# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ceb02832-52ce-52e9-97c6-1329619904be
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 26.01.2021 605 2020 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2020-124_2021-01-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2020 124

Urteil vom 26. Januar 2021

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Yann Hofmann, Marianne Jungo 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Peter 
Kaufmann

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Beschwerde gegen Zwischenentscheide – Wahl Gutachterstelle

Beschwerde vom 1. Juli 2020 gegen die Zwischenverfügung vom 2. Juni 
2020

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1967, ledig, wohnhaft in B.________, erlangte 2004 das Lizenziat der 
Rechte. Seit 2006 war sie Studentin in der Biomedizin. Von August 2007 bis Juni 2017 arbeitete sie 
zu 20–30% an der C.________ in der Bibliothek, ab 2014 zudem zu 20% im Helpdesk PC-Support. 
Ferner führte sie von Juli 2018 bis April 2019 zu 30–40% für ein Marktforschungsinstitut telefonische 
Befragungen durch.

Am 28. Mai 2018 meldete sie sich aufgrund einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung 
(PTBS), einer Angststörung, Schwindelattacken, Inkontinenz infolge eines Unfalls, Gleichgewichts-
störungen, Angst vor Autos, etc. für den Leistungsbezug bei der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) an. 

Nachdem sie gegen einen Vorentscheid der IV-Stelle vom 25. Oktober 2018, welcher den Anspruch 
auf IV-Leistungen verneinte, Einwände erhoben hatte, ordnete die IV-Stelle am 24. Oktober 2019 
ein Gutachten bei Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an. Aus dem 
Gutachten vom 12. Februar 2020 ergab sich in einer Tätigkeit mit höheren Anforderungen an die 
Interaktionsfähigkeit eine Einschränkung von 40% und in einer angepassten Tätigkeit eine volle 
Arbeitsfähigkeit.

Am 5. März 2020 erklärte die IV-Stelle, eine erneute psychiatrische Begutachtung sei notwendig, da 
gemäss der Ansicht des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn 
(nachfolgend: RAD) das Gutachten nicht schlüssig und nachvollziehbar sei. Daran hielt sie mit 
Zwischenverfügung vom 2. Juni 2020 fest.

B. Am 1. Juli 2020 erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Kaufmann, 
Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 
2. Juni 2020 sei aufzuheben und es sei der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung ohne 
weiteres Gutachten zu prüfen. Zudem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 
Zur Begründung bringt sie vor, das Vorgehen der IV-Stelle stelle einen Verstoss gegen das 
höchstrichterlich konkretisierte Verbot des Einholens einer "second opinion" dar.

Am 14. Juli 2020 begleicht die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von CHF 400.-.

Die IV-Stelle hält in ihren Bemerkungen vom 26. August 2020 an ihrer Verfügung fest und beantragt 
die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend 
sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 1. Juli 2020 gegen die Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 2. Juni 2020 ist 
durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich 

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zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdi-
ges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die IV-Stelle zu 
Recht an der Notwendigkeit eines weiteren psychiatrischen Gutachtens festhält.

Insofern in der Zwischenverfügung vom 2. Juni 2020 einer allfälligen Beschwerde die aufschieben-
de Wirkung nicht entzogen wurde, hat die Beschwerde aufschiebende Wirkung, ohne dass diese 
besonders erteilt werden müsste, weshalb auf das zweite Rechtsbegehren nicht eingetreten werden 
kann.

Auf die Beschwerde ist mit dieser Einschränkung einzutreten.

2.

2.1. Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder 
eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen 
bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

In Bezug auf die Einholung von Gutachten nahm das Bundesgericht in BGE 137 V 210 diverse 
Praxisänderungen vor. So sei das Bestreben um eine einvernehmliche Gutachtenseinholung in den 
Vordergrund zu stellen. So liege es in der beiderseitigen Verantwortung von Invalidenversiche-
rungsstelle und versicherter Person, vermeidbare Verfahrensweiterungen abzuwenden. Komme es 
aber hinsichtlich der Wahl eines Gutachters nicht zu einem Konsens, so sei die Anordnung, eine 
Expertise einzuholen, in die Form einer Zwischenverfügung zu kleiden, welche beim kantonalen 
Versicherungsgericht angefochten werden kann, wobei sowohl materielle Einwendungen (z. B. 
Einwand gegen die Begutachtung an sich im Sinne es handle sich um eine unnötige "second 
opinion" oder betreffend die fehlende Fachkompetenz eines Gutachters) als auch personenbezoge-
ne Ausstandsgründe gerügt werden können (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6 f.).

2.2. Die Einholung eines Zweitgutachtens darf nicht beliebig erfolgen, vielmehr sollen offene 
Fragen oder Zweifel an den gutachterlichen Schlüssen in erster Linie mit den Gutachtern geklärt 
werden. Mithin ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, dass ein Gutachter seine Feststellun-
gen im späteren Verfahren ergänzt oder im Lichte neuer Tatsachen oder erhobener Einwendungen 
prüft, soweit dabei das bereits erstattete Gutachten zum Ausgangspunkt der weiteren Untersuchun-
gen und Ausführungen gemacht wird. Ein Zweitgutachten steht im Vordergrund, wenn ein bestehen-
des Gutachten für klar unzureichend und kaum verwertbar erachtet wird, oder wenn es die Würdi-
gung der vorhandenen, gegensätzlich lautenden gutachterlichen Stellungnahmen nicht erlaubt, auf 
eine derselben abzustellen, weil die Kenntnis fehlt, eine der beiden vertretenen Auffassungen als 
schlüssig und nachvollziehbar zu bezeichnen (Urteil BGer 8C_558/2017 vom 1. Februar 2018 E. 3.2 
mit Hinweisen). Die Verfahrensgrundsätze des ATSG verleihen dem Versicherungsträger nicht das 
Recht, eine "second opinion" zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, 
wenn ihm dieser nicht gefällt (BGE 136 V 156 E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil BGer U 571/06 vom 
29. Mai 2007 E. 4.2).

2.3. Die Frage, ob und in welchem Umfang die Feststellungen in einem medizinischen Gutachten 
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, ist rechtli-
cher Natur und damit frei überprüfbar. Darum kann aus rechtlicher Sicht von einer medizinischen 
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren 
Beweiswert gänzlich einbüsste (Urteil BGer 8C_24/2018 vom 27. Juni 2018 E. 5.1 mit Hinweisen). 
Erfüllt aber ein Gutachten sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen 

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Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es beweiskräftig und die 
darin formulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste 
juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht statt-
finden (Urteil BGer 8C_676/2017 vom 28. Februar 2018 E. 6.2.5 mit Hinweisen).

3.

Es ist streitig, ob die IV-Stelle zu Recht an einer weiteren psychiatrischen Abklärung festhält.

3.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Vorgehen der IV-Stelle stelle einen Verstoss gegen 
das höchstrichterlich konkretisierte Verbot des Einholens einer "second opinion" dar. Wolle der 
Versicherungsträger ein zweites Gutachten einholen, so habe er nachzuweisen, dass das erste 
Gutachten den bundesgerichtlichen Kriterien der Beweistauglichkeit nicht entspreche. Ein Zweitgut-
achten sei dann zulässig, wenn das erste Gutachten Mängel aufweise und somit weitere Untersu-
chungen erforderlich seien, um den rechtlich entscheidenden Sachverhalt festzustellen. Zudem 
seien offene Fragen oder Zweifel an den gutachterlichen Schlüssen in erster Linie mit dem Gutachter 
zu klären. Das Einholen eines Zweitgutachtens könne indes erst bei schwerwiegenden Mängeln 
erfolgen, d. h. wenn das bestehende Gutachten für klar unzureichend und kaum verwertbar erachtet 
werden und eine unbefangene medizinische Stellungnahme nicht mehr zu erwarten sei. Diese 
Voraussetzungen seien hier nicht erfüllt. Vielmehr erfülle das umfangreiche und detaillierte Gutach-
ten die Voraussetzung der Rechtsprechung an ein beweiswertiges Gutachten.

3.2. Die IV-Stelle ihrerseits ist der Ansicht, die Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit im 
Gutachten seien nicht schlüssig und nachvollziehbar. Hierfür stützt sie sich auf den Bericht von Dr. 
med. E.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation des RAD, vom 17. Febru-
ar 2020 (IV-Akten, S. 140), bei welchem es sich um eine Beurteilung des psychiatrischen Gutach-
tens nach Evaluation mit Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des 
RAD, handelt. Der Umstand, dass es durch die Diagnose eines Asperger-Syndroms, Differentialdia-
gnose schizoide Persönlichkeitsstörung, zu einer Arbeitsunfähigkeit von 40% kommen soll, wenn 
nicht Anpassungen erfolgen würden, sei aufgrund der Angaben der Versicherten sowie dem erho-
benen MINI-ICF nicht nachvollziehbar. Ein Asperger-Syndrom führe nicht automatisch zu einer 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, was die Versicherte auch selbst mit ihren Angaben über ihre 
jahrelangen Nebentätigkeiten zu ihren Studien belegt habe. Neben dem Studium habe sie immer 
mindestens Halbzeit gearbeitet und sei zusätzlich ehrenamtlich tätig gewesen. Sie habe Nachhilfe-
stunden gegeben, im Spital als Hauswirtschaftsmitarbeiterin gearbeitet, später 20–30% in der Biblio-
thek, plus 20% im Help-Desk-PC-Support ab 2014, was zu einem Pensum von mindestens 50% 
führe und habe zusätzlich noch 30–40% telefonische Befragungen für ein Marktforschungsinstitut 
von 2018–2019 durchgeführt, was sogar eine 80–90% Tätigkeit neben dem Studium ergebe und 
dies in Bereichen, wo eine normale Interaktionsfähigkeit notwendig sei. Es sei davon auszugehen, 
dass die Versicherte in all ihren bisherigen Nebentätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leis-
tungsminderung habe. Die Tatsache, dass sie nach abgeschlossenem Jurastudium doch nicht in 
diesem Bereich habe arbeiten wollen sei ebenso IV-fremd wie die Tatsache, dass sie lieber weiter 
studieren möchte, statt einer Arbeit im Vollpensum nachzugehen.

3.3. Vorliegend kann nicht eine eingehende Überprüfung der medizinischen Aktenlage vorge-
nommen werden, da dies dazu führen würde, dass die Endverfügung im Hinblick auf die Beurteilung 
der medizinischen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Weil die Verfahrenshoheit bis zum 
Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der IV-Stelle liegt und ihr deshalb im Rahmen der Verfah-
rensleitung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässig-

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keit von medizinischen Erhebungen zukommt, muss im vorliegenden Verfahren die richterliche 
Prüfung bei einer knappen Beurteilung der Aktenlage im Sinne einer Plausibilitäts- resp. Miss-
brauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, die die IV-Stelle für den 
Umfang weiterer medizinischer Abklärungen anführt, plausibel erscheinen. Demnach greift das 
Gericht bei der Frage der Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit einer weiteren Begutach-
tung in das Ermessen der mit der Abklärung betrauten Verwaltung nur dann ein, wenn klar erkenn-
bare Fehleinschätzungen vorliegen, eine Begutachtung von vornherein untauglich angelegt wäre 
oder Anhaltspunkte bestehen, dass sich die IV-Stelle bei ihrem Entscheid von sachfremden Motiven 
leiten liess (vgl. Urteil KG BL 720 13 117/186 vom 15. August 2013 E. 2.2).

3.4. In seinem Gutachten vom 12. Februar 2020 (IV-Akten, S. 115 ff.) diagnostizierte Dr. med. 
D.________ ein Asperger-Syndrom (F84.5), Differentialdiagnose schizoide Persönlichkeitsstörung. 
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die PTBS (F43.1), die Prüfungsangst (F40.2) 
sowie die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4). Die Angaben der 
Beschwerdeführerin seien nicht vollständig nachvollziehbar, es lägen wohl weitere Faktoren vor, die 
aber nicht thematisiert worden seien. Auch zu den Prüfungsängsten mache sie keine weiteren Anga-
ben. Bezüglich der IV-Anmeldung gebe sie sich etwas ambivalent. Zu Beginn würden ihre Aussagen 
so wirken, dass sie sich nicht im eigentlichen Sinne als krank sehe, obschon sie bereits mehrfach 
Psychiater konsultiert habe. Bei der Besprechung ihrer Ziele gebe sie an, vor allem eine Hilfe zu 
wollen, um weiter studieren zu können. Generell bleibe auch ein allfälliger Leidensdruck etwas 
unklar, da sie sich hinsichtlich Einschränkungen ebenfalls ambivalent gebe. Es lasse sich keine 
wesentliche Einschränkung in einer angepassten Arbeit mit geringen Anforderungen an die Interak-
tionsfähigkeit erkennen. Obschon krankheitsbedingt von einer mangelnden Flexibilität auszugehen 
sei, sei nicht anzunehmen, dass sie mit einer zumutbaren Hilfestellung (Coaching, Psychotherapie) 
objektiv nicht in der Lage wäre, das Studium abzubrechen und einer Arbeit mit geringen Anforde-
rungen an die Interaktionsfähigkeit in einem Vollpensum nachzugehen. In einer Tätigkeit mit höhe-
ren Anforderungen an die Interaktionsfähigkeit (Teamleitung, Verhandlungen, Verkauf, Psychothe-
rapie, etc.) liege krankheitsbedingt seit der Kindheit eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 
40% bei einem Vollpensum vor.

3.5. Wie dargestellt, sollen offene Fragen oder Zweifel an den gutachterlichen Schlüssen in ers-
ter Linie mit den Gutachtern geklärt werden. Ein Zweitgutachten steht nur im Vordergrund, wenn ein 
bestehendes Gutachten für klar unzureichend und kaum verwertbar erachtet wird. Die IV-Stelle hat 
nicht das Recht, eine "second opinion" zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt 
einzuholen, wenn ihr dieser nicht gefällt.

Die RAD-Ärztin kritisierte einzig die Schlüssigkeit der Ausführungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 
und begründet dies damit, dass das Vorliegen eines Asper-Syndroms nicht automatisch zu einer 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe und zudem die Beschwerdeführerin neben dem Studium 
in einem Pensum von bis zu 90% gearbeitet habe. Übrige Kritik wird am Gutachten nicht vorge-
bracht. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Gutachter selber nur von einer Einschränkung von 40% 
bei Arbeiten mit höheren Anforderungen an die Interaktionsfähigkeit (z. B. Teamleitung, Verhand-
lungen, etc.) ausgeht, und im Übrigen für angepasste Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attes-
tiert. Zumal aus rechtlicher Sicht, wie gesehen, von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsun-
fähigkeit in einer Expertise abgewichen werden kann, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich 
einbüsst. Weiter ist es aktenwidrig, dass die Beschwerdeführerin zu einem Pensum von mindestens 
50% bis zu 90% gearbeitet hat. Von August 2007 bis Ende 2013, die Beschwerdeführerin war einzig 
in der Bibliothek tätig, betrug das Arbeitspensum 20–30%. Ferner endete diese Tätigkeit per Juni 
2017 und die Telefonumfragen für ein Meinungsforschungsinstitut fanden einzig zwischen Juli 2018 

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und April 2019 statt, weshalb höchstens von einem Arbeitspensum von 50–60% neben dem Studium 
auszugehen ist, wie es auch der Gutachter festgehalten hat. Überdies bezog sich der Mini-ICF einzig 
auf die Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit und die Resultate ergaben vorwiegend 
keine bzw. nur leichte Einschränkungen. Inwiefern dies nicht nachvollziehbar sein soll mit der vom 
Gutachter in einer angepassten Tätigkeit attestierten vollen Arbeitsfähigkeit ist nicht ersichtlich.

Es erstaunt denn auch, dass die IV-Stelle davon abgesehen hat, eine erklärende Stellungnahme 
beim Gutachter einzuholen, wie es grundsätzlich die Regel sein sollte. Wie es dem vorerwähnten 
RAD-Bericht zu entnehmen ist, handelt es sich beim Gutachten von Dr. med. D.________ um das 
zweite von der IV-Stelle bei ihm eingeholten Gutachten. Der Umstand, dass offenbar das erste ihm 
anvertraute Gutachten durchgefallen ist, weil zwei Gutachten miteinander vermischt worden waren 
und auch eine bei ihm eingeholte Stellungnahme nicht zur Klärung führte (vgl. E-Mail der RAD-Ärztin 
an die Sachbearbeiterin des Falls vom 24. Februar 2020 (IV-Akten, S. 142), genügt offensichtlich 
nicht, um hier, soweit notwendig, auf die Einholung einer Stellungnahme beim Gutachter zu verzich-
ten. Weiter führt die RAD-Ärztin in der E-Mail aus, gemäss Dr. med. F.________ seien nur aufgrund 
der Angaben der Versicherten die Einschränkungen in den aktuellen Tätigkeiten nicht nachvollzieh-
bar. Für den RAD bestehe somit eine volle Arbeitsfähigkeit in den bisherigen Tätigkeiten ohne weite-
re Anpassungen, wie sie der Gutachter zu 100% ohne Leistungsminderung unter Berücksichtigung 
von Anpassungen der Tätigkeit aufgrund seiner Diagnose sehe. Rein medizinisch werde kein neues 
Gutachten benötigt, da bis heute nie eine IV-relevante langandauernde gesundheitliche Einschrän-
kung bestanden habe. Die IV-Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich der Gutachter gar nicht explizit 
zu den bisherigen Tätigkeiten geäussert hat, sondern einzig eine Unterscheidung zwischen Tätig-
keiten mit geringeren und solchen mit höheren Anforderungen an die Interaktionsfähigkeit gemacht 
hat.

Schliesslich erscheint es als ungenügend, dass sich hinsichtlich der Frage, ob das psychiatrische 
Gutachten als genügend anzusehen ist, sich nicht die RAD-Psychiaterin selber geäussert hat.

Das psychiatrische Gutachten kann aus den vorstehenden Gründen nach einer Prüfung prima vista 
nicht als klar unzureichend und kaum verwertbar betrachtet werden. Zudem genügen die von der 
IV-Stelle gegen das Gutachten vorgebrachte Argumente offensichtlich nicht, um die Einholung eines 
weiteren psychiatrischen Gutachtens als plausibel erscheinen zu lassen und zu rechtfertigen.

4.

Zusammenfassend hat die IV-Stelle zu Unrecht ein weiteres psychiatrisches Gutachten angeordnet. 
Die Zwischenverfügung vom 2. Juni 2020 ist aufzuheben und die Beschwerde gutzuheissen.

Die Gerichtskosten werden auf CHF 400.- zu Lasten der IV-Stelle festgesetzt. Der Beschwerdefüh-
rerin ist der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückzuerstatten.

Da die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen obsiegt, hat sie Anspruch auf eine Entschädigung 
ihrer Parteikosten. Unter der Berücksichtigung von Art. 146 ff. des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1), des Tarifs vom 17. Dezember 1991 über 
die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (SGF 150.12) und der am 
4. September 2020 eingereichten Kostenliste ihres Rechtsvertreters ist diese auf CHF 1'562.50 
(6.25 Stunden à CHF 250.-) festzusetzen. Zu diesem Betrag kommen die Auslagen von CHF 39.70 
sowie die Mehrwertsteuer in der Höhe von CHF 123.35 (7.7% von CHF 1'602.20) hinzu. Der Total-
betrag von CHF 1'725.55 geht zu Lasten der IV-Stelle.

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird, soweit darauf eingetreten wird, gutgeheissen.

Die Zwischenverfügung vom 2. Juni 2020 wird aufgehoben.

II. Die Gerichtskosten zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg werden 
auf CHF 400.- festgesetzt. A.________ wird der geleistete Kostenvorschuss von CHF 400.- 
zurückerstattet.

III. A.________ wird zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg für das 
vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung für Honorar (CHF 1'562.50) und Auslagen 
(CHF 39.70) ihres Rechtsvertreters von CHF 1'602.20, zuzüglich der Mehrwertsteuer von 
CHF 123.35 und damit insgesamt CHF 1'725.55 zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann, sofern ein nicht wieder gutzumachender Schaden entstehen sollte, 
innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden. Diese Frist kann weder 
verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst 
und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung 
dieses Urteils verlangt wird. Zudem sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht 
ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 26. Januar 2021/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: