# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed218d68-4355-5267-bdea-41cfcbfca7e8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.11.2023 IV 2023/80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-80_2023-11-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/80

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.01.2024

Entscheiddatum: 07.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2023
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Einkommensvergleich. Tabellenlohnabzug praxisgemäss 15% bei 
psychischer Beeinträchtigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 7. November 2023, IV 2023/80).

Entscheid vom 7. November 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2023/80

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich im Oktober 2009 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie 

gab an, keine Berufslehre mit EFZ/ EBA, jedoch eine rund einmonatige Ausbildung zur 

Pflegehelferin SRK (Schweizerisches Rotes Kreuz) absolviert zu haben. Am 9. 

November 2011 wurde ein bidisziplinäres (rheumatologisches und psychiatrisches) 

Gutachten bei Dres. med. B.___ und C.___ in Auftrag gegeben (IV-act. 87). Die 

Sachverständigen gaben an, die Versicherte leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

an einem generalisierten Schmerzsyndrom (bei/mit: Lumbal und zervikal akzentuiertem 

Panvertebralsyndrom mit geringem klinischen Korrelat, Haltungsinsuffizienz bei 

Dekonditionierung, Periarthropathia humeroscapularis tendopathica links ohne 

fassbare funktionelle Limitierung, klinisch möglichem Hüftimpingement rechts, 

beginnender Femuropatellararthrose rechts, beginnenden Fingerpolyarthrosen, 

Verdacht auf Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation), an einer 

rezidivierenden depressiven Störung, aktuell teilremittiert mit leicht- bis mittelgradiger 

depressiver Episode mit somatischem Syndrom und an einer chronischen 

Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren. Die Sachverständigen 

erhoben folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Arterielle 

Hypertonie, Status nach rezidivierenden Ulcera duodeni et ventriculi, Status nach 

abdomineller Hysterektomie 2009, Status nach Appendektomie, Nikotinabusus und 

anamnestisch posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach 

Bürgerkriegstraumatisierung in den 90-er Jahren, diagnostiziert 1998, aktuell 

weitgehend remittiert. Aus bidisziplinärer Sicht sei der Versicherten eine 

leidensangepasste Tätigkeit zu 70% zumutbar. Am 13. Dezember 2012 verfügte die IV-

Stelle bei einem IV-Grad von 0% die Abweisung des Rentenbegehrens, da die leicht- 

bis mittelgradige Depression und aus körperlicher Sicht eine Dekonditionierung [nach 

der damaligen bundesgerichtlichen Rechtsprechung] als nicht invalidisierend galten.

B.

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Im Juni 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-

act. 112). Sie gab an, an einem Bandscheibenvorfall und an einer Entzündung der 

Hüfte zu leiden. Am 21. Februar 2018 erstattete die SMAB AG St.Gallen (nachfolgend: 

SMAB) im Auftrag der IV-Stelle ein bidisziplinäres (rheumatologisches und 

psychiatrisches) Gutachten (IV-act. 188). Der rheumatologische Sachverständige gab 

keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit an (IV-act. 

188-37). Als Diagnosen ohne Relevanz für die letzte Tätigkeit erhob er ein 

lumbospondylogenes Restsyndrom bei Diskopathie L3/4, Diskushernie mit 

Kompromittierung Nervenwurzel L3 rechts und L4/5 links, eine Spondylarthrose, eine 

leichte bis moderate linksbetonte Spinalkanaleinengung L4/5 mit einer relativen 

Stenosierung des rezessalen Einganges von L5 im MRI vom 06.05.2016, ein 

femoroacetabuläres Impingement des rechten Hüftgelenks, einen Status nach einer 

arthroskopischen Labrum-Trimmung und Schenkelhals-Schlichtung am 26.01.2016, 

eine beginnende Coxarthrose rechts und eine beginnende Fingerpolyarthrose 

(Heberden). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl in 

der bisherigen wie auch in einer Verweistätigkeit, sofern das Belastungsprofil (kein 

Heben von Lasten über 10kg, leichte Arbeit mit Wechseltätigkeit, abwechselnd sitzend, 

stehend und gehend) eingehalten werde. Der psychiatrische Gutachter gab an (IV-act. 

188-48), die Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten 

Tätigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leicht- bis 

mittelgradige Episode, und an einer somatoformen Schmerzstörung. Psychiatrische 

Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit gab er keine 

an. Aus psychiatrischer Sicht bestand bei der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit und in einer leidensadaptierten Tätigkeit von jeweils 70% (100% 

Präsenz, 70% Leistungsfähigkeit). Die verminderte Leistungsfähigkeit wurde mit der 

herabgesetzten emotionalen Belastbarkeit im Rahmen der anhaltenden 

Schmerzsymptomatik bei einem erhöhten Pausenbedarf mit vermehrten 

Regenerationsphasen und mit der beschriebenen Antriebsstörung begründet. Am 22. 

Mai 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs bei einem IV-Grad 

von 30% (IV-act. 200).

C.  

Im März 2020 meldete sich die Versicherte ein drittes Mal zum Bezug von 

Invalidenleistungen an (IV-act. 208). Sie nannte folgende gesundheitlichen Probleme: 

Beeinträchtigung der Gelenke, Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks im Oktober 

2019, schwerer Bandscheibenvorfall und sehr schlechte psychische Verfassung 

aufgrund des Gesundheitszustandes. Am 17. April 2020 berichtete der Hausarzt dipl. 

C.a. 

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med. D.___ (IV-act. 214), Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, die Versicherte 

leide an einer rezidivierenden depressiven Störung und an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die Versicherte sei seit 

dem 5. Oktober 2018 voll arbeitsunfähig. Die Fachpersonen des Spitals E.___, Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatten bereits 

am 21. Januar 2020 mitgeteilt (IV-act. 221), bei der Versicherten sei am 2. Oktober 

2019 eine Implantation einer Hüfttotalarthroplastik rechts vorgenommen worden, wobei 

rechts auch eine symptomatische Coxarthrose bestehe. Die Prothesenlage sei korrekt 

und es bestehe kein Hinweis auf eine Lockerung oder auf eine Fraktur. Dr. med. F.___ 

von der Rheumatologie G.___ gab am 18. Mai 2020 an (IV-act. 229), er habe bei der 

Versicherten folgendes diagnostiziert: Chronische generalisierte Schmerzkrankheit, 

chronisches Panvertebralsyndrom mit cervico-brachialer, thorako-spondylogener und 

lumbo-spondylogener Komponente beidseits, Status nach Implantation einer Hüft-TP 

rechts bei Coxarthrose (02.10.2019), beginnende Gonarthrosen, Fingerarthrosen, 

chronische Polyarthralgien, Depression. Als Pflegehelferin sei die Versicherte dauernd 

arbeitsunfähig; sehr leichte Arbeiten seien ihr maximal zwei bis drei Stunden zumutbar. 

Bereits am 29. April 2019 hatten die Fachpersonen der Psychiatrie H.___ berichtet (IV-

act. 238), die Versicherte sei vom 11. März bis zum 26. April 2019 in der 

psychiatrischen Tagesklinik behandelt worden. Sie leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und an Problemen mit 

Bezug auf die Lebensführung (Verdacht auf Arzneimissbrauch, opioidhaltige 

Medikamente). Während der Behandlungsdauer habe eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestanden. Am 27. Mai 2020 berichteten die Fachpersonen der Klinik H.___ (IV-act. 

240), sie hätten bei der Versicherten folgende Diagnosen erhoben: Rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode, chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und Probleme mit Bezug 

auf die Lebensführung (Verdacht auf Arzneimissbrauch, opioidhaltige Medikamente). 

Die bisherige und auch eine angepasste Tätigkeit seien der Versicherten zurzeit nicht 

zumutbar. Die Fachpersonen der Klinik I.___ führten am 7. April 2021 aus (IV-act. 252), 

der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert, weshalb eine 

Aufnahme in das ambulante integrative Behandlungsprogramm vom 31. August bis 11. 

September 2020 erfolgt sei. Am 27. April 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

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dass sie keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen habe (IV-act. 260). Am 16. 

November 2021 berichteten die Fachpersonen vom Zentrum J.___ des Kantonsspitals 

St.Gallen (KSSG; IV-act. 270), die Versicherte sei vom 10. bis zum 16. November 2021 

in stationärer Behandlung gewesen. Dabei seien folgende Diagnosen erhoben worden: 

Chronische lumboradikuläre Schmerzsymptomatik linksbetont (mit/bei L5 

Radikulopathie links, grössenprogredientes Zystenrezidiv L4/5 mit Kompression der 

Radix L5 und S1 links, neuroforaminale Stenose LWK 4/5 sowie kleine 

Facettengelenkszyste L4/5 rechts ohne Nervenwurzelkompression, Status nach 

mikrochirurgischer Dekompression L4/5 mit Zystenresektion links vom 02.10.2020 und 

Status nach multiplen Infiltrationen ohne anhaltenden Benefit), Status nach 

Tractusreizung/Bursitis trochanterica Hüfte rechts (mit/bei Status nach Hüft-TP 

10/2019), beginnende Gonarthrose beidseits, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, 

rezidivierende depressive Störung und COVID Status. Am 10. November 2021 sei eine 

dorsale Spondylodese L4.5 (Verse) mit TLIF [transforaminal lumbar interbody fusion] 

L4/5 (Altera) von links vorgenommen worden. Vom 10. November bis 28. Dezember 

2021 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der RAD-Arzt Dr. med. K.___ 

notierte am 17. November 2021 (IV-act. 271), dass sich somatisch eine neue Situation 

ergeben habe, bei der es vor allem darum gehen werde, in welchem Umfang der nun 

chirurgisch behandelte Schmerz einerseits sowie die seit langem bestehende 

Schmerzstörung andererseits relevant sein werde. Dr. med. L.___ vom Zentrum J.___ 

des KSSG erläuterte am 3. Februar 2022 (IV-act. 283), die Versicherte habe einen 

weiterhin protrahierten Verlauf mit nächtlichen (ähnlich wie präoperativ) vorhandenen 

L5 Radikulopathie-Schmerzen linksseitig angegeben. Dr. L.___ führte aus, das 

Spondylodesematerial befinde sich unverändert in einer guten Lage und sei 

unbeschädigt. 

Am 25. Mai 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 285), zur Klärung 

der Leistungsansprüche erachte sie eine umfassende medizinische Untersuchung 

(Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie) als notwendig. Am 26. 

Oktober 2022 erstattete die SMAB AG St.Gallen ihr interdisziplinäres Gutachten (IV-act. 

301). Die Sachverständigen gaben an, die Versicherte leide mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit an einer anhaltenden 

Persönlichkeitsveränderung nach chronischen Schmerzen, an einem 

C.b. 

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lumbospondylogenen Schmerzsyndrom bei Zustand nach mikrochirurgischer 

Dekompression L4/5 mit Zystenresektion links am 02.10.2020, Zustand nach multiplen 

Infiltrationen ohne anhaltenden Benefit, Zustand nach Zement-augmentierter dorsaler 

Spondylodese TLIF L4/5 von links am 10.11.2021, an einem degenerativen 

Hüftgelenksleiden mit Zustand nach Hüft-TEP rechts 02.10.2019 sowie mässiger 

Coxarthrose, an einem degenerativen Finger- und Handgelenksleiden mit mässiger 

Bouchard-Arthrose rechts (PIP II und III) sowie fortgeschrittener Arthrose im STT-

Gelenk rechts sowie ausgeprägter Rhizarthrose rechts und an einem degenerativen 

Kniegelenksleiden mit fortgeschrittener Femoropatellararthrose beidseits rechtsbetont 

sowie Gonarthrose beidseits. In der letzten Tätigkeit erhoben die Sachverständigen 

folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig remittiert, arterielle Hypertonie, Übergewicht, 

Hypercholesterinämie und myofasziale Dysbalancen. Sie führten weiter aus, in 

psychiatrischer Hinsicht sei innerhalb der letzten Jahre aufgrund von chronischen 

Schmerzen von einem diagnostischen Shift von einer Depression hin zu einer 

Persönlichkeitsveränderung auszugehen. Die Versicherte habe nämlich neben den 

Symptomen, die an ein depressives Syndrom denken liessen, auch Symptome 

beschrieben, die durch eine Depression nicht erklärbar seien, so unter anderem 

veränderte Emotionen gegenüber Menschen, Empfindlichkeit, emotionale 

Regulationsstörung, Störung der Impulskontrolle, latente Gereiztheit, erhöhte 

Reizbarkeit und Lärmempfindlichkeit. Damit lägen auch Hinweise auf eine andauernde 

Veränderung in der Wahrnehmung bezüglich der Umwelt und der eigenen Person 

sowie im Verhalten, Denken, Fühlen und Verhalten vor. Die Kriterien für eine 

andauernde Persönlichkeitsstörung bei chronischem Schmerzsyndrom seien erfüllt. Die 

zusätzliche Annahme einer Diagnose aus dem depressiven Spektrum erübrige sich 

somit. Die diesbezüglichen Angaben der Versicherten seien konsistent und plausibel. 

Die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin sei der Versicherten ab dem 02/2018 (erstes 

SMAB-Gutachten) zu 70% und seit der IV-Anmeldung im 03/2020 zu 60% zumutbar 

gewesen, wobei aber während der tagesklinischen Behandlung vom 11. März bis zum 

26. April 2019 vorübergehend eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit der 

zweiten lumbalen Operation am 10. November 2021 bestehe keine Arbeitsfähigkeit 

mehr in der bisherigen Tätigkeit. Eine adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten ab dem 

März 2020 (Anmeldezeitpunkt) zu 60% (während 5 Stunden pro Tag, wobei während 

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D.  

der Anwesenheitszeit keine Leistungseinschränkung bestehe) zumutbar gewesen. 

Nach den lumbalen Operationen (02.10.2020 und 10.11.2021) habe in einer adaptierten 

Tätigkeit jeweils eine dreimonatige volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine optimal 

angepasste Tätigkeit müsse folgende Merkmale aufweisen: Leichte wechselbelastende 

Tätigkeiten ohne Wirbelsäulenzwangshaltungen seien möglich, unebenes Terrain sei zu 

vermeiden, eine Leiter besteigen sei nicht möglich, ein Treppensteigen sei gelegentlich 

möglich, ein Kauern, Knien oder in die Hocke gehen sei zu vermeiden. 

Überkopfarbeiten seien nicht repetitiv möglich, ausgeprägte Nässe und Kälte sowie 

ausgeprägte Hitze seien ebenfalls nicht zu empfehlen. Psychiatrisch könne kein 

Belastungsprofil definiert werden, das eine höhere Arbeitsfähigkeit erlauben würde. Die 

krankheitsbedingten Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit seien für fast jede Art 

von Tätigkeit relevant und behindernd (globale Einschränkungen). Tätigkeiten mit 

hohem Stresspegel, mit hoher Verantwortung, mit Multitasking oder auch mit 

Nachtschicht seien eher ungünstig. In sehr anspruchsvollen Tätigkeiten, z.B. in hohen 

Kaderpositionen, könne die Arbeitsfähigkeit schlechter sein. Arbeiten an gefährlichen 

Maschinen sei ebenfalls ungünstig. Am 16. November 2022 notierte der RAD-Arzt Dr. 

K.___ (IV-act. 303), das SMAB-Gutachten vom 26. Oktober 2022 sei in jeder Hinsicht 

umfassend und widerspruchsfrei. Mit einem Vorbescheid vom 23. November 2022 

kündigte die IV-Stelle der Versicherten an (IV-act. 306), sie beabsichtige, ihr ab dem 1. 

September 2020 bei einem IV-Grad von 40% eine Viertelsrente zuzusprechen. 

Hiergegen liess die Versicherte am 2. Januar 2023 einwenden (IV-act. 314), ihr sei 

rückwirkend ab 1. September 2020 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass ihr ein Tabellenlohnabzug von 20% 

zu gewähren sei. Mit einer Verfügung vom 14. März 2023 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten ab dem 1. September 2020 eine Viertelsrente zu (IV-act. 318).

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess am 28. April 2023 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 14. März 2023 erheben (act. G 1). Sie beantragte, ihr sei rückwirkend ab dem 1. 

September 2020 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Sie reichte unter anderem 

einen Bericht des Z.___ vom 27. Juli 2022 ein (act. G 1.6).

D.a. 

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Erwägungen

1.  

2.  

In einer Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

D.b. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete am 29. Juni 2023 auf die Einreichung einer 

Replik (act. G 6).

D.c. 

Wurde ein Rentenbegehren wegen eines zu geringen Invaliditätgrades 

abgewiesen, wird eine neue Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV in Verbindung 

mit dem Art. 87 Abs. 2 IVV nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft gemacht 

hat, dass sich der für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebende Sachverhalt 

in einer anspruchsrelevanten Weise verändert hat. Die Beschwerdeführerin hat sich im 

März 2020 erneut zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem die Beschwerdegegnerin 

am 22. Mai 2018 ein Leistungsgesuch abgewiesen hatte. Die Behandler haben 

inbesondere eine Verschlechterung der Hüftproblematik und des psychischen 

Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht. Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin 

zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten.

1.1. 

Mit der angefochtenen Verfügung vom 14. März 2023 hat die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente ab dem 1. September 2020 zugesprochen. 

Da das Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum 

Ziel hat, muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. 

Folglich ist nur zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

1.2. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

2.1. 

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3.  

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist 

die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

Die Beschwerdeführerin hat sich im März 2020 zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet. Gemäss dem überzeugenden (vgl. nachfolgende Ausführungen) SMAB-

Gutachten vom Oktober 2022 (IV-act. 301), ist die Beschwerdeführerin in ihrer 

bisherigen Tätigkeit seit März 2020 zu 40% arbeitsunfähig gewesen. Unter der 

Berücksichtigung des sog. Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und der 

sechsmonatigen Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist der frühest mögliche potentielle 

Rentenbeginn der 1. März 2021.

3.1. 

Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsbildung mit einem EBA- oder EFZ-

Abschluss absolviert. Sie hat jedoch beim SRK eine rund einmonatige Kurzausbildung 

zur Pflegehelferin gemacht. Sie ist hiernach stets nur als Pflegehelferin tätig gewesen. 

Hinweise darauf, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nicht langfristig als 

Pflegehelferin tätig gewesen wäre, sind in den Akten nicht vorhanden. Demnach ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

ohne gesundheitliche Einschränkung auch weiterhin als Pflegehelferin tätig gewesen 

wäre. Da ihre Kinder volljährig sind und in den Akten nichts gegen eine volle 

Erwerbstätigkeit spricht, wäre sie ohne die gesundheitliche Einschränkung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100% arbeitstätig gewesen. Die 

Invaliditätsbemessung hat deshalb anhand eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. 

Dabei ist auf jenes Einkommen abzustellen, welches die Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin widerspiegelt; vorliegend auf ein durchschnittliches Einkommen, 

das die Beschwerdeführerin als ungeschulte Pflege erzielen könnte. Wie bereits 

erwähnt, wäre die Beschwerdeführerin im fiktiven Gesundheitsfall mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch weiterhin als Pflegehelferin tätig gewesen. Die Ausrichtung 

3.2. 

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4.  

von damit einhergehenden Entschädigungen (für Nachschicht, Sonntagsarbeit etc.) ist 

im hier speziellen Fall (in Abweichung zu der sonst üblichen Gerichtspraxis, vergleiche 

bspw. Entscheid des Versicherungsgerichts vom 14. Januar 2020, IV 17/379, Erw. 4.3) 

zu berücksichtigen, da diese ihr im fiktiven Gesundheitsfall mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit bei der Erwerbstätigkeit als Pflegehelferin ausgerichtet worden 

wären. Um der Ausrichtung solcher Entschädigungen im fiktiven Gesundheitsfall 

möglichst gerecht zu werden, ist dem Valideneinkommen eine durchschnittliche 

Auszahlung solcher Entschädigungen für eine Pflegehelferin zuzurechnen. Bei der 

nachfolgenden statistischen Erhebung der Löhne für Pflegepersonal ist die 

durchschnittliche Ausrichtung von Entschädigungen (für Schicht-, Nacht- und 

Sonntagsarbeit) als Lohnkomponente berücksichtigt worden, weshalb für die 

Berechnung des vorliegenden Valideneinkommens darauf abgestellt werden kann. Das 

Bundesamt für Statistik hat im Jahr 2018 eine Lohnstrukturerhebung speziell in der 

Gesundheitsbranche vorgenommen. Demgemäss hat der durchschnittliche Monatslohn 

der Frauen in der Berufsgruppe "sonstiges Pflegepersonal", in welche die 

Beschwerdeführerin einzustufen ist, mit 10-19 Dienstjahren im Jahr 2018 monatlich Fr. 

5'464.-- betragen (Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lohnstrukturerhebung 

[LSE], monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] für eine Auswahl medizinscher Berufe, nach 

Dienstjahren und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen, 

Spezialauswertung mit den Daten 2018 auf Anfrage des Bundesamts für Gesundheit 

[BAG]). Dies ergibt für das Jahr 2018 ein jährliches Einkommen von Fr. 65'568.--. Unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, 

Schweizerisches Lohnindex nach Sektor; Index und Veränderung auf der Basis 2015 = 

100, T1.15, Index Frauen im Wirtschaftszweig Gesundheitswesen im Jahr 2018: 101.4 

Punkte, im Jahr 2021: 103.5 Punkte) errechnet sich somit für das massgebende Jahr 

2021 (pot. Rentenbeginn im März 2021) ein Valideneinkommen von Fr. 66'925.90.

Zur Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer adaptierten 

Tätigkeit hat die Beschwerdegegnerin bei der SMAB AG St.Gallen eine Begutachtung 

in Auftrag gegeben. Das Gutachten ist am 26. Oktober 2022 erstattet worden. Die 

Beschwerdegegnerin hat auf die darin abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgestellt. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob dem Gutachten voller Beweiswert 

zukommt, d.h. ob die darin angegebene Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt ist.

4.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

4.2. 

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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 351, E. 3a).

Die Sachverständigen haben die subjektive Sicht der Beschwerdeführerin 

eingehend erfragt. Sie haben die Beschwerdeführerin umfassend untersucht. Weiter 

haben sie anhand von fachärztlichen Untersuchungen objektive klinische Befunde 

erhoben, die es ihnen erlaubt haben, objektive – von der subjektiven Sicht der 

Beschwerdeführerin losgelöste – Schlussfolgerungen hinsichtlich der Diagnosen und 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu ziehen. Sämtliche medizinische Vorakten haben 

ihnen zur Verfügung gestanden; sie haben diese eingehend gewürdigt. Es besteht kein 

Grund zur Annahme, dass sie eine wesentliche medizinische Tatsache übersehen oder 

versehentlich ignoriert hätten. Der für ihre Beurteilung massgebende medizinische 

Sachverhalt ist ihnen also vollumfänglich bekannt gewesen. Sie haben ihre Diagnosen 

und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung anhand des massgebenden objektiven klinischen 

Befundes überzeugend hergeleitet. Wo sie der Auffassung der behandelnden Ärzte 

nicht gefolgt sind, haben sie die Abweichung ausführlich und fundiert begründet. Sie 

haben geprüft, ob Diskrepanzen oder Inkonsistenzen vorliegen. Die psychiatrische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung scheint auf den ersten Blick ungenügend begründet zu 

sein. Bei genauer Betrachtung des Teilgutachtens (insb. IV-act. 301-32 ff.) ist die 

angegebene Arbeitsfähigkeit von 60% in einer adaptierten Tätigkeit jedoch 

nachvollziehbar. Der psychiatrische Sachverständige hat dazu insbesondere 

ausgeführt, dass die Symptome der Beschwerdeführerin ein mittelgradiges depressives 

Syndrom begründen würden, diese Diagnose aber "konsumiert" werde durch die 

anhaltende Persönlichkeitsveränderung nach chronischen Schmerzen, so dass sich 

eine zusätzliche Diagnose aus dem depressiven Spektrum erübrige. Er hat die 

bestehenden Ressourcen und Belastungen ausführlich dargelegt (IV-act. 301-4). 

Aufgrund dieser Ausführungen ist eine verbleibende 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar. Damit steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit ohne wesentliche Unterbrechung ab 

Februar 2018 zu 70% arbeitsfähig (mit Unterbruch vom 11. März bis 26. April 2019, bei 

welchem in Folge der tagesklinischen Behandlung vorübergehend eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden hat), ab März 2020 zu 60% arbeitsfähig, ab dem 10. 

November 2021 zu 0% arbeitsfähig gewesen ist.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

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5.  

Da die Tätigkeit als Pflegehelferin gemäss dem SMAB-Gutachten nicht mehr 

zumutbar ist, kommt als Invalidenkarriere nur die Verrichtung einer ideal 

leidensadaptierten Hilfsarbeit in Frage. Für solche Tätigkeiten besteht gemäss dem 

SMAB-Gutachten eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Da kein statistischer Nachweis dafür 

existiert, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten wesentlich tiefer als körperlich 

anstrengende Hilfsarbeiten entlöhnt würden, ist der statistische Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne als Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens heranzuziehen. Das durchschnittliche jährliche Einkommen einer 

Hilfsarbeiterin hat im Jahr 2020 Fr. 55'722.-- brutto betragen (vgl. Anhang 2 der IV-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, Schweizerisches Lohnindex nach 

Sektor; Index und Veränderung auf der Basis 2015 = 100, T1.15, im Jahr 2020: 103.4 

Punkte, im Jahr 2021: 103.1 Punkte) hat das durchschnittliche jährliche Einkommen 

einer Hilfsarbeiterin im Jahr 2021 Fr. 55'560.-- betragen. Für die Beantwortung der 

Frage, ob im Einzelfall ein Tabellenlohnabzug vom Invalideneinkommen zu 

berücksichtigen ist, muss geprüft werden, ob ein strikt betriebswirtschaftlich-

ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber, der selbst dem rauen Wind der freien 

Marktwirtschaft ausgesetzt ist, der versicherten Person den dem Arbeitsfähigkeitsgrad 

entsprechenden reduzierten Zentralwert bezahlen könnte. Das wäre der Fall, wenn die 

versicherte Person ihre Restarbeitsfähigkeit so verwerten könnte, dass der Wert ihrer 

Arbeitsleistung betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer gesunden, 

durchschnittlich leistungsfähigen Person entsprechen würde, die im selben Pensum 

angestellt wäre. Kann die Arbeitsleistung der versicherten Person krankheits- oder 

unfallbedingt erheblichen Schwankungen unterliegen, ist die versicherte Person also 

nicht in der Lage, ihre Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus 

planbar zu erbringen, besteht das Risiko von vermehrten unerwarteten 

krankheitsbedingten Absenzen oder liegen ähnliche Gründe vor, die den 

betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der Arbeitsleistung der versicherten Person 

schmälern, muss ein Tabellenlohnabzug vorgenommen werden, damit keine 

Soziallohnkomponente in die Invaliditätsbemessung einfliesst. Praxisgemäss erweist 

sich aufgrund der als Folge der Symptome der psychischen Erkrankung besonders 

starken Nachteile für einen potentiellen Arbeitgeber ein Tabellenlohnabzug von 15 

Prozent als angemessen. Bei einem tieferen Tabellenlohnabzug oder gar bei einem 

Verzicht auf einen Tabellenlohnabzug würde ein Invalideneinkommen resultieren, das 

einen erheblichen Soziallohnanteil beinhalten und damit nicht die verbliebene 

erwerbliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin wiedergeben würde. Unter 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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6.  

Entscheid

1.

Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2021 einen Anspruch 

Berücksichtigung einer verbleibenden 60%igen Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin und 

eines Tabellenlohnabzuges von 15% errechnet sich ein Invalideneinkommen von Fr. 

28'335.60 (Fr. 55'560.-- x 0.6 x 0.85). Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 38'590.30 (Fr. 

66'925.90 - Fr. 28'335.60) resultiert ein IV-Grad von 57.66%.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführerin ab dem 1. März 

2021 (pot. Rentenbeginn) eine halbe Invalidenrente zusteht. Die angefochtene 

Verfügung erweist sich damit als rechtswidrig; sie ist aufzuheben. Da die 

Beschwerdeführerin mit einer halben statt einer Viertelsrente längerfristig gesehen, 

trotz des später als in der angefochtenen Verfügung angesetzten Rentenbeginns (1. 

März 2021 statt 1. September 2020), besser gestellt ist, ist auf einen Hinweis auf eine 

mögliche reformatio in peius verzichtet worden. Die Sache ist zur Festsetzung und 

Ausrichtung des Rentenbetrags an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Das Urteilsdispositiv 

ist in Bezug auf die Verfahrenskosten als vollumfängliches Obsiegen der 

Beschwerdeführerin zu werten. Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

6.1. 

bis

Die Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. 

Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor dem Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der st.gallischen 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO) pauschal Fr. 1'500.-- 

bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint 

praxisgemäss ein Honorar von Fr. 4'000.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin 

hat die Beschwerdeführerin deshalb mit Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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auf eine halbe Invalidenrente hat; die Sache wird zur verfügungsweisen Festsetzung 

des Betrages dieser halben Rente an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.11.2023
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens. Einkommensvergleich. Tabellenlohnabzug praxisgemäss 15% bei psychischer Beeinträchtigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. November 2023, IV 2023/80).

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		2025-07-19T00:41:08+0200
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