# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7c78283-3680-5e20-864f-6098cbfc2e76
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.02.2022 LF220009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF220009_2022-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LF220009-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. M. Sarbach und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw J. Camelin-Nagel 

Urteil vom 8. Februar 2022 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ und / oder Rechtsanwalt  

lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und / oder Rechtsanwalt  

Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend vorsorgliche Massnahme 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes Audienz des Bezirksgerichtes 

Zürich vom 3. Januar 2022 (ET220001) 

 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2 f.) 

1. Es sei der Gesuchsgegnerin während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO, mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 
vorsorglich zu verbieten, unter Ausschluss der I._____ Marketing 
AG selber Vertragsverhandlungen zu führen bezüglich 
a.  der Sponsoringverträge mit J._____ AG für Ski Alpin, Ski-Cross 

und Nordisch für die Saisons 2022/2023 - 2025/2026; 
b. des Sponsoringvertrags mit K._____ Werke GmbH & Co KG 

(oder einer anderen K._____-Gruppengesellschaft) für nordische 
Disziplinen (Ski-Springen, Nordisch Kombination, I._____-
Langlauf Weltcup und Skiflug) für die Saisons 2022/2023 - 
2025/2026; 

c. des Sponsoringvertrags und der damit verbundenen Advertising 
License Agreements mit L._____ SA (oder einer anderen 
L._____-Gruppengesellschaft) für den I._____-Ski-Langlauf-
Weltcup und Tour de Ski der Saisons 2022/2023 - 2025/2026. 

2. Es sei der Gesuchsgegnerin während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO), mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 
vorsorglich zu verbieten, der I._____ Marketing AG zu 
untersagen, ihre Verhandlungs- und Vermarktungstätigkeit 
auszuführen bezüglich 
a.  der Sponsoringverträge mit J._____ AG für Ski Alpin, Ski-Cross 

und Nordisch für die Saisons 2022/2023 - 2025/2026; 
b. des Sponsoringvertrags mit K._____ Werke GmbH & Co KG 

(oder einer anderen K._____-Gruppengesellschaft) für nordische 
Disziplinen (Ski-Springen, Nordisch Kombination, I._____-
Langlauf Weltcup und Skiflug) für die Saisons 2022/2023 - 
2025/2026; 

c. des Sponsoringvertrags und der damit verbundenen Advertising 
License Agreements mit L._____ SA (oder einer anderen 

- 3 - 

L._____-Gruppengesellschaft) für den I._____-Ski-Langlauf-
Weltcup und Tour de Ski der Saisons 2022/2023 -2025/2026. 

3. Es sei der Gesuchsgegnerin während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO), mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 
vorsorglich zu verbieten, Mitarbeiter der I._____ Marketing AG 
zwecks Abwerbung zu kontaktieren. 

4. Eventualiter seien die Massnahmen gemäss Ziffer 1 lit. a und b 
sowie Ziffer 2 lit. a und b bis zum 30. Juni 2022 zu befristen. 

5. Die in Ziffern 1-4 beantragten vorsorglichen Massnahmen seien 
im Sinne von Art. 265 ZPO sofort und ohne vorgängige Anhörung 
der Gesuchsgegnerin anzuordnen 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Gesuchsgegnerin. 

Entscheid des Einzelgerichts: 
(act. 9) 

1. Das Gesuch wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr von Fr. 8'000.– wird der Gesuchstellerin auferlegt. 

3./4. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung  

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (act. 10): 

" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 3. Januar 2022 
(Geschäfts-Nr. ET220001-L) sei aufzuheben.  

2. Es sei der Berufungsbeklagten während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO, mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 

- 4 - 

vorsorglich zu verbieten, unter Ausschluss der I._____ Marketing 
AG selber Vertragsverhandlungen zu führen bezüglich 
a.  der Sponsoringverträge mit J._____ AG für Ski Alpin, Ski-Cross 

und Nordisch für die Saisons 2022/2023 - 2025/2026; 
b. des Sponsoringvertrags mit K._____ Werke GmbH & Co KG 

(oder einer anderen K._____-Gruppengesellschaft) für nordische 
Disziplinen (Ski-Springen, Nordisch Kombination, I._____-
Langlauf Weltcup und Skiflug) für die Saisons 2022/2023 - 
2025/2026; 

c. des Sponsoringvertrags und der damit verbundenen Advertising 
License Agreements mit L._____ SA (oder einer anderen 
L._____-Gruppengesellschaft) für den I._____-Ski-Langlauf-
Weltcup und Tour de Ski der Saisons 2022/2023 - 2025/2026. 

3. Es sei der Berufungsbeklagten während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO), mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 
vorsorglich zu verbieten, der I._____ Marketing AG zu 
untersagen, ihre Verhandlungs- und Vermarktungstätigkeit 
auszuführen bezüglich 
a.  der Sponsoringverträge mit J._____ AG für Ski Alpin, Ski-Cross 

und Nordisch für die Saisons 2022/2023 - 2025/2026; 
b. des Sponsoringvertrags mit K._____ Werke GmbH & Co KG 

(oder einer anderen K._____-Gruppengesellschaft) für nordische 
Disziplinen (Ski-Springen, Nordisch Kombination, I._____-
Langlauf Weltcup und Skiflug) für die Saisons 2022/2023 - 
2025/2026; 

c. des Sponsoringvertrags und der damit verbundenen Advertising 
License Agreements mit L._____ SA (oder einer anderen 
L._____-Gruppengesellschaft) für den I._____-Ski-Langlauf-
Weltcup und Tour de Ski der Saisons 2022/2023 -2025/2026. 

4. Es sei der Berufungsbeklagten während der Dauer dieses 
Verfahrens sowie bis zum Abschluss des nachfolgenden 
Prosequierungsprozesses unter Androhung der Bestrafung ihrer 
Organe (C._____, D._____, E._____, F._____, G._____ und 
H._____) wegen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall sowie Androhung einer Ordnungsbusse im 
Widerhandlungsfall von CHF 1'000 pro Tag (Art. 343 Abs. 1 lit. c 
ZPO), mindestens aber CHF 5'000 (Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO), 
vorsorglich zu verbieten, Mitarbeiter der I._____ Marketing AG 
zwecks Abwerbung zu kontaktieren. 

- 5 - 

5. Eventualiter seien die Massnahmen gemäss Ziffer 2 lit. a und b 
sowie Ziffer 3 lit. a und b bis zum 30. Juni 2022 zu befristen. 

6. Die in Ziffern 2–5 beantragten vorsorglichen Massnahmen seien 
im Sinne von Art. 265 ZPO sofort und ohne vorgängige Anhörung 
der Gesuchsgegnerin anzuordnen. 

7. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.  

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Gesuchsgegnerin." 

der Berufungsbeklagten (act. 17): 

"1. Es seien die superprovisorisch erlassenen Massnahmen gemäss 
Dispositiv Ziff. 1, 2 und 3 der Verfügung des Obergerichts des 
Kantons Zürich vom 12. Januar 2022 im Verfahren 
LF220009-O/Z01 unverzüglich aufzuheben. 

2. Es sei die Berufung der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 
vom 3. Januar 2022 abzuweisen.  

3. Eventualiter seien die beantragten provisorischen Massnahmen 
lediglich bis zum 1. April 2022 sowie nur unter der Bedingung zu 
erlassen bzw. aufrechtzuerhalten, dass die Gesuchstellerin und 
Berufungsklägerin verpflichtet wird, eine Sicherheit in der Höhe 
von EUR 58'500'000 respektive dessen Gegenwert in Schweizer 
Franken (per 24. Januar 2022 CHF 60'536'600) zu leisten, sei es 
als Barhinterlage bei einer Gerichtskasse oder in Form einer 
Bankgarantie einer erstklassigen Bank mit Geschäftssitz in der 
Schweiz.  

4. Sub-eventualiter seien die beantragten provisorischen 
Massnahmen lediglich unter der Bedingung zu erlassen bzw. 
aufrechtzuerhalten, dass die Gesuchstellerin und 
Berufungsklägerin verpflichtet wird, eine Sicherheit in der Höhe 
von EUR 58'500'000 respektive dessen Gegenwert in Schweizer 
Franken (per 24. Januar 2022 CHF 60'536'600) zu leisten, sei es 
als Barhinterlage bei  
einer Gerichtskasse oder in Form einer Bankgarantie einer 
erstklassigen Bank mit Geschäftssitz in der Schweiz.  

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten 
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin." 

  

- 6 - 

Erwägungen: 

1.1. Mit Eingabe vom 3. Januar 2022 stellte die Gesuchstellerin und 

Berufungsklägerin (nachfolgend Berufungsklägerin) beim Einzelgericht Audienz 

des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz) ein Gesuch um Erlass 

(superprovisorischer) vorsorglicher Massnahmen (vgl. act. 1).  

1.2. Mit Urteil vom gleichen Tag wies die Vorinstanz das Gesuch um Erlass 

vorsorglicher Massnahmen direkt ab (act. 5 = act. 9).  

1.3. Dagegen erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 10. Januar 2022 

rechtzeitig (vgl. act. 7) Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen 

(act. 10). Mit Verfügung vom 12. Januar 2022 wurde das Gesuch der 

Berufungsklägerin um Erlass superprovisorischer Massnahmen einstweilen 

weitgehend gutgeheissen sowie der Berufungsbeklagten Frist zur Stellungnahme 

und Berufungsantwort angesetzt (act. 14), welche diese innert Frist erstattete 

(act. 17). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–7).  

1.4. Am 4. Februar 2022 überbrachte die Berufungsbeklagte der Kammer um 

15:28 Uhr eine Noveneingabe (act. 20). Zu diesem Zeitpunkt befand sich das 

Verfahren bereits im Stadium der Urteilsberatung, weshalb die Eingabe nicht 

mehr zu berücksichtigen ist.   

2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die 

Berufungsbegründung hat sich sachbezogen mit der Begründung des 

angefochtenen Entscheides auseinanderzusetzen, es ist konkret aufzuzeigen, 

weshalb und in welchen Belangen der angefochtene Entscheid falsch sein soll 

und welche Dokumente diese Argumentation stützen. Neue Tatsachen und 

Beweismittel werden im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie 

ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

Vorinstanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Im Entscheid über 

die Berufung ist auf die durch die Parteien erhobenen Rügen einzugehen, indes 

verpflichtet die Begründungspflicht (Art. 53 ZPO) das Gericht nicht dazu, sich mit 

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jedem einzelnen rechtlichen oder sachverhaltlichen Einwand der Parteien 

eingehend auseinanderzusetzen. Vielmehr darf sich das Gericht in der 

Begründung seines Entscheids auf die wesentlichen Überlegungen konzentrieren, 

von welchen es sich hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. 

Nachfolgend ist daher nur insoweit auf die Parteivorbringen (und auf die 

eingereichten Unterlagen) einzugehen, als dies für die Rechtsfindung erforderlich 

ist.  

3.1.1. Gemäss – unbestritten gebliebener – Darstellung der 

Berufungsklägerin betrifft die Streitsache die Vermarktung von Rechten des 

I._____-verbands (nachfolgend I._____ oder Berufungsbeklagte) an I._____-

Wettkampfveranstaltungen, die mittels eines detaillierten Vertragswerks exklusiv 

an ein Joint Venture (I._____ Marketing AG / M._____) übertragen wurde. Die 

Berufungsklägerin und die N._____ AG haben je einen Aktienanteil von 24.5% an 

der I._____ Marketing AG. Die Berufungsbeklagte ist mit 51% 

Mehrheitsaktionärin. Die Parteien und die N._____ AG sind überdies durch einen 

Aktionärbindungsvertrag miteinander vertraglich verbunden (act. 4/1: 

Shareholders Agreement [SHA] vom 6./13. Februar und 27. Mai 2017). Als 

dessen Anhang 3 besteht zudem ein Agenturvertrag (act. 4/6: Agency Agreement 

vom 27. Mai 2017), der indes von der Berufungsbeklagten per 30. Juni 2022 

gekündigt worden ist (act. 1 Rz. 12 und 30 f.).  

3.1.2. Die Berufungsklägerin macht nun geltend, im Aktionärbindungsvertrag 

und im Agenturvertrag sei ausdrücklich vereinbart worden, der I._____ Marketing 

AG stünde Exklusivität bezüglich der I._____-Rechtevermarktung zu, weshalb die 

Parteien ein Konkurrenzverbot zugunsten der I._____ Marketing AG vereinbart 

hätten, welches die Berufungsbeklagte beachten müsse. Diese 

Vermarktungsstruktur sei "seit 2009 anstandslos gelebt und erfolgreich 

umgesetzt" worden. Seit der Präsidentschaftswahl von C._____ im Juni 2021 

würde die zuvor erfolgreiche Vermarktungstätigkeit der I._____ Marketing AG nun 

aber eingeschränkt und das Konkurrenzverbot verletzt. Die Berufungsbeklagte 

würde eigenständig Verhandlungen mit den Sponsoren führen und Mitarbeiter der 

I._____ Marketing AG abwerben (act. 1 Rz. 45 ff.). Vor diesem Hintergrund 

- 8 - 

beantragte die Berufungsklägerin bereits vor Vorinstanz die oben wiedergegeben 

Massnahmen (act. 1).  

3.2. Das Gericht trifft nach Art. 261 Abs. 1 ZPO die notwendigen vorsorglichen 

Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr 

zustehender Anspruch verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten ist und ihr 

aus der Verletzung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

3.3. Die Vorinstanz prüfte einzig das Vorliegen eines nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteils und erwog, die Berufungsklägerin mache für 

sich einen rein finanziellen Schaden geltend. Dass dieser letztlich bei der 

Berufungsbeklagten uneinbringlich sei, behaupte die Berufungsklägerin nicht. 

Dies sei auch nicht ersichtlich, zumal es sich bei der Berufungsbeklagten um 

einen weltweit führenden und finanziell potenten Verband handle. Die 

Berufungsklägerin hätte den konkreten Nachteil, d.h. die Schwere des potentiellen 

Schadens, aufzeigen müssen, beispielsweise durch Umsatzzahlen, die mit und 

ohne Exklusivitätsrechte erzielt würden, und diese in ein Verhältnis zur 

wirtschaftlichen Gesamtsituation setzen müssen, um dann einen massgeblichen 

Einfluss auf die Dividendenausschüttung aufzuzeigen. Allgemeine Ausführungen 

und Mutmassungen, wonach finanzielle Einbussen und Reputationsschaden (bei 

der I._____ Marketing AG) drohten sowie ein Verlust von wichtigen Sponsoren 

genügten nicht, um einen Nachteil im Sinne des Gesetzes glaubhaft zu machen. 

Dasselbe gelte für die behauptete Abwerbung der M._____-Mitarbeiterinnen. Die 

Berufungsklägerin unterlasse jegliche Behauptungen, inwieweit deren Abgang zur 

Berufungsbeklagten für sie – nicht für die I._____ Marketing AG – mit einem 

Nachteil der notwendigen Schwere verbunden wäre (act. 9 E. 4.2 f.). 

3.4.1. Dem hält die Berufungsklägerin entgegen, die Vorinstanz übergehe in 

ihrem Urteil, dass sie nicht in erster Linie einen Nachteil in Form eines finanziellen 

Schadens geltend mache. Der nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil 

bestehe vielmehr darin, dass sie ihren vertraglichen Realerfüllungsanspruch 

gegenüber der Berufungsbeklagten ohne die beantragten 

Unterlassungsanordnungen in einem Hauptsacheverfahren nicht werde 

durchsetzen können. Ihr stünde dann nur noch ein Sekundäranspruch auf 

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Schadenersatz zur Verfügung. Ein Gläubiger sei nach geltendem Recht 

berechtigt, vom Schuldner die Leistung "in natura" zu verlangen und diese 

Leistung prozessual/vollstreckungsrechtlich zu erzwingen, wenn der Schuldner 

die vereinbarte Leistung nicht oder nicht ordnungsgemäss erbringe. Gestützt auf 

den Aktionärbindungsvertrag habe sie einen Realerfüllungsanspruch darauf, dass 

die Berufungsbeklagte exakt diejenige Leistung erbringe, zu welcher sie sich 

vertraglich verpflichtet habe, nämlich die Einhaltung des Konkurrenz- und 

Abwerbeverbots. Sie sei entsprechend berechtigt, diese Unterlassungen von der 

Berufungsbeklagten "in natura" zu verlangen. Dass sich die zu unterlassenden 

Handlungen auf die Geschäftstätigkeit der Joint-Venture Gesellschaft M._____ 

beziehen würden, sei irrelevant. Die Berufungsbeklagte habe sich im 

Aktionärbindungsvertrag explizit und unzweideutig gegenüber ihr – der 

Berufungsklägerin – (nicht der M._____) verpflichtet, das vertraglich vereinbarte 

Konkurrenz- und Abwerbeverbot einzuhalten. Falls die beantragten 

Unterlassungsanordnungen nicht erlassen würden, müsse sie ihren 

Erfüllungsanspruch im Hauptverfahren durchsetzen, was mindestens ein Jahr 

dauern würde. Eine spätere Vollstreckung nach Durchführung eines 

Hauptsacheverfahrens wäre nicht mehr möglich, da die in Rede stehenden 

Sponsoringverträge (J._____, K._____ und O._____) für die Saisons 2022/2023 – 

2025/2026 zu diesem Zeitpunkt von der Berufungsbeklagten bereits erneuert oder 

nicht zustande gekommen wären. Nach Abschluss eines ordentlichen 

Hauptverfahrens gäbe es nichts mehr zu verhandeln und die Bestimmungen des 

Aktionärbindungsvertrags würden sich als ineffektiv und gehaltlos erweisen. Das 

Gleiche gelte für die drohende Abwerbung von Mitarbeitern der M._____: Nach 

Durchführung des Hauptsacheverfahrens werde die Abwerbung bereits 

stattgefunden haben. Ein effektiver Schutz der vereinbarten vertraglichen Rechte 

sei deshalb nur gewährleistet, wenn die beantragten Massnahmen sofort und 

ohne weiteres Zuwarten angeordnet würden (act. 10 Rz. 10 ff.). Der nicht leicht 

wiedergutzumachende Nachteil bestehe im Verlust ihres vertraglichen 

Realerfüllungsanspruchs. Daran ändere ein allfälliger Sekundäranspruch auf 

Schadenersatz nichts. Sie habe einen Anspruch auf gerichtlichen Schutz des 

vertraglich vereinbarten Konkurrenz- und Abwerbeverbots. Für die 

- 10 - 

Nachteilsprognose sei es nicht ausschlaggebend, ob eine Beeinträchtigung später 

mit einer Geldzahlung ausgeglichen werden könnte. Die gesuchstellende Partei 

habe es nicht hinzunehmen, auf eine blosse Geldzahlung verwiesen zu werden 

(act. 10 Rz. 17 ff.). Im Übrigen stelle bereits der Zwang, einen 

Schadenersatzprozess mit den notorischen Substantiierungs- und 

Beweisschwierigkeiten anstrengen zu müssen, einen nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteil dar (act. 10 Rz. 21; Rz. 29). Hinzu komme, dass 

sie einen irreversiblen Reputationsschaden erleiden würde (act. 10 Rz. 10, 

Rz. 29).  

3.4.2. Die Berufungsbeklagte bringt dagegen vor, es entstehe der 

Berufungsklägerin kein Schaden, weder ein materieller noch ein immaterieller, 

wenn sie (die Berufungsbeklagte) die Vertragsverhandlungen mit J._____, 

K._____ und L._____ ohne die M._____ weiterführe (act. 17 Rz. 5). Der von der 

Berufungsklägerin behauptete Anspruch laufe letzten Endes auf nichts anderes 

als eine Geldleistung hinaus. Soweit überhaupt ein Anspruch bestehe, erschöpfe 

sich dieser in einer finanziellen Geldleistung. Ob der Berufungsklägerin der 

Primäranspruch auf Entlöhnung aus der gemeinsamen vertraglichen Beziehung 

oder der Sekundäranspruch auf Schadenersatz zukomme, sei unerheblich. Der 

Schadenersatz sei eine gleichwertige Entschädigung und lasse sich zudem leicht 

berechnen. Ein irreversibler Reputationsschaden werde bestritten und sei 

mangels Substantiierung und mangels Glaubhaftmachung abzuweisen (act. 17 

Rz. 66 ff.). Der Aktionärsbindungsvertrag beziehe sich sodann auf die 

Geschäftstätigkeit der M._____ und nicht auf diejenige der Berufungsklägerin. Die 

Berufungsklägerin verfehle es, aufzuzeigen, inwiefern sie direkt aus der 

behaupteten Verletzung des Konkurrenzverbots benachteiligt sein soll. Es sei 

nicht ersichtlich, inwiefern der Berufungsklägerin ohne Realerfüllung bis im Juni 

2022 ein Nachteil entstehen sollte. Höchstens die finanzielle Entschädigung des 

bereits getätigten Aufwands der M._____ unter dem Agency Agreement werde zu 

Diskussionen führen, was allerdings nicht im vorliegenden Massnahmeverfahren 

noch in einem allfälligen Hauptverfahren geklärt werden könne, da die M._____ in 

keinem dieser Verfahren Partei sei. Der Berufungsklägerin entstehe ohne die von 

ihr beantragten vorsorglichen Massnahmen kein nicht leicht 

- 11 - 

wiedergutzumachender Nachteil, weil sie weder unter dem Shareholders 

Agreement noch dem Agency Agreement einen direkten Anspruch auf 

Realerfüllung oder Entschädigung habe (act. 17 Rz. 71 ff.). 

3.5.1. Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz nicht prüfte, ob ein 

Verfügungsanspruch glaubhaft gemacht wurde. Sie liess vielmehr explizit offen, 

ob der Berufungsklägerin aufgrund des Aktionärbindungs- und des 

Agenturvertrags ein Realerfüllungsanspruch zukomme (vgl. act. 9 E. 4.1). Auch 

prüfte sie nicht, ob eine drohende Verletzung dieses Anspruchs glaubhaft 

gemacht wurde. Diesbezüglich liegt somit kein erstinstanzliches Urteil vor und es 

ist angesichts der Wahrung des doppelten Instanzenzugs nicht Aufgabe des 

Berufungsgerichts, diese Anspruchsvoraussetzungen erstmals zu prüfen. 

Überprüft werden kann hier somit einzig, ob die Vorinstanz zu Recht die 

Glaubhaftmachung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils verneinte. 

Da diese Voraussetzung grundsätzlich nur geprüft wird, wenn es der 

Berufungsklägerin gelingt, einen Verfügungsanspruch und dessen drohende 

Verletzung glaubhaft zu machen, ist auf ihre diesbezüglichen Behauptungen 

abzustellen (deren Überprüfung indes – wie erwähnt – der Vorinstanz obliegt): 

Bereits vor Vorinstanz behauptete die Berufungsklägerin, es sei von den Parteien 

im Aktionärbindungsvertrag ein Konkurrenz- und Abwerbeverbot zugunsten der 

I._____ Marketing AG vereinbart worden, auf welches sie sich als Vertragspartei 

direkt berufen könne (vgl. act. 1 Rz. 75 ff.). Ferner macht sie geltend, sich auch 

auf das im Agenturvertrag vereinbarte Konkurrenzverbot berufen zu können, da 

dieses Bestandteil des Aktionärbindungsvertrags sei (act. 1 Rz. 8). Weiter legte 

sie dar, dass sich die Berufungsbeklagte nicht vertragskonform verhalte, mithin 

die M._____ konkurrenziere und M._____-Mitarbeiter abwerbe (act. 1 Rz. 82 ff.). 

Insbesondere würde die Berufungsbeklagte es der M._____ untersagen, neue 

Sponsoren anzuwerben und die Verlängerung bzw. Erneuerung bestehender 

Verträge auszuhandeln (act. 1 Rz. 64). Davon ist im Nachfolgenden bei der 

Prüfung, ob ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil glaubhaft gemacht 

wurde, auszugehen.  

- 12 - 

3.5.2. Als Verfügungsgrund muss glaubhaft gemacht werden, dass aus der 

Verletzung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. In diesem 

Zusammenhang stellt das Gericht eine Nachteilsprognose. Zu vergleichen ist der 

Zustand mit einem für den Gesuchsteller positiven Ausgang im 

Hauptsacheverfahren. Ein drohender Nachteil im Sinne von Art. 261 Abs. 1 lit. b 

ZPO gilt u.a. dann als nicht leicht wieder gutzumachen, wenn durch eine 

bestehende Verletzung oder eine Gefährdung des materiellen Anspruchs dieser 

so, wie er lautet (d.h. Realvollstreckung), bis zum Abschluss des 

Hauptsacheverfahrens vereitelt würde oder seine gehörige Befriedigung 

wesentlich erschwert wäre (BSK ZPO-SPRECHER, 3. Aufl., 2017, Art. 261 N 16). 

Dabei kommt es auf den geltend gemachten primären Realerfüllungsanspruch 

und nicht auf einen allfälligen, bloss sekundär gegebenen 

Schadenersatzanspruch an (ZK ZPO-HUBER, 3. Aufl. 2016, Art. 261 N 22 m.H.; 

BK ZPO Bd. II-GÜNGERICH, 2012, Art. 261 Rz. 36; BSK ZPO-SPRECHER, a.a.O., 

Art. 261 N 28c).  

3.5.3. Die Berufungsklägerin behauptete bereits vor Vorinstanz, dass ihr eine 

spätere Vollstreckung ihres vertraglichen Anspruchs auf Einhaltung des 

Konkurrenz- und Abwerbeverbots nach einem Hauptsacheverfahren nicht mehr 

möglich wäre, weil die in Rede stehenden Sponsoringverträge für die Saisons 

2022/2023–2025/2026 zu diesem Zeitpunkt bereits von der Berufungsbeklagten 

erneuert oder nicht zustande gekommen wären. Es gehe – so die 

Berufungsklägerin weiter – im Massnahmeverfahren darum, der M._____ zu 

ermöglichen, das ihr exklusiv übertragene Tätigkeitsgebiet der Vermarktung der 

I._____-Rechte vertragskonform auszuüben, worauf ihr – der Berufungsklägerin – 

der Aktionärbindungsvertrag einen Anspruch vermittle. Entscheidend sei, dass 

eine spätere Anspruchsvollstreckung nicht mehr möglich wäre. Die Sponsoren 

benötigten deutlich vor dem Winter 2022 Klarheit über neue Sponsoringverträge 

bezüglich der I._____-Veranstaltungen, weshalb entsprechende Verhandlungen 

jetzt stattfinden müssten. Nach Abschluss eines ordentlichen Hauptverfahrens 

gäbe es für die M._____ nichts mehr zu verhandeln und die Bestimmung des 

Aktionärbindungsvertrags würden sich als ineffektiv und gehaltlos erweisen (act. 1 

Rz. 87 ff.).  

- 13 - 

3.5.4. Die Berufungsklägerin machte damit entgegen den Erwägungen der 

Vorinstanz (act. 9 E. 4.2 f.) keinen rein finanziellen Schaden geltend, sondern sie 

beruft sich explizit auf ihren (behaupteten) Realerfüllungsanspruch aus dem 

Aktionärbindungsvertrag.  

3.5.5. Die Berufungsklägerin behauptet, gestützt auf Art. 15.1 lit. a des 

Aktionärbindungsvertrags einen vertraglichen Anspruch auf Einhaltung eines 

Konkurrenz- und Abwerbeverbots durch die Berufungsbeklagte gegenüber der 

M._____ zu haben. Ist glaubhaft, dass – wie behauptet – ein Konkurrenz- und 

Abwerbeverbot vereinbart wurde, ist auch glaubhaft, dass die Berufungsklägerin 

einen vertraglichen Realerfüllungsanspruch auf Einhaltung des Konkurrenz- und 

Abwerbeverbots hat. Dies gilt auch, wenn das Konkurrenz- und Abwerbeverbot –

 wie hier – zugunsten eines Dritten, der M._____, vereinbart wird, zumal 

Konkurrenzverbote in Aktionärbindungsverträgen gerade zur Verhinderung einer 

Konkurrenzierung oder Schädigung der Gesellschaft durch die Aktionäre resp. der 

durch diese beherrschten juristischen Person (Dritte) vereinbart werden. Gestützt 

auf einen solchen Vertrag wäre glaubhaft, dass die Berufungsklägerin den 

Anspruch hat, die Einhaltung des Konkurrenz- und Abwerbeverbots durch die 

Berufungsbeklagte gegenüber der M._____ zu fordern. Wie die Berufungsklägerin 

zu Recht vorbringt, gilt der Grundsatz, dass geschlossene Verträge zu halten sind 

(pacta sunt servanda). Ob die Kündigung des bis zum 30. Juni 2028 befristeten 

Aktionärbindungsvertrags durch die Berufungsbeklagte (act. 17 Rz. 55) unter den 

gegebenen Umständen zum Wegfall des behaupteten Realerfüllungsanspruchs 

der Berufungsklägerin geführt hat, wird ebenfalls die Vorinstanz bei der Prüfung 

des Verfügungsanspruchs zu klären haben. Der nicht leicht 

wiedergutzumachende Nachteil bestünde gegebenenfalls  – wie von der 

Berufungsklägerin vorgebracht – darin, dass sie diesen Realerfüllungsanspruch 

nach Abschluss eines ordentlichen Hauptverfahrens nicht mehr durchsetzen 

könnte, da zu diesem Zeitpunkt allfällige Sponsoringverträge bereits – unter 

Ausschluss der M._____ und in Verletzung der ihr exklusiv übertragenen 

Vermarktungsrechte – ausgehandelt worden und allfällige Abwerbungen von 

Mitarbeitern bereits erfolgt wären. Ob tatsächlich solche Verletzungshandlungen 

drohen, was die Berufungsbeklagte bestreitet, wird die Vorinstanz zu prüfen 

- 14 - 

haben. Gestützt auf die (ungeprüften) Vorbringen der Berufungsklägerin erscheint 

indes glaubhaft, dass die I._____ Marketing AG ohne die 

Unterlassungsanordnungen ihre Vermarktungstätigkeit nicht ausüben und dies 

nach Abschluss eines Hauptverfahrens auch nicht mehr nachholen könnte, zumal 

die zeitkritischen Verträge bis dahin bereits abgeschlossen sein müssen. Gleiches 

gilt für die behauptete Abwerbung der M._____-Mitarbeiter. Auch hier erscheint es 

glaubhaft, dass bis zum Abschluss eines Hauptverfahrens die Abwerbung bereits 

erfolgt wäre. Weder das zu Gunsten der I._____ Marketing AG vereinbarte 

Konkurrenz- noch das Abwerbeverbot liesse sich nach Abschluss eines 

Hauptverfahrens noch durchsetzen, es besteht mithin Vereitelungsgefahr (vgl. 

BSK-SPRECHER, a.a.O., Art. 261 N 24). Dass der Berufungsklägerin darüber 

hinaus persönlich ein weiterer Nachteil bzw. gar Schaden droht, braucht nicht 

glaubhaft gemacht zu werden (vgl. BSK-SPRECHER, a.a.O., Art. 261 N 23). Der 

drohende Verlust des vertraglichen Realerfüllungsanspruchs genügt für die 

Glaubhaftmachung eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils (vgl. statt 

vieler STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, 3. Aufl. 2019, § 22 Rz. 10). Anzufügen 

bleibt indes, dass ein Reputationsschaden der Berufungsklägerin tatsächlich nicht 

glaubhaft gemacht wurde, da dieser in keiner Weise von der Berufungsklägerin 

konkretisiert wurde (vgl. act. 1 Rz. 90). Wie gezeigt, ist die Glaubhaftmachung 

eines Reputationsschadens hier aber auch nicht notwendig.  

3.5.6. Wie die Berufungsklägerin zu Recht vorbringt, ist es für die 

Nachteilsprognose sodann nicht entscheidend, ob eine Beeinträchtigung später 

mit einer Geldzahlung ausgeglichen werden könnte (vgl. ZK ZPO-HUBER, a.a.O., 

Art. 261 Rz. 20 mit Verweis auf Botschaft ZPO, 7354). Die gesuchstellende Partei 

hat einen Anspruch auf Realerfüllung (hier – wie behauptet – auf Einhaltung des 

Konkurrenz- und Abwerbeverbots durch die Berufungsbeklagte gegenüber der 

M._____) und muss es daher nicht hinnehmen, auf eine blosse Geldzahlung 

verwiesen zu werden (vgl. ROHNER/WIGET, OFK-ZPO, 2. Aufl. 2015, Art. 261 N 8 

mit Verweis auf Botschaft ZPO, 7354; BSK ZPO-SPRECHER, a.a.O., Art. 261 N 

34). Vor diesem Hintergrund ist auch irrelevant, ob sich ein allfälliger Schaden 

leicht berechnen liesse, wie die Berufungsbeklagte vorbringt.  

- 15 - 

3.6. Der nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil aus einer allfälligen 

Verletzung des Aktionärbindungsvertrags wurde von der Berufungsklägerin nach 

dem Gesagten glaubhaft gemacht. Die Berufung ist gutzuheissen und das vor-

instanzliche Urteil ist aufzuheben. Da die Vorinstanz die übrigen Voraussetzungen 

für den Erlass vorsorglicher Massnahmen nicht geprüft hat, liegt ein 

Rückweisungsgrund nach Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO vor. Die Sache ist daher zur 

Wahrung des doppelten Instanzenzugs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Nach 

Durchführung einer Verhandlung bzw. Einholung einer Stellungnahme zum 

Gesuch wird die Vorinstanz unverzüglich die weiteren Voraussetzungen für den 

Erlass vorsorglicher Massnahmen zu prüfen haben (vgl. Art. 265 ZPO). Bis dahin, 

längstens jedoch bis zum 30. Juni 2022, gelten die gemäss Verfügung vom 

12. Januar 2022 angeordnete superprovisorischen Massnahmen weiter.  

3.7. Die Vorinstanz wird auch über den Antrag der Berufungsbeklagten auf 

Verpflichtung zu einer Sicherheitsleistung zu befinden haben. Zum jetzigen 

Zeitpunkt drängt sich eine solche – allenfalls von Amtes wegen anzuordnende – 

Sicherheitsleistung nicht auf, zumal die superprovisorischen Massnahmen 

längstens bis Ende Juni 2022 (unbestrittene Gültigkeitsdauer des 

Agenturvertrags) angeordnet wurden und sich nur auf die drei langjährigen 

Hauptsponsoren beziehen. Ein Verbot, mit diesen Sponsoren in Kontakt zu 

stehen, wurde – entgegen den Ausführungen der Berufungsbeklagten (act. 17 

Rz. 126) – nicht angeordnet. Zudem behauptet die Berufungsbeklagte selbst, die 

Verträge mit diesen drei Sponsoren seien bereits ausgehandelt und es stehe 

lediglich noch die Unterzeichnung der Verträge aus (vgl. act. 17 Rz. 98). Die 

Unterzeichnung von Verträgen, welche bereits durch die M._____ ausgehandelt 

worden sind, wurde der Berufungsbeklagten mit Verfügung vom 12. Januar 2022 

nicht verboten. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern der 

Berufungsbeklagten durch die angeordneten Massnahmen ein Schaden drohen 

sollte.  

4.1. Ist der Prozess zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen, so 

ist der angefochtene Entscheid auch hinsichtlich der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen aufzuheben und die Vorinstanz wird neu darüber zu 

- 16 - 

befinden haben. Festzusetzten ist indes die Entscheidgebühr für das 

zweitinstanzliche Verfahren, und zwar ausgehend von einem Streitwert von 

Fr. 300'000.– und in Anwendung von § 4 Abs. 1, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 

GebV OG auf Fr. 12'000.–. Die Gerichtskosten sind mit dem von der 

Berufungsklägerin geleisteten Vorschuss zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

Der Entscheid über die Verteilung der Gerichtskosten und damit über eine 

allfällige Ersatzpflicht nach Art. 111 Abs. 2 ZPO ist dem Endentscheid der 

Vorinstanz zu überlassen (Art. 104 Abs. 4 ZPO).  

4.2. Für das zweitinstanzliche Verfahren ist sodann gestützt auf § 4 Abs. 1, § 9 

und § 13 Abs. 1 und 4 AnwGebV eine Parteientschädigung von Fr. 7'000.– 

zuzüglich allfälliger Mehrwertsteuer festzusetzen (nur die Berufungsbeklagte 

verlangt den Mehrwertsteuerersatz, vgl. act. 17 und act. 10). Der Entscheid über 

die Verteilung der Parteientschädigung ist der Vorinstanz zu überlassen (Art. 104 

Abs. 4 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 3. Januar 2022 wird aufgehoben 

und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung 

im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die mit Verfügung vom 12. Januar 2022 angeordneten superprovisorischen 

Massnahmen gelten bis zu einem Entscheid der Vorinstanz über den Erlass 

vorsorglicher Massnahmen, längstens jedoch bis zum 30. Juni 2022, weiter. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden auf Fr. 12'000.– 

festgesetzt und mit dem von der Berufungsklägerin geleisteten 

Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Die Parteientschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren wird auf 

Fr. 7'000.– zuzüglich allfälliger Mehrwertsteuer festgesetzt. 

- 17 - 

5. Der Entscheid über die Verteilung der Prozesskosten des vorliegenden 

Berufungsverfahrens und eine allfällige Ersatzpflicht wird dem neuen 

Entscheid der Vorinstanz vorbehalten. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter 

Beilage eines Doppels von act. 17 und act. 20, die Obergerichtskasse und – 

unter Beilage der Akten sowie einer Kopie von act. 14 – an das 

Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfangsschein. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form 

einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in 

Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in 

Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG in einem Verfahren über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 300'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw J. Camelin-Nagel 
 
versandt am: 
8. Februar 2022 
 
 

	Urteil vom 8. Februar 2022
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2 f.)
	Entscheid des Einzelgerichts: (act. 9)
	1. Das Gesuch wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr von Fr. 8'000.– wird der Gesuchstellerin auferlegt.
	3./4. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	3.1.1. Gemäss – unbestritten gebliebener – Darstellung der Berufungsklägerin betrifft die Streitsache die Vermarktung von Rechten des I._____-verbands (nachfolgend I._____ oder Berufungsbeklagte) an I._____-Wettkampfveranstaltungen, die mittels eines ...
	3.1.2. Die Berufungsklägerin macht nun geltend, im Aktionärbindungsvertrag und im Agenturvertrag sei ausdrücklich vereinbart worden, der I._____ Marketing AG stünde Exklusivität bezüglich der I._____-Rechtevermarktung zu, weshalb die Parteien ein Konk...
	3.2. Das Gericht trifft nach Art. 261 Abs. 1 ZPO die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten ist und ihr aus der Verletzun...
	3.3. Die Vorinstanz prüfte einzig das Vorliegen eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils und erwog, die Berufungsklägerin mache für sich einen rein finanziellen Schaden geltend. Dass dieser letztlich bei der Berufungsbeklagten uneinbringlich ...
	3.4.1. Dem hält die Berufungsklägerin entgegen, die Vorinstanz übergehe in ihrem Urteil, dass sie nicht in erster Linie einen Nachteil in Form eines finanziellen Schadens geltend mache. Der nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil bestehe vielmehr da...
	3.4.2. Die Berufungsbeklagte bringt dagegen vor, es entstehe der Berufungsklägerin kein Schaden, weder ein materieller noch ein immaterieller, wenn sie (die Berufungsbeklagte) die Vertragsverhandlungen mit J._____, K._____ und L._____ ohne die M._____...

	Es wird erkannt:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 3. Januar 2022 wird aufgehoben und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.
	2. Die mit Verfügung vom 12. Januar 2022 angeordneten superprovisorischen Massnahmen gelten bis zu einem Entscheid der Vorinstanz über den Erlass vorsorglicher Massnahmen, längstens jedoch bis zum 30. Juni 2022, weiter.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden auf Fr. 12'000.– festgesetzt und mit dem von der Berufungsklägerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Die Parteientschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren wird auf Fr. 7'000.– zuzüglich allfälliger Mehrwertsteuer festgesetzt.
	5. Der Entscheid über die Verteilung der Prozesskosten des vorliegenden Berufungsverfahrens und eine allfällige Ersatzpflicht wird dem neuen Entscheid der Vorinstanz vorbehalten.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Beilage eines Doppels von act. 17 und act. 20, die Obergerichtskasse und – unter Beilage der Akten sowie einer Kopie von act. 14 – an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Empfan...
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...