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**Case Identifier:** d7f0be20-a502-55fc-a082-021eb2e9e846
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.09.2014 200 2014 701
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-701_2014-09-18.pdf

## Full Text

200 14 701 UV
KOJ/SHE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 18. September 2014

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 8. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2014, UV/14/701, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) ist über seine berufliche Tätigkeit bei der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend SUVA oder Beschwerdegegnerin) 
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie 
Berufskrankheiten versichert. Gemäss der Schadenmeldung UVG vom 
4. März 2014 (Akten der SUVA, Antwortbeilage [AB] 1) zog sich der Versi-
cherte am 20. Februar 2014 beim Starten einer Motorsäge eine Verletzung 
an der rechten Schulter zu. Nach Durchführung von medizinischen und 
sachverhaltsspezifischen Abklärungen verneinte die SUVA am 29. April 
2014 formlos ihre Leistungspflicht (AB 17), wogegen der Versicherte Ein-
wände erheben liess (AB 18); mit Verfügung vom 9. Mai 2014 hielt sie an 
ihrer Leistungsablehnung fest (AB 19). Die dagegen erhobene Einsprache 
(AB 21) wies die SUVA mit Entscheid vom 8. Juli 2014 (AB 26) ab.

B.

Mit Eingabe vom 22. Juli 2014 erhob der Versicherte hiergegen Beschwer-
de und forderte sinngemäss die Ausrichtung von Versicherungsleistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereig-
nis vom 20. Februar 2014.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 14. August 2014 auf 
Abweisung der Beschwerde.

Eine weitere Eingabe des Beschwerdeführers vom 26. August 2014 wurde 
der Beschwerdegegnerin zugestellt und gleichzeitig Gelegenheit zur Einrei-
chung einer allfälligen Stellungnahme gewährt. Eine solche ist innert Frist 
nicht erfolgt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2014, UV/14/701, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 8. Juli 
2014 (AB 26). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Versicherungsleistungen der obligatorischen Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. Februar 2014.

1.3 Gemäss den Akten war der Beschwerdeführer vom 21. Februar 
2014 bis zum 27. April 2014, d.h. während 66 Tagen, zu 100% arbeitsun-
fähig (AB 11). Unter Berücksichtigung der Entstehung eines allfälligen Tag-
geldanspruchs am dritten Tag nach dem Unfall (Art. 16 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 
832.20]) - hier 23. Februar 2014 - und einer Taggeldhöhe von 80% (Art. 17 
Abs. 1 UVG) würde dieser Anspruch Fr. 5‘470.70 (Fr. 3‘000.-- [AB 1 Ziff. 
12] * 13 Monate / 365 Tage * 64 Tage * 80%) betragen; auch unter Berück-
sichtigung der aufgelaufenen und zu erwartenden Heilungskosten liegt der 
Streitwert unter 20‘000.--, weshalb die Beurteilung in die einzelrichterliche 
Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven 
Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen 
Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnlichen 
macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die 
aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ur-
sache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern 
des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslösung 
des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall setzt 
vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich 
ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 
E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich-
keit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur 
auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 
insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete 
Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79).

Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 

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exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-
nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Scha-
densneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses 
zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den üblichen auf 
den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzge-
schehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 V 72 E. 
4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

2.2 Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in 
der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi-
gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder 
Degeneration zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 lit. a - h 
der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 
[UVV; SR 832.202]). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerkmale eines Un-
falles mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Besondere Bedeu-
tung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. 
eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälli-
gen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Für die 
Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwir-
kenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gestei-
gertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum 
einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein 
gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele 
sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erhebli-
chem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage 
stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und 
psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere 
seiner Gliedmassen, gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470; SVR 
2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 5.2).

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Einschiessende Schmerzen fallen als Symptome einer Schädigung nach 
Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer 
alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hiezu ein davon unter-
scheidbares äusseres Moment hineinspielt. Wer also lediglich beim Aufste-
hen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. 
einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer 
Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das 
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die physiologi-
sche Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und 
Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhnli-
ches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gestei-
gertes Gefährdungspotenzial innewohnen muss. Erfüllt ist demgegenüber 
das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der 
Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereige-
nen Traumen führen können, also im Sinne der bisherigen Rechtsprechung 
das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende 
Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der 
Körperlage (BGE 139 V 327 E 3.3.2 S. 330, 129 V 466 E. 4.2.2 und 4.2.3 
S. 470; SVR 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 5.2).

Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst eine unfallähn-
liche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den 
vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden 
lässt; es genügt somit, wenn eine schädigende, äussere Einwirkung we-
nigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den vor- oder überwiegend 
krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutritt (BGE 123 V 43 E. 2b 
S. 45; SVR 2008 UV Nr. 15 S. 49 E. 3).

2.3 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leis-
tungsansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Wird dieser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, unge-
naue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen 
eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, be-
steht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es 
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall-

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begriffs erfüllt sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; 
RKUV 2003 U 485 S. 259 E. 5).

Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenann-
ten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbe-
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-
derer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 
8c S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2).

3.

3.1 Zum Ereignis vom 20. Februar 2014 ist den Akten folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Gemäss der Schadenmeldung UVG vom 4. März 2014 (AB 1) habe 
sich der Beschwerdeführer am 20. Februar 2014, als er zum Starten der 
Motorsäge das Startseil gezogen habe, die Schultersehne angerissen (Ziff. 
6).

3.1.2 Anlässlich der schriftlichen Befragung zum Ereignishergang gab der 
Beschwerdeführer am 14. März 2014 (AB 7) an, beim Starten der Motorsä-
ge sei ihm ein „Stich durch die Schulter gegangen.“ Der Schmerz habe 
immer mehr zugenommen, bis er in der Nacht nicht mehr habe schlafen 
können (Ziff. 1). Beim Ereignis habe sich etwas Besonderes zugetragen, 
nämlich habe er heftig am Seil der Kettensäge gezogen, damit diese starte 
(Ziff. 4). Im Moment, als er am Seil gezogen habe, seien erstmals Be-
schwerden bemerkbar geworden (Ziff. 5).

3.1.3 In seiner Beschwerde vom 22. Juli 2014 führte der Beschwerdefüh-
rer aus, er habe am 20. Februar 2014 auf einer hohen Leiter stehend den 
abgestandenen Motor einer schweren Motorsäge gestartet. Man müsse 
dabei, das Gleichgewicht haltend, die schwere Motorsäge fast quer zur 
normalen Körperhaltung und zum Bewegungsablauf halten, damit man die 
Reissleine ziehen könne. Dazu komme das Halten des Gleichgewichts, das 

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eine zusätzliche starke Anspannung der Muskulatur und aller Sehnen be-
wirke.

3.2 Die Angaben des Beschwerdeführers betreffend des Hergangs des 
Ereignisses vom 20. Februar 2014 sind in der Unfallmeldung vom 4. März 
2014 (AB 1), im Fragebogen vom 14. März 2014 (AB 7) sowie in der Be-
schwerde vom 22. Juli 2014 widerspruchsfrei und ergeben ein stimmiges 
Gesamtbild. Insbesondere kommen den Angaben in der Unfallmeldung und 
dem Fragebogen im Vergleich zu den Ausführungen in der Beschwerde 
nicht gemäss der Grundsatz der „Aussage der ersten Stunde“ (vgl. E. 2.3 
hiervor) grösseres Gewicht zu, da die Erläuterungen in der Beschwerde die 
vorherigen Kurzbeschreibungen ergänzen und präzisieren (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.3.2). Die Darstellung des Beschwerdefüh-
rers ist von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht bestritten worden. 
Demnach hat der Beschwerdeführer am 20. Februar 2014 stehend auf ei-
ner hohen Leiter, das Gleichgewicht haltend und die Motorsäge fast quer 
zur normalen Körperhaltung und zum Bewegungsablauf haltend, heftig an 
dem Seil gezogen, um den abgestandenen Motor zu starten.

3.3 Im Rahmen der Prüfung, ob dieses Ereignis als Unfall im Sinne von 
Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist, stellt das Starten der Kettensäge, wie es im 
Sachverhalt dargestellt wird, entgegen der Auffassung der Beschwerde-
gegnerin sehr wohl einen äusseren Faktor dar. Allerdings führte sie zu 
Recht aus (AB 26/6 Ziff. 3.1.2), dass die Startbewegung grundsätzlich pro-
grammgemäss verlaufen ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass 
die Bewegung mit einer gewissen Heftigkeit erfolgte (AB 7 Ziff. 4). Eben-
falls nicht von Relevanz ist hierbei, dass der Beschwerdeführer auf einer 
hohen Leiter stand, zumal dieser Umstand keine Auswirkung auf die hier 
interessierende Bewegung bzw. Belastung der Schultermuskulatur und des 
dazugehörigen Band- und Sehnenapparates hatte. Auch wird weder be-
hauptet noch ist aus den Akten zu entnehmen, dass die Leiter umgekippt 
wäre oder gedroht hätte umzukippen, was allenfalls einen aussergewöhnli-
chen Umstand darstellen könnte (vgl. dazu Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 20. März 2008, 8C_781/2007). Weiter ist zu berücksichtigen, 
dass das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht bereits 

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deshalb zu bejahen ist, weil die Bewegung reflexartig (Entscheid des BGer 
vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 6.2) bzw. ruckartig (BGE 99 V 136 
E. 2 S. 139) ausgeführt wurde. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass 
kein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf der 
Körperbewegung programmwidrig beeinflusst hat, zumal sich nichts Be-
sonderes wie z.B. ein Sturz, Anschlagen etc. ereignet hat, ist im vorliegen-
den Fall die für die Erfüllung des Unfallbegriffs unabdingbare Vorausset-
zung der Ungewöhnlichkeit zu verneinen.

3.4 Zu prüfen bleibt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auf-
grund des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung. Für deren 
Bejahung muss, wie unter E. 2.2 hiervor aufgeführt, neben einem ausser-
halb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben un-
fallähnlichen Vorfall (E. 3.5 hiernach), kumulativ eine der in Art. 9 Abs. 2 lit. 
a-h UVV abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen 
vorliegen, welche nicht eindeutig auf Erkrankung oder Degeneration 
zurückzuführen ist (E. 3.6 hiernach).

3.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Beschwerde S. 
6 Ziff. 3.1.2) ist das Ereignis vom 20. Februar 2014 sehr wohl als sinnfälli-
ger Vorfall zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer musste nicht nur auf 
einer hohen Leiter das Gleichgewicht halten, sondern auch in unergonomi-
scher Haltung heftig und ruckartig am Seil der Motorsäge ziehen, um den 
abgestandenen Motor derselben zu starten. Indem es zur Schulterverlet-
zung gekommen ist, hat sich das Gefährdungspotenzial realisiert. Daher 
kommt das Starten der Motorsäge unter den vorliegenden Umständen ei-
ner mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Be-
anspruchung des Körpers gleich. Der durchgeführte Vorgang auf einer ho-
hen Leiter ist nicht mehr mit einer alltäglichen Lebensverrichtung, wie etwa, 
wenn der Beschwerdeführer die Säge am Boden gestartet hätte, zu ver-
gleichen. Damit ist von besonders hinzutretenden Umständen auszugehen, 
die zur Annahme eines sinnfälligen äusseren Faktors im Sinne der Recht-
sprechung führen. 

3.6 In der Folge ist zu prüfen, ob die festgestellten Verletzungen Dia-
gnosen gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV darstellen. Im Einzelnen zei-
gen die medizinischen Akten folgendes Bild:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2014, UV/14/701, Seite 10

3.6.1 Anlässlich der Erstbehandlung am 21. Februar 2014 stellte Dr. med. 
B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, folgende Ver-
dachtsdiagnose: „Anriss Muskel, Spinatussehne? Rotatorenmanschette?“ 
(AB 6/2). 

3.6.2 Das MRI vom 26. Februar 2014 zeigte gemäss Dr. med. 
C.________ u.a. eine Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne mit ca. 7 
mm grosser flacher bursaseitiger Partialruptur ansatznahe und eine Bursitis 
calcarea subdeltoidea mit zusätzlich leichtem reaktivem Knochenmarksö-
dem angrenzend im Tuberculum majus (AB 10).

3.6.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 20. März 2014 eine Partialläsion des M. Supraspinatus, eine Bursitis 
subacromialis, eine Tendinitis calcarea sowie ein subacromiales Impinge-
ment der rechten Schulter (AB 14/1). Unter Berücksichtigung der Röntgen-
untersuchung vom 12. März 2014 stellte dieser eine kleine Verkalkung am 
Tuberculum majus am Supraspinatussehnenansatz fest; das MRI vom 
26. Februar 2014 habe keine transmurale (vollständige) Ruptur am Supra-
spinatussehnenansatz ergeben. Radiologisch und klinisch liege eindeutig 
eine Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne mit Impingementsympto-
matik vor. Radiologisch sei eine nicht transmurale Ruptur von 7 mm dia-
gnostiziert worden, welche in der Bildgebung jedoch nicht eindeutig nach-
vollzogen werden könne. Die Schmerzsymptomatik sei seiner Meinung 
nach am ehesten durch eine Auflösung des Kalks in der Supraspinatus-
sehne hervorgerufen worden. Die Diagnostik zeige keine eindeutige Patho-
logie (S. 2).

3.6.4 Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin verneinte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, ohne Begründung das Vorliegen einer Listen-
verletzung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV (AB 16).

3.7 Im vorliegenden Fall liegen drei sich widersprechende ärztliche Ein-
schätzungen vor. Während Dr. med. C.________ von einer ansatznahen 
Partialruptur der Supraspinatussehne ausgeht (AB 10), ist diese nach 
Dr. med. D.________ in der Bildgebung nicht eindeutig nachvollziehbar 

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(AB 14/2); er diagnostizierte jedoch eine Partialläsion des M. Supraspina-
tus, d.h. des Muskels. Damit gehen beide Ärzte von einer Listenverletzung 
aus. Dies wiederum wird vom SUVA-Kreisarzt, Dr. med. E.________, ver-
neint, allerdings ohne jegliche Begründung. Mit dem Abstellen auf die An-
gaben von Dr. med. E.________ hat die Beschwerdegegnerin die medizini-
schen Akten in unzulässiger Weise gewürdigt. Namentlich bleibt unbeant-
wortet, ob überhaupt eine (Teil-) Ruptur vorliegt und gegebenenfalls, ob 
diese eine Sehne oder einen Muskel betrifft. Insoweit überzeugen die recht-
lichen Ausführungen der Beschwerdegegnerin, welche sich ausschliesslich 
auf Sehnenrupturen beziehen, nicht. Unter diesen Umständen hat sie den 
medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Die Sache ist daher zur 
orthopädischen Begutachtung und Klärung der Frage, ob das Ereignis vom 
20. Februar 2013 eine (Partial-) Ruptur der Supraspinatussehne oder des 
M. Supraspinatus zur Folge gehabt hat, an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen. Anschliessend hat diese unter Berücksichtigung der ein-
schlägigen Rechtsprechung über das Vorliegen einer unfallähnlichen Kör-
perschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. d oder f UVV zu befinden. 
Dabei wird namentlich zu beachten sein, dass eine allfällige Sehnen-
Teilruptur nach der Rechtsprechung eindeutig nachgewiesen sein muss 
(BGE 114 V 298 E. 5a S. 305).

3.8 Bei dieser Sach- und Rechtslage ist die Beschwerde vom 22. Juli 
2014 in dem Sinne gutzuheissen, als dass der angefochtene Einspra-
cheentscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen ist zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 2 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Unabhängig davon, ob es sich 
bei einer nichtvertretenen Partei um einen Anwalt resp. eine Anwältin oder 
um eine juristisch nicht geschulte Person handelt, ist für das kantonale Be-
schwerdeverfahren ausnahmsweise ein Anspruch auf Parteientschädigung 

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anzunehmen, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ gegeben sind: Es 
muss sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handeln. Fer-
ner muss die Interessenwahrung einen Arbeitsaufwand erfordern, der den 
Rahmen dessen überschreitet, was der einzelne üblicher- und zumutbare-
rweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich 
zu nehmen hat; erforderlich ist somit ein Arbeitsaufwand, welcher die nor-
male (z.B. erwerbliche) Betätigung während einiger Zeit erheblich beein-
trächtigt. Und schliesslich hat zwischen dem betriebenen Aufwand und dem 
Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis zu bestehen 
(BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Da es sich vorliegend nicht um eine komplizierte Sache mit hohem Streit-
wert handelt und die Beschwerdeführung nur einen geringen Aufwand ver-
ursacht hat, ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspra-
cheentscheid vom 8. Juli 2014 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwä-
gungen weitere Abklärungen vornehme und danach neu verfüge.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2014, UV/14/701, Seite 13

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ (samt eingereichten Akten)
- SUVA (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Gesundheit

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.