# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44109ced-ad70-5a85-9277-5193b674e6e6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 14.12.2021 S 2020 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-124_2021-12-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 124

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Meisser

Aktuar Ott

URTEIL

vom 14. Dezember 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Anspruch nach AVIG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ (Jahrgang 1973) war zuletzt als Sicherheitsfachmann in der 

Transportbranche bei der B._____ AG tätig. Am 19. November 2019 

meldete er einen Anspruch auf Taggeld der Arbeitslosenversicherung 

(ALV) im Umfang von 100 % ab dem 1. April 2020 an.

2. Bereits am 2. März 2020 schloss A._____ einen Arbeitsvertrag mit der 

Institution C._____ als Arbeitsagoge in Ausbildung mit einem Monatslohn 

von CHF 2'500.-- bei einem 100 %-Pensum und mit Stellenantritt per 

1. März 2020 ab.

3. Mit Verfügung vom 13. Juli 2020 beschied die Arbeitslosenkasse 

Graubünden, dass gemäss konstanter Praxis des eidgenössischen 

Versicherungsgerichts (EVG) in Verbindung mit GAV, L-GAV und LMV der 

berufs- und ortsübliche Ansatz für Mitarbeiter CHF 5'000.-- monatlich bei 

einer 100%igen Beschäftigung betrage. Bei der Berechnung des 

Verdienstausfalls sei daher mindestens dieser Betrag zu berücksichtigen.

4. Die dagegen von A._____ erhobene Einsprache hiess das Amt für 

Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) mit 

Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 teilweise gut und verfügte, 

dass ein branchenüblicher Lohn von CHF 4'800.-- anzurechnen sei. Zur 

Begründung wurde wiederum angeführt, der gemäss konstanter EVG-

Praxis in Verbindung mit GAV, L-GAV und LMV berufs- und ortsübliche 

Ansatz für Arbeitsagogen bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % im 

Kanton Graubünden betrage CHF 5'000.--. Der A._____ ausgerichtete 

Geldlohn liege damit deutlich unter dem berufs- und ortsüblichen Lohn. 

Allerdings sei zu berücksichtigen, dass die Kosten für die Ausbildung zum 

Arbeitsagogen vollumfänglich durch den Arbeitgeber getragen würden. 

Diese würden sich gemäss den eingereichten Unterlagen auf ca. 

CHF 17'500.-- belaufen. Hinzu komme, dass A._____ die Ausbildung 

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während der Arbeitszeit absolvieren dürfe und damit wöchentlich ein bis 

drei Tage der Arbeit fernbleibe. Diese geldwerten Leistungen des 

Arbeitgebers seien als Naturallohn zu qualifizieren und entsprechend in 

die Berechnung des berufs- und branchenüblichen Lohns 

miteinzubeziehen. Gemäss Art. 13 der Verordnung über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung sei der Wert anders gearteten 

Naturaleinkommens von Fall zu Fall den Umständen entsprechend von 

der Ausgleichskasse zu schätzen. Vorliegend werde das 

Naturaleinkommen unter Berücksichtigung der Kursdauer, der Kurskosten 

und der Anzahl Weiterbildungstage auf CHF 2'300.-- geschätzt. 

Zusammen mit dem vom Arbeitgeber ausgerichteten Geldlohn entspreche 

die Entlöhnung von A._____ damit knapp dem berufs- und ortsüblichen 

Lohn für Arbeitsagogen. Damit sei ein tatsächlicher Lohn von CHF 2'500.-- 

und ein Naturallohn von CHF 2'300.-- zu berücksichtigen, womit 

insgesamt ein Lohn von CHF 4'800.-- als branchenüblicher Lohn 

anzurechnen sei.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 

11. November 2020 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss in Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids, es sei ihm sein realer Lohn mit dem 

tatsächlichen Naturallohn anzurechnen. Begründend führte er im 

Wesentlichen aus, die Anrechnung eines ortsüblichen Lohns von 

CHF 5'000.-- als Arbeitsagoge sei falsch, da dieses Einkommen nicht 

seinem effektiven Lohn entspreche. Als Praktikant verdiene er 

CHF 2'500.--. Es sei nicht korrekt, dass er als ausgebildete Fachkraft 

eingestuft werde. Auch eine Anrechnung der Ausbildungskosten 

rechtfertige diese Einstufung nicht. Ohnehin gehe er nur einen Tag und 

nicht – wie behauptet – ein bis drei Tage zur Schule. Aus dem von ihm 

eingereichten Unterlagen gehe klar hervor, dass die Kosten für die 21 

Monate dauernde Ausbildung CHF 17'500.-- betrügen, wobei 50 % davon 

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vom Bund zurückerstattet würden. Somit betrage der Naturallohn 

tatsächlich CHF 416.70 pro Monat. Sein Verdienst liege daher real bei 

CHF 2'916.70. Es sei üblich, dass Praktikanten keinen Lohn als Fachkraft 

bekämen. Auch liege kein Lohndumping vor.

6. Mit Eingabe vom 20. November 2020 ergänzte der Beschwerdeführer 

unter Beilage einer Bestätigung seines Arbeitsgebers, dass er vor seiner 

Ausbildung, welche er erst im Frühling 2021 beginnen werde, ein 

Praktikum absolvieren müsse und während dieser Zeit keine Leistung im 

Form eines Naturallohns beziehe.

7. Mit Vernehmlassung vom 16. Dezember 2020 schloss das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) auf Abweisung der Beschwerde bei 

gesetzlicher Kostenfolge. Darin wurde namentlich ausgeführt, obschon 

der Arbeitsvertrag mit C._____ vorsehe, dass der Beschwerdeführer in 

andauernder Anstellung eine Ausbildung zum Arbeitsagogen absolvieren 

müsse, sei er unbefristet ausgestaltet. Dieser Umstand allein sei an sich 

noch nicht unüblich. Die Anstellung werde aber explizit nicht davon 

abhängig gemacht, dass der Beschwerdeführer die Ausbildung vorab 

absolviere. Nach dessen Aussagen trete er die Ausbildung voraussichtlich 

im Frühling 2021 an. Damit sei aber erstellt, dass der Beschwerdeführer 

seine arbeitsvertragliche Tätigkeit über ein Jahr lang ohne entsprechende 

Ausbildung ausführen könne und die aktuelle Tätigkeit keinen 

Bildungsanteil beinhalte. Aufgrund dessen sei die Tätigkeit des 

Beschwerdeführers nicht als Praktikum zu qualifizieren. Würde zudem den 

Berechnungen des Beschwerdeführers zum Naturallohn gefolgt, läge der 

ausgerichtete Lohn deutlich unter dem berufs- und ortsüblichen Lohn für 

Arbeitsagogen. Die Einsprache des Beschwerdeführers hätte demnach 

nach heutigen Kenntnissen vollumfänglich abgewiesen werden müssen.

8. Der Beschwerdeführer reichte trotz der ihm eingeräumten Frist für eine 

freigestellte Stellungnahme keine Replik ein.

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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in deren Eingaben, den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 sowie die 

weiteren Akten, wird – sofern erforderlich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 13. Oktober 2020. Gegen 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht eingereicht werden. 

Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung 

(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen 

Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 

Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der 

angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als 

kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die 

örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist (vgl. Art. 1 

Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Arbeitsvermittlung 

und Arbeitslosenversicherung [EGzAVG/AVIG; BR 545.100] und Art. 1 

Abs. 1 der Verordnung zum Einführungsgesetz zur Arbeitsvermittlung und 

Arbeitslosenversicherung [BR 545.270]). Die sachliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100).

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1.2. Näher zu prüfen ist, ob der angefochtene Einspracheentscheid vom 

13. Oktober 2020 ein anfechtbarer End-, Teil- oder Zwischenentscheid 

darstellt. Darin wurde in teilweiser Gutheissung der Einsprache verfügt, 

dass ein branchenüblicher Lohn von CHF 4'800.-- anzurechnen sei. Diese 

Festlegung erfolgte im Rahmen der Bemessung des Zwischenverdienstes 

des Beschwerdeführers gemäss Art. 24 AVIG. Danach gilt als 

Zwischenverdienst jedes Einkommen aus unselbstständiger oder 

selbstständiger Erwerbstätigkeit, das der Arbeitslose innerhalb einer 

Kontrollperiode erzielt. Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des 

Verdienstausfalls (Abs. 1). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen 

dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber 

dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem 

versicherten Verdienst (Abs. 3). Ist das Einkommen geringer als die dem 

Versicherten zustehende Arbeitslosenentschädigung, so besteht 

innerhalb der Rahmenfrist für den Leistungsbezug ein Anspruch auf 

Kompensationszahlungen (Art. 41a Abs. 1 AVIV).

1.3. Mit dem Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 wurde somit nicht 

über den Anspruch des Beschwerdeführers auf ein Taggeld der 

Arbeitslosenversicherung ab dem 1. April 2020 an sich befunden. 

Vielmehr wurde damit lediglich einer der Faktoren, nämlich der 

anrechenbare Zwischenverdienst, festgelegt. Dieser bildet die Grundlage 

für die Berechnung des Verdienstausfalls des Beschwerdeführers, 

welcher sich aus der Differenz bis zum versicherten Verdienst ergibt, und 

gestützt auf welchen Kompensationszahlungen getätigt werden, sofern 

der Zwischenverdienst tiefer ist als die dem Beschwerdeführer zustehende 

Arbeitslosenentschädigung. Mithin liegt kein Endentscheid vor. Ebenso 

wenig handelt es sich um einen Teilentscheid. Zwar kann die Frage des 

Zwischenverdiensts unabhängig von der Frage der 

Anspruchsberechtigung beurteilt werden; umgekehrt trifft dies aber nicht 

zu. Insofern beurteilte der Beschwerdegegner lediglich einen Teilaspekt 

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desselben Leistungsbegehrens. Daher ist von einem Zwischenentscheid 

auszugehen.

1.4. Das ATSG bestimmt zwar, dass gegen Zwischenentscheide Beschwerde 

erhoben werden kann (vgl. dazu Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 

ATSG), nennt jedoch keine Voraussetzungen für deren Anfechtbarkeit 

(siehe BGE 132 V 93 E.6.1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] H 111/06 vom 22. November 2006 E.3.4). 

Die Beschwerdefrist beträgt für Einspracheentscheide und Verfügungen, 

bei denen die Einsprache ausgeschlossen ist, 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 

ATSG; siehe BGE 132 V 418 E.2.1 ff.). Für das Verfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht enthält das ATSG keine näheren 

Bestimmungen. Massgebend für die Bestimmung der Voraussetzungen 

für die Zulässigkeit einer Beschwerde gegen eine Zwischenentscheide ist 

somit, kraft Verweis auf das kantonale Recht in Art. 61 Ingress ATSG, 

primär Art. 49 Abs. 4 VRG. Danach sind verfahrensleitende Anordnungen 

und vorsorgliche Massnahmen sowie andere Zwischenentscheide nur 

anfechtbar, wenn sie (a) für die betroffene Partei einen Nachteil zur Folge 

haben, der sich später voraussichtlich nicht mehr beheben lässt, oder (b) 

ausdrücklich als selbstständig anfechtbar erlassen werden, wenn sich das 

Verfahren dadurch möglicherweise vereinfachen lässt.

1.5. Zunächst ist zu prüfen, ob hier ein nicht wieder gutzumachender Nachteil 

vorliegt. Für die Prüfung dieser Voraussetzung ist zwar nicht direkt, aber 

doch ergänzend auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

(bzw. des Bundesgerichts) bezüglich der Anfechtbarkeit von 

Zwischenverfügungen gemäss Art. 45 f. des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; 

SR 172.021) abzustellen (vgl. BGE 139 V 492 E.4.1, 138 V 271 E.1.2.1 ff. 

und 3.2, 137 V 210 E.3.4.2.7, 132 V 93 E.6.1; EVGE H 111/06 vom 22. 

November 2006 E.3.4 ff.; Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] U 20 71 vom 21. September 2020 E.1, S 17 106 vom 

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31. Oktober 2017 E.1b, S 17 119 vom 31. Oktober 2017 E.1b, S 17 66 

vom 13. September 2017 E.1c und S 13 8 vom 5. November 2013 E.1a; 

KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 56 

Rz. 23). Für die Annahme eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils 

im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG genügt ein tatsächliches, 

insbesondere auch ein wirtschaftliches Interesse (siehe BGE 130 II 149 

E.1.1, 127 II 163 E.2a; Urteile des Bundesgerichts 8C_130/2018 vom 

31. August 2018 E.5.2 und 2C_86/2008 vom 23. April 2008 E.3.2; EVGE 

H 111/06 vom 22. November 2006 E.4.1; Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts B-161/2021 vom 30. September 2021 E.6, B-

6595/2017 vom 24. Mai 2018 E.1.2.1, E-3276/2014 vom 13. Februar 2015 

E.4.1, C-4224/2014 vom 12. Februar 2015 E.3.2 und C-4163/2013 vom 

2. Juni 2014 E.2.1.1; KIESER, a.a.O. Art. 56 Rz. 20 und 

KAYSER/PAPADOPOULOS/ALTMANN, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.]. 

VwVG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, Art. 46 Rz. 10). Dass 

vorliegend der mit Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 verfügte, 

anrechenbare branchenübliche Lohn von CHF 4'800.-- einen im Rahmen 

der Eintretensvoraussetzungen zu beachtender, nicht wieder 

gutzumachender Nachteil bewirken kann, liegt nahe. Denn der versicherte 

Verdienst des Beschwerdeführers beträgt ausweislich der Akten 

CHF 5'634.-- und wird im Umfang von 80 % entschädigt (siehe Akten des 

Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 

AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld von CHF 207.70 (CHF 5'634.-- : 

21.7 x 0.8). Wird für den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Arbeitslosenentschädigung ohne Zwischenverdienst – behelfsweise 

ausgehend von 21.7 Tagen – ein Betrag von CHF 4'507.20 (CHF 5'634.-- 

x 0.8) angenommen, bestünde kein Anspruch auf 

Kompensationszahlungen, wenn mit dem Beschwerdegegner von einem 

branchenüblichen Lohn in der Höhe von CHF 4'800.-- ausgegangen 

würde. Ist nämlich das Einkommen (hier CHF 4'800.--) – wenn auch nur 

gering – höher als die der versicherten Person zustehende 

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Arbeitslosenentschädigung (hier CHF 4'507.20), so besteht innerhalb der 

Rahmenfrist für den Leistungsbezug kein Anspruch auf 

Kompensationszahlungen (siehe Art. 41a Abs. 1 AVIV e contrario; VGU 

S 16 124 vom 10. März 2017 E.4b). Anders verhielte es sich, wenn der 

vom Beschwerdeführer geltend gemachte, als auszubildender 

Arbeitsagoge effektiv erzielte Verdienst in der Höhe von CHF 2'500.-- als 

Zwischenverdienst angerechnet würde. Das Vorliegen eines nicht wieder 

gutzumachenden Nachteils, der sich später nicht mehr beheben lässt, 

kann letztlich aber offen bleiben. Denn der Einspracheentscheid vom 

13. Oktober 2020, mit welchem der anrechenbare, branchenübliche Lohn 

auf CHF 4'800.-- festgelegt wurde, wurde ausdrücklich als selbstständig 

anfechtbar erlassen, wobei dessen Überprüfung das Verfahren 

möglicherweise vereinfacht. Damit ist jedenfalls die Vorausaussetzung 

gemäss Art. 49 Abs. 4 lit. b VRG gegeben.

1.6. Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung auf (siehe Art. 59 ATSG). Auf die von ihm zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.

2. Vorliegend ist einzig streitig, ob der Beschwerdegegner zu Recht einen 

branchenüblichen Lohn von CHF 4'800.-- als Zwischenverdienst 

angerechnet hat.

3.1. Als Zwischenverdienst gilt jedes Einkommen aus unselbstständiger oder 

selbstständiger Erwerbstätigkeit, das der Arbeitslose innerhalb einer 

Kontrollperiode erzielt (siehe Art. 24 Abs. 1 AVIG), und das geringer ist, 

als die ihm zustehende Arbeitslosenentschädigung (siehe Art. 41a Abs. 1 

AVIV). Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls 

(siehe Art. 24 Abs. 1 AVIG). Als Verdienstausfall gilt die Differenz 

zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, 

mindestens aber dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende 

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Arbeit, und dem versicherten Verdienst (siehe Art. 24 Abs. 3 AVIG). Durch 

die Ausübung der Zwischenverdiensttätigkeit trägt die arbeitslose Person 

unter anderem zur Schadenminderung und zur Erhaltung ihrer 

Arbeitsqualifikation bei (vgl. dazu NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, 

in: Meyer (Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, 

Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, N Arbeitslosenversicherung, 

Rz. 409). Den finanziellen Anreiz für die Aufnahme eines 

Zwischenverdienstes bilden dabei die Kompensationszahlungen, welche 

die Differenz bis zum versicherten Verdienst decken (siehe Art. 24 Abs. 1 

und 3 AVIG und Art. 41a AVIV). Eine arbeitslose Person kann demnach 

während ihrer Arbeitslosigkeit eine Tätigkeit annehmen, die im Sinne von 

Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar ist und erhält dafür 

Kompensationszahlungen, welche ihr die Erzielung eines höheren 

Einkommens als mit den Arbeitslosentaggeldern allein ermöglichen 

(eingehend dazu NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 409 ff.; GÄCHTER, 

Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht: Unter besonderer 

Berücksichtigung des Bundessozialversicherungsrechts. Ein Beitrag zu 

Treu und Glauben, Methodik und Gesetzeskorrektur im öffentlichen Recht, 

Zürich/Basel/Genf 2005, S. 497). Sinn und Zweck der Entschädigung des 

Verdienstausfalles ist es denn auch, Anreiz für die Annahme schlechter 

entlöhnter Arbeiten zu schaffen (siehe BGE 133 V 161 E.2.2.2, 129 V 102 

E.3.3, 125 V 480 E.4c/cc). 

Wird ein Zwischenverdienst allerdings unüblich tief entlöhnt, so muss bei 

der Berechnung des Verdienstausfalls von einem berufs- und ortsüblichen 

Lohn ausgegangen werden. Mit dem Kriterium der Berufs- und 

Ortsüblichkeit gemäss Art. 24 Abs. 3 Satz 1 AVIG soll unüblich tiefer 

Honorierung von Zwischenverdienstarbeiten entgegengetreten werden, 

wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Sinn eines Lohndumpings einen 

zu niedrigen Lohn vereinbaren, um die Differenz zu Lasten der 

Arbeitslosenversicherung entschädigen zu lassen. Ausserdem soll 

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verhindert werden, dass auf Kosten der Arbeitslosenversicherung Betriebe 

und Arbeitsplätze bestehen, die ansonsten in der freien Wirtschaft, d.h. im 

ersten Arbeitsmarkt, nicht überlebensfähig wären. In diesem Sinne wird 

denn auch das Kriterium der Berufs- und Ortsüblichkeit in der Lehre und 

Rechtsprechung als "Korrektiv" und "Missbrauchsklausel" bezeichnet. 

Eine berufsübliche Entlöhnung bedeutet, dass die versicherte Person, die 

auf ihrem erlernten Beruf einen Zwischenverdienst ausübt, wie eine 

ausgebildete Person dieses Berufs normal bezahlt wird. Bei ungelernten 

Tätigkeiten sind branchenübliche Durchschnittslöhne heranzuziehen (vgl. 

zu Sinn und Zweck des Art. 24 Abs. 3 AVIG eingehend BGE 129 V 104 

E.3.3 und E.3.4, siehe auch BGE 120 V 233 E.3c und E.5e und EVGE vom 

13. Oktober 2006 C 139/06 E.2.1 m.H.; siehe auch Botschaft des 

Bundesrates vom 2. Juli 1980 zu einem neuen Bundesgesetz über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

[BBl 1980 III 489 ff.] S. 581; in der Literatur statt vieler NUSSBAUMER, 

a.a.O., Rz. 423 und GERHARDS, Arbeitslosenversicherung: 

«Stempelferien», Zwischenverdienst und Kurzarbeitsentschädigung für 

öffentliche Betriebe und Verwaltungen – Drei Streifragen, in: SZS 1994, 

S. 321 ff., insb. S. 345). Die berufs- und ortsübliche Entlöhnung kann 

beispielsweise aufgrund von Gesetzesvorschriften, Lohnstatistiken, 

branchen- oder firmenüblichen Massstäben, Muster- oder 

Gesamtarbeitsverträgen festgestellt werden (vgl. AVIG-Praxis ALE 

[Arbeitslosenentschädigung], Januar 2013, C134). Der berufs- und 

ortsübliche Lohn ist stets ein Durchschnittslohn, der auf möglichst einfache 

Weise ohne Mitwirkung der versicherten Person und ihres Arbeitsgebers 

anhand von Tabellenlöhnen oder Lohnauskünften von hypothetischen 

Arbeitgebern zu ermitteln ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_893/2011 

vom 31. Mai 2012 E.2 m.w.H.). Eine berufsübliche Entlöhnung bedeutet, 

dass die versicherte Person, die auf ihrem erlernten Berufsgebiet eine 

Ersatzarbeit ausübt, wie ein ausgebildeter Angehöriger dieses Berufes 

normal bezahlt wird. Bei ungelernten Tätigkeiten im Rahmen von 

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Ersatzarbeit sind branchenübliche Durchschnittslöhne heranzuziehen. 

Falls ein Ungelernter eine Praktikumstätigkeit versieht, richtet sich ihre 

Entlöhnung von vornherein nicht nach den für ausgebildete Personen 

üblichen Ansätzen (siehe BGE 120 V 502 E.6c und 120 V 233 E.3c). In 

der Bestimmung von Art. 24 Abs. 3 Satz 1 AVIG ist von "orts- und 

berufsüblichen" Lohnansätzen die Rede. Dies sieht – streng genommen – 

nach einer Kumulation beider Bedingungen aus. In der Praxis wird dies 

jedoch weniger scharf beachtet (siehe dazu GERHARDS, Kommentar zum 

Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Band III, Bern 1993, Art. 24/[25 

= aufgehoben] Rz. 26). Die Nichteinhaltung des Kriteriums der Berufs- und 

Ortsüblichkeit führt nicht zum Dahinfallen des Anspruches auf 

Differenzausgleich. Vielmehr wird nunmehr bloss der vom Versicherten 

erzielte effektive Lohn in masslicher Hinsicht bis zu dem als berufs- und 

ortsüblich zu qualifizierenden Ansatz angehoben, und es erfolgt nur auf 

dieser Grundlage ein Differenzausgleich (siehe BGE 120 V 233 E.5e; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_411/2018 vom 21. September 2018 E.4.2). 

3.2. Rechtsprechungsgemäss bleibt für die Annahme eines 

Zwischenverdienstes im Sinne von Art. 24 AVIG aber kein Raum, wenn 

die zur Diskussion stehende Tätigkeit nicht zur Vermeidung von 

Arbeitslosigkeit, sondern in erster Linie zu Ausbildungszwecken, mithin 

zum Erwerb beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten aufgenommen wird 

(siehe ARV 1998 Nr. 49 S. 287 f. m.H.; EVGE C 193/03 vom 16. Januar 

2004 E.1; GERHARDS, Arbeitslosenversicherung: «Stempelferien», 

Zwischenverdienst und Kurzarbeitsentschädigung für öffentliche Betriebe 

und Verwaltungen – Drei Streifragen, in: SZS 1994, S. 321 ff., S. 350 lit. h 

m.H.). Letzteres liegt in der Regel vor, wenn die versicherte Person nach 

Abschluss einer Grundausbildung ein Praktikum absolviert. In diesen 

Fällen betrachtete das ehemalige Eidgenössische Versicherungsgericht 

die aufgenommene Tätigkeit als zur Grundausbildung gehörig, wofür der 

enge sachliche und zeitliche Zusammenhang mit dem abgeschlossenen 

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Studium sowie die geringe Entlöhnung sprechen (siehe ARV 1998 Nr. 7 

S. 36 ff.; EVGE C 193/03 vom 16. Januar 2004 E.3 und C 203/99 vom 

25. Januar 2000 E.1b f.; nicht veröffentlichte Urteile des EVG C 320/96 

vom 26. Mai 1998, C 158/96 vom 5. September 1996 und C 83/93 vom 

1. Juni 1994). Auch in Fällen, in denen die versicherte Person einschlägige 

Berufserfahrung mitbringt, jedoch ein gering entlöhntes Praktikum in 

einem völlig andersgearteten Berufsbereich beginnt, sei es mit dem Ziel, 

später eine entsprechende Grundausbildung zu absolvieren, sei es zur 

Abklärung der Eignung einer entsprechenden Arbeit, steht in der Regel 

der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten im Vordergrund (zum 

Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_411/2018 vom 21. September 

2018 E.4.3 m.H.a. ARV 1998 Nr. 49 S. 286 ff.; EVGE C 297/03 vom 

14. Juni 2004, C 21/03 vom 4. August 2003 und C 385/99 vom 9. Juni 

2000; nicht veröffentlichte Urteile des EVG C 412/98 vom 11. März 1999 

und C 191/94 vom 4. April 1995).

3.3. Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdegegner bei der Festlegung des 

Zwischenverdiensts des Beschwerdeführers für seine Tätigkeit als 

Arbeitsagoge in Ausbildung von einem branchenüblichen Lohn in der 

Höhe von CHF 4'800.-- ausgegangen. Demgegenüber ist der 

Beschwerdeführer der Ansicht, dass ihm sein effektiver Lohn gemäss 

Arbeitsvertrag vom 2. März 2020 in der Höhe von CHF 2'500.-- pro Monat 

anzurechnen sei. Aus seinen unbestritten gebliebenen Angaben in der 

Beschwerde geht hervor, dass ihm von Seiten des regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) erklärt worden sei, dass er jede Arbeit 

annehmen müsse, welche er bekomme. Er habe sich auf diverse Stellen 

beworben und nur Absagen erhalten. Als er sich bei C._____ beworben 

habe für eine Stelle, welche berufsbegleitend eine Ausbildung zum 

Arbeitsagogen angeboten habe, sei er verpflichtet gewesen, die Stelle 

anzunehmen, damit er alles unternommen habe, um nicht arbeitslos zu 

sein. Sein RAV-Berater habe ihm ausdrücklich gesagt, dass er durch das 

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KIGA mit Massnahmen unterstützt werde und es wichtig sei, berufliche 

Perspektiven zu haben. Nun sei aber die Stelle als Zwischenverdienst 

betrachtet und ein ortsüblicher Lohn angerechnet worden.

Es steht aufgrund der Akten fest, dass der Beschwerdeführer am 2. März 

2020 einen Vertrag mit der Institution C._____ abgeschlossen hat, 

gemäss welchem er in der Funktion als Arbeitsagoge in Ausbildung per 

1. März 2020 in einem 100 %-Pensum tätig und mit einem Lohn in der 

Höhe von brutto CHF 2'500.-- sowie der Übernahme der Agogen-

Ausbildungskosten und -spesen durch den Arbeitgeber entlöhnt wird, 

wobei eine Probezeit von drei Monaten und eine gleich lange 

Kündigungsfrist nach Ablauf der Probezeit vereinbart wurde (siehe Bg-

act. 5). Hierbei handelt es sich unstreitig um eine Tätigkeit in einem völlig 

andersgearteten Berufsbereich als die angestammte Tätigkeit des 

Beschwerdeführers als Sicherheitsfachmann. Auch liegt der vereinbarte 

Lohn von CHF 2'500.-- deutlich niedriger als der Verdienst, welcher sich 

in der bisherigen Tätigkeit hätte erzielen lassen (vgl. Bg-act. 1). Dem 

Arbeitsvertrag vom 2. März 2020 ist zudem zu entnehmen, dass die 

Ausbildungskosten, welche von den Parteien übereinstimmend mit rund 

CHF 17'500.-- beziffert werden, vom Arbeitgeber getragen werden. Hinzu 

kommt, dass der Beschwerdeführer eine Bestätigung seines Arbeitgebers 

vom 12. November 2020 ins Recht gelegt hat, aus welcher hervorgeht, 

dass die Ausbildung zum Arbeitsagogen ein Vorpraktikum von mindestens 

einem halben Jahr und eine Ausbildungszeit vor Ort und an der 

Bildungseinrichtung D._____ von zwei Jahren beinhalte (siehe Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act. 3]). Daraus ist zu schliessen, dass zunächst 

ein Praktikum durchlaufen werden muss, welches – wenn nicht bereits 

selbst der Ausbildung dienend – jedenfalls im Hinblick auf eine solche 

angetreten wurde (vgl. dazu auch die vom Beschwerdeführer eingereichte 

Dokumentation zum Lehrgang Arbeitsagoge an der Bildungseinrichtung 

D._____ [Bf-act. 2 S. 2]). Allerdings kann daraus nicht abgeleitet werden, 

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der Beschwerdeführer habe in erster Linie nach einer Umschulung 

getrachtet. Vielmehr liegen – wie bereits hiervor erwähnt – in der 

Beschwerde genauso wie bereits im vorinstanzlichen 

Abklärungsverfahren Anhaltspunkte vor, die den Willen des 

Beschwerdeführers zur Schadenminderung belegen. Insbesondere 

betonte er mehrfach, die berufsbegleitende Ausbildung zum 

Arbeitsagogen angenommen zu haben, um nicht arbeitslos zu sein. 

Hinweise, welche an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zweifeln 

liessen, sind weder aktenkundig noch werden solche vom 

Beschwerdegegner benannt. Unbenommen der in der 

beschwerdeführerischen Stellungnahme vom 2. September 2020 im 

Rahmen des Einspracheverfahrens zum Ausdruck gebrachten 

Befürchtung, aufgrund der weiterhin zu tätigenden Arbeitsbemühungen 

die Ausbildungskosten dereinst bei Antritt einer neuen Anstellung 

zurückzahlen zu müssen (vgl. Bg-act. 9), kann nicht gesagt werden, der 

Antritt dieser Tätigkeit habe primär dem Erwerb von Kenntnissen und 

Fertigkeiten gedient. Vielmehr stand das Bestreben des 

Beschwerdeführers, die bestehende Arbeitslosigkeit zu vermeiden, im 

Vordergrund. Dass der Arbeitsvertrag vom 2. März 2020 eine 

dreimonatige Kündigungsfrist nach Ablauf der Probezeit vorsieht, ändert 

nichts daran, dass der Beschwerdeführer bereit zu sein scheint, die 

Tätigkeit als Arbeitsagoge in Ausbildung bei Auffinden einer zumutbaren 

Arbeitstätigkeit unter Wahrung der Kündigungsbestimmungen zu beenden 

(vgl. AVIG-Praxis ALE, Oktober 2012, B234). In Gesamtwürdigung der 

Umstände ist daher dem Erwerbscharakter des Praktikums bzw. der 

berufsbegleitenden Ausbildung zum Arbeitsagogen Vorrang gegenüber 

dem Ausbildungszweck einzuräumen.

4.1. Wird vom einem Erwerbscharakter der Tätigkeit als Arbeitsagoge in 

Ausbildung ausgegangen, ist im Weiteren auf die Höhe des 

Zwischenverdiensts ein- bzw. der Frage nachzugehen, ob (nur) der 

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arbeitsvertraglich vereinbarte Lohn von CHF 2'500.-- anzurechnen oder 

aber dieser auf einen berufs- und ortsüblichen Lohn aufzurechnen ist.

4.2. Wie sogleich aufzuzeigen sein wird, kann entgegen der Ansicht des 

Beschwerdegegners nicht von einer Entlöhnung unter dem Niveau der 

Orts- und Berufsüblichkeit bzw. von einem Sachverhalt des Lohndumpings 

zulasten der ALV ausgegangen werden. So räumt der Beschwerdegegner 

in seiner Vernehmlassung selbst ein, dass ein unbefristet ausgestalteter 

Arbeitsvertrag, während welchem der Beschwerdeführer in andauernder 

Anstellung eine Ausbildung zum Arbeitsagogen absolvieren muss, für sich 

allein nicht unüblich ist. Dies erscheint denn auch angesichts der Dauer 

der Ausbildung samt Vorpraktikum plausibel, wobei davon auszugehen ist, 

dass der geschlossene Arbeitsvertrag (in dieser Ausgestaltung) ohnehin 

endet, wenn die darin aufgeführte Tätigkeit als Arbeitsagoge in Ausbildung 

abgeschlossen worden ist. Soweit der Beschwerdegegner es indes 

aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer seine Ausbildung 

voraussichtlich im Frühling 2021 antritt, als erstellt erachtet, dass dieser 

seine arbeitsvertragliche Tätigkeit (seit März 2020) über ein Jahr ohne 

entsprechende Ausbildung ausführen könne und die (zum 

Vernehmlassungszeitpunkt im Dezember 2020) aktuelle Tätigkeit keinen 

Bildungsanteil beinhalte, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn damit geht 

er im Grunde genommen davon aus, dass die damalige, vom 

Beschwerdeführer ausgeübte Praktikumstätigkeit als sogenanntes 

"unechtes Praktikum" einzustufen ist. Ein solches ist dann anzunehmen, 

wenn eine versicherte Person im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht 

unter dem Titel "Praktikum" eine ordentliche Erwerbstätigkeit antritt, die 

nicht nach orts- und berufsüblichen Ansätzen entschädigt wird (vgl. dazu 

VGU S 04 155 vom 1. Februar 2005 E.2b und Audit-Letter TCRD 2017/2 

des Staatssekretariats für Wirtschaft [SECO] vom September 2017, S. 2). 

Hierfür ergeben sich im vorliegenden Fall jedoch keine objektiven 

Anhaltspunkte. Vielmehr übersieht der Beschwerdegegner mit seiner 

- 17 -

Argumentation, dass der Beschwerdeführer gemäss der Bestätigung 

seines Arbeitgebers vom 12. November 2020 ein Vorpraktikum von 

mindestens einem halben Jahr absolvierte (siehe Bf-act. 3), welches denn 

auch gemäss der Beschreibung des Ausbildungslehrgangs zum 

Arbeitsagogen an der Bildungseinrichtung D._____ eine 

Aufnahmebedingung darstellt (vgl. Bf-act. 2 S. 2 und Bg-act. 9 S. 5 und 8). 

Dabei ist allgemeinnotorisch, dass ein solches Praktikum in der Praxis 

regelmässig mit geringerem Lohn entschädigt wird (vgl. BGE 120 V 502 

E.6c und 120 V 233 E.3c), womit das Kriterium der Orts- und 

Berufsüblichkeit entsprechend deutlich herabgesetzt wird (siehe VGU 

S 16 124 vom 10. März 2017 E.4c). Jedenfalls ist eine Absicht der 

Vertragsparteien auf Lohndumping – wie der Beschwerdegegner dies 

anzudeuten scheint – nicht zu erkennen. Vielmehr ist mit dem 

Beschwerdeführer einig zu gehen, dass Praktikanten mangels 

entsprechender Ausbildung und Erfahrung nicht wie eine Fachkraft 

entlöhnt werden. Mit seiner angestammten Tätigkeit als 

Sicherheitsfachmann brachte der Beschwerdeführer denn auch nicht ohne 

Weiteres die erforderlichen Qualifikationen für einen Arbeitsagogen mit, 

sondern betrat mit der Anstellung bei C._____ offensichtlich berufliches 

Neuland. Dass die Anforderungen an einen ausgebildeten Arbeitsagogen 

hoch sind, ergibt sich denn auch bereits aus der relativ langen und 

anspruchsvollen Ausbildung mit 65 Seminartagen verteilt auf den 1 ¾ 

Jahre dauernden Lehrgang sowie zusätzlichen Halbtagen für die 

Supervision, Ausbildungsbegleitung und das Abschluss-Assessment und 

einer Lernzeit von insgesamt 844 Lernstunden (vgl. Bg-act. 9 S. 5). Da der 

Beschwerdeführer die entsprechenden Voraussetzungen weder bei Antritt 

des Vorpraktikums noch der anschliessenden berufsbegleitenden 

Ausbildung mitbrachte, ist bei objektiver Betrachtungsweise nicht zu 

beanstanden, dass diese Tätigkeiten gemäss Arbeitsvertrag mit einem 

tieferen Lohn vergütet wurden (vgl. BGE 120 V 502 E.6c und 120 V 233 

E.3c). Wie bereits vorstehend ausgeführt, soll das Kriterium der Berufs- 

- 18 -

und Ortsüblichkeit einen missbräuchlichen Bezug von Taggeldern der 

Arbeitslosenversicherung verhindern, insbesondere sollen die berufs- und 

ortsüblichen Löhne nicht auf Kosten der Arbeitslosenversicherungen 

unterschritten werden. Eine Aufrechnung des effektiv erzielten 

Einkommens bis zum berufs- und ortsüblichen Zwischenverdienst gestützt 

auf Art. 24 Abs. 3 AVIG setzt stets voraus, dass die versicherte Person für 

die in Frage stehende Tätigkeit nachweislich nicht berufs- oder ortsüblich 

entschädigt worden ist (vgl. EVGE C 289/00 vom 30. Juli 2001 E.3a). 

Einen solchen Nachweis hat der Beschwerdegegner weder im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Oktober 2020 noch in seiner 

Stellungnahme vom 16. Dezember 2020 nachvollziehbar und konkret 

begründet. Vielmehr beliess er es im Wesentlichen beim nicht weiter 

substanziierten Hinweis, dass gemäss "konstanter EVG-Praxis in 

Verbindung mit GAV, L-GAV und LMV" der berufs- und ortsübliche Ansatz 

für Arbeitsagogen mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % im Kanton 

Graubünden CHF 5'000.-- betrage.

4.3. Insgesamt ist somit unter Würdigung der gesamten Umstände die 

arbeitsvertraglich ausgewiesene Entlöhnung mit CHF 2'500.-- pro Monat 

für die Tätigkeit als Arbeitsagoge in Ausbildung, bestehend aus einem 

Vorpraktikum und der anschliessenden berufsbegleitenden Ausbildung, 

zwar nicht hoch; es ist aber auch nicht ersichtlich, dass sie sich nicht im 

orts- und branchenüblichen Rahmen bewegt. 

5.1. Schliesslich stellt sich die Frage, ob die vom Arbeitsgeber getragenen 

Ausbildungskosten und die für die Ausbildung in Anspruch genommene 

Arbeitszeit im Sinne eines Naturallohns zum massgeblichen 

Zwischenverdienst hinzuzurechnen sind.

5.2. Der Beschwerdegegner ging im Einspracheentscheid vom 13. Oktober 

2020 von geldwerten Leistungen des Arbeitgebers aus, welche als 

Naturallohn zu qualifizieren und entsprechend in die Berechnung des 

- 19 -

berufs- und branchenüblichen Lohns miteinzubeziehen seien. Dabei 

stützte er sich auf Art. 13 AHVV ab, wonach der Wert anders gearteten 

Naturaleinkommens von Fall zu Fall den Umständen entsprechend von 

der Ausgleichskasse zu schätzen ist. In Anwendung dieser Bestimmung 

schätzte er das Naturaleinkommen unter Berücksichtigung der Kursdauer, 

der Kurskosten und der Anzahl Weiterbildungstage auf CHF 2'300.--, was 

zusammen mit dem vom Arbeitgeber ausgerichteten Geldlohn von 

CHF 2'500.-- insgesamt einen branchenüblichen Lohn von CHF 4'800.-- 

ergebe. Abgesehen davon, dass die Schätzung des Naturaleinkommens 

auf CHF 2'300.-- nicht näher aufgeschlüsselt wird und damit nicht 

nachvollziehbar ist bzw. nicht einleuchtet, weshalb es bei Arbeitsagogen 

branchenüblich sein soll, dass Naturalleistungen einen Lohnbestandteil 

darstellen, ist keine gesetzliche Grundlage ersichtlich, welche es erlauben 

würde, ein Naturaleinkommen dem Zwischenverdienst hinzuzurechnen. 

Jedenfalls ergibt sich dergleichen nicht aus Art. 24 AVIG; dies im 

Unterschied zum versicherten Verdienst, welcher sich gemäss Art. 23 

Abs. 1 AVIG auf Grundlage des massgebenden Lohns im Sinne der AHV-

Gesetzgebung bemisst. Indes ist dem Arbeitsvertrag vom 2. März 2020 – 

wie bereits ausgeführt – zu entnehmen, dass die Kosten und Spesen für 

die Ausbildung zum Arbeitsagogen vom Arbeitgeber übernommen 

werden. Da dies unter dem Titel "Entlöhnung" aufgeführt wird und somit 

anzunehmen ist, dass insbesondere die Ausbildungskosten als Verdienst 

bzw. Entlöhnung im Form einer Geldleistung dem Beschwerdeführer 

ausbezahlt werden, rechtfertigt es sich, diese bei der Bemessung des 

Zwischenverdiensts – wie von ihm in der Beschwerde vom 11. November 

2020 im Übrigen selbst vorgerechnet – miteinzubeziehen. Denn gemäss 

der AVIG-Praxis ALE C125 ist für dessen Berechnung grundsätzlich der 

gesamte während einer Kontrollperiode erzielte Verdienst zugrunde zu 

legen, wobei der Grundlohn, die Feiertagsentschädigung und andere 

Lohnbestandteile, auf welche die versicherte Person einen Anspruch hat 

(wie zum Beispiel 13. Monatslohn, Gratifikation, Provisionen, Orts- und 

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Teuerungszulagen, Nacht-, Schicht-, Sonntags- und Pikettzulagen) dazu 

gehören. Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass die 

Ausbildungskosten rund CHF 17'500.-- betragen. Gemäss den Akten 

können die Ausbildungskosten auf CHF 17'290.-- (CHF 16'500.-- [Kurs] + 

CHF 500.-- [Literatur + Lernmaterialien] + CHF 290.-- [Kosten für 

Aufnahmeverfahren]; siehe Bf-act. 2 S. 2 und Bg-act. 9 S. 6) beziffert 

werden, was bei der rund 1 ¾ Jahre dauernden Ausbildung (siehe Bg-

act. 9 S. 5) einen monatlichen Betrag von CHF 823.35 ergibt 

(CHF 17'290.-- : 21 Monate). Dass der Bund – wie der Beschwerdeführer 

geltend macht – einen Ausbildungsbeitrag von 50 % der anrechenbaren 

Kursgebühren leistet (vgl. auch Bg-act. 2 S. 3 und Bg-act. 9 S. 6), 

erscheint unter der Annahme, dass der vom Bund geleistete Beitrag dem 

Arbeitgeber zurückzuerstatten ist, plausibel (vgl. die Informationen zu 

Bundesbeiträgen zu vorbereitenden Kurse BP und HFP des 

Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation [SBFI]: SBFI 

FAQ's zu Bundesbeiträgen für vorbereitende Kurs BP und HFP, abrufbar 

unter: https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/

bildung/hbb/bundesbeitraege/absolvierende.html#accordion1637932170

573 und SBFI Informationsblatt zur Drittfinanzierung, abrufbar unter: 

https://www.sbfi.admin.ch/dam/sbfi/de/dokumente/2017/07/info-

drittfinanzierung.pdf.download.pdf/informationsblatt_drittfinanzierung_d.p

df). Insofern beläuft sich der anrechenbare Zwischenverdienst ab dem 

Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns im Frühjahr 2021 auf CHF 2'911.65 

(CHF 17'290.-- : 2 : 21 = CHF 411.65 + CHF 2'500.--). Für den Zeitraum 

davor ist hingegen nur der Grundlohn von CHF 2'500.-- anrechenbar. Für 

eine Berücksichtigung der Inanspruchnahme von Arbeitszeit für den 

Besuch der Seminartage, welche entgegen der Auffassung des 

Beschwerdegegners ausweislich der Akten in der Regel nur einmal in der 

Woche stattfinden und nur vereinzelt zwei oder drei Tage in Anspruch 

nehmen, bleibt nach dem Gesagten kein Raum.

- 21 -

6. Insofern kann festgehalten werden, dass das arbeitsvertraglich 

vereinbarte Entgelt von CHF 2'500.-- brutto für die Tätigkeit als 

Arbeitsagoge in Ausbildung unter den konkreten Umständen des 

Einzelfalls als orts- und berufsüblicher Lohnansatz zu qualifizieren ist. Für 

den Zeitraum des (Vor-)Praktikums ist dieser Grundlohn als 

Zwischenverdienst anzurechnen. Ab dem Zeitpunkt des 

Ausbildungsbeginns im Frühjahr 2021 sind als Lohnbestandteil davon die 

anteilsmässigen Ausbildungskosten von CHF 411.65 pro Monat, was 

einen anrechenbaren Gesamtbetrag von CHF 2'911.65 ergibt, 

hinzuzurechnen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Oktober 

2020 erweist sich somit als nicht rechtmässig, was zur vollumfänglichen 

Aufhebung desselben und zur Gutheissung der dagegen erhobenen 

Beschwerde führt. Die Angelegenheit ist an die Arbeitslosenkasse 

Graubünden zurückzuweisen, damit sie den anrechenbaren 

Zwischenverdienst auf CHF 2'500.-- ab Eröffnung der Rahmenfrist bzw. 

CHF 2'911.65 ab dem Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns festlege und 

hernach den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ersatz des 

Verdienstausfalls ermittle und ausrichte. Bei diesem Verfahrensausgang, 

bei welchem dem Begehren des Beschwerdeführers weitgehend 

entsprochen wird, erübrigt es sich, auf die von ihm aufgeworfene Frage, 

ob es sich bei der Tätigkeit als Arbeitsagoge in Ausbildung um eine 

Massnahme handeln könnte, einzugehen.

7. Es werden keine Gerichtskosten erhoben, da gemäss aArt. 61 lit. a ATSG 

(in der bis 31. Dezember 2020 geltenden Fassung) i.V.m. Art. 82a ATSG 

(Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019) das kantonale 

Beschwerdeverfahren in arbeitslosenversicherungsrechtlichen 

Streitigkeiten – ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung 

– kostenlos ist. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat 

praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

III. Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid des 

Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden vom 13. Oktober 

2020 aufgehoben. Die Angelegenheit wird an die Arbeitslosenkasse 

Graubünden zurückgewiesen, damit sie den anrechenbaren 

Zwischenverdienst auf CHF 2'500.-- ab Eröffnung der Rahmenfrist bzw. 

CHF 2'911.65 ab dem Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns festlege und den 

Anspruch von A._____ auf Ersatz des Verdienstausfalls ermittle und 

ausrichte.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]