# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b60e6235-b4a5-59ef-b846-bceef34cfc89
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-17
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb der Bauzone. Bestandesgarantie. Wahrung der Identität. 7 m-Praxis der Baudirektion Kanton Zürich.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0116/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_III_0116_2017_561.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0116/2017 vom 17. August 2017 in BEZ 2017 Nr. 32 

richtete 

Der  Rekurs 

gegen 
der 
sich 
für  eine  Thuja-Hecke  auf  einem 
raumplanungsrechtlichen  Bewilligung 
ausserhalb  der  Bauzone  gelegenen  Grundstück  mit  einem  nichtlandwirt-
schaftlichen  Wohnhaus.  Strittig  war  die  Anwendung  der  7  m-Praxis  der 
Baudirektion Kanton Zürich und die Frage, ob durch die 25 m entfernte Hecke 
die Identität des Wohnhauses und seiner Umgebung gewahrt bleibe.  

Verweigerung 

die 

Aus den Erwägungen: 

4.  Der  Rekurrent  hält  die  von  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  zur 
Verweigerung  der  Thuja-Hecke  angeführte  Praxis,  wonach  nur  Bauten  und 
Anlagen  im  Nahbereich  (7  m)  von  Gebäuden  zulässig  seien,  für  nicht 
ausgewiesen  und  zudem  offensichtlich  krass  gesetzeswidrig.  Da  die  ganze 
Fläche des Baugrundstückes nicht dem bäuerlichen Bodenrecht unterstellt sei, 
könne  von  einer  Ausdehnung  der  Umgebung  über  den  Nahbereich 
offensichtlich  keine  Rede  sein.  Der  optische  Trennungseffekt  der Thuja-Hecke 
sei erlaubt und erwünscht und störe auch einordnungsmässig in keiner Weise. 
Inwiefern die Wesensgleichheit des Grundstückes oder der betroffenen Bauten 
dadurch  nicht  mehr  gewahrt  sein  sollten,  sei  schlechterdings  nicht 
nachvollziehbar. Auch das Landschaftsbild werde nicht gestört. Die Abgrenzung 
sei  zudem  offensichtlich  standortgebunden.  (…)  Auch  dass  die  Bepflanzung 
eines  Grundstückes  ausserhalb  der  Bauzone  nur  nach  einer  bestimmten  Liste 
der  Baudirektion  Kanton  Zürich  erfolgen  dürfte,  habe  offensichtlich  wiederum 
keine  gesetzliche  Grundlage,  abgesehen  davon  seien  Thuja-Hecken  ein-
heimisch  und  standortgerecht.  Die  Länge  und  Lage  ergäben  sich  sodann  aus 
dem  Grenzverlauf  und  könnten  mithin  auch  nicht  als  übermässig  qualifiziert 
werden. Die heckenartigen Abgrenzungen der nichtlandwirtschaftlichen von den 
landwirtschaftlichen  Flächen  bestünden  sodann  mindestens  seit  dem  Jahre 
2002. 

Die Baudirektion Kanton Zürich hält dem entgegen, die Thuja-Hecke stelle 
ein Element der Einfriedung des Grundstücks dar. Zwar seien Hecken auch in 
der Landwirtschaftszone  anzutreffen.  Solche  Hecken  wiesen aber eine andere 
Qualität  auf  als  die  vorliegende  Thuja-Hecke.  Als  Bestandteil  der  Umgebung 
nehme  sie  eine  bedeutende  Rolle  ein  als  künstlich  geschaffener  und  stark 
störender Unterbruch des Landschaftsbildes. Die Umgebungsgestaltung müsse 
gemessen  am  Bestehenden  von  untergeordneter  Bedeutung  sein,  damit  die 
Wesensgleichheit  gewahrt  bleibe.  Nach  ständiger  Praxis  der  Baudirektion 
werde deshalb nur im Nahbereich (7 m) eine untergeordnete Gartengestaltung 
bewilligt.  Dabei  handle  es  sich  um  ein  Richtmass  zugunsten  einer  rechts-
gleichen Behandlung.  

5.1  Gemäss  Art.  24c  Abs.  1  des  Raumplanungsgesetzes  (RPG)  werden 
bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, 
die  nicht  mehr  zonenkonform  sind,  in  ihrem  Bestand  grundsätzlich  geschützt. 
Solche  Bauten  und  Anlagen  können  mit  Bewilligung  der  zuständigen  Behörde 
erneuert,  teilweise  geändert,  massvoll  erweitert  oder  wiederaufgebaut  werden, 
sofern  sie  rechtmässig  erstellt  oder  geändert  worden  sind  (Art.  24c  Abs.  2 

 
 
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RPG).  Dies  gilt  auch  für  landwirtschaftliche  Wohnbauten  sowie  angebaute 
Ökonomiebauten,  die  rechtmässig  erstellt  oder  geändert  worden  sind,  bevor 
das  betreffende  Grundstück  Bestandteil  des  Nichtbaugebiets  im  Sinne  des 
Bundesrechts  wurde  (Art.  24c  Abs.  3  RPG).  Veränderungen  am  äusseren 
Erscheinungsbild  müssen  für  eine  zeitgemässe  Wohnnutzung  oder  eine 
energetische Sanierung nötig oder darauf ausgerichtet sein, die Einpassung in 
die  Landschaft  zu  verbessern  (Art. 24c  Abs. 4  RPG).  In  jedem  Fall  bleibt  die 
Vereinbarkeit  mit  den  wichtigen  Anliegen  der  Raumplanung  vorbehalten  (Art. 
24c Abs. 5 RPG). 

Der  Bundesrat  hat  in  Art.  42  der  Raumplanungsverordnung  (RPV)  die 
zulässigen Änderungen im Sinne von Art. 24c Abs. 2 RPG weiter konkretisiert. 
Als  Grundregel  für  alle  Bauvorhaben  gilt,  dass  die  Identität  der  Baute 
einschliesslich  ihrer  Umgebung  in  den  wesentlichen  Zügen  gewahrt  bleiben 
muss,  wobei  Verbesserungen  gestalterischer  Art  zulässig  sind  (Art. 42  Abs. 1 
RPV). Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der Identität ist der 
Zustand,  in  dem  sich  die  Baute  oder  Anlage  im  Zeitpunkt  der  Zuweisung  zum 
Nichtbaugebiet  befand  (Art.  42  Abs.  2  RPV).  Ob  die  Identität  der  Baute  im 
Wesentlichen  gewahrt  bleibt,  ist  unter  Würdigung  der  gesamten  Umstände  zu 
beurteilen (Ar. 42 Abs. 3 Satz 1 RPV). 

Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  ist  darauf  abzustellen,  ob 
die  Änderung  bei  einer  Gesamtbetrachtung  von  untergeordneter  Natur  ist.  Die 
Wesensgleichheit  der  Baute  muss  hinsichtlich  Umfang,  äusserer  Erscheinung 
sowie  Zweckbestimmung  gewahrt  werden  und  es  dürfen  keine  wesentlichen 
neuen  Auswirkungen  auf  die  Nutzungsordnung,  Erschliessung  und  Umwelt 
geschaffen  werden.  Die  Identität  einer  Baute  wird  in  massgeblicher  Weise 
durch  die  Umgebung  mitgeprägt.  Gefordert  ist  nicht  völlige  Gleichheit  von  Alt 
und Neu, sondern die Identität bezieht sich auf die wesentlichen Züge, also die 
aus  raumplanerischer  Sicht  wichtigen  Merkmale  des  Objekts.  Ob  die  so 
verstandene  Identität  noch  gewahrt  wird,  beurteilt  sich  unter  Würdigung  aller 
raumrelevanten  Gesichtspunkte  in  ihrem  Zusammenwirken  (vgl.  zum  Ganzen 
BGr, 20. Juni 2017, 1C_99/2017). 

5.2 Ausgangspunkt ist der bewilligte Zustand am 1. Juli 1972. Änderungen 
am  Wohnhaus  und  dessen  Umgebung  sind  nur  unter  Wahrung  der  damals 
bestehenden  Identität  zulässig.  Es  ist  unbestritten,  dass  die  Thuja-Hecke  erst 
im Jahr 2002 gepflanzt wurde, und mithin eine Änderung darstellt. Ob die vom 
Rekurrenten  anlässlich  des  Augenscheins  erwähnte,  bei  der  Pflanzung  der 
Hecke  entfernte  Einfriedung  aus  Wellblech  und  Holzlatten  je  bewilligt  worden 
war, ist unklar. Selbst der Rekurrent räumt ein, dass anno 1972 die Umgebung 
des Hauses ausschliesslich aus Wiese bestanden habe. 

Dem Rekurrenten ist darin zuzustimmen, dass der Praxis der Baudirektion 
Kanton  Zürich,  Veränderungen  der  Umgebung  nur in  einem  Nahbereich  von 7 
m  um  das  Wohnhaus  zu  bewilligen,  kein  absolut  gültiger  Charakter  zukommt. 
Sie  kann  eine  einzelfallweise  Beurteilung  nicht  ersetzen.  Hingegen  kann  sie 
sehr  wohl  als  Richtschnur  dienen,  welche  die  Gleichbehandlung  sicherstellt. 
Dass  bei  nichtlandwirtschaftlichen  Wohnbauten  Veränderungen 
in  der 
Umgebung  auf  den  Nahbereich  beschränkt bleiben  sollen,  entspricht  den  Ziel-

 
 
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setzungen  der  Raumplanung.  Nicht  zonenkonformen  Bauten  und  Anlagen  soll 
durch eine künstlich geschaffene Umgebung nicht mehr Gewicht zukommen als 
sie ohnehin schon haben. 

Der  Rekurrent  hat  mit  Ausnahme  des  Strassenanstosses  entlang  der 
gesamten  Grundstücksgrenze  Thujas  gepflanzt,  sodass  eine  dichte  Hecke 
entstanden  ist.  Diese  durchschneidet  die  ansonsten  offene  Landschaft  emp-
findlich. Wie sich anlässlich des Augenscheins gezeigt hat, erscheint die Hecke 
aufgrund  ihrer  Länge  und  Geschlossenheit  als  künstliche  Unterbrechung  der 
Wiesen  und  Felder.  Als  architektonisches  Element  schafft  sie  eine  künstliche 
Zäsur.  Sie  sticht  von  weither  ins  Auge  und  verliert  sich  keineswegs  in  der 
Landschaft. Die Thuja-Hecke, welche in einer Entfernung von bis zu 25 m vom 
Wohnhaus steht, vergrössert die Umgebung um das Haus zudem optisch, von 
einem fliessenden  Übergang  von  der gestalteten  Umgebung  in  die  Landschaft 
kann keine Rede sein. Daran ändert auch das Zurückschneiden der Hecke von 
vormals  rund  2 m  auf  0,9  m  anlässlich  des  Augenscheins  nicht  viel.  Der 
Baudirektion  Kanton  Zürich  ist  darin  zuzustimmen,  dass  mit  einer  näher  beim 
Wohnhaus  stehenden, 
lockeren  Bepflanzung  mit  unterschiedlichen,  ein-
heimischen Gehölzen eine verträglichere Lösung gefunden werden könnte. 

Gesamthaft  erscheint  die  durch  die  Pflanzung  der  Thuja-Hecke  verur-
sachte  Änderung  nicht  von  untergeordneter  Natur,  und  die  Identität  der 
bestehenden  Baute  einschliesslich  ihrer  Umgebung  bleibt  nicht  im  Sinne  von 
Art. 24c  Abs. 1  RPG 
i.V.m.  Art. 42  RPV  gewahrt.  Die  Erteilung  einer 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG fällt damit ausser Betracht. Die Bewil-
ligungsfähigkeit  nach  einem  anderen  Ausnahmetatbestand  gemäss  Art.  24  bis 
24e RPG macht der Rekurrent zu Recht nicht geltend. Dementsprechend ist der 
Rekurs bezüglich Bewilligungsfähigkeit der Thuja-Hecke abzuweisen.