# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af0c5dd1-0b59-5702-8fab-2f0f742fcaaa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 21.10.2011 RU110046
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU110046_2011-10-21.pdf

## Full Text

Art. 208 ZPO. Erledigung des Schlichtungsverfahrens, Rechtsmittel. 
 
Die Erledigung eines Schlichtungsverfahrens unterliegt den gleichen 
Möglichkeiten der Anfechtung wie die Erledigung eines gerichtlichen Verfahrens 
nach Art. 241 ZPO. Hinweis auf OGer ZH PD110003 vom 4. März 2011, E. 2.1 = 
ZR 110/2011 Nr.34 
 
 
(aus den Erwägungen des Obergerichts:) 

I. 

1. Am 22. September 2011 stellte der Kläger und Beschwerdeführer 

(fortan Kläger) beim Friedensrichteramt von A. (Vorinstanz) ein 

Schlichtungsgesuch, mit welchem Ansprüche gegenüber dem Beklagten und 

Beschwerdegegner (fortan Beklagter) aus Persönlichkeitsverletzung geltend 

machte (act. 1).  

Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 6. Oktober 2011 schlossen die 

Parteien die folgende Vereinbarung (act. 6):  

"1. Die Parteien vereinbaren, sich in Zukunft bei Begegnungen zu ignorieren und sich 

nicht anzusprechen.  

2. Die beklagte Partei erklärt, den Kläger weder in irgend einer Weise belästigen noch 

bedrohen zu wollen. 

3. Die klagende Partei übernimmt die Kosten des Schlichtungsverfahrens." 

Unter Hinweis auf diese Vereinbarung schrieb die Vorinstanz das Verfahren 

mit Verfügung vom 6. Oktober 2011 als durch Vergleich erledigt ab, setzte die 

Gerichtsgebühr auf Fr. 200.00 fest und auferlegte die Kosten dem Kläger. In der 

Rechtsmittelbelehrung wies die Vorinstanz darauf hin, gegen ihre Verfügung 

könne innert 30 Tagen ab der schriftlichen Zustellung Beschwerde an das 

Obergericht des Kantons Zürich erhoben werden (act. 8 = act. 11 = act. 13).  

2. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2011 erhob der Kläger Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 6. Oktober 2011 und beantragte was folgt (act. 14, 

sinngemäss): 

1. Die Vereinbarung vom 6. Oktober 2011 sei wie folgt abzuändern:  

1. Die beklagte Partei verpflichtet sich, den Kläger in gemeinsamer Anwesenheit 

nicht anzusprechen und zu bedrohen. 

2. Die beklagte Partei verpflichtet sich, sich vom Kläger fernzuhalten und diesen 

nicht zu verfolgen. 

3. Die beklagte Partei verpflichtet sich, Bemerkungen jeglicher Art gegenüber 

Drittpersonen in Anwesenheit des Klägers zu unterlassen. 

4. Die beklagte Partei übernimmt die Kosten des Schlichtungsverfahrens. 

Eventualiter: Die Kosten des Schlichtungsverfahrens werden zwischen der 

klagenden Partei und der beklagten Partei hälftig aufgeteilt. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Schlichtungsverfahren sei auf Fr. 525.00 zu erhöhen und 

dem Beklagten aufzuerlegen.  

Eventualiter sei die Gerichtsgebühr auf Fr. 262.50 zu erhöhen und dem Beklagten 

aufzuerlegen.  

Subeventualiter sei die Gerichtsgebühr auf Fr. 525.00 zu erhöhen und dem Kläger 

und dem Beklagten je zur Hälfte aufzuerlegen.  

3. Als Beilage zur Beschwerdeeingabe reichte der Kläger der Kammer 

vier weitere Eingaben zu den Akten, in welchen er Ausführungen zur Begründung 

seiner Anträge macht (act. 16/1-4).  

4. Von der Einholung einer Beschwerdeantwort wurde abgesehen 

(Art. 322 Abs. 1 ZPO).  

5. Das Verfahren ist spruchreif.  

II.  

1. Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um eine Beendigung 

des Sühnverfahrens infolge Vergleichs im Sinne von Art. 208 ZPO, welche 

verfahrenstechnisch analog der "Beendigung des Verfahrens ohne Entscheid" im 

Sinne von Art. 241 ZPO zu behandeln ist.  

"Ohne Entscheid" ist so zu verstehen, dass in den genannten Fällen keine 

Prüfung der Streitfrage erfolgt, was im Verfahren bei nicht vermögensrechtlichen 

Streitigkeiten ohnehin nie der Fall sein kann. Die Erledigung erfolgt zudem auch 

ohne prozessualen Entscheid z.B. über die Zuständigkeit (ZK ZPO-Leumann 

Liebster, Art. 241 N 5). Völlig "ohne Entscheid" erfolgt die Abschreibung indes 

auch im Falle von Art. 208 ZPO in Verbindung mit Art. 241 ZPO nicht. Vorweg ist 

selbstverständlich, dass der Vergleich bzw. die Parteierklärung rechtlich existieren 

muss, und dass er bzw. sie formell gültig abgegeben wurde (Unterzeichnung 

durch die Parteien; vgl. Art. 208 Abs. 1 ZPO). Sodann kann nur eine zulässige 

Parteierklärung das Verfahren abschliessen. Die Schlichtungsbehörde muss also 

dem Gericht vergleichbar prüfen, ob die Parteien über die Sache verfügen 

durften. Zudem darf und muss sie sich vergewissern, ob die Erklärung klar und 

vollständig sei (ZK ZPO-Honegger, Art. 208 N 10; vgl. ferner ZK ZPO-Leumann 

Liebster, Art. 241 N 19). Weiter muss die Schlichtungsbehörde die Kostenfolgen 

regeln.  

2. Die Anfechtung einer Erledigung infolge Vergleichs ist im Gesetz nicht 

bzw. nur rudimentär geregelt. Stellt sich eine Partei auf den Standpunkt, die 

Parteierklärung sei wegen einer mangelhaften Willensbildung zivilrechtlich 

unwirksam, ist das mit Revision geltend zu machen (Art. 328 ZPO; ZK ZPO-

Freiburghaus/Afheldt, Art. 328 N 25). Dabei geht es um die zivilrechtliche 

Anfechtung des Vergleichs. Die Revision wird von der Instanz behandelt, welche 

den Prozess erledigte (Art. 328 Abs. 1 erster Satz ZPO).  

Daneben fallen aber auch die ordentlichen Rechtsmittel der Berufung und 

der Beschwerde in Betracht. Diese müssen sich zwar gegen einen "Entscheid" 

richten (Art. 308 und Art. 319 ZPO). Die "Erledigung ohne Entscheid" im Sinne 

von Art. 208 in Verbindung mit Art. 241 ZPO ist jedoch wie gesehen kein 

entscheidmässiges Nichts, sondern sie enthält verschiedene Entscheidungen der 

erledigenden Instanz. In diesem Bereich vermag die Revision, die lediglich den 

Dispositionsakt an sich erfasst, nicht zu helfen (vgl. OGer ZH vom 4. März 2011, 

PD110003, E. 2.1). Vielmehr muss eine Partei, die (nur) die Regelung der Kosten- 

und Entschädigungsfolgen beanstandet, die so nicht im Vergleich vereinbart war 

– und sei es nur die Höhe der Gerichtskosten –, dies der Rechtsmittelinstanz 

vorlegen können, weil es offenkundig keine Frage der Revision ist. In diesem Fall 

steht ihr die Beschwerde zur Verfügung (Art. 110 ZPO).  

Ist dagegen streitig, ob die Parteierklärung tatsächlich oder formell gültig 

abgegeben wurde, oder ob die Erklärung klar, vollständig und zulässig ist, so geht 

die Rüge auf die Erledigung an sich. Auch hier handelt es sich nach dem 

Gesagten nicht um eine Frage der Revision, sondern es muss ein Rechtsmittel an 

die obere Instanz zur Verfügung stehen. Da nach neuer Regel Prozessurteile 

(also Erledigungen aufgrund formeller Erwägungen) der Berufung unterliegen, ist 

auch die Abschreibung eines infolge Vergleichs erledigten Prozesses bzw. 

Schlichtungsverfahrens nach den allgemeinen Regeln mit Berufung anzufechten, 

oder – in einer vermögensrechtlichen Sache mit einem Streitwert von weniger als 

Fr. 10'000 – mit Beschwerde (Art. 308 Abs. 2 und 319 lit. a ZPO; vgl. OGer ZH 

a.a.O.).  

Vorliegend wäre richtigerweise (unter Vorbehalt einer blossen 

Kostenbeschwerde) nicht die Beschwerde, sondern die Berufung zu erheben 

gewesen, da es sich beim Gegenstand des Verfahrens (Verletzung von 

Persönlichkeitsrechten) um eine Zivilsache nicht vermögensrechtlicher Natur 

handelt (BGer 5A_860/2010 vom 25. August 2011, E. 1.3; BGE 127 III 481 E. 1a). 

Das Obergericht würde eine irrtümlich als Beschwerde eingereichte Eingabe als 

Berufung entgegen nehmen und umgekehrt (vgl. OGer ZH vom 5. September 

2011, NQ110029, E. 1). Dies ist indes vorliegend ohnehin nicht von Belang, da 

es, wie nachfolgend gezeigt wird, an Eintretensvoraussetzungen mangelt, die bei 

der Berufung die selben sind wie bei der Beschwerde. Auf die Frage der 

Konversion der Beschwerde in die richtigerweise zu erhebende Berufung ist 

daher nicht einzugehen.  

3. Der Kläger macht in der Beschwerdeschrift vom 11. Oktober 2011 

(samt Beilagen, act. 14, 16/1-4) nicht etwa geltend, die Gerichtsgebühr sei anders 

als im Vergleich geregelt auferlegt worden. Ebenso wenig behauptet er, der von 

beiden Parteien unterzeichnete Vergleich (act. 6) sei nicht klar, oder er sei etwa 

formell nicht gültig zustande gekommen. Vielmehr verlangt der Kläger 

verschiedene Änderungen des Vergleichs vom 6. Oktober 2011. Weiter macht er 

geltend, er sei beim Vergleichsschluss von der Gegenpartei bedroht bzw. vom 

Friedensrichter unter Zeitdruck gesetzt worden (vgl. insb. act. 16/2 S. 1, 4).  

3.1 Dabei handelt es sich um Sachverhalte, die eine zivilrechtliche 

Anfechtung des Vergleichs berühren. Dies ist nach dem Gesagten nicht mit dem 

ordentlichen Rechtsmittel, sondern mit Revision bei der entscheidenden Instanz, 

vorliegend beim Friedensrichter geltend zu machen. Auf die Beschwerde kann 

daher nicht eingetreten werden.  

3.2 Etwas anderes gilt auch nicht mit Blick auf die Kostenfolgen. Zur 

Kostenverteilung beschränkt sich die Argumentation des Klägers auf die 

Schilderung, weshalb er mit der im Vergleich festgelegten (und von ihm 

unterzeichneten) Regelung nicht einverstanden ist. Dazu gilt das soeben unter 

II./3.1 Gesagte.  

Was schliesslich die vom Kläger verlangte Erhöhung der Gebühr für das 

Verfahren des Friedensrichters angeht, fehlt es an einem Rechtsschutzinteresse 

bzw. an der Beschwer. Auch diesbezüglich ist auf die Beschwerde daher nicht 

einzutreten (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO; vgl. ZK ZPO-Zürcher, Art. 59 N 14).  

4. Mit Blick auf die allenfalls beim Friedensrichter zu erhebende Revision 

sei das Folgende angemerkt: Die Revision hat Erfolgschancen, wenn ein 

zivilrechtlicher Tatbestand geltend gemacht werden kann, aufgrund dessen der 

Vergleich für den Kläger nicht verbindlich ist (Art. 21, 23 ff. OR).  

Dass eine Partei nach dem Vergleichsschluss anderen Sinnes wird, oder 

dass sie hinterher zur Auffassung kommt, sie hätte das Verfahren gewonnen, ist 

dagegen nicht erheblich und kann keine Revision begründen: der 

Vergleichsschluss ist ein verbindlicher Vertrag unter den Parteien. Er wird in 

Kenntnis der umstrittenen Punkte geschlossen und umfasst gerade die Abrede, 

eine Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis mit gegenseitigen Zugeständnissen 

beizulegen. Auf diese Ungewissheit kann die Partei daher nicht mit einem 

Revisionsgesuch zurückkommen. Andernfalls würden eben diese Fragen wieder 

aufgerollt, derentwegen die Parteien den Vergleich abschlossen (BGE 130 III 49 

E. 1.2).  

Obergericht, II. Zivilkammer 
Beschluss vom 21. Oktober 2011 

Geschäfts-Nr.: RU110046-O/U 

 

	I.
	II.