# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3139950-7f53-5a8d-9e73-ce9008d9e43f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.06.2024 F-3468/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3468-2024_2024-06-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3468/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen; 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (...), 

Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Mara Todeschini, Advokatin, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 24. Mai 2024 / N (...). 

 

 

 

F-3468/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Am (...) suchte der Beschwerdeführer in der Schweiz um Asyl nach. Er 

gab bei der Aufnahme seiner Personalien an, er sei am (...) in Afghanistan 

geboren. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

(Eurodac) ergab, dass er am (...) in B._______, am (...) in Kroatien und am 

(...) in C._______ um Asyl ersucht hatte. 

A.b Am 16. April 2024 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zu-

gewiesene Rechtsvertretung. 

A.c Am 23. April 2024 stellte das SEM sowohl bei den B._______ als auch 

den C._______ Behörden betreffend den Beschwerdeführer ein Informati-

onsersuchen nach Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz (Dublin-III-VO). 

A.d Ebenfalls am 23. April 2024 führte das SEM mit dem Beschwerdefüh-

rer eine Erstbefragung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender (EB 

UMA) durch. Dabei wurden ihm Fragen zu seinen Personalien, zum Erhalt 

seiner Tazkira, zu seinen persönlichen Verhältnissen, zu Identitätsdoku-

menten, zum Reiseweg, zu seiner Herkunft, zum medizinischen Sachver-

halt, zum Resultat des Eurodac-Abgleichs, zu seinem Alter sowie medizi-

nische Zusatzfragen zur Altersabklärung sowie zu seinen Asylgründen 

(summarisch) gestellt. Ferner wurde er über den Ablauf einer durchzufüh-

renden medizinischen Altersabklärung informiert. Bezüglich seines Alters 

führte er an, er sei am (...) in Kabul (Afghanistan) geboren. Er sei 16 Jahre 

und ungefähr 11 Monate alt. Dies würde seine Tazkira beweisen. Er kenne 

sein Geburtsdatum erst seit kurzem beziehungsweise seit er in C._______ 

gewesen sei. Er habe während der Reise nicht auf die Tazkira geschaut 

und zuhause habe diese in einer Ecke gelegen. Auf Nachfrage, woher er 

denn sein Geburtsdatum kenne, da dieses ja auf seiner Tazkira nicht ver-

merkt sei, brachte er vor, seine Kollegen hätten ihm dies gesagt. Er kenne 

sich selber damit nicht aus. Als diese auf seine Tazkira geschaut hätten, 

hätten sie ihm gesagt, dass dies sein Geburtstag sei. In seiner Heimat sei 

er nie nach seinem Alter gefragt worden; es sei nicht so wichtig gewesen. 

Als die Tazkira ausgestellt worden sei (Ausstellungsdatum [...] = [...]) sei er 

10-jährig gewesen. Ferner habe er eine Impfkarte besessen, auf welcher 

sein Geburtsdatum vermerkt worden sei. Seine Mutter habe sie jedoch 

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nicht finden können. Er habe seine Tazkira aus keinem bestimmten Grund 

ausstellen lassen; das Original derselben befinde sich noch in Afghanistan. 

Da ihm auf der Flucht die Tazkira hätte weggenommen werden können, 

habe er sie nicht mitgenommen. 

A.e Am 29. April 2024 beantworteten die B._______ Behörden das Infor-

mationsersuchen des SEM. Sie teilten mit, der Beschwerdeführer sei in 

B._______ als D._______, geboren (...), Afghanistan, registriert und habe 

am (...) ein Gesuch für internationalen Schutz gestellt. Da er am 27. Sep-

tember 2023 untergetaucht sei, sei das nationale Verfahren am 27. Novem-

ber 2023 abgeschlossen worden. Er habe weder persönliche noch Reise- 

oder Aufenthaltsdokumente eingereicht und auch keine Beschwerde erho-

ben. 

A.f Die am 29. April 2024 am (Nennung Institut) erstellte 3-Säulen-Modell-

Analyse (körperliche, radiologische und zahnärztliche Untersuchung/Beur-

teilung) zur Altersbestimmung ergab zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 

26. April 2024 ein Mindestalter des Beschwerdeführers von 17.6 Jahren; 

die Vollendung des 18. Lebensjahres und damit das Erreichen der Volljäh-

rigkeit des Beschwerdeführers lasse sich nicht mit der notwendigen Sicher-

heit belegen (Minderjährigkeit sei möglich). Das vom Beschwerdeführer 

angegebene Lebensalter von 16 Jahren und elf Monaten sei mit den erho-

benen Befunden allerdings nicht zu vereinbaren. 

A.g Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer in der Folge am 

6. Mai 2024 das rechtliche Gehör zum Abklärungsergebnis, zu den Zwei-

feln des SEM an der vorgebrachten Identität, zur beabsichtigten Anpas-

sung seines Geburtsdatums auf den (...) und zur Möglichkeit der Behand-

lung seines Asylgesuchs durch die B._______, kroatischen oder 

C._______ Behörden. 

A.h Ebenfalls am 6. Mai 2024 ersuchte das SEM sowohl die B._______ 

als auch die kroatischen und die C._______ Behörden um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Dub-

lin-III-VO. 

A.i Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 13. Mai 2024 seine 

Stellungnahme ein. Darin führte er zu einer allfälligen Änderung des Alters 

im ZEMIS an, er halte an seinen bisherigen Altersangaben fest. Zum Nach-

weis seines Alters habe er seine Tazkira eingereicht. Als er zehn Jahre alt 

gewesen sei, habe ihm sein Vater den erwähnten Ausweis ausstellen 

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lassen und danach sei sein Alter nie wieder ein Thema gewesen. Er 

stamme aus einem Kulturkreis, in welchem das Alter und das Geburtsda-

tum eine untergeordnete Rolle spielen würden und nicht die Bedeutung wie 

in Europa hätten. Zudem habe er keine Schule besucht. Es sei daher ver-

ständlich, dass er Schwierigkeiten mit der Umrechnung der verschiedenen 

Kalender habe. Dies erkläre auch die knappen Angaben zu seinem Le-

benslauf. Weiter sei der forensischen Altersabklärung zu entnehmen, dass 

sich das Erreichen der Volljährigkeit nicht mit der notwendigen Sicherheit 

belegen lasse und sein Mindestalter 17.6 Jahre betrage. Gemäss bundes-

verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung lasse sich in Fällen, bei denen 

das Mindestalter sowohl bei der Schlüsselbeinanalyse wie auch der zahn-

ärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liege, keine verlässliche Aussage 

über die Volljährigkeit der untersuchten Person machen (mit Verweis auf 

BVGE 2018 VI/3, E. 4.2.2). Es sei daher nicht nachvollziehbar, wie das 

Gutachten als Beweis für die Volljährigkeit herangezogen werden könne, 

da das Gutachten selbst eine Minderjährigkeit feststelle. Es stehe nach ei-

ner Gesamtwürdigung der Umstände somit fest, dass keine konkreten An-

haltspunkte für seine Volljährigkeit vorliegen würden. Eine Altersanpas-

sung mit nachfolgender Volljährigkeit sei daher nicht rechtmässig.  

 

Bezüglich einer möglichen Zuständigkeit B._______, Kroatiens oder 

C._______ sei anzuführen, dass er bei Annahme der Volljährigkeit gemäss 

Art. 5 Dublin-III-VO Anspruch auf die Durchführung eines persönlichen Ge-

sprächs zwecks detaillierter Abklärung der Zuständigkeit habe. Ein solches 

sei nicht durchgeführt worden und werde hiermit beantragt, da eine Aus-

nahme gemäss Dublin-III-Verordnung fehle. Sodann habe er am eigenen 

Leib erfahren und mit eigenen Augen gesehen, dass sich die B._______ 

Behörden nicht ausreichend um die Schutzsuchenden hätten kümmern 

können und auch kein Interesse daran gehabt hätten. Er habe eine Nacht 

in Kroatien verbracht, nachdem er mit einer Gruppe Asylsuchender festge-

nommen worden sei. Trotz grossen Hungers habe er kein Essen erhalten. 

Sein Ziel sei D._______ gewesen. Als er in C._______ angekommen sei, 

sei er deshalb von anderen Minderjährigen aufgefordert worden, sich für 

volljährig auszugeben. Auch die C._______ Behörden seien nicht in der 

Lage gewesen, sich um ihn zu kümmern. Aufgrund der erlebten Misshand-

lungen und des Push-Back durch die B._______ Behörden, der bekannten 

Zustände im B._______ und kroatischen Asylverfahren und der fehlenden 

Unterstützung in C._______ sei eine Wegweisung nicht zumutbar. Es sei 

daher vom Selbsteintritt nach Art. 17 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen 

und die Zuständigkeit der Schweiz festzustellen. 

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A.j Am 14. Mai 2024 brachte das SEM den B._______ Behörden in Ergän-

zung zu seinem Wiederaufnahmeersuchen zur Kenntnis, dass das Ge-

burtsdatum des Beschwerdeführers auf den (...) angepasst worden sei. 

A.k Am 14. Mai 2024 lehnten die B._______ Behörden die Übernahme des 

Beschwerdeführers ab. 

A.l Am 15. Mai 2024 teilte das SEM sowohl den C._______ als auch den 

kroatischen Behörden zu seinen Wiederaufnahmeersuchen ergänzend 

mit, dass das Geburtsdatum des Beschwerdeführers auf den (...) ange-

passt worden sei. 

A.m Am 15. Mai 2024 lehnten die C._______ Behörden die Übernahme 

des Beschwerdeführers ab. 

A.n Die kroatischen Behörden stimmten einer Übernahme des Beschwer-

deführers am 18. Mai 2024 zu. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Mai 2024 – eröffnet am 27. Mai 2024 – trat die Vorin-

stanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz nach Kroatien und forderte den Beschwer-

deführer auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwer-

defrist zu verlassen. Den Kanton E._______ beauftragte sie mit dem Voll-

zug der Wegweisung und ordnete die Aushändigung der editionspflichtigen 

Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer an. Zudem 

stellte sie fest, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers laute im ZEMIS 

auf den (...) mit Bestreitungsvermerk. Schliesslich hielt es fest, einer allfäl-

ligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

C.  

Der Beschwerdeführer focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 31. Mai 

2024 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte, es seien die Zif-

fern 1, 3, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Vor-

instanz sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, es sei zudem Zif-

fer 2 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und sein Geburtsdatum im 

ZEMIS auf den 1. Januar 2008 zu korrigieren. Eventualiter sei die Sache 

zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen und es sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 

die Vollzugsbehörde unverzüglich anzuweisen, von einer Überstellung 

nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die 

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Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Weiter sei die 

unentgeltliche Prozessführung (samt Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses) zu gewähren. 

D.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 3. Juni 2024 setzte die Instrukti-

onsrichterin den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten.  

2.  

Der Beschwerdeführer beantragt explizit die Abänderung des im ZEMIS 

vermerkten Geburtsdatums (...) auf den 1. Januar 2008 (vgl. Rechtsbegeh-

ren Ziff. 2). Die vorliegende Beschwerde richtet sich demnach sowohl ge-

gen den Nichteintretensentscheid betreffend das Asylgesuch als auch ge-

gen die ZEMIS-Eintragung. Über das Begehren auf Änderung des im 

ZEMIS vermerkten Geburtsdatums ist nicht im vorliegenden Dublin-Verfah-

ren zu entscheiden, weshalb im Nachgang ein separates Verfahren unter 

der Geschäfts-Nr. F-3523/2024 bezüglich der beantragten Datenänderung 

im ZEMIS zu führen ist. 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich begründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

5.  

5.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2 je m.w.H.). 

5.2 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Diesbezüglich kommt die Dublin-III-VO zur Anwen-

dung. 

5.3 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der 

ersten Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger un-

ter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Unbegleitete Min-

derjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZ-

WIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8, m.H.). Vor-

liegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Kroatiens vorran-

gige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. unter anderen: Urteil des BVGer  

F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4). 

6.  

Nachfolgend ist demnach zunächst zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

minderjährig und mithin die Schweiz für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens zuständig ist. 

6.1 Im Asylverfahren ist die Minderjährigkeit – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – von der beschwerdeführenden Person zumin-

dest glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3). Im Rah-

men einer Gesamtwürdigung ist eine Abwägung sämtlicher Anhaltspunkte, 

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die für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Altersangaben spre-

chen, vorzunehmen. Wesentlich sind dabei als für echt befundene Identi-

tätspapiere oder eigene Angaben der betroffenen Person (vgl. Urteil des 

BVGer E-4931/2014 vom 21. Januar 2015 E. 5.1.1, m.w.H.). Das Resultat 

des Altersgutachtens stellt nur ein Element bei der Beurteilung der Frage 

der Glaubhaftigkeit einer geltend gemachten Minderjährigkeit dar (vgl. 

BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 

6.2 Die Vorinstanz kam in ihrem Entscheid insbesondere gestützt auf un-

substanziierte Aussagen des Beschwerdeführers in der EB UMA, das Feh-

len rechtsgenüglicher Dokumente und den Umstand, dass das geltend ge-

machte Alter gemäss den Resultaten der forensischen Altersschätzung 

nicht zutreffen könne und die kroatischen Behörden aufgrund ihrer Zustim-

mung auf seine Volljährigkeit schliessen würden, zum Schluss, es sei von 

der Volljährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. 

6.3 In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer an seiner Min-

derjährigkeit fest und entgegnet, er habe seine Tazkira zunächst in Kopie 

und später auch im Original eingereicht, weshalb das vom SEM vorge-

brachte unbegründete Fehlen von Identitätsdokumenten nicht nachvoll-

ziehbar sei. Der Tazkira sei zu entnehmen, dass er am (...) zehnjährig ge-

wesen sei. Demnach wäre er heute minderjährig. Das von ihm angegebene 

Geburtsdatum des (...) sei ihm von einem Kollegen angegeben worden, 

zumal er selbst seine Tazkira nicht lesen könne, da er Analphabet sei. Dass 

darauf das Geburtsdatum gar nicht vermerkt sei, habe er nicht gewusst. 

Auch habe er den Wahrheitsgehalt dieser Angabe nicht überprüfen kön-

nen. Die Original-Tazkira sei als starkes Indiz für seine Minderjährigkeit zu 

werten. Ferner habe er alle ihm gestellten Fragen bestmöglich beantwortet, 

wodurch er seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen sei. Ferner sei nicht 

ersichtlich, worin die behauptete Widersprüchlichkeit seiner Aussagen be-

stehe und einer ungenügenden Substanziiertheit hätte die Vorinstanz 

durch Nachfragen begegnen können. Ferner gereiche es ihm nicht zum 

Nachteil, dass er das genaue Alter seiner Geschwister nicht kenne. So 

habe er in der Erstbefragung ja angeführt, dass Daten und Zeiträume in 

seiner Heimat nicht so eine grosse Rolle spielen würden. Hingegen habe 

er konsistente Angaben darüber gemacht, weshalb er sich in C._______ 

und Kroatien als Volljähriger ausgegeben habe. Das Resultat der Altersab-

klärung, das sein Mindestalter auf 17.6 Jahre festlege, rechtfertige keine 

selbstständige Festlegung seines Alters. Das Gutachten könne nicht als 

Indiz für die Volljährigkeit betrachtet werden; so vermöge gemäss Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2 f.) 

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das Altersgutachten bei einem Mindestalter unter 18 Jahren keine verläss-

liche Aussage über die Volljährigkeit der untersuchten Person zu machen. 

Soweit sich die Vorinstanz bei ihrer Begründung der Volljährigkeit schliess-

lich auf die Zustimmung der kroatischen Behörden zur Übernahme stütze, 

sei notorisch, dass die Behörden in B._______ nicht nach den Geburtsda-

ten der Asylsuchenden fragen würden. Da er als minderjährig zu gelten 

habe, sei die Schweiz für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig. 

6.4 Bezüglich der persönlichen Schilderungen des Beschwerdeführers 

stellt das Gericht zunächst fest, dass der behauptete Analphabetismus we-

nig plausibel erscheint. So gab er in der EB UMA auf explizite Nachfrage 

selber an, er spreche (Nennung zwei Sprachen) gleich gut, habe auf seiner 

Reise ein bisschen Englisch gelernt und zudem die Koranschule – wenn 

auch nicht ganz bis zu deren Ende – besucht; er könne den heiligen Koran 

lesen (vgl. SEM act. 1324360-19/10 [nachfolgend: act. 19], S. 5 Ziff. 

1.17.01 ff.). Der Beschwerdeführer ist offensichtlich in der Lage, Sprachen 

zu lernen respektive zu beherrschen; zudem muss es ihm angesichts sei-

ner Lesekenntnisse ohne Weiteres möglich sein, die wenigen Wörter und 

Zahlen, die sich auf einer Tazkira befinden, zu entziffern. Sodann ist es 

unter diesen Umständen als realitätsfern, mithin als unglaubhaft zu erach-

ten, dass ihm angeblich Kollegen das – im Übrigen auf einer Papier-Tazkira 

gar nicht vermerkte – Geburtsdatum mitgeteilt hätten, da er seine Tazkira 

unterwegs nie angeschaut habe. Unter diesen Umständen wäre es ihm 

denn auch möglich gewesen, den Wahrheitsgehalt der Aussagen dieser 

nicht näher bezeichneten Kollegen selber zu überprüfen. An dieser Ein-

schätzung ändert nichts, dass gemäss den Akten vorliegend die Persona-

lienblätter für Asylsuchende nicht selbstständig ausgefüllt wurden (vgl. 

SEM act. 1324360-1/2 S. 2). Auffällig ist jedoch in diesem Zusammenhang, 

dass die beiden Personalienblätter angesichts der unterschiedlichen 

Schreibweisen von zwei verschiedenen Personen ausgefüllt worden sein 

müssen und in der Version "Paschtu" jeweils ein Profilname für die Sozia-

len Netzwerke "Facebook" und "LinkedIn" eingesetzt wurde, was wiederum 

ein Indiz gegen den vorgebrachten Analphabetismus darstellt (vgl. SEM 

act. 1324369-1/2 S. 1). Vor diesem Hintergrund ist auch sein weiteres Vor-

bringen, nach der Ausstellung der Tazkira – als sein Alter von damals zehn 

Jahren erfasst worden sei – habe sein Alter keine Rolle mehr gespielt, bis 

dass er in Westeuropa respektive C._______ gewesen sei, erheblich zu 

bezweifeln. Ebenso zweifelhaft ist sein substanzloses Vorbringen, er habe 

sich als Zehnjähriger "einfach so" eine Tazkira ausstellen lassen; so dürfte 

die Ausstellung einer solchen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst 

dann in Frage stehen und Sinn machen, wenn bestimmte Zwecke es 

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erfordern (so für den Zugang zum Bildungssystem, zu staatlichen Dienst-

leistungen, um Immobilien zu erwerben oder zu besitzen, um Bewilligun-

gen zu beantragen und um andere Identitätsdokumente zu erhalten; vgl. 

Centre of Excellence for CRVS Systems, Ottawa. Snapshot of Civil Regis-

tration and Vital Statistics of Afghanistan. 2020. S. 7; 

https://crvssystems.ca/sites/default/files/assets/images/CRVS_Afghani-

stan_e_WEB.pdf (abgerufen am 07.06.2024). Zudem führt er in seiner 

Stellungnahme vom 13. Mai 2024 im Gegensatz zu seinen Angaben in der 

EB UMA an, sein Vater – und nicht er – habe ihm den Ausweis ausstellen 

lassen, als er zehn Jahre alt gewesen sei (vgl. SEM act. 19 S. 3 Ziff. 1.06 

und SEM act. 1324360-34/3 [nachfolgend: act. 34] S. 1). Unbesehen da-

von handelt es sich bei der Tazkira ohnehin nicht um ein fälschungssiche-

res Dokument, da es keine fälschungssicheren Sicherheitsmerkmale auf-

weist. Deshalb ist hinsichtlich der Frage der Identität von Inhabern eines 

solchen Dokuments praxisgemäss von einem reduzierten Beweiswert ein-

gereichter Tazkiras auszugehen, somit auch wenn sie – wie vorliegend – 

im Original vorliegen (vgl. Urteil des BVGer E-322/2021 vom 17. Februar 

2021 E. 3.4). Im Lichte obiger Ausführungen vermag der Beschwerdefüh-

rer aus dem blossen Umstand, dass er seinen nicht überprüfbaren und 

nicht weiter belegten Angaben zufolge im Zeitpunkt der Ausstellung seiner 

Tazkira zehn Jahre alt gewesen sei, nichts zu seinen Gunsten herzuleiten. 

Entgegen seiner Ansicht stellt somit die sowohl in Kopie als auch im Origi-

nal eingereichte Tazkira kein Indiz für seine Minderjährigkeit zum Zeitpunkt 

seines Asylgesuchs in der Schweiz dar. 

6.5 Weiter vermag der Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar zu erklä-

ren, weshalb er in B._______ trotz des Umstandes, dass er dort keinerlei 

persönlichen Dokumente oder Ausweis- respektive Aufenthaltspapiere vor-

gewiesen habe, mit dem Geburtsdatum (...) erfasst wurde (vgl. SEM act. 

1324360-35/1). Dass die B._______ Behörden sein Alter selber, mithin 

ohne ihn zu fragen, aufgeschrieben hätten, obwohl er im damaligen Zeit-

punkt jedenfalls im Besitz einer Kopie seiner Tazkira war, vermag nicht zu 

überzeugen, auch wenn aus den Akten die genauen Umstände, wie es zu 

dieser Registrierung kam, nicht ersichtlich sind. Widersprüchlich bleiben 

sodann die weiteren Ausführungen, wonach er sich wegen des von den 

B._______ Behörden erfassten Geburtsdatums in den anderen bereisten 

Ländern dementsprechend immer mit dem gleichen Alter habe ausgeben 

müssen (vgl. SEM act. 19, S. 6 Ziff. 2.06). So wurde er nämlich in Kroatien 

mit dem Geburtsdatum (...) und in C._______ mit dem Geburtsdatum (...) 

erfasst, was zwei gänzlich andere Daten als das in B._______ registrierte 

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Seite 11 

Datum sind (vgl. SEM act. 1324360-46/1 [nachfolgend: act. 46] und SEM 

act. 1324360-43/2). 

6.6 Hinsichtlich des am 26. April 2024 durchgeführten Altersgutachtens ist 

Folgendes anzuführen: Gemäss dem in der Beschwerde einschlägig zitier-

ten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2018 VI/3) sind von den 

in der Schweiz angewandten Methoden der medizinischen Altersabklärung 

nur die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztli-

che Untersuchung (nicht jedoch die Handknochenaltersanalyse und die 

ärztliche körperliche Untersuchung) zum Beweis der Minder- beziehungs-

weise Volljährigkeit einer Person geeignet. Anhand der medizinischen Al-

tersabklärung lässt sich keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Voll-

jährigkeit einer Person machen, wenn das Mindestalter bei der zahnärztli-

chen Untersuchung und der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersana-

lyse unter 18 Jahren liegt (vgl. ebd. E. 4.2.1 f.). Gemäss dem Gutachten 

des IRM vom 29. April 2024 ergab sich ein Mindestalter des Beschwerde-

führers von 17.6 Jahren. Weiter wurde angeführt, es lasse sich die Vollen-

dung des 18. Lebensjahres und damit das Erreichen der Volljährigkeit nicht 

mit der notwendigen Sicherheit belegen (vgl. SEM act. 1324360-23/6 

[nachfolgend: act. 23], S. 5). Folglich lässt sich anhand dieser medizini-

schen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Voll-

jährigkeit machen, da das Mindestalter bei der zahnärztlichen Untersu-

chung und der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse – jedenfalls 

gemäss der im Gutachten zitierten Studie von Wittschieber et. al unter 18 

Jahren liegt. Jedoch ist – wie vom SEM zutreffend ausgeführt – immerhin 

festzuhalten, dass sich gemäss dem Altersgutachten das behauptete Le-

bensalter von 16 Jahren und elf Monaten mit den erhobenen Befunden 

nicht vereinbaren lässt (vgl. SEM act. 23, S. 5 4. Absatz).  

6.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist im Sinne einer Gesamt-

würdigung festzustellen, dass die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

als nicht glaubhaft gemacht zu erachten ist, weshalb auf die weiteren Ein-

wendungen des Beschwerdeführers zur vorinstanzlichen Argumentation 

nicht weiter eingegangen zu werden braucht. 

6.8 Das SEM hat in seiner Verfügung das Geburtsdatum des Beschwerde-

führers somit im Ergebnis zu Recht auf den (...) festgesetzt. Es gelangte 

demnach mit einem ordnungsgemässen Wiederaufnahmeersuchen an die 

kroatischen Behörden. 

 

F-3468/2024 

Seite 12 

7.  

7.1 Die kroatischen Behörden stimmten dem Wiederaufnahmegesuch des 

SEM am 18. Mai 2024 zu (vgl. SEM act. 46), weshalb die Zuständigkeit 

Kroatiens gemäss Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO grundsätzlich feststeht.  

7.2 Der Beschwerdeführer beantragt bei Annahme der Volljährigkeit die 

Durchführung eines Gesprächs gemäss Art. 5 Dublin-III-VO, auf welches 

ein Anspruch bestehe. Dieses diene der detaillierten Abklärung der Zustän-

digkeit (vgl. Beschwerdeschrift S. 6 Ziff. 11; Stellungnahme vom 13. Mai 

2024 in: SEM act. 34 S. 2). 

7.3 Vor der geplanten Überstellung einer asylsuchenden Person im Rah-

men eines Dublin-Verfahrens ist gemäss Art. 5 Dublin-III-VO mit den An-

tragstellenden ein "persönliches Gespräch" durchzuführen, um die Bestim-

mung des zuständigen Mitgliedstaats zu erleichtern. Dieses Gespräch ist 

– unter Vorbehalt der in Art. 5 Abs. 2 Dublin-III-VO genannten Ausnahme-

tatbestände – in Form einer Befragung durchzuführen, auf die nicht ver-

zichtet und die nicht durch eine schriftliche Stellungnahme ersetzt werden 

kann (vgl. Urteil des BVGer E-6348/203 vom 24. November 2023 [zur Pub-

likation vorgesehen] E. 6.6 m.H.).  

 

Bei einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG, 

welcher gestützt auf die Dublin-III-Verordnung ergeht, wird das aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Recht auf vorgängige Anhörung 

im Rahmen dieses persönlichen Gesprächs nach Art. 5 Dublin-III-VO aus-

geübt (vgl. BVGE 2023 VI/2 E. 5.4). Das Gespräch ermöglicht es dem Be-

troffenen, allfällige Einwände gegen die Zuständigkeit eines Dublin-Mit-

gliedstaates sowie einer Überstellung dorthin vorzubringen.  

7.4 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer während der EB UMA nicht zu 

einer allfälligen Zuständigkeit B._______, Kroatiens oder C._______ und 

einer möglichen Wegweisung im Rahmen einer Dublin-Überstellung in ei-

nes dieser Länder befragt. In diesem Zusammenhang wurde einzig auf die 

Ergebnisse der Eurodac-Anfragen verwiesen und der Beschwerdeführer 

gefragt, welches Geburtsdatum er in diesen Ländern jeweils angegeben 

habe, ob er zu seinem Alter befragt und ob je eine medizinische Altersab-

klärung veranlasst worden sei (vgl. SEM act. 19, S. 6 Ziff. 2.06). Den An-

forderungen an ein persönliches Gespräch im Sinne von Art. 5 Dublin-III-

VO wurde demnach nicht Genüge getan, nachdem dem Beschwerdeführer 

nicht die Gelegenheit eingeräumt wurde, sich zur möglichen Zuständigkeit 

B._______, Kroatiens oder C._______ und eventuellen Gründen, welche 

F-3468/2024 

Seite 13 

gegen eine Wegweisung in diese Länder sprechen könnten, zu äussern. 

Dies obwohl entsprechende Eurodac-Treffer vorlagen und das SEM bereits 

am 6. Mai 2024 jeweils ein Übernahmeersuchen an die B._______, kroati-

sche und C._______ Dublin-Unit gerichtet hatte. Die Vorinstanz hat es so-

mit versäumt, den Beschwerdeführer gezielt im Rahmen eines persönli-

chen Gesprächs im Sinne von Art. 5 Dublin-III-VO zu einer Überstellung 

nach B._______ oder Kroatien oder C._______ zu befragen. Die spätere 

schriftliche Gewährung des rechtlichen Gehörs, welche vorliegend zusam-

men mit der Möglichkeit zur Stellungnahme zum Altersgutachten geschah, 

reicht – wie hiervor in E. 7.3 dargelegt wurde – nicht aus (vgl. zu ähnlichen 

Ausgangslagen bspw. das Urteil des BVGer D-1715/2024 vom 27. März 

2024 E. 6.4 und E. 7.4 f. m.w.H.). Das SEM hat folglich Art. 5 Abs. 1 Dublin-

III-VO und damit auch den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtli-

ches Gehör verletzt. Dass eine Konstellation vorliegen würde, aufgrund de-

rer ausnahmsweise auf eine Durchführung einer persönlichen Befragung 

verzichtet werden könnte (Art. 5 Abs. 2 Dublin-III-VO), wird in der ange-

fochtenen Verfügung nicht einmal behauptet. Entsprechendes ergibt sich 

auch nicht aus den Akten.  

7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das SEM vorliegend das 

rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (sowie die Begründungspflicht) 

verletzt hat. 

8.  

8.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück.  

8.2 Der Verzicht auf die Durchführung eines persönlichen Gesprächs, ohne 

dass einer der in Art. 5 Abs. 2 Bst. b Dublin-III-VO genannten Tatbestände 

erfüllt wäre, ist gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts als schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. 

Nachdem das persönliche Gespräch, wie oben ausgeführt, nicht durch 

eine schriftliche Stellungnahme der antragstellenden Person ersetzt wer-

den kann, wird die Gehörsverletzung auch nicht dadurch geheilt, dass die 

betroffene Person die Möglichkeit zur schriftlichen Äusserung gegenüber 

dem SEM erhielt. Vielmehr müsste dazu das persönliche Gespräch nach-

geholt werden. Einer Heilung der Gehörsverletzung im Beschwerdeverfah-

ren steht überdies die eingeschränkte Kognition des Bundesverwaltungs-

gerichts entgegen. Folglich ist die angefochtene Verfügung in derartigen 

Konstellationen ungeachtet der Verfahrensaussichten in der Sache zu 

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Seite 14 

kassieren (vgl. Urteil des BVGer F-4528/2022 vom 15. Dezember 2022 E. 

3.3 m.H.).  

8.3 Nach dem Gesagten kann die fehlende Entscheidungsreife nicht durch 

die Beschwerdeinstanz herbeigeführt werden, weshalb die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vor- 

instanz zurückzuweisen ist. Diese hat mit dem Beschwerdeführer ein per-

sönliches Gespräch durchzuführen, welches den Anforderungen an Art. 5 

Dublin-III-VO genügt. Dabei hat sie die erforderlichen Informationen einzu-

holen, welche für die Beurteilung der beabsichtigten Überstellung in einen 

anderen Dublin-Staat erforderlich sind.  

9.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, soweit die Aufhe-

bung der Dispositivziffern 1, 3, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung be-

antragt wird. Die angefochtene Verfügung ist bezüglich der Dispositivziffern 

1, 3, 4 und 5 aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines korrekten 

Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

10.  

Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache werden die in der Be-

schwerde gestellten verfahrensrechtlichen Anträge um unentgeltliche Pro-

zessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen-

standslos. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 

keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

11.2 Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten, da es sich vorliegend 

um eine zugewiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von 

Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von 

Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS wird 

vom vorliegenden Dublinverfahren getrennt und unter der Verfahrensnum-

mer F-3523/2024 geführt. 

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der Dispositiv-

ziffern 1, 3, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung beantragt wird.  

3.  

Die Dispositivziffern 1, 3, 4 und 5 der Verfügung des SEM vom 24. Mai 

2024 werden aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen 

zur korrekten Durchführung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückge-

wiesen.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

5.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

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