# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 791d5f93-779e-51b6-af4a-476e91ba7481
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 07.09.2021 U 2021 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2021-16_2021-09-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 16

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterIn Racioppi und von Salis

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 7. September 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Führerausweisentzug

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I. Sachverhalt:

1. Am 19. März 2019, 18:46 Uhr, fuhr A._____ mit seinem Personenwagen 

GR B._____ auf der Hauptstrasse in C._____ innerorts bei signalisierter 

Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit überhöhter Geschwindigkeit, 

nach Abzug der Toleranz von 5 km/h mit 85 km/h und damit 25 km/h 

schneller als erlaubt.

2. Das am 15. April 2019 eröffnete Administrativverfahren sistierte das Stras-

senverkehrsamt des Kantons Graubünden (nachfolgend Strassenver-

kehrsamt) nach einer ersten Rückmeldung von A._____ bis zum Vorliegen 

eines rechtskräftigen Strafentscheids.

3. Nachdem A._____ Einsprache gegen den Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft des Kantons Graubünden vom 5. Juni 2019 erhoben hatte, verur-

teilte ihn das Regionalgericht D._____ mit Urteil vom 12. Dezember 2019 

der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 und 

Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG zu einer Busse 

in der Höhe von CHF 400.--. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft.

4. Nach der Wiederaufnahme des Administrativverfahrens und der Ge-

währung des rechtlichen Gehörs entzog das Strassenverkehrsamt 

A._____ mit Verfügung vom 5. März 2020 den Führerausweis für die 

Dauer von drei Monaten. Seinen Entscheid begründete das Strassenver-

kehrsamt damit, dass es sich bei der sanktionierten Geschwindigkeits-

übertretung um eine schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 2 

lit. a SVG handle.

5. Die von A._____ dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde vom 1. April 

2020 hiess das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit mit Ent-

scheid vom 21. Januar 2021 teilweise gut und reduzierte den Führeraus-

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weisentzug auf zwei Monate, da es in subjektiver Hinsicht das Verhalten 

von A._____ noch als mittelschwer einstufte.

6. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 18. Februar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Darin verlangte er die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids, das Absehen von Kostenauflage und das Aussprechen einer Ver-

warnung. Ausserdem beantragte er, dass der Beschwerde die aufschie-

bende Wirkung zuerkannt werde. Er begründete seine Anträge im Wesent-

lichen damit, dass die Vorinstanz die besonderen Umstände und die kon-

kreten Verhältnisse des Einzelfalles missachtet habe. Er habe aufgezeigt, 

dass sein Fahrverhalten zu keiner konkreten oder naheliegenden Gefähr-

dung anderer Verkehrsteilnehmer geführt habe; ausserdem habe er in der 

nicht als innerörtlich qualifizierbaren Gefahrenlage in C._____ keine er-

höhte abstrakte Gefahr hervorgerufen. Ein mittelschweres Verschulden 

könne ihm nicht angelastet werden.

7. In seiner Vernehmlassung vom 3. März 2021 beantragte das Departement 

für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (nachfolgend Beschwerdegegner) 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Gegen die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung hatte der Beschwerdegegner nichts einzuwen-

den. Für die Begründung seiner Anträge verwies er auf den angefochte-

nen Entscheid.

8. Der Instruktionsrichter gewährte mit Schreiben vom 4. März 2021 die auf-

schiebende Wirkung und verfügte den provisorischen Abschluss des 

Schriftenwechsels.

9. Mit Replik vom 9. März 2021 machte der Beschwerdeführer weitere Aus-

führungen zur administrativ-rechtlichen Beurteilung der Geschwindigkeits-

überschreitung vom 19. März 2019. Mit Duplik vom 18. März 2021 hielt 

das Departement an seinen Anträgen fest.

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10. Am 29. April 2021 zog Rechtsanwalt Luzi Bardill namens des Beschwer-

deführers die Beschwerde zurück, was dann aber von diesem wiederum 

mit Schreiben vom 16. Mai 2021 dementiert, was mit Schreiben des 

Rechtsanwalts vom 21. Mai 2021 wiederum bestätigt wurde. Der Be-

schwerdeführer stellte in der Folge mit Eingaben vom 30. Mai und 24. Juni 

2021 diverse Beweisanträge, etwa die gerichtliche Einholung eines Be-

richts bei der Firma E._____ AG betreffend Funktionsweise des verwen-

deten Radargeräts. Weiter brachte er vor und dokumentierte mit zahlrei-

chen Fotoaufnahmen, dass sämtliche vom Tiefbauamt montierten Signale 

in C._____ punkto Höhe, Anordnung und Inhalt fehlerhaft und ausserdem 

auch nicht von den Bundebehörden UVEK, ASTRA etc. abgenommen 

worden seien. Aufgrund dieser mangelhaften Signalisation sei seine Ge-

schwindigkeitsübertretung als ausserorts, und nicht als innerorts began-

gen einzustufen. Der Beschwerdegegner verzichtete am 29. Juni 2021 auf 

eine weitere Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägun-

gen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet im vorliegenden Verfahren die Verfügung des 

Beschwerdegegners vom 21. Januar 2021. Art. 49 Abs. 1 lit. c des Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) sieht vor, dass 

das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen 

Departemente beurteilt, soweit diese nicht nach kantonalem oder eid-

genössischem Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz ange-

fochten werden können. Die Verfügung des Beschwerdegegners ist weder 

endgültig noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten werden, 

weshalb sie ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Als Adressat der 

Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges 

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Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 50 VRG). Daher ist auf die im Üb-

rigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.

2. Materiellrechtlich stellt sich vorliegend die Frage, ob der Beschwerdegeg-

ner zu Recht gegenüber dem Beschwerdeführer den Führerausweisent-

zug von zwei Monaten verfügt hat.

3.1. Das Verwaltungsgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den 

die Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung des Sachverhalts kann nur 

gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechts-

verletzung im Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. b VRG beruht. Im vorliegenden 

Fall hat der Beschwerdeführer das Strafurteil des Regionalgerichts 

D._____ vom 12. Dezember 2019 (vgl. beschwerdegegnerische Akten 

[Bg-act.] I/8) akzeptiert, welches seiner Beurteilung den Sachverhalt zu-

grunde legte, dass der Beschwerdeführer am 19. März 2019 um 18:46 Uhr 

mit dem Personenwagen GR B._____ auf der Hauptstrasse in C._____ 

trotz signalisierter Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit 85 km/h (nach 

Abzug einer Toleranz von 5 km/h) und damit 25 km/h schneller als erlaubt 

gefahren ist (vgl. Rapport der Kantonspolizei Graubünden vom 9. April 

2019, Bg-act. I/3). Inhaltlich ist dem Gerichtsurteil und dem dazugehören-

den Protokoll nicht zu entnehmen, ob das Gericht die fragliche Strecke als 

'innerorts' oder als 'ausserorts' qualifiziert hat (vgl. Bg-act. II/13). Hingegen 

hielt das Gericht fest, dass der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass 

auf der Strecke nach F._____ das Fernzielsignal als nächste Ortschaft 

G._____ aufführe anstatt 'C._____', nichts zu seinen Gunsten ableiten 

könne. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung bleibe eine Geschwindigkeits-

begrenzung, unabhängig von vorgängigen Signalisationen und deren kon-

krete Montagesituation, wie etwa bei einer Baustelle oder ähnlichem. Je-

denfalls hätte der Beschwerdeführer nicht einfach dem vor ihm fahrenden 

Fahrzeug folgen dürfen, ohne die Signale und die Geschwindigkeit zu be-

achten.

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Wenn die Vorinstanz auf diese unangefochtenen Feststellungen des Re-

gionalgerichts abstellt, ist dies nicht zu beanstanden, zumal keine offen-

sichtlichen Fehler erkennbar sind. Somit besteht hinsichtlich der Ge-

schwindigkeitsüberschreitung zunächst in quantitativer Hinsicht (Über-

schreitung von 25 km/h, siehe auch nachstehende Erwägungen) kein zu-

sätzlicher Klärungsbedarf mehr. In qualitativer Hinsicht hat das Strassen-

verkehrsamt vor dem Erlass seiner Verfügung bei der Kantonspolizei das 

Gutachten und die Publikation betreffend die Umwidmung der Strecke bei 

C._____ von 'ausserorts' in 'innerorts' eingeholt (vgl. Bg-act. I/10); sodass 

es auch diesbezüglich keiner weiteren Abklärungen bedarf.

3.2. Der Beschwerdeführer bringt vor Verwaltungsgericht neu vor, dass er 

Zweifel an der konformen Messung der Geschwindigkeitsüberschreitung 

durch die Kantonspolizei habe, weshalb eine Stellungnahme bei der Firma 

E._____ AG über die Messung einzuholen sei. Liegt ein rechtskräftiges 

Strafurteil vor, so ist die Verwaltungsbehörde grundsätzlich daran gebun-

den. Von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil darf die Verwal-

tungsbehörde nur dann ausnahmsweise abweichen, wenn sie Tatsachen 

feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbe-

kannt waren oder die er nicht beachtet hat; wenn die Verwaltung zusätzli-

che Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem abweichenden Ergebnis 

führt oder wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter feststehen-

den Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter nicht alle 

Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere wenn er die Verletzung be-

stimmter Verkehrsregeln übersehen hat (vgl. BGE 137 I 363 E.2.3.2, 124 

II 103 E.1c, 119 Ib 158 E.3c). Sofern der Beschuldigte wusste oder ange-

sichts der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, 

dass gegen ihn ein Führerausweisentzugsverfahren eröffnet würde, muss 

er im Strafverfahren die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend ma-

chen. Daher darf der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, 

um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern 

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ist nach Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des Straf-

verfahrens zu tun, sowie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen 

(vgl. BGE 123 II 97 E.3c, 121 II 214 E.3a, Urteile des Bundesgerichts 

1C_536/2016 vom 23. Februar 2017 E.3.3.3, 1C_503/2016 vom 12. Ja-

nuar 2017 E.3.1.2, 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E.2.3, 6A.19/2006 

vom 16. Mai 2006 E.1; Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 19 26 vom 24. September 2019 E.3.2).

Bezüglich der beschwerdeführerischen Rüge, wonach die Messung der 

Geschwindigkeitsüberschreitung grundsätzlich in Frage gestellt werde, ist 

demnach mit Blick auf die vorangehenden Ausführungen festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer den entsprechenden Beweisantrag bereits im 

Strafverfahren hätte geltend machen müssen, was er jedoch nicht getan 

hat, so dass der Beweisantrag um Einholung einer Stellungnahme bei der 

Firma E._____ AG in Bezug auf Typ, Name, etc. des von der Kantonspo-

lizei am 19. März 2019 eingesetzten Radarmessgeräts im vorliegenden 

Verfahren verspätet erfolgte und dem Antrag damit nicht stattzugeben ist.

4.1. Der Beschwerdeführer rügt, dass ihn das Gericht wegen einer leichten 

Verkehrsregelverletzung verurteilte, während er vom Strassenverkehrs-

amt zunächst wegen einer schweren Widerhandlung sanktioniert worden 

sei und vom Departement danach immer noch wegen einer mittelschwe-

ren Widerhandlung. Damit würden die Administrativbehörden das gel-

tende Recht falsch anwenden und die rechtserheblichen Tatsachen bzw. 

die wesentlichen Umstände des Einzelfalls nicht oder ungenügend berück-

sichtigen. Sein Fahrverhalten zum Tatzeitpunkt habe zu keiner konkreten 

oder naheliegenden Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geführt, 

auch zu keiner erhöhten abstrakten oder überhaupt einer abstrakten Ge-

fährdung, womit ihm kein mittelschweres Verschulden vorgeworfen wer-

den könne.

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4.2. Das Gesetz unterscheidet zwischen einer leichten, mittelschweren und 

schweren Widerhandlung (Art. 16a–c Strassenverkehrsgesetz [SVG; BR 

741.01]). Gemäss Art. 16a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer 

durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicher-

heit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft 

(Abs. 1 lit. a). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Ver-

letzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-

ruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer mittel-

schweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen 

Monat entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Eine schwere Widerhandlung 

im Sinne von Art. 16c SVG begeht wiederum, wer durch grobe Verletzung 

von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer her-

vorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a).

Die Vorinstanz führt überzeugend und korrekt mit Hinweisen auf die ein-

schlägige Rechtsprechung aus, dass die mittelschwere Widerhandlung 

nach Art. 16b SVG einen Auffangtatbestand darstelle, welcher vorliege, 

wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung 

nach Art. 16a SVG (leichte Widerhandlung) und nicht alle qualifizierenden 

Elemente einer Widerhandlung nach Art. 16c SVG (schwere Widerhand-

lung) gegeben seien (vgl. RÜTSCHE/WEBER, in: NIGGLI/PROBST/WALDMANN 

(Hrsg.), Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, 

Art. 16b Rz. 7 m.w.H.). Die Annahme einer leichten Widerhandlung setze 

voraus, dass der Lenker durch Verletzung von Verkehrsregeln eine ge-

ringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen habe und ihn dabei 

nur ein leichtes Verschulden treffe. Dabei müssten eine geringe Gefahr 

und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (vgl. Art. 16a Abs. 1 

lit. a SVG; RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., Art. 16a Rz. 4). Das Bundesgericht be-

jahe eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer bei einer konkreten 

oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung (vgl. Art. 16c Abs. 1 

lit. a SVG; RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., Art. 16c Rz. 8 m.w.H.). Ob solche Ge-

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fährdungen vorliegen, hänge von den jeweiligen Verhältnissen des Einzel-

falls ab.

4.3. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird in Bezug auf Ge-

schwindigkeitsübertretungen folgende schematische Abstufung angewen-

det:

Innerorts Ausserorts/
Autostrasse

Autobahn Art der Widerhandlung

1–15 km/h 1–20 km/h 1–25 km/h Ordnungswidrigkeit
(Anhang 1 Ziff. 303 OBV)

16–20 km/h 21–25 km/h 26–30 km/h Leichte Widerhandlung 
(Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG)

21–24 km/h 26–29 km/h 31–34 km/h Mittelschwere Widerhandlung
(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG)

> 25 km/h > 30 km/h > 35 km/h Schwere Widerhandlung 
(Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG)

(vgl. dazu BGE 133 II 331 E.3.1, 132 II 234 E.3, 126 II 196 E.2a, 124 II 97 

E.2b und 2c, Urteil des Bundesgerichts 1C_263/2011 vom 22. August 

2011 E.2.5). Gemäss Bundesgericht ist es auch zulässig, im Bereich der 

Geschwindigkeitsüberschreitungen einen gewissen Schematismus anzu-

wenden zur Sicherstellung der Rechtsgleichheit und der Rechtssicherheit; 

eine solcher ist auch angesichts der Häufigkeit von Geschwindigkeitsüber-

schreitungen unabdingbar. Eine schematische Rechtsanwendung bedeu-

tet, dass die konkreten Umstände des Einzelfalls grundsätzlich nicht 

berücksichtigt werden. Liegen indes im Einzelfall besondere Umstände 

vor, müssen diese zur Wahrung der Verhältnismässigkeit bei der Festle-

gung der Art und Dauer der ausgesprochenen Massnahmen einbezogen 

werden (vgl. RÜTSCHE, in: NIGGLI/PROBST/WALDMANN (Hrsg.), Basler Kom-

mentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, Art. 16 Rz. 101 ff.).

4.4. Da sich aus dem Sachverhalt ergibt, dass die Geschwindigkeitsüber-

schreitung innerorts erfolgte, liegt im vorliegenden Fall somit in objektiver 

Hinsicht eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

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vor (vgl. BGE 132 II 234 E.3; WEISSENBERGER, Kommentar Strassenver-

kehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, 

Vorbemerkungen zu Art. 16a–c SVG Rz. 14). Diesbezüglich kommt es auf 

Tatsachen, die der Strafrichter besser kennen könnte, nicht an (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 1C_282/2011 vom 27. September 2011 E.2.4, 

1C_222/2008 vom 18. November 2008 E.2.4). Dem Protokoll der Haupt-

verhandlung des Regionalgerichts D._____ vom 12. Dezember 2019 ist 

zu entnehmen, dass das Gericht in objektiver Hinsicht ebenfalls von einer 

schweren Widerhandlung ausging (vgl. Bg-act. II/13). In subjektiver Hin-

sicht liegt ein schweres Verschulden nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG vor, 

wenn der Lenker zumindest grobfahrlässig handelt (vgl. BGE 126 II 206 

E.1a). Dies ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in Bezug auf 

das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit bei Vorliegen eines objektiv 

schweren Falls in der Regel der Fall, ausser es liegt eine Ausnahmesitua-

tion vor (vgl. BGE 123 II 37 E.1f.; Urteile des Bundesgerichts 1C_710/2013 

vom 7. Januar 2014 E.2.5, 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E.2.3). 

Die Vorinstanz trug der konkreten Situation insofern Rechnung, als der 

Beschwerdeführer auf den fehlenden Innerortscharakter der Strecke hin-

wies sowie auf den Umstand, dass er die Strecke jahrzehntelang als 80er-

Strecke (ausserorts) gekannt habe, sie verneinte die Annahme einer be-

sonderen Rücksichtslosigkeit und einer groben Fahrlässigkeit im Sinne 

von Art. 90 Abs. 2 SVG und hielt dem Beschwerdeführer ein mittelschwe-

res Verschulden zu Gute (vgl. dazu BGE 126 II 196 E.2a). Dies führt im 

Ergebnis zu einer mittelschweren Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 

lit. a SVG, weil die schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a 

SVG kumulativ zur schweren Widerhandlung gegen die Verkehrsregeln 

ein schweres Verschulden verlangt (vgl. RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., Art. 16c 

Rz. 7). Die Vorinstanz führte zudem zu Recht aus, dass selbst ein leichtes 

Verschulden an der soeben genannten Qualifikation nichts ändern würde, 

weil die leichte Widerhandlung nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG kumulativ 

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eine leichte Widerhandlung und ein leichtes Verschulden erfordere (vgl. 

vgl. RÜTSCHE/WEBER, a.a.O., Art. 16a Rz. 4).

4.5. Der Beschwerdeführer bringt bezüglich der Verhältnismässigkeit keine 

spezifischen Rügen vor. Dennoch muss – wie bereits in Erwägung 4.3 aus-

geführt – bei der Art und Dauer der Massnahmen stets die Verhältnismäs-

sigkeit geprüft oder eben überprüft werden. Der Beschwerdeführer weist 

folgende Einträge im Massnahmenregister auf (vgl. Bg-act. I/1 f.):

Verfügungs-
datum

Verfügende 
Behörde

Massnahme Ablauf Schweregrad der 
Widerhandlung

26.01.2011 GR Entzug 
1 Monat

17.02.2011 Mittelschwer
(Geschwindigkeit)

18.02.2011 GR Entzug 
6 Monate

29.03.2012 Schwer

Die Vorinstanz wendet Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG korrekt an und geht von 

einer Mindestdauer des Fahrausweisentzug von einem Monat aus. Weil 

sie im Verhalten des Beschwerdeführers ein mittelschweres Verschulden 

sieht, was nicht zu beanstanden ist, erscheint eine Erhöhung des Ausweis-

entzugs um einen Monat auf zwei Monate sachlich gerechtfertigt.

4.6. Dreh- und Angelpunkt dieser Beschwerde ist, ob die Strecke in C._____ 

als innerorts oder ausserorts zu qualifizieren ist. Weil es sich dabei klare-

rweise um eine Innerortsstrecke handelt, lässt die Gesetzgebung bzw. die 

korrekt angewandte schematisierte Rechtsprechung nur den Schluss zu, 

dass es sich vorliegend um eine schwere oder mittelschwere Widerhand-

lung handelt. Die Vorinstanz ist zugunsten des Beschwerdeführers beim 

subjektiven Tatbestand von einem mittelschweren Verschulden ausge-

gangen, so dass der Vorfall insgesamt als mittelschwere Verletzung 

gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG qualifiziert wurde, was korrekt ist. Eben-

falls nicht zu beanstanden ist, dass das mittelschwere Verschulden es er-

laubt und auch als geboten erscheinen lässt, die konkrete Entzugsdauer 

des Führerausweises von der Mindestvorgabe von einem Monat auf zwei 

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Monate zu erhöhen. Der angefochtene Entscheid erweist ist damit als 

rechtens und verhältnismässig, was zu seiner Bestätigung und zur Abwei-

sung der dagegen als unbegründet erwiesenen Beschwerde vom 18. Fe-

bruar 2021 führt.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Staatsge-

bühr wird dabei praxisgemäss auf CHF 1'500.-- (bei Führerausweisent-

zug) festgesetzt. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht dem Be-

schwerdegegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da er lediglich in sei-

nem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 314.--

zusammen CHF 1'814.--

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]