# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0947d938-2cbb-5727-ae5d-19ebd7f2f27a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.02.2015 200 2014 288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-288_2015-02-23.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 29.04.2015 abgewiesen (9C_204/2015).

200 14 288 IV und
200 14 289 IV (2)
FUR/BRM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Februar 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 26. Februar und 13. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborenen A.________ wurde wegen eines Rückenleidens auf 
Anmeldung vom Dezember 2003 hin und nach entsprechenden medizini-
schen und beruflich-erwerblichen Abklärungen von der IV-Stelle Bern (IVB) 
mit Verfügung vom 17. Februar 2006 für die Zeit vom 1. Februar 2005 bis 
30. April 2005 eine ganze (IV-Grad 100%) und für die Zeit vom 1. Mai bis 
30. April 2005 eine halbe Rente (IV-Grad 55%) zugesprochen; ab 1. De-
zember 2005 wurde der Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 
37% verneint (Akten der IVB [act. II] 27).

Den diese Verfügung bestätigenden Einspracheentscheid vom 18. Dezem-
ber 2006 hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 8. August 2008 für die Zeit ab Mai 
2005 auf und sprach der Versicherten ab diesem Zeitpunkt anstelle der 
halben eine Dreiviertelsrente sowie ab 1. Februar 2006 eine Viertelsrente 
zu (act. II 42).

B.

Im Rahmen einer im Juli 2010 eingeleiteten Rentenrevision (act. II 51) ge-
langte die IVB aufgrund der eingeholten medizinischen und erwerblichen 
Unterlagen zum Schluss, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht 
veränderten hätten und stellte dementsprechend mit Vorbescheid vom 
12. April 2011 die Bestätigung der laufenden Rente bzw. die Abweisung 
des Erhöhungsgesuchs in Aussicht (act. II 61).  

Aufgrund des dagegen von der Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 25. Mai 2011 erhobenen Einwandes (act. II 65) sowie den 
eingereichten ärztlichen Berichten und nachdem bei der Versicherten ein 
Kolon- sowie ein Bronchuskarzinom festgestellt und operativ angegangen 
worden war (vgl. act. II 83), verfügte die IVB – nach Durchführung des Vor-
bescheidverfahrens, mit welchem der Vorbescheid vom 12. April 2011 an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 4

nulliert und ersetzt wurde (act. II 92) – am 6. November 2012, dass die 
Versicherte bis 30. November 2011 (weiterhin) Anspruch auf eine Viertels-
rente und ab 1. Dezember 2011 Anspruch auf eine ganze Rente habe (act. 
II 100).

C.

Anlässlich der – wie vorgesehen (act. II 99) – im März 2013 eingeleiteten 
Rentenrevision holte die IVB einen Fragebogen bei der Versicherten (act. II 
101), einen Auszug aus dem individuellen Konto (act. II 102) sowie einen 
Verlaufsbericht beim Hausarzt, Dr. med. C.________, FMH Allgemeine 
Medizin (act. II 106 samt Vorakten), ein. Ferner liess sie die Versicherte in 
der MEDAS polydisziplinär begutachten; das Gutachten samt Teilgutachten 
der beteiligten Fachdisziplinen ging der IVB am 6. November 2013 zu (act. 
II 116.1 – 116.8). 

Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2013 stellte die IVB der Versicherten 
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 45% die Reduktion der bisher 
laufenden ganzen auf eine Viertelsrente in Aussicht (act. II 108). Zu dem 
hiergegen seitens des Rechtsvertreters der Versicherten am 30. Januar 
2014 erhobenen Einwand (act. II 122) liess die IVB den Regionalen Ärztli-
chen  Dienst (RAD), med. pract. D.________, Stellung nehmen (act. II 124) 
und verfügte am 26. Februar 2014 entsprechend dem Vorbescheid (act. II 
125); in der – diejenige vom 26. Februar 2014 ersetzenden – Verfügung 
vom 13. März 2014 wurde die reduzierte Rente ab 1. Mai 2014 zugespro-
chen und betraglich festgesetzt (act. II 126).

D.

Mit Beschwerde vom 21. März 2014 lässt die Beschwerdeführerin, weiter-
hin vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beantragen, die Verfügun-
gen vom 26. Februar 2014 und 13. März 2014 seien aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführerin auch nach 
dem 31. März 2014, eventuell nach dem 30. April 2014, eine die Viertels-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 5

rente übersteigende angemessene Invalidenrente auszurichten. Zur Be-
gründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass auf das Gutachten 
der MEDAS nicht abgestellt werden könne, da es einerseits von der Beur-
teilung der behandelnden Ärzte abweiche und es andererseits insofern 
nicht nachvollziehbar sei, als darin aus rein rheumatologischer Sicht eine 
Arbeitsunfähigkeit von 30% sowie aus neurologischer und pneumologi-
scher Sicht je eine solche von 20% attestiert, die Arbeitsunfähigkeit indes-
sen insgesamt lediglich auf 30% veranschlagt werde. Gerügt wird ferner, 
dass bei der von Tabellenlöhnen ausgehenden Berechnung des Invali-
ditätsgrades kein bzw. ein zu geringer leidensbedingter Abzug gewährt 
worden sei; aufgrund der persönlichen und beruflichen Merkmale (imperati-
ver Stuhldrang [bei der Arbeitsunfähigkeit nicht berücksichtigt], Teilzeitpen-
sum, Nationalität, mangelnde Deutschkenntnisse] dränge sich ein Abzug in 
der maximal zulässigen Höhe von 25% auf.

Die IVB schliesst in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2014 auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 6

gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde 
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit 
die Ausrichtung einer höheren als die zugesprochene Viertelsrente auch für 
den Monat April 2014 beantragt wird; die eine Rentenreduktion per 1. April 
2014 vorsehende Verfügung wurde durch diejenige vom 13. März 2014 
ersetzt, welche die Reduktion erst ab 1. Mai 2014 stipuliert. Insofern steht 
der Anspruch auf die bisher laufenden ganzen Rente für den Monat April 
2014 nicht in Frage und die Beschwerdeführerin ist diesbezüglich nicht 
beschwert.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. März 2014 (act. II 
126), mit welcher die IVB die bisher laufende ganze Rente per 1. Mai 2014 
auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat. Beantragt wird die Aufhebung die-
ser Verfügung und die Zusprechung einer die Viertelsrente übersteigenden 
Rente auch nach dem 30. April 2014. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 7

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 109 E. 1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 8

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 9

3.

3.1 Zu vergleichen ist vorliegend der Sachverhalt im Zeitpunkt der auf 
einer umfassenden Prüfung beruhenden Revisionsverfügung vom 6. No-
vember 2012 (act. II 100), mit welcher die laufende Viertelsrente bis Ende 
November 2011 bestätigt und ab 1. Dezember 2011 ein ganze Rente zu-
gesprochen worden ist, mit dem Sachverhalt, wie er der hier streitigen Ver-
fügung zu Grunde gelegt wurde (act. II 126).

3.2 Grundlage der Verfügung vom 6. November 2012 waren die Berich-
te über die im Herbst 2011 bei der Versicherten festgestellten Krebserkran-
kungen mit den entsprechenden operativen Eingriffen und der anschlies-
senden Rekonvaleszenz (vgl. act. 82 – 89), welche die RAD-Ärztin med. 
pract. D.________ am 30. Mai 2012 dahingehend zusammenfasste, dass 
mit Sicherheit seit Mitte September 2011 keine Arbeits- bzw. Erwerbsfähig-
keit bestehe und derzeit kein stabiler Gesundheitszustand vorliege; sie 
empfahl, im März 2013 Verlaufsberichte beim Pneumologen, beim Onkolo-
gen sowie beim Hausarzt einzuholen und dannzumal eine Neubeurteilung 
der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorzunehmen (act. II 90). 

3.3 Als Grundlage für die hier angefochtene Verfügung ist den Akten 
hinsichtlich der medizinischen Situation im Wesentlichen Folgendes zu 
entnehmen.

3.3.1 Im Verlaufsbericht vom 18. Mai 2013 hielt der Hausarzt als – ge-
genüber dem Bericht vom 15. April 2012 – geänderte Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Übelkeit unklarer Ursache mit Ge-
wichtsabnahme im Januar (Nachweis eines Helicobacterinfektes) sowie 
eine akute Pankreatitis im April 2013 mit aktuell persistierenden Ober-
bauchschmerzen. Unverändert bestünden einerseits die muskuloskeletta-
len Schmerzen beider Ellenbogen, des Rückens und des Thorax nach Tho-
rakotomie sowie andererseits die verminderte Leistungsfähigkeit nach Lun-
genteilresektion bei Bronchuscarcinom und abdominalem Eingriff bei Co-
loncarcinom. Trotz aller bisherigen Massnahmen habe keine Besserung 
der Symptome erreicht werden können. Es wurde eine seit Oktober 2010 
bestehende Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Eine Erwerbstätigkeit sei we-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 10

gen der beschriebenen Schmerzen und der allgemein vermehrten Ermüd-
barkeit nicht denkbar (act. II 106 S 1 – 3). 

Im beigelegten Bericht des Spitals F.________ vom 10. April 2013 wurde 
eine erfolgreiche stationäre Behandlung der Pankreatitis beschrieben und 
festgehalten, dass sich im CT weder thorakal noch abdominal Hinweise auf 
eine Tumorrezidiv gezeigt hätten (act. II 106 S. 5 – 9).

3.3.2 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 21. Oktober 2013 
werden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni-
sches, aktuell zerviko-thorakal betontes Panvertebralsyndrom (mit/bei St. n. 
Dekompression LWK 3/4 mit transpedikulärer Fixation von dorsal mit Dy-
nesis 14.08.2003, mässiger Spondylosis deformans LWK 2 – LWK 5 von 
Spondyarthrosen, geringgradige Spinalkanalstenose LWK 2/3 durch hyper-
trophe Spondylarthrosen und mediane Diskusprotrusion, mediane Dis-
kusprotrusionen sämtlicher Segemente BWK 12/LWK 1 – LWK 5/SWK 1, 
erosiver Osteochondrose und rechtsbetonten Uncarthrosen HWK 5/HWK 6 
mit ossärer, rechtsbetonter Einengung des Neuroforamens C 6, kleine re-
zessal gelegene linksseitige Diskushernie HWK 5/6, diskrete Retrolisthesis 
HWK 5 Grad I, kleine Diskushernien HWK 4/5 und HWK 6/7), chronische 
Schmerzen Ellenbogen beidseits (mit/bei Epicondylitits humeri ulnaris und 
radialis beidseits, sensible Ulnarisneuropathie rechts und intermittierender 
Irritation des Nervus ulnaris links, St. n. Operation nach Hohmann am Epi-
condylus humeri radialis ulnaris rechts 24.03.2011, operativer Vorverlegung 
des Nervus ulnaris rechts 2011, gemäss Akten St. n. Osteochondrosis 
dissecans November 2010 im Bereich des rechten Ellenbogens, DD radi-
kuläre Problematik), eine Intercostalneuralgie am ehesten Th 5 links mit 
Postthorakothomiesyndrom (mit/bei St. n. nach thorakoskopischer Wedge-
Resektion Unterlappen links 16.12.201, St. n. Thorakotomie mit onkochir-
urgischer Unterlappenresektion 05.01.2012 bei nichtkleinzelligem Bron-
chuskarzinom) sowie eine postoperative funktionelle Diarrhoe festgehalten. 
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werden die opera-
tiv sanierten Bronchus- und Kolonkarzinome, ein COPD Gold I bei Nikoti-
nabusus, ein St .n. akuter Pankreatitis im Pankreaskopf, eine medika-
mentös adäquat behandelte arterielle Hypertonie sowie eine Periarthropa-
thia genu beidseits genannt. Bei der Versicherten liege eine komplexe Pro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 11

blematik einerseits wegen zwei malignen Erkrankungen, des Weiteren aber 
auch wegen multipler Veränderungen und Beeinträchtigungen von Seiten 
des Bewegungsapparates vor. Aus rheumatologischer Sicht seien ihr ledig-
lich noch rückenadaptierte, leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 
Arbeiten, ohne Zwangshaltung des Oberkörpers und ungünstige, monotone 
Belastung der Halswirbelsäule sowie ohne starke Belastung der Hände 
durch Haltearbeiten und, wegen der thorakalen Schmerzen, ohne repetitive 
Rotationsbelastungen des Oberkörpers mit der Möglichkeit zu häufigen 
Pausen zumutbar. In einer solchen angepassten Tätigkeit sei die Arbeits-
fähigkeit um 30% reduziert. Aus neurologischer Sicht (therapieresistente 
Intercostalneuralgie Th 5) seien schwere bis mittelschwere sowie Tätigkei-
ten über Kopf nicht mehr zumutbar; in einer adaptierten Tätigkeit (einfache 
körperliche, administrative, organisatorische Arbeiten) bestehe eine Ar-
beitsfähigkeit von 80%. Aus onkologischer Sicht liege seit Ende Mai 2012 
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr vor. Gastroenterologisch 
sei die Versicherte nicht eingeschränkt, sofern sie jederzeit Zugang zu sa-
nitären Anlagen habe. Die bisherige Tätigkeit sei aus pneumologischer 
Sicht nicht mehr zumutbar, eine Arbeit ohne körperliche Belastung könne 
sie zu 80% ausüben. Psychiatrisch und internmedizinisch lägen keine Ein-
schränkungen vor. Insgesamt ergebe sich – die prozentualen Einschrän-
kungen in den einzelnen Fachgebieten seien nicht additiv – eine Arbeits-
fähigkeit von 70% (act. II 116.1, insbesondere S. 76 ff.). 

3.3.3 Gemäss Stellungnahme der RAD-Ärztin med. pract. D.________ 
vom 24. Februar 2014 werde im Gutachten der MEDAS sämtlichen somati-
schen und möglichen psychischen Erkrankungen zur Genüge Rechnung 
getragen, sodass darauf abgestellt werden könne. Rein medizinisch sei die 
in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesene Leistungseinschränkung von 
insgesamt 30% bei einem vollen Pensum nachvollziehbar. Sowohl aus dem 
Gutachten als auch aus den vorgelegten Berichten der behandelnden Ärzte 
könne eine deutliche Besserung der gesundheitlichen Situation gegenüber 
2011/12 abgeleitet werden (act. II 124 S. 2).

3.4 Das Gutachten der MEDAS vom 21. Oktober 2013 (act. II 116.1) 
erfüllt die nach der geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung an eine 
Expertise gestellten Anforderungen. Es ist für die streitigen Belange umfas-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 12

send, beruht auf einlässlichen Untersuchungen in allen betroffenen Fach-
disziplinen und wurde in Kenntnis der Vorakten sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden abgegeben. Es überzeugt auch inhaltlich, in-
dem es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerun-
gen nachvollziehbar begründet sind (vgl. E. 2.4 hiervor). 

Das Gutachten wird denn auch weder von Dr. med. C.________ noch von 
Dr. med. E.________ in den Stellungnahmen vom 29. Januar (act. II 122 S. 
6 f.) bzw. 21. Januar 2014 (act. II 122 S. 5) an sich nicht in Frage gestellt; 
letzterer hält vielmehr ausdrücklich fest, dass die medizinischen Fakten des 
komplexen und interdisziplinär anspruchsvollen Falles sehr sorgfältig zu-
sammengetragen und detailliert diskutiert worden seien.

Was die Diagnosen und die erhobenen Befunde anbelangt, stimmen die 
Angaben der behandelnden und der begutachtenden Ärzte im Wesentli-
chen überein. Hingegen besteht – soweit sich die aktuellen Berichte dazu 
äussern – eine Differenz in der Beurteilung der sich aus den gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen ergebenden Arbeits- und Leistungsfähigkeit. So 
hat Dr. med. C.________ in der genannten Stellungnahme zuhanden des 
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, letztlich ausgehend vom Zumut-
barkeitsprofil wie es im Gutachten definiert worden ist, eine Arbeitsfähigkeit 
von max. 50% angenommen; dies zur Hauptsache mit der Begründung, 
dass nicht einsehbar sei, warum bei vorbestehenden Beschwerden, welche 
bereits eine 30%ige Einschränkung zur Folge gehabt hätten, zusammen 
mit den zusätzlichen 30% dennoch lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 70% 
bestehen sollte. 

Dem ist entgegenzuhalten, dass die Kombination mehrerer 
Funktionsstörungen nicht notwendigerweise zu einer Addition der in 
unterschiedlichen medizinischen Fachdisziplinen attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten führt. Beim Zusammentreffen verschiedener 
Gesundheitsbeeinträchtigungen überschneiden sich vielmehr in aller Regel 
deren erwerbliche Auswirkungen, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit 
grundsätzlich in einer sämtliche Behinderungen umfassenden 
medizinischen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts [BGer] vom 22. Juli 2013, 9C_948/2012, E. 4.3 mit Hin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 13

weis). Dass die Gutachter der MEDAS die Arbeitsfähigkeit in ihrer 
zusammenfassenden Beurteilung unter Berücksichtigung der festgestellten 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen – und mit dem ausdrücklichen 
Hinweis, die prozentualen Einschränkungen in den einzelnen Fachgebieten 
seien nicht additiv – auf 70 % veranschlagten, ist – worauf auch die RAD-
Ärztin med. pract. D.________ in ihrer Stellungnahme vom 24. Februar 
2014 zutreffend hinweist (act. II 124 S. 2) – nachvollziehbar und schmälert 
den Beweiswert der Expertise in keiner Weise.

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht im Übrigen 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hin-
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 
zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353).

Das Gericht hat angesichts dieser Darlegungen keinen Anlass, an der 
Schlüssigkeit des Gutachtens der MEDAS vom 21. Oktober 2013 zu zwei-
feln und es ist nicht zu beanstanden, wenn die IVB darauf abgestellt hat.

Damit liegt eine revisionsrechtlich relevante Verbesserung der medizini-
schen Situation vor, ging doch die Beschwerdegegnerin bei Erlass der Ver-
fügung vom 6. November 2012 aufgrund des damaligen unstabilen Zustan-
des zu Recht von einer vollständigen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aus.

3.5 Hinsichtlich der auf dieser Basis von der Verwaltung vorgenomme-
nen Invaliditätsbemessung wird gerügt, dass ein zu geringer leidensbeding-
ter Abzug vom Tabellenlohn berücksichtigt worden sei. Die Festlegung der 
Vergleichseinkommen an sich wurde – zu Recht – nicht bestritten und ist 
auch nicht zu beanstanden. 

Die IVB hat einen Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 10% gewährt. 
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass dem – wenn schon nicht bei 
der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigten – imperativen Stuhldrang, wenigs-
tens mit der Gewährung eines höheren leidensbedingten Abzuges Rech-
nung zu tragen sei. Die gehäuften Stuhlentleerungen wurden – wie aus den 
Ausführungen auf S. 74 ff. und 83 des Gutachtens ohne weiteres hervor-
geht – bereits im Zumutbarkeitsprofil und mithin bei den Einschränkungen 
in der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, sodass entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin für einen (weitergehenden) leidensbedingten Abzug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 14

vom Tabellenlohn unter diesem Aspekt kein Raum verbleibt. Weitere Krite-
rien für einen höheren Abzug sind bei der 1960 geborenen und seit Jahren 
in der Schweiz lebenden Beschwerdeführerin (mit  Aufenthaltsbewilligung 
C) nicht ersichtlich. Insbesondere bietet auch die auf S. 7, Art. 5 angespro-
chene Tatsache, dass der Beschwerdeführerin nur noch ein Teilzeitpensum 
zugemutet werden könne, rechtsprechungsgemäss keinen Anlass für einen 
leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn dar (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 4. Februar 2014, 9C_199/2013, E. 3.4.2).

3.6 Die Reduktion der bisherigen ganzen auf eine Viertelsrente  ab Mai 
2014 erweist sich damit als rechtmässig, die gegen die entsprechende Ver-
fügung erhobene Beschwerde ist mithin abzuweisen.

4.

4.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche-
rungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensauf-
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.— bis 
Fr. 1'000.— festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Vorliegend werden die Verfahrenskosten, gerichtlich auf Fr. 700.— festge-
setzt, der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt und 
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2015, IV/14/288, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.— werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.