# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c658d291-3b46-5f5b-ace1-ec98cbe57a58
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.02.2024 RR.2023.181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2023-181_2024-02-01.pdf

## Full Text

Entscheid vom 1. Februar 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Gregor Münch, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT III DES KANTONS 

ZÜRICH, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Belgien 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG); 

unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2023.181 

Nebenverfahren: RP.2023.52  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Aufgrund einer Kontrolle mehrerer Container im Hafen von Rotterdam be-

schlagnahmten die niederländischen Behörden am 10. April 2020 insgesamt 

3,2 Tonnen Kokain. Mutmassliche Abnehmerin des Kokains sei eine vom 

belgischen Staatsangehörigen A. angeführte kriminelle Vereinigung. Die 

Strafverfolgungsbehörden Belgiens führen diesbezüglich gegen A. ein Straf-

verfahren wegen des Verdachts der «in Z. und […] anderswo im Königreich» 

verübten Betäubungsmitteldelikte (vgl. Verfahrensakten der Staatsanwalt-

schaft III des Kantons Zürich, ref E-4/2023/10026097 [nachfolgend «Verfah-

rensakten»], Nr. 6/3). Am 16. Februar 2022 wurde A. durch die Kantonspoli-

zei Zürich in Zürich angehalten, festgenommen und danach durch die 

schweizerischen Behörden an Belgien ausgeliefert (vgl. hierzu den Ent-

scheid des Bundesstrafgerichts RR.2022.122 vom 15. September 2022). 

 

 

B. Nachdem die belgischen Behörden erfuhren, dass in diesem Zusammen-

hang die Strafverfolgungsbehörden auch hierzulande gegen A. ermitteln, er-

suchte der Untersuchungsrichter von Westflandern (Abteilung Brügge) am 

27. Januar 2023 die schweizerischen Justizbehörden in Bezug auf die straf-

rechtlichen Ermittlungen in Belgien und in der Schweiz um Errichtung einer 

gemeinsamen Ermittlungsgruppe (Verfahrensakten, Nr. 6/3). Im Februar 

2023 unterzeichneten die zuständigen Behörden eine entsprechende Ver-

einbarung («agreement on the establishment of a joint investigation team»; 

Verfahrensakten, Nr. 6/2).  

 

 

C. Mit Ersuchen vom 5. Juni 2023 bat der Untersuchungsrichter von Westflan-

dern (Abteilung Brügge) die zuständigen Strafverfolgungsbehörden des Kan-

tons Zürich um Genehmigung der Verwendung aller den belgischen Behör-

den in Durchführung der erwähnten Vereinbarung übermittelten Dokumente 

als Beweismittel in Belgien (Verfahrensakten, Nr. 2; vgl. die Liste der dort 

detailliert aufgeführten Akten wie Einvernahmeprotokolle, Sicherstellungslis-

ten und Beweismittel). 

 

 

D. Mit Schreiben vom 11. September 2023 teilte die Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich (nachfolgend «StA III») dem Vertreter von A. mit, bezüglich 

welcher dieser Unterlagen sie A. als betroffen und möglicherweise be-

schwerdelegitimiert erachtete: 

 

 

- 3 - 

 

 

• Hafteinvernahme A. vom 18. Februar 2022 

• Einvernahme zur Sache A. vom 28. März 2022 inkl. Beilagen 1.01–5.01  

• Einvernahme zur Sache A. vom 8. April 2022 inkl. Untersuchungsbefehl zur Durch-

führung einer nicht invasiven Haarprobe zur Betäubungsmittelanalyse sowie inkl. 

Beilagen 1–48 

• 3. Del. Einvernahme A. zur HD B. Sicherstellungen vom 11. August 2022 

• Einvernahme zur Sache A. vom 31. August 2022 

• Das Buch, vermutlich geschrieben von C.  

 

Gleichzeitig bat sie den Vertreter von A. unter Hinweis auf Art. 80c IRSG um 

Mitteilung, ob sein Mandant mit der Übermittlung der erwähnten Akten an die 

belgischen Behörden einverstanden sei (Verfahrensakten, Nr. 8/4–8/6). 

 

Hierzu liess A. am 25. Oktober 2023 mitteilen, er stimme einer vereinfachten 

Ausführung des Rechtshilfeersuchens im Sinne von Art. 80c IRSG nicht zu. 

Er beantragte, es sei keine Rechtshilfe zu leisten (Verfahrensakten, 

Nr. 8/14). 

 

 

E. Mit Eintretens- und Schlussverfügung vom 10. November 2023 bewilligte die 

StA III die Herausgabe der soeben erwähnten Dokumente und Beweismittel 

an die belgischen Behörden (act. 1.1). Diese Verfügung wurde dem Vertreter 

von A. am 14. November 2023 zugestellt (vgl. act. 1.1). 

 

 

F. Hiergegen liess A. mit Eingabe vom 8. Dezember 2023 bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde einreichen (act. 1). Er bean-

tragt Folgendes: 

 

Es sei die Eintretens- und Schlussverfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

vom 10. November 2023 aufzuheben und es sei der ersuchenden Behörde […] vom 5. Juni 

2023 die Rechtshilfe zu verweigern. 

 

Eventuell sei die Eintretens- und Schlussverfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons 

Zürich vom 10. November 2023 aufzuheben und es sei die Sache zur neuerlichen Beurteilung 

an die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich zurückzuweisen. 

 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

 

Daneben stellt A. auch folgenden prozessualen Antrag: 

 

- 4 - 

 

 

Eventuell (für den Fall des Unterliegens) sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Ver-

fahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm in der Person des Un-

terzeichners ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben. 

 

Auf entsprechende Bitte hin übermittelte die StA III der Beschwerdekammer 

am 14. Dezember 2023 ihre Verfahrensakten (vgl. act. 3 und 4). 

 

 

G. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Be-

zug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Belgien sind primär das Eu-

ropäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Straf-

sachen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatzproto-

koll vom 8. November 2001 (SR 0.351.12) massgebend. Ausserdem gelan-

gen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 

1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 

1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen [SDÜ]; CELEX-Nr. 

42000A0922[02]; Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62; Text nicht 

publiziert in der SR, jedoch abrufbar auf der Website der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen Abkommen 

mit der EU», 8.1 Anhang A; https://www.admin.ch/opc/de/european-union/in-

ternational-agreements/008.html) zur Anwendung (TPF 2009 111 E. 1.2 

S. 113). Günstigere Bestimmungen bilateraler oder multilateraler Überein-

künfte zwischen den Vertragsparteien bleiben unberührt (Art. 48 Abs. 2 SDÜ; 

Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

finden das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) An-

wendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 

dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 148 IV 314 E. 2.1; 147 II 432 

E. 3.1 S. 437 f.; 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; jeweils m.w.H.). Vorbehalten bleibt 

die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 II 595 

- 5 - 

 

 

E. 7c S. 617; TPF 2020 64 E. 1.1 S. 67). Auf Beschwerdeverfahren in inter-

nationalen Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

(Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 

Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts 

anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). 

 

2.2 Sollen Protokolle von Einvernahmen als Zeugen, Beschuldigten oder Aus-

kunftspersonen herausgegeben werden, welche bereits im Rahmen eines 

schweizerischen Strafverfahrens erfolgt sind, so geht es um Unterlagen aus 

den Händen der Behörden. Im Rechtshilfeverfahren sind diesbezüglich keine 

Zwangsmassnahmen erforderlich. Bei solchen Unterlagen besteht im 

Rechtshilfeverfahren nur eine mittelbare (indirekte) Betroffenheit durch 

Rechtshilfemassnahmen (BGE 139 IV 137 E. 5.1.3; 126 II 462 E. 4b S. 464 

f.; Urteile des Bundesgerichts 1C_358/2018 vom 4. September 2018 E. 1.2; 

1A.186/2005 vom 9. Dezember 2005 E. 1.3.3). Die zur Beschwerde legiti-

mierende «spezifische Beziehungsnähe» liegt bei Unterlagen aus den Hän-

den der Behörde somit nicht in der persönlichen und direkten Betroffenheit 

von einer Zwangsmassnahme – es gibt sie im Rechtshilfeverfahren nicht – 

sondern dass im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG ein (persönliches) schutzwür-

diges Interesse vorliegt (s. im Einzelnen TPF 2020 180 E. 4.4.3). 

 

Damit ein schutzwürdiges Interesse und damit verbunden die Beschwerde-

legitimation von Zeugen wie Beschuldigten bzw. Auskunftspersonen bejaht 

werden kann, muss zwischen dem Sachverhalt im schweizerischen Strafver-

fahren und demjenigen im Rechtshilfeverfahren ein enger Zusammenhang 

bestehen und sie müssen von den Fragen persönlich betroffen sein, indem 

sie sich im inländischen Strafverfahren entweder zu ihrer persönlichen Situ-

ation zu äussern hatten (Ausbildung, Familiensituation, finanzielle Situation) 

oder zur eigenen beruflichen Situation und Tätigkeit (TPF 2020 180 E. 4.8.3). 

Die Beschwerdelegitimation wird ebenfalls bejaht, wenn sich die 

- 6 - 

 

 

einvernommene Person im inländischen Strafverfahren auf das Zeugnis- 

bzw. Aussageverweigerungsrecht berief (TPF 2020 180 E. 4.5.2). 

 

2.3 Eine Durchsicht der herauszugebenden Einvernahmeprotokolle ergibt, dass 

sich der Beschwerdeführer als beschuldigte Person auf Fragen zur Sache 

zumeist auf sein Aussageverweigerungsrecht berief, indem er Fragen mit 

«kein Kommentar» beantwortete oder einfach schwieg. Erst anlässlich sei-

ner Einvernahme vom 31. August 2022 machte der Beschwerdeführer Aus-

sagen, welche seine persönliche Situation betrafen. Der enge Zusammen-

hang zwischen dem Gegenstand des auf Ersuchen Belgiens angehobenen 

Rechtshilfeverfahrens und dem hierzulande geführten Strafverfahren zeigt 

sich bereits durch die Einsetzung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe 

durch die Behörden der Schweiz und Belgiens (vgl. auch Art. 80dter Abs. 2 

IRSG). Das vom Beschwerdeführer dargelegte schutzwürdige Interesse an 

der Beschwerdeführung ist zu bejahen und auf seine Beschwerde ist einzu-

treten. Das gilt auch hinsichtlich des Buchs, welches offenbar im Rahmen 

des schweizerischen Strafverfahrens als Beweismittel sichergestellt wurde.  

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition, befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die 

Streitgegenstand der Beschwerde bilden (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5). 

 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab, das in Belgien gegen ihn geführte Straf-

verfahren basiere auf illegal erhobenen Beweisen und weise daher schwer-

wiegende Mängel auf, welche der Gewährung der Rechtshilfe entgegenstün-

den (act. 1, Rz. 12 und 16 ff.). Der Beschwerdeführer befindet sich nach sei-

ner Auslieferung an Belgien im ersuchenden Staat und kann daher geltend 

machen, konkret der Gefahr einer Verletzung seiner Verfahrensrechte aus-

gesetzt zu sein. Er kann sich damit auch gegen die zur Diskussion stehende 

Herausgabe von Beweismitteln auf Art. 2 IRSG berufen (vgl. hierzu u.a. 

TPF 2019 119 E. 7.1 S. 124; TPF 2017 132 E. 7.3.1).  

 

4.2 Gemäss Art. 2 IRSG wird einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Strafsa-

chen nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass das 

Verfahren im Ausland den in der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) oder 

- 7 - 

 

 

im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politi-

sche Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) festgelegten Verfahrensgrundsätzen 

nicht entspricht (lit. a) oder andere schwere Mängel aufweist (lit. d). 

 

Die im ausländischen Strafverfahren beschuldigten Personen müssen glaub-

haft machen, dass sie objektiv und ernsthaft eine schwerwiegende Verlet-

zung der Menschenrechte im ersuchenden Staat zu befürchten haben (BGE 

130 II 217 E. 8.1). Abstrakte Behauptungen genügen nicht. Die betroffenen 

Beschwerdeführer müssen ihre Vorbringen im Einzelnen präzisieren (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.159/2003 vom 15. September 2003 E. 5.1 m.w.H.; 

Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2020.296 vom 9. März 2021 

E. 3.2.3). 

 

Einzelne Verfahrensverstösse im ausländischen Untersuchungsverfahren 

genügen für sich allein nicht, um die Rechtshilfe auszuschliessen; es ist in 

erster Linie Aufgabe der Rechtsmittelinstanzen des ersuchenden Staates, 

solche Verfahrensfehler zu korrigieren und sicherzustellen, dass der be-

schuldigten Person trotzdem ein faires Strafverfahren garantiert wird. Der 

Ausschluss der Rechtshilfe rechtfertigt sich nur, wenn das ausländische 

Strafverfahren insgesamt die durch die EMRK und den UNO-Pakt II um-

schriebenen Minimalgarantien nicht erfüllt (Entscheide des Bundesstrafge-

richts RR.2020.203 vom 15. März 2021 E. 9.2.1; RR.2020.37 vom 12. Juni 

2020 E. 4.2.1; jeweils mit Hinweis). 

 

4.3 Zur Rüge der illegalen Beweiserhebung ist festzuhalten, dass sich weder 

aufgrund der im Rechtshilfeersuchen vom 27. Januar 2023 (Verfahrensak-

ten, Nr. 6/3) erwähnten, ermittelten und ausgewerteten PGP-Telekommuni-

kation noch aus den Ausführungen in der Beschwerdeschrift selbst ein kon-

kreter Zusammenhang zwischen den Beschwerdeführer betreffenden Er-

kenntnissen und dem vom Beschwerdeführer geschilderten, angeblich un-

rechtmässigen Hackerangriff des französischen Staates auf die Kommuni-

kationsdienste «EncroChat» und «Sky ECC» erkennen lässt. Die Vorbringen 

des Beschwerdeführers sind demnach nicht geeignet, eine schwerwiegende 

Verletzung der Menschenrechte im ersuchenden Staat glaubhaft zu machen. 

Nicht von Relevanz sind die Ausführungen des Beschwerdeführers, die in 

Belgien erhobene Beweiserhebung sei mit Blick auf Art. 269ter StPO unrecht-

mässig (siehe act. 1, Rz. 16 [7]–[11]). Allfällige, in diesem Zusammenhang 

bei der Erhebung von Beweismitteln begangene Verstösse gegen belgische 

Verfahrensbestimmungen hat der Beschwerdeführer nach dem oben Aus-

geführten (E. 4.2) vor den Rechtsmittelinstanzen des ersuchenden Staates 

zu rügen (vgl. hierzu schon den ebenfalls den Beschwerdeführer betreffen-

den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2022.122 vom 15. September 

- 8 - 

 

 

2022 E. 6.4). Dasselbe hätte im Übrigen zu gelten, wenn die Erkenntnisse 

der ersuchenden Behörden tatsächlich auf den erwähnten Zugriff auf Encro-

Chat-Daten zurückzuführen wären (siehe hierzu den Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2023.47 vom 20. September 2023 E. 3.2.1–3.2.6). 

 

 

5. Der Beschwerdeführer bezeichnet ferner das im Kanton Zürich gegen ihn 

geführte Strafverfahren als undurchsichtig (act. 1, Rz. 24 ff.). Er habe dort 

bis heute nur in eingeschränktem Masse Akteneinsicht erhalten. So sei ins-

besondere unklar, auf welchen Beweismitteln der ihm gegenüber erhobene 

Tatverdacht bzw. die hierzulande erlassenen Zwangsmassnahmen basieren 

würden. Sofern der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen die Gewährung 

erweiterter Akteneinsicht im nationalen Strafverfahren erreichen möchte, hat 

er ein entsprechendes Gesuch bei der verfahrensleitenden Staatsanwalt-

schaft II des Kantons Zürich einzureichen (vgl. hierzu auch den Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2013.358 vom 21. März 2014 E. 3). Einen al-

lenfalls abschlägigen Bescheid oder andere ihm nicht genehme Verfahrens-

entscheide unterlägen gegebenenfalls der Beschwerde an die kantonale Be-

schwerdeinstanz, weshalb sich an dieser Stelle diese Punkte betreffend wei-

tere Erörterungen erübrigen. Nicht nachvollziehbar sind die Vorbringen des 

Beschwerdeführers, wonach die verweigerte Akteneinsicht im nationalen 

Strafverfahren ihm nicht erlaube zu prüfen, ob die an die belgischen Behör-

den zu übermittelnden Aktenstücke mängelbehaftet seien, bzw. wonach 

keine Rechtshilfe zu gewähren sei, solange die Beweisführung im nationalen 

Strafverfahren nicht nachvollziehbar sei. Soweit die im nationalen Strafver-

fahren erhobenen Beweismittel (konkret fünf Einvernahmeprotokolle, teil-

weise mit Beilagen sowie ein in der Schweiz sichergestelltes Buch) auch für 

das Rechtshilfeverfahren von Bedeutung sind, liegen sie vor und wurden 

auch dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (vgl. Verfahrensakten, 

Nr. 8/4). 

 

 

6. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, gegen ihn würde in Belgien und 

in der Schweiz wegen derselben Taten parallel ermittelt. Die Rechtshilfe sei 

daher gestützt auf Art. 66 Abs. 1 IRSG zu verweigern (act. 1, Rz. 37 ff.). 

Diesen Einwand hat der Beschwerdeführer – unter Bezugnahme auf die dort 

einschlägigen Bestimmungen – sinngemäss bereits im Auslieferungsverfah-

ren erhoben. Er ist unter Hinweis auf die Begründung im Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2022.122 vom 15. September 2022 E. 7.3 auch im vor-

liegenden Verfahren zu verwerfen. Demnach untersuchen die Strafverfol-

gungsbehörden des Kantons Zürich u.a. in der Schweiz verübte Betäu-

bungsmitteldelikte, währenddem die Behörden in Belgien – wie auch dem 

- 9 - 

 

 

vorliegenden Ersuchen (Verfahrensakten, Nr. 2, S. 2) entnommen werden 

kann – auf belgischem Staatsgebiet verübte Straftaten untersuchen. Von ei-

ner Identität der entsprechenden Taten kann keine Rede sein. 

 

 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer erhebt mit vorliegender Beschwerde schliesslich zwei 

weitere Einwände gegen die zur Diskussion stehende Rechtshilfeleistung, 

welche bereits Eingang fanden in seine Stellungnahme an die Beschwerde-

gegnerin im erstinstanzlichen Verfahren. Beide Punkte betreffend wirft er der 

Beschwerdegegnerin vor, sie habe sich im Rahmen der angefochtenen Ver-

fügung nicht zu seinen Einwänden geäussert, weshalb sie seinen Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt habe (act. 1, Rz. 14, 44 und 49 f.). 

 

7.2 Im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen wird der in Art. 29 

Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör u.a. in Art. 26 ff. VwVG 

konkretisiert (BGE 145 IV 99 E. 3.1 S. 108). Die mit der Rechtshilfesache 

befasste Behörde hört die Parteien an, bevor sie verfügt (vgl. Art. 30 Abs. 1 

VwVG). Dabei würdigt sie alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen (vgl. 

Art. 32 Abs. 1 VwVG). Der Rechtshilfeentscheid ist zu begründen (vgl. Art. 35 

Abs. 1 VwVG). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sich die Behörde mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbrin-

gen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken (BGE 149 V 156 E. 6.1 S. 162; 146 II 335 

E. 5.1; 143 III 65 E. 5.2. S. 70). 

 

7.3  

7.3.1 Ohne diesbezüglich konkretere Ausführungen zu machen, macht der Be-

schwerdeführer geltend, er verfüge über Hinweise, dass die belgischen Be-

hörden – entgegen der eingangs erwähnten Vereinbarung betreffend ge-

meinsame Ermittlungsgruppe – in der Schweiz erhobene Beweismittel be-

reits im Rahmen von Haftprüfungsverfahren verwendet hätten, ohne zuvor 

ein förmliches Rechtshilfeersuchen an die Schweiz zu richten. Dies würde 

einen Vertragsbruch darstellen, weshalb das vorliegende Rechtshilfeersu-

chen keinen Schutz verdienen würde (act. 1, Rz. 14 und 43 ff.). 

 

7.3.2 Der vom Beschwerdeführer angesprochene Passus in der Vereinbarung lau-

tet wie folgt (Verfahrensakten, Nr. 6/2 S. 4; Hervorhebung durch das ange-

rufene Gericht): 

 

(…) Evidence and information gathered on Swiss territory in the context of the current JIT 

(joint investigation team) may be used exclusively in the ongoing criminal investigations 

- 10 - 

 

 

carried in Belgium and detailed in point 2 of this Agreement. Furthermore, they may be used 

by the Belgian authorities under the JIT exclusively as information to progress the Belgian 

investigation, but not as evidence to request, motivate or to render a final decision on guilt or 

sanction at the trial stage or by the ruling authority. 

 

If any evidence or information gathered on Swiss territory is required to be used at the trial 

stage or by the ruling authority in Belgium, a formal request for mutual legal assistance must 

be addressed to the competent authority in Switzerland. As long as the corresponding Swiss 

procedure for mutual legal assistance in criminal matters is not completed and legally binding 

(i.e. until the expiry of the remedies), and the evidences and information are not officially 

transmitted by the competent Swiss authority according to Swiss legislation, relevant material 

gathered in Switzerland cannot be used in Belgium as evidence at the trial stage or by the 

ruling authority. (…) 

 

Die vom Beschwerdeführer erwähnten Haftprüfungsentscheide stellen straf-

prozessuale Zwischenentscheide dar und sind keine Endentscheide über 

Schuld und Sanktion im Sinne der wiedergegebenen Vereinbarung. Seine 

Einrede erweist sich schon deshalb als unbegründet. Dass die belgischen 

Behörden in der Schweiz erhobene Beweismittel vorzeitig bereits in der An-

klageschrift zu Handen des urteilendes Gerichts oder aber zur Begründung 

eines den Beschwerdeführer betreffenden Strafurteils herangezogen hätten, 

wird auch von diesem nicht geltend gemacht. Im Übrigen wären auch allfäl-

lige Verstösse durch die belgischen Behörden gegen die Vereinbarung be-

treffend gemeinsame Ermittlungsgruppe vor den Rechtsmittelinstanzen Bel-

giens zu rügen (siehe bereits oben E. 4.2). 

 

7.4 Inhaltlich nicht nachvollziehbar ist schliesslich die ohne weitere Erklärungen 

erfolgte Behauptung des Beschwerdeführers, wonach es mit der Unschulds-

vermutung nicht vereinbar sei, wenn die fraglichen Beweismittel sowohl im 

belgischen als auch im schweizerischen Verfahren verwendet würden. 

Ebenso unverständlich ist das Vorbringen, wonach die Übermittlung der Be-

weismittel nach Belgien «nach Auffassung des Unterzeichners» der Be-

schwerde zur Folge haben könnte, dass diese im schweizerischen Verfahren 

nicht mehr verwertet werden dürften (vgl. zum Ganzen act. 1, Rz. 15 und 46 

f. sowie die nahezu identischen Ausführungen in Verfahrensakten, Nr. 8/14 

Rz. 22 f.). 

 

7.5 Ob die Beschwerdegegnerin diese zuletzt erwähnten Vorbringen stillschwei-

gend als nicht erheblich im Sinne von Art. 32 Abs. 1 VwVG erachtet hat, kann 

offengelassen werden. Sollte im Umstand, dass sich die Beschwerdegegne-

rin damit in der angefochtenen Verfügung nicht ausdrücklich auseinanderge-

setzt hat, tatsächlich eine Verletzung der Pflicht zur Begründung ihres 

- 11 - 

 

 

Entscheids liegen, so wöge diese nicht schwer und wäre spätestens durch 

die vorstehenden Ausführungen geheilt worden.  

 

 

8. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als zum vornherein unbe-

gründet. Über weite Strecken beinhaltet sie die blosse Wiederholung bereits 

vor der Vorinstanz oder aber im den Beschwerdeführer betreffenden Auslie-

ferungsverfahren erfolglos vorgebrachter Rügen. Sie ist ohne Schriftenwech-

sel abzuweisen (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario).  

 

 

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer ersucht für das vorliegende Verfahren um unentgelt-

liche Prozessführung und Verbeiständung (act. 1, Rz. 51 f.). 

 

9.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 

ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und bestellt 

dieser einen Anwalt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist 

(Art. 65 Abs. 2 VwVG). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaus-

sichten beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen 

gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und 

Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer 

sind als diese (BGE 142 III 138 E. 5.1 S. 139 f.; 140 V 521 E. 9.1). 

 

9.3 Die im Sinne von Art. 57 Abs. 1 VwVG unbegründete Beschwerde ist auch 

als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG anzusehen. Das Gesuch 

um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung ist ungeachtet der 

finanziellen Situation des Beschwerdeführers abzuweisen. 

 

 

10. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten dem unter-

liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ge-

richtsgebühr ist auf Fr. 500.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. 

Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun-

desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

 

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung wird ab-

gewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 1. Februar 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Gregor Münch 

- Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).