# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87178053-a17a-5e3a-9c3d-b386070424bd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2022 D-869/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-869-2022_2022-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-869/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richterin Déborah D'Aveni,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Afghanistan,  

Bundesasylzentrum Brugg,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 16. Februar 2022  

 

 

 

D-869/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, am 

7. Dezember 2021 unkontrolliert in die Schweiz einreiste und gleichentags 

beim Bundesasylzentrum Region Zürich ein Asylgesuch stellte, 

dass er gemäss Einträgen in der Datenbank „Eurodac“ am 21. Oktober 

2021 in Italien daktyloskopisch erfasst worden war, 

dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 10. Dezember 2021 an 

die zuständige italienische Behörde die Mitteilung richtete, gestützt auf die 

einschlägigen Staatsverträge (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemein-

schaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 

Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz 

gestellten Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 

68]; Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]; Verordnung 

[EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durch-

führungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 

[DVO Dublin]) werde Italien als zur Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig erachtet, 

dass der Beschwerdeführer am 13. Dezember 2021 den Rechtsschutz für 

Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region Zürich mit seiner Rechtsver-

tretung mandatierte, 

dass das SEM den Beschwerdeführer am 13. Dezember 2021 zu seinen 

Personalien befragte und am 5. Januar 2022 ein rechtliches Gehör zur An-

wendung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes durchführte, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer im Rahmen des genannten rechtli-

chen Gehörs mitteilte, es werde erwogen, auf sein Asylgesuch nicht einzu-

treten und ihn nach Italien wegzuweisen, 

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich im Wesentlichen geltend 

machte, man habe sich in Italien nicht um Asylsuchende gekümmert, es 

gebe für diese keine medizinische Versorgung, und obwohl er wegen star-

ker Rücken- und Beinschmerzen nicht richtig habe gehen können, sei ihm 

nur eine Salbe verabreicht worden,  

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Seite 3 

dass er ausserdem vorbrachte, in der Schweiz habe er viele Bekannte so-

wie eine Cousine, mit welcher er sich seit etwa zwei Wochen treffe und die 

er nun – auch wenn sie noch nichts davon wisse – zu heiraten beabsich-

tige,  

dass er weiter geltend machte, er sei an Hepatitis B erkrankt, habe Prob-

leme mit den Augen und fühle sich psychisch in schlechter Verfassung be-

ziehungsweise leide an Depressionen, 

dass er gemäss vorliegenden ärztlichen Zeugnissen am 29. Dezember 

2021, 3. Januar 2022, 19. Januar 2022, 3. Februar 2022 und 4. Februar 

2022 medizinisch untersucht wurde, 

dass sich die zuständige italienische Behörde zur Mitteilung des Staats-

sekretariats vom 10. Dezember 2021 nicht äusserte,  

dass das SEM mit Verfügung vom 16. Februar 2022 (Datum der Eröffnung: 

17. Februar 2022) gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes 

(AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-

trat, dessen Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug anordnete und ihn 

anwies, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist 

zu verlassen, wobei es festhielt, dass eine Beschwerde gegen diese Ver-

fügung keine aufschiebende Wirkung habe, 

dass die damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit Schreiben 

vom 17. Februar 2022 ihr Mandat für beendet erklärte, 

dass der Beschwerdeführer den Entscheid des SEM mit vom 16. Februar 

2022 datierender Eingabe (Datum der Postaufgabe: 23. Februar 2022) 

beim Bundesverwaltungsgericht anfocht,  

dass mit der Beschwerde beantragt wurde, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und das SEM sinngemäss anzuweisen, auf das Asylge-

such einzutreten und es materiell zu prüfen, eventualiter sei die Sache we-

gen Verletzung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen,  

dass in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und – sinngemäss – der Vollzug der 

Wegweisung sei vorläufig auszusetzen, 

dass in prozessualer Hinsicht ausserdem beantragt wurde, es sei dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 

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Abs. 1 VwVG zu gewähren, bei gleichzeitigem Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 25. Feb-

ruar 2022 den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer superprovisorischen 

Massnahme einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-

schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),  

dass das Bundesverwaltungsgericht – mit einer vorliegend nicht zutreffen-

den Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, wo-

mit er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wird, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

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Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretens-

entscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prü-

fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), 

dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf Asylgesuche in der Regel 

nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen 

können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,  

dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu-

ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat 

für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit-

gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung 

infolge unterlassener Antwort innerhalb der einschlägigen Frist auszuge-

hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die italienischen Behörden das auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ge-

stützte Übernahmeersuchen vom 10. Dezember 2021 innert der vorgese-

henen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit implizit an-

erkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist und diese 

vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, 

dass unter diesem Gesichtspunkt auch die Behauptung des Beschwerde-

führers nicht von Belang sein kann, in der Schweiz lebe eine Cousine, die 

er – derzeit noch ohne ihr entsprechendes Wissen – zu heiraten beabsich-

tige (gemäss Aussage im vorinstanzlichen Verfahren) beziehungsweise mit 

welcher er die Ehe vorbereite (gemäss Angabe in der Beschwerdeschrift), 

zumal dies im vorliegenden Verfahren auch unter dem Blickwinkel von 

Art. 8 EMRK keinen Anspruch des Beschwerdeführers auf einen weiteren 

Verbleib in der Schweiz zu begründen vermöchte, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

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wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden kann, Italien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass keine Gründe für die Annahme vorhanden sind, Italien werde im Falle 

des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-Refoulements missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 

sind oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land 

gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend macht, seine Rück-

führung nach Italien sei nicht zumutbar, weil er befürchten müsse, dort we-

der Zugang zu einem fairen Asylverfahren zu erlangen, noch unter men-

schenwürdigen Bedingungen untergebracht und versorgt zu werden, 

dass er zudem vorbringt, er leide an gesundheitlichen Problemen, und in 

Italien habe er nicht den erforderlichen Zugang zu medizinischer Versor-

gung, 

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Seite 7 

dass den vorliegenden ärztlichen Zeugnissen nach den im vorinstanzlichen 

Verfahren durchgeführten medizinischen Untersuchungen des Beschwer-

deführers im Wesentlichen zu entnehmen ist, dass er an einer Lumbalgie 

("Hexenschuss") mit Verdacht auf Blockade des Iliosakralgelenks, an Ska-

bies (durch Milben verursachter Parasitenbefall der Haut), einer Hepati-

tis B, Vitamin-D-Mangel sowie Hämorrhoiden leidet, 

dass aus einem Bericht der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatolo-

gie des Stadtspitals Triemli, Zürich, vom 3. Februar 2022 ausserdem her-

vorgeht, dass die dort durchgeführten Untersuchungen zwar eine Hepati-

tis-B-Infektion bestätigt, jedoch keine weiteren Auffälligkeiten ergeben hät-

ten, welche den Beginn einer Hepatitis-B-Therapie indizieren würden, 

dass aus den vorliegenden ärztlichen Zeugnissen ausserdem hervorgeht, 

dass dem Beschwerdeführer eine psychiatrische Untersuchung angeboten 

wurde, er jedoch anlässlich einer Konsultation durch die Medizinisch-Sozi-

alen Ambulatorien der Stadt Zürich vom 4. Februar 2022 erklärte, er wün-

sche vorerst keinen Psychiatrietermin, werde sich aber melden, falls er 

seine Meinung ändere, 

dass in diesem Zusammenhang von einer Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs des Beschwerdeführers oder einer ungenügenden Abklärung seiner 

gesundheitlichen Probleme durch die Vorinstanz, wie in der Beschwerde-

schrift behauptet, offensichtlich keine Rede sein kann, 

dass nach dem Gesagten auch die Behauptung in der Beschwerdeschrift, 

der Beschwerdeführer benötige dringend psychologische Unterstützung, 

welche er bisher in der Schweiz nicht erhalten habe, als offensichtlich un-

begründet zu bezeichnen ist, 

dass kein ausreichender Anlass zur Annahme besteht, wegen der erwähn-

ten gesundheitlichen Schwierigkeiten oder aus einem anderen der vom Be-

schwerdeführer behaupteten Gründe drohe ihm im Falle seiner Überstel-

lung nach Italien ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, 

mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte [EGMR]; vgl. aus der neueren Rechtsprechung das Urteil 

des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Grosse 

Kammer], Beschwerde Nr. 41738/10, Ziff. 180–193, m.w.N.), 

dass Italien grundsätzlich über eine ausreichende medizinische Infrastruk-

tur verfügt (vgl. statt vieler die Urteile des BVGer E-6298/2019 vom 5. De-

zember 2019 S. 12 und F-4617/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 5.3), 

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-6298/2019

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Seite 8 

dass der Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesund-

heitssystem über die Notversorgung hinaus derzeit grundsätzlich gewähr-

leistet ist, auch wenn es in der Praxis zu zeitlichen Verzögerungen kommen 

kann (vgl. das Urteil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E. 6.2.7 sowie 

ergänzend das Urteil F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 10.5 [jeweils 

als Referenzurteile publiziert]), 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach Italien dem Beschwerdeführer eine 

adäquate medizinische Behandlung verweigern würde, sollte er eine sol-

che tatsächlich benötigen,  

dass dem Beschwerdeführer zugemutet werden kann, in Italien seine 

Rechte in Bezug auf die medizinische Versorgung und sonstige Unterstüt-

zung gemäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie gegebenenfalls bei den zuständi-

gen staatlichen Stellen geltend zu machen, 

dass auch die aktuelle Lage im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pan-

demie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet ist, die Durchführbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen, 

dass es sich in diesem Zusammenhang um ein Vollzugshindernis mit tem-

porärem Charakter handelt, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten 

Rechnung zu tragen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d f.), 

dass es somit den kantonalen Behörden obliegt, der Entwicklung der Situ-

ation bei der Wahl des Zeitpunkts des Vollzugs in angemessener Weise 

Rechnung zu tragen, 

dass weder den Angaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Ver-

fahren noch in der Beschwerdeschrift sonstige konkrete Gründe zu entneh-

men sind, die gegen den Vollzug der Wegweisung nach Italien sprechen 

könnten,  

dass insbesondere auch das Vorbringen – auf welches sich die Ausführun-

gen in der Beschwerdeschrift hauptsächlich konzentrieren –, asylsuchende 

Personen würden in Italien im Falle einer positiven Coronavirus-Testung 

auf Quarantäneschiffen untergebracht, an der Durchführbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nichts zu ändern vermag, 

dass dem SEM im Übrigen bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

ein Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine 

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Seite 9 

Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 

Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Abs. 1 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstands-

los erweisen, 

dass der am 25. Januar 2022 angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegendem 

Urteil dahinfällt, 

dass das mit der Beschwerdeschrift gestellte Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da 

die hauptsächlichen Begehren – wie sich aus den angestellten Erwägun-

gen ergibt – als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen waren, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin : Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli 

 

 

Versand: