# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cafcb9cc-d2b6-59bb-92de-c285bdea61d0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.09.2008 IV 2007/235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-235_2008-09-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/235

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 12.09.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 12.09.2008
Art. 44 ATSG. Würdigung gegensätzlicher Berichte einer behandelnden 
psychiatrischen Institution und eines polydisziplinären Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. 
September 2008, IV 2007/235).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Marie 

Löhrer; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 12. September 2008

in Sachen

C.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Bürki, Auerstrasse 2, Postfach 91, 

9435 Heerbrugg,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.   

A.a  Die 1971 geborene C.___ meldete sich am 8./10. November 2004 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich eine Rente. Sie 

erklärte, sie sei 1987 in die Schweiz gekommen, sei Mutter zweier Kinder (geb. 1995 

und 1999) und habe bis 2001 als Arbeiterin und im Jahr 2003 während etwa fünf 

Wochen als Aushilfskraft gearbeitet. Seit 2001 leide sie an Rückenschmerzen, 

Schwindel und Nervosität.

A.b Die A.___ AG gab in ihrer Arbeitgeberbescheinigung vom 23. November 2004 an, 

die Versicherte habe vom 10. Juli bis 10. August 2003 und vom 25. September bis 

18. Oktober 2003 in einem befristeten Ferienaushilfevertrag als Reinigerin gestanden 

und würde gegenwärtig einen Stundenlohn von Fr. 16.-- zuzüglich 8.33 % verdienen.

A.c  Der Arbeitgeberbescheinigung der B.___ AG vom 22. Dezember 2004 war zu 

entnehmen, dass die Versicherte vom 1. Februar 2000 bis 30. November 2001 als 

Betriebsmitarbeiterin beschäftigt gewesen und ihr wegen ungenügender 

Arbeitsleistung gekündigt worden sei. Ihr letzter effektiver Arbeitstag sei der 

15. Oktober 2001 gewesen. Im Jahr 2000 habe sie einen Verdienst von Fr. 43'154.80 

und 2001 einen solchen von Fr. 38'156.55 erzielt. Der Monatslohn würde gegenwärtig 

Fr. 3'484.-- ausmachen.

A.d Dr. med. D.___, Allgemeinmedizin FMH, gab in seinem Arztbericht vom 

27. Dezember 2004 bekannt, eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nach seiner Auffassung 

nicht. Es lägen - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Adipositas und rezidivierende 

Rückenschmerzen lumbal vor. Die Abklärung der Rentenfrage sei durch den Psychiater 

vorgeschlagen worden. Er selber sehe aber keine diesbezügliche psychische 

Erkrankung, derentwegen die Versicherte nicht arbeiten könnte. Sie sei eingeschränkt 

durch die schwere Adipositas und die damit verbundene allgemeine Schwäche und die 

sporadischen Rückenschmerzen. In der Beilage fand sich ein Bericht von Dr. med. 

H.___, FMH Innere Medizin und Pneumologie, vom 9. Januar 2004 über eine 

pneumologische Abklärung wegen Atembeschwerden und Husten. Der Arzt hatte den 

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Verdacht auf ein hyperreaktives Bronchialsystem geäussert und eine Sensibilisierung 

gegen Milben und Küchenschaben festgestellt. Persistiere die anamnestisch 

vorliegende depressive Verstimmung, sei an ein OSAS (Obstruktives Schlafapnoe-

Syndrom) oder ähnliche Schlafstörungen zu denken.

A.e Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (FSP; Dr. med. E.___) 

berichtete am 20. Juli 2005, es liege bei der Versicherten seit ca. drei Jahren eine 

Somatisierungsstörung vor, die von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei. Es handle sich 

um ein zunehmendes Beschwerdebild mit teilweise wechselnden körperlichen 

Symptomen, depressiven Verstimmungen, Reizbarkeit und Störungen im sozialen 

Verhalten. Im September 2003 sei die Versicherte durch den Hausarzt zur Behandlung 

angemeldet worden. Sie sei seit Oktober 2003 zu 100 % arbeitsunfähig. Bei jeder 

Anstrengung verstärke sich das Beschwerdebild (Schmerzen, Schwindel usw.) und 

anschliessend trete eine langdauernde Erschöpfung ein. Auch eine andere als die 

bisherige Tätigkeit sei nicht zumutbar. Die Beschwerden seien unabhängig von der Art 

der Beschäftigung.

A.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. F.___) 

befürwortete am 13. September 2005 eine Begutachtung.

A.g Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 21. November 2006 wurden als 

Hauptdiagnosen eine komplexe Somatisierungsstörung, nächtliche Panikattacken und 

eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ bezeichnet. Eine 

schwerwiegende gesundheitliche Störung liege nicht vor. Die Versicherte sei nicht im 

eigentlichen Sinne krank bzw. schwerwiegend somatisch erkrankt, sondern sie sei als 

eine durch die Vielfalt ihrer sozialen und familiären Probleme überforderte Frau zu 

betrachten. Sie bedürfe nicht in erster Linie medizinischer Behandlung, sondern einer 

ständigen Sozialberatung, daneben einer geduldigen hausärztlichen Führung. Sie 

müsse unbedingt Eigeninitiative entwickeln, ihr Gewicht drastisch reduzieren und eine 

Aufbau-Gymnastik betreiben. In allen früher ausgeübten ausserhäuslichen und 

sämtlichen heutzutage durch eine Frau ausgeübten Tätigkeiten sei die Versicherte zu 

70 % arbeitsfähig und im eigenen Haushalt voll arbeitsfähig, und zwar ab dem 

16. Oktober 2006.

A.h Der RAD schätzte den Beginn der Arbeitsunfähigkeit von 30 % auf Oktober 2003.

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A.i  Mit Vorbescheid vom 13. März 2007 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen der Versicherten eine Abweisung des Gesuchs bei einem 

Invaliditätsgrad von 30 % in Aussicht. Ein Rentenanspruch bestehe nicht.

A.j  Die Versicherte liess am 5. April 2007 einwenden, es gebe für sie keine 

leidensangepasste Tätigkeit. Sie sei gänzlich arbeitsunfähig, wie es ihr der 

behandelnde Arzt attestiere. Es bestehe daher Anspruch auf eine ganze Rente bei einer 

Invalidität von 100 %.

A.k  Mit Verfügung vom 10. Mai 2007 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den 

Anspruch der Versicherten ab. Sie erleide keine rentenbegründende Erwerbseinbusse, 

da sie gemäss dem Gutachten zu 70 % arbeitsfähig sei.

B.  

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Karin Bürki für die 

Betroffene am 11. Juni 2007 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei eine Rente zuzusprechen, eventualiter sei ein Gutachten eines 

Facharztes für Psychiatrie einzuholen; der Beschwerdeführerin sei ferner die 

unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Aus eigener und der Sicht des sie seit 

Januar 2004 behandelnden Arztes Dr. E.___ sei die Beschwerdeführerin zu 100 % 

arbeitsunfähig. Der psychiatrische Gutachter (Dr. med. G.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie) habe festgehalten, die Untersuchung stimme mit der 

Aktenlage

- insbesondere dem Bericht von Dr. E.___ - überein, sei aber trotzdem zur Ansicht 

gelangt, die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung seien "eher nicht" erfüllt. Er 

sei sich dieser Diagnose also nicht sicher. Ohne Beachtung des Berichts von Dr. E.___ 

stelle die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten ab. Sie habe ausser Betracht 

gelassen, dass die Beschwerdeführerin monatlich bei Dr. E.___ in Therapie stehe, dass 

ein Vertrauensverhältnis aufgebaut sei und der Arzt schon seit mehreren Jahren den 

Krankheitsverlauf mitbeobachten könne und die Unzumutbarkeit einer Arbeit sehe, 

während es nicht möglich sei, in einer oder zwei Begutachtungsstunden ein 

umfassendes Bild des psychiatrischen Zustands zu erstellen. Die Beschwerdeführerin 

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sei massiv reizempfindlich, nervös und aggressiv. Das führe zur Arbeitsunfähigkeit. Der 

psychiatrische Gutachter attestiere der Beschwerdeführerin ausserdem auch 

körperliche Beschwerden, die er aber bei der psychiatrischen Beurteilung ausser Acht 

lasse. Der rheumatologische Gutachter habe die Beschwerdeführerin nur aus der Sicht 

seiner Disziplin begutachtet. Eine Gesamtbegutachtung, welche die infolge der 

psychischen Beschwerden auftretenden körperlichen Beschwerden (Atemnot, 

empfindungsloser linker Arm, Stechen im linken Arm, Schwindel, Übelkeit, 

Kopfschmerzen usw.) mitberücksichtigt hätte, habe nicht stattgefunden. Der 

angefochtene Entscheid sei nicht nachvollziehbar; die Beschwerdegegnerin setze sich 

mit den unterschiedlichen Ergebnissen nicht auseinander. Sollte sich das Gericht nicht 

auf einen Invaliditätsgrad festlegen können, werde das Einholen eines weiteren 

Arztberichts beantragt. Die Beschwerdeführerin wäre auch bereit, den behandelnden 

Arzt zu wechseln. Allerdings setze eine richtige Beurteilung des Leidens und der 

Arbeitsunfähigkeit mehrere Konsultationen bzw. einen regelmässigen Kontakt voraus. 

Eine einmalige Konsultation genüge hierzu nicht.

C.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Der Meinung der neutralen MEDAS-Experten sei ein 

grösserer Stellenwert beizumessen als derjenigen des erfahrungsgemäss nicht ganz 

unbefangenen behandelnden Psychiaters, der aufgrund der Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen eher zugunsten seiner Patienten aussage. Ein behandelnder Arzt wie 

Dr. E.___ habe nicht die Stellung eines Sachverständigen, sondern einer 

Auskunftsperson. Im Übrigen gebe der Hausarzt gar keine Arbeitsunfähigkeit an. Es sei 

auf das MEDAS-Gutachten abzustellen.

D.  

Mit Replik vom 3. September 2007 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

vor, ein Vorrang eines Beweismittels sei in Art. 43 ATSG nicht vorgesehen. Wenn 

lediglich zwei fachärztliche Berichte vorlägen und diese erheblich voneinander 

abweichen würden, dürfe nicht ohne weiteres auf das Gutachten abgestützt werden. 

Dass Dr. E.___ nicht unabhängig sei und im Zweifel zugunsten der Beschwerdeführerin 

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aussage, halte nicht stand. Die längere Begleitung, die eingehende Kenntnis der 

Krankengeschichte und der enge direkte Kontakt ermöglichten einem behandelnden 

Arzt eine bessere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der Langzeitprognose als die 

kurze gutachterliche Untersuchung. Wenn der behandelnde Arzt an der Schätzung 

einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in Kenntnis des Gutachtens festhalte, werde das 

seinen Grund haben. Der MEDAS-Gutachter habe lediglich eine Momentaufnahme an 

einem einzigen Tag zu sehen bekommen. Die Beschwerdegegnerin habe es nicht 

einmal für nötig befunden, von Dr. E.___ einen aktuellen Arztbericht einzuholen; der 

letzte Bericht liege mehr als zwei Jahre zurück (20. Juli 2005). Dies sei nachzuholen 

und gegebenenfalls sei die Beschwerdeführerin von einem unabhängigen Dritten 

nochmals untersuchen zu lassen. Bei letzterem sei zu beachten, dass die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit nicht nach einem einzigen Gespräch, sondern erst dann erfolge, 

wenn eine mehrmalige Behandlung erfolgt sei. Es bestehe keine gesetzliche Grundlage 

dafür, allein auf das Gutachten abzustellen. Hiefür sei die Diskrepanz zwischen den 

Aussagen von Dr. E.___ und des psychiatrischen Gutachters zu gross.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hat am 7. September 2007 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen:

1.   

1.1  Da vorliegend ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung am 10. Mai 2007 entwickelt hat, sind die am 1. Januar 2008 

in Kraft getretenen Änderungen der massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen nicht 

anwendbar.

1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das 

Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Die Beschwerdeführerin lässt in 

diesem Verfahren - wie bereits bei der Anmeldung - einzig Rentenleistungen 

beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich 

allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein solcher in Frage stünde, so 

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gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung 

den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.   

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

2.3  Den medizinischen Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin über 

eine Fülle von verschiedenen Beschwerden klagt (act. 13-2/6). Die körperliche 

Symptomatik sei beinahe grenzenlos vielfältig (act. 21-15/18). In somatischer Hinsicht 

liegt nach Angaben von Dr. D.___ keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende 

Erkrankung vor, allerdings bestünden eine Adipositas und rezidivierende lumbale 

Rückenschmerzen. Bei der Begutachtung wurde rheumatologisch ein generalisiertes, 

diffuses, therapierefraktäres Ganzkörperschmerzsyndrom ohne entsprechendes 

Korrelat am Bewegungsapparat diagnostiziert. Es liege eine leichte Fehlstatik vor. 

Insgesamt sei das Krankheitsbild von rheumatologischer Seite nicht erklärbar. Die 

Adipositas sei morbid, aber ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus somatischer 

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Sicht ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nach übereinstimmender 

ärztlicher Auffassung nicht eingeschränkt. 

2.4  Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, besteht nach Auffassung des Hausarztes 

keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Störung. Die Fachärzte - der behandelnde 

Arzt der FSP und der begutachtende Psychiater - haben allerdings übereinstimmend 

die Diagnose einer Somatisierungsstörung erhoben, das Gutachten präzisierend eine 

komplexe Somatisierungsstörung. Das Gutachten benennt daneben nächtliche 

Panikattacken und eine emotional instabile Persönlichkeitsstruktur vom impulsiven Typ 

mit chronifiziertem generalisiertem diffusem Ganzkörperschmerzsyndrom ohne 

adäquates Korrelat am Bewegungsapparat. Die Beurteilungen der Arbeitsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin gehen jedoch (mit 100 % und 30 %) weit auseinander.

2.5  Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis der Begutachtung ab, die 

Beschwerdeführerin beruft sich auf die Einschätzung der FSP. Liegen - wie hier - 

unterschiedliche ärztliche Beurteilungen vor, so hat der Sozialversicherungsrichter 

aufgrund des im Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der freien 

Beweiswürdigung (BGE 125 V 352 E. 3a) alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. 

Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Gutachten und 

Berichte Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 352 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 

sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S G. vom 4. September 2006, I 713/05). Es geht aber nicht an, 

den Aussagen des Hausarztes ohne nähere und unter dem Gesichtspunkt des 

Willkürverbotes haltbare Begründung die Glaubwürdigkeit von vornherein 

abzusprechen (Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichts vom 21. Dezember 

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2005, 4P.254/2005), ebenso wenig jenen eines behandelnden Spezialarztes (vgl. 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S V. vom 16. Mai 2007).

2.6  Das vorliegende Gutachten basiert auf einer Kenntnisnahme von den Vorakten 

(insbesondere einschliesslich des Berichts der FSP, ferner etwa von Berichten über 

eine kardiologische und über eine neurologische Abklärung). Es wurde ausserdem 

unter anderem die Familien-, Sozial- und Berufsanamnese erhoben. Auch die geklagten 

Beschwerden wurden detailliert aufgenommen. Die Befunderhebung erstreckte sich auf 

den Allgemeinstatus und es fanden ein rheumatologisches und ein psychiatrisches 

Konsilium statt. Die Schlussfolgerung wurde in einer Schlussbesprechung gezogen, an 

welcher ein Internist, welcher die Anamnese und den Allgemeinstatus erhoben hatte, 

und ein Rheumatologe (nicht der Konsiliarius), nicht aber der Psychiater beteiligt waren. 

Dabei wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in einer schweren, alltäglichen, 

chronischen Überforderungs- und Belastungssituation stehe, indem offenbar 

schwierige Familien- und Sozialverhältnisse in der Kindheit mit diversen 

Entwurzelungen, ausserdem eine schwierige psychosoziale Situation in der Ehe 

(arbeitsunfähiger Ehemann), und schliesslich eine schwere Belastung durch die 

Situation der in der Entwicklung retardierten und sonderschulbedürftigen Tochter 

bestünden. Die Beschwerdeführerin stehe somit unter täglichem Druck und Stress. Sie 

sei aber nicht eigentlich krank und bedürfe nicht in erster Linie des Arztes, sondern 

einer ständigen Sozialberatung. Wie der psychiatrische Gutachter dafürgehalten hatte, 

wurde den erhobenen psychiatrischen Diagnosen in der Gesamtbeurteilung eine 

Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten von 30 % zugeordnet.

2.7  Die FSP anderseits gelangte wie erwähnt zur Einschätzung, die 

Beschwerdeführerin sei nicht mehr arbeitsfähig. Die Beurteilung stützt sich nicht auf 

eine umfassende Aktenkenntnis und ist nicht im interdisziplinären Zusammenwirken 

zustande gekommen. Stattdessen beruht sie aber auf einer Beobachtung der 

Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Beschwerdeführerin war 

damals knapp eineinhalb Jahre lang in Intervallen von drei bis vier Wochen behandelt 

worden. Dies brachte den Vorteil, die gesundheitliche Situation (im Unterschied zum 

Gutachten) an mehreren Tagen und im Zeitablauf beobachten zu können. Das 

Eidgenössische Versicherungsgericht hat in diesem Sinn festgehalten, der Richter 

könne [unter Umständen] auf die speziellen, etwa dank der langjährigen Betreuung nur 

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einem Hausarzt zugänglichen Kenntnisse des Gesundheitszustandes eines 

Versicherten abstellen (nicht veröffentlichter Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 255/96, zit. in 4P.254/2005). Anderseits hat ein behandelnder 

Arzt eine wesentlich andere Sicht auf seinen Patienten als ein Gutachter auf eine 

versicherte Person, weil sein Auftrag ein therapeutischer ist. Der Arzt konzentriert sich 

auf die Behandlung. Er steht zudem zum Patienten in einem Vertrauensverhältnis. Nach 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass es dieser auftragsrechtlichen Vertrauensstellung wegen mitunter 

vorkommt, dass behandelnde Ärzte in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (so etwa der Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. 

vom 6. Dezember 2006, I 329/06; BGE 125 V 353 E. 3b/cc; vgl. Ulrich Meyer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 229 f.). Bei behandelnden Ärzten 

muss auch damit gerechnet werden, dass sie sich durch die "Macht des Faktischen" 

von der pessimistischen subjektiven Einstellung ihrer Patienten überzeugen lassen (so 

der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/

S A.M.-C. vom 27. März 2003). Der Arztbericht der FSP fällt durch seine detaillierte 

Wiedergabe der angegebenen Beschwerden der Beschwerdeführerin auf, was aus der 

Behandlungssituation heraus verstanden werden muss. Dass dadurch eine 

vollständige, jede Tätigkeit betreffende Arbeitsunfähigkeit bewirkt sei, dass jede 

Anstrengung das Beschwerdebild verstärke und zu einer anschliessenden 

langdauernden Erschöpfung führe, erscheint aufgrund der erhobenen Befunde als 

wenig nachvollziehbar. Die Einschätzung des Gutachtens geht von einer 

Überforderungssituation der Beschwerdeführerin aus. Ihre Arbeitsfähigkeit 

einschränkend wirkt sich eine psychische Störung von Krankheitswert, nämlich die 

Somatisierungsstörung, aus. Daneben wurde die (dringende) Verdachtsdiagnose einer 

Persönlichkeitsstörung (emotional instabil, vom impulsiven Typus) gestellt. Es wird im 

Teilgutachten nachvollziehbar dargelegt, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

sich auf die multiplen körperlichen Beschwerden, die emotionelle Instabilität und die 

geringe Stress- und Frustrationstoleranz zurückführen lasse. Hierauf kann abgestellt 

werden. Insgesamt ist dem Ergebnis der Gesamtbeurteilung der eigens dafür 

spezialisierten Fachstelle der Invalidenversicherung der Vorrang einzuräumen.

3.   

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In erwerblicher Hinsicht kann mit der Beschwerdegegnerin davon ausgegangen 

werden, dass die Arbeitsunfähigkeit von 30 % in jeglicher Erwerbstätigkeit nicht zu 

einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führt. Denn es rechtfertigt sich, sowohl das 

Validen- wie das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin auf der Grundlage der 

Tabellenlöhne zu bestimmen, waren die Einkünfte aus den verschiedenen Anstellungen 

doch allzu unterdurchschnittlich. Mit einem Abzug von 10 % von diesen statistischen 

Einkommen (weil diese Zahlen von gesunden Arbeitskräften erhoben werden) zur 

Bemessung des Invalideneinkommens ergibt sich eine invaliditätsbedingte Einbusse 

lediglich von 37 %, sodass kein Rentenanspruch besteht.

4.   

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Der 

Beschwerdeführerin wurde am 19. Juni 2007 die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung bewilligt. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind zwar die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist sie jedoch von der Bezahlung zu befreien. Wenn ihre wirtschaftlichen 

Verhältnisse es ihr gestatten, kann sie allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten, 

der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten 

verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

4.3  Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für 

die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der 

Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Diese ist in 

Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um 

einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu reduzieren.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.

3.  Der Staat hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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