# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fed697cb-3214-5c72-9bcd-30e73afdc50b
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 26.01.2015 605 2012 241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2012-241_2015-01-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2012 241

Urteil vom 26. Januar 2015

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Johannes Frölicher
Richter: Hugo Casanova, Gabrielle Multone
Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin: Daniela Kiener

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt 
Marc Ursenbacher 

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz     

Gegenstand Invalidenversicherung (Rente)

Beschwerde vom 21. Juni 2012 gegen die Verfügung vom 23. März 2012

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. Am 12. November 2010 meldete sich A.________, Jahrgang 1988, getrennt lebend, mit 
gesetzlichem Wohnsitz in B.________, bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg 
(nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Der Versicherte gab an, seit längerer Zeit unter 
Depressionen zu leiden. Seit 24. September 2010 befinde er sich deswegen im Stationären Be-
handlungszentrum, Marsens (nachfolgend: Klinik Marsens).

In der Folge holte die IV-Stelle bei der Klinik Marsens sowie beim Regionalen Ärztlichen Dienst 
Bern/Freiburg/Solothurn, Zweigstelle Freiburg (nachfolgend: RAD), einen Arztbericht ein. 

Mit Vorentscheid vom 10. Februar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass kein An-
spruch auf IV-Leistungen bestehe. Invalidität bei Sucht liege dann vor, wenn die Sucht Folge eines 
Gesundheitsschadens sei, der zur Invalidität führe, oder wenn sie zu einem solchen geführt habe. 
Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten vor allem durch das 
Abhängigkeitsverhalten begründet sei und deshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor-
liege. 

Der Vorentscheid wurde mit Verfügung vom 23. März 2012 bestätigt.

B. Am 9. Mai 2012 meldete der Beistand des Versicherten diesen erneut zum Leistungsbezug 
an. Nachdem er mit Schreiben der IV-Stelle vom 30. Mai 2012 darauf hingewiesen worden war, 
dass am 23. März 2012 bereits eine ablehnende Verfügung ergangen war, erklärte der Beistand 
am 12. Juni 2012 gegenüber der IV-Stelle, Beschwerde gegen diese Verfügung zu erheben. Am 
13. Juni 2012 leitete die IV-Stelle diese Eingabe an das Kantonsgericht Freiburg weiter.

Am 21. Juni 2012 erhob auch Rechtsanwalt Marc Ursenbacher im Namen des Beschwerdeführers 
Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 23. März 2012. Er beantragt, es seien die 
angefochtene Verfügung aufzuheben, die Invalidität des Beschwerdeführers festzustellen und die-
sem die gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zudem sei dem Be-
schwerdeführer die vollständige unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. In formeller Hinsicht 
macht er geltend, dass dem Beschwerdeführer die Verfügung vom 23. März 2012 erst am 22. Mai 
2012 zugestellt worden sei; die Beschwerde erfolge damit fristgemäss. In materieller Hinsicht 
bringt er vor, keine Drogen mehr zu konsumieren. Trotz dieser Abstinenz sei er mehrmals in der 
Klinik Marsens stationiert gewesen und nach wie vor arbeitslos. Weiter bestreitet der Beschwer-
deführer die Beweiskraft des Arztberichts des RAD. Der Bericht sei nicht vollständig, weil er die 
gestellten Fragen nicht beantworte; zudem werde die Unabhängigkeit des RAD in Frage gestellt. 
Der behandelnde Arzt, Dr. med. C.________, Leitender Arzt Suchtstörungen, Freiburger Netzwerk 
für psychische Gesundheit, bestätige, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nicht in 
der Sucht zu suchen sei, sondern in seinem psychischen Zustand (Schizophrenie). Da er sich mit 
13 Jahren, als er mit dem Konsum von Cannabis begann, der Konsequenzen seines Verhaltens 
nicht bewusst war, könne ihm kein Selbstverschulden vorgeworfen werden. Heute sei er psychisch 
so angeschlagen, dass bei ihm eine Schizophrenie diagnostiziert worden sei.

In ihren Bemerkungen vom 30. August 2012 hält die IV-Stelle an der angefochtenen Verfügung 
fest und beantragt das Nichteintreten auf die Beschwerde, da diese verspätet eingereicht worden 
sei. Sollte auf die Beschwerde eingetreten werden, sei diese abzuweisen. Der RAD-Bericht sei 
schlüssig und nachvollziehbar. Es habe für die IV-Stelle keinen Anhaltspunkt gegeben, daran zu 
zweifeln, dass vorliegend kein Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vorliege. Auch die von 

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Dr. med. C.________ gestellte Verdachtsdiagnose einer beginnenden Erkrankung aus dem schi-
zophrenen Formenkreis ändere daran nichts. Diese neue Verdachtsdiagnose müsse im Rahmen 
der Neuanmeldung zuerst weiter abgeklärt werden.

C. Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 des II. Sozialgerichtshofes des Kantonsgerichts Freiburg 
(605 2012 256) wurde das Gesuch um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege 
für das am 21. Juni 2012 eingeleitete Beschwerdeverfahren (605 2012 241) gutgeheissen und 
Rechtsanwalt Marc Ursenbacher zum amtlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers ernannt.

D. In ihren Eingaben vom 22. Mai 2013 und 12. August 2013 haben sowohl die IV-Stelle wie 
auch der Beschwerdeführer auf weitere Bemerkungen verzichtet.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 21. Juni 2012 gegen die Verfügung vom 23. März 2012 ist durch einen 
ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwer-
deinstanz eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Interesse daran, 
dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die IV-Stelle sein Leistungs-
begehren zu Recht abgelehnt hat.

Der Beschwerdeführer hat sich nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. März 2012 am 
9. Mai 2012 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet. Auch wenn der Beschwer-
deführer gegenüber der IV-Stelle auf entsprechende Anfrage erklärte, Beschwerde an das Kan-
tonsgericht Freiburg zu erheben, kann diese Neuanmeldung nicht als Beschwerde gegen die Ver-
fügung vom 23. März 2012 qualifiziert werden. Der Neuanmeldung ist kein Anfechtungswille zu 
entnehmen, zumal der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Kenntnis von der 
angefochtenen Verfügung hatte. Ausserdem entspricht sie in keiner Weise den Formerfordernis-
sen, welchen eine Beschwerdeschrift zu genügen hat (vgl. Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Damit ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer erst am 21. Juni 2012 gegen die angefochtene 
Verfügung vom 23. März 2012 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg erhoben hat. Zur 
Frage der Zulässigkeit der Beschwerde in zeitlicher Hinsicht hat sich das Kantonsgericht bereits in 
seiner Verfügung vom 5. Februar 2013 dahingehend geäussert, dass die Instruktion sowie die vor-
liegenden Akten unter Berücksichtigung der einschlägigen Gerichtspraxis und mangels besseren 
Beweises zum Ergebnis geführt hätten, dass die angefochtene und mit B-Post versandte Verfü-
gung tatsächlich erst am 22. Mai 2012 in der Klinik Marsens, wo der Beschwerdeführer seit dem 
14. Dezember 2011 hospitalisiert gewesen sei, zugestellt worden sei, weshalb nicht von einer ver-
späteten Beschwerdeerhebung auszugehen sei. Daran ist festzuhalten.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Im Sinne von Art. 8 ATSG, welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwendung kommt, ist 
Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-
unfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit 
oder Unfall sein.

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Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG; der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat allerdings den bisher geltenden 
Begriff der Erwerbsunfähigkeit nicht modifiziert, BGE 135 V 215, E. 7.3).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, 
wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Pro-
zent invalid sind.

b) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
der Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(Befunderhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch 
das Leiden eingeschränkt, d.h. arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93, E. 4; 115 V 133, E. 2; 107 V 17, 
E. 2b; 105 V 156, E. 1). Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wird laut der Rechtsprechung nach dem 
Mass bestimmt, in welchem die versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen an ihrem ange-
stammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massge-
bend ist hingegen die bloss medizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 
V 235, E. 1b mit Hinweisen). Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat die 
versicherte Person andere ihr offen stehende Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 
403, E. 2; 114 V 281, E. 1d). Auch die Zumutbarkeit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medi-
zinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sachverhalt aufgrund des objektiven Befundes durch 
die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 17, E. 2b; PETER OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen 
Unfallversicherung, Dissertation, Freiburg 1995, S. 201). Insbesondere ist dabei nicht auf das 
subjektive Empfinden der versicherten Person abzustellen, hätte es doch diese ansonsten in der 
Hand, ihren Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

c) Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperli-
che Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 
ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invaliden-
versicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die 
versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49, E. 1.2; 102 V 165; AHI 2001 S. 228, E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 
294, E. 4c).

d) Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medikamentenabhängigkeit) begründet für 
sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird diese invalidenversicherungs-
rechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein 
körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheits-
schaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt. Dabei ist das ganze für die Dro-
gensucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, 
was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psy-

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chischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist (Urteil 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011, E. 4.1 
mit Hinweisen).

Dies bedeutet aber nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Ge-
sundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbegründend sind. Die vorerwähnte Praxis setzt 
vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein 
können, wenn sie sich als Folgen selbstständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. 
ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psycho-
sozialen oder soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störungen 
von Krankheitswert (vgl. BGE 127 V 294, E. 5a): Wo der Gutachter im Wesentlichen nur Befunde 
erhebt, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufge-
hen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn da-
von auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenom-
menen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich bes-
sern (und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich entsprechend 
verringern) würde. Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung ist nicht ent-
scheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist 
oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheits-
schaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie 
als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, 
soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden ste-
hen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht – einem Symptom gleich – Teil eines Ge-
sundheitsschadens bildet; dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen 
des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Ar-
beitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben 
ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit aufrecht 
erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht 
(unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität 
beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beein-
flussen (Urteil 9C_856/2012 vom 19. August 2013, E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen).

Gemäss Randziffer 1018 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenver-
sicherung, Version 10, gültig ab dem 1. Januar 2012 (nachfolgend: KSIH) ist bei Verhaltens- und 
Persönlichkeitsstörungen in besonderem Masse ausschliesslich auf objektivierbare und nachvoll-
ziehbare Befunde abzustellen. In Kombination mit einem Abhängigkeitssyndrom (Randziffer 1013 
KSIH) muss das Bild der Persönlichkeitsstörung klar von der Einwirkung der psychotropen Sub-
stanzen abgetrennt werden. Der Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung an sich und der 
negativen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit muss plausibel und nachvollziehbar sein.

e) Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von 
wem sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis-

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mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351, E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und 
soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa-
gen (BGE 125 V 351, E. 3b/cc mit Hinweisen).

3. Vorliegend ist streitig, ob ein Schaden im Sinne der IV vorliegt oder ob die beim 
Beschwerdeführer vorhandene Arbeitsunfähigkeit allein auf sein Suchtverhalten zurückzuführen 
ist.

Im Sinne einer Vorbemerkung ist festzuhalten, dass nach ständiger bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügun-
gen in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben 
war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand 
einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 366, E. 1b mit Hinweis; BGE 117 V 293, 
E. 4). Ausnahmsweise kann das Gericht aus prozessökonomischen Gründen auch die Verhältnis-
se nach Erlass der Verfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechts-
wirkungen über den Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das 
Prozessthema bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine solche Ausdeh-
nung des richterlichen Beurteilungszeitraums ist indessen – analog zu den Voraussetzungen einer 
sachlichen Ausdehnung des Verfahrens auf eine ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten 
Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage (BGE 122 V 36, E. 2a mit Hinweisen) – nur zuläs-
sig, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene, zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der 
Streitsache ab jenem Zeitpunkt führende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist und die Ver-
fahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respektiert wor-
den sind (BGE 130 V 138, E. 2.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen).

a) Der angefochtenen Verfügung vom 23. März 2012 lag der folgende Sachverhalt zu 
Grunde:

Der Beschwerdeführer begann im Alter von 13 bis 14 Jahren mit dem Konsum von Cannabis. In 
diesem Zusammenhang konnte er nur schwer die obligatorische Schule beenden. Das zehnte 
Schuljahr musste er abbrechen, eine Lehre absolvierte er nicht. Nachdem er nach der Scheidung 
seiner Eltern im Jahr 2001 zunächst beim Vater wohnte, lebte er nach dessen Wiederverheiratung 
im Jahr 2006 bis ins Jahr 2008 bei seiner Schwester und deren Ehemann. Zu dieser Zeit hatte er 
noch immer keine Lehre oder Arbeit. Im Jahr 2009 heiratete er eine sechzehn Jahre ältere Frau, 
welche zwei Kinder mit in die Ehe brachte. Er entwickelte zunehmend eine depressive 
Verstimmung, welche zu Suizidgedanken und zur Klinikeinweisung am 24. September 2010 führte 
(Klinik Marsens, Arztbericht vom 11. Februar 2011, Vorakten S. 45).

Im Arztbericht der Klinik Marsens vom 11. Februar 2011 (Vorakten S. 46 ff.) werden die folgenden 
Diagnosen gestellt: schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3) 
sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: 
F12.2). Seit Klinikeintritt habe der Beschwerdeführer keinen Drogenkonsum mehr gehabt. Nach 
ungefähr fünf Wochen Klinikaufenthalt hätten die Angstzustände bedeutend vermindert werden 
können, die psychotischen Züge und wahnhaften Gedanken seien weitgehend verklungen. Sein 
Zustand bleibe jedoch zerbrechlich. Der Beschwerdeführer brauche nach dem Klinikaufenthalt eine 
Fortsetzung der psychiatrischen Unterstützung mit besonderer Sorge auf das Abhängigkeitsprob-
lem. Der Beschwerdeführer sei seit dem Klinikeintritt (und wahrscheinlich schon seit längerer Zeit) 
zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Mit einer Weiterbehandlung der depressiven Symptomatik und 

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einer psychiatrischen Unterstützung für das Fortführen der Drogenabstinenz sollte er aber 
progressiv eine Lehre angehen und eine Ausbildung absolvieren können; dabei sei der Beschwer-
deführer für die erste Zeit vermindert belastbar. Auch sei im Laufe des Monats Dezember 2010 mit 
einer Aufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem geschützten Rahmen zu rechnen; anfänglich in 
einem Umfang von 20 bis 40 Stellenprozenten, mit schrittweiser Steigerung des Arbeitspensums.

Im Januar 2011 trat der Beschwerdeführer aus der Klinik Marsens aus. Obschon ihm eine 
Kostengutsprache für eine Suchtbehandlung in einer ausserkantonalen Sucht-Therapiegemein-
schaft zugesprochen worden war, brach der Beschwerdeführer die Behandlung aus eigener Initiati-
ve bereits im Januar 2011 frühzeitig ab (Besprechungsnotiz vom 9. Juni 2011, Vorakten S. 66). In 
der Folge fand keine medizinische Begleitung statt, da der Beschwerdeführer der Meinung war, 
dass ihm dies nicht helfe (Protokoll Erstgespräch vom 25. März 2011, Vorakten S. 57). Eine 
Arbeitsunfähigkeit wurde dem Beschwerdeführer in dieser Zeit nicht attestiert (Besprechungsnotiz 
vom 9. Juni 2011, Vorakten S. 66).

Anlässlich einer Besprechung vom 19. Mai 2011 schlug die für den Beschwerdeführer zuständige 
Ärztin der Klinik Marsens einen Aufenthalt in der Tagesklinik vor, damit der Beschwerdeführer für 
einige Monate jeden Tag eine Therapie und eine sinnvolle Beschäftigung habe (Besprechungsno-
tiz vom 19. Mai 2011, Vorakten S. 62). Da sich der Beschwerdeführer aber innert der Bedenkzeit 
nicht bei der Ärztin meldete, sondern erst drei Wochen später, war diese nicht mehr bereit, den 
Klinikaufenthalt zu organisieren; dies mit der Begründung, der Beschwerdeführer sei offenbar für 
die Behandlung in der Tagesklinik nicht genügend motiviert. Der Beschwerdeführer solle sich 
zuerst beim Zentrum für Suchtbehandlung melden (Besprechungsnotiz vom 9. Juni 2011, Vorakten 
S. 66). 

Am 24. Januar 2012 kam der RAD zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer kein Gesund-
heitsschaden im Sinne der IV vorliege. Die beurteilende Ärztin, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und Psychotherapie FMH, erwog, dass der Beschwerdeführer seit dem Alter 
von 13 bis 14 Jahren drogenabhängig sei. Das heisse, zuerst habe die Suchtproblematik bestan-
den, die psychische Problematik sei dann als Folgeerscheinung dazugekommen. Über den Klinik-
aufenthalt in Marsens gebe es widersprüchliche Angaben. Im Arztbericht sei die Depression als 
Hauptdiagnose genannt worden, hingegen weise das Antragsschreiben des Sozialdienstes für die 
ausserkantonale Unterbringung des Beschwerdeführers in einer stationären Sucht-Therapiege-
meinschaft darauf hin, dass das Suchtproblem im Vordergrund stehe. Der weitere Verlauf mit der 
Verweigerung einer medizinischen Behandlung und dem Abbruch der stationären Suchtbehand-
lung seien deutliche Hinweise auf eine mangelnde Motivation. Der Beschwerdeführer habe sich 
daran gewöhnt, keiner Arbeit nachzugehen. Es sei wichtig, dass ihm die Verantwortung für sein 
eigenes Leben zugesprochen werde. Nur er könne eine erfolgreiche Suchtbehandlung mit Eigen-
verantwortung durchstehen (RAD, Arztbericht vom 24. Januar 2012, Vorakten S. 68 f.).

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer ein Arztzeugnis des 
Zentrums für Suchtbehandlung zu den Akten. In diesem bestätigt der zuständige Arzt, Dr. med. 
C.________, dass der Beschwerdeführer seit Frühjahr 2011 mehrfach in der Klinik Marsens 
stationär behandelt worden sei, letztmals vom 14. Dezember 2011 bis 6. Juni 2012. Es werde von 
einer zugrunde liegenden psychiatrischen Erkrankung ausgegangen, die Substanzproblematik 
werde als Komorbidität angesehen. Der Beschwerdeführer werde eine längerfristige psychiatrische 
Behandlung und begleitende Massnahmen benötigen. Aktuell werde er psychiatrisch-psychothera-
peutisch vom Zentrum für Suchtbehandlung betreut. Diagnostisch werde von der Verdachtsdiag-
nose einer beginnenden Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis ausgegangen, die 
weiterer diagnostischer, aber auch unterstützender Massnahmen (wie beispielsweise einer regel-

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mässigen psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung) bedürfe. Daneben seien aus 
psychiatrischer Sicht auch unterstützende Massnahmen erforderlich, die dem Beschwerdeführer 
eine Reintegration in die Gesellschaft ermöglichen. Aus heutiger Sicht werde der Beschwerdefüh-
rer aufgrund seiner gesundheitlichen Situation mittelfristig nicht in der Lage sein, einer regelmässi-
gen Tätigkeit nachzugehen (Zentrum für Suchtbehandlung, Arztzeugnis vom 15. Juni 2012, 
Vorakten S. 108).

b) Zu prüfen ist zunächst, ob die Drogensucht die Folge eines bereits vorbestandenen 
geistigen Gesundheitsschadens mit Krankheitwert darstellt.

In den vorliegenden Akten gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer vor 
Beginn des Cannabiskonsums an schwerwiegenden pathologischen Befunden litt. Abgesehen von 
der schwierigen Familiensituation (Scheidung der Eltern, Kontaktabbruch zur Mutter) bestehen 
keine Hinweise auf den Cannabiskonsum verursachende psychische Störungen mit Krankheits-
wert. Solche werden vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht. Der Beschwerdeführer wurde 
allerdings diesbezüglich nie exploriert. Aus den nachfolgenden Gründen kann aber offen gelassen 
werden, ob das Gericht über einen genügend abgeklärten Sachverhalt verfügt, um diesen Aspekt 
verneinen zu können.

c) Weiter ist zu prüfen, ob die Drogensucht des Beschwerdeführers eine Gesundheits-
störung mit Invaliditätscharakter verursacht hat, welche die (künftige) Erwerbsfähigkeit bleibend 
oder während längerer Zeit zu beeinträchtigen vermag.

Im Arztbericht der Klinik Marsens vom 11. Februar 2011 (Vorakten S. 46 ff.) werden die Diagnosen 
einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3) sowie von 
psychischen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: 
F12.2) gestellt. Bei Klinikeintritt habe sich der Beschwerdeführer schwer deprimiert gezeigt mit 
Energieverlust, Verlust der Lebensfreude, Verlust jeglicher Interessen, Hypersomnie, bedeutenden 
Konzentrationsstörungen und massiven Angstzuständen. Wahnhafte Vorstellungen seien ebenfalls 
vorgefunden worden. Während sich seine depressiven Symptome nur langsam besserten, seien 
die psychotischen Züge nach ungefähr fünf Wochen Klinikaufenthalt weitgehend verklungen. Sein 
Zustand bleibe jedoch zerbrechlich. Dem Beschwerdeführer wird eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 
24. September 2010 (wahrscheinlich schon seit längerer Zeit) attestiert.

Bezugnehmend auf diesen Bericht kommt der RAD in seinem Bericht vom 24. Januar 2012 zum 
Schluss, dass kein Gesundheitsschaden im Sinne der IV vorliege. Die Suchtproblematik bestehe 
seit dem Jahr 2001 und die zeitweise bestehende Depression sei eine Folge der Suchterkrankung. 
Zwar werde im Arztbericht Depression als Hauptdiagnose genannt, hingegen weise das 
Antragsschreiben des Sozialdienstes für die ausserkantonale Unterbringung des Beschwerde-
führers in einer stationären Sucht-Therapiegemeinschaft darauf hin, dass das Suchtproblem im 
Vordergrund stehe. Der weitere Verlauf mit der Verweigerung einer medizinischen Behandlung 
und dem Abbruch der stationären Suchtbehandlung seien deutliche Hinweise auf eine mangelnde 
Motivation.

Bei dieser Aktenlage kann der Fall nicht als genügend abgeklärt angesehen werden. Der Arztbe-
richt der Klinik Marsens vom 11. Februar 2011 sowie der Bericht des RAD vom 24. Januar 2012 
genügen hierfür jedenfalls nicht. Während die Ärzte der Klinik Marsens davon ausgehen, dass 
beim Beschwerdeführer neben seiner Suchterkrankung auch eine psychiatrische Symptomatik mit 
Krankheitswert besteht, vertritt der RAD die Meinung, dass die psychische Problematik eine Folge-
erscheinung der Suchtproblematik sei, welche im Vordergrund stehe. Ob aber zusätzlich zum 
Suchtproblem auch ein eigenständiger Gesundheitsschaden besteht, welcher seinerseits zu einer 

Kantonsgericht KG

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Arbeitsunfähigkeit führt, darüber schweigt sich der Bericht des RAD aus. Ebenso wenig setzt sich 
der RAD mit der von der Klinik Marsens gestellten Hauptdiagnose (schwere depressive Episode 
mit psychotischen Symptomen [ICD-10: F12.2]) auseinander, indem ausgeführt wird, weshalb die 
Meinung vertreten werde, diese sei zu Recht oder eben zu Unrecht gestellt worden; der RAD 
spricht vielmehr lapidar von einer zeitweise bestehenden Depression, ohne diese konkret zu 
klassifizieren. Dass die Klinik Marsens empfielt, die depressive Symptomatik auch nach dem 
Klinikaustritt weiterzubehandeln, wird im Bericht des RAD schlicht übergangen. Auch wird dem 
Umstand, dass der Beschwerdeführer seit dem Klinikeintritt drogenabstinent war, keine Rechnung 
getragen. Kommt hinzu, dass dem Beschwerdeführer von der Klinik Marsens seit dem 24. Septem-
ber 2010 (wahrscheinlich schon seit längerer Zeit) eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 Prozent be-
scheinigt wird. Es bleibt jedoch unklar, ob diese Arbeitsunfähigkeit auf das depressive Krankheits-
bild oder aber auf die Folgen des Suchtmittelkonsums zurückzuführen ist. Zudem fällt auf, dass 
dem Beschwerdeführer von der Klinik Marsens im Zeitpunkt der Berichterstattung am 11. Februar 
2011 zwar eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 Prozent bescheinigt wird, gleichzeitig aber eine 
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Rahmen von 20 bis 40 Prozent ab Dezember 2010   
– damals befand sich der Beschwerdeführer noch in der Klinik Marsens – als zumutbar erachtet 
wird. 

Vorliegend kann zwar davon ausgegangen werden, dass die beim Beschwerdeführer vorhandene 
Arbeitsunfähigkeit zu einem nicht unbeachtlichen Teil auf die Auswirkungen seiner Drogensucht 
zurückzuführen ist. Dennoch ist insbesondere aufgrund des Berichts der Klinik Marsens das 
Bestehen einer von der Drogensucht unabhängigen psychiatrischen Krankheit, welche einen 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, nicht vollständig auszuschliessen. Unter diesen Umständen ist 
nicht nachvollziehbar, weshalb die IV-Stelle auf eine psychiatrische Begutachtung des Beschwer-
deführers verzichtete, zumal sie die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zu einem 
früheren Zeitpunkt bereits beschlossen hatte (Mailverkehr vom 25. Januar 2011, Vorakten S. 49; 
Besprechungsnotiz vom 19. Mai 2011, Vorakten S. 62).

Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. med. C.________ bestätigt zudem, dass 
eine psychiatrische Grunderkrankung vorliege und das Suchtverhalten eine Komorbidität sei.

d) Somit ist es dem Gericht nicht möglich, mit Sicherheit festzulegen, ob beim Beschwerde-
führer eine von der Drogensucht unabhängige psychiatrische Erkrankung vorhanden ist und, falls 
dies zu bejahen ist, in welchem Ausmass diese Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Auch nicht ge-
klärt ist, ob ein Kausalzusammenhang zwischen der psychiatrischen Erkrankung sowie der 
Drogensucht besteht, wobei einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchmittelabhängigkeit 
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen wäre. Ferner wurde von Dr. med. 
C.________ am 15. Juni 2012 eine bisher nicht weiter abgeklärte Verdachtsdiagnose einer 
beginnenden Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis genannt, wobei diesbezüglich noch 
näher abzu-klären sein wird, ob sich diese neue Verdachtsdiagnose bestätigen lässt.

Für die Klärung all dieser Fragen ist die Vornahme einer psychiatrischen Begutachtung notwendig. 
Da diese Fragen von der IV-Stelle nicht geprüft wurden, ist eine Rückweisung an sie möglich (vgl. 
BGE 137 V 210, E. 4.4.1.4).

4. Zusammenfassend erweist sich die Abklärung des Sachverhals durch die IV-Stelle als un-
genügend. Die Angelegenheit ist deshalb an diese für die Vornahme einer umfassenden psy-
chiatrischen Begutachtung und Neuentscheid zurückzuweisen. Die Verfügung vom 23. März 2012 
ist aufzuheben und die Beschwerde vom 21. Juni 2012 gutzuheissen.

5. Es werden Gerichtskosten in der Höhe von 800 Franken zu Lasten der Vorinstanz erhoben.

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Der Rechtsbeistand hat trotz mehrmaliger Aufforderung keine Honorarnote eingereicht. Ihm ist 
angesichts des getätigten Aufwandes (zweifacher Schriftenwechsel) sowie der Komplexität der 
Angelegenheit eine Parteientschädigung, inklusive der Auslagen, von pauschal 2‘300 Franken 
zuzüglich der Mehrwertsteuer in der Höhe von 184 Franken (8 Prozent von 2‘300 Franken), 
ausmachend total 2‘484 Franken, zulasten der Vorinstanz zuzusprechen.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Die Verfügung vom 23. März 2012 wird aufgehoben und die Angelegenheit zur Anordnung 
einer psychiatrischen Begutachtung im Sinne der Erwägungen und Neuentscheid an die Vor-
instanz zurückgewiesen.

II. Es werden Gerichtskosten von 800 Franken zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg erhoben.

III. A.________ wird zulasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg eine 
Parteientschädigung für Honorar und Auslagen des Rechtsvertreters von 2‘300 Franken, 
zuzüglich der Mehrwertsteuer von 184 Franken (8 Prozent von 2‘300 Franken), ausmachend 
total 2‘484 Franken, zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Ent-
scheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht 
ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 26. Januar 2015/dki

Präsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin