# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5e9af37-1190-5923-8150-45e377faaa4d
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht Beschwerdekammer 14.02.2025 BEK 2024 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_004_BEK-2024-79_2025-02-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Urteil vom 14. Februar 2025
BEK 2024 79

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Stefan Weber,
Kantonsrichterinnen Annelies Inglin und Viviane Liebherr,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen Staatsanwaltschaft, 4. Abteilung, Postfach 128, 8832 Wollerau,
Anklagebehörde und Berufungsführerin,
vertreten durch Staatsanwalt A.________,

gegen

B.________,
Beschuldigter und Berufungsgegner,

betreffend Nichtingangsetzen der Parkuhr
(Berufung gegen das Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Einsiedeln 
vom 15. März 2024, SEO 2024 1);-

hat die Beschwerdekammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Die Staatsanwaltschaft sprach den Beschuldigten mit Strafbefehl vom 
19. September 2023 (Vi-act. A 2) gestützt auf folgenden Vorhalt schuldig:

des Nichtingangsetzens der Parkuhr
im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 48 Abs. 1 
SSV und Art. 48b Abs. 1 SSV,

begangen am 03.02.2023, 14:38 Uhr, in Einsiedeln, Klosterplatz, mit dem 
Personenwagen ZG xx.

Nachdem die Ordnungsbusse nicht innert Frist bezahlt wurde, musste das 
ordentliche Verfahren eingeleitet werden.

Sie bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 40.00 bzw. Ersatzfreiheitsstrafe von 
einem (1) Tag. Ausserdem auferlegte sie ihm Verfahrenskosten von Fr. 300.00 
(Ziff. 3). Nachdem der Beschuldigte Einsprache erhoben hatte, überwies die 
Staatsanwaltschaft den Strafbefehl an das Gericht (Vi-act. A 1). Die Einzelrich-
terin am Bezirksgericht Einsiedeln sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 
15. März 2024 unter Kosten- und Umtriebsentschädigungsfolgen zulasten des 
Staates frei. Die Staatanwaltschaft erklärte die angemeldete Berufung rechtzei-
tig. Sie beantragt, in Aufhebung des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu seinen Lasten wegen Nichtin-
gangsetzens der Parkuhr im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 
SVG, Art. 48 Abs. 1 SSV und Art. 48b Abs. 1 SSV schuldig zu sprechen und mit 
Fr. 40.00 zu büssen. Mit Berufungsantwort verlangt der Beschuldigte, die Beru-
fung sei vollumfänglich abzuweisen (KG-act. 11).

2. Mit Busse wird bestraft, wer Verkehrsregeln dieses Gesetzes oder der 
Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt (Art. 90 Abs. 1 SVG). Mithin 
handelt es sich vorliegend um eine Übertretung, weshalb mit der Berufung nur 
geltend gemacht werden kann, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststel-
lung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechts-
verletzung; neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden 
(Art. 398 Abs. 4 StPO). Materielle und prozessuale Rechtsfragen bleiben mit 

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freier Kognition prüfbar (Zimmerlin, SK, 3. A. 2020, Art. 398 StPO N 23). Die 
gegen die vorinstanzliche Feststellung einer Verletzung des Anklageprinzips 
gerichtete Berufung ist mithin frei überprüfbar (vgl. EGV-SZ 2019 A. 5.5).

3. Die Staatsanwaltschaft geht gestützt auf Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO und 
auf einen einschlägigen Kommentar davon aus, dass die Erfüllung des Tatbe-
standes der Verletzung der Verkehrsregel durch Nichtingangsetzen der Parkuhr 
die Tathandlung gleichzeitig konkret umschreibe. Deshalb genüge es, neben 
dem „Obersatz“ den Tatzeitpunkt, den Tatort und den inkriminierten Personen-
wagen aufzuführen, sei doch der Obersatz eines Strafbefehls Teil des Anklage-
sachverhalts.

a) Nach Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO muss die Anklageschrift möglichst kurz, 
aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten, jedoch nicht 
nur mit der Beschreibung von Ort, Datum und Zeit, sondern auch in Art und 
Folgen der Tatausführung bezeichnen. Ausserdem verlangt Art. 325 Abs. 1 
StPO in zusätzlicher lit. g die Bezeichnung der nach Auffassung der Staatsan-
waltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzes-
bestimmungen. Das Gesetz schreibt für die Anklage nicht vor (vgl. auch Heim-
gartner/Niggli, BSK 3. A. 2023, Art. 325 StPO N 24), dass Gesetzesbestimmun-
gen den Obersatz und der konkrete Lebenssachverhalt den Untersatz der für 
das Urteil des Strafrichters erheblichen Prämissen bilden müssen. Insofern 
kann auch der „Obersatz“ Teile des Anklagesachverhalts enthalten. Diese ha-
ben wie die Angaben der Gesetzesbestimmungen eine Informationsfunktion; im 
Unterschied dazu haben sie aber auch eine Umschreibungsfunktion und bin-
dende Wirkung (Heimgartner/Niggli, ebd. N 40). Denn das Gericht ist an den in 
der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), 
nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 
Abs. 1 StPO). Allein der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl 
das Nichtingangsetzen der Parkuhr mit den Gesetzesbestimmungen im „Ober-
satz“ aufführte, verletzt das Anklageprinzip daher nicht.

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b) Die separate Beschreibung von Sachverhaltselementen kann entbehrlich 
sein, wenn sie sich zwangslos aus dem Straftatbestand ergeben (vgl. Josi, 
ZStrR 2009 S. 84), der sich mit der spezifischen Beschreibung eines konkreten 
Verhaltens deckt (Heimgartner/Niggli, ebd. N 26 und 31 m.H.). Angesichts des 
Umstands, dass der Beschuldigte im Besitze einer Parkkarte war, deckt der 
Straftatbestand die in tatsächlicher Hinsicht erforderlichen Elemente nach An-
sicht der Einzelrichterin nicht ab. Zudem hält sie die Bezeichnung des Ortes 
„Klosterplatz“ angesichts der lokalen Besonderheiten für zu wenig präzise, als 
dass sich aus der Anklage ergeben würde, dass der Beschuldigte sein Fahr-
zeug ZG xx auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt und dafür keine 
Gebühr bezahlt habe. Vorliegend ist daher zu prüfen, ob sich aus dem Obersatz 
„des Nichtingangsetzens der Parkuhr im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. 
Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 48 Abs. 1 SSV und Art. 48b Abs. 1 SSV“ zwangslos die 
fallspezifischen Tatumstände ergeben.  

aa) Der als Anklage überwiesene Strafbefehl wirft dem Beschuldigten nicht 
vor, dass er keine Gebühr für das im Anklagesachverhalt erwähnte Parkieren 
auf dem Klosterplatz in Einsiedeln entrichtete. Dass der Beschuldigte nach der 
Tat erkannte, worum es eigentlich ging, nämlich, dass er eine Parkuhr hätte in 
Gang setzen müssen, weil seine Parkkarte auf andere Kontrollschilder ausge-
stellt war (U-act. 2, U-act. 7 und U-act. 13 Beilage 1), ändert an der Lückenhaf-
tigkeit der Anklage nichts: Erstens geht aus den Gesetzesbestimmungen nicht 
hervor, dass das Nichtingangsetzen einer Parkuhr ungeachtet der auf ihr ver-
merkten Bestimmungen (vgl. Art. 48b Abs. 1 SSV) strafbar ist. Zweitens teilte 
der Beschuldigte mit, sich gegen die Auffassung, dass ein solcher Sachverhalt 
strafbar sei, mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr zu setzen, da er den Parkplatz 
bezahlt habe (U-act. 7). Zudem sagte er aus, „nicht einmal im Kopf“ gehabt zu 
haben, dass auf der Parkkarte Kennzeichen aufgeführt seien und nicht zu ver-
stehen, wieso er wie beim Lösen eines Parktickets das Auto nicht beliebig 
wechseln dürfe (U-act. 13 Rn 86ff.). Für ihn sei der Fall klar, weil er für die Park-
karte bezahlt habe (ebd. Rn 93). 

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bb) Unter diesen Umständen ist es fraglich, ob der Tatvorwurf des Nichtin-
gangsetzens der Parkuhr als konkrete Art der Tatausführung einschlägig ist. 
Jedenfalls hätte sich die Staatsanwaltschaft nicht mit dieser Tatbeschreibung 
begnügen dürfen, sondern hätte die konkrete Handlung in die Anklage aufneh-
men müssen, die dem Beschuldigten trotz des geltend gemachten Besitzes ei-
ner Parkkarte als Nichtbefolgen der das Parkieren betreffenden Signalen 
(Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 48 sowie 48b SSV) vorgeworfen wird. Denn der 
Straftatbestand könnte zwar durch das Nichtingangsetzen der Parkuhr erfüllt 
sein, was aber nicht bedeutet, dass er es unter allen Umständen (konkrete Si-
gnale, Zusatztafeln und Bestimmungen auf der Parkuhr) auch ist. Daher hätte 
die Anklage die zusätzlichen, sich nicht aus dem Nichtingangsetzen der Parkuhr 
zwangslos ergebenden Umstände, insbesondere die Bestimmungen über die 
Parkberechtigungen und -ordnung vor Ort, beschreiben müssen, aufgrund de-
rer der Beschuldigte sich trotz seines Parkkartenbesitzes strafbar gemacht ha-
ben soll.

cc) Nach dem Gesagten vermisst die Einzelrichterin im Sinne ihrer nicht be-
strittenen lokalen Differenzierungen hinsichtlich der Ortsbezeichnung „Kloster-
platz“ zutreffend präzisere Angaben, in welcher Parkzone das Fahrzeug des 
Beschuldigten geparkt wurde. Somit konnte der Beschuldigte dem vorliegenden 
als Anklage überwiesenen Strafbefehl nicht genau entnehmen, was ihm ange-
sichts des Umstandes, dass er eine Parkkarte besass, in seinem Fall vorgewor-
fen wird (oben lit. bb).

dd) Schliesslich lässt sich der Anklage zur Art der Tatausführung, bei welcher 
der Beschuldigte die Beschränkung der Parkkarte auf bestimmte Kennzeichen 
angeblich gar nicht bedacht habe, in subjektiver Hinsicht (vgl. Art. 100 Abs. 1 
SVG) nichts entnehmen. Der überwiesene Strafbefehl beschreibt keine fallspe-
zifischen äusseren Umstände, aus denen auf den subjektiven Tatbestand ge-
schlossen werden könnte (eingehend dazu BGer 6B_1235/2021 vom 23. Mai 
2022 E. 1).

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Aus diesen Gründen ging die Einzelrichterin im Ergebnis zu Recht davon aus, 
dass sie für einen Schuldspruch über den angeklagten Sachverhalt hinausge-
hen müsste, was jedoch das Anklageprinzip verletzen würde (etwa 
BGer 6B_1385/2023 vom 19. September 2024 E. 1.1.1 m.H.).

5. Die Staatsanwaltschaft ist schliesslich der Auffassung, dass die Einzel-
richterin verpflichtet gewesen wäre, die Anklage in Anwendung von Art. 329 
Abs. 2 StPO zur Ergänzung oder Berichtigung zurückzuweisen. Dies war der 
Einzelrichterin indes nach durchgeführter Hauptverhandlung nicht mehr mög-
lich und dazu könnte ihr der Fall im Verfahren einer kleinen Berufung (Art. 398 
Abs. 4 StPO) auch nicht mehr zurückgewiesen werden (BEK 2022 82 vom 
2. Februar 2023 E. 4). Es bleibt darauf hinzuweisen: Der Inhalt des Strafbefehls 
gemäss Art. 353 Abs. 1 StPO wird durch die Doppelfunktion eines Strafbefehls 
als allfälliger Anklageersatz im Falle einer Einsprache (Art. 356 Abs. 1 Satz 2 
StPO) und als rechtskräftiges Urteil beim Verzicht auf eine Einsprache (Art. 354 
Abs. 3 StPO) bzw. beim Rückzug derselben bestimmt. Nach Art. 353 Abs. 1 
lit. c StPO enthält der Strafbefehl zum einen den Sachverhalt, welcher der be-
schuldigten Person zur Last gelegt wird. Die Sachverhaltsumschreibung muss 
den bereits dargelegten (oben lit. a) Anforderungen an eine Anklage genügen. 
Auch bei einfach gelagerten Übertretungsstraftatbeständen muss aus dem 
Strafbefehl ersichtlich sein, welcher konkrete Lebenssachverhalt zur Verurtei-
lung führte bzw. (im Fall der Einsprache) zur Anklage gebracht wird. Daran än-
dert der Würdigungsvorbehalt (Art. 344 StPO) nichts, da sich dieser nur auf eine 
von der Anklage abweichende rechtliche Beurteilung bezieht und eine nicht ord-
nungsgemäss erstellte Anklage nicht zu ersetzen oder zu ergänzen vermag. 
Eine möglichst genaue und umfassende Umschreibung des massgebenden 
Sachverhalts ist im Strafbefehl zum anderen aber auch wegen des Verbots der 
doppelten Strafverfolgung ("ne bis in idem", Art. 11 StPO) erforderlich (zum 
Ganzen BEK 2017 56 und 59 vom 16. November 2017 E. 1 m.H. u.a. auf 
BGE 140 IV 188 E. 1.4 f. m.H.; vgl. auch EGV-SZ 2019 A 5.4).

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6. Aus diesen Gründen ist die Berufung unter Kostenfolgen zulasten des 
Staates abzuweisen (Art. 428 Abs. 1 bzw. 423 StPO). Entschädigungsan-
sprüche (Art. 429 StPO) stellt der Beschuldigte wie erstinstanzlich nicht und 
sind auch keine ersichtlich;-

erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2’000.00 gehen zulasten 
des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an die Staatsanwaltschaft (je 1/R an die 4. Abteilung und 
Amtsleitung/zentraler Dienst), den Beschuldigten (1/R) und die Vorinstanz 
(1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R mit den Ak-
ten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber

Versand 20. Februar 2025  amu