# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cc7fcdf-a89c-57c2-a8b4-0271c4f0a680
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-18
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 18.02.2022 OG.2021.00067 (OGZ.2023.123)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2021-00067_2022-02-18.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsidentin Dr. iur. Petra Hauser,
  Oberrichterin Monika Trümpi , Oberrichterin
  Brigitte Müller , Oberrichterin lic. iur.
  Marianne Dürst Benedetti , Oberrichter
  André Pichon  sowie Gerichtsschreiber
  lic. iur. Sebastian Micheroli.

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 18. Februar 2022 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2021.00067

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  B.______

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
  C.______

  
	
  Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
  beide
  vertreten durch lic. iur. Judith Berlinger,
  Rechtsanwältin, Vertreterin,

  Rämistrasse 29, 8001 Zürich 

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Aufsichtsbeschwerde
  gegen den Willensvollstrecker

  
	
   

  
	
  Rechtsbegehren des
  Berufungsklägers (gemäss Eingaben vom 16. August 2021, act. 18 resp.
  24, und vom 12. November 2021, act. 31, sinngemäss):

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Verfügung des
    Kantonsgerichtspräsidiums vom 15. Juli 2021 (ZG.2021.00329) vollumfänglich
    aufzuheben und es seien die Begehren der Gesuchsteller vollumfänglich
    abzuweisen.

    
	
    2.

    	
    Es seien sämtliche Kosten des
    Verfahrens vor Kantonsgericht sowie des Verfahrens vor Obergericht den
    Gesuchstellern aufzuerlegen und es sei dem Gesuchsgegner eine angemessene
    Parteientschädigung für beide Verfahren zuzusprechen.

    
	
    3.

    	
    Es sei eine mündliche
    (Vergleichs-)Verhandlung durchzuführen.

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  Anträge der Berufungsbeklagten
  (gemäss Eingabe vom 27. September 2021, act. 26, sinngemäss): 

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Berufung des
    Gesuchsgegners und Berufungsklägers vom 16. August 2021 vollumfänglich
    abzuweisen.

    
	
    2.

    	
    Es sei die Verfügung des
    Kantonsgerichts Glarus vom 15. Juli 2021 zu bestätigen.

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen inkl. MwSt. zulasten des Gesuchsgegners und
    Berufungsklägers.

    

  

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die am 14. Oktober
  2013 in [...] verstorbene D.______ (nachfolgend Erblasserin) setzte in ihrer
  letztwilligen Verfügung als Erben ihre Nichten B.______ und C.______ sowie
  den inzwischen verstorbenen Neffen E.______ (nachfolgend: Geschwister
  B.C.E.______) ein; zudem beauftragte die Erblasserin Rechtsanwalt A.______
  als Willensvollstrecker (vgl. act. 2/4).

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Eingabe vom 20.
  April 2021 erhoben B.______ und C.______ beim Kantonsgerichtspräsidenten
  Aufsichtsbeschwerde und verlangten darin insbesondere die Absetzung von
  Rechtsanwalt A.______ als Willensvollstrecker (vgl. act. 1).

   

  
	
  1.3 Der
  Kantonsgerichtspräsident setzte mit Verfügung vom 15. Juli 2021 den
  Willensvollstrecker ab (vgl. act. 15).

  
	
   

  
	
  1.4 Gegen diese Verfügung
  erhob Rechtsanwalt A. mit Eingabe vom 16. August 2021 beim Obergericht
  Berufung (act. 18 resp. act. 24).  

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  2.1 Die Verfügung des
  Kantonsgerichtspräsidenten vom 15. Juli 2021 (ZG.2021.00329) ist in analoger
  Anwendung der ZPO im summarischen Verfahren ergangen (vgl. act. 15 S. 4 Ziff.
  2). Entsprechend ist diese Verfügung analog nach Art. 308 ZPO mit Berufung
  anfechtbar. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Berufung wurde
  frist- und formgerecht erhoben (vgl. act. 17 i.V.m. act. 19). Der
  Berufungskläger leistete den verlangten Kostenvorschuss fristgemäss
  (vgl. act. 20 i.V.m. act. 22).

  
	
  Der für eine Berufung in einer
  vermögensrechtlichen Angelegenheit vorausgesetzte Streitwert von CHF 10'000.—
  ist vorliegend erreicht (vgl. Art. 308 Abs. 2 ZPO; vgl. dazu auch act.
  15 S. 17 f. Ziff. 10).

  
	
  Das Obergericht ist zuständig für
  die Behandlung der Berufung (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. c GOG, GS III A/2).

  
	
   

  
	
  2.3 

  
	
  2.3.1 Der Berufungskläger
  vertritt die Ansicht, dass nicht der Kantonsgerichtspräsident, sondern die
  KESB zuständig sei für Aufsichtsbeschwerden gegen die Mandatsführung eines
  Willensvollstreckers (vgl. act. 24 S. 2 f. und act. 31 S. 2).

  
	
   

  
	
  2.3.2 Der
  Kantonsgerichtspräsident bejaht in der angefochtenen Verfügung vom
  15. Juli 2021 seine Zuständigkeit zur Behandlung von
  Aufsichtsbeschwerden gegen einen Willensvollstrecker, dies in analoger
  Anwendung von Art. 7 Abs. 1 Bst. b EG ZPO (GS III C/1), was auch langjähriger
  kantonaler Praxis entspreche (vgl. act. 15 S. 4 Ziff. 2).

  
	
  Die Vorinstanz weist zu Recht
  darauf hin, dass die Zuständigkeit des Kantonsgerichtspräsidiums für die
  Behandlung von Aufsichtsbeschwerden gegen einen Willensvollstrecker einer
  langjährigen und gefestigten Praxis entspricht. So wurde im Zuge der 
  Revision  des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG, GS III A/2) unter Hinweis
  auf die bereits bestehende langjährige Praxis Art. 7 Abs. 1 EG ZPO (GS III
  C/1) mit Bst. h bezüglich der Aufsicht über die Willensvollstrecker und mit
  Bst. i betreffend Aufsicht über den Erbschaftsliquidator ergänzt (vgl.
  Memorial für die Landsgemeinde des Kantons Glarus 2021, 2. Teil, S. 47 und
  65). Diese Vorlage wurde unverändert an der Landsgemeinde vom 5. September
  2021 angenommen und wird voraussichtlich auf den 1. Juli 2022 in Kraft
  treten.  

  
	
   

  
	
  Die bisherige Praxis ist aufgrund
  der folgenden Überlegungen gerechtfertigt:

  
	
  Art. 7 EG ZPO (GS III C/1)
  regelt, für welche Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit das
  Kantonsgerichtspräsidium im summarischen Verfahren «insbesondere» zuständig
  ist. Es handelt sich somit nicht um eine abschliessende Aufzählung. 

  
	
  Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. b EG ZPO
  (GS III C/1) entscheidet das Kantonsgerichtspräsidium im summarischen
  Verfahren namentlich über die «Anordnung der amtlichen Liquidation einer
  Erbschaft (Art. 593 ff. ZGB)». Daneben werden dem Kantonsgerichtspräsidium in
  Art. 7 Abs. 1 EG ZPO (GS III C/1) weitere Zuständigkeiten für erbrechtliche
  Angelegenheiten, nämlich für die folgenden, zugewiesen: Entgegennahme von
  mündlichen letztwilligen Verfügungen (Art. 507 ZGB), Bestellung eines
  Vertreters für die Erbengemeinschaft (Art. 602 Abs. 3 ZGB), Verschiebung der Erbteilung und Sicherung der Ansprüche der Miterben gegenüber zahlungsunfähigen Erben (Art. 604 ZGB), Losbildung (Art. 611 ZGB) sowie der Entscheid über die Versteigerungs- oder Teilungsart vor Anhebung des Erbteilungsprozesses (Art. 612 f. ZGB).
  Es ist hervorzuheben, dass die Verweise auf die Artikel des Zivilgesetzbuches
  in den erwähnten Bestimmungen des EG ZPO (GS III C/1) enthalten sind.   

  
	
  Es kann somit bereits
  festgehalten werden, dass das kantonale Recht nicht alle erbrechtlichen
  Aufgaben der KESB zuweist. Art. 9a Abs. 4 EG ZGB (GS III B/1/1) stellt zwar
  eine Generalklausel dar, d.h. die KESB ist dann zuständig, wenn das kantonale
  Recht die in Frage stehende erbrechtliche Aufgabe nicht einer anderen Behörde
  zuweist. Vorliegend ergibt sich die Zuständigkeit des Kantonsgerichtspräsidiums
  jedoch – wie von der Vorinstanz richtig erkannt – bereits aus Art. 7 Abs. 1
  Bst. b EG ZPO (GS III C/1). Diese Spezialbestimmung geht der Generalklausel
  von Art. 9a Abs. 4 EG ZGB (GS III B/1/1) vor. Entgegen der Vorinstanz liegt
  jedoch in Bezug auf die Zuständigkeit für die Aufsicht über die
  Willensvollstrecker keine zu füllende Gesetzeslücke vor. Vielmehr umfasst
  Art. 7 Abs. 1 Bst. b EG ZPO (GS III C/1) gemäss einer systematischen
  Gesetzesauslegung auch die Aufsicht über die Willensvollstrecker. Die
  Willensvollstrecker stehen nämlich nach Art. 518 Abs. 1 ZGB, soweit der
  Erblasser nichts anderes verfügt, in den Rechten und Pflichten des amtlichen
  Erbschaftsverwalters. Gemäss praktisch einhelliger Lehre und Praxis ist damit
  der Verweis auf den Erbschaftsliquidator gemäss Art. 595 ZGB gemeint. Daraus
  folgt, dass gemäss Art. 595 Abs. 3 ZGB nebst dem Erbschaftsliquidator auch
  der Willensvollstrecker einer Behördenaufsicht unterworfen ist und ein
  entsprechendes Beschwerderecht der Erben besteht, wie bereits die Vorinstanz
  zutreffend festgehalten hat (vgl. act. 12 S. 2 f. Ziff. 2
  m.H.; vgl. z.B. auch Urteil BGer 5A_672/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.1;  Karrer/Vogt/Leu,
  in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, Rz. 1 und 97 zu Art. 518; Rz.
  61 zu Art. 554; Rz. 20 zu Art. 595). 

  
	
   

  
	
  Art. 595 Abs. 1 und 3 ZGB haben
  den folgenden Wortlaut:

  
	
  «1 Die amtliche Liquidation wird von der
  zuständigen Behörde oder in deren Auftrag von einem oder mehreren
  Erbschaftsverwaltern durchgeführt.

  
	
  2 (…).

  
	
  3 Der Erbschaftsverwalter steht unter der Aufsicht der
  Behörde, und die Erben sind befugt, bei dieser gegen die von ihm
  beabsichtigten oder getroffenen Massregeln Beschwerde zu erheben.»

  
	
   

  
	
  Aus dem Wortlaut von Art. 595
  Abs. 1 und 3 ZGB kann gefolgert werden, dass die gleiche Behörde für die
  Beauftragung und Aufsicht des mit der amtlichen Liquidation beauftragten
  Erbschaftsverwalters zuständig ist, sofern das kantonale Recht nicht
  ausdrücklich eine davon abweichende Regelung trifft (vgl. Art. 54 SchlT
  ZGB;   Karrer/Vogt/Leu, a.a.O.,
  Rz. 32 zu Art. 595). 

  
	
  Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. b EG ZPO
  (GS III C/1) entscheidet das Kantonsgerichtspräsidium im summarischen
  Verfahren über die «Anordnung der amtlichen Liquidation einer Erbschaft (Art.
  593 ff. ZGB)». Der Gesetzeswortlaut verweist dabei explizit auf die Art. 593
  ff. ZGB, womit der Gesetzgeber zum Ausdruck bringt, dass auch die Aufsicht
  (Art. 595 Abs. 3 ZGB) in die Zuständigkeit des Kantonsgerichtspräsidiums
  fällt. Aufgrund der Verweisung von Art. 518 Abs. 3 ZGB auf Art. 595 Abs. 3
  ZGB ist letztere Bestimmung – wie bereits erwähnt – auch die rechtliche
  Grundlage für die Aufsicht über die Willensvollstrecker. Diese ist somit von
  der Kompetenzzuweisung in Art. 7 Abs. 1 Bst. b EG ZPO (GS III C/1) ebenfalls
  erfasst. Diese Spezialregelung geht folglich der allgemeinen
  Kompetenzzuweisung an die KESB in Art. 9a Abs. 4 EG ZGB (GS III B/1/1) vor. 

  
	
   

  
	
  Auch aus Art. 108 Abs. 2 EG ZGB
  (GS III B/1/1) lässt sich die Zuständigkeit der KESB für die Aufsicht über
  die Willensvollstrecker nicht ableiten. Art. 108 Abs. 2 EG ZGB (GS III B/1/1)
  hält fest, dass die KESB auch in Fällen von Artikel 554 ZGB die
  Erbschaftsverwaltung anordnet, die in Artikel 555 ZGB vorgesehenen
  öffentlichen Aufforderungen erlässt und allfällige weitere Massregeln zur Sicherung
  des Erbganges trifft. In der Gesetzessystematik befindet sich diese
  Bestimmung im EG ZGB (GS III B/1/1) unter dem Titel «Sicherung des Erbganges
  (Art. 551 ff. ZGB)» und verweist damit auf den Abschnitt «Die
  Sicherungsmassregeln» von Art. 551–559 ZGB. Die Aufsicht über den
  Willensvollstrecker stellt keine Sicherungsmassregel dar und ist auch nicht
  in diesem Teil des ZGB geregelt, sondern ergibt sich aus Art. 595 Abs. 3 ZGB.
  Aus Art. 108 Abs. 2 EG ZGB (GS III B/1/1) kann daher weder gestützt auf eine wörtliche
  Auslegung noch aufgrund einer systematischen Auslegung die Zuständigkeit der
  KESB für die Aufsicht über die Willensvollstrecker abgeleitet werden. Eine
  solche kann auch nicht aus Art. 110 Abs. 2 EG ZGB (GS III B/1/1)
  abgeleitet werden. Gemäss dieser Bestimmung muss die KESB dem bestellten
  Willensvollstrecker darüber sofort Mitteilung machen und bei Annahme des
  Auftrages die im Gesetz vorgesehenen Verrichtungen und Befugnisse übertragen
  (vgl. Art. 517 und 518 ZGB). Diese Bestimmung äussert sich nicht zur
  Aufsicht. Im Einzelfall kann gerade einer funktionierenden Aufsicht dienen,
  wenn die Einsetzung und Aufsicht von unterschiedlichen Behörden vorgenommen
  wird. Bei der Einsetzung des Willensvollstreckers kommt hinzu, dass dieser
  vom Erblasser ernannt wird; der KESB kommt bei der Auswahl des
  Willensvollstreckers und der Übertragung der «Verrichtungen und Befugnisse»
  keinerlei Ermessen zu. 

  
	
   

  
	
  Bei dieser Sachlage ist daher
  folgerichtig, dass der Kantonsgerichtspräsident gestützt auf Art. 7 Abs. 1
  Bst. b EG ZPO (GS III C/1) der langjährigen Praxis entsprechend sich zur
  Behandlung der vorliegenden Aufsichtsbeschwerde für sachlich zuständig
  erklärt hat. 

  
	
   

  
	
  Die vom Berufungskläger
  geäusserten Bedenken, wonach sich ein zivilprozessuales Verfahren für ein
  Aufsichtsverfahren nicht eigne (vgl. act. 31 S. 2), sind unbegründet.
  Insbesondere gilt bei Anordnungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit der
  Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 255 Bst. b ZPO). 

  
	
   

  
	
  Im Rahmen der Geltung des
  uneingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes erfolgt die Sachverhaltsermittlung
  von Amtes wegen im öffentlichen Interesse, um möglichst ein mit den
  wirklichen Verhältnissen übereinstimmendes Urteil zu garantieren. Hingegen
  verpflichtet der einfache (oder soziale) Untersuchungsgrundsatz nicht zur eigentlichen
  Erforschung des Sachverhaltes, sondern dient in erster Linie dazu, eine
  unbeholfene oder die schwächere Partei zu unterstützen (vgl. Urteil BGer
  4A_229/2017 vom 7. Dezember 2017 E. 3.3.1 m.H.).

  
	
  Die Aufsichtsbehörde kann nicht
  nur auf Beschwerde eines materiell an der Erbschaft Beteiligten, sondern auch
  von Amtes wegen, sei es auf Anzeige durch einen unbeteiligten Dritten oder
  infolge sonstwie gemachter Wahrnehmungen, gegen den Willensvollstrecker
  einschreiten (vgl. BGE 90 II 376 E. 3). Grund dafür ist das allgemeine, über
  den konkreten Fall hinausgehende öffentliche Interesse daran, dass
  Willensvollstrecker ihre Aufgaben pflichtgemäss erfüllen. Entsprechend hat
  das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde so ausgestaltet zu sein, dass
  möglichst ein gestützt auf die wirklichen Verhältnisse erfolgender Entscheid
  garantiert ist. Folglich gilt bei Aufsichtsbeschwerden gegen
  Willensvollstrecker der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz.

  
	
   

  
	
  Für das vorliegende
  Berufungsverfahren bedeutet dies, dass Noven uneingeschränkt zu
  berücksichtigen sind (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1; Urteil BGer 5A_770/2018
  vom 6. März 2019 E. 3.2 m.H.).

  
	
   

  
	
  2.4. Der Berufungskläger
  macht ferner geltend, die Berufungsbeklagten seien nicht berechtig gewesen
  seien, eine Aufsichtsbeschwerde gegen ihn als Willensvollstrecker zu erheben
  (vgl. act. 24 S. 3 und act. 31 S. 2 f.).

  
	
  Ausserdem bemängelt er, dass der
  Rechtsnachfolger des verstorbenen Miterben E.______ † nicht ins
  (vorinstanzliche) Verfahren einbezogen worden sei (vgl. act. 24 S. 3 f. und
  act. 31 S. 2 f.).

  
	
  Auch diesen Einwendungen kann
  nicht gefolgt werden. Die Berufungsbeklagten waren als Erben gestützt auf
  Art. 518 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 595 Abs. 3 ZGB befugt, gegen den
  Berufungskläger als Willensvollstrecker beim Kantonsgerichtspräsidenten
  Aufsichtsbeschwerde zu erheben.

  
	
  Ein allfälliger Rechtsnachfolger
  von E.______ † war ins vorinstanzliche resp. vorliegende Verfahren nicht
  einzubeziehen (vgl. Urteil BGer 5A_986/2018 vom 7. Januar 2020 E.
  4.4.4).

  
	
   

  
	
  2.5 Da (auch) die
  (übrigen) Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung
  einzutreten (vgl. Art. 59 ZPO).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Mit Berufung kann
  geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe das Recht unrichtig angewendet
  und/oder den Sachverhalt nicht richtig festgestellt (vgl. Art. 310 ZPO). 

  
	
  Der Berufungskläger macht
  sinngemäss geltend, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht richtig
  festgestellt und/oder das Recht nicht richtig angewendet (siehe unten Ziff.
  4).

   

  
	
  3.2 Die Sache ist
  spruchreif. Hinzu kommt, dass die Berufungsbeklagten auf eine
  Vergleichsverhandlung verzichten wollten, da aus ihrer Sicht keine Lösung zu
  erwarten gewesen wäre (vgl. act. 34). 

  
	
  Es ist in der Folge ohne
  Durchführung einer Verhandlung aufgrund der Akten zu entscheiden (vgl. Art.
  316 Abs. 1 ZPO).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 

  
	
  4.1.1 Die Vorinstanz sieht
  es als erstellt an, dass der Berufungskläger seiner ihm als
  Willensvollstrecker obliegenden Pflicht, die erforderlichen Unterlagen für
  das Steuerinventar einzureichen (vgl. Art. 180 StG, GS VI C/1/1), nicht
  nachkam (vgl. act. 15 S. 7 ff. Ziff. 6.1). 

  
	
  Weiter habe der Berufungskläger
  pflichtwidrig gehandelt, indem er untätig geblieben sei, nachdem ihm am 18.
  September 2018 die provisorische Erbschaftssteuerrechnung in der Höhe von
  CHF 347'116.05 für alle Erben und Vermächtnisnehmer zugestellt worden
  sei. Der Berufungskläger habe weder Einsprache erhoben, noch habe er die
  Rechnung bezahlt. Auch auf die Zahlungserinnerung vom 6. März 2019 mit dem
  Hinweis, dass nach Ablauf der ordentlichen Zahlungsfrist Verzugszinsen von
  4.5 % anfallen würden, habe der Berufungskläger nicht reagiert. Die
  provisorisch veranlagte Erbschaftssteuer in der Höhe von CHF 347'116.05
  sei schliesslich am 6. Januar 2021 von den Gesuchstellerinnen bezahlt worden
  (vgl. act. 15 S. 7 ff. Ziff. 6.1). 

  
	
  Der Berufungskläger sei nicht
  sorgfältig und vorausschauend mit dem Nachlass umgegangen. Er habe durch
  Auszahlungen aus dem Nachlass an sich selber und die Erben
  Liquiditätsprobleme verursacht. Dabei sei schon der Betrag, den der
  Berufungskläger nach eigenen Angaben dem zwischenzeitlich verstorbenen Erben
  E.______ † als Vorschuss aus dem Nachlass ausbezahlt habe, höher gewesen als
  die provisorisch erhobene Erbschaftssteuer von CHF 347'116.05
  (vgl. act. 15 S. 9 Ziff. 6.1.3 und S. 11 f. Ziff. 6.2.2). 

  
	
  Zudem habe der Berufungskläger
  kein Nachlassinventar erstellt und damit eine allgemeine Pflicht des
  Willensvollstreckers verletzt (vgl. act. 15 S. 7 ff. Ziff. 6.1).

  
	
   

  
	
  4.1.2 Der Berufungskläger
  bringt vor, dass die Einreichung eines vollständigen Steuerinventars unmöglich
  gewesen sei, weil kein verwendbares Inventar des Treuhänders X.______ für den
  Nachlass G.______ † resp. des Erbschaftsamtes Luzern vorgelegen habe. Die
  Erblasserin und F.______ † seien Erbinnen von G.______ † gewesen. Treuhänder
  X.______ habe das Vermögen von F.______ † verwaltet und die Abwicklung der
  Teilung des Nachlasses von G.______ † zwischen F.______ † und der Erblasserin
  resp. deren Erben (Geschwister B.C.E.______) blockiert. Die Teilung des
  Nachlasses von G.______ † sei immer noch nicht abgeschlossen. Das
  Erbschaftsamt Luzern habe entschieden, dass der Nachlass von F.______ †, die
  am 16. Februar 2016 gestorben sei, an die Stadt und den Kanton Luzern falle,
  was zu einer «zivilrechtlichen Klageflut» der gesetzlichen Erben (Geschwister
  B.C.E.______) geführt habe. Die betreffende Streitigkeit sei 2019 beendet
  worden (vgl. act. 24 S. 4 f. und 13). 

  
	
  Nach einem einlässlichen Gespräch
  zwischen ihm (dem Berufungskläger) und dem Leiter der Abteilung
  Spezialsteuern, Y.______, habe die Steuerverwaltung des Kantons Glarus [nachfolgend
  Steuerverwaltung] im Jahr 2018 eine provisorische Veranlagung vorgenommen.
  Y.______ habe ausgeführt, dass es sich um ein übliches Vorgehen in
  vergleichbaren Fällen handle, zum Vorteil der Erben. Die Steuer sei nicht
  bezahlt worden, weil dies im Jahr 2018 zu einem «Liquidationsengpass» geführt
  hätte. Damals seien CHF 300'000.— zurückbehalten worden für die Kosten des
  Prozesses betreffend den Nachlass von F.______ †. Dann sei der Todesfall
  E.______ † hinzugekommen, wodurch das Nachlassvermögen blockiert worden sei.
  Nach seiner Erinnerung hätten die Erben von ihm nie die Bezahlung der
  Erbschaftssteuer verlangt. Jedenfalls sei diesbezüglich nichts dokumentiert.
  Über eine angebliche Bezahlung der Steuern durch die Berufungsbeklagten sei
  er nicht orientiert worden. Act. 3/7 [gemeint ist wohl act. 2/7] belege eine
  Zahlung nicht nachvollziehbar (vgl. act. 24 S. 5 f. und act. 31 S. 6).

  
	
  Das Hauptaktivum des Nachlasses
  der Erblasserin habe aus deren Erbanteil am Nachlass von G.______ † bestanden.
  Die Zahlungen an E.______ † hätten vorgenommen werden müssen, da anderenfalls
  Pfändungen wegen dessen Schulden erfolgt wären. Er (der Berufungskläger) habe
  ausschliesslich Akontozahlungen entsprechend seinen Aufwendungen bezogen. Das
  Vorgehen in Sachen F.______ † sei «prinzipiell erfolgreich» gewesen, hätten
  doch immerhin 15 % des Nachlasses beansprucht werden können. Die
  Steuerverwaltung habe keine Inkassobemühungen unternommen. Sein Vorgehen habe
  der damaligen Interessenlage der Berufungsbeklagten entsprochen (vgl. act. 24
  S. 6).

  
	
   

  
	
  4.1.3

  
	
  4.1.3.1 Im Recht liegt ein
  Schreiben der Steuerverwaltung vom 16. Oktober 2020 an B.______, in welchem
  der Ablauf des betreffenden Erbschaftssteuerverfahrens aufgezeigt wird (vgl.
  act. 3). Demnach ersuchte die Steuerverwaltung den Berufungskläger mit
  Schreiben vom 28. Oktober 2013, ihr innert 30 Tagen zwecks
  Inventaraufnahme Angaben und Belege zum Vermögen der Erblasserin zukommen zu
  lassen (vgl. act. 3/1). Nach den Angaben der Steuerverwaltung reichte der Berufungskläger
  jedenfalls bis am 16. Oktober 2020 solche Unterlagen nicht ein, obwohl er
  mehrmals daran erinnert wurde (vgl. act. 3 und act. 3/2 ff.). In der Folge
  nahm die Steuerverwaltung im Jahr 2018 eine provisorische
  Erbschaftssteuerveranlagung vor und stellte dem Berufungskläger mit
  Einschreiben vom 18. September 2018 die Steuerrechnung zu (vgl. act. 3
  und 3/7). Den Angaben der Steuerverwaltung ist zu entnehmen, dass der
  Berufungskläger für die Begleichung dieser Rechnung jedenfalls bis am 16.
  Oktober 2020 nicht besorgt war, obwohl er mit Schreiben vom 6. März 2019
  daran erinnert und dabei auch explizit auf  die Verzugszinspflicht
  hingewiesen wurde (vgl. act. 3 und act. 3/8). 

  
	
  Aufgrund der soeben dargelegten
  Aktenlage bestehen keine Zweifel daran, dass der Berufungskläger der
  Steuerverwaltung trotz erstmals im Oktober 2013 erfolgter und danach
  aufrechterhaltener Aufforderung keine Unterlagen für die Inventaraufnahme
  betreffend den Nachlass der Erblasserin einreichte. Ebenso steht fest, dass
  er sich seit September 2018 auch nicht um die Bezahlung der Erbschaftssteuer
  kümmerte. 

  
	
   

  
	
  4.1.3.2 Zudem reichten die
  Berufungsbeklagten ein an den Berufungskläger adressiertes, vom 2. Dezember
  2013 datiertes Schreiben von X.______ ein. Darin führt X.______ aus, dass er
  dem Berufungskläger beiliegend den Fragebogen 2012 für die Erbengemeinschaft
  G.______ † sende, woraus die steuerpflichtigen Einkommens- und
  Vermögensanteile der Erblasserin am unverteilten Nachlass per 31.12.2012
  ersichtlich seien. X.______ bat den Berufungskläger, diesen Fragebogen an die
  zuständigen Steuerbehörden des Kantons Glarus weiterzuleiten (vgl. act.
  38/2). 

  
	
  Mit diesem Schreiben ist
  dokumentiert, dass der Berufungskläger jedenfalls seit Ende 2013 über
  aussagekräftige Unterlagen betreffend den der Erblasserin zustehenden
  Erbanteil am Nachlass von G.______ † verfügte.

  
	
   

  
	
  4.1.4 Der Berufungskläger
  war als Willensvollstrecker gestützt auf Art. 180 StG (GS VI C/1/1)
  verpflichtet, die Unterlagen für die Inventaraufnahme betreffend den Nachlass
  der Erblasserin bei der Steuerverwaltung einzureichen. 

  
	
  Indem der Berufungskläger der
  Steuerverwaltung keine Unterlagen zum Vermögen der Erblasserin einreichte
  (siehe oben Ziff. 4.1.3), verletzte er die Mitwirkungspflicht nach Art. 180
  StG (GS VI C/1/1), wie schon die Vorinstanz korrekt feststellte
  (vgl. act. 15 S. 7 ff. Ziff. 6.1).

  
	
  Nach Art. 518 Abs. 2 ZGB gelten
  Willensvollstrecker insbesondere als beauftragt, die Erbschaft zu verwalten,
  wozu auch die mit steuerlichen Belangen verbundenen Aufgaben gehören (Karrer/Vogt/Leu, a.a.O., Rz. 33 ff. zu
  Art. 518).

  
	
  In analoger Anwendung von Art.
  398 Abs. 2 OR hat der Willensvollstrecker für die getreue und sorgfältige
  Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts einzustehen (vgl. BGE 144 III 217
  E. 5.2.2).

  
	
  Im Rahmen der Pflicht nach Art.
  518 Abs. 2 ZGB (i.V.m. Art. 398 Abs. 2 OR), die Erbschaft sorgfältig zu
  verwalten, war der Berufungskläger auch für die Abwicklung der provisorischen
  Erbschaftssteuer verantwortlich, dies zudem fristgerecht, um Verzugszinsen zu
  vermeiden. Hierfür hätte es der Berufungskläger vorweg aber nicht zu
  Liquiditätsproblemen kommen lassen dürfen. Diese ergaben sich vorliegend
  daraus, dass er hohe Auszahlungen aus dem Nachlass an die Erben, insbesondere
  an E.______ †, aber auch an sich selber tätigte (vgl. act. 15 S. 7 ff.
  Ziff. 6.1). Der Berufungskläger verhielt sich dadurch pflichtwidrig,
  indem er nicht für die termingerechte Bezahlung der Erbschaftssteuer aus dem
  Nachlass besorgt war, sodass Verzugszinsen zu laufen begannen.  

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Die Vorinstanz
  stellte fest, der Berufungskläger habe als Willensvollstrecker und
  Rechtsanwalt seine Rechenschaftspflicht sowie die Gleichbehandlungspflicht
  massiv verletzt: Der Berufungskläger habe nach eigenen Angaben zuerst sein
  Honorar gedeckt und dem Erben E.______ † CHF 543'337.03, den
  Berufungsbeklagten hingegen erst je CHF 141'837.03 aus dem Nachlass
  ausbezahlt, wobei er die Berufungsbeklagten nicht über die höheren
  Auszahlungen an den Erben E.______ † informiert habe. Der
  Berufungskläger sei immer noch der Auffassung, dass E.______ † seine
  Miterbinnen über die erhaltenen Vorschüsse hätte informieren müssen. Damit
  habe der Berufungskläger seine Pflicht, den Erben jährlich einen
  Rechenschaftsbericht vorzulegen, der über sämtliche Tätigkeiten des
  Willensvollstreckers samt bezogener Entschädigung und über den Stand des
  Nachlasses Aufschluss gibt, nicht erfüllt. Die einzige in den Akten liegende
  Zwischenabrechnung, die der Berufungskläger überhaupt erst erstellt habe,
  nachdem die Erben ihn mehrfach dazu aufgefordert hätten, erfülle die
  genannten Anforderungen an einen Rechenschaftsbericht bei Weitem nicht. Da
  sich diese Zwischenabrechnung von 2019 zurück bis auf 2013 beziehe, sei davon
  auszugehen, dass es sich dabei um die einzige vom Berufungskläger erstellte
  Zwischenabrechnung handle. Ob das vom Berufungskläger geltend gemachte
  Honorar von CHF 186'953.10 [das im Umfang von jedenfalls CHF 180'000.—
  bereits aus dem Nachlass bezogen wurde; siehe dazu act. 2/8 S. 4]
  gerechtfertigt sei, könne und müsse bei einer Aufsichtsbeschwerde nicht
  beurteilt werden (vgl. act. 15 S. 10 ff. Ziff. 6.2).

  
	
   

  
	
  4.2.2 Nach der Darstellung
  des Berufungsklägers in der Berufungsschrift liegt eine «Art
  Mikroerbengemeinschaft» vor. Er sei als Willensvollstrecker mit den Erben in
  stetigem Kontakt gestanden. Die Erben seien Geschwister und hätten sich
  regelmässig getroffen. Es hätten mehrfach ausgedehnte Besprechungen
  stattgefunden, insbesondere in Luzern. Man habe sich auch persönlich gut
  gekannt und habe dementsprechend kameradschaftlich miteinander verkehrt, also
  mündlich und telefonisch. Es seien alle relevanten Belange besprochen, alle
  gewünschten Dokumente, insbesondere Bankauszüge, abgegeben und Auskünfte
  erteilt worden. Die Erben seien direkt dokumentiert und informiert gewesen.
  Der Nachlass sei «völlig statisch und auch nicht komplex» gewesen. Das
  Vertrauensverhältnis zu ihm als Willensvollstrecker sei bestens gewesen,
  anderenfalls wäre er auch nicht mit einem Anwaltsmandat «von enormem
  Streitwert und fachlich höchsten Ansprüchen» betraut worden (vgl. act. 24 S.
  6 ff. und act. 31 S. 3 ff.). 

  
	
  Im Widerspruch dazu führt der
  Berufungskläger in der Replik vom 12. November 2021 aus, B.______ und
  E.______ † seien «stets auf unablässigem Konfrontations- und Kampfkurs»
  gewesen. E.______ † habe ihn einlässlich mit seinen Feststellungen und
  Erkenntnissen konfrontiert. Er (der Berufungskläger) sei vor allem in der
  Angelegenheit F.______ † auch von B.______ kritisiert worden, die eine
  zusätzliche Anwältin engagiert habe (vgl. act. 31 S. 9). 

  
	
  E.______ † habe sich in «argen
  Finanznöten» befunden, was den Berufungsbeklagten bekannt gewesen sei. Es sei
  «absolut plausibel», dass die Vorbezüge von E.______ † für die
  Schuldentilgung hätten verwendet werden müssen. Die Rückfrage beim
  Betreibungsamt habe klar ergeben, dass die Beteiligung von E.______ † am
  Nachlass der Erblasserin bekannt gewesen sei, eine Pfändung [seiner
  diesbezüglichen erbrechtlichen Ansprüche] aber unterblieben sei, weil
  E.______ † das Geld jeweils in bar beigebracht habe. Es sei somit vollkommen
  klar und evident gewesen, dass im Falle der Nichtgewährung von
  Akontozahlungen an E.______ † der Pfändungsbeschlag und –vollzug gedroht
  habe. Dergestalt wären alle Aktivitäten jeweils blockiert worden. Von
  irgendeiner Bevorzugung oder Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes
  könne keine Rede sein. Es sei ausschliesslich um die Vermeidung von
  Pfändungen gegangen. Einer Zustimmung der Miterben habe er nicht bedurft. Es
  habe sich um unvermeidliche Zahlungen gehandelt. Er (der Berufungskläger)
  vermöge nicht nachzuvollziehen, weshalb er E.______ † nicht hätte vertrauen
  sollen (vgl. act. 24 S. 8 ff. und act. 31 S. 3 und 7). 

  
	
  Die Honorarbezüge hätten sich
  ausschliesslich nach dem getätigten Aufwand gerichtet. Dabei habe er
  «unnötigen Formalismus» und damit «sinn- und nutzlose[n] Aufwand» vermieden,
  was ihm nun gerade angelastet werde (vgl. act. 24 S. 10 f.). 

  
	
   

  
	
  4.2.3 Aufgrund der eigenen
  Angaben des Berufungsklägers ist davon auszugehen, dass er E.______ † etwas
  über CHF 540'000.—, den Berufungsbeklagten hingegen je nur etwas über CHF
  140'000.—, also je etwa CHF 400'000.— weniger aus dem Nachlass ausbezahlte.
  Dabei erfolgten die letzten Auszahlungen an die Berufungsbeklagten von je CHF
  100'000.— am 22. Dezember 2015, wobei gleichentags CHF 60'000.— an
  E.______ † ausbezahlt wurden. Von Juli 2016 bis November 2019 erfolgten nach
  der Aufstellung des Berufungsklägers über 20 weitere Auszahlungen an E.______
  †, insgesamt im Umfang von über CHF 360'000.— (vgl. act. 2/8). Der
  Berufungskläger zahlte E.______ † die betreffenden Beträge nach eigenen
  Angaben in bar aus, mit Ausnahme der letzten Auszahlung in Höhe von CHF
  36'000.—, welche er direkt an das Betreibungsamt St. Gallen überwiesen
  habe. Er wisse nicht, wozu E.______ † die in bar bezogenen Summen benötigt
  habe (vgl. act. 2/8 und act. 24 S. 10).

  
	
  In einem Schreiben vom 29.
  November 2019 an die Berufungsbeklagten erwähnt der Berufungskläger, er habe
  von E.______ † von Anfang an verlangt, dass er (E.______ †) das
  Einverständnis der Berufungsbeklagten für Bezüge aus dem Nachlass einhole und
  sie darüber orientiere, womit er (E.______ †) klar einverstanden gewesen sei.
  Er (der Berufungskläger) sei davon ausgegangen, dass die Berufungsbeklagten
  von den Finanznöten von E.______ † gewusst hätten, habe nunmehr aber Anlass
  zur Annahme, dass dies eben gerade nicht der Fall gewesen sei. Er (der
  Berufungskläger) habe mit C.______ telefoniert und aus diesem Gespräch
  entnehmen können, dass sie keine Kenntnis von den erheblichen Bezügen von
  E.______ † aus dem Nachlass gehabt habe (vgl. act. 2/8). 

  
	
  In einem Schreiben vom 11. März
  2020 führt der Berufungskläger gegenüber den Geschwistern B.C.E.______ aus,
  er (der Berufungskläger) müsse einräumen, es sei ein Fehler gewesen, die
  Berufungsbeklagten nicht auf dem Laufenden zu halten über die aus dem
  Nachlass erfolgten Zahlungen an E.______ †, auch wenn er sich seines
  Erachtens berechtigterweise darauf verlassen habe, dass die
  Berufungsbeklagten von E.______ † darüber informiert würden. Zumindest
  B.______ habe auch über die Bankauszüge verfügt (vgl. act. 2/10 S. 1-3). 

  
	
  Schon mit E-Mail vom 12. Juni
  2014 wies B.______ den Berufungskläger darauf hin, dass ihr Bruder, E.______
  †, sie nicht vertrete; sie bat daher den Berufungskläger, sie betreffend
  Informationen und Entscheide direkt zu kontaktieren. Hierauf antwortete der
  Berufungskläger mit E-Mail vom 18. Juni 2014 (act. 2/11):
  «Selbstverständlich ist Ihr Bruder nicht Ihr Stellvertreter, und Sie können
  absolut sicher sein, dass ich dies beachte». Im Widerspruch zur eben
  zitierten Aussage schreibt der Berufungskläger in den folgenden Zeilen, er
  sei davon ausgegangen, dass die Berufungsbeklagten von ihrem Bruder über
  dessen finanziellen Probleme und die aus dem Nachlass an ihn entrichtete
  Auszahlung von CHF 100'000.— orientiert worden seien. 

  
	
  Damit aber ist erstellt, dass der
  Berufungskläger die Berufungsbeklagten effektiv nicht über die aus dem
  Nachlass an E.______ † getätigten Auszahlungen informierte, welche
  Auszahlungen zudem die an die Berufungsbeklagten ausgerichteten Zahlungen um
  mehrere hunderttausend Franken überstiegen. Insbesondere orientierte der
  Berufungskläger die Berufungsbeklagten auch nicht über die von Juli 2016 bis
  November 2019 erfolgten Barauszahlungen an E.______ † von insgesamt über
  CHF 360'000.—. 

  
	
  Die in den Akten liegende einzige
  Zwischenabrechnung, die der Berufungskläger überhaupt erst auf Verlangen der
  Berufungsbeklagten im November 2019 nach bis dahin immerhin bereits
  sechsjähriger Tätigkeit erstellte, benennt zurück bis ins Jahr 2013 einzig
  die jährliche Gesamtarbeitszeit in Minuten (2013: 4415; 2014: 1990 usw.),
  ohne jegliche Angaben zu den konkret getätigten Mühewaltungen (act. 2/8
  S. 3). Es grenzt diese Aufzeichnung in Anbetracht der von ihm bis dahin
  bezogenen Honorarsumme von CHF 180'000.— an Dreistigkeit (vgl. act. 2/8).

  
	
  In Anbetracht dieser
  Zwischenabrechnung sowie der Angaben des Berufungsklägers im Rahmen des
  Berufungsverfahrens (siehe oben Ziff. 4.2.2), ist davon auszugehen, dass er
  den Erben nicht jährlich (unaufgefordert) einen Rechenschaftsbericht
  vorlegte. 

  
	
   

  
	
  4.2.4 Wie bereits
  ausgeführt, hat der Willensvollstrecker die Erbschaft sorgfältig zu verwalten
  (siehe oben Ziff. 4.1.4). Der Willensvollstrecker handelt im gemeinsamen
  Interesse aller Erben, ist gegenüber den Erben zur Unparteilichkeit
  verpflichtet, hat alle Erben an allen Informationen teilhaben zu lassen und
  hat keinerlei Sonderinteressen einzelner Erben zu fördern (vgl. Urteil BGer
  5A_672/2013 vom 24. Februar 2014 E. 9.1 m.H.). 

  
	
  Der Berufungskläger hat
  offensichtlich Sonderinteressen von E.______ † gefördert, indem er ihm aus
  dem unverteilten Nachlass über CHF 540'000.—, den Berufungsbeklagten hingegen
  je nur gut CHF 140'000.— ausbezahlte (siehe oben Ziff. 4.2.3). 

  
	
  Entgegen der Ansicht des
  Berufungsklägers war diese Ungleichbehandlung nicht gerechtfertigt zur
  Vermeidung von Pfändungen, zumal die betreffenden Auszahlungen nach den
  eigenen Angaben des Berufungsklägers ganz überwiegend in bar erfolgten und er
  nicht wusste, wofür E.______ † das Geld verwendete (siehe oben Ziff. 4.2.3).
  Folglich hat der Berufungskläger die Pflicht zur Gleichbehandlung verletzt,
  wie schon die Vorinstanz richtigerweise feststellte (vgl. act. 15 S. 10 ff.
  Ziff. 6.2). 

  
	
  Zudem informierte der
  Berufungskläger die Berufungsbeklagten nicht über die erfolgten Auszahlungen
  aus dem Nachlass an E.______ †, welche die an sie ausgerichteten Zahlungen
  massiv überstiegen. Entgegen seiner Zusicherung im E-Mail vom 18. Juni 2014,
  die Berufungsbeklagten laufend zu informieren, orientierte er die
  Berufungsbeklagten dabei insbesondere nicht über die danach von Juli 2016 bis
  November 2019 erfolgten Barauszahlungen an E.______ † im Umfang von insgesamt
  über CHF 360'000.— (siehe oben Ziff. 4.2.3). 

  
	
  Damit hat der Berufungskläger die
  Pflicht verletzt, alle Erben an allen Informationen teilhaben zu lassen.
  Unerheblich ist dabei, ob B.______ Kenntnis von den Auszahlungen an E.______
  † erlangte, indem sie sich irgendwann selber die betreffenden Bankauszüge
  beschaffte (vgl. auch die Ausführungen der Vorinstanz, act. 15 S. 10 ff.
  Ziff. 6.2). 

  
	
  Aus der (analog anwendbaren)
  auftragsrechtlichen Abrechnungspflicht (Art. 400 Abs. 1 OR) folgt, dass der
  Willensvollstrecker für seine eigenen Bemühungen eine detaillierte Abrechnung
  zu erstellen hat, in welcher Vergütung, Spesen und Auslagen getrennt
  ausgewiesen sind (BGE 144 III 217 E. 5.2.2 m.H.). Bei einem länger dauernden
  Mandat ist der Willensvollstrecker zu einer periodischen, i.d.R. jährlichen
  Vorlage einer detaillierten Abrechnung über seine geleistete Arbeit und
  bezogene Entschädigung verpflichtet (Karrer/Vogt/Leu,
  a.a.O., Rz. 32 zu Art. 517). Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt
  (vgl. act. 15 S. 10 Ziff. 6.2.1), untersteht ein Rechtsanwalt zudem auch bei
  der Tätigkeit als Willensvollstecker anwaltlichen Berufspflichten.
  Entsprechend können die Erben auch gestützt auf Art. 12 Bst. i BGFA jederzeit
  eine detaillierte Rechnung verlangen und hat der als Willensvollstrecker
  tätige Rechtsanwalt dieser Aufforderung nachzukommen (vgl. Urteil BGer
  2C_1086/2016 vom 10. Mai 2017 E. 2.1, 4.1 und 4.3). 

  
	
  Die in den Akten liegende, vom
  Berufungskläger auf Verlangen der Berufungsbeklagten erstellte
  «Zwischenabrechnung» (vgl. act. 2/8) genügt den Anforderungen an eine
  detaillierte Rechnung offensichtlich nicht, kann doch daraus betreffend
  ausgeführte Tätigkeiten schlicht nichts entnommen werden (siehe oben Ziff.
  4.2.3). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz (vgl. act. 15 S. 10 ff.
  Ziff. 6.2) bleibt damit festzuhalten, dass der Berufungskläger
  pflichtwidrig nie inhaltlich zureichende Rechenschaftsberichte resp.
  Zwischenabrechnungen erstellte.

  
	
  Wie bereits die Vorinstanz
  ausführte, hat indes der Willensvollstrecker bei längerdauerndem Mandat den
  Erben unaufgefordert jährlich einen Rechenschaftsbericht vorzulegen (vgl.
  act. 15 S. 10 Ziff. 6.2.1 m.H.). Auch diese Pflicht verletzte der
  Berufungskläger (siehe oben Ziff. 4.2.3).

  
	
   

  
	
  Bereits diese bis dahin
  behandelten Versäumnisse und eklatanten Pflichtverletzungen genügen vollauf,
  um dem Berufungskläger im Sinne des angefochtenen Entscheids dessen Mandat
  als Willensvollstrecker per sofort zu entziehen (siehe dazu eingehend unten
  Ziff. 5). Gleichwohl wird im Folgenden noch auf weitere Unzulänglichkeiten in
  der bisherigen Mandatsführung des Berufungsklägers eingegangen.

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Die Vorinstanz
  erkannte weiter, dass der Berufungskläger sich auch dadurch pflichtwidrig
  verhalten habe, weil er wiederholt gegen die Wünsche der Erben gehandelt
  habe: Er habe entgegen dem Willen der Erben Vorkehrungen zum Verkauf von
  Liegenschaften getroffen, die sich im Nachlass befinden. Zudem habe er den Vollzug
  eines partiellen Teilungsvertrags zwischen den Berufungsbeklagten und dem
  Teilungsamt Luzern betreffend den Nachlass von G.______ †, dessen Erbin die
  Erblasserin war, vereitelt (vgl. act. 15 S. 12 ff. Ziff. 6.3).

  
	
   

  
	
  4.3.2 Der Berufungskläger
  macht geltend, ihm obliege als Willensvollstrecker die Vollstreckung der
  letztwilligen Verfügung der Erblasserin, wonach der Garten auf der Südseite
  der [...] nicht überbaut werden dürfe, ein Bauverbot im Grundbuch einzutragen
  sei und ein Verkauf nur an gebürtige Schweizer erfolgen dürfe. Es handle sich
  dabei um Bedingungen und Auflagen i.S.v. Art. 482 ZGB, die weder
  widerrechtlich noch unsittlich, sondern für den Willensvollstrecker und die
  Erben verbindlich seien. Die Erben würden einen Verkauf der betreffenden Liegenschaften
  wollen, nun aber plötzlich das Gegenteil behaupten, um die Bedingungen und
  Auflagen i.S.v. Art. 482 ZGB nicht einhalten zu müssen, wenn er als
  Willensvollstrecker abgesetzt wäre. Die Erben würden durch dieses Verhalten
  gegen Treu und Glauben verstossen. Sie hätten hinter seinem Rücken die
  Liegenschaften zum Verkauf ausgeschrieben. Ihm sei als Willensvollstrecker
  nichts anderes übrig geblieben, als zu intervenieren. Dabei habe er nicht
  beabsichtigt, die Liegenschaften selbstständig zu verkaufen, was er auch gar
  nicht hätte tun können. Es sei ihm primär darum gegangen, das grundbuchliche
  Überbauverbot zu stipulieren sowie einen zulässigen Käufer zu präsentieren,
  «entsprechend dem wirklichen Verkaufswillen der Erben» (vgl. act. 24 S. 11
  ff. und act. 31 S. 2 f. und 9 f.). 

  
	
   

  
	
  4.3.3 In den Akten liegt
  ein Einschreibebrief der Geschwister B.C.E.______ vom 16. Juni 2020 an
  den Berufungskläger (act. 2/12). Darin kritisieren die Geschwister, dass er
  das Wohnhaus und die Liegenschaften in [...] zum Verkauf ausgeschrieben habe,
  ohne sich mit ihnen vorgängig abzusprechen; zugleich forderten sie den
  Berufungskläger auf, den Verkauf sowie sein «eigenmächtiges Handeln
  unverzüglich zu stoppen». 

  
	
  Zuvor hatte der Berufungskläger
  in einem Schreiben vom 11. März 2020 an die Geschwister B.C.E.______
  ausgeführt, er habe sie in die Teilung einbeziehen wollen, was ein Fehler
  gewesen sei. Er benötige ihre Mitwirkung überhaupt nicht (vgl. act. 2/10 S.
  4).

  
	
  Vor diesem Hintergrund und unter
  Berücksichtigung der Ausführungen des Berufungsklägers im Berufungsverfahren
  (siehe oben Ziff. 4.3.2) ist davon auszugehen, dass er entgegen dem
  geäusserten Willen der Berufungsbeklagten Vorkehrungen zum Verkauf von
  Liegenschaften traf resp. aufrechterhielt.

  
	
   

  
	
  4.3.4 Der
  Willensvollstrecker ist verpflichtet, sich nach den Wünschen der Erben zu
  erkundigen und ihnen bei seinem Vorgehen mit Blick auf die Teilung
  grundsätzlich Rechnung zu tragen (BGE 115 II 323 E. 2b m.H.). 

  
	
  Wie bereits die Vorinstanz
  ausführte (vgl. act. 15 S. 13 Ziff. 6.3.1 m.H.), darf der Willensvollstrecker
  somit, im Rahmen der Ausführung der Erbteilung, Liegenschaften aus dem
  Nachlass nicht gegen den aktuellen geäusserten Willen der Erben verkaufen,
  auch wenn sie zuvor der Durchführung eines Freihandverkaufes zugestimmt haben.
  Davon geht nun auch der Berufungskläger aus (siehe oben Ziff. 4.3.2). 

  
	
  Bei dieser Ausganglage gibt es
  aber auch keinen Grund dafür, dass der Willensvollstrecker Vorkehrungen zum
  Verkauf von Erbschaftssachen trifft, wenn die Erben dies ablehnen. Vielmehr
  können die Erben ein berechtigtes Interesse daran haben, dass
  Erbschaftssachen ihnen zugewiesen werden, auch um sie nachher ohne Mitwirkung
  des Willensvollstreckers verkaufen zu können. Es geht dabei namentlich um die
  Vermeidung von zusätzlichen Kosten, die Beschleunigung der Erbteilung oder um
  Fälle, in denen die Verbindlichkeit von Auflagen und Bedingungen i.S.v. Art.
  482 ZGB strittig ist. Dabei schliesst die verlangte Zuweisung von
  Erbschaftssachen an einen Erben Massnahmen des Willensvollstreckers zur
  Vollstreckung des Willens der Erblasserin nicht aus. Vorliegend hätte der
  Berufungskläger allerdings im Hinblick auf eine allfällige Eintragung eines
  Bauverbots (siehe oben Ziff. 4.3.2) schon längstens tätig werden können, wenn
  er von der Verbindlichkeit der betreffenden Auflage resp. Bedingung ausging.

  
	
  Sogar wenn die Erben vorliegend
  beabsichtigen sollten, die betreffenden Liegenschaften zu verkaufen,
  verstossen sie nicht gegen Treu und Glauben, indem sie verlangen, dass die
  Liegenschaften im Rahmen der Erbteilung ihnen zugewiesen werden.  

  
	
  Aus alldem ergibt sich, dass der
  Berufungskläger pflichtwidrig vorging, indem er gegen den geäusserten Willen
  der Erben Vorkehrungen zum Verkauf von Liegenschaften traf resp.
  aufrechterhielt (vgl. auch die Ausführungen der Vorinstanz, act. 15 S.
  13 f. Ziff. 6.3.2). 

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Nach Einschätzung
  der Vorinstanz verletzte der Berufungskläger die Pflicht zur schnellen
  Abwicklung der Erbteilung: Der Berufungskläger sei ab Oktober 2013 seit bald
  acht Jahren als Willensvollstrecker tätig gewesen, ohne dass er bis anhin
  einen Teilungsvorschlag vorgelegt habe bzw. dass überhaupt nur schon absehbar
  wäre, wann dies geschehen würde. Es lägen keine Gründe vor, die eine
  derartige Verzögerung der Erbteilung rechtfertigen würden. Der
  Berufungskläger habe jedenfalls eines der Vermächtnisse pflichtwidrig nicht
  schon längstens ausgerichtet. Entgegen der Vorgabe, dass der
  Willensvollstecker die nicht benötigten Erbschaftssachen den Erben
  auszuhändigen habe, und entgegen dem Wunsch der Erben habe der Berufungskläger
  ihnen eine Münzsammlung aus dem Nachlass grundlos noch nicht herausgegeben.
  Allgemein werde eher der Anschein erweckt, als hätte der Berufungskläger eine
  langfristige Verwaltung des Nachlasses eingerichtet, was gerade nicht die
  Aufgabe des Willensvollstreckers sei (vgl. act. 15 S. 14 f. Ziff. 6.4).

  
	
   

  
	
  4.4.2 Der Berufungskläger
  führt aus, es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er irgendeine
  Verzögerung zu vertreten habe. Die Verfahrensdauer sei in erster Linie durch
  die Angelegenheiten betreffend die Nachlässe von G.______ † und F.______ †
  bedingt. Dies habe bis 2019 gedauert. Danach sei «das Ableben des Miterben
  mit Erbausschlagung und konkursamtlichem Beschlag der Erbschaft» erfolgt.
  Ausser Acht gelassen werde auch, dass bereits 2015 eine Liegenschaft verkauft
  worden sei unter Teilung des Erlöses. Ferner sei auch ein Bankdepot aufgelöst
  und die Teilung vollzogen worden. Das Vermächtnis habe nicht ausgerichtet
  werden können, da H.______ † wegen Demenz nicht handlungsfähig gewesen sei.
  Nachdem sich die Familie von H.______ † einer Verbeiständung widersetzt habe,
  sei das Ableben von H.______ † abgewartet worden. Schliesslich sei auch noch
  die unklare Rechtsnachfolge seit dem Ableben von E.______ † hinzugekommen.
  Ohne Mitwirkung und Zustimmung des dokumentarisch nachgewiesenen
  Rechtsnachfolgers von E.______ † könne nichts rechtsverbindlich erledigt
  werden. Er habe als Willensvollstrecker «ausserhalb justizmässiger Verfahren»
  keine Möglichkeit, sich Informationen und Dokumente hinsichtlich der
  Rechtsnachfolge zu beschaffen, wohingegen die Erben Bescheid wüssten. Die
  Erben hätten durch ihre «Boykottstrategie» entscheidend dazu beigetragen,
  dass die Angelegenheiten nicht bereinigt oder zumindest weitergeführt hätten
  werden können (vgl. act. 24 S. 4, 7 und 13 f.). 

  
	
   

  
	
  4.4.3 Nach den Angaben des
  Berufungsklägers ist die Teilung des Nachlasses von G.______ †, dessen Erben
  die Erblasserin und F.______ † waren, immer noch nicht abgeschlossen (siehe
  oben Ziff. 4.1.2).

  
	
  Dem in den Akten liegenden, an
  den Berufungskläger adressierten, vom 2. Dezember 2013 datierten
  Schreiben von X.______ ist zu entnehmen, dass X.______ dem Berufungskläger
  vorschlug, den Nachlass von G.______ † vollständig zwischen F.______ † und
  den Erben der Erblasserin (Geschwister B.C.E.______) aufzuteilen
  (vgl. act. 38/2).

  
	
  Betreffend Münzsammlung teilte
  der Berufungskläger den Geschwistern B.C.E.______ mit Schreiben vom 11. März
  2020 mit, dass der beigezogene Experte ihm gesagt habe, solche Sammlungen
  würden praktisch nie einen relevanten Wert erreichen. Eine Schätzung sei zu
  teuer. Die Münzsammlung werde am Schluss bei der Aufteilung einbezogen (vgl.
  act. 2/10 S. 3).

  
	
   

  
	
  4.4.4 Wie schon die
  Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (act. 15 S. 14 Ziff. 6.4.1 m.H.), ist
  der Willensvollstrecker verpflichtet, die Bezahlung der Schulden des
  Erblassers, die Erbteilung und die Ausrichtung von Vermächtnissen zügig und
  effizient auszuführen und währenddessen die nicht benötigten Erbschaftssachen
  den Erben auszuhändigen. 

  
	
  Es ist nicht nachvollziehbar,
  wieso der Berufungskläger die Teilung des Nachlasses der Erblasserin nicht
  schon vor dem Tod von F.______ † im Februar 2016 (siehe oben Ziff. 4.1.2)
  ausführte resp. ausführen konnte, zumal nachdem X.______ dem Berufungskläger
  mit Schreiben vom 2. Dezember 2013 vorgeschlagen hatte, den Nachlass von
  G.______ † vollständig zwischen F.______ † und den Erben der Erblasserin
  (Geschwister B.C.E.______) aufzuteilen (siehe oben Ziff. 4.4.3).

  
	
  Ob die Geschwister B.C.E.______
  Erben von F.______ † sind resp. waren, hat an sich nichts mit dem Nachlass
  der Erblasserin – resp. der Aufteilung des Nachlasses von G.______ † auf die
  Geschwister B.C.E.______ (als Erben der Erblasserin) einerseits und die
  Rechtsnachfolger von F.______ † andererseits – zu tun. Der betreffende
  Rechtsstreit, welcher nach den Angaben des Berufungsklägers im Jahr 2019
  endete (siehe oben Ziff. 4.4.2), rechtfertigte somit nicht, dass der
  Berufungskläger die Teilung des Nachlasses der Erblasserin nicht vorantrieb.
  Allerspätestens aber hätte der Berufungskläger sofort nach Beendigung des
  Rechtsstreits betreffend den Nachlass von F.______ † im Jahr 2019 (und vor
  dem Tod von E.______ † am 29. Juni 2020) die Teilung des Nachlasses der
  Erblasserin bewerkstelligen müssen. 

  
	
  Das Vorgehen des Berufungsklägers
  betreffend das Vermächtnis zugunsten von H.______ – Abwarten dessen Todes
  (siehe oben Ziff. 4.4.2), der schliesslich am 29. März 2020 eintrat (vgl.
  act. 14/6) – ist ebenfalls nicht vereinbar mit der Pflicht des
  Willensvollstreckers, seine Aufgaben zügig und effizient zu erfüllen. 

  
	
  Zudem hätte der Berufungskläger
  die Münzsammlung den Geschwistern B.C.E.______ auf ihren Wunsch hin
  aushändigen müssen, sobald feststand, dass sie von ihm zur Erfüllung seiner
  Aufgaben als Willensvollstrecker nicht benötigt werden. 

  
	
  Der Berufungskläger verletzte
  somit als Willensvollstecker seine Pflicht zu zügiger und effizienter
  Aufgabenerfüllung betreffend Ausführung der Erbteilung,
  Ausrichtung eines Vermächtnisses und Aushändigung einer von ihm nicht
  benötigten Erbschaftssache an die Erben, wie bereits die Vorinstanz
  feststellte (vgl. act. 15 S. 14 f. Ziff. 6.4).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Vorinstanz
  gelangte zum Schluss, dass der Berufungskläger mit dem Nachlass zu wenig
  sorgsam umgehe und seine Aufgaben als Willensvollstrecker verkenne. Damit sei
  die ordnungsgemässe Abwicklung der Erbteilung massiv gefährdet. Es könne
  aufgrund der Menge und der Schwere der Pflichtverletzungen des
  Berufungsklägers als Willensvollstrecker keine mildere und geeignetere
  Massnahme als die Absetzung getroffen werden (vgl. act. 15 S. 16 Ziff. 7.2). 

  
	
   

  
	
  5.2 Der Berufungskläger
  bestreitet, dass er mit dem Nachlass zu wenig sorgsam umgehe und seine
  Aufgaben als Willensvollstrecker verkenne. Seine Absetzung als
  Willensvollstrecker sei durch nichts gerechtfertigt, völlig
  unverhältnismässig und absolut ungerechtfertigt (vgl. act. 24 S. 14 f.). 

  
	
   

  
	
  5.3 Der Berufungskläger
  verletzte als Willensvollstrecker folgende Pflichten: Mitwirkungspflicht nach
  Art. 180 StG (GS VI C/1/1); Pflicht, die Erbschaft sorgfältig zu verwalten;
  Pflicht zur Gleichbehandlung der Erben; Pflicht, alle Erben an allen
  Informationen teilhaben zu lassen; Pflicht, auf Verlangen der Erben eine
  detaillierte Zwischenabrechnung zu erstellen; Plicht, den Erben bei
  längerdauerndem Mandat unaufgefordert jährlich einen Rechenschaftsbericht
  vorzulegen; Pflicht, sich nach den Wünschen
  der Erben zu erkundigen und ihnen bei seinem Vorgehen mit Blick auf die
  Teilung grundsätzlich Rechnung zu tragen; Pflicht zu zügiger und effizienter
  Aufgabenerfüllung betreffend die Ausführung der Erbteilung, die Ausrichtung
  eines Vermächtnisses und die Aushändigung einer von ihm nicht benötigten
  Erbschaftssache an die Erben (siehe oben Ziff. 4.1.4, 4.2.4, 4.3.4 und
  4.4.4). 

  
	
  Dabei ist der Berufungskläger mit
  dem Nachlass zu wenig sorgsam umgegangen. Namentlich zahlte er E.______ † aus
  dem Nachlass unbegründet, ohne die Berufungsgegnerinnen zu informieren und
  ihre Einwilligung einzuholen, etwa CHF 400'000.— mehr aus als jeweils
  ihnen (siehe oben Ziff. 4.2.4). Ausserdem bezahlte er die provisorische
  Erbschaftssteuerrechnung nicht, so dass Verzugszinsen zu laufen begann (siehe
  oben Ziff. 4.1.4). Überdies tätigte er Honorarbezüge von insgesamt CHF
  180'000.—, ohne darüber irgendwelche Rechenschaft abzulegen (siehe oben Ziff.
  4.2).

  
	
  Aus den Bestreitungen der
  vorliegenden Pflichtverletzungen (siehe oben Ziff. 4.1.2, 4.2.2, 4.3.2 und
  4.4.2) ist zu folgern, dass der Berufungskläger seine Aufgaben als
  Willensvollstrecker verkennt. 

  
	
   

  
	
  5.4 Die Aufsichtsbehörde
  kann einen Willensvollstrecker wegen Unf.igkeit oder grober
  Pflichtwidrigkeit von seinem Amt abberufen. Eine Amtsenthebung muss sich als
  notwendig und verhältnismässig erweisen zur Sicherung eines ordnungsmässigen
  Erbganges (vgl. Urteil BGer 5D_136/2015 vom 6. resp. 18. April 2016 E.
  5.3 m.H.; BGE 90 II 376 E. 3). 

  
	
  Der Berufungskläger hat durch
  sein pflichtwidriges Verhalten eine ordnungsgemässe Nachlassabwicklung in
  erheblichem Umfang vereitelt (siehe oben Ziff. 4.1.4, 4.2.4, 4.3.4 und
  4.4.4). Hinzu kommt die grosse Anzahl verschiedener begangener
  Pflichtverletzungen (siehe oben Ziff. 5.3). Es liegt daher grobe
  Pflichtwidrigkeit des Berufungsklägers vor. Folglich ist auch nicht davon
  auszugehen, dass der Berufungskläger den Nachlass doch noch ordnungsgemäss
  abwickeln würde, zumal er gerade bestreitet, sich pflichtwidrig verhalten zu
  haben, und er sich dadurch auch gänzlich uneinsichtig zeigt (siehe oben
  Ziff. 5.3). Der Berufungskläger ist den Berufungsbeklagten als
  Willensvollstrecker nicht mehr zumutbar.  

  
	
  Entsprechend den Ausführungen der
  Vorinstanz ist daher eine Amtsenthebung notwendig und verhältnismässig zur
  Sicherung eines ordnungsmässigen Erbganges (vgl. act. 15 S. 15 f. Ziff. 7). 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Vor dem Hintergrund, dass der
  Berufungskläger als Willensvollstrecker abzusetzen ist (siehe oben Ziff.
  5.4), ist kein sachlicher Grund ersichtlich für eine Aufhebung  der übrigen
  vorinstanzlichen Anordnungen (Dispositiv-Ziff. 2-8). Auch der Berufungskläger
  macht denn hierzu keine (substanziierten) Ausführungen resp. insoweit weder unrichtige
  Rechtsanwendung noch unrichtige Sachverhaltsfeststellung geltend (vgl. act.
  24 S. 15).

  
	
  Folglich ist die Berufung
  vollständig abzuweisen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Beim vorliegenden Ausgang des
  Verfahrens sind die Prozesskosten dem Berufungskläger aufzuerlegen (vgl. Art.
  106 Abs. 1 ZPO). Prozesskosten sind die Gerichtskosten und die
  Parteientschädigung (vgl. Art. 95 Abs. 1 ZPO).

  
	
  Der Streitwert übersteigt CHF
  30'000.—.

  
	
  Die Gerichtskosten für das
  Berufungsverfahren sind auf CHF 2'500.— festzusetzen (vgl. Art. 3 der Zivil-
  und Strafprozesskostenverordnung, GS III A/5) und mit dem geleisteten
  Vorschuss zu verrechnen (vgl. Art. 111 Abs. 1 ZPO).

  
	
  Der Berufungskläger hat den
  Berufungsbeklagten eine angemessene Entschädigung für die Kosten der
  berufsmässigen Vertretung zu leisten (vgl. Art. 95 Abs. 3 Bst. b ZPO). 

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Unter der Marginalie
  «Meldepflicht» sieht Art. 15 Abs. 1 BGFA vor, dass die kantonalen
  Gerichtsbehörden Vorfälle, welche die Berufsregeln verletzen könnten,
  unverzüglich der Aufsichtsbehörde über die Anwältinnen und Anwälte melden. 

  
	
  Ausgangsgemäss stellt sich die
  Frage, ob der Berufungskläger bei der Ausübung seines
  Willensvollstreckermandates auch gegen anwaltliche Berufsregeln verstossen
  hat, weshalb eine Mitteilung an die Anwaltskommission als die kantonale
  Aufsichtsbehörde (vgl. Art. 7 Abs. 1 Anwaltsgesetz des Kantons Glarus, GS III
  I/1) als angezeigt erscheint.

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Berufung wird vollständig abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'500.—.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Gerichtskosten werden dem Berufungskläger auferlegt
    und vom geleisteten Kostenvorschuss bezogen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Der Berufungskläger wird verpflichtet, den
    Berufungsbeklagten eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 2'500.—
    (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]