# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6a0c98b-9caa-5c30-891c-492357d640b5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 09.04.2024 SST.2023.155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-155_2024-04-09.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2023.155 
(ST.2022.195; STA.2021.6409) 

 

 

Urteil vom 9. April 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Egloff  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiber Gasser        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1990, von Kroatien, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Oliver Jucker,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Urkundenfälschung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erliess gegen den Beschuldigten am  

2. November 2022 folgenden Strafbefehl: 

 

"Mehrfache Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) 

 
Der Beschuldigte hat in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an  

andern Rechten zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrecht-

mässigen Vorteil zu verschaffen, eine Urkunde gefälscht und eine Urkunde 

dieser Art zur Täuschung gebraucht. 

 

Der Beschuldigte reichte, mutmasslich von seinem Wohnort in T._____ 

aus, am 20.07.2021, 14.34 Uhr, und auf nochmalige Aufforderung hin zu-

sammen mit weiteren verlangten Unterlagen am 27.07.2021, 13:00 Uhr, 

per Mail bei der Hotline des Departements Gesundheit und Soziales des 

Kantons Aargau (Contact Tracing Center [CONTI]) einen gefälschten 

SARS-CoV-2 Test-Report ein, um ein positives Testergebnis zu beschei-

nigen. Damit wollte der Beschuldigte ein Covic-19-Zertifikat erlangen. Ein 

weiteres Mal reichte er den SARS-CoV-2 Test-Report und weitere Unter-

lagen 30.07.2021, 21.31 Uhr, beim Stab des Gesundheitsdienstes des 

Kantons Zürich ein, erneut mit dem Ziel, ein Covid-19-Zertifikat erlangen, 

nachdem ihm die zuständige Person der Hotline mitgeteilt hatte, er müsse 

seinen Antrag im Kanton Zürich stellen, da der Test im Kanton Zürich er-

folgt sei. 

 

Der vom Beschuldigten eingereichte auf den 06.05.2021 datierte SARS-

CoV-2 Test-Report enthielt folgenden Text: 

 

"SARS-CoV-2 Test Report 

 

We hereby confirm that A._____, ([…]) has been tested for SARS-CoV-2 

by PCR from nasopharyngeal swab / saliva on 05.05.2021 at 11.49 CET 

and the result is positive.  

 

Kinderspital Zürich Eleonorenstiftung 

 

Dr. med. H._____, Oberarzt (This document ist electronically signed and 

does not require a signature.) 

 

Das Schreiben enthielt den Briefkopf des Universitäts-Kinderspitals Zürich, 

Medizinische Klinik, Prof. Dr. med. K._____. Ebenfalls war im Briefkopf der 

Bereich lnfektiologie und Spitalhygiene, Prof. Dr. med. L._____, aufge-

führt. 

 

Der Stab der Gesundheitsdirektion Zürich meldete sich am 31.07.2021 

beim CONTI mit der Angabe, dass der Beschuldigte in der zürcherischen 

Datenbank nicht auffindbar ist. Eine Rückfrage des CONTI am 04.08.2021 

 - 3 - 

 

 

beim Universitäts-Kinderspital Zürich ergab, dass ihnen der Beschuldigte 

nicht bekannt und in keiner Datenbank aufzufinden sei. Zudem sei am 

05.05.2021 kein SARS-CoV-2-PCR-Test mit positivem Resultat durchge-

führt wurde (kein Name, Geburtsdatum oder Laborbefund auf den Namen 

A._____ auffindbar). Diese Information wurde am 05.08.2021 durch das 

Universitäts-Kinderspital Zürich bestätigt. Auch dem Kanton Aargau war 

der Beschuldigte nicht bekannt. 

 

Somit fälschte der Beschuldigte wissentlich und willentlich unter zweckwid-

riger Verwendung einer Dokumentenvorlage des Universitäts-Kinderspi-

tals Zürich einen SARS-CoV-2 Test Report mit seinen persönlichen Anga-

ben, welcher belegen sollte, dass er positiv auf Corona getestet worden 

war. Zumindest verwendete er dieses gefälschte Dokument mehrfach wis-

sentlich und willentlich, indem er es am 20.07.2021, 27.07.2021 und am 

30.07.2021 bei den vorgenannten Stellen einreichte, um ein ihm nicht zu-

stehendes Covid-Zertifikat zu erhalten. 

 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 
Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 

StGB." 

 

Der Beschuldigte wurde für diesen Sachverhalt zu einer bedingten Geld-

strafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 40.00, 2 Jahre Probezeit, sowie einer 

Busse von Fr. 400.00 verurteilt.  

 

1.2. 

Auf Einsprache des Beschuldigten hin hielt die Staatsanwaltschaft Baden 

mit Verfügung vom 8. Dezember 2022 am Strafbefehl fest und überwies die 

Akten zur Durchführung des Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Baden. 

 

2. 

2.1. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Präsidium des Bezirksgerichts 

Baden vom 4. Mai 2023 wurde der Beschuldigte befragt. 

 

2.2. 

Gleichentags erkannte der Präsident des Bezirksgerichts Baden: 

 

"1. 
Der Beschuldigte ist schuldig der Urkundenfälschung nach 
Art. 251 Ziff. 1 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbe-
stimmungen sowie Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB, Art. 47 StGB und 
Art. 106 StGB mit 40 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 40.00, d.h. total 
Fr. 1'600.00, und einer Busse von Fr. 400.00 bestraft. 
 

 - 4 - 

 

 

Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatz-
freiheitstrafe von 10 Tagen auszusprechen. 
 
3. 
Der Vollzug der ausgefällten Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB auf-
geschoben. Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre 
festgesetzt. 
 
4. 
4.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
 
a) der Gerichtsgebühr Fr. 1'500.00 
b) der Anklagegebühr Fr. 900.00 
c) den Kosten für die Mitwirkung anderer Be-

hörden 
 
Fr. 

 
167.50 

d) den Spesen Fr. 120.00 
Total  Fr. 2'687.50 

 
4.2. 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren gemäss lit. a-d) im Gesamtbe-
trag von Fr. 2'687.50 auferlegt. 
 
5. 
Der Beschuldigte hat seine Parteikosten selber zu tragen." 
 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte meldete gegen das Urteil vom 4. Mai 2023 mit Schreiben 

vom 12. Mai 2023 Berufung an. 

 

3.2. 

Das begründete Urteil vom 4. Mai 2023 wurde dem Beschuldigten am 

28. Juni 2023 zugestellt. Mit Eingabe vom 14. Juli 2023 erklärte der Be-

schuldigte die Berufung und beantragte das Folgende: 

 

"1. 
Unter vollständiger Ersetzung der Dispositiv-Ziffern 1.,2.,3.,4.1.,4.2. und 5. 
des Urteils des Bezirksgerichts Baden, Präsidium des Strafgerichts, vom 
4. Mai 2023 (Geschäfts-Nr.: ST.2022.195) und der zugehörigen Erwägun-
gen sei im Sinne der nachfolgenden Anträge zu entscheiden. 
 
2. 
A._____ sei vom Vorwurf der Urkundenfälschung im Sinne von 
Art. 251 Ziff. 1 StGB freizusprechen. 
 
3. 
Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich auf die 
Gerichtskasse zu nehmen. 
 
4. 
A._____ sei für seine erbetene Verteidigung im vorinstanzlichen Verfahren 
eine angemessene Entschädigung (inkl. MwSt) zuzusprechen. 
 
5. 

 - 5 - 

 

 

Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfahren 
zulasten des Kantons Aargau." 
 

Im Weiteren beantragte der Beschuldigte die Befragung diverser Zeugen. 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft Baden verzichtete mit Schreiben vom 25. Juli 2023 

darauf, einen Nichteintretensantrag zu stellen oder Anschlussberufung zu 

erklären.  

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 10. August 2023 beantragte der Beschuldigte die Durch-

führung des mündlichen Berufungsverfahrens.  

 

3.5. 

Mit Verfügung vom 14. August 2023 ordnete die Verfahrensleiterin des 

Obergerichts die Durchführung des mündlichen Berufungsverfahrens an. 

 

3.6. 

Mit Berufungsbegründung vom 5. September 2023 hielt der Beschuldigte 

an seinen am 14. Juli 2023 gestellten Anträgen fest. 

 

3.7. 

Die Staatsanwaltschaft Baden beantragte mit Berufungsantwort vom 6. Ok-

tober 2023 die Abweisung der Berufung, unter Kostenfolge.  

 

3.8. 

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2023 reichte der Beschuldigte eine Stellung-

nahme ein. 

 

3.9. 

Am 9. April 2024 fand die Berufungsverhandlung vor dem Obergericht des 

Kantons Aargau mit Befragung des Beschuldigten statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit Berufung beantragt der Beschuldigte, von Schuld und Strafe freigespro-

chen zu werden, mit entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Lasten des Staats. Damit ist das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich 

angefochten und vollständig zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

 - 6 - 

 

 

2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Urkundenfälschung schuldig ge-

sprochen. Sie erachtete den angeklagten Sachverhalt, wonach der Be-

schuldigte am 20. Juli 2021 und auf nochmalige Aufforderung hin zusam-

men mit weiteren verlangten Unterlagen am 27. Juli 2021 per E-Mail bei 

der Hotline des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aar-

gau (Contact Tracing-Center) einen gefälschten SARS-CoV-2 Test-Report 

(fortan: Test-Report) mit einem positiven Covid-19-Testergebnis einge-

reicht haben soll, um ein Covid-19-Zertifikat zu erhalten, als erstellt. Am 30. 

Juli 2021 habe der Beschuldigte – erneut zur Erlangung eines Covid-19-

Zertifikats – beim Stab des Gesundheitsdienstes des Kantons Zürich den 

Test-Report eingereicht, nachdem ihm die zuständige Person der Hotline 

mitgeteilt habe, dass der Beschuldigte den Antrag auf ein Covid-19-Zertifi-

kat im Kanton Zürich stellen müsse, da der Test im Kanton Zürich erfolgt 

sei. Der Stab der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich habe sich am 

31. Juli 2021 beim Contact Tracing-Center des Kantons Aargau gemeldet 

und mitgeteilt, dass der Beschuldigte in der Datenbank nicht auffindbar sei 

und dass weder unter dem Namen noch dem Geburtsdatum des Beschul-

digten ein SARS-CoV-2-PCR-Test mit positivem Resultat durchgeführt 

worden sei. Diese Informationen seien am 5. August 2021 durch das Uni-

versitäts-Kinderspital Zürich bestätigt worden. Der Beschuldigte habe somit 

unter zweckwidriger Verwendung einer Dokumentenvorlage des Universi-

täts-Kinderspitals Zürich einen Test-Report mit seinen persönlichen Anga-

ben, welche hätten belegen sollen, dass er positiv auf Covid-19 getestet 

worden sei, gefälscht (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. II. 2.3.).  

 

3. 

3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist strittig und zu prüfen, ob der Beschuldigte einen 

auf ihn lautenden Test-Report mit positivem Covid-19-Testergebnis ge-

fälscht hat und diesen den zuständigen Behörden per E-Mail einreichte, um 

dadurch ein Covid-19-Zertifikat zu erlangen. 

 

3.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüber-

windliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten güns-

tigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). Bloss abs-

trakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer 

möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Nur das 

Übergehen offensichtlich erheblicher Zweifel kann eine Verletzung des 

Grundsatzes «in dubio pro reo» begründen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 144 IV 

345). 

 

 - 7 - 

 

 

3.3. 

Als Beweismittel liegt zunächst der Test-Report vom 6. Mai 2021 vor, ver-

sehen mit dem Briefkopf des Universitäts-Kinderspitals Zürich und der Ab-

teilung "Infektiologie und Spitalhygiene", unter der Leitung von 

"Prof. Dr. med. L._____" (UA act. 63). Der Test-Report bescheinigt dem 

Patienten "A._____ ([…])", dass dieser am 5. Mai 2021 um 11:49 Uhr posi-

tiv auf Covid-19 getestet worden sei. Der Test-Report trägt die elektroni-

sche Unterschrift des Oberarztes "Dr. med. H._____". Dem aktenkundigen 

E-Mail-Verkehr zwischen den Behörden und mutmasslich dem Beschuldig-

ten ist das Folgende zu entnehmen (UA act. 65 ff.): Am 20. Juli 2021 um 

14:34 Uhr sendete der Absender "A._____" von der E-Mail-Adresse 

"aaa@aaa.com" den Test-Report vom 6. Mai 2021, welcher ein positives 

Covid-19-Resultat bescheinigte, an die Corona-Virus-Info E-Mail-Adresse 

des Kantons Aargau und beantragte sinngemäss die Ausstellung des Ge-

nesenen-Zertifikats. Mit E-Mail vom 26. Juli 2021 forderte die Mitarbeiterin 

des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, 

P._____, den Antragssteller "A._____" auf, weitere Unterlagen bzw. Infor-

mationen einzureichen (insb. einen Personalausweis, Nachweis einer Co-

vid-Erkrankung, Mobiltelefonnummer, Adresse und E-Mail-Adresse), was 

der Antragssteller "A._____" mit E-Mail vom 27. Juli 2021 tat. Nachdem die 

Mitarbeiterin des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aar-

gau, P._____, den Antragssteller "A._____" mit E-Mail vom 30. Juli 2021 

darauf aufmerksam machte, dass er sich (da der Covid-19-Test in Zürich 

durchgeführt worden sei) betreffend sein Genesenen-Zertifikat in Zürich 

melden müsse, beantragte er dieses gleichentags mit E-Mail bei der Ge-

sundheitsdirektion des Kantons Zürich.  

 

Mit E-Mail vom 31. Juli 2021 informierte die Mitarbeiterin der Gesundheits-

direktion des Kantons Zürich, AA._____, die Mitarbeiterin des Departe-

ments Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, P._____, darüber, 

dass in ihrer Datenbank keine Angaben von "Herrn A._____" zu finden 

seien. Normalerweise würden die bei ihnen eingehenden Laborbefunde 

von Personen, die nicht im Kanton Zürich wohnhaft seien, an den jeweiligen 

Wohnkanton weitergeleitet. Mit E-Mail vom 3. August 2021 gelangte 

P._____ an den Mitarbeiter des Contact-Tracing-Center des Departements 

Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, AC._____, und teilte die-

sem mit, dass er den "Fall" in den "Aargauer Topf" legen solle, da die Daten 

(das positive Testresultat von "A._____") "anscheinend" aus Zürich über-

mittelt worden seien. Am 4. August 2021 gelangte AD._____, Mitarbeiterin 

des Contact-Tracing-Center des Departements Gesundheit und Soziales 

des Kantons Aargau, per E-Mail an AE._____ (Mitarbeiterin des Universi-

täts-Kinderspitals Zürich) und bat diese darum, den PCR-Laborbericht zu 

senden, da der "IP" nicht im "ISM" ersichtlich sei. Gleichentags informierte 

AE._____ darüber, dass "dieser Patient" in der Datenbank nicht zu finden 

sei und keine Laborbefunde vorliegen würden. Mit E-Mail vom 4. August 

2021 teilte AD._____ AC._____ mit, dass "IP A._____ […]" im Universitäts-

 - 8 - 

 

 

Kinderspital Zürich unbekannt sei. Am 4. August 2021 teilte AC._____ dem 

Mitarbeiter des Departements Gesundheit und Soziales, AG._____, mit, 

dass möglicherweise ein Betrugsversuch vorliege, da "A._____"  

weder im Kanton Aargau noch in Zürich bekannt sei und das Universitäts-

Kinderspital Zürich weder unter dem angegebenen Namen noch dem Ge-

burtsdatum etwas finden würde.  

 

Am 25. August 2021 erfolgte die Strafanzeige gegen den Beschuldigten 

(UA act. 60). Anlässlich der am 13. Januar 2022 beim Beschuldigten 

durchgeführten Hausdurchsuchung konnten keine für das vorliegende 

Strafverfahren relevanten Beweise aufgefunden werden (UA act. 35 ff.). 

Der Beschuldigte machte während des gesamten Verfahrens keine Aussa-

gen zur Sache und berief sich auf sein Aussageverweigerungsrecht (UA 

act. 81 ff.; GA act. 4 ff.; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 2).  

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte macht mit Berufung zunächst geltend, dass die Vor- 

instanz den angeklagten Sachverhalt gestützt auf die E-Mails von 

AC._____, AD._____ und AG._____ (alles Mitarbeiter des Departements 

Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau) sowie AE._____ (Mitarbei-

terin des Universitäts-Kinderspitals Zürich) als erstellt erachtet habe, wobei 

es sich um Zeugen handle, welche nie einvernommen worden seien und 

mit welchen der Beschuldigte nie konfrontiert worden sei. Die E-Mails wür-

den schriftlich wiedergegebene eigene Wahrnehmungen der Verfasser 

darstellen, welche der Aufklärung von Straftaten dienen würden. Diese Be-

weismittel (folglich die E-Mail-Korrespondenz) seien nicht verwertbar und 

diese Personen seien vor Obergericht zu befragen (Berufungserklärung, 

N. 17 ff., N. 29 und N. 31; Berufungsbegründung, N. 4 ff.). 

 

4.2. 

Eine Zeugin oder ein Zeuge ist eine an der Begehung einer Straftat nicht 

beteiligte Person, die der Aufklärung dienende Aussagen machen kann und 

nicht Auskunftsperson ist (Art. 162 StPO). Der Begriff des Zeugen im Sinne 

von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK ist autonom und ohne formelle Bindung an das 

nationale Recht auszulegen. Als Aussagen von Zeugen gelten all jene, die 

formell zugelassen sind, dem Gericht zur Kenntnis kommen und von ihm 

verwendet werden können. Entscheidend für die Anwendbarkeit von Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK ist nicht die mündliche Einvernahme (unter Zeugnis-

pflicht), sondern ob sich eine Person im Strafverfahren schriftlich oder 

mündlich wie ein Zeuge äussert und es dem Beschuldigten daher möglich 

sein muss, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen zu prüfen und 

deren Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage zu 

stellen. Der Konfrontationsanspruch soll nicht dadurch umgangen werden 

können, dass auf die Einvernahme von Personen, welche den Angeschul-

 - 9 - 

 

 

digten schriftlich belasten, gänzlich verzichtet wird. Davon zu unterschei-

den sind andere belastende Dokumente – beispielsweise Verträge oder 

Protokolle von Verwaltungsratssitzungen – deren Ersteller keine Zeugen 

im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK sind und auf welche unter Umständen 

auch ohne vorgängige Konfrontation abgestellt werden kann (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_125/2012 vom 28. Juni 2012 E. 3.3.2).  

 

4.3. 

Die fragliche E-Mail-Korrespondenz wurde der Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Aargau mit Strafanzeige vom 25. August 2021 durch das Depar-

tement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau eingereicht 

(UA act. 60). Die E-Mail-Korrespondenz und somit deren schriftlicher Inhalt 

wurde als Beweismittel (Urkunde) zu den Akten genommen (Art. 192 Abs. 

1 StPO) und ist seither Bestandteil der Akten (UA act. 64 ff.; Art. 100 StPO), 

welche durch den Beschuldigten jederzeit eingesehen werden konnten 

(Art. 192 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 101 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte wurde 

anlässlich seiner Einvernahme vom 21. Oktober 2022 (UA act. 87 f.) zudem 

mit der E-Mail-Korrespondenz konfrontiert. Dem anwaltlich vertretenen Be-

schuldigten war die fragliche E-Mail-Korrespondenz folglich bekannt und er 

hatte im Verlauf des Verfahrens hinreichend Gelegenheit, dazu Stellung zu 

nehmen.  

 

Die in der fraglichen E-Mail-Korrespondenz gemachten Angaben beruhen 

nicht auf eigenen Wahrnehmungen der jeweiligen Verfasser, sondern sie 

enthalten entweder die Kommunikation mit einer Drittperson oder geben 

Tatsachen aus einem Datenverarbeitungssystem wieder. So informierte 

AE._____ in ihrer E-Mail vom 4. August 2021 einzig über den elektroni-

schen Eintrag in der Datenbank des Universitäts-Kinderspitals Zürich, wo-

nach der Beschuldigte darin nicht als Patient verzeichnet sei und keine 

Testergebnisse von ihm vorliegen würden. Es handelt sich bei der E-Mail-

Korrespondenz folglich um belastende Dokumente, deren Ersteller keine 

Zeugen im Sinne von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK sind und auf welche auch 

ohne vorgängige Konfrontation mit diesen abgestellt werden kann. Es ist 

weder ersichtlich noch wird vom Beschuldigten konkret geltend gemacht, 

dass die darin enthaltenen Informationen fehlerhaft sein sollen oder auf ihre 

Glaubhaftigkeit überprüft werden müssten, wobei auch die Authentizität der 

E-Mails durch den Beschuldigten nicht in Frage gestellt wird. Aus dem Kon-

frontationsrecht des Beschuldigten ergibt sich denn auch nicht, dass die 

Strafbehörden im Rahmen der Beweiswürdigung auf belastende Doku-

mente – wie die vorliegende E-Mail-Korrespondenz – nur abstellen dürfen, 

wenn die Verfasser dieser Dokumente dazu als Zeugen einvernommen 

worden sind und der Beschuldigte Gelegenheit hatte, Ergänzungsfragen zu 

stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 14. Februar 2012 

E. 8.3.2). Der Beschuldigte zeigt denn auch nicht substantiiert auf, dass 

bzw. welche unklaren oder erklärungsbedürftigen Informationen zwingend 

einer mündlichen Einvernahme erfordert hätten.  

 - 10 - 

 

 

 

Schliesslich ist im vorliegenden Verfahren auch nicht der eigentliche Inhalt 

der E-Mail-Korrespondenz, sondern vielmehr die Identität des Verfassers 

der E-Mails mit dem Namen "A._____" und der E-Mail-Adresse  

"aaa@aaa.com" umstritten. Zu dieser Frage sind von den Mitarbeitern des 

Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau keine Er-

kenntnisse zu erwarten, zumal sie mit dem Antragsteller "A._____" primär 

schriftlich korrespondierten und diese schriftliche Korrespondenz bereits 

Bestandteil der Akten bildet. Betreffend die E-Mail vom 4. August 2021 von 

AE._____, wonach der Beschuldigte in der Datenbank nicht zu finden sei 

und keine Laborbefunde über ihn vorliegen würden, ist nicht ersichtlich und 

wird nicht geltend gemacht, welche neuen Erkenntnisse durch eine Befra-

gung von AE._____ zu erwarten wären, zumal sie diese Information zum 

damaligen Zeitpunkt aus der Datenbank entnommen und den zuständigen 

Behörden mitgeteilt hat. Bei dieser Sachlage liegt kein Verstoss gegen das 

Konfrontationsrecht vor und die Vorinstanz durfte darauf verzichten, die 

Verfasser der jeweiligen E-Mails (vgl. E. 3.3. hiervor) als Zeugen einzuver-

nehmen. Hinzukommend ist praktisch auszuschliessen, dass sich die Mit-

arbeiter des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau 

und des Universitäts-Kinderspitals Zürich nach über zwei Jahren an den 

konkreten Einzelfall erinnern können, zumal zu diesem Zeitpunkt mit Blick 

auf die damals herrschende Ausnahmesituation unzählige gleichartige Kor-

respondenzen geführt worden sein dürften und viele Anfragen hinsichtlich 

möglicher Testergebnisse und Patienten erfolgten (vgl. Art. 139 Abs. 2 

StPO).  

 

4.4. 

Nachdem keine weiteren Gründe für ein Beweisverwertungsverbot i.S.v. 

Art. 140 f. StPO erkennbar sind und geltend gemacht werden, kann nach 

dem Dargelegten auf den aktenkundigen schriftlichen Inhalt der E-Mail- 

Korrespondenz (UA act. 64 ff.) abgestellt und auf eine Befragung von 

AC._____, AD._____, AG._____ und AE._____ verzichtet werden.  

 

5. 

5.1. 

Ausweislich der (verwertbaren) Akten gelangte am 20. Juli 2021 eine Per-

son mit dem Namen des Beschuldigten und unter Verwendung der E-Mail-

Adresse "aaa@aaa.com" an das Departement Gesundheit und Soziales 

des Kantons Aargau und beantragte unter Beilage eines positiven Test-

Reports vom 6. Mai 2021 ein Genesenen-Zertifikat. Im Test-Report wurde 

bestätigt, dass eine Person mit dem Namen und Geburtsdatum des Be-

schuldigten am 5. Mai 2021 um 11:49 Uhr positiv auf Covid-19 getestet 

worden sei. Auf Aufforderung hin wurde am 27. Juli 2021 unter weiterer 

Verwendung der E-Mail-Adresse "aaa@aaa.com" mit dem Absender "[…]" 

eine Kopie des Ausländerausweises des Beschuldigten eingereicht und die 

Adresse des Beschuldigten, das Geburtsdatum des Beschuldigten sowie 

 - 11 - 

 

 

die Mobiltelefonnummer "[…]" genannt. Nachdem der Beschuldigte aus-

weislich der Akten weder in der Datenbank des Universitäts-Kinderspitals 

Zürich noch in derjenigen des Departements Gesundheit und Soziales des 

Kantons Aargau mit Namen und/oder Geburtsdatum verzeichnet war, be-

stehen für das Obergericht keine Zweifel, dass der Beschuldigte am 5. Mai 

2021 um 11:49 Uhr im Universitäts-Kinderspital Zürich nicht positiv auf Co-

vid-19 getestet wurde. So erfolgte die Information, dass der Beschuldigte 

nicht in der Datenbank vermerkt sei und kein Laborbefund über den Be-

schuldigten vorliege, durch AE._____ als Mitarbeiterin des zuständigen 

Sekretariats der betroffenen Abteilung "Infektiologie" des Universitäts-Kin-

derspitals Zürich, welches über einen umfassenden Einblick in die entspre-

chende Datenbank verfügte. Es bestehen denn keinerlei Anhaltspunkte da-

für, dass es sich hierbei um eine fehlerhafte Auskunft seitens der Abteilung 

"Infektiologie" gehandelt hat. Kommt hinzu, dass auch keine Laborbefunde 

des Beschuldigten durch den Kanton Zürich an den Kanton Aargau weiter-

geleitet wurden, wie dies üblicherweise geschehen wäre. Insofern steht für 

das Obergericht fest, dass der Inhalt des Test-Reports vom 6. Mai 2021 

nicht der Wahrheit entspricht und es sich dabei folglich um eine Fälschung 

handelt. 

 

5.2. 

Hinsichtlich der verwendeten E-Mail-Adresse ist gerichtsnotorisch, dass es 

sich bei "Hotmail.com" um einen sehr verbreiteten Anbieter von kostenlo-

sen E-Mail-Adressen handelt, bei welchem jede beliebige Person jederzeit 

(auch unter der Angabe von falschen Personalien [Name, Adresse, Ge-

burtsdatum etc.]) kostenlos eine E-Mail-Adresse einrichten und benutzen 

kann. Dabei kann der in der jeweiligen E-Mail erscheinende Absender-

Name beliebig gewählt werden, so dass dieser nicht dem eigenen Namen 

entsprechen muss und folglich auch - wie im vorliegenden Fall - "[…]" lau-

ten kann. Anstelle des Vor- und/oder Nachnamens wird bei den Einstellun-

gen der E-Mail-Adresse diese Bezeichnung hinterlegt, so dass sie beim 

Empfänger der jeweiligen E-Mail als Absendername vor der eigentlichen  

E-Mail-Adresse angezeigt wird. Wie es sich genau damit verhält und wes-

halb im vorliegenden Fall die Bezeichnung "[…]" gewählt wurde, kann of-

fenbleiben, zumal weder durch die E-Mail-Adresse noch durch den Absen-

der-Namen ("[…]") konkrete Rückschlüsse auf den Verfasser der E-Mails 

möglich sind. Es dürfte sich dabei um eine Phantasie-Bezeichnung han-

deln. Gestützt auf die mit dieser E-Mail-Adresse geführte Korrespondenz 

ist jedenfalls davon auszugehen, dass die E-Mail-Adresse primär mit dem 

Zweck eingerichtet wurde, um mit den entsprechenden Behörden zu kom-

munizieren und durch Einreichung eines gefälschten Test-Reports (E. 5.1. 

hiervor) ein Genesenen-Zertifikat zu erlangen.  

 

 - 12 - 

 

 

5.3. 

Die E-Mail-Korrespondenz erfolgte jeweils im Namen des Beschuldigten, 

wobei darin die korrekte Adresse und das korrekte Geburtsdatum des Be-

schuldigten genannt wurden. Ferner wurde im Rahmen der Korrespondenz 

auf Aufforderung hin eine Kopie des damals gültigen Ausländerausweises 

des Beschuldigten eingereicht, welcher sich zum Zeitpunkt der Einreichung 

an das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau unbe-

strittenermassen im Besitz des Beschuldigten befand. Die aktenkundige E-

Mail-Korrespondenz verfolgte dabei einzig den Zweck, ein Genesenen-Zer-

tifikat auf den Namen des Beschuldigten zu erlangen. Die einzige Person, 

welche von der Ausstellung eines Genesenen-Zertifikats profitiert hätte, 

wäre der Beschuldigte gewesen. Es ist nicht einzusehen, aus welchen 

Gründen eine Drittperson, welche zudem in Besitz einer Kopie des Auslän-

derausweises des Beschuldigten hätte sein müssen, ein auf den Beschul-

digten lautendes Genesenen-Zertifikat hätte beantragen sollen, zumal sie 

dieses in der Folge nicht hätte verwenden können. Es ist zudem nicht an-

satzweise ersichtlich, wie die Person in den Besitz einer Kopie des Auslän-

derausweises des Beschuldigten hätte kommen sollen, wobei die Erklä-

rungsversuche des Beschuldigten hierfür (Verwendung bei einer Über-

nachtung im Hotel oder Verwendung gegenüber der Bank [Berufungsbe-

gründung, N. 32]) als Schutzbehauptungen zu werten sind und zudem  

keinerlei Stütze in den Akten finden. Das Vorbringen des Beschuldigten, 

wonach eine Drittperson vielleicht den Ablauf für den eigenen Antrag habe 

"testen" wollen (Berufungsbegründung, N. 42 ff.), erscheint wenig plausi-

bel, zumal die Voraussetzungen für die Erlangung eines Genesenen-Zerti-

fikats jederzeit öffentlich kommuniziert wurden und bekannt waren. Unbe-

sehen davon hätte die Drittperson aufgrund des Ergebnisses dieses (im 

Namen des Beschuldigten durchgeführten) "Tests" nicht ohne weiteres da-

rauf schliessen können, dass das Vorhaben im Falle ihres eigenen Antrags 

auf ein Genesenen-Zertifikat wiederum (je nach dem) misslingen bzw. ge-

lingen würde. Es erscheint insgesamt abwegig, dass eine Drittperson einen 

positiven Covid-19-Test mit dem Namen des Beschuldigten gefälscht  

haben soll, um damit - unter Vorlage eines fremden Ausweispapiers (in de-

ren Besitz die Drittperson zudem hätte sein müssen) - den Vorgang zur 

Erlangung des Genesenen-Zertifikats zu "testen".  

 

Nachdem der Antrag betreffend das Genesenen-Zertifikat unter Angaben 

der Personalien des Beschuldigten sowie unter Einreichung einer Kopie 

des Ausländerausweises des Beschuldigten erfolgte, er als einzige Person 

von dem Genesenen-Zertifikat profitiert hätte und nicht ansatzweise Hin-

weise für die Beteiligung einer Drittperson und insbesondere deren Motiv 

vorliegen, bestehen für das Obergericht keine ernsthaften Zweifel, dass es 

sich beim Verfasser der E-Mails und somit bei der Person, welche den Test-

Report vorgängig gefälscht und dann eingereicht hat, um den Beschuldig-

ten handelt. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die in der E-Mail-

Korrespondenz angegebene Telefonnummer nicht derjenigen des  

 - 13 - 

 

 

Beschuldigten entsprach. Es kann sich hierbei um eine zufällig gewählte 

Telefonnummer oder diejenige einer Bekannten des Beschuldigten han-

deln, zumal die Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten und den Be-

hörden denn auch primär schriftlich erfolgte und der Beschuldigte davon 

ausgehen konnte, dass eine telefonische Kontaktaufnahme durch die Be-

hörden aufgrund der zuvor mittels E-Mail geführten Korrespondenz nicht 

oder nur in Ausnahmefällen (bspw. bei Rückfragen) stattfinden würde. 

Mehrere Telefonversuche auf die hinterlegte Nummer seitens der Behör-

den blieben schlussendlich auch unbeantwortet (UA act. 61). Schliesslich 

kann der Beschuldigte auch aus der durchgeführten Hausdurchsuchung 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal diese – hinsichtlich des Verfah-

rens betreffend die Urkundenfälschung – weder ent- noch belastende  

Beweismittel hervorgebracht hat.  

 

5.4. 

Zusammengefasst bestehen für das Obergericht in Würdigung der gesam-

ten dargelegten Umstände keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte am 20., 27. und 30.  Juli 2021 per E-Mail einen durch ihn vor-

gängig gefälschten Test-Report mit positivem Covid-19-Testergebnis ein-

gereicht hat, um dadurch ein Genesenen-Zertifikat zu erlangen.  

 

5.5. 

Eine Befragung von Dr. med. H._____ würde keine neuen Erkenntnisse 

bringen, zumal praktisch ausgeschlossen ist, dass sich dieser über zwei 

Jahre nach dem Vorfall an einen durch ihn elektronisch unterzeichneten 

(und somit automatisch erstellten) Test-Report erinnern könnte. Aufgrund 

dessen erübrigt sich die vom Beschuldigten beantragte Befragung von Dr. 

med. H._____ als Zeuge (vgl. Berufungsbegründung, N. 7 ff.). Denn über 

Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder 

bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 

Abs. 2 StPO).  

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenfälschung schuldig 

und wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer 

in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schä-

digen oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, 

eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte 

Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt 

oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkun-

den lässt, oder eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht. Eine 

Urkundenfälschung liegt u.a. vor, wenn der Aussteller einer solchen Ur-

kunde nicht dem darauf aufgeführten Aussteller entspricht (BGE 146 IV 258 

E. 1.1; BGE 142 IV 119 = Pra 105 (2016) Nr. 101 E. 2.1). 

 

 - 14 - 

 

 

In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 251 Ziff. 1 StGB Vorsatz bezüglich aller 

objektiven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz genügt. Weiter 

ist erforderlich, dass der Täter mit Täuschungs-, Schädigungs- oder Vor-

teilsabsicht handelt. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Es ist festzuhalten und wird zudem vom Beschuldigten auch nicht bestrit-

ten, dass es sich beim Test-Report um eine Urkunde gemäss Art. 110 Abs. 

4 StGB handelt. Mit dem Test-Report wird vom vermeintlichen Aussteller 

eine Erklärung von rechtlicher Bedeutung abgegeben, welche sowohl zum 

Beweis bestimmt und auch geeignet ist. Der Aussteller (der Beschuldigte) 

ist nicht mit dem darauf aufgeführten Aussteller (Dr. med. H._____) iden-

tisch. Der Beschuldigte hat den Test-Report hergestellt, wobei hierbei nicht 

relevant ist und offenbleiben kann, ob er dies unter Verwendung einer ent-

sprechenden Vorlage getan hat. Jedenfalls wirkte der Test-Report sehr au-

thentisch, was darauf schliessen lässt, dass durch den Beschuldigten eine 

entsprechende Vorlage verwendet wurde. Der Beschuldigte hat zwecks 

Täuschung eine unechte Urkunde hergestellt und diese gebraucht, womit 

der objektive Tatbestand der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 

StGB erfüllt ist.  

 

6.2.2. 

Der Beschuldigte hat dies mit Vorsatz sowie Täuschungs- und Vorteilsab-

sicht getan. Es ging ihm gerade darum, mittels der von ihm vorgängig ge-

fälschten Urkunde gegenüber den zuständigen Behörden ein positives Co-

vid-19-Ergebnis vorzutäuschen, um dadurch ein Genesenen-Zertifikat zu 

erhalten, womit er für sich selber eine Besserstellung erreichen konnte, zu-

mal er – was unbestritten geblieben ist – nicht geimpft war  

(UA act. 55 f.). Der subjektive Tatbestand ist somit erfüllt.  

 

6.3. 

Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte der Urkundenfälschung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Rechtfertigungs- und Schuldaus-

schliessungsgründe liegen nicht vor. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist 

damit zu bestätigen. Hinsichtlich des Vorwurfs des Gebrauchs der ge-

fälschten Urkunde kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil, E. 3.3; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen zu je Fr. 40.00, d.h. total Fr. 1'600.00 und einer Ver-

bindungsbusse von Fr. 400.00. 

 

 - 15 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch und macht für den Fall eines 

Schuldspruchs keine Ausführungen zur Strafe. 

 

7.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt, darauf kann verwiesen werden (BGE 147 IV 

241; 144 IV 313 E. 1.2; 141 IV 61 E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hin-

weisen).  

 

7.3. 

Hinsichtlich der Sanktionsart hat die Vorinstanz eine Geldstrafe ausgespro-

chen, was nicht zu beanstanden ist. Zudem kommt vorliegend aufgrund des 

Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nur eine Geldstrafe in 

Frage. 

 

7.4. 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich eine Urkunde gefälscht, um damit – zur 

Erlangung eines Genesenen-Zertifikats – gegenüber den Behörden ein po-

sitives Covid-19-Resultat vorzutäuschen. Grundsätzlich ging seine Tat-

handlung nicht gross über die Erfüllung des Tatbestands hinaus. Dennoch 

verfügte der Beschuldigte über ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit. 

Dem Beschuldigten hätten auch andere Mittel zur Verfügung gestanden, 

um ein Covid-19-Zertifikat zu erhalten bzw. hätte er ein solches (unter In-

kaufnahme der entsprechenden Einschränkungen) nicht zwingend ge-

braucht, zumal sich der Beschuldigte nach dem vorliegenden Vorfall offen-

bar hat impfen lassen (UA act. 55 f.). Insgesamt ist noch von einem leichten 

Verschulden auszugehen, was eine Strafe von 40 Tagessätzen – zusam-

men mit einer Verbindungsbusse (siehe dazu unten) – als angemessen er-

scheinen lässt. 

 

7.5. 

Besondere im Rahmen der Täterkomponente zu berücksichtigende Um-

stände liegen nicht vor und sind auch nicht geltend gemacht worden. Ins-

gesamt wirkt sich die Täterkomponente daher neutral aus. 

 

7.6. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Gemäss dem vorinstanzlichen Urteil verdiente der Beschuldigte mo-

natlich rund Fr. 1'500.00 (vorinstanzliches Urteil, E. III. 2.2.), was nach Ab-

zug einer Pauschale von 20 % für Krankenkasse, Steuern etc. einen  

Tagessatz in Höhe von Fr. 40.00 ergibt. Es liegen keine Hinweise dafür vor, 

dass sich an den finanziellen und persönlichen Verhältnissen des Beschul-

digten etwas geändert hätte, womit es bei der Tagessatzhöhe von Fr. 40.00 

bleibt. 

 

 - 16 - 

 

 

7.7. 

Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs sowie die Festsetzung der 

Probezeit auf das Minimum von 2 Jahren ist im Berufungsverfahren unan-

gefochten geblieben (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).  

 

7.8. 

Wie bereits oben ausgeführt, erscheint vorliegend die Verbindung der be-

dingt ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse im Sinne von Art. 42 

Abs. 4 StGB angezeigt, um dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der 

Sanktion und die Konsequenzen seines Handelns deutlich vor Augen zu 

führen. Die vorinstanzlich ausgefällte Verbindungsbusse von Fr. 400.00 ist 

ohne weiteres angemessen und zu bestätigen.  

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist, 

ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz 

von Fr. 40.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77), auf 10 Tage Freiheitsstrafe 

festzusetzen. 

 

7.9. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

40 Tagessätzen à Fr. 40.00, d.h. Fr. 1'600.00, Probezeit 2 Jahre, und einer 

Verbindungsbusse von Fr. 400.00, ersatzweise 10 Tage Freiheitsstrafe, zu 

verurteilen. 

 

8. 

Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten als unbegründet und ist 

vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

obergerichtlichen Verfahrenskosten vollumfänglich dem Beschuldigten auf-

zuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und es ist ihm für das Berufungsverfahren 

keine Entschädigung auszurichten (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 StPO e contrario). Die vorinstanzliche Kostenverlegung entspricht 

Art. 426 StPO und ist daher nicht zu beanstanden. 

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

  

 - 17 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig der Urkundenfälschung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss der in Ziff. 1 genannten Gesetzesbe-

stimmung sowie in Anwendung von Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 

4 StGB, Art. 47 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 40.00, d.h. 

Fr. 1'600.00, Probezeit 2 Jahre, sowie einer Verbindungsbusse von 

Fr. 400.00, ersatzweise 10 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'687.50 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 900.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

3.2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00, inkl. Auslagen 

Fr. 140.00, gesamthaft Fr. 2'140.00, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4. 

Der Beschuldigte trägt seine erst- und zweitinstanzlichen Kosten selber. 

 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 

 

 
 

  

 

 

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu be-

zahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Pro-

bezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 - 18 - 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweize-

rische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerd-

elegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 9. April 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

 

Plüss     Gasser