# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcc9329e-89bd-548a-8b5c-21e9bf86d643
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.06.2021 200 2020 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-73_2021-06-09.pdf

## Full Text

200 20 73 IV
KNB/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juni 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Dezember 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) erkrankte 1970 an einer Meningitis mit daraus hervorge-
gangener Schwerhörigkeit und eingeschränktem Sehvermögen. Dem 
Versicherten wurden in diesem Zusammenhang durch die Invalidenversi-
cherung medizinische Massnahmen, Hilfsmittel (Hörgeräte), Sonderschu-
lung und Berufsberatung gewährt (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1.1/1, 1.1/21 ff., 1.1/46 - 51, 1.1/59 
ff., 1.1/68 ff., 1.1/72 ff., 1.1/88 ff., 1.1/110 ff., 1.1/115; act. II 12, 19, 
157.1/5). 

B.

Am 19. November 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invali-
denversicherung zum Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf ein seit 
dem 29. August 2014 bestehendes Rückenleiden (act. II 22). Die IVB nahm 
in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (act. II 31, 34, 
37, 40 f., 48, 53) und holte die Akten der zuständigen Krankentaggeldversi-
cherung ein (act. II 60.1 und 60.2). Weiter erfolgte am 7. Juli 2015 eine 
neuropsychologische Untersuchung durch lic. phil. C.________, Fachpsy-
chologe für Neuropsychologie FSP, vom Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD; Bericht vom 8. Juli 2015 [act. II 66]). Daraufhin absolvierte der Versi-
cherte vom 31. August bis 25. September 2015 in der Abklärungsstelle 
D.________ in ... eine Arbeitsmarktliche Medizinische Abklärung (AMA; 
act. II 73, 96). Weiter erbrachte die IVB Leistungen im Zusammenhang mit 
der Hörbehinderung (Hörgerätepauschale und Hörhilfe mit implantierter 
Komponente [Cochlea-Implantat; act. II 97 - 101, 107]), erteilte Kostengut-
sprache für ein Arbeitstraining vom 2. August bis 1. November 2016 in der 
Abklärungsstelle D.________ in ... (act. II 113, 124), gewährte Arbeitsver-
mittlung (act. II 119) und erteilte Kostengutsprache für einen Arbeitsversuch 
vom 10. April bis 16. Juli 2017 bei E.________ in ... (act. II 129) sowie für 
Arbeit zur Zeitüberbrückung vom 17. Juli bis 15. Oktober 2017 im gleichen 

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Betrieb (act. II 132). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren schloss 
die IVB die Arbeitsvermittlung mit Verfügung vom 14. Dezember 2017 ab 
(act. II 137, 142). Im weiteren Verlauf liess die IVB den Versicherten durch 
die F.________ (MEDAS) interdisziplinär begutachten mit Untersuchungen 
in den Fachgebieten Allgemeine Innere Medizin, Otorhinolaryngologie, 
Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie, Neuropsychologie und Ophthalmolo-
gie (Expertise vom 27. Juni 2018 [act. II 157.1 - 157.7]). 

Mit Vorbescheid vom 13. August 2018 stellte die IVB bei einem Invaliditäts-
grad von 29 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht (act. II 
158). Nachdem der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, dagegen Einwände erhoben hatte (act. II 163 - 165, 168, 
173), holte die IVB bei der MEDAS ergänzende Stellungnahmen ein (act. II 
172, 174), welche je am 4. Juni 2019 erstattet wurden (act. II 183, 184). 
Nach neu durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IVB dem Ver-
sicherten mit Verfügung vom 12. Dezember 2019 bei einem Invaliditätsgrad 
von 59 % ab dem 1. August 2015 eine halbe Rente zu (act. II 190, 197, 
204). 

Gestützt auf ein entsprechendes Gesuch (act. II 181) und diesbezügliche 
Abklärungen, insbesondere den Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung 
vom 12. Dezember 2019 (act. II 203), stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
16. Dezember 2019 die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung leichten 
Grades ab dem 1. Januar 2019 in Aussicht (act. II 205). 

C.

Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2019 (act. II 204) betreffend den 
Rentenanspruch erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 27. Januar 2020 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine ganze Invalidenrente aus-
zurichten. Eventualiter sei ihm unter Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung eine Dreiviertelsrente auszurichten. Subeventualiter sei die Be-
schwerdegegnerin unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu ver-
pflichten, hinsichtlich der Frühinvalidität weitere medizinische Abklärungen 
vorzunehmen und nach Vornahme der Abklärungen erneut über den Leis-

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tungsanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen.

In der Beschwerdeantwort beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde.

Nachdem das Gericht in der Folge über die Beschwerdegegnerin bei der 
MEDAS erfolglos versucht hatte, diverse nachträglich bei der MEDAS ein-
gegangene, von diesem bereits wieder vernichtete und nicht in die IV-Akten 
eingegangene medizinische Berichte (vgl. act. II 157.1/13 f.) anzufordern, 
ersuchte der Instruktionsrichter die Rechtsvertreterin des Beschwerdefüh-
rers mit Schreiben vom 12. Januar 2021 darum, dem Gericht die fraglichen 
Berichte einzureichen. Diese sowie eine ergänzte Kostennote gingen am 
2. Februar 2021 beim Gericht ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 12. Dezember 2019 (act. II 204), 
mit welcher dem Beschwerdeführer ab dem 1. August 2015 eine halbe In-
validenrente zugesprochen wurde. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht 
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG bean-
spruchen kann (Abs. 2).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.

Den Akten ist in medizinischer sowie neuropsychologischer Hinsicht im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1 Der RAD-Psychologe Dr. phil. C.________ führte im neuropsycho-
logischen Bericht vom 8. Juli 2015 (act. II 66) die folgende Diagnose auf:

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 Leichte kognitive und intellektuelle Minderfunktionen im Rahmen einer Lernbe-
hinderung ohne Krankheitswert bei WAIS-IV Gesamt-Intelligenzquotient [IQ] 78

Er führte aus, zusammen ergäben die Befunde leichte kognitive Minder-
funktionen im Rahmen einer teilweise durch die Schwerhörigkeit (und nicht 
ausschliesslich kognitiv) bedingten Lernbehinderung bei einem Gesamt-IQ 
von 78, diskret reduzierten Konzentrationsleistungen, guten Lern- und Ge-
dächtnisleistungen und leichten exekutiven Minderfunktionen. Kognitive 
und intellektuelle Einschränkungen diesen Ausmasses seien auf Kleinklas-
senniveau praktisch immer und auf Realschulniveau öfters feststellbar. 
Insofern stellten sie keinen Krankheitswert dar. Allein aus neuropsychologi-
scher Perspektive werde der Beschwerdeführer dadurch in der Ausführung 
einer eher einfachen, praktischen und handwerklichen Tätigkeit, wie er sie 
bisher ausgeübt habe, nicht eingeschränkt.

3.2 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 25. Januar 2018 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 10) im Zusammenhang mit dem Auf-
enthalt vom 18. - 26. Januar 2018 wurde die folgende (Haupt-)Diagnose 
aufgeführt:

 Grössenprogredientes Keilbeinflügel-Meningeom links von aktuell einem ma-
ximalen Durchmesser von 13 x 20 mm

Es wurde angegeben, beim Beschwerdeführer sei 2012 im Rahmen einer 
Kopfschmerzabklärung ein Keilbeinflügel-Meningeom linksseitig diagnosti-
ziert worden. In den Kontrollbildgebungen von 2013 und 2015 habe sich 
das linksseitige Keilbeinflügel-Meningeom grössenstationär gezeigt. Im 
MRI vom 12. Oktober 2017 habe es sich grössenprogredient gezeigt. Auf-
grund der Wachstumsdynamik des Befundes mit einer potentiellen Beein-
trächtigung des linksseitigen Nervus opticus in Zukunft sowie aktueller 
Verdrängung des Hirnparenchyms und damit verbundener Gefahr von epi-
leptischen Anfällen, sei die Indikation zur Tumorresektion gestellt worden. 
Der Visus am rechten Auge sei stark vermindert, der Visus links sei subjek-
tiv vermindert, aber intakt. Der Beschwerdeführer besitze rechtsseitig ein 
Cochlea-Implantat, linksseitig verwende er ein HdO-Hörgerät. Die Hirnner-
ven seien ansonsten allseits frei. Es bestünden keine weiteren fokalneuro-
logischen Defizite. Die Tumorresektion habe am 19. Januar 2018 
komplikationslos durchgeführt werden können. Postoperativ sei der Be-

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schwerdeführer 24 Stunden auf der IMC-Station überwacht worden, neue 
neurologische Defizite seien nicht dokumentiert worden. Am Folgetag habe 
die schrittweise Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung begon-
nen werden können. Bei weiterem unauffälligem stationärem Verlauf könne 
der Beschwerdeführer am 26. Januar 2018 in unverändertem Zustand ent-
lasse werden.

3.3 Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt vom 26. Januar bis 8. Fe-
bruar 2018 in der Rehaklinik H.________ wurden im Austrittsbericht vom 
15. Februar 2018 (act. I 11) die folgenden Diagnosen aufgeführt:

 Grössenprogredientes Keilbeinflügelmeningeom links mit St.n. osteoplasti-
scher temporaler Kraniotomie und mikrochirurgischer Resektion des Menin-
goms am 19. Januar 2018

 St.n. Meningitis 1971 mit seither bekannter Schwerhörigkeit und Cochlea-
Implantat rechts sowie vermindertem Visus beidseits

 Kopfschmerzen okzipital links unklarer Ätiologie
 St.n. Diskektomie und Dekompression sowie Spondylodese bei Foraminalste-

nose L5/S1 links sowie L4/L5 rechts 12/2015
 Anamnestisch St.n. HWS-Operation bei Diskushernie zervikal 2005

Es wurde festgehalten, bei der Austrittsuntersuchung berichte der Be-
schwerdeführer, es gehe ihm deutlich besser als bei Eintritt. Die Schmerz-
medikation habe er ganz sistieren können. Die Narbe sei reizlos. Insgesamt 
erfreulicher Verlauf und der Beschwerdeführer habe am 8. Februar 2018 in 
deutlich gebessertem Zustand in den häuslichen Bereich entlassen werden 
können. 

3.4 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 27. Juni 2018 (act. II 
157.1 - 157.7), welches auf einer allgemeininternistischen, einer otorhinola-
ryngologischen, einer psychiatrischen, einer orthopädischen, einer neuro-
logischen, einer neuropsychologischen und einer ophthalmologischen 
Untersuchung basiert, wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 157.1/6 f.): 

1. Verminderte Sehfähigkeit beidseits
 Partielle Optikusatropie (rechtes Auge; ICD-10 H47.2)
 Partielle Makulaatrophie (rechtes und linkes Auge; ICD-10 H31.1) 
 Amblyopie mit Esotropie (rechtes Auge; ICD-10 H53.0, H50.0) 
 Seclusio pupillae (rechtes Auge; ICD-10 H21.4) 

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 Epiretinale Gliose der Makula (rechtes Auge; ICD-10 H35.3) 
2. Chronisches lumbogluteales Schmerzsyndrom links (ICD-10 M54.5 / M79.65 / 

Z98.8) 
 St.n. Infiltration der Fazettengelenke LWK4/5 beidseits und periduraler In-

filtration LWK4/5 rechts am 1. Oktober 2014 ohne Ansprechen 
 St.n. Dekompression und Spondylodese LWK5/SWK1 am 16. Dezember 

2015 (Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital J.________) 

 radiologisch breitbasige Diskushernien LWK2/3/4/5 und Spondylarthrose 
LWK4/5 mit foraminaler Verengung LWK4/5 beidseits (Röntgen und MRI 
31. Oktober 2017) 

 St.n. Infiltration LWK4/5 Ende 2017 ohne Ansprechen 
3. Pantonale Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits (ICD-10 H90.3) mit 

 Zustand nach Cochlea-Implantat-Versorgung rechts 
 Zustand nach Hörgeräteversorgung links 

4. Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H82)
 Unauffällige periphere vestibuläre Funktion

In der interdisziplinären medizinischen Beurteilung gaben die Gutachter an 
(act. II 157.1/7), aus orthopädischer Sicht könne als einzige Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diejenige eines chronischen lumboglu-
tealen Schmerzsyndroms links bei radiomorphologisch objektivierbaren 
Veränderungen des unteren Achsenskelettes gestellt werden. Bei radiolo-
gisch nachgewiesenen breitbasigen Diskushernien LWK2/3/4/5, Spondylar-
throse LWK4/5 mit foraminaler Verengung LWK4/5 beidseits bestehe eine 
verminderte Belastbarkeit des unteren Achsenskelettes, wobei sich nicht 
alle vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden aus orthopädischer 
Sicht durch die klinischen, radiologischen und infiltrativen Befunde 
vollständig begründen liessen. Aus ophthalmologischer Sicht könne eine 
partielle Optikusatropie des rechten Auges, eine Amblyopie mit Esotropie 
des rechten Auges, eine Seclusio pupillae des rechten Auges und eine 
epiretinale Gliose der Makula des rechten Auges objektiviert werden, 
gleichzeitig bestehe eine partielle Makulaatrophie beider Augen. Am rech-
ten Auge bestehe eine erhebliche Visusreduktion mit mittleren Gesichts-
feldeinschränkungen, am linken Auge resultiere wegen der Makulaatrophie 
eine geringe Sehschärfereduktion. Aufgrund der angeborenen Seh-
schwäche (Amblyopie) mit Schielstellung bestehe keine Stereofunktion. 
Tätigkeiten mit Anforderungen an intaktes Stereosehen und Notwendigkeit 
eines vollen Gesichtsfeldes seien deshalb für den Beschwerdeführer unge-

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eignet, ebenso Tätigkeiten an potentiell gefährlichen Maschinen. Aufgrund 
der pantonalen Schallempfindung beidseits mit Zustand nach Cochlea-
Implantat-Versorgung rechts und Status nach Hörgeräteversorgung links 
sowie intermittierender Schwindelsymptomatik bestünden einerseits persis-
tent auditive Schwierigkeiten im Rahmen von Gesprächen mit mehreren 
Personen sowie unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel. Aufgrund 
der gleichzeitigen Sehbehinderung bestehe eine Limitierung der Kompen-
sation durch ein mögliches Lippenablesen. Tätigkeiten, welche ein freies 
Sprachverständnis voraussetzten, seien für den Beschwerdeführer nicht 
mehr geeignet. Weder aus psychiatrischer, neuropsychologischer noch 
internistischer Sicht könnten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit gestellt werden. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
gaben die Gutachter an (act. II 157.1/8), in sämtlichen körperlich schweren 
Verrichtungen wie derjenigen als ... Mitarbeiter oder den bisher ausgeübten 
Tätigkeiten im ... bestehe schon allein aus orthopädischer Sicht seit August 
2014 bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Zur Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit führten die Gutachter aus (act. II 157.1/8), in einer 
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen 
von Lasten über 10 kg, mit durchschnittlichen Anforderungen an die Seh-
fähigkeit, ohne Notwendigkeit des Stereosehens, ohne Tätigkeiten an po-
tentiell gefährlichen Arbeitsplätzen (zum Beispiel einer schnell drehenden 
Maschine), ohne Tätigkeiten, welche ein gutes Sprachverständnis unter 
Störlärm voraussetzten, ohne Tätigkeiten unter gesteigertem Umgebungs-
geräuschpegel und ohne Tätigkeiten, welche ein freies Sprachverständnis 
voraussetzten, bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Es 
habe in einer derart adaptierten Tätigkeit zu keinem Zeitpunkt eine höhere 
als die aktuell attestierte 20 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be-
standen. Die volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei rein 
orthopädisch begründet. Bei der 20 %-igen Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wirkten sich die ophthalmologi-
schen und otorinolaryngologischerseits attestierten Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit von 20 % nicht additiv aus, da durch die Seh- und Hörbe-
hinderung lediglich eine verlangsamte Arbeitsweise aufgrund erhöhter 
Konzentrationsanforderungen und schnellerer Ermüdbarkeit resultiere.

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3.5 In der ergänzenden Stellungnahme vom 4. Juni 2019 führten die 
MEDAS-Gutachter aus (act. II 183/1), die Nachfrage der Rechtsvertretung 
und somit auch die Nachfrage der Beschwerdegegnerin seien berechtigt 
gewesen, die Angaben im Gutachten bzw. in der Gesamtbeurteilung müss-
ten angepasst werden. Der Hauptfehler bestehe darin, dass die neurologi-
sche Teilbegutachtung in der Gesamtbeurteilung ungenügend einbezogen 
worden sei. Dadurch erklärten sich die Fehler sowohl hinsichtlich diagnosti-
scher Angaben wie auch hinsichtlich Beurteilung bzw. Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit. Der Hauptfehler liege hierbei bei der Zusammenführung 
durch die Fallführung, was dann in der Gesamtbeurteilung zur nicht ganz 
korrekten Einschätzung geführt habe. Sie würden sich für diesen Fehler 
entschuldigen. Tatsächlich sei es so, dass sie in der Gesamtbeurteilung zur 
Einschätzung gelangten, dass adaptierte Tätigkeiten in der freien Wirt-
schaft maximal 50 % möglich seien.

Die im MEDAS-Gutachten vom 27. Juni 2018 aufgeführten Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 157.1/6 f.) wurden wie folgt er-
gänzt (act. II 183/4):

5. Hirnnervenstörung, nach Meningitis 1971 (G00.9) (1. und 8. Hirnnerv, H47.0; 
H93.3; G52.7) mit verzögerter Sprachentwicklung 
 leichte kognitive Störung (F06.7) und diskrete Halbseitenstörung links 
 siehe auch Dg. 1 und 3 
 Rechenschwäche

Sodann wurde die interdisziplinäre medizinische Beurteilung dahingehend 
ergänzt (act. II 183/5), dass der Beschwerdeführer aus neurologischer 
Sicht seit der erlittenen Meningitis in der Kindheit mit Einschränkungen be-
haftet gewesen sei, die konsekutiv persistierende Limitierungen zur Folge 
gehabt hätten. Mit zunehmendem Lebensalter seien die Kompensations-
mechanismen an die Grenzen gelangt und es habe sich eine Überforde-
rung eingestellt. Die Belastbarkeit des Beschwerdeführers sei 
dementsprechend deutlich reduziert mit auch erheblich eingeschränkter 
Arbeitsfähigkeit.

Die Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit korri-
gierten die MEDAS-Gutachter wie folgt (act. II 183/5): In einer körperlich 
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Las-

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ten über 10 kg, mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit, 
ohne Notwendigkeit des Stereosehens, ohne Tätigkeiten an potentiell ge-
fährlichen Arbeitsplätzen (zum Beispiel einer schnell drehenden Maschine), 
ohne Tätigkeiten, welche ein gutes Sprachverständnis unter Störlärm vor-
aussetzten, ohne Tätigkeiten unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpe-
gel und ohne Tätigkeiten, welche ein freies Sprachverständnis 
voraussetzten, ohne Publikumsverkehr bestehe eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 50 %. Das Pensum könnte über 4 - 5 Stunden pro 
Tag umgesetzt werden. Im geschützten Rahmen wäre ein Pensum von 
80 % denkbar. Bei der 50 %-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit wirkten sich die ophthalmologisch, otorinola-
ryngologisch und neurologisch attestierten Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit nicht additiv aus, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und 
Erholung genutzt werden könnten und teilweise auch die gleichen Befunde 
für die Einschränkungen verantwortlich seien.

3.6 In der Stellungnahme vom 4. Juni 2019 (act. II 184) hielten die ME-
DAS-Gutachter fest, betreffend den Einwand, welcher den Eingriff hinsicht-
lich des Keilbeinmeningeoms im Januar 2018 betreffe, sei festzustellen, 
dass dieser sehr wohl in dem Gutachten bereits berücksichtigt werde. So 
würden einmal der Austrittsbericht des Spitals G.________ sowie insbe-
sondere der nachfolgende Austrittsbericht der Rehaklinik H.________ zi-
tiert. Auf Seite 52 und 53 des MEDAS-Gutachtens werde hierauf 
eingegangen und festgestellt, dass es durch diesen Eingriff zu keinen wei-
teren Ausfällen gekommen sei. Für eine angegebene Kälteempfindlichkeit 
bestünden noch Behandlungsoptionen. Für die Gesamtbeurteilung ergäben 
sich hierdurch keine neuen Aspekte.

3.7 Im Bericht des Spitals G.________ vom 9. September 2019 (act. II 
197/6 - 9) wurden die folgenden Diagnosen angegeben:

1. Episodische Migräne ohne Aura DD episodische vestibuläre Migräne 
2. St.n. Keilbeinflügel-Meningeom links histopathologisch sekretorisches Menin-

geom WHO Grad I osteoplastische temporale Kraniotomie und mikrochirurgi-
sche Resektion des Meningeoms (PD Dr. med. K.________, Facharzt für 
Neurochirurgie, Dr. med. L.________ [ohne Facharzttitel im Medizinalberufe-
register verzeichnet; vgl. www.medregom.admin.ch) am 19. Januar 2018 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 13

3. St.n. Diskektomie und Dekompression sowie Spondylodese bei Foraminalste-
nose L5/S1 links sowie L4/5 rechts 

4. Beidseitige an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit bei: 
 St.n. Meningitis 1972 mit konsekutiver Schwerhörigkeit beidseits sowie na-

hezu Blindheit rechts

Es wurde festgehalten, die ambulante Vorstellung erfolge durch die Kolle-
gen der Neurochirurgie zur Beurteilung langjähriger Kopfschmerzen. Der 
Beschwerdeführer habe eine Migräne. Hierfür spreche das episodische 
Auftreten moderater bis starker Kopfschmerzen mit pulsatilem Charakter, 
welche von Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet würden und sich unter 
körperlicher Belastung verschlechterten. Der Beschwerdeführer zeige hier-
unter das typische Rückzugsverhalten. Seit Kindheit bestehend sei für die 
Exazerbation wahrscheinlich der operative Eingriff ursächlich. 

4.

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 14

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 27. Juni 2018 (act. II 
157.1 - 157.7) inklusive der beiden ergänzenden Stellungnahmen je vom 4. 
Juni 2019 (act. II 183, 184) erfüllen die an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Das 
Gutachten ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersu-
chungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die 
streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten ab-
gegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein 
und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begrün-
det. 

Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich des Beweiswertes des MEDAS-
Gutachtens geltend (Beschwerde S. 6 f.), die nach der Keilbeinmeningeom-
Operation vom 19. Januar 2018 aufgetretenen Beschwerden seien durch 
das MEDAS-Gutachten nur unzureichend erfasst respektive durch die Be-
schwerdegegnerin nicht ausreichend abgeklärt worden. Zwar hätten der 
MEDAS der Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 25. Januar 2018 
(act. I 10) sowie der Austrittsbericht der Rehaklinik H.________ vom 15. 
Februar 2018 (act. I 11) vorgelegen. In diesen beiden Berichten seien je-
doch die beim Beschwerdeführer nach wie vor bestehenden Beschwerden 
nicht ausreichend dokumentiert. Nach der Operation habe bis zum 4. März 
2018 eine 100 %-ige und bis zum 30. April 2018 eine 80 %-ige Arbeitsun-

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fähigkeit bestanden. In der Zeit der teilweisen Arbeitsunfähigkeit habe die 
gutachterliche Untersuchung durch die MEDAS stattgefunden. Die Be-
schwerden des Beschwerdeführers seien zu diesem Zeitpunkt dem Spital 
G.________ noch nicht vollumfänglich bekannt gewesen und seien 
zunächst als passager angesehen worden. Der Beschwerdeführer leide 
seit der Operation im Januar 2018 unter einem unverminderten, starken 
Schwindel, so dass er sich oft abstützen müsse, häufigen Kopfschmerzen, 
einer grossen Müdigkeit, die ihn zwinge, sich tagsüber immer wieder hinzu-
legen und zu schlafen, zudem bestünden Konzentrationsstörungen und 
vermehrte Unfähigkeit, sich komplexeren Sachverhalten zu widmen oder 
diese zu verstehen, Vergesslichkeit sowie Schmerzen und Kraftlosigkeit im 
linken Arm. 

Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Rah-
men der zwischen dem 9. und 16. April 2018 (act. II 157.1/4) durch die 
MEDAS-Gutachter erfolgten Untersuchungen die nach der Operation vom 
18. Januar 2018 aufgetretenen Beschwerden ausführlich geschildert hat 
(vgl. act. II 157.2/2, 157.2/8, 157.3/1, 157.4/2, 157.5/2, 157.6/2) und den 
Gutachtern auch der Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 25. Ja-
nuar 2018 (act. I 10) und der Austrittsbericht der Rehaklinik H.________ 
vom 15. Februar 2018 (act. I 11) vorgelegen haben (act. II 157.1/13 f.). 
Folglich haben die MEDAS-Gutachter in Kenntnis und unter Berücksichti-
gung der betreffenden Beschwerden die Arbeitsfähigkeit beurteilt. Weiter 
Abklärungen sind damit nicht erforderlich. Daran ändert auch der Bericht 
des Spitals G.________ vom 9. September 2019 (act. II 197/6 - 9) nichts, 
da hinsichtlich der darin thematisierten Kopfschmerzproblematik seit der 
Begutachtung im April 2018 keine Veränderung ersichtlich ist.

4.3 Nach dem Dargelegten ist vom Zumutbarkeitsprofil gemäss der er-
gänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 4. Juni 2019 (act. II 183/5) 
auszugehen. In der Beschwerde, S. 7 f., wird die Verwertbarkeit dieser Re-
starbeitsfähigkeit bestritten. 

4.3.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-

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cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 
457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Nach diesen Ge-
sichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög-
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein 
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht 
(BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4).

Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort 
nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein-
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin-
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2).

4.3.2 Laut den MEDAS-Gutachtern besteht in einer körperlich leichten, 
wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten über 
10 kg, mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit, ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 17

Notwendigkeit des Stereosehens, ohne Tätigkeiten an potentiell gefährli-
chen Arbeitsplätzen (zum Beispiel einer schnell drehenden Maschine), oh-
ne Tätigkeiten, welche ein gutes Sprachverständnis unter Störlärm voraus-
setzten, ohne Tätigkeiten unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel 
und ohne Tätigkeiten, welche ein freies Sprachverständnis voraussetzten, 
ohne Publikumsverkehr eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50 %, 
wobei das Pensum über 4 - 5 Stunden pro Tag umgesetzt werden könnte 
(act. II 183/5). Dieses Zumutbarkeitsprofil ist nicht derart eingeschränkt, 
dass eine entsprechende Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
kaum vorhanden wäre oder dass eine solche nur durch unrealistisches 
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (vgl. 
E. 4.3.1 hiervor). Daran ändert nichts, dass im Protokoll der Beschwerde-
gegnerin per 5. März 2020 (im Gerichtsdossier; S. 14 ff., Einträge vom 
11. Juli und 31. Oktober 2017) von Seiten der Arbeitsvermittlung festgehal-
ten wurde, es sei schwer vorstellbar, welche Tätigkeit der Beschwerdefüh-
rer im ersten Arbeitsmarkt ausführen bzw. in welchem real existierenden 
Betrieb er arbeiten könnte. Denn diese Aussagen beziehen sich nicht auf 
den ausgeglichenen, sondern auf den hier nicht relevanten freien Arbeits-
markt (vgl. E. 4.3.1 hiervor). 

4.4 Nach dem Dargelegten ist die bestehende Restarbeitsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar. Es ist somit nachfolgend ein 
Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 18

BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 
129 V 222).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.2.2 Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zurei-
chenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbsein-
kommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach 
Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes 
gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik: 
Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %, vor Vollendung des 25. Alters-
jahres 80 %, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90 % und nach Vollen-
dung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Geburts- und Frühinvalide im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV sind 
Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem 
Gesundheitsschaden leiden und deshalb keine zureichenden beruflichen 
Kenntnisse erwerben konnten. Darunter fallen all jene Personen, die wegen 
ihrer Invalidität überhaupt keine Berufsausbildung absolvieren können. 
Ebenso dazu gehören indes Versicherte, die zwar eine Berufsausbildung 
abschliessen, zu deren Beginn jedoch bereits invalid waren und die 
absolvierte Ausbildung wegen ihrer Invalidität auf dem ausgeglichenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 19

Arbeitsmarkt nicht in gleicher Weise "ummünzen" können wie 
nichtbehinderte Personen mit derselben (ordentlichen) Ausbildung. Nach 
der Rechtsprechung ist der Abschluss einer Berufsausbildung als Erwerb 
von zureichenden beruflichen Kenntnissen im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV 
zu betrachten. Dazu gehören auch Anlehren, wenn sie auf einem 
besonderen, der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die 
gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder eine 
ordentliche Ausbildung und der versicherten Person in Bezug auf den 
späteren Verdienst praktisch die gleichen Möglichkeiten eröffnen. Kann die 
versicherte Person die in der Anlehre erworbenen zureichenden beruflichen 
Kenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten, spricht dies 
grundsätzlich gegen eine Frühinvalidität (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 26. Juli 2019, 9C_798/2018, E. 5.1.1). 

5.2.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.2).

Wird im Rahmen der Parallelisierung das effektiv erzielte Valideneinkom-
men erhöht, ist dieses auf 100 % anzuheben und nicht etwa als 100 %-
Basis für die Erhöhung heranzuziehen (SVR 2018 IV Nr. 9 S. 31 E. 2.2.3).

Bei der Prüfung der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens ist 
das statistisch branchenübliche Durchschnittseinkommen, welches zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 20

Vergleich heranzuziehen ist, an die statistisch betriebsübliche Arbeitszeit 
anzupassen. Auch beim tatsächlich erzielten Valideneinkommen ist auf die 
vertraglich vereinbarte und damit betriebsübliche Arbeitszeit abzustellen; 
Lohn für Überstundenarbeit hat demnach bei der Prüfung der Unterdurch-
schnittlichkeit des Valideneinkommens unberücksichtigt zu bleiben 
(BGE 141 V 1 E. 5.6 und 5.7 S. 4).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 135 
V 297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich die 
Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte er-
mittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfälli-
ge bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverant-
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten 
Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug 
wird sich daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken 
und nicht mehr die maximal zulässigen 25 % für sämtliche invaliditätsfrem-
den und invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 
E. 5.3 S. 302 und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

5.3

5.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

5.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 21

Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.4 Dem Beschwerdeführer wurde ab dem 29. August 2014 von ärztli-
cher Seite eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 40/3) 
und die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 19. November 2014 
(act. II 22). In Anwendung von Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG 
(vgl. E. 2.2 und 2.3 hiervor) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn somit 
auf den 1. August 2015. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensver-
gleich vorzunehmen (vgl. E. 5.1 hiervor).

5.5

5.5.1 Hinsichtlich der Festlegung des Valideneinkommens macht der Be-
schwerdeführer geltend (Beschwerde S. 3 ff.), in der angefochtenen Verfü-
gung sei unberücksichtigt gelassen worden, dass bei ihm eine 
Frühinvalidität nach Art. 26 IVV bestehe, so dass beim Einkommensver-
gleich ein höheres Valideneinkommen hätte berücksichtigt werden müssen. 

Der Beschwerdeführer litt 1970 an einer Meningitis mit daraus hervorge-
gangener Schwerhörigkeit und eingeschränktem Sehvermögen (act. II 
1.1/115, 157.1/5). In der Folge besuchte er von 1974 bis 1982 die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 22

M.________ in ... (act. II 1.1/52 f.). Von 1982 bis 1984 absolvierte der Be-
schwerdeführer ein Anlehre zum ... (act. II 24) und übte diese Tätigkeit von 
1984 bis 1998 aus. Von 1999 bis 2012 arbeitete er als Hilfs... in der Firma 
seines Bruders und von 2012 bis 2015 war er als ...-Arbeiter bei der 
N.________ AG tätig (act. II 23, 116/2). Eine neuropsychologische Ab-
klärung im Jahr 2015 ergab zudem einen Gesamt-IQ von 78 (act. II 66). 

Mit Blick auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer trotz der durchge-
machten Meningitis mit anschliessender Schwerhörigkeit und einge-
schränktem Sehvermögen und bei einem Gesamt-IQ von 78 eine Anlehre 
als ... absolvieren und diese Tätigkeit anschliessend während 14 Jahren 
auf dem freien Arbeitsmarkt mit angemessenem Verdienst verwerten konn-
te (vgl. act. II 31), ist nicht von einer Frühinvalidität auszugehen (vgl. E. 
5.2.2 hiervor). Hinsichtlich des Gesamt-IQ's von 78 ist zudem zu erwähnen, 
dass Intelligenzminderungen nach dem zur Anwendung gelangenden Klas-
sifikationssystem ICD-10 in leichte (IQ 50 bis 69), mittelgradige (IQ 35 bis 
49), schwere (IQ 20 bis 34) und schwerste (IQ weniger als 20) Fälle einge-
teilt werden (ICD-10 F.70 bis F.73). Nach konstanter Rechtsprechung wird 
bei einem IQ von 70 und mehr ein invalidenversicherungsrechtlich mass-
geblicher Gesundheitsschaden verneint (Entscheid des BGer vom 24. Juni 
2020, 8C_302/2020, E. 5.1).

5.5.2 Somit ist für die Bestimmung des Valideneinkommens von dem zu-
letzt bei der N.________ AG als ...-Arbeiter im Jahr 2014 erzielten Ein-
kommen von Fr. 60'229.-- auszugehen (act. II 37/2), was angepasst an die 
Lohnentwicklung im Jahr 2015 einen Betrag von Fr. 60'053.25 ergibt (Ta-
belle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2019, Ziff. 41 - 43, Bau-
gewerbe/Bau, Index Jahr 2014: 102.8 Punkte, Index Jahr 2015: 102.5 
Punkte). In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin 
beim Valideneinkommen eine Parallelisierung vorgenommen (act. I 1 S. 5). 
Mit Blick auf den Umstand, dass der Beschwerdeführer den Wechsel von 
der Firma seines Bruders im ... zur Stelle im ... vorgenommen hat, um ein-
mal etwas Anderes zu machen (vgl. Protokoll der Beschwerdegegnerin per 
5. März 2020 [im Gerichtsdossier], S. 1, Eintrag vom 15. Dezember 2014) 
und damit freiwillig einen tieferen Lohn in Kauf genommen hat, ist fraglich, 
ob eine Parallelisierung vorzunehmen ist. Diese Frage kann letztlich offen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 23

bleiben, denn selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers beim Vali-
deneinkommen parallelisiert wird, besteht kein höherer Anspruch auf eine 
Invalidenrente als der dem Beschwerdeführer bereits zugesprochene An-
spruch auf eine halbe Rente, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen 
werden:

Vorliegend ist der massgebende branchenübliche LSE-Tabellenlohn höher 
als das tatsächlich erzielte Einkommen: Auszugehen ist von den LSE 2014, 
Tabelle TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach 
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
Ziff. 41 - 43, Baugewerbe, Kompetenzniveau 1, Männer, im Betrag von 
Fr. 5'507.-- monatlich bzw. Fr. 66'084.-- jährlich, was angepasst an die 
Lohnentwicklung im Jahr 2015 einen Betrag von Fr. 65'891.15 ergibt (Ta-
belle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2019, Ziff. 41 - 43, Bau-
gewerbe/Bau, Index Jahr 2014: 102.8 Punkte, Index Jahr 2015: 102.5 
Punkte). Die Anpassung an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im 
Jahr 2015 im Abschnitt Ziff. 41 - 43, Baugewerbe/Bau von 41.4 Stunden 
ergibt einen Betrag von Fr. 68'197.35 (Fr. 65'891.15 : 40 h x 41.4 h). Der 
tatsächlich erzielte Verdienst weicht damit 11.9 % vom branchenüblichen 
LSE-Tabellenlohn ab (Fr. 68'197.35 - Fr. 60'053.25 = Fr. 8'144.10 : 
Fr. 68'197.35 = 0.11941 x 100), was zu einer Parallelisierung des Validen-
einkommens im Umfang von 6.9 % führt (11.9 % - 5 % [vgl. E. 5.2.3 hier-
vor]). Damit resultiert ein Valideneinkommen von maximal Fr. 64'504.05 
([Fr. 60'053.25 : 93.1] x 100). 

5.6 Das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Daten festzule-
gen, da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens kei-
ne ihm zumutbare Tätigkeit aufgenommen hat (vgl. E. 5.3.1 hiervor). 
Auszugehen ist dabei von den LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz-
niveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1, Män-
ner, im Betrag von Fr. 5'312.-- monatlich bzw. Fr. 63'744.-- jährlich. Die 
Indexierung auf das Jahr 2015 ergibt einen Betrag von Fr. 63'929.30 (Ta-
belle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2019, Total, Index Jahr 
2014: 103.2 Punkte, Index Jahr 2015: 103.5 Punkte). Angepasst an die 
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 24

von 41.7 Stunden resultiert ein Betrag von Fr. 66'646.30 (Fr. 63'929.30 : 
40 h x 41.7 h). Nach Berücksichtigung der 50 %-igen Arbeitsfähigkeit (vgl. 
act. II 183/5) verbleibt ein Betrag von Fr. 33'323.15. Der von der Beschwer-
degegnerin in der angefochtenen Verfügung gewährte leidensbedingte Ab-
zug von 20 % ist mit Blick auf die gesundheitlichen Einschränkungen und 
die beim Valideneinkommen vorgenommene Parallelisierung angemessen. 
Für den vom Beschwerdeführer geforderten Maximalabzug von 25 % (vgl. 
E. 5.3.2 hiervor) besteht in der vorliegenden Konstellation kein Raum. Nach 
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20 % verbleibt ein 
Invalideneinkommen von Fr. 26'658.50 (Fr. 33'323.15 x 0.8). 

5.7 Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt 
einen Invaliditätsgrad von gerundet höchstens 59 % (100 / Fr. 64'504.05 x 
[Fr. 64'504.05 - Fr. 26'658.50] = 58.67; zu den Rundungsregeln vgl. 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), 
was einen Anspruch auf eine halbe Rente ergibt (vgl. E. 2.2 hiervor), dies 
mit Wirkung ab dem 1. August 2015 (vgl. E. 5.4 hiervor). Damit ist die Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer steht grundsätzlich keine 
Parteientschädigung zu (vgl. Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG). Vorliegend ist jedoch zu berücksichtigen, dass dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 25

Beschwerdeführer bzw. seiner Rechtsvertreterin im Zusammenhang mit 
diversen vom Gericht verlangten medizinischen Berichten Zusatzaufwand 
entstanden ist, welcher durch die Beschwerdegegnerin bzw. die MEDAS 
verursacht wurde (vgl. Sachverhalt lit. C hiervor). Dieser Zusatzaufwand ist 
dem Beschwerdeführer – trotz Beschwerdeabweisung – zu entschädigen.

Der zusätzliche entstandene Aufwand beläuft sich auf ein Honorar von 
Fr. 540.-- (2 h x. Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 23.30 und Mehr-
wertsteuer von Fr. 43.35 (7.7 % von Fr. 563.30), total Fr. 606.65 (vgl. Kos-
tennoten vom 14. Oktober 2020 und 1. Februar 2021). Diesen Betrag hat 
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 606.65 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/20/73, Seite 26

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 1. Februar 

2021 inklusive Beilagen)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.