# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12fd5904-e218-59cb-8bee-c91398cecc57
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 19.03.2015 PS140269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS140269_2015-03-19.pdf

## Full Text

Art. 108 VZG, getrennt verpfändete Grundstücke. Die gesamthafte Versteige-
rung getrennt verpfändeter Grundstücke ist unter dem Aspekt von Art. 134 SchKG 
(möglichst vorteilhafter Erlös) in einem weiteren Umfang zulässig, als das der 
Wortlaut von Art. 108 VZG nahe legt. 
 
 
 (Erwägungen des Obergerichts:) 
 

 (II)  4. Was die durch die Beschwerdeführerinnen anvisierte Abänderung 

der Steigerungsbedingungen anbelangt, kann diese – nachdem auf die vor-

liegende Beschwerde nicht eingetreten werden kann – von den Beschwerde-

führerinnen in einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfolgreich verlangt werden. 

Allerdings hindert dies das Betreibungsamt nicht, ihre Zweckmässigkeit nochmals 

in Betracht zu ziehen, gilt doch Art. 134 Abs. 1 SchKG, wonach mit der Ausgestal-

tung der Bedingungen ein möglichst günstiges Ergebnis erzielt werden soll. Die 

Kammer lädt daher das Betreibungsamt ein, die Frage der gesamthaften Verstei-

gerung nochmals zu prüfen. Es ist dem Amt wie auch der Vorinstanz völlig 

zuzustimmen, dass der Wortlaut von Art. 108 Abs. 1 VZG dieses Vorgehen 

keineswegs nahe legt: "Getrennt verpfändete Grundstücke dürfen nur dann 

gesamthaft oder gruppenweise versteigert werden, wenn sie eine wirtschaftliche 

Einheit bilden, die sich ohne starke Wertverminderung nicht auflösen lässt". Und 

dass eine solche wirtschaftliche Einheit vorliegt, ist tatsächlich nicht ersichtlich. 

Andererseits ist darauf hinzuweisen, dass der in die Jahre gekommenen VZG in 

der Praxis offensichtlich nicht durchwegs nachgelebt wird. So erwähnt der 

ehemalige Betreibungsinspektor des Kantons Zürich, Eduard Brand, Die 

betreibungsrechtliche Zwangsverwertung von Grundstücken im Pfand-

verwertungsverfahren, Ein Handbuch für die Praxis, Zürich 2008, auf S. 285, dass 

mit Blick auf das günstige Ergebnis Einzel-, Gruppen- und Gesamtaufrufe auch 

bei einzeln verpfändete Grundstücke vorkommen, die keine wirtschaftliche Einheit 

bilden. Und Jolanta Kren Kostkiewicz hält im Kurzkommentar VZG dafür, dass 

unter der Voraussetzung, dass sich alle Betreibungen im gleichen Stadium 

befinden, der Gesamtruf sogar dann zulässig sein kann, wenn die getrennt 

verpfändeten Grundstücke verschiedenen Grundeigentümern gehören. Für den 

vorliegenden Fall ist anzumerken, dass Grundeigetümerin an beiden 

Grundstücken die Beschwerdeführerin 1 und die Grundpfandgläubiger auf den 

Pfandstellen 1-4 die Beschwerdegegner sind. Auf der  5. Pfandstelle befindet sich 

bei beiden Grundstücken die Beschwerdeführerin 4. Für das  Problem der 

Zuweisung des Verwertungserlöses (vgl. dazu VZG-Komm-Kren Kostkiewicz, N. 9 

und 11 zu Art. 108), zeigt VZG-Komm-Zopfi (N. 1-5 zu Art. 118) einen gangbaren 

Weg auf.   

 
 

Obergericht, II. Zivilkammer 
Beschluss vom 19. März 2015 
Geschäfts-Nr.: PS140269-O/U