# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68159f7b-56cb-5078-88f8-5a94195244be
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-19
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2022 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2022
**Docket/Reference:** DB.2024.156
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2024.156--2-st.2024.197.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2024.156 
2 ST.2024.197 

Entscheid 

19. März 2025 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Marc Gerber, Steuerrichter Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter 
Christian Griesser und Gerichtsschreiber Gilles Vogt 

A ,    

vertreten durch RA Dr.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2022 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2022 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  hat  zur  Aufnahme  einer  selbständigen  Er-

werbstätigkeit am … Dezember 2020 ein Vorsorgeguthaben in Höhe von Fr. 215'470.45 

aus seiner Pensionskasse bei der Vorsorgestiftung C bezogen. Dieser Bezug wurde als 

Kapitalleistung  nach  Art.  38  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember 1990 [DBG] bzw. § 17 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG] ge-

trennt vom übrigen Einkommen besteuert.  

Am … Dezember 2022 tätigte der Pflichtige einen Einkauf in die berufliche Vor-

sorge von Fr. 230'000.-. 

Im Veranlagungs- bzw. Einschätzungsvorschlag vom … 2024 liess die Steuer-

kommissärin (neben anderen, hier nicht interessierenden Punkten) den Einkauf in die 

berufliche Vorsorge aufgrund einer Sperrfristverletzung nur im Umfang von Fr. 14'530.- 

zum Abzug zu und rechnete den  restlichen Betrag von Fr. 215'470.- auf. Nach einem 

erfolglosen Austausch zwischen der damaligen Vertreterin des Pflichtigen und der Steu-

erkommissärin erliess Letztere am … 2024 die Veranlagungsverfügung bzw. den Ein-

schätzungsentscheid  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. …  (direkte  Bundes-

steuer)  bzw.  Fr.  484'300.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  einem  steuerbaren 

Vermögen von Fr. … An der Aufrechnung von Fr. 215'470.- infolge Sperrfristverletzung 

wurde festgehalten. 

B. Mit Eingabe vom … 2024 liess der Pflichtige Einsprache erheben. Beantragt 

wurde  unter  anderem,  den  Pensionskasseneinkauf  von  Fr.  230'000.-  vollständig  zum 

Abzug zuzulassen. Dies mit der Begründung, dass nur Kapitalbezüge innerhalb von drei 

Jahren nach einem Einkauf unter die Sperrfrist fielen, nicht aber vor dem Einkauf getä-

tigte Kapitalbezüge. 

Mit  Verweis  auf  den  Bundesgerichtsentscheid  2C_29/2017  vom  4.  Novem-

ber 2019, wonach ein Einkauf innerhalb von drei Jahren seit dem letzten Kapitalbezug 

auch  nicht  zum  Abzug  berechtige,  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einsprache  mit 

Entscheid  vom  …  2024  in  diesem  Punkt  ab.  Im  Übrigen  wurde  die  Einsprache 

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gutgeheissen  und  das  steuerbare  Einkommen  neu  auf  Fr. …  (direkte  Bundessteuer) 

bzw. Fr. … (Staats- und Gemeindesteuer) und das steuerbare Vermögen auf Fr. … fest-

gesetzt. 

C.  Am  …  2024  liess  der  Pflichtige  Beschwerde  und  Rekurs  gegen  den  Ein-

spracheentscheid  erheben  und  beantragte,  auf  die  Aufrechnung  von  Fr. 215'470.-  zu 

verzichten. Er sei für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. … zu veranlagen bzw. für die Staats- und Gemeindesteuern mit einem steuerbareren 

Einkommen von Fr. … und einem steuerbaren Vermögen von Fr. … einzuschätzen.  

Mit Beschwerde- bzw. Rekursantwort vom … 2024 schloss das kantonale Steu-

eramt auf kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwal-

tung (ESTV) und die Gemeinde liessen sich nicht vernehmen. 

Am … 2025 wurden die Akten der Steuerperiode 2019 beim kantonalen Steu-

eramt eingeholt.  

Auf die Parteivorbringen wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Zu  prüfen  ist,  ob  Art.  79b  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  über  die  berufliche 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) auch dann zur 

Anwendung kommt, wenn nach einem Kapitalbezug innerhalb von drei Jahren ein Ein-

kauf erfolgt. 

a) Von den Einkünften werden laut Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 31 Abs. 1 

lit. d StG die gemäss Gesetz, Statut oder Reglement geleisteten Einlagen, Prämien und 

Beiträge zum Erwerb von Ansprüchen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge ab-

gezogen.  Diese  Bestimmungen  vollziehen  die  bundesrechtliche  Vorschrift  von  Art. 81 

Abs. 2  BVG,  wonach  die  von  den  Arbeitnehmern  und  Selbständigerwerbenden  nach 

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Gesetz oder reglementarischen Bestimmungen geleisteten Beiträge an Vorsorgeeinrich-

tungen bei den direkten Steuern des Bundes, der Kantone und Gemeinden abziehbar 

sind. Abzugsfähig sind dabei nicht nur die ordentlichen Beiträge an die Vorsorgeeinrich-

tung, sondern auch die Beiträge für den Einkauf von Lohnerhöhungen, von Beitragsjah-

ren,  von  Vorfinanzierungen  für  Frühpensionierungen  oder  von  im  Rahmen  einer  

Scheidung  übertragenen  Austrittsleistungen  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  Hand-

kommentar zum DBG, 4. A., 2023, Art. 33 N 81 DBG und Kommentar zum Zürcher Steu-

ergesetz, 4. A., 2021, § 31 N 101 StG; RB 1996 Nr. 48; VGr, 23. Januar 2002, StE 2002 

B 27.1 Nr. 26).  

b)  Zu  beachten  sind  jedoch  die  Einkaufsbeschränkungen  von  Art. 79b 

Abs. 3 BVG,  in  Kraft  seit  1.  Januar  2006.  Dieser  lautet:  "Wurden  Einkäufe  getätigt, 

so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht 

in  Kapitalform  aus  der  Vorsorge  zurückgezogen  werden  (…)."  Das  Bundesgericht 

hat diesbezüglich klargestellt, dass gestützt auf Art. 79b Abs. 3 BVG Kapitalauszahlun-

gen in der Dreijahresfrist konsequent und grundsätzlich ausnahmslos mit missbräuchli-

cher  Steuerminimierung  gleichzusetzen  sind  (BGE  142  II  399;  BGr,  12. März 2010, 

2C_658/2009, StE 2010 B 27.1 Nr. 43 = ASA 79, 685 = StR 2010, 860; BGr, 15. Januar 

2015,  2C_488/2014,  StE  2015  B  27.1  Nr. 51;  vgl.  auch  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Rohner,  Art. 33  N 83  DBG  und  § 31  N 104  StG;  Analyse  vom  3. November  2010  des 

Vorstands der  Schweizerischen Steuerkonferenz  [SSK] zum Bundesgerichtsentscheid 

vom 12. März 2010 (2C_658/2009) zur Abzugsberechtigung von Einkäufen bei nachfol-

gendem Kapitalbezug [Steuerrechtliche Tragweite von Art. 79b Abs. 3 BVG], www.steu-

erkonferenz.ch). Über den Wortlaut von Art. 79b Abs. 3 BVG hinaus führte das Bundes-

gericht  in  einem  Nebensatz  aus,  dass  nicht  nur  ein  Kapitalbezug  innerhalb  der 

dreijährigen Sperrfrist nach einem Einkauf missbräuchlich sei, sondern auch ein Einkauf, 

der innerhalb von drei Jahren seit dem letzten Kapitalbezug getätigt werde (BGr, 4. No-

vember 2019, 2C_29/2017, E. 3.1).  

2.  a)  Das  kantonale  Steueramt  qualifiziert  diese  Feststellung  des  Bundesge-

richts als Obiter Dictum und kommt zum Schluss, dass der streitbetroffene Einkauf nicht 

zum Abzug berechtige, da dieser innerhalb von drei Jahren nach dem Kapitalbezug er-

folgt sei. Es spiele dabei keine Rolle, in welcher Reihenfolge eine Kapitaleinzahlung und 

eine Kapitalentnahme erfolgt seien. 

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b) Der Pflichtige stützt sich zunächst auf den Wortlaut von Art. 79b Abs. 3 Satz 

1 BVG, gemäss welchem der nicht zulässige Kapitalbezug nach den Einkäufen erfolge. 

Betreffend der vom kantonalen Steueramt angerufenen Erwägung gibt er zu bedenken, 

dass beim Hinweis, dass die dreijährige Sperrfrist auch gelte, wenn der Einkauf innerhalb 

von drei Jahren nach dem Kapitalbezug erfolge, auf den Bundesgerichtsentscheid BGE 

142 II 399 verwiesen werde (E. 4.1, S. 407), obwohl diese Frage dort nicht Gegenstand 

gewesen sei. Vielmehr sei es zunächst darum gegangen, ob Einkäufe nach einer Schei-

dung und anschliessendem Bezug unter die Sperrfrist gemäss Art. 79b Abs. 3 Satz 1 BV 

fallen  würden.  Letztlich  sei  die  Frage  der  Ausnahme  der  Sperrfristregelung  gemäss 

Art. 79b Abs. 4 BVG zu beantworten gewesen, wobei diese Bestimmung nicht zur An-

wendung gelangt sei, da es sich um einen Steuerumgehungsfall gehandelt habe. Hinzu 

komme, dass aus der von der Vorinstanz zitierten Erwägung 4.1 nicht hervorgehe, dass 

die Sperrfrist auch in Fällen zur Anwendung gelange, bei welchen der Einkauf auf den 

Kapitalbezug folge. Selbiges gelte wiederum auch für die im genannten Bundesgerichts-

entscheid zitierten Urteile, in welchen es jeweils um Sachverhalte ging, bei welchen zu-

erst eine Kapitaleinzahlung vorgenommen wurde und danach eine Auszahlung erfolgte 

(BGr,  25. Januar 2015,  2C_488/2014;  12.  März  2010,  2C_658/2009;  24.  Novem-

ber 2010,  2C_614/2010;  30. Juni  2015,  2C_1051/2014).  Der  umgekehrte  Fall,  in  wel-

chem Einkäufe auf Kapitalbezüge folgten, sei vom Bundesgericht bisher nicht materiell 

entschieden  worden.  Vor  diesem  Hintergrund  erscheine  der  Passus  "ebenso  wie  ein 

Einkauf, der innerhalb von drei Jahren seit dem letzten Kapitalbezug getätigt wird" als 

reines Obiter Dictum, dem keine präjudizielle Bedeutung zukomme.  

3. a)  Gemäss  dem klaren  Wortlaut  von  Art. 79b  Abs. 3  BVG  bezieht sich  die 

Sperrfrist  von  drei  Jahren  ausschliesslich  auf  Kapitalbezüge,  die  nach  einem  Einkauf 

getätigt wurden. Der vorliegende Sachverhalt, bei dem es um einen Kapitalbezug vor 

einem  Einkauf  geht,  kann  deshalb  von  vornherein  nicht  unter  diese  Norm  subsumiert 

werden.  Weder  im  BVG  noch  in  den  Steuergesetzen  findet  sich  eine  Gesetzesnorm, 

welche  die  vorliegende  Konstellation  beschlagen  und  dafür  eine  Sperrfrist  statuieren 

würde. Erfüllt ein Kapitalbezug somit die gesetzlichen Voraussetzungen, ist er – Rechts-

missbrauch vorbehalten – nicht zu beanstanden. Dasselbe gilt für die nach einem Bezug 

erfolgten Einzahlungen zum (Wieder-)Aufbau der Altersvorsorge. Eine Lücke im Gesetz, 

welche durch Richterrecht zu füllen wäre, liegt nicht vor, ist doch der Aufbau von Vorsor-

gekapital bis zu einem gewissen Maximum und deren steuerliche Bevorteilung gerade 

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ausdrücklich Sinn und Zweck  des BVG und der entsprechenden  steuerlichen  Bestim-

mungen. 

b) Der Pflichtige bringt zudem zutreffend vor, dass das Bundesgericht noch kei-

nen  mit  dem  vorliegenden  Sachverhalt  vergleichbaren  Fall  zu  beurteilen  hatte  (vgl.  

BGE 142 II 399; BGr, 4. November 2019, 2C_29/2017; 15. Januar 2015, 2C_488/2014; 

30. Juni  2015,  2C_1051/2014;  24.  November 2010,  2C_614/2010;  12.  März  2010, 

2C_658/2009). Dies gilt insbesondere auch für den von der Vorinstanz angerufenen Ent-

scheid  2C_29/2017 vom 4. November 2019, bei welchem eine  Kapitalauszahlung auf 

eine  Kapitaleinzahlung folgte.  Soweit sich die Vorinstanz somit  auf die bisherige  bun-

desgerichtliche  Rechtsprechung  zur  Verweigerung  der  Abzugsfähigkeit  abstützt,  kann 

ihr nicht gefolgt werden.   

c)  Der  vom  kantonalen  Steueramt  angerufene  Nebensatz  im  Entscheid 

2C_29/2017 vom 4. November 2019, wonach nicht nur ein Kapitalbezug innerhalb der 

dreijährigen Sperrfrist nach einem Einkauf missbräuchlich sei, sondern auch ein Einkauf, 

der innerhalb von drei Jahren seit dem letzten Kapitalbezug getätigt werde (E 3.1), ist 

zudem unklar. Aus dem Entscheid geht nicht eindeutig hervor, dass ein Einkauf in die 

berufliche Vorsorge innerhalb von drei Jahren nach einem  Kapitalbezug in jedem Fall 

missbräuchlich ist. Abgesehen davon, dass das Bundesgericht einen anderen Sachver-

halt zu beurteilen hatte, finden sich im Entscheid keine ergänzenden Ausführungen zum 

umstrittenen  Nebensatz.  Dies  wäre  jedoch  (nach  der  hier  vertretenen  Ansicht)  unum-

gänglich gewesen, wenn der Anwendungsbereich von Art. 79b Abs. 3 BVG über dessen 

klaren Wortlaut hinaus hätte erweitert werden sollen. Der entsprechende Nebensatz ist 

deshalb unklar und überzeugt  für die vorliegende Konstellation  nicht. Aufgrund  dieser 

Unklarheit ist auch nicht von einem eigentlichen Obiter Dictum des Bundesgerichts aus-

zugehen.  Doch  selbst wenn  es  sich  um  ein  solches  handeln  würde,  so  käme  diesem 

keine Bindungskraft zu, da solchen keine rechtsverbindliche Wirkung zukommt und sie 

kein Präjudiz bilden (Kiener/Binder, Öffentlichkeitskommunikation der Gerichte im Span-

nungsfeld der Staatsgewalten, in: Saxer, Urs, Kommunikation der Gerichte: Recht und 

Praxis – Tagungsband, 2015, S. 13 – 32, mit Hinweis auf BGE 129 II 331, E. 5.4). Aus-

gehend  vom  Wortlaut  sowie  der  bisherigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zu 

Art. 79b Abs. 3 BVG ist deshalb nicht automatisch von Missbräuchlichkeit auszugehen, 

wenn nach einem Bezug von Vorsorgegeldern innerhalb von drei Jahren wieder ein Ein-

kauf stattfindet. Zu prüfen bleibt, ob eine Steuerumgehung vorliegt. 

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4. a) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird eine Steuerumgehung an-

genommen, wenn (vgl. BGE 138 II 239 E. 4.1 S. 243 f.; BGE 131 II 627 E. 5.2 S. 635 f.; 

BGr, 14. Juni 2012, 2C_1027/2011 bzw. 2C_1028/2011, E. 4.2, mit Hinweisen):  

−  eine von den Beteiligten gewählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich, sach-

widrig oder absonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völ-

lig unangemessen erscheint,  

−  anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich ledig-

lich deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemäs-

ser Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären, und  

−  das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis 

führen würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde. 

b) Der Pflichtige gibt an, dass er sein Vorsorgeguthaben zur Aufnahme einer 

selbständigen Erwerbstätigkeit genutzt habe. Konkret habe er sich einer D angeschlos-

sen  und  sich  dort  mit  Fr.  180'000.-  eingekauft.  Da  er  sein  ganzes  Vorsorgeguthaben 

bezogen habe, sei seine 2. Säule damit liquidiert worden und er sei keiner 2. Säule mehr 

angeschlossen gewesen. Da seine D in der Folge sehr erfolgreich gewesen sei, habe er 

sich  entschlossen,  sich  wieder  einer  2. Säule  anzuschliessen  und  einen  Einkauf  von 

Fr. 230'000.-  zu  tätigen.  Durch  den  Einkauf  habe  sich  sein  Vorsorgeschutz  erheblich 

verbessert und der Einkauf sei auch nicht kurz nach der Auszahlung erfolgt. Sein Vor-

gehen erweise sich vor diesem Hintergrund als wirtschaftlich vernünftig. Eine Steuerum-

gehung sei daher auszuschliessen.  

Gemäss D-Vertrag vom … 2021 (…) verpflichtete sich der Pflichtige einen Be-

trag von Fr. 180'000.- zum Einkauf in die D zu bezahlen. Gemäss diesem … der Pflich-

tige auf eigenen Namen und auf eigene Rechnung. 

Wie  aus  der  Steuererklärung  2019  hervorgeht,  verfügte  der  Pflichtige  per 

31. Dezember 2019  lediglich  über  Barmittel  von  rund  Fr.  41'500.-,  weshalb  er  den 

Betrag  von  Fr.  180'000.-  nicht  ohne  Bezug  seines  Vorsorgekapitals  leisten  konnte. 

Selbst  unter  Berücksichtigung  seines  Nettolohnes  der  Steuerperiode  2020  von  knapp 

Fr. 147'000.- (... Januar 2020 bis ... Oktober 2020) war es unter Berücksichtigung der 

Lebenshaltungskosten  unmöglich,  dass  er  die 

restlichen  dafür  notwendigen 

Fr. 138'500.-  durch  seinen  Jahreslohn  hätte  aufbringen  können.  In  der  Steuerperiode 

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2021 deklarierte der Pflichtige dann ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

von Fr. 336'894.- bzw. Fr. 397'169.- in der Steuerperiode 2022.  

c) Dass der Pflichtige aufgrund ungenügender Barmittel sein Vorsorgevermö-

gen zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit verwendete, kann mitnichten als 

ungewöhnlich, sachwidrig, absonderlich oder unangemessen erscheinen. Das gleiche 

gilt für den Wiedereinkauf in die 2. Säule aufgrund des guten Geschäftsgangs. Im Hin-

blick auf die Altersvorsorge spricht auch nichts gegen einen Einkauf in die Vorsorge, um 

die  entstandene  Vorsorgelücke  zu  schliessen.  Im  Gegenteil  kann  der  Pflichtige  durch 

einen (möglichst) frühzeitigen Wiedereinkauf von der Verzinsung (und damit dem Zin-

seszinseffekt) seines Vorsorgeguthabens profitieren. Es ist deshalb auch nicht ersicht-

lich,  dass  der  Einkauf  lediglich  dazu  diente,  Steuern  einzusparen.  Vielmehr  erscheint 

dieser vorsorgetechnisch sinnvoll. Schliesslich ist auch keine erhebliche Steuerersparnis 

ersichtlich. Dies, weil der Pflichtige auch drei Jahre nach dem Vorbezug einen Einkauf 

(in  Höhe  der  Vorsorgelücke)  hätte  tätigen  dürfen  und  dieser  Betrag  dann  auch  beim 

steuerbaren  Einkommen  abziehbar  gewesen  wäre.  Eine  Steuerumgehung liegt  somit 

nicht vor.  

5. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den Einkauf in die 2. Säule im Um-

fang von Fr. 215'470.- zu Unrecht nicht zum Abzug zugelassen. Das steuerbare Einkom-

men ist wie folgt zu korrigieren: 

Direkte Bundessteuern 2022 

Steuerbares Einkommen gemäss Einspracheentscheid 

Fr.  … 

./. Beiträge an die 2. Säule (Einkauf) 

Fr. -215'470.- 

Steuerbares Einkommen (ungerundet) 

Steuerbares Einkommen (gerundet) 

Fr.  … 

Fr.  … 

Staats- und Gemeindesteuern 2022 

Steuerbares Einkommen gemäss Einspracheentscheid 

Fr.  … 

./. Beiträge an die 2. Säule (Einkauf) 

Fr. -215'470.- 

Steuerbares Einkommen (ungerundet) 

Steuerbares Einkommen (gerundet) 

Fr.  … 

Fr.  … 

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6. a) Die vorstehenden Erwägungen führen zur Gutheissung der Rechtsmittel. 

Der Pflichtige ist damit für die Steuerperiode 2022 mit einem steuerbaren Einkommen 

von Fr. … (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. … (Staats- und Gemeindesteuern) und einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. … zu veranlagen bzw. einzuschätzen (Tarif gemäss Art. 

36 Abs. 1 DBG bzw. § 35 Abs. 1 und § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

b) Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens dem kantonalen Steuer-

amt aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG) und ist dem Pflichtigen 

eine  angemessene  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 144  Abs.  4  DBG  i.V.m. 

Art. 64  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezem-

ber 1968 bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 

24. Mai 1959  sowie  §§ 1 Abs. 1  und  8  Abs.  1  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts vom 23. August 2010). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte  

Bundessteuer, Steuerperiode 2022, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … 

veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 1 DBG; Grundtarif).  

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2022, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. … und ei-

nem steuerbaren Vermögen von Fr. … eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 1 und 

§ 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

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