# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9892b120-88b8-51b8-bad6-4322a9892d12
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.01.2021 D-2115/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2115-2018_2021-01-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2115/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J a n u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richterin Contessina Theis,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch MLaw Katarina Socha,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 9. März 2018 / N (…). 

 

 

 

D-2115/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 24. September 2014 wurde das von der in der Schweiz wohnhaften 

Schwester der Beschwerdeführerin B._______ gestellte Gesuch um Aus-

stellung von Visa aus humanitären Gründen für ihre vier Geschwister und 

deren Familien (darunter die Beschwerdeführerin mit drei Kindern, welche 

zu diesem Zeitpunkt in der Türkei weilten) abgewiesen. Mit Verfügung vom 

18. Dezember 2014 wies das SEM die Einsprache der Schwester der Be-

schwerdeführerin gegen die Verweigerung der Visa ab. In der Folge kehrte 

die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben nach Syrien zurück. Mit 

Urteil D-364/2015 vom 2. Oktober 2015 hiess das Bundesverwaltungsge-

richt die gegen den Entscheid des SEM erhobene Beschwerde gut und 

wies das SEM an, den Familienangehörigen der Gesuchstellerin humani-

täre Visa zu erteilen. 

B.  

In der Folge verliess die Beschwerdeführerin Syrien eigenen Angaben zu-

folge am 14. Oktober 2015 und gelangte über die Türkei mit dem humani-

tären Visum am 22. Oktober 2015 in die Schweiz, wo sie gleichentags ein 

Asylgesuch stellte. Am 19. November 2015 wurde sie summarisch befragt 

und am 15. Mai 2017 einlässlich angehört.  

Zur Begründung ihres Asylgesuches gab die Beschwerdeführerin im We-

sentlichen an, sie sei aufgrund des Bürgerkrieges aus Syrien ausgereist. 

Ihr Haus sei zerstört worden. Zudem seien ihre beiden Söhne im militär-

dienstpflichtigen Alter, ihr Mann sei verschollen und ihre Tochter verletzt 

worden. Auch sie selber sei krank gewesen und habe keine medizinische 

Versorgung erhalten. Als sie sich am (…) Dezember 2014 zusammen mit 

anderen Frauen vor einem Bombenangriff in einer Bauruine in Sicherheit 

gebracht habe, seien sie mutmasslich von Militärangehörigen entführt und 

an einen unbekannten Ort gebracht worden. Dort habe man sie je in ein 

separates Zimmer gebracht und sie seien von den Männern vergewaltigt 

worden. Da sie sich gegen die Übergriffe gewehrt habe, sei sie geschlagen 

und an den Haaren geschleift worden. Nach fünf Tagen habe man sie an 

den Ort der Entführung zurückgebracht und freigelassen. Ungefähr am 

(…) Januar 2015 seien sie auf Veranlassung ihrer Schwester, welche in 

der Schweiz wohne, von einem Arzt untersucht worden. 

C.  

Mit Verfügung vom 9. März 2018 – eröffnet am 12. März 2018 – lehnte das 

D-2115/2018 

Seite 3 

SEM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete die Wegwei-

sung an, nahm sie aber wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

in der Schweiz vorläufig auf. 

D.  

Mit Eingabe vom 11. April 2018 (Poststempel) erhob die Beschwerdefüh-

rerin – handelnd durch ihre Rechtsvertreterin – gegen diesen Entscheid 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft und die Asylgewährung, eventualiter die Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zwecks Neubeurteilung der Asylfrage. In formeller Hinsicht 

ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. aArt. 110a AsylG, (SR 142.31) und um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

E.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 18. April 

2018 den Eingang der Beschwerde.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. April 2018 stellte die Instruktionsrichterin 

fest, die vorläufig aufgenommene Beschwerdeführerin könne den Ausgang 

des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung 

gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und setzte die 

rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin ein. 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2018, welche der Beschwerdeführe-

rin am 14. Mai 2018 zur Kenntnis gebracht wurde, hielt das SEM vollum-

fänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

H.  

Mit Eingabe vom 16. Mai 2018 (Poststempel) reichte die Beschwerdefüh-

rerin eine Schnellrecherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zu 

geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt in Syrien vom 19. April 2018 

zu den Akten. 

I.  

Mit Eingabe vom 4. September 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine 

Beschwerdeergänzung und weitere Beweismittel (ärztlicher Bericht vom 

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Seite 4 

21. August 2018 und den Bericht einer syrischen Menschenrechtsorgani-

sation) zu den Akten. 

J.  

Mit Eingabe vom 12. November 2018 reichte die Beschwerdeführerin die 

Rechnung zur erwähnten Schnellrecherche der SFH ein. 

K.  

Am 19. Januar 2021 liess die Beschwerdeführerin dem Bundesverwal-

tungsgericht eine Verfahrensstandanfrage zukommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Die Beschwerdeführerin beantragt die Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz zwecks Neubeurteilung der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls. 

In der materiellen Begründung der Beschwerde wird in der Folge zwar der 

Befragungsstil an der Anhörung gerügt. Es wird diesbezüglich jedoch keine 

mangelnde Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs geltend gemacht. Entsprechendes ergibt sich auch nicht aus den 

Akten, der Sachverhalt wurde vom SEM vielmehr genügend abgeklärt. Auf 

den Antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist vor diesem 

Hintergrund nicht weiter einzugehen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Grün-

den ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung hielt das SEM im Wesentlichen fest, 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien nicht glaubhaft. Auch unter 

Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich bei einer Vergewaltigung um 

ein einschneidendes Erlebnis handle, seien ihre Ausführungen allgemein, 

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Seite 6 

äusserst oberflächlich und detailarm ausgefallen. Sie habe keinerlei Initia-

tive gezeigt, ihre Ausreisegründe von sich aus zu Protokoll zu geben. Viel-

mehr hätten die für den Asylentscheid massgeblichen Fakten durch stän-

diges Nachfragen seitens der befragenden Person in Erfahrung gebracht 

werden müssen. Insbesondere habe sie eine Vergewaltigung an der Erst-

befragung gänzlich unerwähnt gelassen und auf konkrete Nachfrage gar 

verneint, jemals Probleme mit Drittpersonen gehabt zu haben. Ihre diesbe-

züglichen Erklärungsversuche an der Anhörung hätten wenig zu überzeu-

gen vermocht, zumal die mutmassliche Vergewaltigung vorab bereits im 

Verfahren um das humanitäre Visum thematisiert worden sei. Zudem habe 

sie an der Anhörung angegeben, gemeinsam mit unbekannten Frauen fest-

gehalten und vergewaltigt worden zu sein. Gemäss dem Urteil D-364/2015 

im Verfahren zu ihrem humanitären Visum für die Schweiz habe ihre 

Schwester B._______ dazu aber angegeben, sie sei gemeinsam mit ihren 

Schwägerinnen festgehalten worden. Ihre Erklärung, dass sie mit Unbe-

kannten entführt worden sei, aber am Ort der Übergriffe gemeinsam mit 

den Schwägerinnen festgehalten worden sei, welche sich bereits vor ihr an 

diesem Ort befunden hätten, vermöge wenig zu überzeugen. An der Anhö-

rung habe sie ferner angegeben, es seien sieben Frauen mitgenommen 

worden, während es gemäss dem erwähnten Urteil D-364/2015 insgesamt 

zwölf Personen gewesen seien. Dazu habe die Beschwerdeführerin aus-

geführt, sie sei damals unter Druck gewesen und habe an der Anhörung 

nur eine ungefähre Angabe gemacht. Überdies sei die Vergewaltigung ge-

mäss dem erwähnten Urteil D-364/2015 auf den (…) Januar 2015 datiert 

worden, während die Beschwerdeführerin diese auf den (…) Dezember 

2014 datiert habe. Im Verfahren zum humanitären Visum seien zudem am 

26. Februar 2015 zwar die Arztberichte ihrer Schwägerinnen eingereicht 

worden, jedoch keinen für ihre eigene Person. Schliesslich bleibe schleier-

haft, weshalb sie trotz der mutmasslich lebensbedrohlichen Situation in Sy-

rien aus der Türkei in ihr Heimatland zurückgekehrt sei. Der Vollständigkeit 

halber sei darauf verwiesen, dass im Rahmen der Abklärungen zur Gewäh-

rung eines humanitären Visums keine Prüfung der Glaubhaftigkeit der Asyl-

gründe vorgenommen worden sei (vgl. Urteil D- 364/2015, S. 18). 

Weiter habe die Beschwerdeführerin angegeben, die Behörden hätten auf-

grund der Mitgliedschaft der Schwester und des Bruders in der türkischen 

Arbeiterpartei (PKK) 1995 ihr Haus durchsucht und sie habe dieses 

schliesslich verkaufen müssen. Diese Ereignisse stünden in keinem genü-

gend engen zeitlichen und kausalen Zusammenhang mit ihrer Ausreise im 

Jahr 2015 und seien demnach nicht asylrelevant. Das Gleiche gelte für die 

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Bürgerkriegslage in Syrien, welche viele Leute betroffen habe, sodass da-

raus keine gezielte Verfolgung der Beschwerdeführerin resultiert habe. 

Auch drohe ihr aufgrund ihrer kurdischen Ethnie und ihres christlichen 

Glaubens keine Kollektivverfolgung in Syrien. 

5.2 Dem wurde in der Beschwerde entgegengehalten, die Argumentation 

des SEM lasse sich nicht mit dem Fachwissen im Umgang mit traumati-

sierten und gewaltbetroffenen Frauen vereinbaren. Die Beschwerdeführe-

rin habe offensichtlich grosse emotionale Mühe gehabt, sich die Festhal-

tung und die Vergewaltigung in Erinnerung zu rufen und habe sich diese 

auch nicht vergegenwärtigen wollen. Die Geschehnisse seien offensicht-

lich mit grosser Scham verbunden. Dem sei der Befragungsstil nicht ge-

recht geworden. Mit den wiederholten Fragen um die Vergewaltigung sei 

sie – trotz mehrfacher Erklärung ihrerseits, es falle ihr schwer darüber zu 

sprechen – in die Enge getrieben worden. Traumatisierte Gewaltbetroffene 

würden oft unter Gedächtnislücken leiden, hätten Erinnerungen verdrängt 

oder würden zeitliche Abfolgen und andere Informationen verwechseln. 

Somit scheine es nicht legitim, die vorgebrachte Vergewaltigung als nach-

geschoben, nicht substantiiert und damit unglaubhaft zu qualifizieren. So 

lasse sich eine – auch zu einem späteren Zeitpunkt – geltend gemachte 

Vergewaltigung nicht allein deshalb als unglaubhaft qualifizieren, weil die 

Gesuchstellerin nicht von Anfang an von dem sexuellen Missbrauch erzählt 

habe. Zudem habe die entscheidfällende Person die Beschwerdeführerin 

nie persönlich erlebt und es erscheine fragwürdig, inwiefern diese eine 

traumatisierte Person betreffend ihre Glaubwürdigkeit einschätzen könne. 

Weiter passe das von ihr geltend gemachte Ereignis in den logischen Kon-

text und die gelebte Wirklichkeit in Syrien. Das syrische Regime und seine 

Verbündeten hätten sexuelle Gewalt strategisch und systematisch als 

Kriegswaffe eingesetzt, um ihre Gegner zu demütigen und psychologisch 

zu brechen. Insbesondere dem Anhörungsprotokoll seien denn entgegen 

der Meinung des SEM sehr wohl unzählige persönliche Glaubwürdigkeits-

elemente zu entnehmen. Das bestätige auch der Bericht der an der Anhö-

rung anwesenden Hilfswerkvertretung. Den Ausführungen des SEM sei 

nicht zu entnehmen, welche detaillierten Aussagen von einer vergewaltig-

ten Frau mit ihrem kulturellen Hintergrund hätten erwartet werden können. 

Zusätzlich sei auf das positive Urteil des Bundesverwaltungsgerichts um 

Erteilung des humanitären Visums (vgl. D-364/2015, E. 5.4.2) hinzuweisen, 

wonach das SEM wie auch das angerufene Gericht aufgrund der Aktenlage 

keine Veranlassung gesehen hätten, von einem anderen Sachverhalt als 

dem damals wie auch heute dargestellten betreffend die Entführung sowie 

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die Vergewaltigung auszugehen. Zu den angeblich abweichenden Schilde-

rungen der Schwester könne sich die Beschwerdeführerin aufgrund der ihr 

unbekannten Aktenlage nicht äussern. Dennoch sei an dieser Stelle zu be-

tonen, dass Widersprüche die in Verbindung mit Aussagen von Drittperso-

nen entstünden, unter Beachtung der vorliegenden Angelegenheit kaum zu 

berücksichtigen sein dürften. 

Betreffend eine mögliche Reflexverfolgung sei die Familiensituation zwin-

gend zu würdigen. So habe die Schwester B._______ sowie weitere Ge-

schwister in der Schweiz Asyl erhalten. Die Schwester sei ehemalige Prä-

sidentin und heute Vizepräsidentin der Organisation (…), welche regelmäs-

sig Demonstrationen gegen die unmenschliche Situation in Syrien organi-

siere. Auch die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2017 in dieser Orga-

nisation in einem Ausbildungsprogramm und nehme regelmässig an De-

monstrationen teil. Ihre Schwester referiere zudem an diversen Tagungen 

und Konferenzen und organisiere auch solche. Weiter gebe sie diverse 

Auskünfte an Organisationen in der Schweiz, wie beispielsweise das 

schweizerische Rote Kreuz. Bereits in Syrien habe sie sich aktivistisch wie 

auch politisch für die Menschenrechte eingesetzt, weshalb sie mehrmals 

von der Regierung inhaftiert worden sei. Sie habe deshalb auch Kontakte 

zu verschiedenen Botschaften in Syrien gepflegt und Berichte über die da-

malig aktuelle Menschenrechtslage abgegeben. Der Bruder C._______, 

der heute in Schweden Asyl geniesse, sei damals ebenfalls ähnlich poli-

tisch aktiv gewesen und ebenfalls mehrmals in Haft genommen worden. 

Mehrere Geschwister hätten ernsthafte Probleme mit der syrischen Regie-

rung gehabt. Ein exponiertes Profil der Geschwister in Syrien müsse damit 

angenommen werden. Das SEM hätte demnach eine mögliche Verfolgung 

der Beschwerdeführerin bei der Rückkehr nach Syrien zum heutigen Zeit-

punkt unabdingbar prüfen müssen. 

Ebenfalls zu berücksichtigen sei die Desertion des Sohnes D._______ (N 

(…), E-1875/2018) und das Verschwinden des Ehemannes sowie des Soh-

nes E._______. Es sei aufgrund der Sachlage nicht ausgeschlossen, dass 

auch diese als politische Gegner identifiziert (und zum Verschwinden ge-

bracht) worden seien. Abschliessend sei zu prüfen, ob die Beschwerdefüh-

rerin noch weitere Faktoren aufweise, die bei einer Rückkehr eine konkrete 

und ernsthafte Gefährdung ihrer Person begründen würden, zumal sie 

mehrere Kriterien des UNHCR zur Schutzbedürftigkeit erfülle (vgl. UN-

HCR-Erwägungen zum Schutzbedarf von Personen, die aus der Arabi-

schen Republik Syrien fliehen, vom 22. Oktober 2013) und bei der Organi-

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sation (…) tätig sei. Weiter habe die Vorinstanz keine Individualprüfung be-

treffend ihre Religionszugehörigkeit als Christin vorgenommen und ledig-

lich festgestellt, Christen würden keiner Kollektivverfolgung unterliegen. 

Zur Stützung ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin unter an-

derem den Bericht der Hilfswerksvertretung, Fotografien einer Demonstra-

tionsteilnahme in der Schweiz, ein Bestätigungsschreiben der Organisation 

(…), die Schnellrecherche der SFH, einen ärztlichen Bericht vom 21. Au-

gust 2018 und den Bericht einer syrischen Menschrechtsorganisation zu 

den Akten, in welchem von der Entführung und Vergewaltigung vom (…) 

Januar 2015 in Aleppo von mehr als zwölf Frauen – darunter die Beschwer-

deführerin – berichtet wird. 

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt durch-

aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen. Entschei-

dend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sach-

verhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente 

(Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanzi-

iertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die 

für oder gegen den Gesuchsteller beziehungsweise die Gesuchstellerin 

sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven 

Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht 

aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung 

der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen 

die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

6.2 Zunächst sind die Erwägungen des SEM insofern zu bestätigen, als die 

Beschwerdeführerin die Entführung und Vergewaltigung an der Befragung 

nicht erwähnte und an der Anhörung keine Initiative zeigte, ihre Ausreise-

gründe von sich aus zu Protokoll zu geben. Die Ausführungen zur Gefan-

genschaft und die Vergewaltigung blieben sodann tatsächlich relativ vage 

und unsubstantiiert. Gleichzeitig relativiert das SEM seine Erwägungen 

aber selber, indem es die Tatsache berücksichtigt, dass es sich bei einer 

Vergewaltigung um ein einschneidendes Erlebnis handle. Opfer von Ge-

walt können über traumatische Erlebnisse zum Teil nicht gleich zu Beginn 

des Asylverfahrens sprechen, sondern erst in dessen späteren Verlauf. 

Solche ergänzenden Aussagen dürfen nicht vorschnell als nachgeschoben 

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und folglich als unglaubhaft eingestuft werden (vgl. BVGE 2013/22 E. 5.5, 

2009/51 E. 4.2.3 mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 17). Der Beschwerde-

führerin ist insofern Recht zu geben, dass es Opfern von Vergewaltigungen 

oft sehr schwerfällt, über das Erlebte zu berichten. In diesem Sinne kann 

ihr das Verschweigen an der Befragung und auch das zögerliche Aussage-

verhalten an der Anhörung nur bedingt entgegengehalten werden. Dass 

die Vergewaltigung vorab bereits im Verfahren um das humanitäre Visum 

thematisiert worden sei, vermag daran wenig zu ändern, zumal die Be-

schwerdeführerin in diesem Verfahren keine persönlichen Aussagen ma-

chen musste. In dieser Hinsicht vermögen die Erwägungen der Vorinstanz 

somit nur bedingt zu überzeugen. Ebenfalls nicht sonderlich ins Gewicht 

zu fallen vermag der Widerspruch bezüglich der Anzahl entführter Perso-

nen (sieben oder zwölf), zumal die Beschwerdeführerin angab, sie seien 

einzeln festgehalten worden. Und auch der Widerspruch bezüglich der Da-

tumsangabe der Entführung scheint prinzipiell nicht sonderlich gewichtig. 

Immerhin ist hier aber zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin an der 

Anhörung mehrmals spontan angab, diese sei am (…) Dezember 2014 er-

folgt – (…) – und auch auf Vorhalt zum Widerspruch zu den Angaben im 

Visumsverfahren bei diesem Datum blieb. Im mit der Beschwerde einge-

reichten Bericht der syrischen Menschenrechtsorganisation ist aber explizit 

die Rede vom (…) Januar 2015 und auch im Visumsverfahren wurde stets 

dieses Datum angegeben. 

6.3 Gewichtige Zweifel an den Aussagen der Beschwerdeführerin entste-

hen aber vor allem durch ihre Angabe an der Anhörung, wonach sie zu-

sammen mit Unbekannten entführt worden sei, während im Verfahren zur 

Erteilung eines humanitären Visums ausgeführt worden war, die Beschwer-

deführerin sei zusammen mit ihren Schwägerinnen, welche ebenfalls in die 

Schweiz geflüchtet sind, festgehalten und vergewaltigt worden. Der dies-

bezügliche Erklärungsversuch der Beschwerdeführerin an der Anhörung, 

wonach die Schwägerinnen zwar nicht mit ihr entführt aber sich schon vor 

ihr an diesem Ort befunden hätten, vermag auch das Gericht in keiner 

Weise zu überzeugen. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-

rerin schon in freier Rede erwähnt hätte, wenn sie am Ort der Gefangen-

schaft tatsächlich zufällig auf ihre Schwägerinnen gestossen wäre. Derar-

tiges kann auf keinen Fall unerwähnt bleiben. In freier Rede sprach sie aber 

durchgehend von unbekannten Frauen und schob die erwähnte Erklärung 

zu den Schwägerinnen erst nach dem Hinweis der befragenden Person auf 

den Widerspruch zum Visumsverfahren nach. Bezeichnenderweise wur-

den im Visumsverfahren denn auch Arztberichte zu ihren Schwägerinnen 

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Seite 11 

nicht aber zur Beschwerdeführerin selber zu den Akten gereicht. Dem Hin-

weis in der Beschwerde auf die ihr unbekannte Aktenlage in Bezug auf das 

Visumsverfahren gilt es entgegen zu halten, dass das SEM lediglich Wi-

dersprüche nannte, welche sich bezüglich der im öffentlich zugänglichen 

Urteil D-364/2015 erwähnten Aussagen der Schwester ergaben und mit 

denen sie in der Anhörung konfrontiert worden war. Das Vorbringen in der 

Beschwerde, wonach Widersprüche mit Aussagen von Drittpersonen kaum 

zu berücksichtigen seien, ist zudem nicht zutreffend, solange als vorgängig 

– wie vorliegend – das rechtliche Gehör gewährt wurde. Angesichts des 

hier genannten äusserst gewichtigen Unglaubhaftigkeitselementes, ver-

mögen die durchaus vereinzelt bestehenden Realkennzeichen, wie die 

emotionale Betroffenheit, zu keinem anderen Ergebnis zu führen.   

6.4 Bestätigt werden die Zweifel an den Aussagen der Beschwerdeführe-

rin, sie sei am (…) Dezember 2014 Opfer einer Entführung und von Verge-

waltigungen geworden, schliesslich auch durch die Chronologie der Ereig-

nisse. Bereits dass die Beschwerdeführerin und ihre Verwandten nach dem 

ablehnenden Visaentscheid vom 18. Dezember 2014 unverzüglich nach 

Aleppo zurückkehrten, erscheint angesichts der dortigen Bürgerkriegslage, 

wie schon im Urteil D-364/2015 festgehalten, grundsätzlich nur schwer 

nachvollziehbar. Dass die Beschwerdeführerin nur wenige Tage danach 

und darüber hinaus mehrere weitere Frauen, die von der Visaerteilung be-

troffen waren, angeblich unabhängig voneinander mit der Entführung und 

der Vergewaltigung einer gezielten Verfolgung unterlegen haben sollen, 

vermag noch weniger zu überzeugen. Das SEM wies in diesem Zusam-

menhang richtig darauf hin, dass im Verfahren D-364/2015 keine Glaub-

haftigkeitsprüfung durchgeführt wurde und der Entscheid sich auf schriftli-

che Aussagen der Schwester der Beschwerdeführerin stützte, womit aus 

dem Entscheid nicht automatisch auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

Beschwerdeführerin geschlossen werden kann. In Betracht zu ziehen ist 

auch, dass die geltend gemachten Ereignisse lediglich einzelne Verwandte 

der Beschwerdeführerin nicht aber sie selber betroffen haben könnten. Vor 

diesem Hintergrund ist zu betonen, dass der Entscheid im vorliegenden 

Verfahren im Sinne eines Einzelfalles zu würdigen ist und daraus keine 

direkten Rückschlüsse auf die Vorbringen der Verwandten der Beschwer-

deführerin gezogen werden können. 

6.5 Als Gefälligkeitsschreiben mit geringem Beweiswert vermögen an obi-

ger Einschätzung weder die allgemeine Bestätigung der Organisation (…) 

noch der Bericht der syrischen Menschenrechtsorganisation etwas zu än-

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Seite 12 

dern, zumal in letzterem explizit ein anderes als von der Beschwerdefüh-

rerin auch auf Nachfrage angegebenes Datum bezüglich der geltend ge-

machten Ereignisse genannt wird. Das Gleiche gilt für den Arztbericht vom 

21. August 2018, zumal dieser praxisgemäss nicht geeignet ist, die Gründe 

für die diagnostizierte Traumatisierung zu belegen. 

6.6 Nach dem Gesagten erfüllen die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

betreffend die Mitnahme und Vergewaltigung die Anforderungen an die 

Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht. 

7.  

Die Beschwerdeführerin macht weiter eine Reflexverfolgung aufgrund ih-

res politischen Hintergrundes geltend. 

7.1 Personen, die durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als 

Gegner des Regimes identifiziert werden, haben praxisgemäss eine Be-

handlung zu erwarten, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung 

im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt (vgl. Referenzurteil des Bundesver-

waltungsgerichts D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.7.2). Auch 

kommt in Syrien Reflexverfolgung vor, dies insbesondere um Regimegeg-

nern oder Deserteuren, nach denen gesucht wird, habhaft zu werden.   

7.2  Die Schwester der Beschwerdeführerin B._______ hat in der Schweiz 

Asyl erhalten und ihr Bruder C._______ habe in Schweden Asyl erhalten. 

Beide seien für die PKK aktiv gewesen und nun auch im Exil weiterhin po-

litisch aktiv. Der Bruder sei in der Türkei (…) Jahre in Haft gewesen. Auch 

die Schwester sei in Syrien inhaftiert worden. Eine andere Schwester sei 

im Kampf verstorben. Die Kinder der Beschwerdeführerin hätten aufgrund 

ihrer Verwandten mit den Behörden Probleme bekommen. Ihr Sohn sei im 

Jahr 2010 für vier Tage in Gewahrsam genommen worden. Ihr Haus sei im 

Jahr 1994, 1995, 2000 und 2010 von den Behörden durchsucht worden.  

7.3 Das SEM hat hier richtig festgestellt, dass diese Ereignisse in Syrien 

aufgrund mangelnder Intensität und fehlendem Kausalzusammenhang zur 

Ausreise als nicht asylrelevant einzustufen sind. Auch bei einer Rückkehr 

der Beschwerdeführerin ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit 

einer Gefährdung im Sinne einer Reflexverfolgung zu rechnen, zumal sie 

selber in Syrien in keiner Weise politisch aktiv war und im Zusammenhang 

mit ihren Geschwistern nach dem Jahr 2010 bis zu ihrer Ausreise, mithin 

während fünf Jahren, auch keine Behelligungen durch die Behörden mehr 

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erfahren habe. Solche hätten vielmehr die Generation ihrer Kinder getrof-

fen. Angesichts des Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass sie selbst 

von den Behörden als Regimegegnerin wahrgenommen wird oder dass ihr 

Gefahr droht, inhaftiert zu werden, um ihrer sich im Ausland befindenden 

Geschwister habhaft zu werden. Daran vermag auch das politische Enga-

gement ihrer Schwester in der Schweiz, wie es in der Beschwerde darge-

stellt wird, sowie die Teilnahme der Beschwerdeführerin an einem Kurs ei-

ner Menschenrechtsorganisation sowie ihre Demonstrationsteilnahmen, 

welche lediglich durch Fotografien einer einzelnen Veranstaltung belegt 

werden, nichts zu ändern. Schliesslich vermag auch die geltend gemachte 

Desertion des Sohnes D._______, dessen Rekrutierung mit Urteil E-

1875/2018 vom 30. April 2018 für unglaubhaft befunden wurde, zu keiner 

Gefährdung zu führen. Das Gleiche gilt für das Verschwinden des Eheman-

nes der Beschwerdeführerin sowie ihres Sohnes E._______, zumal die je-

weiligen Umstände des Verschwindens nicht bekannt sind und diesbezüg-

lich in den Anhörungen von der Beschwerdeführerin kein politischer Zu-

sammenhang hergestellt worden war. 

8.  

In Bezug auf ihre Religionszugehörigkeit als Christin hat die Beschwerde-

führerin nebst Belästigungen durch die Nachbarschaft keine ernsthaften 

Übergriffe vor der Ausreise geltend gemacht und die Religionszugehörig-

keit wurde auch nicht als fluchtauslösender Grund vorgebracht, sodass 

eine entsprechende explizite Prüfung durch das SEM nicht angezeigt war. 

Die entsprechenden Rügen in der Beschwerde sind daher zurückzuwei-

sen. Eine begründete Furcht vor gezielter individueller Verfolgung aufgrund 

ihrer Konversion zum Christentum wird sodann auch auf Beschwerde-

ebene nicht überzeugend begründet. Dass sie als Christin einer Kollektiv-

verfolgung ausgesetzt werden könnte hat das SEM schliesslich zu Recht 

und mit ausführlicher Begründung verneint. Dazu wurde in der Beschwerde 

nichts Weiteres vorgebracht. 

9.  

Zusammenfassend hat das SEM zu Recht festgestellt, dass die Beschwer-

deführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und ihr Asylgesuch ab-

gelehnt. 

10.  

10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

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Seite 14 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

10.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.3 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 9. März 2018 angesichts 

der Lage in Syrien die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festge-

stellt und die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin angeordnet hat, 

erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit und 

Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.   

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch 

das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 20. April 2018 gutge-

heissen wurde, sind keine Kosten aufzuerlegen. 

12.2 Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 20. April 2018 wurde die rubri-

zierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt. Diese ist 

unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen. Bei amtlicher 

Vertretung wird in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis 

Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertreter ausgegangen 

(vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädi-

gen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Die Rechtsvertreterin weist in der Be-

schwerde einen Aufwand von 10 Stunden und 15 Minuten aus. Dieser Auf-

wand scheint dem Gericht angemessen. Die weiteren Verfahrenshandlun-

gen sind zu berücksichtigen. Nicht zu entschädigen sind mangels Notwen-

digkeit die Kosten für die Schnellrecherche der SFH. Nach dem Gesagten 

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Seite 15 

ist das Honorar insgesamt auf Fr. 1’500.– (inklusive Auslagen und Mehr-

wertsteuer) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Der rubrizierten Rechtsvertreterin wird als amtlicher Rechtsbeiständin vom 

Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von Fr. 1’500.– ausge-

richtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner