# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf7ccf51-ff66-5133-8d25-0822fce364a7
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 02.05.2022 S 2021 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-121_2022-05-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 2. Mai 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA), vertreten durch Arbeitslosenkasse des 
Kantons Zug, Rechtsdienst, Industriestrasse 24, 6301 Zug
Beschwerdegegner 

betreffend

Arbeitslosenversicherung 
(Einstellung in der Anspruchsberechtigung)

S 2021 121

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Urteil S 2021 121

A. Die Versicherte, A.________, Jahrgang 1991, meldete sich am 8. Februar 2021 
zur Arbeitsvermittlung an (AWA-act. 25) und am 18. Februar 2021 ging bei der 
Arbeitslosenkasse des Kantons Zug die Anmeldung zum Bezug von 
Arbeitslosenentschädigung per 8. Februar 2021 ein (AWA-act. 23). Mit Verfügung vom 
24. Februar 2021 wurde die Versicherte für die Zeit vom 9. März bis 11. Juni 2021 dem 
Programm "Kartonatelier" der HALLE 44 zugewiesen (AWA-act. 14). Nachdem sie den 
Kurs nicht angetreten hatte, wurde ihr zum Vorwurf der Nichtbefolgung von Weisungen 
das rechtliche Gehör gewährt (AWA-act. 13) und am 31. März 2021 verfügte das Amt für 
Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug (im Folgenden: AWA) gestützt auf Art. 30 Abs. 1 
lit. d AVIG eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 17 Tage (AWA-act. 5). Die 
dagegen erhobene Einsprache (AWA-act. 3) wies das AWA mit Entscheid vom 10. August 
2021 vollumfänglich ab (AWA-act. 1). 

B. Mit als "Einsprache betreffend Verfügung vom 31. März 2021" betiteltem 
Schreiben vom 10. August 2021 (Poststempel 12. August 2021) gelangte A.________ an 
das AWA und schilderte den Sachverhalt wie folgt: Am 24. März 2021 habe sie nach 
erfolgter Probearbeit den unbefristeten Arbeitsvertrag zur Durchsicht erhalten. Der 
vereinbarte Starttermin sei auf den 6. April 2021 terminiert gewesen. Unmittelbar vor dem 
vertraglich vereinbarten Arbeitsantritt habe sie dann vom Geschäftsführer die Mitteilung 
erhalten, dass es nun aufgrund einer schwierigen Auftragslage der Firma doch nicht zu 
einer Zusammenarbeit komme (act. 1).

C. Mit Schreiben vom 23. August 2021 wies das AWA die Versicherte darauf hin, 
dass ihr Schreiben vom 10. August 2021 innerhalb der Rechtsmittelfrist des 
Einspracheentscheids vom 10. August 2021 eingegangen sei. Ohne ihren schriftlichen 
Gegenbericht bis 31. August 2021 werde ihr Schreiben vom 10. August 2021 daher an das 
Verwaltungsgericht des Kantons Zug weitergeleitet (act. 2).

D. Nachdem auf das Schreiben vom 23. August 2021 innerhalb der gesetzten Frist 
keine Reaktion der Versicherten erfolgte, leitete das AWA das Schreiben der Versicherten 
vom 10. August 2021 am 14. September 2021 gemäss § 7 VRG an das 
Verwaltungsgericht des Kantons Zug weiter (act. 3), woraufhin das vorliegende 
Beschwerdeverfahren eröffnet wurde. 

E. Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2021 beantragte das AWA die Abweisung 
der Beschwerde. Im Übrigen wurde auf eine Stellungnahme verzichtet (act. 5). 

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Urteil S 2021 121

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide oder 
Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben 
werden, wobei in der Regel das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in 
dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 
Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen einer kantonalen 
Amtsstelle ist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht 
desselben Kantons zuständig (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; 
SR 837.0], i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Die 
Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Im Kanton Zug beurteilt das 
Verwaltungsgericht als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus dem Gebiet der 
eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundesrecht eine kantonale 
Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; 
BGS 162.1]). Der angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Amt für Wirtschaft und 
Arbeit des Kantons Zug erlassen, weshalb das Verwaltungsgericht des Kantons Zug zur 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig ist. Die 
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 10. August 2021 datiert vom 10. August 
2021, wurde am 12. August 2021 der Post übergeben und gilt somit im Sinne von Art. 60 
Abs. 1 ATSG – 30-tägige Frist – als rechtzeitig eingereicht. Die Beschwerdeführerin ist 
durch die Einstellung in ihrer Anspruchsberechtigung für 17 Tage direkt betroffen und 
folglich zur Beschwerde legitimiert. Die Eingabe entspricht schliesslich den an eine 
Laienbeschwerde gestellten formellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

2.
2.1 Artikel 8 AVIG zählt die Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent-
schädigung auf, so unter anderem die Erfüllung der Kontrollvorschriften (lit. g). Nach 

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Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen 
beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare 
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Daneben muss sie 
sich möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie 
Arbeitslosenentschädigung beansprucht, persönlich bei ihrer Wohngemeinde oder der 
vom Kanton bestimmten zuständigen Amtsstelle zur Arbeitsvermittlung melden und von da 
an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen (Abs. 2). Der Bundesrat hat hierzu in 
Art. 21 AVIV konkretisiert, dass sich die versicherte Person nach der Anmeldung 
persönlich bei der zuständigen Amtsstelle zu Beratungs- und Kontrollgesprächen melden 
muss und sicherzustellen hat, dass sie in der Regel innert Tagesfrist von dieser Amtsstelle 
erreicht werden kann. Die zuständige Amtsstelle legt die Termine für die Beratungs- und 
Kontrollgespräche für jeden Versicherten fest, wobei sie mit jedem Versicherten 
mindestens alle zwei Monate ein Beratungs- und Kontrollgespräch führt und dabei die 
Vermittlungsfähigkeit und die Vermittlungsbereitschaft überprüft (Art. 21 Abs. 1 AVIV). 
Gemäss Art. 17 Abs. 3 AVIG muss der Versicherte im Weiteren eine vermittelte zumutbare 
Arbeit annehmen und hat unter anderem auf Weisung der zuständigen Amtsstelle auch an 
arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehmen, die seine Vermittlungsfähigkeit fördern 
(lit. a). 

2.2 Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen soll gemäss Art. 59 Abs. 2 AVIG die 
Eingliederung von Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarktes erschwert 
vermittelbar sind, gefördert werden. Solche Massnahmen sollen insbesondere die 
Vermittlungsfähigkeit der Versicherten verbessern, damit diese rasch und dauerhaft 
wieder eingegliedert werden können (lit. a), die beruflichen Qualifikationen entsprechend 
den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts fördern (lit. b), die Gefahr von Langzeitarbeitslosigkeit 
vermindern (lit. c) oder die Möglichkeit bieten, Berufserfahrungen zu sammeln (lit. d). Zu 
den arbeitsmarktlichen Massnahmen im Sinne von Art. 59 AVIG gehören die so 
genannten Beschäftigungsmassnahmen (Art. 64a f. AVIG). Als solche gelten unter 
anderem vorübergehende Beschäftigungen im Rahmen von Programmen öffentlicher und 
privater, nicht gewinnorientierter Institutionen (Art. 64a Abs. 1 lit. a erster Halbsatz AVIG). 
Die zuständige Amtsstelle ist grundsätzlich berechtigt, die arbeitslose Person geeigneten 
arbeitsmarktlichen Massnahmen zuzuweisen (Art. 17 Abs. 3 AVIG). Die Anordnung und 
der zeitliche Beginn von arbeitsmarktlichen Massnahmen fällt dabei prinzipiell in das 
Ermessen des zuständigen Personalberaters (EVG C 249/02 vom 1. Oktober 2003 E. 2.2). 
Es steht keineswegs im Belieben des Betroffenen, selbst über die Zweckmässigkeit einer 

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vorgesehenen Massnahme zu befinden oder eine solche gar zum Vornherein generell 
abzulehnen. 

2.3 Die versicherte Person, welche die Kontrollvorschriften oder Weisungen der 
zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt 
oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht 
oder deren Durchführung oder Zweck durch sein Verhalten beeinträchtigt oder 
verunmöglicht, ist angemessen in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 30 Abs. 1 
lit. d AVIG). Entschuldbar ist der Grund, wenn der Besuch des Programms für die 
versicherte Person nicht zumutbar ist (EVG C 43/04 vom 25. Juni 2004 E. 2.2; ARV 1999 
Nr. 9 S. 42). Das Bundesgericht wendet bei der Zumutbarkeitsprüfung einen strengen 
Massstab an und schliesst subjektive Beweggründe generell aus (Jacqueline Chopard, 
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, 1998, S. 116). Die Zumutbarkeit der 
Teilnahme an einem derartigen Programm ist in sinngemässer Anwendung von Art. 16 
Abs. 2 lit. c AVIG zu beurteilen (Art. 64a Abs. 2 AVIG). Danach ist eine Arbeit unzumutbar, 
welche dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand des 
Versicherten nicht angemessen ist. Es liegt im Sinn und Zweck der vorübergehenden 
Beschäftigung nach Art. 64a AVIG, dass eine Unzumutbarkeit nur mit Zurückhaltung 
anzunehmen ist (EVG C 113/04 vom 2. September 2004 E. 3.2). Nach der Kasuistik 
stellen Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern grundsätzlich keinen 
persönlichen Unzumutbarkeitsgrund dar. Dies wäre höchstens denkbar, wenn eine 
Kinderbetreuung durch Drittpersonen bei objektiver Betrachtungsweise auch potenziell 
nicht in Frage käme (EVG C 43/04 vom 25. Juni 2004 E. 2.2). Auch kann eine Berufung 
auf die Verletzung der Menschenwürde nicht gehört werden. So ist es auch einem 
Programmierer zuzumuten, an Waldreinigungsarbeiten im Rahmen eines gemeindlichen 
Beschäftigungsprogramms teilzunehmen. Unter die persönlichen Verhältnisse können 
sodann allenfalls religiöse Aspekte, der Zivilstand oder aber ein durch einen 
Stellenwechsel des Ehepartners bedingter Wohnortswechsel fallen (vgl. Barbara Kupfer 
Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 
Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insol-
venzentschädigung, 4. Aufl. 2013, Art. 16 S. 97 ff.). 

2.4 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. d 
AVIG hat nicht den Charakter einer Strafe im Sinne des Strafrechts, sondern denjenigen 
einer verwaltungsrechtlichen Sanktion mit dem Zweck, im Sinne der Solidarität unter den 
Versicherten eine missbräuchliche Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung zu 

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verhindern. Die versicherte Person soll dabei am Schaden, den sie durch ihr 
pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal 
verursacht hat, angemessen mitbeteiligt werden (BGE 122 V 34 E. 4c/aa). Bestimmte 
Verhaltensweisen werden zudem bereits dann sanktioniert, wenn sie erst ein 
Schadensrisiko in sich bergen, wie insbesondere unzureichende Arbeitsbemühungen oder 
die Nichtbefolgung von Weisungen (Art. 30 Abs. 1 lit. c bzw. lit. d AVIG). Gewisse 
Einstellungstatbestände sind also (auch) ein Instrument der Abwendung oder Minderung 
drohenden Schadens, indem sie – neben dem "generalpräventiven" Schutz der 
Arbeitslosenversicherung vor missbräuchlichen Verhaltensweisen – der vorbeugenden 
Verhaltenssteuerung im Einzelfall dienen, so etwa der Intensivierung unzureichender 
Arbeitsbemühungen oder der verbesserten Wahrnehmung administrativer 
Mitwirkungspflichten durch die versicherte Person (EVG C 134/06 vom 19. September 
2006 E. 2.2.1 mit Hinweisen).

3. Die Beschwerdeführerin wurde am 24. Februar 2021 vom RAV dem Programm 
zur vorübergehenden Beschäftigung im Kartonatelier zugewiesen. Der Einsatz sollte in der 
HALLE 44 in Baar stattfinden und vom 9. März bis 11. Juni 2021 dauern (vgl. AWA-
act. 14). Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin das Programm 
nicht antrat. In der Folge ist zu beurteilen, ob die Beschwerdeführerin für diese Weisungs-
missachtung zu Recht mit der Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 17 Tage 
sanktioniert wurde.

3.1 Bei dem der Beschwerdeführerin zugewiesenen Programm handelt es sich um ein 
Programm zur vorübergehenden Beschäftigung i.S.v. Art. 64a Abs. 1 lit. a AVIG, mithin um 
eine Beschäftigungsmassnahme. Die Frage, ob ein der versicherten Person i.S.v. Art. 64a 
Abs. 1 lit. a AVIG zugewiesenes Programm zur vorübergehenden Beschäftigung zumutbar 
ist, beurteilt sich laut Art. 64a Abs. 2 AVIG in sinngemässer Anwendung von Art. 16 Abs. 2 
lit. c AVIG. Es ist deshalb einzig zu prüfen, ob das zugewiesene Programm dem Alter, den 
persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versicherten Person nicht 
angemessen und damit unzumutbar war. Das Vorliegen der weiteren Kriterien von Art. 16 
Abs. 2 lit. a, b sowie d–i AVIG ist deshalb unbeachtlich (EVG C 252/03 vom 3. Februar 
2004 E. 2.1). In casu ist mit der Verwaltung einig zu gehen, dass das zugewiesene 
Programm dem Alter, den persönlichen Verhältnissen und dem Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin angemessen war und der Besuch damit keinesfalls unzumutbar 
gewesen wäre. Gegenteiliges geht weder aus den Akten hervor noch wird es von der 
Beschwerdeführerin behauptet bzw. (rechtsgenüglich) dargetan.

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3.2 Die Anordnung von arbeitsmarktlichen Massnahmen fällt prinzipiell in das 
Ermessen des zuständigen Beraters des RAV, weshalb auch ein Absehen davon von 
letzterem auszugehen hat; es steht keineswegs im Belieben der versicherten Person, 
selbst über die Zweckmässigkeit einer vorgesehenen Massnahme zu befinden. Die 
Verwaltung hielt zutreffend fest, dass eine versicherte Person von der Pflicht, an einer 
arbeitsmarktlichen Massnahme teilzunehmen, unter Umständen befreit werden kann, 
wenn ein Stellenantritt erfolgt. Insbesondere während pendenten Vertragsverhandlungen 
ist die versicherte Person aber weiterhin gehalten, den vom RAV auf Basis des AVIG 
auferlegten Pflichten nachzukommen. Ausweislich der Akten ist erstellt, dass der 
Beschwerdeführerin weder zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (Zuweisung zum 
Beschäftigungsprogramm in der HALLE 44) am 24. Februar 2021 noch am Tag des 
Programmstarts am 9. März 2021 ein definitiver Arbeitsvertrag vorlag. Die 
Beschwerdeführerin trat am 9. März 2021 denn auch keine neue Arbeitsstelle an. Dies 
geschah auch in der Folge nicht, kam ein Arbeitsverhältnis mit der B.________ GmbH 
entgegen ihrer Erwartungen doch schlussendlich überhaupt nicht zustande, womit 
festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin dem Arbeitsmarkt – trotz der möglichen 
bevorstehenden Vertragsunterzeichnung – zur Verfügung stand. Somit wäre die 
Beschwerdeführerin grundsätzlich zur Teilnahme an der Beschäftigungsmassnahme 
verpflichtet gewesen. Im Rahmen der Einsprache wies die Beschwerdeführerin darauf hin, 
dass sie die Amtsstelle wie auch die HALLE 44 umgehend nach Erhalt der Arbeitszusage 
am 8. März 2021 per E-Mail darüber informiert und die Amtsstelle die Kenntnisnahme 
bestätigt habe. Ihr sei daraufhin jedoch nicht mitgeteilt worden, dass die Teilnahme am 
Beschäftigungsprogramm trotz bevorstehendem Arbeitsantritt bestehen bleibe. 
Sinngemäss beruft sich die Beschwerdeführerin damit auf das Vorliegen eines 
Tatbestands des Vertrauensschutzes. 

3.2.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 ATSG sind die Versicherungsträger und Durchführungs-
organe der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihres 
Zuständigkeitsbereiches die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten 
aufzuklären. Nach Art. 27 Abs. 2 Satz 1 und 2 ATSG hat jede Person Anspruch auf 
grundsätzlich unentgeltliche Beratung über ihre Rechte und Pflichten; dafür zuständig sind 
die Versicherungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die 
Pflichten zu erfüllen sind. 

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Die Aufklärung im Sinne von Art. 27 Abs. 1 ATSG ist dabei als allgemeine Information zu 
verstehen, während mit der Beratung im Sinne von Art. 27 Abs. 2 ATSG die einzelfallwei-
se Information umschrieben wird (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 27 
N 2). Die Beratung bezieht sich auf die Rechte und Pflichten im konkreten Einzelfall, wobei 
eine Beschränkung auf den jeweiligen Versicherungszweig gilt. Ziel der Beratung hat zu 
sein, dass die betreffende Person sich so zu verhalten vermag, dass eine den 
gesetzgeberischen Zielen des betreffenden Erlasses entsprechende Rechtsfolge eintritt. 
Dabei ist die zu beratende Person zu informieren über die massgebenden Umstände 
rechtlicher oder tatsächlicher Art, die zu einer zutreffenden Wahrnehmung der Rechte und 
Pflichten führen. Es tritt hinzu, dass gegebenenfalls ein Rat bzw. eine Empfehlung zum 
weiteren Vorgehen abzugeben ist. Die Beratungspflicht setzt nicht einen entsprechenden 
Antrag der versicherten Person voraus, sondern ist zu erfüllen, wenn die 
Versicherungsträgerin einen entsprechenden Beratungsbedarf feststellt (Kieser, a.a.O., 
Art. 27 N 28). 

Im Ergebnis bedeutet die in Art. 27 Abs. 2 ATSG statuierte Beratungspflicht mithin, dass 
der Versicherungsträger sich nicht mehr darauf zu berufen vermag, die betreffende Person 
hätte sich bei entsprechender Gesetzeskenntnis zutreffend verhalten können (Kieser, 
a.a.O., Art. 27 N 30). Die Beratung schliesst somit mit ein, die laufenden Leistungsfälle zu 
kontrollieren, damit die leistungsbeanspruchende Person Kenntnis erhält über eine 
bevorstehende Verminderung oder Aufhebung der Leistung. Droht eine 
Anspruchsverwirkung, ist durch den Versicherungsträger auf gesetzlich vorgesehene 
Schritte aufmerksam zu machen, mit welchen eine solche Verwirkung vermieden werden 
kann (Kieser, a.a.O., Art. 27 N 31). Wird die Beratungspflicht nicht oder ungenügend 
wahrgenommen, kommt dies einer falsch erteilten Auskunft des Versicherungsträgers 
gleich, und es hat dafür der Versicherungsträger in Nachachtung des Vertrauensprinzips 
einzustehen (Kieser, a.a.O., Art. 27 N 37). Abgeleitet aus dem Grundsatz von Treu und 
Glauben, welcher den Bürger in seinem berechtigten Vertrauen auf behördliches 
Verhalten schützt, können falsche Auskünfte von Verwaltungsbehörden unter bestimmten 
Voraussetzungen eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des 
Rechtsuchenden gebieten. Gemäss Rechtsprechung und Doktrin ist dies der Fall, wenn 
die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt 
hat; wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die 
rechtsuchende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten 
durfte; wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen 
konnte; wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, 

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die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und wenn die gesetzliche 
Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 131 V 472 E. 5 mit 
zahlreichen Hinweisen).

3.2.2 Nach Art. 27 Abs. 2 ATSG hatte die Beschwerdeführerin als arbeitslose Versicher-
te also Anspruch auf Beratung und zwar im Hinblick auf ihren konkreten Einzelfall. Dazu 
gehörte vorliegend – nachdem die Beschwerdeführerin ihrem RAV-Personalberater einen 
Tag vor Start des Beschäftigungsprogramm per E-Mail mitgeteilt hatte, dass sie eine 
Anstellung mit voraussichtlichem Arbeitsbeginn am 16. März 2021 gefunden habe, 
worüber die HALLE 44 auch schon Bescheid wisse und sie morgen [also am Tag des 
Beschäftigungsstarts] noch einmal einen Termin mit der Arbeitgeberin der B.________ 
GmbH habe, um Details betreffend Arbeitsbeginn, Vertrag etc. zu besprechen (vgl. AWA-
act. 3 S. 5) – zweifellos auch, dass der RAV-Personalberater die Beschwerdeführerin im 
Nachgang dazu darauf hingewiesen hätte, dass – trotz der möglichen bevorstehenden 
Vertragsunterzeichnung – am verfügten Beschäftigungsprogramm festgehalten werde. 
Dies gilt umso mehr, als aus dem E-Mail der Beschwerdeführerin für den RAV-
Personalberater erkennbar war, dass sie das Beschäftigungsprogramm am 9. März 2021 
nicht antreten werde, zumal sie auf die gleichentags stattfindende Besprechung mit der 
B.________ GmbH hinwies. Dennoch orientierte der Mitarbeiter des RAV die 
Beschwerdeführerin nicht darüber, dass sie trotz dessen verpflichtet sei, der 
Programmteilnahme Folge zu leisten bzw. ein Nichtantritt eine Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung zur Folge haben könnte. Vielmehr gratulierte der RAV-
Personalberater der Beschwerdeführerin gleichentags lediglich zur neuen Stelle und 
bedankte sich gleichzeitig, dass sie die HALLE 44 informiert habe. Weiter bat er um 
Mitteilung, per wann er sie von der Arbeitsvermittlung abmelden könne (vgl. AWA-act. 3 
S. 5). Aufgrund der konkreten Antwort des RAV-Personalberaters durfte die 
Beschwerdeführerin somit in guten Treuen davon ausgehen, dass ihre Vorgehensweise 
korrekt sei oder doch zumindest vom zuständigen Personalberater des RAV gebilligt 
würde. Wäre die Beschwerdeführerin demgegenüber zu diesem Zeitpunkt darauf 
aufmerksam gemacht geworden, wie sie sich trotz der möglichen bevorstehenden 
Vertragsunterzeichnung zu verhalten habe, wären für sie zum Start des 
Beschäftigungsprogramms die Rechtsfolgen ihres Handels klar gewesen. Wäre sie über 
die Rechtslage und die drohende Einstellung in der Anspruchsberechtigung informiert 
worden, darf davon ausgegangen werden, dass sie das Beschäftigungsprogramm 
angetreten hätte. Mit der Unterlassung dieser Information ist das RAV seiner 
Beratungspflicht somit nicht genügend nachgekommen, was als falsche Auskunft zu 

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qualifizieren ist, die es sich entgegenhalten lassen muss. Das RAV hat in einer konkreten 
Situation mit Bezug auf eine bestimmte Person gehandelt, es war für die Erteilung der 
betreffenden Auskunft zuständig und die gesetzliche Ordnung hat seit der 
Auskunftserteilung keine Änderung erfahren. Die Beschwerdeführerin konnte die 
Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen und sie hat insofern nicht wieder 
rückgängig zu machende Dispositionen getroffen, als sie davon ausging, das 
Beschäftigungsprogramm aufgrund der bevorstehenden Vertragsunterzeichnung nicht 
antreten zu müssen, und sich dementsprechend verhielt, was schliesslich zur Erfüllung 
eines Einstellungstatbestands führte. Sie kann sich daher auf den Grundsatz von Treu und 
Glauben berufen und dies hat zur Folge, dass sie für den Nichtantritt des 
Beschäftigungsprogramms nicht in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist.

4. Zusammenfassend ist im Sinne der vorstehenden Erwägungen die Beschwerde 
gutzuheissen und der Einspracheentscheid des AWA vom 10. August 2021 vollumfänglich 
aufzuheben. 

5. Mangels einer entsprechenden Bestimmung im AVIG ist das Verfahren vor dem 
Versicherungsgericht kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). Eine Parteienschädigung ist der 
nicht vertretenen Beschwerdeführerin nicht zuzusprechen. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid des AWA vom 
10. August 2021 aufgehoben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an den Rechtsdienst der Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, an das Amt für 
Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zug sowie an das Staatssekretariat für 
Wirtschaft (seco), Bern. 

Zug, 2. Mai 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am