# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7074c06-7816-5b42-a261-8b33287efb31
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.02.2015 200 2014 798
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-798_2015-02-25.pdf

## Full Text

200 14 798 UV
SCJ/ZID/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Februar 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 8. August 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) ist als Angestellter bei der Allianz Suisse Versicherungs-
Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) 
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie 
Berufskrankheiten versichert (Akten der Allianz, Antwortbeilage [AB] 1). Am 
24. September 2011 wurde er um ca. 05.00 Uhr morgens vor einem Club in 
… von einer Gruppe junger Männer niedergeschlagen (AB 8), wobei er sich 
eine Gesichtskontusion links mit einer Rissquetschwunde im Bereich der 
linken Augenbraue sowie muskuläre Schmerzen im Bereich der HWS 
zuzog (AB 13). Nach einer vertrauensärztlichen Untersuchung (AB 42) mit-
samt ergänzender Stellungnahme (AB 50) stellte die Allianz mit Verfügung 
vom 12. Juli 2013 die Leistungen für die Folgen des Ereignisses vom 
24. September 2011 per 24. März 2012 ein und kürzte diese gleichzeitig 
um 50% (AB 51). Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Allianz mit 
Einspracheentscheid vom 8. August 2014 ab (AB 62).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 1. September 2014 Beschwerde und beantragte was folgt:

Der Einspracheentscheid vom 8. August 2014 sei aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer seien

a. rückwirkend seit 24. März 2012 und in Zukunft die ihm gesetzlich zuste-
henden Versicherungsleistungen, namentlich Taggelder, Invalidenrenten, 
Integritätsentschädigung, etc., auszurichten;

b. die ihm in der Zeitperiode vom 24. September 2011 bis 24. März 2012 
um 50% gekürzte Geldleistung rückwirkend nachzuzahlen und auf eine 
Kürzung der gemäss lit. a hiervor künftig auszurichtenden Versicherungs-
leistungen sei zu verzichten.

Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 8. August 2014 aufzuheben 
und ein gerichtliches Gutachten einzuholen und sodann gestützt darauf eine 
Neubeurteilung des Leistungsanspruchs vorzunehmen.

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 3

Zur Begründung lässt er im Wesentlichen vorbringen, dass die bestehen-
den Beschwerden durch das Ereignis vom 24. September 2011 überwie-
gend wahrscheinlich begünstigt worden seien. Sein Verhalten anlässlich 
dieses Ereignisses habe in einem blossen Nachfragen ("Was hast du ge-
sagt?") auf die von ihm nicht verstandene [fremdsprachige] Aussage ("Ich 
ficke deine Mutter") einer unbekannten Person bestanden und stelle somit 
noch kein aktives Einlassen auf eine Provokation dar. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2014 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie macht im Wesentlichen gel-
tend, einerseits sei der von ihr beigezogene Vertrauensarzt in überzeugen-
der Weise zum Schluss gekommen, dass der status quo sine spätestens 
sechs Monate nach dem Unfallereignis erreicht worden sei, andererseits 
habe der Beschwerdeführer mit seiner Nachfrage direkt auf eine so ver-
standene Beleidigung reagiert und sich auf die Provokation eingelassen, 
weshalb er mit einer Eskalation habe rechnen müssen.

Aufforderungsgemäss reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
am 4. November 2014 seine Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 4

und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 8. August 2014 
(AB 62). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungen für die Folgen des Ereignisses vom 24. September 2011 zu Recht 
per 24. März 2012 befristet und diese gleichzeitig um 50% gekürzt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden 
jedoch nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausal-
zusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

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ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-
te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

2.3 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur-
sächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 6

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders 
als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam-
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2). 

2.5 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich 
des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vor-
liegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Un-
fallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als 
eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann 
eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von beson-
derer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe her-
beizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radi-
kuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftre-
ten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für 
Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 
E. 2.3). Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Un-
fall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversiche-
rung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall 
stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach dem derzeitigen medizini-
schen Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttrau-
matischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten 
erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimme-
rung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen 
Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines 
klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der 
Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als 
abgeschlossen zu betrachten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3.1 und 2.3.2).

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unter den Parteien nicht streitig, 
dass das Ereignis vom 24. September 2011 einen Nichtberufsunfall im 
Rechtssinne darstellt (vgl. E. 2.1 hiervor).

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3.2 Umstritten ist indessen vorab, ob der Beschwerdeführer – basierend 
auf dem besagten Unfall – über die von der Beschwerdegegnerin verfügte 
Leistungseinstellung per 24. März 2012 (vgl. AB 51) hinaus weiterhin An-
spruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist 
insbesondere zu prüfen, ob die anhaltend geklagten gesundheitlichen Ein-
schränkungen in einem anspruchsbegründenden natürlichen und adäqua-
ten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 24. September 
2011 stehen. Die massgeblichen medizinischen Unterlagen zeigen diesbe-
züglich das folgende Bild:

3.2.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, wies im 
Bericht vom 9. November 2011 (AB 20) auf eine ausgesprochen hartnäcki-
ge Cervikobrachialgie nach einem Selbstunfall vom 10. September 2010 
hin, welche am 22. Juli 2011 in … [im Ausland] operativ behandelt worden 
sei (vgl. AB 31 f.); mit dem Ergebnis sei der Beschwerdeführer im Grossen 
und Ganzen zufrieden gewesen, auch wenn gewisse Symptome wie bei-
spielsweise Sensibilitätsstörungen am rechten Arm noch persistierten. Das 
postoperative MRI der HWS in … [im Ausland] vom 26. Juli 2011 zeige 
noch eine gewisse Reststenose foraminal in C6/7 bei regelrechter Lage 
des Cages, aber keine relevante weiche Herniation foraminal.

Im Handgemenge vom 24. September 2011 sei es offensichtlich wieder zu 
"Manipulationen" an der HWS gekommen und der Beschwerdeführer habe 
eine massive, wesentlich intensivere und bisher therapieresistente Rezidiv-
brachialgie entwickelt. Das MRI der HWS vom 3. Oktober 2011 (AB 19) 
zeige nebst der unkarthrotischen Reststenose foraminal in C6/7 eine ein-
deutige foraminale weiche Diskushernie mit C7-Kompression rechts. Hät-
ten anlässlich der ersten Cervikobrachialgie-Episode Ende 2010 noch die 
üblichen Diskussionen bezüglich Genese der Diskushernie bestanden (de-
generativ versus traumatisch, wobei seines Erachtens bei vorbestehenden 
deutlichen degenerativen Veränderungen eine sekundäre Traumatisierung 
erfolgt sein dürfte), sei der Auslöser und somit auch die Ursache der aktuel-
len cervikoradikulären Rezidiv-Symptomatologie primär traumatischer Ge-
nese (Schlägerei). Für diese Annahme spreche der Umstand, dass es dem 
Beschwerdeführer nach der Operation bis zum neuerlichen Trauma-
Ereignis recht gut ergangen sei und im ersten postoperativen MRI bereits 

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vier Tage nach dem Eingriff zwar eine Reststenose, jedoch keine manifeste 
Hernie sichtbar gewesen sei. Im MRI vom Oktober 2011 komme hingegen 
eine klare radikuläre C7-Kompression durch eine foraminale Hernie zur 
Darstellung. Dieser Umstand sei allemal aussergewöhnlich: Die Operatio-
nen im Bereiche der HWS zeichneten sich erfahrungsgemäss dadurch aus, 
dass sie praktisch "rezidivfrei" seien, da anlässlich der Operation eine radi-
kale Diskektomie möglich und auch notwendig sei. Würden allerdings late-
ral des Cages noch relevante Bandscheibenreste im präforamina-
len/foraminalen Bereich belassen, könne es grundsätzlich zu einer der sel-
tenen "Rezidiven" kommen. Dies dürfte auch beim Beschwerdeführer der 
Fall sein. Unabhängig von diesen pathogenetischen Überlegungen lägen 
jedenfalls eine zwar nicht defizitäre, jedoch dermatomübergreifende Radi-
kulopathie rechts und ein absolut noch nicht kontrollierter Schmerzzustand 
vor.

Entsprechend diagnostizierte Dr. med. C.________ (unter anderem) ein 
massives, nicht-defizitäres Rezidiv einer C7-Radikulopathie rechts bei 
traumatisch induzierter foraminaler Rezidivdiskushernie C6/7 rechts nach 
Schlägerei vom 24. September 2011 bei Status nach Mikrodiskektomie und 
ventraler intevertebraler Cage-Fusion C6/7 am 22. Juli 2011 in … [im Aus-
land] sowie ein chronisches rezidivierendes lumbospondylogenes und lum-
bovertebragenes Schmerzsyndrom bei Spondylolisthese L5/S1 (AB 20/1; 
vgl. auch AB 28).

3.2.2 Im Anschluss an eine Untersuchung im Spital D.________ vom 
22. Mai 2012 wurde festgehalten (Bericht vom 22. Mai 2012; AB 36), dass 
der Beschwerdeführer seit einem Autounfall im Jahr 2010 unter einem 
chronischen Zervikalsyndrom leide, das durch eine Schlägerei Ende Sep-
tember 2011 reaktiviert worden sei. Dazwischen sei er in … [im Ausland] 
an einer Diskushernie HWK6/7 operiert worden, wodurch offenbar vorüber-
gehend eine Besserung seiner Beschwerden aufgetreten sei. Das HWS-
MR vom 3. Oktober 2011 (AB 19) zeige eine Teilobliteration des Foramens 
HWK6/7 rechts, wobei nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne, ob es 
sich dabei um eine weiche oder knöcherne Obliteration oder um einen Arte-
fakt infolge eines intraoperativen Metallabriebs handle. Grundsätzlich sei es 
ungewöhnlich, dass ein Patient nach Entfernung einer zervikalen Band-

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scheibe ein Rezidiv mache. Auch klinisch finde sich lediglich eine Sensibi-
litätsstörung, am ehesten entsprechend den Dermatomen C6 und C7 
rechts, wobei nicht bekannt sei, ob diese vorbestehend sei.

Eine am 6. Juni 2012 durchgeführte Myelografie (Austrittsbericht vom 
7. Juni 2012; AB 37) zeigte keine Nervenwurzelkompression und keine 
Spinalkanalstenose.

Diagnostisch festgehalten wurden ein chronisches Zervikalsyndrom mit 
Distorsion der HWS bei Status nach Autounfall im September 2010 und ein 
Rezidiv eines brachialgiformen Reizsyndroms, am ehesten entsprechend 
dem Dermatom C7 rechts bei Status nach ventraler Mikrodiskektomie 
HWK6/7 am 22. Juli 2011 in … [im Ausland] (AB 36 f.).

3.2.3 Nach Ansicht des von der Beschwerdegegnerin beauftragten Ver-
trauensarztes Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie FMH (Bericht 
vom 21. August 2012; AB 42), liessen sich die aktuellen Beschwerden im 
Bereich der rechten Schulter und des rechten Armes nicht genau einord-
nen. Objektivieren lasse sich eine leichte Einschränkung der Beweglichkeit 
im rechten Schultergelenk, eine leicht verminderte Kraft im rechten Arm, 
ein fehlender Trizepssehnenreflex rechts und möglicherweise auch ein ab-
stehendes Schulterblatt rechts. In den bildgebenden Untersuchungen fän-
den sich erhebliche degenerative und postoperative Veränderungen der 
HWS, indessen keine Nachweise einer frischen Verletzung. Die Myleogra-
phie vom 6. Juni 2012 könne gemäss dem Urteil der Neurochirurgen die 
Beschwerden nicht erklären. Allerdings könnten der fehlende Trizepsseh-
nenreflex, die leicht verminderte Kraft im rechten Arm und das etwas ab-
stehende Schulterblatt rechts einen Hinweis für eine Affektion der Nerven-
wurzel C6/7 darstellen. Möglicherweise stünden die aktuellen Beschwerden 
in der rechten Schulter bzw. im rechten Arm im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 24. September 2011, möglicherweise verursache aber die 
Beeinträchtigung der Nervenwurzel C6/7 rechts die aktuellen Beschwer-
den. Er empfehle eine nochmalige Abklärung der Beschwerden, die mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr unfallbedingter Ursache sei-
en, durch einen erfahrenen Neurologen. Spätestens sechs Monate nach 
dem Ereignis vom 24. September 2011 sei der status quo sine erreicht 
worden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 10

3.2.4 Mit Bericht vom 29. Mai 2013 (AB 50) nahm der versicherungsinter-
ne Vertrauensarzt nochmals Stellung zu seiner Beurteilung vom 21. August 
2012 (vgl. E. 3.2.2 hiervor): Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse 
komme der Unfall prinzipiell nicht als Ursache für eine festgestellte Diskus-
hernie in Frage. Diese sei krankheitsbedingt und vorbestehend. Damit ein 
Unfall als auslösender Faktor angesehen werden könnte, müssten die vier 
Kriterien nach Krämer erfüllt sein: (1.) ein erhebliches, auf die Wirbelsäule 
gezieltes Trauma, (2.) die für die Diskushernie typischen Symptome müs-
sen sofort oder mindestens innerhalt weniger Tage auftreten, (3.) unmittel-
bar vor dem Unfallereignis muss der Patient beschwerdefrei gewesen sein, 
(4.) das betroffene Segment darf keine wesentlichen degenerativen Verän-
derungen aufweisen. Zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 24. September 
2011 habe beim Beschwerdeführer ein erheblicher Vorzustand bestanden. 
Er sei wegen einer Diskushernie am 22. Juli 2011 in … [im Ausland] ope-
riert worden; es sei eine Diskushernie zwischen dem 6. und 7. Halswirbel 
rechts entfernt und eine künstliche Zwischenwirbelscheibe implantiert wor-
den. Nach der tätlichen Auseinandersetzung vom 24. September 2011 hät-
ten weder klinisch noch aufgrund einer CT- und einer MRI-Untersuchung 
Hinweise für frische Verletzungen festgestellt werden können. Dr. med. 
C.________ habe im postoperativen MRI (…) noch eine foraminale 
Reststenose rechts bei C6/7 feststellen können (vgl. E. 3.2.1 erster Ab-
schnitt hiervor). Aufgrund der neuen MRI-Bilder vom 3. Oktober 2011 (AB 
19) habe Dr. med. C.________ den Bandscheibenvorfall C6/7 mit Beein-
trächtigung der Nervenwurzel C7 posttraumatisch interpretiert (vgl. E. 3.2.1 
zweiter Abschnitt hiervor). Aufgrund der am 6. Juni 2012 vorgenommenen 
Myelographie (vgl. E. 3.2.2 hiervor) habe eine Nervenwurzelkompression 
nicht nachgewiesen werden können; damit habe von den Neurochirurgen 
des Spitals D.________ eine posttraumatische Diskushernie ausgeschlos-
sen werden können. Die Dermatome C6 und C7 seien klarerweise vorbe-
stehend gewesen und nicht erst nach dem Ereignis vom 24. September 
2011 aufgetreten. Distorsionen und Kontusionen der Wirbelsäule, die zu 
keinen bleibenden Schäden geführt haben, heilten erfahrungsgemäss in-
nerhalb eines gewissen Zeitrahmens ab; bei einer HWS mit einem Vorzu-
stand könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 
werden, dass der status quo ante nach spätestens sechs Monaten erreicht 
worden sei.

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3.2.5 Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, wies im Bericht vom 22. Januar 2013 (AB 57, Beilage 2) zu-
handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers darauf hin, dass die-
ser bereits nach dem Verkehrsunfall im September 2010 ein chronisches 
und zunächst therapieresistentes Schmerzsyndrom gehabt habe. Nach 
erfolgter Operation am 22. Juli 2011 habe im MRI der HWS keine Diskus-
hernie mehr nachgewiesen werden können, doch habe sich eine leichte 
Reststenose rechts gezeigt. Beim Ereignis vom 24. September 2011 sei es 
auch zu HWS-"Manipulationen" gekommen; jedenfalls habe er danach eine 
deutliche Schmerzexazerbation verspürt. Die Untersuchung vom 3. Okto-
ber 2011 habe erneut einen Bandscheibenvorfall C6/7 mit Irritation der 
Nervenwurzel C7 gezeigt, sodass eine kausale Beteiligung durchaus ange-
nommen werden könne. Bei der Beurteilung der Gesamtsituation sei doch 
sehr auffällig, dass der Beschwerdeführer nach der Operation in … [im 
Ausland] weitgehend beschwerdefrei gewesen sei und er es seit dem Er-
eignis vom September 2011 wieder mit einem chronischen, bisher völlig 
therapieresistenten Schmerzsyndrom zu tun habe. Die Abklärungen im 
Herbst 2011 hätten zunächst Hinweise für ein Diskushernienrezidiv gezeigt, 
was sicher als Unfallfolge taxiert werden müsste. Verwirrend sei das Er-
gebnis der unauffälligen Myelographie (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Dennoch er-
scheine mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zwischen der 
Schmerzsymptomatik und dem Ereignis vom September 2011 vorzuliegen.

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E.  2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Die Berichte und Gutachten ständiger 
Vertrauensärzte haben in beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den 
gleichen Stellenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutach-
ten der UVG-Versicherer (RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b).

3.3.4 Sofern RAD-Untersuchungsberichte – bzw. Berichte anderer versi-
cherungsinterner Ärzte – den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der erforderli-
chen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren Beweiswert 
wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll aller-
dings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-
gen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 13

legten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichti-
gen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen 
Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden 
Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen 
auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um sol-
che Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Ge-
richtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3.5 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juli 2011, 
8C_278/2011, E. 5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll 
jedoch das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden 
Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht 
für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrau-
ensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst be-
dingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute: BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.3.6 Für den Nachweis einer unfallkausalen gesundheitlichen Schädi-
gung ist die Formel "post hoc, ergo propter hoc" nicht massgebend, nach 
deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch 
einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist (BGE 
119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der Verfügung vom 24. 
September 2011 (AB 51) bzw. im hier angefochtenen Einspracheentscheid 
vom 8. August 2014 ab (AB 62) auf die Beurteilungen ihres beratenden 
Arztes Dr. med. E.________ vom 21. August 2012 (AB 42; vgl. E. 3.2.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 14

hiervor) und 29. Mai 2013 (AB 50; vgl. E. 3.2.4 hiervor) gestützt. Dessen 
medizinisch-theoretischen Ausführungen zum Gesundheitszustand sowie 
zum Erreichen des Status quo sine sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen werden nachvollziehbar begründet. Die darin enthalte-
nen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen (vgl. AB 50/1) und 
sind in Kenntnis der Vorakten (vgl. AB 42/1) sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden (vgl. AB 42/3) getroffen worden. In den Stel-
lungnahmen setzt er sich eingehend mit abweichenden Einschätzungen 
auseinander und legt überzeugend dar, weshalb sich diese als nicht be-
gründet erweisen.

3.4.1 Dr. med. C.________ führte am 9. November 2011 aus, dass ein 
MRI vom 3. Oktober 2011 eine foraminale Diskushernie mit C7-
Kompression rechts ergeben habe (AB 19; vgl. E. 3.2.1 hiervor). Wie schon 
von Dr. med. E.________ vorgebracht (vgl. E. 3.2.4 hiervor), kann daraus 
nicht bereits geschlossen werden, dass die Diskushernie auf das Ereignis 
vom 24. September 2011 zurückzuführen ist, denn die Voraussetzungen 
für die Annahme einer traumatischen Diskushernie sind vorliegend nicht 
erfüllt (insbesondere infolge eines degenerativen Vorzustandes an der Wir-
belsäule; vgl. E. 2.5 hiervor). Zudem weist Dr. med. C.________ selber 
darauf hin, dass und weshalb die Hernie auch als Folge der Operation vom 
Sommer 2011 in … [im Ausland] betrachtet werden könne (vgl. E. 3.2.1 
zweiter Abschnitt a.E. hiervor). Schliesslich konnten anlässlich der Myelo-
graphie vom 6. Juni 2012 keine Nervenwurzelkompression und keine Spi-
nalkanalstenose festgestellt werden (AB 37/2), womit keine Grundlage or-
ganischer Natur für die geklagten Beschwerden auszumachen ist.

3.4.2 Was den Bericht des Hausarztes vom 22. Januar 2013 anbelangt 
(vgl. E. 3.2.5 hiervor), so ist dieser nicht geeignet, die Beurteilung des 
Dr. med. E.________ zu entkräften, zumal er keine neuen, dem Vertrau-
ensarzt nicht bereits bekannte Elemente anführt. Unter Hinweis auf die 
unauffällige Myelographie basiert die Beurteilung des Hausarztes bezüglich 
des kausalen Zusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 24. September 
2011 und den Beschwerden einzig noch auf der beweisrechtlich unstatthaf-
ten Formel "post hoc, ergo propter hoc" (vgl. E. 3.3.6 hiervor). Als Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH erscheint er denn auch nicht ohne wei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 15

teres kompetent, die sich stellenden Fragen aus dem neurochirurgischen 
Gebiet schlüssig zu beurteilen.

3.5 Dem entsprechend lässt sich nicht beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin gestützt auf die schlüssige Beurteilung ihres beratenden 
Arztes Dr. med. E.________ spätestens nach sechs Monaten das Errei-
chen des Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ange-
nommen und auf diesen Zeitpunkt hin ihre Leistungspflicht befristet hat. 
Damit ist weder die Leistungseinstellung als solche noch deren Zeitpunkt 
zu beanstanden. In diesem Punkt erweist sich die Beschwerde als unbe-
gründet und ist deshalb abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 39 UVG kann der Bundesrat aussergewöhnliche Ge-
fahren und Wagnisse bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufs-
unfälle zur Verweigerung sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geld-
leistungen führen. 

4.2 Von dieser Kompetenzdelegation hat der Bundesrat betreffend aus-
sergewöhnliche Gefahren in Art. 49 der Verordnung über die Unfallversi-
cherung vom 20. Dezember 1982 (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. 
Gemäss dem hier interessierenden Art. 49 Abs. 2 UVV werden die Geld-
leistungen mindestens um die Hälfte gekürzt für Nichtberufsunfälle, die sich 
ereignen u.a. bei Beteiligung an Raufereien und Schlägereien, es sei denn, 
der Versicherte sei als Unbeteiligter oder bei Hilfeleistung für einen Wehr-
losen durch die Streitenden verletzt worden (lit. a), sowie bei Gefahren, 
denen sich der Versicherte dadurch aussetzt, dass er andere stark provo-
ziert (lit. b). 

4.2.1 Nach der Rechtsprechung ist der Tatbestand der Beteiligung an 
Raufereien oder Schlägereien im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV 
grundsätzlich verschuldensunabhängig konzipiert und weiter gefasst als 
der Straftatbestand der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 
des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; 
SR 311.0). Es genügt, dass das zu sanktionierende Verhalten objektiv 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 16

gesehen die Gefahr einschliesst, in Tätlichkeiten überzugehen oder solche 
nach sich zu ziehen, und die versicherte Person dies erkannt hat oder 
erkennen musste (BGE 134 V 315 E. 4.5.1.2 S. 320). Der Tatbestand des 
Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist daher nicht nur bei der Teilnahme an einer 
eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung gegeben. Es ist auch nicht 
notwendig, dass der Versicherte selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist 
zudem, aus welchen Motiven er sich beteiligt hat, wer mit einem 
Wortwechsel oder Tätlichkeiten begonnen hat und welche Wendung die 
Ereignisse in der Folge genommen haben. Entscheidend ist allein, ob die 
versicherte Person die Gefahr einer tätlichen Auseinandersetzung erkannt 
hat oder erkennen musste (Entscheid des BGer vom 22. März 2013, 
8C_932/2012, E. 2.2).

4.2.2 Eine Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV setzt voraus, 
dass zwischen dem als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei zu 
qualifizierenden Verhalten und dem Unfall ein natürlicher und adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Die Beurteilung der Adäquanz im 
Besonderen hat retrospektiv zu erfolgen. Es ist zu fragen, ob und inwiefern 
die objektiv unter Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV fallende Handlung als eine 
wesentliche Ursache des Unfalles erscheint. Dies ist dann zu bejahen, 
wenn die spezifischen Gefahren des allenfalls zu sanktionierenden 
Verhaltens des Versicherten sich beim Unfallereignis konkret ausgewirkt 
haben und nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge geeignet sind, einen Unfall von der Art des eingetretenen 
herbeizuführen. Dabei ist auch ein gewisser zeitlicher Konnex notwendig 
(BGer 8C_932/2012, E. 2.2).

5.

In Zusammenhang mit dem Vorfall vom 24. September 2011 wurden der 
Beschwerdeführer und zwei seiner Begleiter als Auskunftspersonen 
befragt; die Täterschaft ist unbekannt. Den von der Beschwerdegegnerin 
erhobenen Akten der Polizei Kanton … (AB 8) lässt sich zum 
Ereignishergang im Wesentlichen das Folgende entnehmen: Der 
Beschwerdeführer sei, nachdem er nach 04.30 Uhr mit drei 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 17

Begleitpersonen einen Club in … verlassen habe, draussen vor der 
Liegenschaft durch einen von sieben unbekannten Männern angesprochen 
worden. In … [fremdsprachiger] Sprache habe eine unbekannte Person 
"Ich ficke deine Mutter" gesagt. Auf die Frage des Beschwerdeführers "Was 
hast du gesagt?" habe er einen Schlag an den Kopf bekommen, aufgrund 
dessen er zu Boden gegangen sei. Er habe in der Folge noch weitere 
Schläge abbekommen, wodurch er sich Verletzungen zugezogen habe. 
Danach seien die sieben Männer in zwei Autos gestiegen und 
davongefahren. Streitig ist diesbezüglich, ob und wenn ja inwieweit der 
Beschwerdeführer durch sein Verhalten zur tätlichen Auseinandersetzung 
und den dabei erlittenen Verletzungen beigetragen hat.

5.1

5.1.1 Die Beschwerdegegnerin taxierte das Verhalten als Beteiligung an 
einer Schlägerei (AB 43). Der Beschwerdeführer sei von unbekannten 
Männern angepöbelt worden; er habe den verbalen Angriff verstanden, 
zumal er der Polizei gegenüber den genauen Wortlaut der entsprechenden 
Aussage habe zu Protokoll geben können. Statt den Schauplatz zu 
verlassen, habe er die Situation mit einer Konterfrage aufgeheizt, worauf es 
zu einem tätlichen Angriff der unbekannten Männer auf ihn gekommen sei 
(AB 51/1). Diese Frage habe er nicht gestellt, um ein Missverständnis zu 
klären, sondern als direkte Reaktion auf die Beschimpfung. Es erscheine 
offensichtlich, dass die Person, welche die Beleidigung ausgesprochen 
habe, einzig und allein habe provozieren wollen. Mit seiner Frage sei der 
Beschwerdeführer genau auf die für ihn erkennbare Provokation 
eingestiegen. Es entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung und dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge, dass Reaktionen auf eine Provokation mit 
höchster Wahrscheinlichkeit zu einer Eskalation der Situation führen 
würden, da die provozierende Person geradezu auf eine Reaktion der 
betroffenen Person warte (AB 62/10 f.). Entsprechend könne seine Frage 
einzig als eine an den anonymen Urheber gerichtete Herausforderung und 
Gegenprovokation im Sinne von "traust du dich, das zu wiederholen?" 
gedeutet werden (Beschwerdeantwort, S. 10).

5.1.2 Der Beschwerdeführer verneinte stets eine aktive Beteiligung 
seinerseits an einer Rauferei bzw. Schlägerei, dies auch in Form irgendwie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 18

gearteter aktiver Beleidigungen (AB 48/2). Er, der der … [fremdsprachigen] 
Sprache selber nicht mächtig sei, habe die Aussage der unbekannten 
Person zwar als verbale Beleidigung aufgefasst, sei sich jedoch zunächst 
nicht sicher gewesen, ob er dies tatsächlich richtig gehört habe, weshalb er 
entsprechend nachgefragt habe. Daraufhin sei er ohne weiteren 
Wortwechsel unverzüglich angegriffen und niedergeschlagen worden. Das 
blosse Nachfragen, was gesagt worden sei, sei nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung klarerweise nicht 
geeignet, einen unvermittelten Angriff zu provozieren (AB 57/5 f.). Einer 
Person, welche in einer ihr unbekannten Sprache angesprochen werde, 
müsse es in unserer Gesellschaft erlaubt sein, sich danach zu erkundigen, 
was gesagt worden sei (Beschwerde, S. 11). 

5.2 Das Verhalten des Beschwerdeführers beschränkte sich gemäss 
den vorliegenden Akten auf dessen Nachfrage an eine unbekannte Person, 
was sie gesagt habe. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführer den 
exakten Inhalt der an ihn gerichteten Aussage in … [fremdsprachiger] 
Sprache ("Ich ficke deine Mutter") verstanden hat, war ihm durchaus 
bewusst, dass es sich um eine verbale Beleidigung gehandelt hat (vgl. 
AB 57/5 oben). Seine Reaktion darauf beschränkte sich einzig auf eine 
Nachfrage ("Was hast du gesagt?"). Nicht bekannt ist, ob er dies ruhig und 
sachlich oder doch provokativ und aggressiv gesagt hat. Dies lässt sich 
rund drei Jahre nach dem Ereignis nicht mehr feststellen, zumal diese 
Angelegenheit im Kollegenkreis des Beschwerdeführers offenbar bereits 
vor der polizeilichen Einvernahme besprochen worden ist und die Täter 
nicht ermittelt werden konnten (vgl. AB 8). Beweismässig erstellt ist damit 
einzig, dass sich das Verhalten des Beschwerdeführers auf die Nachfrage 
"was hast du gesagt?" beschränkt und er provokative Gesten, Schimpfwör-
ter oder gar Tätlichkeiten unterlassen hat. Nach dem Dargelegten erscheint 
die von der Beschwerdegegnerin aufgezeigte Sachverhaltsvariante (vgl. 
E. 5.1.1 hiervor) zwar als möglich, nicht aber als mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit erstellt. Aufgrund der Beweislastverteilung (vgl. E. 2.4 hier-
vor) wirkt sich dies zu ihren Lasten aus, indem sie nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag, dass der Beschwerdeführer mit 
seiner Reaktion in erkennbarer Weise die Gefahr eines nicht bereits so 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 19

oder anders vorgesehenen tätlichen Angriffs in Kauf genommen oder gar 
gefördert hat.

5.3 Nach dem Dargelegten erweist sich eine Kürzung der Geldleistun-
gen für die zugesprochene Zeit (vgl. E. 3.5 hiervor) gestützt auf Art. 49 
Abs. 2 UVV als nicht statthaft. In diesem Punkt erweist sich die Beschwer-
de als begründet und ist insoweit gutzuheissen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Die obsiegende beschwerdeführende Person hat Anspruch auf Er-
satz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 
Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei teilwei-
sem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädi-
gung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Beim vorliegenden bloss teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers 
rechtfertigt sich die ermessensweise Festlegung der Parteientschädigung 
innerhalb des Tarifrahmens von Art. 13 der Verordnung über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes vom 17. Mai 2006 (Parteikostenverordnung, 
PKV; BSG 168.811) auf pauschal Fr. 1‘200.-- (inkl. Auslagen und MWSt.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, UV/14/798, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
vom 8. August 2014 insoweit abgeändert, als dem Beschwerdeführer 
die Geldleistungen gestützt auf das Ereignis vom 24. September 2011 
bis zur Leistungseinstellung per 24. März 2012 ungekürzt auszurichten 
sind. Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Teil der 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer), zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.