# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 469eae26-39eb-563a-80c9-b7b53884b67f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.10.2022 SB220054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220054_2022-10-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220054-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Spiess 

und Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Leuthard 

 

Urteil vom 14. Oktober 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Raub etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
8. November 2021 (DG210099) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Juni 2021 

(Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

− des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-

tungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäu-

bungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 18 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 400.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 5 Jahre des 

Landes verwiesen. 

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.  

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. Mai 2021 beschlagnahmte 

Attrappe einer Faustfeuerwaffe (Asservaten-Nr. A014'438'745) wird eingezo-

gen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung bzw. 

Vernichtung überlassen. 

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8. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. Mai 2021 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben: 

− Herrenjacke (Asservaten-Nr. A014'438'665) 
− schwarze Hose (Asservaten-Nr. A014'438'701) 
− weisse Schuhe (Asservaten-Nr. A014'438'712) 

Verlangt er diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen ab Rechtskraft heraus, 

werden diese der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

9. Rechtsanwältin MLaw X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des Be-

schuldigten mit Fr. 14'385.50 (inkl. Mehrwertsteuer und interner Anteil 

Rechtsanwältin MLaw X2._____) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'200.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'800.–   Gebühr Strafuntersuchung 
Fr. 5'864.–   Auslagen Untersuchung 
Fr.  14'385.50   Entschädigung amtliche Verteidigung  

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 63 S. 1 f.) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

8. November 2021 bezüglich Schuldpunkt (Disp. Ziff.1), der Verurteilung 

zur Bezahlung einer Busse von CHF 400.– (Disp. Ziff. 2), Aufschub des 

Vollzugs der Freiheitsstrafe (Disp. Ziff. 3), sowie betreffend Einziehung 

und Herausgabe der Gegenstände und der Kostenfolgen (Disp. Ziff. 7-

12) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Der Beschuldigte sei für die Verurteilung wegen Raubes i.S.v. Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von maximal 8 Monaten zu 

bestrafen. 

3. Von einer Landesverweisung des Beschuldigten und damit von einer 

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem sei abzusehen. 

4. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen, wobei die Kosten 

der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen sind. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:  

(Urk. 48, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. 

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 a) Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am Abend des 15. November 

2020 die Privatklägerin B._____ auf deren Nachhauseweg bis zum Eingangsbe-

reich der Liegenschaft C._____-gasse … in Zürich … verfolgt zu haben. Dort habe 

er von ihr die Herausgabe ihres Mobiltelefons verlangt und schliesslich unter Ge-

waltanwendung sowie Vorhalten eines spitzen Gegenstandes erzwungen. Er habe 

ausserdem ihre Maestro-Karte entwendet und damit an einem Kiosk im Bahnhof 

Zürich-Oerlikon für Fr. 3.20 einen Kauf getätigt. Im Zeitraum von anfangs 2020 bis 

zum 21. November 2020 habe der Beschuldigte überdies regelmässig Marihuana 

geraucht. 

 b) Das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, sprach den Beschuldigten am 

8. November 2021 des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des geringfügigen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB) und der mehrfachen Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes (Art. 19a Ziff.1 BetmG) schuldig. Der Beschuldigte wurde 

zu 12 Monaten Freiheitsstrafe, bedingt vollziehbar mit zwei Jahren Probezeit, so-

wie Fr. 400.– Busse verurteilt und zudem für 5 Jahre des Landes verwiesen, letzte-

res unter Ausschreibung im Schengener Informationssystem. Das Gericht ent-

schied sodann über beschlagnahmte Gegenstände und auferlegte dem Beschul-

digten die Kosten (Urk. 43 S. 27 f.). 

 c) Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte rechtzeitig die Berufung anmel-

den (Urk. 38; Art. 399 Abs. 1 StPO) und sodann auch fristgerecht die Berufungser-

klärung einreichen (Urk. 45; Art. 399 Abs. 3 StPO, vgl. Urk. 42/2). Er will mit seiner 

Appellation erreichen, dass er milder bestraft und nicht des Landes verwiesen wird 

(Urk. 45 S. 2). 

 d) Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat teilte dem Berufungsgericht am 

3. März 2022 mit, dass sie auf Anschlussberufung verzichte und die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils beantrage (Urk. 48). 

 e) Im Berufungsverfahren wurden keine Beweisanträge gestellt. Nach der 

heutigen Berufungsverhandlung erweist sich der Prozess als spruchreif. 

 

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-   7   - 

II. 

 Das bezirksgerichtliche Urteil blieb hinsichtlich des Schuldspruchs (Ziff. 1), 

der Entscheide über beschlagnahmte Gegenstände (Ziff. 7 und 8) und des Kos-

tendispositivs (Ziff. 9 bis 12) unangefochten. Es ist somit in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO), was vorab in einem Beschluss festzustel-

len ist. 

 

III. 

 1. Der Beschuldigte anerkannte den eingeklagten Sachverhalt im Wesentli-

chen schon bei der Polizei (Urk. 3/1 S. 2 ff. 1), bestritt aber zunächst, bei der Be-

gehung der Raubtat ein Messer oder einen anderen Gegenstand in der Hand ge-

halten zu haben (a.a.O., S. 7). Im weiteren Verlauf der Untersuchung und in der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab er zu, das Opfer mit einer Glasscherbe 

bedroht zu haben (Urk. 4/2 S. 2/3, Prot. I S. 18). Die Privatklägerin gab ihrerseits 

zu Protokoll, dass der Beschuldigte etwas in der Hand gehalten habe. Es sei wohl 

eine Klinge oder ein Stück Glas gewesen (Urk. 4/3 S. 4). Sie habe anfänglich ge-

dacht, es sei ein Messer gewesen. Dann habe sie gedacht, dass es möglicher-

weise ein Stück Glas gewesen sei. Es sei aber jedenfalls etwas gewesen, womit 

sie hätte verletzt werden können (a.a.O., S. 7). Die Vorinstanz stellte zugunsten 

des Beschuldigten auf dessen Aussage ab, dass es sich um eine Glasscherbe ge-

handelt habe (Urk. 43 S. 9). Davon ist, nachdem der vorinstanzliche Schuldspruch 

unangefochten geblieben ist, auch heute auszugehen. 

 2. a) Für Raubdelikte ohne qualifizierende Tatbestandsmerkmale sieht das 

Gesetz als Sanktion Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor 

(Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Innerhalb dieses Strafrahmens misst das Gericht die 

Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei dessen Vor-

leben und persönliche Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf sein Leben. 

Das Verschulden wird nach der Schwere der Rechtsgutverletzung, der Verwerf-

lichkeit des Handelns und den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach 

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bestimmt, wie weit er nach den gesamten Umständen in der Lage war, rechtskon-

form zu handeln (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB). 

 b) Gegen den Beschuldigten erging am 4. September 2021 seitens der Bun-

desanwaltschaft wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte etc. ein 

Strafbefehl. Da er dabei mit einer Geldstrafe (und einer Busse) sanktioniert wurde 

(Urk. 44), ist heute mangels Gleichartigkeit der Strafen keine Zusatzstrafe auszu-

fällen (Art. 49 Abs. 2 StGB; BGE 137 IV 58). 

 3. a) Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 63 S. 3) handelte 

der Beschuldigte nicht spontan, sondern verfolgte die Privatklägerin über eine län-

gere Wegstrecke, um sie schliesslich an einem geeigneten Ort zu überfallen und 

ihr das Mobiltelefon wegzunehmen. Als sie dieses nicht sofort hergab, wurde er 

handgreiflich, drückte sie gegen eine Wand und stiess sie zu Boden. Während sich 

die Anwendung physischer Gewalt damit noch in Grenzen hielt, war die anschlies-

sende Bedrohung der Privatklägerin mit einer Glasscherbe in hohem Masse ge-

eignet, sie zu verängstigen. Zugunsten des Beschuldigten kann immerhin berück-

sichtigt werden, dass er von Anfang an auf eine vergleichsweise geringe Beute ab-

zielte. Insgesamt wiegt die Tat in objektiver Hinsicht im Rahmen des Raubtatbe-

standes noch leicht. 

 b) Raubdelikte werden in aller Regel mit direktem Vorsatz begangen, und die 

Bereicherungsabsicht ist notwendiges Tatbestandsmerkmal des im Zuge der 

Raubtat verübten Diebstahls. Nicht zu folgen ist deshalb der vorinstanzlichen Auf-

fassung, dass die direktvorsätzliche Tatbegehung aus finanziellen Beweggründen 

erschwerend in Betracht zu ziehen sei (Urk. 43 S. 15). Nicht zugunsten des Be-

schuldigten auswirken kann sich anderseits, dass er das Mobiltelefon auf Verlan-

gen seiner damaligen Freundin raubte, nachdem er zuvor ihr Telefon beschädigt 

hatte (Prot. I S. 16/17). Insgesamt erscheint bei einem noch leichten Verschulden 

die von der Vorinstanz festgesetzte Einsatzstrafe von 16 Monaten als angemes-

sen. 

 4. a) A._____ wurde 2002 in D._____ (E._____ [Staat in Südamerika]) gebo-

ren und ist … Staatsbürger [des Staates E._____]. Hierorts hat er eine Aufent-

haltsbewilligung B. Er wuchs am Geburtsort zusammen mit einem Bruder und einer 

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Schwester bei den Eltern und nach deren Trennung bei der Mutter auf. Nach fünf 

Jahren Primarschule trat er in eine Militärpolizeischule über, die er bis zum 

9. Schuljahr besuchte. 2017 kam er zu seiner Mutter in die Schweiz, um hier zu ar-

beiten und Fussball zu spielen. Letzteres tat er in unteren Ligen auch. Die nach 

zwei weiteren Jahren Schulbesuch in einer Integrationsklasse aufgenommene 

Stellensuche hingegen war wenig erfolgreich. Der Beschuldigte wollte eine Lehre 

als Automechaniker machen, entschied sich dann aber für eine besser bezahlte 

Arbeit, um seine kranke Mutter unterstützen zu können. Er konnte indessen nur 

vereinzelt zusammen mit seiner Mutter Reinigungsarbeiten verrichten. Dann er-

schwerte die Corona-Pandemie die Arbeitssuche zusätzlich. Im Frühling 2021 trat 

der Beschuldigte in F._____ [Ortschaft] ein Praktikum als Coiffeur an. Zur Zeit der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung arbeitete er seit kurzem auf dem Bau und ver-

diente monatlich ca. Fr. 5'600.– netto. Allerdings hatte er die Absicht, im August 

2022 eine Lehre als Coiffeur anzutreten. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab 

der Beschuldigte an, dass seine Mutter zwischenzeitlich verstorben sei und er in 

der Lehre zu wenig verdient hätte, weshalb er nach wie vor als Temporärarbeit-

nehmer auf dem Bau arbeite. Er sei befristet angestellt und verdiene Fr. 38.– pro 

Stunde bzw. etwa Fr. 4'000.– netto pro Monat. Er habe immer noch vor, Geld zu 

sparen und später eine Coiffeurlehre zu machen oder sogar einen eigenen Coif-

feursalon zu eröffnen. Der Beschuldigte spricht nur wenig Deutsch und gab dazu 

an, dass er eben nach der Schule nur noch mit portugiesisch sprechenden Perso-

nen verkehrt habe. Auch nach der vorinstanzlichen Verhandlung hat er keinen 

Deutschkurs besucht. Der Beschuldigte ist ledig und kinderlos und hat seit ca. Ja-

nuar 2021 eine feste Freundin, mit der er zusammenziehen will. Derzeit wohnt er 

allerdings noch in einer Wohngemeinschaft mit einem Kollegen. Beide Eltern des 

Beschuldigten sind 2021 verstorben. Er hat – abgesehen von einem kleinen Gut-

haben auf einem Feriengeldkonto in E._____ – kein Vermögen, aber Schulden bei 

den SBB im Betrag von Fr. 950.– (Urk. 3/1 S. 14, Urk. 4/1 S. 4-6, Urk. 4/5 S. 7-9, 

Prot. I S. 7-16, Prot. II S. 5 ff., Urk. 62/1). Aufgrund des geschilderten Werdegangs 

des Beschuldigten ergeben sich keine besonderen Umstände, die straferhöhend 

oder -mindernd zu gewichten wären. 

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 b) Die Bundesanwaltschaft bestrafte den Beschuldigten am 4. September 

2021 wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte etc. mit 60 Ta-

gessätzen zu Fr. 50.– Geldstrafe, bedingt vollziehbar mit zwei Jahren Probezeit, 

und mit Fr. 700.– Busse (Urk. 44). Diese Verurteilung gilt vorliegend nicht als Vor-

strafe, weil sie nach der Begehung der heute zu ahndenden Delikte erfolgte. 

 c) Die Leumundserhebungen ergaben, dass der Beschuldigte als Jugendli-

cher zweimal wegen Bagatelldelikten (geringfügiger Ladendiebstahl, Schwarzfah-

ren) aktenkundig wurde (Urk. 15/11 und 15/13, vgl. Prot. I S. 12). 

 5. a) Es bestehen keine Straferhöhungsgründe. 

 b) Deutlich strafmindernd kann berücksichtigt werden, dass der Beschuldigte 

nach seiner Verhaftung sofort zugab, den Raub zum Nachteil von B._____ began-

gen zu haben (Urk. 3/1). Der Beschuldigte zeigte sich jedoch nicht reuig, sondern 

schob die Schuld für das Geschehene seiner damaligen Ex-Freundin zu (Prot. II 

S. 22 ff.). Dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt war, wie die 

Verteidigung richtig vorbringt (Urk. 63 S. 7 f.), vermag das Verschulden des Be-

schuldigten nicht zu relativieren. Die Raubtat und insbesondere die Art, wie diese 

durch den Beschuldigten ausgeführt wurde, lassen sich nicht dem jugendlichen Al-

ter des Beschuldigten oder gar einem postpubertären Verhalten zuschreiben. Der 

von der Verteidigung angeführte Entscheid des Bundesgerichts 6B_627/2018 

(Urk. 63 S. 8) lässt sich mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichen. Demzufolge 

ist die erstinstanzlich für dieses Delikt festgesetzte Freiheitsstrafe von 12 Monaten 

zu bestätigen. Auf diese Strafe sind 18 Tage erstandene Haft anzurechnen 

(Urk. 13/4-15; Art. 51 StGB). 

 c) Ohne weiteres als angemessen erscheint auch die Busse von Fr. 400.– für 

die zusätzlich begangenen Übertretungen. Die Busse ist zu bezahlen. Für den Fall, 

dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist die Ersatzfreiheitsstrafe auf 4 Ta-

ge festzusetzen (vgl. Art. 106 Abs. 5 in Verbindung Art. 35 Abs. 1 StGB, Art. 106 

Abs. 2 StGB).  

 6. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten, der im vorliegenden Verfahren als 

Ersttäter gilt, richtigerweise den bedingten Strafvollzug gewährt (Art. 42 Abs. 1 

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StGB) und die Probezeit auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festgesetzt 

(Art. 44 Abs. 1 StGB). Dieser Entscheid ist heute schon aus prozessualen Gründen 

ohne Weiteres zu bestätigen (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

IV. 

 1. Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen Raubes verurteilt wird, un-

abhängig von der Höhe der Strafe für fünf bis 15 Jahre des Landes (Art. 66a 

Abs. 1 lit. c StGB). Davon kann es nur ausnahmsweise absehen, wenn die Lan-

desverweisung für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken 

würde und zudem die öffentlichen Interessen an seiner Fernhaltung gegenüber 

seinem privaten Interesse am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist 

der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz 

geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). 

 2. a) Letzteres ist nicht schematisch ab einer gewissen Aufenthaltsdauer in 

der Schweiz anzunehmen. Der Gesetzgeber hat mit Blick auf die Härtefallprüfung 

keine festen Altersvorgaben statuiert, wie sie im Migrationsrecht vorhanden sind. 

Bei jenen besteht der Sinn und Zweck darin, dass ein Kind mindestens die Hälfte 

der obligatorischen Schulzeit in der Schweiz verbringt und sich so in die hiesige 

Gesellschaft integrieren und insbesondere die Sprache hinreichend erlernen kann. 

Diese Überlegungen sind grundsätzlich auch bei der Härtefallprüfung relevant. Ei-

ne längere Aufenthaltsdauer, verbunden mit der integrierenden Wirkung eines 

Schulbesuchs in der Schweiz, ist in der Regel als starkes Indiz für das Vorliegen 

eines Härtefalles zu werten. Umgekehrt kann davon ausgegangen werden, dass 

die in der Schweiz verbrachte Zeit umso weniger prägend war, je kürzer der Auf-

enthalt und die in der Schweiz absolvierte Schulzeit waren. Spielt sich das gesell-

schaftliche Leben des Ausländers primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, 

spricht dies eher gegen die Annahme einer ausreichenden Integration. Generell ist 

die Härtefallprüfung in jedem Einzelfall anhand der gängigen Integrationskriterien 

vorzunehmen (BGE 146 IV 109 f.). 

 b) Dabei rechtfertigt sich grundsätzlich eine Orientierung an den Kriterien zur 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persönli-

chen Härtefalles (BGE 144 IV 341). Dazu gehören namentlich die Beachtung der 

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öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die Respektierung der Werte der Bundesver-

fassung, die Sprachkenntnisse und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am 

Erwerb von Bildung (Art. 58a Abs. 1 AIG). Zu berücksichtigen sind ferner die Fami-

lienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der 

Schweiz, der Gesundheitszustand und die Möglichkeiten zu einer Wiedereingliede-

rung im Herkunftsland (Art. 31 VZAE). 

 3. a) Der Beschuldigte hält sich erst seit fünf Jahren in der Schweiz auf und 

hat hier nur zwei Jahre eine Integrationsklasse besucht. Er gab selber an, dass 

sich seine Deutschkenntnisse seither wieder verringert hätten, weil er nur noch mit 

Personen portugiesischer Zunge gesprochen habe (Urk. 4/1 S. 6). Inzwischen will 

er sich mit seinen Kollegen in der Schweiz zwar auf Deutsch unterhalten. Einen 

Deutschkurs hat er aber nicht besucht (Prot. II S. 8 und S. 15). Der Beschuldigte ist 

vor kurzem zu einem Kollegen in eine WG gezogen. Seinen Traum, eine Coiffeur-

lehre zu machen oder einen Coiffeursalon zu eröffnen, hat er vorerst aufgeben 

müssen. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren arbeitet er in einem befristeten 

Arbeitsverhältnis als Temporärarbeitnehmer auf Baustellen. Gemäss eigenen An-

gaben verdient er damit rund Fr. 4'000.– netto pro Monat. In der Schweiz leben 

derzeit sein Bruder, seine Schwester, seine Grossmutter, eine Tante seiner Mutter 

und deren Sohn (Prot. I S. 8/9, Prot. II S. 6, Urk. 63 S. 6 in Verbindung mit Prot. II 

S. 27). Zudem hat der Beschuldigte in der Schweiz eine Freundin, mit welcher er 

bereits seit über zwei Jahren zusammen ist und in Zukunft zusammenziehen will. 

Sie ist … [Staatsangehörigkeit E._____]. Der Beschuldigte gibt an, mit ihr sowohl 

Deutsch als auch Portugiesisch zu sprechen (Prot. II S. 8 und S. 26). Die Verteidi-

gung bringt vor, dass seit dem Tod der Mutter die Schwester die wichtigste familiä-

re Bezugsperson des Beschuldigten in der Schweiz sei. Die noch minderjährige 

Schwester lebe zwar bei einer Pflegefamilie, doch hätten sie ein enges Verhältnis 

zueinander (Urk. 63 S. 5). Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass der Beschul-

digte anlässlich der Berufungsverhandlung nach seinen Geschwistern gefragt, kei-

ne Ausführungen zu seiner jüngeren Schwester machte (vgl. Prot. II S. 6). In 

E._____ hat der Beschuldigte noch einen anderen Bruder und Verwandte väterli-

cherseits, so insbesondere einen Onkel, eine Tante und die andere Grossmutter. 

Seine Eltern sind 2021 beide verstorben. Aus den Akten ergeben sich keine Hin-

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weise auf gesundheitliche Probleme des Beschuldigten. Da er die ersten 15 Le-

bensjahre in E._____ verbracht hat, ist davon auszugehen, dass er nicht nur das 

… Portugiesisch perfekt beherrscht, sondern auch die Verhältnisse in seinem Hei-

matland bestens kennt. Seine Chancen zur Wiedereingliederung in E._____ ste-

hen damit gut, während er in der Schweiz nur mässig integriert ist. Unter diesen 

Umständen liegt klarerweise kein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von 

Art. 66a Abs. 2 StGB vor. 

 b) Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung vor, der Va-

ter des Beschuldigten sei in E._____ von Angehörigen einer kriminellen Bande er-

mordet worden. Der Beschuldigte habe nach dem Tod seines Vaters von dieser 

Gruppierung in den sozialen Medien Bilder von Waffen mit der Aufschrift "…" und 

Sprachnachrichten mit persönlichen Morddrohungen erhalten. Weil der Beschul-

digte sein Handy verloren habe, könnten die Sprachnachrichten leider im vorlie-

genden Verfahren nicht als Beweise vorgelegt werden. Der Beschuldigte habe der 

Verteidigerin jedoch anlässlich einer Besprechung im Februar 2022 zwei der 

Sprachnachrichten vorgespielt. Es habe sich um explizite Todesdrohungen gehan-

delt. Der Beschuldigte kenne die Banden nicht und wisse auch nicht, weshalb sie 

es auf ihn abgesehen hätten. Er befürchte jedoch, die Gruppierung wolle an ihm 

Rache für die Taten seines Vaters verüben, der Mitglied der rivalisierenden Bande 

"…" gewesen sei. Infolge dieser Drohungen fürchte der Beschuldigte ernsthaft um 

sein Leben, wenn er nach E._____ zurück müsse. Eine im Dezember 2021 geplan-

te Reise in sein Heimatland habe er deshalb abgesagt. Es lägen damit ernsthafte 

Gründe für die Annahme vor, dass der Beschuldigte in E._____ der Verfolgung 

durch eine kriminelle Gruppierung ausgesetzt sei, weshalb das Non-Refoulement-

Prinzip die Ausweisung des Beschuldigten verbiete (Urk. 63 S. 9). Auf Vorhalt des 

von der Verteidigung eingereichten Fotos (Urk. 62/2) bestätigte der Beschuldigte, 

dass ihm unter anderem dieses Bild der Waffe mit der Aufschrift "…" über die sozi-

alen Medien zugesandt worden sei. Er habe zuerst nicht gewusst, was die Auf-

schrift bedeute, bis ihn seine Verteidigerin darüber aufgeklärt habe. Es habe auch 

noch eine Videoaufnahme erhalten, worin eine Waffe auf ihn gerichtet worden und 

gesagt worden sei, wenn er nach E._____ komme, würde man ihn umbringen. Er 

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habe deshalb Angst, wenn er daran denke, nach E._____ zurückkehren zu müs-

sen (Prot. II S. 12 ff.). 

 c) Die diesbezüglichen Ausführungen des Beschuldigten sind nicht glaubhaft. 

Insbesondere verwickelt er sich in zeitlicher Hinsicht in zahlreiche Widersprüche. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung danach gefragt, wann genau er die von ihm 

behaupteten Drohung bekommen habe, gab er an, er glaube das sei im Juli 2022 

gewesen. Das habe begonnen, nachdem sein Vater verstorben sei. Seither hätten 

sie ihm gedroht. Das sei zu Beginn 2022 und im Juli 2022 gewesen. Darauf auf-

merksam gemacht, dass unter diesen Umständen aber nicht einleuchte, weshalb 

er seine Weihnachtsferien 2021 verschoben habe, führte der Beschuldigte aus, 

sein Vater sei ja im Mai 2021 gestorben. Ab dann hätten die Drohungen begonnen 

(Prot. II S. 14). Damit konfrontiert, dass seine Geschichte dann aber nachgescho-

ben wirke, habe er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. No-

vember 2021 doch keine derartigen Drohungen erwähnt, passte der Beschuldigte 

seine Aussagen wiederum an und gab an, er sei schon vorher bedroht worden, 

das drohende Foto habe er aber erst nach der Hauptverhandlung erhalten (Prot. II 

S. 21). Die Sachdarstellung des Beschuldigten erscheint aber auch ganz generell 

wenig plausibel. So ist nicht nachvollziehbar, weshalb es die Feinde seines Vaters 

nun auf ihn abgesehen haben sollten. Dies zumal der Beschuldigte stets angab, 

kaum Kontakt zu seinem in E._____ lebenden Vater gepflegt zu haben und auch 

nichts mit den angeblichen Drogengeschäften seines Vaters zu tun haben will. 

Auch die Frage, ob die Bande ihm gegenüber Geldforderungen gestellt hätte, ver-

neinte der Beschuldigte (Prot. II S. 17). Dass das von der Verteidigung eingereich-

te Foto demjenigen aus dem ebenfalls von der Verteidigung eingereichten Auszug 

einer Reportage über Drogenbanden entspricht, lässt weitere Zweifel aufkommen 

(vgl. Urk. 62/2 mit Urk. 62/3). Wenn der Beschuldigte weiter ausführt, er habe sein 

damaliges Handy verloren und könne dem Gericht die bedrohenden Sprachnach-

richten deshalb nicht mehr als Beweis vorlegen (Urk. 63 S. 9 und Prot. II S. 14), 

vermag das auch nicht zu überzeugen. Gemäss eigenen Angaben wurde er über 

die Social-Media-Plattform "Instagram" bedroht. Um an diese Nachrichten zu ge-

langen, hätte sich der Beschuldigte aber lediglich auf seinem Instagram Account 

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einloggen müssen. Ein solches Login ist nicht an ein bestimmtes Gerät gebunden. 

Das Non-Refoulement-Prinzip kommt vorliegend somit nicht zum Tragen. 

 d) Unter Würdigung aller Umstände bleibt es dabei, dass kein schwerer per-

sönlicher Härtefall vorliegt. Der Beschuldigte ist somit des Landes zu verweisen. 

Aufgrund seines noch jugendlichen Alters und im Rahmen des Raubtatbestandes 

noch leichten Verschuldens rechtfertigt es sich, die Dauer der Landesverweisung 

auf das gesetzliche Minimum von fünf Jahren festzusetzen. 

 4. a) Die Vorinstanz ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem an. Sie erwog dazu, dass diese gemäss Art. 24 

Ziff. 2 SIS-II-VO insbesondere erfolgen müsse, wenn die Landesverweisung auf 

einer Verurteilung zu einer Straftat beruhe, die mit mindestens einem Jahr Frei-

heitsstrafe bedroht sei (BGE 146 IV 172 Erw. 3.2.2). Gemäss einem neueren Ent-

scheid des Bundesgerichtes sei entscheidend, ob die Straftat im Höchstmass mit 

mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sei (BGE 147 IV 340). Das Bun-

desgericht hielt des Weiteren fest, dass von der betroffenen Person zusätzlich eine 

Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen müsse. An die An-

nahme einer solchen Gefahr seien allerdings keine allzu hohen Anforderungen zu 

stellen. Nicht verlangt werde, dass das individuelle Verhalten der betroffenen Per-

son eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung darstel-

le, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berühre. Dass bei der Legalprognose 

eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe bedingt ausgesprochen wer-

de, stehe einer Ausschreibung der Landesverweisung im SIS daher nichts entge-

gen. Ebenso wenig setze Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-VO die Verurteilung zu einer "schwe-

ren" Straftat voraus, sondern es genügen eine oder mehrere Straftaten, die einzeln 

betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer "gewissen Schwere" sind, unter Aus-

schluss von blossen Bagatelldelikten (a.a.O., Erw. 4.4-4.8; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 6B_628/2021 vom 14. Juli 2022 Erw. 2.2.3). 

 b) Der Beschuldigte hat eine ihm unbekannte Person verfolgt und sie hernach 

überfallen, wobei er handgreiflich wurde und sie mit einer Glasscherbe bedrohte. 

Hierbei handelt es sich klarerweise nicht mehr um ein blosses Bagatelldelikt. Viel-

mehr manifestierte der Beschuldigte durch sein Vorgehen die Gefahr für die öffent-

-   16   - 

liche Sicherheit oder Ordnung, welche von ihm ausgeht. Bei dieser Sachlage ist 

die Landesverweisung im Schengener Informationssystem auszuschreiben. 

V. 

 Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollständig. Bei 

diesem Ausgang sind ihm die Kosten des zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich aufzuerlegen 

(Art.428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Betrag von pau-

schal Fr. 6'200.– inklusive Mehrwertsteuer (vgl. Urk. 64 abzüglich der Dolmet-

scherkosten, zuzüglich 1 Stunde Aufwand für Nachbesprechung) sind auf die Ge-

richtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten ist. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 8. November 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 

7 und 8 (Entscheide über beschlagnahmte Gegenstände) sowie 9 bis 12 

(Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

18 Tage durch Haft erstanden sind, und mit Fr. 400.– Busse. 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei 

Jahre festgesetzt. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs.1 lit. c StGB für 5 Jahre des 

Landes verwiesen. 

-   17   - 

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-

verweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'200.–   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amt-

lichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehal-

ten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Privatklägerin B._____ 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials zwecks Bestimmung der 
Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

9. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden. 

-   18   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 14. Oktober 2022 
 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

Oberrichterin lic. iur. Bertschi 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Leuthard 
 

 

	Urteil vom 14. Oktober 2022
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	 des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 18 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. Mai 2021 beschlagnahmte Attrappe einer Faustfeuerwaffe (Asservaten-Nr. A014'438'745) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.
	8. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 18. Mai 2021 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben:
	 Herrenjacke (Asservaten-Nr. A014'438'665)
	 schwarze Hose (Asservaten-Nr. A014'438'701)
	 weisse Schuhe (Asservaten-Nr. A014'438'712)

	Verlangt er diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen ab Rechtskraft heraus, werden diese der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	9. Rechtsanwältin MLaw X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit Fr. 14'385.50 (inkl. Mehrwertsteuer und interner Anteil Rechtsanwältin MLaw X2._____) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 8. November 2021 bezüglich Schuldpunkt (Disp. Ziff.1), der Verurteilung zur Bezahlung einer Busse von CHF 400.– (Disp. Ziff. 2), Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe (Disp. Z...
	2. Der Beschuldigte sei für die Verurteilung wegen Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von maximal 8 Monaten zu bestrafen.
	3. Von einer Landesverweisung des Beschuldigten und damit von einer Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem sei abzusehen.
	4. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen, wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen sind.
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 8. November 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 7 und 8 (Entscheide über beschlagnahmte Gegenstände) sowie 9 bis 12 (Kostendispositiv) in Rechtsk...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 18 Tage durch Haft erstanden sind, und mit Fr. 400.– Busse.
	2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs.1 lit. c StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäs...
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin B._____
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

	9. Rechtsmittel: