# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6ad8ca5-5fb0-5cc9-8f8e-438ef3383b36
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-12
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 12.02.2014 VG.2013.00126 (VG.2014.17)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00126_2014-02-12.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 12. Februar 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00126

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  vertreten durch Rechtsanwalt B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Am 10. März 2005 meldete
  sich A.______, geboren am [...], zum Bezug von Leistungen der
  Invalidenversicherung an. Nach durchgeführtem Abklärungsverfahren sprach ihm
  die IV-Stelle am 1. März 2006 rückwirkend ab 1. November 2004 eine halbe Invalidenrente
  zu. Die am 3. April 2006 dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit
  Entscheid vom 13. März 2007 ab. Am 13. April 2007 gelangte A.______ mit Beschwerde
  ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids
  sowie die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente. Das Verwaltungsgericht
  wies die Beschwerde am 27. Februar 2008 (VGer-Urteil VG.2007.00044) ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 18. März 2010 stellte
  A.______ bei der IV-Stelle ein Gesuch um Revision der ursprünglich
  zugesprochenen halben Invalidenrente, da sich sein Gesundheitszustand ständig
  verschlechtere. Die IV-Stelle schloss das Revisionsverfahren am 28. März
  2011 mit der Mitteilung ab, dass sie keine rentenwirksamen Änderungen
  festgestellt habe, weshalb weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Mit Schreiben vom 31. Juli 2013 stellte A.______
  erneut ein Gesuch um revisionsweise Erhöhung der halben Invalidenrente,
  welches die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. November 2013 abwies.

  
	
   

  
	
  3.2 Dagegen erhob A.______ am 11. Dezember 2013
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung
  vom 8. November 2013 sowie die Rückweisung der Sache zur ergänzenden
  medizinischen Abklärung und zur Neuentscheidung. Ferner begehrte er die
  unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. 

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  15. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  3.3 Am 27. Januar 2014 legte der Beschwerdeführer
  nachträglich das amtliche Formular betreffend das Gesuch um unentgeltliche
  Rechtspflege vom 16. Januar 2014 sowie weitere Belege für den Nachweis seiner
  Mittellosigkeit ins Recht.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1. 

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a
  des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des
  Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
  Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
  und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
  bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum
  Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist eine Rente von
  Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
  Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad
  eines Rentenbezügers erheblich ändert. Wird ein Gesuch um Revision eingereicht,
  so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten
  in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar
  1961 [IVV]).

  
	
   

  
	
  3.2 Ein
  Revisionsgrund, d.h. eine für den Rentenanspruch massgebliche Veränderung der
  Verhältnisse, ist unter anderem bei einer Besserung oder Verschlechterung des
  Gesundheitszustands gegeben, aber auch bei einer Erhöhung oder Verminderung
  des massgeblichen Validen- oder Invalideneinkommens sowie bei einer Änderung
  der spezifischen Arbeitsfähigkeit, insbesondere der Betätigungsfähigkeit im
  Aufgabenbereich. Keinen Revisionsgrund stellen hingegen eine nur
  vorübergehende Änderung des Gesundheitszustands oder die unterschiedliche
  Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten (medizinischen) Sachverhalts
  dar (BGer-Urteil 9C_767/2008 vom 3. Oktober 2008 E. 1.2, mit Hinweis).

  
	
   

  
	
  3.3 Zur Ermittlung der Revisionsvoraussetzungen
  ist grundsätzlich der Sachverhalt der ursprünglichen Rentenverfügung mit den
  aktuellen Verhältnissen im Zeitpunkt der Neubeurteilung zu vergleichen. Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
  Änderung bildet rechtssprechungsgemäss die letzte, der versicherten Person
  eröffnete, rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
  Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
  und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend
  und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E. 3a). 

  
	
   

  
	
  4.2 Es
  ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Un­falls
  auf den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung
  zu nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch
  zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4). 

  
	
   

  
	
  4.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
  Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinanderset­zung
  mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
  medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen
  des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende
  Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie ob der Experte nicht auszuräumende
  Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm die Beantwortung der Fragen
  erschweren, gegebenenfalls deutlich macht. Ausschlaggebend für den Beweiswert
  ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
  Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
  Bericht oder Gutachten,
  sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V
  351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  4.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
  Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
  bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
  Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
  eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
  Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
  erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
  gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange
  nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
  137 V 210 E. 1.3.4). Dagegen entspricht es einer allgemeinen Erfahrung, dass
  Hausärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
  Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Ulrich Meyer,
  Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
  über die Invalidenversicherung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2010,
  S. 353).

  
	
   

  
	
  4.5 Die Verwaltung als verfügende Instanz und –
  im Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  viel­mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die
  Beschwerdegegnerin habe ihre Untersuchungspflicht verletzt, indem sie
  Berichte ignorierte, welche einen hinreichenden Beweis für eine
  Verschlechterung seines Gesundheitszustands liefern würden. So sei der
  Bericht von Dr. med. C.______ vom 23. Oktober 2013 in keiner Weise gewürdigt
  worden, obschon dieser von einer Arbeitsfähigkeit von allerhöchstens
  30 % ausgegangen sei. Zudem habe es die Beschwerdegegnerin versäumt,
  eine medizinische Gegenmeinung einzuholen. Es treffe zwar zu, dass Dr. C.______
  sein Hausarzt sei, hingegen seien auch solche Berichte zu beachten, da diesen
  ebenfalls Beweiskraft zukomme. Ferner sei die Verschlechterung des
  Gesundheitszustands nicht nur auf die Folgen des Herzinfarktes
  zurückzuführen, sondern gemäss dem Bericht von Dr. med. D.______
  vom 19. Juni 2013 grösstenteils auf die zunehmenden Knieprobleme. Daraus
  ergebe sich, dass die Beschwerdegegnerin seinen Gesundheitszustand nur ungenügend
  abgeklärt habe.

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass gestützt auf
  die Stellungnahme von Dr. med. E.______ vom regionalen ärztlichen Dienst
  (RAD) keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen
  sei. Insbesondere enthalte der Bericht von Dr. C.______ vom 23. Oktober
  2013 keine versicherungsrechtlich verwertbaren Angaben. Seine Einschätzung
  beruhe ausschliesslich auf den Angaben des Beschwerdeführers, weshalb dieser
  Ansicht nicht zu folgen sei. Ferner seien allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  des Beschwerdeführers durch den am 5. Dezember 2011 erlittenen
  Herzinfarkt vom medizinischen Standpunkt aus betrachtet sehr
  unwahrscheinlich. Im Übrigen gelte der rechtserhebliche (medizinische) Sachverhalt
  als hinreichend erstellt, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf die
  Einholung weiterer medizinischer Berichte verzichtet werden könne.

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  Indem die
  Beschwerdegegnerin mit Verfügung an der halben Invalidenrente festhielt, trat
  sie auf das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers ein, womit dieser eine Verschlechterung
  seines Gesundheitszustands zumindest glaubhaft machen konnte. Es gilt somit
  zu prüfen, ob sich die medizinischen Verhältnisse des Beschwerdeführers bis
  zur Verfügung vom 8. November 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in rentenbeeinflussender Weise geändert haben und die Beschwerdegegnerin zu Unrecht
  an der ursprünglich zugesprochenen halben Invalidenrente festhielt. Dabei
  stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt
  genügend abgeklärt hat.

  
	
   

  
	
  6.1 Als zeitlicher Ausgangspunkt fällt die Mitteilung vom 28. März 2011 vorliegend
  ausser Betracht. Mit dieser schloss die Beschwerdegegnerin zwar das vom Beschwerdeführer
  auf Gesuch hin eingeleitete Revisionsverfahren unter Hinweis auf den
  gleichbleibenden Invaliditätsgrad ab. Jedoch kann den Akten nicht entnommen
  werden, dass die Beschwerdegegnerin speziell auf die revisionsrechtlich
  relevante Frage einer Veränderung des Gesundheitszustands im massgebenden
  Vergleichszeitraum ausgerichtete medizinische Unterlagen eingeholt hätte.
  Damit mangelt es an einer umfassenden Überprüfung der gesundheitlichen
  Verhältnisse mit Blick auf die Revisionsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17
  Abs. 1 ATSG. Damit bildet der
  Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 1. März
  2006 Ausgangspunkt und ist mit demjenigen der vorliegend angefochtenen
  Verfügung zu vergleichen (vgl. zum Ganzen BGer-Urteil 8C_3/2012 vom 25. April
  2012 E. 3.3).

  
	
   

  
	
  6.2 Der Beschwerdeführer erlitt am [...] infolge eines
  Auffahrunfalles mit seinem Personenwagen ein Schleudertrauma, wobei er
  aufgrund seiner jahrelangen Tätigkeit als [...] bereits zuvor
  Rückenbeschwerden zu beklagen hatte.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  stützte ihre rentenbegründende Verfügung sowie ihren Einspracheentscheid vom
  13. März 2007 vorwiegend auf die medizinischen Berichte von Dr. med.
  F.______, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 28. Januar 2005 sowie vom
  7. November 2006, welchen das Verwaltungsgericht im Übrigen volle Beweiskraft
  zuerkannte (VGer-Urteil VG.2007.00044 vom 27. Februar 2008 E. III/6b).

  
	
   

  
	
  Darin kam Dr. F.______
  übereinstimmend mit früheren medizinischen Berichten zur Diagnose eines
  chronischen cervikocephalen und cervikobrachialen Syndrom rechts bei Status
  nach Auffahrkollision mit HWS-Distorsion und mässig ausgeprägten degenerativen
  Veränderungen, eines chronischen Lumbovertebralsyndrom bei geringen
  degenerativen Veränderungen L4 bis S1, einer diffusen idiopathischen, skelettalen
  Hyperostose (DISH) mit überbrückenden Spondylophyten der gesamten Brustwirbelsäule
  sowie einer Einschränkung der Schulterbeweglichkeit rechts und Knieschmerzen
  links ohne fassbares somatisches Korrelat. Der Beschwerdeführer sei für körperlich
  mittelschwere und schwere Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Dagegen sei
  eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne häufige Arbeiten über Kopf,
  ohne länger dauernde Zwangshaltungen und ohne repetitives Tragen oder Heben
  von Lasten über 8 kg bzw. Einzellasten über 20 kg noch zu 50 % zumutbar.
  

  
	
   

  
	
  6.3 Es gilt folglich festzustellen, ob neuere
  medizinische Berichte eine massgebliche Verschlechterung gegenüber dem durch
  Dr. F.______ Festgestellten ausweisen.

  
	
   

  
	
  6.3.1 Dr. C.______ kam in seinem Bericht vom 14. April
  2010 ebenfalls zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der angestammten
  Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig sei. Er leide nach wie vor
  unter zeitweise immobilisierenden Schmerzen von Seiten des
  Bewegungsapparates. Die Prognose sei ungünstig und es könne nicht mit einer
  Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden.

  
	
   

  
	
  Dr. E.______ äusserte sich
  am 11. März 2011 dahingehend, der vorgenannte Bericht von
  Dr. C.______ enthalte keine Anhaltspunkte dafür, dass ein massgeblich
  veränderter Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorliege. Aufgrund von polytopen
  degenerativen Veränderungen am Bewegungsapparat sei in angestammter Tätigkeit
  weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen. In Anlehnung an
  das Gutachten von Dr. F.______ vom 7. November 2006 sei ihm eine leichte
  Tätigkeit weiterhin zu 50 % zumutbar. Eine vorzeitige medizinische
  Reevaluation sei nicht zu empfehlen, da kein Potential für eine wesentliche
  Verbesserung vorhanden sei.

  
	
   

  
	
  6.3.2 Dr. C.______ ergänzte seine Diagnosen gemäss
  Schreiben vom 5. Dezember 2011 mit einem akuten Vorderwandinfarkt. Der
  Beschwerdeführer habe plötzlich nach dem Mittagessen beim Kaffeetrinken
  Schmerzen präkordial von vernichtendem Charakter verspürt, worauf er nach
  einer notfallmässigen Konsultation direkt ans Spital G.______ zur
  Koronarangiografie überwiesen worden sei. Die Ärzte des Spitals G.______
  stellten gemäss Austrittsbericht vom 6. Dezember 2011 fest, dass es sich
  dabei um einen STEMI (segment elevation myocardial infarction) gehandelt habe.

  
	
   

  
	
  Aufgrund des erlittenen
  Herzinfarkts wurde der Beschwerdeführer im Spital H.______ sowie im
  Rehabilitationszentrum [...] nachbehandelt. Am 12. Juni 2012 erfolgte
  schliesslich eine transthorakale Echokardiographie im Spital H.______.
  Dr. med. I.______, Oberarzt im Spital H.______, bemerkte in seinem
  Bericht vom 12. Juni 2012, dass die Echokardiographie (bis auf eine
  minime anteroapikale Hypokinesie) eine vollständige Erholung der
  linksventrikulären Ejektionsfraktion aufgezeigt habe. Die Vorderhöfe, der
  rechte Ventrikel sowie der übrige Klappenapparat würden keine relevanten
  Pathologien aufweisen und der Druck im kleinen Kreislauf sei normal. Es seien
  diesbezüglich keine weiteren Massnahmen angezeigt.

  
	
   

  
	
  6.3.3 Gemäss den Berichten von J.______, Dipl.
  Physiotherapeut FH, vom 8. Februar 2013 und vom 16. April 2013 hätten die
  Leiden des Beschwerdeführers durch die verordnete Physiotherapie positiv
  beeinflusst werden können. Er verspüre zwar immer noch ein blockierendes
  Gefühl im thorakolumbalen Übergang. Jedoch hätten die Beschwerden im
  Schulter-, Nacken- sowie im unteren Rückenbereich ebenfalls leicht verbessert
  werden können. Aufgrund der Blutverdünnung sei der Beschwerdeführer nicht
  manipuliert worden.

  
	
   

  
	
  6.3.4 Im Bericht vom 22. Mai 2013 führte Dr. C.______
  weiter aus, dass der Beschwerdeführer über wechselnde belastungsabhängige
  Schmerzen in beiden Knien berichtet habe. Bei stärkeren Belastungen seien
  wiederholt Schwellungen der Kniegelenke aufgetreten. Der Beschwerdeführer
  wünsche diesbezüglich eine weitere fachärztliche Beurteilung.

  
	
   

  
	
  6.3.5 Dr. med. D.______, FMH für orthopädische Chirurgie
  und Traumatologie des Bewegungsapparates, vermutete aufgrund der Symptomatik
  und der Lokalisation der Schmerzen im Knie gemäss seinem Schreiben vom 19.
  Juni 2013 eine Progredienz der bereits vor fünf Jahren festgestellten
  chondralen Läsion medial.

  
	
   

  
	
  6.3.6 Dr. E.______ betonte in seiner Stellungnahme vom 8.
  August 2013, dass anhand der zur Verfügung stehenden, aufgelaufenen
  medizinischen Akten keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands
  ausgewiesen sei. Die intermittierende kardiale Erkrankung sei behoben worden
  und habe somit keine IV‑Relevanz.

  
	
   

  
	
  6.3.7 Dr. C.______ gelangte am 23. Oktober 2013
  schliesslich zur Ansicht, dass der Beschwerdeführer aus hausärztlicher Sicht
  in der angestammten Tätigkeit nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig sei. Bei
  einer leichteren Erwerbstätigkeit sei er entgegen früheren Meinungen aber nur
  noch zu 20 % bis allerhöchstens 30 % arbeitsfähig.

  
	
   

  
	
  6.3.8 Dr. E.______ bemerkte am 5. November 2013 hingegen,
  dass das Arztzeugnis von Dr. C.______ keine versicherungsmedizinisch
  verwertbaren Angaben enthalte, womit an seiner Stellungnahme vom 30. August
  2013 (recte wohl: 8. August 2013) festzuhalten sei.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  7.1 Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt, ist
  aufgrund des am 5. Dezember 2011 erlittenen Herzinfarkts aktuell keine
  Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mehr
  ausgewiesen. Gestützt auf den Bericht von Dr. I.______ ist vielmehr davon
  auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer davon vollständig erholen konnte,
  nicht zuletzt da Dr. I.______ keine weiteren Massnahmen als angezeigt sah.
  Zudem bemerkte Dr. E.______, dass die intermittierende kardiale Erkrankung
  behoben worden sei und somit keine IV‑Relevanz mehr habe. Die Beschwerdegegnerin
  war in Bezug auf die kardiale Erkrankung somit nicht dazu angehalten, weitere
  medizinische Abklärungen vorzunehmen.

  
	
   

  
	
  7.2 Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf den
  Bericht von Dr. C.______ eine Verschlechterung des Gesundheitszustands
  geltend machen will, gilt es vorab zu bemerken, dass es sich dabei um den
  behandelnden Hausarzt handelt. Dabei ist in Bezug auf Berichte behandelnder Ärzte zu
  berücksichtigen, dass deren Beurteilung im Hinblick auf ihre
  auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten der
  Patienten ausfällt (statt vieler: BGer-Urteil 9C_204/2009 vom 6. Juli 2009
  E. 4.4.1). Dennoch ist dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass
  auch ein Hausarztbericht unter Umständen eine revisionsrechtlich relevante
  Änderung des Gesundheitszustands aufzeigen kann. In Bezug auf den Bericht von
  Dr. C.______ muss dies vorliegend jedoch verneint werden.
  Einerseits zeigte Dr. C.______ gegenüber Dr. F.______ ein weitgehend
  unverändertes Beschwerdebild auf, andererseits verwies er nur global auf eine
  angeblich erhöhte Arbeitsunfähigkeit in einer leichteren, adaptierten
  Tätigkeit. Er legte damit insbesondere nicht dar, worauf er seine neue
  Ansicht stützt, zumal die von ihm ebenfalls erwähnte kardiale Erkrankung
  gemäss Dr. I.______ als weitgehend geheilt gilt und keiner weiteren Massnahme
  bedarf (vgl. vorstehende E. II/7.1). Insofern ist der Beschwerdegegnerin
  beizupflichten, dass Dr. C.______ durch seine Einschätzung nur eine andere
  Beurteilung der noch vorhandenen Arbeitsfähigkeit vornahm. 

  
	
   

  
	
  7.3 Auch der Bericht von Dr. D.______ deutet nicht
  darauf hin, dass eine revisionsrechtlich relevante Änderung des
  Gesundheitszustands besteht. Zwar erwähnte Dr. D.______ eine Progredienz
  der bereits vor fünf Jahren festgestellten chondralen Läsion medial. Er äusserte
  dies aber nur vermutungsweise und nicht, inwiefern sich die Progredienz auf
  die Arbeitsfähigkeit in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
  auswirkt. Zudem ist dem Bericht von Dr. C.______ nichts mehr zu
  entnehmen, was auf anhaltende Knieschmerzen hindeuten würde. Damit muss
  höchstens auf eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustands
  geschlossen werden. Schliesslich erwähnte Dr. E.______ in seiner
  Stellungnahme, dass durch die aufgelaufenen medizinischen Akten keine
  wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen sei. Damit
  setzte sich Dr. E.______ entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
  einerseits – wenn auch nur durch eine kurze Stellungnahme dokumentiert – mit
  den Berichten von Dr. C.______ und Dr. D.______ auseinander, andererseits
  sah er keine zureichenden Gründe als gegeben, weitere medizinische Abklärungen
  zu veranlassen, nicht zuletzt weil bereits Dr. F.______ kein somatisches Korrelat
  in Bezug auf die Knieschmerzen ausmachen konnte.

  
	
   

  
	
  7.4 Sowohl die von Dr. D.______ vorgebrachte, höchstens
  vorübergehende und vermutungsweise geäusserte Änderung des
  Gesundheitszustands des Beschwerdeführers als auch die unterschiedliche
  Beurteilung des im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts durch Dr. C.______
  stellen keine revisionsrechtlich relevanten Gründe dar. Mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit ist nicht davon auszugehen, dass sich der
  Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer für den Anspruch erheblichen
  Weise geändert hat. Schliesslich verletzte die
  Beschwerdegegnerin kein Bundesrecht, indem sie wegen der nicht ausgewiesenen
  Verschlechterung des Gesundheitszustands in antizipierter Beweiswürdigung von
  weiteren medizinischen Abklärungen absah und an der ursprünglich zugesprochenen
  halben Invalidenrente festhielt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
  der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Gemäss Art. 139 Abs. 1 VRG befreit die Behörde eine Partei, der die
  Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie die
  Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise von der
  Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos ist.
  Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder von
  Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, sofern ein solcher für die
  gehörige Interessenwahrung erforderlich ist
  (Art. 61 lit. f ATSG und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der
  Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden
  Partei.

  
	
   

  
	
  1.2
  Aufgrund der Aktenlage erscheint die Mittellosigkeit der gesuchstellenden
  Partei als offensichtlich. Der
  Beschwerdeführer hat daher als bedürftig im Sinne von Art. 139
  Abs. 1 VRG zu gelten. Zudem kann das vorliegende Verfahren nicht
  als aussichtslos bezeichnet werden, weshalb das Gesuch um unentgeltliche
  Prozessführung gutzuheissen ist. Da der Beschwerdeführer für das Verfahren
  auf eine rechtliche Vertretung angewiesen war, ist auch das Gesuch um
  unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt B.______ gutzuheissen. Letzterer ist mit pauschal Fr. 1'800.-
  (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens ist dem Beschwerdeführer eine Gerichtsgebühr von pauschal
  Fr. 600.- aufzuerlegen. Auf deren Erhebung ist indessen zufolge
  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen zu verzichten. Der
  Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass eine Partei, der die
  unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, für den Fall, dass sie
  später in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der
  Verfahrenskosten verpflichtet werden kann (Art. 139a VRG). Ausgangsgemäss ist keine Parteientschädigung
  zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihm wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
    bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu
    Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 1'800.- (inkl. Auslagen und
    Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die Nachzahlungspflicht gemäss
    Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im Februar 2019 zu prüfen, ob die
    Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 600.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]