# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8799d86-9b52-5aba-bdc1-b3433b292ef7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2010 E-3191/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3191-2010_2010-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3191/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A._______,
vertreten durch Jürg Walker, Fürsprecher, Solothurner-
strasse 101, 4600 Olten,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach 
Italien (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 
28. April 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3191/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  am 24.  De-
zember 2009 in die Schweiz einreiste und hier am 8. Januar 2010 ein 
Asylgesuch stellte,

dass sie am 26. Januar 2010 vom BFM im Rahmen einer summari-
schen Anhörung im Empfangs- und Verfahrenzentrum (EVZ) Basel zu 
ihren Asyl- und Ausreisegründen befragt wurde, 

dass die  Beschwerdeführerin  dabei  im Wesentlichen vortrug,  sie  sei 
bereits im August 1993 in der Schweiz gewesen, sei dann nach Italien 
gereist, wo sie für ein Projekt _______ in Italien engagiert worden sei,

dass  sie  im  Rahmen dieses  Projektes  _______  im  Jahr  2000  nach 
Eritrea zurückgekehrt sei, 

dass dieses Projekt von den eritreischen Behörden abgelehnt worden 
sei, worauf die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten bekommen habe, 
was sie veranlasst habe, am 30. Oktober 2009 auf dem Luftweg nach 
Italien  zu reisen,

dass sie in Italien eine bis ins Jahr 2014 gültige Aufenthaltsgenehmi-
gung („permesso di soggiorno“) sowie eine unbefristete „carta di sog-
giorno“ erhalten  habe,

dass sie Italien  verlassen habe,  weil  sie  dort  zwei  Unfälle  (mit  dem 
Fahrrad und mit dem Bus) erlitten habe, was ihre Bewegungsfähigkeit 
eingeschränkt habe,

dass der Beschwerdeführerin im Rahmen der Befragung vom 26. Ja-
nuar  2010  das  rechtliche  Gehör  zur  mutmasslichen  Verfahrenszu-
ständigkeit  Italiens  und  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin  ge-
währt wurde,

dass die Beschwerdeführerin dabei festhielt, sie habe in Italien nebst 
der  Aufenthaltsberechtigung  auch  materielle  und  medizinische  Hilfe, 
hingegen  keine  moralische  oder  seelische  Unterstützung  erhalten, 
weshalb sie nicht länger in Italien habe verbleiben, sondern zu ihren in 
der Schweiz lebenden Geschwister habe reisen wollen,

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dass  die  italienischen  Behörden  („Ministero  dell'Interno,  Unità 
Dublino“) mit Schreiben vom 29. März 2010 einer Rückübernahme der 
Beschwerdeführerin ausdrücklich zugestimmt haben,

dass der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 22. April 2010 dem BFM 
seine Mandatierung angezeigt und dabei gleichzeitig um Durchführung 
einer Anhörung ersucht hat,

dass er dabei gleichzeitig auf die Behinderung der Beschwerdeführerin 
und ihre damit einhergehende Verletzlichkeit hingewiesen und um die 
Ausübung des Selbsteintrittsrechts im Dublin-Verfahren ersucht hat, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. April 2010 gestützt auf Art. 34 
Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eintrat sowie deren 
Wegweisung aus der Schweiz nach Italien und den Vollzug anordnete,

dass diese Verfügung dem Rechtsvertreter am 29. April 2009 eröffnet 
wurde,

dass aus der Begründung des BFM hervorgeht,  dass Italien gestützt 
auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über 
die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates 
für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz ge-
stellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR 
0.142.392.68)  sowie  das  Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Is-
land und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung  des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien 
und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prü-
fung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags (SR 0.362.32) für  die Durchführung des Asyl- und Weg-
weisungsverfahrens der Beschwerdeführerin zuständig sei,

dass  das  BFM  im  Weiteren  auf  die  am 29. März  2010  erfolgte  Zu-
stimmung zur  Übernahme der  Beschwerdeführerin  durch Italien,  auf 
die bis ins Jahr 2014 gültige Aufenthaltsberechtigung der Beschwer-
deführerin und auf die bereits in Italien gewährte medizinische und fi-
nanzielle Unterstützung verwies, 

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dass das Bundesamt weiter ausführte, die Beschwerdeführerin könne 
sich nicht auf den aus Art. 8  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101) fliessenden Schutz des Familienlebens berufen, zumal lediglich 
die sogenannte Kernfamilie darunter erfasst werde und nicht die Be-
ziehung zwischen Geschwistern,   

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
(Art. 19 Abs. 3 Dublin II-VO) oder Verlängerung (Art. 19 Abs. 4 Dublin- 
II-VO) – bis spätestens zum 29. September 2010 zu erfolgen habe,

dass die im Rahmen des rechtlichen Gehörs gemachten Einwände der 
Beschwerdeführerin gegen eine Rückführung nach Italien nicht gegen 
eine Zuständigkeit Italiens und eine Wegweisung dorthin sprächen, da 
Italien zur Übernahme verpflichtet und zudem ein Rechtsstaat mit so-
zialen Hilfsstrukturen sei, die die Beschwerdeführerin nötigenfalls be-
anspruchen könne,

dass  im Übrigen  keine  Hinweise  einer  Verletzung  von  Art.  3  EMRK 
bestünden,

dass die Beschwerdeführerin in einen Drittstaat reisen könne, in wel-
chem sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) finde und somit 
das Non-Refoulement-Gebot hinsichtlich ihres Heimatstaates nicht zu 
prüfen sei,

dass  Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  gemäss Art.  34 
Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine aufschiebende 
Wirkung zukomme,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. Mai 2010 beantragte, 
die BFM-Verfügung vom 28. April 2010 sei aufzuheben, die Vorinstanz 
sei anzuweisen, in Ausübung ihres Selbsteintrittsrechts auf das Asyl-
gesuch  der  Beschwerdeführerin  einzutreten,  es  sei  eine  vorläufige 
Aufnahme  zu  gewähren,  die  unentgeltliche  Rechtspflege  inklusive 
-verbeiständung  sei  zu  gewähren,  und  der  Beschwerde  sei  die  auf-
schiebende Wirkung zu gewähren,

dass sie zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, der Sach-
verhalt  sei  nur unvollständig und unrichtig  festgestellt  worden,  nach-

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dem lediglich eine Anhörung zur Person und keine eigentliche Anhö-
rung zu den Asylgründen stattgefunden habe, 

dass sich  die Umstände der  durchgeführten Kurzanhörung (zeitliche 
Verzögerung der Befragung, schlechte Stimmung zwischen dem Dol-
metscher  und  der  Beschwerdeführerin)  negativ  auf  die  Befragung 
ausgewirkt hätten, 

dass das BFM im Weiteren ohne Angabe von Gründen darauf verzich-
tet habe, von seinem Ermessen Gebrach zu machen und das Selbst-
eintrittsrechts gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin II-VO auszuüben, obwohl 
die Beschwerdeführerin auf ihren schlechten Gesundheitszustand und 
auf die Notwendigkeit  der Unterstützung durch ihre Geschwister ver-
wiesen habe,  

dass sich die Beschwerdeführerin am Befreiungskampf Eritreas betei-
ligt und dabei als Angehörige des Militärs eine Kopfschussverletzung 
erlitten habe,

dass  diesbezüglich  zu  befürchten  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin 
ihre Aufenthaltsberechtigung in Italien verliere, nachdem sie den dor-
tigen Behörden gegenüber jeweils ausgesagt habe, diese Schussver-
letzung als Zivilperson erlitten zu haben,

dass angesichts  der  in  Italien  erlittenen Unfälle  eine  Rückkehr  nach 
Italien für die Beschwerdeführerin unzumutbar sei,

dass sich die Beschwerdeführerin auf den Schutz des Familienlebens 
i.S. von Art. 8 EMRK berufe, weil sie auf die Unterstützung ihrer in der 
Schweiz lebenden Geschwister angewiesen sei,

dass das Bundesverwaltungsgericht mittels vorsorglicher Massnahme 
vom 4. Mai 2010 den Vollzug der Wegweisung einstweilen aussetzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 6. Mai 2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht eingingen,

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und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])  des BFM 
auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Verfügung des BFM vom 28. April 2010 am Folgetag eröffnet 
wurde,

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  ferner  der  prozessuale  Antrag  betreffend  Gewährung  der  auf-
schiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  mit  vorliegendem  Direktent-
scheid in der Hauptsache hinfällig wird,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 
DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen (AsylV1,  SR 142.311) die Prüfung der staats-
vertraglichen Zuständigkeit zur Behandlung eines Asylgesuches nach 
den Kriterien der  Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. 
Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestim-
mung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zu-
ständig ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mit-
gliedstaat gestellt hat (Dublin II-VO) zu erfolgen hat, 

dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG weiter voraussetzt, dass der staats-
vertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden 
Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV1),

dass,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt 
wurde, das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 
eingeleitet wird (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), wobei die Kriterien in der 
in Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden sind 
sowie von der Situation, die zum Zeitpunkt besteht, in dem der Asyl-
bewerber erstmals seinen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszu-
gehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), 

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dass den Akten zu entnehmen ist, dass sich die Beschwerdeführerin 
bereits in Italien aufgehalten hat, 

dass die italienischen Behörden das Ersuchen der Schweizer Behör-
den um Rückübernahme der  Beschwerdeführerin  am 29. März 2010 
positiv beantwortet haben respektive der Rückübernahme zugestimmt 
haben,

dass  das  BFM  seinen  Nichteintretensentscheid  überzeugend  sowie 
gesetzes- und praxiskonform begründet  hat  und zwecks Vermeidung 
von Wiederholungen auf  vorstehende zusammenfassende Darlegung 
dieser Erwägungen sowie im Detail auf den diesbezüglichen Inhalt der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass der Inhalt der Beschwerde offensichtlich zu keiner anderen Ein-
schätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des 
Asylverfahrens  von  der  Beschwerdeführerin  im  Grundsatz  nicht  be-
stritten wird,

dass im Rahmen des Nichteintretensverfahrens im Sinne von Art. 34 
Abs. 2 Bst. d AsylG (Dublin-Verfahren) keine einlässliche Prüfung der 
Flüchtlingseigenschaft stattfindet und von Gesetzes wegen auch keine 
einlässliche Anhörung zu den Asylgründen vorgesehen ist  (vgl. dazu 
Art.  36  AsylG),  sondern  der  asylsuchenden  Person  das  rechtliche 
Gehör im Hinblick auf  eine Dublin-Rücküberstellung zu gewähren ist 
(vgl. Art. 36 Abs. 2 AsylG),

dass sich bei dieser Sachlage die Ausführungen in der Rechtsmittel-
eingabe zur Notwendigkeit einer einlässlichen Anhörung zu den Asyl-
gründen in einem Dublin-Verfahren als unbehelflich erweisen,  weshalb 
der  Antrag  auf  Durchführung  einer  weiteren  Anhörung  abgewiesen 
wird, 

dass keine Gründe vorliegen, die einen Selbsteintritt des BFM gemäss 
Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO nahegelegt hätten,

dass sich die derzeitige Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin 
nicht  derart  präsentiert,  dass davon auszugehen wäre,  dass  sie  zur 
Bewältigung  ihres  Lebensalltags  auf  die  intensive  und  dauernde 
Unterstützung  von  Angehörigen  oder  anderer  Personen  angewiesen 
wäre,

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dass die Beschwerdeführerin explizit  zu Protokoll  gegeben hat,  dass 
sie während ihres mehrjährigen Aufenthaltes in Italien ihren Lebens-
unterhalt selbst bestritten habe (vgl. A2, S. 4),

dass der  Umstand,  dass die Beschwerdeführerin  in  Italien ein  Fahr-
radunglück und einen Unfall in einem Bus erlitten hat, für sich alleine 
betrachtet, keinen Grund für einen Selbsteintritt der Schweiz darstellt, 

dass zwar nicht ausgeschlossen werden kann, dass Asylsuchende in 
Italien bei der Unterkunft, der Arbeit und dem Zugang zu medizinischer 
Infrastruktur gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt sein können,

dass  die  Beschwerdeführerin  ausdrücklich  angegeben  hat,  dass  ihr 
persönlich  materielle,  namentlich  medizinische,  Unterstützung in  Ita-
lien gewährt worden sei (vgl. A2, S. 6),  

dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli  1951 
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der 
EMRK ist,

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen 
hält, 

dass  die  Einwände  der  Beschwerdeführerin,  ihr  drohe  eine  Rück-
schiebung nach Eritrea, daran nichts ändern, da Italien verpflichtet war 
und ist, allfällige Einwände der Beschwerdeführerin gegen eine Rück-
schaffung in ihr  Heimatland auf deren Begründetheit hin zu prüfen,

dass Dublin-Rückkehrende betreffend Unterbringung von den italieni-
schen Behörden bevorzugt  behandelt  werden und sich – neben den 
staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen 
der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass die  Organisation  "Arci  con Fraternità"  seit  dem 1. Januar  2009 
die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organi-
siert  und dort  den Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung anbie-
tet,

dass  die  Beschwerdeführerin  weder  im  Rahmen  des  ihr  gewährten 
rechtlichen Gehörs noch auf Beschwerdeebene hinreichend bestimmte 
Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach Italien geltend machte, weshalb 

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keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  dass  die  Be-
schwerdeführerin im Falle einer Rückkehr nach Italien in eine existen-
zielle Notlage geraten würde, 

dass  dem  Bundesverwaltungsgericht  keine  Anhaltspunkte  vorliegen, 
dass sich die Beschwerdeführerin in einem kritischen Gesundheitszu-
stand befinden würde,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetre-
ten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes vom 16. Dezember  2005 über  die  Ausländerin-
nen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass sich  die Frage nach dem Bestehen von Wegweisungsvollzugs-
hindernissen regelmässig bereits als Voraussetzung (und nicht erst als 
Regelfolge) des Nichteintretensentscheids darstellt,  und demnach im 
Rahmen  der  Prüfung  eines  allfälligen  Selbsteintritts  zu  beantworten 
ist,

dass  das  Selbsteintrittsrecht  vorliegend,  wie  ausgeführt,  nicht  zur 
Anwendung  gelangt,  und  dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den 
Vollzug der Wegweisung nach Italien zu Recht angeordnet hat,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

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dass  sich  die  Beschwerdebegehren  als  aussichtslos  darstellten  und 
dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
inklusive -verbeiständung im Sinne von Art. 65  Abs. 1  und 2  VwVG 
demzufolge abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusi-
ve -verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 600.--  werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: 

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