# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3b3d04c-08d7-5eec-ab0a-6428e721f03b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-06
**Language:** de
**Title:** Rente; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen anhand der LSE.
**Docket/Reference:** UV.2023.00100
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2023.00100.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2023.00100
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Senn
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiber Schetty
Urteil
vom
6. Oktober 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
Rechtsdienst, Rechtsanwältin Sabrina
Leisibach
Soodmattenstrasse
2, 8134 Adliswil 1
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1967 geborene
X.___
verfügt über keine berufliche Ausbildung und war nach seiner Einreise in die Schweiz auf dem Bau erwerbstätig (Urk. 8/136 S. 4). Am 11. August 2021 stürzte er bei der Arbeit von einer Leiter und zog sich eine Handgelenksfraktur links sowie Verletzungen an der linken Schulter zu
; die Erstbehandlung erfolgte im Kantonsspital
Y.___
am gleichen Tag
(Urk. 8/
1-
2)
.
Nachdem die Suva zunächst Leistungen für beide gesundheitlichen Probleme zugesprochen hatte
(vgl. Urk. 8/10)
, zog sie mit Schreiben vom 19. November 2021 die Kostengutsprache für die Schulterbe
schwerden zurück
unter Verzicht auf eine Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen (Urk.
8/40
)
, was seitens des Versicherten moniert wurde
(Urk. 8/45, Urk. 8/86)
.
1.2
Mit Verfügung vom 7. April 2022 schloss die Suva den Fall – was die Schulter
beschwerden links betraf –
nach Einholung einer Kausalitätsbeurteilung ihrer Abteilung Versicherungsmedizin (Urk. 8/98)
infolge Erreichens des Status quo sine
vel
ante per 21. Oktober 2021 ab (Urk. 8/
104
).
Die dagegen vorsorglich erhobene Einsprache (Urk. 8/106) zog die Vertreterin des Versicherten am 24. Juni 2022 zurück (Urk. 8/112).
Mit Schreiben vom 22. November 2022 infor
mierte die Suva
nach einer versicherungsmedizinischen Untersuchung
der
links
seitigen Handgelenksbeschwerden
vom 16. November 2022
(Urk. 8/136-137)
über die Einstellung der Heilungskostenleistungen per 30. November 2022 (Urk.
8/
144
). Mit Verfügung vom 21. Dezember 2022 verneinte
sie
den Anspruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten
für die erlittene Schädigung am Handgelenk
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 25 % zu (Urk. 8/
155
).
Mit Einsprache vom 1. Februar 2023 verlangte die Vertreterin des Versicherten insbesondere die Zusprache einer angemessenen Invalidenrente (Urk. 8/162 S. 2). M
it
Einspracheentscheid
vom 23. Mai 2023
hielt die Suva hin
sichtlich der Invalidenrente an der
verfügten Leistungsabweisung fest
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die
Vertreterin des Versicherten am 14. Juni 2023 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Invalidenrente auszurichten, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen zu tätigen und die effektive Leistungsfähigkeit festzulegen; alles unter Kosten und Entschädi
gungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2023 beantragte die Beschwerdegegne
rin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 29. August 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Die gegen die leistungsverweigernde Rentenverfügung der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 26. September 2022 erhobene Beschwerde des Versicherten wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 17. Mai 2023 (Verfahren Nr. IV.2022.00569) ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 7 % ab.
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung
;
UVG
). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.2
Referenzpunkt bei der Invaliditätsbemessung im erwerblichen Bereich bildet gestützt auf Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 ATSG) der hypothe
tisch als ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt (BGE 147 V 124 E. 6.2),
dies im Gegensatz zum effektiven. Das Abstellen auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss Art. 16 ATSG dient auch dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversi
cherung
– und der Unfallversicherung, bei welcher der Invaliditätsgrad grund
sätzlich ebenfalls nach Art. 16 ATSG bestimmt wird (BGE 148 V 174 E. 9.2.3) –
von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 141 V 351 E. 5.2). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich
schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen gesundheitlich Beeinträchtigter ab, tatsächlich eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden. Er umschliesst einerseits ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offen hält
(BGE 148 V 174 E. 9.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E. 4.2).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeits
gelegenheit kann aber dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeits
markt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkom
men eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich und das Finden einer ent
sprechenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen erscheint.
Mit dem Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes geht der Gesetzgeber somit grund
sätzlich davon aus, dass auch gesundheitlich eingeschränkten Personen ein ihren (verbleibenden) Fähigkeiten entsprechender Arbeitsplatz
offen steht
. Selbst wenn sich der Fächer an Stellen- und Arbeitsangeboten im Laufe der letzten Jahrzehnte namentlich infolge der Deindustrialisierung und des Strukturwandels verändert hat, darf vom gesetzlich vorgegebenen Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmark
tes nicht abgewichen werden, indem stattdessen konkret existierende Erwerbs
möglichkeiten oder konkrete Arbeitsmarktverhältnisse beigezogen werden
(BGE 148 V 174 E. 9.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2
023 E. 4.2).
1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss de
r
vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden
. Wird auf
Tabellenlöhne abgestellt,
sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden
(
BGE 143 V 295 E. 2.2
f.
mit Hinweis
en
).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend. Allfällige rentenwirksame Änderungen der Ver
gleichs
einkommen sind bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen. Erhält der zuständige Unfallversicherer infolge einer
Einspracheerhebung
die Gelegen
heit, seine Verfügung vollumfänglich zu überprüfen, ist er grundsätzlich ver
pflichtet, die verfügbare neuste LSE-Tabelle anzuwenden
(BGE 143 V 295 E. 4.1.3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass
der Beschwerdeführer aufgrund der Einschränkungen an der
adomi
nanten
linken Hand auf eine leidensangepasste Tätigkeit angewiesen, in einer solchen aber uneingeschränkt arbeitsfähig
sei
(Urk. 2 S. 6). Dies führe bei einem unbestritten gebliebenen
Valideneinkommen
per 2022
in der Höhe von Fr.
71'788.
--
sowie einem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 66'140.
--
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad (
S.
7 f.
, vgl. zum Ganzen auch Urk. 7).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass auf das Zumutbarkeitsprofil des Versicherungsmediziners med.
pract
.
Z.___
, Facharzt FMH für Chirurgie,
nicht abgestellt werden könne (Urk. 1 S. 3).
Gemäss
der Einschätzung von Dr. med.
A.___
, Fachärztin FMH für Chirurgie, führe die eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks doch zu erheblichen Beeinträchtigungen. So sei
e
n lediglich noch maximal leichte Tätig
keiten bis 10 kg zuzumuten und auch dies nur noch selten. Die durchschnittliche
zumutbare
Gewichtsbelastung betrage noch lediglich 5 kg. Zumindest wecke die Einschätzung von Dr.
A.___
geringe Zweifel an derjenigen von med.
pract
.
Z.___
, sodass weitere Abklärungen vorzunehmen seien (S. 4). Weiter seien die
Voraussetzungen für einen leidensbedingten Abzug gegeben, mindestens in der Höhe von 10 % (S. 5).
3
.
3
.1
Die Erstversorgung der Unfallverletzungen erfolgte am Kantonsspital
Y.___
am 11. August 2021. Die behandelnden Fachärzte diagnostizierten ge
stützt auf bildgebende Untersuchungen an der linken Schulter sowie dem linken Hand
gelenk eine mehrfragmentäre distale Radiusfraktur links. Die Behandlung erfolgte konservativ unter Anlegung eines Vorderarmgipses für 6 Wochen (Urk.
8/2
).
3
.2
Die für den provisorischen Austrittsbericht vom 26. November 2021 verant
wort
lichen Fachärzte der Universitätsklink
B.___
diagnostizierten eine Rotato
ren
manschettenruptur Schulter links (Supraspinatus, Infraspinatus) nach Unfall am 11. August 2021 sowie einen Nikotinabusus. Sie hätten am 25. November 2021 eine arthroskopische
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
links durchge
führt. Der Beschwerdeführer habe nach komplikationslosem intra- und posto
perativem Verlauf in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können (Urk. 8
/47
S.
2
).
3
.3
Gestützt auf die ärztliche Untersuchung vom 16. November 2022 stellte
der Ver
sicherungsmediziner
med.
pract
.
Z.___
in seinem Bericht vom 17. November 2022 die folgenden Diagnosen (Urk. 8/136 S.
6
):
-
Status nach Sturzereignis (Leiter) am 11. August 2021 mit
-
Distaler intraartikulärer Radiusfraktur links
-
Status nach konservativer Therapie (aufgehobener Radiokarpalwinkel, aktuell Stellung 0°, leicht aufgehobener radialer Gelenkswinkel und möglicher
Ulnavorschub
sowie diskrete SL-Dissoziation)
-
Schulterkontusion links
Der Beschwerdeführer
habe
im Rahmen der ärztlichen Untersuchung an
gegeben
, dass er in seinem linken Handgelenk teils wetterfühlig, teils kälteempfindlich sei, da fühle er gelegentlich Schmerzen, was i
h
n aber bei einer allfälligen Arbeit auf dem Bau nicht beeinträchtige. In Ruhe verspüre er im Handgelenk jedenfalls keine Schmerzen, generell sei der Zustand am Handgelenk seit Monaten immer gleich, es sei manchmal ein Auf und Ab, aber verschlimmert oder verbessert habe es sich nicht mehr. Im Moment arbeite er nicht, e
r sei
immer noch zu 100 % arbeitsun
fähig geschrieben, aber nicht wegen des Handgelenks, sondern wegen seiner lin
ken Schulter. Autofahren könne er,
vom Handgelenk her
auch problemlos schwimmen. Sonstige Einschränkungen bezüglich des linken Handgelenks habe
er nicht, auch nehme er keine Schmerzmittel ein
und
führe
keine
Therapien durch (S. 4).
Auch wenn es aus subjektiver Sicht zu einem guten Resultat gekommen sei, sei eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit im linken Handgelenk gegenüber rechts objektivierbar. In der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter sei er nicht mehr uneingeschränkt arbeitsfähig.
Es könnten nur noch mittelschwere Lasten getragen werden, weiter dürften keine Tätigkeiten mehr ausgeführt werden, die Zwangshaltungen im linken Handgelenk und die möglicherweise Schläge und/oder Vibrationen auf dieses generieren würden. Überkopfarbeiten seien mög
lich, da die Schultereinschränkungen nicht unfallkausal seien. Beidhändige Arbeiten könnten unter den oben genannten Einschränkungen durchgeführt wer
den. Das Sitzen, Stehen oder Gehen sei nicht eingeschränkt, insbesondere könne das Gehen auf jedem Untergrund durchgeführt werden (S. 6). Treppensteigen sei uneingeschränkt möglich, Leitern dürften nur bestiegen werden, wenn der Versi
cherte in der rechten Hand nichts trage. Von gefährlichen Arbeiten, wie Arbeiten auf Gerüsten
,
sei daher abzusehen. Es handle sich um einen sogenannten Endzu
stand (S. 7).
3
.4
In ihrer Aktenbeurteilung vom 15. Januar 2023 äusserte sich Dr.
A.___
dahingehend, dass anlässlich der
Beurteilung vom 16. November 2022 die Radial- und
Ulnarduktion
als symmetrisch dokumentiert sei. Dies erstaune, da
sich
bei deutlich eingeschränkter Extension/Flexion des Handgelenks, wie sie vorliegend
beschrieben werde
, meistens zusätzlich eine eingeschränkte
Radialduktion
nach
weisen lasse, insbesondere
nach
radiale
r
Styloidfraktur
wie hier. Mittelschwere Belastungen (25 kg) seien dem linken Handgelenk nicht mehr zuzumuten, son
dern nur selten maximal leichte Tätigkeiten bis 10 kg, die durchschnittliche
zumutbare
Belastung betrage 5 kg. Tätigkeiten
,
welche eine repetitive Exten
sion/Flexion voraussetzen würden, seien für das linke Handgelenk nicht mehr zumutbar, ebenso Zwangshaltungen, Tätigkeiten unter Kälte- und Vibrationsex
position sowie feinmotorische Tätigkeiten. Weiter seien Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten nicht mehr zuzumuten aufgrund der Unfallgefahr. Im Rahmen die
ses Profils sei der Beschwerdeführer aus unfallkausaler Sicht uneingeschränkt leistungsfähig
(Urk. 3).
4.
4.1
Unbestritten ist vorliegend, dass die für den Beschwerdeführer mittlerweile im Vordergrund stehenden Beschwerden an der linken Schulter nicht unfallkausal sind, die Suva schloss den Fall in dieser Hinsicht mit Verfügung vom 7. April
2022 infolge Erreichens des Status quo sine
vel
ante per 21. Oktober 2021 ab (Urk. 8/
104
)
, wobei die Vertreterin des
Beschwerdeführers
die dagegen vorsorg
lich erhobene Einsprache (Urk. 8/106) am 24. Juni 2022 zurückzog (Urk. 8/112)
. Weiter wurde die Zusprache der Integritätsentschädigung bereits im Rahmen der Einsprache nicht
mehr
in Frage gestellt, sodass diesbezüglich von einer rechts
kräftigen Festsetzung des Leistungsanspruchs auszugehen ist. Zu prüfen bleibt bei dieser Ausgangslage allein, inwiefern sich die unfallkausalen Beschwerden am linken Handgelenk auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken.
4.2
Unbestritten ist dabei, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit auf dem Bau aufgrund der Bewegungseinschränkungen am linken Handgelenk nicht mehr zuzumuten ist.
Weiter erschliesst sich aus den Angaben des Beschwerde
führers sowie den medizinischen Einschätzungen von Dr.
A.___
wie auch med.
pract
.
Z.___
, dass in einer optimal angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Strittig ist dabei allein, welche Belas
tungen dem Beschwerdeführer im Rahmen einer angepassten Tätigkeit noch zuzumuten sind.
Bezüglich der Einschätzung von
med.
pract
.
Z.___
ist anzumerken, dass dieser den
Beschwerdeführer
anlässlich der Untersuchung vom 16. November 2022 ein
gehend befragt und untersucht hat.
In Anbetracht der Tatsache, dass es sich
dem
gegenüber
bei der Einschätzung von Dr.
A.___
um eine Aktenbeurteilung handelt,
sie mithin den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat,
ver
mag ihr Einwand, dass in einem solchen Fall
meistens
auch eine eingeschränkte
Radialduktion
zu erwarten
sei
, nicht zu überzeugen
, zumal
sich
aus
der genann
ten
allgemeinen
medizinische
n
Feststellung
keine überzeugenden Schlussfolge
rungen
für den konkreten Fall
gewinnen lassen
. Med.
pract
.
Z.___
hat eine
eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks im Seitenvergleich mit einer Radial-/
Ulnarduktion
von 20-0-40° rechts gegenüber 25-0-40° links
nachvoll
ziehbar
ausgeschlossen (Urk. 8/136 S. 5). Für die weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit hin zu einer nur leichten oder gar sehr leichten Tätigkeit man
gelt es der Einschätzung von Dr.
A.___
sowohl an einer eigenen Untersu
chung wie auch an einer schlüssigen Begründung. Demgegenüber legt med.
pract
.
Z.___
den medizinischen Sachverhalt bezüglich der Situation an der linken Hand in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. Nicht zu beanstanden ist, dass dabei auch die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich
seiner
Freizeitak
tivitäten berücksichtigt werden.
Insgesamt kann demnach bezüglich des Belastungsprofils von den Angaben von med.
pract
.
Z.___
ausgegangen werden.
Damit besteht – entgegen der Auffas
sung des Beschwerdeführers (Urk. 1
S. 4
) – in Bezug auf den medizinischen Sach
verhalt kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je mit Hinweisen).
4.3
Zu prüfen bleibt, ob die Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt
aufgrund des beruflichen Werdegangs und des Alters des Beschwerdeführers
noch verwertbar ist
.
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätigkeit. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1
,
138 V 457 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_535/2021 vom 25. November 2021 E. 4.1 mit Hinweisen).
D
ie medizinische Zumutbarkeit der vollen Arbeitsfähigkeit in einer Verweis
tätig
keit
stand
spätestens im November 2022
fest
. Damals war der im Juli 1967 gebo
rene Beschwerdeführer 55 Jahre alt, womit ihm bis zur ordentlichen Pensionie
rung eine Aktivitätsdauer von rund zehn Jahren verblieb.
Praxisgemäss schliesst eine
verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters die Verwertbarkeit der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit für sich alleine nicht aus (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_687/2018 vom 18. April 2019 E. 4.2 mit Hinweisen).
Je
rest
riktiver das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto eingehender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1 mit Hinweis). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög
lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeit
gebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorn
herein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesgerichts 9C_366/2021 vom 3. Januar 2022 E. 4.2 und 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 5.1, je mit Hinweisen).
Aufgrund der erwähnten Rechtsprechung ist dabei weder aufgrund des Alters des Beschwerdeführers noch aufgrund des Belastungsprofils auf eine Unverwertbar
keit der Arbeitsfähigkeit zu schliessen
, so eine solche überhaupt in Frage käme (Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 26. September 2017 E. 4.2.2)
.
Gegenteiliges wurde vom Beschwerdeführer denn auch nicht geltend gemacht.
5
.
5
.1
Entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/148) ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen
anhand der statistischen Durch
schnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bemessen.
Was das
Valideneinkommen
betrifft, ist gestützt auf die Daten der LSE 2020 sowie aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer jahrelang auf
dem
Bau tätig war,
von einem monatlichen Einkommen
von Fr. 5‘731.-- auszugehen (LSE 2020 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Ziffer 41-43
). Nach Berück
sicht
i
gung der branchenspezifischen durch
schnittlichen Ar
beitszeit von 41,
2
Stunden pro Woche
im Jahr 2022
(
Bundesamt für Statistik, Tabelle
T
03.02.03.01.04.01
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
, Ziff. 41-43
)
und
der bis 2022 eingetretenen Nominallohnentwicklung von
0.0 % sowie
0.4 %
(
Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Männer, 2021-2022, T1.
1.
20, Ziff. 41-43
)
führt dies
zu einem massgebenden
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr.
71'118.50
.
5.2
Was das Invalideneinkommen betrifft, ist gestützt auf die Daten der LSE 2020
von einem monatlichen Einkommen
von Fr. 5‘261.-- auszugehen (LSE 2020 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Total
). Nach Berücksicht
igung der durch
schnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (
vorerwähnte Tabelle
T
03.02.03.01.04.01
, Total
)
und
der bis 2022 eingetretenen Nominallohnentwick
lung von
-0.7
% sowie +
1.1
%
(
Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex, Män
ner, 2021-2022, T1.
1.
20, Total
)
ergibt sich
ein massgebende
s
Inv
alideneinkom
men in der Höhe von Fr.
6
6
'
073.30
.
Davon ist grundsätzlich kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen. So führt die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invali
denlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nurmehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kom
petenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E.
6.3.2). Aufgrund der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungs
an
gepasste Tätigkeit zu 100 % zuzumuten ist, entfällt auch unter diesem Gesichts
punkt ein entsprechender Abzug vom Tabellenlohn.
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von Fr.
71'118.50
und einem Invali
deneinkommen von Fr.
66'073.30
ergibt sich damit ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von 7 %
([
Fr.
71'118.50
- Fr.
66'073.30
] x 100 / Fr.
71'118.50
).
5.3
Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen, was zur Bestätigung des ange
fochtenen
Einspracheentscheids
führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSchetty