# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c72388d2-ff99-5284-9c49-f7a9e881fa1b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.11.2015 IV 2013/285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-285_2015-11-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/285

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2020

Entscheiddatum: 04.11.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015
Art. 8 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG, Art. 28 Abs. 
2 IVG. Berufliche Massnahmen, Rente. Die Leistungsabweisung erfolgte auf 
Grund der von der Beschwerdegegnerin als nicht invalidisierend erachteten 
Suchtproblematik und Persönlichkeitsstörung. Die vom Beschwerdeführer 
geltend gemachte Borrelioseerkrankung ist nicht genügend abgeklärt. 
Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2015, IV 
2013/285).

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2015

Entscheid vom 4. November 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Geschäftsnr.

IV 2013/285

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen (berufliche Massnahmen, Rente)

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ meldete sich nach einer Früherfassungsmeldung der Sozialen Dienste der 

Stadt B.___ am 18. April 2012 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (berufliche Integration, Rente [act. G 4.1/3 und 

7]). Aus einem beigelegten Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 13. 

März 2012 geht hervor, dass der Versicherte vom 6. Februar bis zum 2. März 2012 

einen stationären Alkohol- und THC-Entzug durchgeführt hat. Im Austrittsbericht führte 

die Klinik die Diagnosen auf: Störungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (F10.21), Störungen durch 

Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, aber in beschützender 

Umgebung (F12.21), wahrscheinlich vor dem Hintergrund einer narzisstischen und 

emotional instabilen (Borderline-Typ) Persönlichkeitsstörung (F61.0). Als somatische 

Diagnose wurde eine subakute Neuroborreliose genannt (Erstdiagnose: Dezember 

2011). Der Versicherte habe die Behandlung vorzeitig abgebrochen und sei in die alten 

Verhältnisse ausgetreten. Die Arbeitsfähigkeit betrage bei Austritt 30 % (act. G 4.1/4). 

In einem Begleitschreiben vom 19. April 2012 führte der Antragsteller aus, er leide unter 

Müdigkeit, Schlafstörungen, Schmerzen an Kopf, Gesicht, Nacken, Leisten, Knie u.a. 

sowie an Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Problemen mit Alkohol und 

Schmerzmitteln (act. G 4.1/8).

A.b     Mit Bericht vom 11. Mai 2012 ging der RAD Ostschweiz davon aus, dass sich 

weder der Cannabis- noch der Alkoholkonsum krankheitswertig auf die Arbeitsfähigkeit 

im Rahmen einer einfachen Hilfstätigkeit auswirkten. Gestützt auf die mehrwöchige 

stabile Phase nach Entzug der Substanzen könne davon ausgegangen werden, dass 

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keine psychiatrische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für einfache Hilfstätigkeiten 

vorliege. Nach Ausschluss relevanter Einschränkungen bestehe damit medizinisch-

theoretisch eine volle Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit (ungelernt, 

Büro/Hauswartung, eigene Werbeagentur) als auch in einer anderen Tätigkeit (act. 

G 4.1/19).

A.c      Mit Vorbescheid vom 25. Juni 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen sowie Rente in Aussicht, da kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (act. G 4.1/31). Mit Einwand vom 20. 

Juli 2012 (Eingang Sozialversicherungsanstalt St. Gallen) monierte der Versicherte, 

dass die IV-Stelle keine Abklärungen zu seinem Gesundheitszustand getätigt habe. Er 

sei durch ärztliches Zeugnis zu 100 % krankgeschrieben. Dazu legte er ein Arztzeugnis 

der Psychiatrischen Klinik C.___ bei, das eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für den 

Zeitraum vom 19. April bis zum 31. Juli 2012 attestiert (act. G 4.1/32).

A.d     Auf Betreiben des RAD holte die Verwaltung bei der Psychiatrischen Klinik C.___ 

einen Arztbericht ein. In diesem Bericht vom 5. Oktober 2012 diagnostizierten Dr. med. 

D.___, Oberarzt und Dr. med. F.___, Assistenzärztin, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom, 

aktuell teilabstinent (F10.25), eine Störung durch Cannabinoide, episodischer 

Substanzgebrauch (F12.26), vor dem Hintergrund einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und narzisstischen Anteilen (F61.0) sowie eine 

subakute Lyme-Neuroborreliose. Vom 19. April bis 30. September 2012 habe eine 

100 %ige, ab dem 1. Oktober 2012 eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit bestanden. Vor der Hospitalisation sei die Arbeitsunfähigkeit 

nicht explizit festgelegt worden. Auf Grund des Krankheitsbildes sei jedoch von einer 

100 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. G 4.1/37). Mit Stellungnahme vom 

7. Dezember 2012 ging der RAD von einem gegenüber der letzten Stellungnahme vom 

Mai 2012 unveränderten Sachverhalt aus (act. G 4.1/40).

A.e      Am 9. Januar 2013 erhielt der Versicherte nochmals Gelegenheit, sich zum 

Abklärungsergebnis zu äussern (act. G 4.1/41). Mit Schreiben vom 23. Januar 2013 

machte er geltend, es seien noch weitere ärztliche Abklärungen im Gang. Er befinde 

sich gerade im Wechsel zur neuen Psychotherapie sowie zum neuen Hausarzt. 

Psychiatrischerseits sei er immer noch zu 50 % krankgeschrieben. Die neuen 

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Ergebnisse seien vor Verfügungserlass abzuwarten (act. G 4.1/42). Innert verlängerter 

Frist reichte er am 13. Februar 2013 eine weitere Stellungnahme ein. Die medizinischen 

Unterlagen seien noch nicht vollständig. Zu der bestehenden Diagnose erwarte er noch 

weitere Untersuchungen bezüglich seiner akuten körperlichen Einbussen. Ausserdem 

habe ihn seine behandelnde Psychiaterin zu einer neuropsychologischen Abklärung 

angemeldet, die in nächster Zeit erfolgen werde. Neben Schmerzattacken, einem 

starken Schlafbedürfnis, Zerstreutheit und Konzentrationsschwierigkeiten müsse er 

noch täglich mit starken depressiven Hochs und Tiefs fertig werden. Dazu reichte der 

Versicherte Arztzeugnisse der behandelnden Psychiaterin med. pract. G.___ ein, worin 

diese eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit für die Monate November 2012 bis Februar 2013 

bescheinigte (act. G 4.1/44). Der RAD führte dazu in seiner Stellungnahme vom 23. Mai 

2013 aus, überwiegend wahrscheinlich seien die vom Versicherten beschriebene 

Müdigkeit und das vermehrte Schlafbedürfnis Hauptgrund für die attestierte 

Arbeitsunfähigkeit. Sowohl die Müdigkeit als auch die interaktionellen Schwierigkeiten 

seien wahrscheinlicher dem fortgesetzten Substanzkonsum zuzuschreiben als einer 

umschriebenen Erkrankung, die aus unerfindlichen Gründen bisher noch nicht habe 

diagnostiziert werden können (act. G 4.1/46).

A.f       Mit Verfügung vom 27. Mai 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche 

Massnahmen wie um eine Rente ab, da beim Ansprecher kein Gesundheitsschaden 

vorliege, der die Arbeitsfähigkeit einschränke (act. G 4.1/47).

B.         

B.a      Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom  25. Juni 

2013 (Datum Postaufgabe) mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Sodann beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die 

Zusprache von beruflichen Massnahmen und Rentenleistungen in noch zu 

bestimmendem Umfang. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, der 

Sachverhalt sei noch nicht genügend abgeklärt. Ausgelöst durch Depression, 

kombinierte Persönlichkeitsstörungen und eine nachgewiesene Borrelioseerkrankung 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Von Seiten der Beschwerdegegnerin seien 

keine Abklärungen getroffen worden, weder seien eine ärztliche Vorladung noch 

Leistungschecks erfolgt. Die Beschwerdegegnerin habe sich einzig auf die 

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eingereichten Dokumente verlassen. Einen aktuellen Bericht mit psychodiagnostischer 

Abklärung habe sie nicht abgewartet. Er bemühe sich seit August 2011 um korrekte 

ärztliche Diagnosen, die jedoch von den behandelnden Institutionen wegen des 

komplexen Beschwerdebildes schwer gestellt werden könnten. Dazu reicht der 

Beschwerdeführer einen Arztbericht der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 14. Juni 

2013 ein. Darin diagnostizieren Dr. D.___ und med. pract. H.___, Assistenzärztin, einen 

Verdacht auf eine rezidivierende depressive Erkrankung, gegenwärtig leichte Episode 

(F33.1), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und narzisstischen 

Anteilen (F61.0), vor dem Hintergrund obiger Diagnosen ein 

Alkoholabhängigkeitssyndrom, aktuell teilabstinent (F10.25) und eine Störung durch 

Cannabinoide, episodischer Substanzgebrauch (F12.26). Somatisch bestehe sodann 

eine subakute Lyme-Neuroborreliose. Der Beschwerdeführer habe zwar ab Ende Mai 

2013 wieder begonnen, ab und zu Bier zu trinken, habe aber den Cannabiskonsum 

stark reduziert. Auf Grund der weiter bestehenden somatischen Beschwerden, der 

raschen Ermüdbarkeit und Erschöpfung bestehe seit dem 1. Oktober 2011 eine 

50 %ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 1). Am 15. Juli 2013 stellt der Beschwerdeführer 

zudem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

B.b     Mit Beschwerdeantwort vom 19. September 2013 beantragt die Verwaltung 

Abweisung der Beschwerde. Im Bericht der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 14. Juni 

2013 würden weiterhin die bereits bekannten Diagnosen sowie zusätzlich eine 

rezidivierende depressive Erkrankung angegeben. Der RAD habe zu den 

Beschwerdevorbringen sowie zu den neuen medizinischen Akten ausführlich Stellung 

genommen und auch mit der behandelnden Ärztin Rücksprache genommen. Der RAD 

führe nachvollziehbar aus, dass die Arbeitsfähigkeit nach wie vor nicht eingeschränkt 

sei. Auch sei gemäss der behandelnden Ärztin während der Abstinenzphase eine 

deutliche kontinuierliche Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten. Aus 

juristischer Sicht seien weder das Suchtgeschehen, die Persönlichkeitsstörung, die 

leichte depressive Episode noch die subakute Neuroborreliose als invalidisierend 

anzusehen. Dies müsse umso mehr gelten, als der Beschwerdeführer die Sucht 

offenbar einigermassen unproblematisch habe kontrollieren können. Zudem sei 

offensichtlich, dass er in (teil)abstinenten Phasen praktisch normal funktioniere und nur 

noch Verhaltensauffälligkeiten auf Grund seiner Persönlichkeitsstruktur zeige. Die 

bestätigte Arbeitsunfähigkeit von 50 % sei aus somatischer Sicht nicht nachvollziehbar 

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und iv-rechtlich auch nicht relevant. Die diagnostizierte kombinierte 

Persönlichkeitsstörung sei weder so gravierend, dass sie der Grund für das 

Suchtverhalten des Beschwerdeführers gewesen sei, noch dass sie zu einer iv-

rechtlich relevanten (Teil)Erwerbsunfähigkeit führen würde. Betreffend die Depression 

sei zu berücksichtigen, dass leichte bis höchstens mittelschwere psychische 

Störungen depressiver Natur als im Prinzip therapeutisch angehbar betrachtet würden. 

Zudem komme der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nicht nach, 

wenn er die Verordnung von Psychopharmaka ablehne und eine Selbstmedikation 

betreibe. Zuletzt könne auch die subakute Neuroborreliose nicht als invalidisierender 

Gesundheitsschaden anerkannt werden. Zum einen sei sie nicht in starker Ausprägung 

vorhanden, zum anderen bestätige Dr. med. I.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, in 

seinem Bericht vom 6. Dezember 2011, dass die angegebenen Beschwerden auch 

durch den Alkoholabusus bedingt sein könnten (act. G 4).

B.c      Mit Replik vom 24. Oktober 2013 (Datum Postaufgabe) beantragt der 

Beschwerdeführer die Gutheissung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin solle 

beauftragt werden, seinen Wiedereinstieg in eine normale Arbeit zu fördern und so 

lange wie nötig finanzielle Unterstützung in Form einer Rente oder Teilrente zu 

gewähren. Er habe sich auf Drängen des Sozialamtes und unter Einbezug der 

Eingliederungsberaterin bei der IV angemeldet. Alle Beteiligten seien von der 

Notwendigkeit eines Antrags ausgegangen. Er leide an Symptomen einer chronischen 

Borreliose, darunter Müdigkeit, Gesichtsschmerzen, Depression, Kopf- und 

Gliederschmerzen, Durchfall, Konzentrationsstörungen und rasche Ermüdbarkeit nach 

2 bis 3 Stunden Arbeit sowie Schlafbedürfnis von bis zu 15 Stunden im Tag. Der 

Labortest weise auf einen sehr langen und heftigen Immunkontakt hin. Positive Banden 

in dieser Menge und Verteilung sprächen ebenfalls für eine chronische Erkrankung und 

seien zusammen mit dem klinischen Bild eindeutig. Die Suchtprobleme wie Alkohol- 

und Tablettensucht seien seit geraumer Zeit überwunden und als Ursache für Krankheit 

und Arbeitsunfähigkeit auszuschliessen. Es beständen keine Blutwerte, die auf einen 

Substanzmissbrauch hindeuten oder die Gesundheit beeinträchtigen würden. Seit 

Frühjahr 2013 sei eine markante Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu beobachten, 

so dass nunmehr von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % je nach Schwere der Arbeit 

auszugehen sei (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. 

G 9).

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Erwägungen

1.        

1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2   Invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte haben bei Erfüllen der 

Anspruchsvoraussetzungen Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, 

Kapitalhilfe [Art. 8 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG]). Nach 

Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (vgl. Art. 43 

Abs. 1 ATSG) und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Leistungsanspruchs gestatten.

2.          

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2.1      Zwischen den Parteien scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass weder die 

von der Psychiatrischen Klinik C.___ in ihren Berichten vom 13. März 2012 und vom 

5. Oktober 2012 diagnostizierte Suchtproblematik (Alkohol, Cannabinoide, 

teilabstinent) noch die Persönlichkeitsstörung (zwanghaft, narzisstisch, instabil [F61.0]) 

eine Erwerbsunfähigkeit bewirken (vgl. Replik vom 24. Oktober 2013 [Poststempel]). 

Der Beschwerdeführer machte jedoch von Anfang an geltend, er leide unter den 

Symptomen einer Borreliose, wie auch im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik 

C.___ vom 13. März 2012 erwähnt wird (act. G 4.1/9.4ff.). Im Anmeldeformular führte er 

als ersten seinen Hausarzt Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, auf, 

danach folgte der Hinweis auf Dr. I.___, bei dem er wegen der Borreliose in Behandlung 

stehe. Erst an dritter Stelle folgte das Ambolatorium der Psychiatrischen Klinik C.___ 

(act. G 4.1/7.5). Eine ambulante Abklärung vom 4. November bis zum 6. Dezember 

2011 bei Dr. I.___ ergab, dass eine aktive Infektion mit Borreliose möglich wäre. Das 

Resultat müsse jedoch im Zusammenhang mit der Klinik gesehen werden (Laborbericht 

vom 8. November 2011 [act. G 1.4]). Dr. I.___ ging in der Folge davon aus, dass bei 

stark erhöhten Antikörpertitern im Western Blot ein Resultat vorliege, das mit einem 

lang anhaltenden Immunkontakt vereinbar sei. Auf Grund der vorliegenden 

laborchemischen Resultate liege eine subakute Neuroborreliose vor. Klinisch könne 

indessen kein eindeutiges Korrelat gefunden werden. Die bestehenden Beschwerden 

könnten ebenso gut durch den bekannten Alkoholabusus bedingt sein. Eine 

antibiotische Therapie sei nur notwendig, wenn ein Beschwerdebild behandelt werden 

könne. Der Beschwerdeführer sollte stabil suchtfrei sein. Beständen dann immer noch 

Beschwerden, die einer Lyme-Borreliose zugeordnet werden könnten, wäre eine 

intravenöse antibiotische Therapie indiziert (Bericht vom 6. Dezember 2011 [act. 

G 4.1/9.2]).

2.2      In der Folge hatte der Beschwerdeführer vom 6. Februar bis zum 2. März 2012 

in der Psychiatrischen Klinik C.___ einen stationären Alkohol- und THC-Entzug 

durchgeführt, der ohne nennenswerte Probleme oder Entzugserscheinungen von 

statten gegangen war, sodass der Beschwerdeführer am 2. März 2012 in psychisch 

stabilisiertem Zustand auf eigenen Wunsch - aber offenbar nach abgeschlossener 

Behandlung - aus der Klinik austrat (act. G 4.1/9.5f.). Davor (seit dem 27. Oktober 

2011) und danach fand bzw. findet eine ambulante integrierte psychiatrische 

Behandlung mit ärztlichen und sozialarbeiterischen Gesprächen statt (vgl. act. 

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G 4.1/37.1 f.). Die vorhandenen medizinischen Akten - aber auch das 

Früherfassungsgespräch vom 5. April 2012 (act. G 4.1/5) - fokussierten von Anfang an 

auf die Suchtproblematik und die Persönlichkeitsstörung, was dann für die 

Beschwerdegegnerin Anlass für die Abweisung des Leistungsgesuchs war. 

Demgegenüber blieb die somatische Komponente weitgehend unberücksichtigt. So 

holte die Beschwerdegegnerin weder beim Hausarzt Dr. J.___ noch bei Dr. I.___ einen 

Arztbericht ein. Folgerichtig fokussierte auch der RAD wiederum auf die von der 

Psychiatrischen Klinik C.___ produzierten Berichte. In der Stellungnahme vom 11. Mai 

2012 befasste er sich lediglich mit dem Bericht von Dr. I.___ vom 6. Dezember 2011, 

der also noch vor dem von diesem Arzt angeregten Entzug verfasst worden war (act. 

G 4.1/19). Zu diesem Zeitpunkt stand tatsächlich auch für Dr. I.___ noch ein 

chronischer Alkoholabusus im Vordergrund (act. G 4.1/9.2). Aus den Akten ist jedoch 

nicht ersichtlich, wie es nach erfolgtem Alkohol- und THC-Entzug bezüglich der 

Borreliosesymptomatik weitergegangen ist. Spätestens ab dem Vortriage-Protokoll 

vom 11. Mai 2012 und dem Triage-Protokoll vom 8. Juni 2012 ist dann definitiv keine 

Rede mehr von einer möglichen Borrelioseerkrankung (eine subakute Neuroborreliose 

wird zwar noch erwähnt, aber offenbar stillschweigend als ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit interpretiert [act. G 4.1/27]). Allerdings begründet auch der 

Beschwerdeführer selber seine Arbeitsunfähigkeit im Einwandverfahren jeweils mit 

Arztzeugnissen der Psychiatrischen Klinik C.___ (Arztzeugnis von Dr. F.___ vom 5. Juli 

2012, Arztzeugnisse von med. pract. F.___ vom 8. Februar 2013 [act. G 4.1/32.2, 44.2 - 

5]). Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren reicht er lediglich einen neuen Bericht 

der Psychiatrischen Klinik C.___ vom 14. Juni 2013 ein, der im Wesentlichen eine 

Zusammenfassung der bisherigen Anamnese darstellt (act. G 1.2). Auch scheint er 

nach dem stationären Entzug vom Februar/März 2012 nicht mehr bei Dr. I.___ in 

Behandlung gewesen zu sein. Dazu führt er in seiner Replik vom 22. Oktober 2013 

lediglich aus, weitere Untersuchungen seien von den Ärzten weder gefordert noch 

gefördert worden, weshalb es diese auch nicht gebe. Zu den in den Stellungnahmen 

vom 23. Januar 2013 und 13. Februar 2013 angekündigten weiteren ärztlichen 

Untersuchungen reichte er in der Folge keine Unterlagen ein (vgl. act. G 4.1/42 und 44). 

Erst in der Replik vom 24. Oktober 2013 (Datum Postaufgabe) macht er wiederum 

explizit die Borreliose als Ursache für die geltend gemachten gesundheitlichen 

Beschwerden und die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich (act. G 7). Welchen Anteil eine 

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allfällige Borrelioseerkrankung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des 

Beschwerdeführers haben könnte, kann gestützt auf die vorliegenden Akten nicht 

schlüssig beurteilt werden. Ebenso ist nichts bekannt über die vom Beschwerdeführer 

in der Replik erwähnten zwei Antibiotika-Therapien und die labortechnischen 

Verlaufskontrollen. Nachdem eine Borrelioseerkrankung auf Grund der 

Laborergebnisse vom 8. November 2011 und der vom Beschwerdeführer geschilderten 

Symptome nicht ausgeschlossen werden kann, sind diesbezüglich weitere 

Abklärungen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang sind wohl auch die bislang 

fehlenden Arztberichte der Dres. J.___ und I.___ und allfälliger weiterer behandelnder 

Ärzte einzuholen. Hinzu kommt, dass – obwohl die Parteien anscheinend von einer 

nicht invalidisierenden bzw. erfolgreichen Überwindung der Suchtproblematik wie auch 

einer nicht relevanten Persönlichkeitsstörung ausgehen – eine ausreichende 

medizinische Grundlage für die Beurteilung allfälliger psychischer Gesundheitsschäden 

nicht vorliegt. Die Beschwerdegegnerin wird daher eine verwaltungsexterne  

Begutachtung des Beschwerdeführers zu veranlassen haben. Gestützt auf die 

ergänzten medizinischen Abklärungen ist sodann über das Leistungsgesuch des 

Beschwerdeführers neu zu befinden.

3.          

3.1      Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 27. Mai 2013 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur Vornahme 

weiterer Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessenden neuen Verfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2      Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen.

Entscheid

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.     

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 27. 

Mai 2013 aufgehoben. Die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen 

und anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

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