# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c501e8d2-efaa-55a0-880e-5249d4bc0a55
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.03.2022 SK 2021 214
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-214_2022-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 214

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. März 2022 

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichter Schmid, Ober-
richterin Grütter
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Besondere Aufgaben, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern  

Gegenstand qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(mengenmässig, gewerbsmässig, teilweise bandenmässig), quali-
fizierte Geldwäscherei (gewerbsmässig, teilweise bandenmässig), 
Urkundenfälschung, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 5. Februar 2021 (PEN 20 165)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht in Fünferbesetzung 
[nachfolgend teilweise: Vorinstanz]) erkannte mit Urteil vom 5. Februar 2021 Fol-
gendes (pag. 3963 ff. [Hervorhebungen im Original]):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen im Zeitraum 
von Januar 2013 bis 07.09.2017 in Burgdorf, Bern, Sissach/BL und anderswo durch Erwerb und Be-
sitz von Kokain zum Eigenkonsum sowie Konsum von Kokain,

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der versuchten Anstiftung zum Mord, angeblich begangen im Zeit-
raum von ca. 17.09.2017 bis 25.10.2017 und später in Bern;

2. von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 18.10.2017 in Bern;

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/5; vgl. zu den gesamten Verfahrenskos-
ten Ziff. IV), bestimmt auf CHF 18'487.60, an den Kanton Bern.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig, gewerbsmäs-
sig und teilweise bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit D.________) begangen, im Zeit-
raum vom 01.01.2016 bis 07.09.2017 in Burgdorf, Bern, Ostermundigen, Zürich, Den Haag/NL, 
Amsterdam/NL, Rotterdam/NL, auf der Strecke von Den Haag/NL, Amsterdam/NL und Rotter-
dam/NL via Deutschland in die Schweiz und anderswo durch

Erwerb, Befördern bzw. befördern lassen, Einführen bzw. einführen lassen, Besitz, Veräussern 
bzw. auf andere Weise einem andern Verschaffen und Anstalten treffen zum Veräussern bzw. 
auf andere Weise einem andern Verschaffen von 9’814 Gramm Kokaingemisch bzw. 
7'331 Gramm reinem Kokain;

2. der Geldwäscherei, schwerer Fall, gewerbsmässig und teilweise bandenmässig qualifiziert 
(gemeinsam mit D.________) begangen, im Zeitraum vom 01.09.2015 bis 07.09.2017 in Burg-
dorf, Bern, Sissach/BL und auf der Strecke von diesen Orten via Deutschland nach Amster-
dam/NL, Den Haag/NL und Rotterdam/NL und anderswo (Deliktsbetrag: CHF 278'424.65); 

3. der Urkundenfälschung, begangen im Zeitraum von August 2017 bis 07.09.2017 in Burgdorf;

3

4. der versuchten Drohung, begangen im Zeitraum vom 18.10.2017 bis 25.10.2017 in Bern z.N. 
von E.________;

und in Anwendung der 
Art. 34, 40, 41 aStGB, 47, 49 Abs. 1 StGB, 51 aStGB, 66a Abs. 1 lit. o, 180 Abs. 2 lit. b i.V.m. 22 
Abs. 1, 251 Ziff. 1, 305bis Ziff. 2 lit. b und c i.V.m. Ziff. 1, 333 StGB,
Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und c i.V.m. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g, 19 Abs. 4 BetmG,
Art. 21 und 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informations-
systems der zweiten Generation (SIS II),
Art. 20 ff. N-SIS-Verordnung,
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 466 Tagen wird im vollen Umfang auf die Freiheits-
strafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe vom 14.02.2018 bis 28.10.2018 (257 
Tage) und vom 02.05.2019 bis 31.07.2020 (457 Tage) sowie seit dem 30.11.2020 vorzeitig an-
getreten worden ist.

2. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'800.00.

3. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

4. Zu den auf die Schuldsprüche entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten von 
CHF 73'950.30 (4/5; vgl. zu den gesamten Verfahrenskosten Ziff. IV).

IV.

Die gesamten Verfahrenskosten (ohne Kosten für die amtlichen Verteidigungen) werden bestimmt 
auf CHF 92'437.90 und setzen sich wie folgt zusammen:

[…]

V.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ für die Dauer ab dem 05.08.2020 werden wie folgt 
bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 34'322.05.

A.________ hat dem Kanton Bern die auf die Schuldsprüche entfallende amtliche Entschädi-
gung von CHF 27'457.65 (4/5 der amtlichen Entschädigung von CHF 34'322.05) zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt B.________ 4/5 der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 

4

dem vollen Honorar von CHF 7'884.70, ausmachend CHF 6'307.75, zu erstatten, sobald es sei-
ne wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecher F.________ für die Dauer vom 07.09.2017 bis 16.08.2019 wer-
den wie folgt bestimmt:

[…]

Es wird festgestellt, dass der Kanton Bern Fürsprecher F.________ für die amtliche Verteidigung 
von A.________ für die Dauer vom 07.09.2017 bis 16.08.2019 ein amtliches Honorar von 
CHF 20'458.20 bevorschusst hat (vgl. Verfügungen vom 04.02.2019 und 12.09.2019, p. 3261 ff. 
und 3267 ff.). 

A.________ hat dem Kanton Bern die auf die Schuldsprüche entfallende amtliche Entschädi-
gung von CHF 16'366.55 (4/5 der amtlichen Entschädigung von CHF 20'458.20) zurückzuzahlen 
und Fürsprecher F.________ 4/5 der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem 
vollen Honorar von CHF 5'069.55, ausmachend CHF 4'055.65, zu erstatten, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

3. Es wird festgestellt, dass der Kanton Bern Rechtsanwalt G.________ für die amtliche Verteidi-
gung von A.________ für die Dauer vom 17.08.2019 bis 04.08.2020 mit einem amtlichen Hono-
rar von CHF 13'955.45 entschädigt hat (vgl. Verfügung vom 21.12.2020, p. 3849 f.).

A.________ hat dem Kanton Bern die auf die Schuldsprüche entfallende amtliche Entschädi-
gung von CHF 11'164.35 (4/5 der amtlichen Entschädigung von CHF CHF 13'955.45) zurückzu-
zahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

VI.

Weiter wird beschlossen:

1. A.________ geht in den Strafvollzug zurück.

2. Folgende beschlagnahmte Gegenstände, Drogen und Drogenutensilien werden – sobald auch 
das Verfahren gegen D.________ (nach gleichlautendem Beschluss) rechtskräftig abgeschlos-
sen ist – eingezogen (Art. 69 StGB):

- 1 blaue Tasche mit Schraubenschlüssel und Taschenlampe (Ass.-Nr. A3)

- 1 Quittung über CHF 3‘000.00 auf E.________ bez. Factor Gate6 GmbH (Ass-Nr. A4) 

- 1 Ibis Hotels Parkkarte von Amsterdam Airport (Datum: .________, 21:17 Uhr, Ibis Amsterdam; Ass-

Nr. A4) 

- 1 Vorladung Fahrzeugprüfung .________, datiert vom 30.08.2016, für H.________ (Ass-Nr. A4) 

- 1 Visitenkarte Gate6 (Ass-Nr. A4) 

- 1 Garagenöffner (Ass-Nr. A4) 

- 1 Navigationsgerät der Marke GARMIN (Ass.-Nr. A5)

- 1 Mobiltelefon iPhone weiss (Ass.-Nr. A6)

- 1 Paar Latexhandschuhe (Ass.-Nr. B1)

- 1 Paar gelbe Haushaltshandschuhe (Ass.-Nr. B2)

- 1 Paket Kokain, 500 Gramm brutto (Ass.-Nr. B3)

- 1 Paket Kokain, 600 Gramm brutto (Ass.-Nr. B4)

- 1 KABA Schlüssel .________ (Ass.-Nr. A1) 

5

- 1 TRUPER Schlüssel (Ass.-Nr. B2) 

3. Folgende beschlagnahmte Gegenstände, Drogen und Drogenutensilien werden eingezogen 
(Art. 69 StGB):

- 1 Mobiltelefon Alcatel schwarz, ohne Ladekabel, ausgeschaltet (Ass.-Nr. B2)

- 1 Natel schwarz, TJ Mobile J100 (Ass-Nr. B5)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass-Nr. B5)

- 1 Natel Samsung lila, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B7)

- 1 Natel Samsung weiss, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B8)

- 1 Natel Samsung schwarz, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B9)

- 1 Natel Alcatel, inkl. Ladekabel (Ass.-Nr. B10)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.1)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.2)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.3)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.4)

- 1 SIM-Karte Sunrise .________ (Ass.-Nr. B12.5)

- 1 SIM-Karte Swisscom P .________ (Ass.-Nr. B12.6)

- 1 iPhone weiss, Model A .________ (Ass.-Nr. E1)

- 1 Natel Nokia schwarz (Ass.-Nr. E4)

- 1 SIM-Karte Sunrise, .________ (Ass.-Nr. E11)

- 2 Lycamobile SIM-Karten, 1 Lebara SIM-Karte (Ass.-Nr. A3)

- 1 Vakuumbeutel mit Inhalt (braunes Klebeband; Ass.-Nr. D1)

- 1 Hanfmühle (Ass.-Nr. E13)

- 1 Sack mit einer Kleinmenge Kokain (Ass.-Nr. A1)

- 1 Mobiltelefon Marke Nokia (Ass.-Nr. A2)

- 1 Mobiltelefon Marke Nokia (Ass.-Nr. A3)

- Diverses Verpackungsmaterial Vakuumbeutel Solis (Ass.-Nr. A5)

- 1 Paar Haushaltshandschuhe pink (Ass.-Nr. A6)

- Diverses Werkzeug (Ass.-Nr. C12) 

- 1 Schraubenschlüssel Grösse 14

- 1 Mobiltelefon „I.________“ schwarz

- 1 Milchkanne, Inhalt weisses Pulver in einem Sack 

- 1 Ladekabel zu Natel Alcatel

4. Folgende beschlagnahmte Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den Ak-
ten belassen (Art. 69 StGB):

- 1 Kopie des Briefes vom 11.09.2017 von A.________ an J.________, .________ (in amtlichen Akten)

- Diverse Akten betreffend Geldtransfers etc. (Ass.-Nr. B3):

• Western Union SBB von E.________ an A.________ vom 13.07.2017 CHF 512.00, 15.07.2017 

CHF 1‘012.00, 18.07.2017 CHF 200.00, 21.07.2017 CHF 500.00

• Swiss Transfer an K.________ von E.________ vom 21.07.2017 CHF 214.74

• Ria von A.________ an L.________ vom 18.05.2017 CHF 137.00

• Ria von E.________ an M.________ vom 08.07.2017 CHF 119.00

• UBS Bankauszug von A.________ vom 07.07.2017 von CHF 3‘000.00 mit diversen Notizen vor- 

und rückseitig

• Eurowings Flugbestätigung vom 09.07.2017 bis 19.07.2017 von N.________, O.________ (Weg), 

4450 Sissach/BL für Flug von Zürich nach Puerto Plata CHF 1‘143.42

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- 4 verschiedene Boardingpässe (Zürich-Madrid am 13.08.; Amsterdam-Basel am 06.09.; Santo Domin-

go-Madrid am 25.08.; Köln-Zürich am 24.07.2017; Puerto Plata nach Köln am 23.07.2017; Ass-Nr. B5)

- 1 Mietvertrag Auto Honda, verte, in Puerto vom 10.07.2017 bis 17.07.2017 (Ass-Nr. B5)

- 2 Bahnbillette (Burgdorf-Zürich Flughafen am 13.08.2017 und Basel Euroairport-Burgdorf am 

06.09.2017; Ass-Nr. B5)

- 2 Notizzettel aus Bibel mit diversen Zahlen 2‘000 etc. (Ass.-Nr. B6) 

- Diverse Reise- und Bankunterlagen (Ass.-Nr. B13):

• mytrip Flugbuchung von Zürich via Madrid nach Santo Domingo vom 13.08.2017 – 20.08.2017, 

CHF 1‘474.55, bezahlt mit Credit Card, laut Kundendetails ltd. auf A.________

• 1 Flugticket Iberia vom 26.08.2017 Madrid nach Basel, ltd. auf A.________

• 3 Banco Popular Wechselzettel von je 10‘000.00 US Dollar in RDS vom 22.08.2017, 23.08.2017 

und 25.08.2017

• 1 Gehaltsabrechnung April 2017 von Q.________

• 1 Notizzettel mit diversen Notizen: „Do. 06.07. 2‘000 Rest 350 2‘350 DG (unleserlich) erhalten (ab-

gehakt), nächste 1. Juli, 400.00, 350.00 + 1‘143.50 = 1‘493.50 = 1‘893.50 – 800.00 = 1‘093.50”

- 2 Western Union Belege vom 07.06.2016 von E.________ an R.________ von CHF 300.00 und an 

S.________ Dominikanische Republik (Ass.-Nr. E2)

- 1 Notizzettel mit Tel. Nr. .________ und auf Rückseite Ely .________ (Ass.-Nr. E6)

- Ria Beleg vom 04.09.2017 CHF 250.00 an K.________, T.________ (Strasse), Rom Rep. Santo 

Domingo (Ass.-Nr. E8)

- Diverse Bankunterlagen / Ria Belege, Überweisungen Ria an K.________ Santo Domingo (Ass.-Nr. 

E12):

• 2014: Total CHF 459.00

• 2015: Total CHF 930.11

• 2016: Total CHF 1‘331.53

• 2017: Total CHF 262.00

• Paco Money 19.12.2015 CHF 137.00

• Western Union SBB 2014: Total 310.00

• Western Union SBB 2015: Total 1‘318.30

• Swiss Transfer vom 30.08.2016 an M.________, Santo Domingo, Total CHF 495.17

• U.________, Santo Domingo, CHF 300.00

- 2 Notizen mit grüner Schrift, mit diversen Zahlen „188, 110, 150, 270“, sowie weiteren Zahlen und 

Buchstaben, teilweise evtl. Lotto (Ass.-Nr. F1) 

- 1 Kopie des Mietvertrags betreffend V.________ (Weg) in Sissach/BL (Ass.-Nr. A1)

- 1 Notizzettel mit diversen Notizen und Rechnungen, z.B. 1. Usted pago una factura de 340.00, 340.00 

: 2 170, 2. Yo page a Leo 700.00 + 600.00 : 2 = 300.00, etc. (Ass.-Nr. C1) 

- 1 Rechnung Werkstatt Niederlande vom 11.11.2015 

- Herrenhose (Marke: Fuga) von A.________

- Coop Papiersack mit Notiz von A.________

- 3 Briefe, die im Boden des Coop Papiersacks versteckt waren 

- Brief / Notiz unbekannten Datums mit Namen und Telefonnummer

- 1 Kopie der beiden Briefe vom 14.12.2017 von A.________ an E.________, W.________ (Strasse), 

3400 Burgdorf (in amtlichen Akten)

- Briefe vom A.________ 2019 (fälschlicherweise 19. August 2019 geschrieben) und vom 1. Oktober 

2019 von A.________ an E.________ 

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5. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:

- 1 Schlüsselbund mit Anhänger und 2 Schlüsseln (Schlüssel KABA 8, .________ und Schlüssel 

Nr. .________; Ass.-Nr. B5) 

- 1 Reisepass Dominikanische Republik ltd. auf A.________, geb. A.________1970, No. .________ 

(Ass.-Nr. B5)

- Mehrere Notizzettel (Adressen/Telefonnummern von J.________, X.________, Y.________, 

Z.________ und Quittung/Rechnung vom 22.08.2017; Ass-Nr. B5) 

- 1 braunes Herrenportemonnaie mit Inhalt (Ass-Nr. B5):

• 1 FAK CH Nr. .________, ltd. auf A.________ (Ass-Nr. B5)

• 1 ID-Karte Dominikanische Republik Nr. .________, ltd. auf A.________ (Ass-Nr. B5)

• 1 ID-Karte Spanien Nr.________, ltd. auf A.________ (Ass-Nr. B5)

• 1 SwissPass Nr. .________, ltd. auf A.________ (Ass-Nr. B5)

• 1 Express Sixt, rent a car, Karte Nr. .________, ltd. auf A.________ (Ass-Nr. B5)

• Mehrere Visitenkarten, ltd. auf A.________, Einkaufszettel und Notizen, unter anderem Quittung 

Caribe Express vom 19.08.2017 und Quittung Muebleria, abono RD$ 69‘000 und RD$ 139‘200 

vom 22.08.2017 (Ass-Nr. B5)

- 1 Schlüssel, eingestanzte Nr. 199 (Ass.-Nr. E7)

- 1 Notizblock mit diversen Notizen mit verschiedenen Zahlen (Ass.-Nr. E10) 

- Diverse Ausweise und Visitenkarten, unter anderem: 1 Niederlassungsausweis C, gültig bis 

26.05.2014 und Versicherungskarte „avanex“, beide ltd. auf A.________ (Ass.-Nr. A4) 

- Empfangsscheinbuch Post, mit 2 Visitenkarten von AA.________, RegFdg Burgdorf, und 

AB.________, Stat. Pol. Burgdorf, 5 Franken Gutschein von Loeb und notierter Tel. Nr. .________

- 1 Schlüsselbund mit zwei Schlüsseln (1x Kaba .________, 1x "Seiler Burgdorf")

6. Folgende beschlagnahmte Vermögenswerte werden eingezogen (Art. 70 StGB):

- Bargeld von CHF 10'000.00 (100 Stück 100-Franken-Noten; aus Dachhimmel)

- Bargeld von € 605.00 (12 x € 50 und 1 x € 5), gewechselt in CHF 682.15 (Ass-Nr. B1)

- CHF 150.00 ab Konto BD.________ BD.________ (Bank) AG, Konto Nr.: .________, IBAN .________

- € 2.99 (Ass-Nr. B5)

- CHF 1.50 (Ass-Nr. B5)

7. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

9. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen das Urteil vom 5. Februar 2021 meldete Rechtsanwalt B.________ für 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fristgerecht Berufung an (pag. 3989). 

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 21. Mai 2021 (pag. 4024 ff.). 

8

Mit Eingabe vom 14. Juni 2021 erklärte Rechtsanwalt B.________ namens des 
Beschuldigten fristgerecht die Berufung, wobei er diese insbesondere auf die An-
fechtung der Schuldsprüche und Verurteilungen gemäss den Ziffern III und IV des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs beschränkte (pag. 4161 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 16. Juni 2021 mit, für das Verfahren vor 
der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern werde Staatsanwältin 
C.________ von der Kantonalen Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben mit 
der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben betraut (pag. 4185). Mit 
Eingabe vom 5. Juli 2021 erklärte Staatsanwältin C.________ Anschlussberufung 
und beschränkte diese auf den Schuldspruch gemäss Ziffer III/1 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs (Zeitraum, Drogenmenge, Deliktsbetrag), die Sanktionen 
und die Dauer der Landesverweisung. Ein Nichteintreten auf die Berufung des Be-
schuldigten beantragte Staatsanwältin C.________ nicht (zum Ganzen 
pag. 4186 f.).

Der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht zur Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft vernehmen (vgl. pag. 4195).

Am 6. September 2021 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vom 
23. – 25. März 2022 vorgeladen (pag. 4209 ff.).

Mit Eingabe vom 21. März 2022 zog die Generalstaatsanwaltschaft die Anschluss-
berufung zurück (pag. 4434 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Mit Schreiben vom 14. Juni 2021 beantragte Rechtsanwalt B.________ für den Be-
schuldigten, die Protokolle der Einvernahmen des Beschuldigten vom 9. Septem-
ber 2019 und vom 21. Oktober 2019 (9:20 Uhr + 14:30 Uhr) sowie die Protokolle 
sämtlicher Einvernahmen von E.________, sämtlicher Einvernahmen von 
D.________ – ausser dasjenige der Einvernahme vom 16. Oktober 2017 – und 
sämtlicher Einvernahmen von AE.________ – ausser dasjenige der Einvernahme 
vom 21. November 2017 – seien aus den Akten zu entfernen, bis zum rechtskräfti-
gen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss zu halten und danach 
zu vernichten (pag. 4162 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte am 5. Juli 
2021 die Abweisung dieser Beweisanträge (pag. 4188). Mit Beschluss vom 9. Au-
gust 2021 wies die Kammer die Beweisanträge des Beschuldigten ab 
(pag. 4194 ff.). Gleichzeitig edierte sie beim Regionalgericht Emmental-Oberaargau 
von Amtes wegen die Akten im Strafverfahren gegen E.________ (PEN 19 266) 
sowie diejenigen im Strafverfahren gegen D.________ (PEN 20 288) und beim Re-
gionalgericht Bern-Mittelland die Akten im Strafverfahren gegen AE.________ 
(PEN 18 303 [vgl. pag. 4195 und pag. 4198 ff.]). 

Mit Schreiben vom 29. November 2021 beantragte Rechtsanwalt B.________ na-
mens und im Auftrag des Beschuldigten, (1) die Verfügungen der zuständigen 
Staatsanwaltschaft betreffend Anordnung und Verlängerung der «Videoüberwa-
chung» des AJ.________'s (Kiosk) aus dem Strafverfahren gegen AF.________ 
seien zu edieren und der Verteidigung sei Einsicht in diese zu geben, (2) weiter 
seien polizeiliche Amtsberichte über sämtliche Observationen des Beschuldigten 

9

einzuholen und der Verteidigung sei Einsicht in diese zu geben, (3) schliesslich sei 
der Verteidigung Einsicht in die von der Kammer mit Beschluss vom 9. Au-
gust 2021 edierten Akten des Strafverfahrens (PEN 20 288) gegen den Mitbe-
schuldigten D.________ zu geben (pag. 4334 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft 
verzichtete mit Eingabe vom 7. Dezember 2021 auf eine Stellungnahme zur Frage, 
ob die beantragten Beweismassnahmen im Lichte der von der Verteidigung zitier-
ten Rechtsprechung beweisrelevant seien und teilte mit, bejahendenfalls befänden 
sich die Akten im Verfahren gegen AF.________ derzeit beim Regionalgericht 
Bern-Mittelland (pag. 4341 f.). Mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 hiess die 
Verfahrensleitung die Beweisanträge des Beschuldigten resp. der Verteidigung gut 
und edierte beim Regionalgericht Bern-Mittelland sowie bei der Kantonspolizei 
Bern die besagten Urkunden. Gleichzeitig ersuchte sie die 1. Strafkammer des 
Obergerichts, der Verteidigung die Akten SK 21 440 + 441 zur Einsichtnahme und 
Rücksendung innert nützlicher Frist zuzustellen (zum Ganzen pag. 4345 und 
pag. 4350 ff.). 

Mit Eingabe vom 16. Februar 2022 beantragte Rechtsanwalt B.________ für den 
Beschuldigten, die Staatsanwaltschaft sei aufzufordern, die von den sichergestell-
ten Mobiltelefonen von D.________ erstellten Datenkopien sowie die vollständigen 
Ergebnisse der entsprechenden polizeilichen Datenauswertungen zu den Verfah-
rensakten zu reichen und der Verteidigung sei Einsicht in die ergänzten Verfah-
rensakten zu gewähren (pag. 4414 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verlangte 
mit Schreiben vom 28. Februar 2022 die kostenfällige Abweisung dieses Beweisan-
trags und hielt insbesondere fest, gemäss telefonischer Rücksprache mit dem EL-
Fall seien die Daten des sichergestellten Mobiltelefons von D.________ bereits auf 
dem Datenträger abgespeichert, der sich in den amtlichen Akten befinde 
(pag. 4426 f.). Gestützt auf diese Eingabe der Generalstaatsanwaltschaft – resp. 
weil sich die entsprechenden Daten bereits in den amtlichen Akten befanden bzw. 
befinden – zog die Verteidigung den Beweisantrag vom 16. Februar 2022 am 3. 
März 2022 zurück (vgl. pag. 4429). 

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten weiter Führungsberichte der 
Justizvollzugsanstalt (nachfolgend: JVA) BJ.________ (Ort) (datierend vom 
19. November 2021 [pag. 4362 ff.]) und des Regionalgefängnisses Burgdorf (datie-
rend vom 24. Februar 2022 [pag. 4422 ff.]) eingeholt.

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur 
Sache einvernommen, wobei er in Bezug auf die Fragen zur Sache von seinem 
Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte (pag. 4446 ff.). 

Weiter beantragte Rechtsanwalt B.________ in der Berufungsverhandlung vorfra-
geweise (erneut), (1) das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen versuch-
ter Drohung (Ziff. 5.2 AKS) sei einzustellen und (2) die Einvernahmen des Be-
schuldigten vom 9. September 2019 und vom 21. Oktober 2019 (9:00 Uhr +14:30 
Uhr) sowie sämtliche Einvernahmen von D.________ – mit Ausnahme der Einver-
nahme vom 16. Oktober 2017 – und sämtliche Einvernahmen von AE.________ – 
mit Ausnahme der Einvernahme vom 21. November 2017 – seien aus den Akten 
zu entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem 
Verschluss zu halten und danach zu vernichten. Weiter (3) seien die Einvernahmen 

10

von E.________, von D.________ und von AE.________ unter Gewährung der 
Teilnahme- und Konfrontationsrechte zu wiederholen und (4) die Einvernahme von 
AF.________ sei ebenfalls zu wiederholen, unter Gewährung des Konfrontations-
rechts. Schliesslich (5) seien die Akten aus dem Beschwerdeverfahren des Be-
schuldigten gegen Rechtsanwalt G.________ vor der Aufsichtskommission über 
die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Neuenburg beizuziehen und der Vertei-
digung sei Einsicht in diese zu geben (zum Ganzen pag. 4440 f.). Die General-
staatsanwaltschaft verlangte in der Folge die Abweisung der Beweisanträge 1-4, 
wohingegen sie den Beweisantrag 5 ins richterliche Ermessen stellte (pag. 4444). 
Die Kammer wies mit Beschluss sämtliche Beweisanträge (1-5) des Beschuldigten 
ab (pag. 4445). Bezüglich die Begründung wird im Wesentlichen auf die nachfol-
genden Ausführungen unter den Erwägungen II/6, 7 und 10 verwiesen. Einzig was 
den Beweisantrag 5 – Beizug der Akten aus dem Beschwerdeverfahren des Be-
schuldigten gegen Rechtsanwalt G.________ vor der Anwaltsaufsichtskommission 
des Kantons Neuenburg – angeht, ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass 
diese Edition das vorliegende Verfahren nur weiter unnötig verlängert hätte und 
zudem nicht ersichtlich ist, inwiefern diese Akten zur Beurteilung des vorliegenden 
Falls von massgebender Bedeutung sein sollen. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten in der Berufungsver-
handlung Folgendes (pag. 4485 f.):

1. Die Dispositiv-Ziffern III. und IV des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben.

Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

2. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG. Im Übrigen sei er vom Vorwurf der Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz freizusprechen.

3. Der Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der Geldwäscherei und der Urkundenfäl-
schung und das Strafverfahren wegen versuchter Drohung sei einzustellen.

Eventualiter sei der Beschuldigte freizusprechen vom Vorwurf der Geldwäscherei, der Urkun-
denfälschung und der versuchten Drohung.

4. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten, wobei festzustellen 
sei, dass diese durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug bereits vollständig erstanden sei.

Eventualiter sei der Beschuldigte milder zu bestrafen.

5. Der Beschuldigte sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen und auf freien Fuss zu setzen.

6. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.

7. Dem Beschuldigten sei für die ungerechtfertigte Haft eine Genugtuung auszurichten in der Höhe 
von Fr. 200.- pro Haft-Tag zzgl. Zins zu 5% seit mittlerem Verfalltag.

8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens sowie die Entschädigung 
der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren seien im Verhältnis von Freispruch 
bzw. Verfahrenseinstellung zu Verurteilung auf die Staatskasse zu nehmen und die Kosten der 
Verteidigung von der Rückzahlungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 StPO auszunehmen.

11

9. Der Unterzeichnende sei dem Beschuldigten für das Berufungsverfahren als amtliche Verteidi-
gung beizuordnen.

10. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sei gemäss der ein-
gereichten Honorarnote festzusetzen und auf die Staatskasse zu nehmen. Nach Massgabe des 
Obsiegens seien die Kosten der Verteidigung von der Rückzahlungspflicht nach Art. 135 
Abs. 4 StPO auszunehmen.

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

12. Soweit der Beschuldigte die Kosten der Verteidigung zu tragen hat, sei davon Vermerk zu neh-
men, dass er verpflichtet ist, dem Unterzeichnenden die Differenz zwischen amtlicher Entschä-
digung und vollem Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Staatskasse.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
folgende Anträge (pag. 4473 ff. [Hervorhebungen im Original]):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in 5er Besetzung) vom 5. Februar 2021 (PEN 29 165) in Rechtskraft erwachsen ist 
hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens infolge Verjährung wegen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich begangen im Zeitraum von Januar 2013 bis .________2017 in 
Burgdorf, Bern, Sissach/BL und anderswo durch Erwerb und Besitz von Kokain zum Eigenkon-
sum sowie Konsum von Kokain;

2. des Freispruchs von der Anschuldigung

2.1 der versuchten Anstiftung zum Mord, angeblich begangen im Zeitraum von ca. 17.09.2017 
bis 25.10.2017 und später in Bern;

2.2 der Drohung, angeblich begangen am 18.10.2017 in Bern.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig, gewerbsmässig 
und teilweise bandenmässig qualifiziert (gemeinsam mit D.________) begangen, im Zeitraum 
vom 01.01.2016 bis .________2017 in Burgdorf, Bern, Ostermundigen, Zürich, Den Haag/NL, 
Amsterdam/NL, Rotterdam/NL, auf der Strecke von Den Haag/NL, Amsterdam/NL und Rotter-
dam/NL via Deutschland in die Schweiz und anderswo durch

Erwerb, Befördern bzw. befördern lassen, Einführen bzw. einführen lassen, Besitz, Veräussern 
bzw. auf andere Weise einem andern Verschaffen und Anstalten treffen zum Veräussern bzw. 
auf andere Weise einem andern Verschaffen von 9'814 Gramm Kokaingemisch bzw. 
7'331 Gramm reinem Kokain; 

2. der Geldwäscherei, schwerer Fall, gewerbsmässig und teilweise bandenmässig qualifiziert 
(gemeinsam mit D.________) begangen, im Zeitraum vom 01.09.2015 bis .________2017 in 

12

Burgdorf, Bern, Sissach/BL und auf der Strecke von diesen Orten via Deutschland und Amster-
dam/NL, Den Haag/NL und Rotterdam/NL und anderswo (Deliktsbetrag: CHF 278'424.65);

3. der Urkundenfälschung, begangen im Zeitraum von August 2017 bis .________2017 in Burg-
dorf;

4. der versuchten Drohung, begangen im Zeitraum vom 18.10.2017 bis 25.10.2017 in Bern z.N. 
von E.________.

und er sei in Anwendung von
Art. 34, 40, 41 aStGB, 47, 49 Abs. 1 StGB, 51 aStGB, 66a Abs. 1 lit. o, 180 Abs. 2 lit. b i.V.m. 22 
Abs. 1, 251 Ziff. 1, 305bis Ziff. 2 lit. b und c i.V.m. Ziff. 1, 333 StGB,
Art. 19 Abs. 2 lit. a, b und c i.V.m. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g, 19 Abs. 4 BetmG,
Art. 21 und 24 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
20. Dezember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informations-
systems der zweiten Generation (SIS II),
Art. 20 ff. N-SIS-Verordnung,
Art. 426 ff. StPO

III.

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren.

Die bereits ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei in vollem Umfang auf die 
Freiheitsstrafe anzurechnen und es sei festzustellen, dass die Strafe vom 14.02.2018 bis 
28.10.2018 (257 Tage) und vom 02.05.2019 bis 31.07.2020 (457 Tage) sowie seit dem 
30.11.2020 vorzeitig angetreten worden ist.

2. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1’800.00.

3. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

4. Zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD), mit Ausnahme von 1 ½ Stunden der oberinstanzlichen Verfah-
renskosten.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen.

2. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten 
(Art. 69 StGB): 

AKS Ziff. 1.5.2.3:

- 1 Mobiltelefon Alcatel schwarz, ohne Ladekabel, ausgeschaltet (Ass.-Nr. B2);

- 1 Natel schwarz, TJ Mobile J100 (Ass-Nr. B5);

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass-Nr. B5)

13

- 1 Natel Samsung lila, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B7)

- 1 Natel Samsung weiss, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B8)

- 1 Natel Samsung schwarz, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. B9)

- 1 Natel Alcatel, inkl. Ladekabel (Ass.-Nr. B10)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.1)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.2)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.3)

- 1 SIM-Karte Lycamobile .________ (Ass.-Nr. B12.4)

- 1 SIM-Karte Sunrise .________ (Ass.-Nr. B12.5)

- 1 SIM-Karte Swisscom P .________ (Ass.-Nr. B12.6)

- 1 iPhone weiss, Model A .________ (Ass.-Nr. E1)

- 1 Natel Nokia schwarz (Ass.-Nr. E4)

- 1 SIM-Karte Sunrise, .________ (Ass.-Nr. E11)

- 2 Lycamobile SIM-Karten, 1 Lebara SIM-Karte (Ass.-Nr. A3)

- 1 Vakuumbeutel mit Inhalt (braunes Klebeband; Ass.-Nr. D1)

AKS Ziff. 1.5.2.4:

- 1 Sack mit einer Kleinmenge Kokain (Ass.-Nr. A1)

- 1 Mobiltelefon Marke Nokia (Ass.-Nr. A2)

- 1 Mobiltelefon Marke Nokia (Ass.-Nr. A3)

- Diverses Verpackungsmaterial Vakuumbeutel Solis (Ass.-Nr. A5)

- 1 Paar Haushaltshandschuhe pink (Ass.-Nr. A6)

- 1 Schraubenschlüssel Grösse 14; AKS Ziff. 1.5.2.6

- 1 Mobiltelefon «I.________» Schwarz; AKS Ziff. 1.5.2.8

- 1 Milchkanne, Inhalt weisses Pulver in einem Sack; AKS Ziff.  1.5.2.11 

- 1 Ladekabel zu Natel Alcatel; AKS Ziff. 1.5.2.11

3. Die beschlagnahmten Vermögenswerte von insgesamt CHF 10'832.15 seien einzuziehen 
(Art. 70 Abs. 1 StGB): 

- CHF 10'000.00 (100 Stück 100-Franken-Noten; aus Dachhimmel); AKS Ziff. 1.5.2.5

- € 605.00 (12 x 50 Euro und 1 x 5 Euro), Ass.-Nr. B1, gewechselt in CHF, ausmachend CHF 682.15; 

AKS Ziff. 1.5.2.2

- CHF 150.00 ab Konto BD.________ BD.________ (Bank) AG, Konto Nr.: .________, IBAN .________; 

AKS Ziff. 1.5.2.9

4. Die folgenden beschlagnahmten Papiere und Unterlagen seien einzuziehen und als Beweis-
mittel bei den Akten zu belassen (Art. 69 StGB):

- 1 Kopie des Briefes vom 11.09.2017 von A.________ an J.________, .________ (in amtlichen Akten); 

AKS Ziff. 1.5.2.1; 

- Diverse Akten betreffend Geldtransfers etc. (Ass.-Nr. B3): 

- Western Union SBB von E.________ an A.________ vom 13.07.2017 CHF 512.00, 15.07.2017 

CHF 1'012.00, 18.07.2017 CHF 200.00, 21.07.2017 CHF 500.00; 

- Swiss Transfer an K.________ von E.________ vom 21.07.2017 CHF 214.74; 

- Ria von A.________ an L.________ vom 18.05.2017 CHF 137.00; 

- Ria von E.________ an M.________ vom 08.07.2017 CHF 119.00; 

- UBS Bankauszug von A.________ vom 07.07.2017 von CHF 3000.00 mit diversen Notizen vor- und 

rückseitig; 

14

- Eurowings Flugbestätigung vom 09.07.2017 bis 19.07.2017 von N.________, O.________ (Weg), 

P.________ (Ort) für Flug von Zürich nach Puerto Plata CHF 1'143.42; 

- 4 verschiedene Boardingpässe (Zürich-Madrid am 13.08.; Amsterdam-Basel am 06.09.; Santo Domingo-

Madrid am 25.08.; Köln-Zürich am 24.07.2017; Puerto Plata nach Köln am 23.07.2017) (Ass-Nr. B5); 

- 1 Mietvertrag Auto Honda, verte, in Puerto vom 10.07.2017 bis 17.07.2017 (Ass-Nr. B5); 

- 2 Bahnbillette (Burgdorf-Zürich Flughafen am 13.08.2017 und Basel Euroairport-Burgdorf am 

06.09.2017) (Ass-Nr. B5, aus braunem Herrenportemonnaie mit Inhalt); 

- 2 Notizzettel aus Bibel mit diversen Zahlen 2000 etc. (Ass.-Nr. B6); 

- Diverse Reise-und Bankunterlagen (Ass.-Nr. B13): 

- mytrip Flugbuchung vonZürich via Madrid nach Santo Domingo vom 13.08.2017-20.08.2017, 

CHF 1474.55, bezahlt mit Credit Card, laut Kundendetails ltd. auf A.________; 

- 1 Flugticket Iberia vom 26.08.2017 Madrid nach Basel, ltd. auf A.________; 

- 3 Banco Popular Wechselzettel von je 10000.00 US Dollar in RDS vom 22.08.2017, 23.08.2017 und 

25.08.2017; 

- 1 Gehaltsabrechnung April2017 von Q.________; 

- 1 Notizzettel mit diversen Notizen: „Do. 06.07. 2'000 Rest 350 2350 DG (unleserlich) erhalten 

(abgehakt), nächste 1. Juli, 400.00, 350.00+1'143.50 = 1'493.50= 1'893.50-800.00= 1’093.50; 

- 2 Western Union Belege vom 07.06.2016 von E.________ an R.________ von CHF 300.00 und an 

S.________ Dominikanische Republik (Ass.-Nr. E2); 

- 1 Notizzettel mit Tel. Nr. .________ und auf Rückseite Ely .________ (Ass.-Nr. E6); 

- Ria Beleg vom 04.09.2017 CHF 250.00 an K.________, T.________ (Strasse), Rom Rep. Santo 

Domingo (Ass.-Nr. E8); 

- Diverse Bankunterlagen /Ria Belege, Überweisungen Ria an K.________ Santo Domingo (Ass.-

Nr. E12): 

- 2014: Total CHF 459.00 

- 2015: Total CHF 930.11 

- 2016: Total CHF 1331.53 

- 2017: Total CHF 262.00 

- Paco Money 19.12.2015 CHF 137.00 

- Western Union SBB 2014: Total 310.00 

- Western Union SBB 2015: Total 1'318.30 

- Swiss Transfer vom 30.08.2016 an M.________, Santo Domingo, Total CHF 495.17 

- U.________, Santo Domingo, CHF 300.00 

- 2 Notizen mit grüner Schrift, mit diversen Zahlen «188, 110, 150, 270», sowie weiteren Zahlen und 

Buchstaben, teilweise evtl. Lotto (Ass.-Nr. F1) 

- 1 Kopie des Mietvertrags betreffend V.________ (Weg) in Sissach BL (Ass.-Nr.Al); AKS Ziff. 1.5.2.4; 

- 1 Notizzettel mit diversen Notizen und Rechnungen z.B. 1. Usted pago una facture de 340.00, 340.00 :2 

170, 2. Yo page a Leo 700.00+600.00: 2 = 300.00 etc. (Ass.-Nr. C1); AKS Ziff. 1.5.2.4; 

- 1 Rechnung Werkstatt Niederlande vom 11.11.2015; AKS Ziff. 1.5.2.11 

- Herrenhose (Marke: Fuga) von A.________; AKS Ziff. 1.5.2.6; 

- Coop Papiersack mit Notiz von A.________; AKS Ziff. 1.5.2.6; 

- 3 Briefe, die im Boden des Coop Papiersacks versteckt waren; AKS Ziff. 1.5.2.6; 

- Brief / Notiz unbekannten Datums mit Namen und Telefonnummer (sichergestellt am 02.11.2017 in Zelle 

A.________); AKS Ziff. 1.5.2.7; 

15

- 1 Kopie der beiden Briefe vom 14.12.2017 von A.________ an E.________, W.________ (Strasse), 

3400 Burgdorf (in amtlichen Akten); AKS Ziff. 1.5.2.10; 

- Briefe vom 7. September 2019 (fälschlicherweise 19. August 2019 geschrieben) und vom 1. Okto-

ber 2019 von A.________ an E.________; AKS Ziff. 1.5.2.12.

5. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien aus der Beschlagnahme zu entlassen 
und A.________ nach Rechtskraft des Urteils herauszugeben:

Ass.-Nr. B5, AKS Ziff. 1.5.2.3:

- 1 Schlüsselbund mit Anhänger und 2 Schlüsseln (Schlüssel KABA8, .________ und Schlüssel 

Nr. .________); 

- 1 Reisepass Dominikanische Republik lautend auf A.________, geb. .________1970, No. .________; 

- Mehrere Notizzettel (Adressen/Telefonnummern von J.________, X.________, Y.________, 

Z.________ und Quittung/Rechnung vom22.08.2017); 

- 1 braunes Herrenportemonnaie mit Inhalt: 

Nachfolgende Karten, alle lautend auf A.________: 

- 1 FAK CH Nr. .________; 

- 1 ID-Karte Dominikanische Republik Nr. .________; 

- 1 ID-Karte Spanien Nr.________; 

- 1 SwissPass Nr. .________; 

- 1 Express Sixt, rent a car, Karte Nr. .________; 

- Mehrere Visitenkarten, Einkaufszettel und Notizen unter anderem Quittung Caribe Express vom 

19.08.2017 und Quittung Muebleria, abono RD$ 69'000 und RD$ 139'200 vom 22.08.2017; 

Euro 2.99, CHF 1.50; 

- 1 Schlüssel, eingestanzte Nr. 199 (Ass.-Nr. E7); 

- 1 Notizblock mit diversen Notizen mit verschiedenen Zahlen, vermutlich Lotto, 1. Seite und letzte Seite 

vermutlich eine Packliste (Ass.-Nr. E10); 

- Diverse Ausweise und Visitenkarten, unter anderem: 1 Niederlassungsausweis C, gültig bis 26.05.2014 

und Versicherungskarte „avanex", beide lautend auf A.________ (Ass.-Nr. A4); AKS Ziff. 1.5.2.4; 

- Empfangsscheinbuch Post, mit 2 Visitenkarten von AA.________, RegFdg Burgdorf und AB.________, 

Stat. Pol. Burgdorf, 5 Franken Gutschein von Loeb und notierter Tel. Nr. .________; AKS Ziff. 1.5.2.11; 

- 1 Schlüsselbund mit zwei Schlüsseln (1xKaba .________, 1x"Seiler Burgdorf"); AKS Ziff. 1.5.2.11.

6. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von A.________ 
(PCN-Nr. .________ vom 12. September 2017) sei nach Ablauf der Frist durch das zuständige 
Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

7. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten; nAFIS-VO).

8. A.________ sei im vorzeitigen Strafvollzug zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. a StPO).

9. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

16

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Als Folge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und mangels Anschluss-
berufung der Generalstaatsanwaltschaft ist das Urteil der Vorinstanz insoweit in 
Rechtskraft erwachsen, als:

- das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121), angeblich begangen von 
Januar 2013 bis 7. September 2017 in Burgdorf, Bern, Sissach und anderswo, 
durch Erwerb und Besitz von Kokain zum Eigenkonsum sowie Konsum von 
Kokain – ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten – eingestellt wurde (Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitiv [pag. 3964]); 

- der Beschuldigte freigesprochen wurde, (1) von der Anschuldigung der ver-
suchten Anstiftung zu Mord, angeblich begangen von ca. 17. September 2017 
bis 25. Oktober 2017 und später in Bern, sowie (2) von der Anschuldigung der 
Drohung, angeblich begangen am 18. Oktober 2017 in Bern, unter Auferlegung 
der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/5 der gesamten Verfahrenskosten), 
bestimmt auf CHF 18'487.60, an den Kanton Bern (Ziff. II des erstinstanzlichen 
Urteildispositivs [pag. 3964]); und

- weiter beschlossen wurde, dass 
- die in den Ziffern VI/2 und VI/3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs ge-

nannten beschlagnahmten Gegenstände, Drogen und Drogenutensilien 
gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen werden (pag. 3968 f.),

- die in Ziffer VI/4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs genannten be-
schlagnahmten Gegenstände gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und 
als Beweismittel bei den Akten belassen werden (pag. 3969 f.),

- die in Ziffer VI/5 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs aufgeführten Ge-
genstände dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegen-
den Urteils zurückgegeben werden (pag. 3970 f.), sowie

- die in Ziffer VI/6 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs genannten be-
schlagnahmten Vermögenswerte gestützt auf Art. 70 StGB eingezogen 
werden (pag. 3971).   

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Schuld-
sprüche wegen mengen- und gewerbsmässig qualifizierter sowie teilweise ban-
denmässig begangener Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, we-
gen gewerbsmässig qualifizierter und teilweise bandenmässig begangener Geld-
wäscherei, wegen Urkundenfälschung und wegen versuchter Drohung zum Nach-
teil von E.________ (Ziff. III/1-4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 3964 f.]). Weiter hat die Kammer die dafür ausgesprochenen Sanktionen 
(Freiheitsstrafe, Geldstrafe und Landesverweisung), inklusive die Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen, zu überprüfen (Ziff. III-V des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 3964-3968]). Schliesslich muss sie über die Beschlüsse betreffend Rückkehr 
in den vorzeitigen Strafvollzug (Ziff. VI/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 3968]) und bezüglich das über den Beschuldigten erstellte DNA-Profil sowie 
die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. VI/7 und 8 des 

17

erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 3971]) befinden, weil letztere der Rechts-
kraft nicht zugänglich sind. 

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]), ist mangels eigener Berufung oder 
Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft aber an das Verschlechterungs-
verbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Un-
gunsten des Beschuldigten abändern. 

II. Formelle Einwände der Verteidigung 

6. Unwirksame Verteidigung

Wie bereits in erster Instanz machte Rechtsanwalt B.________ oberinstanzlich 
(vgl. pag. 4163 ff. und pag. 4441 f.) geltend, der Beschuldigte sei in der Vorunter-
suchung durch Rechtsanwalt G.________ unwirksam verteidigt worden, weshalb 
insbesondere die Schlusseinvernahmen des Beschuldigten vom 9. Septem-
ber 2019 und vom 21. Oktober 2019 (9:00 Uhr + 14:30 Uhr) aus den Akten zu ent-
fernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Ver-
schluss zu halten und danach zu vernichten seien (pag. 4440). Zusammengefasst 
werden Rechtsanwalt G.________ folgende Versäumnisse vorgeworfen: unvoll-
ständige Teilnahme an den Schlusseinvernahmen des Beschuldigten, Nichtteil-
nahme an der Schlusseinvernahme des Hauptbelastungszeugen D.________, feh-
lende Aktenkenntnisse, mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Eingaben be-
treffend Verletzung des Beschleunigungsgebots (vgl. insb. pag. 4166). 

6.1 Theoretische Ausführungen

Betreffend die theoretischen Grundlagen zur wirksamen Verteidigung wird auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in der Verfügung vom 16. Dezem-
ber 2020 verwiesen (pag. 3836 f.). Wiederholt sei einzig, dass der amtlich verteidig-
te Beschuldigte nach der Praxis des Bundesgerichts zu Art. 29 Abs. 3 und Art. 32 
Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) sowie Art. 6 Ziff. 3 Bst. c der Konventi-
on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) einen 
grundrechtlichen Anspruch auf sachkundige, engagierte und effektive Wahrneh-
mung seiner Parteiinteressen hat (BGE 143 I 284 E. 2.2.1 f., BGE 138 IV 161 
E. 2.4 und BGE 126 I 194 E. 3d). Dulden die Behörden untätig, dass der amtliche 
Verteidiger seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Nachteil des Be-
schuldigten in schwerwiegender Weise vernachlässigt, dann kann darin laut Bun-
desgericht eine Verletzung der von der Verfassung und der EMRK gewährleisteten 
Verteidigungsrechte liegen (BGE 143 I 284 E. 2.2.2, BGE 138 IV 161 E. 2.4, je mit 
Hinweisen). Als schwere Pflichtverletzung fällt nur sachlich nicht vertretbares bzw. 
offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten der Verteidigung in Betracht, sofern 
der Beschuldigte in seinen Verteidigungsrechten dadurch substanziell einge-
schränkt wird. Ein solch eklatanter Verstoss gegen allgemein anerkannte Verteidi-
gerpflichten liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung etwa bei krassen 
Frist- und Terminversäumnissen, bei Fernbleiben von wichtigen Zeugeneinver-
nahmen, bei mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen sowie 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/36d22518-08ea-4aa7-b34b-a486b1c34a98/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/8d2ca6ce-93c6-4e78-8a4a-c3660bc8c4da/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/8d2ca6ce-93c6-4e78-8a4a-c3660bc8c4da/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/36d22518-08ea-4aa7-b34b-a486b1c34a98/4930fef0-f31a-4a5f-abe6-d8da09fd437a/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/575c3ecf-0465-4b6c-ae21-64cb3a288f9b/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/575c3ecf-0465-4b6c-ae21-64cb3a288f9b/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/lawdoc/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/575c3ecf-0465-4b6c-ae21-64cb3a288f9b/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/58be790c-520f-4d4e-a734-42cbfd2874c4/citeddoc/bcbfcc18-e3ed-47ff-89e5-d11bcc53ee99/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/fab9cdb9-2a10-462f-8395-f3e3fb13959e/citeddoc/9337f74b-60e5-4baf-9b45-96dcb5f62ad6/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/lawdoc/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/58be790c-520f-4d4e-a734-42cbfd2874c4/citeddoc/0d74ca6b-67d0-4497-b622-c8679d232292/source/document-link

18

bei anderen Prozesshandlungen oder fehlender Vorsorge für Stellvertretungen vor 
(BGE 143 I 284 E. 2.2.2, mit Hinweisen). 

6.2 Beurteilung durch die Kammer

Die Kammer geht mit der Vorinstanz und der (General)Staatsanwaltschaft überein, 
dass vorliegend keine Verletzung der von Art. 29 Abs. 3 und Art. 32 Abs. 2 BV so-
wie Art. 6 Ziff. 3 EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte, die ein behördliches 
Einschreiten nötig gemacht hätte, ersichtlich ist. Rechtsanwalt G.________ hat sei-
ne anwaltlichen Berufs- und Standespflichten entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung nicht in schwerwiegender Weise vernachlässigt. Zudem lag kein sachlich un-
vertretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten vor, wodurch der Be-
schuldigte in seinen Verteidigungsrechten substanziell eingeschränkt worden wäre. 
Es kann insoweit vorab vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorin-
stanz in der Verfügung vom 16. Dezember 2020 verwiesen werden (pag. 3837 ff.), 
welchen sich die Kammer integral anschliesst. Ergänzend und teilweise in Wieder-
holung dazu ist Folgendes festzuhalten: 

Dem Beschuldigten wurde mit Wirkung ab dem 7. September 2017 Fürsprecher 
F.________ als amtlicher Anwalt beigeordnet (pag. 3182). Dies notabene, nach-
dem der Beschuldigte nach seiner Anhaltung am 7. September 2017 nicht durch 
den damaligen Pikettanwalt Fürsprecher AC.________ verteidigt werden wollte und 
in der polizeilichen Einvernahme vom 7. September 2017 verlauten liess, er werde 
die Aussagen und die Mitwirkung verweigern, solange er das weitere Vorgehen 
nicht zuerst mit seinem persönlichen Anwalt habe absprechen können 
(vgl. pag. 329 Z. 9 ff.). Der Beschuldigte war sich seiner Rechte, insbesondere die 
Aussage verweigern und einen Anwalt beiziehen zu können, somit bereits in der 
ersten Einvernahme im vorliegenden Verfahren sehr wohl bewusst. Dies wohl 
auch, weil er sich nicht zum ersten Mal mit dem Vorwurf des Betäubungsmittelhan-
dels konfrontiert sah und nicht zum ersten Mal Beschuldigter in einem Strafverfah-
ren war. Aus den edierten Akten des Strafverfahrens aus dem Jahr 2011 ergibt 
sich, dass der Beschuldigte schon damals zu Beginn der ersten Einvernahme aus-
führlich über seine Rechte belehrt wurde und daraufhin wünschte, durch Fürspre-
cher AD.________ verteidigt zu werden (vgl. pag. 1840 ff., insb. pag. 1843 Z. 1 ff.). 
Er wusste daher bestens über seine Verteidigungsrechte Bescheid. In der Haf-
teröffnung vom 7. September 2017 erklärte er sich mit der Einsetzung von Fürspre-
cher F.________ als amtlicher Verteidiger schliesslich einverstanden, «aber viel-
leicht nicht für das ganze Verfahren» (pag. 332 Z. 41 f.), und in den darauffolgen-
den Einvernahmen war er in der Lage, jeweils nach Verlesen des Protokolls Ergän-
zungen und Korrekturen anzubringen (vgl. u.a. pag. 371 Z. 800 ff. und pag. 479 
Z. 343 ff.).

Soweit Rechtsanwalt B.________ vorbringt, der Beschuldigte sei aufgrund der un-
wirksamen Verteidigung durch Rechtsanwalt G.________ unmittelbar und konkret 
benachteiligt gewesen (vgl. pag. 4167 und pag. 4442), weil sein Aussageverhalten 
vom Fehlen einer Strategie geprägt sei – der Beschuldigte habe beispielsweise die 
Aussage nicht verweigert und sich deshalb selbst belastet / weiter sei Rechtsanwalt 
G.________ nicht eingeschritten und es hätten keine Besprechungen zwischen ihm 
und dem Beschuldigten stattgefunden – gilt es die zeitliche Abfolge der Anwalt-

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/58be790c-520f-4d4e-a734-42cbfd2874c4/citeddoc/b14986ea-1f96-410f-a1eb-1192d81cb967/source/document-link

19

seinsetzungen und -wechsel resp. die durchgeführten Befragungen des Beschul-
digten und der Belastungszeugen näher zu betrachten:

Nachdem der Beschuldigte wie erwähnt nicht durch den Pikettanwalt Fürsprecher 
AC.________ verteidigt werden wollte, wurde ihm mit Wirkung ab dem 7. Septem-
ber 2017 Fürsprecher F.________ als amtlicher Anwalt beigeordnet (pag. 3182 f.). 
Mit Eingabe vom 31. Januar 2018 teilte Rechtsanwalt G.________ mit, der Be-
schuldigte habe ihn mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt (pag. 3277 f.). 
Der Beschuldigte selber hat dies mit Schreiben vom 27. Januar 2018 der Staats-
anwaltschaft mitgeteilt (pag. 3276). Daraufhin forderte die Staatsanwaltschaft die 
Parteianwälte mit Verfügung vom 15. Februar 2018 auf, ihr den Hauptvertreter des 
Beschuldigten bekannt zu geben (pag. 3235). Mit Schreiben vom 21. Februar 2018 
informierte Fürsprecher F.________, er könne sich nicht als Hauptvertreter be-
zeichnen, seines Erachtens seien die Voraussetzungen für sein amtliches Mandat 
mit dem Beizug einer Wahlverteidigung erloschen, weshalb das Mandat zu sistie-
ren sei (pag. 3241). Rechtsanwalt G.________ führte mit Eingabe vom 26. Febru-
ar 2018 aus, er sei damit einverstanden, den Beschuldigten zu vertreten 
(pag. 3286). Anschliessend sistierte die Staatsanwaltschaft das amtliche Mandat 
von Fürsprecher F.________ per 26. Februar 2018 und hielt mit Verfügung vom 
26. Februar 2018 fest, die Mitteilungen an den Beschuldigten würden per sofort 
dessen privater Verteidigung, Rechtsanwalt G.________, zugestellt werden 
(pag. 3244 f.). Mit Eingabe vom 16. Juli 2019 stellte Rechtsanwalt G.________ ein 
Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung bzw. um Einsetzung als amtlicher 
Verteidiger mit Wirkung ab 1. Januar 2019 (pag. 3364). Mit Schreiben vom 2. Au-
gust 2019 teilte Fürsprecher F.________ mit, er widersetze sich einem Anwalts-
wechsel nicht (pag. 3173). Am 16. August 2019 entliess die Staatsanwaltschaft 
Fürsprecher F.________ per 16. August 2019 aus dem Mandat als amtlicher Ver-
teidiger des Beschuldigten und setzte mit Wirkung per 17. August 2019 Rechtsan-
walt G.________ als neuen amtlichen Verteidiger des Beschuldigten ein 
(pag. 3176 f.). 

Damit steht fest, dass der Beschuldigte in all seinen Einvernahmen bei der Polizei 
und der Staatsanwaltschaft zwischen dem 7. September 2017 und dem 15. Janu-
ar 2018 – in denen es hauptsächlich um die dem Beschuldigten vorgeworfenen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ging – durch Fürsprecher 
F.________ verteidigt war. Gleiches gilt – mit Ausnahme der jeweiligen Schluss-
einvernahmen – für die Befragungen von D.________, von E.________, von 
AE.________ und von AF.________ (vgl. dazu insb. die Ausführungen zur Verlet-
zung der Teilnahmerechte unter E. 7 unten). Lediglich in den eigenen Schlussein-
vernahmen vom 9. September 2019 und vom 21. Oktober 2019 sowie in den 
Schlusseinvernahmen der Belastungszeugen wurde der Beschuldigte durch 
Rechtsanwalt G.________ vertreten. Das allfällige Fehlen einer Strategie im Rah-
men der Voruntersuchung kann somit nicht Rechtsanwalt G.________ angelastet 
werden. Eine zielführende Instruktion und Beratung des Beschuldigten bis 
Januar 2018 oblag vielmehr Fürsprecher F.________. In der Schlusseinvernahme 
vom 9. September 2019, in welcher der Beschuldigte erstmals durch Rechtsanwalt 
G.________ vertreten war, dürfte das Verfolgen einer Strategie nach rund 13 Ein-
vernahmen nicht mehr besonders zielführend gewesen sein. Ausserdem waren die 

20

Betäubungsmitteldelikte in der Schlusseinvernahme des Beschuldigten vom 
21. Oktober 2019 entgegen den Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ 
(vgl. u.a. pag. 4164) sehr wohl Beweisthema und die von Rechtsanwalt 
G.________ gestellten Ergänzungsfragen (vgl. pag. 586 f. Z. 474 ff.) machten 
durchaus Sinn.

Gleichzeitig kann keine Rede davon sein, dass sich Fürsprecher F.________ im 
Rahmen der unzähligen Befragungen einer unwirksamen Verteidigung schuldig 
gemacht und sich nicht für seinen Klienten eingesetzt hat. Diesbezüglich wird bei-
spielhaft auf die Verhandlung vor dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht 
vom 8. September 2017 verwiesen, in der Fürsprecher F.________ insbesondere 
die Formulierung einer Frage monierte (vgl. pag. 353 Z. 39 ff.). Des Weiteren war 
es Fürsprecher F.________, der am 24. Januar 2018 Strafanzeige gegen die drei 
Polizisten einreichte, die den Beschuldigten angeblich «missbraucht» haben sollen 
(pag. 2319; vgl. dazu ferner die Ausführungen zum Einsatz als «V-Mann» und zur 
Verletzung des Beschleunigungsgebots [E. 9 und 30 unten]). Soweit Rechtsanwalt 
B.________ in der Berufungsverhandlung kritisierte, Rechtsanwalt G.________ 
habe die gegen diese Polizisten ergangene Einstellungsverfügung nicht angefoch-
ten (vgl. pag. 4442), widersprach er sich im Übrigen selbst, hielt er in seinem Par-
teivortrag und der Replik doch fest, er behaupte nicht, dass sich die fraglichen Poli-
zisten strafbar gemacht hätten (vgl. pag. 4452 und pag. 4471). 

Betreffend den Einwand, Rechtsanwalt G.________ habe teilweise Eingaben auf 
Französisch eingereicht (vgl. pag. 4165 und pag. 4442), ist festzuhalten, dass es 
sich beim Kanton Bern um einen zweisprachigen Kanton handelt und Eingaben an 
Behörden, die für den ganzen Kanton zuständig sind – wie beispielsweise die für 
das vorliegende Verfahren zuständige Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere 
Aufgaben –, gemäss Art. 6 Abs. 5 der bernischen Kantonsverfassung (KV; 
BSG 101.1) in einer der Amtssprachen, mithin auch auf Französisch, erfolgen kön-
nen. Des Weiteren sei, soweit oberinstanzlich erneut die mangelnden Sprach- resp. 
Deutschkenntnisse von Rechtsanwalt G.________ gerügt und damit implizit die 
fehlenden Französischkenntnisse des Beschuldigten ins Feld geführt wurden 
(vgl. pag. 4441), darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte in den Jahren 2006 
Kontakte nach Frankreich und zu Franzosen (Algeriern) hatte (pag. 1851), in 
Frankreich zudem neun Monate in Haft war (pag. 1870, pag. 1929, pag. 1942 und 
pag. 4448 Z. 34) und in der Berufungsverhandlung bestätigte, Französisch zu 
sprechen. Er führte aus, er habe dies in Santo Domingo und in Frankreich gelernt 
und sei zudem oft in Frankreich zu Besuch gewesen resp. habe dort regelmässig 
eine Freundin besucht (pag. 4448 Z. 10, Z. 24 und Z. 30 f.). Die Kommunikation 
zwischen dem Beschuldigten und Rechtsanwalt G.________ dürfte – entgegen der 
Auffassung von Rechtsanwalt B.________ – somit möglich gewesen sein. Zudem 
sei wiederholt, dass es der Beschuldigte war, der Rechtsanwalt G.________ an-
fänglich privat mandatiere und somit offensichtlich über die nötigen Französisch-
kenntnisse verfügen musste, um mit diesem in Kontakt treten zu können. Unter 
dem Aspekt der privaten Mandatierung ist schliesslich auch das Argument, 
Rechtsanwalt G.________ sei im Zeitpunkt der Verteidigung des Beschuldigten be-
reits über 80-jährig gewesen (vgl. pag. 4441), nicht zu hören.

21

Weiter kann keine Rede davon sein, dass sich Rechtsanwalt G.________ im Rah-
men der Schlusseinvernahme (Teil 1) von D.________ vom 19. August 2019 nicht 
für seinen Klienten eingesetzt hätte. Aus dem Einvernahmeprotokoll geht klar her-
vor, dass sich der Beschuldigte und Rechtsanwalt G.________ nach einer kurzen 
Pause nach dem weiteren Ablauf der Einvernahme erkundigten, weil D.________ 
«all diese Aussagen» bereits gemacht habe und nichts Neues schildere (pag. 900 
Z. 603 ff.). Anschliessend erwähnte Rechtsanwalt G.________, er und der Be-
schuldigte verzichteten – nach Gewährung des Fragerechts – auf die weitere Teil-
nahme an der Einvernahme von D.________ (pag. 900 Z. 605 ff. und pag. 901 
Z. 625 ff.). Rechtsanwalt G.________ hatte auf Aufforderung der Verfahrensleitung 
bereits zuvor einen Fragekatalog eingereicht und der Grossteil der Fragen wurde 
durch D.________ beantwortet (pag. 911 ff. Z. 979 ff.). Nachdem die Ergänzungs-
fragen von Rechtsanwalt G.________ gestellt sowie beantwortet wurden und der 
Beschuldigte zudem eine eigene Ergänzung angebracht hatte (vgl. pag. 917 
Z. 1205 ff.), verliessen er und Rechtsanwalt G.________ die Einvernahme und ver-
zichteten – wie den nachfolgend zitierten Verbalen entnommen werden kann – 
ausdrücklich und freiwillig auf die weitere Teilnahme an der Schlusseinvernahme 
von D.________ (pag. 917 Z. 1211 ff.):

Verbal: Herr Rechtsanwalt G.________ und A.________ teilen mit, dass sie für das Verlesen des Pro-
tokolls nicht mehr anwesend sein wollen, weder für den ersten Teil der Fragen noch betreffend die 
Ergänzungsfragen. Auf Frage, ob sie da wirklich sicher seien, antworten sie, das wird sicher korrekt 
sein. Wir haben Vertrauen.

[…]

Verbal: Herr Rechtsanwalt G.________ und A.________ verlassen um 1450 Uhr die Einvernahme. 
Herr Rechtsanwalt G.________ bittet darum, eine Kopie des Protokolls zu erhalten, was ihm zugesi-
chert wird.

Verbal: Auf Wunsch von RA G.________ und A.________ verlassen die beiden nun die Einvernah-
me, nehmen an der weiteren Einvernahme zu den Vorwürfen der qualifizierten Widerhandlungen ge-
gen das BetmG, die Geldwäscherei, schwerer Fall, die SVG-Widerhandlungen sowie die versuchte 
Anstiftung zum Mord nicht mehr teil und verzichten ausdrücklich auf ihr Fragerecht. Die Verfahrenslei-
terin hält betreffend das weitere Vorgehen fest, dass die weiteren Einvernahmen von D.________ oh-
ne ihre Anwesenheit fortgeführt werden. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wird dies nicht mehr heu-
te sein.

Verbal: die Verfahrensleitung hat dies explizit mit A.________ und Herrn RA G.________ abgespro-
chen.

Wie aus diesen Verbalen ebenfalls hervorgeht, wurde die Schlusseinvernahme 
(Teil 1) von D.________ am 19. August 2019, nachdem Rechtsanwalt G.________ 
und der Beschuldigte diese verlassen hatten, aufgrund der fortgeschrittenen Zeit 
nicht mehr weitergeführt, was Rechtsanwalt G.________ und dem Beschuldigten 
mitgeteilt wurde (vgl. pag. 917 Z. 1229 ff.). Die beiden waren somit während der 
ganzen Einvernahme von D.________ am 19. August 2019 zugegen. Dass sie auf 
die Teilnahme an den nächsten Einvernahmen (Schlusseinvernahme Teil 2 und 3 
[pag. 925 ff. und pag. 983 ff.]) explizit verzichteten, ist ihr gutes Recht, bedeutet 
aber auch, dass der Beschuldigte die Konsequenzen daraus zu tragen hat. Darü-

22

ber wird er sich als prozessgewohnte und anwaltlich vertretene Person im Klaren 
gewesen sein. Insgesamt ist nicht ersichtlich, inwiefern Rechtsanwalt G.________ 
seine Berufs- und Standespflichten durch das beschriebene Verhalten resp. das in 
Absprache mit dem Beschuldigten erfolgte Vorgehen verletzt haben soll. 

Die durch das Kantonale Zwangsmassnahmengericht im Entscheid vom 29. Okto-
ber 2018 festgestellte, zweimalige Fristverletzung der Weiterleitung des Haftentlas-
sungsgesuchs (pag. 154 ff.), hat entgegen der Ansicht von Rechtsanwalt 
B.________ (vgl. u.a. pag. 4165) nicht Rechtsanwalt G.________, sondern die 
Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben zu vertreten. 

Zusammenfassend ist damit wie einleitend erwähnt keine schwere Pflichtverletzung 
durch Rechtsanwalt G.________ auszumachen. Der Beschuldigte wurde wirksam 
durch ihn verteidigt. Desgleichen kann keine mangelhafte Verteidigung durch Für-
sprecher F.________ festgestellt werden, wobei entsprechendes auch nicht gerügt 
wurde. Weil der Beschuldigte in den Schlusseinvernahmen vom 9. Septem-
ber 2019 und vom 21. Oktober 2019 (9:00 Uhr + 14:30 Uhr) somit wirksam durch 
Rechtsanwalt G.________ verteidigt war, sind die entsprechenden Einvernahme-
protokolle entgegen dem Antrag von Rechtsanwalt B.________ nicht aus den Ak-
ten zu weisen, sondern verwertbar.

7. Verletzung Teilnahmerechte

Wie bereits in erster Instanz beantragte Rechtsanwalt B.________ oberinstanzlich, 
sämtliche Einvernahmen von D.________, mit Ausnahme derjenigen vom 16. Ok-
tober 2017, und sämtliche Einvernahmen von AE.________, mit Ausnahme derje-
nigen vom 21. November 2017, seien aufgrund der Verletzung der Teilnahmerech-
te aus den Akten zu entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens 
unter separatem Verschluss zu halten und danach zu vernichten (pag. 4162 f. und 
pag. 4441). Weiter verlangte er, die Einvernahmen von E.________, von 
D.________, von AE.________ und von AF.________ seien unter Gewährung der 
Teilnahme- und Konfrontationsrechte zu wiederholen (pag. 4441). 

Die Kammer wies diese Beweisanträge mit Beschluss vom 9. August 2021 
(pag. 4194) und in der Berufungsverhandlung (pag. 4445) begründet ab. Auf die 
Ausführungen im Beschluss vom 9. August 2021 kann vorab verwiesen werden 
(pag. 4194 ff.). Weiter ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass sich die Kam-
mer den zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der Eingabe vom 
12. November 2020 (pag. 3774 ff.) und den überzeugenden Erwägungen der Vor-
instanz in ihrer Verfügung vom 16. Dezember 2020 (pag. 3831 ff.), in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung (pag. 3906 f.) und auf Seite 18 ihrer Urteilsbegrün-
dung (pag. 4041) – mit Ausnahme derjenigen betreffend die Einvernahmen von 
AF.________ – integral anschliesst. 

7.1 Theoretische Ausführungen

Die Teilnahmerechte bei Beweiserhebungen sind in den Art. 147 f. StPO geregelt. 
Art. 147 Abs. 1 StPO statuiert den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der Beweiser-
hebungen. Demnach haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch 
die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen 

23

Personen Fragen zu stellen. Die beschuldigte Person ist in demjenigen Verfahren 
Partei, in dem sie beschuldigt wird. Gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO kann sie da-
her an den Beweiserhebungen teilnehmen, die in diesem Verfahren durchgeführt 
werden. Dazu gehören auch die Einvernahmen von im gleichen Verfahren mitbe-
schuldigten Personen. Bei deren durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte 
durchgeführten Einvernahmen kann die beschuldigte Person gestützt auf Art. 147 
Abs. 1 StPO anwesend sein und den einvernommenen mitbeschuldigten Personen 
Fragen stellen (zum Ganzen BGE 141 IV 220 E. 4.3.1 und BGE 140 IV 172 
E. 1.2.1).

Werden die Teilnahmerechte nach Art. 147 Abs. 1 StPO verletzt, dann führt dies 
gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO zu einem Beweisverwertungsverbot gegenüber der 
Partei, die an der Beweiserhebung nicht anwesend war (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2, mit Verweis auf BGE 143 IV 397 E. 3.3.2 
und BGE 139 IV 25 E. 5.4.1). Damit eine hinreichende Konfrontation stattfindet, 
muss sich die befragte Person an der Konfrontationseinvernahme inhaltlich noch-
mals zur Sache äussern, so dass die beschuldigte Person ihr Fragerecht tatsäch-
lich ausüben kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 
E. 2.2, mit Verweis auf BGE 140 IV 172 E. 1.5). Dabei ist jedoch keineswegs erfor-
derlich, dass die befragte Person ihre Angaben wortwörtlich wiederholt. Macht sie 
Angaben zur Sache, so darf im Rahmen einer Gesamtwürdigung auch auf die Er-
gebnisse der früheren Beweiserhebung ergänzend zurückgegriffen werden (zum 
Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2, mit 
Verweis auf die Urteile des Bundesgerichts 6B_1133/2019 vom 18. Dezember 
2019 E. 1.3.2 und 6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3). Hingegen bleiben 
die in einer ersten Einvernahme in Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO gemachten 
Aussagen nach Art. 147 Abs. 4 StPO unverwertbar, wenn sich die befragte Person 
im Rahmen einer späteren Konfrontation gar nicht mehr bzw. nicht frei und unbe-
einflusst zur Sache äussert (Urteil des Bundesgerichts 6B_1003/2020 vom 21. April 
2021 E. 2.2, mit Verweis auf BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 und die Urteile des Bundes-
gerichts 6B_76/2018 vom 15. Oktober 2018 E. 1, 6B_1035/2017 vom 20. Juni 2018 
E. 1.3.3 und 6B_321/2017 vom 8. März 2018 E. 1.5.2). Es genügt demnach nicht, 
wenn die befragte Person ihre früheren Aussagen einzig auf blossen Vorhalt hin 
bestätigt (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_1003/2020 vom 21. 
April 2021 E. 2.2, mit Verweis auf BGE 143 IV 457 E. 1.6.1). 

Die Teilnahmerechte stehen den Parteien selbst wie auch deren Rechtsbeiständen 
zu. Grundsätzlich besteht das Recht auf physische Anwesenheit im selben Raum 
und auf direktes Fragerecht. Bei Missbräuchen können diese Rechte indes einge-
schränkt werden (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung Praxis-
kommentar, 3. A. 2018, N 7 f. zu Art. 147 StPO). So kann als prozessuale Schutz-
massnahme beispielsweise angeordnet werden, dass die Einvernahme einer ver-
fahrensbeteiligten Person – falls diese selber oder deren Angehörige stark gefähr-
det erscheinen – unter Ausschluss der Parteien stattfindet (Art. 149 Abs. 2 
Bst. b StPO). Eine solche Beschränkung der Teilnahmerechte ist unter den 
Voraussetzungen von Art. 108 StPO und unter den besonderen Schutzbestimmun-
gen nach Art. 149 ff. StPO zulässig (SCHLEIMINGER METTLER, in: Basler Kommentar 
Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 2. A. 2014, N 13 zu 

24

Art. 147 StPO und Urteil des Bundesgerichts 1B.404/2012 vom 4. Dezember 2012 
E. 2.1.2). Die Beschränkung der Teilnahmerechte setzt nebst einer erheblichen Ge-
fahr für Leib und Leben im Sinne von Art. 149 Abs. 1 StPO – die etwa bei Morddro-
hungen besteht (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N 2 zu Art. 149 StPO) – indes voraus, 
dass dem Anspruch auf rechtliches Gehör, insbesondere dem Fragerecht, auf an-
dere Weise Rechnung getragen werden kann. Bei einer Einvernahme unter Aus-
schluss der Parteien sind als Ersatzmassnahmen namentlich die Simultanübertra-
gung, die Einsicht in das Einvernahmeprotokoll bzw. die Aufzeichnung der Einver-
nahme mit der Möglichkeit, schriftlich Ergänzungsfragen zu stellen, oder die Wahr-
nehmung des Teilnahmerechts durch den Rechtsbeistand denkbar. Gemäss Bun-
desgericht muss im Einzelfall diejenige Ersatzmassnahme gewählt werden, welche 
das Teilnahmerecht der betroffenen Person am geringsten einschränkt resp. dieses 
«so weit wie möglich gewährleistet». Die Simultanübertragung (Bild- und Tonüber-
tragung), bei der die Partei mittels Verbindung der befragten Person Ergänzungs-
fragen stellen kann, stellt der mildeste Eingriff dar, zumal dadurch lediglich die phy-
sische Präsenz der Partei im selben Raum ausgeschlossen, die Möglichkeit der 
Einflussnahme auf die Beweiserhebung aber nicht beschränkt wird – das Teilnah-
merecht wird hierbei gewahrt (zum Ganzen SCHLEIMINGER METTLER, in: Basler 
Kommentar Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, a.a.O., N 22 ff. zu 
Art. 147 StPO). Unter besonderen Umständen kann auf die Konfrontation des Be-
schuldigten mit dem Belastungszeugen schliesslich ganz verzichtet werden, so 
beispielsweise, wenn der Belastungszeuge in Anwesenheit des Beschuldigten be-
rechtigterweise das Zeugnis verweigert. Auch in diesen Fällen ist aber erforderlich, 
dass der Beschuldigte zu den Aussagen des Belastungszeugens hinreichend Stel-
lung nehmen konnte, diese geprüft wurden und der Schuldspruch nicht allein dar-
auf abgestützt wird. Ferner kann ein streitiges Zeugnis gemäss relativierter Praxis 
des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (nachfolgend: EGMR) ohne 
Konfrontation mit dem Belastungszeugen auch dann von ausschlagender Bedeu-
tung sein, wenn ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, um den An-
spruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Ver-
lässlichkeit des Beweismittels zu gewähren (zum Ganzen SCHMID/JOSITSCH, a.a.O, 
N 3 zu Art. 147 StPO und Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 
E. 3.3.1-3.3.3). 

Das Recht auf Teilnahme an Beweiserhebungen gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO gilt 
nach den einleitenden Ausführungen nur in demjenigen Verfahren, in welchem die 
Person, die das Teilnahmerecht beansprucht, Partei ist. An Einvernahmen von an-
deren Beschuldigten kann sie gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO mithin nur teilneh-
men, wenn diese anderen Personen im gleichen Verfahren beschuldigt werden wie 
sie selbst. In getrennt geführten Verfahren gegen andere Beschuldigte gilt der An-
spruch auf Teilnahme an Beweiserhebungen gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO hinge-
gen nicht (zum Ganzen BGE 141 IV 220 E. 4.5, mit Verweisen auf BGE 140 IV 172 
E. 1.2 und die Urteile des Bundesgerichts 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 
E. 3.2 sowie 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 2). In getrennt geführten Ver-
fahren kommt den Beschuldigten im jeweils anderen Verfahren demnach keine 
Parteistellung zu. Diese Einschränkung der Teilnahmerechte von Beschuldigten in 
getrennten Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Verfahren ist 

25

vom Gesetzgeber gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung implizit vorgese-
hen und hinzunehmen (BGE 141 IV 220 E. 4.5 und BGE 140 IV 172 E. 1.2.3). Die 
beschuldigte Person hat gegenüber in anderen Verfahren Beschuldigten jedoch 
immerhin das Recht, ihnen mindestens einmal Fragen zu stellen. Zudem dürfen die 
Aussagen der in anderen Verfahren Beschuldigten nur zulasten der «vorliegend» 
beschuldigten Person verwertet werden, wenn diese wenigstens einmal angemes-
sene und hinreichende Gelegenheit hatte, die sie belastenden Aussagen in Zweifel 
zu ziehen und den sie belastenden Personen resp. den im getrennten Verfahren 
Beschuldigten Fragen zu stellen (BGE 141 IV 220 E. 4.5 und BGE 140 IV 172 
E. 1.3, mit Hinweisen). 

Art. 29 StPO enthält den Grundsatz der Verfahrenseinheit, der – wie die Vorinstanz 
in ihrer Verfügung vom 14. Dezember 2020 zurecht festhielt – die Verhinderung 
sich widersprechender Urteile bezweckt, das Gleichbehandlungsgebot gewährleis-
tet und der Prozessökonomie dient (pag. 3832, mit Verweisen auf die Rechtspre-
chung). Für eine Verfahrenstrennung bzw. -vereinigung müssen nach Art. 30 StPO 
objektive, sachliche Gründe vorliegen, die sich – wie die Vorinstanz ebenfalls zu-
treffend erwog – auf die Charakteristika des Verfahrens, des Täters oder der Tat, 
nicht aber auf rein organisatorische Aspekte seitens der Strafbehörden beziehen 
müssen. Die Verfahrenstrennung soll demnach vor allem der Verfahrensbeschleu-
nigung dienen und helfen, unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Die grosse Zahl 
von Mittätern stellt beispielsweise ein sachlicher Trennungsgrund dar, kann aber – 
wenn der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestritten ist – auch 
problematisch sein (zum Ganzen pag. 3832 f., mit Verweisen auf die Rechtspre-
chung).

7.2 Beurteilung durch die Kammer

7.2.1 Zur Verfahrensführung

Bevor im Einzelnen auf die strittigen Einvernahmen eingegangen wird, ist festzu-
halten, dass gegen den Beschuldigten, gegen D.________, gegen AE.________, 
gegen E.________ und gegen AF.________ – entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung (vgl. pag. 4442 f.) – von Anfang an je separate Verfahren geführt wurden. 
Dies ergibt sich bereits aus der Eröffnungsverfügung vom 9. Juni 2017 betreffend 
den Beschuldigten (pag. 1) sowie aus den späteren, ihn betreffenden Ausdeh-
nungsverfügungen (pag. 2 ff.). Wie die Vorinstanz in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung zutreffend festhielt (vgl. pag. 3907), brauchte es folglich resp., weil die 
Verfahren von Anfang an separat geführt wurden, keine Trennungsverfügung. Wei-
ter ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass vorliegend – entgegen der An-
sicht der Verteidigung – nachvollziehbare, objektive und sachliche Gründe im Sinne 
von Art. 30 StPO vorlagen resp. vorliegen, die eine getrennte Verfahrensführung 
rechtfertigen. So hielt die Vorinstanz in der Verfügung vom 14. Dezember 2020 zu-
treffend fest, gerade bei möglicherweise schweren Betäubungsmitteldelikten mit ei-
ner grossen Anzahl von Mittätern und Teilnehmern das Führen eines einzigen Ver-
fahrens gegen alle Beteiligten unter Wahrung des Beschleunigungsgebots und der 
Prozessökonomie kaum umsetzbar ist – auch vorliegend nicht. E.________ war 
geständig und am 18. Dezember 2019 im abgekürzten Verfahren verurteilt worden, 
wohingegen der Beschuldigte im ordentlichen Verfahren zu beurteilen ist. 

26

AE.________ war ebenfalls geständig und bereits am 18. Dezember 2019 im ab-
gekürzten Verfahren verurteilt worden. AF.________ ist in der Anklageschrift 
schliesslich als Abnehmer und nicht als Mittäter oder Gehilfe aufgeführt, womit 
Art. 29 StPO nicht zum Tragen kommt (zum Ganzen pag. 3833 f.). Betreffend 
D.________ rechtfertigte sich die separate Verfahrensführung unter dem Gesichts-
punkt der Prozessökonomie ebenfalls, war er im Gegensatz zum Beschuldigten – 
wie sich noch zeigen wird – ab dem 27. September 2017 doch grösstenteils ge-
ständig und es stand bei ihm ebenfalls die Beurteilung im abgekürzten Verfahren 
im Raum. Der Beschuldigte war nie geständig und es standen noch weitere Delikte 
im Raum. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass Fürsprecher F.________ am 31. Ok-
tober 2017 Kopien sämtlicher Protokolle der bis dahin stattgefundenen Einvernah-
men von D.________ zugestellt wurden, womit dem Beschuldigten weniger als 
zwei Monate nach seiner Verhaftung zumindest teilweise Einsicht in die Akten des 
Beschuldigten D.________ gewährt wurde (pag. 3202 f.). 

Der Einwand, die Vorinstanz habe die strittigen Sachverhalte schon in den Verfah-
ren gegen AE.________ und gegen E.________, die vor demjenigen des Beschul-
digten beurteilt worden seien, gewürdigt, womit das Urteil gegen den Beschuldigten 
präjudiziert gewesen sei (vgl. pag. 4442), ist nicht zu hören. AE.________ wurde 
anders als der Beschuldigte nicht vom Regionalgericht Emmental-Oberaargau, 
sondern vom Regionalgericht Bern-Mittelland beurteilt. Für das Verfahren gegen 
E.________ war sodann ein anderer Gerichtspräsident des Regionalgerichts Em-
mental-Oberaargau zuständig als für dasjenige gegen den Beschuldigten (zum 
Ganzen edierte Akten PEN 18 303 betreffend AE.________, Urteil vom 17. August 
2018 und edierte Akten PEN 19 266 betreffend E.________, Urteil vom 18. De-
zember 2019). Das erstinstanzliche Urteil gegen D.________ erging zeitlich 
schliesslich erst nach demjenigen gegen den Beschuldigten, weshalb die Gefahr 
eines präjudizierenden Urteils in Bezug auf den Beschuldigten auch nicht bestand.

Letztlich ist mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1B_124/2016 vom 
12. August 2016 darauf hinzuweisen, dass Fürsprecher F.________ (und allenfalls 
auch Rechtsanwalt G.________) die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 29 StPO 
um Vereinigung der Verfahren hätte ersuchen können, worauf die Staatsanwalt-
schaft eine anfechtbare, begründete Zwischenverfügung hätte erlassen müssen, 
wenn die Vereinigung abgelehnt worden wäre.

Zusammenfassend wurden die Verfahren gegen die vorerwähnten Beschuldigten 
von Anfang an zurecht getrennt geführt.

7.2.2 Zu den strittigen Einvernahmen von D.________ 

Die Verteidigung rügt, sämtliche Einvernahmen von D.________ – ausser diejenige 
vom 16. Oktober 2017 – seien unverwertbar resp. müssten unter Gewährung der 
Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten wiederholt werden.

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 7. September 2017, 4:15 Uhr, die 
in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung stattfand, wurde 
D.________ im eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt (pag. 763 ff.). Weil die 
Verfahren gegen den Beschuldigten und gegen D.________ wie hiervor ausgeführt 
getrennt geführt wurden und D.________ mithin im eigenen Verfahren befragt wur-

27

de, hatte der Beschuldigte gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO kein Recht, an dieser 
Einvernahme teilzunehmen. Sein Teilnahmerecht wurde entgegen der Ansicht der 
Verteidigung somit nicht verletzt und die Rüge der Verteidigung ist unbegründet. 
Die in dieser Einvernahme gemachten Aussagen von D.________ sind sodann 
verwertbar, weil der Beschuldigte während des gesamten Verfahrens mehr als 
einmal – konkret insbesondere am 16. Oktober 2017, am 28. November 2017 und 
am 19. August 2019 – Gelegenheit hatte, die ihn belastenden Aussagen von 
D.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungsfragen zu stellen. Wie 
sich unter Erwägung 12.3.1 unten zeigen wird, äusserte sich D.________ am 
16. Oktober 2017, am 28. November 2017 und am 19. August 2019 (nochmals) frei 
und unbeeinflusst zur Sache. Die von ihm am 7. September 2017 um 4:15 Uhr ge-
machten Aussagen sind somit verwertbar.

Am 7. September 2017, 15:40 Uhr, wurde D.________ im Rahmen der Hafteröff-
nung – in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung – als Beschul-
digter befragt (pag. 770 ff.). Auch in Bezug auf diese Einvernahme liegt entgegen 
der Ansicht der Verteidigung keine Teilnahmerechtsverletzung vor. D.________ 
wurde im eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt, womit dem Beschuldigten 
kein Teilnahmerecht im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO zukam und auch diese 
Rüge unbegründet ist. Im Übrigen sind Hafteröffnungen nicht öffentlich (Art. 69 
Abs. 3 Bst. a StPO). Schliesslich hatte der Beschuldigte während des gesamten 
Verfahrens, wie erwähnt, mehr als einmal – insbesondere am 16. Oktober 2017, 
am 28. November 2017 und am 19. August 2019 – Gelegenheit, die ihn belasten-
den Aussagen von D.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungsfragen 
zu stellen. Die von D.________ in der Hafteröffnung gemachten Aussagen sind 
somit verwertbar.

Am 9. September 2017 wurde D.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten 
und dessen Verteidigung – im Rahmen der Verhandlung vor dem Kantonalen 
Zwangsmassnahmengericht befragt (pag. 786 ff.). D.________ wurde demnach im 
eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt, womit der Beschuldigte kein Teilnah-
merecht im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO hatte und somit keine Teilnahme-
rechtsverletzung vorliegt. Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht sind 
ebenfalls nicht öffentlich (Art. 69 Abs. 3 Bst. b StPO). Die entsprechende Rüge er-
weist sich als unbegründet. Der Beschuldigte hatte während des gesamten Verfah-
rens mehr als einmal – insbesondere am 16. Oktober 2017, am 28. November 
2017 und am 19. August 2019 – Gelegenheit, die ihn belastenden Aussagen von 
D.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungsfragen zu stellen. Die von 
D.________ am 9. September 2017 gemachten Aussagen sind somit ebenfalls 
verwertbar. 

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 18. September 2017 wurde 
D.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung – im ei-
genen Verfahren als Beschuldigter befragt (pag. 970 ff.). Der Beschuldigte hatte 
demzufolge kein Teilnahmerecht im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO, weshalb keine 
Teilnahmerechtsverletzung vorliegt und die Rüge unbegründet ist. Weiter hatte der 
Beschuldigte während des gesamten Verfahrens, wie erwähnt, mehr als einmal 
Gelegenheit, die ihn belastenden Aussagen von D.________ in Zweifel zu ziehen 

28

und diesem Ergänzungsfragen zu stellen. Die von D.________ am 18. September 
2017 gemachten Aussagen sind demnach verwertbar. 

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 27. September 2017 wurde 
D.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung – im ei-
genen Verfahren als Beschuldigter befragt (pag. 806 ff.). Auch insoweit hatte der 
Beschuldigte kein Teilnahmerecht gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO, weil 
D.________ im eigenen, vom Beschuldigten getrennt geführten Verfahren als Be-
schuldigter befragt wurde. Die Rüge ist somit unbegründet. Die in dieser Einver-
nahme gemachten – wie sich unter Erwägung 12.3.1 zeigen wird bedeutenden – 
Aussagen sind verwertbar, weil der Beschuldigte insbesondere am 16. Okto-
ber 2017, am 28. November 2017 und am 19. August 2019 Gelegenheit hatte, die 
ihn belastenden Aussagen von D.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Er-
gänzungsfragen zu stellen. 

Am 12. Oktober 2017 wurde D.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und 
dessen Verteidigung – im eigenen Verfahren delegiert durch die Polizei als Be-
schuldigter einvernommen (pag. 819 ff.). Der Beschuldigte hatte demnach kein 
Teilnahmerecht gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO, womit keine Teilnahmerechtsverlet-
zung vorliegt und die Rüge unbegründet ist. Der Beschuldigte hatte insbesondere 
am 16. Oktober 2017, am 28. November 2017 und am 19. August 2019 Gelegen-
heit, die ihn belastenden Aussagen von D.________ in Zweifel zu ziehen und die-
sem Ergänzungsfragen zu stellen. Die von D.________ am 12. Oktober 2017 ge-
machten Aussagen sind damit verwertbar. 

Die delegierte polizeiliche Einvernahme vom 16. Oktober 2017, in der D.________ 
als Beschuldigter im eigenen Verfahren befragt wurde, fand parteiöffentlich statt 
(pag. 835 ff.). Entsprechend rügte die Verteidigung insoweit keine Teilnahme-
rechtsverletzung. In dieser Einvernahme wiederholte D.________ die früheren, den 
Beschuldigten belastenden Aussagen frei und von sich aus, auch wenn er sich 
zurückhaltender äusserte als zuvor (siehe E. 12.3.1 unten). Diese Aussagen sind 
klar verwertbar.

Am 31. Oktober 2017 wurde D.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten, 
aber in Anwesenheit seines damaligen Verteidigers, Fürsprecher F.________ – im 
eigenen Verfahren delegiert durch die Polizei als Beschuldigter befragt 
(pag. 852 ff.). Dem Beschuldigten kam gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO kein Teil-
nahmerecht zu, weshalb entgegen der Ansicht der Verteidigung unbeachtlich ist, 
dass diese Einvernahme «nur» in Anwesenheit der damaligen Verteidigung des 
Beschuldigten stattfand. Fürsprecher F.________ konnte D.________ Ergänzungs-
fragen stellen (vgl. pag. 960 f. Z. 398 ff.). Eine Teilnahmerechtsverletzung liegt 
demnach offensichtlich nicht vor, die entsprechende Rüge ist unbegründet. Die in 
dieser Einvernahme gemachten Aussagen von D.________ sind sodann verwert-
bar, weil der Beschuldigte bereits am 16. Oktober 2017 und später insbesondere 
am 28. November 2017 und am 19. August 2019 Gelegenheit hatte, die ihn belas-
tenden Aussagen von D.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungs-
fragen zu stellen.

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2017 wurde 

29

D.________ im eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt, während die damalige 
Verteidigung des Beschuldigten, Fürsprecher F.________, anwesend war und sich 
der Beschuldigte im Nebenzimmer aufhielt. Am Ende der Einvernahme konnten 
Ergänzungsfragen gestellt werden (pag. 871 ff., inbs. pag. 878 Z. 340 ff.). Auch in 
Bezug auf diese Einvernahme liegt offensichtlich keine Teilnahmerechtsverletzung 
vor, schliesslich hätte der Beschuldigte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO gar kein Teil-
nahmerecht gehabt. Die entsprechende Rüge ist unbegründet. Weiter wurden 
D.________ entgegen der Ansicht der Verteidigung in dieser Einvernahme keine 
Vorhalte aus unverwertbaren Einvernahmen gemacht, sind nach den voranstehen-
den Ausführungen doch sämtliche bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführten Einver-
nahmen von D.________ verwertbar. Auch diese Rüge ist somit unbegründet. Die 
von D.________ am 28. November 2017 gemachten Aussagen sind verwertbar.

In der staatsanwaltschaftlichen (Schluss-)Einvernahme vom 19. August 2019 
(Teil 1) wurde D.________ einerseits als Beschuldigter in seinem eigenen Verfah-
ren und andererseits als Auskunftsperson im Verfahren gegen den Beschuldigten 
befragt. Der Beschuldigte und dessen damalige Verteidigung, Rechtsanwalt 
G.________, verfolgten diese Einvernahme in einem Nebenzimmer per Video und 
konnten D.________ am Ende Ergänzungsfragen stellen (zum Ganzen pag. 883 
ff., insb. pag. 910 ff. Z. 975 ff.). Nach den voranstehenden Ausführungen unter Er-
wägung 6 erweist sich die Rüge, der Beschuldigte sei während dieser Einvernahme 
unwirksam durch Rechtsanwalt G.________ verteidigt worden, als unbegründet. 
Was die gerügte Teilnahmerechtsverletzung angeht, ist sodann festzuhalten, dass 
der Beschuldigte, soweit D.________ im eigenen Verfahren als Beschuldigter be-
fragt wurde, gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO kein Teilnahmerecht hatte. Soweit 
D.________ als Auskunftsperson im Verfahren gegen den Beschuldigten einver-
nommen wurde, hatte der Beschuldigte gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO grundsätzlich 
das Recht auf persönliche Teilnahme an der Einvernahme. Dieses Teilnahmerecht 
wurde in casu dadurch gewahrt, dass der Beschuldigte die Einvernahme gemein-
sam mit Rechtsanwalt G.________ audiovisuell in einem Nebenzimmer verfolgen 
und D.________ am Ende Ergänzungsfragen stellen konnte. Das Teilnahmerecht 
des Beschuldigten wurde dadurch nicht verletzt. Angesichts seines Verhaltens 
(Drohungen gegenüber D.________ [vgl. dazu u.a. pag. 258 ff. und pag. 3514 f.) 
war die Beschränkung seines Teilnahmerechts gestützt auf Art. 108 Abs. 1 Bst. a 
und b i.V.m. Art. 149 StPO gerechtfertigt und die Videoübertragung stellt, wie unter 
Erwägung 7.1 dargetan wurde, der mildeste Eingriff dar. Die Einflussnahme des 
Beschuldigten auf die Beweiserhebung wurde dadurch nicht beschränkt und sein 
Teilnahmerecht wurde gewahrt. Ferner wurde gegen diese von der Staatsanwalt-
schaft angeordnete Schutzmassnahme – wie die Vorinstanz zutreffend festhielt 
(vgl. pag. 3834) – weder seitens des Beschuldigten noch seitens der Verteidigung 
opponiert. Am 31. Oktober 2017 wurde dem Beschuldigten in seiner staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme vorgehalten, es werde davon ausgegangen, dass er 
D.________ mittels eines Briefs, der abgefangen worden sei, zum Schweigen habe 
bringen wollen (pag. 438 Z. 231 ff.; betreffend den Vorfall mit dem abgefangenen 
Brief vgl. pag. 258 ff. [Sammelrapport] und pag. 3514 f. [Vorwurf gemäss Ziff. 3 
AKS «Anstiftung zu Mord»]). Weiter wurde ihm daraufhin eröffnet, dass sich die 
Staatsanwaltschaft gestützt auf sein Verhalten (auch gegenüber E.________) ge-

30

zwungen sehe, seine Parteirechte einzuschränken, und es ihm deshalb bis auf wei-
teres nicht mehr erlaubt sei, persönlich an Einvernahmen von Auskunftspersonen, 
Zeugen und Beschuldigten anwesend zu sein. Dies nahmen der Beschuldigte und 
sein damaliger Verteidiger zur Kenntnis. Zudem erwähnte der Beschuldigte, er wol-
le sich entschuldigen und gebe zu, «etwas Schlechtes gemacht» zu haben (zum 
Ganzen pag. 439 Z. 251 ff.). Zusammengefasst ist somit auch die Rüge der Teil-
nahmerechtsverletzung unbegründet. Desgleichen gilt betreffend den Einwand, 
D.________ seien in dieser Einvernahme Vorhalte aus unverwertbaren Einver-
nahmen gemacht worden, zumal nach den voranstehenden Ausführungen sämtli-
che bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Einvernahmen von D.________ verwertbar 
sind. D.________ Aussagen vom 19. August 2019 sind somit verwertbar.

Am 2. September 2019 fand – in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen da-
maligen Verteidigung – die Fortsetzung resp. der Teil 2 der staatsanwaltschaftli-
chen (Schluss-)Einvernahme von D.________ statt (pag. 925 ff.). Soweit 
D.________ dabei im eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt wurde, hatte der 
Beschuldigte kein Teilnahmerecht. Weiter verzichteten er und sein damaliger Ver-
teidiger, Rechtsanwalt G.________, wie unter Erwägung 6 bereits ausgeführt wur-
de, am 19. August 2019 explizit sowie freiwillig und wirksam auf die weitere Teil-
nahme an der (Schluss-)Einvernahme von D.________ (vgl. pag. 917 Z. 1123 ff. 
und pag. 925 Z. 1 ff.). Die Rügen erweisen sich somit als unbegründet. Die von 
D.________ am 2. September 2019 gemachten Aussagen sind verwertbar.

In der (Schluss-)Einvernahme vom 10. September 2019 (Teil 3) wurde D.________ 
ein letztes Mal durch die Staatsanwaltschaft in seinem eigenen Verfahren als Be-
schuldigter befragt, wobei weder der Beschuldigte noch dessen damalige Verteidi-
gung anwesend waren (pag. 983 ff.). Eine Teilnahmerechtsverletzung liegt nicht 
vor. Soweit D.________ in seinem eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt 
wurde, hatte der Beschuldigte kein Teilnahmerecht. Ausserdem verzichteten der 
Beschuldigte und sein damaliger Verteidiger – wie hiervor und unter Erwägung 6 
festgehalten wurde – am 19. August 2019 ausdrücklich und wirksam auf die weite-
re Teilnahme an der (Schluss)Einvernahme von D.________. Die Rügen erweisen 
sich somit als unbegründet. D.________'s Aussagen vom 10. September 2019 sind 
verwertbar.

Zusammengefasst sind sämtliche Einvernahmen von D.________ verwertbar – die 
Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten wurden nicht verletzt.

7.2.3 Zu den strittigen Einvernahmen von AE.________

Die Verteidigung rügt, sämtliche Einvernahmen von AE.________ – ausser diejeni-
ge vom 21. November 2017 – seien unverwertbar resp. müssten unter Gewährung 
der Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten wiederholt werden.

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 7. August 2017 – die in Abwe-
senheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung stattfand – wurde 
AE.________ in seinem eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt 
(pag. 1211 ff.). Weil AE.________ in seinem eigenen Verfahren als Beschuldigter 
einvernommen wurde, hatte der Beschuldigte kein Teilnahmerecht im Sinne von 
Art. 147 Abs. 1 StPO. Es liegt somit keine Teilnahmerechtsverletzung vor und die 

31

entsprechende Rüge ist unbegründet. Weiter sind die in dieser Einvernahme ge-
machten Aussagen von AE.________ verwertbar, weil der Beschuldigte insbeson-
dere am 21. November 2017 Gelegenheit hatte, die ihn belastenden Aussagen von 
AE.________ in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungsfragen zu stellen. In 
dieser parteiöffentlichen Einvernahme vom 21. November 2017 wiederholte 
AE.________ die den Beschuldigten belastenden Aussagen unbeeinflusst in freier 
Erzählung und auf konkrete Fragen hin (siehe E. 12.3.2 unten).

Am 8. August 2017 wurde AE.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und 
dessen Verteidigung – im Rahmen der Hafteröffnung durch die Staatsanwaltschaft 
als Beschuldigter befragt (pag. 1225 ff.). Hafteröffnungen sind wie erwähnt nicht öf-
fentlich (Art. 69 Abs. 3 Bst. a StPO). Zudem wurde AE.________ in seinem eige-
nen Verfahren als Beschuldigter befragt, womit der Beschuldigte kein Teilnahme-
recht hatte und die Rüge der Teilnahmerechtsverletzung auch deshalb unbegrün-
det ist. Der Beschuldigte hatte wie erwähnt am 21. November 2017 Gelegenheit, 
die ihn belastenden Aussagen von AE.________ in Zweifel zu ziehen und diesem 
Ergänzungsfragen zu stellen. Die in der Hafteröffnung gemachten Aussagen von 
AE.________ sind verwertbar.

Am 11. August 2017 wurde AE.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und 
dessen Verteidigung – delegiert durch die Polizei in seinem eigenen Verfahren als 
Beschuldigter befragt (pag. 1237 ff.). Der Beschuldigte hatte demnach kein Teil-
nahmerecht im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO, weshalb keine Teilnahmerechts-
verletzung vorliegt und die Rüge unbegründet ist. Der Beschuldigte hatte am 
21. November 2017 Gelegenheit, die ihn belastenden Aussagen von AE.________ 
in Zweifel zu ziehen und diesem Ergänzungsfragen zu stellen. Die am 11. August 
2017 gemachten Aussagen von AE.________ sind somit verwertbar.

Am 30. August 2017 wurde AE.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten und 
dessen Verteidigung – in seinem eigenen Verfahren delegiert durch die Polizei als 
Beschuldigter befragt (pag. 1246 ff.). Mit Verweis auf die voranstehenden Ausfühu-
rungen zu den strittigen Einvernahmen von AE.________ hatte der Beschuldigte 
bei dieser Einvernahme kein Teilnahmerecht. Die Rüge der Teilnahmerechtsverlet-
zung ist unbegründet und die von AE.________ am 30. August 2017 gemachten 
Aussagen sind verwertbar. 

Am 27. September 2017 wurde AE.________ – in Abwesenheit des Beschuldigten 
und dessen Verteidigung – delegiert durch die Polizei in seinem eigenen Verfahren 
als Beschuldigter befragt (pag. 1258 ff.). Mit Verweis auf die voranstehenden Aus-
fühurungen zu den strittigen Einvernahmen von AE.________ hatte der Beschul-
digte bei dieser Einvernahme kein Teilnahmerecht. Die Rüge der Teilnahmerechts-
verletzung ist unbegründet und die von AE.________ am 27. September 2017 ge-
machten Aussagen sind verwertbar. 

In der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 4. Oktober 2017 – die in Abwe-
senheit des Beschuldigten und dessen Verteidigung stattfand – und in der 
AE.________ in seinem eigenen Verfahren als Beschuldigter befragt wurde, belas-
tete er den Beschuldigten erstmals erheblich (siehe dazu pag. 1290 ff. und 
E. 12.3.2 unten). Mit Verweis auf die voranstehenden Ausfühurungen zu den stritti-

32

gen Einvernahmen von AE.________ hatte der Beschuldigte bei dieser Einver-
nahme kein Teilnahmerecht. Die Rüge der Teilnahmerechtsverletzung ist unbe-
gründet. Die von AE.________ in dieser Einvernahme gemachten, den Beschuldig-
ten belastenden Aussagen sind verwertbar, weil der Beschuldigte am 21. Novem-
ber 2017 Gelegenheit hatte, diese Aussagen von AE.________ in Zweifel zu zie-
hen und ihm Ergänzungsfragen zu stellen. Am 21. November 2017 wiederholte 
AE.________ die den Beschuldigten belastenden Aussagen – wie sich unter Erwä-
gung 12.3.2 zeigen wird – unbeeinflusst in freier Erzählung und auf konkrete Fra-
gen hin. 

In der delegierten polizeilichen, parteiöffentlichen Einvernahme vom 21. Novem-
ber 2017 wurde AE.________ einerseits als Beschuldigter in seinem eigenen Ver-
fahren und andererseits als Auskunftsperson im Verfahren gegen den Beschuldig-
ten befragt (pag. 1319 ff.). Insoweit rügte die Verteidigung zurecht keine Teilnah-
merechtsverletzung. Die in dieser Einvernahme gemachten, den Beschuldigten be-
lastenden Aussagen von AE.________ sind ohne weiteres verwertbar. 

Zusammengefasst sind sämtliche Einvernahmen von AE.________ verwertbar – 
die Teilnahme- und Konfrontationsrechte des Beschuldigten wurden nicht verletzt. 
Eine Wiederholung der Einvernahmen ist nicht nötig.

7.2.4 Zu den strittigen Einvernahmen von E.________ 

Die Verteidigung rügt, sämtliche Einvernahmen von E.________ 
seien unverwertbar resp. müssten unter Gewährung der Teilnahme- und Konfronta-
tionsrechte des Beschuldigten wiederholt werden.

Am 7. September 2017 wurde E.________ im Verfahren gegen den Beschuldigten 
– in Abwesenheit desselben sowie dessen Verteidigung – delegiert polizeilich als 
Auskunftsperson einvernommen (pag. 650 ff.). Weil E.________ im Verfahren ge-
gen den Beschuldigten als Auskunftsperson befragt wurde, hätte der Beschuldigte 
gestützt auf Art. 147 Abs. 1 StPO grundsätzlich ein Teilnahmerecht gehabt. Wie die 
Vorinstanz in der Verfügung vom 14. Dezember 2020 zutreffend erwog, kann die 
Staatsanwaltschaft im Anfangsstadium der Untersuchung, bei Vorliegen sachlicher 
Gründe – ähnlich wie bei der Akteneinsicht nach Art. 101 Abs. 1 StPO –, die Par-
teiöffentlichkeit im Einzelfall beschränken. Weil vorliegend mit Blick auf noch nicht 
erfolgte Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr bestand und der Untersuchungs-
zweck dadurch gefährdet war, lagen sachliche Gründe vor, welche die Beschrän-
kung der Parteiöffentlichkeit rechtfertigten bzw. rechtfertigen (zum Gan-
zen pag. 3834, mit Verweis auf BGE 139 IV 25 E. 5.5.4.1). Angesichts dessen, 
dass E.________ in der späteren parteiöffentlichen Einvernahmen vom 18. Okto-
ber 2017 (18:05 Uhr) und insbesondere in derjenigen vom 14. Oktober 2019 zudem 
unbeeinflusst ausführliche, klar weitergehende, den Beschuldigten belastende 
Aussagen machte (siehe E. 12.3.3 unten) und der Beschuldigte diese in Zweifel 
ziehen konnte, darf im Rahmen einer Gesamtwürdigung auf die Ergebnisse dieser 
früheren Beweiserhebung, d.h. auf die von E.________’s am 7. September 2017 
gemachten Aussagen zurückgegriffen werden. Die Rüge der Verteidigung ist somit 
unbegründet. E.________’s Aussagen vom 7. September 2017 sind verwertbar.

33

Am 18. Oktober 2017, 11:35 Uhr, wurde E.________ in ihrem eigenen Verfahren 
im Rahmen der Hafteröffnung – in Abwesenheit des Beschuldigten und dessen 
Verteidigung – durch die Staatsanwaltschaft als Beschuldigte befragt (pag. 659 ff.). 
Hafteröffnungen sind wie erwähnt nicht öffentlich (Art. 69 Abs. 3 Bst. a StPO). Weil 
sie in ihrem eigenen Verfahren als Beschuldigte befragt wurde, hatte der Beschul-
digte kein Teilnahmerecht, weshalb keine Teilnahmerechtsverletzung vorliegt und 
die Rüge unbegründet ist. Die in dieser Einvernahme gemachten Aussagen von 
E.________ sind verwertbar, weil der Beschuldigte im gesamten Verfahren mehr 
als nur einmal – konkret insbesondere in der Einvernahme vom 18. Oktober 2017, 
18:05 Uhr, sowie derjenigen vom 14. Oktober 2019 – Gelegenheit hatte, die ihn be-
lastenden Aussagen von E.________ in Zweifel zu ziehen und dieser Ergänzungs-
fragen zu stellen. 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 18. Oktober 2017, 18:05 Uhr 
wurde E.________ in ihrem eigenen Verfahren – in Anwesenheit des Beschuldig-
ten und dessen Verteidigung – als Beschuldigte befragt (pag. 694 ff.). Weil 
E.________ in ihrem eigenen Verfahren befragt wurde, hätte der Beschuldigte 
grundsätzlich kein Teilnahmerecht gehabt. Soweit die Verteidigung rügt, die in die-
ser parteiöffentlichen Einvernahme gemachten Aussagen E.________’s seien un-
verwertbar, weil sie auf Vorhalte aus einer unverwertbaren Einvernahme erfolgt 
seien, ist sie sodann nicht zu hören. Gemäss den voranstehenden Ausführungen 
sind sämtliche bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten Einvernahmen von E.________ 
verwertbar. Gleiches gilt für ihre am 18. Oktober 2017 um 18:05 Uhr gemachten 
Aussagen. 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 14. Oktober 2019 wurde 
E.________ in ihrem eigenen Verfahren als Beschuldigte sowie im Verfahren ge-
gen den Beschuldigten als Auskunftsperson befragt, während sich der Beschuldig-
te und dessen damalige Verteidigung, Rechtsanwalt G.________, in einem separa