# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68fa9449-3a05-5328-a3f8-d48ada23b32f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2011 E-7698/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7698-2009_2011-10-12.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7698/2009

U r t e i l   v om   1 2 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Hans Schürch,
Richterin Regula Schenker Senn,   
Gerichtsschreiberin Valerie Kaeser.

Parteien A. _______, geboren (…),
Kosovo,  
vertreten durch Annelise Gerber, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. November 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  verliess  Kosovo  eigenen  Angaben  zufolge  im 
Oktober  2009  und  gelangte  über Serbien, Ungarn  und  "andere  Länder" 
am 22. Oktober 2009 in die Schweiz. Er suchte gleichentags im (…) um 
Asyl  nach.  Am  28.  Oktober  2009  wurde  er  zur  Person,  zum Reiseweg 
und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragt; am 3. 
November 2009 erfolgte die Anhörung zu seinen Asylgründen. 

Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, er sei Gorane mit letztem Wohnsitz in (…), einem 
Dorf  in der Nähe von Dragash. Seit dem Jahre 2005 habe er Probleme 
mit Albanern gehabt. Bei seinen Ausflügen nach (…) sei er immer wieder 
von  Unbekannten  angehalten,  beschimpft,  beleidigt  und  verprügelt 
worden. Alle  tätlichen Übergriffe  habe er  der Polizei  von  (…)  gemeldet, 
doch  habe  diese  nichts  unternommen.  Aus  Angst  vor  den  Drohungen, 
Belästigungen und physischen Übergriffen, wegen Problemen mit seinem 
Vater und aufgrund der allgemeinen Diskriminierung der Goranen und der 
damit  zusammenhängenden  Perspektivlosigkeit  habe  er  sich 
entschlossen, Kosovo zu verlassen. Er sei gesundheitlich angeschlagen 
und  in  medizinischer  Behandlung  gewesen;  der  Arzt  habe  ihm  –  ohne 
konkret anzugeben, woran er leide – Beruhigungstabletten gegeben. 

B.
Mit Verfügung vom 11. November 2009 – gleichentags eröffnet – stellte 
die  Vorinstanz  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht,  lehnte das Asylgesuch ab, wies ihn aus der 
Schweiz weg und ordnete den Vollzug an.

Für  die  entsprechende  Begründung  wird,  soweit  erforderlich,  auf  die 
angefochtene Verfügung und die nachstehenden Erwägungen verwiesen. 

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  9.  Dezember  2009  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seine 
Rechtsvertreterin  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und  als  Folge  davon  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  infolge 
Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  beantragen.  In  prozessualer 
Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

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Für  die  entsprechende  Begründung  wird,  soweit  erforderlich,  auf  die 
Beschwerde und die nachstehenden Erwägungen verwiesen. 

D.
Das  Bundesverwaltungsgericht  hielt  in  seiner  Zwischenverfügung  vom 
23. Dezember 2009  fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des 
Rechtsmittelverfahrens  in  der Schweiz  abwarten,  hiess  das Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gut,  verzichtete  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  lud  die  Vorinstanz  zur 
Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

E.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  15.  Januar  2010  führte  das  BFM  zur 
Beschwerde  und  zu  dem  dieser  beigelegten  Arztbericht  aus,  eine 
medizinische beziehungsweise psychiatrische Behandlung sei  in Kosovo 
möglich und (…) hätten zu den psychiatrischen Strukturen Zugang. Auch 
sei  darauf  hingewiesen  worden,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Rückkehrberatung  des  zugewiesenen  Kantons  einen  Antrag  auf 
individuelle  medizinische  Rückkehrhilfe  stellen  könne.  Das  Bundesamt 
halte  an  seinen  Erwägungen  fest  und  beantrage  die  Abweisung  der 
Beschwerde. 

F.
Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Juli 2011 wurde 
dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  Replik  gegeben,  und  er  wurde 
gleichzeitig  aufgefordert,  das  Gericht  über  seine  aktuellen  persönlichen 
Verhältnisse zu orientieren. Eine Stellungnahme blieb aus. 

G.
Mit  Schreiben  vom  30.  August  2011  gelangte  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  einer  Botschaftsanfrage  an  die 
Schweizerische  Vertretung  in  Pristina.  Das  Ergebnis  der  Abklärungen 
ging am 14. September 2011 beim Bundesverwaltungsgericht ein. 

H.
Das  Gericht  gab  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom  20. 
September 2011 Gelegenheit, zu den Abklärungsergebnissen bis zum 7. 
Oktober  2011  Stellung  zu  nehmen;  er  wurde  darauf  hingewiesen,  dass 
das Verfahren bei ungenutzter Frist aufgrund der bestehenden Aktenlage 
weitergeführt werde. 

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I.
Mit  Schreiben  vom  7.  Oktober  2011  nahm  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers zu den Ergebnissen der Botschaftsanfrage Stellung. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht. Der Beschwer­
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 
angefochtene Verfügung besonders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er  ist  daher 
zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1  AsylG).

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3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheides  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  nicht 
asylrelevant und er erfülle demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

Bei den vorgebrachten Beschimpfungen, Beleidigungen, Drohungen und 
wiederholten tätlichen Angriffen handle es sich um Übergriffe von Dritten. 
Solche  Übergriffe  seien  nur  dann  asylrelevant,  wenn  der  Staat  seiner 
Schutzpflicht  nicht  nachkomme  oder  nicht  in  der  Lage  sei,  Schutz  zu 
gewähren. Generell  sei Schutz gewährleistet, wenn der Staat geeignete 
Massnahmen  treffe,  um  die  Verfolgung  zu  verhindern,  beispielsweise 
durch wirksame Polizei­ und Justizorgane zur Ermittlung, Strafverfolgung 
und  Ahndung  von  Verfolgungshandlungen.  Die  Betroffenen  müssten 
jedoch auch Zugang zu diesem Schutz haben.  In Kosovo sei es  in den 
vergangenen  Jahren  vereinzelt  zu  Übergriffen  auf  Angehörige  der 
ethnischen  Minderheiten,  namentlich  der  Goranen,  gekommen.  Von 
allgemeinen Vertreibungen könne jedoch nicht ausgegangen werden. Die 
internationalen  Sicherheitskräfte  sowie  die  Kosovo  Police  (KP)  würden 

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die  Sicherheit  garantieren  und  seien  weitgehend  in  der  Lage,  die 
ethnischen Minderheiten – so auch die Goranen – in Kosovo zu schützen. 
Bei  Übergriffen  würden  die  Sicherheitskräfte  intervenieren  und  bei 
Straftaten  würden  Ermittlungen  aufgenommen.  Dass  nicht  alle 
strafrechtlich  relevanten  Vorkommnisse  zu  einer  Ahndung  führen 
könnten,  sei  offensichtlich.  So  könne  es  vorkommen,  dass  trotz  des 
grundsätzlichen  Willens  der  Behörden,  die  Bürger  zu  schützen,  die 
Untersuchungen  nicht  erfolgreich  abgeschlossen  werden  könnten  oder 
die Behörden untätig bleiben müssten, wenn zu wenige Hinweise auf die 
Täterschaft  bestünden  oder  die  tatsächliche  Lage  die  Einleitung  von 
Untersuchungsmassnahmen als fruchtlos erscheinen lasse. 

Die  weiteren  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  –  die  allgemeine 
Diskriminierung  und  Demütigungen  seitens  der  Albaner  und  Serben 
aufgrund  seiner  goranischen  Ethnie  und  der  damit  einhergehenden 
Perspektivlosigkeit  hinsichtlich  seiner  beruflichen  Zukunft  –  würden 
ebenfalls  keine  Asylrelevanz  entfalten.  Die  geltend  gemachten 
Benachteiligungen  gingen  in  ihrer  Intensität  nicht  über  die  Nachteile 
hinaus,  welche  in  ähnlicher Weise  einen  Grossteil  der  Goranen  treffen 
könnten.

Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Weder  die  im 
Heimatland  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe 
sprächen  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach 
Kosovo.  Auch  aus  medizinischer  Sicht  stelle  die  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  keine  konkrete  Gefährdung  dar.  Der 
Wegweisungsvollzug  sei  im  vorliegenden  Fall  zulässig,  zumutbar  und 
möglich. 

4.2.  In  der  Beschwerde  wird  der  Argumentation  der  Vorinstanz 
entgegengehalten,  es  sei  davon  auszugehen,  dass  die  internationalen 
Sicherheitskräfte  und  die  Kosovo  Police  (KP)  die  Sicherheit  der 
ethnischen  Minderheiten  in  Kosovo  nicht  garantieren  könnten  und  dies 
auch  nicht  wollten.  Trotz  oder  gerade  aufgrund  des  Inkrafttretens  der 
Unabhängigkeitserklärung  von  Kosovo  würden  Angehörige  der 
Minderheiten  diskriminiert  und  tätlich  angegriffen.  Bei  einer  Rückkehr 
nach Kosovo hätte der Beschwerdeführer unter ethnischer Verfolgung zu 
leiden.  Die  kosovarischen  Behörden  seien  nicht  in  der  Lage,  ihn  vor 
künftigen  Übergriffen  zu  schützen.  Er  wäre  wegen  der  gegenwärtig  in 
Kosovo herrschenden politischen Situation an Leib und Leben gefährdet 

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und  hätte  noch  unter  anderen  Massnahmen  zu  leiden,  welche  einen 
unerträglichen  Druck  gegen  ihn  erzeugen  würden.  Für  den 
Beschwerdeführer  sei  es  unmöglich,  in  seiner  Heimat  eine  Existenz 
aufzubauen.  Auch  von  seiner  Familie  könne  er  keine  Unterstützung 
erwarten.  Seine  serbische  Schulausbildung  werde  in  Kosovo  nicht 
anerkannt,  zudem  spreche  er  kaum Albanisch.  In  Serbien werde  er  als 
"Albaner" diskriminiert und könne auch dort nicht Fuss fassen. 

Schliesslich  sei  auch  die  gesundheitliche  Situation  des 
Beschwerdeführers  zu  berücksichtigen.  Er  leide  unter  einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  und  benötige  eine  spezifische 
Traumatherapie (in serbischer Sprache). Eine solche Therapie sei in den 
von  der  Vorinstanz  aufgeführten  Gesundheitszentren  nicht  möglich. 
Abgesehen  davon  mangle  es  in  den  Zentren  an  Ärzten,  welche  eine 
genügende  fachliche Ausbildung zur Durchführung von Psychotherapien 
hätten. 

Aus  diesen  Gründen  sei  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig  und 
unzumutbar, und der Beschwerdeführer sei – sollte ihm kein Asyl gewährt 
werden – zumindest vorläufig aufzunehmen. 

Auf  die  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  zum  Ergebnis  der 
Botschaftsanfrage,  welche  sich  bis  auf  den  beigelegten  Bericht  eines 
Neuropsychiaters  im  Wesentlichen  darauf  beschränkt,  bereits  in  der 
Beschwerde vorgebrachte Argumente zu wiederholen und die getätigten 
Abklärungen durch die Botschaft  in Zweifel zu ziehen, wird nachstehend 
eingegangen. 

5. 

5.1. Wie  in  der Erwägung  3.2  dargelegt muss, wer  um Asyl  nachsucht, 
die  Flüchtlingseigenschaft  zumindest  glaubhaft  machen  (Art.  7  Abs.  1 
AsylG).  Glaubhaft  gemacht  ist  die  Flüchtlingseigenschaft,  wenn  die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält  (Art.  7 Abs.  2 AsylG).  Im Gegensatz  zum  strikten Beweis 
genügt  es  daher,  wenn  der  Richter  das  Vorhandensein  der  zu 
beweisenden Tatsache  für wahrscheinlich hält,  selbst wenn er  noch mit 
der  Möglichkeit  rechnet,  dass  sie  sich  nicht  verwirklicht  haben  könnte 
(WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel 1990, S. 302 f.). Die 
wahrheitsgemässe  Schilderung  einer  tatsächlichen  Verfolgung  ist  dabei 
durch  Korrektheit,  Originalität,  hinreichende  Präzision  und  innere 

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Übereinstimmung gekennzeichnet (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr.  28  S. 
270).  Unglaubhaft  wird  eine  Schilderung  von  Erlebnissen  insbesondere 
bei  wechselnden,  widersprüchlichen,  gesteigerten  oder 
nachgeschobenen  Vorbringen.  Bei  der  Beurteilung  der 
Glaubhaftmachung  geht  es  um  eine  Gesamtbeurteilung  aller  Elemente 
(Übereinstimmung  bezüglich  des  wesentlichen  Sachverhaltes, 
Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Angaben,  persönliche 
Glaubwürdigkeit  etc.),  die  für  oder  gegen  den  Beschwerdeführer 
sprechen.  Glaubhaft  ist  eine  Sachverhaltsdarstellung  nur,  wenn  die 
positiven  Elemente  überwiegen.  Für  die  Glaubhaftmachung  reicht  es 
demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber 
in  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  wesentliche  oder  überwiegende 
Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. 

5.2. Das  Bundesverwaltungsgericht  geht mit  der  Vorinstanz  einig,  dass 
die vom Beschwerdeführer behaupteten Diskriminierungen und  tätlichen 
Angriffe  durch  ihm  unbekannte  Dritte  keine  Asylrelevanz  im  Sinne  von   
Art.  3  Abs.  2  AsylG  aufweisen.  Derartige  Übergriffe  durch  Dritte  oder 
Befürchtungen,  solchen  künftig  ausgesetzt  zu  sein,  sind  nur  dann 
asylrelevant, wenn der Staat  seiner Schutzpflicht  nicht nachkommt oder 
nicht in der Lage ist, Schutz zu gewähren.

In Kosovo gibt es mit der UNMIK (United Nations  Interim Administration 
Mission  in  Kosovo)  und  der  EU  zwei  internationale  Missionen.  Die 
EULEX­Mission  (Rechtsstaatlichkeitsmission  der  Europäischen Union  in 
Kosovo)  umfasst  Polizisten,  Richter,  Staatsanwälte  und 
Strafvollzugsbeamte.  Die  internationalen  Sicherheitskräfte  sowie  die  KP 
(Kosovo Police)  garantieren die Sicherheit  und  schützen die ethnischen 
Minderheiten.  Die  Sicherheitslage  in  (…)  präsentiert  sich  seit  Jahren 
relativ stabil. Diese Einschätzung der Sicherheitsorgane vor Ort wird auch 
durch  die  OSZE  (Organisation  für  Sicherheit  und  Zusammenarbeit  in 
Europa), das UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) 
und  das  "Municipal  Communities  Office"  (Amt  für 
Volksgruppenangelegenheiten) der Gemeindeverwaltung (…) geteilt (vgl. 
Demaj  Violeta,  Situation  der  Goraner/Bosniaken  in  der  Gemeinde  (…), 
April 2008, S. 8). 

5.3. Die von der Botschaft vorgenommenen Abklärungen haben ergeben, 
dass der Beschwerdeführer  in seinem Heimatdorf  (…) weder mit seinen 
Nachbarn  noch  mit  den  Albanern  Probleme  gehabt  hat.  Auch  mit  der 

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Polizei  hatte er offenbar nie  zu  tun. Bestätigt werden dagegen  familiäre 
Konflikte  und  die  allgemein  schlechten  Lebensbedingungen,  die  auch 
dazu geführt haben, dass der grösste Teil der jüngeren Bevölkerung (…) 
verlassen hat und sich dort – bei einer Gesamtbevölkerung von etwa (…) 
Personen – zumeist nur noch ältere (…) aufhalten. 

Weiter  wird  im  Bericht  der  Botschaft  ausgeführt,  die  kriegerischen 
Ereignisse  von  1999  hätten  tatsächlich  viele  Bewohner  des  Dorfes 
gestresst.  Vor  allem ein Bombeneinschlag  habe  sie  schockiert,  aber  es 
stehe  fest,  dass  der Beschwerdeführer  nicht  in  der Nähe der Explosion 
gewesen sei.

5.4.  In der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 7. Oktober 2011 
wird festgehalten, die Abklärungsergebnisse seien so nicht geeignet, die 
Vorbringen des Beschwerdeführers auf  ihre Wahrheit  zu überprüfen.  Im 
Heimatdorf des Beschwerdeführers seien vor allem alte Leute wohnhaft. 
Die  jüngeren  Leute  seien  weggezogen,  da  sie  sich  anderswo  eine 
bessere wirtschaftliche Situation erarbeiten wollten. Richtig sei, dass die 
Eltern  und  ein  Bruder  des  Beschwerdeführers  im  Dorf  wohnten.  Der 
Beschwerdeführer  sei  jedoch  unter  anderem  auch  wegen  seiner 
schwierigen  Beziehung  zu  seinem  Vater,  welcher  ihn  grundlos 
unterdrückt  und  ihm  eine  normale  Beziehung  zu  seiner  Mutter 
verunmöglicht habe, aus seinem Heimatland geflohen. Seit  zwei Jahren 
habe er überhaupt keinen telefonischen Kontakt mehr zu seiner Familie; 
zuvor  habe  er  sporadisch  mit  seiner  Mutter  telefoniert.  Vor  diesem 
Hintergrund sei es ihm unmöglich, zu seiner Familie zurückzukehren. Es 
werde  im  Bericht  nicht  erwähnt,  ob  der  Vertreter  der  Schweizerischen 
Botschaft  direkt  mit  den  Familienmitgliedern  des  Beschwerdeführers 
gesprochen habe. Unklar sei, von wem diese Informationen ausgegangen 
seien. Der grosse  innerfamiliäre Konflikt  sei nicht erkannt worden. Auch 
von dem Zimmer des Beschwerdeführers in seinem Elternhaus, welches 
feucht,  muffig  und  baulich  in  einem  sehr  schlechten  Zustand  sei  und 
worin  er  auf  Dauer  sowieso  nicht  leben  könnte,  werde  im 
Botschaftsbericht  nichts  erwähnt.  Die  im Bericht  erwähnte medizinische 
Versorgung  in einem medizinischen Zentrum  in der Nähe von  (…) gebe 
es  nicht.  Man  spreche  da  zudem  nur  Albanisch  und  müsse  die 
Konsultationen  und  alle  Medikamente  selbst  bezahlen.  Bei 
Fürsorgeabhängigkeit  übernehme  der  Staat  die  medizinischen  Kosten 
nicht. 

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Der  Stellungnahme  lag  der  Bericht  eines  Berner  Neuropsychiaters  bei, 
welcher sich im (…) 2011 im (…) aufgehalten habe. Der Bericht hält unter 
anderem  fest,  dass  in  (…)  die  Kapazitäten  für  die  Behandlung  von 
psychiatrischen  Patienten  sehr  eingeschränkt  sei.  In  (…)  gebe  es  eine 
primäre  medizinische  Versorgung.  Die  Erstuntersuchung  sei  gratis, 
weitergehende  Behandlungen,  Medikamente  und  einen  allfälligen 
Transport  müssten  die  Patienten  selbst  bezahlen.  Der  Zugang  zur 
Weiterbildungen  sei  für  die  Goranen  nur  sehr  eingeschränkt  möglich, 
Arbeit zu finden sei schwierig bis unmöglich. 

5.5.  Das  Gericht  hält  fest,  dass  die  (detaillierten)  Informationen  zum 
familiären Konflikt nicht von irgendwelchen Dorfbewohnern stammen, die 
die  Identität  der  Auskunftspersonen  indessen  nicht  offengelegt  werden 
kann (Informantenschutz). Sodann wird festgestellt, dass alle Vorbringen 
im Kern einzig die schwierige Situation im Heimatdorf und in der Region 
des  Beschwerdeführers  zum Gegenstand  haben  und  asylrechtlich  nicht 
von  Relevanz  sind.  Daran  vermag  auch  der  Bericht  des  Berner 
Neuropsychiaters  nichts  zu  ändern;  es  besteht  für  das  Gericht  kein 
Anlass, die im Zusammenhang mit den geltend gemachten medizinischen 
Problemen  beziehungsweise  deren  Behandlung  in  Kosovo  erhaltenen 
amtlichen Informationen in Zweifel zu ziehen. 

Im Übrigen kann vorliegend ohne weiteren Begründungsaufwand auf die 
Rechtsprechung  des  Gerichts  (vgl.  beispielsweise  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­6827/2010  vom  2.  Mai  2011  und  D­
1157/2011 vom 4. April 2011) verwiesen werden.

Dem Beschwerdeführer gelingt es somit nicht, die Flüchtlingseigenschaft 
nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das 
Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

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7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 

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Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­
führers  nach  Kosovo  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG 
rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung nach Kosovo dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 
nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung 
ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 
müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Kosovo 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass weder die 
im  Heimatstaat  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe 
gegen die Zumutbarkeit der Rückführung nach Kosovo sprechen würden. 
Die Sicherheitssituation habe sich dank des Einsatzes der Kosovo Force 
(KFOR) verbessert oder zumindest stabilisiert und die Wahrscheinlichkeit 
einer  konkreten  Gefährdung  für  Bosniaken,  Torbes  und  Gorani  allein 
aufgrund der Ethnie könne weitgehend ausgeschlossen werden. Zudem 
sei  für  diese  Ethnien  die  Bewegungsfreiheit  grundsätzlich  im  ganzen 
Kosovo gegeben. Auch der Zugang zu den medizinischen und sozialen 
Strukturen sei in aller Regel gewährleistet. 

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Gemäss Arztbericht vom 3. Dezember 2009 wird dem Beschwerdeführer 
eine  unverarbeitete  subyndrale  posttraumatische  Belastungsstörung 
sowie  eine  reaktive  angst­depressive  Reaktion  bei  psychosozialer 
Belastungssituation  diagnostiziert.  Das BFM geht  davon  aus,  dass  eine 
medizinische,  beziehungsweise  psychiatrische  Behandlung  in  Kosovo 
möglich  ist  und  dass  Angehörige  der  Goranen  zu  diesen  Strukturen 
Zugang haben. Auch hat  das Bundesamt darauf  hingewiesen,  dass der 
Beschwerdeführer  einen  Antrag  um  individuelle  medizinische 
Rückkehrhilfe  bei  der  Rückkehrberatungsstelle  des  zugewiesenen 
Kantons stellen kann. 

Die  Botschaftsabklärung  hat  ergeben,  dass  sich  (…)  Kilometer  vom 
Heimatdorf  des  Beschwerdeführers  entfernt  ein  Gesundheitszentrum 
befindet. Der Beschwerdeführer gibt  in seiner Beschwerde hingegen an, 
das  nächstgelegene  Zentrum  zur  Behandlung  einer  (…)  Person  liege 
rund 40 km von  (…) –  im Bezirk  (…) – entfernt. Die Ärzte seien zudem 
nur  der  albanischen  Sprache  mächtig,  in  welcher  sich  der 
Beschwerdeführer  nicht  verständigen  könne.  Demgegenüber  haben  die 
von  der  Botschaft  vorgenommenen  Abklärungen  ergeben,  dass  es  im 
Gesundheitszentrum in (…) Ärzte gibt, die entweder Albanisch oder den 
Dialekt der Goranen sprechen würden. Der Besuch bei der medizinischen 
Einrichtung  koste  1  Euro,  und  der  Staat  übernehme  bei 
Fürsorgeabhängigkeit  die  gesamten  Kosten.  Der  Bericht  des  Berner 
Neuropsychiaters  ist nicht geeignet, die dem Gericht von amtlicher Seite 
(Gemeinde und Spitalverwaltung) zugegangenen Informationen in Zweifel 
zu ziehen.

Im  Übrigen  ist  bezüglich  des  Gesundheitszustandes  des 
Beschwerdeführer  anzumerken,  dass  der  der  Beschwerde  beigelegte 
Arztbericht  vom     3.  Dezember  2009  datiert.  Obwohl  der 
Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom  21.  Juli  2011  ausdrücklich 
aufgefordert  worden  ist,  das  Gericht           auch  über  seinen 
Gesundheitszustand  zu  orientieren,  sind  entsprechende  Informationen 
ausgeblieben. Es besteht aufgrund dieser Sachlage keine Veranlassung, 
näher auf die geltend gemachten medizinischen Probleme einzugehen.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 

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notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Verfahrenskosten 
grundsätzlich  dem  unterliegenden  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 
63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat jedoch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
ersucht. Gemäss dieser Bestimmung befreit die Beschwerdeinstanz eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der 
Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos 
erscheint.  Im  vorliegenden  Fall  erschienen  die  Anträge  des 
Beschwerdeführers  nicht  als  aussichtslos.  Da  zudem  die  Bedürftigkeit 
nachgewiesen  ist,  wurde  das  Gesuch  mit  Zwischenverfügung  vom 
23. Dezember 2009 gutgeheissen, und es ist demnach von der Erhebung 
von Verfahrenskosten abzusehen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  das 
Migrationsamt des Kantons St. Gallen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Valerie Kaeser

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