# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89ab25f6-d4b9-59bf-a743-3e075ce950b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2018 A-3382/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3382-2017_2018-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3382/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Christoph Bandli (Vorsitz), 

Richter Jérôme Candrian, Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiber Andreas Kunz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch MLaw Eliane Gilgen,  

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende –  

Testbetrieb VZ Zürich,  

Förrlibuckstrasse 110, 8005 Zürich,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Datenänderung im ZEMIS. 

 

 

 

A-3382/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ ist gebürtiger Guineer. Am 27. November 2016 reiste er über 

Italien in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Ein Mit-

arbeiter des Staatssekretariats für Migration SEM befragte ihn am 6. De-

zember 2016 zu seiner Person. A._______ gab dabei den 1. Mai 2000 als 

Geburtsdatum an. Identitätspapiere konnte er keine vorweisen. 

B.  

Am 9. Dezember 2016 wurde A._______ im Rahmen einer Altersabklärung 

forensisch-medizinisch untersucht. Im darauf erstellten rechtsmedizini-

schen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel 

(nachfolgend: IRM Basel) vom 14. Dezember 2016 kamen die Verfasser 

zum Schluss, dass A._______ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das 

18. Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht habe. Sein wahr-

scheinliches Lebensalter betrage zwischen 19 und 20 Jahren. Das von 

A._______ angegebene Lebensalter von 16 Jahren und ca. 7 Monaten sei 

mit den erhobenen Befunden nicht zu vereinbaren. In der Folge trug das 

SEM den 1. Januar 1998 mit einem Bestreitungsvermerk als Geburtsda-

tum im Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) ein. 

C.  

Mit Schreiben vom 8. März 2017 verlangte A._______ die Änderung seines 

Geburtsdatums auf den 1. Mai 2000. Das SEM lehnte das Gesuch mit Ver-

fügung vom 24. April 2017 ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen 

aus, dass A._______ sein Alter mit keinem Identitätsdokument habe be-

weisen könne. Die Angaben zum Alter, zur Schulbildung, zum Fehlen von 

Identitätsdokumenten und bezüglich Art und Weise der Kenntnisnahme 

des eigenen Geburtsdatums seien ungenau geblieben. Konkreten Fragen 

im Zusammenhang mit seinem Alter sei er ausgewichen. Das Altersgutach-

ten habe ergeben, dass A._______ mit an Sicherheit grenzender Wahr-

scheinlichkeit das 18. Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht 

habe. Zwar habe weder der 1. Januar 1998 noch der 1. Mai 2000 als Ge-

burtsdatum bewiesen werden können. Allerdings sei das im ZEMIS zurzeit 

eingetragene Geburtsdatum als das wahrscheinlichere zu qualifizieren. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhebt A._______ (nachfolgend Beschwerdefüh-

rer) mit Schreiben vom 14. Juni 2017 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Er beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Be-

A-3382/2017 

Seite 3 

richtigung seines Geburtsdatums auf den 1. Mai 2000 im ZEMIS. Eventu-

aliter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 

E.  

Mit Verfügung vom 19. Juni 2017 gewährt der Instruktionsrichter dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung. 

F.  

Das SEM (nachfolgend Vorinstanz) beantragt in seiner Vernehmlassung 

vom 19. Juli 2017 die Abweisung der Beschwerde. 

G.  

Mit Schreiben vom 21. August 2017 reicht der Beschwerdeführer seine 

Schlussbemerkungen ein. 

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den 

Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung 

i.S.v. Art. 5 VwVG, welche von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) erlas-

sen wurde. Nachdem keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, 

ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustän-

dig (Art. 31 VGG).  

1.2 Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt 

und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch 

materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 

VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist somit einzutreten.  

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Seite 4 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

VwVG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen nach den Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 19. Juni 1992 (DSG, 

SR 235.1) und des VwVG.  

3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein 

absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts [BVGer] A-4603/2017 vom 11. April 2018 E. 3.2).  

3.3 Grundsätzlich hat die Bundesbehörde die Richtigkeit der bearbeiteten 

Daten zu beweisen, wenn diese von einer betroffenen Person bestritten 

wird. Demgegenüber obliegt der betroffenen Person, welche ein Gesuch 

um Berichtigung von Personendaten stellt, der Beweis der Richtigkeit der 

verlangten Änderung (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_11/2013 vom 

21. Oktober 2013 E. 4.2; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen 

Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Wür-

digung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünf-

tigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erfor-

derlich. Die mit der Berichtigung befasste Behörde hat zwar nach dem Un-

tersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen 

abzuklären (Art. 12 VwVG); stellt die betroffene Person ihrerseits ein Be-

gehren, ist diese jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, 

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Seite 5 

an der Feststellung des Sachverhalts im erstinstanzlichen Verwaltungs- so-

wie im Beschwerdeverfahren mitzuwirken (vgl. zum Ganzen statt vieler Ur-

teil BVGer A-4603/2017 vom 11. April 2018 E. 3.3). 

3.4 Kann bei einer verlangten bzw. von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies 

ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten 

zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet 

werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Geburtsdaten. In 

solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung 

möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. 

Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung 

eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit 

der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die 

Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu be-

richtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Ver-

merk zu versehen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit 

der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht 

als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestrei-

tungsvermerk zu versehen (zum Ganzen BVGE 2013/30 E. 5.2; Urteile 

BVGer E-1760/2018 vom 17. Mai 2018 E. 3.4 und E-1454/2018 vom 9. Mai 

2018 E. 4.4; JOËL OLIVIER MÜLLER, „Nichts Genaues“ weiss man nicht: Al-

tersbestimmung im schweizerischen Asylverfahren, in: Jusletter vom 

20. März 2017, S. 44 f.). 

4.  

Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdeführer konnten die geltend ge-

machten Geburtsdaten beweisen. Daher ist nachfolgend das wahrschein-

lichere Geburtsdatum zu eruieren (vgl. oben E. 3.4).  

4.1 Die Vorinstanz stützte sich für ihre Beurteilung auf die Angaben des 

Beschwerdeführers und die Schlussfolgerungen des Altersgutachtens.  

4.1.1 Der Beschwerdeführer beanstandet den Inhalt des Altersgutachtens 

sowie eine unterlassene Gesamtwürdigung der Indizien durch die               

Vorinstanz. Trotz Fehlens einer Entwicklungsstörung werde im Altersgut-

achten die Diskrepanz zwischen dem Resultat der Schlüsselbeinverknö-

cherung (Mindestalter 16.4 Jahre) und der Zahnentwicklung (Mindestalter 

18.6 Jahre) nicht aufgelöst. Sodann hätten die Gutachter nicht dargelegt, 

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Seite 6 

weshalb im vorliegenden Fall die Untersuchung der Zähne massgeblicher 

sein sollte. Diese Frage sei, insbesondere weil die ethnischen Einflüsse bei 

der Zahnentwicklung kontrovers diskutiert würden, von erheblicher Bedeu-

tung. Solange die Würdigung der Zahnuntersuchungsergebnisse nicht auf 

eine Studie abstelle, die mit einer guineischen Referenzpopulation durch-

geführt worden sei, komme dieses Vorgehen einer unethischen Alters-

schätzung gleich. Gemäss einer Studie von OLZE ET. AL. (Forensic age e-

stimation in living subjects: the ethnic factor in wisdom tooth mineralizatio-

nist, 2004, Int J Legal Med 118:170-173) gäbe es ernstzunehmende Hin-

weise dafür, dass die Mineralisation der Weisheitszähne je nach Population 

(Afrikaner, Australier, Kaukasier und Mongolen) unterschiedlich schnell 

verlaufe. Bei südafrikanischen Probanden hätten die Autoren festgestellt, 

dass die Mineralisation ihrer Weisheitszähne schneller erfolge als bei deut-

schen Probanden. Ein Artikel von SCHMELING ET. AL. (Der Einfluss der Eth-

nie auf die bei strafrechtlichen Altersschätzungen untersuchten Merkmale, 

2001, Rechtsmedizin 11:78-81) gebe weitere Hinweise dafür, dass bei der 

afrikanischen Population die Entwicklung der Weisheitszähne schneller vo-

ranschreite als in der europiden Population. Im Altersgutachten sei nicht 

ersichtlich, inwiefern dieser Wissenschaftsstreit berücksichtigt worden sei. 

Zudem sei in einem neuen Altersgutachten des IRM Basel in einem ande-

ren Verfahren eine aktuelle Studie aus Botswana aus dem Jahr 2016 be-

rücksichtigt worden, in welcher das Mindestalter um über ein Jahr und das 

mittlere Alter sogar um über zwei Jahre tiefer als das ursprüngliche ermit-

telte Alter der zahnärztlichen Untersuchung gelegen sei. Sein absolutes 

Mindestalter müsse daher tiefer sein als 18.6 Jahre, was als Indiz für die 

Richtigkeit seiner Altersangaben zu interpretieren sei. 

Es stimme ferner nicht, dass seine Angaben in der persönlichen Befragung 

ungenau gewesen seien. Er habe sämtliche Fragen, mit Ausnahme des 

Datums des letzten Schultags, beantworten können. Aus dem Protokoll sei 

auch nicht ersichtlich, inwiefern er konkreten Fragen im Zusammenhang 

mit seinem Alter ausgewichen sein soll. Die Vorinstanz habe seine stimmi-

gen und insgesamt glaubhaften Aussagen ausser Acht gelassen. Ausser-

dem habe die Vorinstanz seine gegenüber den italienischen Grenzbehör-

den gemachten Angaben nicht gewürdigt. Im Übrigen wäre er mit dem ein-

getragenen Geburtsdatum (1. Januar 1998) im Untersuchungszeitpunkt 

am 9. Dezember 2016 immer noch 18 Jahre alt gewesen. Im Altersgutach-

ten werde hingegen sein wahrscheinliches Alter zwischen 19 und 20 Jah-

ren verortet. Das festgesetzte Geburtsdatum korreliere daher mit dem 

„wahrscheinlichsten Alter“ gemäss Gutachten. Für die Richtigkeit des un-

wahrscheinlichen Geburtsdatums 1. Januar 1998 spreche nur, dass dieses 

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gemäss Gutachten nicht ausgeschlossen sei. Ihm sei somit der Nachweis 

gelungen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum zumindest 

wahrscheinlicher sei, als das derzeit im ZEMIS erfasste. 

4.1.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass sie im Rahmen einer Gesamtwürdi-

gung aller Indizien zum Schluss gekommen sei, dass das vom Beschwer-

deführer geltend gemachte Geburtsdatum nicht glaubhaft sei. Seine Aus-

sagen zu seinem Alter und seinem Geburtsdatum seien auffallend diffus 

gewesen. Praxisgemäss habe sie deshalb das Geburtsdatum im ZEMIS 

auf den 1. Januar des Jahres eingetragen, in dem der Asylsuchende mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit die Volljährigkeit erreicht habe. Ferner 

sei es nicht zielführend, eine fachliteraturbasierte Grundlagenkritik bezüg-

lich rechtsmedizinischen Altersgutachten zu führen. Es bestehe kein An-

lass, die Umsicht und Sorgfalt der Arbeit des mit den Gutachten beauftrag-

ten IRM Basel anzuzweifeln. Im Übrigen hätten die italienischen Behörden 

mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer nicht den 1. Mai 2000 sondern den 

1. Januar 2000 als Geburtsdatum angegeben habe, was dessen Angaben 

zusätzlich relativieren würden. 

4.2 Dem aktuellsten Stand der Wissenschaft folgend, wird im Testbetrieb 

des Verfahrenszentrums Zürich die medizinische Altersbestimmung mittels 

4-Punkte-Analyse vorgenommen. Mit der Durchführung der forensischen 

Altersschätzung ist das von der Arbeitsgemeinschaft für forensische Alters-

diagnostik (AGFAD) zertifizierte IRM Basel vertraut. Die 4-Punkte-Analyse 

beinhaltet eine körperliche Untersuchung, eine Knochenalteranalyse, eine 

radiologische Untersuchung der Schlüsselbeine sowie eine zahnärztliche 

Untersuchung. Gestützt auf die Ergebnisse der Einzeluntersuchungen er-

stellt das IRM Basel eine zusammenfassende Altersdiagnose (zum Gan-

zen MÜLLER, a.a.O., S. 31 ff.). Einem Altersgutachten, welches einerseits 

auf den Empfehlungen der AGFAD für Altersschätzungen bei Lebenden 

basiert und andererseits mehrere Einzeluntersuchungen zum Gegenstand 

hat, wird eine erhebliche Beweiskraft zugemessen (Urteile BVGer 

A-4859/2016 vom 1. Juni 2017, E-1443/2017 vom 3. Mai 2017 E. 4.5 und 

A-3080/2016 vom 26. Januar 2017 E. 7.2.2). Es handelt sich dabei um um-

fassende Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG 

(Urteile BVGer D-4910/2015 vom 21. Juni 2017 E. 4.3 und E-7488/2014 

vom 8. Januar 2015 E. 6.1). Mit solchen Expertisen wird gestützt auf be-

sondere Sachkenntnis Bericht über die Sachverhaltsprüfung und -würdi-

gung erstattet. Das Gutachten unterliegt grundsätzlich der freien Beweis-

würdigung. Jedoch darf das Gericht nicht ohne triftige Gründe von Gutach-

ten abweichen. Ein Abweichen ist zulässig, wenn die Glaubwürdigkeit des 

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Gutachtens durch die Umstände ernsthaft erschüttert ist, mithin wenn das 

Gutachten auf unzutreffenden Rechtsgrundlagen beruht, unvollständig      

oder unklar ist, keine gehörige Begründung vorliegt oder schlicht wider-

sprüchlich ausfällt (vgl. BGE 140 II 334 E. 3; BGE 132 II 257 E. 4.4.1; BGE 

130 I 337 E. 5.4.2; Urteil BVGer A-6542/2011 vom 22. August 2012 E. 7.1; 

PATRICK KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER/FABIO BABEY, in: Wald-

mann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, 

N 166 zu Art. 12 VwVG). 

4.3 Bezüglich der Vorbringen des Beschwerdeführers verhält es sich wie 

folgt: 

4.3.1 Das Altersgutachten basiert auf den Empfehlungen der AGFAD für 

Altersschätzungen bei Lebenden und wurde durch zertifizierte Gutachter 

erstellt. Im Gutachten führen die Verfasser einleitend aus, dass generelle 

ethnische Einflüsse auf die gesamte Zahnentwicklung kontrovers diskutiert 

würden. Sofern dies für die Altersschätzung im vorliegenden Fall relevant 

sei, werde darauf eingegangen. In diesem Zusammenhang weisen die 

Gutachter bei der Beurteilung des Mineralisationsstadiums der Weisheits-

zähne darauf hin, dass beim Beschwerdeführer grundsätzlich von einem 

Mindestalter von 19.2 Jahren auszugehen sei, man in Berücksichtigung 

seiner guineischen Abstammung das absolute Mindestalter jedoch bei 18.6 

Jahren verorte. Die Gutachter berücksichtigten somit die Abstammung des 

Beschwerdeführers bei der Interpretation der zahnärztlichen Untersu-

chung. Dabei ist nicht zu beanstanden, dass sie die Herleitung ihrer 

Schlussfolgerung nicht eingehender darlegten. Im Literaturverzeichnis sind 

die vom Beschwerdeführer genannten Studien von OZLE ET. AL. und 

SCHMELING ET. AL aufgeführt, weshalb davon ausgegangen werden kann, 

dass die dortigen Erkenntnisse in die Beurteilung eingeflossen sind. Im Üb-

rigen ist es nicht Aufgabe der Vorinstanzen und des Bundesverwaltungs-

gerichts, den Fachbehörden die im Einzelfall zu berücksichtigenden Stu-

dien vorzuschreiben. Dass die Gutachter die angebliche Botswanastudie 

nicht in ihre Beurteilung miteinbezogen haben, schadet der Glaubwürdig-

keit ihres Gutachtens nicht. Ferner besteht keine Diskrepanz zwischen 

dem angegebenen Mindestalter der Schlüsselbeinverknöcherung und der 

Zahnentwicklung, welche erklärungsbedürftig wäre. Zumal es nicht auf die 

einzelnen Mindestalter sondern auf die Spannbreite der möglichen Alters-

jahre ankommt: Im Altersgutachten wird dargelegt, dass bei einer Ossifika-

tion des Schlüsselbeins im Stadium 2b von einem Mindestalter von 16.4 

und einem Maximalalter von 20.1 Jahren ausgegangen werden könne. 

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Seite 9 

Dies lässt sich mit dem Mindestalter von 18.6 Jahren aus der zahnärztli-

chen Untersuchung vereinbaren. Es ist daher auch folgerichtig, dass die 

18.6 und nicht die 16.4 Jahre als Mindestalter des Beschwerdeführers gel-

ten. Zusammengefasst liegen keine Gründe vor, welche die Schlussfolge-

rungen des Altersgutachtens in Zweifel zu ziehen vermögen. Diese sind für 

das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. 

4.3.2 Gemäss einem Schreiben der italienischen Behörden (Ministero 

dell’Interno, Dipartimento per le Libertà Civili e l’Immigrazione, Direzione 

Centrale dei Servizi Civili per l’Immigrazione e l’Asilo, Unità Dublino) vom 

3. Juli 2017 hatte der Beschwerdeführer in Italien den 1. Januar 2000 als 

Geburtstag angegeben. In der Schweiz bemerkte er anlässlich der Befra-

gung vom 6. Dezember 2016, dass sein Alter in Italien nicht korrekt aufge-

nommen worden sei. Sein Geburtstag sei der 1. Mai 2000. Als er gefragt 

wurde, wie alt er sei, gab er nicht direkt Antwort. Stattdessen versuchte er, 

sein Alter auszurechnen („A: Wir sind am Anfang 2017…“). Als er erneut 

danach gefragt wurde, antwortete er, dass er 17 Jahre alt sei. Beim Durch-

lesen des Protokolls korrigierte er das Alter handschriftlich auf 16 Jahre. 

Zudem gab er zu Protokoll, dass er sein Geburtstag erst seit dem Jahr 

2015 kenne. Er sei unter Kollegen gewesen und jeder habe sein Geburts-

tag gesagt. Da er seinen nicht gewusst habe, habe er seinen Vater und 

seinen grossen Bruder danach gefragt. Sein Bruder habe ihm sein Ge-

burtstagsdatum dann mitgeteilt. Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz 

beizupflichten, dass die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Ge-

burtsdatum nicht stringent und nicht glaubhaft sind. Daran würde auch 

nichts ändern, wenn die italienischen Behörden fälschlicherweise den 

1. Januar 2000 als Geburtsdatum eingetragen hätten. Im Ergebnis vermö-

gen die Aussagen des Beschwerdeführers die Schlussfolgerungen des Al-

tersgutachtens nicht zu relativeren. 

4.4 Das Gutachten geht von einem wahrscheinlichen Alter zwischen 19 

und 20 Jahren aus. Das eingetragene Geburtsdatum vom 1. Januar 1998 

ist deshalb wahrscheinlicher als das vom Beschwerdeführer beantragte 

vom 1. Mai 2000. Zwar weist er zu Recht darauf hin, dass das eingetragene 

Geburtsdatum im ZEMIS (18 Jahre) in Diskrepanz zum wahrscheinlichen 

Alter stünde, welches die Gutachter eruiert hätten (19 bis 20 Jahre). Die 

Diskrepanz erweist sich jedoch als unwesentlich, betrug das wahrscheinli-

che Alter des Beschwerdeführers ausgehend vom 1. Januar 1998 im Un-

tersuchungszeitpunkt doch bereits 18 Jahre, 11 Monate und 9 Tage. Nach-

dem die Differenz zum festgestellten Altersrahmen weniger als einen Mo-

nat ausmacht, erscheint der 1. Januar 1998 als Geburtsdatum immer noch 

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Seite 10 

als vertretbar (vgl. dazu Urteil BVGer A-7920/2016 vom 29. Januar 2018 

E. 7.1, in welchem ein Alter von 16 Jahren und 11 Monaten mit dem im 

Altersgutachten festgestellten Altersrahmen von zwischen 17 und 22 Jah-

ren als vereinbar betrachtet wurde). Im Ergebnis ist die Beschwerde im 

Hauptantrag abzuweisen. 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Rückweisung der Sa-

che zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz. Insbesondere sei ein neues 

Gutachten mit Berücksichtigung der neuen Studie aus Botswana zu erstel-

len. 

5.2 Die Beschwerdeinstanz entscheidet in der Sache selbst oder weist 

diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zu-

rück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Ein Rückweisungsentscheid rechtfertigt sich 

vor allem dann, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und 

ein umfassendes oder jedenfalls aufwendiges Beweisverfahren durchzu-

führen ist (PHILIPPE WEISSENBERGER/ASTRID HIRZEL, in: Praxiskommentar 

VwVG, a.a.O., N 16 zu Art. 61 VwVG). 

5.3 Vorliegend ist das Bundesverwaltungsgericht in der Lage, gestützt auf 

die vorhandenen Beweismittel in der Sache selbst zu entscheiden. Weitere 

Sachverhaltsermittlungen bedarf es dafür nicht (vgl. zur Rechtmässigkeit 

des Altersgutachtens oben E. 4.3.1). Die Beschwerde ist im eventualiter 

gestellten Antrag ebenfalls abzuweisen. 

6.  

Dem Beschwerdeführer sind infolge Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 i.V.m. Art. 65 Abs. 1 

VwVG). Aufgrund seines vollumfänglichen Unterliegens hat er keinen An-

spruch auf Zusprechung einer Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG).  

7.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben. 

  

A-3382/2017 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) 

– den EDÖB z.K. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Bandli Andreas Kunz 

  

A-3382/2017 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung:  

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).  

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