# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e4265df-8f11-5214-8adc-c71c5ae2fd75
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2015 C-1348/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1348-2012_2015-09-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1348/2012 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiberin Karin Wagner. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,   

vertreten durch Remo Gilomen, Rechtsanwalt, 

Thunstrasse 20, Postfach 206, 3000 Bern 6, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Rentenrevision, Verfügung der IVSTA vom 3. Februar 2012. 

 

 

 

C-1348/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a X._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer), ge-

boren am (Datum) 1961, kosovarischer Staatsangehöriger, lebt in Kosovo, 

arbeitete von 1987 bis 1992 mit Unterbrüchen in der Schweiz und entrich-

tete in dieser Zeit Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung (IVSTA act. 154).  

A.b Am 27. Oktober 1992 stürzte der Versicherte bei der Arbeit von einer 

Leiter und zog sich dabei Rückenquetschungen zu (SUVA act. 3). Die 

SUVA erbrachte zunächst Pflegeleistungen und richtete Taggelder aus, be-

vor sie mit Verfügung vom 11. Mai 1993 (SUVA act. 74), einen weiteren 

Leistungsanspruch verneinte, mit der Begründung, aufgrund der verschie-

denen Untersuchungen, vor allem derjenigen vom 4. Mai 1993, sei der 

Kreisarzt zum Schluss gekommen, dass ab 10. Mai 1993 eine vollumfäng-

liche Arbeitsfähigkeit bestehe. Es liege keine unfallbedingte Beeinträchti-

gung der Erwerbsfähigkeit vor, womit die Voraussetzungen für die Ausrich-

tung von Rentenleistungen nicht erfüllt seien. Die Verfügung erwuchs in 

Rechtskraft. Auf eine verspätete Einsprache trat die SUVA am 28. April 

1995 nicht ein (SUVA act. 33). Der Nichteintretensentscheid wurde vom 

Eidgenössischen Versicherungsgericht (heute Bundesgericht) mit Urteil 

vom 10. Dezember 1998 geschützt (SUVA act. 69). 

A.c Der Versicherte meldete sich am 2. September 1994 bei der IV-Stelle 

Bern zum Bezug von Leistungen aus der schweizerischen Invalidenversi-

cherung und gab an, infolge des im Oktober 1992 erlittenen Unfalls behin-

dert zu sein (IVSTA act. 30). Er wies daraufhin, dass er die Schweiz ver-

lassen und nach Hause in den Kosovo zurückkehren werde (IVSTA act. 

31).  

Mit Verfügung vom 31. Juli 1995 wies die IV-Stelle Bern das Gesuch ab, 

da dem Beschwerdeführer jede mittelschwere Arbeit vollumfänglich zumut-

bar sei (IVSTA act. 65). Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern am 5. Juli 1996 (IVSTA act. 80) we-

gen mangelnder Zuständigkeit der verfügenden Instanz gut, hob die ange-

fochtene Verfügung auf und überwies die Akten zum weiteren Vorgehen im 

Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Fol-

genden: IVSTA oder Vorinstanz). 

C-1348/2012 

Seite 3 

B.  

Die IVSTA liess den Versicherten im Zentrum für Medizinische Begutach-

tung in Basel (ZMB) multidisziplinär untersuchen (IVSTA act. 141). Gestützt 

auf das Gutachten vom 30. Januar 2003 nahm sie eine 60% Arbeitsfähig-

keit in einer Verweisungstätigkeit und eine Erwerbseinbusse von rund 55% 

an. Mit der den Vorbescheid vom 3. Juli 2003 (IVSTA act. 146) bestätigen-

den Verfügung vom 29. März 2004 (IVSTA act. 155) sprach sie dem Versi-

cherten bei einem Invaliditätsgrad von 55% eine halbe ordentliche Invali-

denrente samt der entsprechenden Zusatzrente für seine Ehefrau sowie 

zwei Kinderrenten mit Wirkung ab 1. September 1993 zu.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 30. April 2004 Einspra-

che (IVSTA act. 157). Die IVSTA wies mit Einspracheentscheid vom 21. Mai 

2004 die Einsprache ab und bestätigte ihre Verfügung vom 29. März 2004 

(IVSTA act. 161). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil der 

Eidgenössischen Rekurskommission der Alters-, Hinterlassenen- und In-

validenversicherung für die im Ausland wohnenden Personen (heute Bun-

desverwaltungsgericht) vom 4. April 2006 abgewiesen und der Einsprache-

entscheid vom 21. Mai 2004 geschützt (IVSTA act. 167).  

C.  

Anlässlich des von der IVSTA am 26. Juli 2006 eingeleiteten Revisionsver-

fahrens (IVSTA act. 168, 169) reichte der Versicherte einen Arztbericht von 

Dr. A._______, Neurochirurg, vom 28. Dezember 2006 (IVSTA act. 173, 

176 - 179, 185), einen Fragebogen für die IV-Rentenrevision unterzeichnet 

am 7. Juni 2007 (IVSTA act. 196) und einen Arztbericht vom 13. August 

2007 von Dr. B._______, Neurochirurg, ein (IVSTA act. 203, 204, 205). Die 

IVSTA legte die Arztberichte ihrem IV-Stellenarzt Dr. C._______ vor, wel-

cher am 24. August 2007 festhielt (IVSTA act. 208), die eingereichten Arzt-

berichte würden keine Änderung der Invalidität ergeben. Mit Verfügung 

vom 31. August 2007 bestätigte die IVSTA die Ausrichtung einer halben IV-

Rente sowie einer Ehegattenzusatzrente und zweier Kinderrenten (IVSTA 

act. 210). 

D.  

Im Rahmen einer weiteren IV-Revision von Amtes wegen wurde der Versi-

cherte am 10. Mai 2011 in der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH in 

Basel (ABI) multidisziplinär untersucht (IVSTA act. 243). Gestützt auf das 

ABI-Gutachten und die medizinische Stellungnahme ihres IV-Stellenarztes 

Dr. C._______ vom 15. August 2011 (IVSTA act. 248) nahm die  

IVSTA eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit 

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Seite 4 

auf dem Bau und eine 100% Arbeitsfähigkeit in einer mittelschweren und 

leichten Verweisungstätigkeit seit dem 10. Mai 2011 an und errechnete ei-

nen Invaliditätsgrad von 28% (IVSTA act. 249, 250). Mit der den Vorbe-

scheid vom 12. September 2011 (IVSTA act. 250) bestätigenden Verfügung 

vom 3. Februar 2012 (IVSTA act. 256) wurde die Rente mangels Anspruch 

ab dem 1. April 2012 eingestellt.  

E.  

Gegen diese Verfügung erhob der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer 

am 8. März 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer act. 

1) und beantragte, 1) die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 2) eventualiter sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer weiter-

hin eine halbe IV-Rente auszurichten, 3) der Beschwerde sei die aufschie-

bende Wirkung zu erteilen, 4) dem Beschwerdeführer sei für das vorlie-

gende Verfahren das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen, 5) 

der unterzeichnete Rechtsanwalt sei dem Beschwerdeführer als unentgelt-

licher Rechtsbeistand beizuordnen, unter Kosten und Entschädigungs-

folge.  

Zur Begründung hielt der Beschwerdeführer vorab fest, er beziehe seit 20 

Jahren eine halbe IV-Rente und seine gesundheitliche Situation habe sich 

seit der letzten Überprüfung nicht verbessert (Beschwerde S. 4).  

Das rechtliche Gehör sei verletzt worden, da ihm der Name der Sachver-

ständigen nicht im Vorfeld eröffnet und keine Möglichkeit eingeräumt wor-

den sei, den begutachtenden Ärzten und Fachpersonen Ergänzungsfragen 

zu stellen (Beschwerde S. 5). Ausserdem sei dem Rechtsvertreter des Ver-

sicherten das ABI-Gutachten erst nach dem Vorbescheid am 11. Oktober 

2011 auf Gesuch hin zugestellt worden (Beschwerde S. 4, 5). 

Weiter brachte der Beschwerdeführer vor, er zweifle an der Unabhängigkeit 

des ABI (Beschwerde S. 5). Ausserdem hätte keine Auseinandersetzung 

mit dem Arztbericht von Dr. A._______ vom 9. Januar 2007 und dem me-

dizinischen Attest eines ausländischen Spitals vom 13. August 2007 statt-

gefunden (Beschwerde S. 7). Es sei nicht nachvollziehbar, innert welchem 

Zeitraum die Untersuchungen stattgefunden hätten, was aber insbeson-

dere hinsichtlich der psychiatrischen Begutachtung relevant sei (Be-

schwerde S. 6). Der Beschwerdeführer hielt weiter fest, dass er entgegen 

den Angaben des Gutachters Dr. D._______ keine gute Beziehung zu sei-

ner Frau und seinen Söhnen pflege. Die Ehe werde fortgesetzt, weil die 

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Seite 5 

Alternativen fehlen würden und eine Scheidung in Kosovo verpönt sei. 

Kontakt zu seinen Kindern habe er kaum noch. Auch habe er kaum soziale 

Beziehungen zu Freunden oder Verwandten, geschweige denn am Ort, an 

dem er lebe. Insgesamt sei die Lebenssituation für ihn bedrückend und 

mache depressiv. Der Sachverständige Dr. D._______ habe ihn offensicht-

lich nicht immer verstanden. Der Gutachter Dr. E._______ treffe schon e-

her den Punkt, indem er festgehalten habe, der Beschwerdeführer giesse 

ausschliesslich Blumen, seine Beschwerden würden ihn von der Beteili-

gung am Haushalt abhalten, er mache nicht viel, es gäbe nicht viel zu tun, 

er verfüge über keine Hobbies (Beschwerde S. 6, 7). Es werde beantragt, 

eine erneute Begutachtung bei einer unabhängigen Gutachterstelle durch-

zuführen oder zumindest eine ergänzende psychiatrische und eine ergän-

zende neurologische Untersuchung einzuleiten. Es bestünden erhebliche 

Zweifel an der Richtigkeit und Vollständigkeit der psychiatrischen Begut-

achtung des Beschwerdeführers. Eine neurologische Untersuchung habe 

nicht stattgefunden, obwohl zahlreiche Berichte und Indizien vorliegen wür-

den, welche eine derartige Exploration unabdingbar machen würden (Be-

schwerde S. 7).  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2012 wurde das Gesuch des Be-

schwerdeführers um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab-

gewiesen. Dem Beschwerdeführer wurde antragsgemäss die unentgeltli-

che Rechtspflege und Verbeiständung gewährt (BVGer act. 11).  

G.  

Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2014 (BVGer act. 17) beantragte die  

Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ange-

fochtenen Verfügung. Sie verwies zur Begründung auf das polydisziplinäre 

ABI-Gutachten vom 23. Juni 2011 betreffend die Untersuchung vom 10. 

Mai 2011, wonach der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere Ver-

weisungstätigkeiten zu 100% arbeitsfähig sei. Aufgrund der beschwerde-

weise vorgebrachten Einwände gegen das ABI-Gutachten, habe sie eine 

Stellungnahme ihres regionalen ärztlichen Dienstes eingeholt. Die RAD-

Ärztin Dr. F._______, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, habe am 

26. April 2014, die im ABI-Gutachten festgestellte psychische Besserung 

bestätigt und festgehalten, der Sachverhalt bedürfe in neurologischer Hin-

sicht keiner weiteren Abklärung (Vernehmlassung S. 1).  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wies die Vorinstanz daraufhin, dass das 

ABI-Gutachten vor der mit BGE 137 V 210 begründeten Rechtsprechung 

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Seite 6 

erstellt und die damals üblichen Verfahrensstandards eingehalten worden 

seien. Da das vorliegend nach altem Recht eingeholte Gutachten gemäss 

den Feststellungen der RAD-Ärztin zu überzeugen vermöge, könne auf 

dieses abgestellt werden (Vernehmlassung S. 1, 2).  

Trotz des langjährigen Rentenbezugs sei vorliegend von der Verwertbar-

keit der Arbeitsfähigkeit auf dem Wege der Selbsteingliederung auszuge-

hen, da beim Beschwerdeführer schon immer eine erhebliche Restarbeits-

fähigkeit von 60% in Verweisungstätigkeiten bestanden habe. Der Zuge-

winn an Leistungsfähigkeit in Verweisungstätigkeiten ziehe keinen Einglie-

derungsbedarf nach sich (Vernehmlassung S. 2).  

H.  

Mit Replik vom 14. August 2014 (BVGer act. 25) bestätigte der Beschwer-

deführer seine bisherigen Rechtsbegehren und deren Begründung.  

I.  

Die Vorinstanz bestätigte duplikweise am 22. August 2014 (BVGer act. 27) 

ihre bisherigen Anträge und deren Begründung.  

J.  

Mit Verfügung vom 27. August 2014 wurde der Schriftenwechsel geschlos-

sen (BVGer act. 28).  

K.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-

mittel wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 8. März 2012 gegen die Verfü-

gung vom 3. Februar 2012, mit der die Vorinstanz die halbe Invalidenrente 

des Beschwerdeführers eingestellt hat, da ein ordentliches Rentenverfah-

ren ergab, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ge-

bessert habe. Die Vorinstanz stützte ihre Verfügung auf Art. 17 ATSG und 

nicht auf Bst. a Abs. 1 Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 

2011 des IVG (erstes Massnahmenpaket der 6. IV-Revision). Vorliegend ist 

somit einzig zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes angenommen und gestützt darauf die Aufhebung 

der halben Invalidenrente verfügt hat.  

1.2 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021), 

sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten 

die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die IVSTA, 

die mit Verfügungen über Rentengesuche befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. 

Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist 

somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  

1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis 

VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bun-

desgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-

mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a - 26bis und 28 - 

70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 

ATSG vorsieht. 

1.4 Nach Art. 59 ATSG  ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesverwal-

tungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanz-

lichen Verfahren als Partei teilgenommen. Als Verfügungsadressat ist er 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat an deren 

Aufhebung bzw. Änderung ein schutzwürdiges Interesse. Er ist daher zur 

Beschwerde legitimiert.  

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Seite 8 

1.5 Der Beschwerdeführer hat frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG; vgl. 

auch Art. 50 und Art. 52 VwVG) Beschwerde erhoben. Auf das ergriffene 

Rechtsmittel ist einzutreten.  

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung und des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).  

2.  

Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Nor-

men und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer hat die kosovarische Staatsangehörigkeit und 

lebt in der Republik Kosovo.  

Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben die 

Bestimmungen des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik Jugosla-

wien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozial-

versicherungsabkommen) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Ju-

goslawiens anwendbar (BGE 126 V 198 E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1 mit 

Hinweis). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit einzelnen Nachfolgestaaten 

des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedonien), nicht 

aber mit Kosovo, neue Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen.  

Mit Wirkung ab dem 1. April 2010 hat der Bundesrat beschlossen (vgl. AS 

2010 1203), dieses Sozialversicherungsabkommen sowie das diesbezüg-

liche Zusatzabkommen vom 9. Juli 1982 (AS 1983 1606) und die Verwal-

tungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 (SR 0.831.109.818.12) im Verhältnis 

zur Republik Kosovo nicht mehr weiter zu führen. Diese Vertragsbeendi-

gung wurde vom Bundesgericht geschützt, so dass die genannten völker-

rechtlichen Vereinbarungen seit dem 1. April 2010 auf kosovarische 

Staatsangehörige nicht mehr anwendbar sind (Urteil des BGer 139 V 263 

vom 19. Juni 2013 E. 3 bis 8) und ein Export der Rentenleistungen daher 

grundsätzlich nicht mehr möglich ist. Vorbehalten bleibt unter bestimmten 

Voraussetzungen die weitere Anwendung auf serbisch-kosovarische Dop-

pelbürger (vgl. im Einzelnen das genannte Urteil E. 9 ff. und 12.2). Für den 

Bereich der Invalidenversicherung (IV) hat der Bundesrat im Rahmen eines 

Notenaustauschs mit dem Kosovo festgehalten, dass Leistungsanträge, 

über die bis spätestens am 31. März 2010 entschieden werde, noch nach 

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Seite 9 

den Regelungen des Sozialversicherungsabkommens beurteilt würden. 

Spätere Entscheide dagegen würden nach dem innerstaatlichen schwei-

zerischen Recht beurteilt (vgl. die diplomatische Note vom 18. Dezember 

2009). Entscheidend ist im Bereich der IV mithin der Verfügungszeitpunkt 

(vgl. das IV-Rundschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen 

[BSV] Nr. 290 vom 29. Januar 2010).  

Gemäss dem Grundsatz, wonach in zeitlicher Hinsicht regelmässig dieje-

nigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. E. 2.2 hiernach), bildet 

für die Frage, ob das für Angehörige der heutigen Republik Kosovo per 

Ende März 2010 ausser Kraft gesetzte Abkommen weiterhin zur Anwen-

dung gelangt, die Entstehung des IV-Rentenanspruchs und nicht der Zeit-

punkt des Verfügungserlasses den massgebenden Anknüpfungspunkt 

(BGE 139 V 335). 

Dem Beschwerdeführer wurde mit dem die Verfügung vom 29. März 2004 

bestätigenden Einspracheentscheid vom 12. Mai 2004 ab 1. September 

1993 eine halbe Invalidenrente gewährt, womit beim vorliegenden Revisi-

onsverfahren weiterhin das Sozialversicherungsabkommen anwendbar ist.  

Nach Art. 2 dieses Sozialversicherungsabkommens stehen die Staatsan-

gehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in 

Art. 1 genannten Rechtsvorschriften, zu welchen die schweizerische Bun-

desgesetzgebung über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, 

soweit nichts anderes bestimmt ist. Betreffend die Voraussetzungen des 

Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente sind keine abweichen-

den Vorschriften auszumachen. 

2.2 In zeitlicher Hinsicht sind - vorbehältlich besonderer übergangsrechtli-

cher Regelungen - diejenigen materiellen Rechtssätze anzuwenden, die 

bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung 

hatten (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für 

die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem 

Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 

130 V 445). Rechts- und Sachverhaltsänderungen, die nach dem massge-

benden Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 3. Februar 

2012) eintraten, sind im vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht zu be-

rücksichtigen (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b, BGE 130 V 329, BGE 130 V 64 

E. 5.2.5 sowie BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). 

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Seite 10 

2.3 Vorliegend ist auf die materiellen Bestimmungen des IVG und der Ver-

ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 

831.201) in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung vom 21. 

März 2003 und den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. 

IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen, ausser diese 

hätten durch die mit dem auf den 1. Januar 2012 in Kraft getretenen ersten 

Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) eine Änderung er-

fahren (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der 

Fassung vom 16. November 2011 [AS 2011 5679]).  

3.  

Der Beschwerdeführer machte in formeller Hinsicht beschwerdeweise gel-

tend, die Vorinstanz habe sein Gehörsanspruch verletzt, indem die Namen 

der ABI-Gutachter nicht im Vorfeld eröffnet worden seien und keine Gele-

genheit eingeräumt worden sei, den begutachtenden Ärzten und Fachper-

sonen Ergänzungsfragen, insbesondere in neurologischer Hinsicht, zu 

stellen. Weiter sei ihm das Gutachten erst nach dem Vorbescheid auf Ge-

such hin zugestellt worden. Weiter rügte er, das ABI sei nicht unabhängig.  

3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 42 

ATSG) gewährleistet der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen 

Person insbesondere das Recht, sich vor Erlass des Entscheids zur Sache 

zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu neh-

men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhe-

bung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest 

zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid 

zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Gehörsanspruch verpflichtet 

die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu 

hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb 

sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der 

Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht 

voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt 

insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfü-

gung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 V 180 

E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).  

3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Deshalb führt 

dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in 

der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

(BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 126 I 19 E. 2d/bb). Nach der Rechtspre-

chung kann jedoch eine Verletzung des Gehörsanspruchs dann geheilt 

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Seite 11 

werden, wenn die unterbliebene Gewährung des rechtlichen Gehörs in ei-

nem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in dem die Beschwer-

deinstanz mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere In-

stanz. Die Heilung ist aber ausgeschlossen, wenn es sich um eine beson-

ders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt. Zudem darf den 

Beschwerdeführenden kein Nachteil erwachsen und die Heilung soll die 

Ausnahme bleiben (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE 126 V 130 E. 2b, 

BGE 126 I 68 E. 2). Bei Verstössen gegen die Begründungspflicht wird der 

Mangel als behoben erachtet, wenn die Rechtsmittelbehörde eine hinrei-

chende Begründung liefert oder wenn die unterinstanzliche Behörde im 

Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine genügende Begründung nach-

schiebt. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs an die Verwaltung ist jedoch im Sinne einer Heilung des Mangels 

selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen 

ausführlich Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 193/04 vom 14. Juli 2006 

sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-884/2010 vom 

18. Oktober 2012 E. 4 ff. mit Hinweisen). 

3.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz einig, dass das 

Gutachten vom 23. Juni 2011 betreffend der Untersuchung vom 10. Mai 

2011 vor der mit BGE 137 V 210 vom 28. Juni 2011 begründeten Recht-

sprechung eingeholt, und dass dabei die vor dem 28. Juni 2011 üblichen 

Verfahrensstandards eingehalten worden sind. Gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung (BGer 8C_767/2013 vom 20. Februar 2014) gelten 

die mit BGE 137 V 210 definierten Anforderungen an die Einholung von 

Gutachten durch die Invalidenversicherung grundsätzlich auch in laufen-

den Verfahren. Das ABI wurde bereits vor diesem Urteil als Gutachterstelle 

eingesetzt, womit die Mitwirkungsrechte der versicherten Person und die 

Anforderung der Vergabe des Gutachtensauftrags nach dem Zufallsprinzip 

nach neuer Rechtsprechung noch nicht zum Tragen kommen konnten. Die-

ser Umstand führt nicht zwangsläufig zu einer neuen Begutachtung. Es 

wäre nicht verhältnismässig, wenn nach den alten Regeln eingeholte Gut-

achten ungeachtet ihrer jeweiligen Überzeugungskraft den Beweiswert ein-

büssten. Bildet ein nach altem Standard in Auftrag gegebenes Gutachten 

die massgebende Entscheidungsgrundlage, so ist diesem Umstand allen-

falls bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. Ähnlich wie bei versi-

cherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen genügen 

C-1348/2012 

Seite 12 

schon relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen, um eine (neue) Begutachtung anzuordnen (vgl. 

BGer 8C_767/2013 vom 20.2.2014 E. 5.2 mit Hinweisen). Über den Be-

weiswert des ABI-Gutachtens ist im materiellen Teil dieses Urteils zu befin-

den. 

3.4 Das ABI-Gutachten wurde dem Beschwerdeführer unbestrittenermas-

sen nach dem Vorbescheid vom 12. September 2011 (IVSTA act. 250) am 

11. Oktober 2011 zugestellt (IVSTA act. 252). Die angefochtene Verfügung 

wurde erst am 3. Februar 2012 erlassen, womit der Beschwerdeführer ge-

nügend Zeit gehabt hat, seine Vorbringen gegen den Vorbescheid recht-

zeitig einzureichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor.  

4.  

Im Folgenden werden für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache we-

sentliche Bestimmungen und von der Rechtsprechung dazu entwickelte 

Grundsätze dargestellt.  

4.1  

4.1.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 

Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-

heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-

bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist 

die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 

Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer 

wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-

bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

4.1.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Bei 

C-1348/2012 

Seite 13 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 

60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine ganze 

Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50%, 

so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die 

ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 

Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). 

4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-

gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversicherungsverfahren ist 

es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, 

in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der 

Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 

dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 

E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 

4.3 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst 

ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen.  

Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün-

det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit we-

der die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereich-

ten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutach-

ten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, 

mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3.a).  

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-

C-1348/2012 

Seite 14 

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-

stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des 

BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, wel-

che aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Be-

funde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit wei-

teren Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind auf-

grund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vor-

behalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein 

praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Ur-

teil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber 

Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert 

zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie 

in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonde-

rer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-

lung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

mit Hinweisen). 

4.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-

tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-

such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-

ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 87 Abs. 2 und 3, Art. 88a und 

Art. 88bis IVV). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung 

in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 

und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist da-

her nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustan-

des, sondern auch dann etwa revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-

wirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-

lich verändert haben oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität 

zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E. 3.5). Als Vergleichsbasis für 

die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwal-

tungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgra-

des eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf 

C-1348/2012 

Seite 15 

einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach-

verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom-

mensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch SVR 2010 IV Nr. 54 

[9C_899/2009] E. 2.1). Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sach-

verhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach 

dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand 

(vgl. SVR 2010 IV Nr. 30 [9C_961/2008] E. 6.3; zum Ganzen: Urteil BGer 

9C_418/2010 vom 29. August 2011 E. 3.1). 

5.  

Streitig ist, ob die Vorinstanz die halbe Invalidenrente des Beschwerdefüh-

rers zurecht per 1. April 2012 eingestellt hat. Vorliegend ist zu prüfen, ob 

sich die tatsächlichen Verhältnisse derart verändert haben, dass damit eine 

Änderung des IV-Grades einhergeht. 

5.1 Für die Beantwortung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers verändert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, 

ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der erstmaligen, in Rechtskraft erwachse-

nen Rentenzusprache (Verfügung vom 29. März 2004) mit dem Sachver-

halt im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Revisionsverfügung vom 

3. Februar 2012 zu vergleichen, da anlässlich der im Jahre 2006 eingelei-

teten Rentenrevision keine eingehenden Abklärungen stattgefunden ha-

ben. 

5.2  

5.2.1 Gemäss Aktenlage stützte sich die IVSTA im Ausgangszeitpunkt auf 

folgende ärztliche Unterlagen: 

– Der Unfallmeldung vom 2. November 1992 ist zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer am 27. Oktober 1992 auf einer Leiter ausrutschte 

und auf den Rücken fiel. Dabei zog er sich eine Quetschung des Rü-

ckens zu (SUVA act. 3). 

– Der Beschwerdeführer wurde wegen des Unfalls vom 27. Oktober 1992 

im G._______-Spital, behandelt (SUVA act. 1, 2; IVSTA act. 1, 2). Es 

wurde als Diagnose ein akuter Lumbago der LWS mit Sensibilitätsstö-

rungen im Bereich L3/L4 festgestellt. Die Röntgenuntersuchung ergab 

keinen Nachweis einer traumatischen ossären Läsion  

oder einer Discusreduktion. Es wurden eine Fehlhaltung in Form einer 

C-1348/2012 

Seite 16 

leichten linkskonvexen Torsionsskoliose und ein lumbosakraler Über-

gangswirbel festgestellt. Der Patient sei vom 28. Oktober 1992 bis  

voraussichtlich 2. November 1992 arbeitsunfähig. 

– Aufgrund des Unfalls vom 27. Oktober 1992 war der Beschwerdeführer 

bei seinem damaligen Hausarzt, Dr. H._______, in Behandlung (SUVA 

act. 4 - 6, 10, 12). Dieser hielt am 10. November 1992, 9. Dezember 

1992, 17. Februar 1993 und 19. April 1993 fest, der Patient habe sich 

eine Contusion und Zerrung der Lendengegend zugezogen und leide 

an traumatisch ausgelöstem Lumbovertebralsyndrom. Es bestehe eine 

100% Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. Oktober 1992 und eine 50% Ar-

beitsunfähigkeit seit dem 15. Februar 1993. 

– Der Kreisarzt der SUVA, Dr. I._______, untersuchte den Beschwerde-

führer am 12. Januar 1993, 19. Januar 1993, 10. Februar 1993 und 4. 

Mai 1993 (SUVA 7, 8, 11, 13, 16) und berichtete am 14. Januar 1993, 

22. Januar 1993, 12. Februar 1993, 10. Mai 1993 und 4. Juli 1994 der 

Patient wirke etwas depressiv verstimmt. Das Bewegungsmuster sei 

wenig auffällig. Es liege eine leicht eingeschränkte Lendenwirbelsäu-

lenfunktion vor. Der psychogene Schmerz bei psychosozial desolater 

Situation sei mitzuberücksichtigen. Die Szintigraphie vom 25. Januar 

1993 im Röntgeninstitut J._______(SUVA act. 9) weise einen unauffäl-

ligen Befund im Bereich von Lendenwirbelsäule und Sacrum auf. Der 

Beschwerdeführer sei ab 15. Februar 1993 zu 50% und ab 10. Mai 

1993 zu 100% arbeitsfähig. Die Untersuchungsberichte von Dr. 

K._______ vom 8. Juli 1993 und vom 25. Januar 1994 würden keine 

neuen Gesichtspunkte ergeben, vielmehr liege der sekundäre Krank-

heitsgewinn im Vordergrund mit Aussicht auf Aufenthaltsbewilligung 

und Ersatzeinkommen. 

– Der Beschwerdeführer wurde am 8. Juli 1993 in der Klinik L._______ 

von Dr. K._______ untersucht und am 12. April 1994 wurde eine radio-

logische Untersuchung durchgeführt. Dr. K._______ hielt am 8. Juli 

1993, 26. Juli 1993, 14. April 1994, 19. April 1994, und 5. Juli 1994 fest 

(SUVA act. 15, IVSTA act. 5, 13-16, 26), der Versicherte leide an einem 

rechtsbetonten chronischen Lumbovertebralsyndrom mit Funktionsein-

schränkung im lumbosacralen Übergang sowie ISG rechts ohne Ischi-

algie, Übergangsanomalie mit Hemisacralisation rechts. Er hielt den 

Versicherten für reisefähig und für eine adaptierte leichte Arbeit arbeits-

fähig. 

C-1348/2012 

Seite 17 

– In der Folge war der Beschwerdeführer bei Dr. M._______ in Behand-

lung, welcher am 1. Februar 1994, 13. Juni 1994, 16. August 1994 und 

20. März 1995 berichtete, der Versicherte leide an einer Diskushernie, 

welche auf den Unfall vom 27. Oktober 1992 zurückzuführen sei. Er sei 

vom 27. Oktober 1992 bis zum 15. Februar 1993 zu 100% und vom 16. 

Februar 1994 bis zum 9. Mai 1993 zu 50% arbeitsunfähig gewesen (IV-

STA act. 12, 20, 22 - 24, 29). Am 18. September 1995 hielt Dr. 

M._______ fest, es bestehe eine eindeutige Verschlechterung mit Ner-

venwurzelkompression durch dieselbe Hernie (IVSTA act. 72).  

– Im Arztbericht vom N._______-Spital vom 21. Juli 1994 ist als Diagnose 

ein rechtsbetontes, chronisches Lumbovertebralsyndrom mit Funkti-

onseinschränkung im lumbosakralen Übergang, sowie Iliosakralgelenk 

rechts mit Ischialgien und psychosoziales Problem bei Asylantenstatus 

mit Ausschaffungsverfügung aufgeführt (SUVA act. 17, IVSTA act. 27). 

– Am 22. August 1994 wurde im Röntgeninstitut J._______ ein MRI 

durchgeführt (IVSTA act. 28), welches eine Chondrose auf der Höhe 

L4/L5 ergab mit dorsomedianer Begleitprotrusion/Hernie ohne Beein-

trächtigung der Nervenwurzeln. Der übrige kernspintomographische 

Befund der Lendenwirbelsäule war normal. 

– In diversen kosovarischen Arztberichten vom 14. Februar 1995, 17. Juli 

1995, 22. September 1995, 22. April 2001, 30. April 2002 wurde als 

Diagnose eine Diskushernie L4/L5, eine Lumbalisation S1, eine Dis-

carthrose L2-L3 und eine Cervicalspondylose aufgeführt und eine Ar-

beitsunfähigkeit von mindestens 45% angenommen (IVSTA act. 59-62, 

85, 87, 89, 90, 130, 132). 

– Der Versicherte wurde vom 4. November 2002 bis 8. November 2002 

im Zentrum für medizinische Begutachtung (ZMB) pluridisziplinär un-

tersucht. Dem entsprechenden Gutachten vom 30. Januar 2003  

(IVSTA act. 141) sind in neurologischer Hinsicht folgende Diagnosen 

zu entnehmen: chronische Kreuzschmerzen unklarer Ursache, insbe-

sondere sei kein organisches Korrelat fassbar, und Adipositas. Weiter 

wurde festgehalten, aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 

nicht prinzipiell eingeschränkt, schwere Arbeiten seien jedoch nicht 

mehr realistisch. Wechselnd belastende, leichte bis mittelschwere Tä-

tigkeiten seien aus organischer Sicht zu 100% zumutbar. Aus rheuma-

tologischer Sicht wurden folgende Diagnosen gestellt: chronisches 

Lumbovertebralsyndrom mit/bei klinischer Fehlhaltung der Wirbelsäule 

C-1348/2012 

Seite 18 

und radiologisch festgestellter lumbosakraler Übergangsanomalie. 

Äusserst fraglich sei der Zusammenhang mit dem 1992 in der Schweiz 

erlittenen Arbeitsunfall. Hinsichtlich der psychischen Beschwerden 

wurden folgende psychiatrischen Diagnosen aufgeführt: anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45 und leichte depressive Stö-

rung mit somatischem Syndrom ICD-10 F32. Aufgrund seiner psychi-

schen Leiden sei der Versicherte in seiner Kraftanstrengung, Ausdauer 

und psychischen Belastbarkeit deutlich eingeschränkt, sodass er eine 

deutlich verminderte Arbeitsfähigkeit aufweise. Es bestehe ein sekun-

därer Krankheitsgewinn. Aufgrund der regressiven Züge müsse jedoch 

vor einer gänzlichen Invalidisierung dringend abgeraten werden.  

Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, als Hauptdiag-

nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünde ein chronisches 

Lumbovertebralsyndrom, eine klinische Fehlhaltung der Wirbelsäule, 

eine radiologisch festgestellte lumbosakrale Übergangsanomalie, wo-

bei der Zusammenhang mit dem 1992 in der Schweiz erlittenen Unfall 

äusserst fraglich sei, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

und eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom zur Zeit 

leichtgradige Episode. Als Nebendiagnose ohne Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit wurde Adipositas erwähnt. Für schwere Arbeiten bestehe 

seit 1992 eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 30%. In Berücksichtigung 

der somatischen und psychiatrischen Befunde sei der Beschwerdefüh-

rer in einer körperlich adaptierten Tätigkeit zu 60% arbeitsfähig. 

5.2.2 Die Eidgenössische Rekurskommission (heute Bundesverwaltungs-

gericht) sprach dem ZMB-Gutachten mit rechtskräftigem Urteil vom 4. April 

2006 E. 6b Beweiswert zu (IVSTA act. 167), womit erstellt ist, dass der 

Beschwerdeführer im Ausgangszeitpunkt insbesondere an einem chroni-

schen Lumbovertebralsyndrom mit/bei klinischer Fehlhaltung der Wirbel-

säule, radiologisch festgestellter lumbosakraler Übergangsanomalie, an-

haltender somatoformer Schmerzstörung und leichter depressiver Störung 

mit somatischem Syndrom litt. 

5.3 Für die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Ar-

beitsfähigkeit im Revisionszeitpunkt stützte sich die Vorinstanz auf fol-

gende Arztberichte: 

– Der kosovarische Arzt, A._______, Neurochirurg, untersuchte den Ver-

sicherten am 28. Dezember 2006 (IVSTA act. 173, 176 - 178, 185) und 

diagnostizierte ein zervikozephales und zervikobrachiales Syndrom 

C-1348/2012 

Seite 19 

beidseits links grösser rechts, einen Status nach Kompressionsfraktur 

Th5, ein anamnestisch chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei 

Diskusprotrusion L4-L5 und eine Lumboischialgie rechts (Kurzarztbe-

richt vom 9. Januar 2007; Übersetzung vom 15. Januar 2007, IVSTA 

act. 179). 

– Dem kosovarischen Kurzarztbericht von Dr. B._______, Neurochirurg, 

vom 13. August 2007, sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (IV-

STA act. 203 - 205): zervikobrachiales Syndrom beidseits bei zervikaler 

Spondylose, Status nach Kompressionsfraktur Th5, Diskushernie 

L5/S1 mit Lumboischialgie rechts, PTSD (posttraumatische Belas-

tungsstörung), Schwindelsyndrom und neurodepressives Syndrom. Es 

wurde eine 70% Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten attestiert, da der 

Beschwerdeführer Schmerzen habe, wenn er sich setze (Übersetzung 

vom 13. August 2007, IVSTA act. 204).  

– Der IV-Arzt Dr. C._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt in sei-

ner medizinischen Stellungnahme vom 24. August 2007 fest  

(IVSTA act. 208), die am 24. August 2007 eingetroffenen medizinischen 

Dokumente ergäben keine neuen Gesichtspunkte. Sie würden einen 

sehr unprofessionellen Eindruck machen, eventuell würde es sich um 

eine Fälschung handeln. Er schlug vor, beim bisherigen Grad der Ar-

beitsunfähigkeit sowohl in der ehemaligen Tätigkeit als auch in leichten 

Verweisungstätigkeiten zu bleiben.   

Im Rahmen einer erneuten Revision riet er auf Anfrage der IVSTA am 

22. Dezember 2010 (IVSTA act. 221, 222), der Versicherte sei orthopä-

disch, neurologisch und psychiatrisch zu untersuchen und die frühere 

Somatisierungstendenz und die nie belegte Dikushernie zu überprüfen. 

Dabei sei festzuhalten, ob immer noch eine Arbeitsunfähigkeit bestehe 

und wie diese sich entwickelt habe.  

– Am 10. Mai 2011 wurde der Versicherte im Ärztlichen Begutachtungs-

institut GmbH Basel (ABI) internistisch, allgemeinmedizinisch, psychi-

atrisch und orthopädisch untersucht (IVSTA act. 243). Im psychiatri-

schen Teilgutachten wird ausgeführt, der Versicherte leide an einer 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54). Weitere Diagnosen könn-

ten nicht gestellt werden, insbesondere könne keine anhaltende soma-

toforme Schmerzstörung und keine leichte depressive Episode festge-

stellt werden. Die im ZMB-Gutachten diagnostizierte leichte depressive 

Episode habe sich zwischenzeitlich vollständig zurückgebildet, auch 

C-1348/2012 

Seite 20 

ohne ärztliche oder psychopharmakologische Behandlung. Eine psy-

chiatrische Komorbidität liege nicht vor. Der Explorand leide nicht mehr 

unter psychosozialen Belastungssituationen oder emotionalen Belas-

tungen. Er habe schnell und viel gesprochen, sowie eine lebhafte Mimik 

und Gestik gezeigt. Die Stimmung sei ausgeglichen und heiter gewe-

sen. Zuweilen habe er gelächelt, wenn er über erfreuliche Dinge be-

richtet habe. Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden, 

die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, 

könne durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert 

werden, so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden 

müsse. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestehe nicht. 

Ab Datum der Untersuchung könne somit aus psychiatrischer Sicht 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr attestiert werden.  

Im orthopädischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die vom Exploran-

den angegebenen völlig diffusen Beschwerden könnten durch die klini-

schen und radiologischen Befunde in keiner Weise begründet werden, 

auch falle es schwer einen Zusammenhang mit dem 19 Jahre zurück-

liegenden Unfall zu sehen. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit wurde aufgeführt: äusserst diffuse anatomisch nicht ein-

grenzbare Rückenschmerzen ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10 

52.9), Status nach Leitersturz am 27. Oktober 1992, radiologisch wie-

derholter Ausschluss traumatischer Läsionen sowie lumbaler Neuro-

kompressionen oder relevanter degenerativer Veränderungen. Als Di-

agnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde erwähnt: Schmerz-

verarbeitungsstörung (ICD-10 F54), Adipositas (ICD-10 E66.0) und Ni-

kotinabusus (ICD-10 F17.1).  

Aus polydisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, der Be-

schwerdeführer sei für körperlich schwer belastende berufliche Tätig-

keiten, wie für die angestammte Tätigkeit auf dem Bau, zu 100% ar-

beitsunfähig, jedoch bestehe für körperlich leichte bis mittelschwere, 

angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100%. 

– Das ABI-Gutachten wurde dem RAD-Arzt Dr. C._______ zur Stellung-

nahme unterbreitet, welcher am 15. August 2011 festhielt (act. IV 248), 

die allgemein-internistischen, psychiatrischen, orthopädischen und kli-

nischen Untersuchungen im ABI seien professionell einwandfrei durch-

geführt worden, umfassend und würden auf einer eingehenden Anam-

nese beruhen. Die Schlussfolgerungen seien gut nachvollziehbar und 

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Seite 21 

gut begründet. Es bestünde eine 100% Arbeitsunfähigkeit für die ange-

stammte Tätigkeit. Hinsichtlich einer Verweisungstätigkeit bestehe seit 

dem 10. Mai 2011 für leichte und mittelschwere Tätigkeiten eine unein-

geschränkte Arbeitsfähigkeit. Mögliche Tätigkeitsfelder seien qualifi-

zierter Hilfsarbeiter in der Industrie, Hausmeister, Aufseher einer Bau-

stelle, Museumsaufseher und Magaziner/Lagerist. 

5.4 Anlässlich des Beschwerdeverfahrens holte die Vorinstanz bei ihrem 

regionalen ärztlichen Dienst eine Stellungnahme zum psychiatrischen Teil-

gutachten des ABI ein. Dr. F._______, FMH Psychiatrie und Psychothera-

pie, hielt am 26. April 2014 fest (BVGer act. 17/1), das ABI-Gutachten vom 

23. Juni 2011 stütze sich auf die vorhandenen Akten, die Beschwerden des 

Versicherten seien aufgenommen und der Versicherte gründlich untersucht 

worden. Die Befunde seien klar dokumentiert und der psychiatrische Be-

fund sei nach dem AMDP-System erhoben worden.  

Der Orthopäde habe im ABI-Gutachten die Diagnose von äusserst diffusen, 

anatomisch nicht eingrenzbaren Rückenschmerzen ohne radikuläre Symp-

tomatik gestellt und auf den wiederholten Ausschluss einer traumatischen 

Läsion nach dem Unfallereignis hingewiesen. Der Befund des Orthopäden 

entspreche der Beurteilung durch den Kreisarzt im Jahre 1993 und der Be-

urteilung durch den rheumatologischen Gutachter im Jahre 2003. Eine 

neurologische Untersuchung sei nicht indiziert, da sich bei der Untersu-

chung keine Hinweise auf eine neurologische Erkrankung ergeben hätten. 

Dementsprechend sei auch keine neue radiologische Untersuchung durch-

geführt worden.  

Hinsichtlich der psychiatrischen Untersuchung im ABI wies Dr. F._______ 

darauf hin, dass die Sprache des Versicherten schnell, die Mimik und Ges-

tik lebhaft, die Stimmung ausgeglichen, heiter, Intentionalität und Antrieb 

unauffällig und die kognitiven Fähigkeiten nicht beeinträchtigt gewesen 

seien. Demgemäss seien die Kriterien einer depressiven Episode nicht er-

füllt. Bisher sei der Versicherte nie in psychiatrischer Behandlung gewesen 

und würde keine entsprechenden Medikamente einnehmen. Die Schmer-

zen des Versicherten würden einer subjektiven Wahrnehmung entspre-

chen. Diese würden sich anhand der eingehenden Untersuchung des ABI 

medizinisch nicht erklären lassen, seien sie doch diffus und wechselnd. Der 

Psychiater codiere die subjektiven Angaben des Versicherten unter ICD-10 

F54 (Schmerzverarbeitungsstörung), der Orthopäde berichte, von einer 

Schmerzausweitung. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung 

C-1348/2012 

Seite 22 

habe der Psychiater ausgeschlossen. Gegen eine anhaltende somato-

forme Schmerzstörung spreche nicht nur der Umstand, dass kein ursäch-

licher schwerwiegender emotionaler Konflikt habe gefunden werden kön-

nen, sondern auch die Tatsache, dass der Versicherte keine übermässige 

medizinische Hilfe in Anspruch nehme. Aktuell fehle eine psychische oder 

eine ausgewiesene somatische Komorbidität. Die Verbesserung betreffe 

den Umstand, dass keine psychische Komorbidität mehr nachgewiesen 

werden könne. Ein Leidensabzug von 20% wie vorliegend vorgenommen, 

sei im Vergleich zu den medizinisch begründbaren Einschränkungen sehr 

grosszügig. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer machte geltend, sein Gesundheitszustand habe 

sich keineswegs verbessert. Entgegen dem ABI-Gutachten liege nach wie 

vor eine somatoforme Schmerzstörung vor. Es habe keine neurologische 

Untersuchung stattgefunden.  

6.2 Die IVSTA hielt dagegen, das eingeholte Gutachten sei gemäss Fest-

stellungen ihres medizinischen Dienstes überzeugend. Die IV-Stellenärztin 

habe die psychische Besserung bestätigt und dargelegt, dass der Sach-

verhalt in neurologischer Hinsicht keiner weiteren Abklärung bedürfe.  

6.3 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 

durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-

standes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer ent-

scheidungserheblichen Differenz in den – hier dem medizinischen Gutach-

ten zu entnehmenden – Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesund-

heitlichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Aus-

gangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern 

wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied 

auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert ei-

nes zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich 

davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Än-

derung(en) des Sachverhalts – bezieht (vgl. Urteil des BGer 9C_418/2010 

vom 28. August 2011 E. 4.2). 

6.4   

6.4.1 In somatischer Hinsicht litt der Beschwerdeführer im Ausgangszeit-

punkt insbesondere an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom mit/bei 

C-1348/2012 

Seite 23 

klinischer Fehlhaltung der Wirbelsäule und an einer radiologisch festge-

stellten lumbosakralen Übergangsanomalie (vgl. E. 5.2.2 hiervor). Die 

ZMB-Gutachter schlossen aufgrund dieser Beschwerden, die Arbeitsfähig-

keit für körperlich strenge Arbeiten aus (vgl. ZMB-Gutachten S. 11, Vorak-

ten 141). 

Die ABI-Gutachter bestätigten die Schlussfolgerung der ZMB-Gutachter 

und hielten fest, aus orthopädischer Sicht bestehe für körperlich andauernd 

schwer belastende berufliche Tätigkeiten, wie die zuletzt ausgeübte Tätig-

keit auf dem Bau, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. ABI-Gutachten 

S. 18, Vorakten 243). Die ABI-Gutachter wiesen, gleich wie die ZMB-Gut-

achter, auf die Diskrepanz zwischen den subjektiven Schmerzen bzw. den 

diffusen Beschwerden und den geringfügigen somatischen Befunden hin 

(vgl. ZMB-Gutachten S. 11 und S. 16, Vorakten 141; ABI-Gutachten S. 17, 

Vorakten 243). Sie hielten den Beschwerdeführer aus somatischer Sicht 

für Verweisungstätigkeiten zu 100% arbeitsfähig.  

6.4.2 Den vom Beschwerdeführer eingereichten medizinischen Kurzarzt-

berichten von Dress. A._______ und B._______ vom 9. Januar 2007 und 

vom 13. August 2007 sind in somatischer Hinsicht zusätzliche von den 

ZMB- und den ABI-Gutachtern nicht aufgeführte Diagnosen zu entnehmen, 

wie Status nach Kompressionsfraktur Th5 und Schwindelsyndrom. Es stellt 

sich somit die Frage, ob diese Kurzarztberichte geeignet sind, die Einschät-

zung der ABI-Gutachter, wonach sich die gesundheitliche Situation des Be-

schwerdeführers gegenüber dem Ausgangszeitpunkt nicht verändert hat, 

in Zweifel zu ziehen und in somatischer Hinsicht von einer Verschlechte-

rung des Gesundheitszustandes auszugehen ist.  

6.4.2.1 Dr. A._______ äusserte sich in seinem Kurzarztbericht vom 9. Ja-

nuar 2007, betreffend die Untersuchung vom 28. Dezember 2006 (Über-

setzung vom 15. Januar 2007), nicht zur Arbeitsfähigkeit. Er hielt lediglich 

fest, es müsse ein MRI spinal der zervikalen Region (IRM spinal e regjionit 

cervical) und über die Invaliditätskommission eine Kategorisierung vorge-

nommen werden. Ob in Kosovo ein MRI durchgeführt wurde und die Inva-

liditätskommission zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Stel-

lung bezogen hat, ist nicht aktenkundig.  

Der ärztliche Attest ist sehr kurz gehalten, führt er doch lediglich die Diag-

nosen (zervikozephales und zervikobrachiales Syndrom, Status nach 

Kompressionsfraktur Th5, anamnestisch chronisches lumbales Schmerz-

syndrom bei Diskusprotrusion L4-L5, eine Lumboischialgie rechts) und in 

C-1348/2012 

Seite 24 

Stichworten Untersuchungen auf, wobei nicht ersichtlich ist, wann und wo 

diese durchgeführt wurden und welche Erkenntnisse sich daraus ergaben. 

Als Therapie wurde einzig das Wort "Symptomatike" aufgeführt. Der Attest 

enthält weder eine Begründung, noch wurde er in Kenntnis der Vorakten 

erstellt bzw. ist es inhaltlich nicht erkennbar, dass sich Dr. A._______ damit 

auseinandergesetzt hätte. Bereits aus diesem Grund kommt diesem ärztli-

chen Attest keine volle Beweiskraft zu.  

Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Begutachtung im ABI an, er habe 

die Röntgenbilder, betreffend das MRI bei welchem ein Wirbelschaden auf 

der Höhe L4/L5 festgestellt worden sei, im Zug nach Basel liegengelassen 

(ABI-Gutachten S. 16). Andererseits gab er an, dass seit acht Jahren keine 

radiologische Bildgebung durchgeführt worden sei (ABI-Gutachten S. 14). 

Es fällt auf, dass der Beschwerdeführer bereits anlässlich des ZMB-Gut-

achtens vom 30. Januar 2003 angab, kosovarische MRI-Untersuchungen 

hätten einen Wirbelschaden auf der Höhe L4/L5 gezeigt, er diese Unterla-

gen jedoch im Zug nach Basel liegen gelassen habe (IVSTA act. 141 S. 18 

Ziff. 5). Somit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer dieselben 

Unterlagen meinte. Ein Wirbelschaden wurde im ZMB-Gutachten vom 30. 

Januar 2003 nicht festgestellt. Hingegen ist bekannt, dass der Beschwer-

deführer an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom mit/bei klinischer 

Fehlhaltung der Wirbelsäule und einer radiologisch festgestellten lum-

bosakralen Übergangsanomalie leidet.  

Dr. A._______ hat der Diagnose Status nach Kompressionsfraktur Th5 aa 

XIV angefügt "pro anamnesis", womit er zum Ausdruck brachte, dass er die 

Diagnose einzig auf die Anamnese, mithin auf die Aussagen des Be-

schwerdeführers, und nicht auf eigene Untersuchungen abgestützt hat. 

Der Beschwerdeführer wurde nach dem Unfall im Jahre 1992 im ZMB ein-

lässlich untersucht und aus dem ZMB-Gutachten vom 30. Januar 2013, 

welchem wie dargelegt wurde Beweiswert zukommt (vgl. E. 5.2.2 hiervor), 

ist keine Schädigung des Wirbelkörpers Th5 zu entnehmen. Es wird auch 

nicht ein weiterer Unfall, der zur Kompressionsfaktur Th5 geführt hätte oder 

das Vorhandensein einer Osteoporose erwähnt. Somit kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im zu beurteilenden 

Zeitraum an einer Kompressionsfraktur auf der Höhe Th5 litt.  

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat sich das ABI mit diesem 

Attest auseinandergesetzt, sind die von Dr. A._______ diagnostizierten 

Leiden doch unter dem Titel "Auszug aus den wichtigsten Vordokumenten" 

C-1348/2012 

Seite 25 

wörtlich wiedergegeben. Da der Attest von Dr. A._______ wie bereits erör-

tert nur Stichworte und keine Begründung enthält, konnten sich die ABI-

Gutachter auch nicht dazu äussern. Sie berücksichtigten jedoch die ge-

klagten Beschwerden und untersuchten den HWS-Bereich eingehend (vgl. 

ABI-Gutachten S. 5 Ziff. 3.2.1, S. 6 Ziff. 3.3, S. 10 Ziff. 4.2.1.1, S. 11 Ziff. 

4.2.2.1, S. 13/14 Ziff. 4.2.4). Im orthopädischen Teilgutachten wird erörtert, 

auf neurologischer Ebene hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen ei-

ner Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems gezeigt. So 

könne eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grös-

seren peripheren Nervs klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden 

(ABI-Gutachten S. 14). Damit wurde im ABI-Gutachten ausreichend be-

gründet, warum entgegen dem Vorschlag von Dr. A._______ kein MRI der 

HWS-Region durchgeführt wurde.  

6.4.2.2 Der ärztliche Attest von Dr. B._______ vom 13. August 2007 ist 

sehr kurz gehalten, führt er doch lediglich die Beschwerden und die Diag-

nosen (zervikobrachiales Syndrom beidseits bei zervikaler Spondylose, 

Status nach Kompressionsfraktur Th5, Diskushernie L5/S1 mit Lumbo-

ischialgie rechts, PTSD, Schwindelsyndrom und neurodepressives Syn-

drom) auf. Er enthält weder eine Begründung, noch wurde er in Kenntnis 

der Vorakten erstellt bzw. es ist inhaltlich nicht erkennbar, dass eine Ausei-

nandersetzung stattgefunden hätte. Bereits deshalb kommt diesem ärztli-

chen Attest keine volle Beweiskraft zu.  

Wie bereits weiter oben erörtert (vgl. E. 5.8.2.1), ist die Diagnose einer 

Kompressionsfaktur auf der Höhe Th5 nicht nachvollziehbar. Ebenso we-

nig nachvollziehbar ist die Diagnose Schwindelsyndrom. Der Beschwerde-

führer hatte vor sämtlichen ABI-Gutachtern die Möglichkeit seine Be-

schwerden zu schildern, von einem Schwindel berichtete er jedoch nicht. 

Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers wurde der Attest von den 

ABI-Gutachtern dennoch berücksichtigt, ist er doch unter dem Titel "Vorak-

ten" aufgeführt und die Diagnosen auf S. 2 des ABI-Gutachtens wörtlich 

wiedergegeben. Inhaltlich setzten sich die ABI-Gutachter mit den Diagno-

sen auseinander, indem sie Tests durchführten, wie zum Beispiel eine Hirn-

nervenprüfung, welche unauffällig war (ABI-Gutachten S. 7) und eine 

HWS-Untersuchung, welche eine frei bewegliche HWS mit maximal leicht-

gradiger ubiquitärer Druckdolenz ergab (ABI-Gutachten S. 14 und S. 12).  

Die Beurteilung der ABI-Gutachter, wonach eine spinale Kompressions-

problematik oder eine Läsion eines grösseren peripheren Nervs klinisch 

C-1348/2012 

Seite 26 

weitestgehend ausgeschlossen werden kann, bei freier Beweglichkeit der 

HWS sowie der oberen und unteren Extremitäten mit guter Kraftentfaltung, 

ist nachvollziehbar. Die früheren radiologischen Befunde enthalten keine 

Hinweise für eine neurologische Beschwerdekomponente. Eine solche 

ergibt sich auch nicht aus den Untersuchungsbefunden des ABI. Mangels 

Hinweisen auf neurologische Beschwerden, wurde zurecht keine weiterge-

hende neurologische Testung durchgeführt. 

6.4.3 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass das somatische Teilgutach-

ten des ABI auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. 

Es ist zudem in der Darlegung der Beurteilung der medizinischen Situation 

für die hier interessierenden Fragen einleuchtend und die Schlussfolgerun-

gen sind begründet. Es bestehen keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

dieser Expertise in somatischer Hinsicht. Somit ist gestützt auf das ABI-

Gutachten davon auszugehen, dass die somatische gesundheitliche Situ-

ation seit dem Ausganszeitpunkt gleich geblieben ist, was denn auch der 

Beschwerdeführer selber in seiner Beschwerde vom 8. März 2012 (Be-

schwerde S. 7 act. 1) sinngemäss feststellte.  

6.5  

6.5.1 In psychiatrischer Hinsicht litt der Beschwerdeführer im Ausgangs-

zeitpunkt an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer 

leichten depressiven Störung mit somatischem Syndrom (vgl. ZMB-Gut-

achten S. 18, Vorakten 141).  

6.5.2 Der Beschwerdeführer legte betreffend seinem psychiatrischen Ge-

sundheitszustand im Verfügungszeitpunkt den Kurzarztbericht von Dr. 

B._______ ins Recht. Wie bereits weiter oben erörtert kommt diesem Kurz-

arztbericht mangels Begründung und Berücksichtigung der Vorakten keine 

volle Beweiskraft zu. Hinzukommt, dass Dr. B._______ nicht über die von 

der Rechtsprechung geforderte Facharztqualifikation verfügt, ist er doch 

Neurochirurge und nicht Psychiater. Dr. B._______ stellt die Diagnosen 

neurodepressives Syndrom und PTSD (posttraumatische Belastungsstö-

rung), jedoch ist nicht ersichtlich, gestützt auf welche Akten oder Untersu-

chungen diese Diagnosen gestellt wurden. Die Diagnosen neurodepressi-

ves Syndrom und PTSD sind daher nicht nachvollziehbar.  

C-1348/2012 

Seite 27 

6.5.3 Zur Frage der psychiatrischen Beschwerden und einer eventuellen 

Besserung des Gesundheitszustandes äusserten sich weiter die ABI-Gut-

achter im Teilgutachten vom 23. Juni 2011 (Vorakten 243), der RAD-Arzt 

Dr. C._______ im Aktengutachten vom 15. August 2011 (Vorakten 248) und 

die RAD-Ärztin Dr. F._______, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zer-

tifizierte medizinische Gutachterin SIM, Fähigkeitsausweis Vertrauensärz-

tin, im Aktengutachten vom 26. April 2014 (BVGer act. 17). 

6.5.3.1 Die Stellungnahme von Dr. F._______ erfolgte am 26. April 2014 

(BVGer act. 17) und damit nach Verfügungserlass. Sie ist dennoch zu be-

rücksichtigten, da sie rückwirkend Bezug auf den bereits im Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügung vorliegenden Gesundheitszustand 

nimmt, mit dem Streitgegenstand in engem Zusammenhang steht und ge-

eignet ist, die Beurteilung zu beeinflussen (BGE 116 V 80 E. 6b; ZAK 1989 

S. 111 E. 3b). Bei diesem ärztlichen Dokument handelt es sich um ein ent-

scheidrelevantes Aktenstück im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG (vgl. hierzu 

Urteil I 143/07 des BGer vom 14. September 2007 E. 3.3 mit Hinweisen; 

vgl. auch Urteil I 694/05 des EVG vom 15. Dezember 2006 E. 5).  

6.5.3.2 Betreffend die Stellungnahme von Dr. C._______ ist festzuhalten, 

dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf die Stellungnahme 

eines RAD-Arztes grundsätzlich nur abgestellt werden kann, wenn er die 

im Einzelfall erforderlichen persönlichen und fachlichen Qualifikationen 

verfügt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 9C_736/2009 vom 26. 

Januar 2009 E. 2.1, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 

vom 10. April 2007 E. 3.2.1). Dr. C._______ verfügt zwar nicht über einen 

Facharzttitel in den vorliegend insbesondere interessierenden Gebieten 

Psychiatrie und Orthopädie, jedoch konnte er sich bei seiner Stellung-

nahme auf das ABI-Gutachten stützen. Ausserdem hielt Dr. F._______, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, sie stimme mit der Be-

urteilung des RAD-Arztes Dr. C._______ vom 15. August 2011 überein. 

6.5.3.3 Das im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte psychiatrische Teil-

gutachten des ABI basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Unter-

suchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorak-

ten abgegeben. Dr. D._______ hat detailliert die Anamnese sowie die Be-

funde erhoben, nachvollziehbare Diagnosen gestellt und sich mit den vom 

Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem 

wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situa-

tion einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar be-

C-1348/2012 

Seite 28 

gründet, wobei auch eine Auseinandersetzung mit abweichenden ärztli-

chen Beurteilungen stattgefunden hat. Das psychiatrische Teilgutachten 

des ABI entspricht damit grundsätzlich den rechtsprechungsgemässen An-

forderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrund-

lage. Zu prüfen bleibt im Folgenden, ob konkrete Indizien gegeben sind, 

die gegen die Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens sprechen. 

6.5.4  

6.5.4.1 Der Beschwerdeführer stellte die Qualität des psychiatrischen Teil-

gutachtens in Frage.  

Die Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung" der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie 

und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 (zugänglich unter 

http://www.psychiatrie.ch) sehen in Ziffer 4.3.1 vor, dass die psychiatri-

schen Befunde nach dem AMDP-System zu erstellen sind.  

Das AMDP-System ist ein System zur standardisierten Erfassung und Do-

kumentation eines psychopathologischen Befundes, das international An-

wendung findet (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/AMDP-System). Die IV-

Stellenärztin Dr. F._______, hielt in ihrer ausführlichen Stellungnahme vom 

26. April 2014 fest, die psychiatrischen Befunde im ABI-Gutachten seien 

nach dem AMDP-System durchgeführt worden (BVGer act. 17). Das psy-

chiatrische Teilgutachten wurde somit nach einem ankerkannten Klassifi-

kationssystem erstellt. 

6.5.4.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, das psychiatrische Teilgut-

achten sei sehr kurz. Eine psychiatrische Untersuchung, bei der wie im 

vorliegenden Fall die Suizidalität, die schwermütig gedrückte Stimmung, 

das Vorherrschen von mürrischen Anteilen, die regelmässige Tagesgestal-

tung etc. analysiert werden müssten, könnten nicht anlässlich einer einzi-

gen kurzen Sitzung stattfinden.  

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt es für den Aussage-

gehalt eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Dauer der Untersu-

chung an; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich voll-

ständig und im Ergebnis schlüssig ist. Immerhin muss der für eine psychi-

atrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung 

und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein (Urteil des 

BGer 8C_767/2013 E. 6.1 mit Hinweisen). Mit Blick auf die umfangreichen, 

http://www.psychiatrie.ch)/
https://de.wikipedia.org/wiki/System
https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentation
https://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentation
https://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathologischer_Befund

C-1348/2012 

Seite 29 

vom ABI berücksichtigten Vorakten erscheint der für die psychiatrische Be-

gutachtung betriebene zeitliche Untersuchungsaufwand hinreichend. Es 

bestehen keine konkreten Hinweise, dass sich die Untersuchungsdauer 

negativ auf die Qualität des ABI-Gutachtens ausgewirkt hätte.  

6.5.4.3 Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, Dr. D._______ habe ihn 

nicht richtig verstanden und über traumatische Ereignisse wie den Koso-

vokrieg habe er gar nicht erst berichten können.  

Die Untersuchung von Dr. D._______ wurde bei Anwesenheit eines Dol-

metschers durchgeführt. Verständigungsprobleme sind deshalb eher un-

wahrscheinlich. Hinzukommt, dass der Gutachter sich bei seiner Beurtei-

lung nicht nur auf die Aussagen des Beschwerdeführers stützte, sondern 

auch dessen Erscheinungsbild, sowie seine Mimik und Gestik miteinbezog.  

Bei einer Gegenüberstellung des ZMB-Gutachtens mit dem ABI-Gutachten 

fällt folgendes auf: Der Beschwerdeführer wurde im ZMB-Gutachten vom 

30. Januar 2003 beschrieben als ein äusserlich wenig gepflegter Mann, 

welcher durch eine leise Sprechweise, eine fast fehlende Mimik und eine 

bedrückte depressive Stimmungslage auffiel. Es wurde festgehalten, dass 

der Gedankengang in formaler Hinsicht leicht verlangsamt war, sowie in 

inhaltlicher Hinsicht als am Konkreten haftend und auf die somatischen Be-

schwerden eingeengt war. Es wurde eine Begriffsstutzigkeit festgestellt 

(ZMB-Gutachten S. 13, IVSTA act. 141). Hingegen hielt Dr. D._______ im 

ABI-Gutachten vom 23. Juni 2011 fest, der Beschwerdeführer mache einen 

gepflegten Eindruck, er habe schnell und viel gesprochen, die Mimik und 

Gestik sei lebhaft und die Stimmung ausgeglichen und heiter gewesen. 

Zuweilen habe der Beschwerdeführer gelächelt. Die Auffassungsgabe und 

die Konzentrationsfähigkeit wurden als nicht eingeschränkt beschrieben. 

Befürchtungen und Zwänge seien nicht feststellbar gewesen. Es wurden 

keine Hinweise für sozialen Rückzug, Aggressivität, Suizidalität oder 

Selbstschädigung gefunden. Die Realitätsprüfung und die Urteilsbildung 

seien ungestört gewesen. Das Selbstwertgefühl sei ausgeglichen. Zeichen 

für eine gestörte Intentionalität oder einen gestörten Antrieb hätten sich 

nicht finden lassen (ABI-Gutachten S. 8, IVSTA act. 243). Aus der Gegen-

überstellung der beiden Gutachten ist eine gesundheitliche Verbesserung 

erkennbar und gestützt auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich 

noch nie in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung befand und 

noch nie psychopharmakologisch behandelt worden ist, ist es daher nach-

vollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter Dr. D._______ zum Schluss 

kam, die im Jahre 2002 diagnostizierte leichte depressive Episode habe 

C-1348/2012 

Seite 30 

sich in der Zwischenzeit vollständig zurückgebildet und die Diagnose einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht mehr bestätigt 

werden.  

6.5.4.4 Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen keine Zweifel 

am Beweiswert des ABI-Gutachtens zu wecken, womit es für die Beurtei-

lung des Gesundheitszustandes ausschlaggebend ist.  

6.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die somatische Situation im Ver-

gleich mit dem Ausgangszeitpunkt gleichgeblieben ist, sich die psychiatri-

schen Beschwerden jedoch zurückgebildet haben, womit insgesamt von 

einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen ist.  

Die vom RAD-Arzt Dr. C._______ gestützt auf das beweiskräftige ABI-Gut-

achten angenommene 100% Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere 

Verweisungstätigkeiten ist nicht zu beanstanden.  

7.  

Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer die ihm von den Gutachtern at-

testierte Arbeitsfähigkeit in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten tatsäch-

lich verwerten kann. 

7.1 Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass im Gebiet der Invalidenver-

sicherung ganz allgemein der Grundsatz gilt, dass die versicherte Person, 

bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, 

um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Es ist primär Sache 

des Einzelnen, sich um eine angemessene Eingliederung zu bemühen. 

Kann eine versicherte Person ihre erwerbliche Beeinträchtigung in zumut-

barer Weise selber beheben, so besteht gar keine Invalidität, womit es an 

der unabdingbaren Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Invalidenversicherung – auch für Eingliederungsmassnahmen – fehlt. Die 

Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungs-

pflicht geht nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Ein-

gliederungsanspruch vor (BGE 113 V 22 E. 4a). Daher geht die ständige 

Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine medizi-

nisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem 

Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist; praktisch bedeutet dies, dass 

aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmit-

telbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit 

ein entsprechender Einkommensvergleich vorgenommen werden kann, 

C-1348/2012 

Seite 31 

und zwar auch bei langjährigem Rentenbezug. Dennoch hat die Recht-

sprechung in ganz besonderen Ausnahmefällen nach langjährigem Ren-

tenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vor-

derhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe medizinisch-re-

habilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoretische 

Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Im Sinne eines rechtslo-

gisch gebotenen Schrittes muss sich die Verwaltung nach dem Gesagten 

vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, 

ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermö-

gen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad nieder-

schlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzelfall eine erwerbsbezo-

gene Abklärung und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnah-

men im Rechtssinne vorausgesetzt ist (vgl. Urteil des BGer 9C_163/2009 

vom 10. September 2010 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Diese Recht-

sprechung ist jedoch dahingehend zu präzisieren, dass sie grundsätzlich 

auf Sachverhalte zu beschränken ist, in denen die revisions- oder wieder-

erwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine 

versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die 

Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (Urteil des BGer 9C_228/2010 

vom 26. April 2011 E. 3.3, vgl. aber auch Urteil des BGer 9C-367/2011 vom 

10. August 2011 E. 3.2 f.). Die Übernahme der beiden Abgrenzungskrite-

rien bedeutet nicht, dass die darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner 

in dem revisionsrechtlichen (Art. 17 Abs. 1 ATSG) Kontext einen Besitz-

standsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zuge-

standen, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrit-

tenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht 

mehr zumutbar ist (Urteile des BGer 9C_367/2011 vom 10. August 2011 

E. 3.3, 8C_161/2012 vom 5. Juni 2012 E. 5.2).  

7.2 Im massgebenden Zeitpunkt (Datum der Verfügung: 3. Februar 2012) 

war der im Jahr 1961 geborene Beschwerdeführer 51 Jahre alt und seit 

1993, also seit 18½ Jahren, Rentenbezüger. Aufgrund der langen Renten-

dauer ist die Selbsteingliederung grundsätzlich nicht mehr zumutbar 

(9C_228/2010 E. 3.5). Die Selbsteingliederung kann daher im vorliegen-

den Revisionsverfahren nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden. 

7.3  Die Vorinstanz ist der Ansicht, trotz des langjährigen Rentenbezugs 

sei vorliegend von der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der 

Selbsteingliederung auszugehen, da beim Beschwerdeführer schon immer 

eine erhebliche Restarbeitsfähigkeit von 60% in Verweisungstätigkeiten 

C-1348/2012 

Seite 32 

bestanden habe und daher der Zugewinn an Leistungsfähigkeit keinen Ein-

gliederungsbedarf nach sich ziehe.  

7.4 Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 10. September 2010 erkannt 

(9C_768/2009 E. 4.1.2), dass eine Eingliederungsmassnahme nicht nur 

aus medizinischer, sondern auch aus beruflich-erwerblicher Sicht Conditio 

sine qua non für eine Umsetzung eines (wiedergewonnenen) funktionellen 

Leistungsvermögens sein kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des 

Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungs-

fähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, 

wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines 

bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähi-

gender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten 

Person nicht möglich ist. Bestand jedoch schon bisher eine erhebliche 

Restarbeitsfähigkeit, zieht der anspruchserhebliche Zugewinn an Leis-

tungsfähigkeit kaum zusätzlichen Eingliederungsbedarf nach sich, vor al-

lem wenn das hinzugewonnene Leistungsvermögen in einer Tätigkeit ver-

wertet werden kann, welche die versicherte Person bereits ausübt oder un-

mittelbar wieder ausüben könnte.  

7.5 Im Folgenden ist zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer auf berufliche 

Erfahrungen zurückgreifen kann, welche ihm eine Selbsteingliederung er-

möglichen.  

7.5.1 Der Beschwerdeführer bezog während 18½ Jahren, mithin im Alter 

von 31 bis 51 Jahren, eine Rente. Davor war er von 1987 bis 1992 als 

Bodenleger/Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig. Diese langjährige schwere Tä-

tigkeit kann er seit 1992 nicht mehr ausüben.  

7.5.2 Hinsichtlich der Ausbildung ergeben sich aus den Akten unterschied-

liche Informationen: Anlässlich des SUVA-Verfahrens gab der Beschwer-

deführer auf dem Formular "Zeugnis zur unentgeltlichen Prozessführung in 

Zivil- und Strafsachen" an, er sei ausgebildeter Elektrotechniker (SUVA act. 

47). Auf der IV-Anmeldung vom 2. September 1994 deklarierte er als Beruf 

Elektriker und als Ausbildung 4 Jahre Grundschule, 4 Jahre höhere Schule 

und 4 Jahre Elektrikerschule (IVSTA act. 30). Im ZMB-Gutachten wurde 

festgehalten, der Explorand habe 8 Jahre die Schule und 4 Jahre die Han-

delsschule respektive die Wirtschaftsschule besucht und von 1976 bis 

1981 als Kassierer in einem Elektrikergeschäft in Pristina gearbeitet (ZMB-

Gutachten S. 5, 7; IVSTA act. 41). Im ABI-Gutachten wurde ausgeführt, der 

C-1348/2012 

Seite 33 

Explorand habe an einer Mittelschule die Ausbildung zum Elektriker abge-

schlossen sowie diesen Beruf während eines Jahres von 1984 bis 1985 

ausgeübt. Er sei 12 Monate im Militär gewesen und sei 1987 in die Schweiz 

gereist, wo er zuerst drei Monate in der Gastronomie in einer Küche und 

danach auf einer Baustelle gearbeitet habe. Trotz nachfragen seitens des 

Gutachters konnte die Tätigkeit als Kassier nicht geklärt werden (ABI-Gut-

achten S. 15, 16).  

Der Beschwerdeführer wurde 1961 geboren. In der ehemaligen Sozialisti-

schen Föderativen Republik Jugoslawien war der Besuch der achtjährigen 

allgemeinbildenden Grundschule für alle Kinder im Alter zwischen 7 und 15 

Jahren verbindlich (vgl. S. Pavicevic: Das Bildungssystem der Sozialisti-

schen Förderativen Republik Jugoslawien; http://www.jstor.org/ 

stable/3442860?seq=1#page_scan_tab_contents), womit davon auszuge-

hen ist, dass der Beschwerdeführer von 1968 bis 1976 die Grundschule 

besuchte. Danach absolvierte er während vier Jahren die Elektrikerschule 

und arbeitete von 1984 bis 1985 auf diesem Beruf.  

Die Tätigkeit als Kassier von 1976 bis 1981 kann aufgrund der Akten nicht 

eindeutig eingeordnet werden. Entweder war der Beschwerdeführer zwi-

schen der Grundschule und der Elektrikerschule als Kassier tätig oder wäh-

rend der Ausbildung zum Elektriker. Dies ist vorliegend jedoch nicht ent-

scheidend, da die Tätigkeit als Kassier weit zurückliegt, sich die berufliche 

Situation eines Kassiers aufgrund des technischen Fortschritts stark geän-

dert hat und es sich nicht um eine gefestigte, unter den heute herrschenden 

Verhältnissen aktualisierbare berufliche Erfahrung handelt.  

Der Beschwerdeführer ist ausgebildeter Elektrotechniker, wobei er auf die-

sem Beruf nur von 1984 bis 1985 arbeitete und somit nicht über einschlä-

gige Berufserfahrung verfügt.  

Damit steht fest, dass er nicht auf eine gefestigte und unter den heute herr-

schenden Verhältnissen aktualisierbare berufliche Erfahrung zurückgreifen 

kann, welche für die Selbsteingliederung nutzbar gemacht werden könnte, 

noch verfügt er über eine besonders breite Ausbildung.  

7.5.3 Das Bundesgericht bejahte die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung 

bei einem über 55-jährigen Mann, da dieser besonders agil und gewandt 

und im gesellschaftlichen Leben integriert war (Urteil des BGer 

9C_68/2011 E. 3.3), was auf den im vorliegenden Fall betroffenen Be-

schwerdeführer jedoch nicht zutrifft.  

C-1348/2012 

Seite 34 

7.5.4 Vorliegend fehlen konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulies-

sen, der Beschwerdeführer könne sich trotz 18½-jähriger Abstinenz vom 

Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. 

Die Rentenaufhebung ohne vorherige Abklärungen bzw. ohne eine den 

Verhältnissen angepasste Durchführung befähigender Massnahmen ist 

bundesrechtswidrig. Die Vorinstanz wird die Verwertbarkeit der wiederge-

wonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und gegebenenfalls Eingliederungs-

massnahmen an die Hand zu nehmen haben. Anschliessend wird über die 

revisionsweise Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen sein 

(vgl. Urteil des BGer 9C_183/2015 E. 5). 

8.  

Schliesslich ist über die Verfahrenskosten sowie eine allfällige Parteient-

schädigung zu befinden. 

9. Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine Rück-

weisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei 

(BGE 132 V 215 E 6). Der unterliegenden Vorinstanz sind jedoch keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen(Art. 63 Abs. 2 VwVG und Art. 6 Bst. B des 

Reglementes vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-schädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR. 173.320.2]). 

9.1 Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine von der Vor-

instanz zu entrichtende Parteientschädigung zu (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und Art. 12 VGKE), die mangels einer Kostennote auf 

Grund der Akten zu bestimmen ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das dem 

Beschwerdeführer zu entschädigende Honorar bestimmt sich nach dem 

notwendigen Zeitaufwand seines anwaltlichen Vertreters (vgl. Art. 10 Abs. 

1 und 2 VwVG). Unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen 

Aufwands erachtet das Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädi-

gung von Fr. 3'300.- für angemessen (inklusive Auslagen; Mehrwertsteuer 

ist nicht geschuldet, vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 12. 

Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 

1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz vom 

C-1348/2012 

Seite 35 

3. Februar 2012 aufgehoben. Die Sache wird an die IV-Stelle für Versi-

cherte im Ausland zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen 

vorgehe und neu verfüge. 

2.   

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 3'300.- (in-

klusive Auslagen) zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. ______; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Karin Wagner 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

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