# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fb9a756-9625-5b98-a31e-68903d848279
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.05.2016 200 2015 457
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-457_2016-05-30.pdf

## Full Text

200 15 457 IV
LOU/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 30. Mai 2016

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. April 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1970 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 28. März 2001 unter Hinweis auf Schul-
ter-/Armbeschwerden rechts bei der Invalidenversicherung zum Leistungs-
bezug an, welche den Leistungsanspruch abklärte und verschiedene 
berufliche Massnahmen gewährte (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1, 4 - 8, 10, 14 f., 19 - 26; vgl. auch 
nachträglich eingescannte Akten der Invalidenversicherung [act. IIa], alle 
unpaginiert). In der Folge sprach die IVB dem Versicherten wegen Schul-
ter-/Armbeschwerden rechts und psychischen Problemen (vgl. act. II 23 f.; 
siehe auch act. IIa) mit Verfügungen vom 26. August und 3. November 
2004 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % rückwirkend ab dem 1. Mai 2001 
eine halbe Rente zu (act. II 36 f.), deren Weiterausrichtung sie revisions-
weise mit Mitteilung vom 15. Juli 2008 bestätigte (act. II 56). In den Jahren 
2009 und 2010 gewährte die IVB dem Versicherten nach Stellenverlust 
berufliche Massnahmen und verfügte am 22. März 2010 das Wiederaufle-
ben der halben Invalidenrente nach erfolgreich abgeschlossener beruflicher 
Massnahme (act. II 57, 61 - 65, 68 - 83). Am 23. Mai 2011 bestätigte die 
IVB wiederum revisionsweise die weitere Ausrichtung der bisherigen halb-
en Rente (act. II 88). Nach Einleitung eines erneuten Revisionsverfahrens 
im April 2013 erfolgte mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 
7. November 2013 die Rentenaufhebung (act. II 95, 111). 

B.

Am 9. Dezember 2014 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf psy-
chische Probleme und Schulterbeschwerden rechts erneut bei der Invali-
denversicherung zum Leistungsbezug an (act. II 117). In der Folge forderte 
die IVB den Versicherten mit Schreiben vom 24. Dezember 2014 (act. II 
126) auf, mittels ärztlicher Zeugnisse oder entsprechender Berichte bis 
zum 15. Januar 2015 glaubhaft zu machen, dass seit dem Erlass der Ver-
fügung vom 7. November 2013 eine wesentliche Änderung in den rechtser-

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heblichen Tatsachen eingetreten sei. Da der Versicherte innert Frist keine 
Unterlagen eingereicht hatte, stellte die IVB mit Vorbescheid vom 22. Ja-
nuar 2015 (act. II 128) Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aus-
sicht. Dagegen erhob der Versicherte am 18. Februar 2015 unter Beilage 
eines Berichts von med. pract. C.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, vom 12. Februar 2015 Einwände (act. II 129). Zu-
sätzlich ging am 23. Februar 2015 bei der IVB ein Bericht von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 20. Febru-
ar 2015 ein (act. II 131). Am 16. März 2015 ergänzte der Versicherte, ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, seine Einwände gegen den 
Vorbescheid (act. II 136). Nachdem die IVB eine Stellungnahme des Regi-
onalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eingeholt hatte (act. II 138) und am 9. 
April 2015 ein Bericht von Dr. med. E.________, Facharzt für Rheumatolo-
gie FMH und Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 1. April 2015 einge-
gangen war (act. II 139), trat sie mit Verfügung vom 14. April 2015 (act. II 
140) auf das Leistungsbegehren nicht ein. 

C.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 18. Mai 2015 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung habe die Beschwerdegegnerin auf das Revi-
sionsgesuch vom 22. Dezember 2014 (richtig: 9. Dezember 2014) einzutre-
ten und den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers materiell abzuklä-
ren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Mit Eingabe vom 26. Mai 2015 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die 
Einreichung einer Beschwerdeantwort und beantragt die Abweisung der 
Beschwerde. Gleichzeitig reicht sie aufforderungsgemäss einen Auszug 
aus Track and Trace betreffend Zustellung der angefochtenen Verfügung 
ein. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 14. April 2015 (act. II 140), mit 
welcher auf Nichteintreten auf die Neuanmeldung vom 9. Dezember 2014 
(act. II 117) erkannt wurde. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerde-
gegnerin zu Recht nicht auf die Neuanmeldung eingetreten ist.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln Beschwerden 
gegen Nichteintretensverfügungen oder -entscheide als Einzelrichterin oder 
Einzelrichter (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 
33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich 
die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begrün-
deten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu 
berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 
längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung 
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-
spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 
ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 
Anforderungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht 
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend 
gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts-
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen 
ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdar-
stellung nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftma-
chen weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss 

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– im Gegensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der 
behaupteten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht 
vollständig und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 
121 E. 2).

2.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neuan-
meldung vom 9. Dezember 2014 (act. II 117) nicht eingetreten ist, das 
heisst, ob sie zu Recht davon ausgegangen ist, der Beschwerdeführer ha-
be eine seit der letzten rechtskräftigen materiellen Leistungsverfügung vom 
7. November 2013 (act. II 111) eingetretene Verschlechterung seines Ge-
sundheitszustandes nicht glaubhaft gemacht. 

3.2 In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung vom 7. November 
2013 (act. II 111) im Wesentlichen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Im Bericht vom XX.XX.2013 (act. II 101) gab der Hausarzt 
Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, an, 
der aktuelle Zustand sei relativ stabil. Bei Mehrbelastung würden die 
Schmerzen im rechten Arm zunehmen und bei vermehrtem Druck werde 
die Psyche schlechter. Der Beschwerdeführer sei psychisch vermindert 
belastbar, rasch kränkbar. Die Abduktion der rechten Schulter sei ab 90° 
eingeschränkt, der Schürzengriff sei bis L3 möglich, bei Innen- und Aus-
senrotation bestehe eine zirka um die Hälfte verminderte Kraft, Über(kopf)-
arbeiten und Heben seien klar eingeschränkt. Die Prognose sei unverän-
dert, es sei maximal ein Pensum von 50 % möglich, bei Mehrbelastung 
komme es rasch zu einer psychischen Dekompensation. 

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3.2.2 Am 8. August 2013 wurde der Beschwerdeführer durch die RAD-
Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, untersucht. Die beiden dazu verfassten Berichte vom 8. August 2013 
(act. II 106) und 6. November 2013 (act. II 110) enthalten im Wesentlichen 
die Folgenden Angaben:

Diagnosen (mit/ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit [act. II 106/4 f., 110/4]):
 Depressive Störung mit leichten bis mittelgradigen depressiven Episoden,

ICD-10 F33.0/33.1 bis 2009/2010, gegenwärtig remittiert, ICD-10 F33.4
 Persistierende Zerviko-Brachialgie rechts bei Schulterbeschwerden mit St. n. 

Operation wegen Impingement-Symptomatik 2002 und Epicondyalgia humeri 
lateralis rechts bei St. n. Operation 2000 

 Intermittierende Brachialgia paraesethetica ohne Kompressionsneuropathie 
(EMG vom 26. Februar 2004)

Diagnosen (ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit):
 Selbstunsichere Persönlichkeitszüge, ICD-10 Z73.1
 St. n. Abhängigkeitssyndrom durch Opioide, Cannabinoide, Kokain und Alko-

hol, gegenwärtig seit 1991 abstinent, ICD-10 F10.20, F11.20, F12.20, F14.20
 St. n. Claviculafraktur rechts, Trauma 1990
 Nikotinabusus

Dr. med. G.________ gab an (act. II 106/4, 110/4 f.), in den zur Verfügung 
stehenden Akten und mit der eigenen Untersuchung seien die depressiven 
Störungen remittiert und zuletzt mit einer Krise am Arbeitsplatz 2009/2010 
aufgetreten, die in Zusammenhang mit der Kündigung der Arbeitsstelle 
gestanden habe. Die geltend gemachten Schmerzen im Schultergelenk 
seien seit der letzten Revision unverändert. Der leicht unsichere Be-
schwerdeführer traue sich nach der Drogenzeit und den früher aufgetrete-
nen depressiven Störungen und den Schmerzen im Nacken-Arm-Schulter-
bereich rechts wenig zu, schone sich und habe eine Pensumserhöhung am 
jetzigen Arbeitsplatz ausgeschlagen. Die depressive Störung werde vom 
ihn behandelnden Hausarzt als gebessert beurteilt, eine psychiatrische 
Behandlung finde nicht statt und in der Untersuchung habe keine affektive 
Störung erhoben werden können. Die depressive Störung sei remittiert. Für 
die einst vom behandelnden Psychiater diagnostizierte schwere Persön-
lichkeitsstörung fehlten entsprechende Befunde und Unstimmigkeiten mit 
dem Therapeuten selber sollten damals, gemäss Angaben des Beschwer-
deführers, zu Missstimmung und Misstrauen geführt haben, was sonst bei 
ihm nicht vorgekommen sei. Diese Diagnose sei nicht nachvollziehbar und 

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habe mit der eigenen Untersuchung nicht bestätigt werden können. Die 
Schmerzen und Einschränkungen im linken Arm wirkten sich bei Über-
kopfarbeiten und beim Heben von Lasten auf die Arbeitsfähigkeit aus (Be-
richt Dr. med. F.________ von 2008 und vom XX.XX.2013), hingegen sei 
eine angepasste Tätigkeit, selbst in einem …, möglich. Eine Verschlechte-
rung der somatischen Symptomatik sei nicht ausgewiesen oder geltend 
gemacht worden. Die Befunde zur Psychopathologie fehlten in den Akten 
(Behandlung durch den Hausarzt), hingegen habe der den Beschwerdefüh-
rer seit langer Zeit behandelnde Arzt die Schmerzsymptomatik und die so-
matisch bedingten Einschränkungen objektiviert. Zur Arbeitsfähigkeit gab 
Dr. med. G.________ an (act. II 106/5), der Beschwerdeführer habe keine 
psychiatrischen Einschränkungen. Ihm sei in einer angepassten Tätigkeit 
ein volles Pensum zumutbar. Dabei bestehe keine Leistungsminderung. 
Angepasst sei eine Tätigkeit ohne das Heben schwerer Lasten, ohne Über-
kopfarbeiten, mit einem regelmässigen Pensum ohne Zusatzeinsätze und 
einem wohlwollenden Arbeitsklima. Abschliessend hielt die RAD-Ärztin fest 
(act. II 106/5, 110/5), der Beschwerdeführer könnte mit der Pensumser-
höhung und Aktivierung die vorhandene Selbstunsicherheit abbauen, an 
physischer und psychischer Stärke gewinnen und sein ursprüngliches Ziel, 
wieder ganz selbstständig zu sein, verwirklichen. Dazu wäre eine Beglei-
tung mit Psychotherapie hilfreich. 

3.3 Die medizinische Situation präsentiert sich seit der rechtskräftigen 
Verfügung vom 7. November 2013 (act. II 111) im Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Der behandelnde Psychiater med. pract. C.________ gab im Be-
richt vom 12. Februar 2015 (act. II 129) die folgenden Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:

 Mittelgradige depressive Episode nach Suizid der … bei rezidivierender de-
pressiver Störung (F33.1), bestehend seit XX.XX.2014

 Gemischte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und paranoiden Anteilen 
(F60.8) bei St. n. multiplem Substanzgebrauch, seit vielen Jahren abstinent 
(F19.20), bestehend seit dem jungen Erwachsenenalter

 Chronische Cervicobrachialgie rechts mit St. n. mehreren diagnostischen und 
therapeutischen Massnahmen

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Med. pract. C.________ attestierte vom XX.XX. bis XX.XX.2014 eine 
100 %-ige, vom XX.XX. bis XX.XX.2014 eine 50 %-ige und ab dem 
XX.XX.2014 bis auf weiteres wiederum eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
und hielt fest (act. II 129/3 und 4), beim Beschwerdeführer bestehe ein 
starker Leidensdruck durch die fehlende Wahrnehmung seiner Leistungen 
durch die Vorgesetzten und fehlende Rücksicht auf seine Leistungsgren-
zen, neu auch seitens der IV und (in administrativer Logik) der Taggeldver-
sicherung. Der Beschwerdeführer leide an depressiven Symptomen mit 
Reizbarkeit inklusive Gewaltphantasien, er habe sich bei „Exit“ angemeldet; 
Erschwerung durch die Schmerzproblematik in Schulter und Rücken. Ent-
gegen der Beurteilung der Versicherungsärztin 2013 habe sich schon bald 
im Jahr 2014 gezeigt, dass der Beschwerdeführer mit den Anforderungen 
im 100 %-Pensum als …-Mitarbeiter in eine psychische und psychosomati-
sche Dekompensation gerate (… 2014). Kurz nach dem Wiedereinstieg zu 
50 % ab … 2014 habe er die Kündigung erhalten, bald danach habe er den 
Verlust seiner … erlitten, die sich am XX.XX.2014 suizidiert habe, aus 
Angst, ein Pflegefall zu werden. Die Prognose sei ungünstig punkto Arbei-
ten im Pensum über 60 % und in einem Arbeitsumfeld, in dem die erwähnte 
Konfliktdynamik sich akzentuiere. 

3.3.2 Der Hausarzt Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 20. Februar 
2015 (act. II 131) fest, nachdem beim Beschwerdeführer im Rahmen einer 
Rentenrevision im November 2013 die 50 %-ige IV-Rente gestrichen wor-
den sei, habe er seine berufliche Tätigkeit als … bei der H.________ per
1. Januar 2014 auf 100 % aufgestockt. Dieses Arbeitspensum habe sich in 
der Folge als grosse Belastung erwiesen, insbesondere von psychischer 
Seite. Der Beschwerdeführer sei an seine Leistungsgrenzen gekommen, 
die Erholungszeiten zwischen den Arbeitseinsätzen hätten nicht mehr aus-
gereicht, es habe sich eine zunehmende Überforderungssituation einge-
stellt. In der Folge habe sich eine zunehmende depressive Symptomatik 
entwickelt. Der Beschwerdeführer habe deshalb sein Arbeitspensum auf 
80 % reduzieren wollen, was aber gemäss seinen Angaben vom Arbeitge-
ber abgelehnt worden sei (anamnestisch verbunden mit der Kündigungs-
androhung). Als er den Beschwerdeführer Ende … 2014 in seiner 
Sprechstunde gesehen habe, habe aufgrund eines erheblichen depressi-
ven Zustandsbildes eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 % ab dem XX.XX.2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 10

ausgesprochen werden müssen. Zudem sei die medikamentöse antide-
pressive Therapie intensiviert und eine psychiatrisch-psychotherapeutische 
Behandlung bei med. pract. C.________ eingeleitet worden (offenbar sei 
zuvor über längere Zeit keine fachärztliche psychiatrische Betreuung er-
folgt). Im weiteren Verlauf habe der Beschwerdeführer am XX.XX.2014 
seine berufliche Tätigkeit als … bei der H.________ wieder zu 50 % auf-
nehmen können. Als ihm im … 2014 die Arbeitsstelle gekündigt worden sei 
und sich zudem seine … am XX.XX.2014 suizidiert habe, sei es zu einer 
schweren depressiven Reaktion/Dekompensation gekommen, so dass 
med. pract. C.________ während seiner Ferienabwesenheit die Arbeitsun-
fähigkeit zu 100 % ab dem XX.XX.2014 attestiert habe, was von ihm in der 
Folge bestätigt worden sei. Seither habe die Situation einigermassen stabi-
lisiert werden können, es persistiere aber ein depressives Zustandsbild, 
welches eine erneute Arbeitsaufnahme bis zum heutigen Zeitpunkt nicht 
zugelassen habe. Insgesamt unterstütze er aufgrund der Vorgeschichte, 
den bekannten Diagnosen, des Verlaufes und der aktuellen Situation die 
Beurteilung von med. pract. C.________, dass ein volles Arbeitspensum 
aus medizinischen Gründen nicht realistisch sei. Es sei höchstens ein Ar-
beitspensum von 50 % zumutbar bzw. realistisch, wobei als Hauptursache 
für die Einschränkung die psychiatrischen Diagnosen im Vordergrund stün-
den. Einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit wirkten sich aber auch die Be-
schwerden von Seiten der chronischen Zervikobrachialgie rechts aus. 
Insbesondere seien Arbeiten oberhalb des Schulterniveaus/Überkopf-
arbeiten kaum mehr möglich, insbesondere über längere Zeit.

3.3.3 In der Stellungnahme vom 9. April 2015 (act. II 138/3 f.) gab der 
RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, an, (in somatischer Hinsicht) sei unter Heranziehung der aktuell 
eingegangenen Akten eine relevante Veränderung nicht auszumachen, 
zumal in beiden Berichten die bekannte chronische Zervikobrachialgie 
rechts angegeben werde und keine neuen Befunde übermittelt würden. In 
psychiatrischer Hinsicht sei anzumerken, dass zum Zeitpunkt der RAD-
Untersuchung durch Dr. med. G.________ am 8. August 2013 die ana-
mnestisch bekannte rezidivierende depressive Störung remittiert gewesen 
sei, dass jedoch die früheren leichten bis mittelgradigen depressiven Epi-
soden angeführt worden seien und zur letzten depressiven Episode ange-

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merkt worden sei, dass diese im Zusammenhang mit der Kündigung der 
(damaligen) Arbeitsstelle aufgetreten sei, also reaktiv im Zusammenhang 
mit einer belastenden Situation. Die rezidivierende depressive Störung sei 
(trotz Remission) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge-
wertet und im Zumutbarkeitsprofil entsprechend festgehalten worden, dass 
angepasste Tätigkeiten mit einem regelmässigen Pensum ohne Zu-
satzeinsätze und mit einem wohlwollenden Arbeitsklima einhergehen soll-
ten. Hingegen habe Dr. med. G.________ keine ausreichenden 
Anhaltspunkte für die früher diagnostizierte Persönlichkeitsstörung („ge-
mischte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, abhängigen und parano-
iden Zügen … [F60.8]“; siehe Bericht von Dr. med. J.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 5. Februar 2004) erheben 
und lediglich selbstunsichere Persönlichkeitszüge, ICD-10 Z73.1, feststel-
len können. Im aktuellen Bericht von med. pract. C.________ vom 12. Fe-
bruar 2015 (Behandlung seit XX.XX.2014) sei neben einer gemischten 
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und paranoiden Anteilen, ICD-10 
F60.8, (bei Status nach multiplem Substanzgebrauch) eine mittelgradige 
depressive Episode nach dem Suizid der …, bestehend seit XX.XX.2014, 
bei rezidivierender depressiver Störung, ICD-10 F33.1, angeführt worden. 
Gemäss Angaben des Beschwerdeführers im Schreiben vom 18. Februar 
2015 sei ihm am XX.XX.2015 gekündigt worden. Insofern sei in Analogie 
zum früheren Verlauf im Rahmen der bekannten rezidivierenden depressi-
ven Störung von einer neuerlichen reaktiven Verschlechterung des psychi-
schen Befindens mit Entwicklung depressiver Symptome auszugehen, 
welche unter entsprechender Behandlung wieder abklingen und remittieren 
sollten. Somit sei auch aus psychiatrischer Sicht eine relevante anhaltende 
Veränderung des Gesundheitszustandes nicht auszumachen. Es könne 
weiter auf das Zumutbarkeitsprofil vom 8. August 2013 abgestützt werden. 

3.3.4 Im rheumatologischen Konsilium vom 1. April 2015 (act. II 139) gab 
Dr. med. E.________ die folgenden Diagnosen an:

Atypische Schulterschmerzen rechts
 St. n. Operation einer Epicondylopathia humeri lateralis rechts 8/2000
 St. n. Operation wegen Impingement-Syndrom 1/2002

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Dr. med. E.________ hielt fest, seit 15 Jahren leide der Beschwerdeführer 
an chronischen, atypischen Schulterschmerzen rechts. Zweimalige Opera-
tionen (Ellbogen, Schulter) hätten ebenso wenig geholfen wie alle versuch-
ten Physiotherapien. Auch bei der heutigen Untersuchung seien keine spe-
zifischen Befunde zu finden. Auffallend sei allenfalls eine lokale 
Hypermotilität, welche für chronische Gelenkbeschwerden prädisponieren 
könne, allerdings sei die Innenrotation beim Prüfen des Schürzengriffs im 
Vergleich zur Gegenseite schmerzhaft leicht eingeschränkt. Die klassi-
schen Schulterfunktionstests seien durchwegs negativ, die Schmerzen 
liessen sich palpatorisch auf die vordere Thoraxwand und auch auf die 
Weichteile ventral des Schultergelenks und am Oberarm rechts lokalisie-
ren. Eine rein organische Ursache der Schulterschmerzen sei somit un-
wahrscheinlich. Bemerkenswerterweise habe der Beschwerdeführer in den 
vergangenen Jahren nie mehr Schmerzmittel wegen der Schulterproblema-
tik eingenommen. Dies sei ein weiteres Indiz dafür, dass auch beim Erle-
ben der Schulterschmerzen die psychische Situation eine relevante Rolle 
spiele. Bei der Arbeit sollten repetitive Überkopfarbeiten vermieden werden, 
sonstige Einschränkungen lägen rein körperlich eigentlich nicht vor. 

3.3.5 Med. pract. C.________ führte im Bericht vom 12. März 2015 aus 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3), die Beurteilung der RAD-Ärztin 
Dr. med. G.________ (6. November 2013), es fehlten beim Beschwerde-
führer Befunde für eine Persönlichkeitsstörung, teile er nicht. Die bisherigen 
Stellenverluste des Beschwerdeführers seien in Zusammenhang gestan-
den mit seinem Erlebnisschema, in seiner Einsatzbereitschaft und seinen 
Leistungen nicht gewürdigt zu werden, was denn eine konstruktive Kon-
fliktbewältigung jeweils verhindert habe. In den Gesprächen mit dem Be-
schwerdeführer werde jeweils sein ungeheurer Druck spürbar, sich in 
vielen Wiederholungen hinsichtlich seiner Anstrengungen und der Unge-
rechtigkeiten, denen er ausgesetzt sei, darzustellen. Weiter werde im Be-
richt von Dr. med. G.________ nicht berücksichtigt, dass seine depressiven 
Beschwerden von der psychischen Belastung bei der Arbeit abhängen 
würden. Nota bene habe es sich bei der Arbeit des Beschwerdeführers 
nicht um eine „angepasste Tätigkeit“ gehandelt. Dr. med. G.________‘s 
These, „mit der Pensumserhöhung könnte der Versicherte die vorhandene 
Selbstunsicherheit abbauen, an physischer und psychischer Stärke gewin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 13

nen …“, sei anschliessend ab dem 1. Januar 2014 in der 100 %-Anstellung 
bei der H.________ in vivo falsifiziert worden. Es sei bei ihm im Verlauf des 
ersten Halbjahres zur Ausbildung eines schweren depressiven Zustands-
bildes gekommen, was die Erhöhung der antidepressiven Medikation und 
eine 100 %-ige Krankschreibung erfordert habe. Die Wiederaufnahme der 
Arbeit zu 50 % ab dem XX.XX.2014 habe der Arbeitgeber als Wegfall des 
Kündigungsschutzes benützen können. Damit habe der Beschwerdeführer 
nicht die Chance gehabt, sich mit dem 50 %-Pensum wieder ins Arbeitsle-
ben einzugliedern, wie es jeweils der Plan der IV wäre. 

3.3.6 Dr. med. D.________ hielt am 17. Mai 2015 (act. I 4) fest, in der 
Stellungnahme des RAD werde der chronologische Ablauf der Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes nicht korrekt wiedergegeben. So gehe 
aus seinem Bericht vom 20. Februar 2015 klar hervor, dass sich der Ge-
sundheitszustand bereits im Laufe des ersten Halbjahres 2014 im Sinne 
einer Verstärkung der depressiven Symptomatik verschlechtert habe, so 
dass ab dem XX.XX.2014 eine Arbeitsunfähigkeit zu 100 % habe attestiert 
werden müssen. Diese Verschlechterung sei eine unmittelbare Folge der 
beim Beschwerdeführer vorliegenden psychischen Grunderkrankungen, 
ausgelöst vor allem durch die Aufstockung des Arbeitspensums mit ent-
sprechender gesundheitlicher Be- bzw. Überlastung. Entgegen der Darstel-
lung des RAD sei die Verschlechterung der depressiven Symptomatik nicht 
erst nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die H.________ im 
… 2014 und den Suizid der … am XX.XX.2014 erfolgt. Vielmehr hätten 
diese Ereignisse zu einer erneuten und zusätzlichen Exacerbation des de-
pressiven Zustandsbildes mit konsekutiver Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
geführt, dies gehe aus seinem Bericht vom 20. Februar 2015 klar hervor. 
Somit müsse davon ausgegangen werden, dass die dem RAD vorliegen-
den medizinischen Akten nicht adäquat gewürdigt worden seien. Zusam-
menfassend halte er an seiner Beurteilung fest, dass sich die Situation seit 
der Verfügung vom 7. November 2013 in relevanter und erheblicher Weise 
geändert habe. Die Veränderung sei andauernd und nicht nur im Sinne 
eines reaktiven und vorübergehenden Geschehens. 

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 14

4.1 In somatischer Hinsicht wird eine wesentliche Veränderung der 
Schulter-/Armbeschwerden rechts seit der Verfügung vom 7. November 
2013 (act. II 111) weder vom Beschwerdeführer geltend gemacht noch er-
gibt sich Dergleichen aus den Akten.

4.2 In psychischer Hinsicht vertritt der Beschwerdeführer hingegen die 
Auffassung, seit November 2013 sei eine wesentliche Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht worden. Er bringt dazu vor 
(Beschwerde S. 4 f.), die Erhöhung der Erwerbstätigkeit nach der Renten-
aufhebung auf ein Vollzeitpensum ab dem 1. Januar 2014 habe ihn über-
fordert, weshalb er sich in hausärztliche und psychiatrische Behandlung 
begeben habe. Gemäss dem behandelnden Psychiater rührten die psychi-
schen Beschwerden von der Arbeitssituation her, was durch die Aufnahme 
der vollschichtigen Erwerbstätigkeit ab Januar 2014 und der anschliessen-
den Ausbildung eines depressiven Zustandsbildes sowie der 100 %-igen 
Arbeitsunfähigkeit im Sommer 2014 bekräftigt worden sei. Entgegen der 
Auffassung des RAD sei die Verschlechterung nicht aufgrund der Kündi-
gung vom XX.XX.2014 bzw. des Suizids der … eingetreten, sondern da-
durch lediglich zusätzlich verstärkt worden. Gemäss hausärztlicher bzw. 
psychiatrischer Einschätzung bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % bzw. 60 %. 

4.2.1 Im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 7. November 
2013 (act. II 111) war gemäss Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ die depressive Störung remittiert und die früher diagnostizierte 
schwere Persönlichkeitsstörung konnte die RAD-Ärztin nicht bestätigten, 
sie ging lediglich von selbstunsicheren Persönlichkeitszügen, ICD-10 Z73.1 
(act. II 106/5, 110/4), aus. Im Vergleich dazu diagnostizierte der den Be-
schwerdeführer seit dem XX.XX.2014 behandelnde Psychiater med. pract. 
C.________ eine mittelgradige depressive Episode nach Suizid der … bei 
rezidivierender depressiver Störung (F33.1), bestehend seit XX.XX.2014, 
und eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und paranoiden 
Anteilen (F60.8) bei Status nach multiplem Substanzgebrauch, seit vielen 
Jahren abstinent (F19.20 [act. II 129]), womit seit der Verfügung vom 
7. November 2013 (act. II 111) eine diagnostische Veränderung dokumen-
tiert ist. Der RAD-Arzt Dr. med. I.________ sieht darin jedoch keine rele-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 15

vante anhaltende Veränderung des Gesundheitszustandes (act. II 138/3 f.), 
indem er sich hinsichtlich der Persönlichkeitsstörung der Ansicht der RAD-
Ärztin Dr. med. G.________ aus dem Jahr 2013 anschliesst, wonach keine 
solche, sondern lediglich selbstunsichere Persönlichkeitszüge gegeben 
seien, und indem er die mittelgradige depressive Episode als erneute reak-
tive Verschlechterung im Zusammenhang mit der am XX.XX.2014 erfolgten 
Kündigung der Arbeitsstelle qualifiziert, welche unter entsprechender Be-
handlung wieder abklingen und remittieren sollte. 

4.2.2 Dieser Auffassung kann jedoch nicht gefolgt werden. Denn im zeitli-
chen Ablauf hat die depressive Problematik – wie der Beschwerdeführer zu 
Recht geltend macht – nicht erst nach der Kündigung und dem Suizid der 
… im … 2014 eingesetzt, diese manifestierte sich bereits früher, so dass er 
ab dem XX.XX.2014 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde (act. II 
120, 129, 131) und sich ab dem XX.XX.2014 bei med. pract. C.________ in 
psychiatrische Behandlung begab (act. II 129/4). Diese im … 2014 einge-
tretene psychische Dekompensation stand sowohl gemäss dem Psychiater 
med. pract. C.________ als auch gemäss dem Hausarzt Dr. med. 
D.________ im Zusammenhang mit der Überforderung des Beschwerde-
führers aufgrund der Steigerung der Erwerbstätigkeit auf ein 100 %-
Pensum ab dem 1. Januar 2014 (act. II 131; act. I 3, 4). Med. pract. 
C.________ hält zudem fest, dass die depressiven Beschwerden von der 
psychischen Belastung bei der Arbeit abhängen würden (act. I 3). Die Kün-
digung und der Suizid der … im … 2014 waren demnach nicht die auslö-
sende Ursache für die neuerlichen psychischen Probleme des 
Beschwerdeführers, sie haben die bereits zuvor aufgrund der Erhöhung 
des Arbeitspensums bestehende psychische Problematik zusätzlich beein-
flusst und führten ab dem XX.XX.2014 wieder zu einer 100 %-igen Arbeits-
unfähigkeit, dies nachdem der Beschwerdeführer kurzeitig vom XX.XX. bis 
XX.XX.2014 zu 50 % arbeitsfähig war (act. II 129/2). Ausserdem ist zu 
berücksichtigen, dass med. pract. C.________ entgegen der RAD-
ärztlichen Beurteilung eine Persönlichkeitsstörung bejaht und dabei darauf 
hinweist, dass bei den bisherigen Stellenverlusten eine aus Sicht des Be-
schwerdeführers ungenügende oder fehlende Würdigung seiner Leistungen 
und eine in der Folge fehlende konstruktive Konfliktbewältigung eine Rolle 
gespielt hätten (act. I 3). Es besteht somit Uneinigkeit unter den psychiatri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 16

schen Fachärzten hinsichtlich des Vorliegens einer Persönlichkeitsstörung. 
Dabei ist jedoch festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer bereits früher 
eine solche diagnostiziert wurde, nämlich im bidisziplinären Gutachten der 
MEDAS K.________ vom 13. August 2002 (act. IIa, unpaginiert), wo eine 
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, narzisstischen und abhän-
gigen Zügen (ICD-10: F60.8) angegeben wurde, und der Psychiater Dr. 
med. J.________ hielt am 5. Februar 2014 (act. II 24) eine gemischte Per-
sönlichkeitsstörung mit narzisstischen, abhängigen und paranoiden Zügen 
(ICD-10 F60.8) fest. 

4.3 Mit Blick auf diese Gegebenheiten kann die Glaubhaftmachung ei-
ner relevanten anhaltenden Veränderung des Gesundheitszustandes nicht 
allein mit dem Hinweis darauf, die depressive Problematik sei reaktiver 
Natur und behandelbar, verneint werden. Vielmehr ist es mit Blick auf die 
sich widersprechenden fachärztlichen Berichte nicht ausgeschlossen, dass 
der Beschwerdeführer an einer Persönlichkeitsstörung leidet und die de-
pressive Problematik damit in Zusammenhang steht. Folglich hat der Be-
schwerdeführer im relevanten Vergleichszeitraum eine wesentliche Verän-
derung der rechtserheblichen Tatsachen glaubhaft gemacht. Demnach ist 
die angefochtene Verfügung vom 14. April 2015 in Gutheissung der Be-
schwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, damit sie auf die Neuanmeldung vom 9. Dezember 2014 eintrete 
und den Leistungsanspruch abkläre. Dabei scheint insbesondere in medi-
zinischer Hinsicht die Durchführung einer die somatischen und psychischen 
Beschwerden abklärende Begutachtung als angezeigt. Anschliessend wird 
die Beschwerdegegnerin über die Ansprüche des Beschwerdeführers ma-
teriell zu entscheiden haben.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 17

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwalt B.________ macht mit der Kostennote vom 27. Mai 2016 
einen Zeitaufwand von 8.1 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 2‘025.-- zu-
züglich Auslagen von Fr. 60.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 166.80 (8 % von 
Fr. 2‘085.--), total Fr. 2‘251.80, geltend, was nicht zu beanstanden ist. 
Demnach ist die Parteientschädigung auf Fr. 2’251.80 festzusetzen; diesen 
Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen. 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 14. April 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie auf die Neuanmeldung 
eintrete und – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägun-
gen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Mai 2016, IV/15/457, Seite 18

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘251.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.