# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e46adcf7-8789-5fdb-9b8d-3c73c5ac8939
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2011 E-5037/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5037-2011_2011-09-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5037/2011

U r t e i l   v om   2 3 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Markus König,
Mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima;
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

Parteien A._______, geboren am (…),
Pakistan, 
vertreten durch lic. iur. Stephanie Motz, (…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 6. September 2011 / N._______

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 
im  Mai  2011  verliess  und  (…)  am  1.  Juli  2011  illegal  in  die  Schweiz 
gelangte,

dass  der  Beschwerdeführer  am  5.  Juli  2011  in  der  Wohnung  (…) 
verhaftet  –  der  Anfang  der  (…)  hierzulande  ein  Asylverfahren 
(N._______) erfolglos durchlaufen hatte und seither in der Schweiz lebt – 
und  mit  Strafbefehl  vom  (…)  wegen  Widerhandlungen  gegen  das 
Bundesgesetz  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  mit  einer  bedingten  Geldstrafe  bestraft 
wurde,

dass  er  gleichentags  aus  der  Haft  entlassen  und  dem  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ zugewiesen wurde, wo er am 8. Juli 
2011 ein Asylgesuch stellte,

dass er  in der Folge wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung des 
Kinds  einer  Asylbewerberin  ins  EVZ  C._______  transferiert  werden 
musste,

dass  am  21.  Juli  2011  im EVZ C._______  die  summarische Befragung 
und am 6. September 2011 die Anhörung des Beschwerdeführers zu den 
Asylgründen stattfand,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  im 
Wesentlichen angab, er liebe seit etwa zehn Jahren eine Cousine, deren 
Mutter vor etwa einem Jahr von dieser Beziehung erfahren habe,

dass er danach die Cousine nicht mehr gesehen habe und sie nur noch 
telefonischen Kontakt gehabt hätten,

dass  die  Cousine mit  einem  anderen Mann  aus  einflussreicher  Familie 
hätte  verheiratet  werden  sollen,  weshalb  sie  zum  Beschwerdeführer 
gekommen  sei  und  die  Mutter  telefonisch  darüber  informiert  habe,  sie 
werde beim Beschwerdeführer bleiben,

dass  die Mutter  sie  gewarnt  habe,  ihre Verwandten würden  sie  suchen 
und töten,

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dass  der  Beschwerdeführer  daher  sofort  weggezogen  sei  und  sich 
versteckt habe,

dass er nach drei Tagen einen Bekannten bei der Polizei angerufen und 
von diesem erfahren habe, dass gegen ihn Anzeige erstattet worden sei,

dass der Beschwerdeführer daraufhin allein nach D._______ gefahren sei 
und sich dort versteckt habe, bevor er etwa zwei Monate später – ohne 
seine Freundin – aus Pakistan ausgereist sei,

dass er sich zudem früher als "Supporter" für die Partei von Nawaz Sharif 
engagiert  habe  und  in  diesem  Zusammenhang  wiederholt  zu  Unrecht 
angezeigt worden sei,

dass er  im Frühjahr (…) einmal verhaftet und dabei misshandelt worden 
sei,

dass  es  auch  später  Anzeigen  gegen  ihn  gegeben  und  die  Polizei  ihn 
mehrmals zu Hause gesucht habe; er sei jeweils nicht daheim gewesen, 
weshalb er in der Heimat als flüchtig ausgeschrieben sei,

dass das BFM mit Verfügung vom 6. September 2011 – am selben Tag 
mündlich  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer  habe  ohne  entschuldbare  Gründe  keinerlei  Reise­ 
oder Identitätspapiere abgegeben,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  den  Fluchtgründen 
unsubstanziiert,  detailarm  und  nicht  nachvollziehbar  ausgefallen  und 
deshalb als unglaubhaft zu qualifizieren seien,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. September 2011 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  unter  anderem  beantragte,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei 
vollumfänglich  aufzuheben  und  zur  materiellen  Prüfung  an  das 
Bundesamt zurückzuweisen,

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dass  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in der 
Person  seiner  Rechtsvertreterin  sowie  der  Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses beantragt wurden,

dass  mit  der  Beschwerde  unter  anderem  der  Bericht  eines  irischen 
Dokumentationszentrums vom 31. Juli 2009 zu den Akten gereicht wurde,

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt,

dass  es  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet, 
ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor 
welchem die  beschwerdeführende Person Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG 
i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32­35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 

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aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der 
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  dann  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  aus  entschuldbaren 
Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
wenn  sich  auf  Grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Vollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  bei  der  am  1.  Januar  2007  in  Kraft  getretenen  Modifikation  des 
Nichteintretenstatbestands von Art. 32 Abs. 2 Bst. a (und Abs. 3) AsylG, 
auf  den  sich  die  hier  angefochtene  Verfügung  stützt,  die  Besonderheit 
besteht,  dass  das  BFM  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  das 
offenkundige Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft  im Sinn  von Art.  3 
AsylG  und  das  offenkundige  Fehlen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat  (vgl. Art.  32 Abs. 3 
Bstn.  b  und  c  AsylG),  weshalb  insoweit  bei  dagegen  erhobenen 
Beschwerden auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet 
(vgl. BVGE 2007/8 E.5),

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dass vorliegend die Nichtabgabe von Reisepapieren im Sinn von Art. 32 
Abs.  2  Bst.  a  AsylG  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  des 
Asylgesuchs unbestritten ist,

dass  die  Vorinstanz  das  Vorliegen  entschuldbarer  Gründe,  die  es  dem 
Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  den  Behörden  solche 
Dokumente  einzureichen,  mit  überzeugender  Begründung  verneint  hat 
(vgl. angefochtene Verfügung S. 19),

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene daran festhält, für das 
Nichteinreichen  von  Reisepass  oder  Identitätsausweis  entschuldbare 
Gründe im Sinn von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG zu haben,

dass ihm nämlich der Reisepass in E._______ gestohlen worden sei und 
er  diesen  Diebstahl  nicht  zu  verantworten  und  auch  nicht  die  Absicht 
habe,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz  durch  Nichtabgabe  von 
Reisepapieren unrechtmässig zu verlängern,

dass  er  vielmehr  bei  der  Befragung  vom  21.  Juli  2011  die  korrekte 
Nummer  und  das  Gültigkeitsdatum  des  Reisepasses  angegeben  habe 
und  so  seine  Identität  habe  festgestellt  werden  können,  weshalb  der 
Nichteintretensgrund der Papierlosigkeit hier nicht gegeben sei,

dass  er  zudem  Kopien  von  Reisepass  und  Identitätskarte  nachgereicht 
habe, 

dass  der  Beschwerdeführer  namentlich  im  Anschluss  an  die  am  8.  Juli 
2011  schriftlich  gesetzte  Frist  von  48  Stunden  zur  Einreichung  von 
Ausweisdokumenten keine entsprechenden Vorkehren getroffen und bei 
der  Erstbefragung  vom  21.  Juli  2011  dazu  nur  angeführt  hat,  er  habe 
versehentlich nichts unternommen, werde dies aber nachholen, 

dass  er  sich  danach  nochmals  drei  Wochen  Zeit  nahm,  bis  er  Kopien 
seiner  Ausweise  –  für  die  er  sich  offenbar  nur  an  den  in  der  Schweiz 
lebenden Vater wenden musste  –  zu  den Akten  reichte  (Eingang BFM: 
11. August 2011),

dass  darüber  hinaus  hinsichtlich  des  angeblichen  Verlusts  des 
Reisepasses ein klarer Aussagewiderspruch festzustellen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  einerseits  darlegte,  er  sei  (…)  ausgeraubt 
worden,  wobei  sein  Reisepass  und  auch  die  Identitätskarte  gestohlen 

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worden seien (vgl. Protokoll EVZ S. 4 und 6), er andererseits behauptete, 
der Reisepass sei ihm in (…) gestohlen worden (vgl. a.a.O. S. S. 11), 

dass  das  BFM  bei  dieser  Aktenlage  zu  Recht  das  Vorliegen 
entschuldbarer  Gründe  für  das  Nichteinreichen  von  gültigen 
Ausweisdokumenten verneint hat,

dass  das  BFM  in  seinen  weiteren  Erwägungen  ausführt,  die 
Flüchtlingseigenschaft sei offensichtlich nicht gegeben und aufgrund der 
Akten bestehe keine Notwendigkeit  zur Vornahme weiterer Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft,

dass der Beschwerdeführer  in der Beschwerdeeingabe daran  festhalten 
lässt, dass seine Asylgründe – die Furcht vor der Familie seiner Freundin 
– sehr  wohl  substanziiert  seien,  zumal  Rachemorde  in  Pakistan  und 
besonders F._______ öfters vorkämen,

dass  er  seine  politischen  Tätigkeiten  zudem  mittels  eingereichter 
Polizeirapporte substanziiert und dokumentiert habe, weshalb auch diese 
Ausführungen glaubhaft ausgefallen seien,

dass  die  diesbezüglichen  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  nicht  zu 
überzeugen vermögen,

dass  der  Beschwerdeführer  die  angeblichen  Probleme  wegen  seiner 
Beziehung zu einer Cousine unsubstanziiert und lebensfremd geschildert 
hat, und diese Vorbringen auch sonst von einem auffälligen Mangel an so 
genannten Realitätskennzeichen  geprägt  sind  und  daher  nicht  geglaubt 
werden können,

dass auch die Aussagen zu den angeblichen politischen Tätigkeiten, wie 
vom BFM zu Recht festgestellt, mit erheblichen Zweifeln behaftet sind,

dass  kaum  davon  auszugehen  ist,  nach  dem  Beschwerdeführer  sei 
tatsächlich während längerer Zeit gefahndet worden, zumal sein Wohnort 
den Behörden bekannt gewesen sei,

dass  zudem  ungeachtet  der  Frage  der  Glaubhaftigkeit  festzuhalten  ist, 
dass  die  in  diesem  Zusammenhang  geltend  gemachte  Festnahme  im 
Frühjahr  (…)  erfolgt  sein  soll  und  ein  kausaler  Zusammenhang  zur 
Ausreise im Mai 2011 offensichtlich nicht gegeben wäre, 

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dass  der  Beschwerdeführer  sich  im  Übrigen  gegen  ungerechtfertigte 
Anzeigen  in der Heimat – nötigenfalls mit Hilfe eines Anwalts – auf dem 
Rechtsweg zur Wehr setzen könnte,

dass auch die Aussage des Beschwerdeführers in der EVZ­Befragung, es 
spreche nichts dagegen dass er sich auf der pakistanischen Botschaft in 
der Schweiz Identitätspapiere beschaffe (vgl. Protokoll EVZ S. 7 f.), nicht 
auf  eine  staatliche  Verfolgung  oder  auf  eine  diesbezügliche  Furcht  des 
Beschwerdeführers schliessen lässt,

dass bei der vorliegenden klaren Aktenlage keine weiteren Abklärungen 
im Sinn von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG vorzunehmen waren,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinn  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland drohen würde,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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Seite 10

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder 
unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG), das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinn  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  bereits  aufgrund  der 
Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuweisen ist,

dass  das  Gesuch  um  Befreiung  von  der  Vorschusspflicht  beim 
vorliegenden Direktentscheid in der Sache gegenstandslos wird.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinn 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils 
zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil  geht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Migrationsbehörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

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