# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e83c56e-97c2-506b-8258-b5e876569e8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.08.2008 E-2117/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2117-2007_2008-08-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2117/2007/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter Walter Lang, Richterin Emilia Antonioni, 
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Samuel Häberli, Freiplatzaktion Zürich, 
Rechtshilfe Asyl und Migration, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 13. Februar 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2117/2007

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer,  ein  aus  B._______,  Halbinsel  Jaffna 
stammender  Tamile,  stellte  am 27. Februar  2001  bei  der  Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  ein  erstes  Asylgesuch.  Nachdem  er  der 
Vorladung der Schweizer Botschaft vom 27. Februar 2001 keine Folge 
leistete,  trat  das  damalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF;  heute 
BFM) auf das Asylgesuch nicht ein. 

A.b Am  16.  November  2001  reichte  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Schweizer Botschaft in Colombo erneut ein Asylgesuch ein, woraufhin 
ihm das BFF mit Verfügung vom 6. März 2002 die Einreise gestattete. 
Mit  Verfügung  vom  25.  September  2002  stellte  das  BFF  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte das 
Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie 
den Vollzug. Diesen  Entscheid  hob das  BFF im Rahmen des  ange-
hobenen Beschwerdeverfahrens mit Verfügung vom 28. Oktober 2002 
wieder auf, woraufhin die damalige Schweizerische Asylrekurskommis-
sion (ARK) mit Beschluss vom 31. Oktober 2002 die Beschwerde als 
gegenstandslos geworden abschrieb. Nach weiteren Abklärungsmass-
nahmen durch das BFF kam dieses mit Verfügung vom 15. Mai 2003 
erneut  zum  Schluss,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlings-
eigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung aus der  Schweiz und den Vollzug. Die dagegen 
erhobene Beschwerde wies die ARK mit Urteil vom 14. Oktober 2003 
ab.

A.c Am 11. Dezember 2003 reichte der Beschwerdeführer beim UN-
Anti-Folterausschuss  (CAT)  eine  Beschwerde  ein,  welche  mit  Ent-
scheid vom 24. November 2005 als unzulässig erklärt wurde.

A.d Am 26. Januar 2006 wurde der Beschwerdeführer nach Sri Lanka 
zurückgeführt. 

A.e Mit Schreiben vom 14. Februar 2006 wandte sich der Beschwer-
deführer schriftlich an die Schweizer Vertretung in Colombo und wies 
unter anderem darauf hin, dass er festgenommen worden sei. Weitere 
Eingaben datieren vom 3. März 2006 und vom 9. März 2006. Seinen 
Eingaben legte der Beschwerdeführer Kopien eines "Warrant of Arrest" 
vom 13. Februar  2006 und eines "Summons to an accused person" 

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vom  14.  Februar  2006  bei.  Das  BFM  ersuchte  die  Schweizer  Ver-
tretung in Colombo am 17. August 2006 um Prüfung der eingereichten 
Dokumente. Die Antwort erfolgte am 8. Dezember 2006.

A.f Der  Beschwerdeführer  stellte  am  17.  Januar  2007  ein  weiteres 
Asylgesuch  in  der  Schweiz.  Am  22.  Januar  2007  fand  in  Basel  die 
Empfangszentrumsbefragung  statt,  und  am 8. Februar  2007  erfolgte 
die  direkte  Anhörung  zu  den  Asylgründen  durch  das  BFM.  Im 
Wesentlichen machte der Beschwerdeführer dabei geltend, er sei nach 
der Rückkehr in Colombo festgenommen und einige Tage festgehalten 
worden. Man habe ihn verdächtigt,  für die LTTE tätig zu sein. In der 
Folge sei er vorgeladen und per Haftbefehl gesucht worden. Er habe 
sich  daher  versteckt  gehalten  und  sei  im  September  2006  erneut 
festgenommen und während mehrerer  Wochen festgehalten  worden. 
Aus diesem Grund habe er seine Heimat am 23. Dezember 2006 über 
den Flughafen von Colombo erneut verlassen und sei über Indien und 
Italien am 10. Januar 2007 in die Schweiz gelangt. 

B.
Mit  Verfügung  vom  13.  Februar  2007  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und lehnte 
das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der 
Schweiz und den Vollzug. Zur Begründung führte es im Ergebnis aus, 
die Asylvorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 
nicht  standhalten.  Zudem  sei  der  Wegweisungsvollzug  als  zulässig, 
zumutbar und möglich zu qualifizieren.

C.
Mit Beschwerde vom 21. März 2007 liess der Beschwerdeführer bean-
tragen, die Ziffern 4 und 5 betreffend Vollzug der Wegweisung seien 
aufzuheben  und  es  sei  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  infolge  Unzu-
lässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu gewähren. 
Es sei ihm die Bezahlung von Verfahrenskosten sowie eines Kosten-
vorschusses zu erlassen.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  März  2007  verzichtete  der  damals 
zuständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses und verwies die Behandlung des 
Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege auf  einen 
späteren  Zeitpunkt.  Zudem  setzte  er  Frist  zur  Einreichung  einer 
Fürsorgebestätigung,  ansonsten  das  Gesuch  um  Gewährung  der 

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unentgeltlichen  Rechtspflege  abgewiesen  werde.  Die  Fürsorge-
bestätigung wurde mit Eingabe vom 27. März 2007 nachgereicht.

E.
Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 19. April 2007 die 
Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit Eingabe vom 15. Mai 2007 liess der Beschwerdeführer replizieren.

G.
Am 19. März  2008  wurde  das  BFM unter  Hinweis  auf  E-2275/2007 
(Grundsatzurteil  zur  Zumutbarkeit  des  Wegeweisungsvollzugs;  Lage-
analyse Sri Lanka) zu einer ergänzenden Stellungnahme eingeladen, 
woraufhin das BFM in seiner ergänzenden Vernehmlassung vom 27. 
März 2008 erneut die Abweisung der Beschwerde beantragte. 

H.
Der  Beschwerdeführer  liess  mit  Eingabe  vom  15.  April  2008  eine 
Stellungnahme dazu einreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und 

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hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung. Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
Die vorliegende Beschwerde richtet sich allein gegen den Vollzug der 
Wegweisung. Die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 
(Ablehnung  des  Asylgesuches)  und  3  (Anordnung  der  Wegweisung) 
des  Dispositivs  der  angefochtenen Verfügung sind  demzufolge man-
gels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens bildet somit lediglich die Frage, ob wegen 
Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Es ist  deshalb zu 
prüfen,  ob  die  Vorinstanz  den  Wegweisungsvollzug  zu  Recht 
angeordnet hat. 

4.
4.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art  83 Abs. 1 AuG, welches seit dem 1. 
Januar  2008  in  Kraft  ist.  Vor  dem  1. Januar  2008  wurden  die 
Voraussetzungen für  die vorläufige Aufnahme im Bundesgesetz vom 
26.  März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(aANAG, BS 1 121) geregelt, welches zeitgleich mit dem Inkrafttreten 
des  AuG aufgehoben  wurde  (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziff. I  Anhang 
zum  AuG).  Inhaltlich  hat  sich  an  den  Voraussetzungen  für  die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  durch  die  Gesetzesänderung 
nichts geändert. Indes ist die vorläufige Aufnahme gestützt auf Art. 44 
Abs. 3 aAsylG (schwerwiegende persönliche Notlage) im Rahmen der 
genannten Gesetzesänderung aufgehoben worden. 

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4.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für 
Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- 
oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist – unter Vorbehalt von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot-
schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

4.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  einem  Grundsatzurteil 
E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 eine umfassende Beurteilung der 
Situation  in  Sri  Lanka  vorgenommen.  Es  hat  dabei  im  Ergebnis 
festgestellt,  dass  die  Rückschaffung abgewiesener  Asylgesuchsteller 
aus Sri  Lanka in  die  Nordprovinz (die Distrikte Killinochchi,  Mannar, 
Vavuniya,  Mullaitivu  und  Jaffna)  und  in  die  Ostprovinz  (Distrikte 
Trincomalee,  Batticaloa und Ampara) angesichts der  dort  herrschen-
den allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei rückkehrenden Tamilen, die 
aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zudem nicht mehr von 
der  generellen  Zumutbarkeit  der  Inanspruchnahme  einer  inner-
staatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, namentlich im 
Grossraum Colombo, ausgegangen werden. Damit die Rückkehr abge-
wiesener  tamilischer  Asylsuchender  in  den  Grossraum Colombo  als 
zumutbar  qualifiziert  werden  kann,  bedarf  es  besonders  begüns-
tigender,  das heisst  positiver  individueller  Umstände,  wie namentlich 
ein tragfähiges Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die konkrete 
Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimums und eine gesicherte 
Wohnsituation (vgl. BVGE 2008/2 E. 7 S. 8 ff.).

4.4 Wie  erwähnt,  stammt  der  Beschwerdeführer  aus  B._______, 
Halbinsel Jaffna, wo er als C._______ tätig gewesen sei (vgl. C9, S. 1 
f.). Wie sich aus der oben zitierten aktuellen Lagebeurteilung ergibt, ist 
eine Rückschaffung dorthin als (weiterhin) unzumutbar zu erachten. Im 
Weiteren  geht  aus  den  Akten  hervor,  dass  sich  alle 
Familienangehörigen  des  Beschwerdeführers  im  Ausland  aufhalten 
([...]  [vgl.  C26,  S.  7]).  Eigenen  Angaben  gemäss  lebte  der 
Beschwerdeführer  seit  seiner  Rückführung  aus der  Schweiz  am 26. 
Januar 2006 bis zu seiner Ausreise aus seinem Heimatstaat  am 23. 
Dezember 2006 in Colombo im Verborgenen (vgl. C9, S. 1 f.).  Allein 
aufgrund des knapp ein Jahr dauernden Aufenthalts in Colombo kann 
nicht geschlossen werden, der Beschwerdeführer könne dort  auf ein 
tragfähiges  Beziehungsnetz  und  eine  gesicherte  Wohnsituation 

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zurückgreifen,  zumal  keine  gesicherten  Informationen  darüber 
bestehen,  ob es für  den Beschwerdeführer wieder möglich wäre, an 
die  angegebene  Adresse  zurückzukehren.  Ebenso  wenig  kann 
aufgrund  der  vom  Beschwerdeführer  als  "ein  wenig  reich" 
bezeichneten  finanziellen  Situation  der  Familie  auf  eine  gesicherte 
Existenzgrundlage  geschlossen  werden,  da  nicht  leichthin  davon 
auszugehen  ist,  die  –  wie  oben  dargelegt  –  sich  im  Ausland 
befindenden  Familienmitglieder  würden  den  Beschwerdeführer  auf 
Dauer  finanziell  unterstützen.  Zudem  ist  der  Beschwerdeführer, 
welcher im Übrigen der singhalesischen Sprache nicht mächtig ist, in 
der Zeit seines Aufenthaltes in Colombo keiner Arbeit nachgegangen 
(vgl.  C9,  S.  2).  Auf  dieser  Grundlage  ist  das  Vorliegen  einer 
innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  für  den  Beschwerdeführer  zu 
verneinen  und  der  Wegweisungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  als 
unzumutbar zu erachten.

Da sich aus den Akten keine Hinweise auf allfällige Ausschlussgründe 
im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  7  AuG  ergeben,  sind  somit  die  Voraus-
setzungen für die Gewährung der vorläufigen Aufnahme erfüllt. 

5.
Die  drei  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Weg-
weisung  gemäss  Art.  83  Abs.  2  bis  4  AuG  (Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind  alternativer  Natur:  Sobald  eine 
von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar 
zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss 
den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. die 
weiterhin zutreffende Praxis in EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f.; 2001 
Nr.  1  E.  6a  S.  2).  Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme durch die  Vorinstanz  steht  den (ab-  und weggewiesenen) 
Asylgesuchstellern  wiederum  die  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht offen (vgl. Art. 31 VGG i.V.m. Art. 44 Abs. 2 
AsylG),  wobei  in  jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernisse von 
Amtes  wegen  nach  Massgabe  der  dannzumal  herrschenden 
Verhältnisse (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis in EMARK 1997 Nr. 
27 S. 205 ff.)  erneut  zu prüfen sind. Da das Gericht  vorliegend den 
Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erachtet, ist auf eine Prüfung 
der anderen Vollzugshindernisse zu verzichten.

6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfü-

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gung der Vorinstanz vom 13. Februar 2007 hinsichtlich der Dispositiv-
Ziffern  4 und  5  aufzuheben. Das BFM ist  sodann anzuweisen,  dem 
Beschwerdeführ wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die 
vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind keine Kosten 
zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit  dem vorliegenden Entscheid 
wird  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gegenstandslos.

7.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer ist in Anwendung von Art. 64 
Abs. 1 VwVG und Art. 7  des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE,  SR  173.320.2)  zulasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschä-
digung für  die ihm erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. 
Es  wurde  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht.  Der  notwendige 
Vertretungsaufwand  lässt  sich  indes  aufgrund  der  Aktenlage  zuver-
lässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet 
wird (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gemäss Art. 10 Abs. 2 VGKE 
beträgt  der  Stundenansatz  für  nichtanwaltliche  Vertreter  und  Vertre-
terinnen mindestens 100.-- und höchstens 300.-- Franken. In Anwen-
dung  der  genannten  Bestimmung  und  unter  Berücksichtigung  der 
massgebenden  Bemessungsfaktoren  (vgl.  Art.  8  ff.  VGKE)  ist  die 
Parteientschädigung  demnach  von  Amtes  wegen  auf  pauschal  Fr. 
800.-- festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die  Dispositiv-Ziffern  4  und  5  der  Verfügung  vom 13. Februar  2007 
werden aufgehoben. Das BFM wird  angewiesen,  den Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers nach den Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme zu regeln. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 800.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten, Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das D._______, ad (...) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand:

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