# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45e63fb8-98fd-5633-bbe6-51d8379e2bae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.01.2023 100 2021 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-46_2023-01-17.pdf

## Full Text

100.2021.46U
STN/REC/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Januar 2023

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied 
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Reichelt

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Sozialhilfeabhängigkeit; vorläufige Aufnahme (Entscheid der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern vom 8. Januar 2021; 2019.POMGS.534)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
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Prozessgeschichte:

A. 

A.________ (Jg. 1969), Staatsangehöriger von Sri Lanka, reiste am 
13. März 1990 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Mit Entscheid vom 
9. Juni 1995 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: 
Staatssekretariat für Migration [SEM]) das Asylgesuch von A.________ ab 
und wies ihn aus der Schweiz weg; wegen Unmöglichkeit des 
Wegweisungsvollzugs ordnete es jedoch seine vorläufige Aufnahme an. Am 
8. Juni 1999 erhielt A.________ eine Aufenthaltsbewilligung 
(Härtefallbewilligung), die in der Folge regelmässig verlängert wurde, zuletzt 
bis am 3. Juli 2018. A.________ ist Vater dreier Kinder aus einer 2015 
geschiedenen Ehe mit einer Landsfrau.

Mit Verfügung vom 15. Juli 2019 verweigerte das Amt für Migration und Per-
sonenstand des Kantons Bern (MIP, heute: Amt für Bevölkerungsdienste 
[ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), die Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung von A.________ infolge andauernder Sozialhilfeabhängigkeit und 
Nichteinhaltens von Bedingungen und wies ihn unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 16. August 2019 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Diese hiess die Beschwerde mit Entscheid 
vom 8. Januar 2021 insoweit gut, als sie A.________ im Verfahren vor dem 
MIDI seinen Rechtsvertreter als amtlichen Anwalt beiordnete. Im Übrigen 
wies sie die Beschwerde ab und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist 
auf den 8. März 2021. Zudem gewährte sie ihm die unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher 
Anwalt. 

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C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 15. Februar 2021 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung sei zu ver-
längern. Eventuell sei der MIDI anzuweisen, dem SEM einen Antrag um vor-
läufige Aufnahme zu unterbreiten «und nach Zustimmung durch das SEM 
die vorläufige Aufnahme zu erteilen». In prozessualer Hinsicht beantragt er, 
der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Gleichzeitig er-
sucht er für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher An-
walt. Der Abteilungspräsident hat mit Verfügung vom 17. Februar 2021 da-
rauf hingewiesen, dass die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von Gesetzes 
wegen aufschiebende Wirkung hat. Am 3. März 2021 hat A.________ ein 
Schreiben seines behandelnden Arztes zu den Akten gegeben. 

Die SID schliesst mit Vernehmlassung vom 29. März 2021 auf Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zum Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten. 

Mit Replik vom 23. April 2021 hat A.________ an seinen Anträgen 
festgehalten und weitere Unterlagen eingereicht. Am 17. Dezember 2021 hat 
der MIDI einen Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) … vom 9. Dezember 2021 eingereicht. Von der Gelegenheit zur 
Stellungnahme hat A.________ mit Schreiben vom 14. Januar 2022 
Gebrauch gemacht, wogegen die SID auf weitere Ausführungen verzichtet 
hat.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich 
einzutreten (vgl. zum Eventualbegehren betreffend vorläufige Aufnahme hin-
ten E. 9.1).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländerge-
setz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und die 
offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde jedoch vor Inkraft-
treten dieser Gesetzesänderung eingeleitet (Gewährung rechtliches Gehör; 
Akten MIDI pag. 403 ff.), weswegen materiell das alte Recht anwendbar 
bleibt (AuG in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437]; 
Art. 126 Abs. 1 AIG analog; vgl. BVR 2020 S. 231 E. 4 mit Hinweisen). So-
weit die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Bestimmungen inhaltlich 
unverändert geblieben sind, wird ausschliesslich auf das AIG verwiesen.

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3. 

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der Beschwerdeführer wurde am … 1969 in der Ostprovinz Sri 
Lankas geboren (vgl. Akten MIDI pag. 11; Akten SID 7A1 Beilage 10). Am 
13. März 1990 reiste er in die Schweiz ein. Am 14. Juli 1995 wurde sein Asyl-
gesuch abgewiesen, er aus der Schweiz weggewiesen, indes wegen Un-
möglichkeit des Vollzugs vorläufig aufgenommen (Akten SID 7A1 Beilage 
10). Am 8. Juni 1999 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung (Härtefallbewilli-
gung), womit die vorläufige Aufnahme erlosch (Art. 84 Abs. 4 AIG). Die Be-
willigung wurde letztmals bis zum 3. Juli 2018 verlängert (Akten MIDI 
pag. 23 f., 229, 332 ff.). Am 23. März 2000 heiratete der Beschwerdeführer 
in Indien eine Landsfrau (Jg. 1981; Akten MIDI pag. 122 f.). Diese reiste im 
Oktober 2001 in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine Auf-
enthaltsbewilligung (Akten MIDI pag. 26; Beschwerde S. 4). Am … 2004, am 
… 2008 und am … 2011 kamen die drei gemeinsamen Kinder B.________, 
C.________ und D.________ zur Welt (Akten MIDI pag. 162 f.). Sie 
verfügen ebenfalls über Aufenthaltsbewilligungen (vgl. Beschwerde S. 12). 
Die Ehe wurde am 4. Dezember 2015 geschieden. Die Kinder blieben unter 
der Obhut der Mutter, das Sorgerecht wurde beiden Elternteilen übertragen 
(Akten MIDI pag. 271, 279, 354). Nachdem der MIDI den Beschwerdeführer 
bereits im Jahr 2005 wegen seiner Sozialhilfeabhängigkeit ermahnt hatte 
(Akten MIDI pag. 20 f.), knüpfte er im Jahr 2014 die Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung an Bedingungen nach Art. 33 Abs. 2 AIG (Akten MIDI 
pag. 188 f., 224 ff.). Wegen teilweisen Nichterfüllens dieser Bedingungen 
wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. Juli 2017 
ausländerrechtlich verwarnt (Akten MIDI pag. 332 ff.). Am 15. Juli 2019 ver-
fügte der MIDI die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz (Akten MIDI 
pag. 439 ff.). 

3.2 Der Beschwerdeführer bezog vom 1. April 2003 bis 31. Januar 2009 
und seit 1. März 2011 – teilweise zusammen mit seiner Familie und zum Teil 
ergänzend zum Einkommen oder zu Leistungen der Arbeitslosenversiche-
rung – von der Gemeinde E.________ Sozialhilfe (Akten MIDI pag. 368). Die 
Nettounterstützungssumme betrug im Juli 2019 Fr. 490'467.-- (Akten MIDI 

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pag. 105, 534). Der Sozialhilfebezug dauert bis heute an (vgl. Beschwerde 
S. 4).

3.3 Zur beruflichen Situation und Erwerbstätigkeit des Beschwerdefüh-
rers ist Folgendes aktenkundig: Zu Beginn seines Aufenthalts von 1990 bis 
2001 ging er einer geregelten Erwerbstätigkeit nach und vermochte damit 
seinen Lebensunterhalt selbständig zu bestreiten (Akten MIDI pag. 175, 
178 f.). Anschliessend hatte er bis 2003 verschiedene Teilzeitanstellungen 
inne und war daraufhin erwerbslos (Akten MIDI pag. 175, 180). Zwischen 
September 2005 und Juli 2006 war der Beschwerdeführer erneut mit einem 
Teilzeitpensum angestellt (vgl. Akten MIDI pag. 36 f., 70, 78) und ging kurz 
darauf von April 2007 bis August 2011 einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach 
(Akten MIDI pag. 114, 177). In der Folge war er nur noch zeitweise und mit 
jeweils (sehr) tiefem Beschäftigungsgrad erwerbstätig (Akten MIDI 
pag. 141 f., 176, 198). Seit dem 1. Oktober 2016 ist der Beschwerdeführer 
als Aushilfskraft im …team der … Kirche in E.________ mit einem 
Beschäftigungsgrad von zwei bis drei (gemäss Arbeitsvertrag) bzw. vier 
Stunden (gemäss Bestätigung Arbeitgeberin) pro Woche im Stundenlohn 
angestellt (Akten MIDI pag. 290 f., 307; Beschwerdebeilage [BB] 5).

3.4 Der Beschwerdeführer hatte gemäss dem Sozialdienst ab 2002/03 
mit gesundheitlichen Probleme zu kämpfen und musste wegen eines 
Rückenleidens behandelt werden (Akten MIDI pag. 58). Im Januar 2015 be-
richtete der Hausarzt, dass der Beschwerdeführer an Schmerzzuständen im 
Bereich des Rückens und der Beine leide, die bisher nicht sicher diagnosti-
ziert werden konnten und als chronische Schmerzstörung mit funktioneller 
Gangstörung bzw. als funktionelles lumbo-spondylogenes Schmerzsyndrom 
beurteilt wurden (Akten MIDI pag. 241). Behandelt wurde der Beschwerde-
führer ab 2017 mehrere Male in der psychosomatischen Tagesklinik und im 
Ambulatorium Psychosomatik des …spitals (Akten MIDI pag. 385, 389 ff., 
434). Zudem befand er sich in wöchentlicher physiotherapeutischer Behand-
lung (vgl. BB 4), wobei unklar ist, ob diese heute noch andauert. Mit Schrei-
ben vom 15. Februar 2021 äusserte der behandelnde Internist und Rheuma-
tologe die Vermutung, dass der Beschwerdeführer an einer schwer fass-
baren psychiatrischen Erkrankung leide. Er «schliesse eine depressive oder 
gar psychotische Erkrankung nicht völlig aus»; bislang wolle sich der Be-

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schwerdeführer jedoch psychiatrisch weder beraten noch behandeln lassen 
(vgl. BB 8). Die KESB hat den Beschwerdeführer wiederholt angewiesen, 
eine psychotherapeutische Einzeltherapie zu besuchen. Der Beschwerde-
führer belegt nicht, dass er dieser Weisung nachgekommen ist (vgl. Akten 
SID 7A1 Beilage 14; vgl. E. 3.5 hiernach). 

Zur Arbeitsfähigkeit ist Folgendes aktenkundig: Das im April 2002 gestellte 
Gesuch des Beschwerdeführers um eine Invalidenrente wies die IV-Stelle 
Bern am 15. März 2004 ab, da sie lediglich einen Invaliditätsgrad von 10 % 
feststellte. Dem Beschwerdeführer sei eine leichte, rückenschonende Tätig-
keit in Wechselhaltung zu 100 % zumutbar (Akten MIDI pag. 61 f.). Sein 
Hausarzt bescheinigte ihm im November 2005 sowie im Januar und Oktober 
2006 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Arbeit; länger-
fristig könne mit einer gesteigerten Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Akten 
MIDI pag. 74 ff.). Vollständige Arbeitsunfähigkeit wurde dem Beschwerde-
führer nur für eine Woche im Jahr 2006 (Akten MIDI pag. 77), während knapp 
zwei Wochen im Frühjahr 2013 (Akten MIDI pag. 203), für knapp acht Mo-
nate Ende 2013 (vgl. Akten MIDI pag. 204 ff.), für rund fünf Wochen anfangs 
2014 (vgl. Akten MIDI pag. 212) sowie für rund zwölf Wochen im Jahr 2016 
(Akten MIDI pag. 312 ff.) attestiert. Zwischen 2015 und 2017 hielt der Haus-
arzt wiederholt fest, dass der Beschwerdeführer einer Teilzeitbeschäftigung 
von anfangs 20 bis 30 % nachgehen könnte und einer Steigerung bis zu 
50 % «nichts im Wege [stehe]» (Akten MIDI pag. 240 f., 275, 331). Gemäss 
Bericht des Bereichs Psychosomatische Medizin des …spitals vom 29. Mai 
2019 ist dem Beschwerdeführer eine Vollzeitstelle im ersten Arbeitsmarkt 
nicht zumutbar (Akten MIDI pag. 434).

3.5 Zur familiären Situation ist Folgendes festzuhalten: 

3.5.1 Nach einer ersten Trennung der Ehegatten im März 2005 (vgl. Akten 
MIDI pag. 31 f.) trennten sie sich im Mai 2012 erneut. Das Zivilgericht stellte 
daraufhin die drei gemeinsamen Kinder unter die Obhut der Kindsmutter und 
ordnete für jedes Kind eine Beistandschaft gemäss aArt. 308 Abs. 2 des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) in der bis zum 30. Juni 
2014 gültigen Fassung (AS 1977 S. 237) zur Überwachung des persönlichen 
Verkehrs an (Akten MIDI pag. 146 ff.). Im August 2012 erweiterte die 
Vormundschaftskommission E.________ die Beistandschaft gemäss 

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aArt. 308 Abs. 1-3 ZGB (Akten MIDI pag. 163, 349). Am 4. Dezember 2015 
wurde die Ehe geschieden. Die Kinder blieben unter der Obhut der Kinds-
mutter, das Sorgerecht wurde beiden Elternteilen übertragen (Akten MIDI 
pag. 271, 279, 354). Im April 2017 ordnete die KESB … unter anderem eine 
beistandschaftliche Kindsvertretung gemäss Art. 314abis ZGB an (Akten MIDI 
pag. 350).

3.5.2 Wegen psychischer Probleme der Kindsmutter wies die KESB … 
dem Beschwerdeführer im November 2017 vorsorglich das alleinige 
Aufenthaltsbestimmungsrecht für die drei Kinder zu, verbunden mit der An-
ordnung, dass sich dieser einer erwachsenenpsychiatrischen Risikoein-
schätzung zu unterziehen habe (Akten MIDI pag. 349 ff.). Nach einer Ge-
fährdungsmeldung (Akten MIDI pag. 362 f.) wurde den Eltern im März 2018 
das Aufenthaltsbestimmungsrecht vorsorglich und im August 2018 definitiv 
entzogen. Die Kinder wurden auf unbestimmte Zeit in einer Institution unter-
gebracht und das Besuchsrecht stark eingeschränkt (drei bis sechs Stunden 
pro Woche in Begleitung von Fachpersonen). Der Beschwerdeführer wurde 
angewiesen, eine Therapie zur Thematik Gewalt und Erziehung und eine 
psychotherapeutische Einzeltherapie in Anspruch zu nehmen (Akten MIDI 
pag. 393 ff.). Ab Februar 2019 verfügte der Beschwerdeführer über ein be-
gleitetes Besuchsrecht alle 14 Tage am Samstag oder Sonntag jeweils für 
acht Stunden, wobei der ältesten Tochter die Besuche freigestellt wurden 
(Akten SID 7A1 Beilage 12). 

3.5.3 Im April 2020 hob die KESB den Entzug des Aufenthaltsbestim-
mungsrechts der Kindsmutter über die älteste Tochter auf. Da der Beschwer-
deführer den Nachweis eines erfolgreich abgeschlossenen Anti-Gewalt-
Trainings nicht erbracht und weitere Weisungen nicht erfüllt hatte, prüfte sie 
keine Ausweitung seines Besuchsrechts (Akten SID 7A1 Beilage 12). Mit 
Entscheid vom 9. Dezember 2021 stellte die KESB auch die jüngste Tochter 
wieder unter die Obhut der Kindsmutter, der Sohn befindet sich weiterhin in 
der Institution. Zusätzlich hob sie die Besuchsbegleitung für den Beschwer-
deführer auf. Die Anträge des Beschwerdeführers, ihm die alleinige elterliche 
Obhut über seinen Sohn zu übertragen bzw. ihm das praxisübliche Kontakt-
recht zu den zwei jüngsten Kindern zu gewähren, wurden abgewiesen. Der 
Beschwerdeführer wurde angewiesen, ein Lernprogramm zu Gewalt und Er-

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ziehung zu absolvieren und eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen 
(vgl. act. 14A). Das Besuchsrecht des Beschwerdeführers besteht heute 
weiterhin in zweiwöchigen (unbegleiteten) Treffen am Samstag oder Sonn-
tag jeweils für acht Stunden (vgl. Akten SID 7A1 Beilage 12; BB 3; act. 14A). 

3.6 Der Beschwerdeführer ist während seines Aufenthalts in der Schweiz 
in strafrechtlicher Hinsicht wiederholt aufgefallen (vgl. Akten MIDI 
pag. 168 f.):

– Strafmandat des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland vom 
13. April 2004: Verurteilung wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall 
(Führerflucht) und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gefängnis-
strafe von 10 Tagen (bedingt vollziehbar, Probezeit 2 Jahre) und einer 
Busse von Fr. 500.--;

– Strafmandat des Untersuchungsrichteramts III Bern-Mittelland vom 
21. Mai 2007: Verurteilung wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand 
(Motorfahrzeug, qualifizierte Blutalkoholkonzentration) zu einer Geld-
strafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 40.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit 2 
Jahre) und einer Busse von Fr. 1'000.--;

– Strafmandat der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 15. Dezember 
2011: Verurteilung wegen mehrfacher Drohung (Ehegatte während der 
Ehe oder bis zu einem Jahr nach der Scheidung) zu einer Geldstrafe 
von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit 4 Jahre) 
und einer Busse von Fr. 300.--;

– Strafmandat der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 16. August 
2012: Verurteilung wegen mehrfacher Tätlichkeiten (Ehegatte während 
der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der Scheidung) und mehrfacher 
Drohung (Ehegatte während der Ehe oder bis zu einem Jahr nach der 
Scheidung) zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und 
einer Busse von Fr. 400.-- (Widerruf des bedingten Vollzugs der Strafe 
vom 15.12.2011).

In den Akten befinden sich weitere Polizeiberichte, die Vorfälle häuslicher 
Gewalt gegenüber der Exfrau (Drohung und Tätlichkeiten, evtl. einfache Kör-
perverletzung) in den Jahren 2005, 2008 und 2014 zum Gegenstand haben 
(vgl. Akten MIDI pag. 38 ff., 88 ff., 104, 230 ff.). Soweit aktenkundig wurden 

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die Verfahren jedoch eingestellt bzw. führten nicht zu einer Verurteilung (vgl. 
auch Akten MIDI pag. 277 f.). Der Beschwerdeführer wurde am 27. März 
2018 wegen wiederholter Tätlichkeiten gegenüber seinen Kindern angezeigt 
(Akten MIDI pag. 362 f.). Das daraufhin wegen Verletzung der Erziehungs-
pflicht (Art. 219 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]) 
eingeleitete Strafverfahren (Akten MIDI pag. 401) wurde am 18. Juli 2018 
wegen Wiedergutmachung (Art. 53 StGB) eingestellt (Akten SID 7A1 Bei-
lage 11).

4.

4.1 Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein mehr 
als dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür 
eine Bewilligung erforderlich (Art. 10 und 11 AIG). Die Aufenthaltsbewilligung 
wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt (Art. 33 
Abs. 1 AIG). Sie ist befristet und kann verlängert werden, wenn keine Wider-
rufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AIG). Demnach 
besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung einer 
Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilligung ersuchende 
Person oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten sich auf eine 
besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundesverfassungs-
recht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 133 I 185 
E. 2.3; BVR 2020 S. 443 E. 4.1). Andernfalls entscheidet die zuständige Be-
hörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungserteilung oder 
-verlängerung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Das AIG 
unterscheidet demnach zwischen Bewilligungen, auf deren Erteilung ein 
Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, 
über welche die Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Ermessens-
bewilligung; BVR 2020 S. 443 E. 4.1, 2013 S. 73 E. 2.2, 2010 S. 481 E. 2.1).

4.2 Der Aufenthalt des Beschwerdeführers wurde ausschliesslich auf Er-
messensbasis bewilligt und verlängert (Härtefallbewilligung; Akten MIDI 
pag. 23 ff., 229). Der Beschwerdeführer beruft sich jedoch auf das Recht auf 
Familien- und Privatleben gemäss Art. 8 der Europäischen Menschenrechts-
konvention (EMRK; SR 0.101). Er verweist in diesem Zusammenhang einer-

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seits auf seine fast 30-jährige Anwesenheit in der Schweiz und andererseits 
auf die Beziehung zu seinen drei hier anwesenheitsberechtigten Kindern 
(Beschwerde S. 12 ff.). Das Recht auf Privatleben gemäss Art. 8 EMRK bzw. 
Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) kann durch eine Entfer-
nungsmassnahme verletzt werden, wenn die wegzuweisende Person in der 
Schweiz besonders intensive Beziehungen hat, die über eine normale In-
tegration beruflicher oder gesellschaftlicher Natur hinausgehen. Gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist nach einer rechtmässigen Aufent-
haltsdauer von rund zehn Jahren davon auszugehen, dass die sozialen Be-
ziehungen in der Schweiz so eng geworden sind, dass es für eine Aufent-
haltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im Einzelfall kann es sich aber 
anders verhalten und die Integration auch bei einer über zehnjährigen An-
wesenheit für die Aufrechterhaltung der Bewilligung nicht genügen 
(BGE 144 I 266 E. 3.9; BGE 2C_528/2021 vom 23.6.2022 E. 4.3, 
2C_821/2021 vom 1.11.2022 E. 2.1.2 f.; BVR 2022 S. 19 E. 7.2, 2019 S. 314 
E. 5.2.2). Es ist im Rahmen einer Gesamtabwägung zu beurteilen, ob Art. 8 
EMRK im Ergebnis verletzt ist (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.8; BVR 2019 S. 314 
E. 5.2.1). Der Beschwerdeführer hält sich seit über 20 Jahren in der Schweiz 
auf (vgl. hinten E. 7.1), womit von einer langen Aufenthaltsdauer auszuge-
hen ist und es grundsätzlich besonderer Gründe für eine Aufenthaltsbeendi-
gung bedarf. Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV können zudem verletzt 
sein, wenn die Pflege einer intakten familiären Beziehung zwischen der be-
troffenen Person und nahen Verwandten mit gefestigtem Anwesenheitsrecht 
in der Schweiz durch die Entfernungsmassnahme vereitelt wird (vgl. 
BGE 144 II 1 E. 6.1, 144 I 91 E. 4.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.1; 
BVR 2015 S. 309 E. 4.4, je mit Hinweisen; VGE 2019/387 vom 17.6.2020 
[bestätigt durch BGer 2C_609/2020 vom 1.2.2021] E. 2.2). Der Beschwer-
deführer ist Vater von zwei noch minderjährigen in der Schweiz geborenen 
und aufenthaltsberechtigten Kindern (Jg. 2008 und 2011), die mutmasslich 
über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfügen, womit die familiären Bezie-
hungen zu diesen Kindern vom Schutzbereich von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 
Abs. 1 BV erfasst werden (die älteste Tochter ist volljährig). Die Nichtverlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung kann indes selbst bei 
Bestehen eines Rechtsanspruchs auf Bewilligungsverlängerung zulässig 
sein, sofern ein ausländerrechtlicher Widerrufsgrund vorliegt und sich die 
Massnahme im Rahmen der Rechtskontrolle als verhältnismässig erweist 

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(vgl. etwa BVR 2011 S. 289 E. 4; VGE 2019/387 vom 17.6.2020 E. 2.2 [be-
stätigt durch BGer 2C_609/2020 vom 1.2.2021]; hinten E. 5).

4.3 Ein Widerrufsgrund und damit ein – unter Vorbehalt der Prüfung der 
Verhältnismässigkeit – gerechtfertigter Eingriff in den Anspruch von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV liegt unter anderem dann vor, wenn die 
ausländische Person oder eine Person, für die sie zu sorgen hat, auf Sozial-
hilfe angewiesen ist (Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG). Bei diesem Widerrufsgrund 
geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige Belastung 
der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG 
gestützte Widerruf der Bewilligung bzw. deren Nichtverlängerung fallen 
grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstüt-
zungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass 
sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (vgl. BGer 2C_423/2020 
vom 26.8.2020 E. 3.2, 2C_953/2018 vom 23.1.2019 E. 3.1; BVR 2020 
S. 121 [VGE 2019/5 vom 30.10.2019] nicht publ. E. 5.3.1; VGE 2020/36 vom 
13.4.2021 E. 4.2 [bestätigt durch BGer 2C_412/2021 vom 18.5.2021]). Ob 
der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e 
AIG gegeben ist, wird objektiv – ohne Rücksicht auf das Verschulden – be-
urteilt. Massgeblich ist die Höhe der ausgerichteten Beträge und die prog-
nostische Beurteilung, ob mit einer Ablösung von der Sozialhilfe (noch) ge-
rechnet werden kann. Ob die Fürsorgeabhängigkeit selbstverschuldet ist, 
was den Widerruf bzw. die Nichterneuerung der Aufenthaltsbewilligung erst 
rechtfertigt, bildet Teil der Prüfung der Verhältnismässigkeit der aufent-
haltsbeendenden Massnahme (BGer 2C_370/2021 vom 28.12.2021 E. 3.4, 
2C_525/2020 vom 7.10.2020 E. 3.3.4, 2C_9/2020 vom 29.6.2020 E. 4.3.4).

4.4 Der Beschwerdeführer hat vom 1. April 2003 bis 31. Januar 2009 und 
seit 1. März 2011 Sozialhilfeleistungen in der Höhe von Fr. 490'467.-- 
(Stand: 17.7.2019) bezogen. Angesichts der fortbestehenden Unterstüt-
zungsbedürftigkeit dürfte sich der Betrag bis heute noch wesentlich erhöht 
haben (vgl. vorne E. 3.2). Die bezogenen Sozialhilfeleistungen sind beträcht-
lich und erreichen die für den Widerruf nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG mass-
gebliche Schwelle (vgl. dazu BGer 2C_515/2016 vom 22.8.2017 E. 3.1, 
2C_263/2016 vom 10.11.2016 E. 3.1.3 [Widerruf Niederlassungsbewilli-
gung]; VGE 2019/267 vom 14.12.2021 E. 4.2). Seit Oktober 2016 ist der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 13

schwerdeführer im Stundenlohn für zwei bis drei Stunden (gemäss Arbeits-
vertrag) bzw. vier Stunden (gemäss Bestätigung der Arbeitgeberin) pro Wo-
che (vgl. vorne E. 3.3) angestellt, was einem Pensum von weniger als 10 % 
entspricht. Seinen Lebensunterhalt kann er damit nicht finanzieren (vgl. auch 
Beschwerde S. 4). Dass er seinen Beschäftigungsgrad, wie behauptet, in der 
Zwischenzeit auf 20 Wochenstunden erhöhen konnte (vgl. Beschwerde S. 4, 
8), belegt er nicht. Trotz ausländerrechtlicher Verwarnung (vgl. vorne E. 3.1) 
sind seit mehreren Jahren keine Stellenbemühungen mehr aktenkundig; die 
letzten Stellenbemühungen datieren aus dem Jahr 2016 (Akten MIDI 
pag. 317 ff.). Im Oktober 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, er werde 
keine neue Stelle suchen (vgl. Akten MIDI pag. 398). Eine positive Zukunfts-
prognose lässt sich vor diesem Hintergrund nicht stellen. Damit erfüllt der 
Beschwerdeführer den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG, was 
er auch nicht bestreitet.

5.

Umstritten ist die Verhältnismässigkeit der Entfernungsmassnahme. – Die 
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung sind 
auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds wie dargelegt nur zulässig, wenn 
sie aufgrund einer Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen 
(Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AIG). Beeinträchtigt die Entfernungsmass-
nahme das Familien- oder Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK; Art. 13 Abs. 1 
BV), bilden Grundlage der Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und 
Art. 36 BV (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7, 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; jünger 
etwa BGer 2C_367/2021 vom 30.9.2021 E. 3.1 [betrifft VGE 2020/109 vom 
30.3.2021], 2C_786/2018 vom 27.5.2019 E. 3.3 [je für Widerruf Niederlas-
sungsbewilligung], 2C_291/2019 vom 9.8.2019 E. 3.2 [Nichtverlängerung 
Aufenthaltsbewilligung wegen Widerrufsgrund]; BVR 2015 S. 391 E. 4.1; 
VGE 2019/267 vom 14.12.2021 E. 5). Hat die betroffene Person minderjäh-
rige Kinder, so sind in die Beurteilung zusätzlich die Interessen im Zusam-
menhang mit dem Kindeswohl gemäss dem Übereinkommen vom 20. No-
vember 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; 
SR 0.107) und Art. 11 BV einzubeziehen (BGE 143 I 21 E. 5.5.1, 135 I 153 
E. 2.2.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1; VGE 2020/331 vom 1.7.2021 E. 5). Im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 14

Rahmen der Prüfung der Verhältnismässigkeit sind die in Art. 62 Abs. 1 
Bst. e AIG positivgesetzlich verankerten öffentlichen Interessen an der Ent-
fernungsmassnahme und die privaten Interessen der betroffenen Person am 
weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksich-
tigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall 
(BGE 139 I 145 E. 2.4, 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beim Wi-
derrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 62 Abs. 1 Bst. e AIG sind 
nach der Rechtsprechung für die Beurteilung namentlich die Schwere des 
Verschuldens an der Sozialhilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. 
die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und 
ihrer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen; zu beachten ist auch 
die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im 
Gast- wie im Heimatland (vgl. BGer 2C_370/2021 vom 28.12.2021 E. 3.3, 
2C_9/2020 vom 29.6.2020 E. 4.3.3). 

6.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses ergibt sich Folgendes:

6.1 Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen während Jahren 
und in erheblichem Umfang Sozialhilfe bezogen (vgl. vorne E. 3.2, 4.4). Mit 
Blick auf die Gewichtung des öffentlichen Interesses ist zu unterscheiden, ob 
die Sozialhilfeabhängigkeit selbstverschuldet ist oder nicht 
(BGer 2C_13/2019 vom 31.10.2019 E. 4.2.1, 2C_23/2018 vom 11.3.2019 
E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen). Für die Frage, ob der Beschwerdeführer 
seine Sozialhilfeabhängigkeit (teilweise) selbst verschuldet hat oder durch 
Krankheit an der Arbeitsaufnahme gehindert wurde, ist der gesamte 
Zeitraum des Sozialhilfebezugs zu betrachten (BGer 2C_716/2021 vom 
18.5.2022 E. 3.2.1 [Widerruf Niederlassungsbewilligung], betrifft 
VGE 2019/224 vom 14.7.2021).

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei aufgrund seiner massi-
ven chronischen Schmerz- und Gangstörung seit längerer Zeit daran gehin-
dert, einer Arbeitsstelle nachzugehen (Beschwerde S. 8). Vollständig krank-
geschrieben war der Beschwerdeführer in Anbetracht der langjährigen So-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 15

zialhilfeabhängigkeit jedoch nur für verhältnismässig kurze Zeit (vgl. vorne 
E. 3.4). Aus der breit dokumentierten gesundheitlichen Situation des Be-
schwerdeführers ab April 2003 ergibt sich jedenfalls keine vollumfängliche 
und durchgehende Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorne E. 3.4). So anerkannte die 
IV im März 2004 lediglich einen Invaliditätsgrad von 10 % und erachtete eine 
leichte, rückenschonende Tätigkeit in Wechselhaltung zu 100 % als zumut-
bar (vgl. vorne E. 3.4; vgl. Akten MIDI pag. 61). Sein Hausarzt attestierte 
dem Beschwerdeführer zwischen 2005 und 2017 mehrmals eine 50%ige Ar-
beitsfähigkeit (vgl. vorne E. 3.4) und stellte 2015 fest, dass sich an den Be-
schwerden seit Anmeldung bei der IV im 2002 nichts geändert habe (Akten 
MIDI pag. 241). Dass der Beschwerdeführer nach attestierter teilweiser Ar-
beitsunfähigkeit in den Jahren 2005/06 ab April 2007 während mehrerer 
Jahre einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachging, legt nahe, dass sich sein Zu-
stand teilweise sogar gebessert hatte (vgl. vorne E. 3.3 f.). Gestützt auf die 
ärztlichen Einschätzungen und Erkenntnisse aus dem IV-Verfahren wäre es 
dem Beschwerdeführer zumutbar gewesen, sich um eine geeignete (Teil-
zeit-)Arbeitsstelle zu einem Pensum von mindestens 50 % zu bemühen. 
Auch aus dem Arztbericht des Bereichs Psychosomatische Medizin des 
...spitals vom 29. Mai 2019 ergibt sich nichts anderes. Es liegen keine ak-
tuellen Berichte vor, die den früheren Einschätzungen widersprechen bzw. 
aus denen sich ergibt, dass dem Beschwerdeführer nicht mindestens eine 
50%ige Arbeitstätigkeit möglich und zumutbar wäre (vgl. vorne E. 3.4). Be-
reits insofern trifft ihn ein gewisses Verschulden an seiner Sozialhilfebedürf-
tigkeit (vgl. BGer 2C_679/2019 vom 23.12.2019 E. 6.4.1, 2C_1048/2017 
vom 13.8.2018 E. 4.5.2).

6.3 Anders als der Beschwerdeführer vorbringt (Beschwerde S. 8), hat 
ihm der Sozialdienst Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung geboten. 
So konnte der Beschwerdeführer im Jahr 2015 einen Probeeinsatz im Kom-
petenzzentrum Arbeit leisten. Diesen führte er allerdings nicht weiter, obwohl 
er unter Rücksichtnahme auf seine körperlichen Einschränkungen in ver-
schiedene Arbeitsbereiche Einblick nehmen konnte (Akten MIDI 
pag. 259 ff.). Erschwerend kommt hinzu, dass ein weiterer Einsatz im Jahr 
2016 wegen einer spontanen Reise des Beschwerdeführers nach Sri Lanka 
abgesagt werden musste (Akten MIDI pag. 279 f.). Während des Zusam-
menlebens mit den Kindern lehnte der Beschwerdeführer eine weitere Zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 16

sammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum ab (vgl. Akten MIDI pag. 366 f.). 
Zwar ist ihm zugute zu halten, dass er seit Oktober 2016 einer Teilzeitanstel-
lung nachgeht. Sein Pensum beträgt jedoch weniger als 10 % (vgl. vorne 
E. 3.3, 4.4). Trotz ausländerrechtlicher Ermahnung und Verwarnung verbes-
serte der Beschwerdeführer seine Erwerbssituation nicht (vgl. vorne E. 3.1, 
4.4). Da bereits damals zahlreiche Arztzeugnisse eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % attestierten (vgl. vorne E. 3.4), war ihm bewusst, dass er trotz einge-
schränkter Arbeitsfähigkeit sein Pensum erhöhen musste. Dennoch suchte 
er nach 2016 – soweit aktenkundig – keine neuen Arbeitsstellen und teilte 
dies den Behörden im Jahr 2018 auch mit (vgl. vorne E. 4.4). Soweit er vor-
bringt, die Stellensuche sei aufgrund seines fehlenden gefestigten Aufent-
halts und mangelnder «optimaler» Deutsch-, Französisch- oder Englisch-
kenntnisse erschwert gewesen (Beschwerde S. 10), ist ihm entgegenzuhal-
ten, dass er sich diese Umstände grösstenteils selber zuzuschreiben hat. 
Während seines faktisch über 30-jährigen Aufenthalts hätte er sich um bes-
sere Sprachkenntnisse und einen gefestigteren Aufenthaltsstatus bemühen 
können. Wohl mögen heute das fortgeschrittene Alter und die verminderte 
Leistungsfähigkeit die Stellensuche erschweren. Insgesamt rechtfertigen 
diese Umstände jedoch nicht die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer 
über viele Jahre nur ungenügend um eine neue (Teilzeit-)Arbeitsstelle be-
mühte, obwohl eine Erhöhung des Stellenpensums möglich und zumutbar 
gewesen wäre (vgl. E. 6.2 hiervor). Dass er die Aufträge des Sozialdiensts 
meistens erledigte, ändert nichts an dieser Einschätzung (Akten MIDI 
pag. 173, 237, 534; Beschwerde S. 10). Denn der Entzug der Bewilligung 
kann auch dann verhältnismässig sein, wenn die Betroffenen ihrer Schaden-
minderungspflicht im Fürsorgeverhältnis nachgekommen sind. Im Rahmen 
des ausländerrechtlichen Verfahrens gilt ein strengerer Massstab (vgl. 
BGer 2C_83/2018 vom 1.2.2019 E. 4.2.3; VGE 2019/224 vom 14.7.2021 
E. 7.2.3 [bestätigt durch BGer 2C_716/2021 vom 18.5.2022]). 

6.4 Nach dem Gesagten lässt sich im Ergebnis mit der Vorinstanz die 
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers – über die ganze Bezugs-
periode betrachtet – nicht allein oder hauptsächlich mit dessen gesundheit-
licher Situation erklären oder rechtfertigen. Insoweit hat er den andauernden 
Sozialhilfebezug zumindest teilweise selbst zu vertreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 17

6.5 Der Beschwerdeführer ist während seines Aufenthalts in der Schweiz 
in strafrechtlicher Hinsicht wiederholt aufgefallen (vorne E. 3.6).

Auch wenn die Straftaten teilweise lange zurückliegen bzw. bereits aus dem 
Strafregister entfernt sind (vgl. Art. 369 StGB), ist entgegen der Ansicht des 
Beschwerdeführers (Beschwerde S. 8 f.) sein Verhalten einer Gesamtbe-
trachtung zu unterziehen und sind strafrechtlich relevante Verurteilungen 
auch nach deren Löschung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens 
miteinzubeziehen (vgl. BGer 2C_255/2021 vom 2.8.2021 E. 4.3, 
2C_861/2018 vom 21.10.2019 E. 3.2, 2C_477/2008 vom 24.2.2009 E. 3.2.2; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.3.1; VGE 2019/303 vom 17.12.2021 E. 5.2.2 [bestä-
tigt durch BGer 2C_133/2022 vom 24.6.2022]). Die Verurteilungen des Be-
schwerdeführers in den Jahren 2004 und 2007 fallen dennoch wenig ins Ge-
wicht, da sie über 15 Jahre zurückliegen. 

Seit 2011 kam es allerdings wiederholt zu Vorfällen häuslicher Gewalt ge-
genüber seiner Exfrau wie auch seinen Kindern (vgl. vorne E. 3.6). Auch das 
eingestellte Verfahren wegen Verletzung der Erziehungspflicht ist bei der 
Gesamtwürdigung zu berücksichtigen. Denn die Einstellung erfolgte gestützt 
auf Art. 53 StGB (Wiedergutmachung), da der Beschuldigte den Normbruch 
anerkannt hatte, sein Verhalten bedauerte und sich verpflichtete, sich bezüg-
lich der Gewaltproblematik und seiner Erziehungskompetenzen beraten 
bzw. therapieren zu lassen. Dadurch sollte eine weitere Belastung der Kinder 
vermieden werden (vgl. Akten SID 7A1 Beilage 11).

Das Verhalten des Beschwerdeführers zeigt insgesamt auf, dass es ihm trotz 
langjährigen Aufenthalts in der Schweiz schwerfällt, traditionelle Wertehal-
tungen und Muster abzulegen und sich der schweizerischen Rechtsordnung 
anzupassen. Dies verleiht dem Fernhalteinteressen zusätzliches Gewicht.

6.6 Insgesamt ist der Vorinstanz zu folgen und aufgrund der erheblichen 
und fortbestehenden Sozialhilfeabhängigkeit im Ergebnis von einem gewich-
tigen öffentlichen Interesse an der Entfernungsmassnahme auszugehen. 

7.

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 18

in der Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen 
drohenden Nachteile zu berücksichtigen. 

7.1 Der Beschwerdeführer reiste 1990 in die Schweiz ein, ihm wurde am 
14. Juli 1995 die vorläufige Aufnahme gewährt und später eine Aufenthalts-
bewilligung erteilt (vgl. vorne E 3.1). Der Aufenthalt als erfolgloser Asylbe-
werber ist für die Berechnung der Aufenthaltsdauer nicht massgebend und 
der Zeit, welche er kraft aufschiebender Wirkung der gegen die Nichtverlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung erhobenen Rechtsmittel hier verbringt 
(seit Juli 2019), kann kein besonderes Gewicht beigemessen werden 
(BGE 137 II 1 E. 4.3; BGE 2C_528/2021 vom 23.6.2022 E. 4.4; BVR 2013 
S. 543 E. 5.1; VGE 2019/267 vom 14.12.2021 E. 7.1). Dennoch ist von einer 
sehr langen Aufenthaltsdauer auszugehen, was bei der Bewertung der pri-
vaten Interessen ins Gewicht fällt. 

7.2 Allerdings ist die Integration des Beschwerdeführers insgesamt man-
gelhaft:

7.2.1 Seine beruflich-wirtschaftliche Integration ist nicht erfolgreich verlau-
fen. Seit seiner Ankunft in der Schweiz war der Beschwerdeführer immer 
wieder arbeitslos oder lediglich zu einem tiefen Teilzeitpensum angestellt. 
Ein Vollzeitpensum übte er lediglich zu Beginn seines Aufenthalts in der 
Schweiz und zwischen 2007 und 2011 aus. Seit 2016 arbeitet er zu einem 
Pensum von weniger als 10 % (vgl. vorne E. 3.3, 4.4). Der Umstand, dass er 
weder Betreibungen noch Verlustscheine hat (Beschwerde S. 10), ist grund-
sätzlich anzuerkennen; von entscheidender Bedeutung ist dies aber nicht, 
denn darin liegt keine besondere Integrationsleistung (vgl. VGE 2015/262 
vom 10.4.2017 E. 4.2.1). 

7.2.2 Gegen eine erfolgreiche Integration sprechen sodann seine wieder-
holte Straffälligkeit und insbesondere die mehrfachen Vorfälle häuslicher Ge-
walt gegenüber seiner Exfrau und seinen Kindern. Entgegen seiner Ansicht 
sind bei einer Gesamtbetrachtung auch länger zurückliegende Straftaten zu 
berücksichtigen, sogar wenn diese im Strafregister heute nicht mehr einge-
tragen sind (vgl. oben E. 3.6, 6.5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 19

7.2.3 In sozialer Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, dass er über 
viele Kontakte in der Kirchgemeinde verfüge (Beschwerde S. 13), was er 
aber nicht belegt. Aufgrund der Mitwirkungspflicht wäre es an ihm gelegen, 
allfällige soziale Kontakte konkret darzutun und sachdienlich nachzuweisen 
(Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG und dazu etwa BGE 138 II 229 
E. 3.2.3; allgemein zur Mitwirkungspflicht etwa BVR 2015 S. 391 E. 5.5, 
2010 S. 541 E. 4.2.3; VGE 2019/255 vom 17.12.2019 E. 4.8). Der Bericht 
des Sozialdiensts im Jahr 2014 lässt darauf schliessen, dass der Beschwer-
deführer sich hauptsächlich im angestammten Kulturkreis bewegt (vgl. Akten 
MIDI pag. 174). Mangels Substanziierung kann nicht von einer der Aufent-
haltsdauer entsprechenden Verankerung in der hiesigen Gesellschaft oder 
weiteren vertieften sozialen Bindungen zu hier ansässigen Personen aus-
serhalb seiner Kernfamilie ausgegangen werden, deren Abbruch den Be-
schwerdeführer empfindlich treffen würde. Gestützt auf den Bericht des So-
zialdiensts und den besuchten Deutschkurs 2019 ist davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer zumindest über Grundkenntnisse der deutschen 
Sprache verfügt (Akten MIDI pag. 174, Akten SID 7A1 Beilage 7). Darüber 
hinausgehende Kenntnisse sind nicht belegt. Der Beschwerdeführer räumt 
selber ein, dass seine Deutschkenntnisse nicht «optimal» seien (Be-
schwerde S. 10). Sollte er seine Sprachkenntnisse bis heute verbessert ha-
ben, stellte dies gemessen an seiner Aufenthaltsdauer keine besondere In-
tegrationsleistung dar. Insgesamt kann mit der Vorinstanz (angefochtener 
Entscheid E. 5.1) nicht von einer gelungenen Integration in die hiesigen Ver-
hältnisse gesprochen werden.

7.3 Zu würdigen sind schliesslich die Auswirkungen der Entfernungs-
massnahme auf den Beschwerdeführer. 

Hinsichtlich der Rückkehr nach Sri Lanka ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer bis 21-jährig im Heimatland gelebt hat; dort ist er aufgewach-
sen und wurde er sozialisiert (vgl. vorne E. 3.1). Zudem besteht sein soziales 
Umfeld in der Schweiz vor allem aus Personen aus seinem Kulturkreis (vgl. 
vorne E. 7.2.3). Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass er mit der 
Sprache, Kultur und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines Heimat-
lands nach wie vor vertraut ist. Der Beschwerdeführer macht geltend, er 
könne in Sri Lanka auf kein soziales Netz zurückgreifen (vgl. Beschwerde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 20

S. 13). Bei seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1990 gab er an, dass seine 
Eltern, ein Bruder und vier Schwestern in Sri Lanka lebten (vgl. Akten 
SID 7A1 Beilage 10). Seit 1990 ist nur ein Besuch in seinem Heimatland er-
stellt. So reiste er 2016 für die Beerdigung seines Vaters nach Sri Lanka. 
Gemäss eigenen Angaben musste er damals aus Furcht vor Verfolgung im-
mer wieder seinen Standort wechseln, wobei ihm «verschiedene Verwandte 
und Bekannte» zeitweilig Zuflucht boten (Akten SID pag. 57). Um welche 
Verwandte und Bekannte es sich handelte, präzisierte er nicht. Es ist nicht 
aktenkundig, ob seine Mutter und seine Geschwister sich auch heute noch 
in Sri Lanka aufhalten und ob der Beschwerdeführer Kontakt zu ihnen pflegt. 
Es ist mithin fraglich, ob er im heutigen Zeitpunkt noch über familiäre Kon-
takte in seiner Heimat verfügt. Indes wäre es ihm grundsätzlich möglich, sich 
in Sri Lanka ein neues soziales Umfeld aufzubauen. In der Schweiz hat der 
Beschwerdeführer beruflich nicht Fuss fassen können. Eine abgeschlossene 
Berufsausbildung kann er nicht vorweisen. Zudem leidet er bereits seit län-
gerer Zeit unter körperlichen Beschwerden, wobei es ihm möglich wäre, zu-
mindest einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. vorne E. 6.1 ff.). 
Insgesamt dürfte es ihm mutmasslich schwer fallen, einen Arbeitsplatz in der 
sri-lankischen Wirtschaft zu finden. Allerdings handelt es sich dabei nicht um 
ein gänzlich unüberwindbares Hindernis. 

7.4 In familiärer Hinsicht steht die Beziehung des Beschwerdeführers zu 
seinen zwei in der Schweiz aufenthaltsberechtigten minderjährigen Kindern 
zur Diskussion.

7.4.1 Der Beschwerdeführer hat zwei minderjährige Kinder im Alter von 
knapp 15 (C.________) und 11 (D.________) Jahren, die über eine 
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügen. Die älteste Tochter 
(B.________, Jg. 2004) ist mittlerweile volljährig. Der Beschwerdeführer 
macht geltend, die Trennung von seinen Kindern verletze sein Recht auf 
Familienleben nach Art. 8 EMRK. Im Rahmen des gerichtsüblichen 
Besuchsrechts habe er eine gute, stabile Beziehung zu seinen Kindern 
aufgebaut und sei ihre einzige Bezugsperson. Es sei daher nicht haltbar, die 
Beziehung in Zukunft nur mittels moderner Kommunikationsmittel zu pflegen 
(vgl. Beschwerde S. 13 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 21

7.4.2 Die familiäre Beziehung zwischen dem ausreisepflichtigen Elternteil 
und seinem Kind kann trotz des Sorgerechts unter dem Gesichtspunkt von 
Art. 8 EMRK grundsätzlich auch vom Ausland her gepflegt werden (vgl. 
BGE 143 I 21 E. 5.3; BGer 2C_652/2020 vom 20.1.2021 E. 7.4.2, 
2C_76/2017 vom 1.5.2017 E. 4.1, 2C_810/2016 vom 21.3.2017 E. 5.3; 
VGE 2020/331 vom 1.7.2021 E. 7.3.1, 2018/178 vom 3.12.2018 E. 4.3). Ein 
Recht auf Aufenthalt des nicht obhutsberechtigten ausländischen Elternteils, 
der schon bisher über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte, kann sich hinge-
gen ergeben, wenn eine (1) in affektiver und (2) in wirtschaftlicher Hinsicht 
besonders enge Eltern-Kind-Beziehung besteht und (3) diese wegen der 
Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische 
Person auszureisen hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden 
könnte, sofern (4) die ausreisepflichtige Person sich in der Schweiz bisher 
weitgehend «tadellos» verhalten hat (BGE 144 I 91 E. 5.2 [Pra 108/2019 
Nr. 11], 143 I 21 E. 5.2, 142 II 35 E. 6.2, 139 I 315 E. 2.2 und 2.5; 
BGer 2C_800/2018 vom 12.2.2020 E. 3.2; VGE 2020/331 vom 1.7.2021 
E. 7.3.1).

7.4.3 Das Kontaktrecht des Beschwerdeführers besteht seit Dezember 
2021 in unbegleiteten zweiwöchentlichen Besuchen am Samstag oder Sonn-
tag jeweils für acht Stunden (vgl. vorne E. 3.5.3), nachdem es bis Februar 
2019 stärker eingeschränkt war. Inwiefern das Besuchsrecht mittlerweile er-
weitert wurde, wie der Beschwerdeführer behauptet (vgl. Beschwerde S. 9), 
ist nicht belegt. Der Besuchsplan Dezember 2020 bis Februar 2021 sieht 
jedenfalls nur eintägige Besuche alle zwei Wochen vor (vgl. BB 3). Auch 
wenn der Beschwerdeführer die Kontakte zu seinen Kindern faktisch wahr-
nimmt, erreicht das heute geltende Besuchsrecht nicht den Umfang dessen, 
was als «üblich» gilt (vgl. zum Umfang etwa BGE 144 I 91 E. 5.2.1 
[Pra 108/2019 Nr. 11], 139 I 315 E. 3.1; BGer 2C_547/2014 vom 5.1.2015 
Bst. A.b und E. 3.3). Die Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen Kin-
dern ist nicht unbelastet (vgl. vorne E. 3.5). Im Rahmen des im Juli 2018 
gegen ihn eingeleiteten Strafverfahrens erhärtete sich der Verdacht, dass er 
seine Kinder geschlagen bzw. ihnen mit Schlägen gedroht hatte, um sie zu 
erziehen (vgl. vorne E. 3.6; Akten SID 7A1 Beilage 11). Aufgrund dieser Vor-
fälle wurden die Kinder im März 2018 fremdplatziert. Zwar stellte die Beistän-
din der Kinder im Bericht vom 18. Dezember 2018 fest, dass die Besuche 

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beim Beschwerdeführer unproblematisch verliefen (Akten MIDI pag. 522). 
Gemäss Bericht vom 13. Dezember 2018 der Familienbegleitung ist trotz 
schwieriger Geschichte zwischen Vater und Kindern ein gegenseitiges Ver-
trauen vorhanden. In Konfliktsituationen sei eine «Verhärtung im Zusam-
mensein» sicht- und spürbar, die sich aber jeweils wieder auflöse (Akten 
MIDI pag. 520). Ein praxisübliches Kontaktrecht zu den beiden jüngeren Kin-
dern besteht bis heute nicht, auch wenn die Besuche immerhin unbegleitet 
stattfinden dürfen (vorne E. 3.5.3). Der Beschwerdeführer belegt nicht, dass 
sich die Beziehung/Bindung zu den Kindern massgeblich vertieft hat. Aus 
den dargelegten Gründen kann nicht auf eine in affektiver Hinsicht beson-
ders enge Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinen Kindern 
geschlossen werden (vgl. für eine solche Konstellation etwa VGE 2020/36 
vom 13.4.2021 E. 6.3.2). Der Beschwerdeführer leistet auch keine Unter-
haltsbeiträge oder sonstigen Naturalleistungen, womit auch in wirtschaftli-
cher Hinsicht keine enge Beziehung zu seinen Kindern vorliegt. Aufgrund der 
langjährigen, erheblichen und mitverschuldeten Sozialhilfeabhängigkeit 
kann dem Beschwerdeführer auch kein tadelloses Verhalten attestiert wer-
den, zumal eine Besserung nicht absehbar ist (vorne E. 4.4; vgl. 
BGer 2C_525/2020 vom 7.10.2020 E. 5.3, 2C_870/2018 vom 13.5.2019 
E. 4.3). Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer in einer Gesamt-
betrachtung die Kriterien nicht, welche ihm gestützt auf die Beziehung zu 
seinen minderjährigen Kindern ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu ver-
mitteln vermöchten. In Bezug auf die älteste (volljährige) Tochter des Be-
schwerdeführers bestehen keine Anhaltspunkte für ein besonderes Abhän-
gigkeitsverhältnis, weswegen diese Beziehung nicht im Schutzbereich von 
Art. 8 EMRK und Art. 13 BV liegt (vgl. etwa BGE 144 II 1 E. 6.1).

7.4.4 Bei einer Wegweisung des Beschwerdeführers würden die Kinder bei 
der Mutter in der Schweiz bleiben. Die Vater-Kinder-Beziehung könnte von 
Sri Lanka aus nur noch beschränkt gelebt werden. Dies würde den Be-
schwerdeführer und die jüngeren Kinder mutmasslich hart treffen. Was den 
Beschwerdeführer selber angeht, hat er sich entgegenhalten zu lassen, dass 
er sich trotz seiner Verantwortung als Vater nicht zumindest teilweise von 
der Sozialhilfeabhängigkeit hat lösen können. Zudem ist er gegenüber sei-
nen Kindern und seiner Exfrau wiederholt tätlich geworden (vgl. vorne E. 3.6, 
6.5). In diesem Sinne muss sich der Beschwerdeführer vorwerfen lassen, 

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Seite 23

wenig zur Verbesserung der problematischen familiären Situation unternom-
men zu haben. Es scheint ihm schwer zu fallen, die Entscheidungen der Be-
hörden in Bezug auf seine Kinder zu akzeptieren (vgl. Akten MIDI pag. 327 f., 
522). Er zeigt auch keinen Antrieb, sein Verhalten ändern zu wollen. So hat 
er bis heute den (angeordneten) Besuch einer Einzeltherapie oder eines 
Anti-Gewalt-Kurses nicht nachgewiesen (vgl. vorne E. 3.4, 3.5.2 f.), obschon 
dies die Chancen auf ein erweitertes Besuchsrecht erhöht hätte (vgl. Akten 
SID 7A1 Beilage 12). Sein eigenes Interesse, nicht von seinen Kindern ge-
trennt zu werden, ist in diesem Sinn zu relativieren. Trotz der belasteten fa-
miliären Situation hätte die Trennung von ihrem Vater für die jüngeren Kinder 
zweifelsfrei erhebliche Konsequenzen. Indes lebten sie seit der Trennung 
der Eltern im Jahre 2012 bzw. 2013 – soweit aktenkundig – nur zwischen 
September 2017 und März 2018 mit dem Beschwerdeführer zusammen. 
Während des nachfolgenden Heimaufenthalts war sein Besuchsrecht eben-
falls nicht grosszügig (vgl. vorne E. 3.5.2). Mittlerweile wohnt die jüngste 
Tochter (zusammen mit ihrer volljährigen Schwester) wieder bei der Kinds-
mutter. Der Sohn befindet sich weiterhin im Kinderheim, die Kindsmutter ver-
fügt aber über ein grosszügigeres Besuchsrecht als der Beschwerdeführer 
(vgl. Akten SID 7A1 Beilage 12). Damit trifft die Behauptung des Beschwer-
deführers, er sei die einzige Bezugsperson der Kinder (vgl. Beschwerde 
S. 13 f.), nicht zu. Trotz Ausreise des Beschwerdeführers könnten die Kinder 
in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben. Aufgrund ihres bereits ju-
gendlichen Alters ist davon auszugehen, dass sie den Kontakt zu ihrem Va-
ter, wenn auch in beschränktem Umfang, über die Distanz mittels der übli-
chen Kommunikationsmittel problemlos pflegen könnten, allenfalls auch im 
Rahmen von Besuchen. 

7.5 Der Beschwerdeführer erachtet eine Rückkehr nach Sri Lanka aus 
verschiedenen Gründen als unzumutbar. 

7.5.1 Er bringt vor, die Behandlung seiner psychischen Erkrankung könne 
in Sri Lanka nicht angemessen erfolgen. Psychisch Erkrankte würden in Sri 
Lanka stigmatisiert und Betroffene dadurch davon abgehalten, die Krankheit 
offenzulegen bzw. zu behandeln (vgl. act. 4, 10). 

7.5.2 Eine medizinische Notlage steht der Wegweisung nur dann entge-
gen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 24

zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefähr-
denden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person 
führt. Als wesentlich wird dabei die allgemeine und dringende medizinische 
Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen 
Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht schon 
dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizeri-
schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. 
BGE 139 II 393 E. 6, 137 II 305 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.3.2 mit Hin-
weisen; BVGer E-869/2021 vom 29.4.2021 E. 9.3.1; VGE 2019/267 vom 
14.12.2021 E. 7.4.1). 

7.5.3 Die geltend gemachte psychische Erkrankung ist nicht erstellt. Diag-
nostiziert wurde der Beschwerdeführer – soweit aktenkundig – bis heute 
nicht. Lediglich sein behandelnder Arzt, der als Internist und Rheumatologe 
nicht auf psychische Erkrankungen spezialisiert ist, vermutet, dass der Be-
schwerdeführer an einer psychiatrischen Erkrankung leide. Bis heute ist 
nicht belegt, dass dieser psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen hat 
(vgl. vorne E. 3.4). Überdies könnte er sich auch in Sri Lanka behandeln las-
sen. Es befinden sich dort 23 Spitäler mit psychiatrischen Abteilungen zur 
stationären Betreuung und über 300 Kliniken für ambulante Behandlungen 
psychisch kranker Patientinnen und Patienten (vgl. BVGer D-3647/2019 vom 
14.4.2021 E. 9.8; vgl. auch VGE 2018/449 vom 6.8.2020 E. 5.3.7 [bestätigt 
durch BGer 2C_746/2020 vom 4.3.2021]). In den Krankenhäusern, in denen 
qualifiziertes Personal angestellt ist, können auch psychotische Erkrankun-
gen, anhaltende wahnhafte Störungen und akute psychotische Episoden be-
handelt werden (vgl. BVGer E-5359/2021 vom 24.2.2022 E. 9.3.3). Damit er-
weist sich der Wegweisungsvollzug aus medizinischer Sicht als zumutbar. 

7.6 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, seine Wegweisung nach Sri 
Lanka sei aufgrund seines politischen Engagements ausgeschlossen. 

7.6.1 Er beruft sich im Wesentlichen auf Berichte der Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe (SFH) aus den Jahren 2016 und 2018 und das Referenzurteil 
des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016. Da er der 
tamilischen Rebellengruppe E.N.D.L.F. angehört und für die Unabhängigkeit 
der Tamilen gekämpft habe, würde der Staatsapparat in ihm ein potenzielles 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
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Risiko für den Einheitsstaat sehen. Bei einer Rückkehr laufe er Gefahr, will-
kürlich festgenommen oder getötet zu werden (vgl. Beschwerde S. 15 ff.). 

7.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im erwähnten Referenzurteil 
eingehend mit der Rückkehr von Angehörigen der tamilischen Ethnie nach 
Sri Lanka auseinandergesetzt. Es ist zum Schluss gekommen, dass diese 
Personen nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung 
und Folter ausgesetzt sind. Ob im Einzelfall trotzdem ein Risiko besteht, ist 
anhand von bestimmten Faktoren zu prüfen. So gelten der Eintrag in einer 
am Flughafen in Colombo abrufbaren «Stop-List», Verbindungen zu den 
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sowie exilpolitisches Engagement, 
welches über das blosse Mitlaufen bei Massenveranstaltungen hinausgeht, 
grundsätzlich als stark risikobegründend (vgl. BVGer E-1866/2015 vom 
15.7.2016 E. 8.5.2 ff. und 12.2 f. [Referenzurteil]; VGE 2018/449 vom 
6.8.2020 E. 5.3.4 [bestätigt durch BGer 2C_746/2020 vom 4.3.2021]). Dabei 
ist davon auszugehen, dass jene Rückkehrerinnen und Rückkehrer eine be-
gründete Furcht vor Verhaftung und Folter haben, denen seitens der sri-lan-
kischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den nach wie 
vor als Bedrohung wahrgenommenen tamilischen Separatismus wiederauf-
leben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat zu gefährden (vgl. 
BVGer D-6157/2020 vom 22.11.2022 E. 8.4.1, D-6554/2018 vom 14.3.2019 
E. 13.5.1 mit weiteren Hinweisen; VGE 2018/449 vom 6.8.2020 E. 5.3.4 [be-
stätigt durch BGer 2C_746/2020 vom 4.3.2021]). 

7.6.3 Der Beschwerdeführer ist tamilischer Ethnie, katholischen Glaubens 
und stammt aus der Ostprovinz Sri Lankas, genauer … (vgl. Akten SID 7A1 
Beilage 10). Diese Umstände führen gemäss geltender Praxis für sich allein 
nicht zur Annahme, ihm drohten bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 
ernsthafte Nachteile. Sein Asylgesuch wurde abgelehnt mit der Begründung, 
dass seine geltend gemachte Mitgliedschaft bei der E.N.D.L.F. weder eine 
staatliche Verfolgung noch eine solche seitens der LTTE nach sich ziehe und 
die diesbezügliche Furcht des Beschwerdeführers unbegründet sei (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 5.2.3; Akten SID 7A1 Beilage 10). Zwar verfügte 
das SEM 1995 die vorläufige Aufnahme. Entgegen der Behauptung des 
Beschwerdeführers (Beschwerde S. 15) wurde er aber nicht aus in seiner 
Person liegenden individuellen Gründen vorläufig aufgenommen, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
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aufgrund eines Bundesrats-Beschlusses vor dem Hintergrund einer 
Vereinbarung zwischen der schweizerischen Vertretung in Colombo und 
dem sri-lankischen Aussenministerium (vgl. Akten SID 7A1 Beilage 10; 
vorne E. 3.1). Auch zum jetzigen Zeitpunkt hat der Beschwerdeführer keine 
konkrete Gefährdung dargetan und eine solche ist auch nicht ersichtlich. Aus 
den eingereichten allgemeinen Berichten der SFH kann der Beschwerdefüh-
rer nichts Entscheidendes zu seinen Gunsten ableiten. Sein Einwand, er 
habe während seines Aufenthalts in Sri Lanka 2016 ständig unterwegs sein 
müssen und nur so dem Zugriff des Geheimdiensts bzw. paramilitärischer 
Gruppierungen jeweils entkommen können (vgl. Akten SID pag. 57), vermag 
nicht zu überzeugen. Er liefert keinerlei Belege für die geltend gemachten 
Gefahren. Dass dem Beschwerdeführer seitens der sri-lankischen Behörden 
tamilischer Separatismus vorgeworfen werden könnte, ist ebenso wenig er-
stellt wie dessen exilpolitisches Engagement. Schliesslich behauptet er 
nicht, in einer sog. «Stop-List» am Flughafen in Colombo eingetragen zu 
sein, was auch nicht wahrscheinlich ist, konnte er doch 2016 anscheinend 
problemlos einreisen.

7.7 Der Beschwerdeführer hält seine Wegweisung nach Sri Lanka auch 
aufgrund der dortigen allgemeinen Sicherheits- und Menschenrechtslage für 
unzumutbar (Beschwerde S. 19 f.). 

7.7.1 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner 
Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Gemäss der Rechtsprechung 
des Bundesverwaltungsgerichts ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- 
und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbar-
keitskriterien bejaht werden kann, insbesondere das Vorhandensein eines 
tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf 
eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation (vgl. BVGer E-1866/2015 
vom 15.7.2016 E. 13.2 und 13.4, D-3619/2016 vom 16.10.2017 E. 9.5 [bei-
des Referenzurteile], D-5276/2020 vom 14.10.2022 E. 6.3.1, D-1832/2020 
vom 07.10.2022 E. 7.5.1; vgl. auch VGE 2019/309 vom 17.6.2021 E. 6.5.1). 
Falls solche begünstigenden Faktoren nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit 
einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet zu prü-
fen, namentlich im Grossraum Colombo (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1.2 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
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13.3; BVGer E-2997/2015 vom 28.5.2018 E. 8.3.3; VGE 2018/294 vom 
28.6.2019 E. 5.5.5 [bestätigt durch BGer 2C_682/2019 vom 26.2.2020; alle 
betreffend Wegweisung in die Nordprovinz]). Die Bombenanschläge im April 
2019 und der deswegen verhängte Notstand (vgl. Beschwerde S. 19) ändern 
nichts an dieser Einschätzung: Gemäss Bundesverwaltungsgericht führen 
die Nachwirkungen der Anschläge vom 21. April 2019 und des damals ver-
hängten, zwischenzeitlich wieder aufgehobenen Ausnahmezustands nicht 
dazu, dass der Wegweisungsvollzug generell als unzumutbar angesehen 
werden müsste. Auch die Wahl von Ranil Wickremesinghe am 20. Juli 2022 
als neuer Staatspräsident und die aktuelle Wirtschaftskrise stehen einer 
Rückkehr grundsätzlich nicht entgegen (vgl. etwa BVGer D-5276/2020 vom 
14.10.2022 E. 6.3.1, D-1832/2020 vom 07.10.2022 E. 7.5.1, D-2673/2019 
vom 22.9.2022 E. 12.3.2). 

7.7.2 Der Beschwerdeführer stammt aus der Ostprovinz. Entgegen der 
Auffassung der Vorinstanz (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.2.3) sind ge-
mäss Bundesverwaltungsgericht auch bei einer Rückkehr in die Ostprovinz 
die individuellen Zumutbarkeitskriterien zu prüfen (E. 7.7.1 hiervor). In Bezug 
auf ein bestehendes tragfähiges familiäres oder soziales Beziehungsnetz ist 
zunächst auf das in E. 7.3 Erwähnte zu verweisen. So sind neben der Reise 
des Beschwerdeführers nach Sri Lanka im Jahre 2016 zur Beerdigung sei-
nes Vaters seit 1990 keine Aufenthalte im Heimatland dokumentiert (vgl. 
auch Akten SID pag. 34), und es ist auch unklar, wie lange er sich im Jahr 
2016 in Sri Lanka aufgehalten hat. Zwar kann angenommen werden, dass 
der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt zumindest über minimale 
Kontakte zu Verwandten und Bekannten verfügte. Ob diese auch heute noch 
bestehen, ist unklar. Nichts anderes ergibt sich aufgrund der Hochzeit mit 
einer sri-lankischen Staatsangehörigen. Die Hochzeit liegt mehr als 20 Jahre 
zurück und fand nicht in Sri Lanka, sondern in Indien statt (Akten MIDI 
pag. 122 f.). Insgesamt ist zweifelhaft, ob der Beschwerdeführer über ein 
tragfähiges soziales oder familiäres Beziehungsnetz im Heimatland verfügt. 
In Bezug auf die Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsi-
tuation ist ebenfalls auf das in E. 7.3 Festgestellte zu verweisen. Zwar ist es 
dem Beschwerdeführer gesundheitlich möglich, einer Teilzeiterwerbstätig-
keit nachzugehen (vgl. vorne E. 6.1 ff.). Angesichts seiner körperlichen Be-
schwerden, seines fortgeschrittenen Alters, der mangelnden beruflichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 28

Ausbildung und den fehlenden Hinweisen auf ein tragfähiges Beziehungs-
netz, welches ihm die berufliche Reintegration in Sri Lanka erleichtern 
könnte, sind die Aussichten auf ein gesichertes Einkommen allerdings unge-
wiss. Eine allfällige innerstaatliche Aufenthaltsalternative im übrigen Staats-
gebiet, namentlich im Grossraum Colombo, ist aufgrund der verfügbaren Ak-
ten nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer verfügt mutmasslich über keine 
Kenntnisse des Singhalesischen, welches dort hauptsächlich gesprochen 
wird (vgl. auch Akten SID 7A1 Beilage 10). Zudem sind den Akten keine Hin-
weise zu entnehmen, dass er jemals für längere Zeit im Grossraum Colombo 
lebte. 

7.7.3 Ob der Wegweisungsvollzug aufgrund der genannten Gründe unzu-
mutbar ist, steht zwar nicht fest; unproblematisch ist die Rückkehr aber je-
denfalls nicht. Die Frage kann letztlich offenbleiben, da die Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs lediglich ein Element darstellt, welches in die ge-
samte Interessenabwägung einzubeziehen ist, und dieser Aspekt nicht ohne 
weiteres zur Folge hat, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung unverhältnismässig wäre. Im Rahmen der bewilligungsrechtlichen Ver-
hältnismässigkeitsprüfung sind vielmehr sämtliche massgebenden Um-
stände zu würdigen (vgl. VGE 2020/356 vom 4.1.2022 E. 5.3.5, 5.3.8; 
2017/249 vom 2.5.2018 E. 4.3.3 mit Hinweisen; zum Ganzen VGE 2016/173 
vom 31.10.2017 E. 4.3.6). 

7.8 Zusammenfassend begründen die Beziehung des Beschwerdefüh-
rers zu seinen minderjährigen Kindern sowie seine lange Aufenthaltsdauer 
ein nicht unerhebliches privates Interesse am weiteren Verbleib in der 
Schweiz. Der Beschwerdeführer hat sich aber insgesamt kaum in die hiesi-
gen Verhältnisse integrieren können. Mit den Begebenheiten in seinem Hei-
matland dürfte er nach wie vor vertraut sein. Allerdings liegen Anhaltspunkte 
für die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor. Dies stellt jedoch le-
diglich ein Element im Rahmen der Interessenabwägung dar. 

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Seite 29

8.

8.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer hat seit 2003 in erheblichem 
Umfang Sozialhilfeleistungen bezogen; seit 2011 wird er ununterbrochen so-
zialhilferechtlich unterstützt. Eine Loslösung erscheint wenig wahrscheinlich. 
Seine jahrelange Sozialhilfeabhängigkeit lässt sich nicht überwiegend mit 
seinen gesundheitlichen Beschwerden erklären. Insoweit muss sich der Be-
schwerdeführer seine Situation zumindest teilweise selbst zuschreiben. Zu-
dem ist er wiederholt straffällig geworden. Insbesondere kam es zu Vorfällen 
häuslicher Gewalt gegenüber seiner Exfrau und seinen Kindern. Das öffent-
liche Fernhalteinteresse ist damit insgesamt als erheblich zu bewerten. Da-
gegen haben die privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz zu-
rückzustehen: Trotz der langen Anwesenheit konnte sich der Beschwerde-
führer weder wirtschaftlich noch sozial erfolgreich in der Schweiz integrieren. 
In familiärer Hinsicht wird die Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen 
zwei minderjährigen Kindern zwar stark eingeschränkt. Im Hinblick auf das 
Kindeswohl ist indes zu berücksichtigen, dass die Kinder in ihrem vertrauten 
Umfeld bei der Mutter bzw. im Heim bleiben und unter den hiesigen Lebens-
bedingungen aufwachsen können. Die Beziehung zwischen dem Vater und 
den Kindern ist zudem nicht unbelastet. Die Rückkehr nach Sri Lanka dürfte 
dem Beschwerdeführer zwar schwer fallen. Es bestehen Anhaltspunkte für 
die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, da unsicher ist, ob er in sei-
ner Heimat auf ein tragfähiges soziales oder familiäres Beziehungsnetz zu-
rückgreifen kann, und keine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation im 
Heimatland zu bestehen scheint. Vor dem Hintergrund der erheblichen öf-
fentlichen Interessen vermag dies aber nicht den Ausschlag zu geben, auf 
die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verzichten. Zusammen-
fassend überwiegen die öffentlichen Interessen an der strittigen Entfer-
nungsmassnahme. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz erweisen sich 
auch im Licht von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 13 Abs. 1 BV und der KRK als 
verhältnismässig. Inwiefern dieses Ergebnis gegen das Gebot von Treu und 
Glauben verstossen oder das Recht auf ein faires Verfahren verletzen soll, 
ist nicht erkennbar.

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Seite 30

8.2 Anders als der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde S. 14 
unten), kommt unter diesen Umständen eine ermessensweise Bewilligungs-
verlängerung von vornherein nicht in Betracht (vgl. Art. 33 Abs. 3 AIG; 
BVR 2013 S. 73 E. 3.2).

9.

Im Eventualstandpunkt strebt der Beschwerdeführer eine vorläufige Auf-
nahme wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs an (Rechtsbegehren 2; vorne Bst. C). 

9.1 Die vorläufige Aufnahme wird vom SEM verfügt (Art. 83 Abs. 1 AIG). 
Nach Art. 83 Abs. 6 AIG kann nur die kantonale Behörde einen entsprechen-
den Antrag beim SEM stellen, nicht aber die betroffene ausländische Person 
(vgl. BGE 141 I 49 E. 3.5.3 [Pra 104/2015 Nr. 82], 137 II 305 E. 3.2 mit Hin-
weisen; BVR 2013 S. 543 E. 7.1, 2015 S. 105 E. 4 f. [zusammengefasst]). 
Gleichwohl dürfen Vollzugshindernisse, die zu einer vorläufigen Aufnahme 
führen könnten, vor jeder wegweisenden Behörde geltend gemacht werden. 
Diese prüft nach pflichtgemässem Ermessen, ob es die geltend gemachten 
Umstände rechtfertigen, eine Beurteilung der Vollzugssituation bzw. eine all-
fällige vorläufige Aufnahme beim sachlich zuständigen SEM im Sinn von 
Art. 83 Abs. 6 AIG zu beantragen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 7.1; 
VGE 2020/356 vom 4.1.2022 E. 7.1).

9.2 Die vorläufige Aufnahme wird verfügt, wenn der Vollzug nicht mög-
lich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). Es beste-
hen keine Hinweise auf die Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
(Art. 83 Abs. 2 AIG). Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, 
wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 
Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt-
staat entgegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft 
nicht erfüllt (BVGer E-3331/2013 vom 3.7.2014 E. 11.2), ist das flüchtlings-
rechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und 
Art. 5 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) nicht an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.01.2023, Nr. 100.2021.46U, 
Seite 31

wendbar. Weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch aus den 
Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaf-
fung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer ver-
botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre im Sinn von Art. 3 EMRK 
oder Art. 3 i.V.m. Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge-
gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-
handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105; vgl. Art. 25 Abs. 3 BV). Gemäss der 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie 
des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer jedoch eine 
konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR 37201/06 vom 28.2.2008 [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien Ziff. 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 
im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als unzulässig erscheinen (vgl. etwa BVGer D-1331/2021 vom 13.4.2021 
E. 8.2.3 f.). Somit erscheint der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn der 
landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig (vgl. auch 
vorne E. 7.6).

9.3 Der Wegweisungsvollzug in die Ostprovinz Sri Lankas ist im Sinn von 
Art. 83 Abs. 4 AIG zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumut-
barkeitskriterien bejaht werden kann. Falls solche begünstigenden Faktoren 
nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthalts-
alternative im übrigen Staatsgebiet zu prüfen, namentlich im Grossraum 
Colombo (vgl. vorne E. 7.7). 

Während seines gesamten Aufenthalts in der Schweiz ist der Beschwerde-
führer – soweit aktenkundig – lediglich einmal im Jahr 2016 für die Beerdi-
gung seines Vaters nach Sri Lanka gereist und konnte dort gemäss eigenen 
Angaben für kurze Zeit bei Verwandten und Bekannten wohnen. Weitere 
Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer auch heute über soziale oder 
familiäre Kontakte in Sri Lanka verfügt, die ihn bei der Reintegration unter-
stützen könnten, liegen nicht vor. Erschwerend kommt hinzu, dass er bereits 
über 50 Jahre alt ist, aufgrund körperlicher Beschwerden in seiner Arbeitsfä-
higkeit eingeschränkt ist und über keine berufliche Ausbildung verfügt. Vor 
diesem Hintergrund ist zweifelhaft, ob er in seiner Heimat über ein tragfähi-

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ges soziales oder familiäres Beziehungsnetz verfügt und ob Aussicht auf 
eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation besteht. Vergleichbares 
gilt für eine allfällige innerstaatliche Aufenthaltsalternative im übrigen Staats-
gebiet, namentlich im Grossraum Colombo. Es liegen somit objektive An-
haltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer die individuellen Zumut-
barkeitskriterien für eine Rückkehr nach Sri Lanka nicht erfüllt und der Weg-
weisungsvollzug insofern im Sinn von Art. 83 Abs. 4 AIG unzumutbar ist. Es 
erscheint daher gerechtfertigt, ein Verfahren auf Prüfung der vorläufigen Auf-
nahme beim SEM zu veranlassen. Dieses wird abklären müssen, ob im Fall 
des Beschwerdeführers tatsächlich Unzumutbarkeitsgründe vorliegen, wel-
che die vorläufige Aufnahme rechtfertigen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 7.1 und 
7.3; VGE 2020/356 vom 4.1.2022 E. 7.3, 2013/331 vom 27.10.2014 E. 4.3.2, 
2013/160 vom 24.7.2014 E. 8.2 [bestätigt durch BGer 2C_740/2014 vom 
27.4.2015]).

10.

Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die 
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu Recht nicht verlängert 
worden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten 
ist (vgl. vorne E. 1.1 und 9.1). Allerdings bestehen zureichende objektive An-
haltspunkte dafür, dass der Wegweisungsvollzug allenfalls im Sinn des in 
E. 9.3 Erwogenen unzumutbar gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG sein könnte. Die 
Akten sind daher an das ABEV (MIDI) zu überweisen, damit dieses beim 
SEM die Einleitung eines Verfahrens auf Prüfung der vorläufigen Aufnahme 
des Beschwerdeführers veranlasst. Auf das Ansetzen einer neuen Ausreise-
pflicht wird unter diesen Umständen verzichtet (BVR 2013 S. 543 E. 8; vgl. 
auch VGE 2020/356 vom 4.1.2022 E. 8).

11.

11.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird der unterliegende Beschwerde-
führer an sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat er nicht 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 VPRG). Das gilt ungeachtet der Einleitung eines Ver-
fahrens auf vorläufige Aufnahme (zuletzt VGE 2020/356 vom 4.1.2022 

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E. 9.1). Er hat indes um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung sei-
nes Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht (vgl. vorne Bst. C).

11.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind nach 
der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren anzuse-
hen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Ver-
lustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. 
Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen oder aber da-
von absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rech-
nung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil 
er sie nichts kostet (statt vieler BVR 2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 
E. 5.1; zum Ganzen Lucie von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar 
zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 111 N. 29 ff.). 

11.3 Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist erstellt. Die Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erweist sich sodann nicht als von vornherein aus-
sichtslos. Dies ergibt sich namentlich aus der langen Aufenthaltsdauer des 
Beschwerdeführers und den gewichtigen familiären Interessen. Die Verhält-
nisse rechtfertigten auch den Beizug eines Rechtsvertreters. Das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen, und dem Beschwer-
deführer ist für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sein 
Rechtsvertreter als amtlicher Anwalt beizuordnen.

11.4 Mit Blick auf den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeutung 
der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses gibt die Kostennote des 
Rechtsvertreters zu keinen Bemerkungen Anlass (act. 12). Der tarifmässige 

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Parteikostenersatz ist entsprechend auf Fr. 3'047.50, zuzüglich Fr. 78.60 
Auslagen und Fr. 240.70 MWSt (7,7 % von Fr. 3'126.10), insgesamt 
Fr. 3'366.80, festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a Abs. 3 des Kan-
tonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]).

11.5 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar ge-
mäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 Abs. 1 
Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen und 
Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). 
Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 13,25 Stunden ist die amtliche 
Entschädigung auf Fr. 2'650.-- (13,25 x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 78.60 Aus-
lagen und Fr. 210.10 MWSt (7,7 % von Fr. 2'728.60), insgesamt 
Fr. 2'938.70, festzusetzen. 

11.6 Der Rechtsvertreter ist vorerst aus der Gerichtskasse zu entschädi-
gen. Der Beschwerdeführer ist gegenüber dem Kanton bzw. dem Rechtsver-
treter zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 113 
VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und Art. 123 ZPO).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Akten gehen an das Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern, 
Migrationsdienst, damit dieses beim Staatssekretariat für Migration die 
Einleitung eines Verfahrens auf Prüfung der vorläufigen Aufnahme des 
Beschwerdeführers veranlasse. 

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers.

5. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird dem Beschwerdefüh-
rer Rechtsanwalt …, …, als amtlicher Anwalt beigeordnet. Der tarifmäs-
sige Parteikostenersatz wird in diesem Verfahren auf Fr. 3'366.80 (inkl. 
Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird Rechtsanwalt … aus der 
Gerichtskasse eine auf Fr. 2'938.70 (inkl. Auslagen und MWSt) festge-
setzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht des Beschwerdeführers.

6. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ad Ziff. 2)
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.