# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e2c537c-8f13-508a-80f2-ab19be383484
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.02.2024 730 2023 320 / 47 (730 23 320 / 47)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-2023-320---47_2024-02-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 22. Februar 2024 (730 23 320 / 47) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Prüfung der Frage, ob die Kosten der Physiotherapie weiterhin von der Krankenversiche-

rung übernommen werden müssen 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch François Schmid, Rechts-
anwalt, Schmid & Hermann Rechtsanwälte, Lange Gasse 90, 
4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 
8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. A.____, geboren 1956, ist bei der SWICA Krankenversicherung AG (SWICA) obligato-
risch krankenpflegeversichert. Er leidet an einer Achillodynie mit dorsalem Fersensporn und Hag-
lundexostose. Am 23. Dezember 2020 stellte sein behandelnder Orthopäde, Prof. Dr. med. 
B.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, eine erste Physiotherapieverordnung für neun Sitzungen aus. Den Fragebogen für eine 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Langzeitphysiotherapie reichte er am 25. November 2021 und am 16. Juni 2022 bei der SWICA 
ein. Mit Schreiben vom 6. Juni 2022 teilte die SWICA Prof. B.____ mit, dass die Kosten der bisher 
durchgeführten Physiotherapien und eine letzte Serie von neun Sitzungen ab dem 11. Juli 2022 
übernommen würden. Eine regelmässige Langzeittherapie sei nach Rücksprache mit der Ver-
trauensärztin nicht angezeigt. Langfristig könne nur durch aktives Ausüben von Eigenübungen 
und Dehnen ein Therapieerfolg erzielt werden, wobei der Versicherte das entsprechende 
Übungsprogramm selbständig, zielgerichtet und korrekt ausführen könne. Am 20. Oktober 2022 
ersuchte Prof. B.____ die SWICA um Wiedererwägung und wies darauf hin, dass der Versicherte 
zwar das Übungsprogramm in Eigenregie durchführen könne, jedoch auf weitere technische Ein-
richtungen und Massnahmen, namentlich Elektrotherapie und Lymphdrainage mittels Compres-
sion Pump System angewiesen sei. Ohne diese Massnahmen werde eine operative Intervention 
früher oder später erforderlich sein. Am 7. November 2022 teilte die SWICA Prof. B.____ mit, 
dass sie an ihrem Standpunkt festhalte. Nachdem der Versicherte mit Schreiben vom 2. Februar 
2023 eine Verfügung angefordert hatte, holte die SWICA einen Bericht des Physiotherapeuten, 
C.____, vom 20. März 2023 ein. Mit Verfügung vom 3. April 2023 lehnte sie die Kostenübernahme 
für die Fortsetzung der Physiotherapie-Behandlungen wegen Achillodynie mit dorsalem Fersen-
sporn und Haglundexostose bds. gestützt auf die Beurteilung der Vertrauensärztin vom 28. März 
2023 ab und führte aus, dass es an der medizinischen Notwendigkeit der Fortsetzung der Physi-
otherapie fehle. Der Versicherte könne selbständig Dehnübungen ausführen. Zudem gebe es die 
Möglichkeiten einer Einlagenversorgung, einer medikamentösen Schmerztherapie oder einer 
Strahlentherapie. Die vom Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt François Schmid, gegen 
diese Verfügung am 16. Mai 2023 eingereichte Einsprache wies die SWICA mit Einspracheent-
scheid vom 18. September 2023 ab. Sie stützte sich auf den vertrauensärztlichen Bericht vom 2. 
August 2023. Demnach sei die Wirksamkeit der Physiotherapie, trotz Beschwerdefreiheit des lin-
ken Fusses, mässig bis schlecht. Laut Literatur müssten nach sechs Monaten erfolgloser Physi-
otherapie eine Operation oder andere therapeutische Massnahmen, wie z.B. eine Strahlenthera-
pie oder eine der zahlreichen in einer Studie der Schulthess-Klinik dargestellten Therapien, er-
wogen werden. 
 
B. Dagegen erhob A.____, erneut vertreten durch Rechtsanwalt François Schmid, mit Ein-
gabe vom 17. Oktober 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung So-
zialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung 
des angefochtenen Einspracheentscheids sowie die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die 
Kosten für die physiotherapeutische Langzeittherapie rückwirkend ab 3. April 2023 bis heute und 
auf weiteres zu übernehmen. Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuhe-
ben und es sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen. Er machte im Wesentlichen 
geltend, dass auf die vertrauensärztliche Einschätzung nicht abgestellt werden könne. Insbeson-
dere habe Prof. B.____ mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2023 dargelegt, dass die individuell 
erforderliche Therapie durch den behandelnden Facharzt festzulegen sei. Von der vertrauens-
ärztlich vorgeschlagenen Strahlentherapie sei dringend abzuraten. Die physiotherapeutische Be-
handlung und eventuell additiv eine PRP (Platelet Rich Plasma)-Applikation, also eine Eigen-
bluttherapie, seien das einzig mögliche adäquate Therapiekonzept. 
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

C. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Vernehmlassung vom 23. November 2023 an ihrer 
Auffassung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies auf die vertrauens-
ärztliche Stellungnahme vom 6. November 2023, wonach es nebst der Strahlentherapie weitere 
therapeutische Alternativen gebe. 
 
D. Mit Verfügung des instruierenden Präsidiums vom 28. November 2023 wurde die An-
gelegenheit der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Die formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde vom 17. Okto-
ber 2023 einzutreten ist. 
 
2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten für die 
weiterhin durchgeführte Langzeitphysiotherapie zur Behandlung der Achillessehnenbeschwer-
den des Beschwerdeführers zu übernehmen hat. Dabei ist zwischen den Parteien insbesondere 
umstritten, ob die Behandlung wirtschaftlich ist.  
 
3.1 Nach Art. 24 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) vom 18. März 
1994 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Leistungen ge-
mäss den Art. 25 – 31 KVG nach Massgabe der in den Art. 32 – 34 KVG festgelegten Vorausset-
zungen. Als allgemeine Leistungen bei Krankheit übernimmt sie gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG die 
Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen 
dienen. Die Leistungen gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG umfassen u.a. die Untersuchungen, Behand-
lungen und Pflegemassnahmen, die ambulant durchgeführt werden von Personen, die auf An-
ordnung oder im Auftrag eines Arztes oder eine Ärztin Leistungen erbringen (Art. 25 Abs. 2 lit. a 
Ziffer 3 KVG). Dazu gehört die Physiotherapie (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung des EDI über Leis-
tungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [KLV] vom 29. September 1995).  
 
3.2 Die Leistungen nach den Art. 25 – 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig und wirt-
schaftlich sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Versicherer dürfen im Rahmen der obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den Art. 25 
– 33 KVG übernehmen (Art. 34 Abs. 1 KVG). Die drei Kriterien müssen kumulativ erfüllt sein: 
Wirksam ist eine Leistung, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten medizinischen 
Nutzen hinzuwirken bzw. wenn sie den Verlauf einer Krankheit günstig beeinflusst. Für Physio-
therapien ist die Vermutung der Wirksamkeit mit Blick auf Art. 5 Abs. 4 KLV auf 36 physiothera-
peutische Sitzungen beschränkt; darüber hinausgehend soll der Miteinbezug des Vertrauensarz-
tes bzw. der Vertrauensärztin sicherstellen, dass nicht über das erforderliche Mass therapiert 
wird. Ob eine Leistung zweckmässig ist, beurteilt sich nach dem diagnostischen oder therapeuti-
schen Nutzen der Anwendung im Einzelfall, unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risi-
ken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der möglichst vollständigen Beseitigung der körperli-
chen oder psychischen Beeinträchtigung. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit und 
Zweckmässigkeit voraus. Sind gleichzeitig mehrere Leistungen als zweckmässig zu qualifizieren, 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

beurteilt sich die Leistungspflicht des Krankenversicherers unter dem Gesichtspunkt der Wirt-
schaftlichkeit gemäss Art. 56 KVG (vgl. KGE SV 730 20 318, E. 3.3.1 – 4.4 mit weiteren Hinwei-
sen). 
 
3.3 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist auf folgende Grundsätze hinzuweisen: Der erstin-
stanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 lit. c 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. 
Oktober 2000). Danach haben Sozialversicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die 
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser 
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten 
der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im 
Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 
entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist 
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1).  
 
4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Ablehnung ausschliesslich auf die vertrauensärzt-
lichen Einschätzungen von Med. pract. D.___, Fachärztin orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie, vom 28. März 2023, vom 2. August 2023 und vom 6. November 2023. Fraglich ist, ob 
diese den Anforderungen an den Beweiswert zu genügen vermögen. Bekanntlich kommt Berich-
ten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem 
im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie 
einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stel-
len, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden 
soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. 
KGE SV 730 22 30, E. 3.3). 
 
4.2 Am 28. März 2023 führte Med. pract. D.____ aus, eine Langzeittherapie sei bei Achillo-
dynie nicht notwendig. Die Dehnübungen für die Achillessehne könnten erlernt und selbständig 
ausgeführt werden. Dafür sollten die bis dahin durchgeführten 150 Sitzungen ausreichend gewe-
sen sein. Eine Einlagenversorgung und eine medikamentöse Schmerztherapie könnten empfoh-
len werden. Die Operation, die der Therapeut vermeiden wolle, sei bei Achillodynie sehr selten 
und ultima ratio. Bei therapieresistenten Schmerzen könne auch eine Strahlentherapie nachhaltig 
helfen. Am 2. August 2023 beurteilte Med. pract. D.____ die Wirksamkeit der Physiotherapie als 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mässig bis schlecht. Es sei fragwürdig, ob es (bei der anderen Achillessehne) aufgrund der Be-
handlung oder im Rahmen einer spontanen Besserung zur Beschwerdefreiheit gekommen sei. 
Die Literatur empfehle, nach sechs Monaten erfolgloser Physiotherapie eine Operation oder an-
dere therapeutische Massnahmen zu erwägen. Es gebe nebst der schonenden und erfahrungs-
gemäss effektiven Röntgen-Reizbestrahlung noch eine Vielzahl anderer Therapien. Sie verwies 
dabei auf einen Übersichtsartikel über mögliche Therapien und einen Link der Schulthess-Klinik. 
Mit Stellungnahme vom 6. November 2023 führte Med. pract. D.____ in Ergänzung zu ihrer Stel-
lungnahme vom 2. August 2023 aus, dass es nebst der vom Therapeuten als kontraproduktiv 
beurteilten Strahlentherapie noch weitere Alternativen gebe. 
 
4.3 Die von Med. pract. D.____ postulierte fehlende Notwendigkeit einer Langzeittherapie bei 
Achillodynie ist vor dem Hintergrund, dass bis zu ihrer Einschätzung eine Kostenübernahme für 
150 Sitzungen erfolgte, in dieser Absolutheit nicht nachvollziehbar. Die Empfehlung einer Einla-
genversorgung, einer medikamentösen Schmerztherapie oder einer Strahlentherapie als Alter-
native zur Physiotherapie wird von Med. pract. D.____ nicht begründet. Der Übersichtsartikel der 
European Foot and Ankle Society aus dem Jahr 2019, auf den Med. pract. D.____ anlässlich 
ihrer zweiten Stellungnahme hinwies, listet als konservative Therapien: 1. medikamentöse 
Schmerztherapie mit NSAID (nicht-steroidale Entzündungshemmer); 2. Ruhe; 3. Kryotherapie; 4. 
exzentrisches Training; 5. Stosswellentherapie; 6. Einlagen; 7. Stickstoffmonoxidpflaster; 8. Hy-
perthermie; 9. Ultraschalltherapie und 10. Injektionen (Steroide, Kochsalz, Anästhetika, PRP bzw. 
Eigenblut) auf. Zu den von Med. pract. D.____ empfohlenen Therapien, namentlich der medika-
mentösen Schmerztherapie, den Einlagen und der Strahlentherapie wird im Übersichtsartikel un-
ter Ziff. 4 ausgeführt, dass die medikamentöse Schmerztherapie bescheidene Kurzzeiteffekte bei 
akuten Symptomen habe. Sie erlaube den Patienten, frühe Symptome zu ignorieren, ihre Achil-
lessehne weiter zu beschädigen und die Heilung zu verzögern. Sie könne bis zu einem gewissen 
Grad effektiv sein, um die Schmerzen zu unterdrücken und exzentrisches Training sowie die Deh-
nung des Musculus Gastrocnemius und des Musculus Soleus zu ermöglichen. In Bezug auf Ein-
lagen (Fersenpolster) gebe es kaum Evidenz, um ihren Einsatz zu rechtfertigen. Luft-Fersenpols-
ter mit intermittierender Kompression, um die Schwellung zu minimieren und die Zirkulation zu 
verbessern, hätten sich als valable Alternative zu exzentrischen Trainings für Patienten, die we-
gen Schmerzen nicht trainieren könnten, gezeigt. Auch die Kombination zwischen Luft-Fersen-
polster und exzentrischem Training erzeuge keine Synergieffekte. Zur Strahlentherapie bzw. 
Röntgen-Reizbestrahlung enthält der Übersichtsartikel keine Aussagen. Somit ist der Übersichts-
artikel kein Beleg dafür, dass die von Med. pract. D.____ empfohlene medikamentöse 
Schmerztherapie oder die Therapie mit Einlagen taugliche Alternativen zur Physiotherapie sind. 
Auch die übrigen im Artikel thematisierten Alternativen sind fragwürdig, zumal konservative Be-
handlungsmethoden bei 24 – 45.5 % der Patienten erfolglos bleiben (Ziff. 4.1). Ohnehin kann der 
Verweis auf einen Übersichtsartikel keine eingehende Auseinandersetzung mit der Situation des 
Beschwerdeführers und mit der Einschätzung von Prof. B.____ ersetzen. Die Aussage von Med. 
pract. D.____, wonach eine Operation oder andere therapeutische Massnahmen nach sechs Mo-
naten erfolgloser Physiotherapie empfohlen werde, lässt sich dem Übersichtsartikel in dieser Ab-
solutheit nicht entnehmen. Zwar heisst es im «Abstract» auf S. 1, dass nach sechs Monaten 
konservativer Behandlung eine OP-Indikation bestehe, jedoch wird unter Ziff. 3 ausgeführt, dass 
die konservative Behandlung im Allgemeinen mindestens drei bis sechs Monate durchgeführt 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

werden sollte, wobei für jeden Patienten eine individuelle Evaluation erforderlich sei. Weiter wird 
unter Ziff. 4.1 ausgeführt, dass Studien zur chirurgischen Behandlung fehlen würden, sodass die 
teilweise gemeldeten hohen Erfolgsquoten mit Vorsicht zu geniessen seien. Insgesamt wird unter 
Ziff. 5 der Schluss gezogen, dass die vorhandenen Daten ungenügend seien, um die Wirksamkeit 
von konservativen und operativen Massnahmen zu beurteilen. 
 
4.4 Auch der Verweis von Med. pract. D.____ auf den Link der Schulthess-Klinik ist unbehel-
flich. Zum einen waren die im Schulthess-Fall erwähnten alternativen konservativen Therapien 
zur Physiotherapie (zweimalige Kortisonspritze, Elektro- und Ultraschalltherapie, Olfen-Pflaster, 
Eigenblutinfiltrationen, zweimalige Stosswellentherapie) erfolglos; zum anderen können aus der 
Krankengeschichte im Schulthess-Fall keine Schlüsse auf diejenige des Beschwerdeführers bzw. 
auf die für ihn geeignete Therapie gezogen werden. Auch wenn die im Schulthess-Fall durchge-
führte Tendinoskopie erfolgreich war, kann sie, gerade mit Blick auf den von Med. pract. D.____ 
ebenfalls herangezogenen Übersichtsartikel, dem Beschwerdeführer nicht tel quel empfohlen 
werden. 
 
4.5 Hinzu kommt, dass die Einschätzungen von Med. pract. D.____ in deutlichem Wider-
spruch zu denjenigen von Prof. B.____ stehen. So berichtete dieser am 16. Juni 2022 über eine 
langsame, progrediente Besserung durch Physiotherapie, die auch vom Physiotherapeuten,  
C.____, mit Bericht vom 20. März 2023 bestätigt wurde. Mit Stellungnahme vom 10. Oktober 
2023 riet Prof. B.____ im Gegensatz zu Med. pract. D.____ von einer Strahlentherapie ab. Sie 
sei kontraproduktiv, weil sie neben der Strahlenbelastung des Gewebes die Degeneration des 
Sehnengewebes eher begünstige. Es würden nur die Physiotherapie und eventuell additiv eine 
PRP-Applikation als Therapiealternativen übrig bleiben. Med. pract. D.____ setzte sich mit den 
Argumenten von Prof. B.____ nicht eingehend auseinander, sondern begnügte sich im Wesent-
lichen damit, mit Verweis auf den Übersichtsartikel und den Link der Schulthess-Klinik drei alter-
native konservative Therapien bzw. eine Operation zu empfehlen. Dabei trug sie der individuellen 
Situation des Beschwerdeführers und der sich insbesondere aus dem Übersichtsartikel ergeben-
den Bedenken keinerlei Rechnung. Zusammenfassend bestehen nicht nur geringe, sondern er-
hebliche Zweifel an den vertrauensärztlichen Einschätzungen, so dass diese den Anforderungen 
an den Beweiswert nicht zu genügen vermögen. 
 
5. Doch auch die Einschätzungen von Prof. B.____ sind ungenügend, um den Sachverhalt 
abschliessend beurteilen zu können. Zwar erklärte er, wieso die Strahlentherapie nicht zu emp-
fehlen ist, jedoch wird, gerade mit Blick auf die lange Dauer der Physiotherapie nicht deutlich, 
weshalb er, mit Ausnahme der Eigenbluttherapie, keine anderen Therapiemethoden in Betracht 
zieht. 
 
6. Weder die Einschätzungen von Med. pract. D.____ noch diejenigen von Prof. B.____ 
bilden eine ausreichende Grundlage für die abschliessende Beurteilung des Anspruchs auf wei-
tere Übernahme der Kosten für die Physiotherapie. Gerade auch mit Blick auf die bisherige Kos-
tenübernahme durch die Beschwerdegegnerin drängen sich weitergehende sorgfältige Abklärun-
gen auf. Die Angelegenheit ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie 
den medizinischen Sachverhalt gestützt auf Art. 44 ATSG unter Zuhilfenahme eines externen 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gutachters bzw. einer externen Gutachterin sowie unter Wahrung der Rechte des Beschwerde-
führers umfassend prüft und über den Anspruch erneut befindet. 
 
7. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. 
September 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zur erneuten Prüfung des Sachverhalts im 
Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
8.2 Nach Art. 61 lit. f

bis
 ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-

pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das KVG keine grundsätzliche 
Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 7. Dezember 2023 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren insgesamt 9.05 Stunden geltend. Der Aufwand erweist sich in Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu dem 
in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung ge-
langenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die 
geltend gemachten Auslagen von insgesamt Fr. 70.30. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'512.45 (9.05 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 
70.30 zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 18. September 2023 aufgehoben und die An-
gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-
wiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 2'512.45 (inkl. Auslagen und 
7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 

 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht