# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 475991c9-f34c-55f7-8b8e-d6a20709c2f0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 07.08.2020 IV 2018/212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-212_2020-08-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/15

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/212

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.12.2020

Entscheiddatum: 07.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2020
Die IV-Stelle hat der Beigeladenen bei der Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung Typ Borderline zu Recht eine ganze Rente ab 1. Mai 
2016 zugesprochen. Abweisung der durch die zuständige Pensionskasse 
erhobenen Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 7. August 2020, IV 2018/212).

Entscheid vom 7. August 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2018/212

Parteien

Sammelstiftung A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Gnädinger, Hubatka Müller Vetter, 

Seestrasse 6, Postfach, 8027 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

B.___,

Beigeladene,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Laurent Häusermann, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

Gegenstand

Rente (für B.___)

Sachverhalt

A.  

B.___ (nachfolgend: Versicherte) absolvierte vom 1. August 2012 bis 31. Juli 2014 

im C.___ eine Lehre zur Fachfrau Hauswirtschaft und war im Anschluss noch bis 31. 

Dezember 2014 im C.___ befristet angestellt (IV-act. 15-2 und 15-11). Per 1. März 2015 

nahm sie bei der D.___ ein Arbeitsverhältnis als Betriebsassistentin auf (IV-act. 10-3). 

Am 22. Mai 2015 trat sie "aufgrund von Mobbing am Arbeitsplatz" ins 

Kriseninterventionszentrum (KIZ) des Psychiatrischen Zentrums E.___ ein, wo sie in der 

Folge bis 2. Juli 2015 stationär behandelt wurde. An diesem Tag trat sie in die 

Psychiatrische Klinik F.___ über, wo sie noch bis 8. Oktober 2015 stationär behandelt 

wurde (vgl. IV-act. 31-7). Dem diesbezüglichen Austrittsbericht vom 26. Oktober 2015 

sind die Diagnosen mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom 

(ICD-10: F32.10) sowie Anpassungsstörung im Sinne einer protrahierten 

adoleszentären Krise (ICD-10: F43.25) zu entnehmen (IV-act. 31-6).

A.a. 

Am 30. Oktober 2015 meldete die Versicherte sich unter Hinweis auf eine seit 22. 

Mai 2015 bestehende und zu vollständiger Arbeitsunfähigkeit führende psychische 

A.b. 

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Erkrankung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 1).

Am 16. November 2015 berichteten Dr. med. G.___ und Dr. med. H.___, E.___, die 

Versicherte stehe in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und 

nehme an der Skills-Gruppe teil (IV-act. 17-2). Das Erstgespräch habe am 26. Oktober 

2015 stattgefunden. Es bestehe der Verdacht auf eine emotional-instabile 

Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10: F60.31; IV-act. 17-1 f.).

A.c. 

Am 9. Februar 2016 wurde die Versicherte von Dr. med. I.___, Fachärztin für 

Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) abgeklärt. Diese kam zum Schluss, dass seit Mai 2015 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem 1. Arbeitsmarkt bestehe. Wie lange diese 

Arbeitsunfähigkeit andauere, lasse sich momentan noch nicht abschätzen. Es wäre 

sinnvoll, nach Beendigung der Skillsgruppe einen Arztbericht einzuholen und dann 

erneut eine versicherungsmedizinische Beurteilung vorzunehmen. Je nach Stabilität 

des Gesundheitszustandes wäre dann auch an eine Arbeitsabklärung zu denken (IV-

act. 22-1 und 4).

A.d. 

Mit Mitteilung vom 17. Februar 2016 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der 

Versicherten auf berufliche Massnahmen, da solche aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes nicht möglich seien (IV-act. 25).

A.e. 

Die Dres. G.___ und H.___ erhoben mit Arztbericht vom 16. März 2016 die 

Diagnosen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10: 

F60.31), sowie Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1). Die 

Ärzte erklärten, die genaue Dauer der Arbeitsunfähigkeit sei im Moment schwer zu 

prognostizieren, vorerst würden sie weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

ausgehen. Es gebe eine teilweise Rückbildung der depressiven Symptomatik bei 

weiterhin bestehender Grundproblematik. Für den Sommer 2016 werde evtl. eine 

langsame berufliche Integration geplant (IV-act. 33).

A.f. 

Dr. med. J.___, Fachärztin für Innere Medizin, K.___, erklärte mit Bericht vom 3. 

Juni 2016, die Arbeitsunfähigkeit werde seit November 2015 regelmässig vom 

Psychiater beurteilt. Bei weiterer Stabilisierung sei im Verlauf eine schrittweise 

A.g. 

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Steigerung der Arbeitsfähigkeit in stressfreier Atmosphäre anzustreben (IV-act. 31-5). 

Am 6. Juni 2016 berichteten die Dres. G.___ und H.___ aufgrund der emotional-

instabilen Persönlichkeitsstruktur bestehe immer ein Restrisiko einer eventuellen 

Dekompensation. Zurzeit sei eine Arbeitsintegration von ca. 20-30% auf dem 2. 

Arbeitsmarkt denkbar. Man empfehle eine langsame Wiedereingliederung, um die 

Versicherte nicht zu überfordern, und eine Potentialabklärung. Momentan nehme die 

Versicherte ca. dreimal pro Monat die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung in Anspruch und nehme an der Skillsgruppe teil. Zusätzlich besuche sie 

das Tageszentrum der L.___ an zwei halben Tagen (IV-act. 37-3 f.).

Ende Oktober 2016 (Eingang des Berichts bei der IV-Stelle: 26. Oktober 2016) 

berichtete Dr. H.___, welcher sich zwischenzeitlich mit eigener Praxis für Psychiatrie in 

M.___ selbständig gemacht hatte, ab November 2016 sei eine Arbeitsintegration von 

20% auf dem 1. Arbeitsmarkt denkbar. Es werde eine langsame Wiedereingliederung 

empfohlen, um eine weitere Stabilisierung zu gewährleisten. Aktuell besuche die 

Versicherte das Tageszentrum der L.___ an drei halben Tagen pro Woche (IV-act. 

40-2).

A.h. 

Am 24. Januar 2017 informierte die Versicherte die IV-Stelle darüber, dass sie ab 

Februar 2017 wieder zu 100% arbeitsunfähig sein werde (IV-act. 42). 

Dementsprechend attestierte Dr. H.___ der Versicherten mit Zeugnis vom 23. Januar 

2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar bis 31. März 2017 (IV-act. 43).

A.i. 

Am 24. Februar 2017 bat Dr. I.___ vom RAD um Einholung eines aktuellen Arzt­

berichts beim behandelnden Psychiater sowie um eine laborchemische Kontrolle von 

Alkohol (IV-act. 44). Dr. H.___ berichtete am 6. März 2017, in den vergangenen Wochen 

habe sich der Allgemeinzustand der Versicherten leider verschlechtert. Die 

Stimmungsschwankungen und der Drang, sich selbst zu verletzen, seien stärker 

geworden. Das oberste Ziel sei eine deutliche Stabilisierung der Stimmungs- und 

Antriebslage der Versicherten, so dass sie in der Lage sei, einer Arbeit nachzugehen. 

Momentan seien sie noch weit entfernt von diesem Ziel. Ob es je erreicht werden 

könne, sei noch nicht vorauszusagen (IV-act. 46-1). Unter psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung sowie dem Besuch der Skillsgruppe habe die 

Versicherte ihren Alkoholkonsum reduzieren können. Früher habe sie bis zu drei Liter 

A.j. 

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Bier am Tag getrunken, seit mehr als sechs Monaten trinke sie nicht mehr regelmässig, 

d.h. nicht mehr jeden Tag. Wenn sie trinke, dann ca. einen halben Liter Bier (IV-act. 

46-2). Dr. J.___ liess der IV-Stelle am 21. März 2017 Laborresultate der Versicherten 

vom 27. Januar 2017 zukommen (IV-act. 48-6) und erklärte, bezüglich Alkoholkonsum 

der Versicherten sei ihr nichts bekannt (IV-act. 48-2).

Am 27. März resp. 4. April 2017 informierte die Versicherte die IV-Stelle darüber, 

dass sie am 3. April 2017 in die Psychotherapeutische Tagesklinik N.___ eingetreten sei 

(vgl. IV-act. 51, 52 und act. G 27.1.2 S. 1 oben).

A.k. 

Dr. I.___ vom RAD hielt am 24. Mai 2017 in einer Aktenbeurteilung fest, es liege 

kein stabiler Gesundheitszustand vor. Seit Mai 2015 sei eine durchgehende 

Krankschreibung durch den behandelnden Facharzt erfolgt. Die Versicherte befinde 

sich seit Mai 2015 in psychiatrischer Behandlung (ambulant, stationär, teilstationär). Sie 

unternehme alle zumutbaren möglichen Massnahmen, um eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit zu erreichen (IV-act. 57).

A.l. 

Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Mai 2016 in Aussicht (IV-act. 61).

A.m. 

Am 9. und 16. August 2017 fand im O.___ der E.___ eine testpsychologische 

Untersuchung der Versicherten statt (IV-act. 80-3). Gemäss PD Dr. med. Dr. phil. P.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. Q.___, Psychologe FSP, 

waren aufgrund der Untersuchung die Kriterien für das Vorliegen einer Borderline-

Persönlichkeitsstörung erfüllt. Vor diesem Hintergrund würden sich zudem 

selbstunsichere und paranoide Persönlichkeitszüge zeigen. Für eine abschliessende 

Vergabe einer entsprechenden Diagnose sollten, insbesondere wegen des Alters der 

Versicherten, unbedingt der Verlauf über einen längeren Zeitraum sowie umfangreiche 

fremdanamnestische Informationen berücksichtigt werden (Bericht vom 18. August 

2017; IV-act. 80-8).

A.n. 

Gegen den Vorbescheid vom 6. Juli 2017 liess die Sammelstiftung A.___ am 29. 

August 2017 durch ihren Rechtsvertreter Einwände anbringen (IV-act. 64).

A.o. 

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B.  

Am 26. September 2017 ging bei der IV-Stelle ein Arbeitsvertrag zwischen der 

Versicherten und dem R.___ ein, gemäss welchem die Versicherte per 1. November 

2017 eine 50%-Tätigkeit als Mitarbeiterin im Bereich Hauswirtschaft aufnehmen werde, 

sofern sie Anspruch auf eine Rente von mindestens 50% habe (IV-act. 67).

A.p. 

Der Rechtsvertreter der Versicherten nahm am 7. November 2017 zum Einwand 

der A.___ Stellung (IV-act. 80). Dr. I.___ vom RAD hielt am 19. Dezember 2017 fest, es 

würden keine neuen medizinischen Informationen vorliegen (IV-act. 81). Am 16. Januar 

2018 machte der Rechtsvertreter der A.___ von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur 

Stellungnahme (IV-act. 82) Gebrauch (IV-act. 83). Mit Verfügung vom 22. Mai 2018 

sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Mai 2016 eine ganze Rente zu (IV-act. 100).

A.q. 

Gegen diese Verfügung liess die A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 19. 

Juni 2018 durch ihren Rechtsvertreter die vorliegend zu beurteilende Beschwerde 

erheben und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen beantragen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen mit dem Auftrag, ein Eingliederungsverfahren an 

die Hand und weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung wurde 

vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe den Heilungsverlauf und insbesondere die 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten gar nicht abzuklären versucht. Eine 

eingehende Abklärung und nach Möglichkeit eine baldmögliche Wiedereingliederung 

habe bei einer noch sehr jungen Versicherten so bald als möglich stattzufinden. Die 

stetige Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten sei von der 

Beschwerdegegnerin sowohl bis zum (vorübergehenden) gesundheitlichen Einbruch im 

Januar bzw. Februar 2017 als auch danach unberücksichtigt geblieben. Von einem 

instabilen Gesundheitszustand könne nicht die Rede sein. Eine Erwerbsunfähigkeit im 

Sinne des Gesetzes könnte erst nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

festgestellt werden. Hinsichtlich der IV-Berentung von Jugendlichen unter 30 Jahren 

sei aus gesetzgeberischer Sicht in jüngster Vergangenheit diskutiert worden, Menschen 

unter 30 Jahren sei grundsätzlich keine Rente zu gewähren. Die Ablehnung dieser 

Altersgrenze sei namentlich damit gerechtfertigt worden, die Verwaltung habe 

aufzeigen können, dass die IV darauf hinarbeite, möglichst wenige Renten an unter 30-

B.a. 

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Jährige auszurichten. Dies sei vorliegend nicht geschehen. Aus den von der 

Beschwerdegegnerin eingeholten medizinischen Abklärungen ergäben sich zahlreiche 

Widersprüche und offene Fragen. Eine diagnostische Herleitung des psychischen 

Krankheitsbildes der Versicherten sei weder nachvollziehbar noch schlüssig belegt 

worden. Die Diagnosen der Hausärztin Dr. J.___ und der behandelnden Ärzte der 

psychiatrischen Klinik F.___ würden nicht mit den Diagnosen des aktuell behandelnden 

Psychiaters Dr. H.___ übereinstimmen. Die von den Ärzten empfohlene 

Potentialabklärung sei nicht an die Hand genommen worden. Schliesslich sei die durch 

die psychischen Leiden bedingte Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten nicht 

in einem strukturierten Beweisverfahren anhand von Indikatoren ermittelt worden. 

Darüber hinaus sei von der Beschwerdegegnerin nicht abgeklärt worden, ob der 

Versicherten eine Reduktion des schädlichen Alkoholkonsums zumutbar sei respektive 

ob eine solche Reduktion tatsächlich stattgefunden habe (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin 

unter Hinweis auf ein Urteil des hiesigen Gerichts vom 23. August 2017 (IV 2015/154) 

das Nichteintreten auf die Beschwerde, da die Beschwerdeführerin nicht zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert sei (act. G 6).

B.b. 

Mit Replik vom 16. November 2018 liess die Beschwerdeführerin durch ihren 

Rechtsvertreter an ihren Anträgen festhalten und ausführen, dass sie sehr wohl zur 

Beschwerde legitimiert sei, da sie an den Entscheid der Beschwerdegegnerin 

gebunden sei (act. G 13).

B.c. 

Mit Schreiben vom 21. Januar 2019 lud das Versicherungsgericht die Versicherte 

zum Prozess zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin bei 

(act. G 15).

B.d. 

Am 8. März 2019 liess sich die Beigeladene durch ihren Rechtsvertreter 

vernehmen und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Mehrwertsteuer zu 

Lasten der Beschwerdeführerin das Nichteintreten, eventualiter die Abweisung der 

Beschwerde beantragen (act. G 18). Gleichzeitig wurde dem Gericht eine E-Mail vom 

R.___ betreffend das Arbeitsverhältnis mit der Beigeladenen vom 8. März 2019 

eingereicht. Diesem zufolge war die Beigeladene vom 1. November 2017 bis 7. Februar 

B.e. 

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Erwägungen

1.

Umstritten und vorab von Amtes wegen zu prüfen ist die Frage, ob die 

Voraussetzungen für ein Eintreten auf die Beschwerde erfüllt sind.

2018 in einer 50%-Anstellung im 2. Arbeitsmarkt tätig gewesen und hatte dieses 

Arbeitsverhältnis nach zunehmend häufigeren gesundheitsbedingten Absenzen 

beendet (act. G 18.1).

Mit Schreiben vom 18. April 2019 äusserte sich der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unter Erneuerung seiner Begehren gemäss Beschwerde zur 

Eingabe der Beigeladenen (act. G 22). Zu dieser Stellungnahme äusserte sich der 

Rechtsvertreter der Beigeladenen am 20. Mai 2019 (act. G 24).

B.f. 

Am 4. Februar 2020 reichte der Rechtsvertreter der Beigeladenen einen Bericht 

der Praxis für Neuropsychologie, MSc S.___, M.___, vom 23. Januar 2020 betreffend 

eine neuropsychologische Untersuchung der Beigeladenen vom 20. Januar 2020 (act. 

G 27.1.1) und einen Bericht von Dr. H.___ vom 3. Februar 2020 (act. G 27.1.2) zu den 

Akten.

B.g. 

Am 4. Juni 2020 liess der Rechtsvertreter der Beigeladenen dem Gericht einen 

Austrittsbericht der E.___ vom 1. April 2020 betreffend einen stationären Aufenthalt der 

Beigeladenen vom 24. Februar bis 18. März 2020 zukommen (act. G 29 und 29.1).

B.h. 

Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines 

anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen. Dieser kann die 

gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art. 49 Abs. 4 des Bundes­

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Ver­

fügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung hat.

1.1. 

Vorsorgeeinrichtungen haben nach der Rechtsprechung ein schutzwürdiges 

Interesse an der gerichtlichen Überprüfung einer rentenzusprechenden Verfügung der 

IV-Stelle, sofern und soweit diese für ihren Entscheid Bindungswirkung entfaltet (vgl. 

dazu Ulrich Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 87 zu Art. 49 und N 47 f. zu 

1.2. 

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2.

In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch der Beigeladenen umstritten.

Art. 59 sowie BSK ATSG-Susanne Genner, N 62 zu Art. 49 mit Hinweis). Das 

Bundesgericht hat die gemäss seiner Rechtsprechung bestehende grundsätzliche 

Bindungswirkung des von einer IV-Stelle festgelegten Invaliditätsgrades und des 

Beginns der einjährigen Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) gestützt auf Art. 23 f. und 26 des 

Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 

(BVG; SR 831.40) trotz vom hiesigen Gericht zuweilen vertretener gegenteiliger Ansicht 

(vgl. beispielsweise Entscheide vom 23. August 2017, IV 2015/154, und vom 27. April 

2018, IV 2016/52) bestätigt (BGE 133 V 69 E. 4.3.2; Urteil vom 16. November 2018, 

9C_431/2018, E. 3.2; vgl. auch Kieser, ATSG-Kommentar, N 49 zu Art. 59). Nachdem 

die Beschwerdegegnerin den Beginn des Wartejahres auf den 22. Mai 2015 legte und 

der Beigeladenen ab 1. Mai 2016 eine IV-Rente zusprach und diese ab dem 1. März 

2015 bis Ende des Jahres 2015 bei der Beschwerdeführerin versichert war (vgl. IV-act. 

10-5 sowie Art. 10 BVG), ist Letztere durch die angefochtene Verfügung direkt 

betroffen und an diese gebunden. Sie beantragt der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zufolge eine Abänderung des Dispositivs der angefochtenen 

Verfügung bezüglich des Rentenanspruchs. Es ist deshalb in Anwendung der 

referenzierten Bundesgerichtspraxis auf die Beschwerde einzutreten.

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

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3.

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe 

der Beigeladenen gestützt auf eine unvollständige medizinische Aktenlage und in 

Verletzung des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" ab 1. Mai 2016 eine ganze 

Rente zugesprochen (act. G 1 IV.).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1).

2.3. 

Rechtsprechungsgemäss bildet das Datum der streitigen Verfügung bzw. des 

streitigen Einspracheentscheids die zeitliche Grenze der richterlichen 

Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 169 E. 1; Kieser, ATSG-Kommentar, N 109 zu 

Art. 61). Spätere Arztberichte (und andere einschlägige Dokumente) sind allerdings in 

die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 

Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (BGE 121 V 366 

E. 1b, Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2009, 8C_447/2009 E. 3.5).

2.4. 

Die Beigeladene stand erstmals in psychiatrischer Behandlung, als sie sich vom 

22. Mai bis 8. Oktober 2015 stationär im KIZ und in der psychiatrischen Klinik F.___ 

aufhielt (vgl. IV-act. 31-6 f.). Beim Austritt wurden die Diagnosen einer mittelgradigen 

depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) sowie einer 

Anpassungsstörung im Sinne einer protrahierten adoleszentären Krise (ICD-10: F43.25) 

3.1. 

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gestellt (IV-act. 31-6). Nach dieser stationären Behandlung begab sich die Versicherte 

am 26. Oktober 2015 in ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. H.___, welcher 

am 16. November 2015 zusammen mit Dr. G.___ die Verdachtsdiagnose einer 

emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31) 

stellte (IV-act. 17-2 sowie 17-1). Dr. I.___ vom RAD erhob diese Diagnose nach ihrer 

Untersuchung der Beigeladenen vom 9. Februar 2016 (IV-act. 22-3). Und auch die 

Dres. H.___ und G.___ erachteten diese Diagnose ab spätestens 16. März 2016 als 

feststehend (IV-act. 33). Sie wichen in keinem späteren Bericht von dieser ab (vgl. IV-

act. 37-2, 40-1 und 46-1) und Dr. H.___ erklärte am 3. Februar 2020, nach mehr als vier 

Jahren ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung der Beigeladenen 

könne er bestätigen, dass es sich bei ihr um eine Borderline-Persönlichkeitsstörung 

handle (act. G 27.1.2). Bestätigt wurde diese Diagnose sodann durch eine 

testpsychologische Untersuchung vom 9. und 16. August 2017 vom Psychologen lic. 

phil. Q.___ und vom Psychiater und Psychologen Dr. Dr. P.___ (IV-act. 80) sowie im 

Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung vom 20. Januar 2020 durch die 

Fachpsychologin MSc S.___ (act. G 27.1.1). Auch im Austrittsbericht der E.___ vom 1. 

April 2020 betreffend die stationäre Behandlung der Beigeladenen vom 24. Februar bis 

18. März 2020 bestätigten die beiden berichtenden Ärzte diese Diagnose (act. G 29.1). 

Soweit der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hinsichtlich der abweichenden 

Diagnosestellung auf den Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik F.___ vom 26. 

Oktober 2015 und die Hausärztin Dr. J.___ verweist, welche eine Anpassungsstörung 

im Sinne einer protrahierten adoleszenträren Krise nennen, vermag dies die später 

durch fünf psychiatrische Fachärzte und zwei Psychologen erhobene resp. bestätigte 

Diagnose der Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ nicht in Zweifel zu ziehen. 

Einerseits nannte Dr. J.___ diese Diagnosen am 3. Juni 2016 und 21. März 2017 wohl 

gestützt auf den ganz am Anfang der psychiatrischen Behandlung der Beigeladenen 

stehenden und daher im Verfügungszeitpunkt nur noch begrenzt aussagekräftigen 

Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik F.___  vom 26. Oktober 2015 (vgl. IV-act. 31 

sowie 48). Andererseits kann gemäss den ICD-Kriterien ohnehin nur bis zu einer Dauer 

von sechs Monaten die Diagnose einer Anpassungsstörung gestellt werden, da die 

Symptome definitionsgemäss nicht länger als sechs Monate nach Ende der Belastung 

oder ihrer Folgen andauern (Horst Dilling/Harald J. Freyberger, Taschenführer zur 

ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 177 f.) bzw. bei 

längerem Verlauf eine neue Diagnosestellung zu erfolgen hat. Nach dem Gesagten ist 

es plausibel und nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin bei der Beigeladenen 

im Verfügungszeitpunkt von der Diagnose Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline 

ausging. Hieran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass lic. phil. Q.___ und 

Dr. Dr. P.___ nach der testpsychologischen Untersuchung vom 18. August 2017 

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festhielten, für eine abschliessende Vergabe einer entsprechenden Diagnose sollten 

insbesondere wegen des Alters der Patientin der Verlauf sowie umfangreiche 

fremdanamnestische

Informationen berücksichtigt werden (IV-act. 80-8). Denn einerseits hielten die beiden 

klar fest, dass die Kriterien für das Vorliegen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung 

erfüllt seien (IV-act. 80-8), und andererseits wurde die Diagnose - unter anderem - 

durch eine gut zwei Jahre später am 20. Januar 2020 erfolgte neuropsychologische 

Untersuchung bestätigt (act. G 27.1.1).

Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten Alkoholkonsums 

der Beigeladenen hat Dr. I.___ am 24. Mai 2017 festgehalten, Menschen mit der 

Diagnose einer Persönlichkeitsstörung würden oftmals ein Suchtverhalten aufweisen, 

im IV-Kontext sei somit von einem sekundären Suchtgeschehen auszugehen (IV-act. 

57-1). Die Beschwerdegegnerin hat am 5. Juli 2017 zusammenfassend festgestellt, der 

Alkoholkonsum stelle kein primäres Krankheitsgeschehen dar, sondern sei im Bereich 

des Krankheitsbildes entstanden. Auch mit einer vollständigen Abstinenz würde auf 

dem freien Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit bestehen, weshalb keine 

diesbezüglichen Auflagen angezeigt seien. Die Beigeladene befinde sich in adäquater 

Behandlung (IV-act. 58-3). MSc S.___ beschrieb den Alkoholkonsum der Beigeladenen 

als "im Sinne einer Selbsttherapie interpretierbar", was vor dem Hintergrund, dass die 

Beigeladene den Alkoholkonsum als die Stimmungsschwankungen etwas beruhigend 

angab (vgl. act. G 27.1.1 S. 2 Mitte und S. 5 unten), nachvollziehbar ist. Dass die der 

Beschwerdegegnerin von Dr. J.___ am 21. März 2017 eingereichten Laborresultate der 

Beigeladenen vom 27. Januar 2017 in Bezug auf die Kontrolle des Alkoholkonsums 

allenfalls nicht relevant sind - wie dies die Beschwerdeführerin vorbringen lässt (act. G 

1 II. Ziff. 9) -, ist möglich. Dies kann vom Gericht nicht beurteilt werden. Aus dem 

Hinweis in Dr. J.___s Bericht vom 21. März 2017, ihr sei nichts bekannt in 

Zusammenhang mit einem allfälligen Alkoholkonsum der Beigeladenen, ist immerhin zu 

schliessen, dass allfällige Marker für Alkohol in dieser Laboruntersuchung unauffällig 

waren. Vor dem Hintergrund, dass aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass der 

Alkoholkonsum mit der Persönlichkeitsstörung der Beigeladenen zusammenhing und 

mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen ist, dass auch mit einer vollständigen 

Abstinenz auf dem freien Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen 

bestanden hätte (vgl. nachstehend Erwägung 3.3 und 3.4), ist es nicht zu beanstanden, 

dass die laborchemische Kontrolle von der Beschwerdegegnerin nicht weiterverfolgt 

worden ist.

3.2. 

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Bezüglich der der Beigeladenen attestierten Arbeits(un)fähigkeit macht der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend, Dr. I.___ sei in ihrer RAD-

Stellungnahme vom 24. Mai 2017 aktenwidrig von einer durchgehenden 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit seit 22. Mai 2015 ausgegangen (act. G 1 II. Ziff. 10). Es ist korrekt, 

dass der behandelnde Psychiater Dr. H.___ am 6. Juni 2016 über eine ca. 20-30%ige 

Arbeitsfähigkeit auf dem 2. Arbeitsmarkt der Beigeladenen berichtete (IV-act. 37-4) und 

ihr ab 1. November 2016 eine 20%ige Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt 

attestierte (IV-act. 40-2). Jedoch musste Dr. H.___ der Beigeladenen bereits ab 1. 

Februar 2017 wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestieren (IV-act. 43), weil 

sich ihr Allgemeinzustand verschlechtert habe. Die Stimmungsschwankungen und der 

Drang, sich selber zu verletzen, seien stärker geworden (IV-act. 46). Entgegen den 

Vorbringen der Beschwerdeführerin stabilisierte sich der Gesundheitszustand der 

Beigeladenen in der Folge nicht (vgl. act. G 1 II. Ziff. 9), vielmehr musste sie sich vom 3. 

April bis 7. Juli 2017 teilstationär behandeln lassen (vgl. act. G 27.1.2). Bei diesem 

kurzen Zeitfenster einer 20%igen Arbeitsfähigkeit im 1. Arbeitsmarkt ist nicht 

ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin eine Eingliederung hätte vornehmen 

sollen respektive können. Selbiges gilt für die von der Beschwerdeführerin verlangte 

Potentialabklärung (vgl. act. G 1 III. Ziff. 2.4), welche von verschiedenen Ärzten 

empfohlen wurde für den Zeitpunkt, in welchem sich der Gesundheitszustand der 

Beigeladenen stabilisiert hat. Dies war bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen 

Verfügung nicht der Fall. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass auch 

eine länger andauernde Arbeitsfähigkeit im Bereich von 20% nichts am Anspruch auf 

eine ganze Rente zu ändern vermocht hätte (vgl. auch nachstehend Erwägung 3.4).

3.3. 

Nach dem Gesagten gilt es zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine 

schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren (Schweregrad: 

Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome, Behandlungserfolg oder 

-resistenz, Komorbidität, Komplex der Persönlichkeit und sozialer Kontext; Konsistenz: 

Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und 

Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen) erlaubt (vgl. BGE 141 V 309 E. 8). 

Hinsichtlich der genannten Indikatoren kam der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin 

zum Schluss, dass das Krankheitsbild bei der Beigeladenen ausgewiesen und nicht zu 

hinterfragen sei. Die Persönlichkeitsstörung sei ausgeprägt. Die wenigen Ressourcen 

könnten von der Beigeladenen nicht umgesetzt werden. Auch in geschütztem Rahmen 

könnte keine relevante Leistung umgesetzt werden, weshalb berufliche Massnahmen 

keinen weiteren Sinn machen würden (IV-act. 58-2). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin macht demgegenüber gestützt auf die Schilderungen der 

Beigeladenen anlässlich der RAD-Untersuchung vom 9. Februar 2016 geltend, die 

3.4. 

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4.

Angesichts der vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Beigeladenen in der angestammten 

und in angepassten Tätigkeiten ab 22. Mai 2015 besteht nach Ablauf des Wartejahres 

ab 1. Mai 2016 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente der 

Invalidenversicherung.

5.  

Beigeladene verfüge angesichts des Aktivitätsniveaus und der sozialen Kontakte über 

massgebliche Ressourcen, mit dem - nicht abschliessend geprüften - 

Krankheitsgeschehen umzugehen (act. G 1 III. Ziff. 2.5 i.V.m. II. Ziff. 4). Die 

medizinische Aktenlage belegt jedoch hinreichend, dass dem nicht so ist. Die 

Beigeladene hatte sich vom 22. Mai bis 8. Oktober 2015 stationär behandeln lassen 

und stand seither durchgehend (bis mindestens 3. Februar 2020, vgl. act. G 27.1.2) in 

ambulanter Behandlung bei Dr. H.___. Vom 3. April bis 7. Juli 2017 liess sie sich 

zusätzlich in der psychotherapeutischen Tagesklinik N.___ behandeln (act. G 27.1.2) 

und zuletzt war sie bei akuter Suizidalität vom 24. Februar bis 18. März 2020 auf der 

akutpsychiatrischen Abteilung der Psychiatrie F.___ mit Übertritt ins KIZ stationiert (act. 

G 29.1). Dr. I.___ erklärte nach ihrer Exploration der Beigeladenen nachvollziehbar und 

überzeugend, der psychische Gesundheitszustand der Beigeladenen sei jahrelang 

schleichend verlaufen, bis es im Mai 2015 zu einem Zusammenbruch gekommen sei. 

Seitdem zeige sich die Symptomatik der Borderline-Erkrankung mit einem massiven 

Ausprägungsgrad. Die Beigeladene halte eine Tagesstruktur ein und sei motiviert, 

wieder zu arbeiten, was als positive Faktoren zu werten sei. Auf der anderen Seite 

stünden aktuell die Instabilität und selbstverletzendes Verhalten (IV-act. 22-3). Letztere 

beiden Faktoren sind bis zum vorliegend zu prüfenden Verfügungserlass durchgehend 

dokumentiert (vgl. insbesondere IV-act. 33, 37, 46, act. G 27.1.2). Hinsichtlich der 

Bestrebungen der Beigeladenen, alle zumutbaren möglichen Massnahmen zu 

unternehmen, um eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes und ihrer 

Arbeitsfähigkeit zu erreichen (vgl. hierzu IV-act. 57), gehen aus den Akten keinerlei 

Zweifel hervor. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin von einer hohen Ausprägung der diagnostizierten 

Persönlichkeitsstörung und von einer fehlenden Möglichkeit der Umsetzung der 

vorhandenen Ressourcen und damit von einer fehlenden Arbeitsfähigkeit ausging.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

3.

Die Beschwerdeführerin hat die Beigeladene mit Fr. 2'500.-- zu entschädigen.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die vollständig unterliegende Beschwerdeführerin hat die 

gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

5.2. 

bis

Obsiegende, anwaltlich vertretene Beigeladene haben Anspruch auf 

Prozessentschädigung durch die unterliegende Partei (vgl. Melchior Volz in: Christian 

Zünd, Brigitte Pfiffner Rauber [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das 

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage Zürich 2009, N 34 zu § 14; 

vgl. ferner das Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts H 204/00 vom 26. August 2002, 

E. 6). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 12'000.--. Mit Blick auf die grosse Bedeutung der Streitsache für die Beigeladene 

und den eher geringen Aktenumfang erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 

2‘500.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2020
	Die IV-Stelle hat der Beigeladenen bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung Typ Borderline zu Recht eine ganze Rente ab 1. Mai 2016 zugesprochen. Abweisung der durch die zuständige Pensionskasse erhobenen Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 2020, IV 2018/212).

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		2024-05-26T23:50:00+0200
	"9001 St.Gallen"
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