# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bafd1a43-1ac4-5658-ab0f-b50d1dc55491
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-03
**Language:** de
**Title:** Deponie Höli: Verfügung vom 3. Juli 2023
**Docket/Reference:** Deponie%20H%C3%B6li_Verf%C3%BCgung%20vom%203
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2024/deponie_hoeli_verfuegung_vom_3_juli_2023.pdf.download.pdf/Deponie%20H%C3%B6li_Verf%C3%BCgung%20vom%203.%20Juli%202023.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

Verfügung der Wettbewerbs-
kommission 

vom 3. Juli 2023 

in Sachen 

Untersuchung 32-0276 gemäss Art. 27 KG 
betreffend 

gegen 

Besetzung 

Deponie Höli 
wegen missbräuchlicher Verhaltensweise marktbeherrschender 
Unternehmen gemäss Art. 7 KG 

Deponie Höli Liestal AG, Industriestrasse 7, 4410 Liestal, 
vertreten durch Prof. Philippp Zurkinden und Bernhard Lauterburg, 
Prager Dreifuss AG, Schweizerhof Passage 7, 3001 Bern 

Laura Melusine Baudenbacher (Präsidentin, Vorsitz), 
Danièle Wüthrich-Meyer (Vizepräsidentin), Armin Schmutzler 
(Vizepräsident), 
Nicolas Diebold, Clémence Grisel Rapin, Rudolf Minsch, Martin 
Rufer. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A 

Verfahren 

A.1  Gegenstand der Untersuchung 
A.2  Verfahrenspartei: Deponie Höli Liestal AG 
A.3  Verfahrensgeschichte 
A.3.1 
A.3.2 
A.3.3 
A.3.4 
A.3.5 
A.3.6 
A.3.7 

Untersuchungseröffnung gegen die Deponie Höli Liestal AG 
Selbstanzeige und weitere wesentliche Ermittlungshandlungen 
Gewährung der Akteneinsicht 
Antrag des Sekretariats an die WEKO (Art. 30 Abs. 1 KG) 
Beweisanträge der Deponie Höli Liestal AG 
Stellungnahme der Deponie Höli Liestal AG (Art. 30 Abs. 2 KG) 
Anhörung der Deponie Höli Liestal AG und Entscheid der WEKO 

B 

Sachverhalt 

Nachfrage 

Übersicht 
Deponiewesen 

B.1  Marktverhältnisse 
B.1.1 
B.1.2 
B.1.2.1  Beweisthema 
B.1.2.2  Deponietypen 
B.1.2.3  Für den Deponiebetrieb erforderliche Arbeiten 
B.1.2.4  Entsorgungsgenehmigung 
B.1.2.5  Transport 
B.1.2.6  Grundsatz der Verwertungspflicht nach dem Stand der Technik 
B.1.2.7  Wiederverwertung als Alternative zur Deponierung 
B.1.2.8  Anteil der wiederverwertbaren Abfälle Typ B 
B.1.2.9  Beweisergebnis 
B.1.3 
B.1.3.1  Beweisthema 
B.1.3.2  Wer deponiert in der Deponie Höli? 
B.1.3.3  Wie wählen die Kundinnen der Deponie Höli eine Deponie aus? 
B.1.3.4  Beweisergebnis 
B.1.4 
Angebot 
B.1.4.1  Beweisthema 
B.1.4.2  Standorte der Deponien Typ B 
B.1.4.3  Deponie Höli 
B.1.4.4  Beweisergebnis 
B.1.5  Marktergebnisse 
B.1.5.1  Beweisthema 
B.1.5.2  Einzugsgebiet der Deponie Höli 
B.1.5.3  Marktanteile der Deponie Höli 
B.1.5.4  Preislicher Spielraum der Deponie Höli 
B.1.5.5  Beweisergebnis 
B.2  Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 
B.2.1 

Beweisthema 

5 

5 
5 
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6 
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7 
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65 

2 

 
 
 
 
 
 
Grundsatz der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

Auswirkungen der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

Ausmass und Dauer der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

B.2.2 
B.2.2.1  Beweisthema 
B.2.2.2  Beweismittel 
B.2.2.3  Beweiswürdigung und Beweisergebnis 
B.2.3 
B.2.3.1  Beweisthema 
B.2.3.2  Beweismittel 
B.2.3.3  Beweiswürdigung 
B.2.3.4  Beweisergebnis 
B.2.4 
B.2.4.1  Beweisthema 
B.2.4.2  Beweismittel 
B.2.4.3  Beweiswürdigung 
B.2.4.4  Beweisergebnis 
B.3  Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 
B.3.1 
B.3.2 
B.3.3 
B.3.3.1  Schliessung der Deponie Höli für Nichtaktionäre im Herbst 2020 
B.3.3.2  Kontingentierung der Annahmemenge von Nichtaktionären ab Januar 2021 
B.3.3.3  Beendigung der Annahmerestriktionen am 25. Januar 2021 
B.3.3.4  Auswirkungen der Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären 
B.3.4 

Beweisthema 
Beweismittel 
Beweiswürdigung 

Beweisergebnis 

C 

Rechtliche Würdigung 

Einleitung 

C.1  Geltungsbereich 
C.2  Zuständigkeit der Gesamtkommission der WEKO 
C.3  Vorbehaltene Vorschriften 
C.4  Relevanter Markt 
C.4.1 
C.4.2  Marktgegenseite 
C.4.3 
Sachlich relevanter Markt 
C.4.4 
Räumlich relevanter Markt 
C.4.4.1  Nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B 
C.4.4.2  Wiederverwertbare Abfälle des Typs B 
C.4.4.3  Abfälle Typ A 
C.4.5 
C.4.6 
C.5  Marktbeherrschende Stellung der Deponie Höli 
C.5.1 
C.5.2 
C.5.2.1  Nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B 
C.5.2.2  Wiederverwertbare Abfälle Typ B 
C.5.2.3  Abfälle Typ A 
C.5.2.4  Zwischenergebnis 

Einleitung 
Aktuelle Konkurrenz 

Zeitliche Dimension 
Fazit 

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3 

 
 
 
 
 
 
Einleitung 
Diskriminierung von Handelspartnern 

Potenzielle Konkurrenz 
Stellung der Marktgegenseite 
Zwischenergebnis 

C.5.3 
C.5.4 
C.5.5 
C.6  Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung der Deponie Höli Liestal AG 
C.6.1 
C.6.2 
C.6.2.1  Einleitung 
C.6.2.2  Ungleichbehandlung 
C.6.2.3  Handelspartner 
C.6.2.4  Wettbewerbsbehinderung 
C.6.2.5  Keine sachlichen Gründe 
C.6.3 
Zwischenergebnis 
C.7  Beweisanträge der Deponie Höli Liestal AG 

D 

Massnahmen 

Vorbemerkungen 
Voraussetzungen 

Zurechenbarkeit des Wettbewerbsverstosses 
Bemessung 

D.1  Einleitung 
D.2  Anordnung von Massnahmen 
D.3  Sanktionierung 
D.3.1 
D.3.2 
D.3.2.1  Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG 
D.3.2.2  Vorwerfbarkeit 
D.3.2.3  Sanktionierbarkeit in zeitlicher Hinsicht 
D.3.3 
D.3.4 
D.3.4.1  Einleitung 
D.3.4.2  Basisbetrag 
D.3.4.3  Dauer des Verstosses 
D.3.4.4  Erschwerende und mildernde Umstände (Art. 5 und 6 SVKG) 
D.3.4.5  Maximalsanktion 
D.3.4.6  Vollständiger Erlass der Sanktion (Art. 8–14 SVKG) 
D.3.4.7  Reduktion der Sanktion (Art. 12–14 SVKG) 
D.3.4.8  Verhältnismässigkeitsprüfung 
D.3.4.9  Ergebnis 

E 

Kosten 

E.1  Gebührenpflicht 
E.2  Höhe der Verfahrenskosten 

F 

G 

H 

Ergebnis 

Dispositiv 

Appendix 

98 
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121 

122 

123 

4 

 
 
 
 
 
 
 
A 

Verfahren 

A.1  Gegenstand der Untersuchung 

1.  Gegenstand der Untersuchung 32-0276: Deponie Höli bilden die folgenden beiden Ver-
haltensweisen der Deponie Höli Liestal AG: 

−  Die Gewährung von Vorzugskonditionen an die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 

AG (Sachverhalt: Rz 227 ff.; Rechtliche Würdigung: Rz 377 ff.). 

−  Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären der Deponie Höli Liestal AG im Herbst 

2020 (Sachverhalt: Rz 273 ff.; Rechtliche Würdigung: Rz 377 ff.). 

A.2 

Verfahrenspartei: Deponie Höli Liestal AG 

2. 
Die Deponie Höli Liestal AG wurde am 13. Mai 2008 gegründet und in das Handelsre-
gister eingetragen. Zweck der Gesellschaft ist Planung, Bau und Betrieb der Deponie Höli,1 
welche sich in der Gemeinde Liestal im Kanton Basel-Landschaft befindet. Hauptaktionärin mit 
52,5 %  des  Aktienkapitals2  ist  die  Bürgergemeinde  Liestal  (nachfolgend:  Bürgergemeinde). 
Das Land, auf welchem die Deponie Höli errichtet wurde, gehört der Bürgergemeinde. Diese 
hatte die Planung und Realisierung der Deponie zunächst selber vorangetrieben. Im Sommer 
2007 entschied sich die Bürgergemeinde, die folgenden 3 Unternehmen mit Sitz in Liestal mit 
einem Anteil von […] am Aktienkapital einzubinden:3 

− 

− 

− 

[Aktionärin X] 

[Aktionärin Y] 

[Aktionärin Z] 

Die  mit  [der  Aktionärin  Y]  und  [der  Aktionärin  Z]  konzernmässig  verbundenen  Gesell-
3. 
schaften sind im Baugewerbe mit Schwerpunkt Tief- und Strassenbau tätig. Die [Aktionärin Z]-
Gruppe wurde im Jahr 2015 umstrukturiert und anschliessend von [einer grosse vertikal inte-
grierten  Bauunternehmung]übernommen.4  Letztere  ist  im  Hoch-  und  Tiefbau  einschliesslich 
Strassenbau tätig.5  [Die  Aktionärin  X]  ist  Dienstleisterin  des  Baugewerbes,  insbesondere  in 
den Bereichen Transport, Aushub und Wiederverwertung.6  

4. 
Die Bürgergemeinde als Hauptaktionärin stellt 4 von 7 Verwaltungsräten sowie den Ver-
waltungsratspräsidenten der Deponie Höli Liestal AG. Jede der 3 Mitaktionärinnen hat je einen 
Verwaltungsratssitz.7 

5. 
Die Deponie Höli nahm ihren Betrieb am 25. Mai 2010 auf. Die Betriebsführung wurde 
an das Amt für Industrielle Betriebe des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: AIB) über-
tragen.  Dieses  betreibt  in  unmittelbarer  Nähe  die  Deponieanlage  Elbisgraben.  Dort  werden 
andere Abfallarten als in der Deponie Höli entsorgt. Trotzdem gibt es gewisse Synergien, wie 

1   <bl.chregister.ch/cr-portal/auszug/auszug.xhtml?uid=CHE-114.298.711> (25.7.2022). 
2   Präambel des Aktionärsbindungsvertrags (Act. IV.8, Beilage 5). Ursprünglich war vorgesehen, dass 
die Bürgergemeinde [ca. 51 %] des Aktienkapitals halten sollte (Act. IV.8, Rz 7 sowie Act. IV.8, Bei-
lage 2). 

3   Act. IV.8, Rz 7. 
4   Act. IV.5, Zeilen 82–86; Act. III.4, Zeilen 141–143; […] (15.9.2022). 
5   Act. IV.5, Zeilen 88–90. 
6   Act. IV.8, Beilage 2. 
7   Act. IV.8, Rz 8 und Beilage 5. 

5 

 
 
 
 
 
 
 
zum Beispiel in Bezug auf die Zufahrt oder die Wägung und Kontrolle der angelieferten Ab-
fälle.8 Administrative Aufgaben wie zum Beispiel das Rechnungswesen hat die Deponie Höli 
Liestal AG an die Tretor AG mit Sitz in Liestal ausgelagert.9 

Im  Mai  2021  wurde  das vom  Kanton  Basel-Landschaft  bewilligte  Deponievolumen  er-
6. 
reicht. Deshalb nahm die Deponie Höli ab dem 13. Mai 2021 keine Abfälle mehr entgegen. 10 
Die  Deponie  Höli  Liestal  AG reichte  beim  Kanton  Basel-Landschaft  ein Gesuch zur  Aufsto-
ckung des Deponievolumens um 1,2 Millionen Tonnen ein.11 Dieses Gesuch wurde bewilligt. 
Seit dem 14. März 2022 ist die Deponie Höli wieder geöffnet.12 

A.3 

Verfahrensgeschichte 

A.3.1  Untersuchungseröffnung gegen die Deponie Höli Liestal AG 

7. 
Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: BUD) 
reichte beim Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekretariat) am 22. De-
zember 2020 eine Anzeige mit dem folgenden Inhalt ein: Die Deponie Höli Liestal AG betreibe 
auf  dem  Gebiet  der  Gemeinde  Liestal  die  Deponie  Höli  des  Typs  B  (vgl.  Rz  23  ff.  zu  den 
Deponietypen). Die Deponie dominiere mit gut 70 % der jährlich deponierten Menge den Markt 
für Abfälle des Typs B im Kanton Basel-Landschaft. Die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG seien neben der Bürgergemeinde Liestal die [Aktionärin X], die [Aktionärin Y] und die [Ak-
tionärin Z]. Im Herbst 2020 habe die Deponie Höli Liestal AG angesichts der bevorstehenden 
Erschöpfung des verfügbaren Deponievolumens einen Annahmestopp für Dritte angeordnet. 
Zudem werde preislich schon seit langem zwischen Aktionärinnen und Nichtaktionären unter-
schieden. 

8. 
Im März 2021 führte das Sekretariat Telefongespräche mit Vertretern des Kantons Ba-
sel-Landschaft und forderte zusätzliche Informationen an, welche der Kanton im März sowie 
im April 2021 einreichte.13 

9.  Gestützt auf die vom Kanton Basel-Landschaft eingereichten Beweismittel eröffnete das 
Sekretariat am 7. Juni 2021 im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums die Untersu-
chung 32-0276: Deponie Höli gegen die Deponie Höli Liestal AG und gab diese mittels amtli-
cher Publikation gemäss Art. 28 KG am 21. Juni 2021 im Schweizerischen Handelsamtsblatt 
bekannt.14  Dritte  hatten  daraufhin  30  Tage,  um  ihre  Beteiligung  am  Verfahren  anzumelden. 
Entsprechende Meldungen blieben aus. 

A.3.2  Selbstanzeige und weitere wesentliche Ermittlungshandlungen 

10.  Vom 8.–11. Juni 2021 führte das Sekretariat 3 Parteieinvernahmen mit Vertretern der 
Deponie Höli Liestal AG durch.15 Am 14. Juni 2021 reichte die Deponie Höli Liestal AG einen 
Marker für eine Selbstanzeige ein.16 Anschliessend fanden am 15. und 16. Juni 2021 2 münd-
liche Ergänzungen der Selbstanzeige statt.17 Die schriftliche Selbstanzeige einschliesslich re-
levanter  Beweismittel  ging  am  30.  Juni  2021  ein.18  Das  Sekretariat  teilte  der  Deponie  Höli 

8   Act. IV.8, Rz 10 und Beilage 6. 
9   Act. IV.8, Rz 11. 
10   Act. IV.8, Rz 27. 
11   Act. II.A.5; Act. III.3, Zeilen 285–293. 
12   <www.deponie-hoeli.ch> (6.1.2023). 
13   E-Mails vom 5.3.2021 (Act. II.A.1), vom 8.3.2021 (Act. II.A.2) und vom 15.4.2021 (Act. II.A.4.). 
14   SHAB vom 21. Juni 2021, Meldungsnummer: BB05-0000000077; Eröffnungsschreiben an die De-

ponie Höli Liestal AG (Act. I.1). 

15   Act. III.1; Act. III.2; Act. III.3. 
16   Act. IV.3. 
17   Act. IV.5; Act. IV.6. 
18   Act. IV.8. 

6 

 
 
 
 
 
 
 
Liestal AG im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums mit Schreiben vom 5. Juli 2021 
mit, dass die vorliegende Selbstanzeige zu einer Sanktionsreduktion von maximal 50 % führen 
könne.19 

11.  Zusätzlich holte das Sekretariat weitere Informationen ein mittels Auskunftsbegehren an 
die Deponie Höli Liestal AG sowie an Dritte. Durch Amtshilfegesuche an Behörden der Kan-
tone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn sowie an das Bundesamt für Umwelt (nach-
folgend: BAFU) erhob das Sekretariat weitere relevante Angaben, insbesondere zur Herkunft 
der in den Deponien der Region Basel20 entsorgten Abfälle.21 Ausserdem führte das Sekreta-
riat 2 Zeugeneinvernahmen durch.22 

A.3.3  Gewährung der Akteneinsicht 

12.  Am 21. Juli 2021,23 10. Dezember 2021,24 20. April 202225 und am 15. Februar 202326 
gewährte das Sekretariat der Deponie Höli Liestal AG in elektronischer Form Akteneinsicht. 

A.3.4  Antrag des Sekretariats an die WEKO (Art. 30 Abs. 1 KG) 

13.  Mit Schreiben vom 14. Februar 2023 stellte das Sekretariat der Deponie Höli Liestal AG 
seinen Antrag an die WEKO zur Stellungnahme nach Art. 30 Abs. 2 KG zu.27 Darin beantragte 
es, die Deponie Höli Liestal AG wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung ge-
mäss Art. 7 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG (Vorzugskonditionen für Aktionärinnen und 
Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären) mit einer Sanktion nach Art. 49a Abs. 1 KG 
von [1–1,5 Millionen] Franken zu belasten. Zudem beantragte es, der Deponie Höli Liestal AG 
die Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

A.3.5  Beweisanträge der Deponie Höli Liestal AG 

14.  Mit Schreiben vom 15. März 2023 beantragte die Deponie Höli Liestal AG die Durchfüh-
rung zusätzlicher Einvernahmen.28 Das Sekretariat informierte die Deponie Höli Liestal AG mit 
Schreiben vom 21. März 2023 über seine Absicht, der Wettbewerbskommission (nachfolgend: 
WEKO) die Ablehnung der genannten Beweisanträge zu beantragen. Gleichzeitig stellte das 
Sekretariat der Deponie Höli Liestal AG den entsprechenden Antragsentwurf zu.29 Die Depo-
nie Höli Liestal AG teilte daraufhin mit, dass sie an ihren Beweisanträgen festhalte.30 Zur Be-
urteilung der Beweisanträge vgl. Rz 425 ff. 

19   Act. IV.11. 
20   Unter der «Region Basel» oder dem «Wirtschaftsraum Basel» wird nachfolgend das Gebiet der Kan-
tone Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie das Fricktal (Kanton Aargau) und die solothurnischen 
Bezirke Thierstein und Dorneck verstanden (Vgl. Act. IV.8, Fn 6). 

21   Vgl. Rz 136 ff. 
22   Act. III.4; Act. III.5. 
23   Act. I.23. 
24   Act. I.45. 
25   Act. I.50. 
26   Act. V.4. 
27   Act. V.2. 
28   Act. V.23. 
29   Act. V.24. 
30   Act. V.25, Rz 19 ff. 

7 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
A.3.6  Stellungnahme der Deponie Höli Liestal AG (Art. 30 Abs. 2 KG) 

15.  Mit  Eingabe  vom  1.  Mai  2023  liess  sich  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  zum  Antrag  des 
Sekretariats vom 14. Februar 2023 vernehmen.31 Darin stellte sie folgende Rechtsbegehren:  

1.  Es sei die Untersuchung 32-0276 einzustellen. 

2.  Eventualiter sei gestützt auf Artikel 49a Abs. 3 Bst. b KG keine Sanktion auszufällen. 

3.  Sub-Eventualiter sei der Basisbetrag der Sanktion auf höchstens 3% festzusetzen. 

4.  Sub-Sub-Eventualiter  sei  das  Ausmass  der  beherrschenden  Stellung  der  Deponie 
Höli unter Berücksichtigung aller Umstände abzuklären und die behaupteten Wettbe-
werbsverfälschungen konkret herauszuarbeiten und nachzuweisen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft (inkl. MwSt). 

A.3.7  Anhörung der Deponie Höli Liestal AG und Entscheid der WEKO 

16.  Die  WEKO  hörte  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  zu  deren  Begehren  am  19.  Juni  2023 
mündlich  an.32  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  bestätigte  anlässlich  der  Anhörung  ihre  in  der 
schriftlichen Stellungnahme formulierten Rechtsbegehren.33 

17.  Nach Beratung fällte die WEKO am 3. Juli 2023 den vorliegenden Entscheid. 

31   Act. V.25. 
32   Act. VI.4 (Protokoll der Anhörung). 
33   Act. VI.5 und Act. VI.6 (Plädoyer der Deponie Höli Liestal AG). 

8 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
B 

Sachverhalt 

B.1  Marktverhältnisse 

B.1.1  Übersicht 

18. 
In diesem Kapitel wird zunächst das Deponiewesen im Allgemeinen untersucht. Zu die-
sem  Zweck  wird  dargelegt,  welche  Arten  von  Deponien  es  in  der  Schweiz  gibt  (Rz  23 ff.). 
Anschliessend werden die bei Errichtung, Betrieb und Nachsorge einer Deponie des Typs B 
anfallenden Arbeiten beschrieben (Rz 28 ff.). Schliesslich werden die für die Entsorgung der 
vorliegend  relevanten  Abfälle  erforderlichen  Entsorgungsgenehmigungen  (Rz  42)  sowie  der 
Transport (Rz 50 ff.) und die Möglichkeiten der Wiederverwertung (Rz 58 ff.) untersucht. 

19. 
In einem zweiten Abschnitt geht es um die Nachfrageseite. Konkret wird zunächst dar-
gelegt, wer Abfälle in der Deponie Höli entsorgt (Rz 103 ff.) und nach welchen Kriterien die 
Nachfrageseite eine geeignete Deponie auswählt (Rz 119 f.). 

20.  Anschliessend wird die Angebotsseite untersucht. Zu diesem Zweck werden die Stand-
orte der Deponien des Typs B in der Nordwestschweiz aufgezeigt (Rz 123). Ferner werden 
relevante Eigenschaften der Deponie Höli sowie deren Entstehungsgeschichte dargelegt (Rz 
124 ff.). 

21.  Schliesslich werden die Marktergebnisse dargestellt, die sich aus dem Zusammenspiel 
von Angebot und Nachfrage ergeben. Zunächst wird aufgezeigt, aus welchem Gebiet Abfälle 
in die Deponie Höli gebracht werden (Rz 134 ff.). Des Weiteren wird untersucht, welcher Anteil 
der im Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli anfallenden Abfälle in der Deponie Höli entsorgt 
wird (Rz 152 ff.). Schliesslich wird analysiert, wie gross der preisliche Spielraum der Deponie 
Höli Liestal AG im Markt ausfällt (Rz 189 ff.). 

B.1.2  Deponiewesen 

B.1.2.1  Beweisthema 

22.  Zunächst wird untersucht, welche Deponietypen es in der Schweiz gibt und welche die-
ser Deponietypen für die Entsorgung der in der Deponie Höli entsorgten Abfallarten in Frage 
kommen (Rz 23 ff.). Anschliessend werden die für den Deponiebetrieb erforderlichen Arbeiten 
beschrieben. Dabei wird insbesondere geprüft, welche Hürden der Neueröffnung oder Erwei-
terung einer Deponie des Typs B in der Region Basel entgegenstehen (Rz 28 ff.). Als Nächstes 
wird dargelegt, welche Genehmigungen die Nachfragerinnen und Nachfrager von Deponievo-
lumen einholen müssen, damit sie ihre Abfälle in einer Deponie des Typs B der Region Basel 
entsorgen dürfen (Rz 42 ff.). Anschliessend wird untersucht, wie Abfälle des Typs B von der 
Baustelle zur Deponie gebracht werden und wie hoch die entsprechenden Kosten im Verhält-
nis  zu  den  Deponiegebühren  ausfallen  (Rz  50 ff.).  Schliesslich  wird  geprüft,  unter  welchen 
Voraussetzungen  die  Wiederverwertung  eine  Alternative  zur  Deponierung  von  Abfällen  des 
Typs B ist und wie bedeutend diese Alternative im Zeitraum 2010–2021 in der Region Basel 
war (Rz 58 ff.). 

B.1.2.2  Deponietypen 

23. 
In der Schweiz gibt es 5 Deponietypen, welche mit den Buchstaben A bis E bezeichnet 
werden. Diese stehen in aufsteigender Folge für zunehmendes Gefährdungspotenzial der dort 

9 

 
 
 
 
 
 
abgelagerten Abfälle. Die Abfallverordnung34 regelt auf Bundesebene, welche Abfälle in wel-
chem Deponietyp abzulagern sind.35 

24.  Bei der Deponie Höli handelt es sich um eine Deponie des Typs B. Im vorliegenden Fall 
sind daher insbesondere Deponien dieses Typs B relevant. Gemäss Anhang 5 der Abfallver-
ordnung können in Deponien des Typs B schwach verschmutztes Boden- und Aushubmaterial, 
bestimmte Arten von Ausbauasphalt und Betonabbruch, Glas- und Keramikabfälle sowie wei-
tere mineralische Abfälle abgelagert werden, sofern sie die in der Abfallverordnung angege-
benen  Grenzwerte  nicht  überschreiten.  Zusätzlich  können  in  Deponien  des  Typs  B  Abfälle 
abgelagert werden, die für Deponien des Typs A zugelassen sind. Dabei handelt es sich im 
Wesentlichen um unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial.36 

25.  Die Deponiegebühren steigen in der Regel mit dem Gefährdungspotenzial der abgela-
gerten Abfälle, insbesondere weil der Aufwand der erforderlichen baulichen Schutzmassnah-
men  mit  dem  Gefährdungspotenzial  zunimmt.  So  kostet  zum  Beispiel  die  Ablagerung  einer 
Tonne Abfall in einer Deponie des Typs A weniger als die Ablagerung in einer Deponie des 
Typs B. Diese Preisunterschiede werden durch die unterschiedlich hohen sogenannten VASA-
Abgaben noch vergrössert: Gemäss der Verordnung über die Abgabe zur Sanierung von Alt-
lasten (VASA)37 erhob der Bund bis zum 31. Dezember 2015 auf die Ablagerung in Deponien 
des Typs B eine Abgabe von 3 Franken pro Tonne.38 Diese Abgabe wurde auf den 1. Januar 
2016 auf 5 Franken pro Tonne erhöht. 39 Der Abgabesatz bei Deponien der Typen C, D und E 
ist mit 15–17 Franken pro Tonne im Zeitraum 2010–2021 wesentlich höher.40 Bei Deponien 
des Typs A fiel im Zeitraum 2010–2021 keine VASA-Abgabe an.41 

Insbesondere aufgrund der höheren Gebühren werden in Deponien des Typs B nur re-
26. 
lativ geringe Mengen an Abfällen abgelagert, welche in einer Deponie des Typs A deponiert 
werden  dürfen  (vgl.  Rz  131).  Gleichermassen  werden  Abfälle,  die  in  Deponien  des  Typs  B 
entsorgt werden dürfen, in der Regel nicht in Deponien der Typen C, D oder E entsorgt.42 Da 
Deponien der Typen A, C, D oder E aus den genannten Gründen keine gleichwertigen Alter-
nativen  zu  Deponien  des  Typs  B  sind,  beschränken  sich  die  nachfolgenden  Ausführungen 
weitgehend auf Deponien des Typs B und die dort entsorgten Abfälle. 

27.  Der  überwiegende  Anteil  der  in  Deponien  des  Typs  B  entsorgten  Abfälle darf  nicht  in 
Deponien des Typs A entsorgt werden (vgl. Rz 129 ff.). Diese Abfälle werden nachfolgend als 
«Abfälle Typ B» bezeichnet. Ein kleiner Teil der in Deponien des Typs B entsorgten Abfälle 
hätte hingegen auch in einer Deponie des Typs A entsorgt werden können. Diese Abfälle wer-
den nachfolgend als «Abfälle Typ A» bezeichnet. 

34   Verordnung  vom  4.12.2015  über  die  Vermeidung  und  die  Entsorgung  von  Abfällen  (Abfallverord-

nung, VVEA; SR 814.600). 

35   Art. 35 VVEA. 
36   Anhang 5 Ziffer 1 VVEA. 
37   Verordnung vom 26.9.2008 über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten (VASA, SR 814.681). 
38   Art. 3 Abs. 1 VASA (Stand am 1.1.2009 und am 1.1.2012).  
39   Art. 3 Abs. 1 VASA (Stand am 1.1.2016).  
40   Art. 3 Abs. 1 VASA (Stand am 1.1.2009, am 1.1.2012 und am 1.1.2016). 
41  Art. 3 Abs. 1 VASA (Stand am 1.1.2009, am 1.1.2012 und am 1.1.2016). 
42   Vgl. die Aussage von [N1], wonach ihm kein Fall von Abfällen bekannt sei, die in einer Deponie des 
Typs  B  hätten  entsorgt  werden  dürfen  und  die  trotzdem  in  einer  Deponie  des  Typs  C,  D  oder  E 
entsorgt worden wären (Act. III.2, Zeile 395). 

10 

 
 
 
 
 
 
 
B.1.2.3  Für den Deponiebetrieb erforderliche Arbeiten 

B.1.2.3.1  Einleitung 

28.  Wer  eine  Deponie  des  Typs  B  eröffnen  will,  benötigt  verschiedene  Bewilligungen  und 
muss das für die Deponie vorgesehene Areal vorbereiten. Diese vor der Eröffnung einer De-
ponie des Typs B erforderlichen Arbeiten werden in Rz 29 ff. beschrieben. Anschliessend wird 
dargelegt, welche Arbeiten während des Betriebs einer Deponie anfallen (Rz 36 f.). Ist eine 
Deponie  des  Typs  B  vollständig  gefüllt,  müssen  Arbeiten  im  Zusammenhang  mit  dem  Ab-
schluss, der Nachsorge und der allfälligen Sanierung der Deponie ausgeführt werden. Diese 
werden in Rz 38 f. beschrieben. 

B.1.2.3.2  Vorarbeiten und Bewilligungen 

29.  Bevor eine Deponie des Typs B in Betrieb genommen werden kann, sind umfangreiche 
Planungs- und Vorbereitungsarbeiten erforderlich. Gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal 
AG dauerte die Planungs- und Realisierungsphase bei der Deponie Höli rund 15 Jahre.43 Ein 
wichtiger Grund für diese lange Dauer besteht darin, dass verschiedene Bewilligungen erfor-
derlich  sind.  [N2]  geht  davon  aus,  dass  es  rund 8–10  Jahren  dauert,  bis  alle  für  eine  neue 
Deponie erforderlichen Bewilligungen vorliegen. Die genaue Dauer sei von den Behörden so-
wie von allfälligen Einsprachen abhängig.44 [N2] ist […] Mitglied des Verwaltungsrates der De-
ponie Höli Liestal AG. Ausserdem ist er Geschäftsführer der Aktionärin […].45 

Insbesondere sind eine Baubewilligung46 sowie eine Betriebsbewilligung47 erforderlich. 
30. 
Deponien dürfen nur in speziell zu diesem Zweck vorgesehenen Deponiezonen errichtet wer-
den.48 Deshalb erfordert die Errichtung einer neuen Deponie in der Regel eine entsprechende 
Festsetzung im kantonalen Richtplan. Gemeinden und Bevölkerung können bei der Ausarbei-
tung  der  kantonalen  Richtpläne  mitwirken.49  Unter  anderem  deshalb  ist  es  nicht  selbstver-
ständlich, dass alle erforderlichen Bewilligungen erteilt werden.50 Ausserdem wird die Baube-
willigung jedenfalls im Kanton Basel-Landschaft nur erteilt, wenn in der Region ein Bedürfnis 
für die Anlage besteht.51 

31.  Vor diesem Hintergrund ist die folgende Einschätzung von [N3], Verwaltungsrat der De-
ponie  Höli  Liestal  AG,  zu  verstehen,  der  die  Schwierigkeiten,  welche  der  Erstellung  einer 
neuen Deponie entgegenstehen, als sehr hoch einschätzt: 

[Der Kanton habe keine Chance, eine neue Deponie zu planen. Die Dörfer seien so eng, 
dass man durch die Dörfer fahren oder neue Strassen bauen müsste. Es gebe keinen 
zweiten Deponiestandort mit eigener Autobahnausfahrt, bei welchem man durch keine 
Dörfer fahren müsse. Ohne die Deponie Höli habe der Kanton ein Problem.]52 

43   Act. IV.8, Rz 4; Act. IV.6, Zeilen 51–52. 
44   Act. IV.5, Zeile 260. 
45   Act. IV.5, Zeilen 78–86. 
46   § 120 Abs. 1 des Raumplanungs- und Baugesetzes Basel-Landschaft vom 8.1.1998 (RBG BL). Ge-
mäss Art. 38 Abs. 1 VVEA benötigen Deponien eine Errichtungsbewilligung der kantonalen Behörde. 
47   § 27 Abs. 2. des Umweltschutzgesetzes Basel-Landschaft vom 27.02.1991 (USG BL). Gemäss Art. 

38 Abs. 2 VVEA benötigen Deponien eine Betriebsbewilligung der kantonalen Behörde. 

48   § 28 Abs. 1 RBG BL. 
49   Art. 4 des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22.6.1979 (Raumplanungsgesetz, RPG, SR 

700); § 6 und 7 RBG BL. 

50   Vgl. die Aussage von [N2], wonach zahlreiche Deponien aufgrund der Ablehnung der Gemeinden 
oder aufgrund kantonaler  Abstimmungen  gescheitert seien (Act.  IV.5, Zeilen  261–262), sowie  die 
Aussage von [N1], wonach Volksabstimmungen zur Bewilligung neuer Deponien im Moment schwer 
zu gewinnen seien (Act. III.2, Zeilen 405–407). 

51   § 27 Abs. 1 USG BL. 
52   Act. IV.6, Zeilen 102–105. 

11 

 
 
 
 
 
 
 
32.  Tatsächlich verfügt die Deponie Höli über einen aussergewöhnlich geeigneten Standort. 
Sie ist direkt an die nahegelegene Autobahn angeschlossen und bei der Anfahrt werden keine 
Anwohner durch Lärm oder Staub beeinträchtigt.53 Gemäss der Einschätzung von [N3] ist der 
Standort der Deponie Höli sogar geradezu ideal.54 Dadurch war es für die Deponie Höli Liestal 
AG einfacher, die erforderlichen Bewilligungen zu erhalten, während potenzielle Konkurrentin-
nen  deswegen  bei  einem  allfälligen  Markteintritt  auf  grosse  Hindernisse  stossen  würden.55 
Gemäss der Aussage von [N3] kamen von mehreren geplanten Deponien ausser der Deponie 
Höli keine weiteren zustande.56 

33.  Selbst die Erweiterung einer bereits existierenden Deponie ist nicht ohne weiteres mög-
lich. Gemäss der Aussage von [N2] ist die Deponie Höli Liestal AG seit rund 8–9 Jahren damit 
beschäftigt, die Erweiterung der Deponie Höli zu planen.57 Auch für die Erweiterung ist eine 
Baubewilligung erforderlich.58  

34.  Zusätzlich zu den Kosten und der langen Dauer der Bewilligungsverfahren und der dafür 
erforderlichen Abklärungen und Planungsarbeiten sind in der Regel Vorbereitungsarbeiten nö-
tig. So wurden zum Beispiel am Standort der Deponie Höli vorgängig eine Kanalisation sowie 
ein Damm errichtet und ein Bach ausgebaut. Insgesamt kosteten die Vorbereitungsarbeiten 
gemäss der Aussage von [N4] etwa [1–5] Millionen Franken.59 [N4] ist seit […] Verwaltungsrat 
der Deponie Höli Liestal AG. Bis […] war er Geschäftsführer [einer Aktionärin der Deponie Höli 
Liestal AG].60 Gemäss einer im Jahresbericht 2009 enthaltenen Aufstellung der Kosten (exkl. 
Betrieb) der Deponie Höli Liestal AG kostete der Bau der Infrastruktur (Zufahrt, Kanalisation, 
Damm) sogar [1–5] Millionen Franken.61 Bei einem bewilligten Deponievolumen von 3 Millio-
nen Kubikmetern62 bzw. 6 Millionen Tonnen entsprechen allein diese Kosten etwas mehr als 
[15–85] Rappen pro Tonne Abfall. 

35.  Aus diesen Gründen sind die Hürden, die der Neueröffnung oder Erweiterung einer De-
ponie des Typs B entgegenstehen, als sehr hoch einzuschätzen. 

B.1.2.3.3  Betrieb 

36.  Liegen alle erforderlichen Bewilligungen vor und sind die Vorbereitungsarbeiten abge-
schlossen, kann die Deponie in Betrieb genommen werden. Die Deponie Höli Liestal AG hat 
dem AIB die Betriebsführung übertragen (vgl. Rz 5). Dem Vertrag zwischen dem AIB und der 
Deponie Höli Liestal AG kann entnommen werden, welche Aufgaben die Betriebsführung be-
inhaltet. Es handelt sich im Wesentlichen um die folgenden Leistungen:63 

−  Eingangskontrolle: Damit wird sichergestellt, dass die angelieferten Abfälle korrekt de-
klariert werden. Ausserdem werden die Abfälle gewogen. Es wird ein Lieferschein er-
stellt und die entsprechenden Daten werden elektronisch erfasst. 

−  Einbau der Abfälle in den Deponiekörper. 

53   Act. III.1, Zeilen 314–315; Act. III.3, Zeilen 111–119; Act. III.5, Zeile 151; Act. IV.8, Beilage 8, S.2. 
54   [N3 sagte aus, dass es keinen idealeren Standort gebe und auch in Zukunft nicht mehr geben werde] 

(Act. IV.6, Zeile 56). 

55   Deponien, die im Zeitraum 2010–2021 Abfälle des Typs B entgegengenommen haben, sind aktuelle 

und nicht potenzielle Konkurrentinnen (vgl. Rz 371).  

56   Act. IV.6, Zeilen 111–112. 
57   Act. IV.5, Zeilen 265–269. 
58   Act. III.3, Zeilen 285–293. 
59   Act. III.3, Zeilen 122–124. 
60   Act. III.3, Zeilen 57–70. 
61   Act. IV.15.1.1, S. 4. 
62   Act. II.A.4.4. 
63   Act. IV.8, Beilage 6, Anhang 1, Ziffern II und III. 

12 

 
 
 
 
 
 
 
−  Unterhalt und Erhaltung der Infrastruktur: Darunter ist zum Beispiel das Spülen und die 

Kontrolle von Entwässerungseinrichtungen zu verstehen. 

−  Kontrolle: Dazu gehören Abwasseranalysen oder Stichproben der angelieferten Abfälle. 

37.  Die Deponie Höli Liestal AG vereinbarte vor Inbetriebnahme der Deponie mit dem AIB, 
dieses für die Betriebsführung mit Fr. [1–5] pro angelieferte Tonne zu entschädigen.64 Zusätz-
lich entschädigte die Deponie Höli Liestal AG den Kanton Basel-Landschaft für die Benützung 
der Zufahrtsstrasse zur Deponie mit einem Grundbetrag von [100 000–200 000] Franken zu-
züglich  [40–80]  Rappen  pro  Tonne  angeliefertem  Material.  Diese  Entschädigungen  wurden 
jeweils der Teuerung angepasst.65 

B.1.2.3.4  Abschluss, Nachsorge und Sanierung 

38.  Gemäss Art. 32b des Umweltschutzgesetzes66 müssen Deponiebetreiber die Kostende-
ckung für Abschluss, Nachsorge und Sanierung durch Rückstellungen, Versicherungen oder 
in anderer Form sicherstellen. Im Kanton Basel-Landschaft entscheidet gemäss § 23 der kan-
tonalen Verordnung über den Umweltschutz67 die BUD, wie hoch die voraussichtlichen Kosten 
für die erforderlichen Abschluss- und Rekultivierungsarbeiten sowie für die Überwachung der 
Nachsorgephase  ausfallen.  Diese  Kosten  hat  die  BUD  bei  der  Deponie  Höli  auf  insgesamt 
rund [500 000–1 250 000] Franken geschätzt.68  

39.  Zusätzlich müssen Deponien des Typs B im Kanton Basel-Landschaft Sicherheitsleis-
tungen i.S.v. § 24 USV-BL zur Finanzierung unvorhergesehener möglicher Störfälle wie zum 
Beispiel der Beeinträchtigung des Grundwassers erbringen. Die BUD legte die Höhe dieser 
Sicherheitsleistungen bei der Deponie Höli Liestal AG auf [1–2] Millionen Franken fest.69 

40.  Die Deponie Höli Liestal AG selber schätzte den Aufwand für Renaturierung, Aufforstung 
und Abschluss in ihrem Jahresbericht 2009 auf [1–5] Millionen Franken.70 Dieser Betrag ist 
etwas höher als die von der BUD festgelegten Beträge für Abschluss, Rekultivierung, Nach-
sorge und Sicherheitsleistungen.  

41.  Die voraussichtlichen Kosten für Abschluss, Nachsorge und Sanierung sowie allfällige 
Störfälle  liegen  bei  der  Deponie  Höli  entsprechend  bei  rund  [1–5]  Millionen  Franken.71  Bei 
einem Deponievolumen von 3 Millionen Kubikmetern72 bzw. 6 Millionen Tonnen entspricht das 
rund [15–85] Rappen pro Tonne Abfall. 

B.1.2.4  Entsorgungsgenehmigung 

B.1.2.4.1  Abfallarten gemäss VeVA 

42.  Die Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA)73 regelt gemäss Art. 1 Abs. 2 den 
Inlandverkehr mit  Sonderabfällen  und  anderen  kontrollpflichtigen  Abfällen  sowie  den  grenz-
überschreitenden  Verkehr  mit  allen  Abfällen.  In  Art.  2  Abs.  2  VeVA  werden  Sonderabfälle, 

64   Gewisse der in Rz 36 aufgelisteten Leistungen sind durch diesen Betrag nicht vollumfänglich gedeckt 

(vgl. Act. IV.8, Beilage 6, Anhang 1, Ziffer III). 

65   Act. IV.8, Beilage 6, Ziffer 7. 
66   Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7.10.1983 (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01). 
67   Verordnung über den Umweltschutz vom 24.12.1991 (USV-BL; 780.11). 
68   Im entsprechenden Entscheid der BUD vom 3.11.2009 (Act. II.A.4.2) sind die voraussichtlichen Kos-

ten in Ziffer 2.3 separat für die verschiedenen erforderlichen Arbeiten angegeben.  

69   Act. II.A.4.2, Ziffern 2.6 und 2.7. 
70   Act. IV.15.1.1, S. 4. 
71   Je nach den spezifischen Gegebenheiten fallen diese voraussichtlichen Kosten bei anderen Depo-

nien unterschiedlich aus (vgl. Act. II.A.4.4). 

72   Act. II.A.4.4. 
73   Verordnung über den Verkehr mit Abfällen vom 22.6.2005 (VeVA; SR 814.610). 

13 

 
 
 
 
 
 
 
andere  kontrollpflichtige Abfälle  mit  Begleitscheinpflicht  und  andere kontrollpflichtige  Abfälle 
ohne  Begleitscheinpflicht  unterschieden.  Die  Einteilung  der  verschiedenen  Abfallarten  ist  in 
einer Verordnung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kom-
munikation (nachfolgend: UVEK) geregelt.74 Darin werden sechsstellige sogenannte «VeVA-
Codes» für verschiedene Abfallarten definiert. Für jede Abfallart ist ausserdem die Kategorie 
gemäss  Art.  2  Abs.  2  VeVA  eingetragen  (Sonderabfall,  anderer  kontrollpflichtiger  Abfall  mit 
Begleitscheinpflicht, anderer kontrollpflichtiger Abfall ohne Begleitscheinpflicht). 

43.  Bei den in der Deponie Höli entsorgten Abfällen handelt es sich teilweise um Abfälle, die 
weder als Sonderabfälle noch als andere kontrollpflichtige Abfälle gelten (z.B. schwach ver-
schmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial, VeVA-Code 17 05 94; vgl. Tabelle 3 unten). Bei 
einem grossen Teil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle handelt es sich hingegen um 
andere kontrollpflichtige Abfälle ohne Begleitschein i.S.v. Art. 2 Abs. 2 VeVA (z.B. wenig ver-
schmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial, VeVA-Code 17 05 97). In Bezug auf diese kon-
trollpflichtigen Abfälle regelt die VeVA den Inlandverkehr und sieht insbesondere vor, dass die 
Entsorgungsunternehmen  den  Behörden  bestimmte  Informationen  zu  den  angenommenen 
kontrollpflichtigen Abfällen zukommen lassen müssen (Art. 12 Abs. 2 VeVA). 

B.1.2.4.2  EGI 

44.  Verschiedene Kantone haben zum Vollzug der VeVA eine internetbasierte EDV-Lösung 
eingeführt, die sogenannte Entsorgungsgenehmigung via Internet (nachfolgend: EGI).75 Die-
sem System sind unter anderem die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn und 
Bern angeschlossen. Der Kanton Aargau ist hingegen nicht angeschlossen.76 

45.  Wer Abfälle in einer dem EGI-System angeschlossenen Kanton gelegenen Deponie des 
Typs B deponieren will, benötigt dazu eine Genehmigung. Ein entsprechendes Gesuch kann 
kostenlos über das EGI-System gestellt werden.77 Der Gesuchsteller muss angeben, welche 
Abfälle in welcher Anlage entsorgt werden sollen. Insbesondere müssen Herkunftsort des Ab-
falls (identifiziert durch die Gemeindenummer78), Abfallart (identifiziert durch den VeVA-Code, 
vgl. Rz 42), Abfallmenge sowie der Zeitraum der Anlieferung angegeben werden.79 

46.  Voraussetzung für die Genehmigung des Gesuchs ist die Zustimmung des Herkunfts-
kantons des Abfalls, der Abfallentsorgungsanlage und des Standortkantons der Abfallentsor-
gungsanlage.80 

B.1.2.4.3  Exporte 

47.  Gemäss Art. 15 Abs. 1 VeVA ist für die Ausfuhr von Abfällen grundsätzlich eine Bewilli-
gung des BAFU erforderlich. Die Bewilligungspflicht entfällt gemäss Art. 15 Abs. 2 VeVA, falls 
(i) die Abfälle zur Verwertung ausgeführt werden, (ii) sich die Abfälle auf der grünen Abfallliste 
des OECD Ratsbeschlusses befinden und (iii) es sich nicht um Abfälle nach Art. 14 Abs. 3 
VeVA handelt. 

48.  Beim überwiegenden Anteil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle handelt es sich 
um kontrollpflichtige Abfälle oder um Abfälle, die nicht auf der grünen Abfallliste des OECD 
Ratsbeschlusses aufgeführt sind (vgl. Tabelle 3 unten). Diese Abfälle dürfen folglich nur mit 

74   Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen vom 18.10.2005 (SR 814.610.1). 
75   Act. IV.8, Rz 68 und Beilage 33. 
76   Act. IV.8, Beilage 33; Act. II.A.18.2, Antwort auf Frage 2. 
77   Act. II.A.18.2, Antwort auf Frage 2. 
78   Das Bundesamt für Statistik ordnet jeder Gemeinde der Schweiz eine Nummer zu. Der Herkunftsort 
der Abfälle wird im EGI-System anhand dieser Nummer identifiziert (Act. II.A.18.2, Antwort auf Frage 
1). 

79   Act.IV.8, Beilage 33, S. 17. 
80   Act.II.A.18.2, Antwort auf Frage 2 sowie Act.IV.8, Beilage 33. 

14 

 
 
 
 
 
 
 
einer Bewilligung des BAFU exportiert werden. Gemäss Art. 17 VeVA bewilligt das BAFU die 
Ausfuhr  von  Abfällen  nur,  wenn  diese  nicht  zum  Zweck  der  Ablagerung  auf  einer  Deponie 
ausgeführt werden. Deshalb darf der überwiegende Anteil der in Deponien des Typs B entsor-
gen Abfälle nicht in ausländischen Deponien entsorgt werden.81 

49.  Eine  Ausnahme  bilden  Abfälle,  die  in  Deponien  des  Typs  A  entsorgt  werden  dürfen. 
Diese Abfälle dürfen in ausländischen Deponien entsorgt werden.82 Dabei handelt es sich aber 
nur um einen geringen Anteil der insgesamt in Deponien des Typs B entsorgten Mengen (vgl. 
Rz 131). 

B.1.2.5  Transport 

50.  Bauabfälle können grundsätzlich mit Kippern oder mit Mulden transportiert werden. Kip-
per sind Lastwagen, deren Wagenkasten gekippt werden kann. Kipper werden in der Regel 
innerhalb eines kurzen Zeitraums auf der Baustelle mit den dort angefallenen Abfällen beladen 
und bringen diese anschliessend direkt zur Deponie. Im Gegensatz dazu können Mulden auf 
der Baustelle abgestellt werden. Dadurch ist es möglich, die Mulde über einen längeren Zeit-
raum mit Abfällen zu füllen und sie erst dann abzuholen, wenn sie voll ist.83 

51.  Der Transport mit Kippern ist in der Regel kostengünstiger. Deshalb werden diese Fahr-
zeuge eingesetzt, wenn ausreichend grosse Abfallmengen anfallen und wenn es die Platzver-
hältnisse auf der Baustelle zulassen. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kommen in der 
Regel stattdessen Mulden zum Einsatz.84 Ein Teil der Entsorgungsunternehmen ist auf den 
Transport mit Mulden spezialisiert, andere verwenden primär Kipper, wiederum andere bieten 
beide Transportarten an.85 

52.  Nachfolgend wird die Grössenordnung der Transportkosten relativ zu den Deponiege-
bühren eingeschätzt. Zu diesem Zweck werden die im Vergleich zur Entsorgung mit Mulden 
tiefer ausfallenden Transportkosten bei der Entsorgung mit Kipperfahrzeugen herangezogen. 

53.  Kipperfahrzeuge  sind  unterschiedlich  gross.  Insbesondere  weil  unabhängig  von  der 
Grösse  des  Fahrzeugs  ein  Fahrer  benötigt  wird,  sinken  die  Kosten  pro  Transportkapazität 
grundsätzlich mit der Grösse des Fahrzeugs. Die grössten regelmässig eingesetzten Kipper-
lastwagen sind 5-Achser. Die Listenpreise 2021 pro Stunde eines solchen Fahrzeugs betragen 
in der Region Basel rund 160 Franken.86 Diese Fahrzeuge werden durchschnittlich mit rund 
25 Tonnen Abfällen beladen.87 Folglich kostet eine Fahrminute pro Tonne rund 11 Rappen. 
Falls auf der Rückfahrt keine anderen Güter transportiert werden können, müssen zusätzlich 
die Kosten für die Rückfahrt berücksichtigt werden. Entsprechend betragen die Kosten für die 
in Fahrminuten gemessene Entfernung zwischen Baustelle und Deponie in diesem Fall rund 
21 Rappen pro Tonne.88 

54.  Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Abfälle zusätzlich auf- und wieder ab-
geladen werden müssen. Diese dafür anfallenden Kosten sind unabhängig von der Entfernung 
zwischen Baustelle und Deponie. Ausserdem fallen die Transportkosten pro Tonne wesentlich 

81   Vgl. Act. II.A.1.11, S. 6 f. 
82   Act. II.A.1.11, S. 6; vgl. auch Act. III.3, Zeilen 199–201. 
83   Act. III.5, Zeilen 91–105. 
84   Act. III.5, Zeilen 91–117. 
85   Act. III.5, Zeilen 88–90 sowie 119–122. 
86   Vgl.  z.B.  den  Listenpreis  der  habö  AG  von  160  Franken  pro  Stunde  (<haboe.ch/wp-content/uplo-
ads/haboe_preisliste_2021.pdf>,  25.7.2022)  oder  der  Meyer-Spinnler  AG  von  165  Franken  pro 
Stunde (<meyer-spinnler.ch/site/assets/files/1073/preisliste_kms_2021.pdf>, 25.7.2022). 

87   Act. III.4, Zeile 294. 
88   Zur Berechnung der Transportkosten beim Transport mit Kipperfahrzeugen vgl. Act. III.4, Zeilen 282–

295 sowie Beilage 4. 

15 

 
 
 
 
 
 
 
höher aus, wenn geringe Abfallmengen entsorgt werden müssen. In diesem Fall können keine 
grossen Kipperfahrzeuge eingesetzt werden. 

55. 
 Die in Fahrminuten gemessene Entfernung zwischen der Deponie Höli und den Bau-
stellen, aus welchen die in der Deponie Höli entsorgten Abfälle stammen, ist unten in Abbil-
dung 3 dargestellt. Daraus geht hervor, dass viele Abfälle aus der Stadt Basel stammen, die 
etwa 34 Fahrminuten von der Deponie Höli entfernt ist. Der Transport von Bauabfällen über 
diese Distanz kostet zum Beispiel rund Fr. 7.25 pro Tonne (34 Fahrminuten multipliziert mit 21 
Rappen pro Fahrminute), zuzüglich der Kosten für Auf- und Abladen. Im Vergleich dazu waren 
die von Nichtaktionären bezahlten Listenpreise der Deponie Höli Liestal AG im Jahr 2021 mit 
45 Franken pro Tonne (inkl. VASA-Gebühr) deutlich höher.89 

56.  Damit konsistent sind die von [N5] eingereichten Offerten. [N5] ist der Geschäftsführer 
der  [F1],  welche  in  den  Bereichen  Logistik,  Transportwesen,  Entsorgung,  […]  tätig  ist.90  Er 
reichte  Beispiele  von  Offerten  ein,  bei  welchen  die  [F1]  sowohl  den  Transport  als  auch  die 
Entsorgung von Abfällen des Typs B anbot.91 Es handelt sich insgesamt um 19 Beispiele. Bei 
jedem sind die offerierten Transportkosten und die Deponiegebühren separat angegeben. Ge-
mäss der Aussage von [N5] wurden die Beispiele so ausgewählt, dass es sich um relativ neue 
Offerten handle.92 Bei jedem der 19 Beispiele machen die Deponiegebühren mehr als 75 % 
der Gesamtkosten bestehend aus Transportkosten und Deponiegebühren aus. 

57.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Transportkosten pro Tonne unterschiedlich 
hoch ausfallen je nach Entfernung zwischen Baustelle und Deponie, je nach der zu entsorgen-
den Menge und je nachdem, ob auf der Rückfahrt andere Güter transportiert werden können. 
Deshalb ist der Anteil der Deponiegebühren an der Summe von Transportkosten und Depo-
niegebühren je nach Projekt unterschiedlich hoch. Trotzdem steht fest, dass die Deponiege-
bühren im Vergleich zu den Transportkosten eine relevante Grössenordnung annehmen.93 

B.1.2.6  Grundsatz der Verwertungspflicht nach dem Stand der Technik 

58.  Seit  Inkrafttreten  der  VVEA94  am  1.  Januar  2016 gilt  der  Grundsatz  der  Verwertungs-
pflicht  nach  dem  Stand  der  Technik  (Art.  12  VVEA).95  Demnach  müssen  Abfälle  verwertet 
werden, wenn die Verwertung die Umwelt weniger belastet als eine andere Entsorgung und 
die  Herstellung  neuer  Produkte  oder  die  Beschaffung  anderer  Brennstoffe. Gemäss  Art.  16 
Abs. 1 VVEA muss ein Entsorgungskonzept bei Bauarbeiten erstellt werden, bei welchen vo-
raussichtlich mehr  als  200  Kubikmeter  Bauabfälle  anfallen  oder  bei  welchen  besonders  ge-
fährliche Arten von Bauabfällen anfallen. Darin ist anzugeben, welche Arten von Bauabfällen 
voraussichtlich anfallen und wie diese entsorgt werden sollen. Gemäss dem Modul «Bauab-
fälle» der Vollzugshilfe des BAFU zur VVEA sind bestimmte Arten von Bauabfällen «grund-
sätzlich» der Verwertung zuzuführen. Selbst bei diesen Abfällen handelt es sich aber gemäss 
BAFU bei der Verwertungspflicht lediglich um einen Grundsatz, von dem bei Vorliegen guter 
Gründe abgewichen werden kann: «Wenn entgegen der Verwertungspflicht eine direkte Abla-
gerung von Abfällen vorgesehen ist, ist dies im Entsorgungskonzept zu begründen. Dabei sind 
die technischen, wirtschaftlichen, umwelt- und gesundheitsrelevanten Aspekte gegeneinander 

89   Act. IV.8, Rz 33. 
90   Act. III.4. Zeilen 82–83. 
91   Act. III.4, Beilagen 3 und 4. 
92   Act. III.4, Zeile 281. 
93   Gemäss [N1] sind die Transportkosten «deutlich wichtiger» als die Deponiegebühren (Act. III.2, Zeile 
369). Auf manche Projekte dürfte diese Einschätzung zutreffen, jedenfalls wenn bezüglich der De-
poniegebühren statt dem Listenpreis der Aktionärspreis zur Anwendung kommt. 

94   Verordnung  über  die  Vermeidung  und  die  Entsorgung  von  Abfällen  vom  4.12.2015  (Abfallverord-

nung, VVEA; SR 814.600). 

95   Der in Art. 12 VVEA festgehaltene Grundsatz wird in den nachfolgenden Artikeln der VVEA für be-

stimmte Abfallarten konkretisiert. 

16 

 
 
 
 
 
 
 
abzuwägen.»96 Demnach können die für die Beurteilung der Baubewilligungsgesuche zustän-
digen kantonalen Behörden bei der Beurteilung, ob Bauabfälle deponiert werden dürfen, auch 
wirtschaftliche Kriterien berücksichtigen. 

59.  Wenn die Wiederverwertung zu im Vergleich zur Deponierung ähnlichen Kosten möglich 
ist, ist davon auszugehen, dass die kantonalen Behörden in der Regel eine solche verlangen, 
weil bei den meisten Bauabfällen die umweltrelevanten Aspekte eher für eine Wiederverwer-
tung  sprechen.97  Werden  hingegen  Abfälle  deponiert,  bei  welchen  eine  Wiederverwertung 
technisch möglich wäre, ist in der Regel davon auszugehen, dass eine solche aus wirtschaft-
lichen Gründen keine gangbare Alternative zur Deponierung war. Andernfalls hätten die kan-
tonalen Behörden die Entsorgung kaum bewilligt. 

Insbesondere weil der Grundsatz der Verwertungspflicht nach dem Stand der Technik 
60. 
erst  seit  Inkrafttreten  der  VVEA  am  1.  Januar  2016  gilt,  muss trotzdem  genauer  untersucht 
werden, ob und in welchem Ausmass die Wiederverwertung eine Alternative zur Deponierung 
war. Zu diesem Zweck wird im folgenden Abschnitt untersucht, unter welchen Umständen die 
Wiederverwertung aus Sicht der Unternehmen, die Bauabfälle entsorgen müssen, grundsätz-
lich eine Alternative zur Entsorgung in einer Deponie des Typs B darstellt (Rz 61 ff.). Anschlies-
send wird geprüft, welche Bedeutung die Wiederverwertung als Alternative zur Deponierung 
vorliegend konkret hatte, namentlich welcher Anteil der deponierten Abfälle zu ähnlichen Kos-
ten  hätte  wiederverwertet  werden  können  (Rz  75 ff.).  Die  entsprechenden  Ergebnisse  sind 
insbesondere für die sachliche Marktabgrenzung und damit auch für die Beurteilung der Markt-
stellung der Deponie Höli Liestal AG relevant (Rz 321 ff.). 

B.1.2.7  Wiederverwertung als Alternative zur Deponierung 

B.1.2.7.1  Einleitung 

61.  Damit in Deponien des Typs B entsorgte Abfälle wiederverwertet werden können, muss 
eine Wiederverwertung technisch möglich sein. Je nach Abfallart gibt es diesbezüglich heute 
verschiedene Alternativen, die aber teilweise spezielle Anlagen voraussetzen und hohe Kos-
ten verursachen. So handelt es sich zum Beispiel bei einem grossen Teil der in der Deponie 
Höli entsorgten Abfälle um verschmutztes Aushubmaterial (vgl. Tabelle 3 unten). Zur Aufbe-
reitung  dieser  Abfälle  sind  Aushubwaschanlagen  erforderlich.  Im  Kanton  Basel-Landschaft 
war Stand 2021 erst eine solche Anlage in Betrieb.98 

62.  Trotzdem scheitert die Wiederverwertung oft nicht an den fehlenden technischen Mög-
lichkeiten, sondern daran, dass die entsprechenden Kosten im Vergleich zur Deponierung hö-
her ausfallen. Dabei sind die Kosten des Unternehmens massgebend, welches darüber ent-
scheidet,  ob  die  Abfälle  deponiert  oder  wiederverwertet  werden.  Muss  zum  Beispiel  ein 
Bauunternehmen Mischabbruch  entsorgen,  wird  diese  die  Kosten  der  Deponierung  mit  den 
Annahmepreisen  für  Mischabbruch  der  Aufbereitungsanlagen  vergleichen.  Dabei  wird  sie 

96   Modul «Bauabfälle» der Vollzugshilfe des BAFU zur VVEA, S. 13. Verfügbar unter <www.bafu.ad-
min.ch/bafu/de/home/themen/abfall/publikationen-studien/publikationen/modul-bauabfaelle.html> 
(12.8.2022). 

97   Vgl. den Bericht der Carbotech AG im Auftrag des BAFU «Ökologische Beurteilung der Verwertung 
von  Bauabfällen»  vom  August  2021,  erhältlich  auf  der  Internetseite  des  BAFU  <www.bafu.ad-
min.ch/bafu/de/home/themen/abfall/publikationen-studien/studien.html>  (13.10.2022).  Im  Bericht 
wird der Umweltnutzen der Wiederverwertung im Vergleich zur Deponierung bei den meisten Bau-
abfällen als positiv eingeschätzt. Allerdings kann der Umweltnutzen in Einzelfällen auch negativ aus-
fallen, zum Beispiel wenn die Transportdistanzen bei der Wiederverwertung wesentlich höher aus-
fallen als bei der Deponierung. 
98   Act. II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.2. 

17 

 
 
 
 
 
 
 
auch allfällige Unterschiede in Bezug auf die Transportkosten berücksichtigen. Das Bauunter-
nehmen wird den Mischabbruch nur dann der Wiederverwertung zuführen, wenn die entspre-
chenden Kosten mit denjenigen der Deponierung vergleichbar sind.99 

63.  Die Aufbereitungsanlagen ihrerseits müssen bei der Festlegung der Annahmepreise für 
Bauabfälle einerseits die Kosten für Beschaffung und Betrieb ihrer Anlagen berücksichtigen. 
Zusätzlich spielt aber auch der Marktpreis der von ihnen hergestellten Produkte (nachfolgend: 
RC-Produkte) eine Rolle. Wenn zum Beispiel eine Aufbereitungsanlage für das von ihr herge-
stellte  Mischabbruchgranulat  auf  dem  Markt  einen  hohen  Preis  erzielt,  wird  sie  bereit  sein, 
Mischabbruch zu relativ tiefen Preisen entgegenzunehmen. Kann sie hingegen das Mischab-
bruchgranulat gar nicht oder nur zu tiefen Preisen verkaufen, ist die Anlage möglicherweise 
nicht bereit, diesen Bauabfall entgegenzunehmen oder sie wird jedenfalls für die Entgegen-
nahme hohe Preise verlangen. Der Grund dafür ist folgender: Besteht überhaupt keine Nach-
frage nach einem bestimmten RC-Produkt, müssten die hergestellten RC-Produkte im Extrem-
fall letztlich in einer Deponie entsorgt werden. Um dieses Risiko abdecken zu können, muss 
die Aufbereitungsanlage in diesem Fall einen Annahmepreis verlangen, der deutlich über den 
eigentlichen  Kosten  des  Wiederverwertungsprozesses  liegt.  Folglich  hat  neben  den  Kosten 
des  eigentlichen  Wiederverwertungsprozesses  insbesondere  auch  die  Nachfrage  nach  RC-
Produkten einen Einfluss darauf, ob die Wiederverwertung eine gleichwertige Alternative zur 
Deponierung darstellt.100 

64.  Nachfolgend werden aus diesem Grund zunächst die Kosten der Aufbereitung von Bau-
abfällen eingeschätzt (Rz 65 ff). Anschliessend wird die Nachfrage nach RC-Produkten unter-
sucht (Rz 69 ff.). Auf dieser Grundlage kann beurteilt werden, unter welchen Umständen die 
Wiederverwertung aus Sicht der für die Entsorgung der Abfälle verantwortlichen Unternehmen 
eine gangbare Alternative zur Deponierung gewesen wäre. 

B.1.2.7.2  Kosten der Aufbereitung von Bauabfällen 

65.  Die bei der Aufbereitung von Abfällen entstehenden Kosten sind je nach Abfallart unter-
schiedlich  hoch.  Insbesondere  der  verwertbare  Anteil,  die  Art  und  Menge  der  enthaltenen 
Schadstoffe  sowie  das  erforderliche  Aufbereitungsverfahren  beeinflussen  die  Höhe  dieser 
Kosten.101 

66.  Gemäss  Schätzungen  des  Kantons  Basel-Landschaft  liegen  die  Kosten  einer  «einfa-
chen Aufbereitung» bei «mineralischen Rückbaustoffen» bei rund 15–20 Franken pro Tonne. 
Zu  den  mineralischen  Rückbaustoffen  gehören  insbesondere  Mischabbruch  (VeVA-Code 
17 01 07) und Mineralien (VeVA-Code 19 12 09) (vgl. Tabelle 3 unten für deren Anteil an den 
in der Deponie Höli bewilligten Mengen). 

Im Vergleich dazu fallen die entsprechenden Kosten bei belastetem Aushubmaterial we-
67. 
sentlich höher aus. Gemäss Schätzungen des Kantons Basel-Landschaft liegen diese selbst 
bei schwach belastetem Aushubmaterial mit geringem Feinanteil bei rund 15–50 Franken pro 
Tonne.  Mit  zunehmender  Schadstoffbelastung  und  zunehmendem  Feinanteil  können  diese 
Kosten auf über 100 Franken pro Tonne ansteigen.102 

68.  Bei manchen Abfallarten sind also die Kosten der Aufbereitung derart hoch, dass sich 
selbst bei grosser Nachfrage nach den aufbereiteten RC-Produkten eine Wiederverwertung 

99   Falls  die Baubewilligung die Wiederverwertung vorschreibt, muss diese unabhängig von den ent-

sprechenden Kosten vorgenommen werden. 

100  Vgl. dazu die Vorbringen der Deponie Höli Liestal AG, wonach für RC-Produkte oft keine Abnehme-
rinnen  oder  Abnehmer  zu  finden  seien.  Grund  dafür  sei  unter  anderem,  dass  aus  Primärmaterial 
hergestellte  für  die  gleichen  Verwendungszwecke  einsetzbare  Produkte  günstiger  seien  als  RC-
Produkte (Rz 64 f. der Selbstanzeige, Act.IV.8 sowie Zeilen 156–172 von Act.III.2). 

101  Act.II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.3. 
102  Act.II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.3. 

18 

 
 
 
 
 
 
 
im Vergleich zur Deponierung kaum lohnt. Bei solchen Abfällen stellt deshalb die Wiederver-
wertung keine gleichwertige Alternative zur Deponierung dar. 

B.1.2.7.3  Nachfrage nach RC-Produkten 

69.  Ähnlich  wie  bei  den  Kosten  der  Aufbereitung  fallen  auch  die  Nachfrage  nach  RC-
Produkten und damit auch die entsprechenden Marktpreise je nach Produkt unterschiedlich 
hoch aus. So variiert zum Beispiel der Listenpreis der Vigier-Gruppe für die Region Basel und 
das Laufental des Jahres 2019 für eine Tonne recyclierter Gesteinskörnungen je nach Art zwi-
schen 4 Franken (Mischabbruchgemisch) und Fr. 20.30 (RC-Kiessand).103 

70.  Jedenfalls sind die Preise der RC-Produkte nicht ausreichend hoch, dass sich die Wie-
derverwertung in jedem Fall lohnen würde. Wenn der eigentliche Wiederverwertungsprozess 
zum Beispiel 50 Franken kostet und das hergestellte Produkt nur für 5 Franken verkauft wer-
den kann, müsste die Aufbereitungsanlage einen Annahmepreis von mindestens 45 Franken 
pro  Tonne  verlangen,  um  keine  Verluste  zu  erleiden.  Weil  die  Gebühren  der  Deponie  Höli 
Liestal AG im Zeitraum 2010–2021 selbst für Nichtaktionäre nie 45 Franken pro Tonne über-
schritten, wäre deshalb die Wiederverwertung im Beispiel keine gleichwertige Alternative. 

71.  Ungeachtet  des  Preises  wäre  es  je  nach  Abfallart  insbesondere  am  Anfang  des  Zeit-
raums 2010–2021 kaum möglich gewesen, grosse zusätzliche Mengen an RC-Produkten zu 
verkaufen.104 Deshalb wäre es auch nicht möglich gewesen, beliebig grosse Mengen an Bau-
abfällen über Wiederverwertungsanlagen zu entsorgen. 

Insbesondere bei Abfallarten, wie zum Beispiel verschmutztem Aushub, bei welchen die 
72. 
Aufbereitung teuer und die Absatzmöglichkeiten beschränkt sind, war die Wiederverwertung 
aus diesen Gründen jedenfalls für einen grossen Teil der deponieren Abfälle keine äquivalente 
Alternative. 

B.1.2.7.4  Transportkosten 

73.  Zusätzlich zu den Kosten der Aufbereitung und der Nachfrage nach RC-Produkten ist zu 
berücksichtigen, dass sich die bei der Deponierung eines bestimmten Abfalls entstehenden 
Transportkosten von den bei der Wiederverwertung des gleichen Abfalls anfallenden Trans-
portkosten unterscheiden können. Auch diesbezüglich sind aber keine generellen Aussagen 
möglich. Wird ein Abfall deponiert, sind die Transportkosten im Wesentlichen von der Fahrzeit 
zwischen  der  Baustelle  und  der  Deponie  sowie  von  allfälligen  Möglichkeiten  abhängig,  auf 
dem Rückweg andere Güter zu transportieren. Wird ein Abfall wiederverwertet, geschieht dies 
entweder direkt auf der Baustelle oder mit einem Umweg über eine Aufbereitungsanlage.105 
Anschliessend müssen die hergestellten RC-Produkte auf die Baustelle gebracht werden, auf 
welcher sie eingesetzt werden sollen. Deshalb können die Transportkosten bei einer Deponie-

103  <www.vigier-beton-nordwest.ch/sites/default/files/2020-11/P43037_Vi-

gier_PL_Basel_GZD%20%282%29.pdf>  (17.5.2022).  Dabei  ist  zu  beachten,  dass  die  tatsächlich 
erzielten Preise insbesondere bei grösseren Bezugsmengen in der Regel unter den Listenpreisen 
liegen. In der erwähnten Preisliste ist zwar ein Listenpreis für die Annahme von Mischabbruch ent-
halten. Dieser bezieht sich aber nur auf nichtwiederverwertbaren Mischabbruch. Hingegen enthält 
die Preisliste keinen Eintrag für wiederverwertbaren Mischabbruch, was auf ein geringes Interesse 
an der Annahme solcher Abfälle hindeutet. 

104  Vgl. z.B. die Studie «Mischabbruchverwertung in der Schweiz» der Energie- und Ressourcen-Ma-
nagement  GmbH  im  Auftrag  des  BAFU,  Februar  2020,  erhältlich  auf  der  Internetseite  des  BAFU 
<www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/publikationen-studien/studien.html> 
(13.10.2022). Gemäss der Studie beklagte die Branche selbst im Jahr 2020 Schwierigkeiten, «die 
aufbereiteten Mischabbruchgranulate in den Baustoffmarkt zurückzuführen» (S. 7). 

105  Vgl. Act.II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.1. 

19 

 
 
 
 
 
 
 
rung im Vergleich zu den bei der Wiederverwertung anfallenden Transportkosten insbeson-
dere je  nach  Abfallart  sowie  je  nach  Lage  der relevanten  Baustellen,  Aufbereitungsanlagen 
und Deponien unterschiedlich hoch ausfallen. 

B.1.2.7.5  Zwischenergebnis 

74.  Die technischen Möglichkeiten, die Kosten der Aufbereitung, die Nachfrage nach RC-
Produkten sowie die Transportkosten unterscheiden sich je nach Abfallart und Standort der 
Baustellen, Aufbereitungsanlagen und Deponien stark. Daher können die Kosten der Wieder-
verwertung für die in der Deponie Höli im Zeitraum 2010–2021 entsorgten Abfälle nicht genau 
bestimmt werden. Deshalb ist es auch nicht möglich, den genauen Anteil der Abfälle zu be-
stimmen,  bei  welchem  eine  Wiederverwertung  zu  vergleichbaren  Kosten  möglich  gewesen 
wäre. Im nachfolgenden Kapitel wird die Grössenordnung dieses Anteils anhand der vorlie-
genden Beweismittel eingeschätzt. Dabei ist nur der Anteil der wiederverwertbaren Abfälle des 
Typs B von Interesse, nicht aber der Anteil wiederverwertbarer Abfälle des Typs A.106 

B.1.2.8  Anteil der wiederverwertbaren Abfälle Typ B 

B.1.2.8.1  Einleitung 

75.  Vorliegend  steht  fest,  dass  im  Zeitraum  2010–2021  in  den  Deponien  des  Typs  B  im 
Raum Basel jedenfalls teilweise Abfälle entsorgt wurden, die aus rein technischer Sicht hätten 
wiederverwertet werden können (z.B. Mischabbruch). Wären die Nettokosten der Wiederver-
wertung  im  Vergleich  zu  den  Kosten  der  Deponierung tiefer  oder  ähnlich  hoch  ausgefallen, 
wären  diese  Abfälle  kaum  deponiert  worden.  Dies  gilt  insbesondere  für  den  Zeitraum  nach 
2016, da die VVEA ab diesem Zeitpunkt eine grundsätzliche Verwertungspflicht vorsieht (vgl. 
Rz 58 ff.). Deshalb ist davon auszugehen, dass jedenfalls bei einem grossen Teil dieser Ab-
fälle die Kosten der Wiederverwertung diejenigen der Deponierung überstiegen hätten oder 
keine ausreichende Nachfrage nach RC-Produkten bestand. Aus diesen Gründen war die Wie-
derverwertung selbst bei aus rein technischer Sicht wiederverwertbaren Abfällen regelmässig 
keine wirtschaftlich gleichwertige Alternative zur Deponierung. Diese Abfälle werden nachfol-
gend als «nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B» bezeichnet. 

76.  Bei einem kleineren Anteil der in den Deponien des Typs B der Region Basel entsorgten 
Abfälle ist es hingegen möglich, dass die Wiederverwertung im Vergleich zur Deponierung zu 
ähnlichen Kosten möglich gewesen wäre. Diese Abfälle werden nachfolgend als «wiederver-
wertbare Abfälle Typ B» bezeichnet. Wie erwähnt, kann deren Anteil an den insgesamt depo-
nierten Abfällen des Typs B nicht genau quantifiziert werden (Rz 61 ff.). Nachfolgend wird des-
halb die Grössenordnung dieses Anteils geschätzt. Dazu stützt sich die Behörde auf einen im 
Auftrag des Kantons Basel-Landschaft erstellten Bericht (Rz 77 ff.), auf Angaben der Deponie 
Höli Liestal AG (Rz 84 ff.), auf Angaben des Kantons Basel-Landschaft (Rz 93 f.) sowie auf 
Zeugenaussagen (Rz 95 ff.). 

B.1.2.8.2  Bericht Züst 

77.  Der Kanton Basel-Landschaft hat sich im Rahmen der Erarbeitung einer Recycling-Stra-
tegie unter anderem mit der Frage beschäftigt, welche der in den Deponien des Typs B der 
Region entsorgten Abfälle wiederverwertet werden könnten. Den Auftrag zur Erarbeitung der 
genannten Recycling-Strategie erteilte der Kanton Basel-Landschaft der Züst Engineering AG. 
Zur  Begleitung  der  entsprechenden  Arbeiten  wurde  eine  Projektgruppe  eingesetzt,  welcher 
verschiedene  Vertreter  der  betroffenen  Wirtschaftsbereiche  einschliesslich  dreier  Verwal-
tungsräte der Deponie Höli Liestal AG angehörten. Die Deponie Höli Liestal AG reichte einen 

106  Bei den Abfällen des Typs A erübrigt sich eine nähere Untersuchung der Wiederverwertung, weil die 
Deponie Höli Liestal AG in Bezug auf diese Abfälle nur eine sehr schwache Marktstellung einnimmt 
(vgl. Rz 152 f.). 

20 

 
 
 
 
 
 
 
Entwurf eines auf März 2019 datierten Berichts sowie eine kürzere auf den 18. Juni 2019 da-
tierte  Version  des  Berichts zur  erwähnten  Recyclingstrategie  ein.107  Das  Sekretariat  hat  bei 
der Züst Engineering AG die neueste Version des erwähnten Berichts angefordert108 und zu 
den Akten genommen.109 Diese ist auf den 13. August 2019 datiert. In Bezug auf den vorlie-
gend  relevanten  Sachverhalt  weisen  die  3  vorliegenden  Versionen  des  erwähnten  Berichts 
keine wesentlichen Unterschiede auf. Deshalb wird nachfolgend jeweils lediglich auf die neu-
este Version des Berichts verwiesen (Bericht Züst). 

78.  Der Bericht Züst enthält eine Schätzung in Bezug auf die in Deponien des Typs B im 
Kanton Basel-Landschaft deponierten Abfallmengen, die stattdessen innerhalb von 2–8 Jah-
ren wiederverwertet werden könnten. Stand dieser Schätzung ist das Jahr 2017. Es handle 
sich dabei um jährlich rund 230 000 Tonnen. Innerhalb von 10–12 Jahren ab 2017 sei sogar 
eine Reduktion um bis zu 300 000 Tonnen möglich. Diese Reduktion entspreche rund 30 % 
des Deponievolumens Stand 2017.110 

79.  Gemäss  Bericht  Züst  wäre  die  innerhalb  von  2–8  Jahren  erreichbare  Reduktion  um 
230 000 Tonnen folgendermassen realisierbar:111 

−  Zusätzlich  könnten  rund  80 000  Tonnen  Mischabbruch  zu  «MB-Granulat»  verarbeitet 

werden. Die dazu erforderlichen Anlagen seien bereits 2017 vorhanden.112 

−  50 000 Tonnen an unverschmutztem in Deponien des Typs B entsorgtem Material könn-

ten anderweitig entsorgt werden. 

−  100 000 Tonnen wenig oder schwach verschmutzter Aushub könnten gewaschen wer-
den.  Die  dazu  erforderlichen  Anlagen  zur  Bodenwäsche  gebe  es  2017  in  der  Region 
Basel noch nicht, es seien aber Anlagen in Planung. 

80.  Stand  2021  gibt  es  in  der  Region  Basel  eine  Bodenwaschanlage  und  weitere  sind  in 
Planung.113  Trotzdem  spielte  die  Bodenwäsche  im  Zeitraum  2010–2021  keine  wesentliche 
Rolle als Ausweichmöglichkeit zur Deponierung in den Deponien des Typs B, da erst ganz am 
Schluss dieses Zeitraums eine solche Anlage zur Verfügung stand. 

81.  Demnach  konnte  von  dem  im  Zeitraum  2010–2021  in  den  Deponien  des  Typs  B  des 
Kantons Basel-Landschaft entsorgten Material, welches nicht in Deponien des Typs A entsorgt 
werden kann (Abfälle des Typs B), im Wesentlichen nur Mischabbruch wiederverwertet wer-
den. Gemäss Bericht Züst läge also das gesamte realisierbare Potenzial bei den Abfällen des 
Typs B bei 80 000 Tonnen Mischabbruch. Im Bezugsjahr des Berichts Züst (2017) wurden in 
den 4 Deponien des Typs B im Kanton Basel-Landschaft mehr als 800 000 Tonnen Abfälle 
entsorgt.114 Da der Bericht Züst eine Prognose für die 2–8 auf 2017 folgenden Jahre abgibt, 
läge demnach der allenfalls wiederverwertbare Anteil in den 2–8 auf das Jahr 2017 folgenden 
Jahren bei unter 10 %. 

107  Beilage 31 der Selbstanzeige (Act.IV.8). 
108  Act.II.B.1. 
109  Act.II.B.2. 
110  Act.II.B.2, S. 2 des Berichts vom 13.8.2019. Im Bericht ist jeweils von der «Region Basel» die Rede. 
Weil es im massgebenden Zeitraum weder im Kanton Basel-Stadt noch im Aargauischen Fricktal, 
noch in den Solothurnischen Bezirken Thierstein oder Dorneck eine Deponie des Typs B gab (vgl. 
Rz 123), handelt es sich bei den in der Region Basel gelegenen Deponien des Typs B um die faktisch 
im Kanton Basel-Landschaft gelegenen Deponien des Typs B. 

111  Act.II.B.2, S. 2 ff. des Berichts vom 13.8.2019. 
112  Zum  Vergleich:  Allein  in  der  Deponie  Höli  wurden  gemäss  EGI-Daten  im  Jahr  2017  mehr  als 

[100 000–200 000] Tonnen an Mischabbruch zur Deponierung freigegeben (Act. II.A.10). 

113  Act.II.A.4.1, S.4. 
114  Act.II.A.4.5. 

21 

 
 
 
 
 
 
 
82.  Ausserdem bedingt die Ausschöpfung dieses Potenzials gemäss Bericht Züst eine Ver-
besserung  der  Rahmenbedingungen  im  Vergleich  zum  Bezugsjahr  2017.115  Folglich  konnte 
das im Bericht Züst genannte Potenzial der Wiederverwertung im Umfang von rund 10 % im 
Zeitraum 2010–2017 jedenfalls nicht vollständig ausgeschöpft werden, weil die im Bericht Züst 
genannten  Verbesserungen  der  Rahmenbedingungen  jedenfalls  in  diesem  Zeitraum  noch 
nicht realisiert waren. 

83. 
In  Bezug  auf  den  vorliegend  relevanten  Zeitraum  von  2010–2021  ist  gemäss  Bericht 
Züst deshalb davon auszugehen, dass maximal rund 10 % der in den Deponien des Typs B 
des Kantons Basel-Landschaft entsorgten Abfälle des Typs B zu vergleichbaren Kosten hätten 
wiederverwertet werden können. 

B.1.2.8.3  Angaben der Deponie Höli Liestal AG 

84.  Die Deponie Höli Liestal AG teilte dem zuständigen Regierungsrat des Kantons Basel-
Landschaft mit Schreiben vom 20. August 2019 Folgendes mit: [Seit geraumer Zeit vertrete 
das Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: AUE) die Auf-
fassung, dass das von den Deponien zur Verfügung gestellte Deponievolumen oder Deponie-
preise ursächlich dafür seien, dass das Recycling nicht in Gang komme. Diese These stelle 
schlicht  und  einfach  Unsinn  dar.  Die  meisten  Bauunternehmer  (auch  die  Aktionärinnen  der 
Deponie Höli Liestal AG) würden das Recycling vorantreiben. Was technisch und wirtschaftlich 
wiederverwertbar sei, werde wiederverwertet. Das Problem sei nicht, dass zu wenig wieder-
verwertbares Material vorhanden wäre, sondern dass der Markt das bei den Unternehmen auf 
der Halde liegende Material nicht abnehme].116 

85.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  bringt  damit  zum  Ausdruck,  dass  Stand  2019  die  bei  ihr 
entsorgten  Abfälle  nicht  zu  vergleichbaren  Kosten  wiederverwertet  werden  könnten.  Grund 
dafür sei, dass die Nachfrage nach RC-Produkten nicht ausreichend gross sei. Gemäss dieser 
Einschätzung ist der Anteil der wiederverwertbaren Abfälle des Typs B folglich vernachlässig-
bar klein. 

86.  Die Deponie Höli Liestal AG reichte das erwähnte Schreiben im Rahmen ihrer Selbstan-
zeige  ein.  Darin  äussert  sie  sich  auch  an  anderer  Stelle  in  einem  ähnlichen  Sinne:  [In  den 
Einvernahmen sei darauf hingewiesen worden, dass Recycling zwar erwünscht und von den 
Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG auch vorangetrieben würde, aber für Recyclingma-
terialien oftmals keine Abnehmer zu finden seien. Die Studie von züst engineering zeige auf, 
dass  die  tieferen  Aktionärspreise  in  der  Ist-Situation  keinen  Einfluss  auf  den  Einsatz  von 
Mischabbruchgranulat in der Region hätten bzw. höhere Deponiepreise einen höheren Einsatz 
von Mischabbruchgranulat nicht forcieren könnten].117 

87.  Demnach scheitert die Wiederverwertung oftmals nicht an den technischen Möglichkei-
ten oder den Kosten der Aufbereitung der Bauabfälle, sondern an der fehlenden Nachfrage 
nach RC-Produkten.118 Diese würde sich jedenfalls bei Mischabbruch selbst dann nicht we-
sentlich verändern, wenn die Deponierung im Vergleich zur Wiederverwertung aufgrund hö-
herer Deponiepreise weniger attraktiv wäre. Deshalb ist der Anteil der wiederverwertbaren Ab-
fälle des Typs B auch gemäss dieser Aussage gering. 

88.  Damit konsistent sind die Aussagen von [N1], Geschäftsführer [einer Aktionärin] und seit 
[…] Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG. Danach sei es zwar technisch möglich, mehr 
Recyclingmaterial  zu  verwenden,  als  heute  der  Fall  ist.  Heute  gebe  es  aber  keinen  Anreiz 

115  Act.II.B.2, S. 5 ff. des Berichts vom 13.8.2019. 
116  Act. IV.8, Beilage 12, S. 6. 
117  Act. IV.8, Rz 64. 
118  Vgl. Act. III.3, Zeilen 189–196. 

22 

 
 
 
 
 
 
 
dazu, weil nicht recyceltes Material günstiger sei als recyceltes Material.119 Auch [N3] äusserte 
sich in diesem Sinne.120 Gemäss diesen Aussagen ist es also Stand 2021 nicht möglich, die 
deponierten Abfälle des Typs B zu vergleichbaren Kosten wiederzuverwerten und die herge-
stellten RC-Produkte zu verkaufen. 

89.  Ebenfalls damit konsistent sind verschiedene Aussagen von Vertretern der Deponie Höli 
Liestal AG, wonach die deponierten Mengen nicht wesentlich auf eine Erhöhung der Deponie-
preise reagieren würden (vgl. Rz 194 ff.). Steigt der Deponiepreis, wird die Wiederverwertung 
im Vergleich zur Deponierung attraktiver. Hat eine solche Veränderung keinen Einfluss auf die 
deponierte Menge, ist das ein Indiz dafür, dass der Anteil der wiederverwertbaren Abfälle des 
Typs B gering ist. 

In ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats behauptet die Deponie Höli Liestal 
90. 
AG hingegen, der Anteil der im Zeitraum 2010–2021 in Deponien des Typs B entsorgten Ab-
fälle, der zu vergleichbaren Kosten hätte wiederverwertet werden können, übersteige 30 %.121 
Die Deponie Höli Liestal AG stützt sich dabei im Wesentlichen auf die in Tabelle 3 (Rz 130) 
vorgenommene Auflistung der verschiedenen in der Deponie Höli entsorgten Abfallarten. Ab-
fallarten,  die  grundsätzlich  wiederwertet  werden  können,  haben  einen  Anteil  von  mehr  als 
30 % an den insgesamt in der Deponie Höli entsorgten Mengen. Trotzdem kann aus dieser 
Tatsache aus den folgenden Gründen nicht geschlossen werden, dass mehr als 30 % der in 
der Deponie Höli entsorgten Abfälle zu vergleichbaren Kosten hätten wiederverwertet werden 
können: 

−  Abfälle mit identischem Abfalltyp gemäss dem in Tabelle 3 verwendeten «VeVA-Code» 
(vgl. Rz 42) sind in Bezug auf die für die Wiederverwertung relevanten Eigenschaften 
(z.B. Feinstaubanteil) teilweise stark unterschiedlich (vgl. Rz 65 ff.). Abfälle, bei welchen 
die  Kosten  der  Aufbereitung  besonders  hoch  ausfallen  (z.B.  wegen  eines  hohen 
Feinstaubanteils), werden mit besonders grosser Wahrscheinlichkeit deponiert. Deshalb 
ist davon auszugehen, dass die Kosten der Aufbereitung bei den deponierten Abfällen 
im Vergleich zu den wiederverwerteten Abfällen mit gleichem VeVA-Code höher ausfal-
len. 

−  Wie bereits dargelegt (Rz 61 ff.), sind nicht nur die Kosten der Aufbereitung dafür mas-
sgebend, ob Abfälle zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden können. Zusätz-
lich ist eine ausreichend grosse Nachfrage nach den hergestellten RC-Produkten erfor-
derlich. Diese Voraussetzung ist im Zeitraum 2010–2021 nicht vollumfänglich erfüllt. 

91.  Aus diesen Gründen lässt sich der Anteil der zu vergleichbaren Kosten wiederwertbaren 
Abfällen nicht pauschal aus den in Tabelle 3 aufgeführten, nach VeVA-Code eingeteilten Ab-
fallmengen ableiten. Vielmehr ist eine spezifische Schätzung bezüglich der deponierten Ab-
fälle erforderlich, welche auch die Absatzmöglichkeiten der RC-Produkte berücksichtigt. Der 
Anteil der zu vergleichbaren Kosten wiederverwertbaren Abfälle kann nicht anhand der von 
der Deponie Höli Liestal AG verwendeten Methode berechnet werden. 

92.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  erwähnten  Aussagen  der  Deponie  Höli 
Liestal AG darauf hinweisen, dass der Anteil der wiederverwertbaren Abfälle des Typs B selbst 
im Jahr 2021 gering war. Die im Rahmen der Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats von 
der Deponie Höli Liestal AG vorgenommene Behauptung, wonach dieser Anteil höher als 30 % 
ausfallen soll, ist nicht belastbar und wird deshalb nachfolgend nicht weiter berücksichtigt.  

119  Act. III.2, Zeilen 156–172. 
120  Act. IV.6, Zeile 65 sowie Zeilen 83–85. 
121  Act. V.25, Rz 36. 

23 

 
 
 
 
 
 
 
B.1.2.8.4  Angaben des Kantons Basel-Landschaft 

93.  Die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt setzten im Jahr 2018 eine «Taskforce 
Baustoffkreislauf  Regio  Basel»  ein,  bestehend  aus  Vertretern  der  beiden  Kantone,  die  sich 
fachlich  durch  externe  Experten  sowie  interessierte  Verbände  begleiten  lassen.122  Gemäss 
Angaben des Kantons Basel-Landschaft geht diese Taskforce davon aus, dass kurz- bis mit-
telfristig  und  mit  verhältnismässigem  Aufwand  rund  30 %  des  Stand  2021  in  Deponien  des 
Typs B abgelagerten Abfälle verwertbar wären.123 Dabei handelt es sich um eine Prognose für 
die  Zukunft.  Im  Zeitraum  2010–2021  lag  der  mit  verhältnismässigem  Aufwand  verwertbare 
Anteil der in den Deponien des Typs B entsorgten Abfälle insbesondere aus den folgenden 
Gründen tiefer: 

−  Der Deponiepreis war tiefer (vgl. Rz 231 ff.). Deshalb war die Wiederverwertung im Ver-

gleich zur Deponierung weniger attraktiv. 

−  Der in der VeVA vorgesehene Grundsatz der Verwertungspflicht nach dem Stand der 

Technik gilt erst seit Inkrafttreten der VeVA am 1. Januar 2016 (vgl. Rz 58). 

94.  Ausserdem wäre zusätzlich zu einem verhältnismässigen Aufwand der Wiederverwer-
tung wie erwähnt eine ausreichend grosse Nachfrage für die hergestellten RC-Produkte erfor-
derlich. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, stellt die Wiederverwertung keine gleichwertige Alter-
native zur Deponierung dar. Deshalb ist davon auszugehen, dass der Anteil der in der Deponie 
Höli im Zeitraum 2010–2021 entsorgten Abfälle, für welche eine Wiederverwertung aus wirt-
schaftlicher Sicht eine gangbare Alternative zur Deponierung gewesen wäre, bei unter 30 % 
liegt.  

B.1.2.8.5  Zeugenaussagen [N6] und [N5] 

95. 
[N5] sagte aus, dass heute zwischen 20 und 40 % der in Deponien des Typs B depo-
nierten Abfälle zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden könnten.124 Zwar habe es 
eine Verschiebung in Richtung mehr Recycling gegeben. Der Anteil der deponierten Mengen, 
welcher zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden könne, habe sich aber in den letz-
ten 10 Jahren nicht wesentlich verändert.125 Als Alternative zur Deponierung in der Deponie 
Höli erwähnte [N5] die Deponierung in der Deponie Bruggtal, nicht aber die vermehrte Wie-
derverwertung.126 

96.  Demnach  hätten  sich  die  technischen  Möglichkeiten  der  Wiederverwertung  sowie  die 
Kosten der Aufbereitung im Zeitraum 2010–2021 kaum verändert. Das trifft insofern zu, als die 
zur  Wiederverwertung  verwendeten  Technologien  mutmasslich  schon  seit  längerer  Zeit  be-
kannt sind. Trotzdem haben sich die tatsächlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten we-
sentlich verändert. In der Region Basel gibt es erst seit wenigen Jahren eine Anlage zur Bo-
denwäsche (vgl. Rz 80). Diese Möglichkeit stand während des Grossteils des Zeitraums 2010–
2021 nicht zur Verfügung. 

97.  Ausserdem haben sich die Deponiepreise (Rz 231 ff.), die Rechtslage (Rz 58 ff.) sowie 
der öffentliche Druck auf Auftraggeber wie zum Beispiel den Kanton Basel-Landschaft so ver-
ändert, dass die Wiederverwertung im Vergleich zur Deponierung attraktiver wurde. Da aus-
serdem eine ausreichende Nachfrage erforderlich ist, damit die Wiederverwertung eine Alter-
native zur Deponierung ist, ergibt sich aus der Aussage von [N5] analog zu den Aussagen des 

122  <www.bskrb.ch/grundlagen/zusammenarbeit/> (21.10.2022). 
123  Act.II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.2. 
124  Act.III.4, Zeilen 315–316. 
125  Act.III.4, Zeilen 323–328. 
126  Act.III.4, Zeilen 253–254. 

24 

 
 
 
 
 
 
 
Kantons Basel-Landschaft, dass bei weniger als 20–40 % der in der Deponie Höli 2010–2021 
deponierten Abfälle die Wiederverwertung eine Alternative zur Deponierung war. 

98. 
[N6] ist Verwaltungsratspräsident der [F2]. Die [F2] ist in den Bereichen Transport, Mul-
denservice,  Entsorgung  und  Aufbereitung  von  Abfällen  tätig  […].127  [N6]  sagte  aus,  heute 
könne man rund 20–30 % der in Deponien des Typs B entsorgten Abfälle zu vergleichbaren 
Kosten  wiederverwerten.128  Der  Anteil  der  tatsächlich  wiederverwerteten  Abfälle  sei  in  den 
letzten 10 Jahren gestiegen. Das sei unter anderem auf die höheren Deponiepreise zurückzu-
führen. Auch die gesetzlichen Vorgaben hätten einen Einfluss auf den wiederverwerteten An-
teil.129 Als Alternative zur Deponierung in der Deponie Höli erwähnte [N6] die Deponierung in 
den Deponien Bruggtal und Strickrain, nicht aber die Wiederverwertung der entsprechenden 
Abfälle.130 

99.  Aus den Aussagen von [N6] folgt, dass die Wiederverwertung bei weniger als 20–30 % 
der in der Deponie Höli 2010–2021 deponierten Abfälle eine Alternative zur Deponierung war. 

B.1.2.8.6  Zwischenergebnis 

100.  Heute könnten maximal rund 20–40 % der in Deponien des Typs B entsorgten Abfälle 
zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden. Es ist aber unklar, ob es für die entspre-
chenden RC-Produkte eine ausreichende Nachfrage geben würde. Dabei ist auch zu berück-
sichtigen, dass die Verkaufspreise für RC-Produkte grundsätzlich sinken würden, wenn mehr 
solche  Produkte  auf  den  Markt  gebracht  würden.  Dadurch  würde  die  Wiederverwertung  im 
Vergleich zur Deponierung weniger attraktiv. Deshalb liegt auch heute der Anteil der Abfälle, 
für welche die Wiederverwertung eine gleichwertige Alternative zur Deponierung wäre, unter 
den erwähnten maximal rund 20–40 %. Da dieser Anteil ausserdem seit 2010 angestiegen ist, 
liegt der Anteil der in den Deponien des Typs B des Kantons Basel-Landschaft im Zeitraum 
2010–2021 deponierten Abfälle, für welche die Wiederverwertung eine Alternative zur Depo-
nierung gewesen wäre, bei maximal 30 %. 

B.1.2.9  Beweisergebnis 

101.  In Bezug auf das Deponiewesen ist Folgendes erwiesen: 

−  Deponien der Typen C, D und E sind keine gleichwertigen Alternativen zu Deponien des 

Typs B in Bezug auf die Entsorgung von Abfällen des Typs B (Rz 23 ff.). 

−  Abfälle des Typs A werden in der Regel nicht in Deponien des Typs B entsorgt (Rz 23 ff.)  

−  Die Planungs- und Realisierungsphase einer neuen Typ B Deponie dauert in der Region 

Basel rund 8–15 Jahre (Rz 29 ff.) 

−  Die Erweiterung einer bestehenden Deponie dauert in der Regel mehrere Jahre (Rz 33). 

−  Die vor der Inbetriebnahme einer Deponie des Typs B erforderlichen Vorbereitungsar-

beiten können mehrere Millionen Franken kosten (Rz 34). 

−  Es ist in der Region Basel schwierig, alle erforderlichen Bewilligungen für die Neueröff-

nung einer Deponie des Typs B zu erhalten (Rz 29 ff.). 

−  Der Standort der Deponie Höli ist besonders geeignet (Rz 31 f.). 

−  Nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B können nicht exportiert werden (Rz 47 ff.). 

127  Act. III.5, Zeilen 73–75. 
128  Act.III.5, Zeile 244. 
129  Act.III.5, Zeilen 247–252. 
130  Act.III.5, Zeile 204. 

25 

 
 
 
 
 
 
 
−  Die Deponiegebühren haben in der Regel einen wesentlichen Anteil an den Gesamtkos-
ten der Entsorgung von Abfällen des Typs B (Summe von Deponiegebühren und Trans-
portkosten) (Rz 50 ff.). 

−  Spätestens seit 2016 müssen Abfälle des Typs B grundsätzlich wiederverwertet werden, 
wenn die Wiederverwertung zu im Vergleich zur Deponierung ähnlichen Kosten möglich 
ist (Rz 58 ff.). 

−  Der Anteil der in den Deponien des Typs B des Kantons Basel-Landschaft im Zeitraum 
2010–2021 deponierten Abfälle, für welche die Wiederverwertung eine Alternative zur 
Deponierung gewesen wäre, liegt bei maximal 30 % (Rz 75 ff.). 

B.1.3  Nachfrage 

B.1.3.1  Beweisthema 

102.  In diesem Kapitel wird zunächst untersucht, welche Unternehmen grundsätzlich Abfälle 
in der Deponie Höli entsorgten (Rz 103). Neben den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG konnten auch Nichtaktionäre einerseits direkt über die Deponie Höli Liestal AG zum Lis-
tenpreis deponieren. Andererseits deponierten jedenfalls manche Nichtaktionäre über eine der 
Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu einem unter dem Listenpreis gelegenen Preis. 
Um die Bedeutung und Funktionsweise dieser Zugangswege einschätzen zu können, wird zu-
nächst geklärt, welcher Anteil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle auf Rechnung der 
Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  angeliefert  wurde  (Rz  104).  Anschliessend  wird 
geprüft, welche Unternehmen die restlichen Mengen deponierten, für welche sie jeweils den 
Listenpreis bezahlen mussten (Rz 105 ff.). Schliesslich wird untersucht, zu welchen Konditio-
nen  Nichtaktionäre  über  eine  der  Aktionärinnen in  der  Deponie  Höli  entsorgen  konnten  (Rz 
110 ff.). In einem zweiten Abschnitt wird geprüft, nach welchen Kriterien die Unternehmen eine 
Deponie zur Entsorgung ihrer Abfälle auswählen (Rz 119 f.). 

B.1.3.2  Wer deponiert in der Deponie Höli? 

103.  Bei  den  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfällen  handelt  es  sich  im  Wesentlichen  um 
Bauabfälle und Bodenaushub.131 Solche Abfälle fallen im Wesentlichen bei Bau- sowie Unter-
nehmen an, die im Bereich Aushub tätig sind. Entsprechend fragen diese Unternehmen die 
Entsorgung  solcher  Abfälle  nach.  Teilweise  übernehmen  die  Bauunternehmen  oder  Aus-
hubunternehmen die Entsorgung selber. In diesen Fällen treten sie direkt als Nachfragerinnen 
von Deponieraum auf (so zum Beispiel die Aktionärinnen [Y] und [Z]). Teilweise nehmen die 
Bauunternehmen aber auch das Angebot eines Entsorgungsunternehmens in Anspruch, wel-
ches  die  Abfälle  auf  der  Baustelle  abholt  und  je  nach  Abfallart  anschliessend  zur  Deponie 
bringt oder der Wiederverwertung zuführt. Die Aktionärin [X] ist zum Beispiel ein solches Ent-
sorgungsunternehmen.132 Auch unter den Nichtaktionären, welche direkt Abfälle in die Depo-
nie  Höli  bringen,  befinden  sich  Bauunternehmen sowie  Unternehmen,  die  in  den  Bereichen 
Transport, Aushub und Wiederverwertung tätig sind.133 

104.  Die Deponie Höli Liestal AG reichte eine Übersicht ein zu den durch ihre Aktionärinnen 
und Nichtaktionäre in der Deponie Höli im Zeitraum 2010–2019 entsorgten Mengen.134 Aus-
serdem liegen Angaben des Kantons Basel-Landschaft vor über die im Jahr 2020135 und im 

131  Die Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen vom 18.10.2005 (SR 814.610.1) 
definiert 20 Kapitel, nach welchen die verschiedenen Abfälle unterteilt werden. Der überwiegende 
Anteil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle fällt unter Kapitel 17 «Bauabfälle und Bodenaus-
hub» (vgl. Tabelle 3 unten). 
132  Vgl. Act. III.3, Zeilen 242–249. 
133  Act. II.A.1.8; Act. III.1, Zeilen 261–262. 
134  Act. IV.8, Beilage 30. 
135  Act. II.A.1.8. 

26 

 
 
 
 
 
 
 
Zeitraum Januar–Mai 2021136 in der Deponie Höli entsorgten Mengen aufgeschlüsselt nach 
den Unternehmen, über welche die Rechnungsstellung erfolgte. Diese Angaben sind in Ta-
belle 1 zusammengefasst. Daraus geht hervor, dass bei fast [80–100 %] der in der Deponie 
Höli entsorgten Abfälle die Rechnungsstellung über die Aktionärinnen erfolgte. Dabei wurden 
mit Abstand die grössten Abfallmengen über die Aktionärin [X] abgerechnet. Weil [die Aktio-
närin X] erhebliche Mengen in der Deponie Höli entsorgt hat und weil die Deponie Höli die mit 
Abstand grösste Deponie des Typs B der Region ist (vgl. Rz 151 ff.), ist anzunehmen, dass 
[die  Aktionärin  X]  im  nachgelagerten  Markt  für  die  Entsorgung  von  Bauabfällen  über  eine 
starke Stellung verfügt.137 

Tabelle 1: Verteilung der in der Deponie Höli entsorgten Mengen auf Aktionärinnen und 
Nichtaktionäre nach Rechnungsadresse, 2010–2021. 

Rechnungsstellung an 

Menge (t)  % 

[Aktionärin X] 

[Aktionärin Y] 

[Aktionärin Z] 

Nichtaktionäre 

[…] 

[…] 

[…] 

[> 50] % 

[…] % 

[…] % 

729 319 

11,4 % 

Quelle: Act. IV.8, Beilage 30 (2010–2019); Act. II.A.1.8 (2020); Act. II.A.5 (2021). 

105.  Die Identität der Nichtaktionäre, welche zum Listenpreis Abfälle in der Deponie Höli ent-
sorgten, ergibt sich aus den erwähnten vom Kanton Basel-Landschaft für das Jahr 2020 und 
für den Zeitraum Januar–Mai 2021 eingereichten Listen.138 Demnach befinden sich unter den 
Nichtaktionären,  die  zum  Listenpreis  Abfälle  in  der  Deponie  Höli  entsorgt  haben,  jedenfalls 
teilweise  Unternehmen  aus  den  Bereichen  Baugewerbe,  Aushub,  Entsorgung  und  Trans-
port.139 

106.  Ein Beispiel ist die [F3]. Dabei handelt es sich um ein vertikal integriertes Unternehmen, 
zu welchem unter anderem die [F1] gehört (vgl. Rz 56). Zur [F3] gehören auch Tiefbauunter-
nehmen wie zum Beispiel die [F4].140 Gemäss der erwähnten Zusammenstellung entsorgte die 
[F3] im Jahr 2020 rund [500–1500] Tonnen Abfälle zum Listenpreis in der Deponie Höli.141 Von 
Januar–Mai 2021 waren es rund [50–150] Tonnen.142 Gemäss den Angaben ihres Geschäfts-
führers hat allein die [F1] in den Jahren 2017 und 2018 jeweils mehr als [2000–8000] Tonnen 
Abfälle in der Deponie Höli zum Listenpreis entsorgt.143 Aus den EGI-Daten geht hervor, dass 

136  Act. II.A.5. 
137  Die Entsorgung in weiter entfernten Deponien des Typs B ist mit zusätzlichen Transportkosten ver-

bunden (Rz 50 ff.). 

138 Act. II.A.1.8 (2020); Act. II.A.5 (2021). Ausserdem ist in den ebenfalls vom Kanton Basel-Landschaft 
eingereichten  EGI-Daten  (Act.  II.A.10;  vgl.  Rz  44 ff.)  bei  jedem  Entsorgungsgesuch  im  Zeitraum 
2011–2021 jeweils der Name des gesuchstellenden  Unternehmens eingetragen. Aus den  Entsor-
gungsgesuchen (EGI-Daten) geht allerdings nicht hervor, wie gross die tatsächlich deponierten Men-
gen ausfielen. 

139  Vgl.  die  Aussage  von  [N7],  wonach  es  sich  bei  den  Kundinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  um 
«Bauunternehmen, Transportunternehmen und Kleinunternehmer wie bspw. ein Maurer oder ähnli-
ches» handelt (Act. III.1, Zeilen 261–262). 

140  <bl.chregister.ch/cr-portal/auszug/auszug.xhtml?uid=CHE-100.455.766> 

(3.8.2023);  Act.  V.25, 

Rz 33; Act. IV.22, Rz 22. 

141  Act. II.A.1.8. 
142  Act. II.A.5. 
143  Act. III.4, Beilage 1.  

27 

 
 
 
 
 
 
 
die [F3] im Zeitraum 2010–2021 in eigenem Namen Entsorgungsgesuche gestellt hat, die ge-
nehmigt wurden.144 Damit ist erstellt, dass die [F3] im Zeitraum 2010–2021 Abfälle in der De-
ponie Höli zum Listenpreis entsorgt hat.145 

107.  Gemäss der Einschätzung der Bürgergemeinde Liestal in einer Aktennotiz aus dem Jahr 
2008  waren  die [F1]  und  die  Aktionärin [X]  wie  auch  die  [F4]  und  die  Aktionärin  [Y]  damals 
[direkte Konkurrentinnen].146 Nach der Aussage ihres Geschäftsführers ist die [F1] auch heute 
noch eine Konkurrentin der Aktionärin [X].147 Damit ist erstellt, dass jedenfalls ein Teil der Un-
ternehmen, die zum Listenpreis in der Deponie Höli Abfälle entsorgten, direkte Konkurrentin-
nen der Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG waren.148 

108.  Auch die [F2] hat im Zeitraum 2010–2021 Abfälle zum Listenpreis in der Deponie Höli 
entsorgt. Gemäss den vom Kanton Basel-Landschaft eingereichten Listen handelte es sich im 
Jahr 2020 um rund [500–1500] Tonnen und im Zeitraum Januar–Mai 2021 um rund [100–500] 
Tonnen.149 Diese Zahlen sind mit der Zeugenaussage von [N6] konsistent. Demnach habe die 
[F2] geringe Mengen zum Listenpreis in der Deponie Höli entsorgt.150 Das bestätigen auch die 
Angaben der Deponie Höli Liestal AG, wonach die [F2] im Zeitraum 2015–2020 jährlich zwi-
schen rund 1000 und 5000 Tonnen zum Listenpreis in der Deponie Höli entsorgte (vgl. «Di-
rektverrechnung» in Tabelle 2).151 

144 Act. II.A.10. In der Spalte «Adresse Rechnungsempfänger» ist bei manchen genehmigten Entsor-

gungsgesuchen […]  eingetragen. 

145  Die Deponie Höli Liestal AG behauptet, die [F1] habe nur zu Vorzugskonditionen, nicht aber zu Lis-
tenpreisen in der Deponie Höli deponiert (Act. IV.22, Rz 34). Diese Behauptung steht im Widerspruch 
zur Zeugenaussage von [N5] und zur Tatsache, dass die EGI-Daten genehmigte Gesuche der [F1] 
in eigenem Namen enthalten. Sie steht aber nicht im Widerspruch zum Beweisergebnis, wonach die 
[F3] zum Listenpreis deponiert hat. 

146  Act. IV.8, Beilage 2, Ziffer 3. 
147  Act. III.4, Zeile 95. 
148  Die Aussage von [N4], wonach die Unternehmen, die zum Listenpreis in der Deponie Höli Abfälle 
entsorgt hätten, ausser dem Kanton «alles Kleinunternehmer, viele Gärtner oder Maurer, die schnell 
etwas ablagern müssen» seien (Act. III.3, Zeilen 251–252), trifft nicht zu.  

149  Act. II.A.1.8 (2020); Act. II.A.5 (2021). 
150  Act. III.5, Zeile 173 sowie Zeile 193. 
151  Act. IV.22, Rz 49 und Beilage 9. Die Deponie Höli Liestal AG behauptet in ihrer Stellungnahme zum 
Antrag des Sekretariats mit Verweis auf Tabelle 2, die [F2] habe «in der Periode von 2015 bis 2020 
durchschnittlich nur 3–6 % der in der Deponie Höli deponierten Menge direkt verrechnet» (Act. V.25, 
Rz 41). Das ist nicht präzis. Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, deponierte die [F2] im Zeitraum 2015–
2020 insgesamt […] Tonnen Abfälle in der Deponie Höli. Davon wurden […] Tonnen direkt der [F2] 
verrechnet. Das entspricht einem Anteil von [> 6] %. Je nach Jahr fiel dieser Anteil unterschiedlich 
hoch aus. Im Jahr 2020 erreichte er mit […] % den tiefsten Wert, im Jahr 2018 mit […] % den höchs-
ten. Berechnet man den Durchschnitt dieser jährlichen Anteile ergibt sich ein Wert von [> 6] %. Der 
Anteil der jährlich im Zeitraum 2015–2020 direkt verrechneten Menge liegt also zwischen […] %. Der 
durchschnittliche Anteil pro Jahr beträgt [> 6] %. 

28 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 2: Angaben der Deponie Höli Liestal AG zu den von der [F2] in der Deponie Höli ent-
sorgten Abfallmengen (t), 2015–2020. 

Direktverrechnung 

Verrechnung über 
Aktionär 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

Total 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

Quelle: Act. IV.22, Rz 49 und Beilage 9. 

109.  Spätestens seit die Aktionärin [X] im Jahr 2018 in das Muldengeschäft einstieg, ist die 
[F2] eine Konkurrentin [der Aktionärin X].152 Damit ist auch in Bezug auf die [F2] erstellt, dass 
sie als eine Konkurrentin der Aktionärin [X] Abfälle zum Listenpreis in der Deponie Höli ent-
sorgt hat. 

110.  Zusätzlich zu den zum Listenpreis in der Deponie Höli abgelagerten Mengen entsorgte 
ein  Teil  der  Nichtaktionäre  Abfälle  über  eine  Aktionärin  in  der  Deponie  Höli.  Anlässlich  der 
Sitzung vom 15. November 2012 stellte der Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG fest, 
dass Lastwagen der [F3] auf Rechnung der [Aktionärin Z] und Lastwagen der Firma [F5] auf 
Rechnung der [Aktionärin X] Deponiematerial abgeladen hätten. Aus diesem Anlass beschloss 
der Verwaltungsrat, dass [ein Zwischenhandel zu unterbleiben habe. Vorbehalten seien Liefe-
rungen  von  Partnerunternehmen  im  Rahmen  von  Arbeitsgemeinschaften].153  Dieser  Be-
schluss ist kaum umsetzbar, da unklar bleibt, was unter einer [Arbeitsgemeinschaft] zu verste-
hen  ist  und  wie  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  prüfen  könnte,  ob  die  Anlieferung  durch  Dritte 
tatsächlich  im  Rahmen einer  Arbeitsgemeinschaft  erfolgt.  Ausserdem  besteht  das  Geschäft 
der Aktionärin [X] gerade darin, Abfälle Dritter zu entsorgen.154 Deshalb ist die Abgrenzung 
zum vom Verwaltungsrat erwähnten [Zwischenhandel] schwierig. 

111.  Jedenfalls haben Nichtaktionäre auch nach dem erwähnten Verwaltungsratsbeschluss 
Abfälle über die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG entsorgt. Konkret liegen der WEKO 
Angaben vor zu den von der [F3] und der [F2] über eine Aktionärin der Deponie Höli Liestal 
AG deponierten Mengen und den entsprechenden Preisen. Nachfolgend werden zunächst die 
von der [F3] (Rz 112 ff.) und anschliessend die von der [F2] (Rz 115 f.) auf diesem Weg ent-
sorgten Abfälle untersucht. 

112.  Gemäss  der  Zeugenaussage  des  Geschäftsführers  der  [F1]  hat  diese  in  den  Jahren 
2011–2016 insgesamt [> 25 000] Tonnen Abfälle über [die Aktionärin Z] in der Deponie Höli 
entsorgt.155 Die [F1] habe von [der Aktionärin Z] wahrscheinlich etwa [< 5] Franken Rabatt auf 
den Listenpreis der Deponie Höli Liestal AG erhalten.156 [Die Aktionärin Z] habe der [F1] im 
Jahr 2015 mitgeteilt, dass sie via [die Aktionärin Z] nicht mehr zu unter dem Listenpreis liegen-
den Beträgen in der Deponie Höli deponieren könne.157 In den Jahren 2016–2018 habe die 
[F1] deshalb rund [> 10 000] Tonnen an Abfällen zum Listenpreis in der Deponie Höli Abfälle 

152  Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, [N6] habe ausgesagt, [die Aktionärin X] sei nur [ein Stück 
weit eine Konkurrentin] der [F2] (Act. IV.22, Rz 48). Gleichzeitig räumt die Deponie Höli Liestal AG 
ein, dass sowohl [die Aktionärin X] als auch die [F2] im Muldengeschäft tätig seien (Act. IV.22, Rz 
48). Ausserdem stellte [N6] später unmissverständlich klar, dass die [F2] jedenfalls seit 2018 eine 
Konkurrentin [der Aktionärin X] ist: «Seit 2018 ist die [F2] in einem Konkurrenzverhältnis zu der [Ak-
tionärin X]» (Act. III.5, Zeile 295). Damit ist erstellt, dass die [F2] spätestens seit dem Einstieg [der 
Aktionärin X] in das Muldengeschäft im Jahr 2018 eine Konkurrentin [der Aktionärin X] ist. 

153  Act. IV.15.3.14, Traktandum 6. 
154  Act. III.2, Zeilen 244–249; Act. IV.22, Fussnote 19. 
155  Act. III.4, Zeilen 114–117 sowie Zeilen 149–159. Die genauen Mengen sind in Beilage 1 angegeben. 
156  Act. III.4, Zeilen 127–128. 
157  Act. III.4, Zeilen 130–131. 

29 

 
 
 
 
 
 
 
 
entsorgt.158 In den Jahren 2019–2020 habe die [F1] rund [> 25 000] Tonnen über [die Aktio-
närin Y] in der Deponie Höli entsorgt.159 Der Preis sei zuletzt bei [30–35] Franken pro Tonne 
gelegen.160 

113.  Die [F1] hat also im Zeitraum 2010–2021 Abfälle über 2 verschiedene Aktionärinnen in 
der Deponie Höli entsorgt: 

− 

− 

Im Zeitraum 2011–2016 entsorgte die [F1] über [die Aktionärin Z] zu einem etwa [< 5] 
Franken unter dem Listenpreis gelegenen Preis. Im Vergleich dazu erhielten die Aktio-
närinnen  von  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  im  gleichen  Zeitraum  wesentlich  grössere 
Vergünstigungen in der Höhe von 9–15 Franken pro Tonne Abfall (vgl. Tabelle 14 unten 
für eine Übersicht über Listenpreise und Vergünstigungen für die Aktionärinnen der De-
ponie Höli Liestal AG). 

In den Jahren 2019–2020 entsorgte die [F1] über [die Aktionärin Y] und erhielt im Jahr 
2020 einen Rabatt von [5–10] Franken pro Tonne.161 In diesem Jahr erhielten die Aktio-
närinnen der Deponie Höli Liestal AG Vergünstigungen in der Höhe von Fr. 14.60 pro 
Tonne (vgl. Tabelle 14 unten).162 Folglich gab [die Aktionärin Y] rund die Hälfte der Ver-
günstigungen für Aktionärinnen an die [F1] weiter. 

114.  Im Jahr […] machten die von der [F1] über [die Aktionärin Y] in der Deponie Höli ent-
sorgten Abfallmengen mehr als die Hälfte der insgesamt auf Rechnung [der Aktionärin Y] dort 
entsorgten Mengen aus.163 [Die Aktionärin Y] selber entsorgte im Jahr […] also geringere Men-
gen als die [F1] in der Deponie Höli. Trotzdem konnte die [F1] im Jahr […] selbst unter Berück-
sichtigung des [Zwischenhandels] über eine Aktionärin ihre Abfälle nur zu wesentlich höheren 
Preisen als die Aktionärinnen in der Deponie Höli entsorgen, obwohl mindestens eine dieser 
Aktionärinnen geringere Mengen als die [F1] in der Deponie Höli entsorgte. Ausserdem ist zu 
berücksichtigen, dass sich die [F1] nicht darauf verlassen konnte, zu unter dem Listenpreis 
gelegenen Preisen deponieren zu können. Vielmehr war diese Möglichkeit abhängig von der 
Zustimmung einer Aktionärin der Deponie Höli Liestal AG.  

115.  Auch die [F2] entsorgte zusätzlich zu den zum Listenpreis in der Deponie Höli abgela-
gerten Mengen (Vgl. Rz 108) weitere Abfälle über die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG. Auch sie wickelte diesen [Zwischenhandel] über 2 verschiedene Aktionärinnen der Depo-
nie Höli Liestal AG ab. Gemäss der Zeugenaussage von [N6] entsorgte die [F2] über [die Ak-
tionärin X], bevor diese im Jahr 2018 in das Muldengeschäft einstieg.164 Nachher erfolgte die 
Deponierung auf Rechnung der Aktionärin [Z].165 

116.  Gemäss  Angaben  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  entsorgte  die  [F2]  im  Zeitraum  2015–
2020 jeweils rund [20 000–40 000] Tonnen pro Jahr. Die genauen Angaben der Deponie Höli 
Liestal AG sind in Tabelle 2 oben unter der Position «Verrechnung über Aktionär» aufgelistet. 
Die Angaben der Deponie Höli Liestal AG sind mit der Zeugenaussage von [N6] konsistent. 

158 Act. III.4, Beilage 1. 
159  Act. III.4, Zeilen 145 (Zusammenarbeit mit [der Aktionärin Y]), Beilage 1 (Mengen). 
160  Act. III.4, Zeile 126. Die Aussage bezieht sich auf das Jahr 2020, in welchem der Listenpreis inkl. 

VASA-Gebühr 40 Franken pro Tonne betrug. 

161 Im Jahr 2020 betrug der Listenpreis einschliesslich der VASA-Gebühr 40 Franken pro Tonne (vgl. 

Tabelle 14 unten). Die [F1] bezahlte [30–35] Franken pro Tonne (vgl. Act. III.4, Zeile 126). 

162  Die Vergünstigungen für Aktionärinnen im Jahr 2020 setzen sich zusammen aus einem Rabatt in 
der Höhe von 11 Franken pro Tonne und den Rückvergütungen in der Höhe von Fr. 3.60 pro Tonne 
(vgl. Tabelle 14 unten).  

163  Act. III.4, Beilage 1 (Abfallmengen der [F1]); Act. II.A.1.8 (Menge [Aktionärin Y] insgesamt). 
164  Act. III.5, Zeilen 164–171. 
165  Act. III.5, Zeilen 193–194. 

30 

 
 
 
 
 
 
 
Dieser  sagte  aus,  dass  die  [F2]  im  Zeitraum  2018–2021  schätzungsweise  rund  [20 000–
35 000] Tonnen Abfälle pro Jahr über die Aktionärin [Z] in der Deponie Höli entsorgt habe.166  

117.  Die [F2] erhielt im Jahr 2021 von [der Aktionärin Z] einen Rabatt von [2–8] Franken pro 
Tonne auf den Listenpreis, also […] Rabatt, den die [F3] von der Aktionärin [Y] im Jahr 2020 
erhielt.167 Die Höhe dieses Rabatts war auch in den Vorjahren ähnlich gross.168 

118.  Wie die [F3] hat also auch die [F2] grössere Mengen auf Rechnung von Aktionärinnen 
der Deponie Höli Liestal AG entsorgt. Wie bei der [F3] waren die Preise bei der Entsorgung 
auf Rechnung einer Aktionärin wesentlich höher als die von den Aktionärinnen selber bezahl-
ten Preise. 

B.1.3.3  Wie wählen die Kundinnen der Deponie Höli eine Deponie aus? 

119.  Gemäss ihren eigenen Angaben ist die Deponie Höli die [einzige für sämtliche Nachfra-
ger bis 2019 ohne Mengenbeschränkung zugängliche Deponie]. Im Gegensatz zur Deponie 
Höli seien für die Deponie Strickrain Kontingente erforderlich, die nach nicht näher bekannten 
Kriterien vergeben würden. Insbesondere stehe auch der Zugang zur Deponie Bruggtal nicht 
allen Unternehmen gleichermassen offen. Diese gehöre der Gysin AG, welche selber dort Ab-
fälle  entsorge.169  Aus  diesem  Grund  müssen  Nachfragerinnen  von  Deponieraum  zunächst 
prüfen, welche Deponien ihnen überhaupt offenstehen.170 

120.  Unter den Deponien, die bereit sind, Abfälle entgegenzunehmen, wählen die Nachfra-
gerinnen die kostengünstigste aus. Ausschlaggebend ist die Summe von Transportkosten und 
Deponiegebühren. Die relative Bedeutung der Transportkosten ist dabei im Wesentlichen von 
der Fahrzeit zwischen Baustelle und Deponie abhängig (vgl. Rz 50 ff.).171 

B.1.3.4  Beweisergebnis 

121.  In Bezug auf die Nachfrage ist Folgendes erstellt: 

− 

Im Zeitraum 2010–2021 erfolgte die Rechnungsstellung bei rund 10 % der in der Depo-
nie Höli entsorgten Abfälle über einen Nichtaktionär. Bei den restlichen rund 90 % der 
Abfälle erfolgte die Rechnungsstellung über eine Aktionärin der Deponie Höli Liestal AG 
(Rz 104). 

−  Unter den Nichtaktionären, die zum Listenpreis Abfälle in der Deponie Höli entsorgten, 
befanden sich direkte Konkurrenten der Aktionäre der Deponie Höli Liestal AG, insbe-
sondere die [F3] und die [F2] (Rz 105 ff.). 

−  Die  [F3]  und  die  [F2]  entsorgten  zusätzlich  zu  den  von  ihnen  zum  Listenpreis  in  der 
Deponie Höli entsorgten Abfällen grosse Mengen über die Aktionärinnen der Deponie 
Höli Liestal AG. Sie bezahlten den entsprechenden Aktionärinnen wesentlich mehr, als 
die Aktionärinnen ihrerseits der Deponie Höli Liestal AG bezahlten (Rz 110 ff.). 

166  Act. III.5, Zeilen 193–194. 
167  Act. III.5, Zeilen 135–140. 
168  Act. III.5, Zeilen 146–149 sowie 155. 
169  Act. IV.8, Rz 29 sowie Rz 52; Act. III.2, Zeilen 220–229; Act. III.1, Zeilen 265–280 sowie 308–310. 
Vgl. auch Act. IV.6, Zeilen 66–67. Ein mögliches Motiv für die Einschränkung des Zugangs zu Dritt-
deponien ergibt sich aus dem Protokoll der Verwaltungsratssitzung der Deponie Höli Liestal AG vom 
15.11.2012. Demnach machte der Verwaltungsrat [N4] seine Kollegen darauf aufmerksam, [dass bei 
der Deponie in Bennwil die offiziellen Preise durch die Firma Gysin AG als Betreiberin künstlich hoch 
gehalten würden, um das Deponievolumen für eigene Bedürfnisse zu sichern] (Act. IV.15.3.14, Trak-
tandum 4). Die Deponie Bruggtal befindet sich in Bennwil (Act. II.B.8). 

170  Act. III.5, Zeilen 221–222. 
171  Act. III.5, Zeilen 222–223; Act. III.1, Zeilen 288–291; Act. III.2, Zeilen 361–369.  

31 

 
 
 
 
 
 
 
−  Weil  verschiedene  Nichtaktionäre  auf  Rechnung  einer  Aktionärin  in  der  Deponie  Höli 
entsorgten, ist der Anteil der Abfälle, der von Baustellen von Nichtaktionären stammt, 
wesentlich höher als der Anteil, der auf Rechnung von Nichtaktionären in der Deponie 
Höli entsorgt wurde (Rz 110 ff.). 

−  Der Zugang zu manchen Deponien der Region Basel war nicht für alle Nachfragerinnen 
von Deponieraum uneingeschränkt möglich. Unter den Deponien, die überhaupt bereit 
waren, Abfälle entgegenzunehmen, wählten die Nachfragerinnen jeweils diejenige aus, 
bei welcher die Summe von Transportkosten und Deponiegebühren am tiefsten ausfiel 
(Rz 119 f.). 

B.1.4  Angebot 

B.1.4.1  Beweisthema 

122.  Zur  besseren  Übersicht  über  die  verschiedenen  Anbieterinnen  werden  zunächst  die 
Standorte aller Deponien des Typs B der Region Basel dargestellt (Rz 123). Anschliessend 
wird die Entstehungsgeschichte der vorliegend besonders relevanten Anbieterin, der Deponie 
Höli Liestal AG, beschrieben. Dabei wird insbesondere auch die Auswahl der Minderheitsakti-
onärinnen durch die Bürgergemeinde Liestal thematisiert (Rz 124 ff.). Schliesslich wird unter-
sucht, welche Arten von Abfällen in der Deponie Höli entsorgt wurden (Rz 129 ff.). 

B.1.4.2  Standorte der Deponien Typ B 

123.  In der nachfolgenden Abbildung 1 sind alle im entsprechenden Kartenausschnitt gele-
genen Deponien des Typs B in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn, Bern 
und Aargau eingezeichnet. Die Grösse der eingezeichneten Kreise ist proportional zu den im 
Zeitraum 2010–2020 in den jeweiligen Deponien entsorgten Abfallmengen (gemäss Angaben 
des BAFU). Die Standorte entsprechen den vom BAFU angegebenen Koordinaten.172 

172  Act. II.B.7. 

32 

 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 1: Standorte Deponien Typ B, 2010–2020. 

Quelle: Act. II.B.8 (BAFU); Swisstopo. 

B.1.4.3  Deponie Höli 

B.1.4.3.1  Entstehungsgeschichte 

124.  Der  Standort  der  Deponie  Höli  wurde  am  14.  Dezember  2000  als  Festsetzung  in  den 
kantonalen  Richtplan  aufgenommen.  Der  Stadtrat  von  Liestal  und  der  Einwohnerrat  Liestal 
beschlossen 2006 bzw. 2007 die Ausscheidung einer Spezialzone für den Standort der Depo-
nie Höli. Diese wurde im Jahr 2008 vom Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft geneh-
migt. Anschliessend reichte die Bürgergemeinde Liestal ein Baugesuch für die Errichtung einer 
Deponie ein, welches am 3. November 2009 bewilligt wurde. Auch das ebenfalls erforderliche 
Gesuch zur Rodung der betreffenden Waldfläche wurde im Jahr 2009 bewilligt.173 Am 25. Mai 
2010 nahm die Deponie Höli ihren Betrieb auf.174 

125.  Die Bürgergemeinde Liestal als Eigentümerin des Waldareals, auf welchem die Deponie 
Höli  errichtet  wurde,  trieb  zunächst  die  Planungsarbeiten  in  Eigenregie  voran.  Im  Sommer 
2007 entschied sie, für den Betrieb der Deponie eine Aktiengesellschaft zu gründen und pri-
vate  Unternehmen  als  Minderheitsaktionärinnen  einzubinden.175  Daraufhin  lud  sie  6  private 
Unternehmen sowie das AIB ein, sich als Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu be-
werben. Alle der eingeladenen Unternehmen sowie das AIB zeigten [sehr grosses Interesse 
an der Beteiligung].176 

126.  Die Bürgergemeinde wählte unter den 7 Bewerberinnen aufgrund der folgenden Kriterien 
3 Minderheitsaktionärinnen aus (vgl. Aktennotiz der Bürgergemeinde vom 8. März 2008):177 

173  Act. II.A.4.2, Ziffern 1.1–1.4. 
174  Act. IV.8, Rz 4. 
175  Act. IV.8, Rz 4. 
176  Act. IV.8, Beilage 2, Ziffer 1. 
177  Act. IV.8, Beilage 2, Ziffer 3. 

33 

 
 
 
 
 
 
 
 
−  Menge an Abfällen, welche die Unternehmen anliefern können. 

−  Bereitschaft, den Steuersitz in die Gemeinde Liestal zu verlegen. 

−  Know-How für den Betrieb der Deponie. 

127.  Ausserdem wollte die Bürgergemeinde keine direkten Konkurrentinnen als Minderheits-
aktionärinnen einbinden, weil dadurch [eine Zusammenarbeit in der Betreibergesellschaft] er-
schwert würde. Die Bürgergemeinde betrachtete namentlich die Interessentinnen [Aktionärin 
X] und die [F1] sowie [die Aktionärin Y] und die [F4] als [direkte Konkurrentinnen].178 

128.  Am 12. März 2008 entschied der Bürgerrat der Bürgergemeinde Liestal, [die Aktionärin 
X], [die Aktionärin Y] und [die Aktionärin Z] als Aktionärinnen in die Deponie Höli Liestal AG 
einzubinden. Den anderen Bewerberinnen erteilte er eine Absage.179 

B.1.4.3.2 

In der Deponie Höli entsorgte Abfallarten 

129.  Beantragt  ein  Unternehmen  eine  Entsorgungsgenehmigung  über  EGI  (vgl.  Rz 44 ff.), 
muss es unter anderem angeben, welche Abfallart deponiert werden soll. Die Abfallart wird 
anhand des VeVA-Codes (vgl. Rz 42) identifiziert. Anhand dieser Angaben kann für den Zeit-
raum  2011–2021  untersucht  werden,  welche  Abfallarten  in  der  Deponie  Höli  entsorgt  wur-
den.180 

130.  In Tabelle 3 unten ist für die verschiedenen Abfallarten der Anteil an den insgesamt zur 
Entsorgung in der Deponie Höli genehmigten Mengen angegeben. Dabei ist zu berücksichti-
gen,  dass  die  genehmigten  Mengen  nur  ungefähr  mit  den  tatsächlich  deponierten  Mengen 
übereinstimmen.181 Trotzdem kann anhand dieser Zahlen die relative Bedeutung der verschie-
denen Abfallarten eingeschätzt werden.182 Die in Tabelle 3 aufgeführten Bezeichnungen ent-
sprechen den in den EGI-Daten enthaltenen Bezeichnungen. 

178  Act. IV.8, Beilage 2, Ziffer 3. 
179  Act. IV.8, Beilage 3. 
180  Act. II.B.15 enthält die vom Kanton Basel-Landschaft eingereichten EGI-Daten. Weil dieser das EGI-
System erst im Jahr 2011 eingeführt hat, liegen für das Jahr 2010 keine EGI-Daten vor. Die erwähn-
ten Angaben zur Abfallart sind in der Spalte «VeVA-Code/ Abfalltyp (de)» eingetragen.  

181  Grundsätzlich  sollte  die  tatsächlich  angelieferte  Menge  die  bewilligte  Menge  nicht  überschreiten. 
Trotzdem kommt es jedenfalls in Einzelfällen vor, dass die angelieferte  Menge grösser ist als die 
bewilligte Menge. Umgekehrt ist zu erwarten, dass die Gesuchsteller zur Sicherheit für etwas grös-
sere Mengen als erwartet Entsorgungsgenehmigungen einholen, falls die genaue Abfallmenge zum 
Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs nicht genau bekannt ist (vgl. die von der Deponie Höli Liestal 
AG eingereichten Entsorgungsgenehmigungen einschliesslich der tatsächlich angelieferten Mengen 
für den Zeitraum Dezember 2019–Mai 2021, Act. IV.15.4.1; Act. IV.15.4.2; Act. IV.15.4.3). 

182  Vgl. dazu Act.II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.2. Darin sind die tatsächlich in der Deponie Höli entsorg-
ten Mengen für den Zeitraum 2010–2019 angegeben, wobei die verschiedenen Abfallarten im Ver-
gleich zu den in den EGI-Daten enthaltenen Informationen weniger detailliert aufgeschlüsselt sind. 

34 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 3: In der Deponie Höli deponierte Abfallarten: Anteil an den genehmigten Mengen, 
2011–2021. 

Abfalltyp («VeVA-Code/ Abfalltyp (de)») gemäss EGI-Daten 

17 05 97 ak Wenig verschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial 

17 01 07 Mischabbruch 

17 05 97 ak Verschmutztes Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial 

17 05 94 Schwach verschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial 

Diverse (Individueller Anteil < 1 %)  

19 12 09 Mineralien (z.B. Sand, Steine) 

17 09 04 ak Gemischte Bauabfälle sowie sonstige verschmutzte 
Bauabfälle 

17 05 94 Tolerierbares Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial 

17 05 93 Schwach belasteter Bodenaushub 

17 06 98 Asbesthaltige Bauabfälle mit Ausnahme derjenigen, die un-
ter 17 06 05 fallen 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft). 

Anteil an Ge-
samtmenge 

[30–40] % 

[15–20] % 

[15–20] % 

[10–15] % 

[5–10] % 

[5–10] % 

[< 5] % 

[< 5] % 

[< 5] % 

[< 5] % 

131.  Gemäss  Angaben  des  Kantons  Basel-Landschaft  können  nur  Abfälle  mit  VeVA-Code 
17 05 04 oder 17 05 06 in Deponien des Typs A deponiert werden. Dabei handelt es sich um 
unbelasteten  abgetragenen  Ober-  oder  Unterboden  (17 05 04)  bzw.  unverschmutztes  Aus-
hub- und Ausbruchmaterial (17 05 06).183 Der Anteil dieser beiden Abfalltypen an den 2011–
2021 zur Deponierung in der Deponie Höli bewilligten Mengen beträgt rund [2] %.184 Die De-
poniegebühren bei Deponien des Typs A sind in der Regel tiefer als bei Deponien des Typs 
B. Zudem gibt es mehr Deponien des Typs A als des Typs B. Dies erklärt, weshalb nur wenige 
Abfälle des Typs A in der Deponie Höli entsorgt wurden (vgl. Rz 23 ff.). 

B.1.4.4  Beweisergebnis 

132.  In Bezug auf das Angebot ist Folgendes erwiesen: 

−  Viele Unternehmen waren daran interessiert, Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG 
zu werden. Die Bürgergemeinde wählte 3 Unternehmen aus. Dabei legte sie Wert da-
rauf, keine direkten Konkurrentinnen als Aktionärinnen aufzunehmen (Rz 125 ff.). 

−  Bei  den  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfällen  handelt  es  sich  vor  allem  um  ver-

schmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial sowie Mischabbruch (Rz 129 f.). 

−  Rund 2 % der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle sind Abfälle des Typs A (Rz 131). 

B.1.5  Marktergebnisse 

B.1.5.1  Beweisthema 

133.  Nachdem  die  Eigenschaften  von  Nachfrage  und  Angebot  untersucht  wurden,  werden 
nachfolgend die vorliegend relevanten Marktergebnisse dargestellt: 

183  Act. II.A.18.2, Antwort auf Frage 8. 
184  Weil sowohl der Anteil von unbelastetem abgetragenem Ober- oder Unterboden als auch der Anteil 
des unverschmutzten Aushub- und Ausbruchmaterials unter 1 % liegt, sind die Anteile dieser Abfall-
arten in Tabelle 3 oben nicht separat ausgewiesen. Die entsprechenden Anteile sind unter der Be-
zeichnung «Diverse (Individueller Anteil < 1 %)» erfasst. 

35 

 
 
 
 
 
 
 
−  Einzugsgebiet der Deponie Höli (Rz 134 ff.): Zunächst wird aufgezeigt, woher die in 

der Deponie Höli entsorgten Abfälle angeliefert werden. 

−  Marktanteile der Deponie Höli in ihrem Kerneinzugsgebiet (Rz 152 ff.): Die Markt-
anteile der Deponie Höli werden separat für die Entgegennahme von Abfällen des Typs 
A, wiederverwertbaren Abfällen des Typs B und nichtwiederverwertbaren Abfällen des 
Typs B berechnet. 

−  Preislicher Spielraum der Deponie Höli Liestal AG (Rz 189 ff.): Zur Einschätzung der 
Marktstellung  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  ist  neben  den  Marktanteilen  insbesondere 
auch der preisliche Spielraum der Deponie Höli relevant. Dieser wird anhand qualitativer 
und quantitativer Kriterien eingeschätzt. 

B.1.5.2  Einzugsgebiet der Deponie Höli 

B.1.5.2.1  Einleitung 

134.  Zur Bestimmung des Einzugsgebiets der Deponie Höli für die verschiedenen Abfallarten 
werden  die vom  Kanton  Basel-Landschaft  eingereichten  EGI-Daten185  verwendet.  Zunächst 
wird die zur Auswertung dieser Daten verwendete Methode beschrieben (Rz 136 f.). Detail-
liertere Ausführungen dazu befinden sich in Act. V.1. 

135.  Anschliessend werden die Ergebnisse separat für Abfälle des Typs A (Rz 138 ff.) und 
des Typs B (Rz 140 ff.) dargestellt.186 Hingegen wird nicht zwischen wiederverwertbaren und 
nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B187 unterschieden. Eine solche Differenzierung 
ist weder erforderlich noch exakt möglich. Die in den EGI-Daten anhand des VeVA-Codes (vgl. 
Rz  42 f.)  erfassten  Abfallarten  können  jedenfalls  bei  einigen  Abfallarten  nicht  eindeutig  der 
Kategorie der wiederverwertbaren oder der nichtwiederverwertbaren Abfälle des Typs B zu-
geordnet  werden.  Grund  dafür  ist  einerseits  die  Tatsache,  dass  es  innerhalb  eines  VeVA-
Codes erhebliche Unterschiede in Bezug auf die für die Wiederverwertung ausschlaggeben-
den  Eigenschaften  (z.B.  den  Feinstaubanteil)  geben  kann.  Andererseits  können  auch  die 
Marktverhältnisse (z.B. die Nachfrage nach RC-Produkten) einen wesentlichen Einfluss darauf 
haben, ob Abfälle des Typs B zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden können (vgl. 
Rz 61 ff.). 

B.1.5.2.2  Methode 

136.  Der Herkunftsort der Abfälle wird jeweils anhand der in den EGI-Daten für jedes Entsor-
gungsgesuch eingetragenen Gemeindenummer bestimmt. Dadurch kann jede Gemeinde der 
Schweiz eindeutig identifiziert werden. Im Vergleich dazu wäre es wesentlich fehleranfälliger, 
die genauen in den EGI-Daten ebenfalls eingetragenen Adressen der Herkunftsorte zu ver-
wenden. Ausserdem ist es vorliegend nicht erforderlich, die Entfernung für einzelne Lieferun-
gen exakt bestimmen zu können. Vielmehr geht es darum, die Verteilung der Entfernung zwi-
schen der Deponie Höli und den verschiedenen Herkunftsorten einschätzen zu können. Für 
diesen Zweck ist die Verwendung der Gemeindenummern am besten geeignet. 

137.  Für  jede  in  den  EGI-Daten  eingetragene  Gemeindenummer  wird  eine  Koordinate  be-
stimmt, welche einem Durchschnittswert aller Adressen der entsprechenden Gemeinde ent-
spricht.188 Anhand der Durchschnittskoordinaten der Herkunftsgemeinde und der Koordinaten 

185  Act. II.B.15. 
186  Abfälle des Typs A sind Abfälle, die in Deponien des Typs A entsorgt werden dürfen. Abfälle des 
Typs B sind Abfälle, die in Deponien des Typs B, nicht aber in Deponien des Typs A entsorgt werden 
dürfen (vgl. Rz 27). 

187  Vgl. Rz 75 f. zur Unterscheidung zwischen wiederverwertbaren und nichtwiederverwertbaren Abfäl-

len des Typs B. 

188  Vgl. Act. V.1 für detaillierte Erläuterungen dazu, wie diese Durchschnittskoordinate bestimmt wird. 

36 

 
 
 
 
 
 
 
des  Standortes der  Deponie  Höli189  wird  anschliessend  die  Fahrzeit  eines Lastwagens  zwi-
schen diesen beiden Punkten ermittelt. Dazu wird der Dienst von here.com verwendet.190 

B.1.5.2.3  Abfälle Typ A 

138.  In Abbildung 2 ist die Verteilung der Fahrzeit zwischen dem Herkunftsort und der Depo-
nie  Höli  für  die  im  Zeitraum  2011–2021  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfälle  des  Typs  A 
dargestellt. Für jede an der X-Achse von Abbildung 2 angegebene Fahrzeit kann an der Y-
Achse der Anteil von Gesuchen mit einer gleich grossen oder kleineren Fahrzeit an der insge-
samt  genehmigten  Menge  abgelesen  werden  («Anlieferungsanteil»).  Aus  Abbildung  2  geht 
zum Beispiel hervor, dass rund 40 % der genehmigten Mengen an Abfällen des Typs A von 
Herkunftsorten stammen, die weniger als 26 Fahrminuten vom Standort der Deponie Höli ent-
fernt sind. Rund 80 % der angelieferten Abfälle des Typs A stammen von Baustellen, die we-
niger als 30 Minuten entfernt sind. 

139.  Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass in Abbildung 2 nur gerade [< 200] Ge-
suche ausgewertet wurden, weil in der Deponie Höli nur wenige Abfälle des Typs A entsorgt 
wurden (vgl. Rz 131). Deshalb wird die in Abbildung 2 dargestellte Verteilung der Fahrzeiten 
stark von einzelnen in Bezug auf die Menge bedeutenden Gesuchen beeinflusst. Das ist auch 
der Grund dafür, dass der Anlieferungsanteil an manchen Stellen sprunghaft ansteigt. 

Abbildung 2: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Abfälle Typ A, 2011–2021. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

B.1.5.2.4  Abfälle Typ B 

140.  In Abbildung 3 ist die Verteilung der Fahrzeit zwischen dem Herkunftsort und der Depo-
nie  Höli  für  die  im  Zeitraum  2011–2021  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfälle  des  Typs  B 
dargestellt.  Dabei  wird wie  erwähnt  nicht zwischen  wiederverwertbaren  und  nichtwiederver-
wertbaren Abfällen unterschieden.191 Der Sprung bei einer Fahrzeit von 34 Minuten ist darauf 
zurückzuführen, dass die Stadt Basel 34 Fahrminuten von der Deponie Höli entfernt ist. Ein 
grosser Teil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle des Typs B stammt aus der Stadt Basel. 

Abbildung 3: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Abfälle Typ B, 2011–2021. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

141.  Nachfolgend wird in Abbildung 4 die Herkunft der Abfälle des Typs B differenziert nach 
Herkunftsgemeinde grafisch dargestellt. Zu diesem Zweck wurden wiederum die EGI-Daten 
ausgewertet,  welche  für den  Zeitraum  2011–2021  vorliegen.  Zur  besseren  Übersichtlichkeit 

189  Als Koordinaten des Standortes der Deponie Höli werden die Werte 47,49365 / 7,74061 (WGS84) 

verwendet.  

190  Vgl.  Act.  V.1  für  detaillierte  Erläuterungen  zur  Abfrage  der  Fahrzeiten  zwischen  Herkunftsort  und 

dem Standort der Deponie Höli. 

191  Der Vollständigkeit halber ist die Verteilung der Fahrzeit zwischen den Herkunftsorten der Abfälle 
und dem Standort der Deponie Höli im Appendix separat für Mischabbruch (Abbildung 11) und an-
dere Abfälle des Typs B (Abbildung 12) dargestellt. Grundsätzlich ist es möglich, Mischabbruch wie-
derzuverwerten (vgl. Rz 75 ff.). Deshalb ist es möglich, dass es sich bei einem Teil des in der Depo-
nie Höli entsorgten Mischabbruchs um wiederverwertbare Abfälle des Typs B handelt. Aus Abbildung 
11 und Abbildung 12 geht hervor, dass die Verteilung der Fahrzeit zwischen Herkunftsort und Depo-
nie Höli bei Mischabbruch im Wesentlichen gleich ausfällt wie bei anderen Abfällen des Typs B. Auch 
aus diesem Grund ist keine weitere Differenzierung erforderlich. 

37 

 
 
 
 
 
 
 
wurden  ausschliesslich  Gemeinden  eingezeichnet,  aus  welchen  Anlieferungen  von  mindes-
tens 100 Tonnen Abfälle genehmigt wurden. Dadurch entfallen nur vernachlässigbare Men-
gen, nämlich 0,002 % der im Zeitraum 2011–2021 genehmigten Mengen für Abfälle des Typs 
B.192 Die Kantons- und Landesgrenzen sind blau eingezeichnet. 

Abbildung 4: Herkunftsgemeinden der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle Typ B, 2011–
2021.193 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); Swisstopo. 

142.  Aus Abbildung 4 ist ersichtlich, dass praktisch alle der in der Deponie Höli deponierten 
Abfälle aus den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn und Aargau stammen. 

143.  Die Verteilung der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle des Typs B auf die verschie-
denen Herkunftskantone geht noch klarer aus der nachfolgenden Abbildung 5 hervor. Daten-
grundlage  sind  wiederum  die  EGI-Daten  des  Kantons  Basel-Landschaft.  Zur  Erstellung  von 
Abbildung 5 wurden erneut die im Zeitraum 2011–2021 zur Entsorgung in der Deponie Höli 
genehmigten Abfälle des Typs B berücksichtigt. 

Abbildung 5: Herkunft der zur Deponierung in der Deponie Höli genehmigten Abfälle Typ B, 
2011–2021. 

[Basel-Landschaft: > 50 %; 

Basel-Stadt: 25–30 %; 

Aargau: 15–20 %; 

Solothurn: 5–10 %; 

Andere: < 1 %] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft). 

144.  Der Kanton Basel-Landschaft untersuchte unabhängig vom vorliegenden Verfahren im 
Hinblick auf die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage die Herkunft der in der Depo-
nie Höli entsorgten Abfälle.194 Die Ergebnisse der entsprechenden Abklärungen sind in Tabelle 
4 dargestellt. Bei der Interpretation dieser Ergebnisse sind die folgenden Unterschiede im Ver-
gleich zur vorangehenden Auswertung der EGI-Daten zu berücksichtigen: 

−  Die Zahlen des Kantons Basel-Landschaft beziehen sich auf die Jahre 2015–2017 statt 

auf den Zeitraum 2011–2021. 

−  Die Zahlen des Kantons Basel-Landschaft enthalten im Gegensatz zur vorangehenden 
Auswertung der EGI-Daten nicht nur Abfälle des Typs B, sondern auch Abfälle des Typs 
A. 

−  Die Zahlen des Kantons Basel-Landschaft geben die deponierten Mengen wieder, wäh-

rend die vorangehende Auswertung die genehmigten Mengen verwendet. 

192  Der Vollständigkeit halber ist in Abbildung 13 im Appendix zusätzlich die gleiche Darstellung für Ab-
fälle des Typs A enthalten. Auch dort sind nur Gemeinden mit mindestens 100 Tonnen an geneh-
migten Abfällen eingezeichnet. Dadurch entfallen rund 0,2 % der genehmigten Mengen von Abfällen 
des Typs A. 

193  Die Kategorien sind so eingeteilt, dass eine gleich grosse Anzahl von Gemeinden in jede der 5 mit 

unterschiedlichen Farben gekennzeichneten Kategorien fällt. 

194  Act. II.A.1.11, Tabelle 1, S. 5. 

38 

 
 
 
 
 
 
 
145.  Trotz dieser Unterschiede entsprechen die Ergebnisse des Kantons Basel-Landschaft 
zur  Bedeutung  der  verschiedenen  Herkunftskantone  weitgehend  den  in Abbildung  5  darge-
stellten, anhand der EGI-Daten berechneten Zahlen. 

Tabelle 4: Herkunft der in der Deponie Höli deponierten Mengen, 2015–2017. 

Anteil 

Herkunftskanton 

Basel-Landschaft 

Basel-Stadt 

Aargau 

Solothurn 

43–52 % 

26–30 % 

15–20 % 

5–8 % 

Diverse 

0–1 % 
 Quelle: Kanton Basel-Landschaft (Act. II.A.1.11, Tabelle 1). 

146.  Damit ist erstellt, dass rund 75 % der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle des Typs B 
aus den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt stammen. Die restlichen Abfallmengen 
stammen im Wesentlichen aus den Kantonen Aargau und Solothurn. 

B.1.5.2.5  Einschränkung des Einzugsgebiets ab 1. Mai 2019 

147.  Ab dem 1. Mai 2019 legte die Deponie Höli Liestal AG ein Einzugsgebiet fest. Seither 
sollen nur noch Anlieferungen von Baustellen angenommen werden, die sich innerhalb dieses 
Einzugsgebiets befinden. Das Einzugsgebiet ist in Abbildung 6 abgebildet.195 

195  Act. IV.8, Rz 43. 

39 

 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 6: Einzugsgebiet Deponie Höli ab 1. Mai 2019. 

Quelle: Act. II.A.2.5; Act. IV.8, Rz 43. 

148.  Die  Festlegung  des  erwähnten  Einzugsgebiets  am  1.  Mai  2019  hatte  einen  gewissen 
Einfluss auf die Verteilung der Fahrzeiten zwischen den Baustellen und der Deponie Höli. Seit-
her  wurden  keine  Gesuche  mehr  für  einen  ausserhalb  des  Einzugsgebiets  gelegenen  Her-
kunftsort akzeptiert. Als Folge dessen wurden vor allem weniger Gesuche aus dem Kanton 
Aargau genehmigt. Die entsprechenden Veränderungen sind nicht derart gross, dass die Fahr-
zeiten differenziert für den Zeitraum vor und nach der erwähnten Festlegung des Einzugsge-
biets am 1. Mai 2019 untersucht werden müssten. Der Vollständigkeit halber befinden sich die 
entsprechenden Auswertungen in Rz 488 f. im Appendix. 

B.1.5.2.6  Kerneinzugsgebiet für Abfälle des Typs B 

149.  Aus Abbildung 3 ist ersichtlich, dass der überwiegende Anteil der in der Deponie Höli 
entsorgten Abfälle des Typs B aus einem Umkreis von weniger als 40 Fahrminuten stammt. 
Für den Zeitraum vor dem 1. Mai 2019 ist dieser Anteil aufgrund der Einschränkung des Ein-
zugsgebiets (vgl. Rz 147) etwas tiefer, für den Zeitraum nach dem 1. Mai 2019 hingegen etwas 
höher. Nachfolgend wird zur weiteren Untersuchung der Marktverhältnisse das folgende Kern-
einzugsgebiet der Deponie Höli für Abfälle des Typs B definiert: Das Kerneinzugsgebiet ent-
spricht dem kleinsten Fahrminutenradius um den Standort der Deponie Höli, so dass mindes-
tens 80 % der zur Entsorgung in der Deponie Höli genehmigten Abfallmengen des Typs B aus 
Gemeinden stammen, die sich innerhalb dieses Fahrminutenradius befinden. Vorliegend wird 
dieser Anteil von 80 % bei einem Fahrminutenradius von 39 Minuten erstmals überschritten 
und erreicht dort einen Wert von rund 83 %.196 

196  Der  räumlich  relevante  Markt  wird  hinten  auf  das  Kerneinzugsgebiet  abgegrenzt.  Diese  Marktab-
grenzung wird bei der Behandlung der Rechtsfrage der Marktabgrenzung begründet (Rz 331 ff.). 

40 

 
 
 
 
 
 
 
 
150.  Dieses Kerneinzugsgebiet ist in Abbildung 7 dargestellt. Es handelt sich dabei nicht um 
ein zusammenhängendes Gebiet, weil die Fahrzeit aufgrund unterschiedlich guter Strassen-
verbindungen nicht mit der Distanz übereinstimmt. Wenn eine Gemeinde zum Beispiel über 
einen  eigenen  Autobahnanschluss  verfügt,  verkürzt  sich  dadurch  die  Fahrzeit  zur  Deponie 
Höli, die ebenfalls einen eigenen Autobahnanschluss hat. 

Abbildung 7: Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli für Abfälle des Typs B. 

Quelle: here.com (Fahrzeiten); Swisstopo. 

B.1.5.3  Marktanteile der Deponie Höli 

B.1.5.3.1  Einleitung 

151.  Nachfolgend  werden  die  Marktanteile  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  separat  für  Abfälle 
des Typs A (Rz 152 f.), wiederverwertbare Abfälle des Typs B (Rz 157 ff.) sowie für nichtwie-
derverwertbare Abfälle des Typs B (Rz 165 ff.) berechnet. 

B.1.5.3.2  Abfälle Typ A 

152.  Gemäss Angaben des Kantons Basel-Landschaft schätzt die «Taskforce Baustoffkreis-
lauf Regio Basel» (vgl. Rz 93) die jährlich in der «Region Basel»197 anfallenden Abfallmengen. 
Diese Schätzungen sind in Tabelle 5 eingetragen. 

197  Mutmasslich ist dabei nicht der Wirtschaftraum Basel gemeint (vgl. Fn 20), sondern das Gebiet der 
Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Die genaue Definition ist vorliegend nicht relevant, weil 
die Deponie Höli unabhängig davon sehr tiefe Marktanteile bei der Annahme von Abfällen des Typs 
A erreicht. 

41 

 
 
 
 
 
 
 
 
153.  Bei der Interpretation dieser Schätzungen ist zu berücksichtigen, dass mutmasslich ein 
Teil der «Hergestellten und verbauten Recycling-Baustoffe» aus Abfällen des Typs B herge-
stellt werden. Ausserdem sind in dieser Zusammenstellung Abfälle des Typs A noch nicht ent-
halten, die in im Kanton Basel-Landschaft gelegenen Deponien des Typs B entsorgt wurden. 
Dabei dürfte es sich aber um geringe Mengen handeln (vgl. Rz 26). 

Tabelle 5: In der Region Basel jährlich anfallende Abfallmengen Typ A. 

Art der Entsorgung 

Geschätzte Jährli-
che Menge 

Hergestellte und verbaute Recycling-Baustoffe 

Export unverschmutztes Aushubmaterial ins grenznahe Ausland 

In den Kantonen BL und BS verwertetes, unverschmutztes Aus-
hubmaterial 

Entsorgung in Deponien des Typs A im Kanton BL 

Total 

Quelle: Kanton Basel-Landschaft (Act.II.A.4.1, Antwort auf Fragen 3 und 5.1). 

550 000 t 

900 000 t 

850 000 t 

100 000 t 

2 400 000 t 

154.  Zusätzlich zu den Schätzungen der erwähnten Taskforce liegt eine Schätzung der Züst 
Engineering AG vor, welche diese im Auftrag des Kantons Basel-Landschaft vorgenommen 
hat. Demnach fallen in der «Region Basel» jährlich rund 2,45 Millionen Tonnen «unbelastetes 
Aushub- und Ausbruchsmaterial» an.198 

155.  In den von der Züst Engineering AG geschätzten 2,45 Millionen Tonnen an unbelastetem 
Aushub- und Ausbruchmaterial sind rund 50 000 Tonnen an Abfällen des Typs A enthalten, 
die in Deponien des Typs B entsorgt wurden.199 Diese Mengen sind in den von der Taskforce 
geschätzten  Zahlen  nicht  enthalten.  Addiert  man  diese  50 000  Tonnen  zu  den  in  Tabelle  5 
aufgeführten,  von  der  Taskforce  geschätzten  Abfallmengen,  ergibt  sich  wiederum  eine  Ge-
samtmenge von 2,45 Millionen Tonnen. Folglich stimmen die Zahlen der Taskforce mit denje-
nigen der Züst Engineering AG überein. 

156.  Der Anteil der Abfälle des Typs A an den in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen 
belief sich 2011–2021 auf etwa [rund 2] % (vgl. Rz 131).200 Im Zeitraum 2011–2020 wurden in 
der Deponie Höli durchschnittlich rund 600 000 Tonnen an Abfällen entsorgt.201 Folglich nahm 
die Deponie Höli jährlich rund 10 000 Tonnen an Abfällen des Typs A entgegen. Damit liegt 
der  Anteil  der  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfälle  des  Typs  A  an  den  insgesamt  in  der 
Region Basel anfallenden Mengen an Abfällen des Typs A bei unter einem Prozent.202 

198  Act. II.B.2, S. 16. Die genannte Schätzung befindet sich in der aktuellsten ausführlichen Version des 
Berichts Züst («Bericht – Version 13.6.2019», vgl. Rz 77). Auch an dieser Stelle muss nicht geklärt 
werden, ob sich diese  Aussage auf das Gebiet der beiden  Kantone Basel-Landschaft und Basel-
Stadt oder auf die Wirtschaftsregion Basel (vgl. Fn 20) bezieht. 

199  Gemäss dem erwähnten Bericht der Züst Engineering AG vom 13.6.2019 werden in den Deponien 
des Typs B im Kanton Basel-Landschaft jährlich rund 50 000 Tonnen an Abfällen des Typs A ent-
sorgt (Act. II.B.2, S. 14). Diese Schätzung scheint im Vergleich zum Anteil der gemäss EGI-Daten 
bewilligten Mengen eher hoch (vgl. Rz 131). Eine genauere Quantifizierung ist vorliegend nicht er-
forderlich, weil eine solche nicht zu einer anderen Beurteilung der Markstellung der Deponie Höli bei 
der Annahme von Abfällen des Typs A führen kann. 

200  Dabei handelt es sich um den Anteil an den genehmigten Mengen. 
201  Act. II.B.7. 
202  Dabei wird nicht differenziert zwischen wiederverwertbaren Abfällen des Typs A und nichtwiederver-
wertbaren Abfällen des Typs A. Eine solche Differenzierung ist für Abfälle des Typs A nicht erforder-
lich, weil aufgrund der geringen in der Deponie Höli entsorgten Mengen deren Marktstellung auch 
so eingeschätzt werden kann. 

42 

 
 
 
 
 
 
 
B.1.5.3.3  Wiederverwertbare Abfälle Typ B 

157.  Wiederverwertbare  Abfälle  des  Typs  B,  die  in  der  Region  Basel  anfallen,  können  auf 
verschiedene Arten entsorgt werden: 

−  Die Abfälle können in der Region selber wiederverwertet werden; 

−  Die Abfälle können ausserhalb der Region wiederverwertet werden; 

−  Die Abfälle können in Deponien des Typs B entsorgt werden. 

158.  Zu den auf die verschiedenen Arten entsorgten bzw. wiederverwerteten Mengen dieser 
Abfälle liegen nur unvollständige Angaben vor. Teilweise werden die entsprechenden Daten 
erst  seit  kurzem  oder  gar  nicht  erfasst.  Andere  Angaben  könnten  zwar  zusätzlich  erhoben 
werden, das ist aber nicht erforderlich. Die vorliegenden Angaben reichen aus, um die Markt-
stellung  der  Deponie  Höli  im  Markt  für  die  Entgegennahme  wiederverwertbarer  Abfälle  des 
Typs B einschätzen zu können. 

159.  Der Kanton Basel-Landschaft erfasst seit 2018 die durch stationäre Anlagen im Kanton 
Basel-Landschaft wiederverwerteten Mengen an Bauabfällen. Die Herkunft der dort wieder-
verwerteten Abfälle wird nicht erfasst. Die Erfassung der Menge erfolgt in Kubikmetern. Ge-
mäss Angaben des Kantons Basel-Landschaft wiegt 1 Kubikmeter zwischen 1,8 und 2 Ton-
nen.  203  Die  entsprechenden  Mengen  sind  in  Tabelle  6  für  die  Jahre  2018  und  2019 
angegeben. Zur Umrechnung von Kubikmetern zu Tonnen wird ein Faktor von 1,9 Tonnen pro 
Kubikmeter verwendet. Bei den entsprechenden Abfällen handelt es sich um wiederverwert-
bare Abfälle des Typs B. 

Tabelle 6: Marktanteil Deponie Höli wiederverwertbare Abfälle Typ B, 2018–2019. 

Abfallart 

In BL wiederverwerteter Betonabbruch 

In BL wiederverwerteter Mischabbruch 

In BL wiederverwerteter Strassenaufbruch 

In BL wiederverwerteter Ausbauasphalt 

Export Mischabbruch aus BL und BS 

2018 (t) 

2019 (t) 

242 077 

161 610 

34 907 

2 337 

45 777 

5 352 

20 457 

53 196 

[10 000–
20 000] 

[10 000–
20 000] 

30 % der in Deponien des Typs B entsorgten Abfälle204 

304 161 

284 221 

Total 

[639 259–
649 259] 

534 837–
544 837] 

    Davon Höli (30 % der in der Höli entsorgten Abfälle) 

226 965 

214 436 

Anteil Höli 

[34–36] % 

[38–40] % 

Quelle: Kanton Basel-Landschaft (Act. II.A.4.1); BAFU (Act. II.B.8; Act. II.B.12). 

203  Act. II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.1. 
204 Zur Berechnung der in Deponien des Typs B insgesamt entsorgten Abfallmengen werden die Anga-
ben des BAFU verwendet (Act. II.B.8). Berücksichtigt werden alle in den Kantonen Basel-Landschaft 
und Basel-Stadt gelegenen Deponien des Typs B, weil sich auch die anderen in Tabelle 6 aufge-
führten Angaben auf diese Kantone oder sogar nur auf den Kanton Basel-Landschaft beziehen. Kon-
kret handelt sich um die Deponien Höli, Strickrain, Bruggtal und Müsch (die Deponie Eichenkeller 
nahm ab 2015 keine Abfälle mehr entgegen). Im Jahr 2018 wurden in diesen Deponien insgesamt 
1 013 871 Tonnen Abfälle entsorgt, im Jahr 2019 waren es 947 403 Tonnen. Weil es sich bei maxi-
mal 30 % dieser Abfälle um wiederverwertbare Abfälle des Typs B handelt (vgl. Rz 75 ff.), sind in 
Tabelle 6 nur 30 % dieser Mengen, also 304 161 Tonnen für das Jahr 2018 und 284 221 Tonnen für 
das Jahr 2019 eingetragen. 

43 

 
 
 
 
 
 
 
160.  Ein Teil der in der Region Basel anfallenden wiederverwertbaren Abfälle des Typs B wird 
in Anlagen wiederverwertet, die sich nicht im Kanton Basel-Landschaft befinden. Ausserdem 
werden auch mit mobilen Anlagen Bauabfälle wiederverwertet. Zu den entsprechenden Men-
gen liegen keine verlässlichen Angaben vor. 

161.  Ein  weiterer  Teil  der  in der  Region  Basel  anfallenden  wiederverwertbaren  Abfälle  des 
Typs B wird im Ausland wiederverwertet. Gemäss Art. 17 Bst. d VeVA dürfen Abfälle grund-
sätzlich nicht zum Zweck der Ablagerung auf einer Deponie ins Ausland ausgeführt werden. 
Hingegen ist es grundsätzlich möglich, Abfälle zur Wiederverwertung ins Ausland zu exportie-
ren (vgl. Rz 47 ff.). Gemäss Angaben des Kantons Basel-Landschaft werden seit einigen Jah-
ren tatsächlich «geringe Mengen an ausgesuchten mineralischen Bauabfällen» exportiert.205 
Dabei handelt es sich insbesondere um Mischabbruch. Da solche Exporte bewilligungspflichtig 
sind, liegen dem BAFU Zahlen zu den ausgeführten Mengen vor. Aus den Kantonen Basel-
Landschaft  und  Basel-Stadt  wurden  in  den  Jahren  2018  und  2019  jeweils  rund  [10 000–
20 000] Tonnen Mischabbruch ins Ausland exportiert.206 Diese Zahlen sind ebenfalls in Tabelle 
6 aufgeführt.207 

162.  Schliesslich wird ein Teil der in der Region Basel anfallenden wiederverwertbaren Ab-
fälle des Typs B in den Deponien des Typs B der Region entsorgt.208 Dabei handelt es sich 
um weniger als 30 % der insgesamt in diesen Deponien entsorgten Mengen (vgl. Rz 75 ff.). 
Die entsprechenden Mengen sind ebenfalls in Tabelle 6 eingetragen. 

163.  Tabelle 6 enthält wie erwähnt nicht alle der in der Region Basel anfallenden wiederver-
wertbaren  Abfälle  des  Typs  B.  Insbesondere  in  den  Kantonen  Basel-Stadt,  Solothurn  oder 
Aargau aufbereitete Abfälle sind nicht erfasst. Auch in mobilen Anlagen aufbereitete Abfälle 
sind darin nicht enthalten. Ausserdem handelt es sich beim in Tabelle 6 verwendeten Anteil 
von 30 % an den in Deponien des Typs B entsorgten Abfällen um eine Obergrenze. Entspre-
chend sind auch die angegebenen Marktanteile der Deponie Höli als Obergrenze zu betrach-
ten. Einerseits ist die tatsächlich in der Region Basel anfallende Menge wiederverwertbarer 
Abfälle des Typs B grösser, andererseits ist die in der Deponie Höli entsorgte Menge kleiner 
als 30 %. Deshalb ist der Marktanteil der Deponie Höli bei der Entgegennahme von wieder-
verwertbaren Abfällen des Typs B in der Region Basel tiefer als der in Tabelle 6 für die Jahre 
2018 und 2019 ausgewiesene Anteil von 35–40 %. Aus diesen Gründen steht fest, dass die 
Deponie  Höli  in  den  Jahren  2018  und  2019  einen  Marktanteil  von  weniger  als  35–40 %  im 
Markt für wiederverwertbare Abfälle des Typs B in der Region Basel erreichte. 

164.  Da die für die vorangehenden Berechnungen zentralen Zahlen erst ab dem Jahr 2018 
erfasst  werden,209  sind  keine  genauen  Aussagen möglich  in  Bezug  auf den  Marktanteil  der 

205  Beantwortung der Interpellation 2018/667 von Erika Eichenberger «Zur Deponie von Inertstoffen» 
durch  den  Regierungsrat  des  Kantons  Basel-Landschaft,  S.  7;  verfügbar  online  unter  <basel-
land.talus.ch/de/politik/cdws/dok_geschaeft.php?did=474386c04ad54b9cb2c7b4320cf9a098-
332&filename=Beantwortung_der_Interpellation&v=4&r=PDF&typ=pdf> (15.6.2021). 

206  Act. II.B.12. 
207  Gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal AG wurden im Jahr 2020 120 000 Tonnen Mischabbruch 
[ab Hafen] exportiert. Zusätzlich habe das Unternehmen [F7] 9609 Tonnen Mischabbruch exportiert 
(Act.  IV.22,  Beilage  1).  Gemäss  der  «Statistik  der  übrigen  notifizierungspflichtigen  Abfälle  2020» 
(verfügbar 
<www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/zustand/daten.html> 
17.06.2022) wurden im Jahr 2020 aus der ganzen Schweiz insgesamt 117 836 Tonnen Mischab-
bruch zur Wiederverwertung in das Ausland exportiert. Das entspricht etwa der von der Deponie Höli 
angegebenen Menge. Vorliegend sind aber nur die in der Region Basel angefallenen Abfälle rele-
vant. Deshalb sind in Tabelle 6 nur diese Mengen eingetragen. 

unter 

208  Die in den Deponien Höli, Bruggtal, Strickrain und Müsch entsorgten Mengen werden dabei berück-
sichtigt. Es wird auf die vom BAFU angegebenen deponierten Mengen abgestellt (Act. II.B.8).  

209  Act. II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.1. 

44 

 
 
 
 
 
 
 
Deponie Höli bei der Entgegennahme von wiederverwertbaren Abfällen des Typs B im Zeit-
raum 2010–2017. 

B.1.5.3.4  Nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B 

165.  Nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B sind Abfälle, die im Vergleich zur Deponie-
rung nicht zu ähnlich hohen Kosten wiederverwertet werden können (vgl. Rz 75 f.). Entspre-
chend ist die Wiederverwertung bei diesen Abfällen keine wirtschaftlich gleichwertige Alterna-
tive  zur  Deponierung.  Die  Deponierung  in  anderen  Deponietypen  ist  ebenfalls  keine 
wirtschaftliche Alternative. Solche Abfälle dürfen nicht in Deponien des Typs A entsorgt wer-
den. Die Entsorgung in Deponien der Typen C, D oder E ist allein schon aufgrund der deutlich 
höheren Deponiegebühren keine gleichwertige Alternative (vgl. Rz 25). Folglich können solche 
Abfälle nur in Deponien des Typs B entsorgt werden. Ausserdem ist nur die Deponierung in 
inländischen Deponien möglich, weil diese Abfälle nur zur Wiederverwertung, nicht aber zur 
Deponierung exportiert werden dürfen (vgl. Rz 47 ff.). 

166.  Zur Einschätzung der Marktstellung der Deponie Höli sind also nur inländische Deponien 
des Typs B massgebend. Ausserdem sind nur diejenigen inländischen Deponien des Typs B 
relevant, bei welchen die Transportkosten im Vergleich zur Entsorgung in der Deponie Höli 
ähnlich hoch ausfallen. Nur solche Deponien stellen aus Sicht der Marktgegenseite eine Aus-
weichmöglichkeit zur Entsorgung in der Deponie Höli dar. 

167.  Nachfolgend wird der Marktanteil der Deponie Höli an den im Zeitraum 2010–2021 im 
Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli anfallenden nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs 
B berechnet. Dazu werden zunächst die EGI-Daten zu den genehmigten Abfallmengen ver-
wendet (Rz 168 ff.). Diese Daten haben den Vorteil, dass darin der Herkunftsort der Abfälle 
ersichtlich ist. Dafür handelt es sich aber nicht um die tatsächlich deponierten, sondern um die 
genehmigten Mengen.  Deshalb  wird  der  erwähnte  Marktanteil  anschliessend  zusätzlich  an-
hand von Zahlen des BAFU und des Kantons Basel-Landschaft zu den tatsächlich deponierten 
Mengen berechnet (Rz 173 ff.), bevor die Verlässlichkeit der entsprechenden Berechnungen 
geprüft wird (Rz 180 ff.). 

Genehmigte Mengen (EGI-Daten) 

168.  Das  Kerneinzugsgebiet  der  Deponie  Höli  entspricht  dem  kleinsten  Fahrminutenradius 
um den Deponiestandort, so dass mindestens 80 % der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle 
aus diesem Gebiet stammen. Es besteht aus Gemeinden der Kantone Basel-Landschaft, Ba-
sel-Stadt, Solothurn und Aargau (vgl. Rz 149). Die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und 
Solothurn  erfassen  den  Herkunftsort  der  im  Kantonsgebiet  anfallenden  Abfälle  des  Typs  B 
über das EGI-System (vgl. Rz 44 ff.). Anhand dieser Daten kann der Anteil der Deponie Höli 
an den im Kerneinzugsgebiet anfallenden Mengen nichtwiederverwertbarer Abfälle des Typs 
B geschätzt werden. 

169.  Für  die  im  Kanton  Aargau  gelegenen  Gemeinden  liegen  keine  EGI-Daten  und  damit 
auch keine Angaben dazu vor, wo die dort anfallenden Abfälle deponiert werden, ausser die 
Deponierung erfolgte in den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt oder Solothurn. Aus die-
sem Grund kann der Marktanteil der Deponie Höli aufgrund der EGI-Daten nur für denjenigen 
Teil des Kerneinzugsgebiets berechnet werden, der in den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-
Stadt oder Solothurn liegt. Die im Kanton Aargau gelegenen Gemeinden haben einen Anteil 
von rund 10 % an den insgesamt aus dem Kerneinzugsgebiet genehmigten Anlieferungen von 
Abfällen des Typs B an die Deponie Höli.210  

210 Der Anteil der aus dem Kanton Aargau stammenden Abfälle an der insgesamt in der Deponie Höli 
entsorgten Menge beläuft sich auf rund [15–20] % (vgl. Abbildung 5 oben). Im Vergleich dazu ist der 

45 

 
 
 
 
 
 
 
 
170.  Die EGI-Daten der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn liegen vor für 
den Zeitraum vom 7. Oktober 2011 bis zur Schliessung der Deponie Höli am 12. Mai 2021. 
Der Anteil der Deponie Höli an den in diesem Zeitraum genehmigten Mengen211 beläuft sich 
auf [> 65] %. Die nächstgrösste Deponie ist die Deponie Bruggtal mit einem Anteil von [< 15 %] 
Die Verteilung der genehmigten Mengen auf die verschiedenen Deponien ist in Abbildung 8 
dargestellt. Lieferungen an Deponien mit einem Anteil von weniger als einem Prozent werden 
unter der Bezeichnung «Diverse» zusammengefasst. 

Abbildung 8: Anteil an im Kerneinzugsgebiet (exkl. Aargau) angefallenen Abfallmengen Typ 
B gemäss EGI-Daten, 2011–2021. 

[Höli: > 65 % 

Bruggtal: < 15 % 

Eichenkeller: < 15 % 

Strickrain: < 10 % 

Attisholz: < 10 % 

Müsch: < 10 % 

Aebisholz: < 10 % 

Diverse: < 10 %] 

Quelle: Act. II.A.10; Act. II.B.13; Act. II.B.15 (EGI-Daten). 

171.  Der Anteil der Deponie Höli an den im Kerneinzugsgebiet angefallenen und genehmigten 
Abfallmengen des Typs B entspricht nicht exakt dem Marktanteil der Deponie Höli. Diesbe-
züglich bestehen die folgenden Unterschiede: 

−  Es handelt sich um die zur Deponierung genehmigten und nicht um die tatsächlich de-
ponierten Mengen. Die tatsächlich deponierte Menge ist in der Regel etwas geringer als 
die bewilligte Menge (vgl. Fussnote 181). Trotzdem sind die genehmigten Mengen nütz-
lich zur Einschätzung der deponierten Mengen. Insbesondere weil die Abweichungen in 
der Regel nicht sehr gross sind und weil die Gründe für allfällige Abweichungen bei allen 
Deponien  gleichermassen  Anwendung  finden  (vgl.  Fussnote  181).  Deshalb  ist  davon 
auszugehen, dass es keine relevanten Unterschiede zwischen den verschiedenen De-
ponien  in  Bezug  auf  die  Differenz  zwischen  der  genehmigten  und  der  deponierten 
Menge gibt. 

Anteil der Aargauer Gemeinden an den aus dem Kerneinzugsgebiet angelieferten Abfallmengen mit 
rund 10 % deutlich kleiner. Der Grund dafür ist, dass nur rund 83 % der in der Deponie Höli entsorg-
ten Abfälle aus dem Kerneinzugsgebiet stammen (vgl. Rz 149). Die verbleibenden rund 17 % der 
Abfälle werden zu einem relativ grossen Teil aus Aargauer Gemeinden angeliefert, die ausserhalb 
des Kerneinzugsgebiets liegen. 

211  Zur Berechnung des anhand der EGI-Daten eruierten Marktanteils der Deponie Höli bei der Entge-
gennahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B werden alle in den genannten Depo-
nien  des  Typs  B  entsorgten  Abfallarten  ausser  Abfällen  des  Typs  A  verwendet  (VeVA-Codes 
17 05 04 und 17 05 06, vgl. Rz 131). Eine Unterscheidung zwischen wiederverwertbaren und nicht-
wiederverwertbaren  Abfällen  des  Typs  B  ist  zur  Berechnung  dieses  Marktanteils  hingegen  weder 
erforderlich noch möglich. Sie ist nicht möglich, weil in den EGI Daten Eigenschaften, welche für die 
Wiederverwertbarkeit entscheidend sind, nicht erfasst sind (z.B. Feinstaubanteil, vgl. Rz 61 ff.). Sie 
ist nicht erforderlich, weil davon auszugehen ist, dass die Anteile der vorliegend unterschiedenen 
Abfallarten (Typ A, wiederverwertbar Typ B, nichtwiederverwertbar Typ B) bei allen relevanten De-
ponien vergleichbar ausfallen (vgl. Rz 183 f.). 

46 

 
 
 
 
 
 
 
−  Abfälle, welche in Aargauer Gemeinden anfallen, die im Kerneinzugsgebiet liegen, sind 
nicht erfasst. Diese machen rund 10 % der aus dem Kerneinzugsgebiet stammenden, 
in der Deponie Höli deponierten Abfälle des Typs B aus. Da die Deponie Höli im Ver-
gleich  zu  den  grössten  Konkurrentinnen  Bruggtal  und  Eichenkeller  näher  bei  diesen 
nicht in die Auswertung einfliessenden Gemeinden liegt, dürfte der Marktanteil der De-
ponie Höli höher ausfallen als ihr vorangehend berechneter Anteil an den genehmigten 
Lieferungen.212 

172.  Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass der Marktanteil der Deponie Höli im 
Markt für nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B in ihrem Kerneinzugsgebiet im Zeitraum 
2011–2021 rund [> 65] % beträgt. 

Deponierte Mengen 

173.  Zur  Überprüfung  der  anhand  der  EGI-Daten  vorgenommenen  Berechnungen  werden 
nachfolgend Daten zu den jährlich in den relevanten Deponien des Typs B entsorgten Abfall-
mengen herangezogen. Im Gegensatz zu den EGI-Daten enthalten diese Daten keine Anga-
ben zur Herkunft der Abfälle oder zur genauen, anhand eines VeVA-Codes identifizierten Ab-
fallart.  Dafür  handelt  es  sich  um  die  tatsächlich  deponierten  und  nicht  lediglich  um  die 
genehmigten Mengen. Während die EGI-Daten für den Zeitraum 2011–2021 vorliegen, liegen 
die Daten zu den tatsächlich deponierten Mengen für den Zeitraum 2010–2020 vor. 

174.  Zunächst muss geklärt werden, welche Deponien in die entsprechende Auswertung ein-
bezogen werden müssen. Die Deponien Höli, Bruggtal, Eichenkeller, Strickrain und Aebisholz 
liegen alle im Kerneinzugsgebiet (vgl. Abbildung 7 oben). Deshalb werden die in diesen De-
ponien entsorgten Mengen berücksichtigt. Der Anteil der Deponie Höli an den in diesen Depo-
nien im Zeitraum 2010–2020 entsorgten Abfallmengen beläuft sich auf [< 65]  % und entspricht 
damit ziemlich genau dem Anteil der Deponie Höli an den genehmigten Mengen (vgl. Rz 168). 
Die  Verteilung  der  deponierten  Mengen  auf  die  verschiedenen  Deponien  ist  in  Abbildung  9 
angegeben. 

212  Wenn Abfall des Typs B, der in einer im Kerneinzugsgebiet gelegenen Aargauer Gemeinde in eine 
in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft oder Solothurn gelegene Deponie geliefert wird, liegt 
die entsprechende Genehmigung vor, da in diesem Fall ein Gesuch über das EGI-System des Stand-
ortkantons der Deponie gestellt werden muss. Hingegen liegen die Gesuche für Deponierungen in 
anderen Kantonen nicht vor. Schliesst man die vorliegenden Gesuche der Aargauer Gemeinden in 
die Berechnung des Anteils der Deponie Höli an den insgesamt zur Entsorgung bewilligten Mengen 
von im Kerneinzugsgebiet anfallenden Abfällen des Typs B ein, erreicht die Deponie Höli einen Anteil 
von [> 65] %. 

47 

 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 9: Anteile an den im Kerneinzugsgebiet in Deponien des Typs B entsorgten Men-
gen, 2010–2020. 

[Höli: > 65 % 

Bruggtal: < 20 % 

Strickrain: < 10 % 

Aebisholz: < 10 % 

Eichenkeller: < 10 %] 

Quelle: Act. II.B.8 (BAFU). 

175.  Die vom BAFU eingereichten Daten213 zu den im Kanton-Basel-Landschaft gelegenen 
Deponien des Typs B stimmen nicht vollständig mit den vom Kanton Basel-Landschaft einge-
reichten Daten214 überein. Die Zahlen unterscheiden sich im Wesentlichen in Bezug auf die 
folgenden Punkte: 

−  Die in der Deponie Höli im Jahr 2010 entsorgte Abfallmenge ist gemäss Kanton rund 

50 000 Tonnen höher als gemäss den Zahlen des BAFU.215 

−  Der Kanton Basel-Landschaft führt im Jahr 2010 zusätzlich die Deponie Chueftel in Lau-
sen auf. Darin seien im Jahr 2010 rund 115 000 Tonnen Abfälle des Typs B entsorgt 
worden. Erst ab 2011 seien dort keine Abfälle mehr entsorgt worden. In den Angaben 
des BAFU taucht diese Deponie auch für das Jahr 2010 nicht auf. 

−  Die in der Deponie Eichenkeller entsorgten Abfallmengen sind gemäss Kanton in den 
Jahren  2012–2014  geringer  als  gemäss  BAFU.  Der  Unterschied  beträgt  rund  20 000 
Tonnen in den Jahren 2013 und 2014 und rund 60 000 Tonnen im Jahr 2012. 

−  Die  in  der  Deponie  Strickrain  im Jahr  2018  entsorgte Menge  ist  gemäss  Kanton rund 

10 000 Tonnen höher als gemäss BAFU. 

176.  Werden statt der vom BAFU die vom Kanton Basel-Landschaft ausgewiesenen Mengen 
verwendet, liegt der Anteil der Deponie Höli an den in den Deponien Höli, Bruggtal, Strickrain, 
Aebisholz, Eichenkeller und Chueftel entsorgten Mengen an Abfällen bei [> 65] % und unter-
scheidet sich damit kaum vom anhand der Zahlen des BAFU berechneten Anteil von [> 65] %. 
Ausserdem stimmen diese Zahlen mit der Einschätzung eines fachkundigen Zeugens über-
ein.216 

177.  Um sicherzustellen, dass allfällige Datenfehler die berechneten Anteile der Deponie Höli 
nicht beeinträchtigen, wird zusätzlich ein weiterer Anteil berechnet. Für die Jahre 2010–2019 
liegen für die im Kanton Basel-Landschaft gelegenen Deponien des Typs B jeweils sowohl die 
vom BAFU als auch die vom Kanton angegebene Menge vor. Zur Berechnung des Anteils der 
Deponie Höli wird jeweils die grössere der beiden Mengen verwendet, ausser bei den in der 
Deponie  Höli  entsorgten  Mengen.  Dort  wird  jeweils  die  kleinere  Menge  herangezogen.  So 
kann  eine  Untergrenze  für  den  Anteil  der  Deponie  Höli  berechnet  werden.  Diese  liegt  bei 
[> 65] %. Aus diesem Grund ist es nicht erforderlich, die vorliegenden Diskrepanzen zwischen 

213  Act. II.B.8. 
214  Act. II.A.4.5. 
215  Gemäss  Angaben  der  Deponie  Höli  Liestal  wurden  im  Jahr  2010  173 355  Tonnen  Abfälle  in  der 
Deponie Höli entsorgt (Act. IV.8,  Beilage 30). Diese Zahlen stimmen mit  denjenigen des Kantons 
Basel-Landschaft überein.  

216  Gemäss der Aussage von [N5] hat die Deponie Höli einen Anteil von rund [> 65]  % an den insgesamt 
in  Deponien  des  Typs  B  in  der  Region  Nordwestschweiz  abgelagerten  Mengen  (Act.  III.4,  Zeilen 
180–181). Die Aussage bezieht sich also im Gegensatz zu den vorangehenden berechneten Markt-
anteilen nicht auf das Kerneinzugsgebiet, sondern auf ein im Vergleich dazu grösseres Gebiet.  

48 

 
 
 
 
 
 
 
den Angaben des Kantons Basel-Landschaft und denjenigen des BAFU genauer zu untersu-
chen. Unabhängig davon, welche Daten verwendet werden, ergibt sich ein Anteil der Deponie 
Höli  von  rund  [> 65]  %  an  den  im  Kerneinzugsgebiet  in  Deponien  des  Typs  B  im  Zeitraum 
2010–2020 entsorgten Abfallmengen. 

178.  Der Vollständigkeit halber wird nachfolgend der Anteil der Deponie Höli an den im Kern-
einzugsgebiet deponierten Abfällen des Typs B zusätzlich für jedes der Jahre 2010–2020 se-
parat angegeben. Dazu werden die Angaben des BAFU verwendet. Die entsprechenden Er-
gebnisse  sind  in  Tabelle  7  dargestellt.  Bei  der  Interpretation  dieser  Zahlen  ist  zu  beachten, 
dass die Deponie Höli ihren Betrieb erst am 25. Mai 2010 aufnahm (vgl. Rz 5). Die Deponie 
Höli  war  also  im  Jahr  2010  nur  während  rund  7  von  12  Monaten  zugänglich,  während  alle 
anderen Deponien während des gesamten Jahres offenstanden. Verwendet man zur Berech-
nung des Anteils der Deponie Höli im Jahr 2010 nur 7/12 der in den anderen Deponien ent-
sorgten Mengen, ergibt sich ein Marktanteil der Deponie Höli von rund [45–55] % für den Zeit-
raum Juni–Dezember 2010.217 

Tabelle 7: Anteil der Deponie Höli an den im Kerneinzugsgebiet in Deponien des Typs B ent-
sorgten Abfallmengen, 2010–2020. 

Zeitraum 

Anteil Höli 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

2010-2020 

[35–45] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 55] % 

[> 65] % 

Quelle: Act. II.B.8 (BAFU). 

Robustheit des berechneten Marktanteils der Deponie Höli 

179.  Nachfolgend werden verschiedene mögliche Faktoren geprüft, welche grundsätzlich die 
vorangehenden  Berechnungen  des  Marktanteils  der  Deponie  Höli  beeinträchtigen  könnten. 
Wie dargelegt, findet vorliegend keine solche Beeinträchtigung statt.  

Im Kerneinzugsgebiet anfallende Mengen, die ausserhalb deponiert werden 

180.  Anhand der EGI-Daten kann überprüft werden, ob im Kerneinzugsgebiet anfallende Ab-
fälle des Typs B in grossen Mengen ausserhalb des Kerneinzugsgebiets deponiert werden. 
Das ist nicht der Fall. Rund 96 % der im Kerneinzugsgebiet anfallenden, für die Entsorgung in 
einer Deponie des Typs B genehmigten Abfallmengen werden im Zeitraum 2011–2021 in den 

217  Die anderen Deponien hatten im Jahr 2010 einen Anteil von rund [55–65] % (100 % abzüglich des 
Anteils der Deponie Höli von [35–45] %). Gewichtet man diesen mit 7/12, reduziert er sich auf rund 
[32–37] % ([55–65] % multipliziert mit 7/12) […]. Aus diesem Grund ist die Behauptung der Deponie 
Höli Liestal AG irreführend, sie habe im Jahr 2010 einen Marktanteil von nur [35–45] % erreicht (Act. 
V.25, Rz 165). 

49 

 
 
 
 
 
 
 
im Kerneinzugsgebiet gelegenen Deponien Höli, Bruggtal, Strickrain, Aebisholz oder Eichen-
keller entsorgt. Deshalb ist es nicht erforderlich, ausserhalb des Kerneinzugsgebiets gelegene 
Deponien bei der Berechnung des Anteils der Deponie Höli zu berücksichtigen. 

Ausserhalb des Kerneinzugsgebiets anfallende Mengen, die innerhalb deponiert 
werden 

181.  Ein Teil der in den im Kerneizugsgebiet gelegenen Deponien entsorgten Abfallmengen 
wird von ausserhalb des Kerneinzugsgebiets gelegenen Baustellen angeliefert. Dieser Anteil 
ist je nach Deponie unterschiedlich hoch und ist im Vergleich zur Ausfuhr von Abfällen des 
Typs B aus dem Kerneinzugsgebiet in andere Gebiete wesentlich bedeutender. In Tabelle 8 
ist für die im Kerneinzugsgebiet gelegenen Deponien des Typs B angegeben, welcher Anteil 
der dort zur Entsorgung genehmigten Abfälle des Typs B von ausserhalb des Kerneinzugsge-
biets  stammen.  Dazu  wurden  wiederum  die  EGI-Daten  verwendet.  Deshalb  beziehen  sich 
diese Ergebnisse wiederum auf den Zeitraum 2011–2021.   

182.  Aus Tabelle 8 geht hervor, dass bei den Deponien Aebisholz und Bruggtal im Vergleich 
zur  Deponie  Höli  ein  höherer  Anteil  an  Abfällen  von  ausserhalb  des  Kerneinzugsgebiets 
stammt. Hingegen ist dieser Anteil bei den Deponien Eichenkeller und Strickrain tiefer als bei 
der Deponie Höli. Weil die Deponien Aebisholz und Bruggtal wesentlich grösser sind als die 
Deponien Eichenkeller und Strickrain, fallen Letztere deutlich weniger stark ins Gewicht (vgl. 
Abbildung 9 oben). Vergleicht man also den Anteil der Abfälle, der von ausserhalb des Kern-
einzugsgebiets stammt, liegt dieser bei der Deponie Höli tiefer als im Durchschnitt der ande-
ren,  ebenfalls  für  die  Berechnung  des  Marktanteils  herangezogenen  Deponien  Aebisholz, 
Bruggtal, Eichenkeller und Strickrain. Der Durchschnitt dieses Anteils,218 gewichtet nach den 
genehmigten  Abfallmengen,  liegt  bei  den  Deponien  Aebisholz,  Bruggtal,  Eichenkeller  und 
Strickrain bei 30,7 % während die Deponie Höli einen Anteil von lediglich [< 20] % erreicht. 
Deshalb ist davon auszugehen, dass der Anteil der Deponie Höli an den im Kerneinzugsgebiet 
angefallenen  Abfällen  eher  höher  ausfällt  als  ihr  in  Rz  173 ff.  berechneter  Anteil  von  rund 
[> 65] % an den im Kerneinzugsgebiet deponierten Mengen. Dabei ist ausserdem zu berück-
sichtigen, dass die Einfuhr von Abfällen des Typs B in das Kerneinzugsgebiet mengenmässig 
bedeutender ist als deren Ausfuhr. Aus diesen Gründen würde eine genaue Berücksichtigung 
der Zufuhr von ausserhalb des Kerneinzugsgebiets sowie der Ausfuhr aus dem Kerneinzugs-
gebiet eher zu einem höheren Marktanteil der Deponie Höli führen. 

218  Zur Berechnung dieses gewichteten Durchschnitts wird zunächst für jede Deponie der Anteil der von 
ausserhalb stammenden Abfälle kalkuliert. Als nächstes wird dieser Anteil für jede Deponie mit der 
genehmigten Menge multipliziert. Erst dann wird der Durchschnitt der so gewichteten Anteile berech-
net. 

50 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 8: Anteil Abfälle Typ B mit Herkunftsort ausserhalb des Kerneinzugsgebiets, 2011–
2021. 

Anteil der Abfälle Typ B mit Herkunftsort 
ausserhalb des Kerneinzugsgebiets 

Deponie 

Aebisholz 

Bruggtal 

Höli 

Eichenkeller 

Strickrain 

[80–95 %] 

[15–30 %] 

[< 20] % 

[0–15 %] 

[0–15 %] 

30,7 % 

Durchschnitt ohne Höli (gewich-
tet mit genehmigter Menge) 

Quelle: Act. II.A.10; Act. II.B.13; Act. II.B.15 (EGI-Daten). 

Differenzierung nach Abfallarten 

183.  Die jährlich in den verschiedenen Deponien des Typs B entsorgten Abfallmengen sind 
in den vom BAFU und dem Kanton Basel-Landschaft eingereichten Zahlen nicht nach Abfallart 
(z.B. VeVA-Code) differenziert. Diese Angaben liegen nur in den EGI-Daten vor. Sollte sich 
der Anteil der nichtwiederverwertbaren Abfälle des Typs B bei der Deponie Höli vom entspre-
chenden  Anteil  bei  den anderen  im  Kerneinzugsgebiet  gelegenen  Deponien  unterscheiden, 
könnte dadurch die Berechnung des Marktanteils der Deponie Höli im Markt für die Entgegen-
nahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B verfälscht werden. Das ist aber nicht 
der Fall. Die entsprechenden Anteile sind in Tabelle 9 angegeben. Dabei wird der Anteil der 
anderen  im  Kerneinzugsgebiet  gelegenen  Deponien  Aebisholz,  Bruggtal,  Strickrain  und  Ei-
chenkeller als mit der jeweiligen Menge gewichteter Durchschnitt berechnet. 

184.  Aus Tabelle 9 geht hervor, dass der Anteil der Abfälle des Typs A bei der Deponie Höli 
geringer ist als bei den anderen im Kerneinzugsgebiet gelegenen Deponien des Typs B. Wie-
derverwertbare Abfälle des Typs B können nicht genau identifiziert werden. Als Anhaltspunkt 
wird deshalb der Anteil von Mischabbruch an den insgesamt deponierten Mengen angegeben, 
weil diese Abfallart jedenfalls aus technischer Sicht wiederverwertbar ist (vgl. Rz 79). Der An-
teil von Mischabbruch ist bei der Deponie Höli mit [15–20] % etwas tiefer als im Durchschnitt 
der anderen Deponien. Daher steht insgesamt fest, dass der Anteil der nichtwiederverwertba-
ren  Abfälle  des  Typs  B  bei  der  Deponie  Höli  ähnlich  hoch  ausfällt  wie  bei  den  anderen  im 
Kerneinzugsgebiet gelegenen Deponien. Deshalb sind diesbezüglich keine weiteren Differen-
zierungen oder Korrekturen erforderlich. 

51 

 
 
 
 
 
 
Tabelle 9: Anteil der verschiedenen Abfallarten der Deponien Typ B des Kerneinzugsgebiets, 
2011–2021. 

Deponie 

Abfallart 

Anteil 

Höli 

Höli 

Höli 

Typ B ohne Mischabbruch 

[> 75] % 

Mischabbruch 

Typ A 

Andere Durchschnitt 

Typ B ohne Mischabbruch 

Andere Durchschnitt 

Mischabbruch 

Andere Durchschnitt 

Typ A 

Quelle: Act. II.A.10; Act. II.B.13; Act. II.B.15 (EGI-Daten). 

Einbezug zusätzlicher Deponien 

[15–20] % 

[rund 2] % 

78,0 % 

16,0 % 

5,9 % 

185.  Zur  vorangehend  beschriebenen  Berechnung  des  Anteils  der  Deponie  Höli  an  den  in 
ihrem Kerneinzugsgebiet angefallenen, nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B wurden 
die in den Deponien Höli, Bruggtal, Eichenkeller, Strickrain und Aebisholz entsorgten Mengen 
berücksichtigt (vgl. Rz 174). Die Einschränkung auf diese Deponien ist insbesondere deshalb 
sachgerecht, weil kaum Abfälle aus dem Kerneinzugsgebiet exportiert werden (vgl. Rz 180 ff.). 

186.  Nachfolgend wird geprüft, wie stark der Marktanteil der Deponie Höli zurückgeht wenn 
stattdessen sämtliche Abfälle berücksichtigt werden, die in Deponien des Typs B der Kantone 
Basel-Landschaft,  Basel-Stadt,219  Solothurn  oder  Aargau  im  Zeitraum  2010–2020  entsorgt 
wurden. Der Einbezug all dieser Deponien entspricht einer starken Ausweitung des Gebiets, 
für welches die Marktanteile gemessen werden, weil nicht mehr nur die im Kerneinzugsgebiet 
gelegenen Deponien einbezogen werden, sondern alle in den genannten Kantonen gelegenen 
Deponien.   

187.  Der Anteil der Deponie Höli an den im Zeitraum 2010–2020 in Deponien des Typs B der 
Kantone  Basel-Landschaft,  Basel-Stadt,  Solothurn  und  Aargau  entsorgten  Mengen  beträgt 
mehr als [> 50] %. 220 Folglich bleibt der Marktanteil der Deponie Höli selbst bei einer wesent-
lichen Vergrösserung des zur Messung herangezogenen Gebiets immer noch hoch. 

Zwischenergebnis 

188.  Es ist erstellt, dass die Deponie Höli einen Anteil von rund [> 65] % an den im Zeitraum 
2010–2021 in ihrem Kerneinzugsgebiet angefallenen, nichtwiederverwertbaren Abfällen des 
Typs B aufwies. 

B.1.5.4  Preislicher Spielraum der Deponie Höli 

B.1.5.4.1  Einleitung 

189.  Der  Eröffnung  einer  neuen  Deponie  des  Typs  B  stehen  hohe  Markteintrittsschranken 
entgegen (vgl. Rz 29 ff.). Ausserdem können die bestehenden Anbieter im Gegensatz zu vie-
len anderen Märkten kein neues Volumen produzieren. Dazu wären Neueröffnungen oder min-
destens Erweiterungen bestehender Deponien erforderlich. Wenn in dieser Situation die Nach-
frage nach der Entsorgung von Abfällen des Typs B im Verhältnis zu den von den bestehenden 

219  Im  Kanton  Basel-Stadt  wurden  im  Zeitraum  2010–2020  keine  Deponien  des  Typs  B  betrieben 

(Act. II.B.8).  

220  Zur Berechnung des Anteils der Deponie Höli wurden die Angaben des BAFU zu den in den genann-

ten Deponien entsorgten Mengen verwendet (Act. II.B.8). 

52 

 
 
 
 
 
 
 
Deponien entgegengenommenen Mengen relativ hoch ausfällt, haben die bestehenden An-
bieter eine starke Verhandlungsposition und können im Markt hohe Preise durchsetzen. Vor-
liegend ist daher zu ermitteln, ob die Deponie Höli Liestal AG über genügend preislichen Spiel-
raum verfügt, um sich unabhängig von anderen Marktteilnehmern zu verhalten. 

190.  Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die Deponie Höli ihre Preise seit dem Jahr 2015 
kontinuierlich erhöht hat (vgl. Rz 227 ff.). Trotzdem gingen die deponierten Mengen nicht zu-
rück.221 Das scheint ein erstes Indiz dafür, dass die Deponie Höli einen grossen preislichen 
Spielraum hatte. Zusätzlich liegen qualitative Aussagen vor, die zur Einschätzung des preisli-
chen  Spielraums  der  Deponie  Höli  relevant  und  nachfolgend  zu  würdigen  sind  (Rz 191 ff.). 
Ausserdem wird das Ausmass des preislichen Spielraums für den Zeitraum 2010–2020 an-
hand des Aufschlags der Deponie Höli Liestal AG auf ihre Kosten quantifiziert. Dazu werden 
zunächst die Kosten erfasst (Rz 206 ff.). Damit kann anschliessend die Marge der Deponie 
Höli berechnet werden (Rz 219 ff.). 

B.1.5.4.2  Qualitative Aussagen 

191.  Beide  einvernommenen  Zeugen  sagten  aus,  dass  sich  die  anderen  Deponien  an  der 
Preissetzung der Deponie Höli orientieren würden:222 

«Preisführer ist klar die Deponie Höli. Die zwei kleineren Deponien Strickrain und Brugg-
tal passen ihre Preise denjenigen der Deponie Höli an» (Aussage [N5]).223 

«Die anderen Deponien haben sich an der Preissetzung der Deponie Höli orientiert. Sie 
war die grösste Deponie und hatte die beste Lage» (Aussage [N6]).224  

192.  Umgekehrt orientierte sich die Deponie Höli bei ihrer Preissetzung gemäss der Partei-
aussage von [N1] nicht am Verhalten anderer Marktteilnehmenden. Auf die Frage, ob es aus-
ser dem Einfluss des Kantons noch andere Faktoren gebe, welche die Preise der Deponie Höli 
beeinflussen würden, antwortete er «Nein, jedenfalls nicht, seit ich Verwaltungsrat bin» (d.h, 
seit 2017).225 Auf die Nachfrage «Haben die Preise der anderen Deponien einen Einfluss auf 
die Preissetzung der Deponie Höli Liestal AG» antwortete er «Nein».226 Auch [N2] erwähnte 
anlässlich einer mündlichen Ergänzung zur Selbstanzeige den Einfluss des Kantons auf die 
Preissetzung der Deponie Höli, nicht aber den Einfluss anderer Marktteilnehmer.227 

193.  Grundsätzlich berücksichtigen praktisch alle Unternehmen jedenfalls zu einem gewissen 
Grad die Verhaltensweise ihrer Konkurrentinnen und passen ihr eigenes Verhalten entspre-
chend an. Die Aussagen von [N1] und [N2] sind Indizien dafür, dass die Deponie Höli jedenfalls 
nur  zu  einem  geringen  Grad  Rücksicht  auf  die  Preissetzung  anderer  Deponien  nehmen 

221  Act. IV.15.1.12. 
222  Vgl. dazu die Aussage von [N4], wonach der Listenpreis der Deponie Höli heute über dem Marktpreis 
liege. Deshalb könne es sein, dass die anderen Deponien mit dem Preis nachziehen würden (Act. 
III.3, Zeilen 187–188). In ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats bringt die Deponie Höli 
Liestal AG vor, andere Deponien seien preislich nicht nachgezogen, als die Deponie Höli im Jahr 
2022 ihre Preise erhöht habe (Act. V.25, Rz 80). Aus der von der Deponie Höli Liestal AG in Rz 80 
ihrer Stellungnahme abgebildeten Tabelle geht hervor, dass auch die Deponien Bruggtal und Strick-
rain ihre Listenpreise von 2021 auf 2022 und erneut von 2022 auf 2023 erhöhten. Es ist jedoch nicht 
ersichtlich, inwiefern diese Tatsache gegen eine Preisführerschaft der Deponie Höli sprechen soll. 
Weil die zu beurteilenden Verhaltensweisen den Zeitraum 2010–2021 betreffen (Rz 347), ist ausser-
dem irrelevant, ob die Deponie Höli Liestal AG im Jahr 2022 Preisführerin war. 

223  Act. III.4, Zeilen 178–179. Vgl. dazu auch Beilage 1 zu Act. III.4. 
224  Act. III.5, Zeilen 150–151. 
225  Act. III.2. Zeile 152. 
226  Act. III.2. Zeilen 153–155. 
227  Act. IV.5, Zeilen 107–110. 

53 

 
 
 
 
 
 
 
musste. Die Aussagen weisen darauf hin, dass das politische und regulatorische Umfeld eine 
nicht unwesentliche Rolle spielte.228 

194.  [N7, Mitglied des Verwaltungsrates der Deponie Höli Liestal AG,], sagte anlässlich seiner 
Parteieinvernahme aus, dass der Listenpreis abzüglich des Aktionärsrabatts dem Marktpreis 
entspreche. Unter dem Marktpreis verstehe er den Preis, den die Konkurrentinnen der Aktio-
närinnen der Deponie Höli Liestal AG bei anderen Deponien zahlen würden.229 [N4] erwähnte 
im Rahmen seiner Parteieinvernahme sowohl den Kanton als auch den Marktpreis als Fakto-
ren, welche einen Einfluss auf die von der Deponie Höli festgelegten Preise hätten.230 Nach 
seinen Aussagen könnte es ausserdem sein, dass die anderen Deponien ihre Preise an die-
jenigen der Deponie Höli anpassen würden.231 

195.  Zur Würdigung dieser Aussagen ist relevant, ob es überhaupt einen «Marktpreis» gibt. 
Gemäss  einer  von  [N1]  erstellten  Übersicht  über  die  Preise  der  Deponien  des  Typs  B  der 
«Region BS/BL/SO/AG»232 kennen die meisten Deponien einerseits einen Listenpreis, zusätz-
lich  aber  auch  einen  im  Vergleich  dazu  deutlich  tieferen  «Unternehmerpreis».  Gemäss  der 
Aussage  von  [N1]  seien  je  nach  Deponie  andere  Kriterien  dafür  ausschlaggebend,  welche 
Unternehmen  zum  tieferen  «Unternehmerpreis»  deponieren  könnten.233  Ausserdem  unter-
scheiden sich gemäss der erwähnten Übersicht sowohl die Listenpreise als auch die «Unter-
nehmerpreise»  je  nach  Deponie  teilweise  stark.  Damit  steht  fest,  dass  es  im  vorliegenden 
Markt keinen einheitlichen Marktpreis gibt. Insbesondere aus diesem Grund bleibt unklar, wie 
die Deponie Höli die Preise anderer Deponien genau berücksichtigt haben soll. Ausserdem 
erwähnt auch [N4] zusätzlich zum Marktpreis den Einfluss des Kantons auf die Preissetzung 
der  Deponie  Höli  Liestal  AG.  Aus  diesen  Gründen  ändern  die  Aussagen  von  [N7]  und  [N4] 
nichts an der Einschätzung, dass die Deponie Höli nur in geringem Mass Rücksicht auf die 
Preise anderer Deponien nehmen musste. 

196.  Darüber  hinaus  liegen  Aussagen  verschiedener  Verwaltungsräte  der  Deponie  Höli 
Liestal AG vor, die sich zu den möglichen Auswirkungen von Preiserhöhungen auf die ange-
lieferte Abfallmenge äusserten. Diese Aussagen wurden den Verwaltungsratsprotokollen der 
Deponie  Höli  Liestal  AG  entnommen,  wo  die  jährlichen  Entscheide  über  die  Preise  für  das 
jeweilige Folgejahr festgehalten wurden. In manchen Jahren wurden Stellungnahmen zu den 
möglichen  Auswirkungen  von  Preiserhöhungen  protokolliert,  welche  nachfolgend  gewürdigt 
werden. Zusätzlich werden auch die entsprechenden Aussagen der Vertreter der Deponie Höli 
Liestal AG im Rahmen der im vorliegenden Verfahren durchgeführten Einvernahmen gewür-
digt. 

197.  Noch  vor  der  Eröffnung  der  Deponie  Höli  vertrat  [N8,  damaliges  Mitglied  des  Verwal-
tungsrates der Deponie Höli Liestal AG], am 20. April 2010 die Ansicht, [dass man mit dem 
Deponiemarkt  heute  dank  einem  krassen  Missverhältnis  zwischen  Angebot  und  Nachfrage 
problemlos  umgehen  könne,  dass  aber  unklar  sei,  wie  die  Situation  in  10–20  Jahren  aus-
sehe].234  Er  plädierte  unter  anderem  deshalb für  eine  Einbindung  der Minderheitsaktionäre, 
weil seines Erachtens unklar war, ob dieses Missverhältnis auch noch in 10–20 Jahren beste-
hen würde. Diese Aussage spricht dafür, dass die Deponie Höli Liestal AG zum Zeitpunkt der 

228  Vgl. Act. IV.22, Rz 6. 
229  Act. III.1, Zeilen 320–325. 
230  Act. III.3, Zeilen 164–180. Vgl. auch Zeilen 187–188 sowie das Protokoll der Verwaltungsratssitzung 
der Deponie Höli Liestal AG vom 21.11.2013. Demnach nannte [N4] an der erwähnten Sitzung die 
unveränderten Preise der Deponie […] als Argument dafür, die Preise der Deponie Höli im Jahr 2014 
im Vergleich zum Jahr 2013 unverändert zu lassen (Act. IV.15.3.20, Traktandum 3). 

231  Act. III.3, Zeilen 187–188. 
232  Act. II.A.1.17.  Vgl. dazu die Aussagen von [N1] anlässlich der Parteieinvernahme vom 10.6.2021 

(Act. III.2, Zeilen 204–233). 

233  Act. III.2, Zeilen 204–233. 
234  Act. IV.15.1.1, S.1. 

54 

 
 
 
 
 
 
 
Eröffnung einen erheblichen preislichen Spielraum hatte, weil die Nachfrage nach Deponie-
raum das entsprechende Angebot überstieg.  

198.  Kurz nach der Eröffnung der Deponie Höli gab [N9] anlässlich der Verwaltungsratssit-
zung der Deponie Höli Liestal AG vom 3. Februar 2011 zu bedenken, dass eine Änderung der 
Preispolitik den Erfolg der Deponie Höli gefährden könnte.235 Die Aussage von [N9] ist zwar 
nicht eindeutig. Er schien aber zu befürchten, dass höhere Preise zu geringeren Mengen füh-
ren  könnten.  Dabei  ist  allerdings  zu  berücksichtigen,  dass  [N9]  [eine]  Minderheitsaktionärin 
vertrat. Diese war bereits im Jahr 2010 für [einen grossen Teil] der in der Deponie Höli ent-
sorgten Abfälle verantwortlich236 (vgl. Tabelle 1 oben). Im Vergleich dazu war der Anteil [dieser 
Minderheitsaktionärin] am Aktienkapital der Deponie Höli Liestal AG mit rund [< 20] % wesent-
lich kleiner.237 Aus diesem Grund hatte [die genannte Minderheitsaktionärin] kein Interesse an 
Preiserhöhungen, selbst dann nicht, wenn diese entgegen der von [N9] geäusserten Befürch-
tung zu keinem Rückgang der angelieferten Mengen führen würden. Denn mehr als […] allfäl-
liger höherer Preise hätte [die genannte Minderheitsaktionärin] bezahlen müssen. Dem Unter-
nehmen  hätten  aber  nur  [< 20] %  der  dadurch  anfallenden  höheren  Gewinne  zugestanden. 
Aufgrund dieser Interessenlage hatte [N9] unabhängig von seiner tatsächlichen Einschätzung 
der Marktverhältnisse einen Anreiz, auf die von ihm erwähnte angebliche Gefahr für den Erfolg 
der Deponie Höli hinzuweisen, weshalb seiner Aussage höchstens ein geringer Beweiswert 
zukommt. 

199.  Im Jahr 2012 stellte [N8] die Frage, was bei einer Preiserhöhung passieren würde. Die 
Einschätzungen der Verwaltungsräte sind im entsprechenden Protokoll nicht festgehalten, gin-
gen aber offenbar [auseinander].238 Daraus lassen sich keine Rückschlüsse auf die damaligen 
Marktverhältnisse ziehen. 

200.  Gemäss der Einschätzung von [N4] im Jahr 2014 würde eine Erhöhung der Preise der 
Deponie  Höli  nicht  zu  einem  spürbaren  Rückgang  der  dort  entsorgten  Mengen  führen:  [N4 
zeigte sich überzeugt, dass eine Änderung der Deponiepreise kaum zu einem Rückgang des 
Deponievolumens führen würde.]239 [N4] vertritt die Aktionärin […] im Verwaltungsrat der De-
ponie Höli Liestal AG. Deren Anteil an der angelieferten Menge entspricht etwa ihrem Anteil 
am Aktienkapital, sowohl im Jahr 2014 als auch insgesamt im Zeitraum 2010–2020.240 Des-
halb hatte [N4] im Gegensatz zu [N9] jedenfalls kein klares Interesse daran, für oder gegen 
Preiserhöhungen zu argumentieren. Seiner Aussage kommt deshalb ein grösserer Beweiswert 
als derjenigen von [N9] zu. 

201.  [N1] gab im Jahr 2017 anlässlich der Besprechung der Deponiepreise 2018 im Verwal-
tungsrat der Deponie Höli Liestal AG die folgende Einschätzung ab: [N1 vertrat die Meinung, 
dass  die  Preise  keinen  wesentlichen  Einfluss  auf  die  Deponiemenge  hätten  und  dass  eine 
Preiserhöhung an die Kunden weitergegeben würde.]241 Bei der Würdigung dieser Aussage 
ist zu beachten, dass [N1] die Aktionärin […] vertritt. Diese lieferte im Jahr 2017 mit über [> 
40] % einen im Vergleich zum Jahr 2010 noch höheren Anteil der insgesamt in der Deponie 
Höli entsorgten Abfälle an. Entsprechend hatte [N1] genauso wie [N9] einen Anreiz, sich gegen 

235 Act. IV.15.3.6, Traktandum 4. 
236  Act. IV.8, Beilage 30. 
237  Act. IV.8, Rz 7. 
238  Act. IV.15.3.14, Traktandum 5. 
239  Act. IV.15.3.24, Traktandum 5. 
240  Act. IV.8, Beilage 30. 
241  Protokoll der Verwaltungsratssitzung der Deponie Höli Liestal AG vom 30.11.2017 (Act. IV.15.3.43, 

Traktandum 9). 

55 

 
 
 
 
 
 
 
Preiserhöhungen einzusetzen. Deshalb kommt auch dieser Aussage nur ein geringer Beweis-
wert zu.242 

202.  [N1] schätzte allerdings die Lage auch zum Zeitpunkt der Parteieinvernahme vom 10. 
Juni 2021 ähnlich ein. Auf die Frage des Rechtsvertreters der Deponie Höli Liestal AG, ob die 
Deponie  Höli  den  Deponiepreis  erhöhen  könnte  und  das  Material  trotzdem  geliefert  würde, 
antwortete er «Es spielt keine Rolle, wie hoch der Preis ist. Das Deponiematerial fällt trotzdem 
an. Das Material ist sowieso vorhanden, weil wir keinen Absatz haben.»243 Die Deponie Höli 
habe ihre Preise nicht noch weiter erhöht, weil sie mit den tatsächlich vorgenommenen Preis-
erhöhungen auf Kritik gestossen sei.244 Im Rahmen der Parteieinvernahme vom 10. Juni 2021 
vertrat  [N1]  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  gegenüber  dem  Sekretariat.  Im  Gegensatz  zur  er-
wähnten Verwaltungsratssitzung ging es nicht um die Festlegung der Preise der Deponie Höli 
Liestal AG. Deshalb und weil [N1] seine Aussage damit begründen konnte, dass es «keinen 
Absatz» für  Bauabfälle gebe,  kommt  seiner  Aussage  ein  höherer  Beweiswert  zu  als  der  im 
Verwaltungsratsprotokoll enthaltenen, sinngleichen Aussage aus dem Jahr 2017.  

203.  Auch [N3] scheint die Lage ähnlich einzuschätzen, da er aussagte[, dass der Preis für 
die Deponierung irrelevant sei, weil das Material weggebracht werden müsse].245 Diese Ein-
schätzung teilt auch [N7]. Er bezweifelt, dass höhere Deponiegebühren zu tieferen Mengen 
führen würden, weil Alternativen zur Deponierung weitgehend fehlen würden.246  

204.  Die  Aussagen  der  Verwaltungsräte  stimmen  mit  Ausnahme  der  Aussage  von  [N9]  im 
Jahr 2012 insofern überein, als sie davon ausgehen, dass die angelieferte Abfallmenge kaum 
auf  Preiserhöhungen  reagieren  würde.  Falls  diese  Einschätzungen  zutreffen,  hätte  sich  die 
Deponie Höli insofern unabhängig von anderen Marktteilnehmenden verhalten können, als sie 
Preiserhöhungen an ihre Kundschaft hätte weitergeben können und sich kaum Sorgen über 
eine Abwanderung der Kundschaft zu anderen Deponien hätte machen müssen. Da der ab-
weichenden Aussage von [N9] wie erwähnt höchstens ein geringer Beweiswert zukommt, deu-
ten die gewürdigten Aussagen darauf hin, dass die Deponie Höli bei der Preissetzung einen 
grossen  Spielraum  hatte  und  ihre  Preise  möglicherweise  sogar  noch  stärker  hätte  erhöhen 
können, als sie es tatsächlich getan hat, ohne grosse Mengeneinbussen befürchten zu müs-
sen. 

205.  Nachfolgend wird untersucht, wie hoch die Margen der Deponie Höli ausfielen. Daran 
lässt sich erkennen, ob die Deponie Höli ihre Preise tiefer hätte ansetzen können, ohne Ver-
luste zu erleiden. Zu diesem Zweck müssen zunächst die Kosten der Deponie Höli ermittelt 
werden. Dazu wird der in den Geschäftsberichten ausgewiesene Aufwand herangezogen (Rz 
206). Dieser Aufwand muss um die an die Bürgergemeinde Liestal zusätzlich zu den ursprüng-
lich  vereinbarten  Zahlungen  ausbezahlten  Pachtzinsen  bereinigt  werden,  da  es  sich  dabei 

242  Das politische Klima hatte sich im Vergleich zum Jahr 2011 inzwischen verändert. Entsprechend ist 
an der gleichen Stelle des Verwaltungsratsprotokolls, an welcher sich auch die genannte Aussage 
von [N1] befindet, Folgendes festgehalten: [Gemäss N10 hätten gewisse politische Kreise in Liestal 
den Eindruck, dass die Deponiepreise der Deponie Höli zu günstig seien, was zu einer hohen Depo-
niemenge führen würde] (Act. IV.15.3.43, Traktandum 9). Deshalb hatte der Vertreter [einer Minder-
heitsaktionärin] im Jahr 2017 zwar immer noch den gleichen Anreiz, gegen Preiserhöhungen zu ar-
gumentieren.  Die  zu  diesem  Zweck  geeigneten  Argumente  hatten  sich  aber  möglicherweise 
verändert. Während im Jahr 2011 die Angst vor einer zu geringen Anlieferungsmenge im Vorder-
grund stand, war es im Jahr 2017 eher die Angst vor zu grossen Anlieferungsmengen.  

243  Act. III.2, Zeilen 417–420. 
244  Act. III.2, Zeilen 427–430. 
245  Act. IV.6, Zeilen 110–111. 
246  Act. III.1, Zeilen 373–376. Vgl. auch die Aussage von [N4] anlässlich der Parteieinvernahme vom 
11.06.2021, in welcher er mögliche Gründe dafür angibt, weshalb eine Preiserhöhung nicht zwingend 
zu tieferen Mengen führt: Im Moment sei der Recyclingkreislauf nicht geschlossen. Deshalb sei es 
schwierig, aufbereitetes Material zu verkaufen (Act. III.3, Zeilen 165–175). 

56 

 
 
 
 
 
 
 
nicht um Kosten im ökonomischen Sinn handelt (Rz 207 ff.). Auf dieser Grundlage kann an-
schliessend die von der Deponie Höli auf ihre Kosten geschlagene Marge berechnet werden 
(Rz 219 ff.). 

B.1.5.4.3  Ausgewiesener Aufwand 

206.  Zur Einschätzung der Kosten der Deponie Höli Liestal AG werden die jährlichen Erfolgs-
rechnungen247  verwendet.  Darin  ist  jeweils  der  Nettoerlös  aus  Lieferungen  und  Leistungen 
(nachfolgend: Nettoerlös) ausgewiesen. Ausserdem enthalten die Erfolgsrechnungen den Be-
triebserfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (nachfolgend: Betriebserfolg). Die Diffe-
renz zwischen dem Nettoerlös und dem Betriebserfolg entspricht dem in Tabelle 10 für jedes 
der Jahre 2010–2020 angegebenen Aufwand.248 Zusätzlich sind in Tabelle 10 die in den Er-
folgsrechnungen ausgewiesenen Ausgaben für Abschreibungen (3. Spalte) und für Zinsen und 
Steuern (4. Spalte) angegeben.249 Der in der 5. Spalte aufgeführte «Aufwand Total» entspricht 
der Summe von Aufwand, Abschreibungen, Zinsen und Steuern. 

Tabelle 10: Von der Deponie Höli Liestal AG ausgewiesener Aufwand, 2010–2020. 

Jahr 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

Aufwand 
(Fr.) 

Abschrei-
bungen (Fr.) 

Zinsen und Steu-
ern (Fr.) 

Aufwand Total (Fr.) 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

- 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

Total 

[> 60 Mio.] 

Quelle: Erfolgsrechnungen der Deponie Höli Liestal AG.250 

[> 60 Mio.] 

B.1.5.4.4  Pachtzinsen 

Einleitung 

207.  Bei einem erheblichen Anteil des von der Deponie Höli Liestal AG ausgewiesenen Auf-
wands handelt sich um die an die Bürgergemeinde Liestal entrichtete Entschädigung für die 

247  Act.  IV.15.1.2  (2010);  Act.  IV.15.2.2  (2011);  Act.  IV.15.2.3  (2012);  Act.  IV.15.2.4  (2013);  Act. 
IV.15.2.5 (2014); Act. IV.15.2.6 (2015); Act. IV.15.2.7 (2016); Act. IV.15.2.8 (2017); Act. IV.15.2.9 
(2018); Act. IV.15.2.10 (2019); Act. IV.15.2.11 (2020). 

248  Dabei handelt es sich um Material- und Warenaufwand, Personalaufwand und übrigen betrieblichen 

Aufwand. 

249  Der Betriebserfolg abzüglich Abschreibungen, Zinsen und Steuern entspricht in den Jahren 2012, 
2013, 2014 und 2019 nicht dem ausgewiesenen Jahresgewinn, weil in diesen Jahren ausserordent-
liche Erfolge ausgewiesen wurden. 

250  Act.  IV.15.1.2  (2010);  Act.  IV.15.2.2  (2011);  Act.  IV.15.2.3  (2012);  Act.  IV.15.2.4  (2013);  Act. 
IV.15.2.5 (2014); Act. IV.15.2.6 (2015); Act. IV.15.2.7 (2016); Act. IV.15.2.8 (2017); Act. IV.15.2.9 
(2018); Act. IV.15.2.10 (2019); Act. IV.15.2.11 (2020). 

57 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nutzung  des  rund  15  Hektaren  grossen  Waldareals,251  auf  welchem  sich  die  Deponie  Höli 
befindet. Wie nachfolgend dargelegt, entsprechen diese sogenannten Pachtzinsen jedenfalls 
teilweise nicht einem tatsächlich angefallenen Aufwand, sondern dienen der Ausschüttung von 
Gewinnen an die Bürgergemeinde Liestal. Deshalb ist zur Einschätzung der Kosten der De-
ponie  Höli  Liestal  AG  erforderlich,  den  in  den  Erfolgsrechnungen  ausgewiesenen  Aufwand 
entsprechend nach unten zu korrigieren. 

208.  Zu  diesem  Zweck  wird  nachfolgend  zunächst  der  ursprünglich  zwischen  der  Deponie 
Höli Liestal AG und der Bürgergemeinde Liestal vereinbarte Pachtzins ermittelt (Rz 209). An-
schliessend wird die Entwicklung der Höhe des Pachtzinses untersucht. Auf dieser Grundlage 
kann die Grössenordnung der tatsächlich ausbezahlten Pachtzinsen berechnet werden. Dabei 
wird zudem dargelegt, aus welchen Gründen die Deponie Höli Liestal AG den Pachtzins im 
Verlauf der Zeit massiv erhöht hat (Rz 210 ff.). Anschliessend wird untersucht, wie hoch die 
ökonomischen Kosten der Bereitstellung des Deponieareals ausfielen (Rz 216 f.). Diese Kos-
ten  sind  anstelle  der  überhöhten  Pachtzinsen  zur  Berechnung  der  Marge  der  Deponie  Höli 
Liestal AG zu verwenden (Rz 218). 

Ursprünglich vereinbarter Pachtzins 

209.  Gemäss  Ziffer  7  des  am  14.  Dezember  2009  unterzeichneten  Aktionärbindungsver-
trags252  war  vorgesehen,  dass  die  Bürgergemeinde  Liestal mit  der  Deponie  Höli  Liestal  AG 
einen  Pachtvertrag  abschliessen  soll.  In  diesem  Pachtvertrag  sollte  sich  die  Deponie  Höli 
Liestal AG zur Zahlung einer jährlichen Entschädigung von [< 500 000] Franken verpflichten. 
Zusätzlich war eine vom Nettobetriebsertrag abhängige Entschädigung vorgesehen. Die ge-
naue Höhe dieser zusätzlichen Entschädigung sollte jährlich vom Verwaltungsrat der Deponie 
Höli Liestal AG festgelegt werden. Sie hätte maximal [< 10] % des Nettobetriebsertrags betra-
gen dürfen. Für den Zeitraum 2010–2020 ergeben sich gemäss dieser Regelung bei Verwen-
dung der maximalen Entschädigung von [< 10] % des Nettobetriebsertrages Pachtzinsen in 
der Höhe von rund [< 15,5] Millionen Franken. Die entsprechende Berechnung ist in Tabelle 
11 dargestellt. 

251  Act. II.A.2.1., S.2. 
252  Act. III.8, Beilage 5. 

58 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 11: Ursprünglich vereinbarter Pachtzins, 2010–2020. 

Jahr 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

Summe 

Total 

Nettobetriebsertrag 
(Fr.) 

5% Nettobetriebsertrag 
(Fr.) 

Fixe Entschädi-
gung (Fr.) 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 500 000] 

[< 10 000 000] 

[< 5 500 000] 

[<15 500 000] 

Quelle: Erfolgsrechnungen der Deponie Höli Liestal AG.253 

Nachträgliche Erhöhung der Pachtzinsen 

210.  Anfang 2013 beschlossen die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG, den Pachtzins 
rückwirkend  ab  deren  Inbetriebnahme  zu  erhöhen.  Die  ursprünglich  vereinbarte  pauschale 
Entschädigung von [< 500 000] Franken wurde durch eine Entschädigung von Fr. [> 1.50] pro 
Tonne, mindestens aber [< 500 000] Franken ersetzt. Die bereits bestehende vom Nettobe-
triebsertrag abhängige Entschädigung blieb unverändert.254 Ab dem 1. Januar 2015 wurde die 
Entschädigung der Bürgergemeinde erneut erhöht und zwar um [> 5] % auf Fr. [> 1.50] pro 
Tonne.255  

211.  Am 18. August 2016 beschlossen die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG eine 
weitere Erhöhung des Pachtzinses. Rückwirkend auf den 1. Januar 2016 wurde die von der 
deponierten Menge abhängige Entschädigung auf Fr. [> 5.–] pro Tonne erhöht. Die minimale 
Entschädigung wurde unverändert bei [< 500 000] Franken belassen. Die vom Nettobetriebs-
ertrag abhängige Entschädigung wurde gestrichen.256 

212.  Die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG hielten in einem Nachtrag zum erwähnten 
Aktionärbindungsvertrag fest, weshalb sie den Pachtzins dermassen erhöhten: [Rabatte und 
Rückvergütungen könnten dazu führen, dass die Gewinnerwartungen zu Gunsten der rabatt-
begünstigten Parteien verschoben würden. Aus diesem Grund würden die Parteien die Ent-
schädigung der Bürgergemeinde Liestal mit dem 2. Nachtrag des Aktionärsbindungsvertrages 
an die bisher gewährten und zukünftig möglichen Rabatte und Rückvergütungen anpassen].257 
Weiter wird Folgendes festgehalten: [Der Verwaltungsrat werde ermächtigt, den Pachtzins bei 

253  Act.  IV.15.1.2  (2010);  Act.  IV.15.2.2  (2011);  Act.  IV.15.2.3  (2012);  Act.  IV.15.2.4  (2013);  Act. 
IV.15.2.5 (2014); Act. IV.15.2.6 (2015); Act. IV.15.2.7 (2016); Act. IV.15.2.8 (2017); Act. IV.15.2.9 
(2018); Act. IV.15.2.10 (2019); Act. IV.15.2.11 (2020). 

254  Act. III.8, Beilage 5, Nachtrag; Act. IV.15.3.16, Traktandum «3. Vertragsänderungen Pacht- und Ak-

tionärbindungsvertrag». 

255  Act. IV.15.3.25, Traktandum [7. Neue Entschädigung ab 1.1.2015]. 
256  Act. IV.8, Beilage 5, 2. Nachtrag. 
257  Act. IV.8, Beilage 5, 2. Nachtrag, 3. Absatz der Präambel. 

59 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
allfälligen Gewinnvorwegnahmen zwischen der Bürgergemeinde und den Minderheitsaktionä-
rinnen anzupassen, wobei die Anpassung unter Berücksichtigung der zur ursprünglich auf 40 
Jahre berechneten Pachtzinserwartung der Bürgergemeinde Liestal insgesamt dem Verhältnis 
der Aktienquote (52,5 % zu 47,5 %) entsprechen müsse].258 

213.  Die Deponie Höli bediente demnach die [Gewinnerwartungen] ihrer Minderheitsaktionä-
rinnen in Form von Rabatten und Rückvergütungen. Die Gewinnerwartungen der Bürgerge-
meinde Liestal, die selber keine Abfälle in der Deponie Höli deponierte, wurden hingegen in 
Form des Pachtzinses zufriedengestellt. Die Aktionärinnen erhöhten also den Pachtzins nicht, 
um damit angestiegene Kosten abzudecken. Vielmehr sollte auf diese Weise der die Erwar-
tungen übersteigenden, erwirtschafteten Gewinn im gewünschten Verhältnis an die verschie-
denen Aktionärinnen ausgeschüttet werden können. 

214.  Die  genaue  Höhe  der  im  Zeitraum  2010–2021  tatsächlich  ausbezahlten  Pachtzinsen 
geht nicht aus den Erfolgsrechnungen hervor, da der Pachtzins nachträglich rückwirkend er-
höht  wurde.  Trotzdem  kann  die  Grössenordnung  der  ausbezahlten  Pachtzinsen  berechnet 
werden. Die entsprechenden Zahlen befinden sich in Tabelle 12. Von 2010–2014 wurde eine 
mengenabhängige  Entschädigung  von  Fr.  [>  1.50]  pro  Tonne  ausbezahlt,  die  für  das  Jahr 
2015 auf Fr. [> 1.50] pro Tonne und ab 2016 auf Fr. [> 5.–] pro Tonne erhöht wurde. Diese 
mengenabhängige Entschädigung ist in der 3. Spalte von Tabelle 12 ausgewiesen. 

215.  Im Zeitraum 2010–2015 wurde zusätzlich zur mengenabhängigen Entschädigung eine 
umsatzabhängige  Entschädigung  von  bis  zu  [<  10]  %  des  Nettobetriebsertrags  ausbezahlt. 
Aufgrund des Bestrebens der Deponie Höli Liestal AG, höhere Auszahlungen an die Bürger-
gemeinde vorzunehmen sowie aufgrund der vorliegenden Angaben zu den tatsächlich vorge-
nommenen  Auszahlungen259  ist  davon  auszugehen,  dass  die  umsatzabhängige  Entschädi-
gung  jeweils  rund  [<  10] %  des  Nettobetriebsertrages  betrug.  Diese  umsatzabhängige 
Entschädigung ist in der 4. Spalte von Tabelle 12 ausgewiesen. Der insgesamt an die Bürger-
gemeinde überwiesene Pachtzins entspricht der Summe der mengen- und der umsatzabhän-
gigen Komponente. Diese ist in der 5. Spalte von Tabelle 12 aufgeführt. Insgesamt zahlte die 
Deponie Höli Liestal AG der Bürgergemeinde Liestal im Zeitraum 2010–2020 also rund [30–
40] Millionen Franken an Pachtzinsen aus. 

258  Act. IV.8, Beilage 5, 2. Nachtrag, Dividendenpolitik/Anreizsystem für Aktionäre/Pachtvertrag. 
259  Gemäss Traktandum 6 des Protokolls der Verwaltungsratssitzung der Deponie Höli Liestal AG vom 
30.1.2014 (Act. IV.15.3.21), flossen der Bürgergemeinde im Jahr 2013 einschliesslich Dividenden 
Zahlungen von rund [1–5] Millionen Franken zu. Gemäss der Erfolgsrechnung 2013 wurden [0,5–5] 
Millionen Franken an Dividenden ausbezahlt (Act. IV.15.2.4). Der Anteil der Bürgergemeinde belief 
sich auf 52,5 %, was rund [0,25–2,5 Millionen] Franken entspricht. Demnach erhielt die Bürgerge-
meinde im Jahr 2013 Pachtzinsen in der Höhe von rund [0,5–5] Millionen Franken ([1–5 Millionen 
Franken] abzüglich der Dividendenzahlung von [0,5–2,5 Millionen Franken]). Folglich belief sich die 
umsatzabhängige Entschädigung der Bürgergemeinde im Jahr 2013 auf rund [< 10] % des Nettobe-
triebsertrages.  Eine  analoge  Überprüfung  kann  für  das  Jahr  2012  vorgenommen  werden  (Act. 
IV.15.3.16, Traktandum 4 enthält den insgesamt an die Bürgergemeinde ausbezahlten Betrag, Act. 
IV.15.2.3 können die Dividendenzahlungen entnommen werden). 

60 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 12: An die Bürgergemeinde Liestal ausbezahlter Pachtzins, 2010–2020. 

Jahr 

Deponierte Menge (t) 

Mengenab-
hängige 
Kompo-
nente (Fr.) 

Umsatzab-
hängige 
Kompo-
nente (Fr.) 

Pachtzins ins-
gesamt (Fr.) 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

Total 

173 355  

219 746  

357 754 

525 223  

652 119  

571 194  

850 019  

713 624  

756 550  

714 786  

679 716  

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…]  

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

6 214 086 

[30–40 Mio.] 

Quellen: Act. IV.15.1.12 (Deponierte Mengen); Act. IV.8, Beilage 5; Act. IV.15.3.25 (Höhe der 
mengenabhängigen  Entschädigung);  Erfolgsrechnungen  der  Jahre  2010–2020260  (Nettoer-
träge). 

Kosten der Bereitstellung des Deponieareals 

216.  Weil es sich bei den tatsächlich ausbezahlten Pachtzinsen jedenfalls teilweise um Ge-
winnausschüttungen handelte (vgl. Rz 212 f.), entsprechen diese nicht den Kosten der Bereit-
stellung des Deponieareals. Diese werden nachfolgend berechnet. 

217.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  die  Bewirtschaftung  von  Wald  nicht  gewinnbringend 
ist.261 Deshalb konnte die Bürgergemeinde Liestal mit dem Deponieareal keinen wesentlichen 
Ertrag erzielen, ausser sie nutzt es für den Betrieb einer Deponie. Hingegen hätte die Bürger-
gemeinde Liestal das entsprechende Waldstück einer anderen Gesellschaft zur Nutzung als 
Deponieareal überlassen können. Beim entsprechenden entgangenen Gewinn handelt es sich 
um sogenannte Opportunitätskosten. Sie entsprechen dem Ertrag der einträglichsten alterna-
tiven Nutzung.262 Diese Opportunitätskosten entsprechen in casu ungefähr dem ursprünglich 
vereinbarten maximalen Pachtzins in Höhe von rund [< 15,5] Millionen Franken (vgl. Rz 209). 
Zu diesem Preis war die Bürgergemeinde Liestal bereit, das Deponieareal der Deponie Höli 
Liestal AG zur Nutzung zu überlassen, weshalb die ökonomischen Kosten der Bereitstellung 
des Deponieareals rund [< 15,5] Millionen Franken betragen. Dieser Preis entspricht ausser-
dem in etwa den im Jahresbericht 2009 der Deponie Höli Liestal AG veranschlagten Kosten 
von insgesamt [< 15,5] Millionen Franken für die [Bereitstellung des Deponieareals].263  

260  Act.  IV.15.1.2  (2010);  Act.  IV.15.2.2  (2011);  Act.  IV.15.2.3  (2012);  Act.  IV.15.2.4  (2013);  Act. 
IV.15.2.5 (2014); Act. IV.15.2.6 (2015); Act. IV.15.2.7 (2016); Act. IV.15.2.8 (2017); Act. IV.15.2.9 
(2018); Act. IV.15.2.10 (2019); Act. IV.15.2.11 (2020). 

261  Act. III.1., Zeilen 180–184; Act. III.3, Zeilen 96–97. 
262  Vgl. z.B. ROBERT S. PINDYCK/DANIEL L. RUBINFELD, Mikroökonomie, 8. Auflage, 2013, S. 317. 
263  Act. IV.15.1.1. In der Aufstellung [Facts & Figures] auf S. 4 des Jahresberichts befindet sich unter 
der Überschrift [Kosten (exkl. Betrieb), Preisbasis 2009] die Position [Bereitstellung Deponieareal], 
für welche 6,5 Millionen Franken vorgesehen sind. 

61 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zwischenergebnis 

218.  Die Deponie Höli Liestal AG zahlte der Bürgergemeinde Liestal Pachtzinsen in der Höhe 
von rund [30–40] Millionen Franken (Rz 214 f.). Die ökonomischen Kosten der Bereitstellung 
des Deponieareals fielen im Vergleich dazu mit rund [< 15,5] Millionen Franken deutlich tiefer 
aus (Rz 216 f.). Deshalb ist der von der Deponie Höli Liestal AG ausgewiesene Aufwand um 
die Differenz, also um rund [> 15] Millionen Franken zu reduzieren. Der tatsächliche Aufwand 
der Deponie Höli Liestal AG betrug deshalb in den Geschäftsjahren 2010–2020 nicht rund [> 
60] Millionen Franken, sondern lediglich rund [< 60] Millionen Franken (bzw. rund […] Millionen 
wenn zusätzlich Abschreibungen, Zinsen und Steuern berücksichtigt werden; vgl. Tabelle 10 
oben). 

B.1.5.4.5  Marge 

219.  Wie bereits erwähnt, wies die Deponie Höli im Zeitraum 2010–2020 einen Aufwand von 
rund [> 60] Millionen Franken aus (vgl. Rz 206). Werden zusätzlich Abschreibungen, Zinsen 
und Steuern berücksichtigt, ergibt sich ein Aufwand von rund [> 60] Millionen Franken (vgl. Rz 
206). Zieht man davon die rund [> 15] Millionen Franken ab, welche die Deponie Höli der Bür-
gergemeinde in Form von nachträglich erhöhten Pachtzinsen zusätzlich zu den ökonomischen 
Kosten für die Bereitstellung des Deponieareals überwiesen hat (vgl. Rz 218), ergibt sich ein 
Nettoaufwand von rund [< 60] Millionen Franken (bzw. rund […] Millionen Franken einschliess-
lich Abschreibungen, Zinsen und Steuern). Da im Zeitraum 2010–2020 rund 6 Millionen Ton-
nen an Abfällen in der Deponie Höli entsorgt wurden (vgl. Tabelle 12 oben), hatte die Deponie 
Höli pro Tonne Abfall einen Aufwand von rund [4–12] Franken pro Tonne (vgl. Tabelle 13 für 
die entsprechenden Berechnungen). 

220.  Die Listenpreise der Deponie Höli ohne VASA-Gebühr betrugen ursprünglich 23 Franken 
pro Tonne und wurden schrittweise auf 35 Franken pro Tonne im Jahr 2020 angehoben. 264 
Entsprechend  lag  der Listenpreis  der  Deponie  Höli  je  nach  Listenpreis  und je  nachdem,  ob 
Abschreibungen, Zinsen und Steuern berücksichtigt werden, [weit] über dem Aufwand. Wird 
stattdessen der von den Aktionärinnen bezahlte Preis herangezogen, fallen die entsprechen-
den Aufschläge mit rund […] % etwas tiefer aus. Sowohl die Preise für Aktionärinnen als auch 
die Listenpreise der Deponie Höli lagen also im gesamten Zeitraum 2010–2020 immer weit 
über den Kosten. Die entsprechenden Berechnungen sind in Tabelle 13 zusammengefasst. 

264  Act. IV.8, Rz 33–34 (Jahre 2011–2020); Act. IV.15.3.6, Traktandum 4 (Jahr 2010). 

62 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 13: Marge der Deponie Höli Liestal AG, 2010–2020. 

Aufwand 

Pachtzins 

Ohne Abschrei-
bungen, Zinsen 
und Steuern 

Mit Abschreibun-
gen, Zinsen und 
Steuern 

[> 60] Fr. 

[> 60] Fr. 

- [30–40 Mio.] Fr. 

- [30–40 Mio.] Fr. 

Kosten Deponieareal 

[< 15,5 Mio.] Fr. 

[< 15,5 Mio.] Fr. 

Nettoaufwand 

Nettoaufwand / t 

Listenpreis / t 

Aktionärspreis / t 

Aufschlag Listenpreis 

Aufschlag Preis Aktionärinnen 

[< 60 Mio.] Fr. 

[< 60 Mio.] Fr. 

[4–12] Fr. 

23–35 Fr. 

16–29 Fr. 

[…] % 

[…] % 

[4–12] Fr.  

23–35 Fr. 

16–29 Fr. 

[…] % 

[…] % 

Quelle: Act. IV.8, Rz 33–34; Act. IV.15.3.6, Traktandum 4 (Preise). 

221.  Bei  der  Interpretation  der  Margen  der  Deponie  Höli  ist  zu  berücksichtigen,  dass  auch 
grosse Entsorgungsunternehmen erhebliche Mengen zu den Listenpreisen der Deponie Höli 
entsorgten. Namentlich entsorgte die [F1] im Jahr 2016 [> 5000] Tonnen und im Jahr 2017 [> 
5000] Tonnen zu Listenpreisen in der Deponie Höli265 (vgl. Rz 106 ff.). In den Jahren 2019 und 
2020 konnte die [F1] über die Aktionärin [Y] Abfälle in der Deponie Höli entsorgen und zwar 
zu einem Preis, der nur rund [< 5] Franken unter dem Listenpreis lag. Im Jahr 2019 entsorgte 
die [F1] auf diesem Weg [> 5000] Tonnen und im Jahr 2020 sogar [> 20 000] Tonnen in der 
Deponie Höli266 (vgl. Rz 112 ff.). 

222.  Die [F2] deponierte im Zeitraum 2015–2020 jeweils rund [500–7500] Tonnen an Abfällen 
zum  Listenpreis  in  der  Depone  Höli267  (vgl.  Rz  108).  Zusätzlich  deponierte  sie  im  gleichen 
Zeitraum rund [15 000–50 000] Tonnen über einen Aktionär der Deponie Höli268 und zwar zu 
einem Preis, der rund [2–8] Franken unter dem Listenpreis der Deponie Höli lag269 (vgl. Rz 
115 ff.). 

223.  Grosse Entsorgungsunternehmen haben also grosse Mengen zum Listenpreis oder zu 
nur geringfügig tieferen Preisen in der Deponie Höli entsorgt. Das spricht dafür, dass die De-
ponie Höli ihre Preise deutlich über die Aktionärspreise hinaus hätte anheben können, ohne 
einen wesentlichen Rückgang der angelieferten Mengen befürchten zu müssen. 

B.1.5.4.6  Zwischenergebnis 

224.  Die Deponie Höli erhöhte ab 2015 ihre Preise deutlich. Trotzdem ging die angelieferte 
Menge nicht zurück. Das spricht dafür, dass die Deponie Höli einen grossen preislichen Spiel-
raum hatte. Auch die vorliegenden Aussagen bestätigen diese Einschätzung. Damit konsistent 
ist auch die grosse Marge der Deponie Höli. Damit steht fest, dass die Deponie Höli im Zeit-
raum 2010–2021 einen grossen Spielraum bei ihrer Preissetzung hatte. Sie hätte ihre Preise 
sowohl wesentlich tiefer als auch wesentlich höher ansetzen können, ohne dadurch massge-
bende Verluste befürchten zu müssen. 

265  Act. III.4, Beilage 1. 
266  Act. III.4, Beilage 1 und Zeilen 126–128. 
267  Act. IV.22, Rz 49; Act. III.5, Zeilen 193–194. 
268  Act. IV.22, Rz 49; Act. III.5, Zeilen 193–194. 
269  Act. III.5, Zeilen 135–149. 

63 

 
 
 
 
 
 
 
 
225.  Entgegen des Vorbringens der Deponie Höli Liestal AG270 ändern an dieser Einschät-
zung  allfällige  Bemühungen  des  Kantons  Basel-Landschaft  um  höhere  Deponiegebühren 
nichts. Dieser kann insbesondere keine Mindestgebühr für Deponien festlegen271 und hat sich 
nie für eine Ungleichbehandlung von Aktionärinnen und Nichtaktionären eingesetzt. Ausser-
dem  handelt  es  sich  beim  Kanton  nicht  um  einen  Marktteilnehmer,  sondern  um  die  für  die 
Regulierung des Deponiewesens zuständige Behörde. 

B.1.5.5  Beweisergebnis 

226.  In Bezug auf die Marktergebnisse ist Folgendes erwiesen: 

−  Rund 75 % der in der Deponie Höli 2011–2021 entsorgten Abfälle des Typs B stammen 
aus  den  Kantonen  Basel-Landschaft  und  Basel-Stadt.  Die  restlichen  Abfallmengen 
stammen im Wesentlichen aus den Kantonen Aargau und Solothurn (Rz 141 ff.). 

−  Rund 80 % der in der Deponie Höli 2011–2021 entsorgten Abfälle des Typs B stammen 
von  Baustellen,  die  sich  innerhalb  eines  Fahrminutenradius  von  39  Minuten  um  den 
Standort der Deponie Höli befinden (Kerneinzugsgebiet; Rz 140; Rz 149 f.). 

−  Weniger als 1 Prozent der in der Region Basel jährlich im Zeitraum 2011–2021 anfallen-

den Abfälle des Typs A wurden in der Deponie Höli entsorgt (Rz 152 ff.). 

−  Weniger als 35–40 % der in der Region Basel 2018–2019 jährlich anfallenden wieder-
verwertbaren Abfälle des Typs B wurden in der Deponie Höli entsorgt (Rz 157 ff.). 

−  Rund  [> 65]  %  der  im  Kerneinzugsgebiet  der  Deponie  Höli  2010–2021  angefallenen 
nichtwiederverwertbaren Abfälle des Typs B wurden in der Deponie Höli entsorgt (Rz 
165 ff.). 

−  Die  Deponie  Höli  hatte  im  Zeitraum  2010–2021 einen  sehr  grossen  preislichen  Spiel-
raum. Ihre Preise lagen deutlich über ihren Kosten. Vermutlich hätte sie ihre Preise so-
gar noch weiter erhöhen können, ohne dass die angelieferte Menge dadurch stark ein-
gebrochen wäre (Rz 189 ff.). 

270  Vgl.  etwa Act. V.25, Rz 76 f., Rz 85 und Rz 126. 
271  Act. II.A.1.11, S. 7. 

64 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
B.2 

Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

B.2.1  Beweisthema 

227.  In diesem Kapitel wird untersucht, 

−  Ob die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu tieferen Preisen deponieren konn-

ten als andere Kundinnen (Rz 228 ff.); 

−  Wie gross der erwähnte Preisunterschied ausfiel (Rz 231 ff.); 

− 

In welchem Zeitraum die Deponie Höli Liestal AG ihren Aktionärinnen Vorzugskonditio-
nen gewährte (Rz 231 ff.); 

−  Welche  Auswirkungen  die  erwähnten  Vorzugskonditionen  auf  den Wettbewerb  hatten 

(Rz 264 ff.). 

B.2.2  Grundsatz der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

B.2.2.1  Beweisthema 

228.  Nachfolgend wird untersucht, ob die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu tiefe-
ren Preisen deponieren konnten als andere Kundinnen. 

B.2.2.2  Beweismittel 

229.  Die Behörde stützt sich im Wesentlichen auf die nachfolgend aufgeführten Beweismittel. 

−  Ziffer 7 des Aktionärsbindungsvertrags, einschliesslich der Nachträge zu dieser Bestim-
mung, wonach die Aktionärinnen einen Rabatt auf die offiziellen Deponiegebühren er-
halten hätten.272 

−  Die  schriftliche  Selbstanzeige  der  Deponie  Höli Liestal  AG, gemäss  welcher sie  ihren 
Aktionärinnen einen Rabatt auf die publizierten Listenpreise273 und – je nach Geschäfts-
verlauf – eine mengenabhängige Rückvergütung gewährt habe.274 

−  Die Aussagen der Vertreter der Deponie Höli Liestal AG wonach die Aktionärinnen zu 

tieferen Preisen hätten deponieren können als andere Kundinnen.275 

B.2.2.3  Beweiswürdigung und Beweisergebnis 

230.  Die  vorliegenden  Urkundenbeweise  und  Aussagen  stimmen  überein.  Sie  beweisen, 
dass die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu tieferen Preisen deponieren konnten 
als andere Kundinnen. Nur ihnen wurde ein Rabatt auf den Listenpreis gewährt und nur ihnen 
wurden Rückvergütungen ausbezahlt. 

B.2.3  Ausmass und Dauer der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

B.2.3.1  Beweisthema 

231.  Nachfolgend wird für jedes der Jahre 2010–2021 untersucht, wie hoch die Rabatte und 
Rückvergütungen ausfielen, welche die Deponie Höli Liestal AG ausschliesslich ihren Aktio-
närinnen gewährte. 

272  Act. IV.8, Beilage 5. 
273  Act. IV.8, Rz 32; Act. IV.22, Rz 1. 
274  Act. IV.8, Rz 34; Act. IV.22, Rz 1. 
275  Act. III.1, Zeile 327 ([N7]); Act. III.2, Zeilen 176–179 ([N1]); Act. III.3, Zeile 208 ([N4]); Act. IV.5, Zeilen 

108–110 ([N2]); Act. IV.6, Zeilen 164–179 ([N3]). 

65 

 
 
 
 
 
 
 
B.2.3.2  Beweismittel 

232.  Die  Behörde  stützt  sich  zur  Untersuchung  von  Ausmass  und  Dauer  der  Rabatte  und 
Rückvergütungen  für  Aktionärinnen  im  Wesentlichen  auf  Protokolle  der  Verwaltungsratssit-
zungen der Deponie Höli Liestal AG. Diese enthalten die nachfolgend aufgeführten Beweise-
lemente. 

−  Angaben zu den Preisen der Deponie Höli Liestal AG.276 Mit Ausnahme des Jahres 2010 

sind diese auch in der Selbstanzeige der Deponie Höli Liestal AG enthalten.277 

−  Abgaben zur Höhe der Rückvergütungen an die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG.278 Mit Ausnahme des Jahres 2010 sind diese auch in der Selbstanzeige der Depo-
nie Höli Liestal AG enthalten.279 

B.2.3.3  Beweiswürdigung 

233.  Seit der Eröffnung der Deponie Höli im Mai 2010 erhielten die Aktionärinnen der Deponie 
Höli  Liestal  AG  einen  Rabatt  auf  den  von  Nichtaktionären  bezahlten  Listenpreis.  Zusätzlich 
entrichtete ihnen die Deponie Höli Liestal AG eine Rückvergütung, welche sie proportional zur 
deponierten  Menge  ausbezahlte.  Nichtaktionäre  erhielten  keine  solche  Rückvergütung 
(Rz 228 ff.). Die Höhe dieser Rabatte und Rückvergütungen ist in Tabelle 14 angegeben, zu-
sammen mit dem «Nettopreis Aktionärinnen». Dieser entspricht dem Listenpreis abzüglich des 
den Aktionärinnen gewährten Rabatts und abzüglich der an die Aktionärinnen ausbezahlten 
Rückvergütung. Es handelt sich dabei also um den tatsächlich von den Aktionärinnen an die 
Deponie Höli Liestal AG bezahlten Nettopreis. Ausserdem ist die Höhe der VASA-Gebühr an-
gegeben,  welche  sowohl  von  Aktionärinnen  als  auch  Nichtaktionären  bezahlt  werden  muss 
(vgl. Rz 25). 

276  Es  handelt  sich  um  folgende  Protokolle:  Act.  IV.15.3.63,  Traktandum  5  (2021);  Act.  IV.15.3.54, 
Traktandum 4.1 (2020); Act. IV.15.3.48, Traktandum 6 (2019); Act. IV.15.3.43, Traktandum 9 (2018); 
Act. IV.15.3.37,  Traktandum  9  (2017);  Act. IV.15.3.31,  Traktandum  7  (2016);  Act. IV.15.3.25, 
Traktandum 8 (2015); Act. IV.15.3.20, Traktandum 3 (2014);  Act. IV.15.3.14, Traktandum 5 (2013 
und  2012);  Act. IV.15.3.9,  Traktandum  3.3  (2011);  Act.  IV.15.3.5,  Traktandum  8  (2010).  Gemäss 
dem  Protokoll  der  Verwaltungsratssitzung  vom  21.8.2014  beschloss  dieser,  die  Preise  für  unver-
schmutztes Aushubmaterial mit sofortiger Wirkung um 6 Franken anzuheben (Act. IV.15.3.24, Trak-
tandum 5). Da nur sehr geringe Mengen unverschmutztes Aushubmaterial in der Deponie Höli ent-
sorgt werden (vgl. Rz 131) wird diese Preisanpassung nachfolgend nicht berücksichtigt. 

277  Act.  IV.8,  Rz  32–33.  Die  Angaben  in  der  Selbstanzeige  sind  mit  den  Angaben  in  den  genannten 
Verwaltungsratsprotokollen konsistent. Gemäss dem Protokoll der Verwaltungsratssitzung der De-
ponie Höli Liestal AG vom 29.10.2010 stimmte der Verwaltungsrat einem Budgetentwurf für das Jahr 
2011 mit unveränderten Preisen zu (Act. IV.15.3.5, Traktandum 8). 

278  Es handelt sich um die folgenden Protokolle: Act. IV.15.3.66, Traktandum 7 (2020); Act. IV.15.3.57, 
Traktandum 8 (2019); Act. IV.15.3.51, Traktandum 6 (2018); Act. IV.15.3.43, Traktandum 6 (2017); 
Act. IV.15.3.37,  Traktandum  6  (2016  und  2015);  Act. IV.15.3.25,  Traktandum  3  (2014); 
Act. IV.15.3.20,  Traktandum  3  (2014);  Act. IV.15.3.15,  Traktandum  4/5  (2012  und  2011); 
Act. IV.15.3.6, Traktanden 1 und 3 (2010). 

279  Act. IV.8, Rz 34. Die Angaben in der Selbstanzeige sind mit den Angaben in den genannten Verwal-
tungsratsprotokollen konsistent. Dem Protokoll der Verwaltungsratssitzung der Deponie Höli Liestal 
AG vom 3.2.2011 kann entnommen werden, dass seit der Eröffnung rund [75 000–150 000] Tonnen 
[entgeltliches Deponiematerial] in der Deponie Höli entsorgt wurden (Act. IV.15.3.6, Traktandum 1). 
Das entspricht der in der Jahresrechnung 2010 erwähnten, entgeltlichen Abfallmenge (Act. IV.15.1.2, 
S. 1).  Ausserdem sieht  der provisorische  Abschluss 2010  mengenmässige Rückvergütungen von 
[200 000–300 000] Franken vor (Act. IV.15.3.6, Traktandum 3). Daraus folgt, dass für das Jahr 2010 
eine mengenmässige Rückvergütung von rund 2 Franken pro Tonne vorgesehen war. Das entspricht 
der für das Jahr 2011 ausbezahlten Rückvergütung pro Tonne und ist damit auch mit dem Verwal-
tungsratsbeschluss vom 23.9.2010 konsistent, wonach das Budget für das Jahr 2011 unveränderte 
Preise vorsah (Act. IV.15.3.5, Traktandum 8). 

66 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 14: Preise und Rückerstattungen der Deponie Höli Liestal AG, 2010–2021. 

Listenpreis 
(exkl. 
VASA, Fr./t) 

Rabatt 
(Fr./t) 

Rückvergü-
tung (Fr./t) 

Nettopreis Ak-
tionärinnen 
(Fr./t) 

VASA-
Gebühr 
(Fr./t) 

23.00 

23.00 

23.00 

23.00 

23.00 

25.00 

25.00 

27.00 

29.00 

31.00 

35.00 

40.00 

26.09 

7.00 

7.00 

7.00 

7.00 

7.00 

9.00 

9.00 

9.00 

9.00 

11.00 

11.00 

11.00 

8.45 

2.00 

2.00 

4.00 

5.50 

6.00 

6.00 

3.60 

3.60 

3.60 

3.60 

3.60 

3.95 

14.00 

14.00 

12.00 

10.50 

10.00 

10.00 

12.40 

14.40 

16.40 

16.40 

20.40 

13.68 

3.00 

3.00 

3.00 

3.00 

3.00 

3.00 

5.00 

5.00 

5.00 

5.00 

5.00 

5.00 

3.91 

26.88 

8.83 

4.15 

13.90 

4.20 

Jahr 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

2021 

Durchschnitt 
pro Jahr 
2010–2020 

Durchschnitt 
pro Tonne 
2010–2020 

Quelle: Protokolle der Verwaltungsratssitzungen der Deponie Höli Liestal AG (Rz 232). Act. 
IV.15.1.12, S. 5 (Jahresmengen zur Berechnung des Durchschnitts pro Tonne). 

234.  Die Höhe der Rückvergütungen legte die Deponie Höli Liestal AG jeweils Ende Jahr fest. 
Gemäss ihren Angaben erhielten die Aktionärinnen [je nach Geschäftsverlauf] eine Rückver-
gütung.280  Tatsächlich  wurde  die  Rückvergütung  mit  steigenden  Annahmemengen  von  ur-
sprünglich 2 Franken pro Tonne im Jahr 2010 auf 6 Franken pro Tonne in den Jahren 2014 
und 2015 erhöht.281 Ab dem Jahr 2016 reduzierte der Verwaltungsrat allerdings die Rückver-
gütung auf Fr. 3.60 pro Tonne, obwohl die in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen wie 
auch die Deponiegebühren weiter anstiegen (vgl. Tabelle 12 oben). Die Reduktion der Rück-
vergütungen  an  die  Minderheitsaktionärinnen  wurde  mit  den  höheren  Auszahlungen  an  die 
Bürgergemeinde in Form von Pachtzinsen begründet. Die Deponie Höli Liestal AG wollte mit 
der Anpassung von Pachtzins und Rückvergütungen [die proportionale Gleichbehandlung der 
beiden Aktionärsgruppen] sicherstellen, also der Bürgergemeinde Liestal einerseits und den 
Minderheitsaktionärinnen andererseits (vgl. Rz 207 ff.).282 

235.  Während die Aktionärinnen die genaue Höhe des Rabatts auf den Listenpreis zum Zeit-
punkt der Deponierung kannten, war ihnen zu diesem Zeitpunkt die genaue Höhe der Rück-
vergütung noch nicht bekannt. Da die Rückvergütung aber immer mindestens 2 Franken pro 
Tonne betrug und im Zeitraum 2016–2020 trotz Umsatzschwankungen immer unverändert auf 

280  Act. IV.8, Rz 34. 
281  Die Erhöhungen wurden jeweils mit Verweis auf den im laufenden Geschäftsjahr erzielten Umsatz 
festgelegt. Erhöhung von Fr. 2.– auf Fr. 4.– im Jahr 2012: Act. IV.15.3.15; Erhöhung von Fr. 4.– auf 
Fr.  5.50  im  Jahr  2013:  Act.  IV.15.3.20;  Erhöhung  von  Fr.  5.50  auf  Fr.  6.–  im  Jahr  2014:  Act. 
IV.15.3.25.  

282  Act. IV.15.3.37, Traktandum 6. 

67 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fr. 3.60 pro Tonne festgelegt wurde, war ihnen trotzdem auch im Voraus die ungefähre Höhe 
der Rückvergütung bewusst. Deshalb konnten sie sowohl den Rabatt auf den Listenpreis als 
auch die Rückvergütung bei der Kalkulation von Offerten oder auch beim Entscheid, welche 
Mengen auf welche Art und Weise entsorgt werden sollen, berücksichtigen. 

236.  Die  Entwicklung  der  verschiedenen  Preiselemente  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  ist  in 
Abbildung 10 dargestellt. Die Aktionärinnen bezahlten die VASA-Gebühr sowie den «Netto-
preis  Aktionärinnen».  Nichtaktionäre  leisteten  ebenfalls  die  VASA-Gebühr  und  den  «Netto-
preis Aktionärinnen». Zusätzlich enthält der von ihnen bezahlte Preis die Rückvergütung sowie 
den Rabatt für Aktionärinnen, da diese Vergünstigungen nur den Aktionärinnen zu Gute ka-
men. 

Abbildung 10: Preiselemente der Deponie Höli Liestal AG, 2010–2020. 

0
4

0
3

t
/
.
r
F

0
2

0
1

0

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

VASA-Gebühr
Rückvergütung

Nettopreis Aktionärinnen
Rabatt

Quelle: Protokolle der Verwaltungsratssitzungen der Deponie Höli Liestal AG (Rz 232). 

237.  Aus Tabelle 14 und Abbildung 10 geht hervor, dass die Aktionärinnen der Deponie Höli 
Liestal  AG  deutlich  weniger  bezahlten  als  Nichtaktionäre. Die  entsprechende  Preisdifferenz 
entspricht der Summe der Rückvergütung und des Rabatts, da nur die Aktionärinnen von die-
sen beiden Vergünstigungen profitieren konnten. 

238.  In Tabelle 15 ist die Grösse dieser Preisdifferenz in Prozent des von den Nichtaktionären 
bezahlten  Listenpreises  inklusive  VASA-Gebühr  angegeben.  In  manchen  Jahren  bezahlten 
die Aktionärinnen nur rund die Hälfte des Preises, welchen die Deponie Höli den Nichtaktio-
nären verrechnete. Im Durchschnitt der Jahre 2010–2020 bezahlten die Aktionärinnen der De-
ponie Höli Liestal AG 42 % weniger als die Nichtaktionäre. Allein der Rabatt machte im Durch-
schnitt der Jahre 2010–2021 mehr als einen Viertel des von den Nichtaktionären bezahlten 
Listenpreises aus. 

68 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 15: Bedeutung von Rabatt und Rückvergütung der Aktionärinnen, 2010–2020. 

Jahr 

2010 

2011 

2012 

2013 

2014 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

2021 

Durchschnitt pro Jahr 2010–2020 

Durchschnitt pro Tonne 2010–2020 

Rabatt in % 
des Listen-
preises inkl. 
VASA-Gebühr 

Rückvergü-
tung in % 
des Listen-
preises inkl. 
VASA-
Gebühr 

Rabatt + 
Rückvergü-
tung in % des 
Listenpreises 
inkl. VASA-
Gebühr 

27 % 

27 % 

27 % 

27 % 

27 % 

32 % 

30 % 

28 % 

26 % 

31 % 

28 % 

24 % 

28 % 

28 % 

8 % 

8 % 

15 % 

21 % 

23 % 

21 % 

12 % 

11 % 

11 % 

10 % 

9 % 

14 % 

13 % 

35 % 

35 % 

42 % 

48 % 

50 % 

54 % 

42 % 

39 % 

37 % 

41 % 

37 % 

42 % 

42 % 

Quelle: Protokolle der Verwaltungsratssitzungen der Deponie Höli Liestal AG (Rz 232). 

239.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  beauftragte  im  Frühjahr  2021  eine  Anwaltskanzlei  damit, 
ihre Preispolitik kartellrechtlich zu beurteilen.283 Diese liess der Deponie Höli Liestal AG am 
27. Mai 2021 eine entsprechende Einschätzung zukommen. Gemäss dem Protokoll der Ver-
waltungsratssitzung  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  vom  27.  Mai  2021  beschloss  der  Verwal-
tungsrat noch am gleichen Tag, den Aktionärinnen nach Wiedereröffnung der Deponie keine 
Preisvergünstigungen mehr zu gewähren.284 [N7] sagte am 7. Juni 2021 Folgendes aus: «Wir 
haben  vor,  bei  der  nächsten  Verwaltungsratssitzung  zu  beschliessen,  dass  wir  ein  anderes 
Preissystem machen wollen, wenn es aktuell unzulässig ist».285 Gemäss dieser Aussage wäre 
der Beschluss zur Aufhebung der Vorzugskonditionen also erst nach der Eröffnung der vorlie-
genden Untersuchung am 7. Juni 2021 gefallen. In dubio pro reo ist davon auszugehen, dass 
die Vorzugskonditionen bereits am 27. Mai 2021 aufgehoben wurden. 

B.2.3.4  Beweisergebnis 

240.  Es ist erwiesen, dass die Deponie Höli Liestal AG 

− 

ihren Aktionärinnen einen Rabatt auf den von den Nichtaktionären bezahlten Listenpreis 
inkl.  VASA-Gebühr  gewährte.  Dieser  Rabatt  belief  sich  in  den  Jahren 2010–2020  auf 
durchschnittlich rund Fr. 8.50 pro Tonne bzw. rund einen Viertel des Listenpreises inkl. 
VASA-Gebühr (Rz 229 ff.); 

283  Act. III.1, Zeilen 80–81; Act. IV.15.3.72, Traktandum 5. 
284  Act. IV.15.3.67, Traktandum 4. 
285  Act. III.1, Zeilen 83–84. 

69 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
− 

− 

ihren  Aktionärinnen  zusätzlich  zum  erwähnten  Rabatt  jährlich  Rückvergütungen  aus-
zahlte. Diese Rückvergütungen beliefen sich in den Jahren 2010–2020 auf durchschnitt-
lich rund 4 Franken pro Tonne bzw. mehr als 10 % des Listenpreises inkl. VASA-Gebühr 
(Rz 229 ff.); 

ihren  Aktionärinnen  im  Jahr  2021  bis  zur  Schliessung  der  Deponie  am  12.  Mai  2021 
einen Rabatt auf den Listenpreis in der Höhe von 11 Franken pro Tonne gewährte (Rz 
234); 

−  am 27. Mai 2021 beschloss, die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen aufzuheben (Rz 

239). 

B.2.4  Auswirkungen der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 

B.2.4.1  Beweisthema 

241.  Nachfolgend werden die folgenden Fragen untersucht: 

−  Welche Bedeutung hatten die Gebühren der Deponien des Typs B in den nachgelager-

ten Märkten286 im Vergleich zu anderen Kostenfaktoren? 

−  Konnten Nichtaktionäre Abfälle des Typs B statt in der Deponie Höli bei anderen Depo-
nien zu im Vergleich zu den Aktionärskonditionen der Deponie Höli ähnlichen Bedingun-
gen entsorgen? 

−  Führten die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu einer 
Verschiebung der Marktanteile im Muldengeschäft zu Gunsten der Aktionärin [X]? 

242.  Die entsprechenden Ergebnisse sind zusammen mit weiteren Beweisergebnissen rele-
vant zur Beurteilung der Eignung der Vorzugskonditionen, den Wettbewerb zu beeinträchtigen 
(vgl. Rz 394 ff.). 

B.2.4.2  Beweismittel 

243.  Die Behörde stützt sich zur Untersuchung der obgenannten Beweisthemen im Wesent-
lichen auf die nachfolgenden Beweismittel. 

Zeugenaussagen 

244.  [N5] sagte anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 25. August 2021 insbesondere Fol-
gendes aus: Die [F1] erstelle in der Regel Offerten für Transport, Entsorgung und Belieferung 
mit Baumaterial. Dabei seien die Kosten für die Entsorgung von Material des Typs B ein ent-
scheidender Faktor in Bezug auf die Erteilung des Zuschlags.287 Der [F1] sei verschiedentlich 

286  Unter  «nachgelagerten  Märkten»  sind  Märkte  zu  verstehen,  in  welchen  die  Entgegennahme  von 
Abfällen des Typs B ein Input ist, den die in den nachgelagerten Märkten tätigen Unternehmen zur 
Produktion der ihrerseits angebotenen Güter verwenden (vgl. z.B. PINDYCK/RUBINFELD, Fn 262, S. 
871). Ein Beispiel von in nachgelagerten Märkten tätigen Unternehmen sind Transport- und Entsor-
gungsunternehmen, welche die Deponien für die Entgegennahme von Abfällen des Typs B entschä-
digen und ihrerseits ein Gesamtpaket von Dienstleistungen für Transport und Entsorgung von Abfäl-
len anbieten. Bezogen auf die zeitliche Abfolge, in welcher Bauabfälle die verschiedenen Markstufen 
durchlaufen, stehen diese «nachgelagerten Märkte» vor der Deponierung. Trotzdem handelt es sich 
um nachgelagerte Märkte. Ein dem Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs B vorgela-
gerter Markt wäre zum Beispiel der Markt für Waagen, welche von den Deponien bei der Zugangs-
kontrolle benötigt werden. 
287  Act. III.4, Zeilen 333–337. 

70 

 
 
 
 
 
 
 
von Auftraggebern mitgeteilt worden, dass sie aufgrund der zu hohen, in der Offerte eingetra-
genen Preise für die Deponierung von Abfällen des Typs B den Zuschlag für die entsprechen-
den Aufträge nicht erhalten habe.288 

245.  [N6] sagte anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 30. August 2021 insbesondere Fol-
gendes aus: Die Aktionärin [X] habe mit den Preisen der Deponie Höli innert kürzester Zeit 
ihren Marktanteil drastisch steigern können und sei unterdessen Marktführerin im Muldenge-
schäft. Im Gegenzug habe die [F2] aufgrund der Deponiepreise, welche [die Aktionärin X] an-
biete, massiv an Marktanteilen verloren.289 

Mündliche Aussagen von Vertretern der Deponie Höli Liestal AG 

246.  [N7]  sagte  anlässlich  der  Parteieinvernahme  vom  8.  Juni  2021  namentlich  aus,  jeder 
Marktteilnehmer  habe  eine  bevorzugte  Deponie,  bei  welcher  er  zum  gleichen  Preis,  dem 
Marktpreis, deponieren könne.290 

247.  [N4]  sagte  anlässlich  der  Parteieinvernahme  vom  11.  Juni  2021  insbesondere  aus: 
«Wenn wir als [Minderheitsaktionärin der Deponie Höli Liestal AG] den Listenpreis bei unseren 
Offerten eingesetzt hätten, hätten wir das gleiche Ergebnis bekommen, wie mit dem Null Preis 
für den Recyclingkies. Wir hätten die Aufträge nicht erhalten.»291 

248.  [N2]  liess  sich  anlässlich  der  mündlichen  Ergänzung  zur  Selbstanzeige  vom  15.  Juni 
2021 wie folgt vernehmen: [Bevor sich die [F6] im Jahr […] an der Deponie Höli beteiligt habe, 
sei die [F6] ebenfalls in der Lage gewesen, Aufträge einzuholen und sei konkurrenzfähig ge-
wesen. In Bezug auf die Gesamtkosten der [F6] würden die Kosten für die Deponierung rund 
2–4 % ausmachen.]292 

Schriftliche Eingaben der Deponie Höli Liestal AG 

249.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  machte  in  ihren  schriftlichen  Eingaben  insbesondere  die 
folgenden Aussagen:  

−  Die [F2] habe rund 40 [Welaki-Fahrzeuge]. [Die Aktionärin X] sei mit 2 solchen Fahrzeu-

gen in das Muldengeschäft eingestiegen und habe heute 12.293 

−  Die [F2] habe im Zeitraum 2015–2020 die in Tabelle 16 unten angegebenen Abfallmen-
gen in der Deponie Höli entsorgt. Diese Zahlen würden zeigen, dass der Einstieg [der 
Aktionärin X] das Geschäft der [F2] mit Mulden kaum beeinträchtigt habe.294 

−  Die Deponie Bruggtal habe einer zu [einem grossen vertikal integrierten Bauunterneh-
men] gehörenden Gesellschaft in einer Offerte vom 7. Oktober 2020 einen Deponiepreis 
(inkl. VASA-Gebühr) von Fr. [33–38] pro Tonne angeboten. Im Vergleich dazu hätten die 
Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG im Jahr 2020 29 Franken pro Tonne bezahlt. 
Deshalb seien die Konkurrentinnen der Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG im 
Markt kaum benachteiligt gewesen.295 

288  Act. III.4, Zeilen 199–201. 
289  Act. III.5, Zeilen 300–305. 
290  Act. III.1, Zeilen 353–354. 
291  Act. III.3, Zeilen 223–225. 
292  Act. IV.5, Zeilen 117–119. 
293  Act. IV.22, Rz 48. 
294  Act. IV.22, Rz 49 f. 
295  Act. IV.22, Rz 30–32. 

71 

 
 
 
 
 
 
 
−  Die KieferTrans GmbH sei innert weniger Jahre zu einem der grösseren Transporteure 
der Region gewachsen. Daraus folge, dass dieses Unternehmen seine Abfälle in ande-
ren Deponien zu Vorzugskonditionen entsorgen könne.296 

−  Die [F1] könne in der Deponie Bruggtal zu Vorzugskonditionen deponieren.297 Die [F2] 
könne sowohl in der Deponie Bruggtal als auch in der Deponie Strickrain zu Vorzugs-
konditionen  deponieren,  während  die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  keinen  solchen 
Zugang zu anderen Deponien hätten.298 

− 

In den meisten Fällen würden verschiedene Arten von Bauabfällen und nicht nur nicht-
wiederverwertbare Abfälle des Typs B von den Baustellen abtransportiert und der De-
ponierung oder der Wiederverwertung zugeführt. Nur rund ein Viertel des anfallenden 
Materials werde deponiert.299 

B.2.4.3  Beweiswürdigung 

B.2.4.3.1  Bedeutung der Deponiegebühren in den nachgelagerten Märkten 

250.  Der Anteil der Deponiegebühren an den Gesamtkosten ist je nach Auftrag stark unter-
schiedlich. So ist zum Beispiel der Anteil der Deponiegebühren relativ gering, wenn ein Auftrag 
die ganze Erstellung eines Gebäudes einschliesslich der Entsorgung von verschmutztem Aus-
hub- oder Abbruchmaterial in einer Deponie des Typs B umfasst. Dabei ist aber zu berück-
sichtigen, dass die wenigsten Bauunternehmen den Abtransport und die Entsorgung von Bau-
abfällen  selber  übernehmen.  Gemäss  Aussage  von  [N1]  sind  die  beiden  Bauunternehmen 
[Aktionärin Y] und [Aktionärin Z] «unter den letzten übrig gebliebenen, die noch über eigene 
Lastwagen verfügen».300 Beide können als Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu Vor-
zugskonditionen deponieren. Andere Bauunternehmen vergeben hingegen den Transport und 
die Entsorgung der auf ihren Baustellen anfallenden Abfälle regelmässig an spezialisierte Un-
ternehmen, so zum Beispiel an die [Aktionärin X] oder [F1]. 

251.  Diese Transport- und Entsorgungsunternehmen holen in der Regel die verschiedenen, 
auf einer Baustelle anfallenden Abfallarten ab. Je nach Beschaffenheit der Abfälle und je nach 
der  aktuellen  Nachfrage  nach  RC-Produkten  werden  die  abgeholten  Abfälle  anschliessend 
deponiert oder wiederverwertet. Insbesondere um die für den Abtransport verwendeten Fahr-
zeuge besser auszulasten, bringen diese teilweise auf der Hinfahrt Baumaterialien wie zum 
Beispiel Kies oder Beton zur Baustelle.301 

252.  Die Bedeutung der Deponiegebühren ist aus diesen Gründen je nach Auftrag und Bau-
stelle stark unterschiedlich. Sie spielen dann eine zentrale Rolle, wenn die abtransportierten 
Abfälle vorwiegend in Deponien des Typs B entsorgt werden müssen. In diesem Fall bestehen 
die anfallenden Kosten im Wesentlichen aus den Deponiegebühren und den Transportkosten. 
Der genaue Anteil der Deponiegebühren ist bei solchen Aufträgen insbesondere von der Ent-
fernung zwischen Baustelle und Deponie abhängig: Je grösser die Fahrzeit, desto höher fallen 
die Transportkosten und damit auch deren Anteil an den Gesamtkosten aus. Der Anteil der 
Deponiegebühren an der Summe von Transportkosten und Deponiegebühren beträgt bei sol-
chen Aufträgen regelmässig rund 75 % (vgl. Rz 52 ff.).302 Bei solchen Aufträgen sind die von 

296  Act. IV.8, Rz 54, Punkt 4. 
297  Act. IV.22, Rz 40. 
298  Act. IV.22, Rz 48. 
299  Act. V.25, Rz 31 ff. 
300  Act. III.2, Zeilen 270–272. 
301  Act. III.4, Zeilen 333–337; Act. V.25, Rz 31 sowie Beilagen 6 und 7. 
302 Dabei ist zu berücksichtigen, dass die [F1] Abfälle des Typs B primär mit Kippern transportiert. Die 
Transportkosten sind höher, wenn dafür Mulden statt Kipper eingesetzt werden (vgl. Rz 50 f.). Ent-

72 

 
 
 
 
 
 
 
 
den im Wettbewerb stehenden Transport- und Entsorgungsunternehmen bezahlten Deponie-
gebühren folglich entscheidend dafür, welches Unternehmen den Zuschlag erhält. 

253.  Der andere Extremfall besteht aus Aufträgen, bei welchen nicht nur der Transport und 
die Deponierung von Abfällen des Typs B, sondern ein ganzes Bauprojekt inklusive beispiels-
weise die Erstellung eines Gebäudes ausgeschrieben wird. Bei solchen Aufträgen spielen die 
Gebühren der Deponien des Typs B eine weniger grosse Rolle. [N2] schätzt den Anteil der 
Kosten für die Deponierung auf rund 2–4 % der Gesamtkosten der [F6] .303 Bei der [F6]  han-
delt es sich um ein Bauunternehmen, die ihre eigenen Abfälle entsorgt.304 Obwohl Bauabfälle 
nicht nur in Deponien des Typs B entsorgt werden, spielt dieser Deponietyp bei Bauabfällen 
eine sehr wichtige Rolle.305 Deshalb haben die Gebühren der Deponien des Typs B selbst bei 
Aufträgen, bei welchen neben der Entsorgung von Abfällen des Typs B noch zahlreiche wei-
tere  Leistungen  eingekauft  werden,  einen  spürbaren  Einfluss  auf  die  Gesamtkosten  der  im 
Wettbewerb stehenden Anbieterinnen.306 

254.  Im Vergleich zu den von Bauunternehmen ausgeführten Bauprojekten sind die Deponie-
gebühren für die von den Transport- und Entsorgungsunternehmen ausgeführten Aufträge we-
sentlich bedeutender. Besteht ein Auftrag ausschliesslich aus Transport und Deponierung von 
Abfällen des Typs B, beträgt der Anteil der Deponiegebühren an den Gesamtkosten wie er-
wähnt regelmässig rund 75 % (Rz 252). Da in der Regel nicht alle der zu entsorgenden Abfälle 
in  einer  Deponie  des  Typs  B  entsorgt  werden, fällt  der  Anteil  der  Deponiegebühren  an  den 
Gesamtkosten aber häufig tiefer aus. Der genaue Kostenanteil ist von Baustelle zu Baustelle 
unterschiedlich. 

255.  Gemäss  Zeugenaussage  von  [N5]  ist  die  Entsorgung  von  Abfällen  des  Typs  B  in  der 
Regel selbst dann «ein entscheidender Faktor für den Zuschlag», wenn verschiedene Abfall-
arten transportiert und entsorgt werden müssen und zusätzlich Baustoffe geliefert werden. 307 
[N5] und [N6] sagten übereinstimmend und unabhängig voneinander aus, dass die Deponie-
gebühren Typ B einen Einfluss auf die Vergabe von Aufträgen haben.308 Deshalb ist davon 

sprechend ist der Anteil der Deponiegebühren an der Summe von Deponiegebühren und Transport-
kosten im Muldengeschäft tiefer als bei Aufträgen, bei welchen ein Transport mit Kippern möglich 
ist. 

303  Act. IV.5, Zeilen 118–119. 
304  Act. IV.5, Zeile 187. 
305 Wenn Bauabfälle deponiert werden, geschieht dies im Wesentlichen in Deponien des Typs B und zu 
einem geringen Teil in Deponien des Typs A. Gemäss Angaben des Kantons Basel-Landschaft wur-
den im Jahr 2018 im Kanton Basel-Landschaft rund 80 000 Tonnen Abfälle in Deponien des Typs A 
entsorgt. Im gleichen Jahr wurden mehr als eine Million Tonnen Abfälle in den Deponien des Typs 
B im Kanton Basel-Landschaft entsorgt (Act. II.A.4.1, Antwort auf Frage 3). Die Abfälle des Typs B 
machten also mehr als 90 % der insgesamt im Kanton Basel-Landschaft deponierten Bauabfälle aus. 
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass Abfälle des Typs A in grossen Mengen ins grenznahe Ausland 
exportiert und dort jedenfalls teilweise ebenfalls deponiert werden. Gemäss einer Schätzung der im 
Jahr  2018  eingesetzten  Taskforce  Baustoffkreislauf  Regio  Basel  handelt  es  sich  dabei  um  rund 
900 000 Tonnen pro Jahr (Act. II.A.4.1, Antwort auf Frage 5.1). Deshalb dürften die jährlich depo-
nierten  Mengen der  in  den Kantonen  Basel-Landschaft und Basel-Stadt angefallenen Abfälle des 
Typs A und des Typs B etwa ähnlich gross ausfallen. Insbesondere weil die Gebühren der Deponien 
des  Typs  B  wesentlich  höher  sind  als  diejenigen  der  Deponien  des  Typs  A,  haben  erstere  einen 
grossen Anteil an den insgesamt anfallenden Deponiegebühren für Bauabfälle. 

306  Die Deponie Höli Liestal AG stellt sich auf den Standpunkt, dass ein Kostenanteil von rund 2–4 % 
«definitiv nicht ins Gewicht» falle (Act. V.25, Rz 89). Dem ist nicht zuzustimmen. Wenn, wie vorlie-
gend, Aktionärinnen rund 40 % weniger für die Deponierung bezahlen als Nichtaktionäre (Rz 231 ff.), 
ergibt sich selbst bei einem relativ geringen Anteil der Deponiegebühren an den Gesamtkosten im-
mer noch ein spürbarer Kostennachteil, der gerade in kompetitiven nachgelagerten Märkten durch-
aus den Ausschlag darüber geben kann, welches Unternehmen den Zuschlag erhält. 

307  Act. III.4, Zeilen 333–337. 
308  Act. III.4, Zeilen 199–201, vgl. auch Zeilen 355–356 und Zeilen 189–190 ([N5]); Act. III.5, Zeilen 300–

305 ([N6]). 

73 

 
 
 
 
 
 
 
auszugehen, dass die Deponiegebühren Typ B bei einem wesentlichen Anteil der Aufträge für 
Transport und Entsorgung eine bedeutende Rolle spielen. 

256.  Diese Einschätzung ist konsistent mit der Aussage von [N4] wonach [eine Aktionärin der 
Deponie Höli Liestal AG] jedenfalls gewisse Aufträge nicht erhalten hätte, wenn [die genannte 
Aktionärin] zum Listenpreis der Deponie Höli hätte offerieren müssen.309 Auch die schriftliche 
Aussage der Deponie Höli Liestal AG, wonach die KieferTrans GmbH nicht gleichermassen 
hätte wachsen können, wenn sie nicht zu Vorzugskonditionen in anderen Deponien hätte ent-
sorgen können,310 stützt die Einschätzung, dass die Deponiegebühren eine wesentliche Rolle 
spielen. 

257.  Hingegen sagte [N2] aus, dass die [F6] auch vor der Übernahme der […] im Jahr […] 
konkurrenzfähig war. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte die [F6] zu Vorzugskonditionen in der 
Deponie  Höli  Abfälle  entsorgen.  Da  die  [F6]  im  Gegensatz  zur  [F1]  oder  zur  [F2]  nicht  auf 
Transport und Entsorgung spezialisiert ist, steht diese Aussage der vorangehenden Einschät-
zung nicht entgegen. Die Bedeutung der Deponiegebühren ist für ein integriertes Bauunter-
nehmen wie die [F6] im Vergleich zu Transport- und Entsorgungsunternehmen geringer, je-
denfalls wenn die entsprechende Einschätzung nicht in Bezug auf einzelne Aufträge, sondern 
in Bezug auf das Unternehmen als Ganzes vorgenommen wird. 

258.  Zusammenfassend ist erwiesen, dass die Gebühren der Deponien des Typs B bei vielen 
Aufträgen insbesondere für Transport und Entsorgung von Bauabfällen eine wesentliche Rolle 
spielen, wobei der genaue Anteil an den Gesamtkosten je nach Auftrag unterschiedlich aus-
fällt. 

B.2.4.3.2  Ausweichmöglichkeiten der Nichtaktionäre 

259.  Die Deponie Höli Liestal AG behauptet, alle Marktteilnehmenden könnten zum gleichen 
Preis wie die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG deponieren, wenn auch nicht in der 
Deponie Höli.311 Diese Behauptung trifft aus den folgenden Gründen nicht zu: 

−  Gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal AG sei sie die [als einzige für sämtliche Nach-
frager bis 2019 ohne Mengenbeschränkung zugängliche Deponie]312 (vgl. Rz 119). Da-
raus folgt, dass Nichtaktionäre grundsätzlich nicht beliebige Mengen in anderen Depo-
nien entsorgen konnten. 

−  Gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal AG habe die Deponie Bruggtal einer zu [einer 
vertiakl integrierten grossen Bauunternehmung]  gehörenden Gesellschaft in einer Of-
ferte vom 7. Oktober 2020 einen Deponiepreis (inkl. VASA-Gebühr) von Fr. [33–38] pro 
Tonne  angeboten.  Die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  bezahlten  im  Jahr 
2020 einen Preis von 29 Franken pro Tonne und erhielten zusätzlich eine Rückvergü-
tung in der Höhe von Fr. 3.60 pro Tonne (vgl. Tabelle 14 oben). Entsprechend beliefen 
sich die Kosten der Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG auf Fr. 25.40 pro Tonne 
und lagen damit um Fr. [> 6] unter dem von der Deponie Bruggtal offerierten Preis. Die-
ser Unterschied entspricht einem Aufschlag auf den Preis für Aktionärinnen der Deponie 
Höli von mehr als [25] %. Ausserdem war der Listenpreis der Deponie Bruggtal im Jahr 
2020 gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal AG mit 38 Franken313 sogar noch höher. 

309  Act. III.3, Zeilen 223–225. 
310  Act. IV.8, Rz 54, Punkt 4. 
311  So die Aussage von [N7] (Act. III.1, Zeilen 353–354), welche die Deponie Höli Liestal AG in ihrer 

schriftlichen Eingabe vom 23.11.2021 bekräftigt (Act. IV.22, Rz 32). 

312  Act. IV.8, Rz 29. 
313  Act. III.2, Zeilen 204–217. 

74 

 
 
 
 
 
 
 
Deshalb konnten selbst grosse Unternehmen wie [eine grosse vertikal integrierte Bau-
unternehmung]  in der Deponie Bruggtal nicht zu Preisen deponieren, die mit den Prei-
sen der Aktionärinnen der Deponie Höli vergleichbar gewesen wären. 

−  Sowohl die [F3] als auch die [F2] deponierten in der Deponie Höli grosse Mengen zu 
Preisen,  die  wesentlich  über  den  von  den  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  bezahlten 
Preisen lagen (vgl. Rz 106 ff.). Diese Nichtaktionäre hätten die entsprechenden Mengen 
statt in der Deponie Höli in einer anderen, ähnlich weit von den betroffenen Baustellen 
entfernten Deponie entsorgt, wenn sie dort weniger hätten bezahlen müssen. 

−  Die Deponie Höli ist gemessen an ihrem Marktanteil mit Abstand die grösste Deponie 
der Region (vgl. Rz 165 ff.). Grosse Mengen hätten deshalb nicht ohne Weiteres in an-
deren Deponien entsorgt werden können, während bei Kleinmengen bei allen Deponien 
grundsätzlich die Listenpreise zur Anwendung kommen. 

260.  Damit ist erstellt, dass Nichtaktionäre höchstens in beschränktem Ausmass auf andere 
Deponien  ausweichen  konnten.  Sie  hatten  nicht  die  Möglichkeit,  in  anderen  Deponien  zu 
gleichermassen günstigen Preisen ähnlich grosse Mengen zu entsorgen, wie die Aktionärin-
nen der Deponie Höli Liestal AG in der Deponie Höli. 

261.  Die Deponie Höli Liestal AG bringt weiter vor, sie erachte die Auswirkungen der von ihr 
gewährten Vorzugskonditionen für Aktionärinnen unter anderem deshalb als gering bis inexis-
tent,  weil  die  von  Dritten  [in  Eigenregie]  deponierten  Abfallmengen  im  Zeitraum  2010–2019 
trotz der Erhöhung der Listenpreise der Deponie Höli [weitgehend konstant] geblieben seien. 
Es sei zu vermuten, dass Dritte versucht hätten, anderweitig zu deponieren oder die Entsor-
gung an andere Unternehmen auszulagern.314  

262.  Dieser Auffassung ist aus den folgenden Gründen nicht zu folgen: 

−  Gemäss Einschätzung der Deponie Höli Liestal AG blieben die von Nichtaktionären zum 
Listenpreis in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen 2010–2019 [weitgehend kon-
stant]. Trotz der Erhöhung des Listenpreises scheiterten also offenbar allfällige Versu-
che der Nichtaktionäre, die bisher zum Listenpreis in der Deponie Höli entsorgten Men-
gen auf anderem Weg zu entsorgen. Wenn also aus den von der Deponie Höli Liestal 
AG beschriebenen Zahlen Schlussfolgerungen in Bezug auf die Ausweichmöglichkeiten 
der Nichtaktionäre möglich sind, dann dass diese beschränkt waren. 

−  Selbst  wenn  die  von  Dritten  in  der  Deponie  Höli  zum  Listenpreis  entsorgten  Mengen 
nach der Listenpreiserhöhung deutlich zurückgegangen wären, liesse sich daraus nicht 
folgern, dass Dritte problemlos auf andere Deponien ausweichen können. Die von Nicht-
aktionären zum Listenpreis in der Deponie Höli entsorgte Abfallmenge könnte nämlich 
auch deshalb zurückgehen, weil die Nichtaktionäre durch die Vorzugskonditionen Markt-
anteile an die Aktionärinnen der Deponie Höli verlieren und deshalb insgesamt geringere 
Mengen durch Nichtaktionäre entsorgt werden. 

−  Die von Dritten in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen sind deutlich grösser, als 
die  von  Dritten  zum  Listenpreis  (bzw.  [in  Eigenregie])  in  der  Deponie  Höli  entsorgten 
Mengen (vgl. Rz 103 ff.).315 Allein schon deshalb sind die von der Deponie Höli Liestal 
AG vorgebrachten Zahlen untauglich zur Beurteilung des Ausweichverhaltens der Nicht-
aktionäre. 

314  Act. IV.8, Rz 54.  
315  So deponierte zum Beispiel die [F1] im Jahr […] rund [> 20 000] Tonnen Abfälle auf Rechnung von 
[Aktionärin  Y]  in  der  Deponie  Höli.  Das  ist  eine  grössere  Menge  als  […]  (von  der  [F1]  entsorgte 
Menge: Act. III.4, Beilage 1; zum Listenpreis entsorgte Menge: Act. IV.8, Beilage 30; Act. II.A.1.8; 
Act. II.A.5). 

75 

 
 
 
 
 
 
 
263.  Aus diesen Gründen ändern die Vorbringen der Deponie Höli Liestal AG nichts am Be-
weisergebnis, dass Nichtaktionäre höchstens in einem beschränkten Ausmass auf andere De-
ponien ausweichen konnten. 

B.2.4.3.3  Auswirkungen der Vorzugskonditionen auf den Wettbewerb im 

Muldengeschäft 

264.  Bauabfälle können mit Kippern oder mit Mulden transportiert werden. Manche Entsor-
gungsunternehmen sind auf den Transport mit Mulden oder den Transport mit Kippern spezi-
alisiert. So war zum Beispiel die Aktionärin [X] auf den Transport mit Kippern spezialisiert. Im 
Jahr 2018 stieg [die Aktionärin X] zusätzlich in das Muldengeschäft ein (vgl. Rz 109). Gemäss 
Angaben der Deponie Höli Liestal AG hat [die Aktionärin X] mit 2 Fahrzeugen angefangen und 
besitzt aktuell 12.316 Damit steht fest, dass [die Aktionärin X] ihre Aktivitäten im Muldengeschäft 
im Zeitraum 2010–2021 wesentlich ausbauen konnte. 

265.  Die [F2] setzt primär auf Mulden für den Transport von Abfällen des Typs B317 und ist 
eine Konkurrentin [der Aktionärin X] (vgl. Rz 109). Gemäss der Zeugenaussage von [N6] wa-
ren die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen jedenfalls ein Grund dafür, dass [die Aktionärin 
X] ihre Marktanteile im Muldengeschäft ausbauen konnte: «Sie [Aktionärin X] hat von Null auf 
angefangen, aber konnte mit den Preisen in der Deponie Höli innert kürzester Zeit ihren Markt-
anteil drastisch steigern.»318 

266.  Die Vorzugskonditionen bei der mit Abstand grössten Deponie der Region führten auch 
im Muldengeschäft dazu, dass die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG jedenfalls bei 
manchen Aufträgen einen wesentlichen Vorteil hatten (vgl. Rz 250 ff.). Dieser Vorteil war dem 
Einstieg der Aktionärin [X] in das Muldengeschäft und dem nachfolgenden Ausbau der ent-
sprechenden Aktivitäten förderlich. Hingegen ist unklar, wie bedeutend der Beitrag der Vor-
zugskonditionen zur Expansion der Aktionärin [X] in die erwähnten neuen Geschäftsbereiche 
war.  Neben  den  Deponiepreisen  haben  auch  andere  Faktoren  einen  Einfluss  auf  den  Ge-
schäftserfolg. Zusätzlich zu den Transportkosten spielen zum Beispiel auch die Qualität der 
internen Organisation und deren Auswirkungen auf Faktoren wie zum Beispiel die Pünktlich-
keit eine Rolle.319 

267.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  geht  davon  aus,  dass  das  Geschäft  der  [F2]  durch  den 
Einstieg [der Aktionärin X] in das Muldengeschäft kaum beeinträchtigt worden sei. Grundlage 
für diese Einschätzung sind die Abfallmengen, welche die [F2] im Zeitraum 2015–2020 in der 
Deponie Höli entsorgte. Diese hätten sich im Jahr 2020 signifikant erholt, obwohl [die Aktionä-
rin X ihre] Fahrzeugflotte im Muldenbereich auf insgesamt 12 Fahrzeuge erweitert habe.320 

268.  In Tabelle 16 sind die erwähnten, von der Deponie Höli Liestal AG eingereichten Zahlen 
dargestellt. Tabelle 16 entspricht Tabelle 2 oben, ausser dass für jedes Jahr zusätzlich ange-
geben ist, wie gross die jährlich deponierte Menge in Prozent der im Jahr 2015 deponierten 
Menge ausfiel. Daraus geht hervor, dass die von der [F2] in der Deponie Höli entsorgten Men-
gen im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2015 auf [60–70] % einbrachen. Auch im Vergleich 
zu den in den Jahren 2016 oder 2017 entsorgten Mengen handelt es sich bei der im Jahr 2018 
entsorgten Menge um einen signifikant tieferen Wert. Genau im Jahr 2018 stieg [die Aktionärin 
X] in das Muldengeschäft ein. In den Jahren 2019 und 2020 erholten sich die von der [F2] in 
der Deponie Höli entsorgten Mengen zwar, sie blieben aber unter den in den Jahren 2015–
2017 erreichten Mengen. 

316  Act. IV.22, Rz 48. 
317  Act. III.5, Zeilen 73–75. 
318  Act. III.5, Zeilen 300–301. 
319  Vgl. Act. III.4, Zeilen 342–343. 
320  Act. IV.22, Rz 49 f. 

76 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 16: Angaben der Deponie Höli Liestal AG zur den von der [F2] in der Deponie Höli 
entsorgten Abfallmengen (t), 2015–2020. 

Direktverrechnung 

Verrechnung über 
Aktionär 

Total 

Total in % Total 
2015 

2015 

2016 

2017 

2018 

2019 

2020 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

100 % 

[…] 

[…] 

[…] 

[…] 

[100–
110] % 

[95–
105] % 

[60–70] 
% 

[70–80] 
% 

[80–90] 
% 

[…] 

[…] 

[…] 

Quelle: Act. IV.22, Rz 49 und Beilage 9. 

269.  Bei der Interpretation dieser Zahlen ist zu berücksichtigen, dass die [F2] auch in anderen 
Deponien Abfälle entsorgte und dass sich das Volumen des Muldengeschäfts insgesamt mög-
licherweise veränderte. Deshalb ist die Aussagekraft dieser Zahlen in Bezug auf die Auswir-
kungen des Eintritts [der Aktionärin X] in das Muldengeschäft auf die [F2] gering. Trotzdem ist 
der Einbruch der von der [F2] in der Deponie Höli entsorgten Mengen genau zum Zeitpunkt 
des Markteintritts [der Aktionärin X] im Jahr 2018 ein Indiz dafür, dass dieser Markteintritt ne-
gative Auswirkungen auf das Geschäft der [F2] hatte. 

270.  Vorliegend ist aber nicht der Einfluss des Markteintritts [der Aktionärin X] in das Mulden-
geschäft relevant. Vielmehr sind die Auswirkungen der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen 
zu beurteilen. Insbesondere hat der Markteintritt einer neuen Konkurrentin in der Regel auch 
dann  negative  Auswirkungen  auf  die  bereits  im  Markt  tätigen  Unternehmen,  wenn  die  neu 
eintretende Konkurrentin keinen Vorteil durch nur ihr gewährte Vorzugskonditionen hat. Daher 
lassen sich aus den Zahlen zu den von der [F2] in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen 
diesbezüglich keine klaren Rückschlüsse ziehen.  

271.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG 
auch im Muldengeschäft durch die Vorzugskonditionen einen Vorteil hatten. Hingegen bleibt 
der genaue Beitrag dieses Vorteils zur Expansion [der Aktionärin X] in das Muldengeschäft 
unklar. 

B.2.4.4  Beweisergebnis 

272.  Es ist erwiesen, dass 

−  die  Gebühren  der  Deponien  des  Typs  B  bei  vielen  Aufträgen  in  den  nachgelagerten 
Märkten und insbesondere bei Aufträgen für Transport und Entsorgung von Bauabfällen 
eine wesentliche Rolle spielten (Rz 250 ff.); 

− 

jedenfalls manche direkt mit den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG in Konkur-
renz stehende Nichtaktionäre nicht in der Lage waren, in anderen Deponien zu ähnlich 
günstigen Preisen ähnlich grosse Mengen zu entsorgen wie die Aktionärinnen der De-
ponie Höli Liestal AG in der Deponie Höli (Rz 259 ff.). 

77 

 
 
 
 
 
 
 
 
B.3  Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 

B.3.1  Beweisthema 

273.  Gegenstand der vorliegenden Untersuchung bildet weiter, ob die Deponie Höli Liestal 
AG im Herbst 2020 die Annahme von Deponiematerial von Nichtaktionären verweigert oder 
eingeschränkt hat. Dabei stellen sich folgende Sachverhaltsfragen: 

−  ob und welche Annahmerestriktionen die Deponie Höli Liestal AG gegenüber Nichtakti-
onären im Herbst 2020 beschlossen und durchgesetzt hat (vgl. Rz 284 ff. betreffend die 
Schliessung der Deponie Höli für Nichtaktionäre und Rz 296 ff. betreffend Kontingentie-
rung der Annahmemenge für Nichtaktionäre); 

−  bis wann für Nichtaktionäre allfällige Annahmerestriktionen galten (Rz 299 ff.); 

−  welche  Auswirkungen  die  allfälligen  Annahmerestriktionen  für  Nichtaktionäre  hatten 

(Rz 304 ff.). 

B.3.2  Beweismittel 

274.  Zur Beurteilung der genannten Sachverhaltsfragen stützt sich die WEKO im Wesentli-
chen auf folgende Beweismittel: 

Urkunden 

−  Verwaltungsratsprotokolle  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  von  August  2020–Januar 

2021;321 

−  Schreiben des Baumeisterverbands der Region Basel BRB an die BUD vom 28. Sep-
tember 2020 betreffend «Deponieraum-Notstand in der Region – Massnahmen jetzt er-
greifen»;322 

−  E-Mail  von  [N11],  Betriebsleiter  der  Deponie  Höli,  an  Regierungsrat  [N12],  BUD-
Vorsteher,  und  [N13],  BUD-Generalsekretärin,  vom  29.  September  2020  betreffend 
«WG: Höli Mengensteuerung für das Jahr 2020»;323 

−  E-Mail von [N3] an [N14], stellvertretender Betriebsleiter der Deponie Höli, vom 29. Sep-

tember 2020 betreffend «Höli Mengensteuerung für das Jahr 2020»;324 

−  E-Mail von [N4] an [N11] vom 16. November 2020 betreffend «Mengen Deponie Hölle 
per 30. November», inklusive Anhang «Restvolumen Höli per 15. November 2020»;325 

−  E-Mailverkehr zwischen [N11] und [N15], Mitarbeiter Kohler AG Muldenservice, vom 5. 

Oktober 2020;326 

−  E-Mailverkehr zwischen [N3] und [N11] vom 24./25. November 2020 betreffend «Liefe-

rungen Höli ab 2021»;327 

321  Es  handelt  sich  um  die  Verwaltungsratsprotokolle  vom  13.8.2020  (Act. IV.15.3.63),  24.9.2020 
(Act. IV.15.3.64),  15.10.2020  (Act.  IV.15.3.65),  19.11.2020  (Act.  IV.15.3.66)  und  25.1.2021 
(Act. IV.15.3.69). 

322  Act. II.A.1.3. 
323  Act. II.A.18.3a. 
324  Act. II.A.18.3b. 
325  Act. II.A.18.3e. 
326  Act. II.A.18.3m. 
327  Act. II.A.18.3d. 

78 

 
 
 
 
 
 
 
−  E-Mail von [N3] an [N11] vom 15. Dezember 2020 betreffend «Höli Mengenbeschrän-
kung für Dritte», inkl. Anhang «Festlegung der Mengensteuerung für das Jahr 2021 – 
Festlegung der Anlieferungen für Dritte»;328 

−  Schreiben des BUD-Vorstehers, [N12], an die Bürgergemeinde Liestal vom 11. Januar 

2021 betreffend «Diskriminierungsfreier Zugang zur Deponie Höli»;329 

−  Jahresstatistik 2020 der Deponie Höli Liestal AG;330 

−  Jahresstatistik 2021 der Deponie Höli Liestal AG;331 

−  Dokument  «EGI-Daten  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  von  1.  Oktober  2020  bis  12.  Mai 

2021».332 

Aussagen und Eingaben der Deponie Höli Liestal AG 

275.  [N7] sagte am 8. Juni 2021 aus, der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft habe 
in einem Brief moniert, dass die Deponie Höli zu schnell gefüllt werde. Der Bürgerrat der Bür-
gergemeinde Liestal habe daraufhin entschieden, die Annahmemenge im Jahr 2021 auf 700 
000 Tonnen zu limitieren. Das Restvolumen sei anteilsmässig kontingentiert worden.333 

276.  [N1] führte an der Einvernahme vom 10. Juni 2021 im Wesentlichen aus, dass die Bür-
gergemeinde Liestal im August 2020 auf Druck des Kantons Basel-Landschaft beschlossen 
habe, die Annahmemenge für das Jahr 2020 auf 700 000 Tonnen zu begrenzen. Die Deponie 
Höli  Liestal  AG  habe  nie  diskriminiert,  aber  es  seien  für  kurze  Zeit  keine  neuen  EGI-
Genehmigungen erteilt worden. Zu dieser Zeit sei nur noch ein kleines Restvolumen vorhan-
den gewesen. Unternehmen, die bereits eine EGI-Genehmigung gehabt hätten, hätten weiter-
hin deponieren können.334 

277.  [N4] gab am 11. Juni 2021 zu Protokoll, dass die Bürgergemeinde Liestal auf Druck des 
Kantons Basel-Landschaft für das Jahr 2020 eine Annahmegrenze von 700 000 Tonnen be-
schlossen habe. Im September 2020 habe das Restvolumen bis zu dieser Grenze 140 000 
Tonnen betragen. Das Restkontingent sei anteilsmässig auf die 3 Aktionärinnen der Deponie 
Höli Liestal AG aufgeteilt worden. Der für die EGI-Genehmigungen zuständigen Stelle sei mit-
geteilt worden, dass sie keine neuen Bewilligungen ausstellen und gestellte, aber noch nicht 
bewilligte EGI-Anträge aus Platzgründen ablehnen solle. Die Genehmigungen der Aktionärin-
nen habe man weiterlaufen lassen.335 Eine kleine Menge des Restvolumens, ca. 5000 Tonnen, 
sei für Dritte offengelassen worden.336 Die Beschränkung der Annahmemenge im Herbst 2020 
sei einmalig gewesen. Vorher habe es keine solchen Beschränkungen gegeben.337 

278.  [N2] sagte am 15. Juni 2021 aus, dass der Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG 
Ende September 2020 beschlossen habe, Nichtaktionären der Deponie Höli Liestal AG keine 
weiteren EGI-Genehmigungen mehr zu erteilen. Die Restriktionen hätten von Anfang Oktober–
Mitte Dezember 2020 gegolten. Seiner Meinung nach hätte die Deponie Höli Liestal AG keine 
solche Begrenzung für Nichtaktionäre einführen müssen.338 

328  Act. II.A.18.3f. 
329  Act. II.A.1.6. 
330  Act. IV.15.6.1. 
331  Act. IV.15.6.2. 
332  Act. IV.15.4.3. 
333  Act. III.1, Zeilen 88–91. 
334  Act. II.2, Zeilen 303–327. 
335  Act. III.3, Zeilen 274–281. 
336  Act. III.3, Zeile 304 f. und 314. 
337  Act. III.3, Zeile 316 f. 
338  Act. IV.5, Zeilen 196–204. 

79 

 
 
 
 
 
 
 
279.  [N3] weigerte sich an der Befragung vom 16. Juni 2020 zunächst, zum Vorwurf der An-
nahmeverweigerung Stellung zu nehmen.339 Auf Nachfrage gab er schliesslich zu Protokoll, 
dass er [N11] den Verwaltungsratsbeschluss der Deponie Höli Liestal AG betreffend die An-
nahmerestriktionen  im  Herbst  2020  mitgeteilt  und  ihn  angewiesen  habe,  diesen  umzuset-
zen.340 

280.  In ihrer Eingabe vom 30. Juni 2021 führte die Deponie Höli Liestal AG aus, dass sie am 
13. August 2020 beschlossen habe, die Deponie zu schliessen, sobald die angelieferte Menge 
700 000 Tonnen erreiche. Am 24. September 2020 habe sie die Materialanlieferungen für das 
Jahr 2020 auf 700 000 Tonnen und für das Jahr 2021 auf 650 000 Tonnen begrenzt. Im Zu-
sammenhang mit der beschlossenen Annahmebeschränkung habe der Verwaltungsrat am 24. 
September 2020 beschlossen, dass per sofort alle laufenden EGI-Genehmigungen von Nicht-
aktionären sistiert würden. Dies nachdem bereits keine neuen EGI-Gesuche (also auch solche 
von  Aktionärinnen)  mehr  angenommen  worden  seien.341  Die  verbleibende  Restmenge  von 
rund 100 000 Tonnen sei unter Abzug eines Kontingents von rund 5000 Tonnen, welches für 
Nichtaktionäre reserviert gewesen sei, zu gleichen Teilen auf die Aktionärinnen aufgeteilt wor-
den.342 Die Kontingentierung für Dritte sei mit Verwaltungsratsbeschluss vom 25. Januar 2021 
formell aufgehoben worden und es seien wieder EGI-Genehmigungen an Dritte erteilt worden. 
Demgegenüber  sei  die  Kontingentierung  unter  den  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  AG  mit 
Blick auf die baldige Schliessung der Deponie Höli beibehalten worden.343 

281.  In der Eingabe vom 23. November 2021 hielt die Deponie Höli Liestal AG fest, es sei 
unbestritten, dass sie im Herbst 2020 einen Annahmestopp ausgesprochen habe und die ver-
bleibende Restmenge auf ihre Aktionärinnen aufgeteilt worden sei.344 

Zeugenaussagen 

282.  [N5]  sagte  an  der  Einvernahme  vom  25.  August 2021  aus,  dass  die  [F1] die  Deponie 
Höli am 16. Oktober 2020 angefragt habe, ob sie zum Listenpreis in der Deponie Höli depo-
nieren könne. Das Amt für Umwelt und Energie habe ihr daraufhin mitgeteilt, dass das restliche 
Volumen  den  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  vorbehalten  sei.345  Der  Annahme-
stopp für Nichtaktionäre im Herbst 2020 sei kurzfristig angeordnet worden und die [F1] habe 
kurzfristig auf andere Deponien ausweichen müssen. Das habe vor allem Auswirkungen auf 
die Transportwege und damit auch auf die Transportkosten gehabt.346 

283.  [N6] gab am 30. August 2021 zu Protokoll, er habe Kenntnis davon, dass die Deponie 
Höli im Herbst 2020 für eine gewisse Zeit keine Anlieferungen von Nichtaktionären angenom-
men  habe.  Es  habe  sich  hierbei  um  eine  kurze  Zeit  gehandelt.  Sein  Unternehmen  habe 
dadurch  keine  grösseren  Probleme  gehabt,  da  es  Zugang  zu  2  anderen  Deponien  gehabt 
habe. Es sei ihm nicht klar, ob diese Massnahme nur Nichtaktionäre der Deponie Höli Liestal 
AG betroffen habe.347 

339  Act. IV. 6, Zeilen 204–211. 
340  Act. IV. 6, Zeilen 228–233. 
341  Act. IV.8, Rz 23 f. und Rz 36. 
342  Act. IV.8, Rz 37. 
343  Act. IV.8, Rz 50. 
344  Act. IV.22, Rz 1. 
345  Act. III.4, Zeilen 233–236. 
346  Act. III.4, Zeilen 348–356. 
347  Act. III.5, Zeilen 285–287. 

80 

 
 
 
 
 
 
 
B.3.3  Beweiswürdigung 

B.3.3.1  Schliessung der Deponie Höli für Nichtaktionäre im Herbst 2020 

284.  Dass  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  im  Herbst  2020  Annahmerestriktionen beschlossen 
hat, ist unbestritten.348 Die einzelnen Beschlüsse und deren Umsetzung sind schriftlich doku-
mentiert. Aufschlussreich sind insbesondere die Verwaltungsratsprotokolle der Deponie Höli 
Liestal  AG,  diverse  E-Mailkorrespondenz  und  die  interne  Mengenstatistik.  Anzeichen,  dass 
diese Beweismittel den Sachverhalt in Bezug auf die Annahmerestriktionen im Herbst 2020 
unzutreffend wiedergeben, bestehen nicht und wurden auch nicht vorgebracht. Vielmehr bil-
den  die  entsprechenden  Beweismittel  eine  hinreichende  und  eindeutige  Grundlage  für  die 
nachfolgenden Tatsachenfeststellungen. Im Einzelnen steht Folgendes fest: 

285.  Der Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG beschloss an der Sitzung vom 13. Au-
gust  2020,  die  Deponie  Höli  zu  schliessen,  sobald  die  im  Jahr  2020  angelieferte  Menge 
700 000  Tonnen  erreichen  würde,  was  gemäss  damaligen  Annahmen  etwa  Mitte  Oktober 
2020 der Fall sein würde.349  

286.  Im  Protokoll  der  darauffolgenden  Verwaltungsratssitzung  der  Deponie  Höli  Liestal  AG 
vom 24. September 2020 ist festgehalten, dass zu diesem Zeitpunkt keine EGI-Gesuche mehr 
genehmigt wurden. Darüber hinaus beschloss der Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG 
an der Sitzung vom 24. September 2020, per sofort alle bereits genehmigten EGI-Gesuche 
von Nichtaktionären zu [sistieren].350 Gemeint war damit, dass die Nichtaktionäre auch im Rah-
men  bereits  genehmigter  EGI-Gesuche  kein  Material  mehr  anliefern  konnten.  Der  Verwal-
tungsrat der Deponie Höli Liestal AG beschloss also, die Deponie Höli für Nichtaktionäre zu 
schliessen. Demgegenüber sollten zwar keine neuen EGI-Gesuche von Aktionärinnen geneh-
migt werden (vgl. dazu aber Rz 295); diese sollten aber immerhin im Rahmen bereits geneh-
migter  EGI-Gesuche  bis  zum  Erreichen  der  für  das  Jahr  2020  beschlossenen  Annahme-
schwelle von 700 000 Tonnen (Restmenge) weiterhin deponieren können.  

287.  Die am 24. September 2020 beschlossene Schliessung der Deponie gegenüber Nicht-
aktionären setzte die Deponie Höli Liestal AG spätestens ab dem 29. September 2020 um. 
[Der  damalige  Verwaltungsratspräsident  der  Deponie  Höli  Liestal  AG]  erteilte  in  der  E-Mail 
vom 29. September 2020 an [N14] folgende Anweisungen: 

«Der Bürgerrat und der Verwaltungsrat haben für das Betriebsjahr 2020 per sofort eine Men-
genbegrenzung von 700'000 Tonnen festgelegt. 

−  Die Steuerung und Umsetzung obliegt dem Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG. 

−  Alle EGI Gesuchen mit Ausnahme der drei Aktionären werden sistiert 

−  Neue EGI Gesuche werden keine bewilligt. 

−  Das Amt für Industrielle Betriebe (AIB) meldet der Deponie Höli Liestal AG jeweils Ende 

und Mitte Monat die genauen Mengendaten. 

−  Sobald der Mengenstand von 650’000 Tonnen erreicht ist, muss Deponie Höli Liestal 

AG ([N3]) informiert werden. 

−  Hat die Deponie die festgelegte Menge von 700’000 Tonnen erreicht, wird der Deponie-

betrieb für das Jahr 2020 eingestellt».351 

348  Vgl. z.B. Act. IV.22, Rz 1. 
349  Act. IV.15.3.63, Traktandum 4. 
350  Act. IV.15.3.64, Traktandum 5.b. 
351  Act. II.A.18.3b. 

81 

 
 
 
 
 
 
 
288.  Wie der E-Mail von [N11], Betriebsleiter der Deponie Höli, vom 29. September 2020 an 
mehrere BUD-Vertreter zu entnehmen ist, wurde die Schliessung der Deponie für Nichtaktio-
näre auf operativer Ebene tatsächlich umgesetzt. Konkret hielt [N11] darin unter anderem Fol-
gendes fest: 

«Wir haben nun heute die schriftliche Anweisung der Deponie Höli Liestal AG erhalten, dass 
sämtliche Fremdlieferanten bis Ende dieses Jahres, wegzuweisen sind! […] Wir haben nun 
heute Mittag begonnen, diese Anweisungen vollumfänglich umzusetzen!».352 

289.  Exemplarisch für dieses Vorgehen ist der E-Mailverkehr zwischen [N11] und [N15], Mit-
arbeiter Kohler AG Muldenservice, vom 5. Oktober 2020.353 Die Kohler AG Muldenservice ver-
fügte über eine gültige EGI-Genehmigung für die Deponierung des Baustoffs Eternit. Über die 
Schliessung  der  Deponie  gegenüber  Nichtaktionären  wurde  sie  nicht  informiert.  Als  sie  die 
Anlieferung am 1. Oktober 2020 vornehmen wollte, wurde dem Chauffeur vor Ort mitgeteilt, 
dass das Material letztmals entgegengenommen werden könne, aber zumindest bis Ende Jahr 
keine weiteren Anlieferungen mehr möglich seien. Konkret hielt dies [N11] in der E-Mail an die 
Kohler AG Muldenservice vom 5. Oktober 2020 wie folgt fest: «Wir haben Ihrem Chauffeur am 
1. Oktober 2020 vor Ort mitgeteilt, dass wir die Mulde nochmals entgegen nehmen können. 
Gleichzeitig haben wir das Schreiben der Deponie Höli Liestal AG mitgegeben, mit dem Hin-
weis,  dass  zumindest  für  dieses  Jahr  keine  weiteren  Anlieferungen mehr möglich  sind.  Der 
Rückzug des EGI Nr. 19622 ist heute um 13.12 Uhr erfolgt!».354 

290.  Zu  nennen  ist  in  diesem  Zusammenhang  sodann  auch  die  Zeugenaussage  von  [N5]. 
Danach habe die [F1] die Deponie Höli am 16. Oktober 2020 angefragt, ob sie zum Listenpreis 
deponieren  könne.  Das AUE  habe  ihr  daraufhin mitgeteilt,  dass  das restliche  Volumen  den 
Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG vorbehalten sei.355 

291.  In Bezug auf die Umsetzung der Massnahmen ist weiter die interne Mengenstatistik der 
Deponie Höli aufschlussreich. Aus dem Dokument mit der Bezeichnung «Restvolumen Depo-
nie Höli per 15. November 2020»356 geht hervor, dass bis Ende August 2020 Material im Um-
fang von 569 059 Tonnen deponiert wurde. Die Restmenge (Differenz zu 700 000 Tonnen) 
sollte im Wesentlichen zu gleichen Teilen auf die 3 Aktionärinnen aufgeteilt werden, wie der 
Untertitel «Anteil Partner je 1/3 von Restmenge Ende August / Übrige» offenbart.357 

292.  Aus der «Jahresstatistik 2020» der Deponie Höli Liestal AG358 ist ersichtlich, dass die 
Nichtaktionäre  im  September  2020  noch  rund  3000  Tonnen  deponiert  haben,  während  die 
Deponie Höli von ihnen von Oktober–Dezember 2020 Material im Umfang von lediglich rund 
202  Tonnen  angenommen  hat.  Dagegen  deponierten  die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli 
Liestal AG von Oktober–Dezember 2020 insgesamt 67 000 Tonnen in der Deponie Höli. Der 
Anteil  der  von  Nichtaktionären  deponierten  Menge  beträgt  in  diesem  Zeitraum  somit  rund 
0,3 %. Im Vergleich dazu belief sich der auf Rechnung der Nichtaktionäre deponierte Anteil 
von 2010–Mai 2021 auf immerhin 11,4 % (vgl. Tabelle 1 oben). 

352  Act. II.A.18.3a. 
353  Act. II.A.18.3m. 
354  Act. II.A.18.3m. 
355  Act. III.4, Zeilen 233–236. 
356  Act. II.A.18.3e. 
357  Dass die Restmenge unter den Aktionärinnen aufgeteilt worden ist, geht auch aus dem Verwaltungs-
ratsprotokoll der Deponie Höli AG vom 19. November 2020 (Act. IV.15.3.66, Traktandum 4) sowie 
aus den Aussagen und Eingaben der Deponie Höli Liestal AG hervor (Act. III.1, Zeile 91; Act. III.3, 
Zeile 277 f.; Act. IV.8, Rz 37). 

358  Act. IV.15.6.1. 

82 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 17: Deponierte Mengen, Oktober–Dezember 2020. 

Zeitraum 

Oktober 2020 

November 2020 

Dezember 2020 

Oktober–Dezember 2020 

Quelle: Act. IV.15.6.1. 

Von Aktionärinnen de-
ponierte Menge 

Von Nichtaktionären de-
ponierte Menge 

t 

27 100 

23 239 

16 892 

67 230 

Anteil 

99,4 % 

99,8 % 

100,0 % 

99,7 % 

t 

163 

36 

4 

202 

Anteil 

0,6 % 

0,2 % 

0,0 % 

0,3 % 

293.  Dass Nichtaktionäre im Herbst 2020 weiterhin in der Deponie Höli deponieren wollten, 
zeigen die Beispiele der [F1] und der Kohler AG Muldenservice. Der Einbruch der von Nicht-
aktionären deponierten Mengen ist folglich auf die Annahmerestriktionen zurückzuführen. 

294.  Im Ergebnis steht Folgendes fest: Die Deponie Höli Liestal AG hat ab Ende September 
2020  die  Annahme  von  Deponiematerial  von  Nichtaktionären  im  Wesentlichen  verweigert, 
während  die  Aktionärinnen  das  Restvolumen (Differenz  zu  700  000  Tonnen)  für  sich  bean-
spruchen konnten. 

295.  Die von der Deponie Höli Liestal AG eingereichten EGI-Daten sind mit diesem Beweis-
ergebnis konsistent.359 Die EGI-Daten zeigen, dass den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG in den Monaten Oktober–Dezember 2020 teilweise neue EGI-Genehmigungen erteilt wor-
den sind, während in diesem Zeitraum fast alle EGI-Gesuche von Nichtaktionären abgelehnt 
worden sind. Erst gegen Ende Dezember 2020 wurden neue EGI-Gesuche von Nichtaktionä-
ren wieder mehrheitlich genehmigt.360 Vor diesem Hintergrund erweist sich die Aussage der 
Deponie Höli Liestal AG als unzutreffend, dass im Herbst 2020 auch den Aktionärinnen keine 
neuen EGI-Genehmigungen erteilt worden seien.361 

B.3.3.2  Kontingentierung der Annahmemenge von Nichtaktionären ab Januar 2021 

296.  Die Deponie Höli Liestal AG brachte vor, dass den Nichtaktionären nach Einführung der 
Annahmerestriktionen  im  September  2020  ein  Kontingent  von  5000  Tonnen  pro  Monat  zur 
Verfügung gestanden habe.362 Weder im Verwaltungsratsbeschluss vom 24. September 2020 
(Rz 286) noch in den Anweisungen an die Betriebsleitung (vgl. Rz 287) ist eine entsprechende 
Kontingentierung  erwähnt.  Wenn  den  Nichtaktionären  tatsächlich  ein  Kontingent  von  5000 
Tonnen zugestanden worden wäre, hätte die operative Ebene hierüber informiert werden müs-
sen, um dieses bei der Annahme von Deponiematerial zu berücksichtigen. Aus der Jahressta-
tistik 2020 der Deponie Höli Liestal AG363 ist ersichtlich, dass Nichtaktionäre ab Oktober 2020 
nur noch marginale Mengen deponiert haben. Gemäss dem Dokument mit der Bezeichnung 
«Restvolumen Deponie Höli per 15. November 2020»364 war für die Nichtaktionäre per Ende 
November ein «Budget» von lediglich 100 Tonnen vorgesehen. Auch dies spricht dafür, dass 
den Nichtaktionären kein Kontingent von 5000 Tonnen pro Monat an der Restmenge einge-
räumt worden ist, sondern die Deponie Höli für sie im Wesentlichen geschlossen blieb.  

359  Act. IV.15.4.3. 
360  Act. IV.15.4.3. 
361  Vgl.  Act. IV.8, Rz 36. 
362  Act. IV.8, Rz 37; vgl. auch Act. III.3, Zeilen 304 f. und 314 (Aussagen von [N4]). 
363  Act. IV.15.6.1. 
364  Act. II.A.18.3e. 

83 

 
 
 
 
 
 
 
297.  Der  E-Mailverkehr  zwischen  [N3]  und  [N11]  vom  24./25.  November  2020  zeigt,  dass 
Ende November 2020 interne Diskussionen stattfanden, wie die Annahmerestriktionen gegen-
über Nichtaktionären im darauffolgenden Jahr (d.h. 2021) gehandhabt werden sollten.365 [N11] 
verlangte  darin  etwa  nach  Anweisungen  des  Verwaltungsrats,  wie  die  deponierten  Mengen 
gesteuert werden sollen. Er hielt fest, er werde die aktuellen EGI-Gesuche einstweilen mit dem 
Hinweis ablehnen, dass diese erst ab Anfang 2021 neu gestellt werden könnten. [N3] stimmte 
diesem Vorschlag in seiner Antwortmail zu. Zudem erwiderte er, dass der Verwaltungsrat «be-
treffend Mengensteuerung der Dritten eine entsprechende Lösung anbieten» werde. Am 15. 
Dezember 2020 liess [N3] [N11] schliesslich ein Dokument mit dem Titel «Festlegung der Men-
gensteuerung für das Jahr 2021 – Festlegung der Anlieferungen für Dritte» per E-Mail zukom-
men.366 Das Dokument datiert vom 10. Dezember 2020 und wurde vom Verwaltungsrat ver-
abschiedet.  [N3]  bezeichnete  es  in  der  E-Mail  vom  15.  Dezember  2020  als  «definitives 
Dokument über die Massnahmen der Mengenanlieferungen für Dritt-Unternehmer». Insofern 
ist anzunehmen, dass es das Ergebnis der Verwaltungsratsdiskussionen über die Handhabe 
der Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären für das Jahr 2021 wiedergibt. Aus dem 
Dokument geht hervor, dass Nichtaktionäre ab 2021 die Möglichkeit haben sollten, Material im 
Umfang von 4500 Tonnen pro Monat anzuliefern. Im Umkehrschluss kann daraus sowie aus 
dem E-Mailverkehr zwischen [N3] und [N11] gefolgert werden, dass den Nichtaktionären nach 
Einführung der Annahmerestriktionen Ende September 2020–Ende 2020 kein solches Kontin-
gent an der Restmenge zugestanden wurde.  

298.  Vor diesem Hintergrund erweist sich das Vorbringen der Deponie Höli Liestal AG in Be-
zug auf die Einräumung eines Kontingents für Nichtaktionäre von 5000 Tonnen als unzutref-
fend. Vielmehr ist Folgendes erstellt: Von Ende September 2020–Ende 2020 war die Deponie 
Höli für Nichtaktionäre bis auf die Annahme marginaler Mengen geschlossen. Ein Kontingent 
wurde ihnen in diesem Zeitraum nicht eingeräumt. Ab Januar 2021 war für sie eine monatliche 
Menge von 4500 Tonnen pro Monat vorgesehen. 

B.3.3.3  Beendigung der Annahmerestriktionen am 25. Januar 2021 

299.  Nachfolgend ist zu beurteilen, wie lange die im Herbst 2020 beschlossenen und umge-
setzten Annahmerestriktionen gegenüber den Nichtaktionären gedauert haben. 

300.  Erstellt ist, dass die Schliessung der Deponie für Nichtaktionäre ab dem 1. Januar 2021 
durch die Kontingentierung abgelöst wurde (vgl. Rz 296 ff.). Es bleibt zu prüfen, bis wann die 
Deponie Höli Liestal AG die Kontingentierung der Annahmemenge für Nichtaktionäre aufrecht-
erhalten hat. Das bedingt auch eine Analyse der politischen Hintergründe. 

301.  Der Baumeisterverband der Region Basel BRB bemerkte mit Schreiben vom 28. Sep-
tember 2020 an den BUD-Vorsteher, Regierungsrat [N12], dass die Betreiber der Deponie Höli 
kurzfristig und unangekündigt mengenmässige Annahmebegrenzungen von DeponiemateriaI 
beschlossen hätten, welche die Bauunternehmen ebenso unverhofft treffen würden.367 Am 22. 
Oktober  2020  reichte  [N16],  Landrat  Kanton  Basel-Landschaft,  die  Interpellation  2020/536 
«Schliessung Deponie Höli für Nichtaktionäre» ein.368 Darin hielt er fest, dass die Deponie Höli 
keine neuen EGI-Gesuche mehr genehmige. Bereits genehmigte EGI-Gesuche hätten keine 
Gültigkeit mehr.  

365  Act. II.A.18.3d. 
366  Act. II.A.18.3f. 
367  Act. II.A.1.3. 
368  Abrufbar  unter  <www.baselland.ch/politik-und-behorden/landrat-parlament/geschafte/geschaefte-

ab-juli-2015?i=https%3A//baselland.talus.ch/de/politik/cdws/ge-
schaeft.php%3Fgid%3D9924ed7334bb4f29b8a40d53c8e74049> (6.1.2023). 

84 

 
 
 
 
 
 
 
302.  Die kantonalen Behörden sahen sich veranlasst, in dieser Angelegenheit tätig zu wer-
den. Der Vorsteher der BUD, [N12], forderte die Bürgergemeinde Liestal als Mehrheitsaktio-
närin  der  Deponie  Höli  Liestal  AG mit  Schreiben vom  11.  Januar  2021  auf,  «jegliche  unge-
rechtfertigte  Bevorzugung  der  Aktionäre  durch  Preis  und  Zugang  zu  beenden».369  Der 
Verwaltungsrat der Deponie Höli AG traf sich daraufhin am 25. Januar 2020 zu einer ausser-
ordentlichen Sitzung, an welcher das Schreiben von Regierungsrat [N12] thematisiert wurde. 
Als  Ergebnis  fällte  der  Verwaltungsrat  unter  anderem  den  Beschluss,  die  Kontingentierung 
gegenüber Nichtaktionären aufzuheben.370  

303.  Gemäss der «Jahresstatistik 2021» der Deponie Höli Liestal AG deponierten Nichtakti-
onäre im Januar 2021 knapp 1500 Tonnen, im Februar 2021 knapp 3500 Tonnen.371 Das von 
Nichtaktionären deponierte Volumen nahm ab Januar 2021 somit wieder deutlich zu. Dennoch 
blieb es auch noch im Februar 2021 unterhalb von 4500 Tonnen. Demgegenüber deponierten 
die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  im  Januar  2021  über  31  000  Tonnen  in  der 
Deponie Höli, im Februar 2021 über 43 000 Tonnen. Es bestehen jedoch keine Anzeichen, 
dass  die  Kontingentierung  der  Annahmemenge  von  Nichtaktionären  trotz  des  Verwaltungs-
ratsbeschlusses vom 25. Januar 2021 beibehalten worden ist. Vielmehr ist davon auszugehen, 
dass die beträchtliche Differenz der Annahmemengen zwischen Aktionärinnen und Nichtakti-
onären primär auf die Aktionärspreise zurückzuführen ist. In Bezug auf den Zugang zur Depo-
nie Höli waren Nichtaktionäre somit ab dem 25. Januar 2021 wieder mit den Aktionärinnen der 
Deponie  Höli  Liestal  AG  gleichgestellt,  während die  preisliche  Ungleichbehandlung  fortdau-
erte. 

B.3.3.4  Auswirkungen der Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären 

304.  Die spezifischen Annahmerestriktionen ab Ende September 2020 gegenüber Nichtakti-
onären – d. h. die Schliessung der Deponie bis Ende 2020 und die Kontingentierung ab Januar 
2021 – zielten darauf, die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu bevorzugen. Die An-
nahmerestriktionen für Nichtaktionäre wiesen somit die gleiche Stossrichtung auf wie die Vor-
zugskonditionen für Aktionärinnen. Die Massnahmen unterschieden sich bloss hinsichtlich des 
Anknüpfungspunktes  und  des  Ausmasses.  Während  die  Ungleichbehandlung  bei  den  Vor-
zugskonditionen den Preis betraf, ging es bei den Annahmerestriktionen von Ende September 
2020–Januar 2021 um den Zugang zur Deponie an sich. 

305.  Die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen bzw. schlechteren Konditionen für Nichtaktio-
näre führten dazu, dass die Nichtaktionäre bereits vor Einführung der Annahmerestriktionen 
nur in geringem Umfang in der Deponie Höli deponierten. Die Vorzugskonditionen für Aktionä-
rinnen wurden im Herbst 2021 durch die Schliessung der Deponie Höli für Nichtaktionäre über-
lagert. In diesem Zeitraum konnten die Nichtaktionäre – unabhängig vom Preis – im Wesent-
lichen gar nicht mehr deponieren (Rz 284 ff.). Insofern verstärkte die Schliessung der Deponie 
Höli für Nichtaktionäre im Herbst 2020 diejenigen Auswirkungen, die zuvor bereits durch die 
Vorzugskonditionen eingetreten waren. 

306.  Im Januar 2021 kamen die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen und die Kontingentie-
rung der Annahmemenge für Nichtaktionäre parallel zur Anwendung. Weil das Kontingent von 
4500 Tonnen von den Nichtaktionären nicht ausgeschöpft wurde, entstanden dadurch keine 
wesentlichen, über die bereits durch die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen verursachten 
Auswirkungen hinausgehenden, Wettbewerbsbeeinträchtigungen.372 

369  Act. II.A.1.6. 
370  Act. IV.15.3.69. 
371  Act. IV.15.6.2. 
372  Vgl. Act. IV.15.6.2. 

85 

 
 
 
 
 
 
 
307.  Vor diesem Hintergrund decken sich die relevanten Sachverhaltsfragen betreffend die 
Auswirkungen der Annahmerestriktionen weitgehend mit denjenigen in Bezug auf die Vorzugs-
konditionen  für  Aktionärinnen.  Die  dortigen  Tatsachenfeststellungen  sind  im  Wesentlichen 
auch im Kontext der Annahmerestriktionen von Bedeutung. Relevant sind namentlich folgende 
Punkte: 

−  Bei den Nichtaktionären handelt es sich zumindest teilweise um Konkurrenten der Akti-

onärinnen der Deponie Höli Liestal AG (vgl. Rz 103 ff.). 

−  Die Deponiegebühren sind für die nachgelagerten Märkte (u.a. Bau-, Transport-, Aus-
hub- und Abbruchwesen) bedeutend. Der Anteil der Deponiegebühren ist insbesondere 
bei Aufträgen sehr gross, welche nur den Transport und die Entsorgung von Abfällen 
des Typs B beinhalten. Bei anderen Aufträgen, welche weitere Leistungen umfassen, ist 
der Anteil entsprechend tiefer (vgl. Rz 250 ff.). 

−  Nichtaktionäre konnten höchstens in einem beschränkten Ausmass auf andere Depo-
nien ausweichen. Sie hatten nicht die Möglichkeit, in anderen Deponien zu gleichermas-
sen günstigen Preisen ähnlich grosse Mengen zu entsorgen wie die Aktionärinnen der 
Deponie Höli Liestal AG in der Deponie Höli (vgl. Rz 259 ff.). 

B.3.4  Beweisergebnis 

308.  Zusammenfassend  ist  erwiesen,  dass  die  Deponie  Höli  von  Ende  September  2020–
Ende 2020 für Nichtaktionäre bis auf wenige Ausnahmen geschlossen war. Demgegenüber 
konnten die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG von Oktober–Dezember 2020 Material 
im Umfang von rund 67 000 Tonnen deponieren. Ab Januar 2021 war für Nichtaktionäre ein 
Kontingent von 4500 Tonnen pro Monat vorgesehen. Die Deponie Höli Liestal AG hob diese 
Kontingentierung am 25. Januar 2021 auf. Ab diesem Zeitpunkt waren Nichtaktionäre den Ak-
tionärinnen in Bezug auf den Zugang zur Deponie Höli wieder gleichgestellt. 

86 

 
 
 
 
 
 
 
 
C 

Rechtliche Würdigung 

C.1  Geltungsbereich 

309.  Das Kartellgesetz (KG)373 gilt in persönlicher Hinsicht für Unternehmen des privaten und 
des öffentlichen Rechts (Art. 2 Abs. 1 KG). Als Unternehmen im Sinne des KG gelten sämtli-
che Nachfragerinnen oder Anbieter von Gütern und Dienstleistungen im Wirtschaftsprozess, 
unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 Abs. 1bis KG). Die vorliegend ein-
zige  Partei,  die  Deponie  Höli  Liestal  AG,  ist  ein  privatrechtliches  Unternehmen.  Das  KG  ist 
folglich in persönlicher Hinsicht anwendbar. 

310.  In sachlicher Hinsicht erstreckt sich das KG auf Kartell- und andere Wettbewerbsabre-
den, auf die Ausübung von Marktmacht sowie auf die Beteiligung an Unternehmenszusam-
menschlüssen (Art. 2 Abs. 1 KG). Ob die Deponie Höli Liestal AG Marktmacht ausgeübt hat 
bzw. ausübt, ist im Rahmen der materiellen Beurteilung im Einzelnen zu prüfen (vgl. dazu Rz 
349 ff.).  

311.  In  räumlicher  Hinsicht  ist  das  KG  auf  alle  Sachverhalte  anwendbar,  die  sich  in  der 
Schweiz auswirken, unabhängig davon, ob sie im In- oder im Ausland veranlasst worden sind 
(Art. 2 Abs. 2 KG; sog. Auswirkungsprinzip). Die Deponie Höli Liestal AG betreibt eine Deponie 
in Liestal. Ihr Handeln wirkt sich in der Schweiz aus. Das Geschehen ist demnach vom örtli-
chen Geltungsbereich des KG erfasst. 

312.  In zeitlicher Hinsicht sind die materiellen Regeln des aktuellen Kartellgesetzes seit 1. Juli 
1996  in  Kraft.  Art. 49a  KG,  die  Sanktionsnorm,  trat  demgegenüber  erst  am  1.  April  2004  in 
Kraft,  wobei  die  diesbezügliche  Anpassungsfrist  gemäss  der  Übergangsbestimmung  am  1. 
April 2005 abgelaufen ist. Die Deponie Höli nahm ihren Betrieb 2010 auf (Rz 5). Die vorliegend 
zu beurteilenden Handlungen und Verhaltensweisen fallen somit auch in den zeitlichen Gel-
tungsbereich des KG. 

C.2 

Zuständigkeit der Gesamtkommission der WEKO 

313.  Die  Zuständigkeit  der  Wettbewerbsbehörden  bestimmt  sich  nach  Art. 18  Abs. 3 
Satz 1 KG und den Vorschriften des GR-WEKO374. Danach trifft die Gesamtkommission der 
WEKO die Entscheide, welche nicht ausdrücklich einem anderen Organ oder dem Sekretariat 
zugewiesen sind.  

314.  Vorliegend entscheidet die WEKO mit Endverfügung darüber, ob gegen die Verfahrens-
parteien wegen Verstoss gegen das Kartellgesetz Massnahmen zu erlassen sind. Da vorlie-
gend  keine  Zuständigkeit  eines  anderen  WEKO-Organs  gegeben  ist  (etwa  gemäss  Art. 19 
Abs. 1 Satz 3 KG oder Art. 19 f., 27 ff. GR-WEKO), ist die allgemeine Verfügungskompetenz 
einschlägig. Zuständig ist vorliegend folglich die Gesamtkommission der WEKO. 

C.3 

Vorbehaltene Vorschriften 

315.  Dem KG sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Waren oder 
Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche Markt- 
oder Preisordnung begründen oder die einzelne Unternehmen zur Erfüllung öffentlicher Auf-
gaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG). Ebenfalls nicht unter das Gesetz 

373  Bundesgesetz  vom  6.10.1995  über  Kartelle  und  andere  Wettbewerbsbeschränkungen  (Kartellge-

setz, KG; SR 251). 

374  Geschäftsreglement  der  Wettbewerbskommission  (Geschäftsreglement  WEKO,  GR-WEKO); 

SR 251.1. 

87 

 
 
 
 
 
 
 
fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzgebung über das geis-
tige  Eigentum  ergeben.  Hingegen  unterliegen  Einfuhrbeschränkungen,  die  sich  auf  Rechte 
des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 Abs. 2 KG). 

316.  Im hier zu beurteilenden Markt gibt es zwar zahlreiche raumplanungsrechtliche und um-
weltschutzrechtliche Vorschriften, diese schliessen aber den Wettbewerb zwischen verschie-
denen Deponiebetreibern nicht aus. Deshalb kann das Kartellgesetz auf die vorliegend rele-
vanten Märkte uneingeschränkt angewendet werden. 

C.4  Relevanter Markt 

C.4.1  Einleitung 

317.  Bei  der  Abgrenzung  des  relevanten  Marktes  ist  zu  bestimmen,  welche  Waren  oder 
Dienstleistungen für  die Marktgegenseite  in  sachlicher,  örtlicher  und zeitlicher  Hinsicht  aus-
tauschbar sind.375 

318.  Durch die Marktabgrenzung wird keine allgemeingültige Marktdefinition für einen Wirt-
schaftsbereich  geschaffen,  sondern  es  werden  die  Wirkungen  einer  konkret  untersuchten 
Wettbewerbsbeschränkung  beurteilt.376  Die  Marktabgrenzung  hängt  folglich  von  der  unter-
suchten Wettbewerbsbeschränkung ab und kann je nach Verhaltensweise divergieren, obwohl 
sie denselben Wirtschaftsbereich betrifft.377 

319.  Nachfolgend wird zunächst die von den zu beurteilenden Verhaltensweisen betroffene 
Marktgegenseite  bestimmt  (Rz 320).  Anschliessend  wird  der  relevante  Markt  in  sachlicher 
(Rz 321 ff.) und räumlicher (Rz 333 ff.) Hinsicht abgegrenzt. Ausserdem wird die zur Beurtei-
lung  der  Marktstellung  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  relevante  zeitliche  Dimension  bestimmt 
(Rz 347). 

C.4.2  Marktgegenseite 

320.  Die Marktgegenseite besteht im Wesentlichen aus Entsorgungs-, Transport- und Bau-
unternehmen (vgl. Rz 103 ff.). 

C.4.3  Sachlich relevanter Markt 

321.  Der sachliche Markt umfasst alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite 
hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als substituier-
bar angesehen werden (analog Art. 11 Abs. 3 Bst. a VKU).378 

322.  Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind Verhaltensweisen, welche die Entge-
gennahme von Abfällen durch die Deponie Höli betreffen. Der sachlich relevante Markt um-
fasst  deshalb  Waren  und  Dienstleistungen,  die  von  der  Marktgegenseite  als  Substitute  zur 
Entgegennahme von Abfällen durch die Deponie Höli angesehen werden. 

323.  In der Deponie Höli werden verschiedene Arten von Abfällen entsorgt (vgl. Rz 129 ff.). 
All diesen Abfallarten ist gemeinsam, dass sie in Deponien des Typs B entsorgt werden dürfen. 
Deshalb ist die Entsorgung in anderen Deponien des Typs B aus Sicht der Marktgegenseite 

375  BGE 139 I 72, 92 E. 9.1 m.w.H. (=RPW 2013/1, 127 E. 9.1), Publigroupe SA et al./WEKO. 
376 Exemplarisch:  OECD,  Market  Definition,  DAF/COMP(2012)19,  S.  11  <www.oecd.org/daf/competi-

tion/Marketdefinition2012.pdf> (4.8.2023). 

377 So auch BVGer, B-7633/2009 vom 14.9.2015 E. 274, ADSL II unter Verweis auf ständige EU-Praxis; 

RPW 2018/1, 109 Rz 137, Verzinkung. 

378  Verordnung  vom  17.6.1996  über  die  Kontrolle  von  Unternehmenszusammenschlüssen  (VKU;  SR 
251.4). BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1 (=RPW 2013/1, 127 E. 9.2.3.1), Publigroupe SA et al./WEKO; 
BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 8.1, Naxoo. 

88 

 
 
 
 
 
 
 
ein Substitut, sofern diese anderen Deponien zu vergleichbaren Transportkosten erreichbar 
sind (vgl. dazu die Ausführungen zur räumlichen Marktabgrenzung in Rz 331 ff.). 

324.  Je  nach  Abfallart  stehen  der  Marktgegenseite  zur  Abfallentsorgung  in  Deponien  des 
Typs B weitere Alternativen zur Verfügung. Anhand der unterschiedlichen Ausweichmöglich-
keiten der Marktgegenseite sind im Wesentlichen die 3 folgenden Abfallarten zu unterschei-
den: 

a)  Abfälle, die in Deponien des Typs A entsorgt werden dürfen (nachfolgend: Abfälle 

Typ A);  

b)  Abfälle, die zwar nicht in Deponien des Typs A, aber in Deponien des Typs B ent-
sorgt werden dürfen und bei welchen die Wiederverwertung aus Sicht der Markt-
gegenseite eine Alternative zur Deponierung ist (nachfolgend: wiederverwertbare 
Abfälle Typ B);379 

c)  Abfälle, die nicht in Deponien des Typs A entsorgt werden dürfen und bei welchen 
die Wiederverwertung aus Sicht der Marktgegenseite keine Alternative zur Depo-
nierung ist (nachfolgend: nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B). 

325.  Die überwiegende Mehrheit der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle fallen in die Ka-
tegorie c) (vgl. Rz 75 ff. sowie Rz 129 ff.). Diese Abfälle können entweder nicht zu vergleich-
baren  Kosten  wiederverwertet  werden  oder  die Wiederverwertung  ist  nicht möglich,  weil  es 
keine Nachfrage nach den hergestellten RC-Produkten gibt. Ausserdem können diese Abfälle 
auch nicht in Deponien des Typs A entsorgt werden. Die Entsorgung in Deponien der Typen 
C, D oder E ist aus Sicht der Marktgegenseite ebenfalls keine Alternative zur Entsorgung in 
einer  Deponie  des  Typs  B,  insbesondere  weil  die  entsprechenden  Gebühren  und  Abgaben 
deutlich höher sind (vgl. Rz 25 f.). In Bezug auf diese Abfälle ist aus Sicht der Marktgegenseite 
deshalb die einzige gleichwertige Alternative zur Entsorgung in der Deponie Höli die Entsor-
gung in einer anderen Deponie des Typs B der Region.380 Deshalb wird in casu ein separater 
sachlicher  Markt  für  die  Entgegennahme  von  nichtwiederverwertbaren  Abfällen  des 
Typs B abgegrenzt. 

326.  Gemessen am Anteil an den insgesamt in der Deponie Höli entsorgten Mengen kommt 
den wiederverwertbaren Abfällen des Typs B eine deutlich geringere Bedeutung zu, welcher 
sich auf weniger als 30 % beläuft (vgl. Rz 75 ff.). Solche Abfälle können zwar nicht in Deponien 
des Typs A entsorgt werden, eine Wiederverwertung ist aber möglich. Ein Teil dieser Abfälle 
wird auch in Deponien des Typs B entsorgt, zum Beispiel wenn die entsprechenden Kosten 
im  Vergleich  zur Wiederverwertung tiefer  ausfallen.  Zur  Entsorgung  dieser  Abfälle  kann  die 
Marktgegenseite folglich neben den Deponien des Typs B der Region Basel auf verschiedene 
Wiederverwertungskanäle im In- und Ausland zurückgreifen (vgl. Rz 61 ff.). Zur Entsorgung 
wiederverwertbarer Abfälle des Typs B stehen der Marktgegenseite also zusätzliche Substitute 
zur Verfügung. Die zusätzlichen Anbieterinnen (die Aufbereitungsanlagen) unterscheiden sich 
von den Deponien des Typs B mutmasslich in Bezug auf ihre Kostenstruktur, jedenfalls aber 
durch ihre unterschiedlichen Standorte. Diese haben einen grossen Einfluss auf die in diesem 
Markt wichtigen Transportkosten. Entsprechend unterscheiden sich auch die Wettbewerbsver-
hältnisse bei den Abfällen des Typs B je nachdem, ob diese Abfälle wiederverwertet werden 

379  Damit  die  Wiederverwertung  aus  Sicht  der  Marktgegenseite  eine  Alternative  zur  Deponierung  ist, 
muss diese technisch möglich sein.  Ausserdem dürfen die  Kosten  der  Wiederverwertung im  Ver-
gleich zu den Kosten der Deponierung nicht wesentlich höher ausfallen und es muss eine ausrei-
chende Nachfrage nach den hergestellten RC-Produkten bestehen (vgl. Rz 61 ff.). 

380  Vgl. insbesondere die Aussagen der Zeugen [N5] und [N6], welche als Alternative zur Entsorgung in 
der Deponie Höli lediglich die Entsorgung in anderen Deponien des Typs B der Region erwähnen 
(Rz 95 ff. mit Verweis auf Act. III.4, Zeilen 253–254 und Act. III.5, Zeile 204). Beide Zeugen sind bei 
Unternehmen der Marktgegenseite tätig. 

89 

 
 
 
 
 
 
 
können.  Aus  diesen  Gründen  wird  in  casu  ein  separater  sachlicher  Markt  für  wiederver-
wertbare Abfälle des Typs B abgegrenzt.381 

327.  Eine Dritte in der Deponie Höli entsorgte Abfallart sind Abfälle des Typs A. Diese Abfälle 
können  nicht  nur  in  Deponien  des  Typs  B,  sondern  auch  in  Deponien  des  Typs  A  entsorgt 
werden. Insbesondere weil die Gebühren der Deponien des Typs A im Vergleich zu den De-
ponien des Typs B wesentlich tiefer sind (vgl. Rz 23 ff.), werden solche Abfälle nur in Ausnah-
mefällen in Deponien des Typs B entsorgt. Auch bei der Deponie Höli haben sie mit rund 2 % 
nur einen geringen Anteil an der insgesamt entsorgten Abfallmenge (vgl. Rz 129 ff.). Wenn die 
Marktgegenseite  solche Abfälle  des  Typs  A  entsorgen  will,  stehen  ihr  neben  den  Deponien 
des Typs B insbesondere auch die Deponien des Typs A zur Verfügung.382 Folglich hat die 
Marktgegenseite  im  Vergleich  zu  wiederverwertbaren  und  nichtwiederverwertbaren  Abfällen 
des Typs B Ausweichmöglichkeiten. Diese zusätzlichen Anbieterinnen unterscheiden sich wie-
derum insbesondere in Bezug auf ihre Kostenstruktur und ihre Standorte von den Deponien 
des  Typs  B  oder  den  Aufbereitungsanlagen,  welche  als  Anbieterinnen  in  den  bereits  abge-
grenzten  sachlichen  Märkten  auftreten.  Entsprechend  unterscheiden  sich  auch  die  Wettbe-
werbsverhältnisse im Markt für Abfälle des Typs A von denjenigen in den Märkten für wieder-
verwertbare und nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B. Aus diesen Gründen wird in casu 
ein separater sachlicher Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A abge-
grenzt.383  

328.  Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, der sachlich relevante Markt umfasse «im Mini-
mum den Abtransport und die Entsorgung und Verwertung von Bauabfällen».384 Grund sei im 
Wesentlichen, dass die in den nachgelagerten Märkten tätigen Logistikunternehmen alle auf 
einer Baustelle anfallenden Abfallsorten abtransportieren und der Verwertung oder der Depo-
nierung zuführen würden. Diese Unternehmen seien nicht auf eine bestimmte Abfallsorte spe-
zialisiert.385 

329.  Dazu  ist  Folgendes  festzuhalten:  Der relevante Markt  umfasst  nur  diejenigen  von  der 
Marktgegenseite nachgefragten Güter, die hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgese-
henen Verwendungszwecks mit dem von der zu beurteilenden Verhaltensweise betroffenen 
Gut substituierbar sind.386 Transporte sind keine Substitute für die Entgegennahme von Abfäl-
len des Typs B. Auch die Entgegennahme anderer als der zu entsorgenden Abfallart ist kein 
Substitut. Wenn auf einer Baustelle zum Beispiel Abfälle des Typs B anfallen, darf die Markt-
genseite diese nicht in einer Deponie des Typs A entsorgen. Gleiches gilt für die Wiederwer-
tung. Nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B können nicht zu vergleichbaren Kosten wie-
derverwertet werden. 

381  Ein gewisser Anteil der wiederverwertbaren Abfälle kann nicht deponiert werden, weil der Bauherr 
eine Wiederverwertung vorschreibt. Solche Abfälle gehören nicht zum hier definierten Markt für die 
Entgegennahme von wiederverwertbaren Abfällen des Typs B, weil die Deponierung in der Deponie 
Höli bei diesen Abfällen nicht zur Verfügung steht. 

382  Möglicherweise stehen der Marktgegenseite zusätzlich weitere Entsorgungsmöglichkeiten wie zum 
Beispiel die Wiederverwertung zur Verfügung. Solche allfälligen zusätzlichen Alternativen müssen 
für den Markt der Entgegennahme von Abfällen des Typs A nicht näher untersucht werden, weil die 
Deponie  Höli  in  diesem  Markt  aufgrund  der  geringen  in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Mengen  an 
Abfällen des Typs A offensichtlich nicht marktbeherrschend ist (vgl. Rz 368). 

383  Ob eine weitere Differenzierung zwischen verschiedenen Arten von Abfällen des Typs A erforderlich 
ist, kann vorliegend offen gelassen werden, weil die Deponie Höli Liestal AG in diesen Märkten un-
abhängig davon keine marktbeherrschende Stellung einnimmt (vgl. Rz 368). 

384  Act. V.25, Rz 119. 
385  Act. V.25, Rz 114 ff. 
386 Statt vieler BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 8.2, Naxoo; BVGer B-141/2012 vom 12.12.2022, 

E. 5.3.1.3, ASCOPA. 

90 

 
 
 
 
 
 
 
330.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend die folgenden 3 sachlichen Märkte 
von den zu untersuchenden Verhaltensweisen betroffen sind:387 

−  Der Markt für die Entgegennahme nichtwiederverwertbarer Abfälle des Typs B, 

−  Der Markt für die Entgegennahme wiederverwertbarer Abfälle des Typs B, 

−  Der Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A. 

C.4.4  Räumlich relevanter Markt 

331.  Der räumlich relevante Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die 
den sachlichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 
Abs. 3 Bst. b VKU, der hier analog anzuwenden ist).388 

332.  Vorliegend sind 3 sachliche Märkte betroffen. Für jeden dieser Märkte ist zu prüfen, in 
welchem Gebiet die Marktgegenseite – bestehend im Wesentlichen aus Entsorgungs-, Trans-
port- und Bauunternehmen, die Abfälle in der Deponie Höli entsorgen (vgl. Rz 103 ff.) – die 
Entgegennahme der entsprechenden Abfälle nachfragt. 

C.4.4.1  Nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B 

333.  In Abbildung 4 oben ist dargestellt, aus welchen Gemeinden Abfälle in die Deponie Höli 
geliefert  wurden.  Der  räumlich  relevante  Markt  ist  vorliegend  aber  enger  abzugrenzen  und 
umfasst nicht das gesamte Einzugsgebiet der Deponie Höli. Vielmehr entspricht der räumlich 
relevante  Markt  für  die  Entgegennahme  von  nichtwiederverwertbaren  Abfällen  des  Typs  B 
dem Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli. Aus diesem Kerneinzugsgebiet stammen rund 80 % 
der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle (vgl. Rz 149 f.). Nachfolgend wird dargelegt, wes-
halb der räumlich relevante Markt auf das Kerneinzugsgebiet abzugrenzen ist. 

334.  Grundsätzlich entscheiden die Unternehmen der Marktgegenseite für jede Baustelle se-
parat, wie und wo die dort anfallenden Abfälle entsorgt werden sollen. Ob die Marktgegenseite 
die Entsorgung der Abfälle bei der Deponie Höli nachfragt oder nicht, ist dabei von verschie-
denen Faktoren abhängig. Zunächst müssen die Unternehmen der Marktgegenseite prüfen, 
zu welchen Deponien sie überhaupt Zugang haben. Das ist insbesondere deshalb erforderlich, 
weil es bei vielen Deponien Kontingente für Dritte gibt. Sind diese erschöpft, wird keine Ge-
nehmigung erteilt. Ausserdem berücksichtigen die Unternehmen der Marktgegenseite sowohl 
die  Gebühren  der  verschiedenen  Deponien  als  auch  die  Kosten  für  den  Transport  (vgl. 
Rz 119 f.). Letztere sind von der Fahrzeit zwischen der Baustelle und den verschiedenen De-
ponien abhängig. Ausserdem spielt es eine Rolle, ob auf der Rückfahrt andere Güter trans-
portiert werden können und wie gross die zu transportierende Abfallmenge ist (vgl. Rz 50 ff.). 
Die Entscheidung der Marktgegenseite darüber, ob sie Abfälle bei der Deponie Höli oder bei 
einer anderen Deponie entsorgt, mag zwar mitunter von baustellenspezifischen Faktoren wie 
zum Beispiel den Fahrzeiten zu den verschiedenen Deponien des Typs B abhängig sein. Wie 
nachfolgend allerdings dargelegt, ist es weder möglich noch erforderlich, die Marktstellung der 
Deponie Höli separat für jede einzelne Baustelle zu untersuchen. Stattdessen ist in casu ein 
relevanter Markt – ausgehend vom Einzugsgebiet der Deponie Höli – abzugrenzen. 

335.  Bei  dieser  Abgrenzung  ist  auf  die  durchschnittlichen  Vertreterinnen  und  Vertreter  der 
Marktgegenseite abzustellen.389 Im vorliegenden Markt spielen wie erwähnt auch baustellen-
spezifische  Faktoren  eine  massgebliche  Rolle  bei  der  Auswahl  einer  Deponie  des  Typs  B. 
Daher gibt es regelmässig Baustellen, die sich vom Durchschnitt wesentlich unterscheiden. Es 

387  Vgl. dazu BGer 2C_113/2017 vom 12.2.2020, E. 5.3., Hallenstadion. 
388  BGE 139 I 72, 92 E. 9.2.1 m.w.H. (=RPW 2013/1, 127 E. 9.2.1), Publigroupe SA et al./WEKO. 
389  Vgl. z.B. BGer, 2C.113/2017 vom 12.2.2020 E 5.4.2., Vertrieb von Tickets im Hallenstadion Zürich, 

m.w.N. 

91 

 
 
 
 
 
 
 
kann zum Beispiel vorkommen, dass Abfälle über ungewöhnlich weite Distanzen in die Depo-
nie Höli geliefert werden, wenn die Kontingente näher gelegener Deponien bereits erschöpft 
sind.  Auch  wenn  auf  der  Rückfahrt  andere  Güter  transportiert  werden  können,  kann  sich 
dadurch eine im Vergleich zum Durchschnitt wesentlich längere Fahrzeit lohnen (vgl. Rz 50 
ff.). Diese ungewöhnlichen Baustellen sind für die räumliche Marktabgrenzung nicht relevant, 
weil sie nicht zur durchschnittlichen Marktgegenseite gehören. Da sich diese ungewöhnlichen 
Baustellen am Rand des Einzugsgebiets befinden, gehört der Rand des Einzugsgebiets nicht 
zum räumlich relevanten Markt. Aus diesem Grund ist der räumlich relevante Markt auf das 
Kerneinzugsgebiet und nicht auf das gesamte Einzugsgebiet der Deponie Höli abzugrenzen. 

336.  Bei der Eingrenzung des Kerneinzugsgebiets einer Deponie kommt der Behörde ein ge-
wisses Ermessen zu im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände. Typischer-
weise wird das Kerneinzugsgebiet nicht das gesamte Einzugsgebiet einer Deponie erfassen, 
aber mindestens diejenigen Standorte, von denen die Mehrheit der Mengen angeliefert wer-
den. Bei Märkten in denen, wie vorliegend, die Preise nicht räumlich differenziert werden (vgl. 
dazu auch Rz 338), kann folgende Faustregel dienen: Das Kerneinzugsgebiet ist in der Regel 
so festzulegen, dass darauf rund 80 % des Absatzes, der Kunden oder – wie vorliegend – der 
angelieferten Mengen entfallen.390  

337.  Diese Abgrenzung erweist sich vorliegend als sachgerecht. Wie dargelegt (Rz 335) wer-
den  Abfälle  teilweise  über  ungewöhnlich  grosse  Distanzen  zur  Deponie  transportiert.  Die 
räumliche Marktabgrenzung darf nicht anhand dieser ungewöhnlichen Baustellen vorgenom-
men werden. Daher ist es angemessen, rund 20 % der in der Deponie Höli entsorgten Mengen 
aus dem relevanten Markt auszuschliessen. Das Kerneinzugsgebiet entspricht somit im vor-
liegenden Fall dem kleinstmöglichen Fahrminutenradius um den Standort der Deponie Höli, 
so dass mindestens 80 % der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle aus dem so abgegrenzten 
Gebiet stammen (vgl. Rz 149 f.). 

338.  Die  bisherige  Praxis  der  WEKO  stützt  dieses  Ergebnis.  Im  Entscheid  «Belagswerke 
Bern» beurteilte die WEKO im Jahr 2021 das missbräuchliche Verhalten eines marktbeherr-
schenden Belagswerks im Raum Bern. Sie legte das Kerneinzugsgebiet dieses Belagswerks 
so fest, dass darauf 66 % der verkauften Mengen entfielen.391 Allerdings ist Folgendes zu be-
achten: Im für den Entscheid «Belagswerke Bern» relevanten Markt für Asphaltmischgut wer-
den die Preise für alle grösseren Baustellen individuell festgelegt. Zum Zeitpunkt der Preisver-
handlungen ist bekannt, wo sich die zu beliefernden Baustellen befinden. Deshalb können die 
Belagswerke bei der Preissetzung den Standort der zu beliefernden Baustellen berücksichti-
gen. Tatsächlich spielt der Standort der Baustellen in Bezug auf die Preissetzung bei Asphalt-
mischgut  eine  wichtige  Rolle.  Insbesondere  wenn  ein  Belagswerk  schlecht  ausgelastet  ist, 
kann  es  sinnvoll  sein,  die  bei  der  Belieferung  weit  entfernter  Baustellen  anfallenden  hohen 
Transportkosten durch besonders tiefe Materialpreise zu kompensieren. So kann ein relativ 
weit  von  der  zu  beliefernden  Baustelle  entferntes  Belagswerk  trotz  der  grossen  Distanz  zu 
konkurrenzfähigen Preisen offerieren. Weil die Preise für Asphaltmischgut also davon abhän-
gig sind, wo das Produkt ausgeliefert wird, sind diese Preise räumlich differenziert.392 

339.  Im Markt für Asphaltmischgut wie auch in anderen Märkten mit räumlich differenzierten 
Preisen  sind  Lieferungen  über  ungewöhnlich  weite  Distanzen  grundsätzlich  häufiger  als  in 
Märkten, bei welchen die Preise nicht vom geografischen Standort der Marktgegenseite ab-
hängig sind. Grund dafür ist die oben beschriebene Möglichkeit, die bei weiten Distanzen ho-
hen Transportkosten durch tiefe Materialpreise zu kompensieren. Eine solche Kompensation 

390  Vgl. betreffend die Praxis im  EU-Recht auch Rz  74  des Entwurfs  der  überarbeiteten Bekanntma-
chung der Kommission über die Abgrenzung des relevanten Marktes im Sinne des Wettbewerbs-
rechts  der  Union,  veröffentlicht  am  8.  November  2022  unter  <ec.europa.eu/commission/presscor-
ner/detail/de/ip_22_6528> (4.1.2023).  

391  WEKO, 6.12.2021, Rz 590, Belagswerke Bern, <www.weko.admin.ch> > Praxis > Entscheide. 
392  WEKO, 6.12.2021, Rz 183 ff. und Rz 586, Belagswerke Bern, Fn 391. 

92 

 
 
 
 
 
 
 
ist nicht möglich, wenn die Preise unabhängig vom Standort der Marktgegenseite festgelegt 
werden. 

340.  Im  vorliegenden  Markt  für  die  Entgegennahme  von  nichtwiederverwertbaren  Abfällen 
des Typs B sind die Preise nicht räumlich differenziert. Vielmehr werden die Deponiegebühren 
unabhängig vom Herkunftsort der angelieferten Abfälle festgelegt (vgl. Rz 231 ff.). Daher tre-
ten die genannten, durch die räumliche Differenzierung der Preise ermöglichten, ungewöhnli-
chen Lieferungen im vorliegenden Markt nicht auf. Aus diesem Grund ist der räumlich rele-
vante  Markt  vorliegend  grundsätzlich  weiter  abzugrenzen  als  in  Märkten  mit  räumlich 
differenzierten Preisen. 

341.  Aus den genannten Gründen entspricht der räumlich relevante Markt für nichtwiederver-
wertbare Abfälle des Typs B vorliegend dem oben definierten Kerneinzugsgebiet der Deponie 
Höli (vgl. Rz 149 f.). Aus diesem stammen rund 80 % der in der Deponie Höli entsorgten Ab-
fälle. Vorliegend ist auch zu berücksichtigen, dass eine weitere Abgrenzung des räumlichen 
Marktes erst dann zu wesentlich tieferen Marktanteilen führen würde, wenn ein sehr viel grös-
seres Gebiet einbezogen würde (vgl. Rz 185 ff.). Aus diesem Grund ist die genaue räumliche 
Marktabgrenzung  nicht  ausschlaggebend  für  die  Beurteilung  der  Markstellung  der  Deponie 
Höli (vgl. Rz 349 ff.). 

C.4.4.2  Wiederverwertbare Abfälle des Typs B 

342.  Wiederverwertbare Abfälle des Typs B können im Gegensatz zu nichtwiederverwertba-
ren Abfällen des Typs B zur Wiederverwertung in das Ausland exportiert werden (vgl. Rz 47). 
Tatsächlich  wird  ein  gewisser  Anteil  dieser  Abfälle  exportiert  (Rz  157 ff.).  Dieser  Umstand 
spricht dafür, dass die Marktgegenseite die Entgegennahme dieser Abfälle in einem im Ver-
gleich zu nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B grösseren Gebiet nachfragt und dass 
damit der räumlich relevante Markt eher weiter abzugrenzen ist.  

343.  Allerdings gibt es mehr Anbieterinnen der Entgegennahme dieser Abfälle, weil sie auch 
von Aufbereitungsanlagen entgegengenommen werden können. Dieser Umstand spricht eher 
für kürzere Transportwege und einen engeren räumlichen Markt als bei nichtwiederverwertba-
ren Abfällen des Typs B. Wenn das Netzwerk der potenziellen Anbieterinnen dichter ist, ist die 
Distanz  zwischen  den  Baustellen  und  diesen  Anbieterinnen  in  der  Regel  geringer.  Deshalb 
führt ein dichteres Netzwerk von Anbieterinnen in der Regel dazu, dass die Marktgegenseite 
die Entgegennahme der Abfälle in einem kleineren Gebiet nachfragt. Entsprechend wäre der 
räumlich  relevante  Markt  eher  enger  abzugrenzen.  Da  die  Transportdistanzen  beim  grund-
sätzlich wiederverwertbaren Mischabbruch aber ähnlich gross sind wie bei nichtwiederverwert-
baren Abfällen des Typs B (vgl. Abbildung 11 und Abbildung 12 im Appendix), hat die erwähnte 
höhere Dichte der Entsorgungsstandorte jedenfalls keine grossen Auswirkungen auf die Lie-
ferdistanzen. 

344.  Aus diesen Gründen entspricht der räumlich relevante Markt bei wiederverwertbaren Ab-
fällen des Typs B ungefähr dem räumlich relevanten Markt bei nichtwiederverwertbaren Abfäl-
len des Typs B – also dem Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli. Die genaue räumliche Ab-
grenzung  des relevanten  Marktes für  die  Entgegennahme von  wiederverwertbaren  Abfällen 
des Typs B kann offengelassen werden, da die Deponie Höli unabhängig davon keine markt-
beherrschende Stellung einnimmt (vgl. Rz 364 ff.). 

93 

 
 
 
 
 
 
C.4.4.3  Abfälle Typ A 

345.  Abfälle des Typs A können im Gegensatz zu Abfällen des Typs B auch in Deponien des 
Typs A entsorgt werden. Bei diesen Abfällen ist zudem eine Entsorgung in im Ausland gele-
genen Deponien möglich.393 Deshalb ist die Dichte der möglichen Entsorgungsstandorte deut-
lich höher als bei nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B. Dieser Umstand spricht für 
eine im Vergleich zu nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B engere räumliche Marktab-
grenzung. Dafür sprechen auch die kürzeren Transportwege der Abfälle des Typs A im Ver-
gleich zu Abfällen des Typs B (vgl. Rz 138 ff.). 

346.  Die genaue räumliche Abgrenzung des relevanten Marktes für die Entgegennahme von 
Abfällen des Typs A kann vorliegend offengelassen werden, weil die Deponie Höli unabhängig 
davon keine marktbeherrschende Stellung einnimmt (vgl. Rz 368). 

C.4.5  Zeitliche Dimension 

347.  Die vorliegend zu beurteilenden Verhaltensweisen394 ereigneten sich vom 25. Mai 2010 
(Eröffnung  der  Deponie  Höli)–12.  Mai  2021  (Schliessung  der  Deponie;  vgl.  Rz 231 ff.).  Der 
relevante Zeitraum umfasst daher in casu 25. Mai 2010–12. Mai 2021. 

C.4.6  Fazit 

348.  Vorliegend sind die nachfolgend aufgelisteten Märkte zu unterscheiden. Dabei ist jeweils 
der Zeitraum vom 25. Mai 2010–zum 12. Mai 2021 massgebend. 

−  Markt für die Entgegennahme nichtwiederverwertbarer Abfälle des Typs B im Kernein-

zugsgebiet der Deponie Höli 

−  Markt  für  die  Entgegennahme  wiederverwertbarer  Abfälle  des  Typs  B  (keine  genaue 

räumliche Abgrenzung) 

−  Markt  für  die  Entgegennahme  von  Abfällen  des  Typs  A  (keine  genaue  räumliche  Ab-

grenzung)  

C.5  Marktbeherrschende Stellung der Deponie Höli 

C.5.1  Einleitung 

349.  Vorliegend  wird  geprüft, ob  die  Gewährung  von Vorzugskonditionen  an Aktionärinnen 
sowie die Annahmerestriktionen der Deponie Höli Liestal AG im Herbst 2020 missbräuchlich 
i.S.v. Art. 7 KG sind. Die Anwendung von Art. 7 KG setzt entweder eine marktbeherrschende 
Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG oder eine relativ marktmächtige Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2bis 
KG voraus. Nachfolgend wird geprüft, ob die Deponie Höli Liestal AG in den relevanten Märk-
ten über eine marktbeherrschende Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG verfügte.   

350.  Vom  mutmasslichen  Verstoss  betroffen  sind  die  Märkte  für  die  Entgegennahme  von 
nichtwiederverwertbaren  und  wiederverwertbaren  Abfällen  des  Typs  B  sowie  Abfällen  des 

393  Falls die im Ausland gelegenen Deponien des Typs A deutlich tiefere Gebühren verlangen als die in 
der Schweiz gelegenen Deponien des Typs A, könnte der räumlich relevante Markt Teile des Aus-
landes umfassen obwohl er in der Schweiz im Vergleich zu Abfällen des Typs B eher enger abzu-
grenzen ist. Trotzdem müssen vorliegend die Gebühren der Deponien des Typs A nicht untersucht 
werden, weil die Deponie Höli im Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A unabhängig 
von der räumlichen Marktabgrenzung keine marktbeherrschende Stellung einnimmt. 

394 Die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG und die Annahmerestriktionen 
gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 sind als einheitlicher Tatkomplex zu werten (Rz 377). 

94 

 
 
 
 
 
 
 
Typs A (Rz 321 ff.). Für diese 3 Märkte ist zu prüfen, ob die Deponie Höli Liestal AG über eine 
marktbeherrschende Stellung verfügte. Relevant ist der Zeitraum 2010–2021 (vgl. Rz 347). 

351.  Gemäss Art. 4 Abs. 2 KG gelten einzelne oder mehrere Unternehmen als marktbeherr-
schend, wenn sie auf einem Markt als Anbieter oder Nachfrager in der Lage sind, sich von 
andern Marktteilnehmern (Mitbewerbern, Anbietern oder Nachfragern) in wesentlichem Um-
fang unabhängig zu verhalten. 

352.  Eine  marktbeherrschende  Stellung  lässt  sich  nicht  anhand  fixer  Kriterien  bestimmen, 
sondern ist im Einzelfall mit Blick auf die konkreten Verhältnisse auf dem relevanten Markt zu 
entscheiden. Massgebend ist eine wertende Beurteilung aller relevanten Aspekte, die im Ein-
zelfall für oder gegen die Möglichkeit eines unabhängigen Verhaltens sprechen.395 

C.5.2  Aktuelle Konkurrenz 

C.5.2.1  Nichtwiederverwertbare Abfälle Typ B 

353.  Fallen auf einer Baustelle nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B an, ist die einzige 
wirtschaftliche Art der Entsorgung die Ablagerung in einer Deponie des Typs B (vgl. Rz 325). 
Die  Wiederverwertung  ist  bei  diesen  Abfällen  nicht  zu vergleichbaren  Kosten möglich.  Eine 
Deponierung in Deponien der Typen C, D oder E ist alleine aufgrund der höheren Gebühren 
und Abgaben keine gleichwertige Alternative (vgl. Rz 25 f.) und die Deponierung in einer De-
ponie des Typs A ist nicht zulässig. 

354.  Aus diesen Gründen kann die Marktgegenseite nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs 
B einzig in Deponien des Typs B entsorgen. In Frage kommen ausserdem nur diejenigen De-
ponien  des  Typs  B,  welche  zu  tragbaren  Transportkosten  erreicht  werden  können.  Da  die 
Transportkosten insbesondere mit der Fahrzeit zwischen Baustelle und Deponie zunehmen 
(Rz 50 ff.), sind weit entfernte Deponien des Typs B keine gleichwertige Alternative zur Ent-
sorgung in der Deponie Höli. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nichtwiederverwertbare Ab-
fälle des Typs B nicht in im Ausland gelegenen Deponien abgelagert werden dürfen (Rz 47 ff.). 
Dadurch  werden  die  Ausweichmöglichkeiten  der  Marktgegenseite  insbesondere  bei  den  in 
grenznahen  Gebieten  gelegenen  Baustellen  zusätzlich  eingeschränkt.  Auch  aus  diesem 
Grund wird ein hoher Anteil der in grenznahen Gebieten anfallenden nichtwiederverwertbaren 
Abfälle des Typs B in der Deponie Höli entsorgt (vgl. Rz 142 ff.). 

355.  Die  Bedeutung  der  Ausweichmöglichkeiten  der  Marktgegenseite  kann  anhand  des 
Marktanteils der Deponie Höli eingeschätzt werden. Dabei handelt es sich um den Anteil der 
in  der  Deponie  Höli  entsorgten  Abfälle  an  den  insgesamt  im  relevanten  Markt  anfallenden 
nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B. Dieser Anteil liegt bei rund [> 65] % (Rz 165 ff.). 
Der  Marktanteil  der  Deponie  Höli  erreichte  nicht  nur  im  Durchschnitt  der  Jahre  2010–2020 
hohe Werte. Er lag in jedem einzelnen der Jahre 2010–2020 bei mindestens rund 50 % (Rz 
178).396 

356.  Entgegen den Vorbringen der Deponie Höli Liestal AG397 ist hingegen der Anteil der De-
ponie Höli am bereits bewilligten, insgesamt zur Verfügung stehenden Deponievolumen nicht 
relevant zur Beurteilung der Ausweichmöglichkeiten. Der Grund dafür ist, dass gerade nicht 
das gesamte noch zur Verfügung stehende Deponievolumen auf dem Markt angeboten wird. 

395  BGE 139 I 72, 97 E. 9.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO; BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 9.1, 

Naxoo; BVGer, B-831/2011 vom 18.12.2018 E. 402 ff., Sanktionsverfügung – DCC. 

396  Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, ihr Marktanteil habe im Jahr 2010 nur [35–40] % betragen 
(Act. V.25, Rz 165). Diese Behauptung ist irreführend, weil die Deponie Höli ihren Betrieb erst am 
25. Mai 2010 aufnahm und die von ihr eingereichten Berechnungen daher nicht einen vollständigen 
Zeitraum abdecken (vgl. Rz 178 und Fn 217). 

397  Act. V.25, insbesondere Rz 17 und Rz 128. 

95 

 
 
 
 
 
 
 
Manche  Deponien  beschränken  die  jährlich  angenommenen  Mengen.  Dafür  kommen  ver-
schiedene Gründe in Frage, wie zum Beispiel Engpässe bei der Annahmekontrolle oder der 
Wunsch der Deponiebetreiberin, den eigenen Bedarf auch in Zukunft sicherstellen zu können 
(vgl.  Fussnote  169).  Unabhängig  von  der  Ursache  solcher  Kontingentierungen  stehen  dem 
Markt  im  Ergebnis  nur  die  von  der  Betreiberin  vorgesehenen  Mengen  zur  Verfügung.  Die 
Marktgegenseite kann nicht auf Deponievolumen ausweichen, welches zwar theoretisch vor-
handen ist, aber im Markt nicht zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten wird.398 

357.  Aus diesen Gründen ist der Anteil der Deponie Höli an den im relevanten Markt angefal-
lenen Mengen nichtwiederverwertbarer Abfälle des Typs B ein geeignetes Mass zur Beurtei-
lung der Ausweichmöglichkeiten der Marktgegenseite. Da die Deponie Höli einen Anteil von 
rund [> 65] % erreicht, hat die Marktgegenseite nur beschränkte Ausweichmöglichkeiten.399 

358.   Neben dem Marktanteil ist der preisliche Spielraum der Deponie Höli ein aussagekräfti-
ger Indikator dafür, ob sich diese unabhängig von anderen Marktteilnehmern verhalten kann. 
Dieser Spielraum ist sehr gross. Die Preise der Deponie Höli liegen weit über ihren Kosten 
(Rz 219 ff.). Würde die Deponie Höli in einem harten Konkurrenzkampf mit anderen Deponien 
des Typs B stehen, wäre sie kaum in der Lage, ihre Preise derart deutlich über den Kosten 
anzusetzen. Dabei ist ausserdem zu berücksichtigen, dass die bei der Deponie Höli angelie-
ferte Abfallmenge gemäss der Einschätzung verschiedener Vertreter der Deponie Höli Liestal 
AG  selbst  bei  zusätzlichen  Preiserhöhungen  kaum  zurückgehen  würde  (Rz  196).  Falls  das 
zutrifft, könnte die Deponie Höli ihre Preise sogar noch weiter erhöhen, ohne einen Einbruch 
der  Nachfrage  befürchten  zu  müssen.  Damit  steht  fest,  dass  sich  die  Deponie  Höli  in  ihrer 
Preissetzung weitgehend unabhängig von anderen Marktteilnehmern verhalten kann. 

359.  Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, nicht nur ihre, sondern auch die Preise anderer 
Deponien seien mutmasslich deutlich höher als deren Kosten. Das sei Indiz dafür, dass die 
Deponie  Höli  nicht  marktbeherrschend  sein  könne.400  Diese  Einschätzung  ist  abzulehnen. 
Selbst wenn andere Deponien ebenfalls hohe Margen erzielten, würde dieser Umstand nicht 
gegen, sondern für eine starke Markstellung der Deponie Höli sprechen. Hohe Margen anderer 
Deponien deuten auf eine schwache Wettbewerbsintensität im Markt für die Entgegennahme 
nichtwiederverwertbarer Abfälle des Typs B hin. Mögliche Gründe dafür sind insbesondere die 
beschränkten Ausweichmöglichkeiten der Marktgegenseite sowie die Tatsache, dass Neuein-
tritte in diesem Markt kaum möglich sind. 

360.  Des Weiteren bringt die Deponie Höli Liestal AG vor, die Rolle des Kantons Basel-Land-
schaft sei bei der Beurteilung ihrer Marktstellung zu wenig berücksichtigt worden.401 Dazu ist 
Folgendes  festzuhalten:  Im  Gegensatz  zu  den  Konkurrentinnen  der  Deponie  Höli  oder  der 
Marktgegenseite ist der Kanton Basel-Landschaft jedenfalls in seiner Funktion als Regulator 
kein Marktteilnehmer. Es ist keine Voraussetzung für das Bestehen einer marktbeherrschen-
den Stellung, dass sich ein Unternehmen unabhängig von den Behörden verhalten kann. Aus-
serdem sind die Möglichkeiten des Kantons Basel-Landschaft, in die Preisgestaltung privater 
Deponien einzugreifen, beschränkt.402 Aus diesen Gründen sind diesbezüglich keine zusätzli-
chen Abklärungen erforderlich (vgl. Rz 425 ff.). 

398  Wie die Deponie Höli in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats selber darlegt (Act. V.25, 
Rz 62), sank  die in der Deponie  Bruggtal entsorgte  Menge  im  Anschluss an die Erweiterung des 
dortigen Deponievolumens auf das Jahr 2014. Die Deponie Bruggtal stellte dem Markt also nach der 
Erweiterung sogar weniger Deponievolumen zur Verfügung als vorher. 

399  Gemäss Bundesgericht ist jedenfalls in manchen Märkten bereits ein Marktanteil von 50 % ein wich-
tiges Indiz für eine marktbeherrschende Stellung (BGE 139 I 72, 99 f. E. 9.3.3.2, Publigroupe SA et 
al./WEKO; BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 9.1, Naxoo). 

400  Act. V.25, insbesondere Rz 85 und Rz 126. 
401  Act. V.25, Rz 123. 
402  Zur Rolle des Kantons vgl. Rz 192 f. Zu den (fehlenden) Möglichkeiten des Kantons, die Preise zu 

regulieren, vgl. Rz 225). 

96 

 
 
 
 
 
 
 
361.  Der hohe Marktanteil der Deponie Höli sowie ihr grosser preislicher Spielraum sind bei-
des starke und klare Indizien für eine sehr starke Stellung im Markt für die Entgegennahme 
von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B. Damit steht fest, dass die aktuelle Konkur-
renz im Markt für die Entgegennahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B im 
Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli im Zeitraum 2010–2021 nur schwach war. Sie vermochte 
die Deponie Höli in ihrem Verhalten nicht zu disziplinieren. 

362.  Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, sie sei allenfalls höchstens in der Zeit von 2012–
2015 marktbeherrschend gewesen.403 Diese Auffassung ist insbesondere aus den folgenden 
Gründen nicht überzeugend: 

−  Die  Deponie  Höli  erreichte  bereits  im  Jahr  ihrer Eröffnung  einen Marktanteil  von rund 
50 %. In den nachfolgenden Jahren 2011–2020 lag dieser jeweils zwischen [55–90 %] 
(Rz 178). 

−  Die Deponie Höli war auch in den Jahren vor ihrer Schliessung in der Lage, ihre Preise 
anzuheben, ohne dass dadurch die deponierten Mengen eingebrochen wären (Rz 190). 

363.  Aus diesen Gründen war die aktuelle Konkurrenz im gesamten Zeitraum 2010–2021 zu 
schwach, um die Deponie Höli in ihrem Verhalten zu disziplinieren.404 

C.5.2.2  Wiederverwertbare Abfälle Typ B 

364.  Im Vergleich zum Markt für nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B hat die Marktge-
genseite im Markt für wiederwertbare Abfälle des Typs B neben der Deponierung zusätzlich 
die Möglichkeit, die entsprechenden Abfälle wiederzuverwerten (Rz 157). Im Gegensatz zur 
Deponierung ist die Wiederverwertung sowohl im In- als auch im Ausland möglich (Rz 161). 
Diese zusätzlichen Ausweichmöglichkeiten im In- und Ausland sind bedeutend. Entsprechend 
fällt der Marktanteil der Deponie Höli im Markt für die Entgegennahme von wiederverwertbaren 
Abfällen des Typs B mit weniger als 35–40 % (Rz 163) wesentlich tiefer aus als im Markt für 
die Entgegennahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B. 

365.  Die genaue Höhe des Marktanteils der Deponie Höli im Markt für wiederverwertbare Ab-
fälle des Typs B kann insbesondere für den Zeitraum 2010–2017 nicht bestimmt werden, weil 
die dazu erforderlichen Zahlen nicht verfügbar sind (vgl. Rz 157 ff.). Bestimmt werden kann 
nur die Obergrenze des Marktanteils von 35–40 % für die Region Basel und auch diese nur 
für die Jahre 2018 und 2019. In dubio pro reo ist daher davon auszugehen, dass der tatsäch-
liche  Markanteil  der  Deponie  Höli  wesentlich  tiefer  liegt.  Aus  diesen  Gründen  sprechen  die 
Marktanteile der Deponie Höli dafür, dass sie im Markt für die Entgegennahme wiederverwert-
barer Abfälle des Typs B keine beherrschende Stellung einnimmt. 

366.  Die Deponie Höli differenziert ihre Preise nicht nach Abfallart (Rz 231 ff.) und ihre Kosten 
fallen bei wiederverwertbaren Abfällen des Typs B ähnlich hoch aus wie bei nichtwiederver-
wertbaren Abfällen des Typs B. Die Marge der Deponie Höli ist bei den wiederverwertbaren 
Abfällen daher ähnlich hoch wie bei den nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B. Trotz-
dem ist der preisliche Spielraum der Deponie Höli bei wiederverwertbaren Abfällen des Typs 

403  Act. V.25, Rz 165. 
404  Die Deponie Höli Liestal AG verweist in diesem Zusammenhang auf die Grafik in Rz 127 ihrer Stel-
lungnahme. Darin ist das bei den verschiedenen Deponien verfügbare Volumen abgebildet. Wie dar-
gelegt, ist es nicht sinnvoll, die Markstellung der Deponie Höli anhand dieser Messgrösse zu beur-
teilen  (Rz  356).  Würde  man  zur  Beurteilung  der  Markstellung  der  Deponie  Höli  trotzdem  auf  das 
Deponievolumen abstellen, fiele der Anteil der Deponie Höli am insgesamt bewilligten Volumen in 
den Jahren 2010 und 2011 am grössten aus. Auch anhand dieser Messgrösse würde sich also ge-
rade nicht die von der Deponie Höli Liestal AG geforderte Einschränkung auf die Jahre 2012–2015 
(Act. V.25, Rz 165) ergeben.  

97 

 
 
 
 
 
 
 
B geringer. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Deponieraum bei diesen Ab-
fällen aufgrund der besseren Ausweichmöglichkeiten stärker auf Preiserhöhungen reagiert. 405 
Deshalb ist in diesem Markt der Spielraum der Deponie Höli für weitere Preiserhöhungen im 
Vergleich zum Markt für nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B geringer. 

367.  Weil die Marktgegenseite im Markt für die Entgegennahme von wiederverwertbaren Ab-
fällen  des  Typs  B  über  relevante  Ausweichmöglichkeiten  zur  Deponie  Höli  verfügt  und  von 
diesen auch Gebrauch macht, ist die aktuelle Konkurrenz ausreichend stark, um die Deponie 
Höli  zu  disziplinieren.  Deshalb  nimmt  die  Deponie  Höli  in  diesem  Markt  keine  marktbeherr-
schende Stellung ein. Aus diesem Grund besteht kein Anlass, die Stärke der potenziellen Kon-
kurrenz sowie die Stellung der Marktgegenseite für diesen Markt zu würdigen. 

C.5.2.3  Abfälle Typ A 

368.  Im Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A hat die Deponie Höli in der 
Region Basel einen Anteil von weniger als 1 % (Rz 152 f.). Bei solchen Abfällen stehen der 
Marktgegenseite neben der Entsorgung in einer Deponie des Typs B auch die Entsorgung in 
einer Deponie des Typs A oder die Wiederverwertung zur Verfügung. Deshalb ist die aktuelle 
Konkurrenz in diesem Markt stark genug, um die Deponie Höli zu disziplinieren. Aus diesem 
Grund nimmt die Deponie Höli im Markt für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A keine 
marktbeherrschende  Stellung  ein.  Daher  wird  nachfolgend  darauf verzichtet,  die  Stärke  der 
potenziellen Konkurrenz sowie die Stellung der Marktgegenseite für diesen Markt zu würdigen. 

C.5.2.4  Zwischenergebnis 

369.  Die  aktuelle  Konkurrenz  ist  stark  genug,  um  die  Deponie  Höli  in  den  Märkten  für  die 
Entgegennahme  von  Abfällen  des  Typs  A  und  wiederverwertbaren  Abfällen  des  Typs  B  zu 
disziplinieren.  Im  Markt  für  die  Entgegennahme  von  nichtwiederverwertbaren  Abfällen  des 
Typs B im Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli im Zeitraum 2010–2021 ist das hingegen nicht 
der Fall. In diesem Markt ist die aktuelle Konkurrenz zu schwach, um den Handlungsspielraum 
der Deponie Höli wesentlich einzuschränken. Deshalb wird für diesen Markt nachfolgend ge-
prüft, ob die potenzielle Konkurrenz oder die Marktgegenseite die Deponie Höli zu disziplinie-
ren vermögen. 

C.5.3  Potenzielle Konkurrenz 

370.  Bevor  eine  neue  Deponie  des  Typs  B  eröffnet  werden  kann,  sind  umfangreiche  Pla-
nungs- und Vorbereitungsarbeiten erforderlich. Diese können 15 Jahre in Anspruch nehmen 
(Rz 29). Dazu gehört insbesondere das Einholen diverser Bewilligungen. Die Wahrscheinlich-
keit,  dass  alle  erforderlichen  Bewilligungen  erteilt  werden,  ist  gering,  sofern  die  potenzielle 
Konkurrentin nicht über einen aussergewöhnlich geeigneten Standort verfügt. Solche geeig-
neten Standorte gibt es höchstens wenige (Rz 30 ff.). Zusätzlich zum Einholen diverser Bewil-
ligungen sind Vorbereitungsarbeiten auf dem Deponiegelände erforderlich, die zusätzliche Mit-
tel  sowie  Zeit  in  Anspruch  nehmen (Rz  34).  Auch  die  einer  Erweiterung  einer  bestehenden 
Deponie  entgegenstehenden  Hürden  (Dauer  und  Aufwand  der  Bewilligungsverfahren)  sind 
beträchtlich (Rz 33). Aus diesen Gründen sind die einem Neueintritt oder einer Erweiterung 
entgegenstehenden Hürden im Markt für nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B im Kern-
einzugsgebiet der Deponie Höli im Zeitraum 2010–2021 sehr hoch. 

405  Die Vertreter der Deponie Höli differenzieren in ihren Aussagen in Bezug auf die Reaktion der ange-
lieferten Mengen auf Preiserhöhungen (Rz 196) nicht nach den verschiedenen Abfallarten. Da es 
sich beim überwiegenden Anteil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle um nichtwiederverwert-
bare Abfälle des Typs B handelt (Rz 61 ff.), ist davon auszugehen, dass sich allgemeine Aussagen 
im Wesentlichen auf nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B beziehen. 

98 

 
 
 
 
 
 
 
371.  Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass die Deponie Höli über einen aussergewöhnlich 
guten Standort verfügt (Rz 31 f.). Im Vergleich zu ihren potenziellen Konkurrentinnen hat sie 
deshalb die besseren Möglichkeiten, das ihr zur Verfügung stehende Deponievolumen zu er-
weitern.  Zudem  sind  die  Deponieareale  bestehender  Deponien  im  Gegensatz  zu  allfälligen 
neuen Deponien bereits im kantonalen Richtplan als Spezialzone festgesetzt (Rz 124).406 

372.  Aus diesen Gründen ist die potenzielle Konkurrenz im Markt für die Entgegennahme von 
nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B im Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli im Zeit-
raum 2010–2021 zu schwach, um die Deponie Höli in ihrem Marktverhalten disziplinieren zu 
können.407 

C.5.4  Stellung der Marktgegenseite 

373.  Bei den Kundinnen der Deponie Höli handelt es sich im Wesentlichen um Unternehmen, 
die in den Bereichen Baugewerbe, Aushub, Transport und Entsorgung tätig sind (Rz 104 ff.). 
Es ist davon auszugehen, dass diese Unternehmen über allfällige Alternativen zur Entsorgung 
in der Deponie Höli informiert sind. Trotzdem hat die Marktgegenseite keine starke Verhand-
lungsposition,  weil  die  entsprechenden  Ausweichmöglichkeiten  beschränkt  sind  (vgl.  Rz 
353 ff.). 

374.  Ausserdem ist die Deponie Höli nicht auf die zum Listenpreis deponierten Mengen an-
gewiesen. Diese waren im Zeitraum 2010–2021 lediglich für etwas mehr als 10 % der insge-
samt in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen verantwortlich (Tabelle 1 oben). Deshalb 
verfügen insbesondere die von den vorliegend zu beurteilenden Verhaltensweisen am stärks-
ten betroffenen Vertreterinnen der Marktgegenseite, nämlich diejenigen, die ihre Abfälle zum 
Listenpreis  in  der  Deponie  Höli  entsorgten,  über  eine  schwache  Verhandlungsposition.  Die 
gemessen an den deponierten Mengen wichtigen Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG 
hatten hingegen kein Interesse daran, diese in Bezug auf die vorliegend zu beurteilenden Ver-
haltensweisen zu disziplinieren, weil sie die Nutzniesserinnen dieser Verhaltensweisen waren.  

375.  Aus  diesen  Gründen  ist  die  Stellung  der  Marktgegenseite  im  Markt  für  die  Entgegen-
nahme nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B im Kerneinzugsgebiet der Deponie Höli im 
Zeitraum 2010–2021 zu schwach, um die Deponie Höli in ihrem Marktverhalten disziplinieren 
zu können. 

C.5.5  Zwischenergebnis 

376.  Die Deponie Höli Liestal AG verfügte im Markt für die Entgegennahme nichtwiederver-
wertbarer Abfälle des Typs B in ihrem Kerneinzugsgebiet im Zeitraum 2010–2021 über eine 
marktbeherrschende Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG. Hingegen war die Deponie Höli in den 
Märkten für die Entgegennahme von Abfällen des Typs A und von wiederverwertbaren Abfäl-
len des Typs B nicht marktbeherrschend. 

406  Unternehmen, die im Zeitraum 2010–2021 nichtwiederverwertbare Abfälle des Typs B entgegenge-
nommen haben (also die anderen Deponien des Typs B), sind aktuelle und nicht potenzielle Kon-
kurrentinnen der Deponie Höli. Das Ausmass der Disziplinierung, welches von diesen aktuellen Kon-
kurrentinnen ausgeht, wurde bereits im vorangehenden Abschnitt zur aktuellen Konkurrenz beurteilt 
(Rz 353 ff.). Entgegen der Auffassung der Deponie Höli Liestal AG (Act. V.25, Rz 131) ist es deshalb 
nicht sachgerecht, das den aktuellen Konkurrentinnen zur Verfügung stehende Deponievolumen bei 
der Beurteilung der potenziellen Konkurrenz zu berücksichtigen.  

407  Es ist denkbar, dass künftige Entwicklungen im Bereich der Wiederverwertung dazu führen könnten, 
dass ein grösserer Teil der Abfälle des Typs B zu vergleichbaren Kosten wiederverwertet werden 
könnten. Dadurch würde die Grösse des Marktes für die Entgegennahme nichtwiederverwertbarer 
Abfälle des Typs B schrumpfen. In Bezug auf die verbleibenden nichtwiederverwertbaren Abfälle des 
Typs B würde die Deponie Höli durch solche Entwicklungen aber nicht in ihrem Handlungsspielraum 
eingeschränkt. 

99 

 
 
 
 
 
 
 
C.6  Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung der Deponie Höli 

Liestal AG 

C.6.1  Einleitung 

377.  Die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG und die Annah-
merestriktionen gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 zielten darauf, die Aktionärinnen 
der Deponie Höli Liestal AG zu bevorzugen. Die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen galten 
ununterbrochen von 2010–Mai 2021, wurden aber in Bezug auf ihre Wirkungen im Herbst 2020 
– also während einer kurzen Phase von wenigen Monaten – durch die Schliessung der Depo-
nie Höli für Nichtaktionäre als schärfere Massnahme überlagert. Die beiden Massnahmen wei-
sen die gleiche Stossrichtung auf; sie unterscheiden sich bloss hinsichtlich des Anknüpfungs-
punktes und des Ausmasses.408 Bei dieser Sachlage wäre es künstlich, von einer Tatmehrheit 
auszugehen. Vielmehr liegt ein einheitlicher Tatkomplex vor, der nachfolgend in einem Schritt 
rechtlich beurteilt werden kann. 

378.  Gemäss  der  Generalklausel  von  Art. 7  Abs. 1  KG  verhalten  sich  marktbeherrschende 
Unternehmen unzulässig, wenn sie durch den Missbrauch ihrer Stellung auf dem Markt andere 
Unternehmen in der Aufnahme oder Ausübung des Wettbewerbs behindern oder die Marktge-
genseite benachteiligen. 

379.  Art.  7  KG  kann  demnach  nur  auf  marktbeherrschende  Unternehmen  i.S.v.  Art.  4 
Abs. 2 KG409 angewandt werden. Die Deponie Höli Liestal AG nimmt im Markt für die Entge-
gennahme  nichtwiederverwertbarer  Abfälle  des  Typs  B  in  ihrem  Kerneinzugsgebiet  eine 
marktbeherrschende Stellung ein (vgl. Rz 349 ff.). Diese Voraussetzung ist somit vorliegend 
erfüllt. 

380.  Zusätzlich setzt die Anwendung von Art. 7 KG das Vorliegen eines Missbrauchs voraus. 
Dabei kann zwischen einem sogenannten Behinderungsmissbrauch und einem sogenannten 
Benachteiligungs-  bzw.  Ausbeutungsmissbrauch  unterschieden  werden.  Eine  klare  Zuord-
nung ist nicht in allen Fällen möglich, da Geschäftspraktiken von marktbeherrschenden Unter-
nehmen zugleich behindernd und ausbeutend sein können.410 

381.  Ein  Behinderungsmissbrauch  liegt  vor,  wenn  andere  Unternehmen  in  der  Aufnahme 
oder Ausübung des Wettbewerbs behindert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die 
Behinderung  auf  dem  Markt  des  marktbeherrschenden  Unternehmens  oder  auf  einem  vor- 
bzw.  nachgelagerten  Markt  aktualisiert.411  Ein  Behinderungsmissbrauch  umfasst  sämtliche 
Verhaltensweisen marktbeherrschender Unternehmen ausserhalb eines fairen Leistungswett-
bewerbs, die sich gegen aktuelle oder potenzielle Konkurrentinnen oder Handelspartner rich-
ten und diese in ihren Handlungsmöglichkeiten auf dem beherrschten oder einem benachbar-
ten Markt einschränken.412 

408  Prohibitiv hohe Deponiegebühren haben die gleichen ökonomischen Auswirkungen wie ein Annah-
mestopp, nämlich dass keine Abfälle mehr deponiert werden können. Deshalb entspricht ein Annah-
mestopp in Bezug auf die ökonomischen Auswirkungen einer deutlichen Erhöhung der Deponiege-
bühren für Nichtaktionäre. 

409 Seit dem 1.1.2022 ist Art. 7 KG auch auf relativ marktmächtige Unternehmen im Sinne von Art. 4 
Abs. 2bis KG anwendbar. Der allfällige Missbrauch einer relativ marktmächtigen Stellung bildet vor-
liegend nicht Untersuchungsgegenstand. 

410  BGE 146 II 217 E. 4.1, Preispolitik Swisscom; BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 10.1.2, Naxoo; 
BGer,  2C_596/2019  vom  2.11.2022  E. 8.2.1,  Zugang  zur  Dienstleistung  der  dynamischen  Wäh-
rungsumrechnung (DCC); vgl. auch BGE 139 I 72 E. 10.1.1, Publigroupe SA et al./WEKO. 
411  Zur abweichenden Rechtsauffassung der Deponie Höli Liestal AG vgl. Act. V.25, Rz 138 ff.  
412  BGE 139 I 72 E. 10.1.1 m.w.H., Publigroupe SA et al./WEKO; vgl. auch Botschaft KG 1995, BBl 1995 

468, 569. 

100 

 
 
 
 
 
 
 
382.  Demgegenüber  wird  bei  einem  Benachteiligungs-  bzw.  Ausbeutungsmissbrauch  die 
Marktgegenseite  benachteiligt,  indem  dieser  ausbeuterische  Geschäftsbedingungen  oder 
Preise aufgezwungen werden.413 

383.  In Art. 7 Abs. 2 KG hat der Gesetzgeber eine nicht abschliessende Liste von Verhaltens-
weisen aufgestellt, die das Verbot von Art. 7 Abs. 1 KG veranschaulichen bzw. konkretisieren 
soll.414 Die Tatbestände von Art. 7 Abs. 2 KG indizieren jedoch nicht per se einen Missbrauch. 
Dazu müssen immer die Kriterien der Generalklausel von Art. 7 Abs. 1 KG erfüllt sein.415  

384.  Wie es das Bundesgericht im Fall «Publigroupe» festgehalten hat, ist im Einzelfall an-
hand eines dualen Prüfungsmusters zu eruieren, ob ein Missbrauch vorliegt. In einem ersten 
Schritt ist zu prüfen, ob eine Verhaltensweise nach Art. 7 Abs. 2 KG eine Behinderung oder 
eine Benachteiligung i.S.v. Art. 7 Abs. 1 KG darstellt. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob 
dafür sachliche Gründe416 vorliegen. Ein Missbrauch liegt vor, wenn eine Behinderung oder 
eine  Benachteiligung  vorliegt  und  diese  nicht  durch  sachliche Gründe  gerechtfertigt  werden 
kann.417 

C.6.2  Diskriminierung von Handelspartnern 

C.6.2.1  Einleitung 

385.  Nachfolgend  wird  geprüft,  ob  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  durch  die  Gewährung  von 
Vorzugskonditionen an ihre Aktionärinnen und die Annahmerestriktionen gegenüber Nichtak-
tionären im Herbst 2020 ihre Kunden und Kundinnen in unzulässiger Weise ungleich behandelt 
und damit den Tatbestand der Diskriminierung von Handelspartnern i.S.v. Art. 7 Abs. 2 Bst. b 
i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG erfüllt hat.418 

386.  Wie erwähnt setzt dieser Tatbestand zusätzlich zum Vorliegen einer marktbeherrschen-
den Stellung das Vorliegen einer Behinderung oder Benachteiligung sowie die Abwesenheit 
von sachlichen Gründen voraus. Ob eine Behinderung oder Benachteiligung vorliegt, ist an-
hand der Tatbestandsmerkmale der Ungleichbehandlung, der Handelspartner und der Wett-
bewerbsbehinderung zu prüfen, welche nachfolgend erläutert werden.419 Diese 3 Tatbestands-
merkmale ergeben sich direkt aus dem Wortlaut von Art. 7 Abs. 2 Bst. b KG. Darüber hinaus 
muss geprüft werden, ob sachliche Gründe vorliegen.420 Deshalb müssen zusätzlich zum Vor-
liegen einer marktbeherrschenden Stellung die nachfolgend aufgeführten Tatbestandsmerk-
male erfüllt sein. 

413  BGE 139 I 72 E. 10.1.1 m.w.H., Publigroupe SA et al./WEKO. 
414  BGE 146 II 217 E. 4.2, Preispolitik Swisscom; BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 10.1.3, Naxoo; 
vgl. auch RPW 2012/3, 467 Rz 71, Erdgas Zentralschweiz AG; Botschaft KG 1995, BBl 1995 468, 
570.  

415  BGE 146 II 217 E. 4.2, Preispolitik Swisscom; BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 10.1.3, Naxoo; 
vgl. auch Botschaft KG 1995, BBl 1995 I 468, 570; RPW 2004/2, 368 Rz 57 Produktebündel „Talk & 
Surf“. 

416  Diese  werden  regelmässig  als  «legitimate  business  reasons»  bezeichnet;  vgl.  etwa  BGer 

2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 10.1.2, Naxoo. 

417  BGE 139 I 72 104 E. 10.1.2, Publigroupe SA et al./WEKO, m. w. H.; vgl. zum dualen Prüfmuster 

auch BGE 146 II 217 E. 4.2, Preispolitik Swisscom. 

418  Die  Schliessung  der  Deponie  Höli  für  Nichtaktionäre  im  Herbst  2020  kann  –  isoliert  betrachtet  – 
möglicherweise zusätzlich auch unter den Tatbestand der Verweigerung von Geschäftsbeziehungen 
nach Art. 7 Abs. 2 Bst. a KG subsumiert werden. Der Zugang zu einer Deponie ist unerlässlich, um 
auf den nachgelagerten Märkten wirksam konkurrenzieren zu können. Für die rechtliche Beurteilung 
und die Rechtsfolgen (Sanktion) spielt dies vorliegend jedoch keine Rolle.  

419  Vgl. z.B. RPW 2020/2, 572 Rz 844 ff., Geschäftskunden Preissysteme für adressierte Briefsendun-

gen. 

420  Vgl. z.B. BGE 146 II 217 236 f. E. 5.9, Swisscom AG und Swisscom (Schweiz) AG/WEKO. 

101 

 
 
 
 
 
 
 
−  Ungleichbehandlung: Es liegt eine Verhaltensweise vor, die bei gleichem Sachverhalt 
zu einer Ungleichbehandlung oder bei ungleichem Sachverhalt zu einer Gleichbehand-
lung führt. 

−  Handelspartner: Die Diskriminierung betrifft Handelspartner. 

−  Wettbewerbsbehinderung:  Durch  die  Verhaltensweise  werden  andere Unternehmen 
in der Aufnahme oder Ausübung des Wettbewerbs behindert oder die Marktgegenseite 
benachteiligt. 

−  Keine sachlichen Gründe: Die durch die Verhaltensweise bewirkte Ungleichbehand-

lung ist nicht sachlich gerechtfertigt. 

387.  Nachfolgend wird geprüft, ob die Verhaltensweisen der Deponie Höli Liestal AG die er-
wähnten 4 Tatbestandsmerkmale erfüllen. 

C.6.2.2  Ungleichbehandlung 

C.6.2.2.1  Voraussetzungen 

388.  Eine Ungleichbehandlung liegt vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen seine 
Handelspartner bei gleichem Sachverhalt ungleich behandelt oder bei ungleichem Sachverhalt 
gleich behandelt.421 Die zu vergleichenden Sachverhalte müssen dabei nicht identisch, son-
dern lediglich gleichwertig sein, was insbesondere dann der Fall ist, wenn sich die Ungleich-
behandlung auf gleichartige Produkte oder Dienstleistungen bezieht und sich die zu verglei-
chenden  Geschäfte  hinsichtlich  der  im  Geschäftsverkehr  als  erheblich  angesehenen 
Merkmale nicht wesentlich unterscheiden.422 

C.6.2.2.2  Subsumtion 

389.  Die Deponie Höli Liestal AG legte alljährlich 2 unterschiedliche Preise fest: Einen Preis 
für Nichtaktionäre und einen Preis für die Aktionärinnen. Ansonsten fand keine Preisdifferen-
zierung statt. Es gab zum Beispiel keinen Mengenrabatt, und auch die Preise für verschiedene 
Abfallarten  waren  die  gleichen.423  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  differenzierte  also  nicht  zwi-
schen verschiedenen Geschäften, die sich in Bezug auf die im Geschäftsverkehr als erheblich 
angesehenen  Merkmale  unterschieden  hätten.  Vielmehr  verlangte  sie  immer  den  gleichen 
Tonnenpreis, ausser wenn die Abfälle auf Rechnung einer Aktionärin angeliefert wurden. In 
diesem Fall verrechnete die Deponie Höli Liestal AG einen wesentlich tieferen Preis. Ausser-
dem zahlte sie ihren Aktionärinnen Ende Jahr zusätzlich mengenabhängige Rückvergütungen 
aus (Rz 227 ff.). 

390.  Durch diese Preispolitik behandelte die Deponie Höli Liestal AG selbst identische Anlie-
ferungen ungleich, je nachdem, ob sie dafür einer Aktionärin oder einem Nichtaktionär Rech-
nung stellte. Deshalb entsorgten manche Nichtaktionäre beträchtliche Abfallmengen auf Rech-
nung einer Aktionärin. Das Wechseln der Rechnungsadresse genügte dafür, dass die Deponie 
Höli Liestal AG statt des Listenpreises den wesentlich tieferen den Aktionärinnen vorbehalte-
nen Preis in Rechnung stellte (Rz 110 ff.). Damit steht fest, dass die Deponie Höli Liestal AG 

421  RPW 2008/4, 544 Rz 224, Tarifverträge Zusatzversicherung Kanton Luzern. 
422  RPW 2016/1, 195 Rz 459, Swissom WAN-Anbindung. Die Frage, ob die ungleich behandelten Han-
delspartner oder Handelspartnerinnen im Wettbewerb zueinander stehen, wird bei der Beurteilung 
des  Vorliegens  einer  Behinderung  oder  Benachteiligung  berücksichtigt  (Drittes  Tatbestandsmerk-
mal, Rz 385, dritter Spiegelstrich), nicht aber bei der Beurteilung, ob eine Ungleichbehandlung vor-
liegt. 

423  Einzige Ausnahme ist eine Ende 2014 beschlossene nur für unverschmutztes Aushubmaterial gel-

tende vorübergehende Preiserhöhung (Act. IV.15.3.24, Traktandum 5, Fussnote 276). 

102 

 
 
 
 
 
 
 
den gleichen Sachverhalt je nach Identität des Handelspartners ungleich behandelte. Das Tat-
bestandsmerkmal der Ungleichbehandlung ist somit erfüllt. 

391.  Eine Ungleichbehandlung liegt auch in Bezug auf die Annahmerestriktionen der Deponie 
Höli Liestal AG im Herbst 2020 vor. Die Deponie Höli war von Ende September 2020–Ende 
2020 für Nichtaktionäre – bis auf wenige Ausnahmen – geschlossen. Demgegenüber konnten 
die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG in diesem Zeitraum eine beträchtliche Menge 
Material deponieren (Rz 273 ff.). 

C.6.2.3  Handelspartner 

C.6.2.3.1  Voraussetzungen 

392.  Handelspartner sind insbesondere Personen, die im Verhältnis zum marktbeherrschen-
den Unternehmen auf einer vor- oder nachgelagerten Wirtschaftsstufe stehen und mit diesem 
im geschäftlichen Kontakt sind.424 Dabei ist unerheblich, ob ein Geschäft tatsächlich realisiert 
wird  oder  ob  es  aufgrund  der  Ungleichbehandlung  bereits  in  der  Anbahnungsphase  schei-
tert.425 

C.6.2.3.2  Subsumtion 

393.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  behandelte  ihre  Kundinnen  und  Kunden  ungleich.  Diese 
sind in verschiedenen nachgelagerten Märkten wie zum Beispiel im Baugewerbe oder in den 
Bereichen  Aushub,  Transport  und  Entsorgung  tätig.  Damit  ist  das  Tatbestandsmerkmal  der 
Handelspartner erfüllt. 

C.6.2.4  Wettbewerbsbehinderung 

C.6.2.4.1  Voraussetzungen 

394.  Eine Behinderung anderer Unternehmen in der Aufnahme oder Ausübung des Wettbe-
werbs liegt insbesondere dann vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen seine in vor- 
oder  nachgelagerten  Märkten  tätigen  Handelspartner  ungleich  behandelt  und  dadurch  der 
Wettbewerb  in  diesen  vor-  oder  nachgelagerten  Märkten  verfälscht  wird.426  Zur  Beurteilung 
des Vorliegens einer Wettbewerbsverfälschung ist die Wahrscheinlichkeit massgebend, dass 

424  Im vorliegenden Fall kann offengelassen werden, ob auch Unternehmen, die im gleichen Markt wie 
das  marktbeherrschende  tätigt  sind,  unter  den  Begriff  des  Handelspartners  subsummiert  werden 
können  (verneinend  z.B.  BSK  KG-AMSTUTZ/CARRON  (Fn  422),  Art.  7  N  155;  bejahend  z.B.  RPW 
2020/2, 572 Rz 852 ff., Geschäftskunden Preissysteme für adressierte Briefsendungen). Wie nach-
folgend gezeigt wird, führt die hier zu beurteilende Verhaltensweise nämlich zu einer Wettbewerbs-
behinderung im nachgelagerten Markt. 

425  BGE 139 I 72, 104f. E. 10.2.2, Publigroupe SA et al./WEKO; RPW 2016/1, 195 Rz 460, Swisscom 

WAN-Anbindung. 

426  Das  Bundesgericht  hält  im  Entscheid  «Publigroupe»  sinngemäss  fest,  dass  der  hauptsächliche 
Schutzzweck von Art. 7 Abs. 2 Bst. b KG darin bestehe, in vor- oder nachgelagerten Märkten tätige 
Handelspartner davor zu schützen, dass ihre Stellung im Wettbewerb durch Diskriminierung durch 
ein  marktbeherrschendes  Unternehmen  beeinträchtigt  werde.  BGE  139  I  72,  105  E. 10.2.2,  Pub-
ligroupe SA et al./WEKO. 

  Wie  bereits  in  Fussnote  424  dargelegt,  muss  im  vorliegenden  Fall  nicht  geklärt  werden,  ob  auch 
dann  eine  Wettbewerbsbehinderung  vorliegt,  wenn  die  zu  beurteilende  Verhaltensweise  geeignet 
ist, den Wettbewerb in demjenigen Markt zu beeinträchtigen, in welchem das marktbeherrschende 
Unternehmen selbst tätig ist. Wie nachfolgend gezeigt, führt die hier zu beurteilende Verhaltensweise 
nämlich zu einer Wettbewerbsbehinderung im nachgelagerten Markt. 

  Ebenfalls offen gelassen werden kann die Frage, ob ein reiner Ausbeutungsmissbrauch von Art. 7 
Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG vorliegt, da die zu beurteilende Verhaltensweise geeignet ist, den 
Wettbewerb im nachgelagerten Markt zu behindern. 

103 

 
 
 
 
 
 
 
die zu beurteilende Ungleichbehandlung zu einer Wettbewerbsverfälschung führt. Ein Nach-
weis tatsächlicher Auswirkungen ist hingegen nicht erforderlich.427 

C.6.2.4.2  Subsumtion 

395.  Die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG konnten in der Deponie Höli zu wesentlich 
günstigeren Preisen Abfälle entsorgen als ihre Konkurrentinnen. Der Rabatt auf den Listen-
preis belief sich im Durchschnitt der Jahre 2010–2020 auf rund Fr. 8.50 pro Tonne, während 
die Rückvergütung in diesem Zeitraum durchschnittlich rund 4 Franken pro Tonne betrug. Das 
entspricht  insgesamt  einem  Vorteil  von  rund  Fr.  12.50  pro  Tonne.  Dies  entspricht  mehr  als 
40 % des Preises, den die Deponie Höli Liestal AG den Nichtaktionären verrechnete (Listen-
preis inkl. VASA-Gebühr) (Rz 231 ff.). 

396.  Bei den Nichtaktionären, welche tatsächlich zum Listenpreis in der Deponie Höli Abfälle 
entsorgten, handelte es sich jedenfalls teilweise um direkte Konkurrentinnen der Aktionärinnen 
der  Deponie  Höli  Liestal  AG.  So  stehen  zum  Beispiel  sowohl  die  [F1]  als  auch  die  [F2]  im 
Wettbewerb mit  der  Aktionärin  [X].428  Diese  Unternehmen  holen  Bauabfälle  ab  und  bringen 
diese zu Deponien und Wiederverwertungsanlagen (Rz 103 ff.). 

397.  Neben  dem  genannten  Preisunterschied  hat  der  Anteil  der  Deponiegebühren  an  den 
insgesamt in den nachgelagerten Märkten anfallenden Kosten einen Einfluss auf die Beurtei-
lung  der  Wettbewerbsbeeinträchtigung.  Dieser  Anteil  fällt  je  nach  konkretem  Auftrag  unter-
schiedlich hoch aus. Bei Aufträgen zur Entsorgung von Bauabfällen nehmen die Deponiege-
bühren Typ B regelmässig eine wesentliche Grössenordnung an, weil Abfälle des Typs B in 
grossen  Mengen  anfallen  und  nur  teilweise  wiederverwertet  werden  können  und  weil  die 
Transportkosten im Vergleich zu den Deponiegebühren oft weniger stark ins Gewicht fallen 
(Rz 250 ff.). 

398.  Weil die Deponie Höli Liestal AG von Nichtaktionären deutlich höhere Preise verlangt als 
von ihren Aktionärinnen und weil die Deponiegebühren in den nachgelagerten Märkten jeden-
falls teilweise einen bedeutenden Anteil an den Gesamtkosten ausmachen, ist die vorliegende 
Ungleichbehandlung geeignet, den Wettbewerb auf diesen nachgelagerten Märkten zu beein-
trächtigen.  Muss zum  Beispiel  ein  Entsorgungsunternehmen  wesentlich höhere  Deponiege-
bühren bezahlen, ist es gezwungen, seinerseits höhere Preise für Aufträge für Transport und 
Entsorgung von Abfällen zu verlangen oder eine geringere Marge in Kauf zu nehmen. Somit 
werden Nichtaktionäre durch die im Vergleich zu den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal 
AG höheren Deponiegebühren in Aufnahme und Ausübung des Wettbewerbs in den der De-
ponierung nachgelagerten Märkten behindert. 

399.  Diese Behinderung hat zur Folge, dass die Aufträge in den nachgelagerten Märkten teil-
weise  nicht  an  das  kostengünstigste  Unternehmen  vergeben  werden.  Die  vorliegende  Un-
gleichbehandlung  ist  deshalb  geeignet,  den  Wettbewerb  in  diesen  Märkten  zu  verfälschen. 
Damit ist das Tatbestandselement der Wettbewerbsbehinderung erfüllt. 

400.  Dass Nichtaktionäre teilweise über Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu im Ver-
gleich zum Listenpreis tieferen Preisen deponieren konnten (Rz 110 ff.), ändert an dieser Be-
urteilung nichts. Auch diese Preise lagen selbst bei grossen Mengen immer noch deutlich über 
den  Preisen,  welche  die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  bezahlten  und  nur  den 
Aktionärinnen wurden Rückvergütungen ausbezahlt (Rz 110 ff.). Ausserdem konnten sich die 

427  BVGer, B-831/2011 vom 18.12.2018 E. 1207, Six Group AG, SIX Payment Services AG/WEKO; vgl. 
betreffend Art. 7 Abs. 2 Bst. f KG auch BGer, 2C_596/2019 vom 2.11.2022 E. 8.6, Zugang zur Dienst-
leistung der dynamischen Währungsumrechnung (DCC). 

428  Aufgrund der grossen von [der Aktionärin X] in der Deponie Höli entsorgten Abfallmengen ist mög-
licherweise ausserdem davon auszugehen, dass [die Aktionärin X] in manchen der nachgelagerten 
Märkte über eine starke Stellung verfügt (vgl. Rz 104). 

104 

 
 
 
 
 
 
 
Nichtaktionäre  nicht  darauf  verlassen,  über  eine  Aktionärin  deponieren  zu  können.  Die  ent-
sprechende Zusammenarbeit konnte vielmehr jederzeit von der Aktionärin aufgekündigt wer-
den (Rz 111).429 Die Deponie Höli Liestal AG selber gewährte den Nichtaktionärinnen jeden-
falls  keine  Rabatte  auf  den  Listenpreis.  Sie  selber  unternahm  keine  Vorkehrungen,  um  die 
Deponierung  durch  Nichtaktionäre  zu  unter  dem  Listenpreis  gelegenen Preisen  zu  ermögli-
chen (vgl. Rz 110). 

401.  Die Behauptung der Deponie Höli Liestal AG in einem «Gedankenspiel», Dritte würden 
mit den für ihre Aktionärinnen geltenden Preisen kalkulieren,430 ist im vorliegenden Markt nicht 
plausibel. Vielmehr ist wie erwähnt erwiesen, dass Nichtaktionäre selbst dann wesentlich mehr 
als die für die Aktionärinnen geltenden Preise bezahlten, wenn sie grosse Mengen über eine 
Aktionärin in der Deponie Höli entsorgten (Rz 110 ff.). Es wäre wenig sinnvoll, mit Preisen zu 
kalkulieren, die weit unter den tatsächlichen Preisen liegen. Da ausserdem die Zustimmung 
einer  Aktionärin  erforderlich  war,  um  über  diese  in  der  Deponie  Höli  entsorgen  zu  können, 
konnten sich Nichtaktionäre nur darauf verlassen, zu Listenpreisen in der Deponie Höli Abfälle 
entsorgen  zu  können.  Im  Herbst  2020  schränkte  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  selbst  diese 
Möglichkeit ein (Rz 273 ff.). 

402.  Die Deponie Höli Liestal AG räumt zumindest implizit ein, dass Nichtaktionäre einen we-
sentlichen Nachteil im Wettbewerb erleiden, wenn sie ihre Abfälle statt zu den Vorzugskondi-
tionen für Aktionärinnen zu den Listenpreisen entsorgen müssen (Rz 256). Trotzdem ist sie 
der  Auffassung,  die  Auswirkungen  der  Vorzugskondition  für  Aktionärinnen  seien  [gering  bis 
nicht  existent].431  Als  Begründung  bringt  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  im  Wesentlichen  vor, 
Nichtaktionäre könnten auf andere Deponien ausweichen. Dort könnten sie zu ähnlichen Prei-
sen deponieren wie die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG bei der Deponie Höli.432 

403.  Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Vorliegend ist erwiesen, dass Nichtaktio-
näre nicht ohne Weiteres auf andere Deponien ausweichen können. Andere Deponien sind 
gemessen an ihren Annahmemengen wesentlich kleiner als die Deponie Höli. Schon dadurch 
sind die entsprechenden Ausweichmöglichkeiten beschränkt. Ausserdem sind sie jedenfalls 
teilweise nicht für alle Unternehmen zugänglich, und schon gar nicht zu Preisen, die mit den 
Vorzugskonditionen  der  Aktionärinnen  bei  der  Deponie  Höli  vergleichbar  wären.  Würde  die 
gegenteilige Behauptung der Deponie Höli Liestal AG zutreffen, hätten Nichtaktionäre wie zum 
Beispiel die [F3]  oder die [F2]  nicht grosse Mengen an Abfällen in der Deponie Höli zu Preisen 
entsorgt, die deutlich über den von den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG bezahlten 
Preisen lagen (vgl. Rz 259 ff.). 

404.  Die Deponie Höli Liestal AG bringt weiter vor, das Beispiel der im Jahr 2009 gegründeten 
KieferTrans  GmbH  zeige,  dass  die  Vorzugskonditionen  für  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli 
kaum Wettbewerbsverzerrungen bewirkt hätten. Dieses Unternehmen habe mit 3 Lastwagen 
angefangen und verfüge heute über eine Fahrzeugflotte von 22 Fahrzeugen.433 

405.  Dieser Auffassung kann aus den folgenden Gründen nicht gefolgt werden: 

−  Die KieferTrans GmbH ist in verschiedenen Märkten tätig. Sie bietet zum Beispiel Leis-
tungen  wie  Spezialtransporte,  Containertransporte,  Baustellenbetrieb  oder  Werkstatt-
leistungen an.434 In vielen dieser Märkte führen die höheren Gebühren der Deponie Höli 

429  Gleiches gilt auch für die Möglichkeit, im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft mit einer Aktionärin der 
Deponie Höli Liestal AG Abfälle in der Deponie Höli zu entsorgen (vgl. die entsprechenden Vorbrin-
gen der Deponie Höli Liestal AG in Act. IV.8, Rz 54, Punkt 3). 

430  Act. V.25, Rz 106. 
431  Act. IV.8, Rz 54. 
432  Vgl. z.B. Act. IV.22, Rz 32; Act. III.1, Zeilen 346–354; Act. IV.8, Rz 54. 
433  Act. IV.22, Rz 37. 
434  <www.kiefertrans.ch/Dienstleistungen.htm> (23.11.2022). 

105 

 
 
 
 
 
 
 
für Nichtaktionäre nicht zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs, weil dort keine re-
levanten Mengen an Abfällen des Typs B entsorgt werden müssen. Es handelt sich da-
bei also nicht um Märkte, die dem Markt für die Entgegennahme nichtwiederverwertba-
rer  Abfälle  des  Typs  B  nachgelagert  sind.  Deshalb  können  aus  dem  Wachstum  der 
KieferTrans GmbH keine Rückschlüsse in Bezug auf die Beeinträchtigung des Wettbe-
werbs in solchen nachgelagerten Märkten gezogen werden. 

−  Selbst in Märkten, in welchen die Deponiegebühren eine wesentliche Rolle spielen, gibt 
es auch noch andere Faktoren, welche einen Einfluss auf den Unternehmenserfolg ha-
ben (z.B. die interne Organisation, vgl. Rz 266). Deshalb ist es grundsätzlich möglich, 
dass selbst ein im Wettbewerb behindertes Unternehmen erfolgreich ist, wenn dieses in 
Bezug auf andere Wettbewerbsparameter besonders konkurrenzfähig ist. Trotzdem liegt 
auch in diesem Fall eine Wettbewerbsbeeinträchtigung vor: Ein solches Unternehmen 
könnte ohne die Beeinträchtigung noch wesentlich erfolgreicher sein. Auch aus diesem 
Grund steht das mutmassliche Wachstum der KieferTrans GmbH nicht im Widerspruch 
zur festgestellten Eignung der Vorzugskonditionen für Aktionärinnen der Deponie Höli 
Liestal AG, den Wettbewerb zu beeinträchtigen. 

406.  Weiter bringt die Deponie Höli Liestal AG vor, der Wettbewerbsnachteil eines nicht inte-
grierten Unternehmens führe nicht zwingend zu einer Wettbewerbsbeeinträchtigung. Solange 
der Wettbewerb zwischen «Deponiegruppen» stark genug sei, seien keine «Verzerrungen» zu 
erwarten.435 Unter Deponiegruppen scheint die Deponie Höli Liestal AG Gruppen von Unter-
nehmen zu verstehen, die über eine eigene Deponie verfügen. Dazu ist Folgendes festzuhal-
ten: Im Vergleich zur Deponie Höli sind die anderen Deponien gemessen an den angenom-
menen  Mengen  deutlich  kleiner.  Allein  schon  deshalb  ist  der  Wettbewerb  zwischen 
«Deponiegruppen»  eingeschränkt.  Ein  Indiz  dafür  ist  unter  anderem  die  aussergewöhnlich 
hohe Marge der Deponie Höli Liestal AG (Rz 219 ff.). Ausserdem waren Neueintritte in den 
Markt für die Entgegennahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B kaum möglich 
(Rz  29 ff.).  Wenn  nur  Unternehmen  mit  eigener  Deponie  im  Wettbewerb  bestehen  können, 
können nur noch sehr wenige Unternehmen in den nachgelagerten Märkten konkurrieren. Da-
bei handelt es sich nicht unbedingt um diejenigen Unternehmen, welche die in den nachgela-
gerten Märkten zu erbringenden Leistungen (z.B. Transport und Logistik) besonders kosten-
günstig erbringen können. Aus diesen Gründen ist nicht ersichtlich, inwiefern der Wettbewerb 
zwischen «Deponiegruppen» verhindern könnte, dass der Wettbewerb in den nachgelagerten 
Märkten durch die vorliegend zu beurteilenden Verhaltensweisen beeinträchtigt wird. 

407.  Schliesslich bringt die Deponie Höli Liestal vor, die in der Deponie Höli jährlich entsorg-
ten Abfallmengen seien zwischen 2011 und 2019 um das 2,3-fache angestiegen. Diese Zu-
nahme sei aber nicht alleine auf die Aktionärinnen der Deponie Höli zurückzuführen. Deshalb 
könne von einer Wettbewerbsverfälschung keine Rede sein.436 Dazu ist Folgendes festzuhal-
ten: Gemäss Angaben der Deponie Höli Liestal AG deponierten im Jahr 2011 Nichtaktionäre 
52 365  Tonnen  Abfälle  in  der  Deponie  Höli  auf  eigene  Rechnung.  Im  Jahr  2019  waren  es 
43 377 Tonnen. Die von den Nichtaktionären auf eigene Rechnung deponierten Mengen san-
ken also um mehr als 15 %. Im gleichen Zeitraum stiegen die von den Aktionärinnen in der 
Deponie Höli entsorgten Mengen von 167 354 Tonnen im Jahr 2011 auf 671 409 Tonnen im 
Jahr 2019, was einem Anstieg um mehr als 300 % entspricht.437 Der gesamte Anstieg ist also 
auf die auf Rechnung der Aktionärinnen entsorgten Mengen zurückzuführen. Die von Nichtak-
tionären über eine Aktionärin entsorgten Mengen sind nicht bekannt. Deshalb ist über die Ver-
änderung dieser Mengen keine Aussage möglich. Trotzdem sind die genannten Mengenent-
wicklungen jedenfalls kein Indiz für eine fehlende Beeinträchtigung des Wettbewerbs in den 
nachgelagerten Märkten. Die Aktionärinnen profitierten selbst dann von den Vorzugskonditio-
nen, wenn ihre Konkurrentinnen ihre Abfälle über sie in der Deponie Höli entsorgten. Dieser 

435  Act. V.25, Rz 103. 
436  Act. V.25, Rz 148. 
437  Act. IV.8, Beilage 30. 

106 

 
 
 
 
 
 
 
Zugang stand ihren Konkurrentinnen nur dann offen, wenn die Aktionärinnen damit einverstan-
den waren. 

408.  Aus diesen Gründen bleibt es dabei, dass die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen der 
Deponie Höli Liestal AG geeignet waren, den Wettbewerb in den der Deponierung nachgela-
gerten Märkten zu beeinträchtigen. Damit ist das Tatbestandelement der Wettbewerbsbehin-
derung erfüllt. 

409.  Erst recht eine Wettbewerbsbehinderung stellten die Annahmerestriktionen gegenüber 
Nichtaktionären im Herbst 2020 dar. Von Ende September 2020–Ende Dezember 2020 wur-
den  die  Vorzugskonditionen  für  Aktionärinnen  durch  die  Schliessung  der  Deponie  Höli  für 
Nichtaktionäre überlagert. In diesem Zeitraum konnten die Nichtaktionäre – unabhängig vom 
Preis – im Wesentlichen gar nicht mehr deponieren (Rz 284 ff.). Insofern verstärkte die Schlies-
sung der Deponie Höli für Nichtaktionäre im Herbst 2020 diejenigen Auswirkungen, die zuvor 
bereits durch die Vorzugskonditionen eingetreten waren.  

C.6.2.5  Keine sachlichen Gründe 

C.6.2.5.1  Voraussetzungen 

410.  Eine  Ungleichbehandlung  ist  nur  dann  unzulässig,  wenn  dafür  kein  sachlicher  Grund 
vorliegt. Solche Gründe liegen insbesondere dann vor, wenn sich das betreffende Unterneh-
men auf kaufmännische Grundsätze (z.B. Verlangen der Zahlungsfähigkeit des Vertragspart-
ners) stützen kann.438 Sachliche Gründe zur Rechtfertigung eines Behinderungs- oder eines 
Ausbeutungsmissbrauchs müssen vom marktbeherrschenden Unternehmen hinreichend sub-
stantiiert werden.439 

411.  Bei der Prüfung, ob eine allfällige Diskriminierung i.S.v. Art. 7 Abs. 2 Bst. b KG aus sach-
lichen Gründen gerechtfertigt ist, ist zu beachten, dass bereits unter dem Tatbestandsmerkmal 
der  Ungleichbehandlung  geprüft  wurde,  ob  die  ungleich  behandelten  Geschäfte  äquivalent 
sind.  Unterscheiden  sich  zum  Beispiel  2  Kundeninnen  bezüglich  ihrer  Zahlungsfähigkeit, 
würde es sich nicht um äquivalente Geschäfte handeln. Diese Prüfung muss an dieser Stelle 
nicht erneut durchgeführt werden. 

412.  Ausserdem  ist  zu  beachten,  dass  die  Branchenüblichkeit  einer  Verhaltensweise  kein 
sachlicher Grund ist. Verhalten sich zahlreiche Unternehmen einer Branche ähnlich, kann das 
zwar ein Indiz dafür sein, dass sachliche Gründe für das beobachtete Verhalten vorliegen, zum 
Beispiel, weil durch das beobachtete Verhalten Kosteneinsparungen erzielt werden können. 
Die Branchenüblichkeit allein ist zur Rechtfertigung aber nicht hinreichend. 

413.  Unabhängig vom konkreten Grund kann ein Verhalten eines marktbeherrschenden Un-
ternehmens nur dann gerechtfertigt werden, wenn der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ge-
wahrt wird. Insbesondere darf keine ebenso gut zur Erreichung des sachlichen Grunds geeig-
nete  Verhaltensweise zur  Verfügung  stehen,  welche  sich  weniger  wettbewerbsverfälschend 
auswirkt (kein milderes Mittel).440 

C.6.2.5.2  Subsumtion 

414.  Nachfolgend werden die durch die Deponie Höli Liestal AG vorgebrachten sowie weitere 
in Frage kommende sachliche Gründe einzeln beurteilt. 

438 Für weitere mögliche sachliche Gründe vgl. z.B. RPW 2014/4, 687 Rz 124, Preispolitik SDA. 
439  BGE  146  II  217  228  E.  4.2,  Swisscom  AG  und  Swisscom  (Schweiz)  AG/WEKO,  m.w.H.; 

BGer 2C_395/2021 vom 9.5.2023, E. 10.4.31, Naxoo. 

440  RPW 2014/4, 687 Rz 125, Preispolitik SDA; RPW 2011/1, 165 Rz 409 m.w.H., SIX/Terminals mit 

Dynamic Currency Conversion (DCC). 

107 

 
 
 
 
 
 
 
415.  Anreiz zur Anlieferung von Abfällen: Die Deponie Höli Liestal AG bringt vor, bei den 
Vorzugskonditionen für Aktionärinnen handle es sich um ein [Anreizsystem], welches die Ak-
tionärinnen dazu motivieren soll, ausreichend grosse Mengen in der Deponie Höli zu entsor-
gen.441 Es handle sich dabei um «eine Art Mengenrabatt». Die Aktionärinnen würden schliess-
lich auch «mit Abstand am meisten Material» liefern.442 

416.  Da  die  Vorzugskonditionen  für  Aktionärinnen  ausschliesslich  vom  Aktionärsstatus  der 
Kundinnen und gerade nicht von der angelieferten Menge abhängig waren, handelt es sich 
dabei nicht um einen Mengenrabatt. Nichtaktionäre erhielten selbst dann keine Rabatte oder 
Rückvergütungen von der Deponie Höli Liestal AG, wenn sie grössere Mengen als gewisse 
Aktionärinnen in der Deponie Höli entsorgten (Rz 114). 

417.  Tiefe Preise sind zwar grundsätzlich geeignet, einen Anreiz zur Anlieferung grosser Ab-
fallmengen zu schaffen. Eine Ungleichbehandlung von Aktionärinnen und Nichtaktionären ist 
dazu aber nicht erforderlich. Tiefe Preise für alle Kundinnen und Kunden wären genauso ge-
eignet gewesen, das Ziel der Sicherstellung ausreichender Anliefermengen zu erreichen. Des-
halb waren die Vorzugskonditionen für Aktionärinnen nicht notwendig zur Schaffung eines An-
reizes  zur  Anlieferung  von  Abfall  in  die  Deponie  Höli.  Aus  diesem  Grund  kann  damit  die 
festgestellte Ungleichbehandlung nicht gerechtfertigt werden. 

418.  Wettbewerbsfähigkeit  der  Aktionärinnen:  Des  Weiteren  bringt  die  Deponie  Höli 
Liestal AG vor, sie habe durch die Gewährung von Vorzugskonditionen an ihre Aktionärinnen 
sicherstellen  wollen,  dass  diese  zu  gleichen  Preisen  wie  ihre  Konkurrentinnen  deponieren 
könnten.443 

419.  Es ist nicht bekannt, zu welchen Preisen die Aktionärinnen anderer im relevanten Markt 
gelegener  Deponien  des  Typs  B  auf  den  eigenen  Deponien  entsorgen  können.  Möglicher-
weise kommen diese ebenfalls in den Genuss von Vorzugskonditionen. Selbst in diesem Fall 
sind die Vorzugskonditionen der Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG aber nicht notwen-
dig, um sicherzustellen, dass diese zu ähnlichen Preisen entsorgen können wie die Aktionä-
rinnen anderer Deponien. Dieses Ziel hätte die Deponie Höli Liestal AG auch dadurch errei-
chen können, dass sie die Preise für alle Kundinnen und Kunden so festgelegt hätte, dass alle 
zu im Vergleich zu den Aktionärinnen anderer Deponien ähnlichen Preisen hätten deponieren 
können. Die Vorzugskonditionen sind deshalb nicht das mildeste Mittel zur Sicherstellung der 
Wettbewerbsfähigkeit der Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG. Aus diesem Grund kann 
die vorliegende Ungleichbehandlung nicht durch das Ziel der Sicherstellung der Wettbewerbs-
fähigkeit der Aktionärinnen gerechtfertigt werden. 

420.  Entschädigung für unternehmerisches Risiko: Die vorliegende Ungleichbehandlung 
kann nicht durch die Entschädigung des unternehmerischen Risikos gerechtfertigt werden: Mit 
der Ausschüttung von Dividenden liegt ein für dieses Ziel besser geeignetes Instrument vor, 
durch welches der Wettbewerb nicht beeinträchtigt wird. Dividenden werden im Gegensatz zu 
den Vorzugskonditionen proportional zum eingebrachten Kapital und damit proportional zum 
eingegangenen Risiko ausbezahlt. Deshalb sind Dividenden besser geeignet, das unterneh-
merische Risiko abzugelten. Ausserdem wird durch die Auszahlung der Dividenden der Wett-
bewerb nicht beeinträchtigt, weil die Dividenden nicht von der deponierten Menge abhängig 
sind. Deshalb führt die Auszahlung von Dividenden im Gegensatz zur Gewährung von men-
genabhängigen Vorzugskonditionen zu keiner Beeinträchtigung des Wettbewerbs. Aus diesen 
Gründen sind die Vorzugskonditionen nicht notwendig, um das unternehmerische Risiko ab-
zugelten – dafür steht mit der Auszahlung von Dividenden ein milderes Mittel zur Verfügung. 444 

441  Act. IV.8, Rz 53; Act. III.3, Zeilen 331–339 
442  Act. III.1, Zeilen 334–340. 
443  Act. III.1, Zeilen 357–358; Vgl. auch Act. IV.5, Zeilen 113–114. 
444  Zur Beurteilung der Abgeltung des unternehmerischen Risikos als sachlicher Grund für Vorzugskon-

ditionen für Aktionärinnen vgl. RPW 2012/3, 468 Rz 85, Erdgas Zentralschweiz AG. 

108 

 
 
 
 
 
 
 
Die vorliegende Ungleichbehandlung kann deshalb nicht mit der Entschädigung für das unter-
nehmerische Risiko gerechtfertigt werden. 

421.  Branchenüblichkeit:  Neben  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  gewähren  möglicherweise 
auch andere Deponien ihren Aktionärinnen Vorzugskonditionen oder schränken den Zugang 
zu ihren Deponien über Kontingente sogar noch stärker ein (vgl. Rz 119). Trotzdem handelt 
es sich dabei nicht um ein Indiz dafür, dass die Vorzugskonditionen aus betrieblichen Gründen 
erforderlich wären, insbesondere deshalb nicht, weil die bevorzugten Aktionärinnen in der Re-
gel hauptsächlich in den nachgelagerten Märkten tätig sind. Deshalb könnte selbst bei weiter 
Verbreitung von Vorzugskonditionen nicht gefolgert werden, dass diese zur Senkung der Kos-
ten oder der Sicherstellung der erforderlichen Anliefermengen erforderlich sind. Vielmehr liegt 
der  Zweck  dieser  Vorzugskonditionen  mutmasslich  eher  darin,  den  Aktionärinnen  auf  den 
nachgelagerten Märkten  einen  Vorteil  zu  verschaffen (vgl.  Rz  241 ff.). Aus  diesen  Gründen 
ergeben sich selbst dann keine Anhaltspunkte für das Vorliegen eines sachlichen Grunds zur 
Rechtfertigung der Vorzugskonditionen, wenn solche in der Branche weit verbreitet wären. 

422.  Sachliche Gründe sind auch in Bezug auf die Annahmerestriktionen gegenüber Nichtak-
tionären im Herbst 2020 nicht gegeben. Es ist zwar nachvollziehbar, dass die Deponie Höli 
Liestal AG angesichts der sich anbahnenden Erschöpfung der verfügbaren Auffüllmenge 
im  Herbst  2020  auf  Druck  der  kantonalen  Behörden  eine  Mengenbegrenzung  einführte 
(700 000  Tonnen;  vgl.  Rz 285).  Sie  hat  jedoch  anschliessend  das  verfügbare  Restvolumen 
fast ausschliesslich den Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG vorbehalten und die Depo-
nie für Nichtaktionäre – bis auf wenige Ausnahmen – geschlossen. Die Schliessung der De-
ponie für Nichtaktionäre von Ende September–Ende Dezember 2020 war für die Einhaltung 
der Mengenbegrenzung nicht erforderlich. Vielmehr hätte dies etwa auch mit einer Kontingen-
tierung, die nicht an den Aktionärsstatus anknüpft, erreicht werden können. 

423.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine sachlichen Gründe für die vorliegende 
Ungleichbehandlung von Aktionärinnen und Nichtaktionären ersichtlich sind. 

C.6.3  Zwischenergebnis 

424.  Sämtliche Tatbestandsmerkmale der Diskriminierung von Handelspartnern i.S.v. Art. 7 
Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG sind erfüllt. Ausserdem verfügt die Deponie Höli Liestal 
AG über eine marktbeherrschende Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG. Folglich handelt es sich 
bei der Gewährung von Vorzugskonditionen an Aktionärinnen durch die Deponie Höli Liestal 
AG  um  eine  unzulässige  Verhaltensweise  eines marktbeherrschenden  Unternehmens  i.S.v. 
Art. 7 KG. 

C.7  Beweisanträge der Deponie Höli Liestal AG 

425.  Mit Schreiben vom 15. März 2023 beantragte die Deponie Höli Liestal AG  die Einver-
nahme  von  nicht  näher  bezeichneten  Vertreterinnen  oder  Vertretern  des  Kantons  Basel-
Landschaft.445 Diese seien insbesondere zu den folgenden Fragen einzuvernehmen: 

−  Weshalb wurde der Deponie Höli die Hauptlast der Deponierung aufgegeben, während 

andere Deponien ihr Deponievolumen der hohen Nachfrage entziehen konnten? 

−  Weshalb gaben Preisdifferenzierungen bzw. tiefere Deponiepreise bei anderen Depo-

nien keinen Anlass zu politischer Einflussnahme? 

426.  Des Weiteren beantragte die Deponie Höli Liestal AG ebenfalls mit Schreiben vom 15. 
März 2023 die Einvernahme von nicht näher bezeichneten Vertreterinnen oder Vertretern der 

445  Act. V.23. 

109 

 
 
 
 
 
 
 
Deponien  Strickrain  und  Bruggtal.446  Diese  seien  zu  den  folgenden  Fragen  einzuverneh-
men: 

−  Verlangten die genannten Deponien bei nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B 

je nach Anlieferer unterschiedliche Preise? 

−  Weshalb  konnten  die  genannten  Deponien  den  Zugang  zu  ihren  Deponien  stark  ein-
schränken bzw. das an und für sich verfügbare Deponievolumen dem Markt entziehen? 

−  Die genannten Deponien seien zur Antwort des Kantons Basel-Landschaft auf die Inter-
pellation  2021/549  von  [N17]  im  Landrat  des  Kantons  Basel-Landschaft  «Höli  ist  ge-
schlossen – wohin mit dem Material» zu befragen. Der Kanton Basel-Landschaft habe 
in  seiner  Beantwortung  der  genannten  Interpellation  festgehalten,  dass  die  Deponien 
Strickrain und Bruggtal «die Mengen der Deponie Höli aus betrieblichen und technischen 
Gründen bei weitem nicht aufnehmen» könnten. Die Deponien Strickrain und Bruggtal 
hätten gemäss Angaben des Kantons Basel-Landschaft gemessen an den jährlich in der 
Deponie Höli entsorgten Abfallmengen über erhebliche Reserven verfügt. Deshalb sei 
die zitierte Aussage des Kantons in seiner Beantwortung der genannten Interpellation 
wenig plausibel. 

427.  Ob einem Beweisantrag stattzugeben ist, beurteilt sich nach Art. 33 VwVG.447 Danach 
nimmt die Behörde oder das Gericht die ihr angebotenen Beweise ab, wenn diese zur Abklä-
rung des Sachverhaltes tauglich erscheinen. 

428.  Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist die Ungleichbehandlung von Aktionärin-
nen und Nichtaktionären durch die Deponie Höli Liestal AG in Bezug auf Deponiepreise und 
die Annahme von Abfällen. Angeblich ähnliche Verhaltensweisen anderer Deponien sind hin-
gegen  nicht  Gegenstand  der  Untersuchung.  Auch  die  angebliche  Ungleichbehandlung  ver-
schiedener Deponien durch den Kanton Basel-Landschaft als Standortkanton oder angeblich 
widersprüchliche Aussagen des Kantons Basel-Landschaft sind nicht Gegenstand der vorlie-
genden Untersuchung. 

429.  Zur Beurteilung der Ungleichbehandlung von Aktionärinnen und Nichtaktionären durch 
die  Deponie  Höli  Liestal  AG  sind  nicht  nur  die  zu  beurteilenden  Verhaltensweisen,  sondern 
auch die Markstellung der Deponie Höli Liestal AG massgebend. Auch der diesbezüglich re-
levante Sachverhalt wurde bereits rechtsgenüglich im Antrag des Sekretariats vom 14. Feb-
ruar 2023 festgestellt. Insbesondere sind dazu keine weiteren Angaben zu den maximal mög-
lichen Annahmemengen anderer Deponien erforderlich. Aus Sicht der Marktgegenseite sind 
nicht  die  maximal  möglichen,  sondern  die  tatsächlich  dem  Markt  zur  Verfügung  stehenden 
Mengen massgebend (vgl. Rz 356). 

430.  Aus diesen Gründen sind die beantragten Einvernahmen nicht geeignet, den vorliegend 
relevanten Sachverhalt zu klären. Deshalb kann den obgenannten Beweisanträgen der Depo-
nie Höli Liestal AG nicht stattgegeben werden. 

446  Act. V.23. 
447  Bundesgesetz  vom  20.12.1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021). 

110 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
D 

Massnahmen 

D.1 

Einleitung 

431.  Nach Art. 30 Abs. 1 KG entscheidet die WEKO über die zu treffenden Massnahmen oder 
die  Genehmigung  einer einvernehmlichen  Regelung. Massnahmen  in  diesem  Sinn  sind  so-
wohl  Anordnungen  zur  Beseitigung  von  unzulässigen  Wettbewerbsbeschränkungen 
(Rz 432 f.) als auch monetäre Sanktionen (Rz 434 ff.). 

D.2  Anordnung von Massnahmen 

432.  Liegt eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung vor, so kann die WEKO Massnahmen 
zu  deren  Beseitigung  anordnen,  indem sie  den  betroffenen  Parteien  die sanktionsbewehrte 
Pflicht zu einem bestimmen Tun (Gebot) oder Unterlassen (Verbot) auferlegt. Solche Gestal-
tungsverfügungen haben dem Verhältnismässigkeitsprinzip zu entsprechen. 

433.  Die Deponie Höli Liestal AG hat die vorliegend zu beurteilenden Verhaltensweisen vor 
Untersuchungseröffnung und ohne Intervention der Wettbewerbsbehörden aufgegeben (vgl. 
Rz 465).  Zudem  hat  sie  Selbstanzeige  erstattet  und  glaubwürdig  ihre  Absicht  erklärt,  auch 
künftig  den  Deponiebetrieb  kartellrechtskonform  zu  gestalten.  Anzeichen  für  eine  konkrete 
Wiederholungsgefahr bestehen nicht. Daher verzichtet die Behörde, Massnahmen zur Besei-
tigung  oder  Verhinderung  von (künftigen)  unzulässigen  Wettbewerbsbeschränkungen  anzu-
ordnen.448 

D.3 

Sanktionierung 

D.3.1  Vorbemerkungen 

434.  Aufgrund ihrer ratio legis sollen die in Art. 49a ff. KG vorgesehenen Verwaltungssankti-
onen – und dabei insbesondere die mit der Revision 2003 eingeführten direkten Sanktionen 
bei  den  besonders  schädlichen  kartellrechtlichen  Verstössen  –  die  wirksame  Durchsetzung 
der  Wettbewerbsvorschriften  sicherstellen  und  mittels  ihrer  Präventivwirkung  Wettbewerbs-
verstösse verhindern.449 Direktsanktionen können nur zusammen mit einer Endverfügung, wel-
che  die  Unzulässigkeit  der  fraglichen  Wettbewerbsbeschränkung  feststellt,  verhängt  wer-
den.450 

435.  Aufgrund der Sanktionierbarkeit handelt es sich beim Kartellverfahren um ein Administ-
rativverfahren mit strafrechtsähnlichem Charakter, nicht jedoch um reines Strafrecht. Die ent-
sprechenden Garantien von Art. 6 und 7 EMRK und Art. 30 bzw. 32 BV sind demnach grund-
sätzlich im gesamten Verfahren anwendbar; über deren Tragweite ist jeweils bei der Prüfung 
der einzelnen Garantien zu befinden.451 

436.  Bei  der  Gewährung  von  Vorzugskonditionen  an  die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli 
Liestal AG sowie den Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 han-
delt es sich um einen Tatkomplex. Daher ist nicht von mehreren Verstössen gegen Art. 7 KG 
auszugehen,  sondern  von  einer  Zuwiderhandlung  (Rz 377).  Nachfolgend  wird  zunächst  ge-
prüft, ob die Voraussetzungen für eine Sanktionierung i.S.v. Art. 49a KG erfüllt sind und der 

448  Vgl. BVGer, B-7756/2015 vom 16.8.2022 E. 12.5, autoweibel ag/WEKO. 
449 Botschaft vom 7.11.2001 über die Änderung des Kartellgesetzes, BBl 2002 2022, insb. 2023, 2033 ff. 

und 2041. 

450 BBl 2002 2022, 2034. 
451  BGE  139  I  72,  78 ff.  E. 2.2.2,  Publigroupe  SA  et  al./WEKO;  BGer,  2C_596/2019  vom  2.11.2022 
E. 6.4.1, Zugang zur Dienstleistung der dynamischen Währungsumrechnung (DCC); BVGer, RPW 
2013/4, 798 ff. E. 14, Gaba/WEKO; BVGer, RPW 2013/4, 835 ff. E. 12, Gebro/WEKO.  

111 

 
 
 
 
 
 
 
Verstoss der Deponie Höli Liestal AG zugerechnet werden kann. Anschliessend wird die Sank-
tion berechnet. 

D.3.2  Voraussetzungen 

D.3.2.1  Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG 

437.  Die Belastung einer Verfahrenspartei mit einer Sanktion setzt voraus, dass sie den Tat-
bestand von Art. 49a Abs. 1 KG erfüllt hat. Danach wird ein Unternehmen, welches an einer 
unzulässigen Abrede nach Art. 5 Abs. 3 bzw. 4 KG beteiligt ist oder marktbeherrschend ist und 
sich nach Art. 7 KG unzulässig verhält, mit einer Sanktion belastet. Daraus ergeben sich fol-
gende Voraussetzungen: 

−  Es müssen unzulässige Verhaltensweisen im Sinne von Art. 49a Abs. 1 KG vorliegen 

(Rz 438); 

−  Die unzulässigen Verhaltensweisen müssen von einem Unternehmen im Sinne des Kar-

tellgesetzes begangen worden sein (Rz 439). 

438.  Die Gewährung von Vorzugskonditionen und die Annahmerestriktionen der marktbeherr-
schenden Deponie Höli Liestal AG im Herbst 2020 gegenüber Nichtaktionären verstossen ge-
gen Art. 7 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG. Damit liegt eine unzulässige Verhaltensweise 
im Sinne von Art. 49a Abs. 1 KG vor. 

439.  Die unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen, auf welche Art. 49a Abs. 1 KG Bezug 
nimmt, müssen von einem «Unternehmen» begangen werden. Für den Unternehmensbegriff 
wird auf Art. 2 Abs. 1 und 1bis KG abgestellt.452 Die Deponie Höli Liestal AG ist zum Tatzeit-
punkt als Unternehmen im Sinne von Art. 2 Abs. 1 und 1bis KG zu qualifizieren (vgl. Rz 309). 

D.3.2.2  Vorwerfbarkeit 

440.  Das Verschulden im Sinne von Vorwerfbarkeit stellt gemäss Rechtsprechung das sub-
jektive Tatbestandsmerkmal von Art. 49a Abs. 1 KG dar.453 Massgebend für das Vorliegen von 
Verschulden  im  Sinne  von  Vorwerfbarkeit  ist  gemäss  dieser  Rechtsprechung  ein  objektiver 
Sorgfaltsmangel bzw. ein Organisationsverschulden, an dessen Vorliegen jedoch keine allzu 
hohen Anforderungen zu stellen sind.  

441.  Ist ein Kartellrechtsverstoss nachgewiesen, so ist im Regelfall auch ein objektiver Sorg-
faltsmangel  bzw.  ein  Organisationsverschulden  gegeben.  Nur  in  seltenen  Fällen  wird  keine 
Vorwerfbarkeit vorliegen; so möglicherweise wenn der durch einen Mitarbeitenden ohne Or-
ganstellung begangene Kartellrechtsverstoss innerhalb des Unternehmens nicht bekannt war 
und auch mit einer zweckmässigen Ausgestaltung der Organisation nicht hätte bekannt wer-

452 Vgl. BGE 146 II 217 E. 8.5.1, Preispolitik Swisscom; RPW 2017/3, 454 Rz 260, Hoch- und Tiefbau-
leistungen Münstertal; Entscheid der WEKO vom 26.3.2018, Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin 
I, Rz 733, abrufbar unter <www.weko.admin.ch> unter Aktuell > letzte Entscheide (30.11.2018). 
453  BGE  146  II  217  E. 8.5.2,  Preispolitik  Swisscom;  BGer,  2C_484/2010  vom  29.6.2012  E. 12.2.2  (= 
RPW 2013/1, 135; nicht publizierte Erwägung in BGE 139 I 72), Publigroupe SA et al./WEKO. Vgl. 
zur  Entwicklung  der  Rechtsprechung  hinsichtlich  Vorwerfbarkeit:  RPW  2006/1,  169 ff.  Rz 197 ff., 
Flughafen  Zürich  AG  (Unique);  BVGer,  RPW  2007/4,  672  E. 4.2.6,  Flughafen  Zürich  AG  (Uni-
que)/WEKO;  RPW  2011/1,  189  Rz 557,  Fn 546,  SIX/DCC;  RPW  2007/2,  232 ff.  Rz 306 ff.,  insb. 
Rz 308  und  314,  Richtlinien  des  Verbandes  schweizerischer  Werbegesellschaften  VSW  über  die 
Kommissionierung von Berufsvermittlern; BVGer, RPW 2010/2, 363 E. 8.2.2.1, Publigroupe SA und 
Mitbeteiligte/WEKO; BVGer, RPW 2013/4, 803 E. 14.3.5, Gaba/WEKO; BVGer, RPW 2013/4, 840 
E. 13.2.5, Gebro/WEKO. 

112 

 
 
 
 
 
 
 
den können und das Unternehmen alle zumutbaren Massnahmen getroffen hat, den Kartell-
rechtsverstoss zu verhindern.454 Ein objektiver Sorgfaltsmangel bzw. Organisationsverschul-
den liegt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere dann vor, wenn ein Unter-
nehmen ein Verhalten an den Tag legt oder weiterführt, obwohl es sich bewusst ist oder sein 
müsste, dass das Verhalten möglicherweise kartellrechtswidrig sein könnte.455 

442.  Die  natürlichen  Personen,  welche  vorliegend für  das  Unternehmen  handelten  und  die 
kartellrechtswidrigen  Verhaltensweisen  beschlossen  und  umsetzten,  taten  dies  wissentlich 
und nahmen deren wettbewerbsbeschränkende Wirkung zumindest in Kauf, handelten dies-
bezüglich also zumindest eventualvorsätzlich. Sodann ist festzuhalten, dass die für die Depo-
nie  Höli  Liestal  AG  handelnden  natürlichen  Personen  Verwaltungsratsmitglieder  waren.  Ihr 
(Eventual-)Vorsatz bezüglich der von ihnen vorgenommenen Handlungen ist daher ohne Wei-
teres der Deponie Höli Liestal AG als objektiver Sorgfaltsmangel zuzurechnen. 

443.  Anderweitige  Gründe,  welche  dagegensprechen  würden,  dass  dem  Unternehmen  die 
fraglichen wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen vorgeworfen werden können, sind nicht er-
sichtlich und werden von der Deponie Höli Liestal AG auch nicht vorgebracht. So dürfen das 
Kartellgesetz resp. dessen grundlegende Normen für Unternehmen (als dessen Adressaten) 
als bekannt vorausgesetzt werden.456 Die Unternehmen müssen alles Zumutbare vorkehren, 
um sicherzustellen, dass die Vorgaben des Kartellgesetzes eingehalten werden. Dass die De-
ponie Höli Liestal AG vorliegend angemessene und wirksame organisatorische Massnahmen 
zur Verhinderung der unzulässigen Verhaltensweisen getroffen hätte, ist nicht ersichtlich. 

D.3.2.3  Sanktionierbarkeit in zeitlicher Hinsicht 

444.  Die  Sanktionierung  ist  gemäss  Art. 49a  Abs. 3  Bst. b  KG  ausgeschlossen,  wenn  die 
Wettbewerbsbeschränkung  bei  Eröffnung  der  Untersuchung  länger  als  5  Jahre  nicht  mehr 
ausgeübt  worden  ist.  Für  die  Prüfung  dieser  fünfjährigen  Frist  ist  im  Einzelfall  die  gesamte 
Dauer der Wettbewerbsbeschränkung miteinzubeziehen. 

445.  Die Deponie Höli Liestal AG gewährte ihren Aktionärinnen bis zur Schliessung der De-
ponie am 12. Mai 2021 Vorzugskonditionen (Rz 240). Die Annahmerestriktionen gegenüber 
Nichtaktionären dauerten bis am 25. Januar 2021 (Rz 299 ff.). Damit ist die Frist für die Sank-
tionierbarkeit gemäss Art. 49a Abs. 3 Bst. b KG mit der Verfahrenseröffnung vom 7. Juni 2021 
(vgl. Rz 9) gewahrt. 

D.3.3  Zurechenbarkeit des Wettbewerbsverstosses 

446.  Schliesslich ist zu beurteilen, inwiefern der begangene Wettbewerbsverstoss der Depo-
nie Höli Liestal AG zugerechnet werden kann. Massgebend ist dabei die Unternehmensträger-
schaft, das heisst, welche juristische oder natürliche Person oder Rechtsgemeinschaft (z.B. 
Kollektivgesellschaft) Trägerin des fehlbaren Unternehmens war bzw. ist. Vorliegend war die 
Deponie Höli Liestal AG jedenfalls zum Tatzeitpunkt Trägerin des fehlbaren Unternehmens. 
Sie ist daher für den Verstoss zu sanktionieren, der von dem von ihr getragenen Unternehmen 
begangen worden ist. 

454 BGE 146 II 217 E. 8.5.2, Preispolitik Swisscom; RPW 2011/1, 189 Rz 558 m.w.H., SIX/DCC. 
455  Vgl.  BVGer,  RPW  2010/2,  363  E. 8.2.2.1,  Publigroupe  SA  und  Mitbeteiligte/WEKO;  BGer, 
2C_484/2010 vom 29.6.2012 E. 12.2.2 (= RPW 2013/1, 135; nicht publizierte Erwägung in BGE 139 
I 72), Publigroupe SA et al./WEKO. 

456  Siehe statt anderer etwa BGE 146 II 217 E. 8.5.2, Preispolitik Swisscom; RPW 2011/1, 190 Rz 558 
m.w.H. SIX/Terminals mit Dynamic Currency Conversion (DCC); vgl. auch Art. 8 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 18.6.2004 über die Sammlungen des Bundesrechts und das Bundesblatt (Publikati-
onsgesetz, PublG; SR 170.512). 

113 

 
 
 
 
 
 
 
D.3.4  Bemessung 

D.3.4.1  Einleitung 

447.  Nach Art. 49a Abs. 1 KG bemisst sich der konkrete Sanktionsbetrag innerhalb des Sank-
tionsrahmens anhand der Dauer und der Schwere des unzulässigen Verhaltens. Angemessen 
zu berücksichtigen ist zudem auch der durch das unzulässige Verhalten erzielte mutmassliche 
Gewinn. Die SVKG geht für die konkrete Sanktionsbemessung zunächst von einem Basisbe-
trag aus, der in einem zweiten Schritt an die Dauer des Verstosses anzupassen ist, bevor in 
einem dritten Schritt erschwerenden und mildernden Umständen Rechnung getragen werden 
kann. 

448.  Die Festsetzung des Sanktionsbetrags liegt grundsätzlich im pflichtgemäss auszuüben-
den Ermessen der WEKO, welches durch die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und der 
Gleichbehandlung begrenzt wird. Die WEKO bestimmt die effektive Höhe der Sanktion inner-
halb der gesetzlich statuierten Grenzen nach den konkreten Umständen im Einzelfall. 

D.3.4.2  Basisbetrag 

449.  Der Basisbetrag beträgt gemäss SVKG je nach Art und Schwere des Verstosses bis zu 
10 % des Umsatzes, den das betreffende Unternehmen in den letzten 3 Geschäftsjahren auf 
den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt hat (Art. 3 SVKG). Dem Zweck von Art. 3 SVKG 
entsprechend ist hierbei der Umsatz massgebend, der in den 3 Geschäftsjahren erzielt wurde, 
die der Aufgabe des wettbewerbswidrigen Verhaltens vorangehen.457 

450.  Zur  Festlegung  des  Basisbetrags  wird  nachfolgend  zunächst  dargelegt,  welcher  Pro-
zentsatz des Umsatzes im vorliegenden Fall angemessen ist. Anschliessend wird dargelegt, 
welche Umsätze für die Sanktionierung herangezogen werden. Daraus ergibt sich der Basis-
betrag. 

Prozentsatz 

451.  Die Deponie Höli Liestal AG nahm Abfälle von Nichtaktionären nur zum Listenpreis ent-
gegen. Im Vergleich dazu konnten die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG zu deutlich 
günstigeren Konditionen deponieren. Unter Berücksichtigung der Rückvergütungen bezahlten 
die Aktionärinnen rund 40 % weniger als Nichtaktionäre (Rz 240). Dabei handelt es sich um 
einen grossen Preisunterschied. Weil die Deponiegebühren jedenfalls in manchen der nach-
gelagerten Märkte ein wichtiger Kostenfaktor sind (Rz 272) und weil Nichtaktionäre in diesen 
Märkten mit Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal im Wettbewerb stehen (Rz 121), waren die 
Vorzugskonditionen geeignet, den Wettbewerb zu beeinträchtigen. 

452.  Bei der Einschätzung der Auswirkungen der Vorzugskonditionen auf den Wettbewerb ist 
erschwerend zu berücksichtigten, dass die Deponie Höli Liestal AG den Kreis der Aktionärin-
nen bewusst eng hielt. Sie nahm bewusst keine direkten Konkurrentinnen als Aktionärinnen 
auf (Rz 127). Dadurch hatte jedenfalls in manchen Märkten jeweils nur ein Wettbewerber Zu-
gang zu diesen Vorzugskonditionen. Dadurch waren die Auswirkungen auf den Wettbewerb 
schwerwiegender,  als  wenn  eine  Vielzahl  von  Wettbewerbern  von  den  Vorzugskonditionen 
hätte profitieren können, weil diese die entsprechenden Vorteile durch den Wettbewerb unter 
ihnen zu einem grösseren Ausmass an die nachgelagerten Marktstufen hätten weitergeben 
müssen. 

457 In diesem Sinne auch RPW 2012/2, 404 f. Rz 1083 Tabelle 3 sowie 407 f. Rz 1097 Tabelle 5, Wett-
bewerbsabreden im Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau; Verfügung i.S. Altimum SA (aupara-
vant Roger Guenat SA), Rz 326 und 332 m.w.H. in Fn 176, abrufbar unter <www.weko.admin.ch>                      
> Praxis > Entscheide > Altimum SA: Verfügung vom 20.08.2012 (11.05.2021). 

114 

 
 
 
 
 
 
 
453.  Im Herbst 2020 wurden die Vorzugskonditionen für die Aktionärinnen der Deponie Höli 
Liestal AG durch die Schliessung der Deponie für Nichtaktionäre überlagert. In diesem Zeit-
raum konnten die Nichtaktionäre – unabhängig vom Preis – im Wesentlichen gar nicht mehr 
deponieren (Rz 284 ff.). Insofern verstärkte die Schliessung der Deponie Höli für Nichtaktio-
näre im Herbst 2020 diejenigen Auswirkungen, die zuvor bereits durch die Vorzugskonditionen 
eingetreten waren. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die genannte Verstärkung der 
Auswirkungen auf wenige Monate beschränkt war (vgl. Rz 299 ff.).  

454.  Die  Auswirkungen  der  Vorzugskonditionen  auf  den  Wettbewerb  fielen  dadurch  etwas 
geringer aus, dass jedenfalls manche Nichtaktionäre teilweise zu im Vergleich zum Listenpreis 
tieferen Preisen über eine der Aktionärinnen deponieren konnten (Rz 121). Diese Möglichkeit 
war aber insofern beschränkt, als die Nichtaktionäre immer noch deutlich mehr als die Aktio-
närinnen  bezahlen  mussten  und  von  der  Bereitschaft  einer  Aktionärin  abhängig  waren,  der 
Rechnungsstellung  über  die  Aktionärin  zuzustimmen.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  selber 
stellte  den  Nichtaktionären  keine  Umgehungsmöglichkeiten  zur  Verfügung.  Vielmehr  be-
schloss der Verwaltungsrat der Deponie Höli Liestal AG sogar, dass [ein Zwischenhandel zu 
unterbleiben hat] (Rz 110). 

455.  Unter Berücksichtigung des soeben Ausgeführten handelt es sich bei der Gewährung 
von  Vorzugskonditionen an  die  Aktionärinnen  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  und  den  Annah-
merestriktionen  gegenüber  Nichtaktionären  im  Herbst  2020  um  einen  mittelschweren 
Verstoss. Deshalb ist vorliegend zur Berechnung des Basisbetrags gemäss Art. 3 SVKG ein 
Prozentsatz von 4 % angemessen. Als nächstes sind die von der Deponie Höli Liestal AG in 
den letzten 3 Geschäftsjahren auf dem relevanten Markt erzielten Umsätze zu bestimmen. 

Umsatz 

456.  Gemäss Art. 3 SVKG ist für die Berechnung des Basisbetrags der in den letzten 3 Ge-
schäftsjahren  auf  den  relevanten  Märkten  in  der  Schweiz  erzielte  Umsatz  massgebend.  Im 
vorliegenden Fall ist der Umsatz heranzuziehen, welchen die Deponie Höli Liestal AG durch 
die  Annahme  von  nichtwiederverwertbaren  Abfällen  des  Typs  B  (sachlich  relevanter  Markt, 
Rz 321 ff.) im Zeitraum 2018–2020 erzielt hat. Dabei sind nur Abfälle mit einem im räumlich 
relevanten Markt gelegenen Herkunftsort zu berücksichtigen (Rz 331 ff.). 

457.  Die Deponie Höli Liestal AG gewährte ihren Aktionärinnen bis zur Schliessung der De-
ponie am 12. Mai 2021 Vorzugskonditionen (Rz 231 ff.). Das letzte vollständige Geschäftsjahr 
vor Aufgabe des Verstosses ist deshalb das Jahr 2020. Aus diesem Grund sind zur Berech-
nung der Sanktion die Umsätze der Geschäftsjahre 2018–2020 heranzuziehen. 

458.  Der Anteil der nichtwiederverwertbaren Abfälle des Typs B an den insgesamt in der De-
ponie Höli entsorgten Mengen liegt bei 70 % (Rz 61). Deshalb stammen nur 70 % der von der 
Deponie Höli Liestal AG erzielten Umsätze aus ihren Tätigkeiten im sachlich relevanten Markt. 
Nur dieser Anteil ist für die Sanktionierung heranzuziehen. Ausserdem stammen nur 80 % der 
in der Deponie Höli entsorgten Abfälle aus dem räumlich relevanten Markt (Rz 140 ff.). Da die 
Deponie Höli Liestal AG keine relevanten Umsätze mit weiteren ebenfalls nicht dem relevanten 
Markt zugehörigen Tätigkeiten erzielt, entspricht der für die Sanktionierung massgebende im 
relevanten  Markt  erzielte  Umsatz  56 %  des  insgesamt  von  der  Deponie  Höli  Liestal  AG  im 
Zeitraum 2018–2020 erzielten Umsatzes (ohne Mehrwertsteuer). Die entsprechenden Zahlen 
sind in Tabelle 18 dargestellt. 

115 

 
 
 
 
 
 
Tabelle 18: Umsatz im relevanten Markt, 2018–2020. 

Jahr 

2018 

2019 

2020 

Total 

Nettoerlös gemäss 
Erfolgsrechnung 

Davon im relevan-
ten Markt (56 %) 

Fr. [10–15 Mio.] 

Fr. [5,6–8,4 Mio.] 

Fr. [10–15 Mio.]  

Fr. [5,6–8,4 Mio.] 

Fr. [10–15 Mio.]  

Fr. [5,6–8,4 Mio.] 

  Fr. [16,8–25,2 Mio.] 

Quelle: Act. IV.15.2.11 (2020); Act. IV.15.2.10 (2019); Act. IV.15.2.9 (2018). 

459.  Der Basisbetrag entspricht 4 % des Umsatzes, welchen die Deponie Höli Liestal AG in 
den letzten 3 Geschäftsjahren im relevanten Markt in der Schweiz erzielt hat. Dieser Umsatz 
beläuft  sich  vorliegend  auf  [16,8–25,2  Millionen]  Franken.  Deshalb  beträgt  der  Basisbetrag 
[672 000–1 008 000] Franken. 

D.3.4.3  Dauer des Verstosses 

460.  Gemäss Art. 4 SVKG erfolgt eine Erhöhung des Basisbetrages um bis zu 50 %, wenn 
der Wettbewerbsverstoss zwischen einem und 5 Jahren gedauert hat, für jedes weitere Jahr 
ist  ein  Zuschlag  von  bis  zu  10 %  möglich  (vgl.  dazu  Erläuterungen  SVKG,  S.  3).  Innerhalb 
dieses Rahmens legt die Behörde die Höhe des Dauerzuschlags unter Berücksichtigung von 
Art und Inhalt der Wettbewerbsbeschränkung und deren Auswirkung im Zeitverlauf fest. In der 
bisherigen Praxis hat die WEKO einen Prozentsatz von 10 % pro berücksichtigtem Jahr für 
eine Dauer zwischen einem und 5 Jahren angewandt.458 Das Bundesgericht hat diese Praxis 
bestätigt und eine Erhöhung des Basisbetrages um jeweils 10 % pro angefangenes Jahr für 
die Dauer von einem bis 5 Jahren als bundesrechtskonform beurteilt.459  

461.  Die Deponie Höli Liestal AG gewährte ihren Aktionärinnen seit der Eröffnung der Depo-
nie am 25. Mai 2010 bis zu deren Schliessung am 12. Mai 2021 Vorzugskonditionen und nahm 
während dieser Dauer eine marktbeherrschende Stellung ein. Damit beträgt die für die Sank-
tionierung relevante Dauer des unzulässigen Verhaltens rund 11 Jahre. Deshalb ist ein Dau-
erzuschlag von 110 % des Basisbetrags, also eine Erhöhung um [739 000–1 108 800] Fran-
ken  angemessen.460  Damit  ergibt  sich  eine  Zwischensumme  von  [1 411 200–2 116 800] 
Franken bestehend aus Basisbetrag zuzüglich Dauerzuschlag. 

D.3.4.4  Erschwerende und mildernde Umstände (Art. 5 und 6 SVKG) 

462.  Gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. b SVKG ist die erwähnte Zwischensumme von Basisbetrag 
und  Dauerzuschlag  insbesondere  dann  zusätzlich  zu  erhöhen,  wenn  das  Unternehmen  mit 
dem zu beurteilenden Verstoss einen Gewinn erzielt hat, der nach objektiver Ermittlung be-
sonders hoch ausgefallen ist. 

463.  Die Vorzugskonditionen der Deponie Höli Liestal AG führten dazu, dass die bevorzugten 
Aktionärinnen in den nachgelagerten Märkten gegenüber ihren Konkurrentinnen einen Vorteil 
hatten. Deshalb ist davon auszugehen, dass die in den nachgelagerten Märkten tätigen Akti-
onärinnen von diesen Vorzugskonditionen profitierten. Weil die Deponie Höli Liestal AG selber 
nicht in den nachgelagerten Märkten tätig ist, hat sie selber durch die Gewährung von Vor-
zugskonditionen keine objektiv nachweisbaren besonders hohen Gewinne erzielt. Die hohen 

458  RPW 2020/3a 1219 Rz 520, Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen; 

RPW 2014/4, 702 Rz 238, Preispolitik und andere Verhaltensweisen. 

459  BGer, 2C_484/2010 vom 29. Juni 2012 E. 12.3.4 (nicht publiziert in BGE 139 I 72). 
460  Die Annahmerestriktionen der Deponie Höli Liestal AG gegenüber den Nichtaktionären dauerte deut-
lich weniger lange als die genannten 11 Jahre (vgl. Rz 299 ff.). Dieser Tatsache wurde bereits bei 
der Bemessung der Art und Schwere des Verstosses Rechnung getragen (vgl. Rz 453). 

116 

 
 
 
 
 
 
 
Gewinne der Deponie Höli Liestal AG (Rz 189 ff.) sind jedenfalls in erster Linie auf die fehlen-
den Ausweichmöglichkeiten der Marktgegenseite und nicht auf die Gewährung von Vorzugs-
konditionen an ihre Aktionärinnen oder die Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären 
zurückzuführen. Weil das Innehaben einer marktbeherrschenden Stellung kein Verstoss ist, 
sind die hohen Gewinne der Deponie Höli Liestal AG bei der Sanktionsbemessung nicht als 
erschwerender  Umstand  zu  berücksichtigen.  Weil  auch  keine  anderen  erschwerenden  Um-
stände vorliegen, bleibt die Zwischensumme nach Berücksichtigung der erschwerenden Um-
stände i.S.v. Art. 5 SVKG unverändert bei 1 829 798 Franken. 

464.  Gemäss Art. 6 Abs. 1 SVKG wird die Zwischensumme aus Basisbetrag und Dauerzu-
schlag  insbesondere  dann  vermindert,  wenn  das  Unternehmen  die  Wettbewerbsbeschrän-
kung nach dem ersten Eingreifen des Sekretariats, spätestens aber vor der Eröffnung eines 
Verfahrens beendet. Der Zweck dieser Vorschrift besteht insbesondere darin, einen Anreiz für 
die selbständige Beendigung von Wettbewerbsbeschränkungen ohne behördliche Intervention 
zu schaffen. 

465.  Die vorliegende Untersuchung wurde am 7. Juni 2021 eröffnet. Weil das bewilligte De-
ponievolumen am 12. Mai 2021 erreicht war, stellte die Deponie Höli Liestal AG zu diesem 
Zeitpunkt ihren Betrieb ein. Dabei handelte es sich aber nicht um einen bewussten Entschied, 
die vorliegende Wettbewerbsbeschränkung einzustellen, sondern lediglich um eine vorüber-
gehende Einstellung des Betriebs. Hingegen beschloss der Verwaltungsrat am 27. Mai 2021, 
den Aktionärinnen nach der Wiedereröffnung der Deponie keine Preisvergünstigungen mehr 
zu gewähren (vgl. Rz 239). Bereits vorher wurden die Annahmerestriktionen für Nichtaktionäre 
aufgehoben. Ab dem 25. Januar 2021 waren die Nichtaktionäre in Bezug auf den Zugang zur 
Deponie Höli wieder mit den Aktionärinnen gleichgestellt (vgl. Rz 303). Damit wurde die vor-
liegend zu beurteilende Wettbewerbsbeschränkung vor Eröffnung der Untersuchung beendigt. 
Deshalb ist gestützt auf Art. 6 Abs. 1 SVKG eine Reduktion der Sanktion um 10 % angemes-
sen. 

466.  Da keine weiteren mildernden Umstände i.S.v. Art. 6 SVKG vorliegen, ist die Zwischen-
summe von Basisbetrag und Dauerzuschlag nach Berücksichtigung der erschwerenden und 
der mildernden Umstände gemäss Art. 5 und 6 SVKG um 10 % bzw. [141 120–211 680] Fran-
ken von [1 411 200–2 116 800] Franken auf [1 270 080–1 905 120] Franken zu reduzieren. 

D.3.4.5  Maximalsanktion 

467.  Die Sanktion beträgt in keinem Fall mehr als 10 % des in den letzten 3 Geschäftsjahren 
in der Schweiz erzielten Gesamtumsatzes des Unternehmens (Art. 49a Abs. 1 KG und Art. 7 
SVKG). Diese Maximalsanktion wird im vorliegenden Fall nicht überschritten (zu den Umsät-
zen der Deponie Höli Liestal AG vgl. Tabelle 18 oben). 

D.3.4.6  Vollständiger Erlass der Sanktion (Art. 8–14 SVKG) 

468.  Wenn ein Unternehmen der WEKO seine Beteiligung an einer Wettbewerbsbeschrän-
kung i.S.v. Art. 5 Abs. 3 und 4 KG anzeigt, ist gemäss Art. 8 Abs. 1 SVKG grundsätzlich ein 
vollständiger Erlass der Sanktion möglich, sofern die in Art. 8 Abs. 2–4 SVKG definierten Be-
dingungen erfüllt sind. Gemäss Art. 8 Abs. 2 Bst. a SVKG ist insbesondere dann kein Erlass 
der Sanktion möglich, wenn das sanktionierte Unternehmen eine führende Rolle im zu beur-
teilenden Wettbewerbsverstoss eingenommen hat. 

469.  Die  Deponie  Höli  Liestal  AG  hat  der  WEKO  zwar  den  vorliegend  zu  beurteilenden 
Verstoss angezeigt. Es handelt sich aber nicht um einen Verstoss gegen Art. 5 Abs. 3 oder 
Abs. 4 KG, für welchen Art. 8 Abs. 1 SVKG die Möglichkeit eines vollständigen Sanktionser-
lasses vorsieht. Vielmehr handelt es sich um einen Verstoss gegen Art. 7 KG. Ausserdem ist 
im  vorliegenden  Fall  nur  ein  einziges  Unternehmen  am  Verstoss  beteiligt,  nämlich  das  sich 
unzulässig  verhaltende  marktbeherrschende  Unternehmen.  Deshalb  kommt  diesem  Unter-
nehmen – vorliegend der Deponie Höli Liestal AG – eine führende Rolle i.S.v. Art. 8 Abs. 2 

117 

 
 
 
 
 
 
Bst. a SVKG zu. Die in Art. 8 SVKG genannten Voraussetzungen für den vollständigen Erlass 
der Sanktion sind somit vorliegend nicht erfüllt.  

D.3.4.7  Reduktion der Sanktion (Art. 12–14 SVKG) 

470.  Obwohl ein vollständiger Erlass der Sanktion bei Verstössen gegen Art. 7 KG aus den 
genannten Gründen grundsätzlich nicht möglich ist,461 kommt auch bei solchen Verstössen die 
in Art. 12–14 SVKG vorgesehene Möglichkeit der Reduktion der Sanktion in Betracht.462 Ge-
mäss Art. 12 Abs. 1 SVKG reduziert die WEKO die Sanktion, wenn ein Unternehmen an einem 
Verfahren unaufgefordert mitgewirkt und im Zeitpunkt der Vorlage der Beweismittel die Teil-
nahme am betreffenden Wettbewerbsverstoss eingestellt hat. Auf die Möglichkeit der Sankti-
onsreduktion nach Art. 12 SVKG bei Verstössen gegen Art. 7 KG hat das Sekretariat nament-
lich  in  seinem  Merkblatt  «Bonusregelung  (Selbstanzeige)»  vom  8.  September  2014 
hingewiesen. Danach sind jedoch auch in Fällen von Art. 7 KG hohe Anforderungen an die 
Selbstanzeige zu stellen, zumal massgebliche Beweismittel meist nur beim anzeigenden Un-
ternehmen selbst vorliegen. Das anzeigende Unternehmen hat insbesondere hinreichend kon-
krete Angaben zu seiner Marktstellung, zur Art des Missbrauchs (konkrete Verhaltensweise 
und Motive dafür) sowie zum Fehlen von sachlichen Gründen zu machen.463 Sind diese Vo-
raussetzungen erfüllt, kann die Sanktion gemäss Art. 12 Abs. 2 SVKG um bis zu 50 % reduziert 
werden. Für die Bemessung der Höhe der Sanktionsreduktion ist die Wichtigkeit des Beitrags 
des Unternehmens zum Verfahrenserfolg massgebend. 

471.  Die in Art. 12 Abs. 1 SVKG genannten Voraussetzungen für eine Reduktion der Sanktion 
sind vorliegend erfüllt. Die Deponie Höli Liestal AG hat kurz nach Eröffnung der Untersuchung 
eine Selbstanzeige eingereicht. Sie hat der Behörde freiwillig relevante Beweismittel zur Ver-
fügung gestellt. Ausserdem hat die Deponie Höli Liestal AG den Wettbewerbsverstoss zum 
Zeitpunkt der Vorlage der Beweismittel eingestellt. Deshalb kann die WEKO die Sanktion ge-
mäss Art. 12 Abs. 2 SVKG um bis zu 50 % reduzieren.  

472.  Den vorliegend zu beurteilenden Verstoss zeigte der Kanton Basel-Landschaft als erstes 
an. Deshalb handelt es sich bei der Selbstanzeige der Deponie Höli Liestal AG nicht um eine 
sogenannte Eröffnungs-, sondern um eine Feststellungskooperation. Weil der Kanton Basel-
Landschaft  bereits  umfangreiche  Beweismittel  eingereicht  hatte,  waren  der  Behörde  die 
Grundzüge  des  vorliegend  untersuchten  Verstosses  zum  Zeitpunkt  der  Einreichung  der 
Selbstanzeige der Deponie Höli Liestal AG bereits bekannt. 

473.  Trotzdem leistete die Deponie Höli Liestal AG mit ihrer Selbstanzeige einen Beitrag zum 
Verfahrenserfolg. Sie reichte insbesondere sämtliche Protokolle der Verwaltungsratssitzungen 
der  Deponie  Höli  Liestal  AG  ein.  Aus  diesen  Dokumenten  kann  insbesondere  entnommen 
werden, zu welchen Preisen die Aktionärinnen der Deponie Höli Liestal AG deponieren konn-
ten. Ebenso geben die Protokolle die Verwaltungsratsbeschlüsse der Deponie Höli Liestal AG 
über die Annahmerestriktionen gegenüber Nichtaktionären im Herbst 2020 wieder. Ausserdem 
reichte sie die Jahresberichte für den Zeitraum 2010–2020 ein. Diese konnten zur Untersu-
chung von Kosten, Umsätzen und Margen der Deponie Höli Liestal AG herangezogen werden. 
Die erwähnten eingereichten Beweismittel lagen der Behörde zum Zeitpunkt des Eingangs der 

461  So auch Merkblatt des Sekretariats «Bonusregelung (Selbstanzeige)» vom 8.9.2014, Rz 21a. 
462  Die SVKG stützt sich insbesondere auf Art. 49a Abs. 2 KG. Dort ist die Möglichkeit der ganzen oder 
teilweisen Reduktion der Sanktion vorgesehen, wenn ein Unternehmen an der Aufdeckung und Be-
seitigung der Wettbewerbsbeschränkung mitwirkt. Da sich Art. 49a auf alle sanktionierbaren Wett-
bewerbsbeschränkungen bezieht, sind die  in der SVKG enthaltenen entsprechenden Konkretisie-
rungen grundsätzlich auch auf Verstösse gegen Art. 7 anwendbar (vgl. CHRISTOPH TAGMANN/BEAT 
ZIRLICK,  in:  Basler  Kommentar,  Kartellgesetz,  Amstutz/Reinert  (Hrsg.),  2.  Aufl.  2021,  Art.  49a 
N 127 ff.). 

463  Merkblatt des Sekretariats «Bonusregelung (Selbstanzeige)» vom 8.9.2014, Rz 21a. 

118 

 
 
 
 
 
 
 
Selbstanzeige noch nicht vor. Zwar hätte die Behörde diese Informationen auch ohne Selbst-
anzeige beschaffen können, dadurch wäre aber der Ermittlungsaufwand höher ausgefallen, 
zumal die Selbstanzeige kurz nach Untersuchungseröffnung einging. Die Vertreter der Depo-
nie Höli Liestal AG leisteten zudem im Rahmen ihrer mündlichen Ergänzungen zur Selbstan-
zeige einen Beitrag zur Klärung des Sachverhalts.  

474.  Insbesondere  in  Bezug  auf  die  Annahmerestriktionen  gegenüber  Nichtaktionären  im 
Herbst  2020  kann  die  Kooperation  der  Deponie Höli  Liestal  AG jedoch  nicht  als vollständig 
bezeichnet werden. Diesbezüglich legte sie der Behörde diverse relevante Dokumente nicht 
vor, obwohl sich diese in ihrem Machtbereich befanden. Nicht eingereicht hat sie namentlich 
die Anweisungen an die operative Betriebsführung zur Umsetzung der Annahmerestriktionen 
(Act. II.A.18.3b) sowie die interne Korrespondenz und den Verwaltungsratsbeschluss betref-
fend  die  Kontingentierung  für  Nichtaktionäre  ab  Januar  2021  (Act.  II.A.18.3d  und  Act. 
II.A.18.3f). Diese Dokumente stellte der Kanton Basel-Landschaft zur Verfügung. Darüber hin-
aus brachte die Deponie Höli Liestal AG vor, dass den Nichtaktionären nach Einführung der 
Annahmerestriktionen  im  September  2020  ein  Kontingent  von  5000  Tonnen  pro  Monat  zur 
Verfügung gestanden habe.464 Ebenso behauptete sie, dass im Herbst 2020 auch den Aktio-
närinnen keine neuen EGI-Genehmigungen erteilt worden seien.465 Beide Vorbringen erwie-
sen sich als unzutreffend. Allerdings hätte ein Verstoss vorliegend auch ohne die nicht einge-
reichten Beweismittel und trotz der unzutreffenden Sachverhaltsvorbringen festgestellt werden 
können.  Ferner  handelte  es  sich  weder  bei  den nicht  eingereichten  Beweismitteln  noch  bei 
den einzelnen Umständen im Zusammenhang mit den Annahmerestriktionen um Informatio-
nen, welche ausschliesslich der Selbstanzeigerin vorlagen. 

475.  Vor diesem Hintergrund ist vorliegend eine Reduktion der Sanktion von 40 % angemes-
sen. Deshalb ist die Zwischensumme aus Basisbetrag und Dauerzuschlag abzüglich der Re-
duktion um 10 % aufgrund mildernder Umstände i.S.v. Art. 6 SVGK um 40 % bzw. [508 032–
762 048] Franken auf [762 048–1 143 072] Franken zu reduzieren. 

D.3.4.8   Verhältnismässigkeitsprüfung 

476.  Der vorliegend festgesetzte Sanktionsbetrag ist für die Deponie Höli Liestal AG tragbar 
und steht mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip im Einklang. 

D.3.4.9  Ergebnis 

477.  Aufgrund der genannten Erwägungen und unter Würdigung aller Umstände sowie der 
genannten sanktionserhöhenden und -mildernden Faktoren erachtet die Behörde eine Verwal-
tungssanktion in der Höhe von [762 048–1 143 072] Franken als dem Verstoss der Deponie 
Höli Liestal AG gegen Art. 49a Abs. 1 KG angemessen (vgl. Tabelle 19). 

464  Act. IV.8, Rz 37; vgl. auch Act. III.3, Zeilen 304 f. und 314 (Aussagen von [N4]). 
465  Vgl.  Act. IV.8, Rz 36. 

119 

 
 
 
 
 
 
 
Tabelle 19: Sanktion der Deponie Höli Liestal AG. 

Position 

Betrag 

Basisbetrag (4 %) 

Fr. [672 200–1 008 000] 

Dauerzuschlag (110 %) 

Fr. [739 200–1 108 800] 

Mildernde Umstände (-10 %) 

Fr. -[141 120–211 680] 

Zwischensumme 

Fr. [1 270 080–1 905 120] 

Selbstanzeige (-40 %) 

Fr. -[508 032–762 048] 

Sanktion 

Fr. [762 048–1 143 072] 

E 

Kosten 

E.1  Gebührenpflicht 

478.  Nach Art. 53a Abs. 1 Bst. a KG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GebV-KG466 ist gebührenpflichtig, 
wer ein Verwaltungsverfahren verursacht hat.  

479.  Im Untersuchungsverfahren nach Art. 27 ff. KG besteht eine Gebührenpflicht, wenn eine 
unzulässige Wettbewerbsbeschränkung bejaht wird oder wenn sich die Parteien unterziehen. 
Als Unterziehung gilt insbesondere, wenn ein oder mehrere Unternehmen, welche aufgrund 
ihres  möglicherweise  unzulässigen  wettbewerbsbeschränkenden  Verhaltens  ein  Verfahren 
ausgelöst haben, das beanstandete Verhalten aufgeben und das Verfahren als gegenstands-
los eingestellt wurde.467 Vorliegend ist die Deponie Höli Liestal AG gebührenpflichtig. 

E.2 

Höhe der Verfahrenskosten 

480.  Die  Höhe  der  Verfahrenskosten  sind  auf  der  Grundlage  der  von  der  Behörde  für  das 
Verfahren aufgewendeten Stunden zu berechnen. Nach Art. 4 Abs. 2 GebV-KG gilt dabei ein 
Stundenansatz  von  100–400  Franken.  Dieser  richtet  sich  namentlich  nach  der  Dringlichkeit 
des Geschäfts und der Funktionsstufe des ausführenden Personals. Auslagen für Porti sowie 
Telefon- und Kopierkosten sind in den Gebühren eingeschlossen (Art. 4 Abs. 4 GebV-KG).  

481.  Die aufgewendete Zeit beträgt vorliegend insgesamt 977 Stunden. Aufgeschlüsselt nach 
den Stundenansätzen ergeben sich folgende Verfahrenskosten: 

− 

− 

− 

70 Stunden zu 130 Franken, ergebend 9 100 Franken. 

840 Stunden zu 200 Franken, ergebend 168 000 Franken. 

67 Stunden zu 290 Franken, ergebend 19 430 Franken. 

482.  Die Verfahrenskosten belaufen sich demnach auf 196 530 Franken. Diese Verfahrens-
kosten sind der Deponie Höli Liestal AG aufzuerlegen. 

466 Verordnung  vom  25.2.1998  über  die  Gebühren  zum  Kartellgesetz  (Gebührenverordnung  KG, 

GebV-KG; SR 251.2). 

467 BGE 128 II 247, 257 f. E. 6.1, BKW FMB Energie AG; Art. 3 Abs. 2 Bst. b und c GebV-KG e contrario. 

120 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
F 

Ergebnis 

483.  Zusammenfassend kommt die WEKO gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zu den 
folgenden Ergebnissen:  

484.  Die Deponie Höli Liestal AG verfügte in ihrem Kerneinzugsgebiet im Markt für die Ent-
gegennahme von nichtwiederverwertbaren Abfällen des Typs B im Zeitraum 2010–2021 über 
eine marktbeherrschende Stellung i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG (Rz 349 ff.).468 

485.  Durch die Gewährung von Vorzugskonditionen an ihre Aktionärinnen und Annahmerest-
riktionen gegenüber Nichtaktionären hat sich die Deponie Höli Liestal AG unzulässig i.S.v. Art. 
7 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG verhalten. Der genannte Verstoss dauerte von 2010–
2021 (Rz 377 ff.). 

486.  Gestützt auf Art. 49a Abs. 1 KG ist dieser Missbrauch zu sanktionieren (Rz 434 ff.). Unter 
Würdigung aller Umstände und der zu berücksichtigenden sanktionserhöhenden und -mildern-
den Faktoren ist eine Belastung der Deponie Höli Liestal AG mit einem Betrag von [762 048–
1 143 072] Franken angemessen (Art. 49a Abs. 1 KG, Art. 2 ff. SVKG, vgl. Rz 447 ff.). 

487.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Deponie Höli Liestal AG Verfahrenskosten 
in der Höhe von insgesamt 196 530 Franken aufzuerlegen (Rz 480 ff.). 

468  Folglich  untersteht  die  Deponie  Höli  Liestal  AG  künftig  der  umsatzunabhängigen  Meldepflicht  für 

Zusammenschlussvorhaben nach Art. 9 Abs. 4 KG. 

121 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
G 

Dispositiv 

Aufgrund des Sachverhalts und der vorangehenden Erwägungen verfügt die Wettbewerbs-
kommission (Art. 30 Abs. 1 KG): 

1.  Wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung gemäss Art. 7 Abs. 2 Bst. b 
i.V.m. Art. 7 Abs. 1 KG wird die Deponie Höli Liestal AG mit einer Sanktion nach Art. 49a 
Abs. 1 KG von [762 048–1 143 072] Franken belastet. 

2. 

Die Verfahrenskosten nach Art. 53a Abs. 1 Bst. a KG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GebV-KG be-
tragen 196 530 Franken und werden der Deponie Höli Liestal AG auferlegt. 

Die Verfügung ist zu eröffnen gegenüber der Deponie Höli Liestal AG, Industriestrasse 7, 
4410 Liestal, vertreten durch Prof. Philipp Zurkinden und Bernhard Lauterburg, Prager Drei-
fuss AG, Schweizerhof-Passage 7, 3001 Bern. 

Wettbewerbskommission 

Dr. Laura Melusine Baudenbacher 
Präsidentin 

Prof. Dr. Patrik Ducrey  
Direktor 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen  diese  Verfügung kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesverwaltungsge-
richt, Postfach, 9023 St. Gallen, Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdeschrift hat die 
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 
Die angefochtene Verfügung und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen. 

122 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
H 

Appendix 

Verteilung der Fahrzeit bei Mischabbruch im Vergleich zu anderen Abfällen des Typs B 

Abbildung 11: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Mischabbruch, 2011–2021. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

Abbildung 12: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Typ B ohne Mischabbruch, 2011–
2021. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

Herkunft von Abfällen des Typs A 

Abbildung 13: Bewilligte Mengen nach Herkunftsgemeinde, Typ A, 2011–2021. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); Swisstopo. 

Veränderungen der Fahrzeiten durch die Definition des Einzugsgebiets vom 1. Mai 
2019 

488.  Die Festlegung eines Einzugsgebiets durch die Deponie Höli Liestal AG am 1. Mai 2019 
(vgl. Rz 147) hatte einen Einfluss auf die in den EGI-Daten eingetragenen Herkunftsgemein-
den. Seit dem 1. Mai 2019 wurden praktisch keine Gesuche mehr mit ausserhalb des in Ab-
bildung 6 eingetragenen Einzugsgebiets bewilligt. Im Gegensatz dazu stammten im Zeitraum 
vom 7. Oktober 2011–30. April 2021 etwas weniger als 10 % der zur Entsorgung in der Depo-
nie Höli bewilligten Mengen aus Gemeinden, die ausserhalb des seit 1. Mai 2019 geltenden 
Einzugsgebiets liegen. Abbildung 14 kann entnommen werden, aus welchen Gemeinden die 
von  ausserhalb  des  Einzugsgebiets  bewilligten  Mengen  stammen.  Abbildung  14  entspricht 
Abbildung 4, ausser dass zusätzlich das seit dem 1. Mai 2019 geltende Einzugsgebiet in Weiss 
eingezeichnet ist. 

Abbildung 14: Herkunft Abfälle Typ B 2011–2021 und Einzugsgebiet vom 1.5.2019. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); Swisstopo. 

489.  Auch die Verteilung der Fahrzeiten zwischen Herkunftsort und Deponie Höli (vgl. Abbil-
dung  3  oben)  veränderte  sich  nach  der  Einschränkung  des  Einzugsgebiets  ab  dem  1.  Mai 
2019. Nach dem 1. Mai 2019 stammt im Vergleich zum vorangehenden Zeitraum ein grösserer 
Anteil der in der Deponie Höli entsorgten Abfälle aus einem kleineren Gebiet. Die Verteilung 
der Fahrzeit zwischen Herkunftsort und der Deponie Höli ist in Abbildung 15 für den Zeitraum 
vom 7. Oktober 2011–1. Mai 2019 und in Abbildung 16 für den Zeitraum vom 1. Mai 2019–12. 
Mai 2021 dargestellt. Zur Zuordnung der Bewilligungen zu einem der beiden Zeiträume wurde 
das in den EGI-Daten enthaltene Bewilligungsdatum herangezogen. 

123 

 
 
 
 
 
 
 
 
Abbildung 15: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Abfälle Typ B vor 1.5.2019. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

Abbildung 16: Verteilung der Fahrzeit Herkunftsort-Höli, Abfälle Typ B, nach 1.5.2019. 

[…] 

Quelle: Act. II.B.15 (EGI-Daten des Kantons Basel-Landschaft); here.com (Fahrzeiten). 

124