# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2501610c-2eab-5c2d-9c6f-efa34899e983
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2018 E-5898/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5898-2018_2018-12-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5898/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;   

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 12. September 2018 / N (…). 

 

 

 

E-5898/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden – afghanische Staatsangehörige und Angehö-

rige der Ethnie der Sadat, schiitischer Religionszugehörigkeit – verliessen 

ihren Herkunftsort gemäss eigenen Angaben (…) und reisten am 4. De-

zember 2015 in die Schweiz ein, wo sie am 7. Dezember 2015 um Asyl 

nachsuchten. Am 15. Dezember 2015 befragte das SEM sie summarisch 

zu ihrer Person (BzP; Protokoll in den SEM-Akten: A6/11 betreffend den 

Beschwerdeführer; A7/11 betreffend die Beschwerdeführerin). Am 29. Mai 

2018 fand die Anhörung des Beschwerdeführers zu den Asylgründen statt 

(Protokoll in den SEM-Akten: A24/20) und am 19. Juni 2018 hörte das SEM 

die Beschwerdeführerin (Protokoll in den SEM-Akten: 27/17) sowie den 

Sohn der Beschwerdeführenden an (Protokoll in den SEM-Akten: A28/9). 

B.  

B.a Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen vor, (…) in Afghanistan Probleme erhalten zu haben. Nach-

dem sein Vater gestorben sei, habe er auf Anfrage der Dorfältesten hin die 

Aufgabe des Vaters übernommen, das Gebetshaus von D._______ zu be-

wachen. Eines Nachts seien zehn bis zwölf maskierte Personen in das 

Mausoleum eingedrungen, hätten dieses verwüstet und alle Teppiche so-

wie weitere Sachen gestohlen. Als die maskierten Personen bemerkt hät-

ten, dass er einige von ihnen erkannt habe – zwei von ihnen seien bei den 

Taliban gewesen –, hätten sie angefangen, ihn zu schlagen und ihn 

schliesslich gefesselt. Erst als am Morgen die Dorfältesten gekommen 

seien, sei er befreit worden. Diese hätten wissen wollen, was passiert sei, 

und ob er wisse, wer den Schaden angerichtet habe, was er verneint habe. 

Sie hätten ihn dann mitgenommen und gepflegt. Als er bei seiner Stiefmut-

ter gewesen sei, habe diese ihm klar gemacht, dass er in Gefahr sei. Dies 

einerseits seitens der Einbrecher, die wüssten, dass er sie erkannt habe 

und ihn töten würden, falls er sie verraten würde. Andererseits auch seitens 

der Dorfältesten, da er die Namen der Täter nicht bekannt gegeben habe; 

die Beschädigung des Gotteshauses sei nämlich als Beleidigung der 

Heiligtümer aufgefasst worden. Aus diesen Gründen sei der Beschwerde-

führer zusammen mit seiner Familie in den Iran geflohen. Nach der dama-

ligen Ausreise sei seine Stiefmutter von den Dorfbewohnern unter Druck 

gesetzt worden und schliesslich gestorben. In diesem Zusammenhang 

habe er erfahren, dass auf ihn eine Belohnung ausgesetzt worden sei. Des-

halb sei er mit seiner Familie von (…) im Iran geblieben, wo sie sich illegal 

aufgehalten hätten. 

E-5898/2018 

Seite 3 

Im (…) habe der Beschwerdeführer dann eine Vorladung der iranischen 

Polizei erhalten, weshalb er und seine Familie, inklusive der hochschwan-

geren Tochter, beschlossen hätten, den Iran zu verlassen. An der türki-

schen Grenze seien sie aber von der iranischen Grenzpolizei festgenom-

men und nach Afghanistan deportiert worden. Danach hätten sie sich zwei 

Monate lang in einem Haus seines Schwiegervaters in der Umgebung von 

E._______ aufgehalten. Drei Tage nach der Geburt seines Enkelkindes 

seien Diebe in das Haus des Schwiegervaters eingebrochen. Aufge-

schreckt durch die Nachbarn hätten sie den Ort aber unverrichteter Dinge 

wieder verlassen. Er habe sofort seinen Schwiegervater benachrichtigt, der 

davon ausgegangen sei, dass die Einbrecher nicht Diebe, sondern Bewoh-

ner von D._______ gewesen seien. Vermutlich hätten sie die auf den Be-

schwerdeführer ausgesetzte Belohnung einfordern und eine grosse religi-

öse Tat vollbringen wollen. Da sie in Afghanistan weiterhin in Gefahr gewe-

sen seien, hätten sie das Land nach diesem Vorfall mit Hilfe eines Schlep-

pers wieder verlassen. 

Zu seinen persönlichen Umständen gab der Beschwerdeführer an, keine 

Verwandte mehr in Afghanistan zu haben; seine Eltern seien verstorben, 

sein Bruder von den Taliban getötet worden.  

B.b Die Beschwerdeführerin führte aus, sie habe Afghanistan wegen den 

Problemen ihres Ehemannes verlassen, wobei sie seine Ausführungen im 

Wesentlichen bestätigte. Darüber hinaus wies sie unter anderem darauf 

hin, dass die Familie bereits vor dem Vorfall mit dem Mausoleum Feind-

schaften ethnischer Natur gehabt habe. Insbesondere seien mehrere Ver-

wandte ihres Ehemannes von Taliban getötet worden. Sie vermute, dass 

der Überfall auf ihren Ehemann damit im Zusammenhang stehe. Auch 

seien die Einbrecher (…) vermutlich Personen aus D._______ gewesen, 

zumal in das Haus ihres Vaters vorher noch nie eingebrochen worden sei.  

B.c Der Sohn der Beschwerdeführenden gab an, im Iran geboren zu sein. 

Sein Vater habe ihm erzählt, sie könnten nicht nach Afghanistan zurück-

kehren, weil sie dort Feinde hätten. Das einzige Mal, dass er in Afghanistan 

gewesen sei, sei (…) nach der Deportation gewesen. Sie seien dann (…) 

Monate lang in Afghanistan geblieben. Eines Nachts habe er Lärm gehört 

und die Nachbarn hätten gerufen, dass Diebe da seien. Am nächsten Tag 

hätten sie Afghanistan wieder verlassen. Was genau an jenem Abend pas-

siert sei, wisse er nicht, sein Vater habe ihm lediglich gesagt, er sei noch 

zu jung, um dies zu verstehen.  

E-5898/2018 

Seite 4 

C.  

Mit Verfügung vom 12. September 2018 – eröffnet am 13. September 2018 

– stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, wies ihre Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz an. Gleichzeitig schob es den Vollzug wegen Unzumut-

barkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

D.  

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 erhoben die Beschwerdeführenden Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragen, die angefoch-

tene Verfügung sei in den Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs aufzuheben, die 

Sache sei zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei ihre 

Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihnen Asyl zu gewähren, sube-

ventualiter sei die Unzulässigkeit der Wegweisung festzustellen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistandes in der Person ihres 

Rechtsvertreters. 

Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid rele-

vant, in den Erwägungen eingegangen.  

E.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte den Eingang der Beschwerde 

am 18. Oktober 2018. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage nach der Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführenden, der Erteilung von Asyl sowie 

die Wegweisung. Nachdem die Beschwerdeführenden im Rahmen der an-

gefochtenen Verfügung vorläufig in der Schweiz aufgenommen worden 

sind, ist angesichts der alternativen Natur der Wegweisungsvollzugshin-

dernisse (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4) auf den Antrag auf Feststellung der 

Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht einzutreten.  

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM führte zur Begründung des abweisenden Asylentscheids aus, 

dass das Vorbringen, wonach die Dorfältesten den Beschwerdeführer ver-

folgt beziehungsweise zur Fahndung ausgeschrieben hätten, weil er das 

Volk verraten beziehungsweise er ihnen die Identität der Diebe nicht offen-

gelegt habe, nicht glaubhaft ausgefallen sei. Insbesondere sei nicht plau-

sibel, dass sie – die den Beschwerdeführer erst kurz vor dem Vorfall mit 

der Wartung des Mausoleums betraut hätten – ihm nach dem Angriff auf 

das Gotteshaus (…) zunächst geholfen, ihn wenig später aber mit dem Tod 

bedroht hätten. Dass die Dorfältesten ihm später Verrat am Volk vorgewor-

fen und ihn zur Fahndung ausgeschrieben hätten, erscheine gänzlich un-

glaubhaft. An dieser Einschätzung vermöchten weder die Aussagen der 

Beschwerdeführerin noch das eingereichte Fahndungsschreiben etwas zu 

ändern.  

Infolge der Unglaubhaftigkeit des Vorfalls von (…) seien auch am geltend 

gemachten Vorfall vom August (…) erhebliche Zweifel anzubringen. Insbe-

sondere sei abwegig, dass die Bewohner des Dorfes D._______ nach der 

rund zwölfjährigen Abwesenheit des Beschwerdeführers Kenntnis von sei-

ner Rückkehr nach Afghanistan erlangt und ihn an seinem Aufenthaltsort – 

zwei Autofahrtstunden von D._______ entfernt – aufgespürt hätten. Der 

Hinweis, die Bewohner D._______ seien gut vernetzt, überzeuge nicht. Zu-

dem sei festzustellen, dass die Schlussfolgerung des Beschwerdeführers, 

die Dorfbevölkerung von D._______ habe ihn dort gesucht, auf blossen 

Vermutungen und persönlichen Annahmen seinerseits sowie vonseiten 

seines Vaters beruhten. Objektiv nachvollziehbare Anhaltspunkte für die 

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Annahme lägen nicht vor, weshalb die geltend gemachte Verfolgung nicht 

glaubhaft sei. Im Übrigen wäre eine solche mangels entsprechendem Mo-

tiv ohnehin nicht asylrelevant. Für die von der Beschwerdeführerin attes-

tierten ethnischen Probleme bestünden keinerlei Indizien.  

Der angebliche Überfall durch Diebe auf das Mausoleum und die entspre-

chenden Todesdrohungen gegenüber dem Beschwerdeführer seien eben-

falls mangels Motiv nicht asylrelevant, habe der Beschwerdeführer doch 

selbst angegeben der Raubzug sei aus monetären Gründen erfolgt.  

Die geltend gemachten Probleme im Iran seien schliesslich nicht asylrele-

vant, da sie ausserhalb des Staates, dessen Staatsangehörigkeit der Be-

schwerdeführer besitze, stattgefunden hätten. Aus seinen Aussagen ergä-

ben sich keinerlei Hinweise darauf, dass sich aus den Schwierigkeiten im 

Iran asylrelevante Verfolgungsmassnahmen in Afghanistan ergeben hät-

ten. Insbesondere gehe aus seinen Schilderungen nicht hervor, aus wel-

chem Grund die iranischen Behörden ein Interesse an seiner Person ge-

habt haben sollten. Das in Kopie eingereichte Schreiben beziehungsweise 

die Vorladung vermöge an dieser Feststellung nichts zu ändern.  

6.2 Die Beschwerdeführenden wenden in ihrer Rechtsmitteleingabe insbe-

sondere ein, es sei sehr wohl plausibel, dass die Dorfältesten dem Be-

schwerdeführer gegenüber zunächst noch positiv eingestellt gewesen 

seien. Erst nachdem es ihm nicht gelungen sei, den Dorfältesten glaubhaft 

zu vermitteln, dass er die Identität der Angreifer auf das Gotteshaus nicht 

kenne, hätten sie sich gegen ihn gewandt. Beim Übergriff habe es sich 

auch nicht, wie die Vorinstanz dies darstelle, einfach um einen materialis-

tisch motivierten Diebstahl, sondern um einen Angriff auf die wichtigsten 

Heiligtümer des Dorfes D._______ gehandelt. Die Dorfältesten hätten dem 

Beschwerdeführer eine Beleidigung ihrer Heiligtümer und damit einen Ver-

rat an ihrem Volk unterstellt, weshalb sie auch keine Mühe gescheut hätten, 

ihn aufzufinden. Der Beschwerdeführer habe während seinen Ausführun-

gen mehrfach auf den religiösen Fanatismus der Dorfbewohner hingewie-

sen. Es sei daher von einer religiös motivierten Verfolgung auszugehen.  

Dass die Dorfbewohner von der Rückkehr der Beschwerdeführenden (…) 

erfahren und sich aufgrund der verletzten religiösen Gefühle sowie der 

Aussicht auf ein hohes Kopfgeld zur Verfolgung der Beschwerdeführenden 

hätten motivieren lassen, sei ebenfalls plausibel. Insbesondere überzeuge 

die Erklärung, wonach die Dorfbewohner aufgrund der vielen Einkäufe  

des Schwiegervaters und seiner häufigen Fahrten in die Umgebung 

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E._______, auf ihre Rückkehr geschlossen hätten. Die Vorinstanz habe 

zwar zu Recht ausgeführt, dass der Beschwerdeführer zur Identität der 

nächtlichen Eindringlinge keine Beweise habe einreichen können. Daraus 

könne aber nicht auf eine generelle Unglaubhaftigkeit der Verfolgung durch 

die Dorfbevölkerung geschlossen werden. Die Ausführungen der drei Be-

schwerdeführenden seien vielmehr detailliert, substantiiert und vor allem 

frei von Widersprüchen ausgefallen.  

Die Vorinstanz habe sodann ausser Acht gelassen, dass zwischen der Fa-

milie des Beschwerdeführers und der den Taliban nahen Familie von 

F._______ (Anmerkung des Gerichts: einer der angeblichen Angreifer auf 

das Gebetshaus) bereits seit langer Zeit eine Familienfehde geherrscht 

habe. Deshalb hätten die Beschwerdeführenden wiederholt darauf hinge-

wiesen, dass es sich um eine ethnische Verfolgung handle. Die Familien-

fehde sei entsprechend ein weiteres Motiv für die asylrelevante Verfolgung. 

Die Vernetzung mit den Taliban lege im Übrigen auch nahe, dass die Dorf-

bewohner von der Rückkehr der Beschwerdeführenden Kenntnis erhalten 

hätten, da die Taliban im Raum E._______ bekanntlich stark präsent seien.  

Im Übrigen habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdefüh-

renden verletzt. So habe es den Umstand der Familienfehde zu wenig ab-

geklärt, obwohl der Beschwerdeführer eine solche mehrfach angedeutet 

habe. Die Vorinstanz habe es versäumt, diesbezüglich Nachfragen zu stel-

len, was nicht den Beschwerdeführenden zur Last gelegt werden könne.  

7.  

7.1 Die im Rahmen der Beschwerdebegründung erhobene formelle Rüge 

findet in den Akten offensichtlich keine Stütze.  

7.2 Die Beschwerdeführenden haben die Behörden im Rahmen ihrer Mit-

wirkungspflicht in die Situation zu versetzen, den Sachverhalt so zu erfas-

sen, dass sie einen Entscheid treffen kann (Art. 13 Abs. 1 VwVG; Art. 8 

AsylG). Das SEM hat dem Beschwerdeführer bei der Anhörung hinrei-

chend Gelegenheit gegeben, die Umstände seiner Verfolgung darzulegen 

und insbesondere auch zu allfälligen Verfeindungen seiner Familie inner-

halb der Dorfbevölkerung von D._______ Stellung zu nehmen. Nachdem 

der Beschwerdeführer seine Probleme dargelegt hatte (vgl. A24 F45), 

fragte die Vorinstanz spezifisch nach, aus welchem Grund der Gebetsort 

angegriffen worden sei (vgl. A24 F47), und weshalb die Probleme mit den 

Dorfbewohnern bestanden hätten (vgl. A24 F48). Auch bei den Fragen der 

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Hilfswerksvertretung hatte der Beschwerdeführer noch einmal die Möglich-

keit, die Hintergründe der Verfolgungsgeschichte, inklusive eine allfällige 

Familienfehde, darzulegen (vgl. A24 F135 ff.). Für die Vorinstanz gab es 

aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers keinen Anlass, weitere 

Fragen zu stellen. Vielmehr ist sie ihrer Pflicht, den rechtserheblichen 

Sachverhalt richtig und vollständig abzuklären (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 

AsylG) und hierzu alle für das Verfahren rechtlich relevanten Umstände zu 

ermitteln und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen, nachgekom-

men.  

7.3 Zusammenfassend wurde der Sachverhalt vollständig erfasst, und es 

ist nicht ersichtlich, inwiefern das rechtliche Gehör der Beschwerdeführen-

den verletzt worden wäre. Die entsprechende Rüge ist unbegründet und 

der Antrag auf Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz ist abzu-

weisen.  

8.  

8.1 In materieller Hinsicht stellt das Bundesverwaltungsgericht überein-

stimmend mit dem SEM fest, dass die Asylvorbringen nicht glaubhaft oder 

nicht asylrelevant sind. Die Ausführungen in der Beschwerde (vgl. E. 6.2) 

sind nicht geeignet, an der zutreffenden Einschätzung des SEM (vgl. 6.1) 

etwas zu ändern.  

8.2 Das SEM hat insbesondere auch zu Recht darauf hingewiesen, dass 

es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, glaubhaft zu machen, 

dass der Vorfall von (…) – und damit der unmittelbare Ausreisegrund – im 

Zusammenhang mit der Ausreise im Jahr (…) gestanden habe. So reicht 

die sowohl vom Beschwerdeführer als auch von der Beschwerdeführerin 

geäusserte Vermutung, dass hinter dem Einbruch von (…) in das Haus des 

Schwiegervaters respektive Vaters Dorfbewohner von D._______ gestan-

den hätten, offensichtlich nicht, um ein aktuelles und konkretes, insbeson-

dere aber asylrechtlich motiviertes Verfolgungsinteresse zu begründen. 

Der pauschale Hinweis auf die Dorfbevölkerung als Urheber der Verfolgung 

im Jahr (…) ändert daran nichts, zumal in D._______ rund (…) Menschen 

leben würden (vgl. Beschwerde S. 7). Auch konnten die Beschwerdefüh-

renden nicht schlüssig erklären, wie die nicht näher bestimmten Dorfbe-

wohner, die Dorfältesten oder die für den Einbruch in das Gotteshauses 

(…) verantwortlichen Personen von ihrer Rückkehr hätten erfahren sollen. 

Dasselbe gilt für die Frage, weshalb nach zwölf Jahren Landesabwesen-

heit der Beschwerdeführenden weiterhin ein derart intensives Interesse an 

ihrer Verfolgung bestehen sollte. Die Erklärung in der Rechtsmitteleingabe, 

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die häufigeren Einkäufe und Fahrten des Schwiegervaters seien vermutlich 

aufgefallen und es bestehe eine Verbindung zu den Taliban, überzeugt 

nicht (vgl. Beschwerde S. 7).  

Damit ist das SEM im Ergebnis auch zu Recht vom Fehlen eines nachvoll-

ziehbaren asylrelevanten Motivs ausgegangen, wobei der Hinweis, dem 

Konflikt liege eine Familienfehde zugrunde (vgl. Beschwerde S. 8), nichts 

ändert. Dies bereits deshalb, weil die Beschwerdeführenden weder in den 

Anhörungen noch in der Beschwerde eine solche näher zu konkretisieren 

vermögen. 

8.3 Unter diesen Umständen erübrigt es sich auch, näher auf die Glaub-

haftigkeit der geltend gemachten Vorfälle von (…) einzugehen und es kann 

auf die berechtigten Einwände des SEM verwiesen werden (vgl. zusam-

menfassend E. 6.1).  

8.4 Im Übrigen hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass es 

sich beim Flüchtlingsschutz um einen subsidiären Schutz handelt, der erst 

zum Tragen kommt, wenn der Betroffene in seinem Heimatstaat im Sinne 

von Art. 3 AsylG verfolgt ist, weshalb die bezüglich Iran vorgebrachten 

Probleme keine Asylrelevanz entfalten.  

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft der Beschwerdeführenden verneint und ihre Asylgesuche abge-

lehnt. 

9.  

9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(BVGE 2009/50 E. 9 m.H.). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen. 

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Seite 11 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten 

grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Eine Auseinandersetzung mit dem Antrag auf Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses erübrigt sich angesichts des vorliegen-

den Entscheides in der Sache. Der mit Beschwerdeeingabe gestellte An-

trag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich die Begehren bereits im Zeitpunkt 

der Einreichung dieses Antrags als aussichtslos erwiesen haben; dies be-

reits deshalb, weil der angeblichen Familienfehde nun plötzlich ein im Ver-

gleich zu den Anhörungen entscheidend deutlicheres Gewicht verliehen 

wird, andererseits aber wiederum darauf verzichtet wird, eine solche de-

taillierter zu beschreiben. Damit fehlt es an einer der kumulativ zu erfüllen-

den Voraussetzungen zum Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskos-

ten. Demzufolge sind die Verfahrenskosten von Fr. 750.- (Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen. 

11.2 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von 

Art. 110a Abs. 1 AsylG ist mangels Erfüllung der Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 750.- werden den Be-

schwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Ver-

sand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Das Gesuch um Beigabe eines amtlichen Rechtsbeistandes wird abgewie-

sen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Sibylle Dischler