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**Case Identifier:** e13550ef-60bb-5476-806b-5ca4e2c31429
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2023 200 2021 410
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-410_2023-01-11.pdf

## Full Text

200 21 410 IV
MAK/ZID/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juni 2010 unter Hinweis auf ein Burnout und eine Belas-
tungsdepression erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 4). Die IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) holte im Rahmen der medizini-
schen und erwerblichen Erhebungen insbesondere ein psychiatrisches 
Gutachten vom 6. Februar 2012 ein (AB 37). Am 21. September 2012 ge-
währte sie die von August 2012 bis Juli 2015 dauernde erstmalige berufli-
che Ausbildung (EbA) zur … … (AB 47). Nach erfolgreichem Ausbildungs-
abschluss (AB 83/4) und Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages bezüglich 
einer 80%-Stelle ab 1. November 2015 (AB 83/2 f.) schloss die IVB die 
beruflichen Massnahmen am 13. Oktober 2015 ab (AB 84) und verneinte 
mit Verfügung vom 28. Oktober 2015 (AB 85) einen Rentenanspruch. Die-
se Verfügung blieb unangefochten.

Im März 2017 ersuchte die Versicherte unter Hinweis auf einen stark ver-
schlechterten Gesundheitszustand erneut um Leistungen der IV (AB 87/1). 
Massgeblich gestützt auf das hierauf im Rahmen der erwerblichen und me-
dizinischen Abklärungen eingeholte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS 
vom 5. April 2019 (AB 154.1-154.4) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
8. Mai 2019 (AB 155) bzw. 30. September 2020 (AB 173) die Abweisung 
des Leistungsbegehrens in Aussicht. Auf dagegen erhobene Einwände 
(AB 158, 168/9 ff., 176/1 f.) holte die IVB Stellungnahmen der MEDAS vom 
28. September 2020 (AB 171) und des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) vom 29. April 2021 (AB 183) ein. Am 5. Mai 2021 verfügte sie wie 
vorbescheidweise angekündigt (AB 184).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 5. Juni 2021 Beschwerde. Sie bean-
tragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 
Zusprache von Leistungen der IV.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2021 schliesst die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Am 3. Oktober 2022 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht eine weitere 
Eingabe samt zusätzlichen Arztberichten zukommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 4

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 5. Mai 2021 (AB 184). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Bestimmungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestands Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213) und die Neuanmeldung (AB 87) bzw. der frühestmögliche 
Rentenbeginn (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) sowie die angefochtene Verfügung 
(AB 184) vor dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 
datieren, ist der Leistungsanspruch nach den bis 31. Dezember 2021 
geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden 
können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 
i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 
Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die 

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medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann 
immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der 
Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. 
Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher 
Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen 
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die 
versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende 
Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des 
Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 
E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu 
erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei-
ne Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 

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70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht 
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.6

2.6.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach 
vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungs-
massnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 
E. 1a). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.6.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisions-
gesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge-
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände-
rung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, 
dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung 
keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andern-
falls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung 
genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant 
höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.6.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 7

ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.7 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen 
angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten 
arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 
S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom März 2017 
(AB 87/1) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen 
Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der leistungsabweisenden 
Verfügung vom 28. Oktober 2015 (AB 85) mit demjenigen bei Erlass der 
nunmehr angefochtenen Verfügung vom 5. Mai 2021 (AB 184) zu prüfen, 
ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung 
eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in 
anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.6.4 hiervor).

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3.2 Zur Zeit der leistungsabweisenden Verfügung vom 28. Oktober 
2015 (AB 85) präsentierte sich der medizinische Sachverhalt im Wesentli-
chen wie folgt:

3.2.1 Im psychiatrischen Gutachten vom 6. Februar 2012 (AB 37) nann-
ten Dr. med. B.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie Allgemeine Innere Medizin, und lic. phil. C.________, Psychologin 
FSP, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), 
sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und emoti-
onal-instabilen Anteilen (ICD-10 F6; AB 37/15 Ziff. 3.1). Aufgrund der be-
schriebenen, subjektiv erhöhten Ermüdbarkeit und Erschöpfung, verbunden 
mit den Schwierigkeiten der Aufmerksamkeit sei die Tätigkeit als … im ak-
tuellen Umfang von 40 % und mit Einschränkungen (keine Aufgaben, in 
welchen dauernd hohe Anforderungen an eine breit gefächerte, geteilte 
Aufmerksamkeit gestellt würden) zumutbar (AB 37/19 f. Ziff. 2 und 4 f.). 
Seit 25. Februar 2010 bestehe durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit zwi-
schen 60 % und 100 % (AB 37/20 Ziff. 6), wobei die verbliebenen Fähigkei-
ten in einer noch zu findenden anderen beruflichen Tätigkeit wahrscheinlich 
besser, vermutlich mit einem vollen Pensum, verwertet werden könnten 
(AB 37/20 f. Ziff. 10 und 13). Dies könne derzeit nicht sicher bzw. nicht ab-
schliessend beurteilt werden, sondern müsse im Verlauf der Umschulung, 
Ausbildung und Reintegration evaluiert werden (AB 37/21 Ziff. 13 f.).

3.2.2 Im Untersuchungsbericht vom 15. Juni 2012 (AB 51) hielt der RAD-
Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode von rund Mitte 2009 
bis Mitte 2011, heute fast vollständig remittiert, fest. Sicherlich habe eine 
Persönlichkeitsstörung bestanden, welche die Beschwerdeführerin an einer 
regelrechten Absolvierung einer Berufsausbildung gehindert habe, doch 
müsse davon ausgegangen werden, dass sich diese ausgewachsen habe, 
mithin remittiert sei. Die noch immer bestehenden auffälligen Persönlich-
keitszüge erfüllten nicht mehr die Voraussetzung für die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung. Nach vielen Jahren der Unruhe und Misserfolge 
habe sich die Beschwerdeführerin soweit stabilisiert, dass sie in der Lage 
sei, eine Ausbildung zu beginnen. Sollte die Beschwerdeführerin dabei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 9

wieder an ihre Grenzen geraten – sei es, dass sie wieder als … arbeiten 
müsste, sei es, dass sie aus finanziellen Gründen die Ausbildung abbre-
chen müsste – so bestünde die Gefahr, dass sie wieder depressiv dekom-
pensiere und eine Invalidität drohe. Als … sei die Beschwerdeführerin auf-
grund ihrer durch die leichte Depression eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 
von 20 % nicht mehr geeignet (AB 51/2).

3.3 In der angefochtenen Verfügung vom 5. Mai 2021 (AB 184) stützte 
sich die Beschwerdegegnerin hauptsächlich auf die folgenden Unterlagen:

3.3.1 Im MEDAS-Gutachten vom 5. April 2019 (AB 154.1-154.4) nannten 
die Fachärzte nach Untersuchungen in den Bereichen Allgemeine Innere 
Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie und Neurologie keine Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Den nachstehenden Diagnosen 
massen die Experten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei 
(AB 154.1/5 Ziff. 4.2):

• Chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie
• Status nach komplexer Hundebissverletzung Unterschenkel links August 

2018
• Episodische Migräne
• Unklare MCV-Erhöhung, Vitamin B12-Status unbekannt
• Unspezifische zerebrale T2 hyperintense Marklagerläsionen, MRI bildge-

bend zwischen 2012 und 2017 ohne Progredienz
• Urge-Symptomatik der Blase mit Zustand nach Botulinum-Toxin-

Behandlung

Es seien keine qualitativen Leistungseinschränkungen auszumachen bzw. 
in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, so 
dass die Notwendigkeit einer angepassten Tätigkeit übereinstimmend ver-
neint werde (AB 154.1/6 Ziff. 4.3 und 4.7 f.).

3.3.2 Im Rahmen des Einwandverfahrens reichte die Beschwerdeführerin 
insbesondere die Bestätigung der Behandlerin Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 1. Juli 2019 (AB 160) ein. 
Demnach habe die Beschwerdeführerin vom 17. bis 21. Juni 2019 die Me-
dikamente Ibuprofen 600mg, Dafalgan 1g und Tramadol ret. 100mg mor-
gens unter Sicht in der Praxis eingenommen, trotzdem habe laborchemisch 
kein Medikamentenspiegel festgestellt werden können (AB 160/1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 10

3.3.3 Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin (AB 161 ff., 166 f., 170) 
hielt die MEDAS bzw. med. pract. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie praktische Ärztin, mit Stellungnahme vom 
28. September 2020 (AB 171) fest, das Schreiben der Hausärztin veranlas-
se nicht dazu, die gutachterliche Beurteilung in Frage zu stellen. Die 
Bestätigung beinhalte lediglich den Hinweis, dass die genannte Medikation 
„morgens unter Sicht der Praxis“ im Zeitraum vom 17. bis 21. Juni 2019 
eingenommen worden sei, der Laborbefund aus gleicher Hausarztpraxis 
sei aber drei Tage später datiert. Die Beweiskraft sei allein aufgrund der 
zeitlichen Spanne zwischen kontrollierter Medikamenteneinnahme und 
Blutabnahme nicht gegeben. Am Gutachten werde unter momentanem 
Kenntnisstand festgehalten (AB 171/2). 

3.3.4 In der Stellungnahme vom 29. April 2021 (AB 183) hielt der RAD-
Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
fest, die durch die Beschwerdeführerin im Rahmen der Anhörung beige-
brachten Befunde bzw. durchgeführten Untersuchungen (vgl. hierzu auch 
E. 3.5.4 hiernach) hätten die Diskrepanz zwischen der in der gutachterli-
chen Exploration angegebenen regelmässig eingenommenen Schmerzme-
dikation und den nicht entsprechend positiven Serumspiegeln nicht er-
klären können. Nachvollziehbar würden die Gutachter dahingehend Stel-
lung nehmen, dass eine morgendliche Einnahme von Schmerzmitteln über 
fünf Tage unter Sicht und ein negativer Befund in der Serumspiegelkontrol-
le drei Tage später keine Beweiskraft für die geltend gemachte einge-
schränkte pharmakokinetische Wirksamkeit habe. Auch pharmakogene-
tisch und gastroenterologisch seien keine Ursachen gefunden worden. 
Damit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin – wie im Gutach-
ten ermittelt – von einer eingeschränkten Therapieadhärenz bzgl. Einnah-
me-Compliance auszugehen. Dass pharmakogenetisch möglicherweise 
eine eingeschränkte Wirksamkeit für Morphin und Tramadol bestehe, erklä-
re nicht die negativen Serumspiegel. Ausserdem seien gutachterlich keine 
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erkannt worden 
(AB 183/3).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 11

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 5. April 2019 (AB 154.1-154.4) sowie 
die ergänzende Stellungnahme vom 28. September 2020 (AB 171) erfüllen 
die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (E. 3.4 hiervor) und 
erbringen vollen Beweis. Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststel-
lungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten getroffen worden. Basierend darauf haben die Ex-
perten die medizinischen Befunde, die zu stellenden Diagnosen und die 
daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen nachvollziehbar und einleuchtend 
dargestellt. 

3.5.1 Nach sorgfältiger Anamnese- und Befunderhebung schlussfolgerte 
der neurologische Experte nachvollziehbar und überzeugend, dass keine 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen sei (AB 154.4/9 
Ziff. 6). So ist zunächst schlüssig, dass sich die anamnestisch seltenen 
Migräneattacken mangels Dauerhaftigkeit nicht auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken (AB 154.4/10 Ziff. 6). Entsprechende Abklärungen ergaben denn 
auch bereits vorgutachterlich weitestgehend jeweils unauffällige Befunde 

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(AB 154.4/9 Ziff. 6, 154.5/1, 154.5/9). Ebenso ist schlüssig dargetan, dass 
mit dem erhöhten MCV-Wert (vgl. AB 154.5/2, 160/2, 176/15), dem Hunde-
biss mit Wadenbein-Fraktur aus dem Jahr 2018 (vgl. AB 140, 154.3/5 
Ziff. 3.1, 154.3/8), den unspezifischen zerebralen T2 hyperintensen Mark-
lagerläsionen (vgl. AB 104/3, 112/13, 154.5/1, 154.5/9, 154.5/11) sowie der 
mittels Botoxinjektion jeweils ruhiggestellten Urge-Symptomatik der Blase 
(vgl. AB 93.3/8 f., 93.3/18 f., 112/10) keine Hinweise auf eine neurologische 
Erkrankung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen (AB 154.4/9 
Ziff. 6).

3.5.2 Mit Blick auf die Anamnese- und Befunderhebung sowie die übrigen 
Akten gelangte der rheumatologische Experte nachvollziehbar und über-
zeugend zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin geschilderten 
Schmerzen (AB 154.3/4 ff. Ziff. 3) einem chronischen generalisierten 
Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie bzw. einer Fibromyalgie zuzuordnen 
seien (AB 154.3/11 f. Ziff. 4.3, 6 und 7.1, 154.5/4). Dies deckt sich mit den 
Feststellungen der Rheumatologie des Spitals H.________ vom 23. Febru-
ar 2017 (AB 99/10 f.; vgl. auch AB 112/2 Ziff. 1.1, 112/12, 112/14 f., 120/2 
Ziff. 3, 154.5/7). Der Gutachter beurteilte die Schmerzen als glaubhaft er-
lebt, konnte diese aus rein rheumatologischer Sicht jedoch ursächlich nicht 
einer objektivierbaren somatischen gesundheitlichen Störung und damit 
Ursache zuordnen. Vielmehr weise der Beschwerdevortrag mit dem typi-
schen Schmerzcharakter, den ubiquitär und diffus erlebten Schmerzen, den 
vegetativen Begleitsymptomen, der Beschwerdeintensität und -dauer sowie 
der weitgehenden Therapieresistenz auf eine vorwiegend nichtorganisch 
begründbare Schmerzentstehung hin (AB 154.3/13 Ziff. 7.3). Damit mass 
er der Diagnose in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise keinen Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (AB 154.3/11 Ziff. 6) und legte die Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in jeder ande-
ren Tätigkeit auf 100 % fest (AB 154.3/13 f. Ziff. 8). 

3.5.3 Im Rahmen der psychiatrischen und internistischen Begutachtung 
nannte die Expertin einleuchtend und nachvollziehbar keine Diagnosen 
(AB 154.2/11 Ziff. 6), dies nachdem sowohl der somatische als auch der 
psychiatrische Befund unauffällig waren (AB 154.2/8 f. Ziff. 4.3). In psychia-
trischer Hinsicht war die Beschwerdeführerin denn auch wach, bewusst-

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seinsklar und zu allen Qualitäten vollständig orientiert, es zeigte sich keine 
Konzentrationsschwäche; Langzeitgedächtnis und Erinnerungsvermögen 
waren uneingeschränkt, das formale Denken war leicht umständlich, jedoch 
geordnet, kohärent und schlüssig bei guter Denkgeschwindigkeit; die pa-
thologischen Denkinhalte wie Hypochondrie, Phobie, überwertige Ideen 
oder Zwangssymptome konnten anhand der Anamnese sowie während der 
Untersuchung nicht festgestellt werden. Ausserdem gab es keine Hinweise 
auf ein wahnhaftes Erleben, eine Realitätskontroll-, Wahrnehmungs- oder 
Ich-Störung. Gewissheit der Eigenbestimmung, des Erlebens, des Den-
kens, des Handelns und der Ich-Identität habe immer bestanden. Die Be-
schwerdeführerin habe affektiv ausgeglichen und guter Stimmung bei gut 
erhaltener emotionaler Schwingungsfähigkeit gewirkt, Insuffizienzgefühle 
seien nicht erkennbar gewesen (AB 154.2/9). Bei diesen Gegebenheiten 
überzeugt, wenn sich die Gutachterin der abweichenden Einschätzung des 
behandelnden Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie sowie Allgemeine Innere Medizin, bzw. dessen Diagnose einer 
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) bei Verdacht 
auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31; vgl. 
AB 93.3/1, 93.3/12, 109.2/3, 112/2 Ziff. 1.1) nicht anschliessen konnte 
(AB 154.2/14 Ziff. 7.3). Dabei ist insbesondere zu beachten, dass der be-
handelnde Psychiater wie auch die Hausärztin festhielten, zur im Herbst 
2016 eingetretenen psychischen Krise hätten massgeblich psychosoziale 
Faktoren bzw. mehrere ungünstige äussere Umstände beigetragen (Tren-
nung vom Partner, Konflikte mit einer Vorgesetzten am Arbeitsplatz mit 
nachfolgender Kündigung, veterinärmedizinische Behandlungsbedürftigkeit 
der Hunde, Probleme mit dem Auto; AB 93.3/3, 93.3/12, 93.3/22). Dies 
deutet auf ein reaktives Geschehen, mithin auf das Mitwirken von über-
wundenen resp. überwindbaren psychosozialen (IV-fremden) Umständen 
hin, was grundsätzlich nicht invalidisierend ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299). Schliesslich deckt sich das Fehlen einer psychiatrischen Diagnose 
im Gutachtens- wie auch im hier massgeblichen Verfügungszeitpunkt 
(5. Mai 2021 [AB 184]; vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 
S. 140) mit der von der Beschwerdeführerin selbst weiterhin eingenomme-
nen Haltung, dass ihre Probleme keine depressive Ursache hätten (vgl. 
AB 94/3 f., 112/3 Ziff. 1.4; Beschwerde S. 1).

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3.5.4 Was die Beschwerdeführerin gegen das Gutachten vorbringt, ver-
mag an dessen Beweiskraft nichts zu ändern. Zwar gehen die Meinungen 
der Experten über die Plausibilität der gemachten Angaben, hinsichtlich der 
angegebenen Schmerzen, auseinander (vgl. AB 154.1/6 Ziff. 4.6, 154.2/12, 
154.2/14, 154.3/12 f. Ziff. 7.3, 154.4/10 Ziff. 7.3). Während der neurologi-
sche und rheumatologische Fachgutachter die angegebenen Beschwerden 
als konsistent und plausibel bewerteten (AB 154.3/12 f. Ziff. 7.3, 154.4/10 
Ziff. 7.3), ging die psychiatrische Expertin mit Blick auf den tiefen Serum-
spiegel im Laborbefund (AB 154.5/5) von nicht plausiblen bzw. möglicher-
weise falschen Angaben hinsichtlich der Einnahme von Medikamenten aus 
und sah die angeblich fehlende Wirksamkeit einer Morphinbehandlung als 
mit einem regelmässigen Konsum zu vereinbaren und schloss auf eine mit 
hoher Wahrscheinlichkeit seit Jugendzeit bestehende Suchtproblematik 
(AB 154.2/12 ff. Ziff. 7.1 ff.). Dabei ist zu beachten, dass aus den einzelnen 
Teilgutachten nicht übereinstimmend hervorgeht, wie viele Schmerzmittel 
die Beschwerdeführerin im Alltag regelmässig zu sich nimmt (vgl. 
AB 154.2/5, 154.3/7, 154.4/6). Die Beschwerdeführerin machte bereits im 
Vorbescheidverfahren geltend, sie leide an einer seltenen Krankheit, die 
dazu führe, dass eingenommene Schmerzmittel nicht wirkten und auch 
nicht im Blutbild erscheinen würden (vgl. AB 156). Hierzu reichte sie die 
Bestätigung der Hausärztin vom 1. Juli 2019 (AB 160) über die während 
mehreren Tagen unter Sicht vorgenommene und im Blutbild trotzdem nicht 
feststellbare Medikamenteneinnahme ein (E. 3.3.2 hiervor). In der Folge 
führten sowohl die MEDAS in der Stellungnahme vom 28. September 2020 
als auch die Behandler der klinisch-pharmakologischen Sprechstunde des 
Spitals J.________ am 11. November 2020 aus, dass die Zeitspanne zwi-
schen Medikamenteneinnahme und Blutabnahme mit Blick auf die Halb-
wertszeiten entscheidend seien (vgl. AB 171/2, 172, 177/1 f.). Ein Anhalts-
punkt für einen beschleunigten Abbau der Substanzen wurde im Spital 
J.________ nicht gefunden. Hingegen wurde eine genetische Variante im 
Opiatrezeptor festgestellt und damit eine mögliche, jedoch wissenschaftlich 
nicht erhärtete («Es gibt in der Literatur Hinweise darauf») Erklärung für die 
von der Beschwerdeführerin behauptete schlechte analgetische Wirksam-
keit (AB 177/2). Die Beschwerdeführerin führt als Erklärung für den tiefen 
gutachterlich erhobenen Medikamentenspiegel weiter die durch die Gas-
troenterologie und Hepatologie des Spitals K.________ am 26. Januar 

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2021 bestätigte (jedoch behandelbare) bakterielle Dünndarmfehlbesiede-
lung an (AB 180/3 [vgl. hierzu die Differentialdiagnose gemäss AB 177/3]; 
Beschwerde). Vor dem Hintergrund der obenstehenden Ausführungen ist 
nicht abschliessend geklärt, ob die Einschätzung der psychiatrischen Gut-
achterin hinsichtlich des geltend gemachten Schmerzempfindens und der 
Einnahme der Medikamente vollständig zutrifft. Dieser Punkt kann aller-
dings offenbleiben, da er am Ergebnis nichts zu ändern vermag, wie der 
RAD am 29. April 2021 denn auch zu Recht festhielt (AB 183/3). Die ME-
DAS-Experten verneinten in beweiskräftiger Weise das Vorliegen von ge-
sundheitlichen Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. 
E. 3.5 bis 3.5.3 hiervor), wobei wesentlich hierfür nicht allfällige Diskrepan-
zen sondern die zu objektivierende Befundlage war. Entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführerin ist in IV-rechtlicher Hinsicht denn auch nicht 
allein entscheidend, ob bezüglich der Angaben zur Medikamenteneinnah-
me eine Diskrepanz besteht, mithin ob ein Ausschlussgrund im Sinne der 
Rechtsprechung (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51) vorliegt. Selbst unter der An-
nahme, es bestehe kein Ausschlussgrund und die Angaben der Beschwer-
deführerin anlässlich der Begutachtung seien frei von Diskrepanzen, bleibt 
es dabei, dass die Fachärzte in nachvollziehbar begründeter Weise eine 
Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit, mithin eine Arbeitsun-
fähigkeit, verneint haben. 

Schliesslich bestehen keine Hinweise dafür, dass sich die gesundheitliche 
Situation nach der MEDAS-Begutachtung in entscheidrelevanter Weise 
geändert hätte. Was die während des Beschwerdeverfahrens eingereichten 
und nach dem hier massgeblichen Verfügungszeitpunkt (5. Mai 2021 
[AB 184]) datierenden Berichte (vom 9. September 2021 bis 17. August 
2022, Beschwerdebeilage [BB] 3-20) angeht, leisten diese keinen ent-
scheidwesentlichen neuen Beitrag. Die behandelnden Ärzte benennen kei-
ne Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben wären (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 
E. 3).

3.6 Zusammenfassend ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin 
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und mithin auch keine 
Einschränkung in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht. Damit ist hier 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 16

die Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens anhand 
eines strukturierten Beweisverfahrens entbehrlich, auch wenn mit der – 
unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannten – 
Fibromyalgie (AB 154.1/5 Ziff. 4.2b) ein unklares syndromales 
Beschwerdebild vorliegt (vgl. zum Ganzen BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 
141 V 281 E. 4.2 S. 298, 143 V 418 E. 7.1 S. 429; E. 2.3 hiervor). 
Offenbleiben kann bei diesen Gegebenheiten, ob im hier massgeblichen 
Vergleichszeitraum überhaupt je eine Veränderung in den massgeblichen 
Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 2.6.1, 2.6.3 und 3.1 hiervor), zumal die 
Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch so oder anders zu Recht ver-
neint hat.

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 5. Mai 2021 
(AB 184) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/21/410, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 3. Okto

ber 2022)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.