# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f122ddfd-4224-5320-93bc-030a0d3449a4
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Kindes- und Erwachsenenschutzhof 08.02.2023 106 2023 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_004_106-2023-4_2023-02-08.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

106 2023 4

Urteil vom 8. Februar 2023

Kindes- und Erwachsenenschutzhof

Besetzung Präsidentin: Sandra Wohlhauser
Richter: Jérôme Delabays, Daniela Kiener
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführer 1, 

B.________, Beschwerdeführer 2

Gegenstand  Erwachsenenschutz – Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 i.V.m. 
Art. 395) und Postöffnungs- und Wohnungsbetretungsbefugnis 
(Art. 391 Abs. 3 ZGB)

Beschwerde vom 12. Januar 2023 gegen den Entscheid des Frie-
densgerichts des Sensebezirks vom 14. Dezember 2022

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Sachverhalt

A. Am 10. November 2022 wandte sich C.________ telefonisch und per E-Mail an das Friedens-
gericht des Sensebezirks (nachfolgend kurz: Friedensgericht). Er wies darauf hin, dass sich seine 
Mutter, D.________, im Pflegezentrum E.________ befinde und sein Vater, M.________ sel., 
derzeit in der Rehabilitationsklinik F.________ in G.________. Er, C.________, kümmere sich um 
seine Eltern und verfüge auch über eine entsprechende Vollmacht, um ihre finanziellen 
Angelegenheiten zu regeln. Er sei auch grundsätzlich bereit, das weiterhin zu tun, jedoch brauche 
er professionelle Unterstützung. Auch stelle sich die Frage der Heimfinanzierung. Da mit seinen 
Brüdern (A.________ und B.________) grosse Probleme bestünden, sei ein klärendes Gespräch 
dringend notwendig.

Am 6. Dezember 2022 wurden der Vater, M.________ sel., und die Mutter, D.________, in den 
jeweiligen Institutionen getrennt angehört. Am 14. Dezember 2022 fand die bereits am 23. November 
2022 anberaumte gemeinsame Anhörung der Söhne C.________, A.________ und B.________ 
statt.

Am 9. Dezember 2022 ist der Vater, M.________ sel., verstorben.

B. Mit Entscheid vom 14. Dezember 2022 errichtete das Friedensgericht für D.________ per 
sofort eine Vertretungsbeistandschaft in den Bereichen Administratives, Finanzen, Wohnen und 
Gesundheit und ernannte H.________, Berufsbeistandschaft Sense-Unterland, zu ihrem Beistand.

Gestützt auf Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB wurden dem Beistand im Rahmen einer Vertretungsbei-
standschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung folgende Aufgabenbereiche übertragen:

a. die verbeiständete Person bei der Besorgung der administrativen Angelegenheiten soweit 
nötig zu vertreten, insbesondere auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, 
(Sozial-)Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen;

b. die verbeiständete Person bei den finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere 
das Einkommen und das Vermögen sorgfältig zu verwalten;

c. stets für eine geeignete Wohnsituation besorgt zu sein und D.________ bei allen in diesem 
Zusammenhang erforderlichen Handlungen umfassend zu vertreten;

d. für das gesundheitliche Wohl von D.________ sowie für eine hinreichende medizinische 
Betreuung zu sorgen und sie bei allen dafür erforderlichen Vorkehrungen zu vertreten, 
insbesondere auch bei Urteilsunfähigkeit über die Erteilung oder Verweigerung der Zustim-
mung zu vorgesehenen medizinischen Massnahmen zu entscheiden, wozu der Beistand 
ermächtigt wird, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen, welche Auskunft über den aktuellen 
Gesundheitszustand von D.________ geben;

e. die Erbschaft des verstorbenen Ehemannes, M.________ sel., zu regeln, dies nötigenfalls 
gerichtlich oder durch den Beizug eines Notars, wozu dem Beistand Prozessvollmacht und 
Substitutionsrecht erteilt wird.

In Zusammenhang mit der Verwaltung des Einkommens und Vermögens wurde der Beistand aufge-
fordert, für D.________ bei Bedarf ein Zahlungskonto und eventuell ein Freibetragskonto sowie 
allenfalls ein Kapitalkonto zu errichten. D.________ wurde ohne Handlungsfähigkeitseinschränkung 

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der Zugriff auf alle auf sie lautenden bereits bestehenden und/oder noch zu eröffnenden Konto- und 
Depotbeziehungen entzogen; ausgenommen davon sei das vom Beistand zu bezeichnende Freibe-
tragskonto mit den von diesem zu bestimmenden und zu überweisenden Beträgen zur freien Verfü-
gung. 

Weiter wurde der Beistand gestützt auf Art. 391 Abs. 3 ZGB befugt, die Post von D.________ zu 
öffnen und deren Wohnräume zu betreten, und aufgefordert: 

a. zusammen mit D.________ und deren drei Söhnen zu besprechen, wo D.________ künftig 
leben soll (E.________ oder I.________);

b. per Rechtskraft dieses Entscheides ein Anfangsinventar zu erstellen und dem Friedensge-
richt des Sensebezirks zur Genehmigung einzureichen.

Dem Entscheid wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.

C. Gegen diesen Entscheid erhoben die Söhne A.________ und B.________ am 12. Januar 
2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg. Sie beantragen sinngemäss, es sei in Aufhebung 
des angefochtenen Entscheids in den Bereichen Wohnen und Gesundheit A.________ und in den 
Bereichen Administratives, Finanzen und Erbteilung ein Beistand der Berufsbeistandschaft Sense-
Mittelland zum Beistand von D.________ zu ernennen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ausserdem sei das Friedensgericht anzuweisen, 
für die Dauer des Verfahrens an Stelle von H.________ eine andere Beistandsperson zu ernennen.

Am 20. Januar 2023 edierte das Friedensgericht die Vorakten. In seiner Stellungnahme vom selben 
Tag schloss es auf eine Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

1.

1.1. Das Kantonsgericht bzw. dessen Kindes- und Erwachsenenschutzhof (Art. 14 Abs. 1 Bst. c 
des Reglements für das Kantonsgericht vom 22. November 2012 betreffend seine Organisation und 
seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]) ist zuständig für die Beschwerden gegen Entscheide, die 
von der Schutzbehörde oder deren Präsidentin oder Präsidenten getroffen wurden (Art. 8 des Geset-
zes vom 15. Juni 2012 über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; SGF 212.5.1]).

Die Beschwerdeführer sind als der betroffenen Person nahestehende Personen zur Beschwerde 
befugt (Art. 450 Abs. 2 ZGB). Ihre Handlungsfähigkeit ist nicht eingeschränkt (Art. 450f ZGB i.V.m. 
Art. 67 ZPO).

1.2. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB). 
Der angefochtene Entscheid datiert vom 14. Dezember 2022. Die am 12. Januar 2023 dagegen 
eingereichte Beschwerde ist damit rechtzeitig erfolgt.

Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB), was 
vorliegend der Fall ist.

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1.3. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit 
(Ziff. 3) gerügt werden. Die für das erstinstanzliche Verfahren anwendbaren Grundsätze der Unter-
suchungs- und Offizialmaxime gelten auch vor der Beschwerdeinstanz (KOKES-Praxisanleitung 
Erwachsenenschutzrecht, Rz. 12.34).

Da das freiburgische Recht nichts anderes bestimmt, sind die Bestimmungen der Zivilprozessord-
nung sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB). Die Rechtsmittelinstanz kann somit aufgrund der 
Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 ZPO).

2.

2.1. Die Erwachsenenschutzbehörde errichtet eine Beistandschaft, wenn eine volljährige Person 
wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder eines ähnlichen in der Person 
liegenden Schwächezustands ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann 
(Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) oder wenn sie wegen vorübergehender Urteilsunfähigkeit oder Abwe-
senheit in Angelegenheiten, die erledigt werden müssen, weder selber handeln kann noch eine zur 
Stellvertretung berechtigte Person bezeichnet hat (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Die Tatbestandsva-
riante des Schwächezustands begreift sich als Auffangnorm. Sie ist restriktiv zu handhaben. Ein 
Schwächezustand kann nur dann Anlass zur Errichtung einer Beistandschaft sein, wenn er im 
Hinblick auf die Hilfsbedürftigkeit einer Person mit einer geistigen Behinderung oder einer psychi-
schen Störung vergleichbar ist. Erfasst sind davon auch seltene Erscheinungsformen körperlicher 
Behinderung, zum Beispiel eine schwere Lähmung oder eine Verbindung von Blind- und Taubheit 
(Urteil BGer 5A_638/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 5.1 mit Hinweisen). Das Vorliegen eines 
Schwächezustandes alleine genügt jedoch nicht für die Anordnung einer Beistandschaft; vielmehr 
ist auch ein Unvermögen erforderlich, die eigenen Angelegenheiten zu besorgen und die erforderli-
chen Vollmachten zu erteilen (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], BBl 2006 7001, 7043). So 
unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden 
Maximen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, 
dass behördliche Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen 
Person auf andere Weise nicht angemessen sichergestellt ist. Ist die gebotene Unterstützung der 
hilfsbedürftigen Person auf andere Art – durch die Familie, andere nahestehende Personen oder 
private oder öffentliche Dienste – schon gewährleistet, so ordnet die Erwachsenenschutzbehörde 
keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Kommt die Erwachsenenschutzbehörde demge-
genüber zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person sei nicht ausrei-
chend oder von vornherein ungenügend, so muss ihre behördliche Massnahme verhältnismässig, 
das heisst erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde 
hat dabei nicht gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach 
Mass" zu treffen, das heisst solche, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 
391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher 
Eingriff wie möglich". Dies gilt auch für die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 
Abs. 1 ZGB (BGE 140 III 49 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Eine solche wird errichtet, wenn die hilfsbedürf-
tige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss.

Gemäss Art. 401 ZGB hat die betroffene Person die Möglichkeit, eine Vertrauensperson als Beistand 
oder Beiständin vorzuschlagen. Die Erwachsenenschutzbehörde entspricht dem Wunsch, wenn die 
vorgeschlagene Person für die Beistandschaft geeignet und zu deren Übernahme bereit ist (Abs. 1). 
Die Erwachsenenschutzbehörde berücksichtigt, soweit tunlich, Wünsche der Angehörigen oder 

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anderer nahestehender Personen (Abs. 2). Lehnt die betroffene Person eine bestimmte Person als 
Beistand oder Beiständin ab, so entspricht die Erwachsenenschutzbehörde, soweit tunlich, diesem 
Wunsch (Abs. 3). Wird die betroffene Person nicht auf die Möglichkeit hingewiesen, eine Vertrau-
ensperson vorzuschlagen, liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor (Urteil BGer 
5A_540/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 3.1.2 mit Hinweisen).

2.2. Voraussetzung für die Anordnung einer Beistandschaft ist somit zunächst das Vorliegen 
eines Schwächezustandes, also einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder eines 
ähnlichen in der Person liegenden Schwächezustands (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) bzw. eine vor-
übergehende Urteilsunfähigkeit oder Abwesenheit (Art. 390 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB).

Ob ein Schwächezustand (im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) bzw. Urteilsunfähigkeit (im 
Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB) vorliegt, muss nicht selten von Fachpersonen beurteilt werden. 
Das gilt insbesondere im Hinblick auf eine Einschränkung der Handlungsfähigkeit. So ist gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung für die Errichtung einer umfassenden Beistandschaft wegen 
psychischer Störung oder geistiger Behinderung ein (externes) förmliches Gutachten einzuholen, 
sofern nicht ein Mitglied der Behörde, das beim Entscheid mitwirkt, über das erforderliche Fach- und 
Sachwissen verfügt (BGE 140 III 97 E. 4; vgl. auch Urteile BGer 5A_912/2014 vom 27. März 2015 
E. 3.2.2 und 5A_617/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 4.3). Im Übrigen räumt aber Art. 446 Abs. 2 
ZGB der Erwachsenenschutzbehörde den Spielraum ein, nach eigenem Ermessen über die erfor-
derlichen Abklärungen zu befinden. Sie hat demnach nur nötigenfalls das Gutachten einer sachver-
ständigen Person einzuholen. Der Gutachter muss auch nicht notwendigerweise ein Psychiater sein. 
Es kann auch ein anderer Arzt oder ein Psychologe mit dem erforderlichen Sachverstand bzw. 
hinreichender Erfahrung sein. Zudem muss im Verfahren vor der Erwachsenenschutzbehörde von 
Bundesrecht wegen nicht zwingend ein externer Experte beigezogen werden, falls ein Mitglied der 
Behörde, das beim Entscheid mitwirkt, über das erforderliche Fach- und Sachwissen verfügt (BGE 
140 III 97 E. 4). Das kantonale Recht kann dagegen weitergehende Vorschriften aufstellen, worauf 
der Kanton Freiburg aber (bislang) verzichtet hat (BIBERBOST in Basler Kommentar zum Zivilgesetz-
buch I, Art. 1-456 ZGB, 7. Auflage, Art. 390 N. 9). 

3.

3.1. Vorliegend ist festzustellen, dass, auch wenn für die Errichtung einer Beistandschaft die 
Einholung eines Gutachtens nicht unbedingt notwendig ist, zumal es sich bei der Erwachsenen-
schutzbehörde um eine Fachbehörde handelt (Art. 440 Abs. 1 ZGB), das Tatsachenfundament, das 
das Friedensgericht seinem Entscheid vom 14. Dezember 2022 zu Grunde gelegt hat, sehr dürftig 
ist und nicht genügt, um eine derart weitreichende Vertretungsbeistandschaft wie im vorliegenden 
Fall zu begründen. Zwar hat die Friedensrichterin die betroffene Person – D.________ – und alle 
nahestehenden Angehörigen – so den in der Zwischenzeit verstorbenen Ehemann M.________ sel. 
und die Söhne C.________, A.________ und B.________ – persönlich angehört. Angehört wurden 
des Weiteren auch J.________ (Sozialberatung der Klinik F.________, zusammen mit M.________ 
sel.) und K.________ (Leiterin der Wohngruppe L.________ im Pflegezentrum E.________, zusam-
men mit D.________). K.________ konnte denn auch einige Angaben zum aktuellen kognitiven 
Gesundheitszustand von D.________ machen. Sie gab namentlich zu Protokoll, dass zwar noch nie 
ein Test gemacht worden sei, es aber offensichtlich sei, dass D.________ Demenz habe. Dazu 
komme noch eine Depression. Ihr fehle die Entscheidungsfähigkeit und sie sage sehr oft "ich weiss 
es nicht". Eine gewisse Selbständigkeit sei zwar da (sie könne sich selber anziehen und grundsätz-
lich auch waschen), haushalten sei aber nicht möglich. Zudem brauche sie eine dauernde Anleitung 
und Tagesstruktur (man müsse sie daran erinnern zu essen, Zähne zu putzen etc.). Auch bei der 

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Intimwäsche brauche sie Hilfe. Nach dem Spitaleintritt ihres Ehemannes hätte sie nicht alleine zu 
Hause bleiben können, das wäre nicht möglich gewesen in ihrem Zustand. Auch sei für sie eine 
Rückkehr nach Hause nicht mehr möglich (vgl. das Sitzungsprotokoll vom 6. Dezember 2022, S. 4). 

Ohne die fachliche Kompetenz von K.________ in Frage zu stellen, muss dennoch festgehalten 
werden, dass sie die einzige Fachperson ist, die sich aktenkundig zum Krankheitsgeschehen und 
den daraus entstehenden Beeinträchtigungen von D.________ geäussert hat. In den vorliegenden 
Akten findet sich nämlich kein einziger medizinischer Bericht, nicht einmal der Name des behan-
delnden (Haus-)Arztes ist bekannt. Kommt hinzu, dass sich K.________ nicht etwa umfassend und 
ausführlich zum Krankheitsgeschehen und den daraus entstehenden Beeinträchtigungen von 
D.________ äusserte, sondern bloss ansatzweise, kann doch ihren Aussagen allenfalls eine beste-
hende Hilfsbedürftigkeit im Haushalt, beim Essen, der Körperpflege und der Tagesstruktur entnom-
men werden, nicht aber in anderen Bereichen. Auch äusserte sich K.________ mit keinem Wort 
dazu, in welchem Stadium der Erkrankung sich D.________ befindet und dass bzw. inwiefern sie 
nicht mehr in der Lage sein sollte, selbst Entscheidungen in den Bereichen Administratives, Finan-
zen, Wohnen, Gesundheit und Erbschaft zu treffen oder jemanden ihres Vertrauens damit zu beauf-
tragen, dies an ihrer Stelle zu tun. Vielmehr wird ihr die Entscheidungsfähigkeit nur ganz allgemein 
– und ohne weitere Begründung – abgesprochen (wörtlich: "Ihr fehlt die Entscheidungsfähigkeit. Sie 
sagt sehr oft «ich weiss es nicht»"; vgl. das Sitzungsprotokoll vom 6. Dezember 2022, S. 4). Das 
Gespräch mit D.________ und K.________ dauerte denn auch gerade einmal 14 Minuten. Kommt 
hinzu, dass das Protokoll von K.________ nicht unterschrieben wurde.

Auch aus dem Protokoll der persönlichen Anhörung von M.________ sel., der sich bis zu seinem 
Spitaleintritt um seine Ehefrau gekümmert hat, lässt sich nichts Entsprechendes entnehmen. Er 
führte zwar aus, dass er seit der Erkrankung seiner Ehefrau alles im Haushalt gemacht habe und 
sich seit seinem Spitaleintritt sein Sohn C.________ um das Administrative und die Finanzen 
kümmere. Dem Protokoll lässt sich indes nicht entnehmen, dass seine Frau in diesen Bereichen 
(und auch in anderen Bereichen wie Wohnen und Gesundheit) hilfsbedürftig wäre, indem sie ihre 
Angelegenheiten nicht mehr selber zu besorgen und auch nicht die erforderlichen Vollmachten zu 
erteilen vermöge (vgl. das Sitzungsprotokoll von 6. Dezember 2022, S. 2-4).

Gleiches gilt für die persönliche Anhörung von C.________, A.________ und B.________ sowie die 
Gefährdungsmeldung vom 10. November 2022 (vgl. das Sitzungsprotokoll vom 14. Dezember 2022 
sowie die Telefonnotiz vom 10. November 2022 sowie das E-Mail vom selben Tag).

Die Annahme des Friedensgerichts, D.________ könne ihre alltäglichen Angelegenheiten nicht 
mehr selber erledigen und sei in sämtlichen Belangen (Finanzen, Administratives, Wohnen, Gesund-
heit und Erbschaft) schutzbedürftig sowie aufgrund ihres kognitiven Abbaus vermutlich urteilsunfähig 
und nicht mehr in der Lage, Massnahmen für ihre eigene Vorsorge zu ergreifen (Entscheid vom 
14. Dezember 2022, S. 3), lässt sich damit nicht auf die vorliegenden Akten abstützen.

3.2. Daran ändert nichts, dass D.________ von der Friedensrichterin persönlich angehört wurde 
und sich diese somit einen persönlichen Eindruck von ihr verschaffen konnte. Die Friedensrichterin 
verfügt zwar zweifelsfrei über sehr viel Erfahrung im Bereich des Erwachsenenschutzrechts, 
namentlich auch bei der Anordnung von Altersbeistandschaften aufgrund von Demenzerkrankun-
gen. Die Anhörung von D.________ erfolgte aber nicht pluridisziplinär, wurde doch die Friedensrich-
terin einzig durch den Chef-Gerichtsschreiber begleitet, nicht aber durch ein Behördenmitglied, das 
über medizinisches Fach- und Sachwissen verfügt. Aus diesem Grund kann nicht alleine auf den 
persönlichen Eindruck der Friedensrichterin abgestellt werden, zumal das Gespräch, wie bereits 

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ausgeführt, auch nur sehr kurz dauerte und bloss eine Momentaufnahme darstellt, die eine medizini-
sche Beurteilung der gesundheitlichen Situation nicht gänzlich zu ersetzen vermag.

3.3. Schliesslich ist festzustellen, dass das Friedensgericht, wenn nicht eine umfassende, so 
doch eine sehr weitreichende Vertretungsbeistandschaft angeordnet hat. Diese beschlägt die Berei-
che Administratives, Finanzielles, Wohnen, Gesundheit und Erbschaft und ermächtigt den Beistand 
unter anderem auch dazu, die Post von D.________ zu öffnen und ihre Wohnräume zu betreten. Im 
Bereich Gesundheit wurde dem Beistand gar die Ermächtigung erteilt, bei Urteilsunfähigkeit von 
D.________ über die Erteilung oder Verweigerung der Zustimmung zu vorgesehenen medizinischen 
Massnahmen zu entscheiden, ohne dass die Urteilsfähigkeit von D.________ je fachärztlich abge-
klärt worden wäre. Damit ist nicht gesagt, dass D.________ umfassend medizinisch abgeklärt 
werden muss, bevor Erwachsenenschutzmassnahmen angeordnet werden können. Die Erwachse-
nenschutzbehörde muss ihren Entscheid aber auf ein Tatsachenfundament abstützen können, 
welches die angeordneten Massnahmen auch rechtfertigt, zumal die angeordnete Vertretungsbei-
standschaft nicht etwa vorsorglich, sondern endgültig verfügt wurde. 

Selbstverständlich bleibt es dem Friedensgericht nicht verwehrt, falls nötig, für die Zeit der noch 
durchzuführenden Abklärungen und gestützt auf die bereits vorliegenden Akten vorsorgliche Mass-
nahmen anzuordnen. Die endgültige Anordnung von Erwachsenenschutzmassnahmen zu Gunsten 
von D.________ benötigt indes weitere Instruktionen in dem Sinne, dass zumindest ein Bericht des 
behandelnden Arztes und/oder der betreuenden Pflegefachperson einzuholen ist, der sich umfas-
send zum Krankheitsgeschehen und den daraus entstehenden Beeinträchtigungen von D.________ 
äussert und aufzeigt, in welchen Bereichen diese in welchem Ausmass hilfsbedürftig ist.

4.

Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen, der angefochtene Entscheid vom 14. Dezem-
ber 2022 aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie weitere 
Abklärungen zum Krankheitsgeschehen und den daraus entstehenden Beeinträchtigungen von 
D.________ tätigt und anschliessend neu entscheidet.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen als erle-
digt vom Geschäftsverzeichnis abzuweisen.

5.

Die pauschale Gerichtsgebühr ist auf CHF 300.- festzusetzen (Art. 95 Abs. 2 Bst. b ZPO; Art. 19 
Abs. 1 des Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]) und dem Ausgang des 
Verfahrens entsprechend dem Staat Freiburg aufzuerlegen (Art. 6 KESG; Art. 450f ZGB; Art. 106 
Abs. 1 ZPO; Art. 10 ff. JR).

In Anwendung von Art. 116 ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 3 KESG besteht kein Anspruch auf eine Partei-
entschädigung.

Dispositiv auf der nächsten Seite

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

Der Entscheid des Friedensgerichts des Sensebezirks vom 14. Dezember 2022 wird aufgeho-
ben und die Angelegenheit zu weiterer Abklärung und Entscheidung im Sinne der Erwägungen 
an dieses zurückgewiesen.

II. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis 
abgeschrieben. 

III. Die Gerichtskosten werden auf pauschal CHF 300.- festgesetzt und dem Staat Freiburg aufer-
legt.

IV. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 8. Februar 2023/dki

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: