# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f9f791d-cb54-5e25-87a9-346dc9c5c985
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.11.2023 725 2023 114 / 250 (725 23 114 / 250)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-114---250_2023-11-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 2. November 2023 (725 23 114 / 250) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

Unfallbegriff bei einer Fitnessübung nicht erfüllt. Die rasche Abfolge plötzlicher Sprünge 

aus der Liegestütze-Position und gleichzeitiger Drehungen in den Stand und wieder zu-

rück in die Liegestützposition erfüllt ohne besonderes Vorkommnis trotz eines dabei ver-

renkten Knies den Unfallbegriff nicht.  

 

Unfallähnliche Körperschädigung in Form eines Meniskusrisses. Hat nicht eine allfällige 

Erkrankung oder ein über die Zeit fortschreitender Verschleiss, sondern ausschliesslich 

ein in der Vergangenheit erlittenes Unfallereignis zu einer signifikanten Vorschädigung 

geführt, ist der Entlastungsbeweis gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ausgeschlossen.  

 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Visana Versicherungen AG, Rechtsdienst, Weltpoststrasse 19, 
3000 Bern 16, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 

 
 
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A. Die 1994 geborene A.____ war seit dem 1. September 2019 als Assistenzpsychologin 
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Visana Versicherungen AG (Visana) obligatorisch 
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 8. April 2021 ging bei der 
Visana eine Schadenmeldung ein, wonach sich die Versicherte am 4. April 2021 beim Outdoor-
Konditionstraining das Knie verrenkt und sich dabei einen Meniskusriss am linken Knie zugezo-
gen habe. Anlässlich der Erstbehandlung vom 4. April 2021 wurde eine Kniedistorsion links, dif-
ferentialdiagnostisch eine Kniebinnenläsion, bei Status nach Meniskus- und Kreuzbandläsion 
links vor ein paar Jahren, diagnostiziert. Zur ergänzenden Diagnostik wurde am 7. April 2021 eine 
Magnetresonanztomographie (MRT) des linken Knies durchgeführt und anschliessend eine Indi-
kation zur Arthroskopie gestellt. Der entsprechende Eingriff mit medialer Meniskusnaht erfolgte 
am 9. April 2021. Im Rahmen der Abklärungen der Visana zum erlittenen Ereignis vom 4. April 
2021 nahm die Versicherte am 15. April 2021 ergänzend noch einmal Stellung. 
 
B. Gestützt auf eine Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med. B.____, FMH Chirur-
gie und Intensivmedizin, vom 17. Juni 2021 lehnte die Visana mit formloser Mitteilung vom 25. 
Juni 2021 den Anspruch auf Versicherungsleistungen mit der Begründung ab, es handle sich 
beim erlittenen Ereignis weder um einen Unfall noch um eine unfallähnliche Körperschädigung. 
Daran hielt sie mit Verfügung vom 17. August 2021 fest. Eine hiergegen erhobene Einsprache 
wies sie unter Hinweis auf eine ergänzende versicherungsinterne Einschätzung von Dr. med. 
C.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 21. März 2023 mit Einspracheentscheid vom 24. 
März 2023 ab. 
 
C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte am 29. April 2023 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 24. März 2023 sei aufzuheben und es 
seien ihr für das Ereignis vom 4. April 2021 die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Ausserdem 
sei ein unabhängiges Gerichtsgutachten einzuholen.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2023 schloss die Visana auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
E. Mit verfahrensleitender Verfügung der Präsidentin des Kantonsgerichts vom 11. Juli 
2023 wurde die Angelegenheit dem Gericht zur Beurteilung überwiesen.  
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 

 
 
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erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-
scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die am 29. April 2023 frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des UVG sowie der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. De-
zember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich nach dem Inkrafttre-
ten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, werden nach diesem neuen Recht ausge-
richtet (Übergangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält es sich auch im vorliegenden 
Fall, weshalb nachfolgend jeweils auf das neue Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung 
Bezug zu nehmen ist.  
 
2. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem 
am 4. April 2021 erlittenen Ereignis trifft. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in 
der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versi-
cherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 
Zu prüfen ist in erster Linie, ob die Beschwerdeführerin einen Unfall erlitten hat.  
 
2.1 Ein Unfall gemäss Art. 4 ATSG ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der Unfall-
begriff enthält somit fünf Tatbestandsmerkmale (Körperverletzung [bzw. Tod], äussere Einwir-
kung, Plötzlichkeit, fehlende Absicht und die Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung; 
BGE 134 V 72 E. 2.3). 
 
2.2 Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignis-
ses. Er ist Gegenstück zu einer – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inneren Ursache. Der 
äussere Faktor ist dann ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich 
Alltäglichen oder Üblichen überschreitet (BGE 142 V 219 E. 4.3.1; SVR 2022 UV Nr. 13 S. 55, 
8C_430/2021 E. 2.3). Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall unter Berücksichtigung grund-
sätzlich nur objektiver Umstände (BGE 134 V 72 E. 4.1; 129 V 402 E. 2.1; 122 V 233 E. 1; 121 V 
35 E. 1a, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Un-
gewöhnlichkeit allerdings nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 
selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist deshalb, dass der äussere Faktor 
allenfalls schwerwiegende oder unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ausschlaggebend ist 
vielmehr, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 
menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen alleine begründen deshalb noch 
keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1).  
 

 
 
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2.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann unter anderem in einer unko-
ordinierten Bewegung bestehen. Insbesondere bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, 
dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussen-
welt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programm-
widrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche 
äussere Faktor stets zu bejahen, denn der äussere Faktor – nämlich die Veränderung zwischen 
Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhn-
licher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 S. 118; SVR 2021 UV Nr. 21 S. 101, 8C_586/2020 E. 3.3; 
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2022, 8C_24/2022, E. 3.2). Dies ist 
beispielsweise dann der Fall, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Ge-
genstand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbe-
wegung ausführt oder auszuführen versucht. Wenn solche Umstände den normalen Bewegungs-
ablauf stören, handelt es sich um eine unkoordinierte Bewegung (Urteil des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, öffentlich-rechtliche Abteilungen] vom 7. Ok-
tober 2003, U322/02, E. 4.1). Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird nicht vorausge-
setzt. Wo sich eine Schädigung auf das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch 
als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körper-
teils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordi-
nierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung jedoch unter besonders sinnfälligen 
Umständen gesetzt worden sein. Hintergrund bildet der Umstand, dass ein Unfallereignis sich in 
der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung manifestiert, während bei deren Feh-
len eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (BGE 134 V 80 
E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5). 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit ohne be-
sonderes Vorkommnis daher bei einer Sportverletzung zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; SVR 
2014 UV Nr. 21 S. 67; Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2022, 8C_24/2022, E. 5.2). 
Der äussere Faktor bei Sportverletzungen ist insbesondere dann nicht gegeben, wenn ein Ge-
schehen noch in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffenden Sports fällt 
(SVR 2014 UV Nr. 21 S. 67, Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_835/2013, E. 
5.3; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39). So führt beispielsweise das Besteigen eines Steppers im Rah-
men einer Aerobic-Choreographie nicht zu einer unkontrollierten Bewegung (Urteil des Bundes-
gerichts vom 30. März 2015, 8C_11/2015, E. 3.2). Ebenso zu verneinen ist der Unfallbegriff im 
Zusammenhang mit einer aus der Hocke heraus ausgeführten «Squat-Jump-Übung», anlässlich 
welcher die Versicherte sich zwar das Kniegelenk verdreht, die entsprechende Sprungübung aber 
unter normalen äusseren Bedingungen vorgenommen hatte (Urteil des Kantonsgerichts vom 31. 
Oktober 20213, 725 13 224 / 258). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an 
die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt. Er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 
V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die 
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache der 

 
 
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verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentra-
gung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Par-
teien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ablei-
ten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 
117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Wird das Vorliegen 
eines Unfallereignisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat es als unbe-
wiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 
V 136 E. 4b mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 
und vom 20. Februar 2007, U 346/05, E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). 
 
3.3 Was im Speziellen den Unfallbeweis betrifft, sind die einzelnen Umstände eines Unfall-
geschehens von den Leistungsansprechenden glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung ei-
nes Unfallereignisses müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillierte 
Angaben gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über 
die Ereignisumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen 
(Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04 und 
vom 19. Mai 2004, U 236/03). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über 
den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die sogenannten spontanen 
"Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstel-
lung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, 
deshalb meist ein grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des 
Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 
258/04, E. 3.1). 
 

3.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es im Übri-
gen verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für 
den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) – wie alle 
anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-

 
 
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rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1). 
 

3.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Reinen Aktengut-
achten kann allerdings dann ein voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund 
vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 
medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95; nicht publizierte Erwägung 5b 
des Urteils BGE 114 V 109, veröffentlicht in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366; vgl. auch Urteile U 
181/06 vom 21. Juni 2007, E. 2.3, und U 223/06 vom 8. Februar 2007, E. 5.1.2; vgl. auch HANS 
KIND, So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], 
Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, Veröffentlichungen des 
Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 
1997, S. 52). 
 
4. Betreffend das Ereignis vom 4. April 2021 lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgen-
des entnehmen: 
 
4.1 Gemäss Bericht des Spitals D.____ vom 4. April 2021 sei die notfallmässige Selbstvor-
stellung wegen einer erlittenen Kniedistorsion erfolgt. Die Patientin habe Sport gemacht und sei 
im Liegestütz mit den Beinen nach vorne gesprungen. Sie könne nicht mehr schmerzfrei laufen 
(Akt 29 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung).   
 
4.2 Aus der Schadenmeldung an die Beschwerdegegnerin vom 8. April 2021 geht hervor, 
dass sich die Versicherte am 4. April 2021 beim Outdoor-Konditionstraining das Knie verrenkt 
und sich einen Meniskusriss zugezogen habe (Akt 35 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlas-
sung).  
 

 
 
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4.3 Im Fragebogen zu Handen der Beschwerdegegnerin gab die Versicherte am 15. April 
2021 zum Ereignishergang an, dass sie am fraglichen Nachmittag im Garten ein Konditionstrai-
ning absolviert habe. Bei einer „Burpee-Variation“ (Liegestützposition – Springen – Drehen) habe 
sie sich nach zirka 15 bis 20 Minuten vorangehendem Training beim Sprung das Knie verdreht 
und habe nicht mehr abstehen können. Die Frage, ob sich der Ablauf wie gewohnt und unter 
normalen Umständen zugetragen habe, hat die Versicherte dabei als zutreffend angekreuzt (Akt 
64 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung). 
 
5. Die „Burpee“-Variante, bei welcher sich die Versicherte am 4. April 2021 verletzt hat, gilt 
im Fitnessbereich als anspruchsvoll, wird aber auch für Hobbysportler empfohlen. Sie kann lang-
sam oder dynamischer sowie in diversen Varianten ausgeführt werden. Im hier vorliegenden Fall 
bestand die geschilderte Fitnessübung offenbar in einer raschen Abfolge plötzlicher Bewegungen 
in Form von Sprüngen aus der Liegestütze-Position und gleichzeitigen Drehungen in den Stand 
und wieder zurück in die Liegestützposition. Der kongruenten Hergangsschilderung zufolge, wel-
che zwischen den Parteien zu Recht unbestritten geblieben ist, fand anlässlich dieses Konditi-
onstrainings allerdings keine unkoordinierte Bewegung in dem Sinne statt, dass dieser Bewe-
gungsablauf beispielweise durch ein Ausgleiten, ein Stolpern oder ein reflexartiges Abwehren 
eines drohenden Sturzes gestört worden wäre. Der Umstand alleine, dass sich die Versicherte 
beim Sprung das Knie „verrenkt“ hat, lässt wegen der Natur des resultierenden Gesundheitsscha-
dens alleine noch nicht auf eine Ungewöhnlichkeit des fraglichen Ereignisses schliessen. Dies 
gilt namentlich in Anbetracht der Tatsache, dass sich die initiale Verrenkung offenbar im Rahmen 
eines 15 bis 20 Minuten dauernden, vorangehenden Trainings zugetragen hat, welches ohne 
besondere Auffälligkeiten verlaufen ist. Dass ein besonderes Vorkommnis zur erlittenen Sport-
verletzung geführt hätte, lässt sich bei dieser Ausgangslage deshalb nicht erstellen. Damit ist 
aber auch nicht ersichtlich, inwiefern sich die von der Beschwerdeführerin beschriebene Verren-
kung nicht im Rahmen des üblichen Trainingsablaufs ereignet hat. Ihrer Hergangsschilderung 
lassen sich namentlich auch keine bei dieser mit einer Drehung ausgeführten Übung unüblichen 
Abläufe oder Einwirkungen entnehmen. Die Tatsache, dass sie sich das Knie verrenkt hat, ent-
spricht zwar nicht dem gewohnten Ablauf. Für die Annahme einer Ungewöhnlichkeit reicht es 
jedoch noch nicht aus, wenn die Übung nicht ideal verläuft, solange sich die Art der Ausführung 
noch in der Spannweite des Üblichen des betreffenden Sports bewegt (oben, Erwägung 2.3). 
Auch das Auftreten von Schmerzen nach Ausführung der entsprechenden Bewegung gilt für sich 
alleine noch nicht als äusserer ungewöhnlicher Faktor. Der hier zu beurteilende Ereignishergang 
ist vielmehr mit einer aus der Hocke heraus ausgeführten Squat-Jump-Übung zu vergleichen, 
anlässlich welcher sich die Versicherte zwar das Knie verdreht, die entsprechende Übung im 
Übrigen jedoch ebenfalls unter normalen äusseren Bedingungen vorgenommen hatte (Urteil des 
Kantonsgerichts vom 31. Oktober 20213, 725 13 224 / 258). Aufgrund eines fehlenden äusseren 
ungewöhnlichen Faktors ist der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG auch im vorliegenden Fall nicht 
erfüllt. Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. April 2021 besteht unter dem Titel eines Un-
falls deshalb keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.  
 
6.1. Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, für welche die Be-
schwerdegegnerin eine Leistungspflicht trifft. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versiche-

 
 
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rung ihre Leistungen nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei nachfolgenden Körperschädigun-
gen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (sog. "un-
fallähnliche Körperschädigungen" oder "Listenverletzungen"): Knochenbrüche (lit. a), Verrenkun-
gen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Seh-
nenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).  
 
6.2 In systematischer Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass das Institut der unfallähnlichen 
Körperschädigung mit der UVG-Revision vom 25. September 2015 (in Kraft seit 1. Januar 2017) 
neu auf Gesetzesstufe in Art. 6 Abs. 2 UVG verankert wurde. Die Gesetzessystematik legt nahe, 
dass Abs. 1 (Unfall) und Abs. 2 (Listenverletzung) unabhängig und einzeln voneinander zu prüfen 
sind (BGE 146 V 51 E. 8.5). Liegt eine Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer nach 
deren Meldung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfall-
ereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer nach Art. 6 Abs. 
1 UVG leistungspflichtig. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 
ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG 
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (sogleich nachfolgende Erwägun-
gen 6.3 f.; BGE 146 V 51 E. 9.1). 
 
6.3 Mit Art. 6 Abs. 2 UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der 
Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Er kann sich aber von seiner 
Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 
5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf 
das Kriterium des äusseren Faktors wird dabei explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegen-
beweis einer vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den na-
türlichen Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend 
degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens kann zu einer Verneinung dieses natürlichen 
Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers führen (EVALOTTA 
SAMUELSSON, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das Beispiel des Meniskus-
risses, in: SZS 2018 S. 358).  
 
6.4 Die entscheidende Rolle für die Beurteilung der Frage, ob eine diagnostizierte Listenver-
letzung vorwiegend auf Abnützung oder eine Erkrankung zurückzuführen ist, spielt demnach die 
medizinische Beurteilung. An den entsprechenden Gegenbeweis sind strenge Anforderungen zu 
stellen. Der vom Gesetzgeber mit der Revision verfolgte Zweck kann nämlich nur dann erfüllt 
werden, wenn bezogen auf den Einzelfall eindeutige Beweise von neutralen Stellen vorliegen. 
Auf allgemeinen Erfahrungstatsachen beruhende Prüfungsschemata genügen für den Gegenbe-
weis hingegen nicht. Verlangt werden Beurteilungen, die in materieller Hinsicht nachvollziehbar 
und schlüssig sind, also den von der Praxis entwickelten Anforderungen an Gutachten genügen 
(oben, Erwägung 3.5). Auch wenn ein unfallähnliches Ereignis nicht Voraussetzung für die Leis-
tungspflicht ist, kann die Anknüpfung der Verletzung an ein Ereignis immerhin als Beweisfaktor 
bei der Deckungsprüfung dienen. Dabei sind auch allfällige Vorzustände wie frühere Unfälle, wel-
che durch einen anderen UVG-Versicherer gedeckt waren, bei der aktuellen Deckungsprüfung 

 
 
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einer vorwiegenden Verursachung durch Abnützung oder Erkrankung (Kausalitätsanteil Vorzu-
stand grösser als 50 %) mit zu berücksichtigen.  
 
7.1 Entgegen der im angefochtenen Einspracheentscheid vertretenen Auffassung hat die 
Versicherte am 4. April 2021 einen Meniskusriss erlitten (Akt 211 der Beschwerdegegnerin zur 
Vernehmlassung, Ad 2), welcher gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG zweifellos unter die Listenver-
letzungen der unfallähnlichen Körperschädigungen fällt (Erwägung 6.1 hiervor). Strittig ist hinge-
gen, ob der eingetretene Schaden vorwiegend auf eine Erkrankung bzw. auf degenerative Ursa-
chen zurückzuführen ist und der Beschwerdegegnerin damit der Entlastungsbeweis gelingt.  
 
7.2.1 Den Akten lässt sich in diesem Zusammenhang zunächst ein Operationsbericht von 
Prof. Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rats und Sportmedizin, vom 22. Dezember 2014 entnehmen, wonach die Versicherte bereits am 
1. Dezember 2014 beim Volleyballspiel eine vordere Kreuzbandruptur links mit einem Längsriss 
im Hinterhorn des lateralen Meniskus erlitten habe. Eine MRI-Untersuchung vom 5. Dezember 
2014 habe den klinischen Verdacht auf eine Kniebinnenläsion bestätigt. Die anschliessende Arth-
roskopie vom 19. Dezember 2014 habe patellofemoral im hinteren Drittel zur Wurzel hin einen 
kleinen, zirka acht Millimeter langen, aber transmuralen Längsriss im lateralen Meniskus gezeigt. 
Zentral habe ein proximaler Ausriss des vorderen Kreuzbands (VKB) mit typischer Vernarbung 
auf dem hinteren Kreuzband bestanden. Im medialen Kompartiment seien Knorpel und Meniskus 
intakt gewesen. Die im MRI vom 5. Dezember 2014 beschriebene Läsion sei eigentlich nur eine 
kleine Delle, kein transmuraler Riss (Akt 5 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung). 
 
7.2.2 Dem Konsultationsbericht der Klinik F.____vom 26. April 2016 lässt sich entnehmen, 
dass es bei Status nach arthroskopisch vorderem Kreuzbandersatz und Naht des Aussenmenis-
kus-Hinterhorns am linken Knie am 19. Dezember 2014 vor rund fünf Wochen nach einem Vol-
leyballtraining erneut zu Beschwerden im linken Knie gekommen sei. Diese Beschwerden seien 
als retropatelläre Reizsymptomatik zu interpretieren. In der klinischen Untersuchung hätten sich 
keine Anhaltspunkte für eine Insuffizienz des VKB oder für das Vorliegen eine Meniskusläsion 
gezeigt (Akt 13 f. der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung).  
 
7.2.3 Aus einem weiteren Konsultationsbericht der Klinik F.____ vom 12. April 2018 geht her-
vor, dass die Versicherte vor rund einer Woche beim Kung-Fu ein erneutes Distorsionstrauma 
des linken Kniegelenks mit kurzzeitigen Schmerzen erlitten habe. Intermittierend habe sie bereits 
in den letzten Monaten immer wieder Situationen erlebt, in welchen sie das Knie gespürt habe. 
In der MRT vom 3. April 2018 hätten sich eine weiterhin intakte VKB-Plastik mit leicht erhöhtem 
Signal und intakte Kollateralbänder sowie eine Signalalteration im Hinterhorn des medialen Me-
niskus gezeigt. Eine sehr feine horizontale Rissbildung sei nicht ausgeschlossen worden. Der 
eigene Befund dieser Bildgebung zeige im Hinterhornbereich des medialen Meniskus an der 
Oberfläche einen kleinen Einriss. Diese Verletzung sei vermutlich bereits im Rahmen des initialen 
Traumas aufgetreten, wobei auch eine erneut erlittene Traumatisierung anlässlich der in der ver-
gangenen Woche erlittenen Distorsion möglich sei (Akt 15 f. der Beschwerdegegnerin zur Ver-
nehmlassung).  
 

 
 
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7.2.4 Dem Bericht der G.____ vom 7. April 2021 zufolge sei auf der MRT ebenfalls vom 3. April 
2017 ein Korbhenkelriss mit nach lateral umgeschlagenen Meniskusteilen des Korpus und des 
Hinterhorns des medialen Meniskus sowie eine partielle Ruptur des proximalen ansatznahen Be-
reichs des medialen Seitenbandes ventral ersichtlich. Ausserdem seien eine weiterhin intakte, 
etwas signalalterierte VKB-Plastik, degenerative Veränderungen im Hinterhorn des lateralen Me-
niskus sowie eine bekannte grosse Baker-Zyste mit ausgedehntem Gelenkserguss zu erkennen 
(Akt 34 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung).   
 
7.2.5 In seiner Stellungnahme vom 17. Juni 2021 anerkennt Dr. B.____ zunächst die Listen-
diagnose eines Meniskusrisses. Weiter hält er fest, dass bereits im MRI des linken Knies vom 
3. April 2018 eine Signalalteration im Hinterhorn des medialen Meniskus zu erkennen gewesen 
sei und eine sehr feine horizontale Rissbildung schon damals nicht habe ausgeschlossen werden 
können. Zu erkennen gewesen seien auf diesem MRI ausserdem diskrete oberflächliche Knor-
pelschäden retropatellar sowie eine grosse Baker-Zyste. Dr. B.____ stellt fest, dass der Vergleich 
der Bildgebungen vom 3. April 2018 und nunmehr vom 7. April 2021 eine progrediente Verände-
rung und Rissbildung im Hinterhorn des Innenmeniskus am linken Knie über die letzten drei Jahre 
hinweg dokumentiere. Die aktuelle Situation sei überwiegend wahrscheinlich vorwiegend Aus-
druck eines degenerativen Prozesses (Akt 80 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung). 
 
7.2.6 In den Akten der Visana liegt weiter eine undatierte Stellungnahme des behandelnden 
Operateurs Prof. E.____. Daraus geht hervor, dass die Versicherte bereits am 20. Dezember 
2014 am linken Knie operiert und ein VKB-Ersatz sowie eine laterale Meniskusnaht durchgeführt 
worden sei. Die MRI-Untersuchung des linken Knies nach erneutem Verdrehtrauma vom 3. April 
2018 zeige weiterhin eine unauffällige VKB-Plastik und einen ebenfalls unauffälligen, vier Jahre 
zuvor genähten Aussenmeniskus. Ansatznahe könne retrospektiv eine kleine Rissbildung erkannt 
werden. Am 4. April 2021 sei das linke Kniegelenk durch eine unvermittelte, äussere Krafteinwir-
kung erneut verdreht worden. Es habe ein Korbhenkelriss des Meniskus resultiert. Der auch in 
der anschliessenden MRI-Untersuchung vom 7. April 2021 sichtbare Korbhenkelriss zusammen 
mit der Partialruptur am proximalen ansatznahen Bereich des medialen Seitenbands sei nur mit 
dem akuten Trauma vom 4. April 2021 vereinbar. Dieses Ereignis vom 4. April 2021 sei geeignet 
gewesen, den bereits durch den Unfall im Dezember 2014 an der Basis vorgeschädigten Menis-
kus noch komplett zu schädigen, was in der Folge zu einem Korbhenkelriss geführt habe (Akt 
157 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung).  
 
7.2.7 Gemäss der Beurteilung von Dr. C.____ vom 21. März 2023 seien bereits in der MRT 
vom 5. Dezember 2014 eindeutige Signalveränderungen am medialen Meniskus zu erkennen 
gewesen. Trotz eines anschliessend komplikationslosen Verlaufs habe die Versicherte beispiels-
weise im Frühjahr 2016 wieder intermittierend linksseitige Knieschmerzen beklagt. Es liege dem-
nach nahe, dass bei damals postulierter guter Bandstabilität und fehlenden anderweitigen intra-
artikulären Pathologien eine Meniskussymptomatik am Ursprung dieser Beschwerden gestanden 
sei. Dies würde auch schlüssig erklären, weshalb sich im weiteren Verlauf eine grosse Baker-
Zyste entwickelt habe. Radiologisch seien im April 2018 erneut Hinweise auf eine Pathologie am 
medialen Meniskus erkannt und bestätigt worden. Dass es beim Ereignis vom 4. April 2021 zu 
einer zusätzlichen Traumatisierung des linken Knies gekommen sei, werde nicht bestritten. Dass 
dieser Einfluss gegenüber dem bereits bestehenden Schaden überwogen hat, könne jedoch in 

 
 
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schlüssiger Weise mit der Begründung widerlegt werden, dass der weitaus grösste Teil der Ver-
änderungen am medialen Meniskus bereits seit 2014 bekannt gewesen sei und es letztlich nur 
noch eines bagatellären Traumas im Rahmen eines physiologischen Bewegungsablaufs bedurft 
habe, um zur mechanisch letztlich störenden Dislokation von Meniskusanteilen zu führen. In Be-
zug auf ihr Alter sei der Versicherten Recht zu geben, dass es sich bei den Alterationen in ihrem 
linken Knie nicht um eine altersentsprechende Degeneration handle und auch krankhafte Fakto-
ren dabei keine Rolle spielen würden. Hingegen seien die progredienten Veränderungen eine 
Spätfolge des Ereignisses vom 1. Dezember 2014, als sich die Versicherte bereits dazumal eine 
erhebliche Traumatisierung mit deutlichen morphologischen Schäden zugezogen habe. Zusam-
menfassend lasse sich eine Pathologie am medialen Meniskus bereits seit 2014 nachweisen. 
Letztlich habe es nur noch der forcierten Bewegung am 4. April 2021 bedurft, um den mittlerweile 
bereits deutlich geschädigten Meniskus dislozieren zu lassen. Dass bei dieser Ausgangslage der 
weitaus grösste Teil der Schädigung bereits vorbestehend gewesen sei, liege auf der Hand. Die 
Listendiagnose des zu beurteilenden Meniskusrisses könne somit überwiegend wahrscheinlich 
auf Abnutzung zurückgeführt werden (Akt 208 ff. der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung).  
 
7.3 Während die Einschätzung des vorberatenden Vertrauensarztes Dr. B.____ nur sehr 
kurz ausgefallen ist, erfüllt die Beurteilung von Dr. C.____ vom 21. März 2023 die Anforderungen 
an den Beweiswert einer versicherungsinternen Aktenbeurteilung (BGE 135 V 465 E. 4.4; oben, 
Erwägung 3.5). Der beurteilende Vertrauensarzt der Visana legt in Übereinstimmung mit den üb-
rigen medizinischen Akten nachvollziehbar dar, dass der erneut erlittene Meniskusschaden eine 
Folge progredienter Veränderungen darstellt, welche ihrerseits auf einen bereits im Jahr 2014 
erlittenen Knieschaden zurückzuführen sind. Diese Auffassung deckt sich mit der Einschätzung 
des operierenden Chirurgen, der die Versicherte bereits im Jahr 2014 arthroskopiert hatte. Prof. 
E.____ vertritt nämlich ebenfalls die Meinung, dass das neuerliche Ereignis vom 4. April 2021 
geeignet war, den durch den Unfall im Dezember 2014 an der Basis vorgeschädigten Meniskus 
letztlich komplett zu schädigen (oben, Erwägung 7.2.6). Diese kongruenten Auffassungen lassen 
sich schliesslich auch ohne Weiteres mit den übrigen Akten in Einklang bringen. Tatsächlich 
zeigte sich bereits in der MRT vom 3. April 2018 eine zwischenzeitlich aufgetretene, grosse Ba-
ker-Zyste als Zeichen eines chronischen, mithin vorbestehenden, intraartikulären Prozesses (Akt 
15 f. und 20 der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung; oben, Erwägung 7.2.4). Ausserdem 
war auch der behandelnde Arzt der Klinik F.____ schon damals zum Schluss gelangt, dass der 
auf dieser MRT ebenfalls sichtbare, allerdings nur kleine Einriss im Hinterhornbereich des medi-
alen Meniskus vermutlich bereits im Rahmen des initialen Traumas aufgetreten sein müsse 
(oben, Erwägung 7.2.3). Dessen Einschätzung deckt sich wiederum mit der Analyse von 
Dr. C.____, wonach die in der neuesten MRT vom 7. April 2021 sichtbare Umschlagstelle im me-
dialen Meniskus entlang der bereits auf den Voraufnahmen von 2014 und 2018 erkennbaren 
Delle bzw. Risslinie verläuft (oben, Erwägung 7.2.1 und 7.2.3). Bei dieser Aktenlage ist mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass am 4. April 2021 erlittene Meniskusriss 
vorwiegend auf die bereits im Jahr 2014 erlittene Verletzung zurückzuführen ist.  
 
7.4 Soweit die Beschwerdegegnerin allerdings davon ausgeht, dass die strittige Meniskus-
läsion auf eine Abnutzung zurückzuführen sei und ihr deshalb der Entlastungsbeweis gelinge 
(oben, Erwägung 6.3. f.), geht sie fehl. Dass der nunmehr in Frage stehende Meniskusschaden 
eine Folge progredienter Veränderungen darstellt, welche ihrerseits auf den bereits im Jahr 2014 

 
 
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erlittenen Knieschaden zurückzuführen sind, steht zwar ausser Frage. Auch ist der Visana beizu-
pflichten, dass Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 21. März 2023 davon spricht, dass die 
Listendiagnose des zu beurteilenden Meniskusrisses überwiegend wahrscheinlich auf Abnutzung 
zurückzuführen sei (oben, Erwägung 7.2.7). Allerdings widerspricht der beratende Arzt der Vi-
sana damit seiner eigenen Analyse, wonach bei den Alterationen im betroffenen linken Knie keine 
krankhaften Faktoren beteiligt sind. Die progredienten Veränderungen im betroffenen Knie stellen 
vielmehr eine ausschliessliche Folge eines von der Versicherten zuvor erlittenen Unfalls dar. 
Dass die Vorschädigung zusätzlich auf allfällige krankhafte, innere Ursachen zurückzuführen 
wäre, geht aus keiner der zitierten medizinischen Akten hervor und wird auch von keiner Seite 
behauptet. Indessen kann nur der Nachweis eines vorwiegend degenerativ oder krankhaft verur-
sachten Schadens zu einer Verneinung der Leistungspflicht des Unfallversicherers führen. Das 
in Art. 6 Abs. 2 UVG statuierte Begriffspaar «Abnützung oder Erkrankung» ist einem Verschleiss 
gleichzusetzen. Mit Blick auf das Vorliegen einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 
sollen damit jene Sachverhalte ausgeschlossen werden, bei denen Körperschädigungen durch 
wiederkehrende, mehr oder minder stets gleiche Belastungen entstehen. Die vorwiegenden Fol-
gen nur solcher Vorgänge sind nach Art. 6 Abs. 2 UVG von der Unfallversicherung nicht zu über-
nehmen. Gleiches resultiert in systematischer Hinsicht aus der Gegenüberstellung von Art. 4 
ATSG (Unfall) und Art. 3 ATSG (Krankheit). Unter dem Begriff der Erkrankung werden Beein-
trächtigungen der Gesundheit verstanden, welche nicht Folge eines Unfalls sind. Das Begriffs-
paar «Abnützung oder Erkrankung» ist deshalb als Gegenstück zu einer traumatischen Pathoge-
nese zu verstehen (SAMUELSSON, a.a.O., S. 355 f.). Aus der Logik der in Art. 6 Abs. 2 UVG vor-
gesehenen Möglichkeit des Entlastungsbeweises folgt damit, dass es sich bei dem Erfordernis 
der Abnutzung und Erkrankung um das ergänzende Gegenstück zu einem spezifischen Ereignis 
handeln muss (BGE 146 V 51, E. 8.2.3).  
 
7.5 Vorliegend ist allerdings erstellt, dass nicht eine allfällige Erkrankung oder ein über die 
Zeit fortschreitender Verschleiss, sondern das am 1. Dezember 2014 erlittene Unfallereignis, für 
dessen Folgen die Versicherte noch nicht bei der Visana, sondern offenbar bei der Helsana Kran-
kenkasse versichert war (Akt 1 und 68 zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin), zu einer 
signifikanten Vorschädigung des linken Knies geführt hat. Mit Blick auf die medizinischen Akten 
ist deshalb festzustellen, dass seither zwar eine Prädisposition für weitere Knieverletzungen, na-
mentlich offenbar auch in Form neuerlicher Meniskusrisse vorhanden war. Beruht dieser Vorzu-
stand jedoch der nachvollziehbaren Einschätzung sowohl von Dr. C.____ als auch des behan-
delnden Operateurs zufolge (oben, Erwägungen 7.2.6 f.) ausschliesslich auf einer traumatischen 
Genese, liegt er nicht in einer Abnutzung oder in einer Erkrankung, sondern in einer unfallbeding-
ten Ursache begründet. Damit ist ein Entlastungsbeweis gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ausgeschlos-
sen. Nachdem die Versicherte im Juli 2015 keine Beschwerden mehr zu beklagen hatte (Akt 11 
der Beschwerdegegnerin zur Vernehmlassung), ist aber ebenso auszuschliessen, dass die nun-
mehr zur Diskussion stehende Meniskusschädigung ausschliesslich auf den am 1. Dezember 
2014 erlittenen Unfall zurückzuführen wäre. Dass die aktuell zur Diskussion stehenden Be-
schwerden allenfalls eine indirekte Spätfolge der ursprünglich im Dezember 2014 erlittenen 
Kniedistorsion darstellen, vermag die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ebenso wenig 
auszuschliessen. Die Visana ist bei diesem Ergebnis zu verpflichten, für das Ereignis vom 4. April 
2021 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.  
 

 
 
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8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im betreffenden Einzelgesetz vorgese-
hen ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Ver-
fahren keine Kosten zu erheben. Auf die Ausrichtung einer Parteientschädigung an die anwaltlich 
nicht vertretene Beschwerdeführerin ist zu verzichten.  
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der Vi-
sana Versicherungen AG vom 24. März 2023 aufgehoben und es wird 
die Visana Versicherungen AG verpflichtet, für das Ereignis vom 4. April 
2021 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 
Gegen dieses Urteil wurde am 3. Januar 2024 Beschwerde an das Bundesgericht erhoben 
(siehe nach Vorliegen des Urteils des Bundesgerichts 8C_1/2024).