellerin die 

Schweiz besuchen und zusammen mit den Beschwerdeführern bereisen 

möchte. Bei dieser Sachlage kann aus Art. 8 EMRK vorliegend kein 

Anspruch auf Erteilung eines auf das Gebiet der Schweiz beschränkten 

Visums abgeleitet werden.  

9.4 Die Beschwerdeführer haben schliesslich auch keine Gründe 
genannt, welche die Erteilung eines Visums mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit an die Gesuchstellerin aus humanitären Gründen rechtfertigen 

würden.