# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d517792a-d4dd-5b34-95cf-8cb18957434a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Anwaltskommission 17.09.2009 AVV.2009.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_AK_001_AVV-2009-18_2009-09-17.pdf

## Full Text

2009 Anwaltsrecht 51 

schon von vornherein absehbar. So erscheint insbesondere die Aus-
übung des Mandates im eigenen Namen und auf eigene Verantwor-
tung (Art. 12 lit. b BGFA) auch im Rahmen eines Anstellungsver-
hältnisses unter den in Statuten und Organisationsreglement gesetz-
ten Rahmenbedingungen problemlos möglich, und die Verantwort-
lichkeit gegenüber der disziplinarischen Aufsichtsbehörde bleibt be-
stehen. Das Erfordernis des Abschlusses einer Berufshaftpflichtversi-
cherung (Art. 12 lit. f BGFA) erfüllen die Gesuchsteller bei Ab-
schluss des Vertrages gemäss eingereichter Offerte ebenfalls. Ebenso 
sind bezüglich Berufsgeheimnis (Art. 13 Abs. 1 BGFA) keine 
Probleme ersichtlich, da vorgesehen ist, mit den Mandanten einen 
schriftlichen Mandatsvertrag mit Entbindungserklärung hinsichtlich 
des Berufsgeheimnisses gegenüber einer allfälligen Revisionsstelle 
abzuschliessen. 

Somit kann festgestellt werden, dass einer Aufrechterhaltung 
des Registereintrages der Gesuchsteller nach deren Anstellung in der 
zu gründenden "X. Rechtsanwälte AG" nichts entgegensteht, soweit 
die eingereichten Unterlagen hierbei zur Anwendung kommen. 

8 Art. 12 lit. a BGFA 
Verbot des Direktkontakts mit anwaltlich vertretener Gegenpartei; gilt 
nicht absolut, sondern ist unter Würdigung aller Umstände zu handha-
ben. Zulässigkeit des Direktkontakts, wenn Gegenpartei Kontakt selber 
sucht sowie bei anderen triftigen Gründen, z.B. bei zeitlicher Dringlich-
keit. 

Entscheid der Anwaltskommission vom 17. September 2009 i.S. W. 
(AVV.2009.18). 

9 Art. 13 BGFA 
Tötung der Ehefrau (Klientin im Eheschutzverfahren), Entbindung der 
Anwältin vom Berufsgeheimnis im polizeilichen Ermittlungsverfahren 
gegen den Ehemann (Täter). An der Abklärung der Motive des Täters 
besteht ein höherwertiges Interesse als an der Aufrechterhaltung des 
Berufsgeheimnisses.