# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92933564-e797-5536-aa01-c4181bea0113
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.06.2019 SB180405
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180405_2019-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB180405-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz  

und die Ersatzoberrichterin lic. iur. P. Tschudi sowie die Gerichts-

schreiberin MLaw A. Donatsch 

 

Urteil vom 3. Juni 2019 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Zanolla,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  
etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 19. Juli 2018 (DG180003) 

 

- 2 - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 3. Januar 

2018 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23/4). 

 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 62 S. 102 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG, 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, Art. 8 Abs. 1 WG, 

Art. 9a Abs. 1 WG, Art. 12 WG, Art. 15 WG und Art. 16a WG sowie Art. 15 

und 21 WV sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

betreffend VG 27, VG 54 und VG 55 wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 448 Tage durch 

Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von CHF 700.   

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit dem 

13. Oktober 2017 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen. 

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6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-Nummer 1 

aufbewahrten Betäubungsmittelutensilien (Asservat A009'505'399) sowie die Faust-

feuerwaffe "Walther" samt Magazinen und Patronen (Asservat A009'505'220) wer-

den eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Kantonspolizei Zürich zur 

Vernichtung überlassen. 

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

17. Mai 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter der Sachkaution 

Nr. 2 aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechts-

kraft vernichtet: 

− Asservat A009'505'957: 1 SIM-Kartenhalter, Yallo; 

− Asservat A009'505'413: 1 SIM-Kartenhalter, Yallo; 

− Asservat A009'505'355: 1 Mobiltelefonverpackung, Nokia Typ RM-1133, IMEI 3; 

− Asservat A009'505'333: 1 Mobiltelefonverpackung, Nokia, IMEI 4; 

− Asservat A009'505'322: 1 SIM-Kartenhalter Yallo; 

− Asservat A009'505'297: 1 Apple Iphone 5, IMEI 5; 

− Asservat A009'505'286: 1 Nokia, IMEI 6; 

− Asservat A009'505'275: 1 Samsung Typ GT-E1200I, IMEI 7; 

− Asservat A009'505'253: 1 Nokia Typ 215, IMEI 8; 

− Asservat A009'505'366: 1 SIM-Kartenhalter, Yallo. 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

CHF 9'000 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 7'000   Gebühr Strafuntersuchung 

CHF 3'470   Kosten der Kantonspolizei  

CHF 28'433.70   Auslagen Untersuchung  

CHF 3'307   Gutachten/Expertisen etc.  

CHF 63'900.35   amtliche Verteidigung  
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

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11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als 

amtlicher Verteidiger mit CHF 63'900.35 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 79 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 1 des angefochte-

nen Urteils schuldig zu sprechen der mehrfachen qualifizierten Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz und der mehrfachen Übertretung 

des Betäubungsmittelgesetzes, vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz sei der Beschuldigte freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 des ange-

fochtenen Urteils vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz betreffend VG 27, VG 54, VG 55 sowie VG 64, 

VG 18, VG 30/2, VG 39, VG 42, VG 50, VG 59 und VG 49 freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 3 und 4 des an-

gefochtenen Urteils mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen 

sowie mit einer Busse von Fr. 700.–; dem Beschuldigten sei der bedingte 

Vollzug der Freiheitsstrafe zu gewähren unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 70; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales     

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 62 S. 4 ff.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. Juli 2018 wurde 

der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispo-

sitivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er innert Frist 

mit Schreiben vom 20. Juli 2018 Berufung anmelden (Urk. 56). Das begründete 

Urteil wurde dem Beschuldigten respektive seinem amtlichen Verteidiger in der 

Folge am 30. August 2018 zugestellt (Urk. 61/2), woraufhin letzterer mit Eingabe 

vom 14. September 2018 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Ge-

richt einreichte (Urk. 66). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 2. Oktober 2018 wurde der Anklagebehörde 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein Nicht-

eintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 68). Daraufhin teilte die Anklage-

behörde mit Eingabe vom 16. Oktober 2018 mit, sie verzichte auf die Erhebung 

einer Anschlussberufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen   

Urteils (Urk. 70). 

1.4. Am 3. Juni 2019 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Be-

schuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, erschienen ist. Gleichzeitig wurden sodann die Berufungsverhandlungen 

in den jeweils separat geführten Verfahren gegen die teilweise Mitbeschuldigten 

B._____ (SB180402), C._____ (SB180404) und D._____ (SB180406) durchge-

führt (Prot. II S. 3 ff.). 

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2. Umfang der Berufung 

2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 14. September 2018 teilte die amtliche 

Verteidigung mit, die Berufung des Beschuldigten richte sich gegen den Schuld-

punkt und die Bemessung der Strafe (Urk. 66). Anlässlich der Berufungsverhand-

lung konkretisierte die Verteidigung, es werde der Schuldpunkt betreffend VG 64, 

VG 18, VG 30/2, VG 39, VG 42, VG 50, VG 59 und VG 49 sowie der Schuldpunkt 

betr. Widerhandlung gegen das Waffengesetz angefochten (Urk. 79 S. 1). 

2.2. Damit sind im Berufungsverfahren folgende Dispositiv-Ziffern unangefoch-

ten: 1 al. 1 bezüglich VG 24, VG 16, VG 30/1 und VG "Verkauf 200 g Kokain", 1 

al. 3 (Schuldspruch Übertretung BetmG), 2 (Freisprüche), 6 und 7 (Entscheid über 

die Verwendung von sichergestellten respektive beschlagnahmten Gegenstän-

den), 8 (Kostenfestsetzung), 9 und 10 (Kostenauflage) und 11 (Entschädigung 

amtliche Verteidigung). Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil betreffend 

diese Regelungen in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzu-

stellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

2.3. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung 

unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes (Verbot der reformatio in peius) 

zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

3. Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus den Überwachungsmassnahmen 

Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Frage der Verwertbarkeit der diversen 

Überwachungsmassnahmen auseinandergesetzt und eine differenzierte und 

überzeugende Würdigung vorgenommen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen 

werden (vgl. Urk. 62 S. 11 ff.). Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die auf 

holländischem Hoheitsgebiet geführten Gespräche und die GPS-Daten aus  

Holland nicht verwertbar sind, da die zuständige holländische Behörde die ge-

sammelten Informationen als gesetzeswidrig bezeichnete und deren Verwendung 

nicht genehmigte. 

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4. Fernwirkung des Beweisverbotes 

Eine Fernwirkung des Beweisverwertungsverbots für die Aussagen des Beschul-

digten und des Mitbeschuldigten B._____ in Bezug auf VG 59 ist – entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 21 ff.) und mit der Vorinstanz (Urk. 62 S. 15, 

60 f.) – zu verneinen. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, dokumentieren 

die verwertbaren in Deutschland erhobenen GPS-Daten, dass der 'Peugeot' am 

30. Mai 2016 die deutsch-holländische Grenze – unterwegs aus Richtung … – 

passierte (Beilage 5 S.1 zu Urk. 3/19 i.V.m. Urk. 44/3). Am 4. Juni 2016 ist aus 

diesen erhobenen GPS-Daten ersichtlich, dass die Grenze in umgekehrter Rich-

tung passiert wurde (Beilage 5 S. 2 zu Urk. 3/19 i.V.m. Urk. 44/4). Ausserdem be-

zieht sich auch ein verwertbares Audio-Gespräch auf die Fahrt nach bzw. auf den 

Aufenthalt in Holland (Beilage 8 zu Urk. 3/19). Der Schlussfolgerung der Vo-

rinstanz, dass die Aussagen des Beschuldigten sowie des Mitbeschuldigten 

B._____ – gestützt auf diese weiteren verwertbaren objektiven Beweismittel – mit 

grosser Wahrscheinlichkeit auch ohne die unverwertbaren GPS-Daten aus Hol-

land erlangt worden wären, ist überzeugend und entsprechend zu übernehmen. 

Die Aussagen des Beschuldigten sowie des Mitbeschuldigten B._____ in Bezug 

auf VG 59 sind uneingeschränkt verwertbar. Dasselbe gilt in Bezug auf Aussagen 

betreffend VG 49. 

II. Schuldpunkt 

1. Sachverhalt 

1.1. Allgemeine Bemerkungen 

1.1.1. Dem Beschuldigten werden in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II 

vom 3. Januar 2018 unter dem Titel "I. Drogenhandel (Kokain/Heroin)" insgesamt 

16 Vorgänge zur Last gelegt, bei welchen er sich jeweils der qualifizierten Wider-

handlung gegen das BetmG schuldig gemacht haben soll. Darüber hinaus soll 

sich der Beschuldigte des illegalen Waffenerwerbs und -besitzes sowie der mehr-

fachen Übertretung des BetmG (Konsum) schuldig gemacht haben (Urk. 23/4 

S. 2 ff.). Nachdem sich der Beschuldigte anlässlich der Schlusseinvernahme und 

- 8 - 

auch im Rahmen seiner Befragung vor Vorinstanz teilweise geständig gezeigt hat 

(Urk. 3/39 S. 10 ff.; Urk. 51 S. 30 ff.), anerkennt er im Berufungsverfahren aus-

drücklich die Vorgänge gemäss VG 24, VG 16, VG 30/1, VG 62 (Bestreitung des 

Quantitatives) sowie VG "Verkauf 200 Gramm Kokain" und den Anklagevorwurf 

gemäss Ziff. "III. Betäubungsmittelkonsum". Damit sind im Berufungsverfahren 

noch die Vorgänge 64, 18, 30/2, 62 (Quantitativ), 39, 42, 59, 50 und 49 gemäss 

Anklageziffer I. sowie der illegale Waffenbesitz und -erwerb gemäss Anklageziffer 

II. seitens des Beschuldigten bestritten. Diesbezüglich ist nachfolgend zu prüfen, 

ob sich der jeweilige Anklagevorwurf durch die vorhandenen Beweismittel er-

stellen lässt, oder nicht. 

1.1.2. Soweit die Vorinstanz einleitend Ausführungen zu den Grundsätzen der 

Beweiswürdigung, insbesondere der Würdigung von Aussagen gemacht hat, er-

weisen sich diese als korrekt und vollständig, weshalb darauf vorab verwiesen 

werden kann (Urk. 62 S. 16 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.1.3. Die Vorinstanz hat vorab mit überzeugenden Argumenten dargetan, dass 

es sich beim Beschuldigten zweifellos um diejenige Person handelt, welche im 

Rahmen der polizeilichen Ermittlungen mit dem Pseudonym "E._____" versehen 

wurde (Urk. 62 S. 19 f.). Wenngleich der Beschuldigte vor Vorinstanz noch zu 

Protokoll gab, er wisse nicht, ob er die Person mit dem Pseudonym "E._____" sei, 

denn er höre das zum ersten Mal und er sei noch nie von jemandem mit diesem 

Namen angesprochen worden (Urk. 51 S. 31), vermag diese halbherzige Bestrei-

tung nichts an den schlüssigen Erwägungen der Vorinstanz zu ändern. Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte in Bezug auf die Vorgänge VG 24, VG 16, VG 

30/1, VG 62 sowie VG "Verkauf 200 Gramm Kokain" ein Geständnis abgelegt und 

damit implizit auch anerkannt hat, dass er es war, der bei den jeweils aufgezeich-

neten Gesprächen und beim Austausch der Textnachrichten beteiligt war.  

1.1.4. Weiter hat die Vorinstanz unter Ziff. II. 1. B. 3.3, 3.1.1. ff. eine sehr detail-

lierte Würdigung des allgemeinen Aussageverhaltens des Beschuldigten vorge-

nommen. So hat sie sich sehr eingehend mit den Aussagen des Beschuldigten 

zur Frage seines Umgangs mit Drogen, zu seinem Aufenthalt in der Schweiz, zu 

seinem Umgang mit einer Vielzahl von verschiedenen Rufnummern und zu sei-

- 9 - 

nem Vermögen auseinandergesetzt. Zusammenfassend ist sie zum Schluss ge-

kommen, dass angesichts der im Aussageverhalten des Beschuldigten zu allge-

meinen Themen zu konstatierenden Ungereimtheiten und Widersprüchen nicht 

unbesehen auf seine Angaben zu den konkreten Anklagevorwürfen abgestellt 

werden könne; vielmehr seien seine Aussagen mit Vorsicht zu würdigen und ins-

besondere auf ihre Vereinbarkeit mit dem übrigen Beweisergebnis zu überprüfen 

(Urk. 62 S. 23 ff.). In der Tat fällt auf, dass sich der Beschuldigte im Verlauf der 

Befragungen immer wieder in fundamentale Widersprüche verwickelt oder nur 

ausgesprochen vage Ausführungen gemacht hat, welche über weite Teile sehr 

unzuverlässig erscheinen. Verschiedentlich hat er nur dann Aussagen gemacht 

wenn ihm geradezu unumstössliche Beweise vorgelegt wurden, wobei seine Ant-

worten auch dann noch zumindest teilweise ausweichend ausgefallen sind. Zu-

dem sticht ins Auge, dass der Beschuldigte oftmals bemüht war, seine Aussagen 

dem jeweiligen Kenntnisstand der Untersuchungsbehörden anzupassen. All diese 

Umstände wecken ganz erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der jeweiligen 

Depositionen des Beschuldigten, was im Sinne einer allgemeinen Feststellung 

einleitend festzuhalten ist. Selbstverständlich muss die Schuld – mit der Verteidi-

gung – in jedem einzelnen Fall anhand einer stets wieder unvoreingenommenen 

Würdigung der konkreten Beweismittel beurteilt werden (Urk. 53 S. 6; Urk. 79 

S. 2 f.). Dennoch ist der Vorinstanz uneingeschränkt zuzustimmen, wenn sie sich 

gestützt auf ihre profunde – und in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO ohne  

Einschränkung zu übernehmende – Aussagenanalyse auf den Standpunkt stellt, 

auf die Aussagen des Beschuldigten könne nicht unbesehen abgestellt werden.  

1.1.5. Des weiteren ist einleitend noch einmal explizit darauf hinzuweisen, dass 

der Beschuldigte durch sein Geständnis betreffend die Vorgänge VG 24, VG 16, 

VG 30/1, VG 62 sowie VG "Verkauf 200 Gramm Kokain" anerkannte sich im   

Sinne der Anklageschrift verhalten zu haben. Konkret bedeutet dies: 

− betreffend VG 24 hat der Beschuldigte von D._____ eine Drogen-

bestellung (ca. 30 Gramm Kokain) entgegen genommen und her-

nach den Verkauf und die Übergabe durch den Mittelsmann 

F._____ organisiert; 

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− betreffend VG 16 hat der Beschuldigte den Verkauf und die Über-

gabe von 100 Gramm Kokaingemisch an einen Unbekannten 

durch die Mittelsmänner F._____ und G._____ organisiert; 

− betreffend VG 30/1 hat der Beschuldigte von D._____ eine Dro-

genbestellung (100 Gramm Kokain) entgegen genommen und 

hernach den Verkauf und die Übergabe unter Beizug der Mittels-

männer F._____ und G._____ organsiert und ausgeführt;  

− betreffend VG 62 hat der Beschuldigte mindestens 100 Gramm 

Kokaingemisch bezogen/gekauft, um dieses zumindest teilweise 

weiter zu geben respektive weiter zu verkaufen; 

− betreffend VG "Verkauf 200 Gramm Kokain" hat der Beschuldigte 

zusammen mit H._____ und D._____ 200 Gramm Kokain an ei-

nen unbekannten Dritten verkauft. 

Aus diesen Zugeständnissen des Beschuldigten lassen sich daher für die nach-

folgende Beweiswürdigung diverse wesentliche Erkenntnisse gewinnen, welchen 

zwingend Beachtung zu schenken sein wird:  

1.1.6. Einerseits ist nämlich erstellt, dass der Beschuldigte zweifellos an mehreren 

Kokaingeschäften beteiligt war und er sich Kokain zum Zwecke des Weiter-

verkaufs beschaffte, wobei er mehrfach weitere Personen in die Geschehnisse 

miteinbezog und diesen Anweisungen erteilte.  

1.1.7. Weiter zeigt die abgehörte Kommunikation namentlich zwischen dem Be-

schuldigten und D._____, dass der Beschuldigte bestens mit der im Drogenhan-

del notorischerweise verwendeten, verklausulierten Sprache vertraut war und die 

von ihm benutzten Codewörter exakt der Redeweise von D._____ entsprachen. 

Als Beispiel hierfür sei auf das aufgezeichnete Gespräch zwischen dem Beschul-

digten und D.______ verwiesen, welches am 8. April 2016 um 17:19 stattfand und 

das die Beweisgrundlage für den unter VG 30/1 eingeklagten – und durch den 

Beschuldigten anerkannten – Vorwurf bildete. Die Rede ist hier von einem "Auto" 

respektive einem "halben Auto" welches demjenigen "vom Restaurant in I._____" 

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geliefert werden sollte (Beilage 1 zu Urk. 3/17). Das Codewort "ein Auto" steht 

dabei für ein Kilogramm Kokain. Dementsprechend ist "halbes Auto" ein Synonym 

für ein halbes Kilogramm Kokain. Dass es hier nicht um den Erwerb eines Autos 

im eigentlichen Sinne gehen konnte, wird spätestens dann klar, wenn der Be-

schuldigte D._____ fragt, ob er denn nicht wenigstens ein halbes Auto liefern 

könne. Nachdem D._____ zugestandenermassen weder mit ganzen noch mit 

halben Autos im engeren Sinne handelte (Urk. 6/4 Antwort auf Frage 17), bleibt 

kein Raum mehr für anderweitige Interpretationen. Hier ging es klarerweise um 

Kokain, was die Vorinstanz bereits zutreffend erkannte. Auf deren vollends über-

zeugende, grundsätzliche Erwägungen zur verwendeten Codesprache ist unein-

geschränkt zu verweisen (Urk. 62 Ziff. II. 1. B. 3.5, 3.3.3.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Bezüglich der Interpretation "ein Auto = ein Kilogramm Kokain" erwog die Vo-

rinstanz folgendes: Einerseits sei es gerichtsnotorisch, dass Drogengespräche am 

Telefon im Hinblick auf eine allfällige Überwachungsmassnahme nicht offen, son-

dern vorsichtig, verklausuliert und unter Verwendung von Codewörtern (für Dro-

gen und Geld) geführt würden. Andererseits gehe es im vorliegenden Gespräch 

klarerweise um Drogen, zumal der Beschuldigte mit D._____ noch weitere Koka-

ingeschäfte abgewickelt habe. Dass es im Gespräch nicht um den Verkauf eines 

Autos gehe, sei vor diesem Hintergrund offensichtlich und werde durch eine in 

den Akten liegende Aufzeichnung eines von D._____ (an dieser Stelle mit "U" für 

UM J._____ abgekürzt) mit dem Beschuldigten ("C" für "E._____") geführten Ge-

sprächs untermauert (TK Protokoll vom 08.04.2016, 17:19 [Beilage 1 zu 

Urk. 3/17). Dieses Gespräch wird der Anschaulichkeit halber an dieser Stelle noch 

einmal im Wortlaut dargestellt: 

[…] 

D._____: Ich habe bis jetzt gearbeitet. Und ich dachte, ich bin jetzt frei. 

A._____: Es ist kein Problem. Soll ich ihn zu dir schicken? Soll ich ihn zu dir 

 schicken? 

D._____: Du wirst ihn schicken, aber hör mal. Ich habe eine andere Nachricht für  

 dich. 

A._____: Was? 

D._____: Kennst du diesen vom Restaurant in I._____? 

- 12 - 

A._____: Ja, ja.  

D._____: Er verlangt ein Auto. 

A._____: Gut, aber wann soll ich es jetzt so? Wir können es nicht in Ordnung 

 bringen. 

D._____: Was? 

A._____: Wir können es heute nicht in Ordnung bringen.  

D._____: Warum nicht heute? Ein halbes. 

A._____: Nein. 

D._____: Kannst du nicht ein halbes? 

A._____: Aber… ich werde selber dorthin kommen, um zu sprechen. 

D._____: Jetzt zu mir… (unv.). Ich habe um 21.30 Uhr Feierabend. Du sollst um 

 21.30, 21.45 sollst du bei mir sein. Nachher werden wir zusammen 

 dorthin gehen. 

A._____: Ich selber komme nicht, ich werde einen anderen Freund dorthin   

schicken.  

D._____: Das für mich schickst du es mir?  

A._____: Ja, ja. 

D._____: Ich dachte, was machen wir mit ihm? Ich dachte, ich mache dir einen 

 Gefallen. Verstehst du mich? 

A._____: Ja, ich werde ihn dort, zu dir schicken. 

D._____: Weil er schon alles reserviert hat. Verstehst du? 

A._____: Ok, ok. Ich komme dorthin und sprechen wir.  

D._____: Wirst du um 21.30 Uhr bei mir sein, oder wirst du direkt zu ihm gehen? 

 Im Restaurant.  

A._____: Um neun Uhr dreissig werde ich zu dir kommen. 

D._____: Zu mir? 

A._____: Ok. 

D._____: Ok, um neun Uhr dreissig, bei mir. Ich warte auf dich unten in Pizzeria. 

 Komm nicht nach oben. 

A._____: Ok, ok.  

D._____: Und nachher gehen wir zusammen nach I._____.  

 

- 13 - 

A._____: Ok. Ciao. 

D._____: Tschüss.  

[…] 

1.1.8. Fazit: Nach dem Gesagten steht nicht nur fest, dass sich der Beschuldigte 

im Dunstkreis des Drogenhandels aufhielt, sondern auch, dass er aktiv an Dro-

gengesprächen mit Mitbeschuldigten beteiligt war, die einschlägige "Nomenklatur" 

beherrschte und auch Drogen zum Weiterverkauf an Dritte orderte und erhielt. 

Zudem verfügte er erstelltermassen über Mittelsmänner, welchen er Anweisungen 

erteilte. Im Lichte dieser Erkenntnisse sind die nachfolgenden Anklagevorwürfe 

einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. 

1.2. VG 64 (Verkauf von ca. 500 Gramm Kokain und ca. 500 Gramm Heroin) 

1.2.1. Dem Beschuldigten wird unter VG 64 vorgeworfen, er habe K._____ am 

Abend des 17. November 2015 angewiesen, einem nicht näher bekannten Dro-

genabnehmer "L._____" Drogen zu verkaufen. Daraufhin habe K._____ den Auf-

trag etwa eine halbe Stunde später ausgeführt, indem er dem "L._____" in einem 

Restaurant in Zürich ca. 500 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 62%) 

für CHF 21'400.– und ca. 500 Gramm Heroingemisch (statistisches Gehalt 38%) 

für CHF 13'500.– verkauft habe (Urk. 23/4 S. 3). 

1.2.2. Der Beschuldigte bestritt den Anklagevorwurf sowohl in der Strafunter-

suchung wie auch im vorinstanzlichen Verfahren (Urk. 3/39 S. 10, Urk. 51 S. 30). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er sodann keine Aussagen mehr 

zur Sache (Urk. 78 S. 2). 

1.2.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es sei mit Blick auf VG 

64 zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Beschuldigte am 17. November 2015 

K._____ angewiesen habe, zwei nicht näher bestimmbare Drogenportionen an 

einen nicht näher bekannten Abnehmer, genannt 'L._____', zu verkaufen. Nicht 

rechtsgenügend erstellt sei hingegen, dass es dabei um ca. 500 Gramm Kokain 

und ca. 500 Gramm Heroin gegangen sei (Urk. 62 S. 38 ff.). 

- 14 - 

1.2.4. Wie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, lässt sich aufgrund des "modus 

operandi" zwar vermuten, dass es bei der fraglichen Kommunikation um ein   

Drogengeschäft gegangen ist. Klarerweise nicht beweisen lässt sich dagegen, um 

welche Drogen es sich gehandelt hat, und auch das Quantitativ muss zwingend 

offen bleiben. Unter diesen Umständen lässt sich das in der Anklage unter VG 64 

behauptete Drogengeschäft nicht nachweisen. Entsprechend kann der Tatvorwurf 

gemäss Anklage insoweit nicht erstellt werden, weshalb der Beschuldigte von 

diesem Vorwurf (in dubio pro reo) freizusprechen ist. 

1.3. VG 18 (Vermittlung Kauf/Bezug von ca. 500 Gramm Kokain) 

1.3.1. Der Anklagevorwurf lautet dahingehend, dass der Beschuldigte M._____ 

bei einem Treffen am 18. Februar 2016 in Zürich den Kauf von ca. 500 Gramm 

Kokain über einen nicht näher bekannten Drogenlieferanten (UM O._____) ver-

mittelt habe, worauf M._____ am 20. Februar 2016 im Restaurant … in O._____ 

ca. 500 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 69% somit ca. 345 Gramm 

Reinsubstanz) von UM O._____ bezogen habe (Urk. 23/4 S. 5). 

1.3.2. Der Beschuldigte stellte sich im Rahmen der Schlusseinvernahme sinnge-

mäss auf den Standpunkt, dass er den Vorwurf teilweise anerkenne (Urk. 3/39 

S. 12 f. i.V.m. Urk. 3/36 S. 10 ff.). In der Hauptverhandlung machte er sodann 

sinngemäss geltend, dass es sich bei dem durch ihn arrangierten Treffen in  

O._____ bloss um einen Vorwand gehandelt habe, um M._____ wegen noch of-

fener Schulden nach O._____ zu schicken (Urk. 51 S. 31 f.). 

1.3.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der Beschuldigte habe 

zur Sache unglaubhafte Aussagen gemacht. Einerseits habe er widersprüchliche 

Depositionen zu Protokoll gegeben und andererseits seien seine Aussagen nicht 

mit den abgehörten Telefonaten vereinbar. Vielmehr sei er bei seiner Zugabe zu 

behaften, dass es um die Vermittlung von Kokain gegangen sei. Dies überzeuge 

deshalb, weil er einerseits auch andere Kokain-Geschäfte abgewickelt habe und 

andererseits sein Umgang mit Mobiltelefonen den im Drogenhandel üblichen Ge-

pflogenheiten entsprochen habe. Soweit der Beschuldigte auch das Quantitativ 

bestreite und geltend mache, es habe sich nicht um 500 Gramm sondern um 

- 15 - 

100 oder 200 Gramm Kokain gehandelt, werde dies klar und deutlich durch die 

Aufzeichnungen widerlegt. Der Anklagesachverhalt gemäss VG 18 sei deshalb 

erstellt (Urk. 62 S. 28 ff.). 

1.3.4. Anlässlich seiner ersten polizeilichen Befragung zu VG 18 machte der Be-

schuldigte geltend, sich an nichts mehr erinnern zu können respektive nichts zur 

Sache zu sagen zu haben (Urk. 3/12). Am 13. Oktober 2017 wurde der Beschul-

digte staatsanwaltschaftlich zur Sache einvernommen. Anlässlich dieser Einver-

nahme räumte er ein, dass er sich mit M._____ getroffen habe. Der Inhalt der Ge-

spräche werde aber ganz falsch dargestellt. Es sei nicht um Drogen gegangen. Er 

habe lediglich ein Treffen zwischen dem Inhaber eines Lokals in O._____ und 

M.______ respektive dessen Vater arrangiert. Im Anschluss an diese Deposition 

eröffnete der Staatsanwalt dem Beschuldigten, dass M._____ in der Zwischenzeit 

verstorben sei (Urk. 3/36 S. 6 f.). Offenbar veranlasste diese, für den Beschuldig-

ten wohl überraschende Mitteilung (zit. "der Beschuldigte ist darüber erstaunt") 

diesen zu einer Kehrtwende in seinem Aussageverhalten. Nach einem kurzen Un-

terbruch und einer Unterredung mit seinem Verteidiger  korrigierte er nämlich sei-

ne zuvor gemachten Aussagen. In diametralem Widerspruch zu seinen vorheri-

gen Aussagen gab er nämlich neu an, er habe mit M._____ (=M._____) Kokain 

konsumiert. Es falle ihm, jetzt wo M._____ tot sei, schwer darüber zu sprechen, 

aber es müsse halt sein. Es sei eine Tatsache, dass er ihn nach O._____ ge-

schickt habe, damit er dort habe Kokain beziehen können. Es sei aber nicht um 

den Kauf von 500 Gramm, sondern um 100 oder 200 Gramm gegangen. M._____ 

habe das Kokain dort auf Kommissionsbasis beziehen können und den Kaufpreis 

erst dann bezahlen müssen, nachdem er seinerseits es weiterverkauft hätte. Das 

sei der einzige Grund, weshalb M._____ nach O._____ gefahren sei. Wie die Sa-

che dann weitergelaufen sei, wisse er nicht. Zum Beispiel wisse er nicht, ob es 

dann ein Treffen auch mit dem Vater von M._____ gegeben habe (Urk. 3/36 

S. 10). Bereits zwei Fragen später gab der Beschuldigte dann – in Widerspruch 

zu seiner vorherigen Aussage – an, er habe M._____ mit dem Vorwand des Ko-

kainkaufs nach O._____ geschickt, damit er dort die Sache mit der offenen Rech-

nung für seinen Vater habe regeln können (Urk. 3/36 S. 11). Und obwohl der Be-

schuldigte kurz zuvor noch geltend machte, er wisse nicht, ob das Treffen zustan-

- 16 - 

de gekommen sei, gab er wenige Minuten später zu Protokoll, sowohl M._____ 

als auch "der Sänger" hätten ihm bestätigt, dass sie sich getroffen hätten bzw. 

dass sie gerade zusammensitzen würden. Nach dem Treffen habe ihn M._____ 

nochmals angerufen und ein Treffen verlangt, dazu sei es dann aber nicht mehr 

gekommen (Urk. 3/36 S. 11 f.). Wer innerhalb weniger Fragen derartige Kehrt-

wenden in seinen Aussagen vollführt, hat jegliche Glaubhaftigkeit verspielt. Abge-

sehen von der augenscheinlichen Widersprüchlichkeit in seinen Schilderungen 

fällt auch sofort auf, wie er seine Aussagen dem aktuellen Kenntnisstand (konkret 

der Kenntnisnahme vom Tod M._____s) anpasst und dabei keine Gelegenheit 

auslässt, die Schuld von sich zu weisen. Kommt hinzu, dass die abgehörten Tele-

fonate den Beschuldigten klarerweise der Lüge überführen, was bereits die Vo-

rinstanz richtigerweise feststellte. Die Vorderrichter haben weiter erwogen, der 

Anklagevorwurf basiere auf einem abgehörten Audio-Gespräch vom 25. Juni 

2016, in dem der Beschuldigte u.a. zum Mitbeschuldigten B._____ (polizeiliches 

Pseudonym 'P._____') gesagt habe, dass ein "kleiner Junge" namens M._____, 

der aus … sei, "ein halbes von uns genommen und nicht bezahlt" habe (vgl. Bei-

lage 23 zu Urk. 3/12). Nachdem der Beschuldigte in der Einvernahme vom 

13. Oktober 2017 (vgl. Urk. 3/36 S. 6 ff.) zunächst noch den Standpunkt vertreten 

habe, dass die Gespräche mit B._____ (Mitbeschuldigter B._____) überhaupt 

nicht realistisch seien, habe er wenig später eine Kehrtwende vollzogen, indem er 

– wie erwähnt – eingeräumt habe, dass er 'M._____' im Sinne eines Vorwands 

Kokain vermittelt habe, welches dieser auf Kommission habe beziehen können, 

ohne gleich bezahlen zu müssen. Damit habe der Beschuldigte die polizeiliche 

bzw. staatsanwaltschaftliche Interpretation des besagten Audio-Gesprächs in 

zwei von drei Punkten bestätigt, nämlich dass M._____, der im Jahre 1988 gebo-

ren wurde und wohl deshalb vom fast 20 Jahre älteren Beschuldigten als "kleiner 

Junge" bezeichnet worden sei, Drogen bezogen habe, ohne diese sofort bezahlen 

zu müssen. Auch diese Erwägungen der Vorinstanz überzeugen vollkommen, und 

es besteht angesichts der Beweislage nicht der geringste Zweifel daran, dass es 

– entgegen der Darstellung des Beschuldigten und seines Verteidigers – men-

genmässig um 500 Gramm und nicht etwas um 100 oder 200 Gramm Kokain ("ein 

halbes") ging. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 4 ff.) kann näm-

- 17 - 

lich das TK Protokoll vom 25. Juni 2016 (Beilage 23 zu Urk. 3/12) – trotz zeitlicher 

Distanz – sehr wohl in direkte Verbindung mit dem vorliegenden Vorfall gebracht 

werden, insbesondere auch gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten selbst, 

welcher auf Vorhalt dieses Protokolls zunächst keine Angaben machte (Urk. 3/12 

S. 8) und im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

13. Oktober 2017 auf seine Beziehung zu M._____ und das von ihm arrangierte 

Treffen vom 20. Februar 2016 in O._____ Bezug nimmt sowie von sich aus vor-

erst keineswegs beanstandet, dass mit dem 'kleinen Jungen' namens 'M'._____' 

nicht M._____ gemeint sei (vgl. Urk. 3/36 S. 6 f.), was zu erwarten gewesen wäre, 

hätte hier eine Verwechslung stattgefunden. Sodann ist auf die gerichtsnotorisch 

verklausuliert geführten Gespräche im Drogenmilieu hinzuweisen, um bei allfälli-

gen Überwachungsmassnahmen nicht ohne Weiteres überführt werden zu kön-

nen. Dabei wird "ein halbes" immer wieder als Synonym für ½ KG Kokain ge-

braucht. Insgesamt erweist sich die vorinstanzliche Beweiswürdigung mit Blick auf 

den Vorgang VG 18 als lückenlos und vollends überzeugend. Sie kann daher in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO übernommen werden, womit auch festzustel-

len ist, dass der betreffende Anklagesachverhalt erstellt ist. Zur Verdeutlichung ist 

sodann nochmals festzuhalten, dass – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 79 S. 6) – das vorsätzliche Handeln des Beschuldigten gestützt auf die ab-

gehörten Gespräche ausser Frage steht. 

1.4. VG 30/2 (Anstalten treffen/Vermittlung Lieferung/Verkauf von ca. 1'000  

oder 500 Gramm Kokain) 

1.4.1. Gemäss Anklagesachverhalt VG 30/2 soll der Beschuldigte am 8. April 

2016 einen Anruf von D._____ erhalten haben, welcher für C._____ eine Liefe-

rung von 1 Kg oder zumindest ½ Kg Kokaingemisch (statistisches Gehalt 69 % 

somit ca. mind. 345 bis 690 Gramm Reinsubstanz) habe organisieren  

wollen. Daraufhin habe sich der Beschuldigte in Begleitung von F._____ per Auto 

– mit einem Zwischenhalt in Q._____/SG – zur Pizzeria "…" nach R._____/SG 

begeben, um dort mit dem Inhaber C._____ seine Bestellung und das bevorste-

hende Kokaingeschäft zu besprechen (Urk. 23/4 S. 7). 

- 18 - 

1.4.2. Der Beschuldigte stellte diesen Anklagevorwurf sowohl in der Untersuchung 

als auch vor Vorinstanz in Abrede (Urk. 3/39 S. 15 und Urk. 51 S. 30). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung machte er sodann keine Aussagen mehr zur Sache 

(Urk. 78 S. 2). 

1.4.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, aufgrund der Telefonüberwa-

chung sei erwiesen – und im Übrigen auch unbestritten (vgl. Urk. 3/36 S. 15 f.) – 

dass D._____ den Beschuldigten am 8. April 2016 angerufen habe (vgl. Beilage 1 

zu Urk. 7/13). Aus dem Gesprächsverlauf ergebe sich ohne Weiteres, dass der 

Beschuldigte die verklausulierte Botschaft von D._____ verstanden habe. Insbe-

sondere sei durch den Umstand, dass der Beschuldigte noch am selben Abend 

zur Pizzeria von C._____ nach R._____ gefahren sei (vgl. Beilage 20 zu 

Urk. 3/17), belegt, dass ihm jederzeit klar gewesen sei, wer mit "diesen vom Res-

taurant in I._____" gemeint gewesen sei. Auch zeige sich zweifelsfrei, dass dem 

Beschuldigten der Sinn der Formulierung "Auto" respektive "ein halbes" sehr wohl 

geläufig gewesen sei. Der Beschuldigte habe die von C._____ stammende und 

von D._____ übermittelte Nachricht verstanden, darauf geantwortet und sich da-

nach auch entsprechend seiner Antwort verhalten. Hinzu komme, dass der Be-

schuldigte zum fraglichen Abend mehrfach unglaubhafte Angaben gemacht habe 

und auch bei anderen Themen ein widersprüchliches, ungereimtes und deshalb 

unglaubhaftes Aussageverhalten an den Tag gelegt habe. Schliesslich gelte es 

darauf hinzuweisen, dass er nachweislich auch in andere Drogengeschäfte invol-

viert gewesen sei. Nach alledem sei der Anklagesachverhalt betreffend VG 30/2 

rechtsgenügend erstellt, wobei in quantitativer Hinsicht gemäss dem Grundsatz 

"in dubio pro reo" von der geringeren Menge, mithin von ½ Kg Kokain, auszuge-

hen sei (Urk. 62 S. 45 ff.). 

1.4.4. Ausgangspunkt für den vorliegend zur Anklage gebrachten Vorwurf stellt 

das Telefongespräch dar, welches am 8. April 2016 um 17:19 Uhr zwischen  

D._____ und dem Beschuldigten geführt wurde. Mithin also dasselbe Gespräch, 

welches bereits dem Anklagevorwurf gemäss VG 30/1 zugrunde lag. Der mass-

gebliche Inhalt wurde vorstehend unter Ziffer II. 1.1.7 bereits wiedergegeben, 

weshalb sich eine erneute Darstellung an dieser Stelle erübrigt. Gestützt auf den, 

- 19 - 

vom Beschuldigten anerkannten und durch die Vorinstanz im Übrigen überzeu-

gend erstellten Sachverhalt, fuhren der Beschuldigte, F._____ und G._____ am 

Abend des 8. April 2016 von Zürich nach Q._____, wo sie um ca. 21:27 Uhr ein-

trafen und D._____ beim S._____ an der … [Adresse] ca. 100 Gramm Kokainge-

misch übergaben. Damit steht zunächst bereits ausser Frage, dass es beim frag-

lichen Telefonat zwischen dem Beschuldigten und D._____ um Drogengeschäfte 

ging und dass ein Teil der Verabredung, nämlich dass D._____ um 21.30 Uhr mit 

dem bestellten Kokaingemisch beliefert werden sollte (D._____: "Das für mich 

schickst du es mir?". Beschuldigter: " Um neun Uhr dreissig werde ich zu dir 

kommen." (TK Protokoll vom 08.04.2016, 17:19 [Beilage 1 zu Urk. 3/17])) in die 

Tat umgesetzt wurde. Weiter ergibt sich aus dem Gespräch klar, dass der 

D._____ dem Beschuldigten mitteilte, dass C._____ ("dieser vom Restaurant in 

I._____") ein Kilogramm Kokain ("ein Auto") verlange. Dass es sich bei jenem 

vom Restaurant in I._____ um C._____ handelte, welcher in R._____/SG die Piz-

zeria "…." betrieb, liegt auf der Hand und wird zwanglos durch den Umstand be-

legt, dass anhand der GPS-Daten feststeht, dass der Beschuldigte am Abend des 

8. April 2016 nach seinem Zwischenstopp in Q._____/SG direkt zur Pizzeria von 

C._____ nach R._____/SG fuhr (Beilagen 17 ff. zu Urk. 3/17). Damit steht fest, 

dass der Beschuldigte entgegen seiner Darstellung in der Untersuchung Sinn und 

Zweck der von D._____ übermittelten Botschaft von C._____ sehr wohl verstan-

den hat. Anders liesse sich nämlich nicht erklären, dass er im Anschluss an das 

betreffende Telefonat das Besprochene noch am selben Abend exakt in die Tat 

umsetzte. Dass der Beschuldigte nach der Drogenübergabe in Q._____ be-

schlossen haben soll, F._____ ein Nachtessen zu offerieren und zu diesem 

Zweck keine andere Lokalität als die Pizzeria "…" im rund 100 km entfernten 

R._____ in Frage gekommen wäre, ist schlicht unrealistisch. Die betreffenden 

Vorbringen des Beschuldigten stellen angesichts des Beweisergebnisses nichts 

weiter als hilflose Schutzbehauptungen dar. Auch die weiteren Depositionen des 

Beschuldigten zu diesem Anklagevorwurf vermögen nicht einmal im Ansatz zu 

überzeugen. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass sämtliche drei 

Beteiligten – mithin der  Beschuldigte, C._____ und F._____ – den Aufenthalt in 

der Pizzeria grundlegend anders geschildert haben (Urk. 3/36 S. 20, Urk. 5/1 S. 5, 

- 20 - 

Urk. 6/9 S. 12 und Urk. 7/2 S. 13 f.). Hätte der Beschuldigte an jenem Abend tat-

sächlich, wie von ihm behauptet, in der Pizzeria lediglich mit F._____ gegessen 

und anschliessend mit C._____ oberhalb der Pizzeria etwas Kokain konsumiert, 

dann gäbe es keinen Grund dafür, dass die drei Beteiligten drei derart unter-

schiedliche Schilderungen zu Protokoll gegeben haben. Führt man sich schliess-

lich die zeitliche Komponente vor Augen, so zeigt sich, dass der Beschuldigte und 

F._____ um 22:21 Uhr in R._____ ankamen und von dort um 23:03 Uhr wieder in 

Richtung Zürich abfuhren (Beilage 20 und 21 zu Urk. 3/17). Mit anderen Worten 

hätten die beiden eine Anreise von rund 1 Stunde und 20 Minuten in Kauf ge-

nommen, um sich dann für knapp 40 Minuten in der Pizzeria "…" aufzuhalten, 

wobei der Beschuldigte ja nach eigenen Angaben neben dem eigentlichen Nacht-

essen auch noch mit C._____ in den oberen Stock gegangen sein will, um dort 

Kokain zu konsumieren. Auch aus dieser Perspektive sind die Darstellungen des 

Beschuldigten reichlich unrealistisch und vermögen – entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. 79 S. 12 f.) – nicht zu überzeugen. Auch die Vorbingen der 

Verteidigung, der Beschuldigte habe sich im Telefongespräch ablehnend gegen-

über einem möglichen Geschäft mit C._____ gezeigt, weshalb nicht davon aus-

gegangen werden könne, dass der Beschuldigte beim geplanten persönlichen 

Gespräch in I._____ von seiner ablehnenden Haltung abgerückt sei (Urk. 79 S. 12 

ff.), überzeugen nicht. Überzeugend ist demgegenüber die vorinstanzliche Be-

weiswürdigung, die sich als in allen Teilen als zutreffend erweist und daher in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO übernommen werden kann. In Bezug auf die 

Menge der Betäubungsmittel ist die durch die Vorinstanz festgestellte Einschrän-

kung, wonach nicht von 1 Kg Kokain, sondern von einem ½ Kg Kokain auszuge-

hen sei, allein schon mit Blick auf das Verschlechterungsverbot zu übernehmen. 

1.5. VG 62 (Kauf/Übernahme von ca. 1'000 Gramm Kokain) 

1.5.1. Diesbezüglich wird dem Beschuldigten durch die Anklagebehörde zum 

Vorwurf gemacht, er habe zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt (ca. Anfang 

Mai 2016) an einem nicht näher bekannten Ort (entweder in der vom Beschuldig-

ten benutzten Wohnung in Zürich oder in der Pizzeria "…" in R._____/SG) ca. 

1'000 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 69% somit ca. 690 Gramm 

- 21 - 

Reinsubstanz) von C._____ bezogen, wovon er einen Teil (ca. 100 Gramm) an 

einem nicht näher bekannten Ort durch H._____ mit der am 8. April 2016 an den 

Mitbeschuldigten D._____ übergebenen Kokainportion von ca. 100 Gramm (VG 

30/1) habe mischen lassen. Am 22. Mai 2016 habe C._____ beim Beschuldigten 

an dessen Logisort in Zürich die offenen Geldschulden für das bezogene Kilo-

gramm Kokain eingezogen. Am 25. Mai 2016 sei der Beschuldigte sodann ge-

meinsam mit H._____ zum Wohnort von D._____ nach J._____/SG gefahren, um 

dort von diesem die offenen Geldschulden für das bereits gelieferte Kokain einzu-

kassieren (Urk. 23/4 S. 7 f.). 

1.5.2. Der Beschuldigte anerkannte im Rahmen der Schlusseinvernahme den  

Anklagevorwurf mit Ausnahme der ihm zur Last gelegten Menge von 1 Kg Kokain 

(Urk. 3/39 S. 15 f.). Anlässlich seiner Befragung zur Sache vor Vorinstanz gab der 

Beschuldigte zu Protokoll, der Anklagevorwurf sei insofern zutreffend, als er bei 

C._____ 100 Gramm Kokain gekauft habe. Dieses Kokain sei mit dem bereits am 

8. April 2016 an D._____ übergebenem Kokain vermischt worden (Urk. 51 S. 32).  

1.5.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, dass der Beschuldigte 

zwei von drei Kernelementen des Anklagevorwurfs anerkannt. Einerseits habe er 

bestätigt, dass er von C._____ Kokain gekauft habe und weiter habe er das Ver-

mischen mit dem bereits D._____ gelieferten Kokain anerkannt. Das diesbezügli-

che Geständnis decke sich mit der Aktenlage, weshalb es keinen Anlass gebe, 

das Geständnis des Beschuldigten in Zweifel zu ziehen. Was seine Bestreitung 

betreffend das Quantitativ angehe, sei vorab auf das aufgezeichnete Telefonge-

spräch vom 21. Mai 2016 hinzuweisen, aus welchem klar hervorgehe, dass von 

einem "Auto" die Rede gewesen sei. Der Begriff Auto sei von den Mitbeschuldig-

ten in der durch sie jeweils verwendeten, vorsichtig-verklausulierten Sprechweise 

als Synonym für 1 Kg Kokain verwendet worden. Implizit habe dies der Beschul-

digte selbst anlässlich seiner Befragung zu VG 50 vom 13. Oktober 2017 einge-

räumt. Zudem habe er in der Hauptverhandlung bestätigt, dass "1 Auto" "1 Kg 

Kokain" bedeute (vgl. Urk. 51 S. 37). Hinzu komme, dass der Standpunkt des Be-

schuldigten mit dem Wortlaut des vorerwähnten Telefonats vom 21. Mai 2016 

nicht zu vereinbaren sei. Aus jenem Telefongespräch gehe unzweifelhaft hervor, 

- 22 - 

dass nur ein Teil des von C._____ gelieferten Kokains  D._____ zukam. Der an-

dere Teil sei zum Beschuldigten gelangt. Aus all diesen Gründen sei der Anklage-

sachverhalt gemäss VG 62 erstellt (Urk. 62 S. 31 ff.). 

1.5.4. In materieller Hinsicht ist betreffend VG 62 das Quantitativ des Anklage-

vorwurfs vom Beschuldigten bestritten. Während ihm die Anklagebehörde vorwirft, 

er habe in der Pizzeria "…" in R._____/SG bei C._____ 1 Kg Kokain 

(-gemisch) bezogen, stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, es habe sich 

lediglich um 100 Gramm Kokain(-gemisch) gehandelt. Das Beweisfundament der 

Anklage stellt das abgehörte und aufgezeichnete Telefongespräch zwischen dem 

Beschuldigten und D._____ dar, welches die beiden am 21. Mai 2016 führten. Da-

raus geht hervor, dass der Beschuldigte D._____ mitteilte, "dieser vom Pizzas" 

wolle weit weg gehen und er verlange von ihm und von D._____ "alle Dokumente 

vom Auto" (Beilage 3 S. 2 zu Urk. 3/25). Mit Verweis auf die bereits hinlänglich 

diskutierte, codierte Sprache der Beschuldigten (vgl. vorstehend Ziff. II. 1.1.7 mit 

Verweis auf das angefochtene Urteil, Urk. 62 Ziff. II. B 1. 3.5, 3.3.3.) steht ausser 

Frage, dass mit "dieser vom Pizzas" C._____ gemeint ist, welcher bekanntlich in 

R._____/SG die Pizzeria "…" führte. Weiter ist bekannt, dass "Auto" als Synonym 

für 1 Kg Kokain und "Dokumente" als ein solches für Geld steht. "Vom Auto" 

nimmt dabei – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 7 f.) – eindeutig 

Bezug auf die Menge 1. Damit ergibt sich zwanglos, dass der Beschuldigte bei 

C._____ nicht bloss 100 Gramm Kokain, sondern eben ein "Auto", mithin ein Kilo-

gramm Kokain, bezogen hat. Nachdem die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, 

dass das Teilgeständnis des Beschuldigten mit dem Untersuchungsergebnis 

übereinstimme und es keinen Grund gebe, dieses anzuzweifeln, ist damit der An-

klagevorwurf gemäss VG 62 uneingeschränkt erstellt. 

1.6. VG 39 (Verkauf/Übergabe von ca. 200 Gramm Kokain) 

1.6.1. Diesbezüglich wird dem Beschuldigten im Wesentlichen vorgeworfen,  

D._____ habe am 26. Mai 2016 bei ihm telefonisch 200 Gramm Kokain bestellt, 

worauf H._____ im Auftrag des Beschuldigten in U._____/TG am 27. Mai 2016 

kurz vor Mitternacht bei einem Unbekannten 200 Gramm Kokain bezogen und an 

den Logisort des Beschuldigten nach Zürich gebracht habe. Dort habe der Be-

- 23 - 

schuldigte dem ebenfalls anwesenden Mitbeschuldigten D._____ die ca. 200 

Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 64% somit ca. 128 Gramm Reinsub-

stanz) am 28. Mai 2016 um ca. 01:00 Uhr übergeben; am 29. Mai 2016 um ca. 

01:00 Uhr sei der Kaufpreis vom Beschuldigten und H._____ in U._____/TG dem 

UM 'V._____' bezahlt worden (Urk. 23/4 S. 9). 

1.6.2. Der Beschuldigte wurde am 15. November 2016 erstmals einlässlich durch 

die Polizei zum Vorgang 39 befragt. Anlässlich dieser Befragung machte er un-

eingeschränkt von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 3/20 

S. 1 ff.). In der Folge wurde er durch die Anklagebehörde am 13. Oktober 2017 

zur Sache einvernommen, wobei der Beschuldigte den Anklagevorwurf von sich 

wies. Er räumte zwar ein, am fraglichen Abend telefonischen Kontakt mit  

D._____ gehabt zu haben. Es treffe auch zu, dass ihn dieser gegen 21.30 Uhr an 

seinem Logisort in Zürich zusammen mit einem Dritten besucht habe. Ungefähr 

zur selben Zeit sei auch H._____ zusammen mit dessen Neffen bei ihm eingetrof-

fen. Alle vier seien dann aber vor Mitternacht wieder gegangen, wobei H._____ 

nach Mitternacht wieder zurückgekehrt sei. Zutreffend sei  weiter, dass er am 

nächsten Tag zusammen mit H._____ ca. 30 bis 40 km mit dem Auto durch ein 

paar Ortschaften gefahren sei. Sie seien dann angekommen und während 

H._____ und dessen Neffe das Auto verlassen hätten, sei er im Auto geblieben. 

Die beiden seien später zurückgekommen und sie seien dann gemeinsam noch 

irgendwohin gefahren, wobei er nicht sagen könne, wohin. Er habe damals ge-

hört, dass H._____ mit einem V._____ gesprochen habe. Worüber sie gespro-

chen hätten und wer dieser V._____ sei, könne er aber nicht sagen (Urk. 3/36 

S. 28 f.). In der Schlusseinvernahme machte der Beschuldigte dann ebenso wie 

vor Vorinstanz keine Angaben zu Sache mehr und beschränkte sich darauf, auf 

seine bisherigen Aussagen zu verweisen (Urk. 3/39 S. 17 f. und Urk. 51 S. 30). 

1.6.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, aufgrund der abgehörten Kom-

munikation, welche sich fraglos auf eine vom Beschuldigten organisierte Lieferung 

von 200 Gramm Kokain für den Mitbeschuldigten D._____ bezogen habe, sowie 

angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte auch andere Drogengeschäfte, 

teilweise ebenfalls mit dem Mitbeschuldigten D._____, abgewickelt habe, sei der 

- 24 - 

Anklagesachverhalt betreffend VG 39 rechtsgenügend erstellt. Dass der Beschul-

digte dabei nicht alle Handlungen eigenhändig vorgenommen habe, sei – wie sich 

im Rahmen der rechtlichen Würdigung noch zeigen werde – irrelevant (Urk. 62 

S. 49 ff.). 

1.6.4. Zentral für die Beweisführung betreffend den hier interessierenden An-

klagevorwurf ist die Aufzeichnung des am 26. Mai 2016, 23:15 Uhr, geführten   

Telefonats zwischen dem Beschuldigten und D._____. Die wesentliche Passage 

lautet im Originalwortlaut wie folgt (Beilage 1 zu Urk. 3/20): 

[…] 

Beschuldigter: Soll ich dorthin kommen? 

D._____:  Komm du hierher. Aber du weisst wie du kommen sollst? 

Beschuldigter: Ok. Klar.  

D._____:  Aber Ej. 

Beschuldigter: Über Mittag. 

D._____: Ich brauche Fr. 200.  

Beschuldigter: Gut. Soll ich über Mittag kommen? 

D._____:  Wann… morgen…warte mal. 

Beschuldigter: Wann arbeitest du? 

D._____: Ich mache früher Feierabend. Ich habe von zwei bis vier Pause.  

Beschuldigter: Ok.  

D._____:  Von zwei bis vier habe ich Pause. 

Beschuldigter: Um zwei bin ich dort. 

D._____: Ok. Franken 200 brauche ich. 

Beschuldigter: Du! 

D._____: Was?  

Beschuldigter: Was ich fragen wollte? Gehen wir wegen der Wohnung dorthin? 

D._____:  Ja, ja. Auch ich muss nach einer Wohnung fragen. Ich werde mit 

meiner Frau zum Büro gehen. 

Beschuldigter: Ok. 

D._____: Aber du weisst, dass ich morgen Fr. 200 brauche um zum Büro 

zu gehen? 

- 25 - 

Beschuldigter: Ciao. Ok. 

D._____:  Ciao. 

1.6.5. Dass es bei dem vorliegend zu beurteilenden Gespräch weder um ein   

Darlehen in der Höhe von CHF 200.– noch um eine Wohnungssuche ging, ist  

augenscheinlich. Dies zunächst vor allem deshalb, weil die ganze Konversation 

bei einer wörtlichen Betrachtung vollkommen sinnentleert ist. Sinnvoll wird sie 

hingegen, wenn man davon ausgeht, dass es hier um ein Drogengespräch ging 

und dass zwecks Verschleierung des wahren Gesprächsinhaltes einmal mehr mit 

Codewörtern operiert wurde. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend erwog, steht 

das Begriffspaar "200 Franken" nicht für einen Geldbetrag, sondern als Synonym 

für 200 Gramm Kokain. In Zusammenhang mit diesem Anklagevorwurf legte der 

Mitbeteiligte D._____ ein gleichermassen äusserst verräterisches wie bemer-

kenswertes Aussageverhalten an den Tag, welches an dieser Stelle noch einmal 

aufzugreifen ist: Noch bevor ihm der polizeiliche Sachbearbeiter eine inhaltliche 

Frage stellen konnte, sah sich D._____ zu einer Vorabbemerkung veranlasst, 

welche aufhorchen lässt. Wörtlich gab er zu Protokoll: "[…] Es war dann so, dass 

ich und meine Frau Kredite aufgenommen haben und uns Geld ausgeliehen ha-

ben, dies in einer Höhe von mehr als CHF 100'000.–. Wenn sie jetzt mein Telefon 

abgehört haben und die Rede von 400 Franken war, dann ging es dabei um ein 

Darlehen von CHF 400.–" (Urk. 6/3 S. 2). Es drängt sich in diesem Zusammen-

hang die Frage auf, was für einen Grund D._____ gehabt haben sollte, sozusa-

gen im vorauseilenden Gehorsam und ohne Not, einen vollkommen unverfängli-

chen Vorgang, wie das Ausleihen einer relativ geringen Geldsumme, zu erklären, 

wenn es dabei nicht tatsächlich um etwas vollkommen Anderes, nämlich eben um 

Drogen, gegangen wäre. Dieser Umstand ist denn auch der Vorinstanz nicht ent-

gangen, welche überzeugend schlussfolgerte, dass es sich hierbei um eine reine 

Schutzbehauptung von D._____ gehandelt habe. Weiter stellt sich damit die An-

schlussfrage, wie sich dieses Aussageverhalten von D._____ mit den damit in di-

ametralem Widerspruch stehenden Depositionen des Beschuldigten verträgt. Die-

ser gab nämlich zu Protokoll, er wisse nicht, in welchem Zusammenhang D._____ 

die CHF 200.– erwähnt habe. Davon, dass er wegen eines lapidaren Darlehens in 

der Höhe von CHF 200.– von Zürich nach J._____ und wieder zurückgefahren 

- 26 - 

sein soll, hat er jedenfalls nichts gesagt. Hätte es sich tatsächlich so zugetragen, 

dann wäre zu erwarten gewesen, dass ein derartiger Vorgang durchaus Erwäh-

nung gefunden hätte, zumal aus der Interaktion zwischen dem Beschuldigten und 

D._____ zweifelsfrei hervorgeht, dass der Beschuldigte ganz genau verstanden 

hatte, was D._____ von ihm verlangte. Mit anderen Worten, was hätte es für ei-

nen Grund gegeben, einen simplen Vorgang, wie das Ausleihen von CHF 200.–, 

derart auffällig widersprüchlich zu schildern, wenn dahinter nicht etwas ganz an-

deres stehen würde? Auch unter diesem Blickwinkel kann kein Zweifel daran be-

stehen, dass mit "CHF 200.–" eben nicht Geld, sondern Drogen gemeint waren. In 

Bezug auf die Frage der Glaubhaftigkeit der Depositionen des Beschuldigten ist 

weiter darauf hinzuweisen, dass er auch in Bezug auf den hier interessierenden 

Anklagevorwurf ein äusserst unglaubhaftes Aussageverhalten an den Tag gelegt 

hat. Namentlich sticht ins Auge, wie sehr er bemüht war, seine Aussagen den un-

umstösslichen Beweisen der Anklagebehörde so gut wie möglich anzupassen, 

ohne sich selbst jedoch zu belasten. So konnte er zum Beispiel angesichts der 

abgehörten Telefonate und der GPS-Auswertungen nicht mehr ernsthaft in Abre-

de stellen, dass sich D._____ und H._____ zur fraglichen Zeit in seiner Wohnung 

aufhielten. Weiter musste er sich auch eine Erklärung dafür zurecht legen, wes-

halb er am nächsten Tag nachweislich zusammen mit H._____ nach U._____/TG 

fuhr. Allerdings überzeugen seine betreffenden Erklärungsversuche nicht einmal 

ansatzweise. Dies wird insbesondere deutlich, wenn er angibt, mitten in der Nacht 

mit H._____ eine Ausfahrt an einen ihm unbekannten Ort gemacht zu haben, um 

dort im Auto zu warten, während H._____ einen gewissen V._____ aufgesucht 

habe. Angesichts des gesamten Umstände müssen die betreffenden Erklärungs-

versuche des Beschuldigten nicht nur als unglaubhaft, sondern gar als irrwitzig 

bezeichnet werden. Auf sie kann jedenfalls nicht abgestellt werden. Die Vor-

instanz hat sodann in überzeugender Manier die weiteren, überwachten Telefon-

gespräche wiedergegeben (vgl. Beilagen 1 ff. zu Urk. 3/20) und zutreffend inter-

pretiert. Daraus und aufgrund der sich hierzu zwanglos zu einem Gesamtbild  

vervollständigenden GPS-Auswertungen des verwendeten Personenwagens der 

Marke ‘Peugeot' (vgl. Beilagen 13 f. zu Urk. 3/20) lässt sich – entgegen der An-

sicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 16 f.) – zweifelsfrei nachweisen, dass im An-

- 27 - 

schluss an das Telefongespräch zwischen D._____ und dem Beschuldigten, 

H._____ im Auftrag des Beschuldigten das bestellte Kokain in U._____/TG be-

schaffte, um es hernach an den Logisort des Beschuldigten … [Adresse] in Zürich 

zu verbringen, wo es der Beschuldigte letztlich D._____ übergab. Entsprechend 

hat der Beschuldigte – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 15 f.) – 

einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vo-

rinstanz erweisen sich als vollständig und zutreffend. Insgesamt kann auf die vo-

rinstanzlichen Erwägungen zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen vor-

behaltlos verwiesen werden (Urk. 62 S. 49 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In Überein-

stimmung mit dem vorinstanzlichen Beweisergebnis ist damit festzustellen, dass 

der Sachverhalt gemäss VG 39 erstellt ist. 

1.7. VG 42 (Bezug von mind. ca. 200 Gramm Kokain, Verkauf von ca. 

200 Gramm Kokain) 

1.7.1. Unter VG 42 wirft die Anklagebehörde dem Beschuldigten vor, er und 

H._____ seien am Nachmittag des 10. Juni 2016 nach W._____ gefahren, wo sie 

bei einem Unbekannten eine unbestimmte Menge Kokain bezogen hätten; glei-

chentags habe der Mitbeschuldigte D._____ beim Beschuldigten telefonisch 200 

Gramm Kokain (statistisches Gehalt 64 % somit ca. 128 Gramm Reinsubstanz) 

bestellt, das er am gleichen Tag um ca. 22:30 Uhr am Logisort des Beschuldigten 

zum Zwecke des Weiterverkaufs abgeholt bzw. beim Beschuldigten und H._____ 

gekauft habe (Urk. 23/4 S. 9 f.). 

1.7.2. Erstmals am 28. Oktober 2016 mit dem Vorgang 42 durch die Polizei kon-

frontiert, verweigerte der Beschuldigte konsequent die Aussage und machte kei-

nerlei Angaben (Urk. 3/14). In der rund 1 Jahr später folgenden Einvernahme 

durch die Staatsanwaltschaft gab der Beschuldigte, mit dem Vorwurf konfrontiert, 

zusammengefasst folgendes zu Protokoll: Er sei an jenem Tag "für persönliche 

Belange und nicht für Drogen" nach W._____ gefahren. Er habe sich dort mit ei-

nem "AA._____" getroffen, um diesem Fussballtickets für das Fussballspiel 

Schweiz-Albanien in Frankreich zu übergeben. Zudem sei es beim Gespräch 

auch um ein Depot gegangen, das ein Freund von ihm in Grenznähe gesucht ha-

be, um sein Geschäft in Deutschland zusammen mit dem Beschuldigten in der 

- 28 - 

Schweiz aufzuziehen. Angesprochen auf den Umstand, dass D._____ auch in 

diesem Zusammenhang von ihm CHF 200.– verlangt habe, führte er wörtlich aus: 

"Für mich sind 200.00 CHF einfach 200.00 CHF. D._____ schuldete mir Geld. 

Wozu sollte er danach noch mehr von mir wollen, wenn er mir gegenüber schon 

Schulden hatte? Er hatte ja von mir bereits Kokain zum Weiterverkaufen erhal-

ten." (Urk. 3/36 S. 32 f.). In der Schlusseinvernahme schliesslich macht der Be-

schuldigte keine weiterführenden Ausführungen mehr und verwies auf frühere 

Aussagen und damit auf seine entsprechenden Bestreitungen (Urk. 3/39 S. 18; 

Urk. 3/36 S. 32 f.). Diesen Standpunkt nahm er letztlich auch in der Haupt-

verhandlung ein (Urk. 51 S. 30). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er 

sodann keine Aussagen mehr zur Sache (Urk. 78 S. 2). 

1.7.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der vom Beschuldigten einge-

nommene Standpunkt – und zwar sowohl jener betreffend das Fussballspiel so-

wie auch jener betreffend das angebliche Depot – würden in keiner Art und Weise 

zum Inhalt des zwischen ihm und "AA._____" geführten Telefongesprächs vom 

10. Juni 2016, 11:36 Uhr passen (vgl. Beilage 1 zu Urk. 3/14). Aufgrund der ab-

gehörten Kommunikation (vgl. Beilagen 1 ff. zu Urk. 3/14), die sich einerseits auf 

eine vom Beschuldigten in W._____ bezogene Kokainportion unbekannter Grösse 

und andererseits auf an D._____ verkaufte 200 Gramm Kokaingemisch bezogen 

habe, sowie angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte auch andere Dro-

gengeschäfte, teilweise ebenfalls mit D._____, abgewickelt habe, sei der Ankla-

gesachverhalt betreffend VG 42 rechtsgenügend erstellt (Urk. 62 S. 53). 

1.7.4. Was die Vorinstanz in Bezug auf die Vereinbarkeit der Depositionen des 

Beschuldigten mit dem Inhalt der aufgezeichneten Telefongespräche erwägt, 

überzeugt vollends und braucht an dieser Stelle nicht erneut dargetan zu werden. 

Die Vorinstanz hat weiter die zwischen dem Beschuldigten und dem unbekannten 

Teilnehmer ("UM W._____") geführten Gespräche korrekt zusammengefasst und 

wiedergegeben. Gleiches gilt für das gleichentags geführte Telefonat zwischen 

dem Beschuldigten und D._____. Die betreffenden Wiedergaben durch die Vo-

rinstanz sind vollständig und korrekt, weshalb sich eine neuerliche Darstellung er-

übrigt. Darauf ist vielmehr in globo zu verweisen (Urk. 62 S. 53 ff.). Auch der In-

- 29 - 

terpretation der Gespräche durch die Vorderrichter ist uneingeschränkt zuzustim-

men. Aufgrund der Art und Weise der Gesprächsführung ist offenkundig, dass 

auch hier die hinlänglich bekannte und mehrfach thematisierte, verklausulierte 

Sprechweise zur Anwendung gelangte, welche geradezu typisch für Drogenge-

spräche ist. Dafür, dass es sich auch tatsächlich um Drogengespräche und nicht 

etwa um harmlose Gespräche über Fussballtickets und die Aufnahme von legalen 

Geschäftsbeziehungen handelte, spricht klarerweise auch der Umstand, dass 

weder das eine, noch das andere in irgendeiner Form nachvollziehbar kommuni-

ziert worden wäre. So ist beispielsweise von Tickets für ein Fussballspiel an der 

Europameisterschaft in Frankreich mit keinem Wort die Rede. Die Rede ist einzig 

davon, ob man sich das Spiel anschauen werde. Nicht mehr und nicht weniger. 

Das Wort Depot findet darüber hinaus weder explizit noch implizit Verwendung in 

den fraglichen Gesprächen, was indes nicht weiter verwundert, wenn man sich 

die geradezu unmotivierten und offenkundig unglaubhaften Ausführungen des 

Beschuldigten hierzu vor Augen führt (Urk. 3/36 S. 32 f.). Nach dem Gesagten ist 

mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Inhalt der abgehörten Kommunikation 

zwischen dem Beschuldigten und "UM W._____" (mutmasslich AA._____) einer-

seits und dem Beschuldigten und D._____ andererseits – welcher entgegen der   

Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 S. 18 ff.) zweifelsfrei in einem sachlichen Zu-

sammenhang steht – bei Lichte betrachtet keinen anderen Schluss zulässt, als 

eben jenen, den die Anklagebehörde richtigerweise gezogen hat. Damit ist der 

Anklagesachverhalt gemäss VG 42 mit der Vorinstanz erstellt.  

1.8. VG 59 (Organisation/Einfuhr von ca. 4 Kg Kokain)  

1.8.1. Dem Beschuldigten wird unter VG 59 zusammengefasst vorgeworfen, dass 

er mit B._____ zwischen dem 30. Mai 2016 und dem 4. Juni 2016 in  

Holland bei einem nicht näher bekannten Mann (genannt 'AB._____') die Liefe-

rung von ca. 4 kg Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% somit ca. 3'240 

Gramm Reinsubstanz) organisiert habe, worauf dieses Kokain am 14. Juni 2016 

von einem nicht näher bekannten Kurier von Holland zur vom Beschuldigten be-

wohnten Wohnung (… [Adresse], … Zürich) transportiert worden sei. Der Be-

- 30 - 

schuldigte habe es dort um ca. 20:00 Uhr entgegengenommen und vorerst in der  

Wohnung aufbewahrt (Urk. 23/4 S. 10 f.). 

1.8.2. Nachdem der Beschuldigte im Rahmen seiner polizeilichen Befragungen 

zur Sache die Aussage verweigerte (Urk. 3/19 S. 2 ff., Urk. 3/23 S. 2 ff., Urk. 3/32 

S. 5 ff.), gab er gegenüber dem Staatsanwalt zu Protokoll, der Vorwurf sei un-

zutreffend und er habe damit nichts zu tun. Es treffe zwar zu, dass er B._____ auf 

dessen Bitte hin mit dem Auto nach Holland gefahren habe. Dieser habe dort an 

einem Pokerturnier teilnehmen wollen. Während des Aufenthalts in Holland habe 

B._____ sein Auto benutzt. Am dritten Tag habe ihm B._____ wie vereinbart die 

Spesen erstattet und ihm EUR 500.– für die Fahrt bezahlt. Danach sei er nach 

Skopje geflogen. Er selber sei dann mit seinem Auto in die Schweiz zurückgefah-

ren. Solange er die Wohnung In der … [Adresse] in … Zürich benutzt habe, seien 

keine zwei Gramm Kokain dorthin gebracht worden; von den vorgeworfenen meh-

reren Kilogramm Kokain wisse er nichts (Urk. 3/36 S. 26 f., 31). Denselben 

Standpunkt vertrat er schliesslich auch in der Schlusseinvernahme (Urk. 3/39 

S. 19). 

1.8.3. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich zusammengefasst, aufgrund der abge-

hörten Kommunikation, der den Beschuldigten belastenden Aussagen des Mitbe-

schuldigten B._____ sowie angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte 

auch andere Drogengeschäfte, teilweise ebenfalls mit dem Mitbeschuldigten 

B._____, abgewickelt habe, sei der Anklagesachverhalt betreffend VG 59 rechts-

genügend erstellt (Urk. 62 S. 56 ff.). 

1.8.4. Zentrales Beweismittel zur Erstellung des Vorgangs 59 stellt das Telefon-

gespräch zwischen dem Beschuldigten und B._____ dar, welches am 16. Juni 

2016 um 15:57 Uhr aufgezeichnet wurde. Das betreffende Gespräch dauerte un-

gewöhnlich lange, nämlich rund 20 Minuten. Dass es sich dabei um ein Drogen-

gespräch handelte, steht zweifelsfrei fest und wird einerseits durch die Verwen-

dung der bekannten Codewörter verdeutlicht und andererseits durch den Um-

stand, dass das Gespräch über die doch recht lange Dauer von 20 Minuten bei 

objektiver Betrachtung und ohne die Deutung der Codewörter praktisch keinen 

Sinn ergibt. Zudem fällt auf, dass die Gesprächsteilnehmer offenkundig bemüht 

- 31 - 

sind, wenn immer möglich keine Namen zu nennen (die Rede ist deshalb z.B. 

"vom Grossen", "vom Glatze", "vom Kosovaren" und "vom Besen"). Inhaltlich geht 

aus dem Telefonat hervor, dass am 14. Juni 2016 um 20.00 Uhr (Beschuldigter: 

"was sprichst du da, ich habe die Ware vorgestern bekommen. […] Um acht Uhr 

am Abend") vier Kilogramm Kokain (B._____: "Du hast 4 Brote Zeit 3 Tage be-

kommen") von Holland an den Logisort des Beschuldigten in Zürich geliefert wur-

den und dass B._____ und der Beschuldigte auf der Suche nach potentiellen Ab-

nehmern für das Kokain waren (B._____: "Jetzt. Wir haben die Bombe zu Hause. 

Was machen wir. Er will heute Abend oder morgen weggehen. Hast du Kunden 

zu 1, 2 oder haben wir nicht?" usw.). Die beiden waren offenkundig besorgt und 

wollten nicht mit dem Kokain am Logisort schlafen (B._____: "Weil wir die Sache 

dort haben. Schlafen wir mit der Ware zusammen. Das ist sehr schlecht. Ich kann 

es niemanden überlassen. Ich traue niemandem"), weil sie dies als zu riskant er-

achteten (Beilage 6 zu Urk. 3/19). Weiter zeigt sich aus der Aufnahme des Ge-

sprächs zwischen dem Beschuldigten und B._____ vom 16. Juni 2016, 16:53 Uhr, 

dass die beiden bemüht waren, das Kokain loszuwerden, um nicht auf den 4 Kilo-

gramm sitzen zu bleiben (Beilage 7 zu Urk. 3/19). Bereits um 20:48 Uhr erfolgte 

am gleichen Tag ein weiteres Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und 

B._____, aus welchem in aller Deutlichkeit hervorgeht, dass die beiden in Holland 

die Qualität der Ware prüften und von der Qualität dermassen überzeugt waren, 

dass sie übereinstimmend feststellten, dass es schade sei, das Kokain unter dem 

Kaufpreis von Euro 50'000.– zu verkaufen (Beilage 8 zu Urk. 3/19). Sowohl der 

Beschuldigte als auch B._____ anerkannten jeweils (unter der Last der erdrü-

ckenden Beweislage), dass sie Ende Mai Anfang Juni 2016 gemeinsam mit dem 

Auto nach Holland gefahren seien. Die betreffende Fahrt ist denn auch durch die 

Auswertung der verwertbaren GPS-Daten aus der Schweiz bis zur Deutsch-

Holländischen Grenze belegt (vgl. Beilage 5 S. 1 zu Urk. 3/19 i.V.m. Urk. 44/3). 

Hinzu kommt und auch darauf hat die Vorinstanz zutreffend hingewiesen, dass 

der Beschuldigte durch B._____ belastet wird. An dieser Stelle ist zur Verdeutli-

chung nochmals darauf hinzuweisen, dass die Aussagen des Beschuldigten so-

wie des Mitbeschuldigten B._____ in Bezug auf VG 59 uneingeschränkt verwert-

bar sind (vgl. Ziff. I 4). Wenngleich die Aussagen von B._____ mit Vorsicht zu ge-

- 32 - 

niessen sind. Einerseits weil er doch ein sehr aussergewöhnliches und teilweise 

geradezu abstruses und damit unglaubhaftes Aussageverhalten an den Tag legte 

und andererseits deshalb, weil er ganz zweifellos bemüht war, seine eigene Rolle 

herunter zu spielen. Indes kann doch mit der Vorinstanz konstatiert werden, dass 

seine Aussagen bezüglich den hier interessierenden Vorgang im Kern glaubhaft 

sind. Diese Schlussfolgerung rechtfertigt sich vor allem deshalb, weil die betref-

fenden Depositionen weitgehend im Einklang mit den aufgezeichneten Gesprä-

chen und auch mit den verwertbaren GPS-Daten stehen. Insgesamt betrachtet 

bleibt angesichts der Beweislage kein Zweifel daran bestehen, dass sich der Vor-

gang 59 so zugetragen hat, wie er durch die abgehörte Kommunikation praktisch 

lückenlos belegt ist. Die Vorinstanz hat hierzu das Notwendige in überzeugender 

Manier ausgeführt, weshalb auf ihre Erwägungen ohne Weiteres abgestellt wer-

den kann.  

1.9. VG 50 (Anstalten treffen zur Lieferung von ca. 1 Kg Kokain) 

1.9.1. Dem Beschuldigten wird unter VG 50 vorgeworfen, dass der Mitbeschuldig-

te D._____ dem ebenfalls Mitbeschuldigten B._____ am 11. Juli 2016 den Auftrag 

erteilt habe, für ihn ca. 1 kg Kokaingemisch (statistisches Gehalt 69% somit ca. 

690 Gramm Reinsubstanz) zu organisieren. Daraufhin sei der Beschuldigte zu-

sammen mit B._____ am 12. Juli 2016 nach W._____ gefahren, um mit einem 

Unbekannten, genannt 'AA:_____' (= UM 'W._____'), die Drogenlieferung zu be-

sprechen; in der Folge habe sich der Beschuldigte um ca. 13:30 Uhr mit dem 

Cousin von 'AA._____', genannt 'AC._____', zwecks Besprechung und Festle-

gung der bevorstehenden Drogenlieferung getroffen; das eingefädelte Drogenge-

schäft sei in der Folge aber daran gescheitert, dass zwischen den Beteiligten be-

züglich Transport bzw. Abholung des Kokains keine Einigung habe erzielt werden 

können (Urk. 23/4 S. 12 f.). 

1.9.2. Am 28. Oktober 2016 wurde der Beschuldigte erstmals durch die Polizei 

zum Vorgang 50 befragt. Wie praktisch bei jeder ersten Einvernahme zu den di-

versen Vorgängen verweigerte der Beschuldigte auch hier die Aussage zur   

Gänze (Urk. 3/15). Am 13. März 2017 folgte dann die Konfrontationseinvernahme 

mit dem Mitbeschuldigten B._____. Auch anlässlich dieser Einvernahme machte 

- 33 - 

der Beschuldigte konsequent keine Aussagen (Urk. 3/33). In der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 13. Oktober 2017 räumte der Beschuldigte dann 

ein, B._____ und er hätten tatsächlich über grosse Drogenmengen gesprochen. 

B._____ habe ihm erklärt, dass er einen Kunden habe, der ein Kilogramm Kokain 

brauche. In diesem Zusammenhang habe er den Beschuldigten dann aufgefor-

dert, dass er nun zeigen solle, was für Kontakte er habe. Er habe in dieser Situa-

tion nicht zugeben wollen, dass er keine solchen Kontakte habe, um nicht als 

Lügner dazustehen. Als B._____ ihm vorgeschlagen habe, zu 'AA._____', dem 

Kollegen des Beschuldigten, nach W._____ zu fahren, sei er damit einverstanden 

gewesen, zumal er gewusst habe, dass dieser sowieso kein Kokain habe. Ent-

sprechend seien sie nach W._____ gefahren, wo er sich mit 'AA._____' getroffen 

habe, derweil B._____ im Auto gewartet habe. Mit 'AA._____' habe er dann nicht 

über Drogen, sondern bloss über persönliche Belange gesprochen. Wenige Sätze 

später korrigierte der Beschuldigte dann jedoch seine eigene Sachdarstellung, in-

dem er neu angab, dass er nur mit 'AC._____', dem Cousin von 'AA._____', ge-

sprochen habe. Zurück im Auto habe er dem Mitbeschuldigten B._____ mitgeteilt, 

dass das Kokain nicht geliefert werde, sondern abgeholt werden müsse, weil er 

gewusst habe, dass dies nicht geschehen werde. Bekanntlich sei aus der ganzen 

Geschichte schliesslich nichts geworden, weil er ja von Anfang an nur angegeben 

habe (Urk. 3/36 S. 37 ff.). In der Schlusseinvernahme vom 20. Dezember 2017 

verwies der Beschuldigte auf diese Aussagen (Urk. 3/39 S. 21 f.). In der Haupt-

verhandlung bestätigte der Beschuldigte, dass "1 Auto" "1 kg Kokain" bedeutet 

und machte darüber hinaus keinerlei Angaben zum Vorgang 50 (Urk. 51 S. 31, 

37). 

1.9.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, es sei erwiesen, dass der Mitbe-

schuldigte D._____ am 11. Juli 2016 beim Mitbeschuldigten B._____ telefonisch 

1 kg Kokain bestellt habe. Sodann stehe angesichts der entsprechenden Aussage 

des Beschuldigten, welche nahtlos zu den aus der TK gewonnenen Erkenntnis-

sen passe, zweifelsfrei fest, dass der Beschuldigte durch B._____ darüber in 

Kenntnis gesetzt worden sei. Weiter sei aktenmässig nachgewiesen, dass der 

Beschuldigte und B._____ nach W._____ gefahren seien, wo Ersterer 'AC._____', 

den Cousin von 'AA._____', getroffen habe. Entgegen der unglaubhaften Aussage 

- 34 - 

des Beschuldigten sei es dabei nicht um belanglosen 'Smalltalk', sondern ange-

sichts der überwachten Kommunikation klarerweise um ein Drogengeschäft be-

treffend 1 kg Kokain gegangen, das letztlich jedoch daran scheiterte, dass der 

Transport der Drogen nicht habe organisiert werden können: B._____ habe ge-

genüber D._____ am Telefon erklärt, dass sie, also der Beschuldigte und er 

(B:_____), die Arbeit für ihn (D._____) erledigt hätten, sprich das von ihm bestell-

te Kilogramm Kokain organisiert hätten. Dasselbe habe auch der Beschuldigte 

zum Ausdruck gebracht, indem er D._____ gesagt habe, dass "es", gemeint das 

Kokain, in W._____ abzuholen sei. Auch daraus gehe unzweifelhaft hervor, dass 

das Kokain in W._____ bereit gewesen sei und nur noch hätte abtransportiert 

werden müssen, was aus nicht näher bekannten Gründen jedoch nicht gesche-

hen sei. In diesem Zusammenhang falle schliesslich auch ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte bereits andere Drogengeschäfte, u.a. auch mit 'AA._____' in 

W._____, abgewickelt habe. Aus all diesen Gründen sei der Anklagesachverhalt 

betreffend VG 50 in Bezug auf den Beschuldigten rechtsgenügend erstellt 

(Urk. 62 S. 65 ff.). 

1.9.4. In diesem Zusammenhang drängt sich zunächst ein Blick auf das Aussage-

verhalten des Beschuldigten auf. Während er, wie vorstehend unter Ziffer II 1.9.2. 

dargestellt, in der polizeilichen Befragung und der Konfrontationseinvernahme 

keinerlei Aussagen machte und sich stattdessen detailliert anhörte, was die Un-

tersuchungsbehörde bis zur polizeilichen Befragung ermittelt hatte respektive   

inwieweit er allenfalls von B._____ belastet würde, gab er anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 13. Oktober 2017 seine Version zu Proto-

koll. Danach machte er sowohl in der Schlusseinvernahme wie auch vor  

Vorinstanz sowie im Berufungsverfahren keine Angaben mehr zur Sache. Er 

machte also ein einziges Mal Aussagen zur Sache und stellte sich dabei stark zu-

sammengefasst auf den Standpunkt, dass die durch die Untersuchungsbehörden 

ermittelten, äusseren Umstände zwar zutreffend seien, dass das Ganze aus sei-

ner Warte jedoch von Anfang an bloss eine inszenierte Show gewesen sei, wel-

che dazu gedient habe, B._____ zu täuschen, um nicht selbst als Lügner dazu-

stehen. Mit anderen Worten passte er seine Aussagen dem geradezu unumstöss-

lichen Untersuchungsergebnis an, welches im Wesentlichen auf aufgezeichneten 

- 35 - 

Telefongesprächen basiert. Dass die Position des Beschuldigten unhaltbar ist, 

zeigt sich allein schon an seiner nachweislich erlogenen Behauptung, wonach er 

über keine Drogenkontakte verfüge und er zudem gewusst habe, dass 

'AA.______" in W._____ über keine Drogen verfüge. Wie vorstehend unter VG 42 

erstellt, hatte der Beschuldigte nämlich nachweislich rund einen Monat vor dem 

Vorgang 50 bei 'AA._____' in W._____ mindestens 200 Gramm Kokain bezogen. 

Damit ist erwiesen, dass er sehr wohl wusste, dass bei 'AA._____' Drogen erhält-

lich gemacht werden konnten. Auch die generelle Behauptung des Beschuldigten, 

wonach er keine Drogenkontakte gehabt habe, erweist sich angesichts der bereits 

zuvor erstellten Vorgänge und auch aufgrund der teilweisen Zugeständnisse des 

Beschuldigten selbst als Lüge und damit als haltlose Schutzbehauptung. Dem 

vorliegend massgeblichen Anklagesachverhalt liegt im Wesentlichen die abgehör-

te Kommunikation vom 11./12. Juli 2016 zugrunde, welche die Vorinstanz zutref-

fend wiedergegeben und überzeugend interpretiert hat. Auf die betreffenden Er-

wägungen unter Ziffern II 1. B. 3.15. 3.2.1. ff. des angefochtenen Entscheides 

kann vorab vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 62 S. 67 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Aufgrund der auch bei diesen Konversationen verwendeten, offenkundig 

codierten Sprache kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Gespräche Dro-

gengeschäfte zum Inhalt hatten. Die Rede ist auch hier wieder vom hinlänglich 

bekannten "Auto", welches als Synonym für 1 kg Kokain steht, was der Beschul-

digte vor Vorinstanz auch ausdrücklich als zutreffende Interpretation anerkannte 

(Urk. 51 S. 37). In Bezug auf den Inhalt der überwachten Gespräche liegt es auf 

der Hand, dass D._____ B._____ am frühen Abend des 11. Juli 2016 kontaktierte 

und diesem mitteilte, dass er 1 kg Kokain von diesem beziehen wolle, wobei er 

sogleich auch klarstellte, dass er das notwendige Geld dafür zur Verfügung habe 

(Beilage 1 f. Urk. 3/15). Wie die Vorinstanz weiter überzeugend erwog, steht an-

gesichts der entsprechenden Aussage des Beschuldigten zweifelsfrei fest, dass 

B._____ ihn darüber in Kenntnis setzte. Erstellt ist weiter – und dies wurde weder 

vom Beschuldigten noch von B._____ in Abrede gestellt –, dass die beiden nach 

W._____ fuhren, wo der Beschuldigte 'AC._____', den Cousin von 'AA._____', 

traf. Gestützt auf die überwachte Kommunikation ging es bei besagtem Treffen 

klarerweise um ein Drogengeschäft betreffend 1 kg Kokain, welches letztlich je-

- 36 - 

doch daran scheiterte, dass der Transport der Drogen nicht organisiert werden 

konnte. Dass die anderslautenden Beteuerungen des Beschuldigten unglaubhaft 

sind, wurde einleitend bereits dargetan. Erneut hat die Vorinstanz die vorhande-

nen Beweismittel einer sehr gründlichen und in allen Teilen überzeugenden Be-

weiswürdigung unterzogen, weshalb sowohl die Erwägungen als auch die daraus 

gewonnenen Schlussfolgerungen uneingeschränkt übernommen werden können. 

Der Anklagesachverhalt gemäss VG 50 ist damit erstellt. 

1.10. VG 49 (Einfuhr von 2'980 Gramm netto Kokain) 

1.10.1. Der Anklagevorwurf gemäss VG 49 lautet dahingehend, dass der Be-

schuldigte zusammen mit B._____ am 3. Juli 2016, nachmittags, im Personenwa-

gen 'Peugeot' von Zürich nach AD._____/NL gereist seien, um dort u.a. bei einem 

unbekannten Montenegriner (polizeiliches Pseudonym UM 'AE._____') eine Koka-

ineinfuhr von Holland in die Schweiz zu organisieren. Am 16. Juli 2016 seien die 

beiden dann erneut über AF._____/F nach AD._____/NL gefahren, um dort bei 

UM 'AE._____' zumindest eine erste Lieferung von ca. 3 kg Kokain von Holland in 

die Schweiz geschäftsmässig abzuwickeln; dabei sei ihnen zwecks Qualitäts-

prüfung eine kleine Kokainprobe von ca. 2-3 Gramm übergeben worden. Am 

17./18. Juli 2016 seien der Beschuldigte und B._____ in die Schweiz zurückge-

kehrt und hätten sich direkt zur Pizzeria "…" des Mitbeschuldigten C._____ in 

R._____/SG begeben. Der Beschuldigte habe gemeinsam mit B._____ beschlos-

sen, das einzuführende Kokain zum Hotel AG._____ in R._____/SG liefern zu 

lassen, wobei die Ankunft des Kuriers für den 21. Juli 2016, zwischen 8 und 9 Uhr 

morgens, erwartet worden sei. Zum Zweck der Entgegennahme habe der Be-

schuldigte B._____ am frühen Morgen des 21. Juli 2016 von Zürich zur Pizzeria 

des Mitbeschuldigten C._____ nach R._____/SG gefahren und sei danach so-

gleich alleine nach Zürich zurückgekehrt; gegen 09:45 Uhr habe sich B._____ zu 

Fuss von der Pizzeria "…" zum Hotel AG._____ begeben, um dort das Kokain in 

Empfang zu nehmen. In der Zwischenzeit hätte AH._____, begleitet von AI._____ 

in einem Begleitfahrzeug, netto 2'980 Gramm Kokaingemisch (Reinsubstanz 

2'770 Gramm, Reinheitsgrad von 92-94%) mit dem Kurierfahrzeug von Holland 

nach R._____/SG transportiert, wo es durch B._____ in Begleitung der beiden 

- 37 - 

erwähnten Kuriere zur Pizzeria von C._____, der die Kokaineinfuhr mit mind. 

CHF 20'000.– mitfinanziert habe, hätte verbracht werden sollen. Die geplante Ko-

kainübergabe sei aber infolge der Verhaftung des Mitbeschuldigten B._____ und 

der beiden Kuriere sowie der Sicherstellung des Kokains durch die Polizei ge-

scheitert (Urk. 23/4 S. 13 f.). 

1.10.2. In der Hafteinvernahme vom 23. Juli 2016 stellte der Beschuldigte den 

umschriebenen Vorwurf in Abrede, wobei er im Übrigen keine Aussagen machen 

wollte (Urk. 3/2 S. 2 ff.). Im Rahmen der polizeilichen Befragungen zum Vorgang 

49 vom 9. und 21. September 2016 machte der Beschuldigte – abgesehen von 

einigen Belanglosigkeiten – keine Angaben zur Sache. Er anerkannte jedoch,   

zusammen mit B._____, den er AJ._____ nannte, in Holland gewesen zu sein 

(Urk. 3/6 und Urk. 3/7). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit B._____ 

stellte sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, dass an den Vorwürfen nichts 

Wahres dran sei und er mit Drogengeschäften nichts zu tun habe. Es treffe zwar 

zu, dass er mit B._____ im Juli 2016 verschiedene Fahrten nach Holland und 

Deutschland unternommen habe. Dabei sei es aber nicht um Drogen, sondern um 

beabsichtigte Autokäufe gegangen, die aber letztlich nie zustande gekommen 

seien. Am Tag der Verhaftung habe er B._____ zusammen mit einer anderen 

Person nach I._____ gefahren, weil Ersterer nach Mazedonien habe reisen wol-

len. Eigentlich sei er müde und angetrunken gewesen und habe die Fahrt deshalb 

nicht machen wollen. Er habe B._____ dann aber doch gefahren, weil er sein Ge-

päck dabei gehabt habe und er sich deshalb gezwungen gefühlt habe, ihn und 

den unbekannten Dritten nach I._____ respektive nach AK._____ zu fahren. 

B._____ habe er zu C._____ gebracht. Danach sei er direkt zurück nach Zürich 

gefahren, wo es später zu seiner Verhaftung durch die Polizei gekommen sei 

(Urk. 3/30 S. 10 f.). In der Schlusseinvernahme wie auch in der Hauptverhandlung 

stellte sich der Beschuldigte ebenfalls auf den Standpunkt, mit dem ihm zur Last 

gelegten Vorgang nichts zu tun zu haben (Urk. 3/39 S. 6 f., 23 f.; Urk. 51 S. 30, 

36). 

1.10.3. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer Beweiswürdigung betreffend VG 49 

zum Schluss, aufgrund der abgehörten Kommunikation, die sich im Kern mit den 

- 38 - 

Aussagen von B._____ vom 20. September 2016 in Bezug auf den Beschuldigten 

vereinbaren lasse, sowie angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte auch 

andere Drogengeschäfte, teilweise ebenfalls mit dem Mitbeschuldigten B._____, 

abgewickelt habe, sei der Anklagesachverhalt betreffend VG 49 in Bezug auf den 

Beschuldigten rechtsgenügend erstellt (Urk. 62 S. 69 ff.). 

1.10.4. Erstellt und seitens des Beschuldigten auch nicht bestritten, sind folgende 

Eckpunkte des Anklagesachverhaltes: 

− AH._____ und AI._____ reisten am 20./21. Juli 2016 von Holland her-

kommend mit zwei Fahrzeugen in die Schweiz ein, wobei sie im Kurier-

fahrzeug in einem aufwändig präparierten Versteck 2'980 Gramm Ko-

kaingemisch mit sich führten (Urk. 11/3 ff.; Urk. 12/3). 

− Das mitgeführte Kokain wies gemäss der unbestrittenen Analyse des 

FOR einen ausgesprochen hohen Reinheitsgehalt von 92-94 % auf 

(Urk. 15/3). 

− Der Beschuldigte fuhr im Juli 2016 zweimal zusammen mit B._____ 

nach Holland (Urk. 3/6 S. 5; Urk. 3/7; Urk. 3/30 S. 10; Urk. 3/36 S. 43; 

Urk. 3/39). 

− Der Beschuldigte brachte B._____ am Morgen des 21. Juli 2016 mit 

seinem Auto der Marke 'Peugeot' nach R._____ zu C._____ in die Piz-

zeria "…" (; Urk. 3/30 S. 10; Urk. 3/39 S. 23). 

Der Anklagevorwurf fusst auf einer sehr umfangreich dokumentierten und über 

beinahe drei Wochen dauernden Kommunikation zwischen dem Beschuldigten 

sowie B._____, C:_____ und sich in Holland aufhaltenden Drogenlieferanten. Die 

Vorinstanz hat die aus den verwertbaren Überwachungsmassnahmen gewonnen 

Erkenntnisse im Wortlaut korrekt zusammengefasst und wiedergegeben. Zur bes-

seren Veranschaulichung werden die durch die Vorinstanz zitierten Fundstellen 

und die jeweiligen Interpretationen an dieser Stelle noch einmal wiedergegeben: 

- 39 - 

- Audio 3.7.16, 15:27 (Beilage 1 zu Urk. 3/6): In einem Drogengespräch, das die Mit-
beschuldigten C._____ und B._____ im vom Beschuldigten gelenkten 'Peugeot' führten, 
ging es um die bevorstehende Fahrt nach Holland und um die Beschaffung von Geld. 
- Audio 11.7.16, 01:16 (Beilage 16 zu Urk. 3/6): Im Drogengespräch zwischen dem Be-
schuldigten und dem Mitbeschuldigten B._____ ging es im Wesentlichen um die Finan-
zierung einer Drogeneinfuhr, wovon ein "halbes Brot" – sprich ½ kg Kokain – für den Mit-
beschuldigten C._____ bestimmt war.  
- Audio 12.7.16, 05:39 (Beilage 21 zu Urk. 3/6): Drogengespräch zwischen dem Beschul-
digten und dem Mitbeschuldigten B._____ über offene Geldforderungen. 
- Audio 13.7.16, 14:28 (Beilage 22.1 zu Urk. 3/7): Drogengespräch zwischen dem Be-
schuldigten und dem Mitbeschuldigten B._____ über offene Geldforderungen. 
- Audio 14.7.16, 00:42 (Beilage 25 zu Urk. 3/7): In einem Drogengespräch, das die Mit-
beschuldigten C._____ und B._____ im vom Beschuldigten gelenkten 'Peugeot' führten, 
ging es um die bevorstehende Fahrt nach Holland und um die noch nicht gesicherte Fi-
nanzierung einer Lieferung von "3-4 Kilo" Kokain. 
- Audio 14.7.16, 19:54 (Beilage 36 zu Urk. 3/7): Der Mitbeschuldigte B._____ teilte dem 
Beschuldigten mit, dass für die Einfuhr von "5 Broten", sprich 5 kg Kokain, noch 
EUR 23'000.-- fehlen. 
- Audio 15.7.16, 21:51 (Beilage 37 zu Urk. 3/7): Der Mitbeschuldigte B._____ und der 
Beschuldigte besprachen mögliche Orte für die Übergabe des Kokains und wie der Liefe-
rant über den letztlich gewählten Ort informiert werden sollte. 
- Audio 17.7.16, 00:00 (Beilage 45.1 zu Urk. 3/7): Der Beschuldigte und der Mitbeschul-
digte B._____ besprachen den Weiterverkauf des Kokains und den möglichen Gewinn, 
wobei sich der Beschuldigte dafür aussprach, dass die "2, 3", also die 2 - 3 kg Kokain 
"unangetastet, so wie sie sind", sprich ungestreckt, verkauft werden sollten.  
- Audio 17.7.16, 22:34 (Beilage 45.2 zu Urk. 3/7): Der Beschuldigte und der Mitbeschul-
digte erzählten einem Dritten (wohl der Passagier aus Holland, den der Beschuldigte 
AL._____ nannte [Urk. 3/36 S. 43]), dass sie schon einen Kunden haben, der sofort nach 
Ankunft der Lieferung "ein Brot", also 1 kg Kokain, für CHF 42'000.-- übernehme.  
- Audio 18.7.16, 14:19 (Beilage 45.3 zu Urk. 3/7): Der Mitbeschuldigte B._____ lobte die 
Qualität der erhaltenen Kokainprobe ("Die Ware ist sehr stark, hey!", "Besser als die, die 
wir hatten"), worauf der Beschuldigte ihm beipflichtete ("Unvergleichbar", "Ja"). 
- Audio 19.7.16, 01:53 (Beilage 48.1 zu Urk. 3/7): Der Mitbeschuldigte B._____ ist zuver-
sichtlich, dass sie "diese 3 Stück", spricht die 3 kg Kokain, verkaufen können, worauf der 
Beschuldigte ihm zustimmt ("Diese werden wir los kriegen"). 
- Audio 19.7.16, 16:14 (Beilage 48.2 zu Urk. 3/7): Der Beschuldigte teilte seinem Mit-
fahrer mit, dass er (gemeint der Mitbeschuldigte B._____) dem Lieferanten die Adresse 
des Hotels (gemeint Hotel AG._____ in R._____/SG) als Übergabeort für das Kokain an-
gegeben habe. 
- Audio 20.7.16, 21:48 [Beilage 55 zu Urk. 3/7]: Der Mitbeschuldigte B._____ teilt dem 
Beschuldigten mit, dass er (Beschuldigter) ihn am nächsten Tag zum Hotel, gemeint Ho-
tel AG._____ in R._____/SG, fahren müsse, damit er (Mitbeschuldigter B._____) dort die 
Kuriere "um 8, 9" treffen könne. 

Angesichts dieser beindruckenden Dokumentation unbestrittenermassen durch 

den Beschuldigten geführter, offenkundiger Drogengespräche kann er seine Tä-

- 40 - 

terschaft nicht mehr ernsthaft in Abrede stellen. Vielmehr zeigt sich anhand dieser 

Gespräche mit aller Deutlichkeit, dass der Beschuldigte vom Vorhaben sehr de-

taillierte Kenntnisse hatte und – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 79 

S. 27 ff.) – massgeblich an der Organisation und Einfuhr der rund 3 kg Kokain be-

teiligt war. Entsprechend überrascht es auch wenig, dass B._____ – nach anfäng-

lichen Bestreitungen – schliesslich am 20. September 2016 zu Protokoll erklärte, 

dass der Beschuldigte die ganze Sache organisiert habe (Urk. 4/4 S. 2 ff.). Wenn 

die Vorinstanz aufgrund der Analyse der wiedergegebenen Telefongespräche 

schlussfolgert, die Kommunikation, welche sich klar erkennbar auf das Thema 

Drogen beziehe, stütze in ihrer Gesamtheit den Anklagevorwurf, da sie dokumen-

tiere, dass der Beschuldigte über die Einfuhr der rund 3 kg Kokain von Holland in 

die Schweiz bestens Bescheid gewusst habe und in die entsprechenden Vorgän-

ge massgeblich involviert gewesen sei, so ist ihr darin vollumfänglich zuzustim-

men. Vor diesem Hintergrund und mit dem Erkenntnisgewinn aus der vorange-

gangenen Beweiswürdigung, wonach der Beschuldigte, namentlich zusammen 

mit B._____, eine Vielzahl von Drogengeschäften abgewickelt hat, besteht nicht 

der geringste Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt, so wie er zur Anklage ge-

bracht wurde, auch zugetragen hat. Für die rechtliche Würdigung ist daher unter 

Verweis auf die überzeugende vorinstanzliche Beweiswürdigung (Urk. 62 S. 69 ff.; 

Art 82 Abs. 4 StPO) vom Anklagesachverhalt gemäss VG 49 auszugehen. 

1.11. Ziffer II. Illegaler Waffenerwerb und -besitz 

1.11.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten unter Anklageziffer II. im 

Wesentlichen vor, dass er zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt zwischen 

Mitte November 2015 und dem 21. Juli 2016 an einem nicht näher bekannten   

Ort eine Faustfeuerwaffe der Marke "Walther" (Selbstladepistole Modell "PPK", 

Kaliber "7.65 Browning", Serien-Nr. "…") sowie zwei dazugehörige Patronenma-

gazine erworben habe. Die Waffe samt den mit fünf und sechs Patronen gelade-

nen Magazinen habe er in der von ihm bewohnten Wohnung von AM._____ (… 

[Adresse], … Zürich) in der Wohnungstoilette unter dem Lavabokasten versteckt 

unsachgemäss aufbewahrt. Dies habe der Beschuldigte getan, obwohl er als Per-

son mit Wohnsitz im Ausland und ohne Niederlassungsbewilligung eine derartige 

- 41 - 

Waffe samt Munition ohne gültigen Waffenerwerbsschein nicht hätte erwerben 

und besitzen dürfen. Dies habe er zumindest billigend in Kauf genommen bzw. 

ihn nicht von seinem Tun abgehalten (Urk. 23/4 S. 15). 

1.11.2. Der Beschuldigte stellte sich zusammenfassend auf den Standpunkt, er 

habe die Waffe ca. zwei Monate vor seiner Verhaftung im Kühlschrank der Woh-

nung gefunden und sie dann in der Toilette versteckt, wo sie durch die Polizei 

später auch gefunden worden sei. Die Waffe gehöre nicht ihm. Er habe sie bloss 

gefunden und dann an einem sicheren Ort versteckt, damit sie nicht von jemand 

anderem benutzt werde (Urk. 3/39 S. 3 ff.; Urk. 51 S. 34 f.). 

1.11.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der Anklagesach-

verhalt lasse sich lediglich insofern erstellen, als dass der Beschuldigte die Waffe 

mitsamt Magazinen und Munition in der Wohnung von AM._____ gefunden und 

hernach unberechtigterweise in der Toilette unter dem Lavabokasten versteckt 

aufbewahrt habe (Urk. 62 S. 77 ff.). Dies beanstandet sodann auch die Verteidi-

gung nicht. Entsprechend ist die schlüssige vorinstanzliche Beweiswürdigung in 

Bezug auf den Anklagevorwurf Ziff. II. "Illegaler Waffenerwerb und -besitz"  voll-

umfänglich zu übernehmen. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Ziffer I. Drogenhandel 

2.1.1. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung zusammenge-

fasst zum Schluss, der Beschuldigte sei der qualifizierten Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf 

der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend 

VG 27, VG 54 und VG 55 sprach sie den Beschuldigten indes frei (Urk. 62 

S. 80 ff.). 

2.1.2. Die Verteidigung beanstandet die rechtliche Würdigung der Vorinstanz in 

Bezug auf Ziffer I. Drogenhandel nicht (vgl. Urk. 79). 

- 42 - 

2.1.3. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist vollständig und zutreffend. Sie 

bedarf weder einer Ergänzung noch einer Korrektur und kann daher ohne Ein-

schränkung übernommen werden. Damit ist der Beschuldigte betreffend die zur 

Anklage und im vorliegenden Verfahren noch zur Disposition stehenden Vorgän-

ge 18, 30/2, 39, 42, 49, 50, 59 und 62 der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. Wie zuvor be-

reits unter Ziffer II 1.2 erwogen, ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Verkaufs 

von ca. 500 Gramm Kokain und ca. 500 Gramm Heroin gemäss Vorgang 64   

freizusprechen.  

2.2. Ziffer II. Illegaler Waffenerwerb und -besitz 

2.2.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der Beschuldigte sei 

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, Art. 8 Abs. 1 WG, Art. 9a 

Abs. 1 WG, Art. 12 WG, Art. 15 WG und Art. 16a WG sowie Art. 15 und 21 WV 

schuldig zu sprechen (Urk. 62 S. 82 ff.). 

2.2.2. Die Verteidigung stellt sich mit Blick auf die rechtliche Würdigung durch die 

Vorinstanz auf den Standpunkt, der Beschuldigte sei im Besitz eines ausländi-

schen Waffenscheins gewesen, weshalb fraglich sei, ob sein Verhalten überhaupt 

strafbar sein könne. Zudem wirft die Verteidigung auf – sofern das Handeln des 

Beschuldigten als tatbestandsmässig zu qualifizieren sei – könnte er sich in einem 

Rechtsirrtum im Sinne von Art. 21 StGB befunden haben (Urk. 79 S. 30). 

2.2.3. In Bezug auf die Tatbestandsmässigkeit kann vollumfänglich auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 62 S. 83 f.). 

Hervorzuheben ist, dass der Beschuldigte selbst zu Protokoll gab, es sei ihm   

bewusst gewesen, dass der Fund und der Besitz einer Waffe deklariert werden 

müsse (vgl. Urk. 3/39 S. 5). Daraus muss mit der Vorinstanz geschlossen werden, 

dass ihm bewusst war, dass der Besitz einer Waffe nur mit der Erfüllung gewisser 

Voraussetzungen erlaubt ist. Entsprechend handelte der Beschuldigte vorsätzlich 

und ein Rechtsirrtum ist nicht ersichtlich. 

- 43 - 

2.2.4. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist entsprechend vollständig und 

zutreffend und kann daher vollumfänglich übernommen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Entsprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen der Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung 

mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, Art. 8 Abs. 1 WG, Art. 9a Abs. 1 WG, 

Art. 12 WG, Art. 15 WG und Art. 16a WG sowie Art. 15 und 21 WV zu bestätigen. 

2.3. Fazit 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte gestützt auf die vorstehenden Erwägun-

gen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG bezüglich VG 18, VG 30/2, VG 39, VG 42, VG 49, VG 50, VG 59, VG 62 

sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, Art. 8 Abs. 1 WG, 

Art. 9a Abs. 1 WG, Art. 12 WG, Art. 15 WG und Art. 16a WG sowie Art. 15 und 21 

WV schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz betreffend VG 64 ist der Beschuldigte freizuspre-

chen. 

III. Strafzumessung 

1.   Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren 

sowie einer Busse von CHF 700.– bestraft (Urk. 62 S. 103). Die Anklagebehörde 

verlangte im Hauptverfahren eine Sanktion von 8 ½ Jahren Freiheitsstrafe sowie 

eine Busse von CHF 300.– und beantragt nun im Berufungsverfahren die Bestäti-

gung der angefochtenen Strafe (Urk. 23/4 S. 16 ff.; Urk. 52 S. 1; Urk. 70). Die Ver-

teidigung beantragt im Berufungsverfahren eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten 

sowie eine Busse von CHF 700.– (Urk. 79 S. 1). 

2.   Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Strafzumessung einleitende Erwäg-

ungen zum Strafrahmen sowie zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumes-

sung gemacht (Urk. 62 S. 86 ff.). Auf all diese zutreffenden Erwägungen, die alle-

samt im Einklang mit der einschlägigen Lehre und Rechtsprechung stehen, kann 

- 44 - 

zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen verwiesen werden (Urk. 62 

S. 86 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Strafe ist vorliegend dementsprechend inner-

halb eines Strafrahmens von 1 bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe zu bemessen 

(Art. 19 Abs. 2 BetmG, Art. 40 StGB). 

3.   Auch in Bezug auf die konkrete Strafzumessung hat die Vorinstanz die ein-

zelnen Gesichtspunkte sorgfältig erörtert und zutreffend gewürdigt, worauf im  

Folgenden – unter anderem – kurz einzugehen ist. 

4.  Tatkomponente "qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG" 

4.1.   In Bezug auf die objektive Tatschwere hielt die Vorinstanz zutreffend fest 

(vgl. Urk. 62 S. 92 ff.), dass der Beschuldigte an diversen Drogengeschäften im 

Umfang von fast 11 kg Kokaingemisch bzw. etwa 8,5 kg reinem Kokain beteiligt 

war, womit er die für die Strafbarkeit nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG bestimmte 

Grenze massiv überschritten hat. Dabei hat die Vorinstanz bei der Strafzumes-

sung VG 64 – bezüglich welchem der Beschuldigte freizusprechen ist – nicht be-

rücksichtigt. Auch wurden keine Drogenmengen doppelt gezählt. Die Drogenge-

schäfte tätigte der Beschuldigte über den Zeitraum von ca. 6 Monaten (zwischen 

dem 25. Januar 2016 und dem 21 Juli 2016). Zudem fand im vorinstanzlichen   

Urteil auch der Umstand Berücksichtigung, dass in Bezug auf ca. 1.5 kg Kokain-

gemisch bzw. rund 1 kg reines Kokain die Drogenhandelsaktivitäten des Beschul-

digten als "Anstalten treffen" zu qualifizieren waren und entsprechend gemäss 

Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG strafmindernd zu gewichten sind. Dass diese Strafmin-

derung nur geringfügig ausgefallen ist, zumal der Beschuldigte teilweise nicht von 

sich aus auf die Ausführung verzichtete, erweist sich als überzeugend und ist ent-

sprechend ebenfalls zu bestätigen. Sodann wurde straferhöhend berücksichtigt, 

dass der Beschuldigte mehrere deliktische Einzelhandlungen über mehrere Mo-

nate vorgenommen hat. Gestützt darauf sowie den Umstand, dass der Beschul-

digte zur Tarnung mehrere Rufnummern bzw. Mobiltelefone sowie eine codierte 

Sprache verwendete, wurde zu Recht von einer erheblichen kriminellen Energie 

gesprochen. Des Weiteren wurde – richtigerweise und entgegen der Ausführun-

gen der Verteidigung (Urk. 79 S. 32 f.) – die höhere Hierarchiestufe des Beschul-

digten im Drogenhandel berücksichtigt. Sodann wurde berücksichtigt, dass der 

- 45 - 

Beschuldigte nicht aus eigenem Antrieb vom Drogenhandel abliess. Wenn die  

Vorinstanz die objektive Tatschwere gestützt auf diese Erwägungen als erheblich 

bis schwer einstufte und eine Einsatzstrafe von 7 ½ Jahren festsetzte, ist dies 

keinesfalls zu beanstanden. 

4.2.   In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten (Urk. 62 S. 93 f.), 

dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus rein finanziellen, mithin egoisti-

schen Beweggründen handelte. Sodann verwies die Vorinstanz zu Recht auf die 

eigenen Aussagen des Beschuldigten, wonach er "nicht krankhaft süchtig" ge-

wesen sei (Urk. 3/1 S. 8). Dabei berücksichtigte sie auch, dass der Beschuldigte 

seinen Konsum in den letzten Wochen vor seiner Verhaftung deutlich gesteigert 

hat (Urk. 3/4 S. 4; vgl. auch Urk. 14/7 [IRM-Gutachten zur Haaranalyse vom 

21. September 2016]). Zutreffend hat die Vorinstanz erwogen, dass bei einer   

gesamthaften Betrachtung – entgegen der Verteidigung (Urk. 79 S. 33 f.) – kein 

Fall von Beschaffungskriminalität vorliege, da der Beschuldigte die Tat nicht zur 

Finanzierung der eigenen Sucht begangen habe. Dies bestätigte der Beschuldigte 

anlässlich der Berufungsverhandlung insofern, als dass er – auf die Frage, ob er 

im Gefängnis Schwierigkeiten gehabt habe, als er kein Kokain mehr zur Ver-

fügung gehabt habe – zu Protokoll gab, das Ganze sei nur eine Kopfsache, wenn 

man etwas wolle, gehe das schon (Urk. 78 S. 5). Zusammengefasst vermag die 

subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren. 

4.3.  Mit der Vorinstanz ist von einem erheblichen bis schweren Tatverschulden 

sowie einer hypothetischen Einsatzstrafe von 7 ½ Jahren auszugehen. 

5.  Tatkomponente "Widerhandlung gegen das Waffengesetz" 

Mit Verweis auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 62 S. 94 ff.), wonach der 

Beschuldigte während rund zwei Monaten eine Faustfeuerwaffe samt Magazinen 

und Munition in der von ihm benutzten Wohnung unberechtigterweise aufbewahrt 

hat, ist die objektive Tatschwere als gerade noch leicht zu werten. Subjektiv han-

delte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Die subjektive Tatschwere vermag die 

objektive nicht zu relativieren. Wenn die Vorinstanz in Anwendung des Aspera-

- 46 - 

tionsprinzips gemäss Art. 49 StGB einen Zuschlag von drei Monaten als ange-

messen betrachtete, ist dies nicht zu beanstanden. 

6.   Zwischenfazit 

Mit Blick auf die Tatschwere der beiden vorerwähnten Delikte des Beschuldigten 

wäre eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 9 Monaten angemessen. 

7.   Täterkomponente 

7.1.   Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten und 

seinen Werdegang in den wesentlichen Punkten korrekt zusammengefasst und 

wiedergeben. Darauf ist zu verweisen (Urk. 2 S. 96 f.). Zu der aktuellen Lebens-

situation führte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, er   

arbeite nun in der Küche des Gefängnisses. Seine Tochter sei 15 Jahre alt und 

gehe zur Schule. Sein 18-jähriger Sohn gehe ebenfalls noch zur Sc