# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23e95b08-0e01-59fa-b980-446281499b93
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2010 E-5215/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5215-2010_2010-07-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5215/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._____, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 16. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5215/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein Igbo mit letztem Wohnsitz in B._____ 
(Anambra State),  eignen Angaben zufolge Nigeria am 11. Juni 2010 
über Lagos auf dem Luftweg verliess und nach einem Zwischenhalt in 
Frankreich  nach  Hamburg  reiste,  wo  er  einen  Bus  bestieg  und  am 
12. Juni 2010 in die Schweiz gelangte, wo er am 19. Juni 2010 um Asyl 
nachsuchte,

dass  er  am 28.  Juni  2010  im C._____  summarisch  befragt  und  am 
8. Juli  2010  gemäss  Art.  29  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) zu seinen Asylgründen angehört wurde, 

dass er zur Begründung des Asylgesuchs vorbrachte, er sei ein "Aus-
sätziger"  und  lebe  mit  150  anderen  "Aussätzigen"  in  einem  Dorf, 
dessen übrige Bewohner "Reingeborene" seien,

dass er im Dezember 2009 in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen 
sei und man an ihm habe Rache üben wollen, weil er einen "Reingebo-
renen" getötet habe, 

dass der  König des Dorfes den Auftrag erteilt  habe,  ihn  zu suchen, 
festzunehmen und als Menschenopfer darzubringen, 

dass  er  deshalb  zunächst  zu  seiner  Schwester  nach  D._____  ge-
gangen  sei,  aufgrund  eines  Vorfalles  –  dort  seien  Bewaffnete  auf-
getaucht, welche ihn hätten festnehmen wollen – jedoch erkannt habe, 
dass er auch in D._____ nicht sicher sei und später deshalb das Land 
mit Hilfe eines Pastors verlassen habe, 

dass  das BFM auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  mit  Ver-
fügung vom 16. Juli 2010 – eröffnet gleichentags – gestützt auf Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm  eingeräumten  Frist  von 
48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, 

dass dessen Aussage, er habe nie einen Pass- oder eine Identitäts-
karte besessen und die Passbeschaffung sei kein Problem, wogegen 

Seite 2

E-5215/2010

es schwierig sei,  sich ein Visum für  die Ausreise zu beschaffen,  ein 
klares  Desinteresse  am  Erhalt  eines  amtlichen  Ausweisdokuments 
darstelle und umso weniger plausibel erscheine, als es sich beim Be-
schwerdeführer  um einen Geschäftsmann handle,  der  in  seiner  Hei-
matregion viel unterwegs gewesen sei, 

dass auch die Rechtfertigung, er könne niemanden in Nigeria kontak-
tieren,  um  sich  in  den  Besitz  eines  rechtsgenüglichen  Ausweisdo-
kuments zu bringen, nicht gehört werden könne,

dass  das  Fehlen  jeglichen  Bemühens,  die  Identität  durch  rechtsge-
nügliche, authentische Papiere zu belegen, den Schluss zulasse, der 
Beschwerdeführer sei nicht bereit, solche Dokumente vorzulegen,

dass als ein  starkes Indiz für die bewusste Nichtabgabe von Papieren 
– trotz vorhandener Möglichkeiten dazu – auch zu werten sei, wie der 
Beschwerdeführer  die  Reise  nach  Europa  (gut  kontrollierte  europä-
ische Flughäfen) habe bewältigen können, 

dass die diesbezüglichen Angaben nicht geglaubt werden könnten und 
nicht  nur darauf  schliessen liessen,  der Beschwerdeführer beabsich-
tige,  die  näheren  Umstände  zu  seinem  Reiseweg  und  seine  wahre 
Identität  zu  verheimlichen,  sondern  auch  nicht  offenlegen  wolle,  mit 
welchen Papieren er in Wirklichkeit in die Schweiz gereist sei, 

dass demnach aufgrund der pflichtwidrigen Nichtabgabe von Ausweis-
dokumenten auch die Identität nicht feststehe,

dass keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, die es dem Be-
schwerdeführer verunmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzu-
reichen, 

dass ernste Zweifel auch bezüglich der geltend gemachten Verfolgung 
bestehen würden, 

dass  der  Beschwerdeführer  – beispielsweise  –  nicht  habe  angeben 
können, weshalb er "aussätzig" sei und was genau das bedeute, 

dass  er  auch  zu  den  angeblichen  Menschenopfern  keine  Angaben 
habe  machen  können  und  erklärt  habe,  dass  man dies  erst  merke, 
wenn man selber betroffen sei,

Seite 3

E-5215/2010

dass sich  in  seinen Aussagen weitere  wichtige  Widersprüche  finden 
würden, und die Vorbringen aus diesen Gründen nicht glaubhaft seien, 

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
und Art. 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Fest -
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nicht erforderlich seien, 

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG somit  auf  das Asylgesuch 
nicht einzutreten sei,

dass  die  Folge  eines  Nichteintretensentscheides  gemäss  Art.  44 
Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und der 
Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Juli 2010 (Poststem-
pel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Formularbeschwerde mit handschriftlichen Ergänzungen erhob, 

dass es der Beschwerde zwar an einer substanziierten Auseinander-
setzung mit der vorinstanzlichen Verfügung mangelt, der Eingabe aber 
klar zu entnehmen ist,  dass der Beschwerdeführer eine Überprüfung 
seiner Situation verlangt und Asyl beantragt, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20. Juli  2010  beim  Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-

Seite 4

E-5215/2010

schwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde  –  auf  einen  gewissen  Mangel  wird  vorstehend  hingewie- 
sen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretensent-
scheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, 
ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückgehen zu lassen,

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist,  
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (Ent -
scheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs da-
gegen bereits materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungs-
gericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 
AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  kein  Schriften-
wechsel durchgeführt wurde,

Seite 5

E-5215/2010

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs  Reise-  oder  Identitätspapiere  abgeben  (Art. 32 Abs. 2 
Bst. a AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), aufgrund der 
Anhörung sowie gestützt auf  Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlings-
eigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich 
aufgrund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll -
zugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff  "Reise- und Identi -
tätspapiere"  um  Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie 
Feststellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der 
Rückschaffung ermöglichen" sollen (E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere  keine  Zweifel  über  die  Identität  des  oder  der  Asyl -
suchenden bestehen (a.a.O. E. 5.3. in fine),

dass  der  Beschwerdeführer  beim BFM keine Reise-  oder  Identitäts-
papiere  eingereicht  und  das  Bundesamt  in  rechtsgenüglicher  Weise 
dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identi -
tätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass mit der Vorinstanz einigzugehen ist, dass den Ausführungen des 
Beschwerdeführers zu seiner Reise nach Europa und die Behauptung, 
er  habe  habe  nie  einen  Pass-  oder  eine  Identitätskarte  besessen, 
(Akten BFM Anhörungsprotokoll F116 ff.), nicht geglaubt werden kann,

dass er bezeichnenderweise auch auf die Frage nach einem Führer-
schein ausweichend zunächst angab, er habe keinen besessen, dann 
auf Nachfrage hin antwortete, er habe ihn nicht hier, nachschob, er sei 
mit  einem  anderen  Dokument  gereist,  das  nicht  ihm  gehöre,  und 
schliesslich  ausführte,  der  Führerschein  sei  aktuell  in  seinem  Dorf, 
(a.a.O. F119 – F122),

Seite 6

E-5215/2010

dass es dem Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz vor 
einem Monat  möglich und zumutbar  gewesen wäre,  sich  über  seine 
Schwestern  in  Nigeria  oder  über  die  nigerianische Vertretung in  der 
Schweiz  Identitätspapiere  seines  Heimatstaates  zu  beschaffen  oder 
bereits existierende Dokumente in die Schweiz senden zu lassen, 

dass  er  aber  keinerlei  entsprechende  Anstrengungen  unternommen 
hat, 

dass  davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  enthalte  den 
schweizerischen Asylbehörden in Verletzung seiner gesetzlichen Mit-
wirkungspflicht  (Art. 8 Abs.1 Bst. b AsylG)  seine  Reise-  und  Identi-
tätspapiere zwecks Verschleierung seiner wahren Identität und zur Er-
schwerung  oder  Verunmöglichung  eines  allfälligen  Wegweisungsvoll-
zuges vor, 

dass an dieser Beurteilung die nachträgliche Einreichung von gültigen 
Reise-  oder  Identitätspapieren  nichts  ändern  würde,  weil  es  bei  der 
Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die 
Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon existie-
renden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,

dass die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht zweifelsfrei 
feststeht und dadurch auch seine persönliche Glaubwürdigkeit in Fra-
ge gestellt ist,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz aufgrund der Anhörung 
zu  Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätz-
liche  Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  zur  Fest-
stellung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  als  erforderlich  er-
achtet hat, 

dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und 
den Akten in Beachtung der im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten Richt-
linien (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass zur 
Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  (Art. 32  Abs. 3  Bstn. b  und 
c AsylG),

dass  die  gesuchsbegründenden  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten, da meh-

Seite 7

E-5215/2010

rere Sachverhaltsvorbringen jeder Logik entbehren und er sich anläss-
lich der Befragungen auch in Widersprüche verwickelte,

dass  mit  dem  BFM  einigzugehen  ist,  dass  die  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers  zu  den  angeblichen  Geschehnissen  am  Wohnort 
(insbesondere auch die Menschenopfer) unglaubhaft sind, 

dass etwa seine Vorbringen zur Frage, was einen Menschen zu einem 
"Aussätzigen"  mache,  höchst  vage  beziehungsweise  unsubstanziiert 
sind, 

dass demnach die Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen 
Verfügung  zur  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  vollumfänglich  und 
ohne weiteren Begründungsaufwand zu schützen sind, 

dass sich bei dieser Sachlage Ausführungen zur Asylrelevanz der ge-
schilderten unglaubhaften Vorbringen erübrigen. 

dass  sich  die  Rechtsmitteleingabe  darin  erschöpft,  die  schweize-
rischen Behörden nochmals um Asyl  zu ersuchen, ohne in überzeu-
gender Weise auf die Erwägungen der Vorinstanz einzugehen,

dass das BFM folglich in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2001 Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

Seite 8

E-5215/2010

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3 der  Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens gegen Folter und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
vom  10.  Dezember  1984  (FoK, SR 0.105)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar  erweist,  wenn  sie  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medi-
zinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
einem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen,

dass der junge und alleinstehende Beschwerdeführer in Nigeria über 
ein familiäres Beziehungsnetz (Mutter, Schwester) verfügt,

dass  demnach  nichts  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr nach Nigeria schliessen lässt, weshalb der Vollzug der Weg-
weisung vorliegend auch zumutbar ist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung nach Nigeria  schliesslich  möglich 
ist,  da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und 
es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reise-
papiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

Seite 9

E-5215/2010

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern 
die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheb-
lichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unan-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  mit  dem  Entscheid  in  der  Hauptsache  die  Verfahrensanträge 
gegenstandslos geworden sind,  das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der 
nachgewiesenen  Bedürftigkeit  infolge  Aussichtslosigkeit  abzuweisen 
ist und die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.– (Art. 16 Abs. 1 Bst. a 
VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar  2008 über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

E-5215/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Marco Abbühl

Versand: 

Seite 11