# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c837ba44-ef82-59fc-a439-56ca39787732
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.04.2013 SB120387
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120387_2013-04-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB120387-O/U/eh 
 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 5. April 2013 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Privatklägerin und II. Berufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Knauss,  

Anklägerin 

betreffend  

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 29. März 2012  
(DG110099) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 20. Juni 

2011 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 47). 

 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz: 

(Urk. 142) 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird eingestellt betreffend  

− mehrfacher Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in den  
Anklagepunkten 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8. (ND 20), 

− mehrfacher Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB in den Anklage-
punkten 1.4. (ND 15), 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8. 
(ND 20). 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 18). 

4. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, D._____ AG, als Rechtsnach-

folgerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklage-

punkt 1.6., ND 18). 

5. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers 17, E._____, 

wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.5., ND 16). 

6. (Mitteilungen) 

7. (Rechtsmittel) 

 

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Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  
im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 al. 4, 5 und 6 aBetmG in Verbindung mit 
Ziff. 2 lit. b aBetmG,  

− des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von  
Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 und 3 StGB,  

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB, 
− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, 
− der gewerbsmässigen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB 

 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB,  
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB, 
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

697 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten 

Behandlung aufgeschoben. 

5. Der Erlös aus der Verwertung der mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 10. Juni 2011 beschlagnahmten und eingezogenen Gegen-

stände wird zur Deckung der auf den Beschuldigten entfallenden Verfahrenskosten 

verwendet.  

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1, 

B._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz-

pflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspru-

ches wird die Privatklägerin 1 auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 2.6., 

ND 12). 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Fr. 2'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 27. September 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen (Anklagepunkt 2.6., ND 12). 

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8. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2, F._____ wird auf den  

Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.3., ND 14).  

9. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der  

Privatklägerin 3, G._____, im Betrag von Fr. 200.– anerkannt hat (Anklage-

punkt 1.4., ND 15). 

10. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 4, H._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 2.7., ND 17).  

11. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 5, I._____ GmbH, wird auf den Zi-

vilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 17). 

12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der  

Privatklägerin 6, C._____, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklage-

punkt 1.9., ND 22). 

13. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 7, J._____ AG, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.10., 

ND 25). 

14. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung des Privat-

klägers 8, K._____, im Betrag von Fr. 2'231.70 anerkannt hat.  

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen  

(Anklagepunkt 1.11., ND 27).  

15. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 9, L._____, wird auf den  

Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.12., ND 28).  

16. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 10, M._____, 

wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.14., ND 32). 

17. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 11, Baugenossenschaft N._____, im Betrag von Fr. 1'000.– anerkannt hat 

(Anklagepunkt 1.17., ND 35). 

18. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 12, O._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.20., ND 40).  

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19. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 13, P._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.21., ND 42).  

20. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 14, Garage Q._____, wird auf den 

Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 2.12., ND 45).  

21. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Geschädigten S._____ & Co, 

im Betrag von Fr. 4'551.50.– anerkannt hat. Im Mehrbetrag wird das Schadener-

satzbegehren auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.14., ND 32).  

22. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnach-

folgerin der Privatklägerin 10, M._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklage-

punkt 1.16., ND 34). 

23. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 16, D._____ AG, als Rechtsnach-

folgerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklage-

punkt 1.9., ND 22). 

24. Das Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privatklägers 18, T._____, 

wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.9., ND 22). 

25. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 6'703.50   Kosten KAPO 

Fr. 463.75   ausserkantonale Untersuchungskosten 

Fr. 3'030.80   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 30'000.–   Akontozahlungen im Vorverfahren für amtliche Verteidigung  

Fr.         amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

26. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO 

von der Gerichtskasse übernommen werden. 

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27. (Mitteilungen) 

28. (Rechtsmittel) 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 195): 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB (ND 12) 

vollumfänglich freizusprechen. 

2. Er sei (für die anerkannten Delikte) mit einer Freiheitsstrafe von max.  

3 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der bereits erstandenen Polizei- 

und Untersuchungshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs. 

3. Es seien die von der Privatklägerin geltend gemachten Genugtuungs-

forderungen (sowie allfällige Schadenersatzbegehren) abzuweisen. 

Eventualanträge (für den Fall eines Schuldspruchs betr. ND 12): 

4. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von max. 3 Jahren und  

3 Monaten zu bestrafen. 

5. Es sei die von der Vorinstanz der Privatklägerin zugesprochene Genug-

tuungssumme im Betrag von CHF 2'000.-- zuzüglich 5% Zins ab dem  

27. September 2009 zu bestätigen. 

Alles unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolge. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft (schriftlich, Urk. 163): 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

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c) Der Vertreterin der Privatklägerin B._____ (Urk. 196): 

1. Der Beschuldigte A._____ sei der Straftat des Angriffs im Sinne der Vo-

rinstanz schuldig zu sprechen. 

2. Es sei im Sinne der Vorinstanz zu bestätigen, dass der Beschuldigte 

A._____ dem Grundsatze nach der Geschädigten schadenersatzpflichtig 

nebst Zins zu 5% seit dem 27. September 2009 ist. 

3. Der Beschuldigte A._____ sei zu verpflichten, der Geschädigten  

eine Genugtuungssumme von CHF 50'000.-- für sie persönlich und 

CHF 10'000.-- für ihre Tochter auszurichten, beides nebst Zins zu 5% sei 

dem 27. September 2009. 

4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1. Vorinstanzliches Urteil 

1.1. Nachdem die Staatsanwaltschaft IV am 20. Juni 2011 gegen A._____, 

U._____, V._____, W._____, AA._____ und AB._____ Anklage erhoben hatte, 

fällte das Bezirksgericht Bülach am 29. März 2012 gegen die Beschuldigten das 

Urteil. Auf das oben zitierte Urteil, welches den Beschuldigten A._____ betrifft, 

kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden (vgl. 

Urk. 142).  

1.2. Mit Eingabe vom 2. April 2012 liess der Beschuldigte dagegen Berufung 

anmelden (vgl. Urk. 101). Am 3. August 2012 erstattete die Verteidigung die  

Berufungserklärung (vgl. Urk. 144). Darin erklärte sie, das vorinstanzliche Urteil 

werde in den folgenden Teilen angefochten (vgl. Urk. 144 S. 1): 

-   8   - 

- den Schuldpunkt betr. Anklagepunkt Ziff. 2.6. zu ND 12 (vgl.  
Urk. 93 S. 3), Urteil Ziff. III. 3., IV. 4.2. betr. Art. 134 StGB,  
Erkenntnis Ziff. 1 betreffend Art. 134 StGB (Art. 399 Abs. 4 lit. a 
StPO),  

- die Bemessung der Strafe, Urteil Ziff. V., Erkenntnis Ziff. 2  
(Art. 399 Abs. 4 lit. b StPO), 

- die Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen in Zusam-
menhang mit Anklagepunkt Ziff. 2.6. zu ND 12, Urteil Ziff. IX. 2., 
Erkenntnis Ziff. 7, Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO). 

Im Übrigen erklärte sie, keine weiteren Beweisanträge zu stellen (Art. 399 Abs. 3 

lit. c StPO, vgl. Urk. 144 S. 2).  

1.3. Mit Eingabe vom 27. August 2012 liess auch die Privatklägerin B._____ 

Berufung anmelden (vgl. Urk. 150). In Verdeutlichung ihrer Teilberufungserklä-

rung liess sie die folgenden Anträge stellen (vgl. Urk. 159 S. 2): 

1. Es sei zu bestätigen, dass der Beschuldigte sich des Angriffs im 
Sinne von Art. 134 StGB gegen die Privatklägerin schuldig ge-
macht hat. 

2. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin 
B._____, eine Genugtuungssumme von Fr. 25'000.-- für sie per-
sönlich und Fr. 5'000.-- für ihre Tochter auszurichten, nebst Zin-
sen zu 5% seit dem 27. September 2009." 

Mit Eingabe vom 31. August 2012 (Urk. 152) reichte die Vertreterin der Privat-

klägerin B._____ sodann im Sinne eines Beweisantrages das über die  

Privatklägerin erstellte psychiatrische Gutachten der Gutachterstelle Solothurn für 

interdisziplinäre Begutachtungen "gutso" vom 28. Juni 2012 (vgl. Urk. 154) ins 

Recht. An der Berufungsverhandlung vom 4. April 2013 erhöhte die Vertreterin 

der Privatklägerin die Genugtuungsforderung für die Privatklägerin selbst auf  

CHF 50'000.-- und diejenige für ihre Tochter auf CHF 10'000.--, beides nebst Zins 

zu 5% seit dem 27. September 2009 (Urk. 196). 

1.4. Demgegenüber verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzliches Urteils (vgl. Urk. 163). Sie 

erklärte gleichzeitig, dass sie sich am weiteren Verfahren nicht aktiv beteiligen 

werde und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungs-

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verhandlung. Bezüglich des Beweisantrages der Privatklägerin verzichtete sie auf 

eine Stellungnahme. 

1.5. In der Folge wurde zur Berufungsverhandlung vorgeladen, zusammen mit 

den weiteren Berufungsverfahren SB120389 (AA._____) und SB120384 

(AB._____). Die Berufungsverhandlung fand am 4. April 2013 statt. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gestützt auf die oben zitierten Berufungserklärungen sind folgende Punkte 

des vorinstanzlichen Beschlusses und Urteils nicht angefochten und daher in 

Rechtskraft erwachsen, was festzustellen ist: 

2.1.1. Dispositiv-Ziffer 1 - 5 des vorinstanzlichen Beschlusses 

2.1.2. Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils mit Ausnahme des Schuldspruches  

betreffend Angriff im Sinne von Art. 134 StGB  

2.1.3. Dispositiv-Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils (Anordnung einer ambulanten Massnahme) 

2.1.4. Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils (Verwendung des Verwertungserlöses  

der eigezogenen Gegenstände zur Deckung der Verfahrenskosten) 

2.1.5. Dispositiv-Ziffern 8 - 24 (Regelung der Zivilansprüche) 

2.1.6. Dispositiv-Ziffer 25 (Kostenfestsetzung) 

2.1.7. Dispositiv-Ziffer 26 (Kostenauflage) 

2.2. Zur Disposition stehen und daher im Berufungsverfahren zu behandeln 

sind daher folgende Punkte des vorinstanzlichen Urteils: 

2.2.1. Dispositiv-Ziffer 1 ausschliesslich hinsichtlich des Schuldspruches wegen Angriffs  

im Sinne von Art. 134 StGB 

2.2.2. Dispositiv-Ziffer 2 und 3 (Sanktion und Vollzug) 

2.2.3. Dispositiv-Ziffer 6 und 7 (Zivilansprüche Privatklägerin B._____) 

 

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II. Prozessuales 

1. Beweisantrag 

1.1. Mit Schreiben vom 31. August 2012 (Urk. 152) reichte die Vertreterin der 

Privatklägerin im Sinne eines Beweisantrages das über die Privatklägerin erstellte 

psychiatrische Gutachten der Gutachterstelle Solothurn für interdisziplinäre  

Begutachtungen "gutso" vom 28. Juni 2012 (vgl. Urk. 154) ins Recht. 

1.2. Da die erwähnte Urkunde bereits bei den Akten ist, sind diesbezüglich  

keine weiteren Anordnungen zu treffen. 

2. Anwendbares Prozessrecht 

2.1. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung 

vom 5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Vorliegend stehen Delikte aus den Jahren 

2009 und 2010 zur Beurteilung an, der vorinstanzliche Entscheid erging am  

29. März 2012. Damit stellt sich die Frage nach dem anwendbaren Prozessrecht. 

2.2. Art. 448 der StPO bestimmt, dass Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses 

Gesetzes hängig sind, grundsätzlich nach neuem Recht fortgeführt werden, wobei 

Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der StPO angeordnet oder durch-

geführt worden sind, ihre Gültigkeit behalten (vgl. Art. 448 Abs. 1 und 2 StPO). 

Weiter regelt Art. 454 StPO, dass für Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Ent-

scheide, die nach Inkrafttreten der StPO gefällt werden, neues Recht gilt. 

2.3. Im vorliegenden Verfahren ist damit das neue Prozessrecht (StPO)  

anwendbar, wobei für Fragen nach der Gültigkeit von Verfahrenshandlungen, die 

vor Inkrafttreten der StPO vorgenommen wurden, das alte kantonale Prozess-

recht, namentlich die bis Ende 2010 gültige Fassung der Strafprozessordnung 

des Kantons Zürich (StPO ZH) massgebend ist. 

3. Anwendbares Recht (BetmG) 

Die Vorinstanz hat korrekt festgehalten, dass das Betäubungsmittelgesetz seit 

dem 1. Juli 2011 eine neue Fassung aufweist. Gemäss Art. 26 BetmG in Verbin-

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dung mit Art. 2 StGB wäre diese im vorliegenden Fall jedoch nur anwendbar, 

wenn das neue Recht das mildere wäre. Da dies - wie die Vorinstanz korrekt er-

läuterte - in concreto nicht der Fall ist, ist altes Recht anwendbar (vgl. 142 S. 22). 

4. Anklageprinzip 

Die Verteidigung rügt eine Verletzung des Anklageprinzips. Sie macht geltend, die 

Anklageschrift sei ungenügend abgefasst und lasse eine Verurteilung des  

Beschuldigten wegen Angriffs (Art. 134 StGB) nicht zu (Urk. 195 S. 3ff.). Auf diese 

Rüge ist nachfolgend unter Ziff. III. 2.3 im Rahmen der Beweiswürdigung einzu-

gehen. 

III. Schuldpunkt 

1. Vorbemerkung 

Wie schon oben dargestellt, ist hinsichtlich des Schuldpunktes im Berufungsver-

fahren einzig der Vorwurf gemäss Anklageziffer 2.6., ND 12, zu behandeln. Die 

weiteren Vorwürfe stehen nicht mehr zur Diskussion. 

2. Anklagevorwurf gemäss Anklage Ziff. 2.6., ND 12 und Ausgangslage 

2.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 27. September 2009, gemein-

sam mit einer weiteren Person (V._____) die Privatklägerin B._____ derart ge-

schlagen und getreten zu haben, dass diese zu Boden stürzte und durch die 

Schläge, die Tritte und den Sturz diverse in der Anklage aufgeführte Verletzungen 

erlitt, welche sie bewusst und billigend in Kauf genommen hätten (Vgl. Anklage-

schrift Ziff. 2.6., ND 12, S. 40). 

2.2. Die Vorinstanz sprach den diesbezüglich Mitbeschuldigten V._____ in An-

wendung des Grundsatzes " in dubio pro reo" des Angriffs im Sinne von Art. 134 

StGB frei, weil sie an seiner Beteiligung am Übergriff erhebliche Zweifel hegte 

(vgl. Urk. 142 S. 21 und Urk. 167 S. 23 und Dispositiv-Ziffer 2, S. 57).  

Dieser Freispruch ist in Rechtskraft erwachsen und ist in diesem Verfahren nicht 

mehr in Frage zu stellen. 

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2.3. Die Verteidigung rügte eine Verletzung des Anklageprinzips. Sie brachte 

vor, die Vorinstanz habe die Erfüllung des Tatbestands von Art. 134 StGB in  

beinahe willkürlicher Art und Weise begründet. Der Tatbestand des Angriffs hätte 

nur dann erfüllt werden können, wenn an der gewaltsamen tätlichen Einwirkung 

mindestens zwei Personen beteiligt gewesen wären. Nachdem die Vorinstanz  

lediglich den Beschuldigten schuldig gesprochen, den Mitangeklagten V._____ 

hingegen in dubio freigesprochen habe, falle eine Verurteilung wegen Angriffs 

ausser Betracht. Damit es trotzdem zu einer Verurteilung des Beschuldigten habe  

kommen können, habe sich die Vorinstanz offensichtlich entschlossen, derart vom 

Sachverhalt abzuweichen, als sie den Mitbeschuldigten V._____ kurzerhand 

durch (mindestens) einen unbekannte Dritten ersetzt habe und zwar einen Dritten, 

der in der Anklageschrift nicht erwähnt sei. Der Vorwurf an den Beschuldigten, er 

habe sich gemeinsam mit V._____ des Angriffs schuldig gemacht, sei gravierend 

und die Benennung des Mitbeschuldigten V._____ zweifellos als unabdingbare 

Sachverhaltsangabe zu betrachten, an welche das Strafgericht vollumfänglich ge-

bunden sei. An das Anklageprinzip seien im vorliegenden Fall hohe Anforderun-

gen zu stellen. Gestützt auf den Anklagegrundsatz und den sich daraus ergeben-

den Grundsatz der Immutabilität sowie der Umgrenzungsfunktion der Anklage-

schrift, hätte der Freispruch des Mitbeschuldigten V._____ zwangsläufig auch 

zum Freispruch des Beschuldigten führen müssen (Urk. 195 S. 3ff.). Im Folgen-

den sind somit die Grundsätze des Anklageprinzips festzuhalten. 

2.3.1. Der Anklagegrundsatz ist in Art. 9 StPO verankert, wobei Art. 325 StPO die 

Anforderungen an den Inhalt der Anklageschrift konkretisiert. Danach bezeichnet 

die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vor-

geworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit sowie Art und Folgen 

der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Damit wird verlangt, dass die  

Anklageschrift den Sachverhalt möglichst präzise und konzise darstellt. Die vor-

geworfenen Verhaltensweisen sind nicht generell zu umschreiben, sondern  

möglichst zu spezifizieren. Dadurch sollten die dem Beschuldigten zur Last geleg-

ten Delikte in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert werden, 

so dass er bzw. seine Verteidigung sich in der Hauptverhandlung effektiv dage-

gen zur Wehr setzen kann (BSK StPO-Heimgartner/Niggli, Art. 325 N 19). Ent-

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sprechend besteht keine Verletzung des Anklageprinzips, solange der Beschul-

digte aus der Anklage ersehen kann, was ihm konkret vorgeworfen wird, und er 

sich gestützt auf diese Informationen auch effektiv (oder wirksam) verteidigen 

kann. 

2.3.2. Bezieht man diese Grundsätze auf den vorliegenden Fall, so ist festzu-

halten, dass der Beschuldigte jederzeit genau wusste und weiss, was ihm konkret 

vorgeworfen wird. Er und sein Verteidiger konnten sich im bisherigen Verfahren 

daher auch unmissverständlich gegen die Vorwürfe verteidigen. Weiter ist zu  

erwähnen, dass die Vorinstanz den in der Anklageschrift Mitbeschuldigten 

V._____ nicht deshalb freisprach, weil sie zum Schluss gelangte, der  

Beschuldigte habe allein gehandelt, sondern weil nicht erstellt werden konnte, 

dass V._____ der weitere Beteiligte am Angriff war. Mit anderen Worten konnte  

dessen Identität nicht überzeugend geklärt werden. Jedoch war stets klar, dass es 

einen zweiten Angreifer gab. Daraus geht hervor, dass die Anklage V._____ im 

Sinne eines weiteren Beteiligten erfasste. Es war daher von der Vorinstanz nicht 

willkürlich, wenn sie von einem unbekannten Dritten ausging. Die Verteidigungs-

rechte des Beschuldigten wurden dadurch in keiner Weise tangiert. Damit steht 

fest, dass die vorliegende Anklage entgegen der Rüge der Verteidigung den 

strafprozessualen Anforderungen genügt. 

2.4. Der Beschuldigte bestreitet, die Privatklägerin angegriffen zu haben,  

weshalb im Folgenden zu prüfen ist, ob der Sachverhalt rechtsgenügend erstellt 

ist. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung ausführlich und korrekt zitiert, so dass diesbezüglich zur Vermeidung 

von unnötigen Wiederholungen vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägun-

gen zu verweisen ist (vgl. Urk. 142 S. 8 ff. Ziff. 2). 

3. Sachverhalt 

3.1. Die Vorinstanz hat richtig festgehalten, dass sich die Beweisführung vorlie-

gend auf die Aussagen der Privatklägerin B._____ (ND 12 Urk. 3/1-6), die Aussa-

gen des Beschuldigten (ND 12 Urk. 2/1 und 5, Urk. 76), die Aussagen des Mitbe-

schuldigten V._____ (ND Urk. 2/3 f. und 5; Urk. 76) und W._____ (ND 12 Urk. 

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2/4) sowie den ärztlichen Befund des Universitätsspital Zürich (ND 12 Urk. 5/5) 

und auf die Bildaufnahmen der Privatklägerin vom 28. September und 9. Oktober 

2009 (ND 12 Urk. 5/10) stützt (vgl. 142 S. 10). Sie hat in der Folge diese Beweis-

mittel in ihrem Entscheid ausführlich wiedergegeben, so dass vorliegend darauf 

verwiesen werden kann (vgl. Urk. 142 S. 10 ff.). 

3.2. Die Vorinstanz hielt vorweg zutreffend fest, dass als erstellt gelten muss, 

dass ein Übergriff auf die Privatklägerin statt fand. Einerseits sind die von der  

Privatklägerin erlittenen und in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen im 

ärztlichen Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals Zürich, wo 

die Privatklägerin nach der Tat hospitalisiert werden musste, dokumentiert (vgl. 

ND 12 Urk. 5/5). Andererseits steht aufgrund der durchgeführten Einvernahmen 

und der Feststellungen der ausgerückten Polizeibeamten, die die Privatklägerin 

bei ihrem Eintreffen blutüberströmt am Boden vorfanden und festhielten, sie sei 

kaum ansprechbar gewesen, fest (vgl. ND 12 Urk. 1/1 S. 5 f.), dass in der Nacht 

vom 27. September 2009 in der AD._____-Bar eine Schlägerei stattgefunden hat-

te, was klar dagegen spricht, die von der Privatklägerin festgestellten Verletzun-

gen könnten - wie dem Arztbericht zu entnehmen ist - theoretisch auch durch ei-

nen Unfall entstanden sein (vgl. auch Vorinstanz Urk. 142 S. 17). 

3.3. Die Vorinstanz äusserte sich sodann zur Frage nach der Glaubwürdigkeit 

der Privatklägerin (vgl. Urk. 142 S. 17). Sie wies in diesem Zusammenhang  

vorerst darauf hin, dass die Privatklägerin, als Opfer im Sinne des Opferhilfe-

gesetzes, nur ausnahmsweise von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

machte. Weiter erwog die Vorinstanz, dass die Privatklägerin in diesem Prozess 

Schadenersatz- sowie Genugtuungsansprüche geltend mache und somit ein  

Interesse daran habe, eine Verurteilung des Beschuldigten zu erwirken, welcher 

Umstand indessen ihre Glaubwürdigkeit nicht grundsätzlich und entscheidend 

herabsetze, was korrekt ist. Indessen lässt die Tatsache, dass die Privatklägerin 

im Berufungsverfahren nunmehr eine deutlich höhere Genugtuungsforderung 

stellt, aufhorchen. Dieses Vorgehen allein lässt jedoch noch keine Rückschlüsse 

auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu (Urk. 196). Zuzustimmen ist der  

Vorinstanz weiter darin, dass auch das gestellte Gesuch der Privatklägerin um die 

-   15   - 

Zusprechung einer Invalidenrente ihre Glaubwürdigkeit nicht in Frage stellt. Denn 

ein allfälliger Anspruch auf eine Invalidenrente ist allein von ihrer gesundheitlichen 

Verfassung abhängig und nicht von der Nennung ihrer Angreifer, weshalb sie von 

einer falschen Anschuldigung des Beschuldigten keine diesbezüglichen Vorteile 

zu erwarten hätte. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Glaubwürdigkeit 

der Privatklägerin erwähnte die Vorinstanz sodann, dass sich die Privatklägerin 

bereits vor der Tat in einer depressiven erschöpften, finanziell prekären Situation 

als alleinerziehende Mutter einer elfjährigen Tochter in einer aufreibenden Anstel-

lung im Stundenlohn befand (vgl. ND 12 Urk. 5/2 und 5/8: "Vorbestehend mittel-

gradige depressive Episode bei anhaltender psychosozialen Belastung, F32.11.") 

und aufgrund ihrer Aussagen zum Tatzeitpunkt leicht alkoholisiert war (vgl. ND 12 

Urk. 3/1 S. 1 f. und Urk. 3/4 S. 10). Gestützt darauf erwog die Vorinstanz  

zutreffend, es sei nicht auszuschliessen, dass eine solche psychische Grund-

erkrankung wie auch eine etwaige Alkoholisierung das subjektive Empfinden zu 

beeinflussen vermag, was bei der Überprüfung der Aussagen auf deren Glaub-

haftigkeit im Auge zu behalten ist. Unter Hinweis auf Bender/Nack/Treuer (Tat-

sachenfeststellung vor Gericht, 3. Aufl., München 2007, Rz. 402) hielt die  

Vorinstanz schliesslich fest, dass es zwar für die Wahrheit spricht, wenn eine  

Anzeige zeitlich unmittelbar auf die behauptete Straftat erfolgt - umgekehrt aber 

aus einer "verspäteten" Anzeige nicht darauf geschlossen werden kann, dass sie 

entsprechend falsch ist. Vorliegend ist aus dem Umstand, dass die Privatklägerin 

erst Ende Oktober 2009 Strafantrag stellte, aber letztlich schon deshalb nichts 

abzuleiten, als die Polizei unmittelbar nach der Tat orientiert wurde und ausrückte, 

die Privatklägerin danach während längerer Zeit hospitalisiert war und der Vorfall 

auf ein von Amtes wegen zu verfolgendes Delikt (Angriff nach Art. 134 StGB) 

hinwies. 

3.4. Wichtiger als die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist  

indessen diejenige nach der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.  

3.4.1. Die Vorinstanz erwog in Würdigung der Aussagen der Privatklägerin, sie 

habe zum Ablauf in der Tatnacht bis nach dem ersten Schlag konstant durch alle 

Einvernahmen hindurch detaillierte und konzise Aussagen gemacht, welcher 

-   16   - 

Würdigung zuzustimmen ist. Die Vorinstanz führte weiter aus, es sei zwar nicht 

von der Hand zu weisen, dass die Schilderung des Geschehens gewisse  

Abwandlungen erfahre, zumal sie beispielsweise erst in der Zeugeneinvernahme 

(welche Einvernahmeform nach der zu jenem Zeitpunkt geltenden Prozessord-

nung zulässig war) erwähnt habe, dass sie den Beschuldigten und AE._____ be-

reits gesehen habe, als sie die Treppe hinaufgestiegen sei (vgl. Vorinstanz  

Urk. 142 S. 18). Dazu ist indessen vorerst auszuführen, dass die Privatklägerin 

als Zeugin angab, bereits in der Einvernahme vom 29. Oktober 2009, welche er-

wiesenermassen ohne Übersetzer erfolgte und obwohl sie über zwei Stunden 

dauerte auf nicht einmal fünf Seiten festgehalten wurde (vgl. ND 12 Urk. 3/1), 

über eine solche Wahrnehmung berichtet zu haben (vgl. ND 12 Urk. 3/4 S. 11). 

Nachdem diese Beobachtung aber ohnehin nicht zum eigentlichen Kerngesche-

hen gehört, erübrigen sich diesbezügliche Erklärungsversuche (vgl. dazu  

Vorinstanz Urk. 142 S. 18 f.).  

3.4.2. Gleichbleibend ist die Schilderung der Privatklägerin zum Geschehen kurz 

vor dem Übergriff, als sie, bevor sie nach rechts zur Toilette abbog, einen Blick 

zurück zum Beschuldigten und AE._____ warf und dabei sah, wie AE._____ er-

schrak, als jene die sie beobachtende Privatklägerin bemerkte. Sowohl in der ers-

ten als auch in ihrer Zeugeneinvernahme schilderte sie ihre diesbezüglichen 

Wahrnehmungen (vgl. ND 12 Urk. 3/1 S. 2 und 3/4 S. 4), wobei sie diese dahin-

gehend interpretierte, der Beschuldigte und AE._____ hätten etwas verheimlichen 

wollen. Solch detailreiche Aussagen über ihre Wahrnehmungen zur  

Situation unmittelbar vor dem Übergriff deuten auf Erlebtes hin.  

3.4.3. Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass die Privatklägerin im Laufe 

der Untersuchung deckungsgleich schilderte, dass sie an der Schulter gepackt 

wurde, sich umdrehte und einen Schlag an den Kopf erhielt (vgl. Urk. 142 S. 19 

unter Hinweis auf ND 12 Urk. 3/1 S. 2 und 3/4 S. 4). Ebenso deckungsgleich 

schilderte sie in beiden Einvernahmen, dass der erste Angreifer einen Gegen-

stand in seiner Faust bzw. Hand hielt, als er ihr mit dieser einen Schlag an den 

Kopf versetzte. Richtig ist, dass sie in ihrer ersten Einvernahme von einer Pistole 

sprach und dass sie in der Zeugeneinvernahme - allerdings von sich aus und ent-

-   17   - 

gegen der Vorinstanz nicht auf entsprechende Frage (vgl. Urk. 142 S. 19) - dazu 

relativierte, der Beschuldigte habe ihr mit einem Gegenstand in der Hand, ent-

weder mit einer Pistole oder mit einem Messer, einen Schlag versetzt (vgl. ND 12 

Urk. 3/4 S. 6). Diese Präzisierung konnte sie im weiteren Verlauf der Einver-

nahme auf entsprechende Fragen plausibel und überzeugend damit erklären,  

ihrer Meinung nach habe es sich um eine Pistole oder ein Messer gehandelt, das 

sichtbare Stück habe wie eine Pistole ausgesehen, ihre Augen hätten das nicht 

genau gesehen, was er genau in seiner Hand gehabt habe (vgl. ND 12 Urk. 3/4  

S. 9 f.). Dieselbe Präzisierung zeigt aber auch, dass die Privatklägerin durchaus 

um wahrheitsgetreue Wiedergabe des Wahrgenommenen bemüht war und von 

sich aus selbst Unsicherheiten offen legte, welche normalerweise niemand  

einräumt, der einen Vorfall ohne realen Hintergrund schildert und nur danach 

trachtet, jemanden zu Unrecht zu beschuldigten, wie hier die Verteidigung unter-

stellt.  

3.4.4. Wenn die Vorinstanz weiter fest hielt, aus den stringenten Ausführungen 

der Privatklägerin ergebe sich, dass sie an der linken Schulter gepackt wurde, 

sich nach links umdrehte, in das Gesicht des Täters blickte, welcher ihr im  

Anschluss mit der rechten Faust oder Hand auf den Kopf schlug (vgl. Urk. 142  

S. 19), so ist dem zuzustimmen. Denn dies erklärt, dass sie den ersten Angreifer 

ihrer Kollegin gegenüber beschreiben (ND 12 Urk. 3/2 S. 2), ihn erkennen und 

später auch identifizieren konnte, bezeichnete sie doch bei der Wahlbildkonfronta-

tion aus einer Auswahl von 32 Personen und auch in den späteren Einvernahmen 

mehrfach den Beschuldigten als den (ersten) Täter (vgl. ND 12 Urk. 3/2 S.2 und 

3/2/4 sowie Urk. 3/3 S. 3 und 3/1/1).  

3.4.5. Wie schon oben dargetan, steht fest, dass die Privatklägerin an jenem 

Abend einen massiven tätlichen Übergriff, an welchem sich mehrere Personen 

beteiligten, über sich ergehen lassen musste, der insbesondere ihre Hospitalisie-

rung erforderte. Es steht nun ausser Frage, dass es sich bei einem solchen Über-

griff um ein traumatisches Erlebnis handelt. Damit ist aber erklärbar, dass die 

auch psychisch vorbelastete Privatklägerin den Fortgang des Übergriffs sehr 

drastisch schilderte und zwar so, dass ihre Schilderungen auch andere als die im 

-   18   - 

Spital unmittelbar nach dem Vorfall festgestellten Verletzungen hätten erwarten 

lassen (vgl. Einwand der Verteidigung in Urk. 93 S. 6 f., Urk. 195 S. 7). Entgegen 

der Verteidigung ist indessen damit die grundsätzliche Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen der Privatklägerin nicht in Frage gestellt. Denn die Privatklägerin räumte 

ein, dass es ihr nach dem ersten Schlag auf den Kopf schwindlig wurde, weshalb 

sie das weitere Geschehen nur am Rande wahrnehmen konnte (vgl. ND 12  

Urk. 3/4 S. 6 f.), was ohne weiteres plausibel erscheint und was die Vorinstanz 

u.a. letztlich dazu bewog, die Beteiligung des Mitbeschuldigten V._____ zu ver-

neinen. 

3.4.6. Gründe, welche eine Falschbelastung des Beschuldigten durch die Privat-

klägerin nahelegen könnten, sind keine auszumachen. Solche sind insbesondere 

deshalb auszuschliessen, als sich die Privatklägerin - wie sie mehrfach erklärte - 

vor dem Beschuldigten fürchtet. Die vom Beschuldigten anlässlich der Hauptver-

handlung, mithin beinahe 3,5 Jahre nach dem Vorfall vorgebrachte Version, die 

Privatklägerin sei an jenem Abend von ihrem eigenen Freund zusammengeschla-

gen worden, welche Geschichte er von einem gewissen AG._____ (oder 

AG1._____) im Gefängnis AH._____ erfahren haben will (vgl. Urk. 76 S. 4 und 

Urk. 93 S. 10), bezeichnete die Vorinstanz zu Recht als nachgeschobene Schutz-

behauptung (vgl. Urk. 142 S. 20). Zur Mutmassung der Verteidigung, die Privat-

klägerin wolle mit diesem Vorfall zu einer IV-Rente gelangen (vgl. Urk. 93 S. 9 f.), 

wurde schon oben dargetan, dass eine solche allein vom Gesundheitszustand der 

Privatklägerin abhängig ist, womit sie zur Erreichung einer IV-Rente keinerlei Inte-

resse hatte und hat, den Beschuldigten zu Unrecht für den erfolgten Übergriff ver-

antwortlich zu machen.  

3.5. Dass die Privatklägerin den Beschuldigten als ihren Aggressor erkannte, 

steht wie oben geschildert aufgrund ihrer glaubhaften und überzeugenden Aus-

sagen fest. Dazu kommt, dass auch der Mitbeschuldigte V._____ in seiner Aus-

sage vom 11. Juni 2010 erklärte, der Beschuldigte, den er namentlich erwähnte, 

habe die Privatklägerin geschlagen (vgl. ND 12 Urk. 2/2 S. 9). Zwar erklärte er 

dazu, er glaube, dass er es gewesen sei. Seine Vermutung erklärte er damit, zwei 

Tage nach dem Vorfall habe er ihn gesehen und dabei gehört, wie alle ihn gefragt  

-   19   - 

hätten, warum er das gemacht habe. Er selber habe ihn auch dazu gefragt,  

worauf er zur Antwort gegeben habe, dass er ihr nur mit der flachen Hand ins  

Gesicht geschlagen habe und sie dann die Treppe hinunter gefallen sei. Von sich 

aus fügte der Mitbeschuldigte V._____ in derselben Einvernahme noch hinzu, vie-

le Leute hätten gesehen, wie er sie geschlagen habe, aber niemand wolle als 

Zeuge aussagen (vgl. ND 12 Urk. 2/2 S. 9 f.). Im weiteren Verlauf derselben Ein-

vernahme schilderte V._____ sodann, an welcher Örtlichkeit er den Beschuldigten 

auf den Vorfall angesprochen hatte und dass jener zum Motiv seines Verhaltens 

äusserte, die Frau sei unter Drogen gewesen und habe ihn als schwul bezeichnet 

(a.a.O. S. 10). In der Konfrontationseinvernahme vom 3. März 2011 wich der Mit-

beschuldigte V._____ von seinen früheren Aussagen ab und erklärte im Ergebnis, 

der Beschuldigte habe bei jenem Gespräch von Schlägen berichtet, die er einer 

anderen Frau verabreicht habe (vgl. ND 12 Urk. 2/5 S. 3). Wie nun bereits die  

Vorinstanz erwog, sind die späteren Relativierungen des Mitbeschuldigten 

V._____ alles andere als glaubhaft. Sie können jedenfalls die frühere detailreich 

geschilderte Belastung, welche auf einem vom Beschuldigten selber ihm gegen-

über geäusserten Eingeständnis unter Angabe des Motivs basierte, nicht ausräu-

men und schliessen insbesondere aufgrund der Tatsache, dass das Gespräch 

zwei Tage nach dem Übergriff auf die Privatklägerin erfolgte, die vorgeschobene  

Personenverwechslung aus. Zutreffend führte die Vorinstanz sodann aus, dass 

die ursprüngliche belastende Aussage des Mitbeschuldigten V._____ nicht als 

Schutzbehauptung im Dienste seiner selbst qualifiziert werden kann, zumal am 

Übergriff mehrere Täter beteiligt waren (vgl. Urk. 142 S. 21). Damit muss aber mit 

der Vorinstanz der Wahrheitsgehalt der den Beschuldigten belastenden Aussage 

als hoch bewertet werden. 

3.6. Zum Standpunkt des Beschuldigten kann auf die zutreffende Darstellung 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 142 S. 13f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Dem-

gemäss gab selbst der Beschuldigte an, zum Tatzeitpunkt in der AD._____ Bar 

gewesen zu sein, den Vorfall jedoch aus einer Entfernung von 100 Metern beo-

bachtet zu haben. Mit der Vorinstanz ist bei dieser Angabe von einer Schutzbe-

hauptung auszugehen (Urk. 142 S. 20). Dies schon deshalb, weil es damit der 

-   20   - 

Privatklägerin schlicht nicht möglich gewesen wäre, den Beschuldigten als Täter 

zu identifizieren. 

3.7. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz bezüglich der Identifikation des 

Beschuldigten als Täter in entscheidender Weise den glaubhaften und über-

zeugenden Aussagen der Privatklägerin zu folgen. Im Übrigen sind die Aussagen 

des Mitbeschuldigten V._____ als Indiz für die Richtigkeit der Aussagen der Pri-

vatklägerin zu werten. Damit ist als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte 

an jenem Tag mit einem weiteren Mittäter die Privatklägerin in der in der Anklage 

umschriebenen Weise tätlich anging, so dass sie zu Boden stürzte, wodurch sie 

sich die in der Anklage aufgeführten Verletzungen zuzog, was der Beschuldigte 

und dessen Mittäter dem Grundsatze nach durch ihr Verhalten mindestens  

bewusst und billigend in Kauf nahmen (vgl. auch Vorinstanz Urk. 142 S. 21 f.). 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Die Anklagebehörde würdigt das Vorgehen des Beschuldigten (zusammen 

mit einem weiteren Täter) gegen die Privatklägerin als Angriff im Sinne von 

Art. 134 StGB. 

4.2. Die Vorinstanz hat in theoretischer Hinsicht zutreffende Ausführungen zum 

Tatbestand des Angriffs nach Art. 134 StGB gemacht, auf welche verwiesen  

werden kann (vgl. Urk. 142 S. 23). Ergänzend ist anzumerken, dass der geforder-

te Verletzungserfolg objektive Strafbarkeitsbedingung ist (vgl. Trechsel/Fingerhuth 

in Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 134 N 3). 

In subjektiver Hinsicht ist (Eventual-)Vorsatz gefordert, der sich nur auf die  

Beteiligung am Angriff beziehen muss (a.a.O. N 4), nicht aber auf die Körperver-

letzungsfolge (vgl. BSK Strafrecht II - Aebersold, 2. Auflage, Basel 2007, Art 134, 

N 8) 

4.3. Die rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde und die Vorinstanz ist 

zutreffend. Die Privatklägerin wurde vom Beschuldigten mit einem weiteren Täter 

- wie oben und in der Anklage dargestellt - überraschend tätlich angegangen, 

wodurch sie sich die geschilderten Körperverletzungen zuzog. Dabei steht fest, 

-   21   - 

dass sie passiv blieb bzw. sich nur defensiv zu schützen versuchte. Damit sind 

sowohl die objektive Strafbarkeitsbedingung als auch der objektive Tatbestand 

dieser Gesetzesbestimmung erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist offensichtlich, dass 

seitens des Beschuldigten die Beteiligung am Angriff mit direktem Vorsatz, d.h. 

wissentlich und willentlich, erfolgte. 

4.4. Demgemäss ist der Beschuldigte des Angriffs im Sinne von Art. 134  

schuldig zu sprechen. 

IV.Sanktion 

1. Strafrahmen und Strafzumessungsfaktoren 

1.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwähnt, dass bei der Strafzumessung gemäss 

Art. 49 Abs. 1 StGB, welche Bestimmung sich sowohl auf verschiedene als auch 

auf mehrfach begangene, gleichartige Delikte bezieht und damit vorliegend anzu-

wenden ist, das vom Beschuldigten mit der schwersten Strafandrohung begange-

ne Delikt den Ausgangspunkt bildet. Sie hat entsprechend den gesetzlichen Straf-

rahmen von Art. 19 Ziff. 1 al. 4, 5 und 6 aBetmG in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b a 

BetmG korrekt abgesteckt und im Übrigen zu den Kriterien der Strafzumessung 

die nötigen theoretischen Ausführungen gemacht und festgehalten, dass  

zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist, worauf vorweg 

zu verweisen ist (vgl. Urk. 142 S. 25 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Korrekt erwog die Vorinstanz, dass eine Überschreitung des Strafrahmens 

per definitionem nicht möglich ist, weshalb die Deliktsmehrheit innerhalb des 

Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen ist. Nachdem keine Strafmilde-

rungsgründe ersichtlich sind, insbesondere keine Verminderung der Schuldfähig-

keit beim Beschuldigten vorlag (vgl. Gutachten Urk. HD 16/12 S. 57), kommt vor-

liegend auch keine Unterschreitung des Strafrahmens in Frage. 

1.3. Festzuhalten ist vorweg, dass in der Berufungsinstanz mangels Berufung 

oder Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft eine höhere als die von der  

-   22   - 

Vorinstanz ausgesprochenen Strafe wegen des Verschlechterungsverbotes nicht 

in Frage kommt. 

1.4. Vorauszuschicken ist an dieser Stelle sodann, dass die Vorinstanz eine  

äusserst sorgfältige, ausführlich begründete und in allen Teilen zutreffende Straf-

zumessung vornahm. Die nachfolgenden Erwägungen stützen sich daher auf die 

Ausführungen der Vorinstanz, die im Grunde genommen lediglich marginaler  

Ergänzung bedürfen.  

2. Tatkomponente 

2.1. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

2.1.1. Die Vorinstanz hielt korrekt fest, dass bei Drogendelikten sich das Ausmass 

des verschuldeten Erfolges und damit die im Einzelfall erzielte Gefährdung aus 

dem Grad der Gefährlichkeit der Droge, der Drogenmenge und dem Reinheits-

grad der Droge ergibt. Sie erwog in diesem Zusammenhang, dass sich der  

Beschuldigte (mit seinen Mitbeschuldigten) im Zeitraum zwischen Ende August 

beziehungsweise anfangs September 2009 bis zu seiner Verhaftung im Mai 2010 

auf der Suche nach erntereifem Drogenhanf befand, welche nur punktuell  

von Erfolg gekrönt war, zumal nur in zwei Fällen „Gras“, welches in etwa 15 kg 

Marihuana entsprach, gefunden wurde (vgl. Anklage S. 12 und 17). Ergänzend 

zur Vorinstanz ist auch die Tat vom 19. Juni 2009 (vgl. Anklageziffer 2.2., ND 6) 

zu erwähnen, anlässlich welcher er, zusammen mit anderen Komplizen, ebenfalls 

270 Hanfpflanzen "erntete" (vgl. Urk. 78 S. 22). Mit der Vorinstanz ist festzu-

halten, dass die Droge Cannabis an und für sich zwar nicht unbedenklich ist, weil 

sie insbesondere bei lange dauerndem und übermässigem Gebrauch durchaus 

zu psychischen und physischen Belastungen führen kann, dass die Gefahren, die 

vom Konsum von Cannabis für die menschliche Gesundheit ausgehen, indessen 

vergleichsweise gering sind und jene der harten Drogen deutlich unterschreiten 

(vgl. Vorinstanz Urk. 142 S. 28 unter Hinweis auf BGE 117 IV 314 E. 2.g.aa).  

Zutreffend ist sodann, dass den Beschuldigten vorliegend der Reinheitsgrad der 

Droge nicht bekannt gewesen sein dürfte, was indessen bei Cannabis nicht weiter 

relevant ist. Immerhin zeigen die Aussagen des Mitbeschuldigten W._____, dass 

-   23   - 

das aufgefundene Marihuana durchaus eine stimulierende Wirkung hatte (vgl. 

Urk. 83 S. 10), was der Bande bewusst sein musste, hätte sich sonst der in  

diesem Zusammenhang übernommene Aufwand kaum gelohnt. Angesichts der 

letztlich bescheidenen Ausbeute bei den von allen Beschuldigten auf eine weiche 

Droge ausgerichteten Streifzügen stufte die Vorinstanz der Erfolgsunwert als Teil 

des objektiven Verschuldens zu Recht als sehr leicht (vgl. Urk. 142 S. 29).  

2.1.2. Die Vorinstanz legte im Einzelnen die Vorgehensweise der Beschuldigten 

dar, worauf hier zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen ist (vgl.  

Urk. 142 S. 29, Art. 82 Abs. 4 StPO) und schloss daraus, dass die Betäubungs-

mitteldelikte des Beschuldigten auf einem ausgeklügelten „Geschäftsmodell“ (Tipp 

von Dritten, Observation von Kunden eines Unternehmens für Gewächshaus-

technik, Heraussuchen von Adressen aufgrund von Autokennzeichen, Inspizieren 

von Lüftungen, Absatzkanal, etc.) basierten, welcher Bewertung, entgegen den 

Ausführungen der Verteidigung (Urk. 195 S. 10), zuzustimmen ist. Schon die  

Anzahl der innert weniger Monate auf der Suche nach Hanfplantagen aufgesuch-

ten Örtlichkeiten zeigt, dass sie dieses Geschäftsmodell mit Akribie und  

gezielt zur Anwendung brachten. Schliesslich lässt die Tatsache, dass es sich um 

17 einzelne Vorfälle handelte, auf eine grosse kriminelle Energie schliessen. Mit 

der Vorinstanz zeigt diese Vorgehensweise sodann deutlich, dass die Gruppe 

keineswegs gedankenlos irgendwo einstieg, sondern ihre Ziele mit Bedacht  

wählte. Weiter ist zutreffend, dass selbst wenn einzuräumen ist, dass die einzel-

nen Delikte nicht von langer Hand geplant waren, nicht von einem unerheblichen 

Planungsgrad ausgegangen werden kann.  

2.1.3. Die Vorinstanz äusserte sich sodann zum Rang und zur Rolle des Beschul-

digten innerhalb der Gruppierung und hielt fest, dass der Beschuldigte von Anfang 

an einräumte, für das Gras verantwortlich gewesen bzw. diesbezüglich ein Profi 

zu sein (vgl. Urk. 142 S. 30 unter Hinweis auf die Aussagen des Beschuldigten). 

Seine Aussagen lassen mit der Vorinstanz den Schluss zu, dass der Beschuldigte 

auf seinem Gebiet Spezialist war und seine besonderen Fachkenntnisse in die 

Bande einbrachte, nämlich das Aufspüren und Räumen von Drogenhanf-

plantagen. Weiter ist - wiederum mit der Vorinstanz - festzuhalten, dass er betref-

-   24   - 

fend das Tatvorgehen als Ideengeber fungierte, auch wenn der Plan ursprünglich 

der Eingebung eines anderen entsprang (vgl. Urk. 142 S. 30 mit Hinweis auf  

Urk. HD 3/6 S. 2). Er war sodann für die Verarbeitung (Trocknung) und Vermark-

tung der Betäubungsmittel zuständig und verfügte diesbezüglich über die ent-

sprechenden Kontakte (vgl. Urk. 142 S. 30 unter Hinweis auf Urk. HD 3/6 S. 3). 

Wenn die Vorinstanz den Beschuldigten mit Bezug auf die Betäubungsmittel-

delikte durchaus als die treibende Kraft und als Kopf der Bande bezeichnete und 

dies als mittelgradig verschuldenserhöhend in die Wertung einfliessen liess, so ist 

dies zu bestätigen. Zu teilen ist sodann ebenso die Wertung der Vorinstanz, dass 

das objektive Verschulden insgesamt als nicht mehr leicht zu taxieren ist. 

2.1.4. In subjektiver Hinsicht fällt in Betracht, dass der Beschuldigte sämtliche  

Betäubungsmitteldelikte mit direktem Vorsatz beging, zumal er jeweils mit dem 

vordergründigen Ziel einbrach, Drogenhanf zu erlangen (vgl. Urk. 142 S. 30 mit 

Hinweis auf Urk. HD 3/6 S. 2 f., HD 8/2 S. 3 und Urk. 78 S. 11). In dieser Hinsicht 

ergibt sich deshalb keine Erleichterung des objektiven Verschuldens. 

2.1.5. Zum Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden 

muss und ebenfalls auf der subjektiven Seite zu beachten ist, erwog die  

Vorinstanz mit zutreffender und ausführlicher Begründung, insbesondere unter 

Berücksichtigung der Ausführungen im Gutachten der psychiatrischen Universi-

tätsklinik Zürich vom 23. September 2011 (vgl. Urk. HD 16/12), dass der Beschul-

digte zu den Tatzeitpunkten zwar an einer Alkoholabhängigkeit litt, dass er in-

dessen wegen der Komplexität und der Mehrschichtigkeit des Tatvorgehens, des  

erhaltenen Realitätsbezugs sowie des Fehlens von nachweisbar auf den Alkohol-

konsum zurückzuführenden Erinnerungslücken keine relevante Verminderung der 

Steuerungsfähigkeit für sich reklamieren kann (vgl. Urk. 142 S. 31 unter Hinweis 

auf Urk. HD 16/12 S. 57). Wenn die Verteidigung geltend machte, die Hemm-

schwelle für die Deliktsbegehung sei durch den Konsum von Alkohol in Zusam-

menhang mit einzelnen Delikten reduziert gewesen (vgl. Urk. 93 S. 21), so lässt 

dies unter Berücksichtigung der gutachterlichen Erwägungen nur den Schluss zu, 

dass der im Vorfeld zu sich genommene Alkohol lediglich einen Einfluss auf die 

Impulsivität des Beschuldigten hatte, damit eine marginale Rolle spielte, welcher 

-   25   - 

Umstand somit lediglich leicht - aber immerhin - strafmindernd in die Strafzu-

messung einfliesst (vgl. dagegen Vorinstanz in Urk. 142 S. 31). 

2.1.6. Zu den Beweggründen des Beschuldigten legte die Vorinstanz dar, dass für 

ihn einzig und allein das schnell verdiente Geld ausschlaggebend war. In der Tat 

führte er selber aus, das Abräumen von fremden Hanfplantagen habe er als leich-

ten Weg gehalten, um zu Geld zu kommen (vgl. Urk. HD 3/6 S. 2f .). Ferner führte 

er diesbezüglich das nur sporadische Arbeiten und das dabei erzielte tiefe Ein-

kommen - immerhin zwar Fr. 3‘000.-- - ins Feld (vgl. Urk. 78 S. 2). An der  

Berufungsverhandlung gab er an, wegen des Geldes und des Alkoholkonsums 

delinquiert zu haben. Auch habe er Geld für seine arbeitslose Frau gebraucht 

(Urk. 193 S. 9). Damit machte er allesamt geldwerte Motive für sein Delinquieren 

geltend. In diesem Zusammenhang wies die Vorinstanz zutreffend darauf hin, 

dass der Beschuldigte zugegebenermassen nicht auf Rosen gebettet war, dass er 

jedoch auch nicht unter existentieller Not litt und dass, selbst wenn es so ge-

wesen wäre, er in der Schweiz ohnehin auf soziale Unterstützung hätte zählen 

können. In diesem Zusammenhang kann also entgegen der Verteidigung (vgl. 

Urk. 93 S. 17) nicht von einer schwierigen finanziellen Lage des Beschuldigten 

gesprochen werden, die zu einer Strafminderung führte. Die gezielte Suche nach 

Hanfplantagen war nach Einschätzung des Beschuldigten mit einem relativ  

niedrigen Risiko behaftet, vom jeweiligen Opfer mit Hilfe der Strafverfolgungsbe-

hörden zur Rechenschaft gezogen zu werden. So wusste der Beschuldigte, dass 

die Betreiber einer solchen Hanfplantage von einer Anzeige schon deshalb  

Abstand nehmen würden, als ihnen selber ansonsten eine strafrechtliche Ver-

folgung drohte.  

2.1.7. Wenn die Vorinstanz der subjektiven Komponente der Tatschwere eine  

mittelgradig verschuldenserhöhende Wirkung zuerkannte, und zusammenfassend 

festhielt, dass das Gesamtverschulden für die qualifizierte Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz daher als nicht unerheblich wiegt, so ist dem zuzu-

stimmen. Bei einer solchen Verschuldensbewertung erscheint die von der  

Vorinstanz festgesetzte hypothetische Einsatzstrafe für diese Delikte auf rund  

2 ½ Jahre - dies auch angesichts des aufgezeigten weiten Strafrahmens - als  

-   26   - 

allzu wohlwollend und damit zu tief. Vielmehr wäre hier eine solche von rund  

3 ½ Jahren angebracht gewesen. Richtig ist, dass aufgrund der weiteren Straf-

taten im Folgenden - unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips - eine  

angemessene Erhöhung der Strafe zu erfolgen hat.  

2.2. Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl 

2.2.1. In objektiver Hinsicht fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte 16 Einbruch-

diebstähle verübte, wobei von einem Deliktsbetrag gegen Fr. 200'000.-- ausge-

gangen werden muss (vgl. Anklage). Die Vorinstanz erwog, es sei nicht in Abrede 

zu stellen, dass die Bande, in welcher der Beschuldigte delinquierte, sich vorder-

gründig auf das Erlangen von Drogenhanf fokussiert habe. Dabei habe es sich 

der Beschuldigte jedoch nicht nehmen lassen, während des Durchsuchens der 

Gebäude - sozusagen als "Kollateralerfolg" - auch Gegenstände und Bargeld mit-

zunehmen, wobei die Handlungen diesbezüglich bei den einzelnen Delikten von 

einer gewissen Spontaneität gezeugt hätten (vgl. Urk. 142 S. 32). In der Folge 

verübte der Beschuldigte indessen auch reine Einbruchdiebstähle. Hervorzu-

heben ist vorerst der Einbruch gemäss ND 42, bei welchem die Geschäftsräum-

lichkeiten systematisch nach Deliktsgut durchsucht wurden und u.a. ein Tresor 

behändigt wurde, woraus eine erkleckliche Beute resultierte (vgl. Urk. HD 3/8  

S. 27 und Urk. 77 S. 30). Auch beim Einbruchdiebstahl gemäss ND 34 wurde ein 

Tresor entwendet (vgl. Anklageziffer 1.16), wobei die Gruppe für das Gelingen der 

beabsichtigten Wegnahme des Tresors keinen Arbeitsaufwand scheute und wohl 

ausgerüstet am Tatort erschien (vgl. Urk. ND 34/5 S. 3 f., wo der Beschuldigte 

sich über die für einen solchen Einbruch nötigen Werkzeuge und Transportmittel 

äusserte). Zutreffend ist die Feststellung der Vorinstanz, dass der Beschuldigte 

kaum eine Gelegenheit ausliess zu delinquieren und eine aussergewöhnliche  

Kadenz an den Tag legte. So wurde die grosse Anzahl strafbarer Handlungen  

innerhalb eines relativ engen Zeitraums begangen und der Beschuldigte liess 

nicht aus eigenem Antrieb von der wiederholten Delinquenz ab, sondern wurde 

erst durch seine Verhaftung gestoppt (vgl. Vorinstanz Urk .142 S. 32 unter  

Hinweis auf Urk. 78 S. 15). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sein Ver-

halten kaum Respekt gegenüber fremdem Eigentum erscheinen lässt. Zwar trifft 

-   27   - 

es zu, dass ihm in der Gruppe nicht die Rolle eines eigentlichen Spezialisten  

für Einbruchdiebstähle zukam und dass hauptsächlich Geschäftsräumlichkeiten 

oder unbewohnte Gebäude des nachts aufgesucht wurden. Dennoch offenbart 

sein Tatvorgehen eine nicht zu unterschätzende kriminelle Energie. Merklich  

verschuldenserhöhend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit seinem 

Tun gleich zwei Qualifikationsmerkmale (Gewerbs- und Bandenmässigkeit)  

erfüllte. Es basiert daher lediglich auf dem auch bei diesen Delikten weiten Straf-

rahmen, dass das objektive Verschulden als noch nicht erheblich - dies im  

Gegensatz zur Vorinstanz (vgl. urk. 142 S. 33) - bewertet werden muss. 

2.2.2. Zur subjektiven Tatschwere ist anzuführen, dass der Beschuldigte auch bei 

diesen Delikten ohne akute finanzielle Not handelte. Zu Recht erwähnte die  

Vorinstanz in diesem Zusammenhang, aufgrund der Zugabe des Beschuldigten, 

er würde Bargeld und Wertsachen sofort mitnehmen, wenn er solche zufällig  

finden würde, die Gier würde ihn zur Delinquenz treiben (vgl. Urk. 142 S. 33 mit 

Hinweis auf Urk. HD 8/2 S. 6). Diese subjektive Komponente ist - mit der  

Vorinstanz - mittelgradig verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. 

2.2.3. Demnach führt die subjektive Tatschwere zu einer Erhöhung des objektiven 

Verschuldens, womit das Tatverschulden für die gewerbs- und bandenmässig 

verübten Diebstähle als nicht mehr leicht zu qualifizieren ist. Es rechtfertigt sich 

eine starke Erhöhung der Einsatzstrafe. 

2.3. Raub (Anklagepunkt 2.7., ND 17) 

2.3.1. Wie die Vorinstanz bemerkte, fällt diesbezüglich vor allem der Eingriff in die 

psychische und physische Integrität des Opfers ins Gewicht, welches inmitten der 

Nacht in seiner Wohnung von sechs Männern heimgesucht wurde. Wenn die  

Vorinstanz den Erfolgsunwert im unteren Bereich einstufte, weil das Opfer  

gemäss eigenen Aussagen den Übergriff nicht direkt als unmittelbare Gefahr für 

Leib und Leben einschätzte, weil es die Beschuldigten als dumm und unerfahren 

einstufte (vgl. Urk. ND 17/3 S. 10 und S. 16 f.), so blendet dies aus, dass das  

Opfer in der Anfangsphase des Überfalls Todesängste ausstehen musste (vgl. 

Urk. ND 17/3 S. 7) und sich immerhin erst einen Monat nach dem Vorfall  

-   28   - 

psychisch und physisch wieder als "ok" bezeichnete (vgl. Urk. ND 17/3 S. 3), was 

durchaus nachvollziehbar ist, nachdem es mitten in der Nacht im Schlaf über-

rascht wurde und mit mehreren Einbrechern, einer Übermacht also, konfrontiert 

wurde. Gewiss erscheint das Tatvorgehen an sich als chaotisch und dilettantisch, 

zumal sie das Opfer nach dessen Überwältigung mit einem T-Shirt und Socken 

fesselten und dessen Bewacher sich ohne Weiteres in ein Gespräch verwickeln 

liess (vgl. ND 17/3 S. 5 und 11). Dies zeigt aber nur, dass die Beschuldigten  

selber von der Anwesenheit des Opfers überrascht wurden und dass sie - obwohl 

unvorbereitet - dennoch ohne zu zögern es angriffen, um es ruhig zu stellen. 

Wenn die Vorinstanz festhielt, dass letztlich auch die eingesetzten Mittel zum Ziel 

der Widerstandsunfähigkeit führten und das Opfer während einer längeren Zeit 

seiner Freiheit beraubt war, so ist dies korrekt. Zutreffend  ist sodann, dass der 

Beschuldigte nach den Aussagen der Beteiligten (vgl. ND 17/35 S. 3 ff.) aktiv bei 

der Überwältigung des Opfers mitwirkte und anschliessend im Wissen darum, 

dass es in dieser Zeit gefesselt war, die Wohnung und die übrigen Räumlichkeiten 

durchsuchte. Das objektive Tatverschulden ist demgemäss - mit der Vorinstanz - 

als nicht mehr leicht zu qualifizieren. 

2.3.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass das Eindringen in die 

Wohnung des Opfers primär von der Suche nach Hanf geleitet war und dass  

der eigentliche Diebstahlsentschluss erst im Laufe des Geschehens in den  

Vordergrund trat. Entgegen der Vorinstanz ist dieser Umstand indessen nicht  

verschuldensmindernd, sondern neutral zu bewerten. Das nicht mehr leichte  

Verschulden rechtfertigt damit eine deutlich spürbare Erhöhung der hypotheti-

schen Einsatzstrafe.  

2.4. Angriff (Anklagepunkt 2.6, ND 12) 

2.4.1. Zur objektiven Tatschwere erwog die Vorinstanz, aus den Handlungen des 

Beschuldigten und dessen Mittäter hätten diverse Verletzungen der Privatklägerin 

resultiert, deren Behandlung einen dreitägigen Spitalaufenthalt erforderten  

(vgl. ND 12 Urk. 5/5). Zwar war die tätliche Auseinandersetzung nicht von langer 

Hand geplant (vgl. ND 12 Urk. 3/1 S. 2). Der Beschuldigte wendete mit seinem 

weiteren Mittäter dabei jedoch massive Gewalt an, wie dies aus der Tatsache 

-   29   - 

hervorgeht, dass die Privatklägerin von der Polizei blutüberströmt am Boden und 

kaum ansprechbar vorgefunden wurde (vgl. ND 12 Urk. 1/1 S. 5 f.). Erschwerend 

ist, dass er dabei - auch wenn nicht von vornherein abgesprochen - zusammen 

mit einem weiteren Mittäter, mithin in männlicher Überzahl, gegen ein weibliches 

Opfer vorging und dieses ohne jede Vorwarnung angriff, was der Privatklägerin 

keine Möglichkeit einräumte, sich zur Wehr zu setzen oder sich auch nur dem 

Angriff zu entziehen. Wenn die Vorinstanz die Vorgehensweise des Beschuldigten 

als brutal bezeichnete und weiter erwog, nur durch Zufall sei es nicht zu  

schlimmeren Verletzungen gekommen, so ist ihr zuzustimmen.  

2.4.2. Mit der Vorinstanz sticht auf der subjektiven Seite vor allem die absolute 

Sinnlosigkeit der Tatbegehung ins Auge, die sich zuungunsten des Beschuldigten 

auswirkt. Das Gesamtverschulden ist im mittleren Bereich anzusiedeln und führt 

zu einer deutlichen Erhöhung der Einsatzstrafe. 

2.5. Gewerbsmässige Hehlerei 

2.5.1. Zutreffend ist, dass die gewerbsmässige Hehlerei (vgl. Anklageschrift  

S. 36 ff. Ziff. 2.1.) in Anbetracht der übrigen Vermögensdelikte von unterge-

ordneter Bedeutung ist (so auch Vorinstanz, Urk. 142 S. 35). Zwar ergriff der  

Beschuldigte die sich bietenden Gelegenheiten ohne grosse Skrupel, indessen 

liegt diesbezüglich weder ein bedeutender Deliktsbetrag vor, noch waren die Tat-

handlungen im Voraus geplant, so dass in objektiver Hinsicht noch von einem 

leichten Verschulden gesprochen werden kann. 

2.5.2. In subjektiver Hinsicht bildet auch hier die Erzielung geldwerter Vorteile das 

Motiv, was allerdings bereits im Tatbestandsvorwurf des gewerbsmässigen  

Handelns enthalten ist. Mit der Vorinstanz fliesst hier zudem die eventualvorsätz-

liche Begehung leicht verschuldensmindernd in die Bewertung ein, womit sowohl 

objektiv als auch subjektiv von einem leichten Verschulden auszugehen ist.  

2.5.3. Unter Berücksichtigung der obigen Erwägungen rechtfertigt die gewerbs-

mässige Hehlerei damit lediglich eine leichte Erhöhung der hypothetischen  

Einsatzstrafe. 

-   30   - 

2.6. Mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch 

2.6.1. Die Vorinstanz erwog zutreffend, dass es sich bei der mehrfachen Sach-

beschädigung und dem mehrfachen Hausfriedensbruch um Begleitdelikte handelt, 

welche gegenüber der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz und dem gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl in den Hintergrund  

treten. Angesichts der mehrfachen Tatbegehung beider Delikte und des verur-

sachten Schadens, können diese Taten indessen nicht bagatellisiert werden. Klar 

ist - dies entgegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 142 S. 36) -, dass der Beschuldigte 

mit direktem Vorsatz fremden Boden betrat und beim Aufbrechen der Türen und 

Fenster mithalf, weshalb ihm keine Verschuldensminderung zuzugestehen ist.   

2.6.2. Diese beiden Delikte führen zu einer Erhöhung der hypothetischen Einsatz-

strafe zumindest in leichtem Umfang. 

2.7. Bei einer Gesamtwürdigung der Tatkomponente erscheint zusammen-

fassend - asperiert - eine Strafe im Bereich von 7 Jahren als angemessen. Damit 

erweist sich die von der Vorinstanz nach Bewertung der Tatkomponenten  

erwogene Strafe von rund 5 ½ Jahren als zu niedrig angesetzt. 

3. Täterkomponente 

3.1. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 

sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren. Bei der Beurteilung des 

Vorlebens fallen einerseits früheres Wohlverhalten, andererseits Zahl, Schwere 

und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Gewicht. Unter dem Gesichtspunkt der persönli-

chen Verhältnisse ist etwa zu berücksichtigen, ob der Täter Reue und Einsicht 

zeigte und ob er mehr oder weniger strafempfindlich ist.  

3.2. Bezüglich des Vorlebens des Beschuldigten kann auf seine entsprechen-

den Angaben in der Untersuchung und im vorinstanzlichen Verfahren sowie auf 

die einlässliche Darstellung im psychiatrischen Gutachten (vgl. Urk. HD 16/12  

S. 13 ff.) und auf die diesbezügliche Zusammenfassung im vorinstanzlichen Urteil 

(vgl. Urk. 142 S. 36 f. mit diversen Aktenverweisen, Art. 82 Abs. 4 StPO) ver-

wiesen werden. An der Berufungsverhandlung hat sich ergeben, dass der  

-   31   - 

Beschuldigte inzwischen geschieden ist. Unterhaltsverpflichtungen hat er keine. 

Über Ersparnisse verfügt der Beschuldigte nicht. Seine Schulden belaufen sich 

auf fast Fr. 4'000.-- (Urk. 193 S. 4f.). Die Vorinstanz hat die Alkoholabhängigkeit 

des Beschuldigten leicht strafmindernd berücksichtigt, was wohlwollend, aber zu 

übernehmen ist. Aus den persönlichen Verhältnissen und seinem Werdegang  

lassen sich im Übrigen - dies entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 93 S. 17,  

Urk. 195 S. 11) - keine strafzumessungsrelevante Faktoren erkennen (vgl. auch 

Vorinstanz Urk. 142 S. 37). Insbesondere sind die Probleme, die er in seinem 

Heimatland hatte, für die Strafzumessung unbedeutend. Für sein damaliges Ver-

halten hatte er sich selbst entschieden, ebenso für die Einreise in die Schweiz. Es 

ist auch nicht zu erkennen, inwiefern er hier keine Chance auf eine berufliche und 

soziale Integration erhalten hätte. 

3.3. Die Vorinstanz wies korrekt darauf hin, dass der Beschuldigte mehrfach 

vorbestraft ist, wobei drei Vorstrafen aus den Jahren 2005, 2006 und 2009 u.a. 

wegen Diebstahls erfolgten (vgl. Urk. 142 S. 37 f. und Urk. 155). Damit ist der  

Beschuldigte mehrfach einschlägig vorbestraft, auch wenn mit der Vorinstanz  

einzuräumen ist, dass es sich dabei nicht um massive Delikte handelte. Dieser 

Umstand führt zu einer deutlichen Straferhöhung. Zudem ist merklich strafer- 

höhend zu veranschlagen, dass er trotz laufender Untersuchung und obwohl er  

zwei Mal in Polizeihaft genommen werden musste (vgl. ND 28 und ND 40) weiter-

hin delinquierte. 

3.4. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mit zu 

berücksichtigen. In diesem Zusammenhang wies die Vorinstanz auf die bundes-

gerichtliche Rechtsprechung zur Bewertung des Nachtatverhaltens und insbeson-

dere eines Geständnisses hin, worauf verwiesen werden kann (vgl. Urk. 142  

S. 38). Die Verteidigung verlangte vor Vorinstanz gestützt auf die Geständnisse 

des Beschuldigten und wegen seines kooperativen Verhaltens in der Unter-

suchung eine Reduktion des Strafmasses im Umfange von einem ganzen Drittel 

(vgl. Urk. 93 S. 19). Die Vorinstanz verwies diesbezüglich auf den polizeilichen 

Schlussbericht, in welchem festgehalten wurde, dass der Beschuldigte zwar  

anfänglich noch selbstsicher und arrogant gegenüber den polizeilichen Sachbear-

-   32   - 

beitern auftrat, nach seinem Suizidversuch jedoch langsam auf die Fragen - wenn 

auch immer sehr ausweichend und langatmig - zu antworten begann. Bei den 

Tatortbesichtigungen zeigte er sich dann auskunftsfreudig, nannte Mittäter und 

wies die Polizei auf mögliche Standorte von Hanfplantagen hin (vgl. Urk. HD 1/1 

S. 25 und S. 26). Dies zeigt, dass er mit den Untersuchungsbehörden kooperierte, 

was zu einer wesentlichen Erleichterung der Untersuchung führte. Schliesslich 

war er auch vor Gericht - mit Ausnahme des Vorwurfes des Angriffs gemäss ND 

12, welche Tat er nach wie vor kategorisch in Abrede stellt (vgl. oben) - geständig. 

Die frühen, allerdings nicht von Beginn weg abgegebenen, nicht alle Taten betref-

fenden, jedoch weitgehenden Geständnisse während des Ermittlungs- und Unter-

suchungsverfahrens rechtfertigen zusammen mit der bereits erwähnten Koopera-

tionsbereitschaft zwar eine starke Strafminderung, nicht jedoch eine solche um 

einen Drittel, wie von der Verteidigung beantragt. Wenn die Vorinstanz diese  

Umstände mit einer Strafreduktion im Bereich von gut einem Viertel bis 30%  

berücksichtigte, so ist dies daher sehr wohlwollend.  

3.5. Die Vorinstanz schloss eine gewisse Reue und Einsicht beim Beschuldig-

ten aus dem Umstand, dass er gewillt ist, seine Alkoholabhängigkeit anzugehen, 

zumal aus seiner Sicht der Alkoholkonsum am Ursprung seiner Delinquenz steht 

(vgl. Urk. HD 16/12 S. 52) und hielt ihm deswegen eine leichte Strafminderung zu 

gute. Positiv kann zudem gewertet werden, dass der Beschuldigte vor Vorinstanz 

und an der Berufungsverhandlung immerhin Worte des Bedauerns äusserte  

(vgl. Protokoll I S. 42, Prot. II S. 20), was auf eine gewisse Einsicht hindeutet. 

Demgegenüber rechtfertigt die von der Verteidigung geltend gemachte gute  

Führung des Beschuldigten im vorzeitigen Strafvollzug (vgl. Urk. 93 S. 19) nach 

der diesbezüglichen, von der Vorinstanz zitierten bundesgerichtlichen Recht-

sprechung keine Strafminderung, weil korrektes Verhalten vorausgesetzt wird 

(vgl. Urk. 142 S. 39).  

3.6. Eine erhöhte Strafempfindlichkeit liegt beim Beschuldigten nicht vor. Ins-

besondere geben die von der Verteidigung vorgebrachten Gründe keinen Anlass, 

eine solche anzunehmen. Zutreffend hat die Vorinstanz denn auch hinsichtlich der 

von der Verteidigung geltend gemachten Lungenkrankheit des Beschuldigten, 

-   33   - 

welche ihn dazu zwinge, jede Nacht mit einer Sauerstoffmaske zu schlafen (vgl. 

Urk. 93 S. 21, vgl. auch Urk. HD 16/12 S. 17) festgehalten, dass der Strafvollzug 

die Schlafapnoe des Beschuldigten nicht verstärkt und er auch in Freiheit die 

Maske über Nacht tragen müsste (vgl. das auch im Gutachten festgehaltene 

Schlafapnoe-Syndrom: Urk. HD 16/12 S. 44 und S. 49 f.). Im Übrigen sind keine 

besondere Auswirkungen der Strafe auf das Leben des Beschuldigten zu  

erkennen, welche über das gewöhnliche, mit dem Vollzug einer Sanktion zu-

sammenhängenden Mass hinausgehen würden. 

3.7. Bei der Täterkomponente halten sich die strafmindernden und die strafer-

höhenden Faktoren ungefähr die Waage, weshalb sie sich auf die aufgrund der 

Tatkomponente festgelegte hypothetische Strafe nicht auszuwirken vermag.  

4. Gesamtwürdigung 

Unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsgründe der Tat- und der Täter-

komponente wäre eine Strafe von ungefähr 7 Jahren angemessen. Aufgrund der 

Schranke des Verschlechterungsverbots ist die von der Vorinstanz ausgefällte 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 3 Monaten jedoch zu bestätigen. 

5. Anrechnung Haft 

Der Beschuldigte wurde am 3. Mai 2010, 06.00 Uhr verhaftet (vgl. Urk. HD 30/2). 

Am 21. März 2011 wurde ihm der vorzeitige Strafvollzug bewilligt (vgl. Urk. HD 

30/28). Seine Entlassung erfolgte am 1. März 2013, 08.20 Uhr (vgl. Urk. 187, 

189). Damit verbrachte er 1034 Tage in Haft, welche ihm anzurechnen sind. 

 

V. Zivilansprüche 

1. Zum Anklagepunkt 2.6. (ND 12) 

1.1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen, unter denen durch eine Straftat 

geschädigte Personen im Strafprozess adhäsionsweise zivilrechtliche Anspruche 

-   34   - 

im Sinne von Art. 41 ff. OR gelten machen können, korrekt dargelegt, weshalb sie 

an dieser Stelle nicht zu wiederholen sind (vgl. Urk. 142 S. 45 f.).  

1.2. Die Privatklägerin B._____ erhob gegen das diesbezügliche erstinstanzliche 

Urteil selbständige Berufung und nahm am Berufungsverfahren teil (vgl. Urk. 

150).  

2. Schadenersatz 

2.1. Die Privatklägerin B._____ hatte vor Vorinstanz den Antrag gestellt, dass 

der Beschuldigte dem Grundsatze nach zu verpflichten sei, ihr Schadenersatz 

nebst Zinsen zu 5% seit dem 27. September 2009 zu bezahlen und es  

vorzumerken sei, dass sie sich diesbezüglich ein Nachklagerecht ausdrücklich 

vorbehalte (vgl. Urk. 89 S. 1). Demgegenüber hatte der Beschuldigte, der die Tat 

bestritt, Abweisung dieses Antrages beantragt (Urk. 93 S. 27). 

2.2. Nachdem die Beteiligung des Beschuldigten am Angriff auf die Privatkläge-

rin fest steht, bedarf es keiner besonderen Erörterung, dass er gegenüber der  

Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis (ND 12) grundsätzlich schaden-

ersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-

anspruches verwies die Vorinstanz die Privatklägerin antragsgemäss auf den  

Zivilweg. Damit ist die von der Vorinstanz getroffene Schadenersatzregelung zu 

bestätigen (vgl. Urk. 142 S. 56, Dispositiv Ziff. 6).  

3. Genugtuung 

3.1. Die Vorinstanz sprach der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 2‘000.-- 

zuzüglich 5% Zins ab 27. September 2009, dem Datum des Ereignisses, zu (vgl. 

Urk. 142 S. 56, Dispositiv-Ziffer 7). Im Mehrbetrag wies sie die Forderungen der 

Privatklägerin, die auch für ihre Tochter Genugtuungsansprüche stellte (vgl. 

Urk. 89 S. 1), ab. 

3.2. Dagegen erhob die Privatklägerin Berufung und verlangte in ihrer Beru-

fungserklärung - wie vor Vorinstanz - die Zusprechung einer Genugtuungssumme 

für sich von Fr. 25'000.-- und eine solche für ihre Tochter von Fr. 5'000.-- nebst 

-   35   - 

5% Zins ab 27. September 2009 (vgl. Urk. 196). Anlässlich der Berufungsver-

handlung erhöhte die Privatklägerin die Genugtuungsforderung auf Fr. 50'000.-- 

für sich und auf Fr. 10'000.-- für ihre Tochter, beides nebst Zins seit dem  

27. September 2009. Zur Begründung der Forderung machte die Vertreterin der 

Privatklägerin geltend, diese habe eine massive Körperverletzung erlitten und 

müsse seither mit schweren psychischen Beeinträchtigungen leben. Die massiven 

psychischen Probleme der Privatklägerin seien medizinisch bzw. psychiatrisch 

eindeutig ausgewiesen. Dass bei der Privatklägerin ärztlicherseits vorbestehende 

psychische Störungen diagnostiziert worden seien, vermöge an der Kausalität 

zwischen dem gegenwärtigen Zustand der Privatklägerin und dem Überfall nichts 

zu ändern. Sowohl die behandelnde Psychiaterin als auch das Gutachten hätten 

die Vorbelastung angesichts der Dominanz der posttraumatischen Belastungs-

störung als vernachlässigbar bezeichnet. Die Privatklägerin leide unter ständiger 

Angst. Insbesondere erfahre sie auch in der Nacht Angstattacken, habe Alb-

träume und Schlafstörungen. Weiter leide sie unter angstassoziierten Blockierun-

gen und massiven affektiven Problemen. Zudem leide sie unter Schwindel und 

ständigen Kopf- und Schulterschmerzen. Sie könne ihren Alltag nur noch mit  

Beruhigungs-, Schlaf- und Entkrampfungsmitteln mehr schlecht als recht bewälti-

gen. Die Privatklägerin habe aufgrund der krankheitsbedingten Abwesenheiten  

ihre Stelle verloren, bzw. sei aufgrund ihrer massiven Traumatisierung absolut 

leistungs- und arbeitsunfähig geworden. Vor dem Ereignis habe die Privatklägerin 

mitten im Leben gestanden, sie habe gearbeitet und damit den Lebensunterhalt 

von ihr und ihrer Tochter bestritten, sie habe Freundinnen gehabt, mit den sie 

gerne gefeiert und Konzerte besucht habe. Sie sei fröhlich gewesen und fest ent-

schlossen, ihrer Tochter ein gutes Leben zu bieten. Vor dem Angriff sei die  

Privatklägerin lediglich drei Monate in psychiatrischer Behandlung gewesen und 

dies lediglich wegen ihrer damaligen schwierigen psychosozialen Situation. Jede 

Person werde im Leben mit Problemen konfrontiert, welche den Beizug eines 

Psychologen als hilfreich erscheinen liessen. Ein solcher Vorgang lasse noch  

keinen Schluss auf ein psychisches Problem zu (Urk. 196). 

3.3. Die Vorinstanz bejahte mit zutreffender Begründung unter Hinweis auf die 

Verantwortlichkeit des Beschuldigten für den Angriff gegenüber der Privatklägerin 

-   36   - 

den grundsätzlichen Anspruch der Privatklägerin auf eine Genugtuung (vgl. 

Urk. 142 S. 47 f.).  

3.4. Hinsichtlich der Bemessung der Genugtuung für die Privatklägerin persön-

lich verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen zum Verschulden, was auch hier 

zu tun ist (vgl. oben). Zu den von der Privatklägerin geltend gemachten psychi-

schen Problemen erwog die Vorinstanz, dass nicht stringent nachgewiesen sei, 

ob diese tatsächlich vorliegen und ob sie ihre Ursache in den Handlungen des 

Beschuldigten haben (vgl. Urk. 142 S. 48). Im Berufungsverfahren liess die  

Privatklägerin ein von der Gutachterstelle Solothurn für interdisziplinäre Begutach-

tungen erstelltes Gutachten einreichen (vgl. Urk. 154), welches indessen keine 

Klärung herbeiführt. So wird bereits auf S. 1 des Gutachtens ein Vorfall vom 

12. Oktober 2009 erwähnt, während dem der hier zur Diskussion stehende Vorfall 

am 27. September 2009 - was später im Gutachten allerdings richtig dargestellt 

wird - stattfand (vgl. Urk. 154 S. 1 und S. 48 ff.). Aus den vorhandenen medizini-

schen Akten geht hervor, dass bei der Privatklägerin schon vor dem Vorfall eine 

psychiatrische Grunderkrankung vorlag, weswegen sie auch stationär in der  

Universitätsklinik AF._____ behandelt werden musste (vgl. ND 12 Urk. 5/5 S. 2, 

Urk. 5/8). Eine psychiatrische Grunderkrankung der Privatklägerin wird auch 

durch das eingereichte Gutachten bzw. die darin zitierten Akten bestätigt. So  

habe sich die Privatklägerin seit längerer Zeit am Rande der Erschöpfung be-

funden. Weiter ist der Hinweis vermerkt, dass die Privatklägerin bereits am  

16. August 2009 in der psychiatrischen Poliklinik vorstellig geworden war. Es  

hätten seit langem Probleme am Arbeitsplatz bestanden, wo sie auch Suizid-

gedanken geäussert habe (Urk. 154 S. 8 u. S. 48 Ziff. 5.1.). Entgegen der  

Darstellung der Vertreterin der Privatklägerin kann bei diesem vorbestehenden  

Gesundheitszustand nicht mehr davon gesprochen werden, die Privatklägerin  

habe sich lediglich mit normalen alltäglichen Problemen auseinanderzusetzen  

gehabt. Aufgrund der Angaben der Privatklägerin ist sodann der Beschwerde-

verlauf nach gutachterlicher Darstellung schwierig zu erfassen (vgl. Urk. 154 S. 46  

Ziff. 2.2). Die Beschwerden der Privatklägerin stehen gemäss Gutachten zwar 

überwiegend wahrscheinlich in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall 

vom 27. September 2009, indessen wird präzisiert, dass der Unfall dabei nicht die 

-   37   - 

alleinige Ursache sein muss (vgl. Urk. 154 S. 48), weshalb diese Frage nach wie 

vor offen ist und nicht in diesem Verfahren entschieden werden kann. 

3.5. Die Vertreterin der Privatklägerin macht auch Genugtuungsansprüche für die 

Tochter der Geschädigten geltend (Urk. 196 S. 2). Dazu führte sie aus, die  

enormen Belastungsstörungen wirkten sich auch auf die Befindlichkeit der  

minderjährigen Tochter der Privatklägerin aus. Die Privatklägerin sei aufgrund des 

Angriffs weder körperlich noch psychisch in der Lage, sich um ihre Tochter zu 

kümmern. Die Tochter sei gezwungen gewesen, zeitweilige Fremdplatzierungen 

und sogar Heimaufenthalte über sich ergehen zu lassen und sei mit Entführungs-

ängsten konfrontiert worden (Urk. 196, Prot. II S. 19 ff.). 

3.6. Die Tochter kann gestützt auf Art. 122 Abs. 2 StPO als Angehörige des  

Opfers eigene Zivilansprüche adhäsionsweise im Strafverfahren geltend machen. 

Die Vertreterin der Privatklägerin macht eine Beeinträchtigung der Tochter in dem 

Sinne geltend, als sie unter dem psychischen Zustands ihrer Mutter zu leiden  

habe, welche nicht mehr in der Lage sei, sich um sie zu kümmern. Wer in seiner 

Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung einer Geld-

summe als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und 

diese nicht anders wieder gutgemacht werden kann (Art. 49 Abs. 1 OR). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben die nahen Angehörigen einer körper-

lich geschädigten Person Anspruch auf Ersatz des deswegen erlittenen  

seelischen Schadens, wenn dieser aussergewöhnlich ist. Der Ansprecher muss in 

seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt und gleich schwer oder schwerer  

betroffen sein als im Falle der Tötung eines Angehörigen (vgl. BGE 125 III 412). 

Eine derart schwere Betroffenheit der Tochter der Privatklägerin liegt zumindest in 

Beachtung der physischen Verletzungen ihrer Mutter (der Privatklägerin) nicht 

vor. Nachdem die psychischen Auswirkungen der Tat bei der Privatklägerin nicht 

geklärt sind (vgl. oben Ziff. 3.4), kann gestützt darauf auch nicht auf eine ausser-

gewöhnliche Betroffenheit der Tochter geschlossen werden. 

3.7. Somit ist festzuhalten, dass im vorliegenden Verfahren lediglich die körperli-

chen Leiden, d.h. die Verletzungen und die damit verbundenen Schmerzen und 

die Heilungszeit, als Folge des Angriffs auf die Privatklägerin feststehen, wofür 

-   38   - 

der Privatklägerin ein Genugtuungsanspruch zusteht. Unbestritten ist, dass ein 

solcher Vorfall auch psychische Beeinträchtigungen hervorrufen kann, welche ei-

nen Anspruch der Privatklägerin und allenfalls auch ihrer Tochter auf Genugtuung 

begründen. Jedoch ist im Rahmen dieses Verfahrens die Abklärung des  

Umfangs dieses Anspruchs aufgrund der medizinischen Komplexität des  

Beschwerdebilds der Privatklägerin nicht möglich. Dazu wäre eine umfassende 

ärztliche Abklärung nötig. 

3.8. Selbst unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz angegebenen  

Kasuistik in ähnlichen Fällen erscheint die zugesprochene Genugtuungssumme 

als allzu knapp bemessen. Die Privatklägerin wurde ohne jede Vorwarnung 

grundlos von hinten angegriffen. Sie war, als die Polizei ausrückte, blutüberströmt 

am Boden und nicht ansprechbar und musste daraufhin 3 Tage stationär im Spital 

behandelt werden. Dies alles zeigt die Schwere des erlittenen Unrechts, was die 

Festsetzung einer Genugtuung im Betrage von Fr. 5'000.-- zuzüglich 5% Zins ab 

dem 27. September 2009 rechtfertigt. Im Mehrbetrag sind ihre Genugtuungs-

ansprüche - mit der Vorinstanz - auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. 

 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten des ersten Instanz 

Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage grundsätzlich zu bestäti-

gen (Art. 426 StPO). In Ergänzung der vorinstanzlichen Regelung und gestützt 

auf Art. 426 Abs. 4 StPO sind auch die Kosten für die unentgeltliche Verbei-

ständung der Privatklägerin B._____ für die Untersuchung und das erstinstanzli-

che Verfahren einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Das Nach-

forderungsrecht bleibt unter Verweis auf Art. 138 StPO in analoger Anwendung 

von Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

-   39   - 

2. Kosten der Berufungsinstanz 

2.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  

unterliegt hinsichtlich seiner Anträge vollumfänglich. Die appellierende Privat-

klägerin unterliegt betreffend die Höhe der beantragten Genugtuung. Demnach 

rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive der Kosten 

der amtlichen Verteidigung) zu 9/10 dem Beschuldigten aufzuerlegen. Der übrige 

Zehntel wird der Privatklägerin auferlegt, zufolge Uneinbringlichkeit jedoch abge-

schrieben (Art. 425 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind zu 9/10 

einstweilen und zu 1/10 definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426  

Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ist jedoch verpflichtet, die vom Staat entrichtete 

Entschädigung von 9/10 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-

hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2.2. Im erstinstanzlichen Verfahren trägt der kostenpflichtige Beschuldigte auch 

die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft nur, wenn 

er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 426 Abs. 4 

StPO). Art. 428 StPO, gemäss welcher Bestimmung die Parteien in (teilweiser) 

Abänderung der für das erstinstanzliche Verfahren geltenden Regeln (Art. 426 

und 427 StPO) die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Obsiegen und Unter-

liegen tragen, enthält keinen Verweis auf Art. 426 Abs. 4 StPO. So gelten die Aus-

lagen für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft vorbehaltlos 

als Teil der (ausgangsgemäss aufzuerlegenden) Verfahrenskosten (Art. 422 

StPO). Eine Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO entsprechende  

Regelung in den allgemeinen Bestimmungen der StPO gibt es für diese Kosten 

nicht. 

2.3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.-- anzu-

setzen. 

-   40   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil und der Beschluss des Bezirksgerichts 

Bülach vom 29. März 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird eingestellt betreffend  

− mehrfacher Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in den  

Anklagepunkten 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8. (ND 20), 

− mehrfacher Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB in den Anklage-

punkten 1.4. (ND 15), 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8.  

(ND 20). 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 18). 

4. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, D._____ AG, als Rechtsnachfol-

gerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 

1.6., ND 18). 

5. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers 17, E._____, wird 

auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.5., ND 16). 

6. (Mitteilungen) 

7. (Rechtsmittel) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Ziff. 1 al. 4, 5 und 6 aBetmG in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b aBetmG 

[Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 1.4., 1.5., 1.6., 1.7., 1.9., 1.10., 1.11., 1.12., 

1.14., 1.15., 1.17., 1.19., 1.20., 2.2.]  

-   41   - 

− des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von  

Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 und 3 StGB  

[Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 1.4., 1.7., 1.10., 1.11., 1.13., 1.14., 1.15., 1.16., 

1.18., 1.19., 1.21., 2.11., 2.12.] 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB  

[Anklageziffer 2.7.] 

− … 

− der gewerbsmässigen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB in  

Verbindung mit Ziff. 2 StGB  

[Anklageziffern 2.1.1., 2.1.2., 2.1.3.] 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB  

[Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.9., 1.10., 1.11., 1.12., 1.13., 1.14., 1.15., 1.16., 

1.17., 1.18., 1.19., 1.20., 1.21., 2.2., 2.11., 2.12.] 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB  

[Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 1.9., 1.10., 1.11., 1.12., 1.13., 1.14., 1.15., 1.16., 

1.17., 1.18., 1.19., 1.20., 1.21., 2.2., 2.11., 2.12.]. 

2. … 

3. … 

4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten  

Behandlung aufgeschoben. 

5. Der Erlös aus der Verwertung der mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 10. Juni 2011 beschlagnahmten und eingezogenen Gegenstän-

de wird zur Deckung der auf den Beschuldigten entfallenden Verfahrenskosten  

verwendet.  

6. … 

7. … 

8. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2, F._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.3., ND 14).  

-   42   - 

9. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 3, G._____, im Betrag von Fr. 200.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.4., ND 

15). 

10. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 4, H._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 2.7., ND 17). 

11. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 5, I._____ GmbH, wird auf den Zivil-

weg verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 17). 

12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 6, C._____, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.9., ND 

22). 

13. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 7, J._____ AG, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.10., 

ND 25). 

14. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung des Privat-

klägers 8, K._____, im Betrag von Fr. 2'231.70 anerkannt hat. Im Mehrbetrag wird 

das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.11., ND 

27).  

15. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 9, L._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.12., ND 28).  

16. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 10, M._____, wird 

auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.14., ND 32). 

17. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 11, Baugenossenschaft N._____, im Betrag von Fr. 1'000.– anerkannt hat 

(Anklagepunkt 1.17., ND 35). 

18. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 12, O._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.20., ND 40).  

19. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 13, P._____, wird auf den Zivilweg 

verwiesen (Anklagepunkt 1.21., ND 42).  

20. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 14, Garage Q._____, wird auf den 

Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 2.12., ND 45).  

-   43   - 

21. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Geschädigten S._____ & Co, im 

Betrag von Fr. 4'551.50.– anerkannt hat. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbe-

gehren auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.14., ND 32).  

22. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnachfol-

gerin der Privatklägerin 10, M._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 

1.16., ND 34). 

23. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 16, D._____ AG, als Rechtsnachfol-

gerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 

1.9., ND 22). 

24. Das Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privatklägers 18, T._____, 

wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.9., ND 22). 

25. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

 Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

 Fr. 5'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

 Fr. 6'703.50   Kosten KAPO 

 Fr. 463.75   ausserkantonale Untersuchungskosten 

 Fr. 3'030.80   Auslagen Vorverfahren  

 Fr. 30'000.–   Akontozahlungen im Vorverfahren für amtliche Verteidigung  

 Fr.          amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

26. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von 

der Gerichtskasse übernommen werden. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

-   44   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 

134 StGB [Anklageziffer 2.6.]. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 

3 Monaten, wovon 1034 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

3. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf den Zivilweg verwiesen 

(Anklagepunkt 2.6., ND 12). 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____, Fr. 5'000.-- 

zuzüglich 5% Zins ab 27. September 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren auf den Zivilweg verwiesen 

(Anklagepunkt 2.6., ND 12). 

5. Die Kosten der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin B._____ für die 

Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren werden einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Das Nachforderungsrecht bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 StPO vorbehalten. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     Gutachten 

Fr. 17'163.60   amtliche Verteidigung (RA X._____) 

Fr.     unentgeltliche Verbeiständung (RAin Y._____) 

 
 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin B._____, aber mit Ausnahme 

-   45   - 

der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu neun 

Zehnteln auferlegt. Der übrige Zehntel wird der Privatklägerin B._____ aufer-

legt, jedoch abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

zu neun Zehnteln einstweilen und zu einem Zehntel definitiv auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Rückzahlungs-pflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 
StPO bleibt für neun Zehntel der Kosten vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− die Vertreterin der Privatklägerin B._____, RAin Y._____ im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin 
− die nachfolgende Privatklägerschaft (im Dispositivauszug betreffend 

den Beschluss): 
− F._____  
− G._____ 
− I._____ GmbH 
− C._____ 
− J._____ AG 
− K._____ 
− L._____  
− Boutique M._____ (ad acta) 
− Baugenossenschaft N._____ 
− O._____ 
− P._____ 
− Garage Q._____, z.H. Q1.-___- 
− R._____ AG, … [Adresse]  
− D._____ AG, … [Adresse] 
− E._____ 
− T._____ 

-   46   - 

(Eine begründete Urteilsausfertigung wird der Privatklägerschaft nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen [Art. 84 Abs. 4 StPO].) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− die Vertreterin der Privatklägerin B._____, RAin Y._____ im Doppel für 

sich und zuhanden der Privatklägerin 
− die Bundesanwaltschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach 
 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   47   - 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 5. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner  
 

 
 
 

	Urteil vom 5. April 2013
	 Anklage:
	Urteil und Beschluss der Vorinstanz:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird eingestellt betreffend
	 mehrfacher Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in den  Anklagepunkten 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8. (ND 20),
	 mehrfacher Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB in den Anklagepunkten 1.4. (ND 15), 1.5. (ND 16), 1.6. (ND 18), 1.7. (ND 19) sowie 1.8. (ND 20).

	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 18).
	4. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, D._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 18).
	5. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers 17, E._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.5., ND 16).
	6. (Mitteilungen)
	7. (Rechtsmittel)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 al. 4, 5 und 6 aBetmG in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b aBetmG,
	 des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne von  Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 und 3 StGB,
	 des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB,
	 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB,
	 der gewerbsmässigen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB  in Verbindung mit Ziff. 2 StGB,
	 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 697 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten Behandlung aufgeschoben.
	5. Der Erlös aus der Verwertung der mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 10. Juni 2011 beschlagnahmten und eingezogenen Gegenstände wird zur Deckung der auf den Beschuldigten entfallenden Verfahrenskosten verwendet.
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1, B._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatkläg...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. September 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen (Anklagepunkt 2.6., ND 12).
	8. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2, F._____ wird auf den  Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.3., ND 14).
	9. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der  Privatklägerin 3, G._____, im Betrag von Fr. 200.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.4., ND 15).
	10. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 4, H._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 2.7., ND 17).
	11. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 5, I._____ GmbH, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.6., ND 17).
	12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der  Privatklägerin 6, C._____, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.9., ND 22).
	13. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 7, J._____ AG, im Betrag von Fr. 500.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.10., ND 25).
	14. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung des Privatklägers 8, K._____, im Betrag von Fr. 2'231.70 anerkannt hat.  Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen  (Anklagepunkt 1.11., ND 27).
	15. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 9, L._____, wird auf den  Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.12., ND 28).
	16. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 10, M._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.14., ND 32).
	17. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 11, Baugenossenschaft N._____, im Betrag von Fr. 1'000.– anerkannt hat (Anklagepunkt 1.17., ND 35).
	18. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 12, O._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.20., ND 40).
	19. Das Schadenersatzbegehren des Privatkläger 13, P._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.21., ND 42).
	20. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 14, Garage Q._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 2.12., ND 45).
	21. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Geschädigten S._____ & Co, im Betrag von Fr. 4'551.50.– anerkannt hat. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren ...
	22. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 15, R._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Privatklägerin 10, M._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.16., ND 34).
	23. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 16, D._____ AG, als Rechtsnachfolgerin der Privatklägerin 6, C._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.9., ND 22).
	24. Das Schadenersatz- sowie Genugtuungsbegehren des Privatklägers 18, T._____, wird auf den Zivilweg verwiesen (Anklagepunkt 1.9., ND 22).
	25. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	26. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskas...
	27. (Mitteilungen)
	28. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB (ND 12) vollumfänglich freizusprechen.
	2. Er sei (für die anerkannten Delikte) mit einer Freiheitsstrafe von max.  3 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der bereits erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs.
	3. Es seien die von der Privatklägerin geltend gemachten Genugtuungsforderungen (sowie allfällige Schadenersatzbegehren) abzuweisen.
	Eventualanträge (für den Fall eines Schuldspruchs betr. ND 12):
	4. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von max. 3 Jahren und  3 Monaten zu bestrafen.
	5. Es sei die von der Vorinstanz der Privatklägerin zugesprochene Genugtuungssumme im Betrag von CHF 2'000.-- zuzüglich 5% Zins ab dem  27. September 2009 zu bestätigen.
	Alles unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolge.
	1. Der Beschuldigte A._____ sei der Straftat des Angriffs im Sinne der Vorinstanz schuldig zu sprechen.
	2. Es sei im Sinne der Vorinstanz zu bestätigen, dass der Beschuldigte A._____ dem Grundsatze nach der Geschädigten schadenersatzpflichtig nebst Zins zu 5% seit dem 27. September 2009 ist.
	3. Der Beschuldigte A._____ sei zu verpflichten, der Geschädigten  eine Genugtuungssumme von CHF 50'000.-- für sie persönlich und CHF 10'000.-- für ihre Tochter auszurichten, beides nebst Zins zu 5% sei dem 27. September 2009.
	4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Umfang der Berufung

	1. Vorinstanzliches Urteil
	1.1. Nachdem die Staatsanwaltschaft IV am 20. Juni 2011 gegen A._____, U._____, V._____, W._____, AA._____ und AB._____ Anklage erhoben ha