# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9c6805b-87e9-50c9-beef-11b70875847d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2021 E-2837/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2837-2020_2021-05-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2837/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti, 

Richterin Christa Luterbacher, 

Gerichtsschreiberin Eliane Hochreutener. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 24. April 2020 / N (…). 

 

 

 

E-2837/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 21. Juli 2015 erstmals in der Schweiz 

um Asyl. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, er habe sich 

zu Ausbildungszwecken vom 1. April 2010 bis 23. September 2014 in der 

Schweiz aufgehalten und habe hier ab 2012 bis 2014 in einer der Liberation 

Tigers of Tamil Eelam (LTTE)-nahen (…)mannschaft B._______ gespielt. 

Während seines Aufenthalts in der Schweiz sei er mindestens zwei Mal 

nach Sri Lanka gereist. Zurück in Sri Lanka sei er Mitglied im (…)team 

C._______ gewesen. Ab Herbst 2014 bis Mai 2015 sei er diverse Male mit 

seinem eigenen Pass aus Sri Lanka aus- und wieder eingereist. Aufgrund 

seiner Teilnahme an zwei (…)turnieren am 15. Mai 2015 und 14. Juni 2015 

sei er von Mitgliedern der gegnerischen Mannschaft angesprochen wor-

den. Diese hätten ihm gedroht, Informationen über ihn und seinen Ausland-

aufenthalt in der Schweiz preiszugeben. Zudem sei er beschuldigt worden, 

LTTE-Informant und Spieler eines LTTE-Teams in der Schweiz gewesen 

zu sein. Man habe ihm entsprechende Einträge auf der B._______-Profil-

seite auf Facebook vorgezeigt, auf welchen er vor einer LTTE-Flagge ab-

gebildet worden sei. Vom Geschäftspartner seines Vaters habe er erfahren, 

dass er wegen Verdachts auf LTTE-Verbindungen angezeigt und zur Be-

fragung vorgeladen worden sei, weshalb er am (…) aus Sri Lanka ausge-

reist sei. In der Schweiz spiele er weiterhin (…) im D._______. Im Nach-

hinein habe er erfahren, dass er zusammen mit LTTE-Sympathisanten auf 

der Webseite (…) abgebildet worden sei. Weder in seinem Heimatland 

noch in der Schweiz sei er politisch aktiv gewesen, er habe sich lediglich 

für den (…)sport engagiert. 

B.  

Mit Verfügung vom 31. März 2017 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.  

C.  

Mit Urteil E-2750/2017 vom 14. Februar 2019 wies das Bundesverwal-

tungsgericht die vom Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfü-

gung erhobene Beschwerde ab. Es begründete die Abweisung im Wesent-

lichen damit, der Beschwerdeführer sei von Herbst 2014 bis Mai 2015 

mehrmals unbehelligt aus Sri Lanka aus- und wieder eingereist. In Sri 

Lanka habe er keine konkreten Behelligungen im Zusammenhang mit sei-

nem sportlichen Engagement erlebt. Er weise kein politisches Profil auf. 

E-2837/2020 

Seite 3 

Aus seiner Ausübung des (…)sports würde keine flüchtlingsrechtliche Ge-

fährdungssituation resultieren. Ebenso werde er aufgrund seiner Zugehö-

rigkeit zur Gruppe der Muslime tamilischer Muttersprache von den Behör-

den nicht als Bedrohung wahrgenommen.  

D.  

Am 5. Juni 2019 stellte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein zwei-

tes Asylgesuch. Er begründete es mit der massiven Verschlechterung der 

Sicherheitslage in Sri Lanka. Zudem hätten nach den Osteranschlägen 

vom 21. April 2019 beim Firmensitz seiner Familie zwei Hausdurchsuchun-

gen durch die sri-lankischen Militärbehörden stattgefunden. Sie hätten die 

Familie nach Verbindungen zu islamistischen Terroristen und nach seinem 

Verbleib befragt sowie, ob er anlässlich der Beerdigung seines Vaters, der 

im Februar 2019 verstorben sei, nach Sri Lanka gereist sei. Am 14. Mai 

2019 seien Boote des Familienunternehmens durch das sri-lankische Mili-

tär und Anwohner in Brand gesetzt worden. Er habe an exilpolitischen De-

monstrationen teilgenommen. Des Weiteren spiele er seit dem Jahr 2018 

im (…)team E._______ in F._______. Dieser (…)verein strebe die Über-

windung traumatischer Erlebnisse von tamilischen Flüchtlingen sowie die 

Erfüllung der Ziele der in Sri Lanka verbotenen Dachorganisation (…) an. 

Hinzu komme, dass seine Familie in G._______ mehrere islamische Insti-

tutionen finanziell unterstütze. 

Der Beschwerdeführer reichte eine CD-ROM mit länderspezifischen Infor-

mationen (rund 150 Dateien), ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (EGMR) X. gegen die Schweiz vom 26. Januar 2017, 

16744/14), ein Video zur Verwüstung des Lagerraums des Familienunter-

nehmens, einen Ausdruck von Google Maps zur Lage des Hauses seiner 

Familie, Fotos zum Brandanschlag auf die Boote des Familienunterneh-

mens, eine Spendenanfrage der arabischen Schule (…) in G._______ vom 

10. Mai 2019, zwei Dankesschreiben der Moschee (…) in G._______ vom 

20. Mai 2019, ein Dankesschreiben der (…) Moschee in G._______ vom 

22. Mai 2019 sowie ein undatiertes Bestätigungsschreiben von H._______ 

des E._______ (…) Clubs F._______ (…)" ein. 

  

E-2837/2020 

Seite 4 

E.  

Am 9. September 2019 gab der Beschwerdeführer eine CD-ROM mit 15 

weiteren länderspezifischen Informationen, drei Screenshots mit Abbildun-

gen von ihm auf der Facebookseite des I._______ sowie einen Screenshot 

mit Abbildungen von ihm in einem Whatsappgruppenchat mit dem Titel 

"J._______ Cup 2019/(…)" zu den Akten. 

F.  

Mit Verfügung vom 24. April 2020 (eröffnet am 1. Mai 2020) lehnte die Vor-

instanz das Mehrfachgesuch ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. 

G.  

Mit Eingabe vom 2. Juni 2020 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, es sei die angefochtene 

Verfügung wegen Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Gehör, 

eventuell wegen Verletzung der Begründungspflicht, eventuell zur Feststel-

lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts auf-

zuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Even-

tuell sei die Verfügung aufzuheben und seine Flüchtlingseigenschaft fest-

zustellen sowie ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei die Unzulässigkeit  

oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustel-

len. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er um Bekanntgabe des 

Spruchkörpers sowie Bestätigung der zufälligen Auswahl desselben. An-

dernfalls seien die Kriterien bekannt zu geben, nach welchen die Gerichts-

personen ausgewählt worden seien. Ihm sei dazu Einsicht in die Datei der 

Software des Bundesverwaltungsgerichts zu gewähren, mit welcher diese 

Auswahl nach Eingang der Beschwerde kreiert worden sei und es sei of-

fenzulegen, wer diese Auswahl getroffen habe.  

Der Beschwerdeführer reichte eine CD-ROM mit länderspezifischen Infor-

mationen (rund 650 Dateien), eine Mail des SEM vom 6. November 2018 

sowie ein Schreiben des SEM vom 3. Dezember 2018 ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

E-2837/2020 

Seite 5 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist 

als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 6 AsylG). 

1.2 Im Zusammenhang mit der Spruchkörperbildung beantragt der Be-

schwerdeführer vorab im Wesentlichen, dass Auskunft darüber zu erteilen 

sei, ob die Gerichtspersonen zufällig ausgewählt worden sind beziehungs-

weise ob in den Automatismus der Spruchkörperbildung eingegriffen 

wurde. Die automatisierte Geschäftsverteilung und Verfahrensabwicklung 

am Bundesverwaltungsgericht betreffen gerichtsinterne Arbeitsschritte. 

Diesbezüglich ist auf die geltende Praxis (Teilurteil des BVGer D-

1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3) und die betreffenden Bestimmungen 

des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für das Bundesverwaltungs-

gericht (VGR; SR. 173.320.1) zu verweisen. Auf diesen Antrag ist daher 

praxisgemäss nicht einzutreten. Bei dieser Ausgangslage ist auch auf den 

weiteren Teilantrag, im Falle eines Eingriffs die objektiven Kriterien bekannt 

zu geben, nicht einzutreten (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer E-2110/2020 

vom 11. Juni 2020 E. 2). Soweit darüber hinaus um Einsicht in die Soft-

waredatei des BVGer ersucht wird und um Bekanntgabe der Person, die 

diese Auswahl getroffen hat, ist auf diese Anträge ebenfalls nicht einzutre-

ten, da diese Auskunftsersuchen in engem Zusammenhang mit den vor-

stehend erwähnten Anträgen stehen beziehungsweise deren vorgängige 

Behandlung bedingen (vgl. Urteil des BVGer E-3931/2020 vom 22. März 

2021 E. 3). 

1.3 Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Mitteilung der Zusammen-

setzung des Spruchkörpers gegenstandslos. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des 

Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

  

E-2837/2020 

Seite 6 

3.  

3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben. 

Diese sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kas-

sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen 

Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; 

unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, 

Rz. 1043). 

3.3 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Die Vorinstanz habe den Beschwerdeführer nicht zu seinen neu vorge-

brachten Asylvorbringen angehört. 

Das neue Asylgesuch reichte der Beschwerdeführer nach dem rechtskräf-

tigen Abschluss des ersten Asylverfahrens innerhalb der Fünfjahresfrist 

von Art. 111c AsylG ein. Bei dieser Konstellation ist eine Anhörung gemäss 

Art. 29 AsylG grundsätzlich nicht vorgesehen (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.3). 

Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat in seinem 63 Seiten (exkl. 

Beilagenverzeichnis) umfassenden Gesuch vom 5. Juni 2019 seine Asyl-

gründe ausführlich dargelegt. Eine weitere Anhörung war folglich nicht an-

gezeigt. Die Rüge ist folglich unbegründet. 

3.4 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Begründungspflicht. 

Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass seine Familie aufgrund ihres 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Hintergrunds durch die geltend gemachten Nachteile mehr betroffen gewe-

sen sei als andere muslimische Personen. Zudem habe sie die Sicherheits-

lage in Sri Lanka und seine Asylvorbringen zu den exilpolitischen Aktivitä-

ten in der Schweiz unsorgfältig geprüft. 

Die Vorinstanz äusserte sich implizit zum vom Beschwerdeführer vorge-

brachten familiären Hintergrund, indem sie ausführlich die verstärkten Kon-

trollen der muslimischen Gemeinschaft in Sri Lanka dargelegt und festge-

stellt hat, angesichts der Tatsache, dass die Hausdurchsuchungen nicht 

gezielt erfolgt seien, dass die Kontrollmassnahmen gegenüber seiner Fa-

milie nicht über ein Mass an Intensität hinausgehen würden, welches auch 

andere muslimische Personen in der gleichen Situation in Sri Lanka zu er-

dulden hätten, seien sie nicht asylrelevant. Zudem führte sie aus, dass die 

eingereichten Fotos kein Beleg für ein relevantes Motiv bezüglich der Ver-

brennung der Boote darstellen würden. Hinsichtlich seiner neu vorgebrach-

ten exilpolitischen Tätigkeiten hat die Vorinstanz in ihrer Begründung nach-

vollziehbar und differenziert aufgezeigt, diese seien selbst vor dem Hinter-

grund seiner diesbezüglichen Vorbringen im ersten Asylverfahren nicht ge-

eignet, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich zu ziehen. 

Die Begründung der Vorinstanz ist somit als ausreichend einzustufen. Die 

Vorinstanz hat die Vorbringen des Beschwerdeführers vor dem Hintergrund 

der (damals) aktuellen Lage in Sri Lanka geprüft. Zudem war der Be-

schwerdeführer in der Lage, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Es 

liegt demnach keine Verletzung der Begründungspflicht vor. 

3.5 Der Beschwerdeführer bemängelt, der rechtserhebliche Sachverhalt 

sei unvollständig und unrichtig abgeklärt worden. Neben den individuellen 

Asylgründen (die eingereichten Schreiben zur Darlegung der Unterstüt-

zung der muslimischen Glaubensgemeinschaft in G._______ durch seine 

Familie; die herausragende Rolle, welche seine Familie innerhalb der ta-

milischen Gemeinde G._______s einnehme; den Screenshot mit Abbildun-

gen des Beschwerdeführers im J._______ Cup 2019 - Whatsappgrup-

penchat) habe die Vorinstanz sodann die länderspezifische Lage in Sri 

Lanka (Konfiszierung von Sprengstoff in G._______ im Januar 2019; den 

Kontakt der Attentäter der Osteranschläge zur muslimischen Elite in 

G._______; Papierbeschaffung und Background-Check; aktuelle Lage 

auch aufgrund der Coronakrise) nicht berücksichtigt. Darüber hinaus habe 

sie die Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum Regierungspräsidenten in der 

Verfügung nicht erwähnt.  

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Seite 8 

Die Vorinstanz hat die eingereichten Schreiben der muslimischen Ge-

meinde sowie den Screenshot der J._______ Cup 2019 - Whatsappgruppe 

berücksichtigt. Ebenso hat sie die Vorbringen des Beschwerdeführers be-

treffend die Stellung seiner Familie in der muslimisch-tamilischen Gemein-

schaft von G._______ in der Verfügung ausführlich erwähnt und auf die 

verstärkten Kontrollen durch die sri-lankischen Behörden infolge der Os-

teranschläge hingewiesen. Ob die Beweiswürdigung und die Glaubhaftig-

keitsprüfung der diesbezüglichen Aussagen zutreffend sind, betrifft nicht 

die Erstellung des Sachverhalts, sondern ist eine materielle Frage der 

rechtlichen Würdigung der Vorbringen. Allein der Umstand, dass die Vo-

rinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt als vom 

Beschwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen zu einer an-

deren Würdigung der Vorbringen (inklusive Risikoanalyse) gelangt als vom 

Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine ungenügende Sachver-

haltsfeststellung. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Frage der mate-

riellen Beurteilung. Unter Einbezug der aktuellen Lage hat sie auch der 

Wahl von Gotabaya Rajapaksa, welche bereits am 16. November 2019 

stattgefunden hat, Rechnung getragen. Der rechtserhebliche Sachverhalt 

wurde von der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt. 

3.6 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-

begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen 

Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe-

züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gestützt auf die Ausführungen in der Erwägung 3.3 ist der Beweisan-

trag betreffend erneute Anhörung des Beschwerdeführers abzuweisen. 

4.2 Der Beweisantrag, dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Frist 

anzusetzen, um zusätzliche Beweismittel zum Brandanschlag auf die 

Boote seiner Familie vom 14. Mai 2019 und zum gegen ihn laufenden Ge-

richtsverfahren in Sri Lanka beibringen zu können, ist ebenfalls abzuwei-

sen. Der Beschwerdeführer hätte bis zum Urteilszeitpunkt hinreichend Ge-

legenheit und im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 

AsylG) auch die Obliegenheit gehabt, weitere Beweismittel einzureichen. 

Dies hat er offensichtlich nicht getan. Es besteht demnach keine Veranlas-

sung, eine Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel anzusetzen.  

  

E-2837/2020 

Seite 9 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt zu werden, sind nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur 

Annahme besteht, eine Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine bloss ent-

fernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete 

Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der 

vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung als wahr-

scheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen. Ob eine begründete Furcht vor künftiger 

Verfolgung vorliegt, ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu 

beurteilen. Es müssen hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Be-

drohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in der gleichen Lage 

Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht hervorrufen 

würden. Die objektive Betrachtungsweise ist durch das vom Betroffenen 

bereits Erlebte und das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fäl-

len zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht 

(vgl. die vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführte Rechtsprechung der 

[damaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in EMARK 

2004/1 E. 6a; BVGE 2011/50 E. 3.1.1; BVGE 2011/51 E. 6; BVGE 2008/4 

E. 5.2). 

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

  

E-2837/2020 

Seite 10 

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, die sri-lankischen Be-

hörden hätten infolge der terroristischen Anschläge vom 21. April 2019 

Massnahmen ergriffen, um Personen zu fassen, die im Zusammenhang 

mit den Anschlägen stehen würden. Nach den Anschlägen seien zahlrei-

che Personen und Familien, insbesondere Personen und Familien musli-

mischen Glaubens, in gleichem Masse und Umfang von den Kontrollen und 

Untersuchungen der sri-lankischen Behörden betroffen gewesen. Nebst 

den geltend gemachten Nachteilen, namentlich den Hausdurchsuchungen, 

der Beschlagnahmung von Material, dem Verlust der Boote und der Befra-

gung der Mutter, habe seine Familie keine weiteren Nachteile erlitten. Die 

Kontrollmassnahmen würden folglich nicht über ein Mass an Intensität hin-

ausgehen, welches auch andere Personen und Familien in der gleichen 

Situation in Sri Lanka zu erdulden hätten. Es sei nicht auszuschliessen, 

dass die muslimische Gemeinschaft in Sri Lanka in Folge der durch extre-

mistische Islamisten durchgeführten Anschläge einer verstärkten Kontrolle 

unterworfen seien. Das Bundesverwaltungsgericht verneine indes eine 

Kollektivverfolgung der Muslime. Der Beschwerdeführer und seine Familie 

hätten keinen persönlichen Bezug zu den Anschlägen. Alleine aufgrund ih-

res Glaubens könnten sie keine begründete Furcht vor einer Verfolgung 

ableiten. Seine Vorbringen in Bezug auf seine exilpolitischen Aktivitäten im 

(…)team B._______ in der Schweiz und die deswegen in Sri Lanka geltend 

gemachte Suche nach ihm seien bereits anlässlich des ersten Asylverfah-

rens behandelt und als nicht asylrelevant betrachtet worden. An dieser Ein-

schätzung habe sich nichts geändert. Seinem zweiten Asylgesuch und den 

eingereichten Beweismitteln könnten keine Hinweise entnommen werden, 

dass die sri-lankischen Behörden ihn aufgrund seiner Teilnahme an 

(…)spielen seit dem Jahr 2018 in der neuen Mannschaft von F._______ 

"E._______" in Sri Lanka suchen würden oder ein Strafverfahren gegen 

ihn eingeleitet worden wäre. Die weiteren Aktivitäten des (…)teams 

"E._______" (die gezielte Überwindung traumatischer Erlebnisse von tami-

lischen Flüchtlingen sowie die Erfüllung der Ziele der in Sri Lanka verbote-

nen Dachorganisation […] in der Schweiz anzustreben) seien nicht geeig-

net, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich zu ziehen. 

Seine Aktivitäten als blosser Mitläufer würden für die Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft nicht ausreichen. Zudem habe er selber angege-

ben, nie politisch aktiv oder Mitglied der LTTE in Sri Lanka gewesen zu 

sein. Anlässlich des ersten Asylverfahrens habe er mehrmals betont, dass 

er nur aus sportlicher Leidenschaft (…) spiele. Er erfülle die Risikofaktoren 

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Seite 11 

nicht. Es sei nicht davon auszugehen, er habe zukünftig gezielte Verfol-

gungsmassnahmen zu befürchten, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft 

nach Art. 3 AsylG nicht erfülle. 

6.2 Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seiner Beschwerde aus, 

seit der Präsidentschaftswahl im November 2019 seien die Verfolgungs-

handlungen der Behörden konkret und gegen spezifische Gruppen gerich-

tet und würden primär Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtsakti-

visten sowie Angehörige religiöser und ethnischer Minderheiten, insbeson-

dere tamilische und muslimische Rückkehrer aus der Schweiz, betreffen, 

die ins Visier der Behörden geraten seien. Durch die Coronakrise habe sich 

die Situation der muslimischen Familien und so auch seiner Familie in der 

Region G._______ zusätzlich verschlechtert. Er und seine muslimische 

Familie seien wegen ihres Reichtums, ihrer finanziellen Zuwendungen an 

die muslimische Gemeinde G._______ und seines Aufenthaltes in der 

Schweiz in Sri Lanka infolge der Osteranschläge in den Verfolgungsfokus 

der sri-lankischen Behörden geraten. Seine Verwandten würden davon 

ausgehen, dass ein Gerichtsverfahren gegen ihn bestehe. Wegen seines 

langjährigen Aufenthalts in der Schweiz und seiner Nähe zu separatisti-

schen Kreisen weise er ein anderes Profil als die übrigen Muslime in Sri 

Lanka auf. Seine exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz für die 

(…)mannschaft "B._______" müssten kumulativ mit den neuen Vorbringen 

vor der aktuellen Ländersituation gewürdigt werden. Wegen dieser Aktivi-

täten sei er in Sri Lanka belangt worden und im Jahr 2015 aus Sri Lanka 

ausgereist. Zudem sei er in der Schweiz seit dem Jahr 2018 Mitglied des 

(…)teams "E._______". Als Spieler in besagter Mannschaft sei er expo-

niert. Innerhalb der (…)szene sei es zu Absonderungen ehemaliger Mitglie-

der und Sympathisanten der LTTE gekommen, welche nun mit den sri-lan-

kischen Behörden zusammenarbeiten würden. Er gehe davon aus, dass 

es zu einem Informationsfluss ihn betreffend gekommen sei, da er auf der 

Facebookseite des in Sri Lanka verbotenen I._______ abgebildet sei. Die 

sri-lankischen Behörden würden ihn folglich mit dem I._______ in Verbin-

dung bringen. Sein wohlhabender muslimischer Hintergrund, der lange 

Aufenthalt in der Schweiz und die Teilnahme an tamilischen separatisti-

schen Anlässen würden eine Rückkehr nach Sri Lanka aus der Verfol-

gungsperspektive besonders gefährlich erscheinen lassen. Er erfülle meh-

rere Risikofaktoren. 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Osteranschläge seien von 

wohlhabenden muslimischen Fabrikbesitzern finanziert und organisiert 

E-2837/2020 

Seite 12 

worden, weshalb seine vermögende Familie in den Verfolgungsfokus der 

sri-lankischen Behörden geraten sei (zwei Hausdurchsuchungen, Brand-

anschlag auf die Boote). Als Angehöriger dieser Familie, der sich zudem 

im Ausland aufhalte, drohe ihm bei einer Rückkehr eine asylrelevante Ver-

folgung. Es ist somit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer begründeten An-

lass zur Befürchtung hat, einer künftigen Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt zu sein. 

Es ist festzuhalten, dass die – in Sri Lanka latent verbreitet vorhandene – 

anti-muslimische Stimmung seit den Osteranschlägen 2019 zugenommen 

hat. Bei den Anschlägen von muslimischen Selbstmordattentätern auf Kir-

chen und Hotels in Colombo und zwei weiteren Städten vom 21. April 2019 

kamen über 250 Personen ums Leben. Die Regierung rief daraufhin den 

Notstand aus und hunderte von Muslimen wurden im Zusammenhang mit 

den Anschlägen verhaftet, wobei teilweise nur dürftige Hinweise für deren 

Involvierung in die Anschläge vorlagen. Die muslimische Bevölkerung 

stand im Rahmen der Anti-Terror Massnahmen der Regierung generell un-

ter erhöhter Beobachtung und intensivierter Kontrolle. Der Notstand wurde 

am 22. August 2019 wieder aufgehoben. Bei anti-muslimischen Unruhen, 

die offensichtlich von nationalistischen Gruppierungen und militanten  

Buddhisten orchestriert und unterstützt worden waren, wurden muslimi-

sche Häuser und Geschäfte angegriffen. Die Sicherheitskräfte waren dabei 

nicht immer in der Lage oder willens, für Ordnung zu sorgen. Aufrufe zum 

Boykott von muslimischen Verkäufern und Unternehmen haben zugenom-

men und führten teilweise zu namhaften Verlusten bei muslimischen Un-

ternehmern (International Crisis Group, After Sri Lanka’s Easter Bombing: 

Reducing Risks of Future Violence, 27. September 2019, S. 18 ff.; Austral-

ian Government, Department of Foreign Affairs and Trade, DFAT Country 

Information Report Sri Lanka, 4. November 2019, S. 28 f.; Human Rights 

Watch, World Report 2020, Sri Lanka, S. 527 ff.). Hinsichtlich der geltend 

gemachten Hausdurchsuchungen, Befragungen und Beschlagnahmungen 

von Gegenständen im Frühjahr 2019 bei der Familie des Beschwerdefüh-

rers kann – entgegen der Auffassung in der vorinstanzlichen Verfügung – 

offensichtlich nicht davon gesprochen werden, diese seien nicht speziell 

gegen die Familie des Beschwerdeführers gerichtet gewesen. Daran än-

dert der Umstand, dass andere muslimische Familien ähnlich betroffen ge-

wesen seien nichts. Demgegenüber ist nicht ersichtlich, dass sie, über ein 

legitimes Interesse an der Aufklärung der Terroranschläge hinaus, in einem 

flüchtlingsrechtlich erheblichen Motiv gegründet hätten. Es dürfte ihnen 

darüber hinaus tatsächlich auch an der nötigen Intensität mangeln. Aus 

E-2837/2020 

Seite 13 

den Bildern von verbrannten Booten vermag der Beschwerdeführer eben-

falls nichts abzuleiten; zu Recht verweist die Vorinstanz insbesondere da-

rauf, dass sich daraus kein Motiv ableiten lasse. Für die Einschätzung der 

mangelnden Relevanz dieser Massnahmen spricht aber vor allem, dass 

sich seine Familie nach wie vor in Sri Lanka befindet und er nicht vorbringt, 

dass es in der Zwischenzeit – somit seit zwei Jahren – zu weiteren Vorfäl-

len von Seiten der sri-lankischen Behörden gegenüber seiner Familie ge-

kommen ist. So wurde insbesondere niemand aus seiner Familie verhört 

oder verhaftet. Somit ist davon auszugehen, dass sich bei den sri-lanki-

schen Behörden der Verdacht nicht erhärtet hat, seine Familie stehe im 

Zusammenhang mit den Osteranschlägen. Daran vermögen auch die von 

ihm eingereichten allgemeinen Berichte über die oben dargestellte Lage in 

Sri Lanka und die eingereichten Dankesschreiben vom 20. und 22. Mai 

2019, wonach die Familie muslimische Institutionen mit Spenden unter-

stütze, nichts zu ändern. Für das geltend gemachte Gerichtsverfahren 

kann er keine Beweismittel einreichen, welche seine Angaben untermau-

ern könnten. Es handelt sich somit nur um eine Behauptung. Das Vorliegen 

einer objektiven Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

ist somit zu verneinen. 

7.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, seit der Wahl von Gotabaya Rajapa-

ksa zum sri-lankischen Präsidenten im November 2019 gehe in den Augen 

der neuen sri-lankischen Regierung die Terrorismusgefahr insbesondere 

von der muslimischen und tamilischen Minderheit aus. Er gehöre beiden 

Minderheiten an. Vor dem Hintergrund seiner ehemaligen Zugehörigkeit 

zum (…)team "B._______" von 2012 und 2014, der beiden Hausdurchsu-

chungen bei seiner Familie und dem Brandanschlag auf deren Boote im 

Jahr 2019 sei er einer zunehmenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Er 

macht damit einen objektiven Nachfluchtgrund geltend, welcher vorliegt, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen. In solchen Fällen 

ist die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren (BVGE 

2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

Im Urteil E-2750/2017 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, er erfülle 

wegen seiner Mitgliedschaft in den (…)teams "B._______" und 

"D._______" sowie seiner ethnischen Zugehörigkeit oder seines Glaubens 

nicht die Flüchtlingseigenschaft (s. E. 6, E. 7.2.5 und E. 7.3). Die neuen 

Vorbringen (vgl. E. 7.1) sind ebenfalls nicht asyl- beziehungsweise flücht-

lingsrelevant. An dieser Einschätzung ändern weder der Regierungswech-

E-2837/2020 

Seite 14 

sel vom 16. November 2019 noch die im Dezember 2019 erfolgte Verhaf-

tung einer sri-lankischen Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft in 

Colombo etwas, da diesbezüglich kein individueller Bezug zum Beschwer-

deführer ersichtlich ist.  

Hinsichtlich des Machtwechsels vom 16. November 2019 gilt festzuhalten: 

Gotabaya Rajapaksa wurde damals zum neuen Präsidenten Sri Lankas 

gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt der Rajapa-

ksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; https://www.theguar-

dian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapaksa-

premadas-count-continues, abgerufen am 14. April 2021). Er war unter sei-

nem älteren Bruder, dem ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der 

von 2005 bis 2015 an der Macht war, Verteidigungssekretär und wurde an-

geklagt, zahlreiche Verbrechen gegen Journalisten und Aktivisten began-

gen zu haben. Zudem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverlet-

zungen und Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die An-

schuldigungen (vgl. Human Rights Watch: World Report 2020 – Sri Lanka, 

14.01.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bru-

der Mahinda sodann zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, 

Chamal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Ma-

hinda und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett 

zusammen zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. 

www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-

brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state20191127174753, 

abgerufen am 14.  April 2021). Die mit der absoluten Mehrheit gewonnene 

16.  Parlamentswahl vom 5. August 2020 verstärkt die Machtfülle der Brü-

der Rajapaksa noch weiter (vgl. Stiftung für Wissenschaft und Politik [SWP] 

Aktuell, Nr. 69, September 2020: Politischer Umbruch in Sri Lanka; 

https://www.swp-berlin.org/10.18449/2020A69/; abgerufen am 14. April 

2021).  

Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka 

bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie 

bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durch-

aus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Perso-

nen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszugehen (vgl. Referenzur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts E‑1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, 

Sri Lanka: Families of "Disappeard" Threatened, 16.02.2020). Dennoch 

gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem 

Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

E-2837/2020 

Seite 15 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen 

zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-

gen besteht. 

Der Beschwerdeführer war nie politisch aktiv, er weist kein regimekritisches 

Verhalten auf und hat – wie auch nachfolgend in Erwägung 7.3 ausge- 

führt – keine Verbindung zu den LTTE. Auch unter Berücksichtigung des 

aktuellen politischen Kontextes in Sri Lanka lässt sich nicht ableiten, er 

hätte mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen; das Vorliegen eines 

objektiven Nachfluchtgrundes ist zu verneinen (vgl. hierzu zur aktuellen 

Rechtsprechung Urteil des BVGer D-1690/2020 vom 22. April 2020 

E. 11.2). 

7.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, sri-lankische (…)spieler in der 

Schweiz hätten Informationen über ihn an die sri-lankischen Behörden wei-

tergeleitet, da er auf der Facebookseite des in Sri Lanka verbotenen 

I._______ abgebildet worden sei. Die sri-lankischen Behörden würden ihn 

folglich mit dem I._______ in Verbindung bringen, weshalb er in der Posi-

tion als Spieler des (…)teams "E._______" exponiert sei. Ebenso sei er 

durch seine Teilnahme an tamilischen separatistischen Anlässen beson-

ders vor einer Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden gefährdet.  

Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asylsu-

chende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat 

oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wesentlich ist, ob die heimatlichen Be-

hörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und 

dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung befürchten muss. 

Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, wer-

den jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. 

BVGE 2009/28 E. 7.1; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a m.w.H.). 

Zum Beleg seiner exilpolitischen Tätigkeit reichte der Beschwerdeführer 

verschiedene Internetausdrucke sowie Inhalte eines Whatsappchats ein, 

auf welchen er mit seiner (…)mannschaft abgebildet ist. Die FacebookSei-

ten der I._______ zeigen ihn als (…)spieler zusammen mit seiner Mann-

schaft anlässlich einer Siegesfeier. Die Bilder im Whatsappchat sind nicht 

öffentlich und zeigen ihn wiederum nur im Zusammenhang mit einer Sie-

E-2837/2020 

Seite 16 

gesfeier inmitten seines Teams, weshalb auch hier kein politischer Zusam-

menhang zu erkennen ist. Sein Name wurde auf keinem der eingereichten 

Bilder erwähnt und seine Fotos stehen deutlich im Zusammenhang mit sei-

nen sportlichen Fähigkeiten. Daran ändert der Umstand, dass im Hinter-

grund ein Schrein zu erkennen ist, nichts. Er machte zudem zu keinem 

Zeitpunkt eine Verbindung zu den LTTE geltend; er gab selber an, sein 

Beweggrund, Mitglied des (…)teams zu sein, sei einzig sein Interesse am 

(…)sport. Daran ändert auch das Schreiben des (…)clubs "E._______", 

wonach der Verein die tamilische Organisation der Schweiz unterstütze 

und eine Art Therapie für tamilische Kriegsflüchtlinge sei, sowie die angeb-

liche Spaltung der (…)szene in der Schweiz nichts. Zu seiner Teilnahme an 

Demonstrationen reichte er keine Belege ein. Er ist somit nicht in einem 

Ausmass exilpolitisch tätig, das ihn in den Augen des sri-lankischen Re-

gimes als Regimegegner erscheinen lassen würde. Es ist nicht davon aus-

zugehen, dass er aufgrund seiner (…)spielertätigkeit – selbst wenn die 

(…)turniere an speziellen Anlässen der tamilischen Organisation stattfin-

den und er mit LTTE-nahen Mitgliedern abgebildet ist – das Verfolgungsin-

teresse der sri-lankischen Behörden auf sich gezogen hat. Die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers ist somit unter dem Aspekt der subjek-

tiven Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG zu verneinen. 

7.4 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer eine Verfolgung durch die sri-

lankischen Behörden nicht glaubhaft darlegen. Es besteht somit kein be-

gründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft asylrelevanten 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein wird. 

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Beurtei-

lung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form 

von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren 

identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobe-

gründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid dargelegten 

Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begrün-

deten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentli-

cher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine 

E-2837/2020 

Seite 17 

gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden be-

strebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so 

den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten Ri-

sikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Namen 

in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop-List" vermerkt seien und 

der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Straf-

registereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-lankische 

Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt hätten (vgl. 

a.a.O. E. 8). 

 

8.2 Im Urteil E-2750/2017 stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass 

der Beschwerdeführer keine Risikofaktoren erfüllt. Seine neuen Vorbringen 

sind nicht asylrelevant respektive unglaubhaft. Eine Verbindung zu den 

LTTE weist er nicht auf und er ist nicht – jedenfalls nicht in relevantem  

Mass – exilpolitisch tätig. Er wurde weder verhaftet noch einer Straftat an-

geklagt oder gar verurteilt und verfügt somit auch nicht über einen Strafre-

gistereintrag. Allein aus der tamilischen Ethnie und der fünfjährigen Lan-

desabwesenheit kann er keine Gefährdung ableiten. Dass er in einer „Stop 

List“ aufgeführt sein soll, ist aufgrund des Gesagten unwahrscheinlich. Un-

ter Würdigung aller Umstände ist somit anzunehmen, dass der Beschwer-

deführer von der sri-lankischen Regierung nicht zu jener kleinen Gruppe 

gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wieder aufle-

ben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat dar-

stellt. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer 

Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

drohen würden. Dies ergibt sich auch nicht aus den auf Beschwerdeebene 

eingereichten Dokumenten, Berichten und Länderinformationen. Das gilt 

insbesondere auch für die geltend gemachten Entwicklungen im Zuge der 

Corona-Pandemiebekämpfung. 

8.3 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

E-2837/2020 

Seite 18 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-

lehnt. 

9.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen 

(Art. 32 Abs. 1 AsylV 1; SR 142.311). Die Wegweisung wurde zu Recht an-

geordnet. 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

10.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings-

eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend-

bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge-

meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 

BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. 

EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be-

schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, 

Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts-

hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren-

den Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Vielmehr müssten im 

Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Betroffene ernsthafte Gründe für 

E-2837/2020 

Seite 19 

die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be-

fragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen 

durch die in Erwägung 8.1 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind 

(vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) – in Betracht gezogen 

werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass 

diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglich-

erweise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen 

Würdigung erreichen könnten. 

Nachdem der Beschwerdeführer – wie in den Erwägungen 7 und 8.2 aus-

geführt – nicht darlegen konnte, dass er befürchten müsse, bei einer Rück-

kehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in ei-

nem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen 

auch keine Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die 

über einen sogenannten „Background Check“ hinausgehen würden, oder 

dass er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zuläs-

sig. 

10.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner 

Gewalt. Der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka ist zumutbar, wenn das 

Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz 

eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus-

sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht wer-

den kann (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). 

An dieser Einschätzung vermögen die Gewaltvorfälle in Sri Lanka vom 

21. April 2019 sowie die Präsidentschaftswahlen vom November 2019 und 

die seitherigen Entwicklungen nichts zu ändern. 

Es kann auf das Urteil E-2750/2017 E. 10.3 verwiesen werden, wonach der 

aus G._______ stammende Beschwerdeführer eine überdurchschnittliche 

Ausbildung genossen, mehrere Jahre in der Handelsfirma seines Vaters 

und in der Firma eines Bekannten gearbeitet hat und über Familienange-

hörige und ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz in Sri Lanka verfügt. 

Der Vollzug erweist sich deshalb auch in individueller Hinsicht als zumut-

E-2837/2020 

Seite 20 

bar. Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvoll-

zug nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt  

voraus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, 

sondern voraussichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens 

zwölf Monate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporä-

ren Hindernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e). Bei der Corona-Pandemie handelt es 

sich – wenn überhaupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, wel-

chem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden 

Rechnung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situa-

tion im Heimatland angepasst wird. Der Vollzug erweist sich deshalb auch 

in individueller Hinsicht als zumutbar. 

10.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich-

nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung 

seines Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente 

zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

10.5 Die Vorinstanz hat somit den Wegweisungsvollzug zu Recht als zu-

lässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen 

Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung den 

rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt, Bundes-

recht nicht verletzt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich über-

prüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und zufolge seiner 

sehr umfangreichen Beschwerde mit zahlreichen Beilagen ohne individu-

ellen Bezug zu ihm praxisgemäss auf insgesamt Fr. 1ꞌ500.– festzusetzen 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2837/2020 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1ꞌ500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Eliane Hochreutener 

 

 

Versand: