# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45f6d987-aab7-5122-83e1-eab6e1ce7237
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 17.03.2025 ZR2 2024 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZR2-2024-35_2025-03-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden 
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Entscheid vom 17. März 2025
"mitgeteilt am"

Referenz ZR2 24 35

Instanz Zweite zivilrechtliche Kammer

Besetzung Bergamin, Vorsitz
Richter-Baldassarre und Aebli
Fleisch, Aktuar

Parteien A._____ AG
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Binder
Postfach, Zeltweg 64, 8023 Zürich

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Georg Gremmelspacher
Advokaturteam Gremmelspacher Ruppanner Roth Gass, 
Postfach, Henric Petri-Strasse 9, 4010 Basel

Gegenstand Forderung

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Surselva vom 25. Juli 2024, mitgeteilt 
am 19. August 2024 (Proz. Nr. 115-2023-8)

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Sachverhalt

A. Die A._____ AG und B._____ schlossen am 18. Januar 2021 einen 
Mäklervertrag betreffend den Verkauf einer Maisonette-Dachwohnung ab.

B. Nachdem der Schlichtungsversuch vor dem Vermittleramt Surselva vom 
23. Januar 2023 gescheitert war, gelangte die A._____ AG mit Klage vom 6. 
Februar 2023 mit folgendem Rechtsbegehren an das Regionalgericht Surselva:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 19'924.50 nebst 5 % 
Zins seit 1. Jun 2021 zu bezahlen.

2. Es sei der Rechtsvorschlag der Beklagten gegen den Zahlungsbefehl 
vom 3. Januar 2022 in der Betreibung Nr. Z.1._____ des 
Betreibungsamtes Kreis C._____, O.1._____ zu beseitigen.

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen (zusätzlich MwSt) inklusive Fr. 350.- 
Kosten Vermittleramt Surselva zulasten der Beklagten.

C. B._____ beantragte mit Klageantwort vom 15. Mai 2023 (Poststempel) die 
vollumfängliche Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne.

D. In der Folge fand ein zweiter Schriftenwechsel statt (Replik vom 13. Juli 2023; 
Duplik vom 20. September 2023). Am 7. November 2023 erging eine 
Beweisverfügung, auf deren Grundlage mehrere Zeugen einvernommen wurden. 
Zum Beweisergebnis nahmen die Parteien schriftlich Stellung, B._____ mit Eingabe 
vom 31. Mai 2024, die A._____ AG mit Eingabe vom 5. Juni 2024. 

E. Mit Entscheid vom 25. Juli 2024 entschied das Regionalgericht Surselva, was 
folgt:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 7'350.00 (Entscheidgebühr 
CHF 6'932.85, Kosten der Beweisführung CHF 67.15, Pauschale für 
das Schlichtungsverfahren CHF 350.00) gehen zu Lasten der Klägerin 
A._____ AG und werden im Umfang von CHF 7'000.00 mit dem von 
dieser geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe verrechnet, bzw. aus 
diesem bezogen. Die Pauschale für das Schlichtungsverfahren in der 
Höhe von CHF 350.00 wurde durch die A._____ AG bereits geleistet.

    b) Die A._____ AG wird verpflichtet, der Beklagten B._____ eine 
Parteientschädigung von CHF 8'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

F. Gegen diesen Entscheid erhob die A._____ AG (nachfolgend: 
Berufungsklägerin) am 24. September 2024 Berufung beim Kantonsgericht von 
Graubünden und stellte folgendes Rechtsbegehren:

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1. Das Urteil des Regionalgericht Surselva vom 25. Juli 2024 (Proz. Nr. 
115-2023-8) sei vollumfänglich aufzuheben und die Beklagte sei zu 
verpflichten, der Klägerin Fr. 19'924.50 nebst 5% Zins seit 1. Juni 2021 
zu bezahlen.

2. Es sei der Rechtsvorschlag der Beklagten gegen den Zahlungsbefehl 
vom 3. Januar 2022 in der Betreibung Nr. Z.1._____ des 
Betreibungsamtes Kreis C._____, O.1._____ zu beseitigen.

3. Kosten- und Entschädigungsfolgen (zusätzlich MwSt) für beide 
Instanzen inklusive Fr. 350.-- Kosten Vermittleramt Surselva zulasten 
der Beklagten.

G. B._____ (nachfolgend: Berufungsbeklagte) beantragte mit Berufungsantwort 
vom 7. November 2024 die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin. 

H. Der von der Berufungsklägerin eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe 
von CHF 4'000.00 ging innert Frist ein. Die vorinstanzlichen Akten wurden 
beigezogen. 

I. Am 1. Januar 2025 ist im Kanton Graubünden das 
Gerichtsorganisationsgesetz vom 14. Juni 2022 (GOG; BR 173.000) in Kraft 
getreten. Auf diesen Zeitpunkt hin sind das Kantons- und das Verwaltungsgericht 
zum Obergericht des Kantons Graubünden zusammengelegt worden. Die hängigen 
Verfahren des Kantonsgerichts sind per 1. Januar 2025 auf das Obergericht 
übertragen worden (Art. 122 Abs. 5 GOG). Die Verfahrensnummer des 
vorliegenden Verfahrens hat dabei von ZK2 24 35 auf ZR2 24 35 geändert.

J. Das Verfahren ist spruchreif.

Erwägungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen 
Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a 
ZPO). Der Streitwert übersteigt CHF 10'000.00, womit das für die Berufung geltende 
Streitwerterfordernis erfüllt ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die gerichtsinterne 
Zuständigkeit der Zweiten zivilrechtlichen Kammer ergibt sich aus Art. 10 Abs. 1 
lit. a OGV (BR 173.010). Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). 
Der angefochtene Entscheid wurde der Berufungsklägerin am 27. August 2024 
zugestellt (RG act. VIII/4). Mit Eingabe vom 24. September 2024 wurde die Frist 
eingehalten.

1.2. Mit der Berufung kann unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die 

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Berufung ist zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). In der Rechtsschrift ist 
aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. 
Dieser Anforderung genügt eine Partei nicht, wenn sie lediglich auf die vor erster 
Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere 
Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in 
allgemeiner Weise kritisiert. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig 
sein, um von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies 
setzt voraus, dass die Partei im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen 
bezeichnet, die sie anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen ihre Kritik beruht 
(BGE 141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 E. 4.3.1). Stützt sich der angefochtene 
Entscheid auf mehrere Begründungen, die je für sich den Ausgang des 
Rechtsstreits besiegeln oder eine bestimmte Annahme tragen, muss sich der 
Berufungskläger in der Berufungsschrift mit sämtlichen den Entscheid selbstständig 
tragenden Begründungen auseinandersetzen und alle Begründungen argumentativ 
entkräften. Dasselbe gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung (BGE 142 III 
364 E. 2.4 = Pra 2017 Nr. 73; Urteil des Bundesgerichts 5A_524/2023 vom 14. 
Dezember 2023 E. 3.3.1; 4A_614/2018 vom 8. Oktober 2019 E. 3.2; SPÜHLER, in: 
Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2024, Art. 311 N. 16).

2. Die Berufungsklägerin fordert von der Berufungsbeklagten eine Provision 
aus Mäklervertrag. Im Mäklervertrag verspricht der Auftraggeber dem Mäkler eine 
Vergütung, wenn dessen Tätigwerden zum Abschluss des vom Auftraggeber 
angestrebten Geschäfts führt oder beiträgt. Die Tätigkeit des Mäklers kann nach 
dem Willen der Parteien auf den Nachweis von Interessenten beschränkt 
(Nachweismäkler) oder auf die Zuführung von Interessenten (Zuführungsmäkler) 
oder auf die Vermittlung in den Verhandlungen zwischen den Parteien 
(Vermittlungsmäkler) gerichtet sein. Die Tätigkeit des Nachweismäklers besteht in 
der Mitteilung einer oder mehrerer konkret bestimmter Abschlussgelegenheiten. Er 
hat dem Auftraggeber Namen von Interessenten zum beabsichtigten 
Vertragsschluss zu nennen, welche dem Auftraggeber im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Mäklervertrags nicht schon bekannt waren. Der Nachweismäkler 
kommt seinen vertraglichen Pflichten nicht vollständig nach, wenn er zwar einen 
Interessenten gefunden hat, die Sache aber anschliessend nicht weiterverfolgt oder 
den Interessenten an seinen Auftraggeber verweist, ohne Letzteren zu 
benachrichtigen (AMMANN, in: Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Obligationenrecht I, 7. Aufl. 2020, Art. 412 N. 1; Urteil des Bundesgerichts 
4C.268/2001 vom 12. November 2001 E. 2c). Mit Mäklermandat vom 18. Januar 
2021 erteilte die Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin den Auftrag, den 

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Abschluss eines Kauf- oder Tauschvertrages betreffend eine Dach-Maisonette-
Wohnung in D._____ zu vermitteln oder die Gelegenheit für den Abschluss eines 
solchen Vertrages nachzuweisen (RG-act. II/4 Ziff. 1). Die Parteien sind sich darin 
einig, dass sie damit einen Mäklervertrag mit den Elementen der Nachweismäkelei 
wie auch der Vermittlungsmäkelei abschlossen. Fest steht zudem, dass das 
Ehepaar E._____ eine Reservationsvereinbarung unterzeichnete, in der Folge aber 
keinen Kaufvertrag mit der Berufungsbeklagten abschloss. Nach ihren eigenen 
Behauptungen hat die Berufungsklägerin den Mäklervertrag erfüllt, indem sie mit 
dem Ehepaar E._____ Interessenten nachgewiesen und vermittelt hat. Der 
Abschluss des Kaufvertrags sei, so die Berufungsklägerin, nur darum nicht 
zustande gekommen, weil die Berufungsbeklagte nachträglich die Bedingung der 
zwingenden Übernahme der Festhypothek gesetzt habe, ohne dass dies vorgängig 
vereinbart worden sei. Es wäre die Pflicht der Berufungsbeklagten gewesen, von 
Beginn weg auf diese Bedingung hinzuweisen, die Berufungsbeklagte habe aber 
nichts dergleichen getan. Nach der Provisionsschutzklausel in Ziffer 4 des 
Mäklermandats sei die Provision trotzdem geschuldet, auch wenn der Auftraggeber 
den Vertrag mit einem vermittelten oder nachgewiesenen Interessenten nicht 
abschliesse.

3. Die Vorinstanz kam zu einem anderen Ergebnis. Sie sah es in der 
Hauptbegründung als erwiesen an, dass die Berufungsklägerin von der 
Berufungsbeklagten über die Übernahme der Festhypothek als Verkaufsbedingung 
informiert worden war. Dies gelte unabhängig davon, dass gemäss Ziffer 12 des 
Mäklervertrages Nebenabreden schriftlich festgehalten werden müssten. Selbst 
wenn eine solche Vereinbarung schriftlich hätte festgehalten werden müssen, 
würde es gegen die Sorgfaltspflicht verstossen, wenn die Berufungsklägerin im 
Wissen um eine Hypothek entsprechende Abklärungen und Informationen an die 
potentiellen Käufer unterlasse. Da die von der Berufungsklägerin erwähnten 
Interessenten nicht bereit gewesen seien, die Wohnung samt Übernahme der 
Hypothek zu kaufen, seien sie als Käufer der Wohnung nie in Frage gekommen, 
weshalb es an einer Anspruchsvoraussetzung des Mäklerlohns fehle und die 
Berufungsbeklagte keine Provision schulde (act. B.1 E. 4 ff.).

4.1.1. In Erwägung 7 enthält der vorinstanzliche Entscheid sodann eine 
Eventualbegründung mit der Schlussfolgerung, dass selbst wenn die 
Berufungsklägerin erst nach der Unterzeichnung der Reservationsvereinbarung von 
der Festhypothek erfahren und diesbezüglich keine Pflichten zur Nachforschung 
gehabt hätte, ihr der Nachweis eines Interessenten nicht gelingen würde (act. B.1 
E. 7). Dies würde nämlich bedingen, so die Vorinstanz, dass sie der 

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Berufungsbeklagten einen Interessenten so konkret nachgewiesen habe, dass 
diese die Vertragsverhandlungen aufnehmen könne. Insbesondere habe sie die 
Berufungsbeklagte über die aufgefundenen Interessenten in Kenntnis zu setzen 
und die Parteien miteinander in Verbindung zu bringen. Die Berufungsbeklagte 
bringe dazu vor, dass die Berufungsklägerin ihr die Kontaktdaten der Interessenten 
E._____ trotz mehrfacher Nachfrage verweigert habe. Die Berufungsklägerin 
bestreite ihrerseits, dass der Kontakt zu den Interessenten verweigert worden sei. 
Sie weise aber auch darauf hin, dass sie als beauftragte Mäklerin Ansprechperson 
für beide Seiten gewesen sei. Zudem verweise sie darauf, dass die Namen aller 
Interessenten auf der Interessentenliste für die Berufungsbeklagte jederzeit 
einsehbar gewesen seien. Spätestens mit E-Mail der Mäklerin vom 14. April 2021 
habe die Berufungsbeklagte auch die Anschrift der Interessenten gekannt, da diese 
in der Reservationsvereinbarung enthalten gewesen sei. Der Interessent, E._____, 
habe in seiner Befragung vom 12. Februar 2024 angegeben, dass er nicht der 
Ansicht sei, dass die Mäklerin den Kontakt zwischen ihm und der 
Berufungsbeklagten bewusst habe verhindern wollen. Er sei aber immer mit der 
Mäklerin in Kontakt gewesen und habe nie den Kontakt zur Berufungsbeklagten 
gewünscht.

4.1.2. Die Vorinstanz hielt dazu fest, dass in der von der Berufungsklägerin 
vorgebrachten Reservationsvereinbarung eine Reservationszahlung in der Höhe 
von CHF 25'000.00 geregelt sei. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine 
definitive Zusage oder eine Zahlung im Zusammenhang mit dem späteren 
Kaufgeschäft, sondern lediglich um eine Entschädigung für die Reservation der 
Liegenschaft. Es sei deshalb nachvollziehbar, dass die Berufungsbeklagte dieses 
Dokument nicht als "Zusammenführung der Parteien" aufgenommen und die 
Interessenten kontaktiert habe. Vielmehr handle es sich dabei um eine für beide 
Parteien gänzlich unverbindliche Reservation. Auch die Anforderung eines 
Grundbuchauszugs bestätige nicht den erfolgreichen Abschluss einer Suche nach 
Interessenten, wie es die Berufungsklägerin in der Replik implizit behaupte. 
Üblicherweise diene ein Grundbuchauszug der Vervollständigung von 
Informationen, bevor über den definitiven Kauf entschieden werde. Der 
Grundbuchauszug sei erst am 8. April 2021 auf Anfrage der Berufungsklägerin 
durch die Berufungsbeklagte bestellt worden und datiere vom 9. April 2021.

Die Berufungsbeklagte lege sodann einen WhatsApp-Verlauf vor, aus welchem 
abzulesen sei, dass sie der Mäklerin am 16. April 2021 den Vorschlag unterbreitete, 
direkt mit den Interessenten zu telefonieren. Am 21. April 2021 habe sie von der 
Mäklerin die Telefonnummer der Interessenten verlangt, damit sie die 

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Angelegenheit, insbesondere die Bankfragen, direkt mit diesen klären könne. Aus 
den Akten und den Zeugenaussagen lasse sich jedoch entnehmen, dass diese 
Kontaktangaben nicht mitgeteilt bzw. die Parteien nie miteinander in Verbindung 
gebracht worden seien. Auch im Schreiben vom 12. April 2021 ("Kopie 
Reservationsvereinbarung") habe die Berufungsklägerin nicht versucht, die 
Parteien miteinander in Verbindung zu bringen. Vielmehr habe sie darauf 
hingewiesen, dass sich die persönliche Ansprechperson in den nächsten Tagen 
betreffend das weitere Vorgehen mit der Berufungsbeklagten in Verbindung setzen 
würde. Eine entsprechende Benachrichtigung, etwa dass als nächstes der 
Kaufvertrag ausgearbeitet werden könne, sei unterblieben. Die Mäklerin habe sich 
lediglich am 14. April 2021 per E-Mail an die Berufungsbeklagte gewandt, ihr die 
Reservationsvereinbarung zugestellt und darüber informiert, dass die Zahlung 
bereits eingegangen sei. Weitere Informationen, etwa darüber, wie das weitere 
Vorgehen sei, seien nicht erfolgt. Die Berufungsbeklagte habe sich am selben Tag 
mit Unterlagen der Bank gemeldet, damit diese prüfen könne, "ob es passe". Dieser 
Korrespondenz lasse sich entnehmen, dass noch nicht von einem definitiven Käufer 
für die Liegenschaft habe ausgegangen werden können, sondern dass dieser vorab 
noch in Bezug auf die Hypothek geprüft werden müsse.

4.1.3. Die Vorinstanz schlussfolgerte daraus, dass der Nachweismäkler seinen 
vertraglichen Pflichten nicht vollständig nachkomme, wenn er zwar einen 
Interessenten gefunden habe, die Sache aber anschliessend nicht weiterverfolge. 
Die Berufungsklägerin habe die Parteien des Kaufvertrages nicht 
zusammengebracht. Sie habe daher auch deshalb den Mäklerlohn nicht verdient 
(Art. 413 Abs. 1 OR). Sodann verhalte sich die Berufungsklägerin auch 
widersprüchlich, wenn sie nach der vermeintlichen Vermittlung am 5. Mai 2021 eine 
Rechnung mit dem Betreff "Vermittlungsprovision" an die Berufungsbeklagte stelle, 
und dann weiterhin versuche, den Auftrag zu erfüllen.

4.2. Die Berufungsklägerin setzt sich in ihrer Berufungsschrift mit dieser 
Eventualbegründung nicht auseinander. 

4.2.1. Zunächst ist festzuhalten, dass aus der Berufungsschrift mangels 
entsprechender Verweise auf den vorinstanzlichen Entscheid nicht hinreichend 
deutlich hervorgeht, an welchen Stellen die Berufungsklägerin auf die in 
Erwägung 7 enthaltene Eventualbegründung eingeht. Bereits dies ist mit Blick auf 
die Anforderungen an die Begründung der Berufung unzureichend (oben E. 1.2), 
zumal die Erwägungen des angefochtenen Entscheids rund 15 Seiten und die 
Berufungsschrift 13 Seiten, beide Schriftstücke in relativ kleiner Schriftgrösse 

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gehalten, aufweisen, sodass auch nicht die Rede davon sein kann, die Bezugnahme 
auf die Eventualbegründung sei nach Treu und Glauben ohne Weiteres erkennbar.

4.2.2. Mit Blick auf den Inhalt und den Aufbau des angefochtenen Entscheids und 
der Berufungsschrift kommen für eine Auseinandersetzung mit der 
Eventualbegründung allenfalls die Ausführungen in Randziffer 14 der 
Berufungsschrift in Frage. Dort geht die Berufungsklägerin auf den Inhalt des 
Mäklermandates ein, wobei sie argumentiert, dass ihr Auftrag lediglich darin 
bestanden habe, eine Käuferschaft zu finden, welche den verlangten Kaufpreis 
bezahle. Dies habe sie getan, da die Interessenten gewillt gewesen seien, die 
Wohnung zum genannten Preis zu erwerben (act. A.1 Rz. 14). Da im Folgenden 
sogleich wieder Ausführungen zur Übernahme der Festhypothek sowie dazu folgen, 
dass deren Kenntnis durch die Berufungsbeklagte nicht bewiesen worden sei, bleibt 
auch hier letztlich offen, ob sich die Berufungsklägerin auf die Eventualbegründung 
oder abermals auf die Hauptbegründung der Vorinstanz bezieht. 

4.2.3. Selbst wenn man Randziffer 14 der Berufungsschrift mit der 
Eventualbegründung in Verbindung bringt, fehlt es an einer hinreichend dichten 
Auseinandersetzung mit der Argumentation der Vorinstanz. Auf die Feststellung der 
Vorinstanz, dass die Berufungsbeklagte über die aufgefundenen Interessenten nie 
in Kenntnis gesetzt worden sei und die Parteien nicht miteinander in Verbindung 
gebracht worden seien, geht die Berufungsklägerin auch hier mit keinem Wort ein. 
Das Gleiche gilt für das Argument, dass es sich bei der Reservationsvereinbarung 
und der Anforderung eines Grundbuchauszugs nicht um den Abschluss der Suche 
nach einem Interessenten handle. Die Berufungsklägerin legt nicht dar, inwieweit 
ihr der Nachweis eines Interessenten entgegen der Würdigung der Vorinstanz 
gelungen sein soll. Sie unterlässt es somit aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz in 
ihrer Eventualbegründung mit der Erwägung, dass sie die Parteien des 
Kaufvertrages nicht zusammengebracht und deshalb keinen Mäklerlohn verdient 
habe, das Recht unrichtig angewendet oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt 
hat. 

4.2.4. Im Übrigen gilt es darauf hinzuweisen, dass in einer blossen Wiedergabe des 
eigenen Standpunkts von vornherein keine genügende Auseinandersetzung mit 
dem angefochtenen Entscheid erblickt werden kann. Exemplarisch sei auf 
Randziffer 3 der Berufungsschrift verwiesen, wo die Berufungsklägerin allgemein 
ausführen lässt, dass aufgrund ihrer Verkaufsbemühungen der Kontakt mit dem 
Ehepaar E._____ zustande gekommen sei. Solch frei gehaltenen Ausführungen, 
ohne jede Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid, vermögen von Anfang 

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an keine Gegenargumentation gegenüber konkreten Erwägungen der Vorinstanz 
zu bilden, wie dies für Rechtsmittelverfahren vorausgesetzt ist.

5. Die Berufungsklägerin hat sich in ihrer Berufung somit nicht mit sämtlichen, 
den angefochtenen Entscheid selbstständig tragenden Begründungen 
auseinandergesetzt, weshalb auf die Berufung mangels hinreichender Begründung 
nicht einzutreten ist.

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, welche auf CHF 2'000.00 festgesetzt 
werden, gehen ausgangsgemäss zulasten der Berufungsklägerin (Art. 106 Abs. 1 
ZPO). Zudem hat die Berufungsklägerin die Berufungsbeklagte für die Kosten der 
anwaltlichen Vertretung zu entschädigen. Deren Rechtsvertreter hat weder eine 
Honorarnote noch eine Honorarvereinbarung eingereicht, sodass die 
Parteientschädigung auf der Basis eines mittleren Stundenansatzes von 
CHF 240.00 festzusetzen ist. Der zu entschädigende Aufwand ist praxisgemäss 
anhand der Akten nach dem Umfang der notwendigen und tatsächlich geleisteten 
Arbeit sowie nach dem Mass der unumgänglichen Umtriebe und nach der objektiven 
Bedeutung der Streitsache zu bemessen. Im vorliegenden Fall erscheint eine 
Entschädigung von pauschal CHF 2'500.00 inklusive Spesen und Mehrwertsteuer 
angemessen.

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Es wird erkannt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von CHF 2'000.00 gehen zulasten der A._____ AG und 
werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.00 
verrechnet. Der Überschuss von CHF 2'000.00 wird der A._____ AG 
zurückerstattet.

3. Die A._____ AG hat B._____ für das Berufungsverfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 2'500.00 (inkl. Spesen und MWST) zu 
bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung an:]