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**Case Identifier:** 69d4c8e1-67dc-59fe-98b1-5b5c19d664ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 09.06.2020 IV 2017/409
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2017-409_2020-06-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/409

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.09.2020

Entscheiddatum: 09.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2020
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung der Untersuchungspflicht. Würdigung eines 
bidisziplinären Gutachtens (Rheumatologie und Psychiatrie). Die 
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen vermag 
die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Abklärung 
der Validenkarriere des Beschwerdeführers. Rückweisung zur weiteren 
Abklärung und anschliessenden Neuverfügung. Teilweise Gutheissung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 9. Juni 2020, IV 2017/409).

Entscheid vom 9. Juni 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2017/409

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich am 15. Mai 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er 

hatte sich, nachdem ihm seine Stelle als Fassadenbaufacharbeiter per 30. April 2002 

aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden war, ab 1. August 2003 als 

Fassadenisoleur selbständig gemacht (IV-act. 21), sein Geschäft jedoch per Ende 2005 

wieder eingestellt (IV-act. 41). Am 23. Mai 2008 verfügte die IV-Stelle, dass kein 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe (IV-act. 47).

B.  

Am 4. Juni 2009 reichte der Versicherte ein Gesuch um Früherfassung ein (IV-act. 

53). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 10. Juni 2009 mit (IV-act. 54), dass die 

Prüfung eines Leistungsanspruchs auf der Basis einer IV-Anmeldung erfolgen werde, 

da bereits einmal eine IV-Anmeldung erfolgt sei und deshalb die Früherfassung nicht 

gesondert bearbeitet werde. Gemäss dem vorläufigen Austrittsbericht der Klinik Valens 

vom 27. Februar 2010 war der Versicherte vom 8. bis 27. Februar 2010 in der Klinik 

hospitalisiert gewesen (IV-act. 96). Seine körperliche Leistungsfähigkeit hatte ungefähr 

im Bereich einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ganztags mit sicher 

zumutbaren Gewichtsbelastungen bis 10kg gelegen. Im ausführlichen Bericht vom 

10. März 2010 über den stationären Aufenthalt vom 8. bis 27. Februar 2010 in der Klinik 

Valens (IV-act. 113) wurden als Diagnosen ein chronisches lumbospondylogenes 

Syndrom links, eine Spondylarthropathie vom Typ Bechterew, ein chronisches 

Cervicobrachialsyndrom, eine Periarthropathia humeroscapularis rechts sowie eine 

mittelgradige depressive Episode festgehalten. Am 10. Mai 2010 verfügte die IV-Stelle 

B.a. 

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bei einem Invaliditätsgrad von 17 Prozent die Ablehnung des Rentengesuchs (IV-act. 

99). Das Verwaltungsverfahren betreffend die berufliche Eingliederung wurde 

weitergeführt. Am 10. Juni 2010 liess der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 10. Mai 2010 erheben (IV-act. 108), welche vom Versicherungsgericht des 

Kantons St.Gallen mit Urteil vom 2. August 2012 (IV 2010/246; IV-act. 172) abgewiesen 

wurde. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Am 15. Juni 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie zur Klärung 

des Anspruchs auf berufliche Eingliederung eine umfassende medizinische 

Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie, Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit EFL) als notwendig erachte (IV-act. 167). Die 

Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) erstattete am 14. März 2013 ein 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 179). Darin führten die beteiligten 

Sachverständigen aus, der Versicherte leide an einem chronischen 

lumbospondylogenen Schmerzsyndrom linksbetont, einer Spondylitis ankylosans und 

einem chronischen Schulterimpingementsyndrom rechts. Die angestammten 

Tätigkeiten als Isoleur und Gipser seien nicht mehr zumutbar. Für selten mittelschwere, 

wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent. 

Körperlich leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten seien in einem 75 Prozent-

Pensum unter den folgenden Arbeitsplatzbedingungen zumutbar: Regelmässiges und 

selbständiges Wechseln der Arbeitspositionen möglich, aber Vermeiden von Arbeiten 

in anhaltend sitzender oder Oberkörpervorneigeposition und von stereotypen 

Rotationsbewegungen der Lendenwirbelsäule. Mit der rechten oberen Extremität seien 

repetitive Überkopfarbeiten nicht möglich, hingegen bestehe keine Einschränkung für 

fein- und grobmanuelle Tätigkeiten in Schulterneutralstellung. Aufgrund der 

intermittierenden Kraftverminderung am linken Bein sei das berufsbedingte 

regelmässige Gehen auf unebenen Böden oder das Benützen von Gerüsten oder 

Leitern nicht möglich. Das Heben, Tragen, Stossen und Ziehen von Lasten bis maximal 

15kg bis zur Taille und maximal 10kg bis zur Schulterhöhe sei möglich. Diese 

Einschränkungen würden seit Februar 2010 gelten. Am 1. Juli 2012 nahm der 

Versicherte eine Teilzeitarbeit als Hauswart auf, wofür er einen pauschalen Monatslohn 

von Fr. 533.30 erhielt (IV-act. 182).  Am 10. Juni 2013 verfügte die IV-Stelle, dass kein 

B.b. 

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C.  

Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 190). Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft.

Am Januar 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 195 und 196). Er gab an, an einer schwergradigen depressiven 

Störung zu leiden. Er habe in B.___ die Grundschule besucht und im Jahr 1987 eine 

Anlehre absolviert; seit 2005 sei er Hausmann.

C.a. 

Die Fachärzte der Abteilung Rheumatologie/Rehabilitation des Kantonsspitals St. 

Gallen (KSSG) hatten am 26. Dezember 2013 festgehalten, der Versicherte leide an 

einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, einer axialen 

Spondyloarthritis, einem chronischen lumboradikulären Schmerzsyndrom links, einem 

chronischen zervikospondylogenen Schmerzsyndrom beidseits sowie 

Schulterschmerzen beidseits (IV-act. 197). Am 26. Februar/11. März 2014 gaben die 

Fachärzte des psychiatrischen Ambulatoriums des Kantonsspitals St.Gallen an (IV-act. 

219), der Versicherte leide an einer axialen Spondyloarthritis, einem chronischen 

lumboradikulären Schmerzsyndrom links, einem chronischen zervikospondylogenen 

Schmerzsyndrom beidseits, Schulterschmerzen beidseits, einem Tinnitus sowie einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Der 

psychische Zustand des Versicherten hänge stark mit der Schmerz-, Arbeits- und 

finanziellen Situation zusammen. Die C.___ GmbH teilte am 13. November 2014 mit (IV-

act. 255), dass der Versicherte vom 10. bis 13. November 2014 im Einsatz gewesen sei 

und weiterhin mit einem Arbeitspensum von 30 Prozent zu einem Bruttolohn von Fr. 

1'500.-- beschäftigt werde.

C.b. 

Die IV-Stelle hielt am 26. Januar 2015 fest, dass keine weiteren beruflichen 

Massnahmen angezeigt seien und diese daher abgeschlossen würden (IV-act. 263). 

Der Fall werde zur Rentenprüfung weitergeleitet. Mit einer Mitteilung vom 26. Januar 

2015 wurde das Begehren um berufliche Massnahmen entsprechend abgewiesen (IV-

act. 264). Die IV-Stelle führte aus, dass aufgrund des Arbeitspensums von 30 Prozent 

bei der C.___ GmbH und der zusätzlichen Hauswarttätigkeit keine weiteren beruflichen 

Massnahmen angezeigt seien.

C.c. 

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Am 20. Februar 2015 berichtete der Hausarzt Dr. med. D.___, FMH Allgemeine 

Innere Medizin, der Versicherte leide an einer axialen Spondylarthritis, einem 

chronischen Lumbovertebralsyndrom, einem Status nach Diskushernienoperation, 

einer rezessal betonten Spinalkanalstenose, mittelgradigen, teils schweren depressiven 

Episoden sowie an Gonarthritis links (IV-act. 267-1 ff.). Aufgrund der somatischen 

Situation sei eine berufliche Wiedereingliederung ("was immer es auch sein soll") nicht 

mehr denkbar. Am 9. März 2015 berichtete Dr. med. E.___ von der Klinik für 

Rheumatologie des Kantonsspitals St.Gallen (IV-act. 269), er habe beim Versicherten 

ein chronisches intermittierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links betont 

sowie einen Status nach Diskushernienoperation diagnostiziert. Für die angestammte 

Tätigkeit sei der Versicherte arbeitsunfähig. Für mittelschwere repetitive Tätigkeiten mit 

Einnahme von Zwangspositionen bestehe ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für 

leichte wechselbelastende Tätigkeiten sei mindestens eine Arbeitsfähigkeit von 50 

Prozent gegeben. Die Psychiaterin med. pract. F.___ von der Psychiatrie G.___, 

Ambulatorium H.___, gab am 24. März 2015 an (IV-act. 272), der Versicherte leide an 

einer axialen Spondyloarthritis, einem chronischen lumboradikluären Schmerzsyndrom 

links mit Ausstrahlung in das linke Bein, einem Verdacht auf AC-Arthrose beidseits, 

einem Tinnitus sowie einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren.

C.d. 

Mit einem Vorbescheid vom 9. Juli 2015 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 284). Der Versicherte wandte am 15. 

September 2015 ein (IV-act. 288), den verschiedenen körperlichen Erkrankungen und 

den psychischen Begleitumständen sei nicht genügend Rechnung getragen worden. 

Die Psychiaterin werde ihren Arztbericht mit den im Vorbescheid noch nicht 

berücksichtigten invalidisierenden Gesundheitseinschränkungen ergänzen, weshalb er 

die Einholung eines ergänzenden Arztberichtes beantragte. Am 5. Oktober 2015 

berichtete die Psychiaterin med. pract. F.___, sie schätze die Arbeitsunfähigkeit des 

Versicherten unter einer "Gesamtschau der psychophysischen Symptome mit axialer 

Spondylarthritis, Tinnitus und psychischer Begleitsymptome" auf mindestens 40 bis 50 

Prozent (IV-act. 294). Der RAD-Arzt Dr. med. I.___ notierte am 14. Dezember 2015, 

dass diese Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. F.___ nicht verwertbar sei, da 

psychische und somatische Beeinträchtigungen vermischt worden seien (IV-act. 302). 

C.e. 

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Zudem fehle eine konkrete Beschreibung der Auswirkungen der psychiatrischen 

Diagnose auf die Bewältigung des Alltags und der beruflichen Anforderungen. Mit einer 

Verfügung vom 15. Januar 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 

309).

Am 4./29. Februar 2016 liess der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 15. Januar 2016 erheben (IV-act. 316). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer halben Rente, 

eventualiter einer Dreiviertelsrente. Eventualiter sei ein Gutachten in Auftrag zu geben. 

Die IV-Stelle verfügte am 18. März 2018 den Widerruf der Verfügung vom 15. Januar 

2016 (IV-act. 326). Sie führte aus, dass sie weitere medizinische Abklärungen 

durchführen werde. Das Versicherungsgericht des Kantons St.Gallen schrieb das 

Beschwerdeverfahren am 29. März 2016 ab (IV 2016/38; IV-act. 329).

C.f. 

Am 25. Mai 2016 berichteten die Fachärzte der Klinik für Rheumatologie des 

KSSG (IV-act. 335), der Versicherte leide an einem chronischen panvertebralen 

degenerativen Schmerzsyndrom, einer Spondyloarthritis mit axialem und peripherem 

Befall, einer Fingerpolyarthrose beidseits, einer Hypovitaminose D, einer schweren 

depressiven Störung ohne psychotische Symptome, einer mittelgradigen 

sensorineuralen Schwerhörigkeit rechts (DD: M. Meniere), einer unklaren 

erythematösen makulopapulösen Hautveränderung an der Glans penis und am 

Übergang zum Penisschaft (DD: Syphilis, DD: Lichen planus, DD: Psoriasi inversa, DD: 

Candida) und einem Status nach einer Hepatitis B Infektion. Med. pract. F.___ 

berichtete am 27. September 2016 (IV-act. 342), dass sie beim Versicherten folgende 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben habe: Spondylarthritis mit 

axialem und peripherem Befall, chronisches panvertebrales degeneratives 

[Schmerzsyndrom], chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren im Sinne einer mittelgradigen depressiven Störung sowie einer Störung durch 

Sedativa und Hypnotika. Weiterhin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 

Prozent. Der Versicherte sei verlangsamt und benötige Pausen. Die Fachärzte der 

Klinik für Rheumatologie berichteten am 10. November 2016 (IV-act. 346-6 ff.), die 

gleichentags durchgeführte Untersuchung habe im Wesentlichen unveränderte 

Diagnosen ergeben (vgl. Ausführungen zum Bericht vom 25. Mai 2016, IV-act. 335).

C.g. 

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Am 5. Dezember 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie zur 

Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung 

(Rheumatologie, Psychiatrie) als notwendig erachte (IV-act. 350). Die MEDAS 

Zentralschweiz erstattete am 9. März 2017 ein bidisziplinäres (rheumatologisches und 

psychiatrisches) Gutachten (IV-act. 357). Die beiden Sachverständigen gaben folgende 

Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an: 

Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links, seronegative 

Spondylarthropathie vom Typ Morbus Bechterew, Gonarthrose links im medialen 

Kompartiment, fortgeschrittene degenerative HWS-Veränderungen mit 

Osteochondrosen C5/6 und C6/7, multiplen Diskushernien, neuroforaminale Stenose 

rechts und Spinalkanalstenose C6/7, aktuell wenig symptomatisch, chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie chronische, 

depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom bei komplizierter, protrahierter Trauerreaktion. Ohne 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert waren 

folgende Diagnosen erhoben worden: Periarthropathia humeroscalpularis tendopathica 

links, diskrete Fingerpolyarthrose, beginnende Dupuytren Kontraktur Strahl IV 

beidseits, Hochtonschwerhörigkeit rechts (versorgt mit Hörgerät), Tinnitus links, 

Nikotinabhängigkeit sowie Albträume. Die beiden Sachverständigen führten aus, die 

angestammte Tätigkeit als Fassadenisoleur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. 

Aus somatischer Sicht sei eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit 

vollschichtig zumutbar. Der Versicherte benötige dabei vermehrt Pausen, sodass die 

Leistung bei vollschichtiger Präsenz bei 75 Prozent liege. Aus psychiatrischer Sicht 

seien der Antrieb, die Ausdauer, die kognitiven Fähigkeiten, das Selbstvertrauen, das 

Arbeitstempo und die Kontakt- und Verkehrsfähigkeit des Versicherten eingeschränkt. 

Aufgrund der psychischen Störungen könne er zeitlich nur wenig eingeschränkt 

arbeiten, das heisst eine Präsenzzeit von 8.25 Stunden (100 Prozent) sei möglich, 

wahrscheinlich wäre die effektiv nutzbare Arbeitszeit durch die vermehrt notwendigen, 

kurzen Pausen auf etwa 95 Prozent eingeschränkt. Die Leistungen seien um etwa 25 

Prozent eingeschränkt (IV-act. 357-58). Zusammengefasst könne aus psychiatrischer 

Sicht in einer Verweistätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent 

ausgegangen werden. Dabei sei alles, was die Beschwerden verstärke, ungünstig. Der 

Versicherte sollte Kontakt haben, allerdings eher mit gesunden als mit kranken 

C.h. 

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Menschen. Weiter sei er aufgrund der leichten bis mittelgradigen Depression für einen 

beruflichen Einsatz nicht mehr fahrtauglich; auch eine Verweistätigkeit mit laufenden 

Maschinen und gefährlichen Situationen sei aufgrund einer nicht auszuschliessenden 

Selbst- und Fremdgefährdung nicht möglich. Die psychiatrische Einschätzung lehne 

sich dabei an der „Mini-ICF-Rating“ an. Demnach sei der Beschwerdeführer in 

folgenden Fähigkeiten mittelschwer eingeschränkt: Anpassung an Regeln und 

Routinen, Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und 

Umstellungsfähigkeit, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Proaktivität und 

Spontanaktivitäten, Widerstands- und Durchhaltefähigkeit sowie 

Selbstbehauptungsfähigkeit. Leicht beeinträchtigt sei er bei der Kompetenz- und 

Wissensanwendung, der Konversation und der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der 

Gruppenfähigkeit, der Fähigkeit zu engen dyadischen Beziehungen und in der Mobilität 

und Verkehrsfähigkeit. Keine Einschränkung liege bei der Selbstpflege und 

Selbstversorgung vor. Die festgestellten Erkrankungen erreichten damit einen 

Schweregrad, der mit deutlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der freien 

Wirtschaft verbunden sei (IV-act. 357-34 und 357-58 f.). In einer leidensadaptierten 

Erwerbstätigkeit sei der Versicherte deshalb zusammenfassend zu 70 Prozent 

arbeitsfähig. Aus somatischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand seit dem ABI-

Gutachten vom 14. März 2013 (vgl. IV-act. 179) nicht verändert, aber der 

psychiatrische Zustand des Versicherten habe sich seit 2012 verschlechtert. Nach der 

Aufnahme der ambulanten Behandlung im Juni 2013 habe der psychiatrische Zustand 

etwas geschwankt, wobei die Arbeitsunfähigkeit aber immer in einem Bereich zwischen 

15 und 35 Prozent gelegen habe. Die RAD-Ärztin Dr. I.___ notierte am 26. April 2017 

(IV-act. 358), das MEDAS-Gutachten sei konklusiv und widerspruchsfrei und somit zur 

abschliessenden Festlegung der Arbeitsfähigkeit bestens geeignet. Am 15. Mai 2017 

liess der Versicherte vorbringen (IV-act. 361), dass er die Arbeitsfähigkeit von 70 

Prozent für eine leidensangepasste Tätigkeit gemäss dem MEDAS-Gutachten 

bestreite. Selbst wenn von einer Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent ausgegangen würde, 

würde bei einem Teilzeitabzug von 10 Prozent und einem „Leidensabzug“ von 25 

Prozent mindestens eine halbe Invalidenrente resultieren. Der Versicherte liess daher 

den Antrag stellen, es sei ihm eine ganze Invalidenrente, eventualiter eine halbe 

Invalidenrente zuzusprechen. Am 28. Juni 2017 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 365). Sie führte aus, sie stütze sich 

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D.  

lediglich auf die somatische Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten von 75 

Prozent ab, da die gegen die Schmerzen und gegen die Depression verordneten 

Medikamente nicht regelmässig eingenommen würden, was gegen eine 

Therapieresistenz spreche. Daher sei davon auszugehen, dass der Leidensdruck nicht 

entsprechend hoch sei, womit von einer vollen psychiatrischen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden könne. Die somatische Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent könne 

vollschichtig mit einer Leistungsminderung von 25 Prozent aufgrund vermehrter 

Pausen ausgeführt werden, weshalb kein Teilzeitabzug angezeigt sei. Bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung seien die leistungsmindernden Anteile adäquat 

berücksichtigt worden, sodass auch kein „Leidensabzug“ möglich sei. Am 30. Juni 

2017 liess der Versicherte gegen den Vorbescheid vom 28. Juni 2017 einwenden, ihm 

stehe eine Viertelsrente oder eine halbe Rente zu (mit Verweis auf seine Eingabe vom 

15. Mai 2017; IV-act. 361). Die IV-Stelle verfügte am 10. Oktober 2017 die Abweisung 

des Rentengesuchs (IV-act. 367).

Am 13. November 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Oktober 2017 der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) erheben. Er liess die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, 

die Zusprache mindestens einer halben Rente sowie die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung beantragen (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter begründete den Hauptantrag im Wesentlichen damit, dass die 

Hörbeschwerden und der Tinnitus entgegen den Angaben im MEDAS-Gutachten einen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Die Psychiaterin med. pract. F.___ attestiere 

ihm in ihrem Bericht vom 8. November 2017 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 

Prozent (act. G 1.1.3). Auch gestützt auf die Ausführungen im Arztbericht von Dr. med. 

J.___, Spezialarzt FMH für Othorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 11. 

März 2015 sei er in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich zu 50 Prozent 

arbeitsfähig. Dr. J.___ hatte am 11. März 2015 ausgeführt (act. G 1.1.5), der 

Beschwerdeführer leide an einem Intervall-Schwindel mit einer Dauer von Sekunden 

bis Minuten. Dabei handle es sich um ein Drehgefühl im Kopf mit 

"Verschwommensehen", jedoch ohne vegetative Symptomatik. Weiter habe er eine 

D.a. 

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Labyrinthopathie linksbetont und einen Tinnitus tympano-cochleo-motorischen 

Ursprungs festgestellt.

Am 19. Dezember 2017 notierte die RAD-Ärztin K.___, dass im Gutachten und 

auch in den Vorakten nirgends Verständigungsprobleme mit dem Beschwerdeführer 

erwähnt seien (IV-act. 372). Daraus könne gefolgert werden, dass sich die 

Hörproblematik in der normalen Alltagskommunikation nicht relevant auswirke. Weder 

die Hochtonschwerhörigkeit rechts noch der Tinnitus links wirkten sich relevant auf die 

Arbeitsfähigkeit aus. Eine Anpassung des adaptierten Tätigkeitsprofils sei hingegen 

sinnvoll; Arbeiten in lärmiger Umgebung oder mit einem hohen Kommunikationsanteil 

seien ungünstig.

D.b. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Januar 2018 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Sie begründete diesen Antrag damit, dass das Gutachten vom 

9. März 2017 ausführlich abgefasst sei und dass die Schlussfolgerungen zusammen 

mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar seien. Die Einwände des 

Beschwerdeführers könnten das Gutachten nicht erschüttern. Auf dieses Gutachten 

könne vollumfänglich abgestellt werden. Mangels einer repräsentativen 

Einkommensbasis sei das Valideneinkommen abstrakt, d.h. gestützt auf die 

schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, zu berechnen. 

Gemäss Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, der sich auf die 

Tabellenlöhne abstütze, hätten Männer in der Qualifikationsstufe 4 im Jahr 2008 ein 

Einkommen von Fr. 59‘979.-- (Zentralwert) erzielt. Weil davon auszugehen sei, dass 

sich das Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickelten, könne eine 

Aufwertung unterbleiben. Das Valideneinkommen betrage somit Fr. 59‘979.--. Auch 

das Invalideneinkommen könne gestützt auf die Tabellenlöhne berechnet werden, da 

der Beschwerdeführer nicht im Rahmen seiner Restarbeitsfähigkeit arbeite. 

Hilfsarbeitern stünden eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und 

Dienstleistungssektor offen. Für den Beschwerdeführer geeignet seien etwa leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere 

Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, eine Beschäftigung an einem 

Empfang oder als Telefonist sowie Kurier- und leichtere Lieferdienste. Die 

gesundheitlichen Einschränkungen seien bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von 70 

Prozent in einer adaptierten Tätigkeit bereits grosszügig berücksichtigt worden, 

D.c. 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2017 hat die Beschwerdegegnerin 

das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen. Da das 

weshalb kein „Leidensabzug“ nötig sei. Der Tabellenlohn für 2008 betrage Fr. 

59'979.--; dies ergebe ein Invalideneinkommen von Fr. 41'985.-- (70 Prozent von Fr. 

59‘979.--), woraus ein Invaliditätsgrad von 30 Prozent resultiere.

Am 30. Januar 2018 bewilligte das Versicherungsgericht des Kantons St.Gallen 

dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 8).

D.d. 

Am 8. März 2018 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (act. G 

12). Sein Rechtsvertreter begründete dies im Wesentlichen damit, dass massgebend 

sei, ob der Beschwerdeführer mit seinen Hörbeschwerden einer Tätigkeit nachgehen 

könne, und nicht wie es allenfalls in der Freizeit aussehe. Die Stellungnahme des RAD 

vom 19. Dezember 2017 (IV-act. 372) könne die Ausführungen der Psychiaterin vom 8. 

November 2017 (act. G 1.1.3) nicht entkräften bzw. sei nicht ausreichend, um den 

Schluss zu ziehen, dass die Hörproblematik keine Relevanz habe. Aufgrund des 

adaptierten Tätigkeitsprofils, welches im RAD-Bericht genannt werde, sei der Beruf des 

Dolmetschers nicht möglich, da diese Tätigkeit mit einem hohen Kommunikationsanteil 

verbunden sei. In den Akten finde sich ein Einkommensvergleich (IV-act. 363), laut dem 

sich das Valideneinkommen auf Fr. 76'593.-- belaufe. Dieses Valideneinkommen sei 

massgebend. Die Nominallohnentwicklung sei bis 2015 berücksichtigt worden, müsse 

jedoch bis zum Verfügungszeitpunkt im Jahre 2017 beachtet werden. Das 

Invalideneinkommen könne anhand von Tabellenlöhnen ermittelt werden, wobei die 

Arbeitsfähigkeit maximal 70 Prozent betrage. Ein „Leidensabzug“ sei zu gewähren, da 

der Beschwerdeführer im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern infolge seiner 

gesundheitlichen Defizite im Nachteil sei. Der Beschwerdeführer könne die von der 

Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Berufe nicht ausüben, woraus der Schluss zu 

ziehen sei, dass es wohl keine geeignete berufliche Möglichkeit für den 

Beschwerdeführer gebe.

D.e. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).D.f. 

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Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, 

muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich 

ist nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

2.  

3.  

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine versicherte Person hat laut 

dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung, wenn 

sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 

gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent 

invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in 

Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre.

2.1. 

Der Beschwerdeführer hat sich im Januar 2014 erneut zum Leistungsbezug 

angemeldet. In seiner bisherigen Tätigkeit als Fassadenisoleur ist er aufgrund der 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit 2005 nicht mehr erwerbstätig gewesen. 

Unter Berücksichtigung der Regelungen, dass ein Rentenanspruch frühestens sechs 

Monate nach der Anmeldung (Art. 29 Abs. 1 IVG) und erst nach einer einjährigen 

Arbeitsunfähigkeitsphase (sog. Wartejahr, Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) entstehen kann, fällt 

der potentielle Rentenbeginn auf den 1. Juli 2014. Basis für den Einkommensvergleich 

bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2014.

2.2. 

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der 

3.1. 

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überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat zur 

Beantwortung der Frage nach dem Arbeitsfähigkeitsgrad die MEDAS Zentralschweiz 

mit der Erstellung eines bidisziplinären (rheumatologischen und psychiatrischen) 

Gutachtens beauftragt. Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 9. März 2017 ist 

dazu angegeben worden (IV-act. 357), dass die bisherige Erwerbstätigkeit als 

Fassadenisoleur sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht nicht mehr 

möglich sei. Jedoch seien somatisch körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten 

vollschichtig zumutbar. Der Beschwerdeführer benötige dabei vermehrt Pausen, 

sodass die Leistung bei einer vollschichtigen Präsenz etwa 75 Prozent betrage. Aus 

psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit in einer geeigneten 

Verweistätigkeit, die keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit 

stelle oder besondere Fähigkeiten (vgl. dazu die vorstehenden Ausführungen im 

Sachverhalt in Bst. C.h) verlange, etwa 30 Prozent. Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem 

MEDAS-Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

belegt.

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom 

Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen 

Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, 

anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 

V 409 und 143 V 418).

3.2. 

Die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz haben die relevanten Vorakten 

gewürdigt (IV-act. 357-2 ff. und 357-60), den Beschwerdeführer persönlich untersucht 

und seine subjektiven Klagen aufgenommen und im Rahmen der Anamnese und der 

objektiven Befunderhebung die entsprechenden Ergebnisse festgehalten (IV-act. 

357-19 ff. und 357- 46 ff.). Die objektiven Befunde sind in ihrer Art und Schwere 

gewürdigt worden (IV-act. 357-22 ff. und 357-49 ff.). Diskrepanzen und 

Verdeutlichungstendenzen sind ebenfalls aufgezeigt und berücksichtigt worden (IV-act. 

357-33, 357-35 und 357-55 ff.). Weiter haben sich die Sachverständigen mit den 

bisherigen Behandlungen auseinandergesetzt (IV-act. 357-22 und 357-59 f.) und die 

3.3. 

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erhobenen Diagnosen wiedergegeben (IV-act. 357-35 f.). Abschliessend ist im 

Gutachten gestützt auf die umfassenden Untersuchungen eine fundierte bidisziplinäre 

Beurteilung über die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit abgegeben worden (IV-act. 357-36 ff.). Damit ist im 

Gutachten der gutachterliche Fragenkatalog (vgl. auch IV-act. 349), der die vom 

Bundesgericht vorgegebenen Standardindikatoren (BGE 141 V 281) mitumfasst, 

beantwortet worden. Das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 9. März 2017 

erfüllt also die Anforderungen an ein medizinisches Gutachten.

Der rheumatologische Gutachter Dr. L.___ hat schlüssig aufgezeigt, dass der 

Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, körperliche Schwerarbeiten und Tätigkeiten, 

welche das Heben und Tragen von Lasten von mehr als 15kg erfordern, sowie 

prolongierte Arbeiten in ergonomisch ungünstigen Körperpositionen (gebückte 

Stellung, kauernd, kniend, auf Leitern) auszuführen. Damit sei auch die Ausübung der 

angestammten Tätigkeit als Fassadenisoleur nicht mehr möglich. Vollschichtig 

zumutbar seien jedoch körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten, wobei der 

Beschwerdeführer vermehrt Pausen benötige, sodass seine Leistung bei vollschichtiger 

Präsenz 75 Prozent betrage. Weiter hat er nachvollziehbar dargelegt, dass sich der 

somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch 

das ABI am 14. März 2013 nicht wesentlich geändert hat (IV-act. 357-32 f. und 357-38). 

Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine Verweistätigkeit stimmt mit jener aus dem 

ABI-Gutachten vom 14. März 2013 (IV-act. 179) überein. Weiter ist entgegen den 

Angaben des Beschwerdeführers der „Tinnitus links“ in den Diagnosen ohne 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgeführt (IV-act. 357-36, oben). Die 

rheumatologischen Angaben von Dr. L.___ anlässlich der MEDAS-Begutachtung sind 

plausibel und frei von Widersprüchen; seine Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugt.

3.4. 

Der Bericht von Dr. J.___ vom 11. März 2015 (act. G 1.1.5) vermag das 

rheumatologische Gutachten von Dr. L.___ nicht zu entkräften. Dr. J.___ hat darin 

angegeben, dass der Beschwerdeführer an einem Intervall-Schwindel mit einer Dauer 

von Sekunden bis Minuten, vor allem im Rahmen von Stresssituationen leide. Aufgrund 

der Ausführungen von Dr. J.___ ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass dem Beschwerdeführer trotz des Schwindels zumindest eine 

adaptierte Tätigkeit (z.B. eine Arbeit ohne gefährliche Maschinen und mit der 

Möglichkeit, sich bei Schwindelanfällen jederzeit hinzusetzen) uneingeschränkt 

zumutbar ist. Weiter hat Dr. J.___ in seinem Bericht bezüglich der Hörprobleme des 

Beschwerdeführers auf die Ausführungen in seinem Bericht vom 22. Juli 2013 

verwiesen (act G. 1.1.4). Darin hatte er folgende Diagnosen gestellt: Labyrinthopathie 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/22

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links mit peripher-zentraler vestibulärer Funktionsstörung links, visuo-visuo-

oculomotorischer Funktionsstörung, reduzierter neuro-muskulärer Leistung der unteren 

Extremitäten, tief- und hochtonbetonter sensori-neuraler Schwerhörigkeit links, 

diagonalem sensori-neuralem Hochtonabfall rechts und Tinnitus aurium links. Auch hier 

ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der diagnostizierten 

Hörprobleme (insbesondere links) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit, bei welcher die Hörprobleme (z.B. durch Vermeidung einer 

lärmigen Umgebung) berücksichtigt werden, nicht eingeschränkt ist. Dem Bericht von 

Dr. J.___ vom 22. Juli 2013 lässt sich nichts Gegenteiliges entnehmen; auch hat er in 

keinem seiner Berichte eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Im Übrigen ist bei 

der Würdigung der Überzeugungskraft des Berichts von Dr. J.___ der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten 

auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen 

ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b.cc; 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). 

Dementsprechend können die Berichte von Dr. J.___ keine berechtigten Zweifel an den 

gemachten Ausführungen im MEDAS-Gutachten erwecken.

Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. M.___ hat in seinem Teilgutachten 

vom 17. Februar 2017 angegeben, dass die bisherige Tätigkeit aus somatischer Sicht 

nicht mehr zumutbar sei und daher eine isolierte Beurteilung aus psychiatrischer Sicht 

keinen Sinn mache. Zu Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit hat Dr. M.___ 

folgendes ausgeführt: Infolge der psychischen Störungen könne der Beschwerdeführer 

zeitlich nur wenig eingeschränkt arbeiten; eine Präsenzzeit von 8.25 Stunden (100 

Prozent) sei möglich, die effektiv nutzbare Arbeitszeit belaufe sich durch die vermehrt 

notwendigen, kurzen Pausen auf 95 Prozent. Weiter seien die Leistungen im Ausmass 

von etwa 25 Prozent eingeschränkt. Zusammengefasst resultiere aus psychiatrischer 

Sicht in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von (etwa) 30 Prozent. Dr. M.___ 

hat keine näheren Angaben darüber gemacht, welche Leistungseinschränkungen 

konkret eine Einschränkung von 25 Prozent bewirken sollen. Weiter hat Dr. M.___, wie 

bereits der rheumatologische Sachverständige, einen erhöhten Pausenbedarf des 

Beschwerdeführers beschrieben. Aus der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. M.___ 

wird allerdings nicht klar, wie sich dieser erhöhte Pausenbedarf von 5 Prozent zum 

rheumatologisch begründeten erhöhten Pausenbedarf verhält. Konkret wird nicht 

erklärt, ob es dem Beschwerdeführer möglich ist, sich in den somatisch bedingten 

Pausen auch in psychischer Hinsicht zu erholen. Ohne diese Angaben kann jedoch 

nicht eruiert werden, ob neben den somatisch bedingten Pausen zusätzlich 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/22

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psychiatrisch bedingte Pausen notwendig sind (Kumulation) für die Erholung des 

Beschwerdeführers oder ob in den somatisch bedingten Pausen auch die psychiatrisch 

notwendige Erholung möglich ist (keine Kumulation). Bei der von Dr. M.___ 

abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzung besteht damit Klarstellungs- und 

Ergänzungsbedarf. Der psychiatrische Teil dieses Gutachtens vermag somit die 

verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Aber auch der Bericht vom 8. 

November 2017 (act. G 1.1.3), in welchem med. pract. F.___ eine Arbeitsunfähigkeit 

von 50 Prozent angegeben hat, vermag die verbleibende Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Zum einen hat med. pract. F.___ in 

ihren Beurteilungen die für psychische Leiden massgebenden Standardindikatoren 

nicht berücksichtigt, was aus der Sicht eines behandelnden Psychiaters 

nachvollziehbar ist. Zum anderen fehlt es den von ihr abgegebenen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen an einer Begründung. Sie hat nämlich nicht näher 

ausgeführt, aus welchen Gründen sie zu einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers von 50 Prozent gelangt ist und wie sich diese Einschränkung 

konkret auf die Leistungen des Beschwerdeführers auswirkt (z.B. erhöhter 

Pausenbedarf oder verlangsamtes Arbeitstempo). Weiter ist wiederum der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten 

auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen 

ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b.cc; 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). 

Dazu kommt noch, dass für die richterliche Beurteilung grundsätzlich die tatsächlichen 

Verhältnisse massgebend sind, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen 

Verwaltungsverfügung - hier vom 10. Oktober 2017 - bestanden haben (BGE 121 V 362 

E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c). Tatsachen, die sich erst später verwirklicht haben, sind 

nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit dem Streitgegenstand in einem engen 

Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses zu beeinflussen (Bundesgerichtsentscheid vom 4. Juli 2012, 

9C_67/2012; vgl. BGE 99 V 98). Vorliegend ist ein enger Sachzusammenhang zu 

bejahen, da med. pract. F.___ den Beschwerdeführer bereits vor Erlass der Verfügung 

vom 10. Oktober 2017 behandelt hat. Jedoch geht aus dem Bericht vom 8. November 

2017 nichts hervor, das die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu 

beeinflussen vermöchte, denn med. pract. F.___ hat keine neuen Symptome und 

Diagnosen genannt und auch keine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben. Zudem hat med. pract. F.___ nicht begründet, wieso sie die Ansicht 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/22

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4.  

vertreten hat, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten vom 9. März 

2017 nicht korrekt sei. Der Bericht von med. pract. F.___ vom 8. November 2017 

enthält folglich nichts, das die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 

beeinflussen würde. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. F.___ kann 

daher nicht abgestellt werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das MEDAS-Gutachten vom 9. März 

abgestellt werden kann, soweit darin aus rheumatologischer Sicht eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für die angestammte und für eine zumutbare adaptierte 

Tätigkeit abgegeben worden ist. Aus psychiatrischer Sicht vermag das MEDAS-

Gutachten jedoch die verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die Beschwerdegegnerin hätte die 

unklaren Ausführungen zur psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsschätzung (insbesondere 

bezüglich der Frage, inwieweit und weshalb die somatischen und psychiatrisch 

abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen zu kumulieren sind oder eben nicht) klären 

müssen. Indem sie dies nicht getan hat, hat sie Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt, der sie 

verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Da eine 

Ergänzung bzw. Klarstellung im Sinne der obigen Ausführungen bislang nicht erfolgt 

ist, ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nach der Auffassung 

des Bundesgerichts ist die Rückweisung in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137 V 210, 

E. 4.4.1.4, wonach eine Sache zurückgewiesen werden kann, wenn lediglich eine 

Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich 

ist; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2019, 8C_525/2019, E. 3.3). 

Die Beschwerdegegnerin wird damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht im Sinne der Erwägungen ergänzend abzuklären haben (mittels 

Rückfrage bei der Gutachterstelle MEDAS Zentralschweiz). Die Sache ist daher zur 

Gutachtensergänzung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.7. 

Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen und persönlichen Umstände im massgebenden Zeitpunkt des 

allfälligen Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 

ATSG; BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen).

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin ist in ihrer Verfügung vom 10. Oktober 2017 (IV-act. 

367) zu Recht davon ausgegangen, dass die Validenkarriere des Beschwerdeführers in 

der Tätigkeit als Fassadenisoleur besteht. Die Arbeitgeberin, bei welcher der 

Beschwerdeführer zuletzt rund 4.5 Jahre als Fassadenisoleur tätig gewesen war, hatte 

4.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/22

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in ihrem Arbeitszeugnis vom 1. März 2002 nämlich vermerkt (IV-act. 12-2), dass der 

Beschwerdeführer dort als Facharbeiter für die Erstellung von Kompaktfassaden 

eingesetzt worden sei. Er habe seine Aufgaben jeweils sehr selbständig, zuverlässig 

und fachlich einwandfrei erledigt. Er sei auch in der Lage gewesen, eine kleine Gruppe 

selbständig zu führen. Im Jahre 2003 hatte sich der Beschwerdeführer schliesslich im 

Bereich Isolationen selbständig gemacht (IV-act. 21), aufgrund seiner gesundheitlichen 

Probleme hatte er diese selbständige Erwerbstätigkeit jedoch per Ende 2005 wieder 

beenden müssen. Auch der psychiatrische Sachverständige der MEDAS 

Zentralschweiz hatte in seinem Teilgutachten vom 17. Februar 2017 angegeben, dass 

der Beschwerdeführer zwar keine Berufsbildung absolviert habe, gemäss den Akten 

aber handwerkliches Geschick aufweise und auch in seinem früheren Beruf als 

Fassadenisoleur grosse Erfahrung habe (IV-act. 357-49). Im ABI-Gutachten vom 14. 

März 2013 (IV-act. 179) hatten die Sachverständigen als angestammte Tätigkeit jene 

als Isoleur (bzw. Gipser) angenommen. Gestützt auf die vorangehenden Ausführungen 

ist es überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer ohne die 

gesundheitliche Beeinträchtigung als qualifizierter Fassadenisoleur tätig wäre 

(Validenkarriere), obwohl er darin keine formale berufliche Ausbildung vorweisen kann. 

Er hat nämlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch seine langjährige Tätigkeit 

als Fassadenisoleur vertiefte Kenntnisse in diesem Beruf erlangt, womit es ihm ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung möglich wäre, diesen Beruf wie ein ausgebildeter 

Fassadenisoleur und damit mit dem notwendigen Fachwissen auszuüben. Die 

Beschwerdegegnerin hat damit bezüglich des Valideneinkommens in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2018 zu Unrecht auf den Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne abgestellt. Vielmehr ist als Valideneinkommen das durchschnittliche 

Einkommen heranzuziehen, welches der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des 

potentiellen Rentenbeginns als Fassadenisoleur hätte verdienen können. 

Bei der Berechnung des Valideneinkommens kann nicht auf das Einkommen 

abgestellt werden, das die (ehemalige) N.___ AG als Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers zwischen 1997 und 2002 abgerechnet hat. Denn das abgerechnete 

Jahreseinkommen hat stark geschwankt, wobei allerdings eine steigende Tendenz 

erkennbar ist. Auf das zuletzt im Jahr 2002 von Januar bis April erwirtschaftete 

Einkommen abzustellen und dieses auf ein Jahresbruttoeinkommen umzurechnen wäre 

deshalb willkürlich, zumal sich damit ein nicht erklärbarer Lohnsprung gegenüber den 

Vorjahren ergeben würde, wobei auch nicht auszuschliessen ist, dass sich das 

Einkommen auch in Zukunft weiter erhöht hätte und der zuletzt angegebene Lohn 

damit nicht dem durchschnittlichen Einkommen eines qualifizierten Fassadenisoleurs 

4.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/22

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entsprochen hatte. Da die N.___ AG nicht mehr existiert (Löschung am ___, vgl. die im 

Handelsregister des Kantons St.Gallen unter der Firmennummer ___ erfolgte 

Eintragung), ist auch eine konkrete Nachfrage, wie diese Lohnsprünge zustande kamen 

und wieviel der Beschwerdeführer als qualifizierter Fassadenisoleur im Jahr 2014 

(potentieller Rentenbeginn Juli 2014, vgl. E. 2.2) durchschnittlich verdient hätte, nicht 

mehr möglich.

Auch auf das vom Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender abgerechnete 

Einkommen (von August 2003 bis Juni 2005) kann für die Berechnung des 

Valideneinkommens nicht abgestellt werden (IV-act. 207-2). Es kann nämlich nicht 

ausgeschlossen werden, dass das Einkommen bereits damals von den 

gesundheitlichen Einbussen des Beschwerdeführers beeinflusst worden ist, da dieser 

die selbständige Tätigkeit krankheitsbedingt bereits nach nicht einmal drei Jahren 

wieder hat aufgeben müssen. Zudem dürfte sich das Unternehmen noch in der 

Aufbauphase befunden haben, so dass der Gewinn schon aus diesem Grund nicht das 

durchschnittliche Einkommen eines qualifizierten Fassadenisoleurs widerspiegelt hat.

4.1.3. 

Ab Oktober 2014 hat der Beschwerdeführer bei der C.___ GmbH gearbeitet, 

dessen Gesellschafter und Geschäftsführer sein Sohn gewesen ist (IV-act. 256 und 

257). Ab November 2014 ist der Beschwerdeführer dort unbefristet in einem 30-

Prozent-Pensum angestellt gewesen, er hat einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 

1'500.-- erhalten. Obwohl die Firma auch im Bereich Fassadenisoliation tätig gewesen 

ist, ist der Beschwerdeführer dort nicht als Fassadenisoleur tätig gewesen; er hat 

behinderungsadaptierte Hilfsarbeiten ausgeführt (z.B.  Installation von Steckdosen 

installiert oder Verlegung von Kanälen für elektrische Leitungen, IV-act. 257-3). Der bei 

der C.___ GmbH abgerechnete Lohn kann daher bereits aus diesem Grund nicht als 

Basis für die Bermessung des Valideneinkommens herangezogen werden. Auch ist 

aufgrund der Verwandtschaft zwischen dem Arbeitgeber und dem Beschwerdeführer 

nicht auszuschliessen, dass IV-fremde Faktoren (z.B. ein Soziallohnanteil) in das 

abgerechnete Einkommen eingeflossen sind. Dementsprechend kann für die Ermittlung 

des Valideneinkommens nicht auf das bei der C.___ GmbH erwirtschaftete Einkommen 

abgestellt werden.

4.1.4. 

Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers als qualifizierter Fassadenisoleur 

kann also anhand der dem Gericht vorliegenden Akten nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eruiert werden. Da die 

Beschwerdegegnerin über die berufsberaterische Fachkompetenz verfügt, das 

entsprechende durchschnittliche Erwerbseinkommen ab 2014 als Fassadenisoleur zu 

4.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/22

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bestimmen, ist die Sache auch diesbezüglich an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

Als Fassadenisoleur ist der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig. Diese 

Tätigkeit kann also offensichtlich nicht seine Invalidenkarriere sein. Der 

Beschwerdeführer kann seine Restarbeitsfähigkeit nur noch in einer der 

Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit umsetzen. Das bedeutet, 

dass er seine beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen nicht mehr 

verwerten kann. Deshalb steht ihm nur noch eine (adaptierte) Hilfstätigkeit offen. Seine 

Invalidenkarriere besteht also in einer Hilfstätigkeit, wobei keine Beschränkung auf eine 

bestimmte Branche besteht, da eine Hilfstätigkeit definitionsgemäss keine berufliche 

Neuausbildung, sondern höchstens eine kurze Einarbeitung am konkreten Arbeitsplatz 

erfordert. Der Beschwerdeführer kann seine Restarbeitsfähigkeit also nicht nur in der 

Baubranche verwerten. Der Ausgangswert zur Ermittlung des Invalideneinkommens 

entspricht demnach praxisgemäss dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

aller Branchen im Jahr 2014; er beträgt Fr. 66'453.-- (vgl. den Anhang 2 der von der 

Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe des IVG, 10. Aufl. 2019). Die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) enthält keinen Hinweis 

darauf, dass der konkreten Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste Hilfstätigkeiten 

generell unterdurchschnittlich entlöhnt würden. Trotzdem kann nicht direkt auf den 

Zentralwert der Löhne für die Hilfsarbeiter aller Branchen abgestellt werden. Würde 

man nämlich dieser Zentralwert nur um den (hier noch zu ermittelnden) 

Arbeitsunfähigkeitsanteil reduzieren, würde notwendigerweise – zum Nachteil des 

Beschwerdeführers – ein Soziallohnanteil in das Invalideneinkommen einfliessen, d.h. 

der Einkommensvergleich würde nicht den massgebenden Invaliditätsgrad des 

Beschwerdeführers liefern. Auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt würde ein sich 

strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch verhaltender potentieller Arbeitgeber, der 

selbstverständlich nicht bereit wäre, einen Soziallohnanteil auszurichten, dem 

Beschwerdeführer nur unter der Bedingung den lediglich um den 

Arbeitsunfähigkeitsgrad reduzierten Zentralwert von Fr. 66'453.-- als Lohn ausrichten, 

wenn der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in jeder Hinsicht so verwerten 

könnte, dass der Wert seiner Arbeitsleistung betriebswirtschaftlich-ökonomisch 

betrachtet jenem eines gesunden, durchschnittlich leistungsfähigen Hilfsarbeiters 

entsprechen würde, der im selben Pensum angestellt wäre. Besteht bei einem nur 

teilsarbeitsfähigen Hilfsarbeiter aber die Gefahr, dass die Arbeitsleistung dauernd oder 

auch nur phasenweise krankheits- oder unfallbedingten Schwankungen unterliegen 

könnte, ist der nur teilsarbeitsfähige Hilfsarbeiter also nicht in der Lage, seine 

Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus planbar zu erbringen, oder 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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5.

Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2017 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

nach Art. 43 Abs. 1 ATSG aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer 

Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der (gemäss Art. 56 

Abs. 2 Satz 2 VRP verbindlichen) Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.  

besteht sogar das Risiko von vermehrten unerwarteten krankheitsbedingten Absenzen, 

entstehen dem Arbeitgeber indirekte Kosten. Dasselbe gilt, wenn es dem nur 

teilarbeitsfähigen Hilfsarbeiter nicht möglich ist, bei einem entsprechenden 

betrieblichen Bedarf vorübergehend über das zumutbare Mass hinaus zu arbeiten, d.h. 

Überstunden zu leisten, oder vorübergehend an einem anderen, nicht adaptierten 

Arbeitsplatz tätig zu sein, oder wenn der nur teilarbeitsfähige Hilfsarbeiter besondere 

Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten, der Kollegen usw. benötigt, so dass sich 

deren Arbeitsleistung reduziert. Berücksichtigt der Arbeitgeber diese indirekten Kosten 

bei der vertraglichen Festsetzung des Lohns des nur teilarbeitsfähigen Hilfsarbeiters 

nicht, verhält er sich nicht konsequent betriebswirtschaftlich-ökonomisch, d.h. er 

richtet einen Soziallohnanteil aus. Ein derartiger lohnrelevanter Konkurrenznachteil 

eines nur teilarbeitsfähigen Hilfsarbeiters lässt es nicht zu, das zumutbare 

Invalideneinkommen dadurch zu ermitteln, dass der Zentralwert nur um den 

Arbeitsunfähigkeitsanteil reduziert wird. Der Zentralwert resultiert nämlich aus der 

Summe der Löhne gesunder Hilfsarbeiter. Der Zentralwert muss also um den 

Konkurrenznachteil der nur teilsarbeitsfähigen Hilfsarbeiter reduziert werden, wobei zu 

beachten ist, dass dieser Nachteil einzelfallspezifisch ist, d.h. das Ausmass der 

Reduktion entspricht dem konkreten Konkurrenznachteil des betreffenden nur 

teilarbeitsfähigen Hilfsarbeiters, hier des Beschwerdeführers. In der Praxis wird diesem 

einzelfallspezifischen Konkurrenznachteil durch den sogenannten Tabellenlohnabzug 

Rechnung getragen. So wird verhindert, dass zum Nachteil der versicherten Person ein 

Soziallohnanteil in die Invaliditätsbemessung einfliesst. Welcher Tabellenlohnabzug im 

Fall des Beschwerdeführers notwendig ist, wird die Beschwerdegegnerin nach dem 

Abschluss der noch nachzuholenden Sachverhaltsabklärungen zu bestimmen haben.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

6.1. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 10. Oktober 2017 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

erscheint als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 

132 V 235, E. 6.1). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat 

die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. 

Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In 

durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfällen, zu denen auch der hier zu beurteilende 

zu zählen ist, spricht das Versicherungsgericht praxisgemäss pauschale 

Parteientschädigungen von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu. 

Die Beschwerdegegnerin wird den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- zu 

entschädigen haben. Unter diesen Umständen kommt die dem Beschwerdeführer 

bewilligte unentgeltliche Prozessführung nicht zum Zug.

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, ist dieses Urteil von einer mitwirkenden 

Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 VRP/SG, sGS 951.1).

6.2. 
ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2020
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung der Untersuchungspflicht. Würdigung eines bidisziplinären Gutachtens (Rheumatologie und Psychiatrie). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen vermag die verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Abklärung der Validenkarriere des Beschwerdeführers. Rückweisung zur weiteren Abklärung und anschliessenden Neuverfügung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2020, IV 2017/409).

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		2024-05-27T00:03:20+0200
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