# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cff8159e-c7dc-5199-9eb6-0a51ba1ba9e6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.01.2011 UV 2010/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-20_2011-01-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.03.2020

Entscheiddatum: 18.01.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 18.01.2011
Art. 6 und 18 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden nach 
Arbeitsunfall. Prüfung des Rentenanspruchs (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Januar 2018, UV 
2010/20).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 18. Januar 2011

in Sachen

T.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17, 

3074 Muri b. Bern,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Invalidenrente

Sachverhalt:

A.

A.a T.___ war bei der A.___ tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als er am 

29. Januar 2002 einen Arbeitsunfall erlitt. Nach Lage der Akten und Angaben des 

Versicherten war er auf ein frei stehendes Metallgestell geklettert. Er habe sich auf ca. 

zwei Metern Höhe befunden, als er bemerkt habe, wie das 2.9 Meter hohe und sehr 

schwere Gestell auf ihn zugekippt sei. Er sei heruntergesprungen, um sich in Sicherheit 

zu bringen. Das mit Eisenträgern und Rohren beladene Gestell habe ihn unter sich 

begraben. Mit Hilfe von Gabelstaplern wurde der Versicherte von den Gerüststangen 

befreit und mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen geflogen (vgl. act. G 1 S. 3; UV-

act. 17, 101b S. 3, 147 S. 2). Gemäss Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen, wo die Erstbehandlung nach dem Unfall stattgefunden hatte, 

gab der Beschwerdeführer an, initial bewusstlos gewesen zu sein. Bei Eintreffen der 

Rega sei er mit GCS (Glasgow coma scale) 14 wieder wach gewesen und wegen 

pulmonaler Insuffizienz intubiert worden. Als Diagnosen wurden eine 

Rippenserienfraktur rechts und eine Sternumfraktur mit Hämatopneumothorax rechts 

und Kontusion Lunge links, ein Weichteilemphysem bis zum Gesäss reichend, 

Claviculafrakturen beidseits und Skapulafraktur rechts, eine LWK1-Keilimpressions-

fraktur, eine unklare Knieverletzung rechts, ein Weichteildefekt der Kleinfingerkuppe 

rechts und mehrfache Mittelgesichtsfrakturen festgehalten (UV-act. 2).

A.b Nach Durchführung von ambulanten und stationären medizinisch-therapeutischen 

Massnahmen sowie weiteren Abklärungen sprach die Suva dem Versicherten mit 

Verfügung vom 21. Juli 2009 für die verbleibenden Folgen des Unfalls vom 29. Januar 

2002 eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 20 % 

zu. Einen Rentenanspruch verneinte sie (UV-act. 135). Die hiergegen von Advokat lic. 

iur. Martin Boltshauser, procap, erhobene Einsprache (UV-act. 139) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 10. Februar 2010 ab (UV-act. 147). Die Invalidenversicherung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hatte dem Versicherten mit Wirkung ab Oktober 2005 eine halbe Rente auf der Basis 

eines Invaliditätsgrades von 51 % (Valideneinkommen von Fr. 73'703.60 und 

Invalideneinkommen von

Fr. 36'115.20) zugesprochen (UV-act. 146).

B.

B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Februar 2010 erhob Advokat Boltshauser 

für den Versicherten mit Eingabe vom 15. März 2010 Beschwerde mit den Anträgen, 

der Entscheid sowie die Verfügung vom 21. Juli 2009 seien aufzuheben. Es sei dem 

Beschwerdeführer eine UVG-Rente auszurichten. Eventualiter seien zusätzliche 

Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem 

dar, gemäss Medas-Gutachten habe sich unfallbedingt aus neuropsychologischer 

Sicht eine leichte kognitive Funktionsstörung ergeben. Diese Beschwerden seien 

unabhängig von den gleichzeitig bestehenden körperlichen Beschwerden, die für eine 

adaptierte Tätigkeit im Moment nicht zu einer Einschränkung führen würden, sowie den 

erst später aufgetretenen psychischen Beschwerden, die bei der IV zu einer 50 %igen 

Berentung geführt hätten. Bedingt durch die neuropsychologische Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 20-30 % könne der Beschwerdeführer aus unfallkausalen Gründen 

den von der Beschwerdegegnerin zugrunde gelegten Lohn von Fr. 74'100.-- als 

Valideneinkommen nicht erzielen. Es werde deshalb beantragt, den Leistungslohn beim 

jetzigen Arbeitgeber und der jetzigen Stelle (die als adaptiert und geeignet gelte) 

abzuklären und auf die 70-80 %ige medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 

hochzurechnen.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2010 liess die Beschwerdegegnerin durch 

Rechtsanwältin Dr. iur. M. Sonder, Muri, die Abweisung der Beschwerde beantragen. 

Als Begründung verwies die Rechtsvertreterin auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid und hielt unter anderem fest, dass die organischen Unfallfolgen beim 

Beschwerdeführer zu einer Integritätsentschädigung geführt, jedoch keine 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten. Tatsache sei, dass die Ursache der geltend 

gemachten neuropsychologischen Einschränkung unklar sei. Eine Hirnbeteiligung sei 

nicht belegt. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs sei nicht gegeben. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Insbesondere komme keinem Kriterium ein besonders ausgeprägtes Gewicht zu. Die 

Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin 

lasse sich angesichts der konkreten Verhältnisse nicht beanstanden. Dem 

Beschwerdeführer komme somit kein Anspruch auf eine Invalidenrente zu.

B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete unter Bestätigung seiner 

Anträge auf eine Replik (act. G 9).

Erwägungen:

1.        

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer als Folge des Unfalls 

vom 29. Januar 2002 Rentenleistungen auszurichten hat oder nicht. Dabei stellt sich 

vorab die Frage der Unfallkausalität der beim Beschwerdeführer bestehenden 

gesundheitlichen (insbesondere neuropsychologischen und psychischen) Probleme. 

Unbestritten ist das Bestehen von unfallkausalen organischen Restfolgen im Bereich 

der Wirbelsäule und des rechten Knies, wofür auch eine Integritätsentschädigung zur 

Ausrichtung kam. Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 

2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) kann ein nach einem versicherten 

Unfall neu aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn 

und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem 

Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). 

Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V 

289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, 

die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb 

mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).

2.        

2.1    Beim Beschwerdeführer wurden im Nachgang zum Unfall vom 29. Januar 2002 

operative und therapeutische Massnahmen ambulant oder stationär durchgeführt (vgl. 

UV-act. 10, 13, 15). Seit dem 1. Mai 2002 war er wieder zu 50 % und ab 1. August 

2002 zu 100 % arbeitsfähig geschrieben (UV-act. 16, 21, 25 S. 2). Am 24. April 2003 

verfügte die Invalidenversicherung die Übernahme der Kosten einer Ausbildung zum 

PC-Supporter und dipl. Kaufmann (UV-act. 30). Am 28. April 2003 berichtete der 

Hausarzt Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeine Medizin, vom Rücken her bestünden 

keine Probleme und im rechten Knie bestehe praktisch Beschwerdefreiheit. Die 

Physiotherapie sei abgeschlossen (UV-act. 31, 35). Nach Abschluss der 

kaufmännischen Umschulung war der Beschwerdeführer im Jahr 2004 einige Monate 

bei der C.___ als technischer Sachbearbeiter tätig (UV-act. 37, Beilagen zu UV-act. 54, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

UV-act. 63 S. 2 [persönliche Anamnese]). In der Folge bezog er ALV-Taggelder (vgl. 

Beilagen zu UV-act. 58). Die Invalidenversicherung erachtete ihn als 

rentenausschliessend eingegliedert (UV-act. 55). Wegen anhaltender Kniebeschwerden 

war im Oktober 2004 eine Knieoperation vorgenommen worden (UV-act. 41, 51). Dr. 

B.___ berichtete am 12. Januar 2005 über eine persistierende Knie-Instabilität rechts 

und eine psychosoziale Verwahrlosung des Beschwerdeführers ab Frühling 2004 mit 

euphorischer/dysphorischer Stimmungslage und Konzentrationsmangel. Bezüglich der 

psychischen Situation sei er zu 100 % arbeitsunfähig (UV-act. 59). Eine 

psychodiagnostische Untersuchung in der psychiatrischen Klinik Wil ergab gemäss 

Bericht vom 24. Februar 2005, dass die kognitive Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zur Zeit als durchschnittlich bis gut bezeichnet werden könne. 

Insgesamt liege die Leistung bei den untersuchten kognitiven Funktionen im 

Normbereich. Leicht reduzierte Leistungen seien nur beim verbalen Arbeitsgedächtnis, 

beim Abruf aus dem nonverbalen Gedächtnis und bei der Reaktionsgeschwindigkeit 

auf einfache visuelle Reize zu finden. Stark ausgeprägte Defizite seien hingegen bei 

keiner der untersuchten Funktionen zu finden. Dem Untersucher hatte der 

Beschwerdeführer unter anderem angegeben, er kiffe "ab und zu" bzw. "ein- bis 

zweimal pro Tag". Das aktiviere und inspiriere ihn. Zweimal habe er auch Kokain 

ausprobiert, was er als "recht cool" erlebt habe (Beilage zu UV-act. 77). Von Seiten des 

Psychiatrischen Zentrums Wil wurde am 18. März 2005 berichtet, es würden sich 

deutliche Hinweise für eine psychotische Störung zeigen, welche sich erstmalig nach 

dem Unfall manifestiert hätten und im Oktober 2004 ein weiteres Mal akut geworden 

seien (UV-act. 63). Am 13. April 2005 erklärte der Beschwerdeführer dem Suva-

Mitarbeiter unter anderem (UV-act. 64 S. 2), bei teils sitzender, stehender und 

gehender Tätigkeit könne er unfallbedingt wieder eine normale volle Leistung erbringen. 

Seit der Kündigung beim letzten Arbeitgeber und gehabten Differenzen sowie der 

anschliessenden Arbeitslosigkeit und finanziellen Problemen seien bei ihm psychische 

Probleme ausgelöst worden. Dazu seien noch Probleme mit der Freundin und andere 

Dinge gekommen. Am 4. August 2005 gab der Beschwerdeführer bekannt, er stehe 

weiterhin in psychiatrischer Behandlung. Er werde ab 1. September 2005 als PC-

Supporter bei zwei verschiedenen Firmen tätig sein. Unfallbedingt könne weiterhin von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (UV-act. 66; vgl. auch 

Arbeitgeberfragebogen in UV-act. 77). Am 26. September 2006 berichtete Dr. B.___ 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

über einen ausgeprägten Konzentrationsmangel und psychische Labilität des 

Beschwerdeführers mit verminderter Disziplin. Es bestehe im Umfang von ca. 50 % 

eine verminderte Leistungsfähigkeit. Zumutbar seien alle Tätigkeiten, die ihn geistig 

und psychisch nicht allzu stark belasten würden und wo er genügend Erholungsphasen 

habe. Die jetzige Anstellung bei seinem Bruder sei im Prinzip ideal. Dort arbeite er 

ganztags, könne sich aber die Arbeit nach Belieben einteilen. Eine definitive 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei aus seiner Warte nicht möglich. Eine 

Beantwortung dieser Frage sei von psychiatrischer Seite zu erwarten (Beilage zu UV-

act. 77). Die Ärzte des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie Wil hatten am 30. August 

2006 ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma nach Unfall mit 

zweiwöchigem Koma, Polytrauma, Mittelgesichtsfrakturen und Durchgangssyndrom 

bescheinigt. Sie verwiesen auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung vom 

Februar 2005 und hielten unter anderem fest, aufgrund der belastenden 

Familienanamnese mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis sei eine 

erhöhte Disposition für eine psychotische Symptomatik sicherlich gegeben. Die 

Kriterien für eine Schizophrenie seien bislang jedoch nicht erfüllt worden. Zum 

gegenwärtigen Zeitpunkt bestehe eine Einschränkung von 30-50 % unabhängig von 

der Art der Tätigkeit. Die Einschränkungen würden sich bei der Arbeit in der 

Priorisierung von Aufgaben sowie dem Einhalten von Zeitstrukturen und dem Bedarf 

nach häufigeren Pausen und Regenerationszeiten zeigen (Beilage zu UV-act. 77).

2.2    Suva-Ärztin Dr. med. D.___, Fachärztin für Neurologie FMH, kam in der 

neurologischen Beurteilung vom 6. Mai 2008 zum Schluss, dass sich der 

Beschwerdeführer beim Unfall vom 29. Januar 2002 eine leichte Hirnverletzung (MTBI = 

mild traumatic brain injury) zugezogen habe, die ausgeheilt sei. Bei fehlendem 

Nachweis struktureller Hirnläsionen und unauffälligem neuropsychologischem und 

neurologischem Befund liege auf neurologischem Fachgebiet mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolge mehr vor (UV-act. 100). Im Medas-Gutachten vom 

28. Mai 2008 wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

neurasthenisches Syndrom mit Erschöpftheit, Konzentrationsstörungen, vermindertem 

geistigem Leistungsvermögen, Gedächtnisstörungen und Status nach reaktiver 

depressiver Episode sowie ein Status nach Polytrauma am 29. Januar 2002 aufgeführt. 

Als Nebendiagnose wurde unter anderem eine nicht näher bezeichnete Psychose im 

Sinn eines Durchgangssyndroms nach zweiwöchiger Narkose vermerkt. Die Gutachter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

kamen unter anderem zum Schluss, aus der Sicht des Bewegungsapparates sei im 

weiteren Verlauf eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % im Rahmen einer 

adaptierten Tätigkeit möglich. Aufgrund von leichten kognitiven Funktionsstörungen 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30 % in geistig komplexen Tätigkeiten. Unter 

Betrachtung der leichten kognitiven Funktionseinbussen habe der Beschwerdeführer 

bei der Wiedereingliederung über das zumutbare Mass hinaus gearbeitet und sich 

langfristig überfordert. Hierbei sei es zu einer Verdrängung psychosozialer und 

emotionaler Probleme mit massiv langdauernden Anpassungsstörungen gekommen. 

Eine neurotische Störung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss den 

Förster'schen Kriterien mit Flucht in die Krankheit, erfolgloser Rehabilitation und 

erheblicher neuropsychologischer Leistungsverminderung bei Überlagerung eventueller 

hirnorganischer Ausfälle mit sekundär reaktiv-depressiver Leistungshemmung führe zu 

einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %. In der aktuellen Tätigkeit als PC-/LAN-Supporter 

und bei anderer Tätigkeit bescheinigten die Gutachter unter Betrachtung 

neuropsychologischer und psychiatrischer Aspekte eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Der 

Beginn der Invalidisierung sei ab Oktober 2004 mit Beginn der psychischen 

Weitererkrankung zu sehen. Aus orthopädischer Sicht werde ein Muskelaufbau der 

paravertebralen Muskulatur zur Stärkung der Sitz- und Stehfähigkeit empfohlen. Die 

laufende psychiatrische Behandlung sei dringend fortzusetzen (UV-act. 101b). Am 17. 

Juli 2008 bescheinigte Dr. B.___, dass aus der Knieverletzung keine Arbeitsunfähigkeit 

resultierte (UV-act. 103). Am 27. Januar 2009 erstattete Suva-Arzt Prof. Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH orthopädische Chirurgie, den Bericht betreffend die ärztliche 

Abschlussuntersuchung vom 10. Oktober 2008 (UV-act. 112). Den Integritätsschaden 

schätzte Prof. E.___ im Bericht vom 30. Januar 2009 aufgrund der posttraumatischen 

Folgen an Wirbelsäule und Kniegelenk auf 20 % (UV-act. 121).

3.        

3.1    Von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden 

Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 

2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 Erw. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07] 

Erw. 3.2 und 3.3). Zur Begründung ihrer Schlussfolgerung, wonach auf neurologischem 

Fachgebiet überwiegend wahrscheinlich keine Unfallfolge mehr vorliege, hielt Dr. D.___ 

unter anderem fest, die Diagnose einer MTBI beruhe auf den Angaben einer 

kurzzeitigen Bewusstlosigkeit, dem GCS 14 bei Eintreffen der Rega und den 

nachgewiesenen Verletzungen des Gesichtsschädels. Neurologische Symptome seien 

im weiteren Verlauf nicht dokumentiert worden, die MTBI sei ausgeheilt. Die Angaben 

über den Beginn psychischer Auffälligkeiten seien unterschiedlich. Der behandelnde 

Psychiater berichte über drei Jahre nach dem Unfall zum Teil über Symptome seit der 

Kindheit, anderseits beschreibe er einen direkten Bezug zum Unfallereignis, da der 

Beschwerdeführer nach dem Unfall psychotische Symptome gehabt habe. Von Dr. 

B.___ werde im Januar 2005 erstmalig indirekt über psychische Auffälligkeiten 

berichtet. In der Beurteilung vom August 2006 gehe der Psychiater von einem 

zweiwöchigen Koma nach dem Unfall aus. Dies widerspreche der echtzeitlichen 

Dokumentation, in welcher bereits bei Eintreffen der Rega am Unfallort ein GCS von 14 

beschrieben werde. Für das vom Psychiater postulierte organische Psychosyndrom 

nach Schädelhirntrauma fänden sich in der echtzeitlichen Dokumentation keine 

Hinweise. Eine organische Genese sei auch aufgrund der unauffälligen 

neuropsychologischen Untersuchung und dem unauffälligen MRI nicht anzunehmen. 

Zu beachten bleibe die positive Familienanamnese für psychische Erkrankungen sowie 

die Angabe des Beschwerdeführers, dass er seit 1994 weitestgehend täglich Cannabis 

konsumiere (UV-act. 100). Diese Ausführungen überzeugen insofern, als sie mit den im 

Recht liegenden, zuvor ergangenen Berichten in Einklang stehen bzw. durch sie 

bestätigt werden und schlüssig begründet sind. Eine abweichende Schlussfolgerung 

ergibt sich auch nicht gestützt auf die Darlegungen im neuropsychologischen 

Konsiliargutachten der Medas vom 17. März 2008. Dort wurde (auf S. 6) unter anderem 

festgehalten, ursächlich bleibe aus neuropsychologischer Sicht unklar, ob es sich um 

leichte neuropsychologische Funktionsstörungen im Rahmen eines leichten 

Schädelhirntraumas handle, ob es sich um die Verstärkung von vorbestehenden 

Schwierigkeiten oder ob es sich um Schwierigkeiten handle, die aufgrund von 

Anpassungsstörungen im psychischen Bereich entstanden seien und im Rahmen einer 

psychiatrischen Erkrankung gewertet werden müssten. Hinweise für eine 

vorbestehende psychiatrische Erkrankung im Sinne eines ADS ergäben sich aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

neuropsychologischer Sicht nicht. Auffällig sei einzig der im frühen Alter zum Teil 

regelmässige Haschischkonsum. Ansonsten würden sich in der Vorgeschichte 

Hinweise ergeben, dass das sprach-episodische Lernen und Gedächtnis nie eine 

Stärke des Beschwerdeführers gewesen seien und starke Anforderungen bis zur 

chronischen Überforderung beinhalten würden (UV-act. 101c Beilage). Die Konsiliar-

Neuropsychologin stellte somit mehrere mögliche bzw. gleich wahrscheinliche 

Ursachen nebeneinander.

Wenn die Medas-Gutachter im Gesamtgutachten dennoch festhielten, seit dem Unfall 

vom 29. Januar 2002 bestünden anhaltende Leistungseinschränkungen, welche am 

ehesten im Rahmen einer organischen Hirnschädigung zu werten seien (Medas-

Gutachten S. 29), so setzten sie sich damit zum einen in Widerspruch zur 

einleuchtenden Beurteilung der Konsiliar-Neuropsychologin, ohne dies zu begründen. 

Der Konsiliar-Psychiater, dem die Frage, ob eine unfallbedingte organische 

Hirnschädigung bestehe, ebenfalls vorgelegt wurde, verwies hierzu seinerseits auf die 

neurologische/neuro-psychologische Beurteilung bzw. die Untersuchung durch die 

Neuropsychologin vom 13. März 2008 (richtig: 12. März 2008; UV-act. 101c Beilagen). 

Sogar im Medas-Gutachten selbst ist sodann (auf S. 16) vermerkt, dass eine 

Hirnbeteiligung vom Beschwerdeführer und seinen Angehörigen postuliert werde. Eine 

solche sei bis jetzt in den Dokumenten weder mit bildgebenden Verfahren noch mit 

kognitiven Screeningtests oder von der klinischen Symptomatik her belegt (UV-act. 

101b). In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass ein MRI des Neurocraniums 

vom 5. März 2008 keinen Nachweis auf eine intracranielle Pathologie, insbesondere 

keine Hämosiderinablagerungen nach stattgehabten Blutungen ergab (UV-act. 119), 

und eine cranio-cerebrale Kernspintomographie vom 2. April 2008 ein 

altersentsprechend normales Schädel-MR zeigte (UV-act. 98). Von daher lässt sich der 

Nachweis eines hirnorganischen Schadens offensichtlich nicht führen. Weitere 

Abklärungen, wie sie vom Beschwerdeführer eventualiter verlangt werden (act. G 1 S. 

6), vermöchten hier überwiegend wahrscheinlich zu keinem anderen (für den 

Beschwerdeführer günstigeren) Resultat zu führen. Auf die erwähnte Schlussfolgerung 

im Medas-Gutachten kann somit mangels Begründung nicht abgestellt werden. Dies 

umso weniger, als konkrete weitere Anhaltspunkte für eine unzutreffende Würdigung 

hinsichtlich der Frage der Unfallkausalität der neuropsychologischen Beschwerden im 

Bericht von Dr. D.___ nicht ersichtlich und auch nicht geltend gemacht werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2    Ist ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung (vorliegend: 

Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung) diagnostiziert und liegt - bezogen 

auf diese Diagnose - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund vor, muss für 

die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE 

117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 

Erw. 9). Angesichts der geschilderten Aktenlage ist in der Zeit nach dem Unfall vom 

29. Januar 2002 insofern nicht vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds mit 

einer Häufung von Beschwerden auszugehen, als Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen und psychische Probleme erstmals im Hausarztbericht vom 12. 

Januar 2005 (UV-act. 59) - und damit mit einer über zweijährigen Latenzzeit - erwähnt 

wurden. Ärztlicherseits wurde sodann bei - allerdings höchstens kurzzeitiger - 

unfallbedingter Bewusstseinsbeeinträchtigung/Amnesie (vgl. UV-act. 2) und äusserlich 

sichtbarer Kopfverletzung (Mittelgesichtsfrakturen) von Dr. D.___ eine leichte 

traumatische Hirnverletzung (MTBI) bestätigt (vgl. dazu auch S. Johannes/R. 

Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen 

Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Die 

Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre 

Leistungspflicht anerkannte.

Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro­

psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der 

neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 

Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der 

neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung 

der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov 

(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-

Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die 

eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer 

und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 

475). - Aufgrund der in Erw. 2 und 3.1 dargelegten einschlägigen medizinischen Akten 

ist von einer Beeinflussung der kognitiven Funktionen beim Beschwerdeführer sowohl 

durch vorbestehende Defizite als auch durch den psychischen Befund auszugehen, 

womit die neuropsychologischen Einschränkungen eine vielschichtige Ursache 

aufweisen (vgl. dazu insbesondere den bereits mehrfach 

erwähnten Bericht der Konsiliar-Neuropsychologin Dr. phil F.___, S. 6, sowie 

denjenigen des psychiatrischen Konsiliargutachters Dr. med. G.___, S. 8 unten; UV-act. 

101c Beilagen). Damit können neuropsychologische Unfall-Restfolgen im Sinn eines 

selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als nachgewiesen gelten. 

Neuropsychologische Einschränkungen - wie auch diejenigen psychischer Art - können 

hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds nach leichtem Schädelhirn-Trauma 

bilden, wobei konkret allerdings sowohl die psychischen als auch die 

neuropsychologischen Einschränkungen wie erwähnt erst mit über zweijähriger 

Latenzzeit nach dem Unfall zu Tage traten bzw. Erwähnung fanden (UV-act. 59). Der 

Konsiliar-Psychiater Dr. G.___ hielt diesbezüglich fest, die leichte kognitive 

Funktionsstörung könne ursächlich nicht definitiv geklärt werden. Der 

Beschwerdeführer habe mit der darauf zurückzuführenden verminderten 

Leistungsfähigkeit bei der Wiedereingliederung über das zumutbare Mass hinaus 

gearbeitet und sich langfristig überfordert. Er habe seine psychosozialen und 

emotionalen Probleme verdrängt und sei so in eine massive längerdauernde 

Anpassungsstörung geraten. Die neuropsychologischen Ausfälle und die körperliche 

Müdigkeit seien in diesem Rahmen erklärbar (UV-act. 101c Beilage, S. 8 unten). 

Angesichts dieses Umstandes erscheint nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

belegt, dass das Unfallereignis vom 29. Januar 2002 eine natürlich-kausale 

(Teil-)Ursache der fortbestehenden neuropsychologischen (Konzentrations- und 

Gedächtnisprobleme) und psychischen Beschwerden bildet. Allein der Umstand, dass 

sich bei der Wiedereingliederung psychosoziale/emotionale Probleme zeigten, vermag 

deren Unfallkausalität noch nicht zu belegen. Aber selbst wenn eine natürliche 

Kausalität gegeben wäre, müsste - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen 

ergeben wird - die Adäquanz des Kausalzusammenhangs verneint werden (vgl. BGE 

135 V 465 Erw. 5.1 mit Hinweisen). In diesem Sinn erübrigt sich auch eine weitere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärung des medizinischen Sachverhalts (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 

20. März 2008 i/S P. [8C_217/2008], E. 7.3). Ob die Adäquanzprüfung angesichts 

dieser Fakten nach der Schleudertrauma- oder der Psycho-Praxis durchzuführen wäre, 

kann ebenfalls offen bleiben, da die Adäquanz auch nach der für den 

Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3 

S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009 i/S G. [8C_283/2009]) zu 

verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden.

3.3    Gestützt auf das Medas-Gutachten (UV-act. 101b S. 28) ist davon auszugehen, 

dass Mitte 2008 keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf 

eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr vorlag und die 

(orthopädischen und psychiatrischen) Therapien - bei mittelfristig lediglich möglich 

erscheinender Verbesserung der Arbeitsfähigkeit - im Wesentlichen zur 

Aufrechterhaltung der bestehenden teilweisen Arbeitsfähigkeit und des 

Gesundheitszustandes vorgeschlagen wurden. Die Beschwerdegegnerin nahm somit 

zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetztes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung 

(BGE 134 V 109) - an. Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche 

Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des 

Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert 

werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.), 

rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene 

Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio 

cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (Urteil des 

Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] 

i/S K. vom 6. Mai 2003 [U 6/03]). Die Schwere eines Schädel-Hirntraumas wird 

üblicherweise nach dem Punktwert in der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In 

dieser Skala erhält der Patient für bestimmte Reaktionen (wie Augenöffnen, Reaktion 

auf Schmerzreize und sprachliche Äusserungen) eine Anzahl von Punkten, welche zum 

Schluss addiert werden. Der schlechteste Wert beträgt 3, der beste 15. Von einem 

leichten Schädel-Hirntrauma spricht man bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 

(mittelschwer: 9 bis 13, schwer: 3 bis 8; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. 

Aufl., Berlin/New York 2004, zu "Bewusstseinsstörung"; Trentz/Bühren, a.a.O., S. 123; 

Urteil des EVG vom 13. Juni 2005 i/S S. [U 276/04] Erw. 2.2.1). Vorliegend ist nach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Lage der Akten wie erwähnt von einer leichten traumatischen Hirnverletzung 

auszugehen, womit sich die Anwendung der so genannten Schleudertraumapraxis 

rechtfertigt. Die Adäquanz beurteilt sich damit nach Massgabe der in BGE 117 V 359 

Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf 

eine Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu 

verzichten, fehlt es doch nach Lage der Akten an einer eindeutigen Dominanz 

psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a).

4.        

4.1    Der in Frage stehende Unfall - der Beschwerdeführer befand sich auf einem frei 

stehenden, mit Eisenträgern und Rohren beladenen schweren Metallgestell, als dieses 

auf ihn zukippte und ihn, nachdem er nach unten gesprungen war, unter sich begrub 

(vgl. act. G 1 S. 3; UV-act. 17, 101b S. 3, 147 S. 2) - kann nicht als ein ausserordentlich 

schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 

1995, 91) eingestuft werden (vgl. auch Urteil des EVG vom 13. Juni 2005 [U 276/04] 

Erw. 2.3). Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu 

den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, 

als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien 

erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so 

geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu 

BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, mit den Parteien (act. G 

1 S. 4) von einem mittelschweren Unfall auszugehen, allerdings nicht im Grenzbereich 

zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa den Sachverhalt im Urteil des EVG vom 

24. August 2007 i/S K. [U 497/06] Erw. 4.2). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs 

ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden 

Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden 

Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). 

Auch wenn dem Vorfall eine gewisse Dramatik eigen war, kann von besonders 

dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls 

nicht gesprochen werden. Die unfallbedingten somatischen/körperlichen 

Gesundheitsschäden waren zweifellos erheblich (vgl. UV-act. 2), so dass diesbezüglich 

von einer schweren Verletzung ausgegangen werden kann. Hingegen sind eine 

besondere Schwere der für Schädelhirn-Traumen typischen Beschwerden oder 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

besondere Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, nicht 

ersichtlich.

4.2    Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 29. Januar 2002 mit initialer Behandlung in der 

medizinischen Intensivstation und anschliessender konservativer Therapie eine 

sechswöchige Therapie in der Klinik Valens absolvierte. Unter regelmässiger 

Physiotherapie wurde in der Folge relativ rasch eine Besserung der Beschwerden des 

Bewegungsapparates erreicht und die Therapie gut ein Jahr nach Unfall 

abgeschlossen. Erst nach Verlust des Arbeitsplatzes im April 2004 mit Misserfolgen bei 

der Arbeitssuche und psychosozialer Verwahrosung nahm der Beschwerdeführer eine 

psychiatrische Gesprächstherapie auf, welche seither regelmässig durchgeführt wurde 

(vgl. UV-act. 25, 31, 35, 59, 101b S. 3f und S. 5-7). In Anbetracht dieser Aktenlage kann 

eine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung 

im Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. 

[8C_331/2007], Erw. 4.2.3) nicht als belegt gelten; dies umso weniger, als angesichts 

der langen Latenzzeit nach dem Unfall auch die natürliche Unfallkausalität der 

psychischen Beschwerden zumindest erheblich in Frage gestellt ist.

Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Der 

Beschwerdeführer leidet gemäss den anamnestischen Angaben im Medas-Gutachten 

nach langem Stehen oder Sitzen auf harten Stühlen an Schmerzen in der LWS, wobei 

diese bei regelmässigem Wechsel der Körperposition meist erträglich seien. Ca. 

dreimal pro Woche komme es zu stärkeren Schmerzen, welche ohne medikamentöse 

Therapie sich rasch regredient zeigen würden. Im Weiteren werden anhaltende 

Konzentrationsstörungen mit Gedächtnisproblemen und rascher Ermüdung angegeben 

(UV-act. 101b S. 4). Bezüglich der letzteren kann jedoch wie dargelegt (Erw. 3.1, 3.2) 

wegen der über zweijährigen Latenzzeit nach dem Unfall eine natürliche Unfallkausalität 

nicht überwiegend wahrscheinlich als belegt gelten. Sodann kann der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer weiterhin soziale Kontakte pflegen (vgl. psychiatrisches 

Konsiliargutachten S. 2; UV-act. 101c Beilage). Damit lässt sich das Kriterium der ohne 

wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Im Weiteren können ein schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen angesichts der medizinischen 

Aktenlage (Erw. 2 und 3.1) nicht angenommen werden. Dieses Kriterium ist deshalb 

nicht erfüllt. Ebenso wenig steht eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde 

ärztliche Fehlbehandlung zur Diskussion.

4.3    Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein 

längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen 

Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist 

daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu 

überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret 

muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in 

den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person 

können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Nachdem Dr. B.___ im 

Nachgang zum Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte, bescheinigte er ab 1. 

August 2002 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 23). Nach Abschluss der - 

wegen der Rücken- und Knieprobleme erforderlich gewordenen - kaufmännischen 

Umschulung im Jahr 2004 und anschliessender Tätigkeit bei der C.___ (UV-act. 37, 

Beilagen zu UV-act. 54, UV-act. 63 S. 2 [persönliche Anamnese]) bezog der 

Beschwerdeführer ALV-Taggelder (vgl. Beilagen zu UV-act. 58). Dr. B.___ bescheinigte 

hierauf am 12. Januar 2005 mit Hinweis auf eine psychosoziale Verwahrlosung des 

Beschwerdeführers ab Frühling 2004 mit euphorischer/dysphori-scher Stimmungslage 

und Konzentrationsmangel eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen 

Situation (UV-act. 59). Die Medas-Gutachter erachteten aus der Sicht des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bewegungsapparates (Orthopädie) eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % in 

einer adaptierten Tätigkeit als möglich. Aufgrund der leichten kognitiven 

Funktionsstörungen (Konzentration, Gedächtnis) bescheinigten sie aus 

neuropsychologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30 % in geistig komplexen 

Tätigkeiten. Unter Berücksichtigung neuropsychologischer und psychiatrischer 

Aspekte bestätigten sie eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (UV-act. 101b). Wie dargelegt 

(Erw. 3.1, 3.2) lässt sich die neuropsychologisch und psychiatrisch begründete 

Einschränkung angesichts ihres um über zwei Jahre verzögerten Auftretens nicht 

überwiegend wahrscheinlich natürlich kausal mit dem Unfall vom 29. Januar 2002 in 

Verbindung bringen. Aber selbst wenn eine solche natürliche Kausalität zu bejahen und 

als Folge davon das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen 

als gegeben zu erachten wäre, könnte dem Unfall vom 29. Januar 2002 - bei höchstens 

zwei erfüllten Kriterien - keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die 

andauernden neuropsychologischen und psychischen Beschwerden mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen werden.

5.        

5.1    Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (Erw. 10) die 

rechtlichen Voraussetzungen der Rentenbemessung zutreffend dar; hierauf ist zu 

verweisen. Prof. E.___ kam im Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 

27. Januar 2009 zum Schluss, dass aus orthopädisch-traumatologischer Sicht 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit infolge der Wirbelsäulenverletzung und auch der 

initialen arthrotischen Entwicklung am rechten Kniegelenk bestünden. Der jetzige 

Arbeitsplatz, an dem er auch im Stehen arbeiten bzw. häufiger die Arbeitspositionen 

wechseln könne, trage an sich seinen Beschwerden Rechnung. Die Einschränkung auf 

50 %ige Arbeitsfähigkeit sei nicht rein aufgrund traumatischer Folgen am 

Bewegungsapparat zu erklären, sondern habe insbesondere in einer verminderten 

Belastbarkeit neurovegetativer Art ihre Ursache. Die Akten der Medas, in Sonderheit 

der Befund des Psychiaters, würden über diese wesentlichen Komponenten 

entscheidende Auskunft geben. Rein somatisch gesehen bestehe beim 

Beschwerdeführer eine fast 100 %ige Arbeitsfähigkeit: Insofern als häufiger Pausen 

eingelegt werden müssten, das Geh- und Stehvermögen etwas eingeschränkt sei, 

dürfte dieser Ansatz bei 80 bis 90 % liegen (UV-act. 112). Die Schlussfolgerung von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Prof. E.___ weicht hinsichtlich der (unfallkausalen) orthopädischen Situation und 

hieraus resultierender Leistungsfähigkeit insofern vom Medas-Gutachten ab, als diese 

den Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit (in der damals 

ausgeübten Tätigkeit als PC-Supporter und in anderer adaptierter Tätigkeit) als nicht 

eingeschränkt erachteten (UV-act. 101b S. 28; UV-act. 101c [orthopädisches 

Konsiliargutachten] S. 4). Seine Begründung überzeugt insofern nicht, als bei einer aus 

orthopädischer Sicht adaptierten Tätigkeit keine erhöhte Pausenbedürftigkeit resultiert 

und das eingeschränkte Geh- und Stehvermögen durch die Möglichkeit einer 

Wechselbelastung - eine solche dürfte insbesondere bei der aktuellen Tätigkeit des 

Beschwerdeführers als PC-Supporter gegeben sein - ausgeglichen wird. Auch der 

Beschwerdeführer selbst geht von Seiten der orthopädischen Umstände von einer 100 

%igen Arbeitsfähigkeit aus (act. G 1 S. 4 unten). Im Übrigen verwies Prof. E.___ zur 

Begründung seines Standpunktes auf das Medas-Gutachten. Daher ist nachstehend 

unter alleiniger Beachtung von (adäquat-kausalen) Unfallfolgen von einer 

uneingeschränkten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen.

5.2    Der Beschwerdeführer erhielt im Unfallzeitpunkt bei der A.___ - der Betrieb 

existiert nicht mehr (vgl. Handelsregister) - einen Jahreslohn von Fr. 57'200.-- (Fr. 

4'400.-- x 13; UV-act. 1). Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen 

Nominallohnentwicklung (Index 2002: 2'047; Index 2009: 2'266) würde als 

Valideneinkommen ein Betrag von Fr. 63'320.-- resultieren. Die Invalidenversicherung 

errechnete demgegenüber ein Valideneinkommen von Fr. 73'703.--. Hierbei stützte sie 

sich auf Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin in einem Arbeitgeberfragebogen vom 

5. Juni 2002, wonach der Beschwerdeführer als Gesunder in der Tätigkeit als CNC-

Spezialist einen Lohn von Fr. 67'600.-- hätte erzielen können. Diesen Betrag rechnete 

die IV auf die Nominallohnverhältnisse des Jahres 2009 auf, woraus sich das erwähnte 

Betreffnis ergab (vgl. UV-act. 146). Die Frage, ob der Beschwerdeführer tatsächlich 

diesen höheren Lohn hätte erzielen können, kann - wie sich nachstehend ergeben wird 

- offenbleiben.

Die aktuelle Arbeitgeberin des Beschwerdeführers gab am 9. Juli 2009 bekannt, dass 

der Beschwerdeführer bei einem Pensum von 50 % als PC-Supporter einen Lohn von 

Fr. 36'790.-- pro Jahr (Fr. 2'830.-- x 13) erziele. Bei einer Vollzeittätigkeit ohne 

Einschränkungen würde er einen Jahreslohn von Fr. 74'100.-- erhalten (UV-act. 133). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Diese Auskünfte sind klar und eindeutig, so dass sich diesbezüglich keine weiteren 

Abklärungen (vgl. act. G 1 S. 6) aufdrängen. Ein Vergleich mit dem Bruttolohn im 

Bereich Informatik gemäss Tabelle TA 1 2008 der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik, Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse 

vorausgesetzt), zeigt im Übrigen, dass dieser mit einem Betrag von Fr. 75'000.-- (Fr. 

6'250.-- x 12) bzw. Fr. 76'575.-- (nach Nominallohnanpassung 2009) auf einem 

ähnlichem Niveau wie das erwähnte Vollzeit-Salär bei der aktuellen Arbeitgeberin liegt. 

Ein Anlass für einen Leidensabzug beim Invalideneinkommen liegt nicht vor, nachdem 

der Beschwerdeführer aus unfallkausalen Gründen auf dem in Betracht kommenden 

Arbeitsmarkt in einer geeigneten Tätigkeit nicht eingeschränkt wäre (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Oktober 2010 i/S T. [8C_536/2010] Erw. 2.5). Die 

Gegenüberstellung des (höheren) Valideneinkommens gemäss IV-Verfügung von Fr. 

73'703.-- und des Invalideneinkommens von Fr. 74'100.-- ergäbe keinen 

Invaliditätsgrad von mindestens 10 % (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Bei dieser Aktenlage 

lehnte die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht ab.

6.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 10. Februar 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.01.2011
	Art. 6 und 18 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden nach Arbeitsunfall. Prüfung des Rentenanspruchs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Januar 2018, UV 2010/20).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:03:51+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen