# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30627a86-97b4-52a5-9f70-68d90c546a1d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-05-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 21.05.2007 ZF 2006 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-79_2007-05-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Mai 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 79

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz, Hubert, Zinsli und Michael Dürst 
Aktuar ad hoc Trüssel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter 
Marty, Postfach 528, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Landquart vom 6. September 2006, mitgeteilt am 
10. Oktober 2006, in Sachen des Z., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Jörger, Alexanderstrasse 1/Bahnhofstrasse 11, 
7001 Chur, gegen die Beklagte und Berufungsklägerin, 

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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A. Die am 25. Februar 1955 in A. geborene X. und der am 30. November 
1954 in B. geborene Z. heirateten am 11. Oktober 1996 vor dem Zivilstandsamt in 
C.. Die Ehe blieb kinderlos.

B. Die Parteien trennten sich im Februar 2003. Am 27. Juni 2005 schrieb 
das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos ein erstes Ehescheidungsverfahren 
betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen infolge Rückzugs des Scheidungsantra-
ges durch X. als gegenstandslos ab.

C. Am 22. Juli 2005 reichte Z. beim Kreispräsidenten Fünf Dörfer eine 
Ehescheidungsklage ein. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 30. August 2005 
stellten beide Parteien den Scheidungsantrag, konnten sich jedoch über die Neben-
folgen nicht einigen. Am 13. Dezember 2005 stellte der Kreispräsident den Leit-
schein aus, welchen Z. mit Prozesseingabe vom 20. Januar 2006 frist- und formge-
recht ans Bezirksgericht Landquart prosequieren liess. Die dem Leitschein unver-
änderten Rechtsbegehren lauteten wie folgt:

„1. Die am 10. Oktober 1996 vor dem Zivilstandesamt Uzwil geschlossene 
Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Die Parteien seien in güterrechtlicher Hinsicht für auseinandergesetzt 
zu erklären.

3. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschä-
digungsfolge zu Lasten der Ehefrau.“

D. X. stellte in ihrer Prozessantwort vom 7. März 2006 die dem Leitschein 
unveränderten Rechtsbegehren, die wie folgt lauteten:

„1. Scheidung der Ehe.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, seiner Frau im Monat vorauszahlbare 
CHF 2'000.-- zu bezahlen.

3. Der Unterhalt sei auf unbestimmte Zeit zu entrichten.

4. Indexierung des Unterhaltsbeitrages gemäss Praxis.

5. Aufteilung der Pensionskassen gemäss Gesetz.

6. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“

E. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das 
Bezirksgericht Landquart mit Urteil vom 6. September 2006, mitgeteilt am 10. Okto-
ber 2006, wie folgt:

„1. Die zwischen X. und Z. am 11. Oktober 1996 in C. geschlossene Ehe 
wird gerichtlich geschieden.

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2. Es wird gerichtlich festgelegt, dass keine der Parteien einen nacheheli-
chen Unterhaltsanspruch besitzt, dass keine gegenseitigen Ansprüche 
aus beruflicher Vorsorge bestehen und dass die Parteien in güterrecht-
licher Hinsicht per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche auseinanderge-
setzt sind. Dabei wird insbesondere davon Vormerk genommen, dass 
Z. ausdrücklich auf seine Forderung gegenüber X. gemäss der Ab-
schreibungsverfügung des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 27. 
Juni 2005 betreffend ausseramtlicher Entschädigung in Höhe von Fr. 
10'026.15 (Ziff. 3 des Dispositivs) verzichtet hat.

3. Die Kosten des Kreisamtes Fünf Dörfer im Betrage von Fr. 180.00 sowie 
jene des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart, bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'031.00

- einer Schreibgebühr von Fr. 365.00

- den Barauslagen von Fr. 104.00

total somit Fr. 2'500.00

werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Da die Beklagte über eine 
Bewilligung zur unentgeltlichen Prozessführung mit Wirkung ab 14. 
September 2005 zu Lasten des Kantons Graubünden verfügt, wird ihr 
Kostenanteil dem bezeichneten Kostenträger unter Hinweis auf das Re-
gressrecht gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO in Rechnung gestellt.

Die Beklagte wird schliesslich gerichtlich verpflichtet, dem Kläger eine 
ausseramtliche Entschädigung von Fr. 5'000.00 zu bezahlen (Mehrwert-
steuer darin enthalten).

4. (Mitteilung).“

F. Gegen dieses Urteil liess X. am 30. Oktober 2006, eingegangen am 
31. Oktober 2006, Berufung zuhanden des Kantonsgerichts von Graubünden er-
klären, wobei sie folgende Anträge stellte:

„1. Das angefochtene Urteil sei im Punkt III. 2 aufzuheben.

2. Das angefochtene Urteil sei im Punkt III. 3 aufzuheben.

3. Der Berufungsklägerin sei eine monatliche Unterhaltsrente in der Höhe 
von monatlich CHF 1'500.- bis zum Eintritt des AHV-Alters zuzuspre-
chen.

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, die Berufungsklägerin für 
das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 5'000.- zuzüglich MwSt zu ent-
schädigen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungs-
beklagten.“

An einer Einigungsverhandlung vor dem Kantonsgerichtspräsidium am 14. 
Dezember 2006 konnten die Parteien keine Einigung erzielen. Auf entsprechende 
Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums hin (Art. 224 Abs. 2 ZPO) reichte X. nach 

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dreimaliger Fristerstreckung am 16. März 2007 eine schriftliche Begründung ihrer 
Berufungsanträge ein. In ihrer Begründung führt sie aus, dass die Vorinstanz von 
einem geschätzten Einkommen des Ehemannes im Jahre 2004, in welchem ein IV-
Verfahren gelaufen sei, von Fr. 53'671.-- ausging. Es liege jedoch die unbestrittene 
Tatsache vor, dass der Ehemann zumindest bis zu seiner Herzoperation seinen 
Jahresverdienst mit Fr. 120'000.-- für die Dauer von 900 Tagen versichert gehabt 
habe. Das Geschäft des Ehemannes sei auch nach der Herzoperation sehr gut ge-
laufen. Anders könnten die Bezüge im Februar/März und anfangs April von Fr. 
160'000.-- bzw. Fr. 40'000.-- nicht begründet werden. Dies lasse darauf schliessen, 
dass Unterakkordanten für Z. arbeiteten. Die Vorinstanz habe sich beim Einkommen 
und bei dem gestützt auf sein Einkommen errechneten Existenzminimum mit Schät-
zungen begnügt. Weiter bringe die Vorinstanz vor, die Ehe sei nicht lebensprägend 
gewesen. Tatsache sei aber, dass die Ehefrau seit ihrem schweren Unfall zu 100% 
arbeitsunfähig sei. Die Ehefrau sei während 6 ½ Jahren von ihrem Ehemann zu 
100% unterstützt worden und danach habe er ihr noch während längerer Zeit einen 
monatlichen Beitrag von Fr. 1'500.-- zugesteuert. Betrachte man die Ehedauer in 
Zusammenhang mit der 100%-igen Abhängigkeit, so könne sehr wohl von einer le-
bensprägenden Ehe die Rede sein.

G. Mit Verfügung vom 19. März 2007 setzte das Kantonsgerichtspräsi-
dium Z. eine Frist bis zum 24. April 2007 an, um eine schriftliche Berufungsantwort 
einzureichen. Gleichzeitig wurde er aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 
2'500.-- zu überweisen. Die Berufungsantwort wurde am 18. April 2007 eingereicht. 
In seiner Berufungsantwort beantragt Z. die kostenfällige Abweisung der Berufung 
und verwies auf die Ausführungen des Bezirksgerichts Landquart. Zunächst machte 
er in formeller Hinsicht geltend, dass die von der Berufungsklägerin am 12. Dezem-
ber 2006 eingereichten Steuerunterlagen aus dem Recht zu weisen seien, weil sie 
nach der Berufungserklärung und damit verspätet eingegangen seien. Weiter bean-
trage die Berufungsklägerin die Aufhebung des angefochtenen Urteils des Bezirks-
gerichts Landquart „im Punkt III. 2“ und „im Punkt III. 3“. Aus Ziff. 3 und 4 der Rechts-
begehren und aus der Berufungsbegründung sei jedoch zu schliessen, dass sich 
die Berufung ausschliesslich gegen die vorinstanzliche Regelung des nacheheli-
chen Unterhalts und der ausseramtlichen Entschädigung richte, nicht hingegen ge-
gen die weiteren Ausführungen des Dispositivs des vorinstanzlichen Urteils. Inso-
fern könnte den „formulierten Anträgen“ der Berufungsklägerin nicht entsprochen 
werden, weil es an einer schriftlichen Berufungsbegründung fehle und sich die Be-
rufung insofern als offensichtlich unbegründet erweise. Bezüglich der Leistungs-
fähigkeit des Ehemannes treffe es nicht zu, dass Z. für das Jahr 2004 ein Validen-

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einkommen von Fr. 53'671.-- angegeben habe (siehe Berufungsantwort S. 3). Viel-
mehr betrage das Jahreseinkommen des Ehemannes gemäss eigenen Angaben 
künftig bestenfalls Fr. 20'000.-- bis Fr. 30'000.--. Mit den verschiedenen Bezügen 
im Jahre 2003, die die Ehefrau in ihrer Berufung vorgebracht habe, habe der Ehe-
mann lediglich verschiedene Gläubiger, insbesondere Unterakkordanten, eheliche 
und persönliche Schulden sowie u.a. eine Rechnung im Zusammenhang mit der 
Rückgabe des Miethauses beglichen. Schliesslich habe er damit auch seinen 
Wohnwagen, in dem er lebe, finanziert. Weiter könne ihm nicht zugemutet werden 
längerfristig in einem Wohnwagen zu wohnen, was einen Anstieg der Wohnkosten 
auf monatlich Fr. 1'000.-- ergebe. Zusammen mit einem Grundbetrag von 1'100.-- 
und Sozialbeiträgen von Fr. 400.-- ergebe dies einen Existenzbedarf von Fr. 2'500.-- 
und diese sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ihm zu belassen. Des Wei-
teren erhalte die Ehefrau seit Oktober 1997 eine ganze schweizerische IV-Rente 
und eine österreichische Staatsrente. Die schweizerische IV-Rente betrage monat-
lich Fr. 73.-- (Fr. 876.-- im Jahr) und die österreichische Staatsrente EUR 785.24 
brutto pro Monat; bei 14 Monatzahlungen ergebe dies umgerechnet monatlich Fr. 
1'456.80. Mit total 1'538.80 könne die Ehefrau zumindest in etwa ihren Existenzbe-
darf (Grundbetrag von Fr. 1'100.--, Wohnkosten von Fr. 300.-- sowie Kranken- und 
Unfallversicherungsprämien von Fr. 176.--) decken. Zudem habe der Ehemann 
nach der Trennung während 22 Monaten aus freien Stücken eine Übergangsrente 
von Fr. 1'500.-- ausgerichtet. Falls eine Rente wider Erwarten in Frage komme, solle 
diese auf maximal zwei Jahre befristet werden.

Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die 
Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Prozesserledigende Sachurteile der Bezirksgerichte bei Teileinigung 
oder Scheidung auf Klage können gemäss Art. 5 h EG zum ZGB mit Berufung 
gemäss Art. 218 ff. ZPO beim Kantonsgericht angefochten werden. Sie ist innert 
der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der schriftlichen Mitteilung des Urteils 
zu erklären und hat die formulierten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen 
Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, soweit solche noch zulässig sind, 
zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). Die Berufung beschränkt sich im vorliegenden 
Fall auf vermögensrechtliche Folgen der Scheidung. Da vorliegend der Streitwert 

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von Fr. 8'000.-- offensichtlich überschritten wird, ist die sachliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts als Berufungsinstanz gegeben (Art. 218 Abs. 1 in Verbindung mit 
Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Die Berufung wurde erklärt, und die Berufungsklägerin ist be-
schwert. Die Berufungsklägerin beantragt in der Berufung vom 30. Januar 2006 
zwar, dass das angefochtene Urteil „im Punkt III. 2“ und „im Punkt III. 3“ aufzuheben 
sei. Aus den Ziff. 3 und Ziff. 4 der Rechtsbegehren ist jedoch ersichtlich, dass sich 
die Berufung ausschliesslich auf den nachehelichen Unterhalt und die ausseramtli-
che Entschädigung beschränkt. Mit der Berufungsbegründung vom 16. März 2007 
wurden diese Berufungsanträge gemäss Art. 224 Abs. 2 ZPO genügend begründet. 
Damit sind die gemäss Art. 219 Abs. 1 ZPO formulierten Anträge auf Abänderung 
des vorinstanzlichen Urteils in den Rechtsbegehren enthalten und genügend be-
gründet. Auf die frist- und formgerechte Berufung ist daher einzutreten.

2. Gemäss der für das Ehescheidungsverfahren geltenden bundesrecht-
lichen Spezialbestimmung von Art. 138 Abs. 1 ZGB können neue Tatsachen und 
Beweismittel in der oberen kantonalen Instanz ohne Einschränkung vorgebracht 
werden. Dabei ist unerheblich, ob die neuen Tatsachen und Beweismittel bereits 
vor (unechte Noven) oder erst nach (echte Noven) dem erstinstanzlichen Urteil exis-
tiert haben. Mit der zitierten Bestimmung enthält das neue Scheidungsrecht eine 
Vorschrift, die eine allfällige kantonalrechtliche Eventualmaxime, im Sinne eines 
bundesrechtlichen Minimalstandards einschränkt (vgl. Leuenberger, in Praxiskom-
mentar, Scheidungsrecht, Basel 2000, N 1 zu Art. 138 ZGB). Das bedeutet also, 
dass die bundesrechtliche Vorschrift von Art. 138 Abs. 1 ZGB den Bestimmungen 
der kantonalen Zivilprozessordnung vorgeht (vgl. Sutter/Freiburghaus, Kommentar 
zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, N 7 zu Art. 138 ZGB; Leuenberger, 
a.a.O., N 2 zu Art. 139 ZGB, je mit Hinweisen). Die Modalitäten des Rechtsmittel-
verfahrens richten sich indes grundsätzlich nach kantonalem Recht. Dies gilt auch 
für die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt innerhalb des Rechtsmittelverfahrens neue 
Tatsachen, neue Beweismittel und neue Rechtsbegehren geltend gemacht werden 
können (vgl. Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 21 zu Art. 138 ZGB; Leuenberger, 
a.a.O., N 6 zu Art. 138 ZGB). Im Kanton Graubünden ist diese Frage in Art. 5d Abs. 
2 EGzZGB geregelt. Danach sind die Anträge in der oberen kantonalen Instanz mit 
der Berufungserklärung beziehungsweise innert der Frist für die Anschlussberufung 
zu stellen und kurz zu begründen (vgl. PKG 2004 Nr. 1). 

Als Beilage zum Schreiben vom 12. Dezember 2006 reichte die Berufungs-
klägerin dem Kantonsgericht nachträglich verschiedene Steuerunterlagen (defini-
tive Veranlagungsverfügung, direkte Bundessteuer 2005; definitive Veranlagungs-

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verfügung, Kantons- und Gemeindesteuer 2005; Gemeindesteuern 2005 [Rech-
nung]; definitive Veranlagungsverfügung, direkte Bundessteuer 2006; definitive Ver-
anlagungsverfügung, Kantons- und Gemeindesteuer 2006; Gemeindesteuern 2006 
[Rechnung]) ein. Diese Urkunden sind gemäss obgenannter Praxis zu spät einge-
reicht worden und haben deshalb unberücksichtigt zu bleiben, nachdem die Beru-
fung bereits am 30. Oktober 2006 erklärt worden war.

3. In seinem Urteil vom 6. September 2006 wies das Bezirksgericht Lan-
dquart das Begehren der Berufungsklägerin um Zusprechung eines nachehelichen 
Unterhalts ab. Weiter wurde die Berufungsklägerin verpflichtet dem Berufungsbe-
klagten eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 5'000.-- zu bezahlen. Zur Be-
gründung führte es im Wesentlichen aus, dass das Einkommen des Ehemannes für 
einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag nicht ausreiche. Zudem sei die Ehe nicht le-
bensprägend gewesen, da es sich vorliegend um eine Ehe von kurzer Dauer 
handle, und keine Betreuungspflichten gegenüber Kindern bestanden hätten. Da-
gegen wendet die Berufungsklägerin ein, dass der Ehemann ein höheres Einkom-
men als das von der Vorinstanz geschätzte erziele, weil er in seinem Geschäft durch 
eine Anzahl von Unterakkordanten unterstützt werde. Wenn man die Ehedauer in 
Zusammenhang mit der 100%-igen Abhängigkeit der Ehefrau betrachte, sei die Ehe 
sehr wohl lebensprägend gewesen. Aufgrund der vorliegenden Verhältnisse habe 
sie gegenüber dem Berufungsbeklagten einen Unterhaltsanspruch in der Höhe von 
monatlich mindestens Fr. 1'500.--.

a) Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Un-
terhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, 
so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 
ZGB). Bei der Regelung des nachehelichen Unterhalts handelt es sich in Abkehr 
vom Verschuldensprinzip nicht um einen Schadenersatz. Ziel des nachehelichen 
Unterhalts ist vielmehr der Ausgleich ehebedingter wirtschaftlicher Nachteile, wel-
che sich bei der Scheidung manifestieren. Beim Entscheid über die Höhe und Dauer 
des Beitrages zählt Art. 125 Abs. 2 ZGB in Ziff. 1 bis 8 verschiedene Kriterien für 
die Bemessung beziehungsweise als Voraussetzungen einer Rente auf, namentlich 
die Aufgabenteilung in der Ehe, die Dauer der Ehe, die Lebensstellung, das Alter 
und die Gesundheit der Ehegatten, das Einkommen und Vermögen, die Betreuung 
der Kinder, die berufliche Ausbildung und die Erwerbsaussichten der Ehegatten, der 
mutmassliche Aufwand für die berufliche Eingliederung anspruchsberechtigter Per-
sonen sowie die Anwartschaften aus AHV und beruflicher oder privater Vorsorge. 
Aus dem Gesetzeswortlaut geht klar hervor, dass diese Aufzählung nicht abschlies-

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sender Natur ist, aber auch je nach Sachlage nicht alle der genannten Kriterien zu 
berücksichtigen sind. Es bestimmen letztlich die Umstände des Einzelfalles, was 
unter dem gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvor-
sorge zu verstehen ist. Dieser beinhaltet auch nicht die Garantie des während der 
Ehe gelebten Lebensniveaus, da mit der Scheidung regelmässig erhebliche Mehr-
kosten verbunden sind, die eine Einschränkung in der Leistungsfähigkeit der Ehe-
gatten nach sich ziehen. Aus dem mit dem nachehelichen Unterhalt verfolgten Ziel 
des Ausgleichs ehebedingter wirtschaftlicher Nachteile ist andererseits zu schlies-
sen, dass insbesondere bei einer langen Ehedauer der während der Ehe gepflegte 
Lebensstil wenn möglich beibehalten werden soll (Urteil des Bundesgerichts 
5C.278/2000 vom 4. April 2001, S. 6). In diesem Sinn bildet die von den Ehegatten 
einvernehmlich gewählte, zuletzt gelebte Lebensführung die obere Grenze des ge-
bührenden Unterhalts (Urteil der Zivilkammer des Kantonsgerichts ZF 00 55 vom 
30. Oktober 2000 E. 5.b; Hausheer, Der Scheidungsunterhalt und die Familienwoh-
nung, in: Hausheer, Vom alten zum neuen Scheidungsrecht, Bern 1999, S. 119 ff., 
S. 148). Im Sinne einer Ausnahme von den allgemeinen Grundsätzen ist die Le-
benshaltung des anspruchsberechtigten Ehegatten während der Trennungszeit 
massgebend, wenn die Ehegatten vor der Scheidung bereits über eine längere Zeit 
hinweg getrennt gelebt haben. Diesfalls findet eine Anknüpfung an eine eheliche 
oder voreheliche Lebenshaltung nicht statt (Urteil des Bundesgerichts 5C.25/2004 
vom 17. Juni 2004, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 129 III 7 E. 3.1.1). 

b) Eine Unterhaltsverpflichtung fällt nur insoweit in Betracht, als dadurch 
nicht in das Existenzminimum der pflichtigen Partei eingegriffen wird. Der Umfang 
dieser Garantie richtet sich nach dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum im 
Sinne von Art. 93 SchKG. Obwohl es sich dabei um einen Ermessensentscheid 
handelt, stützen sich die Betreibungsämter regelmässig auf die Richtlinien der Kon-
ferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz ab, welche von 20 Kan-
tonen unverändert übernommen wurden (vgl. dazu Vonder Mühll, Kommentar zum 
Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, SchKG II, 1998, N 22 ff. zu Art. 
93 SchKG). Diese Empfehlungen wurden der Teuerung angepasst und vom Kan-
tonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde mit Kreisschreiben vom 17. Januar 
2001 per 1. März 2001 übernommen. Nur dann, wenn genügend finanzielle Mittel 
zur Verfügung stehen, ist dieser Notbedarf um die ordentliche Steuerlast und um 
gewisse Versicherungsbeiträge zum sogenannten familienrechtlichen Existenzmi-
nimum zu erweitern (BGE 126 III 356). Eine nochmalige Erhöhung um 20% ist nach 
der Rechtsprechung des Kantonsgerichtes hingegen nicht vorzunehmen (Urteil der 
Zivilkammer des Kantonsgerichts ZF 00 55 vom 30. Oktober 2000 E. 5.c; ZBJV 

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1999 S. 21). Diese Erhöhung hatte bis zum Inkrafttreten des revidierten Schei-
dungsrechtes ihren Grund in einer gesetzespolitisch gewollten Einschränkung der 
nachehelichen Solidarität (vgl. BGE 123 III 5). Eine Bevorzugung des wirtschaftlich 
leistungsfähigeren geschiedenen Ehegatten lässt sich nun aber nach dem vorhin 
erwähnten Willen des Gesetzgebers nicht mehr rechtfertigen (Hausheer, a.a.O., S. 
128 f.; vgl. auch Baumann, Praxiskommentar zum Scheidungsrecht, Genf/München 
2000, N 33 zu Art. 125 ZGB).

c) Diesen verschiedenen, die Rente bestimmenden Faktoren wird am 
ehesten mit der Ermittlung des Unterhaltsbeitrages nach der so genannten konkre-
ten Berechnungsmethode Rechnung getragen. Nach dieser Methode werden die 
Einkommen der Ehegatten ihrem minimalen Grundbedarf nach Auflösung des ge-
meinsamen Haushaltes gegenübergestellt. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag oder 
ein Überschuss. Verbleibt danach ein Überschuss, so ist dieser grundsätzlich hälftig 
zwischen den Ehegatten zu teilen. Abweichungen von diesem Verteilungsschlüssel 
sind vor allem geboten, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind und deren Un-
terhalt nur einen minimalen, nicht aber den effektiven Bedarf deckt (Ingeborg 
Schwenzer, FamKommentar, Scheidung, Bern 2005, N 75-78 zu Art. 125 ZGB).

4. Ausgangspunkt der Unterhaltsberechnung bildet einerseits die Eigen-
versorgungskapazität bzw. die Leistungsfähigkeit der geschiedenen Ehegatten, an-
dererseits ihr jeweiliger Beruf. Massgebend ist zunächst das tatsächlich erzielte Net-
toeinkommen, soweit es aus zumutbarer Erwerbstätigkeit stammt. Von einem hy-
pothetischen Einkommen ist auszugehen, wenn der Pflichtige bei gutem Willen und 
hinreichender Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte. Grundsätzlich kann ein 
hypothetisches Einkommen nur nach einer gewissen Umstellungsfrist angerechnet 
werden. Einem Unterhaltsberechtigten ist eine angemessene Frist einzuräumen, 
wenn die Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit grundsätzlich 
bejaht wird; er muss hinreichend Zeit dafür haben, die rechtlichen Vorgaben in die 
Wirklichkeit umzusetzen. Dabei muss die Übergangsfrist ihrem Zweck und den Um-
ständen angemessen sein (Urteil des Bundesgerichts 5C.138/2006 vom 18. Juli 
2006, BGE 129 III 417, 114 II 13). Bei schwankenden Einkommen, d.h. insbeson-
dere bei Selbständigerwerbenden, ist der Durchschnittswert mehrerer Jahre zu er-
mitteln (Ingeborg Schwenzer, a.a.O., N 14 ff und N 24 ff. zu Art 125 ZGB).

Der Ehemann ist selbständig erwerbend. Er verrichtete Maurer- und Scha-
lungsarbeiten im Akkord. Heute ist er gesundheitlich angeschlagen. Er musste seine 
Tätigkeit in den Jahren 2002 und 2003 vorübergehend aufgeben, weil er an einer 

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koronaren Herzkrankheit (Arteriosklerose) leidet und sich am 12. Dezember 2002 
einer Herzoperation unterziehen musste. Zwischenzeitlich erhielt der Ehemann bei 
einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 120'000.--, Taggeldleistungen in Höhe 
von aufgerundet Fr. 7'365.-- ausbezahlt. Unbestritten ist, dass der Ehemann nach 
der Trennung von der Ehefrau während längerer Zeit eine Übergangsrente von Fr. 
1'500.-- bezahlt hat. Gemäss Verlaufsprotokoll der IV-Stelle des Kantons Graubün-
den vom 4. Februar 2004 ist der Ehemann als Maurer- und Schalungsarbeiter im 
Akkord zu 100% arbeitsunfähig. Für leichte Arbeiten wurde er zu 100% arbeitsfähig 
eingestuft. Laut Verlaufsprotokoll war sein letzter valider Bruttojahreslohn im Jahre 
2004 Fr. 53'671.--. Nach eigenen Angaben sei der Ehemann heute als selbständiger 
Akkordant tätig und verdiene bestenfalls zwischen Fr. 20'000.-- und Fr. 30'000.-- 
pro Jahr. Die Vorinstanz ist von einem maximalen Einkommen von Fr. 30'000.-- 
ausgegangen. Die Berufungsklägerin rügt die Annahme des von der Vorinstanz an-
genommenen Einkommens, weil der Ehemann im Februar und März 2003 grössere 
Summen von seinem Konto bezogen habe. Dass der Ehemann innerhalb von we-
nigen Tagen im Februar/März 2003 grössere Summen von seinem Konto bezogen 
habe, lässt keinen sicheren Rückschluss auf sein tatsächliches Einkommen zu. In 
der gleichen Zeitspanne, in welcher die verschiedenen Bezüge vorgenommen wur-
den, hat der Ehemann mehrere „Akkord-Nachzahlungen“ getätigt (kB 10 bis 13), die 
Miete und verschiedene pendente Schulden beglichen (kB 14), einen Wohnwagen 
angeschafft (kB 15), in dem er zur Zeit wohnt, die Räumung und Reinigung seines 
Miethauses bezahlt (kB 16). Es ist davon auszugehen, dass die von der Ehefrau 
gerügten Auszahlungen mehrheitlich für die vom Ehemann aufgeführten und beleg-
ten Schuldentilgungen bzw. für nötige Investitionen (v.a. Wohnwagen) getätigt wur-
den. Ferner ist zu erwähnen, dass vorliegend das tatsächliche Einkommen des Ehe-
mannes zu ermitteln ist. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass der Ehemann mehr 
als Fr. 30'000.-- pro Jahr bzw. Fr. 2'500.-- pro Monat verdient. Aufgrund der Ver-
schlechterung der Fortkommensbedingungen während der Ehe ist die Vorinstanz 
zu Recht von der tatsächlichen Situation ausgegangen. Die Ehefrau war als An-
waltssekretärin tätig. Seit einem Sturz im Jahre 1996 leidet die Ehefrau an einem 
zentralen chronischen Schmerzsyndrom, ist aufgrund dessen nicht mehr arbeits-
fähig und bezieht seit dem Jahre 1998 eine 100%-ige IV-Rente. Gemäss Angaben 
der SVA B. beträgt die Invalidenrente monatlich Fr. 73.-- (jährlich Fr. 876.--). Zu-
sätzlich erhält sie gemäss der Pensionsversicherungsanstalt E. eine österreichische 
Staatsrente von netto EUR 705.-- pro Monat. Das Einkommen der Ehefrau wird 
nicht bestritten, weshalb der Betrag aus den zwei Renten vorliegend massgebend 
ist. Die schweizerische IV-Rente beträgt Fr. 73.-- pro Monat. Die österreichische 
Staatsrente von EUR 705.-- wird 14mal jährlich ausbezahlt (Anerkennung der Be-

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rufungsklägerin in der Vergleichsverhandlung vom 14. Dezember 2006). Damit er-
gibt sich umgerechnet in Schweizer Franken eine monatliche Staatsrente von Fr. 
1316.-- (705 x 14 x 1.6 : 12). Zusammengerechnet mit der schweizerischen IV-
Rente beträgt das totale monatliche Einkommen der Ehefrau somit Fr. 1389.--.

Zusammenfassend rechtfertigt es sich somit, dem Ehemann ein monatliches 
Nettoeinkommen von maximal Fr. 2'500.-- und der Ehefrau ein solches von Fr. 
1’389.-- anzurechnen.

5. Den genannten anrechenbaren Einkünften von Fr. 2'500.-- des Ehe-
mannes und Fr. 1'389.-- der Ehefrau ist ihr jeweiliger Bedarf gegenüberzustellen. 
Dieser wird gemäss den Richtlinien der Betreibungs- und Konkursbeamten der 
Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums be-
stimmt.

a) Die Vorinstanz führte dazu aus, dass der Ehemann mit einem Einkom-
men von Fr. 2'500.-- lediglich den Notbedarf decken könne, weil bei einer Einzel-
person das Existenzminimum erfahrungsgemäss zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 
3'000.-- liege. Damit käme eine Ausrichtung eines monatlichen nachehelichen Un-
terhaltsbeitrages an die Ehefrau nicht in Frage. Zu beanstanden ist vorliegend, dass 
die Vorinstanz beim Existenzminimum von einem „Erfahrungswert“ ausgegangen 
ist. Dies ist unhaltbar, weil bei der Berechnung des Existenzminimums der jeweilige 
konkrete Notbedarf bzw. Grundbedarf einer Person entscheidend ist. Damit ist 
nachfolgend eine Grundbedarfsberechnung vorzunehmen. Dabei wird das Einkom-
men der Parteien dem jeweiligen Grundbedarf gegenübergestellt und ein allfälliger 
Einkommensüberschuss bedarfsgerecht auf die Parteien aufgeteilt (BGE 126 III 8 
E. 3c S. 9f.). Bei Z. ist von einem Grundbetrag von Fr. 1'100.-- (alleinstehende Per-
son) auszugehen. Zu den Wohnkosten ist die Standplatzmiete für den Wohnwagen 
von monatlich Fr. 250.-- (jährlich ca. Fr. 3'000.--; gemäss Angaben des Ehemannes) 
zu zählen; hinzu kommen die Heizungskosten und der Unterhalt des Wohnwagens 
von Fr. 100.-- pro Monat, was zu monatlichen Wohnkosten von Fr. 350.-- führt. Da 
aus den Akten bezüglich Krankenkassenprämien des Ehemannes keine näheren 
Angaben ersichtlich sind, ist gemäss Praxis vom gleichen monatlichen Betrag wie 
bei der Ehefrau auszugehen, d.h. monatlich Fr. 250.-- (kB 7). Ferner kommen wei-
tere notwendige Versicherungskosten in der Höhe von Fr. 50.-- pro Monat hinzu. 
Bei einem steuerbaren Einkommen von Fr. 30'000.-- ergibt sich eine monatliche 
Steuerlast von ca. Fr. 150.--. (vgl. Steuerermittlung aufgrund des Jahreseinkom-
mens nach dem Berechnungsprogramm der Pax-Versicherung, http://www.pax. 

12

ch/01-toolservices/tss-index/tss-steuer-berechnungen.htm). Der monatliche Grund-
bedarf der Ehefrau besteht aus dem monatlichen Grundbetrag von Fr. 1'100.-- (al-
leinstehende Person), den Kosten der Mietwohnung inkl. Nebenkosten von Fr. 300.-
- pro Monat (bB 16), den Krankenkassenprämien von monatlich Fr. 250.-- (bB 7) 
sowie den Steuern bei einem Jahresgehalt von Fr. 16'668.-- in der Höhe von ca. Fr. 
100.-- ( vgl. Steuerermittlung aufgrund des Jahreseinkommens nach dem Berech-
nungsprogramm der Pax-Versicherung, http://www.pax. ch/01-toolservices/tss-in-
dex/tss-steuerberechnungen.htm).

b) Unter Berücksichtigung der vorstehend als massgeblich erklärten Fak-
toren führt die Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf zu folgenden Ergeb-
nissen:

Ehemann Ehefrau
betreibungsrecht. Grundbedarf 1'100.00SFr.       1'100.00SFr.       
Wohnung 350.00SFr.          300.00SFr.         
Krankenkasse 250.00SFr.          250.00SFr.         
Übrige Versicherungen 50.00SFr.           50.00SFr.           
Steuern 150.00SFr.          100.00SFr.         

Grundbedarf 1'900.00SFr.       1'800.00SFr.      
Total Grundbedarf 3'700.00SFr.           

Einkommen 2'500.00SFr.       1'389.00SFr.       
Total Einkommen 3'889.00SFr.           

Überschuss/Unterdeckung 1/2 1/2 189.00SFr.              
Anteil Überschuss 94.50SFr.           94.50SFr.           
bereinigter Gesamtbedarf 1'994.50SFr.       1'894.50SFr.       
abzgl. eigenes Einkommen 2'500.00SFr.       1'389.00SFr.       
Unterhaltsbeitrag -505.50SFr.        505.50SFr.         

Ausgehend von diesem Ergebnis könnte der Ehemann einen monatlichen 
nachehelichen Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 500.-- an die Ehefrau bezahlen, 
die über weniger Einkommen verfügt als ihr Notbedarf beträgt. Selbst wenn der 
errechnete Notbedarf der Ehefrau in gewissen Positionen leicht nach unten 
korrigiert würde, ergäbe sich für sie unter dem Strich kein wesentlich günstigeres 
Bild. Gegen die Ausrichtung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrages des 
Ehemannes an die Ehefrau führte die Vorinstanz und führt der Berufungsbeklagte 
aus, dass, selbst wenn das Einkommen des Ehemannes eine Bezahlung eines 

13

Unterhaltsbeitrages zuliesse, aufgrund der mangelnden Lebensprägung der Ehe 
auf eine Rentenzahlung zu verzichten sei.

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Ehe zwischen Z. und X. lebensprägend 
war.

6. Wie bereits erwähnt nennt Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1 bis 8 ZGB die 
Kriterien, die bei der Frage, ob, in welcher Höhe und wie lange Unterhalt geschuldet 
ist, zu berücksichtigen sind. Die Dauer der Ehe stellt eine der wichtigsten Kriterien 
dar. Sie entscheidet, ob an die ehelichen Lebensverhältnisse oder an den 
vorehelichen Lebensstandard anzuknüpfen ist, in denen keine ehebedingten 
Nachteile vorliegen. Entscheidend ist, ob eine Ehe lebensprägend geworden ist 
(Ingeborg Schwenzer, FamKommentar, Scheidung, Bern 2005, N 47 zu Art. 125 
ZGB). Von einer Lebensprägung ist auszugehen, wenn die Ehe lange (d. h. in der 
Regel mehr als zehn Jahre) gedauert hat, wenn aus ihr Kinder hervorgegangen sind 
oder wenn der ansprechende Ehegatte mit der Heirat aus seinem bisherigen Kul-
turkreis entwurzelt worden ist; diesfalls wird angenommen, dass das Vertrauen auf 
den Weiterbestand der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv 
schutzwürdig ist und der unterhaltsberechtigte Teil grundsätzlich Anspruch auf 
Fortsetzung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards hat (Schwenzer, a.a.O., N. 
48 zu Art. 125 ZGB; Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, Bern 
1997, N. 05.125, sowie Ergänzungsband, N. 05.116). Bei einer Ehedauer zwischen 
fünf und zehn Jahren spielt keine eigentliche Vermutung; vielmehr kommt es darauf 
an, ob die gelebten Umstände die Lebensverhältnisse der Ehegatten nachhaltig ge-
prägt haben oder nicht. Soweit die Trennung der Ehegatten zur Vorbereitung der 
Scheidung dient bzw. die Wiederaufnahme des Zusammenlebens nicht mehr ernst-
lich in Frage kommt, bemisst sich die Ehedauer grundsätzlich von der Eheschlies-
sung an bis zur tatsächlichen Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft (BGE 127 III 
136 E. 2c S. 140; 132 III 598 E. 9.2 S. 600) und nicht bis zur Scheidung. Vorliegend 
haben die Parteien am 10. Oktober 1996 geheiratet und sich Ende Februar 2003 
getrennt, sodass die Ehedauer rund 6 ½ Jahre betrug. Weder ist eine 6 ½-jährige 
Ehe als typische Kurzehe anzusehen, noch spielt bei ihr grundsätzlich die Vermu-
tung der Lebensprägung. Vorliegend kommt es darauf an, ob die gelebten Um-
stände die Lebensverhältnisse der Ehegatten nachhaltig geprägt haben. Besonde-
res Gewicht kommt insoweit auch den in Art. 125 Abs. 2 Ziff. 1 (die Aufgabenteilung 
während der Ehe), Ziff. 3 (die Lebensstellung während der Ehe), Ziff. 4 (das Alter 
und die Gesundheit der Ehegatten), Ziff. 5 (Einkommen und Vermögen der Ehegat-
ten) und Ziff. 7 (die berufliche Ausbildung und die Erwerbsaussichten der Ehegat-

14

ten) ZGB genannten Kriterien zu. Die Parteien sind 52 bzw. 53 Jahre alt und beide 
gesundheitlich angeschlagen, die Ehefrau sogar zu 100% invalide. Dass die Ehe-
frau kurz nach der Heirat den folgeschweren Unfall hatte und kurz danach eine 
100%-ige IV-Rente bezog, lässt darauf schliessen, dass sie nicht wieder in ihren 
angestammten Beruf als Anwaltssekretärin einsteigen kann. Aufgrund der Ver-
schlechterung ihres Zustandes wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder in 
die Arbeitswelt treten. Allerdings ist der Umstand allein, dass ein Ehegatte gesund-
heitlich nicht oder nur beschränkt in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzuge-
hen, nicht Grund genug für einen Unterhaltsbeitrag. Vielmehr muss durch die Ehe 
eine Vertrauensposition geschaffen worden sein, die auch nach der Scheidung nicht 
enttäuscht werden darf (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichtes 5C.169/2006; 
Schwenzer, a.a.O., N. 55 zu Art. 125 ZGB). Wäre dies nicht der Fall könnte hinge-
gen die nacheheliche Solidarität nach dem Gesagten nur greifen, wenn die Krank-
heit ehebedingt wäre. Vorliegend ist der Grund der Invalidität der Ehefrau nicht ehe-
bedingt. Da X. ihren Unfall im Jahre 1996 kurz nach der Heirat erlitt und dadurch 
während der ganzen Ehedauer von ihrem Ehemann und sogar noch während der 
Trennungszeit intensiv unterstützt und betreut wurde, rechtfertigt sich die Annahme 
einer Vertrauensposition. Die Ehe gab der Ehefrau Sicherheit in jeder Hinsicht. Dass 
der Ehemann unabhängig von einer gerichtlichen Verfügung bzw. einem gerichtli-
chen Urteil, die Ehefrau auch nach der Trennung während längerer Zeit mit einem 
monatlichen Beitrag von Fr. 1'500.-- unterstützte, lässt darauf schliessen, dass ihm 
das Schicksal der Ehefrau nicht gleichgültig war und untermauert die Vertrauens-
position zwischen den Parteien. Obwohl im vorliegenden Fall von einer eher kurzen 
Ehe die Rede ist und die Ehe kinderlos blieb, ist angesichts der genannten Um-
stände eine zeitlich befristete Unterhaltsrente an die Ehefrau vorliegend durchaus 
gerechtfertigt. 

Bezüglich der Dauer der Unterhaltsrente ist aufgrund der relativ kurzen     
Ehedauer, der Verschlechterung der Fortkommensbedingungen während der Ehe 
und des Gesundheitszustandes beider Parteien (v.a. auch des Ehemannes) eine 
Übergangsrente von monatlich Fr. 500.-- für die Dauer von zwei Jahren 
gerechtfertigt. Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Ehemann nur in der Lage ist, 
eine Rente zu bezahlen, weil er bei den Wohnkosten sehr sparsam ist. Er könnte 
ohne weiteres höhere Wohnkosten verursachen, wenn er von seinem Wohnwagen 
in eine für übliche Unterkunftsbedürftnisse angemessene Wohnung ziehen würde, 
sodass sich kein Rentenanspruch mehr begründen würde.

15

7. Die Berufung ist nach dem Gesagten teilweise gutzuheissen und Z. ist 
zu verpflichten, Sonja Margarethe Schlumpf Schwehla ab Rechtskraft dieses Urteils 
eine monatliche im Voraus zahlbare Rente von Fr. 500.-- für die Dauer von zwei 
Jahren zu bezahlen.

8. Da die Berufung bezüglich des Unterhaltsanspruches teilweise 
gutgeheissen wird, bleibt zu prüfen, ob sich bei dieser Sachlage eine Änderung der 
vorinstanzlichen Kostenverteilung rechtfertigt. Die hälftige Aufteilung der 
Verfahrenskosten im vorinstanzlichen Verfahren ist nicht zu beanstanden, weil sich 
die Parteien diesbezüglich auf Vorschlag des Präsidenten in der Hauptverhandlung 
vom 6. September 2006 geeinigt haben. Ferner wurde die Beklagte gemäss Ziff. 3 
Abs. 2 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Landquart verpflichtet, dem 
Kläger eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 5'000.-- zu bezahlen. Zur 
Begründung führte die Vorinstanz aus, dass die Beklagte den ausseramtlichen 
Aufwand des Klägers zu tragen habe, da sie mit ihrem Antrag um nachehelichen 
Unterhalt unterlegen sei. Nun wird das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt durch 
das Kantonsgericht aufgehoben und der Berufungsklägerin wenigstens 
übergangsweise eine Unterhaltsrente gewährt. Da die Frage, ob ein nachehelicher 
Unterhalt gerechtfertigt ist, bereits im vorinstanzlichen Verfahren die Hauptfrage 
darstellte und das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt geändert wird, rechtfertigt 
es sich, die aussergerichtlichen Kosten für das vorinstanzlichen Verfahren 
wettzuschlagen.

9. a) Was die Kosten des Berufungsverfahrens betrifft, so wird gemäss Art. 
122 Abs. 1 ZPO der unterliegende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kos-
ten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, können die 
Kosten verhältnismässig verteilt werden. Von dieser Regel kann insbesondere dann 
abgewichen werden, wenn die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur Pro-
zessführung veranlasst sah oder der genaue Umfang des Anspruchs für den Kläger 
aus objektiven Gründen nicht überblickbar war. Gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO wird 
dabei die unterliegende Partei in der Regel auch verpflichtet, der obsiegenden Par-
tei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. 
Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aus-
sergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen ver-
teilt werden. Wie der klare Wortlaut von Art. 122 Abs. 1 ZPO einleitend erkennen 
lässt, bildet die ausgangsmässige Verteilung der Kosten die Regel, mithin ist bei der 
Kostenverteilung grundsätzlich auf das formelle Obsiegen und Unterliegen abzu-
stellen (PKG 1997 Nr. 14 mit weiteren Hinweisen). Gründe, davon abzuweichen, 

16

bestehen im vorliegenden Fall keine. Keine der Parteien ist mit ihren Rechtsbegeh-
ren vollumfänglich durchgedrungen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, 
die Kosten des Berufungsverfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und 
die aussergerichtlichen Kosten wettzuschlagen.

b) Der Berufungsklägerin wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtsprä-
sidiums vom 4. Januar 2007 (PZ 06 202) die Bewilligung zur unentgeltlichen Pro-
zessführung erteilt. Die ihr anfallenden amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens 
und die in diesem Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten ihrer Rechtsvertretung 
sind demnach - unter Vorbehalt der Rückforderung – dem Kanton Graubünden in 
Rechnung zu stellen (Art. 47 Abs. 1 und 2 ZPO, Art. 45 Abs. 2 ZPO). Über die Höhe 
der Entschädigung des Rechtsbeistands wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO 
entschieden. 

17

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 2 und 3 Abs. 2 des 
Dispositivs des angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. Z. wird verpflichtet, X. ab Rechtskraft dieses Urteils für die Dauer von zwei 
Jahren eine monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsrente von Fr. 500.-- 
zu bezahlen.

3. Es bestehen keine gegenseitigen Ansprüche aus beruflicher Vorsorge und 
die Parteien sind in güterrechtlicher Hinsicht per Saldo aller gegenseitigen 
Ansprüche auseinandergesetzt. Dabei wird insbesondere davon Vormerk ge-
nommen, dass Z. ausdrücklich auf seine Forderung gegenüber X. gemäss 
der Abschreibungsverfügung des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 27. 
Juni 2005 betreffend ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 
10'026.15 inkl. Barauslagen und MwSt (Ziff. 3 des Dispositivs) verzichtet hat.

4. Die aussergerichtlichen Kosten für das Verfahren vor Bezirksgericht Land-
quart werden wettgeschlagen.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 2'200.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 288.--, total somit Fr. 2'488.-
- tragen die Parteien je zur Hälfte. Die aussergerichtlichen Kosten des Beru-
fungsverfahrens werden wettgeschlagen.

6. a) Die der Berufungsklägerin auferlegten Gerichtskosten des Berufungsverfah-
rens werden gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO dem Kanton Graubünden in Rech-
nung gestellt.

b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe bleibt im Sinne von Art. 45 
Abs. 2 ZPO vorbehalten.

7. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise 
einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 
Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 
72 ff. und 90 ff. BGG. 

18

8. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: