# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46ec3b04-5a53-5d90-aff4-e19a4eefe93b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2008 E-6766/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6766-2008_2008-11-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6766/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 16. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6766/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer - ein nigerianischer Staatsbürger aus (...) 
([...],  Nigeria)  und  der  Ethnie  der  Edo zugehörig  -  sein  Heimatland 
eigenen Angaben zufolge Ende September 2004 verliess und per Bus, 
Auto und zu Fuss über den Niger nach Libyen reiste, von wo er nach 
vierjährigem Aufenthalt  per  Schiff  und Lastwagen über  Italien  in  die 
Schweiz gelangte, wo er am 3. September 2008 um Asyl nachsuchte,

dass er  anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  Chiasso vom  11. September 2008 sowie der  direkten Anhö-
rung vom  7. Oktober 2008 zur Begründung des Asylgesuchs im We-
sentlichen geltend machte,  sein  Vater  sei  der  Hauptpriester  der  Ge-
heimgesellschaft  B._______  (...)  gewesen,  welche  für  ihre  Rituale 
auch Menschen opfern würde,

dass  der  Beschwerdeführer  nach  dem  Tod  seines  Vaters  am  (...) 
respektive (...) von der Gesellschaft dazu bestimmt worden sei, dessen 
Funktion zu übernehmen, da seine beiden älteren Halbbrüder bereits 
gestorben seien,

dass  deshalb  Mitglieder  des  Geheimbundes  den  Beschwerdeführer 
wiederholt aufgesucht hätten, um ihn mit Geschenken zur Übernahme 
des Throns zu bewegen,

dass  der  Beschwerdeführer,  der  in  einem  christlichen  Heim  aufge-
wachsen sei und gegen Praktiken wie Menschenopfer sei, nicht gewillt 
gewesen sei, dem Geheimbund beizutreten, 

dass  er  sich  aus  Furcht,  im  Falle  einer  diesbezüglichen  Weigerung 
umgebracht  zu  werden,  bereit  erklärt  habe,  die  Nachfolge  seines 
Vaters am 1. November 2004 anzutreten und Nigeria  Ende Septem-
ber 2004 verlassen habe,

dass das BFM mit – am 23. Oktober 2008 eröffneter - Verfügung vom 
16. Oktober 2008 in  Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das 
Asylgesuch nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte 
und deren Vollzug anordnete,

Seite 2

E-6766/2008

dass das  BFM zur  Begründung des Nichteintretens  auf  das  Asylge-
such  zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert 
48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung ohne  entschuldbare  Gründe 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle die Flücht-
lingseigenschaft  gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,  und zudem seien 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses in seinem Fall aufgrund 
der Aktenlage nicht erforderlich,

dass Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen aus-
gesetzt  zu sein,  nur dann asylrelevant  seien,  wenn der Staat  seiner 
Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu 
gewähren, 

dass  Menschenopfer  wie  auch  Zwangsmitgliedschaft  bei  Geheimge-
sellschaften in Nigeria verboten seien und von den Behörden bestraft 
würden,

dass es sich zudem bei der geltend gemachten Bedrohung um lokal 
respektive regional beschränkte Verfolgungsmassnahmen handle, wo-
mit  der  Beschwerdeführer  über  eine  innerstaatliche Fluchtalternative 
verfüge und gemäss dem Subsidiaritätsprinzip nicht auf den Schutz ei-
nes Drittstaates angewiesen sei,

dass schliesslich der Beschwerdeführer betreffend den Todestag des 
Vaters und den Beginn des Interesses des Geheimbundes an seiner 
Person widersprüchliche Aussagen getätigt habe und sich die Aussa-
gen über die B._______ sich nicht mit den entsprechenden Erkennt-
nissen des BFM vereinbaren liessen,  

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit an das Bundesverwaltungsgericht ge-
richteter Beschwerde vom 27. Oktober 2008 (Poststempel) beantragte, 
die Verfügung des BFM vom 16. Oktober 2008 sei aufzuheben und die 
Sache zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurück zu weisen, 
und  es  sei  ihm  eine  angemessene  Nachfrist  zur  Beschwerdeer-
gänzung zu gewähren, 

dass er ferner beantragte, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. De-

Seite 3

E-6766/2008

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu 
gewähren,

dass die Akten am 29. Oktober 2008 beim Bundesverwaltungsgericht 
eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31-34 des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106 
Abs. 1 AsylG),

dass in der Beschwerde zunächst  beantragt  wird,  dem Beschwerde-
führer  sei  eine angemessene Nachfrist  zur  Einreichung einer ergän-
zenden Begründung anzusetzen,

dass ihm nämlich lediglich mitgeteilt worden sei, er könne gegen den 
Nichteintretensentscheid innerhalb von fünf Tagen Beschwerde führen,

dass er seine Anträge vorerst nur damit begründen könne, er verstehe 
aus sprachlichen Gründen nicht, wieso auf sein Asylgesuch nicht ein-
getreten worden sei, er aber damit nicht einverstanden sei, 

Seite 4

E-6766/2008

dass  er  ohne  Übersetzung  und  rechtliche  Beratung  nicht  beurteilen 
könne, ob und allenfalls wie er eine formell richtige Beschwerde einrei-
chen könne,

dass die Beschwerde indessen – wie bereits festgehalten – den for-
mellen Voraussetzungen von Art. 52 VwVG genügt,

dass aufgrund der weiteren Ausführungen in der in Deutsch verfassten 
Rechtsmitteleingabe  ohne  weiteres  davon  auszugehen  ist,  der  Be-
schwerdeführer habe den vorinstanzlichen Entscheid verstanden, setzt 
er sich doch in der Folge inhaltlich mit den Erwägungen des BFM aus-
einander  (Abklärungen betreffend  "B._______"; fehlende Schutzmög-
lichkeiten des nigerianischen Staates),

dass schliesslich die vorliegende Beschwerdesache weder einen au-
ssergewöhnlichen Umfang noch sonst besondere Schwierigkeiten auf-
weist (vgl. Art. 53 VwVG),

dass daher keine Veranlassung besteht,  dem Beschwerdeführer eine 
Frist zur Beschwerdeergänzung anzusetzen, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

Seite 5

E-6766/2008

Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts  – 
überzeugend dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Rei-
se- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  im  Empfangszentrum 
(...),  zeitlebens  nie  einen  Reisepass  oder  eine  Identitätskarte  be-
sessen beziehungsweise beantragt zu haben und auch sonst über kei-
nerlei Ausweispapiere zu verfügen (vgl. A1 S. 3), mit Blick auf die all-
gemeine Lebensrealität wenig plausibel anmutet,

Seite 6

E-6766/2008

dass im Übrigen  weitestgehend  ausgeschlossen  werden  kann,  dass 
der Beschwerdeführer während vierer  Jahre ohne jegliche Identitäts-
dokumente in  Libyen gelebt  haben und alsdann per  Schiff,  Zug und 
Lastwagen unkontrolliert und ohne Papiere über Italien in die Schweiz 
gelangt sein sollte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  unsubstanziierten 
und realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdeführers sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 
er jedoch innert 48 Stunden und bis heute in Verletzung seiner gesetz-
lichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweize-
rischen Behörden nicht aushändigte, 

dass dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung 
zu Recht  die Flüchtlingseigenschaft  verneint hat und zusätzliche Ab-
klärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat, 

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach  der  Befragung  im  Empfangszentrum  vom  11. September 2008 
und der Anhörung vom 7. Oktober 2008 darstellt, unter Verzicht auf zu-
sätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen ei-
ner bloss summarischen Prüfung der eindeutige Schluss gezogen wer-
den kann, dass der Beschwerdeführer offensichtlich die Flüchtlingsei-
genschaft  nicht  erfüllt,  und  einem Vollzug  seiner  Wegweisung  keine 
Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG),

dass das BFM in der Entscheidbegründung zu Recht ausführt, die Vor-
bringen seien in wesentlichen Aspekten widersprüchlich,

dass insbesondere der Beschwerdeführer anlässlich der direkten An-
hörung  zunächst  ausführte,  der  Todestag  seines  Vaters  sei  der  (...) 
(A10 S. 5), wohingegen er später in derselben Anhörung erklärte, sein 
Vater sei in der Nacht vom (...) zum (...) gestorben (A10 S. 7),

dass der Beschwerdeführer ferner einerseits angab, der Geheimbund 
habe nach dem Tod seiner beiden älteren Halbbrüder damit begonnen 
Interesse an ihm zu bekunden (A10 S. 4) und andererseits ausführte, 
der  zweite  Bruder  sei  schon  lange  zuvor  an  (...)  erkrankt  gewesen, 
weshalb er für den Thron nicht in Frage gekommen sei, 

Seite 7

E-6766/2008

dass  die  Darstellung  der  B._______  durch  den  Beschwerdeführer, 
wonach es sich bei dieser um eine Geheimgesellschaft handle, welche 
barbarische  Rituale  wie  Menschenopfer  durchführe,  den  erhärteten 
Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts widerspricht,

dass  mit  "B._______" eine  säkuläre  und  offizielle  Gesellschaft  be-
zeichnet wird, welche etwa eine eigene Website betreibt,

dass nebst der von der Vorinstanz genannten Quelle (Österreichisches 
Rotes  Kreuz)  auch  etwa  das  UNHCR  festgestellt  hat,  dass  die 
B._______ keinerlei  Festisch-Praktiken oder  ähnlich geartete Rituale 
betreibe   (vgl. http://www.unhcr.org/refworld/country  ), und der Bruder-
schaft die zwangsweise Mitgliedschaft fremd sei,  

dass zur Vermeidung von Wiederholungen ausserdem auf die zutref-
fenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG), 

dass sich die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornah-
me  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses noch gar zur di-
rekten Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  (Art.  32  Abs. 3  Bst. b 
und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift,  an 
diesem Ergebnis nichts zu ändern vermögen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-

Seite 8

http://www.unhcr.org/refworld/country

E-6766/2008

gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die ihm in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinis-
cher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle 
einer  Rückkehr schliessen lassen,  weshalb  der  Vollzug der  Wegwei-
sung vorliegend zumutbar ist,

dass der Beschwerdeführer in (...) geboren wurde, aufwuchs und zur 
Schule  ging,  und er  demgemäss nebst  seiner  Mutter  auch über  ein 
soziales  Beziehungsnetz  verfügen  dürfte,  weshalb  nicht  davon 
auszugehen  ist,  er  gerate  dort  nach  seiner  Rückkehr  in  eine  exis-
tenzbedrohende Lage,

Seite 9

E-6766/2008

dass der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Heimat-  bzw. Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist  (Art.  83  Abs. 2 
AuG), da keine Vollzugshindernisse bestehen, und es ihm obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da sich die Beschwerde als 
aussichtslos darstellte, weshalb auch das Gesuch um Beiordnung ei-
nes Rechtsvertreters gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 2 und 3  des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

E-6766/2008

Demnach verfügt und erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist zur Einreichung einer Be-
schwerdeergänzung wird abgewiesen.

2.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: Einzahlungsschein, 
Originalverfügung des BFM)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

Seite 11