# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fdf940e-fa4a-5f15-ba92-ce71676d0e38
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.07.2020 IV 2019/310
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-310_2020-07-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/310

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.12.2020

Entscheiddatum: 17.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 17.07.2020
Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des 
bidisziplinären Gutachtens bejaht. Rentenanspruch verneint. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 17. Juli 2020; IV 2019/310).

Entscheid vom 17. Juli 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

IV 2019/310

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen / Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ erhielt als Minderjährige aufgrund der Geburtsgebrechen Nr. 201 

(Gaumenspalte) und Nr. 404 (psychoorganisches Syndrom [POS]) Leistungen der 

Invalidenversicherung. Die IV-Stelle kam für medizinische Massnahmen und die 

Sonderbeschulung auf (vgl. IV-act. 1 ff., 10, 13, 17, 19, 27, 34, 53, 71, 77). Nach 

Abschluss der Sonderschule im Sommer 2006 besuchte die Versicherte das freiwillige 

10. Schuljahr (IV-act. 79). Mit Verfügung vom 29. September 2006 verweigerte die IV-

Stelle die Kostengutsprache dafür (IV-act. 86).

A.a. 

Am 13. Juni 2014 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an und bat um "Weiterführung ihrer 

Hotelfachausbildung" (IV-act. 90). Lic. phil. B.___, Fachpsychologe für Psychotherapie, 

Psychiatrisches Zentrum C.___, hatte am 11. Juni 2014 berichtet, die Versicherte 

befinde sich seit 24. März 2014 im Zentrum C.___ in tagesklinischer Behandlung. Sie 

habe infolge Überforderung die Lehre zur Hotelfachfrau abgebrochen und auch eine 

Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin (MPA) aufgrund ungenügender 

schulischer Leistung frühzeitig beenden müssen. Von Dezember 2012 bis August 2013 

sei sie im Rahmen eines Integrationsprogramms der Sozialhilfe im Gastgewerbe tätig 

gewesen, habe seither jedoch keine Anstellung gefunden. Eine Weiterführung der 

Erstausbildung als Hotelfachfrau im geschützten Rahmen sei absolut notwendig (IV-

act. 91). Am 21. Juli und 4. August 2014 hielten lic. phil. B.___ und Dr. med. D.___, 

Oberärztin im Psychiatrischen Zentrum C.___, als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), mit dem Hintergrund einer 

emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31) 

sowie deutliche Hinweise auf eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) im 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwachsenenalter (ICD-10: F90.9) fest. Für den Zeitraum der tagesklinischen 

Behandlung vom 24. März bis 11. Juli 2014 attestierten sie der Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. Nach Austritt schätzten sie die Präsenzfähigkeit auf 50% 

mit einer Leistungsfähigkeit von 30%, beides sehr zeitnah steigerbar (IV-act. 99, 103). 

Ab 3. Juli 2014 war die Versicherte ambulant durch med. pract. E.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, behandelt worden. Dieser hatte am 10. bzw. 11. 

Juli 2014 befunden, die Tätigkeit als Hotelfachfrau sei aus psychiatrischer Sicht 

angepasst; es wäre jedoch sinnvoll, die Ausbildung im geschützten Bereich zu 

beginnen. Zusätzlich zu den erwähnten Diagnosen hatte er über eine posttraumatische 

Belastungsstörung (PTBS) berichtet (IV-act. 100 f.).

Mit Mitteilung vom 24. September 2014 gewährte die IV-Stelle der Versicherten 

Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 

106).

A.c. 

Am 28. Oktober 2014 wurde die Versicherte in der Klinik F.___, 

neuropsychologisch untersucht. Die zuständigen Fachpersonen stellten eine leichte bis 

mittelgradige Aufmerksamkeitsstörung bei einer leicht unterdurchschnittlichen 

Intelligenz fest. Sie erachteten das Vorhaben, die begonnene Ausbildung als 

Hotelfachassistentin wiederaufzunehmen, als durchführbar (IV-act. 119).

A.d. 

Mit Mitteilung vom 4. März 2015 übernahm die IV-Stelle die Kosten für die 

berufliche Abklärung im Hotel G.___ vom 2. März bis 31. Mai 2015. Sie sprach der 

Versicherten für diesen Zeitraum ein Taggeld zu (IV-act. 127 f.). Med. pract. E.___ 

befand am 1. Juli 2015, es habe sich gezeigt, dass die Reizüberflutung bei einer 

Tätigkeit als Hotelfachfrau auch im geschützten Bereich zu hoch sei. Die Versicherte 

könne daher diesen Beruf nicht erlernen. Gegenwärtig bestehe eine mittelgradige 

depressive Episode, weshalb die Versicherte auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 

50% arbeitsunfähig sei (IV-act. 132). Die Versicherte entschied sich in der Folge gegen 

das vom Hotel G.___ empfohlene Vorbereitungsjahr (vgl. IV-act. 130 f., 138, 195-5).

A.e. 

Die IV-Stelle übernahm die Kosten für eine berufliche Abklärung vom 11. Januar bis 

31. Mai 2016 in der H.___, im Bereich Detailhandel und sprach der Versicherten ein 

Taggeld zu (IV-act. 142, 145, 150 f.). Mit Mitteilung vom 31. Mai 2016 übernahm die IV-

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stelle die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur 

Detailhandelsassistentin in der H.___ vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2018 sowie die 

Mehrkosten der Vorbereitungszeit vom 1. Juni bis 31. Juli 2016 (IV-act. 162). Für die 

Dauer der Massnahmen sprach sie ihr ein Taggeld zu (IV-act. 165, 167).

Wegen einer kurzen depressiven Reaktion befand sich die Versicherte vom 21. bis 

24. Februar 2017 stationär, vom 27. Februar bis 2. März 2017 teilstationär im 

Psychiatrischen Zentrum C.___ (IV-act. 214). Vom 26. bis 31. Mai 2017 war die 

Versicherte aufgrund einer Lumboischialgie rechts zur intravenösen Schmerztherapie 

im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert. Ein am 26. Mai 2017 durchgeführtes 

MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) hatte keinen pathologischen Befund ergeben (IV-act. 

211-9 ff.). Der behandelnde Arzt des KSSG erachtete die Versicherte vom 26. Mai bis 

6. Juni 2017 als zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 171). Dr. med. I.___, Facharzt für 

Innere Medizin FMH, attestierte der Versicherten vom 26. Juni bis 14. Juli 2017 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 178).

A.g. 

Med. pract. E.___ berichtete am 6. August 2017, er habe die Versicherte aufgrund 

einer mittelgradigen depressiven Episode vom 1. April bis 14. Mai 2017 zu 50%, vom 

15. bis 31. Mai 2017 zu 40% und vom 1. Juni bis mindestens 31. August 2017 erneut 

zu 50% arbeitsunfähig geschrieben. Er sei zuversichtlich, dass die Versicherte ihre 

aktuelle Ausbildung zur Bäckereiverkäuferin EBA durchführen und anschliessend in 

diesem Beruf im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne (IV-act. 182). Dr. med. J.___, 

Facharzt für Rheumatologie FMH, befand am 7. August 2017, im Vordergrund stehe 

eine myofasziale Schmerzproblematik bei Adipositas und Borderline-

Persönlichkeitsstörung. Er habe der Versicherten vom 7. bis 20. August 2017 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (IV-act. 211-13 ff.).

A.h. 

Am 16. November 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Ausbildung zur 

Detailhandelsassistentin EBA habe gesundheitsbedingt per 9. November 2017 abge­

brochen werden müssen. Die Mitteilung vom 31. Mai 2016 werde aufgehoben und das 

Taggeld bis zum letzten Eingliederungstag ausbezahlt (IV-act. 187, vgl. IV-act. 195-12 

f.).

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vom 30. Oktober bis 12. November 2017 befand sich die Versicherte für eine 

multimodale Schmerztherapie inklusive psychotherapeutischer Betreuung stationär im 

KSSG. Die behandelnden Ärzte hielten in ihrem Austrittsbericht vom 17. November 

2017 als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und 

somatischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.31) sowie eine einfache Aktivitäts- und 

Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) fest. Für die Dauer des Aufenthaltes 

attestierten sie der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 209, vgl. IV-

act. 204 ff.). Am 28. Februar 2018 hielt med. pract. E.___ fest, aus psychiatrischer Sicht 

sei die Arbeitsfähigkeit für alle Arbeiten zu 100% eingeschränkt. Die Versicherte könne 

eine Arbeit oder Ausbildung nicht während einer längeren Zeit durchführen (IV-act. 

216).

A.j. 

Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 220) wurde die Versicherte am 28. Mai 2018 

durch Ärzte der medexperts AG bidisziplinär (rheumatologisch, psychiatrisch) 

abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 17. Juli 2018 keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf. Sowohl für die Tätigkeit als 

Detailhandelsassistentin als auch eine adaptierte Tätigkeit bestehe keine 

Arbeitsunfähigkeit. Der Abbruch der Ausbildung zur Detailhandelsassistentin sei aus 

medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar (IV-act. 226).

A.k. 

Mit Vorbescheid vom 21. September 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen 

in Aussicht (IV-act. 231).

A.l. 

Dagegen erhob die Versicherte am 30. Oktober 2018 Einwand (Eingang IV-Stelle 

am 5. November 2018, IV-act. 237). Sie reichte ein mit 31. Oktober 2018 datiertes 

Schreiben von med. pract. E.___ ein. Dieser hielt unter anderem fest, der Abbruch der 

Ausbildung sei aus gesundheitlichen Gründen erfolgt und die Versicherte sei zu 100% 

arbeitsunfähig. Die Durchführung weiterer beruflicher Massnahmen sei derzeit nicht 

sinnvoll (IV-act. 237-2 ff.). Am 6. November 2018 nahm med. pract. E.___ Stellung zum 

psychiatrischen Teilgutachten der medexperts AG und kritisierte dieses (IV-act. 238, 

vgl. weitere Eingaben in IV-act. 242, 254-1 ff.). RAD-Arzt Dr. med. K.___ beurteilte am 

A.m. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

20. November 2018, die Stellungnahme von med. pract. E.___ sei nicht geeignet, das 

Gutachten zu entkräften (IV-act. 239).

Dr. med. L.___, Rheumatologie FMH, untersuchte die Versicherte am 23. 

November 2018 konsiliarisch. Am 14. Januar 2019 berichtete er über ein Widespread 

Pain Syndrom (Fibromyalgiesyndrom), welches gemäss gängiger Rechtsprechung nicht 

einer Erkrankung mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit entspreche (IV-act. 245). Auf 

Nachfrage führte der rheumatologische Teilgutachter der medexperts AG am 25. 

Januar 2019 aus, aufgrund der Untersuchung von Dr. L.___ ergäben sich keine neuen 

Gesichtspunkte (IV-act. 260).

A.n. 

Die Versicherte hatte wegen eines Autounfalls am 15. Dezember 2018 die Zentrale 

Notfallaufnahme des KSSG aufgesucht. Der zuständige Arzt hatte eine accidentelle 

HWS-Distorsion, eine Commotio cerebri, eine Rippen-Prellung links, eine lumbale 

Parästhesie und eine PTBS diagnostiziert (IV-act. 258 f.).

A.o. 

Dr. med. univ. M.___, Facharzt Neurologie, Ambulante Reha N.___, untersuchte 

die Versicherte konsiliarisch und berichtete am 12. April 2019 unter anderem über eine 

leichte neuropsychologische Funktionsstörung. Aus rein neuropsychologischer Sicht 

sei die Leistungsfähigkeit leicht gemindert, die Versicherte sei ca. 70-90% arbeitsfähig 

(IV-act. 267, vgl. den psychologischen Bericht der ambulanten Reha N.___ vom 3. April 

2019; IV-act. 268). Dr. med. O.___, FMH Neurologie, diagnostizierte am 15. Mai 2019 

eine Migräne, Spannungskopfschmerzen und wahrscheinlich zusätzlich Analgetika-

induzierte Kopfschmerzen (IV-act. 271). Med. pract. E.___ hielt die Versicherte am 13. 

Juni 2019 weiterhin für zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 266). RAD-Ärztin Dr. med. 

K.___ befand am 11. Juli 2019, es könne weiterhin auf das Gutachten abgestellt 

werden (IV-act. 272).

A.p. 

Mit Vorbescheid vom 12. Juli 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ab­

weisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in 

Aussicht (ersetzte Vorbescheid vom 21. September 2018; IV-act. 274). Dagegen erhob 

die Versicherte am 6. September 2019 Einwand (IV-act. 278).

A.q. 

Am 23. Oktober 2019 verfügte die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid (IV-

act. 283).

A.r. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist vorab der 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin.

Gegen die Verfügung vom 23. Oktober 2019 erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) die vorliegende Beschwerde vom 25. November 2019. Sie 

beantragte darin deren Aufhebung und es sei ihr eine Invalidenrente basierend auf 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auszurichten. Eventualiter sei die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, ein polydisziplinäres Gutachten in 

Auftrag zu geben. Es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und -verbeiständung zu 

gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, das 

Gutachten der medexperts AG sei nicht beweiskräftig. Die Beschwerdegegnerin hätte 

weitere Abklärungen in die Wege leiten müssen (act. G1).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Januar 2020 die Abweisung der 

Beschwerde. Sie brachte vor, auf das Gutachten der medexperts AG könne abgestellt 

werden. Der Untersuchungsgrundsatz sei nicht verletzt worden (act. G4).

B.b. 

Am 14. Januar 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G6).

B.c. 

Mit Replik vom 13. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest (act. G8).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt 

ablaufen (act. G10).

B.e. 

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).

1.2. 

Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Als erstes ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene 

Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten der 

medexperts AG vom 17. Juli 2018 (IV-act. 226). Die Beschwerdeführerin spricht diesem 

die Beweiskraft ab und hält ihm Einschätzungen von behandelnden Ärzten entgegen 

(act. G1, G8).

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

Die Gutachter der medexperts AG kamen übereinstimmend zum Schluss, es liege 

keine Diagnose vor, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (IV-act. 226-5).

2.1. 

Der rheumatologische Teilgutachter Dr. med. P.___, Facharzt Allgemeine Innere 

Medizin / Rheumatologie FMH, führte aus, auffällig sei eine als extrem angegebene 

myofasciale Druckdolenz am ganzen Körper, sowohl am Kopf, am ganzen Rücken, an 

der Brustmuskulatur und den Extremitäten bis zu den Fingern und Zehen, wo die 

Beschwerdeführerin überall kaum berührt werden dürfe. Aufgrund der Anamnese und 

den auffälligen Druckbefunden sowie diversen Inkonsistenzen könne von einem 

Ganzkörpersyndrom gesprochen werden. Als Diagnose ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit nannte er ein unspezifisches generalisiertes Schmerzsyndrom mit 

vielen vegetativen Begleitbeschwerden, eine Adipositas und anamnestisch einen 

Misch-Kopfschmerz. Die Beschwerden seien aus internistisch-rheumatologischer Sicht 

unspezifisch, dies in Verbindung mit rezidivierenden dissoziativen Störungen (IV-act. 

226-26 f.).

2.1.1. 

Auch aufgrund der im Jahr 2017 durchgeführten Abklärungen im KSSG lässt sich 

nicht auf eine massgebliche somatische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. 

Vom 26. bis 31. Mai 2017 war die Beschwerdeführerin aufgrund einer Lumboischialgie 

rechts zur intravenösen Schmerztherapie stationär im KSSG. Die behandelnden Ärzte 

hielten am 7. Juni 2017 fest, die Beschwerdeführerin habe über stechende Schmerzen 

von tieflumbal über gluteal in den rechten ventralen Oberschenkel ausstrahlend 

geklagt. Die attackenartigen Schmerzen gingen mit einer transienten Gefühllosigkeit 

des ganzen rechten Beines einher. Ein am 26. Mai 2017 durchgeführtes MRI der 

Lendenwirbelsäule (LWS) habe keinen pathologischen Befund ergeben. Die 

Schmerzsituation sei unter der intravenösen Schmerztherapie stark fluktuierend 

geblieben (IV-act. 211-9 ff.). Dem Bericht vom 31. Mai 2017 über das 

2.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychosomatische Konsilium ist eine Diskrepanz zwischen dem Verhalten und den 

angegebenen Beschwerden zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin fahre gerne 

Rollstuhl, stehe dann aber wenig schmerzgeplagt auf und helfe der Nachbarpatientin. 

Sie berichte lachend über stärkste Schmerzen (IV-act. 204). Am 30. Juli 2017 begab 

sich die Beschwerdeführerin unter Angabe von vermehrten Schmerzen im lumbalen 

Bereich auf die Notaufnahme des KSSG. Die behandelnden Ärzte hielten am 10. 

August 2017 fest, es hätten neurologisch nicht erklärbare diffuse Kribbelparästhesien 

beider Beine ohne Dermatombezug und keine radikulären Symptome bestanden. Die 

Beschwerdeführerin habe während der ärztlichen Untersuchung beim Aufsitzen abrupt 

Schmerzen im lumbalen Bereich angegeben und sei dabei weinerlich geworden. 

Sekunden später habe sie aber völlig entspannt gewirkt und eine normale Konversation 

sei trotz der angegebenen Schmerzen von 8 auf der Visuellen Analogskala (VAS) 

problemlos möglich gewesen (IV-act. 211-16 ff.). Dr. J.___ berichtete am 7. August 

2017, er könne klinisch keinerlei radikuläre Reizzeichen feststellen. Bei allseits intakter 

Kraftentwicklung gebe die Beschwerdeführerin eine diffuse Hyposensibilität im Bereich 

des ganzen rechten Oberschenkels an. Aus seiner Sicht stehe eine myofasziale 

Schmerzproblematik im Vordergrund (IV-act. 211-13 ff.). Bei einer weiteren 

Konsultation auf der Zentralen Notaufnahme des KSSG am 21. Oktober 2017 hielten 

die behandelnden Ärzte als Diagnose einen Schmerzzustand unklarer Genese fest (IV-

act. 211-19 f.). Vom 30. Oktober bis 12. November 2017 war die Beschwerdeführerin 

im KSSG für eine multimodale Schmerztherapie hospitalisiert. Die behandelnden Ärzte 

stellten eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren 

bei generalisierten Ganzkörperschmerzen fest. Am 17. November 2017 berichteten sie, 

es hätten sich keine Hinweise auf eine zugrundeliegende Ursache der Beschwerden im 

Rahmen einer primär entzündlichen systemischen Grunderkrankung ergeben. Der 

Aufenthalt sei massgeblich von der psychosomatischen Problematik geprägt gewesen 

(IV-act. 211-21 ff.). Dr. I.___ befand am 26. Januar 2018, aufgrund der bisherigen 

Abklärungen bestünden keine somatischen Einschränkungen (IV-act. 211-1 ff.). Am 13. 

August 2018 stellten die behandelnden Ärzte des KSSG einen Status idem zum 

stationären Aufenthalt vom 30. Oktober bis 12. November 2017 fest. Eine 

Blutuntersuchung sowie Röntgenaufnahmen der Hände und Füsse beidseits waren 

unauffällig (IV-act. 246). Der Verkehrsunfall vom 15. Dezember 2018 führte offenbar 

nicht zu längerfristigen Beschwerden (vgl. IV-act. 258, 266-2, 267). Dr. L.___ berichtete 

am 14. Januar 2019 sodann über ein chronisches, generalisiertes, diffuses 

Schmerzsyndrom ohne fassbares adäquates pathoanatomisches Korrelat. Formal 

entspreche das Beschwerdebild einem Widespread Pain Syndrom 

(Fibromyalgiesyndrom), welches gemäss gängiger Rechtsprechung keine Erkrankung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei (IV-act. 245). Gemäss überzeugender 

Beurteilung von Dr. P.___ ergaben sich damit aus rheumatologischer Sicht seit der 

Begutachtung keine neuen Gesichtspunkte (IV-act. 260).

Damit konnten insgesamt keine genügend objektivierbaren somatischen 

Beschwerden erhoben werden, denen ein negativer Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

zuzubilligen wäre. Zudem ergaben sich in den erwähnten Akten sowie der 

Begutachtung zahlreiche Inkonsistenzen. So klagte die Beschwerdeführerin gegenüber 

den Gutachtern einerseits über fast dauernde starke Schmerzen (vgl. IV-act. 226-23), 

gab aber andererseits an, regelmässig Sport zu treiben und unter anderem gerne zu 

tanzen. Wenn sie mit ihrer Community unterwegs sei, könne sie alle Schmerzen 

vergessen (IV-act. 226-12, 226-24 f.). Med. pract. E.___ verneinte zwar am 6. 

November 2018 eine psychische Ursache der Schmerzen, begründete dies jedoch 

nicht nachvollziehbar. Er nannte keine somatische Ursache oder stellte entsprechende 

Vermutungen an, was grundsätzlich auch nicht in seine fachärztliche Zuständigkeit fällt, 

verwies aber auch nicht auf einen diesbezüglichen Arztbericht. Zu den Feststellungen 

von Dr. P.___ im Zusammenhang mit der unspezifischen Natur der Beschwerden aus 

internistisch-rheumatologischer Sicht bzw. zu den dissoziativen Störungen äusserte 

sich med. pract. E.___ nicht (IV-act. 238-12).

2.1.3. 

Im November 2014 wurde die Beschwerdeführerin erstmals in der Klinik F.___ 

neuropsychologisch untersucht. Die abklärenden Fachpersonen stellten eine leichte bis 

mittelgradige neuropsychologische Funktionsstörung fest. Es sei von einer leicht 

unterdurchschnittlichen intellektuellen Begabung auszugehen (IV-act. 119). Im März 

und April 2019 wurde die Beschwerdeführerin nach ihrem am 15. Dezember 2018 bei 

einem Verkehrsunfall erlittenen Schleudertrauma in der ambulanten Reha N.___ 

neuropsychologisch untersucht. Die zuständigen Fachpersonen hielten fest, es liege 

weiterhin eine unterdurchschnittliche intellektuelle Begabung, eine mittelschwere 

Störung in der Aufmerksamkeit und eine leichte bis mittelschwere Auffälligkeit in der 

Antriebs-, Affekt- und Verhaltensregulation vor. Insgesamt zeigten sich die Ergebnisse 

vergleichbar mit dem Wert von 2014, in Einzelbereichen sogar verbessert. Aus 

neuropsychologischer Sicht sei von einer nur leicht geminderten Leistungsfähigkeit (ca. 

70-90%) auszugehen. Weiter führten sie aus, es sei zu erwarten, dass die 

Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen kaum 

eingeschränkt sei. In Berufen oder bei Aufgaben mit hohen Anforderungen sei von einer 

leichten Einschränkung auszugehen. Sie erachteten eine erfolgreiche berufliche 

Ausbildung auf dem Niveau einer zweijährigen beruflichen Grundbildung (EBA) oder 

eine berufliche Wiedereingliederung bei einem reduzierten Arbeitspensum als 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

realistisch (IV-act. 267 f.). Daraus lässt sich schliessen, dass bei der 

Beschwerdeführerin aus neuropsychologischer Sicht auch nach ihrem Unfall vom 15. 

Dezember 2018 in einer adaptierten Tätigkeit keine oder höchstens eine 

Arbeitsunfähigkeit von 10% vorlag.

In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte Teilgutachter Dr. med. Q.___, Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine histrionische Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.4) sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung mit 

leichter Ausprägung (ICD-10: F90.0), welche beide ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien (IV-act. 226-5). Die behandelnden Ärzte, insbesondere med. 

pract. E.___, attestierten der Beschwerdeführerin hingegen aufgrund diverser 

psychiatrischer Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit von bis zu 100% (vgl. IV-act. 132, 

182, 216).

2.3. 

Ab 3. Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin ambulant durch med. pract. E.___ 

behandelt. Dieser berichtete am 10. und 11. Juli 2014 unter anderem in 

Übereinstimmung mit den behandelnden Ärzten des Psychiatrischen Zentrums C.___ 

(vgl. IV-act. 99) über eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (IV-

act. 101). Dr. Q.___ war jedoch der Ansicht, dem im Bericht vom 10. Juli 2014 

festgehaltenen psychopathologischen Befund könne keine depressive Störung 

entnommen werden (IV-act. 226-15). In seinem Bericht vom 1. Juli 2015 hielt med. 

pract. E.___ als Diagnose sodann unter anderem eine gegenwärtig mittelgradige 

depressive Episode fest (vgl. IV-act. 132), was sich - wie Dr. Q.___ überzeugend 

ausführte - aufgrund des Berichts jedoch wiederum nicht nachvollziehen lässt (IV-act. 

226-16). Auch die während der stationären Behandlung im KSSG im Sinne eines 

psychosomatischen Konsiliums beigezogenen Ärzte hielten am 31. Mai 2017 als 

Diagnose unter anderem eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode, fest (IV-act. 204). Wie Dr. Q.___ jedoch zu Recht ausführte, 

stellten sie diese Diagnose primär gestützt auf die anamnestischen Angaben und der 

erhobene Psychostatus war weitgehend unauffällig (IV-act. 226-16).

2.3.1. 

Bezüglich des von med. pract. E.___ festgestellten Aufmerksamkeits-/

Hyperaktivitätssyndroms (IV-act. 101, vgl. bereits die Einschätzung der behandelnden 

Ärzte des Psychiatrischen Zentrums C.___; IV-act. 99) führte Dr. Q.___ aus, med. pract. 

E.___ habe den unspezifischen Befund bei der Bejahung der drei Hauptkriterien für die 

Diagnose (eingeschränkte Aufmerksamkeit, Hyperaktivität, emotionale Instabilität) 

einseitig ausgelegt. Aus dem am 10. Juli 2014 (vgl. IV-act. 101) festgehaltenen Befund 

wäre eine leichte Form eines ADHS nachvollziehbar. Dieses wirke sich jedoch nicht auf 

2.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 226-14 f.). Das infantile POS habe mit Erfolg behandelt 

werden können. Die Beschwerdeführerin aggraviere die Symptome eines POS im 

Erwachsenenalter. Ein Leidensdruck sei insofern von der Hand zu weisen, als die 

verschriebene Medikation laborchemisch nicht habe nachgewiesen werden können (IV-

act. 226-18 f.).

Weiter stellte med. pract. E.___ die Diagnose einer emotional-instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetypus (IV-act. 101, vgl. bereits die Einschätzung 

der behandelnden Ärzte des Psychiatrischen Zentrums C.___; IV-act. 99). Dr. Q.___ 

fand auch diese Diagnose aufgrund des von med. pract. E.___ am 10. Juli 2014 

aufgeführten psychopathologischen Befunds nicht nachvollziehbar (IV-act. 226-15, vgl. 

IV-act. 101). Das Gleiche gelte auch für die Berichte von med. pract. E.___ vom 1. 

Dezember 2014 sowie 1. Juli 2015 (vgl. IV-act. 115, 132, 226-16). Dieser führte am 6. 

November 2018 aus, er stelle weiterhin die Diagnose einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetypus. Die emotional instabilen Symptome 

könnten jedoch auch im Rahmen des ADHS gesehen werden (IV-act. 238-2). Letztere 

Diagnose war von Dr. Q.___ in leichter Ausprägung bejaht worden. Die von med. pract. 

E.___ im Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung festgestellten Symptome 

wurden von Dr. Q.___ damit berücksichtigt. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Dr. 

Q.___ statt einer emotional instabilen eine histrionische Persönlichkeitsstörung 

feststellte und dieser keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass (vgl. IV-act. 

226-5).

2.3.3. 

Med. pract. E.___ diagnostizierte ausserdem eine PTBS. Er führte am 10. Juli 

2014 aus, die Beschwerdeführerin sei im Alter von ca. sechs bis fünfzehn Jahren immer 

wieder von ihrem Vater geschlagen worden. Sie habe für eine gewisse Zeit nur wenig 

Kontakt zu ihrem Vater gehabt, versuche diesen jedoch wiederaufzubauen. Sie sehe 

immer wieder die Bilder von den Schlägen und höre die Geräusche davon vor sich. 

Wenn sie etwas höre, was ähnlich wie diese Schläge töne, erschrecke sie immer 

wieder. Sie wache häufig auf, wenn etwas ähnlich sei wie ein Schlag. Die durch die 

Schläge verursachte PTBS sei sicherlich auch durch das Mobbing in der Schule und 

den begonnenen Ausbildungen verstärkt worden (IV-act. 101). Dr. Q.___ stellte 

diesbezüglich fest, die Diagnose einer PTBS könne nur schon deshalb nicht 

nachvollzogen werden, weil der Kontakt zum Vater auch im Erwachsenenalter 

bestanden habe. Es lägen also weder ein Vermeidungsverhalten noch weitere 

Symptome wie ein andauerndes Gefühl von Betäubtsein, emotionaler Stumpfheit, 

Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung 

gegenüber oder Freudlosigkeit vor. Ob die Schläge, die sie während vieler Jahre von 

2.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ihrem Vater erhalten habe, als belastendes Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung 

oder katastrophenartigem Ausmass angesehen werden könnten, sei zweifelhaft (IV-act. 

226-15). Am 6. November 2018 führte med. pract. E.___ aus, er könne nicht 

nachvollziehen, weshalb Dr. Q.___ die Traumatisierungen nicht ernst nehme. Auch er 

könne nicht beweisen, ob und wie stark die Beschwerdeführerin geschlagen worden 

sei. Er denke aber, dass sie kein Interesse daran hätte, solche Schläge zu erfinden oder 

das Ausmass derselben stärker darzustellen. Alleine die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin auch im Erwachsenenalter Kontakt zu ihrem Vater gehabt habe, 

schliesse die Diagnose einer PTBS nicht aus (IV-act. 238-6). Er berücksichtigte dabei 

jedoch nicht, dass Dr. Q.___ neben dem weiter bestehenden Kontakt zum Vater auch 

die obgenannten weiteren diagnostischen Kriterien prüfte und eine PTBS nach 

Vornahme einer Gesamtwürdigung ausschloss. Selbst wenn jedoch eine PTBS 

vorliegen würde, ist nicht davon auszugehen, dass diese die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit massgeblich beeinträchtigen würde. Med. pract. E.___ hatte am 

31. Oktober 2018 festgehalten, die eingeschränkte psychische Belastbarkeit aufgrund 

der PTBS zeige sich nur dann, wenn die Beschwerdeführerin an einem Ort arbeiten 

müsse, an dem sie Angst haben müsse, dass ihr Männer schlimme Sachen antäten (IV-

act. 237-5). Am 11. Juli 2014 hatte er noch ausgeführt, wegen der PTBS sollte die 

Beschwerdeführerin keine Arbeiten durchführen, bei denen sie Geräusche höre, die 

ähnlich wie Schläge seien oder bei denen sie rasch ausgenützt werden könne, vor 

allem durch Männer. Sie sollte an keinem Ort arbeiten, wo sie als Frau alleine arbeite 

(IV-act. 116). Diese Kriterien sollten an der überwiegenden Mehrheit der in Frage 

kommenden Arbeitsplätze erfüllt sein. Damit kann auch der Grund einer allfälligen 

PTBS (med. pract. E.___ erwähnte in seinem Bericht vom 13. Juni 2019 erstmals 

zusätzlich zu den Schlägen in der Kindheit erlittene sexuelle Missbräuche; IV-act. 266) 

offenbleiben.

Wie Dr. Q.___ ausführte, standen die Schmerzen der Beschwerdeführerin in den 

Berichten von med. pract. E.___ anders als bei der Begutachtung nicht im Vordergrund 

(vgl. IV-act. 226-17). Dr. Q.___ befand, die Beschreibung der Schmerzen sei 

unspezifisch und diese hingen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit 

Persönlichkeitsmerkmalen zusammen (IV-act. 226-17). Seit der Anmeldung bei der 

Beschwerdegegnerin im Jahr 2014 falle ein Verhalten der Beschwerdeführerin auf, 

welches nach Anerkennung und Aufmerksamkeit verlange. Ihre Schmerzen würden 

zeitweise dramatisch dargestellt. Das Auftreten der Beschwerdeführerin sei theatralisch 

mit übertriebenem Ausdruck von Gefühlen und ihr Verhalten manipulativ. Im 

Längsschnittverlauf bestehe keine Hemmung des Denkens und Wollens, welche auf 

2.3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine psychische Störung von Relevanz zurückzuführen wäre. Vor dem Hintergrund 

einer histrionischen Persönlichkeit werde eine durchaus iatrogen und behördlich 

getriggerte Forderungshaltung unterhalten. Es könne davon ausgegangen werden, 

dass die Beschwerdeführerin gelernt habe, aus ihrem Verhalten einen sekundären 

Gewinn zu erzielen (IV-act. 226-17). Weiter klagte die Beschwerdeführerin gegenüber 

Dr. Q.___ über Panikattacken in der Nacht, welche sie aber selbst nicht wahrnehme. Ihr 

Freund habe sie darauf aufmerksam gemacht. Dies erscheint mit Dr. Q.___ 

unglaubwürdig (IV-act. 226-12, 226-20). Med. pract. E.___ bestätigte am 6. November 

2018 das Bedürfnis der Beschwerdeführerin nach Aufmerksamkeit, bezeichnete dieses 

jedoch als Folge der emotional instabilen Symptome. Seine Ausführungen, wonach die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihres Bedürfnisses nach Aufmerksamkeit ein besonders 

grosses Interesse habe, eine Ausbildung abzuschliessen, ist nicht nachvollziehbar (vgl. 

IV-act. 238-5). Im Gegensatz zu den Gutachtern berücksichtige er die bereits in E. 2.1 

beschriebenen diffusen Schmerzen und die aktenkundigen Inkonsistenzen bei seinen 

Beurteilungen nicht und kam unter anderem daher zu abweichenden 

Schlussfolgerungen. Wie RAD-Arzt Dr. K.___ am 20. November 2018 ausführte, setzte 

sich med. pract. E.___ nicht detailliert mit den Aussagen von Dr. Q.___ bezüglich des 

Verhaltens der Beschwerdeführerin auseinander und beurteilte lediglich denselben 

Sachverhalt anders (vgl. IV-act. 239). Offenbar hatte sich med. pract. E.___ auch nicht 

näher mit den geklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin befasst, hielt er doch erst 

am 6. November 2018 fest, er wolle den Hausarzt Dr. I.___ diesbezüglich fragen (IV-act. 

238 f.).

Anlässlich der Untersuchung vom 15. Mai 2019 bei Dr. O.___ gab die 

Beschwerdeführerin an, sie habe etwa 15-mal pro Monat eine Migräne, die etwa ein bis 

zwei Tage anhalte. Zusätzlich habe sie drückende Kopfschmerzen. Bei Bedarf nehme 

sie Irfen ein, pro Monat benötige sie etwa 60 bis 80 Tabletten. Dr. O.___ hielt fest, 

therapeutisch müsse der Schmerzmittelkonsum drastisch reduziert werden auf unter 

zehn Dosen pro Monat (IV-act. 271). Wie RAD-Arzt Dr. K.___ am 11. Juli 2019 

nachvollziehbar festhielt, würden die Angaben der Beschwerdeführerin eine praktisch 

ununterbrochene Migräne mit zwischendurch zusätzlich drückenden Kopfschmerzen 

bedeuten, was kaum vorstellbar ist. Auch die Angaben über den Schmerzmittelkonsum 

scheinen exzessiv und deuten auf die von Dr. Q.___ festgestellten 

Verhaltensauffälligkeiten hin (vgl. IV-act. 272). Im Übrigen fällt auf, dass die 

Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung durch die medexperts AG lediglich 

von der Dauereinnahme des (für die ADHS-Behandlung eingesetzten) Medikaments 

Concerta berichtet hatte (wobei dieses bzw. der darin enthaltene Wirkstoff 

2.3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Methylphenidat [www.compendium.ch] in der laborchemischen Untersuchung 

allerdings nicht in therapeutischer Dosis nachgewiesen worden war, IV-act. 226-10, 

226-23, 227-2). Als Bedarfsmedikation "alle paar Abende" hatte sie neben gelegentlich 

Nasenspray und Augentropfen gegen Heuschnupfen nur das Antidepressivum Trittico 

erwähnt (IV-act. 226-23).

Med. pract. E.___ führte am 9. Januar 2019 sinngemäss aus, die 

Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin sei mit den beiden erstmaligen 

Ausbildungen einverstanden gewesen und habe nicht gemerkt, dass die 

Beschwerdeführerin manipulativ sei (IV-act. 242). Dazu ist jedoch zu bemerken, dass 

es sich bei der Eingliederungsberaterin nicht um eine medizinische Fachperson 

handelt, welche allfällige psychische Auffälligkeiten kompetent beurteilen könnte. 

Zudem lässt sich alleine aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin mehrmals 

berufliche Massnahmen zugesprochen wurden, nicht schliessen, dass tatsächlich 

gesundheitliche Beeinträchtigungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorhanden 

waren. Der Abbruch der ersten - nicht von der Beschwerdegegnerin unterstützten - 

Ausbildung zur Hotelfachfrau erfolgte gemäss Angaben der damaligen Arbeitgeberin 

Hotel R.___ aus gesundheitsfremden Gründen. Diese gab an, die Beschwerdeführerin 

habe die betrieblichen Regeln nicht eingehalten und notorisch gelogen. Als sie dann 

auch noch geklaut habe, sei sie fristlos entlassen worden (IV-act. 97). Die von der 

Beschwerdeführerin begonnene Ausbildung zur MPA scheiterte gemäss ihren Angaben 

an ungenügenden schulischen Leistungen (vgl. IV-act. 91). Dr. Q.___ stellte fest, es 

hätten keine medizinischen Gründe für den Abbruch der (von der Beschwerdegegnerin 

unterstützten) Ausbildungen bestanden. Während sie in anderen Lebensbereichen, wie 

der Ehe, der Freizeitgestaltung und den sozialen Beziehungen gut funktioniere, habe 

sie immer wieder körperliche oder psychische Symptome vorgeschoben, um die 

beruflichen Ausbildungen nicht zu beenden (vgl. IV-act. 226-18 f.). Dies ist aufgrund der 

Akten nachvollziehbar. So waren med. pract. E.___ und die abklärenden medizinischen 

Fachpersonen der Klinik F.___ ursprünglich der Ansicht, die weitere - durch die 

Beschwerdegegnerin unterstützte - Ausbildung als Hotelfachfrau sei möglich (vgl. IV-

act. 100 f., 115, 119). Nach einer dreimonatigen Abklärung im Hotel G.___ empfahlen 

die dort Verantwortlichen ein Vorbereitungsjahr vor dem Beginn einer ordentlichen 

Ausbildung. Dies insbesondere, da die Beschwerdeführerin während der 

Abklärungszeit viele Absenzen hatte (infolge Migräne, Grippe, Stirnhöhlenentzündung) 

und daher das geforderte Pensum nicht hatte erreichen können (IV-act. 130 f.). Med. 

pract. E.___ befand am 1. Juli 2015 in gewissem Widerspruch dazu, es habe sich 

gezeigt, dass die Reizüberflutung bei einer Tätigkeit als Hotelfachfrau auch im 

2.3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geschützten Bereich zu hoch sei. Sie könne daher diesen Beruf nicht erlernen (IV-act. 

132). Während ihrer darauf begonnenen Ausbildung zur Detailhandelsassistentin in der 

H.___ schrieb med. pract. E.___ die Beschwerdeführerin zwar teilweise arbeitsunfähig, 

war jedoch am 6. August 2017 noch zuversichtlich, dass sie die Ausbildung 

durchführen und anschliessend im ersten Arbeitsmarkt arbeiten könne (IV-act. 182). 

Am 9. November 2017 hielt die Eingliederungsverantwortliche der Beschwerdegegnerin 

sodann fest, die Ausbildung müsse gesundheitsbedingt per sofort abgebrochen 

werden (IV-act. 184). Konkrete Gründe dafür sind weder dieser Notiz noch der 

Mitteilung vom 16. November 2017 zu entnehmen (vgl. IV-act. 187). Im Schlussbericht 

vom 1. Dezember 2017 hielten die verantwortlichen Personen der H.___ fest, die 

Beschwerdeführerin habe schulisch sehr gute Noten erzielt. Im zweiten Semester 

hätten sich die Fehlzeiten aufgrund privater Probleme massiv gehäuft. Sie sei zu 50% 

krankgeschrieben und ihr praktischer Berufsabschluss gefährdet gewesen. Im zweiten 

Ausbildungsjahr habe sie anfangs eine gute Leistung mit vollem Arbeitspensum 

erbringen können, sei dann Ende September 2017 aber krankgeschrieben worden. 

Nach einem stationären Aufenthalt habe man entschieden, die Ausbildung per 9. 

November 2017 abzubrechen. Die Beschwerdeführerin bringe grundsätzlich die 

Eignung für den Beruf mit. Nach einer Verbesserung der psychischen und physischen 

Stabilität schätzte man einen Wiedereinstieg mit einer Mindestwiederholung des 

ganzen zweiten Lehrjahres als realistisch ein, um einen erfolgreichen EBA-Abschluss zu 

erreichen (IV-act. 191). Med. pract. E.___ brachte am 31. Oktober und 6. November 

2018 vor, die Beschwerdeführerin habe die Ausbildung wegen zunehmender 

depressiver Symptome und dadurch eingeschränkter Belastbarkeit abgebrochen. Der 

Abbruch sei aber auch wegen zunehmender Schmerzen in verschiedenen Bereichen 

des Körpers erfolgt. Weil diese Schmerzen noch immer nicht genügend abgeklärt 

seien, habe er die Beschwerdeführerin bei Dr. L.___ angemeldet (IV-act. 237 f.). Wie 

sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, liegen jedoch keine somatisch 

erklärbaren Schmerzen vor und die depressive Symptomatik ist nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Damit sind medizinische Gründe für 

den Abbruch der Ausbildung nicht hinreichend ersichtlich.

Soweit med. pract. E.___ vorbrachte, Dr. Q.___ habe nur den 

Gesundheitszustand anlässlich der Begutachtung, nicht aber den Lebenslauf der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt (IV-act. 238), trifft dies nicht zu. Dr. Q.___ erhob die 

Vergangenheit der Beschwerdeführerin anamnestisch (vgl. IV-act. 226-10 f.) und setzte 

sich ausführlich mit früheren ärztlichen Berichten auseinander (IV-act. 226-14 ff.).

2.3.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren 

Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der 

Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat keine Ausbildung 

abgeschlossen und war nie längere Zeit arbeitstätig (vgl. IV-act. 96). Sie ist damit als 

Hilfsarbeiterin zu betrachten. Es ist ihr zumutbar, im Ausmass ihrer verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit einer Hilfsarbeit nachzugehen. Ausgehend von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin im Validen- wie im Invalidenfall erübrigen sich die 

Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung 

eines Tabellenlohnabzugs, da ohnehin kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% resultiert. Dasselbe gilt selbst wenn gestützt auf die 

neuropsychologischen Untersuchungen im Frühjahr 2019 von einer Arbeitsfähigkeit von 

90% in einer adaptierten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin ausgegangen würde (vgl. IV-act. 

267 f.).

4.

Mit der Verfügung vom 23. Oktober 2019 wies die Beschwerdegegnerin auch das 

Leistungsbegehren um (weitere) berufliche Massnahmen ab (IV-act. 283). Die 

Beschwerdeführerin wehrte sich nicht explizit dagegen, weshalb diese vorliegend nicht 

Streitgegenstand sind. Weitere berufliche Massnahmen fielen bereits insofern ausser 

Nach dem Gesagten sind die Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere von 

med. pract. E.___, nicht geeignet, das Gutachten der medexperts AG in Frage zu 

stellen. Da die von med. pract. E.___ gestellten Diagnosen nicht hinreichend plausibel 

begründet sind, ist auch seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht nachvollziehbar. Bei 

der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das 

Gutachten vom 17. Juli 2018 (IV-act. 226) auf umfassender Aktenkenntnis sowie 

bidisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 

medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, 

welche im genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich 

wurden auch zwischen dem Gutachten vom 17. Juli 2018 und der umstrittenen 

Verfügung vom 23. Oktober 2019 (IV-act. 283) keine eingetretenen massgeblichen 

Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche 

ergeben sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen 

sich damit.

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Betracht, als die Beschwerdeführerin weder invalid ist, noch von einer Invalidität 

bedroht ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG).

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die 

Beschwerde abzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G6) ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

5.2. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der seit 1. Januar 2019 

gültigen Fassung, siehe Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu 

kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit entschädigt der Staat 

die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit 

Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

5.3. 

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Die Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- befreit.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.07.2020
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens bejaht. Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juli 2020; IV 2019/310).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T03:40:18+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen