# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10f62b1f-2679-5b44-b94b-1f57f1327faf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.05.2010 E-3352/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3352-2010_2010-05-20.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3352/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

A._______, geboren (...),
Bosnien-Herzegowina,
vertreten durch Karine Povlakic, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3352/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  bosnisch-herzegowinischer 
Staatsangehöriger  der  Ethnie  Roma  –  eigenen  Angaben  zufolge 
seinen  Heimatstaat  am  16. Januar  2009  verliess  und  am 
14. Januar 2009  in  einem  Transporter  versteckt  in  die  Schweiz 
gelangte, wo er gleichentags erstmals um Asyl ersuchte, 

dass  sein  Asylgesuch  am  19.  Februar  2009  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wurde, nachdem er unbekannten Aufenthalts 
gewesen war,

dass er am 13. Juni 2009 erneut um Asyl nachsuchte und das BFM in 
der Folge das Verfahren am 22. Juni 2009 wieder aufnahm, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25.  Juni  2009  das  Asylgesuch 
wegen fehlender asylrechtlicher Relevanz der Vorbringen abwies und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  eine gegen  diese  Verfügung 
erhobene  Beschwerde  vom 14. Juli  2009  mit  Urteil  vom 2.  Oktober 
2009  rechtskräftig  abwies  und  das  BFM  eine  Ausreisefrist  auf  den 
6. November 2009 festsetzte, 

dass  der Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge,  seinen 
Heimatstaat  am 20. Dezember  2009 auf  dem Landweg verliess  und 
erneut  unter  Umgehung der Grenzkontrolle  in  die Schweiz einreiste, 
wo er am 9. Februar 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 
B._______ ein zweites Mal um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 11. Februar 2010 und und 
der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  22.  Februar  2010  im  EVZ 
insbesondere  geltend  machte,  er  sei  am  6.  November  2009  nach 
Bosnien zurückgekehrt und habe in der Nähe von C._______, wo auch 
zwei seiner Schwestern wohnen würden, gelebt,

dass  er  jedoch  als  Roma  Mühe  gehabt  habe,  dort  eine  feste 
Anstellung  zu  finden,  um für  seinen  Lebensunterhalt  aufzukommen, 
weshalb er zurück zu (... [Verwandten]) in die Schweiz gekommen sei, 

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dass  der  "Service  d'Aide  Juridique  aux  Exilé-e-s"  (SAJE)  das 
Bundesamt  am  16.  Februar  2010  ersuchte,  eine  Zuweisung  des 
Beschwerdeführers  in  den  Kanton  D._______  zu  verfügen,  da  dort 
seine (...) leben und auf seine Unterstützung zählen würden, 

dass  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  am  9.  März  2010  zu 
einer  allfälligen  Zuweisung  in  einen  anderen  Kanton  das  rechtliche 
Gehör gewährte, 

dass mit Verfügung des BFM vom 9. März 2010 der Beschwerdeführer 
dem Kanton E._______ zugewiesen wurde und das Bundesamt ferner 
festhielt,  eine Beschwerde gegen diesen Entscheid könne nur mit der 
Begründung  angefochten  werden  könne,  er  verletze  den  Grundsatz 
der Einheit der Familie, 

dass  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  keine 
aufschiebende  Wirkung  habe  und  der  Beschwerdeführer  den 
Entscheid in seinem Zuweisungskanton abzuwarten und sich bis zum 
11. März 2010 der (...), E._______, zu melden habe, 

dass  die  gegen  diese  Verfügung  vom  9.  März  2010  erhobene 
Beschwerde  vom  18.  März  2010  mit  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  15.  April  2010  abgewiesen  wurde, 
weil es den Grundsatz der Einheit der Familie gemäss Art. 27. Abs. 3 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  als  nicht 
verletzt erachtete, 

dass das Bundesamt in der Folge mit  Verfügung vom 30. April  2010 
– eröffnet am 3. Mai 2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  9.  Februar 
2010  nicht  eintrat  dessen  Wegweisung  –  unter  Androhung  von 
Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aus  der  Schweiz  anordnete, 
wobei er diese am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen habe,

dass  es  den  Kanton  E._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung 
beauftragte  und dem Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten 
gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Probleme  seien  zum  Teil 
Ausdruck der nach wie vor erschwerten wirtschaftlichen und sozialen 
Lebensbedingungen in Bosnien und Herzegowina, 

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dass den Nachteilen, die sich aus dieser allgemeinen Lage ergeben 
könnten,  die  für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
erforderlichen Voraussetzungen fehlen würden, 

dass der vom Beschwerdeführer geschilderten Angst  vor Übergriffen 
seitens  Drittpersonen  keine  Hinweise,  welche  die 
Flüchtlingseigenschaft  begründen  würden,  entnommen  werden 
könnten, da der bosnische Staat solche Übergriffe weder billige noch 
unterstütze, 

dass  schliesslich  bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen 
Vorbehalte angebracht werden müssten, zumal der Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Befragungen  verschiedene  Geburtsorte  angegeben 
habe,

dass er den Erhalt des Dokuments, welches besage, dass er zwar in 
C._______ geboren, jedoch weder Bürger der Republika Srpska noch 
der Föderation sei, in unglaubhafter Weise geschildert habe, weshalb 
diesem Dokument kein Beweiswert zuzukommen vermöge, 

dass  er  zudem  auch  seine  Rückkehr  nach  Bosnien  widersprüchlich 
geschildert habe,  

dass infolgedessen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asyl-
gesuch nicht einzutreten sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  10. Mai 2010  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  er-
heben liess und dabei die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 
vom 30. April 2010 und die Zurückweisung der Sache an das BFM zur 
Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des  Wegweisungsvollzugs 
ersuchte, 

dass er  in  prozessualer  Hinsicht  die Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragte, 

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dass  er  in  der  Beschwerdebegründung  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  er  habe  bei  der  Einreichung  seines  Asylgesuchs  ein 
Beweismittel  mit  ausschlaggebenden,  neuen  Elementen  vorgelegt, 
womit  eine  materielle  Würdigung  seines  Asylgesuchs  gerechtfertigt 
gewesen wäre,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 12.  Mai  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  sowie 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 

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materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr.  34 
E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder  während  des  hängigen  Verfahrens  in  den  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es 
Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  gibt,  die  ge-
eignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 
Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant  sind (Art. 32 Abs. 2 
Bst. e AsylG),

dass im Rahmen der Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG Hin-
weise  auf  in  der  Zwischenzeit  eingetretene  und  für  die  Flüchtlings-
eigenschaft  relevante  Ereignisse  zu  prüfen  sind,  wobei  die  An-
forderungen  an  das  Beweismass  tief  anzusetzen  sind  (vgl.  EMARK 
2005 Nr. 2) und gemäss zitierter Praxis diese Prüfung auf Ereignisse 
beschränkt bleibt, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu be-
gründen, und nicht in Anwendung des weiten Verfolgungsbegriffs (vgl. 
dazu EMARK 2003 Nr. 18) zu erfolgen hat  (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 
S. 18 f. E. 4.5.),

dass  der  Beschwerdeführer in  der  Schweiz  unbestrittenermassen 
bereits  ein  ordentliches  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen hat  (vgl. 

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auch EMARK 2000 Nr. 14 S. 103 ff. unter Hinweis auf EMARK 1998 
Nr. 1 E. 5),

dass hinsichtlich der zur Begründung des zweiten Asylgesuchs geltend 
gemachten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  seine  im 
EVZ B._______ protokollierten Aussagen sowie auf das Protokoll der 
direkten Anhörung durch das BFM zu verweisen ist,

dass gemäss Würdigung des BFM nach Abschluss des ersten Asyl-
verfahrens offensichtlich keine Ereignisse eingetreten sind, welche für 
die Flüchtlingseigenschaft oder für die Gewährung des vorübergehen-
den Schutzes relevant sein könnten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Ansicht  der  Vorinstanz  teilt 
und  vorweg  auf  die  diesbezüglichen,  zutreffenden  Erwägungen  des 
BFM in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich zu verweisen ist,

dass  der  Inhalt  der  zu  den  Akten  gereichten  Bestätigung  der 
Gemeinde F._______, wonach er weder Bürger der Republika Srpska 
noch der Föderation sei, er von radikalen Serben verfolgt werde und 
der Staat für seine Sicherheit nicht garantieren könne, zweifelhaft ist, 
da  unwahrscheinlich  erscheint,  dass  eine  Behörde  ihre  eigene 
Unzulänglichkeit offiziell in diesem Ausmass bestätigen würde, 

dass es zudem nicht stimmen kann, dass der Beschwerdeführer, der 
bei  seiner  Geburt  die  Staatsangehörigkeit  der  "Sozialistischen 
Republik  Bosnien  Herzegowina"  besass,  nach  der  Auflösung 
Jugoslawiens nun keine Staatsangehörigkeit mehr besitzen sollte, 

dass  vielmehr  davon  auszugehen  ist,  er  besitze  die 
Staatsangehörigkeit  des  Nachfolgerstaates  "Bosnien  und 
Herzegowina"  (BiH),  wie  dies  im  Annex  4  des  Dayton-Abkommens 
garantiert wird, 

dass  zwar  –  wie  in  der  Beschwerde  festgehalten  -  Angehörige  der 
ethnischen  Minderheit  der  Roma  in  Bosnien  und  Herzegowina  von 
Seiten  privater  Dritter  und  unter  Umständen  auch  von  der 
behördlichen Seite gelegentlich Benachteiligungen oder gar Schikanen 
ausgesetzt sind,  diese jedoch - wie vorliegend - nicht geeignet sind, 
die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu begründen, 

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dass  der  Beschwerdeführer  explizit  angab,  während  seines  letzten 
Aufenthalts  in  Bosnien  und  Herzegowina  keine  Probleme gehabt  zu 
haben (vgl. B12/13, A: 52),

dass  zudem die  Beschwerde  nicht  geeignet  ist,  irgendetwas  an  der 
vorinstanzlichen Würdigung zu ändern, zumal sie sich im Wesentlichen 
in einer Wiederholung der bereits in der Beschwerde vom 14. Juli 2009 
vorgebrachten Vorbringen erschöpft,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  angesichts  der 
gesamten  Umstände  zum  Schluss  kommt,  vorliegend  sind  keine 
Hinweise auf in der Zwischenzeit  eingetretene Ereignisse ersichtlich, 
welche die Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers begründen 
würden,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet,

dass  darüber  hinaus  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechts-
widrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer 
im Heimatstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Beschwerde-
führers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im 
Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass der Umstand, dass sich die (...) zur Zeit in der Schweiz befinden 
(sie  haben  nach  dem  rechtskräftig  abgelehnten  Asylentscheid  ein 
Wiedererwägungsgesuch  gestellt,  das  noch  beim 
Bundesverwaltungsgericht  hängig  ist),  nicht  zur  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs führt, hat der Beschwerdeführer doch während 
längerer Zeit ohne sie gelebt und war auf sich selbst angewiesen,

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dass  er  in  Bosnien  und  Herzegowina  ausserdem  ein  breites 
Beziehungsnetz  besitzt,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  dem 
Beschwerdeführer werde dort der berufliche Wiedereinstieg sowie die 
soziale Reintegration gelingen,

dass  er  -  sollte  er  sich  in  der  Republika  Srpska dennoch  gefährdet 
fühlen  -  sich  in  den  Mehrheitsgebieten  der  bosnisch-kroatischen 
Föderation,  wo  die  meisten  der  bosnischen  Roma  Muslime  leben, 
niederlassen kann, 

dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, 
aufgrund  derer  unter  Umständen  geschlossen  werden  könnte,  der 
Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenz-
bedrohende  Situation,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  -  in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz - als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Weg-
weisungsvollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden ist,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG beantragte,

dass das Verfahren aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aus-
sichtslos zu bezeichnen ist und das Gesuch um Gewährung der unent-

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geltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  somit  abzu-
weisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil  geht  an den Beschwerdeführer, das BFM sowie an die 
zuständige kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

Versand: 

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