# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 191a47ac-7c46-59d4-9b32-61520ebe6f4b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 28.07.2010 V-2010/86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_V-2010-86_2010-07-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: V-2010/86

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Kindes- und Erwachsenenschutz

Publikationsdatum: 02.08.2019

Entscheiddatum: 28.07.2010

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 28.07.2010
Art. 310 Abs. 1, Art. 314a Abs. 1 und Art. 405a Abs. 1 ZGB. Unterbringung 
eines Vollwaisen unter Vormundschaft mittels fürsorgerischer 
Freiheitsentziehung im Jugendheim Platanenhof/Oberuzwil zur 
Überbrückung bis zum Abschluss der laufenden Begutachtung und der 
Konkretisierung einer Anschlusslösung (Verwaltungsrekurskommission, 28. 
Juli 2010, V-2010/86).

Präsident Ralph Steppacher, Fachrichter Edwin Bigger und Fachrichterin Jacqueline 

Honsell Rüesch; Gerichtsschreiberin Sabrina Häberli; begutachtender Fachrichter Jan 

Mikolasek

X, Klägerin,

gegen

Vormundschaftsbehörde der Stadt St. Gallen, Bahnhofplatz 1, Postfach 23, 

9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Fürsorgerische Freiheitsentziehung (Rückbehaltung von R, geb. 25. Mai 1996, im 

Jugendheim Platanenhof/Oberuzwil),

Vormund: Hans-Jürg Rostetter, Bahnhofplatz 1, Postfach 23, 9001 St. Gallen,

Sachverhalt:

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A.- R wurde am 5. Mai 1996 als Sohn von A, geb. 20. März 1952, und B, geb. 21. 

August 1954, geboren. Die Eltern waren nicht verheiratet. Für R wurde im September 

1996 eine Beistandschaft zur Feststellung der Vaterschaft und Regelung der 

Unterhaltspflicht angeordnet. Diese wurde im März 1999 wieder aufgehoben. Von 1996 

bis 1998 lebten die Eltern mit dem Kind in Italien und im Tessin. Danach zog die Mutter 

mit dem Kind in den Kanton St. Gallen, wo sie mehrmals umzog, zweimal bedingt 

durch eine Mieterausweisung, weil die Miete nicht bezahlt worden war.

Einen Kindergarten besuchte R nicht regelmässig. Im Sommer 2003 wurde R im 

Schulhaus H in St. Gallen eingeschult. Da sich Probleme ergaben, fand eine Abklärung 

durch den schulpsychologischen Dienst statt und er wurde im Oktober 2003 in eine 

Kleinklasse im Schulhaus B, St. Gallen, umgeteilt. Im Juni 2004 meldeten Nachbarn 

dem Vormundschaftsamt der Stadt St. Gallen (nachfolgend: Vormundschaftsamt), sie 

hätten beobachtet, wie R misshandelt und geschlagen werde. R's Schule teilte dem 

Vormundschaftsamt mit, die Betreuungssituation von R zu Hause sei unklar. Die Mutter 

sei sehr krank. Die Abteilung Sozialabklärungen des Vormundschaftsamts führte 

mehrere Gespräche mit den Eltern und den Lehrpersonen von R. Dabei stellte sich 

heraus, dass die Mutter zuckerkrank und aufgrund ihrer Krankheit erblindet sowie auf 

regelmässige Dialyse-Behandlungen angewiesen war. Der Vater litt an einem 

Alkoholproblem. Mit Beschluss vom 29. April 2005 errichtete die 

Vormundschaftsbehörde der Stadt St. Gallen (nachfolgend: Vormundschaftsbehörde) 

für R eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB und setzte Hans-Jürg Rostetter als 

Beistand ein.

Auf Empfehlung des schulpsychologischen Dienstes wurde R ab August 2005 in der 

Heilpädagogischen Schule (nachfolgend: HPS) St. Gallen sonderbeschult. Aufgrund 

der fehlenden Kooperationsbereitschaft und Unterstützung durch die Eltern teilte die 

HPS St. Gallen im Frühling 2006 mit, es sei so nicht möglich, R weiter zu beschulen. 

Der Beistand stellte am 27. Oktober 2006 den Antrag auf Obhutsentzug und 

Platzierung von R im heilpädagogischen Schulheim Johanneum in Neu St. Johann. 

Nach Gesprächen mit dem Vater konnte R bis Ende Februar 2007 weiter die HPS 

St. Gallen und danach die HPS Roth-Haus in Teufen besuchen.

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Im April 2007 musste die Mutter notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen gebracht 

werden, da sie ihre Dialysetermine nicht wahrgenommen hatte. Das Kantonsspital 

reichte daraufhin beim Beistand eine Gefährdungsmeldung ein. Am 23. Mai 2007 trat 

die Mutter erneut in Kantonsspital ein, wo sie am 18. Juni 2007 verstarb. Mit Beschluss 

vom 20. Juli 2007 errichtete die Vormundschaftsbehörde für R eine Vormundschaft und 

verneinte die Zuteilung der elterlichen Sorge an den Vater. R wurde jedoch in der 

faktischen Obhut des Vaters belassen. Als Vormund wurde der bisherige Beistand, 

Hans-Jürg Rostetter, ernannt.

Im März 2009 meldete der Vater R in der HPS Roth-Haus ab und zog mit ihm in den 

Tessin. Dort zog er mehrmals um. R besuchte keine Schule. Sowohl der Vater als auch 

R wurden in dieser Zeit wegen der Abklärung strafrechtlicher Delikte gesucht. Im 

Dezember 2009 wurden sie polizeilich ausgeschrieben. R wurde von der 

Jugendanwaltschaft St. Gallen wegen Diebstahls zu einer Arbeitsleistung im Alters- 

und Pflegeheim J verurteilt. Am 27. April 2010 starb B. R hielt sich danach bei seiner 

Grossmutter väterlicherseits, X, geb. 14. April 1932, wohnhaft in St. Gallen, sowie bei 

einem Bekannten seines Vater, C, geb. 4. Juni 1955, wohnhaft in St. Gallen auf.

B.- Am 16. Juni 2010, um 22.00 Uhr, wurden C und R durch die Kantonspolizei Tessin 

auf einem Parkplatz in Muralto kontrolliert und auf den Polizeiposten mitgenommen. R 

verbrachte die Nacht auf dem Polizeiposten und wurde am darauffolgenden Tag mit 

einem Polizeitransport nach St. Gallen gefahren. Der Stellvertreter des Vormunds 

verfügte mündlich seine Platzierung im Kantonalen Jugendheim Platanenhof in 

Oberuzwil (nachfolgend: Platanenhof), wo R am 17. Juni 2010 eintrat. X meldete sich 

am 18. Juni 2010 bei der Polizei und gab an, jemand sei in ihr Haus eingedrungen und 

habe ihr Portemonnaie mit Fr. 4'000.-- gestohlen. Der ausrückende Polizist traf eine 

ungepflegte Frau sowie vollgestellte und stark verschmutzte Räumlichkeiten an. Das 

Portemonnaie konnte wieder gefunden werden. Der Polizist machte aufgrund des 

verwahrlosten Zustands von X Meldung bei der Vormundschaftsbehörde.

C.- Am 21. Juni 2010 stellte der Vormund bei der Vormundschaftsbehörde den Antrag 

auf behördliche Platzierung von R in der geschlossenen Wohngruppe Atlantis im 

Platanenhof. Dazu wurde R am 24. Juni 2010 durch Reinhard Knecht, juristischer 

Sachbearbeiter des Vormundschaftsamts, und Peter Cassani, Mitglied der 

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Vormundschaftsbehörde, angehört. R erklärte, er könne sich damit abfinden, im 

Platanenhof zu sein. Er wolle so schnell wie möglich zur Schule gehen und nie mehr 

abhauen. Am liebsten wolle er in St. Gallen bei seiner Oma wohnen, allenfalls 

zusammen mit C; wenn nötig auch bei einer Pflegefamilie. Auf jeden Fall wolle er seine 

Oma regelmässig sehen. Die Vormundschaftsbehörde entsprach mit Beschluss vom 2. 

Juli 2010 dem Antrag des Vormunds, bestätigte die gemäss Art. 405a ZGB verfügte 

Unterbringung R's im Platanenhof und verfügte dessen Rückbehaltung im Sinn eines 

Überbrückungsaufenthalts.

Am 6. Juli 2010 stellte der Vormund bei der Vormundschaftsbehörde den Antrag auf 

Begutachtung von R durch das Forensisch-Psychologische Institut (IFPB) St. Gallen.

D.- Gegen die Verfügung der Vormundschaftsbehörde vom 2. Juli 2010 erhob X mit 

Eingabe vom 12. Juli 2010 Klage bei der Verwaltungsrekurskommission, mit den 

Anträgen, R sei sofort zu entlassen und zu ihr zu bringen. Weiter wolle sie, dass C 

jederzeit mit R in Kontakt treten dürfe.

Der zuständige Sachbearbeiter der Vormundschaftsbehörde, Reinhard Knecht, teilte 

am 19. Juli 2010 telefonisch mit, die vormundschaftlichen Akten seien beim IFPB 

zwecks Erstellung eines Gutachtens, um herauszufinden, wie es mit R nach dem 

Platanenhof weitergehen könne. Für X würden zurzeit vormundschaftliche 

Massnahmen wegen Verwahrlosung und eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten 

geprüft. Der Vormund erklärte anlässlich eines Telefongesprächs am 19. Juli 2010, die 

Platzierung im Platanenhof sei erfolgt, um abzuklären, welche Anschlusslösung für R 

möglich sei. Wenn man ihn jetzt entlasse, stehe er auf der Strasse und sei C 

ausgeliefert. Dieser sei wegen pädophilen Übergriffen vorbestraft. Bei der Grossmutter 

könne R nicht wohnen. Sie sei debil und wohne in einer Müllhalde.

Die vorinstanzlichen Akten wurden am 19. Juli 2010 durch die Gerichtsschreiberin beim 

IFPB abgeholt.

Der ärztliche Fachrichter, Dr.med. Jan Mikolasek, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, wurde als Sachverständiger beigezogen und mit der fachrichterlichen 

Einvernahme sowie der Erstellung des gutachtlichen Berichts betraut. Am 19. Juli 2010 

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wurde R im Platanenhof fachrichterlich einvernommen. Der ärztliche Fachrichter 

erstattete am 21. Juli 2010 einen gutachtlichen Bericht.

Mit Mail vom 27. Juli 2010 teilte die Vorinstanz mit, sie werde an der Verhandlung nicht 

teilnehmen. Sie führte zudem aus, aufgrund der Gefährdung (Art. 310 ZGB) sei es 

unumgänglich, R in der geschlossenen Abteilung des Platanenhofs zurückzubehalten, 

bis die Ursachen seines gestörten Verhaltens geklärt und die nächsten Schritte 

verbindlich geplant seien. Eine Rückkehr zur Grossmutter bzw. zu C würde einen 

Rückfall in Verhältnisse bedeuten, welche für einen 14-jährigen Jugendlichen und seine 

Entwicklung absolut unhaltbar seien.

E.- Am 28. Juli 2010 fand im Platanenhof die mündliche Verhandlung statt, an welcher 

die Klägerin teilnahm. Der Vormund Hans-Jürg Rostetter, sowie Frau Müller, 

Erziehungsleiterin im Platanenhof, waren ebenfalls anwesend und wurden als 

Auskunftspersonen befragt. Dr.med. Jan Mikolasek war als begutachtender, jedoch 

nicht urteilender Fachrichter anwesend. Zu Beginn der Verhandlung wurde C als 

Auskunftsperson befragt. Er verliess den Verhandlungsraum nach der Befragung 

wieder. Das Mail der Vorinstanz vom 27. Juli 2010 wurde eröffnet. R wurde am Schluss 

der Verhandlung in Abwesenheit von C befragt.

a) Die Klägerin führte zur Klagebegründung aus, sie wolle, dass R zu ihr nach St. Gallen 

komme, wo sie schon viele Jahre wohne. Sie könne für ihn sorgen, bis er zwanzig sei. 

Bei ihr gehe es ihm sehr gut. Sie werde für ihn kochen und verlangen, dass er zur 

Schule gehe und pünktlich sei. Es mache sie seelisch kaputt, wenn man ihr den Jungen 

wegnehme. Auch ihr Sohn B sei daran kaputt gegangen und gestorben.

b) C erklärte, er werde von R als Götti oder Onkel bezeichnet, sei aber offiziell nur ein 

Kollege und Geschäftspartner seines Vaters gewesen. Diesen habe er vor 20 Jahren 

kennen gelernt. Seit zwei Jahren habe er wieder Kontakt mit ihm gehabt. Zu R habe er 

an sich keine enge Beziehung. R und sein Vater hätten ab und zu bei ihm übernachtet 

und er habe R's Vater ins Spital eingeliefert, wo dieser 3 ½ Stunden später gestorben 

sei. Das habe er dann R und dessen Grossmutter beibringen müssen. Er habe R's 

Vater das Versprechen gegeben, auf R aufzupassen, während dieser im Spital sei. 

Nach dem Tod des Vaters habe R bei der Grossmutter gewohnt, aber mit ihm Kontakt 

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gehabt. Er sei mit R im Tessin gewesen, weil sie dort eine Pflegefamilie für ihn 

gefunden hätten. Der Mann heisse D. Nachname, Telefonnummer oder Adresse seien 

ihm nicht bekannt. Er habe aber mit ihm gesprochen und R könnte sofort dort hin. Er 

könne dort die Schule beenden und danach bei D eine Lehre als Matrose auf dessen 

Schiff auf dem Luganersee machen. Danach könne er evtl. das Geschäft übernehmen. 

Italienisch könne R sicher einigermassen, ansonsten lerne er es. Es gebe ausserdem 

auch deutsche Schulen im Tessin. Im Vordergrund stehe aber, dass R bei seiner 

Grossmutter wohnen könne und nur bei deren Einwilligung zur Pflegefamilie gehe. Die 

Pflegefamilie sei als zweite Variante oder Ausweichmöglichkeit organisiert worden, falls 

man ihn nicht zur Grossmutter lasse. R solle ein Mitspracherecht dabei haben, wo er 

wohne. Er denke, es würde R bei der Pflegefamilie gefallen.

Zu seiner Person befragt antwortete C, er sei PC-Supporter, erhalte zurzeit aber eine 

IV-Rente wegen eines schweren Rückenschadens. Es stimme, dass er im Kanton St. 

Gallen wegen pädophilen Handlungen verurteilt worden sei. Das sei aber zehn Jahre 

her und er habe es abgegolten. Mit R sei in dieser Hinsicht nichts gewesen. Sie hätten 

im Tessin im Auto übernachtet, weil sie kein Geld für ein Hotel gehabt hätten. In den 

letzten zwei Jahren sei er oft mit R und dessen Vater unterwegs gewesen. Sie hätten 

Wohnwagen an verschiedene Orte gebracht. In die Schule sei R in dieser Zeit nicht 

gegangen. Der Vater habe sein eigenes Kind schützen wollen, weil man es ihm habe 

wegnehmen wollen. Er bitte darum, dass R freigelassen werde. Ein 14-Jähriger habe so 

etwas nicht verdient. Der Platanenhof sei schlimmer als ein Konzentrationslager. R 

dürfe mit niemandem reden. Ihm gegenüber bestehe ein Kontaktverbot.

c) Die Klägerin gab auf entsprechende Befragung an, es stimme, dass für R nicht 

immer alles bestens gelaufen sei. Bei den Eltern sei es für R schwierig gewesen, weil 

diese eine Sauordnung gehabt hätten. Der Vater habe auch krumme Sachen gemacht. 

B und R hätten nicht immer bei ihr gewohnt, aber auch schon eine Woche bei ihr 

übernachtet. Bei ihr müsse R jeden Tag in die Schule gehen und zu Hause essen. Sie 

verlange Pünktlichkeit von ihm. Er gehorche ihr wie ein Hündchen. Schulen gebe es in 

St. Gallen genug. Sie übernehme sich damit keinesfalls, da sie noch rüstig sei. Sie habe 

30 Jahre in der Metzgerei der Migros-Zentrale gearbeitet. Es stimme, dass ihr im Juni 

2010 Geld gestohlen worden sei. Es seien Fr. 18'000.-- gewesen. In ihrer Wohnung 

sein nur eine Unordnung gewesen, weil B Sachen bei ihr gelagert habe. Manchmal sei 

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ihr Haushalt nicht so gut im Schuss, da es sie sehr hergenommen habe, als B 

gestorben sei.

d) Der Vormund von R, Hans-Jürg Rostetter, äusserte sich der Klägerin gegenüber, er 

habe es sehr geschätzt, dass sie ihn in ihre Wohnung gelassen und mit ihm 

gesprochen habe. Dort habe sie ihm gegenüber gesagt, es sei schwierig mit R. Er 

schlafe oft bei C. Die Klägerin habe dabei hässliche Ausdrücke für C benutzt.

Weiter führte der Vormund aus, R habe seine Grossmutter sehr gerne. Sie sei - neben 

dem Onkel in Bern - die einzige Person aus der Familie, die ihm noch geblieben sei. R 

habe es in den letzten eineinhalb Jahren an der Seite seines Vaters sehr schwierig 

gehabt. Dieser habe R viel verbaut. Die beiden hätten eine Weile in einem Wohnwagen 

gewohnt. R sei oft allein zu Fuss unterwegs gewesen. Er habe diesbezüglich 

Meldungen von Drittpersonen erhalten. Im Tessin habe er Kontakt mit R's Vater 

aufgenommen und gesagt, R müsse in eine HPS. Der Vater habe erklärt, er werde R in 

eine Privatschule, ein Gymnasium, schicken. Danach seien sie wieder umgezogen. 

Damit er selbst R überhaupt einmal habe sehen können, habe er die Platzierung im 

Platanenhof verfügen müssen. Nun müsse man herausfinden, was für R getan werden 

könne. Man müsse ihm ermöglichen, ein gesunder junger Mann zu werden. Es genüge 

nicht, wenn er bei seiner Grossmutter wohne. Bereits eine Schule zu finden sei 

schwierig. Gestern sei R wegen ungeklärter Delikte polizeilich befragt worden. Es gehe 

dabei um einen Einbruch in ein Geschäft in Heiden, in welchem R's Vater früher einen 

Kleiderhandel betrieben habe. Die Schlösser seien bei der Übergabe an den neuen 

Mieter nicht ausgewechselt worden. Bei diesem sei nun mit dem Schlüssel 

eingebrochen worden. R sei auch einmal per Anhalter gefahren, woraufhin im Auto das 

Portemonnaie gefehlt habe. Im Weiteren habe in einer Wohnung eines befreundeten 

Wirteehepaares in Heiden, in der er übernachtet habe, danach Geld in der Höhe von 

Fr. 20'000.-- und Schmuck gefehlt. Den Schmuck habe man bei R gefunden. Deshalb 

sei er zu der Arbeitsleistung im Alters- und Pflegeheim verurteilt worden.

Zuerst sei während des Aufenthalts im Platanenhof nur ein Abklärungsauftrag geplant 

gewesen. Nun sei beim IFPB aber ein Begutachtungsauftrag eingereicht worden, 

welcher auch den psychologischen Teil umfasse. Damit könne ermittelt werden, welche 

Unterstützung R in welchen Bereichen brauche. Danach werde mit allen Beteiligten 

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eine Lösung gesucht. Es sei aber klar, dass R eine heilpädagogische Beschulung 

benötige. Eine Variante sei eine Platzierung im heilpädagogischen Schulheim 

Johanneum in Neu St. Johann. R sei immer gern zur Schule gegangen, die 

Unterstützung der Eltern habe aber gefehlt. Der Handel und die Geschäfte seien 

wichtiger gewesen. Der Vater sei ein Vorbild für R gewesen und er habe dessen 

Handelns- und Redensweisen übernommen. Den Tod der Mutter habe R nie betrauern 

können. Der Vater habe zu R gesagt, er solle froh sein, dass er die Mutter nun los sei. 

Auch den Verlust seines Vaters habe er noch nicht verarbeiten können. Die von C 

erwähnte Pflegefamilie im Tessin kenne er nicht. Für ihn sei dies wieder eine 

Geschichte, die R erfinde. Er habe C ihm gegenüber auch als seinen Angestellten 

bezeichnet, der bei der Grossmutter den Garten mache. Die letzte Verurteilung C's 

wegen pädophilem Missbrauch von Kindern liege weniger als zehn Jahre zurück. Im 

September 2009 sei seine Probezeit von zwei Jahren abgelaufen.

Auf Nachfrage des ärztlichen Fachrichters, weshalb die Vormundschaftsbehörde so 

lange nicht eingegriffen habe, erklärte der Vormund, er habe über fünf Jahre lang 

versucht, mit dem Vater zusammen zu arbeiten und alle Möglichkeiten und Varianten 

angesprochen. R sei bisher zu jung gewesen für eine geschlossene Institution. Zudem 

sei man nie an R herangekommen, obwohl man ihn polizeilich ausgeschrieben habe. R 

habe gelernt, sich zu organisieren und zu überleben. In praktischer Hinsicht sei er sehr 

selbständig.

e) Frau Müller, die Erziehungsleiterin des Platanenhofs, führte aus, es gebe selten so 

heftige Themen im Leben eines Jugendlichen, wie bei R. Deshalb habe man im 

Platanenhof sofort einen Platz für ihn frei gemacht. Dabei handle es sich aber nicht um 

einen Abklärungsplatz, sondern um einen Überbrückungsaufenthalt von ca. acht 

Wochen. Beim Eintritt sei R ruhig gewesen und habe sich relativ schnell eingelebt. 

Neben R wohnten sechs weitere Jugendliche auf der geschlossenen Station Atlantis. 

Für R sei von Anfang an "Ausbrechen" ein Thema gewesen. Er habe mit einem anderen 

Jugendlichen geplant, wie man dem Personal den Schlüssel abnehmen könnte. Er 

wolle zu seiner Grossmutter nach Hause. Obwohl R ansonsten sehr gut mitmache, die 

Zuwendung und Aufmerksamkeit sowie die klaren Regeln geniesse, könne man seine 

Ausbruchsfantasien nicht stoppen. Man habe mit Einschliessungen und 

Sonderprogrammen arbeiten müssen. Der Aussensportplatz sei für ihn wegen 

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Fluchtgefahr trotz der vier Meter hohen Umzäunung immer noch gesperrt. Auch jetzt 

habe er seine Koffer bereits seit zwei Tagen gepackt. Die Begutachtung durch das 

IFPB finde im Platanenhof statt. R besuche hier halbtags die Schule. Er mache gut mit, 

sei aber schulisch schwach. Den anderen halben Tag verbringe er im Atelier, wo er sich 

bei den Holzarbeiten sehr geschickt anstelle. Oft formuliere R im Voraus Widerstand, 

mache dann aber doch mit.

f) Zum Schluss der Verhandlung wurde R dazugeholt und befragt. Zunächst erklärte er, 

nicht reden zu wollen, da ihn die anwesenden Herren "versorgen" wollten. Es sei im 

Platanenhof wie im Zuchthaus. Er wolle heim zur Grossmutter. Im Platanenhof sei er 

gelandet, weil er nicht zur Schule gegangen sei. Es stimme, dass ein Strafverfahren 

gegen ihn laufe wegen des Geschäfts in Heiden, er habe aber nichts gemacht. C könne 

beweisen, dass er zu jenem Zeitpunkt mit ihm zusammen gewesen sei. Er sei kein 

guter Schüler, besuche aber die normale sechste Klasse und denke, dass er in die 

Sekundarschule komme. Vor einem Jahr habe er die Schule abgebrochen, sei jedoch 

ab und zu bei einem Privatlehrer gewesen. Wenn er bei der Grossmutter wohnen 

könne, gehe er jeden Tag zur Schule. Er könne auch zu einer Familie im Tessin. Der 

Mann heisse D. Den Nachnamen und die Adresse kenne er nicht auswendig, kenne die 

Familie aber, seit er 5 Jahre alt gewesen sei. Dort könne er den Bootsbetrieb 

übernehmen, wenn er volljährig sei. Autospengler wäre er auch gerne. Am liebsten 

würde er beides machen. Es gehe alles, wenn man wolle.

Er verstehe, dass man sich Sorgen um ihn mache. Er sei nicht zur Schule gegangen 

und habe Sachen gelernt, die normalerweise nur Erwachsene machten. Eigentlich 

denke er nicht, dass er in eine normale Schule könne, weil er nicht so mitkomme. Wenn 

entschieden werde, dass er im Platanenhof bleiben müsse, dann bleibe er halt. Er 

erbreche hier aber täglich wegen des schlechten Essens und habe Schlafprobleme. 

Wütend sei er auf den Vormund. Dieser hätte ihn anrufen und darum bitten können, bei 

ihm vorbei zu kommen. Das wäre anständiger gewesen, als einfach die Polizei zu 

schicken. Als die Polizei sie aufgegriffen habe, sei er mit C am zügeln gewesen und sie 

hätten im Auto übernachtet. C sei für ihn ein Vaterersatz und ein guter Kollege. Die 

Frage, ob er mit ihm Sachen mache, die er sonst mit keinem anderen mache, verneinte 

R. Er antwortete, sie trieben viel Sport zusammen und gingen auf Märkte. Er habe auch 

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schon bei ihm übernachtet. Andere junge Männer habe er bei ihm noch nie gesehen. C 

werde nicht bei der Grossmutter wohnen, aber zu Besuch kommen.

Ab März 2009 sei er nicht mehr zur Schule gegangen, weil sie in den Kanton Tessin 

umgezogen seien und in der Schule nicht alle deutsch gesprochen hätten. Italienisch 

verstehe er, könne es aber nicht gut sprechen. In St. Gallen hätten sie nicht bleiben 

können, weil der Vormund gedroht habe. In der HPS Roth-Haus habe es ihm nicht 

gefallen. Dort habe man viel gespielt und wenig gelernt. In der HPS St. Gallen habe er 

mehr gelernt und hier im Platanenhof lerne er auch etwas. Ihm gefalle es hier in der 

Schule und im Holzatelier. Bei seinen Eltern sei es ihm immer gut gegangen. Er habe 

nichts vermisst. Sie hätten viele Kollegen mit Booten und Häusern gehabt. Alles habe 

allen gemeinsam gehört. Das Auto von C hätten sie (er und sein Vater) bezahlt.

g) Der ärztliche Fachrichter erläuterte seinen schriftlichen Bericht mündlich. Ergänzend 

führte er aus, die familiäre Situation sei einerseits ungewöhnlich, weil Mutter und Vater 

gestorben seien. Andererseits habe R aber bereits vorher ungenügende Unterstützung 

und Grenzen von seiner Familie erhalten. Er sei mit zu vielen Aufgaben überhäuft 

worden und habe die Schule nicht richtig besuchen können. Der Vater habe ihn aus der 

Schule genommen und sei mit ihm herumgefahren. Er habe dem Kind eingeredet, alles 

zu können. Die Gefährdung des Kindeswohls bestehe seit dem frühesten Kindesalter. R 

habe nicht kindgerecht sorgenfrei aufwachsen können. Er sei nicht wie andere 14-

Jährige.

h) Zum Schluss meinte R, er gehe nicht in ein Heim, sondern zu der Pflegefamilie, zu 

der er wolle. Mit seiner Grossmutter habe er nie Probleme. Er werde zu ihr gehen und 

sich eine Schule suchen. Vielleicht gehe er auch in eine Privatschule. Die Grossmutter 

werde das bezahlen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.

a) Die Verwaltungsrekurskommission beurteilt die gerichtliche Anfechtung der 

fürsorgerischen Freiheitsentziehung im Verfahren der öffentlich-rechtlichen Klage 

(Art. 397d des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, abgekürzt: ZGB; Art. 75f 

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des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, sGS 911.1, abgekürzt: 

EG zum ZGB; Art. 71a lit. a, 71c Abs. 1 und 71d in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).

Kann der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die 

Vormundschaftsbehörde es den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, 

diesen wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 

ZGB). Wird das Kind von der Behörde in einer Anstalt untergebracht, gelten 

sinngemäss die Vorschriften über die gerichtliche Beurteilung und das Verfahren bei 

der fürsorgerischen Freiheitsentziehung gegenüber mündigen und entmündigten 

Personen (Art. 314a Abs. 1 ZGB; vgl. BGE 109 II 388 E. 1; Pr 1984 Nr. 103; M. 

Lustenberger, Die Fürsorgerische Freiheitsentziehung bei Unmündigen unter der 

elterlichen Gewalt, Freiburg 1987, S. 159 f.).

Gemäss Art. 314a ZGB liegt eine fürsorgerische Freiheitsentziehung einzig dann vor, 

wenn das Kind in einer "Anstalt" im Sinne des Gesetzes untergebracht wird. Die 

sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission ist nur gegeben, wenn es 

sich beim Platanenhof um eine Anstalt im Sinne des Gesetzes handelt.

Der Begriff "Anstalt" gemäss Art. 314a Abs. 1 ZGB wird im Gesetz nicht näher 

umschrieben. Gestützt auf die Botschaft des Bundesrates aus dem Jahre 1977 zur 

Gesetzesnovelle der fürsorgerischen Freiheitsentziehung ist der Begriff "Anstalt" in 

einem sehr weiten Sinn zu verstehen. Darunter sind danach nicht nur jene 

Einrichtungen zu verstehen, die im täglichen Sprachgebrauch als Anstalten bezeichnet 

werden, sondern alle möglichen "Vorsorgeeinrichtungen", in denen Personen ohne 

oder gegen ihren Willen persönliche Fürsorge erfahren (BBl 1977 III, S. 28). Dazu zählen 

nicht nur geschlossene Anstalten, sondern alle Institutionen, welche die 

Bewegungsfreiheit der betroffenen Personen aufgrund der Betreuung und 

Überwachung spürbar einschränken (vgl. BGE 121 III 306 E. 2b mit Hinweisen). Die 

Frage, ob eine bestimmte Institution als Anstalt im Sinne von Art. 314a Abs. 1 ZGB gilt, 

hängt somit davon ab, ob das Kind behördlich in einer freiheitsentziehenden Institution 

untergebracht wird. Wirkt die Institution gegenüber einem Kind freiheitsentziehend, 

handelt es sich um eine Anstalt im Sinne des Gesetzes. Freiheitsentziehend ist eine 

Institution, sobald der Aufenthalt in der Institution als Eingriff in die Garantie der 

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persönlichen Freiheit des Kindes zu werten ist (vgl. GVP 1993 Nr. 27 mit Hinweis auf 

Lustenberger, a.a.O., S. 83). Die Garantie der persönlichen Freiheit schützt nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur die Bewegungsfreiheit und die 

körperliche Identität, sondern darüber hinaus alle Freiheiten, die elementare 

Erscheinungsformen der Persönlichkeitsentfaltung des Menschen darstellen (vgl. BGE 

107 Ia 52 E. 3a). Nur wenn die Summe aller Beschränkungen der persönlichen Freiheit, 

denen das Kind in der Institution ausgesetzt ist, ein Ausmass erreicht, das im Vergleich 

zur Summe der Beschränkungen, die seine Altersgenossen in der durchschnittlichen 

Familie erfahren, eindeutig grösser ist, kann von einer Anstalt im Sinne von Art. 314a 

Abs. 1 ZGB die Rede sein (vgl. GVP 1993 Nr. 27 mit Hinweis auf Lustenberger, a.a.O., 

S. 87, 100 und 104).

Die Vorinstanz verfügte die Rückbehaltung des Enkels der Klägerin im Platanenhof, der 

Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren betreut und neben dem Vollzug 

strafrechtlicher auch demjenigen vormundschaftlicher Massnahmen dient. Es handelt 

sich um eine pädagogische Einrichtung, deren Ziel die Integration der Jugendlichen im 

Alltag ist. Sie umfasst verschiedene Wohngruppen sowie Ausbildungs- und 

Beschäftigungsbereiche (geschlossene Wohngruppe, Besondere Unterrichts- und 

Betreuungsstätte, offene Wohngruppe, Wohnexternat) und bietet eine 

Krisenintervention in schwierigen Lebenssituationen, Abklärungen und langfristige 

Massnahmen an (VRKE V-2004/46 vom 1. Juli 2004 in Sachen N.T., S. 16; vgl. auch 

www.platanenhof.sg.ch).

R wurde in der geschlossenen Wohngruppe untergebracht. Der Auftrag der zwei 

geschlossen geführten Wohngruppen mit je maximal acht Jugendlichen besteht in 

erster Linie in der Krisenbewältigung. Die Aufenthaltsdauer beträgt im Falle einer 

Abklärung und Massnahmeplanung etwa drei Monate und bei Überbrückungen ca. 

sechs bis acht Wochen. Die Jugendlichen können sich lediglich innerhalb eines nach 

aussen abgeschlossenen Hauses und Sportplatzes frei bewegen. Nachts sind sie in 

ihren Einzelzimmern eingeschlossen. Kontakte nach aussen sind stark eingeschränkt 

(Kontaktlisten). Es wird ihnen ein enger Rahmen (Hausordnung, Sanktionenkatalog) 

gesetzt und ihr Tagesablauf ist klar strukturiert. Sie arbeiten tagsüber im Atelier (Holz) 

und in der Schule, treiben Sport und lernen, die Freizeit sinnvoll zu verbringen. Es wird 

den Jugendlichen eine umfassende sozialpädagogische Betreuung durch das 

http://www.platanenhof.sg.ch/

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Erziehungsteam zuteil, und zwar unter Einbezug der Eltern oder Bezugspersonen. Für 

spezielle Abklärungen oder Gutachten stehen zudem auch externe Fachleute zur 

Verfügung.

Ein Aufenthalt in der geschlossenen Wohngruppe des Jugendheims Platanenhof geht 

weit über das übliche Mass an Pflege und Erziehung hinaus, wie sie bei einem 

gleichaltrigen Kind in der Familie oder einem gewöhnlichen Jugend- oder Kinderheim 

vorliegt. Die Kinder und Jugendlichen sind wesentlich weitergehenden 

Freiheitsbeschränkungen unterworfen als andere Gleichaltrige, die ebenfalls 

Weisungen der Obhutsberechtigten befolgen müssen. Die relevanten Kriterien zur 

Überprüfung der Beschränkungen der persönlichen Freiheit, der die Kinder und 

Jugendlichen unterworfen sind, ergeben somit, dass von einer Anstalt im Sinn von Art. 

314a ZGB auszugehen ist. Die sachliche Zuständigkeit der 

Verwaltungsrekurskommission ist mithin gegeben.

b) Das Recht gegen Anordnungen einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung den 

Richter anzurufen, steht dem betroffenen unmündigen Kind, sofern es das 16. 

Lebensjahr zurückgelegt hat, oder einer ihm nahestehenden Person zu (Art. 397d Abs. 

1 und Art. 314a Abs. 2 ZGB). Als Grossmutter des betroffenen Kindes ist X als 

nahestehende Person zur Klageerhebung ermächtigt (BGE 122 I 18 E. 2c/bb mit 

Hinweisen; Lustenberger, a.a.O. S. 140).

c) Die Klage vom 12. Juli 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller 

und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen.

d) Die Verwaltungsrekurskommission beurteilt nach ständiger Rechtsprechung den 

Obhutsentzug und die fürsorgerische Freiheitsentziehung gemeinsam, da Art. 310 

Abs. 1 ZGB und Art. 314a Abs. 1 ZGB zwingend miteinander verknüpft sind. Weder 

dem Obhutsentzug noch der fürsorgerischen Freiheitsentziehung kommt in diesem 

Verfahren eine selbständige Bedeutung zu (VRKE V vom 1. April 1999 in Sachen R.G., 

S. 14 mit weiteren Hinweisen; BGE 120 II 384 E. 4b), denn der Obhutsentzug ist 

notwendige Voraussetzung der Anordnung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung 

gegenüber einer unmündigen Person. Erweist sich die fürsorgerische 

Freiheitsentziehung in der gerichtlichen Überprüfung als rechtmässig und angemessen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

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so ist auch der Obhutsentzug zu bestätigen; andernfalls ist mit der Aufhebung der 

fürsorgerischen Freiheitsentziehung auch der Obhutsentzug aufzuheben. Eine 

selbständige richterliche Beurteilung des Obhutsentzugs ergäbe keinen Sinn, weil ein 

Obhutsentzug stets mit einer entsprechenden Unterbringung verbunden ist (vgl. dazu 

ZVW 1996, S. 121 ff.; AJP 1995, S. 364; Lustenberger, a.a.O., S. 159). Da beide 

Elternteile von R verstorben sind, bestand vorliegend keine elterliche Obhut mehr, die 

zu entziehen war. Der Vormund ist alleiniger Inhaber des Obhutsrechts. Die Klägerin 

sowie C, bei denen sich das Kind seit dem Tod seines Vaters faktisch aufhielt, sind 

nicht obhutsberechtigt. Die Wegnahme gemäss Art.310 Abs.1 ZGB richtet sich gegen 

nicht obhutsberechtigte Dritte. Es ist daher einzig die Unterbringung in der Anstalt zu 

prüfen.

e) Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Klage einzutreten ist.

2.- R wurde durch den Vertreter seines Vormundes vorsorglich und mündlich in den 

Platanenhof eingewiesen. Dazu ist ein Vormund berechtigt, wenn Gefahr im Verzug 

liegt (Art. 405a Abs. 1 ZGB), was der Fall ist, da R's Eltern beide verstorben sind und er 

mit einem nicht obhutsberechtigten Mann unterwegs war, der wegen pädophilen 

Übergriffen vorbestraft ist. Diese vorsorgliche Unterbringung wurde durch die 

Vormundschaftsbehörde der Stadt St. Gallen mit Beschluss vom 2. Juli 2010 im Sinne 

einer Rückbehaltung im Platanenhof bestätigt. Anfechtungsobjekt ist dieser Beschluss, 

welcher - wie auch das vorinstanzliche Verfahren - von Amtes wegen auf seine formelle 

Rechtmässigkeit hin zu überprüfen ist.

Die Vormundschaftsbehörde ist zum Erlass der angefochtenen Massnahme sachlich 

und örtlich zuständig (Art. 315 Abs. 1, Art. 314a Abs. 1 und 405a Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 397b Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 75a EG zum ZGB). Das rechtliche 

Gehör wurde durch die persönliche Anhörung des Kindes am 24. Juni 2010 durch 

Reinhard Knecht, juristischer Sachbearbeiter des Vormundschaftsamts, und Peter 

Cassani, Mitglied der Vormundschaftsbehörde, gewährt (vgl. GVP 1999 Nr. 40 und 41). 

Die vorinstanzliche Verfügung ist zudem begründet. Zwar wird mit keinem Wort die 

materiellrechtliche Grundlage von Art. 310 Abs. 1 ZGB erwähnt. Aus den Ausführungen 

ergibt sich jedoch sinngemäss, dass die Vorinstanz von einer Gefährdung des 

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Kindeswohls im Sinne dieser Bestimmung ausgeht, was in der Stellungnahme des 

Sekretärs der Vorinstanz vom 27. Juli 2010 bestätigt wird (act.14).

Zusammenfassend ist das vorinstanzliche Verfahren in formeller Hinsicht nicht zu 

beanstanden.

3.- Kann der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die 

Vormundschaftsbehörde es den Eltern, oder wenn es sich bei Dritten befindet, diesen 

wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Die 

gleiche Anordnung trifft die Vormundschaftsbehörde auf Begehren des Vormundes 

(Art. 405a Abs. 1 ZGB). Im Gegensatz zu mündigen oder entmündigten Personen, bei 

denen zumindest ein in Art. 397a Abs. 1 ZGB genannter Einweisungsgrund vorliegen 

muss (Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, andere Suchterkrankung oder 

schwere Verwahrlosung), können Unmündige bereits bei einer Gefährdung, der nicht 

auf andere Weise begegnet werden kann, in angemessener Weise untergebracht 

werden. Eine Gefährdung im Sinn von Art. 310 Abs. 1 ZGB ist dann gegeben, wenn das 

Kind in seinem Umfeld nicht mehr in der für seine körperliche, geistige und sittliche 

Entfaltung nötigen Weise geschützt und gefördert wird. Dabei kann eine solche 

Gefährdung insbesondere auf Umständen beruhen, wie sie in Art. 397a Abs. 1 ZGB 

umschrieben sind. Jedoch können auch andere Umstände, die keinen in Art. 397a 

Abs. 1 ZGB genannten Einweisungsgrund bei Mündigen oder Entmündigten erfüllen, 

eine rechtlich relevante Gefährdung im Sinn von Art. 310 Abs. 1 ZGB begründen. 

Besteht nach den Umständen die ernstliche Möglichkeit einer Beeinträchtigung des 

Kindeswohls, so ist das Kind gefährdet. Es ist nicht erforderlich, dass sich diese 

Gefährdung bereits verwirklicht hat (GVP 1990 Nr. 37 mit weiteren Hinweisen).

Zu prüfen ist im Folgenden, ob im heutigen, für das Urteil massgebenden Zeitpunkt 

eine Gefährdung des Kindeswohls im Sinne von Art. 310 Abs. 1 ZGB gegeben ist.

a) In seinem Antrag auf eine behördliche Platzierungsverfügung vom 21. Juni 2010 führt 

der Vormund von R aus, der Widerstand der Eltern habe eine konstruktive 

Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule verunmöglicht. Trotz aller 

Bemühungen von Seiten der Schule und der Behörden sei es nicht gelungen, R in 

einen geordneten Schulbesuch einzubinden. Mit dem Tod der Mutter habe R im Juni 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

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2007 seinen festen Wohnsitz verloren. In der Folge habe er sich mit seinem Vater an 

verschiedenen Orten rund um St. Gallen aufgehalten und sporadisch den Unterricht 

besucht. Im März 2009 sei er von seinem Vater in der Schule abgemeldet worden. 

Gemeinsam seien Vater und Sohn in den Kanton Tessin gezogen, wo es kaum mehr 

möglich gewesen sei, mit ihnen in Kontakt zu treten. R habe keinen Schulunterricht 

mehr besucht. Die beiden hätten sich an verschiedenen Orten in der Schweiz 

aufgehalten, ohne einen festen Wohnsitz zu begründen. Wie sich der Vater in dieser 

Zeit den gemeinsamen Lebensunterhalt verdient habe, bleibe offen. Zwecks Klärung 

von offenen Tatbeständen im nächsten Umfeld sei der Vater vom Verhörrichteramt 

Trogen gesucht worden. R sei ebenfalls von der Jugendanwaltschaft St. Gallen 

gesucht und zu einer Arbeitsleistung im Alters- und Pflegeheim Josefshaus verurteilt 

worden. Aktuell liefen weitere Abklärungen bezüglich eines möglichen Deliktes, das 

unter Umständen im Zusammenhang mit R und dessen Vater stehe. Nachdem der 

Vater im April 2010 gestorben sei, habe R in St. Gallen nur noch seine betagte 

Grossmutter. Ausser einem in Bern lebenden Onkel, zu dem weder R noch seine 

Grossmutter Kontakt hätten, gebe es keine Verwandten mehr. Nach dem Tod des 

Vaters habe sich R zeitweilig bei seiner Grossmutter aufgehalten. Er habe gewisse 

Arbeiten im Garten und die Einkäufe erledigt. Viel Zeit habe er mit C verbracht. Dieser 

sei dafür bekannt, dass bei ihm junge Burschen ein- und ausgingen.

Am 16. Juni 2010 seien C und R in einem Auto auf einem Parkplatz bei Locarno 

aufgegriffen und auf den Polizeiposten gebracht worden. Es sei sofort die 

Unterbringung von R im Platanenhof organisiert und verfügt worden. Bei seinem 

Besuch bei R im Platanenhof habe sich gezeigt, dass sich R seiner Situation nicht 

bewusst sei. Es sei deutlich geworden, in welcher Welt er gelebt und welchen ihm 

abträglichen Umgang er während langer Zeit gepflegt habe. Seine Welt, seine 

Wortwahl und seine Gedankengänge entsprächen nicht denjenigen eines 14-Jährigen. 

Seine emotionale Verfassung sei von Realitätsverkennung bis zu tiefster 

Verunsicherung und Verletztlichkeit geprägt. R fehle es an innerer emotionaler 

Geborgenheit und Sicherheit. Er habe sich seit seiner Kindheit in einem persönlichen 

Erwachsenenumfeld bewegt, welches ihn konstant überfordert und ihm das Recht auf 

persönliche Entwicklung und Entfaltung vorenthalten habe. Seine in der Zwischenzeit 

verstorbenen Eltern seien mit der eigenen Lebenssituation überfordert gewesen und 

hätten ihrem Sohn keine vertrauensbildende Erziehung angedeihen lassen können. Aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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diesem Grund sei es jetzt dringend nötig, dass R an einem sicheren Ort wieder zur 

Ruhe komme und gemeinsam seine weitere Betreuung besprochen und geplant 

werden könne.

b) In der Verfügung der Vormundschaftsbehörde vom 2. Juli 2010 wird festgehalten, im 

Gespräch bezüglich Gewährung des rechtlichen Gehörs habe sich deutlich gezeigt, 

dass R die Denkweise und Weltansicht der ihn bisher begleitenden Erwachsenen 

übernommen habe. Er habe im bisherigen Erwachsenenumfeld praktisch keine 

Gelegenheit gehabt, sich altersgerecht zu entwickeln und emotional zu entfalten. Seine 

Weltansicht, Realitätserfassung und Gedankengänge seien geprägt von einem für ihn 

schädlichen Beziehungsnetz sowie höchst problematischen und besorgniserregenden 

Abhängigkeitsverhältnissen. Der Junge müsse unbedingt aus diesem verhängnisvollen 

Prozess herausgenommen werden, damit er zur Ruhe kommen und sein weiterer 

persönlicher und schulischer Werdegang geplant werden könne. Dies sei vorderhand 

nur in einem geschlossenen Rahmen möglich.

c) Laut dem schlüssigen Bericht des begutachtenden Fachrichters vom 21. Juli 2010, 

welcher sich auf die Einvernahme des Kindes vom 19. Juli 2010 sowie die 

vormundschaftlichen Akten stützt, leidet R an einer kombinierten Störung des 

Sozialverhaltens und der Emotionen durch eine atypische familiäre Situation, 

ungenügende familiäre Unterstützung, ungenügende elterliche Überwachung und 

Kontrolle, emotionale Vernachlässigung sowie unangemessenen elterlichen Druck bzw. 

sonstigen abnormen Erziehungsmerkmalen. Diese Lebensumstände hätten seit der 

frühesten Kindheit zu einer Gefährdung des Kindeswohls geführt, welche sich durch 

die bisherigen Massnahmen der Schul- und Vormundschaftsbehörden nicht 

entscheidend positiv habe beeinflussen lassen. Vor allem hätten ein geregelter 

Schulbesuch und ein kindergerechtes Aufwachsen nicht erreicht bzw. herbeigeführt 

werden können. Die Folge sei eine massive emotionale, psychische und soziale 

Verwahrlosung des Kindes. R sei Vollwaise und Einzelkind. Die betagte Grossmutter 

bewohne allein ein kleines Haus und sei nicht mehr voll bei Kräften. Bei einer Rückkehr 

zur Grossmutter komme es zu einer weiteren Verwahrlosung des Kindes mit schweren 

negativen Konsequenzen für sein weiteres Leben. Im Platanenhof könne die 

Begutachtung durch das IFPB durchgeführt und die weitere Wohn- und 

Betreuungssituation geregelt werden.

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d) Aufgrund der vorinstanzlichen Akten, des überzeugenden Berichts des ärztlichen 

Fachrichters sowie der unmittelbaren Beobachtungen anlässlich der mündlichen 

Verhandlung fällt auf, dass R bereits vor dem Tod seiner Eltern in einer akuten 

Gefährdungssituation lebte. Er durfte kein Kind sein, sondern musste als Partner 

seinem Vater bei dessen nicht immer legalen Geschäften helfen. Diese Lebensform am 

Rande der Legalität und der Gesellschaft, die er von seinem Vater vorgelebt bekam, 

würde er in Zukunft weiterleben, wenn man nicht eingreift. R's Bedürfnisse wurden von 

seinen Eltern nie wahrgenommen, weshalb er nicht gelernt hat, eigene Bedürfnisse zu 

erkennen, zu formulieren und durchzusetzen. Vielmehr erzählt er in einer nicht 

altersgerechten Ausdrucksweise Fantasiegeschichten und seine Selbsteinschätzung 

bezüglich der persönlichen Vergangenheit, der aktuellen Lebenssituation sowie seiner 

Zukunft sind völlig realitätsfremd. Es besteht ein Entwicklungsdefizit im kognitiven, 

sprachlichen, sozialen und emotionalen Bereich. Er konnte bisher auch den Tod seiner 

Eltern nicht verarbeiten. Der Vater liess keine Trauer bezüglich des Tods der Mutter zu. 

Nach dem Tod des Vaters musste sich R um seine Grossmutter und die verschiedenen 

Angelegenheiten seines Vaters (z.B. Warenlager im Tessin) kümmern, sodass er 

ebenfalls keine Gelegenheit zur Trauerarbeit hatte. Bei einem Verbleib des Enkels der 

Klägerin in seinem bisherigen Umfeld besteht die konkrete Gefahr, dass er seine 

schulische Ausbildung nicht abschliessen kann und den Einstieg ins Berufsleben 

verpasst. Ohne zusätzliche Kindesschutzmassnahme zur bestehenden Vormundschaft 

droht zudem die Gefahr, dass er in die Kriminalität abgleitet oder selber Opfer 

krimineller Handlungen wird.

In Anbetracht aller Umstände, insbesondere der Vorgeschichte und des aktuellen 

persönlichen Eindrucks von R, ist somit festzuhalten, dass er ohne zusätzliche 

Kindesschutzmassnahme im vorhandenen Umfeld nicht in der für seine körperliche, 

geistige und sittliche Entfaltung nötigen Weise geschützt und gefördert werden kann 

und in seiner weiteren Entwicklung erheblich gefährdet wäre. Deshalb besteht im Falle 

einer sofortigen Rückkehr in die angestammte Umgebung eine erhebliche Gefährdung 

des Kindeswohles nach Art. 310 Abs. 1 ZGB.

4.- Auch wenn beim Enkel der Klägerin von einer in Art. 310 Abs. 1 ZGB beschriebenen 

Gefährdung auszugehen ist, erweist sich die von der Vorinstanz verfügte Platzierung im 

Platanenhof nur dann als begründet, wenn und soweit der Gefährdung nicht anders 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

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begegnet werden kann. Der verfassungsmässige Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

verlangt, dass ein staatlicher Eingriff in die Freiheit eines Kindes nur so weit gehen darf, 

als das zu erreichende Ziel dies erfordert. Ausserdem muss die gewählte Anstalt zur 

Erfüllung dieser Aufgaben geeignet sein.

a) Zunächst ist zu prüfen, ob der Platanenhof geeignet ist, der Gefährdung der 

Entwicklung des Kindes entgegenzuwirken.

Die Eignung der Anstalt beurteilt sich unter dem Blickwinkel der spezifisch 

kindesrechtlichen Gefährdungslage und ist zu bejahen, wenn die betreffende Anstalt 

dem eingewiesenen Kind Hilfe bei der Lösung seiner Probleme zu leisten vermag, so 

dass Aussicht besteht, seine Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken (vgl. BGE 5C.

258/2006 vom 22. Dezember 2006, E. 3.1.1). Die angefochtene Massnahme hat die 

vorläufige Unterbringung zur Überbrückung - in der Regel für sechs bis acht Wochen - 

bis zum Vorliegen einer geeigneten Anschlusslösung zum Zweck. Im Hinblick auf die 

weitere Platzierung wird während des Aufenthalts im Platanenhof eine Begutachtung 

durch das IFPB durchgeführt.

Der Aufenthalt in der geschlossenen Wohngruppe dient der Krisenintervention und der 

Abklärung bzw. Massnahmenplanung sowohl bei männlichen als auch weiblichen 

Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren. Die Geschlossenheit bewirkt unter anderem, 

dass der Jugendliche sich selbst oder andere nicht weiter gefährdet. Durch das klare 

Markieren und Einfordern von Grenzen wird zudem verhindert, dass die Betroffenen 

sich den behördlichen und pädagogischen Interventionen entziehen. Gleichzeitig 

erhalten sie die Chance für einen Neubeginn. Zum Tagesprogramm gehören neben 

Gruppenaktivitäten mit Freizeitangeboten die Arbeit im Atelier und der Besuch der 

internen Schule. Der Platanenhof bietet R somit klare Strukturen, die er benötigt, und 

erweist sich grundsätzlich als geeignet, der Gefährdung entgegenzuwirken. Schliesslich 

besteht durch die stationäre Unterbringung die Möglichkeit, die Begutachtung durch 

das IFPB durchzuführen, welche in Bezug auf die geplante Anschlusslösung in Auftrag 

gegeben wurde.

Aus dem Umstand, dass im Heim auch massiv straffällig gewordene Jugendliche 

untergebracht sind, kann nicht geschlossen werden, das Heim sei für den Enkel der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

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Klägerin ungeeignet. Das wäre nur dann der Fall, wenn ihm dort nicht die Pflege, die 

Fürsorge und namentlich die Erziehung erbracht würde, die er benötigt (vgl. BGE 5C.

258/2006 vom 22. Dezember 2006, E. 3.1.2).

Die Unterbringung R's im Platanenhof ist damit geeignet, der Gefährdung des 

Kindswohls entgegenzuwirken und den Zweck der angeordneten Massnahme zu 

erfüllen.

b) Sodann ist zu prüfen, ob der Gefährdung des Kindes auch anders begegnet werden 

kann.

R muss mit professioneller Hilfe und Therapie lernen, mit dem Erlebten umzugehen. 

Dadurch kann ihm die Chance geboten werden, seine Zukunft selbständig und 

erfolgreich zu gestalten und ein normales Leben zu führen. R schwankt zwischen dem 

Gefühl, fliehen zu wollen und demjenigen, froh über die Hilfe von aussen zu sein. Er 

scheint zurzeit noch empfänglich für unterstützende Massnahmen. Die Klägerin und 

Grossmutter des Kindes kann ihm die notwendige Unterstützung allerdings nicht 

bieten. Einerseits ist sie bereits 78 Jahre alt und wegen ihrer intellektuellen Defizite, 

welche an der Verhandlung deutlich zu Tage traten, und dem verwahrlosten Zustand 

ihrer Wohnung, der sich bei der polizeilichen Intervention am 17. Juni 2010 zeigte (vgl. 

act. 8), werden für sie ebenfalls vormundschaftliche Massnahmen geprüft. Andererseits 

könnte sie ihren Enkel nicht von C fernhalten. Es besteht die grosse Gefahr, dass die 

durch die Eltern betriebene nicht altersgerechte Instrumentalisierung des Kindes durch 

C weitergeführt würde. Insbesondere ist dabei zu beachten, dass C wegen pädophilen 

Übergriffen vorbestraft ist, was er an der mündlichen Verhandlung ausdrücklich 

zugestand. R wäre für ihn in seinem jetzigen Zustand ein leichtes Opfer. Weder die 

Klägerin noch C wären daher im heutigen Zeitpunkt das geeignete Umfeld, um der 

ausgewiesenen Gefährdung des Kindeswohles zu begegnen. Im Gegenteil würde ein 

Verbleib des Kindes in diesem Umfeld die Gefährdung noch verstärken. Bezüglich der 

von C und R erwähnten Pflegefamilie im Tessin fehlen konkrete Angaben und Zusagen.

R kann somit zurzeit - abgesehen vom Platanenhof - nicht in an einem andern Ort 

untergebracht werden, der dem ausgewiesenen Gefährdungspotenzial gerecht wird. 

Hinzu kommt, dass die Unterbringung im Platanenhof nicht langfristig ausgerichtet ist. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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Sie ist zeitlich auf die Dauer der Begutachtung und der Planung einer Anschlusslösung 

beschränkt. Damit erweist sich die Unterbringung des Enkels der Klägerin im 

Platanenhof im heutigen Zeitpunkt als dringend notwendig und verhältnismässig.

Unter den gegebenen Umständen fragt sich, wieso so lange mit einer Platzierung in 

einer Institution zugewartet wurde. Die Vorinstanz hätte spätestens im März 2009, als 

der Vater R von der Schule abgemeldet und mit ihm in den Kanton Tessin gezogen ist, 

reagieren müssen. Der Vater war nicht Inhaber der elterlichen Sorge und damit nicht 

obhutsberechtigt. Wieso mit Beschluss vom 20. Juli 2007 - mit welchem eine 

Vormundschaft über R errichtet wurde - die faktische Obhut beim Vater belassen 

wurde, ist aufgrund der in den Akten dokumentierten Gefährdungshinweise 

unerklärlich. Der Vormund hat denn auch bereits im Oktober 2006 einen Antrag auf 

Obhutsentzug und Platzierung im heilpädagogischen Schulheim Johanneum gestellt. 

Dieser wurde von der Vorinstanz aber nicht formell behandelt. Wieso erst am 16. Juni 

2010 eingeschritten wurde, ist aus den Akten nicht ersichtlich.

c) Die Platzierung im Platanenhof dient der Überbrückung bis zum Abschluss der 

Begutachtung und der Konkretisierung einer Anschlusslösung. Der Vormund hat dann 

als obhutsberechtige Person über die Unterbringung des Kindes zu befinden. Die 

Vormundschaftsbehörde hat im Falle einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung eine 

neue anfechtbare Verfügung zu erlassen.

Damit steht fest, dass die von der Vorinstanz angeordnete Massnahme im heutigen 

Zeitpunkt notwendig und angemessen ist. Die Unterbringung des Enkels der Klägerin 

im Platanenhof für die Dauer der Überbrückung erweist sich als geeignet und 

erforderlich, um der Gefährdung des Kindeswohls entgegenzuwirken. Die Klage ist 

folglich abzuweisen.

5.- Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, 

dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der 

Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (W. Hagmann, Die st. 

gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem 

Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Die Abweisung der Klage hat demnach zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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Folge, dass die amtlichen Kosten von Fr. 2'500.-- der Klägerin aufzuerlegen sind (vgl. 

Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12).

Abgesehen davon, dass Art. 97  Abs.1 lit. a VRP nur auf von der fürsorgerischen 

Freiheitsentziehung betroffene Personen anwendbar ist, sind bei der Klägerin keine 

ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse ausgewiesen (act. 3). Da auch sonst keine 

besonderen Umstände vorliegen (Art. 97 VRP), ist auf die Erhebung der Kosten nicht zu 

verzichten.

Entscheid:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Klägerin bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 2'500.--.

bis

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	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 28.07.2010
	Art. 310 Abs. 1, Art. 314a Abs. 1 und Art. 405a Abs. 1 ZGB. Unterbringung eines Vollwaisen unter Vormundschaft mittels fürsorgerischer Freiheitsentziehung im Jugendheim Platanenhof/Oberuzwil zur Überbrückung bis zum Abschluss der laufenden Begutachtung und der Konkretisierung einer Anschlusslösung (Verwaltungsrekurskommission, 28. Juli 2010, V-2010/86).

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