# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c418161f-34fc-5ce3-86aa-6132306fcede
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.06.2023 SK 2022 342
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-342_2023-06-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 342

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Juni 2023 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.)
Oberrichter Schmid, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
 

Berufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Geldwä-
scherei, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 24. Februar 2022 (PEN 21 906)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 24. Februar 2022 wurde der Beschuldigte A.________ (nachfolgend 
Beschuldigter) durch das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht, nach-
folgend Vorinstanz) der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, men-
genmässig qualifiziert sowie banden- und gewerbsmässig begangen durch Ver-
äusserung von Kokain und Heroin in der Zeit vom 21. Oktober 2020 bis am 8. Fe-
bruar 2021 in C.________, der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit 
vom 21. Oktober 2020 bis am 8. Februar 2021 in C.________, des Vergehens ge-
gen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen durch Fahren ohne Berech-
tigung am 2., 11. und 15. September 2020 in C.________ sowie am 26. September 
2020 in der Region C.________ und H.________, der Übertretung gegen das 
Strassenverkehrsgesetz, begangen am 26. September 2020 in der Region 
C.________ und H.________ durch mangelnde Aufmerksamkeit, sowie der Über-
tretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit vom 21. Oktober 
2020 bis am 8. Februar 2021 in C.________ durch Besitz und Konsum von Betäu-
bungsmitteln, schuldig erklärt (pag. 1699, Ziff. I.1.-5. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs). In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte 
die Vorinstanz den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wobei 
der Vollzug für eine Teilstrafe von 24 Monaten aufgeschoben, die Probezeit auf 
zwei Jahre festgesetzt und für die Dauer der Probezeit Bewährungshilfe (inkl. Ab-
stinenzkontrolle hinsichtlich unbefugten Konsums von Betäubungsmitteln, nament-
lich Kokain) angeordnet wurde. Weiter wurde der Beschuldigte zu einer Geldstrafe 
von 130 Tagessätzen zu CHF 20.00, ausmachend CHF 2'600.00, wobei der Voll-
zug aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde, sowie zu 
einer Übertretungsbusse in der Höhe von CHF 300.00, unter Festsetzung der Er-
satzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf fünf Tage, verurteilt. Die 
Vorinstanz verzichtete sodann auf die Anordnung einer Landesverweisung und 
auferlegte dem Beschuldigten die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insge-
samt CHF 28'148.40 zur Bezahlung (pag. 1700, Ziff. I.1.-5. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs). Schliesslich wurde die amtliche Entschädigung und das volle 
Honorar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt 
B.________ bestimmt und die weiteren Verfügungen getroffen (pag. 1701 f., Ziff. II. 
und Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der zuständige Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland mit Eingabe vom 28. Februar 2022 fristgerecht Berufung an 
(pag. 1709). Mit Verfügung vom 17. Mai 2022 wurde den Parteien die schriftliche 
Urteilsbegründung zugestellt (pag. 1777 f.). Die Berufungserklärung der General-
staatsanwaltschaft datiert vom 24. Mai 2022 und langte frist- und formgerecht beim 
Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 1789 ff.).

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Der Beschuldigte verzichtete mit Eingabe vom 15. Juni 2022 darauf, Anschlussbe-
rufung zu erklären oder Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung der Gene-
ralstaatsanwaltschaft geltend zu machen (pag. 1790).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Über den Beschuldigten wurde im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung 
von Amtes wegen ein Führungsbericht des Regionalgefängnisses C.________ für 
die Zeit bis zur Entlassung am 28. Februar 2022 (datierend vom 28. Juni 2022), ein 
aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 12. Mai 2023), ein aktueller Betrei-
bungsregisterauszug (datierend vom 11. Mai 2023), ein Leumundsbericht inkl. wirt-
schaftliche Verhältnisse (datierend vom 9. Mai 2023) sowie ein ergänzender Be-
richt hinsichtlich der Prüfung einer strafrechtlichen Landesverweisung (datierend 
vom 17. April 2023) eingeholt (pag. 1798 f., pag. 1835, pag. 1823 ff., pag. 1838 ff. 
und pag. 1812 ff.). Ebenfalls eingeholt wurde ein aktueller Auszug aus dem Ver-
lustschein-Journal (datierend vom 23. Mai 2023) sowie Kopien der Sozialhilfebud-
gets für die Zeit von März 2022 bis Juni 2023 (pag. 1874 ff. und pag. 1843 ff.).

Da der Beschuldigte der oberinstanzlichen Verhandlung zweimal unentschuldigt 
fernblieb (vgl. dazu Ziff. 4 nachfolgend), konnte er von der Kammer nicht nochmals 
zur Sache und zur Person befragt werden. Es liegen damit keine oberinstanzlichen 
Aussagen vor.

4. Abbruch und Neuansetzung der oberinstanzlichen Verhandlung

Mit Schreiben vom 23. Mai 2023, vorab eingereicht per Fax und E-Mail, ersuchte 
Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten um Verschiebung des obe-
rinstanzlichen Verhandlungstermins vom 25. und 26. Mai 2023. Zur Begründung 
seines Antrags führte er aus, der Beschuldigte befinde sich sowohl psychisch als 
auch physisch in einem sehr schlechten Zustand und habe deshalb einen Arzt auf-
gesucht. Dieser habe ihm eine Verhandlungsunfähigkeit vom 22. bis am 26. Mai 
2023 attestiert. Für den Beschuldigten sei es daher aus medizinischen Gründen 
unzumutbar, an der oberinstanzlichen Verhandlung teilzunehmen und dessen Ver-
teidigungsrechte könnten infolge seines gesundheitlichen Zustands kurz vor dem 
Termin der Berufungsverhandlung nur ungenügend wahrgenommen werden 
(pag. 1879 f., pag. 1883 f. bzw. pag. 1886 f.). In der Beilage reichte Rechtsanwalt 
B.________ ein Arztzeugnis, datierend vom 22. Mai 2023 und mit der handschriftli-
chen Ergänzung «Ferhandlungsunfähig» ein, welches dem Beschuldigten eine Ar-
beitsunfähigkeit infolge Krankheit vom 22. bis am 26. Mai 2023 attestierte 
(pag. 1881, pag. 1885 bzw. pag. 1888). Mit Verfügung vom 24. Mai 2023 wurde der 
Antrag des Beschuldigten auf Verschiebung des oberinstanzlichen Verhandlungs-
termins abgewiesen. Begründend wurde ausgeführt, dass dem eingereichten Arzt-
zeugnis kaum Aussagekraft zukomme, zumal eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 
wegen Krankheit während nur fünf Tagen bestätigt und das Zeugnis vermutungs-
weise nachträglich noch mit «Ferhandlungsunfähigkeit» ergänzt worden sei. Der 
Zeitpunkt des Arztzeugnisses werfe daher Fragen auf und der angeblich psychisch 
und physisch schlechte Zustand des Beschuldigten ergebe sich überdies nur aus 
den Ausführungen von Rechtsanwalt B.________. Da zur oberinstanzlichen Ver-
handlung zudem bereits am 27. Juni 2022 vorgeladen worden sei, habe auch 

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genügend Zeit zur Vorbereitung bestanden, so dass die Verteidigungsrechte des 
Beschuldigten genügend gewahrt seien. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen 
wurde am Termin vom 25. und 26. Mai 2023 festgehalten (pag. 1890 f.).

Am 25. Mai 2023 erschien der Beschuldigte unentschuldigt nicht zum Verhand-
lungstermin. Rechtsanwalt B.________ beantragte daraufhin unter anderem, die 
Verhandlung vom 25. und 26. Mai 2023 infolge Abwesenheit des Beschuldigten zu 
verschieben und abzusetzen sowie zu einem späteren Zeitpunkt neu anzusetzen. 
Begründend führte er aus, zufolge Ablehnung des Verschiebungsgesuchs gelte die 
Abwesenheit des Beschuldigten als unentschuldigt. Da die Generalstaatsanwalt-
schaft Berufungsführerin sei, sei Art. 407 Abs. 2 StPO einschlägig, welcher ein Ab-
wesenheitsverfahren nach Art. 366 f. StPO vorsehe. Mit Blick auf die bundesge-
richtliche Rechtsprechung sowie die herrschende Lehre sei die Berufungsverhand-
lung ein erstes Mal zu verschieben und erst bei einem zweiten Termin ein Abwe-
senheitsverfahren durchzuführen, ansonsten die Rechte des Beschuldigten (recht-
liches Gehör, Recht auf Verteidigung sowie auf Teilnahme am gerichtlichen Verfah-
ren) verletzt würden (pag. 1895 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte die 
Gutheissung dieses Antrags. Dem Beschuldigten sei die Chance zu gewähren, das 
nächste Mal erscheinen zu können, dies jedoch mit dem Hinweis auf ein Abwesen-
heitsverfahren bei erneutem unentschuldigtem Fernbleiben (pag. 1896). Die Kam-
mer beschloss daraufhin nach kurzer geheimer Beratung unter anderem, die Ver-
handlung infolge Abwesenheit des Beschuldigten abzusetzen und zu einem späte-
ren Zeitpunkt erneut anzusetzen (pag. 1896). Infolgedessen wurde mit Vorladung 
vom 25. Mai 2023 festgestellt, dass der Beschuldigte zur Verhandlung am 25. Mai 
2023 unentschuldigt nicht erschienen war und die Verhandlung neu auf den 
22. Juni 2023 angesetzt (pag. 1898 f.).

Am 22. Juni 2023 erschien der Beschuldigte erneut nicht zur oberinstanzlichen 
Verhandlung. Nachdem eine Viertelstunde zugewartet wurde, der Beschuldigte 
aber nach wie vor nicht erschienen war, nahm das Verfahren gemäss Art. 407 
Abs. 2 StPO und wie mit Vorladung vom 25. Mai 2023 – dem Beschuldigten zuge-
stellt am 26. Mai 2023 (pag. 1906) – in Aussicht gestellt seinen Fortgang 
(pag. 1905).

5. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte im Rahmen der oberinstanzlichen Ver-
handlung Folgendes (pag. 1918 f., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 24. Februar 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Schuldsprüche wegen mengen-, banden- und gewerbsmässig qualifizierter Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz, qualifizierter Geldwäscherei, mehrfachen Vergehens gegen 
das Strassenverkehrsgesetz, Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes und Übertretung des 
Betäubungsmittelgesetzes (Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln);

2. der Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

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3. der weiteren Verfügungen gemäss Ziff. 2-5 erstinstanzliches Urteilsdispositiv.

II.

A.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche und in Anwendung der einschlägigen 
Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 58 Monaten;

2. zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 20.00, ausmachend total CHF 900.00, wobei 
der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben sei unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren;

3. zu einer Busse von CHF 1'100.00;

4. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren mit Ausschreibung im SIS;

5. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Zustimmung zur Löschung der erkennungsdienstlichen Daten von A.________ und des 
DNA-Profils (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der Frist dem zuständigen Bundesamt bzw. dem für 
die Führung von AFIS zuständigen Dienst zu erteilen.

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 2 BetmG und Art. 29a Abs. 1 
GwG).

Rechtsanwalt B.________ stellte für den Beschuldigten folgende Anträge 
(pag. 1920 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass Ziff. I. des Urteils vom 24.2.2022 des Regionalgerichts Bern-Mittelland in-
soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als dass Herr A.________

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, qualifizierter Fall (Art. 19 Abs. 1 lit. c 
i.V.m. Abs. 2 lit. a + b + c BetmG), begangen durch Veräusserung von Betäubungsmittel in der 
Zeit vom 21.10.2020 bis am 8.2.2021 in C.________ (i.S.v. Ziff. I./A./1.+2. der Anklageschrift vom 
20.8.2021);

2. der Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit, b und c StGB), qualifiziert begangen in der 
Zeit vom 21.10.2020 bis am 8.2.2021 in C.________ (i.S.v. Ziff. I./A./5. der Anklageschrift vom 
20.8.2021);

3. der Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG), mehrfach began-
gen durch Fahren ohne Berechtigung; am 2.9.2020, ca. 18.40 Uhr, von D.________ nach 
E.________; am 11.9.2020, ca. 08.54 Uhr, von C.________ nach G.________; am 15.9.2020, 
ca. 16.12 Uhr, in D.________ und Umgebung; am 26.9.2020, ca. 15.37 Uhr, von H.________ 
nach C.________ (i.S.v. Ziff. I./A./6. der Anklageschrift vom 20.8.2021);

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4. der Übertretung gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 1 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG; 
Art. 3 Abs. 1 VRV), begangen durch mangelnde Aufmerksamkeit, am 26.9.2020, ca. 15.37 Uhr, 
von H.________ nach C.________ (i.S.v. Ziff. I./A./7. der Anklageschrift vom 20.8.2021);

5. der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 19a Abs. 1 
BetmG), begangen durch Besitz und Konsum von Betäubungsmittel in der Zeit vom 21.10.2020 
bis am 8.2.2021 in C.________ (i.S.v. Ziff. I./A./3.+4 der Anklageschrift vom 20.8.2021);

schuldig erklärt wurde.

Hinsichtlich der vorgenannten Schuldsprüche sei Herr A.________ in Bestätigung von Ziff. I. des Ur-
teils vom 24.2.2022 des Regionalgerichts Bern-Mittelland und in Anwendung der einschlägigen Ge-
setzesbestimmungen

zu verurteilen

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon der Vollzug für eine Teilstrafe von 24 Monaten 
aufzuschieben sei, dies unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Während der Probe-
zeit sei eine Bewährungshilfe anzuordnen (inkl. Abstinenzkontrolle hinsichtlich unbefugten Kon-
sums von Betäubungsmittel, namentlich Kokain). Die ausgestandene Polizei-, Untersuchungs-und 
Sicherheitshaft im Umfang von 382 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.

2. Zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je CHF 20.00, ausmachend CHF 2'600.00, wobei 
der Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben sei.

3. Zu einer Übertretungsbusse von total CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung sei auf fünf Tage festzusetzen.

4. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten.

Eventualiter: Es sei auf eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) zu verzichten.

II.

Des Weiteren:

1. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich Herrn A.________ aufzuerlegen.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Die amtliche Entschädigung des Verteidigers aus dem Verfahren vor erster Instanz sei gemäss 
Ziff. II des Urteils vom 24.2.2022 zu bestimmen.

4. Herr A.________ sei eine angemessene Entschädigung i.S.v. Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 
Abs. 1 lit. a StPO für sämtliche entstandenen Verteidigungskosten vor zweiter Instanz gemäss 
einzureichender Kostennote zuzusprechen. Im Übrigen sei die amtliche Entschädigung gemäss 
einzureichender Kostennote zu bestimmen.

5. Von den beschlagnahmten Gegenständen und Vermögenswerte gemäss Ziff. II./1.11.4. der 
Anklageschrift vom 20.8.2021 seien sämtliche nicht mit dem Delikt in Zusammenhang stehenden 
Gegenstände und Inhalte sowie Vermögenswerte an Herrn A.________ auszuhändigen.

6. Die weiteren gerichtlichen Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

Die Generalstaatsanwaltschaft hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungser-
klärung vom 24. Mai 2022 in Teilen angefochten. Ihre Berufung beschränkt sich auf 
die Strafzumessung, insbesondere hinsichtlich der von der Vorinstanz angenom-
menen Drogenmenge, sowie den Verzicht auf die Anordnung der Landesverwei-
sung (pag. 1786).

Damit sind Ziff. I. (Schuldsprüche wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, qualifizierter Geldwäscherei, Vergehens gegen das Stras-
senverkehrsgesetz, einfacher Verkehrsregelverletzung gegen das Strassenver-
kehrsgesetz sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz), Ziff. I.5. 
(Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten), Ziff. II. (Be-
stimmung der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars von Rechtsanwalt 
B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erstinstanzlichen 
Verfahren inkl. Festlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten) 
und Ziff. III.2.-5. (Verfügungen betreffend Beschlagnahmungen inkl. Verrechnung 
von CHF 70.00 mit der Übertretungsbusse, Verbleib von Beweismitteln bei den Ak-
ten und Rückgabe von diversen Gegenständen an den Beschuldigten) in Rechts-
kraft erwachsen.

Durch die Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die angefochtenen Punkte 
gemäss Ziff. I.1.-3. (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, zu einer 
Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu CHF 20.00 sowie zu einer Übertretungsbusse 
von CHF 300.00) und Ziff. I.4. (Verzicht auf die Anordnung einer Landesverwei-
sung). Nicht der Rechtskraft zugänglich und von der Kammer ebenfalls neu zu be-
urteilen sind die Ziffn. III.6. und 7. (Verfügung betreffend das erstellte DNA-Profil 
sowie betreffend die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten).

Die Kammer verfügt hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Zufolge der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf 
das erstinstanzliche Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert wer-
den; das Verschlechterungsverbot gilt nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Berufung auf die Strafzumessung sowie 
den Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung beschränkt und demge-
genüber die Rechtskraft der erstinstanzlichen Schuldsprüche verlangt. Der Sach-
verhalt ist in Bezug auf den Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz von der Kammer ungeachtet dieser Rechtskraft dennoch 
zu überprüfen, zumal die Menge veräusserter Drogen im Hinblick auf die von der 
Generalstaatsanwaltschaft angefochtene Strafzumessung von Relevanz ist. Die 
Generalstaatsanwaltschaft beantragte die Rechtskraft des Schuldspruchs wegen 
qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz nur deshalb, weil 

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die Vorinstanz in ihrem Dispositiv keine Angaben zur Drogenmenge aufgenommen 
hatte; am Schuldspruch will sie jedoch nichts geändert haben.

Nicht bestritten und oberinstanzlich nicht mehr aufgegriffen wurden von den Partei-
en die vorinstanzlichen Ausführungen zum Sachverhalt sowie zur rechtlichen Wür-
digung betreffend die Vorwürfe der qualifizierten Geldwäscherei, des mehrfachen 
Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Fahren ohne Berechtigung, 
der einfachen Verkehrsregelverletzung durch mangelnde Aufmerksamkeit sowie 
der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Besitz und Konsum 
von Betäubungsmitteln. Diese Vorwürfe werden in sachverhaltlicher und rechtlicher 
Hinsicht von der Kammer zufolge Rechtskraft nicht mehr überprüft und erst im 
Rahmen der Strafzumessung aufgegriffen. 

8. Sachverhalt

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 20. August 2021 hinsichtlich der 
qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz Folgendes vorge-
worfen (pag. 1260 ff.):

1. unbefugte Veräusserung von Betäubungsmitteln, qualifizierter Fall (Art. 19 Abs. 1 Bst. c 
i.V.m. Abs. 2 Bst. a, b + c BetmG)

mehrfach begangen

in der Zeit vom 21. Oktober 2020 bis zum 8. Februar 2020 in C.________, und Umgebung

Der Beschuldigte beteiligte sich während mehreren Monaten in C.________ und Umgebung be-
wusst und unbefugt am organisierten Handel mit Kokain und Heroin. Er handelte gemäss Anwei-
sungen per Telefonanruf, Sprachnachrichten und Textnachrichten von einem Organisator mit al-
banischer Telefonnummer, den er als «F.________» kannte. Er wirkte zusammen mit mehreren 
Personen, die ihre Anweisungen ebenfalls von den gleichen Organisatoren erhalten hatten.

Der Beschuldigte nahm ca. am 08.12.2020 an seinem Wohnort ca. 50g Kokain in seinen Besitz, 
welche eine unbekannte Person (Drogenläufer) dort zurückgelassen hatte. Der Beschuldigte 
nahm am 17.12.2020 von der mit ihm befreundeten I.________ 97.5g Kokain entgegen. Der Be-
schuldigte nahm im Dezember 2020 und Januar 2021 bei mindestens 8 Treffen von den ihm nicht 
näher bekannten und nicht im Raum C.________ wohnhaften Lieferanten J.________, 
K.________ und L.________ (am 21.12.2020;26.12.2020, 29.12.2020, 08.01.2021, 10.01.2021), 
sowie M.________ (am 23:01.2021, sowie mindestens an zwei weiteren unbekannten Daten) in 
der Regel mindestens 150g Kokain pro Lieferung, sowie teilweise auch Heroin entgegen. Der Be-
schuldigte nahm am 08.01.2021 von dem ihm von Drogengeschäften bekannten N.________ 20g 
Heroin entgegen. Der Beschuldigte nahm am 09.01.2021 von einer unbekannten Person 200g 
Kokain und 100g Heroin entgegen. Der Beschuldigte nahm bei weiteren Treffen weitere Mengen 
an Kokain und Heroin entgegen. Die Drogen bewahrte er in seiner Wohnung oder der Umgebung 
auf.

Vom 08.12.2020 bis zum 23.01.2021 übergab der Beschuldigte gemäss Anweisungen des Orga-
nisators grösstenteils auf dem Vorplatz vor seinem Wohnhaus an der O.________ (Strasse) vor-
her selbst portionierte Einheiten von Kokain und Heroin an zu diesem Zweck herbeikommende 

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Abnehmer. Die Abnehmer übergaben dem Beschuldigten im Gegenzug gestützt auf ihre Kommu-
nikation mit dem Organisator den vereinbarten Kaufpreis in der Form von Bargeld.

Das Kokain mit einem Reinheitsgehalt von mindestens 75.5 % Cocain Base verkaufte der Be-
schuldigte in Einzelportionen von ca. 2.5g bis 40g zu ca. CHF 70 pro Gramm. Das Heroin mit ei-
nem Reinheitsgehalt von mindestens 28% Hydrochlorid verkaufte der Beschuldigte in Einzelporti-
onen von ca. 2g bis 20g für ca. CHF 40 pro Gramm.

Bei den Abnehmern handelte es sich um ca. 20 regelmässig wiederkehrende, oft süchtige Perso-
nen, welche der Beschuldigte in seiner Kommunikation und seinen Notizen mit Spitznamen be-
zeichnete. Ein Teil dieser Abnehmer ist bekannt, ein Teil unbekannt. Zu diesen Abnehmern gehör-
ten I.________, P.________, «N.________», «Q.________», R.________, S.________, 
T.________, «U.________», «V.________», «W.________», «X.________», «Y.________», 
«Z.________», «AA.________», «AB.________», «AC.________», «AD.________», 
«AE.________», «AF.________», «AG.________», «AH.________», «AI.________», 
«AJ.________», «AK.________», «AL.________», «AM.________». N.________ erwarb beim 
Beschuldigten bei mind. 11 Treffen mind. 147.5g Kokain und mind. 39g Heroin und bezahlte dafür 
mind. CHF 9’960.00. Q.________ erwarb beim Beschuldigten bei mind. 15 Treffen mind. 106g 
Kokain und mind. 28.8g Heroin und bezahlte dafür mind. CHF 7'719.20. R.________ erwarb beim 
Beschuldigten bei mind. 14 Treffen mind. 177.5g Kokain und mind. 42.5g Heroin und bezahlte 
dafür mind. CHF 11'905.00. S.________ erwarb beim Beschuldigten bei mind. 5 Treffen mind. 40g 
Kokain und mind. 60g Heroin und bezahlte dafür mind. CHF 5'590.00. Auch die anderen Abneh-
mer erwarben in vergleichbarer Weise bei mehreren Treffen grössere Mengen an Kokain und He-
roin beim Beschuldigten.

Der Beschuldigte übergab zusätzlich bei mehreren Gelegenheiten Kokain und Heroin an ausländi-
sche, meist albanische, Drogenhändler, die sich für mehrere Wochen als Touristen in C.________ 
aufhielten (Drogenläufer). Er tat dies, damit die Drogenläufer die Drogen verkaufen und den Erlös 
an die Drogenhandels-Organisation abliefern sollten. So übergab er am 09.01.2021 an einen un-
bekannten Drogenläufer 70g Kokain und 40g Heroin, später am 09.01.2021 an einen anderen un-
bekannten Drogenläufer 5g Kokain und 5g Heroin, sowie am 23.01.2021, an einen dritten unbe-
kannten Drogenläufer 77.2g Kokain und 119g Heroin.

In der genannten Weise verkaufte und übergab der Beschuldigte vom 08.12.2020 bis zum 
23.01.2021 fast täglich Drogen. Er legte aber Pausen ein vom 04.01.2021 bis 06.01.2021, vom 
12.01.2021 bis zum 20.01.2021, sowie ab dem 24.01.2021 bis zu seiner Verhaftung am 
08.02.2021. An einem durchschnittlichen Tag verkaufte er bei ca. 9 Treffen ca. 81g Kokain und ca. 
22g Heroin und nahm ca. CHF 5'573.60 in bar ein.

Insgesamt verkaufte und übergab er vom 08.12.2020 bis zum 08.02.2020 an ca. 38. Tagen bei ca. 
350 Treffen mindestens ca. 3'118.2g Kokain mit einem Reinheitsgehalt von mindestens 75.5 % 
Cocain Base, sowie mindestens ca. 964g Heroin mit einem Reinheitsgehalt von mindestens 28% 
Hydrochlorid. Diese Drogen hatte er zuvor zu diesem Zweck erworben und besessen.

Der Beschuldigte nahm billigend in Kauf, dass er mit dem Erwerben und Veräussern dieser Dro-
genmengen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr brachte.

Der Beschuldigte war Teil einer mehrgliedrigen, internationalen Drogen-Verteilkette und eines 
Netzwerks aus am Drogenhandel beteiligten Personen. Er kommunizierte in der Regel mehrmals 
am Tag mit dem Organisator und dieser kontrollierte auch die Tagesgeschäfte. Der Beschuldigte 
handelte auf Anweisung und fremde Rechnung. Er wirkte im Deliktszeitraum mit über 10, sich ab-

10

wechselnden Personen zusammen. Die Personen erfüllten eine oder mehrere unterschiedliche 
Funktionen in der Drogenhandels-Organisation, beispielsweise als Lieferant, Verteiler, Drogenläu-
fer, Beherberger von Drogenläufern, unterstützender Logistiker. In der Regel waren bei einer 
Übergabe beide Seiten von den übergeordneten Organisatoren instruiert worden, so dass keine 
Absprachen zwischen ihnen nötig waren. Wenn eine Person ihre Aufgabe in der Organisation, 
z.B. wegen Festnahme, nicht erfüllen konnte, instruierten die Organisatoren andere Personen aus 
dem Netzwerk, welche die Aufgabe übernahmen. Die Organisation diente dem fortgesetzten Han-
del mit Drogen sowie der fortgesetzten Geldwäscherei und bezweckte die Begehung einer unbe-
stimmten Vielzahl an Delikten.

Der Beschuldigte nahm mit einer Systematik und Regelmässigkeit Hunderte von deliktischen Ein-
zelhandlungen vor. Er tat dies während mehreren Monaten und sein Plan war auf eine unbe-
stimmte Zeitdauer gerichtet. Er musste dazu mit einem grossen Anteil seiner Zeit und Energie an 
seinem Wohnort auf Abruf bereitstehen und Verkäufe vornehmen, in der Zwischenzeit logistische 
und buchhalterische Arbeiten erledigen oder im Raum C.________ Personen treffen. Er setzte 
seine Wohnung für die Beherbergung von Drogenläufern und die Lagerung von Drogen ein und 
kaufte und verwendete auch weitere Utensilien wie Mobiltelefone, Feinwaagen, Verpackungsma-
terial etc. für den Drogenhandel. Der Beschuldigte erzeugte durch die Drogengeschäfte einen 
Umsatz von ca. CHF 215’613.30. Er erhielt im Gegenzug gelegentlich kleinere Geldbeträge im 
Umfang von insgesamt wenigen Hundert Schweizer Franken und ihm wurden bestehende Schul-
den erlassen. Zudem erhielt er ca. 90g Kokain im Wert von ca. CHF 6’300.00 für seinen eigenen 
Konsum. Diese Einkünfte trugen als Ergänzung zu den bezogenen Sozialhilfebeiträgen erheblich 
zur Finanzierung der Lebensgestaltung des Beschuldigten bei.

Menge BetmG: mind. ca. 3'118,2g Kokain (mind. 75,5% Coc. Base)
mind. ca. 964g Heroin (mind. 28% Hydrochlorid)

2. unbefugte Veräusserung von Betäubungsmitteln, qualifizierter Fall (Art. 19 Abs. 1 Bst. c 
i.V.m. Abs. 2 Bst. a, b + c BetmG

mehrfach begangen in Mittäterschaft

in der Zeit vom 21. Oktober 2020 bis zum 8. Februar 2021 in C.________, O.________(Strasse), 
AN.________ (Strasse), und weitere Umgebung

Der Beschuldigte hat als Logistiker mindestens sechs Drogenläufer durch die Abgabe von Mobilte-
lefonen, Sim-Karten, Feinwaagen, Plastikbeuteln und Streckmittel, sowie durch die Entgegen-
nahme oder Aushändigung von Drogenportionen oder Bargeld, logistisch unterstützt. Er hat für die 
Drogenläufer Wohnstätten organisiert und hat sie auch betreffend das Vorgehen (Streckung, Por-
tionierung, etc.) beim Drogenhandel instruiert und betreut. Er war den orts- und sprachunkundigen 
Drogenläufern dabei hierarchisch übergeordnet und hatte eine entscheidende Rolle für das Gelin-
gen des von einem gemeinsamen Vorsatz getragenen Drogenhandels. Es kam zwischen dem Be-
schuldigten und den Drogenläufern auch bei Problemen zu Hilfeleistungen. Es kam bei Bedarf vor, 
dass der eine anstelle des anderen die Drogen und Utensilien abholte oder übernahm und den 
Handel damit fortsetzte.

Vom 21.10.2020 – ca. 08.12.2020 beherbergte der Beschuldigte an seinem Wohnort einen Dro-
genläufer. In dieser Zeit nahm der Beschuldigte mehrmals vom Drogenläufer Portionen von Ko-
kain und Heroin entgegen und überbrachte und übergab diese der mit ihm befreundeten 
I.________ an deren Wohnort an der AN.________(Strasse) in C.________ für deren Konsum 
oder damit sie es verkaufen konnte. Er übergab ihr in dieser Weise am 26.10.2020.5g Kokain und 

11

1g Heroin, am 20.11.2020 zuerst 5g Kokain und dann 8g Kokain, am 21.11.2020 1g Kokain, am 
24.11.2020 15g Kokain. Zudem verkaufte der Beschuldigte an seinem Wohnort von den Betäu-
bungsmitteln des Drogenläufers am 24.11.2020 3.5g Kokain an einen unbekannten Abnehmer für 
CHF 220.00. Das Geld übergab er jeweils wieder dem Drogenläufer. Bei seiner Abreise liess der 
Drogenläufer 50g Kokain und CHF 5'100.00 zurück, welche der Beschuldigte dann an sich nahm 
und auf Anweisung des Organisators weitergab.

Am 04.01.2021 übergab der Beschuldigte einem weiteren Drogenläufer beim Hotel AO.________ 
CHF 400.00. Am 09.01.2021 empfing der Beschuldigte zwei weitere Drogenläufer in seiner Woh-
nung und übergab ihnen Drogen, je CHF 400.00 Bargeld, ein Mobiltelefon mit Simkarte und eine 
Feinwaage, bevor sie von einem Taxi abgeholt wurden. Vom 22. — 23.01.2021 nahm der Be-
schuldigte einen weiteren Drogenläufer auf, erhielt von diesem Drogen zur Veräusserung und gab 
ihm bei dessen Abreise wiederum Drogen und Bargeld mit. Am 02.02.2021 übergab der Beschul-
digte einem weiteren Drogenläufer namens AP.________ am Wohnort von I.________ Streckmit-
tel, eine Feinwaage und ein Mobiltelefon und begleitete den Drogenläufer anschliessend zu einem 
Taxi, das diesen zu seinem temporären Wohn- und Drogenhandelsort bringen sollte.

Es kam gelegentlich vor, dass die Drogenläufer Drogen vom Beschuldigten erhielten oder an die-
sen übergaben. In der Regel wurden sie aber direkt von den Lieferanten der Drogenhandels-
Organisation mit Drogen versorgt. Sie veräusserten somit zusätzliche Drogen oder trafen Anstal-
ten dazu. So verkaufte der Drogenläufer, welchen der Beschuldigte vom 21.10.2020 - 08.12.2020 
beherbergte, in dieser Zeit von der Wohnung' des Beschuldigten ausgehend bei ca. 5 bis 7 Ge-
schäften am Tag eine grössere Menge an Kokain und Heroin und erwirtschaftete damit einen 
Drogenerlös von mindestens CHF 5'100. Weiter bezog auch der Drogenhändler vom 21.01.2021 
— 23.01.2021 Drogen von Lieferanten und verkaufte einen Teil davon, wonach er dem Beschul-
digten am 22.01.2021 einen Drogenerlös von CHF 8'500 übergab. Zudem erhielt AP.________ 
am 03.02.2021 von einem Lieferanten 139g zum Weiterverkauf, wovon er 15g an AQ.________ 
verkaufte und die weiteren 124g noch verkaufen wollte.

Durch seine Handlungen war der Beschuldigte somit als Mittäter an der Veräusserung einer zu-
sätzlichen Menge an Kokain (mind. 75.5% Cocain Base), und Heroin (mind. 28% Hydrochlorid) 
von mindestens ca. 500 Gramm beteiligt.

Der Beschuldigte nahm billigend in Kauf, dass er mit dem mittäterschaftlichen Erwerben und Ver-
äussern solcher Drogenmengen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr brachte.

Der Beschuldigte war Teil einer mehrgliedrigen, internationalen Drogen-Verteilkette und eines 
Netzwerks aus am Drogenhandel beteiligten Personen. Er kommunizierte in der Regel mehrmals 
am Tag mit dem Organisator und dieser kontrollierte auch die Tagesgeschäfte. Der Beschuldigte 
handelte auf Anweisung und fremde Rechnung. Er wirkte im Deliktszeitraum mit über 10, sich ab-
wechselnden Personen zusammen. Die Personen erfüllten eine oder mehrere unterschiedliche 
Funktionen in der Drogenhandels-Organisation, beispielsweise als Lieferant, Verteiler, Drogenläu-
fer, Beherberger von Drogenläufern, unterstützender Logistiker. In der Regel waren bei einer 
Übergabe beide Seiten von den übergeordneten Organisatoren instruiert worden, so dass keine 
Absprachen zwischen ihnen nötig waren. Wenn eine Person ihre Aufgabe in der Organisation, 
z.B. wegen Festnahme, nicht erfüllen konnte, instruierten die Organisatoren andere Personen aus 
dem Netzwerk, welche die Aufgabe übernahmen. Die Organisation diente dem fortgesetzten Han-
del mit Drogen sowie der fortgesetzten Geldwäscherei und bezweckte die Begehung einer unbe-
stimmten Vielzahl an Delikten.

12

Der Beschuldigte nahm mit einer Systematik und Regelmässigkeit Hunderte von deliktischen Ein-
zelhandlungen vor. Er tat dies während mehreren Monaten und sein Plan war auf eine unbe-
stimmte Zeitdauer gerichtet. Er musste dazu mit einem grossen Anteil seiner Zeit und Energie an 
seinem Wohnort auf Abruf bereitstehen und Unterstützungshandlungen vornehmen, derweil logis-
tische und buchhalterische Arbeiten erledigen oder im Raum C.________ Personen treffen. Er 
setzte seine Wohnung für die Beherbergung von Drogenläufern und die Lagerung von Drogen ein 
und kaufte und verwendete auch weitere Utensilien wie Mobiltelefone, Feinwaagen, Verpa-
ckungsmaterial etc. für den Drogenhandel. Der Beschuldigte erzeugte durch die Drogengeschäfte 
einen Umsatz von ca. CHF 215'613.30. Er erhielt im Gegenzug gelegentlich kleinere Geldbeträge 
im Umfang von insgesamt wenigen Hundert Schweizer Franken und ihm wurden bestehende 
Schulden erlassen. Zudem erhielt er ca. 90g Kokain im Wert von ca. CHF 6’300 für seinen eige-
nen Konsum. Diese Einkünfte trugen als Ergänzung zu den bezogenen Sozialhilfebeiträgen er-
heblich zur Finanzierung der Lebensgestaltung des Beschuldigten bei.

Menge BetmG: mind. 500g Kokain / Heroin
Mittäter: AP.________, weitere unbekannte Mittäter

8.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Gemäss Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft an der oberinstanzlichen 
Verhandlung sind vorliegend die Handelstage vom 21. Dezember 2020 bis am 
23. Januar 2021 unbestritten, zumal diese gut dokumentiert seien (pag. 1906). 
Auch Rechtsanwalt B.________ führte für den Beschuldigten oberinstanzlich aus, 
die Mitwirkung ab dem 17. Dezember 2020 werde nicht bestritten und für die Zeit-
spanne im Januar [gemeint bis 23. Januar 2021] liege ein Geständnis vor 
(pag. 1912 f.). 

Als bestritten erachtete Rechtsanwalt B.________ demgegenüber die Beteiligung 
des Beschuldigten am Drogenhandel im Zeitraum vom 8. Dezember bis 16. De-
zember 2020 sowie ab dem 24. Januar 2021. Ebenfalls bestritten wird die in der 
Anklageschrift aufgeführte, vom Beschuldigten angeblich umgesetzte Drogenmen-
ge in der Zeit vom 17. Dezember bis Ende Dezember 2020 sowie den Reinheits-
grad von 75,5% (pag. 1912 f.). Seitens der Generalstaatsanwaltschaft bestritten 
wird demgegenüber die Gesamtmenge der vom Beschuldigten veräusserten Dro-
gen sowie der von der Vorinstanz bestimmte Reinheitsgrad von 60% (pag. 1908).

9. Beweiswürdigung

9.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen 
in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 1747 f., S. 24 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.2 Beweismittel

Für die Zusammenfassung der objektiven und subjektiven Beweismittel kann eben-
falls auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1733 ff., S. 10 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Da der Beschuldigte zum oberinstanzli-
chen Verhandlungstermin zweimal nicht erschienen ist (vgl. Ziff. 4 hiervor), liegen 
der Kammer keine weiteren Aussagen vor, die es zu würdigen gäbe.

13

9.3 Konkrete Würdigung 

9.3.1 Beginn des vorgeworfenen Drogenhandels

Die Vorinstanz hielt hinsichtlich des Beginns der dem Beschuldigten zur Last geleg-
ten Drogentätigkeit fest, er habe diesbezüglich widersprüchliche Angaben gemacht. 
Er habe zunächst angegeben, ca. am 8. Dezember 2020, anfangs Dezember 2020, 
begonnen zu haben. An diesen Aussagen habe er auch am 31. März 2021 festge-
halten, als ihm die Polizei die von ihr aufgestellte Hochrechnung und damit auch 
konkrete Drogenmengen vorgehalten habe. In der folgenden Einvernahme vom 
4. Mai 2021 habe er diese Aussagen nicht in Abrede gestellt. Erst in der Einver-
nahme vom 19. Juli 2021 habe er gegenüber der Staatsanwaltschaft behauptet, 
nicht bereits ab Anfang Dezember 2020, sondern erst nach der Anhaltung von 
I.________ bzw. der Verhaftung des von ihr beherbergten Drogenläufers 
AR.________ ab dem 17. Dezember 2020 mit dem Drogenhandel begonnen zu 
haben. Die Anklage gehe davon aus, dass der Beschuldigte nach dem Auszug des 
bei ihm beherbergten Drogenläufers ab dem 8. Dezember 2020 selber aktiv mit 
dem Verkauf von Drogen begonnen habe. In der Hauptverhandlung habe der Be-
schuldigte erneut versucht, dies zu entkräften, indem er geltend gemacht habe, der 
Drogenläufer, welchen er beherbergt habe, habe es nach der Anhaltung des Dro-
genläufers AR.________ am 14. Dezember 2020 mit der Angst zu tun bekommen 
und sei gegangen. Diese Aussage stehe jedoch im Widerspruch zu den ersten 
Aussagen des Beschuldigten, wonach der von ihm beherbergte Drogenläufer nicht 
erst nach der Anhaltung von AR.________ gegangen sei, sondern vorher, er sei 
einfach von einem Tag auf den anderen verschwunden (pag. 1750, S. 27 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung).

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer an. Anlässlich der Einvernahme 
im Rahmen der Hafteröffnung am 8. Februar 2021 gab der Beschuldigte auf Frage, 
von wann bis wann er Betäubungsmittel verkauft habe, zu Protokoll, es sei etwa 
zwei Monate gegangen, den genauen Zeitraum wisse er nicht, es habe ca. am 
8. Dezember 2020 angefangen und habe bis heute [8. Februar 2021] gedauert 
(pag. 14 Z. 57 f.). Der Beschuldigte nannte zu diesem Zeitpunkt somit nicht nur ein 
konkretes Datum, sondern ungeachtet dessen, dass er aussagte, er wisse den ge-
nauen Zeitraum nicht mehr, auch eine konkrete Zeitspanne. Der Beschuldigte wur-
de am 8. Februar 2021 verhaftet, was mit den von ihm erwähnten zwei Monaten, 
während welchen er verkauft habe, ohne weiteres übereinstimmt. Auch im Rahmen 
der Hafteröffnung führte der Beschuldigte aus, das Ganze habe angefangen, als 
anfangs Dezember 2020 ein unbekannter Mann zu ihm in den Lift gestiegen sei 
und ihn bedroht habe, woraufhin er diesen bei sich habe wohnen lassen müssen. 
Eines Tages sei er dann einfach abgehauen (pag. 14 Z. 83 ff.). An der ersten poli-
zeilichen Einvernahme, welche nur wenige Zeit vor der Hafteröffnung durchgeführt 
wurde, gab der Beschuldigte dazu zudem an, der Läufer sei eine Woche bei ihm 
geblieben, habe dann einen Anruf erhalten und habe alles liegengelassen und sei 
gegangen (pag. 316 Z. 107 f.). Auch diese Aussagen sprechen dafür, dass der Be-
schuldigte – wie in der Anklageschrift beschrieben – ab dem 8. Dezember 2020 ak-
tiv tätig wurde. Anlässlich seiner Einvernahme am 19. Juli 2021 sagte der Beschul-
digte zwar plötzlich aus, der Läufer sei bis am 13. Dezember 2020 bei ihm geblie-

14

ben, das sei sein [dem Beschuldigten] ________ (spezieller Anlass), und am 
14. Dezember 2020 seien AR.________ und I.________ dann verhaftet worden 
(pag. 661 Z. 74). Dieser nachträglichen Korrektur des Beschuldigten ist jedoch ent-
gegenzuhalten, dass er sich mit Sicherheit von Beginn weg daran erinnert hätte, 
wenn der Läufer an seinem ________(spezieller Anlass), mithin dem 13. Dezem-
ber 2020, untergetaucht wäre. Im Rahmen der Hafteröffnung erwähnte der Be-
schuldigte im Zusammenhang mit seinem ________(spezieller Anlass) jedoch, 
dass es [der plötzliche Weggang des Läufers] anfangs Dezember gewesen sei, si-
cher vor seinem ________(spezieller Anlass) am 13. Dezember (pag. 14 Z. 84). 
Andererseits stimmen die Aussagen des Beschuldigten vom 19. Juli 2021 auch 
nicht mit seinen Aussagen anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung übe-
rein, wo er angab, als I.________ und ihr Drogenläufer verhaftet worden seien und 
I.________ dann aber wieder entlassen worden und zu ihm [dem Beschuldigten] 
gekommen sei, habe sein Läufer Panik gekriegt und sei gegangen. Dies sei am 
13. oder 14. Dezember 2020 gewesen (pag. 1656 Z. 37 ff.). Am 19. Juli 2021 führte 
der Beschuldigte nämlich aus, nach drei Tagen sei I.________ zu ihm gekommen, 
dies sei am 17. Dezember 2020 gewesen (pag. 669 Z. 355). AR.________ wurde 
am 14. Dezember 2020 angehalten und verhaftet, was der Beschuldigte wusste 
(pag. 210 und pag. 661 Z. 75). Würde auf seine Aussagen abgestellt, würde dies 
bedeuten, dass der bei ihm wohnende Läufer am 17. Dezember 2020 unterge-
taucht wäre, was weder mit den ersten Aussagen noch mit den Aussagen vom 
19. Juli 2021 übereinstimmt. Auch die Tatsache, wonach aus den vom Mobiltelefon 
von I.________ sichergestellten Chatnachrichten zwischen ihr und dem Beschul-
digten ersichtlich wird, dass Letzterer kurz nach dem 8. Dezember 2020 eine 
nächste Lieferung erhalten habe (vgl. Beilagen-Ordner pag. 461), sprechen dafür, 
dass der Beschuldigte bereits vor dem 17. Dezember 2020 aktiv tätig wurde. Gleich 
verhält es sich mit dem Umstand, dass – wie die Generalstaatsanwaltschaft obe-
rinstanzlich richtig ausführte (pag. 1907) – die Observation ________ am 23. De-
zember 2020 angefangen hatte, der Antrag dafür jedoch zwei Tage vorher gestellt 
worden war, was dafür spricht, dass bereits vorher, also vor dem 21. Dezember 
2020, Hinweise bestanden haben müssen, ansonsten kein Antrag gestellt worden 
wäre. 

Dass der Beschuldigte – wie von der Verteidigung erstinstanzlich noch vorgebracht 
(pag. 1664) – anlässlich seiner ersten polizeilichen Einvernahme am 8. Februar 
2021 unter Drogeneinfluss gestanden oder sich (aufgrund der gesamthaften Situa-
tion) in einem Schockzustand befunden hätte, so dass er der ersten polizeilichen 
Einvernahme nicht hätte folgen können, ist im Übrigen von der Hand zu weisen. 
Der Beschuldigte befand sich zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht auf Entzug, 
insbesondere nicht an der Einvernahme vom 31. März 2021, zumal er da bereits 
rund eineinhalb Monate in Untersuchungshaft sass und somit keinen Zugang zu 
Drogen hatte. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte von Beginn weg an den Einver-
nahmen anwaltlich vertreten war, so dass davon ausgegangen werden darf, dass 
die Verteidigung interveniert hätte, wenn der Beschuldigte nicht einvernahmefähig 
gewesen wäre. Ferner gab es für den Beschuldigten auch keinen Grund, sich an 
der ersten Einvernahme zu Unrecht zu belasten. 

15

Insgesamt ist auf die ersten Aussagen des Beschuldigten, wonach seine Beteili-
gung am Drogenhandel am 8. Dezember 2020 angefangen habe, abzustellen; die 
darauffolgenden (widersprüchlichen) Ausflüchte vermögen diese Aussagen nicht in 
Zweifel zu ziehen.

9.3.2 Umfang

Die Vorinstanz erwog zur Frage, welche Menge an Betäubungsmittel der Beschul-
digte in der Zeit vom 8. bis am 14. bzw. 17. Dezember 2020 veräussert habe, dies 
könne nicht mit Sicherheit bestimmt werden, zumal es dafür an Chats und Notizen 
fehle. Die Schätzungen des Beschuldigten selbst seien letztlich eben nur Schät-
zungen und es sei notorisch, dass diese sehr unzuverlässig sein könnten, zumal er 
regelmässig unter dem Einfluss von Kokain gestanden und keinen Grund gehabt 
habe, sich die genauen Mengen zu merken. Gegen die Hochrechnung der Staats-
anwaltschaft spreche zudem, dass gestützt auf den Berichtsrapport vom 7. Januar 
2022 zugunsten des Beschuldigten angenommen werden müsse, dass es der Ein-
satzgruppe Krokus der Kantonspolizei Bern aufgrund ihrer täglichen Arbeit in der 
Drogenszene aufgefallen wäre, wenn bereits Anfang Dezember 2020 derart viele 
offensichtlich drogensüchtige bzw. ihnen als Konsumenten bekannte Personen an 
der O.________ (Strasse) beim Beschuldigten Betäubungsmittel gekauft hätten. 
Der Umstand, dass dies der Polizei erst am 23. Dezember 2020 bekannt geworden 
sei, spreche damit stark gegen die Hypothese der Staatsanwaltschaft, dass der 
Verkauf bereits von Anfang Dezember [2020] an in unverändertem Umfang betrie-
ben worden sei. Da die Polizei selber nicht mehr habe rekonstruieren können, 
wann diese Meldung sie erreicht habe, sei zugunsten des Beschuldigten von einem 
Meldungseingang am 23. Dezember 2020 auszugehen. Hinzu komme, dass trotz 
umfangreicher Überwachungen, Kommunikations- und Handyauswertungen in der 
Aktion ________ keinerlei Verbindungen zur O.________(Strasse) oder dem Be-
schuldigten vor dem 21. Dezember 2020 festgestellt hätten werden können. Erste 
Lieferungen im Dezember 2020 in der Region O.________(Strasse) sowie weiteren 
Örtlichkeiten im Raum C.________ würden vom 12. Dezember 2020 [rec-
te: 21. Dezember 2020, pag. 1509] datieren. Warum die Lieferanten den Beschul-
digten in der Zeit vom 1. bis 21. Dezember 2020 niemals hätten anfahren sollen, 
um Betäubungsmittel zu bringen oder Geld abzuholen, obwohl sie ohnehin in der 
Nähe gewesen seien, sei für das Gericht nicht einleuchtend. Bei einem derart gros-
sen täglichen Umsatz wie von der Staatsanwaltschaft behauptet wäre regelmässi-
ger Nachschub nötig gewesen. Zugunsten des Beschuldigten sei, so die Vorinstanz 
abschliessend, davon auszugehen, dass er vereinzelt kleinere Mengen an Kokain 
und Heroin veräussert habe, jedoch erst ab dem 21. Dezember 2020 ein grösserer 
Umsatz erreicht worden sei (pag. 1752 f., S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

Die Generalstaatsanwaltschaft monierte im Rahmen der oberinstanzlichen Ver-
handlung zur Frage der Betäubungsmittelmenge in der Zeit vom 8. bis am 14. bzw. 
17. Dezember 2020 zu Recht, es sei völlig unklar, von welcher Menge die Vor-
instanz im Ergebnis ausgegangen sei (pag. 1906). Auch für die Kammer ist dies 
nicht ersichtlich und die Ausführungen der Vorinstanz dazu wenig nachvollziehbar. 
Der Beschuldigte bestätigte im Rahmen seiner Einvernahme vom 31. März 2021 

16

die ihm im Einzelnen vorgehaltenen Hochrechnungen (pag. 504 f. Z. 633 ff.). Diese 
Aussagen korrigierte er in den kommenden Einvernahmen immer wieder. So führte 
er beispielsweise in der Einvernahme vom 19. Juli 2021 plötzlich aus, vom 8. De-
zember bis am 14. Dezember 2020 habe er absolut nichts mit den Verkäufen zu 
tun gehabt, was ihm die Polizei [am 31. März 2021] in diesem Zusammenhang vor-
geworfen habe, stimme nicht (pag. 672 Z. 455 ff.). Etwas später in der gleichen 
Einvernahme verneinte er gar, dass ihm die für diese Zeitspanne entsprechende 
Hochrechnung vorgehalten worden sei (pag. 672 Z. 467 ff.) und machte neuerdings 
geltend, es habe einen Unterschied zwischen Dezember und Januar gegeben 
(pag. 678 Z. 681 f.). Auch an der erstinstanzlichen Verhandlung gab der Beschul-
digte nochmals zu Protokoll, er könne die Hochrechnungen der Polizei nicht 
bestätigen, das Ganze habe vom 17. Dezember 2020 bis am 23. Januar 2021 
stattgefunden (pag. 1653 Z. 41 f.). Auch wenn der Beschuldigte seine Aussagen 
vom 31. März 2021 später nicht mehr bestätigen konnte und der Überzeugung war, 
die ihm vorgehaltenen Hochrechnungen würden nicht stimmen, geht daraus im 
Umkehrschluss nicht hervor, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 8. Dezember 
2020 bis am 21. Dezember 2020 weniger bis gar nichts verkauft hätte. Wie die Ge-
neralstaatsanwaltschaft im Rahmen des oberinstanzlichen Parteivortrags zu Recht 
darauf hinwies, wurde das Geständnis des Beschuldigten erst nach Einsicht in die 
Akten und in der Schlusseinvernahme teilweise widerrufen. Ebenso zutreffend führ-
te die Generalstaatsanwaltschaft aus, die letzten Aussagen seien sehr unglaubhaft, 
da der Beschuldigte in der früheren Einvernahme keinen Grund gehabt habe, zu 
viel zuzugeben, später jedoch einen guten Grund, die vorgehaltene und von ihm 
bestätigte Menge abzustreiten (pag. 1906); diese Einschätzung teilt die Kammer 
vorbehaltlos. Als der Beschuldigte in der Einvernahme vom 19. Juli 2021 auf seine 
(anderslautenden) Aussagen in der Einvernahme vom 31. März 2021 hingewiesen 
wurde, erklärte er, die Einvernahme habe sehr lange gedauert, er habe lange nicht 
gegessen gehabt und er habe nicht verstanden, dass es um Hochrechnungen ge-
gangen sei. Er könne nur sagen, dass diese Annahmen betreffend Dezember nicht 
stimmen würden (pag. 677 Z. 664 ff.). Diese Aussagen erachtet die Kammer indes 
als reine Schutzbehauptung, zumal keine Anzeichen dafür vorliegen, dass der Be-
schuldigte in der Einvernahme vom 31. März 2021 nicht verstanden hätte, worum 
es ging. Zudem wurden ihm – anders als die Verteidigung meint (pag. 1913) – auch 
keine suggestiven Fragen gestellt, sondern lediglich Vorhalte gemacht. 

Nebst den Aussagen des Beschuldigten am 31. März 2021 sprechen auch weitere 
Umstände für die Hochrechnungen der Polizei. Wie die Generalstaatsanwaltschaft 
oberinstanzlich treffend ausführte, baute der Beschuldigte durch die Beherbergung 
eines Läufers von Oktober bis Dezember 2020 ein Vertrauensverhältnis zu 
«F.________», dem Organisator, auf. Als der Läufer am 8. Dezember 2020 ausfiel, 
bestand dieses Vertrauensverhältnis bereits, so dass der Beschuldigte – wie der 
Verkauf von 50g Kokaingemisch am 8. Dezember 2020 zeigte (pag. 14 f. Z. 83 ff., 
pag. 670 Z. 397 ff.) – die Geschäfte nahtlos weiterführen konnte. Auch aus den 
Chatnachrichten zwischen I.________ und dem Beschuldigten wird ersichtlich, 
dass der Beschuldigte kurz nach dem 8. Dezember 2020 eine weitere Lieferung 
erhalten (Beilagen-Ordner pag. 461) und offenbar bereits am 13. Dezember 2020 
kein Kokain mehr gehabt hatte (Beilagen-Ordner pag. 463 f. bzw. pag. 184 ff.). Die 

17

Generalstaatsanwaltschaft weist dazu ebenfalls zutreffend auf die Aussagen an-
lässlich der Hafteinvernahme sowie die darauffolgende Einvernahme vom 24. März 
2021 hin, wo der Beschuldigte angegeben habe, er habe drei Tage, nachdem der 
Läufer verschwunden sei, eine Lieferung erhalten (pag. 363 Z. 115 ff.) und er habe 
nie länger als drei Tage warten müssen, da dauernd Leute gekommen seien 
(pag. 391 Z. 959 ff.). Dies zeugt davon, dass der Beschuldigte in der fraglichen Zeit 
– mithin vom 8. Dezember bis am 17. Dezember 2020 – analog dem Zeitfenster 
von Mitte Dezember bis Ende Januar tätig war. Hinzu kommt, dass der Beschuldig-
te wie erwähnt zum Zeitpunkt, als der Läufer plötzlich verschwunden war, bereits 
ein Vertrauensverhältnis zu «F.________» aufgebaut hatte und somit in der Lage 
war, die Lücke, welche die beiden Läufer hinterlassen hatten, innert kürzester Zeit 
wieder zu schliessen. Einen Hinweis auf andere Läufer sind in den Chatnachrichten 
nicht vorhanden. 

Gestützt auf die Ausführungen hiervor – insbesondere die Angaben des Beschul-
digten an der Einvernahme vom 31. März 2021 aufgrund der vorgehaltenen Hoch-
rechnungen – erweisen sich die Angaben zu den veräusserten Mengen in der An-
klageschrift grundsätzlich als korrekt und damit als erwiesen. Eine Korrektur ist in-
sofern vorzunehmen, als die Anklageschrift betreffend Ziff. I.A.1. aufgrund der Ob-
servationsergebnisse explizit die Tage festhält, an welchen der Beschuldigte Pau-
sen eingelegt hatte, nämlich vom 4. bis 6. Januar 2021, vom 12. bis am 20. Januar 
2021 sowie ab dem 24. Januar bis zur Verhaftung am 8. Februar 2021 (vgl. 
pag. 1262, Seite 3 der Anklageschrift, dritter Abschnitt), diese Pausen im darauffol-
genden Abschnitt, in welchem festgehalten wurde, dass der Beschuldigte insge-
samt vom 8. Dezember 2020 bis am 8. Februar 2020 [recte: 2021] an rund 38 Ta-
gen bei ca. 350 Treffen mindestens 3'118.2g Kokain veräussert habe, allerdings 
nicht berücksichtigt wurden. Dies ist zu korrigieren. Gemäss Ausführungen hiervor 
war der Beschuldigte vom 8. Dezember 2020 bis zu seiner Verhaftung am 8. Fe-
bruar 2021 aktiv im Drogenhandel tätig, was insgesamt einer Dauer von 63 Tagen 
entspricht. Davon sind die vorgenannten Pausen vom 4. bis 6. Januar 2021 (3 Ta-
ge), vom 12. bis am 20. Januar 2021 (9 Tage) sowie vom 24. Januar bis zur Ver-
haftung am 8. Februar 2021 (16 Tage) abzuziehen, woraus gesamthaft 35 Tage 
(und nicht rund 38 Tage) resultieren. Diese Differenz von drei Tagen wirkt sich 
auch bei der Berechnung der konkret veräusserten Menge von Betäubungsmitteln 
aus: Gemäss Anklageschrift verkaufte und übergab der Beschuldigte an einem 
durchschnittlichen Tag im Rahmen von ca. neun Treffen rund 81g Kokain- und rund 
22g Heroingemisch, was bei 35 Tagen einer Gesamtmenge von rund 2’835g Ko-
kain- und rund 770g Heroingemisch entspricht.

9.3.3 Rolle des Beschuldigten

Die Vorinstanz hielt zur Rolle des Beschuldigten fest, dieser habe selber Kokain 
konsumiert, habe mit I.________ in Kontakt gestanden und ab dem 21. Oktober 
2020 einen Drogenläufer in seiner Wohnung beherbergt. Er habe gewusst, dass 
dieser Betäubungsmittel veräusserte und habe für das Beherbergen ab und zu ei-
nige «Grämmchen» Kokain zum Konsum erhalten. I.________ habe dagegen be-
hauptet, der Beschuldigte habe dafür pro Monat CHF 1'200.00 erhalten, was er je-
doch in Abrede gestellt habe. Dass er nach der Beherbergung des Drogenläufers 

18

direkt mit den Auftraggebern in Kontakt gestanden habe, gehe aus den im Telefon 
des Beschuldigten erhobenen Chats hervor. Er habe sich am 18. November 2020 
in vertrautem Ton mit «F.________» unterhalten, was darauf schliessen lasse, 
dass der Beschuldigte bereits vorher mit diesem in Kontakt gestanden habe. In der 
Untersuchung habe die Polizei dem Beschuldigten den Vorhalt gemacht, aufgrund 
des Chatverlaufs werde davon ausgegangen, dass das Aufgabengebiet des Be-
schuldigten aus weit mehr bestanden habe, als nur Betäubungsmittel und Geld an 
die Läufer auszuhändigen. Daraufhin habe der Beschuldigte erklärt, «er» habe ihm 
den Auftrag erteilt, ihnen zu zeigen, wie es funktioniere. Er [der Beschuldigte] habe 
versucht, sich mit «ihm» gutzustellen. Sie hätten teilweise nicht gewusst, wie das 
funktioniert habe. Er habe ihnen zeigen müssen, wie sie die Waage hätten einstel-
len müssen. Es sei vieles zwischen I.________ und dem Organisator abgemacht 
worden, und er sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die Vorinstanz erach-
tete es gestützt auf den Chatverkehr zwischen dem Beschuldigten und I.________ 
als erwiesen, dass Ersterer den Drogenhandel bereits ab dem 21. Oktober 2020, 
als er erstmals einen Drogenläufer beherbergt habe, unterstützt habe, indem er 
mehrmals vom beherbergten Drogenläufer Portionen von Kokain und Heroin ent-
gegengenommen und diese an I.________ für deren Konsum oder zum Verkauf 
überbracht sowie am 24. November 2020 3,5g Kokain an einen unbekannten Ab-
nehmer für CHF 220.00 verkauft habe.

Die Vorinstanz erwog sodann weiter, die Staatsanwaltschaft habe den Beschuldig-
ten in der Hauptverhandlung gefragt, in welcher Reihenfolge das mit dem Messer 
im Lift und das mit den Läufern, von welchen er den Drogenhandel weitergeführt 
habe, erfolgt sei, worauf der Beschuldigte geantwortet habe, dies mit dem Läufer 
und dem Messer im Lift sei irgendwann Ende Oktober 2020 gewesen. Er habe ihn 
wieder aus der Wohnung haben wollen, doch habe er ihn dann bedroht. Dann sei 
dies mit I.________ und ihrem Drogenläufer passiert. Die Vorinstanz erachtete es 
als notorisch, dass im Drogenmilieu und insbesondere auch im internationalen 
Drogenhandel Drohungen ausgesprochen und teilweise umgesetzt würden. Dies 
sei auch im vorliegenden Fall nicht auszuschliessen, auch wenn die Behauptung 
des Beschuldigten, er sei vom Drogenläufer im Lift in Anwesenheit seiner Mutter 
bedroht und gezwungen worden, in den Drogenhandel einzusteigen, von seiner 
Mutter nicht bestätigt worden sei. Immerhin habe aber auch I.________ wiederholt 
vom Druck, der ausgeübt worden sei, gesprochen. Es sei davon auszugehen, dass 
der Beschuldigte den Drogenläufer kaum über eineinhalb Monate bei sich beher-
bergt und in dieser Zeit teilweise auch mit seiner Tochter über Nacht in seiner 
Wohnung hätte übernachten lassen, wenn er ernsthaft um sein Leben gefürchtet 
hätte. In der Hauptverhandlung habe der Beschuldigte festgehalten, dass es eine 
Art Beschaffungskriminalität gewesen sei und er immer Zugriff auf die Drogen, die 
er konsumiert habe, gehabt habe. Im Ausmass seines Konsums hätte er die Dro-
gen niemals finanzieren können. Im Rahmen der Untersuchung habe er, so die  
Vorinstanz abschliessend, zudem angegeben, der Drogenläufer, welchen er be-
herbergt habe, habe ihm pro Tag ein Gramm geschenkt, weshalb davon auszuge-
hen sei, dass der Beschuldigte einerseits aufgrund seiner Liebe und Freundschaft 
zu I.________ und andererseits aufgrund des Zugriffs auf das Kokain in den Dro-

19

genhandel eingestiegen sei (pag. 1753 ff., S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

Nach Ansicht der Kammer ist die Rolle des Beschuldigten, wie sie in der Anklage-
schrift umschrieben wird, erstellt. Ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz 
ist dazu festzuhalten, dass relativ undurchsichtig ist, was genau der Beschuldigte 
als Gegenleistung für seine erbrachten Arbeiten erhalten hatte. Dies kann letztlich 
aber auch offenbleiben. Fest steht, dass der Beschuldigte nicht lediglich die Positi-
on eines einfachen Läufers innehatte. So gab er in mehreren Einvernahmen zu 
Protokoll, er habe jeweils etwas für sich abgezweigt und auch hie und da etwas 
Geld für sich genommen (u.a. pag. 17 Z. 186, pag. 18 Z. 203, pag. 388 Z. 829, 
pag. 389 Z. 873, pag. 392 Z. 997 ff.). Wäre der Beschuldigte vom Rang her auf der 
Stufe eines Läufers gewesen, hätte eine derartige Abmachung zwischen ihm und 
dem Organisator nicht bestanden. Auch die Chatnachrichten zwischen dem Be-
schuldigten und dem Organisator lassen auf ein Vertrauensverhältnis schliessen, 
welches zu einem einfachen Läufer keinesfalls bestanden hätte (vgl. bspw. 
pag. 1060). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte ortskundig war, die hiesige Spra-
che spricht und die Drogenszene bestens kannte, was ihn von einem klassischen 
Läufer deutlich abgehoben hat. Für die Polizei war der Beschuldigte damit auch 
wesentlich unauffälliger. Dem Beschuldigten kam im Rahmen des organisierten 
Handels somit eine nicht unwesentliche Rolle zu.

Dass der Beschuldigte in irgendeiner Art unter Druck gestanden hätte bzw. nur 
deshalb in den Drogenhandel eingestiegen wäre, erweist sich als unbehelfliche 
Schutzbehauptung und ist unglaubhaft. In einer (aktenkundigen) Nachricht an den 
Organisator schrieb der Beschuldigte, «und bro das mit lohn vergessen wir ich 
nehme ab und zu eine milch und wenn ich mal brauche frage ich ob ich 100 fr 
nehmen kann wenn ok für dich» (pag. 1060), was nicht darauf hindeutet, dass er 
um sein Leben gefürchtet hätte. Gegen eine allfällige Drucksituation sprechen auch 
die Aussagen des Beschuldigten betreffend Buchhaltung über die veräusserten 
Drogen. So führte er anlässlich der Hafteröffnung zwar aus, die Notizen [Buchhal-
tung] hätten stimmen müssen, denn der Organisator [«F.________»] habe mal er-
zählt, dass er bei einem, bei dem es wegen CHF 250.00 nicht richtig gewesen sei, 
dessen Vater mit einer Pistole bedroht habe (pag. 22, Z. 354). Diese Aussage wie-
derholte er in der Einvernahme vom 24. März 2021 (pag. 390, Z. 905). Am 4. Mai 
2021 führte der Beschuldigte ebenfalls aus, die Buchhaltung sei von dem in Alba-
nien geführt worden, weshalb er ihn [den Beschuldigten] immer darauf hingewiesen 
habe, wenn etwas nicht gestimmt habe. Deshalb stimme diese Buchhaltung. Er 
[«F.________»] habe immer alles kontrolliert, weshalb in Bezug auf die Beträge 
keine grossen Differenzen entstanden seien (pag. 596 Z. 859 ff.). Diesen Aus-
führungen diametral entgegen stehen demgegenüber die Aussagen des Beschul-
digten, wonach er jeweils etwas Geld für sich genommen habe (u.a. pag. 392 Z. 
997 ff., pag. 1655 Z. 36 ff.). Letztere zeigen, dass der Beschuldigte schwerlich 
dermassen unter Druck gestanden haben kann, ihm Übel angedroht worden wäre 
(pag. 19 Z. 241) oder man ihn einfach hätte verschwinden lassen (pag. 1655 Z. 31 
ff.), da er diesfalls kaum ein derartiges Risiko eingegangen wäre und einfach Geld 
für sich abgezweigt hätte. Auch seine Aussage an der Einvernahme vom 19. Juli 
2021, wonach er sich nach dem 23. Januar 2021 gesagt habe, es sei fertig damit, 

20

und die Sachen entsorgt habe und nichts mehr davon habe wissen wollen (pag. 
679, Z. 711 ff.), spricht gegen eine Bedrohungssituation, da ein Ausstieg durch 
simples Entsorgen sämtlicher Sachen somit kaum möglich gewesen wäre. Ferner 
lässt auch die Audionachricht des Beschuldigten an den Organisator («Ich habe 
deinem Jungen auch gesagt, sollte irgendwas sein, ein Notfall oder so, ich habe 
ihm meine Adresse auf ein Papier geschrieben. Nicht das er es im Telefon eintippt. 
Das wenn er im Notfall nicht weiss wo hin oder was passiert zu mir kommen kann. 
Ich würde ihn dann verstecken, falls nötig!», pag. 547) daran zweifeln, dass der 
Beschuldigte in irgendeiner Weise unter Druck gesetzt worden wäre; sie deutet 
vielmehr darauf hin, dass zwischen dem Beschuldigten sowie dem Organisator ein 
freundschaftliches Verhältnis bestanden hatte. 

Im Lichte der obigen Ausführungen ist die Rolle des Beschuldigten, wie sie mit An-
klageschrift vom 20. August 2021 umschrieben wird, erstellt.

9.3.4 Reinheitsgrad

Zum Reinheitsgrad hielt die Vorinstanz in ihrer Begründung fest, die Auswertung 
der Sicherstellungen bei P.________ habe Werte zwischen 75,5% und 51% beim 
Kokaingemisch ergeben. Beim Heroingemisch habe der Anteil Hydrochlorid 28% 
bzw. 29% betragen. Beim Kokain sei zusätzlich zu bedenken, dass der Beschuldig-
te ausgesagt habe, es habe Schwankungen in der Qualität gegeben, was sich 
auch in den Auswertungen (51% – 75,5%) zeige. Zudem würden die Chats zeigen, 
dass die Qualität teilweise sehr schlecht gewesen sei und sich alle Kunden darüber 
beschwert hätten. Vor diesem Hintergrund würden, so die Vorinstanz weiter, Unsi-
cherheiten bezüglich des Reinheitsgehalts des nicht sichergestellten Kokains be-
stehen, weshalb auch mit Blick auf die Statistik der Schweizerischen Gesellschaft 
für Rechtsmedizin zu Gunsten des Beschuldigten von 60% für die gesamte Menge 
beim Kokain auszugehen sei (pag. 1757, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

Die Generalstaatsanwaltschaft monierte diesbezüglich in der oberinstanzlichen 
Verhandlung, der Beschuldigte habe immer gesagt, die Qualität sei stets gleich 
gewesen. Er habe auch immer selber etwas Kokain genommen, so dass er ge-
merkt hätte, wenn die Qualität nicht dieselbe gewesen wäre. Einen Reinheitsgrad 
von 51% habe man bei den Drogen von P.________ festgestellt, die dieser 
höchstwahrscheinlich selber gestreckt habe. Dieser sei damit bei der Drogenan-
laufstelle verhaftet worden, wo er sie habe verkaufen und dabei sicher etwas habe 
verdienen wollen. Aus diesem Grund hätten dessen Drogen nicht mehr einen 
Reinheitsgrad von 75,5% aufgewiesen. In den Chats sei nur ein einziges Mal von 
stinkendem Kokain die Rede gewesen. Dabei habe es sich offensichtlich um einen 
Ausreisser gehandelt, ansonsten dies nicht derart prominent erwähnt worden wäre. 
Dies könne jedoch nicht auf die ganze Menge bezogen werden. Gemäss Statistik 
betrage der Reinheitsgrad bei einer Konfiskatgrösse von 100g durchschnittlich 71% 
Kokainbase, weshalb vorliegend von 75,5% auszugehen sei (pag. 1908 f.).

Was die Vorinstanz zum Reinheitsgrad vorbrachte, lässt sich nach Ansicht der 
Kammer nicht halten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht vorbrachte, ist 
nicht ersichtlich, wieso generell und zu Gunsten des Beschuldigten von einer 

21

schlechten bzw. unterdurchschnittlichen Qualität der Drogen ausgegangen werden 
sollte. Ein Blick in die vorhandenen Chatnachrichten zeigt zwar, dass es offenbar 
einmal eine Lieferung gab, die stank und nicht die gewohnte Qualität aufwies 
(pag. 219 und pag. 322 Beilagen-Ordner). Dabei scheint es sich jedoch um eine 
einmalige Lieferung gehandelt zu haben, zumal keine weiteren solchen Nachrich-
ten ersichtlich sind. Dass es eine Lieferung gab, die qualitativ schlechteres Kokain 
enthalten hatte, bedeutet im Umkehrschluss keinesfalls, dass das Kokain insge-
samt von schlechter Qualität gewesen wäre. Der Beschuldigte gab zu Protokoll, die 
Qualität des Kokains sei – aus seiner Sicht – eher ein Mittelmass, aber immer 
gleich gewesen (pag. 388 Z. 624 ff.). Ein Blick in den forensisch-toxikologischen 
Bericht vom 26. Februar 2021 zeigt indes, dass zwei von drei Auswertungen – mit-
hin einem weissen Stein von 7,4g sowie 4,9g Nettogewicht – einen Reinheitsgrad 
von immerhin 81% bzw. von 83% aufwiesen (pag. 297). Gemäss Sammel- bzw. 
Anzeigerapport vom 29. Mai 2021 bewegte sich der Reinheitsgrad des im Rahmen 
der Überwachung ________ sichergestellten Kokains ebenfalls jeweils zwischen 
84% und 89% (pag. 210 f.). Hinzu kommt, dass gemäss Statistik der Schweizeri-
schen Gesellschaft für Rechtsmedizin der mittlere Gehalt bei Kokain Base im Jahr 
2021 bei einem bis zehn Gramm 76,2% betrug. Insgesamt gelangt die Kammer 
deshalb zur Überzeugung, dass bezüglich Kokain wie in der Anklageschrift vorge-
sehen von einem Reinheitsgrad von 75,5% auszugehen ist. Die Tatsache, dass 
das bei P.________ aufgefundene Kokain lediglich einen Reinheitsgrad von 51% 
aufwies und eine im forensisch-toxikologischen Bericht erwähnte Auswertung einen 
Reinheitsgrad von 55% ergab, vermögen dieses Ergebnis nicht umzustossen. 

Der Reinheitsgrad des Heroins blieb oberinstanzlich unbestritten (vgl. pag. 1908 f. 
bzw. pag. 1913; diesbezüglich ist wie angeklagt von 28% auszugehen.

Bei einer Gesamtmenge von rund 2'835g Kokain- und rund 770g Heroingemisch 
(vgl. Ziff. 9.3.2. hiervor) resultiert in Anwendung dieser Reinheitsgrade somit eine 
Menge von rund 2'140g reinen Kokains sowie 216g reinen Heroins.

10. Beweisergebnis

Gestützt auf die Ausführungen hiervor erweist sich der Sachverhalt gemäss Ankla-
geschrift vom 20. August 2021 grundsätzlich als erwiesen. Lediglich hinsichtlich der 
angeklagten Mengen hat aufgrund der in der Anklageschrift explizit erwähnten, in 
der Berechnung anschliessend jedoch nicht vollständig berücksichtigten verkaufs-
freien Tagen eine Korrektur in Bezug auf die veräusserte Drogenmenge zu erfol-
gen. Diese beläuft sich insgesamt auf rund 2'140g reinen Kokains (2’835g Kokain-
gemisch) sowie 216g reinen Heroins (770g Heroingemisch). 

III. Rechtliche Würdigung

Für die rechtliche Würdigung betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 1758 ff., S. 35 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Von der Kammer zu überprüfen war in sachverhaltlicher Hinsicht insbesondere die 
Menge der vom Beschuldigten veräusserten Drogen (vgl. Ziff. II hiervor). Mit Blick 

22

auf das Beweisergebnis gemäss Ziff. 10 hiervor bleibt es bei einer mengenmässig 
qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, womit auf die 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann und eine (allfällige) Überprü-
fung der rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Art. 404 Abs. 2 StPO entfällt.

IV. Strafzumessung

11. Vorbemerkungen

Die von der Vorinstanz vorgenommene Strafzumessung ist für die Kammer nur 
schwer nachvollziehbar und lässt überdies die geltende bundesgerichtliche Recht-
sprechung ausser Acht. Die Zweifel der Generalstaatsanwaltschaft, wonach die 
Strafe nicht schuldadäquat, sondern viel eher so zugemessen worden sei, dass im 
Ergebnis ein teilbedingter Vollzug noch möglich war, sind verständlich (pag. 1906). 
Im Folgenden ist die Strafe für die zu beurteilenden Schuldsprüche daher unter 
Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung, der Rechtsprechung 
des Obergerichts des Kantons C.________ sowie dem Verschulden des Beschul-
digten entsprechend zu bemessen. 

12. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbe-
gründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Die Voraus-
setzungen der Gleichartigkeit i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB sind erfüllt, wenn das Ge-
richt im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche Strafart aus-
fällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen 
androhen, genügt dabei nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe stellen keine gleichar-
tigen Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB dar (BGE 144 IV 217). Bei der Wahl der 
Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten 
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 
präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 
soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige ge-

23

wählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher auch bei Strafen 
bis zu einem Jahr die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sankti-
on (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_207/2013 E. 1.4.1.; BGE 134 
IV 97 ff. E. 4.2). Bei der Strafzumessung ist vorab der Strafrahmen für die schwers-
te Straftat zu bestimmen. Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe für die 
schwerste Straftat innerhalb des Strafrahmens festzusetzen, indem es alle diesbe-
züglichen straferhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Bei der 
Festsetzung der Einsatzstrafe sind zunächst alle (objektiven und subjektiven) ver-
schuldensrelevanten Umstände zu beachten. In einem weiteren Schritt sind die üb-
rigen Delikte zu beurteilen. Auch insoweit muss es den jeweiligen Umständen 
Rechnung tragen (BGE 144 IV 217, 142 IV 265, Urteil des Bundesgerichts 
6B_559/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 1.1.2). Resultiert für alle Delikte eine 
gleichartige Strafe, ist die Einsatzstrafe in einem weiteren Schritt unter Einbezug 
der anderen Straftaten angemessen zu erhöhen, wobei in Anwendung des Aspera-
tionsprinzips aufzuzeigen ist, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe erhöht wird. 
Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für die von ihm zu beurteilenden Delikte 
festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt werden kann, ob die einzelnen Strafen 
und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind (BGE 142 
IV 265 E. 2.4.3. S. 2701 f. mit Hinweisen, Urteil 6B_559/2018 vom 26. Oktober 
2018).

Hinsichtlich der Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelikten ist festzuhalten, 
dass – anders als die Vorinstanz meint – die Menge den Ausgangspunkt für die 
Ermittlung der Gefährdung des geschützten Rechtsguts bildet. Die Kammer zieht 
daher bei Betäubungsmitteldelikten praxisgemäss die sog. Tabelle Hansjakob (vgl. 
FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, in: OFK BetmG, N 45 zu Art. 47 StGB) als Orientie-
rungshilfe bei, um basierend auf der so ermittelten, ungefähren Strafhöhe aufgrund 
weiterer strafzumessungsrelevanter Umstände des Einzelfalles zur verschulden-
sangemessenen Strafe zu gelangen (vgl. zur Zulässigkeit dieses Vorgehens die 
Urteile des Bundesgerichts 6B_858/2016 vom 17. März 2017 E. 3.2 sowie 
6B_932/2018 vom 24. Januar 2019, ebenso im Urteil 6B_1230/2021 vom 10. Fe-
bruar 2022 E. 5.4.2.). Einen anderen Ansatz verfolgt das Strafzumessungsmodell 
mit Hierarchiestufen (FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 32 ff. zu Art. 47 
StGB). Hier kommt der Funktion der beschuldigten Person bzw. ihrer Stellung in-
nerhalb einer im Betäubungsmittelhandel tätigen Organisation für das objektive 
Tatverschulden schwergewichtige Bedeutung zu. Die Kammer erachtet diesen An-
satz vor allem deshalb als problematisch, weil er losgelöst von allen Mengen er-
folgt. Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes sind jedoch nicht als 
Organisationsdelikte, sondern weitgehend als stoff- und damit auch mengenbezo-
gene Gefährdungsdelikte ausgestaltet. Überdies sind die genauen Strukturen der 
kriminellen Organisationen oft nicht oder nur unvollständig bekannt, weil sie gar 
nicht oder nur unzuverlässig ausgeleuchtet werden können. Deswegen orientiert 
sich die Kammer nach wie vor an einem an die Menge anknüpfenden Vergleichs-
rahmen. Der hierarchischen Stellung kann im Rahmen der weiteren Prüfung an-
gemessen Rechnung getragen werden, wobei hier das Hierarchiestufenmodell 
durchaus als Kontrollrechnung dienen kann. In der neusten Auflage des BetmG-

24

Kommentars von FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER findet sich eine insofern von der 
Tabelle Hansjakob abweichende Tabelle, als die Strafen für die gehandelten Men-
gen ab 18 Gramm erst beim Verzehnfachen der Menge verdoppelt werden. Grös-
sere Mengen erfahren dann wieder eine Verdoppelung schon bei der Verachtfa-
chung der Menge, wie bei der Tabelle Hansjakob. Die Kommentatoren begründen 
diese Änderung mit «Anregungen von Praktikern aus Staatsanwaltschaft und Ge-
richten» und weil Hansjakob selber die Verdoppelung bei der zehnfachen Menge 
erwogen, aber verworfen habe, da dies für die grossen Mengen zu milde gewesen 
wäre (FINGERHUT/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 43 f. zu Art. 47 StGB). De facto 
wird damit eine Strafminderung für die Kategorien der kleinsten gehandelten quali-
fizierten Mengen eingeführt, während diese Unterschiede umso weniger stark ins 
Gewicht fallen, je höher die gehandelten Mengen sind. Nach dem Gesagten sieht 
sich die Kammer nicht veranlasst, von der bisherigen Praxis abzuweichen und ori-
entiert sich für die Strafhöhe an der ursprünglichen Tabelle Hansjakob.

13. Anwendbares Recht

Der Beschuldigte beging sämtliche zur Beurteilung stehenden Delikte nach Inkraft-
treten der revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB am 1. Januar 
2018, womit vorliegend neues Recht anzuwenden ist.

14. Strafart und Methodik im vorliegenden Fall

Für den Schuldspruch wegen mengenmässig qualifizierter, banden- und gewerbs-
mässiger Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. a, b und c BetmG sieht das Gesetz einzig die Ausfällung ei-
ner Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr vor, wobei eine Geldstrafe damit 
verbunden werden kann. Geldwäscherei nach Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. b 
und c StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet, 
wobei mit der Freiheitsstrafe zwingend eine Geldstrafe bis zu 500 Tagessätzen 
verbunden werden muss. Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a 
SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Mit Busse 
zu sanktionieren sind von Gesetzes wegen schliesslich die Schuldsprüche wegen 
einfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Besitz und 
Konsum von Betäubungsmitteln (Art. 19 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 19a Ziff. 1 BetmG) 
sowie wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 31 Abs. 1 SVG.

Vorliegend ist in einem ersten Schritt für die schwerste Straftat, nämlich den 
Schuldspruch wegen mengenmässig qualifizierter, banden- und gewerbsmässig 
begangener Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, eine Strafe fest-
zusetzen. Sodann sind Strafen für die Schuldsprüche wegen qualifizierter Geldwä-
scherei, mehrfachen Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Fahren 
ohne Berechtigung, einfacher Verkehrsregelverletzung durch mangelnde Aufmerk-
samkeit sowie (einfache) Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln auszufällen.

Es kann bereits an dieser Stelle vorweggenommen werden, dass die Kammer auch 
für die qualifizierte Geldwäscherei die Freiheitsstrafe als zweckmässige Strafart er-

25

achtet, zumal – wie sich zeigen wird – die für die qualifizierte Geldwäscherei fest-
zusetzende Strafe den Höchstrahmen der Geldstrafe (180 Tagessätze gemäss 
neuem Recht) übersteigen wird, womit eine solche nicht mehr möglich ist. Die 
Freiheitsstrafe für die qualifizierte Geldwäscherei ist sodann von Gesetzes wegen 
zwingend mit einer Geldstrafe zu verbinden (Art. 305bis Ziff. 2 StGB). Für die mehr-
fachen Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz erachtet die Kammer dem-
gegenüber eine Geldstrafe als die angemessene Strafart, ist bei alternativ zur Ver-
fügung stehenden Sanktionen gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
und unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips doch diejenige zu wählen, 
welche weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift, was 
zweifelsohne die Geldstrafe ist (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 97 E. 4.2.2 E. 4.1; 
zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1246/2015 vom 9. März 2016, 
E. 1.2.2). Für die Schuldsprüche wegen einfacher Verkehrsregelverletzung und 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ist von Gesetzes wegen die 
Ausfällung einer Busse vorgesehen.

Aufgrund ihrer Gleichartigkeit wird die für den Schuldspruch wegen mengenmässig 
qualifizierter, banden- und gewerbsmässig begangener Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz auszusprechende Einsatzstrafe um die für den Schuld-
spruch wegen qualifizierter Geldwäscherei festgesetzte Strafe gestützt auf Art. 49 
Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen sein, woraus eine Gesamtfreiheitsstrafe re-
sultiert. Eine Gesamtstrafe ist sodann auch hinsichtlich der Geldstrafen für die qua-
lifizierte Geldwäscherei und für die mehrfachen Vergehen gegen das Strassenver-
kehrsgesetz zu bilden, ebenso hinsichtlich der auszusprechenden Bussen für die 
Übertretungen wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 
einfacher Verkehrsregelverletzung.

15. Strafzumessung betreffend Freiheitsstrafe, Einsatzstrafe für die qualifizierte 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmitteldelikt

15.1 Objektives Tatverschulden

Unter dem Titel des Ausmasses des verschuldeten Erfolgs hält die Kammer fest, 
dass der Beschuldigte über einen Zeitraum von drei Monaten rund 2’140g reines 
Kokain sowie 216g reines Heroin veräusserte. Damit überschritt er den vom Bun-
desgericht auf 18g bzw. 12g festgelegten Schwellenwert für einen schweren Fall 
um das 118-fache bzw. um das 18-fache und es ist von einem erheblichen Schädi-
gungs- und Gefährdungspotential auszugehen. Die Menge von 216g reinem Heroin 
entspricht gemäss Tabelle Hansjakob rund 400g reinem Kokain, was entsprechend 
zu berücksichtigen ist. Unter Zuhilfenahme der Tabelle Hansjakob ergibt dies ein 
Einstiegsstrafmass von rund fünfeinhalb Jahren. Zu berücksichtigen ist indes, dass 
der Beschuldigte zufällig in den ganzen Drogenhandel geriet und sich insbesonde-
re aufgrund eines Gefallens für I.________ dafür überzeugen liess. Mit Blick darauf 
rechtfertigt es sich, das Einstiegsstrafmass entgegen der Tabelle Hansjakob im Be-
reich von fünf Jahren bzw. von 66 Monaten anzusiedeln.

Die Art und Weise des Vorgehens des Beschuldigten ist als professionell zu be-
zeichnen. Zusätzlich zur mengenmässigen Qualifikation wirkt sich zudem aus, dass 
der Beschuldigte auch die Qualifikation sowohl der Banden- als auch der Ge-

26

werbsmässigkeit erfüllt, was im Umfang von sechs Monaten erhöhend zu berück-
sichtigen ist (vgl. zur Zulässigkeit der Berücksichtigung der mehrfachen Qualifikati-
on das Urteil des Bundesgerichts 6B_662/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2.4.3). 
Auch handelte es sich um weit mehr als fünf, nämlich um Hunderte von Geschäf-
ten, was mit neun Monaten ebenfalls straferhöhend zu berücksichtigen ist. Die Vor-
instanz stufte den Beschuldigten sodann auf der untersten Hierarchiestufe ein 
(pag. 1766 f., S. 43 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auch die General-
staatsanwaltschaft erachtete eine Reduktion als angemessen. Der Beschuldigte sei 
zwar nicht auf der untersten, aber auf der unteren Hierarchiestufe anzusiedeln, 
zumal er im Gegensatz zum normalen Läufer ein «örtlicher Reiseleiter» gewesen 
sei, die hiesige Sprache spreche, die Drogenszene kenne und hier wohne und da-
mit bei Polizeikontrollen deutlich weniger auffällig gewesen sei (pag. 1909). Diesen 
Ausführungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen; ein Abzug von 
rund neun Monaten aufgrund der tiefen Hierarchiestellung des Beschuldigten er-
weist sich als angemessen. Eine weitere Reduktion erachtete die Generalstaats-
anwaltschaft schliesslich als angemessen, weil der Beschuldigte bei rund einem 
Zehntel der Geschäfte nur als Mittäter mit kleinerem Tatbeitrag fungiert habe 
(pag. 1909). Diese Reduktion erachtet die Kammer indes nicht als angezeigt, zu-
mal sich die hiervor errechnete reine Drogenmenge lediglich auf die Menge 
gemäss Anklageschrift Ziff. 1 bezieht und damit nur die vom Beschuldigten abge-
gebene Drogenmenge berücksichtigt, nicht jedoch jene gemäss Anklageschrift Ziff. 
2. Aus diesem Grund hat auch keine Reduktion zufolge teilweiser Mittäterschaft zu 
erfolgen. 

Insgesamt und mit Blick auf den weiten Strafrahmen bewegt sich das objektive 
Tatverschulden des Beschuldigten noch im (oberen) leichten Bereich. Die Kammer 
erachtet eine Freiheitsstrafe von 66 Monaten als dem objektiven Tatverschulden 
des Beschuldigten angemessen.

15.2 Subjektives Tatverschulden

In Bezug auf die Willensrichtung bzw. die Beweggründe ist festzuhalten, dass der 
Beschuldigte vorsätzlich handelte, was indes tatbestandsimmanent ist. Der Be-
schuldigte handelte sodann grundsätzlich eigennützig und aus finanziellen Motiven, 
indem er jeweils etwas Kokain für sich abzweigen konnte und somit kein Geld dafür 
investieren musste. Solche Beweggründe sind dem Tatbestand jedoch ebenfalls 
immanent und somit neutral zu gewichten. Die Tatsache, dass der Beschuldigte 
selber Kokain konsumierte, ist vorliegend leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 
Entgegen der Ansicht der Vorinstanz ist jedoch nicht von einer erheblich vermin-
derten Schuldfähigkeit auszugehen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft oberin-
stanzlich richtig ausführte, hat der Beschuldigte im Zusammenhang mit den ihm 
vorgeworfenen SVG-Delikten stets ausgesagt, keinen Alkohol zu trinken und keine 
Drogen zu nehmen. Zudem funktionierte er meist ohne weiteres, indem er teilweise 
Zeit mit seiner Tochter verbrachte oder auch seine Mutter ins Spital begleitete, was 
ihm kaum möglich gewesen wäre, wenn er schwerstabhängig gewesen wäre. Ins-
besondere – und wie von der Generalstaatsanwaltschaft ebenfalls zutreffend aus-
geführt – grenzte sich der Beschuldigte selber von den «Zombies der Gasse» ab, 
was ebenfalls dagegenspricht, dass er erheblich abhängig war. Da er jedoch selber 

27

auch konsumierte und von den Läufern hin und wieder etwas Kokain erhielt, ist ei-
ne leicht verminderte Schuldfähigkeit zu bejahen. Diese ist vorliegend im Umfang 
von drei Monaten strafmindernd zu berücksichtigen. Schliesslich und wie unter 
Ziff. 9.3.3 bereits erwähnt, ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zu keiner Zeit un-
ter Druck stand oder eine anderweitige Gefahr dagewesen wäre, die es ihm ver-
unmöglicht hätte, sich von den Drogengeschäften zu distanzieren. Die Delinquenz 
wäre mit anderen Worten vermeidbar gewesen. Insgesamt wirkt sich das subjekti-
ve Tatverschulden aufgrund der leicht verminderten Schuldfähigkeit leicht strafmin-
dernd, nämlich im Umfang von drei Monaten, auf die Strafe aus.

15.3 Fazit
Das Gesamtverschulden wiegt unter Berücksichtigung der objektiven und subjekti-
ven Tatkomponenten nach wie vor leicht. Es resultiert eine Einsatzstrafe von 
63 Monaten bzw. fünf Jahren und drei Monaten.

16. Strafzumessung für die qualifizierte Geldwäscherei

16.1 Objektives Tatverschulden

Geschütztes Rechtsgut von Art. 305bis StGB ist die Rechtspflege, wobei 
insbesondere der staatliche Einziehungsanspruch sowie gemäss Botschaft das 
Ermittlungsinteresse geschützt werden sollen (vgl. dazu ISENRING, in: OFK StGB, 
20. Aufl. 2018, N 3 zu Art. 305bis). Die Schwere der Verletzung der Rechtspflege ist 
abhängig von der Höhe der vereitelten oder erschwerten Einziehung, mit anderen 
Worten also von der Höhe des Deliktserlöses aus der Vortat. Gestützt darauf ist 
unter dem Titel des Ausmasses der Verletzung bzw. Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts festzuhalten, dass der Beschuldigte banden- und gewerbsmässig 
handelte und der Deliktsbetrag mit über CHF 200’000.00 alles andere als eine 
Bagatelle darstellt. Nicht ausser Acht gelassen werden darf jedoch, dass es sich 
bei der Geldwäscherei um eine Folgehandlung des Drogenhandels handelt. Unter 
Berücksichtigung der Qualifikation der Bandenmässigkeit und der Gewerbsmässig-
keit sowie des Deliktsbetrags ist mit Blick auf den weiten Strafrahmen insgesamt 
noch von einem leichten Tatverschulden auszugehen. Die Kammer veranschlagt 
gestützt auf die objektiven Tatkomponenten eine Strafe von 240 Strafeinheiten.

16.2 Subjektives Tatverschulden

Der Beschuldigte handelte auch hinsichtlich der Geldwäscherei vorsätzlich. Er 
strebte zwar nicht direkt nach Gewinn, sorgte jedoch stets dafür, dass das durch 
den Verkauf des Kokains und Heroins verdiente Geld jeweils weiterfloss. Die Tat 
wäre für ihn ohne weiteres vermeidbar gewesen. Insgesamt ist das subjektive Tat-
verschulden des Beschuldigten neutral zu gewichten.

16.3 Fazit

Für die qualifizierte Geldwäscherei kommt – wie unter Ziff. 14 hiervor bereits er-
wähnt – aufgrund der Höhe der Strafeinheiten nur die Ausfällung einer Freiheits-
strafe in Betracht. Diese beläuft sich demnach auf acht Monate. Von Gesetzes we-
gen ist die Freiheitsstrafe zudem zwingend mit einer Geldstrafe zu verbinden; die 
Freiheitsstrafe und die Geldstrafe müssen dabei zusammen als schuldangemesse-

28

ne Strafe resultieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_95/2013 vom 10. Dezem-
ber 2013, E. 4). 

Davon ausgehend sind 7/8 der 240 Strafeinheiten, ausmachend sieben Monate, 
als Freiheitsstrafe auszusprechen. Der übrige Achtel, mithin 30 Strafeinheiten, sind 
als Geldstrafe auszufällen (vgl. dazu nachfolgend Ziff. 19.1). Von den sieben Mo-
naten Freiheitsstrafe sind deren drei asperierend zu berücksichtigen, zumal der 
Drogenhandel und die Geldwäscherei in einem sehr engen Zusammenhang ste-
hen. Die aufgrund der Tatkomponenten vorläufig festgesetzte Gesamtfreiheitsstra-
fe beläuft sich demnach auf fünf Jahre und sechs Monate.

17. Täterkomponenten

Der Beschuldigte wurde 1985 im Kosovo geboren und reiste 1991 mit seinen Eltern 
in die Schweiz ein (pag. 23 und pag. 680 Z. 780 ff.). Nach der obligatorischen 
Schulzeit begann er eine Lehre als ________, schloss diese jedoch nie mit einer 
Abschlussprüfung ab. Es folgten temporäre Einsätze als ________ bei verschiede-
nen Firmen. Der Beschuldigte ist Vater einer Tochter, welche bei ihrer Mutter lebt 
(pag. 1646 Z. 20). Im Alter von 31 Jahren erlitt der Beschuldigte einen Herzinfarkt, 
wobei es zu einem dreimaligen Herzstillstand gekommen sei. Im Rahmen der erst-
instanzlichen Verhandlung gab er zudem zu Protokoll, er würde einen weiteren 
Stent eingesetzt erhalten (pag. 1635 Z. 9 ff.). Weitere gesundheitliche Probleme 
bestehen offenbar nicht (vgl. zu allem pag. 1839). Vorstrafen sind über den Be-
schuldigten gemäss aktuellstem Strafregisterauszug (datierend vom 12. Mai 2023) 
keine verzeichnet (pag. 1835). Das Vorleben sowie die persönlichen Verhältnisse 
des Beschuldigten wirken sich insgesamt neutral auf die Strafe aus.

Die Verteidigung beantragte oberinstanzlich eine Reduktion aufgrund des Ge-
ständnisses des Beschuldigten und führte dazu begründend aus, dieser habe wich-
tige Infos preisgegeben, die er auch einfach hätte verheimlichen können 
(pag. 1913). Auch die Generalstaatsanwaltschaft berücksichtigte im Rahmen ihres 
Plädoyers an der oberinstanzlichen Verhandlung bei der Strafzumessung einen 
Rabatt von zehn Prozent infolge des Geständnisses des Beschuldigten 
(pag. 1909). Die Kammer erachtet eine solche Reduktion ebenfalls als angebracht. 
Nicht zu verkennen ist allerdings, dass der Beschuldigte das Geständnis aufgrund 
der Vorwürfe ablegte und dieses insbesondere im weiteren Verlauf des Verfahrens 
teilweise widerrief. Hinsichtlich seiner Rolle war der Beschuldigte zudem alles an-
dere als geständig. Mit Blick darauf erachtet es die Kammer als angemessen, die 
Strafe aufgrund des (teilweisen) Geständnisses im Umfang von sechs Monaten zu 
reduzieren.

Eine erhöhte Strafempfindlichkeit ist beim Beschuldigten nicht auszumachen.

Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten aufgrund des (teilweisen) Geständ-
nisses leicht strafmindernd aus. Konkret erachtet die Kammer eine Reduktion der 
unter Ziff. 16.3 hiervor festgesetzten Strafe um sechs Monate als angemessen. 

29

18. Konkretes Strafmass sowie Anrechnung der ausgestandenen Polizei-, Unter-
suchungs- und Sicherheitshaft

Insgesamt beläuft sich die Freiheitsstrafe für die Schuldsprüche wegen qualifizier-
ter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen qualifizierter 
Geldwäscherei somit auf fünf Jahre. 

Die ausgestandene Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 
386 Tagen (8. Februar 2021 bis 28. Februar 2022) wird in Anwendung von Art. 51 
StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

19. Strafzumessung betreffend Geldstrafe

19.1 Einsatzstrafe für die qualifizierte Geldwäscherei

Wie bereits ausgeführt, wird für die qualifizierte Geldwäscherei ein Teil der von der 
Kammer festgesetzten Strafe in der Strafart der Geldstrafe ausgesprochen. Diese 
Geldstrafe beträgt 30 Tagessätze (vgl. vorangehende Ziff. 16.3). 

Da es sich bei der qualifizierten Geldwäscherei in Bezug auf die für die Gesamt-
geldstrafe massgeblichen Delikte um die schwerste Straftat handelt, bildet diese 
die Einsatzstrafe und ist nachfolgend um die Strafe für die mehrfachen Vergehen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz angemessen zu erhöhen.

19.2 Asperation für die mehrfachen Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz

Hinsichtlich der Festsetzung der Strafen für die vier Vergehen gegen das Stras-
senverkehrsgesetz, konkret das viermalige Lenken eines Personenwagens ohne 
den erforderlichen Führerausweis dafür, erachtet die Kammer mit der Vorinstanz 
sowie in Anlehnung an die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien; vgl. S. 9 der 
Richtlinien) eine Strafe von je 20 Tagessätzen als angemessen. Diese sind im Um-
fang von je 10 Tagessätzen zur Einsatzstrafe von 30 Tagessätzen (Ziff. 19.1. hier-
vor), ausmachend insgesamt 40 Tagessätze, zu asperieren. Damit beläuft sich die 
hypothetische Gesamtgeldstrafe auf 70 Tagessätze.

19.3 Täterkomponenten

Für die Täterkomponenten kann an dieser Stelle auf Ziff. 17 hiervor verwiesen 
werden. Ein Geständnisrabatt ist dem Beschuldigten indes nicht noch einmal zu 
gewähren, zumal die Beweislage hinsichtlich dieser Delikte von Beginn weg erdrü-
ckend war und dem Beschuldigten praktisch nichts anderes übrig blieb, als die Ta-
ten einzugestehen (vgl. beispielsweise pag. 377 Z. 288 ff. i.V.m. pag. 466 ff.). Da-
mit wirken sich die Täterkomponenten vorliegend neutral auf die Geldstrafe aus.

19.4 Konkretes Strafmass und Höhe des Tagessatzes

Insgesamt erachtet die Kammer eine Gesamtgeldstrafe von 70 Tagessätzen als 
dem Verschulden des Beschuldigten angemessen.

Die Höhe des Tagessatzes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhält-
nissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils zu bestimmen, namentlich nach Ein-
kommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-
pflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). 

30

Die Vorinstanz äusserte sich in ihrer Begründung nicht zur von ihr angewendeten 
Tagessatzhöhe von CHF 20.00.

Der Beschuldigte verfügt – weil erwerbslos – über kein eigenes Einkommen. 
Gemäss Angaben im oberinstanzlich eingeholten Leumundsbericht vom 9. Mai 
2023 erhält er vom Sozialdienst monatlich CHF 600.00. Hinzu kommen CHF 
665.00, welche ihm als Alimente für seine Tochter bevorschusst werden. Das Ge-
samteinkommen des Beschuldigten beläuft sich damit auf rund CHF 1'300.00 (pag. 
1834). Unter Berücksichtigung eines Pauschalabzugs von 25% für Krankenkasse, 
Steuern und dergleichen beläuft sich die Höhe des Tagessatzes auf CHF 30.00. 
Gründe, die – wie von der Vorinstanz vorgesehen – eine Senkung auf CHF 20.00 
erfordern würden, sind für die Kammer vorliegend nicht ersichtlich. 

Die Geldstrafe beläuft sich im Ergebnis auf 70 Tagessätze zu CHF 30.00, ausma-
chend CHF 2’100.00.

19.5 Vollzug und Probezeit

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-
gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

Angesichts der empfindlichen Freiheitsstrafe, die nebst der Geldstrafe ausgespro-
chen wird, erachtet es die Kammer nicht als notwendig, die Geldstrafe unbedingt 
auszusprechen. Dem Beschuldigten ist der bedingte Vollzug zu gewähren. Die 
Probezeit wird dabei auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festgesetzt.

20. Strafzumessung betreffend Übertretungen

20.1 Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Für den Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
als schwerere Straftat, begangen durch Konsum von Betäubungsmitteln, erachtet 
die Kammer gestützt auf die Empfehlungen der VBRS-Richtlinien eine Übertre-
tungsbusse von CHF 900.00 als angemessen. Berücksichtigt wird dabei insbeson-
dere, dass der Beschuldigte während einer Zeitspanne von gut dreieinhalb Mona-
ten regelmässig von den Läufern etwas Kokain erhalten hatte, welches er konsu-
mieren konnte.

20.2 Einfache Verkehrsregelverletzung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Betreffend Strafzumessung für den Schuldspruch wegen einfacher Verkehrsregel-
verletzung gegen das Strassenverkehrsgesetz orientiert sich die Kammer ebenfalls 
an den VBRS-Richtlinien, welche für eine Verkehrsregelverletzung aufgrund man-
gelnder Aufmerksamkeit eine Übertretungsbusse von CHF 300.00 vorsehen. 
Gründe, die ein Abweichen dieser Empfehlung aufdrängen würden, sind für die 
Kammer entgegen der Vorinstanz nicht ersichtlich. 

20.3 Asperation und Fazit

Von den CHF 300.00 Übertretungsbusse für die einfache Verkehrsregelverletzung 
sind in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB zwei Drittel, mithin CHF 200.00, zur 

31

Übertretungsbusse gemäss Ziff. 20.1 hiervor zu asperieren. Die Gesamtübertre-
tungsbusse beläuft sich demnach auf CHF 1'100.00. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Gesamtübertretungs-
busse wird dabei auf 11 Tage festgesetzt.

V. Landesverweisung

21. Theoretische Grundlagen der Landesverweisung

Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen 
qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 
BetmG) verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der 
Schweiz. Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne 
von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unabhängig von der konkreten 
Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.1.3). Sie muss zudem un-
abhängig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob 
die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 
144 IV 168 E. 1.4.1).

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" unter den 
kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren 
persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind 
(Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel dient der Umset-
zung des Verhältnismässigkeitsprinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV). Sie ist restriktiv an-
zuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des Härtefalls im Sinne 
von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den "schwer-
wiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Okto-
ber 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) 
heranziehen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.2). Zu berücksichtigen 
sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, ein-
schliesslich familiärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Hei-
mat, die Aufenthaltsdauer, der Gesundheitszustand und die Resozialisierungs-
chancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu 
tragen. Bei der Härtefallprüfung ist nicht schematisch ab einer gewissen Aufent-
haltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz anzunehmen (BGE 146 IV 105 
E. 3.4.4). Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) anerkennt 
vielmehr das Recht der Staaten, die Einwanderung und den Aufenthalt von Nicht-
Staatsangehörigen auf ihrem Territorium zu regeln (BGE 144 I 266 E. 3.2; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.2; je mit Hinweisen). Da-
bei ist die intendierte "massive Verschärfung" (BGE 145 IV 55 E. 4.3 mit Hinweis) 
des Ausweisungsrechts nicht aus dem Auge zu verlieren (vgl. BGE 144 IV 332 
E. 3.3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_658/2020 vom 23. August 2021 E. 3.4.1 
und 6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1). Erforderlich sind besonders 

32

intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruf-
licher oder gesellschaftlicher Natur (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile des Bundesge-
richts 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.2 und 6B_759/2021 vom 16. Dezember 
2021 E. 4.2.3, je mit Hinweisen).  

Wird ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht, entscheidet sich die Sachfrage in 
einer Interessenabwägung nach Massgabe der "öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung". Nach der gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Lan-
desverweisung anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, 
sodass die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwendig er-
scheint. Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, 
dass massgebend auf die verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbege-
hung, die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche 
Sicherheit und die Legalprognose abgestellt wird (Urteile des Bundesgerichts 
6B_45/2020 vom 14. März 2022 E. 3.3.2, 6B_166/2021 vom 8. September 2021 
E. 3.3.2 und 6B_1077/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.2.2, je mit Hinweisen).

Von einem schweren persönlichen Härtefall ist in der Rege