# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a358626-dfee-5550-9501-5172e0d85eb3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 D-3909/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3909-2011_2012-02-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­3909/2011

U r t e i l   v om   8 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren (…),
Eritrea, 
(angeblich) vertreten durch B._______, 
geboren (…), Eritrea, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juni 2011 / N _______.

D­3909/2011

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Sachverhalt:

A. 
Der rubrizierte angebliche Vertreter, welcher mit Entscheid des BFM vom 
6. Mai 2009 unter Zuerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl in der 
Schweiz erhielt, reichte mit Eingabe vom 5. April 2011 (Eingangsstempel 
BFM)  beim  BFM  im  Namen  der  Beschwerdeführerin  ein  schriftliches 
Asylgesuch  ein,  ohne  hierzu  eine  Vertretungsvollmacht  vorzulegen.  Er 
beantragte  im  Namen  der  Beschwerdeführerin  sinngemäss  die 
Gewährung von Asyl und ersuchte um die Bewilligung der Einreise in die 
Schweiz. In der Begründung machte er im Wesentlichen eine Verfolgung 
seiner  Ehefrau  in  Eritrea  beziehungsweise  eine  begründete  Furcht  vor 
Verfolgung  durch  die  dortigen  Behörden  sowie  den  unzumutbaren 
Aufenthalt  in  Äthiopien  geltend.  Sie  hätten  am  10.  November  2010 
geheiratet und seine Ehefrau wolle bei ihm in der Schweiz leben.

B. 

B.a. Mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Mai  2011  erklärte  das  BFM  dem 
Vertreter die Anhandnahme des Asylgesuches. Die Schweizer Vertretung 
in  Addis  Abeba  (Äthiopien)  sei  aufgrund  des  begrenzten 
Personalbestandes  sowie  fehlender  Voraussetzungen  im 
sicherheitstechnischen  und  räumlichen  Bereich  nicht  in  der  Lage, 
Befragungen von Asylbewerbern durchzuführen. Da das Asylgesuch der 
Beschwerdeführerin aus dem Ausland noch einige Fragen offen gelassen 
habe,  wurde  deren  Vertreter  ersucht,  zur  Vervollständigung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  eine  ergänzende  Stellungnahme  zu 
verschiedenen Punkten bis zum 7. Juni 2011 einzureichen.

B.b. Der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  liess  sich  mit  Eingabe  vom 
25. Mai 2011 (Eingangsstempel BFM) fristgerecht vernehmen. 

C. 
Mit Verfügung  vom 16.  Juni  2011 – eröffnet  am 18.  Juni  2011 –  lehnte 
das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  ab  und  verweigerte 
deren Einreise in die Schweiz.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die 
Beschwerdeführerin  sei  eritreische  Staatsangehörige.  Ihr  Vater  sei  von 
den Militärbehörden gesucht worden. In diesem Zusammenhang sei  ihre 
Mutter  im  März  2010  einen  Monat  lang  inhaftiert  worden.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  in  diesem  Zeitraum  die  Schule  unterbrochen, 

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um  für  ihre  Geschwister  zu  sorgen.  Danach  sei  sie  nicht  mehr  zum 
Unterricht  zugelassen worden. Kurz danach sei  sie  für  den Militärdienst 
aufgeboten worden. Sie habe  jedoch keinen Militärdienst  leisten wollen. 
Deshalb  sei  sie  am  28. Juli  2010  aus  Eritrea  ausgereist  und  habe  sich 
zuerst im Flüchtlingscamp C._______ aufgehalten und lebe nun in Addis 
Abeba (Äthiopien).

Gemäss Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
bewillige das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden könne, 
im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein anderes Land 
auszureisen.  Art.  20  AsylG  halte  fest,  dass  einem  Gesuchsteller  die 
Einreise  bewilligt  werden  könne,  wenn  er  glaubhaft  mache,  dass  eine 
unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach 
Art 3 AsylG bestehe. 

Die  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  erfordere  vorliegend 
nicht  die  Anwesenheit  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz.  Wie 
nachfolgend  darzulegen  sei,  könne  aufgrund  des  vollständig  erstellten 
Sachverhalts  davon  ausgegangen  werden,  dass  keine  unmittelbare 
Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise der Beschwerdeführerin 
als notwendig erscheinen liesse.

Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 20 Abs. 2 und 3  i.V.m. 
Art.  3  AsylG  sei  grundsätzlich  an  restriktive  Voraussetzungen  geknüpft. 
Den  Asylbehörden  komme  dabei  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu. 
Neben der erforderlichen Gefährdung  im Sinne von Art. 3 AsylG sei mit 
Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die 
Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche 
sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  sei 
mit  anderen Worten  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden Personen, 
d.h. die Beantwortung der Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 
AsylG  glaubhaft  erscheine  und  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die 
Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  könne, 
beziehungsweise ob den betreffenden Personen – ohne näherer Prüfung 
einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei, 
sich  in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen  (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts 
E­1561/2008  unter  Hinweis  auf  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 

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Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2.f 
S. 131 f., EMARK 2004 Nr. 20 E. 3 S. 130 F., EMARK 2004 Nr. 21 E. 2 
S. 136 f.; EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 f.). 

Hielten  sich  Asylgesuchsteller  in  einem  Drittstaat  auf,  werde  im  Sinne 
einer Regelvermutung davon ausgegangen, dass die betreffende Person 
in diesem Drittstaat anderweitig Schutz gefunden habe, was in der Regel 
zur  Ablehnung  des  Asylgesuches  und  der  Verweigerung  der 
Einreisebewilligung  führe  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­
7996/2008 Vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). Es seien jedoch die Kriterien 
zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesen  Drittstaat  als  zumutbar 
erscheinen liessen, und diese seien mit einer allfälligen Beziehungsnähe 
zur  Schweiz  abzuwägen.  Es  gelte  also  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der 
gesamten Umstände geboten erscheine, dass es gerade die Schweiz sei, 
die einer Person den erforderlichen Schutz gewähren solle (vgl. EMARK 
2004 Nr. 21, E. 4, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.f).

Die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  25.  Mai  2011 
(Eingangsstempel  BFM)  liessen  darauf  schliessen,  dass  die 
Beschwerdeführerin in Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den 
heimatlichen Behörden gehabt habe.

Es  bleibe  demnach  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  einer  Asylgewährung 
durch  die  Schweiz  der  Ausschlussgrund  von  Art.  52  Abs.  2  AsylG 
entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, 
wenn es  ihr  zugemutet werden  könne,  sich  in einem anderen Staat  um 
Aufnahme zu bemühen. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit August 
2010  in  Äthiopien  und  sei  dort  vom  UNHCR  als  Flüchtling  registriert 
worden. Es könne demnach davon ausgegangen werden, dass ihr damit 
Schutz und Aufenthalt gewährt worden sei.

In  der  oben  erwähnten  Stellungnahme  sei  denn  auch  trotz 
entsprechender  Aufforderung  in  der  Zwischenverfügung  vom  18.  Mai 
2011 nichts  geltend gemacht worden, wonach ein weiterer Verbleib  der 
Beschwerdeführerin  in  Äthiopien  nicht  möglich  beziehungsweise  nicht 
zumutbar sein sollte.

Gemäss  gesicherten  Kenntnissen  des  BFM  befänden  sich  noch  immer 
zahlreiche  eritreische  Flüchtlinge  und  Asylbewerber  in  Äthiopien.  Vor 
diesem  Hintergrund  sei  nicht  zu  verkennen,  dass  die  Lage  vor  Ort  für 
diese Menschen wie  auch  für  die Beschwerdeführerin  nicht  einfach  sei. 

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Dennoch bestünden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, ein 
weiterer  Verbleib  in  Äthiopien  sei  für  die  Beschwerdeführerin 
schlechterdings nicht zumutbar oder nicht möglich. 

Nach dem Gesagten benötige die Beschwerdeführerin  den zusätzlichen 
subsidiären Schutz der Schweiz nicht (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Vielmehr sei 
es ihr zuzumuten, vorderhand in Äthiopien zu verbleiben. 

Wenn  die  Einreise  gestützt  auf  die  oben  erwähnten  Bestimmungen 
(Art. 20  AsylG  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sowie  Art.  52  Abs.  2  AsylG)  nicht 
bewilligt  werde,  bleibe  gemäss  ständiger  Praxis  des  BFM  in  einem 
zweiten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  von  Beziehungen  zu  in  der 
Schweiz  lebenden  Familienangehörigen  allenfalls  die  Voraussetzungen 
für einen Familiennachzug erfüllt seien (Art. 51 AsylG). Eine Beurteilung 
des  vorliegenden  Gesuches  im  Rahmen  des  Familiennachzuges  führe 
indessen zu keinem anderen Ergebnis. 

Die Frage der Familienzusammenführung werde in erster Linie in Art. 51 
AsylG  unter  der Rubrik  "Familienasyl"  geregelt. Gemäss Art.  51 Abs.  1 
AsylG hätten Ehegatten und minderjährigen Kindern von  in der Schweiz 
lebenden  Flüchtlingen,  Anspruch  auf  Familienzusammenführung.  In 
Art. 51  Abs.  4  AsylG werde  zudem  präzisiert,  dass  die Gewährung  der 
Familienzusammenführung  nur  möglich  sei,  wenn  die  in  der  Schweiz 
anwesenden  Personen  vor  ihrer  Ausreise  in  einem  gemeinsamen 
Haushalt  mit  dem  Mitglied  ihrer  Familie,  für  das  die 
Familienzusammenführung  verlangt  wird,  zusammengelebt  hätten.  Eine 
Trennung durch Flucht setze eine Familienverbindung voraus, die bereits 
vor der Flucht bestanden habe.

Den  Akten  seien  vorliegend  keine  Anhaltspunkte  dafür  zu  entnehmen, 
dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann vor dessen Ausreise eine 
eheähnliche Gemeinschaft gelebt hätten. Der Ehemann habe  im Verlauf 
seines Asylverfahrens seine Ehefrau nie erwähnt, und vielmehr erklärt, er 
sei  ledig.  Die  Beschwerdeführerin  ihrerseits  habe  offensichtlich  bis  zu 
ihrer Ausreise nach Äthiopien bei ihrer Familie gelebt, und sich denn auch 
erst am 10. November 2010 dort verheiratet.

Nach  dem  Gesagten  sei  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen.

D. 
Mit  undatierter  Eingabe  (Poststempel  vom  8.  Juli  2011),  die  als 

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Beschwerde  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  entgegengenommen 
wurde, ersuchte der Vertreter der Beschwerdeführerin um Mitwirkung bei 
einer positiven Lösung.

E. 

E.a. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Juli 
2011  teilte der  Instruktionsrichter  dem Vertreter  der Beschwerdeführerin 
mit,  dass  das  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  prima  facie 
aussichtslos  erscheine, weil  sich  die Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung  als  zutreffend  erweisen  dürften.  Im  Falle  der 
Beschwerdeführerin  dürften  namentlich  die  Voraussetzungen  für  eine 
asylrechtliche  Zusammenführung  nach  Art.  51  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht  gegeben  sein. Gleichzeitig wies 
er den Vertreter der Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit hin, sich bei 
der zuständigen kantonalen Behörde nach den Voraussetzungen für den 
ausländerrechtlichen  Familiennachzug  der  Beschwerdeführerin  zu 
erkundigen,  der  sich  auf  die  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) stützen würde, und ein entsprechendes Gesuch bei diesem Amt 
einzureichen.  Zudem  forderte  er  den  Vertreter  der  Beschwerdeführerin 
unter Hinweis  auf  die Säumnisfolge  auf,  bis  zum 2.  August  2011  einen 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu leisten. 

E.b.  Der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  leistete  den  einverlangten 
Kostenvorschuss fristgerecht.

F. 
Mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 (Poststempel) machte der Vertreter 
im Wesentlichen geltend, die Beschwerdeführerin habe in Äthiopien eine 
Menge Probleme. Da sie dort ohne Aufenthaltstitel  lebe, könne sie nicht 
rechtzeitig  medizinische  Hilfe  in  Anspruch  nehmen.  Sie  leide  an  einer 
mentalen Depression sowie an Diabetes mellitus und sei mittlerweile  im 
dritten Monat schwanger.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde  ist  fristgereicht eingereicht und zumindest  insoweit 
auch  formgerecht,  als  sie  Begehren,  Begründung  und  Unterschrift  des 
angeblichen  Vertreters  enthält.  Auf  die  Beschwerde  ist  daher  insofern 
einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG).

Vorliegend  stellen  sich  indessen  nicht  nur  Fragen  hinsichtlich  der 
Vertretungsbefugnis  des  keine  Vertretungsvollmacht  vorlegenden 
rubrizierten  Vertreters,  sondern  bereits  hinsichtlich  der 
Vertretungszugänglichkeit  eines  Asylgesuchs  und  der 
Beschwerdelegitimation  überhaupt.  Mithin  ist  im  Sinne  der 
Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zu  klären,  ob  die 
Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  überhaupt 
teilgenommen  hat,  entsprechend  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  ist  und  somit  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  kann.  Diese  Fragen 
werden nachstehend in E. 3. zu erörtern sein.

2. 
Der Umstand, dass das Asylgesuch nicht entsprechend dem Wortlaut  in 
Art.  19 Abs.  1  und Art.  20 AsylG  bei  einer  schweizerischen Vertretung, 
sondern direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht massgebend (vgl. in 
dieser Hinsicht die weiterhin Geltung beanspruchende Praxis der ARK in 
EMARK  1997  Nr.  15  E.  2b,  die  sich  zwar  auf  den  damaligen  Art.  13a 

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AsylG  bezieht,  jedoch  auch  nach  geltendem  Asylgesetz  massgeblich 
bleibt).  Insofern  wurde  daher  das  vorliegende  Asylgesuch  zu Recht  als 
Asylgesuch aus dem Ausland anhand genommen.

3. 

3.1. Die  Bundesverfassung  gewährleistet  das  Recht  auf  Vertretung  als 
Teilgehalt  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  [BV,  SR  101];  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1704 mit Hinweisen). Für das 
Verwaltungsverfahren  und  damit  auch  für  das Asylverfahren  gilt  Art.  11 
VwVG, welche Bestimmung mittels Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG auch für 
das Asylbeschwerdeverfahren Anwendung findet. Gemäss Art. 11 Abs. 1 
VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht  persönlich  zu handeln hat, 
auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten  oder,  soweit  die  Dringlichkeit 
einer  amtlichen  Untersuchung  es  nicht  ausschliesst,  verbeiständen 
lassen. Die Behörde kann den Vertreter auffordern, sich durch schriftliche 
Vollmacht  auszuweisen  (Art.  11  Abs.  2  VwVG).  Solange  die  Partei  die 
Vollmacht  nicht  widerruft,  macht  die  Behörde  ihre  Mitteilungen  an  den 
Vertreter (Art. 11 Abs. 3 VwVG).

Beim  angeblichen  Verhältnis  zwischen  dem  Vertreter  und  der 
Beschwerdeführerin  handelt  es  sich  um  eine  gewillkürte  Vertretung, 
zumal  aus  der  Heirat  kein  gesetzliches  Vertretungsrecht  erwächst.  Das 
Schweizer Eherecht kann somit nicht zur Begründung einer gesetzlichen 
Vertretungsbefugnis herangezogen werden: Der diesbezüglich  relevante 
Art. 166 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 
(ZGB,  SR 210)  stellt  im  Wortlaut  und  mangels  anderslautender 
Auslegungsergebnisse  in  Literatur  (vgl.  PETER  TUOR/BERNHARD 
SCHNYDER/JÖRG  SCHMID/ALEXANDRA  RUMO­JUNGO,  Das  Schweizerische 
Zivilgesetzbuch,  13.  Aufl.,  Zürich  2009,  S.  326  f.;  BERNHARD 
ISENRING/MARTIN A. KESSLER,  in: Basler Kommentar zum ZGB I, 4. Aufl., 
Basel 2010, S. 990 ff.) und Praxis klar, dass es um eine (bloss unechte) 
Vertretung  der  ehelichen  Gemeinschaft  durch  den  einen  oder  anderen 
Ehepartner  und  einzig  für  familiäre  Bedürfnisse  geht  (welche 
Solidarhaftung  begründet),  nicht  aber  um  eine  (echte)  Vertretung  des 
einen  durch  den  anderen.  Die  gewillkürte  Vertretung  einer  Partei  durch 
einen  frei  bestimmten  Dritten  ist  unter  Vorbehalt  des  Erfordernis  des 
persönlichen  Handelns  jederzeit  möglich.  Die  Rechtsbeziehungen 
zwischen  dem  gewillkürten  Vertreter  und  dem  Vertretenen  werden 

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grundsätzlich  vom  Privatrecht  bestimmt  (vorab  durch  Art. 32  ff.  des 
Obligationenrechts  vom  30. März  1911  [OR,  SR  220]).  Die  Bestellung 
eines Vertreters erfolgt durch dessen Bevollmächtigung. Dabei handelt es 
sich  um  ein  einseitiges  empfangsbedürftiges  Rechtsgeschäft,  das  dem 
Vertreter  die Befugnis  verschafft,  den Vertretenen Dritten gegenüber  zu 
vertreten.  Die Wirkungen  der  Vertretung  bestehen  darin,  dass  die  vom 
Vertreter  im Namen der vertretenen Partei vorgenommenen Handlungen 
oder  Unterlassungen  unmittelbar  für  oder  gegen  die  vertretene  Partei 
gelten,  wie  wenn  sie  selbst  gehandelt  hätte.  Der  Umfang  der 
Vertretungsbefugnis  richtet  sich  nach  der  erteilten  Vollmacht.  Das 
verfassungsmässige Recht  auf  Vertretung  (Art.  29 Abs.  2  BV)  gilt  nicht 
absolut. Eine Einschränkung  ist unter Wahrung der Verhältnismässigkeit 
zulässig,  wenn  sachliche  Gründe  es  rechtfertigen.  So  sind 
Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung 
ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen 
erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  oder  weil  die 
Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen 
können (vgl. zum Ganzen das in der Materie des Steuerrechts ergangene 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4355/2007  vom  20. November 
2009 E. 3, mit weiterführenden Hinweisen).

3.2.  Festzustellen  ist  zunächst,  dass  der  angebliche  Vertreter  im 
gesamten  bisherigen Verfahren  nie  eine Vertretungsvollmacht  vorgelegt 
hat und er hierzu vom BFM auch nie aufgefordert wurde. Bei der Frage 
über  die  Vertretungsbefugnis  geht  es  um  die  Prüfung  der 
Verfahrensvoraussetzungen.  Konkret  geht  es  darum,  ob  das  Stellen 
eines Asylgesuchs vertretungszugänglich ist.

3.3. 

3.3.1.  Das  Gericht  hält  vorab  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  im 
ganzen  bisherigen  Verfahren  und  insbesondere  im  gesamten 
erstinstanzlichen  Verfahren  nie  persönlich  aufgetreten  ist,  sei  dies 
beispielsweise  als  Verfasserin  ihres  eigenen  Asylgesuchs,  als 
Direktbeteiligte an einer Befragung oder Anhörung oder in anderer Weise. 
Vielmehr hat stets der Vertreter für sie gehandelt. Angesichts dessen und 
in  Berücksichtigung  des  zuvor  unter  E.  3.2.  Erwogenen  sind  nicht 
unerhebliche  Zweifel  angebracht,  ob  die  Beschwerdeführerin  überhaupt 
jemals  als  Asylgesuchstellerin  an  die  schweizerischen  Behörden 
herangetreten  ist  und  –  bejahendenfalls  –  ob  die  schriftlich  geltend 
gemachten  Verfolgungsgründe  tatsächlich  die  ihrigen  sind. 

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Entsprechende  Zweifel  sind  daher  auch  unter  dem  Aspekt  eines 
potenziellen  Missbrauchs  des  Asylrechts  angebracht.  Zu  denken  ist 
beispielsweise  an  die  Möglichkeit,  dass  die  sich  Vertretungsbefugnis 
anmassenden  Personen  unter  dem  Titel  Asyl  in  Umgehung  der 
asylrechtlichen und ausländerrechtlichen Bestimmungen die Einreise von 
Ausländerinnen  und Ausländern  in  die Schweiz  erwirken  könnten,  ohne 
dass  die  ausländische Person  überhaupt Verfolgungsgründe  geltend  zu 
machen gedenkt, geschweige denn hat.

3.3.2. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VwVG kann sich eine Partei, wenn sie nicht 
persönlich  zu  handeln  hat,  auf  jeder  Stufe  des  Verfahrens  vertreten 
lassen.  Als  Einschränkung  sind,  wie  oben  (E.  3.1.)  gesehen, 
Verfahrenshandlungen  von  der  Möglichkeit  der  Vertretung 
ausgenommen, die eine persönliche Mitwirkung des oder der Vertretenen 
erfordern,  entweder  weil  es  gesetzlich  vorgeschrieben  ist  (z.B.  die 
Anhörung zu den Asylgründen nach Art. 29 AsylG) oder – etwa betreffend 
die  Mitwirkung  bei  daktyloskopischen  Erhebungen  –  weil  die 
Verfahrenshandlungen der Natur der Sache nach nur von ihm ausgehen 
können.

Gemäss  langjähriger  asylrechtlicher  Praxis  gilt  die  Einreichung  eines 
Asylgesuches  als  sogenannt  „relativ  höchstpersönliches  Recht”  (vgl. 
EMARK 1996 Nr. 5). Als höchstpersönliches Recht steht es einer Person 
um  ihrer  selbst  Willen,  zum  Schutz  ihrer  Grundrechte  zu  und  kann 
gemäss Art. 19 Abs. 2 ZGB von einer urteilsfähigen unmündigen Person 
allein, ohne Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters, ausgeübt werden 
(vgl. EMARK 1996 Nr. 3 E. 2c; 1996 Nr. 4 E. 2d; 1996 Nr. 5 E. 4b). Die 
Ausübung  eines  höchstpersönlichen  Rechts  setzt  somit  lediglich  die 
Urteilsfähigkeit, nicht aber die Mündigkeit einer für sich selbst handelnden 
Person  voraus.  Als  relativ  höchstpersönliches  Recht  lässt  das  Stellen 
eines Asylgesuches  indessen (im Gegensatz zu den sogenannt „absolut 
höchstpersönlichen  Rechten”)  eine  Vertretung  insofern  zu,  als  für  eine 
urteilsunfähige  Person  ein  Asylgesuch  auch  durch  ihren  gesetzlichen 
Vertreter eingereicht werden kann  (vgl. EMARK 1996 Nr. 4 E. 2d; 1996 
Nr. 5 E. 4c­e). Demgegenüber verpflichtet ein höchstpersönliches Recht – 
sei  dieses  nun  relativer  oder  absoluter  Natur  –  dessen  urteilsfähigen 
unmündigen  Träger  grundsätzlich  auch,  dieses  selbständig,  also  ohne 
Hilfe  eines  allfälligen  gesetzlichen  Vertreters,  geltend  zu  machen  (vgl. 
beispielsweise  HEINZ  HAUSHERR/REGINA  E.  AEBI­MÜLLER,  Das 
Personenrecht  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches,  2.  Aufl.,  Bern 

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2008,  Rz.  07.24,  S. 68).  Dies  muss  somit  erst  recht  auf  urteilsfähige 
Mündige zutreffen.

Nach dem Gesagten  setzt  die  Initiierung eines Asylverfahrens  aus dem 
Ausland  durch  die  urteilsfähige  (mündige  oder  unmündige)  Person 
prinzipiell  einen  persönlichen  Antrag  derselben  voraus  (vgl.  zur 
Publikation  vorgesehenes  Urteil  BVGE  E­3162/2011  vom  6.  Dezember 
2011 E. 4.3.2.,  sowie  im Grundsatz auch die Urteile D­239/2010 vom 4. 
Juni  2010  [E.  3],  E­1147/2010  vom  5. März  2010  [S.  6  f.],  D­591/2009 
vom 24. Februar 2009 [E. 4] oder E­490/2009 vom 23. Februar 2009 [S. 5 
f.]  des  Bundesverwaltungsgerichts).  Fehlt  ein  solcher,  ist  eine 
Mangelbehebung indes nicht zwangsläufig ausgeschlossen. Eine Heilung 
kann  beispielsweise  dadurch  erfolgen,  dass  der  Inhalt  eines 
vertretungsweise eingereichten Asylgesuchs anlässlich einer mündlichen 
Anhörung  oder  durch  Einreichung  einer  persönlich  verfassten  oder 
zumindest unterzeichneten Stellungnahme zum Fragenkatalog des BFM 
im  Falle  des  Verzichts  auf  eine  Befragung  (vgl.  vorliegend  die 
Aktenstücke  B2  und  B4)  bestätigt  wird.  So  würde  es  stossend 
erscheinen, wenn Personen, die sich im Zustand schwerer Krankheit oder 
Todesgefahr  befinden,  das  Stellen  eines  Asylgesuchs  durch  einen 
Vertreter  aufgrund  des  abstrakten  Kriteriums  mangelnder 
Höchstpersönlichkeit  verwehrt wäre. Auch  in  solchen Konstellationen  ist 
aber  zwingend  eine  spätere  Heilung  des  Mangels  vor  Ergehen  eines 
erstinstanzlichen  Asylentscheides  nötig,  beispielsweise  mittels 
persönlicher  "Absegnung" des seitens Dritter eingereichten Asylgesuchs 
durch den Gesuchsteller  vor  der Asylbehörde nach dessen Entkommen 
aus  der  Todesgefahr.  Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Beschwerdeführerin 
aber  im  ganzen  bisherigen  Verfahren  und  insbesondere  im  gesamten 
erstinstanzlichen Verfahren nie in irgendeiner Weise persönlich vor einer 
schweizerischen  Asylbehörde  im  In­  oder  Ausland  aufgetreten.  Somit 
steht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  sich 
präsentierenden Aktenlage nicht fest, ob sie überhaupt ein ihrer Intention 
entsprechendes  Asylgesuch  stellen  wollte  und  will.  Damit  bleibt  zudem 
unklar,  ob  sie  selber  überhaupt  als Gesuchstellerin  am  vorinstanzlichen 
Verfahren  teilgenommen  hat  und  dadurch  die 
Legitimationsvoraussetzungen  (Art. 48  Abs. 1  VwVG)  zur 
Beschwerdeführung  erfüllt.  Die  angefochtene  Verfügung  hätte  aufgrund 
des  sich  in  jenem  Zeitpunkt  präsentierenden  Abklärungsstandes 
hinsichtlich  der  Erfüllung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  ergehen 
dürfen  und  ist  daher  aufzuheben.  Es  bleibt  dem BFM  überlassen,  über 
das weitere Vorgehen zu befinden; das heisst, es hat zu entscheiden, ob 

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es  das  Asylverfahren  unter  Behebung  der  festgestellten Mängel  wieder 
aufzunehmen und gegebenenfalls einer neuen Entscheidung zuzuführen 
gedenkt, oder ob es dem angeblichen Vertreter eine Mitteilung betreffend 
die  Nichtanhandnahme  des  Asylgesuchs  infolge  fehlender 
höchstpersönlicher Einreichung zu machen hat.

3.3.3.  Aus  dem  Erwogenen  wird  nunmehr  klar,  dass  sich  die 
nachgelagerte  Frage,  ob  der  angebliche  Vertreter  überhaupt  zur 
Beschwerdeführung  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  befugt  ist, 
vorliegend  gar  nicht  stellt.  Dementsprechend  hatte  das  Gericht  keine 
Veranlassung,  eine  gültige  Vollmacht  nachzufordern,  denn  deren 
Nachreichung  hätte  den  Mangel  eines  nicht  höchstpersönlichen 
Auftretens  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  ihrem 
erstinstanzlichen Asylgesuch nicht beheben können.

3.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  Bundesamt  die 
Höchstpersönlichkeit des Rechts zum Stellen eines Asylgesuchs verkennt 
und – unbesehen der ungenügend abgeklärten Vertretungsbefugnis des 
angeblichen Vertreters – mithin eine Verfügung erlassen hat, die mangels 
zureichender  Prüfung  der  Verfahrensvoraussetzungen  nicht  hätte 
ergehen dürfen. 

4. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  verletzt  sowie  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig 
und unvollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die angefochtene Verfügung 
ist daher von Amtes wegen aufzuheben. Die Sache geht zurück an das 
BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des 
erstinstanzlichen Asylverfahrens.

5. 

5.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  weder  der 
Beschwerdeführerin,  noch  deren  angeblichem Vertreter  noch  dem BFM 
Kosten aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), und der am 19. Juli 
2011  geleistete  Kostenvorschuss  im  Betrag  von  Fr.  600  .–  ist  der 
Beschwerdeführerin zurück zu erstatten.

5.2.  Anlass  zur  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  nach  Art.  64 
VwVG  besteht  ungeachtet  der  Frage,  ob  durch  die  Beschwerdeführung 
überhaupt  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  entstanden 
sind,  nicht:  Zwar  ist  die  Beschwerde  führende  Partei  mit  ihrem  Antrag 

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betreffend  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  scheinbar 
durchgedrungen.  Ein  Obsiegen  liegt  damit  aber  nicht  vor,  da  die 
Kassation  einzig  auf  einer  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  durch 
das  Bundesverwaltungsgericht  beruht  und  in  keiner  Weise  durch  den 
Beschwerdeinhalt  motiviert  ist.  Die  sinngemässen  Anträge  Gewährung 
des  Asyls  und  Einreisebewilligung  sind  aufgrund  der  aus  formellen 
Gründen erfolgten Kassation gar nicht zur Beurteilung gelangt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben. Die Sache geht zurück an 
das  BFM  zur  Wiederaufnahme  oder  allenfalls  Beendigung  des 
erstinstanzlichen Asylverfahrens.

2. 
Es werden  keine Verfahrenskosten  auferlegt,  und  der  am 19.  Juli  2011 
geleistete Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.­­ wird zurückerstattet.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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