# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef39c214-26cc-5bd5-9f19-285dd4d33312
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2015 A-6900/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6900-2014_2015-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-6900/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, 

Richter Michael Beusch, 

Gerichtsschreiber Beat König. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD),  

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Erlass Einfuhrsteuer. 

 

 

 

A-6900/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Im Auftrag der B._______ AG (Importeurin) meldete die C._______ AG für 

die A._______ AG (Spediteurin) am 4. Juni 2013 und am 19. September 

2013 bei der Zollstelle D._______ je eine Sendung Textilien zur Einfuhr an. 

B.  

Mit Veranlagungsverfügung Nr. […] vom 5. Juni 2013 (Einfuhr vom 4. Juni 

2013) bzw. Nr. […] vom 19. September 2013 (Einfuhr vom 19. September 

2013) erhob die ESTV einen Mehrwertsteuerbetrag (Einfuhrsteuer) von 

Fr. 2'634.15 bzw. Fr. 1'965.25. Der Gesamtbetrag von Fr. 4'599.40 wurde 

dem Zollkonto Nr. […] der A._______ AG belastet. 

C.  

Mit Eingabe vom 4. April 2014 ersuchte die A._______ AG die Oberzolldi-

rektion (OZD) um Erlass der fraglichen Einfuhrsteuer. Als Begründung 

führte sie an, dass sie die betreffende Steuer bisher nicht der Importeurin 

habe weiterbelasten können, und dass sie gegen diese die Betreibung ein-

geleitet habe. 

D.  

Am 28. Mai 2014 wurde über die Importeurin der Konkurs eröffnet. Am 

2. September 2014 wurde das Verfahren mangels Aktiven eingestellt. 

E.  

Mit Entscheid vom 28. Oktober 2014 erliess die OZD (nachfolgend auch: 

Vorinstanz) die auf der Einfuhr vom 4. Juni 2013 entrichtete Steuer von 

Fr. 2'634.15 zu 47.871% (Dispositiv-Ziff. 2 des Entscheids) und diejenige 

auf der Einfuhr vom 19. September 2013 (Fr. 1'965.25) zu zwei Dritteln, 

d.h. im Umfang von Fr. 1'310.15 (Dispositiv-Ziff. 3 des Entscheids). Dem-

entsprechend wurde der Spediteurin der Betrag von Fr. 2'571.15 gutge-

schrieben. 

Den nur teilweisen Erlass gemäss Dispositiv-Ziff. 3 des Entscheids vom 

28. Oktober 2014 begründete die OZD damit, dass die A._______ AG bei 

der Beurteilung der Kreditwürdigkeit ihrer Auftraggeberin (bzw. der Impor-

teurin) nicht mit der nötigen Sorgfalt vorgegangen sei. Indem die Spediteu-

rin bei der Einfuhr vom 19. September 2013 darauf verzichtet habe, sich 

mit der Einforderung eines Kostenvorschusses oder auf andere Weise ge-

gen die Möglichkeit eines Verlustes finanziell abzusichern, sei sie in eige-

ner Verantwortung ein unternehmerisches Risiko eingegangen. Es könne 

A-6900/2014 

Seite 3 

nicht Sinn und Zweck eines Erlasses der Einfuhrsteuer sein, die mit der 

Zollanmeldung beauftragte Spediteurin vor absehbaren Konsequenzen 

von eingegangenen Geschäftsrisiken sowie falschen Beurteilungen der 

Kreditwürdigkeit ihrer Auftraggeberinnen zu schützen.   

F.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Spediteurin (nachfolgend: Beschwer-

deführerin) mit Eingabe vom 26. November 2014 "Einsprache" (recte: Be-

schwerde) beim Bundesverwaltungsgericht. Darin erklärt sie sich mit dem 

bloss teilweisen Erlass gemäss Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Ent-

scheids nicht einverstanden und beantragt sinngemäss, es sei ihr unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz bezüglich der 

Einfuhrsteuer im Zusammenhang mit der Einfuhr vom 19. September 2013 

ein vollumfänglicher Erlass zu gewähren. 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 12. Januar 2015 beantragt die Vorinstanz die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Mit unaufgefordert eingereichter Stellungnahme vom 16. Februar 2015 hält 

die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest.   

I.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Angefochten ist ein Entscheid der OZD und damit eine Verfügung nach 

Art. 5 VwVG. Das Bundesverwaltungsgericht ist die zuständige Beschwer-

deinstanz (Art. 31, Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d VGG). Das Verfah-

ren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). Auf die im Übrigen mit der notwendigen Beschwerdeberech-

tigung (Art. 48 Abs. 1 VwVG) sowie frist- und formgerecht (Art. 50 und 52 

VwVG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

A-6900/2014 

Seite 4 

2.1 Gemäss Art. 50 des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 

(MWSTG; SR 641.20) gilt für die Steuer auf der Einfuhr von Gegenständen 

die Zollgesetzgebung, soweit die einschlägigen Bestimmungen unter dem 

5. Titel des MWSTG (d.h. Art. 51–64 MWSTG) nichts anderes anordnen. 

Einfuhrsteuerpflichtig ist, wer nach Art. 70 Abs. 2 und 3 des Zollgesetzes 

vom 18. März 2005 (ZG; SR 631.0) Zollschuldner oder Zollschuldnerin ist 

(Art. 51 Abs. 1 MWSTG). Dazu gehören vorab Personen, welche die Waren 

über die Zollgrenze bringen oder bringen lassen (Art. 70 Abs. 2 Bst. a ZG), 

also die eigentlichen Warenführenden, aber auch diejenigen, welche als 

Auftraggeber rechtlich oder tatsächlich den Warentransport veranlassen 

(vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-823/2014 vom 21. Oktober 2014 

E. 2.2). Im Weiteren gehören dazu insbesondere die Personen, die zur 

Zollanmeldung verpflichtet oder damit beauftragt sind (Art. 70 Abs. 2 Bst. b 

ZG) sowie diejenigen, auf deren Rechnung die Waren ein- oder ausgeführt 

werden (Art. 70 Abs. 2 Bst. c ZG; vgl. zu einem weiteren Kreis anmelde-

pflichtiger Personen ferner Art. 70 Abs. 2 Bst. d ZG). Die Zollschuldnerin-

nen und Zollschuldner haften für die Zollschuld solidarisch. Der Rückgriff 

unter ihnen richtet sich nach dem Obligationenrecht (Art. 70 Abs. 3 ZG). 

Die Solidarhaftung nach Art. 70 Abs. 3 ZG ist für Personen, die gewerbs-

mässig Zollanmeldungen ausstellen (Art. 109 ZG), aufgehoben, wenn der 

Importeur zum Vorsteuerabzug (Art. 28 MWSTG) berechtigt ist, er die Ein-

fuhrsteuerschuld über das Konto des zentralisierten Abrechnungsverfah-

rens der Eidgenössischen Zollverwaltung (ZAZ) belastet erhält und er der 

Person, die gewerbsmässig Zollanmeldungen ausstellt, einen Auftrag zur 

direkten Stellvertretung erteilt hat (Art. 51 Abs. 2 MWSTG). 

2.2 Die Einfuhrsteuer kann gestützt auf Art. 64 MWSTG – abgesehen von 

den hier offensichtlich nicht zutreffenden Fällen von Abs. 1 Bst. a, b und c 

dieser Bestimmung – ganz oder teilweise erlassen werden, wenn die mit 

der Zollanmeldung beauftragte Person (z.B. der Spediteur) die Steuer we-

gen Zahlungsunfähigkeit des Importeurs nicht weiterbelasten kann und der 

Importeur im Zeitpunkt der Annahme der Zollanmeldung im Inland als steu-

erpflichtige Person eingetragen war; von der Zahlungsunfähigkeit des Im-

porteurs ist auszugehen, wenn die Forderung der beauftragten Person 

ernsthaft gefährdet erscheint (vgl. Abs. 1 Bst. d der Bestimmung). 

2.3 Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG stimmt inhaltlich im Wesentlichen mit Art. 

84 Abs. 1 Bst. d des früheren Bundesgesetzes vom 2. September 1999 

über die Mehrwertsteuer (aMWSTG; AS 2000 1300) und Art. 76 Abs. 1 Bst. 

d der früheren Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer 

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Seite 5 

(aMWSTV; AS 1994 1464) überein. Die zu letzteren beiden Erlassvorschrif-

ten ergangene Rechtsprechung kann deshalb sinngemäss auf Art. 64 Abs. 

1 Bst. d MWSTG übertragen werden. Daraus ergibt sich was folgt: 

2.3.1 Sinn und Zweck von Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG ist eine gewisse 

Milderung des mit der Bezahlung der Einfuhrsteuer im Auftrag eines Impor-

teurs verbundenen unternehmerischen Risikos. Dabei ist jedoch auf eine 

möglichst rechtsgleiche Behandlung der betroffenen Spediteure zu achten, 

damit nicht jener, der bei der Auswahl der Aufträge sowie beim Inkasso 

Vorsicht walten lässt (z.B. indem er auf die Annahme eines Auftrags allen-

falls verzichtet oder Vorauszahlung bzw. Barzahlung verlangt), gegenüber 

jenen Mitbewerbern benachteiligt wird, die darauf vertrauten, dass sie die 

nicht weiterbelastbaren Steuern auf dem Weg des Erlasses wieder geltend 

machen könnten (vgl. zum früheren Recht [und jeweils ohne Hinweis auf 

die bei der Auswahl der Aufträge gebotene Vorsicht] Urteil des BVGer 

A-3705/2007 vom 29. September 2009 E. 3.2.1 und 3.3; Entscheid der Eid-

genössischen Zollrekurskommission [ZRK] vom 7. Juni 2002, veröffentlicht 

in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.24, E. 2a Abs. 1. 

Siehe zu Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG auch REGINE SCHLUCKEBIER, in: 

Martin Zweifel et al. [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2015 [nachfolgend: Kom-

mentar MWSTG 2015], Art. 64 N. 17; dies., in: Felix Geiger/Regine 

Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, 2012 [nachfolgend: MWSTG 

Kommentar], Art. 64 N. 17; vgl. ferner MICHAEL BEUSCH, Der Untergang der 

Steuerforderung, 2012, S. 220 f., mit Hinweisen). 

2.3.2  Die Einfuhrsteuer ist somit nach Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG nicht 

unbesehen vollumfänglich zu erlassen, sondern kann ganz oder teilweise 

erlassen werden, wenn ein entsprechender Sachverhalt vorliegt. Die OZD 

als für Entscheidungen über den Steuererlass zuständige Instanz (Art. 64 

Abs. 2 MWSTG) hat den Erlassentscheid nach pflichtgemässem Ermessen 

vorzunehmen. Dabei hat sie sich insbesondere an das Rechtsgleichheits-

gebot (vgl. Art. 8 BV), an das Verhältnismässigkeitsprinzip sowie an die 

Pflicht zur Wahrung der öffentlichen Interessen (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) zu 

halten (vgl. zum früheren Recht Urteil des BVGer A-3705/2007 vom 29. 

September 2009 E. 3.2.2 und 3.3; Entscheid der ZRK vom 7. Juni 2002, 

veröffentlicht in: VPB 67.24, E. 2a Abs. 2).  

2.3.3 Sind alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, besteht trotz der For-

mulierung als "Kann"-Vorschrift in Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG ein An-

spruch auf Gewährung des Erlasses (vgl. zum früheren Recht Urteile des 

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BVGer A-1714/2006 vom 11. August 2008 E. 2.2, A-5004/2007 vom 11. 

September 2007 E. 2.2; ebenso zum MWSTG SCHLUCKEBIER, Kommentar 

MWSTG 2015, Art. 64 N. 7).  

2.4 Nach ihrer Praxis erlässt die OZD die wegen Zahlungsunfähigkeit des 

Importeurs nicht weiter belastbare Einfuhrsteuer nur zu zwei Dritteln, wenn 

die mit dieser Steuer belasteten Gegenstände mehr als zwei Monate (sech-

zig Tage) nach Festsetzung der erstmals nicht weiter belastbaren Einfuhr-

steuer (Datum des Zoll-/MWST-Ausweises) zur Verzollung angemeldet 

worden sind. Diese ständige Verwaltungspraxis gelte selbst dann, wenn 

die mit der Verzollung Beauftragte eine Zahlfrist von einem Monat festge-

legt oder die Einfuhrsteuer erst einen Monat nach der Festsetzung oder 

sogar später in Rechnung gestellt habe. Denn auch damit gehe diese ein 

unternehmerisches Risiko ein. Nach Auffassung der OZD gewährleistet sie 

so im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens die Gleichbehandlung der 

Gesuchstellenden unter angemessener Berücksichtigung der unterschied-

lichen Interessen des Fiskus und der mit der Verzollung Beauftragten (vgl. 

Urteil des BVGer A-3705/2007 vom 29. September 2009 E. 3.4; s. dazu 

auch SCHLUCKEBIER, Kommentar MWSTG 2015, Art. 64 N. 23; dies., 

MWSTG Kommentar, Art. 64 N. 23).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die erwähnte, langjährige Praxis der 

OZD in seiner Rechtsprechung zum aMWSTG aufgegriffen und seinerzeit 

nicht beanstandet (vgl. Urteil des BVGer A-3705/2007 vom 29. September 

2009 E. 3.4 und 4).  

3.  

Im vorliegenden Fall ist unter den Parteien unbestritten, dass die Be-

schwerdeführerin die infolge der Einfuhr vom 19. September 2013 entrich-

tete Einfuhrsteuer von Fr. 1'965.25 wegen konkursbedingter Zahlungsun-

fähigkeit der (damals) im Register der ESTV eingetragenen Importeurin 

nicht weiter belasten konnte. Nicht in Abrede gestellt wird ferner, dass 

die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 2 MWSTG für eine Aufhebung der 

(nach Art. 70 Abs. 3 ZG bestehenden) Solidarhaftung bei der Beschwerde-

führerin nicht erfüllt sind. 

Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid zu Recht im Umfang von einem Drittel (Fr. 655.10) den Erlass 

der Einfuhrsteuer auf der erwähnten Einfuhr vom 19. September 2013 ver-

weigert hat. 

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Seite 7 

3.1  

3.1.1 Die Vorinstanz stellt den Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt dar:  

Die erstmals nicht weiter belastbare Einfuhrsteuer sei mittels der Veranla-

gungsverfügung Nr. […] am 5. Juni 2013 festgesetzt worden. Dabei habe 

die Beschwerdeführerin der Importeurin diese Steuer und die Kosten für 

ihre Dienstleistungen im Zusammenhang mit der entsprechenden Einfuhr 

am 20. Juni 2013 unter Ansetzung einer 15-tägigen Zahlungsfrist in Rech-

nung gestellt. Am 19. September 2013 habe die Beschwerdeführerin der 

Importeurin ein weiteres Mal die Einfuhrsteuer bevorschusst. Zu diesem 

Zeitpunkt sei die Einfuhrsteuer der ersten Einfuhr bereits 106 Tage zuvor 

festgesetzt gewesen und die mit der Rechnung vom 20. Juni 2013 ange-

setzte Zahlungsfrist ohne Zahlungseingang um 76 Tage überschritten wor-

den.  

3.1.2 Die Beschwerdeführerin behauptet in ihrer Stellungnahme vom 

16. Februar 2015, es seien vorliegend zwischen ihr und der Importeurin – 

trotz des Sitzes beider Gesellschaften in der Schweiz – Gepflogenheiten 

im internationalen Speditionsgewerbe mit südeuropäischen Geschäftspart-

nern zum Tragen gekommen, wonach wesentlich längere Zahlungsfristen 

als solche von 60 Tagen gelten.  

Dieser Behauptung ist nicht zu folgen. Denn sie steht im Widerspruch zur 

aktenkundigen Rechnung der Beschwerdeführerin an die Importeurin vom 

20. Juni 2013, welche – wie die Vorinstanz richtig festhält –  eine Zahlungs-

frist von 15 Tagen ausweist (vgl. Akten Vorinstanz, act. 2.6; Vernehmlas-

sung, S. 4).  

Die hiervor (E. 3.1.1) wiedergegebene Sachverhaltsdarstellung der Vo-

rinstanz wird im Übrigen nicht bestritten. Auch deckt sich diese Darstellung 

mit dem sich aus den Akten ergebenden Bild, weshalb sie der folgenden 

Beurteilung zugrunde zu legen ist.   

3.2 Ausgehend vom hiervor (E. 3.1.1) genannten Sachverhalt begründet 

die Vorinstanz die streitige Beschränkung des Erlasses auf zwei Drittel der 

Einfuhrsteuer von Fr. 1'965.25 mit ihrer vorn (E. 2.4) erwähnten Verwal-

tungspraxis. Sie erklärt, die Beschwerdeführerin habe der Importeurin am 

19. September 2013 einen zweiten Vorschuss der Einfuhrsteuer gewährt, 

obschon zu diesem Zeitpunkt die Einfuhrsteuer betreffend die erste Einfuhr 

schon 106 Tage zuvor festgesetzt worden und die von der Beschwerdefüh-

rerin diesbezüglich der Importeurin angesetzte Zahlungsfrist ergebnislos 

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Seite 8 

um 76 Tage überschritten worden sei. Indem die Beschwerdeführerin die-

sen zweiten Vorschuss gewährt habe, statt einen Verlust mittels Einforde-

rung eines Kostenvorschusses, Aushändigung der eingeführten Gegen-

stände gegen Barzahlung oder auf andere Weise auszuschliessen, sei sie 

ein von ihr alleine zu tragendes Geschäftsrisiko eingegangen. Folglich sei 

in Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis die für die zweite Einfuhr 

vom 19. September 2013 erhobene Einfuhrsteuer nur zu zwei Dritteln zu 

erlassen. 

3.3 Die Beschwerdeführerin macht gegen die Kürzung des Erlasses der 

Einfuhrsteuer verschiedene Einwände geltend:  

3.3.1 Insbesondere führt die Beschwerdeführerin aus, sie habe die Impor-

teurin wie "auch andere Kunden" mit Unterstützung ihres Inkassobüros lau-

fend auf ihre Bonität hin überprüft (Stellungnahme vom 16. Februar 2015, 

S. 2). 

Sollte die Beschwerdeführerin mit dieser Darstellung geltend machen wol-

len, sie habe eine hinreichende Überprüfung der Zahlungsfähigkeit der Im-

porteurin vor der zweiten Bevorschussung am 19. September 2013 durch-

geführt, stösst sie ins Leere, falls es darauf überhaupt ankäme. Denn die 

behauptete Bonitätsprüfung ist weder im Fall der Importeurin noch hinsicht-

lich anderer Kunden der Beschwerdeführerin substantiiert geltend gemacht 

oder aktenkundig. Dies gilt umso mehr, als die Darstellung in der Be-

schwerde eher vermuten lässt, dass das für die Beschwerdeführerin tätige 

Inkassobüro erst nach dem 19. September 2013 erstmals mit der Impor-

teurin befasst war. Denn in der Beschwerde wird ausgeführt, dass am 

30. Januar 2014 das Inkassobüro eingeschaltet und mit der Einleitung 

rechtlicher Schritte gegen die Importeurin beauftragt worden sei (vgl. Be-

schwerde, S. 2).  

3.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, die Importeurin habe im 

Oktober 2013 durch Teilzahlungen den Willen bekundet, die Ausstände zu 

begleichen. Zum Beweis legt sie einen Debitoren-Kontoauszug vor, nach 

welchem anscheinend zur Begleichung der Rechnung an die Importeurin 

vom 20. Juni 2013 am 15. Oktober, 3. Dezember und 8. Dezember 2013 

Zahlungen geleistet wurden.  

Aus diesem Vorbringen und dem eingereichten Kontoauszug vermag die 

Beschwerdeführerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn 

wie die OZD richtig ausführt, ist die Beschwerdeführerin bereits vor den 

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Seite 9 

erwähnten drei Teilzahlungen vom Oktober und Dezember 2013, nämlich 

durch die zweite Bevorschussung am 19. September 2013, ein rechtswe-

sentliches unternehmerisches Risiko eingegangen, und rechtfertigt diese 

Verhaltensweise praxisgemäss die vorgenommene Kürzung des Steuerer-

lasses um einen Drittel.  

3.3.3 Die Beschwerdeführerin erklärt ferner, sie habe regelmässig Telefon-

gespräche mit der Importeurin betreffend die ausstehende(n) Rech-

nung(en) geführt. Seitens der Importeurin bzw. durch ihren Vertreter seien 

dabei wiederholt Versprechen abgegeben worden, die nicht eingehalten 

worden seien.  

Diese Darstellung der Beschwerdeführerin ist schon deshalb nicht stich-

haltig, weil weder substantiiert dargetan noch den Akten zu entnehmen ist, 

dass Telefongespräche der erwähnten Art tatsächlich stattgefunden haben. 

Selbst wenn die Importeurin bzw. ihr Vertreter vor dem 19. September 2013 

mündlich die Zahlungsbereitschaft bekundet hätte, wäre im Übrigen frag-

lich, ob die Beschwerdeführerin unter den gegebenen Umständen in guten 

Treuen darauf hätte vertrauen und ohne weitergehende Absicherung einen 

weiteren Vorschuss hätte gewähren dürfen.  

3.3.4 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, sie habe "in der 

Folge" den Druck erhöht, um die Importeurin zu Zahlungen zu bewegen 

(Beschwerde, S. 2). In diesem Zusammenhang schildert sie ausführlich 

den Ablauf der Ereignisse ab dem 7. Januar 2014 bis zur Einstellung des 

Konkursverfahrens betreffend die Importeurin.  

Die Beschwerdeführerin verkennt auch insoweit, dass ihr Verhalten nach 

dem 19. September 2013 den Umstand nicht auszuräumen vermag, dass 

sie an diesem Tag mittels Gewährung eines weiteren Vorschusses an die 

Importeurin ein von ihr selbst zu verantwortendes unternehmerisches Ri-

siko in Kauf genommen hat und dies nach der Praxis eine Kürzung des 

Einfuhrsteuererlasses um einen Drittel rechtfertigt. 

3.3.5 Die Beschwerdeführerin behauptet ferner, sie habe im April 2014 an-

lässlich zweier Telefonate die Eidgenössische Zollverwaltung darüber in 

Kenntnis gesetzt und davor "gewarnt", dass der Geschäftsführer der Im-

porteurin, Herr E._______, diese in den Konkurs führen und ein neues Un-

ternehmen gründen wolle. Dabei habe die Beschwerdeführerin die Zollver-

waltung darum ersucht, "Verzollungen über eine andere Firma zu verhin-

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Seite 10 

dern und einem allfälligen neuen Unternehmen keine Mehrwertsteuernum-

mer zu erteilen" (Beschwerde, S. 2 f.). Die Warnung der Beschwerdefüh-

rerin sei indessen seitens der Zollverwaltung nicht ernst genommen wor-

den. Damit habe die Zollverwaltung ihre "Mitverantwortung gegenüber der 

Volkswirtschaft" nicht wahrgenommen. Die Beschwerdeführerin macht im 

Übrigen sinngemäss geltend, ihr könne auch deshalb keine ungenügende 

Prüfung der Bonität der Importeurin vorgeworfen werden, weil auch die 

Zollverwaltung verschiedentlich die erforderliche Bonitätsprüfung vernach-

lässige. Letzteres zeige sich daran, dass die OZD mit Unternehmen Ab-

zahlungsvereinbarungen treffe, um Debitorenverluste zu verhindern (vgl. 

Stellungnahme vom 16. Februar 2015, S. 2; Beschwerde, S. 3).  

Die Beschwerdeführerin hat – wie bereits mehrfach ausgeführt – bereits 

am 19. September 2013 einen Grund gesetzt, welcher praxisgemäss eine 

Kürzung des Erlasses der Einfuhrsteuer um einen Drittel rechtfertigt. Es ist 

nicht ersichtlich, weshalb die behauptete spätere "Warnung" der Zollver-

waltung für den Umfang des streitbetroffenen Erlasses von Belang sein 

sollte. Ob die Zollverwaltung verpflichtet ist, auf eine solche "Warnung" hin 

Massnahmen zu ergreifen, damit nicht andere Spediteure auf ähnliche 

Weise zu Schaden kommen, ist eine für den Ausgang des vorliegenden 

Verfahrens unerhebliche Frage. Zu Recht bildete diese Frage denn auch 

keinen Gegenstand des vorliegend angefochtenen Entscheids. 

Der Vorwurf, die Zollverwaltung habe in anderen Fällen eine rechtsgenü-

gende Bonitätsprüfung unterlassen, ist nicht hinreichend substantiiert und 

findet in den vorliegenden Akten keine Stütze. Dies gilt umso mehr, als sich 

die Zollverwaltung ihre (Abgabe-)Schuldner regelmässig nicht aussuchen 

kann und sich eine vor Entstehung der Abgabeschuldver-hältnisse durch-

zuführende Bonitätsprüfung damit erübrigt. Das Vorbringen, die Zollverwal-

tung habe die ihr obliegenden Bonitätsprüfungen vernachlässigt, ist somit 

unbegründet und spricht von vornherein nicht für einen vollumfänglichen 

Einfuhrsteuererlass im vorliegenden Fall.  

3.3.6 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, die in der Verwal-

tungspraxis der OZD aufgestellte zweimonatige Frist (vgl. dazu E. 2.4) 

stehe im Widerspruch zu den erwähnten Gepflogenheiten im internationa-

len Speditionsgewerbe, wonach Zahlungsfristen insbesondere bei Ge-

schäftsbeziehungen mit Unternehmen südeuropäischer Staaten wesent-

lich länger als 60 Tage dauern würden (Stellungnahme vom 16. Februar 

2015, S. 1 f.). 

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Seite 11 

Vorliegend hat die Beschwerdeführerin – was unbestritten ist – 106 Tage 

nach Festsetzung der erstmals nicht weiter belastbaren Einfuhrsteuer eine 

zweite Zollanmeldung unter erneuter, ohne Sicherheiten erfolgter Bevor-

schussung der Importeurin vorgenommen (vgl. E. 3.1). Die 60-Tagesfrist 

gemäss der Verwaltungspraxis war zu diesem Zeitpunkt wesentlich über-

schritten. Vor diesem Hintergrund besteht beim hier zu beurteilenden Fall 

kein Anlass zur Klärung der Frage, ob die von der OZD jeweils angewen-

dete Zweimonatsfrist zu kurz bemessen ist.  

Das Vorbringen, die 60-Tagefrist im Sinne der Praxis der OZD sei bei we-

sentlich längeren Zahlungsfristen unangemessen, entbehrt auch deshalb 

eines rechtserheblichen Bezuges zum vorliegend zu beurteilenden Fall, 

weil die Beschwerdeführerin der Importeurin mit der in Frage stehenden 

Rechnung vom 20. Juni 2013 eine Zahlungsfrist von lediglich 15 Tagen an-

gesetzt hat (vgl. vorn E. 3.1.2).  

Die Berufung auf die erwähnten, angeblich bestehenden internationalen 

Gepflogenheiten verfängt somit nicht.  

3.3.7 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich sinngemäss geltend, es 

gehe nicht an, dass die OZD mit unklaren Vorgaben betreffend die vorzu-

nehmende Prüfung der Kreditwürdigkeit von Vertragspartnern in die Privat-

autonomie eingreife und die mangelnde Bonitätsprüfung als "Straftat" qua-

lifiziere (Stellungnahme vom 16. Februar 2015, S. 2).  

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin sind die nach der Ver-

waltungspraxis der OZD geltenden Vorgaben an die Prüfung der Bonität 

des Schuldners bzw. Auftraggebers hinreichend klar. Denn danach ist je-

denfalls dann von einem vom Spediteur selbst zu verantwortenden unter-

nehmerischen Risiko auszugehen, wenn die mit der Einfuhrsteuer belaste-

ten Gegenstände mehr als zwei Monate nach der Festsetzung der zum 

ersten Mal nicht weiter belastbaren Steuer zur Verzollung angemeldet wer-

den und der Spediteur dabei keine Massnahmen ergreift, damit ihm die 

aufgrund der zweiten Einfuhr geschuldete Einfuhrsteuer nicht endgültig be-

lastet bleibt (vgl. E. 2.4). Für welche Massnahme sich der Spediteur im 

Einzelfall entscheidet – ob er etwa einen Kostenvorschuss verlangt oder 

die eingeführten Gegenstände nur gegen Barzahlung der Einfuhrsteuer 

aushändigt – ist mit Blick auf die Privatautonomie ihm überlassen.  

Nicht zutreffend ist im Übrigen die Behauptung der Beschwerdeführerin, 

die Vorinstanz habe sie mit ihrem Vorwurf einer mangelnden Prüfung der 

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Bonität der Importeurin einer Straftat bezichtigt und ihr mit der Verweige-

rung des vollständigen Steuererlasses eine "Strafe" auferlegt. Die OZD 

spricht zu Recht weder im angefochtenen Entscheid noch in der Vernehm-

lassung von einem Delikt der Beschwerdeführerin. Die vorliegende teil-

weise Kürzung des zu erlassenden Steuerbetrages basiert denn auch nicht 

auf Strafgedanken. Stattdessen geht es hier einzig darum, dem Umstand 

Rechnung zu tragen, dass der Zweck der einschlägigen Vorschrift zum Er-

lass der Einfuhrsteuer (Art. 64 Abs. 1 Bst. d MWSTG) nicht darin liegt, das 

mit der Bezahlung der Einfuhrsteuer im Auftrag eines Importeurs verbun-

dene unternehmerische Risiko in vollem Umfang auf die Zollverwaltung zu 

überwälzen. Eine solche Überwälzung wäre nämlich weder mit der gefor-

derten rechtsgleichen Behandlung der betroffenen Spediteure noch mit der 

Pflicht der OZD zur Wahrung der fiskalischen Interessen des Staates ver-

einbar (vgl. Urteil des BVGer A-3705/2007 vom 29. September 2009 

E. 4.2.2; vorn E. 2.3.1 f.).   

3.4 Nach dem Gesagten ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Vo-

rinstanz im Zusammenhang mit der Einfuhr vom 19. September 2013 einen 

Steuererlass zu lediglich zwei Dritteln gewährt hat. Im Ergebnis hat die 

OZD damit in Beachtung der massgebenden Verfassungsprinzipien (vgl. 

E. 2.3.2) den Erlassentscheid, soweit er hier zu überprüfen ist, nach pflicht-

gemässem Ermessen vorgenommen.  

4.  

Dem Ausgeführten zufolge ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.  

Die Beschwerdeführerin hat als unterliegende Partei die Verfahrenskosten 

in der Höhe von Fr. 450.- zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der von ihr 

einbezahlte Kostenvorschuss ist für die Bezahlung der Verfahrenskosten 

zu verwenden. Als unterliegende und anwaltlich nicht vertretene Partei hat 

die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. 

Art. 64 in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE; SR 173.320.2]). 

5.  

Dieses Urteil kann nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 Bst. m 

BGG). 

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 450.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben); 

– die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Einschreiben).  

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Riedo Beat König 

 

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