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**Case Identifier:** 0391251b-76f3-561a-9a51-437caf8c8968
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 22.01.2013 ST.2012.290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2012-290_2013-01-22.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2012.290 
 
 
 
 

Entscheid 
 
 

 22. Januar 2013 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth,  
Steuerrichter Marcus Thalmann und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 
 Rekurrent,  
vertreten durch RA Dr.iur. Ulrich Weiss,  
Tösstalstrasse 23, Postfach 27, 8402 Winterthur,  

 
 
 

gegen 
 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 
 

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.1.2011) 
 

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2 ST.2012.290 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige), unverheiratet, Jahrgang 1952, ist seit 1983 

in der zürcherischen Gemeinde B als Wochenaufenthalter gemeldet und arbeitet seit 

Jahren als Leiter des Schwimmbads in der Gemeinde B. Zudem ist er Mieter der 4-

Zimmer-Betriebswohnung, welche sich auf dem Areal des Schwimmbads befindet.  

 

 Auf Ersuchen des Steueramts der Gemeinde B füllte der Pflichtige am 

9. Januar 2012 den "Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes" 

aus. Mit Vorentscheid vom 26. April 2012 nahm das kantonale Steueramt die Steuer-

hoheit des Kantons Zürich und der Gemeinde B ab der Steuerperiode 2011 in An-

spruch. 

 

 

 B. Am 21. Mai 2012 liess der Pflichtige Einsprache gegen diesen Entscheid 

erheben und beantragen, es sei festzustellen, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz 

des Pflichtigen in der Gemeinde C, Kanton Graubünden, befinde. Der Pflichtige 

verbringe seine gesamte Freizeit im Engadin. Im Kanton Zürich habe er keine Freunde 

und Bekannten. Seine Eltern seien verstorben. Geschwister habe er keine. Ausser 

einem Onkel im Kanton Bern lebten alle Freunde und näheren Bekannten im Engadin. 

Da die Betriebswohnung direkt über dem lärmigen Schwimmbadrestaurant und Kühl-

aggregaten liege, was Immissionen verursache, könne er nur Ruhe finden, wenn er 

den Arbeitsort verlasse und sich in seine Eigentumswohnung in der Gemeinde C be-

gebe. Nach sieben Tagen Arbeit verbringe er jeweils die zwei bis drei freien Tage in 

der Gemeinde C. Als er die Arbeitsstelle in der Gemeinde B angetreten habe, sei er 

gezwungen gewesen, auch die Betriebswohnung zu beziehen. Diverse Personen 

könnten als Zeugen bestätigen, dass er Woche für Woche seine Freizeit im Engadin 

verbringe.  

 

 Mit Entscheid vom 5. September 2012 wies das kantonale Steueramt die Ein-

sprache ab. Zur Begründung verwies es auf das Alter des Pflichtigen von über 50 Jah-

ren, auf den Aufenthalt im Kanton Zürich seit 1983, auf das ungekündigte und unbefris-

tete Arbeitsverhältnis, auf die Arbeitskollegen und auf den Umstand, dass er seit 1983 

beim selben Arbeitgeber beschäftigt sei.  

 

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2 ST.2012.290 

 C. Am 3. Oktober 2012 erhob der Pflichtige Rekurs gegen diesen Entscheid 

und beantragte, es sei festzustellen, dass sich sein steuerrechtlicher Wohnsitz in der 

Gemeinde C, Kanton Graubünden, befinde. Die Begründung des Einspracheent-

scheids sei äusserst dürftig. Es würden keine neuen Argumente vorgebracht, und es 

fehle eine Auseinandersetzung mit den Argumenten des Einsprechers. Die Vorinstanz 

habe keine Gründe vorgebracht, weshalb sich der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen 

nach so langer Zeit vom Bündnerland in die Gemeinde B verlagert habe. Im Gegenteil 

habe der Pflichtige seine Beziehungen zu den bündnerischen Freunden und Bekann-

ten intensiviert und verstärkt. Im Kanton Zürich habe er keine Beziehungen. Die Vorin-

stanz habe sich nicht einmal die Mühe gemacht, die im Einspracheverfahren offerierten 

Zeugen zu befragen.  

 

 In der Rekursantwort vom 25. Oktober 2012 beantragte das kantonale Steu-

eramt die Abweisung des Rekurses. Zur Begründung machte es geltend, dass der 

Pflichtige im Kanton Zürich aufgewachsen sei. In der Gemeinde C verfüge er über kei-

ne familiären Beziehungen. Es sei unklar, wie eng die persönlichen Beziehungen zu 

den Bekannten und Freunden im Engadin sei. Umgekehrt sei nicht glaubhaft, dass der 

Pflichtige in B, wo er seit 1983 bei der Gemeinde angestellt sei, keine Freunde und 

Bekannte habe.  

 

 Mit Eingabe vom 19. November 2012 nahm der Pflichtige Stellung zur Re-

kursantwort und rügte eine Rechtsverweigerung und eine Verletzung des Grundsatzes 

des rechtlichen Gehörs, da die im Einspracheverfahren offerierten Zeugen nicht befragt 

worden seien. Ohne Zeugenbefragung könne das kantonale Steueramt nicht wissen, 

wer die Freunde und Bekannten des Pflichtigen seien. Bei der Tätigkeit des Pflichtigen 

als Schwimmbadleiter würden naturgemäss im Sommer Überstunden generiert, welche 

dann im Winterhalbjahr abgebaut würden. Zusammen mit den 5 Wochen Ferien führe 

dies zu längeren Freizeitperioden im Winterhalbjahr. Im Vergleich zu anderen Steuer-

hoheitsfällen liege vorliegend das Spezielle zum einen in der Person des Pflichtigen, 

zum anderen in dessen besonderen beruflichen Stellung als Schwimmbadmeister mit 

Dienstwohnung im Betriebsgebäude. Die Einschätzung müsse individuell-konkret und 

nicht nach "Schema F" erfolgen.  

 

 

 

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2 ST.2012.290 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie 

§ 3 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind natürliche Personen im 

Kanton Zürich aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Der steuerrechtliche 

Wohnsitz befindet sich laut Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG dort, wo die Person 

sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. In diesem Fall ist die Steuerpflicht 

kraft § 5 Abs. 1 StG unbeschränkt, d.h. sie erstreckt sich grundsätzlich auf das gesam-

te Einkommen und Vermögen des Steuerpflichtigen.  

 

 b) Aufgabe des interkantonalen Steuerrechts ist es, die Kollision von konkur-

rierenden Besteuerungsansprüchen zweier oder mehrerer Kantone zu vermeiden. Eine 

solche Kollision besteht namentlich dann, wenn zwei Kantone die unbeschränkte Steu-

erhoheit über dieselbe Person während der nämlichen Steuerperiode beanspruchen. 

Dies kommt häufig dann vor, wenn sowohl der Arbeitsortkanton, in welchem eine na-

türliche Person während der Woche übernachtet, als auch der Kanton des zivilrechtli-

chen Wohnorts, in welchen sie am Wochenende zurückkehrt, zur unbeschränkten Be-

steuerung schreiten. Art. 3 StHG enthält eine Regel zur Schlichtung eines solchen 

Streits. Diese bestimmt, dass sich das Hauptsteuerdomizil an jenem Ort befindet, in 

welchem sich die Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält, wobei der 

steuerrechtliche Wohnsitz dem qualifizierten Aufenthalt (im Sinn von Art. 3 Abs. 1 

Halbsatz 2 StHG) vorgeht (Bauer-Balmelli/Nyffenegger, in: Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 3 N 11 StHG). Dergestalt liegt eine bun-

desrechtliche Kollisionsnorm zum interkantonalen Steuerrecht vor (StRG, 17. Mai 

2011, 2 ST.2010.27 E. 2b; a.M.: Bauer-Balmelli/Nyffenegger, Art. 3 N 15; Höhn/Mäusli, 

Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, S. 16 f.). Somit bildet Art. 3 Abs. 1 und 2 

StHG die Grundlage für die Abgrenzung der unbeschränkten Steuerhoheit. Die lang-

jährige bundesgerichtliche Rechtsprechung, welche sich gestützt auf Art. 46 Abs. 2 der 

Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) sowie später Art. 127 Abs. 3 der Bundes-

verfassung vom 18. April 1999 (BV) entwickelt hat, dient weiterhin als Auslegungshilfe. 

Jedoch vermag sie nur insoweit zu greifen, als sie nicht der erwähnten StHG-Norm 

widerspricht (so auch Höhn/Mäusli, S. 17). 

 

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2 ST.2012.290 

 c) Nach Art. 68 Abs. 1 StHG (in der ab 1. Januar 2001 gültigen Fassung) be-

steht die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit bei Wechsel des steuer-

rechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz für die laufende Steuerperiode im Kan-

ton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode wohnt. Mithin kommt es 

für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes im interkantonalen Verhältnis 

auf die tatsächlichen Umstände am Ende der jeweiligen Steuerperiode an. 

 

 

 2. a) Nach der massgeblichen Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Dop-

pelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 BV bzw. Art. 46 Abs. 2 aBV steht die 

Besteuerung des Einkommens und beweglichen Vermögens unselbstständig erwer-

bender Personen dem Kanton zu, in welchem sich deren Steuerdomizil befindet. Dar-

unter ist in der Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen, d.h. der Ort, an wel-

chem sich die Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 

ZGB; so auch Art. 3 Abs. 2 StHG und § 3 Abs. 2 StG) bzw. wo sich der Mittelpunkt der 

Lebensinteressen befindet. Dieser bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, 

äusseren Umstände, aus denen sich die Lebensinteressen erkennen lassen, und nicht 

bloss nach den erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. Auf die gefühlsmäs-

sige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an; der steuerliche Wohnsitz ist nicht frei 

wählbar Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind und die politischen 

Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine entscheidende Bedeutung zu. Beides 

sind bloss äussere Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden 

können, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür spricht. Hält sich eine Per-

son abwechslungsweise an zwei oder mehreren Orten auf, namentlich wenn Arbeits- 

und sonstiger Aufenthaltsort auseinander fallen, ist für die Bestimmung des Steuer-

wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort die Person die stärkeren Beziehungen 

unterhält. Bei unselbstständig erwerbstätigen Steuerpflichtigen handelt es sich dabei 

gewöhnlich um den Ort, an dem sie sich für längere oder unbestimmte Zeit aufhalten, 

um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebensun-

terhalts dauernder Natur. Die Frage, zu welchem Aufenthaltsort der Steuerpflichtige die 

stärkeren Beziehungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände 

des Einzelfalls zu beurteilen (BGr, 8. Mai 2012, 2C_26/2012 E. 3.1, www.bger.ch; 

BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011 E. 2.2, www.bger.ch; BGE 125 I 54 E. 2).  

 

 Bei der Bestimmung des Steuerdomizils kann neben den Verhältnissen in der 

Bemessungsperiode auf die weiteren, bis zum letztinstanzlichen Entscheid eingetrete-

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2 ST.2012.290 

nen Entwicklungen abgestellt werden (BGr, 17. Juni 2004, 1P.179/2003 E. 1.2, 

www.bger.ch; BGE 123 I 289 E. 1c).  

 

 b) Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden 

die persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und 

Kinder) aufhält, als stärker erachtet als derjenige zum Arbeitsort, wenn sie nicht in lei-

tender Stellung unselbstständig erwerbstätig sind und täglich oder zumindest am den 

Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren. Demnach unterstehen 

verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter grundsätzlich ausschliesslich der Steu-

erhoheit des Kantons, in dem sich ihre Familie aufhält (BGr, 8. Mai 2012, 2C_26/2012 

E. 3.2, www.bger.ch; BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011 E. 2.2, www.bger.ch; 

BGE 125 I 54 E. 2b/aa).  

 

 c) Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, zählt die Recht-

sprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des Steuerpflichtigen. 

Die beruflichen Interessen dürfen nicht vor die affektiven Beziehungen gestellt werden, 

bloss weil der Steuerpflichtige ledig ist (BGr, 2. September 1997, Praxis 1998 Nr. 4 

E. 2b; 20. Januar 1994, StE 1994 A 24.21 Nr. 7 = ASA 63, 836). Allerdings werden die 

Kriterien, nach denen das Bundesgericht entscheidet, wann anstelle des Arbeitsorts 

der Aufenthaltsort der Familie als Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, beson-

ders streng gehandhabt; dies, weil die Bindung zur elterlichen Familie in der Regel 

lockerer ist als jene unter Ehegatten. Bei ledigen Personen ist vermehrt noch als bei 

verheirateten Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehungen 

für ein Übergewicht der Bindungen zum einen oder anderen Ort sprechen. Dadurch 

erhält der Grundsatz, wonach das Hauptsteuerdomizil von Unselbstständigerwerben-

den am Arbeitsort liegt, grösseres Gewicht: Selbst wenn ledige Steuerpflichtige allwö-

chentlich zu den Eltern oder Geschwistern zurückkehren, können die Beziehungen 

zum Arbeitsort überwiegen. Dies kann namentlich dann zutreffen, wenn sie sich am 

Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder dort über einen grösseren Freundes- 

und Bekanntenkreis verfügen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammenhang 

auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen. Die bun-

desgerichtliche Praxis geht dabei davon aus, dass die Beziehungen des Steuerpflichti-

gen zur elterlichen Familie regelmässig nicht mehr so stark sind, wenn der Steuer-

pflichtige das 30. Altersjahr überschritten hat, oder aber sich seit mehr als fünf Jahren 

ununterbrochen am selben Arbeitsort aufhält (BGr, 8. Mai 2012, 2C_26/2012 E. 3.2, 

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2 ST.2012.290 

www.bger.ch; BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011 E. 2.2, www.bger.ch; BGE 125 I 

54 E. 2b/bb). 

 

 d) Erfahrungsgemäss führt die Pflege familiärer Beziehungen zu einer enge-

ren Verbundenheit mit einem Ort als andere Kontakte; Konsequenz dieses Umstandes 

ist, dass bei ledigen Steuerpflichtigen kaum Ausnahmen vom Steuerdomizil am Ar-

beitsort vorkommen, wenn sie an jenem Ort, wo sie die Wochenenden verbringen, kei-

ne familiären Beziehungen unterhalten. Nur mit Zurückhaltung ist anzunehmen, dass 

die Beziehungen zum Ort des Wochenendaufenthalts stärker sind als jene zum Ar-

beitsort. Dies ist im Übrigen durchaus sachgerecht: Sinn und Zweck der direkten Steu-

ern ist es, die allgemeinen Leistungen abzugelten, die das Gemeinwesen für seine 

Mitglieder erbringt. Der ledige Steuerpflichtige ohne Familie beansprucht die öffentliche 

Infrastruktur und die Leistungen des Gemeinwesens stärker am Ort, an dem er seiner 

Erwerbstätigkeit nachgeht und sich demzufolge mehrheitlich aufhält, als am Ort, wo er 

seine Freizeit verbringt. Diesbezüglich unterscheidet er sich von jenem Steuerpflichti-

gen, der über enge familiäre Bindungen am Leben teilnimmt, dass sich am Aufent-

haltsort der Familie abspielt (BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, www.bger.ch; 

BGE 125 I 54 E. 2b/cc, auch zum Folgenden). Dergestalt hat das Bundesgericht denn 

auch festgestellt, dass das Steuerdomizil einer ledigen 43-jährigen Frau, die über keine 

näheren Familienangehörigen verfügt, dort liege, wo sie seit acht Jahren arbeitet und 

während der Woche in einer möblierten 1-Zimmer-Wohnung lebt; ungeachtet dessen, 

dass sie andernorts eine 2-Zimmer-Eigentumswohnung erworben hat, in welcher sie 

regelmässig Wochenenden und Ferien verbringt, und dass sie ihren ganzen Freundes- 

und Bekanntenkreis auch dort unterhält (BGr, 2. September 1997, Praxis 1998 Nr. 4).  

 

 e) Die geltend gemachten Kontakte müssen sich auf einen bestimmten Ort 

beziehen; es genügt nicht, dass die Beziehungen zu einer ganzen Region bestehen, 

mit der sich der Steuerpflichtige verbunden fühlt (StRK II, 8. September 2004, 

2 ST.2004.381; vgl. BGr, 28. April 2005, 2P.260/2004 E. 3, www.bger.ch). Werden am 

Wochenende und in der Freizeit Beziehungen zu mehreren Orten gepflegt, ist eher 

anzunehmen, dass der Wochenaufenthaltsort der Lebensmittelpunkt und damit der 

steuerrechtliche Wohnsitz ist.  

 

 f) Generell ist somit gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur mit 

Zurückhaltung anzunehmen, die Beziehungen zum Familien- bzw. Wochenendaufent-

haltsort seien stärker als diejenigen zum Arbeitsort. Dementsprechend sind bei ledigen 

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Steuerpflichtigen auch die weiteren Erfordernisse für einen Wohnsitz am Ort, wo sie 

die Wochenenden verbringen, namentlich hinsichtlich der regelmässigen Rückkehr, 

besonders streng zu handhaben (BGr, 2. September 1997, Praxis 1998 Nr. 4; 

BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3, auch zum Folgenden). Von ganz besonde-

rem Gewicht sind die Dauer der Anstellung am Arbeitsort und das Alter des Steuer-

pflichtigen. Mit Berücksichtigung der Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort trägt das 

Bundesgericht dem faktischen Umstand Rechnung, dass sich mit dessen zunehmen-

der Dauer die Bindungen zur Familie erfahrungsgemäss lockern, während sich diejeni-

gen zum Arbeitsort verdichten. Die ständige regelmässige Rückkehr an den elterlichen 

Wohnort vermag deshalb nach einer gewissen Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort 

das Steuerdomizil am Ort der Familie nicht mehr ohne weiteres zu begründen, wenn 

nicht weitere Umstände schlüssig darauf hinweisen, dass die Beziehungen zum Fami-

lienort diejenigen zum Arbeitsort überwiegen (BGr, 26. Januar 1994, StE 1994 A 24.21 

Nr. 7 = ASA 63, 836). Dies gilt in noch stärkerem Masse für Steuerpflichtige ohne fami-

liäre Beziehungen zum Ort, wo sie sich in ihrer Freizeit bzw. Wochenende aufhalten 

(BGE 125 I 54 E. 3a; BGr, 2. September 1997, Praxis 1998 Nr. 4).  

 

 

 3. a) In Bezug auf die Beweisführung sind folgende Grundsätze massgebend: 

Die Umstände, welche die unbeschränkte Steuerhoheit über eine Person begründen, 

stellen eine steuerbegründende Tatsache dar und müssen daher vom entsprechenden 

Gemeinwesen bzw. von der zuständigen Steuerbehörde bewiesen werden (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 

2. A., 2006, § 3 N 83). Geht jedoch ein unverheirateter Steuerpflichtiger vom Ort aus, 

wo er sich während der Woche aufhält, einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nach, 

begründet dieser Umstand nach der Rechtsprechung eine natürliche Vermutung, dass 

er dort seinen Lebensmittelpunkt und – als rechtliche Folge davon – sein Hauptsteuer-

domizil hat. Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindes-

tens ein Mal pro Woche oder zumindest (bei unregelmässiger Arbeitszeit) an den ar-

beitsfreien Tagen, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familie lebt, mit welcher er aus 

bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere persönliche und 

gesellschaftliche Beziehungen pflegt (BGr, 8. Mai 2012, 2C_26/2012 E. 3.3.1, 

www.bger.ch; BGr, 2. November 2011, 2C_178/2011 E. 2.3, www.bger.ch; BGr, 

6. Dezember 2010, 2C_397/2010 E. 2.3, www.bger.ch; Martin Arnold, Der steuerrecht-

liche Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis nach der neueren 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, ASA 68, 462 ff.). Die Anforderungen an die 

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Überzeugungskraft der für die Kontakte zum Wochenendort geltend gemachten Um-

stände werden dabei mit zunehmender Länge des Aufenthalts am Arbeitsort höher, 

geht doch mit wachsender Dauer des Wochenaufenthalts regelmässig eine Lockerung 

der Bindungen zur elterlichen Familie einher (BGr, 26. Januar 1994, StE 1994 A 24.21 

Nr. 7 = ASA 63, 836).  

 

 Dem Entscheid über die Feststellung des Wohnsitzes an einem bestimmten 

Ort liegt eine Gewichtung der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände zugrun-

de, die auf den faktischen Lebensmittelpunkt hinweisen. Bei der Prüfung, ob die ein-

zelnen Sachverhaltselemente erfüllt sind, gilt die freie Beweiswürdigung. Die Behörde 

zieht aus dem Beweisergebnis ihre Schlüsse in freier Überzeugung, ohne an starre 

Beweisregeln gebunden zu sein. Ist eine rechtserhebliche Tatsache nach der Beweis-

würdigung nicht erwiesen, greifen die Beweislastregeln ein, welche bestimmen, zu 

wessen Nachteil im Falle der Beweislosigkeit zu entscheiden ist (Arnold, ASA 68, 462).  

 

 Es ist indessen eine Tendenz erkennbar, für den Nachweis von Behauptun-

gen der Steuerpflichtigen, die nach der allgemeinen Lebenserfahrung als wenig glaub-

würdig erscheinen, das Beweismass zu erhöhen. So erachtet das Bundesgericht die 

Behauptung der steuerpflichtigen Person, dass sie während der schon mehrere Jahre 

dauernden Erwerbstätigkeit am Wochenaufenthaltsort weder zu Berufskollegen noch 

zu Nachbarn irgendwelche Beziehungen geknüpft habe, zum Vornherein als wenig 

glaubwürdig. Vor allem mit zunehmendem Alter und steigender Dauer des Verweilens 

am Wochenaufenthaltsort könne kaum mehr angenommen werden, dass der Steuer-

pflichtige dort keine Kontakte pflege und einzig an ihrem Wochenendort verwurzelt sei, 

an dem sie sich bei voller Beschäftigung doch den kleineren Teil der Zeit aufhalte (Ar-

nold, ASA 68, 466, mit Hinweis auf BGE 125 I 54 und BGr, 2. September 1997, Praxis 

1998 Nr. 4). 

 

 Für den Fall, dass die steuerpflichtige Person an ihrem Wochenendort keine 

familiären Kontakte pflegt, entband das Bundesgericht den Kanton, in dem die steuer-

pflichtige Person während der Arbeitswoche wohnt, vom Nachweis überwiegender per-

sönlicher Beziehungen zum Arbeitsort. In diesem Fall obliegt es dem Steuerpflichtigen, 

den Beweis zu erbringen, dass sich der Lebensmittelpunkt nicht am Arbeitsort befindet 

(Arnold, ASA 68, 464, mit Hinweis auf BGE 125 I 54 und BGr, 2. September 1997, 

Praxis 1998 Nr. 4).  

 

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 b) Der unverheiratete Pflichtige ist seit dem Jahr 1983 bei der Gemeinde B 

angestellt und hält sich deshalb mindestens während der Arbeitszeit dort auf. Selbst 

wenn seine Behauptung zutrifft, wonach er im Kanton Zürich keine freundschaftlichen 

Beziehungen pflegt, so bringt allein schon eine langjährige berufliche Tätigkeit einen 

vielfältigen menschlichen Kontakt zu Berufskollegen und weiteren Personen mit sich. 

Bei einem Schwimmbadmeister dürfte dies ebenfalls der Fall sein. Die vom Pflichtigen 

geltend gemachten persönlichen Beziehungen zu Personen im Engadin sind freund-

schaftlicher und kollegialer Natur. Familiäre Beziehungen oder ein Konkubinatsverhält-

nis bestehen nach den Darlegungen des Pflichtigen nicht. Zwar kreuzte dieser auf dem 

Fragebogen zur Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes bei der Frage "Welche 

persönlichen Beziehungen verbinden Sie zu Ihrem Wohnort?" die Antwort "Ehegat-

te/Lebenspartner(in)" an. Im weiteren Verfahrensverlauf machte er jedoch kein Konku-

binats- oder Partnerschaftsverhältnis geltend. Aus der Tatsache, dass der Pflichtige mit 

D und E seine Freizeit verbringt, kann auf jeden Fall keine partnerschaftliche Bezie-

hung abgeleitet werden (vgl. Arnold, ASA 68, 460). Es ist davon auszugehen, dass der 

Steuerpflichtige die zu seinen Gunsten sprechenden Umstände von sich aus vorbringt 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 138 N 21). Würde der Pflichtige im Kanton Grau-

bünden eine Partnerschaftsbeziehung pflegen, so hätte er dies mit der notwendigen 

Klarheit zum Ausdruck gebracht. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Pflichtige 

nicht nur während der Öffnungszeit des Schwimmbads im Sommer, sondern auch im 

Winterhalbjahr seinem Beruf in der Gemeinde B nachgeht. Dass im Winterhalbjahr 

Überstunden abgebaut werden, ist im Hinblick auf die Frage des steuerrechtlichen 

Wohnsitzes eher von untergeordneter Bedeutung. Der Behauptung des kantonalen 

Steueramts, der Pflichtige sei im Kanton Zürich aufgewachsen, ist dieser in der Einga-

be vom 19. November 2012 nicht entgegengetreten. Es ist daher davon auszugehen, 

dass die Behauptung zutrifft.  

 

 Dem Pflichtigen gelingt es insgesamt nicht, eine stärkere Verbindung mit der 

Gemeinde C als mit dem Arbeitsort B nachzuweisen. Im Wesentlichen verbringt der 

Pflichtige im Engadin seine Freizeit zusammen mit Freunden und Kollegen. Wenn-

gleich die freundschaftlichen Beziehungen zu diesen eng sein mögen, so besteht keine 

familiäre oder partnerschaftliche Beziehung zu diesen Personen. Damit erscheint die 

Verbindung zum Kanton Zürich und zur Gemeinde B, wo der Pflichtige seit Jahrzehn-

ten beim gleichen Arbeitgeber erwerbstätig ist und eine eigene Wohnung bewohnt, 

enger als zum Kanton Graubünden und zur dortigen Gemeinde C.  

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 Eine Abnahme des vom Pflichtigen offerierten Zeugenbeweises erscheint 

nicht angebracht, da das diesbezügliche Vorbringen in der Eingabe vom 19. November 

2012 grundsätzlich nicht umstritten ist. Zudem ist das Vorbringen insofern nicht we-

sentlich, als auch eine hohe Intensität der freundschaftlichen Beziehungen zu Perso-

nen im Engadin nichts an der Einschätzung der Sachlage ändern würde (vgl. Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 132 N 18).  

 

 Unerheblich ist, wie die Sachlage von den Steuerbehörden in früheren Jahren 

beurteilt wurde. Die Einschätzungsbehörde kann den rechtserheblichen Sachverhalt in 

jeder Steuerperiode neu würdigen und allenfalls zu einer abweichenden Beurteilung 

kommen, selbst wenn sich der Sachverhalt nicht geändert hat. Ein Anspruch auf eine 

in diesem Sinn rechtsgleiche Behandlung besteht nicht. Die richtige Anwendung des 

materiellen Rechts geht somit dem Vertrauen in eine vorhersehbare Rechtanwendung 

vor (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Vorbemerkungen zu §§ 119-131 N 87). 

 

 

 4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Entsprechend 

dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Rekursverfahrens dem Pflichtigen 

aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung ist keiner Partei zuzuspre-

chen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 

1959/22. März 2010).  

 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

[…]