# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b5f1324-a183-5f57-abaa-89eed2c1379c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2023 A-6100/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6100-2022_2023-11-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6100/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Iris Widmer, Richterin Annie Rochat Pauchard, 

Gerichtsschreiberin Katharina Meienberg. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch Michael Gehring, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Leistungspflicht (Zoll/Einfuhrsteuer). 

 

 

 

A-6100/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die A._______ AG (nachfolgend: Spediteurin) führte im Zeitraum zwi-

schen 12. November 2019 und 30. August 2021 diverse Kristalle, insbe-

sondere Amethyststücke und -drusen für die deutsche B._______ GmbH 

(nachfolgend: Versenderin) in die Schweiz ein. Importeurin und Empfänge-

rin der Edelsteine war das C._______ (nachfolgend: Importeurin) in der 

Schweiz. Bei den elektronischen Einfuhranmeldungen hatte die Spediteu-

rin angegeben, dass es sich um Präferenzware mit dem Ursprungsland 

Deutschland handelt.  

A.b Am 2. September 2021 stellten Mitarbeitende der Eidgenössischen 

Zollverwaltung (seit 1. Januar 2022 Bundesamt für Zoll und Grenzsicher-

heit [nachfolgend: BAZG]) anlässlich einer Zollkontrolle fest, dass die kon-

trollierte Sendung mit Amethystdrusen aus Brasilien stammte 

(act. 01.01.01/0001 der Akten des BAZG, nachfolgend: act.).  

A.c Gestützt auf das Ergebnis dieser Beschau reichte die Spediteurin am 

6. September 2021 bei den betroffenen Zollstellen Kreuzlingen, Thayngen 

und Ramsen Anträge auf Selbstanzeige in insgesamt 46 Fällen betreffend 

Einfuhrzollanmeldungen von Edelsteinen ein, welche unrichtigerweise mit 

Präferenz angemeldet wurden, obwohl es sich um zollpflichtige Drittland-

ware handelt (act. 01.01.04/0002, act. 01.01.05/0002 und act. 

01.01.06/0001). Dabei ersuchte die Spediteurin um Nachbelastung der 

Zollabgaben. Gleichzeitig beantragte die Spediteurin teilweise Berichtigun-

gen betreffend die Tarifnummern, respektive nahm teilweise Korrekturen 

der Tarifnummern im elektronischen Zollanmeldesystem (nachfolgend: 

e-dec) vor. 

A.d Am 23. März 2022 eröffnete der Direktionsbereich Strafverfolgung, 

Zollfahndung Ost, eine Verwaltungsstrafuntersuchung gegen mehrere De-

klaranten der Spediteurin (z.B. act. 08.01.01/0001). In der Folge wurden 

Untersuchungshandlungen und Einvernahmen durchgeführt.  

A.e Am 23. November 2022 verfügte das BAZG, dass die Spediteurin Ein-

fuhrabgaben und Mehrwertsteuer sowie Verzugszins von gesamthaft 

Fr. 469'310.- nachzuentrichten hat.  

B.  

B.a Gegen diese Verfügung erhebt die Spediteurin (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) am 28. Dezember 2022 Beschwerde beim 

A-6100/2022 

Seite 3 

Bundesverwaltungsgericht und beantragt, die angefochtene Verfügung 

vom 23. November 2022 sei aufzuheben, eventualiter sei die Sache 

zwecks Neuberechnung der Zollabgaben im Sinne der gerichtlichen Erwä-

gungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen. In der Begründung bestreitet die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen ihre subjektive Leistungspflicht, da sie keine Sorgfaltspflichten 

verletzt habe. Eventualiter seien die Zolltarifnummern anzupassen, da es 

sich bei den eingeführten Waren nicht um Juwelierwaren, sondern um 

schwere Amethystdrusen handle, die nicht unter die deklarierten Zolltarif-

nummern zu subsumieren seien. 

B.b Am 28. April 2023 reicht das BAZG (nachfolgend: Vorinstanz) nach 

mehrfacher Fristerstreckung eine Vernehmlassung ein und beantragt die 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.  

B.c Am 14. Juli 2023 reicht die Beschwerdeführerin – nach beantragter und 

gewährter Akteneinsicht – eine Replik ein. In dieser hält sie an den gestell-

ten Anträgen und Ausführungen fest und macht in Erwiderung auf die Ver-

nehmlassung der Vorinstanz ergänzende Ausführungen.  

B.d Die Vorinstanz liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die Akten, wird – sofern und 

soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege-

ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. Der angefoch-

tene Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Das BAZG 

ist zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 VGG). 

Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustän-

dig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 

SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG).  

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Seite 4 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids 

und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist daher einzutreten.  

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG).  

2. 

2.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem Zollgesetz sowie nach dem Zolltarifge-

setz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). 

Einfuhren von Gegenständen unterliegen zudem im Allgemeinen der Ein-

fuhrsteuer (Art. 50 ff. des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 

[MWSTG, SR 641.20]). Vorbehalten bleiben Zoll- und Steuerbefreiungen 

bzw. -erleichterungen, die sich aus besonderen Bestimmungen von Geset-

zen und Verordnungen oder Staatsverträgen ergeben (vgl. Art. 2 Abs. 1 

und Art. 8 ff. ZG; Art. 1 Abs. 2 ZTG; Art. 53 MWSTG). 

2.2  

2.2.1 Jede Überführung in ein Zollverfahren bedarf unabhängig vom Status 

einer Ware einer Zollanmeldung (vgl. Art. 47 Abs. 1 und 2 ZG). Die Zollan-

meldung basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, wonach von der an-

meldepflichtigen Person eine vollständige und richtige Deklaration der 

Ware verlangt wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorgfaltspflicht wer-

den an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen gestellt (BAR-

BARA SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Stämpflis Handkommen-

tar Zollgesetz, 2009 [nachfolgend: Zollkommentar], Art. 18 N 3 f.; Botschaft 

vom 15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, 601). 

Die Zollpflichtigen müssen sich vorweg über die Zollpflicht sowie die jewei-

ligen Abfertigungsverfahren informieren und die Waren entsprechend zur 

Veranlagung anmelden. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell 

selber die Verantwortung zu tragen. Die Mitwirkungs- und Sorgfaltspflich-

ten des Zollverfahrens gelten auch für die Erhebung der Einfuhrsteuer (vgl. 

Art. 50 MWSTG; Urteile des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2021 E. 2.2;  

A-6635/2018 vom 7. Januar 2020 E. 3.3; A-2764/2018 vom 23. Mai 2019 

E. 2.3.2). Nicht angemeldete Waren werden von Amtes wegen veranlagt 

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(Art. 18 Abs. 3 ZG; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 

2022 E. 2.2).  

2.2.2 Soll eine Vorzugsbehandlung wie beispielsweise eine Präferenzver-

zollung erfolgen, muss die anmeldepflichtige Person dies in der Zollanmel-

dung entsprechend beantragen (vgl. Art. 79 Abs. 1 Bst. a der Zollverord-

nung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01] sowie Art. 80 ZV) und die 

Begleitdokumente erstellen bzw. einreichen, namentlich die erforderlichen 

Ursprungsnachweise (Art. 80 Abs. 1 ZV). Die Einhaltung des Erfordernis-

ses, wonach der gültige Ursprungsnachweis, ein Begleitdokument im 

Sinne von Art. 25 Abs. 1 ZG und Art. 80 Abs. 1 ZV, im Zeitpunkt der An-

meldung zu einer definitiven Präferenzveranlagung vorhanden sein muss, 

obliegt nach dem Selbstdeklarationsprinzip der verantwortlichen anmelde-

pflichtigen Person.  

2.3 Die Zollzahlungspflicht obliegt der Zollschuldnerin bzw. dem Zollschuld-

ner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum entsprechenden Kreis gehören jene Perso-

nen, welche die Waren über die Zollgrenze bringen, deren Auftraggeber 

sowie Personen, die zur Zollanmeldung verpflichtet bzw. damit beauftragt 

sind oder auf deren Rechnung die Ware ein- oder ausgeführt wird (Art. 70 

Abs. 2 ZG). Der Kreis der Zollschuldner ist weit zu ziehen. Die Zollschuld-

ner haften für die Zollschuld solidarisch. Der Rückgriff unter ihnen richtet 

sich nach dem Obligationenrecht (Art. 70 Abs. 3 ZG). Als Auftraggeberin 

gilt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung diejenige Person, die die 

Ware über die Grenze bringen lässt. Als solche gilt nicht nur die (natürliche 

oder juristische) Person, die im zivilrechtlichen Sinne mit dem Transporteur 

einen Frachtvertrag abschliesst, sondern jede Person, welche die Waren-

einfuhr tatsächlich veranlasst (Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 

2014 E. 3.3 f.; Urteil des BVGer A-4111/2021 vom 20. Dezember 2022 

E. 3.3 m.w.H.). Zollschuldner nach Art. 70 ZG sind auch für die Einfuhr-

steuer steuerpflichtig (Art. 51 Abs. 1 MWSTG).  

2.4 

2.4.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder Steu-

ervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig Wa-

ren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine Widerhand-

lung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. Art. 118 ZG, 

Art. 96 MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuergesetzge-

bung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes. Entsprechend 

findet bei Widerhandlungen in den jeweiligen Bereichen grundsätzlich das 

Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, 

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Seite 6 

SR 313.0) Anwendung (Urteil des BVGer A-4111/2021 vom 20. Dezember 

2022 E. 3.5.1 m.w.H.).  

2.4.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrichten, 

wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetz-

gebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Dies gilt ohne 

Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person (Art. 12 Abs. 1 

VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder von 

einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder 

gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, dass der 

durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene 

unrechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die 

Verwaltungsgesetzgebung des Bundes gründet (BGE 141 II 447 E. 8.4; 

129 II 160 E. 3.2; Urteile des BGer 2C_822/2021 vom 26. Januar 2022 

E. 5.1.1; 2C_867/2018 vom 6. November 2019 E. 6.2; 2C_382/2017 vom 

13. Dezember 2018 E. 2.2; Urteile des BVGer A-4111/2021 vom 

20. Dezember 2022 E. 3.5.2 m.w.H.; A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 

E. 2.8.2; STEFAN OESTERHELT/LAETITIA FRACHEBOUD, in: Frank/Eicker/ 

Markwalder/Achermann [Hrsg.], Basler Kommentar, Verwaltungsstraf-

recht, 2020 [nachfolgend: Kommentar VStrR], Art. 12 N 5).  

2.4.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», das heisst für die Zollabgaben jene Personen, welche 

dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG 

entsprechen. Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Ab-

gabe bevorteilt. Sie bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie nichts 

von der falschen bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 107 Ib 

198 E. 6c und d) und wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen per-

sönlichen Nutzen gezogen haben (Urteil des BGer 2C_912/2015 vom 

20. September 2016 E. 5.2 m.w.H.; MICHAEL BEUSCH, in: Zollkommentar, 

a.a.O., Art. 70 N 12). Sie gelten als direkt unrechtmässig bevorteilt, weil sie 

die geschuldeten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht entrichten 

mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichtigen mit dem 

Institut der Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Personen haften 

solidarisch für den gesamten nicht erhobenen Abgabebetrag (Art. 70 

Abs. 3 ZG; Urteil des BVGer A-4111/2021 vom 20. Dezember 2022 

E. 3.5.3 m.w.H.). Die gemäss Art. 70 ZG Zollzahlungspflichtigen sind von 

den sogenannten indirekt Begünstigten zu unterscheiden, die allenfalls 

mehrere Handelsstufen vom Importeur entfernt aufgrund der Widerhand-

lung in den Genuss eines unrechtmässigen Vorteils gelangen. Derartige 

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Seite 7 

Warenempfänger fallen nicht unter die gesetzliche Vermutung, weshalb bei 

ihnen ein unrechtmässiger Vorteil angefallen sein muss, um eine Leis-

tungspflicht auszulösen (vgl. dazu die Ausführungen im Urteil des BVGer 

A-2822/2007 vom 27. November 2009 E. 3.3). 

2.5  

2.5.1 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit 

der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist. 

Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen, 

wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium aus-

drücklich festgehalten ist (statt vieler: Urteil des BVGer A-5204/2019 vom 

7. Juli 2021 E. 2.5.5). Ist Letzteres nicht der Fall, kommt dem Verwen-

dungszweck wie auch dem Preis, der Verpackung und der Bezeichnung 

durch den Hersteller oder Empfänger der Ware lediglich hinweisende, nicht 

aber ausschlaggebende Bedeutung zu (statt vieler: Urteil des BVGer  

A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.5; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.5). 

Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehr Nummern in Be-

tracht, so ist gemäss Ziff. 3 AV wie folgt vorzugehen:  

a) Die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht den Nummern mit 

allgemeinerer Warenbezeichnung vor.  

b) Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen bestehen, wer-

den nach dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der ihnen ihren wesentlichen 

Charakter verleiht.  

c) Die Ware ist der in der Nummernfolge zuletzt genannten gleichermassen in 

Betracht kommenden Nummer zuzuweisen.  

2.5.2 Die genannten Vorschriften sind in der aufgeführten Reihenfolge an-

zuwenden, das heisst, die Vorschrift der Ziff. 3 b) AV ist nur dann anzuwen-

den, wenn die Vorschrift der Ziff. 3 a) für die Einreihung keine Lösung ge-

bracht hat usw. Die Vorschriften finden zudem nur Anwendung, wenn sie 

dem Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen 

nicht widersprechen. Gemäss Ziff. 4 AV sind Waren, die aufgrund der vor-

stehenden Vorschriften nicht eingereiht werden können, in die Nummer 

einzureihen, die für Waren zutrifft, denen sie am ähnlichsten sind (Urteil 

des BVGer A-7486/2016 vom 14. Dezember 2017 E. 3.3.2). 

2.5.3 Dem schweizerischen Gebrauchstarif war im Zeitpunkt der streitbe-

troffenen Einfuhren zwischen dem 12. November 2019 und dem 

A-6100/2022 

Seite 8 

30. August 2021 Folgendes zu den vorliegend massgeblichen Tarifnum-

mern zu entnehmen: 

7103 Edelsteine und Schmucksteine, andere als Diamanten, auch bearbeitet 

oder assortiert, jedoch weder aufgereiht noch montiert oder gefasst; 

Edelsteine und Schmucksteine, andere als Diamanten, nicht assortiert, 

zur Erleichterung des Transportes vorübergehend aufgereiht: 

 7103.9100 Rubine, Saphire und Smaragde 

 7103.9900 andere 

7116 Waren aus echten Perlen oder Zuchtperlen, aus Edelsteinen, 

Schmucksteinen, synthetischen oder rekonstituierten Steinen: 

7116.20 aus Edelsteinen, Schmucksteinen oder synthetischen 

oder rekonstituierten Steinen: 

7116.2010  Gebrauchsgegenstände (z.B. Aschenbecher, Brief-

beschwerer und dergleichen); Statuetten 

7116.2090 andere 

Den Erläuterungen zu diesen Tarifnummern lässt sich Folgendes entneh-

men: 

7103.91/99   Die Nrn. 7103.91 und 7103.99 umfassen geschliffene und ge-

bohrte Steine, gravierte Steine (einschliesslich der Kameen oder Steine mit 

erhabenen Figuren oder Steine mit vertieft geschnittenen Figuren) und zu 

Dubletten oder Tripletten verarbeitete Steine. 

7116.2010    Hierher gehören Gebrauchsgegenstände sowie Statuetten und 

dergleichen Phantasiegegenstände und Nippsachen, wie z.B.: Aschenbecher, 

Bonbonnieren, Briefbeschwerer, Brieföffner, Bürstenfassungen, Mörser und 

Stössel, Puderdosen, Ringe für Angelruten, Schalen, Schreibtischgarnituren, 

Tassen, Tierfiguren, Tintenfässer, Trinkgläser, Verschlüsse und Verschluss-

bügel für Handtaschen, Zierstöpsel; Werkzeuge des Kapitels 82 (wie Polier-

werkzeuge) sowie Waren und Teile des Abschnittes XVI (z.B. Fadenführer), 

die ganz aus Edelsteinen, Schmucksteinen oder synthetischen oder rekonsti-

tuierten Steinen bestehen (vgl. auch Ausschliessungen a) und b) zur Nr. 

7116). 

7116.2090    Hierher gehören Gegenstände zum persönlichen Schmuck, wie 

z.B. Amulette, Armbänder, Hemdbrustknöpfe, Manschettenknöpfe, Ohrringe, 

Edelsteincolliers mit Verschluss aus Edelmetallen oder Edelmetallplattierun-

gen (s.a. Erläuterungen zur Nr. 7103. Nichtassortierte, lediglich zur Erleichte-

rung des Transportes aufgereihte Steine gehören hingegen zur Nr. 7103). 

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Seite 9 

2.6  

2.6.1 Bei elektronischer Abwicklung gilt die Zollanmeldung als angenom-

men, wenn sie die summarische Prüfung des Systems e-dec bzw. des Sys-

tems «NCTS» erfolgreich durchlaufen und das System der elektronischen 

Zollanmeldung Annahmedatum sowie Annahmezeit hinzugefügt hat 

(Art. 16 ZV-BAZG). Die so angenommene Zollanmeldung ist für die anmel-

depflichtige Person auch bei allfälligen Widersprüchen zur Ware oder zu 

den Begleitdokumenten verbindlich. Dadurch stellt die elektronische An-

meldung hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflicht der Zollbeteiligten (Ur-

teil des BVGer A-581/2016 vom 21. März 2017 E. 2.2.3 m.w.H.).  

2.6.2 Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt das Sys-

tem e-dec eine Selektion auf der Grundlage einer Risikoanalyse durch 

(Art. 17 Abs. 1 der Zollverordnung des BAZG vom 4. April 2007 [ZV-BAZG, 

SR 631.013]). Lautet das Selektionsergebnis «gesperrt», muss die anmel-

depflichtige Person der Zollstelle einen Ausdruck der Zollanmeldung und 

die erforderlichen Begleitdokumente vorlegen. Die Waren dürfen erst ab-

transportiert werden, wenn die Zollstelle sie freigegeben hat (Art. 17 Abs. 2 

ZV-BAZG). Lautet das Selektionsergebnis auf «frei mit», so muss die an-

meldepflichtige Person der Zollstelle einen Ausdruck der Zollanmeldung 

und die erforderlichen Begleitdokumente vorlegen (Art. 17 Abs. 3 Satz 1 

ZV-BAZG). Lautet das Selektionsergebnis auf «frei ohne», so gelten die 

Waren als freigegeben (Art. 17 Abs. 4 Satz 2 ZV-BAZG).  

2.6.3 Die Zollstelle kann umfassend oder stichprobenweise prüfen, ob die 

Zollanmeldung formell richtig sowie vollständig ist und ob die erforderlichen 

Begleitdokumente vorliegen (Art. 32 Abs. 1 ZG). Trifft dies nicht zu, so 

weist sie die Zollanmeldung zur Berichtigung oder zur Ergänzung zurück. 

Stellt sie offensichtliche Fehler fest, so berichtigt sie diese im Einverneh-

men mit der anmeldepflichtigen Person (Art. 32 Abs. 2 ZG). Hat die Zoll-

stelle einen vorhandenen Mangel nicht festgestellt und die Zollanmeldung 

nicht zurückgewiesen, so kann die anmeldepflichtige Person daraus keine 

Rechte ableiten (Art. 32 Abs. 3 ZG).  

2.7 

2.7.1 Mit der Annahme durch die Zollstelle wird die Zollanmeldung für die 

anmeldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG) und grundsätzlich 

unabänderlich. Sie bildet, vorbehältlich der Beschau, die Grundlage für die 

Festsetzung der Zölle und weiteren Abgaben. Dieser Grundsatz der Unab-

änderlichkeit der angenommenen Zollanmeldung stellt einen Eckpfeiler 

des schweizerischen Zollrechts dar (vgl. Urteil des BVGer A-5938/2019 

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Seite 10 

vom 2. September 2020 E. 2.2.2; PATRICK RAEDERSDORF, in: Zollkommen-

tar, a.a.O., Art. 33 N 2 und Art. 34 N 1). 

2.7.2 Bei der Revision des Zollgesetzes war sich der Gesetzgeber bewusst, 

dass der Grundsatz der Unabänderlichkeit der Zollanmeldung – starr an-

gewendet – in gewissen Fällen zu unerwünschten, ungerechten Ergebnis-

sen führen kann. So beispielsweise, wenn eine Ware irrtümlich zum Nor-

maltarif deklariert wurde, obwohl die Voraussetzungen für eine Präferenz-

veranlagung gegeben waren, oder wenn eine Ware zur Überführung in den 

zollrechtlich freien Verkehr anstatt zum Verfahren der vorübergehenden 

Verwendung angemeldet wurde. In solchen Fällen erscheinen die Folgen 

eines kleinen Versehens (auch bei der Verwendung von EDV) oft als un-

verhältnismässig (Botschaft ZG, BBl 2004 567, 617). Daher gilt der Grund-

satz der Verbindlichkeit der Zollanmeldung auch nach ihrer Annahme nicht 

absolut. Eine Berichtigung der Zollanmeldung ist unter gewissen Voraus-

setzungen gemäss Art. 34 ZG möglich (Urteile des BVGer A-5136/2018 

vom 9. Dezember 2019 E. 2.1.2; A-2924/2016 vom 23. März 2017 E. 2.2.5; 

A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.2.5). So kann der Bundesrat für 

Waren, die den Gewahrsam der BAZG bereits verlassen haben, eine kurze 

Frist zur Berichtigung der angenommenen Zollanmeldung vorsehen 

(Art. 34 Abs. 2 ZG). Die Zollstelle bewilligt das Gesuch, solange sie a) nicht 

festgestellt hat, dass die Angaben in der Zollanmeldung oder in den Be-

gleitdokumenten unrichtig sind und b) noch keine Veranlagungsverfügung 

ausgestellt hat (Art. 87 Abs. 2 ZV). 

2.7.3 Ist die Veranlagungsverfügung bereits ergangen, kann die anmelde-

pflichtige Person der Zollstelle innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab dem 

Zeitpunkt, in dem die Waren den Gewahrsam der Zollverwaltung verlassen 

haben, ein Gesuch um Änderung der Veranlagung einreichen, wobei 

gleichzeitig eine berichtigte Zollanmeldung eingereicht werden muss 

(Art. 34 Abs. 3 ZG; vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2; Urteile des BVGer 

A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.2.5; A-2177/2016 vom 19. Juli 

2016 E. 2.2.1; A-5216/2014 vom 13. April 2015 E. 2.5). Gemäss Art. 34 

Abs. 4 ZG gibt die Zollstelle dem Gesuch statt, wenn die anmeldepflichtige 

Person entweder nachweist, dass die Waren irrtümlich zu dem in der Zoll-

anmeldung genannten Zollverfahren angemeldet worden sind (Bst. a) oder 

die Voraussetzungen für die beantragte neue Veranlagung schon erfüllt 

waren, als die Zollanmeldung angenommen wurde, und die Waren seither 

nicht verändert worden sind (Bst. b). Umgekehrt bedeutet dies, dass sie 

das Gesuch abzulehnen hat, wenn sie die Voraussetzungen als nicht 

A-6100/2022 

Seite 11 

gegeben erachtet (vgl. Urteile des BVGer A-1746/2016 vom 17. Januar 

2017 E. 2.2.5; A-8199/2015 vom 6. Oktober 2016 E. 3.2.1). 

2.7.4 Gestützt auf Art. 34 Abs. 3 und 4 Bst. b ZG wird betreffend die Ände-

rung der Veranlagung in Art. 89 ZV unter anderem festgehalten, dass die 

Voraussetzungen für eine neue Veranlagung namentlich dann als erfüllt 

gelten, wenn zum Zeitpunkt der ursprünglichen Zollanmeldung die materi-

ellen und die formellen Voraussetzungen für die Gewährung einer Zoller-

mässigung, einer Zollbefreiung oder einer Rückerstattung erfüllt waren 

(Bst. a; vgl. Urteile des BVGer A-1746/2016 vom 17. Januar 2017 E. 2.2.5; 

A-8199/2015 vom 6. Oktober 2016 E. 2.4; A-3935/2014 vom 27. April 2015 

E. 2.5). 

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall bestreitet die Beschwerdeführerin die subjektive 

Leistungspflicht mit der Begründung, ihr sei keine Sorgfaltspflichtverlet-

zung vorzuwerfen. Im Nachfolgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die 

Beschwerdeführerin zu Recht für die Nachforderung der Einfuhrabgaben 

heranzog.  

3.2 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin führt aus, sie habe durch die vermeintlich 

nicht vollständige oder nicht ordnungsgemässe Zollanmeldung keinerlei 

Vorteile erlangt. Aus E. 2.3.1 des Urteils des BVGer A-369/2020 vom 

31. März 2021 gehe hervor, dass die Zollpflichtigen bei einer Falschanmel-

dung respektive einer Unterlassung ihrer Pflichten in diesem Zusammen-

hang (nur) «prinzipiell» selber die Verantwortung zu tragen hätten, sodass 

eine Ausnahme von diesem Grundsatz möglich sein müsse. Aus diesem 

Entscheid sowie aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gehe her-

vor, dass sich die anmeldepflichtige Person respektive der Zollpflichtige auf 

den Grundsatz von Treu und Glauben berufen könne und keine Verantwor-

tung zu tragen habe, wenn keine Sorgfaltspflichtverletzung vorliege und 

alle erforderlichen Abklärungen im Zusammenhang mit der Zollanmeldung 

vorgenommen worden seien. Die Beschwerdeführerin habe alle nötigen 

Abklärungen vorgenommen und jeder Sendung sei eine den Vorgaben der 

Vorinstanz entsprechende Ursprungserklärung beigelegt worden. Diese 

seien vom Ausführer selbst erstellt und eigenhändig unterschrieben wor-

den. Für die Beschwerdeführerin habe es keinerlei Veranlassung gegeben, 

an der Richtigkeit der Ursprungserklärungen zu zweifeln. Auf Nachfrage 

einzelner Deklaranten der Beschwerdeführerin sei nochmals explizit 

Deutschland als Ursprungsland bestätigt worden. Es sei für die 

A-6100/2022 

Seite 12 

Beschwerdeführerin nicht ersichtlich gewesen, dass es sich nicht um Prä-

ferenzware gehandelt habe. Sie habe aufgrund der in den Handelsrech-

nungen enthaltenen Grossbuchstaben, wie beispielsweise «BR», nicht auf 

zollpflichtige Drittlandware aus Brasilien schliessen können. Auf den Rech-

nungen sei an keiner Stelle klar und zweifelsfrei das Ursprungsland betitelt 

mit Ausnahme der Herkunftserklärung. Die Bezeichnung «BR» habe sich 

unter der Überschrift «Warenbezeichnung» befunden, sodass es sich auch 

um ein Kürzel für «Bruch», «braun», «Bundesrepublik» oder um ein ande-

res Namenskürzel hätte handeln können. Auch der Zollstelle sei dies nicht 

aufgefallen. Die Zollstelle habe eine Kontrolle durchgeführt, da der Wortlaut 

der Ursprungserklärung nicht korrekt gewesen sei. Nach Rückfrage bei der 

Partnerspediteurin und Weiterleitung der Bestätigung, dass es sich um 

deutsche Ursprungsware handle, habe die Zollstelle die Ware frei gege-

ben, sodass die Beschwerdeführerin auf diese Untersuchungsergebnisse 

habe vertrauen dürfen. Weiter gebe es auch in Deutschland Fundorte für 

Amethyst, sogar am Sitz der Versenderin, weshalb die Beschwerdeführerin 

nicht aufgrund des Inhalts der Sendung auf ein Drittland hätte schliessen 

müssen.  

3.2.2 Die Vorinstanz verweist auf die Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung, in welcher sie detailliert auf alle 46 Fälle von Falschanmeldun-

gen eingeht und darlegt, wie sich der nachzubezahlende Betrag berechnet. 

Sie führt weiter aus, die Beschwerdeführerin hafte solidarisch für die Zoll-

schuld. Sodann seien die Abgaben nicht über das zentralisierte Abrech-

nungssystem der Zollverwaltung des Importeurs abgerechnet worden, son-

dern über dasjenige der Beschwerdeführerin. Bei der Selbstanzeige der 

Beschwerdeführerin vom 6. September 2021 habe diese darum gebeten, 

die Kosten bzw. Abgaben ihrem Abrechnungskonto zu belasten und die 

Falschanmeldungen seien auch der Beschwerdeführerin anzurechnen. Die 

Beschwerdeführerin habe zumindest vorübergehend einen Vorteil durch 

die Falschanmeldung erlangt und sie habe auch ihre Sorgfaltspflichten bei 

den gegenständlichen Zollanmeldungen verletzt. 

3.3  

3.3.1 Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 2.4.2), hängt die Leistungspflicht im 

Sinne von Art. 12 VStrR weder von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit 

noch von einem Verschulden oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens 

ab. Es genügt, dass eine objektiven Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes vorliegt (BGE 129 II 160 E. 3.2, 141 II 447 

E. 8.4; Urteile des BGer 2C_822/2021 vom 26. Januar 2022 E. 5.1.1; 

2C_867/2018 vom 6. November 2019 E. 6.2; 2C_382/2017 vom 

A-6100/2022 

Seite 13 

13. Dezember 2018 E. 2.2; Urteile des BVGer A-4111/2021 vom 20. De-

zember 2022 E. 3.5.2 m.w.H.; A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.2; O-

ESTERHELT/FRACHEBOUD, in: Kommentar VStrR, a.a.O., Art. 12 N 5). Für 

diese objektive Widerhandlung kommen vorliegend Art. 118 ZG (Zollhinter-

ziehung) und Art. 119 ZG (Zollgefährdung) in Betracht. Für beide Tatbe-

stände setzt die objektive Widerhandlung voraus, dass eine Zollabgabe 

durch Nichtanmelden, Verheimlichen oder unrichtige Zollanmeldung der 

Waren oder in irgendeiner anderen Weise ganz oder teilweise hinterzogen, 

respektive gefährdet wird. Der objektive Tatbestand der unrichtigen Zollan-

meldung sowie die Tatsache, dass dadurch zu wenig Abgaben erhoben 

wurden, ist vorliegend unbestrittenermassen erfüllt. Ob eine Hinterziehung 

oder Gefährdung vorliegt, kann indessen offen bleiben. Der Anspruch ent-

steht ausserdem unabhängig davon, ob die objektive Widerhandlung be-

reits bei der Deklaration erkennbar war (OESTERHELT/FRACHEBOUD, Kom-

mentar VStrR, a.a.O., Art. 12 N 6). Der Entlastungsbeweis, d.h. der Nach-

weis der Erfüllung der Sorgfaltspflichten ist naturgemäss ausgeschlossen, 

da der subjektive Tatbestand der Widerhandlung für die Anspruchsbegrün-

dung nicht erfüllt sein muss (OESTERHELT/FRACHEBOUD, Kommentar 

VStrR, a.a.O., Art. 12 N 18). Es ist folglich nicht zu prüfen, ob die Wider-

handlung vorsätzlich, fahrlässig oder ohne Verletzung von Sorgfaltspflich-

ten erfolgte. Somit kann sich die Beschwerdeführerin der Nachleistungs-

pflicht nicht mit dem Argument entziehen, sie habe alle mögliche Sorgfalt 

bei der Deklaration angewendet. Allein der Umstand, dass eine objektive 

Widerhandlung vorliegt, genügt für die Nachforderung der zu Unrecht nicht 

erhobenen Abgaben.    

3.3.2 Die Beschwerdeführerin ist auch eine mögliche Adressatin der Nach-

leistungsverfügung, denn zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nach-

leistungspflichtigen gehört «insbesondere der zur Zahlung der Abgabe Ver-

pflichtete». Für die Zollabgaben bedeutet dies, all jene Personen, welche 

dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG 

entsprechen (vgl. E. 2.4.3). Zu diesem Kreis gehört die Beschwerdeführe-

rin als Spediteurin unzweifelhaft. Als Zollschuldnerin gilt sie somit ipso facto 

als durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt. Sie bleibt selbst dann 

leistungspflichtig, wenn sie nichts von der falschen bzw. fehlenden Dekla-

ration gewusst haben sollte (BGE 107 Ib 198 E. 6c und d) und wenn sie 

selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen gezogen haben 

sollte (Urteil des BGer 2C_912/2015 vom 20. September 2016 E. 5.2 

m.w.H.; MICHAEL BEUSCH, in: Zollkommentar, a.a.O., Art. 70 N 12). Zwar 

werden rechtsprechungsgemäss direkt und indirekt Begünstigte unter-

schieden, wobei die indirekt Begünstigten nur bei Bösgläubigkeit für den 

A-6100/2022 

Seite 14 

gesamten Forderungsbetrag solidarisch haften (vgl. E. 2.4.3 vorstehend; 

OESTERHELT/FRACHEBOUD, Kommentar VStrR, a.a.O., Art. 12 N 21 m.H.a. 

Urteile des BVGer A-6977/2009 vom 29. November 2010; A-6121/2008 

vom 6. September 2010 und A-1690/2006 vom 13. April 2007), von einem 

indirekten Vorteil wird allerdings nur dann ausgegangen, wenn eine ge-

wisse Distanz zum die Gesetzgebung verletzenden Vorfall besteht, zum 

Beispiel, wenn eine illegal eingeführte Ware im Inland bereits über mehrere 

Handelsstufen weiterveräussert wurde. Von einem direkten Vorteil ist dem-

gegenüber dann auszugehen, wenn der (ipso facto) Bevorteilte in unmittel-

barem Zusammenhang mit dem Nichtbezahlen der Abgaben steht (Urteil 

des BVGer A-6121/2008 vom 6. September 2010 E. 3.2.2). Vorliegend er-

folgte die zunächst unrichtige Veranlagung der Zoll- und Einfuhrabgaben 

aufgrund der fehlerhaften Anmeldung der Beschwerdeführerin. Sie steht 

somit in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser unrichtigen Veranla-

gung und ist daher auch die direkt Begünstigte, weshalb die Beschwerde-

führerin unabhängig von ihrer Gut- oder Bösgläubigkeit für die Nachforde-

rung haftet. Wie erwähnt ist es hingegen nicht erforderlich, dass ein Vorteil 

tatsächlich bzw. nachhaltig erlangt worden ist. Der Vorteil liegt bereits in 

der kurzfristigen Vermehrung der Aktiven durch die Nichterhebung der rich-

tigerweise geschuldeten Abgaben.  

3.3.3 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind so-

wohl zollpflichtig als auch einfuhrsteuerpflichtig (Art. 50 ff. MWSTG, vgl. 

auch E. 2.1). Entsprechend sind vorliegend die geschuldeten Zollabgaben 

und die darauf entfallene MWST (Einfuhrabgabe) nachzufordern. Auf dem 

Betrag ist ein Verzugszins zu entrichten (Art. 74 ZG und Art. 57 Abs. 1 

MWSTG; vgl. auch Art. 12 Abs. 1 VStrR). Die Zinsberechnung der Vor- 

instanz (E. 7 der angefochtenen Verfügung vom 23. November 2022) 

wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. 

3.3.4 Damit sind alle Voraussetzungen für die Nachforderung der Zoll- und 

Einfuhrabgaben gemäss Art. 12 VStrR erfüllt. Es liegt eine objektive Wider-

handlung gegen die Zollgesetzgebung vor, welche zu einer fälschlichen 

Nichterhebung von Abgaben führte. Die Beschwerdeführerin ist für die ent-

sprechenden Abgaben zollpflichtig und ipso facto direkt Begünstigte, wes-

halb sie für die nachzufordernden Abgaben solidarisch haftet. Die ange-

fochtene Verfügung der Vorinstanz vom 23. November 2022 erweist sich 

in diesem Punkt als korrekt.  

  

A-6100/2022 

Seite 15 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin beantragt im Eventualantrag eine Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zur Neuberechnung der Abgaben mit der 

Begründung, es sei eine andere Zolltarifnummer anzuwenden. Sie habe 

am 6. September 2021 ein Berichtigungsgesuch gestellt, über welches je-

doch bisher nicht entschieden worden sei. Im Nachfolgenden wird geprüft, 

ob die Vorinstanz die Tarifierung in der Nachforderungsverfügung korrekt 

vornahm, respektive ob auf die ursprünglichen elektronischen Anmeldun-

gen der Beschwerdeführerin abzustellen ist oder ob die Tarifnummern 

nachträglich noch angepasst werden müssen. 

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführerin trägt vor, über einen Antrag auf Umtarifie-

rung vom 6. September 2021 sei bisher nicht entschieden worden. Anläss-

lich der Beschau einer Einfuhr am 2. September 2021 sei auf Hinweis der 

Zollstelle eine Umtarifierung der betroffenen Ware von der Zolltarifnummer 

7116.2090 auf die Zolltarifnummer 7116.2010 / 099 erfolgt. Die Umtarifie-

rung sei folglich gerechtfertigt bzw. notwendig gewesen. In der Folge habe 

die Beschwerdeführerin detaillierte Belege für die Beschaffenheit der an-

deren zuvor eingeführten Waren eingereicht, die Vorinstanz habe diese Be-

lege aber nicht hinreichend gewürdigt. Die Veranlagungsverfügungen 

seien mit der Änderung von Präferenzware zu Drittlandware hinfällig ge-

worden. Die Veranlagungsverfügungen seien daher nicht in Rechtskraft er-

wachsen, was auch für die gewählten Zolltarifnummern gelte. Am 6. Sep-

tember 2021 seien Korrekturanträge im e-dec -System gestellt worden, auf 

welche kein gegenteiliger Bescheid ergangen sei. Am 29. Juni 2022 habe 

die Beschwerdeführerin der Vorinstanz 26 Dateien per E-Mail eingereicht, 

aufgrund welcher sich die Einreihung aller eingeführter Waren in die Tarif-

nummer 7116.2010 / 099 ergebe. Bis heute habe die Vorinstanz über die-

sen Antrag nicht entschieden bzw. keine rechtsmittelfähige Verfügung er-

lassen. Die Vorinstanz habe im Einspracheentscheid lediglich auf die Wa-

renbezeichnungen verwiesen, nicht jedoch auf die von der Beschwerde-

führerin eingereichten Dokumente, was den Anforderungen an eine ord-

nungsgemässe Begründung nicht entspreche. Schon aufgrund der Höhe 

der Zolltarife sei ersichtlich, dass die Tarifeinreihung für Juwelierwaren 

nicht für schwergewichtige Amethystdrusen gelten könne. Da diesbezüg-

lich noch kein Entscheid der Vorinstanz vorliege, sei die Sache zur Neube-

urteilung an diese zurückzuweisen.  

4.2.2 Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin habe beim Ausfül-

len der Anmeldungen nicht die gebotene Sorgfalt angewendet, da auch bei 

A-6100/2022 

Seite 16 

Präferenzware die korrekten Zolltarifnummern anzugeben sei. Die Anpas-

sung der Tarifnummer für die Sendung vom 2. September 2021 sei gestützt 

auf eine Beschau erfolgt. Eine nachträgliche Anpassung von bereits einge-

führten Waren sei nicht mehr möglich. Auch habe die Beschwerdeführerin 

weder im Rahmen des Berichtigungsverfahrens zu den Zollanmeldungen 

noch während der Beschwerdefrist zu den Veranlagungsverfügungen Än-

derungen geltend gemacht. Die Vorinstanz habe sich bei der Veranlagung 

auf die Angaben der Beschwerdeführerin gestützt und von einer Veranla-

gung zum höchsten Zollsatz gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a ZG abgesehen.  

4.3 

4.3.1 Wie oben bereits ausgeführt (E. 2.7) sieht das Zollgesetz Ausnahmen 

vom Grundsatz der Unabänderlichkeit der Zollanmeldung vor. Bei einem 

Berichtigungsgesuch vom 6. September 2021 käme eine Anwendung von 

Art. 34 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. b ZG in Betracht. Danach gibt die Zollstelle 

einem Berichtigungsgesuch statt, wenn die anmeldepflichtige Person 

nachweist, dass die Voraussetzungen für die beantragte neue Veranlagung 

schon erfüllt waren, als die Zollanmeldung angenommen wurde und die 

Waren seither nicht verändert worden sind. Das Unverändertsein stellt je-

doch keine zwingende Voraussetzung dar, wenn diesem Zustand keine 

zollrelevante Bedeutung zukommt (PATRICK RAEDERSDROF, in: Zollkom-

mentar, a.a.O., Art. 34 N 16). Das Gesuch um Änderung der Veranlagung 

muss innerhalb von 30 Tagen ab dem Zeitpunkt, in dem die Waren den 

Gewahrsam des BAZG verlassen haben, eingereicht werden, gleichzeitig 

muss eine berichtigte Zollanmeldung erfolgen. Wie erwähnt (E. 2.7.4) gel-

ten die Voraussetzungen für eine neue Veranlagung nach Art. 89 ZV na-

mentlich dann als erfüllt, wenn zum Zeitpunkt der ursprünglichen Zollan-

meldung a. die materiellen und die formellen Voraussetzungen für die Ge-

währung einer Zollermässigung, einer Zollbefreiung oder einer Rückerstat-

tung erfüllt waren oder b. eine Verwendungsverpflichtung für Waren je nach 

Verwendungszweck bei der Oberzolldirektion hinterlegt war. Gemäss Bot-

schaft zum Zollgesetz wird der Zollverwaltung durch Art. 34 Abs. 3 ZG ein 

gewisser Ermessensspielraum eingeräumt, um Fehler von Zollbeteiligten 

nachträglich in einer mit der Zollsicherheit vereinbarenden Weise korrigie-

ren zu können (BBl 2004 567, 618; Urteil des BVGer A-1746/2016 vom 

17. Januar 2017 E. 2.2.5 m.w.H.). Mit den Berichtigungstatbeständen sollte 

die Korrektur von Versehen, die zu unverhältnismässigen Ergebnissen füh-

ren, ermöglicht werden (E. 2.7.3, vgl. BGE 142 II 433 E. 3.3.4). Es war in-

dessen nicht die Absicht des Gesetzgebers, die hohen Anforderungen an 

die Sorgfaltspflichten der anmeldepflichtigen Person auszuhöhlen, wes-

halb Art. 34 ZG nicht anwendbar ist, wenn die anmeldepflichtige Person die 

A-6100/2022 

Seite 17 

zu berichtigende Zollanmeldung absichtlich falsch erstellt hat (vgl. zum 

Ganzen und mit Beispiel: PATRICK RAEDERSDORF, in: Zollkommentar, 

a.a.O., Art. 34 N 9 ff.). 

4.3.2 Bei einem Berichtigungsgesuch vom 6. September 2021 führt die 30-

tägige Verwirkungsfrist dazu, dass vorliegend nur drei Einfuhren für eine 

Berichtigung in Betracht kommen: Sendung mit e-dec 

Nr. 21CHEI001870873810 vom 18. August 2021, Sendung mit e-dec 

Nr. 21CHEI001877462841 vom 26. August 2021 und Sendung mit e-dec 

Nr. 21CHEI001879902344 vom 30. August 2021. Bei der Sendung vom 

18. August 2021 erfolgte bereits eine Einreihung mit der Zolltarifnummer 

7116.2010 / 099 (E. 5.6 der angefochtenen Verfügung vom 23. November 

2022).  

4.3.3. Betreffend die beiden anderen Sendungen vom 26. August 2021 und 

vom 30. August 2021 bleibt zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine 

Berichtigung gemäss Art. 34 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. b ZG erfüllt sind. Der 

Berichtigungsantrag der Beschwerdeführerin liegt vorliegend nicht im 

Recht. Dennoch geht auch die Vorinstanz davon aus, dass ein Berichti-

gungsgesuch gestellt wurde, führt sie doch in der angefochtenen Verfü-

gung zur Sendung vom 26. August 2021 aus: «Im Rahmen des Berichti-

gungsgesuchs vom 6. September 2021 seitens der [Beschwerdeführerin] 

im System e-dec wurde keine Veranlagungsverfügung ausgestellt.» 

(E. 5.5.44. der angefochtenen Verfügung vom 23. November 2022). Auch 

auf der Voranmeldung betreffend die Sendung vom 26. August 2021 ist ein 

Vermerk «Berichtigung» angebracht (act. B 0179/ EX.11.05.01). Das Be-

richtigungsgesuch erfolgte offenbar im System e-dec. Bei den Veranla-

gungsverfügungen Zoll und Mehrwertsteuer (act. B 0346 bis act. B 0571) 

fehlen die Veranlagungsverfügungen für die Sendung vom 26. August 

2021 (act. B 0566). Hinsichtlich der Einfuhren vom 26. August 2021 und 

30. August 2021 ist der Sachverhalt betreffend die Prüfung einer allfälligen 

Berichtigung ungenügend erstellt und die Vorinstanz hat den offenbar ge-

stellten Berichtigungsantrag ungenügend behandelt. Die Sache ist folglich 

in diesem Punkt (Beurteilung des Berichtigungsgesuchs für die Sendungen 

vom 26. und 30. August 2021) zur neuen Beurteilung und zur etwaigen 

Durchführung des Beweisverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts erscheint es jedenfalls nicht 

ausgeschlossen, dass diesbezüglich ein Versehen bei der Anmeldung vor-

lag und die eingeführten Waren («Amethystdrusen Spezial» bei der Sen-

dung vom 28. August 2021 und «Amethystdrusen mit Sockel» bei der Sen-

dung vom 30. August 2021), wie diejenige von der Beschau am 

A-6100/2022 

Seite 18 

2. September 2021, der Tarifnummer 7116.2010 / 099 zuzuordnen sind. Zu 

dieser Zolltarifnummer gehören Gebrauchsgegenstände sowie Statuetten, 

wohingegen unter die Tarifnummer 7116.2090 Gegenstände zum persön-

lichen Schmuck, wie z.B. Amulette, Armbänder, Hemdbrustknöpfe, Man-

schettenknöpfe, Ohrringe und Edelsteincolliers gehören, was vorliegend 

nicht der Fall sein dürfte (vgl. E. 2.5.3).  

4.3.4 Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Sache zur Beurteilung des Be-

richtigungsgesuchs vom 6. September 2021 betreffend die Sendungen 

vom 26. und 30. August 2021 und zur etwaigen Durchführung eines Be-

weisverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die 

Verwirkungsfrist für eine Berichtigung nach Art. 34 ZG abgelaufen, wes-

halb der Eventualantrag betreffend Umtarifierung für alle übrigen Sendun-

gen abzuweisen ist. 

5. 

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die 

Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Obsiegen und Unter-

liegen im Prozess ist grundsätzlich nach den Rechtsbegehren der Be-

schwerde führenden Partei, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des 

vorinstanzlichen Entscheids, zu beurteilen (BGE 123 V 156 E. 3c und 123 

V 159 E. 4b). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem 

Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen 

der beschwerdeführenden Partei (BGE 137 V 2010 E. 7.1; Urteile des 

BVGer A-4191/2020; A-4193/2020 vom 6. April 2022 E. 7.1; A-978/2020 

vom 31. März 2020 E. 4.1). 

Bei der vorliegenden Rückweisung ist allerdings nur die Tarifeinreihung 

zweier Sendungen zu prüfen, was betraglich etwa 1% der streitgegen-

ständlichen Forderung ausmacht (nachgeforderte Abgaben für diese zwei 

Sendungen mit Tarifnummer 7116.2090 minus allfällige Abgabe bei Anwen-

dung der Tarifnummer 7116.2010 / 099). Vor dem Hintergrund dieses ganz 

grossmehrheitlichen Unterliegens der Beschwerdeführerin, rechtfertigt es 

sich, ihr die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Diese sind auf Fr. 8’500.- festzulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zur Bezahlung die-

ser Kosten zu verwenden. 

A-6100/2022 

Seite 19 

5.2 Eine Parteientschädigung ist aus denselben Gründen nicht zuzuspre-

chen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e 

contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE).  

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

  

A-6100/2022 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 

Die Verfügung der Vorinstanz vom 23. November 2022 wird insoweit auf-

gehoben und die Sache wird zur Beurteilung des Berichtigungsgesuchs 

betreffend die Wareneinfuhren vom 26. August 2021 und vom 30. August 

2021 und zur allfälligen Durchführung eines Beweisverfahrens an die Vor-

instanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 8’500.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Katharina Meienberg 

  

A-6100/2022 

Seite 21 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-6100/2022 

Seite 22 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)