# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7e7d397-fd8b-5bf4-841c-363899de09a2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.04.2025 D-947/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-947-2025_2025-04-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-947/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiberin Lea Fritsche. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am 3. April 2001, 

B._______, geboren am 26. November 2021, 

beide Somalia,   

beide vertreten durch MLaw Emélie Dunn,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung / N (…). 

 

 

 

D-947/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin stellte zusammen mit ihrem Ehemann und 

dem gemeinsamen Kind (Beschwerdeführer) am 11. Dezember 2022 ein 

Asylgesuch in der Schweiz. 

A.b Nachdem das SEM mit der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann 

am 9. Februar 2023 die sogenannten Dublin-Gespräche durchgeführt hat-

te, ersuchte es am 13. Februar 2023 die deutschen sowie die italienischen 

Behörden um Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden sowie des Ehe-

mannes beziehungsweise Vaters im Rahmen des Dublin-Verfahrens.  

Diese Gesuche wurden mit Schreiben vom 15. beziehungsweise 24. Feb-

ruar 2023 abgelehnt, wobei die italienischen Behörden dem SEM mitteil-

ten, dass der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsbewilligung als Flücht-

ling, gültig bis zum 24. März 2026, erteilt worden sei. 

A.c Mit E-Mail vom 28. Februar 2023 ersuchte das SEM die italienischen 

Behörden daraufhin um Rückübernahme der Beschwerdeführenden sowie 

des Ehemannes beziehungsweise Vaters.  

Die italienischen Behörden stimmten der Überstellung am 13. März 2023 

zu, wobei sie festhielten, es bleibe abzuwarten, ob vorliegend die Voraus-

setzungen für die Unterbringung der Familie in einer Einrichtung des SAI 

(Sistema Accoglienza Integrazione; Anmerkung des Gerichts) erfüllt seien.  

A.d Am 8. Mai 2023 wurden die Beschwerdeführenden und der Ehemann 

beziehungsweise Vater dem Kanton (…) zugewiesen. 

A.e Mit Eingabe vom 3. August 2023 erkundigte sich die zugewiesene 

Rechtsvertreterin bei der Vorinstanz erstmals um Auskunft zum Verfah-

rensstand. Das SEM beantwortete die Anfrage mit E-Mail vom 7. August 

2023. 

A.f Am 24. Juni 2024 wurden die Asylverfahren der Beschwerdeführenden 

auf Antrag der Rechtsvertreterin vom 20. Juni 2024 vom Asylverfahren des 

Ehemannes beziehungsweise Vaters getrennt. Gemäss einer Mitteilung 

der (…) vom 17. Juli 2024 gilt dieser seit dem 5. Mai 2024 als unterge-

taucht. 

D-947/2025 

Seite 3 

A.g Mit Schreiben vom 27. November 2024 erkundigte sich die Rechtsver-

treterin erneut nach dem Verfahrensstand und beantragte, dass auf die 

Asylgesuche einzutreten und das nationale Asylverfahren zu eröffnen sei; 

eventualiter seien die Beschwerdeführenden vorläufig in der Schweiz auf-

zunehmen.  

Die Antwort des SEM erfolgte gleichentags per E-Mail. Darin wurde festge-

halten, dass sich das Rückübernahmeverfahren als kompliziert erweise. 

Allerdings seien im Nachgang zur Dossiertrennung über mehrere Monate 

hinweg über die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde; Anmer-

kung des Gerichts), Sozialdienste und Kanton, Abklärungen eingeleitet 

worden. Derzeit sei SEM-intern die Entscheidung hängig, ob eine Wegwei-

sung nach Italien noch zumutbar sei. 

A.h Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 erkundigte sich die Rechtsvertre-

terin ein drittes Mal nach dem Verfahrensstand und beantragte zusätzlich 

– sofern ein Schutzstatus in Italien vorliegen sollte – um Gewährung des 

rechtlichen Gehörs zu einer Rückführung in einen sicheren Drittstaat und 

sodann um die Verfügung einer vorläufigen Aufnahme für die Beschwerde-

führenden. Sollte dem Ersuchen nicht stattgegeben werden, werde um Er-

lass einer anfechtbaren Verfügung bis zum 28. Januar 2025 ersucht. Falls 

das SEM keine weiteren Schritte tätige, werde die Erhebung einer Rechts-

verzögerungs- beziehungsweise Rechtsverweigerungsbeschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht geprüft.  

Der zuständige Fachspezialist Dublin des SEM antwortete mit E-Mail vom 

16. Januar 2025, dass ein interner Antrag leider nach wie vor bei der zu-

ständigen Stelle des SEM hängig sei. Ebenso sei eine Anfrage um Rück-

übernahme an Italien nach wie vor bei den italienischen Behörden hängig.  

B.  

Mit Eingabe vom 13. Februar 2025 reichten die Beschwerdeführenden 

über ihre Rechtsvertreterin beim Bundesverwaltungsgericht eine Rechts-

verzögerungsbeschwerde ein. Dabei beantragen sie, es sei festzustellen, 

dass betreffend das Asylverfahren eine Rechtsverzögerung vorliege. Wei-

ter sei das SEM anzuweisen, das Asylgesuch ohne weitere Verzögerung 

zu behandeln und eine anfechtbare Verfügung im Asylverfahren zu erlas-

sen.  

In prozessualer Hinsicht beantragten sie die unentgeltliche Prozessführung 

inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

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Seite 4 

C.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2025 bewilligte der Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltliche Prozessführung und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

C.a Am 24. Februar 2025 liess sich die Vorinstanz zur Beschwerde ver-

nehmen.  

C.b Mit Replik vom 19. März 2025 hielten die Beschwerdeführenden voll-

umfänglich an ihren Anträgen fest.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen-

tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 

2019, Rz. 3 zu Art. 46a).  

Das Bundesverwaltungsgericht ist damit für die Beurteilung der vorliegen-

den Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig. 

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus, 

dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer 

Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch ist 

anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu 

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handeln und der ansprechenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 

VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.). 

Vorliegend ersuchten die Beschwerdeführenden um Asyl. Über das Ge-

such hat die Vorinstanz in Form einer anfechtbaren Verfügung zu befinden. 

Die Beschwerdeführenden sind daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 

1.4 Beschwerde gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern 

einer Verfügung kann jederzeit geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Die 

zeitliche Grenze bildet der Grundsatz von Treu und Glauben. Die be-

troffene Person muss darlegen, dass sie zur Zeit der Beschwerdeeinrei-

chung ein schutzwürdiges – mithin aktuelles und praktisches – Interesse 

an der Vornahme der verzögerten Amtshandlung respektive der Feststel-

lung einer entsprechenden Rechtsverzögerung hat. Erforderlich ist zudem 

bei Verzögerung des Verfügungserlasses, dass sie ihr Begehren wieder-

holt, bevor sie die Beschwerde einreicht (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.20 ff.). 

Das SEM hat das Asylverfahren der Beschwerdeführenden bis anhin noch 

nicht abgeschlossen. Mit den Verfahrensstandanfragen vom 3. August 

2023 und vom 27. November 2024 haben die Beschwerdeführenden ihr 

aktuelles und praktisches Interesse am Verfügungserlass durch das SEM 

manifestiert. Nachdem das SEM schliesslich auf die letzte Verfahrens-

standanfrage der Beschwerdeführenden vom 14. Januar 2025, mit welcher 

die Einreichung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde angedroht worden 

war, keinen Entscheid gefällt hat, durften sie Mitte März 2025 nach Treu 

und Glauben annehmen, die Vorinstanz werde vorderhand keine anfecht-

bare Verfügung erlassen. 

1.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht ein-

gereichte (Art. 52 Abs. 1 VwVG) Rechtsverzögerungsbeschwerde einzu-

treten. 

2.  

2.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.2 Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot 

verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die 

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Sache mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 

Abs. 1 VwVG; vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2, m.w.H.).  

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfahrensgarantie gilt für alle 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2, m.w.H.). 

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht – wie bei 

einer Rechtsverweigerung – grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde 

nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv als 

angemessen erscheint. Die Frage der Angemessenheit der Dauer eines 

Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Kom-

plexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Be-

hörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie ein-

zelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. MÜLLER/BIERI, a.a.O., Rz. 16 

zu Art. 46a, BGE 130 I 312 E. 5.1 und 5.2, m.w.H.). Ein Verschulden der 

Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, weshalb sie das 

Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie wegen Personal-

mangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl. 

BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 60 E. 3.c; 103 V 190 E. 5c). Spezialgesetz-

liche Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung der Angemessenheit der 

Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen auch das Urteil des 

BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2, m.w.H.). 

4.  

4.1 In der Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 13. Februar 2025 monie-

ren die Beschwerdeführenden im Wesentlichen, die Vorinstanz begründe 

die lange Verfahrensdauer und ihr langes Untätigbleiben lediglich mit dem 

unkooperativen Verhalten der italienischen Behörden und der noch ausste-

henden Antwort der italienischen Behörden auf das Rückübernahmeersu-

chen der Schweiz. Diese Begründung werde dem Anspruch auf Behand-

lung und Beurteilung innert angemessener Frist aber in keiner Weise ge-

recht. Die Beschwerdeführenden warteten seit 26 Monaten auf einen Ent-

scheid des SEM, obwohl es sich in der Natur der Sache um keinen kom-

plexen Fall handle und obwohl die Beschwerdeführenden als äusserst 

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vulnerable Personen zu gelten hätten. Dieses Vorgehen widerspreche der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, welche besage, dass 

ein Nichteintretensentscheid nach Art. 31a Abs. 1 lit. a AsylG nicht auf un-

bestimmte Zeit – bis zu einem allfälligen künftigen kooperativen Verhalten 

der Behörden des Drittstaats – aufgeschoben werden könne.  

4.2 In seiner Vernehmlassung führt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, 

sie habe den Beschwerdeführenden mehrfach mitgeteilt, dass die Antwort 

der italienischen Behörden auf das Rückübernahmeersuchen der Schweiz 

derzeit nach wie ausstehe und es sei nicht absehbar, wie lange das Ver-

fahren voraussichtlich noch dauern werde, da dies aus Sicht des SEM von 

den italienischen Behörden abhänge. Dass die italienischen Behörden die 

Antwortfrist von acht Tagen gemäss Art. 6 Abs. 3 des Rückübernahmeab-

kommens erheblich überschritten hätten, könne dem SEM nicht angelastet 

werden. Ebenso hätten die Beschwerdeführenden jederzeit die Möglichkeit 

nach Italien zurückzukehren, wo sie als Flüchtlinge aufgenommen worden 

seien. 

4.3 In ihrer Replik halten die Beschwerdeführenden entgegen, die Argu-

mentation der Vorinstanz überzeuge nicht. Die erhebliche Überschreitung 

der Antwortfrist von acht Tagen gemäss Art. 6 Abs. 3 des Rückübernahme-

abkommens sei mit einer über einem Jahr hängigen Antwort Italiens we-

sentlich. Das Untätigbleiben der italienischen Behörden könne nicht als 

Vorwand für das Untätigbleiben des SEM benutzt werden.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM in der Regel auf 

Asylgesuche nicht ein, wenn Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat 

nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich 

vorher aufgehalten haben. Ein solcher Nichteintretensentscheid nach 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG ist innerhalb von fünf Arbeitstagen zu treffen 

(Art. 37 Abs. 5 AsylG), wobei es sich dabei um eine Ordnungsfrist handelt, 

deren Überschreitung im Einzelfall jedoch eine Rechtsverzögerung be-

gründen kann, sofern für die lange Verfahrensdauer keine objektive Recht-

fertigung vorliegt.  

5.2 Die Beschwerdeführenden haben am 11. Dezember 2022 – also vor 

rund 28 Monaten – ihre Asylgesuche in der Schweiz gestellt. Aus den vor-

instanzlichen Akten sowie den Ausführungen des SEM in der Vernehmlas-

sung geht weiter hervor, dass die italienischen Behörden anerkennen, dass 

die Beschwerdeführenden in Italien über einen gültigen Flüchtlingsstatus 

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verfügen, und dass die italienischen Behörden einer Überstellung der Be-

schwerdeführenden nach Italien am 13. März 2023 im Grundsatz zuge-

stimmt haben. Indes bleibe abzuwarten, ob die Voraussetzungen für die 

Unterbringung der Familie in einer Einrichtung des SAI erfüllt seien. Akten-

kundig ist sodann, dass das SEM über die KESB und weitere Stellen über 

mehrere Monate hinweg, letztmals am 21. Oktober 2024, Abklärungen zur 

familiären Situation vorgenommen hat und dass SEM-intern die Entschei-

dung aussteht, ob eine Wegweisung nach Italien für die Beschwerdefüh-

renden noch zumutbar ist.  

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt bei dieser Aktenlage zum 

Schluss, dass das Zuwarten des SEM weder mit dem verfassungsrechtli-

chen Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. oben E. 3.1) noch mit den 

spezialgesetzlichen Behandlungsfristen (vgl. Art. 37 Abs. 5 AsylG) verein-

bar ist. Es steht ausser Frage, dass die vorinstanzliche Verfahrensdauer 

– welche zum Zeitpunkt der Vernehmlassung auf Beschwerdeebene be-

reits mehr als 26 Monate betrug – im Fall der Beschwerdeführenden dem 

Anspruch auf Behandlung und auf Beurteilung innert angemessener Frist 

in keiner Weise gerecht wird. Allein der Umstand, dass die Option eines 

Nichteintretensentscheides nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsyIG nicht in Be-

tracht fallen soll, solange keine aus Sicht des SEM rechtsgenügliche Rück-

übernahmezusicherung der italienischen Behörden vorliegt beziehungs-

weise die italienischen Behörden ihrer Verpflichtung gemäss Art. 6 Abs. 3 

des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

der Italienischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit un-

befugtem Aufenthalt (SR 0.142.114.549) nicht (fristgerecht) nachgekom-

men sind, ändert nichts am Anspruch der Beschwerdeführenden auf Erlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Eine objektive Rechtfertigung für die mas-

sive Fristüberschreitung liegt somit nicht vor und es sind auch keine ande-

ren Gründe ersichtlich, welche eine solche rechtfertigen könnten (vgl. zum 

Ganzen Urteil des Bundesverwaltungsgericht D-5129/2023 vom 5. Februar 

2024, E. 4.3 und E-1484/2016 vom 22. März 2016 S. 9). 

5.4 An dieser Einschätzung vermag namentlich auch der Umstand nichts 

zu ändern, dass das SEM – wie erwähnt – während mehrerer Monate, 

letztmals am 21. Oktober 2024, Abklärungen zur familiären Situation der 

Beschwerdeführenden vorgenommen hat. Wie aus den Akten hervorgeht, 

hatten diese Abklärungen keinen Einfluss auf die Dauer des vorinstanzli-

chen Verfahrens. Vielmehr ist die lange Dauer das Asylverfahrens aus-

schliesslich darauf zurückzuführen, dass das SEM seit März 2023 vergeb-

lich auf die aus seiner Sicht nicht rechtsgenügliche Zusicherung der 

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italienischen Behörden wartet. Dieses lange Zuwarten erscheint umso un-

verständlicher, als den Akten nicht entnommen werden kann, dass das 

SEM nochmals bei den italienischen Behörden nachgefragt und um eine 

ergänzende Antwort ersucht hätte oder sonstige Bemühungen unternom-

men hätte, um die gewünschte Zustimmung zu erhalten. Aktenkundig ist 

lediglich eine E-Mail vom 1. Juli 2024, in welcher die Absicht eines Nach-

fragens erwähnt wird (vgl. SEM act. 42/2). 

5.5 Schliesslich ist das von der Vorinstanz in der Vernehmlassung ange-

führte Argument, die Beschwerdeführenden könnten aufgrund ihres Flücht-

lingsstatus jederzeit selbständig nach Italien zurückzukehren (vgl. Ver-

nehmlassung, S. 2), für die Frage, ob die lange Verfahrensdauer mit dem 

Anspruch auf Erlass eines Entscheids innert angemessener Frist vereinbar 

ist, offensichtlich nicht von Relevanz.  

5.6 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Dauer des Verfahrens der Be-

schwerdeführenden als unangemessen lang zu erachten ist. Der Antrag 

der Beschwerdeführenden, es sei eine Rechtsverzögerung festzustellen, 

ist daher berechtigt.  

5.7 Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen und das SEM ist anzuweisen, 

die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ohne weitere Verzögerung zu 

behandeln und die betreffenden Verfahren zum Abschluss zu bringen.  

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).  

6.2 Gemäss Art. 64 Abs.1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann die Beschwer-

deinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen 

oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen (vgl. für die Grund-

sätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des 

Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).  

Den vertretenen Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädigung aus-

zurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG).   

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

ohne weitere Verzögerung zu behandeln und das betreffende Verfahren 

zum Abschluss zu bringen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und der kanto-

nale Migrationsdienst. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Lea Fritsche 

 

 

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