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**Case Identifier:** d4572c94-db68-5c62-b8db-9456030f3024
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.12.2025 200 2025 602
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-602_2025-12-08.pdf

## Full Text

UV 200 2025 602 
FRC/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 8. Dezember 2025

Verwaltungsrichterin Frey
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. August 2025 (Dossier Nr.: 
90.23.033988)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2025, UV 200 2025 602

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Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bei der C.________ GmbH angestellt und dadurch bei der Schweizerische 
Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (Mobiliar bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 
sowie Berufskrankheiten versichert, als er sich gemäss Schadenmeldung 
UVG vom 11. September 2023 (Akten der Mobiliar [act. II] 2) am 5. Sep-
tember 2023 an einer ... eine Schnittverletzung am rechten Zeigefinger 
zuzog (vgl. auch act. II 9). Die Mobiliar nahm medizinische Abklärungen 
vor, kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus (bspw. 
act. II 54, 90, 145). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. II 170, 
195, 198) stellte sie die vorübergehenden Leistungen mit Verfügung vom 
16. April 2025 (act. II 200) rückwirkend "spätestens" per 31. Januar 2025 
ein; gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente und 
eine Integritätsentschädigung. Die sich einzig gegen die Verneinung eines 
Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung richtende Einsprache vom 
19. Mai 2025 (act. II 203) wies die Mobiliar mit Einspracheentscheid vom 
4. August 2025 (act. II 207) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, wie bereits im Einspracheverfahren ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 15. September 
2025 Beschwerde mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 4. August 2025 der Beschwerdegegne-
rin sei vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin an-
zuweisen, dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung in der 
Höhe von Fr. 8'892.-- zu bezahlen.

2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 4. August 2025 aufzu-
heben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin.

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Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 
2025 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 4. August 
2025 (act. II 207). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Inte-
gritätsentschädigung im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. September 
2023 in Bezug auf die dabei erlittene Verletzung am rechten Zeigefinger.

1.3 Der Streitwert liegt mit Fr. 8'892.-- (Beschwerde S. 2 Rechtsbe-
gehren Ziff. 1) unter Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerde in 
die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

2.3 Die Integritätsentschädigung soll den immateriellen Schaden 
(Schmerzen, Leid sowie Beeinträchtigung des Lebensgenusses) ausglei-
chen, der über die Phase der medizinischen Behandlung hinaus andauert 
und von dem anzunehmen ist, dass er ein Leben lang bestehen bleibt 
(BGE 133 V 224 E. 5.1 S. 230; SVR 2023 UV Nr. 45 S. 158, 8C_656/2022 
E. 3.2). Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung 
vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritäts-
schaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen 
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die 
körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Er-

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werbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des 
Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, 
nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 
prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht 
aufgeführte Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der 
Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; 
BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). 

Die medizinische Abteilung der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat in Weiterentwicklung der 
bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer 
Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung 
herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für 
das Gericht nicht verbindlich. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte 
enthalten, mit denen die Gleichstellung aller Versicherten gewährleistet 
werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (Urteil des Bun-
desgerichts [BGer] 8C_316/2022, 8C_330/2022 vom 31. Januar 2023 E. 
6.1.1).

2.4 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 150 V 469 E. 3 S. 470, 124 V 29 E. 3c S. 35). Die Integritätsentschä-
digung der Unfallversicherung unterscheidet sich von der privatrechtlichen 
Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdi-
gung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegen-
satz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht ähnliche Unfall-
folgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allge-
meingültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens aufstellen; 
spezielle Behinderungen der betroffenen Personen durch den Integritäts-
schaden bleiben dabei unberücksichtigt (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 
E. 4b S. 221; SVR 2023 UV Nr. 45 S. 158, 8C_656/2022 E. 3.2). Die Be-
messung des Integritätsschadens hängt nicht von den besonderen Um-
ständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung 

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erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der 
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjekti-
ve Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1 S. 147, 113 V 
218 E. 4b S. 221; SVR 2023 UV Nr. 45 S. 158, 8C_656/2022 E. 3.2).

2.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsan-
sprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen 
(Urteil des BGer 8C_824/2018 vom 26. März 2019 E. 3.2).

3.

3.1 Es ist unbestritten, dass das Ereignis vom 5. September 2023 
(act. II 2) die kumulativen Anspruchsvoraussetzungen des Unfallbegriffs 
gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt. Die Beschwerdegegnerin 
hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen erbracht 
(vgl. act. II 54, 90, 145). Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer 
aufgrund des Unfalls einen Integritätsschaden erlitt, der zum Anspruch auf 
eine Integritätsentschädigung berechtigt. Aus den medizinischen Unterla-
gen ergibt sich hierzu – soweit entscheidwesentlich – das Folgende:

3.1.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 5. September 2023 
(act. II 19) wurde eine Schnittverletzung des rechten Zeigefingers diagnos-
tiziert. Der Versicherte berichte, er habe heute bei der Arbeit als ... mit dem 
Finger in eine ... hinein gefasst. Er habe ihn danach herausgezogen und es 
habe stark geblutet. Zum Status wurde festgehalten: "Schnittwunde über 
dem distalen Interphalangealgelenk, Grossteil der Schnittverletzung noch 
a[n der] Mittelphalanx, nach ulnar bis an die Endphalanx reichend, dort 
leicht ausgefranste Wundränder. Das Endglied ist nicht druckdolent, Exten-
sion und Flexion beides möglich. Durchblutung und Sensibilität erhalten. 
Nagelbett stabil." Im Röntgenbild zeige sich in der Schrägaufnahme eine 
Verkalkung im Bereich des distalen Interphalangealgelenks, am ehesten im 
Rahmen einer früheren Bandverletzung. Eine frische Fraktur sei unwahr-
scheinlich. Die Wundversorgung sei mittels vier Einzelknopfnähten erfolgt.

Aus dem Bericht derselben Klinik vom 25. September 2023 (act. II 175) 
geht hervor, dass sich die Wunde am rechten Zeigefinger komplett reizlos 

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zeigte. Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit werde eine Ergothera-
pie-Verordnung ausgestellt. Weitere Termine seien nicht vorgesehen.

3.1.2 Im Bericht vom 13. März 2024 (act. II 46) diagnostizierte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Handchirurgie, das Folgende:

Rehabilitationsdefizit Dig. II rechts nach Schnittverletzung semizirkulär 
Höhe DIP-Gelenk vom 5. September 2023 mit
- Mallet-Deformität aufgrund einer Strecksehnenverletzung
- Verdacht auf Verletzung der beiden palmaren digitalen Nerven
- Erstversorgung Spital D.________, Notfall Chirurgie
- Wundinfekt postoperativ 14. September 2023, Therapie mit Co-

Amoxicillin über eine Woche

Es bestehe einerseits eine Mallet-artige Fehlstellung nach Schnittverlet-
zung mit wahrscheinlicher Strecksehnenläsion. Andererseits liege eine Hy-
po- bis Asensibilität in der Zeigefingerkuppe nach wahrscheinlicher Verlet-
zung der Digitalnerven vor. Der Versicherte weise an Dig. IV und V dersel-
ben Hand ebenfalls Mallet-artige Deformationen auf, die im Alltag jedoch 
nicht störten. Mit dem Verlust der Sensibilität am Zeigefinger sowie der 
Bewegungseinschränkung könne eine permanente geringe Einschränkung 
persistieren.

3.1.3 Im Bericht des Spitals D.________ vom 9. August 2024 (act. II 98) 
wurde ausgeführt, der Versicherte habe immer noch brennende Schmerzen 
und ein Taubheits- bzw. elektrisierendes Gefühl im Endglied Dig. II. Er sei 
unfähig, die Hand einzusetzen, könne kaum einen Stift und kein Messer 
halten. Bei vorbestehender Einschränkung auch der linken Körperhälfte 
nach Schlaganfall liege eine vorbestehende deutliche Limitation im Alltag 
vor. Es sei keine vollständige Wiedererlangung der Funktion zu erwarten.

3.1.4 Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 6. Dezember 2024 
(act. II 119) fest, es bestehe ein persistierendes Extensionsdefizit auf Höhe 
des DIP-Gelenkes und eine mittlerweile verbesserte PIP- und MCP-Flexion 
durch selbstständige Mobilisation. Das DIP-Extensionsdefizit rühre von 
einer Strecksehnenverletzung durch den Unfall her. Zudem bestehe eine 
taube asensible Fingerkuppe. Es bestünde lediglich die Möglichkeit einer 
DIP-Arthrodese, trotzdem werde der Finger asensibel bleiben, was die 
Funktion doch deutlich einschränke. Selbst mit weiteren chirurgisch-

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therapeutischen Massnahmen sei mit keiner vollen Rückkehr der Funktio-
nalität zu rechnen. Aktuell sei der Leidensdruck für eine DIP-Arthrodese 
nicht gegeben.

3.1.5 Im Aktengutachten vom 28. Dezember 2024 (act. II 153) führte die 
beratende Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, der von der 
Hausärztin angegebene Gebrauchsverlust der rechten Hand und die Anga-
be, der Versicherte könne kaum einen Stift oder ein Messer halten, könne 
nicht nachvollzogen werden. Der Faustschluss und das Zugreifen der Hand 
werde durch das verbliebene Streckdefizit im rechten Zeigefinger-End-
gelenk nicht beeinträchtigt.

In einem weiteren Aktengutachten vom 7. Januar 2025 (act. II 161) hielt Dr. 
med. F.________ fest, eine dauernde, erhebliche Schädigung der körperli-
chen Integrität als Folge des Ereignisses vom 5. September 2023 bestehe 
nicht, da durch das verbliebene aktive Streckdefizit im rechten Zeigefinger-
Endgelenk und die palmarseitige Asensibilität in der rechten Zeigefinger-
kuppe die Erwerbsfähigkeit nicht beeinträchtigt werde.

In der Stellungnahme vom 14. April 2025 (act. II 198) bestätigte die bera-
tende Ärztin ihre bisherigen Ausführungen. Das aktive Streckdefizit von 
50 Grad im Zeigefinger-Endgelenk und die palmarseitige Asensibilität in der 
rechten Zeigefingerkuppe könne aus medizinischer Sicht bei erhaltener 
Gebrauchsfähigkeit und Greiffunktion mit dem rechten Zeigefinger nicht mit 
einem Verlust des gesamten Zeigefingers gleichgesetzt werden. Selbst 
wenn dies mit dem Verlust des Zeigefinger-Endgliedes gleichzusetzen wä-
re, würde sich nichts an der Beurteilung ändern, dass bei dem Versicherten 
aufgrund des Ereignisses vom 5. September 2023 keine dauernde, erhebli-
che Schädigung der körperlichen Integrität entstanden sei. Entsprechend 
der Tabelle 3 der Suva (2000) bezüglich Integritätsschäden bei einfachen 
oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten werde der Verlust des 
rechten Zeigefinger-Endgliedes mit einem Wert von 0 % bewertet.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr 
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs-
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 
strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 
IV Nr. 22 S. 69, 9C_67/2007 E. 2.4). 

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Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe 
Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 
ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbeson-
dere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit 
der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen 
nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, 
so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung 
(BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. 
Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen 
oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit 
dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst 
(BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 
S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; Urteil des BGer 8C_434/2023, 
8C_436/2023 vom 10. April 2024 E. 4.3, nicht publ. in: BGE 150 V 188, 
aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107).

Beratende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert 
ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzu-
setzen (Urteil des BGer 8C_434/2023, 8C_436/2023 vom 10. April 2024 
E. 4.3, nicht publ. in: BGE 150 V 188, aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107).

3.4 In medizinischer Hinsicht stützte die Beschwerdegegnerin die Ver-
neinung eines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung auf die Berichte 
der beratenden Ärztin Dr. med. F.________ vom 28. Dezember 2024 
(act. II 153), 7. Januar 2025 (act. II 161) und 14. April 2025 (act. II 198). 
Diese erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an medizinische 
Berichte (vgl. E. 3.3.2 hiervor) und erbringen vollen Beweis. Die Schluss-
folgerung von Dr. med. F.________, dass keine erhebliche Schädigung der 
körperlichen Integrität als Folge des Ereignisses vom 5. September 2023 

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besteht, leuchtet ein und ist mit Blick auf die Aktenlage ohne weiteres 
nachvollziehbar.

3.5 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, das durch 
den Unfall vom 5. September 2023 verursachte Steckdefizit im rechten 
Zeigefinger und die palmarseitige Asensibilität beeinträchtige ihn massiv 
und dauernd, zudem sei die Beeinträchtigung augenfällig. Das Streckdefizit 
und die Asensibilität seien so einschränkend, dass sie einem Verlust des 
Zeigefingers gleichkämen (Beschwerde S. 5 lit. c). Diese Betrachtungswei-
se findet in den medizinischen Akten keine Stütze.

3.5.1 Soweit sich der Beschwerdeführer diesbezüglich auf die Aussage 
im Bericht des Spitals D.________ vom 9. August 2024 (act. II 98) stützen 
sollte, wonach er unfähig sei, die Hand einzusetzen, ist ihm nicht zu folgen. 
Die entsprechende Aussage ist mit Blick auf die erhobenen Befunde und 
die Tatsache, dass der Faustschluss und das Zugreifen der Hand durch 
das verbliebene aktive Streckdefizit im rechten Zeigefinger-Endgelenk nicht 
beeinträchtigt werden, nicht nachvollziehbar, worauf Dr. med. F.________ 
zu Recht hingewiesen hat (act. II 153). Hinzu kommt, dass eine Integritäts-
entschädigung den immateriellen Schaden ausgleichen soll, der über die 
Phase der medizinischen Behandlung hinaus andauert und von dem anzu-
nehmen ist, dass er ein Leben lang bestehen bleibt (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Zum Zeitpunkt der Beurteilung des Spitals D.________ am 9. August 2024 
war die Heilbehandlung noch nicht abgeschlossen. Allenfalls zu jenem 
Zeitpunkt noch bestehende vorübergehende Einschränkungen sind für die 
Frage nach dem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nicht mass-
gebend.

3.5.2 Bei Abschluss der Behandlung durch Dr. med. E.________ am 
3. Dezember 2024 (act. II 119) stellte dieser reizlose Narbenverhältnisse 
am rechten Zeigefinger mit 70 Grad Beugung und vollständiger Streckung 
im Grund- und Mittelgelenk sowie 80 Grad Beugung und ein passiv 
vollständig korrigierbares 50 Grad Streckdefizit im Zeigefinger-Endgelenk, 
eine palmarseitige Asensibilität in der Zeigefingerkuppe, sowie ein passiv 
vollständig korrigierbares 40-gradiges Streckdefizit in den Ring- und Klein-
finger-Endgelenken (nach einer alten Strecksehnenverletzung) fest. Diese 
Befunde stellen offensichtlich keine Einschränkung dar, die einem Verlust 

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des (gesamten) Zeigefingers gleichkommen würden (Beschwerde S. 5 
lit. c). 

3.5.3 Selbst wenn die verbleibenden Funktionseinschränkungen eine 
dem Verlust des Endgliedes des Zeigefingers gleichgestellte völlige 
Gebrauchsunfähigkeit darstellen würden (vgl. Ziff. 2 Satz 1 Anhang 3 der 
UVV) – was nach dem Dargelegten nicht der Fall ist –, ergäbe sich daraus 
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Ein solcher besteht 
gemäss Anhang 3 der UVV erst ab dem Verlust von mindestens zwei 
Gliedern eines Langfingers (vgl. dazu auch Tabelle 3 des Feinrasters der 
Suva: "Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- 
und Armverlusten", wonach der Verlust des Endglieds des Zeigefingers 
eine Integritätseinbusse von 0 % darstellt).

3.5.4 Divergierende ärztliche Berichte, die auch nur geringe Zweifel an 
den überzeugenden Schlussfolgerungen der beratenden Ärztin Dr. med. 
F.________ zu begründen vermöchten, liegen nicht vor. Auf welche Berich-
te von behandelnden Ärzten sich der Beschwerdeführer bezieht, welche 
das Gegenteil behaupten würden (vgl. Beschwerde S. 5 lit. d), bleibt unklar. 
Der medizinische Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt, weshalb für 
weitere Abklärungen, insbesondere einer versicherungsexternen Begutach-
tung (vgl. Beschwerde S. 5 lit. d), kein Anlass besteht (antizipierte Beweis-
würdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; in BGE 151 III 28 nicht publ. E. 5.2 des Urteils des BGer 
9C_298/2024 vom 14. August 2024; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 
9C_296/2018 E. 4).

4.

Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin den Anspruch 
auf eine Integritätsentschädigung im Zusammenhang mit dem Unfall vom 
5. September 2023 in Bezug auf die dabei erlittene Verletzung am rechten 
Zeigefinger zu Recht. Damit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
4. August 2025 (act. II 207) nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2025, UV 200 2025 602

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5.

Die Beilage act. II 192 betrifft eine andere Person; die Beschwerdegegnerin 
wird das entsprechende Dokument aus den Akten zu entfernen haben.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion 

Bern 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Dez. 2025, UV 200 2025 602

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.