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**Case Identifier:** 85419e34-3054-5e1e-92ba-f67a133b080e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.01.2022 200 2021 630
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-630_2022-01-17.pdf

## Full Text

200 21 630 IV
KOJ/BRO/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Januar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 8. Dezember 2017 unter Hinweis auf Schmerzen beim 
Sitzen, Stehen und Hochheben von Gegenständen seit einem Autounfall im 
Juli 2017 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
act. II, act. IIA] act. II 1, 11.77). In der Folge nahm die IVB erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor; insbesondere edierte sie die Akten des zu-
ständigen Unfallversicherers (act. II 11.1 ff., 37.1 ff., 43.100 ff.; 
act. IIA 43.1 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 44) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 8. Januar 2020 (act. IIA 45) einen 
Rentenanspruch. Auf Beschwerde hin (act. IIA 47 S. 3 ff.) hob die IVB die 
angefochtene Verfügung lite pendente wiedererwägungsweise auf und 
stellte in Aussicht, weitere Abklärungen durchzuführen (act. IIA 57), worauf 
das betreffende Beschwerdeverfahren mit Prozessurteil des Verwaltungs-
gerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2020, IV/2020/129 (act. IIA 60), 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde. In der Folge veranlasste 
die IVB eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachbereichen Neurolo-
gie, Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Kardiologie sowie Psychiatrie 
und Psychotherapie (MEDAS-Gutachten vom 21. Oktober 2020 [Versand-
datum; act. IIA 94.1 ff.]). Gestützt darauf und nach erneuter Durchführung 
des Vorbescheidverfahrens (act. IIA 99, 101) verneinte sie mit Verfügung 
vom 29. Juli 2021 (act. IIA 107) einen Rentenanspruch bei einem Invali-
ditätsgrad von 11 %.

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 13. September 2021 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

1. Die Verfügung vom 29. Juli 2021 der IV-Stelle des Kantons Bern sei 
vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei rückwir-

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kend seit Anspruchsbeginn eine ganze IV-Rente, eventualiter eine 
Dreiviertelsrente zuzusprechen. 

2. Eventualiter sei die Verfügung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

3. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren die unentgeltliche Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeich-
nenden als unentgeltlichen Rechtsbeistand, zu gewähren. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin, vorbehalten der Bestimmungen über die unentgeltliche 
Rechtspflege. 

Am 29. September 2021 reichte der Beschwerdeführer aktuelle medizini-
sche Unterlagen und eine Stellungnahme zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2021 und ergänzender Beschwer-
deantwort vom 15. Oktober 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 18. Oktober 2021 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt gut. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Juli 2021 
(act. IIA 107). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf eine Invalidenrente, eventuell die Rückweisung der Sache an die 
Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in den Akten im Wesent-
lichen die folgenden Angaben: 

3.1.1 Nach dem Autounfall vom 1. Juli 2017 war der Beschwerdeführer 
vom 1. bis 8. Juli 2017 im Spital C.________ hospitalisiert. Die Ärzte dia-
gnostizierten eine Deckplattenimpressionsfraktur AO A1, eine Thoraxkon-
tusion sowie eine Contusio capitis. Die Fraktur wurde konservativ mit einem 
Korsett behandelt (act. II 11.56).

Im Bericht vom 9. Januar 2018 (act. II 20 S. 2 f.) führten die Ärzte des Spi-
tals C.________ aus, aufgrund persistierender Schmerzen am thorakolum-
balen Übergang sei am 3. Januar 2018 eine dorsolaterale Stabilisation 
BWK12 auf LWK1 und eine Beckenkammspongiosaentnahme links dorsal 
durchgeführt worden (S. 2).

Im Bericht des Spitals C.________ vom 24. Juni 2019 (act. IIA 43.42) legte 
Dr. med. D.________, Facharzt für Neurochirurgie, dar, auch 18 Monate 
nach der Operation berichte der Patient über Rückenschmerzen im Bereich 
der Narbe und der Schraubenköpfe. Es bestehe weiterhin eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 1). Der Patient wünsche eine Osteosynthesemateri-
alentfernung (S. 2). Eine solche wurde am 17. Juli 2019 denn auch durch-
geführt (Bericht vom 23. Juli 2019; act. IIA 43.30).

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3.1.2 Vom 2. bis 25. Oktober 2019 war der Beschwerdeführer in der Re-
haklinik E.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 31. Oktober 
2019 (act. IIA 48.30) erwähnten die Ärzte der Klinik, beim Patienten sei 
eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Es sei davon 
auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden 
könnte als bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt. 
Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüg-
lich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate 
der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zu-
mutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Aus-
mass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 
bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. 
Die Beurteilung des Zumutbarkeitsprofils stütze sich wesentlich auf medizi-
nisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtun-
gen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Die Tätigkeit 
als … in einer … sei dem Patienten nicht mehr zumutbar. In einer lei-
densadaptierten Arbeit (leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätig-
keit ohne längerdauernde Zwangshaltung, Schläge sowie Vibrationsbelas-
tung) könne der Patient ganztags tätig sein (S. 2 f.).

Am 24. und 25. März 2020 wurde in der Rehaklinik E.________ sodann 
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt. Im 
Bericht vom 2. April 2020 (act. IIA 50.3) hielten Dr. med. F.________, 
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und G.________, 
Dipl. Physiotherapeutin, fest, trotz beobachteter mässiger Symptomauswei-
tung habe sich der Patient weitgehend bis zum funktionellen Limit belasten 
lassen. Damit seien die Resultate der physischen Leistungstests für die 
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit verwertbar. Die berufliche Tätig-
keit als … in einer … sei ihm nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei ihm je-
doch eine ganztägige leichte bis mittelschwere Arbeit, ohne Tätigkeiten in 
verdrehter und/oder länger dauernder vorgeneigter Rumpfposition (S. 6).

3.1.3 Der Kreisarzt der H.________ Dr. med. I.________, Facharzt für 
Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 16. April 2020 (act. IIA 54.10) 
aus, zur Evaluation der Leistungsfähigkeit sei eine Vorstellung in der Reha-

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klinik E.________ erfolgt. Das dort entwickelte Zumutbarkeitsprofil könne 
weitgehend übernommen werden. Demnach könne der Beschwerdeführer 
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausführen. Das Heben und Tragen 
von Gegenständen bis Beckenhöhe sei bis maximal 15 kg möglich. Arbei-
ten mit Belastungen in Vorhalteposition auf Thoraxhöhe, mit Zwangshal-
tung der Wirbelsäule sowie mit permanentem Rumpfbeugen sollten ver-
mieden werden. Sodann sollten Vibrationen und Stossbelastungen unter-
bleiben. Bei Einhaltung dieser Kriterien sei eine zeitlich sowie leistungs-
mässig uneingeschränkte Einsetzbarkeit gegeben (S. 5).

3.1.4 Im MEDAS-Gutachten vom 21. Oktober 2020 (act. IIA 94.1 ff.) stell-
ten die Experten in interdisziplinärer Gesamtbeurteilung die folgenden Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 94.1 S. 6 Ziff. 4.2.1): 

• Keilwirbeldeformation LWK1 (18°) bei St. n. LWK1-Fraktur, nach 
primär konservativer Therapie mit 3-Punkte-Korsett, nach dorsolatera-
ler Stabilisation BWK12 auf LWK1, Beckenkammspongiosaentnahme 
links dorsal, nach kompletter Metallentfernung S32.01 M40.16

• Arterielle Hypertonie
• Hinweise auf diastolische Relaxationsstörung 
• noch keine linksventrikuläre Hypertrophie 
• gute links- und rechtsventrikuläre Funktion (LVEF 65 %)
• kein Hinweis auf Belastungskoronarinsuffizienz bis 83 W.
• minime Mitralklappeninsuffizienz 

In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führten sie sodann aus, gemäss dem Be-
schrieb des Exploranden handle es sich bei der bisherigen Tätigkeit in ei-
ner … um eine sehr schwere Arbeit. In dieser bestehe keine Arbeitsfähig-
keit mehr (S. 7 Ziff. 4.7). In einer angepassten Tätigkeit bestehe bei einer 
ganztätigen Anwesenheit eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Die Tätigkeit soll-
te wechselbelastend, vorwiegend sitzend, sein. Der Explorand sollte die 
Möglichkeit haben, nach ca. 45 Minuten aufzustehen und etwas umherzu-
gehen. Das nicht repetitive Heben von Gegenständen vom Boden auf 
Tischhöhe und das Tragen von Gegenständen auf Beckenhöhe sei bis zu 
einem Gewicht von maximal 12 kg möglich. Zu unterlassen seien Arbeiten 
in Zwangshaltungen der Wirbelsäule, permanentes Rumpfbeugen sowie 
Vibrationen und Stossbelastungen (S. 7 Ziff. 4.8). Die Arbeitsunfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit sei sowohl durch die orthopädischen als auch 
die kardiologischen Funktionsstörungen bestimmt. In angepassten Tätigkei-
ten ergäben sich einzig orthopädische Einschränkungen. Auf neurologi-

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schem, allgemein-internistischem und psychiatrischem Gebiet lägen keine 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vor (S. 7 Ziff. 4.9).

Im orthopädischen Teilgutachten vom 15. September 2020 (act. IIA 94.4) 
legte Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, unter anderem dar, der Explo-
rand klage weiterhin über ausgeprägte Schmerzen. Diese bestünden vor 
allem beim Stehen, bereits nach wenigen Minuten. Mit einem neuen MRI 
der LWS und BWS habe eine Neurokompression ausgeschlossen werden 
können. Das SPECT/CT zeige leichte Anreicherungen in den Facettenge-
lenken BWK12, BWK11/12 links etwas mehr als rechts. Dies sei mit einer 
aktivierten Arthrose vereinbar. Ansonsten zeigten sich keine szintigraphi-
schen Pathologien an der Wirbelsäule. Gemäss Aussage des Exploranden 
seien die Schmerzen an der Wirbelsäule vor und nach den Operationen in 
etwa gleichgeblieben. Zusätzlich habe er jedoch Schmerzen und Missemp-
findungen an der Beckenkammspongiosaentnahmestelle (S. 7 Ziff. 7.2).

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 17. September 2020 (act. IIA 94.6) 
führte med. pract. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, aus, der Explorand habe angegeben, noch nie in einer ambulanten 
psychiatrischen oder psychologischen Behandlung gewesen zu sein. Eine 
solche sei diesem auch noch nie empfohlen worden (S. 4 Ziff. 3.2.11). In 
der Rehaklinik E.________ sei eine Symptomausweitung festgestellt wor-
den. Demnach wäre eine geringe psychische Ursache für die Schmerzen 
möglich. Es seien jedoch keine psychiatrischen Diagnosen gestellt worden. 
Zudem seien die Schmerzen gemäss den somatischen Gutachtern ausrei-
chend somatisch erklärbar. Damit hätten die Schmerzen keine psychische 
Ursache und er „möchte deshalb für die Schmerzen keine psychiatrischen 
Diagnosen stellen.“ Hinsichtlich der Diagnose einer depressiven Episode 
gemäss ICD-10 erfülle der Explorand keines der drei Hauptkriterien und 
von den weiteren Kriterien nur dasjenige von Ein- und Durchschlafstörun-
gen. Diese seien jedoch nicht durch depressive Symptome, sondern durch 
die Schmerzen verursacht worden. Demnach könne auch nicht die Diagno-
se einer depressiven Episode gestellt werden. Weiter fehlten Hinweise auf 
eine frühere depressive Episode. Die Diagnose einer depressiven Episode, 
gegenwärtig remittiert, könne demnach auch nicht gestellt werden. Im Übri-

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gen reagiere der Explorand nicht besonders emotional, wenn er vom Unfall 
berichte, und er fahre wieder Auto, wenn auch nur kurze Strecken von 15 
bis 20 Minuten. Diese Tatsachen sprächen gegen eine posttraumatische 
Belastungsstörung. Eine solche Diagnose werde überdies in den Akten 
nicht beschrieben. Letztlich bestünden keine Hinweise auf Konzentrations-
störungen (act. IIA 94.6 S. 6 f. Ziff. 6.1 und S. 10 Ziff. 7.3). Demnach be-
stehe beim Exploranden insgesamt keine psychische Erkrankung (S. 9 Ziff. 
7.1). 

3.1.5 Dr. med. L.________, Facharzt für Anästhesiologie, hielt im Bericht 
vom 17. März 2021 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3 S. 6 f.) fest, der 
Patient werde seit Anfang 2020 im Spital M.________ beraten und behan-
delt. Trotz intensivem Einsatz der therapeutischen Möglichkeiten mit allen 
zur Verfügung stehenden Medikamenten sowie Cryolaser-Therapie und 
intensiver physiotherapeutischer Betreuung sei es nicht gelungen, dem 
Patienten eine Verbesserung seiner Beschwerden angedeihen zu lassen. 
Die facettären Infiltrationen hätten nur für wenige Stunden eine signifikante 
Schmerzlinderung gebracht. Die paravertebrale Muskulatur sei nach wie 
vor bretthart und lasse sich kaum therapeutisch lockern. Der Patient sei 
massiv eingeschränkt in seinen Bewegungen und zeige sich massiv lei-
dend. Er ergebe sich in seinen Beschwerden (S. 6).

3.1.6 Im Sprechstundenbericht vom 23. Juni 2021 (act. I 3 S. 4 f.) führte 
Dr. med. N.________, Facharzt für Anästhesiologie, an, es seien schon 
verschiedenste Analgetika und Co-Analgetika eingesetzt worden, mit nur 
mässiger oder gar keiner Wirkung oder Auftreten von Nebenwirkungen. 
Auch die verschiedensten Infiltrationen von Facettengelenken hätten keine 
klare Linderung gebracht. Die schmerztherapeutischen Möglichkeiten seien 
sehr limitiert. Er habe den Eindruck, der Patient sei in einem ziemlichen 
Teufelskreis von Schmerzen und (Existenz-)Ängsten gefangen und er ver-
füge über spärliche Coping-Mechanismen. Eine psychosomatische Beurtei-
lung wäre sinnvoll.

3.1.7 Dr. med. L.________ hielt im Bericht vom 13. September 2021 (act. 
I 4) fest, die immer wieder geschilderten Beschwerden träten unter Belas-
tung auf und seien in Ruhe kaum prominent. Die bei der letzten Kontrolle 
festgestellte Gehfähigkeit betrage maximal 20 Minuten. Wärme vermöge 

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die Beschwerden etwas zu lindern. Bei kleinsten Bewegungen der thorako-
lumbalen Wirbelsäule träten die Schmerzen für den Patienten invalidisie-
rend auf, so dass er sich sofort wieder hinlegen müsse, um die Schmerzen 
zu lindern (S. 2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

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3.3 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in 
der angefochtenen Verfügung vom 29. Juli 2021 (act. IIA 107) im Wesentli-
chen auf das MEDAS-Gutachten vom 21. Oktober 2020 (act. IIA 94.1 ff.). 
Dieses erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
(vgl. E. 3.2.1 f.), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt und sich die bean-
tragten weiteren Abklärungen (Beschwerde S. 2 Ziff. I/2 und Ziff. II/2) erüb-
rigen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4]). Die Beurteilungen der Gutachter sind für die streitigen Belange um-
fassend, beruhen auf einlässlichen Explorationen und wurden in Kenntnis 
der Vorakten sowie in Berücksichtigung der geklagten Beschwerden vor-
genommen. Sie überzeugen inhaltlich, indem die darin enthaltenen Darle-
gungen der medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchten und die Schlussfolgerungen nachvoll-
ziehbar begründet sind. Ebenso flossen die Teilgutachten – soweit erfor-
derlich – in die interdisziplinäre Beurteilung ein. Was der Beschwerdeführer 
dagegen vorbringt, vermag den Beweiswert des polydisziplinären Gutach-
tens nicht in Zweifel zu ziehen: 

3.3.1 Die Kritik des Beschwerdeführers am psychiatrischen Teilgutachten 
(Beschwerde S. 8 ff.) ist unbegründet. Die Rüge, die psychiatrische Begut-
achtung sei nicht regelhaft durchgeführt worden, weil sie im Rahmen einer 
polydisziplinären Begutachtung im Auftrag der Beschwerdegegnerin erfolg-
te (Beschwerde S. 9 BS 4 lit. c), ist nicht zutreffend, handelt es sich doch 
um ein Administrativgutachten und stellten sich vorliegend gerade nicht 
einzig psychiatrische Fragen (vgl. auch act. IIA 56 S. 4 f.). Der Behauptung 
des Beschwerdeführers, im psychiatrischen Teilgutachten sei lediglich das 
Vorliegen einer depressiven Episode untersucht worden (Beschwerde 
S. 10 BS 4 lit. e; Eingabe des Beschwerdeführers vom 29. September 2021 
S. 1 unten), kann ebenfalls nicht gefolgt werden. So prüfte med. pract. 
K.________ zunächst, ob die Schmerzen eine psychische Mitursache ha-
ben könnten, was er verneinte. Erst im Anschluss daran nahm er zu einer 
allfälligen depressiven Episode sowie zu einer etwaigen posttraumatischen 
Belastungsstörung sowie möglichen Konzentrationsstörungen Stellung und 
kam zum Schluss, es liege keine psychiatrische Diagnose vor (act. IIA 94.6 
S. 6 f. Ziff. 6.1 und S. 9 Ziff. 7.1). Ausserdem ist auch die Behauptung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 13

med. pract. K.________ weigere sich, eine psychiatrische Diagnose zu 
stellen (Beschwerde S. 8 BS 4 lit. a), unzutreffend. Das kann aus einer ein-
zelnen Formulierung („Ich möchte deshalb für die Schmerzen keine psych-
iatrischen Diagnosen stellen“; act. IIA 94.6 S. 6 Ziff. 6.1) nicht geschlossen 
werden, zumal dieselbe Formulierung an anderer Stelle im psychiatrischen 
Teilgutachten in offensichtlich neutralem Sinne verwendet wird („Gerne 
möchte ich nun anhand der Kriterien im ICD-10 begründen, warum ich 
beim Versicherten nicht die Diagnose einer depressiven Episode gemäss 
dem ICD-10 stellen kann“; act. IIA 94.6 S. 6 Ziff. 6.1). Im Übrigen ergeben 
sich aus den medizinischen Akten keinerlei konkrete Anhaltspunkte, die 
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 3.2.2 hiervor). 
Hervorzuheben ist hierbei, dass vor der Begutachtung keiner der behan-
delnden Ärzte je eine psychiatrische oder psychologische Behandlung auch 
nur thematisierte (act. IIA 94.6 S. 4 Ziff. 3.2.11 und S. 6. Ziff. 6.1), weshalb 
sich die im vorliegenden Verfahren vorgetragene Behauptung des Be-
schwerdeführers, seit mehreren Jahren in psychiatrischer Behandlung zu 
sein (Beschwerde S. 10 BS 4 lit. e), als aktenwidrig erweist. Der Umstand 
allein, dass er sich nach der Begutachtung vorübergehend in ambulante 
psychiatrische Behandlung begab (act. I 3 S. 1 ff.), ändert nichts an der 
Zuverlässigkeit der Expertise, denn keiner der behandelnden Ärzte legte 
Aspekte dar, die vom psychiatrischen Gutachter unerkannt oder ungewür-
digt geblieben wären und auch eine seitherige Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes ist weder ersichtlich noch wird eine solche geltend 
gemacht. Dass der Schmerztherapeut Dr. med. N.________ im Bericht 
vom 23. Juni 2021 (act. I 3 S. 4 f.) eine psychosomatische Beurteilung 
empfahl (S. 5 oben), vermag die psychiatrische Expertise schon deshalb 
nicht in Zweifel zu ziehen, weil Dr. med. N.________ nicht psychiatrischer 
Facharzt ist und es ihm daher an der hier gefragten fachlichen Qualifikation 
fehlt. Gleiches gilt für den Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. 
O.________, weshalb der Ausführung in der Beschwerde, es sei vermehrt 
auf die Langzeitbeobachtung des Hausarztes abzustellen (Beschwerde 
S. 9 BS 4 lit. d), per se nicht zu folgen ist. Im Übrigen wird im Sprechstun-
denbericht vom 23. Juni 2021 (act. I 3 S. 4 f.) ausdrücklich auf psychosozial 
erschwerende Umstände hingewiesen, welche vorliegend jedoch nicht zu 
berücksichtigen sind, weil die in der Rehaklinik E.________ beobachtete 
Symptomausweitung bloss schwach ausgeprägt war und damit aus psych-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 14

iatrischer Sicht auch nicht eine Diagnose aus dem Bereich der somatofor-
men Schmerzstörungen zu stellen war (act. IIA 344 S. 53). Deshalb erübri-
gen sich weitere Abklärungen auch unter Berücksichtigung des Aufgebots 
für einen stationären Aufenthalt der psychosomatischen Abteilung des Spi-
tals P.________ vom 9. September 2021 (act. I 5). 

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer rügt, es liege kein stabiler Gesund-
heitszustand vor (Beschwerde S. 5 f. BS 3 lit. a ff.), verkennt er, dass an-
ders als bei der Unfallversicherung (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) gemäss 
Art. 28 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch unabhängig davon besteht, ob ein 
Endzustand erreicht wurde oder nicht (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 27. November 2018, 8C_321/2018, E. 5.1). Auf die diesbezüg-
lichen Vorbringen ist daher nicht näher einzugehen; für die vorliegend strei-
tigen Belange erübrigen sich demnach auch weitere medizinische Ab-
klärungen zur Frage des Endzustandes. 

Entgegen der Ansicht in der Beschwerde (S. 6 BS 3 lit. e) lassen sich aus 
der – ohnehin nur geringfügigen und aus der Indexierung auf das jeweilige 
massgebende Jahr resultierenden – unterschiedlichen Ermittlung des Inva-
lideneinkommens im IV- und UV-Verfahren (act. IIA 103 S. 11 E. 7.4, 107 
S. 2) keine Rückschlüsse auf eine allfällige ungenügende Abklärung des 
medizinischen Sachverhaltes ziehen. Vielmehr ist die Einschätzung der 
Gutachter, wonach der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit 
nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer angepassten Tätigkeit (wechselbe-
lastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit, nach ca. 45 
Minuten aufzustehen und etwas umherzugehen; nicht repetitives Heben 
von Gegenständen vom Boden auf Tischhöhe und Tragen von Gegenstän-
den auf Beckenhöhe bis zu einem Gewicht von maximal 12 kg; keine 
Zwangshaltungen der Wirbelsäule, kein permanentes Rumpfbeugen und 
keine Vibrationen und Stossbelastungen) bei einer ganztägigen Anwesen-
heit eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht (act. IIA 94.1 S. 7 Ziff. 4.7 f.), 
mit Blick auf die medizinische Aktenlage nachvollziehbar und überzeugt. 
Insbesondere steht das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil weitestgehend in 
Einklang mit der EFL der Rehaklinik E.________ vom 2. April 2020 
(act. IIA 50.3), wonach dem Beschwerdeführer eine ganztägige leichte bis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 15

mittelschwere Tätigkeit ohne verdrehter oder länger dauernder vorgeneig-
ter Rumpfposition zumutbar ist (S. 6 unten). Aus den Berichten der behan-
delnden Ärzte ergeben sich keine Anhaltspunkte, die Zweifel an der 
Schlüssigkeit des gutachterlichen Zumutbarkeitsprofils zu wecken ver-
möchten. So haben die Behandler keine Aspekte dargelegt, die von den 
Gutachtern unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Soweit die be-
handelnden Ärzte von einer 100%igen respektive 80%igen Arbeitsunfähig-
keit ausgehen (act. IIA 48.14 S. 2, 48.17 S. 2, 108 S. 27 unten; zur diesbe-
züglichen Rüge: Beschwerde S. 6 BS 3 lit. e), korreliert dies mit der im 
Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit von 0 % in der bisherigen Tätig-
keit (act. IIA 94.1 S. 7 Ziff. 4.7). Dies ist nicht mit der Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gleichzusetzen. Auch aus dem 
Bericht des RAD-Arztes Dr. med. Q.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 1. Mai 2020 
(act. IIA 56 S. 3 ff.) vermag der Beschwerdeführer – entgegen seiner An-
sicht (Beschwerde S. 8 f. BS 4 lit. b) – nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, 
denn dessen Empfehlung, eine polydisziplinäre Begutachtung einzuholen 
(act. IIA 56 S. 4 f.), kam die Beschwerdegegnerin nach (act. IIA 94.1 ff.). 
Was schliesslich die beantragte Indikatorenprüfung betrifft (Beschwerde 
S. 11 BS 4 lit. g), erübrigt sich hier eine solche schon mangels einer psych-
iatrischen Diagnose (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Bei einer psychisch bedingten 
Arbeitsunfähigkeit von 0 % und voll beweiskräftigem Gutachten ist ein 
strukturiertes Beweisverfahren ohnehin entbehrlich (BGE 143 V 418 E. 7.1 
S. 429; SVR 2019 IV Nr. 41 E. 6.2.1). 

3.3.3 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in 
seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist und in einer an-
gepassten Tätigkeit (wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit 
der Möglichkeit, nach ca. 45 Minuten aufzustehen und etwas umherzuge-
hen; nicht repetitives Heben von Gegenständen vom Boden auf Tischhöhe 
und Tragen von Gegenständen auf Beckenhöhe bis zu einem Gewicht von 
maximal 12 kg; keine Zwangshaltungen der Wirbelsäule, kein permanentes 
Rumpfbeugen und keine Vibrationen und Stossbelastungen) bei einer 
ganztägigen Anwesenheit eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 16

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Invali-
ditätsgrad zu bestimmen. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 17

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.1.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.2).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 18

135 V 297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich 
die Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte 
ermittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfäl-
lige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverant-
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Lei-
densabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird 
sich daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und 
nicht mehr die maximal zulässigen 25 % für sämtliche invaliditätsfremden 
und invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 
S. 302 und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug vom Dezember 2017 (act. II 1) und der vollständigen Arbeits-
unfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit dem Unfall vom 1. Juli 2017 
(act. II 11.77; act. IIA 94.1 S. 7 Ziff. 4.7; vgl. auch act. I 3 S. 3 unten) liegt 
der frühest mögliche Rentenbeginn im Juli 2018 (vgl. E. 2.3 hiervor). Auf 
diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. 

4.2.1 Der Beschwerdeführer wäre ohne Gesundheitsschaden unbestritte-
nermassen weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit als … bei derselben 
Arbeitgeberin beschäftigt. Gemäss deren Angaben hätte das hypothetische 
Valideneinkommen im Jahr 2018 Fr. 50'700.-- (Fr. 3'900.-- x 13) betragen 
(act. IIA 43.5 S. 2). Hierauf ist abzustellen, was denn auch nicht bestritten 
wird. 

Dieser Lohn liegt unter dem branchenspezifischen Wert von Fr. 60'831.30 
(Fr. 4'805.-- [LSE 2018, Tabelle TA1, Ziff. 10-11: Herstellung von …; …, 
Kompetenzniveau 1, Männer] x 12 [Monate] / 40 [Wochenarbeitsstunden] x 
42.2 [Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung, Ziff. 10-12: 
Herstellung von … und …]), was einer Unterdurchschnittlichkeit des effekti-
ven Lohnes gegenüber dem branchenüblichen Tabellenlohn von 16.65 % 
([Fr. 60'831.30 ./. Fr. 50'700.--]) / Fr. 60'831.30 x 100) entspricht. Da sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 19

aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte ergeben, dass sich der Beschwer-
deführer aus freien Stücken mit dem tiefen Einkommen begnügen wollte, 
ist die Unterdurchschnittlichkeit über 5 % hinaus, mithin im Umfang von 
11.65 %, zu berücksichtigen (vgl. E. 4.1.3 hiervor) und das Invalidenein-
kommen dementsprechend herabzusetzen (vgl. E. 4.2.2 hiernach).

4.2.2 Da dem Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit nicht mehr zu-
mutbar ist (vgl. E. 3.3.3 hiervor) und er keine Verweistätigkeit aufnahm, 
berechnete die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen zu Recht 
(Entscheid des BGer vom 2. Juli 2020, 8C_260/2020, E. 4.2.1 mit Hinwei-
sen) anhand des Tabellenlohns gemäss LSE 2018, Tabelle TA1, Total, 
Kompetenzniveau 1, Männer (act. IIA 107 S. 2). 

Soweit der Beschwerdeführer neben der Parallelisierung des Invalidenein-
kommens (vgl. E. 4.2.1 in fine hiervor) sinngemäss einen Abzug vom Ta-
bellenlohn (vgl. E. 4.1.2 hiervor) beantragt (Beschwerde S. 7 BS 3 lit. e), 
kann ihm nicht gefolgt werden. Insbesondere der fehlenden beruflichen 
Ausbildung, den mangelnden Deutschkenntnissen sowie dem Aufenthaltss-
tatus wird bereits im Rahmen der Parallelisierung Rechnung getragen (vgl. 
E. 4.1.3 hiervor). Im Übrigen sind Hilfsarbeiten des Kompetenzniveaus 1 
altersunabhängig nachgefragt und sie erfordern gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung weder gute Kenntnisse der deutschen Sprache noch eine 
Ausbildung (Entscheid des BGer vom 19. Februar 2020, 9C_550/2019, 
E. 4.3 mit Hinweis). Letztlich wird der Gesundheitssituation des Beschwer-
deführers bereits im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.3.3 hier-
vor) hinlänglich Rechnung getragen. 

Nach dem Dargelegten ergibt sich unter Berücksichtigung der wöchentli-
chen Normalarbeitszeit, der Parallelisierung im Umfang von 11.65 % sowie 
der leistungsmässigen Einschränkung von 25 % ein Invalideneinkommen 
von Fr. 44'903.90 (Fr. 5'417.-- [LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenz-
niveau 1, Männer] x 12 [Monate] / 40 [Wochenarbeitsstunden] x 41.7 [Be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total] x 0.8835 [Par-
allelisierung im Umfang von 11.65 %; vgl. E. 4.2.1 in fine hiervor] x 0.75 
[leistungsmässige Einschränkung von 25 %; vgl. E. 3.3.3 hiervor]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 20

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein gerundeter (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV 
Nr. 61 S. 198 E. 7.1) rentenausschliessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invali-
ditätsgrad von 11 % ([Fr. 50'700.-- ./. Fr. 44'903.90] / Fr. 50'700.-- x 100). 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 29. Juli 2021 
(act. IIA 107) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwer-
de abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung aufzuerlegen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspfle-
ge (vgl. Verfügung vom 18. Oktober 2021) ist er – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien 
(Art. 113 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

6.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 21

Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 29. Oktober 2021 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Zeitaufwand von 12.75 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 3'187.50 
(12.75 h x Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 52.40 sowie die Mehr-
wertsteuer von Fr. 249.45 (7.7 % auf Fr. 3'239.90), insgesamt somit 
Fr. 3'489.35 geltend. Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 2’550.-- (12.75 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 52.40 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 200.40 (7.7 % von Fr. 2’602.40), total somit eine 
Entschädigung von Fr. 2’802.80, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Jan. 2022, IV/21/630, Seite 22

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'489.35 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2’802.80 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.