# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff1b389e-4cbe-5b8c-ab42-f43bebee13b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.09.2018 200 2018 466
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-466_2018-09-10.pdf

## Full Text

200 18 466 IV
SCJ/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. September 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________, MLaw C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 14. Mai 2016 unter Hinweis auf eine De-
pression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeila-
ge [AB] 6). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen vor (AB 14, 16 - 18.5, 21 f.) und gewährte dem Versicherten 
Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale (AB 27), dies nachdem 
bereits im Mai 2015 eine Anmeldung für eine Hörgeräteversorgung erfolgt 
war, das Gesuch aber wieder zurückgezogen worden war (AB 2, 5). Im 
weiteren Verlauf holte die IVB insbesondere zusätzliche medizinische Un-
terlagen sowie Stellungnahmen ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) ein (AB 29, 33, 36 f., 39, 43, 47). Schliesslich liess die IVB den Ver-
sicherten durch Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, begutachten (Expertise vom 15. März 2018 [AB 60.1]). 

Am 21. März 2018 schloss die IVB die berufliche Eingliederung ab (AB 63) 
und verfügte am 22. Mai 2018 nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
sowie dem Eingang einer Stellungnahme des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bei 
einem Invaliditätsgrad von 25 % die Ablehnung eines Rentenanspruchs 
(AB 64, 66 f., 69). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch MLaw C.________ vom 
B.________, am 22. Juni 2018 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sei ihm eine Rente der Invalidenversiche-
rung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische Abklärungen tätige, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juli 2018 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 22. Mai 2018 (AB 69). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 
2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 
2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Be-
weislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-

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ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 S. 
308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 
S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindi-
katoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 6

Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

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3.1 Im Zusammenhang mit einem stationären Aufenthalt vom 30. Juni 
bis 25. Juli 2015 in der Klinik F.________ wurden im entsprechenden Aus-
trittsbericht Psychosomatik vom 27. August 2015 (AB 36) die folgenden 
Diagnosen (ICD-10) aufgeführt:

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-
chotische Symptome F332.

 Status nach Nephrolithiasis 1990
 Status nach Prostata-Brachytherapie bei Prostataca 12/2014

Die behandelnden Ärzte gaben an, der Beschwerdeführer berichte, seit 
rund fünf Jahren am Arbeitsplatz zunehmend unter Druck zu stehen. Er 
habe Schlafprobleme entwickelt, wenig Energie gehabt und seine Hobbys 
vernachlässigt. Die Prostata-OP im Dezember 2014 sei eine zusätzliche 
Belastung gewesen. Seine Ängste hätten zugenommen und vor wenigen 
Wochen habe er eine Panikattacke erlitten. Am 1. Juni 2015 sei er zum 
Psychiater Dr. med. E.________ gegangen, der ihn 100 % arbeitsunfähig 
geschrieben habe. Seither nehme er ein Antidepressivum ein und die Sym-
ptome hätten sich etwas reduziert. Aktuell leide er unter Erschöpfung, 
Freudlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schamgefühlen, Durch-
schlafschwierigkeiten, selten Alkoholkonsum. Zum Psychostatus bei Aus-
tritt wurde festgehalten, die Konzentrationsstörung sei teilremittiert, die 
Stimmung aufgehellt, die innere Unruhe rückläufig, der Antrieb und der 
Schlaf seien verbessert, die Angstsymptome seien leicht reduziert. Dem 
Beschwerdeführer wurde vom 30. Juni bis 9. August 2015 eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert.

3.2 Im Bericht vom 10. Juni 2016 (AB 16) führte der behandelnde 
Psychiater Dr. med. E.________ die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit auf: Rezidivierende Depressionen, aktuell leichte 
Episode bei Status nach schwerer Episode mit ausgeprägter Angstsym-
ptomatik, ICD-10: F33.0, belastete Familienanamnese (ICD-10: Z81.8) mit 
unklaren Auswirkungen beim Beschwerdeführer. Er gab an, der Beschwer-
deführer sei verlangsamt, minderbelastbar, ermüde rasch und brauche Er-
holungspausen, er sei froh, wenn er den Arbeitsplatz nach vier Stunden 
verlassen könne. Es gebe eine leichte Besserung im Verlauf seit einem 
halben Jahr. Der Einstieg in die Arbeit sei geglückt (seit 1. November 2015) 
mit einer sukzessiven Steigerung der Belastung. Er arbeite aktuell zu 50 % 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 8

(seit 1. Mai 2015 [richtig: 2016]), eine weitere Steigerung der Belastbarkeit 
sei allerdings im Moment noch nicht abzusehen. Dr. med. E.________ at-
testierte vom 9. August bis 31. Oktober 2015 eine 100 %-ige, vom 1. No-
vember 2015 bis 31. Januar 2016 eine 70 %-ige, vom 1. Februar bis 30. 
April 2016 eine 60%-ige und vom 1. Mai bis 31. Mai 2016 eine 50 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 9/1). 

3.3 Dr. med. E.________ hielt im Verlaufsbericht vom 13. Dezember 
2016 (AB 29) einen stationären Gesundheitszustand fest. Als Diagnose mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gab er eine rezidivierende Depression, 
aktuell mittelgradige Episode, mit Psychose belastete Familienanamnese 
(engster Familienkreis) ICD-10: F33.1 an. Er hielt fest, der Beschwerdefüh-
rer sei auf niedrigem Niveau stabil. Bei grösserer Beanspruchung zeigten 
sich rasch Grenzen. Es bestehe erhöhte Ermüdbarkeit und wenig Stressre-
sistenz. Eine Belastbarkeit von über 50 % sei nicht gegeben. Jeder Ver-
such einer Steigerung der Belastung führe zu einer Verschlechterung der 
Leistungsfähigkeit. Es werde dringend von weiteren Druckversuchen abge-
raten. Auch die aktuelle 50 %-ige Leistung sei nicht gesichert und gerate 
immer wieder in Gefahr. Nur dank grossem Entgegenkommen der Arbeit-
geberin könne die gegenwärtige Situation erhalten bleiben. Dr. med. 
E.________ attestierte vom 1. Juni bis 31. Oktober 2015 eine 100 %-ige, 
vom 1. November 2015 bis 31. Januar 2016 eine 70 %-ige, vom 1. Februar 
bis 31. März 2016 eine 60 %-ige und vom 1. April 2016 bis aktuell eine 
50 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 

3.4 In einem am 28. April 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegan-
genen Bericht (AB 43) hielt Dr. med. E.________ fest, er sehe eine deutli-
che Belastungsgrenze bei 50 % zeitlicher Präsenz in der gegenwärtigen 
Arbeitssituation, über die effektive Leistung während dieser Zeit müsste 
sich die Arbeitgeberin äussern. Mit 50 % Belastung sei ein Optimum er-
reicht. Grenzen der Belastbarkeit zeigten sich sowohl am Arbeitsplatz wie 
auch zu Hause, wenn in Situationen etwas mehr Hektik aufkomme. Der 
Beschwerdeführer sei dann jeweils rasch überfordert und brauche vermehrt 
Ruhezeit, um sich wieder zu retablieren. Mit einer Steigerung der Präsenz 
am Arbeitsplatz falle die Möglichkeit dazu anteilsmässig weg. Mit entspre-
chenden Vorsichtsmassnahmen und nach Rücksprache mit dem Be-

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schwerdeführer sei man bereit, eine leichte Steigerung der Präsenz am 
Arbeitsplatz um 5 % ab 1. Mai für vorläufig zwei Monate zu versuchen. Von 
einer weiteren, sogar monatlichen Steigerung um 5 %, wie von Seiten der 
IV erwähnt werde, sei hingegen dringend abzuraten. Das möge medizin-
theoretisch als möglich erscheinen, in der Realität führe das aber rasch zu 
einer unzumutbaren Überlastung und zur Dekompensation. 

3.5 Im Verlaufsbericht vom 21. August 2017 (AB 47) berichtete Dr. med. 
E.________ von einem stationären Gesundheitszustand. Als Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er eine rezidivierend depressi-
ve Störung, mittelgradige Episode, chronifiziert (ICD-10: F33.1) an; in der 
Familienanamnese gebe es Hinweise auf psychotische Erkrankung (ICD-
10: Z81.8). Er hielt fest, der Beschwerdeführer bewältige die anfallende 
Arbeit an seinem Arbeitsplatz, wo er 50 % arbeite. Die übrige Zeit brauche 
er zu einem grossen Teil für seine Erholung. So sei es ihm möglich, auch 
Freizeitaktivitäten in einem allerdings reduzierten Ausmass nachzugehen. 
Ein Optimum scheine so erreicht. Die versuchte Steigerung des Einsatzes 
am Arbeitsplatz im Mai 2017 habe bereits nach wenigen Wochen wieder 
reduziert werden müssen. Die neue Situation mit zusätzlicher Zeit am Ar-
beitsplatz habe den Beschwerdeführer sehr belastet, es seien psycho-
physische Belastungszeichen aufgetreten: Schwitzen, Nervosität, 
Unfähigkeit, sich zu erholen, Schlafstörungen und auch wieder Suizidalität. 
Der Versuch habe umgehend abgebrochen werden müssen. Der Be-
schwerdeführer leide nach wie vor an Einschränkungen. Seine Konzentra-
tionsfähigkeit sei unzuverlässig, schwankend, das Gedächtnis sei 
unzuverlässig, es fehle häufig an allgemeiner Energie, der Beschwerdefüh-
rer sei öfters lustlos, empfindsam, rasch irritiert, es zeigten sich verminderte 
Anpassungsfähigkeit, deutliche verminderte Druckresistenz, wenig Resis-
tenz gegenüber Inkongruenzen im Alltag. Die vom Beschwerdeführer vor-
gebrachten Einschränkungen seien nachvollziehbar und im direkten 
Gespräch auch beobachtbar. Die bisherige Tätigkeit sei angepasst noch zu 
50 % zumutbar.

3.6 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.________ vom 15. 
März 2018 (AB 60.1) wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33), aktuell 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 10

weitgehend remittiert und unter adäquater Behandlung angegeben (AB 
60.1/12 und 18). Der Gutachter hielt zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit (inklusive zeitlichem Verlauf) fest (AB 60.1/14 f. und 20), beim 
Beschwerdeführer werde von einer Minderung der Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit ausgegangen. Nach dem Burnout im Mai 2015 habe 
Arbeitsunfähigkeit bestanden, was nachvollziehbar sei. Im Jahr 2016 habe 
der Beschwerdeführer dann die Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen, auch 
hier werde den Angaben des Behandlers gefolgt. Ab Herbst 2016 hätte 
dann allerdings die Arbeitstätigkeit nochmals nach einem ersten Versuch 
der Steigerung über 50 % hinaus, der nicht gelungen sei, gesteigert werden 
können. Ab Beginn des Jahres 2017 wäre dann von z.B. 70 %-iger Arbeits-
fähigkeit auszugehen gewesen. Insgesamt werde bei einer annährend 
normalen Arbeitszeit von etwa acht Stunden pro Tag von einer Minderung 
der Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf die berichtete verminderte Belastbarkeit 
bei kognitiven Anforderungen auch andauernd nach Beginn 2016 bis zum 
geplanten Austreten aus dem Arbeitsleben Ende 2019 von 20 bis maximal 
30 % (dabei verteilt auf eine gewisse Verkürzung der Präsenzzeit und eine 
Minderung der Leistungsfähigkeit) ausgegangen. Dagegen könne die für 
diesen Zeitraum angegebene Minderung der Arbeitsfähigkeit um 50 % im 
Hinblick auf das Krankheitsbild, den Behandlungsverlauf und den aktuellen 
Befund, insbesondere im Vergleich zu anderen Betroffenen psychischer 
Erkrankungen, nicht nachvollzogen werden. In einer angepassten Tätigkeit 
mit verminderter Belastung durch Termine, fremde Kontakte zu Menschen 
oder Neuerungen wäre der Beschwerdeführer sogar als normal arbeitsfähig 
zu bezeichnen gewesen. Tatsächlich seien hier andere Faktoren zu be-
nennen, die als krankheitsfremd zu bezeichnen seien. Im Rahmen der Or-
ganisation und Restrukturierung der Firma … würden vermutlich 
Veränderungen eintreten. Der Vorgesetzte des Beschwerdeführers habe 
allerdings ausgeführt, er würde sich sehr wünschen, den Beschwerdeführer 
zu 50 % in der Tätigkeit begrüssen zu können, da er für sein Wissen und 
seine Kompetenz in den entsprechenden Bereichen gebraucht werde. 
Nach Ende 2019, wenn der Beschwerdeführer frühpensioniert werden kön-
ne, werde eine grössere Umstrukturierung, womöglich sogar ein Umziehen 
der Firma anstehen. Der Gutachter hielt fest, auf der Seite des Beschwer-
deführers sei das Gefühl der vollbrachten Lebensarbeitszeit subjektiv deut-
lich zu spüren, der Umstand, nun 60-jährig eine Krebserkrankung erlitten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 11

und durchgemacht zu haben, die wiederum auch womöglich familiären Be-
lastungen folge (auch der Bruder habe eine Prostataerkrankung erlitten), 
und nicht mehr ganztags arbeiten zu können, sei spürbar geworden. Dabei 
sei das Gefühl entstanden, es sei daran gar kein Zweifel zu äussern, da ja 
auch der behandelnde Psychiater dies im allgemeinen Konsens zwischen 
Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der bisher Taggelder leistenden Versiche-
rung so unterstütze. 

3.7 Zum Gutachten von Dr. med. D.________ führte Dr. med. 
E.________ am 29. März 2018 (AB 67) aus, beim Beschwerdeführer be-
stehe eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit, die er einigermassen ausfüllen könne. 
Der Gutachter anerkenne, dass die Depression soweit wie möglich behan-
delt sei: Unter der aktuellen (Arbeits-)Belastung und im aktuellen Umfeld 
sei sie nicht mehr sichtbar. Dieser Verlauf sei als erfreulich zu bezeichnen, 
sei aber nur möglich im engen Zusammenhang mit einer Entlastung von 
50 % bei der Arbeit. Es sei unzulässig, aus dem relativ guten aktuellen Zu-
stand darauf zu schliessen, dass der Beschwerdeführer zu 70 % oder gar 
bis zu 80 % einer Arbeit nachgehen könnte. Der Gutachter erwähne eine 
solche Möglichkeit bereits für ab Anfang 2017, der Arbeitsversuch mit einer 
Steigerung um 5 % habe aber erst im Mai 2017 stattgefunden. Vielleicht 
seien dem Gutachter hier die Daten durcheinander gekommen. Der Be-
schwerdeführer sei mit dem Arbeitsversuch einverstanden gewesen, sei 
aber dann ziemlich rasch und stark unter Druck gekommen und der Ar-
beitsversuch habe abgebrochen werden müssen. Eine Arbeitsfähigkeit an-
zunehmen von 70 bis 80 % oder in einer angepassten Tätigkeit sogar bis 
zu 100 % scheine ziemlich theoretisch und eher aus der Luft gegriffen. Die 
vom Gutachter unter krankheitsfremden Faktoren erwähnten Elemente 
seien anders zu interpretieren, nämlich als Entgegenkommen des Arbeit-
gebers in der schwierigen Situation des Beschwerdeführers. Dies sei für 
den Beschwerdeführer sehr entlastend gewesen und müsse als günstig für 
den Krankheitsverlauf eingestuft werden. Aus den Formulierungen des 
Gutachters sei zu erkennen, dass nach seiner Meinung eine Situation vor-
liege, wo sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine Teilarbeitsfähigkeit 
geeinigt hätten, die für alle eine gangbare Lösung darstelle – ungerechtfer-
tigterweise zu Lasten der Versicherung. Diese Meinung treffe klar nicht zu. 
Momentan werde der Beschwerdeführer als nur knapp stabil eingeschätzt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 12

Der aktuelle Bericht sei weitgehend identisch mit demjenigen vom August 
2017. Seither seien keine Fortschritte erzielt worden. Es bestehe keine 
vermehrte, über 50 % am gegenwärtigen, angepassten Arbeitsplatz hin-
ausgehende Belastbarkeit. 

4.

4.1 Angesichts der Anmeldung vom Mai 2016 (AB 6) sowie der Anfang 
Juni 2015 eröffneten Wartefrist (AB 29/3) und in Anwendung von Art. 29 
Abs. 1 und Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.4 hiervor) kann ein Rentenan-
spruch frühestens ab November 2016 entstehen. 

4.2 Zu Recht unbestritten ist, dass die Arbeitsfähigkeit aus somatischer 
Sicht nicht eingeschränkt ist. So berichtet Dr. med. G.________, Facharzt 
für Urologie, am 6. Dezember 2016 (AB 37) nach einer behandelten Pro-
statakarzinomerkrankung, dass es dem Beschwerdeführer aus urologischer 
Sicht recht ordentlich gehe. Weiter attestierte Dr. med. H.________, Fach-
arzt für Oto-Rhino-Laryngologie, im Bericht vom 22. Juli 2016 (AB 21/2) im 
Zusammenhang mit einer Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit, welche mit 
Hörgeräten versorgt wurde (vgl. AB 22, 27), keine Arbeitsunfähigkeit.

4.3 In psychiatrischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin auf 
das versicherungspsychiatrische Gutachten des Dr. med. D.________ vom 
15. März 2018 (AB 60.1). Dieses erfüllt die an den Beweiswert einer medi-
zinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6 hiervor). Es ist 
voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte 
umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. 
Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezo-
genen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. Folglich kann 
darauf abgestellt werden. 

4.4 Der Beschwerdeführer macht gestützt auf verschiedene Stellung-
nahmen des behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ geltend (vgl. 
AB 16, 29, 43, 47, 67), es sei von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % 
auszugehen. Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer an seinem Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 13

platz bei der … seit 1. Mai 2016 lediglich zu 50 % (ab 2. November 2015 
30 %, ab 1. Februar 2016 40 %) eingesetzt wird (AB 17/2) und ihm vom 
behandelnden Arzt Dr. med. E.________ eine entsprechende Arbeitsun-
fähigkeit attestiert wird (AB 16, 29, 43, 47, 67). Ein Versuch, das Pensum 
im Mai 2017 um 5 % zu steigern, wurde vorzeitig abgebrochen (AB 43, 47). 

Es ist deshalb die Frage zu beantworten, ob der Beschwerdeführer gemäss 
dem behandelnden Arzt Dr. med. E.________ mit seinem Pensum von 
50 % an der angestammten Stelle sein Leistungsvermögen voll ausschöpft 
oder ob ihm ein höheres Pensum zugemutet werden kann, wie dies der 
psychiatrische Gutachter Dr. med. D.________ postuliert. 

4.5 Auch wenn es mit Blick auf die gesamten Lebensumstände durch-
aus nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdeführer allein noch mit seinem 
Pensum von 50 % an seiner bisherigen Stelle bis zur vorzeitigen Pensio-
nierung per Ende 2019 (vgl. AB 60.1/7 und 14) verbleiben möchte, über-
zeugt die Beurteilung des Dr. med. D.________, welcher dem 
Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht ab Anfang 2016 eine annährend 
normale Arbeitszeit von etwa acht Stunden pro Tag mit einer geringprozen-
tigen Minderung der Leistungsfähigkeit zumutet (AB 60.1/14 und 20) und 
ausführt, es sei angesichts der aktuell weitgehend remittierten rezidivieren-
den depressiven Störung nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerde-
führer lediglich eine hälftige Arbeit erbringen könne (vgl. AB 60.1/14 und 
20). Zudem weist der Gutachter zu Recht auf krankheitsfremde Faktoren 
hin (AB 60.1/14). Dagegen vermag der behandelnde Dr. med. E.________ 
nicht überzeugend darzutun, weshalb dem Beschwerdeführer unter 
Berücksichtigung der von ihm erhobenen Befunde kein höheres Pensum 
als 50 % möglich sein soll. Nicht begründet wird auch der Umstand, wes-
halb Dr. med. E.________ im Bericht vom 10. Juni 2016 (AB 16) eine leich-
te derpressive Episode diagnostiziert, wohingegen er in den Berichten vom 
13. Dezember 2016 (AB 29) und 21. August 2017 (AB 47) von einer mittel-
gradigen depressiven Episode ausgeht. Sodann führt der RAD-Arzt Dr. 
med. I.________ am 20. Oktober 2017 zu Recht aus (AB 49/6), dass den 
Berichten des Dr. med. E.________ ein objektiver psychischer Befund feh-
le, anhand dessen eine noch mittelgradige Ausprägung der depressiven 
Symptomatik nachvollzogen werden könne. Es werde lediglich bemerkt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 14

dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einschränkungen nachvoll-
ziehbar und im direkten Gespräch auch beobachtbar seien. Der Beschwer-
deführer selbst gebe gegenüber der IV an, er sei bei der Pensumssteige-
rung müder gewesen und die Leistung habe abgenommen. Dies könnten 
unspezifische Anpassungssymptome sein, die nicht zwangsläufig auf eine 
krankheitsbedingte Überforderung hinwiesen. Nachvollziehbare affektive 
Symptome im Sinne einer depressiven gedrückten Stimmung würden we-
der vom Beschwerdeführer beklagt noch objektiv von Dr. med. E.________ 
in seinem aktuellen Bericht beschrieben.

Dass der Gutachter schliesslich der irrigen Annahme war, die im Rahmen 
des Verfahrens vor der IV-Stelle versuchte Pensumssteigerung habe im 
Jahr 2016 (richtig: 2017 [vgl. AB 40, 43 - 45, 47]) stattgefunden (AB 60.1/14 
und 20), beeinträchtigt die Beweiskraft des Gutachtens nicht. Die gutach-
terlichen Ausführungen, es wäre dem Beschwerdeführer eine Pensums-
steigerung ab Herbst 2016 trotz allem möglich gewesen und das Pensum 
hätte diesfalls ab Beginn des Jahres 2017 dann bei 70 % gelegen (AB 
60.1/20), beziehen sich auf die praktische Umsetzung der Resterwerbs-
fähigkeit. Insoweit tangieren diese Ausführungen die (hier massgebliche) 
medizinisch-theoretische Beurteilung, wonach das höhere Pensum dem 
Beschwerdeführer bereits ab Beginn 2016 zumutbar gewesen wäre (AB 
60.1/20), nicht. Vielmehr stimmt diese Einschätzung durchaus auch mit 
dem von den behandelnden Ärzten aufgezeigten Verlauf mit erheblicher 
Beeinträchtigung im unmittelbaren Umfeld zur stationären Behandlung, 
danach aber kontinuierlicher Besserung überein. So hatte, wie bereits dar-
gelegt, Dr. med. E.________ im Juni 2016 allein noch eine leichte depres-
sive Episode diagnostiziert (AB 16). Damit war der Beschwerdeführer 
gemäss der nachvollziehbaren und überzeugenden Einschätzung des Gut-
achters Dr. med. D.________ im Zeitpunkt des frühest möglichen Renten-
beginns (vgl. E. 4.1 hiervor) zu 75 % (vgl. dazu E. 4.6 hiernach) 
arbeitsfähig (AB 60.1/14 und 20). Das entsprechende Attest des Gutach-
ters beruht denn auch – anders als von Dr. med. E.________ angenom-
men (vgl. AB 67) – nicht auf einem Missverständnis oder Irrtum. 

Sodann lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 15

des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2017 IV Nr. 
49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1), was vorliegend nicht der 
Fall ist. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass das Gericht in Bezug auf 
Atteste von Hausärzten (und behandelnden Spezialärzten) der Erfahrungs-
tatsache Rechnung tragen darf und soll, dass Hausärzte (und behandelnde 
Spezialärzte) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 
125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid 
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bundesgericht 
{BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

4.6 Mit Blick auf das voll beweiskräftige Gutachten des Dr. med. 
D.________ ist vorliegend von einer Minderung der Arbeitsfähigkeit von 20 
bis 30 % (vgl. AB 60.1/14 und 20) bzw. einer Arbeitsfähigkeit von 70 bis 
80 % in der angestammten Tätigkeit auszugehen, wobei in einem solchen 
Fall auf den entsprechenden Mittelwert abzustellen ist (Entscheid des EVG 
vom 21. April 2005, I 822/04, E. 4.4). Aufgrund dieser Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 75 % in der angestammten Tätigkeit hat die Beschwer-
degegnerin somit zu Recht einen nicht rentenbegründenden 
Invaliditätsgrad von 25 % ermittelt (AB 69/1; vgl. E. 2.5 hiervor).

Ob die medizinisch-theoretisch festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 25 % 
nach Durchführung des strukturierten Beweisverfahrens mit Indikatorenprü-
fung versicherungsrechtlich beachtlich bliebe, kann offen bleiben (vgl. 
E. 2.3 hiervor und Beschwerdeantwort S. 2; siehe auch Entscheid des 
BGer vom 2. August 2018, 8C_309/2018, E. 5.3.2).

Immerhin ist auf das Folgende hinzuweisen: Mit Blick auf die vom psychia-
trischen Gutachter Dr. med. D.________ gestellte Diagnose einer aktuell 
weitgehend remittierten rezidivierenden depressiven Störung (AB 60.1/12 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 16

und 18) fehlt es bereits am diagnoseinhärenten Schweregrad der psychi-
schen Störung (vgl. BGE 143 V 418 E. 5.2.1 S. 424 und E. 5.2.2 S. 425, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 286). Sodann bestehen im sozialen Kontext (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) mobilisierbare Ressourcen dahingehend, 
als der Beschwerdeführer eine gute Beziehung zu seiner Frau hat und 
auch ausserhäuslich soziale Kontakte pflegt (vgl. AB 60.1/7 f.). Schliesslich 
ist bezüglich Konsistenz bzw. in Bezug auf die gleichmässige Einschrän-
kung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer 
neben seiner 50 %-igen Erwerbstätigkeit etliche Aktivitäten wie …, … und 
… zu bestreiten vermag (vgl. AB 60.1/7 f.). 

4.7 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, IV/18/466, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.