# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8be5db59-74d2-5789-a6b2-d33c5b5a5455
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.02.2023 RR.2022.56
**Docket/Reference:** RR.2022.56
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2022-56_2023-02-07

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Serbien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Serbien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Serbien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)
;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Serbien; Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Entscheid vom 7. Februar 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Duri Bonin, 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS BASEL-

STADT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Serbien 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2022.56 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die erste Bezirksstaatsanwaltschaft Belgrad führt unter anderem gegen A. 

ein Strafverfahren wegen Falschaussage. In diesem Zusammenhang über-

mittelte das serbische Justizministerium der Schweiz am 23. Mai 2019 ein 

Rechtshilfeersuchen mit dem Gesuch um Einvernahme von A. (Verfahrens-

akten Staatsanwaltschaft Basel-Stadt [nachfolgend «Verfahrensakten»], La-

sche «Zur Sache», nicht akturiert). 

 

 

B. Mit Schreiben vom 18. Mai 2019 leitete das Bundesamt für Justiz (nachfol-

gend «BJ») das Rechtshilfeersuchen an die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt 

(nachfolgend «Staatsanwaltschaft») weiter (Verfahrensakten, Lasche «Zur 

Sache», nicht akturiert). 

 

 

C. Mit Eintretensverfügung vom 3. Juli 2019 entsprach die Staatsanwaltschaft 

dem Rechtshilfeersuchen und verfügte die Einvernahme von A. als beschul-

digte Person gemäss Fragenkatalog der serbischen Behörden (Verfahrens-

akten, Lasche «Zur Sache», nicht akturiert).  

 

 

D. Am 17. September 2021 wurde A. von der Kriminalpolizei der Staatsanwalt-

schaft Basel-Stadt einvernommen (Verfahrensakten, Lasche «Zur Sache», 

nicht akturiert).  

 

 

E. Mit Schlussverfügung vom 16. Februar 2022 ordnete die Staatsanwaltschaft 

die Herausgabe des Protokolls der Einvernahme von A. an (act. 1.1). 

 

 

F. A. liess gegen die Schlussverfügung vom 16. Februar 2022 am 22. März 

2022 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

heben (act. 1 S. 2). Er stellt die folgenden Anträge: 

 

«1.  Es sei die Schlussverfügung vollumfänglich aufzuheben und die Rechtshilfe sowie die 

Herausgabe des Protokolls der Einvernahme zu verweigern. 

 Eventualiter sei die Einvernahme durch die zuständige Staatsanwaltschaft des Kantons 

Zürich zu wiederholen.  

 2. Es seien die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. 

- 3 - 

 

 

 3.  Es sei dem Beschwerdeführer für das bundesstrafgerichtliche Verfahren eine angemes-

sene Entschädigung (zzgl. MwSt.) zuzusprechen.» 

 

In prozessualer Hinsicht beantragt A., der Beschwerde sei die aufschie-

bende Wirkung zu erteilen (act. 1, S. 14).  

 

 

G. Die Staatsanwaltschaft und das BJ verzichteten mit Eingaben vom 4. und 

13. April 2022 je auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort und beantra-

gen die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (act. 6, 7), was dem 

Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. April 2022 zur Kenntnis gebracht 

wurde (act. 8).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Serbien sind das Europäische 

Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen 

(EUeR; SR 0.351.1) und das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 

zum Europäischen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 

0.351.12; Zweites Zusatzprotokoll) massgebend.  

 

1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regelt, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3), sind das 

Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsa-

chen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 

1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG; BGE 143 IV 

91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbe-

halten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter 

Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c). 

 

1.3 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 37 

- 4 - 

 

 

Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 

2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-

organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_763/2013 vom 27. September 2013 E. 2.2). 

 

 

2. 

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 

Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich 

und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). 

Wer in der Ausführung eines internationalen Rechtshilfeersuchens als be-

schuldigte Person einvernommen wird, ist legitimiert, die Schlussverfügung 

anzufechten, mit welcher das Protokoll seiner Einvernahme herausgegeben 

wird (TPF 2016 129 E. 1.5.2; TPF 2013 84 E. 2.2; Entscheide des Bun-

desstrafgerichts RR.2018.126 vom 7. Juni 2018 E. 1.5.2; RR.2016.153 vom 

15. März 2017 E. 1.4; RR.2015.216 vom 5. November 2015 E. 3.2). 

 

2.2 Der Beschwerdeführer ist im serbischen Strafverfahren Beschuldigter, wes-

halb dessen Beschwerdelegitimation gegen die Herausgabe seines Einver-

nahmeprotokolls zu bejahen ist. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen 

(Form und Frist) geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Nach dem Gesag-

ten ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten.  

 

 

3. Die vorliegende Beschwerde hat von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung (Art. 80l Abs. 1 IRSG), weshalb auf den diesbezüglichen prozessualen 

Antrag des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist. 

 

 

4.  

4.1 Zunächst ist auf die Rüge des Beschwerdeführers, die Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt sei nicht zuständig für den Vollzug des Rechtshil-

feersuchens, einzugehen. Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich gel-

tend, aus dem Wortlaut von Art. 78 Abs. 2 IRSG gehe klar hervor, dass es 

sich nicht um eine «Kann»-Bestimmung handle und folglich die Zuteilung 

bzw. Auswahl einer kantonalen Behörde nicht im Ermessen des BJ liege. 

Zwischen dem Beschwerdeführer und dem Kanton Basel-Stadt bestehe – 

abgesehen vom Sitz seiner Arbeitgeberin, der A. AG – keinerlei 

- 5 - 

 

 

Sachzusammenhang. Ein Abstellen auf den Hauptsitz der A. AG erscheine 

sachfremd und unzweckmässig (act. 1, S. 11 ff.).  

 

4.2 Gemäss Art. 78 Abs. 2 IRSG leitet das BJ das Rechtshilfeersuchen nach 

einer summarischen Prüfung an die zuständige ausführende Behörde weiter. 

Art. 78 Abs. 2 IRSG regelt ausschliesslich das Verhältnis zwischen dem BJ 

und der ausführenden Behörde, weshalb diese Bestimmung rein organisa-

torischer Natur ist und deren allfällige Verletzung für die vom Rechtshilfeer-

suchen betroffenen Person mit keinem irreparablen Nachteil verbunden ist 

(Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.77 vom 29. Oktober 2007 

E. 5.2; KUSTER, Basler Kommentar, 2015, N. 9 zu Art. 78 IRSG). Der Ent-

scheid über die Weiterleitung kann denn auch nicht angefochten werden 

(Art. 78 Abs. 4 IRSG i.V.m. Art. 14 IRSV). Darüber hinaus verfügt das BJ 

beim Entscheid über die örtlich zuständige kantonale Behörde über einen 

grossen Ermessensspielraum, um der jeweiligen konkreten Fallkonstellation 

angemessen Rechnung tragen zu können (Urteil des Bundesgerichts 

1A.212/2001 vom 21. März 2002 E. 4.2; KUSTER, a.a.O.). Wenn somit vorlie-

gend das BJ seiner Praxis entsprechend die kantonalen Behörden am 

Hauptsitz des Arbeitgebers des Beschwerdeführers mit dem Vollzug des 

Rechtshilfeersuchens beauftragt hat, hat es dem Umstand Rechnung getra-

gen, dass die dem Beschwerdeführer von den serbischen Behörden vorge-

worfene Straftat im Zusammenhang mit seiner Arbeit bei der A. AG steht. 

Dieser Entscheid liegt – wie bereits erwähnt – im Ermessen des BJ und kann 

nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. Auf die ent-

sprechende Rüge ist daher nicht weiter einzugehen.  

 

 

5. 

5.1 Der Beschwerdeführer bestreitet sodann das Vorliegen der beidseitigen 

Strafbarkeit. Er bringt vor, es liege nach schweizerischem Recht keine gül-

tige Zeugeneinvernahme und damit keine strafbare Handlung i.S.v. Art. 307 

StGB vor, da dem Rechtshilfeersuchen nicht zu entnehmen sei, dass die 

Gültigkeitsvorschriften eingehalten worden seien. Im Gegenteil: Anlässlich 

der Hauptverhandlung in Serbien sei die Belehrung unterblieben (act. 1 

S. 6). 

 

5.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-

ledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der Bedin-

gung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende strafbare 

Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem des 

ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Abs. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz hat für 

die Durchführung prozessualer Zwangsmassnahmen eine entsprechende 

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Erklärung angebracht (vgl. Art. 3 des Bundesbeschlusses vom 27. Septem-

ber 1966 über die Genehmigung von sechs Übereinkommen des Europara-

tes, AS 1967 805 ff., 809). Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt (für die akzessori-

sche Rechtshilfe), dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur angewendet 

werden dürfen, wenn aus der Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen her-

vorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven Merkmale 

eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes aufweist.  

 

Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Rechtshilfeersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie 

wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren ein-

geleitet hätte (BGE 142 IV 250 E. 5.2; 142 IV 175 E. 5.5; 132 II 81 E. 2.7.2 

S. 90). Zu prüfen ist mithin, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachver-

halt, sofern er – analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbe-

standsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die Straf-

normen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des ersu-

chenden Staates nicht identisch zu sein (BGE 142 IV 175 E. 5.5; 132 II 81 

E. 2.1 S. 84; 129 II 462 E. 4.6; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196). Dabei genügt 

es, wenn der im Rechtshilfeersuchen geschilderte Sachverhalt unter einen 

einzigen Straftatbestand des schweizerischen Rechts subsumiert werden 

kann. Es braucht dann nicht weiter geprüft zu werden, ob darüber hinaus 

auch noch weitere Tatbestände erfüllt sein könnten (BGE 129 II 462 E. 4.6). 

 

5.3 Gemäss Art. 307 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geld-

strafe bestraft, wer in einem gerichtlichen Verfahren als Zeuge, Sachverstän-

diger, Übersetzer oder Dolmetscher zur Sache falsch aussagt, einen fal-

schen Befund oder ein falsches Gutachten abgibt oder falsch übersetzt. Die 

Ermahnung zur Wahrheit mit Hinweisen auf die Straffolgen wissentlich fal-

scher Äusserungen gehört zu den Gültigkeitsvoraussetzungen eines Zeug-

nisses, eines gerichtlichen Gutachtens und einer gerichtlichen Übersetzung 

(DELNON/RÜDY, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 25 zu Art. 307 StGB). 

Strafrechtlich relevant sind jedoch nur die falschen Zeugenaussagen, welche 

prozessual gültig sind. Welche Bestimmungen beachtet werden müssen, da-

mit eine Aussage prozessual verwertbar ist, bestimmt das Verfahrensrecht. 

Die blosse Verletzung von Ordnungsvorschriften (z.B. Nichteinhaltung einer 

Vorladungsfrist) führt nicht zur Nichtigkeit des Zeugnisses (vgl. auch Art. 141 

Abs. 3 StPO), während die Nichtbeachtung inhaltlich wichtiger Bestimmun-

gen zur Unverwertbarkeit führt (DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 27 zu Art. 307 

StGB). Die Ermahnung zur Wahrheit mit dem Hinweis auf die Strafbarkeit 

eines falschen Zeugnisses zu Beginn jeder Einvernahme stellt ein Gültig-

keitserfordernis dar (Art. 177 Abs. 1 StPO; TPF 2014 16 E. 3.2.2). Ebenso 

ist die Einvernahme nicht verwertbar, wenn der Hinweis auf die 

- 7 - 

 

 

Zeugnisverweigerungsrechte unterbleibt und sich die Zeugin oder der Zeuge 

nachträglich auf diese beruft (vgl. Art. 177 Abs. 3 StPO). 

 

5.4 Die serbischen Behörden werfen dem Beschwerdeführer in seiner Funktion 

als Angestellter der A. AG vor, er habe anlässlich der am 28. März 2017 

abgehaltenen Hauptverhandlung vor dem Höheren Gericht in Belgrad in der 

Rechtssache 6.P.Nr.1338/15 erklärt, der Geschädigte C. habe auch vor dem 

26. August 2014 Verhalten an den Tag gelegt, die zum Dauerflugverbot ge-

führt hätten. So habe der Beschwerdeführer ausgesagt, dass C. am 

6. März 2012 in Zürich ärgerlich reagiert und die dortigen Angestellten belei-

digt habe, nachdem er gebeten worden sei, die Bordkarte vorzuzeigen. Ge-

mäss Aussagen des Beschwerdeführers sei es am 25. Februar 2014, als C. 

von Belgrad nach Zürich geflogen sei, zu einem weiteren Vorfall gekommen: 

C. habe sich beschwert, weil ein Flugreisender, der kurze Hosen, gelbe 

Sportschuhe, T-Shirt und einen Rucksack getragen habe, bevorzugt behan-

delt worden sei. Schliesslich sei es gemäss Ausführungen des Beschwerde-

führers am 23. März 2014 am Flughafen Zürich zu einer Eskalation gekom-

men, weil die Angestellten am Flugsteig C. nicht erkannt und ihn daher nicht 

mit seinem Namen angesprochen hätten. Der Beschwerdeführer habe diese 

Aussage gemacht, obwohl er gewusst habe, dass C. am 23. März 2014 gar 

nicht geflogen sei (Verfahrensakten, Lasche «Zur Sache», nicht akturiert).  

 

5.5 Dem Rechtshilfeersuchen ist weder zu entnehmen, in welcher Funktion der 

Beschwerdeführer im serbischen Gerichtsverfahren mit der Nummer 

6.P.Nr. 1338/15 einvernommen wurde, noch ob er richterlich unter Hinweis 

auf die Straffolgen eines falschen Zeugnisses zur Wahrheit ermahnt wurde. 

Das dem Beschwerdeführer vorgeworfene Verhalten in der serbischen 

Hauptverhandlung lässt sich aus diesen Gründen nicht unter den Tatbestand 

des falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB subsumieren. Auch umschreibt 

der geschilderte Sachverhalt die nach schweizerischem Recht notwendigen 

Tatbestandsmerkmale der Begünstigung (Art. 305 StGB), Irreführung der 

Rechtspflege (Art. 304 StGB) oder der falschen Anschuldigung (Art. 303 

StGB) nicht und eine Subsumtion unter einen anderen Straftatbestand des 

schweizerischen Strafrechts ist nicht ersichtlich. Dies führt dazu, dass das 

Vorliegen der Voraussetzung der doppelten Strafbarkeit zu verneinen ist. Die 

Beschwerde ist damit gutzuheissen und die angefochtene Schlussverfügung 

aufzuheben.  

 

Die Prüfung weiterer vom Beschwerdeführer vorgebrachter Rügen erübrigt 

sich damit.  

 

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6. Ist ein Rechtshilfeersuchen unvollständig, ungenau oder erfüllt es in einem 

Punkt die staatsvertraglich oder gesetzlich vorgesehenen Formerfordernisse 

nicht, so hat dies nicht zwingend die Verweigerung der Rechtshilfe zur Folge. 

Kann der Mangel behoben werden, so ist der ersuchte Staat aufgrund der 

staatsvertraglichen Bestimmungen, welche eine möglichst weitgehende 

Rechtshilfe bezwecken sollen, verpflichtet, dem ersuchenden Staat vor einer 

Abweisung des Rechtshilfeersuchens die Möglichkeit zu geben, dieses zu 

ergänzen (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2022.171 vom 3. Feb-

ruar 2022 E. 5; RR.2020.303 vom 9. September 2021 E. 4; RR.2011.303 

vom 8. Oktober 2012 E. 5; RR.2009.195 vom 7. Januar 2010 E. 4.2; 

RR.2007.143 vom 3. Dezember 2007 E. 2.5; ZIMMERMANN, La coopération 

judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 166). Art. 28 

Abs. 6 IRSG sieht vor, dass ein Rechtshilfeersuchen, welches den Anforde-

rungen des Rechtshilfevertrags nicht entspricht, verbessert oder ergänzt 

werden kann. Der Beschwerdegegnerin ist daher eine Frist von drei Monaten 

ab Rechtskraft dieses Entscheides einzuräumen, innert welcher sie bei den 

serbischen Behörden den Sachverhalt ergänzende Ausführungen im Sinne 

der Erwägungen 5.4 und 5.5 einzuholen hat, um definitiv zu klären, ob eine 

Subsumption des vorgeworfenen Sachverhaltes unter einen Tatbestand des 

schweizerischen Strafrechts möglich ist. 

 

 

7. 

7.1 Die Beschwerdeinstanz auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der un-

terliegenden Partei (Art. 63 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art 39 Abs. 2 lit. b StBOG 

und Art. 22 Abs. 3 BStKR). Keine Verfahrenskosten werden Vorinstanzen 

oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bundesbehörden auferlegt 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG), weshalb vorliegend keine Gerichtsgebühr zu erheben 

ist. Entsprechend ist dem Beschwerdeführer der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

 

7.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG kann die 

Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes 

wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwen-

dige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen. Im Verfahren vor Bun-

desstrafgericht besteht die Parteientschädigung aus den Anwaltskosten (Art. 

11 BStKR). Die Beschwerdegegnerin hat nach vollständigem Obsiegen des 

Beschwerdeführers diesen für seine Anwaltskosten zu entschädigen. Das 

Honorar bzw. die Entschädigung wird im Verfahren vor der Beschwerdekam-

mer nach Ermessen festgesetzt, wenn spätestens mit der einzigen oder letz-

ten Eingabe keine Kostennoten eingereicht wird (Art. 12 Abs. 2 BStKR). 

- 9 - 

 

 

Vorliegend erscheint eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt.) ange-

messen. 

- 10 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Schlussverfügung der Beschwer-

degegnerin vom 16. Februar 2022 aufgehoben. 

 

2. Die Beschwerdegegnerin wird angewiesen, bei der ersuchenden Behörde in-

nert drei Monaten ab Rechtskraft dieses Entscheides eine Ergänzung hinsicht-

lich des Sachverhalts im Sinne der Erwägungen 5.4 und 5.5 einzuholen.  

 

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

4. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den 

geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- zurückzuerstatten. 

 

5. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

Bundesstrafgericht mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen.  

 

 

Bellinzona, 8. Februar 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Duri Bonin 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- 11 - 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).