# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b79ceee-d105-5ace-ba32-a09ba4e00843
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-22
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 22.10.2025 502 2025 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2025-146_2025-10-22.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2025 146
502 2025 147
502 2025 148
502 2025 149

Urteil vom 22. Oktober 2025

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Alessia Chocomeli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Nadine Durot

Parteien A.________, Beschuldigte und Beschwerdeführerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Astrit Bytyqi

und

B.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Christian Jungen

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Notwendige Verteidigung (Art. 130 Bst. b StPO)

Beschwerden vom 28. Mai 2025 gegen die Entscheide der Polizeirich-
terin des Sensebezirks vom 16. Mai 2025

Gesuche um amtliche Verteidigung vom 28. Mai 2025

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Sachverhalt

A. Am 1. Februar 2019 wurde A.________ als alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin 
mit Einzelunterschrift der C.________ GmbH im Handelsregister des Kantons Freiburg eingetragen. 
Über die Gesellschaft wurde am 23. Juni 2022 der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde 
am 5. Januar 2023 mangels Aktiven eingestellt (DO StA, act. 1007).

Am 9. August 2023 erliess die Staatsanwaltschaft im Rahmen eines gegen A.________ eröffneten 
Strafverfahrens «wegen Vergehens gegen das BG über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, 
Unterlassens der Buchführung etc.» eine Editionsverfügung gegenüber der D.________ AG (DO 
StA, act. 8000 ff.). Am 19. Februar 2024 erliess die Staatsanwaltschaft gegenüber dem 
Handelsregisteramt des Kantons Freiburg eine dringende Editionsverfügung betreffend A.________ 
und deren Ehemann B.________ wegen Vergehens gegen das BG über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung, Übertretung des BG über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, 
Unterlassens der Buchführung, ordnungswidriger Führung der Geschäftsbücher, Betrugs, 
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs, 
Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung, Misswirtschaft, Unterlassung der Buchführung, 
Hinderung einer Amtshandlung, Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, Ungehorsams des 
Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren und ordnungswidriger Führung der 
Geschäftsbücher (DO StA, act. 8063 ff.). Mit diesen beiden Editionsverfügungen eröffnete sie die 
jeweiligen Untersuchungen gegen A.________ und B.________.

Am 24. September 2024 zeigte die Staatsanwaltschaft A.________ und B.________ den Abschluss 
der Untersuchung an (DO StA, act. 9000 ff.).

Mit Schreiben vom 1. Oktober 2024 ersuchte Rechtsanwalt Astrit Bytyqi die Staatsanwaltschaft um 
Ernennung als amtlicher Anwalt von A.________ (DO StA, act. 9005), was die Staatsanwaltschaft 
am 2. Oktober 2024 mit der Begründung abwies, es liege kein Fall einer notwendigen Verteidigung 
vor (DO StA, act. 9004).

Mit Schreiben vom 7. Oktober 2024 ersuchte Rechtsanwalt Christian Jungen um seine Einsetzung 
als notwendiger Verteidiger von B.________ (DO StA, act. 9007 f.). Die Staatsanwaltschaft 
verweigerte mit Verfügung vom 8. Oktober 2024 die Bestellung einer amtlichen Verteidigung für 
B.________ mit der Begründung, es handle sich nicht um einen Fall der notwendigen Verteidigung 
i.S.v. Art. 130 StPO und mindestens eine Voraussetzung von Art. 132 Abs. 1 Bst. b, Abs. 2 und 3 
StPO sei nicht erfüllt (DO StA, act. 7001).

Mit Verfügung vom 29. November 2024 stellte die Staatsanwaltschaft das gegen A.________ wegen 
Betrugs und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit dem Antrag eines Covid-19-Kredits 
eröffnete Verfahren ein (DO StA, act. 10004 ff.).

Mit Anklageschrift vom 29. November 2024 erhob die Staatsanwaltschaft bei der Polizeirichterin des 
Sensebezirks (im Folgenden: die Polizeirichterin) Anklage gegen A.________ und B.________ 
wegen Übertretung der Covid-19-Solidarbürgschaftsverordnung (Art. 23 Covid-19-SBüV), qualifi-
zierter ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB), Gläubigerschädigung durch 
Vermögensminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB), Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB), Unterlassung 
der Buchführung (Art. 166 StGB), Bevorzugung eines Gläubigers (Art. 167 StGB), Vergehens gegen 
das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (Art. 87 Abs. 2 und 4 AHVG), 

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Vergehens gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-
vorsorge (Ar. 76 Abs. 1 Bst. c BVG) und Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Unfallver-
sicherung (Art. 112 Abs. 1 Bst. b UVG) im Zusammenhang mit der C.________ GmbH (DO PR 50 
2024 81/50 2025 41, act. 1; DO PR 50 2024 82/50 2025 42, act. 1).

B. Mit Eingabe an die Polizeirichterin vom 6. Mai 2025 stellte A.________ die Anträge, Astrit 
Bytyqi sei als ihr amtlicher Verteidiger rückwirkend ab dem 1. Oktober 2024 zu ernennen und es 
seien sämtliche Beweismittel, weil rechtswidrig beschafft, aus den Strafakten zu entfernen und nach 
rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens zu vernichten (50 2024 81/50 2025 41, act. 11). 

In seiner Eingabe an die Polizeirichterin vom 6. Mai 2025 liess B.________ ausführen, er wäre im 
Verfahren notwendig zu verteidigen gewesen. Nachdem die Staatsanwaltschaft nicht nur keine 
notwendige Verteidigung von Amtes wegen angeordnet, sondern eine solche auch noch explizit 
abgewiesen habe, seien sämtliche bisherigen Ermittlungshandlungen und die daraus folgenden 
Beweise nicht verwertbar. Soweit das Gericht die entsprechenden Beweise ebenfalls als 
unverwertbar erachte, werde beantragt, diese aus den Akten zu weisen. Überdies beantragte er, 
Rechtsanwalt Christian Jungen für den weiteren Verlauf des Verfahrens als amtlichen Verteidiger 
zu bestellen (50 2024 82/50 2025 42, act. 12/1). 

Die Staatsanwältin schloss in ihrer Stellungnahme vom 9. Mai 2025 auf Abweisung der Anträge von 
A.________ und B.________ (50 2024 81/50 2025 41, act. 13; 50 2024 82/50 2025 42, act. 14). 

Mit zwei separaten Entscheiden vom 16. Mai 2025 wies die Polizeirichterin die Gesuche um 
Ernennung von Rechtsanwalt Astrit Bytyqi und Rechtsanwalt Christian Jungen als amtliche Verteidi-
ger von A.________ resp. B.________ sowie die Anträge, sämtliche Beweismittel seien aus den 
Akten zu entfernen und zu vernichten, ab (50 2024 81/50 2025 41, act. 14; 50 2024 82/50 2025 42, 
act. 15).

C. Am 28. Mai 2025 reichten A.________ und B.________ beim Kantonsgericht zwei separate 
Beschwerden gegen die beiden Entscheide vom 16. Mai 2025 ein und beantragten unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge, die Beschwerden seien gutzuheissen und die angefochtenen Entscheide 
aufzuheben, es sei für A.________ und B.________ die notwendige Verteidigung anzuordnen im 
Sinne von Art. 130 Bst. b StPO, es sei die Polizeirichterin anzuweisen, sämtliche bisher im Verfahren 
durch die Staatsanwaltschaft und die Polizei erhobenen Beweismittel als unverwertbar aus den 
Akten zu entfernen und zu vernichten, und es sei A.________ und B.________ (im Folgenden: die 
Beschwerdeführer) für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und 
der jeweilige Rechtsanwalt zum amtlichen Verteidiger zu bestimmen.

Die Staatsanwaltschaft schloss in ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2025 auf Abweisung der 
Beschwerden mit Verweis auf ihre Stellungnahme vom 9. Mai 2025 gegenüber der Polizeirichterin.

Die Polizeirichterin verzichtete mit Schreiben vom 20. Juni 2025 unter Verweis auf ihre Entscheide 
vom 16. Mai 2025 auf eine Stellungnahme.

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Erwägungen

1.

Gemäss Art. 30 StPO können die Staatsanwaltschaft und die Gerichte aus sachlichen Gründen 
Strafverfahren trennen oder vereinen. Im vorliegenden Fall beziehen sich die beiden Beschwerden 
auf den gleichen Sachverhalt, die Staatsanwaltschaft hat beide Beschuldigte in einer einzigen 
Anklageschrift angeklagt und die Polizeirichterin hat die Verfahren in der Hauptsache vereinigt (50 
2024 81, act. 2; 50 2024 82, act. 2). Zudem erheben die Beschwerdeführer identische Rügen und 
die Beschwerdeführerin beantragt, die Verfahren seien zu vereinigen. Es rechtfertigt sich deshalb, 
die beiden Beschwerdeverfahren 502 2025 146 und 502 2025 148 zu vereinigen.

2.

2.1. Entscheide der Polizeirichterin betreffend die amtliche Verteidigung sind mit Beschwerde bei 
der Strafkammer des Kantonsgerichts anfechtbar (Art. 393 Abs. 1 StPO; Art. 20 Abs. 1 Bst. a StPO 
i.V.m. Art. 85 Abs. 1 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]; BGE 140 IV 202 E. 2).

2.2. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz 
einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die angefochtenen Entscheide wurden den Beschwerdeführern 
am 19. Mai 2025 zugestellt, so dass die Beschwerden rechtzeitig eingereicht wurden. Sie enthalten 
eine Begründung.

2.3. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

2.4. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO).

3.

Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung von Art. 130 Bst. b StPO.

3.1. Die Polizeirichterin erwog in den angefochtenen Entscheiden, das Gesetz sehe für ungetreue 
Geschäftsbesorgung, Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung, Misswirtschaft, Unterlas-
sung der Buchführung sowie die Bevorzugung der Gläubiger Geld- oder Freiheitsstrafen vor, für die 
übrigen angeklagten Delikte jedoch Bussen oder Geldstrafen. Die von der Staatsanwaltschaft bean-
tragte Freiheitsstrafe von acht Monaten scheine – sofern es zu einem vollständigen Schuldspruch 
komme – ausgehend von einer Deliktssumme von rund CHF 73'000.- prima vista angemessen. Die 
Delikte, wofür eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden könne, stünden in einem engen Gesamt-
zusammenhang, was es im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen gelte. Nach objektiven 
Kriterien sei somit zu keinem Zeitpunkt eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten oder mehr wahr-
scheinlich erschienen. 

Die Beschwerdeführer bringen vor, die Polizeirichterin übersehe, dass die Staatsanwaltschaft das 
gleiche Tatgeschehen, welches den Anzeigen wegen der Verstösse gegen die Gesetzgebung über 
die Sozialversicherung zugrunde liege, nämlich die zweckwidrige Verwendung von Vermögens-
werten, als qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung resp. Gläubigerschädigung einklage. Hinzu 
komme, dass die Summe der in der Anklageschrift genannten abgeflossenen Mittel den von der 
Staatsanwaltschaft und der Polizeirichterin genannten Deliktsbetrag deutlich übersteige. Art. 87 

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AHVG, Art. 112 Abs. 1 Bst. b UVG und Art. 76 Abs. 1 Bst. c BVG seien grundsätzlich lex specialis 
zu den übrigen Wirtschaftsdelikten. Soweit solche allerdings vorgeworfen würden, was hier der Fall 
sei, falle die lex specialis weg und die Beschuldigten würden nach dem höher zu bestrafenden 
Wirtschaftsdelikt beurteilt. Grund für die entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft dürfte die 
Tatsache sein, dass die Rechtsvertreter der Beschwerdeführer bereits kurz vor der Erstellung der 
Anklageschrift erfolglos die Einsetzung als notwendige Verteidiger und die Unverwertbarkeit der 
erhobenen Beweismittel geltend gemacht hätten. Dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass 
bei korrekter Anwendung der strafrechtlichen Bestimmungen für die Behörden von Beginn des 
Verfahrens an erkennbar gewesen wäre, dass die Beschwerdeführer notwendig zu verteidigen 
gewesen wären. Dies gelte umso mehr vor dem Hintergrund, dass das Verfahren gegen die 
Beschwerdeführerin zunächst auch wegen Betrugs und Urkundenfälschung geführt worden sei. 

3.2. Gemäss Art. 130 Bst. b StPO muss die beschuldigte Person namentlich verteidigt werden, 
wenn ihr eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht. Ausschlaggebend ist nicht das abstrakt 
höchstmögliche, sondern das konkret zu erwartende Strafmass (Urteil BGer 6B_213/2025 
vom 19. Juni 2025 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind nur Freiheitsstrafen, nicht jedoch 
Geldstrafen (Urteil BGer 1B_309/2021 vom 3. September 2021 E. 2.2 mit Hinweisen). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des 
Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall für 
jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt (sog. «konkrete Methode»). Dass die 
anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht. 
Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB 
(BGE 144 IV 217 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Gesetzgeber hat die Konkurrenzen in Art. 49 StGB 
abschliessend geregelt. De lege lata ist es weder möglich, eine Gesamtfreiheitsstrafe aus Geld- und 
Freiheitsstrafen noch aus mehreren Geldstrafen zu bilden (BGE 144 IV 217 E. 3.6).

3.3. In der Anklageschrift wird den Beschwerdeführern zur Last gelegt, im Zeitraum vom 1. April 
2020 bis 31. Dezember 2020 einen Covid-19-Kredit in der Höhe von CHF 20'000 sowie weiteres 
Geschäftsvermögen in der Höhe von CHF 45'008.93 der C.________ GmbH missbräuchlich 
verwendet zu haben, was als Übertretung der am 19. Dezember 2020 aufgehobenen Verordnung 
vom 25. März 2020 zur Gewährung von Krediten und Solidarbürgschaften infolge des Coronavirus 
(COVID-19-Solidarbürgschaftsverorfdnung, Covid-19-SBüV; SR 951.261) i.S.v. Art. 23 Covid-19-
SBüV, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB und Misswirt-
schaft i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren sei (Ziff. 2.1 der Anklageschrift). Die Beschwerde-
führer hätten sich in der Geschäftsführung arg nachlässig verhalten, was ebenfalls als Misswirtschaft 
i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren sei (Ziff. 2.3 der Anklageschrift). Ab dem 1. Februar 2021 
hätten die Beschwerdeführer das Geschäftskonto mit Barbezügen und Einkäufen in der Höhe von 
insgesamt CHF 8'018.36 leergeräumt, was als qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 
158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB und Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung i.S.v. Art. 164 Ziff. 1 
StGB zu qualifizieren sei (Ziff. 2.4 der Anklageschrift). Weiter hätten die Beschwerdeführer, ab dem 
1. Januar 2020 keine Erfolgsrechnung geführt, keine Bilanzen erstellt und bis auf wenige Ausnah-
men keine Geschäftsbelege aufbewahrt, was als Unterlassung der Buchführung i.S.v. Art. 166 StGB 
zu qualifizieren sei (Ziff. 2.5 der Anklageschrift).

Zudem wird den Beschwerdeführern vorgeworfen, AHV-Arbeitnehmerbeiträge für die Jahre 2019 
und 2020 in der Höhe von CHF 10'839.- nicht an die Ausgleichskasse des Kantons Freiburg bezahlt 
und für die Jahre 2021 und 2022 keine Lohndeklaration eingereicht zu haben, was als Vergehen 
gegen das AHVG i.S.v. Art. 87 Abs. 2 und 4 AHVG zu qualifizieren sei (Ziff. 2.6 der Anklageschrift). 

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Zwischen Februar 2019 und 2021 hätten sie BVG-Arbeitnehmerbeiträge in der Höhe 
von CHF 22'714.26 nicht an die zuständige Vorsorgeeinrichtung bezahlt und diese somit 
zweckentfremdet, was als Vergehen gegen das BVG i.S.v. Art. 76 Abs. 1 Bst. c BVG zu qualifizieren 
sei (Ziff. 2.7 der Anklageschrift). Schliesslich seien Arbeitnehmerbeiträge für Nichtberufsunfälle in 
der Höhe von CHF 21'204.10 nicht an die Suva Fribourg bezahlt worden, was als Vergehen gegen 
das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.S.v. Art. 112 
Abs. 1 Bst. b UVG zu qualifizieren sei (Ziff. 2.8 der Anklageschrift).

Widerhandlungen gegen die Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3, 164 Ziff. 1, 165 Ziff. 1 und 166 StGB werden mit 
Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft. Art. 23 Covid-19-SBüV sieht eine Busse vor und Vergehen 
i.S.v. Art. 87 AHVG, 76 BVG und 112 UVG werden mit Geldstrafe bestraft. Für diese kann die 
Polizeirichterin somit keine Freiheitsstrafe aussprechen, auch nicht als Gesamtfreiheitsstrafe 
zusammen mit Freiheitsstrafen für die weiteren angeklagten Delikte. Die Staatsanwaltschaft 
beantragt in ihrer Anklageschrift die Verurteilung der beiden Beschwerdeführer zu je einer bedingten 
Freiheitsstrafe von acht Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen sowie einer 
Übertretungsbusse von CHF 5'000.-. Die Polizeirichterin erachtet die durch die Staatsanwaltschaft 
beantragte Strafe prima vista als angemessen, sollte es zu einem vollständigen Schuldspruch 
kommen. Da für die Beurteilung der Frage, ob ein Fall von notwendiger Verteidigung vorliegt, das 
konkret zu erwartende Strafmass ausschlaggebend ist und sowohl die Anklage wie auch die 
Polizeirichterin prima vista nicht von einer höheren Freiheitsstrafe als acht Monate ausgehen, liegt 
kein Fall einer notwendigen Verteidigung vor. Daran ändert auch nichts, dass das Strafverfahren 
gegen die Beschwerdeführerin ursprünglich auch wegen Betrugs und Urkundenfälschung geführt 
wurde. In diesem Teil des Verfahrens prüfte die Staatsanwaltschaft die Frage, ob sich die 
Beschwerdeführerin den erhaltenen Covid-19-Kredit in der Höhe von CHF 20'000.- durch falsche 
Angaben im Kreditantragsformular arglistig erhältlich gemacht hat, was schliesslich verneint wurde. 
Aufgrund der relativ geringen Höhe des Kredits kann davon ausgegangen werden, dass auch bei 
einer Anklage wegen der Tatbestände des Betrugs und der Urkundenfälschung die beantragte 
Freiheitsstrafe noch unter zwölf Monaten gelegen hätte.

Die Beschwerden sind somit abzuweisen.

4.

Die Beschwerdeführer rügen weiter eine Verletzung der Art. 131 Abs. 3 und 141 StPO. Die 
erhobenen Beweise seien unverwertbar. Da kein Fall einer notwendigen Verteidigung vorliegt, ist 
diese Rüge gegenstandslos geworden. 

5.

Die Beschwerdeführer beantragen für das Beschwerdeverfahren die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und die Ernennung ihrer jeweiligen Rechtsanwälte zu ihren amtlichen Verteidigern. Sie 
seien mittellos, die Beschwerde sei nicht aussichtslos und der Beizug eines patentierten Anwalts 
aufgrund der komplexen strafprozessualen Fragen gerechtfertigt. Es sei ihnen eine Nachfrist zum 
Nachweis ihrer finanziellen Situation zu gewähren.

Die Verfahrensleitung ordnet eine amtliche Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht 
über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist 
(Art. 132 Abs. 1 Bst. b StPO). Es ist zulässig, die Erteilung der amtlichen Verteidigung von der Nicht-
aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abhängig zu machen (Urteil BGer 7B_485/2023 
vom 11. September 2023 E. 4.3; Urteil KG FR 502 2024 79 vom 23. August 2024 E. 3.1.2; je mit 

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Hinweisen). Als aussichtslos gelten nach konstanter Praxis Rechtsbegehren, bei denen die 
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren 
nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen 
Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (BGE 139 III 
396 E. 1.2 mit Hinweisen).

Im vorliegenden Beschwerdeverfahren waren die Gewinnaussichten aufgrund der konkret durch die 
Staatsanwaltschaft beantragten Freiheitsstrafen von acht Monaten beträchtlich geringer als die 
Verlustgefahren, so dass die Beschwerden als aussichtslos zu gelten haben. Die Gesuche um 
amtliche Verteidigung sind demnach abzuweisen.

6.

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Verfahrenskosten von CHF 600.- (Gebühr: 
CHF 500.-, Auslagen: CHF 100.-) den Beschwerdeführern solidarisch aufzuerlegen (Art. 59 Abs. 4 
StPO). 

Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

(dispositiv auf der nächsten Seite) 

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Die Kammer erkennt:

I. Die Verfahren 502 2025 146 und 502 2025 148 werden vereinigt.

II. Die Beschwerden werden abgewiesen.

Die Entscheide der Polizeirichterin des Sensebezirks vom 16. Mai 2025 werden bestätigt.

III. Die Gesuche um amtliche Verteidigung (502 2025 147, 502 2025 149) werden abgewiesen.

IV. Die Verfahrenskosten von CHF 600.- (Gebühr: CHF 500.-; Auslagen: CHF 100.-) werden 
A.________ und B.________ solidarisch auferlegt.

V. Es wird keine Entschädigung zugesprochen.

VI. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 22. Oktober 2025/ndu

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin