# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0c37cf8-210e-56d0-9224-3a4c726ca49a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.12.2022 UE220051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE220051_2022-12-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE220051-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin lic. iur. K. Ei-

chenberger und Ersatzoberrichterin lic iur. S. Mathieu sowie Ge-

richtsschreiberin Dr. iur. E. Welte 

 

Verfügung und Beschluss vom 14. Dezember 2022 
 

in Sachen 

 

A._____,  
vertreten durch die Eltern B._____ und C._____,  

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. D._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Sihl vom 1. Februar 2022, G-2/2020/10040738 (Dossier 1) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 16. August 2021 stellte der Beschwerdeführer, gesetzlich vertreten 

durch seinen Vater C._____, Strafantrag gegen den Beschwerdegegner 1 wegen 

sexueller Belästigung und Exhibitionismus (Urk. 7/D1/3).  

2. Mit Verfügung vom 1. Februar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft das gegen 

den Beschwerdegegner 1 geführte Strafverfahren ein (Urk. 3 = Urk. 7/D1/14). 

3. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Februar 2022 

Beschwerde mit den sinngemässen Anträgen, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und das Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 1 sei weiterzu-

führen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. Wei-

ter ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 2). Un-

terlagen zur Dokumentation seiner finanziellen Verhältnisse legte der Beschwer-

deführer seiner Eingabe nicht bei.  

4. Die Akten der Staatsanwaltschaft wurden beigezogen (Urk. 7 im parallelen 

Geschäft UE220050). Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet. Stellung-

nahmen wurden aus diesem Grund nicht eingeholt (Art. 390 Abs. 2 StPO). 

II. 

1. Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dage-

gen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und 

§ 49 GOG). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemer-

kungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. Hintergrund der Strafanzeige ist folgender Sachverhalt: Wie aus den Akten 

hervorgeht, bestand zwischen den Parteien zum Zeitpunkt der in Frage stehen-

den Tat offenbar ein seit längerer Zeit andauernder Nachbarschaftskonflikt, in 

dessen Zuge mehrfach die Polizei ausrücken musste. Dabei soll es wiederholt zu 

gegenseitigen Provokationen gekommen sein, indem die benachbarten Parteien 

gegenseitig Video- oder Fotoaufnahmen voneinander gemacht hätten. Gemäss 

- 3 - 

Polizeirapport seien sodann gegenseitige Ehrverletzungsklagen hängig und eine 

friedliche Lösung des Konflikts erscheine unrealistisch (Urk. 7/D1/1 S. 2 f.).  

3. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens 

entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu 

erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Eine vollständige 

oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO unter anderem, wenn 

sich ein Tatverdacht nicht in einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage recht-

fertigt (lit. a) oder kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b). Eine Anklage ist in der Re-

gel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte vorliegen, welche es 

rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staatsanwaltschaft die Tat-

beteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der Anklageerhe-

bung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit Sicherheit 

oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. Sinn und 

Zweck des Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen zu schüt-

zen, die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen führen müssten (BGE 138 IV 186 

E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. August 2012 E. 3.3). 

4. Die Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Verfügung, der Be-

schwerdegegner 1 sei zum fraglichen Sachverhalt nicht befragt worden, er habe 

jedoch im Zusammenhang mit anderen Vorfällen wiederholt geltend gemacht, es 

gäbe zwischen ihm und der Familie des Beschwerdeführers einen länger andau-

ernden Nachbarschaftskonflikt. Der Beschwerdeführer habe in seiner Einvernah-

me vom 25. Februar 2021 keinen diesbezüglichen Vorfall erwähnt. Dessen Mut-

ter, B._____, habe ausgeführt, der Beschwerdegegner 1 habe ihr und dem Be-

schwerdeführer am 21. Dezember 2020 im Garten seinen Hintern gezeigt, wobei 

sie ca. 15 Meter von diesem entfernt gestanden sei. Der Beschwerdegegner 1 

habe dies auch schon gegenüber ihrem Mann getan. Letzterer, so die Staatsan-

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waltschaft weiter, habe erklärt, es gebe ein Video, welches zeige, wie sich der 

Beschwerdegegner 1 ihm und seiner Familie gegenüber entblösst habe. Er habe 

dabei seine Hosen vollständig ausgezogen und seinen Hintern entblösst.  

 Gestützt auf diese Angaben der Beteiligten lasse sich kein klarer Sachver-

halt erstellen. Insbesondere lasse sich kein konkreter Tatzeitpunkt festlegen und 

die angeblichen Videoaufnahmen seien nicht beigebracht worden. Die Anschuldi-

gungen fänden mithin keine objektive Bestätigung im Untersuchungsergebnis, 

wobei die Aussagen auch nicht in jeder Hinsicht als unbefangen und zuverlässig 

erschienen. Es fehle an unbeteiligten Tatzeugen, Spuren, objektivierbaren Be-

weismitteln oder an schlüssigen Indizien, welche die Aussagen der Eltern des Be-

schwerdeführers zusätzlich zu stützen vermöchten. Sollte etwas in der Art, wie 

vorgebracht, vorgefallen sein, sei sodann vor dem Hintergrund des lange andau-

ernden Nachbarschaftsstreits eher von einer ehrverletzenden als einer sexuell 

motivierten Handlung auszugehen.  

5. Der Beschwerdeführer wendet im Wesentlichen ein, er habe anlässlich sei-

ner Einvernahme vom 25. Februar 2021 nicht wissen können, was bei einer sol-

chen Aussage relevant sei und was nicht. Er sei deshalb erneut unter Einbezug 

eines Psychologen zu befragen. Sodann treffe es nicht zu, dass ein Nachbar-

schaftskonflikt bestanden habe, sondern die ganze unmittelbare Nachbarschaft 

habe unter dem Beschwerdegegner 1 gelitten. Diese Personen seien nicht befragt 

worden. Er (der Beschwerdeführer) habe lediglich die an ihn gestellten Fragen 

des Polizisten beantwortet. Die Aufnahme mit der heruntergelassenen Hose sei 

Frau E._____ vorgelegt worden und es sei, sofern nötig, eine weitere Befragung 

in Aussicht gestellt worden, diesmal mit psychologischer Begleitung. Dazu sei es 

nicht gekommen. Als Beweise hätten sie das Eintragsprotokoll beigefügt und das 

Video an der Einvernahme vorgelegt. Dass es keine Beweise gebe oder der Tat-

zeitpunkt nicht belegt sei, treffe folglich nicht zu. Der Beschwerdegegner 1 habe 

auch andere Kinder belästigt und ein Rayonverbot für die Schule F._____ erhal-

ten. Die Einstellung sende das falsche Signal, wonach man alles machen dürfe 

und es keine Konsequenzen gebe (Urk. 2). 

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6. Des Exhibitionismus nach Art. 194 Abs. 1 StGB macht sich auf Antrag straf-

bar, wer eine exhibitionistische Handlung vornimmt. Eine sexuelle Belästigung im 

Sinne von Art. 198 StGB begeht unter anderem, wer vor jemandem, der dies nicht 

erwartet, eine sexuelle Handlung vornimmt und dadurch Ärgernis erregt. 

7.  

7.1. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht erwog, besteht bereits mit Bezug auf 

den angeblichen Tatzeitpunkt keine Klarheit. Während sich der Vorfall gemäss 

B._____, der Mutter des Beschwerdeführers, am 21. Dezember 2020 ereignet 

haben soll (Urk. 7/D1/6/2 F/A 44), schilderte ihr Ehemann am 16. August 2021, 

der betreffende Vorfall habe sich vor ca. 3 Monaten ereignet (Urk. 7/D1/6/3 F/A 

15), mithin ca. Mitte Mai 2021. Im Ergebnis lässt sich gestützt auf diese divergie-

renden Aussagen kein konkreter Tatzeitpunkt eruieren. Das von B._____ erstellte 

Eintragsprotokoll (Urk. 7/D3/5/2), auf welches sich der Beschwerdeführer stützt, 

vermag für sich allein genommen den Tatzeitpunkt ebenfalls nicht rechtsgenü-

gend zu belegen.  

7.2. Soweit die Staatsanwaltschaft sodann zum Schluss kommt, es fehle an wei-

teren objektivierbaren Beweismitteln, welche die Aussagen der Eltern des Be-

schwerdeführers zusätzlich zu stützen vermöchten, ist dies nicht zu beanstanden: 

 Diesbezüglich moniert der Beschwerdeführer, es gebe eine Videoaufnahme 

vom fraglichen Vorfall, welche Frau E._____ anlässlich der (staatsanwaltschaftli-

chen) Einvernahme vorgelegt worden sei. Während B._____ gegenüber der 

Staatsanwaltschaft indes kein entsprechendes Video erwähnte (Urk. 7/D1/6/2 

F/A 43 ff.), sprach C._____ zwar davon, dass angeblich eine Videoaufnahme von 

dem inkriminierten Vorfall existiere (Urk. 7/D1/6/3 F/A 14). Ein Hinweis darauf, 

dass C._____ die erwähnte Videoaufnahme der Befragenden vorgelegt hätte, wie 

in der Beschwerdeschrift geltend gemacht wird, findet sich im Einvernahmeproto-

koll indes an keiner Stelle. Nichts Anderes gilt für die Einvernahme von B._____. 

Auch im weiteren Verlauf der Strafuntersuchung wurde die angeblich existierende 

Videoaufnahme sodann nicht beigebracht, obschon sowohl anlässlich der er-

wähnten Einvernahmen als auch im Zuge der Ankündigung des Verfahrensab-

schlusses und damit wiederholt die Möglichkeit bestanden hätte, dieses angeblich 

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zentrale Beweismittel zu den Akten zu reichen. Dies hat der Beschwerdeführer 

indes unterlassen und auch mit seiner Beschwerdeschrift reicht er die betreffende 

Videoaufnahme nicht ein, obschon er sich auf diese als zentrales Beweismittel 

beruft. Unter diesen Umständen erscheint fraglich, ob die betreffende Aufnahme 

überhaupt existiert, und die Staatsanwaltschaft hat zu Recht festgehalten, dass 

diese nicht beigebracht wurde und folglich für die Erstellung des Sachverhaltes 

nicht zur Verfügung steht. 

 Betreffend die beantragte erneute Einvernahme des Beschwerdeführers so-

wie die Befragung von Nachbarn ist sodann festzuhalten, dass sich der Sachver-

halt auch anhand dieser Beweismittel nicht rechtsgenügend erstellen lässt. Der 

Beschwerdeführer hat als direkt vom Verfahren betroffene Person und vor dem 

Hintergrund des seit längerer Zeit schwelenden Konflikts offenkundig ein erhebli-

ches Eigeninteresse am Verfahrensausgang, womit seine Aussagen mit der nöti-

gen Zurückhaltung zu würdigen sind. Auch seine erneute Befragung – allenfalls 

unter Beizug einer Psychologin – änderte sodann nichts daran, dass objektivier-

bare Beweismittel fehlen. Dass die erwähnten unmittelbaren Nachbarn Zeugen 

des inkriminierten Vorfalls geworden wären, haben weder B._____ und C._____ 

angegeben, noch ergibt sich dies aus den übrigen Akten. Inwiefern die Befragung 

dieser Personen zur Klärung des Sachverhaltes beitragen könnte, erschliesst sich 

somit nicht. Selbst wenn nämlich die Nachbarn die angeblich mannigfaltigen 

Probleme mit dem Beschwerdegegner 1 bzw. dessen in der Beschwerdeschrift 

erwähnten "Ausbrüche" (Urk. 2) bestätigen würden, liesse sich daraus mit Bezug 

auf die in Frage stehende angebliche Entblössung seines Hinterns durch den Be-

schwerdegegner 1 offenkundig nichts ableiten. Welche weiteren Beweismittel zur 

Erstellung des Sachverhaltes herangezogen werden könnten, ist sodann nicht er-

sichtlich und lässt sich auch der Beschwerdeschrift nicht entnehmen. Nichts zur 

Erstellung des inkriminierten Vorfalls beizutragen vermögen schliesslich auch die 

mit der Beschwerde eingereichten Unterlagen zu in der Vergangenheit aufgetre-

tenen Lärmbelästigungen durch den Beschwerdegegner 1 (Urk. 4/1 und 4/2).  

8. Nach dem Gesagten lässt sich der inkriminierte Sachverhalt mit den vorhan-

denen Beweismitteln nicht rechtsgenügend erstellen, weshalb die Staatsanwalt-

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schaft das Strafverfahren zu Recht gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO 

eingestellt hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.  

III. 

1. Ausgangsgemäss wird der Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren 

kostenpflichtig (Art. 418 Abs. 2 und Art. 428 Abs. 1 StPO). Seinem Antrag auf 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege kann nicht entsprochen werden, da 

die Beschwerde als von vornherein aussichtslos zu betrachten ist. 

2. In Anwendung der Bemessungsgrundlagen von § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG 

und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG sowie unter Berücksichtigung des Paral-

lelverfahrens (Geschäfts-Nr. UE220050) ist die Gerichtsgebühr für das Be-

schwerdeverfahren auf einen (reduzierten) Betrag von Fr. 300.– festzusetzen. 

3. Da der Beschwerdeführer unterliegt, hat er keinen Anspruch auf Entschädi-

gung. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 1 ist mangels ent-

schädigungsfähiger Umtriebe ebenfalls keine Entschädigung zuzusprechen. 

Es wird verfügt: 
(Oberrichter lic. iur. A. Flury) 

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird abge-

wiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Be-

schluss. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 300.– festge-

setzt und dem Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  

- 8 - 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den gesetzlichen Vertreter des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkun-
de) 

− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-2/2020/10040738 (gegen 
Empfangsbestätigung) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

  

- 9 - 

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
Zürich, 14. Dezember 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Dr. iur. E. Welte 
 
 

	Verfügung und Beschluss vom 14. Dezember 2022
	Erwägungen:
	I.

	4. Die Akten der Staatsanwaltschaft wurden beigezogen (Urk. 7 im parallelen Geschäft UE220050). Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet. Stellungnahmen wurden aus diesem Grund nicht eingeholt (Art. 390 Abs. 2 StPO).
	II.

	1. Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und § 49 GOG). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die B...
	2. Hintergrund der Strafanzeige ist folgender Sachverhalt: Wie aus den Akten hervorgeht, bestand zwischen den Parteien zum Zeitpunkt der in Frage stehenden Tat offenbar ein seit längerer Zeit andauernder Nachbarschaftskonflikt, in dessen Zuge mehrfach...
	3. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staatsan...
	4. Die Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdegegner 1 sei zum fraglichen Sachverhalt nicht befragt worden, er habe jedoch im Zusammenhang mit anderen Vorfällen wiederholt geltend gemacht, es gäbe zwischen ihm und der F...
	Gestützt auf diese Angaben der Beteiligten lasse sich kein klarer Sachverhalt erstellen. Insbesondere lasse sich kein konkreter Tatzeitpunkt festlegen und die angeblichen Videoaufnahmen seien nicht beigebracht worden. Die Anschuldigungen fänden mithi...
	5. Der Beschwerdeführer wendet im Wesentlichen ein, er habe anlässlich seiner Einvernahme vom 25. Februar 2021 nicht wissen können, was bei einer solchen Aussage relevant sei und was nicht. Er sei deshalb erneut unter Einbezug eines Psychologen zu bef...
	6. Des Exhibitionismus nach Art. 194 Abs. 1 StGB macht sich auf Antrag strafbar, wer eine exhibitionistische Handlung vornimmt. Eine sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB begeht unter anderem, wer vor jemandem, der dies nicht erwartet, eine ...
	7.
	7.1. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht erwog, besteht bereits mit Bezug auf den angeblichen Tatzeitpunkt keine Klarheit. Während sich der Vorfall gemäss B._____, der Mutter des Beschwerdeführers, am 21. Dezember 2020 ereignet haben soll (Urk. 7/D1/6...
	7.2. Soweit die Staatsanwaltschaft sodann zum Schluss kommt, es fehle an weiteren objektivierbaren Beweismitteln, welche die Aussagen der Eltern des Beschwerdeführers zusätzlich zu stützen vermöchten, ist dies nicht zu beanstanden:
	Diesbezüglich moniert der Beschwerdeführer, es gebe eine Videoaufnahme vom fraglichen Vorfall, welche Frau E._____ anlässlich der (staatsanwaltschaftlichen) Einvernahme vorgelegt worden sei. Während B._____ gegenüber der Staatsanwaltschaft indes kein...
	Betreffend die beantragte erneute Einvernahme des Beschwerdeführers sowie die Befragung von Nachbarn ist sodann festzuhalten, dass sich der Sachverhalt auch anhand dieser Beweismittel nicht rechtsgenügend erstellen lässt. Der Beschwerdeführer hat als...
	8. Nach dem Gesagten lässt sich der inkriminierte Sachverhalt mit den vorhandenen Beweismitteln nicht rechtsgenügend erstellen, weshalb die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren zu Recht gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO eingestellt hat. ...
	III.

	3. Da der Beschwerdeführer unterliegt, hat er keinen Anspruch auf Entschädigung. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner 1 ist mangels entschädigungsfähiger Umtriebe ebenfalls keine Entschädigung zuzusprechen.
	Es wird verfügt:
	1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Beschluss.
	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 300.– festgesetzt und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den gesetzlichen Vertreter des Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad G-2/2020/10040738 (gegen Empfangsbestätigung)

	5. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes...
	Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.