# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08089002-46de-5b2b-9b7d-412f5605f9f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2022 C-3253/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3253-2019_2022-12-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3253/2019, C-4421/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich),   

vertreten durch lic. iur. Christoph Rudin, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung (IV), Rentenanspruch, Verfügungen 

vom 27. Mai 2019 und 1. Juli 2019. 

 

 

 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1957 geborene, verheiratete italienische Staatsbürgerin 

A._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) wohnt in 

Frankreich. Sie war in ihrer Eigenschaft als Grenzgängerin – mit Ausnahme 

des Jahres 1999 – von 1996 bis 2013 in der Schweiz teilzeitlich erwerbs-

tätig und leistete Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung (AHV/IV). 

A.a Zufolge ihres Krebsleidens meldete sie sich am 26. November 2012 

bei der IV-Stelle B._______ (im Folgenden: IV-Stelle B._______) zum Be-

zug von Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) in 

Form einer Rente an (Akten [im Folgenden: act.] der Invalidenversiche-

rungs-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IVSTA, Beschwer-

degegnerin oder Vorinstanz] 1, 5 und 111). Nach Vorliegen des Fragebo-

gens für Arbeitgebende – gemäss welchem die Versicherte seit dem 15. 

März 2010 in der Produktion und dem Verkauf von Backwaren erwerbstätig 

war (act. 4 S. 1 bis 6) – und des Dossiers des Krankentaggeldversicherers 

(act. 6) sowie (weiterer) medizinischer Akten (act. 21 S. 2 bis 5 und act. 23) 

gab Dr. med. C._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Regionalen 

Ärztlichen Dienst (im Folgenden: RAD) am 16. April 2013 eine Stellung-

nahme ab (act. 25). Nachdem die IV-Stelle B._______ am 26. Juli 2013 

den Abklärungsbericht Haushalt verfasst (act. 29) und Kenntnis von zu-

sätzlichen medizinischen Akten (act. 30 und 35) erlangt hatte, nahm Dr. 

med. C._______ am 6. Dezember 2013 erneut Stellung (act. 36). In der 

Folge erliess die IV-Stelle B._______ am 7. Januar 2014 einen Vorbe-

scheid, mit welchem der Versicherten eine vom 1. Juni bis 30. November 

2013 befristete ganze Rente in Aussicht gestellt wurde (act. 39; vgl. auch 

act. 38). 

A.b Hiergegen liess die Versicherte vorsorglich am 24. Januar 2014 ihre 

Einwendungen vorbringen (act. 43 bis 45); die entsprechende, begrün-

dende Stellungnahme gegen den Vorbescheid vom 7. Januar 2014 datiert 

vom 28. Februar 2014 (act. 46). Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. 

C._______ am 6. März und 31. Oktober 2014 weitere medizinische Abklä-

rungen angeregt hatte (act. 49 und 67) und bei der IV-Stelle B._______ 

ergänzende ärztliche Dokumente eingegangen waren (act. 64 S. 2 und 3, 

act. 71 S. 2 bis 4, act. 74, 77, 79), empfahl Dr. med. C._______ mit Datum 

vom 30. April 2015 die Durchführung eines polydisziplinären Gutachtens 

(act. 82); der entsprechende Auftrag an das Begutachtungszentrum 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 3 

D._______ (im Folgenden: D._______) datiert vom 30. Juni 2015 (act. 88; 

vgl. auch act. 90 bis 95). Nach Vorliegen von diversen übersetzten franzö-

sischen Arztberichten (act. 96 bis 103) erfolgte seitens des D._______ am 

5. November 2015 die Fertigstellung der polydisziplinären Expertise (act. 

106). Nach Würdigung dieses Gutachtens durch die RAD-Ärzte Dres. med. 

C._______ und E._______ am 7. und 9. Dezember 2015 (act. 112 und 113) 

erliess die IV-Stelle B._______ am 6. Januar 2016 einen weiteren Vorbe-

scheid, mit welchem derjenige vom 7. Januar 2014 aufgehoben und der 

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 16 % die Abweisung des Ren-

tenbegehrens in Aussicht gestellt wurde (act. 114). 

A.c Auch hiergegen liess die Versicherte mit Eingaben vom 2. Februar und 

15. März 2016 ihre Einwendungen vorbringen (act. 116 bis 119). Nach Ein-

gang weiterer medizinischer Dokumente bei der IV-Stelle B._______ (act. 

121, 122 und 126) und nachdem sich die Dres. med. C._______ und 

E._______ am 18. und 20. Mai 2016 erneut geäussert hatten (act. 127 und 

128), nahm eine Fachperson des IV-internen Abklärungsdienstes am 24. 

Mai 2016 Stellung (act. 129). Daraufhin erliess die IVSTA am 17. Juni 2016 

eine dem Vorbescheid vom 6. Januar 2016 im Ergebnis entsprechende 

Verfügung (act. 132). 

B.  

Hiergegen erhob die Versicherte beim Bundesverwaltungsgericht mit Ein-

gabe vom 12. August 2016 (Posteingang: 18. August 2016) Beschwerde 

und beantragte eine genaue Prüfung des Falles sowie einen positiven Ent-

scheid. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, sie habe auf-

grund der durchgeführten Chemotherapie immer noch Lähmungserschei-

nungen, Schmerzen wegen der Neuralgie, eine beginnende Arthritis sowie 

eine Osteosklerose. Infolge dieser Beschwerden brauche sie viele Ruhe-

pausen, welche sie daran hinderten zu arbeiten. Die IV-Stelle verneine zu 

Unrecht einen Rentenanspruch (act. 133). Mit Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-5008/2016 vom 23. August 2017 wurde die Beschwerde 

teilweise gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 17. Juni 2016 

aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese 

nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Renten-

anspruch neu verfüge (act. 140; vgl. auch Akten im Beschwerdeverfahren 

C-5008/2016). 

C.  

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 4 

C.a In der Folge holte die IV-Stelle B._______ am 17. November 2017 bei 

den Dres. med. F._______, Fachärztin für Neurologie, und G._______ je 

einen Arztbericht ein (act. 143 und 144). Nach Eingang des Berichts des 

Hausarztes und Allgemeinmediziners Dr. med. H._______ vom 4. Dezem-

ber 2017 (act. 145) sowie weiterer medizinischer Unterlagen (act. 148) gab 

Dr. med. C._______ vom RAD am 25. April 2018 ein weiteres Mal eine 

Stellungnahme ab (act. 154). Daraufhin wurde die Versicherte am 4. Mai 

2018 über die beabsichtigte polydisziplinäre Begutachtung orientiert (act. 

156; vgl. auch act. 157 bis 160 und 163 bis 166); der entsprechende Auf-

trag wurde dem I._______ (im Folgenden: I._______) am 4. Juni 2018 er-

teilt (act. 161). Nach Vorliegen der interdisziplinären Expertise vom 20. No-

vember 2018 (act. 169) sowie der durch Dr. med. C._______ am 5. De-

zember 2018 erfolgten Gutachtenswürdigung (act. 173) erliess die IV-

Stelle B._______ am 12. März 2019 einen Vorbescheid, mit welchem sie 

der Versicherten bei einem IV-Grad von (10 % resp.) 30 % die Abweisung 

des Rentenbegehrens in Aussicht stellte (act. 175). 

C.b Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Advokat Christoph Ru-

din, am 29. April 2019 ihre Einwendungen vorbringen (act. 179). Daraufhin 

erliess die IVSTA am 27. Mai 2019 eine dem Vorbescheid vom 12. März 

2019 im Ergebnis entsprechende Verfügung (act. 183).  

C.c In der Folge übermittelte die IV-Stelle B._______ der Versicherten am 

18. Juni 2019 eine Kopie der Stellungnahme von Dr. med. C._______ vom 

12. Juni 2019 und wies darauf hin, dass sie am vorgesehenen Entscheid 

festhalte (act. 184 und 185). Daraufhin erliess die IVSTA am 1. Juli 2019 

eine Verfügung, mit welcher sie diejenige vom 27. Mai 2019 aufhob und 

weiterhin den Rentenanspruch der Versicherten bei einem IV-Grad von 

(10 % resp.) 30 % verneinte (act. 187). 

D.  

D.a Gegen die Verfügung vom 27. Mai 2019 liess die Versicherte durch 

ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 

26. Juni 2019 Beschwerde erheben und beantragen, dieser Entscheid sei 

aufzuheben und es sei ihr vom 1. Juni bis 30. November 2013 eine ganze 

Rente der IV auszurichten, zuzüglich 5 % Verzugszins ab theoretischer 

Fälligkeit der Rente. Weiter sei ihr ab 1. Dezember 2013 mindestens eine 

Viertelsrente der IV auszurichten, zuzüglich 5 % Verzugszins ab theoreti-

scher Fälligkeit der Rente; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklä-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 5 

rung des medizinischen Sachverhalts und der Arbeitsfähigkeit an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen und die Rente neu festzusetzen 

(act. im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-act.] 1). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, leider müsse erneut 

gerügt werden, dass eine Auseinandersetzung mit den eingereichten Be-

richten noch immer fehle und die Widersprüche in der Beurteilung nicht 

hätten ausgeräumt werden können. Der Hausarzt Dr. med. H._______ be-

stätige erneut eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bis Juni 2018 

(Zeugnis vom 18. April 2019). Der RAD-Arzt Dr. med. C._______ habe die 

Einschätzung der Gutachter der I._______ in seinem Bericht vom 5. De-

zember 2018 sinngemäss übernommen. Im Bericht vom 12. Juni 2019 be-

finde Dr. med. C._______ das Zeugnis von Dr. med. H._______ vom 18. 

April 2019 als zu wenig begründet, um die Arbeitsfähigkeit anders zu beur-

teilen. Schon allein die Reduktion der Arbeitsfähigkeit während der Che-

motherapie und der Rekonvaleszenz danach rechtfertige temporäre Leis-

tungen. Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2014 habe die IV-Stelle B._______ 

der Beschwerdeführerin gestützt auf die damaligen medizinischen Ein-

schätzungen eine vom 1. Juni bis 1. Dezember 2013 befristete ganze IV-

Rente in Aussicht gestellt. Mit den folgenden Verfügungen seien selbst 

temporäre IV-Leistungen abgelehnt worden. Die Beschwerdeführerin ar-

beite zurzeit für die Krebsliga J._______, wo sie einmal pro Woche Ge-

sangsunterricht erteile. Einer weiteren Erwerbstätigkeit gehe sie nicht 

nach. Wegen ihres Alters wären die möglichen beruflichen Eingliederungs-

massnahmen und somit die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit konk-

ret zu prüfen, wobei auf die medizinische Zumutbarkeit abzustellen sei. 

Diese Prüfung müsse vor der Festlegung des Valideneinkommens und der 

Bemessung der Rente vorgenommen werden. Wohl sei das Alter ein inva-

liditätsfremder Faktor, doch habe die Rechtsprechung dieses Kriterium bei 

der Bewertung der Restarbeitsfähigkeit anerkannt. Die IV müsse Art und 

Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seine Folgen, den abseh-

baren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, vorhandene Fähigkeiten, 

Ausbildung, Berufserfahrung und den beruflichen Werdegang berücksich-

tigen, um das Invalideneinkommen festzulegen. Dies wäre allenfalls vor 

der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuklären, weshalb durchaus mög-

lich sei, dass die medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nach der 

konkreten Prüfung der Erwerbsmöglichkeiten korrigiert werden und das In-

valideneinkommen entsprechend angepasst werden müsste. Bei der Be-

messung des Invalidenlohns müsse ein Abzug in der Höhe von 25 % vor-

genommen werden. Auch ohne weitere Begutachtung und Abklärung der 

Arbeitsfähigkeit und der Eingliederungsmassnahmen ergebe sich vom 1. 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 6 

Juni bis 30. November 2013 ein Anspruch auf eine befristete ganze IV-

Rente und ab 1. Dezember 2013 bei einem IV-Grad von 40.98 % ein sol-

cher auf eine Viertelsrente. Der geltend gemachte Anspruch auf Verzugs-

zinsen entstehe nach Ablauf von 24 Monaten nach Entstehung des An-

spruchs, frühestens 12 Monate, nachdem dieser geltend gemacht worden 

sei. 

D.b Mit Zwischenverfügung vom 2. Juli 2019 wurde die Beschwerdeführe-

rin unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die Be-

schwerde) aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 2 und 

3); dieser Aufforderung wurde nachgekommen (B-act. 4). 

D.c Im Rahmen des Schreibens vom 24. Juli 2019 überliess die IVSTA dem 

Bundesverwaltungsgericht eine Kopie der Verfügung vom 1. Juli 2019 und 

führte weiter aus, die im vorliegenden Verfahren angefochtene Verfügung 

vom 27. Mai 2019 sei durch diejenige vom 1. Juli 2019 ersetzt worden. Zu 

diesem Zeitpunkt habe die IVSTA noch keine Kenntnis von der Litispen-

denz gehabt (B-act. 6). 

D.d Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Juli 2019 erhielt die Be-

schwerdeführerin Gelegenheit, sich innert Frist zur Eingabe der Vorinstanz 

vom 24. Juli 2019 zu äussern (B-act. 7). 

D.e In der entsprechenden Stellungnahme vom 2. September 2019 liess 

die Beschwerdeführerin an den Rechtsbegehren der Beschwerde vom 

26. Juni 2019 festhalten. Gleichzeitig liess sie beantragen, das vorliegende 

Verfahren sei zusammen mit der eingereichten Beschwerde vom 2. Sep-

tember 2019 gegen die Verfügung der IVSTA vom 1. Juli 2019 zu führen 

(B-act. 10; vgl. auch B-act. 1 im Beschwerdeverfahren C-4421/2019). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, die Verfügung vom 

27. Mai 2019 sei mit Beschwerde vom 26. Juni 2019 angefochten worden 

und werde vom Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren be-

handelt. Am 1. Juli 2019 habe die IVSTA eine weitere Verfügung erlassen, 

welche "die Verfügungen vom 17. Juni 2016 und 27. Mai 2019" ersetzt 

habe. In der Verfügung vom 1. Juli 2019 werde noch zusätzlich der Ein-

wand und die Stellungnahme des RAD erwähnt, sie weiche aber materiell 

nicht von der rechtshängigen (und gleichwohl aufgehobenen) Verfügung 

vom 27. Mai 2019 ab. Die Vorinstanz habe während der Rechtshängigkeit 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 7 

der Beschwerde die in diesem Verfahren angefochtene Verfügung aufge-

hoben, jedoch ohne Gewährung des rechtlichen Gehörs. Da die Beschwer-

deführerin auch mit der neuen Verfügung im Resultat gleichgestellt werde, 

müsse auch die neue Verfügung vom 1. Juli 2019 mit einer weiteren, 

"heute" eingereichten Beschwerde angefochten werden. Die Beschwerde-

gründe seien deshalb ähnlich, die Begründung der "heute" eingereichten 

Beschwerde sei lediglich in einigen Punkten ergänzt worden. Es werde 

dem Gericht überlassen, die beiden Verfahren zu vereinigen oder das vor-

liegende, ältere Verfahren abzuschreiben. 

D.f In der Beschwerdeschrift vom 2. September 2019 liess die Beschwer-

deführerin beantragen, es sei die Verfügung vom 1. Juli 2019 aufzuheben. 

Im Übrigen liess sie die Anträge gemäss der Beschwerde vom 26. Juni 

2019 wiederholen und den Verfahrensantrag stellen, es sei das Verfahren 

(C-4421/2019) gemeinsam mit dem bereits hängigen Verfahren (C-

3253/2019) zu führen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses zu verzichten. Weiter liess sie insbesondere neu vorbringen, dass die 

Beschwerde mit ähnlichen Argumenten begründet werden müsse wie die 

hängige Beschwerde vom 26. Juni 2019 im Beschwerdeverfahren C-

3253/2019. Die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2019 unterscheide 

sich in den Berechnungen und im Resultat nicht von der bereits beschwer-

deweise angefochtenen und durch die Vorinstanz aufgehobenen Verfü-

gung. Die Vorinstanz habe sich sowohl beim Invaliden- als auch beim Va-

lideneinkommen auf die Lohnstrukturerhebungen gestützt. Dabei verkenne 

sie, dass die Beschwerdeführerin durch ihre Krankheit eine Laufbahn als 

Bühnenkünstlerin habe beenden müssen. Auch während ihrer aktiven Zeit 

als Sängerin und Tänzerin habe sie immer wieder andere Tätigkeiten aus-

geübt, um Pausen zwischen verschiedenen Engagements zu überbrücken. 

Ihr Valideneinkommen sei aber höher als das von der Vorinstanz angenom-

mene. Weiter könne davon ausgegangen werden, dass sie im Gesund-

heitsfall noch immer Bühnenengagements hätte. Seit ihrer Krankheit sei 

sie aber den Anforderungen an Bühnenkünstlerinnen nicht mehr gewach-

sen. Ein IV-Grad von mehr als 40 % ergebe sich auch, wenn ein (der Tä-

tigkeit der Beschwerdeführerin vor der Krankheit entsprechendes) höheres 

Valideneinkommen mit dem von der Vorinstanz angenommenen Invaliden-

einkommen (auch ohne Abzug) verglichen werde (B-act. 1 im Beschwer-

deverfahren C-4421/2019). 

D.g Mit prozessleitender Verfügung vom 14. Oktober 2019 wurde der Ver-

fahrensantrag der Beschwerdeführerin gutgeheissen und wurden die Be-

schwerden in den Beschwerdeverfahren C-3253/2017 und C-4421/2019 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 8 

vereinigt und unter der Geschäftsnummer C-3253/2019 weitergeführt (B-

act. 11). 

D.h In ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2019 verwies die  

Vorinstanz auf die Stellungnahme der IV-Stelle B._______ vom 29. Okto-

ber 2019 und beantragte die Abweisung der Beschwerde (B-act. 13). 

Die IV-Stelle B._______ beantragte ebenfalls die Beschwerdeabweisung 

und führte zur Begründung zusammengefasst aus, das Gutachten der 

I._______ habe im Ergebnis das frühere Gutachten der D._______ bestä-

tigt, wodurch sich die unveränderte Verfügung erkläre. Der neurologische 

Sachverständige der I._______ habe sich mit den Sensibilitätsstörungen 

auseinandergesetzt. Diese seien für das Vorliegen einer durch Chemothe-

rapie indizierten Neuropathie zu gering. Darüber hinaus habe er keine Auf-

fälligkeiten in neurologischer Hinsicht festzustellen vermögen. Ferner ent-

halte das Gutachten nun ein orthopädisches Teilgutachten, welches auch 

radiologische Befunde einbeziehe. Weiter sei von der IV-Stelle die Akten-

lage ergänzt worden. Der behandelnde Arzt Dr. med. H._______ habe 

nicht nur in der Phase nach Abschluss der Psychotherapie eine vollstän-

dige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. So liege aus dem Jahr 2015 ein Zeug-

nis dieses Arztes vor, wonach weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. 

Dass ein behandelnder Arzt die Arbeitsfähigkeit bzw. deren Verlauf anders 

beurteile als ein Sachverständiger, stelle den Beweiswert eines Gutach-

tens für sich genommen nicht bereits in Frage. Der vom onkologischen 

Sachverständigen der I._______ beschriebene Arbeitsfähigkeitsverlauf er-

scheine nicht als ein beliebiges Ergebnis des Ermessens, sondern durch-

aus plausibel. In seinem Zeugnis vom 3. Februar 2016 habe der behan-

delnde Onkologe K._______ bestätigt, dass durch die Chemotherapie eine 

vollständige Remission erreicht worden sei. Die Behandlung sei im Februar 

2013 beendet worden. Insofern erscheine es nachvollziehbar, dass nach 

einer Übergangsphase nach der Chemotherapie lediglich die allgemeinen 

Auswirkungen der Fatigue und anderer Restbeschwerden verblieben 

seien, welche nach dem Sachverständigen zu einer 30%igen bis 40%igen 

Arbeitsfähigkeit geführt hätten. Auch Dr. K._______ habe in seinem Bericht 

mit Eingang am 15. Dezember 2014 eine, wenn auch 50%ige Arbeitsfähig-

keit als möglich erachtet. Die 20%ige Arbeitsunfähigkeit von Oktober 2011 

bis April 2012 habe der onkologische Sachverständige der I._______ damit 

begründet, dass damals von Dr. med. L._______ zwar ein ausgezeichne-

tes Befinden attestiert worden sei, das follikuläre Lymphom aber einen 

symptomatischen Progress gezeigt habe. Insoweit erscheine der vom 

Sachverständigen angegebene Arbeitsfähigkeitsverlauf schlüssig. Bei den 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 9 

im IK-Auszug nach dem Jahr 1998 vermerkten Tätigkeiten handle es sich 

aufgrund des Einkommens eher um einfache Tätigkeiten. Dies lege eher 

nahe, für das Valideneinkommen auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. 

Sollte es sich dabei um Tätigkeiten eines höheren Kompetenzniveaus ge-

handelt haben, frage es sich, weshalb für das Invalideneinkommen nicht 

auch auf dasselbe Kompetenzniveau abzustellen wäre. Auch dann ergebe 

sich ein reiner Prozentvergleich, wie ihn die IV-Stelle letztlich vorgenom-

men habe. Aus Sicht der IV-Stelle B._______ sei der Rentenanspruch im 

Ergebnis korrekt verneint worden. 

D.i Replicando liess die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2019 an 

den gestellten Rechtsbegehren und Beweisanträgen festhalten (B-act. 15). 

Zur Begründung liess sie ergänzend zusammengefasst vorbringen, das 

Gutachten der I._______ habe sich zwar intensiv mit dem Gutachten der 

D._______ auseinandergesetzt, jedoch auf eine umfassende Auseinan-

dersetzung mit den Standardindikatoren verzichtet. Die Gutachter der 

I._______ schätzten die Arbeitsfähigkeit, jedoch unter einer Bedingung: 

Sie würden die Durchführung einer stationären Rehabilitationsbehandlung 

zum Muskelaufbau und kardiopulmonalen Training empfehlen. Unter die-

ser Voraussetzung werde die Arbeitsfähigkeit auf 30 % bis 40 % geschätzt. 

Die Empfehlung einer Reha-Behandlung durch den Hausarzt Dr. med. 

H._______ sei ganz im Sinne der Gutachter der I._______. Jedoch werde 

vom Hausarzt auch eine Verschlechterung des Gesundheitszustands be-

schrieben. Am 8. Dezember 2020 habe sich die Beschwerdeführerin in der 

rheumatologischen Abteilung des Regionalspitals M._______ untersuchen 

lassen. Wegen ihres Zustands habe sie bis zum 12. Dezember 2020 in 

stationärer Behandlung bleiben müssen. Die neurologischen Abklärungen 

stünden noch aus. Die aktuellen Probleme seien Spätfolgen der Chemo-

therapie. Zurzeit seien Arbeitsintegrationsmassnahmen möglich. Die emp-

fohlene Reha-Behandlung sei bisher nicht erfolgreich gewesen, soweit sie 

überhaupt möglich gewesen sei. Wegen ihres Alters wären die möglichen 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen und somit die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Einbezug der medizini-

schen Zumutbarkeit konkret zu prüfen. Seit ihrer Krankheit sei die Be-

schwerdeführerin den Anforderungen an Bühnenkünstlerinnen nicht mehr 

gewachsen. Tatsächlich habe sie als Strassenmusikerin in Basel gesun-

gen, zumal ihr dies auch psychisch wohltue und im Sinne einer Mass-

nahme zur Selbsteingliederung sei. Leider sei sie seit März 2019 dazu nicht 

mehr in der Lage gewesen. An einer ergänzenden Abklärung der konkreten 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 10 

Arbeitsfähigkeit und am Beizug des Eingliederungsberichts der IV werde 

festgehalten.  

D.j In ihrer Duplik vom 28. Januar 2020 verwies die Vorinstanz auf die Stel-

lungnahme der IV-Stelle B._______ vom 22. Januar 2020 und beantragte 

die Abweisung der Beschwerde (B-act. 17). 

Die IV-Stelle B._______ hielt an ihrem Rechtsbegehren fest und brachte 

zur Begründung zusammengefasst vor, allfällige, während des Beschwer-

deverfahrens eingetretene Verschlechterungen seien im vorliegenden Ver-

fahren nicht zu berücksichtigen. Es treffe zwar zu, dass der onkologische 

Sachverständige eine stationäre Rehabilitation zum Muskelaufbau und 

zum kardiopulmonalen Training befürwortet habe: Gegebenenfalls lasse 

sich dadurch die Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf die chronische Fatigue 

steigern. Retrospektiv sei der onkologische Sachverständige aber ab Juni 

2013 von einer 30%igen bis maximal 40%igen Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit ausgegangen. Dies deute darauf hin, dass die von ihm attestierte 

Arbeitsfähigkeit nicht unter der Bedingung einer stationären Rehabilitation 

gestanden habe, sonst hätte der Sachverständige wohl nicht retrospektiv 

eine entsprechende Arbeitsfähigkeit attestiert. Die entsprechende Aussage 

des Sachverständigen sei so zu verstehen, dass zu dem Zeitpunkt eine 

30%ige bis maximal 40%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestan-

den habe und die Einschränkung der Leistungsfähigkeit durch eine statio-

näre Rehabilitation gegebenenfalls nicht weiter verringert werden könnte. 

Festzuhalten sei, dass die bundesgerichtliche Praxis verhältnismässig 

hohe Hürden für eine Unverwertbarkeit wegen des fortgeschrittenen Alters 

aufstelle. Massgebend für die Frage der Verwertbarkeit sei der Zeitpunkt, 

in welchem der medizinische Sachverhalt feststehe. Zum Zeitpunkt des 

Gutachtens sei die Beschwerdeführerin 61.5 Jahre alt gewesen. Bis zum 

Erreichen des AHV-Alters sei eine Aktivitätsdauer von 2.5 Jahren verblie-

ben. Das Bundesgericht habe bspw. bei einem Versicherten, dem eine Ak-

tivitätsdauer von 2.25 Jahren verblieben sei, die Verwertbarkeit der Arbeits-

fähigkeit bejaht (Urteil des BGer 9C_847/2015 vom 30. Dezember 2015 E. 

4.1.2). In qualitativer Hinsicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin lediglich dahingehend eingeschränkt, dass sie nur körperlich leichte 

und mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne. Ihre künstlerische Tätigkei-

ten habe sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr ausgeübt, stattdessen 

sei sie anderen Tätigkeiten nachgegangen. Insofern scheine auch eine An-

passungsfähigkeit vorhanden zu sein. Vor diesem Hintergrund könne trotz 

des fortgeschrittenen Alters von einer Verwertbarkeit ausgegangen wer-

den. 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 11 

D.k Mit prozessleitender Verfügung vom 31. Januar 2020 wurde unter dem 

Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen der Schriftenwechsel abge-

schlossen (B-act. 18). 

D.l Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtschriften und Beweis-

mittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwä-

gungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE 

2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sowie Art. 40 Abs. 2 und Abs. 3 der Verordnung vom 

17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist das 

Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-

gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-

rungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs-

gesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 

auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG), soweit das IVG nicht 

ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln An-

wendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen 

(BGE 130 V 1 E. 3.2). 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 12 

1.3  

1.3.1 Die von der Vorinstanz im Sinne von Art. 58 Abs. 1 VwVG lite pen-

dente erlassene Wiedererwägungsverfügung vom 1. Juli 2019 (act. 187; 

Beschwerdeverfahren C-4421/2019) trat an die Stelle der im früheren Be-

schwerdeverfahren C-3253/2019 angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 

2019 (vgl. ANDREA PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Pra-

xiskommentar zum VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 44 zu Art. 58 

VwVG). Die Wiedererwägungsverfügung vom 1. Juli 2019 hätte auch ohne 

die entsprechende Beschwerde vom 2. September 2019 (B-act. 1 im Be-

schwerdeverfahren C-4421/2019) als mitangefochten im fortzusetzenden 

Beschwerdeverfahren C-3523/2019 (Beschwerde vom 26. Juni 2019) zu 

gelten, und eine Abschreibung zufolge Gegenstandslosigkeit wäre unzu-

lässig gewesen, da durch diesen Entscheid die Begehren der Beschwer-

deführerin ebenfalls nicht erfüllt wurden (vgl. hierzu AUGUST MÄCHLER, in: 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Zürich/St. Gallen 

2008, N. 18 zu Art. 58; vgl. auch PFLEIDERER, a.a.O.; N. 52 zu Art. 58).  

1.3.2 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin somit von den an-

gefochtenen Verfügungen vom 27. Mai und 1. Juli 2019 (act. 183 und 187) 

berührt und kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden (Art. 60 ATSG; Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist nach fristgerechter Leistung des Kos-

tenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) einzutreten. 

1.4  

1.4.1 Anfechtungsobjekte und damit Begrenzung des Streitgegenstandes 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bil-

den somit die Verfügungen vom 27. Mai und 1. Juli 2019 (act. 183 und 

187), mit welchen die Vorinstanz bei einem IV-Grad von 10 % resp. 30 % 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgewiesen hat. Streitig und 

zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügung und in diesem Zusam-

menhang insbesondere, ob der Vorinstanz in medizinischer Hinsicht – wie 

vom Bundesverwaltungsgericht im Entscheid C-5008/2016 vom 23. August 

2017 (act. 140) angeordnet (vgl. E. 7.2) – nun eine voll beweiskräftige, po-

lydisziplinäre Expertise als Entscheidbasis zur Verfügung gestanden und 

ob sie die Invalidität der Beschwerdeführerin in korrekter Weise bemessen 

hat.  

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 13 

1.4.2 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsge-

richt mit der Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz an den Ent-

scheid C-5008/2016 vom 23. August 2017 gebunden ist (vgl. hierzu BGE 

135 III 334 E. 2; Urteile des BGer 8C_680/2015 vom 14. Dezember 2015 

E. 4.1 und 4.3.3 und 8C_720/2015 vom 12. April 2016 E. 3). 

1.4.3 Schliesslich ist zu erwähnen, dass das Bundesverwaltungsgericht die 

Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügungen nach dem Sachverhalt 

beurteilt, der zur Zeit ihrer Erlasse (27. Mai und 1. Juli 2019) gegeben war; 

Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Nor-

malfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 

138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b mit Hinweis). Insofern haben die nach Verfü-

gungserlass erstellten und eingegangenen ärztlichen Berichte (B-act. 15) 

im vorliegenden Verfahren unberücksichtigt zu bleiben. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-

cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-

stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-

richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 

126 V 360 E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.  

2.1 In formeller Hinsicht liess die Beschwerdeführerin geltend machen, aus 

dem Anspruch auf rechtliches Gehör lasse sich die Forderung ableiten, 

dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin damals hätte Gelegenheit ge-

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 14 

ben müssen, ihren Einwand zurückzuziehen. Mit der vorliegend angefoch-

tenen Verfügung sei die Beschwerdeführerin schlechter gestellt als damals 

mit dem Vorbescheid vom 7. Januar 2014. Das Verbot der reformatio in 

peius gelte als Rechtsgrundsatz zwar nur für gesetzlich vorgesehene 

Rechtsmittel mit Devolutiveffekt. Doch seien Rechtssuchende immer vor 

den Folgen einer allfälligen reformatio in peius zu warnen, und es sei ihnen 

der Rückzug – auch eines Einwandes – zu ermöglichen. Dies sei im vor-

liegenden Fall nicht geschehen, weshalb der Beschwerdeführerin nun kein 

Rechtsnachteil erwachsen dürfe (BGE 142 V 337). 

2.2 Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, die Rechtsprechung zur reforma-

tio in peius finde keine Anwendung, da ein Vorbescheid kein eigentlicher 

Entscheid sei, der in Rechtskraft erwachsen könne, sondern lediglich einen 

(revidierbaren) Entscheidentwurf darstelle. Ein etwaiger Rückzug eines 

Einwandes hätte nicht zur Folge, dass nicht ein neuer, geänderter Vorbe-

scheid erlassen werden könne. Die Praxis betreffend Einspracheverfahren 

könne nicht auf das Vorbescheidverfahren übertragen werden. Insofern 

könne ein geänderter Vorbescheid das Verbot der reformatio in peius nicht 

verletzen.  

2.3 Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) haben die Parteien An-

spruch auf rechtliches Gehör. Diese Regelung bezweckt namentlich, ver-

schiedene durch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu Art. 4 aBV 

konkretisierten Teilaspekte des Verbots der formellen Rechtsverweigerung 

in einem Verfassungsartikel zusammenzufassen. Hinsichtlich des in Art. 29 

Abs. 2 BV nicht näher umschriebenen Anspruchs auf rechtliches Gehör 

ergibt sich daraus, dass die unter der Herrschaft der aBV hierzu ergangene 

Rechtsprechung nach wie vor massgebend ist (BGE 126 V 130 E. 2a). 

Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt 

es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfahrensbeteilig-

ten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. 

Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines 

solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubrin-

gen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen ge-

hört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit-

zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn die-

ses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtli-

ches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 15 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1). 

Die Parteien müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch 

Einsprache anfechtbar sind (Art. 42 ATSG). Die Verwaltung hat aber den 

rechtserheblichen Sachverhalt vor Verfügungserlass abzuklären und darf 

diese Aufgabe nicht ins Einspracheverfahren verlegen. Dieses verlöre 

sonst weitgehend seinen Sinn und Zweck, letztlich die Gerichte zu entlas-

ten. Vorbehalten bleiben ergänzende Abklärungen, zu denen die in der Ein-

sprache vorgebrachten Einwände Anlass geben (BGE 132 V 368 E. 5, 125 

V 188 E. 1c; SVR 2005 AHV Nr. 9 S. 31 E. 1.3.1).  

2.4 Mit der durch Art. 52 ATSG und dessen Ausführungsbestimmung 

Art. 12 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV; SR 830.11) geregelten Ein-

sprache wird eine Verfügung – einem Rechtsmittel gleich – angefochten. 

Das Verwaltungsverfahren wird bei Erhebung einer Einsprache erst durch 

den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Ver-

fügung ersetzt (BGE 142 V 337 E. 3.2.1 mit Hinweisen).  

2.5 Der Umstand, dass ein – das Verwaltungsverfahren nicht abschlies-

sender – Vorbescheid in Übereinstimmung mit der Vorinstanz weder wie 

eine Verfügung in formelle Rechtskraft erwächst noch die IV-Stelle ver-

pflichtet, entsprechend zu verfügen, unterscheidet diesen wesentlich von 

dem in den anderen Sozialversicherungszweigen geltenden Einsprache-

verfahren (Art. 52 ATSG in Verbindung mit Art. 12 ATSV). Die Einwände im 

Vorbescheidverfahren sind nicht ein Rechtsmittel, das zurückgezogen wer-

den könnte mit der Konsequenz, dass der Vorbescheid rechtskräftig würde. 

Sie stellen vielmehr Äusserungen im Rahmen des Gehörsanspruchs ge-

mäss Art. 42 ATSG dar. Das Vorbescheidverfahren geht insoweit über den 

verfassungsrechtlichen Mindestanspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV) hinaus, als die versicherte Person Gelegenheit erhält, sich nicht 

nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Endentscheid über ein 

Leistungsbegehren, den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher ge-

währten Leistung zu äussern (vgl. Art. 57a Abs. 1 IVG). Die Verwaltung ist 

aber nicht verpflichtet, gemäss dem Vorbescheid zu verfügen (vgl. hierzu 

Urteil des BGer 9C_176/2010 vom 4. Mai 2010 E. 1 mit Hinweisen auf 

Art. 57a Abs. 1 IVG und Art. 73ter Abs. 1 IVV; BGE 134 V 97 E. 2.8.2 mit 

Hinweisen; Urteil des BGer 9C_617/2009 vom 15. Januar 2010 E. 2.1). 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 16 

2.6 Nach dem vorstehend Dargelegten ergibt sich zusammengefasst, dass 

die Vorinstanz im Zusammenhang mit dem Vorbescheid vom 7. Januar 

2014 (act. 39), welcher durch denjenigen vom 6. Januar 2016 ersetzt wor-

den war (act. 114), mangels Hinweisen auf eine mögliche, drohende 

Schlechterstellung (reformatio in peius) der Beschwerdeführerin kein Bun-

desrecht verletzt hat. Daran vermögen deren gegenteilige Äusserungen 

nichts zu ändern. 

3.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

3.1 Die Beschwerdeführerin ist italienische Staatsangehörige und wohnt in 

Frankreich. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4). 

3.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). 

Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vorschriften Anwendung, 

die spätestens beim Erlass der Verfügungen vom 27. Mai und 1. Juli 2019 

(act. 183 und 187) in Kraft standen (so auch die Normen der am 1. Januar 

2012 in Kraft getretenen Fassung des IVG vom 18. März 2011 [6. IV-Revi-

sion], nicht jedoch die seit 1. Januar 2022 in Kraft stehenden Änderungen 

des IVG vom 19. Juni 2020 [Weiterentwicklung der IV, AS 2021 705; BBl 

2017 2535]); weiter aber auch solche, die zu jenem Zeitpunkt bereits aus-

ser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher ent-

standener Leistungsansprüche von Belang sind. Dort, wo die 6. IV-Revi-

sion keine Änderung gebracht hat, wird auf die Bestimmungen in der ab 

1. Januar 2008 geltenden Fassung verwiesen. 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de
https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2017/544/de
https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2017/544/de

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 17 

3.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, d.h. während mindestens dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 

1. Januar 2008 geltenden Fassung). Diese Bedingungen müssen kumula-

tiv gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn 

die andere erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen 

während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge geleistet, so dass die Vo-

raussetzung der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der 

ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist (vgl. Urteil des BVGer C-

5008/2016 vom 23. August 2017 E. 4.4). 

3.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-

ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff 

enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren 

Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-

keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 8 Rz. 7). Arbeits-

unfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-

rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

ATSG). 

3.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 18 

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 

281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 

gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 

der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 

nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 

E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-

mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-

len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 

5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 

trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies 

ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 

279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

3.6 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung oder ein damit vergleichbares psychosomati-

sches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3), sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berück-

sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 19 

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). Zu ergänzen bleibt, dass sich das Bundesgericht in zwei 

wichtigen Leitentscheiden zur Beurteilung der invalidisierenden Wirkung 

psychischer Leiden geäussert hat. Es distanzierte sich im Rahmen seiner 

Praxisänderung zu Depressionen und anderen psychischen Leiden von 

der (kurzen Episode der) Sonderrechtsprechung für Depressionen, weitete 

die Indikatorenprüfung der neuen "Schmerzrechtsprechung" gemäss BGE 

141 V 281 auf sämtliche psychischen Leiden aus und präzisierte einige der 

Indikatoren (vgl. BGE 143 V 409 [= 8C_841/2016 vom 30. November 2017] 

und 143 V 418 [=8C_130/2017 vom 30. November 2017]). 

3.7 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung 

haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-

keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-

destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art. 28 

Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf 

eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derje-

nige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein sol-

cher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten-

den Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 

50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohn-

sitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, 

soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Rege-

lung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend gegeben (vgl. Art. 7 

der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, 

sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 

E. 6c). 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 20 

3.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-

nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begutachtenden) 

Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit 

den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung 

der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf 

die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine 

Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent sind. Bei der Fol-

genabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für 

die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsun-

fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 

Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztli-

chen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden kön-

nen. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die 

Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachperso-

nen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 

140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgabenbereich 

des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu äussern, 

da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern auch von 

erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).  

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 21 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Unab-

hängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Pathologie 

oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-

rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-

kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-

rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-

terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-

liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu 

plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-

tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen 

Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern 

(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine 

ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 

E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-

tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-

nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-

beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den 

Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose 

gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-

hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-

tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-

tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Eine begutachtende medizinische Fachperson muss über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. 

November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Den von Versicherungsträgern im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen 

Sachverständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entspre-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 22 

chen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 

V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). 

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforder-

lichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009 

vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert 

wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Eine von 

anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-

teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 

gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 

Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 

abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 

eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 

der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 

V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a). 

Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-

weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 23 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fach-

personen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arz-

tes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auf-

tragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel 

auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten 

anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen 

haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung 

veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6). 

4.  

Im Entscheid des Bundesverwaltungsgericht C-5008/2016 vom 23. August 

2017 wurde zusammengefasst erwogen, das Gutachten der D._______ 

vom 5. November 2015 sei in mehrerer Hinsicht zu bemängeln. Eindrück-

lich habe der onkologische Teilgutachter Dr. med. Thorn offenbart, er habe 

trotz intensiver Bemühungen die relevanten Spitalberichte nicht erhalten. 

Damit habe er sich für die Beurteilung der – vorliegend im Zentrum stehen-

den – Krebserkrankung auf eine unvollständige Aktenlage respektive ei-

nige handschriftliche Arztberichte stützen müssen. Die Vorinstanz hätte da-

für sorgen müssen, dass der onkologische Teilgutachter vor seiner Begut-

achtung über die vollumfänglichen medizinischen Unterlagen verfügt. Auf 

die Schlussfolgerungen des onkologischen Facharztes des D._______ 

könne daher – selbst bei im Übrigen einwandfreier Begutachtung – nicht 

ohne Weiteres abgestellt werden (E. 6.1). Weiter erwog das Bundesver-

waltungsgericht, trotz der von der Versicherten mehrfach geäusserten 

Schmerzen anlässlich der Untersuchung sowie der angegebenen Druck-

dolenzen habe der D._______-Gutachter Dr. med. O._______ in seinem 

neurologischen Teilgutachten auf einen insgesamt unauffälligen klinischen 

Status geschlossen. Insbesondere habe er kein radikuläres Reiz- oder 

Ausfallsyndrom feststellen können. Die Abweichung zu dem in den ihm vor-

gelegenen Medizinalakten ersichtlichen Befund von Dr. med. H._______ 

habe Dr. med. O._______ nicht begründet. Dem neurologischen Teilgut-

achten sei insbesondere nicht zu entnehmen, dass Dr. med. O._______ 

seinen Befund, insbesondere das Fehlen eines Reizsyndroms, mittels ei-

nes MRI u.ä. verifiziert hätte (E. 6.2). In den im vorliegenden Beschwerde-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 24 

verfahren eingereichten Berichten würden die Rückenprobleme der Be-

schwerdeführerin mehrfach wiederholt sowie genauer dargelegt (E. 6.3). 

Die zu grössten Teilen neueren, erst nach der Begutachtung der Versicher-

ten durch das D._______ datierenden Arztberichte stellten die Vollständig-

keit der Begutachtung des D._______ in Frage. Unabhängig von der 

Schlüssigkeit des D._______-Gutachtens erfordere insbesondere die von 

Dr. med. P._______ erwähnte Diskarthrose der Wirbelsäule eine entspre-

chende fachärztliche Abklärung in orthopädischer Hinsicht. Indem das 

D._______-Gutachten keine orthopädische Teilbegutachtung enthalte, er-

scheine es bereits aus diesem Grunde unvollständig. Die durch die behan-

delnden Ärzte der Versicherten mehrfach (zum Teil bereits vor der polydis-

ziplinären Begutachtung im D._______) gestellte Diagnose Lumboischial-

gie bezeichne ein lumbosakrales Wurzelreizsyndrom. Dies widerspreche 

der (nicht begründeten) Feststellung von Dr. med. O._______, wonach 

kein radikuläres Reizsyndrom festzustellen sei. Mangels Vorliegens ent-

sprechender bildgebender Befunde erscheine damit der Gesundheitszu-

stand der Beschwerdeführerin in orthopädischer respektive neurologischer 

Hinsicht (betreffend ein allfälliges radikuläres Reizsyndrom) nicht hinrei-

chend geklärt. Sollten bei der Versicherten insbesondere die Diagnosen 

der Lumboischialgie respektive der Diskarthrose medizinisch nachgewie-

sen werden, so wäre eine zusätzliche Auswirkung dieser Erkrankungen auf 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht auszuschliessen (E. 6.4). 

Schliesslich erscheine das D._______-Gutachten insgesamt in einer wei-

teren Hinsicht unvollständig respektive widersprüchlich. So habe der onko-

logische Fachgutachter Dr. med. N._______ festgestellt, die von der Versi-

cherten geschilderten somatischen Beschwerden liessen sich lediglich 

zum Teil als Folge beziehungsweise Spättoxizität der eingesetzten kombi-

nierten Immuno-Chemotherapie erklären. Obwohl damit die durchgeführte 

Chemotherapie keine vollständige Erklärung für die von der Beschwerde-

führerin u.a. beklagten Gefühlsstörungen respektive neurologischen Be-

schwerden erlaube, habe sich der neurologische Gutachter nicht detailliert 

mit diesen Beschwerden auseinandergesetzt. Diese Unterlassung stelle 

ebenfalls die Vollständigkeit sowie den Beweiswert des neurologischen 

Teilgutachtens und damit auch des Gesamtgutachtens in Frage. Entspre-

chend habe bereits der Neurologe Dr. med. Q._______ des Centre Hospi-

talier de M._______ ausdrücklich auf das Erfordernis einer weiteren Unter-

suchung in Bezug auf die Frage, ob die beklagten Gefühlsstörungen eine 

Folge der durchgeführten Chemotherapie darstellen, hingewiesen (E. 6.5). 

Nach dem Gesagten fehle in den vorliegenden Akten eine rechtsgenügli-

che und umfassende Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwer-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 25 

deführerin, insbesondere in onkologischer, orthopädischer sowie in neuro-

logischer Hinsicht. Damit habe die Vorinstanz den rechtserheblichen Sach-

verhalt nicht vollständig festgestellt und gewürdigt (E. 7). 

5.  

Der Vorinstanz (bzw. der IV-Stelle B._______) dienten in medizinischer 

Hinsicht als Entscheidgrundlage der vorliegend angefochtenen Verfügun-

gen vom 27. Mai resp. 1. Juli 2019 das – zufolge des Urteils des Bundes-

verwaltungsgerichts C-5008/2016 vom 23. August 2017 veranlasste – in-

terdisziplinäre Gutachten der I._______ vom 20. November 2018 (act. 169) 

sowie die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. C._______ vom 5. 

Dezember 2018 (act. 173) und 12. Juni 2019 (act. 184). Diese Dokumente 

sind nachfolgend zusammengefasst wiederzugeben. Anschliessend ist 

insbesondere zu prüfen, ob nun eine rechtsgenügliche und umfassende 

Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin insbeson-

dere in onkologischer, orthopädischer sowie in neurologischer Hinsicht vor-

liegt resp. ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt jetzt als vollständig ab-

geklärt und gewürdigt erweist. Falls dies bejaht werden kann, ist weiter zu 

prüfen, ob die Beschwerdeführerin einen (befristeten oder unbefristeten) 

Rentenanspruch hat resp. ob die materiellen, kumulativen Anspruchsvo-

raussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG (vgl. zum kumulativen 

Charakter von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG bspw. Urteil des BGer 

9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG erfüllt 

sind (vgl. E. 3.7 hiervor). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, 

dass der Rentenanspruch gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von 

sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 

29 Abs. 1 ATSG entsteht, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-

dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1 und Abs. 3). Aufgrund der Anmel-

dung vom 26. November 2012 (vgl. Bst. A.a hiervor) könnte der Beschwer-

deführerin demnach frühestens ab Mai 2013 unter der Bedingung, dass die 

materiellen Anspruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG 

erfüllt sind, eine IV-Rente ausgerichtet werden.  

5.1  

5.1.1 Im orthopädisch-/traumatologischen Gutachten vom 13. August 2018 

stellte Dr. med. R._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Relevanz für die Arbeitsfä-

higkeit keine Diagnosen. Ohne Relevanz diagnostizierte er ein chronisches 

Lumbovertebralsyndrom mit mittelgradig demonstrierter Funktionsein-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 26 

schränkung ohne Hinweise auf radikuläre Reizsymptomatik, ein chroni-

sches Zervikalsyndrom mit leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschrän-

kung sowie eine bekannte kortikale Osteolyse der rechten Darmbeinschau-

fel. Weiter führte Dr. med. R._______ zusammengefasst aus, wesentliche 

Einschränkungen des Aktivitätenniveaus liessen sich nicht erkennen. Si-

cherlich sei eine Einschränkung körperlich mittelschwerer und schwerer 

Tätigkeiten plausibel und werde auch von der Versicherten vermieden. Zu-

sammenfassend sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

(Cc._______verkäuferin) uneingeschränkt möglich. Gleiches gelte für die 

leidensadaptierten Tätigkeiten (act. 169 S. 88 bis 104). 

5.1.2 Im onkologischen Teilgutachten vom 16. August 2018 diagnostizierte 

Dr. med. S._______, Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie, eine 

mässige chronische Fatigue im Rahmen eines follikulären Lymphoms, 

Erstdiagnose 2006, mit Progression in ein diffuses grosszelliges Non Ho-

dgkin-Lymphom 2011 sowie einen Zustand nach Chemo-/Immuntherapie 

bis 2013 bei seitheriger kompletter Remission. Weiter führte Dr. med. 

S._______ zusammengefasst aus, bei recht ordentlichem klinischem All-

gemeinzustand werde die Fatigue-Symptomatik gutachterlicherseits als al-

lenfalls mässig einschränkend gewertet. Körperlich schwere und 

schwerste Tätigkeiten seien langfristig zwar nicht geeignet, für angepasste 

leichte und mittelschwere Tätigkeiten bestehe jedoch ein positives Leis-

tungsvermögen mit einer durch die Fatigue-Symptomatik bestehenden 

Einschränkung von 30 % (bis maximal 40 %). Grundsätzlich bestehe Ei-

nigkeit mit dem onkologischen Teilgutachten des polydisziplinären 

D._______-Gutachtens vom 5. November 2015. Die Einschätzung der Ar-

beitsunfähigkeit ab Mai 2012 unterscheide sich in der aktuellen Begutach-

tung nur minimal. Allerdings sei anzunehmen, dass die (Fatigue-)Be-

schwerden der Versicherten nicht erst seit der Erstdiagnose der Transfor-

mation bestanden hätten. Von Oktober 2011 (Progress des follikulären 

Lymphoms) bis April 2012 habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 20 % vorgelegen. Ab der Diagnosestellung des hochmalignen (diffus-

grosszelligen) Lymphoms im Mai 2012 bis zum Abschluss der Chemothe-

rapie inklusive einer Rekonvaleszenzzeit von (konservativ) drei Monaten, 

das heisse bis Mai 2013, habe ein aufgehobenes Leistungsvermögen 

(100%ige Arbeitsunfähigkeit) für sämtliche Tätigkeiten bestanden. Seit Juni 

2013 bestehe ein Leistungsvermögen entsprechend der aktuellen Ein-

schätzung der Einschränkung von 30 % bis maximal 40 %. Einschränkun-

gen im beruflichen Bereich und im Haushalt dürften vom Schweregrad her 

in etwa korrelieren (act. 169 S. 28 bis S. 43). 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 27 

5.1.3 Dr. med. T._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie so-

wie Neurologie, führte in seiner Teilexpertise vom 22. August 2018 zusam-

mengefasst aus, unter Berücksichtigung der Angaben in den Befundberich-

ten des behandelnden Psychiaters könne die Diagnose einer länger anhal-

tenden, gemischt ängstlich-depressiven Störung bestätigt werden, wobei 

jedoch einschränkend festzuhalten sei, dass die Symptomatik derzeit und 

auch in der Vergangenheit (Untersuchung durch Dr. med. U._______) sub-

syndromal gewesen sei. Aus diesem Grund habe Dr. med. U._______ 

auch die Möglichkeit gehabt, dass eine Anpassungsstörung vor dem Hin-

tergrund von Kränkungserlebnissen und erlebter Diskriminierung zu disku-

tieren sei. Insgesamt lasse sich aber festhalten, dass aufgrund der ängst-

lich-depressiven Symptomatik von subsyndromalem Ausprägungsgrad 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht abgeleitet werden könne. Die 

Angabe von Dr. med. G._______, seine Patientin sei arbeitsunfähig, sei 

vor diesem Hintergrund nicht zu bestätigen. Subjektiv rücke die Versicherte 

chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Fatigue in den Vordergrund. 

Dazu sei festzuhalten, dass sie anlässlich der psychiatrischen Exploration 

in den Mittagsstunden keinerlei Anzeichen von Tagesmüdigkeit, Erschöp-

fung oder Ermüdung geboten habe. Auch ihre Schilderung zur Bewältigung 

ihres Alltages, zu ihren Alltagsaktivitäten (z.B. Auftritte als Sängerin auf der 

Strasse in […]) würden ebenfalls gegen eine massgebliche, sozialversiche-

rungsmedizinisch relevante Müdigkeit bzw. Fatigue-Problematik sprechen. 

Vielmehr müsse von einem subjektiven Müdigkeits- und Erschöpfungs-

empfinden ausgegangen werden, welches die Arbeitsfähigkeit aus psychi-

atrischer Sicht nicht beeinträchtige. Eine wesentliche Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen lasse sich aus psy-

chiatrischer Sicht nicht feststellen. Die von der Versicherten geschilderte 

Müdigkeit und Erschöpfung spiegle sich auf der psychiatrischen Befund-

ebene nicht wider und stehe auch in einem gewissen Gegensatz zu den 

von ihr geschilderten Aktivitäten im Alltag. Auch die ängstlich-depressive 

Symptomatik sei nur geringfügig ausgeprägt und habe keine hemmenden 

Funktionseinbussen zur Folge. Die Auffassung von Dr. med. G._______, 

die Versicherte sei zu 100 % arbeitsunfähig, lasse sich bei der sehr gering-

fügigen Ausprägung der Befundlage nicht nachvollziehen. Möglicherweise 

übernehme der behandelnde Psychiater subjektive Beschwerdeschilde-

rungen in seine Beurteilung, was versicherungsmedizinisch jedoch unzu-

lässig sei. Es müssten Funktionseinschränkungen aufgrund psychiatri-

scher Störungen vorhanden sein, hier lägen jedoch nur geringfügige Auf-

fälligkeiten vor. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in ihrer Ar-

beitsfähigkeit nicht eingeschränkt und in der Lage, jegliche, ihrem Ausbil-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 28 

dungs- und Kenntnisstand angepasste Tätigkeiten, die auch ihrem körper-

lichen Belastbarkeitsprofil entsprechen würden, auszuüben. Eine Arbeits-

unfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht auch rückblickend nicht zu attes-

tieren. Die Ergebnisse des D._______-Gutachtens vom 5. November 2015 

würden diesseits aus psychiatrischer Sicht bestätigt. Es ergäben sich keine 

Gesichtspunkte, welche abweichend von der Vorbegutachtung eine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Die Gründe, weshalb 

der Einschätzung des behandelnden Psychiaters nicht gefolgt werde, sei 

diskutiert worden (act. 169 S. 58 bis S. 74). 

5.1.4 Dr. med. V._______, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Teil-

gutachten vom 2. November 2018 mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit 

ebenfalls keine Diagnosen. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit er-

wähnte er elektroneurographisch sensible Leitungsverzögerungen der 

Armnerven, insbesondere an physiologischen Engstellen ohne klinische 

Entsprechung. Weiter führte Dr. med. V._______ aus, die geklagten Be-

schwerden und die geschilderten Aktivitäten der Versicherten seien rein 

neurologisch nicht widersprüchlich. Zweifel an Konsistenz und Plausibilität 

bestünden aus neurologischer Sicht nicht. Neurophysiologische Auffällig-

keiten hätten kein überzeugendes klinisches Korrelat, und für das Vorlie-

gen einer relevanten CIN (zervikale intraepitheliale Neoplasie) ergäben 

sich keine Hinweise. Es bestehe – auch rückblickend – keine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht. Der neurologische Be-

fund gemäss dem D._______-Vorgutachten vom 5. November 2015 ent-

spreche im Wesentlichen dem "hier" erhobenen. Die jetzt vorliegende, sehr 

umfangreiche neurophysiologische Abklärung spreche für eine differente 

Bewertung, habe aber bezüglich der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

nur geringen Einfluss (act. 169 S. 75 bis 87). 

5.1.5 In seiner Teilexpertise vom 2. November 2018 führte Dr. med. 

W._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Tropenmedizin 

sowie Infektiologie, zusammengefasst aus, die Versicherte klage seit etwa 

2006, verstärkt seit 2013, über eine Fatigue-Symptomatik. Aus allgemein-

internistischer Sicht handle es sich hierbei um eine Tumor-assoziierte Fati-

gue – insofern werde hierzu und zum Einfluss der Fatigue auf die Arbeits-

fähigkeit ebenfalls auf das onkologische Gutachten verwiesen. Aus allge-

mein-internistischer Sicht sei anzufügen, dass das Tumor-assoziierte Fati-

gue-Syndrom keine nosologische Entität darstelle, es gebe keine verläss-

lichen Labor- oder Funktionstests, die Ursachen seien vielfältig und es 

gebe somatische, kognitive und psychosoziale Einflussfaktoren. Aus inter-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 29 

nistischer Sicht könne man aber feststellen, dass sich keine anderen Er-

krankungen fänden, welche (zusätzlich) Ursache eines Fatigue-Syndroms 

sein könnten wie zum Beispiel Hypothyreose oder andere Endokrinopa-

thien, Anämie, chronische Entzündung, Autoimmunkrankheiten, etc.. Zu-

sammenfassend seien die internistischen Erkrankungen von eher geringer 

Relevanz und hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (zur Cancer-

related Fatigue werde auf das onkologische Gutachten verwiesen). Aus all-

gemein-internistischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit vorgelegen (zum malignen Lymphom werde auf das 

onkologische Gutachten verwiesen). Im Hinblick auf internistische Erkran-

kungen ergebe sich jetzt im Vergleich zum Vorgutachten keine wesentliche 

Änderung. Unter den Diagnosen seien damals allerdings rezidivierende 

synkopale Beschwerden aufgeführt worden. Aus heutiger Sicht sei nicht 

klar, worauf diese Diagnose beruht habe. Gegenwärtig bestehe jedenfalls 

keine entsprechende Symptomatik (act. 169 S. 44 bis S. 57). 

5.1.6 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 20. November 2018 

wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mässig chronische Fati-

gue im Rahmen eines follikulären Lymphoms, Erstdiagnose 2006, mit Pro-

gression in ein diffuses grosszelliges Non Hodgkin-Lymphom 2011 sowie 

ein Zustand nach Chemo-/Immuntherapie bis 2013 bei seitheriger komplet-

ter Remission diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

wurden unter anderem Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: 

F41.2) in subsyndromaler Ausprägung, ein chronisches Lumbovertebral-

syndrom mit mittelgradig demonstrierter Funktionseinschränkung ohne 

Hinweis auf eine radikuläre Reizsymptomatik sowie ein chronisches Zervi-

kalsyndrom mit leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschränkung diagnos-

tiziert. Von Oktober 2011 bis April 2012 habe sowohl in der bisherigen als 

auch in einer leidensangepassten Verweistätigkeit eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 20 % vorgelegen. Ab der Diagnosestellung des hoch-

malignen Lymphoms im Mai 2012 bis zum Abschluss der Chemotherapie 

inklusive einer Rekonvaleszenzzeit von (konservativ) drei Monaten, das 

heisse bis Mai 2013, habe ein aufgehobenes Leistungsvermögen 

(100%ige Arbeitsunfähigkeit) für sämtliche Tätigkeiten bestanden. Seit Juni 

2013 bestehe sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepass-

ten Verweistätigkeit ein Leistungsvermögen entsprechend der aktuellen 

Einschätzung der Einschränkung von 30 % bis maximal 40 %. Die Gesamt-

arbeitsfähigkeit ergebe sich direkt aus der onkologischen Begutachtung, 

da in den übrigen Fachgutachten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

habe festgestellt werden können. Grundsätzlich bestehe – ausser dem Be-

ginn der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit retrospektiv bereits ab Oktober 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 30 

2011 – Einigkeit mit dem onkologischen Fachgutachten des polydisziplinä-

ren D._______-Gutachtens vom 5. November 2015. Die Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2012 unterscheide sich in der aktuellen Begut-

achtung nur minimal. Im Hinblick auf internistische Erkrankungen ergebe 

sich im Vergleich zum Vorgutachten keine wesentliche Änderung. Der neu-

rologische Befund entspreche im Wesentlichen dem hier erhobenen. Die 

Ergebnisse des D._______-Gutachtens vom 5. November 2015 würden 

diesseits aus psychiatrischer Sicht betätigt. Es ergäben sich keine Ge-

sichtspunkte, welche abweichend von der Vorbegutachtung eine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden. Die Einschränkungen 

im beruflichen Bereich und im Haushalt dürften vom Schweregrad aus on-

kologischer Sicht in etwa korrelieren. Aus den anderen Fachgebieten be-

stünden keine Einschränkungen bei Beachtung des Belastungsprofils (act. 

169 S. 1 bis S. 27). 

5.1.7 In seiner Stellungnahme vom 5. Dezember 2018 führte der RAD-Arzt 

Dr. med. C._______ zusammengefasst aus, zur bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung mit der Festlegung von Standardindikatoren sei nach ei-

gener Prüfung festzustellen, dass diese im Gutachten zwar nicht Punkt für 

Punkt abgearbeitet worden seien, dass aber alle wesentlichen Standardin-

dikatoren ausreichend erfasst und diskutiert worden seien. Die gutachter-

lich festgestellten Krankheiten und Beschwerden hinsichtlich ihrer Symp-

tomatologie, des Krankheitsverlaufs und ihrer Auswirkungen auf den Alltag 

seien anhand der fachärztlich erhobenen Befunde nachvollziehbar festge-

stellt und bewertet worden. Hinweise für eine Aggravation oder Simulation 

hätten sich bei der Begutachtung zwar nicht ergeben. Die Gutachter hätten 

jedoch gewisse Hinweise auf Inkonsistenzen und Diskrepanzen festge-

stellt. Hinsichtlich der Ausschlusskriterien und Standardindikatoren berich-

tete Dr. med. C._______ weiter, eigentlich lägen keine Ausschlusskriterien 

vor. Berichtet werde jedoch zum Beispiel im onkologischen Gutachten über 

Hinweise auf bestehende Inkonsistenzen. Der orthopädische Gutachter 

habe die dargestellten Funktionseinschränkungen für die Inklination als In-

konsistenz bewertet. Polydisziplinär werde auch auf Diskrepanzen verwie-

sen zwischen den von der Versicherten geschilderten Problemen (Müdig-

keit und Erschöpfung) und den objektiv erhobenen klinischen Befunden. 

Ein gewisser Gegensatz bestehe auch zu den mitgeteilten Aktivitäten im 

Alltag. Die persönliche, berufliche und gesundheitliche Entwicklung, der 

bisherige Verlauf von Behandlungen etc., die Konsistenz und Plausibilität 

und die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen sowie psychosoziale 

Faktoren seien in den Einzelgutachten mit nachvollziehbarem Ergebnis ge-

prüft worden. Die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne als 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 31 

schlüssig bezeichnet werden. Weitere medizinische Abklärungen seien 

nicht notwendig. Der definierte Arbeitsunfähigkeitsverlauf könne übernom-

men werden. Im Hinblick auf die vorliegende, lediglich milde Fatigue-Symp-

tomatik müsse die onkologische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwar als 

sehr vorsichtig im Sinne der Versicherten interpretiert werden, sie könne 

aber durchaus übernommen werden. Die von der Versicherten geschilder-

ten Rückenbeschwerden und Gefühlsstörungen resp. die neurologischen 

Beschwerden sowie die gestellte Diagnose einer Lumboischialgie seien 

ausreichend beurteilt worden. Die Einschränkung von 17 % im Haushalt 

sei aus medizinischer Sicht nachvollziehbar (act. 173). 

5.1.8 In seiner Stellungnahme vom 12. Juni 2019 berichtete Dr. med. 

C._______, das vom behandelnden Arzt Dr. med. H._______ am 18. April 

2019 handschriftlich verfasste Attest (act. 179 S. 4) sei in keiner Weise 

ausreichend begründet und nachvollziehbar. Naturgemäss komme es im-

mer wieder bei Begutachtungen zu Beurteilungsdiskrepanzen zwischen 

neutralen Gutachtern und den behandelnden Ärzten. Zusammenfassend 

könne am Ergebnis des Gutachtens vom 20. November 2018 bzw. an der 

RAD-Beurteilung vom 5. Dezember 2018 festgehalten werden (act. 184). 

5.2  

5.2.1 Das polydisziplinäre Gutachten der I._______ ist für die streitigen Be-

lange weitgehend umfassend, beruht auf den notwendigen Untersuchun-

gen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorak-

ten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zu-

sammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzt 

sich ausführlich mit den bei den Akten liegenden fachärztlichen Einschät-

zungen – insbesondere der Expertise der D._______ vom 5. November 

2015 (act. 106) – auseinander, steht in Übereinstimmung mit den Teilex-

pertisen und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Obwohl retro-

spektive Beurteilungen der Arbeits(un)fähigkeit schwierig sind und deshalb 

entsprechende Begutachtungen erhöhten Ansprüchen genügen müssen 

(vgl. Urteil des BVGer C-8902/2010 vom 14. März 2013 E. 5.2.1 mit Hin-

weisen), erfüllt diese Expertise sämtliche Anforderungen an beweiswertige 

ärztliche Entscheidgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis; E. 

3.8 hiervor). 

5.2.2 Wie bereits dargelegt wurde (vgl. E. 3.8 hiervor), kann auf Stellung-

nahmen von Fachärztinnen und -ärzten des RAD nur unter der Bedingung 

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C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 32 

abgestellt werden, dass deren Beurteilungen den allgemeinen beweis-

rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (resp. an ein Gut-

achten) genügen und zudem die beigezogenen Ärztinnen und Ärzte über 

die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen ver-

fügen. Den Stellungnahmen resp. Berichten im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis 

IVG von Dr. med. C._______ kann volle Beweiskraft zukommen, wenn die 

übrigen, von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung herausgearbeiteten 

Kriterien erfüllt sind. Daran besteht im vorliegenden Fall grundsätzlich kein 

Zweifel. Dr. med. C._______ standen Informationsquellen in Form von 

Arztberichten der behandelnden Ärzte und Anamnesen sowie zwei poly-

disziplinäre Expertisen zur Verfügung. Seine Stellungnahmen berücksich-

tigten einerseits die Leiden der Beschwerdeführerin und wurden in Kennt-

nis der Vorakten abgegeben. Andererseits sind die Beurteilungen der me-

dizinischen Situation in somatischer Hinsicht und die entsprechenden 

Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dass Dr. med. C._______ 

über keinen Facharzttitel auf den Gebieten der Onkologie, der Inneren Me-

dizin, der Psychiatrie und Psychotherapie, der Neurologie sowie der Ortho-

pädie verfügt, vermag daran nichts zu ändern. Er verfügt mit Blick auf die 

bei der Beschwerdeführerin vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchti-

gungen über ausreichend Fachwissen, um eine überzeugende, schlüssige 

und somit rechtsgenügliche Beurteilung abgeben zu können, zumal er sich 

in seinen Stellungnahmen vom 5. Dezember 2018 und 12. Juni 2019 ins-

besondere darauf beschränkte, sich mit dem schlüssigen polydisziplinären 

I._______-Gutachten auseinanderzusetzen. Darüber hinaus standen ihm 

zahlreiche fachärztliche Dokumente zur Verfügung, die auch der freien Be-

weiswürdigung des Gerichts unterliegen (vgl. Urteil des BVGer C-

6398/2009 vom 18. Mai 2012 E. 2.1; zum Grundsatz der freien Beweiswür-

digung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Auf das Einholen von weiteren Berichten 

entsprechend ausgebildeter Spezialärztinnen und -ärzte konnte und kann 

unter diesen Umständen verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdi-

gung vgl. BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV 

Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1). 

5.3  

5.3.1 Zwar ist festzuhalten, dass die rechtsprechungsgemässen Standard-

indikatoren (Kategorie "funktioneller Schweregrad" [a: Komplex "Gesund-

heitsschädigung" {Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde; Behand-

lungserfolg oder -resistenz; Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbi-

ditäten}; b. Komplex "Persönlichkeit" {Persönlichkeitsdiagnostik, persönli-

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 33 

che Ressourcen} und c. Komplex "Sozialer Kontext"] und Kategorie "Kon-

sistenz" [a: Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen; b: Behandlungs- und eingliederungs-

anamnestisch ausgewiesener Leidensdruck]) von den Fachärzten in Über-

einstimmung mit den Ausführungen von Dr. med. C._______ vom RAD in 

dessen Stellungnahme vom 5. Dezember 2018 nicht Indikator für Indikator 

geprüft wurden. Dennoch äusserten sich die Experten rechtsgenüglich zu 

der bisherigen persönlichen, beruflichen und gesundheitlichen Entwicklung 

der Beschwerdeführerin einschliesslich der aktuellen psychischen, sozia-

len und gesundheitlichen Situation, zum bisherigen Verlauf von Behand-

lungen, Rehabilitationen, Eingliederungsmassnahmen, Heilungschancen, 

etc., zur Konsistenz und Plausibilität sowie zu den Fähigkeiten, Ressour-

cen und Belastungen (act. 169 S. 36 bis 39 [onkologisches Teilgutachten 

von Dr. med. S._______], S. 52 bis 53 [internistisches Teilgutachten von 

Dr. med. W._______], S. 69 bis 70 [psychiatrisches Teilgutachten von 

Dr. med. T._______], S. 83 [neurologisches Teilgutachten von Dr. med. 

V._______] und S. 96 bis 97 [orthopädisch-/traumatologisches Gutachten 

von Dr. med. R._______]; vgl. E. 5.1.1 bis 5.1.5 hiervor). 

5.3.2 Die Einschränkung der Gesamtarbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-

rerin ergab sich nur aus der onkologischen Begutachtung, und der Psychi-

ater Dr. med. T._______ konnte aufgrund der ängstlich-depressiven Symp-

tomatik von subsyndromalem Ausprägungsgrad keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit ableiten. Auch vor dem Hintergrund, dass das Bundesge-

richt mit BGE 141 V 281 die Voraussetzungen, unter denen anhaltende 

somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische 

Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermögen, grund-

legend überdacht und teilweise geändert und mit den zwei Grundsatzent-

scheiden BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418 eine Präzisierung dieser 

Rechtsprechung von BGE 141 V 281 vorgenommen resp. erwogen hat, 

dass sämtliche psychische Leiden dem indikatorengestützten Beweisver-

fahren, welches für die somatoformen Schmerzstörungen und vergleichba-

ren psychosomatischen Störungen entwickelt wurde, zu unterstellen sind, 

lässt sich die grundsätzliche Beweiskraft der I._______-Expertise nicht in 

Frage stellen. Diese Beweiskraft ergibt sich letztlich auch aus dem Um-

stand, dass hinsichtlich der qualitativen Anforderungen an ein strukturiertes 

Beweisverfahren mit Blick auf das bei der Beschwerdeführerin im Vorder-

grund stehende Beschwerdebild auf dem medizinischen Fachgebiet der 

Onkologie (mässige chronische Fatigue im Rahmen eines follikulären Lym-

phoms, Erstdiagnose 2006, mit Progression in ein diffuses grosszelliges 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 34 

Non Hodgkin-Lymphom 2011 sowie einen Zustand nach Chemo-/Immun-

therapie bis 2013 bei seitheriger kompletter Remission; vgl. E. 5.1.2 hier-

vor) differenziert werden kann resp. die Diagnosestellung, die Erhebung 

der funktionellen Einschränkungen im Leistungsvermögen sowie die Be-

rücksichtigung von persönlichen und sozialen Faktoren bei diesem körper-

lichen, objektivierbaren Krankheitsbild nicht sehr komplex war (vgl. hierzu 

das seit 1. Januar 2015 gültige Kreisschreiben über die Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand: 1. Juli 2020, Rz. 

1005 3/16). 

5.3.3 Die Experten der I._______ hielten dafür, dass von Oktober 2011 bis 

April 2012 sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten 

Verweistätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % und ab 

Mai 2012 bis Mai 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tä-

tigkeiten vorgelegen hatte, wobei seit Juni 2013 sowohl in der bisherigen 

als auch in einer leidensangepassten Verweistätigkeit ein Leistungsvermö-

gen entsprechend der aktuellen Einschätzung der Einschränkung von 

30 % bis maximal 40 % besteht. Mit Blick auf diese Beurteilung sowie die-

jenige der Experten der D._______, wonach in einer adaptierten Tätigkeit 

eine Einschränkung von 40 % bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolu-

men bestehe (act. 106 S. 44), ist in Präzisierung des Gutachtens der 

I._______ zu Gunsten der Beschwerdeführerin ebenfalls von einer 40%i-

gen Einschränkung auszugehen. 

5.4  

5.4.1 Betreffend die im Entscheid C-5008/2016 des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 23. August 2017 (act. 140) monierte Unvollständigkeit des 

D._______-Gutachtens mangels einer fachärztlichen Abklärung in ortho-

pädischer Hinsicht (E. 6.3 und 6.4) ist weiter festzuhalten, dass eine solche 

im Rahmen der Begutachtung der I._______ erfolgt ist und in Übereinstim-

mung mit Dr. med. C._______ vom RAD (act. 173) die von der Beschwer-

deführerin geschilderten Rückenbeschwerden in Kenntnis diverser Be-

richte aus Italien (act. 148 S. 8 bis 18, S. 31; act. 169 S. 25) rechtsgenüglich 

abgeklärt und gewürdigt worden sind. 

5.4.2 Hinsichtlich der durch die Beschwerdeführerin beklagten Gefühlsstö-

rungen respektive neurologischen Beschwerden bzw. der vom Bundesver-

waltungsgericht im Entscheid C-5008/2016 vom 23. August 2017 bemän-

gelten detaillierten Auseinandersetzung mit diesen Beschwerden durch 

den neurologischen Gutachter (E. 6.2 und 6.5) ist weiter festzuhalten, dass 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 35 

der Neurologe Dr. med. V._______ – in Kenntnis des Berichts der Neuro-

login Dr. med. F._______ vom 22. November 2017 (act. 143) – ohne Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit elektroneurographisch sensible Lei-

tungsverzögerungen der Armnerven, insbesondere an physiologischen 

Engstellen ohne klinische Entsprechung, diagnostiziert und ausgeführt hat, 

der im D._______-Vorgutachten erhobene neurologische Befund entspre-

che im Wesentlichen dem von ihm erhobenen. Die aktuelle, sehr umfang-

reiche neurophysiologische Abklärung spreche jedoch für eine differen-

zierte Bewertung. Unter diesen Umständen sind die vom Bundesverwal-

tungsgericht im Entscheid C-5008/2016 vom 23. August 2017 erwähnten 

Mängel – die Unvollständigkeit resp. Widersprüchlichkeit des D._______-

Gutachtens – in Übereinstimmung mit der Auffassung vom RAD-Arzt Dr. 

med. C._______ in dessen Stellungnahme vom 5. Dezember 2018 (act. 

173) rechtsgenüglich beseitigt worden. 

5.4.3 In Bezug auf die im Entscheid C-5008/2016 vom 23. August 2017 

bundesverwaltungsgerichtlich kritisierte, auf einer unvollständigen medizi-

nischen Aktenlage basierende onkologische Begutachtung (E. 6.1) ist 

schliesslich festzuhalten, dass die im Anschluss an dieses Urteil bei der IV-

Stelle B._______ eingegangenen Berichte des Spitals X._______ in (…) 

vom 3. Februar 2016, 26. September 2016, 5. Oktober 2016, 16. Dezember 

2016 (act. 148 S. 3 bis 6), 11. Juli 2017 (act. 148 S. 21), 17. Juli 2017 (act. 

148 S. 23 bis 25), die Laborberichte vom 9. Oktober 2017 (act. 148 S. 28 

bis 29) und 29. November 2017 (act. 148 S. 33) sowie der Bericht über die 

am 16. Oktober 2017 durchgeführte Tomographie (act. 148 S. 30) den Ex-

perten der I._______ – nebst weiteren – bekannt waren (act. 169 S. 15 bis 

27) und diese Dokumente Eingang in die onkologische resp. polydiszipli-

näre Expertise gefunden haben. Es kann deshalb auch von einer rechts-

genüglichen medizinischen Aktenlage hinsichtlich der onkologischen Prob-

lematik ausgegangen werden. 

5.4.4 In psychiatrischer Hinsicht ergibt sich weiter, dass der Experte 

Dr. med. T._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

Neurologie, in seiner Teilexpertise vom 22. August 2018 – unter anderem 

in Berücksichtigung der Angaben des behandelnden Psychiaters Dr. 

G._______ in dessen Bericht vom 5. Dezember 2017 (act. 144) – die Di-

agnose einer länger anhaltenden, gemischt ängstlich-depressiven Störung 

bestätigte. Die Erklärungen von Dr. med. T._______, weshalb aufgrund der 

ängstlich-depressiven Symptomatik von subsyndromalem Ausprägungs-

grad keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden kann und 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 36 

weshalb die von Dr. med. G._______ attestierte 100 %ige Arbeitsunfähig-

keit bei der sehr geringfügigen Ausprägung der Befundlage nicht nachvoll-

zogen werden kann, ist für das Bundesverwaltungsgericht einleuchtend 

und nicht in Zweifel zu ziehen. Daran vermag auch der Kurzbericht des 

Psychiaters Dr. med. Y._______ vom 7. Dezember 2017 mangels fundier-

ter Auseinandersetzung mit dem Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin in psychischer Hinsicht und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und 

Erwerbsfähigkeit nichts zu ändern (act. 148 S. 35). 

5.4.5 Nichts anderes ergibt sich aus den neueren, nach dem Entscheid des 

Bundesverwaltungsgerichts C-5008/2016 vom 23. August 2017 datieren-

den Berichten des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. 

H._______ (act. 145 S. 1), vom 28. November 2017 (act. 145 S. 3 resp. 

act. 148 S. 32), 4. Dezember 2017 (act. 145 S. 2 resp. act. 148 S. 34) und 

18. April 2019 (act. 179 S. 4) sowie den Berichten der Allgemeinmediziner 

Dres. med. Z._______ und K._______ vom 5. und 7. Dezember 2017 (act. 

146 bis 147). Einerseits verfügen die Dres. med. H._______, Z._______ 

und K._______ als Allgemeinmediziner nicht über einen Facharzttitel in 

Psychiatrie und Psychotherapie. Andererseits erwecken deren Berichte 

keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen 

der Experten der I._______ (vgl. hierzu BGE 135 V 465 E. 4.6), weshalb 

nichts gegen den Hinweis auf die Erfahrungstatsache spricht, dass die be-

handelnden Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 

V 465 E. 4.5; 135 V 351 E. 3a/cc; Urteil des BGer 8C_8/2018 vom 23. April 

E. 3.2). 

5.5 Aufgrund des vorstehend Dargelegten ist zusammenfassend festzuhal-

ten, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit von Oktober 2011 bis April 

2012 sowohl in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten Ver-

weistätigkeit zu 20 % und ab Mai 2012 bis und mit Mai 2013 zu 100 % in 

ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. Seit Juni 2013 be-

tragen diese Einschränkungen nunmehr 40 %. Somit ist erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin ab Mai 2012 – dem Zeitpunkt des Beginns der einjäh-

rigen Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (vgl. E. 3.7 hiervor) – wäh-

rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-

tens 40 % arbeitsunfähig gewesen war (vgl. Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG) und 

sie nach Ablauf des Wartejahres im Mai 2013 zu mindestens 40 % invalid 

war (vgl. Art. 28 Abs. 1 Bst. c IVG). Zu diesem Zeitpunkt ist für sie eine 

verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeiner auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt in Frage kommenden Tätigkeit zu verneinen bzw. ist von einer 

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C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 37 

vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen (vgl. hierzu BGE 130 V 343 

E. 3.2 f.). Davon ist bei der nachfolgenden Bestimmung der Invalidität aus-

zugehen. Hinsichtlich der von der anwaltlich vertretenen Beschwerdefüh-

rerin replicando am 13. Dezember 2019 geltend gemachten Verschlechte-

rung des Gesundheitszustandes (B-act. 15) ist ergänzend darauf hinzuwei-

sen, dass es ihr unbenommen bleibt, sich bei der Invalidenversicherung 

neu anzumelden (vgl. hierzu E. 1.4.3 hiervor). 

6.  

Hinsichtlich der Bemessung der Invalidität bei Teilerwerbstätigen ergibt 

sich vorab, was folgt: 

6.1 Betreffend die Bemessung der Invalidität in Anwendung der sogenann-

ten gemischten Methode liess die Versicherte beschwerdeweise explizit 

ausführen, laut Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 29. April 2013 (recte: 

26. Juli 2013 [act. 29]) sei sie "zu 30 % als Hausfrau und zu 70 % als Er-

werbstätige" einzustufen. Insofern wurde der von der IV-Stelle B._______ 

festgelegte Status von 70 % im Erwerb und 30 % im Haushalt nicht bestrit-

ten, was sich im Übrigen mit Blick auf die Erhebungen im Abklärungsbericht 

Haushalt vom 26. Juli 2013 auch nicht beanstanden lässt. 

6.2 Die Beschwerdeführerin forderte in ihrer Beschwerde jedoch die An-

wendung des neuen Berechnungsmodells seit der Gesuchstellung. Sie be-

zieht sich dabei auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Men-

schenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen 

Schweiz (7186/09). Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob der Ansicht der 

Beschwerdeführerin gefolgt werden kann. 

6.2.1 Gemäss dem vorstehend erwähnten Entscheid des EGMR ist die ge-

mischte Methode bei Teilzeiterwerbstätigen nicht länger anwendbar, wenn 

allein familiäre Gründe, das heisst beispielsweise die Geburt eines Kindes 

und eine damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums, für einen 

Statuswechsel von "vollerwerbstätig" zu "teilerwerbstätig mit Aufgabenbe-

reich" sprechen und die darauf beruhende neue Invaliditätsbemessung zu 

einer revisionsweisen Aufhebung oder Herabsetzung einer bis anhin ge-

währten Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG führen würde 

(BGE 144 I 21 E. 4.2; 143 I 50 und 60; 143 V 77 E. 3.2.2; Urteil des BGer 

8C_782/2016 vom 12. Oktober 2017 E. 3). In Fällen, die ausserhalb dieser 

familiär bedingten Konstellation liegen, ist die Invalidität auch weiterhin 

nach der gemischten Methode zu ermitteln (BGE 143 I 50 E. 4.4; Urteile 

des BGer 9C_232/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 4.3.2 und 9C_615/2016 

C-3253/2019, C-4421/2019 

Seite 38 

vom 21. März 2017 E. 5.2, in: SVR 2017 IV Nr. 53 S. 158). Dies gilt insbe-

sondere bei einer erstmaligen Rentenzusprechung (Urteile des BGer 

8C_793/2017 vom 8. Mai 2018 E. 7.1, 9C_473/2016 vom 25. Januar 2017 

E. 4, in: SVR 2017 IV Nr. 31 S. 88, und 8C_633/2015 vom 12. Februar 

2016 E. 4.3) und damit auch für die Beschwerdeführerin. 

6.2.2 Es trifft zu, dass im Rahmen der – am 1. Dezember 2017 beschlos-

senen Änderung der IVV, in Kraft ab 1. Januar 2018 (vgl. AS 2017 7581 f.; 

vgl. auch Urteile des BGer 8C_21/2018 vom 25. Juni 2018 E. 6 und 

8C_588/2017 vom 22. Dezember 2017 E. 5) – für Teilerwerbstätige, die 

sich zusätzlich im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, in Art. 27bis Abs. 2 

bis 4 IVV ein neues Berechnungsmodell statuiert wurde. Nach der dazu 

ergangenen Übergangsbestimmung gemäss Ziffer II Abs. 1 ist für die im 

Zeitpunkt