# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7439632c-e0bd-530f-81e4-7c25a128ea91
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.11.2009 IV 2008/158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-158_2009-11-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/158

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 30.06.2020

Entscheiddatum: 18.11.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2009
Art. 28 Abs. 1 und Abs. 2ter IVG. Vorliegend ist überwiegend wahrscheinlich, 
dass die Versicherte als Gesunde vollerwerbstätig wäre, obwohl sie eine 
behinderte Tochter betreuen muss. Sie hat sich in der Vergangenheit als 
sehr leistungsfähig erwiesen und im Ausmass von über 100% gearbeitet. 
Zudem ist die Betreuung der Tochter durch eine durchgehend anwesende 
Drittperson sichergestellt. Ob beim Valideneinkommen der über das 
Vollpensum hinausgehenden Nebenerwerb hinzuzurechnen ist, kann offen 
bleiben, weil so oder anders ein Invaliditätsgrad entsteht, der zum Bezug 
einer halben Invalidenrente berechtigt (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 18. November 2009, IV 2008/158)

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 18. November 2009

in Sachen

J.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a J.___, Jahrgang 1975, meldete sich im Juli 2005 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Arbeitsvermittlung und Rente (IV-act. 1). 

Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, nannte im Arztbericht vom 11. Juli 

2005 die Diagnosen akute depressive Anpassungsstörung bei schwieriger 

psychosozialer Situation, Autoimmunthyreoiditis mit Hypothyreose, chronische 

Thrombozytopenie mit Splenomegalie und Hyperkoagulabilität bei hererozygoter Faktor 

V-Leiden-Mutation. Seit 10. März 2004 sei die Versicherte bis auf Weiteres voll 

arbeitsunfähig. Nach Abklingen der Depression dürfte wieder eine ganztägige volle 

Leistungsfähigkeit erreicht werden (IV-act. 8-1; 8-4). Die behandelnde Psychiaterin 

Dr. med. B.___ berichtete am 6. September 2005 von einer rezidivierenden depressiven 

Anpassungsstörung bei schwieriger psychosozialer Situation. Zwei Söhne seien wegen 

einer Lebererkrankung im Alter von wenigen Monaten verstorben. Die im September 

2004 geborene jüngste Tochter leide ebenfalls an der Erbkrankheit (IV-act. 12-3 f.). 

Verschiedene einfache Tätigkeiten wären der Versicherten zumutbar. Sie sei jedoch 

wohl nicht in der Lage, sich gedanklich auf irgendetwas anderes einzustellen, solange 

sich der Zustand der kranken Tochter nicht verändert habe (IV-act. 12-7). Am 

13. Dezember 2005 berichtete Dr. B.___ von einer Arbeitsfähigkeit von 50-60% in einer 

einfachen adaptierten Tätigkeit (IV-act. 19). Im Verlaufsbericht vom 27. Juni 2006 ging 

sie von einer Arbeitsfähigkeit von 50% seit 13. Dezember 2005 und bis auf Weiteres 

aus (IV-act. 31-1).

A.b Bei einer am 12. Oktober 2006 durchgeführten Haushaltabklärung ermittelte die IV-

Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von 58.5%. Sie qualifizierte die 

Versicherte als je hälftig im Haushalt und im Erwerbsbereich tätig (IV-act. 47-8).

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A.c Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die Academy of Swiss Insurance Medicine 

(asim) des Universitätsspitals Basel die Versicherte am 30. und 31. Oktober 2006. Im 

Gutachten vom 28. Dezember 2006 werden insbesondere die Diagnosen rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, 

generalisierte Angststörung und Autoimmunthyreoiditis mit Hypothyreose genannt. Die 

Versicherte sei aktuell zu 50% arbeitsfähig. Diese Einschätzung resultiere 

gesamtheitlich aus der psychiatrischen Einschätzung der depressiven Stimmung, der 

gedanklichen Einengung auf die psychosozialen Belastungsfaktoren, den anhaltenden 

Schlafstörungen und der erhöhten Erschöpfbarkeit. Der psychische 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei sehr vom körperlichen 

Gesundheitszustand ihrer jüngsten Tochter abhängig (IV-act. 51-14).

A.d Im Vorbescheid vom 20. Februar 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. In Anwendung der gemischten Methode 

der Invaliditätsbemessung und bei einer Aufteilung von Haushalt und Erwerb von je 

50% ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 31.9% (IV-act. 58).

A.e Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Kamber beantragte in seiner Stellungnahme vom 

23. März 2007 in Vertretung der Versicherten die Rentenzusprache. Die Versicherte 

habe sich einer Operation am rechten Knie unterziehen müssen. Im Moment sei sie 

100% arbeitsunfähig. Im Gesundheitsfall würde sie im Übrigen voll arbeiten (IV-act. 68). 

Im Rahmen der daraufhin von der IV-Stelle vorgenommenen weiteren Abklärungen 

berichtete Dr. A.___ am 10. Juli 2007 von einer Arthroskopie und peripatellären 

Gelenktoilette beidseits, die offenbar am 5. März 2007 am Spital Herisau durchgeführt 

worden sei (IV-act. 75; 72). Seitens des Spitals wurde am 9. August 2007 darauf 

hingewiesen, dass Arbeiten mit der Notwendigkeit des Hebens von schweren Lasten, 

des Abdrehens oder des Einnehmens knieender oder hockender Positionen deutlich 

erschwert seien. Die Arbeitsfähigkeit könne je nach Beruf durchaus um 50% erschwert 

sein (IV-act. 77). Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

und D.___, lic. phil. Psychologin, bezeichneten die vom asim auf 50% geschätzte 

Arbeitsfähigkeit am 5. September 2007 und 16. Januar 2008 aus rein psychiatrischer 

Sicht als plausibel (IV-act. 79; 83-6).

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A.f  Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 verweigerte die IV-Stelle bei einem 

Invaliditätsgrad von 31.9% die Ausrichtung einer Rente. Sie stufte die Versicherte als je 

hälftig im Erwerb und im Haushalt tätig ein (act. G 1.2).

B.   

B.a In Vertretung der Versicherten beantragt Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann 

mit Beschwerde vom 2. April 2008 die Aufhebung der Verfügung vom 14. Februar 

2008. Der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzusprechen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Sie sei nicht nur aus psychischer Sicht, sondern wegen ihrer 

Kniebeschwerden auch aus somatischer Sicht in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt. Der Arbeitsfähigkeitsgrad sei interdisziplinär zu beurteilen. Es sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit zu mehr als 50% 

eingeschränkt sei. Die Einschränkung betreffend Knie müsse zumindest bei der 

Festsetzung des Invalideneinkommens berücksichtigt werden, indem ein Leidensabzug 

vorgenommen werde. Als Gesunde habe die Beschwerdeführerin bei der E.___ AG 

gearbeitet und daneben in einem Privathaushalt geputzt; das Valideneinkommen 

belaufe sich auf insgesamt Fr. 52'414.85 (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2008 die 

Abweisung der Beschwerde. Die Kniebeschwerden seien sekundär und überdies 

bereits im Spital Herisau berücksichtigt worden. Aufgrund der allgemeinen 

Lebenserfahrung arbeite eine Mutter mit vier Kindern höchstens 50%, wenn ihr 

Ehemann voll erwerbstätig sei und ihr jüngstes Kind aufgrund einer Behinderung 

besonderer Pflege bedürfe. Die Einstufung sei rechtmässig. Beim Invalideneinkommen 

könne kein Leidensabzug vorgenommen werden. Der Nebenerwerb als Haushalthilfe 

dürfe weder beim Validen- noch beim Invalideneinkommen berücksichtigt werden. Der 

Invaliditätsgrad belaufe sich folglich auf lediglich 29.25% (act. G 6).

B.c Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 25. August 2008 an den Anträgen 

gemäss Beschwerde festhalten. Laut einem Bericht des Spitals Herisau vom 8. Juli 

2008 leide die Beschwerdeführerin an persistierenden Knieschmerzen sowie 

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ausgeprägten Handgelenksschmerzen, die derzeit noch näher abgeklärt würden (act. G 

10).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. September 2008 auf eine weitere 

Stellungnahme (act. G 12).

B.e Mit Schreiben vom 17. März 2009 liess die Beschwerdeführerin einen Arztbericht 

der Rheumatologie im Silberturm vom 30. Januar 2009 einreichen. Danach sei seit 

Frühling 2008 eine rheumatoide Arthritis wahrscheinlich (act. G 14).

B.f  Die zuständige Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts forderte die 

Beschwerdegegnerin am 27. August 2009 auf, die IV-Akten betreffend die Tochter 

F.___, Jahrgang 2004, einzureichen (act. G 16). Diese gingen dem Gericht am 

3. September 2009 zu (act. G 17). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erhielt 

Gelegenheit zur Einsichtnahme (act. G 18). In der nachträglichen Eingabe vom 

29. September 2009 liess die Beschwerdeführerin darauf hinweisen, dass sie trotz der 

Erkrankung ihrer Tochter F.___, wäre sie selbst nicht auch erkrankt, einer 50%igen 

Arbeitstätigkeit bei der E.___ AG sowie der Reinigungstätigkeit nachgehen würde (act. 

G 21).

Erwägungen:

1.  

Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 

2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es sich 

allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse (Rentenanspruch 

mit Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter altem Recht) die im Folgenden zitierten, bis 

zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.

2.  

2.1  Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

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Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke wird durch aArt. 28 Abs. 2  des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 

Fassung gefüllt: Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person 

behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im 

Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die 

Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). aArt. 28 Abs. 2  IVG 

regelt die so genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, 

die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen 

"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil 

erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs 

ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die 

Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu 

bemessen (Art. 27 IVV). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).

2.2  Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als 

Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer andern Methode der 

Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, 

Betätigungsvergleich) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was die versicherte Person 

bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche 

Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146; BGE 117 V 194; vgl. AHI 1997 S. 286; AHI 

1996 S. 196). Das Bundesgericht stellt bei der Beurteilung des Status – einzig – auf den 

bis

ter

bis 

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Beweis der Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall ab (EVGE I 715/00 vom 4. Januar 

2002), ohne die Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten (vgl. Art. 5 Abs. 1 

IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG; hierzu Franz Schlauri, Das Rechnen mit der 

Arbeitsunfähigkeit in Beruf und Haushalt in der gemischten Methode der 

Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, 

St. Gallen 2003, S. 343 f.). Massgebend sind die tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis 

zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bestanden haben (BGE 121 V 366 E. 1b; 

BGE 125 V 150 E. 2c).

2.3  Es ist zu prüfen, ob die Person ohne Invalidität mit Rücksicht auf die gesamten 

Umstände (dazu gehören die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse) vorwiegend erwerbstätig oder im Haushalt beschäftigt wäre. Für die 

Beurteilung und Festlegung des im Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten 

Aufgabenbereichs sind ausser der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit 

wieder aufzunehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 

Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen 

(zum Ganzen: Entscheid 9C_828/07 des Bundesgerichts vom 30. April 2008, BGE 125 

V 146 Erw. 2c, BGE 117 V 194 Erw. 3b). Von Bedeutung sind vor allem die 

Sicherstellung der Kinderbetreuung und die Verdienstverhältnisse (vgl. EVGE I 715/00 

vom 4. Januar 2002, wo eine Mutter von acht Kindern als Vollerwerbstätige betrachtet 

worden war). Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht 

der versicherten Person und deren Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne 

Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. EVGE I 635/02 vom 20. Juni 2003). Zu 

beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über 

eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit langer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist. 

Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese nur 

ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist anderseits meist bereits durch die 

Invalidität beeinflusst (m.w.H. Entscheid IV 2008/268 des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 17. Juli 2008, Erw. 2.3). Der Richter hat jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen Geschehensabläufen 

unter den gegebenen Umständen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 

Erw. 2a). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten nach 

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Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (ZAK 1985 S. 468 Erw. 1). 

Denn Tatfragen, über die sich gemäss der Natur der Dinge nur Hypothesen aufstellen 

lassen, beurteilen sich nach Erfahrungssätzen (BGE 117 V 195 Erw. 3b mit Hinweis auf 

Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast nach schweizerischem Zivilprozessrecht, 

S. 13).

3.  

3.1  Vorab ist die für die Invaliditätsbemessung vorzunehmende Qualifikation der 

Beschwerdeführerin zu überprüfen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin als zu 50% im Erwerb und zu 50% im Haushalt tätig qualifiziert. 

Sie stützt sich dabei offenbar auf eine Bemerkung im Abklärungsbericht Haushalt vom 

23. Oktober 2006, wonach die Versicherte wegen F.___'s Krankheit "weiterhin 

ausserhäuslich erwerbstätig [wäre], vermutlich im Rahmen von 50%" (IV-act. 47-3). 

Bereits am 23. März 2007 liess die Beschwerdeführerin hingegen geltend machen, sie 

wäre als Gesunde voll erwerbstätig bzw. würde eine Arbeit mit einem weit über 50% 

liegenden Pensum ausüben (IV-act. 68-5 Ziff. 2b). Gegenüber den asim-Gutachtern 

hatte die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie theoretisch gerne wieder arbeiten 

würde, wenn dies gesundheitlich möglich wäre (IV-act. 51-10). Sie habe früher sowohl 

100% gearbeitet als auch ihren Haushalt mit Lust versorgt. Diesen Zustand wünsche 

sie sich zurück (IV-act. 51-26). Bis zu während der Schwangerschaft mit F.___ 

aufgetretenen Komplikationen war die Beschwerdeführerin voll erwerbstätig, dies, 

obwohl sie bereits drei 1990, 1992 und 2000 geborene Kinder zu betreuen hatte. Ihre 

1993 und 1995 geborenen Söhne waren 1994 und 1996 gestorben; trotz dieser 

ausserordentlichen Belastungen hatte die Beschwerdeführerin stets weitergearbeitet 

(vgl. IV-act. 7). Vor der gesundheitsbedingten Reduktion der Erwerbstätigkeit hatte sie 

neben dem vollen Erwerbspensum bei der E.___ AG im Ausmass von etwa 20% als 

Haushalthilfe in einem Privathaushalt gearbeitet (IV-act. 47-3). Sie war offensichtlich 

überdurchschnittlich leistungsfähig und leistungswillig. Die im Jahr 2004 geborene 

Tochter F.___ verursacht unbestrittenermassen einen grossen Betreuungsaufwand. 

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass eigens für die Betreuung eine Bekannte 

engagiert wurde, wie aus dem die Tochter betreffenden Abklärungsbericht für eine 

Hilflosenentschädigung für Minderjährige vom 14. November 2006 hervorgeht. Diese 

Betreuungsperson sei ununterbrochen bei F.___. Sie wohne in derselben Wohnung und 

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bleibe auch während des Schlafens in F.___'s Nähe. Finanziert werde diese Betreuung 

mit Hilfe der Pro Infirmis (act. G 17.94-4). Zudem bekam die Beschwerdeführerin auch 

stets Unterstützung von der Schwiegermutter (vgl. IV-act. 51-9; 51-27). Zu beachten ist 

im Weiteren, dass die Beschwerdeführerin gemäss Abklärungsbericht Haushalt vor 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit von 14 bis 22 Uhr arbeitete und ihr Ehemann jeweils ab 

17.30 Uhr zuhause ist und sich nach Angaben der Abklärungsperson dann um die 

behinderte Tochter kümmern kann. Dies bedeutet, dass im hypothetischen 

Gesundheitsfall der Beschwerdeführerin nur zwischen 14 und 17.30 Uhr, also während 

dreieinhalb Stunden täglich, eine Fremdbetreuung der Tochter sichergestellt werden 

müsste. Da eine familienexterne Betreuungsperson durchgehend anwesend ist, ist 

ohne weiteres davon auszugehen, dass dies im hypothetischen Gesundheitsfall der 

Beschwerdeführerin gelungen wäre. In der Vergangenheit hat die Beschwerdeführerin 

mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie trotz Kleinkinderbetreuungsaufgaben einer 

vollen Erwerbstätigkeit nachgehen konnte, indem sie die durchgehend notwendige 

Aufsicht und Betreuung an eine Drittperson delegierte. Im Kleinkindalter der im Jahr 

2000 geborenen Tochter G.___ war sie sogar in einem 100% übersteigenden Pensum 

an zwei Arbeitsstellen erwerbstätig; dies, obwohl die beiden älteren Kinder zu jener Zeit 

noch stärker auf ihre Betreuung angewiesen waren als nach der IV-Anmeldung ab Juli 

2005. Denkbar wäre allenfalls, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum 

aufgrund der Mehrbelastung durch die Tochter F.___ in geringem Ausmass reduziert 

hätte; doch selbst bei einer Reduktion um 20% bliebe noch immer ein volles 

Erwerbspensum übrig. In tatsächlicher Hinsicht ist nach Lage der Akten folglich 

überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde mit einem 

vollen Erwerbspensum weitergearbeitet hätte. Folglich hat die ordentliche 

Invaliditätsbemessungsmethode des Einkommensvergleichs zur Anwendung zu 

gelangen.

4.  

4.1  Im Gutachten vom 28. Dezember 2006 werden als zentrale, die Arbeitsfähigkeit 

einschränkende Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode ohne psychotische Symptome, eine generalisierte Angststörung und 

eine Autoimmunthyreoiditis mit Hypothyreose genannt. Die Erkrankungen des dritten 

und vierten Kindes an einer seltenen, unheilbaren Lebererkrankung und schliesslich 

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deren Tod werden als einschneidende Erlebnisse der Beschwerdeführerin beschrieben, 

die eine depressiv-ängstliche Reaktion ausgelöst hätten. Die Beschwerdeführerin habe 

sich 1996 in einem Ausnahmezustand befunden. Die Schwangerschaft und Geburt des 

sechsten Kindes, das ebenfalls an der Lebererkrankung und einer Gerinnungsstörung 

mit schweren Hirndurchblutungsstörungen gelitten habe, habe eine zweite schwere 

Krise ausgelöst. Das Wiedererleben der Angst um ein Kind, die Hilflosigkeit verbunden 

mit Schuldgefühlen und beständiger Sorge hätten eine zweite depressive Episode 

ausgelöst. Obwohl diese sicherlich reaktiver Natur und sehr eng mit dem Zustand des 

Kindes verbunden sei, gehe sie in ihrem Schweregrad doch eindeutig über das 

Ausmass einer Anpassungsstörung hinaus. Aufgrund zahlreicher Komplikationen und 

schliesslich eines Epilepsieleidens der Tochter sei die Beschwerdeführerin völlig fixiert 

auf deren Versorgung und habe trotz Unterstützung durch Angehörige und eine 

Haushalthilfe kaum Kapazitäten, darüber hinaus ihr Leben zu gestalten. Im Februar 

2005 habe die Beschwerdeführerin wohl aufgrund einer akuten Belastungsreaktion 

hospitalisiert werden müssen. Zeitgleich sei eine Autoimmunthyreoiditis festgestellt 

worden. Die Symptome einer Hypothyreose hätten das damals bestehende depressive 

Syndrom zusätzlich verstärkt. Ab Juni 2005 kam es offenbar zu einer gewissen 

Stabilisierung der Situation. Ab August 2006 sei jedoch wieder eine Verschlechterung 

eingetreten, weil die Tochter trotz Medikation weiterhin unter epileptischen Anfällen 

leide und die Beschwerdeführerin daher in ständiger Angst sei, die Tochter könnte an 

einem Anfall sterben. Gemäss den asim-Gutachtern stehen bei der Beschwerdeführerin 

eine depressive Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken und eine gedankliche 

Einengung mit Konzentrationsstörungen und massiven Schlafstörungen im 

Vordergrund. Daneben dominiere die Angst mit anhaltender Besorgnis, 

psychovegetativen Symptomen und einem Hyperarousal (IV-act. 51-12). Gesamthaft 

sei damit zusätzlich eine generalisierte Angststörung zu diagnostizieren. Die depressive 

Störung sowie die generalisierte Angststörung mit zugrunde liegender Dysthymie 

würden zu einer generellen Arbeitsunfähigkeit von 50% führen. Da der Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit unter Psychotherapie anfänglich erfolgreich habe gesteigert werden 

können, gehe man davon aus, dass unter adäquater psychiatrischer Begleittherapie 

eine Arbeitsfähigkeit von 50% gehalten werden könne. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe 

seit November 2004, wobei diese durch medikamentöse und psychiatrische Therapien 

auf 50% habe reduziert werden können (IV-act. 51-14).

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4.2  Die behandelnde Psychiaterin Dr. B.___ war am 27. Juni 2006 bereits von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50% seit 13. Dezember 2005 ausgegangen (IV-act. 31-1). Der 

Psychiater Dr. C.___ und die Psychologin D.___ bestätigten am 5. September 2007 die 

Diagnose der schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome und der 

generalisierten Angststörung. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die beurteilte 

Arbeitsunfähigkeit von 50% plausibel (IV-act. 79-1). Entsprechendes attestierte 

Dr. C.___ in einem weiteren Bericht vom 16. Januar 2008 (IV-act. 83-5 f.).

4.3  Am 5. März 2007 kam es zu einer Operation aufgrund eines peripatellären 

Schmerzsyndroms am rechten Knie (vgl. IV-act. 72-2). Dr. A.___ berichtete am 7. Juli 

2007, bezüglich des rechten Knies sei es zu einer gewissen Linderung, nicht jedoch zu 

Beschwerdefreiheit gekommen. Von Seiten des Patellarsyndroms sei eine 

Erwerbsunfähigkeit von ca. zehn Prozent attestierbar (IV-act. 75-1; 75-3). Gegenüber 

dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gab Dr. med. H.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Chirurgie am 

Spital Herisau, am 9. August 2007 an, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei 

reduziert, indem die Beugebelastung vor allem des rechten Kniegelenks reduziert sei. 

Arbeiten mit der Notwendigkeit des Hebens von schweren Lasten, mit der 

Notwendigkeit des Abdrehens oder gar des Einnehmens knieender oder hockender 

Positionen sei deutlich erschwert. Die Arbeitsfähigkeit könne je nach Beruf durchaus 

um 50% reduziert sein. Leichte Tätigkeiten in sitzender oder stehender Position mit der 

Möglichkeit von Pausen ohne die Notwendigkeit des Hebens von schweren Lasten 

seien zumutbar, also feinmechanische Arbeiten, Büroarbeiten, Überwachungsaufgaben 

oder ähnliches (IV-act. 77-1 f.). Aufgrund dieser Angaben ist davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin in einer optimalen Tätigkeit durch ihre körperlichen 

Beschwerden nicht über das insbesondere aus psychiatrischer Sicht bestehende 

Ausmass von 50% hinaus in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, zumal eine geringe 

aufgrund der Knieproblematik allfällig bestehende Arbeitsunfähigkeit ohnehin nicht 

einfach zur psychiatrisch bedingten hinzuaddiert werden könnte (vgl. etwa das Urteil 

8C_518/2007 vom 7. Dezember 2007, Erw. 3.2). Die Invaliditätsbemessung hat also 

basierend auf einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% zu erfolgen. Eine allfällige ab 

Frühling 2008 eingetretene Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der im 

Arztbericht der Rheumatologie am Silberturm vom 30. Januar 2009 erwähnten 

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rheumatoiden Arthritis (act. G 14.1) wäre im Rahmen eines Revisionsverfahrens bei der 

IV-Stelle geltend zu machen.

5.  

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt.

5.1  Im Jahr 2006 verdienten Frauen im tiefsten Anforderungsniveau (einfache und 

repetitive Tätigkeiten) ein Einkommen von durchschnittlich Fr. 50'278.- bei einer 

durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden.

5.2  Die Beschwerdegegnerin hat keinen zusätzlichen Abzug anerkannt. Der oftmals als 

"Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen 

damit jene Nachteile ausgeglichen werden, die der versicherten Person – neben der 

Arbeitsunfähigkeit – auf dem Arbeitsmarkt eine zusätzliche Lohneinbusse verursachen. 

In BGE 126 V 75 neues Fenster ff. hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, 

ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen 

persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 

Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. 

dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die 

einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 

25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf 

das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen 

können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen 

lassen. Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gegenüber einem 

gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein höheres Krankheitsrisiko 

hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko, 

dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den 

"Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu kompensieren und 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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konkurrenzfähig zu bleiben, müsste die Beschwerdeführerin mit einem entsprechend 

tieferen Lohn rechnen. Insgesamt ist sie auf erhöhte Flexibilität des Arbeitgebers 

angewiesen. Ein Lohnnachteil wegen Teilzeitarbeit lässt sich statistisch nicht belegen; 

im Gegenteil verdienten Frauen im tiefsten Anforderungsniveau mit einem Pensum 

zwischen 50% und 74% über 3% besser als solche mit einem Pensum von 100% (vgl. 

Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2006). Insgesamt erscheint es daher als gerechtfertigt, 

den Abzug vorliegend auf 5% zu beschränken. Das Invalideneinkommen ist bei einem 

zumutbaren Arbeitspensum von 50% folglich auf Fr. 23'882.- festzulegen (Fr. 50'278.- 

x 0.5 x 0.95).

6.  

6.1  Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 neues 

Fenster, Erw. 4.3.1, mit Hinweisen). Die ältere Rechtsprechung bezog in die 

Vergleichsrechnung nur Einkünfte ein, die bei einem normalen Arbeitspensum zu 

erzielen waren (Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 

1997, S. 207 mit Verweis auf die Urteile I 273/61 vom 10. Juli 1962 und I 59/62 vom 

19. November 1962). In neueren Entscheiden hielt das Bundesgericht demgegenüber 

fest, dass ein Nebenverdienst beim Valideneinkommen zu berücksichtigen sei, sofern 

er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, wenn die 

versicherte Person gesund geblieben wäre. Dies gelte ohne Rücksicht auf den hierfür 

erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand. Soweit sich hinsichtlich der 

letzterwähnten Vorgabe aus älteren Entscheiden (die von Meyer-Blaser a.a.O. 

erwähnten Entscheide I 273/61 und I 59/62) etwas anderes ergeben sollte, könne daran 

nicht festgehalten werden. Als Invalideneinkommen sei ein Zusatzeinkommen aus 

Nebenerwerb nur insoweit zu berücksichtigen, als die versicherte Person ein solches 

trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise weiterhin erzielen könne 

(Entscheide U 130/02 vom 29. November 2002, Erw. 3.2.1 [=RKUV 2003 Nr. U 476]; U 

66/02 vom 2. November 2004 [=RKUV 2005 Nr. U 538]; vgl. auch Hans-Jakob 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224

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Mosimann, Praxis der Invaliditätsbemessung: aktueller Stand der Rechtsprechung, in: 

SZS 2007, S. 15). Der Invaliditätsbemessung ist der höhere Lohn also nicht nur bei sehr 

guten Berufskenntnissen, breiter Berufserfahrung und optimaler Leistung zugrunde zu 

legen, sondern eben auch bei einem dauernd überdurchschnittlichen 

Gesamtarbeitspensum (Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen 

Unfallversicherung, 1995, S. 181).

6.2  Im Entscheid I 181/05 vom 3. Februar 2006 hielt das Eidgenössische 

Versicherungsgericht fest, ein unüblich hoher zeitlicher Aufwand führe nicht zur 

Reduktion des Valideneinkommens. Zwar gelte der Grundsatz, dass die IV als 

Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur für eine normale erwerbliche Tätigkeit 

Versicherungsschutz biete. Eine herabgesetzte Anrechenbarkeit komme aber nur bei 

Mehrfachbeschäftigungen über ein Vollpensum hinaus (Kumulierung von Erwerbs- und 

Haushaltarbeit, Ausübung verschiedener wirtschaftlich gleichbedeutender 

Erwerbstätigkeiten) zum Tragen. Diesbezüglich verweist der Entscheid auf ZAK 1988 

S. 476. Bei jenem Entscheid ging es jedoch nicht um Entgelte für ein Pensum von über 

100%, sondern um eine Frau, die aus konstitutionellen Gründen nicht in der Lage war, 

neben der Hausarbeit einem vollen Erwerbspensum nachzugehen. Dieses Unvermögen 

wurde als invaliditätsfremd bezeichnet. Im Entscheid I 433/06 vom 23. Juli 2007 hielt 

das Bundesgericht fest, aus einem "Über-100%-Pensum" stammendes Einkommen 

werde vollumfänglich berücksichtigt, wenn jemand regelmässig Überstunden leiste 

oder eine Nebenerwerbstätigkeit ausübe oder selbstständigerwerbend sei, wohingegen 

Einkommen, das aus zwei parallel zueinander ausgeübten, wirtschaftlich 

gleichbedeutenden Erwerbstätigkeiten stamme, auf ein 100%-Pensum "gekürzt" würde 

(Erw. 4.1.2). Eine derartige Kürzung lässt sich allerdings nicht überzeugend begründen. 

Weder in Bezug auf das Einkommen noch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit einer 

versicherten Person vor Eintritt des invalidisierenden Gesundheitsschadens ist von 

Belang, ob diese Person beispielsweise zwei wirtschaftlich gleichbedeutende 

Teilerwerbstätigkeiten von je 60% oder eine Vollerwerbstätigkeit von 100% und einen 

Nebenerwerb von 20% ausübt; in beiden Fällen wird zu einem entsprechenden Lohn 

ein Pensum von insgesamt 120% absolviert. Kann nun mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass dieses Gesamtpensum ohne 

Eintritt des Gesundheitsschadens weitergeführt worden wäre, so ist das 

Valideneinkommen in beiden Fällen auf dieser Basis festzusetzen. Für eine Kürzung im 

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ersten Fall bleibt kein Raum, zumal bei der IV nicht grundsätzlich ein "gewöhnliches" 

100%-Pensum versichert ist, sondern das Potential, die Leistungsfähigkeit einer 

Person kombiniert mit ihrer Leistungsbereitschaft. Entsprechend beschränkt sich die 

IV-Beitragspflicht auch nicht auf das mit einem 100%-Pensum erzielbare Einkommen.

6.3  Vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit erzielte die Beschwerdeführerin bei der E.___ AG 

ein Einkommen von Fr. 48'492.- im Jahr 2003 (vgl. IV-act. 7-3). Vom 1. Januar 2003 bis 

28. Februar 2004 arbeitete sie daneben im Ausmass von 20% als Haushalthilfe, wofür 

sie im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 8'215.- erzielte (IV-act. 11-6; 47-3). Wie 

nachfolgend zu zeigen ist, kann offen bleiben, ob dieser Nebenverdienst beim Validen­

einkommen anzurechnen ist.

6.3.1 Lässt man den Nebenverdienst ausser Rechnung, so ist unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung bis 2006 von einem Valideneinkommen von Fr. 49'993.- 

auszugehen. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 23'882.- ergibt sich ein 

Invaliditätsgrad von 52%.

6.3.2 Rechnet man den Nebenverdienst an, so ergibt sich für das Jahr 2003 ein 

Einkommen von Fr. 56'707.-. Angepasst an die Nominallohnentwicklung beläuft es sich 

per 2006 auf Fr. 58'462.-. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 23'882.- ergibt sich 

ein Invaliditätsgrad von 59%.

6.4  Ob nun mit oder ohne Berücksichtigung des Nebenverdienstes liegt der 

Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin über 50%, aber unter 60%. Folglich hat die 

Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

7.  

Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit wird von den asim-Gutachtern auf November 2004 

festgelegt. Damals habe sich die Arbeitsunfähigkeit auf 100% belaufen, dann aber 

durch medikamentöse und psychiatrische Therapie auf 50% reduziert werden können 

(IV-act. 51-14). Ab welchem Datum von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen ist, 

legen die Gutachter nicht fest. Noch am 6. September 2005 berichtete Dr. B.___ von 

einer seit 11. November 2004 bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit als 

Maschinenführerin. Solange sich der Zustand der kranken Tochter nicht verändert 

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habe, sei die Beschwerdeführerin wohl nicht in der Lage, sich auf irgendetwas anderes 

einzustellen. Eine von der Beschwerdeführerin akzeptierte intensivere psychiatrische 

Behandlung könnte den Gesundheitszustand und damit auch die Arbeitsfähigkeit 

verbessern (IV-act. 12-7). Am 13. Dezember 2005 erwähnte Dr. B.___ eine positive 

Entwicklung, sodass es zu einer rechten Remission gekommen sei. Die Arbeitsfähigkeit 

betrage 50% bis 60% (IV-act. 19). Am 27. Juni 2006 legte sich Dr. B.___ auf eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% rückwirkend ab 13. Dezember 2005 fest (IV-act. 31). Bei 

dieser Aktenlage kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 

werden, dass die Beschwerdeführerin bei Ablauf des Wartejahrs (aArt. 29 Abs. 1 lit. b 

IVG), also im November 2005, im Ausmass von ca. 50% in der Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt war. Folglich besteht seit 1. November 2005 (vgl. aArt. 29 Abs. 2 IVG) 

bei einem Invaliditätsgrad von 57% Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

8.  

8.1  Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 18. Februar 2008 teilweise gutzuheissen. Die 

Beschwerdeführerin hat rückwirkend ab 1. November 2006 bei einem Invaliditätsgrad 

von 57% Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.

8.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

als angemessen. Da sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig erwiesen hat 

und da die Beschwerdeführerin auf jeden Fall gezwungen gewesen ist, Beschwerde zu 

führen, um nicht rechtswidrig behandelt zu werden, muss in Bezug auf die 

Kostentragungspflicht unabhängig vom konkreten Beschwerdebegehren (in Analogie 

zur entsprechenden Regelung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK 

1987 S. 266 Erw. 5a) von einem vollumfänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin 

ausgegangen werden. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamten 

Gerichtskosten zu tragen. Der geleistete Gerichtskostenvorschuss von Fr. 600.- ist der 

Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

bis

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8.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

14. Februar 2008 teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin hat rückwirkend ab 

1. November 2005 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Gerichtskostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.11.2009
	Art. 28 Abs. 1 und Abs. 2ter IVG. Vorliegend ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Versicherte als Gesunde vollerwerbstätig wäre, obwohl sie eine behinderte Tochter betreuen muss. Sie hat sich in der Vergangenheit als sehr leistungsfähig erwiesen und im Ausmass von über 100% gearbeitet. Zudem ist die Betreuung der Tochter durch eine durchgehend anwesende Drittperson sichergestellt. Ob beim Valideneinkommen der über das Vollpensum hinausgehenden Nebenerwerb hinzuzurechnen ist, kann offen bleiben, weil so oder anders ein Invaliditätsgrad entsteht, der zum Bezug einer halben Invalidenrente berechtigt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. November 2009, IV 2008/158)

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