# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01a03345-c593-5bc2-9b49-42520903c274
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.04.2024 D-1901/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1901-2024_2024-04-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1901/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Segessenmann,   

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Georgien,  

c/o (…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (sicherer Heimatstaat);  

Verfügung des SEM vom 20. März 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1901/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – georgischer Staatsangehöriger – reiste am 

1. März 2024 in die Schweiz ein und suchte gleichentags um Asyl nach. Er 

wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Bern zugewiesen 

B.  

Am 7. März 2024 wurde er von der Vorinstanz summarisch zu seiner Per-

son befragt (PA) und am 12. März 2024 vertieft zu seinen Asylgründen 

(nach Art. 29 AsylG [SR 142.31]) angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen aus, er habe am 13./14. Februar 2023 einen ethnischen Arme-

nier namens A. kennengelernt, der ihm von illegalen Autogeschäften er-

zählt habe (Ankauf teurer Autos in Georgien auf den Namen georgischer 

Bürger, Umschreibung und illegaler Weiterverkauf in Russland). Am da-

rauffolgenden Tag habe der Beschwerdeführer spasseshalber zu A. und 

dessen Kollegen gesagt, «komm, wir gehen Autos kaufen», woraufhin sie 

ihn zusammengeschlagen hätten und er mit der Ambulanz ins Spital ge-

bracht worden sei. Im Juli 2023 seien er und seine Freundin L. von zwei 

unbekannten Personen gegen ein Entgelt von je 200 US-Dollars für eine 

einmalige Mitarbeit beim illegalen Autohandel angeworben worden (Kauf 

zweier teurer Geländewagen). Entgegen der Abmachung hätten diese Per-

sonen den Beschwerdeführer im Oktober 2023 unter Androhung von Ge-

walt zur weiteren Mitarbeit aufgefordert. Da er befürchtet habe, bei einer 

Weigerung getötet zu werden oder seiner Freundin werde «etwas ange-

tan», seien L. am 27. November 2023 (seither unbekannten Aufenthalts) 

und der Beschwerdeführer am 29. Februar 2024 ausgereist.  

Zum Nachweis seiner Identität reichte er einen gültigen georgischen Pass 

sowie eine gültige Identitätskarte und zur Stützung seiner Vorbringen einen 

Spitalbericht aus Georgien ein.  

C.  

Im Rahmen des rechtlichen Gehörs verzichtete der Beschwerdeführer mit-

tels Eingabe seiner damaligen Rechtsvertretung vom 19. März 2024 auf 

eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf des SEM. 

D.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 20. März 2024 stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

D-1901/2024 

Seite 3 

sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

nete den Vollzug an.   

E.  

Mit Eingabe vom 27. März 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen 

Entscheid Beschwerde und beantragte die Gewährung von Asyl. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht ersuchte er sinngemäss um die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung.  

Zur Stützung seiner Vorbringen legte er eine Kopie eines fremdsprachigen 

Dokumentes mit einem Fotoausdruck einer Google-Übersetzung bei.  

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 28. März 

2024 den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

 

D-1901/2024 

Seite 4 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

4.2 Eine Verfolgung durch nichtstaatliche Dritte ist aufgrund der Subsidia-

rität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes nur dann flüchtlingsrechtlich rele-

vant, wenn die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichen-

den Schutz finden kann. Der Schutz vor privater (beziehungsweise nicht-

staatlicher) Verfolgung ist als hinreichend zu qualifizieren, wenn die be-

troffene Person effektiven Zugang zu einer funktionierenden und effizien-

ten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme eines solchen in-

nerstaatlichen Schutzsystems individuell zumutbar ist (vgl. zur sogenann-

ten Schutztheorie: BVGE 2011/51 E. 7; EMARK 2006 Nr. 18). Dabei ist 

allerdings nicht eine faktische Garantie von Schutzgewährung für langfris-

tigen individuellen Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten 

Person zu verlangen: Keinem Staat gelingt es, die absolute Sicherheit aller 

seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren (vgl. BVGer Urteil  

D-703/2024 vom 9. Februar 2024 E. 7.3; BVGE 2008/4 E. 5.2). 

 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hat zu Recht und mit zutreffender Begründung festge-

stellt, aus den Vorbringen des Beschwerdeführers könne keine Asylrele-

vanz abgeleitet werden. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist haupt-

sächlich auf die ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung zu verweisen und nachfolgend auf die Entgegnungen in der Be-

schwerde näher einzugehen.   

 

5.2 Georgien wurde vom Bundesrat am 28. August 2019 per 1. Oktober 

2019 zu einem verfolgungssicheren Staat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 

erklärt. Dies bedeutet, dass die gesetzliche Regelvermutung besteht, wo-

nach flüchtlingsrechtlich relevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde 

und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung bestehe. Es handelt sich hierbei 

um eine relative Verfolgungssicherheit, die im Einzelfall aufgrund konkreter 

und substantiierter Hinweise umgestossen werden kann (vgl. dazu auch 

D-1901/2024 

Seite 5 

BVGer Urteil E-1193/2024 vom 6. März 2024, E. 5.3). Dies gelingt dem 

Beschwerdeführer nicht, denn es ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

keine Anhaltspunkte vorliegen, die geeignet wären, die Regelvermutung 

der relativen Verfolgungssicherheit umzustossen. Solche Übergriffe Dritter, 

wie die vorgebrachten Vorfälle, werden vom georgischen Staat weder un-

terstützt noch gebilligt. Vielmehr werden sie von den zuständigen Strafver-

folgungsbehörden im Rahmen ihrer Möglichkeiten verfolgt und geahndet 

(vgl. auch vi-Entscheid, Ziff. II). Es sind keine konkreten Gründe ersichtlich, 

aufgrund welcher es dem Beschwerdeführer nach den geschilderten Vor-

fällen nicht zuzumuten gewesen wäre, mit rechtlichen Mitteln und gegebe-

nenfalls mit Hilfe eines Anwalts gegen die kriminelle Gruppe behördlich 

vorzugehen beziehungsweise den Rechtsweg auszuschöpfen. Gemäss 

den Angaben des Beschwerdeführers hat er keine Anzeige gegen die kri-

minelle Gruppe erstattet, obwohl die Polizei beim gewalttätigen Vorfall vom 

Frühjahr 2023 gemeinsam mit der Ambulanz bei ihm eintraf (A15/13, F46, 

F63 f.). Weder die Behauptung fehlender Schutzfähigkeit und -willigkeit der 

georgischen Behörden in der Beschwerde, noch die beigelegte Dokument-

kopie mit Übersetzung als diesbezüglicher Beweis, führen zu einer ande-

ren Einschätzung. So handelt es sich bei der Beschwerdebeilage um eine 

Kopie eines (schlecht leserlichen) fremdsprachigen Dokuments, worin mut-

masslich die Bezirksstaatsanwaltschaft eine Anfrage vom 16. Februar 

2023 dahingehend beantwortet, dass mangels Feststellung einer Straftat 

keine Ermittlungen zum «Prügelvorfall» eingeleitet worden seien (vgl. Be-

schwerdebeilagen). Einerseits weist dieses Dokument, das als Fotoaus-

druck (Kopie) und nicht im Original vorliegt, mangels Überprüfbarkeit der 

Echtheit nur einen geringen Beweiswert auf. Andererseits kann der Be-

schwerdeführer daraus auch deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten, 

da er sowohl das Zustandekommen des Dokuments als auch den Zusam-

menhang zu seinen Vorbringen gänzlich unbegründet lässt (fehlende Sub-

stantiierung). Selbst bei der Annahme, das Dokument beziehe sich auf den 

Vorfall vom Frühjahr 2023 und stamme von der dafür zuständigen georgi-

schen Staatsanwaltschaft, wäre eine solche Mitteilung der Behörden man-

gels Anzeige der Straftat durch den Beschwerdeführer (A15/13, F63) plau-

sibel. Im Weiteren besteht auch bei einer (tatsächlichen) Weigerung der 

Polizei, bei Übergriffen von Drittpersonen entsprechende Schritte einzulei-

ten, die Möglichkeit einer Beschwerde an eine höhere Instanz. Die allge-

mein gehaltenen Vorbehalte in der Beschwerde gegenüber der Schutzfä-

higkeit und -willigkeit der georgischen Behörden vermögen jedenfalls die 

beschriebene Regelvermutung auch auf Beschwerdeebene nicht umzu-

stossen. Der Beschwerdeführer hat die Schutzsuche in Georgien offen-

sichtlich nicht ausgeschöpft, wozu er jedoch gehalten gewesen wäre. Dem 

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Seite 6 

Beschwerdeführer gelingt es unter diesen Umständen nicht darzulegen, 

dass ihm die zuständigen staatlichen Organe den erforderlichen Schutz 

verweigert hätten oder in Zukunft verweigern würden. 

5.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch 

folgerichtig abgelehnt hat. 

6.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG und 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

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Seite 7 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Dies ist ihm in Anbetracht der vorangehenden Erwägungen 

nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat-

staat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 

sowohl im Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Die allgemeine Lage in Georgien ist weder von Bürgerkrieg noch von all-

gemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung 

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Seite 8 

dorthin grundsätzlich zumutbar ist. Zudem gilt Georgien, wie erwähnt, als 

„Safe Country“. 

In individueller Hinsicht verwies das SEM zutreffend auf die guten Voraus-

setzungen des Beschwerdeführers, sich bei einer Rückkehr in seinen Hei-

matstaat problemlos reintegrieren zu können, zumal er erst am 29. Februar 

2024 ausgereist ist. Er ist jung und gesund, verfügt sowohl über einen Mit-

telschulabschluss als auch über Berufserfahrung als Abteilungsleiter und 

Inhaber einer eigenen Firma. Er befand sich in Georgien in guten wirt-

schaftlichen Verhältnissen und kann auf ein tragfähiges Beziehungsnetz 

zurückgreifen, da sowohl seine Familienmitglieder (Grossmutter, Eltern, 

zwei Schwestern) als auch seine bisherigen Wohngemeinschafts-Freunde 

dort leben (A15/13, F5 bis 21).  

Aus den genannten Gründen ist der Vollzug der Wegweisung zumutbar.  

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-

digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 

2008/34 E. 12). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar –

angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1  

Der Beschwerdeführer beantragt (sinngemäss) die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt 

sich, dass sich das Begehren als aussichtslos erweist und es daher an 

einer gesetzlichen Voraussetzung zu dessen Gewährung fehlt. 

 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

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Seite 9 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).     

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser