# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0e6b75d-8435-53df-bfe3-3501b660d959
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.10.2020 200 2014 736
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-736_2020-10-06.pdf

## Full Text

200 14 736 SCHG und
200 15 665 SCHG und
200 16 657 SCHG (3)
SCI/BOC/STA

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 6. Oktober 2020

Vorsitzender Verwaltungsrichter Schwegler
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiberin Bossert

1. CSS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 8) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

2. SUPRA-1846 SA (BAG-Nr. 62) / SCHG/2016/657
Avenue de la Rasude 8, 1006 Lausanne

3. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

4. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG-Nr. 246) / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Unterdorfstrasse 37, 3612 Steffisburg

5. CONCORDIA Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG 
Nr. 290) / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

6. Atupri Gesundheitsversicherung (BAG Nr. 312), vormals Atupri 
Krankenkasse / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern

7. Avenir Assurance Maladie SA (BAG Nr. 343) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

8. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Wankdorfallee 3, 3014 Bern

9. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455) / 
SCHG/2014/736
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

10. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509) in eigener Sache / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und 
als Rechtsnachfolgerin der Xundheit AG, Die Gesundheitskasse 
der Sympany Gruppe (BAG Nr. 411) / SCHG/2014/736 sowie 
der Vivao Sympany Schweiz AG (BAG Nr. 1395) / SCHG/2014/736
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

11. Easy Sana Assurance Maladie SA (BAG Nr. 774) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

12. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Brislachstrasse 2, 4242 Laufen

13. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK (BAG Nr. 923) / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Hofwiesenstrasse 370, 8050 Zürich

14. sodalis gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

15. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) in eigener Sache / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und als Rechts-
nachfolgerin der sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 1566) / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

16. SWICA Gesundheitsorganisation (BAG Nr. 1384) in eigener Sache / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und als Rechts-
nachfolgerin der Carena Schweiz (BAG Nr. 261) / SCHG/2014/736
Römerstrasse 38, 8400 Winterthur

17. GALENOS AG (BAG Nr. 1386), vormals Galenos Kranken- und Un-
fallversicherung / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657
Militärstrasse 36, 8021 Zürich

18. Mutuel Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1479) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

19. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509) in eigener Sache 
/ SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und als 
Rechtsnachfolgerin der Wincare Versicherungen AG 
(BAG Nr. 1060) / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

20. INTRAS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 1529) / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Avenue de Valmont 41, 1000 Lausanne 10

21. Philos Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1535) in eigener Sache / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und als Rechts-
nachfolgerin der Caisse-maladie de la Fonction Publique (BAG-Nr. 
16) / SCHG/2014/736 und als Rechtsnachfolgerin von AVANTIS-
Assureur maladie (BAG Nr. 1097) / SCHG/2014/736
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

22. Assura-Basis AG (BAG-Nr. 1542) / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657
Avenue Charles-Ferdinand-Ramuz 70, 1009 Pully

23. Visana AG (BAG Nr. 1555) / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

24. Agrisano Krankenkassen AG (BAG Nr. 1560) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2016/657
Laurstrasse 10, 5200 Brugg AG

25. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562) in eigener Sache / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657 und als Rechts-
nachfolgerin der avanex Versicherungen AG (BAG Nr. 1565) / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

26. sana24 AG (BAG-Nr. 1568) / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

27. Arcosana AG (BAG Nr. 1569) / SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

28. vivacare AG (BAG-Nr. 1570) in eigener Sache / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657 und als Rechtsnachfolgerin der innova Kranken-
versicherungen AG (BAG-Nr. 1563) / SCHG/2014/736 / 
SCHG/2015/665
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

29. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575) / 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

alle vertreten durch den Verein santésuisse, Römerstrasse 20, 4502 Solo-
thurn und dieser vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A.________
Klägerinnen

gegen

B.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________
Beklagter

betreffend Klage vom 8. August 2014 (nach Vermittlungsverfahren 
SCHG/2013/557), Klage vom 14. Juli 2015 und Klage vom 12. Juli 2016

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 4

Sachverhalt:

A.

Nach Erteilung der Klagebewilligung am 7. Mai 2014 im Vermittlungsver-
fahren SCHG/2013/557 reichten 34 Krankenversicherungen (nachfolgend: 
Klägerinnen), vertreten durch den Verein santésuisse (nachfolgend: santé-
suisse), dieser vertreten durch Rechtsanwalt A.________, am 8. August 
2014 gegen Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
(nachfolgend: Beklagter), Klage ein (Verfahren SCHG/2014/736). Sie stell-
ten die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verurteilen, wegen Verstoss gegen Wirtschaft-
lichkeits- und Qualitätsanforderungen auf Grund von unwirtschaft-
lich verursachten und veranlassten Kosten im Zusammenhang mit 
dem Jahresumsatz 2011 eine gerichtlich zu bestimmende Busse 
nach Art. 59 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) zu bezahlen.

2. Der gerichtlich zu bestimmende Bussenbetrag sei an die Klägerin-
nen auszubezahlen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Be-
klagten.

Mit Eingabe vom 10. September 2014 reichten die Klägerinnen mit der Kla-
ge in Aussicht gestellte Vollmachten ein.

Mit Klageantwort vom 15. Januar 2015 stellte der Beklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, die folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Klage sei zurückzuweisen, eventuell abzuweisen.
2. Es sei das vorliegende Verfahren auf die Frage der Beweistauglich-

keit der von den Klägerinnen im vorliegenden Fall verwendeten 
Rechnungsstellerstatistik (RSS) der santésuisse für das Jahr 2011 
zu beschränken. 

3. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt. 8 % zu 
Lasten der Klägerinnen.

Die Klägerinnen wiederholten mit Replik vom 24. Juli 2015 die klageweise 
gestellten Rechtsbegehren und ergänzten das mit Ziffer 1 gestellte Rechts-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 5

begehren mit dem Antrag, eventualiter sei eine Busse im Umfang von 
Fr. 50‘000.-- auszusprechen.

Mit Duplik vom 18. Januar 2016 wiederholte der Beklagte die mit der Kla-
geantwort gestellten Rechtsbegehren und ergänzt diese mit dem Antrag, 
von einer Vereinigung mit dem Verfahren SCHG/2015/665 sei abzusehen.

B.

Am 14. Juli 2015 reichten 30 Krankenversicherungen (nachfolgend: Kläge-
rinnen), vertreten durch den Verein santésuisse, dieser vertreten durch 
Rechtsanwalt A.________, gegen den Beklagten ein „Gesuch um Vermitt-
lungsverhandlung und Klage auf Sanktion“ ein (Verfahren 
SCHG/2015/665). Sie stellten die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verurteilen, wegen Verstoss gegen Wirtschaft-
lichkeits- und Qualitätsanforderungen auf Grund von unwirtschaft-
lich verursachten und veranlassten Kosten im Zusammenhang mit 
dem Jahresumsatz 2013 eine gerichtlich zu bestimmende Busse 
nach Art. 59 Abs. 1 lit. c KVG zu bezahlen.

2. Der gerichtlich zu bestimmende Bussenbetrag sei an die Klägerin-
nen auszubezahlen.

3. Das Verfahren sei mit dem Verfahren SCHG/2014/736 zu vereini-
gen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Be-
klagten.

Am 30. Oktober 2015 reichten die Klägerinnen die klageweise in Aussicht 
gestellten Vollmachten ein.

Mit Klageantwort vom 18. Januar 2016 stellte der Beklagte die folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Klage sei zurückzuweisen, eventuell abzuweisen.
2. Es sei das vorliegende Verfahren auf die Frage der Beweistauglich-

keit der von den Klägerinnen im vorliegenden Fall verwendeten 
RSS der santésuisse für das Jahr 2013 zu beschränken. 

3. Von einer Vereinigung mit dem Verfahren SCHG/2014/736 sei ab-
zusehen.

4. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 6

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt. 8 % zu 
Lasten der Klägerinnen.

Der Beklagte reichte mit Eingabe vom 17. Juni 2016 in den Verfahren 
SCHG/2014/736 und SCHG/2015/665 zusätzliche Beweismittel ein und 
machte weitere Ausführungen zur Beweistauglichkeit der RSS.

Aufforderungsgemäss nahmen die Klägerinnen am 5. Juli 2016 in den Ver-
fahren SCHG/2014/736 und SCHG/2015/665 zu den Verfahrensanträgen 
des Beklagten Stellung.

C.

Am 12. Juli 2016 reichten 31 Krankenversicherungen (nachfolgend: Kläge-
rinnen), vertreten durch den Verein santésuisse, dieser vertreten durch 
Rechtsanwalt A.________, gegen den Beklagten, ein weiteres „Gesuch um 
Vermittlungsverhandlung und Klage auf Sanktion“ ein (Verfahren 
SCHG/2016/657). Sie stellten die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verurteilen, wegen Verstoss gegen Wirtschaft-
lichkeits- und Qualitätsanforderungen auf Grund von unwirtschaft-
lich verursachten und veranlassten Kosten im Zusammenhang mit 
dem Jahresumsatz 2014 eine gerichtlich zu bestimmende Busse 
nach Art. 59 Abs. 1 lit. c KVG zu bezahlen.

2. Der gerichtlich zu bestimmende Bussenbetrag sei an die Klägerin-
nen auszubezahlen.

3. Das Verfahren sei mit den Verfahren SCHG/2014/736 zu 
SCHG/2015/665 vereinigen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Be-
klagten.

Mit Klageantwort vom 17. Oktober 2016 stellte der Beklagte die folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Klage sei zurückzuweisen, eventuell abzuweisen.
2. Es sei das vorliegende Verfahren auf die Frage der Beweisuntaug-

lichkeit der von den Klägerinnen im vorliegenden Fall verwendeten 
RSS der santésuisse für das Jahr 2014 zu beschränken. 

3. Von einer Vereinigung mit den Verfahren SCHG/2014/736 und 
SCHG/2015/665 sei abzusehen.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 7

4. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt. 8 % zu 
Lasten der Klägerinnen.

Aufforderungsgemäss nahmen die Klägerinnen am 28. November 2016 in 
den Verfahren SCHG/2016/657 zu den Verfahrensanträgen des Beklagten 
Stellung.

Am 19. Januar 2017 reichte der Beklagte in den Verfahren 
SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 zusätzliche Be-
weismittel ein und machte wiederum ergänzende Ausführungen zur Bewei-
stauglichkeit der RSS.

Die Klägerinnen reichten am 7. August 2017 in den Verfahren 
SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 eine weitere Stel-
lungnahme ein.

D.

Mit prozessleitender Verfügung vom 29. September 2017 vereinigte der 
Instruktionsrichter die Verfahren SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und 
SCHG/2016/657 und nahm diese als Antrag auf Ausfällung einer Busse 
gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. c KVG entgegen. Weiter wies er den Antrag des 
Beklagten auf Sistierung der späteren Verfahren bis zum rechtskräftigen 
Entscheid im Verfahren SCHG/2014/736 ab. Ebenfalls abgewiesen wurde 
der Antrag auf Beschränkung des Verfahrens auf die Frage der Bewei-
stauglichkeit der RSS. Weiter wies der Instruktionsrichter den Rückwei-
sungsantrag wegen fehlender sachlicher Zuständigkeit sowie den Antrag 
auf Rückweisung der Klage bezüglich einzelner Versicherer ab. Sodann 
wurde der Beklagte ersucht, eine Kopie der letzten Steuererklärung und der 
letzten rechtskräftigen Steuerveranlagung einzureichen. Eine weitere Ab-
weisung verfügte der Instruktionsrichter hinsichtlich der beantragten Durch-
führung einer mündlichen Parteiverhandlung. Schliesslich hielt der 
Instruktionsrichter fest, soweit der Beklagte eine mündliche und öffentliche 
Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskon-
vention (EMRK; SR 0.101) gewünscht haben sollte, so gehe ein solcher 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 8

Antrag aus seinen Rechtsschriften nicht klar hervor. Dem Beklagten wurde 
Gelegenheit gegeben, sein Begehren diesbezüglich zu präzisieren. 

Der Beklagte reichte mit Eingabe vom 20. Oktober 2017 die letzte Steu-
ererklärung (2016) und die letzte rechtskräftige Steuerveranlagung (2015) 
ein und stellte den Antrag, diese seien streng vertraulich zu behandeln und 
es sei den Klägerinnen und deren Vertretern keine Einsicht in diese Unter-
lagen zu gewähren. Weiter stellte er den Antrag, es sei gestützt auf Art. 6 
Ziff. 1 EMRK eine mündliche und öffentliche Verhandlung durchzuführen. 
Zudem machte er Ausführungen zur Beweistauglichkeit der RSS.

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Mai 2018 verfügte der Instruktions-
richter, dass den Klägerinnen in die vom Beklagten eingereichte Steuerer-
klärung (2016) und die letzte rechtskräftige Steuerveranlagung (2015) 
keine Einsicht gewährt werde. Weiter wies er den Antrag des Beklagten auf 
Parteibefragung (nochmals) ab. Ebenso abgewiesen wurde das Begehren 
des Beklagten auf Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung 
gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

Der Beklagte machte mit Eingabe vom 23. Mai 2018 Ausführungen zur 
Abweisung des Antrages auf Durchführung einer öffentlichen Schlussver-
handlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Zudem erneuerte er in Bestätigung 
aller bisherigen Eingaben den Antrag sowohl auf Durchführung eines (öf-
fentlichen) Beweisverfahrens (inklusive einer Parteieinvernahme des Be-
klagten sowie der beantragten Zeugeneinvernahmen) als auch auf 
Einräumung der Gelegenheit zu einem mündlichen Schlussvortrag.

E.

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. November 2018 wurden die Par-
teien darüber informiert, dass der bisher für die Verfahren SCHG/2014/736, 
SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 zuständige Instruktionsrichter per 
31. Oktober 2018 in den vorzeitigen Ruhestand getreten und damit auch 
als Vorsitzender des Schiedsgerichts zurückgetreten ist. Weiter erfolgte die 
Information über den neu für die erwähnten Verfahren zuständigen Vorsit-
zenden. Schliesslich kündigte der neu zuständige Vorsitzende die Durch-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 9

führung einer instruktionsrichterlichen Verhandlung an. Am 18. Januar 
2019 fand die Instruktionsverhandlung statt, in deren Rahmen die Parteien 
keine Einigung erzielen konnten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Januar 2019 erkannte der Instruk-
tionsrichter den anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 18. Januar 
2019 vom Beklagten eingereichte Internet-Ausdruck aus dem Medreg hin-
weisend insbesondere auf die Abmeldung des Beklagten als Arzt für den 
Kanton Bern zu den Akten. Gleichzeitig wurde eine Beweismassnahme 
dahingehend angeordnet, wonach die Klägerinnen Auswertungen der RSS 
je für die Jahre 2011, 2013 und 2014 des Beklagten im Vergleich zu allen 
Ärztinnen und Ärzten Allgemeine Innere Medizin des Kantons Bern ohne 
Berechtigung zur Selbstdispensation einzureichen hätten. Dabei seien in 
der Auswertung Ärztinnen und Ärzte mit zehn und weniger Patienten vorab 
auszuscheiden. Für jede vorstehend genannte Auswertung seien zusätzlich 
die Namenslisten der im jeweiligen Vergleichskollektiv berücksichtigten 
Ärztinnen und Ärzte sowie die anonymisierten Daten des Datenpools dieser 
Ärzte einzureichen. Weiter wurde es den Parteien freigestellt, weitere Be-
weismittel einzureichen oder zu benennen.

Der Beklagte stellte mit Eingabe vom 29. Januar 2019 den Antrag, es seien 
die Klägerinnen dazu anzuhalten, die Daten der modifizierten Vergleichs-
gruppe nicht nur in Papierform, sondern zusätzlich auch in elektronischer 
Form (Excel-Tabellen) einzureichen. Zudem behalte sich der Beklagte vor, 
zu einem späteren Zeitpunkt den Antrag zu stellen, dass die drei Ver-
gleichskollektive unter Berücksichtigung weiterer Praxisbesonderheiten 
zusätzlich einzuschränken seien.

Am 30. Januar 2019 verfügte der Instruktionsrichter, dass die Klägerinnen 
die mit Verfügung vom 21. Januar 2019 einverlangten Beweismittel zusätz-
lich in elektronischer Form (Excel-Dateien auf Daten-CD) einzureichen hät-
ten. Die Beweismittel seien sowohl elektronisch wie auch in Papierform im 
Doppel einzureichen.

Am 14. Mai 2019 reichten die Klägerinnen die mit Verfügung vom 21. Ja-
nuar 2019 einverlangten Beweismittel ein. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 10

Der Beklagte stellte mit Eingabe vom 24. Mai 2019 den Antrag, es seien 
die Klägerinnen dazu anzuhalten, die mit Eingabe vom 14. Mai 2019 vorge-
legten Daten und Unterlagen erstens in elektronischer Form als bearbeitete 
Excel-Dateien auf CD-ROM einzureichen, welche zweitens zusätzlich auch 
der Praxisbesonderheit des Notfalldienstes gemäss Entscheid des Bun-
desgerichts (BGer) vom 12. April 2019, 9C_558/2018, E. 8.2.4, Rechnung 
trügen. Weiter behalte sich der Beklagte vor, zu einem späteren Zeitpunkt 
den Antrag zu stellen, dass die drei Vergleichskollektive unter Berücksichti-
gung weiterer Praxisbesonderheiten zusätzlich einzuschränken seien. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Mai 2019 forderte der Instruktions-
richter die Klägerinnen auf, die eingereichten Daten der Verfügung vom 
30. Januar 2019 entsprechend im Datenformat Excel auf CD-ROM im Dop-
pel einzureichen. Gleichzeitig forderte er die Klägerinnen auf, sich zu den 
vom Beklagten geltend gemachten Unstimmigkeiten in den eingereichten 
Unterlagen zu äussern. Sodann wurde der Beklagte aufgefordert, allfällige 
(bis anhin nicht diskutierte) Praxisbesonderheiten, die er ins Verfahren ein-
zubringen gedenke, bekannt zu geben, einlässlich zu begründen und zu 
belegen. 

Am 6. Juni 2019 reichten die Klägerinnen die fraglichen Daten im Daten-
format Excel auf CD-Rom ein und nahmen mit Eingabe vom 17. Juni 2019 
zu den vom Beklagten geltend gemachten Unstimmigkeiten in den fragli-
chen Unterlagen Stellung.

Ebenfalls am 17. Juni 2019 nahm der Beklagte zu den Praxisbesonderhei-
ten Stellung, wobei er festhielt, es wäre zu begrüssen, wenn die Klägerin-
nen dazu angehalten würden, Daten rechtskonformer und widerspruchs-
freier Vergleichsgruppen der verfahrensrelevanten Jahre vorzulegen, 
welche sämtlichen – und nicht nur einzelnen – der bisher geltend gemach-
ten Praxisbesonderheiten Rechnung trügen.

Mit prozessleitender Verfügung stellte der Instruktionsrichter fest, der Be-
klagte habe mit seiner Eingabe vom 17. Juni 2019 sinngemäss weitere 
Beweismassnahmen beantragt. Der Antrag auf weitere Beweismassnah-
men werde abgewiesen und das Beweisverfahren werde geschlossen. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 11

Gleichzeitig wurde es den Parteien freigestellt, Schlussbemerkungen einzu-
reichen.

Der Beklagte bekräftigte mit Eingabe vom 19. Juni 2019 seinen Antrag auf 
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung. Zudem beantragte er, es sei 
die Verfügung vom 18. Juni 2019 in Wiedererwägung zu ziehen und es 
seien in Wiedereröffnung des Beweisverfahrens die Klägerinnen anzuhal-
ten, rechtskonforme Vergleichsgruppen der verfahrensrelevanten Jahre 
vorzulegen, welche sämtlichen der bisher geltend gemachten Praxisbeson-
derheiten Rechnung trügen und es sei dementsprechend den Parteien Frist 
zur Einreichung von Schlussbemerkungen abzunehmen, eventualiter sei 
dem Beklagten die Frist zur Einreichung von Schlussbemerkungen bis En-
de August 2019 zu erstrecken. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2019 wies der Instruktions-
richter den Antrag auf Wiedererwägung von Ziff. 2 der prozessleitenden 
Verfügung vom 18. Juni 2019 ab. Das Beweisverfahren bleibe geschlos-
sen. Weiter wurde das eventualiter gestellte Gesuch um Erstreckung der 
Frist zur Einreichung von Schlussbemerkungen teilweise gutgeheissen und 
die Frist wurde auf den 9. August 2019 angesetzt, dies bei nicht weiterer 
Erstreckbarkeit dieser Frist. Der Instruktionsrichter wies die Parteien darauf 
hin, dass der Spruchkörper nach Abschluss des Instruktionsverfahrens 
bestellt und die Parteien hierüber wie über das weitere Vorgehen betref-
fend die öffentliche Verhandlung zu gegebener Zeit in Kenntnis gesetzt 
würden.

Der Beklagte stellte mit den Schlussbemerkungen vom 9. August 2019 die 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Es seien die Verfahren SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und 
SCHG/2016/657 als gegenstandslos abzuschreiben und es seien 
die Verfahrens- und Parteikosten den Klägerinnen bzw. santésuis-
se, eventualiter dem Staat aufzuerlegen.

2. Eventualiter seien die Klagen in den Verfahren SCHG/2014/736, 
SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 zurückzuweisen, sub-
eventuell abzuweisen.

3. Es sei die Verfügung vom 18. Juni 2019 in Wiedererwägung zu zie-
hen und es seien in Wiedereröffnung der mit Verfügung vom 
18. Juni 2019 geschlossenen Beweisverfahren die Klägerinnen an-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 12

zuhalten, rechtskonforme Vergleichsgruppen der verfahrensrelevan-
ten Jahre vorzulegen, welche sämtlichen der bisher geltend ge-
machten Praxisbesonderheiten Rechnung tragen und es sei dem-
entsprechend den Parteien anschliessend eine angemessene Frist 
zur Einreichung von entsprechenden Schlussbemerkungen anzu-
setzen.

4. Die bisherigen Beweisanträge werden bestätigt bzw. erneuert, so-
weit diese nicht bereits gutgeheissen worden sind.

5. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWSt.

Die Klägerinnen reichten am 9. August 2019 Schlussbemerkungen ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. November 2019 wurden die Kläge-
rinnen aufgefordert, zu der vom Beklagten aufgeworfenen Frage betreffend 
die korrekte Ausscheidung von selbstdispensierenden und nicht selbstdis-
pensierenden Ärzten Stellung zu nehmen, insbesondere unter Darlegung 
wie und auf welcher Basis die Ausscheidung vorgenommen wurde. Ent-
sprechende Beweismittel (Listen Kantonsarztamt, etc.) seien einzureichen. 
Falls sich gestützt darauf Veränderungen zu den bisher eingereichten Lis-
ten ergäben, so seien neue je Jahr gesonderte Aufstellungen der berück-
sichtigten Ärzte ohne Selbstdispensation sowie die neuen statistischen 
Auswertungen einzureichen (vgl. prozessleitende Verfügung vom 21. Ja-
nuar 2019 Ziff. 3). Die Klägerinnen hätten diesfalls eine vollständige (korri-
gierte) Liste aller massgeblichen Ärzte selbstdispensierend und nicht 
selbstdispensierend (unter Ausweis dieser beiden möglichen Qualifikatio-
nen) einzureichen. Unter Beachtung der vorstehenden Erkenntnisse seien 
Auswertungen auf der Basis des Vergleichskollektivs der massgeblichen 
Ärzte ohne Selbstdispensation zusätzlich beschränkt auf die Ärzte mit ei-
nem Durchschnittsalter ihrer Patienten zwischen 55 und 65 Jahren einzu-
reichen. 

Die Klägerinnen reichten mit Eingabe vom 18. Dezember 2019 die verlang-
ten Angaben und Unterlagen ein.

Der Beklagte beantragte mit Stellungnahme vom 4. März 2020 das Folgen-
de: 

1. Es seien die Verfahren SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und 
SCHG/2016/657 als gegenstandslos abzuschreiben und es seien 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 13

die Verfahrens- und Parteikosten den Klägerinnen bzw. santésuis-
se, eventualiter dem Staat aufzuerlegen.

2. Eventualiter seien die Klagen in den Verfahren SCHG/2014/736, 
SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 zurückzuweisen, sub-
eventuell abzuweisen.

3. Es seien die Klägerinnen anzuhalten, rechtskonforme Vergleichs-
gruppen der verfahrensrelevanten Jahre vorzulegen, welche sämtli-
chen der bisher geltend gemachten Praxisbesonderheiten 
Rechnung tragen und es sei dem entsprechend den Parteien an-
schliessend eine angemessene Frist zur Einreichung von entspre-
chenden Schlussbemerkungen anzusetzen. 

4. Die bisherigen Beweisanträge werden bestätigt bzw. erneuert, so-
weit diese nicht bereits gutgeheissen worden sind.

5. Es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWSt.

Mit Stellungnahme vom 23. März 2020 beantragten die Klägerinnen, ihren 
Anträgen zu entsprechen und den Beklagten zur Bezahlung einer Busse zu 
verpflichten.

Der Vorsitzende schloss mit prozessleitender Verfügung vom 19. Juni 2020 
den Schriftenwechsel und das Beweisverfahren wieder. Gleichzeitig gab er 
den Parteien die Besetzung des Schiedsgerichts bekannt. Schliesslich ver-
fügte der Instruktionsrichter, dass über die Durchführung der vom Beklag-
ten beantragten Verhandlung nach Art. 6 EMRK später entschieden werde.

Am 6. Oktober 2020 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 46 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes vom 6. Juni 2000 betreffend die 
Einführung der Bundesgesetze über die Kranken-, die Unfall- und die Mi-
litärversicherung (EG KUMV; BSG 842.11) i.V.m. Art. 56 Abs. 4 f. des kan-
tonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. 
Art. 37 Abs. 1 lit. c des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 14

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 KVG sind Streitigkeiten zwischen Versiche-
rern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu entscheiden. Die 
Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem kantonalen Versi-
cherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halbsatz 1 KVG), was 
der Kanton Bern getan hat (Art. 40 EG KUMV).

1.2 Soweit der Beklagte hinsichtlich der sachlichen Zuständigkeit gel-
tend macht (Schlussbemerkungen vom 9. August 2019 und Stellungnahme 
vom 4. März 2020), die Klägerinnen verfolgten primär strafrechtliche Inten-
tionen und für die Verhängung von strafrechtlichen Sanktionen sei die kan-
tonale Strafverfolgungsbehörde und nicht das vorliegend angerufene 
Gericht zuständig, kann ihm offensichtlich nicht gefolgt werden. Das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern ist 
gestützt auf Art. 59 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 89 Abs. 2 KVG sachlich 
zuständig. Der Beklagte hatte in den hier zur Diskussion stehenden Jahre 
seine Praxis im Kanton Bern, womit das Schiedsgericht in Sozialversiche-
rungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch örtlich zuständig ist (Art. 89 
Abs. 2 KVG).

Der Beklagte macht fehlende Rechtsstaatlichkeit bzw. Fairness des Verfah-
rens der santésuisse geltend (Schlussbemerkungen vom 9. August 2019 
und Stellungnahme vom 4. März 2020) und schliesst daraus, auf die Kla-
gen dürfe nicht eingetreten werden. Dem kann nicht gefolgt werden. Die 
Klägerinnen können bzw. müssen zufolge der ihnen übertragenen Aufgabe 
den Beklagten vor Gericht einklagen, wenn sie Anzeichen für ein Fehlver-
halten feststellen, was zumindest mit Blick auf die ersten Zahlen ohne wei-
teres der Fall war. Ein anderweitiges Vorgehen ist nicht möglich. Dabei ist 
zu beachten, dass die Klägerinnen bereits betreffend die Jahre 2007 bis 
2009 Verfahren auf Rückerstattung eingeleitet hatten. Dabei hat das Bun-
desgericht für das Jahr 2007 einen Verstoss gegen das Wirtschaftlichkeits-
gebot nach Art. 56 KVG im Grundsatz bestätigt (Entscheid des BGer vom 
5. Juli 2012, 9C_110/2012, E. 4.2.1). Nicht gehört werden kann auch, wenn 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 15

er geltend macht (Schlussbemerkungen vom 9. August 2019 und Stellung-
nahme vom 4. März 2020), ihm sei nie vorgängig die Sanktionierung mit 
einer Busse angedroht worden, was aber mit Blick auf den Verhältnismäs-
sigkeitsgrundsatz notwendig gewesen wäre. Der Beklage ist als Leistungs-
erbringer ex lege den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und 
Wirtschaftlichkeit (WZW-Kriterien) unterworfen (Art. 32 und 56 KVG). Er ist 
verantwortlich für deren Einhaltung und die Sanktion ist ohne Vorwarnung 
zu verhängen. Auf die Klagen ist damit einzutreten.

1.3 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 VR-
PG; BSG 155.21). 

1.4 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-
kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Weitere (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG. 

1.5 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied des Verwaltungsgerichts 
als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder einem Vertreter 
der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese werden von der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 16

oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 
KVG, Art. 56 Abs. 4 GSOG).

2.

2.1

2.1.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Leistungserbringer haben sich in ihren Leis-
tungen auf das Mass zu beschränken, das im Interesse der Versicherten 
liegt und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). 
Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung 
verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 
Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 
KVG). Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG). 

2.1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, wel-
che gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qualitäts-
anforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche 
Abmachungen verstossen, Sanktionen ergriffen. Diese umfassen die Ver-
warnung (lit. a), die gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, 
welche für nicht angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), eine 
Busse (lit. c) oder im Wiederholungsfall den vorübergehenden oder definiti-
ven Ausschluss von der Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Kranken-
pflegeversicherung (lit. d). Über Sanktionen entscheidet das Schiedsgericht 
nach Art. 89 KVG auf Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der 
Versicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG).

Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 
(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 30).

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 17

2.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 
S. 245; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.2). Voraussetzung für die Anwend-
barkeit der statistischen Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hin-
reichend ähnlich zusammensetzt und sich der Vergleich über einen 
genügend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss zufällige Unterschiede 
mehr oder weniger ausgeglichen werden. Eine Überarztung liegt vor, wenn 
eine ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes oder 
derselben Ärztin an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rech-
nungen von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch gleichem 
Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durchschnitt er-
heblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende Besonderhei-
ten geltend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlichkeit in 
Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Unwirtschaft-
lichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen Mittelwertes (100 
Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten und Ärztinnen ei-
nerseits ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem 
Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zu-
zugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. 
Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 
Indexpunkten (BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 
E. 5.3). 

2.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei der 
Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher verur-
sachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, und 
zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen Metho-
de ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht (E. 7.5 S. 
380). In BGE 133 V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtspre-
chung – erkannt, dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine 
Gesamtbetrachtung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die 
Arzt-, die Medikamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten 
berücksichtigenden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat 
das Bundesgericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 18

V 377 dahingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach 
Art. 56 Abs. 2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebe-
nen Medikamente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten er-
fasst werden (E. 2.5.5 S. 49). Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das 
Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung 
im Sinne von BGE 133 V 37 zu beantworten, wobei ein überdurchschnittli-
cher Anteil an selber erbrachten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten 
– Leistungen zumindest im Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksich-
tigen ist (BGer 9C_110/2012, E. 2.2). Massgebend ist somit der 
Gesamtkostenindex. Liegt dieser innerhalb des Toleranzbereichs, ist das 
Wirtschaftlichkeitsgebot nicht verletzt. Andernfalls ist – in einem zweiten 
Schritt – zu prüfen, ob die direkten Kosten den Toleranzwert übertreffen. 
Trifft das nicht zu, besteht trotz Überarztung keine Rückerstattungspflicht. 
Es können sich jedoch allenfalls Massnahmen nach Art. 59 Abs. 1 lit. a, c 
oder d KVG aufdrängen (SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den Wirtschaftlichkeits-
vergleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. Bei Anwendung der 
statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung hat der Verband der 
Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, welche die Vergleichs-
gruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – deren individuelle Daten 
aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen (BGE 136 V 415 E. 6.3.3 
S. 418; SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 E. 4.4). 

3.

3.1 Das Bundesgericht hat den Beklagten betreffend im Entscheid BGer 
9C_110/2012, E. 4.1, festgehalten, dass die Überarztung sich am Gesamt-
kostenindex (inklusive veranlasste Kosten) orientiert. Liegt eine Überarz-
tung vor, so ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob eine Rückforderung 
auf der Basis der direkten Kosten zu erfolgen hat. Die Rechtsprechung hat 
sich diesbezüglich bis heute weiterentwickelt (vgl. BGE 144 V 79 betreffend 
Anwendbarkeit der ANOVA-Methode), an den Grundsätzen hat sich dabei 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 19

jedoch nichts geändert. Insoweit hat das Bundesgericht das dort fragliche 
Jahr betreffend für den Beklagten eine Überarztung im Grundsatz festge-
halten, jedoch eine Rückerstattungspflicht (wie vom Schiedsgericht festge-
halten) verneint (BGer 9C_110/2012, E. 4.2).

Liegt im Grundsatz eine Überarztung vor, so sind nicht nur die Rückforde-
rung (auf den direkten Kosten), sondern auch die weiteren in Art. 59 Abs. 1 
lit. a, c und d KVG vorgesehenen Sanktionen zu prüfen. In diesem Rahmen 
sind die Klägerinnen aktivlegitimiert.

3.2 Die Busse nach Art. 59 Abs. 1 lit. c KVG ist eine Sanktion sui gene-
ris und wurde per 1. Januar 2005 in das KVG aufgenommen (AS 2005 
1071 ff.). Zur Entstehungsgeschichte ist zu bemerken, dass der heute gel-
tende Art. 59 KVG in der (mit Verweis im Gesetz erwähnten) Botschaft des 
Bundesrates vom 26. Mai 2004 zum Geschäft 04.031, Änderung des Bun-
desgesetzes über die Krankenversicherung (Strategie und dringliche Punk-
te), noch nicht vorgesehen war (vgl. BBI 2004 4259). Die Sanktion stammt 
jedoch aus dem Geschäft 04.032 und wurde vom Ständerat vorgezogen. 
Insoweit ist hier die Botschaft des Bundesrates vom 26. Mai 2004 zur Än-
derung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (Vertragsfrei-
heit) unter BBI 2004 4293 massgeblich. Im Ständerat als Erstrat wurde die 
Bestimmung ohne Diskussion angenommen (vgl. Amtl. Bull. SR 2004 
S. 461). Im Nationalrat fand dann eine einlässlichere Debatte statt (Amtl. 
Bull. NR 2004 S. 1510 ff.), ohne dass sich jedoch zu den hier zur Diskussi-
on gestellten Fragen betreffend die Busse eine weitere parlamentarische 
Debatte ergeben hätte.

3.3 Die auf Gesetzesstufe vorgesehene Busse nach Art. 59 Abs. 1 lit. c 
KVG ist vom Gericht zufolge der Massgeblichkeit der Bundesgesetze (vgl. 
Art. 190 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) zu verhängen, wenn die not-
wendigen Tatbestandselemente erfüllt sind. Lassen sich massgebliche 
Fragen nicht aus dem Wortlaut heraus beantworten, so ist die Bestimmung 
weitergehend auszulegen und sind wo nötig, Lücken gerichtlich zu schlies-
sen (vgl. BGE 145 V 2 E. 4.1 S. 6, 75 E. 5.2.1, 143 I 187 E. 3.2 S. 191, 142 
V 402 E. 4.2 S. 405, 113 V 6 E. 3c S. 12; SVR 2018 FZ Nr. 4 S. 12 E. 
3.2.1, ZAK 1988 S. 96 E. 3b).

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 20

3.3.1 Bussen sind staatlich verhängte Strafsanktionen, wobei zu deren 
Ausfällung auch Verwaltungsjustizbehörden berufen sein können. Die 
Kompetenz zur Ausfällung der hier zur Diskussion stehenden Busse liegt 
beim Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten (Art. 59 Abs. 2 
KVG; ISABELLE HÄNER, Art. 59 KVG, in BLECHTA/COLATREL-
LA/RÜEDI/STAFFELBACH [Hrsg], Basler Kommentar, Krankenversicherungs-
gesetz, Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 1. Aufl. 2020, Art. 59 S. 919 
N. 8 und S. 927 N. 37; GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in ULRICH 
MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band 
XIV, Soziale Sicherheit [nachfolgend: EUGSTER, SBVR], 3. Aufl. 2016, 
S. 693 N. 941). Es handelt sich um eine verwaltungsrechtliche Sanktion mit 
pönalem Charakter (vgl. GEBHARD EUGSTER, KVG: Statistische Wirtschaft-
lichkeitsprüfung im Wandel, in: Jusletter 25. Juni 2012 [nachfolgend: EUGS-
TER, Jusletter 25. Juni 2012], N. 96; EUGSTER, SBVR, a.a.O., S. 691 N. 
937), die nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip zu bestimmen ist (HÄNER, 
a.a.O., S. 925 N. 32; EUGSTER, Jusletter 25. Juni 2012, N. 101). Dies be-
deutet, dass die Busse dem Gemeinwesen und nicht einem Versicherungs-
träger geschuldet ist, denn die Busse ist nicht eine verdeckte 
Rückerstattung und darf auch nicht zu einer solchen führen. Der abwei-
chenden Auffassung der Klägerinnen kann nicht gefolgt werden (vgl. u.a. 
SCHG/2014/736: Klage vom 8. August 2014, II./Ziff. 23/S. 13). Die auf die 
Finanzierung Bezug nehmende Auffassung der Klägerinnen basiert auf 
dem Schadensausgleichsgedanken, der jedoch einer Busse gerade nicht 
zugrunde liegt. Der Schadensausgleich erfolgt durch eine Rückerstattung. 
Ist eine Rückerstattung nicht zulässig, kann die Rückforderung nicht über 
die Busse umgangen werden. Bussen nach Art. 59 Abs. 1 lit. c KVG haben 
weder Schadenersatz- noch sonst wie Wiedergutmachungsfunktion. Die 
Höhe des Schadens kann dagegen bei der Bemessung des Verschuldens 
bedeutsam sein und sich damit auf die Höhe der Busse auswirken (EUGS-
TER, SBVR, a.a.O., S. 693 N. 942; EUGSTER, Jusletter 25. Juni 2012, N. 
97).

3.3.2 Der Sanktionenkatalog von Art. 59 Abs. 1 KVG (und damit auch die 
Busse) richtet sich gegen Leistungserbringer. Die WZW-Kriterien (vgl. Art. 
32 KVG) haben alle Leistungserbringer, die berechtigt sind, zu Lasten der 
von den Versicherten solidarisch getragenen Sozialversicherung ihre Tätig-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 21

keit abzurechnen unbesehen ihrer Rechtsform zu beachten. Die Busse 
nach Art. 59 Abs. 1 Abs. 1 lit. c KVG unterscheidet sich zufolge der beson-
deren Stellung der Leistungserbringer innerhalb der sozialen Krankenversi-
cherung denn auch wesentlich von einer Strafandrohung des Strafrechts 
gegenüber natürlichen Personen. Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes vom 
22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) findet 
jenes Gesetz Anwendung auf Verfahren, in denen die Verfolgung und Be-
urteilung von Widerhandlungen einer Verwaltungsbehörde des Bundes 
übertragen ist. Dies ist hier gerade nicht der Fall. Das Schiedsgericht ist 
keine Verwaltungsbehörde des Bundes. Das bedeutet einerseits, dass so-
wohl eine Grundlage für die Anwendbarkeit der allgemeinen Bestimmungen 
des Strafgesetzbuches (vgl. Art. 2 VStrR) als auch die Basis für eine mögli-
che Umwandlung der Busse in eine Haftstrafe (vgl. Art. 104 ff. des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0] bzw. Art. 10 VStrR) fehlt.

4.

4.1 Das Gericht hat für die hier umstrittenen Jahre 2011, 2013 und 2014 
betreffend Selbstdispensation bzw. fehlende Selbstdispensation in 
Nachachtung der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach 
die kantonale Bewilligung zur Führung einer Apotheke (Art. 37 Abs. 3 KVG) 
ein Praxismerkmal darstellt, welches bei der Bildung der Vergleichsgruppe 
zu berücksichtigen ist, indem Ärzte ohne diese Möglichkeit (Befähigung) 
nicht dazu gehören können (Entscheid des BGer vom 20. Dezember 2018, 
9C_67/2018, E. 12.2.3), eine Auswertung bezogen auf die Ärzte ohne 
Selbstdispensation (zu welchen der Beklagte gehört) einverlangt (Akten der 
Klägerinnen SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657/act. I 7, 
10, 13). Zudem hatten die Klägerinnen die Auswertung mit Blick auf das 
Durchschnittsalter des Patientenstamms sowie die minimale Anzahl Patien-
ten zu verfeinern. 

4.1.1 Der Beklagte macht hinsichtlich dieser Auswertungen grundsätzlich 
geltend, dass sich je nach Erstellungsjahr der Tabelle jeweils die gleichzei-
tig mitaufgeführten Indices der Vorjahre änderten. Diesbezüglich ist zu be-
achten, dass gemäss den zutreffenden Ausführungen der Klägerinnen 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 22

(Eingabe vom 17. Juni 2019) die RSS-Auswertung jeweils für das entspre-
chende Jahr und mit dem entsprechenden Vergleichskollektiv erstellt wird. 
Da die Anzahl der im Vergleichskollektiv zusammengefassten Ärzte jedes 
Jahr ändert, muss für jedes Jahr eine neue RSS-Auswertung vorgenom-
men werden. Die Berechnungen zu den vier vorhergehenden Jahren be-
ziehen sich jedoch auf dieses gleiche Vergleichskollektiv. Diese 
Auswertungen der früheren Jahre sind damit für die vorliegenden Verfahren 
jeweils unbeachtlich und müssen sich auch nicht mit den anderen Auswer-
tungen decken.

4.1.2 Was die angebliche Verfälschung der Statistik betrifft, ist eine gerin-
ge Zahl von Ärzten mit geringerer Tätigkeit denkbar, was angesichts der 
hier grossen Vergleichsgruppe jedoch statistisch nicht relevant ist. Im Übri-
gen stellt die vergleichsweise geringe (oder hohe) Anzahl von behandelten 
Patienten durch Ärzte des Vergleichskollektivs für sich allein genommen 
keine Praxisbesonderheit dar, welcher etwa durch einen Zuschlag zum 
Toleranzwert beim Beklagten Rechnung zu tragen wäre (Entscheid des 
BGer vom 29. August 2019, 9C_259/2019 / 9C_260/219, E. 7). Was das 
Argument betrifft, es würden mehrere Ärzte unter gleicher ZSR-Nummer 
abrechnen, so ist dies im vorliegenden statistischen Vergleich ebenfalls 
nicht relevant. Die Leistungszahlen stellen sich immer als Berechnung pro 
Patient dar. Es handelt sich folglich jeweils um die Kosten je Facharztrich-
tung pro Patient und somit besteht durchaus Vergleichbarkeit mit Ärzten, 
die für sich allein unter ihrer ZSR-Nummer abrechnen. Ist das Arbeiten in 
Gruppenpraxen geeignet, wirtschaftlicher zu arbeiten, so muss sich dies 
derjenige Arzt, der dieses wirtschaftlichere Handeln nicht selbst verfolgt, 
entgegenhalten lassen. Es liegt in dieser Hinsicht keine zu berücksichti-
gende Praxisbesonderheit vor. Was schliesslich das Argument betrifft, die 
Selbstzahler verfälschten die Statistik, ist zu berücksichtigen, dass dieses 
Argument letztlich alle Ärzte trifft und im Grundsatz keine statistische Be-
sonderheit ausmacht (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Januar 2015, 
9C_535/2014, [in BGE 141 V 25 nicht publizierte] E. 6.2.2). Der Beklagte 
hat in dieser Hinsicht keinen Beweis erbracht, dass eine Überarztung des-
wegen zu verneinen wäre.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 23

4.1.3 Weiter bemängelt der Beklagte, dass die RSS die Leistungen nicht 
nach deren Leistungsdatum, sondern gemäss dem Zeitpunkt der adminis-
trativen Verarbeitung des Rückforderungsbelegs beim jeweiligen Kranken-
versicherer erfasse. Dass die Leistungserfassung statistisch im Zeitpunkt 
der Rückforderung durch den Patienten bzw. der Rechnungsstellung durch 
den Arzt erfolgt, ist systembedingt. Anders als der Arzt kann der Kranken-
versicherer für die statistischen Zwecke nicht direkt auf den Leistungszeit-
punkt abstellen, denn einerseits werden Rechnungen zuweilen spät 
eingereicht, zum anderen in Rechnungen Leistungen über das Kalender-
jahr hinaus verrechnet. Dies gilt jedoch auch gleichermassen für die Ver-
gleichsgruppe, so dass dadurch keine die statistischen Aussagen 
verzerrende Disparität entsteht.

4.2

4.2.1 Aus den im vorliegenden Verfahren eingeholten allgemeinen RSS-
Auswertungen (Ärzte Allgemeine Innere Medizin ohne Selbstdispensati-
onsbewilligung; vgl. E. 4.1 hiervor; Akten der Klägerinnen SCHG/2014/736 
/ SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657/act. I 7, 10, 13) ergibt sich, was folgt: 

2011 2013 2014

- Index Kosten Grundleistungen 163 167 153

- Index Medikamente vom Arzt 78 68 67

Index total direkte Kosten 140 144 134

- Index veranlasste Kosten Apotheke 171 194 179

- Index veranlasste Kosten Laboratorien 178 188 197

- Index veranlasste Kosten Physiotherapie 107 153 150

- Index Kosten ohne Medikamente (direkt und 
veranlasst) 158 167 158

- Index Medikamente (direkt und veranlasst) 147 164 151

Index total veranlasste Kosten 165 189 177

Index total Kosten 152 166 155

Durchschnittsalter Erkrankte beim Beklagten 60 61.4 59.9

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 24

Durchschnittsalter der Gruppe 52.53 52.48 52.66

4.2.2 Wird die Auswertung mit Blick auf die spezifischen Gegebenheiten 
beim Beklagten verfeinert und für die Ärzte mit Patienten zwischen 55 und 
65 Jahren sowie mehr als 10 Patienten vorgenommen, so ergibt dies das 
folgende Bild (Akten der Klägerinnen SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / 
SCHG/2016/657/act. I 20):

2011 2013 2014

- Index Kosten Grundleistungen 147 156 145

- Index Medikamente vom Arzt 93 70 62

Index total direkte Kosten 136 137 126

- Index veranlasste Kosten Apotheke 123 145 140

- Index veranlasste Kosten Laboratorien 164 189 202

- Index veranlasste Kosten Physiotherapie 97 134 138

- Index Kosten ohne Medikamente (direkt und 
veranlasst) 144 157 150

- Index Medikamente (direkt und veranlasst) 118 131 124

Index total veranlasste Kosten 124 148 146

Index total Kosten 130 143 137

Durchschnittsalter Erkrankte beim Beklagten 60 61.4 59.9

Durchschnittsalter der Gruppe 58.85 58.61 58.3

Vorab festzuhalten bleibt, dass soweit der Beklagte auch mit Blick auf die 
unter einschränkenden Parametern erfolgten Auswertungen umfangreiche 
Fehler in der statistischen Erhebung geltend macht, ihm nicht gefolgt wer-
den kann (vgl. E. 4.1 hiervor). Beachtlich bleibt schliesslich auch unbese-
hen der Frage, ob ein Arzt selbstdispensierend sein darf oder nicht, dass 
im Gesamtkollektiv der Ärzte mit und ohne Selbstdispensation das Total 
der Medikamente im Grundsatz an sich für jeden Arzt innerhalb einer 
Streubreite gleich sein muss, denn die Menge der für die Patienten abge-
gebenen bzw. verordneten Medikamente ist allein der medizinischen Indi-
kation, nicht aber einem Geschäftsmodell geschuldet, andernfalls Ärzte aus 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 25

sachfremden Gründen einzig deswegen mehr oder weniger Medikamente 
applizieren würden, weil dies für sie lukrativer oder gewinneinschränkender 
ist. Dies gilt hier umso mehr, als das Durchschnittsalter der Gruppe demje-
nigen der Patienten des Beklagten angenähert wird. Anzeichen dafür, dass 
innerhalb der altersbereinigten Patientendaten der Beklagte mehr bzw. 
teurere Medikamente hätte verschreiben müssen, bestehen nicht. Der Be-
klagte hat hierfür auch keinen Beweis erbracht.

Der Vorwurf des Einbezugs unwesentlicher Praxen wird mit der Statistik 
>10 Patienten behoben. Es kann damit ausgeschlossen werden, dass Ärz-
te, die kein massgebliches Patientengut mehr haben, noch in der Statistik 
auftauchen.

Es bestehen weiter keine Anzeichen dafür, dass die beim Kantonsapothe-
keramt erhobene Liste Fehler enthalten würde (Akten der Klägerinnen 
SCHG/2014/736 / SCHG/2015/665 / SCHG/2016/657/act. I 18). Daran än-
dert auch die Auswertung des Beklagten in den Schlussbemerkungen vom 
9. August 2019 und der Stellungnahme 4. März 2020 nichts. Wie die Kläge-
rinnen zutreffend dargetan haben, sind beim Kantonsapothekeramt allein 
Daten über Ärzte bekannt, die eine Bewilligung zur Selbstdispensation be-
sitzen oder besessen haben. Alle Ärzte, die gemäss den Daten des Kan-
tonsapothekeramtes keine Bewilligung zur Selbstdispensation besitzen, 
sind damit per se in die Liste des Vergleichskollektivs aufzunehmen, besitzt 
doch der Beklagte ebenfalls keine solche Bewilligung. Dass einzelne Ärzte 
schliesslich nicht in allen Jahren in der Aufstellung auftauchen, kann ver-
schiedene Gründe haben. Einerseits kann sich ein Wechsel in der Selbst-
dispensationsfrage ergeben haben, andererseits kann es sein, dass ein 
Arzt in einem bestimmten Jahr die Klägerinnen betreffend keine Patienten 
abgerechnet hat und deshalb nicht in den jährlichen Aufstellungen er-
scheint. Die entsprechenden Elemente können auch in Kombination auftre-
ten. Die Aufstellung des Beklagten ändert damit nichts am Beweiswert der 
Auswertungen der Klägerinnen. An der Qualität der Listen des Kantonsapo-
thekers besteht damit kein Zweifel und darauf ist grundsätzlich abzustellen.

Wenn schliesslich in den vom Gericht verlangten spezifischen Auswertun-
gen einzelne Ärzte des früheren allgemeineren Vergleichskollektivs nicht 
mehr erfasst werden, so ist dies nicht ein Mangel an der Statistik. Mit den 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 26

neueren Auswertungen wurde ein spezifischeres Kollektiv verlangt, in dem 
systembedingt verschiedene Ärzte mangels Erfüllen der Parameter (insbe-
sondere höheres Alter des Patientenkollektivs) nicht mehr erfasst werden 
dürfen. Zufolge der Querverbindungen der verschiedenen Voraussetzun-
gen kann schliesslich auch durchaus die Situation eintreten, dass ein Arzt 
in einem Jahr erscheint, in einem anderen Jahr hingegen nicht.

Nicht gefolgt werden kann dem Beklagten auch, wenn er geltend macht, 
ein Teil der Ärzte sei „Beamtet" und deshalb auszuscheiden. Ärzte, die 
über eine eigene ZSR-Nummer verfügen, können entsprechende Leistun-
gen abrechnen und haben, wenn sie in der Statistik auftauchen, dies offen-
bar auch getan. Es besteht deshalb kein Anlass, der Behauptung des 
Beklagten weiter nachzugehen bzw. solche Ärzte auszuscheiden. Ärzte die 
schliesslich sowohl in einem "Zentrum" arbeiten, als auch eine eigene ZSR-
Nummer haben, sind gleichfalls einzubeziehen, da auch für sie jeweils die 
Kosten je Patient berechnet werden. Der Beklagte hat schliesslich nicht 
geltend gemacht, dass und gegebenenfalls welche entsprechenden Ärzte 
(in rechtswidriger Weise) für ein und denselben Patienten über zwei Num-
mern abrechnen würden, um den statistischen Kostenausweis zu drücken.

Nicht zutreffend ist die Behauptung des Beklagten, es fänden sich in den 
gerichtlich verlangten Auswertungen 26 Ärzte, welche selbstdispensierend 
seien (vgl. Stellungnahme des Beklagten vom 4. März 2020). Aus den Da-
ten des Kantonsapothekers, an welchen zu Zweifeln das Gericht – wie be-
reits ausgeführt – keinen Anlass hat, ergibt sich betreffend die angeführten 
Ärzte was folgt: 

 Die Dres. med. D.________, E.________, F.________, G.________ 
und H.________ sind in der Auswertung des Kantonsapothekers nicht 
enthalten und damit in keinem der Jahre 2011 - 2017 mit einer Bewilli-
gung als selbstdispensierend aufgeführt. 

 Die Dres. med. I.________, J.________, K.________, L.________, 
M.________ und N.________ sind zwar in der Liste aufgeführt, jedoch 
ohne Bewilligung für die hier zur Diskussion stehenden Jahre 

 Die Dres. med. O.________, P.________, Q.________, R.________, 
S.________, T.________ und U.________ sind im Jahr 2011 als 
selbstdispensierend geführt. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 27

 Die Dres. med. V.________, W.________, X.________, Y.________, 
Z.________, AA.________, AB.________ und AC.________ sind im 
Jahr 2011 und 2013 als selbstdispensierend geführt 

Werden die so erhaltenen Angaben mit den einbezogenen Ärzten in den 
gerichtlich verlangten Sonderauswertungen verglichen, so ergibt sich zwei-
felsfrei, dass alle erwähnten Ärzte den Angaben des Kantonsapothekers 
entsprechend berücksichtigt (wenn nicht selbstdispensierend) oder un-
berücksichtigt (wenn selbstdispensierend) gelassen wurden. Die Auswer-
tung der Klägerinnen ist nicht in Zweifel zu ziehen.

Was schliesslich die angeblich fehlende fachliche Kompetenz dreier enthal-
tener Ärzte betrifft (Stellungnahme des Beklagten vom 4. März 2020), so ist 
darauf hinzuweisen, dass Dr. med. AD.________ praktischer Arzt in ... ist 
und seit 2014 die Befähigung Allgemeine Innere Medizin in der Schweiz 
trägt (vgl. Medizinalberuferegister, abrufbar unter 
www.medregom.admin.ch). Er wurde allein das Jahr 2014 betreffend in die 
Auswertung aufgenommen. Was die Dres. med. AE.________ und 
AF.________ anbelangt, so werden sie unter der ZSR-Nummer mit dem 
Fachgebiet Allgemeine Innere Medizin bzw. praktischer Arzt geführt (vgl. 
www.sasis.ch) und es bestehen keine Anhaltspunkte, dass sie nicht dem 
Beklagten entsprechend Leistungen für die von ihnen angemeldete Fach-
richtung abrechnen.

Bezüglich der Ärzte mit angeblich „falscher" Fachrichtung (Stellungnahme 
des Beklagten vom 4. März 2020) ist auf das Folgende hinzuweisen: 

 Die Dres. med. AG.________, AH.________, AI.________, 
AJ.________, AK.________, AL.________, AM.________, 
AN.________, AO.________ und AP.________ (praktischer Arzt) ha-
ben eine ZSR-Nummer für eine Tätigkeit im Kernbereich der Facharz-
trichtung Allgemein Innere Medizin (vgl. www.sasis.ch). Der Vorwurf, 
diese Ärzte seien zu Unrecht in den Vergleich einbezogen worden, geht 
damit fehl. 

 In der aktuellen Abfrage sind Dr. med. AQ.________, Facharzt für Gas-
troenterologie (enthalten in der Auswertung für das Jahr 2011), und Dr. 
med AR.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneu-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 28

mologie (enthalten in der Auswertung für die Jahre 2011, 2013, 2014) in 
der Liste enthalten. Dies erscheint systemfremd und als der einzige 
feststellbare Mangel an der Statistik. Wie es sich damit abschliessend 
verhält, braucht mit Blick auf das Ergebnis nicht abschliessend beurteilt 
zu werden. 

4.3

4.3.1 Aus der allgemeinen Auswertung (vgl. E. 4.2.1 hiervor) ergibt sich, 
dass der Beklagte bei allen wesentlichen Indices über dem nach ständiger 
höchstrichterlicher Rechtsprechung relevanten Wert von 120 bis 130 Punk-
ten (vgl. E. 2.2 hiervor) liegt. Einzig im Bereich der direkt abgegebenen 
Medikamente weist er einen geringeren Wert auf. Insoweit ist der Beklagte 
seiner Pflicht als nicht selbstdispensierender Arzt, die Medikamentenabga-
be primär über die Apotheken vornehmen zu lassen, nachgekommen. Wird 
der Gesamtindex der Medikamente betrachtet, liegt der Beklagte auch 
diesbezüglich (sowohl die „veranlassten" allein wie auch „direkt und veran-
lasst") über dem Durchschnitt. 

Wird die Auswertung dem Alterswert des Vergleichskollektivs dem Durch-
schnittsalter der Patienten des Beklagten angepasst, indem für die Index-
bestimmung diejenigen Ärzte zugezogen werden, deren Patientenstamm 
ein Durchschnittsalter von 55 bis 65 Jahre aufweist (vgl. E. 4.2.2 hiervor; 
beim Beklagten jeweils rund 60 Jahre), so verändert sich die Auswertung 
zu Gunsten des Beklagten.

4.3.2 Für das Jahr 2011 beträgt der für die Festlegung einer Überarztung 
wesentliche Gesamtkostenindex 130 Punkte, der Index der veranlassten 
Kosten liegt bei 124 Punkten und der für eine Rückerstattung wesentliche 
Index der direkten Kosten mit 136 Punkten nur leicht über dem vom hiesi-
gen Gericht verwendeten Cut off von 130 Punkten.

Für das Jahr 2013 lag der Gesamtkostenindex bei 143 Punkten und für das 
Jahr 2014 bei 137 Punkten. Dieser für den Beweis einer Überarztung in der 
bundesgerichtlichen Spannbreite von 120 bis 130 Punkten vom hiesigen 
Gericht konstant bei 130 Punkten verwendete Index ist damit überschritten. 
Bei den für eine Rückerstattung wesentlichen direkten Kosten (ohne Medi-
kamente) liegt der Index mit 156 Punkten (2013) und 145 Punkten (2014) 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 29

ebenfalls über dem Vergleichsindex von 130 Punkten. Bei den direkten 
Kosten inklusive Medikamente liegt der Beklagte mit 137 Punkten (2013) 
und 126 Punkten (2014) hingegen nur leicht über bzw. gar unter dem Cut-
Off. Bei den selbst abgegebenen und veranlassten Medikamenten mit 131 
Punkten (2013) und 124 Punkten (2014) nunmehr im Grenzbereich. Dabei 
ist zu beachten, dass anders als in Fällen, in denen eine grosse Anzahl 
Medikamente trotz fehlender Bewilligung zur Führung einer Praxisapotheke 
(sog. Selbstdispensation) abgegeben wird, dieser Arzt zufolge des tiefen 
Indexes selbst abgegebener Medikamente im Vergleich zu seinen Arztkol-
legen keinen (übermässigen) ökonomischen Vorteil aus der Medikamen-
tenabgabe gezogen hat.

Zwar bestehen damit im vorliegenden Fall über alles gesehen statistisch 
Anzeichen dafür, dass der Beklagte wirtschaftlicher hätte arbeiten können. 
Eine Quantifizierung mit Ausgleich des Vorteils (Rückerstattung) wurde 
jedoch nicht eingeklagt und ist vorliegend nicht zu beurteilen. Die hier ein-
zig zur Diskussion stehende Busse hat pönalen Charakter (vgl. E. 3.3.1 
hiervor) und an den Beweis des Fehlverhaltens sind damit strenge Anforde-
rungen zu stellen. Dieser Beweis ist bei allein grenzwertigen bzw. leicht 
überschrittenen, teilweise aber auch unterschrittenen Indices in der der 
Tätigkeit des Beklagten am nächsten kommenden und damit die Praxisbe-
sonderheiten korrekt abbildenden Auswertung gerade noch nicht erbracht. 
Die Klagen sind abzuweisen.

Mit Blick auf das Ergebnis erübrigen sich damit auch Abklärungen zum 
Umstand, dass der Beklagte keinen Notfalldienst leistet und damit keine 
Patienten mit nur einmaliger Konsultation ausweist, was gemäss Entscheid 
des BGer vom 12. April 2019, 9C_558/2019 / 9C_559/2019, E. 8.2.4, eine 
Praxisbesonderheit darstellt und gemäss Auffassung des Beklagten zu 
einer weiteren Senkung seiner Indices führen müsste.

4.4 Was die beantragte EMRK-Schlussverhandlung betrifft, so ist deren 
Durchführung bei diesem Ausgang der Verfahren nicht erforderlich.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 30

5.

5.1 Mit Verfügung vom 13. August 2014 hatte der damalige Vorsitzende 
im Vermittlungsverfahren SCHG/2013/557 die dortigen Verfahrenskosten 
auf Fr. 1'000.-- festgelegt und den Gesuchstellerinnen (und nachmaligen 
Klägerinnen des vorliegenden Verfahrens SCHG/2014/736) auferlegt. Die 
Restanz des Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- wurde auf das vorliegen-
de Klageverfahren SCHG/2014/736 übertragen. 

Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten richten sich 
gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 2010 
betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Ge-
richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, VKD; 
BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 5'000.-- pro Verfahren, 
total Fr. 15'000.--, festgesetzt (Art. 52 VKD). Sie sind den unterliegenden 
Klägerinnen zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. 
Art. 109 Abs. 1 VRPG) und im Umfang von Fr. 8'000.-- den geleisteten 
Kostenvorschüssen (SCHG/2014/736: Fr. 3'000.-- sowie Fr. 1'000.-- [über-
tragene Restanz aus dem Verfahren SCHG/2013/557]; SCHG/2015/665: 
Fr. 2'000.--; SCHG/2016/657: Fr. 2'000.--) zu entnehmen. Die Klägerinnen 
haben Fr. 7'000.-- nachzuzahlen.

5.2

5.2.1 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten 
den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die 
Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften 
der Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des kantona-
len Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bemisst sich 
der Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Be-
schwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der Ta-
rifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811) von Fr. 400.-- bis Fr. 11‘800.-- pro Instanz zur Anwendung ge-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 31

langt. In Verwaltungsrechtssachen (vgl. Art. 11 ff. PKV), zu welchen auch 
die sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gehören, kommen gemäss 
Art. 16 PKV auch die Art. 9 und 10 PKV zur Anwendung. Gemäss Art. 9 
PKV wird ein Zuschlag von bis zu 100 % auf das Honorar gewährt bei Ver-
fahren, die besonders viel Zeit und Arbeit beanspruchen, wie namentlich 
bei schwieriger und zeitraubender Sammlung oder Zusammenstellung des 
Beweismaterials, bei grossem Aktenmaterial oder umfangreichem Brief-
wechsel, wenn ein wesentlicher Teil des Aktenmaterials oder des Brief-
wechsels in einer anderen als der Gerichtssprache vorliegt, oder bei 
besonders komplexen tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen. 

5.2.2 Rechtsanwalt C.________ führt zu den drei eingereichten Kosten-
noten vom 3. Juli 2020 aus, da die drei Verfahren gemäss Verfügung vom 
29. September 2017 vereinigt worden seien, werde der entsprechende 
Aufwand von 68.4 Stunden ab diesem Zeitpunkt zu je einem Drittel (aus-
machend 22.8 Stunden) anteilsmässig in den jeweiligen Verfahren geltend 
gemacht. Aufgrund der mehrwertsteuerrechtlichen Änderungen des an-
wendbaren Satzes per 1. Januar 2018 habe dies pro Verfahren einen Auf-
wand von 1 Stunde à 8 % MWSt. und von 21.8 Stunden à 7.7 % MWSt. 
ergeben. Der Einfachheit halber sei bis zur Vereinigung der drei Verfahren 
je eine getrennte Leistungsaufstellung und eine weitere Leistungsaufstel-
lung für den Zeitpunkt ab der Verfahrensvereinigung erstellt worden.

Im Verfahren SCHG/2014/736 (inkl. Vermittlungsverfahren SCHG/2013/557 
mit einem Aufwand von 29.1 Stunden) wird mit Kostennote vom 3. Juli 
2020 ein Honorar von Fr. 34'740.-- (115.8 h x Fr. 300.--) bzw. werden Par-
teikosten von total Fr. 38'249.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) geltend ge-
macht. Im Verfahren SCHG/2015/665 beläuft sich das Honorar gemäss 
Kostennote vom 3. Juli 2020 auf Fr. 20'700.-- (69 h x Fr. 300.--) bzw. es 
werden Parteikosten von total Fr. 22'760.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) 
gefordert. Gemäss der dritten Kostennote vom 3. Juli 2020 ist im Zusam-
menhang mit dem Verfahren SCHG/2016/657 ein Honorar von Fr. 19'410.-- 
(64.7 h x Fr. 300.--) angefallen bzw. es werden Parteikosten im Betrag von 
total Fr. 21'341.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) geltend gemacht.

Für die drei Verfahren SCHG/2014/736 (inklusive Vermittlungsverfahren 
SCHG/2013/557), SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 macht Rechtsan-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 32

walt C.________ somit total Parteikosten von Fr. 82'351.45 (inkl. Auslagen 
und MWSt.) geltend und führt aus (Eingabe vom 3. Juli 2020, S. 1), der in 
allen drei Verfahren enorme Aufwand sei einzig und alleine durch die fort-
gesetzte Verweigerungshaltung der Klägerinnen, zu den Argumenten des 
Beklagten überhaupt je inhaltlich Stellung zu nehmen, veranlasst worden; 
zudem seien die Klägerinnen bis zum Schluss des Verfahrens nicht in der 
Lage gewesen, zuverlässige Daten vorzulegen, weshalb diese für den da-
durch verursachten Aufwand vollumfänglich aufzukommen hätten.

5.2.3 Der geltend gemachte Aufwand erscheint als zu hoch. Der Partei-
kostenersatz bemisst sich ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be-
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (vgl. E. 
5.2.1 hiervor), was vorliegend die Ausschöpfung des Tarifrahmens gemäss 
Art. 13 PVK bis zum Betrag von Fr. 11'800.-- pro Verfahren rechtfertigt. Ein 
Honorarzuschlag von bis zu 100 % gemäss Art. 9 PVK (Eingabe vom 3. 
Juli 2020, S. 3) wegen besonders viel Zeit- und Arbeitsaufwand kann je-
doch nicht gewährt werden. Denn es handelt sich um drei gleichgelagerte 
Verfahren und der Beklagte hat in den verschiedenen Rechtsschriften im-
mer wieder auch dieselben Argumente wiederholt und hinsichtlich der ge-
richtlich erhobenen Beweise offensichtlich nicht zutreffende Vorbehalte 
angebracht (vgl. E. 4.1 und 4.2 hiervor). Entgegen der Auffassung des Be-
klagten (Eingabe vom 3. Juli 2020, S. 2 f.) haben die Klägerinnen schliess-
lich auch nicht die Zahlung von 1.13 Millionen Franken verlangt. Bei diesem 
Betrag handelte es sich gemäss den Klägerinnen um den deren Auffas-
sung nach durch die unwirtschaftliche Behandlungsweise des Beklagten 
verursachten Schaden (SCHG/2014/736: Klage vom 8. August 2014, 
II./A./Ziff. 8/.S. 8; SCHG/2015/665: Klage vom 14. Juli 2015, II./Ziff. 7/S. 8; 
SCHG/2016/657: Klage vom 12. Juli 2016, II./Ziff. 7/S. 8) und nicht um die 
verlangte Bussenhöhe. Unter Berücksichtigung der Synergieeffekte der 
parallel bzw. später vereinigt geführten Verfahren einerseits und der 
Schwierigkeiten der Verfahren andererseits, erscheint ein Zuschlag von 
25 % auf der gesamten Grundentschädigung für alle Verfahren von 
Fr. 35'400.-- (3 x Fr. 11'800.--), ausmachend Fr. 8'850.--, angemessen. 
Nach dem Ausgeführten wird die Parteientschädigung für die Verfahren 
SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 auf total 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 33

Fr. 44'250.-- festgesetzt (Fr. 35'400.-- [3 x Fr. 11'800.--] + Fr. 8'850.-- [Zu-
schlag]).

Der Beklagte macht eine Spesenpauschale von 2 % auf dem Honorar gel-
tend. Spesen sind grundsätzlich die tatsächlich entstandenen Aufwendun-
gen, welche vom Anwalt konkret zu belegen sind. Dem ist der 
Rechtsvertreter in seiner Kostennote nicht nachgekommen. Mit Blick auf 
die umfangreichen Akten und die mit dem Schriftenwechsel angefallenen 
Auslagen ist der sich aus einer Pauschalberechnung von 2 % ergebende 
Betrag von Fr. 885.-- (Fr. 44'250.-- / 100 x 2) angemessen und dem Be-
klagten zuzusprechen. Es ergibt sich für die Klageverfahren eine Entschä-
digung vor MWSt. von Fr. 45'135.--.

Per 1. Januar 2018 wurde der Satz der Mehrwertsteuer von 8 % auf 7.7 % 
gesenkt. Nach Abzug der Bemühungen für die Vermittlungsverhandlung 
verteilt sich der vom Rechtsvertreter geltend gemachte Aufwand im Ver-
hältnis von zirka 2.4 zu 1 (155 Stunden [ohne Vermittlungsverfahren; vgl. E. 
5.2.4 hiernach] zu 65.4 Stunden) auf die Zeit vor bzw. nach der Senkung 
des Mehrwertsteuersatzes. Demnach ist dem Beklagten auf Fr. 31'860.-- 
MWSt. von Fr. 2'548.80 (Fr. 45'135.-- / 3.4 x 2.4 / 100 x 8) und auf 
Fr. 13'275.-- MWSt. von Fr. 1'022.15 (Fr. 45'135.-- / 3.4 / 100 x 7.7), total 
Fr. 3'570.95 zu entschädigen. 

5.2.4 Was die Geltendmachung der Parteikosten für das dem Verfahren 
SCHG/2014/736 vorgelagerte Vermittlungsverfahrens SCHG/2013/557 
betrifft (Eingabe vom 3. Juli 2020, S. 3), ist zu erwähnen, dass diesbezüg-
lich in der Gesamtkostennote des entsprechenden Klageverfahrens ein 
Aufwand von 29.1 Stunden (Zeitraum vom 2. Juli 2013 bis 9. Mai 2014) 
bzw. ein Honorar von Fr. 8'730.-- (29.1 h x Fr. 300.--; ohne Auslagen und 
MWSt.) auf das Vermittlungsverfahren entfällt und geltend gemacht wird. 
Laut Art. 45 Abs. 4 KUMV i.V.m. Art. 113 Abs. 1 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) werden im Ver-
mittlungsverfahren keine Parteienschädigungen zugesprochen. Gemäss 
BGE 141 III 20 E. 5.3 S. 21 untersagt Art. 113 Abs. 1 ZPO dem ordentli-
chen Richter jedoch nicht, im Rahmen des Urteils in der Sache Parteien-
tschädigungen für das Schlichtungsverfahren zuzusprechen. Folglich kann 
vorliegend im Rahmen des Verfahrens SCHG/2014/736 für das Vermitt-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 34

lungsverfahren SCHG/2013/557 grundsätzlich eine Parteientschädigung 
zugesprochen werden, wobei jedoch dem Charakter einer Vermittlungsver-
handlung Rechnung zu tragen ist und dementsprechend der geltend ge-
machte hohe Aufwand nicht berücksichtigt werden kann. Die 
Parteientschädigung für das Vermittlungsverfahren wird pauschal auf 
Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgelegt.

5.2.5 Für die drei Klageverfahren ergibt sich insgesamt eine Parteien-
tschädigung von Fr. 48'705.95 inkl. Auslagen und MWSt. Die Parteien-
tschädigung für das Vermittlungsverfahren (SCHG/2013/557) wird auf 
pauschal Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgelegt, womit die Klä-
gerinnen dem Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 50'705.95 zu 
ersetzen haben.

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. Die Klagen vom 8. August 2014 (Verfahren SCHG/2014/736), 14. Juli 
2015 (Verfahren SCHG/2015/665) und 12. Juli 2016 (Verfahren 
SCHG/2016/657) werden abgewiesen.

2. In den Verfahren SCHG/2014/736, SCHG/2015/665 und 
SCHG/2016/657 werden die Verfahrenskosten auf Fr. 5'000.-- pro Ver-
fahren, total Fr. 15'000.--, festgesetzt. Sie werden den unterliegenden 
Klägerinnen zur Bezahlung auferlegt und im Umfang von Fr. 8'000.-- 
den geleisteten Kostenvorschüssen (SCHG/2014/736: Fr. 3'000.-- + Fr. 
1'000.-- [übertragene Restanz aus dem Verfahren SCHG/2013/557]; 
SCHG/2015/665: Fr. 2'000.--; SCHG/2016/657: Fr. 2'000.--) entnom-
men. Die Klägerinnen haben Fr. 7'000.-- nachzuzahlen. 

3. Die Klägerinnen haben dem Beklagten in den Verfahren 
SCHG/2014/736 (inklusive Vermittlungsverfahren SCHG/2013/557), 
SCHG/2015/665 und SCHG/2016/657 die Parteikosten gerichtlich be-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. Okt. 2020, SCHG/2014/736 Seite 35

stimmt auf insgesamt Fr. 50'705.95 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic.iur. A.________ z.H. der Klägerinnen  
- Rechtsanwalt Dr. C.________ z.H. des Beklagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.