# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23f8ab9f-2152-5d2d-b594-701db480bff1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.01.2023 S 2021 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-79_2023-01-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 79

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 11. Januar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang B._____, wohnhaft in C._____, ist seit dem 1. Mai 

2011 bei der D._____, E._____, als Kundendienstberater angestellt und 

über dieses Arbeitsverhältnis bei der Schweizerischen Unfallversiche-

rungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle versichert. 

2. Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 6. Februar 2020 erlitt A._____ 

am 22. Dezember 2019 einen Unfall, als er in F._____ beim Snowboarden 

stürzte und sich dabei das rechte Knie verdrehte/verstauchte. Die Erstbe-

handlung erfolgte am 31. Januar 2020 bei Dr. med. G._____, Facharzt 

FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, H._____. Er stellte fol-

gende Diagnose: Verdacht auf med. Meniskusläsion rechts. Das vordere 

Kreuzband und die Kollateralbänder erachtete er als in Ordnung. 

3. Am 5. Februar 2020 wurde in der Radiologie I._____, Radiologie H._____, 

eine MRI-Untersuchung des rechten Knies durch Dr. med. J._____, Fach-

arzt Radiologie FMH, durchgeführt. Im gleichentags verfassten Bericht be-

urteilte der besagte Radiologe, dass bei Status nach TME (Anmerkung 

des Gerichts: Teilmeniskektomie) ein verkürzter Innenmeniskus vorliege, 

wobei sich aktuell eine horizontale, in die Unterfläche verlaufende Rissbil-

dung des Hinterhorns und ein intrameniskaler Einriss der Pars intermedia 

nachweisen liessen. Zudem lägen deutliche Knorpelulzerationen/Einrisse 

femoralseits zentral im gewichttragenden Abschnitt leicht gegen popliteal 

gerichtet und eine leichte Zerrung/Reizung des Seitenbandes mit periliga-

mentärem Weichteilödem vor. 

4. Am 6. März 2020 erfolgte eine Untersuchung durch Prof. Dr. med. 

K._____, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

L._____. Dieser diagnostizierte in seinem gleichentags verfassten Sprech-

stundenbrief unter anderem eine partielle mediale Meniskus-Hinterhornlä-

- 3 -

sion rechts nach Kniedistorsion am 22. Dezember 2019 und einen Status 

nach Kniegelenksarthroskopie rechts 1999 mit partieller medialer Menis-

kektomie. Die Suva erbrachte bis am 8. März 2020 die gesetzlichen Leis-

tungen.

5. Am 12. März 2020 führte Prof. Dr. med. K._____ eine Kniegelenksarthro-

skopie rechts und eine partielle mediale Meniskektomie durch. Vom 

12. März 2020 bis am 27. März 2020 wurde A._____ eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit attestiert. 

6. Dr. med. G._____ wies in seinem Arztzeugnis UVG vom 20. April 2020 

darauf hin, dass der Status nach medialer Teilmeniskektomie ca. 1999 den 

Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen könne.

7. Am 11. Mai 2020 hielt der Kreisarzt Dr. med. univ. M._____, Arzt für All-

gemeinmedizin (A), fest, der Unfall vom 22. Dezember 2019 habe (nur) 

möglicherweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen 

strukturellen Läsionen geführt und der Schaden, der operiert worden sei, 

sei (nur) möglicherweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 

Unfall zurückzuführen. Zudem erwähnte der besagte Kreisarzt eine Vor-

operation (Anmerkung des Gerichts: im Jahr 1999) und führte aus, es lä-

gen keine Befunde einer wahrscheinlich unfallbedingten Läsion vor; ein 

Ereignis vorausgesetzt, würden die Unfallfolgen nach einigen Tagen bis 

zwei Wochen im Beschwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

keine Rolle mehr spielen. 

8. Mit Schreiben vom 3. Juni 2020 teilte die Suva A._____ die Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 8. März 2020 mit, da die heute bestehenden 

Kniebeschwerden rechts aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes nicht 

mehr unfallbedingt seien. 

- 4 -

9. Mit E-Mail vom 8. Juli 2020 reichte die Rechtsschutzversicherung von 

A._____ der Suva den auf ihre Anfrage hin erstellten Bericht von Prof. Dr. 

med. K._____ vom 2. Juli 2020 ein. 

10. Nachdem die Suva am 12. Oktober 2020 eine konsiliarische Beurteilung 

bei Dr. med. N._____, Facharzt FMH für Medizinische Radiologie und 

Röntgendiagnostik, Röntgeninstitut O._____, eingeholt hatte, nahm der 

Kreisarzt Dr. med. univ. M._____ am 13./16. Oktober 2020 erneut Stellung 

zum Fall. Im Rahmen dieser ärztlichen Beurteilung hielt er insbesondere 

fest, das vorliegende Ereignis möge vielleicht eine vorübergehende Be-

schwerdeauslösung verursacht haben, nicht jedoch die im MRI vorgefun-

dene strukturelle Läsion. Ein geltend gemachtes Ereignis als Ursache für 

die vorliegenden Befunde sei problemlos, insbesondere in Anbetracht des 

zeitlichen Verlaufs und der ausgeübten Sportarten, wegzudenken. 

11. Mit Verfügung vom 9. Februar 2021 stellte die Suva die Versicherungsleis-

tungen per 8. März 2020 mit der Begründung ein, dass die heute beste-

henden Kniebeschwerden rechts aufgrund der Beurteilung des Kreisarz-

tes nicht mehr unfallbedingt seien. Der Zustand, wie er sich auch ohne den 

Unfall vom 22. Dezember 2019 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer 

Beurteilung spätestens zwei Wochen nach dem Unfall, also am 6. Januar 

2020, erreicht gewesen. 

12. Dagegen erhob A._____ am 11. März 2021 Einsprache, welche er am 

14. April 2021 näher begründete. 

13. Am 21./23. April 2021 nahm der Kreisarzt Dr. med. univ. M._____ zu sämt-

lichen vorliegenden Akten und insbesondere zur Einsprache Stellung, wo-

bei er an seiner Beurteilung vom 13./16. Oktober 2020 festhielt.

- 5 -

14. Die Suva wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2021 

ab. 

15. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 

vom 16. August 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden. Er beantragte die Aufhebung des Einspracheent-

scheids vom 30. Juni 2021 und die Zusprache der gesetzlichen Leistun-

gen. Eventualiter wurde die Rückweisung der Sache an die Suva zwecks 

Einholung eines externen orthopädischen und radiologischen Gutachtens 

und hernach einen Neuentscheid über die gesetzlichen Ansprüche ver-

langt. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer zusammenfassend 

vor, dass die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. univ. M._____ ohne 

jede plausible und nachvollziehbare Begründung von zwei fachärztlichen 

Meinungen abweiche. Aufgrund des Vorzustandes und der Begleitverlet-

zungen gebe es keinen Zweifel an der Unfallkausalität, wozu auch die rich-

tungsgebende Verschlimmerung eines Vorzustandes zu zählen sei. 

16. In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. September 2021 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen und 

der Einspracheentscheid vom 30. Juni 2021 sei zu bestätigen. Zur Begrün-

dung hielt die Beschwerdegegnerin zusammenfassend fest, dass der Un-

fall vom 22. Dezember 2019 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur zu 

einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustan-

des am rechten Knie geführt habe und der Status quo sine spätestens 

nach zwei Wochen erreicht gewesen sei. Die Versicherungsleistungen 

seien somit zu Recht per 8. März 2020 eingestellt worden.

17. Mit Schreiben vom 20. September 2021 verzichtete der Beschwerdeführer 

auf die Einreichung einer Replik.

- 6 -

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 30. Juni 2021 sowie die übrigen Akten wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 30. Juni 2021. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen ei-

nen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Be-

schwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben wer-

den, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeer-

hebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton 

Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit er-

gibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formel-

ler und materieller Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist 

der Beschwerdeführer davon überdies berührt und er weist ein schutzwür-

diges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (vgl. Art. 59 

ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (vgl. Art. 60 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG und Art. 61 lit. b 

ATSG) ist somit einzutreten. 

2.1. Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, die Beschwer-

degegnerin habe den Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. die Begrün-

dungspflicht verletzt, namentlich sei der Einspracheentscheid mit zusam-

mengewürfelten Textbausteinen begründet worden, ohne dass auf die 

Einsprache eingegangen worden sei. 

- 7 -

2.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verlangt, 

dass die Behörde die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich 

hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Ver-

pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht 

erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein-

andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Viel-

mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betrof-

fene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und 

ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. 

In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (vgl. BGE 143 III 65 E.5.2, 141 III 28 E.3.2.4, 138 IV 81 

E.2.2, 136 I 229 E.5.2, 134 I 83 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 

2C_336/2022 vom 29. November 2022 E.4.1, 2C_942/2021 vom 2. März 

2022 E.4.1). 

2.3. Die Beschwerdegegnerin hat die dargelegten Grundsätze eingehalten. Sie 

legte im angefochtenen Einspracheentscheid dar, weshalb sie die 

kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. univ. M._____ als beweiskräftig 

ansieht bzw. für sie kein Anlass besteht, diese Beurteilung in Frage zu 

stellen. Dabei erfolgte eine umfassende Darstellung der medizinischen Ak-

tenlage und Würdigung derselben inkl. der Zusatzbeurteilung des Kreisa-

rztes Dr. med. univ. M._____ vom 21./23. April 2021, welche nach Eingang 

der Einsprache des Beschwerdeführers eingeholt wurde (vgl. beschwer-

deführerische Akten [Bf-act.] 2 S. 6 ff.). Insbesondere setzte sich die Be-

schwerdegegnerin auch mit dem beschwerdeführerischen Einwand, wo-

nach eine unfallbedingte Zerrung der Seitenbänder am rechten Knie vor-

liege, auseinander und erläuterte, weshalb sich dieser Einwand ihrer An-

- 8 -

sicht nach als unbegründet erweist (vgl. Bf-act. 2 S. 11). Die Überlegun-

gen, von denen sich die Beschwerdegegnerin leiten liess, können daher 

im Kern nachvollzogen werden. Da ihre Motive mit genügender Klarheit 

aus dem Einspracheentscheid vom 30. Juni 2021 hervorgehen, war der 

Beschwerdeführer denn auch in der Lage, diesen sachgerecht anzufech-

ten. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. der Be-

gründungspflicht liegt somit nicht vor. 

3. In materieller Hinsicht ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf ge-

setzliche Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) aufgrund von Kniebe-

schwerden rechts nach einem Unfallereignis vom 22. Dezember 2019 

(Sturz beim Snowboarden) über den 8. März 2020 hinaus umstritten. 

4.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen 

Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Ver-

sicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs-

krankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten 

Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen 

(Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder 

teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 

UVG Anspruch auf ein Taggeld. 

4.2.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers gemäss UVG 

setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetre-

tenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, Integrität-

seinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusam-

menhang besteht (vgl. BGE 147 V 161 E.3.1, 129 V 177 E.3; HÜRZELER/ 

USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische Unfallversicherungs-

recht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bun-

desgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/L._____/Genf 

2012, Art. 6, S. 53 ff.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam-

- 9 -

menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre-

tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. 

nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (vgl. statt vieler: 

BGE 147 V 161 E.3.2). Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be-

jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

das Unfallereignis die alleinige oder unmittelbare Ursache der gesundheit-

lichen Störungen und Beschwerden ist; vielmehr genügt es, dass das Un-

fallereignis eine Teilursache des Gesundheitsschadens ist (vgl. HÜRZELER/        

USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER, Kommen-

tar zum UVG, Bern 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass der Unfall nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 

Störung entfiele (vgl. BGE 147 V 161 E.3.2, 129 V 177 E.3.1). 

4.2.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden Per-

son nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher be-

steht, den Beweisanforderungen nicht genügt (vgl. BGE 146 V 51 E.5.1, 

129 V 177 E.3.1; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, 

a.a.O., Art. 6 Rz. 53). Nicht tauglich für den Beweis des natürlichen Kau-

salzusammenhangs ist das Argument, die gesundheitlichen Beeinträchti-

gungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten und deshalb auf das Un-

fallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post hoc ergo propter 

hoc" ist unzulässig (vgl. BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteil des Bundesge-

richts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; HÜRZELER/USINGER-EGGER, 

a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53 Fn. 94).

4.2.3. Die Frage, ob ein bestimmter natürlicher Kausalzusammenhang adäquat 

ist, stellt eine Rechtsfrage dar. Bei organisch objektiv ausgewiesenen Un-

fallfolgen erfolgt eine einfache Adäquanzprüfung. Dabei spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kau-

- 10 -

salzusammenhang ergebenden Leistungspflicht des Unfallversicherers 

praktisch keine (selbständige) Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend 

mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 140 V 356 E.3.2; 138 V 248 

E.4; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 

62 f.). Daher erfolgt in solchen Fällen grundsätzlich keine Eingrenzung mit-

tels der Adäquanzformel (vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271).

4.3. Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifestiert bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der er-

forderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzte-

rer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht (vgl. 

BGE 147 V 161 E.3.3 mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 

Rz. 261). Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheits-

zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. BGE 147 V 161 

E.3.3 mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; NA-

BOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natür-

liche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeu-

tung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem 

im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls 

genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallver-

- 11 -

sicherer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 

E.2.2 mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 264). Mit dem 

Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für 

die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine 

vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt 

auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege-

leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die 

Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E.5.1, 8C_421/2018 vom 

28. August 2018 E.3.2, 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E.2.3.2). 

4.4. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozial-

versicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Versicherungsträger 

und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfü-

gende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache 

nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über-

zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, 

sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich-

keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, 

die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6). Der Untersuchungs-

grundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast be-

griffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder 

der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Be-

weismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mit-

hin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der 

- 12 -

Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er-

weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Be-

weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahr-

scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 144 

V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_722/2021 

vom 20. Januar 2022 E.4, 8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2).

4.5. Zur Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüchen 

sind die rechtsanwendenden Behörden auf verlässliche medizinische Ent-

scheidungsgrundlagen angewiesen. Das Gericht hat diese nach dem für 

den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweis-

würdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, 

d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Gericht alle Beweis-

mittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs-

sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere 

darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-

zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 

die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-

richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange um-

fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. zum Ganzen: BGE 

- 13 -

134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c; vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.1). 

4.6. Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten beweiskräf-

tig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und ge-

genwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Unter-

suchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Berichterstatter im-

stande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges 

Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_397/2019 vom 

6. August 2019 E.4.3 mit Hinweisen). Dabei geht es im Wesentlichen nur 
um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-

schen Sachverhalts, mithin rückt die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 8C_780/2016 vom 24. März 2017 

E.6.1, je mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten versicherungsin-

terner Ärztinnen und Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-

rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V 225 E.5.2, 

135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteil des Bundesgerichts 

8C_740/2020 vom 7. April 2021 E.2.2). In Bezug auf behandelnde Ärztin-

nen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, ist zu beachten, dass sie in einem 

auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sie sich 

zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfol-

gen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid 

über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen An-

forderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus diesen 

- 14 -

Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärztin-

nen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-

stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im 

Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben 

der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen. Diese 

Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht 

zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten 

Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind dar-

aufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und 

Ärzte wecken (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2, 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 

E.3.1.2, 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3, 8C_907/2009 vom 

12. Februar 2010 E.1.1).

5.1. Das Vorliegen eines vorgeschädigten rechten Knies wird vom Beschwer-

deführers selber dargetan und ein degenerativer Vorzustand wird von ihm 

nicht bestritten. 

5.2. Die Bagatellunfall-Meldung UVG an die Beschwerdegegnerin erfolgte am 

6. Februar 2020 (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1), mithin 

einen Tag nach Kenntnis des durch Dr. med. J._____ erhobenen MRI-

Befunds (vgl. Bg-act. 16). Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwer-

deführer am Unfalltag selber sofort gemerkt habe, dass irgendetwas im 

rechten Kniegelenk nicht mehr ganz stimme. Als er anschliessend einige 

Kilometer habe joggen wollen, habe er zudem ein Unsicherheitsgefühl 

posteromedial sowie Schmerzen bei Belastung verspürt (vgl. Bg-act. 2 S. 

1 und 5 S. 1). Gegenüber dem Hausarzt Dr. med. G._____ gab der Be-

schwerdeführer anlässlich der Erstbehandlung vom 31. Januar 2020 an, 

dass er nach dem Sturz Schmerzen gehabt habe. Diese seien aber noch 

erträglich gewesen und er habe weiterfahren können. Seither seien bei 

- 15 -

Bewegung und Rotation immer Schmerzen vorhanden, welche zuneh-

mend und auch im Alltag störend seien. Auch bei allen Sportarten (vor 

allem Skating und Schwingen) verspüre er Schmerzen (vgl. Bg-act. 46 S. 

2). Der objektive Befund des erstbehandelnden Arztes Dr. med. G._____ 

lautete dahingehend, dass die Kollateralbänder wie auch das vordere 

Kreuzband in Ordnung seien (vgl. Bg-act. 46 S. 2). Zudem wies Dr. med. 

G._____ im Arztzeugnis UVG vom 20. April 2020 darauf hin, dass der Sta-

tus nach medialer Teilmeniskektomie ca. 1999 den Heilungsverlauf un-

günstig beeinflussen könne (vgl. Bg-act. 17 S. 1). Zu den Kniebeschwer-

den und zur Kausalität zum Unfallereignis äusserte er sich nicht. Die am 

5. Februar 2020 durch Dr. med. J._____ erfolgte MRI-Untersuchung des 

rechten Knies ergab bei Status nach TME (Anmerkung des Gerichts: Teil-

meniskektomie) einen verkürzten Innenmeniskus mit aktuell Nachweis ei-

ner horizontalen, in die Unterfläche verlaufenden Rissbildung des Hinter-

horns und intrameniskalem Einriss der Pars intermedia sowie eine leichte 

Zerrung/Reizung des Seitenbandes mit periligamentärem Weichteilödem. 

Zudem beschrieb der besagte Radiologe deutliche Knorpelulzeratio-

nen/Einrisse femoralseits zentral im gewichttragenden Abschnitt leicht ge-

gen popliteal gerichtet (vgl. Bg-act. 16). Prof. Dr. med. K._____ stellte in 

seinem Sprechstundenbrief vom 6. März 2020 unter Bezugnahme auf das 

MRI vom 5. Februar 2020 einen Status nach Kniegelenksarthroskopie 

rechts im Jahr 1999 mit partieller medialer Meniskektomie fest (vgl. Bg-

act. 2 S. 1 f.). Ausserdem hielt er im Operationsbericht vom 13. März 2020 

unter dem Titel "Beurteilung" fest, Hauptbefund sei sicher die posterome-

diale Meniskusläsion bei Status nach vorbestehender arthroskopischer 

Teilresektion, bei der allerdings der Hinterhornbereich offenbar belassen 

worden sei. Spuren der ehemaligen Meniskusresektion zeigten sich auch 

im posteromedialen kondylären Bereich (vgl. Bg-act. 5 S. 2). Zur Kausalität 

zum Unfallereignis äusserten sich weder Dr. med. J._____ noch Prof. Dr. 

med. K._____. Letzterer äusserte sodann auf Anfrage des Beschwerde-

- 16 -

führers hin mit Bericht vom 2. Juli 2020 die Ansicht, dass das Unfallereig-

nis vom 22. Dezember 2019 als wahrscheinliche Ursache für die Menis-

kusläsion anzusehen sei, da sowohl der zeitliche Zusammenhang als auch 

die klinischen und MRI-Befunde sich mit den Schilderungen des Be-

schwerdeführers zum Ereignis vom 22. Dezember 2019 deckten (vgl. Bg-

act. 35 S. 2). Dieser Einschätzung von Prof. Dr. med. K._____ kommt le-

diglich ein beschränkter Beweiswert zu aufgrund des Umstands, dass er 

den Beschwerdeführer am 6. März 2020 untersucht und am 12. März 2020 

eine Kniegelenksarthroskopie rechts sowie eine partielle mediale Menis-

kektomie durchgeführt hat (vgl. Bg-act. 2 und 5), wobei er – wie bereits 

dargelegt – als Hauptbefund sicher die posteromediale Meniskusläsion bei 

Status nach vorbestehender arthroskopischer Teilresektion anführte und 

zudem festhielt, dass bei der (Anmerkung des Gerichts: gemeint ist die 

vorerwähnte arthroskopische Teilresektion) allerdings der Hinterhornbe-

reich offenbar belassen worden sei und sich Spuren der ehemaligen Me-

niskusresektion auch im posteromedialen kondylären Bereich zeigten (vgl. 

Bg-act. 5 S. 2). In Bezug auf behandelnde (Fach-)Ärzte ist rechtspre-

chungsgemäss zu beachten, dass sie im Zweifelsfall dazu neigen, eher zu 

Gunsten ihrer Patienten auszusagen. Damit kommt eine direkte Leistungs-

zusprache einzig gestützt auf die Angaben des behandelnden Facharztes 

Prof. Dr. med. K._____ kaum in Frage (vgl. vorstehende Erwägung 4.6). 

Auch die Einschätzungen der Dres. med. G._____, J._____ und N._____ 

vermögen keine auch nur geringen Zweifel an den kreisärztlichen Beurtei-

lungen von Dr. med. univ. M._____ vom 11. Mai 2020 (vgl. Bg-act. 20), 

13./16. Oktober 2020 (vgl. Bg-act. 52) und 21./23. April 2021 (vgl. Bg-act. 

79) zu wecken. Im Rahmen der erstgenannten Beurteilung führte der be-

sagte Kreisarzt aus, dass der Unfall vom 22. Dezember 2019 (nur) mögli-

cherweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struktu-

rellen Läsionen geführt habe und der Schaden, der operiert worden sei, 

(nur) möglicherweise mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

- 17 -

zurückzuführen sei. Es sei eine Voroperation (Anmerkung des Gerichts: 

im Jahr 1999) erwähnt und es fänden sich keine Befunde einer wahr-

scheinlich unfallbedingten Läsion. Ein Ereignis vorausgesetzt, würden die 

Unfallfolgen nach einigen Tagen bis zwei Wochen im Beschwerdebild mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielen (vgl. Bg-act. 

20 S. 1). Sodann gelangte der Kreisarzt Dr. med. univ. M._____ im Rah-

men seiner Beurteilung vom 13./16. Oktober 2020 zum Ergebnis, dass die 

vorgefundenen und operierten Befunde nicht mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit Folge oder Teilfolge des geltend gemachten Ereignisses 

seien, sondern Folgen/Teilfolgen der im Jahr 1999 durchgeführten Teilme-

niskektomie. Zur Begründung wurde ausgeführt, im vorliegenden MRI (An-

merkung des Gerichts: gemeint ist dasjenige vom 5. Februar 2020 von Dr. 

med. J._____) fänden sich keine Hinweise für eine wahrscheinliche unfall-

bedingte Verletzung, sondern die typischen zu erwartenden Befunde nach 

Teilmeniskektomie im zeitlichen Verlauf von 20 Jahren in Form einer Ho-

rizontalläsion des Meniskus und von Knorpelulzerationen. Eine vom Ra-

diologen diagnostizierte Zerrung des Seitenbandes lasse sich bei Durch-

sicht der Bilder nicht nachvollziehen. Das Seitenband selbst weise keine 

Signalanhebung auf, es finde sich ein geringer Flüssigkeitssaum entlang 

des medialen Seitenbandes. Die Argumentation von Prof. Dr. med. 

K._____ im Auftrag des Rechtsvertreters, dass das beschwerdefreie Inter-

vall von 20 Jahren für eine Unfallkausalität der Befunde spreche, decke 

sich nicht mit der einschlägigen Fachliteratur. Es sei allgemein bekannt, 

dass es nach Teilmeniskektomie zu fortschreitenden degenerativen Ver-

änderungen komme, insbesondere nach Rissen. Zudem zeige sich auch 

eine typisch degenerative Knorpelulzeration. Entsprechend würden von 

Prof. Dr. med. K._____ im Operationsbericht in der Indikation und auch 

intraoperativ die Befunde korrekt festgehalten. Auf welcher Grundlage er 

nunmehr insbesondere auch in Anbetracht der ausgeübten Sportarten 

(Skaten und Schwingen) einen unfallkausalen Zusammenhang postuliere, 

- 18 -

lasse sich anhand der vorliegenden Dokumentationen und insbesondere 

auch der medizinischen Fachliteratur, in welcher Nachrisse nach Teilme-

niskektomie unbestritten seien, nicht nachvollziehen. Festzuhalten sei 

auch, dass die Angaben eines beschwerdefreien Intervalls von 20 Jahren 

nachweislich nicht korrekt seien. Im Jahr 2003 sei ein MRI des rechten 

Knies wegen Beschwerden nach einem ebenfalls nachträglich geltend ge-

machten Ausrutschen mit in Folge Sturz auf das rechte Knie angefertigt 

worden, welches folgenden Befund gezeigt habe: "Bestätigung einer aus-

geprägten Läsion des medialen Meniskus mit horizontaler bis schräger 

Ruptur zwischen Korpus und Hinterhorn, ohne Nachweis eines Fragmen-

tes. Keine anderweitig posttraumatische Veränderung, begleitender mäs-

sig ausgeprägter Gelenkerguss." Ausser der bereits damals bestehenden 

degenerativen Meniskusläsion hätten keine Befunde erhoben werden kön-

nen, insbesondere welche die Angaben des geltend gemachten Traumas 

bestätigen würden. Der Kapsel-Bandapparat habe sich ebenso wie die 

knöchernen Strukturen unauffällig ohne Signalanhebung dargestellt. Gel-

tend gemacht worden sei ein Ereignis vom 15. Dezember 2002, das MRI 

sei am 23. Januar 2003 durchgeführt worden, eine Konsultation sei am 

10. Februar 2003 in der P._____ Klinik erfolgt und die Unfallmeldung am 

11. Februar 2003, wobei in den vorhandenen Berichten jeweils andere Er-

eignisse als Ursache für die Beschwerden vermerkt seien. Der vorliegende 

Befund sei bereits seit 2003 dokumentiert. […] In vorliegendem Fall liege 

ein Zustand nach Teilmeniskektomie vor 20 Jahren vor und mit dem am 

5. Februar 2020 vorgenommenen Kernspintomogramm der Befund einer 

drittgradigen Degeneration: "Mukoid-degenerative Areale, welche sich als 

eine Kollektion von mukopolysaccharider chondraler Grundsubstanz in ge-

stresstem fibrokartilaginärem Meniskusgewebe ausdehnen, erreichen die 

Meniskusoberfläche." Die degenerativen Veränderungen des Meniskus 

könnten sich für den Betroffenen unbemerkt entwickeln und würden häufig 

als Nebenbefund in asymptomatischen Patienten gefunden. Englund et al. 

- 19 -

hätten aus einer Studie an 991 Probanden geschlossen, dass unabhängig 

von Beschwerden kernspintomographisch auffällige Befunde der Menis-

ken in Personen mittleren und höheren Alters häufig seien ("common 

among middle-age and elderly persons, irrespect of knee symptoms"). 

Weber kommentiere die Arbeit von Englund et al. folgendermassen: "In 

diesem Kontext ist die vorliegende Studie sehr interessant, denn sie de-

monstriert eindrucksvoll, dass [diese kernspintomographischen Befunde, 

Anm. des Unterz.] […] in der Mehrzahl asymptomatisch sind." Der bildmor-

phologisch in vorliegendem Fall sich typisch degenerativ bedingt darstel-

lende kernspintomographische Befund, der gemäss Literatur häufig bis "in 

der Mehrzahl" keine Beschwerden auslöse, habe somit überwiegend 

wahrscheinlich schon vor dem angeschuldigten Ereignis bestanden. In 

diesem Sinne beschrieben Rupp et al. eine Degeneration als Ursache ei-

nes Meniskusschadens als die Regel, die Verletzung sei die Ausnahme. 

Das vorliegende Ereignis möge vielleicht eine vorübergehende Beschwer-

deauslösung verursacht haben, nicht jedoch die im MRI vorgefundene 

strukturelle Läsion. Zudem sei es dem Beschwerdeführer gemäss vorlie-

gender Dokumentation auch möglich gewesen, noch Snowboard zu fah-

ren und weiterhin Sport zu betreiben. Die Argumentation von Prof. Dr. 

med. K._____ entspreche einer "post hoc, ergo propter hoc"-Argumenta-

tion. Ein geltend gemachtes Ereignis als Ursache für die vorliegenden Be-

funde sei problemlos, insbesondere in Anbetracht des zeitlichen Verlaufs 

und der ausgeübten Sportarten, wegzudenken (vgl. Bg-act. 52 S. 3 ff.). 

Ferner hielt der besagte Kreisarzt nach Eingang der Einsprache des Be-

schwerdeführers an seiner Beurteilung vom 13./16. Oktober 2020 fest, wo-

bei er in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise darlegte, dass seine Be-

urteilung den Befunden der Radiologen nicht widerspricht (vgl. ärztliche 

Beurteilung vom 21./23. April 2021, Bg-act. 79). Zudem wies er korrekter-

weise darauf hin, dass der Satz, wonach das Begleitödem mit Sicherheit 

als Unfallfolge zu werten sei, nicht vom radiologischen Facharzt Dr. med. 

- 20 -

N._____ stammt, sondern vom Beschwerdeführer, womit dieser Satz al-

lein seine juristische Wertung darstellt (vgl. Bg-act. 51 S. 2, 77 S. 3 f. und 

79 S. 1). Des Weiteren wurde der in der radiologischen Beurteilung vom 

5. Februar 2020 von Dr. med. J._____ beschriebene Befund einer Signa-

lanhebung und Auftreibung des Seitenbandes relativiert, indem dieser 

gleichzeitig feststellte, dass eine "leichte Zerrung/Reizung des Seitenban-

des" vorliege (vgl. Bg-act. 16). Denn eine Reizung ist nicht zwingend auf 

eine Zerrung zurückzuführen bzw. mit einer Zerrung gleichzusetzen (vgl. 

Bg-act. 79). In der Folge holte die Beschwerdegegnerin eine Zweitmei-

nung bei Dr. med. N._____, Röntgeninstitut O._____, ein (vgl. Bg-act. 50 

S. 2). Dieser konnte im Rahmen seiner konsiliarischen Beurteilung vom 

12. Oktober 2020 keinen Befund einer Zerrung des Seitenbandes feststel-

len, ebensowenig eine Signalanhebung des Seitenbandes im Sinne einer 

Zerrung und Auftreibung. Er führte aus, dass das Begleitödem entlang des 

medialen und lateralen Kollateralbandes im Rahmen des Ergusses zu er-

klären sei (vgl. Bg-act. 51 S. 2). Auch Dr. med. G._____ hielt am 31. Ja-

nuar 2020 bezüglich des objektiven klinischen Befundes fest, dass die Kol-

lateralbänder in Ordnung seien (vgl. Bg-act. 46 S. 2), und Prof. Dr. med. 

K._____ fand bei der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 6. März 

2020 eine einwandfreie kapsulo-ligamentäre Stabilität beidseits vor (vgl. 

Bg-act. 2 S. 2). Gemäss der oben erwähnten Zweitmeinung von Dr. med. 

N._____ stehe der ausgedehnte Gelenkerguss im Vordergrund, mögli-

cherweise bedingt durch die Knorpelschäden und die Läsion des Menis-

kusrests medial im Hinterhorn und Corpus. Das Begleitödem entlang dem 

medialen und lateralen Kollateralband sei ebenfalls im Rahmen des Er-

gusses zu erklären (vgl. Bg-act. 51 S. 2). Tatsächlich konnte der besagte 

Radiologe – wie bereits dargelegt – in befundlicher Hinsicht keine Zerrung 

des Seitenbandes feststellen. Auch wurde eine Signalanhebung des Sei-

tenbandes im Sinne einer Zerrung und Auftreibung nicht befundet, worauf 

der Kreisarzt Dr. med. univ. M._____ in seiner Beurteilung vom 21./23. 

- 21 -

April 2021 hinwies (vgl. Bg-act. 79 S. 2). Die fachärztlichen, radiologischen 

Beurteilungen der Dres. med. J._____ und N._____ stehen nicht im Wi-

derspruch zu denjenigen des Kreisarztes Dr. med. univ. M._____, welche 

für die streitigen Belange umfassend sind, die beklagten Beschwerden 

berücksichtigen und in Kenntnis der Vorakten (ärztliche Berichte, Bildge-

bung) ergingen. Sie sind in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge und in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtend und 

der Kreisarzt Dr. med. univ. M._____ begründet seine Schlussfolgerungen 

schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei. Seinen Schlussfolgerun-

gen stehen keine fachärztlichen Beurteilungen gegenüber, die auch nur 

geringe Zweifel daran zu wecken vermögen. Soweit der Beschwerdeführer 

vorbringt, dass der besagte Kreisarzt kein Radiologe sei und ihm damit die 

notwendige Fachlichkeit zur Beurteilung der medizinischen Aktenlage und 

Bildgebung abgehe, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Kreisärzte der Be-

schwerdegegnerin nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte 

im Bereich der Unfallmedizin sind und über besondere traumatologische 

Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, so dass ihren Aktenbeurteilungen 

durchaus besonderes Gewicht beigemessen werden kann, was unabhän-

gig von ihrem ursprünglich erworbenen Facharzttitel gilt (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_355/2022 vom 2. November 2022 E.7.2, 

8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E.3.2, 8C_480/2021 vom 6. Dezember 

2021 E.4.2.1, 8C_326/2021 vom 5. November 2021 E.3.2.1.2, 

8C_59/2020 vom 14. April 2020 E.5.2). Der Beschwerdeführer argumen-

tiert nach der rechtsprechungsgemäss unzulässigen Beweisregel "post 

hoc ergo propter hoc", wenn er mit Blick auf den Bericht von Prof. Dr. med. 

K._____ vom 2. Juli 2020 die Kniebeschwerden rechts als auf das Unfal-

lereignis vom 22. Dezember 2019 zurückgehend bezeichnet haben will, 

weil sie nach diesem aufgetreten sind (vgl. Bg-act. 35 S. 2 und Bf-act. 2 

S. 10; siehe auch vorstehende Erwägung 4.2.2). Da das besagte Unfaller-

eignis zu keiner strukturellen Läsion im Bereich des rechten Knies, son-

- 22 -

dern lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenera-

tiven Vorzustands geführt hat, fiel – wie die Beschwerdegegnerin rechts-

konform festgestellt hat – die (Teil-)Kausalität mit dem Eintritt des Status 

quo sine spätestens nach zwei Wochen weg. 

5.3. Zu verneinen ist somit auch eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

gestützt auf eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, was denn 

auch von Seiten des Beschwerdeführers nicht geltend gemacht wird (vgl. 

BGE 146 V 51 E.9.1 und E.9.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_347/2021 

vom 10. November 2021 E.2.3). 

5.4. Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt, so dass 

es keiner weiteren Abklärungen mehr bedarf, auch nicht der Einholung ei-

nes Gutachtens im Sinne des beschwerdeführerischen Eventualantrags.

6. Es ist somit rechtskonform, dass die Beschwerdegegnerin am 9. Februar 

2021 die Einstellung der Versicherungsleistungen betreffend die Kniebe-

schwerden rechts des Beschwerdeführers per 8. März 2020 verfügte und 

dies mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2021 bestätigte. Dieser Ein-

spracheentscheid ist damit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde vom 16. August 2021 führt. 

7. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen Versi-

cherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn 

dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die Sonderbestimmungen 

zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen keine generelle Kosten-

pflicht vor. Damit sind unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren 

über Leistungen in der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauf-

lage infolge – in casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen 

Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben. 

- 23 -

Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]