# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e10a76b-caa9-5af7-9a8d-0de9e8e8e7e8
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-28
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, Würdigung interdisziplinäres Gutachten, bisherige und angepasste Tätigkeit trotz somatoformer Schmerzstörung zu 100 % zumutbar, keine psychische Komorbidität; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00006
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00006.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00006
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Sager
Urteil
vom
28. Januar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1972, war von Mai 2002 bis Ende Februar 2012 (effektiver letzter Arbeitstag am 2
4.
Mai 2011) bei der Firma
Y.___
als Produktionsmitarbeiter im Schichtbetrieb tätig gewesen (
Urk.
9/23). Unter
Hinweis auf Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität und Kopfschmer
zen me
l
dete sich der Versicherte am 1
0.
Mai 2012 bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (
Urk.
9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, klärte die medizinische
(
Urk.
9/15, 9/24, 9/37, 9/52
)
und er
werbliche
(
Urk.
9/12, 9/23, 9/44
)
Situation
ab und holte die Akten des
Kran
kentag
geld
versicherers
ein (
Urk.
9/13). Am 1
3.
Juni 2012 teilte sie dem Versi
cherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
9/11). Nach
dem die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom
5.
Dezember 2012
(
Urk.
9/30) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht gestellt und dieser dagegen Einwände erhoben hatte (
Urk.
9/31), holte sie ein interdis
zi
pli
nä
res Gutachten ein, das am 2
6.
November 2013 erstattet wurde (
Urk.
9/52).
Mit Verfügung vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk. 9/54 =
Urk.
2) verneinte die IV-
Stelle einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenver
siche
rung.
2.
Der Versicherte erhob am 3
0.
Dezember 2013 Beschwerde gegen die Verfügung
vom 1
9.
Dezember 2013
(Urk. 2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk. 1
S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Januar 2014 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde
.
Mit Gerichtsverfügung vom 2
6.
Mai 2014 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer gleich
zeitig die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den all
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine
Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dien
ter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner so
zia
ler Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht
in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz kon
sequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte
Rehabilitations
mass
nahmen
bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Hal
tung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je ausge
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahms
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nan
dersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hin
sichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch
die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein sach
liches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vier
bar
keit der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird für Ansprüche auf
Sozi
al
ver
sicherungsleistungen
seit jeher vorausgesetzt und hat im Rahmen der 5. IV-
Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von
einer unbegründeten Schlechterstellung beziehungsweise einer Dis
kriminierung
der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne bezie
hungsweise nach
Massgabe
der EMRK kann daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bun
desgerichts 8C_142/2013 vom 20. November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und E. 5.7).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt
auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das interdisziplinäre Gutach
ten
vom 2
6.
November 2013 (
Urk.
9/52), davon aus, dass kein relevanter
Ge
sund
heitsschaden
im Sinne des Gesetzes vorliege und nie eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe
(S. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
de
gegnerin
angenommene volle Arbeitsfähigkeit und machte geltend,
sein Ge
sund
heitszustand habe sich stark verschlechtert. Er sei aus psychischen und kör
per
lichen Gründen
überhaupt nicht mehr belastbar. Jede Stresssituation ma
che ihn total fertig. Entgegen der Annahme der IV-Stelle seien seine Beschwer
den nicht auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen. Es sei unzutreffend, das
s
kein psy
chiatrische
s
Geschehen von Krankheitswert vorliege.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit
,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit verhält und
ob zur Beantwortung dieser Frage auf das Gutachten (
Urk.
9/52) abgestellt wer
den
kann.
3.
3.1
Der behandelnde Arzt,
Dr.
med.
Z.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, diagnostizierte mit Bericht vom 2
7.
Dezember 2011 (
Urk.
9/13/19-20)
eine länger dauernde Anpassungsstörung mit Gefühlsbeeinträchtigung (ICD-10 F43.23) in schwieriger Lebenssituation. Die Arbeitsunfähigkeit betrage seines Erachtens immer noch 100
%
. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf hänge vom Therapieerfolg ab und der sei mehr oder weniger gleich
N
ull. Genau das Gleiche gelte im Moment auch für die Arbeitsfähigkeit in einem an
deren Beruf (S. 2).
3.2
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie und
für
p
h
ar
ma
zeutische Medizin,
nannte
in seinem versicherungsmedizinischen psychi
a
trischen Konsilium im Auftrag des Krankentaggeldversicherers vom 1
0.
März 2012
(9/27/19-23 = 9/13/14-18)
als
Diagnose eine Anpassungsstörung mit läng
erer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21). Das Krankheitsbild sei weiterhin
floride
und noch nicht remittiert. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit episodenartigem Verlauf einer Depression beziehungsweise einer bipolaren Stö
rung fänden sich nicht. Die Erkrankung sei zum Teil als psychische Reaktion auf
familiäre Belastungssituationen beziehungsweise Schicksalsschläge aufzu
fassen. Objektiv sei das Krankheitsbild noch nicht abgeklungen (S. 3).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
A.___
fest, die dem Beschwerdeführer
attestierte Arbeitsunfähigkeit von zuletzt 100
%
als Schichtmitarbeiter bezie
hungs
weise als Operator sei aus psychiatrischer Sicht dem Krankheitsbild und dessen klinischer Ausprägung angemessen gewesen. Er gehe nach jetziger
Be
fundlage
allerdings davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit nur noch für einen begrenzten Zeitraum bis längstens Ende Juni 2012 fortzuschreiben sei. Ab An
fang Juli dieses Jahres gehe er wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers in einem seiner letzten beruflichen Tätigkeit entsprechenden Arbeitsgebiet beziehungsweise auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aus. Voraus
setzung für die Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei auf jeden Fall vorläufig wei
terhin eine
ärztliche Behandlung (S. 4).
3.3
Mit Bericht vom 2
9.
August 2012 (
Urk.
9/27/3-7) diagnostizierte
Dr.
med.
B.___
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, eine weitgehend ge
besserte, aber noch nicht vollständig remittierte Anpassungsstörung mit länge
rer
depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) bei einem Versicherten mit emotional in
stabilen Persönlichkeitszügen (S.
3). Ausgelöst worden sei die psychische
Ge
sund
heitsstörung
durch den Ehekonflikt und die daraus folgende Eskalation. Es bestehe nach wie vor eine Kränkung mit deutlicher Einengung auf das subjektiv erlittene Unrecht. Wie schon
Dr.
A.___
festgehalten habe, sei die schwierige per
sönliche Situation des Beschwerdeführers zwar nachvollziehbar, diesen psy
chosozialen Belastungsfaktoren komme aber kein eigenständiger Krankheitswert zu (S.
5). Ab sofort bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Zu empfehlen sei eine geregelte Arbeitszeit. Schichtarbeit sollte wenn möglich vermieden werden (S. 4 unten).
3.4
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und
für
Rheu
mato
logie,
und
Dr.
med.
D.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie,
stellten im interdisziplinären Gutachten vom 2
6.
November 2013 (
Urk.
9/52) keine
Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
sie folgende Diag
no
sen (S. 6):
-
längere depressive Reaktion, remittiert,
anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
und finanzielle und familiäre Schwierigkeiten, gemäss
p
sychosomatisch-psychiatrischer Begutachtung von
Dr.
D.___
-
chronisches Schmerzsyndrom des Rückens und des Kopfes
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
diffuse Druckschmerzangabe
-
multiple Beschwerden wie Schlafstö
rungen, Müdigkeit, Nervosität,
Blo
ckierungen im
Körper, Tinnitus
-
lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf
-
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 29
.
3 kg/m2
-
Nikotinkonsum von z
ir
k
a 20 pack
years
-
anamnestisch diskrete Schwerhörigkeit
-
Tinnitus
-
Verdacht auf subklinische Hypothyreose
Im Rahmen ihrer interdisziplinären Beurteilung kamen
Dr.
C.___
und Dr.
D.___
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der Ausübung seiner früheren
beruflichen Tätigkeiten aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht zu keinem Zeitpunkt anhaltend eingeschränkt gewesen sei. Für Haushaltsarbeiten
mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Arbeitsprofil könne aus
re
in somatisch-rheumatologischer Sicht ebenfalls keine Einschränkung der Ar
beit
s
fähigkeit formuliert werden. Aus psychiatrischer Sicht stünden die psy
cho
so
matische Überlagerung der Schmerzen sowie die ungünstigen psychosozi
alen Faktoren im Vordergrund. Angesichts des Fehlens einer relevanten psy
chischen
Komorbidität
entstehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zu
sammen
ge
fasst zeige sich aus interdisziplinärer Sicht keine krankheitsbedingte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von Relevanz (
Urk.
9/52/16-17).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren abweisenden Entscheid auf das interdis
zi
pli
näre Gutachten, wonach bei
m
Beschwerdeführer von einer vollen Arbeits
fähi
g
keit in
seiner
früheren
Tätigkeit auszugehen sei (vorstehend E.
3.4
).
4.2
Das
interdisziplinäre
Gutachten beruht auf für die strittigen Belange um
fassen
den Untersuchungen und berücksichtigt die
vom
Beschwerdeführer
ge
klagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
ni
schen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und
Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. So zeigten die Gutachter auf, dass
aufgrund der erhobenen, objektiven somatisch
-rheumatologischen
Befunde und
de
s Fehlens einer relevanten psychischen
Komorbidität
zu keinem Zeit
punkt eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestanden habe.
Das Gutachten ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.
3
Soweit
der
Beschwerdeführer
vorbringt
,
dass in keinem medizinischen Bericht stehe,
dass die Beschwerden au
sschliesslich auf psychosoziale
Faktoren zu
rück
zu
führen seien
und es unzutreffend sei, dass kein psychiatrisches Gesche
hen vo
n Krankheitswert vorliege
, vermag dies nicht zu überzeugen.
Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizinisches Sub
strat, das
fachärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesener
massen
die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein.
Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beein
trächti
gungen, welche von den belastenden soziokulturellen und psychosozialen Fak
toren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterschei
dende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstim
mungs
zu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im
fachmedizi
nischen
Sinne
oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand.
Solche von der
soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Er
werbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von In
validität gesprochen werden kann. Wo der Gutachter dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt,
welche in den psychosozialen und soziokulturellen Um
ständen ihre hinrei
chende
Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psy
chi
s
cher Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299).
Beeinträchtigungen aufgrund einer
somatoforme
n
Schmerzstörung
können nur dann eine Invalidität begründen, wenn entweder eine erhebliche psychische
Ko
morbidität
besteht oder bestimmte andere Kriterien erfüllt sind
(vorstehend E.
1.2
)
.
Eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare an
dauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens konnte durch die Gutachter nicht festgestellt werden. Diese
kamen trotz des Vor
liegens
einer
Chronifizierung
der psychischen Krankheit
in
Gesamtwürdi
gung
der Umstände
zum Schluss
, dass für die Annahme einer psychisch be
dingten Ein
schränkung der Ar
beitsfähigkeit kein Raum bleibe. Sie
verneinten
das Vorliegen einer psychischen
Komorbidität
und führten dazu aus
, dass sich beim Be
schwer
deführer eine Vielzahl von ungünstigen psychosozialen Kriterien finde lasse.
Es
bestehe kein medizinisches Substrat, welches eine Arbeitsunfä
higkeit verursa
chen
würde. Die subjektive Einschränkung der Ressourcen könne psychiatrisch nicht nachvollzogen werden.
Im Übrigen steht
diese gutachterli
che
Einschätzung weitgehend im Einklang mit den psychiatrischen Beurteilun
gen
durch
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
steht
folglich
fest, dass vorliegend
weder eine erhebliche psychische
Komorbidität
zu bejahen
,
noch die alternati
ven
Kriterien erfül
lt sind, damit von einer Invalidität im Sinne des Gesetzes
ausge
gangen
werden kann
. Somit vermögen die genannten Beeinträchtigungen keine versicherungsrelevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
4.
4
Auch d
ie Einschätzung
durch
Dr.
Z.___
vermag die Beurteilung des Gutachters nicht in Frage zu stellen.
Einerseits liegt es in der Natur der Sache, dass einer
psychiatrischen Einschätzung notwendigerweise ein erheblicher Beurteilungs- und
Ermessensspielraum inhärent ist. Andererseits ist es wegen der unterschied
lichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizinischen Experten
rechtspre
ch
ungsgemäss
nicht geboten, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutach
ten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be
handelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehal
ten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan
delnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entsprin
gende Aspekte be
nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un
gewürdigt ge
blie
ben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012
E. 8.4). Solches liegt hier nicht vor, berücksichtigten die bei
den Gutachter doch
sämtliche
vom Beschwerdeführer
anlässlich der Untersu
chungen geklagten Be
schwer
den sowie die von den behandelnden Ärzten erho
benen Befunde.
Die von Dr.
Z.___
postulierte reduzierte Arbeitsfähigkeit vermag die anderslau
tende fachärztliche Einschätzung der Gutachter
nicht zu widerlegen.
Die Gut
ach
ter führten dazu nachvollziehbar aus, dass aus der von
Dr.
Z.___
ge
nannten Diag
nose einer Anpassungsstörung keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden könne, da die depressive Reaktion rückbildungsfähig sei und keine eigenständige psychische Störung darstelle.
D
er abweichende Standpunkt erklärt sich wohl auch mit dem Unterschied zwi
schen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag.
Die von
Dr.
Z.___
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist auch aufgrund der Erfahrungstatsache zu rela
tivieren, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde
Arzt
personen
beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Nach dem Gesagten
nannte
Dr.
Z.___
keine objektiv feststellbaren Gesichts
punkte,
welche Zweifel am Gut
achten begründen würden.
5.
Zusammenfassend kann somit auf die Beurteilung der Ärzte des interdisziplinä
ren Gutachtens abgestellt werden, welche zum Schluss kamen, dass keine Be
ei
n
trächtigung der Arbeitsfähigkeit besteht. Der medizinische Sachverhalt er
weist sich
als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten. Wei
tere Abklärungen sind nicht notwendig. Demnach hat die
Beschwerdegeg
nerin
zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung ver
neint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es um
die
Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
6
00.--
anzusetzen und dem
unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
werden sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannSager