# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3b261b4-24bf-513b-8723-af4a93abc4fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2010 E-1921/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1921-2010_2010-06-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1921/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A._______, und deren Kind
B._______,
Togo,
beide vertreten durch Klausfranz Rüst-Hehli, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach 
Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 
22. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1921/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin - eine Staatsangehörige aus Togo, auf-
gewachsen  in  Nigeria  -  zusammen  mit  ihrem  Lebenspartner/nach 
Brauch verheirateten Ehemann und ihrem Kind erstmals am 26. Feb-
ruar 2009 in der Schweiz ein Asylgesuch stellte,

dass  am  (...)  ihr  Sohn  B._______  geboren  und  in  das  Asylgesuch 
dessen Eltern eingeschlossen wurde, 

dass das Bundesamt auf die Asylgesuche der Beschwerdeführerin und 
ihres Lebenspartners gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 13. Au-
gust 2009 nicht eintrat,

dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Lebenspartner und 
ihrem Kind gestützt  auf  Eurodac-Treffer  im Rahmen des Dublin-Ver-
fahrens am 6. November 2009 nach Italien überstellt wurden,

dass gemäss Angaben der Beschwerdeführerin die italienischen Be-
hörden sie bei ihrer Ankunft in Italien in das Flüchtlingslager von Calta-
nissetta geschickt habe, wo sie und ihre Familie indessen keine Auf-
nahme gefunden hätten, 

dass sie deshalb über Rom und Mailand am 17. November 2009 mit 
ihrem Kind erneut in die Schweiz eingereist sei und am selben Tag ein 
Asylgesuch stellte,

dass sie am 26. November 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
Chiasso summarisch zu ihren Asylgründen befragt wurde,

dass sie dabei im Wesentlichen geltend machte, sie habe nach ihrer 
Rückkehr  nach  Italien  keine  Unterkunft  erhalten,  da  ihr  Asylgesuch, 
das sie in Italien im Jahre 2008 gestellt habe, im Dezember 2008 ne-
gativ entschieden worden sei, 

dass sie diesen Entscheid nicht angefochten habe, 

dass sie diesbezügliche Papiere in Italien verloren habe,

dass  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  Kurzbefragung  das 
rechtliche Gehör bezüglich eines allfälligen Nichteintretensentscheides 

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im Sinne von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG sowie einer damit verbunde-
nen Wegweisung nach Italien gewährt wurde (vgl. Akte B1, S. 9),

dass  die  Beschwerdeführerin  dabei  die  Befürchtung  zum  Ausdruck 
brachte, bei einer Rückkehr würde sie in Italien weder Unterstützung 
noch eine Unterkunft erhalten, 

dass das BFM am 4. Dezember 2009 ein Übernahmeersuchen an die 
italienischen Behörden gerichtet hat,

dass sich die italienischen Behörden bis zum 21. Dezember 2009 nicht  
zum Rückübernahmeersuchen  vernehmen  liessen,  worauf  das  BFM 
infolge Verfristung von deren stillschweigenden Zustimmung und Zu-
ständigkeit ausging und gleichzeitig um Mitteilung der Rückführungs-
modalitäten ersuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. März 2010 in Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführe-
rin und ihres Kindes nicht eintrat, sie nach Italien weg wies und auffor-
derte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-
frist  zu  verlassen,  wobei  das  BFM  festhielt,  einer  allfälligen  Be-
schwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende  Wir-
kung zu,

dass die angefochtene Verfügung dem Rechtsvertreter der Beschwer-
deführerin am 23. März 2010 unter Beilage der editionspflichtigen Ak-
ten und des Aktenverzeichnisses eröffnet wurde,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, gestützt auf 
das „Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kri-
terien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung eines in  einem Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz gestellten 
Asylantrags“  (Dublin-Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 
0.142.392.68])  sowie  das  „Übereinkommen vom 17. Dezember  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Is-
land und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstandes und über die Kriterien 
und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prü-
fung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags“  (SR  0.362.32,  nachfolgend  Übereinkommen  vom 

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17. Dezember  2004)  sei  Italien  für  die  Durchführung  des 
Asylverfahrens zuständig,

dass das  Bundesamt  weiter  ausführte,  aufgrund  der  Tatsache,  dass 
Italien innert Frist nicht geantwortet habe, sei von dessen Zustimmung 
auszugehen,  wobei  eine Rückführung -  vorbehältlich  einer allfälligen 
Unterbrechung  (Art.  20  Abs. 1  Bst. d  Dublin-II-VO,  Verordnung [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kri-
terien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die 
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten Asylantrags zuständig ist) oder Verlängerung (Art. 20 Abs. 2 
Dublin-II-VO) - bis spätestens zum 20. Juni 2010 zu erfolgen habe,

dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs er-
klärt  habe, in Italien habe sie weder Unterstützung noch eine Bleibe 
von den Behörden erhalten,

dass  diese  Begründung  jedoch  kein  Hindernis  für  den  Vollzug  der 
Wegweisung nach Italien darstelle,

dass sie in einen Drittstaat reisen könne, in dem sie Schutz vor Rück-
schiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, weshalb eine Ver-
letzung  des  Refoulement-Verbots  bezüglich  des  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaates nicht zu prüfen sei,

dass ferner keine Hinweise für  eine Verletzung von Art. 3  EMRK im 
Falle einer Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Italien bestünden,

dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe 
gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in diesen Staat 
sprechen würden,

dass Italien der Rückübernahme stillschweigend zugestimmt habe,

dass die Beschwerdeführerin für sich und ihr Kind gegen diesen Ent-
scheid mit vorab per Telefax übermittelter Eingabe ihres Rechtsvertre-
ters vom 25. März 2010 Beschwerde erhob und dabei die Aufhebung 
der angefochtene Verfügung, die Feststellung von Wegweisungs(voll-
zugs)hindernissen und den Selbsteintritt der Schweiz, eventualiter die 
Rückweisung an die Vorinstanz zwecks Ergänzung des rechtlich rele-
vanten Sachverhalts beantragte,

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dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  auf-
schiebenden Wirkung und der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte,

dass gleichzeitig ein Update (Bericht über Rückschaffungen nach Ita-
lien) von humanrights.ch vom 8. Dezember 2009 eingereicht wurde,

dass auf  die Begründung -  soweit  für  den Entscheid wesentlich -  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax  vom 26.  März  2010 
das Ausländeramt des Kantons Graubünden anwies, einstweilen von 
Vollzugshandlungen abzusehen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 29. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit verfahrensleitender Verfügung 
vom  6.  April  2010  die  Beschwerdeführerin  aufgefordert  hat,  das  in 
ihrer Eingabe vom 25. März 2010 erwähnte Schreiben vom 7.  respek-
tive 17. März 2010 samt Beweismitteln sowie ein Nachweis der Zustel -
lung an die Vorinstanz nachzureichen,

dass mit  Eingabe vom 12. April  2010 darauf hingewiesen wurde, die 
Beschwerdeführerin und ihres Kind würden sich in einem schlechten 
psychischen  Allgemeinzustand  befinden  und  seien  in  ärztlicher  Be-
handlung, 

dass baldmöglichst  ein Arztbericht  nachgereicht  respektive das Kind 
einer ärztlichen Untersuchung zugeführt werde,

dass der Rechtsvertreter  mit  Schreiben vom 8. April  2010 einen Be-
richt  der  Schweizerischen  Beobachtungsstelle  für  Asyl-  und  Auslän-
derrecht vom November 2009 (Rückschaffung in den „sicheren Dritt-
staat“ Italien), ein Schreiben des Consiglio italiano per i rifugiati (CIR) 
vom 3. Dezember 2009, ein Schreiben des italienischen Innenministe-
riums vom 26. November 2009 (ein anderes Verfahren betreffend) und 
ein von ihm verfasstes,  an das BFM adressiertes Schreiben vom 7. 
März 2010 einreichte,

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und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über  das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]  des  BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  ist, und somit auf die frist- und formgerecht ein -
gereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 
105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32 -  35 AsylG),  die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

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dass  in  der  Beschwerdeeingabe  vorab  gerügt  wird,  die  Vorinstanz 
habe  sich  mit  den  im  Schreiben  des  Rechtsvertreters  vom 7.  März 
2010 eingereichten Beweismitteln und den darin erwähnten Tatsachen 
nicht auseinandergesetzt,

dass aus diesen hervorgehe, dass Italien seinen internationalen und 
nationalen  Verpflichtungen  insbesondere  bei  verletzlichen  Personen 
wie Kleinkindern nicht  genügend nachkomme, und weder Unterkunft 
noch den sicheren Zugang zu Nahrung garantiere,

dass die Beschwerdeführerin und ihr Kind in eine Bettelexistenz gera-
ten würden, was eine Art. 3 EMRK verletzende Behandlung darstelle,

dass  die  von  der  UNO-Kinderrechtskonvention  garantierten  Rechte 
unbeachtet blieben,

dass auch der  Menschenrechtsbeauftragte  des Europarates  und die 
US-Regierung  die  Missachtung  des  Non-Refoulement-Gebots  durch 
Italien bemängelt habe,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  bezüglich  der  in  der  Beschwer-
deschrift  erhobenen  Rüge,  wonach  das  BFM  ein  Schreiben  des 
Rechtsvertreters vom 7. März 2010 nicht berücksichtigt habe, festge-
stellt wird, dass sich weder dieses Schreiben noch die darin erwähnten 
Beweismittel   der Schweizerischen Beobachtungsstelle für  Asyl  -und 
Ausländerrecht vom November 2009 (Rückschaffung in den „sicheren 
Drittstaat“  Italien)  und  ein  Schreiben  des  Consiglio  italiano  per  i  ri -
fugiati (CIR) vom 3. Dezember 2009 in den vorinstanzlichen Akten be-
finden,

dass der Rechtsvertreter  schliesslich in  seiner Eingabe vom 8. April  
2010 vorbrachte, es sei ihm wahrscheinlich ein Fehler unterlaufen, in -
dem er diese Unterlagen nicht eingereicht habe, diese jedoch als Be-
standteil der Beschwerde anzusehen seien,

dass  die  diesbezügliche  formelle  Rüge  somit  zu  Unrecht  erfolgt  ist, 
weshalb nicht näher darauf einzugehen ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  weiter  in  materieller  Hinsicht 
festhält,  dass sich die  Beschwerdeführerin  und ihr  Kind gestützt  auf 
ihre Angaben sowie die Eurodac-Treffer vor ihrer ersten Einreise in die 
Schweiz zwischen September 2008 und Februar 2009 (vgl. B1 S. 9) 

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sowie  vom 6. November  2009 bis  zur  ihrer  erneuten Einreise  in  die 
Schweiz in Italien aufgehalten haben, wo offenbar auch der Lebens-
partner der Beschwerdeführerin und Vater des Kindes nach der Rück-
führung im November 2009 geblieben ist, 

dass angesichts des soeben festgestellten Sachverhalts und der ein-
schlägigen  Staatsverträge vorliegend  Italien  für  die  Behandlung des 
Asylgesuchs der Beschwerdeführerin zuständig ist,

dass die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Gewährung des 
rechtlichen Gehörs sowie  in  der  Beschwerdeschrift  geäusserten  Be-
denken  hinsichtlich  Betreuung  und  Unterkunft  in  Italien  an  dieser 
Feststellung nichts zu ändern vermögen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  zwar  nicht  verkennt,  dass  Asyl-
suchende bei der Unterkunft, der Arbeit und dem Zugang zur medizi -
nischen  Infrastruktur  in  Italien  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt 
sein können,

dass Italien aber unter anderem Signatarstaat  des Abkommens vom 
28. Juli 1951 FK, der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) und des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  ist  und  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen, 
dieses Land werde sich im vorliegenden Fall nicht an die aus diesen 
Übereinkommen resultierenden Verpflichtungen halten,

dass  allfälliges  Fehlverhalten  Italiens  bzw.  Verletzungen  dieser  Ver-
pflichtungen über interne Rechtswege (in  Italien)  beim  Europäischen 
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gerügt werden können,

dass  gemäss  Kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin-
Rückkehrende betreffend Unterbringung von den italienischen Behör-
den  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  -  neben  den  staatlichen 
Strukturen - auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung 
von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  „Arci  con  Fraternità“  seit  dem 
1. Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino 
(Rom) organisiert  und dort den Asylsuchenden kostenlose Rechtsbe-
ratung anbietet,

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dass  unter  diesen  Umständen  entgegen  den  Beschwerdevorbringen 
keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die Beschwerde-
führerin  und ihr  Kind würden im Fall  einer  Rückkehr  nach  Italien  in 
eine existenzbedrohende Notlage geraten  (vgl. auch Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts  E-6195/2009  vom 30.  Oktober  2009  und  E-
2721/2010 vom 10. Mai 2010),

dass auch die eingereichten Beweismittel  keinen andern Schluss zu 
lassen, da sie nichts zur individuellen Situation der Beschwerdeführe-
rin und ihres Sohnes aussagen, sondern lediglich allgemeine Feststel -
lungen und Aussagen enthalten,

dass an dieser Einschätzung ferner der Umstand nichts ändert, dass 
das  Kind  der  Beschwerdeführerin  15  Monate  alt  ist,  kann  doch  von 
einer  diesbezüglich  hinreichenden  und  angemessenen  Betreuung  in 
Italien ausgegangen werden,

dass im Übrigen auch der - offenbar in Italien verbliebene - Lebens-
partner der Beschwerdeführerin der Betreuungs- und Unterstützungs-
pflicht gegenüber seinem Sohn nachzukommen hat,

dass  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  in  seiner  Eingabe 
vom 12. April 2010 zwar auf einen schlechten psychischen Allgemein-
zustand  der  Beschwerdeführerin  und  ihres  Kindes  sowie  eine  not-
wendige  ärztliche  Behandlung  hingewiesen  und  einen  Arztbericht  in 
Aussicht gestellt hat, 

dass jedoch bis heute keine entsprechenden Beweismittel eingereicht 
worden sind, weshalb das Bundesverwaltungsgericht schliesslich da-
von  ausgeht,  dass  hinsichtlich  der  gesundheitlichen  Beschwerden 
nicht  von  einer  lebensbedrohenden  Situation  auszugehen  ist  (vgl. 
BVGE 2009 Nr. 2 m.w.H.), 

dass zudem davon ausgegangen werden kann, die italienischen Be-
hörden seien darum bemüht, der Beschwerdeführerin und ihrem Kind 
bei ihrer Rückkehr eine allenfalls notwendige medizinische Betreuung 
zukommen zu lassen,

dass dies auch dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Stan-
dardschreiben des italienischen Innenministeriums vom 26. November 
2010 zu entnehmen ist, 

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dass dieses zwar um Nachsicht bei der Überstellung von verletzlichen 
Personen ersucht, indessen ebenfalls mitteilt, dass solche zu melden 
seien, damit die nötigen Vorkehrungen getroffen werden können, 

dass  gestützt  auf  diese  Feststellungen  keine  begründeten  Anhalts-
punkte für eine Verletzung der durch die EMRK garantierten Rechte 
durch Italien vorliegen und auch keine Verletzung der durch die Kin-
derrechtskonvention  garantierten  Rechte,  welche  übrigens  auch  das 
Recht  des Kindes,  mit  beiden Elternteilen aufzuwachsen (Art. 9  des 
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kin-
des [SR 0.107]), enthält, ersichtlich sind, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetre-
ten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), 

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens  -  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zu-
ständigen  Staates  handelt  -  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Er-
satzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 AuG,

dass sich  die Frage nach dem Bestehen von Wegweisungsvollzugs-
hindernissen regelmässig bereits als Voraussetzung (und nicht erst als 
Regelfolge) des Nichteintretensentscheids darstellt,  und demnach im 
Rahmen der Prüfung des Selbsteintritts zu beantworten ist,

dass  das  Selbsteintrittsrecht  vorliegend,  wie  ausgeführt,  nicht  zur 
Anwendung  gelangt,  und  dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den 
Vollzug der Wegweisung nach Italien zu Recht angeordnet hat,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

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dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG schon wegen der Aussichtslosigkeit der 
Beschwerde abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 600.-- werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils 
zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kanto-
nale Ausländerbehörde. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: 

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