# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 163d7fa0-f3d9-5cfc-a424-5d6999ad06db
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 26.01.2007 A 2006 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2006-18_2007-01-26.pdf

## Full Text

A 06 18

3. Kammer 

URTEIL
vom 26. Januar 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Handänderungssteuer

1. a) Die … AG wurde im Oktober 1996 gegründet. Sie bezweckte gemäss den 

Statuten den Betrieb des …hotel … sowie der zum Hotel gehörenden 

Nebenbetriebe. Ab Oktober 1996 betrieb sie die zur … gehörenden Betriebe, 

nämlich das Hotel …, die Restaurants … und … sowie die …-Bahn wie auch 

weitere Transportanlagen gestützt auf Pachtverträge. Die damaligen 

Eigentümerinnen dieser Betriebe befanden sich damals in finanziellen 

Schwierigkeiten und mussten um Nachlassstundung ansuchen. Im Rahmen 

der Verwertung der Nachlassaktiven der vier alten Aktiengesellschaften 

ersteigerte die …hotel … AG sodann im Jahre 1998 sämtliche Aktiven der 

alten Gesellschaften. Seither führte bzw. führt die …hotel … AG die "…-

Betriebe" als Eigentümerin. In den Jahren ab 1998 tätigte die …hotel … AG 

sowohl in das Hotel wie auch in die Bahnbetriebe grössere Investitionen und 

führte die Betriebe ohne Unterbruch weiter. Die Gesellschaft beschäftigte 

jeweils je nach Saison 80-130 Mitarbeiter. Die Gemeinde … beabsichtigte, auf 

der … die raumplanerischen Voraussetzungen zu schaffen, um eine 

Erweiterung des Hotelbetriebes zu ermöglichen. Der erste von der Gemeinde 

vorgesehene Perimeter Sondernutzungsplanung für die … wurde im Rahmen 

der Landschaftsabstimmung vom 4.3.2001 über den Teil 2 der Revision der 

Nutzungsplanung (Teilbauzonen) sowie der Totalrevision des Baugesetzes 

angenommen. In der Folge wurde auf Vorschlag des Departementes des 

Innern und der Volkswirtschaft Graubünden die Nutzungsplanung auf der … 

überarbeitet. Dieser Planung stimmten die Stimmbürger der Gemeinde … 

schliesslich im Oktober 2003 zu. Sie ist seit Ende Februar 2006 rechtskräftig. 

b) Die Aktionäre der …hotel … AG, nämlich … und …, verkauften mit 

Kaufvertrag vom 7. April 2003 sämtliche Aktien der AG an … und ... Der 

Kaufpreis für sämtliche 200 Namenaktien zu nominell Fr. 1'000.-- sowie jener 

für die Abtretung der Aktionärsdarlehen im Betrage von Fr. 6'929'109.45 

betrug insgesamt Fr. 7.5 Mio. (lit. c Ziff. 1 des Kaufvertrages). Gemäss Vertrag 

wurde mit rechtskräftiger Einzonung einer zusätzlichen zu den bestehenden 

Gebäuden für Wohnzwecke realisierbaren Bruttogeschossfläche von 

mindestens 5'000 m2 ein weiterer Kaufpreis von Fr. 50.-- pro m2 eingezonte 

BGF geschuldet, maximal jedoch 1 Mio. Franken bei 20'000 m2 und mehr 

eingezonter zusätzlicher BGF (lit. c Ziff. 2 des Kaufvertrages). In lit. l Ziff. 2 

des Kaufvertrages bestätigten die Verkäufer, dass nach kommunalem 

Steuergesetz eine Handänderungssteuer nicht geschuldet sei. Sollte 

gleichwohl eine solche Steuer erhoben werden, so sollte diese gemäss 

Vertrag vollumfänglich zu Lasten der Verkäufer gehen. Die Verkäufer gaben 

im Vertrag diese Bestätigung ab, weil ihnen zuvor vom Rechtskonsulenten der 

Gemeinde auf Anfrage hin bestätigt worden war, dass gemäss Steuergesetz 

und der von der Gemeinde geübten Praxis bei einem Verkauf von Aktien einer 

Betriebsgesellschaft keine Handänderungssteuer erhoben werde. Mit 

Verfügungen vom 5. November 2004 wurden … und … zur Bezahlung einer 

Handänderungssteuer von je Fr. 56'250.-- verpflichtet. Die 

Handänderungssteuer wurde auf einen Wert von Fr. 7.5 Mio. erhoben und 

zwar zu einem Steuersatz von 1.5%, was einen Gesamtbetrag von CHF 

112'500.-- ergab. Gegen diese Verfügungen erhoben … und … Einsprachen, 

welche der Kleine Landrat mit Entscheid vom 28. Februar 2006, mitgeteilt am 

3. März 2006, teilweise guthiess und die Handänderungssteuer nur mehr auf 

den Betrag von CHF 4'750'000.-- erhob. Die Steuer betrug danach je Fr. 

35'625.--.

2. Dagegen erhoben … und … am 24. März 2006 Rekurs an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid 

aufzuheben. Sie machen unter ausführlicher Darlegung sowohl der 

bundesgerichtlichen als auch der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung 

geltend, das kommunale Steuergesetz (GStG) erlaube die Erhebung einer 

Handänderungssteuer beim Verkauf einer Betriebsgesellschaft nicht. 

Ausnahmsweise sei dies bloss bei Vorliegen aussergewöhnlicher 

Verhältnisse zulässig, von denen aber hier keine Rede sein könne. 

3. Die Gemeinde … beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Sie ist der Meinung, das GStG lasse die Erhebung der 

Handänderungssteuer gestützt auf die Generalklausel von Art. 15 Abs. 1 auch 

bei Betriebsgesellschaften zu. Im Übrigen habe sich der Verkauf der Aktien 

weitestgehend in der Übertragung der Verfügungsmacht über das 

Grundeigentum erschöpft und sei im Hinblick auf die Zonenplanrevision 

erfolgt. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) abgelöst hat. Die 

Übergangsbestimmung in Art. 85 Abs. 2 VRG legt fest, dass 

Rechtsmittelverfahren sich nach neuem Recht richten, wenn bei dessen In-

Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen ist. Da im 

vorliegenden Fall die Rechtsmittelfrist noch im Jahre 2006 geendet hat, sind 

hier noch die bisherigen Bestimmungen des Verwaltungsgerichtsgesetzes 

anwendbar.

2. Die für die Beurteilung des vorliegenden Streitfalles massgebende 

Bestimmung von Art. 15 GStG hat folgenden Wortlaut:

"Handänderungen an Grundstücken sind, unbekümmert um einen 

Grundbucheintrag, jeder Eigentumswechsel und jede Übertragung der 

tatsächlichen oder wirtschaftlichen Verfügungsgewalt über ein Grundstück.

Geben Teilhandänderungen, insbesondere bei Anteilen in Form von Aktien, 

dem Erwerber die tatsächliche oder wirtschaftliche Verfügungsgewalt über ein 

Grundstück, so hat er für den bisher insgesamt erworbenen Teil und später 

für einen allfälligen Folgeerwerb die Handänderungssteuer zu entrichten.

Als Handänderung gilt insbesondere:

a) die Einbringung in eine Gesellschaft mit juristischer Persönlichkeit;

b) die Umwandlung einer Gesellschaft in eine andere mit juristischer 

Persönlichkeit;

c) der Gesellschaftszusammenschluss oder die Gesellschaftsaufteilung; 

d) der Erwerb von Anteilen und Rechten am Vermögen von 

Immobiliengesellschaften;

e) der Erwerb von Nutzniessung und Wohnrecht;

f) der Erwerb von Benützungsrechten an Abstellplätzen."

Art. 15 GStG ist eine Steuernorm mit wirtschaftlichen Anknüpfungspunkten, 

bei deren Auslegung nicht strikte von der zivilrechtlichen Gestaltung 

auszugehen ist, die der Steuerpflichtige gewählt hat. Vielmehr haben die 

Steuerbehörden den Sachverhalt entsprechend seinem wirtschaftlichen 

Gehalt zu würdigen. Bei steuerrechtlichen Normen, die an wirtschaftliche und 

nicht vorab zivilrechtliche Gegebenheiten anknüpfen, ist die Anwendung der 

wirtschaftlichen Betrachtungsweise nicht davon abhängig, ob die 

Voraussetzungen der Steuerumgehung erfüllt sind (vgl. BGE 109 Ia 99 f. E. 

2a; ASA 58 S. 629 f). Auch wirtschaftliche Anknüpfungspunkte bedürfen 

jedoch einer genügenden Grundlage in einem formellen Gesetz. Das schon 

von Bundesrechts wegen gültige Legalitätsprinzip wird für das Abgaberecht 

im Kanton Graubünden in Art. 42 Gemeindegesetz (GG; BR 175.050) 

dahingehend konkretisiert, dass Steuern nur aufgrund allgemeinverbindlicher 

Erlasse erhoben werden dürfen, welche die Steuerpflicht sowie Gegenstand 

und Mass der Steuern regeln. Aus diesem Gesetzesvorbehalt leiten die 

Rechtsprechung des Bundesgerichtes sowie die massgebende Lehre das 

Erfordernis der Tatbestandsbestimmtheit ab. Das Bundesgericht hat dazu in 

BGE 109 Ia 283 ausgeführt:

"Darüber hinaus steht das Bestimmtheitserfordernis in einem engen 

Zusammenhang mit dem Gesetzesvorbehalt: Soll der Gesetzesvorbehalt eine 

möglichst wirksame rechtsstaatliche Schranke bilden, so muss verlangt 

werden, dass die belastende, in ein Individualrecht eingreifende Norm einen 

optimalen Grad der Bestimmtheit aufweist und nicht unnötig wesentliche 

Wertungen der Gesetzesanwendung überlässt. Die Forderung nach 

Bestimmtheit verwirklicht erst eigentlich den Grundsatz des 

Gesetzesvorbehalts." Nach dem gleichen Urteil ist dieses Bestimmtheitsgebot 

freilich nicht in absoluter Weise zu verstehen. Vor allem die Komplexität der 

im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, die Notwendigkeit einer erst bei der 

Konkretisierung möglichen Wahl, die nicht abstrakt erfassbare Vielfalt der zu 

ordnenden Sachverhalte und das Bedürfnis nach einer sachgerechten 

Entscheidung im Einzelfall rechtfertigten durchaus eine gewisse 

Unbestimmtheit der Normen (BGE 109 Ia 284; ASA 60, S. 6).

In einem anderen Fall leitete das Bundesgericht dieselben Anforderungen aus 

dem Grundsatz der Rechtssicherheit ab, ohne auf das Legalitätsprinzip 

ausdrücklich Bezug zu nehmen: "Die Rechtssicherheit ist im Rechtsstaat von 

grosser Bedeutung. Sie erfordert unter anderem Voraussehbarkeit, 

Berechenbarkeit und Verlässlichkeit des Rechts... Für das Steuerrecht 

bedeutet dies, dass es möglich sein soll, das Steuerobjekt inhaltlich und 

umfänglich in genügendem Masse zu bestimmen, damit der Steuerpflichtige 

die Steuerlast, die auf ihn zukommt, auch einigermassen abschätzen und 

berechnen kann... Indessen lassen sich auch bei sorgfältigster 

gesetzgeberischer Arbeit Auslegungsschwierigkeiten nicht vermeiden. Daher 

bietet auch das beste Steuergesetz keine absolute Rechtssicherheit im Sinne 

der Voraussehbarkeit und Berechenbarkeit" (ASA 58 S. 695 f.; ASA 60, S. 6).

Das Verwaltungsgericht ist schon vor langem zum Schlusse gelangt, dass die 

Norm von Art. 15 GStG sowie gleichlautende Bestimmungen anderer 

Gemeinden die minimalen Anforderungen an die Bestimmtheit eines 

Rechtssatzes bzw. an die Rechtssicherheit nicht in einer Weise erfüllt, dass 

der zur Diskussion stehende Sachverhalt auf dem Wege der durch die 

Gemeinde vorgenommenen Auslegung darunter subsumiert werden könnte, 

wie im Folgenden erneut zu zeigen ist (vgl. PVG 1995 Nr.69; VGE 581/96). 

Die Gemeinde hat daher mit der Veranlagung einer Handänderungssteuer 

gegen Bundesrecht und Art. 42 GG verstossen.

3. Die Gemeinde stützt ihre Ansicht vor allem darauf, dass Art. 15 Abs. 1 GStG 

grundsätzlich alle denkbaren Arten wirtschaftlicher Handänderungen erfasse 

und die folgenden Absätze lediglich exemplikativ gewisse typische 

Tatbestände aufzähle, die jedoch nicht als abschliessend zu betrachten seien. 

In der Tat enthält Art. 15 Abs. 1 GStG eine Generalklausel, welche die 

wirtschaftliche Betrachtungsweise allgemein anordnet. Ein derartiges 

Vorgehen wurde in der Literatur deshalb kritisiert, weil die 

gesetzesanwendenden Behörden einer solchen Generalklausel Inhalt geben 

müssten und niemand zum vorneherein wisse, ob ein bestimmter Tatbestand 

die Besteuerung auslöse oder nicht. Das Erfordernis der 

Tatbestandsbestimmtheit sei somit nicht erfüllt. Eine derart integrale 

Verwirklichung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise schiesse über das Ziel 

hinaus (Locher, Das Objekt der bernischen Grundstückgewinnsteuer, S. 32). 

Diese Einwände und Bedenken entfielen weitgehend, wenn anstelle einer 

generellen (subsidiären) Massgeblichkeit der wirtschaftlichen 

Betrachtungsweise die einzelnen unechten Lücken im Gesetz durch präzise 

Spezialklauseln bzw. so genannte Ersatztatbestände ausgefüllt würden. Auf 

diese Weise würden die einzelnen Tatbestände gewissermassen ins Gesetz 

integriert. Dies sei die sachgemässe, mit Rechtssicherheit, dem Grundsatz 

der Voraussehbarkeit der Besteuerung sowie dem Legalitätsprinzip am 

ehesten vereinbare Lösung, um Schleichwegen des Steuerpflichtigen zu 

begegnen und die wirtschaftliche Betrachtungsweise zu verwirklichen 

(Locher, a.a.O., S. 33, mit weiteren Hinweisen). Wenn auch nach der unter 

E.2 umschriebenen Rechtsprechung dort, wo die wirtschaftliche 

Betrachtungsweise generell vom Gesetz vorgeschrieben wird, ihre 

Anwendung nicht davon abhängig ist, ob die Voraussetzungen der 

Steuerumgebung vorliegen, so gebieten doch die unter E.2 und die soeben 

erörterten Bedenken hinsichtlich des Legalitätsprinzips und der 

Rechtssicherheit eine restriktive und zurückhaltende Interpretation dessen, 

was als wirtschaftliche Handänderung zu betrachten sei. Im vorliegenden Fall 

enthält nun das Gesetz die unter den genannten Gesichtspunkten 

bedenkliche Generalklausel und zählt zugleich eine Reihe von 

Ersatztatbeständen auf. Es kann zwar mit der Gemeinde davon ausgegangen 

werden, dass die Enumerierung der Ersatztatbestände aufgrund der 

gesetzlichen Formulierung nicht geradezu als abschliessend verstanden 

werden muss. Nach dem oben Gesagten muss jedoch aus Gründen der 

Tatbestandsbestimmtheit und der Rechtssicherheit darauf geschlossen 

werden, dass die Ersatztatbestände, soweit sie dem Gesetzgeber bekannte 

Formen betreffen, vollständig aufgezählt sind und mit der Generalklausel nur 

die Möglichkeit geschaffen werden wollte, neue bisher unbekannte Vorgänge, 

die zu einer wirtschaftlichen Handänderung führen, oder aber besondere 

Verhältnisse bei Sachverhalten zu erfassen, die üblicherweise nicht als 

wirtschaftliche Handänderungen betrachtet werden. Dies führt dazu, dass die 

Auslegung der Gemeinde vor dem Legalitätsprinzip und dem Prinzip der 

Rechtssicherheit nicht standhält, wie im Folgenden zu zeigen ist.

4. Es stellt sich die Frage, ob gestützt auf die Generalklausel von Art. 15 Abs. 1 

GStG eine Handänderungssteuer auch bei einem Handwechsel einer 

Betriebsgesellschaft erhoben werden kann, obwohl in Art. 15 Abs. 3 lit. d 

GStG nur die Übertragung von Mehrheitsbeteiligungen an 

Immobiliengesellschaften als Ersatztatbestand erwähnt wird. 

Im wegleitenden Entscheid BGE 99 Ia 462 ff. hat es das Bundesgericht mit 

Grund als sachlich gerechtfertigt bezeichnet, die Abgabepflicht auf die 

Übertragung von Aktien einer Immobiliengesellschaft zu beschränken und bei 

Erwerbsgesellschaften mit vielleicht bedeutenderem kapitalmässigen 

Liegenschaftsbesitz keine Steuer zu erheben. Zur Begründung führte das 

Bundesgericht aus, wenn der Zweck einer Gesellschaft zur Hauptsache im 

Erwerb, in der Verwaltung und dem Wiederverkauf von Grundstücken 

bestehe, dann erfülle die Veräusserung der Gesellschaftsanteile wirtschaftlich 

die gleiche Funktion wie die Übertragung des Eigentums an den 

Liegenschaften. Der Käufer erlange dadurch die Verfügungsmacht über das 

Gesellschaftsvermögen, und da dieses zur Hauptsache aus Grundstücken 

bestehe, erschöpfe sich wirtschaftlich der Vorgang im wesentlichen darin, 

dass dem Erwerber eine Stellung wie diejenige eines Eigentümers der 

betreffenden Grundstücke verschafft werde. Anders verhalte es sich hingegen 

beim Verkauf der Aktien einer Erwerbsgesellschaft. Dessen Wirkungen 

erschöpften sich nicht in der Übertragung der Verfügungsmacht über die im 

Eigentum der Gesellschaft befindlichen Grundstücke; diese Verfügungsmacht 

sei lediglich ein Ausfluss der viel weitergehenden Beherrschung des 

gesamten Unternehmens, die der Käufer mit dem Erwerb der Aktien erlange. 

Der Grund, der es als gerechtfertigt erscheinen lässt, den Übergang der 

Aktien jenem des Grundeigentums gleichzustellen, fehle somit dann, wenn 

die Aktien einer Betriebsgesellschaft veräussert würden. 

Nur wenn ein Rechtsgeschäft wirtschaftlich der Übertragung von Grund und 

Boden gleichkomme, und sich darin erschöpfe, d.h. nur bei Übertragung des 

Aktienbesitzes an Immobiliengesellschaften, lasse sich mit triftigen Gründen 

rechtfertigen, den Übergang der Aktien steuerlich wie den Übergang des 

Eigentums an Grundstücken zu behandeln, während solche gewichtigen 

Gründe fehlten, wenn eine Betriebsgesellschaft, die Eigentümerin von 

Grundstücken ist, durch Übertragung der Aktien in andere Hände übergehe. 

Nach § 161 des zürcherischen Steuergesetzes seien den Handänderungen 

an Grundstücken Rechtsgeschäfte gleichgestellt, die bezüglich der 

Verfügungsgewalt über Grundstücke tatsächlich und wirtschaftlich wie 

Handänderungen wirken. Obschon das Steuergesetz solchermassen die 

wirtschaftliche Betrachtung ausdrücklich zulasse, stehe auch die zürcherische 

Rechtslehre in Übereinstimmung mit der Praxis auf dem Standpunkt, die 

Steuer dürfe nur bei Übertragung von Beteiligungen an reinen 

Immobiliengesellschaften erhoben werden.

Zusammenfassend hält das Bundesgericht fest, es lasse sich nur dann mit 

triftigen sachlichen Gründen rechtfertigen, den Übergang der Gesamtheit oder 

der überwiegenden Mehrheit der Aktien der Übertragung des Eigentums an 

Grundstücken der Gesellschaft gleichzustellen, wenn der Aktienübergang 

wirtschaftlich einem Grundstückkauf gleichkomme und seine Wirkung sich 

darin erschöpfe. Das sei entsprechend der bisherigen bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nur bei Immobiliengesellschaften der Fall, es wäre denn, 

dass aussergewöhnliche Verhältnisse ausnahmsweise auch die Besteuerung 

des Aktienübergangs von Betriebsgesellschaften zu rechtfertigen 

vermöchten.

Die bundesgerichtlichen Überlegungen zeigen deutlich, dass es sich auch 

dort wo, wie vorliegend, eine Generalklausel die wirtschaftliche 

Betrachtungsweise vorschreibt, nicht rechtfertigt, den Aktienübergang von 

Betriebsgesellschaften mit der Handänderungssteuer zu belegen, es sei 

denn, dass besondere Verhältnisse vorlägen. 

5. Die Vorinstanz hat nun im angefochtenen Entscheid nicht in Abrede gestellt, 

dass es sich bei der von den Rekurrenten erworbenen AG nicht um eine 

Immobilien-, sondern um eine Betriebsgesellschaft handelt. Weitere 

Ausführungen dazu erübrigen sich daher, und es kann stattdessen auf den 

Sachverhalt und die ausführliche Begründung der Rekurrenten verwiesen 

werden. Die Gemeinde scheint indessen der Ansicht zu sein, dass 

ausserordentliche Verhältnisse bestünden, die auch die Besteuerung beim 

Aktienübergang einer Betriebsgesellschaft rechtfertigten. Diese besonderen 

Umstände sieht sie darin, dass der Wert der Liegenschaften den 

Übernahmepreis für die Unternehmung hauptsächlich beeinflusste. Für diese 

Behauptung, für welche die Gemeinde beweispflichtig wäre, findet sich 

indessen in den Akten kein nennenswerter Anhaltspunkt. Aufgrund der 

ganzen Unternehmensstruktur, wie sie im Sachverhalt dargestellt wurde, 

muss im Gegenteil davon ausgegangen werden, dass der 

Liegenschaftenbesitz für die Preisbildung zwar eine Rolle spielte, diese aber 

eher untergeordneter Natur war. So wurden etwa mit dem Kaufpreis von Fr. 

7.5 Mio. Aktionärsdarlehen für 6.9 Mio. Franken abgelöst. Weiter mag die im 

Sachverhalt beschriebene Zonenplanänderung sich auch preisbildend 

ausgewirkt haben, was sich auch an der vereinbarten Preisnachzahlung zeigt. 

Indessen kann deshalb nicht gesagt werden, es lägen ausserordentliche oder 

ungewöhnliche Verhältnisse vor. Tatsache ist, dass die von den Rekurrenten 

erworbene Gesellschaft immer noch ihre Betriebe führt. Auch diesbezüglich 

kann auf die ausführliche Darstellung der Rekurrenten verwiesen werden, 

welcher die Gemeinde nichts Substantielles entgegenhält. Es ist daher 

geradezu abwegig, wenn die Gemeinde behauptet, der Aktienkauf habe sich 

weitestgehend in der Übertragung der Verfügungsmacht über die 

Liegenschaft erschöpft. Dass dies zwar auch mitgespielt hat, bedeutet eben 

nicht, dass sich der Handel darin erschöpft, was nach der erwähnten 

Rechtsprechung eben erforderlich wäre, um die von der Gemeinde erhobene 

Besteuerung vornehmen zu können. Nach dem Gesagten sind somit die 

Voraussetzungen für die Erhebung einer Handänderungssteuer vorliegend 

nicht gegeben, weshalb der angefochtene Entscheid aufzuheben ist.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gemeinde, 

welche die anwaltlich vertretenen Rekurrenten überdies angemessen 

aussergerichtlich zu entschädigen hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 5'266.--

gehen zulasten der Gemeinde … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Gemeinde … entschädigt … und … aussergerichtlich gesamthaft mit Fr. 

3'000.-- (inkl. MWST).