# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b0d24aa-b612-52f2-a933-57234869be15
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.05.2021 BB.2021.108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2021-108_2021-05-27.pdf

## Full Text

Beschluss vom 27. Mai 2021 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A.,  

vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Currat, 

 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft 

(Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a 

StPO); «Aktive» internationale Rechtshilfe in Straf-

sachen an Gambia (Art. 25 Abs. 2 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2021.108 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») führt gegen A. eine Strafunter-

suchung u.a. wegen Verdacht der Verbrechen gegen die Menschlichkeit.  

 

 

B. Im Rahmen dieser Untersuchung stellte die BA verschiedene internationale 

Rechtshilfegesuche (SV.17.0026, Rubrik 18.200). 

 

 

C. Mit Schreiben vom 8. April 2021 übermittelte die BA A. eine umfassende 

Kopie der Akten, wobei die bis dato aufrechterhaltene Beschränkung der Ak-

teneinsicht weitgehend aufgehoben wurde (act. 1.1). 

 

 

D. Mit Beschwerde vom 22. April 2021 gelangt A., vertreten durch Rechtsanwalt 

Philippe Currat, an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit fol-

genden Anträgen (act. 1): 

 

A la forme 

 

1. Recevoir le présent recours, 

 

Au fond 

 

1. Annuler les commissions rogatoires internationales adressées à la Gambie, successive-

ment les : 

 

 i. 15 octobre 2018 (18-201-0045 et ss), 

 ii. 19 décembre 2018 (18-201-0072 et ss), 

 iii. 28 juin 2019 (18-201-0355 et ss), 

 iv. 17 octobre 2019 (18-201-0358 et ss), 

 v. 13 novembre 2019 (18-201-0387 et ss), 

 vi. 21 janvier 2020 (18-201-0397 et ss), 

 vii. 26 février 2020 (18-201-04143 et ss), 

 viii. 16 mars 2020 (18-201-0428 et ss), 

 ix. 17 septembre 2020 (18-201-0444 et ss), 

 x. 28 septembre 2020 (18-201-0447 et ss), 

 xi. 23 octobre 2020 (18-201-0472 et ss), 

 xii. 12 novembre 2020 (18-201-0483 et ss), 

 xiii. 25 novembre 2020 (18-201-0491 et ss), 

 xiv. 26 novembre 2020 (18-201-0505 et ss), 

- 3 - 

 

 

 xv. 5 février 2021 (18-201-0518 et ss et 18-201-0539 et ss) 

 

2. Annuler les commissions rogatoires internationales adressées à l’Allemagne successi-

vement les : 

 

 i. 7 septembre 2018 (18-205-0001 et ss) 

 ii. 15 novembre 2018 (18-205-0017 et ss) 

 iii. 22 juillet 2019 (18-205-0028 et ss) 

 

3. Dire que les preuves administrées en retour de ces commissions rogatoires internatio-

nales ne sont pas exploitables à la charge du recourant. 

 

4. Admettre le recourant à compléter les présentes écritures de recours, dans un délai au 

30 juin 2021. 

 

5. Réserver à l’avocat d’office soussigné de déposer, dans le même délai, une note d’ho-

noraire, en application de l’article 12 RFPPF. 

 

6. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais et dépens de l’ins-

tance. 

 

 

E. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2021 beantragt die BA, die Beschwerde 

sei unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann 

(act. 3). 

 

 

F. Mit Beschwerdereplik vom 20. Mai 2021 lässt der Beschwerdeführer seine 

Beschwerdeanträge 2 und 4 [«au fond»] zurückziehen. In Bezug auf die Be-

schwerdeanträge 1 und 3 lässt er die Beschwerdekammer ersuchen, ihren 

Entscheid bis zum 9. Juli 2021 bzw. bis eine Woche nach Rückkehr [seines 

Verteidigers] aus Gambia aufzuschieben, damit er sich nach allfälligen wei-

teren Beweiserhebungen zur Aufrechterhaltung der Beschwerdeanträge 

äussern könne. Bis zum gleichen Datum sei ihm die Frist zur Einreichung 

einer Honorarnote zu gewähren (act. 6). Die Beschwerdereplik des Be-

schwerdeführers vom 20. Mai 2021 wird der BA mit vorliegendem Beschluss 

zur Kenntnis gebracht. 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

  

- 4 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 StBOG ist die Verfahrenssprache Deutsch, Franzö-

sisch oder Italienisch. Nach konstanter Praxis der Beschwerdekammer defi-

niert die Sprache des angefochtenen Entscheids die Sprache im Beschwer-

deverfahren (TPF 2018 133 E. 1 m.w.H.). Davon abzuweichen besteht hier 

kein Grund. Der vorliegende Beschluss ergeht deshalb in deutscher Spra-

che, auch wenn der Beschwerdeführer die Beschwerde in französischer 

Sprache eingereicht hat. 

 

 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der BA kann bei der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m Art. 37 Abs. 1 StBOG). Die Beschwerde-

kammer prüft die Eintretensvoraussetzungen von Beschwerden von Amtes 

wegen und mit freier Kognition (JdT 2012 IV 5 N. 199). 

 

 

3. Mit Beschwerdereplik vom 20. Mai 2021 zieht der Beschwerdeführer seine 

Beschwerdeanträge «au fond» Ziff. 2 und 4 zurück. Insoweit ist das vorlie-

gende Beschwerdeverfahren abzuschreiben (vgl. BGE 141 IV 269 E. 2.2.3). 

 

 

4.  

4.1 In prozessualer Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss, das 

Beschwerdeverfahren sei zu sistieren. Er macht geltend, die Aufrechterhal-

tung der Beschwerdeanträge 1 und 3 hänge davon ab, wie seine bei der 

Beschwerdegegnerin gestellten Beweisanträge vom 17. Mai 2021 von der 

Beschwerdegegnerin behandelt würden. 

 

Der 9. Titel der Strafprozessordnung zu den Rechtsmitteln (Art. 379 ff.) ent-

hält keine Bestimmung zur Sistierung des Beschwerdeverfahrens. Art. 314 

StPO, der die Sistierung der Untersuchung regelt, kann gemäss Art. 379 

StPO im Beschwerdeverfahren sinngemäss angewendet werden (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1B_259/2018 vom 26. Juni 2018 E. 2; zuletzt u.a. Ver-

fügungen des Bundesstrafgerichts BP.2019.66 vom 21. August 2019; 

BB.2018.192_a vom 18. Dezember 2018). Demnach kann das Beschwerde-

verfahren sistiert werden, namentlich wenn der Ausgang des Beschwerde-

verfahrens von einem anderen Verfahren abhängt und es angebracht er-

scheint, dessen Ausgang abzuwarten (Art. 314 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 379 

StPO). 

 

- 5 - 

 

 

Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gründe vermögen eine Sis-

tierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht zu rechtfertigen. Die 

Behandlung der bei der Beschwerdegegnerin gestellten Beweisanträge vom 

17. Mai 2021 hat keinen Einfluss auf den Ausgang des vorliegenden Verfah-

rens. Die Angelegenheit ist spruchreif. Das sinngemässe Sistierungsgesuch 

ist abzuweisen. 

 

4.2 In prozessualer Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer, ihm sei die Einrei-

chung einer Honorarnote innert gleicher Frist (bis zum 30. Juni 2021 bzw. 

bis zum 9. Juli 2021 bzw. bis eine Woche nach Rückkehr [seines Verteidi-

gers] aus Gambia) zu gewähren. 

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht grundsätzlich keine 

Pflicht eines Gerichts, den Beschwerdeführer zur Einreichung einer Kosten-

note für das betreffende Verfahren aufzufordern (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_725/2017 vom 13. April 2018 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Gemäss 

Art. 12 Abs. 2 BStKR – auf den der Beschwerdeführer selbst verweist – setzt 

im Verfahren vor der Beschwerdekammer diese das Honorar nach Ermes-

sen fest, wenn die Anwältin oder der Anwalt die Kostennote nicht spätestens 

mit der einzigen oder letzten Eingabe einreicht. Für den Beschwerdeführer 

ist damit voraussehbar, dass die Beschwerdekammer allfällige Parteient-

schädigung für das Beschwerdeverfahren unmittelbar festsetzen kann. Der 

Beschwerdeführer hat bis heute keine Honorarnote eingereicht. Ein allfälli-

ges Honorar wäre nach Ermessen festzusetzen. Soweit der Beschwerdefüh-

rer beantragt, ihm sei eine Frist zur Einreichung einer Honorarnote anzuset-

zen, ist dieser Antrag abzuweisen. 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei festzustellen, dass die gestützt auf 

die angefochtenen Rechtshilfeersuchen erhobenen Beweise nicht zulasten 

des Beschwerdeführers verwertbar sind («au fond», Ziff. 3). Der Streitgegen-

stand im Beschwerdeverfahren wird grundsätzlich durch die angefochtene 

Verfügung oder Verfahrenshandlung verbindlich festgelegt und kann vom 

Beschwerdeführer nicht frei bestimmt werden. Die Beschwerdekammer kann 

keine Gegenstände beurteilen, über welche die Beschwerdegegnerin nicht 

entschieden hat (vgl. hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BB.2016.246 vom 17. Juni 2016 E. 1.2 m.w.H.). Über die Verwertbarkeit zu-

lasten des Beschwerdeführers der gestützt auf die angefochtenen Rechts-

hilfeersuchen erhobenen Beweise hat die Beschwerdegegnerin nicht ent-

- 6 - 

 

 

schieden. Diese Frage kann somit auch nicht zum Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens gemacht werden. Auf den Beschwerdeantrag «au fond», 

Ziff. 3, ist nicht einzutreten. 

 

5.2 Der Beschwerdeführer beantragt mit seiner gestützt auf Art. 393 Abs. 1 StPO 

erhobenen Beschwerde die Aufhebung von internationalen Rechtshilfeersu-

chen an Gambia («au fond», Ziff. 1). 

 

Die angefochtenen Rechtshilfeersuchen haben grob zusammengefasst fol-

gende Gegenstände: 

 

Rechtshilfeersuchen vom 15. Oktober 2018 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0045 ff.) 

 Auskunft 

Herausgabe von Beweismitteln 

 Beschlagnahme von Vermögenswerten 

 

Rechtshilfeersuchen vom 19. Dezember 2018 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0072 ff.) 

 Herausgabe von Beweismitteln 

Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 28. Juni 2019 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0353 f.) 

 Auskunft 

 

Rechtshilfeersuchen vom 17. Oktober 2019 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0358 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 13. November 2019 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-387 f.) 

 Auskunft 

 

Rechtshilfeersuchen vom 21. Januar 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0397 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 26. Februar 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0413 f.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 16. März 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0428 f.) 

 Verschiebung Einvernahmen 

 

  

- 7 - 

 

 

Rechtshilfeersuchen vom 17. September 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0442 f.) 

 Auskunft 

 

Rechtshilfeersuchen vom 28. September 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0447 ff.) 

 Einvernahmen 

 Auskunft 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 23. Oktober 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0472 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 12. November 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0483 f.) 

 Auskunft 

 

Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0491 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 26. November 2020 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0505 ff.) 

 Korrigendum betreffend Rechtshilfeersuchen vom 25. November 2020 an Gambia 

 

Rechtshilfeersuchen vom 5. Februar 2021 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0517 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Rechtshilfeersuchen vom 5. Februar 2021 an Gambia (SV.17.0026, pag. 18-201-0539 ff.) 

 Einvernahmen 

 Anwesenheit ausländischer Verfahrensbeteiligter 

 

Im Bereich der «aktiven» internationalen Rechtshilfe hat der Gesetzgeber 

die Beschwerdemöglichkeiten ausdrücklich beschränkt (Art. 25 Abs. 2 und 

2bis IRSG; vgl. hierzu TPF 2016 65 E. 4.2 und 4.3). Keines der angefochtenen 

Rechtshilfeersuchen fällt unter diejenigen Verfügungen betreffend «aktive» 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen, die ausnahmsweise der IRSG-Be-

schwerde unterliegen. Diese Beschränkung kann nicht auf dem Umweg ei-

ner StPO-Beschwerde umgangen werden (TPF 2017 35). Auf den Be-

schwerdeantrag «au fond» Ziff. 1 ist nicht einzutreten. 

 

5.3 Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit das 

Verfahren nicht zufolge teilweisen Rückzugs der Beschwerde abzuschreiben 

ist. 

- 8 - 

 

 

 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 2'000.– festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 

BStKR). 

 

- 9 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten, soweit das Verfahren nicht zufolge 

teilweisen Rückzugs der Beschwerde abgeschrieben wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 28. Mai 2021 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Philippe Currat 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.