# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7260cd5-0bea-5470-a52b-c7cb89df1acf
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.10.2021 755 21 16/292
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_755-21-16-292_2021-10-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 28. Oktober 2021 (755 21 16 / 292) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Militärversicherung 
 
 
Haftung der Militärversicherung für die während des Dienstes eingetretene Verschlimme-
rung eines vorbestehenden, bis anhin nicht symptomatisch gewordenen Rückenleidens 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Abteilung Militärversicherung, Service Center, Postfach, 
6009 Luzern, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Der 1997 geborene A.____ rückte am 31. Oktober 2016 in die Rekrutenschule ein. Am 
6. Dezember 2016 suchte er den Truppenarzt auf, wobei er angab, dass er seit drei Wochen an 
sehr starken Rückenschmerzen "im Kreuz" leide. Ein Trauma sei nicht erfolgt. Der Truppenarzt 
meldete A.____ gleichentags unter Hinweis auf eine mögliche Spondylolisthesis bei der Militär-
versicherung (MV) an. Am 9. Dezember 2016 wurde A.____ vorzeitig aus dem Dienst entlassen.  
 

 
 
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Mit Schreiben vom 24. Januar 2017 anerkannte die Suva, Abteilung Militärversicherung (im Fol-
genden: Suva-MV) die Haftung, wobei sie den Vorbehalt anbrachte, dass die Leistungspflicht je 
nach Verlauf der Gesundheitsschädigung erneut überprüft werde. Nachdem sie dem Versicher-
ten in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Kosten der Heilbehandlung, Taggelder) erbracht 
hatte, erliess die Suva-MV am 28. März 2018 - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - eine 
Verfügung, mit der sie eine weitere Haftung und Leistungspflicht der Militärversicherung für die 
Rückenbeschwerden von A.____ ablehnte und anordnete, dass nach dem 31. Dezember 2017 
keine weiteren Geld- oder Sachleistungen ausgerichtet würden. Daran hielt die Suva-MV auf Ein-
sprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2020 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel 
Altermatt, am 18. Januar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochten Entscheid aufzuheben und 
es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm "für den Riss des Anulus fibrosus bzw. die 
Rückenschmerzen" über den 31. Dezember 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbrin-
gen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. März 2021 beantragte die Suva-MV die Abweisung 
der Beschwerde.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt der Beschwerdeführer in seiner Replik 
vom 26. Mai 2021 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesentlichen 
bisherigen Vorbringen fest. Die Suva-MV wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 16. Juni 2021 
nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung (MVG) 
vom 19. Juni 1992 auf die Militärversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Suva-MV beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde erhoben 
werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem 
die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet 
sich dieser in B.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Land-
schaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-
scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene - Beschwerde des Versicherten vom 18. Januar 2021 ist demnach einzutreten.  
 

 
 
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2.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 Satz 1 MVG haftet die Militärversicherung nach den Bestimmun-
gen dieses Gesetzes für alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit des Versicherten und für die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen solcher Schädigun-
gen.  
 
2.2 Nach Art. 5 Abs. 1 MVG erstreckt sich die Militärversicherung auf jede Gesundheitsschä-
digung, die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst wie festgestellt 
wird. In diesen Fällen haftet die Militärversicherung grundsätzlich nach dem Kontemporalitäts-
prinzip (BGE 111 V 370 E. 1a; vgl. dazu JÜRG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz über die 
Militärversicherung [MVG] vom 19. Juni 1992, Bern 2000, N 30 ff. Vorbemerkungen zu Art. 5 - 7 
MVG). Sie haftet indessen nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die Gesundheitsschädigung 
sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während des Dienstes verursacht werden konnte (Art. 5 
Abs. 2 lit. a MVG), und wenn sie zusätzlich den Beweis erbringt, dass diese Gesundheitsschädi-
gung sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt wor-
den ist (Art. 5 Abs. 2 lit. b MVG). Wird der nach Absatz 2 Buchstabe a geforderte Beweis erbracht, 
dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe b, so haftet die Militärversicherung für die 
Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung (Art. 5 Abs. 3 MVG). 
 
2.3 Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch einen Arzt, 
Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärversicherung angemeldet oder werden 
Spätfolgen oder Rückfälle geltend gemacht, so haftet die Militärversicherung gemäss Art. 6 MVG 
nur, wenn die Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des 
Dienstes verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten Gesundheitsschädigung handelt. 
Die Haftung für nachdienstlich festgestellte und gemeldete Gesundheitsschädigungen richtet sich 
somit grundsätzlich nach dem Kausalitätsprinzip (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N 32 Vorbemerkungen 
zu Art. 5 - 7 MVG und N8 zu Art. 6 MVG). 
 
2.4 Die Rückenschmerzen des Versicherten traten während der Rekrutenschule auf und der 
zuständige Truppenarzt meldete die von ihm festgestellte Gesundheitsschädigung noch während 
des Dienstes bei der Militärversicherung an. Somit gelangt vorliegend die Haftungsbestimmung 
von Art. 5 MVG zur Anwendung. Dies wird denn auch zu Recht von keiner der Verfahrensparteien 
in Frage gestellt.  
 
2.5 Zu ergänzen bleibt, dass sich die Haftung der Militärversicherung grundsätzlich auf sämt-
liche Folgen erstreckt, die mit dem versicherten Ereignis in einem rechtserheblichen Kausalzu-
sammenhang stehen (BGE 111 V 370 E. 2a). Sie erlischt bei einer Haftung nach Art. 5 MVG, 
wenn die im Dienst in Erscheinung getretene und gemeldete Gesundheitsschädigung behoben 
ist. Im Falle einer Verschlimmerung erlischt sie beim sicheren Nachweis des Zustandes, wie er 
im Zeitpunkt des Dienstantritts bestand ("Status quo ante") oder wie er auch ohne dienstliche 
Schädigung früher oder später eingetreten wäre ("Status quo sine"; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 18. Juni 2020, 8C_749/2020, E. 3.2 mit Hinweis).  
 

 
 
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3. Die Leistungen der Militärversicherung bestehen gemäss Art. 8 MVG unter anderem aus 
der Heilbehandlung (lit. a) und aus Taggeldern (lit. e). Nach Art. 16 Abs. 1 MVG hat der Versi-
cherte Anspruch auf eine zweckmässige und wirtschaftliche Heilbehandlung, die geeignet ist, 
seinen Zustand oder seine Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder vor weiterer Beeinträchtigung zu 
bewahren. Ist der Versicherte infolge der Gesundheitsschädigung arbeitsunfähig, so hat er laut 
Art. 28 Abs. 1 MVG Anspruch auf ein Taggeld. Bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit entspricht das 
Taggeld 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird das Tag-
geld entsprechend herabgesetzt (Art. 28 Abs. 2 MVG).  
 
4. Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte (Gesundheitszustand der versicherten Per-
son, Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen schädigendem Ereignis und 
gesundheitlicher Störung) bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 
134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - 
frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von 
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unter-
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf 
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts 
ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5. Den Akten des vorliegenden Falles lässt sich zum medizinischen Sachverhalt Folgendes 
entnehmen: 
 
5.1 Der Versicherte suchte am 6. Dezember 2016 in der Rekrutenschule wegen Rücken-
schmerzen den Truppenarzt auf. Laut dessen Aufzeichnungen bestünden die Rückenbeschwer-
den seit drei Wochen; sie seien ohne Trauma (belastungsabhängig) aufgetreten. Bereits vor drei 
Jahren habe ein Problem bestanden, allerdings weniger ausgeprägt. Anlässlich einer am 6. De-
zember 2016 erfolgten Röntgenuntersuchung zeigten sich eine diskrete Retrolisthesis L2 auf L3, 
L3 auf L4 und L4 auf L5, jedoch keine degenerativen Veränderungen (Bericht des Instituts C.____ 
vom 6. Dezember 2016). In seinem Bericht vom 17. Januar 2017 hielt D.____, Mitarbeiter des 
Aussendienstes der Suva-MV, fest, der Versicherte habe keinen Unfall mit Rückenbeteiligung 
erlitten. Die Rückenbeschwerden seien belastungsabhängig gewesen, vor allem wegen des Tra-
gens von Lasten. Bereits nach drei Wochen in der RS seien im Bereich der LWS stechende 
Schmerzen aufgetreten. Der Versicherte sei am 9. Dezember 2016 aus dem Dienst entlassen 
worden. Er sei nach wie vor nicht schmerzfrei. Am 19. Januar 2017 erfolgte im Spital E.____ ein 
MRI der LWS, das laut Bericht von Dr. med. F.____, Leitender Arzt Radiologie, vom selben Tag 

 
 
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einen kleinen Riss des Anulus fibrosus auf Höhe LWK 5/ SWK 1, jedoch keine relevante Band-
scheibenherniation zeigte. Es lägen keine Spinalkanalstenose und keine foraminale oder reces-
sale Nervenwurzelaffektion vor. Am 31. Januar 2017 diagnostizierte Dr. med. G.____, Orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Spital E.____, eine akute 
Lumbalgie bei/mit zurzeit fehlender radikulärer Reiz- oder sensomotorischer Ausfallssymptoma-
tik. Das MRI vom 19. Januar 2017 habe kleine Risse des Anulus fibrosus auf Höhe LWK 5/SWK 
1ergeben.  
 
5.2 In einer ersten versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 22. Februar 2017 wies der 
MV-Kreisarzt Dr. med. H.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parates FMH, darauf hin, dass kein dienstliches Ereignis beschrieben oder im MRI vom 19. Ja-
nuar 2017 nachgewiesen worden sei, welches geeignet gewesen wäre, eine strukturelle Schädi-
gung der Wirbelsäule zu verursachen. Es sei von einem geringen Vorschaden (Riss des Anulus 
fibrosus) auszugehen, der auf einen degenerativen Bandscheibenschaden zurückzuführen sei. 
Es liege nur eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes vor, wobei deren Ende 
noch nicht klar beurteilt werden könne. Nachdem Dr. G.____ am 28. Februar 2017 über eine 
Verschlechterung des Zustandes mit einer Reizsymptomatik am ehesten der Wurzel S1 rechts-
seitig berichtet hatte, hielt Dr. H.____ in einer zweiten versicherungsmedizinischen Beurteilung 
vom 16. März 2017 an seinem Standpunkt fest, dass ein Vorzustand vorliege und dass es in der 
Rekrutenschule zu einer vorübergehenden dienstlichen Verschlimmerung gekommen sei. Auf 
Veranlassung von Dr. G.____ erfolgte am 30. März 2017 eine neurologische Abklärung des Ver-
sicherten im Spital E.____. Gestützt auf seine Untersuchung diagnostizierte Dr. med. I.____, 
Neurologie FMH, ein lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom mit/bei möglicher sen-
somotorischer Reizsymptomatik L5 rechts, ohne radikuläre sensomotorische Ausfallsymptomatik 
mit/bei degenerativen LWS-Veränderungen. In den Monaten April und Mai 2017 beschrieb Dr. 
G.____ beim Versicherten einen unveränderten bzw. nicht verbesserten Gesundheitszustand; 
anschliessend erfolgte ein schriftlicher Meinungsaustauch zwischen Dr. G.____ und dem MV-
Kreisarzt Dr. H.____ über das weitere therapeutische Vorgehen.  
 
5.3 Die Suva-MV entschied sich, bei Dr. med. J.____, Anästhesie FMH, eine "Zweitmeinung" 
zum vorliegenden Versicherungsfall einzuholen. Der genannte Arzt berichtete am 12. September 
2017, dass beim Versicherten bei aktiver und passiver Bewegung keine Schmerzen ausgelöst 
werden könnten. Die paravertebrale Muskulatur sei nicht druckschmerzhaft, nur auf Höhe L4 
könne rechtsseitig ein lokaler Druckschmerzpunkt palpiert werden. Aus seiner Sicht sei auffal-
lend, dass die Schmerzen des Versicherten nie in das rechte Bein ausgestrahlt hätten, insbeson-
dere nicht in das Dermatom L5 oder S1. Insgesamt sehe er im Moment keinen deutlichen Zu-
sammenhang zwischen der Rekrutenschule und den Schmerzen des Versicherten.  
 
5.4 In der versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 15. November 2017 vertrat 
Dr. H.____ erneut die Auffassung, dass beim Versicherten ein vorbestehendes Rückenleiden mit 
einem Riss des Anulus fibrosus vorgelegen habe. Dienstliche Einwirkungen auf diesen Vorzu-
stand seien jedoch ausgeschlossen. Die vorliegenden MRT-Befunde würden eine Gewalteinwir-
kung ausschliessen. Es sei daher allenfalls von einer vorübergehenden Verschlimmerung des 
degenerativen Vorzustands auszugehen, im Sinne eines Schmerzsyndroms. In der Regel sei zu 

 
 
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erwarten, dass dieses Schmerzsyndrom nach sechs bis neun Monaten, spätestens nach einem 
Jahr, abgeschlossen sei und damit der "Status quo sine" erreicht sein werde.  
 
5.5 In weiteren Verlaufsberichten vom 11. Januar 2018 und 9. März 2018 stellte Dr. G.____ 
fest, dass die Reizsymptomatik der Wurzel S1 ohne sensomotorische Ausfallsymptomatik regre-
dient sei. Laut einem weiteren Bericht der genannten Ärztin vom 29. Mai 2018 habe der Versi-
cherte aber wieder über tieflumbale rechtsseitige Schmerzen geklagt. Die Beschwerden seien 
am ehesten im Rahmen einer Dysfunktion des Facettengelenks LWK 5/ SWK 1 rechtsseitig zu 
interpretieren. Schliesslich fand am 4. Oktober 2018 nochmals eine MRI-Untersuchung im Spital 
E.____ statt, die gemäss den Berichten von Dr. F.____ vom 4. Oktober 2018 und Dr. G.____ vom 
9. Oktober 2018 im Vergleich zur Voruntersuchung vom Januar 2017 keine Veränderungen (Riss 
im Anulus fibrosus LWK 5/SWK 1, ohne Bandscheibenherniation) ergab. Es lägen keine spinalen, 
recessalen oder foraminalen Engen und keine Spondylarthrosen vor. 
 
6.1 Zwischen den Parteien ist in medizinischer Hinsicht als erstes strittig, ob die Gesund-
heitsschädigung des Versicherten - der radiologisch nachgewiesene Riss des Anulus fibrosus auf 
Höhe LWK 5/SWK 1 - während des Dienstes verursacht wurde. Diese Frage ist mit der Suva-MV 
- und entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - gestützt auf die geschilderte medizini-
sche Aktenlage zu verneinen. Die Suva-MV weist in diesem Zusammenhang vorab zu Recht 
darauf hin, dass ein dienstliches Ereignis, welches geeignet gewesen wäre, strukturelle Läsionen 
im Bereich der Wirbelsäule zu verursachen, nicht beschrieben wurde. Vielmehr führte auch der 
Versicherte selber gegenüber dem Truppenarzt aus, dass die Beschwerden rein belastungsab-
hängig, hauptsächlich durch das Tragen von Lasten, ausgelöst wurden. Radiologisch konnte 
zwar am 19. Januar 2017 ein Riss des Anulus fibrosus auf Höhe LWK 5/SWK 1 nachgewesen 
werden, es kann aber ausgeschlossen werden, dass dieser Riss durch dienstliche Einwirkungen 
verursacht wurde. Das Tragen von Lasten allein ist - darin ist der Suva-MV ebenfalls beizupflich-
ten - nicht geeignet, einen Riss des Anulus fibrosus zu verursachen, denn die einwirkenden Kräfte 
sind hierfür zu gering. Bezeichnenderweise halten denn auch nicht nur der MV-Kreisarzt Dr. 
H.____ in seinen jeweiligen versicherungsmedizinischen Beurteilungen, sondern auch der Neu-
rologe Dr. I.____ in seinem Untersuchungsbericht vom 30. März 2017 fest, dass es sich bei der 
vorhandenen Gesundheitsschädigung um degenerative Veränderungen handelt.  
 
6.2 An dieser Beurteilung vermögen die Einwände des Beschwerdeführers nichts zu ändern. 
Insbesondere kann er mit dem Hinweis, dass er vor der Rekrutenschule nicht unter Rückenbe-
schwerden gelitten habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diese Darstellung trifft nämlich so 
ohnehin nicht zu, denn der Versicherte gab anlässlich der Erstuntersuchung durch den Truppen-
arzt am 6. Dezember 2016 selber an, dass bereits vor drei Jahren ein - allerdings weniger aus-
geprägtes - Rückenproblem bestanden habe. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer 
sodann, wenn er geltend macht, der Suva-MV sei es nicht gelungen, einen sicheren Beweis ge-
mäss Art. 5 Abs. 2 lit. a MVG zu liefern, dass der Riss des Anulus fibrosus vordienstlich sei oder 
sicher nicht während des Dienstes habe verursacht werden können. Die Suva-MV weist diesbe-
züglich zu Recht auf Folgendes hin: Das gesicherte medizinische Wissen, wonach erste subjek-
tive oder klinische Feststellungen im Dienst nur auf der Grundlage einer vordienstlichen Gesund-
heitsschädigung möglich sind, genügt zur Annahme einer sicheren Vordienstlichkeit. Eine solche 

 
 
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wird typischerweise bei entzündlichen oder chronischen Gesundheitsschädigungen, die kurz 
nach dem Einrücken Beschwerden verursachen, auch ohne Feststellung einer vordienstlichen 
Gesundheitsschädigung angenommen. Die Kenntnis der Ätiologie einer Gesundheitsschädigung 
kann über fehlende konkrete Anhaltspunkte in der vordienstlichen Zeit hinweghelfen. Denn die 
Medizin geht bei bestimmten Gesundheitsschädigungen - nicht nur bei Infektionskrankheiten - 
von der Annahme aus, dass zwischen Beginn und Ausbruch einer Gesundheitsschädigung ein 
bestimmtes - dem Mediziner bekanntes - Mindestintervall liegt. Diesen überzeugenden Ausfüh-
rungen der Suva-MV ist vollumfänglich beizupflichten. Eine Berücksichtigung des zeitlichen Ver-
laufs eines Leidens - mit entsprechenden Aussagen zur Frage der Vordienstlichkeit - kann auch 
bei Abnützungsschäden wie z.B. Bandscheibenleiden, die erstmals im Dienst zu Beschwerden 
führen, angezeigt sein. Dies gilt auch für den hier zu beurteilenden Fall. Von Relevanz ist vorlie-
gend insbesondere, dass die belastungsabhängigen Rückenbeschwerden des Versicherten - ge-
mäss seiner Schilderung gegenüber dem Truppenarzt - schon bald nach dem Einrücken in die 
Rekrutenschule, nämlich nach einer relativ kurzen Dienstdauer von rund drei Wochen, auftraten. 
Hält man sich diesen zeitlichen Ablauf und gleichzeitig die vom MV-Kreisarzt Dr. H.____ in seiner 
Beurteilung vom 15. November 2017 geschilderte typische Ätiologie der zur Diskussion stehen-
den Gesundheitsschädigung vor Augen, so ist nicht zu beanstanden, dass die Suva-MV diese 
als mit Sicherheit vordienstlich einstufte.  
 
7.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid stellt die Suva-MV zu Recht nicht in Frage, dass 
es beim Versicherten während der Rekrutenschule unter körperlicher Belastung zu einer Ver-
schlimmerung des vorbestehenden, bis anhin nicht symptomatisch gewordenen Rückenleidens 
(Riss des Anulus fibrosus) mit Schmerzen gekommen ist. Für diese Verschlimmerung der Ge-
sundheitsschädigung haftet die Suva-MV gemäss Art. 5 Abs. 3 MVG, was von ihr denn auch mit 
Schreiben vom 24. Januar 2017 - unter dem Vorbehalt, dass die Leistungspflicht je nach Verlauf 
der Gesundheitsschädigung erneut überprüft werde - anerkannt worden ist. Dementsprechend 
hat die sie dem Versicherten nach Prüfung der ärztlichen Anmeldung die gesetzlichen Leistungen 
(Kosten der Heilbehandlung, Taggelder) erbracht. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.5 hiervor), dau-
ert diese Haftung an, bis die dienstliche Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung behoben 
oder der sichere Nachweis des Zustandes, wie er auch ohne dienstliche Schädigung früher oder 
später eingetreten wäre ("Status quo sine"), durch die Suva-MV erbracht ist. Strittig und im Fol-
genden zu prüfen ist demnach, ob im Zeitpunkt der von der Suva-MV angeordneten Leistungs-
einstellung (31. Dezember 2017) eine dieser Voraussetzungen für ein Erlöschen der Haftung der 
Militärversicherung erfüllt war. 
 
7.2 Die Suva-MV macht im angefochtenen Einspracheentscheid geltend, dass die dienstli-
che Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung spätestens im September 2017 behoben ge-
wesen sei. Sie stützt diese Einschätzung auf die Feststellungen von Dr. J.____ in dessen Bericht 
vom 12. September 2017, wonach beim Versicherten bei aktiver und passiver Bewegung keine 
Schmerzen ausgelöst werden könnten. Die paravertebrale Muskulatur sei nicht druckschmerz-
haft, nur auf Höhe L4 könne rechtsseitig ein lokaler Druckschmerzpunkt palpiert werden. Objektiv 
habe somit, so das Fazit der Suva-MV, im Zeitpunkt der genannten Untersuchung Beschwerde-
freiheit vorgelegen und der Versicherte sei zu diesem Zeitpunkt in einer körperlich leichten Tätig-
keit voll arbeitsfähig gewesen. Die Verschlimmerung sei damit mit Sicherheit behoben gewesen.  

 
 
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7.3 Ob mit dem Bericht von Dr. J.____ vom 12. September 2017 tatsächlich der Sicherheits-
beweis für eine Behebung der dienstlichen Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung er-
bracht werden kann, erscheint nicht derart klar, wie die Suva-MV geltend macht. Wie es sich 
damit verhält, braucht nun allerdings nicht weiter erörtert zu werden, denn die aufgeworfene 
Frage kann aus den nachfolgenden Gründen letztlich offen bleiben.  
 
7.4.1 Das Bundesgericht weist in konstanter Rechtsprechung darauf hin, dass nach derzeiti-
gem medizinischem Wissensstand das Erreichen des "Status quo sine" bei posttraumatischen 
Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden kann, wogegen 
eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von 
der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch 
stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun 
Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil des Bundes-
gerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_571/2015, E. 2.2.3 mit Hinweisen). Diese höchstrichterlich 
anerkannte Erfahrungstatsache ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht nur im 
Bereich der Unfallversicherung, sondern durchaus auch im Bereich der Militärversicherung be-
achtlich (vgl. etwa das in diesem Bereich ergangene Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 
2020, 8C_749/2019, E. 4.2).  
 
7.4.2 Gestützt auf die zitierte Rechtsprechung und die ihr zu Grunde liegende medizinische 
Lehre (vgl. dazu die Hinweise in den Urteilen des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 11. April 2005, U 354/04, 
E. 2.2, und des Bundesgerichts vom 22. Mai 2013, 8C_1029/2012, E.4.2) ist mit der Suva-MV 
davon auszugehen, dass vorliegend spätestens nach einem Jahr der Status quo sine eingetreten 
war und die vorübergehende Verschlimmerung der vordienstlichen Gesundheitsschädigung dem-
nach als abgeschlossen zu betrachten ist. Dies muss umso mehr gelten, als vorliegend kein Un-
fallereignis zur Diskussion stand.  
 
8. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass die von der Suva-MV per 31. Dezember 
2017 vorgenommene Leistungseinstellung nicht zu beanstanden ist. Die gegen den betreffenden 
Einspracheentscheid erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewie-
sen werden muss.  
 
9. Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren in Sozialversicherungssachen vorbehältlich 
des hier nicht interessierenden Abs. 2bis für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb für das vor-
liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Be-
schwerdeführer keine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
 
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 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.