# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb89a8bf-a899-516f-9c2c-89f320b2b94f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Unfallversicherung hat die Versicherungsdeckung für einen Unfall zu Recht verneint, da der Lohnfluss aufgrund diverser Ungereimtheiten nicht schlüssig nachgewiesen ist.
**Docket/Reference:** UV.2014.00287
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00287.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00287
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
31. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Y.___
zusätzlich
vertreten durch Rechtsanwalt Till Gontersweiler
Haus zum Steinberg
Neumarkt 6, Postfach 3952, 8021 Zürich 1
gegen
Mutuel Assurances SA
Rechtsdienst
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Unfallmeldung UVG vom 1
0.
Juni 2013 (
Urk.
8/1) teilte die
Z.___
, deren Arbeitnehmer bei der Mutuel Assurances SA (Mutuel) versichert sind, dieser mit, dass die 1974 geborene, seit
1.
Dezember 2009 vollzeitlich als Senior Manager Projekttätigkeit angestellte
X.___
am
7.
Juni 2013 einen Auffahrunfall erlitten hatte.
In der Folge klärte die Mutuel die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und verneinte mit Verfügung vom 1
8.
Dezember
2013
– unter Hinweis darauf, dass die auf der Unfallmeldung deklarierten Angaben nicht der Wahrheit entspre
chen würden –
ihre
Leistungspflicht
(
Urk.
8/21).
Die von der Leistungsanspre
cherin dagegen erhobene Einsprache vom 1
7.
Januar / 17. Februar 2014 (
Urk.
8/24-26) wies sie mit Entscheid vom
7.
November 2014 ab (
Urk.
8/34 =
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
7.
November 2014
liess
X.___
am
8.
Dezember 2014 mit folgenden Anträ
gen Beschwerde erheben
(
Urk.
1 S. 2):
"es seien auf die Beschwerde der Einspracheentscheid vom 0
7.
November 2014 und die angefochtene Verfügung vom 1
8.
November 2013 der Be
schwerdegegnerin aufzuheben und der Antragstellerin seien ärztliche,
ge
genständliche und finanzielle Leistungen gemäss UVG im Zuge der
Vor
leistungspflicht aus dem Verkehrsunfall vom 0
7.
Juni 2013 zu
gewähren,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwer
degegnerin.“
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Februar 2015 schloss die Mutuel auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am
5.
Februar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom 14. April 2015 teilte Rechtsanwalt Till Gontersweiler mit, dass ihn die Beschwerdeführerin neu mit der Interessenwahrung beauftragt habe. Gleichzeitig bat er um Akteneinsicht (Urk. 10).
Nach Klärung des Vertretungsverhältnisses (
Urk.
12,
Urk.
14,
Urk.
16)
wurden
dem neuen Rechtsvertreter
die Akten zugesandt (
Urk.
17). Am
5.
Oktober 2015 reichte Rechtsanwalt Gontersweiler eine erg
änzende Beschwer
debegründung sowie
eine Stellungahme zur Beschwerdeantwort ein (
Urk.
18). Das Doppel davon wurde der Beschwerdegegnerin am
7.
Oktober 2015 zuge
stellt (
Urk.
19).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1a Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen, obligatorisch nach den Bestimmungen des UVG versichert.
1.2
Das UVG umschreibt den Begriff des Arbeitnehmers, an den es für die Unterstel
lung unter die obligatorische Versicherung anknüpft, nicht. Die Rechtsprechung hat im Sinne leitender Grundsätze als Arbeitnehmer gemäss UVG bezeichnet, wer um des Erwerbes oder der Ausbildung willen für einen Arbeitgeber, mehr oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig ist, ohne hiebei ein eigenes wirtschaftliches Risiko tragen zu müssen. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Arbeitnehmereigenschaft ist daher jeweils unter Würdi
gung der gesamten Umständ
e des Einzelfalls zu beurteilen
. Im Regelfall besteht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Arbeitsvertrag gemäss Art. 319 ff.
des Obligationenrechts (
OR
)
oder ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhält
nis. Sind solche Rechtsverhältnisse gegeben, besteht kaum Zweifel, dass es sich um einen A
rbeitnehmer gemäss UVG handelt.
Das Vorhandensein eines Ar
beitsvertrages ist jedoch nicht Voraussetzung für die Versicherteneigenschaft gemäss Art. 1a
Abs.
1 UVG. Liegt weder ein Arbeitsvertrag noch ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis vor, ist unter Würdigung der wirtschaftlichen Umstände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die Arbeitnehmereigenschaft gegeben ist. Dabei ist zu beachten, dass das UVG im Interesse eines umfassen
den Versicherungsschutzes auch Per
sonen einschliesst, deren Tätigkeit mangels Erwerbsabsicht nicht als Arbeitnehmertätigkeit einzustufen wäre, wie beispiels
weise Volontärverhältnisse, bei welchen der für ein eigentliches Arbeitsverhält
nis typische Lohn in der Regel w
eder vereinbart noch üblich ist
. Wo die un
selbständige Tätigkeit ihrer Natur nach nicht auf die Erzielung eines Einkom
mens, sondern auf Ausbildung gerichtet ist, kann eine Lohnabrede somit kein ausschlaggebendes Kriterium für oder gegen den Unfallversicherungsschutz sein. Von der obligatorischen Unfallversicherung werden somit auch Tätigkeiten erfasst, die die Begriffsmerkmale des Arbeitneh
mers nicht vollumfänglich erfül
len. Der Begriff des Arbeitnehmers gemäss Art.
1a
Abs.
1 UVG ist damit weiter als im Arbeitsvertragsrecht
(BGE 141 V 313 E. 2.1 mit Hinweisen).
1
.3
Für die am
1.
Januar 1998 in Kraft getretene Revision
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
bildete die Verbesserung der Koordination mit ande
ren Sozialversicherungen, namentlich bei der Umschreibung des Arbeitnehmer
begriffs, eine wesentliche Zielsetzung (RKUV 1998 S. 71, BGE 130 V 556
E. 3.4.1). Das Ziel einer verbesserten Koordination des Rechts der verschiedenen Sozialversicherungen wurde auch mit der Schaffung des ATSG verfolgt (BGE 130 V 344 E. 2.2). Unter diesen Prämissen rechtfertigt es sich, die vom Bundes
gericht in der Arbeitslosenversicherung entwickelte Praxis zum Nachweis einer tatsächlich ausgeübten Arbeitnehmertätigkeit ebenfalls für den Bereich der Un
fallversicherung heranzuziehen.
Für die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ist unter ande
rem erforderlich, dass innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit eine be
tragspflichtige Beschäftigung rechtsgenüglich dargetan ist (Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung
[
AVIG
]
). Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit hiefür effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Erfordernis des Nach
weises effektiver Lohnzahlung sollen und können Missbräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert wer
den. Als Beweis für den tatsächlichen
Lohnfluss
genügen dabei Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers lautendes Post- oder Bankkonto; bei behaupteter Barauszahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugen
aussagen) in
Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden Arbeitgeberbescheinigungen, vom Arbeitnehmer unterzeichnete Lohnabrech
nungen und Steuererklärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto.
In der Regel ist auf die Eintragungen in den Lohnlisten abzustellen, die bis zum Beweis des Gegenteils als richtig gelten (Urteil des
Bundesgerichts U
294/99 vom 1
6.
Februar 2001 E. 4b mit Hinweis).
Gelingt der anspruchsberechtigten Person der Nachweis des tatsächlichen Lohnbe
zugs nicht, erfolgte namentlich keine regelmässige Überweisung auf ein auf ihren Namen lautendes Post- oder Bankkonto, wird sie bei Verneinung des Anspruchsmerkmals der erfüllten (Mindest-)Beitragszeit nach Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG im Ergebnis so gestellt, wie wenn sie gänzlich auf ein Arbeitsentgelt verzichtet hätte. Ein Lohnverzicht ist indes
sen nicht leichthin anzunehmen. Die Form der Lohnzahlung ist grundsätzlich frei, auch wenn Geldlohn regelmässig entweder bar ausbezahlt oder auf ein vom Arbeitnehmer angegebenes Postcheck- oder Bankkonto überwiesen wird.
Massgebend ist somit, ob die ausgeübte Tätigkeit genügend überprüfbar ist. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kommt dabei zwar nicht der Sinn ei
ner selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, jedoch derjenige eines bedeut
samen, in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes (ARV 2007 S. 45 E. 2.2). Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat zur Ermitt
lung des versicherten Verdienstes in der Arbeitslosenversicherung, wo Art.
23 Abs. 1 AVIG ebenfalls auf den im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebenden Lohn verweist, erwogen, dass nicht unbesehen auf den vertraglich vereinbarten Lohn abgestellt werden könne, sondern grundsätzlich von den tatsächlichen Lohnbezügen und nicht von (höheren) vertraglichen Abmachungen auszugehen sei. Von dieser Regelung ist nur dort abzuweichen, wo ein Missbrauch im Sinne der Vereinbarung fiktiver Löhne, welche in Wirklichkeit nicht zur Auszahlung gelangt sind, praktisch ausgeschlossen werden kann (BGE 128 V 189 E. 3a/aa, SVR 2007 BVG Nr. 43 S. 154). Dabei ist die unter objektivem Gesichtswinkel zu bejahende Missbrauchsgefahr entscheidend und nicht von Bedeutung, ob sub
jektiv die Absicht einer Gesetzesumgehung bestand oder zumindest eine solche in Kauf genommen wurde (Urteil des
Bundesgerichts
C 161/04 vom 2
9.
Juli 2005 E. 3.1).
Die Beweislast dafür, dass die Löhne tatsächlich bezahlt worden sind, obliegt der versicherten Person (Urteil des
Bundesgerichts
C 5/06 vom 2
8.
März 2006 E.
2
-
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung der Leistungspflicht damit, die Beschwerdeführerin habe falsche Unfallangaben gemacht und
anlässlich des
Unfallereignis
ses
keine körperliche Beeinträchtigung e
rlitten. Fraglich sei
, ob zum Unfallzeitpunkt überhaupt ein Arbeitsverhältnis bestanden habe. Denn die Lohnangaben, Überweisungs- sowie IK-Auszüge würden sich nicht decken. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführer
in
ihre Tä
tigkeit nach
einem
Unfall im Jahr 2010 nich
t wieder aufgenommen habe (Urk.
2 S. 7 ff.).
Im Verfahren führte die Beschwerdegegnerin sodann aus (
Urk.
7), es sei anzuneh
men, dass diverse Unterlagen (Arbeitsverträge, Lohnausweise und Lohnblätter) zur versicherungs- und steuerrechtlichen Besserstellung dienten. Die Löhne seien nicht regelmässig und mit variierenden Beträgen ausbezahlt worden. Sie habe versucht, die Ungereimtheiten mit der Arbeitgeberin bzw. de
ren Geschäftsführer, dem Ehemann der Beschwerdeführerin, abzuklären, was sich jedoch schwierig gestaltet habe (S. 8). Ferner stellte sie die attestierte Ar
beitsunfähigkeit (S. 9 f.) und die Adäquanz der bestehenden Beschwerden zum Unfallereignis in Abrede (S. 10).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
die Beschwerdegegnerin verkenne, dass sie am
7.
Juni 2013 einen Unfall im mittelschweren Bereich erlitten habe, der eine ärztliche Erstversor
gung und diverse Folgebehandlungen nötig gemacht habe. Das fragliche Unfall
ereignis habe zu körperlichen und psychischen Schäden geführt, die im Ge
samtkontext eine länger währende Arbeitsunfähigkeit verursacht hätten. Die
Unfallversicherung
habe es unterlassen, medizinische Abklärungen durchzu
führen, einen Vertrauensarzt beziehungsweise einen sachverständigen Gutachter beizuziehen und den Sachverhalt objektiv aufzuklären.
Die Unklarheiten
be
treffend
die Salärzahlungen seien nicht geeignet, ihren Leistungsansp
ruch zu verneinen. Aufgrund der mit dem vorherigen Unfall begründeten Schwierigkei
ten
hätte sie wie auch der Arbeitgeber Probleme bei der Zuordnung von En
t
gelten als Salär und Unfalltaggeld gehabt. Daraus hätten differenzierte und spontane Zahlungen resultiert, die nicht von vornhere
in durchschaubar gewesen seien
(
Urk.
1 S. 2
ff.
). In ihrer Ste
llungnahme vom 5.
Oktober 2015
brachte
die Beschwerdeführerin
ergänzend an, zum Unfallzeitpunkt habe ein Arbeitsver
hältnis mit der
Z.___
bestanden. Sie habe mehr als acht Stun
den in der Woche gearbeitet, was durch Verträge und Abrechnungen belegt sei. Ihre Lohnsumme sei für die Jahre 2012 und 2013 ordnungsgemäss bei der Aus
gleichskasse abgerechnet worden. Die vermeintliche Beschwerdefreiheit nach dem fraglichen Unfallgeschehen stehe zu den später aufgetretenen Beeinträchti
gungen nicht im Widerspruch, da diese – nach allgemein bekannter Auffassung – zum Teil mehr als 72 Stunden nach dem Unfall auftreten würden.
Abschlies
send führte sie aus, wenn der Sachverhalt in den Augen der Beschwerdegegne
rin widersprüchlich sei, sei es ihre Aufgabe, diesbezüglich klärende Massnah
men zu treffen (
Urk.
18 S. 2 ff.).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalls vom
7.
Juni 2013 bei der Bes
chwerdegegnerin versichert war und
–
gegebe
nenfalls
– ob sie (generell) Anspruch auf Versicherungsleistungen ab dem Un
fal
lzeitpunkt hat.
3.2
Betreffend das von der Beschwerdeführerin behauptete Arbeitsverhältnis mit der
Z.___
gehen
aus den Akten
verschiedene
Ungereimtheiten hervor. So besteht gemäss Arbeitsvertrag vom 1
0.
Mai 2010 respektive der Än
derung hiezu vom
4.
April 2013 (
Urk.
8/20) das monatliche Salär aus
einem fi
xen Monatsgehalt bei zwölf
Monaten und einer Erfolgsbeteiligung, wobei das
gleichbleibende
monatliche Entgelt bei einem Arbeitspensum von
90
%
Fr.
5‘400.-- (brutto, bis März 2013) respektive
bei einem Pensum von 100
%
Fr.
6‘000.-- (brutto, ab April 2013) beträgt. Aus den
eingereichten, den Zeitraum von Januar bis Juni 2013 umfassenden
Kontoauszügen gehen jedoch Zahlungen in unterschiedlicher Höhe hervor (
Fr.
2‘300.00, EUR 1‘300.00, Fr. 1‘200.00, EUR 1‘300.00, Fr. 2‘400.00 [
Urk.
8/
14
]
), die
einerseits
mit den Lohnabrechnungen
betraglich nicht übereinstimmen
(
Januar bis Mä
rz 2013 Fr. 1‘410.50, April Fr.
1‘565.62, Mai 2013
Fr.
2‘633.60 respektive
Fr.
2‘858.80 und Juni 2013 Fr.
1‘281.56 [
Urk.
8/
12
]
) und andererseits auch nicht mit der A
ussage
der Be
schwerdeführerin anlässlich der Besprechung vom 1
9.
November 2013,
wonach ihr
vor dem Unfall für ein 100
%
Pensum
Fr.
3‘000.
--
ausbezahlt worden seien
(
Urk.
8/
15)
, vereinbar sind.
Die Abrechnungen wurden zudem
jeweils am
Mo
natse
nde erstellt, Gutschriften
auf Konten bei der
A
.___
(Konto-Nrn.
B
.___
und
C
.___
) – wobei einzig klar ist, dass das Konto mit der Nummer
B
.___
der Beschwerdeführerin gehört
– erfolgten hingegen am 2
2.
Januar,
6.
Februar, 26. März,
7.
Mai und 19. Juni 201
3.
Anzumerken ist hiezu, dass der Monatslohn gemäss Arbeitsvertrag spätestens am Monatsende
auszurichten war (
Urk.
8/20) und für den Monat April
– trotz abgemachter mo
natlicher Lohnzahlungen
und entgegen der Lohnabrechnung
–
überhaupt
keine Zahlung ausgewiesen ist.
Auf der Lohnabrechnung für Juni 2013 ist unter Hin
weis auf das am
7.
Tag des Monats erfolgte Unfallereignis ein anteilsmässiger Bruttolohn von
Fr.
1‘400.
--
bei einem angegebenen Arbeitspensum von 50
%
ausgewiesen
(
Urk.
8/12)
, was in Bezug auf die
bis zum Unfall
zeitpunkt
im Juni
vergangenen Arbeitstage
und die
erwähnte
Lohnhöhe nicht mit dem vertraglich
festgelegten Monatslohn von Fr.
6‘000.
--
für ein vollzeitiges Pensum
überein
stimmt
, zumal der Beschwerdeführer
in
auch keine Leistungszulage ausgerichtet wurde
.
Auf den
Lohna
brechnungen wird
sodann
explizit darauf hingewiesen, dass der Nettolohn in Schwe
izer Franken angegeben ist, was mit den a
m
6.
Februar und am
7.
Mai 2013
in Euro getätigten Zahlungen nicht im Einklang steht.
Von der
Z.___
wurden ausserdem zwei den Monat Mai
– in der zweiten Fassung ist als Monatsname
„Mail“ aufgeführt –
betreffende Lohnabrechnungen eingereicht (
Urk.
8/
12), die zwar das gleiche Layout auf
weisen, aber inhaltlich
verschieden sind. Namentlich
unterscheidet sich der Bruttolohn (
Fr.
2‘633.60 und Fr.
2‘858.80), obwohl beide Abrechnungen am gleichen T
ag erstellt wurde
n
und ausser dem Nettolohn identische Beträge aus
weisen
.
Zu ergänzen bleibt, dass Barlohnzahlungen von der Beschwerdeführer
in nie geltend gemacht wurden
und aufgrund der Gegebenheiten auch nicht glaubhaft erscheinen.
Weitere Unklarheiten ergeben sich aus dem auf den Zahlungsanweisungen ange
brachten Hinweis auf die Bezahlung von Taggeldern der Unfallversiche
rung. Denn
die für den Unfall vom 1
8.
Juli 2010 zuständige Unfallversicherung
richtete
lediglich
bis am 3
1.
Dezember 2011
beziehungsweise 3
1.
Januar 2012
Leistungen
aus
(
Urk.
8/35/95; vgl. auch den Einspracheentscheid vom 2
5.
Februar 2013 [Urk. 8/35/A114
S. 2 oben und S. 8 unten
])
und e
in
zwischen den Unfällen vom 1
8.
Juli 2010 und 7. Juni 2013 st
attgefundenes
, weiteres
Unfallereignis
wird von der Beschwerdeführerin nicht dargelegt.
Vor diesem Hintergrund erweist sich auch das im Lohnausweis 2012
zunächst
ausgewiesene Unfalltaggeld in der Höhe von Fr. 42‘122.
-- (
Urk.
8/12)
als
unzutreffend
, wes
halb es
wohl
auf der späteren Fassung des fraglichen Lohnausweises nicht mehr aufgeführt ist (
Urk.
8/
14).
3.3
Dass für die Beschwerdeführerin für die Jahre 2012 und 2013 AHV-Beiträge abgerechnet wurden (
Urk.
18 S. 2)
,
ist rechtsprechungsgemäss höchstens als In
diz für tatsächliche Lohnzahlungen zu werten
(vgl. etwa
Urteil des Bundesge
richts 8C_913/2011 vom 1
0.
April 2012 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 131 V 444)
und ändert nichts daran, dass der Lohnfluss angesichts de
r geschilderten Unge
reimtheiten
nicht schlüssig nachgewiesen ist
(vgl. hiezu auch Urteil des Bundes
gerichts 8C_752
/2009 vom
7.
Januar 2010 E. 4).
Immerhin bleibt mit Blick auf die Lohndeklaration 2013 (
Urk.
8/29) anzumer
ken, dass bei einem Monatslohn von
Fr.
5‘400.-- (seit
1.
Juni 2010) bezie
hungsweise
Fr.
6‘000.-- (ab
1.
April 2013;
Urk.
8/20) bis zum Verkehrsunfall am 1
0.
Juni 2013 ein AHV-pflichtiger Lohn von
Fr.
28‘200.-- (Fr. 5‘400.
x 3 +
Fr.
6‘000.-- x 2) angefallen wäre. Unerklärlich bleibt, weshalb die Arbeitgeberin der Ausgleichskasse für das Jahr 2013 eine Lohnsumme von
Fr.
15‘660.-- ge
meldet hat.
Die Unklarheiten lassen sich auch nicht
hinlänglich
mit Strukturveränderungen
der
Z
.___
zwischen Januar und April 2013 (
Urk.
18 S. 2) er
klären
, zumal
weder Bank-, Post- oder Barauszahlungsbelege
bestehen
, die das Einkommen der Beschwerdeführerin re
chtsgenüglich bestimmen lassen. Entge
gen den entsprechenden Ausführungen de
r Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
6
; vgl. auch
Urk.
18 S. 9
)
besteht keine Pflicht der Beschwerdegegnerin
,
den Lohn
fluss unter Mithilfe der Arbeitgeberin nachzuweisen. Denn die
Beweislast dafür, dass die Löhne tatsächlich bezahlt worden sind, obliegt der versicherten Person (
E. 1.3 hievor
).
Im Weiteren fällt ins Gewicht, dass laut Handelsregistereintrag (
www.zefix.ch
) der Ehemann
Y.___
(vgl. dazu auch Polizeibericht
Urk.
8/8 S. 4) die Beschwerdeführerin im Juni 2012 als Geschäftsführerin der
Z.___
abgelöst hat. Vor dem Hintergrund dieser engen per
sönlichen Verbundenheit zwischen
der Beschwerdeführerin und der Arbeitgebe
rin ist das
Missbrauchsrisiko als hoch einzustufen, weshalb dem Nachweis eines tatsächlichen Lohnflusses und dessen Umfanges besondere Bedeutung zukommt
(E. 1.3 hievor;
BGE 1
31 V 444 E.
3.2.
2). Angesichts der zahlreichen Inkonsisten
zen bilden die im Recht liegenden Bescheinigungen der Arbeitgeberin bezie
hungsweise den in deren Namen vom Ehemann selbst ausgestellten und unter
zeichneten Angaben kein hinreichendes Indiz für
eine tatsächlich ausgeübte unselbständige
Erwerbst
ätigkeit
.
3.4
Nach dem Gesagten war die Beschwerdeführerin
– insbesondere
mangels eines tatsächlichen Lohnflusses
–
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Unfall
zeitpunkt nicht Arbeitnehmerin der
Z.___
und damit auch nicht über diesen Betrieb obligatorisch bei der Beschwerdegegnerin versichert.
Bei dieser Sachlage erübrigt
sich von vornherein
die Einholung
eines G
utach
t
ens
bei Dipl. Ing.
D.___
(inklusive medizinisch-biomechanische
m
Gutachten von
Dr.
med.
E.___
[
Urk.
1 S. 4
und
Urk.
18 S. 6]).
Demnach ist nicht zu be
anstanden, dass die Mutuel die Versicherungsdeckung für den Unfall vom
7.
Juni 2013 verneinte. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Till Gontersweiler
-
Mutuel Assurances SA
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher