# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65865051-de03-52a8-a45b-3a5d4dfacfa2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.12.2011 S 2011 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-48_2011-12-16.pdf

## Full Text

S 11 48

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 12. Juli 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1960, absolvierte nach der obligatorischen Schulzeit zunächst 

eine Lehre als Elektriker, dann als Verkäufer. 1983 heiratete er, und 1983, 

1985 und 1995 kamen seine drei Kinder …, … und … zur Welt. 1999 

übernahm er die Rolle als Hausmann, während die Ehefrau eine 60%-ige 

Tätigkeit als Spitexangestellte aufnahm. Im Januar 2008 wurde ein 

Adenokarzinom der Prostata diagnostiziert, und im September 2008 fand im 

Universitätsspital … eine Operation statt. In der Folge wurde eine 

antiandrogene Therapie mit Zoladex durchgeführt.

2. Am 9. Juni 2009 reichte … einen Antrag auf Leistungen der 

Invalidenversicherung ein. Im Rahmen der Abklärungen der IV-Stelle gab der 

Hausarzt Dr. med. … mit Bericht vom 28. August 2009 an, der Versicherte 

leide unter Urininkontinenz, Schwindel, Müdigkeit und ab und zu 

Kopfschmerzen. Er sei seit der Operation im September 2008 als Hausmann 

zu 100% arbeitsunfähig. Dr. med. … vom Universitätsspital … machte in 

seinem undatierten, auf Aufforderung der IV-Stelle vom 7. September 2009 

hin erstellten Bericht keine ziffernmässige Angabe zur Arbeitsfähigkeit, 

sondern führte aus, diese sei aktuell abhängig vom Verlauf. Als zumutbar 

bezeichnete er rein sitzende Tätigkeiten, wechselbelastende Tätigkeiten, 

vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten sowie Heben und Tragen mit 

einer Gewichtslimite von 5 bis 10 kg. Konzentrationsvermögen, 

Auffassungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien 

uneingeschränkt. Mit Abschlussbericht vom 29. Dezember 2009 gab die RAD-

Ärztin Dr. med. … an, gemäss einer Rückfrage finde derzeit keine weitere 

Krebsbehandlung statt, so dass die durch den Hausarzt beschriebenen 

unspezifischen Beschwerden nicht auf eine Therapie zurückgeführt werden 

könnten. Demnach könne auch von einer raschen Besserung dieser 

Beschwerden ausgegangen werden. Am 25. März 2010 liess die IV-Stelle 

eine Abklärung beim Versicherten zu Hause durchführen. Im Bericht vom 21. 

April 2010 ist dazu festgehalten, der Versicherte mache geltend, er würde 

heute ohne gesundheitliche Einschränkung wieder zu 100% arbeiten. Dies sei 

auf August 2008 geplant gewesen, weil der Sohn zu diesem Zeitpunkt in die 

Oberstufe übergetreten und am Mittag nicht mehr nach Hause gekommen sei. 

Der Bericht hält eine invaliditätsbedingte Einschränkung von total 16.1% fest.

3. Mit Verfügung vom 7. März 2011 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

ab. Der Versicherte sei in seinem Aufgabenbereich 

Haushaltführung/Kinderbetreuung zu 16.1% eingeschränkt. Diese 

Einschränkung entspreche dem Invaliditätsgrad und sei nicht 

rentenbegründend. Der Invaliditätsgrad sei mit der spezifischen Methode 

festzulegen, da nicht davon ausgegangen werden könne, dass der 

Versicherte als Gesunder wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte.

4. Gegen diese Verfügung liess der  Versicherte am 6. April 2011 Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht erheben. Er beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben, und es sei ihm eine ganze unbefristete Rente aufgrund eines 

Invaliditätsgrades von 100% zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und ein 

unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren. Er machte geltend, wenn er 

nicht erkrankt wäre, hätte er im Sommer 2008 die Erwerbstätigkeit wieder in 

vollem Umfang aufgenommen. Seine Tätigkeit als Hausmann sei immer als 

Übergangslösung gedacht gewesen, weil die Ehefrau mit der Erziehung der 

damals pubertären Töchter überfordert gewesen sei. Es sei vereinbart 

gewesen, dass er im August 2008 eine Stelle im Berggasthof … hätte antreten 

können. Zur Bestätigung reichte er ein Schreiben vom 17. März 2011 ein, in 

welchem der Geschäftsführer der … bestätigt, für die Sommersaison 2008 sei 

ab August eine Anstellung zu einem Lohn von 2'300 Euro pro Monat 

vereinbart worden. Der jüngste Sohn sei im Sommer 2008 dreizehnjährig in 

die Oberstufe übergetreten, und die Töchter seien mit damals 23 und 25 

Jahren bereits selbständig gewesen, so dass er nicht mehr länger die Rolle 

als Hausmann hätte übernehmen müssen. Die Rückkehr ins Erwerbsleben 

wäre aus finanziellen Gründen notwenig gewesen, da das 

Erwerbseinkommen der Ehefrau den Existenzbedarf der Familie nicht gedeckt 

habe. Er reichte die Steuererklärung 2010 ein, welche ein jährliches 

Einkommen von rund Fr. 41'000.-- ausweist. Weiter reichte er ein Schreiben 

ein, in welchem die Krebsliga bestätigt, ihn "infolge finanziellen 

Schwierigkeiten mit total Fr. 9'718.15" unterstützt zu haben, sowie einen 

Verlustschein über Fr. 12'876.65 und ein Schreiben der 

Hypothekargläubigerin mit einem Teilverzicht auf deren Forderung.

5. Die IV-Stelle beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

verwies sie im Wesentlichen auf die Begründung der angefochtenen 

Verfügung. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird soweit erforderlich 

in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 7. März 2011, worin 

das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abgelehnt wird. 

Beschwerdegegenstand ist die Frage, ob die IV-Stelle den Invaliditätsgrad 

korrekt bemessen hat, beziehungsweise ob zu Recht die Methode des 

Betätigungsvergleichs zur Anwendung gekommen ist.

2. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts / ATSG / SR 830.1 und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung / IVG / SR 831.20). Ist 

ein Versicherter mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine Vollrente (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

Im vorliegenden Fall erfolgte die Anmeldung am 9. Juni 2009, so dass der 

allfällige Rentenanspruch frühestens ab dem 1. Dezember 2009 entstehen 

konnte (Art. 29 Abs. 1 IVG). Massgeblich für die Beurteilung der Rentenfrage 

ist der Sachverhalt, der sich bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 7. 

März 2011 verwirklicht hat (BGE 132 V 215 E. 3.1.1.).

3. Art. 28a IVG sieht für die Ermittlung des Invaliditätsgrades drei verschiedene 

Methoden vor, die Methode des Einkommensvergleichs für Erwerbstätige 

(Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 IVG), die Methode des Betätigungsvergleichs 

für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG, Art. 27 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung / IVV / SR 831.201) und die gemischte Methode für 

Teilerwerbstätige (Art. 28a Abs. 3, Art. 27bis IVV). Für die Wahl der Methode 

ist nach der Praxis des Bundesgerichts entscheidend, welchen Status der 

Versicherte bei sonst gleichen Verhältnissen im Gesundheitsfall hypothetisch 

hätte (BGE 133 V 477 E 6.3). Entscheidend ist dabei jene Tätigkeit, welche 

der Versicherte ausüben würde, wenn er nicht invalid geworden wäre, und zu 

berücksichtigen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse, insbesondere die finanziellen Notwendigkeit, eine 

Erwerbstätigkeit auszuüben, allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 

gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten, die Ausbildung 

sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen. Bei verheirateten 

Versicherten ist überdies die Aufgaben- und Rollenverteilung im Rahmen der 

ehelichen Gemeinschaft zu beachten (BGer-Entscheid I 248/02 vom 30. Juli 

2002 E. 1.2.; VGer-Entscheid S 09 164). Beurteilt wird die Statusfrage nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 125 V 146 E 2.c). 

4. Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle die Methode des Betätigungsvergleichs 

angewendet, weil sie annimmt, der Beschwerdeführer wäre auch ohne 

Gesundheitsschaden weiterhin als Hausmann tätig geblieben. Damit ist der 

Beschwerdeführer nicht einverstanden. Er macht geltend, er hätte ohne 

Gesundheitsschaden ab August 2008 wieder eine Erwerbstätigkeit 

aufgenommen, so dass die Methode des Einkommensvergleichs 

anzuwenden sei.

a) Der Beschwerdeführer arbeitete bis März 1995 bei der … AG. Für die 

folgenden Jahre weist der Auszug aus dem individuellen Konto Leistungen 

der DAS Rechtsschutzversicherung aus (für November/Dezember 1996 Fr. 

6'788.--, für das Jahr 1997 Fr. 20'150 und für den Januar 1998 Fr. 2'742). Für 

Februar/März 1998 ist eine Arbeitslosenentschädigung angegeben (Fr. 

2’656.--) und für die Jahre 1998 und 1999 geringfügige Einkommen der … AG 

(Fr. 2'825.-) und der … AG (Fr. 247.--). Dies zeigt, dass sich der 

Beschwerdeführer bereits ab März 1995 in beträchtlichem Ausmass aus dem 

Erwerbsleben zurückgezogen hat. Der Grund dafür kann nicht der 

Rollentausch mit der Ehefrau gewesen sein, gibt doch der Beschwerdeführer 

selber an, dieser Rollentausch sei erst 1999 erfolgt. Somit müssen von 1995 

bis 1999 andere Gründe für den teilweisen Ausstieg aus dem Berufsleben 

vorgelegen haben.

b) Die Familie des Beschwerdeführers lebte ab 1999 im Wesentlichen von dem 

Einkommen, das die Ehefrau in einer 60%-igen Tätigkeit als Spitexangestellte 

erwirtschaftete. Dieses Einkommen in der Grössenordnung von Fr. 40'000.-- 

pro Jahr war für den Unterhalt einer fünfköpfigen Familie offensichtlich 

äusserst knapp. Allem Anschein nach arrangierte sich die Familie aber mit 

diesem Einkommen, sind doch in der Zeit von 1999 bis 2008 keine 

Bestrebungen zur Verbesserung der finanziellen Situation aktenkundig. Eine 

solche Verbesserung wäre indessen relativ leicht möglich gewesen. Entweder 

hätte die Ehefrau ihr Pensum auf 100% steigern können, oder die Eheleute 

hätten sich die Arbeit zu Hause und im Erwerbsleben aufteilen können, indem 

der Beschwerdeführer ebenfalls eine Teilzeitarbeit aufgenommen hätte. Da 

der Wille zur Verbesserung der Einkommenssituation in der Zeit fehlte, als 

noch ein fünfköpfiger Haushalt zu versorgen war, ist dieser Wille für den 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses im März 2011 umso weniger anzunehmen, 

da zu diesem Zeitpunkt die Töchter mit 24 und 22 Jahren wirtschaftlich bereits 

selbständig waren und nur noch der damals 16-jährige Sohn für einige wenige 

Jahre weiter zu versorgen war.

c) Der Beschwerdeführer macht geltend, ohne seine Krankheit hätte er im 

Herbst 2008 eine Stelle angetreten, weil sein Sohn zu diesem Zeitpunkt an 

die Oberstufe nach Zillis gewechselt habe. Dieses Vorbringen ist nicht 

überzeugend. Zwar veränderte der Wechsel an die Oberstufe die Situation in 

dem Sinne, dass der Sohn zum Mittagessen nicht mehr nach Hause kam. 

Dieser Veränderung kann aber keine entscheidende Bedeutung beigemessen 

werden. Hätte der Beschwerdeführer ein ernsthaftes Interesse an einem 

Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gehabt, so hätte sich dieser Schritt 

angesichts der schwierigen Einkommenssituation der Familie bereits im Jahr 

2002 beim Schuleintritt des Sohnes aufgedrängt. Zu diesem Zeitpunkt waren 

die Töchter bereits 19 und 17 Jahre alt und nur noch sehr beschränkt auf 

elterliche Betreuung angewiesen. Es war damals somit ein einfacher 

Familienhaushalt mit nur einem schulpflichtigen und zwei weitgehend 

selbständigen Kindern zu versorgen. Diese Situation hätte es dem 

Beschwerdeführer offensichtlich erlaubt, einer Teilzeittätigkeit nachzugehen, 

umso mehr, als die Ehefrau infolge ihrer bloss teilzeitlichen Anstellung 

ebenfalls für die zu Hause anfallenden Arbeiten zur Verfügung gestanden 

hätte. Hätten sich die Arbeitszeiten der Eltern nicht optimal ergänzt und hätte 

es ein Problem mit dem Mittagessen des Sohnes gegeben, so wäre dies 

sicher durch den Einbezug von Verwandten, Freunden oder Nachbarn lösbar 

gewesen. Dass der Beschwerdeführer bis zum Ausbruch seiner Krankheit im 

Januar 2008 keine ausserhäusliche Arbeit verrichtete, spricht deshalb deutlich 

dafür, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Wiedereinstieg ins 

Berufsleben hatte. 

d) Der Beschwerdeführer macht geltend, bereits 2006 hätten Gespräche 

betreffend eine Anstellung im Berggasthof … stattgefunden. 2007 sei dann 

vereinbart worden, dass er 2008 eine Stelle antreten könne. Zur Bestätigung 

reichte er ein Schreiben vom 17. März 2011 ein, in welchem der 

Geschäftsführer der … bestätigt, für die Sommersaison 2008 sei ab August 

eine Anstellung zu einem Lohn von 2'300 Euro pro Monat vereinbart worden. 

Dieses Schreiben vermag indessen nicht zu beweisen, dass der 

Beschwerdeführer die genannte Stelle ab August 2008 tatsächlich mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit angetreten hätte. Es wurde erst 

nachträglich im Hinblick auf dieses Gerichtsverfahren erstellt. Hinzu kommt 

die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die angeblich verbindlich 

vereinbarte Anstellung bei der Haushaltabklärung im März 2010 gar nicht 

erwähnte, sondern vielmehr davon sprach, er habe beabsichtigt, 2008 eine 

Stelle als Radio/TV Elektriker zu suchen.

Ein echtzeitliches Dokument im Sinne eines Arbeitsvertrages oder einer 

Absichtserklärung existiert nicht. Aber selbst wenn es dennoch zutreffen 

sollte, dass dem Beschwerdeführer eine Stelle im Berggasthof … zugesichert 

worden war, ist angesichts des Verhaltens des Beschwerdeführers in den 

Jahren 2002 bis 2008 nicht belegt, dass er diese Stelle dann auch effektiv 

angetreten hätte. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass der 

Beschwerdeführer gemäss seiner Aussage gegenüber der Abklärungsperson 

Haushalt eine Stelle ablehnte, welche ihm von der Transportfirma … im 

Sommer 2007 angeboten worden war. 

e) Der Beschwerdeführer macht geltend, seine Rolle als Hausmann sei als 

Übergangslösung gedacht gewesen, weil die Ehefrau mit der Erziehung der 

pubertären Töchter überfordert gewesen sei. Dies mag zutreffen. 

Entscheidend ist aber, dass der Beschwerdeführer die Rückkehr ins 

Erwerbsleben nicht deutlich vor dem Auftritt seiner Krankheit vollzog, obwohl 

dies angesichts der finanziellen Notlage und der abnehmenden 

Betreuungsaufgaben gegenüber den Kindern zu erwarten gewesen wäre. 

Dies erlaubt den Schluss, dass sich die Familie sowohl mit der angespannten 

finanziellen Lage als auch mit der unkonventionellen Rollenverteilung nicht 

nur vorübergehend arrangierte. 

f) Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Sohn habe im August 2011 eine 

Maurerlehre begonnen und sei nicht mehr auf elterliche Betreuung 

angewiesen. Wie bereits erwähnt ist für die Beantwortung der Statusfrage der 

Sachverhalt massgeblich, der sich bis zum Erlass der Verfügung verwirklicht 

hat (BGE 132 V 215 E. 3.1.1.). Die vorliegend angefochtene Verfügung datiert 

vom 7. März 2011, so dass der Antritt der Maurerlehre im August 2001 im 

engeren Sinne nicht zu berücksichtigen ist. Zu berücksichtigen ist indessen, 

dass im März 2011 absehbar war, dass der damals 16-jährige Sohn nach dem 

Abschluss der obligatorischen Schulzeit eine Berufsausbildung beginnen 

würde und kaum mehr elterliche Betreuung nötig haben würde. Entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz dies gebührend 

berücksichtigt. Zu Recht hat sie angenommen, dass die für den Sohn 

notwendige Betreuung schon ab dem Zeitpunkt von dessen Schuleintritt mit 

einer Teilzeitanstellung vereinbar gewesen wäre, so dass die Betreuung des 

Sohnes nicht der ausschlaggebende Grund für die Nichtaufnahme der 

Erwerbstätigkeit sein konnte. 

g) Dem Beschwerdeführer wird von Dr. med. … vom Universitätsspital … eine 

gewisse Restarbeitsfähigkeit attestiert. Dennoch hat der Beschwerdeführer 

seit dem Eintritt der Krankheit nichts unternommen, um diese 

Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Dies spricht nicht für eine grosse 

Arbeitsmotivation und stützt die Annahme, dass der Beschwerdeführer auch 

im Gesundheitsfalle keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte.

h) Aufgrund der dargelegten Umstände ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer im 

Gesundheitsfall weder im August 2008 noch zu einem anderen Zeitpunkt bis 

zum 7. März 2011 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Er wurde somit 

zu Recht als Nichterwerbstätiger eingestuft.

5. Es ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht die Methode des 

Betätigungsvergleichs für Nichterwerbstätige angewendet hat. Sie hat dabei 

auf die mittels Haushaltsabklärung festgestellte invaliditätsbedingte 

Einschränkung von 16.1% abgestellt. Dieser Wert wurde sorgfältig ermittelt, 

und es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf ihn abgestellt werden 

sollte. Der Beschwerdeführer erhebt denn auch bezüglich der 

Haushaltabklärung und bezüglich der in den einzelnen Aufgabenbereichen 

ermittelten Einschränkungen keine Kritik. Die angefochtene Verfügung 

erweist sich somit als rechtmässig, und die dagegen erhobene Beschwerde 

ist abzuweisen. 

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Im vorliegenden Fall werden die Kosten auf 

Fr. 200.-- festgesetzt. 

Das kantonale Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRG / BR 370.100) 

sieht in Art. 76 Abs. 1 vor, dass einer Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag die unentgeltliche Prozessführung bewilligt werden 

kann, sofern ihr Rechtsstreit nicht offensichtlich mutwillig oder von vornherein 

aussichtslos ist. Vorliegend sind diese Voraussetzungen erfüllt, so dass die 

unentgeltliche Prozessführung bewilligt wird, und die Kosten von Fr. 200.-- auf 

die Gerichtskasse genommen werden.

7. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die 

Verhältnisse es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. 

Das VRG präzisiert in Art. 76 Abs. 3, dass die Behörde auf ihre Kosten eine 

Anwältin oder einen Anwalt bestellt, wo die Verhältnisse es rechtfertigen. 

Vorliegend ist sowohl die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers als auch die 

Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung ausgewiesen, so dass dem 

Beschwerdeführer in der Person von Rechtsanwalt Menge ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand bestellt wird. 

Gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG richtet sich die Entschädigung nach der 

Anwaltsgesetzgebung. Gemäss Art. 16 des kantonalen Anwaltsgesetzes (BR 

310.100) setzt die mit der Sache befasste Instanz die Entschädigung der 

Anwältin oder des Anwaltes bei unentgeltlichen Rechtsvertretungen nach dem 

für eine sachgerechte Prozessführung notwendigen Zeitaufwand fest. 

Gemäss Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (BR 310.250) wird für den 

berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von 200 

Franken pro Stunde zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer 

ausgerichtet. 

Mit Honorarnote vom 8. Juni 2011 macht der Rechtsvertreter einen 

Arbeitsaufwand von 8.75 Stunden und ein Honorar von Fr. 2’165.-- geltend. 

Der zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Indessen ist der Studenansatz 

auf den für unentgeltliche Vertretungen vorgesehenen Ansatz von Fr. 200.-- 

anzupassen, was ein Honorar von Fr. 1’750.-- ergibt. Addiert man dazu die 

geltend gemachten Auslagen von Fr. 52.--, ergibt sich ein Aufwand von Fr. 

1’802.--, und inklusive der Mehrwertsteuer von 8% eine Entschädigung von 

Fr. 1’946.20. Dieser Betrag geht zu Lasten der Gerichtskasse.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 200.-- werden auf die Gerichtskasse 

genommen.

3. … wird in der Person von RA Dr. iur. … ein unentgeltlicher Rechtsbeistand 

gewährt. Die Entschädigung wird im Betrag von Fr. 1’946.20 (inkl. MWST) auf 

die Gerichtskasse genommen.

Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers 

verbessern, so steht dem Kanton Graubünden gemäss Art. 77 Abs. 1 VRG 

ein Rückforderungsrecht zu.