# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0bae29c-67f4-5cd3-8b3d-064d4e4f46b0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2012 E-326/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-326-2012_2012-01-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­326/2012

U r t e i l   v om   2 6 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; 
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
Tunesien,  
vertreten durch Melanie Aebli, Freiplatzaktion Zürich,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 6. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver­
fahren (VwVG, SR 172.021),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG, 
SR 173.110),

des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische 
Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]),

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105),

des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK, SR 0.142.30]),

des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]),

der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitglied­
staats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in 
einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin II­VO),

der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 
2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin II­VO (DVO Dublin),

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des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä­
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest, 

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland 
am (…) verliess und von Italien her kommend am 15. Oktober 2011 ohne 
Reisepass  oder  Identitätskarte  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er 
gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  am  26.  Oktober  2011  zu  seiner  Person,  zu  den 
Asylgesuchsgründen und zum Reiseweg befragt wurde, wobei er angab, 
in Tunesien weder mit den Behörden noch mit Dritten Probleme gehabt 
zu haben,

dass das BFM die italienischen Behörden gestützt auf einen EURODAC­
Treffer  (Fingerabdruckabgleich)  am  8.  November  2011  um  Übernahme 
des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 9 Abs. 4 VO Dublin ersuchte,

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  am  20.  Dezember  2011 
guthiessen,

dass  das Bundesamt mit Verfügung  vom 6.  Januar  2012  –  eröffnet  am 
11. Januar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nach 
Italien anordnete,

dass  es  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton (…) mit dem Vollzug der Wegweisungsverfügung beauftragte, die 
Aushändigung  der  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis 
verfügte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe 
keine aufschiebende Wirkung,

dass es ausführte, der Beschwerdeführer  sei am  (…)  in  Italien  illegal  in 
das Hoheitsgebiet der Dublin­Staaten eingereist und er habe zusammen 
mit  seinem  Asylgesuch  einen  italienischen  Reisepass  für  Ausländer 
eingereicht, welcher am (…) in (…) ausgestellt worden sei,

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dass  bei  dieser  Sachlage  gestützt  auf  die  einschlägigen 
staatsvertraglichen  Bestimmungen  DAA,  Dublin  II­VO  und  DVO­Dublin 
Italien für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass die italienischen Behörden das Ersuchen des BFM um Übernahme 
des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  9  Abs.  4  VO  Dublin 
gutgeheissen  hätten  und  somit  die  Zuständigkeit  für  die  Durchführung 
des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens bei Italien liege,

dass das Bundesamt dem Beschwerdeführer  am 26. Oktober  2011 das 
rechtliche Gehör gewährte und dieser einzig geltend machte, nicht nach 
Italien zurückkehren zu wollen, weil er in Italien keine Arbeit und kein Asyl 
habe,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am (…) zu erfolgen habe,

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei,

dass  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  die Regelfolge  des Nichteintre­
tens auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er 
Schutz vor Rückschiebung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG  finde, und 
das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimatstaates nicht zu prüfen 
sei,

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle 
einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach Italien bestehen würden,

dass zudem weder die in Italien herrschende Situation noch andere Grün­
de gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung sprechen würden,

dass  es  bezüglich  des  beklagten  Mangels  an  Arbeit  Sache  der 
italienischen  Behörden  sei,  einen  Anspruch  auf  Arbeitsbewilligung  zu 
prüfen, und sich der Beschwerdeführer für Hilfe bei der Arbeitssuche oder 
für  sozialstaatliche  Unterstützung  an  die  Behörden  Italiens  zu  halten 
habe,

dass sich der Beschwerdeführer betreffend die fehlende Unterkunft nach 
Einreichung eines Asylgesuches auf die Richtlinie 2003/9/EG des Rates 
vom  27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die 
Aufnahme von Asylbewerbern in den Mitgliedstaaten berufen könne,

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dass  demzufolge  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  nicht  geeignet 
seien, die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Italien zu widerlegen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom 
18. Januar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die 
vorinstanzliche Verfügung erhob und beantragt, die Verfügung des BFM 
sei  aufzuheben  und  das  Bundesamt  sei  anzuweisen,  sein  Recht  auf 
Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  vorliegendes  Asylgesuch  für 
zuständig zu erklären, 

dass  der  Beschwerde  im  Sinne  vorsorglicher  Massnahmen  die 
aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  die  Vollzugsbehörden 
anzuweisen  seien,  von  einer  Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  bis 
das Gericht über die Beschwerde entschieden habe,

dass  auf  die Erhebung  eines Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sei,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingingen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass die Rechtsvertreterin mit Eingabe  vom 24.  Januar 2012 die  in  der 
Beschwerde  in  Aussicht  gestellten  Dokumente  (…)  nachreichte  und 
anführte,  der  Beschwerdeführer  habe  regelmässig  Termine  beim 
B._______ und bei seinem Hausarzt,

dass  B._______  den  Beschwerdeführer  aufgrund  einer  mündlichen 
Auskunft  als  sehr  selbstgefährdet  einschätze  und  eine  diesbezügliche 
schriftliche Einschätzung nächste Woche zu den Akten gereicht werde,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

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BGG),  ausser  bei  Vorliegen  eines Auslieferungsersuchens  des Staates, 
vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht,

dass  eine  solche  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG 
vorliegend nicht gegeben ist und das Bundesverwaltungsgericht demnach 
endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 
VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG)  entschieden  wird,  und  es  sich,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um 
eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch 
zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver­
zichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  –  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens­
entscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen 
Prüfung enthält,  die angefochtene Verfügung aufhebt  und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist  (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  EMARK 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  die 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheids stellen, 

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asyl­
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchfüh­
rung  des  Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig 
ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab 
auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien feststeht 
und er diesen auch nicht bestreitet,

dass die  in der Schweiz geltend gemachten Asylgründe daher  in  Italien, 
welches  Land  aufgrund  der  einschlägigen  Staatsverträge  als  für  die 
Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  zu  erachten  ist,  zu  prüfen 
sein werden, 

dass  für  die  geltend  gemachten Mängel  in  Italien  auf  die  vorstehenden 
Ausführungen  zu  verweisen  ist  und  sie  an  der  Zuständigkeit  dieses 
Landes nichts zu ändern vermögen,

dass  Italien Signatarstaat der FK, der EMRK und des FoK  ist,  und sich 
aus  den  Akten  keine  konkreten  Hinweise  ergeben,  wonach  Italien  sich 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrechtlichen 
Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die 
einschlägigen Normen der EMRK, halten würde,

dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückführung  nach  Italien  den 
dortigen Behörden übergeben wird, die damit die Möglichkeit haben, sich 
um ihn gebührend zu kümmern und sein Asylverfahren durchzuführen,

dass  –  wie  das  BFM  bereits  ausgeführt  hat  –  Italien  an  die 
Aufnahmerichtlinie gebunden  ist und demnach dafür besorgt sein muss, 
Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen,

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dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  betreffend 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  zudem  bevorzugt 
behandelt  werden  und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch 
zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden 
und Flüchtlingen annehmen, 

dass  an  dieser  Einschätzung  auch  der  Hinweis  in  der  Beschwerde  auf 
den gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers  nichts  zu  ändern 
vermag und diesbezüglich darauf hinzuweisen ist, dass im Falle einer (…) 
der  wegweisende  Staat  nach  dem  Europäischen  Gerichtshof  für 
Menschenrechte  (EGMR)  nicht  verpflichtet  ist,  vom  Vollzug  der 
Ausweisung  Abstand  zu  nehmen,  solange  er Massnahmen  ergreift,  um 
die  Verwirklichung  der  Drohung  zu  verhindern  (vgl. 
Unzulässigkeitsentscheid  des  EGMR  vom  7.  Oktober  2004  i.S.  Dragan 
und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in EMARK 2005 
Nr. 23 E. 5.1 S. 212),

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Austrittsbericht  der  (…)  vom  (…) 
zwei  Tage  nach  seinem  am  (…)  wegen  (…)  (…)  erfolgten  Eintritt 
unbemerkt  (…)  entwich  und  am  (…)  nach  Rücksprache  mit  dem 
Wohnheim  zufolge  fehlender  Gefährdungsaspekte  administrativ 
entlassen wurde,

dass es sich angesichts dieser Sachlage erübrigt, den Eingang der in der 
Eingabe  vom  24.  Januar  2012  in  Aussicht  gestellten  schriftlichen 
Einschätzung  des  B._______  abzuwarten,  zumal  die  im  Austrittsbericht 
empfohlene (…) auch in Italien gewährleistet ist,

dass  das  BFM  aufgrund  dieser  Sachlage  nachdrücklich  anzuhalten  ist, 
entsprechende  Vorkehren  zu  treffen  und  die  italienischen  Behörden  so 
frühzeitig zu informieren, dass auch diese geeignete Massnahmen treffen 
können,

dass  im Rahmen einer Gesamtabwägung aller  relevanten Umstände  im 
konkreten  Einzelfall  auch  sonst  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  eine 
Wegweisung  aus  humanitärer  Sicht  (Art.  29a  Abs. 3  der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]) als unangemessen erscheinen lassen (BVGE 2011/9),

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  des 
Beschwerdeführers  nach  Italien  weder  völkerrechtliche  Verpflichtungen 
der  Schweiz  noch  humanitäre  Gründe  entgegenstehen,  weshalb  die 

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Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur  Anwendung 
gelangt und folglich das BFM zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in 
den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt – 
entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG 
steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach 
der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig 
bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist,

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen 
Aufnahme  gemäss  Art.  83  Abs.  1  und  4  AuG  stellt,  sondern  eine 
entsprechende Prüfung,  soweit  notwendig,  vielmehr  bereits  im Rahmen 
der Entscheidfindung hinsichtlich der Ausübung des Selbsteintrittsrechts 
stattfinden muss (vgl. vorstehende Erwägungen),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
die  Anträge,  es  seien  der  Beschwerde  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  die 
Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  von  Vollzugshandlungen 
abzusehen,  und  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu 
verzichten, gegen­ standslos werden,

dass  sich  die  gestellten  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender 
Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  unbesehen  der  nicht 
belegten  Bedürftigkeit  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen  und  bei 

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diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  CHF  600.­  (Art. 1 ­ 3 
VGKE) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das BFM wird angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Vollzugsbehörden 
in  der  Schweiz  und  die  italienischen  Behörden  auf  die  besondere 
Situation des Beschwerdeführers aufmerksam gemacht werden.

3. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

4. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (…).

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

Versand: