# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53ae29c7-71a3-51a5-9d46-46365c195232
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2010 D-7850/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7850-2010_2010-11-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7850/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Daniele Cattaneo, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Carlo Monti.

A._______, Algerien,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 25. Oktober 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7850/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Verlauf des 
Jahres  2010  Algerien  verliess  und auf  einem  Boot  von  B._______ 
nach Italien reiste,

dass er von da aus per Zug über C._______ am 7. August 2010 ohne 
Identitätsdokumente in die Schweiz gelangte,

dass der Beschwerdeführer am 7. September 2010 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte und, da er bei der 
Meldung des Asylgesuchs keine Ausweispapiere abgab, gleichentags 
schriftlich  aufgefordert  wurde,  innert  48  Stunden  Ausweispapiere 
nachzureichen,  verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall 
werde auf das Asylgesuch nicht eingetreten (vgl. Akten BFM A3/1),

dass im EVZ Basel am 10. September 2010 die Befragung zur Person 
(BzP), am 15. September 2010 eine Nachbefragung zu seiner Alters-
angabe und am 22. Oktober 2010 – in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  – die  An-
hörung zu den Asylgründen des Beschwerdeführers  durch das BFM 
stattfand,

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, er sei al -
gerischer Staatsangehöriger aus Algier und am 7. Oktober 1993 gebo-
ren,

dass  sein  drogenabhängiger  Bruder  eine  Person  umgebracht  habe 
und danach verschwunden sei,

dass die vier Brüder des Opfers daraufhin zweimal am Arbeitsort des 
Beschwerdeführers  nach  dem Aufenthaltsort  seines  Bruders  fragten 
und, als er auch beim zweiten Mal keine Angaben dazu machen konn-
te, ihn mit dem Tod bedrohten, wenn er bei ihrem dritten Erscheinen 
noch immer nichts darüber wisse,

dass der Beschwerdeführer sich deshalb entschlossen habe, nach Eu-
ropa zu reisen,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. Oktober 2010 – eröffnet am glei-
chen Tag – gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eintrat und dessen Wegweisung aus der 

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Schweiz anordnete, wobei er diese am Tag nach Eintritt  der Rechts-
kraft zu verlassen habe,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb 
der ihm dazu eingeräumten Frist von 48 Stunden ohne entschuldbare 
Gründe keine Reise- oder Identitätspapiere eingereicht,

dass der Beschwerdeführer daraufhin in der BzP und an der Nachbe-
fragung erklärt habe, er habe seine Identitätskarte zu Hause gelassen,

dass er  hingegen an der  Anhörung zu den Asylgründen angegeben 
habe, sie sei bei Freunden abhanden gekommen,

dass der Beschwerdeführer – mit diesen widersprüchlichen Aussagen 
konfrontiert  – angeführt  habe,  vom  Verlust  der  Identitätskarte  bei 
Freunden erst im Nachhinein erfahren zu haben,

dass weiter jegliche Hinweise zum Reiseweg fehlten, obwohl er einge-
hend danach befragt worden sei,

dass  auch  bezüglich  seiner  neunjährigen  Schulbildung  substanzi-
iertere und nachvollziehbarere Aussagen erwartet werden könnten,

dass sich deshalb der begründete Schluss aufdrängen würde, der Be-
schwerdeführer  habe  die  Abgabe  rechtsgenüglicher  Reise-  bezie-
hungsweise Identitätspapiere bewusst unterlassen, um seine tatsächli-
che Identität zu verschleiern respektive um einen allfälligen Wegwei-
sungsvollzug zu erschweren,

dass deshalb keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es dem Be-
schwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  Reise-  oder  Identitätspapiere 
einzureichen,

dass angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer keine Pa-
piere zu den Akten gereicht hat, dieser auch nicht in der Lage sei, die 
geltend gemachte Minderjährigkeit nachzuweisen,

dass er behauptet habe, am 7. Oktober 1993 geboren zu sein, und da-
mit bei der Stellung des Asylgesuchs ein Alter von fast 17 Jahren zu-
gegeben habe,

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dass der Beschwerdeführer aber das angegebene Alter  nicht  mittels 
Identitätsdokumenten habe beweisen können,

dass es in diesem Zusammenhang als zumutbar und möglich erschei-
ne,  dass er durch Vorlage seiner Geburtsurkunde einen Hinweis auf 
sein tatsächliches Alter hätte geben können,

dass der Beschwerdeführer darüber hinaus vage Aussagen zum Alter 
seiner Eltern gemacht und angegeben habe, er wisse nicht mehr, wie 
alt er gewesen sei, als er die Schule verlassen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  der  offensichtlich  un-
substanziierten  und  realitätsfremden  Darstellungen  als  volljährig  zu 
betrachten sei,

dass nicht einmal annähernd Angaben zum zeitlichen Hintergrund der 
geschilderten Ereignisse habe machen können,

dass dies als realitätsfremd zu werten sei, zumal davon auszugehen 
sei, dass die Vorfälle einen bedeutenden Einschnitt  in seinem Leben 
darstellen würden,

dass er ausserdem nicht in der Lage gewesen sei, konkrete oder zu -
mindest anschauliche Aussagen über die Täter zu machen,

dass  auch  die  Gründe,  wegen  denen  er  und  seine  Familien-
angehörigen keinen Schutz gesucht  hätten,  nur  als  diffus zu werten 
seien,

dass weiter die Aussage, die Polizei sei nicht in der Lage, ihn Tag und 
Nacht zu schützen und er müsse bei einer Anzeige Nachweise vor le-
gen,  die  er  nicht  habe,  in  dieser  pauschalen  Form  der  Darstellung 
nicht überzeuge,

dass aus diesen Gründen die Asylvorbringen als unsubstanziiert  und 
nicht glaubhaft zu qualifizieren seien,

dass  deshalb  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  ge-
mäss Art. 3 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

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dass der Vollzug sodann zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Oktober 2010 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde  erhob  und  dabei  sinngemäss  beantragte,  es  sei  die  vor-
instanzliche  Verfügung  aufzuheben,  weiter  sei  auf  die  Beschwerde 
einzutreten,  und  es  sei  festzustellen,  dass  er  die  Flücht-
lingseigenschaft erfülle und ihm Asyl zu gewähren,

dass er zur Begründung seiner Beschwerde unter anderem vorbrach-
te, dass sein Leben in seinem Heimatland gefährdet sei,

dass  in  Bezug  auf  die  weitere  Beschwerdebegründung  auf  die  Be-
schwerdeschrift zu verweisen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  8.  November  2010  vollständig 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]) des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 
AsylG i.V.m.  Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Ju-
ni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde – unter Vorbehalt nachstehender Erwägungen – einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist und dem-
entsprechend im Falle der Begründetheit des Rechtsmittels die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mittei -
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass bei der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Modifikation des 
Nichteintretenstatbestands  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  (und  Abs.  3) 
AsylG,  auf  welchen sich  die  hier  angefochtene Verfügung stützt,  die 
Besonderheit besteht, dass das BFM im Rahmen einer summarischen 
Prüfung das  offenkundige Nichterfüllen der  Flüchtlingseigenschaft im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegwei-
sungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  hat  (vgl.  Art.  32  Abs. 3 
Bstn. b und c AsylG; BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.), weshalb 
insoweit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingsei-
genschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass mithin auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, sofern darin die 
Gutheissung des Asylgesuchs beantragt wird,

dass in  der  Frage der  Wegweisung  und  deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 83 Abs. 1 AuG auch materiell mit der Sache befasste,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter li-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-

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gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des  Asylverfahrens  geltend 
machte, er sei minderjährig,

dass er die Beweislast dafür trägt, dass die geltend gemachte Minder-
jährigkeit zumindest glaubhaft gemacht wird, und dass er gegebenen-
falls  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  tragen  muss  (vgl. EMARK 2004 
Nr. 30, EMARK 2001 Nr. 23),

dass es zulässig ist, vor der einlässlichen Anhörung zu den Asylgrün-
den und ohne Beiordnung einer Vertrauensperson vorfrageweise über 
die Frage der Glaubhaftigkeit  einer geltend gemachten Minderjährig-
keit zu befinden, wenn Zweifel an den Altersangaben der asylsuchen-
den Person bestehen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.4.1 ff.),

dass das BFM in seiner Verfügung vom 25. Oktober 2010 aufgrund der 
Gesamtumstände  feststellte,  beim Beschwerdeführer  handle  es  sich 
um eine volljährige Person,

dass das Bundesamt aufgrund der  Aktenlage im Ergebnis  zu  Recht 
und  mit  zutreffender  Begründung  zum  Schluss  kam,  der  Be-
schwerdeführer  habe  seine  behauptete  Minderjährigkeit  nicht  glaub-
haft dartun können,

dass der Beschwerdeführer nämlich keine Identitätspapiere zu den Ak-
ten gereicht habe, welche eine zweifelsfreie Überprüfung seiner Alters-
angabe zulassen würden,

dass er darüber hinaus in der Nachbefragung zu seiner Altersangabe 
auf  Hinweis des BFM, er  werde aufgrund seiner unglaubhaften Dar-
stellungen als  volljährig  betrachtet,  lediglich  angab:  "Für  mich ist  es 
kein Problem, die Schweiz will,  so kann sie mich volljährig  machen" 
(vgl. Akten BFM A5/3, S. 3),

dass der Beschwerdeführer ausserdem in der Beschwerdeschrift kei-
nerlei Hinweise lieferte, die zu einer von der Vorinstanz abweichenden 
Beurteilung führen könnten,

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dass somit das BFM ihm zu Recht keine Vertrauensperson zur Seite 
gestellt hat und im Folgenden weiterhin von der Volljährigkeit des Be-
schwerdeführers auszugehen ist, zumal er auch auf Beschwerdeebene 
nichts vorbringt, was die behauptete Minderjährigkeit nachträglich als 
glaubhaft erscheinen lässt,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  die  Beschwerdeinstanz,  erachtet  sie  das 
Nichteintreten auf das Asylgesuch als unrechtmässig, sich einer selb-
ständigen materiellen  Prüfung zu enthalten,  die angefochtene Nicht-
eintretensverfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen hat (vgl. EMARK 2004 Nr. 34 
E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz demgegenüber die Frage der Wegweisung sowie 
deren Vollzugs materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungs-
gericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

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dass  mithin  nach  erfolgter  Gesetzesrevision  neu  seit  dem  1.  Janu-
ar 2007 auch die Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand des Be-
schwerdeverfahrens bildet, wobei im Rahmen der summarischen Prü-
fung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft – sei es, weil 
die Vorbringen offensichtlich unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie of -
fensichtlich keine flüchtlingsrechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG auf-
weisen  – und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshin-
dernissen zu beurteilen sind (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass die  betreffenden Reise-  beziehungsweise Identitätspapiere vor-
instanzlichen  Erwägungen  nach  einer  Überprüfung  der  Akten  und 
unter Berücksichtigung der  Beschwerdeeingabe als zutreffend zu er-
achten sind und zwecks Vermeidung von Wiederholungen darauf ver-
wiesen werden kann,

dass  zudem  der  Beschwerdeführer  in  der  Beschwerdeschrift  dazu 
nicht Stellung nahm,

dass er somit  nicht  glaubhaft  darzulegen vermag, er  sei  durch nicht 
selbst  zu  verantwortende  Umstände  an  der  unverzüglichen  Einrei-
chung von Reise- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG gehindert worden (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass – wie bereits erwähnt – seit dem 1. Januar 2007 bei Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG die Flüchtlingseigenschaft Prozessge-
genstand  des  Beschwerdeverfahrens  bildet,  wobei  im  Rahmen  der 
summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigen-
schaft und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvollzugshinder-
nissen zu beurteilen sind, und sich die Offensichtlichkeit auch auf die  
Asylrelevanz beziehen kann (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.6),

dass  die  Überprüfung  der  Akten  in  diesem Kontext  ergibt,  dass  die 
Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als nicht 
geeignet  erachtete,  um  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigen-
schaft zu genügen,

dass  die  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  durch  die  Vor-
instanz zu Recht als flüchtlingsrechtlich nicht relevant qualifiziert wur-
den und sich aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift, welche 
sich  in  blossen  Behauptungen  und  allgemeinen  Ausführungen  er-
schöpfen, keine Erkenntnisse ergeben, die zu einer von der Vorinstanz 
abweichenden Beurteilung führen könnten,

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dass im Übrigen ernsthaft  verfolgte Personen erfahrungsgemäss un-
mittelbar nach ihrer Einreise in die Schweiz ihr Asylgesuch beim BFM 
deponieren (vgl. Akten BFM A1/9, S. 7),

dass  die  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  durch  die  Vor-
instanz zu Recht als offensichtlich unglaubhaft qualifiziert wurden und 
sich aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift keine Erkenntnis-
se ergeben, die zu einer von der Vorinstanz abweichenden Beurteilung 
führen könnten,

dass unter diesen Umständen und angesichts der nachfolgenden Aus-
führungen zur Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs von zusätzlichen 
Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen wer-
den konnte,

dass das BFM demnach zu Recht  und mit  zutreffender  Begründung 
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die  verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-
gust  1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1,  SR 142.311]; vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 
AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zuläs-
sig erscheint (Art. 83 Abs. 3 AuG), da es – wie vorgängig festgestellt – 
dem Beschwerdeführer nicht  gelungen ist,  eine asylrechtlich erhebli-
che  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb 
das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die ihm in Algerien drohen könnte,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts in Alge-
rien nicht von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Ge-
walt gesprochen werden kann (vgl. beispielsweise Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts D-7566/2010 vom 2. November 2010),

dass aus den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, wonach 
der Vollzug der Wegweisung für den Beschwerdeführer in den Heimat-
staat unzumutbar wäre,

dass es sich bei dem Beschwerdeführer um einen gesunden jungen 
Mann mit  einer  neunjährigen Schulbildung und einer  einjährigen Ar-
beitserfahrung als Kellner handelt,

dass er zudem in seinem Heimatland über ein familiäres Beziehungs-
netz  verfügt  (Eltern,  drei  Brüder  und  zwei  Schwestern  [Akten  BFM 
A1/9, S. 3]),

dass unter den gegebenen Umständen nicht davon auszugehen ist, er 
würde bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation gera-
ten,  die  als  konkrete Gefährdung im Sinne der  zu beachtenden Be-
stimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass schliesslich der Vollzug der Wegweisung auch als grundsätzlich 
möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) erscheint, da es Pflicht des Beschwerde-

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führers ist, sich um die Beschaffung der für die Rückkehr notwendigen 
Reisepapiere zu bemühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, D._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N [...], mit  

der Bitte  um Eröffnung des Urteils  an den Beschwerdeführer und 
um  Zustellung  der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an 
das Bundesverwaltungsgericht)

- das E._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniele Cattaneo Carlo Monti

Versand:

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