# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c3a0cf0-3195-512a-b830-ddff01731418
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.10.2022 BK 2022 389
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-389_2022-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 389

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Oktober 2022

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Lauber 

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte/Gesuchstellerin

B.________

Gesuchsgegnerin 1

Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Dun-
antstrasse 11, 3400 Burgdorf

Gesuchsgegnerin 2

Gegenstand Ausstand

Strafverfahren wegen Verleumdung, evtl. übler Nachrede

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Gesuchs-
gegnerin 2) führt ein Strafverfahren gegen die Beschuldigte A.________ (nachfol-
gend: Gesuchstellerin) wegen Verleumdung, evtl. übler Nachrede. Nachdem 
Staatsanwältin B.________ (nachfolgend: Gesuchsgegnerin 1) die Gesuchstellerin 
am 4. August 2022 delegiert hatte einvernehmen lassen und den Parteien mit Mit-
teilung vom 5. September 2022 eröffnet hatte, dass sie die Strafuntersuchung als 
vollständig erachte, gedenke, ein Strafbefehlsverfahren gegen die Gesuchstellerin 
wegen übler Nachrede einzuleiten und den Parteien Frist gewährte, Beweisanträge 
zu stellen, beantragte die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 7. September 2022 
sinngemäss den Ausstand der Gesuchsgegnerin 1 und der Gesuchsgegnerin 2. 
Die Gesuchsgegnerin 1 leitete das Ausstandsgesuch sowie ihre Stellungnahme am 
19. September 2022 der Beschwerdekammer in Strafsachen weiter. Sie beantrag-
te, das Ausstandsgesuch sei kostenfällig abzuweisen. Eine Kopie der Stellung-
nahme wurde der Gesuchstellerin am 23. September 2022 zugestellt. Diese liess 
sich in der Folge nicht mehr vernehmen. 

2.

2.1 Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Behörde verlan-
gen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu 
stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den Ausstand begrün-
denden Tatsachen sind glaubhaft zu machen (Art. 58 der Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO; SR 312.0]). Zuständig für den Entscheid ist die Beschwer-
dekammer in Strafsachen (Art. 59 Abs. 1 Bst. b StPO). 

2.2 Die Gesuchstellerin beantragt u.a. die Abtretung des Verfahrens an eine ausser-
kantonale Behörde und damit sinngemäss den Ausstand der Gesuchsgegnerin 2 
als Ganzes. Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind pauschale Ausstandsgesu-
che gegen eine Behörde als Ganzes grundsätzlich nicht zulässig. Ausstandsgesu-
che haben sich auf einzelne Mitglieder der Behörde zu beziehen und die gesuch-
stellende Person hat eine persönliche Befangenheit der betreffenden Personen 
aufgrund von Tatsachen konkret glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 StPO). Das 
Gesetz spricht denn auch (ausschliesslich und konsequent von Ausstandsgesu-
chen gegenüber «einer in einer Strafbehörde tätigen Person» (vgl. Art. 56-60 
StPO). Ein formal gegen eine Gesamtbehörde gerichtetes Ersuchen kann jedoch 
unter Umständen als Ausstandsbegehren gegen alle Einzelmitglieder der Behörde 
entgegengenommen werden, sofern in diesem Befangenheitsgründe gegen alle 
Einzelmitglieder ausreichend substanziiert werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_548/2019 vom 31. Januar 2020 E. 3.2 mit Hinweisen). Die Gesuchstellerin 
bringt keine konkreten Umstände vor, die auf eine Voreingenommenheit sämtlicher 
Mitglieder der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau schliessen lassen wür-
den. Auf das Ausstandsgesuch wird deshalb, soweit der Ausstand der Gesuchs-
gegnerin 2 als Ganzes beantragt wird, nicht eingetreten. Soweit die Gesuchstellerin 
den Ausstand der verfahrensleitenden Staatsanwältin (Gesuchsgegnerin 1) ver-
langt und insoweit explizit ausführt, weshalb diese ihres Erachtens nach in den 

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Ausstand zu treten habe, ist auf das frist- und formgerecht eingereichte Ausstands-
gesuch einzutreten. 

3.

3.1 Die Gesuchstellerin begründet ihr Ausstandsgesuch gegen die Gesuchsgegnerin 1 
zusammengefasst damit, «dass die Gesuchsgegnerin 1 in Bezug auf sie nachweis-
lich nicht unbefangen sei. Die Gesuchsgegnerin 1 bezichtige sie seit Jahren 
rechtsmissbräuchlich Taten und erniedrige sie, obwohl sie das traumatisierte Opfer 
sei und jegliche solcher Schreiben oder Aussagen, Vorwürfe etc. schlimme 
Retraumatisierungen zur Folge hätten und damit weitere Körperschädigungen 
(psychisch und physische Folgen) darstellen würden». Insbesondere bezichtigt die 
Gesuchstellerin die Gesuchsgegnerin 1 der Missachtung des Doppelbestrafungs-
verbots, der Urkundenfälschung im Amt, des Untätigbleibens, der Verletzung von 
Amtspflichten und der Ausübung weisser Folter und schwerer psychischer Gewalt 
gegen sie und ihre Kinder. Zudem bezeichnet die Gesuchstellerin dieses Verhalten 
als schwerwiegenden Rechtsmissbrauch sowie als Straftat, weil sie als unschuldige 
Bürgerin einer Straftat bezichtigt werde, welche sie nicht begangen habe.

3.2 Die Gesuchsgegnerin 1 bringt Folgendes vor: 
Mit Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 16.06.2022 wurde die Gesuchstellerin 
nach Einsprache auf Strafbefehl schuldig erklärt wegen übler Nachrede, begangen am 12.02.2021 in 
C.________ (Ortschaft) z.N. D.________ (EO 21 3113 / PEN 21 366). Noch während laufendem erst-
instanzlichen Verfahren reichte Rechtsanwalt E.________ am 12.04.2022 namens D.________ eine 
neue Strafanzeige gegen die Gesuchstellerin ein, nachdem diese trotz mehrmaliger Abmahnung ab 
dem 04.02.2022 wiederum E-Mails, in denen sie D.________ verunglimpfte, an einen zunehmend 
grösser werdenden Adressatenkreis verschickt hatte. 

Gestützt darauf eröffnete die Staatsanwaltschaft am 27.04.2022 die Untersuchung gegen die Ge-
suchstellerin wegen Verleumdung, evtl. übler Nachrede, am Tag darauf wurde die Kantonspolizei mit 
ergänzenden Ermittlungen, insbesondere der Einvernahme der Parteien, beauftragt. Nachdem der 
erste Einvernahmetermin auf Ersuchen der Gesuchstellerin hin verschoben werden musste, fanden 
die Einvernahmen am 04.08.2022 statt. Der Nachtrag der Kantonspolizei ging am 18.08.2022 bei der 
Staatsanwaltschaft ein, die den Parteien am 05.09.2022 in Aussicht stellte, das Strafbefehlsverfahren 
gegen A.________ wegen übler Nachrede einzuleiten und eine 10-tägige Beweisantragsfrist setzte. 

Aus diesen Ausführungen erhellt, dass es sich im vorliegenden Verfahren keineswegs um die glei-
chen Tatvorwürfe handelt wie im Verfahren EO 21 3113 / PEN 21 366, womit der in Art. 11 Abs. 1 
StPO statuierte Grundsatz von «ne bis in idem» nicht verletzt wurde und die Mitteilung gem. Art. 318 
StPO rechtmässig erfolgte. Ebensowenig kann der Staatsanwaltschaft ein Untätigbleiben vorgeworfen 
werden, welches die Gesuchstellerin nicht zuletzt darin sieht, dass die Staatsanwaltschaft nicht gegen 
die in ihren Augen schuldigen Behördenmitglieder vorgeht. 

Soweit die Gesuchstellerin der Unterzeichneten die Ausübung weisser Folter, schwerer psychischer 
Gewalt gegen sie und ihre Kinder, schwerwiegenden Rechtsmissbrauch sowie das Führen einer Un-
tersuchung gegen eine Unschuldige unterstellt, wird auf weitere Ausführungen verzichtet, da diese 
Vorwürfe von vornherein jeglicher Grundlage entbehren. 

Zusammenfassend erweisen sich die Vorbringen der Gesuchstellerin als offensichtlich unbegründet, 
weshalb das Ausstandsgesuch vom 07.09.2022 abzuweisen ist.

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4.

4.1 Die verfassungsmässige Garantie von Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistet jeder Person, de-
ren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt werden muss, unter anderem 
den Anspruch auf ein unabhängiges und unparteiisches Gericht. Eine Gerichtsper-
son gilt als befangen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in 
ihre Unparteilichkeit zu erwecken. Für den allgemeinen grundrechtlichen Anspruch 
auf Unabhängigkeit und Objektivität von Strafverfolgungsbehörden ausserhalb ei-
ner richterlichen Funktion ist Art. 29 Abs. 1 BV massgebend, wobei der Bestim-
mung ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zukommt 
(BOOG, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, 
N. 3 vor Art. 56-60 StPO). Die in einer Strafverfolgungsbehörde tätige Person hat 
die an sie herangetragenen Fragen unvoreingenommen und frei von Bindungen an 
die Parteien, deren Standpunkte oder anderen Drittinteressen zu beurteilen (BOOG, 
a.a.O., N. 4 vor Art. 56-60 StPO). Sie hat die belastenden und entlastenden Um-
stände mit gleicher Sorgfalt zu untersuchen (Art. 6 Abs. 2 StPO). Sie kann abge-
lehnt werden, wenn Umstände (etwa strafprozessual unzulässige vorverurteilende 
Äusserungen) vorliegen, welche nach objektiven Gesichtspunkten geeignet sind, 
den Anschein der Befangenheit zu erwecken (Urteil des Bundesgerichts 
1B_537/2012 vom 28. September 2012 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Befangenheit be-
zeichnet eine innere Einstellung zu den Verfahrensbeteiligten oder zum Gegen-
stand des konkreten Verfahrens, welche die gebotene Distanz vermissen lässt und 
aus der heraus die Person sachfremde Elemente einfliessen lässt mit der Folge, 
dass sie einen Verfahrensbeteiligten benachteiligt oder bevorzugt oder zumindest 
dazu neigt (BOOG, a.a.O., N. 7 vor Art. 56-60 StPO). Ob der Anschein von Befan-
genheit vorliegt, beurteilt sich ohne Rücksicht auf das subjektive Empfinden der 
Verfahrenspartei. Die strafprozessualen Bestimmungen über den Ausstand (Art. 56 
StPO) konkretisieren die verfassungsmässigen Garantien gemäss Art. 30 bzw. 
Art. 29 BV. Demnach hat eine in der Strafbehörde tätige Person unter anderem 
dann in den Ausstand zu treten, wenn sich eine Befangenheit aus «anderen Grün-
den, insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder de-
ren Rechtsbeistand» ableiten lässt (Art. 56 Bst. f StPO). 

4.2 Richtet sich ein Ausstandsgesuch gegen einen Staatsanwalt oder eine Staatsan-
wältin, ist zwischen den unterschiedlichen Rollen, welche die Staatsanwaltschaft 
während eines Verfahrens einnimmt, zu differenzieren (vgl. Art. 16 Abs. 2 StPO). 
Im Vorverfahren obliegt der Staatsanwaltschaft die Leitung des Verfahrens, so 
dass ihr die Verantwortung für die gesetzmässige und geordnete Durchführung des 
Verfahrens zukommt (Art. 61 Bst. a und 62 Abs. 1 StPO). Während des Vorverfah-
rens muss sie von Amtes wegen alle bedeutsamen Tatsachen abklären und belas-
tende und entlastende Umstände mit gleicher Sorgfalt untersuchen (Art. 6 StPO). 
In diesem Rahmen ist die Staatsanwaltschaft zu einer gewissen Unparteilichkeit 
gehalten, auch wenn sie – zumindest vorübergehend – gegenüber der beschuldig-
ten Person eine parteilichere Haltung einnimmt oder zu einem gewissen Zeitpunkt 
die Ermittlungen gemäss ihren Überzeugungen führen soll. Demgegenüber wird die 
Staatsanwaltschaft nach dem Verfassen der Anklageschrift, in gleicher Weise wie 
die beschuldigte Person oder die Privatklägerschaft, im Hauptverfahren zu einer 

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Partei (Art. 104 Abs. 1 Bst. c StPO). Definitionsgemäss ist sie in diesem Stadium 
nicht mehr zur Unparteilichkeit gehalten und es obliegt ihr grundsätzlich, die Ankla-
ge zu vertreten (Art. 16 Abs. 2 in fine StPO). In diesem Rahmen verleihen weder 
Art. 29 und 30 BV noch Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) einen besonderen Schutz, um sich 
gegen die Haltung des Staatsanwalts und dessen während der Hauptverhandlung 
dargelegten Überzeugungen zu beschweren (vgl. zum Ganzen: BGE 138 IV 142 
E. 2.2).

4.3 Das Ausstandsgesuch ist unbegründet. Es liegen keine objektiven Anhaltspunkte 
vor, welche den Anschein der Befangenheit oder der Voreingenommenheit der Ge-
suchsgegnerin 1 erwecken könnten. Diese hat zum Ausstandsgesuch einlässlich 
und überzeugend Stellung genommen. Darauf kann vorab verwiesen werden. Her-
vorzuheben ist Folgendes: Eine Verletzung des Verbots der doppelten Strafverfol-
gung (Art. 11 Abs. 1 StPO; sog. «ne bis in idem»-Grundsatz) ist vorliegend nicht 
auszumachen. Die Tatvorwürfe im vorliegenden Strafverfahren betreffen nicht die-
selben wie im Verfahren EO 21 3113 / PEN 21 366. Diese beziehen sich zwar auf 
dieselben Parteien, indes auf andere Tatzeitpunkte. Der Grundsatz «ne bis in 
idem» gemäss Art. 11 Abs. 1 StPO stand der Eröffnung der Strafuntersuchung folg-
lich nicht entgegen. Die Eröffnung der Strafuntersuchung stützt sich auf die Straf-
anzeige des Straf- und Zivilklägers D.________ vom 12. April 2022 und ist nicht zu 
beanstanden (vgl. Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Die Parteien wurden einvernom-
men und es wurde ihnen mit Mitteilung vom 5. September 2022 gemäss Art. 318 
Abs. 1 StPO Frist gesetzt, um weitere Beweisanträge zu stellen. Der Ablauf des 
Strafverfahrens erfolgte somit korrekt. Soweit die Gesuchstellerin der Auffassung 
ist, sie werde Taten bezichtigt, welche sie nicht begangen habe, steht es ihr offen, 
einen allfällig auszusprechenden Strafbefehl mit Einsprache anzufechten (vgl. be-
treffend die Absicht, ein Strafbefehlsverfahren durchzuführen, Ziff. 2 der Mitteilung 
vom 5. September 2022). Gleichermassen stand es der Gesuchstellerin offen, ge-
gen das Urteil PEN 21 366 vom 16. Juni 2022, welches im Übrigen nicht von der 
Gesuchsgegnerin 1, sondern vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau gefällt 
worden ist, ein Rechtsmittel zu ergreifen, was sie denn auch getan hat (vgl. die Be-
rufungsanmeldung vom 20. Juni 2022). Soweit die Gesuchstellerin ein Untätigblei-
ben diese rügt, ist zunächst festzuhalten, dass die Gesuchsgegnerin 1 gegen den 
Straf- und Zivilkläger D.________ ein Strafverfahren wegen Amtsmissbrauchs, 
Amtsgeheimnisverletzung, übler Nachrede, Verleumdung und einfacher Körperver-
letzung eröffnet hat (EO 21 3114, 3115), mithin insoweit offensichtlich nicht untätig 
blieb. Mit Verfügung vom 28. März 2022 hat die Gesuchsgegnerin 1 das Verfahren 
nach Abschluss der Untersuchung begründet eingestellt. Dagegen stand der Ge-
suchstellerin ein Rechtsmittel offen. Objektive Anhaltspunkte, dass die Gesuchs-
gegnerin 1 zu Unrecht nicht gegen in den Augen der Gesuchstellerin schuldige 
Behördenmitglieder vorgegangen sein soll, liegen nicht vor. Entsprechendes wurde 
von der Gesuchstellerin denn auch lediglich pauschal geltend gemacht. Die Rügen 
der Ausübung weisser Folter, schwerer psychischer Gewalt gegen die Gesuchstel-
lerin und ihre Kinder und des schwerwiegenden Rechtsmissbrauchs entbehren von 
vornherein jeglicher Grundlage. Hierbei handelt es sich offensichtlich um blosse 
Behauptungen der Gesuchstellerin, welche nicht nachvollziehbar erscheinen. Das-

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selbe gilt betreffend den Vorwurf der Urkundenfälschung im Amt und der Verlet-
zung von Amtspflichten. Es liegen mithin keine Hinweise auf Feindschaft oder 
sonstige Umstände vor, die ein faires Verfahren gegenüber der Gesuchstellerin in 
Frage stellen würden. 

5. Das Ausstandsgesuch ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Ausstandsverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'000.00, der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 59 Abs. 4 
StPO). Da die Gesuchstellerin unterliegt, hat sie keinen Anspruch auf eine Ent-
schädigung. Der Straf- und Zivilkläger war im vorliegenden Ausstandsverfahren 
nicht involviert, weshalb ihm keine entschädigungswürdigen Nachteile entstanden 
sind. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Kosten des Ausstandsverfahrens, bestimmt auf CHF 1'000.00, werden der Ge-
suchstellerin auferlegt. 

3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschuldigten/Gesuchstellerin (per Einschreiben)
- der Gesuchsgegnerin 1 (mit den Akten – per Einschreiben)
- der Gesuchsgegnerin 2 (per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Straf- und Zivilkläger D.________, v.d. Rechtsanwalt Dr. E.________ (per B-

Post)

Bern, 13. Oktober 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Schmid 

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Ausstandsverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung ge-
stellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.