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**Case Identifier:** 5737883d-2199-579d-944d-9f360155e4ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.07.2015 B-3797/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3797-2015_2015-07-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 705 25 60 

Fax +41 (0)58 705 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. B-3797/2015 

stm/bub/due 

 
 

 
 Z w i s c h e n v e r f ü g u n g  

v o m  1 3 .  J u l i  2 0 1 5   

 

Besetzung 
 Richter Marc Steiner (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richterin Eva Schneeberger,    

Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. 

  In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 Publicom AG,  

vertreten durch Rechtsanwältin Mirjam Barmet,  

Steinbrüchel Hüssy,  

Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

 

  gegen 

  
Bundesamt für Kommunikation BAKOM,  

Zukunftstrasse 44, Postfach 252, 2501 Biel,    

Vergabestelle,  

 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen – (1552) 808 Analyse des 

SRG Online-Angebotes,  

SIMAP-Meldungsnummer 868921 (Projekt-ID 122001), 

 

 

B-3797/2015 

Seite 2 

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: 

A.  

A.a Am 28. Januar 2015 schrieb das Bundesamt für Kommunikation 

BAKOM (im Folgenden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP 

(Informationssystem über das öffentliche Beschaffungswesen in der 

Schweiz) unter dem Projekttitel "(1552) 808 Analyse des SRG Online-An-

gebotes" einen Dienstleistungsauftrag im offenen Verfahren aus (Mel-

dungsnummer: 852823). Gemäss Ziffer 2.5 der Ausschreibung umfasst der 

Auftrag Analysen des Online-Angebots der SRG SSR, wobei diese sich 

jeweils auf ein Kalenderjahr beziehen und jährlich durchgeführt werden 

müssen. Mit den Analysen soll das Online-Angebot anhand quantitativer 

Methoden untersucht werden, wobei die Stichprobe jeweils so gezogen 

werden muss, dass sie für das gesamte Online-Angebot aller vier Unter-

nehmenseinheiten der SRG SSR (SRF, RSR, RSI, RTR) repräsentativ ist. 

Schliesslich sollen die Analysen feststellen, wie der Auftrag gemäss Art. 13 

der SRG-Konzession in den untersuchten Onlineangeboten umgesetzt 

wird. Dabei soll an die bisher durchgeführten Programmanalysen, welche 

auf der Homepage der Vergabestelle aufgeschaltet sind, angeknüpft wer-

den.  

A.b In der Folge gingen fristgerecht zwei Angebote ein, nämlich dasjenige 

der Publicom AG und jenes der Universität Zürich.  

A.c Der Zuschlag vom 20. Mai 2015 an die Universität Zürich (im Folgen-

den: Zuschlagsempfängerin) wurde am 26. Mai 2015 auf der Internetplatt-

form SIMAP (Meldungsnummer: 868921) publiziert. Der Dienstleistungs-

auftrag wurde zu einem Preis von Fr. 688'188.– (ohne MWSt.) vergeben. 

Die Zuschlagsempfängerin erhielt insgesamt 9'700 von maximal 10'000 

Punkten, während das Angebot der Beschwerdeführerin mit 9'511 Punkten 

bewertet wurde.  

B.  

Gegen die Zuschlagsverfügung vom 26. Mai 2015 erhob die Publicom AG 

(im Folgenden: Beschwerdeführerin) am 15. Juni 2015 Beschwerde ans 

Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, es sei die Zuschlagsverfügung 

vom 26. Mai 2015 aufzuheben und der Zuschlag der Beschwerdeführerin 

zu erteilen. Eventualiter sei der Zuschlagsentscheid an die Universität Zü-

rich vom 20. Mai 2015 aufzuheben und die Sache mit Weisungen entspre-

chend den Anträgen der Beschwerdeführerin zur neuen Beurteilung an die 

B-3797/2015 

Seite 3 

Vergabestelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragt die Be-

schwerdeführerin, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er-

teilen. Zur Begründung bringt sie vor, die Vergabestelle verstosse gegen 

die Gebote der Transparenz, wenn sie Zuschlagskriterien in unzulässiger 

Weise ändere bzw. ein nicht zu Beginn der Ausschreibung klar kommuni-

ziertes Zuschlagskriterium nachträglich vorschiebe (Beschwerde, S. 8-17). 

So habe die Vergabestelle ihr auf Nachfrage hin per E-Mail vom 27. Mai 

2015 erklärt, wie die Punktevergabe vorgenommen worden sei. Demnach 

habe es die Beschwerdeführerin unter dem Zuschlagskriterium ZK 3 "Re-

ferenzstudien" unterlassen, bei ihren Referenzstudien alle vier Unterneh-

menseinheiten der SRG SSR zu analysieren, was zu einem Abzug von ins-

gesamt 400 Punkten führte. Weitere 89 Punkte seien ihr beim Zuschlags-

kriterium ZK 1 "Preise und Kosten" abgezogen worden, da ihr Preisange-

bot höher ausgefallen sei, als jenes der Zuschlagsempfängerin. Hingegen 

seien die beiden Anbieterinnen identisch bewertet worden bei den Zu-

schlagskriterien ZK 2 "Konzept" und ZK 4 "Präsentation". Gesamthaft be-

stehe ein Unterschied von 189 Punkten, was nicht einmal 2% entspreche. 

Die Bewertung des Zuschlagskriterium ZK 3 "Referenzstudien" zeige, dass 

dieses Zuschlagskriterium von der Vergabestelle in widerrechtlicher Weise 

nachträglich geändert worden sei. Die Vergabestelle habe ihre Bewertung 

damit begründet, dass die Beschwerdeführerin das Subkriterium ZK3_03 

"inhaltliche Vergleichbarkeit" (Anhang 4 des Pflichtenhefts) des Zuschlags-

kriterium 3 "Referenzstudien" nicht erfüllt habe, weil sie die Stichprobe 

nicht – wie angeblich vorgegeben – in der Form gezogen habe, dass sie 

für das gesamte Online-Angebot aller vier Unternehmenseinheiten der 

SRG repräsentativ sei (SRF, RSR, RSI, RTR). Doch gerade dieses Krite-

rium der Abdeckung des Online-Angebots aller vier Unternehmenseinhei-

ten der SRG bei der Stichprobe gehe aber in der Form weder aus dem 

Pflichtenheft noch dem Anhang 4 des Pflichtenhefts hervor (Beschwerde, 

S. 11). Das von der Vergabestelle bei der Bewertung nun vorgebrachte Kri-

terium, wonach die einzureichenden Referenzstudien derart erstellt wer-

den müssen, dass sie das gesamte Online-Angebot aller vier Unterneh-

menseinheiten der SRG SSR abdecken, ergebe sich weder aus der ab-

schliessenden Aufzählung der Anforderungen unter ZK 3_03 (Anhang 4 

des Pflichtenhefts), noch aus der Beschreibung im Pflichtenheft (vgl. 

Ziff. 5.4 zum Zuschlagskriterium 3), welche ihrerseits auf die soeben er-

wähnte Aufzählung in Anhang 4 verweise. Aus diesen Vorgaben ergebe 

sich klar und deutlich, dass in der Studie grundsätzlich Online-Angebote 

(ZK 3_03 Ziffer 1) untersucht werden sollen und es sich hierbei um die On-

line-Angebote der SRG SSR (ZK 3_03 Ziffer 2) handeln müsse. Die von 

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Seite 4 

der Vergabestelle nunmehr vorgenommene Bewertung der Stichprobe be-

treffe einzig den ausgeschriebenen Dienstleistungsauftrag und sei ferner 

nur bei dessen Beschreibung und Anforderungen ein Kriterium (Be-

schwerde, S. 13). Die vorgenommene nachträgliche Anpassung des Zu-

schlagskriteriums 3 sei rechtswidrig und verletze das Transparenzgebot 

von Art. 21 Abs. 2 BöB. Die Beschwerdeführerin bezweifelt ausserdem, 

dass das Angebot der Zuschlagsempfängerin kostentragende Preise ent-

hält (Beschwerde, S. 18 ff.). Aus der Tatsache, dass die von der Vergabe-

stelle veranschlagte Anzahl Stunden für das Projekt (rund 11'495 Stunden) 

tendenziell auf die gemachten Erfahrungswerte durch die den Auftrag bis 

anhin ausführende Zuschlagsempfängerin beruhten, schliesst die Be-

schwerdeführerin, dass die Zuschlagsempfängerin offenbar einen durch-

schnittlichen Stundenansatz von Fr. 60.– veranschlage. Da die Methodik 

der Zuschlagsempfängerin wesentlich personalaufwändiger sei als die 

mehr technologiebasierte Methodik der Beschwerdeführerin, bestehe be-

rechtigten Grund zur Annahme, dass die Zuschlagsempfängerin deutlich 

unter Kosten offeriere und damit ein unzulässiges Unterangebot vorliege. 

Dieser Umstand sei aus lauterkeitsrechtlicher Sicht zu beanstanden; es 

müsse verhindert werden, dass Dienstleistungen der Universität Zürich mit 

Steuergeldern quersubventioniert werden, um diese dann nicht kostende-

ckend am freien Markt anzubieten (Beschwerde, S. 20 ff.).  

C.  

Mit superprovisorischer Anordnung vom 17. Juni 2015 untersagte der In-

struktionsrichter bis zum Entscheid betreffend die Erteilung der aufschie-

benden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, namentlich den Vertrags-

schluss mit der Zuschlagsempfängerin. Gleichzeitig wurde die Vergabe-

stelle – unter Zustellung der Beschwerde – ersucht, die vollständigen Akten 

betreffend das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen und zu 

den prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin Stellung zu nehmen. 

Der Vergabestelle wurden auch die Beilagen der Beschwerde zugestellt. 

Der Zuschlagsempfängerin wurde mit Hinweis auf die Kostenfolgen freige-

stellt, ebenfalls eine Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen einzu-

reichen, wobei ihr die Beschwerde einstweilen ohne Beilagen zugestellt 

wurde.  

D.  

D.a Die Vergabestelle beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2015 

die Abweisung des Antrags der Beschwerdeführerin auf Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung. Die Prozessvoraussetzungen zur Anfechtung der 

Zuschlagsverfügung werden von der Vergabestelle nicht bestritten. Die 

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Seite 5 

Vergabestelle macht auch nicht geltend, die Beschwerde sei offensichtlich 

unbegründet (Vernehmlassung, Ziff. 2.2). In Bezug auf die Interessensab-

wägung macht die Vergabestelle geltend, die Einschätzung der Beschwer-

deführerin, wonach bei einer Nichterteilung der aufschiebenden Wirkung 

einen Vertragsabschluss und ihr damit aufgrund des Vollzugs der von ihr 

angefochtenen Verfügung im Falle eines Obsiegens einzig Schadenersatz-

forderungen möglich wären, müsse relativiert werden. Nach Angabe der 

Vergabestelle spricht das öffentliche Interesse an einer raschen Umset-

zung des ausgeschriebenen Dienstleistungsauftrags mit Blick auf die kon-

zessionsrechtlichen Vorgaben und der entsprechenden Aufsichtsfunktion 

der Vergabestelle gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. So 

würden beim BAKOM Vorarbeiten zu einem Bericht zum Service Public im 

Medienbereich, welcher im Sommer 2016 vom Bundesrat verabschiedet 

und anschliessend dem Parlament vorgelegt werden wird und an welchem 

nach dem jüngsten Abstimmungsergebnis zur Einführung einer Haushalts-

abgabe für Radio und Fernsehen ein grosses öffentliches Interesse be-

stehe. Weiter werde zum gleichen Thema bereits per Ende 2015 ein sol-

cher Bericht der eidgenössischen Medienkommission erwartet. Aufgrund 

der u.a. auch medienpolitisch umstrittenen Onlineangebote der SRG seien 

möglichst aktuelle wissenschaftliche Grundlagenanalysen in diesem Be-

reich – u.a. für die zu erwartende parlamentarische Diskussion – von hoher 

Bedeutung. Würde die aufschiebende Wirkung erteilt, würde eine wissen-

schaftliche Analyse der SRG-Onlineangebote für das Jahr 2015 obsolet 

und dem Parlament könnten in der Folge keine aktuellen Daten präsentiert 

werden. Das öffentliche Interesse an einer möglichst zeitnahen Umsetzung 

des Zuschlagsentscheides überwiege demnach. Weiter sei zu berücksich-

tigen, dass der vorliegende Zuschlag einzig den Dienstleistungsauftrag für 

das Jahr 2015 zusichere, während die weiteren Analysen als Optionen zu-

gesichert werden. Damit erweise sich die Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung als nicht verhältnismässig und die Nicht-Gewährung für die Be-

schwerdeführerin als zumutbar. 

D.b Gleichzeitig mit der Vernehmlassung vom 1. Juli 2015 reichte die 

Vergabestelle die Verfahrensakten (jeweils in einer geschwärzten und un-

geschwärzten Version) ein. 

E.  

E.a Mit Verfügung vom 1. Juli 2015 wurde der Beschwerdeführerin unter 

Hinweis darauf, dass im Zwischenverfahren zur aufschiebenden Wirkung 

grundsätzlich kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet werde, die Gele-

B-3797/2015 

Seite 6 

genheit eingeräumt, Stellung zu nehmen in Bezug auf die in der Vernehm-

lassung der Vergabestelle vom 1. Juli 2015 (vorab per Fax) vorgenommene 

Interessensabwägung bzw. die geltend gemachte Dringlichkeit.  

E.b Mit Verfügung vom 2. Juli 2015 wurden die Vorakten der Beschwerde-

führerin in teilweise geschwärzter Form zugestellt.  

F.  

Mit Eingabe vom 6. Juli 2015 (vorab per Fax) replizierte die Beschwerde-

führerin zur Argumentation der Vergabestelle bezüglich Dringlichkeit und 

Interessensabwägung. Sie macht insbesondere geltend, die von der 

Vergabestelle behauptete zeitliche Dringlichkeit habe diese selbst zu ver-

antworten, da sie den in Frage stehenden Auftrag erst im Januar 2015 aus-

geschrieben habe. 

G.  

Mit Verfügung vom 7. Juli 2015 wurde der Schriftenwechsel im Zwischen-

verfahren zur aufschiebenden Wirkung geschlossen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen über den Zuschlag oder den Ausschluss in Verga-

beverfahren steht die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht offen 

(Art. 27 Abs. 1 i. V. m. Art. 29 Bst. a und d des Bundesgesetzes vom 16. 

Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen, BöB, SR 

172.056.1). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auch über Gesu-

che um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB). 

1.2 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vor-

schriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 

(VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Verwaltungs-

gerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes be-

stimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann 

die Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt wer-

den. 

1.3 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein-

kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

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Seite 7 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn 

die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der 

Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte 

Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entsprechenden 

Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Ausnahmetat-

bestände von Art. 3 BöB gegeben ist.  

1.4 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesver-

waltung und untersteht damit dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB; vgl. An-

hang 1 Annex 1 zum GPA).  

1.5 Die Vergabestelle geht in Ziffer 1.8 der Ausschreibung vom 28. Januar 

2015 von einem Dienstleistungsauftrag aus. Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB 

bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" einen Vertrag zwischen der 

Auftraggeberin und einem Anbieter oder einer Anbieterin über die Erbrin-

gung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 des GPA bzw. Anhang 

1a zur VöB. Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produkteklassi-

fikation der Vereinten Nationen (CPCprov; Urteil des BVGer B-1773/2006 

vom 25. September 2008, auszugsweise publiziert in BVGE 2008/48, 

E. 3). Die Ausschreibung ordnet die Beschaffung der Common Procure-

ment Vocabulary-Referenznummer 79300000 "Markt- und Wirtschaftsfor-

schung; Umfragen und Statistiken" zu. Diese entspricht prima facie einer 

der Gruppe 864 ("Market research and public opinion polling services") zu-

zuordnender Dienstleistung, welche vom Anhang I Annex 4 zum GPA bzw. 

vom Anhang 1a zur VöB erfasst wird. Demnach fällt die Dienstleistung 

prima facie in den sachlichen Anwendungsbereich des BöB (vgl. zum Gan-

zen MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, Zü-

rich/Basel/Genf 2012, Rz. 1059 und 1131 ff.), womit jedenfalls nicht gesagt 

werden kann, dass auf die Beschwerde aller Wahrscheinlichkeit nach man-

gels Anwendbarkeit des BöB nicht eingetreten werden kann. Die Vergabe-

stelle macht denn auch nicht geltend, dass die nachgefragte Dienstleistung 

dem BöB nicht untersteht. Weiter überschreitet der Preis des berücksich-

tigten Angebots von Fr. 688'188.– zweifelsfrei den für Dienstleistungsauf-

träge gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB i.V. mit Art. 1 Bst. b der Verordnung 

des WBF über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaf-

fungswesen für die Jahre 2014 und 2015 (SR 172.056.12) geltenden 

Schwellenwert von Fr. 230'00.–. Demzufolge fällt die Beschaffung in casu 

in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Be-

schaffungswesen, wovon im Übrigen auch die Vergabestelle ausgeht. Aus-

nahmen im Sinne von Art. 3 BöB sind nicht gegeben. 

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Seite 8 

1.6 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vergabestelle teilge-

nommen (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und ist durch die angefochtene Ver-

fügung – der Zuschlag wurde einer Mitbewerberin erteilt – besonders be-

rührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG). Die Beschwerdeführerin beantragt, es 

sei der am 26. Mai 2015 publizierte Zuschlag aufzuheben und ihr selbst zu 

erteilen; eventualiter sei die Sache mit Weisungen entsprechend den An-

trägen der Beschwerdeführerin zur Neubeurteilung an die Vergabestelle 

zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin rangiert an zweiter (und zugleich 

letzter) Stelle. Demnach würde ihr die Aufhebung der Zuschlagsverfügung 

die Möglichkeit geben, selbst den Zuschlag zu erhalten. Aufgrund dessen 

hat die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG), welches 

nach wie vor aktuell und praktisch ist (vgl. zum Ganzen BGE 141 II 14 E. 

4.4 sowie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-4288/2014 vom 25. 

März 2015 E. 2.3 mit Hinweisen). 

1.7 Frist (Art. 30 BöB) und Form (Art. 52 Abs. 1 VwVG) der Beschwerde 

sind gewahrt. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 

4 VwVG). 

1.8 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rah-

men der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwaltungs-

gericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenentscheid 

des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen).  

2.  

2.1 Gegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bildet der Antrag 

auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 

Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Ge-

setzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. Demnach kann 

diese vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werden 

(Art. 28 Abs. 2 BöB). Vorliegend enthält die Beschwerde ein entsprechen-

des Begehren. 

2.2 Das BöB nennt keine Kriterien, welche für die Frage der Gewährung 

oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind. 

Es können indes die Grundsätze übernommen werden, die Rechtspre-

chung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Da-

nach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die 

für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die 

B-3797/2015 

Seite 9 

für die gegenteilige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 

E. 3; Zwischenentscheid des BVGer B-6837/2010 vom 16. November 2010 

E. 2.1 mit Hinweisen). Dass der Gesetzgeber im BöB den Suspensiveffekt 

in Abweichung zum VwVG nicht von Gesetzes wegen gewährte, zeigt, 

dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissionsrecht be-

wusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage als notwendig erach-

tete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt haben wollte 

(vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. 

Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/19, E. 2.1 mit Hinweisen). 

2.3 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist 

im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem 

ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu-

gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der 

Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. 

Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder beste-

hen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende Wirkung 

aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die Abwä-

gung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössischen 

Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen (BRK), die sich 

das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 (E. 2.2) 

im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Interessen der Be-

schwerdeführerin an der Aufrechterhaltung der Möglichkeit, den Zuschlag 

zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches Interesse an der 

Gewährung effektiven Rechtsschutzes besteht (Zwischenentscheid des 

BVGer B-6177/2008 vom 20. Oktober 2008 E. 2). Diesen gegenüber ste-

hen die öffentlichen Interessen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. 

So wird in der GATT-Botschaft 2 vom 19. September 1994 namentlich fest-

gehalten, gegen den automatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr 

von Verzögerungen und erheblichen Mehrkosten (BBl 1994 IV 950 ff., ins-

bes. S. 1197; vgl. auch S. 1199; vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid 

des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in 

BVGE 2009/19, E. 2.1). Entsprechend hält das Bundesgericht im Rahmen 

der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über 

das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) fest, dass 

dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des 

Vergabeentscheides von vornherein ein erhebliches Gewicht zukommt (Ur-

teil des BGer 2P.103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen; in 

diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3). Auch allfällige Interessen Dritter, 

namentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Beteiligten, sind 

nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei 

B-3797/2015 

Seite 10 

– insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XX Ziff. 2 und 

7 Bst. a GPA – die Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes und die 

Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illusorisch wer-

den lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweisen). 

3.  

In einem ersten Schritt ist im Sinne einer prima facie-Würdigung zu prüfen, 

ob sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist, bzw. ob ein 

Grund besteht wonach aller Voraussicht nach auf die Beschwerde nicht 

eingetreten werden kann (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1342). 

Die Beschwerdeführerin rügt unter anderem, die Vergabestelle sei vom Be-

wertungssystem gemäss Ausschreibung abgewichen. Indem die Vergabe-

stelle nachträglich ein Subkriterium, welches in der Ausschreibung nicht 

vorgeschrieben worden sei, eingeführt bzw. ein Zuschlagskriterium in un-

zulässiger Weise abgeändert habe, habe sie gegen den Grundsatz der 

Transparenz verstossen. Die Vergabestelle selber erkennt in den Rügen 

der Beschwerdeführerin gemäss Ziffer 2.2 ihrer Vernehmlassung vom 1. 

Juli 2015 weder eine offensichtliche Unbegründetheit der Beschwerde, 

noch liegt ihrer Ansicht nach ein Grund vor, welcher voraussichtlich ein 

Nichteintreten zur Folge haben wird. Damit unterzieht sich die Vergabe-

stelle in Bezug auf die prima facie-Würdigung im Ergebnis richtigerweise 

der Beurteilung durch die Beschwerdeführerin. 

4.  

4.1 Nachdem festgestellt wurde, dass die Beschwerde nicht offensichtlich 

unbegründet ist, sind die sich gegenüberstehenden Interessen der Be-

schwerdeführerin und der Vergabestelle sowie der Zuschlagsempfängerin 

abzuwägen (vgl. dazu E. 2.3 hiervor).  

4.2 Nach Angabe der Vergabestelle ist das öffentliche Interesse an einer 

raschen Umsetzung des Zuschlagentscheids mit Blick auf die konzessi-

onsrechtlichen Vorgaben und der entsprechenden Aufsichtsfunktion der 

Vergabestelle als hoch zu gewichten (Vernehmlassung, Ziff. 2.3.3, S. 3). 

So würden bei ihr Vorarbeiten zu einem Bericht zum Service public im Me-

dienbereich laufen, welcher im Sommer 2016 vom Bundesrat verabschie-

det und anschliessend dem Parlament vorgelegt werden soll. An diesem 

Bericht bestehe nach dem jüngsten Abstimmungsergebnis zur Einführung 

einer Haushaltsabgabe für Radio und Fernsehen ein grosses öffentliches 

Interesse. Zum gleichen Thema werde zudem per Ende 2015 ein Bericht 

der eidgenössischen Medienkommission erwartet. Darin dürfte insbeson-

dere auch auf die medienpolitisch umstrittenen Onlineangebote der SRG 

B-3797/2015 

Seite 11 

eingegangen werden, weshalb möglichst aktuelle wissenschaftliche 

Grundlagenanalysen in diesem Bereich – u.a. für die zu erwartende parla-

mentarische Diskussion – von hoher Bedeutung seien (Vernehmlassung, 

Ziff. 2.3.3, S. 4). Die Vergabestelle ist der Ansicht, dass die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung die wissenschaftliche Analyse der SRG-Online-

angebote für das Jahr 2015 obsolet machen würde. In der Folge könnten 

dem Parlament und der Öffentlichkeit im Rahmen dieses Service public-

Berichts sowie in der parlamentarischen Debatte keine aktuellen Daten 

vorgelegt werden. Schliesslich werde das Onlineangebot der SRG seit 

Herbst 2013 über ein vierteljährliches Konformitätsmonitoring überprüft 

(Vernehmlassung, Ziff. 2.3.3, S. 4). Eine aufschiebende Wirkung hätte den 

Unterbruch dieser Beobachtungen zur Folge, was wiederum eine umfas-

sende Aufsicht der Vergabestelle über dieses konzessionsrechtlich gere-

gelte Angebot für das Jahr 2015 praktisch verunmöglichen würde (Ver-

nehmlassung, Ziff. 2.3.3, S. 4). Das öffentliche Interesse an einer möglichst 

zeitnahen Umsetzung des Zuschlagsentscheides überwiege demnach.  

4.3 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die Vergabestelle habe die 

behauptete zeitliche Dringlichkeit alleine zu verantworten (Replik, Rz. 15, 

S. 5). Dass sie den Auftrag für eine jährlich wiederkehrende Analyse des 

SRG-Onlineangebots erst im Januar 2015 für dasselbe Jahr ausgeschrie-

ben habe, liege in ihrer Verantwortung. Durch diese späte Ausschreibung 

habe die Vergabestelle das von ihr nun ins Feld geführte öffentliche Inte-

resse selber missachtet (Replik, Rz. 17, S. 6). Damit bestreitet die Be-

schwerdeführerin das Vorliegen einer zeitlichen Dringlichkeit und macht 

zugleich geltend, die Vergabestelle könne sich auf eine allfällige Dringlich-

keit aufgrund ihres Verhaltens nicht berufen (Replik, Ziff. 2, S. 6 ff.). Weiter 

würden die von der Vergabestelle vorgebrachten Berichte an den Bundes-

rat und der Bericht der Medienkommission nicht vom ausgeschriebenen 

Dienstleistungsauftrag abhängen (Replik, Rz. 21-23). Die Vergabestelle 

bringe in deren Zusammenhang eine durch die Abstimmung vom 14. Juni 

2015 entstandene Diskussion als öffentliches Interesse ins Spiel und ver-

kenne dabei, dass es sich beim ausgeschriebenen Dienstleistungsauftrag 

gemäss Pflichtenheft einzig um die Überprüfung der Konzessionskonfor-

mität der Online-Angebote der SRG SSR handelt (Pflichtenheft, Kap. 3.1 

und 3.2). Der Dienstleistungsauftrag sei demnach eine rein regulatorische 

Aufsichts- bzw. Kontrollstudie und insbesondere keine Grundlagenstudie, 

die einen inhaltlichen Beitrag zur zukünftigen Ausgestaltung des Service 

public liefern soll (Replik, Rz. 21, S. 7). Ausserdem sei die Einhaltung der 

Konzession ein von anderen Themen gänzlich losgelöste Frage und stelle 

B-3797/2015 

Seite 12 

sich zu jedem Zeitpunkt gleich dringlich, ungeachtet der politischen Diskus-

sionen (Replik, Rz. 23). Auch sei das nunmehr vorgebrachte vierteljährli-

che Monitoring weder Teil der Ausschreibungsgegenstandes, noch Vor-

gabe im Rahmen der Ausschreibung und könne daher nicht zur Begrün-

dung herangezogen werden (Replik, Rz. 24 f.). Vielmehr würden die Vor-

bringen der Vergabestelle darauf hindeuten, dass dieses Monitoring, wel-

ches die Zuschlagsempfängerin offenbar seit Herbst 2013 für die Vergabe-

stelle durchführe, ein verstecktes, einmal mehr ein nicht kommuniziertes 

Zuschlagskriterium bilde (Replik, Rz. 25). Schliesslich verhindere die Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung die Durchführung des ausgeschriebenen 

Grundauftrages, nämlich die Studie 2015, zu einem späteren Zeitpunkt 

nicht. Anders als die Vergabestelle dies vorgebe, werde die Studie dadurch 

nicht obsolet (Replik, Rz. 26 f.). Wohl seien allenfalls kleinere methodische 

Konzessionen zu machen, doch würden sich Daten aus dem Jahr 2015 

auch noch später analysieren lassen. Ausserdem sei anzunehmen, dass 

diese methodischen Konzessionen von der Vergabestelle aufgrund der 

späten Ausschreibung so oder so in Kauf genommen werden müsse und 

daher von ihr selbst zu verantworten seien (Replik, Rz. 27). Diese metho-

dischen Nachteile, so sie denn überhaupt welche seien, würden es nicht 

rechtfertigen, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu verweigern 

(Replik, Rz. 27-29).  

4.4 Die Vergabestelle stützt ihre Argumentation zur Dringlichkeit vor allem 

auf die laufende politische Diskussion, ihre Aufsichtspflicht sowie ihre Frist, 

dem Bundesrat per Mitte 2016 einen Bericht vorlegen zu müssen, der sich 

u.a. auf die mit dem Dienstleistungsauftrag gewonnen Analysen stütze. Zur 

terminlichen politischen Planung ist grundsätzlich festzuhalten, dass dieser 

allein, ohne dass etwa nicht hinnehmbare finanzielle Folgeschäden geltend 

gemacht würden, regelmässig nicht der Gehalt eines überwiegenden öf-

fentlichen Interesses zukommt (Zwischenentscheid des BVGer 

B-1600/2014 vom 2. Juni 2014 E. 6.2). Die Vergabestelle macht jedenfalls 

nicht geltend, eine Verzögerung der Arbeiten habe auch erhebliche finan-

zielle Folgeschäden zur Folge. Es ist der Beschwerdeführerin daher dahin-

gehend zuzustimmen (Replik, Rz. 15 und 18), dass die Vergabestelle eine 

allfällige Beschwerde gegen die Ausschreibung oder den Zuschlag in die 

Planung ihrer Ausschreibung einzubeziehen hat; die entstandene Dring-

lichkeit ist durch die späte Ausschreibung im Januar 2015 zumindest teil-

weise selbstverschuldet (Zwischenentscheide des BVGer B-4958/2013 

vom 23. Oktober 2013 E. 5.3, B-4825/2012 vom 15. November 2012 E 7.4, 

B-1470/2010 vom 18. Mai 2010 E. 6.3; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

B-3797/2015 

Seite 13 

a.a.O., Rz. 1328 mit Hinweisen). Da diese Analysen nicht neu sondern be-

reits seit längerem durchgeführt werden, handelt es sich beim nunmehr 

ausgeschriebenen Auftrag nicht um ein Novum für die Vergabestelle und 

die Planung der Ausschreibung hätte zweifelsohne zeitlich optimaler ange-

setzt werden können. Allerdings kann daraus nicht bereits geschlossen 

werden, eine zeitliche Dringlichkeit bestünde damit gar nicht. Wie die Be-

schwerdeführerin selber auch ausführt, besteht an der Einhaltung der Kon-

zessionsbestimmungen und damit ebenso an der Analyse des Onlinean-

gebotes der SRG SSR ein öffentliches Interesse (Replik, Rz. 28). Entspre-

chend besteht an einer möglichst unterbruchsfreien Datenanalyse – und 

damit an der Ausführung der ausgeschriebenen Grundleistung (Studie 

2015) – ein erhebliches öffentliches Interesse, was die Beschwerdeführerin 

im Grundsatz auch nicht bestreitet (Replik, Rz. 27). Wohl sind die Daten 

für das Jahr 2015 mit entsprechendem Aufwand auch zu einem späteren 

Zeitpunkt erheb- und auswertbar, wie die Beschwerdeführerin ausführt. 

Dennoch ist die aktuelle politische Diskussion derart, dass die von der 

Vergabestelle angeführten Berichte zuhanden des Bundesrates und des 

Parlamentes sich gerade deswegen auf möglichst aktuelle Analysen stüt-

zen sollten. Dabei spielt es vorliegend keine Rolle, dass dieser Bericht nicht 

Teil der Ausschreibung ist: Er wird sich – so die Vergabestelle (Vernehm-

lassung, Ziff. 2.3.3, S. 3) – mitunter auf die vom ausgeschriebenen Dienst-

leistungsauftrag verwerteten Analysen stützen. Würde die Analyse erst ver-

spätet durchgeführt werden, wäre der Zeitrahmen (Verabschiedung des 

Berichts durch den Bundesrat Mitte 2016) kaum einhaltbar. Damit besteht 

ein erhebliches öffentliches Interesse daran, die in Frage stehenden 

Dienstleistungen in Bezug auf das Jahr 2015 zeitnah zu beziehen.  

4.5 Nun setzt sich der Inhalt des ausgeschriebenen Dienstleistungsauftra-

ges vorliegend aus einem Grundauftrag für das Jahr 2015 sowie einer Op-

tion auf die Durchführung weiterer analoger Folgeaufträge für die Jahre 

2016 bis 2018 zusammen (vgl. Pflichtenheft, Kap. 3.6). Angesichts dieser 

Ausgangslage führt die Vergabestelle aus, sei die Gewährung der auf-

schiebenden Wirkung kein verhältnismässiges Mittel, da die optionalen 

Folgeaufträge der Beschwerdeführerin auch bei Nichterteilung der auf-

schiebenden Wirkung offen stünden. Aufgrund des hängigen Beschwerde-

verfahrens würde die Vergabestelle nämlich bei Nichterteilung der auf-

schiebenden Wirkung einen entsprechenden Vorbehalt in die Vertragsbe-

stimmungen zum Grundauftrag aufnehmen (Vernehmlassung, Ziff. 2.3.4, 

S. 4). Dem entgegnet die Beschwerdeführerin, dass das Optionsrecht ge-

mäss Kap. 3.5 des Pflichtenhefts nicht als "Zückerchen" zu verstehen sei: 

B-3797/2015 

Seite 14 

Im Gegenteil, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit sei als hoch einzuschät-

zen (Replik, Rz. 11, S. 4 mit Hinweis auf Kap. 3.5 des Pflichtenhefts). Ent-

sprechend sei die Erteilung der aufschiebenden Wirkung verhältnismässig.  

4.6 Hierzu ist vorab festzustellen, dass Produkte oder Dienstleistungen, in 

Bezug auf welche dauernder oder regelmässiger Bedarf besteht, für die 

Vergabestelle oft unverzichtbar sind (Zwischenentscheid des BVGer B-

562/2015 vom 21. April 2015 E. 6.2). In diesem Fall können der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit und die Interessenlage es unter Umständen 

rechtfertigen, einen spezifischen Teilbereich von der Gewährung der auf-

schiebenden Wirkung auszunehmen (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 1342, S. 675). Allerdings kann ein Vertragsabschluss mit der Zu-

schlagsempfängerin nur insoweit in Betracht kommen, als ihm keinerlei 

präjudizielle Wirkung mit Bezug auf eine definitive Vergabe für den Rest 

des Auftrages zukommt (Zwischenentscheid des BVGer B-562/2015 vom 

21. April 2015 E. 6.2; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1342, 

S. 675). In diesem Sinne ist zwischen dem Bau eines Tunnels, den man 

nur stoppen oder erlauben kann, und regelmässig nachgefragten Dienst-

leistungen und Produkten – wie etwa Monitore für die Arbeitsplätze der An-

gestellten des Bundes – zu unterscheiden (vgl. hierzu die Zwischenent-

scheide des BVGer B-562/2015 vom 21. April 2015 E. 6.2 und B-

3526/2013 vom 16. August 2013 E. 3.3).  

4.7  

4.7.1 Während die Beschwerdeführerin festhält, dass sich an ihrer Rechts-

stellung nichts ändere, wenn die Vergabestelle aufgrund des andauernden 

Beschwerdeverfahrens einen Vorbehalt in die Vertragsbestimmungen mit 

der Zuschlagsempfängerin aufnehmen würde (Replik, Rz. 30 f.), kann aus 

der Argumentation der Vergabestelle der Umkehrschluss gezogen werden, 

dass diese die Nichterteilung der aufschiebenden Wirkung in erster Linie 

bezüglich des Grundauftrages beantragt (Vernehmlassung, Ziff. 2.3.4 und 

2.3.5). Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin insbesondere we-

gen der hohen Eintrittswahrscheinlichkeit der Option ein erhebliches Inte-

resse daran hat, den Vertragsschluss zwischen der Vergabestelle und der 

Zuschlagsempfängerin zu verhindern, stellt sich also die Frage, ob nicht 

einzig der Grundauftrag, für welchen die Interessensabwägung zugunsten 

der Vergabestelle fällt (vgl. E. 4.4. hiervor), von der Gewährung der auf-

schiebenden Wirkung auszunehmen ist.  

4.7.2 Wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführt, geht bereits aus dem 

Pflichtenheft hervor, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit der Option als 

B-3797/2015 

Seite 15 

sehr hoch einzustufen ist (Pflichtenheft, Kap. 3.5, S. 8). Entsprechend sind 

die Anbieter verpflichtet gewesen, zwingend die Optionen mitanzubieten 

(Pflichtenheft, Kap. 3.5, S. 8). Weiter macht eine Aufteilung in Grundauf-

trag und Option für die Vergabestelle eigentlich nur Sinn, wenn diese als 

Mittel eingesetzt wird, um sich im Falle einer Schlechterfüllung rasch und 

ohne Komplikationen von der Ausführenden lösen zu können. Dies alles 

spricht dafür, dass selbst wenn die Vergabestelle – wie von ihr angegeben 

(Vernehmlassung, Ziff. 2.3.4) – in den Vertrag zum Grundauftrag einen Vor-

behalt einbaut, aufgrund dieser hohen Eintrittswahrscheinlichkeit anzuneh-

men ist, dass die Zuschlagsempfängerin, welche ohnehin die bis anhin (zu-

mindest teilweise) ausführende Dienstleistungserbringerin ist, nach der 

Konzeption der Vergabestelle auch die Optionen ausführen können soll. 

Da die Beschwerdeführerin bei Vertragsabschluss zwischen Vergabestelle 

und Zuschlagsempfängerin lediglich die Möglichkeit hat, Schadenersatz für 

die in Zusammenhang mit dem Vergabeverfahren getätigten Aufwendun-

gen zu verlangen (Zwischenentscheid des BVGer B-4852/2012 vom 15. 

November 2012 E. 7.4; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1325), 

überwiegt das öffentliche Interesse der Vergabestelle einzig in Bezug auf 

den Grundauftrag, nicht aber in Bezug auf die gesamte Ausschreibung, 

d.h. Grundauftrag und Option. Andererseits rückt der mehrjährige Leis-

tungshorizont die vorliegende Vergabe auch in die Nähe einer dauernd 

nachgefragten Leistung im in Erwägung 4.6 hiervor beschriebenen Sinne, 

sodass die zumindest teilweise selbstverschuldete Dringlichkeit dem teil-

weisen Entzug der aufschiebenden Wirkung anders als von der Beschwer-

deführerin dargelegt nicht entgegensteht. 

4.7.3 Die Erteilung der aufschiebenden Wirkung beschränkt auf die Option 

erweist sich ausserdem als verhältnismässig, da der Vertragsabschluss 

zwischen Zuschlagsempfängerin und Vergabestelle damit wirklich nur auf 

den Grundauftrag beschränkt wird. Wohl steht der Beschwerdeführerin da-

mit bei einer allfälligen Gutheissung ihrer Beschwerde in Bezug auf den 

Grundauftrag einzig das negative Interesse zu, doch ist ihr dies mit Blick 

auf die Gewährung der aufschiebenden Wirkung für die Option zuzumuten. 

Auch für die Vergabestelle erweist sich diese Lösung als verhältnismässig, 

da ihr dies die Ausführung des Grundauftrages im erwünschten Zeitrahmen 

ermöglicht.  

4.8 Die Interessenabwägung fällt nach dem Gesagten in Bezug auf die 

Grundleistung (d.h. die Studie zum Jahr 2015) zugunsten der Vergabe-

stelle und bezüglich der Optionen (d.h. die Folgestudien der Jahre 2016-

2018) zugunsten der Beschwerdeführerin aus. Damit ist dem Gesuch der 

B-3797/2015 

Seite 16 

Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung teilweise 

zu entsprechen. Die durch die separate Vergabe der Aufträge allenfalls ent-

stehenden Mehrkosten nimmt die Vergabestelle billigend in Kauf.  

5.  

In Bezug auf die Akteneinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rerin mit Verfügung vom 2. Juli 2015 die Vorakten in teilweise geschwärzter 

Form zugestellt worden sind. Davon hat die Beschwerdeführerin Kenntnis 

genommen (Replik, Rz. 33). Während sie im vorliegenden Zwischenver-

fahren keine weitergehende Einsicht in die Akten beantragt, behält sich die 

Beschwerdeführerin entsprechende Anträge im Hauptverfahren vor. Dies 

namentlich mit Blick auf den Umstand, dass sie die Unterlagen zur Kosten-

struktur der Offerte der Zuschlagsempfängerin für die im vorliegenden Zu-

sammenhang zu treffenden Interessenabwägung nicht benötigt (Replik, 

Rz. 33 f.). Diese Anträge entsprechen der angezeigten Prozessdisziplin, 

wonach die Akteneinsicht mit Blick auf das für das Zwischenverfahren be-

treffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung geltende qualifizierte 

Beschleunigungsgebot teilweise ins Hauptverfahren verschoben werden 

kann (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1371). Instruktionsrichterli-

che Anordnungen zur Akteneinsicht im Hauptverfahren bleiben vorbehal-

ten und werden mit separater Verfügung getroffen.  

6.  

Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheids 

ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. 

 

  

B-3797/2015 

Seite 17 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

1.1 Dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2015 um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung wird teilweise entsprochen. 

1.2 Der Beschwerde vom 15. Juni 2015 wird die aufschiebende Wirkung in 

Bezug auf die Gegenstand der Option bildenden Studien für die Jahre 2016 

bis 2018 gewährt. 

1.3 Weitergehend, d.h. in Bezug auf die Grundleistung des ausgeschriebe-

nen Dienstleistungsauftrages für das Jahr 2015, wird der Antrag abgewie-

sen.  

2.  

Anordnungen betreffend die Akteneinsicht und den Schriftenwechsel im 

Hauptverfahren erfolgen mit separater Verfügung. 

3.  

Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheids wird mit dem 

Endentscheid befunden. 

4.  

Diese Verfügung geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreterin; Gerichtsurkunde, vorab in 

elektronischer Form)   

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 122001; 

Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form) 

– die Zuschlagsempfängerin (Einschreiben, vorab in elektronischer 

Form) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marc Steiner Sabine Büttler 

B-3797/2015 

Seite 18 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 13. Juli 2015