# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c45b4e9a-1d7c-58db-b08c-c0a5a0e972cd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.04.2017 IV 2015/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-77_2017-04-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.04.2020

Entscheiddatum: 26.04.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2017
Art. 28 IVG und Art. 7 ATSG. Rentenanspruch. Erwerbsunfähigkeit. 
Würdigung Gutachten. Der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
liegen ausschliesslich aus objektiver Sicht nicht überwindbare 
gesundheitliche Beeinträchtigungen zugrunde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2017, IV 
2015/77).

Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2017

Entscheid vom 26. April 2017

Besetzung                                                                      

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin

Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen          

Geschäftsnr.                                                                                                                    

IV 2015/77             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beratung GmbH, Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 18. Juni 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 23. Januar 2006 polydisziplinär 

(internistisch, orthopädisch, psychiatrisch) in der ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH begutachtet. Die Gutachter diagnostizierten ein chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), mit u.a. Status nach 

Diskushernien-Operation L3/4 links am 27. November 2003. Für die angestammte 

Tätigkeit im Baugewerbe bescheinigten sie dem Versicherten eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis mittelschwere leidensangepasste 

Tätigkeiten bestehe hingegen eine ganztägig zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100% 

(Gutachten vom 23. Mai 2006, IV-act. 31). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 

(Vorbescheid vom 19. Juli 2006, IV-act. 37; Einwand vom 18. September 2006, IV-act. 

41) verfügte die IV-Stelle am 25. Oktober 2006 die Abweisung des Leistungsgesuchs 

des Versicherten (IV-act. 42). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 24. November 

2006 (IV-act. 45) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 8. April 2008, IV 

2006/259, ab (IV-act. 65).

A.b  Am 30. Mai 2008 meldete sich der Versicherte über seinen Rechtsvertreter erneut 

zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (IV-act. 69 f.). Am 13. Januar 2009 fand eine 

polydisziplinäre (internistische, orthopädische und psychiatrische) 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verlaufsbegutachtung in der ABI statt. Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne 

radikuläre Ausfälle (ICD-10: M54.5) mit u.a. Status nach minimalinvasiver TLIF LWK4/5 

am 16. April 2007 (ICD-10: Z98.8) und ein COPD (ICD-10: J44). Sie bescheinigten dem 

Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten. Vorübergehend habe jedoch nach der Operation vom 16. April 2007 eine 

volle Arbeitsunfähigkeit auch in Verweistätigkeiten bis August 2007, dann eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2007 bestanden (Verlaufsgutachten vom 9. Februar 

2009, IV-act. 77). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 25. 

März 2009, IV-act. 83; Einwand vom 11. Mai 2009, IV-act. 84) verfügte die IV-Stelle am 

30. Juni 2009 die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 86). Dagegen erhob der 

Versicherte am 31. August 2009 Beschwerde (IV-act. 87; zu dem von ihm im weiteren 

Beschwerdeverfahren eingereichten Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. Oktober 

2009 bezüglich des im Nachgang zur am 2. September 2009 erfolgten 3. Operation 

[Dekompression L3/4 von links mit Zystenresektion, Rezessotomie und Foraminotomie 

L4 links] angetretenen stationären Aufenthalts vom 24. September bis 7. Oktober 2009 

siehe IV-act. 96). Vom 15. Juni bis 13. August 2010 befand sich der Versicherte zur 

stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik B.___. Die dort behandelnden 

medizinischen Fachpersonen diagnostizierten u.a. eine schwere depressive Episode 

ohne psychotische Symptome mit Suizidgedanken (ICD-10: F32.2), eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom, einen hochgradigen Verdacht auf einen psychogenen Tremor. Es 

bestehe weiterhin und wahrscheinlich auch längerfristig eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (Austrittsbericht vom 14. September 2010, IV-act. 118-53 ff.). Mit 

Entscheid vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, hiess das Versicherungsgericht die 

Beschwerde vom 31. August 2009 teilweise gut und hob die Verfügung vom 30. Juni 

2009 auf. Es wies die Sache zur weiteren Abklärung betreffend die Arbeitsfähigkeit im 

Zeitraum von August bis Oktober 2007 und den seit der ABI-Verlaufsbegutachtung 

vom 13. Januar 2009 eingetretenen Gesundheitsverlauf an die Beschwerdegegnerin 

zurück (IV-act. 104).

A.c  Vom 27. Juli bis 19. August 2011 befand sich der Versicherte erneut zur 

stationären Behandlung in der Klinik B.___. Die dort behandelnden medizinischen 

Fachpersonen diagnostizierten eine schwere depressive Episode ohne psychotische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Symptome (ICD-10: F32.2) und ein chronisches Schmerzsyndrom. Der Versicherte 

habe kaum am Therapieangebot teilnehmen können und habe sich in sein Zimmer 

zurückgezogen. Ein Schmerzmanagement und eine Evaluation seien kaum möglich 

gewesen. Der Versicherte habe daher gewünscht, zu seiner Familie zurückzukehren 

(Austrittsbericht vom 30. August 2011, IV-act. 118-48 ff.). Am 18. Januar 2012 wurde 

der Versicherte erneut in der ABI polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch 

und orthopädisch) begutachtet. Die Experten diagnostizierten mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit: ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre 

Ausfälle (ICD-10: M54.80), chronische Schulterschmerzen der adominanten linken Seite 

(ICD-10: M79.61), eine rezidivierende depressive Störung, leichte bis mittelgradige 

Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F33.00/F33.10), eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und eine COPD (ICD-10: J44.9). Über 

die Zeit gemittelt bestehe seit Juni 2010 aus psychiatrischer Sicht eine 30%ige 

Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Aus somatischer Sicht bescheinigten die 

Gutachter dem Versicherten weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit habe lediglich ab 

der am 16. April 2007 durchgeführten Spondylodese für längstens sechs Monate sowie 

nach dem letzten Eingriff vom 2. September 2009 für maximal drei Monate bestanden 

(Verlaufsgutachten vom 18. April 2012, IV-act. 118-26 f.). Der Rechtsdienst der IV-

Stelle hielt in der Stellungnahme vom 18. Juni 2012 dafür, dass die psychischen Leiden 

aus rechtlicher Sicht nicht eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu begründen 

vermöchten (IV-act. 121).

A.d  Mit Vorbescheid vom 27. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 125). Dagegen erhob der 

Versicherte am 21. September 2012 Einwand und reichte weitere medizinische 

Unterlagen ein (u.a. Berichte der Klinik B.___ von 14. Juli 2012 betreffend die stationäre 

Behandlung vom 20. Juni bis 14. Juli 2012 und des Schmerzzentrums am 

Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 24. Mai 2012, IV-act. 126). Die seit 25. August 

2010 im Psychiatrie-Zentrum C.___ behandelnde Dr. med. D.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Neurologie, berichtete dem Rechtsvertreter am 17. Oktober 2012, der 

Versicherte leide an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Diese verursache bei ihm eine deutliche 

depressive Verstimmung mittelschwerer bis schwerer Ausprägung. Aus rein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychiatrischer Sicht wäre dem Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit im 

Umfang von 30 bis 50% möglich, wobei mit sehr vielen Ausfällen zu rechnen sei, da es 

je nach Schmerzintensität immer wieder zu einer Verschlechterung des 

psychopathologischen Bildes kommen könne (IV-act. 130; siehe auch den 

Verlaufsbericht von Dr. D.___ vom 13. Juni 2013, IV-act. 134-1 ff.).

A.e  Eine in der Abteilung Radiologie am KSSG am 15. Januar 2014 vorgenommene 

MRI-Untersuchung der Wirbelsäule ergab degenerative Veränderungen zervikal mit 

mehrsegmentalen Diskushernien betont auf Höhe HWK6/7 rechts mit präforaminalem 

Ausspannen der Nervenwurzel C7. Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 21. April 

2011 bestehe eine gering zunehmende Osteochondrose LWK3/4 mit gering 

progredienter Diskushernie und nicht komprimierender Spinalkanaleinengung. Im 

Übrigen habe sich keine wesentliche Befundänderung gezeigt (IV-act. 149-28 f.). Am 

20. Januar 2014 wurde der Versicherte in der ABI bidisziplinär (orthopädisch und 

psychiatrisch) begutachtet. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit: eine rezidivierende Störung, gegenwärtig leichte bis 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0/F33.1); ein chronisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom, anamnestisch mit intermittierenden Ausstrahlungen ins linke Bein, 

dermatomal nicht zuzuordnen (ICD-10: M54.5) und chronische, vorwiegend 

belastungsabhängige Schulterschmerzen links (ICD-10: M79.61). Aus orthopädischer 

Sicht bestehe eine um 20% beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten. Psychiatrischerseits wurde weiterhin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt. Bidisziplinär attestierten die Gutachter dem Versicherten für 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (Verlaufsgutachten vom 

20. Februar 2014, IV-act. 149).

A.f  Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Zusprache einer ganzen Rente befristet für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober 

2007 in Aussicht (IV-act. 153). Dagegen erhob der Versicherte am 13. Juni 2014 

Einwand (IV-act. 157) und reichte am 18. Juli 2014 den Bericht von Dr. med. E.___, 

Oberarzt am Psychiatrie-Zentrum C.___, ein (IV-act. 159), worin sich dieser der von Dr. 

D.___ bescheinigten maximal 30%igen Arbeitsfähigkeit anschliesst (IV-act. 159-2 f.). 

RAD-Arzt F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vertrat in der 

Stellungnahme vom 11. August 2014 die Auffassung, dass nach wie vor die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einschätzung der ABI-Experten für die Beurteilung der versicherungsmedizinischen 

Aspekte massgebend sei (IV-act. 160). Mit Verfügung vom 27. Januar 2015 sprach die 

IV-Stelle dem Versicherten befristet für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Oktober 2007 

eine ganze Rente zu (IV-act. 163).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 27. Januar 2015 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 2. März 2015. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge eine ganze Rente ab 1. Januar 2009. Eventualiter sei ein 

unabhängiges interdisziplinäres Gutachten einzuholen. Er bringt vor, die befristete 

Rentenzusprache lasse die dreimonatige Übergangsfrist ausser Acht. Die befristete 

ganze Rente sei bis Januar 2008 auszurichten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durch die ABI-Gutachter hält der Beschwerdeführer nicht für beweiskräftig. Er sei 

vollständig arbeitsunfähig. Des Weiteren kritisiert er die Ermittlung der 

Vergleichseinkommen durch die Beschwerdegegnerin (act. G 1). Am 7. April 2015 hat 

der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik B.___ vom 18. März 2015 eingereicht, in 

der er vom 26. Januar bis 7. März 2015 stationär behandelt worden ist (act. G 4.1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2015 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass die 

Einschätzungen der ABI-Gutachter beweiskräftig seien. Die aus psychiatrischer Sicht 

bescheinigte 30%ige Arbeitsunfähigkeit sei indessen nicht invalidisierend. Die 

Vergleichseinkommen seien korrekt ermittelt worden. Es bestehe kein Grund für einen 

Tabellenlohnabzug (act. G 6).

B.c  In der Replik vom 25. September 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an 

der Beschwerde fest (act. G 14; zum eingereichten Bericht von Dr. med. G.___, 

Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom 3. September 2015 siehe act. G 14.1). Am 2. 

Oktober 2015 hat der Beschwerdeführer einen Verlaufsbericht von Dr. D.___ vom 15. 

August 2013 eingereicht, worin diese wie im Bericht vom 13. Juni 2013 (IV-act. 134) 

einen stationären Krankheitsverlauf bestätigt (act. G 15.1).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 19).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist das Rentengesuch 

des Beschwerdeführers vom 30. Mai 2008 (IV-act. 69 f.). Für die massgebenden 

rechtlichen Grundlagen kann auf die Ausführungen im Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, E. 2 (IV-act. 104-6 f.), 

verwiesen werden.

2.   

Zunächst ist die Frage zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht 

spruchreif abgeklärt worden ist.

2.1  In somatischer Hinsicht gelangten die ABI-Gutachter zum Schluss, dass der 

Beschwerdeführer für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit verfüge. Lediglich ab der am 16. April 2007 durchgeführten 

Spondylodese könne für längstens sechs Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert werden (IV-act. 118-27 unten). Seit dem ABI-Verlaufsgutachten vom 9. 

Februar 2009 sei es zu keiner längerdauernden Veränderung der Arbeitsfähigkeit 

gekommen. Nach dem letzten Eingriff vom 2. September 2009 könne für maximal drei 

Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden (IV-act. 118-23). In der 

Zeit nach der ABI-Verlaufsbegutachtung im Januar 2012 sei es zu einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen (verstärkte Hypotrophie der 

Muskulatur am linken Bein), die eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten begründe (IV-act. 149-24).

2.1.1      Der Beschwerdeführer bringt keine substanziierte Kritik am somatischen Teil 

der ABI-Beurteilungen vor. Die von ihm eingereichten medizinischen Unterlagen 

stammen grösstenteils von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen (siehe 

etwa IV-act. 126-16 ff. act. G 4.1 und act. G 15.1) und vermögen daher keine Zweifel 

an den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der somatischen ABI-Gutachter zu begründen. 

Gleiches gilt im Ergebnis für die Einschätzung von Dr. G.___, der sich inhaltlich nicht 

näher mit den ABI-Gutachten auseinandersetzt, sondern es bei der Aussage belässt, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

deren Resultate seien „jeweils völlig unvorstellbar und nicht nachvollziehbar“ (act. G 

14.1, S. 2). Die von ihm bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit begründet er in der 

Stellungnahme vom 3. September 2015 - ohne Angabe einer Diagnose und ohne eine 

nachvollziehbare Darlegung entsprechender Funktionsdefizite - grösstenteils mit der 

Leidenspräsentation des Beschwerdeführers (act. G 14.1; siehe auch die 

Stellungnahme von Dr. G.___ vom 23. Mai 2014, IV-act. 154).

2.1.2      Weder aus den Vorbringen des Beschwerdeführers noch aus den Akten 

ergeben sich objektive Gesichtspunkte, welche die somatischen ABI-Gutachter ausser 

Acht gelassen hätten. Ihre Einschätzung gründet auf persönlichen Untersuchungen des 

Beschwerdeführers unter Einbezug von dessen Leidensschilderungen. Die Vorakten 

wurden berücksichtigt. Unter diesen Umständen besteht kein Anlass, von den 

beweiskräftigen Beurteilungen der somatischen ABI-Experten abzuweichen.

2.2  Die psychiatrischen Experten der ABI bescheinigten dem Beschwerdeführer 

zunächst eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Verlaufsgutachten vom 9. Februar 2009, IV-

act. 77). In der Zeit danach sei es zu einer deutlichen Verschlechterung im psychischen 

Bereich gekommen, die wahrscheinlich seit Juni 2010 zu einer über die Zeit gemittelten 

30%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten geführt habe (Verlaufsgutachten 

vom 18. April 2012, IV-act. 118-17 f. und IV-act. 118-27 oben; siehe auch 

Verlaufsgutachten vom 20. Februar 2014, IV-act. 149, insbesondere IV-act. 149-26 f.).

2.2.1      Die Kritik des Beschwerdeführers an den gutachterlichen Beurteilungen 

beschränkt sich im Wesentlichen auf einen Verweis auf die Berichte der behandelnden 

medizinischen Fachpersonen (act. G 1, Rz 5; siehe auch act. G 14, Rz 5 ff.). Soweit der 

Beschwerdeführer rügt, aus psychiatrischer Sicht würden im Verlaufsgutachten vom 

20. Februar 2014 keine Adaptionskriterien aufgeführt (act. G 14, Rz 5 unten), ist von 

Bedeutung, dass solche im Verlaufsgutachten vom 18. April 2012 aufgeführt sind (nur 

noch leichte Tätigkeit mit wenig Anforderungen hinsichtlich Präzision und Schnelligkeit; 

IV-act. 118-17). Dass davon später abgewichen worden wäre, kann dem späteren 

Verlaufsgutachten nicht entnommen werden. Vielmehr wurde die frühere Einschätzung 

bestätigt (IV-act. 149-26).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2.2      Zu beachten ist des Weiteren, dass sich die psychiatrischen ABI-Gutachter mit 

den Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen jeweils 

auseinandergesetzt haben (IV-act. 149-17 und IV-act. 118-18). Sie legten ihrer 

Arbeitsfähigkeitsschätzung eine objektive Betrachtungsweise im Sinn von Art. 7 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) zugrunde und stellten nicht bloss auf die Leidensangaben und -präsentation 

des Beschwerdeführers ab. Bereits anlässlich der Erstbegutachtung vom 23. Januar 

2006 sah sich der Beschwerdeführer zu keiner Arbeitsleistung mehr fähig, wobei sich 

diese Wahrnehmung hauptsächlich auf soziale Umstände stützte. Zusätzlich wies der 

psychiatrische Gutachter damals auf einen deutlichen sekundären Krankheitsgewinn 

hin (IV-act. 31-16). Anlässlich der Verlaufsbegutachtung vom 13. Januar 2009 stellte 

der psychiatrische Gutachter die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung des 

Beschwerdeführers in den Vordergrund (IV-act. 77-15 f.) und machte auf die 

Bedeutung krankheitsfremder Faktoren aufmerksam (IV-act. 77-24; siehe hierzu auch 

IV-act. 77-16 oben).

2.2.3      Aus den medizinischen Akten gehen zudem verschiedene Inkonsistenzen 

bezüglich der Leidenspräsentation des Beschwerdeführers hervor (IV-act. 77-24; IV-

act. 118-17, -22 zweitletzter Abschnitt, -23 oben und -26; IV-act. 149-16 f.), welche die 

ABI-Gutachter bei ihrer Beurteilung zu Recht ausgeklammert haben. Die medizinischen 

Fachpersonen der Klinik Valens führten aus, der Beschwerdeführer fühle sich durch die 

Schmerzen stark invalidisiert. Er könne aber keine konkreten Angaben über spezifische 

Einschränkungen machen (Austrittsbericht vom 15. Oktober 2009, IV-act. 96-8 unten). 

Anlässlich der stationären Behandlung vom 27. Juli bis 19. August 2011 in der Klinik 

B.___ war aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers eine Schmerzevaluation 

nicht möglich (Austrittsbericht vom 30. August 2011, IV-act. 118-51). Wesentlicher 

Einfluss auf die Stimmung des Beschwerdeführers haben sodann nicht bloss 

krankheitsbedingte Ursachen, sondern offenbar ebenfalls die von ihm empfundene 

Kränkung durch die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der ABI („als absolut kränkend habe er 

erlebt, dass ihm in einem aktuellen ABI-Gutachten 70% leichte Arbeit zugemutet 

werde“, IV-act. 126-17 und -18; vgl. auch zur Reaktion auf den „abschlägigen IV-

Bescheid“, IV-act. 159-2). Die behandelnden medizinischen Fachpersonen der Klinik 

B.___ bezeichneten es im Bericht vom 18. März 2015 als „auffallend“, dass eine 

„massive Verschlechterung der Symptomatik um den Termin für ein Anwaltsgespräch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bzgl. des Recurs in Sachen IV-Rente“ aufgetreten sei. Aufgrund des schwebenden 

Verfahrens könne derzeit keine Besserung der Symptomatik eintreten (act. G 4.1, S. 2).

2.2.4      Die psychiatrischen ABI-Experten haben allerdings die von ihnen bescheinigte 

30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überzeugend, plausibel und konsistent 

begründet. Bereits im Gutachten vom 18. April 2012 - noch unter Prüfung der Förster-

Kriterien (zur diesbezüglich inzwischen geänderten Praxis des Bundesgerichts siehe 

BGE 141 V 281) - diagnostizierte der psychiatrische Gutachter eine depressive Störung 

leichten bis mittelschweren Grades von Krankheitswert. Er beschrieb eine „deutliche 

psychiatrische Komorbidität“ und einen erkennbaren Vitalitätsverlust. Der 

Beschwerdeführer wirke bedrückt-suizidal. Die Fähigkeit zur Willensanspannung und 

Schmerzüberwindung sei reduziert. Die psychische Störung trage Zeichen einer 

Chronifizierung. Zudem wies er auf Hinweise für eine frühe psychische Traumatisierung 

hin (früher Tod der Mutter und des Bruders; IV-act. 118-16 f.). Im Verlaufsgutachten 

vom 20. Februar 2014 wird erneut die rezidivierende depressive Störung als Diagnose 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Im Ausmass im zeitlichen Längsschnitt 

wurde der depressiven Störung unverändert eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bei 

„pharmakologisch suffizienter Therapie“ attestiert, wobei Schwankungen - wie 

stattgefunden - nicht ausgeschlossen wurden. Der psychiatrische Gutachter beschrieb 

im Rahmen der Befunderhebung Symptome wie verminderte affektive 

Schwingungsbreite, Lustlosigkeit, Energieverlust und Schlaflosigkeit. Die depressiven 

Verstimmungen, welche die Arbeitsfähigkeit einschränkten, bezeichnete er als 

„authentisch“ (IV-act. 149-16 f.).

2.2.5      Bei der Würdigung der psychiatrischen Beurteilungen der ABI-Experten fällt 

sodann ins Gewicht, dass sie - wie diejenigen der somatischen ABI-Experten - auf 

eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruhen und für die streitigen Belange 

umfassend sind. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom 

Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Es bestehen 

keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt 

worden wären.

2.3  Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-theoretischen 

Restarbeitsfähigkeit von den beweiskräftigen Einschätzungen der ABI-Gutachter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

abzuweichen. Gestützt darauf ist von folgenden Arbeitsunfähigkeiten auszugehen: 

100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 16. April bis 15. Oktober 2007 und vom 2. 

September 2009 für maximal drei Monate (IV-act. 118-27 unten); über die Zeit 

gemittelte 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab Juni 2010 (IV-act. 118-27 oben und IV-act. 

149-16). Wie sich aus der Würdigung der ABI-Expertisen ergibt, haben die Gutachter 

ihren Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht das subjektive Empfinden des 

Beschwerdeführers, sondern eine objektive Wertung von dessen Leiden zu Grunde 

gelegt. Insbesondere haben sie sich eingehend mit Inkonsistenzen, Selbstlimitierungen, 

Symptomausweitungen und krankheitsfremden Aspekten auseinandergesetzt und 

diese bei der Einschätzung der Funktionsdefizite ausgeklammert (siehe etwa IV-act. 

149-26). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer an einem vielschichtigen, 

jahrelangen Krankheitsbild leidet, an dessen Anfang ein somatisches, objektivierbares 

Leiden steht. Dieses hat zu einem vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit geführt und hat einen wesentlichen Anteil am komplexen 

Leidensbild (siehe zu den postoperativen und degenerativen Veränderungen im Bereich 

der unteren Wirbelsäule und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit, IV-act. 31-12; siehe zum Ganzen auch die orthopädische 

Beurteilung im ABI-Verlaufsgutachten vom 20. Februar 2014, IV-act. 149-21 ff.). Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der ABI-Gutachter sind plausibel und konsistent. Sie 

berücksichtigten bei den Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen ausschliesslich aus objektiver 

Sicht nicht überwindbare Gesundheitsbeeinträchtigungen im Sinn von Art. 7 Abs. 2 

ATSG. Im Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, davon abzuweichen. Objektive 

Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum Erlass 

der angefochtenen Verfügung dauerhaft verschlechtert hätte, bestehen keine.

3.   

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad im Rahmen eines Einkommensvergleichs.

3.1  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

3.2  Für die Bestimmung des Valideneinkommens vermögen die im individuellen Konto 

eingetragenen Einkommen keine verlässliche Grundlage zu bilden. Diese enthalten seit 

Beginn der Anstellung des Beschwerdeführers bei der H.___ AG im März 1988 (IV-act. 

17-1) bis zum Jahr 2003 erheblich schwankende Einkommen, die teilweise unter und 

teilweise über den jeweiligen durchschnittlichen LSE-Hilfsarbeiterlöhnen zu liegen 

kamen (vgl. zu den LSE-Hilfsarbeiterlöhnen den jeweiligen „Anhang 2: 

Lohnentwicklung“ der IVG-Gesetzesausgaben der Informationsstelle AHV/IV, 

Ausgaben 2005 und 2008). Zu beachten ist des Weiteren, dass der Beschwerdeführer 

offenbar erst ab März 2001 im Monatslohn angestellt und zuvor im Stundenlohn 

entschädigt wurde (IV-act. IV-act. 17-7). Ab September 2001 waren die 

Jahresverdienste zudem von Phasen vollständiger Arbeitsunfähigkeit überschattet (IV-

act. 17-2). Für die Bestimmung des Valideneinkommens ist daher von der 

Monatslohnangabe der damaligen Arbeitgeberin für das Jahr 2004 von Fr. 5‘036.-- 

auszugehen (IV-act. 17-2). Aus deren weiteren Angaben geht hervor (IV-act. 17-2), dass 

der Beschwerdeführer Anspruch auf einen 13. Monatslohn hatte (IV-act. 17; vgl. ferner 

auch die Einkommensvergleiche der Beschwerdegegnerin in IV-act. 43, IV-act. 80 und 

IV-act. 163-9), mithin von einem mutmasslichen Jahreslohn von Fr. 65‘468.-- (Fr. 

5‘036.-- x 13) auszugehen ist. Angesichts dessen, dass ein Rentenanspruch vorliegend 

frühestens nach der am 25. Oktober 2006 erfolgten Abweisung des erstmaligen 

Rentengesuchs (IV-act. 66 und IV-act. 42) entstehen kann (siehe zu den 

intertemporalrechtlich massgebenden Bestimmungen E. 2 des Entscheids des 

Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, IV-act. 104-6), ist das 

Valideneinkommen an die bis zum Jahr 2006 eingetretene Nominallohnentwicklung 

anzupassen. Es ist daher für den Einkommensvergleich ein Valideneinkommen von Fr. 

66‘916.-- (Fr. 65‘468.-- x 1.01 x 1.012; siehe Bundesamt für Statistik, Tabelle T39, 

Entwicklung der Nominal¬löhne) zu berücksichtigen.

3.3  Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, die 

aussagekräftige Schlüsse auf dessen Resterwerbsfähigkeit zulässt, ist zur Bestimmung 

des Invalideneinkommens auf den LSE-Hilfsarbeiterlohn abzustellen, was zwischen 

den Parteien an sich nicht bestritten ist. Dieser beträgt für das Jahr 2006 Fr. 59‘197.-- 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(siehe „Anhang 2: Lohnentwicklung“ der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle 

AHV/IV, Ausgabe 2012). Für leidensangepasste Tätigkeiten sind erhebliche qualitative 

Einschränkungen zu beachten. Dem Beschwerdeführer sind lediglich noch leichte 

Tätigkeiten mit „wenig Anforderungen hinsichtlich Präzision und Schnelligkeit“ 

zumutbar (IV-act. 118-17). Sie haben zudem in wechselnder Position zu erfolgen, in der 

eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werden darf. Unzumutbar sind 

Zwangshaltungen des Rumpfes und der unteren Extremitäten sowie Bewegungen des 

linken Arms oberhalb der Horizontalen (IV-act. 149-24). Dadurch ist das dem 

Beschwerdeführer verbliebene Spektrum möglicher Tätigkeiten in einem Mass 

eingeschränkt, das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse vermuten lässt. Hinzu kommt das 

fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 1955, IV-act. 1-1) und seine 

langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (zum Abzugsgrund der langen Abwesenheit 

vom Arbeitsmarkt siehe etwa Urteile des Bundesgerichts vom 10. Februar 2011, 

9C_617/2010, E. 4.3, vom 15. Juli 2009, 9C_524/2008, E. 4 und 4.2, und vom 4. Mai 

2012, 9C_22/2012, E. 3.2). Zu berücksichtigen ist ferner die zuvor lange 

Betriebszugehörigkeit mit körperlicher Schwerarbeit (siehe hierzu Entscheid des 

Bundesgerichts vom 29. November 2012, 9C_655/2012, E. 3). Aus der bisherigen 

Leidensgeschichte des Beschwerdeführers und der gutachterlichen Beurteilung geht 

sodann hervor, dass in der Vergangenheit wiederholt vorübergehende 

Verschlechterungen aufgetreten und auch weiterhin von einem erhöhten Risiko für 

zusätzliche krankheitsbedingte Absenzen auszugehen ist (IV-act. 149-17 und IV-act. 

149-27 oben; siehe zu den damit verbundenen Nachteilen auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 

3.3.3.1, sowie Urteile des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3, 

und vom 25. November 2008, 9C_650/2008, E. 5.4 je mit Hinweisen). Anhaltspunkte 

dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Migrationshintergrunds oder 

anderer Umstände auf dem ausgeglichen Arbeitsmarkt mit Lohneinbussen konfrontiert 

wäre, bestehen nicht. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15% 

angemessen, womit für die Bestimmung des Invalideneinkommens von einem 

angepassten statistischen Wert von Fr. 50‘317.-- (Fr. 59‘197.-- x 0,85) auszugehen ist. 

Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 70% beträgt das Invalideneinkommen Fr. 35‘222.-- 

(Fr. 50‘317.-- x 0.7).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4  Die vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 16. April bis 15. Oktober 2007 (IV-act. 

118-27) führt zu einem 100%igen Invaliditätsgrad. Der Beschwerdeführer hat damit ab 

1. April 2007 (Art. 19 Abs. 3 ATSG) erstmals Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. E. 3.5 

des Entscheids des Versicherungsgerichts vom 15. Juni 2011, IV 2009/294, IV-act. 

104-10 f.). Da die erstmalige (befristete) Rentenzusprache zu keiner Anpassung eines 

vorbestehenden Rentenanspruchs im Sinn einer Revision (Art. 17 ATSG) führt, findet 

Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

hinsichtlich des Rentenbeginns keine Anwendung. In Nachachtung von Art. 88a Abs. 1 

IVV ist der Anspruch auf eine ganze Rente per 31. Januar 2008 zu befristen. Bei der 

maximal dreimonatigen vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 2. September 2009 (IV-act. 

118-27) handelt es sich nicht um eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG, weshalb hierfür von 

vornherein ein Rentenanspruch entfällt. Ab Juni 2010 besteht eine 70%ige 

Restarbeitsfähigkeit. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66‘916.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 35‘222.-- resultieren eine Einbusse von Fr. 31‘694.-- (Fr. 

66‘916.-- - Fr. 35‘222.--) und ein Invaliditätsgrad von abgerundet 47% ([Fr. 31‘694.-- / 

Fr. 66‘916.--] x 100), womit der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2010 (Art. 19 Abs. 3 

ATSG) Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Art. 88a Abs. 2 IVV findet auch hier infolge 

Fehlens einer revidierbaren Rente im Zeitpunkt der massgeblichen Verschlechterung 

des Gesundheitszustands keine Anwendung (Urteil des Bundesgerichts vom 28. 

Januar 2015, 8C_777/2014, E. 4.2).

4.   

4.1  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 27. Januar 2015 

aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist befristet für den Zeitraum vom 1. April 2007 bis 

31. Januar 2008 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2010 eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

4.3  Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 20. Oktober 2015 eine Honorarnote 

eingereicht, worin er bei einem zeitlichen Aufwand von 13.99 Stunden eine 

Entschädigung von insgesamt Fr. 3‘928.40 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) geltend macht (act. G 17). Angesichts des zu beurteilenden 

langjährigen Zeitraums mit insgesamt 3 Verlaufsgutachten, des schwankenden Verlaufs 

des Gesundheitszustands sowie der umfangreichen Aktenlage erscheint die geltend 

gemachte Parteientschädigung angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 27. Januar 2015 

aufgehoben. Dem Beschwerdeführer wird befristet für den Zeitraum vom 1. April 2007 

bis 31. Januar 2008 eine ganze Rente und ab 1. Juni 2010 eine Viertelsrente 

zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3‘928.40 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.04.2017
	Art. 28 IVG und Art. 7 ATSG. Rentenanspruch. Erwerbsunfähigkeit. Würdigung Gutachten. Der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liegen ausschliesslich aus objektiver Sicht nicht überwindbare gesundheitliche Beeinträchtigungen zugrunde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. April 2017, IV 2015/77).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:22:48+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen