# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f654c669-0889-5fa9-bd21-05ba3cd4c95f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.01.2022 E-5322/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5322-2021_2022-01-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5322/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Lorenz Noli (Vorsitz), Richter Yanick Felley,  

Richterin Muriel Beck Kadima, 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

    

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Dimitri Witzig,  

Rechtsschutz für Asylsuchende, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren) / Datenänderung im Zentralen Migrationsinformati-

onssystem (ZEMIS);  

Verfügung des SEM vom 29. November 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5322/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 17. September 2021 in der Schweiz um 

Asyl nach und gab an, im Dezember 2005 beziehungsweise Januar 2006 

geboren und damit noch minderjährig zu sein. 

B.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Eurodac-Datenbank ergab, dass 

der Beschwerdeführer am (…) in Österreich und am (…) in Griechenland 

um Asyl ersucht hatte. 

In der Folge erbat das SEM von den österreichischen und den griechischen 

Behörden Informationen zur Registrierung des Beschwerdeführers. Die 

griechischen Behörden teilten dem SEM am 29. September 2021 mit, dass 

der Beschwerdeführer unter der Identität B._______, geboren am (…), re-

gistriert worden sei. Er habe keine Identitätsdokumente eingereicht und 

sein Asylgesuch sei am 10. April 2020 abgelehnt worden. Auf Nachfrage 

stellten die griechischen Behörden dem SEM am 11. Oktober 2021 ein in 

Griechenland erstelltes Registrierungsformular in Kopie sowie eine nach 

der Registrierung nachgereichte Militärdienstkarte des Beschwerdeführers 

zu.  

C.  

Anlässlich der Erstbefragung vom 4. Oktober 2021 wurde der Beschwer-

deführer darüber informiert, dass er aufgrund von Zweifeln an seinen Al-

tersangaben möglicherweise zu einer medizinischen Altersabklärung ans 

Institut für Rechtsmedizin des C._______ vorgeladen werde. Im Weiteren 

wurde ihm  das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-

scheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Österreich gewährt, 

welches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Behandlung seines Asylgesuchs 

zuständig sei. 

D.  

Am 7. Oktober 2021 teilten die österreichischen Behörden dem SEM mit, 

dass der Beschwerdeführer in Österreich unter der Identität B._______, 

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Seite 3 

geboren am 1. Januar 2006, registriert und sein Asylgesuch noch hängig 

sei. 

E.  

Am 8. Oktober 2021 wurde im Institut für Rechtsmedizin am C._______ 

eine rechtsmedizinische Untersuchung des Beschwerdeführers durchge-

führt und ein entsprechendes Gutachten erstellt. Dieses ergab in einer Zu-

sammenschau aller Befunde ein durchschnittliches Alter von 16 bis 23 Jah-

ren sowie ein Mindestalter von 19 Jahren. Es wurde festgehalten, dass das 

vom Beschwerdeführer angegebene chronologische Lebensalter von 15 

Jahren und neun Monaten aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Stu-

dienlage nicht zutreffen könne.  

F.  

Am 5. November 2021 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zur Anpassung seines Alters auf den (…). 

G.  

Mit Eingabe vom 11. November 2021 beantragte der Beschwerdeführer, es 

sei von einer Anpassung des registrierten Geburts- 

datums abzusehen. Im Falle einer Anpassung des Geburtsdatums sei ein 

Bestreitungsvermerk im zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) 

anzubringen und im Asylentscheid in einer entsprechenden anfechtbaren 

Dispositivziffer festzuhalten. Es wurden eine Taskera und ein Impfbüchlein, 

beide in Kopie, eingereicht. 

H.  

Am 12. November 2021 änderte das SEM das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers im ZEMIS, mit Bestreitungsvermerk, auf den (…). 

I.  

Am 15. November 2021 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden 

um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO. Mit Schreiben vom 28. November 2021 stimmten die öster-

reichischen Behörden einer Rückübernahme des Beschwerdeführers zu. 

J.  

Mit Verfügung vom 29. November 2021 (Eröffnung am 30. November 2021) 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte die 

Überstellung nach Österreich, welches gemäss Dublin-III-VO für die Be-

handlung seines Asylgesuche zuständig sei. Gleichzeitig verfügte das 

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Seite 4 

SEM den Vollzug der Überstellung nach Österreich und stellte fest, einer 

allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende 

Wirkung zu. Schliesslich wurde verfügt, dass das Geburtstag des Be-

schwerdeführers im ZEMIS (mit Bestreitungsvermerk) auf den (…) laute.  

K.  

Mit Beschwerde vom 7. Dezember 2021 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte der Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. 

Ferner sei das SEM anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den 

(…) anzupassen. Eventualiter sei die Sache zur vollständigen Feststellung 

des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der aufschie-

benden Wirkung sowie der unentgeltlichen Prozess- 

führung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die 

Behörden seien im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich 

anzuweisen, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeg-

lichen Vollzugsmassnahmen abzusehen.  

L.  

Am 8. Dezember 2021 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. Gleichentags lagen dem Bundesverwaltungsge-

richt die vorinstanzlichen Akten in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 

Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und insoweit auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG); soweit die ZEMIS-

Berichtigung betreffend, steht gegen den vorliegenden Beschwerde- 

entscheid hingegen ein Rechtsmittelweg an das Schweizerische Bundes-

gericht offen. 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

2.1 Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nicht- 

eintretensentscheid betreffend das Asylgesuch als auch gegen die  

Änderung der ZEMIS-Eintragung.  

2.2 Mit asyrechtlicher Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.3 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

2.4 Hinsichtlich der ZEMIS-Berichtigung entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition. Es überprüft 

die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich un-

richtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts und Rechtsfehler bei der Ermessensausübung – sowie auf Angemes-

senheit hin. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

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Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation 

im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem  

Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im 

Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet dem- 

gegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach  

Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zustän-

digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An-

nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An-

tragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, 

die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung 

im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union 

(2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist 

zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zu-

ständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zustän-

dig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat 

zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.2 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO). 

Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen, einen 

bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten An-

trag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser 

Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht). 

3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO ist im Falle eines unbegleiteten 

Minderjährigen ohne familiäre Anknüpfungspunkte (zu einem anderen  

Mitgliedstaat) der Staat zuständig, in welchem er seinen Antrag gestellt hat. 

Diese Bestimmung würde eine vorrangige Zuständigkeit der Schweiz be-

gründen (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), da nach der genannten Bestimmung 

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Seite 7 

von Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO unbegleitete Minderjährige von Wiederauf-

nahmeverfahren ausgenommen sind (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxis- 

kommentar zum Europäischen Asylzuständigkeitssystem, Berlin 2018, 

N. 33 zu Artikel 8).  

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient. Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über 

deren Richtigkeit zu vergewissern (Art. 5 Abs. 1 Datenschutzgesetz [DSG, 

SR 235.1]). Werden Personendaten von Bundesorganen bearbeitet, kann 

jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass unrichtige Perso-

nendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a DSG). 

Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im  

Bestreitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen. Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt 

eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkennt-

nisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben;  

unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. 

4.2 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab-

sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige 

der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder 

die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 

DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-

sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-

weise bearbeitet werden. Dies gilt namentlich auch für die im ZEMIS  

erfassten Namen und Geburtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das  

öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicherweise unzutreffender 

Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht 

Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb das Anbringen eines Vermerks vor, in dem  

darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personen-

daten bestritten ist. Erscheint die Richtigkeit der bisher eingetragenen  

Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, 

sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3). 

5.  

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Seite 8 

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihre Verfügung aus, es sei dem 

Beschwerdeführer mit seinen insgesamt ausweichenden, vagen und unge-

nauen Angaben nicht gelungen, das von ihm geltend gemachte Alter glaub-

haft zu machen.  

So sei er im Rahmen der Erstbefragung nicht in der Lage gewesen, zu 

seinem Alter, Lebenslauf, den familiären Verhältnissen und seinem Reise-

weg zumindest ungefähre Angaben zu machen. Die Erklärung, wonach er 

aufgrund des Krieges und des Elends in Afghanistan alles vergessen habe, 

vermöge nicht zu überzeugen. Zu weiteren Themen habe der Beschwer-

deführer nicht nur vage, sondern auch widersprüchliche und wahrheitswid-

rige Angaben gemacht. So habe er zunächst angegeben, in Griechenland 

als Minderjähriger registriert worden zu sein. Nach mehrfachem Nachfra-

gen nach dem Geburtsdatum, welches er dort angegeben habe, habe er 

erklärt, dass die griechischen Behörden ihn als Achtzehnjährigen registriert 

hätten, obwohl er ihnen gegenüber beteuert habe, minderjährig zu sein. 

Darauf angesprochen, dass es sehr unplausibel erscheine, dass die grie-

chischen Behörden eine dreizehnjährige Person – welche er ausgehend 

von den in der Schweiz gemachten Angaben zu seinem Geburtsdatum 

zum Zeitpunkt der Einreichung des Asylgesuches in Griechenland hätte 

sein müssen – als Achtzehnjährigen registrieren würden, habe der Be-

schwerdeführer pauschal geltend gemacht, den Dolmetscher nicht gut ver-

standen zu haben. Auch die Erklärung, dass er bei den griechischen Be-

hörden nichts gegen die falsche Registrierung unternommen habe, weil er 

sich in einem geschlossenen Camp befunden habe, vermöge nicht zu 

überzeugen. Die Angaben auf dem griechischen Registrierungsformular 

habe er unterschriftlich bestätigt. Im Weiteren habe er erklärt, in Griechen-

land eine Kopie der Taskera abgegeben zu haben (vgl. Protokoll EB Punkt 

4.03). Den Angaben des Beschwerdeführers stünden die Informationen der 

griechischen Behörden entgegen, wonach sich der Beschwerdeführer in 

Griechenland als Volljähriger registriert und erst nach der Registrierung 

eine unleserliche militärische Identitätskarte eingereicht habe. In Bezug auf 

die Taskera habe er sich zudem in weitere Widersprüche verstrickt, indem 

er anfänglich angegeben habe, seine Taskera befinde sich in Afghanistan 

(vgl. Protokoll EB Punkt 4.03) und später geltend gemacht habe, die Tas-

kera vor der Ausreise mitgenommen zu haben (vgl. Protokoll EB Punkt 

5.01). Auch habe der Beschwerdeführer, nachdem er mit den dem SEM 

vorliegenden Informationen der griechischen Behörden konfrontiert wor-

den sei, zugeben müssen, dass die anfänglich angegebene Reiseroute 

und angebliche Rückschaffung von den griechischen an die türkischen Be-

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hörden frei erfunden gewesen sei. Der Vollständigkeit halber sei festzuhal-

ten, dass die in Österreich gemachten Angaben in wesentlichen Teilen mit 

den in der Schweiz gemachten Angaben übereinstimmten. Allerdings wür-

den einzelne in sich schlüssige Angaben nichts daran ändern, dass die An-

gaben des Beschwerdeführers in wesentlichen Teilen vage, ausweichend 

und widersprüchlich ausgefallen seien.  

Ein weiteres starkes Indiz für die Volljährigkeit sei das vorliegende Alters-

gutachten. Die Argumentation im Rahmen der Stellungnahme, wonach ein-

zelne Teiluntersuchungen wie die Handknochenanalyse oder die compu-

tertomographische Analyse des linksseitigen Schlüsselbeins dem angege-

benen Alter von 15 Jahren und neun Monaten sehr nahe kämen und sich 

das im Gutachten angeführte Mindestalter von 19 Jahren einzig auf die 

Analyse des rechten Schlüsselbeins stütze, ändere daran nichts. Auch 

wenn bei der medizinischen Untersuchung der Zähne kein Mindestalter 

eruiert werden könnte, ergebe sich doch in der rechtsseitigen Schlüssel-

beinanalyse sowie in der Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse 

der medizinischen Altersabklärung ein Mindestalter von 19 Jahren. Die 

Spannbreite der Resultate der Einzeluntersuchungen lasse keine Rück-

schlüsse auf die Aussagekraft des gesamten Altersgutachtens zu. Aus die-

sen Gründen handle es sich beim vorliegenden Altersgutachten um ein 

starkes Indiz für die Volljährigkeit. Dem gegenüberzustellen seien die dies-

bezüglichen Angaben in der Erstbefragung, welche unglaubhaft ausgefal-

len seien und somit ein weiteres Indiz für die Volljährigkeit darstellten. 

Nachdem der Beschwerdeführer anfänglich in der Erstbefragung noch an-

gegeben hatte, gar keinen Kontakt mehr mit seinen Eltern zu haben (vgl. 

Protokoll EB Punkt 4.03), sei es dem Beschwerdeführer gemäss der An-

gabe der Rechtsvertretung in der Stellungnahme zu Altersanpassung den-

noch möglich gewesen, mit seinem Bruder in Kontakt zu treten und mit 

dessen Hilfe Beweismittel für sein geltend gemachtes Alter einzureichen 

(Taskera des Beschwerdeführers in Kopie, wonach dieser im Jahre 1397 

dreizehn Jahre alt gewesen sei / Impfbüchlein in Kopie mit Geburtsdatum 

am 11. Tag des 10. Monats 1384 [umgerechnet 1. Januar 2006]). Bei die-

sen Dokumenten handle es sich nicht um rechtsgenügliche Identitätspa-

piere, welche somit ungeeignet seien, die geltend gemachte Volljährigkeit 

zu beweisen, zumal eine Taskera oder auch ein Impfbüchlein leicht käuflich 

erwerb- und fälschbar seien. Vor diesem Hintergrund erübrige sich auch 

eine vollständige Übersetzung dieser Dokumente. Insgesamt würden die 

Indizien, welche für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers sprechen 

würden, diejenigen zugunsten der behaupteten Minderjährigkeit über- 

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Seite 10 

wiegen. Das öffentliche Interesse an einer Festlegung des wahrschein-

lichsten Geburtsdatums auf den (…) sei basierend auf einer Gesamtwürdi-

gung der Aktenlage höher zu gewichten als das individuelle Interesse des 

Beschwerdeführers an einer Beibehaltung des angegebenen Geburtsda-

tums vom (…). 

5.2 Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur Zuständigkeit Österreichs zur 

Durchführung des Asyl-und Wegweisungsverfahrens habe der Beschwer-

deführer angegeben, es habe ihm nirgendwo so gut gefallen wie in der 

Schweiz. Hierzu sei festzuhalten, dass es nicht Sache der betroffenen Per-

son sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu wählen. Der 

geäusserte Wunsch nach einem weiteren Verbleib in der Schweiz vermöge 

daher die Zuständigkeit Österreichs nicht zu widerlegen. Im Weiteren habe 

der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs geltend ge-

macht, die Leute im Camp hätten ihm geraten, ja nicht in Österreich um 

Asyl zu ersuchen, da man ihn sonst nach Ungarn zurückschicke, er solle 

Österreich verlassen. In diesem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, 

dass keine Hinweise vorlägen, dass die österreichischen Behörden das 

Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würden und 

dem Beschwerdeführer insbesondere keinen effektiven Schutz vor Rück-

schiebung (Non-Refoulement-Gebot) gewähren würden. Es lägen auch 

keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO vor, welche die Schweiz 

verpflichten würden, das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu prüfen, 

und die Souverinitätsklausel käme vorliegend nicht zur Anwendung. Des-

halb sei auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten.  

6.  

6.1  

In der Beschwerde wurde im Wesentlichen geltend gemacht, die Vo-

rinstanz habe entgegen der geltenden Rechtsprechung keine Gesamtwür-

digung sämtlicher Indizien vorgenommen. Das SEM habe es auch unter-

lassen, die eingereichten Beweismittel (Taskera und Impfausweis in Kopie) 

zu übersetzen und zu würdigen, womit sie ihre Untersuchungspflicht ver-

letzt habe. Im Weiteren wäre es aufgrund der Besonderheiten des Alters-

gutachtens (stark unterschiedliche Wachstumsstadien in Bezug auf die in-

neren Schlüsselbeine sowie stark unterschiedliche Durchschnittsalter) ge-

halten gewesen, nach Möglichkeit beim Institut für Rechtsmedizin des 

C._______ eine ausführliche Stellungnahme zu den Ergebnissen des Al-

tersgutachtens einzuholen. Aus den genannten Gründen sei die Sache, 

sollte das Gericht nicht von der Glaubhaftmachung der Minderjährigkeit 

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Seite 11 

des Beschwerdeführers ausgehen, eventualiter zwecks vollständiger Ab-

klärung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen.  

6.2 Im Weiteren wurde in der Beschwerde mit eingehender Begründung 

geltend gemacht, dass gemäss den verfügbaren Auszügen des Altersgut-

achtens und dem einschlägigen Grundsatzurteil des Bundesverwaltungs-

gerichts (E-891/2017 vom 8. August 2018) dieses entgegen der Auffassung 

der Vorinstanz nur als schwaches Indiz für die Volljährigkeit des Beschwer-

deführers zu werten sei. Im Übrigen sei der Beschwerdeführer in Öster-

reich ebenfalls mit dem Geburtsdatum (…) registriert und es sei dort eben-

falls eine medizinische Altersabklärung durchgeführt worden, ohne dass 

das Alter angepasst worden wäre, was als Indiz für das vom Beschwerde-

führer angegebene Alter zu werten sei. Im Weiteren komme der Registrie-

rung in Griechenland aufgrund deren Unzuverlässigkeit ein stark vermin-

derter Beweiswert zu. Schliesslich sei auf die grundsätzliche Geltung des 

Grundsatzes «in dubio pro minore» hinzuweisen. Insgesamt würden die 

Indizien für die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers diejenigen, die für 

eine Volljährigkeit sprechen würden, klar überwiegen. 

7.  

7.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der  

"Eurodac"-Datenbank ergab, dass er (…) in Österreich und am (…) in Grie-

chenland Asylgesuche eingereicht hatte. Das SEM ersuchte deshalb die 

österreichischen Behörden am 15. November 2021 um Wiederaufnahme 

des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Mit 

Schreiben vom 28. November 2021 stimmten die österreichischen Behör-

den einer Rückübernahme des Beschwerdeführers zu. 

7.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, in Österreich ein Asylgesuch 

eingereicht zu haben. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind 

seine Vorbringen nicht geeignet, an der Zuständigkeit dieses Staats etwas 

zu ändern. 

7.3 Soweit der Beschwerdeführer (implizit) geltend macht, aufgrund der 

von ihm glaubhaft gemachten Minderjährigkeit sei gestützt auf Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO von der Zuständigkeit der schweizerischen Asylbehörden für 

sein Asylgesuch auszugehen, ist Folgendes festzustellen: 

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Seite 12 

7.3.1 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden 

Person zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-

nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast dafür trägt, auch wenn 

das SEM die entscheidrelevanten Sachverhaltsmomente von Amtes we-

gen festzustellen hat (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 m.w.H., Entscheidun-

gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission  

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist 

eine Abwägung aller Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der 

betreffenden Altersangabe sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2009/54 

E. 4.1). Wurde der Sachverhalt abschliessend festgestellt und ist es der 

betroffenen Person nicht gelungen, die behauptete Minderjährigkeit glaub-

haft zu machen, hat sie die Folgen zu tragen und wird als volljährig be-

trachtet (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 5.4). 

7.3.2 Das beim Beschwerdeführer vorgenommene Altersgutachten ergab 

ein durchschnittliches Lebensalter von 16 bis 23 Jahren und im Zusam-

menschau aller Untersuchungsbefunde ein Mindestalter von 19 Jahren im 

Zeitpunkt der Untersuchung. Die Frage, ob, wie in der Beschwerde geltend 

gemacht, das Altersgutachten in Berücksichtigung des Grundsatzurteils 

des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2018 VI/3 (E-891/2017 vom 8. Au-

gust 2018) nur als schwaches Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerde-

führers zu werten sei, kann aufgrund der insgesamt klaren Aktenlage of-

fenbleiben. Bei dieser Sachlage war das SEM auch nicht gehalten, beim 

Institut für Rechtsmedizin des C._______ eine ausführliche Stellungnahme 

zu den Ergebnissen des Altersgutachtens einzuholen. Wie vom SEM in der 

angefochtenen Verfügung zutreffend festgehalten, sind nämlich die Anga-

ben des Beschwerdeführers zu seinem Alter anlässlich der Erstbefragung 

auffallend unbestimmt, ausweichend und widersprüchlich ausgefallen. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden Argumente in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, auf welche auf Be-

schwerdeebene nicht näher eingegangen wird. Die Beweiskraft der ledig-

lich in Kopie eingereichten Beweismittel (Taskera und Impfausweis), bei 

denen es sich ohnehin nicht um rechtsgenügliche Identitätspapiere han-

delt, ist aufgrund ihrer leichten Käuflichkeit und Fälschbarkeit als gering 

einzustufen. Dies hat bereits das SEM in der angefochtenen Verfügung 

festgestellt. Es hat bei dieser Sachlage im Sinne einer antizipierten Be-

weiswürdigung zu Recht auf deren Übersetzung verzichtet.  Der Vorwurf in 

der Beschwerde, wonach das SEM die eingereichten Beweismittel nicht 

gewürdigt habe, trifft nicht zu. Somit ist auch der damit verbundene Antrag 

E-5322/2021 

Seite 13 

um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks vollständiger Abklä-

rung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung mangels Notwendigkeit ab-

zuweisen.  

7.4 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht im Rahmen einer Gesamt-

würdigung aller Umstände (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 m.w.H) in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit 

zum Zeitpunkt seiner Gesuchseinreichung in der Schweiz glaubhaft zu ma-

chen.  

7.5 Das SEM ist demnach mit einem ordnungsgemässen Wiederaufnah-

meersuchen an die österreichischen Behörden gelangt. 

8.  

8.1 Österreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) und kommt seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dass dieser Staat die 

Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen 

Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa-

men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 

zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati-

onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, anerkennt 

und schützt. 

8.2 Der Beschwerdeführer hat mit dem blossen Hinweis, er habe erfahren, 

dass ihm in Österreich die Abschiebung nach Ungarn drohe, kein konkre-

tes und ernsthaftes Risiko dargetan, dass die österreichischen Behörden 

in seinem Fall den erwähnten völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nach-

kommen würden. Es gibt keine Hinweise, dass die Behandlung seines 

Asylgesuchs bisher mangelhaft gewesen sein könnte. In diesem Zusam-

menhang ist der Vollständigkeit halber festzustellen, dass ein definitiver 

Entscheid über ein Asylgesuch und die Wegweisung in das Heimatland 

nicht per se eine Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips darstellen. Das 

Prinzip der Überprüfung eines Asylgesuchs durch einen einzigen Mitglied-

staat («one chance only») dient im Gegenteil der Vermeidung von multiplen 

E-5322/2021 

Seite 14 

Asylgesuchen in verschiedenen Staaten (sogenanntes «asylum shop-

ping»; vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.5.3.3). Die Überstellung des Beschwerde-

führers nach Österreich führt gemäss den Akten nicht zu einer Kettenab-

schiebung, die gegen das Non-Refoulement-Prinzip verstossen würde, wie 

es in Art. 33 FK verankert ist (und sich ausserdem aus Art. 4 der EU-Grund-

rechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK ableiten lässt), zumal das Asyl-

verfahren in Österreich gemäss den dortigen Behörden noch hängig ist 

(vgl. Bst. B). 

8.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein Grund für die Anwen-

dung der Ermessensklausen von Art. 17 Dublin-III-VO oder von Art. 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vorliegen. Österreich bleibt somit zuständiger Mit-

gliedstaat gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer 

wiederaufzunehmen.  

8.4 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. 

b AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten und hat – weil der Beschwer-

deführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-

bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach 

Österreich angeordnet. Der Antrag auf Aufhebung des Asyl-Nichteintreten-

sentscheids ist damit abzuweisen. 

9.  

Auch bezüglich des Antrags um Berichtigung des ZEMIS-Eintrages ist die 

Beschwerde abzuweisen. Vorliegend lässt sich das exakte Geburtsdatum 

des Beschwerdeführers nicht beweisen. Somit sind diejenigen Daten ein-

zutragen, welche am wahrscheinlichsten – beziehungsweise überwiegend 

wahrscheinlich – sind. Aufgrund aller Beweismittel und Indizien steht nach 

dem oben Gesagten fest, dass die Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

wahrscheinlicher ist als die behauptete Minderjährigkeit (vgl. E. 6.3). Das 

im ZEMIS (mit einem Bestreitungsvermerk) eingetragene Geburtsdatum 

(…) ist daher unverändert zu belassen. 

10.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-

halb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos 

erweisen. 

E-5322/2021 

Seite 15 

11.  

Da die Rechtsbegehren zum Vornherein aussichtlos erschienen, ist das mit 

der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG). 

12.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5322/2021 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde hinsichtlich des Nichteintretens auf das Asylgesuch und 

der Überstellung in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde hinsichtlich der Datenänderung im Zentralen Migrationsin-

formationssystem (ZEMIS) wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde, das Generalsekretariat des Eidgenössischen Justiz- 

und Polizeidepartements (EJPD) sowie den EDÖB. 

 

Der vorsitzende Richter: 

 

Lorenz Noli 

Der Gerichtsschreiber: 

 

Daniel Merkli 

  

  

(Rechtsmittelbelehrung nächste Seite) 

 

 

E-5322/2021 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen Ziffer 2 dieses Entscheids kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 

beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist 

beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind beizulegen, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

Versand: