# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc9154f0-37b7-5795-9edf-03307766bec7
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-23
**Language:** de
**Title:** Anschlussgebühren. Gebäudeversicherungswert als Bemessungsgrundlage. Anspruch eines im Schätzungsverfahren nicht einspracheberechtigten Gebührenschuldners auf Überprüfung der Bemessungsgrundlage im Verfahren betreffend die Gebühr.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0255/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_III_0255_2016_415.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0255/2016 vom 23. November 2016 in BEZ 2017 Nr. 7 

Mit  Beschluss  vom  24.  Mai  2016  stellte  der  Gemeinderat  X  fest,  für  die 
Bemessung  der  Anschlussgebühren  Elektrizität  und  Kanalisation  der 
Überbauung  H. 
rechtskräftigen 
Gebäudeversicherungswerte  massgebend  und  legte  die  Anschlussgebühren 
entsprechend  auf  Fr. 208'156.--  (Netzkostenbeitrag  vor  MwSt.)  und  Fr. 
370'574.40 (Kanalisationsanschluss vor MwSt.) fest. Die Rekurrentin erachtete 
den festgesetzten Gebäudeversicherungswert als zu hoch.  

(H.  Nrn.  1-20) 

seien  die 

in  X 

Aus den Erwägungen: 

3.  Die  Überbauung  H.  besteht  aus  sechs  Mehrfamilienhäusern  (H.  1-4,  9 
und  15)  und  vierzehn  Reiheneinfamilienhäusern.  Streitgegenstand  sind  die 
Anschlussgebühren für die Mehrfamilienhäuser H. 1-4. 

4. Bereits mit Beschluss vom 29. November 2011 stellte der Gemeinderat 
unter Verweis auf die einschlägigen kommunalen Bestimmungen fest, dass der 
Netzkostenbeitrag  des  Elektrizitätswerks  und  die  Kanalisationsanschluss-
gebühren  auf  Grund  der  Gebäudeversicherungswerte  berechnet  werden.  Der 
dagegen  von  der  Rekurrentin  beim  Bezirksrat  Y  erhobene  Rekurs  wurde  mit 
Beschluss  vom  12.  Februar  2013  gutgeheissen  und  die  Sache  wurde  zur 
Neubeurteilung an die Gemeinde X zurückgewiesen. Der Bezirksrat erwog, die 
Rekurrentin  sei  im  Zeitpunkt  der  Schätzung  der  Gebäudeversicherung  nicht 
mehr  Grundeigentümerin  und  Versicherungsnehmerin  gewesen.  Es  wäre 
willkürlich,  die  Gebühr  auf  einen  Gebäudeversicherungswert  abzustützen,  der 
ohne  Einsprachemöglichkeit  der  Gebührenpflichtigen  festgelegt  worden  sei. 
Deshalb  müsse  es  ihr  möglich  sein,  den  Gebäudeversicherungswert  als 
Bemessungsgrundlage  der  Gebühren  zu  bestreiten.  Aus  dem  Anspruch  auf 
rechtliches Gehör folge, dass die Rekurrentin Gelegenheit erhalten müsse, sich 
zur  Berechnung  der  Bemessungsgrundlage  und  somit  zum  Gebäude-
versicherungswert zu äussern.  

5.  Gemäss  den  Erwägungen  im  vorliegend  angefochtenen  Entscheid 
wurde  der  Rekurrentin  die  erforderliche  Einsicht  in  die  Schätzungsprotokolle 
gewährt  und  hatte  die  Rekurrentin  dazu  Stellung  genommen.  Laut  der 
Rekurrentin  wurden  die  Schätzungen  der  Häuser  H.  9  und  15  auf  Einsprache 
hin  von  der  GVZ  erheblich  reduziert.  Der  Vergleich  mit  den  von  der 
Eigentümerschaft nicht angefochtenen Schätzungen der Häuser H. 1-4 ergebe, 
dass  deren  Baukosten  zu  hoch  veranschlagt  worden  seien.  Die  Gebühren-
festsetzung sei daher wie bei den Häusern H. 9 und 15 zu reduzieren. 

Die  Vorinstanz  erwog 

im  vorliegend  angefochtenen  Beschluss,  die 
behaupteten Baukosten würden nicht belegt bzw. die im Rekursverfahren 2011 
eingereichte  Zusammenstellung  erscheine  nicht  plausibel.  Gemäss  Erhebung 
der  GVZ  würden  sich  die  Neubaukosten  von  Gebäuden  dieser  Grösse  und 
Nutzung  im  Kanton  Zürich  zwischen  Fr.  697.--  und  Fr.  728.--,  im  Bezirk  Y  auf 
Fr.  646.--,  pro  Kubikmeter  belaufen.  Der  durchschnittliche  Kubikmeterpreis  für 
alle  sechs  Mehrfamilienhäuser  betrage  Fr.  638.--.  Die  Rekurrentin  habe  nicht 
bewiesen,  dass  sie  alle  sechs  Mehrfamilienhäuser  mit  Baukosten  von  nur  Fr. 

 
 
- 2-  

545.--/m3  erstellt  habe.  Sodann  würden  die  Gebäude  H.  9  und  15  Miet-
wohnungen mit durchschnittlichem Ausbaustandard enthalten, während die vier 
streitbetroffenen  Gebäude  Eigentumswohnungen  mit  speziellen  Grundrissen 
und  gehobenem  Ausbaustandard  aufweisen  würden.  Es  bestehe  somit  keine 
Veranlassung,  für  die  Festsetzung  der  Anschlussgebühren  auf  einen  anderen 
als den Gebäudeversicherungswert abzustellen. 

6.1 Die Rekurrentin bringt vor, die tatsächlichen Baukosten würden darauf 
hinweisen,  dass  die  Festsetzung  des  Gebäudeversicherungswertes  zu  hoch 
gewesen sei. Dies habe dazu geführt, dass die GVZ die Einsprachen betreffend 
die  Gebäude  H.  9  und  15  gutgeheissen  und  deren  Versicherungswert  von  Fr. 
3'200'000.--  auf  Fr.  2'830'000.--  korrigiert  habe.  Die  Baukostenabrechnung 
deute  darauf  hin,  dass  die  ortsüblichen  Baukosten  deutlich  unter  Fr.  646.--/m3 
liegen  würden.  Gemäss  Aufstellung  im  angefochtenen  Beschluss  sei  bei  den 
Gebäuden H. 9 und 15 von Baukosten von Fr. 545.--/m3 und bei den Gebäuden 
H. 1-4 von Baukosten von Fr. 678.--/m3 bis Fr. 700.--/m3 ausgegangen worden. 
Die  Differenz  lasse  sich  nicht  mit  einem  unterschiedlichen  Ausbaustandard 
begründen.  Die  Wohnungen  in  den  Gebäuden  H.  9  und  15  würden  von  den 
Eigentümern  nicht  selbst  bewohnt  sondern  vermietet,  sie  seien  aber  ebenfalls 
zu  Stockwerkeigentum  aufgeteilt  und  hätten  keinen  tieferen  Ausbaustandard. 
Selbst  ein  gewisser  Unterschied  im  Ausbaustandard  würde  die  Differenz  nicht 
rechtfertigen.  Es  sei  bei  den  Gebäuden  H.  1-4  von  Baukosten  von  höchstens 
Fr. 600.--/m3 auszugehen. 

6.2 Die Vorinstanz führt über die Erwägungen im angefochtenen Beschluss 
hinaus aus, gemäss Auskunft der GVZ bewege sich der Versicherungswert der 
Gebäude  H.  9  und  15  an  der  unteren  Grenze  des  Tolerierbaren.  Das 
Schätzungsergebnis der Gebäude H. 1-4 liege – so die Vorinstanz weiter – nur 
Fr. 32.-- bis Fr. 54.-- über dem regionalen Durchschnitt des Kubikmeterpreises. 
Es  überzeuge  nicht,  dass  die  Schätzwerte  der  Gebäude  H.  9  und  15,  welche 
mehr als Fr. 100.--/m3 unter dem Durchschnitt im Bezirk bzw. Fr. 152.-- bis Fr. 
183.-- unter dem kantonalen Durchschnitt liegen würden, nicht zu beanstanden 
im  schätzerischen 
seien.  Die  Schätzung  der  Gebäude  H.  1-4 
Ermessensbereich. 

liege 

6.3.1  Der  Gebäudeversicherungswert 

fester  Praxis 
stellt  nach 
insbesondere  dem  Äquivalenz-  und  dem 
grundsätzlich  eine  zulässige, 
Kostendeckungsprinzip  entsprechende  Grundlage  für  die  Bemessung  von 
Wasser-  und  Kanalisationsanschlussgebühren  dar  (vgl.  etwa  BGr,  15.  März 
2006, 2P.205/2005, E. 3.1; BGr, 5. März 2004, 2P.266/2003, E. 3.3). 

Die  Rekurrentin  ist  Gebührenschuldnerin,  aber  aufgrund  der  späteren 
Eigentümerwechsel  nicht  Versicherungsnehmerin  der  Gebäudeversicherung. 
Gebührenpflichtige,  die  eine  auf  dem  Gebäudeversicherungswert  beruhende 
Gebühr  zu  entrichten  haben,  nicht  aber  Versicherungsnehmende  sind,  sind 
nach der Praxis des Verwaltungsgerichts nicht zur Erhebung von Rechtsmitteln 
gegen  die  Gebäudeschätzung 
legitimiert.  Nicht  an  der  Änderung  der 
Versicherungssumme  als  solcher,  sondern  nur  an  einer  Änderung  der 
Bemessungsgrundlage 
für  die  Gebühr  haben  sie  ein  schützenswertes 
Interesse.  Wird  die  Parteistellung  der  Gebührenpflichtigen  im  Schätzungs-

 
 
- 3-  

in  einem  unveröffentlichten  Entscheid 

verfahren  verneint,  so  muss  ihnen  jedoch  im  Verfahren  betreffend  die 
Gebührenfestsetzung  nicht  nur  die  Rüge  zustehen,  dass  die  Versicherungs-
summe  nicht  als  Bemessungsgrundlage  herangezogen  werden  dürfe,  sondern 
auch  die  Rüge,  dass  die  Versicherungssumme,  soweit  sie  eine  zulässige 
Bemessungsgrundlage  darstellt,  unzutreffend  berechnet  wurde.  Wie  das 
Bundesgericht 
ist  der 
Schätzungsentscheid  für  Dritte,  die  sich  am  Schätzungsverfahren  nicht  als 
Partei beteiligen durften, nicht verbindlich. Es muss den Gebührenpflichtigen in 
einem  solchen  Fall  daher  unbenommen  sein,  den  der  Bemessung  der 
Anschlussgebühr zugrunde  gelegten Wert im  Verfahren  betreffend  die Gebühr 
in  Frage  zu  stellen.  Es  wäre  willkürlich,  die  Gebühr  auf  einen  Gebäude-
versicherungswert  abzustützen,  der  ohne  Beteiligung  der  Gebührenpflichtigen 
festgelegt  wurde  (VGr,  4.  Juni  2009,  VB.2009.00048,  E.  4.3.2,  mit  weiteren 
Hinweisen). 

festhielt, 

Im  Entscheid  vom  4.  Juni  2009  hat  das  Verwaltungsgericht  festgehalten, 
dass  die  Überprüfung  des  Gebäudeversicherungswerts  im  Gebührenverfahren 
nicht mit der Prüfung zusammenfalle, ob die Gebühr vor dem Äquivalenzprinzip 
Bestand habe. Vielmehr gehe der Anspruch auf eine korrekte Berechnung der 
Bemessungsgrundlage  nicht  im  Äquivalenzprinzip  auf.  Das  Kostendeckungs- 
und  das  Äquivalenzprinzip  bilden  zwar  unter  Umständen  einen  tauglichen 
Ersatz  für  eine  fehlende  formell gesetzliche  Normierung  der  Abgabenhöhe, 
nicht  aber  einen  Ersatz  für  eine  korrekte  Bestimmung  der  Bemessungs-
grundlagen einer Gebühr (VGr, 4. Juni 2009, VB.2009.00048, E. 4.3.3). 

Im  vorliegenden  Rekursverfahren  ist  somit  zu  untersuchen,  ob  die 

Versicherungswerte der Gebäude H. Nrn. 1-4 korrekt berechnet wurden. 

6.3.2  Die  Bestimmung  des  Gebäudeversicherungswerts  richtet  sich 
grundsätzlich  nach  §  34  des  Gesetzes  über  die  Gebäudeversicherung 
(GebVG),  wonach  die  Gebäude  in  der  Regel  zum  Neuwert  versichert  werden. 
Der Neuwert wird aufgrund der ortsüblichen Baupreise festgestellt. Neuwert ist 
der Kostenaufwand, der für die Erstellung eines Gebäudes gleicher Art, gleicher 
Grösse  und  gleichen  Ausbaues  am  Tag  der  Schätzung  erforderlich  ist  (§  25 
Abs.  1  und  2  GebVG).  Versichert  werden  die  Gebäudekosten  (BKP  2)  ohne 
Erd- und Aushubarbeiten, bestimmte Betriebseinrichtungen (BKP 3, namentlich 
Heizungs-  und  Transportanlagen)  und  die  entsprechenden  Honorare,  alles 
inklusive  Mehrwertsteuer.  Bauabrechnungen  ist  mit  der  nötigen  Vorsicht  zu 
begegnen.  Ausserordentlich  günstige  Vergabepreise,  nicht  übliche  Ver-
günstigungen,  Verzerrungen  aufgrund  einer  angespannten  Marktlage,  aber 
auch überhöhte Preise, müssen korrigiert werden. Zur Ermittlung der Baukosten 
werden  der  Rauminhalt  (Volumen  in  m3)  und  die  Erfahrungspreise  pro 
(Fr./m3)  herangezogen.  Der  Kubikmeterpreis  hat  der 
Raumeinheit 
Baukonstruktion, der Nutzungsdichte, dem Ausbaustandard und der Messweise 
Rechnung  zu  tragen.  Er  muss  die  Wiederherstellung  des  Gebäudes  zu 
ortsüblichen  Preisen  als  Einzelobjekt  sicherstellen.  Bei  Gesamtüberbauungen 
wird  ein  Einzelobjektzuschlag  eingerechnet.  Damit  werden  die  Mehrkosten 
fragliche  Objekt  nicht 
berücksichtigt,  die  entstanden  wären,  wenn  das 
(kostengünstiger) 
im  Rahmen  einer  Gesamtüberbauung,  sondern  als 
Einzelobjekt erstellt worden wäre. Aufgrund dieses Zuschlags ist das Gebäude 

 
 
- 4-  

oder 

gesamte  Überbauung 

voll  versichert,  auch  wenn  im  Schadensfall  nur  ein  einzelnes  Objekt  und  nicht 
die 
zerstört  wird.  Der 
beschädigt 
Einzelobjektzuschlag  wird  bei  der  erstmaligen  Schätzung  eines  Neubaus 
separat  ausgewiesen  und  bei  einer  späteren  Schätzung,  frühestens  nach  5 
Jahren,  in  den  Kubikmeterpreis  eingerechnet.  Technische  Ausrüstungen,  wie 
Heizanlagen,  Lüftungs-,  Klima-  und  Kälteanlagen  oder  Transportanlagen 
(Aufzüge),  werden  als  separate  Schätzungspositionen  aufgeführt  und  sind  im 
Kubikmeterpreis  nicht  enthalten.  Dies  gilt  unter  gewissen  Voraussetzungen 
auch 
für  solche  von 
Stockwerkeigentümern (vgl. zum Ganzen GVZ, Handbuch Schätzung, Kap. 4.3, 
4.4.2, 7.1, 7.3, 7.4). 

für  besondere  Ein-  bzw.  Ausbauten,  namentlich 

6.3.3 

Der 

beanstandeten 

Anschlussgebühr 

liegen 

folgende 

Gebäudeversicherungswerte zugrunde: 

H. 

Nr. 1 

Nr. 2 

Nr. 3 

Nr. 4 

Nr. 9 

Nr. 15 

Assek.-Nr. 

5 

4 

7 

6 

8 

9 

Volumen m3  

5385 

5385 

5385 

5385 

5196 

5196 

Versicherungswert 
-Wohnhaus 
-Heizanlage 
-Transportanlage 
-Einzelobj.-zuschlag 

3'457'200 
261'800 
53'000 
1) 

3'516'400 
79'600 
53'000 
1) 

3'537'900 
82'100 
53'000 
1) 

3'505'600 
90'400 
53'000 
1) 

2'546'000 
99'000 
50'000 
135'000 

2'546'000 
99'000 
50'000 
135'000 

Versicherungssumme 

3'772'000 

3'649'000 

3'673'000 

3'649000 

2'830'000 

2'830'000 

m3-Preis (ohne Heiz-
/Transportanlage) 

651 

653 

657 

651 

516 

516 

1)  Bei  der  Erstschätzung  vom  16.  März  2010  Fr.  65'000.--;  in  der  aktuellen  Schätzung  vom  11. 

Februar 2015 (Überprüfung) im Versicherungswert des Wohnhauses enthalten. 

Die  Kritik  der  Rekurrentin  richtet  sich  einzig  gegen  den  Kubikmeterpreis 
der Gebäude H. Nr. 1-4. Dieser sei zu hoch angesetzt, was sich insbesondere 
aus  den  effektiven  Baukosten  ergebe.  Für  die  Gebäude  H.  9  und  15  sei  der 
ursprünglich  ebenfalls  zu  hoch  geschätzte  Versicherungswert  aufgrund  einer 
Einsprache entsprechend reduziert worden. 

6.3.4 In seiner Stellungnahme vom 1. Juli 2011 zur Einsprache gegen die 
Gebäudeschätzung  der  Liegenschaften  H.  9  und  15  führte  der  Schätzer  der 
GVZ  aus,  gemäss  der  Bauabrechnung  sei  mit  wesentlich 
tieferen 
Erstellungskosten  abgerechnet  worden.  Weiter  habe  er  festgestellt,  dass  der 
Honoraranteil in der Bauabrechnung wesentlich zu tief sei. Seit Vergabe ca. im 
Jahr  2008  und  der  Schätzung  im  Jahr  2010  sei  gemäss  Index  eine  Teuerung 
von  5,67  Prozent  aufzurechnen.  Ebenso  sei  ein  Einzelobjektzuschlag  von 
mindestens  5  Prozent  zu  berücksichtigen.  Unter  Berücksichtigung  dieser 
Tatsachen  und  vergleichbarer  Bauten  sei  der  Versicherungswert  nach  unten 
anzupassen.  Zu  erwähnen  bleibe,  dass  sämtliche  Versicherungssummen 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(ausser  der  UN-Garage)  aus  jener  Überbauung  zu  hoch  geschätzt  worden 
seien. 

Die  revidierte  Schätzung  ergab  für  die  Liegenschaften  H.  9  und  15  einen 
Kubikmeterpreis von Fr. 490.-- (vorher Fr. 574.--/m3; nur Wohnhaus, ohne Heiz-
/Transportanlagen, ohne Einzelobjektzuschlag). 

6.3.5 Entgegen der Darstellung der Rekurrentin ist der Ausbaustandard der 
Gebäude  in  erheblichem  Mass  unterschiedlich.  Dies  geht  aus  den  Beiblättern 
und Handnotizen zu den Schätzungsunterlagen der Gebäude H. 1-4 hervor und 
betrifft  z.B.  hochwertigere  Küchenausstattungen,  Bodenbeläge  und  Balkon-
verglasungen.  Dementsprechend  werden  in  der  Baukostenzusammenstellung 
der Bauherrschaft bei den Gebäuden H. 1-4 «MK Käufer» (Mehrkosten Käufer) 
im  Gesamtbetrag  von  Fr.  1'141'000.--  ausgewiesen,  während  bei  den 
Gebäuden  H.  9  und  15  mit  dem  Vermerk  «Standardausführung»  keine 
Mehrkosten  aufgeführt  sind.  Umgerechnet  auf  das  Gesamtvolumen  der 
Gebäude  H.  1-4  betragen  die  Mehrkosten  Käufer  Fr.  53.--/m3.  Auf  Basis  des 
reduzierten Kubikmeterpreises von Fr. 490.-- zuzüglich der Mehrkosten Käufer 
von  Fr. 53.--/m3  und  zuzüglich  eines  Einzelobjektzuschlags  von  5  Prozent 
ergeben sich für die Gebäude H. 1-4 Baukosten von rund Fr. 570.--/m3 bzw. ein 
Wert 
je  ca. 
Fr. 3'070'000.--  (5385  m3  x  Fr.  543.--  +  5  Prozent).  Den  Wert  der  Heiz-  und 
Transportanlagen mit eingerechnet ergeben sich Versicherungssummen von Fr. 
3'384'800.--,  Fr. 3'202'600.--,  Fr.  3'205'100.--  bzw.  Fr.  3'213'400.--,  was 
gesamthaft  in  etwa  der  Schätzung  der  Rekurrentin  entspricht.  Die  rechts-
kräftigen  Gebäudeversicherungswerte  sind  gegenüber  dieser  –  wohlgemerkt 
überschlagsmässigen – Berechnung ca. 10-12 Prozent höher.  

(ohne  Heiz-/Transportanlagen)  von 

für  die  Wohnhäuser 

lässt 

Daraus 

sich  aber  nicht  ableiten,  dass  die  Gebäude-
versicherungswerte  in  wesentlichem  Ausmass  zu  hoch  geschätzt  wurden. 
Erstens  sind  Schätzwerte  naturgemäss  keine  exakten  Werte,  zumal  praxis-
gemäss  eine  schematische  Berechnungsmethode  aufgrund  von  Kubikmeter-
preisen  für  vergleichbare  Objekte  zur  Anwendung  gelangt.  Sodann  ist  eine 
vorsichtige  Schätzung  angezeigt,  um  im  Schadensfall  eine  Unterdeckung  zu 
vermeiden.  Dementsprechend  auferlegt  sich  das  Baurekursgericht 
in 
eigentlichen Schätzungsfragen Zurückhaltung. Es greift nur dann ein, wenn das 
Ergebnis  einer  Gebäudeschätzung  ausserhalb  eines  gewissen,  der  Gebäude-
versicherung  zuzugestehenden  Toleranzbereiches 
ist  zu 
berücksichtigen,  dass  der  Gebäudeversicherungswert  zur  Ermittlung  der 
Anschlussgebühren  eine  bloss  schematische  Bemessungsgrundlage  darstellt 
und es sich um einen verhältnismässig groben Massstab handelt.  

liegt.  Weiter 

Zweitens  erscheint  die  Schätzung  der  Gebäude  H.  9  und  15  als 
ausserordentlich  tief  und  ist  es  ohne  weiteres  nachvollziehbar,  dass  sich  jene 
Versicherungswerte,  wie  die  Vorinstanz  ausführt,  nach  Auskunft  der  GVZ  an 
der  unteren  Grenze  des  Tolerierbaren  befinden  sollen.  Dies  zeigt  auch  ein 
Vergleich  des  Kubikmeterpreises  gemäss  des  Zürcher  Indexes  für  Wohnbau-
Indexhaus 
preise.  Dieser  betrug 
(Mehrfamilienhaus  in  Zürich-Schwamendingen)  Fr.  727.--/m3  (Volumen  nach 
SIA 416, BKP 2, inkl. MwSt; s. Statistisches Jahrbuch der Stadt Zürich 2016, S. 

für  das  sogenannte 

im  April  2015 

 
 
- 6-  

144, www.stadt-zuerich.ch). In der Literatur findet sich sodann für Mehrfamilien-
häuser  mit  Mietwohnungen  ein  Kubikmeterpreis  von  Fr.  600-700.--/m3  und  für 
solche  mit  Eigentumswohnungen  Fr.  750-850.--/m3  (Preisbasis  2009,  Kubatur 
gemäss  SIA-Norm  416;  s.  Kaspar  Fierz,  Immobilienökonomie  und  Bewertung 
von  Liegenschaften,  2011,  Anhang  III,  S.  734).  Diese  Werte  sind  zwar  nicht 
direkt  mit  dem  Gebäudeversicherungswert  vergleichbar,  sie  deuten  aber 
ebenfalls  darauf  hin,  dass  die  Gebäude  H.  9  und  15  sehr  tief  eingeschätzt 
wurden.  Gemäss  Aufstellung  der  GVZ)  beträgt  der  durchschnittliche 
Kubikmeterpreis  im  Bezirk  Y  Fr.  646.--.  Dies  wird  von  der  Rekurrentin  ohne 
weitere  Begründung  unter  Verweis  auf  die  Baukostenabrechnung  als  «klares 
Indiz  für  deutlich  tiefere  ortsübliche  Kosten»  bestritten.  Die  Baukosten-
abrechnung  der  Überbauung  H.  allein  lässt  indes  nicht  auf  die  ortsüblichen 
Baupreise  schliessen.  Nach  dem  Gesagten  sind  eher  die  geringen  Ver-
sicherungswerte der beiden Gebäude H. 9 und 15 in Frage zu stellen und nicht 
diejenigen  der  Gebäude  H.  1-4.  Der  Argumentation  der  Rekurrentin,  wonach 
aus  diesem  sehr  tiefen  Versicherungswert  auf  eine  erheblich  zu  hohe 
Schätzung der Gebäude H. 1-4 zu schliessen sei, kann demnach nicht gefolgt 
werden. 

Die beanstandeten Gebäudeversicherungswerte erweisen sich somit nicht 
als fehlerhaft. Soweit ersichtlich wurden sie methodisch und rechnerisch korrekt 
ermittelt  und  die  zugrunde  gelegten  Erfahrungswerte  bezüglich  der  Baupreise 
sowie  die  resultierenden  Gebäudeversicherungswerte  sind  plausibel.  Die 
Bemessungsgrundlage  der  Gebühr  für  den  Kanalisationsanschluss  ist  somit 
nicht zu beanstanden.