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**Case Identifier:** bb70121d-3de0-5371-99aa-e173493eb71e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.03.2021 200 2019 732
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-732_2021-03-30.pdf

## Full Text

200 19 732 IV
FUR/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. März 2021

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Juli 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2015 unter Hinweis auf eine Arthrose (Hüftpro-
these), Diskushernien sowie eine Depression bei der Eidgenössischen In-
validenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1). 
Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm daraufhin erwerb-
liche und medizinische Abklärungen vor. Sie gewährte mehrere Arbeitsver-
suche (inkl. Verlängerungen; act. II 26, 35, 47, 65, 74), Kostengutsprache 
für einen Verhandlungskurs (act. II 30), eine Arbeitsplatzabklärung 
(act. II 45), Arbeitsvermittlung (act. II 46) sowie Kostengutsprache für einen 
Arbeitsstuhl (act. II 57). Sodann holte sie Stellungnahmen des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 96 f.) und einen Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb (act. II 98) ein. Mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2017 
(act. II 100) stellte die IVB dem Versicherten die Abweisung des Rentenbe-
gehrens in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (act. II 108) veranlasste sie 
auf Empfehlung des RAD (act. II 111) eine bidisziplinäre Begutachtung 
durch die C.________ GmbH (MEDAS; Gutachten vom 26. Juni 2018; 
act. II 120.1-3) und eine erneute Abklärung Haushalt/Erwerb durch den 
Abklärungsdienst (Bericht vom 16. August 2018; act. II 123). Mit neuem 
Vorbescheid vom 27. August 2018 (act. II 124) stellte die IVB bei einem 
Invaliditätsgrad von 20 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aus-
sicht. Nach dagegen vorgebrachtem Einwand (act. II 128) und diesbezügli-
cher Stellungnahmen durch den RAD (act. II 133, 135 f.) und den Bereich 
Abklärungen (act. II 142) unterzog sich der Versicherte, wie gegenüber der 
IVB im Rahmen des Vorbescheidverfahrens mitgeteilt (act. II 139), am 
8. Februar 2019 einer Rückenoperation (act. II 145). In der Folge nahm die 
IVB abermals Rücksprache mit dem RAD (act. II 147, 149, 156) und ver-
neinte mit Verfügung vom 29. Juli 2019 (act. II 160) entsprechend dem 
Vorbescheid einen Rentenanspruch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 16. September 2019 erhob der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. B.________, Beschwerde. Er beantragte, die Ver-
fügung vom 29. Juli 2019 sei aufzuheben und es sei ihm eine IV-Rente auf 
der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 70 % zuzusprechen.

In der Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2019 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 19. Februar 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinem 
beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest.

Mit Eingabe vom 17. März 2020 hielt die Beschwerdegegnerin – bei gleich-
zeitigem Verzicht auf eine Duplik – an ihren gestellten Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Juli 2019 
(act. II 160). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

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ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.3.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 

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der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.3.2 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invali-
ditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätig-
keit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf 
ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-

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ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-
rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 
E. 2.2.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Den Akten ist bezüglich des Gesundheitszustands des Beschwerde-
führers bzw. seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer unterzog sich am 20. März 2015 bei dia-
gnostizierter Coxarthrose links einer Implantation einer Hüfttotalendopro-
these (Hüft-TP) links über anterolateralen Zugang (Operationsbericht vom 
20. März 2015; act. II 11 S. 8 f.) und am 30. September 2015 bei diagnosti-
zierter Diskushernie L5/S1 links mit sensomotorischem Reizsyndrom L5 

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(ICD-10 M51.1) einer Dekompression L5/S1 (Operationsbericht vom 1. Ok-
tober 2015; act. II 11 S. 4 f.).

3.1.2 Im Bericht der Wirbelsäulenchirurgie des Spitals D.________ vom 
30. März 2016 (act. II 38 S. 6 f.) führte Prof. Dr. med. L.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
als Diagnosen einen Zustand nach Diskushernien-Operation L5/S1 links 
vom 30. September 2015, ein lokales lumbovertebrales Schmerzsyn-
drom/Lumboglutealgie linksbetont und einen Zustand nach Hüft-TP beid-
seits auf. Es möge eine Restproblematik nach Diskushernie eine gewisse 
Rolle spielen. Eine offensichtliche Neurokompression könne ausgeschlos-
sen werden. Belastend und erschwerend sei die Arbeitssituation (gekündig-
te Stellung bzw. Taggeldbezug). Es scheine zumutbar (S. 6), dass per Mai 
2016 die Arbeitstätigkeit als ... wieder aufgenommen werde bzw. wieder 
eine Meldung beim Arbeitsamt erfolge (S. 7).

3.1.3 Der Hausarzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, bezeichnete im Bericht vom 7. März 2017 (act. II 60 S. 2 f.) den 
Gesundheitszustand als stationär und diagnostizierte mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Diskushernie L5/S1 mit sensomotorischem Reizsyn-
drom L5 (Status nach Dekompression L5/S1 am 30. September 2015) und 
eine Coxarthrose beidseits, links symptomatischer als rechts (Status nach 
Hüft-TP links am 20. März 2015). Es lägen belastungsabhängige Schmer-
zen im Bereich der LWS sowie noch leichte auch der rechten Hüfte vor. 
Insgesamt seien letztere regredient, sodass mit einer restitutio ad integrum 
in einigen Wochen gerechnet werden könne. Die Rückenbeschwerden sei-
en kaum regredient (S. 2). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
vom 1. Juni 2015 bis 31. Mai 2016 und eine solche von 50 % vom 1. Juni 
2016 bis auf Weiteres. Leichte, den Rücken nicht belastende Tätigkeiten 
mit abwechslungsweise stehender/sitzender Position, ohne Heben von 
Lasten über 5 kg seien zumutbar (S. 3).

3.1.4 Im Bericht vom 25. Juli 2017 (act. II 72) vermerkte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen statio-
nären Gesundheitszustand ohne diagnostische Veränderung. Mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit seien eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, eine Angst-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 9

störung (ICD-10 F41.9), Folgeschmerzen nach Diskushernie L5-S1 (ope-
riert im September 2015) und Hüft-TP links (März 2015; S. 1). Es bestehe 
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 1. Ja-
nuar 2016 bis auf Weiteres. Eine Erwerbstätigkeit sei noch bis zu 50 % 
ausführbar (S. 2).

3.1.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 21. Au-
gust 2017 (act. II 75) als Diagnosen eine hartnäckige Lumbago mit pseudo-
radikulärer Ausstrahlung linksbetont bei Lumboischialgie und Foraminals-
tenose L4/5 und L5/S1 links, eine chronische rezidivierende Depression, 
einen Zustand nach Hüft-TP beidseits und einen Zustand nach Dekom-
pression L5/S1 links vom 30. September 2015 bei Massenprolaps (S. 1). 
Der Beschwerdeführer leide unter einem tieflumbalen Restschmerz, wobei 
die Ursache nicht die sequestrierte Diskushernie vom letzten Jahr darstelle, 
sondern eine moderate Foraminalstenose L4/5 und L5/S1. Aktuell habe der 
Beschwerdeführer seine Arbeitsleistung im Rahmen des Eingliederungs-
programms recht gut erbracht mit Einschränkungen. Im Moment würde er 
auf dem freien Arbeitsmarkt nicht bestehen. Für leichte körperliche Tätig-
keiten in sog. Wechselpositionen mit eingeschränktem Stress sei der Be-
schwerdeführer grundsätzlich voll einsetzbar. Für mittelschwere und 
schwere Arbeiten sei er nicht geeignet (S. 2).

3.1.6 Am 15. November 2017 führte der RAD-Arzt Dr. med. H.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, es bestünden noch Va-
lenzen (Einsatz dual wirksamer Antidepressiva) im therapeutischen Be-
reich. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die psychiatri-
schen Symptome die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit gemäss den Akten 
möglicherweise beeinträchtigten. Zunächst sollten weitere therapeutische 
Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit eine versicherungsmedizinisch 
relevante Aussage gemacht werden könne (act. II 96 S. 3).

Am 22. November 2017 hielt der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
fest, der Beschwerdeführer sei von Seiten des Rückens vermindert belast-
bar. Als ... bestehe nur insofern eine Arbeitsunfähigkeit als die diesbezügli-
chen körperlichen Beanspruchungen das nachfolgende Zumutbarkeitsprofil 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 10

überstiegen. In einer leidensangepassten Tätigkeit seien leichte, wechsel-
belastende Tätigkeiten ganztags über 8.5 Stunden ohne zusätzliche Leis-
tungsminderung zumutbar. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, die Ro-
tation im Sitzen/Stehen unter Gewichtsbelastung, das Heben von Lasten 
körperfern, repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbei-
ten, das Besteigen von Leitern, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten 
in nach vorne geneigter Haltung sowie repetitive, stereotype Bewegungs-
abläufe im Bereich der LWS (act. II 97 S. 6).

3.1.7 Dr. med. E.________ erwähnte in der Stellungnahme vom 6. Fe-
bruar 2018 (act. II 108 S. 9), bezüglich der Rückenschmerzen sei bis jetzt 
alles unternommen worden um diese zu vermindern (operative Dekom-
pression L5/S1 am 30. September 2015, intensive physiotherapeutische 
Übungen). Eine Verminderung sei nicht eingetreten, im Gegenteil, in den 
letzten Monaten sei es zu einer deutlichen Akzentuierung gekommen. Be-
züglich der depressiven Entwicklung zeigten sich in den letzten Monaten 
vermehrt Symptome mit Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Antriebs-
losig- und Perspektivlosigkeit. Die ambulanten psychiatrischen Therapieop-
tionen würden sehr wohl ausgeschöpft. Zusammenfassend liege hier eine 
echte Notsituation vor mit effektiver Arbeitsunfähigkeit von 50 % (sowohl für 
die erwerbliche als auch die ehrenamtliche Tätigkeit).

3.1.8 In der Stellungnahme vom 20. Februar 2018 (act. II 108 S. 6-8) hielt 
Dr. med. F.________ – unter Verweis auf die in den an die IV gerichteten 
Berichten beschriebenen Diagnosen (rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, Angst-
störung, Folgeschmerzen nach Diskushernie L5-S1 [operiert im September 
2015] und Hüft-TP links [März 2015]) – fest, zusammenfassend sei die Ar-
beitsfähigkeit im Rahmen der Wiedereingliederungsmassnahmen objektiv 
bewertet worden und hätte 50 % bei einem Ertrag von 100 % nicht über-
schritten. Dies sei das Maximum. In der Praxis erschwerten der Schmerz 
und der Zustand körperlicher und geistiger Erschöpfung die Erreichung 
dieses Ziels. Die Prognose sei verhalten und es sei medizinisch nicht sinn-
voll, eine Aktivität von über 50 % wiederaufzunehmen. Wie bereits vor ei-
nem Jahr sei die Ausdauer begrenzt, da bei Arbeiten über 50 % schwere 
Ermüdungserscheinungen aufgrund von Schmerzen und kognitiven 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 11

Störungen aufträten. Eine Teilrente zum Ausgleich der verminderten Er-
werbsfähigkeit erscheine notwendig, um die Auswirkungen der körperlichen 
und geistigen Störungen zu begrenzen.

3.1.9 Dr. med. G.________ nannte im Bericht vom 26. Februar 2018 
(act. II 108 S. 4 f.) als Diagnosen eine Rezidiv-Diskushernie L5/S1 zentral, 
eine linksbetonte Lumboischialgie bei Diskopathie und Protrusion L4/L5 
und L5/S1, mittelgradige Spinalkanalstenosen L2/L3, L3/L4 und L4/L5, eine 
linksbetonte Lumboischialgie bei Foramenstenose L4/L5 und L5/S1 links, 
eine chronisch rezidivierende depressive Stimmungslage, einen Zustand 
nach Hüft-TP beidseits und einen Zustand nach Dekompression L5/S1 
links bei Massenprolaps (30. September 2015). Zusammenfassend habe 
sich aktuell der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers deutlich ver-
schlechtert, zumal er auch seit November 2017 unter einer Rezidiv-
Diskushernie L5/S1 ohne Neurokompression leide (S. 1). Die Belastbarkeit 
der Wirbelsäule sei erheblich eingeschränkt, so dass im Vergleich zu vor 
einem Jahr eine Verschlechterung eingetreten sei und somit die Belastbar-
keit abnehmend sei. Der Beschwerdeführer sei beruflich nur reduziert rein-
tegrierbar. Allerhöchstens sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu erreichen 
(S. 2).

3.1.10 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 26. Juni 2018 
(act. II 120.1) diagnostizierten Prof. Dr. med. J.________, Facharzt für 
Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. K.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Double Depression 
mit seit Kindheit bestehender Dysthymia (ICD-10 F34.1) und einer rezidi-
vierenden depressiven Störung, ab 2014 mittelgradige depressive Episode 
mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), gegenwärtig remittiert (ICD-10 
F33.4), ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom ohne Ra-
dikulopathie (ICD-10 M54.10) und eine endgradige Bewegungseinschrän-
kung der beiden Hüftgelenke bei beidseits regelrecht einliegender Hüftpro-
these mit Beuge-, Aussenrotations- und Innenrotationsdefizit von jeweils 
10°. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein low-dose schädli-
cher Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1), Probleme durch ne-
gative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61) und ein Status nach im Jahre 2003 

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erfolgter rechtsseitiger VKB-Ersatzplastik, gegenwärtig ohne Beschwerde-
vortrag sowie ohne Funktionseinschränkung (S. 7). Aus psychiatrischer 
Sicht habe im Verlauf gemäss Aktenmaterial wohl ab 2014 eine mittelgra-
dige depressive Episode bestanden, die zu einer verminderten Dauerbe-
lastbarkeit und Reduktion der Stresstoleranz geführt habe. Jedoch sei es 
zu keinen nennenswerten depressionsbedingten Interferenzen im Verlauf 
der beruflichen Wiedereingliederung gekommen, so dass in diesem Zeit-
raum (2014 bis spätestens zum Begutachtungszeitraum) die depressive 
Störung quantitativ zu einer medizinisch-theoretisch schätzungsweise 
30 %-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und 
adaptierter Tätigkeit geführt habe. Mittel- und langfristig ergäben sich aus 
den psychiatrischen Erkrankungen keine quantitativen Implikationen für die 
Arbeitsfähigkeit unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes. Qualita-
tiv sollten keine Tätigkeiten mit hoher Stressanfälligkeit und keine Nacht-
schichten durchgeführt werden. Aufgrund der reduzierten psychischen Re-
silienz sei die Gefahr rezidivierender depressiver Episoden unter auftreten-
den Belastungsfaktoren allerdings erhöht. Unter Berücksichtigung der ge-
nannten Einschränkungen seien die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des ... so-
wie körperlich leidensadaptierte Tätigkeiten vollschichtig ausführbar (S. 8, 
11). Aus orthopädischer Sicht sei gemäss den klinischen und bildgebenden 
Befunden der Beschwerdeführer in der biomechanischen Funktion der 
Lendenwirbelsäule sowie der Hüftgelenke limitiert mit einer hieraus unwei-
gerlich erwachsenden Einschränkung der Geh- und Stehfähigkeit. Die fest-
gestellten wesentlichen Gesundheitsstörungen auf orthopädisch-
chirurgischem Fachgebiet bedingten nachfolgende Leistungseinschränkun-
gen in qualitativer Hinsicht: Mehr als gelegentlich mittelschwere körperliche 
Arbeiten, Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 kg ohne techni-
sche Hilfsmittel, Heben und Tragen von Lasten körpernah über 5 kg ohne 
technische Hilfsmittel, repetitive stereotype Bewegungsabläufe, Tätigkeiten 
mit vermehrter Vibrationsbelastung, Tätigkeiten mit Rotation der BWS/LWS 
im Sitzen/Stehen mit Gewichtsbelastung, Tätigkeiten mit Pressen oder 
Stemmen, welche zu einer intraspinalen Druckerhöhung führen, das mehr 
als gelegentliche Heben von Lasten über die Horizontale (Hyperlordosie-
rung der LWS), Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken, 
das mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen, das Bedienen 
von Geräten/Maschinen mit den Füssen, das Gehen auf unebenem Gelän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 13

de (S. 8), das Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen, das 
mehr als gelegentliche Treppensteigen, Tätigkeiten mit länger währender 
Einnahme nur einer Körperposition, Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz für 
Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Unter-
grund und Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeit. Unter Wahrung 
obgenannter Schonkriterien bestehe für eine hüft- und rückenadaptierte 
Tätigkeit mit intermittierender stehender, gehender und sitzender Position 
bezogen auf ein volles Pensum eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit 
von 80 %. Die Einschränkung von 20 % ergebe sich in der Folge der redu-
zierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrten Pausen sowie 
reduzierter Arbeitsschnelligkeit (S. 9). Diese bestehe durchgehend seit Juni 
2015. Während der Zeit der stationären Aufenthalte sowie der postoperati-
ven Rekonvaleszenzen habe definitionsgemäss eine 100 % Arbeitsun-
fähigkeit bestanden. Seit der am 30. September 2015 erfolgten linksseiti-
gen Dekompression im Segment L5/S1 durch den postoperativ aufgetrete-
nen narbigen Duralsackverzug, eines neuerlichen Rezidivprolaps im Seg-
ment L5/S1 sowie insbesondere aufgrund der dorsalen Epidurallipomatose 
mit dadurch bedingtem spinalstenotischem Aspekt auf Höhe L2/3 und be-
tont auf Höhe L3/4 und L4/5 sei es zu einer Verschlechterung auf orthopä-
dischem Fachgebiet gekommen. Versicherungsmedizinisch gehe er hierzu 
mit Prof. Dr. med. L.________ einig, dass der Beschwerdeführer ab Mai 
2016 wieder in der Lage sei, der angestammten Tätigkeit wieder nachzu-
kommen. Im November 2017 sei es jedoch zu einer akuten Verschlechte-
rung der lumubospondylogenen Beschwerdesymptomatik gekommen, wel-
che eine Adaption der versicherungsmedizinischen Einschätzung auf or-
thopädisch-chirurgischen Fachgebiet bedinge. Bei fehlender neurologischer 
Ausfallsymptomatik seien die bestehenden funktionellen Einschränkungen 
mit einer Leistungsminderung um 20 % als angemessen gewürdigt (S. 9 f., 
11 f.).

3.1.11 Im als Rekurs bezeichneten Bericht vom 3. Januar 2019 (act. II 140) 
erwähnte Dr. med. F.________ als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere 
Episode ohne psychotische Symptome seit 2013 (ICD-10 F33.2), eine 
Angststörung (ICD-10 F41), chronische lumbale Schmerzen multifaktoriel-
len Ursprungs (Behandlung Diskushernie L5-S1, Operation 2015) und Fol-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 14

geschmerzen nach Hüft-TP links (März 2015). Die rezidivierende depressi-
ve Störung habe einen multifaktoriellen Ursprung (schwierige Kindheit ge-
kennzeichnet durch die schwere psychische Störung der Mutter, die noch 
aktuell nachwirke, möglicherweise biologische oder genetische Komponen-
te, signifikante Schmerzen für die Aufrechterhaltung sowie die Rückfall- 
und Verschlimmerungsepisoden). Die Schmerzen erschöpften die psychi-
schen Reserven und verursachten moralisches Leiden. Sie schränkten die 
Möglichkeiten ein, normal Kontakte zu knüpfen und sich körperlich zu 
betätigen, was zur Wiederherstellung des Gleichgewichts hätte beitragen 
können. Die analgetischen Behandlungen (Morphinderivate) seien konsis-
tent und aufgrund der Schwere und Bedeutung der Schmerzen notwendig. 
Von diesen sei bekannt, dass sie die Funktion des Gehirns beeinflussten 
und könnten auf keinen Fall als Ursache für die Resistenz der depressiven 
Störung ausgeschlossen werden. Die notwendigen orthopädischen Eingrif-
fe selbst hätten Nebenwirkungen mit Schmerzen und neuen Einschränkun-
gen. Schliesslich stelle die sozio-berufliche Situation mit der Unfähigkeit 
eine Anstellung zu finden, ein Faktor der Entmutigung und des Stresses 
dar, der auch zum Verlust des Selbstvertrauens führe. Die finanziellen 
Schwierigkeiten trügen offensichtlich dazu bei, ein gewisses Maß an zu-
sätzlichem Stress hinzuzufügen. Es gebe eine Verstrickung und Wechsel-
wirkungen zwischen diesen verschiedenen Elementen, die sich nicht nur 
gegenseitig addierten, sondern es gebe viele Hebeleffekte zwischen ihnen, 
die die negativen Auswirkungen jedes dieser Probleme multiplizierten (wie-
derkehrende depressive Störungen, chronische Schmerzen, körperliche 
Einschränkungen, negative Reaktionen auf viele Postulationen, finanzielle 
Schwierigkeiten, Verlust des Selbstvertrauens, Nebenwirkungen von Medi-
kamenten, Müdigkeit und kognitive Beeinträchtigungen, die die Aufmerk-
samkeit, Konzentration und das Gedächtnis beeinträchtigen usw.). Infolge 
der Anhäufung der invalidisierenden Symptome sowohl auf physischer als 
auch psychischer Ebene sei der Beschwerdeführer auch im Jahr 2017 ar-
beitsunfähig gewesen, was im Gutachten nicht vermerkt worden sei (Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % vom 5. bis 18. Mai, vom 27. Mai bis 1. Juni 
2014, von 50 vom 2. Juni bis 16. Juni 2014, d.h. 2 h 10 min. der täglichen 
Arbeit, von 100 % vom 20. März bis 31. Dezember 2015 wegen orthopädi-
scher Beschwerden und von 100 % vom 4. August bis 3. September 2017 
aufgrund psychischer Probleme). Während des Sommers 2017 seien die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 15

invalidisierenden Symptome der rezidivierenden Depression exazerbiert, 
weshalb psychiatrischerseits eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit habe be-
scheinigt werden müssen. Der Gutachter habe jedoch die Zeit der Arbeits-
unfähigkeit im Zusammenhang mit der psychiatrischen Störung nicht 
berücksichtigt, so dass nicht der Schluss gezogen werden könne, die wie-
derkehrende depressive Störung, habe keine Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer zeige vor dem Hintergrund der De-
pression eine starke Müdigkeit mit eingeschränkter Durchhaltekraft sowie 
eine Anhedonie mit verminderter Fähigkeit zur Pflege eines sozialen Netz-
werks. Er habe sehr wohl eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und zwar 
aus medizinischen Gründen. Darüber hinaus seien die orthopädischen 
Störungen erheblich und behindernd und benötigten eine neue Intervention 
(S. 1 f.).

3.1.12 Prof. Dr. med. M.________, Facharzt für Neurochirurgie, nannte im 
Bericht vom 27. März 2019 (act. II 144) – nachdem er am 8. Februar 2019 
eine gedeckte bilaterale Mikrodekompression L4/5 von rechts und eine 
dynamische Stabilisation L3-S1 durchgeführt hatte (act. II 145) – als Dia-
gnosen eine gedeckte bilaterale Mikrodekompression L4/5 von rechts und 
dynamischer Stabilisation L3-S1 bei chronischem spondylogenen 
Schmerzsyndrom bei spondylarthrotischer mehrsegmentaler Spinalsteno-
sierung Schwerpunkt L4/5 (8. Februar 2019) und eine Diskushernienopera-
tion L5/S1 links bei akutem sensomotorischem Ausfallsyndrom S1 links 
(gute Erholung postoperativ), fortgeschrittene Diskopathie L5/S1 (Septem-
ber 2015). Als weitere Diagnosen listete er eine chronische Depression 
(konstitutionell mütterlicherseits), Burnout-Syndrom (2000), eine Hüft-TP 
links (März 2015), rechts (Dezember 2015), und den Verdacht auf Prosta-
tahyperplasie auf. Ab zirka Juli 2019 könne theoretisch ein IV-
Wiedereingliederungsprogramm in Angriff genommen werden. Vorstellbar 
sei eine 50 %-Tätigkeit in Kombination mit einer Halbrente. 

3.1.13 In der RAD-Stellungnahme vom 9. April 2019 (act. II 147) führte 
Dr. med. N.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, die 
nun durchgeführte zweite lumbale Operation ändere nichts an der Ein-
schätzung, wonach in angepasster wechselbelastender Tätigkeit eine Ar-
beitsfähigkeit von 100 % mit einer Leistungsminderung von 20 % attestiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 16

werde, zumal mit dem durchgeführten Eingriff eine Verbesserung der Be-
schwerden und somit des Gesundheitszustands erreicht werden solle, wo-
bei bei regelrechtem postoperativem Verlauf medizinisch-theoretisch mit 
einer Stabilisierung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne und nicht 
mit einer Verschlechterung, wie nun der behandelnden Neurochirurge pos-
tuliere. Am bisher aus orthopädischer Sicht formulierten angepassten Leis-
tungsprofil könne weiterhin festgehalten werden. Es sei jedoch die postope-
rativ attestierte Arbeitsunfähigkeit ab 8. Februar 2019 zu berücksichtigten.

Am 23. April legte der RAD-Arzt Dr. med. H.________ (act. II 149) dar, aus 
der eingereichten Stellungnahme des behandelnden Psychiaters vom 
3. Januar 2019 – mit welchem kein aktueller Psychostatus geliefert und 
nicht näher auf die Angststörung eingegangen werde – könnten keine neu-
en oder anderen Schlüsse als die schon bekannten gezogen werden. Zwar 
habe die Argumentation des Behandlers aus klinischer Sicht seine Richtig-
keit, versicherungspsychiatrisch ergäbe sich allerdings keine Möglichkeit, 
eine andere Einschätzung abzugeben. Zusätzlich müsse erwähnt werden, 
dass auch psychosoziale Faktoren aufgeführt würden, welche versiche-
rungsmedizinisch ebenfalls nicht zu berücksichtigen seien (S. 4).

Am 21. Juni 2019 führte der RAD-Arzt Dr. med. N.________ – bezugneh-
mend auf einen Bericht von Prof. Dr. med. M.________ vom 12. Juni 2019 
(act. II 153) über die zweite postoperative Nachuntersuchung und ein 
Zeugnis desselben Tages (act. II 155), mit welchem eine Arbeitsunfähigkeit 
zu 100 % vom 8. Februar bis 31. Mai 2019 bzw. eine solche von 80 % ab 
dem 1. Juni 2019 bis auf weiteres attestiert wurde (act. 155) – aus, eine 
postoperative Arbeitsunfähigkeit von maximal vier Monaten sei beim be-
schriebenen regelrechten Verlauf gerechtfertigt, nicht jedoch die weiterhin 
attestierte 80 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Da seitens der ISG-Reizung links 
und der bestehenden konservativen Therapie aus orthopädischer Sicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Einschränkung auf das angepass-
te Leistungsprofil vorlägen. Aus orthopädischer Sicht sei eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 8. Februar bis längstens 7. Juni 2019 gerechtfertigt. 
Ab 8. Juni 2019 gelte das früher formulierte angepasste Leistungsprofil 
(act. II 156).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 17

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung vom 
29. Juli 2019 (act. 160) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das 
bidisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 26. Juni 2018 (act. II 120.1) und 
die Stellungnahmen des RAD vom 9. und 23. April sowie vom 21. Juni 
2019 (act. II 147, 149, 156). Diese erfüllen die vorerwähnten (vgl. E. 3.2 
hiervor) höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Be-
weis, weshalb darauf abzustellen ist. Sowohl die Gutachter Dres. med. 
Prof. J.________ und K.________ der MEDAS als auch die RAD-Ärzte 
Dres. med. N.________ und H.________ setzten sich in Kenntnis der Ak-
tenlage und – im Falle der beiden externen Gutachter – gestützt auf die im 
Rahmen der persönlichen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 18

führlich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinan-
der. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusam-
menhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Dass die Beurteilung der MEDASnicht aktenkun-
dig interdisziplinär diskutiert (act. II 120.1 S. 12 Ziff. 4.9) und damit aus rein 
somatischer Sicht getroffen wurde, ist nicht zu beanstanden. Dies deshalb, 
weil der psychiatrische Gutachter im zeitlichen Verlauf unter Hinweis auf 
die erfolgreiche vollschichtige Absolvierung der beruflichen Eingliede-
rungsmassnahmen in der Zeit vom 1. Juni 2016 (act. II 26) bis 
30. November 2016 (act. II 35) bzw. 31. Dezember 2016 (act. II 45) nach-
vollziehbar von einer – und damit spätestens per hypothetischem Renten-
beginn vom 1. Juni 2016 (vgl. E. 4.1 hiernach) – eingetretenen (und auch 
noch im Begutachtungszeitpunkt vom 30. Mai 2018 bestehenden) Remissi-
on der psychischen Störung ausgegangen ist. So hielt Prof. Dr. med. 
J.________ explizit fest, im Verlauf habe der Beschwerdeführer die Ein-
gliederungsmassnahmen ohne Interferenzen durch psychiatrische Störun-
gen absolvieren können. Er habe hohe Pensen ohne psychische Probleme 
absolvieren können. Er habe sich jederzeit compliant verhalten, so dass es 
aus psychiatrischer Sicht auch im Verlauf zu einer Remission der depressi-
ven Episode gekommen sei (act. II 120.2 S. 74); aktuell sei die rezidivie-
rende depressive Störung remittiert (act. II 120.2 S. 76). Die seit jeher be-
stehende Dysthymie ordnete der psychiatrische Gutachter differentialdia-
gnostisch zudem als Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z61) ein und 
führte sie unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
auf (act. II 120.1 S. 7, 120.2 S. 72). Aus somatischer Sicht hat Dr. med. 
K.________ sodann überzeugend dargelegt, dass der Beschwerdeführer 
im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns in seiner angestammten 
Tätigkeit wieder vollschichtig arbeitsfähig war. Basierend auf den zum da-
maligen Zeitpunkt bestehenden klinischen Untersuchungen sowie der MRI-
Bildgebung vom 23. Juni 2015 ging er mit der Einschätzung des behan-
delnden Prof. Dr. med. L.________ (act. II 38 S. 6 f.) einig, dass der Be-
schwerdeführer ab Mai 2016 wieder in der Lage war, der angestammten 
Tätigkeit nachzukommen (act. II 120.3 S. 66). Ebenso hat er die per No-
vember 2017 eingetretene Verschlechterung in Form eines postoperativ 
aufgetretenen narbigen Duralsackverzugs, eines neuerlichen Rezidivpro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 19

laps im Segment L5/S1, sowie insbesondere einer dorsalen Epidurallipo-
matose mit dadurch bedingten spinalstenotischem Aspekt auf Höhe L2/3 
und betont auf Höhe L3/4 und L4/5 gewürdigt und die funktionellen Ein-
schränkungen bei fehlender neurologischer Ausfallsymptomatik mit einer 
Leistungsminderung von 20 % eingeschätzt. Dies überzeugt, zumal im Be-
richt vom 31. Mai 2018 über die Nachbefundung des MR vom 27. Novem-
ber 2017 zufolge, es per November 2017 keine Anhaltspunkte für eine si-
gnifikante Neurokompression L3/L4/L5 gab (act. II 120.3 S. 49, 120.4 S. 2; 
vgl. dazu auch die Diagnose in act. II 120.3 S. 51). Zudem bestätigte auch 
Dr. med. G.________ in den Berichten vom 21. August 2017 (act. II 75 
S. 2) und 26. Februar 2018 (act. II 108 S. 4), dass es zu keiner Neurokom-
pression gekommen war. Dass der Gutachter die Arbeitsunfähig-
keitseinschätzung des Dr. med. G.________ für nicht nachvollziehbar hält, 
überzeugt ebenfalls, begründete doch letzterer in den erwähnten Berichten 
die Arbeitsunfähigkeit mit den fachfremden, psychischen Anteilen. Hinsicht-
lich des weiteren somatischen Verlaufs (ab Begutachtung vom 30. Mai 
2018) hat sodann der RAD-Arzt Dr. N.________ aufgrund der Verlaufsbe-
richte des operierenden und behandelnden Prof. Dr. med. M.________ mit 
nachvollziehbarer Begründung dargelegt, dass die Operation vom 8. Fe-
bruar 2019 insgesamt – abgesehen von der Zeit der viermonatigen operati-
onsbedingten Rekonvaleszenz (8. Februar bis 7. Juli 2019) – zu einer Ver-
besserung und damit im Vergleich zum Gutachten nicht zu einer dauerhaf-
ten Verschlechterung geführt hat. Somit hat das von Dr. med. K.________ 
umschriebene Zumutbarkeitsprofil (act. II 120.3 S. 62-64) weiterhin Gültig-
keit. Dass der RAD-Arzt keine persönliche Untersuchung durchgeführt hat, 
ist nicht zu beanstanden, konnte er sich doch aufgrund der vorhandenen 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild betreffend Anamnese, Verlauf 
und gegenwärtigen Status machen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b). Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, 
vermag den Beweiswert der Beurteilungen nicht in Zweifel zu ziehen.

3.3.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Diskrepanz zwi-
schen den Einschätzungen die behandelnden Fachärzte und derjenigen 
des Neuroinstituts sei nicht verwunderlich, arbeiteten doch die Gutachter im 
Auftrag der IV, deren extreme Sparbemühungen auf Kosten der Kranken 
und der Bedürftigen nur allzu bekannt seien und deren lukrative Aufträge 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 20

die Gutachter nicht verlieren wollten (Beschwerde S. 5 Rz. 8 f.). Konkrete 
Umstände, die vorliegend den Anschein der Befangenheit und die Gefahr 
der Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen, sind nicht er-
sichtlich, insbesondere führen der regelmässige Beizug eines Gutachters 
oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die 
Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte 
sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen 
nicht zum Ausstand (BGE 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227; SVR 2017 IV Nr. 7 
S. 20 E. 4.2). Zudem liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Gutachter 
ihre Beurteilungen nicht neutral und sachlich abgegeben hätten (vgl. BGE 
132 V 93 E. 7.2.2 S. 110; SVR 2017 IV Nr. 27 S. 78 E. 5.2). 

3.3.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, ins Gewicht falle, dass 
der Hauptgutachter Dr. med. J.________ nur gerade eine knappe Stunde 
mit ihm gesprochen habe, wobei sich das Gespräch um die ferne Vergan-
genheit und nicht um die gegenwärtigen Leiden und Behinderungen ge-
dreht habe (Beschwerde S. 5 Rz. 9, Replik S. 4 Rz. 9 f.). Mit der Be-
schwerdegegnerin ist festzuhalten (Beschwerdeantwort S. 3 Rz. 7), dass 
es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich 
nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. Massgebend ist in erster 
Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. 
Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende 
zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopa-
thologie angemessen sein. Wie hoch dieser im Einzelfall zu veranschlagen 
ist, unterliegt letztlich aber der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum 
des damit befassten Experten (SVR 2017 IV Nr. 75 S. 232 E. 4.3, 2016 IV 
Nr. 35 S. 110 E. 3.2.2). Das psychiatrische Gutachten (act. II 120.2) erweist 
sich als vollständig und einleuchtend. Es bestehen keine Anzeichen dafür, 
dass der zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden 
Psychopathologie nicht angemessen gewesen wäre. Zudem finden sich im 
psychiatrischen Gutachten Angaben zu den aktuellen psychischen Be-
schwerden sowie den Untersuchungsbefunden (act. II 120.2 S. 66-68 
Ziff. 4.3). Dem Gutachter lagen (zum Zeitpunkt der Begutachtung) die we-
sentlichen aktuellen medizinischen Berichte vor. Es kann somit nicht ge-
sagt werden, die aktuelle Sachlage sei nicht erfasst bzw. gewürdigt wor-
den. Auch kann aus der Formulierung des Gutachters, dass der Beschwer-

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deführer sich nicht über Gedächtnisstörungen, Störungen der Aufmerk-
samkeit und Konzentration beklagt habe, keinesfalls geschlossen werden, 
der Beschwerdeführer sei hierzu nicht befragt worden (Replik S. 5 Rz. 
10.4). Vielmehr ergibt sich daraus, dass der Psychostatus in diesen Berei-
chen gerade abklärt wurde, zumal das psychiatrische Gutachten entgegen 
der Ansicht des Beschwerdeführers (Replik S. 6 Ziff. 12) einen ausführli-
chen Psychostatus und zwar nach den AMDP-Richtlinien beinhaltet 
(act. II 120.2 S. 66-68).

3.3.3 Sodann ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass die in französi-
scher Sprache abgefassten Berichte des langjährigen Psychiaters Dr. med. 
F.________ unzureichend berücksichtigt worden wären (Beschwerde S. 5 
Rz. 9, Replik S. 6 Ziff. 12). Dessen (relevante) Berichte finden sich im Ak-
tenauszug des psychiatrischen Gutachtens (act. II 120.2 S. 11 f. 23 f., 40) 
und Dr. med. J.________ setzte sich mit deren Inhalt auseinander 
(act. II 120.2 S. 59-61, 69). Insbesondere setzte er sich auch mit der vom 
behandelnden Arzt diagnostizierten Angststörung auseinander (Replik S. 6 
Rz. 13) und legte überzeugend dar, weshalb diese nicht nachvollziehbar ist 
(act. II 120.2 S. 69). Es ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass der Inhalt 
der Berichte unzutreffend wiedergegeben worden wäre, was der Be-
schwerdeführer auch nicht geltend macht. Ausserdem kommt es für die 
Belange der IV nicht auf die Diagnose (Replik S. 5 Rz. 11), sondern auf die 
funktionellen Einschränkungen an (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 10. April 2019, 9C_93/2019, E. 4.1.2 mit Hinweis).

3.3.4 Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer mit dem Vor-
bringen ableiten, die Gutachter anerkannten ausdrücklich und vorbehaltlos, 
dass beim Beschwerdeführer keinerlei Aggravation oder gar Simulation 
vorliege, wobei auch keine Verdeutlichung, Selbstlimitierung oder sekundä-
rer Krankheitsgewinn erkennbar seien. Dies stehe in voller Übereinstim-
mung mit den Feststellungen der behandelnden Ärzte (Beschwerde S. 5 f. 
Rz. 11 f., Replik S. 3 Rz. 4). Die Verneinung eines Leistungsanspruchs 
wurde nicht etwa damit begründet, es liege kein versicherter Gesundheits-
schaden vor, da die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer 
ähnlichen Erscheinung beruhe (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 287; SVR 
2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Zudem kann dem Rückschluss, dass die gut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 22

achterliche Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 20 % keinerlei 
Beweiskraft zukommen könne, weil sie eine massive Aggravation gegenü-
ber den behandelnden Ärzten voraussetzen würde, was aber nach aus-
drücklicher und vorbehaltloser Feststellung der Gutachter gerade nicht vor-
läge (Replik S. 3 f. Rz. 7), nicht gefolgt werden. Mit Blick auf die unter-
schiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit von behandelnden Ärzten 
(Beschwerde S. 6 f. Ziff. 12-19) ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.3.5 Soweit der Beschwerdeführer rügt, das orthopädisch-
traumatologische Gutachten sei nicht mehr aktuell (Replik S. 7 Rz. 16), ist 
darauf hinzuweisen, dass der RAD-Arzt Dr. med. N.________ in den Stel-
lungnahmen vom 9. April (act. II 147) und 21. Juni 2019 (act. II 156) ge-
stützt auf die Verlaufsberichte von Prof. Dr. med. M.________ nachvoll-
ziehbar dargelegt hat, dass die Operation vom 8. Februar 2019 insgesamt 
– ausser in der vier Monate dauernden operationsbedingten Rekonvales-
zenzzeit – im Vergleich zum Gutachten nicht zu einer dauerhaften Ver-
schlechterung geführt hat und somit weiterhin auf das gutachterliche Zu-
mutbarkeitsprofil abzustellen ist. Die Operation vom 26. November 2019 ist 
hier nicht zu beachten, da sie nach Verfügungserlass – der zeitlich mass-
gebenden Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 131 V 242 
E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) – erfolgt ist.

3.3.6 Schliesslich hat der RAD-Psychiater Dr. med. H.________ in seiner 
Stellungnahme vom 23. April 2019 (act. II 149) zutreffend erläutert, dass 
aus der eingereichten Stellungnahme des behandelnden Psychiaters vom 
19. Januar 2019 keine neuen oder anderen Schlüsse gezogen werden 
können, als die schon bekannten. Der Bericht enthält keine wesentlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 23

neuen Aspekte, welche im Rahmen der Begutachtung (vgl. act. II 120.2) 
durch den psychiatrischen Experten nicht gewürdigt worden wären (vgl. 
SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Hinzu 
kommt, dass Dr. med. F.________ nicht nur fachfremde Aspekte in seine 
Beurteilung einbezog, sondern auch psychosoziale Belastungsfaktoren, 
welche nicht unter den invalidenversicherungsrechtlichen Begriff des Ge-
sundheitsschadens fallen (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 
52 S. 189 E. 3.2) und daher hier nicht zu berücksichtigen sind. Dasselbe 
gilt hinsichtlich seiner – nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
29. Juli 2019 (act. II 160) verfassten und damit grundsätzlich unbeachtli-
chen (vgl. E. 3.3.5 in fine hiervor) – Stellungnahme vom 30. November 
2019 (act. IA 22).

3.4 Unter diesen Umständen erweist sich der medizinische Sachverhalt 
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Replik S. 8 Rz. 18) als 
hinreichend abgeklärt, so dass in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 
V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) auf die beschwerdeweise beantragte Einholung 
eines Obergutachtens (Replik S. 17 Rz. 47.4) verzichtet werden kann. Zu-
sammenfassend ist gestützt auf die beweiskräftigen gutachterlichen und 
RAD-ärztlichen Beurteilungen erstellt, dass der Beschwerdeführer ab dem 
Zeitpunkt des (hypothetisch) frühest möglichen Rentenbeginns in seiner 
angestammten Tätigkeit (wieder) vollschichtig und ab November 2017 – 
ausgenommen in der Zeit betreffend die Rückenoperation vom 8. Februar 
bis 7. Juli 2019 mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit  – sowohl in der ange-
stammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % bzw. einer Ein-
schränkung von 20 % arbeitsfähig war. Die jeweiligen Veränderungen stel-
len Revisionsgründe dar (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.

Was den Status betrifft (Ausmass der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall), 
nahm die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben des Beschwerde-
führers anlässlich der Abklärung Haushalt/Erwerb an, der Beschwerdefüh-
rer wäre zu 50 % im Erwerb und zu 50 % im Aufgabenbereich "…" tätig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 24

(act. II 98 S. 9, act. II 123 S. 8). Dieser Status wird nicht bestritten und des-
sen Festsetzung gibt aufgrund der Erwerbsbiographie (langjährige Er-
werbstätigkeit im Umfang eines 50 %-Pensum; act. II 18 S. 2) sowie der 
familiären Verhältnisse (act. II 1 S. 2) denn auch zu keinen Beanstandun-
gen Anlass. Infolge dessen ist der Invaliditätsgrad anhand der gemischten 
Methode (vgl. E. 2.3 hiervor) zu bestimmen (vgl. E. 5 f. hiernach).

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 
2015 (bis 31. Mai 2016) eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
(act. II 20 und 60 jeweils S. 2). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist des-
halb unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im Sep-
tember 2015 (act. II 1) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 
1 IVG auf 1. Juni 2016 festzusetzen.

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-
stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 25

144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheit-
lich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein-
setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der 
Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem 
Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 
134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli-
chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles 
ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher 
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermes-
sen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 
25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 
327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige 
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 
leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech-
nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 
20).

5.2 Die Beschwerdegegnerin hat beide Vergleichseinkommen (Validen- 
und Invalideneinkommen) basierend auf den Werten der vom BFS heraus-
gegebenen LSE ermittelt (act. II 123 S. 5 f.), was im Lichte der höchstrich-
terlichen Praxis grundsätzlich zulässig (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30 
[mit Bezug auf das Valideneinkommen] und BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 26

[mit Bezug auf das Invalideneinkommen]) und auch vorliegend nicht zu 
beanstanden ist. Dies einerseits, da dem Beschwerdeführer, … ... in …, 
das langjährige Arbeitsverhältnis mit der O.________ SA aus wirtschaftli-
chen Gründen gekündigte wurde (act. II 89 S. 4 f., 7, act. II 18 S. 2, 10) und 
er andererseits die zumutbare medizinisch-theoretische Arbeits- bzw. Leis-
tungsfähigkeit nicht verwertet. Hinzu kommt, dass die attestierte Leistungs-
einschränkung von 20 % sowohl in der angestammten als auch in einer 
angepassten Tätigkeit besteht (vgl. E. 3.3 f. hiervor). Sind Validen- und 
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, 
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 
S. 103 E. 5.2). Da die behinderungsbedingten Einschränkungen bereits mit 
der verminderten Arbeits- und Leistungsfähigkeit berücksichtigt wurden und 
allfällige invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) hier bei beiden Einkommen 
zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5), rechtfertigt sich vorliegend kein zusätzlicher Abzug vom 
Tabellenlohn (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Damit resultiert gewichtet mit dem Sta-
tus von 50 % (vgl. E. 4 hiervor) ab November 2017 eine Einschränkung im 
Erwerb von 10 % (20 % x 0.5 %) bzw. im Zeitraum vom 8. Februar bis 
7. Juli 2019 zufolge der attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeg-
licher Tätigkeit (vgl. E. 3.4 hiervor) eine solche von 50 % (100 % / 0.5 %).

6.

Sodann sind die Einschränkungen im Aufgabenbereich zu prüfen (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich 
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 27

schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen 
Einschränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit 
den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der 
Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen 
der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare 
Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, 
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten 
Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 
543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 
3.2). 

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 16. August 2018 
(act. II 123) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an derartige 
Berichte (vgl. E. 6.1 hiervor) und überzeugt hinsichtlich der Feststellungen 
zu den Einschränkungen des Beschwerdeführers im Aufgabenbereich. Die 
Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, 
vor Ort und in Anwesenheit des Beschwerdeführers durchgeführten Erhe-
bungen (vgl. hierzu auch act. II 98) und berücksichtigen die bestehenden 
gesundheitlichen Einschränkungen. Der Abklärungsbericht ist zudem hin-
sichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und 
den Einschränkungen sowie den Angaben des Beschwerdeführers wird 
darin angemessen Rechnung getragen. Auf die Ergebnisse der Abklärung 
kann demnach – mit Ausnahme für die Zeit betreffend die Rückenoperation 
(inkl. Rekonvaleszenz) vom 8. Februar bis 7. Juli 2019, in welcher ohnehin 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit bestanden hat – ab-
gestellt werden. Damit ist im besagten Aufgabenbereich gewichtet mit dem 
Status von 50 % (vgl. E. 4 hiervor) ab November 2017 von einer Ein-
schränkung von 10 % (20 % x 0.5 %) bzw. im Zeitraum vom 8. Februar bis 
7. Juli 2019 zufolge der attestierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit 
(vgl. E. 3.4 hiervor) von einer solchen von 50 % (100 % / 0.5 %) auszuge-
hen.

6.3 Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 5.2 hiervor) und im 
Aufgabenbereich "…" (vgl. E. 6.2 hiervor) resultiert ein rentenausschlies-
sender Invaliditätsgrad von 20 % (10 % + 10 %; vgl. E. 2.2 hiervor) ab No-
vember 2017 bzw. ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 100 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 28

(50 % + 50 %; vgl. E. 2.2 hiervor) in der Zeit vom 8. Februar bis 7. Juli 2019 
im Rahmen der zwischenzeitlichen Gesundheitsverschlechterung zufolge 
der Rückenoperation. Demnach besteht ab Februar 2019 bis und mit Okto-
ber 2019 (Art. 88a Abs. 1 IVV) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

7.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 29. Juli 2019 
(act. II 160) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde insoweit abzuän-
dern, als dem Beschwerdeführer für den Zeitraum von Februar bis und mit 
Oktober 2019 eine ganze Rente der IV zuzusprechen ist. Im Übrigen ist die 
Beschwerde abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Eine 
Aufteilung der Verfahrenskosten nach Massgabe des – an den Parteianträ-
gen gemessenen – bloss teilweisen Obsiegens ist nicht vorzunehmen (Be-
schluss der erweiterten Abteilungskonferenz vom 13. Oktober 2009).

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(vgl. BVR 2009 S. 187 E. 4). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

8.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 29

Mit Kostennote vom 18. Juni 2020 macht Rechtsanwalt Dr. B.________ ein 
Honorar von Fr. 8'680.-- (31 Stunden à Fr. 280.--), zuzüglich Auslagen von 
Fr. 547.90 und Mehrwertsteuer (7.7 % auf Fr. 9'227.90), total Fr. 9'938.45 
geltend. Mit Blick auf andere, bezüglich des objektiv gebotenen Prozes-
saufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro-
zesses vergleichbare Verfahren ist der geltend gemachte Aufwand deutlich 
zu hoch. Weder der Umfang der zu berücksichtigenden Akten, welcher 
nicht als überdurchschnittlich bezeichnet werden kann, noch die sich stel-
lenden Rechtsfragen vermögen den geltend gemachten Aufwand zu recht-
fertigen. Der geltend gemachte Parteikostenersatz basiert somit auf einem 
stark überhöhten – und damit der Bedeutung des vorliegenden Verfahrens 
nicht entsprechenden – Zeitaufwand. Gleich verhält es sich mit den durch 
das unnötige Einreichen von zahlreichen Kopien der amtlichen Akten ent-
standenen Auslagen. Unter Berücksichtigung von Bedeutung und Schwie-
rigkeit des Prozesses ist deshalb die Parteientschädigung auf pauschal 
Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen. Die "Überkla-
gung" rechtfertigt keine zusätzliche Reduktion der Parteientschädigung, 
zumal sie den grundsätzlichen Prozessaufwand nicht beeinflusst hat (BGE 
117 V 401 E. 2c S. 407; SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 5).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 29. Juli 2019 insoweit abgeändert, als 
dem Beschwerdeführer von Februar bis Oktober 2019 eine ganze Ren-
te der IV zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abge-
wiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2021, IV/19/732, Seite 30

tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3’500.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.