# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12c9fc01-30d8-53db-bdfc-b6953d0499f4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.09.2017 SK 2017 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-38_2017-09-27.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 38

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. September 2017 

Besetzung Oberrichter Kiener (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________ 

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

Dachverband Berner Tierschutzorganisationen (DBT), vertre-
ten durch B.________

Strafkläger

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 7. Dezember 2016 (PEN 2015 291)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 7. Dezember 2016 (pag. 273 ff.) erklärte das Regionalgericht Ober-
land (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldig-
ter) der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, mehrfach begangen bzw. 
festgestellt am 7. April 2015 und am 30. Juni 2015 in C.________ (Ort), schuldig 
(pag. 273) und verurteilte ihn in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestim-
mungen zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, wobei die Ersatzfreiheits-
strafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 5 Tage festgesetzt wurde, sowie zu den 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 1‘665.00 
(pag. 274). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 12. Dezem-
ber 2016 (eingegangen bei der Vorinstanz am 13. Dezember 2016) form- und frist-
gerecht die Berufung an (pag. 278). Die Berufungserklärung erfolgte ebenfalls 
form- und fristgerecht, sie ging am 2. Februar 2017 beim Obergericht des Kantons 
Bern ein (pag. 306 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 8. Februar 2017 ihren Ver-
zicht auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren mit (pag. 412 f.). Mit Ver-
fügung vom 8. März 2017 wurde festgehalten, dass sich der Dachverband Berner 
Tierschutzorganisation (nachfolgend DBT bzw. Strafkläger) nicht zur Eintretensfra-
ge äusserte und auch nicht Anschlussberufung erhob (pag. 414). 

3. Parteistellung Dachverband Berner Tierschutzorganisationen

Im Beschwerdeverfahren BK 17 5 änderte die Beschwerdekammer des Oberge-
richts des Kantons Bern ihre bisherige Praxis und sprach dem DBT mit Beschluss 
vom 7. Juli 2017 die Parteistellung ab. Dieser Entscheid ist mit Beschwerde in 
Strafsachen beim Bundesgericht angefochten worden. Dessen Entscheid steht 
noch aus, der Entscheid im Verfahren BK 17 5 ist mithin noch nicht in Rechtskraft 
erwachsen. Es rechtfertigt sich deshalb – nicht zuletzt mit Blick auf den Vertrau-
ensschutz bei Praxisänderungen (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN - Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., N 639) – den Strafkläger vorliegend im Verfahren zu be-
lassen. Dies auch deshalb, weil er das vorliegende Berufungsverfahren nicht einge-
leitet und auch auf eine inhaltliche Stellungnahme verzichtet hat.

4. Durchführung des schriftlichen Verfahrens

Mit Verfügung vom 8. März 2017 wurde in Anwendung von Art. 406 Abs. 1 
Bst. c StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens angeordnet. Weiter wur-
de in diesem Zusammenhang festgestellt, dass der Beschuldigte seine Berufungs-
erklärung vom 1. Februar 2017 auf 14 Seiten und mit 15 Beilagen ausführlich be-

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gründet hatte, weshalb diese Eingabe als schriftliche Begründung im Sinne von 
Art. 406 Abs. 3 StPO entgegen genommen wurde (pag. 415).

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die vom Beschuldigten eingereichten Beilagen Nr. 1 - 15 wurden mit Verfügung 
vom 8. März 2017 zu den Akten erkannt. Bei gleicher Gelegenheit wurden die 
Akten der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern i.S. SK 15 335 
sowie die Akten der Staatsanwaltschaft Oberland i.S. O 14 13823, beigezogen 
(pag. 415). 

Mit Eingabe vom 30. März 2017 (eingegangen beim Obergericht des Kantons Bern 
am 3. April 2017) teilte der Strafkläger den Verzicht auf Stellungnahme zur 
Berufungsbegründung des Beschuldigten mit (pag. 419). 

6. Anträge des Beschuldigten

Der Beschuldigte beantragt in seiner Berufungsbegründung vom 1. Februar 2017 
sinngemäss einen Freispruch von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen 
die Tierschutzgesetzgebung, mehrfach begangen bzw. festgestellt am 7. April 2015 
und am 30. Juni 2015 in C.________ (Ort). Weiter stellt er den Antrag, es sei ihm 
eine Entschädigung für seine Aufwendungen für die angemessene Ausübung sei-
ner Verfahrensrechte zuzusprechen (pag. 307). 

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 7. De-
zember 2016 vollumfänglich Berufung erklärt (pag. 307), weshalb das gesamte Ur-
teil durch die Kammer neu zu beurteilen ist. Da ausschliesslich eine Übertretung 
Gegenstand des Verfahrens bildet, überprüft die Kammer das erstinstanzliche Ur-
teil mit eingeschränkter Kognition: Mit der Berufung kann nur geltend gemacht wer-
den, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei of-
fensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen 
und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO). 

Die Rüge der offensichtlich unrichtigen oder auf Rechtsverletzung beruhenden 
Feststellung des Sachverhalts entspricht Art. 97 BGG (vgl. BSK StPO – EUGSTER, 
N 3a zu Art. 398). Offensichtlich unrichtig ist eine Sachverhaltsfeststellung, wenn 
sie willkürlich ist. (vgl. BGer 6B_696/2011 vom 6. März 2012, E. 2.1; BGE 137 III 
226, E. 4.2). Willkür bei der Beweiswürdigung im Sinne von Art. 9 BV liegt nach 
ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts vor, wenn der angefochtene Ent-
scheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Wi-
derspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar 
oder gar zutreffender erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht (vgl. 
BGer 6B_874/2013 vom 25. August 2014, E. 1.2.1. m.w.H.). Eine Sachverhaltser-
mittlung ist insbesondere nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zwei-
fel anmelden, sondern erst dann, wenn sie eindeutig und augenfällig unzutreffend 
ist (BGE 132 I 42, E.3.1). Erforderlich ist also ein qualifizierter Mangel, ein klares 
Abweichen der tatsächlichen Gegebenheiten von der Sachverhaltsfeststellung im 
angefochtenen Entscheid (vgl. BSK BGG – SCHOTT, N 9 f. zu Art. 97). Willkür liegt 

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sodann nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheides, sondern auch 
das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 123 I 1, E. 4.a).

Mangels staatsanwaltschaftlicher Berufung bzw. Anschlussberufung ist die Kam-
mer vorliegend an das Verschlechterungsverbot gebunden (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

8. Formelle Vorbringen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bringt mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 vor, er habe 
D.________ am 5. Dezember 2014 angezeigt, das Strafverfahren sei bis zum 
rechtskräftigen Entscheid im Verfahren O 14 12212 sistiert worden. Da dieses Ver-
fahren mittlerweile rechtskräftig abgeschlossen worden sei [Anm.: mit Urteil i.S. 
SK 15 335], sei davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren ge-
gen D.________ wieder an die Hand genommen habe, womit diese am 7. Dezem-
ber 2016 Beschuldigte einer hängigen Untersuchung gewesen sei, und damit nicht 
gültig als Zeugin habe einvernommen werden können, bzw. die Vorinstanz 
Art. 162 StPO verletzt habe (pag. 310 f.). 

Das Gesetz umschreibt den Zeugenbegriff kumulativ durch zwei negative und eine 
positive Voraussetzung. So kommt als Zeuge in Betracht, wer (1.) an der Bege-
hung einer Straftat nicht beteiligt ist, (2.) der Aufklärung dienende Aussagen ma-
chen kann und (3.) nicht Auskunftsperson nach Art. 178 StPO ist (Art. 162 StPO). 
Dabei wollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass niemand als Zeuge behandelt 
werden darf, der von vornherein als Beschuldigter in Betracht fällt. Zwar gibt es 
Verfahren, bei denen die Frage nach der Person des (Mit-)Beschuldigten durchaus 
offen ist; zu denken ist etwa an Fälle mit unbekannter Täterschaft oder an solche 
mit möglichen Mittätern oder Teilnehmern bei einem bereits bekannten Beschuldig-
ten (vgl. zum Ganzen BSK StPO-JÜRG BÄHLER, N 10 ff. zu Art. 162). Im vorliegen-
den Strafverfahren gegen den Beschuldigten war jedoch von Anfang an klar, dass 
dieser als einzige Person als Tierhalter und damit als Verantwortlicher für die ihm 
vorgeworfenen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz in Frage kam. Die 
strafrechtlichen Vorwürfe, welche der Beschuldigte seinerseits gegen D.________ 
erhob, vermögen daran nichts zu ändern. 

Weiter macht der Beschuldigte geltend, die durch die Kantonspolizei durchgeführte 
Hausdurchsuchung vom 7. April 2015 verletze Art. 245 Abs. 1 StPO, da die Poli-
zeibeamten zu Beginn keinen Hausdurchsuchungsbefehl hätten vorweisen können 
(pag. 312). Dieser Einwand des Beschuldigten war bereits Gegenstand des Be-
schwerdeverfahrens BK 15 216; mit rechtskräftigem Beschluss vom 28. Septem-
ber 2015 trat die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern nicht auf 
die Beschwerde des Beschuldigten ein (vgl. pag. 10 - 64).

Schliesslich rügt der Beschuldigte in formeller Hinsicht, dass weder die Staatsan-
waltschaft noch die Vorinstanz die Beschlagnahme aufgehoben und die beschlag-
nahmten Gegenstände und Vermögenswerte ausgehändigt hätten, nachdem der 
Grund für die Beschlagnahme weggefallen sei; dies verletze Art. 267 Abs. 1 StPO 
(pag. 312 f.). Als beschlagnahmte Gegenstände erwähnte der Beschuldigte in sei-
ner Berufungserklärung die anlässlich der Nachkontrolle vom 7. April 2015 be-
schlagnahmten acht Jungtiere. Welche Vermögenswerte beschlagnahmt worden 
sein sollen, präzisiert der Beschuldigte nicht. Für die Kammer ist nicht ersichtlich, 

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dass im vorliegenden Strafverfahren Vermögenswerte beschlagnahmt worden 
wären. Zwar wurden am 7. April 2015 durch den Veterinärdienst tatsächlich acht 
Jungkatzen des Beschuldigten beschlagnahmt – es handelte sich dabei jedoch 
nicht um eine strafrechtliche Zwangsmassnahme i.S.v. Art. 196 ff. und 
Art. 263 ff. StPO. Vielmehr wurden die Tiere durch den Veterinärdienst im Rahmen 
eines Verwaltungsverfahrens beschlagnahmt. Gegen die entsprechenden Verfü-
gungen hätte der Beschuldigte, sofern er damit nicht einverstanden war, auf dem 
Verwaltungsrechtsweg vorgehen müssen. Die Rechtsmittel der StPO können ihm 
in dieser Hinsicht hingegen nicht zu seinem vermeintlichen Recht bzw. zur Heraus-
gabe der Katzen verhelfen. Entsprechend war die Staatsanwaltschaft entgegen 
den Ausführungen des Beschuldigten auch nicht verpflichtet, die beschlagnahmten 
Katzen im Strafbefehl vom 9. November 2015 als beschlagnahmte Gegenstände 
aufzuführen und die Vorinstanz nicht gehalten, im erstinstanzlichen Urteilsdispositiv 
darüber zu verfügen. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wird mit Strafbefehl vom 9. November 2015 vorgeworfen, er 
habe sich der Widerhandlungen gegen die Tierschutzgesetzgebung, durch unge-
nügende Reinhaltung von Haltungseinrichtungen bei Tieren, übermässiger Ver-
mehrung von Hauskatzen und Unterlassen der nötigen Pflegehandlungen (Parasi-
tenbekämpfung) bei der Haltung von Hauskatzen, festgestellt am 7. April 2015 und 
am 30. Juni 2015 in C.________ (Ort), schuldig gemacht. Konkret wird dem Be-
schuldigten zum Vorwurf gemacht, er habe seine Katzen in der Wohnung unsach-
gemäss gehalten, indem er deren Haltungseinrichtungen (Katzenkistchen) unge-
nügend gereinigt, nicht für ausreichende Hygiene gesorgt (Urinlachen am Boden, 
Gestank nach Ammoniak und Exkrementen), die Katzen übermässig vermehren 
gelassen und die nötigen Pflegehandlungen (Parasitenbekämpfung) unterlassen 
habe (pag. 132). 

10. Sachverhalt

10.1 Unbestrittener Sachverhalt

10.1.1 Vorgeschichte bzw. Verfahren SK 15 335

Zur Vorgeschichte hält die Kammer zunächst fest, dass anlässlich einer Kontrolle 
des Veterinärdienstes am 25. September 2014 im vom Beschuldigten bewohnten 
Haus an der E.________ (Strasse) in C.________ (Ort) 40 Katzen vorsorglich be-
schlagnahmt wurden. Dabei konnten zwei bis drei Katzen nicht eingefangen wer-
den und drei zunächst eingefangene Tiere konnten wieder entweichen. Mit Verfü-
gung vom 3. November 2014 verfügte der Veterinärdienst die definitive Beschlag-
nahmung der 40 Katzen, die Pflicht zur Neuplatzierung der sechs beim Beschuldig-
ten verbliebenen Katzen sowie ein unbefristetes Katzenhalteverbot (pag. 118). 

Mit Strafbefehl vom 5. Januar 2015 wurde der Beschuldigte der Tierquälerei sowie 
der Übertretung gegen die Tierschutzgesetzgebung, beides mehrfach begangen in 

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der Zeit vom 18. Juli 2017 bis zum 25. September 2014 schuldig erklärt (pag. 57 
des Dossiers PEN 15 18). Der Beschuldigte focht sowohl diesen Strafbefehl, als 
auch das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 7. Au-
gust 2015 (pag. 247 ff. des Dossiers PEN 15 18) an. Mit in Rechtskraft erwachse-
nem Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 5. Au-
gust 2016 wurde er schliesslich wegen Tierquälerei, mehrfach begangen in der Zeit 
vom 18. Juli 2014 bis am 25. September 2014 (Datum der Kontrolle durch den Ve-
terinärdienst), schuldig erklärt (SK 15 335).

10.1.2 Verfahrensgegenstand im vorliegenden Berufungsverfahren SK 17 38

Am 7. April 2015 fand am Wohnort des Beschuldigten eine Nachkontrolle durch 
den Veterinärdienst statt; bei dieser Gelegenheit wurden beim Beschuldigten er-
neut 20 Katzen festgestellt, davon acht Jungtiere, acht weibliche Katzen und vier 
männliche Katzen. Die acht Jungtiere wurden umgehend vorsorglich beschlag-
nahmt (pag. 169). Mit Verfügung des Veterinärdienstes vom 7. Mai 2015 wurde die 
Beschlagnahmung definitiv angeordnet. Ausserdem wurde der Beschuldigte ver-
pflichtet, die bei ihm verbleibenden 12 erwachsenen Katzen tierärztlich untersu-
chen sowie kastrieren bzw. hormonell behandeln zu lassen (pag. 105 ff.). Eine ent-
sprechende Bestätigung reichte der Beschuldigte innert Frist nicht ein, weshalb am 
30. Juni 2015 eine weitere Nachkontrolle vorgenommen wurde (pag. 119). Anläss-
lich dieses Termins wurden wiederum 17 Katzen beim Beschuldigten festgestellt, 
davon fünf Jungtiere und acht weibliche Katzen (die vier Kater befanden sich zum 
Kontrollzeitpunkt im Freien). 13 Katzen (die fünf Jungtiere und die acht weiblichen 
Katzen) wurden gleichentags vorsorglich beschlagnahmt (pag. 173 f.). Mit Verfü-
gungen vom 16. und vom 22. September 2015 ordnete der Veterinärdienst die de-
finitive Beschlagnahmung der Katzen an, hob das dem Beschuldigten mit Verfü-
gung vom 3. November 2014 auferlegte unbefristete Katzenhalteverbot auf und er-
setze es durch ein teilweises Katzenhalteverbot, wonach der Beschuldigte die bei 
ihm verbleibenden vier inzwischen kastrierten Kater bis zu deren Ableben unter 
Auflagen halten darf (vgl. pag 118 ff.). 

10.2 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet alle vier ihm mit Strafbefehl vom 9. November 2015 
(pag. 132 f.) gemachten Vorwürfe auch oberinstanzlich (vgl. zu den einzelnen Ein-
wendungen die Erwägungen unter II.11.2. Konkrete Beweiswürdigung hiernach). 

11. Beweiswürdigung

11.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung und Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend 
wiedergegeben, es kann darauf verwiesen werden (vgl. pag. 286 f., S. 4 f. Ent-
scheidbegründung). 

Weiter hat die Vorinstanz in der schriftlichen Urteilsbegründung die zu würdigenden 
Beweismittel und deren Fundstellen in den amtlichen Akten korrekt aufgelistet, 
auch darauf wird verwiesen (vgl. pag. 287 f., S. 5 f. Entscheidbegründung). 

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11.2 Konkrete Beweiswürdigung

11.2.1 Allgemein gehaltene Rüge

Der Beschuldigte macht im Berufungsverfahren geltend, das erstinstanzliche Urteil 
verletze den Untersuchungsgrundsatz, zumal es nicht alle für die Beurteilung der 
Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen aus dem gesamten 
Verfahren von Amtes wegen abgeklärt habe und die belastenden und entlastenden 
Umstände und Beweise nicht mit gleicher Sorgfalt untersucht und gewürdigt habe. 
Auch hätten die Strafbehörden nicht alle nach dem Stand von Wissenschaft und 
Erfahrung geeigneten Beweismittel eingesetzt, welche rechtlich zulässig seien. Da 
erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen 
Voraussetzungen der angeklagten Tat bestünden, habe das Gericht von der für die 
beschuldigte Person günstigeren Sachlage auszugehen. Die Vorinstanz stütze sich 
lediglich auf die durch die Kantonspolizei erstellten Anzeigerapporte vom 7. 
April 2015 und vom 24. August 2015 sowie auf die Akten des Veterinärdienstes, 
nicht aber auf die gesicherten Tatspuren, beschlagnahmten Beweismittel und si-
chergestellten Gegenstände und Vermögenswerte (pag. 311, pag. 312 sowie pag. 
317 f.). 

Die Vorbringen des Beschuldigten beschränken sich inhaltlich grossmehrheitlich 
auf die Wiedergabe der folgenden Gesetzesbestimmungen: Art. 6 Abs. 1 und 2, 
Art. 10 Abs. 2 und 3, Art. 139 Abs. 1 StPO. Die Kammer ist der Auffassung, dass 
die Vorinstanz die vorhandenen Beweismittel – namentlich die protokollierten Fest-
stellungen durch den Veterinärdienst und die Kantonspolizei, aber auch die Aussa-
gen des Beschuldigten und diejenigen der Polizistin F.________ und von 
D.________ – umfassend gewürdigt hat. Auf welche «gesicherten Tatspuren, be-
schlagnahmten Beweismittel und sichergestellten Gegenstände und Vermögens-
werte» die Vorinstanz fälschlicherweise nicht eingegangen sein soll, konkretisiert 
der Beschuldigte nicht und erschliesst sich der Kammer nicht. 

11.2.2 Tierhaltereigenschaft
Der Beschuldigte bringt mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 sinngemäss 
vor, seit der Kontrolle durch den Veterinärdienst vom 25. September 2014 sei er 
nicht mehr Tierhalter im Sinne des Tierschutzgesetzes. Zur Begründung führt er 
aus, D.________ habe anlässlich der Kontrolle des Veterinärdienstes vom 25. Sep-
tember 2014 alle Katzen beschlagnahmt. Er selber habe deshalb ab diesem Zeit-
punkt nicht mehr als Person gegolten, welche Tiere halte oder betreue (Art. 6 
Abs. 1 TSchG). Er habe betreffend seine Katzen nur bis zum 25. September 2014 
eine Garantenstellung inne gehabt (pag. 308). D.________ gebe zu, dass sich drei 
eingefangene Katzen aus den Transportboxen hätten befreien können und dass 
ca. zwei bis drei weitere Katzen nicht hätten eingefangen werden können. Rechts-
erheblich sei, dass die Verfügung vom 3. Oktober 2014 von «bei ihm verbliebenen 
fünf bis sechs Katzen» spreche, und nicht davon, dass ihm nach der Kontrolle vom 
25. September 2014 fünf bis sechs Katzen belassen worden seien, wie die Vorin-
stanz zu unrecht festhalte. D.________ sei erst am 7. April 2015 wieder nach 
C.________ (Ort) gekommen, um sich nach dem Befinden der im Freien zurückge-
lassenen Katzen zu erkundigen. Nach längerem unkontrollierten Leben im Freien 
seien nicht bloss sechs, sondern zwölf Katzen in ihr altes Zuhause zurückgekehrt, 

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es handle sich dabei um die im Kontrollprotokoll vom 7. April 2015 aufgeführten 
vier adulten Kater und acht adulten Kätzinnen. D.________ habe die Hauskatzen 
vorsätzlich zurückgelassen, in der Absicht, sich ihrer zu entledigen, weshalb sie für 
die unkontrollierte Vermehrung und den allfälligen Parasitenbefall dieser Katzen in 
der Zeit vom 25. September 2014 bis zum 7. April 2015 mitverantwortlich sei. Dar-
an vermöge auch ihre Anordnung vom 3. Oktober 2014 nichts zu ändern, wonach 
die zurückgelassenen Katzen im Nachhinein zu beim Tierhalter verbliebenen Kat-
zen deklariert worden seien (pag. 309 f.). 

Die Kammer hält dem vorab entgegen, dass sich aus den Akten keinerlei Hinweise 
darauf ergeben, dass sich D.________ der Katzen, wie vom Beschuldigten geltend 
gemacht, hätte entledigen wollen und diese anlässlich der Kontrolle vom 25. Sep-
tember 2014 in entsprechender Absicht ausgesetzt bzw. diese mutwillig nicht ein-
gefangen hätte. Der Beschuldigte hatte auch erstinstanzlich schon geltend ge-
macht, bei den am 7. April 2015 an seinem Wohnsitz angetroffenen Katzen handle 
es sich um solche, die während der Beschlagnahmung vom 25. September 2014 
entkommen seien, er selber sei folglich nicht mehr der Katzenhalter gewesen, 
weshalb die Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung auf ihn nicht anwendbar 
seien. Die Kammer hält fest, dass die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz 
nicht willkürlich sind, wenn diese davon ausging, der Beschuldigte habe die anläss-
lich der Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 30. Juni 2015 festgestellten 20 bzw. 
17 Katzen in seiner Obhut gehabt und sich nachweislich um diese gekümmert, 
womit er die tatsächliche Herrschaft über die Katzen innegehabt habe und betref-
fend diese Katzen Tierhalter im Sinne des Tierschutzgesetzes gewesen sei (vgl. 
zum Ganzen pag. 294, S 12 Entscheidbegründung). 

11.2.3 Ungenügende Reinhaltung von Haltungseinrichtungen

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass anlässlich der beiden Kontrollen vom 
7. April 2015 und vom 30. Juni 2015 die Haltungseinrichtungen (Katzenkistchen) 
ungenügend gereinigt gewesen seien (pag. 132).

Die Vorinstanz hielt in der schriftlichen Urteilsbegründung diesen Vorwurf betref-
fend zusammengefasst fest, der Beschuldigte habe zwar die im Kontrollprotokoll 
bzw. Kontrollbericht und in den Verfügungen gemachten Feststellungen bezüglich 
der verschmutzten Kotschalen bestätigt, jedoch eingewendet, dass die Kotschalen 
ja dafür da seien. Weiter habe er entgegen gehalten, dass er den Zustand der Kat-
zenkistchen täglich so oft wie nötig überprüft habe, weshalb nicht von einer über-
mässigen Verschmutzung der Katzenkisten mit Katzenkot bzw. einer ungenügen-
den Reinhaltung gesprochen werden könne. Dem Beschuldigten könne zugute ge-
halten werden, dass verglichen mit der Kontrolle vom 25. September 2014 eine 
Verbesserung des Zustands festgestellt werden könne. Betreffend die Kontrolle 
vom 7. April 2015 halte das Kontrollprotokoll fest, dass die Katzenkisten mit Kat-
zenkot versehen gewesen seien, aber nicht übermässig. Jedoch gehe aus dem 
Anzeigerapport vom 7. April 2015 und den Verfügungen vom 16. April 2015 und 
vom 07. Mai 2015 einheitlich hervor, dass die Katzenkisten mit Exkrementen ver-
schmutzt gewesen seien. Betreffend die Kontrolle vom 30. Juni 2015 lasse sich ge-
stützt auf den Anzeigerapport vom 24. August 2015, den Kontrollbericht vom 
16. Juli 2015 und die Verfügungen vom 18. August 2015 bzw. vom 22. Septem-

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ber 2015 feststellen, dass die Kotschalen weiterhin unzureichend gereinigt gewe-
sen seien. So seien einzelne Katzenkisten ohne Katzenstreu und mit Spuren der 
Exkremente der Tiere verschmutzt gewesen; einzelne Katzenkisten hätten zwar 
Einstreu enthalten, seien aber teilweise mit den Exkrementen verschmutzt und eine 
Katzenkiste (in der Laube auf der Sitzplatzseite des Hauses) sei stark mit Kot ge-
füllt gewesen. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hätten die anlässlich der 
Kontrollen anwesende Veterinärtierärztin, D.________, sowie die ebenfalls anwe-
sende Kantonspolizistin F.________ als Zeuginnen die erwähnten Feststellungen 
bestätigt. Diese würden zudem auch durch die anlässlich der Kontrolle vom 30. Ju-
ni 2015 erstellte Foto-CD untermauert. Und schliesslich habe auch der Beschuldig-
te selber das Ausgeführte bestätigt (vgl. pag. 288 f., S. 6 f. Entscheidbegründung). 

Die Kammer erachtet diese Erwägungen als willkürfrei. Die Ausführungen des Be-
schuldigten in der Berufungserklärung (vgl. pag. 316), wonach die Unterkünfte und 
Gehege der Katzen mit geeigneten Kot- und Harnplätzen versehen gewesen seien, 
mögen zwar zutreffen, ändern aber nichts an der Tatsache, dass diese gemäss 
den Feststellungen des Veterinärdienstes und der Kantonspolizei anlässlich der 
Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 30. Juni 2015 nicht ausreichend gereinigt 
waren. Auch kann der Beschuldigte aus der Tatsache, dass anlässlich der Kontrol-
le vom 7. April 2015 «nur» acht Katzen beschlagnahmt wurden, während 12 Kat-
zen (vorläufig!) bei ihm belassen wurden (vgl. die entsprechenden Ausführungen 
auf pag. 316), nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dies belegt gerade nicht, dass 
die Haltung der Katzen und insbesondere die Sauberkeit der Haltungseinrichtun-
gen tierschutzkonform war, sondern der Beschuldigte muss sich vielmehr gerade 
vorhalten lassen, dass bei dieser Gelegenheit acht Jungtiere, welche sich in seiner 
Obhut befanden, aufgrund der angetroffenen Verhältnisse unverzüglich beschlag-
nahmt wurden. 

Aufgrund dessen hält die Kammer fest, dass das Beweisergebnis der Vorinstanz, 
wonach einzelne Katzenkisten anlässlich der Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 
30. Juni 2015 ohne Katzenstreu und mit Spuren der Exkremente der Tiere ver-
schmutzt waren, einzelne Katzenkisten mit Einstreu und teilweise mit den Exkre-
menten der Tiere verschmutzt waren und eine Katzenkiste – in der Laube auf der 
Sitzplatzseite des Hauses – stark mit Kot gefüllt war, die Kotschalen mithin weiter-
hin unzureichend gereinigt, nicht willkürlich ist. 

11.2.4 Mangelhafte Hygiene

Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, er habe nicht für ausreichende Hygi-
ene gesorgt, zumal sich am Boden Urinlachen befunden hätten und das Haus nach 
Ammoniak und Exkrementen gestunken habe (pag. 132). 

Der Beschuldigte bestreitet mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 zwar 
nicht, dass die Küche und die Laube auch anlässlich der Kontrollen vom 7. 
April 2015 und vom 30. Juni 2051 noch stark nach Ammoniak und Exkrementen 
rochen. Er macht jedoch geltend, daraus könne nicht auf mangelhafte Hygiene ge-
schlossen werden, zumal er Holzseife als Reinigungsmittel benutzt und die 
Holzwände der Laube mit Salmiakgeist, Imprägniergrund und Lasur behandelt ha-
be. Auch dürfe aus dem festgestellten Ammoniakgeruch nicht geschlossen werden, 

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dass Ammoniakgase vorhanden gewesen seien, welche die Schleimhäute, insbe-
sondere diejenigen der Augen und Atemwege der Katzen gereizt hätten. Dies sei 
eine blosse Vermutung der Vorinstanz, zumal anlässlich der Kontrollen keine Wer-
te für eine Konzentration von Ammoniakgasen ermittelt worden seien. Und 
schliesslich sei die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung, wonach die Hygiene 
der Haltungsbedingungen aufgrund des fehlenden freien Zugangs nach draussen 
ungenügend gewesen seien und nicht den Bedürfnissen der Katzen entsprochen 
hätten, unrichtig (vgl. die Ausführungen des Beschuldigten auf pag. 316 f.). 

Die Vorinstanz verfiel nach Auffassung der Kammer auch bei der Beweiswürdigung 
betreffend den Vorwurf der mangelhaften Hygiene nicht in Willkür. Sie gab 
zunächst die Aussagen des Beschuldigten inhaltlich korrekt wieder (vgl. pag. 289, 
S. 7 Entscheidbegründung). Anschliessend hielt sie zu Gunsten des Beschuldigten 
fest, es handle sich beim Haus des Beschuldigten um ein altes Holzhaus, weshalb 
es schwierig sei, den bereits anlässlich der Kontrolle vom 25. September 2014 
festgestellten Ammoniakgeruch vollständig zu beseitigen. Es sei somit nachvoll-
ziehbar, dass ein Teil des anlässlich der Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 
30. Juni 2015 festgestellten Ammoniakgeruchs noch von den früheren ungenügen-
den Haltungsbedingungen herrühre. Jedoch zeigten die Aussagen des Beschuldig-
ten, wonach die Jungtiere in die Wohnung uriniert hätten, dass es sich beim an-
lässlich der Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 30. Juni 2015 festgestellten Ge-
ruch nach Ammoniak und Exkrementen nicht nur um «alten» Geruch gehandelt 
habe. Dasselbe lasse sich auch den Aussagen von D.________ und denjenigen 
der Polizistin F.________ entnehmen (pag. 289 f., S. 7 f. Entscheidbegründung). 

In der Folge ging die Vorinstanz gestützt auf die Anzeigerapporte vom 7. April 2015 
und vom 24. August 2015, das Kontrollprotokoll vom 7. April 2015 bzw. den Kon-
trollbericht vom 16. Juli 2015 sowie die Verfügungen vom 16. April 2015, vom 
7. Mai 2015, vom 18. August 2015 und vom 22. September 2015 davon aus, dass 
der Beschuldigte die Räumlichkeiten zumindest teilweise gereinigt und die Hygiene 
der Haltungseinrichtungen verbessert habe, dass aber in den Haltungsbereichen 
der Katzen (Laube, Eingangs-, Schlaf und Wohnbereich) weiterhin Verschmutzun-
gen in Form von Kot, teilweise verschimmeltem Kot sowie Urinflecken vorgelegen 
hätten. Diese sowie die bei den Kontrollen vom 7. April 2015 und vom 30. Ju-
ni 2015 festgestellten ungenügend gereinigten Katzenkisten hätten den festgestell-
ten Geruch nach Ammoniak und Exkrementen der Katzen mitverursacht. Aufgrund 
des fehlenden freien Zugangs nach draussen sei insbesondere betreffend die 
weiblichen Katzen und Jungtiere die Hygiene der Haltungsbedingungen ungenü-
gend gewesen und habe nicht deren Bedürfnissen entsprochen (pag. 290, S. 8 
Entscheidbegründung). 

Dem Einwand des Beschuldigten, wonach die Tatsache, dass ihm nach der Kon-
trolle vom 7. April 2015 12 Katzen belassen worden seien, belege, dass er seinen 
Verpflichtungen als Tierhalter nachgekommen und ihm keine Widerhandlungen 
vorzuwerfen seien, hielt die Vorinstanz willkürfrei entgegen, dass die strafrechtliche 
Beurteilung nicht in Abhängigkeit zur Beurteilung des Veterinärdienstes zur Ergrei-
fung von Massnahmen als Verwaltungsbehörde stehe, und dass für die rechtliche 
Würdigung vorliegend relevant sei, dass gemäss vorangehender Beweiswürdigung 

11

die ungenügende Hygiene der Haltungsräumlichkeiten als erstellt gelte (pag. 290 f., 
S. 8 f. Entscheidbegründung). 

Der Beschuldigte wendet dagegen wiederum ein, die Vorinstanz sehe das Belas-
sen der Katzen in der Obhut des Beschuldigten zu Unrecht als Beurteilung des Ve-
terinärdienstes. Es handle sich jedoch primär um eine auf dem Hausdurchsu-
chungsbefehl basierende Massnahme der Kantonspolizei in der Strafsache O 15 
3276 (vgl. die Ausführungen des Beschuldigten in der Berufungserklärung, 
pag. 317). Die Kammer verweist diesbezüglich ergänzend auf die Erwägungen un-
ter II.11.2.3 Ungenügende Reinhaltung von Haltungseinrichtungen hiervor; die 
12 adulten Katzen wurden anlässlich der Kontrolle vom 7. April 2015 beim Be-
schuldigten belassen, weil Bemühungen des Beschuldigten zur Verbesserung der 
Hygiene erkennbar waren (vgl. das Kontrollprotokoll vom 7. April 2015, pag. 169: 
«Da die Haltungsbedingungen etwas verbessert wurden und die Verfügung vom 
3. November 2014 noch nicht rechtskräftig ist, werden die adulten Katzen (3♂ & 
8♀), welche bereits vor der Verfügung im Besitz von A.________ waren, in seinem 
Besitz belassen.»). Der Beschuldigte muss sich jedoch vorwerfen lassen, dass 
acht Jungtiere, welche sich in seiner Obhut befanden, aufgrund der angetroffenen 
Hygieneverhältnisse unverzüglich beschlagnahmt werden mussten. 

Weiter hält die Kammer fest, dass entgegen den Vorbringen des Beschuldigten für 
die Feststellung von Ammoniakgasen, welche die Schleimhäute zu reizen vermö-
gen, keine Messungen erforderlich sind, zumal das menschliche Geruchsorgan 
solche wahrnehmen kann und durch die Gase auch gereizt werden kann (vgl. die 
protokollierten Feststellungen von D.________, wonach die Küche und Laube am 
7. April 2015 noch stark nach Ammoniak rochen [pag. 169] bzw. das Klima der Hal-
tungsräumlichkeiten am 30. Juni 2015 weiterhin ungenügend war [pag. 173, 
pag. 86]). 

Zusammenfassend hält die Kammer fest, dass das Beweisergebnis der Vorinstanz, 
wonach der Beschuldigte nach wie vor nicht für ausreichende Hygiene gesorgt hat-
te, nicht willkürlich ist. 

11.2.5 Übermässige Vermehrung von Hauskatzen

Weiter wird dem Beschuldigten zum Vorwurf gemacht, er habe seine Katzen über-
mässig vermehren lassen (pag. 132). 

Die Vorinstanz hielt in der schriftlichen Urteilsbegründung zusammengefasst fest, 
dem Beschuldigten seien nach der Kontrolle vom 25. September 2014 fünf bis 
sechs Katzen belassen worden. Den Aussagen des Beschuldigten lasse sich ent-
nehmen, dass er in der Folge 12 ausgewachsene Katzen (vier männliche und acht 
weibliche) in seiner Obhut gehabt habe bzw. sich um diese gekümmert habe. Bei 
der Kontrolle vom 7. April 2015 habe der Beschuldigte insgesamt 20 Katzen gehal-
ten, davon 8 Jungtiere, welche aus zwei Würfen stammten. Letztere seien vom Ve-
terinärdienst mit Verfügung vom 7. Mai 2015 definitiv beschlagnahmt worden. Bei 
der Kontrolle vom 30. Juni 2015 habe der Beschuldigte 17 Katzen gehalten, davon 
fünf Jungtiere aus zwei Würfen. Die Anzahl der Katzen werde vom Beschuldigten 
nicht bestritten. Er gebe an, die Vermehrung insofern kontrolliert zu haben, als er 
die weiblichen von den männlichen Tieren getrennt gehalten habe. Gleichzeitig ge-

12

stehe der Beschuldigte aber ein, dass er die Vermehrung nicht konsequent habe 
verhindern können, da die Katzen, und so auch die Kätzinnen, manchmal ins Freie 
hätten gehen dürfen. Aus den Angaben des Beschuldigten, dass er die Katzen 
auch im Freien jeweils getrennt nach Geschlecht gehalten habe, sei zu schliessen, 
dass die weiblichen Katzen durch ihren Freigang offenbar in Kontakt mit «fremden» 
Katern gekommen seien und es so wieder zur Vermehrung gekommen sei. Anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe der Beschuldigte die Vermeh-
rung auch damit erklärt, dass die weiblichen und männlichen Katzen eventuell doch 
durch die Tür oder die Fenster, mithin unkontrolliert, «heraus- bzw. hereingekom-
men» sein könnten. Daraus schloss die Vorinstanz, dass die weiblichen Katzen 
sowohl mit den Katern im Haus, als auch mit «fremden» Katern in Kontakt treten 
konnten (pag. 291, S. 9 Entscheidbegründung). Die Vorinstanz erachtete es in der 
Folge als durchaus glaubhaft und auch durch D.________ bestätigt, dass die Tiere 
grundsätzlich geschlechtergetrennt gehalten worden seien. Dass die Kätzinnen und 
Kater dennoch miteinander in Kontakt kamen, sei jedoch unbestritten, weshalb er-
stellt sei, dass der Beschuldigte einer Vermehrung nicht gänzlich entgegengewirkt 
habe. Der Beschuldigte habe die Kastration der Katzen aus ethischen Gründen 
verweigert, obwohl ihm eine solche vom Veterinärdienst empfohlen und auch mit 
Verfügung 7. Mai 2015 angeordnet worden sei. Eine Kastration wäre jedoch in der 
Situation des Beschuldigten, d.h. bei gleichzeitiger Haltung mehrerer Kätzinnen 
und Kater, die einzig wirksame Möglichkeit gewesen, eine übermässige Vermeh-
rung zu verhindern (pag. 292, S: 10 Entscheidbegründung). Für die rechtliche Wür-
digung spiele die Frage, ob der Beschuldigte anlässlich der Kontrolle vom 30. Ju-
ni 2015 einen Wurf verschwiegen habe und die Jungtiere nur durch Zufall entdeckt 
worden seien, keine Rolle. Hingegen sei relevant, dass im Zeitraum zwischen der 
Kontrolle vom 25. September 2014 bis zur Kontrolle vom 7. April 2015 acht Jungtie-
re aus zwei Würfen zur Welt gekommen und in der Zeitspanne zwischen der Kon-
trolle vom 7. April 2015 bis zur Kontrolle vom 30. Juni 2015 wieder fünf Jungtiere 
aus zwei Würfen geboren worden seien. Insgesamt seien innert weniger als neun 
Monaten 13 Welpen geworfen worden (pag. 292, S. 10 Entscheidbegründung). 
Und schliesslich hielt die Vorinstanz fest, der Beschuldigte selber habe anlässlich 
seiner Einvernahme in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärt, es seien 
«einfach zu viele Katzen insgesamt» gewesen (pag. 293, S. 11 Entscheidbegrün-
dung). 

Die Kammer erachtet die Erwägungen der Vorinstanz aus folgenden Gründen als 
willkürfrei und kann sich ihnen anschliessen: Der Beschuldigte stellt seine Einwen-
dungen zu diesem Vorwurf (vgl. pag. 314 f., vgl. auch pag. 316 f.) zwar überwie-
gend unter den Titel der «unrichtigen Sachverhaltsfeststellung», die meisten Vor-
bringen sind aber im Zusammenhang mit der rechtlichen Würdigung zu prüfen. 
Sachverhaltsmässig wendet der Beschuldigte ein, er sei nicht richtig, dass er selbst 
ausgesagt haben solle, es seien im Jahr 2015 einfach zu viele Katzen gewesen 
und dass ihm das Ganze über den Kopf gewachsen sei. Vielmehr habe er, der im 
G.________ (Region) den Übernamen H.________ trage, ausgesagt, dass es für 
ihn im Jahr 2015 zumutbar und durchaus machbar gewesen sei, sich um die Kat-
zen in C.________ (Ort) – auch die fremden, welche zu den Fütterungszeiten ge-
kommen seien – den ganzen Tag persönlich zu kümmern (pag. 315). Diesen Ein-

13

wand entkräftet die Kammer damit, dass im Protokoll der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung folgende Aussagen des Beschuldigten protokolliert wurden: «Der Kot 
und Urin war im Möbelecken [recte: in der Möbelecke] hinten, ausgetrocknet, das 
stimmt. Es waren einfach zu viele Katzen insgesamt.» (pag. 244 Z. 6 f.) und «Des-
halb ist mir das dann auch über den Kopf gewachsen.» (pag. 245 Z. 15). Weiter 
verfiel die Vorinstanz auch nicht in Willkür, wenn sie ausrechnete, der Beschuldigte 
hätte zusammengezählt mit den bei ihm bereits vor der Kontrolle vom 7. April 2015 
vorhandenen 12 ausgewachsenen Katzen insgesamt 25 Katzen gehabt (vgl. die 
entsprechende Rüge des Beschuldigten auf pag. 315); hätte man anlässlich der 
Kontrolle vom 7. April 2015 nicht nur die 12 adulten Katzen, sondern auch die acht 
Jungtiere und am 30. Juni 2015 die fünf Jungtiere beim Beschuldigten belassen, so 
hätte dieser am 30. Juni 2015 insgesamt 25 Katzen in seiner Obhut gehabt (12 + 8 
+ 5 = 25). 

Somit steht nach Auffassung der Kammer fest, dass innert weniger als neun Mona-
ten 13 Welpen geworfen worden sind, der Beschuldigte mithin einer Vermehrung 
nicht gänzlich entgegenwirkte. 

11.2.6 Unterlassen der nötigen Pflegehandlungen (Parasitenbekämpfung)

Schliesslich wird dem Beschuldigten vorgeworfen, bei den von ihm gehaltenen 
Katzen nicht die nötigen Pflegebehandlungen (Parasitenbekämpfung) durchgeführt 
zu haben (pag. 132).

Der Beschuldigte bringt oberinstanzlich unter Verweis auf die Verfügung vom 
7. Mai 2015 sinngemäss vor, das vorinstanzliche Urteil enthalte die Vermutung, 
dass die adulten Katzen aufgrund des bei den Jungtieren tierärztlich festgestellten 
Bandwurmbefalles ebenfalls von Bandwürmern befallen gewesen seien, was eine 
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts sei. Auch habe die Vorin-
stanz nicht den Beweis für den angeblich festgestellten Parasitenbefall (seien es 
Flöhe, Milben, Zecken, Läuse oder Würmer) erbracht. Die erwachsenen Katzen 
habe er zur Vorbeugung von Bandwurminfektionen mit dem Antiparasitikum ‹Dorn-
cit SPOT-ON› (Praziquantel) behandelt, die Jungtiere seien noch zu jung gewesen, 
um sie zu behandeln (pag. 313 f.). 

Die Vorinstanz hielt zu diesem Vorwurf zusammengefasst fest, die anlässlich der 
Nachkontrolle vom 7. April 2015 vorsorglich beschlagnahmten acht Jungtiere seien 
tierärztlich untersucht worden. Dabei sei gemäss Tierarztbericht vom 10. April 2015 
festgestellt worden, dass die Jungtiere unter Wurmbefall gelitten hätten (vgl. 
pag. 99 f.). D.________ habe in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung glaubhaft 
zu Protokoll gegeben, dass die adulten Katzen entgegen den Behauptungen des 
Beschuldigten (vgl. pag. 244 Z. 34 ff.) ebenfalls mit Parasiten befallen sein muss-
ten, da ein Parasitenbefall der Jungtiere nur durch gefressene Nagetiere bzw. die 
ausgeschiedenen Eier der adulten Tiere übertragen worden sein könne (pag. 251 
Z. 22 ff.). Diese vorinstanzlichen Erwägungen sind nach Auffassung der Kammer 
willkürfrei. Insbesondere erachtet die Kammer den Nachweis des Bandwurmbefalls 
aufgrund des Tierarztberichts vom 10. April 2015 (pag. 99 f.) als erbracht. Es liegen 
keine Hinweise dafür vor, dass die von I.________ schriftlich festgehaltene Dia-
gnose nicht der Wahrheit entsprechen würde. Ebenso wenig verfiel die Vorinstanz 

14

in Willkür, wenn sie die Aussagen des Beschuldigten insofern als glaubhaft würdig-
te, als sie festhielt, dieser habe die Katzen gegen Bandwürmer behandelt, wenn er 
solche festgestellt habe. Angesichts dessen aber, dass der Bandwurmbefall bei 
den beschlagnahmten Jungtieren tierärztlich festgestellt worden und deshalb auch 
auf Bandwurmbefall bei den adulten Katzen zu schliessen sei, sei der Beschuldigte 
seiner Pflicht zur Kontrolle und Pflege nicht genügend nachgekommen (vgl. 
pag. 293 f., S. 11 f. Entscheidbegründung).

Die Kammer erachtet somit die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung als willkür-
frei. Es ist davon auszugehen, dass sowohl die beschlagnahmten als auch die 
beim Beschuldigten belassenen Katzen an Bandwurmbefall litten. Der Beschuldigte 
kam seiner Pflicht zur Kontrolle und Pflege entsprechend nicht genügend nach.

III. Rechtliche Würdigung

12. Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz

12.1 Art. 28 Abs. 1 Bst. a TSchG

Den Tatbestand der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz i.S.v. Art. 28 
Abs. 1 Bst. a TSchG erfüllt, wer die Vorschriften über die Tierhaltung missachtet, 
sofern nicht Art. 26 TSchG (Tierquälerei) anwendbar ist. Auch Versuch, Gehilfen-
schaft, Anstiftung und Fahrlässigkeit sind strafbar (Abs. 2 von Art. 28 TSchG). 

12.2 Ungenügende Reinhaltung von Haltungseinrichtungen sowie mangelhafte Hygiene

Für die Art. 3 Bst. b Ziff. 1, 4 Abs. 1, 6 Abs. 2 TSchG und Art. 3 Abs. 1 und 3, 5 
Abs. 1 und 2, 7 Abs. 2, 11 und 16 Abs. 1 TSchV kann auf die korrekte Wiedergabe 
durch die Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 294 f., S. 12 f. Entscheidbegrün-
dung): 

«Wer mit Tieren umgeht, hat ihren Bedürfnissen in bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen und so-
weit es der Verwendungszweck zulässt, für ihr Wohlergehen zu sorgen (Art. 4 Abs. 1 TSchG). Wohl-
ergehen der Tiere ist namentlich gegeben, wenn die Haltung und Ernährung so sind, dass ihre Kör-
perfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört sind (Art. 3 lit. b Ziff. 1 TSchG und 3 Abs. 1 TSchV). Wer 
Tiere hält oder betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die für ihr Wohlergehen not-
wendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie soweit nötig Unterkunft gewähren (Art. 6 
Abs. 1 TSchG). Verboten sind Haltungsarten, die den Grundsätzen des Tierschutzes widersprechen 
(Art. 6 Abs. 2 TSchG). Die Pflege ist angemessen, wenn sie nach dem Stand der Erfahrung und den 
Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und Hygiene den Bedürfnissen der Tiere entspre-
chen (Art. 3 Abs. 3 TSchV). Die Pflege soll Krankheiten und Verletzungen vorbeugen (Art. 5 
Abs. 2 TSchV). Unterkünfte und Gehege müssen so gebaut und eingerichtet und so geräumig sein, 
dass sich die Tiere darin arttypisch verhalten können (Art. 7 Abs. 2 TSchV). In Räumen und Innenge-
hegen muss ein den Tieren angepasstes Klima herrschen (Art. 11 TSchV). Der Tierhalter muss das 
Befinden der Tiere und den Zustand der Einrichtungen so oft wie nötig überprüfen. Er muss Mängel 
an den Einrichtungen, die das Befinden der Tiere beeinträchtigen, unverzüglich beheben oder geeig-
nete Massnahmen zum Schutz der Tiere treffen (Art. 5 Abs. 1 TSchV). Das Vernachlässigen von Tie-
ren ist verboten (Art. 16 Abs. 1 TSchV).»

15

Auch betreffend die Subsumtion kann sich die Kammer vollumfänglich den korrek-
ten Ausführungen der Vorinstanz anschliessen (vgl. pag. 295 f., S. 13 f. Entscheid-
begründung). Dies aus folgenden Gründen: Die Vorinstanz hielt unter Verweis auf 
die Verfügungen des Veterinärdienstes vom 7. Mai 2015 und vom 18. August 2015 
zu Recht fest, dass Katzen sehr reinliche Tiere sind, die sich nicht an ihrem Auf-
enthaltsort (Fressen, Ruhen, Schlafen) versäubern. Auch pflegen sie ihren Kot zu 
vergraben, um zu verhindern, dass Feinde vom starken Geruch angelockt werden. 
Es widerspreche demnach – so die Vorinstanz – dem artspezifischen Verhalten der 
Katzen, wenn die Haltungsräumlichkeiten mit ihrem Kot und Urin verunreinigt sei-
en. Die mit Exkrementen verschmutzten Katzenkisten hätten sich vorliegend in den 
Haltungsräumlichkeiten der Katzen (Laube, Eingangsbereich, Schlaf- und Wohnbe-
reich) befunden. Der Beschuldigte habe es unterlassen, angemessen für das 
Wohlergehen der Katzen zu sorgen, indem er die Katzenkisten unzureichend ge-
reinigt bzw. mit den Exkrementen der Tiere habe verschmutzen lassen und die 
Einstreu nicht genügend oft ausgewechselt habe, so dass sich die Katzen nicht 
artgerecht hätten versäubern können (pag. 295, S. 13 Entscheidbegründung). Wei-
ter ging die Vorinstanz richtigerweise davon aus, dass der sich durch die mangel-
hafte Entsorgung der Exkremente und die ungenügende Reinigung der Katzenkis-
ten entwickelte starke Geruch nach Exkrementen bzw. die Ammoniakgase die 
Schleimhäute, insbesondere diejenigen der Augen und Atemwege der Katzen, reiz-
ten. Die tierischen Exkremente seien zudem ein idealer Nährboden für Krankheits-
erreger und Keime. Während die vier Kater die Möglichkeit gehabt hätten, sich 
nach draussen zu begeben und den Geruchsbelastungen auszuweichen, hätten 
die weiblichen Tiere grundsätzlich keinen freien Zugang nach draussen und damit 
keine Möglichkeit gehabt, sich dem Geruch nach Exkrementen und den Hygie-
nemängeln zu entziehen, weshalb sie durch die Gase in ihrem Wohlergehen beein-
trächtigt und in ihrer Gesundheit und Körperfunktion gefährdet gewesen seien (pag. 
295 f., S. 13 f. Entscheidbegründung). Die Kammer schliesst sich auch folgendem 
von der Vorinstanz gezogenen Fazit an: Es wurden zwar Verbesserungen in den 
Haltungsbedingen festgestellt, der am Boden liegende Katzenkot, die unzureichend 
gereinigten Kotschalen und der bestehende Gestank in den Räumlichkeiten zeigten 
jedoch, dass die Hygiene weiterhin ungenügend war, den artspezifischen Bedürf-
nissen von Katzen nicht Rechnung trug und die Katzen in ihrem Wohlergehen be-
einträchtigt waren. Der Beschuldigte hatte gegenüber den in seiner Obhut befindli-
chen Katzen eine Garantenstellung. Er erfüllte folglich in pflichtwidriger Unterlas-
sung der erforderlichen Reinhaltung und Hygiene der Haltungseinrichtungen den 
objektiven Tatbestand der hiervor erwähnten Gesetzesartikel (pag. 296, S. 14 Ent-
scheidbegründung). 

12.3 Übermässige Vermehrung von Hauskatzen

Art. 25 Abs. 4 TSchV hält fest, dass der Tierhalter die zumutbaren Massnahmen 
treffen muss um zu verhindern, dass sich die Tiere übermässig vermehren.

Die Kammer schliesst sich auch bezüglich dieses Vorwurfs der korrekten Subsum-
tion durch die Vorinstanz an (vgl. pag. 296 f., S. 14 f. Entscheidbegründung). Dies 
mit folgender Begründung: Die Vorinstanz hielt in der schriftlichen Urteilsbegrün-
dung zu Recht fest, es sei erstellt, dass innerhalb von weniger als neun Monaten 

16

vier Würfe bzw. 13 Jungtiere geworfen worden seien. Der Beschuldigte bringt mit 
Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 vor, die Vermehrung von 12 auf 20 Kat-
zen und von 12 auf 17 Katzen sei keine übermässige. Er habe stets noch ange-
messen für den Nachwuchs sorgen können, wie es im Kommentar des Bundesam-
tes für Veterinärwesen BVET zu Art. 25 TSchV auf den Internetseiten ‹Katzen im 
Recht – Das Wichtigste in Kürze› heisse (Art. 315). Dem ist jedoch mit der Vorin-
stanz entgegen zu halten, dass sich anhand der beweismässig festgestellten Män-
gel an den Haltungseinrichtungen sowie im Hygienemanagement zeigt, dass es 
dem Beschuldigten nicht möglich war, für so viele Katzen angemessen zu sorgen. 
Zudem – so die Vorinstanz weiter – hätte der Beschuldigte zusammengerechnet 
mit den bei ihm bereits zuvor vorhandenen 12 ausgewachsenen Katzen insgesamt 
25 Katzen gehabt (vgl. dazu auch II.11.2.5 Übermässige Vermehrung von Haus-
katzen hiervor). Der Beschuldigte selbst habe sodann in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung angegeben, es seien einfach zu viele Katzen gewesen, das 
Ganze sei ihm «über den Kopf gewachsen». Gleichzeitig habe er ausgesagt, dass 
es für ihn noch zumutbar gewesen sei, sonst wäre er die Katzen losgeworden. Sinn 
und Zweck der Norm sei es, Würde und Wohlergehen des Tieres zu schützen, in-
dem die Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten, gefüttert und gepflegt 
würden. Das subjektive Befinden bzw. die Zumutbarkeit des Tierhalters sei deshalb 
für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes von Art. 25 Abs. 4 TSchV irrelevant 
(pag. 296 f., S. 14 f. Entscheidbegründung). Diese letzte Feststellung der Vorin-
stanz bestreitet der Beschuldigte, allerdings ohne dies zu begründen (vgl. 
pag. 315). 

Weiter führte die Vorinstanz zutreffend aus, der Einwand des Beschuldigten, die 
Kastration der Kater sei ihm aus ethischen Gründen nicht zumutbar gewesen, gehe 
in Anbetracht des zu schützenden Rechtsguts fehl. Obwohl die Kastration oder die 
hormonelle Stilllegung die Würde und sexuelle Integrität einer Katze zweifellos tan-
gieren würden, sei der Eingriff nötig, wenn durch eine (wahllose) Vermehrung der 
Katzen eine geeignete Betreuung der Tiere nicht mehr sichergestellt werden kön-
ne. Die artgerechte Haltung einer hohen Anzahl Katzen auf beschränktem Raum 
sei komplex und stelle grosse Anforderungen an den Tierhalter. Die Räumlichkei-
ten müssten ausreichend gross und so strukturiert sein, dass alle Tiere jederzeit 
die Möglichkeit hätten, sich voneinander zurückzuziehen und einen ungestörten 
Platz zum Ausruhen zu finden. Die genannten Anforderungen habe der Beschuldig-
te nicht erfüllen können. Trotzdem habe er es unterlassen, ausreichende Mass-
nahmen zu treffen um zu verhindern, dass sich die Katzen übermässig vermehrten, 
beispielsweise durch die chirurgische Kastration der Kater. Dies habe zur Folge 
gehabt, dass er die Tiere nicht mehr entsprechend ihren Bedürfnissen habe halten 
und pflegen können. Die Trennung von Kätzinnen und Katern habe offensichtlich 
keine ausreichende Massnahme dargestellt, um eine übermässige Vermehrung zu 
verhindern. Mit derselben Argumentation ist auch der Einwand des Beschuldigten, 
wonach es keine gesetzliche Verpflichtung für eine Kastration von Hauskatzen ge-
be (vgl. pag. 318), zu entkräften. 

Im Sinne eines Fazits hält die Kammer mit der Vorinstanz fest, dass der Beschul-
digte durch pflichtwidrige Unterlassung der erforderlichen Massnahmen gegen eine 
übermässige Vermehrung der unter seiner Obhut stehenden Katzen den objektiven 

17

Tatbestand von Art. 25 Abs. 4 TSchV erfüllt hat (pag. 297, S. 15 Entscheidbegrün-
dung). 

12.4 Unterlassen der nötigen Pflegehandlungen (Parasitenbekämpfung)

Auch betreffend Art. 5 Abs. 2 TSchV wird auf die korrekte Wiedergabe durch die 
Vorinstanz verwiesen (vgl. pag. 297 f., S. 15 f. Entscheidbegründung).

Dem Einwand des Beschuldigten, wonach die Parasitenbekämpfung gesetzlich 
nicht vorgeschrieben sei, hält die Vorinstanz entgegen, die Pflicht zur Behandlung 
der Katzen gegen Würmer ergebe sich implizit aus der Pflicht des Tierhalters, 
durch Pflege Krankheiten vorzubeugen. Die Behandlung gegen Parasiten wie 
Bandwürmer sei entscheidend, um einen guten Gesundheitszustand und damit das 
Wohlbefinden der Katzen sicherzustellen. Die fehlende bzw. mangelhafte Pflege 
und Kontrolle der Tiere habe dazu geführt, dass die Katzen mit Bandwürmern be-
fallen gewesen seien. Dies sei durch den Beschuldigten nicht festgestellt worden, 
weshalb er die Katzen nicht dagegen habe behandeln lassen oder selber behan-
delt habe. Der Beschuldigte habe es somit unterlassen, die erforderlichen Mass-
nahmen zu ergreifen, um Krankheiten vorzubeugen. Damit habe er den objektiven 
Tatbestand von Art. 5 Abs. 2 TSchV durch pflichtwidrige Unterlassung der erforder-
lichen Pflege der unter seiner Obhut und deshalb in Garantenstellung stehenden 
Katzen erfüllt (pag. 298, S. 16 Entscheidbegründung). Die Kammer schliesst sich 
diesen korrekten Erwägungen ohne Ergänzungen an. 

12.5 Subjektiver Tatbestand

Der Beschuldigte bringt mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 vor, er habe 
die ihm bekannten Rechtsvorschriften weder eventualvorsätzlich noch fahrlässig 
missachtet, ohne dies näher zu begründen (vgl. pag. 309). Die Kammer geht mit 
der Vorinstanz einig, dass der Beschuldigte zwar nicht mit bösem Willen handelte, 
ihm aber aufgrund des Strafverfahrens SK 15 335, der in diesem Verfahren erfolg-
ten Verurteilung sowie der mehrfach ergangenen Verfügungen des Veterinärdiens-
tes bewusst gewesen sein muss, welche Pflichten er als Katzenhalter hatte und 
auch, dass er mit der Betreuung und Pflege vieler Katzen überfordert war. Die Vor-
instanz hielt in diesem Zusammenhang fest, der Beschuldigte habe, indem er beim 
Veterinärdienst keine Hilfe geholt und nichts gegen die Vermehrung und die Hygie-
ne- und Pflegemängel getan habe, eine Beeinträchtigung des Wohlergehens der 
Katzen zumindest in Kauf genommen und damit eventualvorsätzlich gehandelt (vgl. 
pag. 298, S. 16 Entscheidbegründung). Die Kammer schliesst sich diesen Aus-
führungen vorbehaltlos an. 

12.6 Fazit

Es sind vorliegend weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschliessungsgründe er-
sichtlich. 

Der Beschuldigte hat somit gegen die erwähnten Vorschriften des TSchG und der 
TSchV zumindest eventualvorsätzlich verstossen und damit Art. 28 Abs. 1 
Bst. a TSchG missachtet.

18

13. Konkurrenzen

Auch in diesem Punkt kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (vgl. pag. 299, S. 17 Entscheidbegründung); durch die mehrfachen 
Missachtungen mehrerer Vorschriften über die Tierhaltung, welche zugleich eine 
Vielzahl von Katzen betrafen, verwirklichte der Beschuldigte eine Tatmehrheit bzw. 
liegt echte Konkurrenz vor. 

IV. Strafzumessung

14. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die korrekten 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 299, S. 17 Entscheidbe-
gründung). 

15. Konkrete Strafzumessung

Eine Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz i.S.v. Art. 28 Abs. 1 TSchG ist ei-
ne Übertretung, welche mit Busse bis zu CHF 20‘000.00 bestraft werden kann. 

Zunächst berücksichtigt die Kammer zu Gunsten des Beschuldigten, dass dieser 
seinen Katzen sehr zugetan war (vgl. pag. 245 Z. 36 f.: «Ich kann mir gar nicht 
mehr vorstellen ohne die Katzen zu leben.») und er die Widerhandlungen gegen 
das Tierschutzgesetz nicht böswillig beging. Er bringt denn auch in der Berufungs-
erklärung vom 1. Februar 2017 vor, er sei gar nicht mehr in der Lage gewesen, die 
Gefährdung und Verletzung zu vermeiden (pag. 309). Ebenso muss dem Beschul-
digten zugute gehalten werden, dass seit der Kontrolle vom 25. September 2014 
eine gewisse Verbesserung in der Katzenhaltung zu verzeichnen war. Und 
schliesslich ist auch positiv zu gewichten, dass die Haltung der dem Beschuldigten 
belassenen vier Kater durch die Veterinärtierärztin positiv bewertet wurde und dass 
der Beschuldigte im Rahmen seiner Einvernahme in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung eine gewisse Einsicht erkennen liess (vgl. pag. 244 Z. 6 f.: «Es waren 
einfach zu viele Katzen insgesamt.» und pag. 245 Z. 14 f.: «Jungtiere sind aber 
nicht gut auf die Kotschalen dressiert. Deshalb ist mir das dann auch über den 
Kopf gewachsen.»). Gleichwohl gilt es aber auch zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte – obwohl gegen ihn bereits ein einschlägiges Strafverfahren hängig war 
(SK 15 335 betreffend den Zeitraum vom 18. Juni 2014 bis zum 25. September 
2014) – in der Zeit bis zum 7. April 2015 bzw. zum 30. Juni 2015 erneut Katzen in 
seine Obhut nahm bzw. diese vermehren liess und eine tierschutzwidrige Situation 
schuf, mithin die Gesundheit der sich in seiner Obhut befindlichen Katzen gefähr-
dete. Bei der Festsetzung der Höhe der Busse gilt es sodann die persönlichen und 
finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten zu berücksichtigen (Art. 106 Abs. 3 
StGB). Konkret ist insbesondere in Erwägung zu ziehen, dass der Beschuldigte ei-
ne AHV-Rente sowie Ergänzungsleistungen bezieht. 

Unter diesen Gesichtspunkten erachtet die Kammer vorliegend eine Busse von 
CHF 500.00 als dem Verschulden angemessen. 

19

V. Kosten und Entschädigung

16. Verfahrenskosten

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Davon ausgehend sind die erstinstanz-
lichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 1‘665.00 vollumfänglich dem Be-
schuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 
im oberinstanzlichen Verfahren, folglich sind auch die oberinstanzlichen Verfah-
renskosten, bestimmt auf CHF 600.00, vollumfänglich dem Beschuldigten zur Be-
zahlung aufzuerlegen.

17. Entschädigung

Der Beschuldigte beantragt mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2017 eine Ent-
schädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfah-
rensrechte (pag. 307). 

Nach Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO hat die beschuldigte Person Anspruch auf Ent-
schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrens-
recht, wenn sie ganz oder teilweise freigesprochen wird oder das Verfahren gegen 
sie eingestellt wird. Vorliegend wird der Beschuldigte schuldig erklärt, womit die 
Anspruchsgrundlage für eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die ange-
messene Ausübung seiner Verfahrensrechte entfällt. 

20

VI. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt: 

der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, mehrfach begangen bzw. festge-
stellt am 7. April 2015 und am 30. Juni 2015 in C.________ (Ort)

und in Anwendung der Artikel 

47, 49 Abs. 1, 106 StGB
3 Bst. b Ziff. 1, 4 Abs. 1, 6 Abs. 1 und 2, 28 Abs. 1 Bst. a TSchG
3 Abs. 1 und 3, 5 Abs. 1 und 2, 7 Abs. 2, 11 Abs. 1, 16 Abs. 1, 25 Abs. 4 TSchV
426 Abs. 1 und 428 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt; 

2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 1‘665.00;

3. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 600.00.

II.

1. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten
- dem Strafkläger
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Schwarzen-

burgstrasse 155, 3003 Bern (nach Rechtskraft)
- Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (LANAT), Herrengasse 1, 

3011 Bern (nach Rechtskraft)

21

Bern, 27. September 2017 Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Kiener

i.V. Oberrichter Aebi

Die Gerichtsschreiberin:

Garo

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.