# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 997ce62a-c316-5fa2-897c-79560d493eaa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2025 D-1177/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1177-2025_2025-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1177/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni;   

Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz Bern, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 12. Februar 2025. 

 

 

 

D-1177/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

aus B._______ (Provinz Şırnak) – suchte am 20. Januar 2025 in der 

Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Am 22. Januar 2025 mandatierte der Beschwerdeführer die ihm zugewie-

sene Rechtsvertretung. 

C.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer an-

lässlich seiner Anhörung vom 4. Februar 2025 – im Beisein seiner Rechts-

vertretung – vor, während eines (…) mit seinen Freunden am (…) 2024 sei 

die Polizei gekommen und habe die Beendigung des (…) gefordert. In der 

Folge sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der die Jugend-

lichen unter anderem Steine gegen die Polizisten geworfen hätten. Die Po-

lizei sei bei seinen Eltern vorbeigegangen und habe diese aufgefordert, 

den Beschwerdeführer am Folgetag auf den Polizeiposten zu bringen. 

Nachdem er dieser Aufforderung nicht Folge geleistet habe, sei am (…) 

2024 im Elternhaus eine Razzia durchgeführt worden, bei der er aber nicht 

anwesend gewesen sei. Er befürchte, die Polizei habe ihm ein von ihr sel-

ber mitgebrachtes Video mit Verbindung zur PKK (Partiya Karkerên Kur-

distanê; Arbeiterpartei Kurdistans) unterschieben wollen. Er befürchte, 

dass mittlerweile ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer Terrororgani-

sation gegen ihn eröffnet worden sei.  

Hinzu komme, dass er sich als (nicht offzielles) Mitglied für die Jugendfrak-

tion der DEM-Partei (seit Dezember 2023 DEM Parti; vorher Halkların Eşit-

lik ve Demokrasi Partisi [HEDEP], Partei für Emanzipation und Demokratie 

der Völker]) eingesetzt habe, indem er bei reichen Geschäftsleuten Geld 

gesammelt und dieses Familien von gefallenen Guerillakämpfern gebracht 

habe. Zudem habe er auch an Kundgebungen teilgenommen. 

Ein als Flüchtling anerkannter Bruder sowie eine Schwester seien in der 

Schweiz wohnhaft. 

D.  

Mit Eingabe vom 11. Februar 2025 nahm der Beschwerdeführer zum Ent-

scheidentwurf des SEM Stellung. 

D-1177/2025 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 12. Februar 2025 – gleichentags eröffnet – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete dessen Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

F.  

Ebenfalls am 12. Februar 2025 zeigte die zugewiesene Rechtsvertretung 

dem SEM die Beendigung des Mandats an.  

G.  

Mit Eingabe vom 21. Februar 2025 erhob der Beschwerdeführer – han-

delnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht. Er beantragte dabei in materieller Hinsicht, die Be-

schwerde sei gutzuheissen und ihm bei Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft Asyl zu gewähren, eventualiter sei die angefochtene Verfügung auf-

zuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und dem Erlass 

eines neuen Entscheids an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventuali-

ter sei festzustellen, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers unzu-

lässig und/oder unzulässig sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzu-

ordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung.  

H.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 24. Februar 2025 den Ein-

gang der Beschwerde. Gleichentags lagen ihm die vorinstanzlichen Akten 

in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die subeventualiter beantragte Rückweisung der Sache an das SEM zur 

Neubeurteilung wird in der Beschwerde nicht ansatzweise begründet. Auch 

aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf Verfahrensfehler, zumal 

alleine eine Vermutung, es könnte im Heimatland ein Strafverfahren hängig 

sein, und die Behauptung, in Kontakt mit einem Rechtsanwalt zur Beschaf-

fung von Beweismitteln zu stehen, nicht zur in der Stellungnahme zum Ent-

scheidentwurf monierten Annahme einer unvollständigen Sachverhaltsfe-

stellung genügt. Der Rückweisungsantrag ist abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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Seite 5 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass die 

Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlings-

eigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhielten.  

6.1.1 Soweit der Beschwerdeführer sich auf die Vorfälle im Anschluss an 

das (…) vom (…) 2024 beziehe, sei den Ausführungen zu entnehmen, dass 

er sich der polizeilichen Aufforderung, das (…) abzubrechen, widersetzt 

und diese mit Steinen beworfen habe. Ein solches Verhalten könne auch 

in der Schweiz strafrechtlich geahndet werden und es sei davon auszuge-

hen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Massnahmen 

der türkischen Behörden rechtsstaatlich legitimen Zwecken gedient hätten. 

Die Befürchtung, ihm solle ein Verfahren wegen Mitgliedschaft bei einer 

Terrororganisation untergeschoben werden, beruhe auf einer rein subjekti-

ven Furcht. Weder seien aus dem Anhörungsprotokoll konkrete Hinweise 

ersichtlich noch seien entsprechende Beweismittel eingereicht worden. 

Zwar habe der Beschwerdeführer in Aussicht gestellt, sein türkischer An-

walt werde ihm Beweismittel zustellen, indessen sei solches nicht abseh-

bar. Er habe weder konkrete Beweismittel benennen noch darlegen kön-

nen, wie und in welcher Frist er allfällige Dokumente beschaffen werde. 

Überdies habe er angegeben, sein Anwalt habe Angst, Beweismittel bei 

den türkischen Behörden einzufordern. Anzufügen sei, dass sich viele tür-

kische Justizdokumente sehr einfach fälschen liessen, weshalb sie ledig-

lich einen geringen Beweiswert hätten. Im Übrigen würde sich ein allfälliges 

Verfahren noch in einem frühen Verfahrensstadium befinden, weshalb völ-

lig offen sei, ob dies überhaupt in einer Verurteilung resultieren würde. 

Mangels eines Festnahme- beziehungsweise Vorführbefehls sei auch nicht 

anzunehmen, dass der Beschwerdeführer bei der Einreise in die Türkei 

festgenommen würde. Alleine die Behauptung, er sei nach der Ausreise zu 

Hause gesucht worden, ändere daran nichts.  

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Seite 6 

6.1.2 Zur geltend gemachten politischen Tätigkeit führte die Vorinstanz 

aus, aus den Aussagen des Beschwerdeführers gehe nicht hervor, dass er 

in exponierter Stellung für die (legale) DEM-Partei tätig gewesen sei oder 

sich in anderer Form gegenüber den türkischen Behörden exponiert hätte. 

Das Engagement sei deshalb als eher niederschwellig zu betrachten. 

Überdies habe er keinerlei Angaben zu einem politischen Engagement sei-

ner Familienmitglieder zu machen vermocht und auch aus den konsultier-

ten Dossiers der sich in der Schweiz aufhaltenden Angehörigen ergebe 

sich kein exponiertes politisches Profil. 

6.2 Der Beschwerdeführer rügt hauptsächlich, die Vorinstanz habe sein so-

zialpolitisches Profil falsch eingeschätzt. Seine Familie engagiere sich seit 

Generationen für die Menschenrechte der Kurden. Beim Vorfall auf dem 

Fussballplatz habe es sich nicht um eine Routinekontrolle gehandelt. 

Junge Kurden würden unter Druck gesetzt, provoziert, beleidigt und be-

droht, um später gegen sie unter Amtsmissbrauch Massnahmen vorneh-

men zu können. Zwei Freunde des Beschwerdeführers seien verhaftet wor-

den, weshalb auch eine solche des Beschwerdeführers sehr wahrschein-

lich erscheine. Des Weiteren sei allgemein bekannt, dass die politische Ak-

tivität auch für die DEM-Partei mit beträchtlichen Risiken verbunden sei. 

Der Bruder des Beschwerdeführers sei in der Schweiz als Flüchtling aner-

kannt. Es lägen offenbar besondere Umstände vor, die eine begründete 

Furcht vor einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung rechtfertigten. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das SEM zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen des 

Beschwerdeführers genügten den Anforderungen an die Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht. Die Ausführungen auf Beschwerde-

ebene führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.  

7.2 Soweit auf Beschwerdeebene auf das sozialpolitische Profil des Be-

schwerdeführers und auf die Situation in seiner Herkunftsregion verwiesen 

wird, ist festzuhalten, dass die kurdische Ethnie und damit zusammenhän-

gende Schikanen und Behelligungen gemäss gefestigter Rechtsprechung 

nicht zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise zur An-

nahme künftiger Verfolgung führen (vgl. statt vieler Referenzurteil 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 7.1). Aus den Aussagen des Be-

schwerdeführers zum politischen Engagement seiner Familie (vgl. Akten 

SEM act. […]-15/13 F97 f.) lässt sich keine Exponierung ableiten. Die un-

substanziierte Behauptung in der Beschwerde, die Familie engagiere sich 

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Seite 7 

seit Generationen für die Rechte der Kurden, lässt keinen anderen Schluss 

zu. Das SEM hat sodann zutreffend auch die eigene politische Betätigung 

des Beschwerdeführers als niederschwellig beurteilt. 

7.3 Hinsichtlich der behaupteten Ereignisse im Zusammenhang mit dem 

(…) führt die Anmerkung in der Beschwerde, beim Vorfall habe es sich nicht 

um eine Routinekontrolle gehandelt, sondern um eine Provokation, zu kei-

ner von der Vorinstanz abweichenden Einschätzung. Selbst wenn die Be-

hörden das Verhalten der (…) provoziert haben sollten, lässt dies ein nach-

folgendes Strafverfahren beziehungsweise Erkundigungen nach dem Be-

schwerdeführer nicht per se als illegitim und damit allenfalls flüchtlings-

rechtlich relevant erscheinen. Diesbezüglich wurden überdies keine Be-

lege eingereicht. 

7.4 Zurecht wies die Vorinstanz darauf hin, dass alleine Mutmassungen 

über möglicherweise eingeleitete Strafverfahren zur Annahme einer be-

gründeten Furcht vor künftiger Verfolgung nicht genügen. Überdies gibt es 

keine Anhaltspunkte für die Annahme, es wäre dem Beschwerdeführer bis 

anhin unverschuldet nicht möglich gewesen, allfällige Dokumente einzu-

reichen. Schliesslich führte die Vorinstanz zutreffend aus, dass und wes-

halb der Aufenthalt eines als Flüchtling in der Schweiz lebenden Bruders 

keine Verfolgungsfurcht zu begründen vermöge. Dem wird in der Be-

schwerde denn auch nichts entgegengehalten. 

7.5 Die Vorinstanz hat demzufolge die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig abge-

lehnt. 

8.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt. Der Beschwerdeführer ver-

fügt in der Schweiz weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewil-

ligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegweisung wurde 

demnach ebenfalls zu Recht angeordnet. 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

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Seite 8 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. 

9.2.2 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie vom SEM zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche Rück-

schiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG 

nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung beurteilt 

sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen 

Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm 

das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. 

9.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

 

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Seite 9 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 In der Türkei ist nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder 

bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen auszugehen (vgl. Referenzurteil 

E-1948/2018 vom 12. Juni 2018 E. 7.3 sowie Referenzurteil des BVGer 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13, je m.w.H.). Dies gilt mittler-

weile auch für die Herkunftsprovinz des Beschwerdeführers (vgl. erwähn-

tes Referenzurteil vom 8. November 2024, a.a.O.). 

9.3.3 Auch sprechen – wie vom SEM zutreffend dargelegt – keine individu-

ellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Beim Beschwerdeführer 

handelt es sich um einen gemäss Akten gesunden, jungen Mann, der in 

der Türkei mit seinen zahlreichen Familienangehörigen ([…]) auf ein trag-

fähiges Beziehungsnetz zurückgreifen kann (vgl. Akten SEM act. […]-

15/13 F11ff.). Weiter verfügt er über einen guten Schulabschluss (vgl. 

a.a.O. F24) und eine – wenn auch beschränkte – Arbeitserfahrungen bei 

einem Immobilienhändler (vgl. a.a.O. F27), was ihm – entgegen der Aus-

führungen in der Beschwerde – beim Aufbau einer neuen wirtschaftlichen 

Existenz entgegenkommen wird. Jedenfalls stellen wirtschaftliche Schwie-

rigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen 

ist, keine existenzbedrohende Situation dar (vgl. BVGE 2008/34 E. 11).  

9.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

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Seite 10 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.   

11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-

gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben. 

Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-

ben, weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten Mittellosig-

keit abzuweisen ist.  

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1177/2025 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Bisig 

 

 

Versand: