# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49f65101-1d9a-5d05-90a4-c78896b174aa
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.08.2023 VBE.2023.15, VBE.2023.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-15--VBE-202_2023-08-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

 

VBE.2023.15, VBE.2023.36 / lf / sc 
Art. 87 

 

 

Urteil vom 21. August 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Merkofer 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Nicolai Fullin, Advokat, indemnis Rechtsanwälte, 

Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
   

Beigeladene   B._____   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügungen vom 12. Dezember 2022 und 23. Januar 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1961 geborene Beschwerdeführer meldete sich – nachdem ihm von 

der Beschwerdegegnerin in der Vergangenheit berufliche Massnahmen zu-

gesprochen worden waren und sein Rentenbegehren mit Verfügung vom 

28. Februar 2012 abgewiesen worden war – am 5. Dezember 2019 bei der 

Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integra-

tion/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Be-

schwerdegegnerin tätigte daraufhin erwerbliche und medizinische Abklä-

rungen, leistete Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining und liess 

den Beschwerdeführer auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Diens-

tes (RAD) begutachten (Gutachten der PMEDA AG, Zürich [PMEDA], vom 

17. Januar 2022). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. De-

zember 2022 ab dem 1. Oktober 2020 eine halbe Invalidenrente zu; dies 

unter gleichzeitiger masslicher Festsetzung der Rentenbetreffnisse ab dem 

1. Dezember 2022 und Ankündigung des Erlasses einer weiteren Verfü-

gung betreffend die rückwirkend zugesprochenen Rentenleistungen (ein-

gereicht mit E-Mail-Nachricht vom 9. August 2023). Die entsprechende Ver-

fügung erging in der Folge am 23. Januar 2023. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2022 erhob der Beschwerdefüh-

rer mit Eingabe vom 12. Januar 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Dezember 
2022 abzuändern, und es sei diese zu verpflichten, dem Beschwerde-
führer mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2022 eine Dreiviertelsrente zu 
leisten. 

2. Unter o/e-Kostenfolge." 

 

Das Verfahren wurde am Versicherungsgericht unter der Verfahrensnum-

mer VBE.2023.15 erfasst. 

 

2.2. 

Gegen die Verfügung vom 23. Januar 2023 erhob der Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 24. Januar 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte fol-

gende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei die Verfügung vom 23. Januar 2023 abzuändern, und es sei die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer mit Wir-
kung ab dem 1. Oktober 2020 eine Dreiviertelsrente zu leisten. 

2. Es sei dieses Beschwerdeverfahren mit dem bereits hängigen Verfah-
ren zwischen den gleichen Parteien und dem gleichen Sachverhalt mit 

 - 3 - 

 

 

 

der Verfahrens-Nr. VBE.2023.15 zu vereinigen. Es sei auf einen zu-
sätzlichen Kostenvorschuss für die vorliegende Beschwerde zu ver-
zichten. 

3. Unter o/e-Kostenfolge." 

 

Das Verfahren wurde am Versicherungsgericht unter der Verfahrensnum-

mer VBE.2023.36 erfasst. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 7. Februar 2023 wurden die bei-
den Verfahren VBE.2023.15 und VBE.2023.36 vereinigt. 
 

2.4. 

Mit Vernehmlassung vom 24. Februar 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerden. 

 

2.5. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 27. Februar 2023 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese liess sich in 

der Folge nicht vernehmen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist die Höhe der dem Beschwerdeführer mit Verfü-

gung vom 12. Dezember 2022 (eingereicht mit E-Mail-Nachricht vom 9. Au-

gust 2023) sowie mit Verfügung vom 23. Januar 2023 (Vernehmlassungs-

beilage [VB] 236) zugesprochenen Rente. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden  

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

 - 4 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

In den angefochtenen Verfügungen vom 12. Dezember 2022 (eingereicht 

mit E-Mail-Nachricht vom 9. August 2023) und 23. Januar 2023 (VB 236) 

stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesent-

lichen auf das internistisch-neurologisch-orthopädisch-psychiatrische 

PMEDA-Gutachten vom 17. Januar 2022. Darin wurden interdisziplinär die 

nachfolgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 

(VB 213 S. 7): 

 

"Sulcus-ulnaris-Syndrom rechtsbetont mit sensiblen Störungsbefunden, 
ICD-10: G56.2 

Fortgeschrittene, kontrakte Pangonarthrose rechts 

Gonarthrose links 

Leichtgradiges Hüftgelenkimpingementsyndrom rechts 

Status nach offenchirurgischer und arthroskopischer Mehrfachoperation 
des rechten Kniegelenks wegen Kapselbandschadenverletzungsfolgen 
(10/1989-9/2018) 

Status nach offenchirurgischer und arthroskopischer Kniegelenksopera-
tion links wegen Kapselbandschaden (8/1997) 

Leichtgradiges Impingement-Syndrom rechtes Schultergelenk 

Status nach 2-maliger arthroskopischer Schultergelenksoperation rechts 
wegen Impingement-Syndrom (2005,2006) 

Initiale Daumensattelgelenkarthrose rechts 

Status nach Operation einer ulnaren Seitenbandläsion am rechten Dau-
mengrundgelenk (7/4/2004) 

Mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Stö-
rung" 

 

Das depressive Syndrom bedinge zum Begutachtungszeitpunkt aufgrund 

der assoziierten affektiven und vegetativen Störungen eine reduzierte Be-

lastbarkeit. Die orthopädischen Gesundheitsstörungen würden eine dauer-

hafte qualitative Minderung der Arbeitsfähigkeit bedingen, sodass nur noch 

körperlich überwiegend leichte Arbeiten in Betracht kommen würden. In der 

bisherigen Tätigkeit bestehe seit September 2018 eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit, dies auch in angepasster Tätigkeit von Oktober 2019 bis 

spätestens September 2020. Ab September 2020 habe wieder eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestanden (VB 213 S. 8, 138, 

166 f.). 

 

3.2. 

Das PMEDA-Gutachten vom 17. Januar 2022 (VB 213) wird den von der 

Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medi-

zinische Stellungnahme gerecht (zum Beweiswert von Gutachten: 

BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a f. S. 352 f.). Dass die Be-

schwerdegegnerin auf das PMEDA-Gutachten vom 17. Januar 2022 

(VB 213) abstellte, wurde vom Beschwerdeführer zudem – ausweislich der 

 - 5 - 

 

 

 

Akten zu Recht– nicht beanstandet (vgl. Beschwerde vom 12. Januar 2023 

S. 3), womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen.  

 

4. 

4.1. 

In den angefochtenen Verfügungen vom 12. Dezember 2022 (eingereicht 

mit E-Mail-Nachricht vom 9. August 2023) und 23. Januar 2023 (VB 236) 

ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass das Wartejahr (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) im Oktober 2019 zu laufen begonnen habe und im Oktober 

2020 abgelaufen sei. Da der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt in ei-

ner angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, habe er bei 

einem Invaliditätsgrad von 57 % ab dem 1. Oktober 2020 Anspruch auf 

eine halbe Invalidenrente. 

 

Entgegen der Beschwerdegegnerin war der Beschwerdeführer jedoch aus-

weislich des nach den vorangehenden Ausführungen beweiskräftigen 

PMEDA-Gutachtens vom 17. Januar 2022 ab September 2018 in ange-

stammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sowie ab Oktober 2019 bis 

spätestens September 2020 sowohl in angestammter wie auch in ange-

passter Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig. Ab September 2020 war der 

Beschwerdeführer sodann in angepasster Tätigkeit wieder zu 50 % arbeits-

fähig (VB 213 S. 8, 138, 166 f.). Daher begann das Wartejahr (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) bereits im September 2018 zu laufen. Nachdem sich der 

Beschwerdeführer am 5. Dezember 2019 bei der Beschwerdegegnerin 

zum Leistungsbezug angemeldet hat, fällt der Zeitpunkt des frühestmögli-

chen Rentenbeginns damit auf Juni 2020 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Zu 

diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer gemäss gutachterlicher Ein-

schätzung sowohl in angestammter wie auch in angepasster Tätigkeit voll-

ständig arbeitsunfähig. Damit ist ein Invalideneinkommen von Fr. 0.00 an-

zunehmen, womit bei einem Einkommensvergleich ein rentenbegründen-

der Invaliditätsgrad von 100 % resultiert und folglich ab Juni 2020 von ei-

nem Anspruch auf eine ganze Invalidenrente auszugehen ist. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Gemäss gutachterlicher Beurteilung ist sodann spätestens ab September 

2020 von der Wiedererlangung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer an-

gepassten Tätigkeit auszugehen (VB 213 S. 8, 138, 166 f.). 

 

Hinsichtlich der Berechnung des Invaliditätsgrades bei 50%iger Arbeitsfä-

higkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit ist zwischen den 

Parteien ausschliesslich die korrekte Berechnung des Invalideneinkom-

mens umstritten (vgl. Beschwerde vom 12. Januar 2023 S. 3). Der Be-

schwerdeführer bringt diesbezüglich vor, da ihm nur noch leichte Tätigkei-

ten zumutbar seien, selbst bei diesen noch Einschränkungen bestehen 

würden und er nur noch ein Arbeitspensum von 50 % leisten könne, 

 - 6 - 

 

 

 

rechtfertige sich ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 10 % (vgl. 

Beschwerde vom 12. Januar 2023 S. 3 f.). Zudem sei zur Berechnung des 

Invalideneinkommens fälschlicherweise auf die LSE 2018 anstatt auf die 

LSE 2020 abgestellt worden (vgl. Beschwerde vom 12. Januar 2023 S. 4).  

 

4.2.2. 

Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, ist für die Berechnung des 

Invalideneinkommens auf die am 23. August 2022 veröffentlichten Tabel-

len LSE 2020 abzustellen, da rechtsprechungsgemäss jeweils die im Ver-

fügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen zu verwenden sind 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2017 vom 21. September 2017 

E. 4.2). Somit ist unter Berücksichtigung der 50%igen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit (vor der Vornahme eines Ta-

bellenlohnabzuges) von einem Invalideneinkommen von Fr. 32'907.60 aus-

zugehen (Fr. 5'261.00 [BfS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn {Zentral-

wert} nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Priva-

ter Sektor, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Männer] x 12 

x 41.7/40.0 [BfS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in 

Stunden pro Woche, 1990–2021, Total, 2020 = 41.7 h] x 50 % = 

Fr. 32'907.60). 

 

4.2.3. 

4.2.3.1. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Medi-

anwerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür-

zen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen 

sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des 

konkreten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienst-

jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein Abzug 

soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines 

oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Ar-

beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnitt-

lichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Ab-

zugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invaliden-

einkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohns zu begren-

zen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 129 V 

472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]). 

 

4.2.3.2. 

Gemäss PMEDA-Gutachten vom 17. Januar 2022 ist der Beschwerdefüh-

rer in einer angepassten, leichten Tätigkeit, welche im Wechselrhythmus 

zwischen Stehen, Gehen und Sitzen, überwiegend aber im Sitzen durch-

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geführt werden kann, zu 50 % arbeitsfähig (VB 213 S. 8, 137 f.). Tätigkei-

ten mit hoher feinmotorischer manueller Beanspruchung sind zu vermeiden 

(VB 213 S. 102). Zudem bestehen Tätigkeitseinschränkungen für längere 

Arbeiten über Kopf oder in Vorhalte und für Arbeiten mit repetitiven Hebe- 

und Tragebelastungen für den Schultergürtel rechts (VB 213 S. 136). Ein 

Hinknien und ein in die tiefe Hocke-Gehen sind nicht leistbar (VB 213 

S. 137). Den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers 

wurde damit bereits bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung und der Defini-

tion des Zumutbarkeitsprofils Rechnung getragen, womit diese nicht noch 

zu einem zusätzlichen leidensbedingten Abzug führen können. Praxisge-

mäss ist sodann der Umstand allein, dass nur noch leichte Arbeiten zumut-

bar sind, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug. Der 

angewandte und unumstritten gebliebene Tabellenlohn des Kompetenzni-

veaus 1 basiert bereits auf einer Vielzahl von geeigneten leichten Tätigkei-

ten, womit vorliegend trotz der qualitativen Einschränkungen des Be-

schwerdeführers von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren 

Verweistätigkeiten auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

auszugehen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_715/2022 vom 8. März 

2023 E. 10.4.2.1; 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E. 5.3.2 f.). Dass 

der Beschwerdeführer selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertä-

tigkeiten in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (quantitativ zu 

50 %), wirkt sich jedoch rechtsprechungsgemäss lohnmindernd aus (vgl. 

BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 

9C_311/2022 vom 18. April 2023 E. 4.3.2; 8C_283/2022 vom 16. Februar 

2023 E. 4.2.2 und 4.3; 9C_395/2022 vom 4. November 2022 E. 4.5.3). Das 

Alter des 1961 geborenen Beschwerdeführers wirkt sich dagegen, statis-

tisch betrachtet, stark einkommenserhöhend aus (BfS, LSE 2020, Tabelle 

T9b, monatlicher Bruttolohn nach Lebensalter, beruflicher Stellung und Ge-

schlecht, ohne Kaderfunktion, Männer, Median, Total und 50 – 64/65 

Jahre). Der dem Beschwerdeführer noch zumutbare Beschäftigungsgrad 

von 50 % hat des Weiteren eine leicht lohnsenkende Wirkung (BfS, 

LSE 2020, Tabelle T18, Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, 

beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Kaderfunktion, Männer, Total 

und Teilzeit [50 % - 74 %]). Schliesslich ist der Beschwerdeführer Schwei-

zer (VB 119 S. 1), was statistisch gesehen eine lohnsteigernde Auswirkung 

hat (BfS, LSE 2020, Tabelle T12_b, monatlicher Bruttolohn, Schweizer/in-

nen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne 

Kaderfunktion, Männer, Median, Total und Schweizer). 

 

In einer Gesamtbetrachtung aller lohnerhöhenden, lohnmindernden und 

lohnneutralen Faktoren erscheint somit ein Abzug vom Tabellenlohn in der 

Höhe von 10 % (oder höher), wie vom Beschwerdeführer beantragt, als 

nicht gerechtfertigt. Ob jedoch vorliegend ein Abzug von 5 %, wie er von 

der Beschwerdegegnerin gewährt wurde, oder gar kein Abzug angemes-

sen ist, spielt für das Ergebnis (vgl. E. 4.2.4. nachfolgend) keine Rolle, wes-

wegen dies offengelassen werden kann. 

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4.2.4. 

Bei Gegenüberstellung des – unbestritten gebliebenen und ausweislich der 

Akten korrekten – Valideneinkommens von Fr. 76'461.00 (vgl. Verfügung 

vom 12. Dezember 2022 S. 4 f.) und des Invalideneinkommens von 

Fr. 31'262.20 (Fr. 32'907.60 [vgl. E. 4.2.2. hiervor] x 0.95 [vgl. E. 4.2.3.2. 

hiervor] = Fr. 31'262.20) resultiert per September 2020 ein Invaliditätsgrad 

von 59 % ([Fr. 76'461.00 - Fr. 31'262.20] / Fr. 76'461.00 x 100 = 59.11; ge-

rundet gemäss BGE 130 V 121 = 59 %). 

 

Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Anpassungsfrist gemäss 

Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einem IV-Grad von 59 % per September 2020 

ab 1. Dezember 2020 vom Anspruch auf eine halbe Rente auszugehen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten sind die Beschwerden teilweise gutzuheissen und 

die angefochtenen Verfügungen vom 12. Dezember 2022 und 23. Januar 

2023 dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführer vom 1. Juni 

bis am 30. November 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 

dem 1. Dezember 2020 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang mit bloss marginalem Obsiegen in einem ungerügten Nebenpunkt 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_419/2018 vom 6. September 2018 E. 6.2). 

 

5.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens mit bloss 

marginalem Obsiegen (Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin 

aufgrund ihrer Stellung als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 

E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerden werden die Verfügungen vom 

12. Dezember 2022 und 23. Januar 2023 dahingehend abgeändert, dass 

der Beschwerdeführer vom 1. Juni bis am 30. November 2020 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. Dezember 2020 Anspruch auf 

eine halbe Invalidenrente hat. 

 - 9 - 

 

 

 

2. 

Die Gerichtskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. August 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Fricker