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**Case Identifier:** 07e56891-b959-5b9f-b32b-2912e8892fe9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.10.2025 VBE.2025.173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-173_2025-10-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VBE.2025.173 / AD / nl 
Art. 125 

 

 

Urteil vom 10. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin 

Oberrichter Roth 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Dettwiler 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin 

 A._____ 

vertreten durch MLaw Marko Mrljes, Rechtsanwalt, 

Burgerstrasse 17, Postfach, 6000 Luzern 7 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 21. März 2025) 
 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1963 geborene Beschwerdeführerin meldete sich am 19. Oktober 2000 

erstmals bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Durchführung 

beruflicher und medizinischer Abklärungen sprach die Beschwerdegeg-

nerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. Februar 2002 eine 

ganze Rente ab dem 1. August 2000 zu. Im Rahmen einer im März 2006 

von Amtes wegen eingeleiteten Revision hob die Beschwerdegegnerin mit 

Verfügung vom 11. Januar 2008 die Invalidenente der Beschwerdeführerin 

per Ende Februar 2008 auf. Diese Verfügung hob das Versicherungs-

gericht auf Beschwerde der Beschwerdeführerin hin mit Urteil 

VBE.2008.113 vom 19. Mai 2009 auf und wies die Sache zur weiteren 

Abklärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

Im Rahmen ihrer weiteren Abklärungen liess die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin durch die SMAB AG, Bern (SMAB) bidisziplinär 

begutachten. Gestützt auf das am 16. September 2016 erstattete 

Gutachten verfügte die Beschwerdegegnerin am 8. Juni 2017 die Auf-

hebung der Invalidenrente per Ende Juli 2017. Die von der Beschwerde-

führerin dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht mit 

Urteil VBE.2017.582 vom 13. Dezember 2017 ab. 

 

1.3. 

Auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 9. Juli 2018 trat die 

Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 nicht ein, was 

sowohl vom Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2019.52 vom 28. August 

2019 als auch vom Bundesgericht mit Urteil 8C_647/2019 vom 31. Januar 

2020 bestätigt wurde. Auf die erneute Anmeldung vom 2. April 2019 trat die 

Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 4. September 2020 ebenfalls 

nicht ein. 

 

1.4. 

Zwischenzeitlich hatte sich die Beschwerdeführerin am 3. September 2020 

abermals zum Leistungsbezug angemeldet. Die Beschwerdegegnerin wies 

das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

11. Januar 2023 ab. Diese Verfügung hob das Versicherungsgericht auf 

Beschwerde der Beschwerdeführerin hin mit Urteil VBE.2023.86 vom 3. Juli 

2023 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

 - 3 - 

 

 

1.5. 

Nach weiteren medizinischen Abklärungen, Rücksprache mit dem RAD 

und Durchführung eines Vorbescheidverfahrens wies die Beschwerde-

gegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

21. März 2025 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 21. März 2025 erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 28. April 2025 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 21.3.2025 sei aufzuheben. 
 
2. Der Beschwerdeführerin sei eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 
 
3. Eventualiter sei die Sache zwecks Vornahme eines verwaltungs-

externen Gutachtens und zum neuen Entscheid an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen. 

 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2025 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbe-

gehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 21. März 2025 

(Vernehmlassungsbeilage [VB 315]) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

2.1. 

Für die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf es, analog zur Renten-

revision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung des 

Invaliditätsgrades (Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2020 vom 19. Februar 

2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71 E. 3 

S. 73 ff.; 117 V 198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.). 

 

2.2. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft 

(Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 

 - 4 - 

 

 

705, BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. 

Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist 

bei einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach 

dem Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch 

auf eine Invalidenrente für die Zeit bis Ende 2021 nach den altrechtlichen 

Bestimmungen und ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen 

(BGE 150 V 323 E. 4). Die angefochtene Verfügung erging nach dem 

1. Januar 2022. Indessen dreht sich der Rechtsstreit um einen möglichen 

bereits vor Inkrafttreten der Änderung bestehenden Rentenanspruch, 

sodass insoweit, entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Grundsätzen, das bisherige Recht zur Anwendung gelangt (vgl. BGE 150 

V 323 E. 4 S. 327 ff. sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2023 vom 

20. März 2024 E. 2.2). Dieses gilt hier zudem auch nach dem 1. Januar 

2022, da die 1963 geborene Beschwerdeführerin in diesem Zeitpunkt das 

55. Altersjahr bereits vollendet hatte (vgl. lit. c der Übergangsbe-

stimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_621/2023 vom 7. August 2024 E. 3; 9C_572/2023 vom 

18. Juni 2024 E. 2.2 i.V.m. E. 4.5.2). 

 

Die Rente wird von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invali-

ditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich 

ändert (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Revision einer Invalidenrente im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht nur bei 

einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 

auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an 

sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben 

(BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 f. mit Hinweisen). Ist eine anspruchs-

erhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit erstellt (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181), bleibt es nach dem 

Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_519/2015 vom 16. November 2015 E. 3.2; 

SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135, 8C_441/2012 E. 3.1.3). 

 

2.3. 

Den zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen 

Änderung (vgl. E. 2.1. f. hiervor) bildet die letzte (der versicherten Person 

eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung 

des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be-

weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei An-

haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Ge-

sundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.). 

 

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

Der vorliegend massgebliche retrospektive Vergleichszeitpunkt (vgl. E. 2.3. 

hiervor) ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juni 2017, mit 

welcher die Invalidenrente der Beschwerdeführerin per Ende Juli 2017 

aufgehoben worden war (VB 175). Darin stützte sich die Beschwerdegeg-

nerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das orthopädisch-

psychiatrische SMAB-Gutachten vom 16. September 2016, dem folgende 

Diagnosen zu entnehmen sind (VB 133.1 S. 21): 

 

"1. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
 

1. Wiederkehrende Schmerzen der Lendenwirbelsäule bei in 
bildgebenden Untersuchungen nachgewiesenen, degenerativen 
Veränderungen und Bandscheibenhernien in LWK 4/5 und 
LWK 5/S1 mit wiederkehrendem Wurzelreizsyndrom 

 
2. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
 

2. Wiederkehrende Schmerzen der Halswirbelsäule bei gesicher-
ten degenerativen Veränderungen und mehrsegmentalen Band-
scheibenvorwölbungen, insbesondere der unteren HWS-Ab-
schnitte, ohne signifikante Bewegungseinschränkung, ohne 
Wurzelreizsyndrom und ohne neurologische Auffälligkeiten 

 
3. Aktuell bestehende Schmerzen und Bewegungseinschränkung 

des rechten Kniegelenkes nach arthroskopischer Meniskus-Teil-
resektion im Juni 2016 (ohne zu erwartende, dauerhafte 
Funktionsbeeinträchtigung) 

 
4. Wiederkehrende Schmerzen beider Schultergelenke bei dege-

nerativen Veränderungen der Schultereckgelenke, aktuell ohne 
zu reproduzierende Bewegungseinschränkung und ohne zu 
objektivierende Funktionseinschränkungen 

 
5. Anamnestisch leichte depressive Episode (F32.0) 

 
6. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (F45.4)". 

 

Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

der in den bildgebenden Untersuchungen festgestellten Veränderungen 

des Achsorganes nur noch in der Lage sei, körperlich mittelschwere 

Tätigkeiten auszuüben. Diese müssten überwiegend im Sitzen stattfinden, 

mit der Möglichkeit von selbstgewählten Positionswechseln und ohne 

besonderen Zeitdruck (z.B. Akkord- oder Fliessbandarbeit). Nicht geeignet 

seien Wechselschichten, Tätigkeiten, die häufiges Bücken oder Knien 

erforderten, Tätigkeiten in Zwangshaltungen, auf Gerüsten oder Leitern 

oder unter Witterungseinwirkung. Aus psychiatrischer Sicht sei die 

Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. In der bisherigen Tätigkeit als 

Küchenhilfe (VB 133.1 S. 5) bestehe aus orthopädischer Sicht eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 %, weil diese Tätigkeit nicht vollends dem Be-

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lastungsprofil entspreche. In einer leidensangepassten Tätigkeit hingegen 

attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % (VB 133.1 S. 22). 

 

3.2. 

In der angefochtenen Verfügung vom 21. März 2025 (VB 315) stützte sich 

die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 

Aktenbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. B._____, Facharzt für 

Rheumatologie, vom 30. Oktober 2024 (VB 309). Darin hielt dieser fest, 

anhand der vorliegenden Akten seien körperlich belastende Tätigkeiten 

bereits seit 1999 andauernd ungünstig, da seither eine eingeschränkte 

Belastbarkeit der Wirbelsäule für körperlich belastende Tätigkeiten 

vorliege. Zur Diskussion stehe weiterhin die Arbeitsfähigkeit für angepasste 

leichte Tätigkeiten aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht. Im Vergleich 

zum SMAB-Gutachten vom 16. September 2016 kämen aufgrund der 

neuen radiologischen Befunde der Lendenwirbelsäule im Bericht von 

Dr. med. C._____, Facharzt für Neurochirurgie, vom 17. Dezember 2021 

ab der Schulteroperation rechts im November 2021 auch mittelschwere 

Tätigkeiten andauernd nicht mehr in Frage. Aus den radiologischen 

Befunden per se resultiere jedoch weiterhin keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für angepasste leichte Tätigkeiten (VB 309 S. 2). In Bezug 

auf die erfolgten Schulteroperationen sei gemäss Bericht von 

Dr. med. D._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie sowie 

Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 9. Mai 2022 der 

orthopädische Fallabschluss erfolgt. Im Vorfeld der Knieoperation links 

nehme Dr. med. E._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie sowie 

Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Bericht vom 27. März 2024 

keine Stellung zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Nach der Knieoperation 

links in der Knieorthopädie F._____ in Bosnien am 7. Mai 2024 sei nach 

postoperativer Konsultation vom 29. Mai 2024 ebenfalls der orthopädische 

Fallabschluss erfolgt. Die Hausärztin, Dr. med. G._____, Praktische Ärztin, 

berichte am 12. März 2024 vor allem anhand der subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin. Es fehlten neue, objektive klinische und radiologische 

Befunde, die eine wesentliche Zustandsverschlechterung belegten bzw. 

eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit für angepasste leichte Tätigkeiten 

begründen könnten. Die Beschwerdeführerin habe seit Juni 2024 keine 

Konsultationen mehr bei der Hausärztin wahrgenommen, was auf einen 

doch geringen Leidensdruck schliessen lasse. Weitere medizinische 

Abklärungen erübrigten sich. Limitierend seien retrospektiv prä-, peri- und 

postoperativ die Schulterleiden und das Knieleiden rechts gewesen. 

Aufgrund der linksseitigen Schulterbeschwerden habe von ca. August 2020 

bis Februar 2021, wegen des rechtsseitigen Schulterleidens von ca. 

September 2021 bis April 2022 und aufgrund des linksseitigen Knieleidens 

im Mai 2024 für alle angepassten leichten Tätigkeiten eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. In den übrigen Zeiten, d.h. von März bis 

August 2021, von Mai 2022 bis April 2024 und wieder ab Mai 2024 bis zur 

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Beurteilung von RAD-Arzt Dr. med. B._____ vom 30. Oktober 2024, sei 

weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für angepasste leichte, 

wechselbelastende, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit einer Hebe- und 

Tragelimite von 10 kg gegeben. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, 

Überkopfarbeiten, Tätigkeiten auf oder über Schulterhöhe, monoton-

repetitiv, mit häufigem Bücken oder Knien, auf Leitern/Gerüsten, mit Kälte-

/Nässe-Exposition und mit besonderem Zeitdruck (VB 309 S. 3). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a 

S. 352). 

 

3.3.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner 

medizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gege-

benen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 

122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.3.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist 

insbesondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer 

persönlicher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische 

Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, eine Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes seit dem 8. Juni 2017 sei klar ausgewiesen. 

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Die Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2024 habe keinen Beweiswert und 

es sei ein externes Gutachten erforderlich. Die Vermutung von RAD-Arzt 

Dr. med. B._____, es bestehe kein Leidensdruck, sei falsch, da der 

Zustand der Beschwerdeführerin mit weiteren medizinischen 

Behandlungen nicht verbessert werden könne. Eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit sei angesichts der massiven gesundheitlichen 

Einschränkungen nicht nachvollziehbar und aufgrund des Alters der 

Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

verwertbar. Sollte die Angelegenheit trotzdem für weitere Abklärungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen werden, sei diese anzuweisen, 

der Beschwerdeführerin Eingliederungsmassnahmen anzubieten, um ihre 

Vermittelbarkeit zu prüfen (Beschwerde S. 9 ff.). 

 

4.2. 

Im SMAB-Gutachten vom 16. September 2016 wurden im Wesentlichen 

wiederkehrende Schmerzen der Lendenwirbelsäule bei in bildgebenden 

Untersuchungen nachgewiesenen, degenerativen Veränderungen und 

Bandscheibenhernien in LWK4/5 und LWK5/S1 mit wiederkehrendem 

Wurzelreizsyndrom diagnostiziert. Den Beschwerden im rechten Knie-

gelenk nach arthroskopischer Meniskus-Teilresektion im Juni 2016 wurde 

keine dauerhafte Funktionsbeeinträchtigung beigemessen. Auch die 

wiederkehrenden Schmerzen beider Schultergelenke bei degenerativen 

Veränderungen der Schultereckgelenke gingen nicht mit zu reproduzie-

render Bewegungseinschränkung und zu objektivierenden Funktionsein-

schränkungen einher (VB 133.1 S. 21). Demgegenüber führte 

Dr. med. C._____, Facharzt für Neurochirurgie, im Bericht vom 17. De-

zember 2021 aus, die aktuellen Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule 

würden eine verminderte Lordose und eine sehr starke Diskopathie und 

Verschmälerung des Bandscheibenfaches L5/S1 zeigen. Es bestehe eine 

starke Spondylarthrose L4-S1 beidseits. Weiter würden sich in den frisch 

angefertigten MRI-Aufnahmen der Lendenwirbelsäule eine erosive 

Osteochondrose L5/S1 mit Foraminalstenose eher auf der linken Seite 

sowie eine leichte rezessale Stenose L5/S1 rechts zeigen. In der Höhe L4/5 

bestehe ebenfalls eine Diskopathie mit rechts paramedianem Anulusriss 

aber ohne Diskushernie. Die lumbosacralen Rückenschmerzen stünden 

sehr wahrscheinlich mit den sehr starken, degenerativen Veränderungen 

der Höhe L4/5 und L5/S1 im Zusammenhang. Die Beschwerdeführerin 

bleibe auch im weiteren Verlauf wegen den Rückenleiden und ebenfalls 

wegen den mehrmals operierten Schultern 100%ig arbeitsunfähig. 

Therapieoptionen zur langfristigen Schmerzlinderung könnten nicht 

angeboten werden. Deswegen sei eine Arbeitswiederaufnahme sehr 

unwahrscheinlich (VB 269 S. 2 f.). 

 

In seiner Aktenbeurteilung vom 30. Oktober 2024 führte RAD-Arzt 

Dr. med. B._____ in Bezug auf die seit dem SMAB-Gutachten vom 

16. September 2016 erfolgten Operationen der Beschwerdeführerin an 

 - 9 - 

 

 

beiden Schultern und am linken Knie aus, es sei aufgrund der diesbe-

züglichen Berichte vom per Anfang Mai 2022 erfolgten orthopädischen 

Fallabschluss auszugehen (VB 309 S. 2 f.). Damit ist jedoch noch nichts 

über allfällige funktionelle Auswirkungen der entsprechenden Befunde aus 

orthopädischer Sicht ausgesagt. Mit den neuen radiologischen Befunden 

im Bereich der Lendenwirbelsäule im Bericht von Dr. med. C._____ vom 

17. Dezember 2021 setzte sich RAD-Arzt Dr. med. B._____ nur 

dahingehend auseinander, dass er mittelschwere Tätigkeiten ab der 

Schulteroperation rechts im November 2021 für nicht mehr, jedoch 

angepasste leichte Tätigkeiten uneingeschränkt für möglich hielt (VB 309 

S. 2 f.). Die von Dr. med. C._____ aufgrund des Rückenleidens und der 

mehrmals operierten Schultern attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit und 

die von ihm als sehr unwahrscheinlich erachtete Arbeitswiederaufnahme 

durch die Beschwerdeführerin (VB 269 S. 2 f.) thematisierte RAD-Arzt 

Dr. med. B._____ nicht. Dabei ist ein Widerspruch zwischen der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch 

Dr. med. C._____ und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin durch RAD-Arzt Dr. med. B._____ nicht 

auszuschliessen, zumal Dr. med. C._____ eine Arbeitswiederaufnahme 

allgemein und nicht nur in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als 

Küchenhilfe auszuschliessen scheint. Auch die Feststellung von RAD-Arzt 

Dr. med. B._____, der Leidensdruck der Beschwerdeführerin sei 

angesichts fehlender hausärztlicher Konsultationen seit Juni 2024 gering 

(VB 309 S. 3), ist nicht nachvollziehbar, zumal Dr. med. C._____ mit Bericht 

vom 17. Dezember 2021 festhielt, Therapieoptionen zur langfristigen 

Schmerzlinderung könnten nicht angeboten werden (VB 269 S. 2 f.), und 

auch Dr. med. E._____ mit Bericht vom 27. März 2024 angesichts der 

beginnenden medial betonten Gonarthrose im linken Knie lediglich eine 

Serie von neun Physiotherapiesitzungen vorschlug (VB 306 S. 19 f.). 

Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist, weshalb RAD-Arzt Dr. med. B._____ 

körperlich belastende Tätigkeiten bereits seit 1999 aufgrund der seither 

eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule als andauernd ungünstig 

erachtet (VB 309 S. 2), während die SMAB-Gutachter im Gutachten vom 

16. September 2016 noch davon ausgingen, dass der Beschwerdeführerin 

mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien (VB 133.2 S. 22; Urteil des 

Versicherungsgerichts VBE.2023.86 vom 3. Juli 2023 E. 7.2.). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Insgesamt sind damit in Anbetracht der strengen Anforderungen an reine 

Aktenbeurteilungen durch versicherungsinterne medizinische Fachper-

sonen als Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 3.3.2. hiervor) zumindest 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbe-

urteilung von RAD-Arzt Dr. med. B._____ vorhanden, so dass darauf nicht 

ohne Weiteres abgestellt werden kann. 

 

 - 10 - 

 

 

4.3.2. 

Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich damit als 

unvollständig und im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E 5.2.8 S. 105; 

125 V 193 E. 2 S. 195) nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Die Sache ist 

dementsprechend zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 

S. 264 f.). Dabei sind der Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin unter Auseinandersetzung mit den medizinischen 

Akten bis zum (neuen) Verfügungszeitpunkt zu bestimmen. Abschliessend 

hat die Beschwerdegegnerin neu über das Leistungsbegehren der 

Beschwerdeführerin zu verfügen. Bei diesem Verfahrensausgang 

erübrigen sich Ausführungen zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin 

bezüglich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens 

sowie der beruflichen Massnahmen (vgl. Beschwerde S. 11 f.). 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 21. März 2025 aufzuheben und die 

Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuver-

fügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrens-

ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender 

Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

21. März 2025 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne 

der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

 

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2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Gössi Dettwiler