# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7364a067-ab48-571f-abd4-d0cfff157fc4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-24
**Language:** de
**Title:** Einstellung der Invalidenrente rechtens, verbesserter Gesundheitszustand ausgewiesen. Kein Anspruch auf berufliche Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00380
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00380.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00380
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
24. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsdienst Integration Handicap
Grütlistrasse
20, 8002 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, gelernte Schneiderin (
Urk.
9/5
,
Urk.
9/13
Ziff.
5.2
), war zuletzt vom 1
2.
November 2007 bis 3
1.
März 2008 als Näherin bei
Y.___
,
angestellt, wobei der letzte effektive Arbeitstag der
4.
März 2008 war (
Urk.
9/
19
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.3 und
Ziff.
2.7
). Am 1
5.
April 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf jahrelange Belastung und Bedrohung durch
ihren
syrischen Ehemann und grosse Sorge
um
ihre
krebs
kranke Mutter im
Iran sowie
infolge
Niedergeschlagenheit,
Traurigkeit
,
Kraft- und Antriebslosigkeit
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/13
Ziff.
6.2
). Die Sozialversicherung
sanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 1
6.
September 2010 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 100
%
ein
e ganze Rente ab
1.
Oktober 2009
zu (Urk.
9/31 und
Urk.
9/34).
1.2
Nach Eingang eines am
6.
Mai 2011
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (Urk. 9/41
) holte di
e IV-Stelle unter anderem ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 1
2.
September und am
6.
November 2013 erstattet wurde (Urk. 9/77 und
Urk.
9/79-80
). Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/83,
Urk.
9/85,
Urk.
9/88
,
Urk.
9/92-93
)
stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 5.
März 2014 die bisher ausgerichtete Rente auf Ende des der Zustellu
ng fol
genden Monats ein (Urk. 9/
91
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1.
April 2014 (
Datum
Poststempel) Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
März 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen weiter
hin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Even
tuell sei die Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
,
damit sie weitere Ab
klärungen tätige (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 1
1.
August 2014 wur
den antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Auf
bietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeits
unfä
hig (
Art.
6 ATSG) sind, haben gemäss
Art.
14a IVG Anspruch auf
Integra
tions
massnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
Integra
tions
massnahmen
), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (
Abs.
1). Als
Integrati
onsmassnahmen
gelten gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und
Beschäf
tigungs
massnahmen
(
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit ver
loren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten (
BBl
2005 4521 ff., 4564; Erwin
Murer
, Invalidenversicherung: Prävention,
Früher
fassung
und Integration, Bern 2009,
N.
4 und 31 zu
Art.
14a IVG; Silvia Bucher, Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung nach
Art.
14a IVG, in: Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, Festschrift für Erwin
Murer
zum 6
5.
Geburtstag, 2010, S. 111). Ist aber jemand in einer ande
ren zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Massnahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt wer
den kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2) die Einstellung der Invalidenrente damit, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorhanden sei, der die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Schneiderin sowie in einer angepassten Tätigkeit weiter längerfristig oder dau
erhaft einschränke. Die Diagnose
einer leichten bis mittelgradigen
rezidivieren
de
n
depressive
n
Störung sei gemäss medizinischer Beurteilung nicht mehr vor
handen
,
und auch die rheumatologischen Abklärungen hätten keine Diagnose ergeben, welche zu einer Auswirkung der Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit führen würde. Damit sei keine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit mehr vor
handen. Zudem sei zu beachten, dass die Störung auf einer psychosozialen Belastungssituation und damit auf einem invaliditätsfremden Faktor gründe (S.
2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
es sei unbestritten, dass sie aus rheumatologischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig sei. Unbestritten sei im Weiteren, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
im Jahr 2010 wesentlich verbessert habe. Bestritten werde jedoch die Umsetzung der vorhandenen Arbeitsfähigkeit auf
dem ersten Arbeitsmarkt ohne Durchführung von beruflichen Massnahmen und die Diagnose aus psychiatrischer Sicht (S. 4
Ziff.
3).
Die unter Einsatz geeigneter Massnahmen zu erzielende dauerhafte Arbeitsfähigkeit sei noch nicht sicher bestimmbar.
Der psychiatrische Gutachter und der behandelnde Psychiater hät
ten
darin
übereingestimmt, dass sie aufgrund der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und des psychisch bedingten Dekompensationsrisikos
im Rahmen von
Integrationsmassnahmen
gemäss
Art.
14a IVG
oder
eines Arbeitsversuches
gemäss
Art.
18a IVG
zunächst wieder fit für den ersten Arb
eitsmarkt gemacht werden müsse
(S. 4 f.
Ziff.
4). Sie leide nach wie vor an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, welche es ihr verunmögliche
,
sich ohne Unterstützung der Beschwerdegegnerin wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren (S. 6 f.
Ziff.
5). Auf das psychiatrische Gutachten könne nicht abge
stellt werden,
soweit
der Gutachter lediglich gestützt auf ihre Angaben und ohne fundierte medizinische Begründung von einer Remission der Depression im Sommer 2013 ausgehe (S. 7 unten f.).
Im Übrigen wäre der psychiatrische Gutachter gehalten gewesen, mit dem behandelnden Psychiater Kontakt auf
zu
nehmen (S. 8 Mitte).
Weiter sei nicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit belegt, dass ihre Erkrankung psychosozial bedingt sei (S. 6 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Einstellung der Invalidenrente rechtens war und in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Beschwerdefüh
rerin berufliche Eingliederungsmassnahmen
zu gewähren sind
.
3.
D
ie ursprüngliche
Zusprache
einer
ganzen Invalidenrente
im
September 2010 (
Urk.
9/
31 und
Urk.
9/
34)
stützte sich im Wesentlichen auf folgende medizini
sche Beurteilung (vgl.
Urk.
9/
24/5
):
Die Gutachter der
Z.___
stellten in ihrem
bidisziplinären
Gutachten vom 3
1.
Dezember 2009 (
Urk.
9/23)
im Rahmen der Konsensbesprechung (
Urk.
9/23/24-26)
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Epi
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 33.2)
-
chronisches
Zervikovertebralsyndrom
rechts
-
segmentale Dysfunktion der unteren Halswirbelsäule (HWS)
-
deutliche
myofasziale
Befunde Nacken-/Schultergürtel rechts bei mus
kulärer
Dysbalance
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Tendenz zur
Hyperlaxizität
, rezidivierende Kopfschmerzen (Differenzialdiagnose Span
nungskopfschmerzen, Migräne) und e
inen latenten Eisenmangel (S. 1
Ziff.
1.2).
Die Gutachter führten zusammenfassend aus, die
bidisziplinäre
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit werde von der psychiatrischen Sicht dominiert. Aus psychi
atrischer Sicht sei die Explorandin aktuell bei schwerer depressiver Episode nicht arbeitsfähig. Auch in einer Verweistätigkeit bestehe aufgrund der schweren depressiven Episode aktue
ll keine Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
2-3).
Die aktu
ell beurteilte gänzliche Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bei Vor
liegen einer gegenwärtig schweren depressiven Episode dürfte retrospektiv min
destens seit Frühjahr 2008 bestanden haben. Der Beginn der 100%igen Arbeits
unfähigkeit sei damit mindestens
ab April 2008 zu datieren (S. 2
Ziff.
4). Im Vordergrund stehe die Behandlung der schweren depressiven Episode, welche nach den Leitlinien erfolgen sollte. Die Therapieoptionen seie
n längstens nicht ausgeschöpft
. Zudem könne eine physiotherapeutische Behandlung, mit dem Ziel verkürzte muskuläre Strukturen zu dehnen, eine Haltungskorrektur durch
zuführen sowie die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur sukzessive zu kräfti
gen, empfohlen werden
(S. 2
Ziff.
5). Unter adäquater psychiatrischer Behand
lung sei von einer Besserung der depressiven Problematik auszugehen. Entspre
chend könne zur dauerhaften Arbeitsfähigkeit noch nicht abschliessend Stellung genommen werden. Eine psychiatrische
Reevaluation
mit
Verlaufsbe
urteilung
sei in spätestens zwei Jahren angezeigt (S.
2
Ziff.
8).
4.
4.1
Im Rahmen des vorliegenden Revisio
nsverfahrens holte die IV
die folgenden ärztlichen Berichte ein:
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte in seinem Bericht vom 2
8.
Mai 2012 (
Urk.
9/69/5-12) als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1 (
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
0.
Februar 2012 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 2
4.
April 2012 erfolgt (
Ziff.
1.2). Er habe die Beschwerdeführer
in
in dieser Zeit sechsmal gesehen. Bisheriger Schwerpunkt seien explorierende Gespräche, die Beurteilung des aktuellen psychopathologischen Befundes und die Kommunikation mit
B.___
und
mit dem Hausarzt sowie die (erfolgreiche) Umstellung der Pharmakotherapie  gewesen (
Ziff.
1.5). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schneiderin bestehe zumindest seit dem
3.
Januar 2012 (Beginn Arbeitstraining
B.___
) voraussichtlich bis Ende Juli 2012 eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
(
Ziff.
1.6). Die Beschwerdeführerin benötige zuerst ein Arbeits- und Belastbarkeitstraining. In Abhängigkeit des dortigen Ergebnisses seien weitere Aussagen zu treffen (
Ziff.
1.7).
Die Beschwerdeführerin habe im Februar 2012 ein deutlich depressives
Zustands
bild
mit stark reduzierter Grundstimmung, Affektlabilität mit wieder
holtem Weinen, ausgeprägte Antriebsschwäche und eine hohe Müdigkeit und Ermüdbarkeit gezeigt. Unklar sei zuerst geblieben, inwieweit dies auch mit einer schwer zu behandelnden Anämie infolge der bekannten blutungsreichen Dys
menor
r
hoe zusammengehangen habe. Die psychopharmakologische Behandlung sei in der Folge umgestellt worden und habe zu einer langsamen Zustandsver
besserung geführt.
Dr.
A.___
führte aus, die Beschwerdeführerin habe im Sommer 2011 nur unter einer leichten Episode gelitten, worauf die vormalige Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf 50
%
durch den R
egionalen Ärztlichen
D
ienst (RAD)
korrigiert worden sei. Vor dem Jahreswechsel auf 2012 habe sich die depressive Episode verstärkt, was sich entsprechend im er
sten Monatsbericht der
B.___
betreffend das
zwischenzeitlich aufgenommene Belastungstraining wiedergespiegelt habe. Seit Dezember 2011, zumindest seit
3.
Januar 2012 (Beginn des
Belastungs
trainings
)
,
sei von einer mittelstarken depressiven Episode auszugehen, welche die Arbeitsfähigkeit leider wieder aufgehoben und zu einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit geführt habe.
Zur Prognose führte
Dr.
A.___
aus, die depressive Symptomatik habe sich nicht
zuletzt durch die pharmakologische Umstellung seit März 2012 verbessert. Dadurch und auch durch eine suffiziente Behandlung der Anämie sei von einer gesamthaften Verbesserung des Gesundheitszustandes a
uszugehen (
Ziff.
1.4).
4.2
Dr.
A.___
führte i
n seinem Verlaufsbericht vom
1.
Oktober 2012 (
Urk.
9/71) aus, die Depression habe sich gegenüber dem Status vom Mai 2012 verbessert
,
jedoch schildere die Beschwerdeführerin
v
ermehrt generalisierende Ängste.
Das versuchte Arbeitstraining bei der
B.___
habe sie noch nicht verarbeitet und
sie
klage, dass sie
mit den Menschen
dort
völlig überfordert gewesen sei
. Sie habe häufig schon die Anweisungen nicht verstanden
,
und es habe Sprachprobleme gegeben. Man sei viel zu direktiv und mit den Aufgaben sei sie überfordert gewesen.
Dr.
A.___
führte aus, die depressive Symptomatik habe sich im Vergleich zum Vorbefund gebessert. Die Beschwerdeführerin se
i aber gefährdet, in depressive
Phasen mit ausgeprägtem sozialem Rückzug abzugleiten. Um die erlangte Teilarbeitsfähigkeit zu nützen
,
und um letzteres zu verhindern, benö
tige sie äussere Unterstützung (S. 1).
Integrationsmassnahmen
seien hierzu geeignet, wobei sie
ein hohes Mass an wohlwollender Unterstützung und Führung benötige (S. 2).
4.3
Dr.
A.___
führte i
n seinem Verlaufsbericht vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
9/72/5) aus, seit seinem letzten Verlaufsbericht vom
1.
Oktober 2012 sei die damalig
beschriebene Besserung der depressiven S
ymptomatik konstant geblieben. Auch die dort
geschilderten generalisierten Ängste seien zurückge
gangen. Die in der Beurteilung im letzten Arztbericht gemachten Angaben seien weiterhin gültig. Integrationsmassnahmen sollten begonnen werden, um die Beschwerdeführerin wieder an eine Arbeitstätigkeit heranzuführen. Weiterhin würde sie eine sofortige Tätigkeit als Näherin bevorzugen. Sollte ein Arbeits- und Belastbarkeitstraining in einer Institution ins Auge gefasst werden, sollte die
s -
unter Berücksichtigung der Erfahrungen des
B.___
-Versuches
-
sehr gut vorbesprochen werden.
Dr.
A.___
führte aus, er gehe von einer Arbeitsfä
higkeit von 50
%
in einer Verweistätigkeit (Näherin, leichte handwerkliche Arbeit) aus.
4.
4
4.
4
.1
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, und Prof.
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie und für Neurologie
,
erstatteten am 1
2.
September
respektive am
6.
November 2013 das von der Beschwerdegegnerin veranlasste
bidisziplinäre
Gutachten (
Urk.
9/77 und
Urk.
9/79).
In ihrer
bidisziplinären
Zusammenfassung vom
7.
November 2013 (
Urk.
9/80) stellten die Gutachter keine psychiatrische oder rheumatologisch
e
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Sie führten aus, a
us rheumatologischer und psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Bis zum Sommer 2013 sei aus psychi
atrischer Sicht von einer r
e
zidivierenden depressiven Störung mit leicht- bis allenfalls mittelgradiger Ausprägung auszugehe
n (ICD-10 F330.0/
33.1) mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von schätzungsweise 20
%
. Seither bestehe eine Remission. Aus rheumatologischer Sicht habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
,
und aus psychiatrischer und
bidisziplinärer
Sicht sei die Beschwerdeführerin
seit Sommer 2013 im oben beschriebenen Ausmass arbeitsfähig.
4.4
.2
Dr.
C.___
stellte in ihrem rheumatologischen Teil
gutachten vom 1
2.
Sep
tember 2013
(
Urk.
9/77/2-44) keine rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 38
Ziff.
7.1). Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Nikotin-Abusus, ausgedehnte chronische Schmerzen mit
Cervikalsyndrom
mit altersentsprechend unauffälli
gen
bildge
benden
Befunden (MRI HWS September 2013 und
Ganz
körper-Szintigraphie
mit SPECT HWS September 2013), einen Vitamin D
Mangel, eine Anämie bei Eisen
mangel (Erstdiagnose Mai 2009), einen Uterus
myomatosus
und
Hyper
menorrhoe
sowie einen Status nach Kontusion des linken Hand- und Ellbogen
gelenks und des
Sacrums
am
2.
Januar 2010 mit unauffälligen bildgebenden Befunden (S.
38
Ziff.
7.2).
Dr.
C.___
führte aus, die angestammten Tätigkeiten seien als angepasst
anzu
sehen. Die Beschwerdeführerin könne ganztags eine solche Tätigkeit
zu 100
%
ausüben. Auch im Haushalt sei sie nicht eingeschränkt (S. 41
Ziff.
9.1). Es habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Beschwer
deführerin könne sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten (S. 41
Ziff.
9.2-4). Die Beschwerde
führerin habe bei der Untersuchung weder Schmerzmittel noch Antidepressiv
a
gebraucht. Ihre medikamentöse Therapie habe daher noch ein grosses
Opti
mierungspotenzial
. Solange sie Beschwerden angebe, sollte sie eine konsequente medikamentöse Schmerztherapie nach dem Dreistufenschema der Behandlung chronischer Schmerzen durchführen. Die seit Jahren bekannte Anämie bei Eisenmangel wegen
Hypermenorrhoe
bei Uterus
myomatosus
sollte gynäkolo
gisch behandelt werden (S. 42
Ziff.
10.1)
. Die berufliche Eingliederung könne ab sofort auf die übliche Art erfolgen. Die Beschwerdeführerin habe eine gute Prognose
,
und es sei zu erwarten, dass sie langandauernd
arbeiten könne
(S. 42
Ziff.
10.2-3).
4.4
.3
Prof.
D.___
konnte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom
6.
No
vember 2013 (
Urk.
9/79) keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nennen (S. 18
lit
. E
Ziff.
1). Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig remittiert, ICD-10 F
33.4 (S. 18
lit
. E
Ziff.
2).
Prof
.
D.___
führte aus, dass in seiner Beurteilung der beruflichen Leistungs
fä
higkeit im invalidenversicherungsrelevanten Sinne sozio-kulturelle und psy
cho
soziale Faktoren (wie z.B. Alter und Geschlecht, sprachliche Ver
ständigungs
schwierigkeiten
)
ausgeschlossen worden seien. Unter Beachtung dieser Vorgaben lägen bei der Beschwerdeführerin keine psychiatrischen Erkrank
ung
en vor, die geeignet seien, das positive Leistungsbild der Versicher
ten im
invali
den
versicherungsrelevanten
Sinne mittel- und langfristig zu min
dern. Folge man den anamnestischen Angaben der Explorandin, sei bis zum Sommer 2013 von einer rezidivierenden depressiven Störung mit leicht- bis allen
falls mittel
gradiger Ausprägung (ICD-10 F 33.0/33.1) auszugehen. Hernach liege eine Remission vor, die jedoch
fachärztlich erstmalig im Rahmen der h
iesi
gen Exploration dokumentiert werde
. Dies könne als Datum der Remission gelten
. Unter Abzug der sogenannten invaliditätsfremden Faktoren sei die Arbeitsun
fähigkeit bis zur Remission mit schätzungsweise 20
%
anzunehmen. In der
Ver
laufs
beurteilung
sei
noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus
gegangen
worden
. Der behandelnde Psychiater habe jedoch zwischenzeitlich über eine psychopathologische Verbesserung berichtet, so dass die oben genannte Ein
schätzung zumindest ab Oktober 2012 anzunehmen sei
(S. 19
lit
.
F)
.
Die Arbeitsfähigkeit sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und adaptierte Tätig
keiten seit Sommer 2013 wiederhergestellt. Aus
invalidenversicherungsrelevan
ter
Sicht seien deshalb keine spezifischen therapeutischen Massnahmen zu empfehlen (S. 19
lit
. G).
Aus psychiatrischer Sicht sei bei längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt eine berufliche Wiedereingliederung sinnvoll, welche vor
sichtig zu steigern se
i. Es sollte mit einer 50%igen Tätigkeit begonnen und
diese
sukzessive in Beobachtung des behandelnden Psychiaters gesteigert werden (S.
20
lit
. H).
Dr.
D.___
führte aus, d
ie Explorandin habe angegeben, dass es ihr wieder deutlich besser gehe. Die Depression sei seit dem Sommer 2013 nach ihrer Rückkehr aus dem Iran wesentlich gebessert. Sie sei zu ihrer Mutter in den Iran geflogen und habe das Medikament
Wellbutrin
vergessen. Zunächst sei es ihr dann im Iran schlechter gegangen. Sie habe begonnen, iranische
Heilpflanzen
medikamente
einzunehmen. Es handle sich dabei um eine Mischung aus Safran und Kräutern. Daraufhin sei es rasch zur Besserung ihrer Stimmung gekommen. Auch habe sich
ihre Schlafstörung fast völlig normalisiert. Ihr Selbstwertgefühl sei verbessert
,
und sie habe auch wieder
Appetit. Es bestehe allerdings
eine vermehrte Müdigkeit, weshalb sie regelmässig einen Mittagsschlaf mache. Ihr Psychiater
Dr.
A.___
habe zugestimmt, dass sie keine Antidepressiva mehr einnehme (S. 10
Ziff.
2.1). Aktuell bestimmten finanzielle Zukunftsängste das Bild. Zudem fühle sie sich müde. Dies führe sie auf einen Eisenmangel zurück. Sie habe starke Menstruationsblutungen (S. 11
Ziff.
2.1).
Prof
.
D.___
führte aus, im Affektiven zeige sich in dem hiesigen Untersuch eine ausgeglichene Stimmung bei guter Modulationsfähigkeit. Es habe
sich
keine depressive Grundstimmung, keine Hoffnungslosigkeit und keine Vermin
derung der Vitalgefühle und keine Interessen
-
und
Freudlosigkeit sowie nur eine geringe Antriebsminderung, welche die Explorandin selbst auf den Eisen
mangel zurückführe,
gezeigt,
so dass aktuell von einer remittierten depressiven Episode bei rezidivierender Depression bei Fehlen der drei Hauptsymptome einer depressiven affektiven Störung auszugehen sei (ICD-10 F33.4). Nach Angaben der Explorandin sei es ab Sommer 2013 zu dieser Remission gekommen. Hierzu sei anzumerken, dass psychiatrische Befunde hierzu nicht vorlägen.
Zuvor sei durch den behandelnden Psychiater eine mittelgradige Depression beschrieben worden. Zur
Aetiologie
der Depression sei zu berichten, dass die Depression unter psychosoziale
n
Belastungen begonnen habe, jedoch könne
gutachterli
cherseits
nicht sicher bestimmt werden, ob nicht auch endogene Faktoren die Depression schliesslich seit 2009 aufrecht erhalten hätten. Hierfür spreche, dass ein Grossteil der psychosozialen Belastungen aktuell unverändert sei, und es dennoch zu einer Remission gekommen sei. Aus gutachterlicher Sicht sei damit
unter Würdigung der aktuellen Exploration der Versicherten und des Quer- und Längsschnittverlaufes der psychischen Störung der Explorandin festzustellen, dass bis Sommer
2013 von einer rezidivierenden depressiven Störung mit leichter bis mittelgradiger Ausprägung auszugehen sei und ab Sommer 2013 nach den subjektiven Angaben der Explorandin eine weitgehende Remission der Depression angenommen werden könne. Da
bisher
keine psychiatrische Doku
mentation der Remission erfolgt sei, gelte diese Feststellung
ab
Begutachtungs
zeitpunkt
(S. 17 f.
lit
. D).
4.
5
Dr.
A.___
nannte in seinem Bericht vom
1.
März 2014 (
Urk.
9/92) als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode
, ICD-10 F33.0 (S. 1
Ziff.
2).
Dr.
A.___
führte aus, e
in Einsatz
der Beschwerdeführerin
in ihrer angestamm
ten Tätigkeit als Schneiderin sei grundsätzlich möglich. Dabei sei jedoch zu beachten, dass
sie
nun über sieben Jahre nicht mehr arbeitstätig gewesen sei und ein Wiedereinstieg aus mehreren Gründen grosse Schwierig
keiten bereiten werde. Sie sei zum Einen dem Arbeitsprozess völlig entwöhnt und benötige schon aus diesem Grunde eine langsame Heranführung an eine erneute Tätigkeit. Zum anderen zeige die Versicherte weiterhin Symptome einer
leichtgradigen
Depression. So zeige sie ein
e
hohe und rasche Ermüdbarkeit, einen Interessenverlust und einen hochgradigen sozialen Rückzug. Das Selbst
vertrauen und das Selbstwertgefühl seien mittelgradig eingeschränkt. Sie komme schnell in Insuffizienz- und Versagensängste. Diese seien für die Wieder
aufnahme einer Arbeit deutlich negative Faktoren. Die Versicherte benö
tige zwingend eine langsame Heranführung an den Arbeitsprozess. Ansonsten drohe eine erneute Dekompensation bei beginnender Arbeitsbelastung, wie auch schon im ersten Arbeitstraining bei der
B.___
im Jahr 2012 habe festgestellt werden müssen (S. 1 f.
Ziff.
3). Die unter Einsatz geeigneter Massnahmen zu erzielende dauerhafte Arbeitsfähigkeit sei derzeit noch nicht sicher bestimmbar. Sollte die Depressionsstärke auf geringem Mass gehalten werden können, wäre eine Arbeitsfähigkeit von 50 bis 70
%
sicherlich möglich und bei vollständiger Remission entsprechend mehr (S. 2
Ziff.
3). Die genannten Einschränkungen hätten auch in einer leidensangepassten Tätigkeit Geltung (S. 2
Ziff.
4).
Zur Einschätzung
durch
Prof
.
D.___
führte
Dr.
A.___
aus, die Schlussfol
gerung, dass eine remittierte depressive Episode bei rezidivierender Depression vorliegen
solle, sei aus
seiner Sicht nicht zutreffend. So habe dies Prof.
D.___
damit begründet, dass vor allem die drei H
auptsymptome einer depressi
ven a
ffektiven Störung nicht vorlägen. Dies sei jedoch offensichtlich unrichtig. Nach ICD-10 würden als die drei typischen Hauptsymptome gedrückte Stim
mung,
Interessenverlust und Freudlosigkeit, Verminderung des Antriebes und erhöhte Ermüdbarkeit genannt. Wie bereits ausgeführt, lägen bei der Versicher
ten eine deutlich erhöhte Ermüdbarkeit und ein massiver Interessenverlust vor. Von den weiteren im ICD-10 genannten sogenannten „häufigen Symptomen“ fände
n
sich ein reduziertes Selbstvertrauen und negative und pessimistische Zukunftsperspektiven.
Aufgrund des gut zu explorierenden Vorliegens der genannten Symptome, sei nicht nachvollziehbar, warum im Gutachten von einer weitergehe
nden Remission gesprochen werde
. So seien die Klagen der Versicherten über die rasche und starke Ermüdbarkeit, den Interessenverlust und den starken sozialen Rückzug von Beginn der Behandlung im Februar 2012 an bis zum aktuellen Zeitpunkt (letzte Konsultation am 2
7.
März 2014)
eruierbar
gewesen (S. 2
Ziff.
5). Die Versicherte bringe ihre Depression ausschliesslich mit affektiven Symptomen in Zusammenhang. Ihre ausgeprägte Müdigkeit, der Interessenverlust und der soziale Rückzug sowie ihre Zukunftsängste seien aus Laiensicht nicht Bestandteil der Depression. Aus psychiatrisch-medizinischer Sicht seien diese Symptome, unter Anwendung der geforderten ICD-10 Klassifi
zierung, zwingende Bestandteile einer klinisch relevanten Depression. Deshalb sei auch aus versicherungsmedizinischer Sicht vom Vorliegen einer depressiven Episode, derzeit
leichtgradig
, auszugehen.
Im Gutachten sei dieses wichtige Symptom einer ausgeprägten Müdigkeit weder hinreichend gewürdigt noch dis
kutiert worden, noch seien weiter
e
Abklärungen angeregt oder getätigt worden. Das Gutachten erweise sich diesbezüglich als unvollständig (S. 3
Ziff.
5).
Dr.
A.___
führte aus, eine gesamthafte Besserung der depressiven Sympto
ma
tik sei unstrittig, was er auch in seinen Schreiben zur Kenntnis gebracht habe. Eine weitgehende Remission der depressiven Symptomatik, wie im Gut
achten postuliert, werde jedoch in Abrede gestellt. Derzeit liege eine
leicht
gradige
Episode der rezidivierenden Depression vor. Eine solche würde medizi
nisch-theoretisch zwar ein
e
höhergradige
Arbeitsfähigkeit (> 70
%
) erlauben. Dabei sei jedoch zwingend zu berücksichtigen, dass es sich um ein rezidi
vierendes depressives Geschehen handle und die Gefahr einer erneuten Dekompensation grundsätzlich gegeben sei. Diese Gefahr sei bei der Versicher
ten als deutlich erhöht einzuschätzen, was sich in dem misslungenen Arbeits
versuch anfangs 2012 gezeigt habe (S. 3
Ziff.
6). Eine solche wäre zu befürch
ten, wenn die Versicherte ohne weitere Vorbereitung einer Arbeitsbelastung ausgesetzt werden würde, weshalb die Durchführung von beruflichen Mass
nahmen als unverzichtbar anzusehen sei (S. 4
Ziff.
6).
5.
5.1
Unbestrittenermassen hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit
dem Gutachten der
Z.___
vom Dezember 2009
(vorstehend E. 3),
in welchem
eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 33.2)
diagnostiziert wurde
,
und gestützt
wor
auf mit Verfügung vom
September 2010 eine ganze Rente
ab
Oktober 2009 zu
gesprochen wurde
(Urk. 9/31 und
Urk.
9/34)
,
im Vergleich zum massgeben
den Zeitpunkt der
hier
angefochtene
n
Verfügung vom
März 2014 (
Urk.
2)
ver
bessert.
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
C.___
und Prof.
D.___
vom September respektive November 2013
(vorstehend E. 4.4)
von
einer vollständig wiederhergestellten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
(vgl.
Urk.
9/81/7
, vorstehend E. 2.1
)
. Während die
festgestellte
100%ige Arbeitsfähigk
eit aus rheumatologischer Sicht
unbestritten blieb, machte die Bes
chwerdeführerin hinsichtlich ihres
psychischen Gesund
heitszustandes geltend,
entgegen der Einschätzung
durch
Prof.
D.___
sei ihre depressive Problematik
nicht vollständig remittiert
,
sondern es bestehe
- wie vom behandelnden Psychiater
Dr.
A.___
(vorstehend E. 4.1-2, E. 4.5)
diag
nostiziert
- eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode
, ICD-10 F33.0, welche einer vollständigen Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auf dem Wege der Selbsteingliederung entgegen stehe
(vgl. vorstehend E. 2.2)
.
5.
2
Das psychiatrische Gutachten von Prof.
D.___
(vorstehend E.
4
.4
.3) erfüllt
grundsätzlich
die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise
(vorstehend E. 1.5
), so dass
darauf abgestellt werden kann
.
Auch ändert der Umstand, dass
er
auf das Einholen einer Fremdanamnese verzichtete, nichts an der Verwert
barkeit
seiner Expertise. So
sind bei psychischen Störungen eine
Fremdanam
nese
ebenso wie (schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden Ärzte zwar häufig wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 9C_482/10 vom 2
1.
September
2010, E.
4.1, mit Hinweisen).
Soweit
die Beschwerdeführerin geltend machte, auf das Gutachten von Prof.
D.___
könne nicht abgestellt werden, da dieser lediglich gestützt auf ihre Angaben von einer Remission bis zum Sommer 2013 ausgegangen sei (vor
ste
hend E. 2.2)
,
ist anzumerken, dass Prof
.
D.___
den Zeitpunkt der Remission
mit dem
Datum seiner
fachärztlichen
Untersuchung
gleich
setzte.
Ein verbesserter psychischer Gesundheitszustand lässt sich
insbesondere
auch den Berichten des behandelnden Psychiaters
Dr.
A.___
entnehmen.
Bei seiner
im März 2014
gestellten Diagnose einer rezidivierende
n
depressive
n
Störung,
gegenwärtig leichte Episode
, ICD-10 F33.0, ist zu beachten, dass
das
Bundesgericht wiederholt festgestellt
hat
, dass leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(vgl. etwa Urteil 9C_266/2012 vom 2
9.
August 2012 E. 4.3.2 und Urteil 9C_302/2012 vom 1
3.
August 2012 E. 4.3.2) und somit als nicht invalidisierend gelten.
Selbst wenn man auf die Einschätzung von
Dr.
A.___
abstellen würde, liesse sich demnach seinen Berichten keine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante psychiatrische Problematik entnehmen.
5.3
Aufgrund des Gesagten ist der Beschwerdegegnerin folgend gestützt auf das
bidisziplinäre
G
utachten von
Dr.
C.___
und Prof
.
D.___
davon auszuge
hen,
dass die Beschwerdeführerin spätestens ab Zeitpunkt der Begutachtung
sowohl in ihren angestammten Tätigkeiten als auch in jeder adaptierten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, es seien ihr
Integrationsmass
nahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
im Sinne von
Art.
14a
und 18
a IVG zu gewähren
(vorstehend E. 2.2)
.
Da
,
wi
e bereits ausgeführt, eine 100%i
ge Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin sowohl in ihren angestammten Tätigkeiten als auch in jeder angepassten Tätigkeit au
sgewiesen ist (vorstehend E. 5.3
) und sie
unter
diesen
Umständen als eingliederungsfähig bezeichnet werden muss
(vgl. vorstehend E.
1.6
)
, besteht kein Raum für die Ausrichtung der beantragten Integrationsmassnahmen im Sinne von
Art.
14a IVG (vgl. auch
Rz
1026 ff. des Kreisschreibens über
Integra
tionsmassnahmen
[KSIM], gültig ab
1.
Januar 2012).
6.2
Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdeführerin zu dem von der Rechtsprechung des Bundesgerichts geschützten
Re
ntenbezügerkreis
gehört,
bei welchem
vor Einstellung der Invalidenrente
Eingliederungsmassnahmen
zu
prüfen
wären.
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist (Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Auflage, S. 383). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechen
der Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch
(wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwand
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigen
anstrengung
der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15
Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Not
wendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortgeschritte
nen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeits
markt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsanspruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
Da die Beschwerdeführerin vorliegend
zum Zeitpunkt der im März 2014 verfüg
ten Renteneinstellung (
Urk.
2)
das 5
5.
Altersjahr
noch nicht
zurückgelegt
hat
te
und auch nicht
während
mehr al
s 15 Jahren
eine Rente bezogen
hat, gehört sie nicht in den von der Rechtsprechung geschützten
Rentenbezügerkreis
.
6.3
Da vorliegend weder ein Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorberei
tung auf die berufliche Eingliederung im Sinne von
Art.
14a
oder
Art.
18a
IVG besteht und die Beschwerdeführerin auch nicht unter den von der Rechtspre
chung besonders geschützten
Rentenbezügerkreis
fällt,
ist die
Beschwerde
gegnerin
zu Recht von einer zumutbaren Selbsteingliederung ausgegangen.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach
als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und au
f
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskass
e genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst Integration Handicap
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan