# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2984815e-6111-57d9-a616-a4256abbe3dd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 09.09.2015 810 15 129 (810 2015 129)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-15-129_2015-09-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 9. September 2015 (810 15 129) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, 
Gerichtsschreiber Martin Michel 
 
 

Parteien A.A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Anna Rüegg, Advokatin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ 
 
 

  
Betreff Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
24. April 2015) 

 
 

 
A. Am 8. Februar 2014 wandte sich C.____, die Tochter von A.A.____ (geboren am 
10. März 1940) und B.A.____ (geboren am 9. Juni 1943), nachdem sie von einem geplanten 
Altersheimeintritt von B.A.____ erfahren hatte, mit einer Gefährdungsmeldung an die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) B.____ und beantragte die Prüfung einer Beistand-
schaft für ihre Eltern. Zuvor wurden A.A.____ und B.A.____ auf freiwilliger Basis in finanziellen 

 

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und administrativen Belangen von ihrem Schwager, D.____, betreut. In der Gefährdungsmel-
dung führte C.____ unter anderem aus, ihre Beziehung zu den Eltern sei seit über 20 Jahren 
teilweise stark belastet. 
 
B. Am 21. Februar 2014 führte die KESB einen Besuch beim Ehepaar A.A.___ und 
B.A.____ durch und hörte die beiden an. Die KESB kam zum Schluss, dass beide eine umfas-
sende Unterstützung benötigten, wobei A.A.____, welcher an einer Demenzerkrankung leide, 
jegliche Krankheitseinsicht fehle. Im März 2014 trat B.A.____ in ein Alters- und Pflegeheim ein. 
Ihr Ehemann A.A.____ blieb alleine im Einfamilienhaus zurück. 

 
C. Mit Entscheid vom 26. März 2014 errichtete die KESB gestützt auf Arztberichte von 
Dr. med. E.____ vom 21. sowie 24. Februar 2014 für den demenzkranken A.A.____ und seine 
Ehefrau B.A.____, welche unter Depressionen leidet, mit dem Einverständnis des Ehepaars 
A.A.____ und B.A.____ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung. Zum Bei-
stand ernannt wurde F.____, den das Ehepaar A.A.____ und B.A.____ aufgrund seiner frühe-
ren Tätigkeit für die Gemeinde bereits kannte. 
 
D. Am 14. Mai 2014 teilte F.____ der KESB mit, dass er die Beistandschaft des Ehepaars 
A.A.____ und B.A.____ aufgrund grosser Differenzen mit der Tochter des Ehepaars, C.____, 
einem Berufsbeistand übergeben wolle, insbesondere für die administrativen Belange der Fami-
lie A.A.____ und B.A.____ aber weiterhin besorgt sei. 
 
E. Am 17. Mai 2014 gelangte C.____ an die KESB und stellte in Aussicht, sie wolle zu-
künftig als vollumfassende Beiständin für ihren Vater, A.A.____, tätig sein. Die KESB teilte ihr 
am 22. Mai 2014 mit, dass der bisherige Beistand im Amt bleibe, bis die KESB einen anderen 
geeigneten Beistand für das Ehepaar A.A.____ und B.A.____ gefunden habe. 
 
F. Anlässlich einer Anhörung von C.____ und deren damaligem Anwalt durch die KESB 
am 12. Juni 2014 beantragte C.____, es sei für die Vermögensverwaltung des Ehepaars 
A.A.____ und B.A.____ ein anderer Beistand zu benennen. C.____ gab zu Protokoll, dass sie 
als Beiständin betreffend Vermögensverwaltung für ihre Eltern nicht in Frage käme. 
 
G. Am 28. Juli 2014 errichtete A.A.____ mittels öffentlicher Beurkundung eine Vollmacht 
und einen Vorsorgeauftrag. Darin erteilte A.A.____ seiner Tochter C.____ (bzw. für den Fall, 
dass sie das Mandat nicht annehme, deren Ehemann) eine unbeschränkte Vollmacht, ihn in 
seinen sämtlichen Angelegenheiten jeder Art rechtlich zu vertreten (Vollmacht von A.A.____ 
vom 28. Juli 2014 [Vollmacht] Ziff. 1.1.). Für den Fall, dass der Vollmachtgeber die für ihn vor-
genommenen Handlungen in ihrer Tragweite nur noch eingeschränkt zu beurteilen vermöge, 
wurde die Bevollmächtigte verpflichtet, der zweiten Tochter von A.A.____, G.____ sowie den 
Schwestern von A.A.____, H.____ und I.____, jederzeit und je einzeln umfassende Einsicht in 
sämtliche Unterlagen zu gewähren (Vollmacht Ziff. 1.2.). Gleichentags wurde die Urteilsfähigkeit 
von A.A.____ in Bezug auf dieses Geschäft von Prof. Dr. J.____, Leiter der K.____, bestätigt. 
 

 

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H. Mit Eingabe vom 31. Juli 2014 beantragte A.A.____, vertreten durch Anna Rüegg, Ad-
vokatin in Basel, bei der KESB unter anderem, es sei die Beistandschaft von A.A.____ per so-
fort aufzuheben. Am 15. Oktober 2014 beantragte A.A.____, es sei seine Tochter, C.____, vor-
sorglich per sofort als seine Beiständin im Sinne einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermö-
gensverwaltung und mit Vertretungsrecht bei medizinischen Massnahmen ad interim bis zum 
rechtskräftigen Entscheid der KESB einzusetzen. Überdies sei sein jetziger Beistand vorsorg-
lich per sofort von seinem Amt zu entbinden. 
 
I. Am 5. November 2014 fand eine Besprechung zwischen der KESB und den beiden 
Töchtern von A.A.____, G.____ und C.____ sowie deren Ehemann und der Rechtsvertreterin 
von A.A.____ statt. Anlässlich dieser Besprechung wurde eine weitere Begutachtung beschlos-
sen, welche am 12. November 2014 durchgeführt wurde und woraus sich ergab, dass A.A.____ 
bezüglich der Erledigung von administrativen Aufgaben, wirtschaftlichen Belangen sowie der 
Regelung seiner rechtlichen und persönlichen Angelegenheiten als urteilsfähig angesehen wer-
den könne (vgl. Untersuchungsbericht der K.____ vom 12. November 2014). 
 
J. Am 19. Dezember 2014 erhob A.A.____, weiterhin vertreten durch Anna Rüegg, beim 
Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde 
wegen Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung. Diese Beschwerde wies das Kantonsgericht 
mit Urteil vom 4. März 2015 (Verfahren 810 14 392) ab, soweit es darauf eintrat. 
 
K. Mit Entscheid vom 10. April 2015 (bzw. Rektifikat vom 12. April 2015) setzte die KESB 
superprovisorisch L.____, rückwirkend per 1. April 2015, als Beistand von A.A.____ ein. 
 
L. Am 15. April 2015 setzte die KESB M.____ als Beistand für B.A.____ ein. 
 
M. Am 24. April 2015 entschied die KESB, dass über A.A.____ bereits eine Bei-
standschaft nach Art. 394 und Art. 395 ZGB besteht und diese Beistandschaft weitergeführt 
wird (Ziff. 1). Sodann beschloss die KESB, dass A.A.____ in Erweiterung der bestehenden Bei-
standschaft gestützt auf Art. 395 Abs. 3 ZGB der Zugriff bezüglich der nachfolgenden Vermö-
gens- und Einkommenswerte entzogen bleibt: (…) (Ziff. 2). Ergänzend stellte die KESB der 
Klarheit halber fest, dass A.A.____ bzgl. eines Privatkontos vollumfänglich Zugriff hat (Ziff. 3) 
und dass die Grundbuchsperren betreffend die Parzellen X.____ und Y.____ gestützt auf 
Art. 395 Abs. 4 ZGB aufrechterhalten werden (Ziff. 4). Des Weiteren entschied die KESB, rück-
wirkend per 1. April 2015 L.____, in Erweiterung der bestehenden Beistandschaft als Beistand 
für A.A.____ zu bestätigen und sie setzte seinen Stundenansatz auf Fr. 150.00 fest (Ziff. 6). 
C.____ wurde gebeten, bis spätestens 31. Mai 2015 der KESB mitzuteilen, ob sie unmittelbar 
persönlich angehört werden möchte (Ziff. 10 lit. a) und der KESB schriftlich mitzuteilen, ob sie 
noch gewillt ist, die Beistandschaft für A.A.____ zu übernehmen (Ziff. 10 lit. b). Einer Be-
schwerde gegen diesen Entscheid entzog die KESB die aufschiebende Wirkung (Ziff. 13).  
 
N. Dagegen liess A.A.____, nach wie vor vertreten durch Anna Rüegg, am 7. Mai 2015 
beim Kantonsgericht Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren: 1. Es sei die auf-
schiebende Wirkung wieder herzustellen; 2. Es sei der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 

 

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24. April 2015 aufzuheben und 2a. Es sei die Beistandschaft über den Beschwerdeführer defini-
tiv aufzuheben eventuell unter gleichzeitiger Genehmigung des Vorsorgeauftrags vom 
28. Juli 2014 und 2b. Es sei der Zugriff des Beschwerdeführers auf sämtliche seiner mobilen 
Vermögenswerte wieder herzustellen und 2c. Es sei die Grundbuchsperre bezüglich der Lie-
genschaft X.____ aufzuheben; 3. Eventualiter sei der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 
24. April 2015 aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung innert 14 Tagen an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. 
 
O. Am 27. Mai 2015 beantragte der Beschwerdeführer darüber hinaus, dem Beistand 
L.____ sei mit sofortiger Wirkung und somit superprovisorisch die mündliche Kontaktaufnahme 
mit dem Beschwerdeführer zu verbieten. Dieses Gesuch wies die Präsidentin der Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht am 28. Mai 2015 ab. 
 
P. Mit Verfügung vom 10. Juni 2015 wies die Präsidentin der Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der aufschieben-
den Wirkung bzw. um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab. 
 
Q. Mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.  
 
R. Mit verfahrensleitender Verfügung der Präsidentin vom 6. Juli 2015 wurde der Fall der 
Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. 
 
S. Am 20. Juli 2015 reichte die Vertreterin des Beschwerdeführers aufforderungsgemäss 
ihre Honorarnote ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. De-
zember 1907 in Verbindung mit § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des 
Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 kann gegen Entscheide der KESB Be-
schwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Mit der Beschwerde können Rechtsver-
letzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) so-
wie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). Die Sachurteils-
voraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 
 
2.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Einsetzung des neuen Beistands durch die KESB sei 
rechtswidrig erfolgt. Dadurch seien die Art. 388 Abs. 1, Art. 389 Abs. 2 und Art. 399 Abs. 2 ZGB 
verletzt worden (Beschwerdebegründung S. 16 ff.). Seine Tochter habe sich bereits mit E-Mail 
vom 17. Mai 2014 an die KESB bereit erklärt, für ihn zu sorgen und habe sich seither ununter-
brochen um ihn gekümmert. Gestützt auf die genannten Bestimmungen hätte die Beschwerde-
gegnerin bereits auf die E-Mail vom 17. Mai 2014 hin wegen der Subsidiarität der behördlichen 

 

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Massnahme von Amtes wegen die Notwendigkeit der Beistandschaft prüfen müssen, zumal 
sich der behördliche Beistand vorgängig grösstenteils aus seinem Amt verabschiedet habe. 
 
2.2. Der Zweck von behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes ist nach Art. 388 
Abs. 1 ZGB, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherzustellen. Gleichzeitig 
sollen die Massnahmen die Selbstbestimmung der betroffenen Person soweit wie möglich er-
halten und fördern (Art. 388 Abs. 2 ZGB). In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle be-
hördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und 
der Verhältnismässigkeit. Behördliche Massnahmen sind nach Art. 389 Abs. 1 ZGB nur dann 
anzuordnen, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere na-
hestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein 
als ungenügend erscheint (Ziff. 1) oder wenn bei Urteilsunfähigkeit der hilfsbedürftigen Person 
keine oder keine ausreichende eigene Vorsorge getroffen worden ist und die Massnahmen von 
Gesetzes wegen nicht genügen (Ziff. 2). Jede behördliche Massnahme muss erforderlich und 
geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person 
auf andere Art – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentli-
che Dienste – bereits gewährleistet, werden keine Erwachsenenschutzmassnahmen angeord-
net (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB; BGE 140 III 49 E. 4.3.1). Gemäss Art. 399 Abs. 2 ZGB hebt die 
Erwachsenenschutzbehörde eine Beistandschaft auf Antrag der betroffenen oder einer nahe-
stehenden Person oder von Amtes wegen auf, sobald für die Fortdauer kein Grund mehr be-
steht. 
 
2.3. Verschiedene Bestimmungen (Art. 374 ff., Art. 377 ff., Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) wol-
len die Familiensolidarität stärken und gleichzeitig den Staat entlasten. Veränderte gesell-
schaftliche Verhältnisse, die Lockerung familiärer Beziehungen, namentlich auch zwischen den 
Generationen, die Anforderungen im Berufsleben, die höchst anspruchsvolle Verbindung von 
Familie und Beruf, setzen dieser Solidarität auch objektive Grenzen. Verwandte mit der Füh-
rung eines Erwachsenenschutzmandats zu beauftragen oder der Betreuung einer hilfs-
bedürftigen Person zu beauftragen, kann jedoch in gewissen Fällen auch als problematisch er-
scheinen. Die wichtigsten Gründe, die dagegen sprechen, sind die mit verwandtschaftlichen 
Beziehungen verbundenen emotionalen – positiven und konflikthaften – Bindungen, welche 
eine ungenügende Distanz zum Geschehen bewirken und Verwandte daran hindern können, 
sachgerechte und im Interesse der verbeiständeten Person liegende Entscheidungen zu treffen. 
Der "gekränkte Familienstolz" könnte Verwandte dazu verleiten, die tatsächlichen Schwie-
rigkeiten der betreuten Person zu bagatellisieren und ihr nicht die nötige Betreuung zukommen 
zu lassen. Die gleiche Ausgangslage könnte andererseits auch dazu führen, dass die betreute 
Person besonders hart angefasst wird und von ihr Leistungen verlangt werden, die sie aufgrund 
ihrer Schwäche nicht erbringen kann. Auch handfeste Interessenkonflikte zwischen verwandten 
Betreuungspersonen und der betreuten Person können deren Wohl beeinträchtigen. Diese Ge-
fahr besteht insbesondere, wenn erwachsene Nachkommen behördliche Massnahmen für ihre 
betagten Eltern übernehmen und es an der nötigen persönlichen Fürsorge fehlen lassen, weil 
sie offen oder im Geheimen die Schmälerung des zu erwartenden Nachlasses befürchten (vgl. 
dazu CHRISTOPH HÄFELI, Private Mandatsträger [Prima] und Angehörige als Beistand, in: Zeit-
schrift für Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE], 3/2015, S. 206). 

 

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2.4. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt keine rechtswidrige Einsetzung 
des neuen Beistands am 10. April 2015 (vorsorglich) bzw. 24. April 2015 (definitiv) durch die 
KESB vor. Es kann hierzu zunächst vollumfänglich auf das Urteil des Kantonsgerichts (KGE 
VV) vom 4. März 2015 (Verfahren 810 14 392) verwiesen werden. Darin wurde bereits ausführ-
lich dargelegt, aus welchen Gründen kein früheres Handeln der KESB zwingend angezeigt war. 
Der Beistand hatte sich nämlich nicht grösstenteils aus seinem Amt zurückgezogen, sondern 
die Tochter des Beschwerdeführers, C.____, erschwerte durch ihr Vorgehen, indem sie faktisch 
seit Mai 2014 stufenweise diverse Beistandsaufgaben übernommen hatte, die Arbeit des – mit 
Einverständnis des Ehepaars A.A.____ und B.A.____ – eingesetzten Beistands. Zudem lässt 
sich aus dem damaligen Urteil entnehmen, dass es auch im Urteilszeitpunkt, d.h. am 4. März 
2015, weiterhin fraglich war, ob die Tochter unter den gegebenen Umständen geeignet und 
fähig war, die Beistandschaft bzw. die erforderliche Betreuung zu übernehmen. Dies insbeson-
dere, weil sie sich nie dazu bereit erklärt hatte, die Beistandschaft für beide Elternteile zu über-
nehmen, sie forderte, es sei für ihre Eltern eine Gütertrennung anzuordnen, sie selbst am 
12. Juni 2014 und somit nach der in der Beschwerde angeführten E-Mail vom 17. Mai 2014 
noch einen (ausserfamiliären) Beistand für die Vermögensverwaltung der Eltern beantragt hatte 
und weil das Verhältnis zu ihrem Vater früher teilweise stark belastet war (vgl. ausführlich dazu 
KGE VV [810 14 392] vom 4. März 2015 E. 4 und 5.3). Unter diesen Voraussetzungen ist auch 
nicht zu beanstanden, dass die KESB, als der damalige Beistand sein Amt aufgrund der verfah-
renen Situation zwischen ihm und den Familienangehörigen bzw. dem Anwaltsbüro des Be-
schwerdeführers definitiv niederlegte (vgl. Schreiben des Beistands vom 1. April 2015), erneut 
einen ausserfamiliären Beistand einsetzte. 
 
3.1. Zu klären bleibt damit noch, ob während des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens die 
Voraussetzungen eingetreten sind, welche eine Anpassung oder eine Aufhebung der Er-
wachsenenschutzmassnahme nun zulassen. 
 
3.2. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördliche Massnahmen nur dann 
anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht an-
gemessen sichergestellt ist (vgl. Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweize-
rischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], Bundesblatt 
[BBl] 2006 S. 7042 Ziff. 2.2.1). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person an-
derweitig – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche 
Dienste – gewährleistet, so ordnet die Erwachsenenschutzbehörde keine Massnahme an 
(Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) oder sie hebt eine bestehende Massnahme auf (Art. 399 Abs. 2 
ZGB). Der Grundsatz der Subsidiarität betrifft somit das Verhältnis der erwachsenenschutz-
rechtlichen Massnahmen zu – sofern zielführend – vorrangig zu verwirklichenden alternativen 
Lösungen. Im Erwachsenenschutzrecht gilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, 
so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017 Ziff. 1.3.4; 
BGE 140 III 49 E. 4.3.1). 
 
3.3. Am 22. Juni 2015 reichte C.____ bei der KESB die im angefochtenen Entscheid vom 
24. April 2015 angeforderte Stellungnahme ein. Darin bestätigte sie, dass sie bereit sei, die Be-

 

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treuung und die Vertretung ihres Vaters, wie von diesem in seiner Vollmacht festgehalten wur-
de, zu übernehmen. Sie bestreite auch die Vorhaltung, wonach der Beschwerdeführer im Feb-
ruar 2014 von einem nicht so guten Kontakt zu seinen Töchtern gesprochen haben soll. Ihr Va-
ter und sie würden eine ausgesprochen gute Beziehung zueinander pflegen und sich sehr na-
hestehen. Ihr Vater habe zudem anlässlich seiner Anhörung durch den gesamten Spruchkörper 
der KESB vom 17. April 2015 bestätigt, dass er die Betreuung durch sie fortsetzen möchte und 
keinen Beistand wünsche (Stellungnahme C.____ vom 22. Juni 2015). 
 
3.4. Mit ihrer Stellungnahme vom 22. Juni 2015 vermochte C.____ die vorhandenen offe-
nen Fragen zu klären und ihre Geeignetheit für die Betreuung ihres Vaters nachzuweisen. 
Ebenso ist damit ihre Bereitschaft erstellt, die Aufgabe der umfassenden Betreuung ihres Va-
ters zu übernehmen. Dies, auch wenn die von ihr angestrebte Gütertrennung ihrer Eltern (so-
weit aktenkundig) bisher nicht vollzogen wurde, was künftig insbesondere auch eine Zu-
sammenarbeit ihrerseits mit dem von der KESB eingesetzten Beistand ihrer Mutter, M.____, 
bedingen wird. Aus den Vorakten ergibt sich zudem, dass die andere Tochter, G.____, und die 
Schwestern des Beschwerdeführers ebenfalls keine Einwände gegen die Betreuung des Be-
schwerdeführers durch C.____ erheben und den Beschwerdeführer auch weiterhin unterstützen 
wollen. Damit erscheint die Unterstützung bzw. die Betreuung des Beschwerdeführers durch die 
Familie als genügend und es rechtfertigt sich, die bestehende Beistandschaft über den Be-
schwerdeführer nunmehr aufzuheben. Demgemäss wird die Beschwerde gutgeheissen und der 
angefochtene Entscheid der KESB vom 24. April 2015 aufgehoben. 
 
4. Betreffend die Rechtsbegehren Nr. 2a, 2b und 2c ist festzuhalten, dass entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers der superprovisorische Zustand mit der Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids in der Sache nicht wieder auflebt. Diesbezüglich übersieht der Be-
schwerdeführer, dass der superprovisorische Zustand mit dem instanzabschliessenden definiti-
ven Entscheid in der Hauptsache bereits dahingefallen ist (vgl. dazu THOMAS MERKLI/ARTHUR 
AESCHLIMANN/RUTH HERZOG, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des 
Kantons Bern, Bern 1997, Art. 28 N 5). 
 
5.1. Gemäss § 20 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten werden gemäss § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der ganz oder teilweise 
unterliegenden Partei auferlegt, wobei den Vorinstanzen im Falle deren Unterliegens keine Kos-
ten auferlegt werden. Demzufolge werden im vorliegenden Verfahren keine Kosten erhoben. 
 
5.2. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Honorarnote 
vom 20. Juli 2015 eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 22'526.10 (inkl. Auslagen und 
MWSt). Aus der eingereichten Honorarnote ergibt sich, dass die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers sowie ein weiterer Anwalt der Kanzlei insgesamt 4,5 Stunden zu Fr. 450.00 
und 60,75 Stunden zu Fr. 300.00 erfasst haben. Gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die 
Anwältinnen und Anwälte (Tarifordnung) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar 

 

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Fr. 200.00 bis Fr. 350.00 pro Stunde, je nach Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der da-
mit verbundenen Verantwortung und der persönlichen und finanziellen Verhältnisse der zah-
lungspflichtigen oder der auftraggebenden Person. Vorliegend erscheint ein Stundenansatz in 
der Höhe von Fr. 250.00 angemessen. Der Honorarnote lässt sich entnehmen, dass interne 
Besprechungen unter den Anwälten der Kanzlei resp. Kosten für einen weiteren Anwalt der 
Kanzlei erfasst wurden. Das Beiziehen von weiteren Anwälten kann nur ausnahmsweise ent-
schädigt werden, z.B. wenn in einem rechtlich schwierigen Fall auf ganz besondere Fachkennt-
nisse zurückgegriffen werden musste. Das ist vorliegend nicht der Fall, weshalb die Berücksich-
tigung des Aufwands von 4,5 Stunden zu Fr. 450.00 ausser Betracht fällt. Ebenso enthält die 
Honorarnote Aufwendungen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Beschwerde-
verfahren vor Kantonsgericht entstanden sind (insbesondere die Aufwendungen vom 
8. Mai 2015 bis 13. Mai 2015). Die Beschwerdebegründung enthält zudem über weite Strecken 
Ausführungen zum Sachverhalt und Rügen, die bereits im vorangegangenen Verfahren und der 
damaligen Beschwerde der Rechtsvertreterin vorgebracht wurden. Weiter ist zu berücksichti-
gen, dass die Rechtsvertreterin aus dem letzten Verfahren bereits Aktenkenntnis hatte. Vor die-
sem Hintergrund erscheint der in der Honorarnote geltend gemachte Aufwand von 60,75 Stun-
den als deutlich überhöht. In Anbetracht der genannten Umstände und der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen erscheint ein Zeitaufwand für das vorliegende Verfahren von maximal 
30 Stunden als angemessen. Der Beschwerdeführer macht zudem Auslagen in der Höhe von 
3 Prozent des Honorars geltend. Eine derartige Berechnung der Auslagen widerspricht der gel-
tenden Tarifordnung, welche vorsieht, dass Telefonauslagen, Porti und ähnliche Auslagen nach 
dem tatsächlichen Aufwand in Rechnung zu stellen sind (§ 16 Tarifordnung). Die Auslagen 
werden folglich nach Ermessen auf Fr. 50.00 festgesetzt. Dem Beschwerdeführer ist gestützt 
darauf eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 8'154.00 (inkl. Auslagen und 
MWSt) zuzusprechen, welche der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.  
 
  

 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Entscheid der 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 24. April 2015 
aufgehoben. 

   
 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
   
 3. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ hat dem Be-

schwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 8'154.00 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. 

 
 

 

 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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