# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a77841c6-a9cb-5611-ad31-b7090524af78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2025 E-2279/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2279-2025_2025-04-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2279/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   

Gerichtsschreiberin Saskia Eberhardt. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Wiedererwägung); 

Verfügung des SEM vom 19. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-2279/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 20. Juli 2024 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er 

bereits am 23. November 2023 in Griechenland um Asyl nachgesucht 

hatte, woraufhin die Vorinstanz am 2. August 2024 die griechischen Behör-

den um seine Rückübernahme ersuchte. Auf die Nachfrage der Vorinstanz 

teilten die griechischen Behörden am 6. August 2024 mit, dass der Be-

schwerdeführer am 22. Dezember 2023 als Flüchtling anerkannt worden 

sei und er dort über eine gültige Aufenthaltsbewilligung bis am 21. Dezem-

ber 2026 verfüge. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2024 trat die Vorinstanz gestützt auf 

Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug nach Griechenland an. 

Zur Begründung wurde unter anderem zur Frage des Wegweisungsvoll-

zugs ausgeführt, der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland erweise 

sich im Falle des Beschwerdeführers als zulässig, zumutbar und möglich. 

Die Qualifikationsrichtlinie räume notfalls einklagbare Ansprüche unter an-

derem in Bezug auf Sozialleistungen, Zugang zu Wohnraum sowie medi-

zinischer Versorgung ein. Ebenso könne sich der Beschwerdeführer für 

Unterstützung an private und internationale Organisationen wenden. Die 

gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers seien nicht von ei-

ner Schwere beziehungsweise mit Blick auf die benötigte Behandlung nicht 

derart spezifisch, dass sie einem Wegweisungsvollzug nach Griechenland 

entgegenstehen würden. Weitere medizinische Abklärungen sowie eine 

Behandlung einer allfälligen Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) 

könnten auch in Griechenland adäquat vorgenommen werden. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

21. Oktober 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte unter anderem die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VWVG. Der damalige Instruktionsrichter wies 

mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2024 das Gesuch um unent-

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Seite 3 

geltliche Prozessführung ab und forderte den Beschwerdeführer zur Leis-

tung eines Kostenvorschusses innert Frist auf, verbunden mit der Andro-

hung, dass bei Nichtleistung des eingeforderten Kostenvorschusses nicht 

auf die Beschwerde eingetreten werde. Dabei wurde der psychische Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers bei der Einschätzung der Erfolg-

saussichten berücksichtigt und ausgeführt, es sei im medizinischen Bericht 

des Bundesasylzentrums zwar eine PTBS sowie eine Behandlungsmög-

lichkeit thematisiert, aber keine nähere Diagnose gestellt worden. Aufgrund 

der Aktenlage könne der Beschwerdeführer jedoch nicht als besonders vul-

nerable Person eingestuft werden und die Vorinstanz dürfte zu Recht da-

rauf hingewiesen haben, dass auch bei einem diagnostizierten psychi-

schen Leiden von der Behandelbarkeit in Griechenland auszugehen sei. 

Diese Einschätzung gebiete sich auch im Lichte der Aussagen des Be-

schwerdeführers, in Griechenland einer Erwerbstätigkeit nachgegangen zu 

sein und in der Schweiz sein Studium fortsetzen zu wollen. Ferner sei da-

rauf hinzuweisen, dass ebenso bei Vorliegen psychischer Beschwerden, 

wie beispielsweise PTBS, Depressionen oder Suizidalität, gemäss Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs zu bestätigen sei und darüber hinaus in antizipierter Beweiswürdi-

gung keine Hinweise auf allfällige weitere medizinische Umstände erkenn-

bar seien, welche in Griechenland nicht grundsätzlich adäquat behandel-

bar seien. 

E.  

Mit Urteil vom 12. November 2024 trat das Bundesverwaltungsgericht auf-

grund des nicht geleisteten Kostenvorschusses auf die Beschwerde des 

Beschwerdeführers androhungsgemäss nicht ein. 

F.  

Mit Eingabe vom 10. März 2025 reichte der Beschwerdeführer bei der Vor-

instanz ein Wiedererwägungsgesuch ein und beantragte, die Verfügung 

der Vorinstanz vom 14. Oktober 2024 sei wiedererwägungsweise aufzuhe-

ben, auf sein Asylgesuch einzutreten und ein nationales Asylverfahren zu 

eröffnen, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er befinde sich nach einem 

klinischen Aufenthalt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie 

B._______ in C._______ vom 27. Dezember 2024 bis 8. Januar 2025 in 

einer ambulanten Behandlung in der (…) in D._______. Er leide aufgrund 

seiner Erlebnisse in seinem Heimatstaat unter einer PTBS und benötige 

dringend eine psychotherapeutische Behandlung verbunden mit einer 

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Seite 4 

medikamentösen Therapie. Er nehme die Medikamente (…) und (…), die 

ihm eine gewisse Erleichterung verschaffen würden, insbesondere betref-

fend den Schlaf. In Griechenland wäre diese Behandlung trotz günstiger 

rechtlicher Rahmenbedingungen tatsächlich nicht gewährt; gemäss einem 

Bericht der Refugee Support Aegean (RSA) vom 5. September 2024 gebe 

es selbst bei grösseren Camps mit einer Belegung von über 2’000 Perso-

nen nur eine psychologische Fachperson. Im Falle eines Abbruchs der er-

forderlichen psychischen und medikamentösen Therapie müsse mit einer 

akuten psychischen Dekompensation bis hin zum Suizid gerechnet wer-

den. Ebenso sei er in Griechenland nicht erwünscht gewesen, dass hätten 

ihm die griechischen Behörden täglich spüren lassen. Im Falle einer Rück-

kehr nach Griechenland gerate er in eine existenzielle Notlage, weil die 

medizinische Versorgung nicht gewährleistet sei, kein Zugang zu Sozial-

leistungen, angemessener Unterbringung und zum Arbeitsmarkt bestehe 

und er kein soziales und familiäres Netz in Griechenland habe.    

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er zwei Arztberichte der (…) 

vom 20. Januar 2025 sowie vom 11. Februar 2025 zu den Akten. 

G.  

Mit Verfügung vom 19. März 2025 – eröffnet am 24. März 2024 – wies die 

Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch ab, erklärte die Verfügung vom 

14. Oktober 2024 als rechtskräftig und vollstreckbar, wies das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab und erhob eine Gebühr in 

der Höhe von Fr. 600.–, ebenso wies sie das Gesuch um Anordnung vor-

sorglicher Massnahmen ab und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde 

gegen diese Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

H.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

2. April 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt, 

die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz anzuweisen, 

auf das Asylgesuch einzutreten und das nationale Asylverfahren durchzu-

führen, eventualiter sei der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben und die 

Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den zu-

ständigen griechischen Behörden eine individuelle Garantieerklärung be-

treffend die Unterbringung sowie medizinische Versorgung einzuholen. 

In prozessualer Hinsicht ersucht er ferner um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines 

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Seite 5 

Kostenvorschusses und um die Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertre-

tung sowie um die einstweilige Aussetzung des Wegweisungsvollzugs im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme. 

I.  

Mit Verfügung vom 3. April 2025 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug 

der Wegweisung per sofort einstweilen aus.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

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Seite 6 

nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Prozessgegenstand im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren bildet 

vorliegend aufgrund der Aktenlage einzig die Frage des Vollzugs der Weg-

weisung, womit auf das Begehren um Anweisung der Vorinstanz, auf sein 

Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in der Schweiz durchzufüh-

ren, nicht einzutreten ist. 

5.  

5.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).  

5.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-

gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an 

eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. 

BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-

fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem 

blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-

onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-

nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 

E. 5.4 m.w.H.). 

5.3 Mit Eingabe vom 10. März 2025 macht der Beschwerdeführer eine Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustands geltend und reicht diesbezüg-

lich einen Austrittsbericht der (…) vom 20. Januar 2025 sowie einen die 

Behandlung weiterführenden Abklärungsbericht der (…) vom 11. Februar 

2025 zu den Akten, welche nach dem Nichteintretensentscheid vom 

14. Oktober 2024 entstanden sind. Folglich hat die Vorinstanz das Gesuch 

des Beschwerdeführers zu Recht als Wiedererwägungsgesuch im Sinne 

von Art. 111b AslyG entgegengenommen. 

 

  

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Seite 7 

6.  

6.1 Die Vorinstanz führte in ihrem Wiedererwägungsentscheid im Wesent-

lichen aus, es würden mit der Schilderung der generellen Situation von in-

ternational Schutzberechtigten in Griechenland keine neuen Sachverhalte 

vorgebracht, die nicht schon bereits mit Entscheid vom 14. Oktober 2024 

oder in der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 

24. Oktober 2024 Gegenstand der Beurteilung gebildet hätten, weshalb um 

Wiederholungen zu vermeiden auf die dortigen Ausführungen verwiesen 

werde. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte erlebte Folter be-

ziehe sich sodann auf seinen Heimatstaat, womit in Bezug auf Griechen-

land keine besondere Vulnerabilität begründet werde, zumal er dort Schutz 

erhalten habe und diesbezüglich keine entsprechende Verfolgung geltend 

mache. 

In Bezug auf die medizinischen Vorbringen sei festzuhalten, dass selbst 

wenn es beim Beschwerdeführer zu einer gewissen Verschlechterung sei-

nes Gesundheitszustand gekommen sei – stationäre Behandlung mit an-

schliessender laufender ambulanter Behandlung sowie medikamentöser 

Therapie aufgrund einer diagnostizierten PTBS –, den zu den Akten ge-

reichten Arztberichten keine neuen Diagnosen und Behandlungsempfeh-

lungen von wesentlicher Bedeutung zu entnehmen seien, die nicht bereits 

Gegenstand im vorangegangenen Asyl- und Beschwerdeverfahren gewe-

sen seien. Ohne die geltend gemachten gesundheitlichen Leiden des Be-

schwerdeführers zu verkennen, seien diese nicht von einer derartigen 

Schwere und die benötigte Behandlung nicht derart spezifisch, dass bei 

einer Überstellung nach Griechenland gegen internationale Verpflichtun-

gen der Schweiz verstossen würde. Eine Verletzung von Art. 3 EMRK 

könne erst angenommen werden, wenn bei einer Überstellung wegen feh-

lender Behandlung oder fehlenden Zugangs zu medizinischer Betreuung 

eine tatsächliche Gefahr bestehe, dass die zu überstellende Person einer 

schwerwiegenden, raschen und unumkehrbaren Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustands ausgesetzt wäre und dies schweres Leiden oder 

eine erhebliche Verkürzung der Lebenserwartung zu Folge hätte. Aus den 

Akten würden sich keine Hinweise für eine solch schwere Erkrankung im 

Sinne der Rechtsprechung ergeben, die den Wegweisungsvollzug grund-

sätzlich als unzumutbar erweisen würden. Der Beschwerdeführer stelle 

demnach keine äusserst vulnerable Person dar. 

6.2 Dagegen führt der Beschwerdeführer in der Beschwerde aus, die bei 

einer Rückkehr nach Griechenland resultierenden schwerwiegenden und 

irreversiblen Auswirkungen seien bei den bisherigen Entscheidungen 

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durch die Vorinstanz ignoriert worden. Die fehlende medizinische Versor-

gung in Griechenland stelle eine ernsthafte und unverhältnismässige Be-

drohung für seine Gesundhaft dar, weshalb eine Überstellung nach Grie-

chenland grundlegende Menschenrechte verletze. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Gemäss dem Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 ist grundsätzlich von der 

Zulässigkeit der Überstellung nach Griechenland auszugehen, womit das 

Gericht nicht von einer Situation ausgeht, in der jeder Person mit Schutz-

status in Griechenland eine unangemessene und erniedrigende Behand-

lung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. a.a.O. 

E. 11.2 m.H.). 

7.3 Aufgrund dieser nach wie vor gültigen Praxis kann trotz existierender 

Schwachstellen nicht von einer Situation extremer materieller Not für alle 

dort Schutzberechtigten gesprochen werden und es ergibt sich keine dro-

hende Verletzung nach Art. 3 EMRK. Auch nicht in Bezug auf die vom Be-

schwerdeführer im Wiedererwägungsverfahren erstmals geltend gemachte 

Suizidgefährdung im Falle einer drohenden Überstellung nach Griechen-

land. Ohne die gesundheitlichen Leiden des Beschwerdeführers – diag-

nostizierte Anpassungsstörung sowie eine im Raum stehende PTBS ver-

bunden mit Intrusionen (wiederholte, unausweichliche Reinszenierungen 

des Erlebten) und Flashbacks, vegetative Übererregbarkeit und Schreck-

haftigkeit sowie Schlafstörungen (vgl. Austrittsbericht der […] vom 20. Ja-

nuar 2025 sowie Abklärungsbericht der […] vom 11. Februar 2025) – zu 

verkennen, ist ein Konventionsstaat gemäss Art. 3 EMRK nicht grundsätz-

lich dazu verpflichtet aufgrund einer Konfrontation mit suizidalen Neigun-

gen von einem Vollzug der Weg- oder Ausweisung Abstand zu nehmen, 

solange der wegweisende Konventionsstaat Massnahmen zur Verhinde-

rung einer Umsetzung der Suiziddrohungen ergreift (vgl. den Unzulässig-

keitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und andere gegen 

Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Entscheidungen und Mitteilungen 

der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 

Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Dies entspricht gleichermassen der konstanten Pra-

xis des Bundesverwaltungsgerichts, wonach Suiziddrohungen für sich 

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Seite 9 

alleine nicht genügen, um von einem Vollzug der Wegweisung abzusehen, 

sofern konkrete Massnahmen zur Verhinderung der Umsetzung einer Dro-

hung getroffen werden (vgl. statt vieler die Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts D-1142/2025 vom 18. März 2025 E. 8.3.2 m.w.H. und D-

4879/2022 vom 27. April 2023 E. 8.6.2 m.w.H.). Da sich der Beschwerde-

führer in der Schweiz in ärztlicher Behandlung befindet, könnte zudem ei-

ner allfälligen akut auftretenden Suizidalität therapeutisch und medikamen-

tös entgegengewirkt werden. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass eine all-

fällige Reiseunfähigkeit sodann unmittelbar vor der Überstellung der be-

troffenen Person durch die kantonale Vollzugsbehörde abgeklärt wird und 

die Möglichkeit einer Begleitung durch medizinisches Fachpersonal be-

steht sowie die Abgabe von dringenden Medikamenten erfolgen kann. 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ist somit auch 

zum heutigen Zeitpunkt zulässig. 

7.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.6 Bei einer Wegweisung in ein Land der Europäischen Union (EU) und 

der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), wie vorliegend Grie-

chenland, besteht sodann die Legalvermutung, dass deren Vollzug zumut-

bar sei (vgl. Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Art. 18 sowie Anhang 2 der Verord-

nung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Landesverwei-

sung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Bei äussert vul-

nerablen schutzberechtigten Personen ist das Bundesverwaltungsgericht 

im Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 in Einschränkung dazu zum 

Schluss gelangt, dass der Wegweisungsvollzug nach Griechenland nur zu-

mutbar sei, wenn besonders begünstigende Umstände vorliegen würden, 

aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung ausgegangen werden könne (vgl. a.a.O. E. 11.5.3). 

7.7 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind die medizinischen Prob-

leme des Beschwerdeführers  nicht als derart schwerwiegende Erkrankun-

gen einzustufen, dass bei ihm von einer besonders vulnerablen Person im 

Sinne des Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 auszugehen ist und 

eine Überstellung nach Griechenland unzumutbar erscheinen lassen 

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Seite 10 

würden, zumal das Gericht davon ausgeht, Griechenland verfüge über ein 

entsprechendes Behandlungsgebot (vgl. etwa Urteil des Bundesverwal-

tungsgericht D-1142/2025 vom 18. März 2025 E. 8.4.2 m.w.H). Auch wenn 

seine subjektiven Befürchtungen von einer weiteren Verschlechterung sei-

nes psychischen Zustands nachvollziehbar sind, ist es dem Beschwerde-

führer zuzumuten, die benötigten Behandlungen in Griechenland in An-

spruch zu nehmen. Ferner enthalten die zu den vorinstanzlichen Akten ein-

gereichten Arztberichte – wie bereits durch die Vorinstanz zu Recht festge-

halten – abgesehen von der latenten Suizidalität keine neuen Diagnosen, 

die nicht schon im vorinstanzlichen Verfahren und Beschwerdeverfahren 

vorgelegen oder zumindest im Raum gestanden haben. 

7.8 Bezüglich der generell geltend gemachten «unerträglichen» Lebensbe-

dingung für Schutzberechtigten in Griechenland ist sodann festzuhalten, 

dass diese in Bezug auf die konkrete den Beschwerdeführer betreffende 

Situation dahingehend unsubstanziiert bleiben, als nicht geltend gemacht 

wird, worin die Verschlechterung seiner Situation in Bezug auf den Zugang 

zu Wohnraum, zum Arbeitsmarkt und zu Sozialleistungen seit dem rechts-

kräftigen Abschluss seines ordentlichen Asylverfahrens bestehen soll. Das 

ausserordentliche Verfahren der Wiedererwägung dient der Anpassung ei-

ner Verfügung an eine nachträgliche und massgebliche Veränderung der 

Umstände, aufgrund derer der Vollzug der Wegweisung sich als nicht mehr 

durchführbar erweist; es dient hingegen nicht dazu, ein rechtskräftig abge-

schlossenes Verfahren nochmals durch einen anderen Spruchkörper über-

prüfen zu lassen. Diesbezüglich ist mithin auf das ordentliche Asylverfah-

ren zu verweisen.  

7.9 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 

auch im Wiedererwägungsverfahren nicht gelungen ist, die Legalvermu-

tung umzustossen und eine massgebliche Veränderung seiner Situation 

geltend zu machen. Der Vollzug der Wegweisung ist weiterhin zulässig, 

zumutbar und er erweist sich schliesslich auch weiterhin als möglich, zumal 

die griechischen Behörden der Rückübernahme des Beschwerdeführers 

zugestimmt haben.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht das Vor-

liegen einer wiedererwägungsrechtlich relevanten Veränderung der Akten-

lage verneint und folglich das Wiedererwägungsgesuch abgewiesen hat, 

womit die Beschwerde sowie das Eventualbegehren um Rückweisung der 

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Seite 11 

Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist. Der angeordnete Vollzugsstopp 

vom 3. April 2025 fällt mit dem vorliegenden Urteil ebenso dahin.  

9.  

9.1  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie 

um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung sind abzuweisen, da die 

vom Beschwerdeführer gestellten Rechtsbegehren – wie sich aus den vor-

stehenden Erwägungen ergibt – aussichtlos waren. Das Gesuch um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegen-

den Entscheid in der Sache gegenstandlos. 

9.2  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 2’000.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, sofern darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2’000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Saskia Eberhardt 

 

 

Versand:a