# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97f3511d-c198-554d-9658-98bc665c9d92
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.01.2023 UV 2019/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-45_2023-01-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.02.2023

Entscheiddatum: 11.01.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2023
Art. 9 Abs. 1 UVG. Prüfung der Frage, ob ein Lungenkarzinom vorwiegend 
durch Asbestexposition verursacht wurde anhand der Helsinki-Kriterien, 
insbesondere des Kriteriums einer kumulativen, berufsbedingten 
Asbestfaserexposition von 25 Faserjahren. Verneinung des Erfüllens dieser 
Kriterien. Angesichts der fehlenden Erfüllung der materiellen 
Anspruchsvoraussetzungen wurde offengelassen, ob bzw. inwieweit der 
abweisende Leistungsentscheid des liechtensteinischen 
Versicherungsträgers, wonach zuletzt in Liechtenstein keine 
Asbestexposition mehr stattfand, Bindungswirkung entfaltet und demnach 
überhaupt ein Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin 
besteht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2023, UV 2019/45).

Entscheid vom 11. Januar 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

UV 2019/45

Parteien

Erben des A.___ sel.,  

1.    B.___,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.    C.___,

beide vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Marco Forte,

schadenanwaelte AG, Monbijoustrasse 34, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ sel. (nachfolgend: Versicherter) absolvierte von 1981 bis 1985 eine Lehre als 

Automechaniker bei der D.___ AG, E.___, und von 1986 bis 1987 eine Umschulung zum 

Lastwagenmechaniker bei der F.___ AG in G.___ (Sitz: H.___). Anschliessend hat er von 

1987 bis 1988 in einem Baugeschäft in I.___ und zwischen 1988 und 2001 als 

Automechaniker und später als Werkstattleiter wieder bei der D.___ AG gearbeitet. Von 

2001 bis 2004 arbeitete der Versicherte als Nutzfahrzeugmechaniker bei einer Garage 

in J.___ (FL). Ab 2004 hat er bei verschiedenen Arbeitgeberinnen in der Schweiz in der 

Logistik gearbeitet, zuletzt seit dem 10. August 2009 bei der L.___ AG, M.___, (Suva-

act. 3 und 4). Bei diesen Tätigkeiten war der Versicherte – abgesehen von derjenigen 

zwischen 2001 und 2004 in J.___ (FL) – bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert.

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 21. April 2017 konsultierte der Versicherte seinen Hausarzt, nachdem er am 

17. April 2017 eine Schwellung auf der linken Brust bemerkt hatte (Suva-act. 4 S. 2). 

Gestützt auf die daraufhin durchgeführten Untersuchungen, stellten die behandelnden 

Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen die Diagnose eines metastasierten, nicht-

kleinzelligen, wenig differenzierten Karzinoms des Lungenunterlappens rechts. 

Nebendiagnostisch wurde ein persistierender Nikotinabusus (ca. 35py) und ein 

anamnestischer Status nach Asbest-Exposition festgehalten (Suva-act. 1). Wegen des 

Verdachts, dass die Krankheit auf das Einatmen von Asbestfasern zurückzuführen sei, 

wurde sie der Suva als mögliche Berufskrankheit gemeldet, woraufhin diese ein 

Schadendossier eröffnete und weitere Abklärungen in die Wege leitete (Suva-act. 2).

A.b. 

Am 7. Juli 2017 erfolgte eine Besprechung mit dem Versicherten, insbesondere 

über seine Arbeitstätigkeit und dabei möglicherweise erfolgte Asbestexpositionen 

(Suva-act. 4). Am 17. August 2017 nahm Dr. med. N.___ (nach eigener Angabe 

Facharzt für Arbeitsmedizin) Suva-intern eine ärztliche Kurzbeurteilung vor, in welcher 

er zur Beurteilung der Kausalität um eine Einschätzung der Asbestfaserjahre ersuchte 

(Suva-act. 14). Am 24. August 2017 führte die Suva, Abteilung Gesundheitsschutz am 

Arbeitsplatz, Bereich Chemie, eine Befragung des Versicherten zu seiner beruflichen 

Tätigkeit durch (Arbeitsplatzanamnese; Suva-act. 15).

A.c. 

Am 31. Januar 2018 nahm der Versicherte, vertreten durch die Anwaltskanzlei 

schadenanwaelte.ch AG, Zürich, zur vorerwähnten Arbeitsplatzanamnese vom 24. 

August 2017 Stellung und nahm gleichzeitig eine Berechnung der Faserjahre vor, 

welche eine kumulative, berufsbedingte Asbestfaserexposition von total 38.6 

Faserjahren ergab. Er ersuchte darum, seinen Lungenkrebs daher als Berufskrankheit 

anzuerkennen (Suva-act. 28).

A.d. 

Am 7. Februar 2018 erfolgte Suva-intern eine technische Expositionsbeurteilung 

durch die Abteilung Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Bereich Chemie. Diese ergab 

eine kumulative, berufsbedingte Asbestfaserexposition von 8.3 Faserjahren (Suva-

act. 30). Am 9. Februar 2018 gab Dr. N.___ eine weitere ärztliche Beurteilung ab. In 

dieser hielt er fest, die Asbestexposition von 8.3 Faserjahren liege weit unter den zur 

Anerkennung üblichen 25 Faserjahren und könne somit nicht überwiegend als 

ursächlich für das Bronchuskarzinom betrachtet werden. Des Weiteren würden 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

radiologische Hinweise fehlen, welche auf eine übermässige Asbestexposition 

hinweisen könnten (z. B. eine Staublunge). Dr. N.___ empfahl daher, das 

Bronchuskarzinom nicht als Berufskrankheit anzuerkennen (Suva-act. 33).

Mit Verfügung vom 1. März 2018 lehnte die Suva einen Anspruch des Versicherten 

auf Versicherungsleistungen ab, da keine Berufskrankheit im Sinne des Gesetzes 

vorliege (Suva-act. 34).

A.f. 

Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter am 12. April 2018 Einsprache 

mit dem Antrag, es seien für den Versicherten, der am K.___ seinem Leiden erlegen sei, 

und die Hinterlassenen (seine Ehefrau B.___ und seinen Sohn C.___ [vgl. die der Suva 

am 17. Mai 2019 eingereichte Erbbescheinigung, Suva-act. 51 S. 5]) die gesetzlichen 

Leistungen auszurichten. Die Einsprache begründete er gleich wie in der 

Stellungnahme vom 31. Januar 2018 damit, dass eine Exposition von 38.6 Faserjahren 

stattgefunden habe (Suva-act. 40).

B.a. 

Am 14. August 2018 stellte das Kantonsspital St. Gallen der Suva den 

Autopsiebericht vom 8. Juni 2018 (Autopsie-Datum: 20. März 2018; Todes-Datum: 

K.___) sowie den Bericht zur externen Lungenstaubanalyse durch die O.___ vom 21. 

Juni 2018 zu (Suva-act. 45). Der Autopsiebericht hielt hauptbefundlich keine Hinweise 

auf eine Asbestexposition fest, nebenbefundlich wurden jedoch multiple flächenhafte, 

apikal betonte Pleuraplaques genannt (Suva-act. 45 S. 8 ff.). Mittels der erwähnten 

Lungenstaubanalyse konnte kein Asbest nachgewiesen werden (Suva-act. 45 S. 4 ff.). 

Dr. N.___ beurteilte am 24. August 2018 die medizinische Situation erneut. Gestützt auf 

die Autopsiebefunde und die Lungenstaubanalyse kam er zum Schluss, dass sich nicht 

genügend Hinweise zeigten, die überwiegend auf eine asbestbedingte Erkrankung 

hinweisen würden (Suva-act. 47). Zudem erfolgte am 12. Februar 2019 eine erneute 

Suva-interne technische Expositionsbeurteilung, in welcher weiterhin an einer 

Belastung von 8.3 Faserjahren festgehalten wurde (Suva-act. 48).

B.b. 

Am 24. Juni 2019 reichten die anwaltlich vertretenen Erben des Versicherten eine 

Stellungnahme zum neuen Aktenstand ein. Darin machten sie neu auch 

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Schadenersatzansprüche gegenüber der Suva geltend (Suva-act. 53; vgl. zur 

Vollmachtserteilung der Erben: Suva-act. 51).

Mit Einspracheentscheid vom 4. Juli 2019 wies die Suva die Einsprache vom 

12. April 2018 ab, da die letzte Exposition gegenüber Asbeststaub bei der P.___ AG in 

J.___ (FL) stattgefunden habe und somit gestützt auf die europäischen 

Koordinationsvorschriften die Leistungen für die gemeldete Erkrankung ausschliesslich 

nach den Rechtsvorschriften von Liechtenstein zu gewähren seien. Ein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen gegenüber der Suva werde verneint. Auf das Gesuch um 

Schadenersatz trat sie nicht ein, da ein solcher Anspruch nicht Gegenstand der 

angefochtenen Verfügung gebildet habe (Suva-act. 54).

B.d. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Erben (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 11. Juli 2019 Beschwerde beim Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen und beantragten dessen Aufhebung sowie die Gewährung der 

gesetzlichen Leistungen an den Versicherten und sie selbst. Eventualiter sei der 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur Prüfung der Einsprache 

und Stellungnahme sowie neuem Entscheid an die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde zudem 

beantragt, das Beschwerdeverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des 

einzuleitenden Verfahrens vor dem zuständigen liechtensteinischen Unfallversicherer zu 

sistieren (act. G 1).

C.a. 

Mit Schreiben vom 4. September 2019 wurde das Verfahren im Einverständnis der 

Parteien bis zum Abschluss des Verfahrens des liechtensteinischen Unfallversicherers 

formlos sistiert (act. G 4). Nachdem die Beschwerdeführer die angesetzte Frist zur 

Mitteilung über den Verfahrensstand in Liechtenstein (act. G 13) ungenutzt verstreichen 

liessen, wurde das Verfahren am 22. Juni 2022 wieder aufgenommen und die 

Beschwerdegegnerin aufgefordert, die Beschwerdeantwort einzureichen (act. G 14).

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids, da für die gemeldete Erkrankung die Versicherungsleistungen 

C.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1. Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob der Versicherte an einer versicherten 

Berufskrankheit gelitten hat, die zum Bezug von Leistungen der obligatorischen 

Unfallversicherung (für ihn selbst und seine Hinterbliebenen) berechtigt bzw. ob die 

ausschliesslich nach den Rechtsvorschriften von Liechtenstein zu gewähren seien (act. 

G 15).

In ihrer Replik vom 2. September 2022 hielten die Beschwerdeführer an ihren 

Anträgen fest. Gestützt auf den zusammen mit der Replik eingereichten, ablehnenden 

liechtensteinischen Leistungsentscheid der R.___ vom 25. Februar 2022, wonach in 

den Jahren 2001 bis 2004 (Versicherungsdauer in Liechtenstein, vgl. oben Sachverhalt 

A.a) keine Asbestexposition stattgefunden habe, liege die Zuständigkeit vorliegend 

nunmehr bei der Beschwerdegegnerin (act. G 17 und 17.1).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Duplik vom 27. September 2022 

vorderhand eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da die Beschwerdeführer 

nicht über das Vorliegen des rechtskräftigen Leistungsentscheids der R.___ informiert 

hätten und daher die Beschwerdeantwort unter falschen Prämissen habe verfasst 

werden müssen. Im Übrigen hielt sie an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde 

fest. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, es sei fraglich, inwieweit der 

(abweisende) Leistungsentscheid der R.___ sie bzw. das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen binde, nachdem sie nicht in das entsprechende 

Abklärungsverfahren involviert und ihr dieser Entscheid nicht korrekt eröffnet worden 

sei. Selbst bei hypothetischer Annahme ihrer Zuständigkeit bestehe jedoch kein 

Leistungsanspruch, da die Voraussetzung einer kumulativen, berufsbedingten 

Asbestfaserexposition von 25 Faserjahren und auch keines der übrigen Helsinki-

Kriterien erfüllt seien (act. G 19).

C.e. 

Am 1. November 2022 nahmen die Beschwerdeführer nochmals Stellung und 

führten aus, dass sich die Bindungswirkung des Entscheids der R.___ lediglich auf die 

grundsätzliche Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin beziehe (act. G 21).

C.f. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer weiteren 

Stellungnahme.

C.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zurecht verneint hat. In diesem 

Zusammenhang sind auch die Anwendbarkeit der Schweizerischen Rechtsvorschriften 

bzw. das Bestehen eines Leistungsanspruchs gegenüber der Beschwerdegegnerin 

strittig.

2. Die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Duplik vom 27. September 2022 eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da die Beschwerdeführer nicht über das 

Vorliegen des Leistungsentscheids des liechtensteinischen Versicherungsträgers 

informiert hätten und sie somit ihre Beschwerdeantwort unter falschen Prämissen habe 

verfassen müssen (act. G 19 S. 1). Der Beschwerdegegnerin war es jedoch im Rahmen 

ihrer Duplik möglich, sich nach Kenntnis des ablehnenden Leistungsentscheids der 

R.___ umfassend zu diesem sowie den beschwerdeführerischen Vorbringen in der 

Replik (und gegebenenfalls auch nochmals zur Beschwerde) zu äussern. Dies hat sie 

unbestrittenermassen auch getan und verzichtete schliesslich darauf, eine weitere 

Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführer vom 1. November 2022 

einzureichen (vgl. oben Sachverhalt C.e ff.). Angesichts der – infolge des geltenden 

Untersuchungsgrundsatzes – fehlenden Novenschranke sowie der eingeräumten und 

auch wahrgenommenen Möglichkeit zur Stellungnahme zum ablehnenden 

Leistungsentscheid der R.___, ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der 

Beschwerdegegnerin zu verneinen bzw. wäre eine solche bereits im Rahmen des 

vorliegenden Verfahrens bereits wieder geheilt geworden. Die Beschwerdegegnerin 

vermag aus diesen Vorbringen somit nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht gegenüber dem Versicherten 

bzw. den Beschwerdeführern in der Verfügung vom 1. März 2018 nach einer 

materiellen Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen verneint. Im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 4. Juli 2019 hat sie die Ablehnung ihrer Leistungspflicht dann 

jedoch mit ihrer fehlenden Zuständigkeit begründet; die Frage, ob die Voraussetzungen 

für eine Anerkennung des gemeldeten Gesundheitsschadens als Berufskrankheit nach 

schweizerischem Recht erfüllt wären, hat sie ausdrücklich offengelassen. Ihre fehlende 

Zuständigkeit leitete sie aus Art. 38 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der 

Systeme der sozialen Sicherheit (nachfolgend: Verordnung Nr. 883/2004 [SR 

0.831.109.268.1]) ab. Diese Bestimmung sieht vor, dass, wenn sich eine Person eine 

Berufskrankheit zugezogen und nach den Rechtsvorschriften von zwei oder mehr 

Mitgliedstaaten eine Tätigkeit ausgeübt hat, die ihrer Art nach geeignet ist, eine solche 

Krankheit zu verursachen, die Leistungen, auf die sie oder ihre Hinterbliebenen 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Anspruch haben, ausschliesslich nach den Rechtsvorschriften des letzten dieser 

Mitgliedstaaten, dessen Voraussetzungen erfüllt sind, gewährt werden.

Der liechtensteinische Versicherungsträger hat mit Verfügung vom 25. 

Februar 2022 eine Übernahme von Versicherungsleistungen abgelehnt. Zur 

Begründung hielt er im Wesentlichen fest, dass der Versicherte während seiner 

Tätigkeit in Liechtenstein von Juli 2001 bis Januar 2004 nicht gegenüber Asbest 

exponiert gewesen sei, da davon auszugehen sei, dass der Anteil asbesthaltiger 

Bremsbeläge und Kupplungen sowohl für LKWs als auch für PKWs ab 1996 0 % 

betragen habe. Ausserdem könne vollumfänglich auf die Berechnung der 

Beschwerdegegnerin abgestellt werden, wonach von 8.3 Faserjahren auszugehen sei 

(act. G 17.1). Diese Verfügung ist gemäss den Angaben der Beschwerdeführer in ihrer 

Replik in Rechtskraft erwachsen (act. G 17). Nachdem die Beschwerdegegnerin im 

Laufe des Beschwerdeverfahrens von dieser Verfügung Kenntnis erhalten hatte, hat sie 

in ihrer Duplik vom 22. September 2022 festgehalten, dass die Voraussetzungen, um 

das Lungenkarzinom als Berufskrankheit anerkennen zu können, ohnehin nicht erfüllt 

seien, weshalb die Frage nach ihrer Zuständigkeit offengelassen werden könne. Unter 

diesen Umständen ist nachfolgend zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

das Lungenkarzinom des Versicherten zu Recht nicht als Berufskrankheit anerkannt 

hat.

3.2. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

Versicherungsleistungen gewährt. Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (vgl. zur 

Definition einer Krankheit Art. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), die bei der beruflichen Tätigkeit 

ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten 

verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten 

sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). Die schädigenden Stoffe 

und arbeitsbedingten Erkrankungen sind im Anhang 1 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) aufgeführt. Im vorliegenden Fall stehen 

Asbeststaub als schädigender Stoff nach Ziffer 1 Anhang 1 UVV sowie ein 

Lungenkarzinom als arbeitsbedingte Erkrankung im Vordergrund. Zwischen den 

aufgelisteten Stoffen und Arbeiten und der Erkrankung muss ein qualifizierter 

adäquater Kausalzusammenhang vorliegen (Alfred Maurer, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 215; BGE 108 V 159 f. E. 1); ein solcher ist 

zu bejahen, wenn die schädigenden Stoffe oder Arbeiten mehr wiegen als alle anderen 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % 

ausmachen (BGE 119 V 200 f. E. 2a).

Gemäss der vorliegenden Aktenlage verstarb der Versicherte aufgrund eines 

Karzinoms des Lungenunterlappens rechts (Suva-act. 45 S. 8). In Bezug auf das 

Todesdatum ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass im Autopsiebericht als 

Todesdatum der K.___ aufgeführt (Suva-act. 45 S. 8) und dieses Datum auch vom 

Rechtsvertreter des verstorbenen Versicherten in der Einsprache vom 12. April 2018 

angegeben wurde (Suva-act. 40), das Amtsnotariat Q.___ in der Erbbescheinigung 

jedoch den S.___ als Todestag aufgeführt hat (Suva-act. 51 S. 5). Mithin bestehen 

aufgrund der vorliegenden Aktenlage Zweifel am genauen Todestag des Versicherten. 

Weitere Abklärungen in diesem Zusammenhang können jedoch unterbleiben, da dem 

genauen Todeszeitpunkt zur Prüfung der vorliegenden Streitfrage keine weitergehende 

Relevanz zukommt.

4.2. 

Ein Lungenkarzinom kann asbestbedingt auftreten, jedoch sind auch zahlreiche 

andere Ursachen möglich. Aufgrund der Diagnose allein lässt sich daher nicht 

zuverlässig beantworten, ob dieses Karzinom vorwiegend durch Asbest verursacht 

wurde und damit als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG zu gelten hat. 

Stattdessen sind zusätzliche Elemente zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin 

orientiert sich diesbezüglich an den sogenannten "Helsinki-Kriterien" (Urteile des 

Bundesgerichts vom 7. Mai 2009, 8C_762/2008, E. 4.1 und 8. Juni 2010, 8C_67/2010, 

E. 4.1 f.). Die Anwendung dieser Praxis wurde nach Prüfung der Aktualität derselben 

vom Bundesgericht im Urteil vom 8. Juni 2010, 8C_67/2010, E. 4.3 f. bestätigt und auf 

diese ist vorliegend abzustellen, was nicht umstritten ist.

4.3. 

Nach der erwähnten Praxis ist ein Lungenkarzinom als asbestbedingte 

Berufskrankheit anzuerkennen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist: 1) 

Eine kumulative Asbestdosis von mindestens 25 sogenannten Faserjahren gemäss 

Arbeitsanamnese; 2) bestimmte Befunde der Lungenstaubanalyse (über 2 Mio. [Länge 

über 5 Mikrometer] resp. über 5 Mio. [Länge über 1 Mikrometer] Amphibolfasern pro 

Gramm Lungentrockengewicht, über 5000 Asbestkörperchen pro Gramm 

Lungentrockengewicht, über 5 Asbestkörperchen pro Milliliter BAL [Bronchoalveoläre 

Lavage]); 3) eine Asbestose (auch histologisch dokumentierte Minimalasbestose); 4) 

bilaterale, diffuse, mit Wahrscheinlichkeit asbestinduzierte Pleuraverdickungen (SUVA, 

Medizinische Mitteilungen 2007, S. 61 ff., 64; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 

7. Mai 2009, 8C_762/2008, E. 5.2 und 8. Juni 2010, 8C_67/2010, E. 4, mit Hinweisen).

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Das Vorliegen einer Asbestose ist aufgrund der hier massgebenden Aktenlage zu 

verneinen. Weder in den Berichten des Kantonsspitals St. Gallen noch im 

Autopsiebericht vom 8. Juni 2018 wurde die entsprechende Diagnose gestellt. 

Überdies wurde im Bericht vom 21. Juni 2018 zur postmortal durchgeführten 

Lungenstaubanalyse ausdrücklich festgehalten, dass sich histologisch keine Hinweise 

für eine (Minimal) Asbestose gefunden hätten. In der Lungenstaubanalyse war auch 

kein Asbest nachweisbar. Im erwähnten Bericht wurde festgehalten, dass beim 

Versicherten in Zusammenschau mit dem histologischen Befund, der dazu passenden 

geringen Anzahl von Ferruginous Bodies im isolierten Lungenstaub und dem ebenfalls 

dazu passenden fehlenden Nachweis von Asbestfasern in der 

elektronenmikroskopischen Probe aus pathologischer Sicht die Kriterien für eine 

Asbestexposition nicht erfüllt seien. Es fänden sich nur vereinzelte Ferruginous Bodies, 

wobei die Menge mit den Zahlen, welche man in Lungen nicht-exponierter Individuen 

antreffe, übereinstimmen würde (Suva-act. 45 S. 4 ff.). Das zweite und das dritte 

Helsinki-Kriterium (Lungenstaubanalyse, Asbestose) können damit ohne Weiteres 

verneint werden.

5.1. 

Die Beschwerdeführer machen hingegen geltend, aufgrund der im Autopsiebericht 

vom 8. Juni 2018 aufgeführten multiplen, flächenhaften, apikal betonten Pleuraplaques 

(Suva-act. 45 S. 9 "Nebenbefunde") scheine das vierte Kriterium (bilaterale, diffuse, mit 

Wahrscheinlichkeit asbestinduzierte Pleuraverdickungen) als erfüllt (act. G 1 S. 9 f. 

Ziff. 27).

5.2. 

In seiner Beurteilung vom 24. August 2018 führte der Arbeitsmediziner Dr. N.___ in 

diesem Zusammenhang aus, nebenbefundlich würden im Autopsiebericht zwar 

multiple, flächenhafte, apikal betonte Pleuraplaques genannt, über Ausdehnung und 

Anzahl würden jedoch keine Angaben gemacht. Radiologisch seien die Pleuraplaques 

zuvor nicht beschrieben worden, es sei lediglich die Rede von Pleurakuppenschwielen 

gewesen. Pleuraplaques seien zwar hinweisend darauf, dass eine Asbestexposition 

stattgefunden habe, sie würden jedoch keine Aussage über Dauer und Ausmass der 

Exposition erlauben und seien per se nicht als bösartig oder als Vorläufer einer 

malignen Erkrankung anzusehen. Aus ärztlicher Sicht würden sich nicht genügend 

Hinweise zeigen, die überwiegend auf eine asbestbedingte Erkrankung hinwiesen 

(Suva-act. 47).

5.3. 

Dr. N.___ geht demnach davon aus, dass Pleuraplaques für sich genommen 

keinen Rückschluss auf eine möglicherweise asbestbedingte Ursache des 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Lungenkarzinoms zulassen. Mithin kann das Vorliegen von Pleuraplaques nicht ohne 

Weiteres mit den bilateralen, diffusen, mit Wahrscheinlichkeit asbestinduzierten 

Pleuraverdickungen gemäss dem (einen Rückschluss auf die Ursache eines 

Lungenkarzinoms zulassenden) vierten Helsinki-Kriterium gleichgesetzt werden. Diese 

Einschätzung von Dr. N.___ – insbesondere, dass Pleuraplaques keine bösartige 

Erkrankung und auch keine Vorstufe einer solchen darstellten – stimmt mit den 

Angaben im Factsheet Asbestbedingte Berufskrankheiten (Version März 2013, S. 1) der 

Beschwerdegegnerin überein. Sie ist mithin nachvollziehbar und auf sie kann abgestellt 

werden, zumal auch keine abweichende ärztliche Einschätzung vorliegt. Auf die von 

den Beschwerdeführern beantragten weiteren Abklärungen (act. G 1 S. 9 f. Ziff. 27) 

kann daher verzichtet werden.

Da den medizinischen Akten, insbesondere dem Autopsiebericht vom 8. Juni 2018 

(Suva-act. 45 S. 8 f.), keine Pleuraverdickungen entnommen werden können, ist das 

vierte Helsinki-Kriterium ebenfalls nicht als erfüllt zu betrachten bzw. vermögen die 

beim Versicherten festgestellten Pleuraplaques nicht überwiegend wahrscheinlich eine 

vorwiegend asbestbedingte Ursache des Lungenkarzinoms nachzuweisen. Dies, zumal 

diese – wie Dr. N.___ korrekt festgestellt hat – in Ausdehnung und Anzahl ohnehin nicht 

weiter spezifiziert worden sind, aufgrund deren bloss nebenbefundlicher Erwähnung 

jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich von einer grossen Anzahl und Ausdehnung 

auszugehen ist.

5.5. 

Zu prüfen bleibt, ob eine Berufskrankheit aufgrund des Ausmasses und der Dauer 

der Asbestfaserexposition (erstes Helsinki-Kriterium) zu bejahen ist. Als Messgrösse 

dient in diesem Zusammenhang das sogenannte Faserjahr, wobei gemäss den 

Helsinki-Kriterien eine kumulative Exposition von mindestens 25 Faserjahren 

vorausgesetzt wird. Ein Faserjahr entspricht dabei einer einjährigen arbeitstäglich 

achtstündigen Einwirkung von einer Million Asbestfasern pro Kubikmeter 

(entsprechend einer Asbestfaser pro Kubikzentimeter) der kritischen Abmessungen 

(Länge > 5 Mikrometer, Durchmesser < 3 Mikrometer, Länge-zu-Durchmesser-

Verhältnis mindestens 3:1) bei 240 Arbeitstagen (BK-Report 1/2013 des 

Hauptverbandes der deutschen Berufsgenossenschaften [HVBG], abrufbar 

unter www.dguv.de, S. 52; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2010, 

8C_67/2010, E. 4.2).

6.1. 

Die Beschwerdeführer stellen in Frage, ob vorliegend trotz des Zigarettenkonsums 

des Versicherten von einer Mindestexposition von 25 Faserjahren ausgegangen werden 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dürfe, oder ob bei Rauchern diese Zahl aufgrund der additiven Wirkung der beiden 

Faktoren Tabakkonsum und Asbest nicht tiefer angesetzt werden müsse (act. G 1 S. 10 

Ziff. 28). Korrekt ist in diesem Zusammenhang, dass das Rauchen das Risiko auf die 

Entwicklung von Lungenkrebs um ein Vielfaches erhöht. In diesem Zusammenhang 

hielt das Bundesgericht jedoch (unter Hinweis auf entsprechende Fachliteratur) fest, 

dass das Risiko an einem Bronchialkarzinom zu erkranken infolge der Exposition 

gegenüber Asbest, bei Rauchern und Nichtrauchern in gleichem Masse steige: Es 

vervielfache sich um den gleichen Faktor. Wenn von der rauchenden Bevölkerung jene 

Arbeitnehmer, welche einer starken Asbestexposition ausgesetzt seien, fünf Mal stärker 

Gefahr liefen, an einem Bronchialkarzinom zu erkranken, so sei diese relative Erhöhung 

des Risikos bei der nicht rauchenden Bevölkerung (mit gleichen Arbeitsbedingungen) 

genau gleich hoch, d. h. fünf Mal höher. Gemäss Bundesgericht kann die 

Asbestexposition somit als überwiegende Ursache für die Entwicklung eines 

Bronchialkarzinoms nicht nur deshalb von vornherein ausgeschlossen werden, weil der 

Versicherte infolge seines hohen Zigarettenkonsums bereits mit einem höheren Risiko 

belastet gewesen sei (BGE 133 V 427 E. 5.2.2 mit Hinweisen, übersetzt in: Pra 7/2008 

Nr. 85 S. 550 ff.). Aus den Erwägungen des Bundesgerichts ist mithin zwar abzuleiten, 

dass sich bei einer Asbestexposition und kumulativem Tabakkonsum das Risiko einer 

Krebserkrankung tatsächlich überadditiv erhöht. Hingegen ergibt sich aus ihnen auch, 

dass das relative Risiko einer Krebserkrankung bei einer Asbestexposition für Raucher 

und Nichtraucher in gleicher Weise ansteigt. Entsprechend hat das Bundesgericht 

später in einem anderen Fall unter Verweis auf den vorerwähnten Entscheid bestätigt, 

dass die Beschwerdegegnerin im damaligen Fall dem Umstand, dass der Versicherte 

Raucher war, zu Recht keine Beachtung geschenkt hatte (im Urteil vom 8. Juni 2010, 

8C_67/2010, E. 6.2). Ein allfälliger Tabakkonsum stellt somit keinen relevanten Faktor 

bei der Beurteilung dar, ob eine Lungenkrebserkrankung überwiegend asbestbedingt 

ist. Hingegen kann aus den Ausführungen des Bundesgerichts abgeleitet werden, dass 

die Minimalgrenze von 25 Faserjahren auch auf Raucher anzuwenden ist (und bei 

diesen nicht hinauf-, aber auch nicht herabgesetzt werden muss). Auf die Einholung 

eines Gutachtens zu dieser Frage, wie dies die Beschwerdeführer beantragen (act. G 1 

S. 10 Ziff. 28), ist angesichts der dargestellten Rechtsprechung zu verzichten.

Wie die Beschwerdeführer korrekt ausführen, ist für die Berechnung der 

Asbestfaserexposition grundsätzlich auf die konkreten Umstände des Einzelfalls 

abzustellen, d. h. auf die tatsächlich ausgeführten Tätigkeiten, deren Dauer und die 

dabei jeweils vorhandene Faserkonzentration in der Luft. Fehlen konkrete 

Informationen und insbesondere Messungen, müssen entsprechende Schätzungen, 

gestützt auf Erfahrungswerte, vorgenommen werden. Eine wichtige Datenquelle, um 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Asbestbelastung der Luft bei verschiedenen Arbeiten retrospektiv beurteilen zu 

können, ist der BK-Report "Faserjahre" des Hauptverbandes der deutschen 

Berufsgenossenschaften in der jeweils aktuellsten Auflage (HVBG; abrufbar unter 

www.dguv.de; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2010, 

8C_67/2010, E. 6.6).

Im vorliegenden Fall hat der Versicherte anlässlich der Besprechung vom 

14. Juli 2017 und der Arbeitsplatzanamnese vom 24. August 2017 Angaben zu den 

konkret ausgeführten Tätigkeiten und der jeweiligen Dauer derselben gemacht. In 

Bezug auf die Faserkonzentration während der Ausführung dieser Arbeiten wurde in 

den beiden Protokollen nichts festgehalten (Suva-act. 4 und 15). Die Beschwerdeführer 

machen sinngemäss geltend, die durchgeführten Befragungen zur Arbeitssituation des 

Versicherten seien ungenügend gewesen (act. G 1 S. 15 f. Ziff. 48 ff.). Zwar ist korrekt, 

dass der BK-Report Empfehlungen in Bezug auf die Befragungen der Versicherten 

enthält, konkrete Anforderungen werden jedoch nicht definiert. Im Übrigen haben 

weder die juristische Literatur noch die Rechtsprechung entsprechende 

Voraussetzungen an die befragende Person bzw. deren Vorgehen definiert. Die 

pauschalen Spekulationen über die Qualifikationen und das Vorgehen der Mitarbeiter 

der Beschwerdegegnerin vermögen nach Gesagtem keine Zweifel am Inhalt der beiden 

Protokolle über die Besprechungen vom 14. Juli und 24. August 2017 zu erwecken. Auf 

die einzelnen Einwände gegen die protokollierten Tätigkeiten und deren Dauer ist 

nachfolgend noch näher einzugehen.

6.4. 

Der Versicherte machte in der Stellungnahme vom 31. Januar 2018 (Suva-act. 28 

S. 5 ff.) geltend, er habe während seiner Lehre von 1981 bis 1985 sowie auch während 

der späteren Tätigkeit als Mechaniker bzw. mitarbeitender Werkstattleiter von 1988 bis 

2001 bei der D.___ AG zusätzlich zu den in den Protokollen festgehaltenen allgemeinen 

Bremsenreparaturen jeweils auch die PKW-spezifische Tätigkeit "Bremsbacken 

schleifen" ausgeführt. Zudem berücksichtigte er in seinen Berechnungen für die Zeit 

während seiner Umschulung und der späteren Tätigkeit als LKW-Mechaniker bei der 

P.___ AG in J.___ (FL) auch die LKW-spezifische Tätigkeit "Überdrehen mit 

anschliessender manueller Reinigung" und machte damit zumindest implizit auch die 

Ausführung dieser Tätigkeit geltend. Die Beschwerdeführer haben die Ausführung 

dieser Tätigkeiten später in ihren jeweiligen Berechnungen ebenfalls berücksichtigt. 

Angesichts des Umstands, dass der Versicherte die Ausführung dieser Tätigkeiten 

bereits in der Stellungnahme vom 31. Januar 2018 zu den Befragungsprotokollen der 

Beschwerdegegnerin (Suva-act. 28) – und demnach "umgehend" (im Sinne der 

nächsten schriftlichen, materiellen Eingabe) – geltend gemacht hatte, scheint es 

6.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

durchaus als glaubhaft, dass er nicht spezifisch nach diesen Tätigkeiten gefragt wurde. 

Es ist demnach auch glaubhaft, dass es der Versicherte versehentlich unterliess, diese 

Tätigkeiten anlässlich der Befragungen zu erwähnen bzw. es ihm nicht bewusst war, 

dass eine Erwähnung derselben für die Berechnung der Asbestexposition relevant sein 

könnte. Den Beschwerdeführern kann sodann insoweit zugestimmt werden, als sie 

vorbringen, aufgrund der Pflicht zur umfassenden Ausbildung sei davon auszugehen, 

der Versicherte habe die Tätigkeit "Bremsbacken schleifen" während seiner Lehrzeit 

1981 bis 1985 bei der D.___ AG ausgeführt (Suva-act. 53 S. 15). Gleiches hat analog 

für die LKW-spezifische Tätigkeit "Überdrehen mit anschliessender manueller 

Reinigung" während der Umschulungszeit 1986 bis 1987 bei der F.___ AG zu gelten. 

Nach Gesagtem kann auf die entsprechenden Aussagen des Versicherten abgestellt 

werden. Somit sind nachfolgend in der Berechnung der Asbestexposition auch die 

Tätigkeiten "Bremsbacken schleifen" bzw. "Überdrehen mit anschliessender manueller 

Reinigung" zu berücksichtigen. Da gemäss den Befragungen mit dem Versicherten 

keine Schutzmassnahmen vorhanden waren bzw. solche nicht überwiegend 

wahrscheinlich nachgewiesen sind, ist dabei jeweils auf die Faserkonzentration "ohne 

Absaugung" gemäss BK-Report, Tabelle 7.14, abzustellen (vgl. zum Abstellen auf die 

Faserkonzentration gemäss BK-Report unten E. 6.8 und zum Abstellen auf den Wert 

ohne Schutzmassnahmen unten E. 6.10).

Soweit die Beschwerdeführer in Bezug auf die Dauer der jeweils ausgeführten 

Tätigkeiten einen anderen, als den von der Beschwerdegegnerin sinngemäss 

protokollierten Gesprächsverlauf geltend machen (vgl. insbesondere act. G 1 S. 16 Ziff. 

50), handelt es sich um eine reine Parteibehauptung. Eine neuerliche Befragung des 

Versicherten kann unter den vorliegenden Umständen selbstredend nicht mehr 

erfolgen. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit dieser Aussage ist zudem anzufügen, dass 

der (damals noch lebende) Versicherte bzw. sein Rechtsvertreter in der Eingabe vom 

31. Januar 2018 (welche als Stellungnahme zu den erwähnten Protokollen zu den 

Befragungen durch die Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin diente) für die jeweiligen 

Tätigkeiten keine konkrete andere Expositionsdauer geltend gemacht hatte, sondern 

lediglich für die Anwendbarkeit der durchschnittlichen Dauer gemäss BK-Report 

plädiert hatte (welche im Übrigen einzig für die Dauer der Lehr- und Umschulungszeit 

von den in den Befragungsprotokollen festgehaltenen Expositionsdauern abweicht). 

Weder der Versicherte noch die Beschwerdeführer haben letztlich jedoch eine 

Expositionsdauer, welche über die in Tabelle 7.14 festgehaltenen Werte hinausgeht, 

geltend gemacht. Auch den Akten können keine Hinweise auf überdurchschnittlich 

lange Expositionsdauern entnommen werden, weshalb nachfolgend maximal auf die 

6.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Werte des BK-Reports abzustellen ist (soweit diese überhaupt von den Angaben des 

Versicherten abweichen).

Anderweitige konkrete Abweichungen von den in Befragungsprotokollen 

festgehaltenen Tätigkeiten und deren jeweiligen Dauer wurden und werden nicht 

geltend gemacht.

6.7. 

In Bezug auf die Faserkonzentration machen die Beschwerdeführer geltend, die 

Beschwerdegegnerin hätte prüfen müssen, ob konkrete Messwerte für die Betriebe, in 

denen der Versicherte tätig war oder vergleichbare Betriebe, vorliegen und ob bei 

anderen Mitarbeitern dieser Betriebe Krankheiten aufgetreten sind, welche auf eine 

Asbestexposition hindeuten und falls ja, mit welcher Häufigkeit (act. G 1 S. 11 f. Ziff. 

32). Die ehemaligen Arbeitgeberinnen des Versicherten in der Schweiz, bei denen 

aufgrund der Tätigkeit als Mechaniker möglicherweise eine Asbestfaserexposition 

stattfand (D.___ AG und F.___ AG), wurden bereits 2002 bzw. 2001 aus dem 

Handelsregister gelöscht. Die Beschwerdegegnerin durfte demnach in antizipierter 

Beweiswürdigung davon ausgehen, dass bei diesen bzw. deren ehemaligen Organen 

(soweit überhaupt auffindbar) keine allfälligen Messwerte zur konkreten 

Asbestbelastung am jeweiligen Arbeitsplatz des Versicherten oder sonstige 

Informationen zu möglicher Asbestbelastung mehr eingeholt werden konnten. Die 

allfällige Erkrankung ehemaliger Arbeitskollegen vermag eine vorwiegend 

berufsbedingte Erkrankung des Versicherten nicht überwiegend wahrscheinlich 

nachzuweisen, da diese – einmal abgesehen von berufsfremden Faktoren – nicht 

denselben Werdegang wie der Versicherte und demnach auch nicht dieselbe 

berufsbedingte Asbestexposition aufweisen würden. Vielmehr ist – wie bereits erwähnt 

– eine Einzelfallprüfung aufgrund der Helsinki-Kriterien vorzunehmen (vgl. oben 

E. 4.3 f.). Auf weitere Abklärungen in diesem Zusammenhang durfte die 

Beschwerdegegnerin entsprechend ebenfalls in antizipierter Beweiswürdigung 

verzichten. Im Übrigen ist anzufügen, dass es sich bei den im BK-Report angegebenen 

Faserkonzentrationen um sogenannte Worst-case-Berechnungen handelt, d. h. sie 

gehen von einer Situation aus, in der die Randbedingungen in dem zu beurteilenden 

Arbeitsbereich bzw. bei den zu beurteilenden Tätigkeiten unter ungünstigen, aber 

realistischen Betriebsbedingungen eine Obergrenze für die Exposition ergeben (vgl. 

BK-Report S. 29 f. Ziff. 2.4). Das Abstellen auf diese Werte stellt nach Gesagtem keinen 

Nachteil für den Versicherten bzw. die Beschwerdeführer dar. Unter den gegebenen 

Umständen durfte die Beschwerdegegnerin auf die Prüfung eines Beizugs von 

Messwerten aus (allenfalls) vergleichbaren Betrieben verzichten, zumal sich aus den 

Angaben des Versicherten in Bezug auf die Dauer der (weiteren) Bearbeitung 

6.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

asbesthaltiger Materialien nach Inkrafttreten des Asbestverbots 1990 in der Schweiz 

ergibt, dass in seiner Betriebsstätte offenbar aussergewöhnlich viele ältere Fahrzeuge 

mit wenig gefahrenen Kilometern bearbeitet worden sind und mithin fraglich ist, ob 

überhaupt Messwerte zu vergleichbaren Betrieben existieren (Suva-act. 4; vgl. dazu 

auch unten E. 6.11).

Soweit die Beschwerdeführer schliesslich die Anwendbarkeit des BK-Reports bzw. 

dieser für Deutschland ermittelten Emissionswerte für die Schweiz grundsätzlich in 

Frage stellen (act. G 1 S. 13 f. Ziff. 37 ff.), kann ihnen nicht gefolgt werden. Zwar ist 

korrekt, dass Deutschland andere Vorschriften erliess bzw. andere Massnahmen in 

Bezug auf die Arbeitssicherheit ergriff. In dieser Hinsicht ist jedoch darauf hinzuweisen, 

dass in der Schweiz die Beschwerdegegnerin seit ihrer Betriebsaufnahme 1918 für die 

Arbeitssicherheit zuständig ist und in diesem Bereich auch Vorschriften erlassen hat. 

Wie die Beschwerdeführer korrekt ausführen, wurden sodann mit Inkrafttreten des UVG 

und der dazugehörigen Verordnung im Jahr 1984 weitere Regelungen getroffen. Die 

pauschale Behauptung der Beschwerdeführer, der gewerkschaftlich viel stärker 

organisierte Arbeitsschutz sei in Deutschland in den 1970er und -80er Jahren weiter 

fortgeschritten gewesen als in der Schweiz (was sich beispielsweise darin gezeigt 

habe, dass gefährliche Tätigkeiten in einzelnen Räumen ausgeführt worden seien und 

generell bessere Absaug- und Lüftungsvorrichtungen verlangt worden seien), wird nicht 

weiter belegt. Die Beschwerdeführer vermögen mit ihren Ausführungen mithin keine 

Zweifel an der grundsätzlichen Anwendbarkeit des BK-Reports zu erwecken. Zudem ist 

anzumerken, dass die Beschwerdeführer zwar die Anwendbarkeit des BK-Reports in 

Zweifel ziehen, jedoch keine anderweitige Datenquelle, welche die Asbestbelastung 

ihrer Meinung nach im konkreten Fall besser aufzeigen könnte, benennen. Angesichts 

des Umstandes, dass vorliegend keine konkreten Messwerte für die Werkstätten des 

Versicherten vorliegen, ist – wie bereits erwähnt – eine Schätzung vorzunehmen. Eine 

solche hat gestützt auf sachliche, nachvollziehbare Kriterien, insbesondere empirisch 

erhobene Erfahrungswerte, zu erfolgen. Vorliegend erscheint das Abstellen auf den BK-

Report 1/2013 nach Gesagtem als zielführend, zumal dieser bereits vom Bundesgericht 

als wichtige Datenquelle, um die Asbestbelastung in der Luft bei verschiedenen 

Arbeiten retrospektiv beurteilen zu können, bezeichnet wurde (Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Juni 2010, 8C_67/2010, E. 6.6) und die Beschwerdeführer – wie 

vorstehend ausgeführt – auch nicht substantiiert geltend machen, auf welche der 

daraus gewonnenen Werte vorliegend nicht abgestellt werden könne bzw. welche 

anderen Werte zu verwenden wären. Nach Gesagtem sind keine Gründe ersichtlich, 

weshalb vorliegend nicht auf die Werte des BK-Reports abgestellt werden könnte.

6.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In Bezug auf den Hinweis der Beschwerdeführer, wonach im konkreten Fall 

Absaugvorrichtungen in den Werkstätten des Versicherten gefehlt hätten (act. G1 S. 14 

Ziff. 43), ist festzuhalten, dass die Emissionswerte im BK-Report 1/2013 ebenfalls auf 

Arbeitsplätzen ohne Schutzmassnahmen basieren. So wird im BK-Report auf S. 58 in 

Ziff. 4.6 explizit festgehalten, dass sich bei entsprechenden Schutzmassnahmen die 

Konzentrationswerte auf maximal einen Zehntel der in den entsprechenden Tabellen 

angegebenen Werte beschränken würden. Solche Schutzmassnahmen dürften jedoch 

nicht unterstellt werden, sondern seien zu belegen. Auf die Emissionswerte der Tabelle 

7.14 des BK-Report 1/2013 kann vorliegend – bei gemäss Angaben des Versicherten 

fehlenden Schutzmassnahmen an seinen Arbeitsplätzen – entsprechend grundsätzlich 

abgestellt werden bzw. ist dort, wo zwischen einer Tätigkeit bei vorhandenen bzw. 

fehlenden Schutzmassnahmen unterschieden wird, jeweils auf den Wert bei fehlenden 

Schutzmassnahmen abzustellen.

6.10. 

Bezüglich der Dauer der Verwendung bzw. Bearbeitung asbesthaltiger Materialien 

in der Schweiz stützte sich die Beschwerdegegnerin bei ihren Berechnungen nicht auf 

die im BK-Report festgehaltenen Werte (Tabelle 7.15), sondern auf die Angaben des 

Versicherten in der Arbeitsplatzanamnese vom 24. August 2017 (Suva-act. 15). Nach 

der Tabelle 7.15 waren ab 1986 bis 1990 bei PKWs und LKWs nur noch 50 %, ab 1991 

bis 1995 bei PWKs noch 10 % und bei LKWs noch 25 % sowie ab 1996 keine 

asbesthaltigen Brems- und Kupplungsbeläge mehr vorhanden gewesen. Anlässlich der 

Arbeitsplatzanamnese hatte der Versicherte hingegen angegeben, dass ab 1990 

(Inkrafttreten des allgemeinen Asbestverbots in der Schweiz) bis 2001 noch etwa 40 % 

asbesthaltige Beläge vorhanden gewesen seien. Im Zeitraum von 2001 bis 2004 

(Tätigkeit in Liechtenstein) seien noch etwa 20 % asbesthaltige Beläge vorhanden 

gewesen (Suva-act. 15). Zum Zeitraum vor 1990 wurde keine Aussage des 

Versicherten protokolliert, weshalb davon auszugehen ist, dass er für diese Zeit 

weiterhin von einem Anteil von 100 % asbesthaltiger Beläge ausging. Zwar ist auffällig, 

dass sich der Anteil an noch asbestbelasteten Belägen exakt in dem Jahr verändert 

haben soll, in welchem der Versicherte seine Tätigkeit in Liechtenstein aufnahm. Dies, 

zumal das Asbestverbot in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als zehn 

Jahren in Kraft war und demnach zu erwarten gewesen wäre, dass der Anteil noch 

asbesthaltiger Beläge schneller sinkt, insbesondere, wenn man den Verlauf mit 

demjenigen in Deutschland (Tabelle 7.15) vergleicht, wo bereits 1986 (sieben Jahre vor 

dem Inkrafttreten des Asbestverbots 1993 in Deutschland) nur noch 50 % 

asbesthaltige Beläge vorhanden waren und diese 1996 gänzlich verschwunden waren. 

Andererseits hatte der Versicherte bereits anlässlich der Befragung vom 14. Juli 2017 

angegeben, dass sie bei der D.___ AG (im Zeitraum von 1988 bis 2001) regelmässig 

6.11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ältere Fahrzeuge mit wenig gefahrenen Kilometern bearbeitet hätten (Suva-act. 4). Bei 

solchen älteren, wenig genutzten Fahrzeugen erscheint es durchaus plausibel, dass 

diese noch während längerer Zeit asbesthaltige Beläge aufwiesen, da 

erfahrungsgemäss der Ersatz von Verschleissteilen bei geringer Nutzung weniger 

schnell notwendig wird. Angesichts des Umstandes, dass der Versicherte demnach 

bereits in der ersten Befragung (zumindest sinngemäss) zum Ausdruck brachte, dass 

noch längere Zeit asbesthaltige Materialien bearbeitet worden seien und er deren Anteil 

in der zweiten Befragung dann spezifiziert hat, erscheint seine Aussage – trotz 

Abweichung von den statistischen Werten aus Deutschland – grundsätzlich glaubhaft. 

Soweit der Versicherte in seiner Berechnung gemäss Stellungnahme vom 31. Januar 

2018 (Suva-act. 28), an welcher die Beschwerdeführer in der Einsprache (Suva-act. 40) 

sowie der Beschwerde (act. G 1) festhielten bzw. festhalten, auch nach dem Jahr 1990 

von einem Anteil an asbesthaltigen Belägen von 100 % ausgegangen ist, ist eine 

solche Argumentation aber unhaltbar. Sowohl gestützt auf die allgemeine 

Lebenserfahrung als auch die statistischen Werte des BK-Reports aus Deutschland 

(Tabelle 7.15; deren Werte zumindest einigermassen vergleichbar mit denjenigen in der 

Schweiz sein dürften) und die eigene Aussage des Versicherten in den 

Befragungsprotokollen (Suva-act. 4 und 15) ist davon auszugehen, dass spätestens ab 

dem Inkrafttreten des Asbestverbots in der Schweiz 1990 der Anteil asbesthaltiger 

Brems- und Kupplungsbeläge in gewissem Umfang zurückgegangen ist. Letztlich kann 

vorliegend aber offenbleiben, ob in Bezug auf den (Rest-)Anteil asbesthaltiger Beläge 

ab 1986 auf die Werte der Tabelle 7.15 oder die Aussagen des Versicherten am 24. 

August 2017 (Suva-act. 15) abzustellen ist, da der Prozessausgang selbst bei Abstellen 

auf die Angaben des Versicherten (und damit die für ihn günstigere Variante) derselbe 

bleibt. Die nachfolgenden Berechnungen erfolgen somit zu Gunsten des Versicherten 

bzw. der Beschwerdeführer auf den Angaben des Versicherten bezüglich des 

Restanteils asbesthaltiger Beläge seit 1990.

Schliesslich machen die Beschwerdeführer geltend, bei der Berechnung der 

Faserjahre hätte die Bystander-Belastung zusätzlich berücksichtigt werden müssen. 

Soweit sie ausführen, der BK-Report halte lediglich pauschal in einer Fussnote fest, 

dass die Verwendung des Expositionswertes für die angenommene tägliche Dauer in 

der Regel übrige Bystander-Belastungen aus der Werkstatt berücksichtige, vermögen 

sie daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Insbesondere vermögen sie keine 

Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage zu erwecken. Vorliegend sind keine 

Umstände ersichtlich, weshalb entgegen dem Hinweis in der Fussnote 1 zur Tabelle 

7.14, auf den die Beschwerdegegnerin abstellt, die Bystander-Belastung bei der 

Festlegung der täglichen Dauer einer Tätigkeit nicht in genügender Weise 

6.12. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7. 1981 – 1985: Berufslehre zum Automechaniker bei der D.___ AG, E.___

berücksichtigt worden sein sollte, zumal das grundsätzliche Abstellen auf den BK-

Report bundesgerichtlich bestätigt worden ist (vgl. oben E. 6.3). Die Beschwerdeführer 

machen denn auch keine Umstände geltend, welche eine (gegenüber vergleichbaren 

Betrieben) aussergewöhnlich hohe Bystander-Belastung dargestellt hätten. Solche 

wurden auch vom Versicherten (zu seinen Lebzeiten) nicht geltend gemacht. Eine 

aussergewöhnlich hohe Bystander-Belastung ergibt sich im Übrigen auch nicht aus der 

Aktenlage und ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Die 

Bystander-Belastung ist im vorliegenden Fall (Tätigkeit als Kfz-Mechaniker) demnach 

grundsätzlich nicht zusätzlich zu berücksichtigen (vgl. zur einzigen Ausnahme und 

deren Rechtfertigung unten E. 7.8).

Nachfolgend ist – gestützt auf die obengenannten Grundlagen – die kumulierte, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition des Versicherten bei seinen jeweiligen 

Tätigkeiten zu berechnen.

6.13. 

Im Zeitraum von 1981 bis 1985 hat der Beschwerdeführer eine vierjährige Lehre 

bei der D.___ AG absolviert (Suva-act. 3 und 15). In den Protokollen zu den 

Befragungen vom 14. Juli und 24. August 2017 wurde in diesem Zusammenhang 

festgehalten, der Versicherte habe Service und Reparaturen von Bremsen und 

Kupplungen mit vermuteter Asbestexposition durchgeführt. Es sei ein regelmässiges 

Ausblasen mit der Druckluftpistole erfolgt. Pro Woche sei dies in der Lehre zwei bis 

drei Mal während ca. einer Stunde erfolgt. Schutzmassnahmen habe es keine gegeben. 

Der Versicherte habe in einem 80 % Pensum im Betrieb gearbeitet, da er einen Tag pro 

Woche in der Berufsschule gewesen sei (Suva-act. 4 und 15). Gestützt auf diese 

Angaben nahm die Beschwerdegegnerin am 7. Februar 2018 ihre Berechnung der 

Asbestfaserexposition vor, welche eine Asbestfaserexposition von 0.5 Faserjahren 

ergab (Suva-act. 30).

7.1. 

In der Stellungnahme vom 31. Januar 2018 machte der anwaltlich vertretene 

Versicherte geltend, er habe sich anlässlich der vorerwähnten Befragungen nicht genau 

an die Anzahl und Dauer dieser Arbeiten erinnern können. Gemäss BK-Report sei als 

LKW-Mechaniker von einer täglichen Asbest-Belastung bis zu fünf Stunden 

auszugehen. Korrekt erscheine daher, ihm für die drei (korrekt: vier) Jahre als 

Mechaniker-Lehrling mindestens zwei Stunden exponierte Tätigkeit pro Tag à 2 Fasern 

pro cm (F/cm ) anzurechnen. Ausserdem machte der Versicherte geltend, auch 

Bremsbacken geschliffen zu haben (ohne Absaugung). Diese Tätigkeit werde im BK-

Report separat veranschlagt und müsse auch bei ihm mit einer Belastung von vier 

7.2. 

3 3

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stunden pro Woche bei einer Konzentration von 5 F/cm  angerechnet werden (Suva-

act. 28 S. 4 f. Ziff. 6). In der Einsprache vom 12. April 2018 (Suva-act. 40) sowie der 

Beschwerde vom 11. Juli 2019 (act. G 1) hielten die Beschwerdeführer grundsätzlich an 

diesen Ausführungen bzw. Berechnungen fest.

3

In Bezug auf die Expositionsdauer pro Schicht kann den Beschwerdeführern 

insofern zugestimmt werden, als eine Exposition von bloss zwei bis drei Stunden pro 

Woche (wobei es sich diesfalls um eine numerische Angabe handelt, bei welcher das 

80 % Pensum nicht zusätzlich zu berücksichtigen wäre) angesichts der im BK-Report 

für den PKW-Bereich festgehaltenen statistischen Dauer von bis zu zwei Stunden pro 

Schicht (bei einem 80 % Pensum demnach bis zu acht Stunden pro Woche) – trotz 

seines Lehrlingsstatus –  als eher wenig erscheint. Hingegen ist fraglich, ob der 

Versicherte dieselbe durchschnittliche Expositionsdauer aufwies, wie ein ausgebildeter 

Mechaniker. Als Lehrling scheint es vielmehr wahrscheinlich, dass er aufgrund der 

notwendigen Instruktionen sowie der längeren Ausführungszeiten insgesamt weniger 

Arbeiten erledigte und demnach insgesamt auch weniger (lange) gegenüber Asbest 

exponiert war, als ein ausgebildeter Mitarbeiter, wie auch die Beschwerdeführer in ihrer 

eventualiter vorgenommenen Berechnung in der Beschwerde – in der sie von 75 % der 

Expositionsdauer gemäss BK-Report ausgehen – grundsätzlich eingestehen (act. G 1 

S. 21 ff. Ziff. 58). Diese Frage kann letztlich jedoch offengelassen werden, da der 

Prozessausgang – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – selbst bei Annahme des 

statistischen Werts von zwei Stunden pro Schicht gemäss BK-Report (für einen 

ausgebildeten Mechaniker) nicht beeinflusst wird.

7.3. 

Bezüglich der Faserkonzentration ist festzuhalten, dass der Versicherte eine Lehre 

zum Mechaniker im PKW-Bereich absolvierte, weshalb für die allgemeinen 

Bremsenreparaturen korrekterweise die Werte der Tabelle 7.14 des BK-Reports für 

diesen Bereich (bis zu zwei Stunden pro Schicht; nicht diejenigen für den LKW-Bereich 

und erst recht nicht diejenigen für Fachwerkstätten für Bremsen, welche bis zu fünf 

Stunden pro Schicht betragen) heranzuziehen sind (2 F/cm ). Wie oben (E. 6.5) bereits 

erwähnt, ist die Tätigkeit "Bremsbacken schleifen" vorliegend ebenfalls zu 

berücksichtigen. Es ist korrekt, dabei ohne Schutzmassnahmen (Absaugung; vgl. dazu 

oben E. 6.10) von einer Faserkonzentration von 5 F/cm  auszugehen.

7.4. 

3

3

Soweit die Beschwerdeführer bei ihren Berechnungen letztlich jedoch von 5 Jahren 

Tätigkeit bei der D.___ AG ausgehen, ist festzuhalten, dass die Lehrzeit gemäss den 

Befragungsprotokollen vom 14. Juli und 24. August 2017 vier (und nicht fünf) Jahre 

dauerte (Suva-act. 3 und 15). Soweit der Versicherte in seinem Lebenslauf bei der 

Dauer der Beschäftigung jeweils einzig die Jahreszahlen festhielt, scheint es sich um 

7.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine Vereinfachung zu handeln und kann nicht erkennbar angenommen werden, dass 

mit dieser Angabe jeweils eine ganzjährige Beschäftigung (im Sinne von Januar bis 

Dezember) gemeint war. So werden für die Jahre, in denen er seine Tätigkeit 

gewechselt hatte, nie konkrete Monate für diese Wechsel angegeben. Trotzdem kann 

offensichtlich nicht davon ausgegangen werden, dass in diesen Jahren eine 

Doppelbeschäftigung vorlag (vgl. zum Ganzen Suva-act. 3). Dies erscheint auch 

angesichts des jeweiligen Starts und Endes der Berufslehren im Sommer als plausibel. 

Zudem wird im Lebenslauf des Versicherten auch erwähnt, dass dieser noch im Jahr 

1985 die Rekrutenschule absolviert hatte, wobei anzunehmen ist, dass er dies nach 

Abschluss seiner Lehre im Sommer getan hat und demnach nicht weiter bei der D.___ 

AG tätig war. Nach Gesagtem ist bei der Berechnung der Asbestexposition bei der 

D.___ AG von einer Beschäftigungs- bzw. Expositionsdauer von gesamthaft vier Jahren 

(bei einem 80 % Pensum) auszugehen.

Die Berechnung bzw. Berechnungsformel der Asbestfaserexposition ergibt sich 

aus S. 51 ff. des BK-Reports. In der Tabelle 7.14 des BK-Reports sind sowohl 

Schichtmittelwerte (S) als auch Tätigkeitswerte (T) aufgeführt. Bei der Anwendung von 

Expositionswerten ist deshalb grundsätzlich zu unterscheiden zwischen der 

Beurteilung einer einzelnen speziellen Tätigkeit und einem Arbeitsspektrum, das 

mehrere Tätigkeiten umfasst. Ein Schichtmittelwert umfasst mehrere Tätigkeiten, bei 

denen ein unterschiedlicher Umgang mit Asbest vorlag (im vorliegenden Fall bei 

allgemeiner Bremsenreparatur im LKW-Bereich z. B. Kontrolle, Nachstellen, Reinigen/

Ausblasen). In diesem Fall wird die Vielfalt der verschiedenen Tätigkeiten entsprechend 

ihrem Zeitanteil am gesamten Arbeitsspektrum durch einen Schichtmittelwert 

beschrieben. Die Ausweisung eines Schichtmittelwertes in einer der Tabellen bedeutet, 

dass alle asbestbelasteten Tätigkeiten, die in den genannten Arbeiten enthalten sind, 

auch in den Schichtmittelwert eingegangen sind. Da die Abschätzung des Anteils 

einzelner asbestbelasteter Tätigkeiten an einem Arbeitsspektrum zumeist schwierig ist, 

ist den Schichtmittelwerten bei Faserjahrberechnungen, wenn möglich, der Vorzug zu 

geben. Der Schichtmittelwert bezieht sich zwar generell auf eine achtstündige 

Arbeitszeit, er ist aber auch dann anzuwenden, wenn die mit diesem Wert 

beschriebenen Arbeiten nur während eines Teils der Schicht durchgeführt wurden (BK-

Report, S. 55, Ziff. 4.5). Besteht nur eine Teilexposition pro Schicht bzw. Arbeitswoche, 

berechnet sich die Expositionsdauer wie folgt: Liegt die Expositionsdauer bei drei 

Stunden pro Schicht, dann lässt sich dies durch den Bruch 3/8 ausdrücken. Auch bei 

Angaben einer Expositionsdauer von sechs Stunden pro Woche (1 Woche = 5 

Schichten = 40 Stunden) liesse sich dieses Verhältnis durch den Bruch 6/40 angeben 

(BK-Report, S. 53, Ziff. 4.4). Soweit sich die Asbestexposition auf eine bestimmte 

7.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tätigkeit beschränkt, kann ein Tätigkeitswert verwendet werden. Anhand eines 

Tätigkeitswerts und der Dauer einer bestimmten Tätigkeit kann auch der 

Schichtmittelwert der Asbestfaserkonzentration berechnet werden. Die 

Expositionsdauer pro Schicht bzw. Woche ist wiederum als Bruch darzustellen und 

dieser mit der Faserkonzentration für die entsprechende Tätigkeit zu multiplizieren. 

Führte ein Versicherter während einer Schicht z. B. über 1.5 Stunden Arbeiten durch, 

für die ein Tätigkeitswert von 4 F/cm  gilt, ergibt sich für diese Tätigkeit ein 

Schichtmittelwert von 0.75 F/cm (1.5 / 8 * 4). Sollte ein Arbeitnehmer bei seiner 

Beschäftigung mehrere asbestbelastete Tätigkeiten durchgeführt haben, die bei der 

Faserjahrberechnung jeweils durch Anwendung eines Tätigkeitswertes berücksichtigt 

wurden, sind die Dosiswerte zu addieren (BK-Report, S. 55 f., Ziff. 4.5).

3

3 

Demnach ergibt sich vorliegend folgende Rechnung:  

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht bei 80 % Pensum = 8 Stunden pro Woche   (8/40)

bei einer Faserkonzentration von 2 F/cm                                          (2)

und einer vierjährigen Tätigkeit                                                          (4)

8 / 40 * 2 * 4 = 1.6 Faserjahre 

Bremsbacken schleifen:         

1 Stunde pro Schicht bei 80 % Pensum = 4 Stunden pro Woche     (4/40)

bei einer Faserkonzentration von 5 F/cm                                          (5)

und einer vierjährigen Tätigkeit                                                          (4)

4 / 40 * 5 * 4 = 2 Faserjahre   

 

7.7. 

3

3

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer ist – wie bereits erwähnt (vgl. oben 

E. 6.12) – eine Bystander-Belastung bei Abstellen auf die statistische Dauer der 

jeweiligen Tätigkeiten pro Schicht gemäss BK-Report grundsätzlich nicht zu 

berücksichtigen. Vorliegend wurden in der Werkstätte des Versicherten neben PKWs 

jedoch auch LKWs repariert. Angesichts der gemäss Tabelle 7.14 höheren 

Belastungswerte für LKW-Mechaniker rechtfertigt es sich, der daraus resultierenden 

höheren Bystander-Belastung (gegenüber derjenigen in einem nur im PKW-Bereich 

tätigen Betrieb, welche im Expositionswert für die angenommene tägliche Dauer 

bereits berücksichtigt ist) vorliegend separat Rechnung zu tragen. Entgegen den 

7.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8. 1986-1987: Umschulung zum LKW-Mechaniker bei der F.___ AG, G.___

Berechnungen des Versicherten bzw. der Beschwerdeführer ist dabei jedoch nicht für 

jeden anderen Mitarbeiter im Betrieb eine Belastung von 10 % anzunehmen (wobei aus 

den Eingaben der Beschwerdeführer bzw. des Versicherten ohnehin Widersprüche in 

Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter hervorgehen), sondern sind die 10 % für den 

gesamten Betrieb anzunehmen, unabhängig von der konkreten Anzahl der Mitarbeiter 

(vgl. BK-Report, S. 139 und 62 [Berechnungsbeispiel]). Dies hat umso mehr zu gelten, 

als die Tabelle 7.14 der Bystander-Belastung für den Normalfall bereits Rechnung trägt 

(vgl. dazu oben E. 6.12). Die korrekte Direktbelastung eines LKW-Mechanikers beträgt 

1.38 Faserjahre pro Arbeitsjahr (bei einem 100 % Pensum, vgl. unten E. 8.6). Bei einem 

80 % Pensum beträgt die hier ausnahmsweise zusätzlich zu berücksichtigende 

Bystander-Belastung (10 %) demnach 0.11 Faserjahre (1.38 * 0.8 * 0.1) bzw. für die 

vierjährige Lehrzeit 0.44 Faserjahre.

Damit ergibt sich für den Zeitraum von 1981 bis 1985 eine kumulative, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition von 4.04 Faserjahren.

7.9. 

Im Zeitraum von 1986 bis 1987 hat der Beschwerdeführer eine einjährige 

Umschulung zum LKW-Mechaniker bei der F.___ AG, G.___, absolviert (Suva-act. 3 

und 15). In den Protokollen zu den Befragungen vom 14. Juli und 24. August 2017 

wurde in diesem Zusammenhang festgehalten, der Versicherte hätte täglich eine 

Stunde lang mit asbesthaltigen Brems- und Kupplungsbelägen gearbeitet, inklusive 

Ausblasen mit Druckluft. Schutzmassnahmen hätten keine bestanden (Suva-act. 4 und 

15).

8.1. 

In der Stellungnahme vom 31. Januar 2018 (Suva-act. 28) sowie nachfolgend auch 

in seiner Einsprache (Suva-act. 40) und der Beschwerde (act. G 1) gingen der 

Versicherte bzw. die Beschwerdeführer wiederum von der jeweiligen im BK-Report 

festgehaltenen durchschnittlichen Dauer der asbestexponierten Tätigkeiten als LKW-

Mechaniker aus. Demnach beruhen ihre Berechnungen auf einer Exposition von zwei 

Stunden pro Schicht bei 4 F/cm für allgemeine Bremsenreparaturen. Ausserdem 

machte der Versicherte – wie bereits erwähnt – in seiner Berechnung implizit geltend, 

auch die Tätigkeit "Überdrehen mit anschliessender manueller Reinigung" (ohne 

Absaugung) ausgeführt zu haben. Bei dieser Tätigkeit ging er – wiederum gestützt auf 

die statistische Dauer der Tätigkeit gemäss BK-Report, wobei er sich hier im unteren 

Bereich aufhält – von einer halben Stunde pro Schicht bei 6 F/cm (ohne Absaugung, 

vgl. oben E. 6.10) aus. In der eventualiter vorgenommenen Berechnung in der 

Beschwerdeschrift wird diesbezüglich ausgeführt, die Vornahme dieser Arbeiten werde 

8.2. 

3 

3 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Arbeitszeugnis explizit bestätigt (act. G 1 S. 24 lit. b). Dieses Arbeitszeugnis befindet 

sich zwar nicht bei den Akten. Aufgrund des Umstandes, dass eine Ausbildung jedoch 

umfassend zu sein hat (vgl. dazu bereits oben E. 6.5), erscheint es durchaus glaubhaft, 

dass der Versicherte während der Umschulungszeit auch Bremsen überdreht und 

manuell gereinigt hat, weshalb auf die entsprechende Aussage abzustellen ist.

In Bezug auf die Expositionsdauer pro Schicht erscheint die Anwendung der 

statistischen Werte gemäss BK-Report (zwei Stunden pro Schicht) insoweit als 

angemessen, als der Versicherte zwar eine Umschulung absolvierte, jedoch aufgrund 

der bereits absolvierten Ausbildung zum Automechaniker bereits über ein Grundwissen 

bzw. eine Grunderfahrung verfügte, welche er bei den allgemeinen 

Bremsenreparaturarbeiten anwenden konnte. Abweichend von den Aussagen des 

Versicherten, in denen er die Dauer der asbestbelasteten Arbeiten auf bloss eine 

Stunde pro Schicht schätzte (Suva-act. 4 und 15), erscheint es demnach sachgerecht, 

in Bezug auf diese Tätigkeiten (trotz Umschulung) von der "normalen" Dauer von zwei 

Stunden pro Schicht auszugehen, zumal auch dieses Abstellen auf die Werte zu 

Gunsten der Beschwerdeführer keinen Einfluss auf den Prozessausgang hat. In Bezug 

auf die LKW-spezifische Tätigkeit des Überdrehens mit anschliessender manueller 

Reinigung hält der BK-Report in Tabelle 7.14 eine Dauer von bis zu eineinhalb Stunden 

pro Schicht (eine halbe Stunde pro Rad, bis zu drei Räder pro Schicht) fest. Der 

Versicherte machte in diesem Zusammenhang in der Stellungnahme vom 31. Januar 

2018 implizit geltend, er habe diese Tätigkeit während einer halben Stunde pro Schicht 

ausgeführt (vgl. dazu auch oben E. 6.5), was (insbesondere angesichts des Umstandes, 

dass er eine Umschulung absolvierte) als glaubhaft erscheint. Auf diesen Wert kann 

abgestellt werden.

8.3. 

Soweit die Beschwerdeführer bei ihren Berechnungen letztlich jedoch von 2 Jahren 

Tätigkeit bei der F.___ AG ausgehen, ist wiederum festzuhalten, dass die Umschulung 

gemäss dem Befragungsprotokoll vom 24. August 2017 ein Jahr dauerte (Suva-

act. 15). In Bezug auf die tatsächliche Dauer der Umschulung bzw. zum unterjährigen 

Beginn und Ende derselben kann sinngemäss auf die Ausführungen in E. 7.5 oben 

verwiesen werden. Nach Gesagtem ist bei der Berechnung der Asbestexposition bei 

der F.___ AG mit der Beschwerdegegnerin von einer Beschäftigungsdauer von einem 

Jahr auszugehen.

8.4. 

Wie oben (E. 6.11) erwähnt, erfolgt die nachfolgende Berechnung zu Gunsten des 

Versicherten bzw. der Beschwerdeführer – abweichend von der Tabelle 7.15 des BK-

Reports 1/2013 – bis 1990 ausgehend von einem Anteil von 100 % asbesthaltiger 

Beläge.

8.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

9. 1988-2001: Mechaniker/mitarbeitender Werkstattleiter bei der D.___ AG, E.___

Demnach ergibt sich folgende Rechnung:       

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                               (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 4 F/cm                                  (4)

und einer einjährigen Tätigkeit                                                   (1)

2 / 8 * 4 * 1 = 1 Faserjahr       

Überdrehen mit anschliessender manueller Reinigung (ohne Absaugung):   

0.5 Stunden pro Schicht                                                              (0.5/8)

bei einer Faserkonzentration von 6 F/cm                                   (6)

und einer einjährigen Tätigkeit                                                    (1)

0.5 / 8 * 6 * 1 = 0.38 Faserjahre

8.6. 

3

3

In Bezug auf die vom Versicherten bzw. den Beschwerdeführern geltend gemachte 

Bystander-Belastung kann auf die vorstehenden Erwägungen in E. 6.12 verwiesen 

werden. Eine Bystander-Belastung für die Dauer der Tätigkeit bei der F.___ AG ist nicht 

zusätzlich zu berücksichtigen.

8.7. 

Damit ergibt sich für den Zeitraum von 1986 bis 1987 eine kumulative, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition von 1.38 Faserjahren.

8.8. 

Ab 1988 war der Versicherte wiederum bei der D.___ AG tätig. Dies als angestellter 

Mechaniker bzw. ab 1999 als mitarbeitender Werkstattleiter (Suva-act. 3, 4 und 15). 

Während dieser Tätigkeit hat er gemäss dem Befragungsprotokoll vom 14. Juli 2017 

wiederum mit Bremsen und Kupplungen gearbeitet. Eine spezielle Abzugsanlage habe 

es nicht gegeben. Eine Quellabsaugung sei wohl vorhanden gewesen, jedoch nicht 

genutzt worden. Nur die Abgasabsauganlage sei genutzt worden (Suva-act. 4). Im 

Befragungsprotokoll vom 24. August 2017 wird zusätzlich festgehalten, der Versicherte 

sei ca. 30 % als PKW- und 70 % als LKW-Mechaniker tätig gewesen. Er hätte 

geschätzt etwa zwei Stunden pro Tag Umgang mit den asbesthaltigen Belägen gehabt. 

Nach dem Erlass des Asbestverbots im Jahr 1990 seien über den Zeitraum von elf 

Jahren (1990 bis 2001) noch etwa 40 % asbesthaltige Beläge vorhanden gewesen 

(Suva-act. 15).

9.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Aussage des Versicherten zur Dauer der asbestexponierten Tätigkeit von zwei 

Stunden pro Tag für allgemeine Bremsenreparatur entspricht dem statistischen Wert 

(sowohl für den PKW- als auch den LKW-Bereich) gemäss BK-Report. Sie erscheint 

somit grundsätzlich als plausibel. Angesichts der seit 1990 ausgeübten Funktion als 

mitarbeitender Werkstattleiter, ist jedoch fraglich, ob dieser Wert tatsächlich (für die 

gesamte Dauer) adäquat ist. Diese Frage kann jedoch offengelassen werden, da der 

Prozessausgang – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – auch bei durchgehender 

Annahme von zwei Stunden pro Schicht (zu Gunsten des Versicherten bzw. der 

Beschwerdeführer) nicht beeinflusst wird.

9.2. 

Beide Parteien sind für die Tätigkeit "allgemeine Bremsenreparatur" von einer 

Faserkonzentration von 4 F/cm  ausgegangen, was dem Wert der Belastung eines 

LKW-Mechanikers entspricht. Beide Parteien haben demnach die Angabe des 

Versicherten, wonach er ca. 30 % als PKW- und 70 % als LKW-Mechaniker tätig war 

(Suva-act. 15), bei ihren Berechnungen (zu Gunsten des Versicherten) unberücksichtigt 

gelassen. Im Widerspruch zum erwähnten Abstellen auf den LKW-spezifischen Wert 

haben der Versicherte bzw. die Beschwerdeführer bei ihrer Berechnung aber zusätzlich 

auch die (PKW-spezifische) Tätigkeit "Bremsbacken schleifen" im Umfang von einer 

Stunde pro Schicht bzw. fünf Stunden pro Woche à 4 F/cm berücksichtigt (Suva-act. 

28 S. 7 Ziff. 13 und 40 S. 5 Ziff. 11, act. G 1 S. 20 lit. c). In der eventualiter 

vorgenommenen Berechnung in der Beschwerdeschrift haben die Beschwerdeführer 

anstelle dieser Tätigkeit die (gemäss BK-Report, Tabelle 7.14, LKW-spezifische) 

Tätigkeit des Überdrehens mit anschliessender manueller Reinigung im Umfang von 

einer halben Stunde pro Schicht bei einer Exposition von 6 F/cm  berücksichtigt (act. G 

1 S. 25 lit. c). Wie oben (E. 6.5) bereits festgehalten, ist grundsätzlich zwar davon 

auszugehen, dass der Versicherte diese Tätigkeiten im von ihm angegebenen Umfang 

ausgeführt hatte. Vorliegend ist jedoch nicht ersichtlich, weshalb auf die Aussage des 

Versicherten, wonach er ca. 30 % PKW- und 70 % LKW-Reparaturen ausgeführt habe, 

nicht abgestellt werden könnte, zumal namentlich in Bezug auf die zusätzlich 

ausgeführten bzw. zu berücksichtigenden Tätigkeiten auf die Aussagen des 

Versicherten abgestellt wird. Nachfolgend sind für die unterschiedlichen 

Tätigkeitsgebiete entsprechend separate Berechnungen vorzunehmen.

9.3. 
3

3 

3

Unter Verweis auf die obigen Ausführungen in E. 6.11 ist von 1990 bis 2001 mit 

einem Anteil von 40 % an asbesthaltigen Belägen zu rechnen.

9.4. 

Demnach ergibt sich folgende Rechnung:       

1988-1989

9.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

70 % Tätigkeit als LKW-Mechaniker:  

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                                  (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 4 F/cm                                     (4)

und einer zweijährigen Tätigkeit                                                    (2)

à 70 %                                                                                           (0.7)

2 / 8 * 4 * 2 * 0.7 = 1.4 Faserjahre      

Überdrehen mit anschliessender manueller Reinigung (ohne Absaugung):   

0.5 Stunden pro Schicht                                                                (0.5/8)

bei einer Faserkonzentration von 6 F/cm                                      (6)

und einer zweijährigen Tätigkeit                                                     (2)

à 70 %                                                                                            (0.7)

30 % Tätigkeit als PKW-Mechaniker:  

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                               (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 2 F/cm                                 (2)

und einer zweijährigen Tätigkeit                                                (2)

à 30 %                                                                                       (0.3)

2 / 8 * 2 * 2 * 0.3 = 0.3 Faserjahre      

Bremsbacken schleifen (ohne Absaugung):  

1 Stunde pro Schicht                                                                 (1/8)

bei einer Faserkonzentration von 5 F/cm                                  (5)

und einer zweijährigen Tätigkeit                                                 (2)

à 30 %                                                                                        (0.3)

1 / 8 * 5 * 2 * 0.3 = 0.38 Faserjahre    

 

3

3

3

3

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

0.5 / 8 * 6 * 2 * 0.7 = 0.53 Faserjahre 

1990-2001

30 % Tätigkeit als PKW-Mechaniker:  

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                                    (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 2 F/cm                                       (2)

und einer elfjährigen Tätigkeit                                                         (11)

à 30 %                                                                                             (0.3)

bei einem Anteil von 40 % asbesthaltigen Belägen                         (0.4)

2 / 8 * 2 * 11 * 0.3 * 0.4 = 0.66 Faserjahre      

Bremsbacken schleifen (ohne Absaugung):  

1 Stunde pro Schicht                                                                         (1/8)

bei einer Faserkonzentration von 5 F/cm                                          (5)

und einer elfjährigen Tätigkeit                                                            (11)

à 30 %                                                                                                (0.3)

bei einem Anteil von 40 % asbesthaltigen Belägen                            (0.4)

1 / 8 * 5 * 11 * 0.3 *0.4 = 0.83 Faserjahre       

 

70 % Tätigkeit als LKW-Mechaniker:  

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                                        (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 4 F/cm                                           (4)

und einer elfjährigen Tätigkeit                                                             (11)

à 70 %                                                                                                (0.7)

bei einem Anteil von 40 % asbesthaltigen Belägen                            (0.4)

3

3

3

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2 / 8 * 4 * 11 * 0.7 * 0.4 = 3.08 Faserjahre      

Überdrehen mit anschliessender manueller Reinigung (ohne Absaugung):   

0.5 Stunden pro Schicht                                                                      (0.5/8)

bei einer Faserkonzentration von 6 F/cm                                           (6)

und einer elfjährigen Tätigkeit                                                             (11)

à 70 %                                                                                                 (0.7)

bei einem Anteil von 40 % asbesthaltigen Belägen                             (0.4)

0.5 / 8 * 6 * 11 * 0.7 * 0.4 = 1.16 Faserjahre   

 

9.6. In Bezug auf die vom Versicherten bzw. den Beschwerdeführern geltend gemachte 

Bystander-Belastung kann auf die vorstehenden Ausführungen in E. 6.12 verwiesen 

werden. Eine Bystander-Belastung für die Dauer der Tätigkeit bei der D.___ AG ist nicht 

zusätzlich zu berücksichtigen.

9.7. Damit ergibt sich für den Zeitraum von 1988 bis 2001 eine kumulative, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition von 8.34 Faserjahren.

​​10.   Insgesamt ergibt sich somit für den Zeitraum von 1981 bis 2001 eine kumulative, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition von 13.76 Faserjahren. Da dies lediglich gut der 

Hälfte der vorausgesetzten 25 Faserjahre entspricht, ist auch die Erfüllung dieses 

Kriteriums zu verneinen und somit eine überwiegend berufsbedingte Ursache des 

Lungenkarzinoms nicht erwiesen. Dieses Ergebnis steht im Übrigen im Einklang mit 

dem fehlenden Nachweis von Asbestfasern in der Lungenstaubanalyse vom 21. Juni 

2018 (Suva-act. 45 S. 4 ff.).

11.

11.1. Unter den gegebenen Umständen kann offenbleiben, ob in den Jahren 2001 bis 

2004 während der Tätigkeit des Versicherten in Liechtenstein noch eine 

Asbestexposition stattfand oder nicht bzw. inwieweit der ablehnende Entscheid der 

R.___, in welchem eine solche Exposition verneint und damit ein allfälliger 

3

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin aufgrund von Art. 38 der 

Verordnung Nr. 883/2004 erst begründet wird, für das vorliegende Verfahren 

Bindungswirkung entfaltet. Ebenso kann offenbleiben, ob die Berufung der 

Beschwerdeführer auf eine in diesem Zeitraum erfolgte Exposition im vorliegenden 

Verfahren, angesichts des Umstandes, dass diese den erwähnten Entscheid des 

liechtensteinischen Versicherungsträgers nicht angefochten haben, gegen Treu und 

Glauben verstossen würde.

11.2. Selbst wenn man nämlich davon ausginge, dass der Versicherte in Liechtenstein 

als Nutzfahrzeugmechaniker entgegen dem ablehnenden Leistungsentscheid der R.___ 

Asbestfasern ausgesetzt war, wäre der Anteil der noch asbesthaltigen Beläge in 

diesem Zeitraum – gestützt auf die Angaben des Versicherten anlässlich der Befragung 

vom 24. August 2017 (Suva-act. 15) – mit 20 % zu veranschlagen (vgl. zum Abstellen 

auf die Angaben des Versicherten in diesem Zusammenhang oben E. 6.11).

11.3. Demnach ergäbe sich folgende Rechnung (wobei der Einfachheit halber mit 3 

Jahren bzw. 36 Monaten gerechnet wird, obwohl die Tätigkeit in Liechtenstein total 

bloss 31 Monate umfasst hat [Suva-act. 70 S. 2]):

allgemeine Bremsenreparatur:

2 Stunden pro Schicht                                                                        (2/8)

bei einer Faserkonzentration von 4 F/cm                                           (4)

und einer dreijährigen Tätigkeit                                                           (3)

bei einem Anteil von 20 % asbesthaltigen Belägen                            (0.2)

2 / 8 * 4 * 3 * 0.2 = 0.6 Faserjahre      

Überdrehen mit anschliessender manueller Reinigung (ohne Absaugung):   

0.5 Stunden pro Schicht                                                                      (0.5/8)

bei einer Faserkonzentration von 6 F/cm                                            (6)

und einer dreijährigen Tätigkeit                                                            (3)

bei einem Anteil von 20 % asbesthaltigen Belägen                             (0.2)

3

3

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

0.5 / 8 * 6 * 3 * 0.2 = 0.23 Faserjahre 

 

11.4. Mithin betrüge auch im Falle einer tatsächlich erfolgten Exposition während der 

Tätigkeit bei der P.___ AG in Liechtenstein von 0.83 Faserjahren die kumulierte, 

berufsbedingte Asbestfaserexposition lediglich 14.59 Faserjahre und wird die 

vorausgesetzte Minimalbelastung von 25 Faserjahren nicht erreicht.

11.5. Gleiches gilt, wenn man zu Gunsten des Versicherten bzw. der Beschwerdeführer 

– entgegen der impliziten Aussage des Versicherten in der Stellungnahme vom 31. 

Januar 2018, in welcher er die Tätigkeit "Überdrehen mit anschliessender manueller 

Reinigung" mit einer halben Stunde pro Schicht veranschlagte – von der statistischen 

Maximaldauer dieser Tätigkeit gemäss BK-Report von eineinhalb Stunden pro Schicht 

(vgl. BK-Report, Tabelle 7.14) ausgehen würde. Diesfalls wäre für die Umschulungszeit 

1986 bis 1987 bei der F.___ AG von einer Exposition während dieser Tätigkeit von 1.13 

Faserjahren auszugehen (1.5 / 8 * 6 * 1 = 1.13 Faserjahre). Für die Tätigkeit bei der 

D.___ AG 1988-1989 wäre von einer Exposition von 1.58 Faserjahren (1.5 / 8 * 6 * 2 * 

0.7 = 1.58 Faserjahre) auszugehen und für den Zeitraum von 1990 bis 2001 von 

3.47 Faserjahren (1.5 / 8 * 6 * 11 * 0.7 * 0.4 = 3.47 Faserjahre). Selbst wenn man auch in 

diesem Zusammenhang die Zeit in Liechtenstein hinzuzählen würde (vgl. dazu oben 

E. 11.1 ff.), während der diesfalls die Tätigkeit "Überdrehen mit anschliessender 

manueller Reinigung" mit 0.68 Faserjahren (1.5 / 8 * 6 * 3 * 0.2 = 0.68 Faserjahre) zu 

veranschlagen wäre, würde die kumulierte Exposition noch immer bloss 19.15 

Faserjahre betragen.

​12.   Zusammengefasst ergibt sich, dass selbst bei Auslegung sämtlicher strittiger 

Faktoren zu Gunsten des Versicherten bzw. der Beschwerdeführer (im rechtlich 

zumindest vertretbaren Rahmen), die kumulative, berufsbedingte 

Asbestfaserexposition nicht 25 Faserjahre erreicht und demnach unabhängig vom 

Leistungsentscheid des liechtensteinischen Versicherungsträgers kein 

Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin besteht.

13.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 32/32

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

13.1. Nach Gesagtem ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. Juli 2019 im 

Ergebnis nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

13.2. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).

13.3. Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung im Sinne von Art. 61 lit. g ATSG.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben und es wird keine Parteientschädigung 

zugesprochen.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2023
	Art. 9 Abs. 1 UVG. Prüfung der Frage, ob ein Lungenkarzinom vorwiegend durch Asbestexposition verursacht wurde anhand der Helsinki-Kriterien, insbesondere des Kriteriums einer kumulativen, berufsbedingten Asbestfaserexposition von 25 Faserjahren. Verneinung des Erfüllens dieser Kriterien. Angesichts der fehlenden Erfüllung der materiellen Anspruchsvoraussetzungen wurde offengelassen, ob bzw. inwieweit der abweisende Leistungsentscheid des liechtensteinischen Versicherungsträgers, wonach zuletzt in Liechtenstein keine Asbestexposition mehr stattfand, Bindungswirkung entfaltet und demnach überhaupt ein Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin besteht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2023, UV 2019/45).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T01:15:05+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen