# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8909183-f682-5f9d-89c6-687a28517712
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.06.2020 S 2019 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-74_2020-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 74

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Gross

URTEIL

vom 16. Juni 2020 

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Géraldine Hert,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____, wohnhaft in O.1._____, erlitt am 22. August 2011 bei einem 

Motorradunfall eine komplette Paraplegie sub Th8 (AIS A) und ist seither 

auf die Benützung eines manuellen Rollstuhls angewiesen. Die IV-Stelle 

des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) kam in der Folge für 

verschiedene Leistungen auf. Noch während des Aufenthalts im Schweizer 

Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil fanden berufliche Abklärungen 

durch das Institut für Berufsfindung (IBF) statt. A._____ entschied sich für 

eine Lehre als Informatiker bei der B._____ in O.2._____, der ein im August 

2012 begonnenes Arbeitspraktikum voranging. Die Ausbildung zum 

Informatiker EFZ schloss A._____ im Frühsommer 2018 erfolgreich ab und 

wurde anschliessend als ICT-Supporter in einem 60%-Pensum bei 

B._____ eingestellt. Während seiner Ausbildungszeit (und bis auf 

Weiteres) bezog er eine Wohnung an der C._____-strasse in O.3._____ 

und erhielt u.a. einen jährlichen Amortisationsbeitrag für sein Fahrzeug in 

der Höhe von Fr. 3'000.-- zugesprochen (Mitteilung vom 6. November 

2012). Diesen bezog er indes nicht (siehe Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 

23. Oktober 2013).

2. Mit Mitteilung vom 24. Oktober 2018 übernahm die IV-Stelle die Kosten für 

invaliditätsbedingte Änderungen am Motorfahrzeug BMW M2 Competition 

Coupé in der Höhe von Fr. 5'665.05 und leistete einen Kostenbeitrag von 

maximal Fr. 1'300.-- für das Automatikgetriebe. Dabei stellte sie auf die 

fachtechnische Beurteilung durch das SAHB-Hilfsmittelzentrum vom 3. 

Oktober 2018 ab, welches den vorgesehenen Umbau gemäss der Offerte 

der Y._____ AG unterstützte. 

3. Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 stellte A._____ einen Antrag auf 

Übernahme von Amortisationsbeiträgen für sein Motorfahrzeug.

4. Mit Vorbescheid vom 18. März 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht, zumal die 

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versicherungsmedizinischen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme 

des jährlichen Amortisationsbeitrags nicht erfüllt seien. Gemäss den 

getroffenen Abklärungen sei der Arbeitsweg mit den öffentlichen 

Verkehrsmitteln behindertengerecht rollstuhlgängig und A._____ 

zumutbar.

5. Dagegen liess A._____ am 18. April 2019 Einwand erheben und neben der 

Aufhebung des Vorbescheids beantragen, ihm sei ein Amortisationsbeitrag 

von Fr. 3'000.-- pro Jahr pauschal zuzusprechen. Dem Einwand beigelegt 

wurde ein Bericht der Rehaklinik in X._____ vom 17. April 2019, in welchem 

die Dres. D._____ und E._____ ausführten, es sei A._____ völlig 

ausgeschlossen, aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme den 

Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen; er sei dringend 

auf ein Motorfahrzeug angewiesen. Ohne eine adäquate Bewältigung des 

Arbeitsweges müsse er seine Arbeitsstelle aufgeben.

6. Am 9. Mai 2019 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden. Zur Begründung 

hielt sie im Wesentlichen fest, A._____ sei für seine existenzsichernde 

Tätigkeit nicht auf ein Motorfahrzeug angewiesen. Vielmehr sei ihm im 

Rahmen der Schadenminderungspflicht zuzumuten, den Arbeitsweg mit 

den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.

7. In der dagegen am 14. Juni 2019 erhobenen Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden beantragte A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführer) neben der Aufhebung der Verfügung vom 

9. Mai 2019, die IV-Stelle sei zu verurteilen, ihm einen Amortisationsbeitrag 

von Fr. 3'000.-- pro Jahr für die Finanzierung seines Autos auszurichten. 

Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-

Stelle zurückzuweisen, verbunden mit der Anordnung, eine neue 

Verfügung zu erlassen. Begründend führte er im Wesentlichen aus, es sei 

ihm nicht zuzumuten, sowohl für den gesamten Arbeitsweg samt leichter 

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Steigung als auch für die zweimal wöchentlich in O.4._____ stattfindenden 

Physiotherapiesitzungen den öffentlichen Verkehr (ÖV) zu benützen. 

Vielmehr sei er auf ein Auto als flexibles Verkehrsmittel angewiesen, um 

diese Termine mit der Arbeit zu koordinieren. Zudem könne er aufgrund 

der zunehmenden Spastik nicht genau planen, auf welchen Zug er gehen 

und wann er bei der Arbeit sein könne. Des Weiteren fahre er über das 

Wochenende zu seinen Eltern nach O.1._____, wofür er umsteigen und 

eine Meldung bei der Rhätischen Bahn (RhB) abgeben müsse. Auf dem 

Nachhauseweg gehe er ausserdem noch nach O.5._____ zum 

Chiropraktiker. Der zeitliche Mehraufwand für die Zugreise von zwei 

Stunden und 47 Minuten sei ihm unzumutbar. Schliesslich könne dem 

Bericht der Rehaklinik vom 17. April 2019 entnommen werden, dass er 

aktuell an zunehmender Spastik unklarer Ätiologie leide und ein Bruch der 

rechtsseitigen Schraube im Brustwirbelkörper (BWK) 11 diagnostiziert 

worden sei. Daraus gehe unmissverständlich hervor, es sei völlig 

ausgeschlossen, dass er aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme den 

Arbeitsweg mit dem ÖV zurücklege. Im Ergebnis sei der Entscheid der IV-

Stelle bundesrechtswidrig. Insgesamt betrachtet erweise sich die 

Gewährung der beantragten Amortisationbeiträge als verhältnismässig und 

gerechtfertigt. 

8. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der 

Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde und verwies auf die 

angefochtene Verfügung vom 9. Mai 2019.

9. In der Replik hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest und hob 

unter Beilage verschiedener Berichte hervor, dass aufgrund der 

regelmässigen Spastik in den unteren Extremitäten die Planung umso 

schwieriger sei, was die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln de 

facto verunmögliche. 

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10. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG. SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der Beschwerdegegnerin vom 9. Mai 2019 stellt somit ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsge-

richts ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

Als Adressat und Direktbetroffener der angefochtenen Verfügung ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.   

1.2. Strittig und zu prüfen ist hier, ob die Beschwerdegegnerin die Übernahme 

jährlicher Amortisationsbeiträge für das Motorfahrzeug des Beschwerde-

führers in der Höhe von Fr. 3'000.-- zu Recht verneint hat.

2.1. Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a IVG haben invalide (oder von einer Invalidität 

bedrohte) Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit 

diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu erhalten oder 

zu verbessern. Zu den Eingliederungsmassnahmen zählt dabei u.a. auch 

die Abgabe von Hilfsmitteln zu Eigentum oder leihweise in einfacher und 

zweckmässiger Ausführung (vgl. dazu Art. 8 Abs. 3 lit. d, Art. 8a Abs. 2 lit. 

c sowie Art. 21 Abs. 3 IVG). Nach Art. 21 Abs. 1 IVG haben Versicherte im 

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Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste namentlich Anspruch 

auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit, zur 

Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder zum Zwecke der 

funktionellen Angewöhnung bedürfen. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung 

haben Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die 

Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstvorsorge 

kostspieliger Geräte bedürfen, im Rahmen einer vom Bundesrat 

aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch 

auf Hilfsmittel. Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum 

Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von Art. 21 Abs. 4 IVG hat der 

Bundesrat in Art. 14 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) an das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) 

übertragen. Die betreffende Liste befindet sich im Anhang der Verordnung 

über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI; SR 

831.232.51). Laut Art. 2 Abs. 1 HVI besteht ein Anspruch auf die 

notwendigen Hilfsmittel zur Fortbewegung, soziale Kontaktaufnahme und 

Selbstbetreuung. Es besteht allerdings einzig Anspruch auf Hilfsmittel in 

einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung (Art. 2 Abs. 4 

HVI).

2.2. Auch im Bereich der Hilfsmittel ist die Invalidenversicherung somit keine 

umfassende Versicherung, welche sämtliche durch die Invalidität 

verursachten Kosten abdeckt. Das Gesetz will die Eingliederung lediglich 

soweit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 

ist und zudem der voraussichtliche Erfolg der Eingliederungsmassnahme 

in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten steht, wobei die gesamten 

tatsächlichen und rechtlichen Umstände des konkreten Einzelfalls zu 

berücksichtigen sind (Art. 8 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 3 IVG; BGE 141 V 30 

E. 3.2.1, 135 I 161 E. 5.1, 134 I 105 E. 3). Laut Ziff. 10 HVI-Anhang haben 

Versicherte, die voraussichtlich dauernd eine existenzsichernde 

Erwerbstätigkeit ausüben und zur Überwindung des Arbeitsweges auf ein 

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persönliches Motorfahrzeug angewiesen sind, Anspruch auf Motor- und 

Invalidenfahrzeuge. Nach Ziff. 10.04 HVI-Anhang, der einen Stern (*) 

enthält, beträgt der jährliche Amortisationsbeitrag für Automobile Fr. 3'000.-

-. Schafft eine versicherte Person ein Hilfsmittel, auf das sie Anspruch hat, 

auf eigene Kosten an, so kann ihr die Versicherung Amortisationsbeiträge 

gewähren (Art. 21ter Abs. 1 IVG).  

2.3. Im Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die 

Invalidenversicherung (KHMI; gültig ab 1.1.13) ist vorgesehen, dass eine 

versicherte Person dann invaliditätsbedingt auf ein Motorfahrzeug 

angewiesen ist, wenn sie infolge ihrer Invalidität den Arbeitsweg weder zu 

Fuss, dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen oder 

ihr dies nicht zugemutet werden kann (Rz. 2087*). Falls eine nichtinvalide 

Person in derselben Situation (z.B. abgelegen ohne ÖV; 

Aussendienstmitarbeitende) auf ein Motorfahrzeug angewiesen wäre, 

übernimmt die Invalidenversicherung keine Kosten (Rz. 2088*). 

2.4. Zwar richtet sich das Kreisschreiben als Verwaltungsweisung an die 

Vollzugsorgane und ist für die Gerichte nicht verbindlich. 

Rechtsprechungsgemäss berücksichtigen diese es aber bei ihrer 

Entscheidung, sofern es eine dem Einzelfall angepasste und gerecht 

werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen 

zulässt. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von 

Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende 

Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem 

Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche 

Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 144 V 

195 E.4.2; 141 V 365 E.2.4; 138 V 50 E. 4.1; 133 V 346 E. 5.4.2 mit 

Hinweisen).

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2.5. Nach der Rechtsprechung ist auf Grund des tatsächlichen Arbeitsweges im 

Einzelfall zu beurteilen, ob eine versicherte Person nach den gesamten 

Gegebenheiten wegen ihrer Invalidität auf ein Motorfahrzeug angewiesen 

ist. Dies trifft namentlich dann nicht zu, wenn anzunehmen ist, sie müsste 

nach den Umständen ihren tatsächlichen Arbeitsweg auch als gesunde 

Person mit einem persönlichen Motorfahrzeug zurücklegen. Die 

Notwendigkeit eines Fahrzeuges kann sich vor allem ergeben aus 

beruflichen Gründen (für Vertreter, Taxifahrer usw.) sowie aus der 

Entfernung des Wohnortes vom Arbeitsort, insbesondere wenn es an 

öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt oder deren Benützung unzumutbar ist. 

Unmassgeblich ist dagegen, ob jemand als Gesunder tatsächlich ein 

Motorfahrzeug benutzt hat, um seinen Arbeitsweg zu überwinden, ohne 

dass er nach den Umständen darauf angewiesen war. Diese Ordnung soll 

auch der rechtsgleichen Behandlung der Empfänger dieser Leistung der 

Invalidenversicherung gegenüber andern, nicht anspruchsberechtigten 

Gehbehinderten einerseits und gegenüber Nichtinvaliden anderseits 

dienen (zum Ganzen: Urteil I 809/06 vom 23. November 2007 E.5.1 mit 

Hinweisen auf BGE 97 V 237 E.3b, ZAK 1972 S. 733, SVR 2001 IV Nr. 33 

S. 101 f. E. 3b, vgl. auch BGE 132 V 121 E.4.4).

2.6. Im hier zu beurteilenden Fall ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer 

voraussichtlich dauernd eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit ausübt. 

Uneins sind sich die Parteien indes darüber, ob der Beschwerdeführer aus 

invaliditätsbedingten Gründen auf ein persönliches Motorfahrzeug zur 

Überwindung des Arbeitsweges angewiesen ist. Dies gilt es nachfolgend 

zu prüfen.

2.7. Grundsätzlich einig sind sich die Parteien hinsichtlich des Arbeitsweges 

des Beschwerdeführers von seinem Wochenaufenthaltsort an der 

C._____--strasse in O.3._____ nach O.2._____, wo er als Informatiker bei 

B._____ arbeitet. Würde der Beschwerdeführer den ÖV benützen, so 

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müsste er zunächst eine kurze Strecke von 43 Metern von der C._____-

strasse an den Bahnhof O.3._____ zurücklegen. Gemäss den unbestritten 

gebliebenen Feststellungen der Beschwerdegegnerin fährt jede halbe 

Stunde die rollstuhlgängige S 3 (mit Niederflureinstiegen und Rollstuhlplatz 

mit Rollstuhl-WC) nach O.2._____, wobei die Fahrtzeit rund zehn Minuten 

dauert. Vom Bahnhof O.2._____ SBB müsste der Beschwerdeführer zu 

den Tramhaltestellen fahren, wo er mit den Niederflurtrams der 

O.2._____er Verkehrsbetriebe zu den Haltestellen gelangte. 

Anschliessend müsste er rund 100 Meter mit dem manuellen Rollstuhl bis 

zum Arbeitsort zurücklegen. 

2.8. Die Beschwerdegegnerin folgert daraus, dass dieser, zwischen 30 und 35 

Minuten dauernde Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dem 

Beschwerdeführer in Berücksichtigung seiner Schadenminderungspflicht 

zumutbar sei. Soweit der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, die 

Beschwerdegegnerin übersehe, dass dieser Arbeitsweg eine leichte 

Steigung beinhalte und aufgrund des aktuell wegen der Spastik zu 

verwendenden Bürorollstuhls daher Vorsicht geboten sei, um nicht nach 

vorne zu kippen, kann ihm nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass 

die Steigung nur als leicht bezeichnet wird und eine solche einem Kippen 

nach vorne – jedenfalls beim Emporfahren – eher entgegenzuwirken 

scheint, geht aus dem Bericht des Schweizer Paraplegiker-Zentrums vom 

2. April 2012 der Dres. F._____ und G._____ hervor, dass der 

Beschwerdeführer bereits bei Austritt aus dem Zentrum in der Lage war, 

sich im manuellen Rollstuhl selbstständig fortzubewegen und dabei auch 

Steigungen und Neigungen zu überwinden (vgl. Akten der 

Invalidenversicherung [IV-act.] 285/17). 

2.9. Im Allgemeinen wird der Beschwerdeführer von den behandelnden Ärzten 

und weiteren Fachpersonen als junger, sowohl beruflich wie auch privat 

sehr aktiver Mensch mit guter Grundkondition und Fitness beschrieben, der 

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sich auf seine Paraplegie eingestellt habe (vgl. Austrittsbericht Dres. 

H._____ und I._____ REHAB O.2._____ vom 10. Januar 2017 [IV-act. 

285/58] und Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 18. August 2014 [IV-act. 

166/3]). Anlässlich der fachtechnischen Beurteilung der anbegehrten 

Fahrzeuganpassungen war der Beschwerdeführer gar in der Lage, seinen 

Rollstuhl (Handrollstuhl mit festem Rahmen) ohne zusätzliche 

Hilfestellungen selber von Hand nach dem Entfernen der Antriebsräder 

über sich hinweg auf den Beifahrersitz zu hieven und so mitzuführen (vgl. 

Bericht des SAHB-Hilfmittelzentrums vom 3. Oktober 2018 [IV-act. 264/2]). 

Bereits bei Austritt aus dem Schweizerischen Paraplegiker-Zetrum (SPZ) 

war der Beschwerdeführer in den Aktivitäten des täglichen Lebens 

selbstständig (vgl. Austrittsbericht Dres. F._____ und G._____ vom 2. April 

2012 [IV-act. 285/14]). Auch seither versorgt er sich selbst, lebt alleine und 

ohne externe Unterstützung in einer Wohnung in O.3._____ und bewegt 

sich im manuellen Rollstuhl sowohl im Innen- wie Aussenbereich 

selbstständig fort. Dabei gibt er an, gut zurecht zu kommen und keinerlei 

Entlastungen zu benötigen (vgl. Austrittsbericht Dres. H._____ und I._____ 

REHAB O.2._____ vom 10. Januar 2017 [IV-act. 285/58]). Angesichts 

dessen kann der Einschätzung der Dres. D._____ und E._____ in ihrem 

Bericht vom 17. April 2019 (vgl. Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 5), 

auf die der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde abstellt, nicht gefolgt 

werden. Ihre nicht näher begründete Aussage, wonach es dem 

Beschwerdeführer völlig ausgeschlossen sei, aufgrund seiner 

gesundheitlichen Probleme den Arbeitsweg mit dem ÖV zurückzulegen, 

findet so keine Stütze in den (medizinischen) Akten. Sie ist denn auch nicht 

nachvollziehbar, weist der Beschwerdeführer doch nachweislich einen 

hohen Grad an Selbstständigkeit auf und sind die mit dem Handrollstuhl 

zurückzulegenden Wegstrecken auf seinem Arbeitsweg relativ kurz. 

Ausserdem kontrastiert sie mit den vom Beschwerdeführer gegenüber der 

Unfallversicherung gemachten Aussagen, wonach er bereits während des 

Reha-Aufenthalts im SPZ selbst in den Bus habe ein- und aussteigen 

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können. Zwar sei er zu jenem Zeitpunkt noch nie alleine Zug gefahren; dies 

sollte aber seiner Auffassung zufolge kein Problem darstellen, weil die 

Bahnangestellten eine Rampe auslegen könnten (vgl. Bericht Care 

Management UVG vom 7. Dezember 2011 [IV-act. 29/21]). Den 

entsprechenden Unterlagen ist somit nicht zu entnehmen, dass dem 

Beschwerdeführer die Benützung des öffentlichen Verkehrs insbesondere 

aus medizinischen Gründen unzumutbar wäre.

2.10. Dies gilt insbesondere auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Spastik, die ihm das Zeitmanagement bzw. die Planung 

hinsichtlich seiner Arbeit erschweren würde, was die Benützung von 

öffentlichen Verkehrsmitteln de facto verunmögliche. Zwar geht aus den 

Akten nachweislich hervor, dass insbesondere die Spastik in den unteren 

Extremitäten seit dem Austritt aus dem SPZ ausgeprägter geworden ist und 

den Beschwerdeführer belastet (vgl. ärztliches Zeugnis Dres. K._____ und 

L._____ SPZ vom 13. Juni 2019 [Bf-act. 7], Stellungnahme Rennbahnklinik 

vom 1. Juli 2019 [Bf-act. 8], Bestätigung Physiotherapie W._____ vom 2. 

Juli 2019 [Bf-act. 9], Austrittsbericht Dres. H._____ und I._____ REHAB 

O.2._____ vom 10. Januar 2017 [IV-act. 285/60], Austrittsbericht Dres. 

F._____ und G._____ SPZ vom 2. April 2012 [IV-act. 285/16], 

Ambulatoriumsbericht Universitätsspital V._____ vom 19. März 2012 [IV-

act. 285/7 f.]). Daraus zu schliessen, der Beschwerdeführer sei auf ein 

Motorfahrzeug angewiesen, verfängt indes nicht. Vielmehr scheint diese 

Problematik ganz im Gegenteil zumindest in der Vergangenheit gemäss 

ärztlicher Aussage das selbstständige Autofahren fast verunmöglicht zu 

haben (vgl. Gesuch um Kostengutsprache für ambulante Botulinumtoxin 

gegen regionale Spastizität von Dr. med. M._____, Facharzt für Neurologie 

am SPZ, vom 18. Oktober 2012 [IV-act. 285/39]). Dass der 

Beschwerdeführer aufgrund der Spastik v.a. morgens mehr Zeit benötigt 

(vgl. ärztliches Zeugnis Dres. K._____ und L._____ SPZ vom 13. Juni 2019 

[Bf-act. 7] sowie Austrittsbericht Dres. H._____ und I._____ REHAB 

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O.2._____ vom 10. Januar 2017 [IV-act. 285/60]), wirkt sich denn auch 

unabhängig davon, ob er den Arbeitsweg mit dem Motorfahrzeug oder dem 

ÖV zurücklegt, auf seinen Tagesablauf aus, weshalb entsprechende 

Vorkehrungen zu treffen sind. Der damit verbundene Zeitverlust wäre 

angesichts der regelmässigen, halbstündigen Zugverbindungen von 

O.3._____ nach O.2._____ letztlich mit dem ÖV nicht merklich grösser als 

mit dem Motorfahrzeug. Da der Beschwerdeführer zudem nachweislich im 

Gleitzeitmodell angestellt ist (vgl. Einwand vom 18. April 2019 [IV-act. 

298/2] sowie Case Report vom 9. Mai 2019 [IV-act. 302/3]), liessen sich 

allfällige zeitliche Verzögerungen aufgrund der flexiblen 

Arbeitszeitgestaltung abfangen.

2.11. Hinsichtlich der verschiedenen Therapien in O.4._____, O.2._____ und 

O.5._____ räumt der Beschwerdeführer in der Beschwerde zu Recht ein, 

dass diese keinen Anspruch auf Amortisationsbeiträge zu begründen 

vermögen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 419/04 

vom 11. Januar 2005 E.2.4.2). Im Übrigen kann auch diesbezüglich auf das 

bereits Ausgeführte zur Zumutbarkeit der Benützung öffentlicher 

Verkehrsmittel verwiesen werden. Zudem geht aus den Akten hervor, dass 

der Beschwerdeführer sein 60%-Pensum auf fünf Arbeitstage à fünf 

Stunden verteilt (vgl. E-Mail des Beschwerdeführers vom 15. März 2019 

[IV-act. 293] oder Beschwerde S. 4), so dass davon ausgegangen werden 

kann, dass der Beschwerdeführer die Therapietermine gut mit seiner Arbeit 

koordinieren kann.

2.12. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er fahre jeweils über das 

Wochenende zu seinen Eltern nach O.1._____, wofür er umsteigen und 

eine Meldung bei der RhB abgeben müsse, ist ihm mit der 

Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass er diese Wegstrecke 

voraussichtlich nur zweimal pro Woche zurücklegt. Dabei erscheint auch 

die Meldung an die RhB, um Hilfe beim Umsteigen zu erhalten, zumutbar. 

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In diesem Zusammenhang bringt die Beschwerdegegnerin zudem vor, 

dass seit einigen Jahren auf der Strecke zwischen O.6._____ und 

O.1._____ ohnehin moderne Allegra-Triebzüge mit zwei Niederflurwagen 

mit Rollstuhlbereich und behindertengerechten WC's verkehrten, was 

unbestritten geblieben ist. Ferner lässt auch die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachte Zeitersparnis das Benützen des öffentlichen Verkehrs 

nicht als unangemessen erscheinen. 

2.13. Wenngleich die genannten Möglichkeiten einem Zurücklegen des 

Arbeitswegs mittels Motorfahrzeug hinsichtlich Flexibilität und 

Unabhängigkeit nicht vollends gleichwertig sind und der Wunsch des 

Beschwerdeführers danach verständlich ist, sei darauf hingewiesen, dass 

die Invalidenversicherung nicht für die bestmögliche Lösung aufzukommen 

hat, sondern nur für die unter den konkreten Gegebenheiten 

angemessenen Massnahmen (BGE 135 I 161 E.5.1; 134 I 105 E.3). Vor 

diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführer auch aus der Mitteilung 

vom 6. November 2012, in welcher ihm u.a. ein jährlicher 

Amortisationsbeitrag zugesprochen wurde, nichts zu seinen Gunsten 

ableiten, denn dieser lag keine, mit den vorliegenden Erwägungen 

vergleichbare Würdigung des konkreten Einzelfalls zugrunde und der 

Kostenbeitrag wurde vom Beschwerdeführer, der damals noch in 

Ausbildung war, denn auch nicht bezogen. Obschon die beruflichen 

Eingliederungsbemühungen des Beschwerdeführers beachtlich sind, 

vermögen sie letztlich bei der hier gebotenen Gesamtbeurteilung der 

Umstände des vorliegenden Einzelfalls die Übernahme jährlicher 

Amortisationsbeiträge für das Motorfahrzeug des Beschwerdeführers nicht 

zu rechtfertigen.

2.14. Die angefochtene Verfügung vom 9. Mai 2019 ist damit rechtens, was zur 

Abweisung der Beschwerde vom 14. Juni 2019 führt.

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2.15. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer, sollte sich 

die Spastik-Problematik erheblich verschlechtern, sich erneut bei der 

Beschwerdegegnerin melden kann, um seine Situation evaluieren zu 

lassen.

  

3.1. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verwei-

gerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Ver-

sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah-

rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des vorliegenden Verfah-

rens werden die auf Fr. 700.-- festgesetzten Gerichtskosten dem unterlie-

genden Beschwerdeführer auferlegt (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

3.2. Der Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g 

ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]