# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71ab322f-03da-5b22-ad06-34496bb5cf6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2024 B-721/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-721-2018_2024-04-25.pdf

## Full Text

U r t e i l  v o m  2 5 . A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiber Robert Weyeneth. 
 

 
 

Parteien 
 Lazzarini AG,  

Cho d'Punt 11, 7503 Samedan,  

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Amstutz, LL.M.  

Amstutz Greuter Rechtsanwälte,  

Hallerstrasse 6, Postfach, 3001 Bern, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Wettbewerbskommission WEKO,  

Hallwylstrasse 4, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Wettbewerbsabreden im Hoch- und Tiefbau im Engadin, 

Sanktionsverfügung vom 2. Oktober 2017  

(22-0465, Engadin VIII [...]). 

 

 

 

 B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-721/2018 

 

B-721/2018 

Seite 2 

Inhalt 

Sachverhalt......................................................................................................................................................3 
 

Erwägungen................................................................................................................................................... 9 

1. Prozessvoraussetzungen ...................................................................................................................... 9 

2. Zweck und Geltungsbereich des KG .................................................................................................... 9 

3. Streitgegenstand .................................................................................................................................. 10 

4. Terminologie ........................................................................................................................................ 11 

5. Rüge der fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung ............................................................................... 11 

6. Wettbewerbsabrede: Beweisergebnis und rechtliche Würdigung ................................................... 13 

7. Beseitigung oder erhebliche Beeinträchtigung wirksamen Wettbewerbs ....................................... 14 

8. Rechtfertigung nach Art. 5 Abs. 2 KG ................................................................................................ 20 

9. Ergebnis................................................................................................................................................ 20 

10. Sanktionierung ................................................................................................................................... 20 

10.1 Sanktionierbarkeit ............................................................................................................................ 21 

10.2 Methode der Bemessung ................................................................................................................. 23 

10.3 Basisbetragssatz .............................................................................................................................. 26 

10.4 Erschwerungs- und Milderungsgründe .......................................................................................... 31 

11. Bonusregelung ................................................................................................................................... 32 

11.1 Standpunkt der Beschwerdeführerin .............................................................................................. 32 

11.2 Standpunkt der Vorinstanz .............................................................................................................. 33 

11.3 Bonusregelung im Allgemeinen ...................................................................................................... 34 

12. Beurteilung im vorliegenden Fall ...................................................................................................... 39 

13. Sanktionsminderung nach Art. 6 Abs. 1 SVKG ................................................................................ 41 

14. Reformatio in peius ............................................................................................................................ 44 

15. Ergebnis .............................................................................................................................................. 46 

16. Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ......................................................................................... 46 

 

 

B-721/2018 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Gegenstand der vorliegend zu beurteilenden Verfügung der Wettbewerbs-

kommission (nachfolgend: Vorinstanz) vom 2. Oktober 2017 ist eine wett-

bewerbswidrige Abrede über das Eingabeverhalten hinsichtlich der Aus-

schreibung (...) zwischen den folgenden Bauunternehmungen: 

- der Lazzarini AG (nachfolgend: Lazzarini oder Beschwerdeführerin), mit 

Sitz in Samedan, 

- der Bezzola Denoth AG (nachfolgend: Bezzola Denoth), mit Sitz in 

Scuol, und 

- der Implenia Schweiz AG (nachfolgend: Implenia), mit Sitz in Dietlikon. 

Diese Bauunternehmungen wurden von der Bauherrin, (...), zur Offertstel-

lung eingeladen und haben in der Folge je eine Offerte eingereicht. Bezzola 

Denoth hat den Zuschlag erhalten. 

B.  

Am 30. Oktober 2012 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskommis-

sion (nachfolgend: Sekretariat) im Einvernehmen mit einem Mitglied des 

Präsidiums gegen 19 Unternehmen der Baubranche eine Untersuchung 

nach Art. 27 des Kartellgesetzes (KG), unter anderem auch gegen die Be-

schwerdeführerin, Bezzola Denoth und Implenia (Verfahren-Nr. 22-0433: 

Bau Unterengadin). 

Das Sekretariat führte in seinem Eröffnungsschreiben vom 30. Oktober 

2012 an die Beschwerdeführerin aus, es lägen aufgrund einer Anzeige An-

haltspunkte für mutmassliche Wettbewerbsabreden in der Baubranche im 

Unterengadin vor, namentlich bezüglich der Märkte für Hoch-, Tief- und 

Strassenbau. Es bestehe der Verdacht, dass verschiedene Bauunterneh-

men, darunter die Beschwerdeführerin, sich abgesprochen hätten, insbe-

sondere um bei Ausschreibungen die Angebote und Angebotssummen zu 

koordinieren und allenfalls die Bauprojekte und Kunden aufzuteilen (vgl. 

Vorinstanz, act. I.008 [22-0433]; amtliche Publikation der Untersuchungs-

eröffnung im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] vom 13. Novem-

ber 2012, Nr. 221, sowie im Bundesblatt vom 13. November 2012 [BBl 

2012 8999]). 

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Seite 4 

C.  

Vom 30. Oktober bis 1. November 2012 führte das Sekretariat mehrere 

Hausdurchsuchungen durch, unter anderem auch bei der Beschwerdefüh-

rerin, Bezzola Denoth und Implenia. 

Dabei beschlagnahmte das Sekretariat bei der Beschwerdeführerin das 

Deckblatt ihrer "Offertbearbeitung" vom 8. Juli 2011 über die (...). Dieses 

enthält unter anderem die Anmerkung "[…] Schutzofferte Bezzola Denoth 

AG […]" (vgl. Vorinstanz, act. III.E.003 [22-0433], S. 11). 

D.  

Am 1. November 2012 reichte die Beschwerdeführerin in der Untersuchung 

Nr. 22-0433 (Bau Unterengadin) eine Selbstanzeige gemäss Art. 49a 

Abs. 2 KG i.V.m. Art. 8 ff. der KG-Sanktionsverordnung (SVKG) für die Re-

gion "Unterengadin" ein (vgl. Vorinstanz, act. IX.B.1 [25-0038]). Sie er-

gänzte diese gleichentags mündlich (vgl. Vorinstanz, act. IX.B.4 [25-0038]). 

Am gleichen Tag reichte Implenia in derselben Untersuchung eine Selbst-

anzeige für die Region "Unter- und Oberengadin" ein (vgl. Vorinstanz, act. 

IX.A.1 [25-0037]). 

E.  

Am 9. November 2012 reichte Bezzola Denoth eine Selbstanzeige für die 

Region "Unterengadin" ein (vgl. Vorinstanz, act. IX.C.3 [25-0039]). 

F.  

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2012 stellte Bezzola Denoth dem Sekre-

tariat in Ergänzung ihrer Selbstanzeige eine Liste ihrer Offerten zu Baupro-

jekten im Engadin in den Jahren 2006 bis 2012 zu, auf welcher das Projekt 

(...) mit der Bemerkung "Schutz von Implenia Davos und Lazzarini erhalten. 

Hinweis in unserem Mailverkehr" aufgeführt ist (vgl. Vorinstanz, act. 

IX.C.27 [25-0039], S. 20 f.). 

G.  

Mit Eingabe vom 7. Dezember 2012 reichte die Beschwerdeführerin eine 

Liste mit Bauprojekten im Unterengadin in den Jahren 2006 bis 2012 ein, 

für welche sie eine Offerte eingereicht hatte. Darin wird auch das in Frage 

stehende Projekt aufgeführt. Die Beschwerdeführerin führte zu diesem 

aus, es seien in ihrem IT-System keine eigenen Kalkulationsdaten hinter-

legt, was für eine Zustellung der Kalkulationsdaten durch einen Konkurren-

ten spreche. Der exakte Ablauf könne jedoch nicht mehr eruiert werden 

(vgl. Vorinstanz, act. IX.B.7 [25-0038], S. 19). 

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Seite 5 

H.  

In Ergänzung ihrer Selbstanzeige reichte Bezzola Denoth am 1. Februar 

2013 dem Sekretariat mehrere E-Mails über das vorliegende Projekt ein, 

nämlich 

– eine E-Mail von A._______, (...) von Bezzola Denoth, an B._______, 

(...) der Beschwerdeführerin, vom 6. Juli 2011,  

– eine E-Mail von B._______ an A._______ vom selben Tag, 

– eine E-Mail von A._______ an B._______ vom 8. Juli 2011 (vgl. Vor-

instanz, act. IX.C.35 [25-0039], S. 44 ff.). 

I.  

Am 22. April 2013 dehnte das Sekretariat die Untersuchung in örtlicher Hin-

sicht auf den gesamten Kanton Graubünden und in persönlicher Hinsicht 

auf sieben weitere Unternehmen aus (vgl. amtliche Publikation im Schwei-

zerischen Handelsamtsblatt [SHAB] vom 28. Mai 2013, Nr. 100, sowie im 

Bundesblatt vom 28. Mai 2013 [BBl 2013 3369]). Es führte das Verfahren 

Nr. 22-0433 unter der Bezeichnung "Bauleistungen Graubünden" fort. 

J.  

In Ergänzung ihrer Selbstanzeige teilte die Beschwerdeführerin am 17. Mai 

2013 dem Sekretariat mit, gemäss den ihr vorliegenden Angaben könne 

nicht ausgeschlossen werden, dass sie "von einem Mitbewerber die Kal-

kulation erhalten [...] und dann den Preis nachträglich erhöht" habe (vgl. 

Vorinstanz, act. IX.B.19 [25-0038], S. 3). 

K.  

Am 26. Oktober 2015 befragte das Sekretariat A._______ im Rahmen der 

mündlichen Ergänzung der Selbstanzeige von Bezzola Denoth. Dieser 

sagte aus, er habe der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 6. Juli 2011 die 

Offerte der Bezzola Denoth über das relevante Projekt zugesendet (vgl. 

Vorinstanz, act. IX.C.60 [25-0039], Rz. 698 ff.). 

L.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. November 2015 trennte das 

Sekretariat die Untersuchung Nr. 22-0433 (Bauleistungen Graubünden) in 

zehn verschiedene Verfahren auf, unter anderem in die Untersuchung 

Nr. 22-0465 (Hoch- und Tiefbauleistungen Engadin VIII). Als Untersu-

chungsgegenstand des soeben erwähnten Verfahrens bezeichnete die 

verfahrensleitende Verfügung mutmassliche Wettbewerbsabreden über 

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Seite 6 

das Projekt (...). Als Parteien des Untersuchungsverfahrens nannte sie die 

Beschwerdeführerin, Bezzola Denoth und Implenia (vgl. Vorinstanz, act. 

I.505, I.520, I.525 [22-0465]). 

M.  

Am (...) beantwortete die Bauherrin das Auskunftsbegehren des Sekretari-

ats vom (...) zum vorliegenden Projekt.  

N.  

Mit Schreiben vom 8. April 2016 teilte das Sekretariat der Beschwerdefüh-

rerin unter anderem mit, dass die Ausführungen in ihrer Eingabe vom 

17. Mai 2013 nach seiner vorläufigen Beurteilung keinen Selbstanzeige-

gehalt aufwiesen (vgl. Vorinstanz, act. 4 [22-0465/25-0038]). 

O.  

Mit Eingabe vom 19. April 2016 führte die Beschwerdeführerin aus, dass 

sie mutmasslich durch einen ihrer Konkurrenten mit dessen Kalkulations-

daten bedient worden sei (vgl. Vorinstanz, act. 5 [22-0465/25-0038], S. 3). 

P.  

Am 29. März 2017 stellte das Sekretariat den Untersuchungsadressaten 

seinen Verfügungsantrag zur Stellungnahme zu. 

Q.  

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 14. Juni 2017 zum Verfü-

gungsantrag Stellung und wurde am 4. September 2017 von der Vor-

instanz angehört. Sie anerkannte dabei die Beteiligung an einer unzulässi-

gen Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG und machte 

geltend, dass ihr der Selbstanzeigestatus zu Unrecht aberkannt worden 

sei. Zudem sei die beantragte Sanktionierung in der Höhe von Fr. (...) zu 

hoch bemessen und daher zu reduzieren. 

R.  

Am 2. Oktober 2017 erliess die Vorinstanz im Verfahren Nr. 22-0465 (Hoch- 

und Tiefbauleistungen Engadin VIII [(...)]) eine Verfügung mit folgendem 

Dispositiv: 

"Aufgrund des Sachverhalts und der vorangehenden Erwägungen verfügt 

die Wettbewerbskommission (Art. 30 Abs. 1 KG): 

1.  Der Bezzola Denoth AG, der Implenia Schweiz AG und der Lazzarini 

AG wird untersagt: 

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1.1 Konkurrenten im Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und 

Tiefbauleistungen um Schutz, Stützofferten oder den Verzicht auf eine 

Offerteingabe anzufragen oder derartiges anzubieten; 

1.2 sich in Zusammenhang mit der Erbringung von Hoch- und Tiefbauleis-

tungen mit Konkurrenten vor Ablauf der Offerteingabefrist - oder, so-

fern nicht vorhanden, vor rechtskräftiger Auftragserteilung - über Of-

fertpreise, Preiselemente sowie die Zu- und Aufteilung von Kunden 

und Gebieten auszutauschen; davon ausgenommen ist der Aus-

tausch unabdingbarer Informationen im Zusammenhang mit 

a)  der Bildung und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE) 

sowie 

b)  der Mitwirkung an der Auftragserfüllung als Subunternehmer. 

2. Mit Sanktionen nach Art. 49a Abs. 1 KG wegen Beteiligung an der 

gemäss Art. 5 Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 KG unzulässigen Wettbewerbsab-

rede mit folgenden Beträgen belastet werden: 

2.1 Bezzola Denoth AG, Scuol, mit einem Betrag von CHF 0. 

2.2  Implenia Schweiz AG, mit einem Betrag von CHF (...). 

2.3 Lazzarini AG, Samedan, mit einem Betrag von CHF (...). 

3.  Die Verfahrenskosten betragen CHF 33'777 und werden folgender-

massen auferlegt: 

3.1  Die Bezzola Denoth AG trägt CHF 11'259. 

3.2  Die Implenia Schweiz AG trägt CHF 11'259. 

3.3  Die Lazzarini AG trägt CHF 11'259. 

4. [Eröffnung]" 

Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass der Be-

schwerdeführerin die Teilnahme an einer unzulässigen und den wirksamen 

Wettbewerb beseitigenden Wettbewerbsabrede nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a 

und c KG über das in Frage stehende Projekt nachgewiesen werden kön-

ne. Obwohl die Beschwerdeführerin mit ihrer Abredebeteiligung keinen 

Umsatz erzielt habe, sei ihr Verhalten nach Art. 49a Abs. 1 KG zu sanktio-

nieren. Zur Bestimmung des Basisbetrags zog die Vorinstanz die Offert-

summe von Bezzola Denoth als Schutznehmerin in der Höhe von insge-

samt Fr. (...) (exklusive Mehrwertsteuer) heran. Gestützt auf die Annahme 

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eines schwerwiegenden Verstosses wandte die Vorinstanz einen Basisbe-

tragssatz von rund 5% an. Den sich daraus ergebenden Betrag reduzierte 

sie mit Verweis auf die Kooperation der Beschwerdeführerin unter dem As-

pekt der mildernden Umstände nach Art. 6 SVKG um 25%, woraus ein 

Sanktionsbetrag von Fr. (...) resultierte.  

S.  

Gegen diese Verfügung hat die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

1. Februar 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. 

Sie stellt folgende Rechtsbegehren: 

"1.  Die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 02. Oktober 2017 

sei bezüglich Ziff. 2.3 des Dispositivs aufzuheben. 

2.  Die Beschwerdeführerin sei mit einer gerichtlich festzusetzenden, je-

doch den Betrag von CHF (...) nicht übersteigenden Pauschalsanktion 

zu belegen. 

3.  Eventualiter sei die Verfügung der Wettbewerbskommission vom 

02. Oktober 2017 bezüglich Ziff. 2.3 des Dispositivs aufzuheben und 

an die Wettbewerbskommission zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten des 

Staates -" 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass der Basisbetrag dem Grund-

satz der Verhältnismässigkeit und dem Gleichbehandlungsgebot nicht aus-

reichend Rechnung trage. Es lägen spezielle Umstände vor, welche die 

Vornahme einer im pflichtgemässen Ermessen gebildeten Pauschalsank-

tion von maximal Fr. (...) erfordern würden. So gehe es nicht um eine öf-

fentliche Ausschreibung. Zudem sei ein Wettbewerb nachfrageseitig nicht 

ernsthaft gewünscht gewesen.  

Sodann rügt die Beschwerdeführerin, es sei ihr der Selbstanzeigerstatus 

zu Unrecht aberkannt worden. Denn sie habe der Vorinstanz sämtliche für 

sie greifbaren Informationen verzugslos zur Verfügung gestellt. In diesem 

Zusammenhang bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die angefochtene 

Verfügung die Verfahrensgeschichte unvollständig wiedergegeben habe. 

So fehle der Hinweis auf ihre Eingabe vom 17. Mai 2013, mit der sie ihre 

Selbstanzeige ergänzt habe.  

T.  

Mit Vernehmlassung vom 18. Mai 2018 stellt die Vorinstanz folgende An-

träge: 

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"Die Beschwerde sei abzuweisen und die Dispositiv-Ziffer 2.3 der Verfü-

gung der Wettbewerbskommission vom 2. Oktober 2017 gegen die Be-

schwerdeführerin sei zu bestätigen. 

- Unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin -" 

U.  

Mit Replik vom 28. August 2018 hält die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest. 

V.  

Die Vorinstanz hält in ihrer Duplik vom 17. Oktober 2018 an ihren Anträgen 

fest. 

W.  

Auf diese und weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. Prozessvoraussetzungen 

Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der Vor-

instanz vom 2. Oktober 2017 (zugestellt am 21. Dezember 2017) und damit 

gegen ein zulässiges Beschwerdeobjekt im Sinne von Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) i.V.m. Art. 5 des Verwaltungsver-

fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Bun-

desverwaltungsgericht ist gemäss Art. 33 Bst. f VGG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 

Bst. b VwVG zur Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zu-

mal keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Die Beschwerde-

führerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Die Beschwerdefrist von 30 Tagen wurde unter Berück-

sichtigung des Fristenstillstands vom 18. Dezember 2017 bis und mit 2. Ja-

nuar 2018 (Art. 22a Abs. 1 Bst. c VwVG) gewahrt (Art. 50 i.V.m. Art. 20 ff. 

VwVG). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

2. Zweck und Geltungsbereich des KG 

2.1 Das KG bezweckt, volkswirtschaftlich oder sozial schädliche Auswir-

kungen von Kartellen und anderen Wettbewerbsbeschränkungen zu ver-

hindern und damit den Wettbewerb im Interesse einer freiheitlichen markt-

wirtschaftlichen Ordnung zu fördern (Art. 1 KG). 

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2.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 KG gilt das Gesetz für Unternehmen des privaten 

und des öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden 

treffen, Marktmacht ausüben oder sich an Unternehmenszusammen-

schlüssen beteiligen. Als Unternehmen gelten nach Art. 2 Abs. 1bis KG 

sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleistungen im 

Wirtschaftsprozess, unabhängig von ihrer Rechts- oder Organisationsform. 

Die Beschwerdeführerin ist ein Unternehmen im Sinne des KG, dem die 

Vorinstanz die Beteiligung an einer Wettbewerbsabrede nach Art. 5 Abs. 3 

Bst. a und c KG (vgl. zum Wortlaut der Bestimmungen E. 7.2) über die in 

Frage stehende Ausschreibung vorwirft. Der persönliche, sachliche und 

örtliche Geltungsbereich des KG nach Art. 2 KG ist demzufolge gegeben. 

2.3 Dem KG vorbehalten sind gemäss Art. 3 KG Vorschriften, soweit sie 

auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen Wettbewerb nicht 

zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche Markt- oder Preis-

ordnung begründen (Bst. a) oder einzelne Unternehmen zur Erfüllung öf-

fentlicher Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Bst. b). Solche 

Vorschriften im Sinne von Art. 3 KG sind vorliegend nicht ersichtlich. 

3. Streitgegenstand 

Beim Streitgegenstand handelt es sich um das Rechtsverhältnis, das Ge-

genstand der angefochtenen Verfügung – des Anfechtungsgegenstands – 

bildet, soweit es im Streit liegt. Innerhalb des Anfechtungsgegenstands be-

stimmen somit die Anträge der beschwerdeführenden Partei den Streitge-

genstand (vgl. SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 

2023, Art. 52 N. 38). 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist, soweit die Beschwerdefüh-

rerin betreffend, insbesondere die Auferlegung einer Verwaltungssanktion 

nach Art. 49a Abs. 1 KG für die Beteiligung an einer Wettbewerbsabrede 

nach Art. 5 Abs. 3 KG über das betreffende Projekt (Dispositiv-Ziffer 2.3). 

Zudem auferlegte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin Verhaltenspflich-

ten (Dispositiv-Ziffer 1) und Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 11'259.– 

(Dispositiv-Ziffer 3.3). 

Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der sie betreffenden An-

ordnungen der Vorinstanz in den Ziffern 2 und 3 des Dispositivs der ange-

fochtenen Verfügung. 

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Seite 11 

Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist somit die 

Rechtmässigkeit der Sanktion von Fr. (...) sowie die Auferlegung von an-

teilmässigen Verfahrenskosten der Vorinstanz im Betrag von Fr. 11'259.–. 

Nicht Streitgegenstand bildet die Auferlegung von Verhaltenspflichten 

durch die Vorinstanz. 

4. Terminologie 

In terminologischer Hinsicht sind im Zusammenhang mit der im vorliegen-

den Fall der Beschwerdeführerin vorgeworfenen Beteiligung an einer Sub-

missionsabsprache vorab einzelne begriffliche Klärungen vorzunehmen:  

Eine Stützofferte zeichnet sich dadurch aus, dass das stützende Unter-

nehmen die Offerte eines anderen Unternehmens – der designierten 

Schutznehmerin – auf der Grundlage einer gegenseitigen Abstimmung be-

wusst überbietet, d.h. ihr Angebot zu einem höheren Preis einreicht. Die 

Schutzgeberin reicht die eigene Offerte damit nur zum Schein ein. Eine 

Schutznahme ist erfolgreich, wenn die designierte Schutznehmerin den 

Zuschlag tatsächlich erhält (vgl. Urteil des BGer 2C_845/2018 vom 3. Au-

gust 2020, Sachverhalt, A, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Um-

bricht; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.1.2 f., 

9.3.4.1 f., Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, m.w.H.). Die Be-

weggründe der abredebeteiligten Unternehmen – insbesondere des stüt-

zenden Unternehmens – sind insoweit unerheblich. 

5. Rüge der fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung 

5.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die Vorinstanz habe 

den Sachverhalt teilweise unrichtig und unvollständig festgestellt. So 

werde ihre Eingabe vom 17. Mai 2013 in der Verfahrensgeschichte der an-

gefochtenen Verfügung nicht erwähnt. Die nicht aufgeführten Angaben 

zeigten, dass sie der Vorinstanz sämtliche für sie greifbaren und die ihr 

bekannten Informationen verzugslos zur Verfügung gestellt habe und dass 

ihr eine weitergehendere Kooperation objektiv unmöglich gewesen sei. So 

hätten ihr die Offerte und die E-Mails über das vorliegende Projekt im Zeit-

punkt der Selbstanzeige aufgrund periodischer Datenlöschungen in ihrem 

IT-System nicht mehr vorgelegen. Auch sei das Offertdeckblatt während 

der Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden (vgl. Beschwerde, Rz. 3 ff., 

24 ff.; Replik, Rz. 36, 48 f.). 

5.2 Die Vorinstanz entgegnet, es sei für die rechtliche Beurteilung nicht von 

Bedeutung, dass die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. Mai 2013 

B-721/2018 

Seite 12 

in der Verfahrensgeschichte der Verfügung nicht erwähnt worden sei. Denn 

die Beschwerdeführerin habe darin die für eine Selbstanzeige gebotene 

Klarheit über den angezeigten Sachverhalt missen lassen. Für die Beurtei-

lung, ob eine Selbstanzeige vorliege, seien zudem die von der Beschwer-

deführerin angeführten Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung des kartell-

rechtlich relevanten Sachverhalts nicht von Belang (vgl. Vernehmlassung, 

Rz. 15 ff.; Verfügung, Rz. 172 ff.). 

5.3 Wie in übrigen Verwaltungsverfahren gilt auch in Kartellverwaltungs-

verfahren grundsätzlich die Untersuchungsmaxime, wonach die Behörde 

den rechtlich relevanten Sachverhalt von Amtes wegen richtig und vollstän-

dig aufzuklären hat (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 39 KG; vgl. BGE 138 V 218 

E. 6; Urteil des BVGer A-4864/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; 

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesver-

waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 1.49). Als unvollständig gilt die Sachver-

haltsfestellung, wenn nicht über alle rechtserheblichen Umstände Beweis 

geführt wurde oder eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben, je-

doch nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid eingeflossen ist 

(vgl. Urteil des BVGer A-4864/2019 vom 15. September 2020 E. 3.4.1; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., Rz. 2.189). In diesem Sinne 

hält Art. 32 Abs. 1 VwVG fest, dass die Behörde vor Erlass der Verfügung 

alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien zu würdigen 

hat. Daraus folgt die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu begründen 

(Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung muss kurz die wesentlichen Über-

legungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 

die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begrün-

dung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt (vgl. BGE 

136 I 184 E. 2.2.1).  

5.4 Mit der Rüge, ihre in der Eingabe vom 17. Mai 2013 zum Ausdruck 

kommenden Bemühungen zur Aufklärung des Sachverhalts seien in der 

Verfahrensgeschichte der Verfügung nicht erwähnt, macht die Beschwer-

deführerin in der Sache geltend, dass die Vorinstanz entscheidrelevante 

Tatsachen nicht berücksichtigt habe.  

Diese Rüge weist somit einen engen Zusammenhang mit der Frage auf, 

ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen für eine Sanktionsreduk-

tion nach der Bonusregelung erfüllt hat. Sie wird deshalb im Rahmen der 

diesbezüglichen materiellrechtlichen Beurteilung behandelt (vgl. Urteile 

des BVGer B-2050/2007 vom 24. Februar 2010 E. 1.1.2 [nicht publizierte 

Erwägung in BVGE 2011/32], Swisscom Terminierungsgebühren; 

B-721/2018 

Seite 13 

B-771/2012 vom 25. Juni 2018 E. 5.3, Strassen- und Tiefbau im Kanton 

Aargau Cellere; B-2597/2017 vom 19. Januar 2022 E. 4.12 ff., Vifor 

Pharma; vgl. E. 11 ff.). 

6. Wettbewerbsabrede: Beweisergebnis und rechtliche Würdigung 

6.1 Nicht bestritten ist das Beweisergebnis der Vorinstanz, wonach die Be-

schwerdeführerin sich an einer Abstimmung mit Bezzola Denoth darüber 

beteiligt hat, wer den Zuschlag bei dem betreffenden Projekt erhalten und 

dementsprechend zu einem tieferen Preis als die anderen abredebeteilig-

ten Unternehmen offerieren soll (vgl. Verfügung, Rz. 62, 80; Sachverhalt, 

Q). 

6.2 Nicht bestritten ist auch die rechtliche Qualifikation dieses Verhaltens 

als Beteiligung an einer unzulässigen Wettbewerbsabrede über die Festle-

gung von Preisen und die Aufteilung von Märkten nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a 

und c KG (vgl. Verfügung, Rz. 104; Sachverhalt, Q; Urteil des BVGer 

B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.2.2, Strassen- und Tiefbau im Kanton 

Aargau Erne, m.w.H.; vgl. auch Urteil des BVGer B-420/2008 vom 1. Juni 

2010 E. 7, Strassenbeläge Tessin). 

6.3 Aufgrund der Akten besteht kein Anlass, dieses vorinstanzliche Be-

weisergebnis und dessen rechtliche Würdigung anzuzweifeln. Demzufolge 

ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die 

Beteiligung an einer Wettbewerbsabrede in Form einer Vereinbarung mit 

Bezzola Denoth über die Koordination des Eingabeverhaltens an der in 

Frage stehenden Ausschreibung rechtsgenüglich nachgewiesen werden 

kann. Konkret sollte eine andere Ausschreibungsteilnehmerin – Bezzola 

Denoth – den Submissionsauftrag (als Schutznehmerin) erhalten (vgl. Ur-

teil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 7 ff., Engadin IV Foffa 

Conrad). 

6.4 Weiter ist der Vorinstanz darin zu folgen, dass die Beschwerdeführerin 

in Umsetzung dieser Vereinbarung eine Stützofferte zugunsten von Bez-

zola Denoth als designierter Schutznehmerin eingereicht hat (vgl. Verfü-

gung, Rz. 96; zur Terminologie E. 4). 

Es steht sodann fest, dass Bezzola Denoth den Zuschlag in der Folge er-

halten hat, womit die Schutznahme erfolgreich war. 

B-721/2018 

Seite 14 

6.5 Nachfolgend ist jedoch zu prüfen, ob die vorinstanzliche Auffassung 

zutrifft, die Submissionsabsprache habe den wirksamen Wettbewerb be-

seitigt. 

7. Beseitigung oder erhebliche Beeinträchtigung wirksamen Wettbe-

werbs 

7.1 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass die Wettbewerbs-

abrede zu einer Beseitigung des Wettbewerbs geführt habe, weil kein aus-

reichender Aussenwettbewerb vorgelegen habe. Denn Aussenwettbewerb 

habe vorliegend ausschliesslich durch allfällige zur Offerteingabe eingela-

dene Bauunternehmen, die sich nicht gleichzeitig an der Abrede beteiligt 

hätten, entstehen können. Ein Unternehmen, von welchem damit über-

haupt ein wirksamer Wettbewerb habe ausgehen können, sei allenfalls das 

Unternehmen D._______, wobei unklar sei, ob dieses überhaupt offeriert 

habe. Selbst wenn dies der Fall gewesen sein sollte, wäre der von ihm 

ausgegangene Konkurrenzdruck als schwach zu werten, wie den Angaben 

der Bauherrschaft zu entnehmen sei. Die vorliegende Abrede sei zudem 

erfolgreich gewesen, da das zu schützende Unternehmen den Zuschlag 

wie vereinbart erhalten habe (vgl. Verfügung, Rz. 119 ff.). 

7.2  

7.2.1 Nach Art. 5 Abs. 3 KG wird die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs 

unter anderem bei folgenden Abreden vermutet, sofern sie zwischen Un-

ternehmen getroffen werden, die tatsächlich oder der Möglichkeit nach mit-

einander im Wettbewerb stehen: 

– Abreden über die direkte oder indirekte Festsetzung von Preisen (Art. 5 

Abs. 3 Bst. a KG); 

– Abreden über die Aufteilung von Märkten nach Gebieten oder Ge-

schäftspartnern (Art. 5 Abs. 3 Bst. c KG). 

7.2.2 Da im vorliegenden Fall die Vermutungsbasis nach Art. 5 Abs. 3 

Bst. a und c KG gegeben ist (vgl. E. 6.3 f.), greift die in Art. 5 Abs. 3 KG 

festgelegte Rechtsfolge, wonach die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs 

vermutet wird (vgl. Urteil des BVGer B-420/2008 vom 1. Juni 2010 E. 7, 

Strassenbeläge Tessin).  

7.2.3 Es stellt sich die Frage, ob diese Vermutung vorliegend widerlegt wer-

den kann. Zur Widerlegung ist der Nachweis erforderlich, dass trotz der 

B-721/2018 

Seite 15 

Abrede wirksamer aktueller oder potentieller Aussen- und/oder Innenwett-

bewerb bestand (vgl. BGE 143 II 297 E. 4.1., Gaba, m.w.H., 129 II 18 

E. 8.1., 8.3.2, Sammelrevers; Urteil des BVGer B-420/2008 vom 1. Juni 

2010 E. 9, Strassenbeläge Tessin, m.w.H.). Es gilt dabei der Untersu-

chungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG; Botschaft KG 1995, 

S. 564 ff.). 

7.2.4 Die vorliegend in Frage stehende Ausschreibung hatte (...) und damit 

Hoch- und Tiefbauleistungen zum Gegenstand. Wie die Vorinstanz aus-

führt, beschränkte sich der sachlich relevante Markt auf Bauleistungen für 

dieses Projekt (vgl. Verfügung, Rz. 112 ff.). 

7.2.5 Es steht fest und ist nicht strittig, dass die Bauherrin neben Bezzola 

Denoth auch die – ebenfalls offerierende – Beschwerdeführerin und Imple-

nia zur Offertstellung eingeladen hat. Zudem ist aufgrund der Akten davon 

auszugehen, dass sie auch D._______ als nicht an der Abrede beteiligtes 

Unternehmen zur Offertstellung eingeladen hat, das sich in der Folge durch 

Einreichung eines Angebots an der Ausschreibung beteiligt hat. Dies ergibt 

sich insbesondere aus der Antwort der Bauherrin vom (...) auf die Frage 

des Sekretariats, welche Bauunternehmungen beim betreffenden Projekt 

eine Offerte eingereicht hätten. Die Bauherrin führte im Einzelnen Folgen-

des aus (Vorinstanz, act. 3 [22-0465]): 

"[…]." 

7.2.6 Bei dem in Frage stehenden Projekt hat die private Bauherrin somit 

durch Einladung zur Offertstellung diejenigen Unternehmen bestimmt, wel-

che ein Angebot einreichen können. Potentieller oder aktueller Aussenwett-

bewerb konnte deshalb – wie die Vorinstanz zutreffend festhält (vgl. Verfü-

gung, Rz. 120 f.]) – nur von zur Einreichung eines Angebots eingeladenen 

Unternehmen ausgehen. 

7.2.7 Soweit die Vorinstanz ihre Einschätzung, wonach der Aussenwettbe-

werb jeweils nicht ausreichend gewesen sei, damit begründet, dass die 

Abrede erfolgreich gewesen sei, weil das zu schützende Unternehmen – 

Bezzola Denoth – den Zuschlag wie vereinbart erhalten habe (vgl. Verfü-

gung, Rz. 121), stützt sie sich auf unzutreffende Prämissen. 

Der Umstand, dass eine vereinbarte Schutznahme sich als (nicht) erfolg-

reich erweist (vgl. zur Terminologie E.  4), kann für die Frage, ob die Ver-

mutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs widerlegt werden kann, 

nicht entscheidend sein. Massgebender Zeitpunkt für die Beurteilung, ob 

B-721/2018 

Seite 16 

ein wirksamer (potentieller oder tatsächlicher) Aussenwettbewerb vorlag 

bzw. vorliegt, ist der Zeitpunkt, in dem die abredebeteiligten Unternehmen 

ihre Angebote ausarbeiten und einreichen. Entscheidend ist, ob die betref-

fenden Unternehmen zu diesem Zeitpunkt damit rechnen mussten, dass 

andere Unternehmen mitbieten werden, die an der Abrede nicht beteiligt 

sind. Ist diese Frage zu bejahen, ist dies ein gewichtiges Indiz dafür, dass 

die abredebeteiligten Unternehmen einem hinreichenden Wettbewerbs-

druck durch (potentielle) Wettbewerber ausgesetzt waren. Ob und gege-

benenfalls wie viele Aussenseiter tatsächlich ein Angebot eingereicht ha-

ben, ist dabei lediglich ein Indiz bei der Beurteilung, ob im relevanten Zeit-

punkt wirksamer Aussenwettbewerb bestanden hat (vgl. Urteile des BVGer 

B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 7.4.1.3, Engadin II Rocca + Hotz; 

B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.4.2 f. und E. 10.4.5 f., Strassen- und 

Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht). 

7.2.8 Entsprechend können sich die Teilnehmer auch einer erfolgreichen 

Submissionsabsprache bei der Ausarbeitung und Einreichung ihrer Ange-

bote durchaus einem relevanten Wettbewerbsdruck ausgesetzt gesehen 

haben. Dass die ausschreibende Stelle am Ende eines der eingereichten 

Angebote zum Sieger des Vergabewettbewerbs erklärt, liegt in der Natur 

jedes Vergabeverfahrens. Entscheidend ist, ob die betreffenden Unterneh-

men bei der Einreichung ihres Angebots damit rechnen mussten, dass an-

dere Unternehmen mitbieten werden, die an der Abrede nicht beteiligt sind 

(vgl. Urteile des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.4.5, Strassen 

und Tiefbau Kanton Aargau Erne; B-697/2018 vom 28. November 2023 

E. 7.5.3, Implenia Engadin VIII). 

7.2.9 Vorliegend mussten die abredebeteiligten Unternehmen im Zeitpunkt 

der Ausarbeitung und Einreichung des Angebots vernünftigerweise damit 

rechnen, dass auch andere, nicht an der Wettbewerbsabrede beteiligte Un-

ternehmen von der Bauherrin zur Teilnahme an der Ausschreibung einge-

laden worden sind und ein Angebot einreichen. Dies vor dem Hintergrund, 

dass es einem ökonomisch rationalen Verhalten einer Bauherrin entspricht, 

vor Vergabe eines grösseren Auftrags mehrere Unternehmen zur Offert-

stellung einzuladen (vgl. E. 7.3.4). Den Akten sind jedenfalls keine stich-

haltigen Hinweise zu entnehmen, die eine gegenteilige Einschätzung na-

helegen. Vielmehr wird diese Beurteilung durch die Aussage von 

B._______ in der mündlichen Ergänzung der Selbstanzeige der Beschwer-

deführerin vom 1. November 2012 bestätigt, wonach man im Vorfeld von 

Ausschreibungen nicht gewusst habe, "ob es doch noch andere Anbieter" 

gebe (vgl. Vorinstanz, act. IX.B.4 [25-0038], Rz. 50 ff.). Sodann findet sich 

B-721/2018 

Seite 17 

auf der mit Eingabe der Bezzola Denoth AG vom 1. Februar 2013 einge-

reichten E-Mail von A._______ an B._______ vom 8. Juli 2011 über das in 

Frage stehende Projekt die handschriftliche Notiz: "Effektiv[e] Konkurrenz-

situation unklar" (vgl. Vorinstanz, act. IX.C.35 [25-0039], S. 44). Auf diese 

Notiz angesprochen, sagte A._______ im Rahmen der mündlichen Ergän-

zung der Selbstanzeige der Bezzola Denoth vom 26. Oktober 2015 aus, er 

habe nicht gewusst, ob "Oberengadiner Bauunternehmen oder andere 

Bauunternehmen mitofferierten" (vgl. Vorinstanz, act. IX.C.60 [25-0039], 

Rz. 719 ff.). 

Es hat somit hinreichender Aussenwettbewerb bestanden, weshalb die 

Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz widerlegt ist. 

7.3 Führt die Abrede zu keiner Beseitigung wirksamen Wettbewerbs, so ist 

zu prüfen, ob sie den Wettbewerb auf dem relevanten Markt nach Art. 5 

Abs. 1 KG erheblich beeinträchtigt hat (vgl. BGE 143 II 297 E. 5, Gaba). 

Eine erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigung wird von der Beschwerde-

führerin sinngemäss bestritten. 

7.3.1 Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, 

dass es sich bei dem in Frage stehenden Projekt lediglich um eine private 

Ausschreibung gehandelt habe. Zudem habe die Bauherrin einen Wettbe-

werb nicht ernsthaft gewünscht. Denn (...). Die Bauherrin (...) habe somit 

keine ernsthafte Absicht gehabt, einen Konkurrenten von Bezzola Denoth 

zu berücksichtigen. Obschon die Offerten der Beschwerdeführerin und von 

lmplenia in der Folge höher als jene von Bezzola Denoth gewesen seien, 

hätten sie der Bauherrin dennoch gedient, indem sie ihr Preisverhandlun-

gen mit Bezzola Denoth ermöglicht und in einem signifikanten Preisnach-

lass resultiert hätten (vgl. Beschwerde, Rz. 18). 

7.3.2 Das Merkmal der Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung 

wird weder im Gesetz noch in der Botschaft näher umschrieben. Das Bun-

desgericht kam im Gaba-Urteil (BGE 143 II 297) zusammenfassend zum 

Ergebnis, dass es sich beim Kriterium der Erheblichkeit nach dem histori-

schen, systematischen und dem teleologischen Auslegungselement um 

eine Bagatellklausel handle und schon ein geringes Mass ausreichend sei, 

um als erheblich qualifiziert zu werden (BGE 143 II 297 E. 5.1.6). Mit Bezug 

auf Abreden nach Art. 5 Abs. 3 und 4 KG folgerte das Bundesgericht, dass 

solche – besonders schädliche – Abreden das Kriterium der Erheblichkeit 

B-721/2018 

Seite 18 

nach Art. 5 Abs. 1 KG grundsätzlich erfüllten. Sie stellten in der Regel be-

reits aufgrund ihres Gegenstands erhebliche Wettbewerbsbeschränkun-

gen im Sinne von Art. 5 Abs. 1 KG dar (BGE 143 II 297 E. 5.2, 5.6). Dem-

entsprechend erfüllten solche Abreden das Kriterium der Erheblichkeit 

ohne Bezug auf einen Markt (BGE 143 II 297 E. 5.5). Auf Erwägungen zur 

Korrektheit der vorinstanzlichen Marktabgrenzung (vgl. Verfügung, 

Rz. 109 ff.) kann hier somit verzichtet werden (vgl. auch Urteil des BVGer 

B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 10.3.2, Strassen- und Tiefbau im Kanton 

Aargau Erne). 

7.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinen Urteilen in Sachen 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau festgehalten, dass für die An-

nahme eines Bagatellfalls bei Submissionsabsprachen in der Form von 

Schutznahmen und Stützofferten im Regelfall kein Raum bestehe. Zusam-

menfassend würden Submissionsabsprachen in der Form von Schutznah-

men und Stützofferten die Erheblichkeitsschwelle von Art. 5 Abs. 1 KG so-

wohl unabhängig von der konkreten Anzahl der Abredebeteiligten als auch 

unabhängig davon überschreiten, ob die angestrebte Manipulation des Zu-

schlags letztlich geglückt oder misslungen sei (Urteile des BVGer 

B-771/2012, B-807/2012, B-829/2012, B-880/2010, je vom 25. Juni 2018 

E. 8.3.3, E. 10.3.3, E. 9.3.3, E. 10.3.3 Strassen- und Tiefbau im Kanton 

Aargau Cellere, Erne, Granella, Umbricht, m.w.H.).  

7.3.4 Diese Erwägungen gelten auch für den vorliegenden Fall einer Preis- 

und Geschäftspartnerabrede der Beschwerdeführerin mit Bezzola Denoth 

nach Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c KG. Eine solche Abrede ist entsprechend 

der dargelegten Rechtsprechung grundsätzlich allein aufgrund ihres Ge-

genstands erheblich. Dass es sich vorliegend nicht um eine öffentliche, 

sondern eine private Ausschreibung handelte, führt nach dem Gesagten 

nicht zur Annahme eines Bagatellfalls. Die Vorinstanz führt zutreffend aus, 

dass der durch eine private Vergabestelle durchgeführte Wettbewerb nicht 

weniger schützenswert ist (vgl. Vernehmlassung, Rz. 20).  

Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten vermag die Beschwerdeführerin aus 

dem von ihr geltend gemachten Umstand abzuleiten, dass die Bauherrin 

ursprünglich geplant habe, das Projekt mit Bezzola Denoth auszuführen. 

Nachfrageseitig war spätestens in dem Zeitpunkt ein Wettbewerb er-

wünscht, als die Bauherrin weitere Unternehmen zur Offertstellung einge-

laden hat, zumal sie sich damit nach objektiver Betrachtung ein besseres 

Konkurrenzangebot erhoffte. Dass ein privater oder öffentlicher Bauherr 

vor der Vergabe eines grösseren Auftrags mehrere – auch auswärtige – 

B-721/2018 

Seite 19 

Unternehmen zur Einreichung einer Offerte einlädt, entspricht einem öko-

nomisch vernünftigen Verhalten. Er verfolgt damit objektiv betrachtet das 

Ziel, die Auswahl unter den Anbietern zu vergrössern und den Wettbewerb 

unter diesen zu stärken, um das Angebot mit dem besten Preis-/Leistungs-

verhältnis bzw. das wirtschaftlich vorteilhafteste Angebot zu eruieren (vgl. 

Urteil des BVGer B-771/2012 vom 25. Juni 2018 E. 7.3.2, Strassen- und 

Tiefbau Kanton Aargau Cellere). Die Bauherrin führte in ihrem Schreiben 

an das Sekretariat vom (...) denn auch aus, sie habe sich (...) entschlossen, 

weitere Offerten von Konkurrenzunternehmen einzuholen (vgl. E. 7.2.5). 

7.3.5 Selbst wenn es zutreffen sollte, dass die Bauherrin aufgrund der Of-

ferten der anderen eingeladenen Anbieter mit Bezzola Denoth einen nied-

rigeren Preis aushandeln konnte, änderte dies nichts an der Beurteilung 

des Merkmals der erheblichen Wettbewerbsbeeinträchtigung. Ein Nach-

weis tatsächlicher Auswirkungen ist im Rahmen dieses Merkmals nach der 

aufgezeigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht erforderlich. Viel-

mehr soll auch der potentielle Wettbewerb geschützt werden. Es genügt 

deshalb, dass eine Abrede den Wettbewerb potentiell beeinträchtigen kann 

(vgl. BGE 143 II 297 E. 5.4.2, 5.6, Gaba; BGE 144 II 194 E. 4.3.2, BMW). 

Das Kartellgesetz soll nicht ein bestimmtes Wettbewerbsergebnis sicher-

stellen, sondern das Funktionieren des Wettbewerbs als solches (vgl. TAG-

MANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, Art. 4 N. 46 f.). 

7.3.6 Vorliegend hat die in Frage stehende Abstimmung den Wettbewerb 

nicht nur potentiell, sondern auch tatsächlich beeinträchtigt. Denn die Be-

schwerdeführerin hat sich an die Abrede gehalten und eine Stützofferte 

(vgl. zur Terminologie E. 4) eingereicht, womit der Innenwettbewerb zwi-

schen ihr und Bezzola Denoth in Bezug auf die erwähnten Wettbewerbspa-

rameter beseitigt wurde (vgl. auch Urteil des BVGer B-807/2012 vom 

25. Juni 2018 E. 10.3.3, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne). 

Insgesamt besteht vorliegend – auch mit Blick auf das hohe Projektvolu-

men von mehreren Millionen Franken – kein Grund, unter Annahme eines 

Bagatellfalls die Erheblichkeit der Wettbewerbsbeeinträchtigung aus-

nahmsweise zu verneinen. Dies gilt umso mehr, als die designierte Schutz-

nehmerin aufgrund ihres Wissens, dass sie von der Beschwerdeführerin 

nicht unterboten wird, und des damit verbundenen geringeren Wettbe-

werbsdrucks zu einem tendenziell höheren Preis offeriert haben dürfte. 

Demzufolge ist darauf zu schliessen, dass die Abrede zwischen der Be-

schwerdeführerin und Bezzola Denoth den Wettbewerb im Sinne von Art. 5 

Abs. 1 KG erheblich beeinträchtigt hat. 

B-721/2018 

Seite 20 

8. Rechtfertigung nach Art. 5 Abs. 2 KG 

Nach Art. 5 Abs. 2 KG sind Wettbewerbsabreden durch Gründe der wirt-

schaftlichen Effizienz gerechtfertigt, wenn sie (Bst. a) notwendig sind, um 

die Herstellungs- oder Vertriebskosten zu senken, Produkte oder Produk-

tionsverfahren zu verbessern, die Forschung oder die Verbreitung von 

technischem oder beruflichem Wissen zu fördern oder um Ressourcen ra-

tioneller zu nutzen, und (Bst. b) den beteiligten Unternehmen in keinem 

Fall Möglichkeiten eröffnen, wirksamen Wettbewerb zu beseitigen. Grund-

sätzlich ist eine Abrede dann gerechtfertigt, wenn das Resultat effizienter 

ist als ohne die Abrede und wirksamer Wettbewerb nicht beseitigt wird. Der 

Effizienzbegriff des Kartellgesetzes ist volkswirtschaftlich zu verstehen 

(vgl. Botschaft KG 1995, 516; BGE 147 II 72 E. 7.2, Hors-Liste Medika-

mente Pfizer, m.H.; STÜSSI/LÜTHI, Zulässige ARGE im Kartellrecht, BR 

4/2015, S. 205 f., in Bezug auf Ausschreibungen). 

Die Beschwerdeführerin macht keine effizienzfördernden und prokompeti-

tiven Effekte ihrer Abredebeteiligung stichhaltig geltend; solche sind auch 

nicht auszumachen. Die vorliegende Wettbewerbsabrede kann damit nicht 

gerechtfertigt werden. 

9. Ergebnis 

Es ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht von einer Wettbewerbs-

abrede nach Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 1 und Abs. 3 Bst. a und c KG 

zwischen der Beschwerdeführerin und Bezzola Denoth ausgegangen ist, 

welche die Abgabe einer – preislich höheren – Stützofferte durch die Be-

schwerdeführerin zum Gegenstand hatte. Die Submissionsabsprache hat 

den Wettbewerb – entgegen der Vorinstanz – nicht beseitigt, jedoch erheb-

lich beeinträchtigt. 

10. Sanktionierung 

Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die ihr auferlegte Sanktion von 

Fr. (...) aufzuheben und sie sei mit einer gerichtlich festzusetzenden, je-

doch den Betrag von Fr. (...) nicht übersteigenden Pauschalsanktion zu be-

legen. Sie bringt zur Begründung im Wesentlichen vor, dass die Sanktions-

bemessung den Grundsätzen der Verhältnismässigkeit und der Gleichbe-

handlung nicht ausreichend Rechnung trage (vgl. Beschwerde, Rz. 14 ff.).  

Es ist daher zu beurteilen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin recht-

mässig mit einer Verwaltungssanktion von Fr. (...) belastet hat. Dabei ist 

B-721/2018 

Seite 21 

zunächst auf die Sanktionierbarkeit des in Frage stehenden Verhaltens der 

Beschwerdeführerin einzugehen, bevor die konkrete Sanktionsbemessung 

beurteilt wird.  

10.1 Sanktionierbarkeit 

10.1.1 Nach Art. 49a Abs. 1 KG wird ein Unternehmen, das an einer unzu-

lässigen Abrede nach Art. 5 Abs. 3 und 4 KG beteiligt ist oder sich nach 

Art. 7 KG unzulässig verhält, mit einem Betrag bis zu 10% des in den letz-

ten drei Geschäftsjahren in der Schweiz erzielten Umsatzes belastet. Der 

Betrag bemisst sich nach der Dauer und der Schwere des unzulässigen 

Verhaltens. Der mutmassliche Gewinn, den das Unternehmen dadurch er-

zielt hat, ist angemessen zu berücksichtigen. Die Sanktion nach Art. 49a 

Abs. 1 KG hat einen strafrechtsähnlichen Charakter (vgl. BGE 147 II 72 

E. 8.2, Hors-Liste Medikamente Pfizer). 

10.1.2 Nach den vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin die Beteiligung an einer unzulässigen Abrede im Sinne 

von Art. 5 Abs. 3 Bst. a und c i.V.m. Abs. 1 KG rechtsgenüglich nachgewie-

sen. Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 49a Abs. 1 KG erfüllt. Zu 

beurteilen ist, ob auch Stützofferten als umsatzlose Abredebeteiligungen 

mit einer Verwaltungssanktion nach Art. 49a Abs. 1 KG zu ahnden sind. 

10.1.3 Eine Sanktionierung nach Art. 49a Abs. 1 KG setzt ein Verschulden 

im Sinne von Vorwerfbarkeit voraus. Dieses stellt das subjektive Tatbe-

standsmerkmal von Art. 49a Abs. 1 KG dar (vgl. BGE 147 II 72 E. 8.4.2, 

Hors-Liste Medikamente Pfizer; Urteil des BGer 2C_484/2010 vom 29. Juni 

2012 E. 12.2.2 [nicht publizierte Erwägung in BGE 139 I 72], Publigroupe; 

vgl. in diesem Sinne auch die jüngere kartellrechtliche Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts: Urteile des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 

2018 E. 11.2.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne; B-581/2012 

vom 16. September 2016 E. 8.2, Nikon; B-7633/2009 vom 14. September 

2015 Rz. 654 ff., 674 ff., Swisscom ADSL; B-506/2010 vom 19. Dezember 

2013 E. 14.3.5, Gaba). Für die Beurteilung der subjektiven Zurechenbar-

keit und damit der Vorwerfbarkeit im engeren Sinne ist ein objektiver Sorg-

faltsmassstab anzusetzen (vgl. Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 

2018 E. 11.2.4, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, m.w.H.). 

Die Vorinstanz führt aus, die natürlichen Personen, welche vorliegend für 

die Unternehmen gehandelt und die kartellrechtswidrige Submissionsab-

sprache getroffen hätten, hätten dies zumindest eventualvorsätzlich getan. 

B-721/2018 

Seite 22 

Sodann seien die handelnden natürlichen Personen für die jeweiligen Un-

ternehmen zeichnungsberechtigt gewesen und hätten jeweils mindestens 

dem mittleren oder oberen Kader oder der Geschäftsleitung angehört. Ihr 

Vorsatz bezüglich der von ihnen vorgenommenen Handlungen sei daher 

ohne Weiteres den betroffenen Unternehmen zuzurechnen (vgl. Verfü-

gung, Rz. 130). 

Die Beschwerdeführerin wendet nichts gegen diese Beurteilung ein. Auf-

grund der vorliegenden Aktenlage ist denn auch davon auszugehen, dass 

die für die Beschwerdeführerin handelnde Person – (...) B._______ – in 

Ausübung der ihr ordentlich zugewiesenen geschäftlichen Tätigkeiten ge-

handelt und sich durch den bewussten Abschluss der vorliegenden Sub-

missionsabsprache pflichtwidrig und damit schuldhaft verhalten hat. 

Vorliegend ist das pflichtwidrige Verhalten dieses Mitarbeitenden der Be-

schwerdeführerin zuzurechnen, zumal die handelnde Person mit der be-

troffenen Geschäftstätigkeit ordnungsgemäss betraut war. Insgesamt be-

steht keine Veranlassung zu beanstanden, dass die Vorinstanz das sub-

jektive Tatbestandsmerkmal des Verschuldens im Sinne von Vorwerfbar-

keit mit Bezug auf die Beschwerdeführerin bejaht hat. 

10.1.4 Verfügungsadressat kann im Geltungsbereich des schweizerischen 

Kartellrechts (vgl. hierzu E. 2.2) nur sein, wer selbst Subjekt mit Rechts-

persönlichkeit und somit Träger von Rechten und Pflichten ist (vgl. Urteile 

des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 3.6, Strassen- und Tiefbau 

im Kanton Aargau Erne und B-7633/2009 vom 14. September 2015 

Rz. 67 ff., Swisscom ADSL, jeweils m.w.H.). Im vorliegenden Fall wurde die 

Beschwerdeführerin aufgrund einer nachgewiesenen Stützofferte für ihre 

(umsatzlose) Beteiligung an einer Wettbewerbsabrede sanktioniert. Die 

Beschwerdeführerin ist als Aktiengesellschaft rechtmässige Adressatin ei-

ner Verfügung, mit der ihr die Vorinstanz eine Verwaltungssanktion nach 

Art. 49a Abs. 1 KG auferlegt (vgl. Urteil des BVGer B-807/2012 vom 

25. Juni 2018 E. 11.4.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne, 

m.w.H.). 

10.1.5 Was die Sanktionierbarkeit der in Frage stehenden Stützofferte an-

belangt, führt die Vorinstanz aus, dass die Beschwerdeführerin zwar kei-

nen Umsatz erzielt habe, da ihr die Rolle der Schutzgeberin zugedacht ge-

wesen sei. Art. 49a Abs. 1 KG sehe jedoch eine Sanktionierung von Unter-

nehmen vor, welche sich an einer Abrede beteiligt hätten. Das Entfallen der 

B-721/2018 

Seite 23 

Belastung sei auf Gesetzesstufe nur aus den in Art. 49a Abs. 3 KG ab-

schliessend aufgeführten Gründen vorgesehen. Eine rein auf der Basis des 

eigenen Umsatzes zu bemessende Sanktion würde bei Abredebeteiligten, 

deren Schutznahme erfolglos geblieben sei oder die durch eine Stützof-

ferte den designierten Zuschlagsempfänger schützen sollten, aufgrund 

fehlenden Umsatzes zu einer Nicht-Sanktionierung führen, die in Art. 49a 

KG nicht vorgesehen sei. Dieses Ergebnis entspreche auch nicht dem Sinn 

und Zweck der Regelung von Art. 3 SVKG und könne vom Verordnungs-

geber nicht gewollt gewesen sein (vgl. Verfügung, Rz. 135). 

10.1.6 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ver-

pflichtet Art. 49a Abs. 1 KG zur Sanktionierung auch von umsatzlosen Be-

teiligungen an Submissionsabsprachen nach Art. 5 Abs. 3 KG in Form von 

Stützofferten. Demnach bildet Art. 49a Abs. 1 KG für die Sanktionierung 

der vorliegenden kartellrechtlich unzulässigen Verhaltensweise die hinrei-

chende formell-gesetzliche Rechtsgrundlage. Ein Spielraum für eine davon 

abweichende Regelung auf Verordnungsstufe besteht nicht. Vielmehr hat 

der Gesetzgeber die grundlegenden Voraussetzungen für einen ganzen 

oder teilweisen Verzicht auf die Belastung mit einer Sanktion ebenfalls ab-

schliessend auf Gesetzesstufe geregelt (vgl. Urteile des BVGer 

B-771/2012, B-807/2012, B-829/2012, B-880/2010, je vom 25. Juni 2018 

E. 9.6.8.3, E. 11.5.8.3, E. 10.5.8.3, E. 11.4.8.3 Strassen- und Tiefbau im 

Kanton Aargau Cellere, Erne, Granella, Umbricht; BVGer B-645/2018 vom 

14. August 2023 E. 15.1.7 ff., Engadin IV Foffa Conrad). 

Davon ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz den Basis-

betrag rechtmässig festgelegt hat. Dabei ist zunächst auf die Methode der 

Bemessung einzugehen (vgl. E. 10.2), bevor die Höhe des Basisbetrags-

satzes beurteilt wird (vgl. E. 10.3). 

10.2 Methode der Bemessung 

10.2.1 Die Vorinstanz führt zur Bemessungsgrundlage für den Basisbetrag 

aus, vor dem Hintergrund, dass auch Stützofferten nach Art. 49a Abs. 1 KG 

zu sanktionieren seien, sei vorliegend – unter Berücksichtigung der vom 

Gesetz- und Verordnungsgeber in Art. 49a KG und Art. 3 SVKG getroffenen 

Wertungen – ein Basisbetrag zu bestimmen, der einerseits den von der 

Submissionsabrede betroffenen Umsatz einbeziehe und andererseits die 

Schwere und Art des Verstosses berücksichtige.  

B-721/2018 

Seite 24 

Vorliegend zog die Vorinstanz als Basisumsatz für alle drei abredebeteilig-

ten Unternehmen die Offertsumme von Bezzola Denoth exklusive Mehr-

wertsteuer in der Höhe von Fr. (...) (Baumeisterarbeiten) sowie Fr. (...) 

(Baugrubenaushub; insgesamt Fr. [...]) heran. Denn dieser Betrag reflek-

tiere die wirtschaftliche Bedeutung der fraglichen Submission und damit 

des entsprechenden Marktes und gebe dadurch Aufschluss über die Trag-

weite und das Schädigungspotenzial des Kartellrechtsverstosses. Es er-

gebe sich daraus für den Basisbetrag eine Obergrenze von Fr. (...) bzw. 

Fr. (...) und damit von insgesamt Fr. (...) (vgl. Verfügung, Rz. 136 ff.). 

10.2.2 In den Art. 2 ff. SVKG hat der Bundesrat die Kriterien für die kon-

krete Sanktionsbemessung innerhalb des abstrakten – in Art. 49a Abs. 1 

KG (vgl. E. 10.1) festgelegten – Sanktionsrahmens präzisiert. Der Grund-

satz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 2 Abs. 2 SVKG) wird 

darin konkretisiert. Ausgangspunkt ist die Festlegung eines Basisbetrags. 

Die diesbezügliche Bestimmung von Art. 3 SVKG lautet wie folgt: 

"Der Basisbetrag der Sanktion bildet je nach Schwere und Art des Verstosses 

bis zu 10 Prozent des Umsatzes, den das betreffende Unternehmen in den 

letzten drei Geschäftsjahren auf den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt 

hat." 

10.2.3 Mangels generell-abstrakter Vorgaben auf Verordnungsebene ist 

die konkrete Bemessungsmethode für die Sanktionierung von Stützoffer-

ten und erfolglosen Schutznahmen demnach – innerhalb der nachfolgend 

noch zu nennenden Schranken – durch die Praxis der Wettbewerbsbehör-

den zu entwickeln (vgl. Urteile des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 

E. 11.5.8.5, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne). 

10.2.4 Bei der gerichtlichen Beurteilung der Rechtmässigkeit der Bemes-

sungsmethode sind neben allgemeinen verfassungsrechtlichen Grundsät-

zen wie dem Willkürverbot (Art. 9 BV), dem Gleichbehandlungsgebot 

(Art. 8 BV) und dem Prinzip der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) 

auch die vom Kartellgesetz selber aufgestellten Anforderungen an die 

Sanktionsbemessung zu beachten (vgl. Urteil des BVGer B-807/2012 vom 

25. Juni 2018 E. 11.4.8.7, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Um-

bricht). 

10.2.5 So schreibt Art. 49a Abs. 1 KG weiter vor, dass ein Unternehmen, 

das an einer unzulässigen Abrede nach Art. 5 Abs. 3 und 4 KG beteiligt ist, 

mit einem Betrag bis maximal 10% des in den letzten drei Geschäftsjahren 

B-721/2018 

Seite 25 

in der Schweiz erzielten Umsatzes belastet werden kann. Dabei ist aner-

kannt, dass Kartellsanktionen schmerzen, aber ein Unternehmen auch 

nicht in den Konkurs treiben sollen. Der finanzielle Nachteil soll jedoch so 

gross sein, dass sich eine Beteiligung an der Zuwiderhandlung nicht lohnt 

(vgl. Urteile des BVGer B-2798/2018 vom 16. Februar 2021 E. 12.2.2, Na-

xoo; B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.5.8.7, Strassen- und Tiefbau im 

Kanton Aargau Erne, m.H. auf BGE 143 II 297 E. 9.7.2 m.H., Gaba; Erläu-

terungen der Vorinstanz zur KG-Sanktionsverordnung, ad Art. 2 Abs. 2). 

10.2.6 Indem die Vorinstanz auf die Offertsumme von Bezzola Denoth als 

erfolgreiche Schutznehmerin und damit auf den Umsatz abstellt, den diese 

auf dem betroffenen – vorliegend von der Vorinstanz auf die einzelne Aus-

schreibung beschränkten – Submissionsmarkt erzielt hat, knüpft sie an ei-

nen Betrag an, der mit dem Verstoss eng zusammenhängt sowie dessen 

wirtschaftliche Bedeutung und potentielle Schädlichkeit widerspiegelt (vgl. 

– in Bezug auf Zusammenschlussvorhaben – BGE 146 II 217 E. 9.2.2.4, 

Swisscom ADSL, sowie zur volkswirtschaftlichen Schädlichkeit auch Urteil 

des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.5.8.9, Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau Erne). Eine solche Bemessungsmethode trägt dem 

Grundgedanken von Art. 3 SVKG Rechnung, wonach die Bemessungs-

grundlage für den Basisbetrag anhand eines tatnahen Umsatzes zu be-

stimmen ist (vgl. Urteile des BVGer B-5172/2019 vom 26. Oktober 2023 E. 

9.5.2, Engadin II Rocca + Hotz; B-3938/2013 vom 30. Oktober 2019 

E. 18.3.3, Buchhändler Dargaud, m.w.H.). Sie entspricht im Übrigen auch 

der Praxis der EU-Wettbewerbsinstanzen (vgl. EuGH, C-580/12, 

EU:C:2014:2363, Rz. 57, Guardian Industries; EuG, T-211/08, 

EU:T:2011:289, Rz. 58 ff., belgisches Umzugskartell Putters, jeweils mit 

Hinweisen auf Ziff. 13 der Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von 

Geldbussen gemäss Artikel 23 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung Nr. 

1/2003 [ABl. 2006, C 210, S. 2]). 

10.2.7 Die von der Vorinstanz gestützt hierauf gewählte Methode zur Fest-

legung der Bemessungsgrundlage für den Basisbetrag ist schlüssig und 

nachvollziehbar und damit mit den allgemeinen verfassungsrechtlichen 

Grundsätzen – insbesondere mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

nach Art. 5 Abs. 2 BV – sowie mit den kartellgesetzlichen Vorgaben nach 

Art. 49a Abs. 1 KG vereinbar (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 

14. August 2023 E. 15.2.7, Engadin IV Foffa Conrad). 

B-721/2018 

Seite 26 

Das vorinstanzliche Vorgehen, die Bemessungsgrundlage für den Basis-

betrag anhand der Offertsumme von Bezzola Denoth als Schutznehmerin 

festzulegen, ist demzufolge bundesrechtlich nicht zu beanstanden. 

10.3 Basisbetragssatz 

Es ist sodann die Rechtmässigkeit des Basisbetragssatzes zu beurteilen. 

Die Vorinstanz legt den Basisbetragssatz bei Bezzola Denoth als erfolgrei-

cher Schutznehmerin auf 10% des erzielten Umsatzes fest, woraus ein Ba-

sisbetrag von Fr. (...) (Baumeisterarbeiten) und Fr. (...) (Baugrubenaushub) 

und damit von insgesamt Fr. (...) resultiert (vgl. auch E. 10.2.1). Gegenüber 

der Beschwerdeführerin als schützendem Unternehmen erachtet die Vor-

instanz einen Basisbetrag von Fr. (...) als angemessen (vgl. Verfügung, 

Rz. 141 f.). Hieraus ergibt sich für die Beschwerdeführerin ein Basisbe-

tragssatz von knapp 5% (4,99%). 

10.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, dass der Basisbetragssatz von 5% 

dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und dem Gleichbehandlungsge-

bot nicht ausreichend Rechnung trage. Sie führt an, es lägen spezielle Um-

stände vor, welche die Vornahme einer im pflichtgemässen Ermessen ge-

bildeten verhältnismässigen Pauschalsanktion erforderten. Es sei deshalb 

ein Basisbetragssatz von maximal 2,5% festzulegen.  

Als besonderen Umstand führt die Beschwerdeführerin zunächst an, dass 

es nicht um eine öffentliche Ausschreibung gehe. (...). Die Bauherrin habe 

(...) keine ernsthafte Absicht gehabt, einen Konkurrenten der Bezzola De-

noth beim Auftrag zu berücksichtigen. Sie habe vielmehr keinen echten 

Wettbewerb angestrebt. Letztlich sei es der Bauherrin dienlich gewesen, 

dass die Beschwerdeführerin und Implenia eine höhere Offerte als Bezzola 

Denoth eingegeben hätten. Dies habe ihr ermöglicht, Preisverhandlungen 

mit Bezzola Denoth durchzuführen, welche in einem signifikanten Preis-

nachlass resultiert hätten (vgl. Beschwerde, Rz. 18 ff.). 

10.3.2 Die Vorinstanz führt zur Begründung des Basisbetragssatzes von 

rund 5% an, Bezzola Denoth als Schutznehmerin und die Beschwerdefüh-

rerin als schützendes Unternehmen hätten sich an einer Abrede beteiligt, 

welche den Preis und auch die Aufteilung von Geschäftspartnern zum Ge-

genstand gehabt habe. Beide Unternehmen hätten dabei vorsätzlich ge-

handelt. In der Ökonomie sei das Schädigungspotenzial von Abreden über 

den Preis und die Aufteilung von Geschäftspartnern unbestritten. Vorlie-

gend seien zudem mehrere der als im Wettbewerb besonders wesentlich 

B-721/2018 

Seite 27 

anzuschauenden Parameter gemäss Art. 5 Abs. 3 KG betroffen (vgl. Ver-

fügung, Rz. 139 ff.).  

Es sei irrelevant, dass das vorliegende Projekt nicht im Rahmen einer öf-

fentlichen Ausschreibung vergeben worden sei, zumal der durch eine pri-

vate Vergabestelle durchgeführte Wettbewerb nicht weniger schützenswert 

sei. Sodann belege der Umstand, dass die Bauherrin um weitere Konkur-

renzofferten gebeten habe, dass sie Wettbewerb zwischen den Bauunter-

nehmen gewollt habe und dass die Vergabe an Bezzola Denoth nicht zum 

Vornherein klar gewesen sei. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Wett-

bewerb gerade dank der Offerten der Beschwerdeführerin gespielt habe, 

zumal sie mit Bezzola Denoth und Implenia ihre Angebote koordiniert habe. 

Der Basisbetrag der Beschwerdeführerin sei nur deshalb nicht höher an-

zusetzen, weil sie als Schutzgeberin keinen unmittelbaren finanziellen Nut-

zen an der Submissionsabrede hatte. Der in der vorinstanzlichen Verfü-

gung festgelegte Basisbetrag der Schutzgeberin sei somit angemessen 

(vgl. Vernehmlassung, Rz. 20). 

10.3.3 Der Sanktionsbetrag bestimmt sich nach Art. 49a Abs. 1 KG unter 

anderem nach der Schwere des unzulässigen Verhaltens. Dies konkreti-

sierend sieht Art. 3 SVKG vor, dass der Basisbetrag je nach der "Schwere 

und Art des Verstosses" bis zu 10% des massgeblichen Umsatzes beträgt. 

10.3.4 Unter Schwere ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung die 

objektive, d.h. verschuldensunabhängige Schwere zu verstehen. Massge-

bend ist das abstrakte Gefährdungspotential. Zudem sind bei der Beurtei-

lung der Schwere eines Verstosses unter anderem dessen Wirksamkeit 

und der Grad der Wettbewerbsbeeinträchtigung zu berücksichtigen. Dem 

Umstand, ob der Verstoss in einer Beseitigung oder erheblichen Beein-

trächtigung des wirksamen Wettbewerbs liegt, ist somit angemessen Rech-

nung zu tragen (vgl. BGE 144 II 194 E. 6.4, BMW; BGE 143 II 297 

E. 9.7.1 f., Gaba; Urteil des BGer 2C_985/2015 vom 9. Dezember 2019 

E. 9.2.3.2, Swisscom ADSL; Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 

2018 E. 11.5.6.1, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Erne; m.w.H.; 

TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, Art. 49a N. 53). 

10.3.5 Den Wettbewerbsbehörden kommt bei der Festlegung des Basis-

betragssatzes ein Ermessen zu, das sie pflichtgemäss auszuüben haben 

(vgl. BGE 147 II 72 E. 8.5.2, Hors-Liste Medikamente Pfizer, m.H. auf BGE 

146 II 217 E. 9.2.3.3, Swisscom ADSL; Urteil des BVGer B-581/2012 vom 

B-721/2018 

Seite 28 

16. September 2016 E. 9.1, 9.2.6, Nikon; WEBER/VOLZ, a.a.O., N. 3.231; 

vgl. auch E. 10.2). 

10.3.6 Die in Art. 5 Abs. 3 und 4 KG aufgeführten harten Kartellabreden 

gelten gemeinhin als Wettbewerbsverstösse mit hohem Schädigungspo-

tential für Konsumenten, Unternehmen und die Gesamtwirtschaft (vgl. Bot-

schaft KG 1995, 468 ff., 491, 517, 635; Botschaft über die Änderung des 

Kartellgesetzes vom 7. November 2001, BBl 2002 2022 ff., 2036, nachfol-

gend: Botschaft KG 2002; BGE 135 II 60 E. 2.1, Domestic Interchange Fee; 

BGE 143 II 297 E. 5.2.4, Gaba; Urteil des BVGer B-420/2008 vom 1. Juni 

2010 E. 8, Strassenbeläge Tessin, m.w.H.; ANDREAS HEINEMANN, in: Fest-

schrift für Roland von Büren, S. 613; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 

2021, Art. 49a N. 25, 50). 

10.3.7 Mit einer öffentlichen oder privaten Ausschreibung schaffen Aus-

schreiber eine Wettbewerbssituation unter den vom konkreten Vergabever-

fahren angesprochenen Marktteilnehmern. Diese sollen in einen Wirt-

schaftlichkeits-Wettbewerb treten, wobei sie sich darum bemühen sollen, 

Mitbewerber mit einem insgesamt attraktiveren Angebot zu übertreffen. 

Dies im Wissen, dass nur der auf die Zuschlagskriterien bezogene güns-

tigste Anbieter den Zuschlag erhält. Der Vergabewettbewerb soll es einem 

Ausschreiber ermöglichen, Leistungen zu vergleichen und das Angebot mit 

dem besten Preis-/Leistungsverhältnis und damit das wirtschaftlich vorteil-

hafteste Angebot wählen zu können. Der angestrebte Vergabewettbewerb 

spielt aber nur dann, wenn die Offerenten unabhängig voneinander um die 

Erbringung der ausgeschriebenen Leistung wetteifern, indem sie ihr Ange-

bot je individuell und im Sinne der Bedürfnisse des Ausschreibers zu opti-

mieren versuchen. Die Ermittlung des wirtschaftlich vorteilhaftesten Ange-

bots aus mehreren Angeboten obliegt allein dem Ausschreiber. Dieser tritt 

mit jedem teilnahmeberechtigten Anbieter in je ein Verhandlungsverhältnis 

im Hinblick auf einen allfälligen späteren Vertragsabschluss. Die Verhand-

lungsverhältnisse beinhalten dabei immer ein Vertrauensverhältnis, wel-

ches neben dem Ausschreiber auch jeden teilnahmeberechtigten Anbieter 

zu einem Verhalten nach Treu und Glauben verpflichtet (Art. 2 ZGB; vgl. 

PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, Rz. 470, 474). Als Ausfluss 

dieses Vertrauensverhältnisses und des zentralen Wettbewerbscharakters 

der Ausschreibung haben sowohl private als auch öffentliche Ausschreiber 

berechtigterweise ein hohes Vertrauen darin, dass Anbieter tatsächlich je-

weils selbständig und unabhängig voneinander um den Vertragsabschluss 

wetteifern. Anbieter unterlaufen die Wettbewerbszielsetzung des Vergabe-

B-721/2018 

Seite 29 

rechts, wenn sie die zur Eruierung des wirtschaftlich vorteilhaftesten Ange-

bots vorausgesetzte freie Willensbildung des Ausschreibers eigenmächtig 

durch Kontaktaufnahmen untereinander manipulieren oder auch nur zu 

manipulieren versuchen. Anbieter, welche ihr Angebot verdeckt, nicht selb-

ständig und unabhängig ausarbeiten, spiegeln dem Ausschreiber treuwid-

rig eine unabhängige Offerteingabe und damit einen vermeintlich unver-

fälschten Wettbewerb vor. Das zentrale Hauptziel des Vergaberechts, den 

wirksamen Wettbewerb unter den Anbietern zu fördern, wird bei dieser 

Sachlage unterminiert und verfehlt (vgl. Urteil des BVGer B-771/2012 vom 

25. Juni 2018 E. 7.3.2, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Cellere, 

m.w.H.). 

10.3.8 Im Rahmen von Ausschreibungen getroffene harte Horizontalabre-

den sind nach allgemeiner Erkenntnis volkswirtschaftlich und sozial beson-

ders schädlich. Sie gefährden nicht nur unmittelbar und auf gravierendste 

Weise das berechtigte Interesse der ausschreibenden Stellen, das wirt-

schaftlich vorteilhafteste Angebot und namentlich den unverfälschten 

Marktpreis zu eruieren. Aufgrund marktfremder Preissteigerungen auf Kos-

ten der Allgemeinheit, eines geringeren Effizienz- und Innovationswettbe-

werbs sowie verzögerter oder ausbleibender Strukturanpassungen verur-

sachen Submissionsabsprachen vielmehr auch mittel- und langfristig hohe 

volkswirtschaftliche Kosten und Schäden (vgl. Urteil des BVGer 

B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.4.6.4, Strassen- und Tiefbau im Kan-

ton Aargau Umbricht, m.w.H.). Die besonders schädliche Qualität der vor-

liegenden – unter Art. 5 Abs. 3 KG fallenden – Submissionsabsprache 

bleibt im Übrigen auch im Fall einer Widerlegung der Vermutung der Be-

seitigung wirksamen Wettbewerbs bestehen (vgl. BGE 143 II 297 E. 5.2.4, 

9.4.4, Gaba). 

10.3.9 Auch bei Stützofferten handelt es sich um schwerwiegende Kartell-

rechtsverstösse mit einem gravierenden Gefährdungspotential. Die Einrei-

chung einer Stützofferte stellt denn auch die notwendige Voraussetzung für 

die Organisation eines Schutzes und damit ebenfalls ein wettbewerbsvor-

täuschendes und volkswirtschaftlich schädliches Verhalten dar (vgl. Urteil 

des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.5.8.9, Strassen- und Tief-

bau im Kanton Aargau Erne). 

10.3.10 Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Schädlichkeit der vorlie-

genden Submissionsabsprache anders zu beurteilen wäre. Dies umso 

mehr, als die Beschwerdeführerin die Abrede durch Abgabe einer Stützof-

ferte umgesetzt hat. Hinzu kommt, dass Bezzola Denoth als designierte 

B-721/2018 

Seite 30 

Schutznehmerin den Zuschlag auch tatsächlich erhalten hat. An der 

Schädlichkeit der Absprache nichts zu ändern vermag der Umstand, dass 

Bezzola Denoth das günstigste Angebot eingereicht hat (vgl. Urteil des 

BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.5.6.5, Strassen- und Tiefbau 

im Kanton Aargau Erne). Es besteht – wie erwähnt (vgl. E. 7.3.6) – kein 

ernsthafter Zweifel daran, dass die designierte Schutznehmerin im Wissen 

um die Stützofferte einer anderen Anbieterin zu einem höheren Preis als 

unter Wettbewerbsbedingungen offeriert haben dürfte. 

10.3.11 Dass es sich bei dem betreffenden Bauprojekt nicht um eine öf-

fentliche, sondern eine private Ausschreibung handelte, ändert – wie auf-

gezeigt (vgl. E. 7.3.4 ff.) – nichts an der Schädlichkeit des fraglichen Ver-

haltens für das Funktionieren des Wettbewerbs. Es ist aus den dargelegten 

Gründen ebenfalls unerheblich, ob die Bauherrin ursprünglich die Absicht 

hatte, Bezzola Denoth den Zuschlag zu erteilen. Dass sie neben Bezzola 

Denoth weitere Unternehmen zur Offertstellung eingeladen hat, kann ob-

jektiv betrachtet nur dahingehend vernünftig verstanden werden, dass sie 

eine Wettbewerbssituation schaffen wollte (vgl. E. 7.3.4).  

Selbst wenn es zutrifft, dass die von der Bauherrin eingeholten Konkur-

renzofferten in der Folge eine Reduktion des Offertpreises von Bezzola 

Denoth bewirkt haben, änderte auch dies nichts an der Schädlichkeit der 

vorliegenden Submissionsabrede (vgl. auch E. 7.3.2 ff.). 

10.3.12 Des Weiteren begründet die Vorinstanz den im Vergleich zu Bez-

zola Denoth um die Hälfte reduzierten Basisbetragssatz damit, dass die 

Beschwerdeführerin als Schutzgeberin aus ihrer Abredebeteiligung – im 

Gegensatz zu Bezzola Denoth als Schutznehmerin – keinen Umsatz erzielt 

habe (vgl. Verfügung, Rz. 135 f., 142; Vernehmlassung, Rz. 20). 

Die hälftige Reduzierung des Basisbetragssatzes gegenüber der Be-

schwerdeführerin im Vergleich zur Schutznehmerin ist sachlich begründet 

und erscheint angemessen und ist deshalb bundesrechtlich nicht zu bean-

standen (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 

E. 15.3.13 f., Engadin IV Foffa Conrad). 

10.3.13 Bei der Beurteilung der Schwere ist nach dem Gesagten auch der 

Grad der Wettbewerbsbeeinträchtigung angemessen zu berücksichtigen. 

Dabei sind wettbewerbsbeseitigende Beschränkungen tendenziell als 

schwerwiegender einzuordnen als jene, die den Wettbewerb "lediglich" er-

heblich beeinträchtigen (vgl. E. 10.3.4). Wie erwähnt ist die Vorinstanz zu 

B-721/2018 

Seite 31 

Unrecht davon ausgegangen, dass die Abrede den Wettbewerb beseitigt 

hat (vgl. E. 7.1 ff.). Diesem Umstand müsste grundsätzlich durch eine Re-

duktion des Basisbetragssatzes Rechnung getragen werden. Da die Be-

schwerde jedoch aus noch aufzuzeigenden Gründen ohnehin abzuweisen 

ist, braucht dieser Aspekt nicht weiter erörtert zu werden. 

10.3.14 Insgesamt erscheint der von der Vorinstanz im mittleren Bereich 

des Spektrums festgelegte Basisbetragssatz mit Blick auf die Schwere der 

Abredebeteiligung der Beschwerdeführerin grundsätzlich weder als unan-

gemessen noch als bundesrechtswidrig.  

10.4 Erschwerungs- und Milderungsgründe 

10.4.1 Die angefochtene Verfügung nimmt keine Erschwerungsgründe an 

(vgl. Verfügung, Rz. 145 ff.). 

10.4.2 Nach Art. 5 Abs. 2 Bst. a SVKG wird der Basisbetrag bei Wettbe-

werbsbeschränkungen nach den Art. 5 Abs. 3 und 4 KG erhöht, wenn das 

Unternehmen zur Wettbewerbsbeschränkung angestiftet hat. Das Bundes-

verwaltungsgericht hat das Merkmal der anstiftenden Rolle im Kontext des 

Kartellrechts dahingehend präzisiert, dass ein Unternehmen – im Bewusst-

sein der Kartellrechtswidrigkeit eines bestimmten Verhaltens – den Ent-

schluss eines anderen Unternehmens weckt, eine Wettbewerbsbeschrän-

kung zu begehen oder sich daran zu beteiligen (vgl. Urteil des BVGer 

B-7834/2015 vom 16. August 2022 E. 8.4.3.1, Autohändler; GÜNTER HEINE, 

Zuckerbrot und Peitsche: Zur Kronzeugenregelung nach Kartellgesetz, in: 

Festschrift für Franz Riklin, 2007, 423 f.). 

Die Vorinstanz führt aus, es lasse sich den Akten nicht entnehmen, von 

wem bei dem in Frage stehenden Bauprojekt die Initiative in Form eines 

ersten Kontaktes ausgegangen sei. Vielmehr könne die Initiative zur Ange-

botskoordination sowohl von der Schutznehmerin als auch von den schüt-

zenden Unternehmen ausgegangen sein. Entsprechend dem Grundsatz in 

dubio pro reo könne keinem der beteiligten Unternehmen die Initiative zur 

Angebotskoordination nachgewiesen werden. Unter diesem Gesichtspunkt 

sei der Basisbetrag bei keiner Verfahrenspartei zu erhöhen (vgl. Verfü-

gung, Rz. 69 f., 147). 

10.4.3 Es besteht aufgrund der Akten kein Anlass, die nachvollziehbar be-

gründete Beurteilung in der angefochtenen Verfügung in Frage zu stellen. 

Auch für das Bundesverwaltungsgericht sind keine hinreichenden Indizien 

für eine anstiftende Rolle der Beschwerdeführerin ersichtlich. 

B-721/2018 

Seite 32 

10.4.4 Die angefochtene Verfügung gewährt der Beschwerdeführerin so-

dann unter dem Titel der mildernden Umstände gestützt auf Art. 6 Abs. 1 

SVKG eine Sanktionsreduktion für gute Kooperation in der Höhe von 25% 

(vgl. Verfügung, Rz. 180). 

10.4.5 Die Frage, ob der nach den Art. 3 und 4 SVKG berechnete Sankti-

onsbetrag wegen einer besonderen Kooperation der Beschwerdeführerin 

nach Art. 6 SVKG zu mindern ist, stellt sich erst dann, wenn ein Anspruch 

auf Sanktionserlass oder -reduktion unter dem Titel der Bonusregelung 

(Art. 49a Abs. 2 KG i.V.m. Art. 8 ff. SVKG) zu verneinen ist (vgl. E. 11). Dies 

vor dem Hintergrund, dass eine Sanktionsreduktion nach der Bonusrege-

lung grundsätzlich höher ausfallen sollte als eine Minderung nach Art. 6 

SVKG, zumal Letztere eine weniger weitreichende Zusammenarbeit vo-

raussetzt (vgl. PICHT, in: OFK Wettbewerbsrecht II, 2. Aufl. 2021, Art. 6 

SVKG N. 14 f.; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, Art. 49a N. 86 

m.w.H.; TAGMANN, a.a.O., S. 278). Die Mitwirkung unter dem Titel der Bo-

nusregelung sollte daher für ein Unternehmen grundsätzlich zu einer grös-

seren Belohnung führen als die Kooperation unter dem Aspekt der mildern-

den Umstände nach Art. 6 SVKG, ansonsten die Attraktivität und Wirksam-

keit der Bonusregelung geschmälert werden könnten (vgl. Urteil des BVGer 

B-2977/2007 vom 27. April 2010 E. 8.3.6, Publigroupe, m.w.H.; ROTH/BO-

VET, in: Commentaire romand, Droit de la concurrence, 2. Aufl. 2013, 

Art. 49a KG N. 66; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, Art. 49a 

N. 86). 

11. Bonusregelung 

Strittig und zu prüfen ist somit, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe die 

Sanktion nach der Bonusregelung zu reduzieren ist. 

11.1 Standpunkt der Beschwerdeführerin 

Die Beschwerdeführerin erhebt einen Anspruch auf eine – in den Rechts-

begehren nicht bezifferte – Sanktionsreduktion unter dem Titel der Bonus-

regelung nach Art. 12 ff. SVKG (vgl. Beschwerde, Rz. 21 ff.).  

Zur Begründung macht sie im Einzelnen geltend, sie habe der Vorinstanz 

sämtliche für sie greifbaren Informationen verzugslos zur Verfügung ge-

stellt. Eine weitergehende Kooperation sei ihr objektiv unmöglich gewesen. 

Es widerspreche dem gesetzgeberischen Gedanken zur Selbstanzeige, 

kooperierenden Unternehmen einen (teilweisen) Erlass der Sanktion zu 

B-721/2018 

Seite 33 

versagen, weil sie subjektiv und teils auch objektiv unmögliche Beweismit-

tel nicht vorgelegt hätten. Dadurch würden Unternehmen zurückhaltender 

agieren, wenn sie sich für oder gegen eine Selbstanzeige entschieden. Die 

Auffassung der Vorinstanz habe zur Folge, dass ein Unternehmen zwin-

gend umfassende Angaben zu einem Sachverhalt machen müsse und 

Teilinformationen zur Erlangung eines Selbstanzeigerstatus nicht genüg-

ten. Die Haltung der Vorinstanz stimme sodann nicht mit der Rechtsprech-

ung des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen Strassen- und Tiefbau im 

Kanton Aargau Erne (Urteil des BVGer B-807/2012 vom 25. Juni 2018 E. 

8.5.5.5) überein, wonach Selbstanzeiger "den Wettbewerbsbehörden nach 

bestem Wissen zutreffende Informationen zur angezeigten Beteiligung an 

einer Wettbewerbsbeschränkung liefern" müssten [Hervorhebung durch 

die Beschwerdeführerin]. Schliesslich verlange auch das Gleichbehand-

lungsgebot, dass ihr der Selbstanzeigerstatus gewährt werde. Denn die 

Vorinstanz habe Implenia als Selbstanzeigerin anerkannt, obwohl diese 

erst Jahre nach der Untersuchungseröffnung in Bezug auf das in Frage 

stehende Projekt kooperiert und der Vorinstanz bereits seit Jahren vorlie-

gende Beweismittel vorgelegt habe (vgl. Beschwerde, Rz. 5 ff., 24 ff.; 

Replik, Rz. 34, 36, 39). 

11.2 Standpunkt der Vorinstanz 

Die Vorinstanz verneint einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Sank-

tionsreduktion unter dem Titel der Bonusregelung, berücksichtigt ihre Ko-

operation jedoch als mildernden Umstand im Sinne von Art. 6 SVKG mit 

einer Sanktionsreduktion in der Höhe von 25%. 

Die Vorinstanz führt zur Begründung aus, eine Selbstanzeigerin müsse ei-

nen kartellrechtlich relevanten Sachverhalt anzeigen. Die Beschwerdefüh-

rerin habe ihr kartellrechtswidriges Verhalten bei dem vorliegenden Bau-

projekt vor der Zustellung des Verfügungsantrags jedoch nicht mit hinrei-

chender Klarheit angezeigt. Zwar habe die Beschwerdeführerin in ihren 

Eingaben vom 7. Dezember 2012 und vom 19. April 2016 Indizien vorge-

legen, wonach sie von einer Konkurrentin mit Kalkulationsdaten bedient 

worden sei. Durch offen gehaltene Formulierungen habe sie sich jedoch 

nicht festgelegt. Nichts anderes ergebe sich aus der – in der Verfahrens-

geschichte der Verfügung nicht erwähnten – Eingabe vom 17. Mai 2013. 

Es spiele dabei keine Rolle, aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin 

den relevanten Sachverhalt nicht mit der gebotenen Klarheit angezeigt 

habe (vgl. Verfügung, Rz. 173 ff., 179; Vernehmlassung, Rz. 15, 17 f., 23, 

26; Duplik, Rz. 6 f.). 

B-721/2018 

Seite 34 

Dass die Beschwerdeführerin die Beteiligung an einem Wettbewerbs-

verstoss bereits in einem frühen Stadium nicht bestritten und in ihrer Stel-

lungnahme zum Antrag des Sekretariats den Sachverhalt ausdrücklich und 

vollumfänglich anerkannt habe, sei jedoch als mildernder Umstand im 

Sinne von Art. 6 SVKG zu berücksichtigen (vgl. Verfügung, Rz. 177, 180; 

Vernehmlassung, Rz. 7, 18, 27; Duplik Rz. 7). 

11.3 Bonusregelung im Allgemeinen 

11.3.1 Nach Art. 49a Abs. 2 KG kann auf eine Belastung eines Unterneh-

mens mit einer Verwaltungssanktion nach Art. 49a Abs. 1 KG ganz oder 

teilweise verzichtet werden, wenn dieses an der Aufdeckung und der Be-

seitigung der Wettbewerbsbeschränkung mitwirkt. Die Voraussetzungen 

und Modalitäten des vollständigen Sanktionserlasses werden von der KG-

Sanktionsverordnung (SVKG) in Art. 8 ff. und jene des teilweisen Sankti-

onserlasses in Art. 12 ff. SVKG näher ausgeführt. 

11.3.2 Mit der Bonusregelung verfolgt der Gesetzgeber verschiedene Zwe-

cke. Sie soll es den Wettbewerbsbehörden insbesondere ermöglichen oder 

wesentlich erleichtern, Sachverhalte, die mutmasslich Wettbewerbsabre-

den nach Art. 5 Abs. 3 oder 4 KG darstellen, zu untersuchen und aufzuklä-

ren (vgl. Botschaft KG 2002, 2038; PATRICK SOMMER, Praktische Verfah-

rensfragen bei Inanspruchnahme der Bonusregelung, Jusletter vom 

17. Oktober 2005, Rz. 4 f.); es soll nicht zuletzt auch der Untersuchungs-

aufwand des Sekretariats vermindert werden (vgl. Erläuterungen KG-

Sanktionsverordnung, ad Art. 12 Abs. 2; DAMIAN GRAF, Der Verwaltungsrat 

und die kartellrechtliche Bonusregelung, SZW 2014, S. 497; TAGMANN/ZIR-

LICK, Schwächen und Risiken der Bonusregelung im schweizerischen Kar-

tellrecht, Jusletter vom 10. August 2009, Rz. 39). Ein Unternehmen, das 

an einer entsprechenden Wettbewerbsabrede beteiligt war, soll für den von 

ihm bei deren Aufdeckung oder Nachweis erbrachten Beitrag belohnt wer-

den (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 16.3.4, 

Engadin IV Foffa Conrad). 

(1) Vollständiger Sanktionserlass 

11.3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 SVKG erlässt die Vorinstanz einem Unterneh-

men die Sanktion vollständig, wenn es seine Beteiligung an einer Wettbe-

werbsbeschränkung im Sinne von Art. 5 Abs. 3 und 4 KG anzeigt und als 

Erstes entweder Informationen liefert, die es den Wettbewerbsbehörden 

ermöglichen, eine Untersuchung nach Art. 27 KG zu eröffnen (Art. 8 Abs. 1 

B-721/2018 

Seite 35 

Bst. a SVKG, Eröffnungskooperation), oder Beweismittel vorlegt, welche 

es den Wettbewerbsbehörden ermöglichen, einen Wettbewerbsverstoss 

gemäss Art. 5 Abs. 3 oder 4 KG festzustellen (Art. 8 Abs. 1 Bst. b SVKG, 

Feststellungskooperation). 

11.3.4 Es ist vorliegend unbestritten, dass die Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf vollständigen Erlass der Sanktion nach Art. 49a Abs. 2 KG 

i.V.m. Art. 8 ff. SVKG hat. Wie das Bundesverwaltungsgericht in einem das-

selbe Bauprojekt betreffenden Parallelfall festgehalten hat, hat Bezzola De-

noth den relevanten Verstoss als erstes Unternehmen angezeigt (vgl. Urteil 

des BVGer B-697/2018 vom 28. November 2023 E. 12.6.9, Engadin VIII 

Implenia). So hat Bezzola Denoth in der Ergänzung ihrer Selbstanzeige 

vom 4. Dezember 2012 – und somit kurze Zeit nach Eröffnung der Unter-

suchung am 30. Oktober 2012 – als erstes Unternehmen konkrete Hin-

weise auf den vorliegend in Frage stehenden Verstoss eingereicht. Zudem 

hat Bezzola Denoth der Vorinstanz in ihrer Eingabe vom 1. Februar 2013 

und demnach bereits in einer frühen Phase des – bis zur Verfahrenstren-

nung am 23. November 2015 (vgl. Sachverhalt, L) einheitlich geführten – 

Untersuchungsverfahrens unaufgefordert je eine E-Mail der Bezzola De-

noth an die Beschwerdeführerin vom 6. und 8. Juli 2011 (vgl. Sachver-

halt, H) eingereicht, welche die Vorinstanz als entscheidende Beweismittel 

für eine Abstimmung zwischen der Beschwerdeführerin und Bezzola De-

noth über die gegenseitige Koordination der Angebote einstuft (vgl. Verfü-

gung, Rz. 181 f.). Es besteht aufgrund der Akten kein Anlass, diese Ein-

schätzung anzuzweifeln.  

11.3.5 Im Streit stehen somit einzig die Voraussetzungen für eine Reduk-

tion der Sanktion nach der Bonusregelung.  

(2) Sanktionsreduktion nach der Bonusregelung im Allgemeinen 

11.3.6 Für die weiteren Selbstanzeiger sehen Art. 12 Abs. 1 und 2 SVKG 

eine Sanktionsreduktion von bis zu 50% des nach den Bestimmungen der 

Art. 3-7 SVKG berechneten Sanktionsbetrags vor, sofern das Unterneh-

men "an einem Verfahren unaufgefordert mitgewirkt" (franz.: "a participé 

spontanément à une procédure") und im Zeitpunkt der Vorlage der Beweis-

mittel die Teilnahme am betreffenden Wettbewerbsverstoss eingestellt hat. 

11.3.7 Das Instrument der Sanktionsreduktion nach Art. 12 ff. SVKG ist auf 

Selbstanzeiger anwendbar, welche eine oder mehrere Voraussetzungen 

B-721/2018 

Seite 36 

für einen vollständigen Erlass der Sanktion nicht erfüllen. Es erfasst insbe-

sondere Selbstanzeiger, die mangels zeitlicher Priorität für einen vollstän-

digen Erlass der Sanktion nicht in Frage kommen (vgl. Urteil des BVGer 

B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 16.3.14, Engadin IV Foffa Conrad; 

Erläuterungen zur KG-Sanktionsverordnung, ad Art. 8 Abs. 4 Bst. a; DA-

VID/JACOBS, Schweizerisches Wettbewerbsrecht, 5. Aufl. 2012, N. 791; 

DÄHLER/KRAUSKOPF, a.a.O., S. 147; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 

2021, Art. 49a N. 144; ZIMMERLI, a.a.O., S. 675).  

11.3.8 Die Bestimmung von Art. 49a Abs. 2 KG setzt für einen vollständi-

gen Erlass oder eine Reduktion der Sanktion voraus, dass das betreffende 

Unternehmen "mitwirkt". Die Mitwirkung muss sich gemäss Wortlaut der 

Bestimmung auf die Aufdeckung und die Beseitigung der Wettbewerbsbe-

schränkung beziehen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter dem Be-

griff der Aufdeckung die Aufklärung eines Sachverhalts verstanden. Dies 

deutet darauf hin, dass "Mitwirkung" im Sinne von Art. 49a Abs. 2 KG pri-

mär die Unterstützung der Wettbewerbsbehörden bei der Ermittlung des 

Sachverhalts bedeutet (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 

2023 E. 16.3.17, Engadin IV Foffa Conrad, m.w.H.).  

11.3.9 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinen Urteilen in Sachen 

Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau sowie Musik Hug festgehalten, 

dass ein Selbstanzeiger überzeugend und auf die vorgeschriebene Weise 

mit der Wettbewerbsbehörde kooperieren müsse, um einen vollständigen 

Erlass oder eine Reduktion der Sanktion zu erhalten. Dabei verwies das 

Bundesverwaltungsgericht auf die Bestimmungen sowohl von Art. 8 Abs. 2 

Bst. c (Pflicht zu uneingeschränkter Kooperation) als auch von Art. 12 

Abs. 1 SVKG (vgl. zum Wortlaut 11.3.6). Zu einer ausreichenden Koopera-

tion eines Selbstanzeigers gehöre auch, dass dieser den Wettbewerbsbe-

hörden nach bestem Wissen zutreffende Informationen und Beweismittel 

zur angezeigten Beteiligung an einer Wettbewerbsbeschränkung liefert 

(vgl. Urteile des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 8.5.5.5, Stras-

sen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht; B-807/2012 E. 8.5.5.5, Erne; 

B-829/2012 E. 7.5.5.5 Granella; B-771/2012 Cellere; B-823/2016 vom 

2. April 2020 E. 4.1.1, Musik Hug; B-710/2014 vom 16. November 2022 

E. 9.2.3, Luftfracht).  

11.3.10 Die Mitwirkung im Sinne von Art. 49a Abs. 2 KG ist des Weiteren 

abzugrenzen von den allgemeinen gesetzlichen Mitwirkungspflichten der 

Parteien eines Verwaltungsverfahrens nach Art. 13 VwVG. Diese werden 

in Kartellverwaltungsverfahren durch die Auskunftspflicht nach Art. 40 KG 

B-721/2018 

Seite 37 

konkretisiert und erweitert. Danach haben sowohl Beteiligte an Abreden 

und an Zusammenschlüssen als auch marktmächtige Unternehmen und 

betroffene Dritte den Wettbewerbsbehörden alle für deren Abklärungen er-

forderlichen Auskünfte zu erteilen und die notwendigen Unterlagen vorzu-

legen (vgl. Urteile des BVGer B-7633/2009 vom 14. September 2015 

E. 81, Swisscom ADSL; B-506/2010 vom 19. Dezember 2013 E. 5, Gaba; 

B-3882/2021 vom 16. Februar 2023 E. 4; B-645/2018 vom 14. August 2023 

E. 16.3.28, Engadin IV Foffa Conrad, m.w.H.).  

11.3.11 Demgegenüber stellt die Mitwirkung des Selbstanzeigers im Sinne 

von Art. 49a Abs. 2 KG keine durchsetzbare Rechtspflicht dar. Sie erfolgt 

denn auch nicht aufgrund eines auf gesetzliche Mitwirkungs- und Aus-

kunftspflichten gestützten Auskunftsbegehrens. Vielmehr hat die Mitwir-

kung unaufgefordert, d.h. freiwillig und aus eigenem Antrieb zu erfolgen. 

Der Verordnungsgeber hat dies in Art. 8 Abs. 2 Bst. b und Art. 12 Abs. 1 

SVKG ausdrücklich festgehalten. Die Mitwirkung ist deshalb rechtlich eine 

Obliegenheit (vgl. Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 

E. 16.3.28, Engadin IV Foffa Conrad). 

11.3.12 Es fragt sich bei dieser Ausgangslage, nach welchen Kriterien über 

die Höhe der Reduktion zu befinden ist. Mit Blick auf den Wortlaut von 

Art. 49a Abs. 2 KG ist es zunächst naheliegend, auf den Beitrag des 

Selbstanzeigers bei der Aufdeckung und der Beseitigung der Wettbe-

werbsbeschränkung abzustellen. In diesem Sinne legte der Verordnungs-

geber fest, dass für die Höhe der Reduktion die "Wichtigkeit des Beitrags 

des Unternehmens zum Verfahrenserfolg" massgebend sei (Art. 12 Abs. 2 

SVKG). Das vom Verordnungsgeber vorgegebene Kriterium für die Festle-

gung der Höhe der Sanktionsreduktion ist demzufolge – im Einklang mit 

dem Wortlaut von Art. 49a Abs. 2 KG und den Zwecken der Aufklärungs- 

und Ermittlungshilfe (vgl. Urteil des BVGer 645/2018 vom 14. August 2023 

E. 16.3.5 ff., Engadin IV Foffa Conrad) – der objektiv feststellbare Wert des 

Beitrags zur Erleichterung der Aufklärung und des Nachweises des 

Verstosses (sog. Mehrwert; ZIMMERLI, a.a.O., S. 650 ["beweisrechtlicher 

Mehrwert"]; vgl. auch DAVID/JACOBS, a.a.O., S. 274; E. 11.3.2, UNCTAD, 

Competition Guidelines: Leniency Programmes, 2016, Ziff. 7.1 ["value ad-

ded"] sowie rechtsvergleichend die Mitteilung der EU-Kommission über die 

Zusammenarbeit, Rz. 5, 24 ff.). Die Mitwirkung muss sich somit in objektiv 

nachvollziehbarer Weise auf die Aufdeckung des Verstosses oder auf die 

Beweisführung und damit auf den Verfahrensausgang auswirken (vgl. 

SOMMER, a.a.O., Rz. 26; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 2021, 

Art. 49a N. 146; WEBER/VOLZ, a.a.O., Rz. 4.434). Dabei kann qualitativen 

B-721/2018 

Seite 38 

und quantitativen Aspekten sowie dem Zeitpunkt der Mitwirkung Rechnung 

getragen werden (vgl. Urteil des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 

E. 11.4.10.1, 11.4.10.3, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Um-

bricht; KRAUSKOPF, in: DIKE-Kommentar KG, 2018, Art. 49 Abs. 1-2 N. 96; 

KRAUSKOPF/SENN, a.a.O., S. 18; PICHT, in: OFK Wettbewerbsrecht II, 

2. Aufl. 2021, Art. 12 SVKG N. 11; TAGMANN/ZIRLICK, in: BSK-KG, 2. Aufl. 

2021, Art. 49a N. 139g, 156a; vgl. auch Mitteilung der EU-Kommission über 

die Zusammenarbeit, Rz. 5). Zu berücksichtigen sind in diesem Zusam-

menhang auch die der Wettbewerbsbehörde bereits vorliegenden Beweis-

mittel (vgl. Urteile des BVGer B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 16.4.11, 

Engadin IV Foffa Conrad, m.H.; B-880/2012 vom 25. Juni 2018 

E. 11.4.10.3, Strassen- und Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht sowie 

rechtsvergleichend EuGH, EU:C:2007:277, Rz. 88, SGL Carbon).  

11.3.13 Eine Reduktion der Sanktion unter dem Aspekt der Bonusregelung 

kann somit angezeigt sein, wenn der Selbstanzeiger unaufgefordert einen 

erheblichen Beitrag zur Aufdeckung der Wettbewerbsbeschränkung oder 

zur Vereinfachung des Verfahrens erbracht hat (vgl. Urteil des BVGer 

B-645/2018 vom 14. August 2023 E. 16.4.11, Engadin IV Foffa Conrad). 

Diese Anforderung entspricht auch dem Anliegen einer sachgerechten Ab-

grenzung zwischen der bonusrechtlichen Sanktionsreduktion und der Min-

derung der Sanktion für besonders gute Kooperation (vgl. E. 13.1.5). 

11.3.14 Die Wettbewerbsbehörde hat bei der Frage, ob und in welchem 

Umfang die Sanktion nach der Bonusregelung zu reduzieren ist, ein pflicht-

gemäss und unter Würdigung aller relevanten Umstände auszuübendes 

Ermessen (vgl. Botschaft KG 2002, 2039; Urteile des BVGer B-823/2016 

vom 2. April 2020 E. 4.6 f., Musik Hug; B-2782/2007 vom 4. Oktober 2007 

E. 5, Stiftung Pro Helvetia; Urteil des BVGer B-645/2018 vom 14. August 

2023 E. 16.3.25, Engadin IV Foffa Conrad, m.w.H.).  

11.3.15 Ungeachtet des auch im Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht geltenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 37 

VGG) trägt das Unternehmen, das eine Sanktionsreduktion unter dem Titel 

der Bonusregelung geltend macht, die objektive Beweislast für den von ihm 

behaupteten Mehrwert seiner Mitwirkung (vgl. rechtsvergleichend EuGH, 

EU:C:2009:576, Rz. 297 f., Erste Group Bank; EuG, EU:T:2012:493, 

Rz. 51, Kuwait Petroleum). Dies entspricht der Grundregel der Beweislast-

verteilung nach Art. 8 des Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210), die grundsätz-

lich auch im öffentlichen Recht gilt. Danach trägt diejenige Partei die Be-

weislast für das Vorliegen einer Tatsache, die aus dieser Tatsache Rechte 

B-721/2018 

Seite 39 

ableitet (vgl. Urteil des BVGer B-697/2018 vom 28. November 2023 E. 

14.2, Engadin VIII Implenia, m.w.H.). 

12. Beurteilung im vorliegenden Fall 

12.1 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin die Vorausset-

zungen für eine Sanktionsreduktion nach Art. 49a Abs. 2 KG i.V.m. Art. 12 

SVKG erfüllt. 

12.2 Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen ihrer Bonusmeldung die fol-

genden Eingaben eingereicht: 

Am 1. November 2012 hat die Beschwerdeführerin eine Bonusmeldung für 

die Region "Unterengadin" eingereicht. Diese umfasst keine Hinweise auf 

das in Frage stehende Projekt. 

In ihrer Eingabe vom 7. Dezember 2012 führte die Beschwerdeführerin 

aus, es seien bei dem in Frage stehenden Projekt keine eigenen Kalkula-

tionsdaten hinterlegt. Dies spreche dafür, dass sie diese von einem Kon-

kurrenzunternehmen erhalten habe. Der exakte Ablauf sei für sie jedoch 

nicht eruierbar, weil sie keine Unterlagen zu diesem Projekt habe und der 

(Funktion) B._______ sich nicht mehr genau erinnern könne (vgl. Vor-

instanz, act. IX.B.7 [25-0038], S. 17). 

In ihrer Eingabe vom 17. Mai 2013 führte die Beschwerdeführerin über das 

in Frage stehende Projekt aus, es könne nicht ausgeschlossen werden, 

dass sie von einem Mitbewerber die "Kalkulation erhalten" und dann "den 

Preis nachträglich erhöht" habe (vgl. Vorinstanz, act. IX.B.19 [25-0038], 

S. 3).  

In ihrer Eingabe vom 19. April 2016 hielt die Beschwerdeführerin erneut 

fest, sie habe "mutmasslich" die Kalkulationsdaten eines Konkurrenten er-

halten. Sie erneuerte zudem ihre Aussage, dass sie in Bezug auf das vor-

liegende Projekt über keine Unterlagen mehr verfüge und sich auch 

B._______ als (Funktion) nicht mehr genau an den Fall erinnern könne. 

Der exakte Ablauf sei dementsprechend nicht mehr eruierbar (vgl. Vo-

rinstanz, act. 5 [22-0465/25-0038], S. 3). 

12.3 Bei einer Würdigung dieser Eingaben fällt auf, dass die Beschwerde-

führerin es jeweils als möglich bezeichnet hat, von einer Konkurrentin die 

Kalkulationsdaten über das betreffende Projekt erhalten zu haben. Ausser 

dem Hinweis, dass in ihrem IT-System keine eigenen Ansätze hinterlegt 

B-721/2018 

Seite 40 

seien, liefert sie hierfür jedoch keine konkreten Hinweise. Vielmehr legt sich 

die Beschwerdeführerin – wie die Vorinstanz zutreffend festhält (vgl. Verfü-

gung, Rz. 175) – insoweit nicht fest. 

Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht dar-

getan, dass ihre Eingaben vom 7. Dezember 2012, 17. Mai 2013 und 

19. April 2016 einen erheblichen Beitrag bei der Aufklärung des Kartell-

rechtsverstosses im Sinne der aufgezeigten Rechtsprechung (vgl. 

E. 11.3.12) erbracht hätten. Dies gilt umso mehr, als Bezzola Denoth be-

reits früh entscheidende Beweismittel vorgelegt hat (vgl. E. 11.3.4). 

12.3.1 Die Beschwerdeführerin hat zwar in ihrer Stellungnahme vom 

14. Juni 2017 zum Verfügungsantrag des Sekretariats die Beteiligung an 

einer unzulässigen Wettbewerbsabrede ausdrücklich anerkannt (vgl. 

Sachverhalt, Q). Sie führte im Einzelnen Folgendes aus: 

"[Die Beschwerdeführerin] bestreitet nicht bzw. anerkennt, in Bezug auf die 

Ausschreibung (...) an einer unzulässigen Wettbewerbsabrede gemäss Art. 5 

Abs. 3 Bst. a und c KG beteiligt gewesen zu sein." (vgl. Vorinstanz, act. 78 

[22-0465], S. 1) 

Diese Anerkennung erfolgte jedoch erst zu einem späten Zeitpunkt des 

Verfahrens. Denn mit der Übermittlung des Verfügungsantrags an die Un-

tersuchungsadressaten hat das Sekretariat seine Untersuchung des Sach-

verhalts sowie die rechtliche Würdigung (vorläufig) abgeschlossen. Es ist 

denn auch nicht ersichtlich und wird auch nicht aufgezeigt, dass die Aner-

kennung die Aufklärung des Kartellrechtsverstosses oder das Verfahren in 

erheblicher Weise erleichtert hätte. 

12.3.2 Die Beschwerdeführerin hat demzufolge trotz ihrer Bemühungen 

um Mitwirkung keine näheren Informationen und keine Beweismittel über 

den Kartellrechtsverstoss vorgelegt. Sie hat ihre Angaben zu dem in Frage 

stehenden Kartellrechtsverstoss im weiteren Verlauf des Verfahrens auch 

nicht weiter substantiiert. Damit kann der von der Beschwerdeführerin bei 

der Aufdeckung des Verstosses oder der Vereinfachung des Verfahrens 

geleistete Mehrwert nicht als erheblich eingestuft werden. 

Aus welchen Gründen ihr – wie sie geltend macht – eine weitergehendere 

Mitwirkung nicht möglich war, ist – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt 

(vgl. Vernehmlassung, Rz. 17) – nach dem Gesagten unerheblich (vgl. Ur-

teil des BVGer B-880/2012 vom 25. Juni 2018 E. 11.4.10.3, Strassen- und 

Tiefbau im Kanton Aargau Umbricht).  

B-721/2018 

Seite 41 

12.3.3 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für eine Reduktion der 

Sanktion auf der Grundlage von Art. 12 ff. SVKG demzufolge zu Recht ver-

neint. Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe in ihrer Sank-

tionsverfügung die Verfahrensgeschichte unvollständig wiedergegeben 

und entscheidrelevante Tatsachen nicht gewürdigt, geht schon aus diesem 

Grund ins Leere. Denn auch die in der angefochtenen Verfügung nicht auf-

geführte Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. Mai 2013 enthält – wie 

auch ihre anderen Eingaben – keine Angaben, die weitere Aufschlüsse 

über den betreffenden Kartellrechtsverstoss liefern könnten. 

12.3.4 In Anbetracht dessen sind die weiteren Vorbringen der Beschwer-

deführerin, mit denen sie ihren Anspruch auf eine Sanktionsreduktion nach 

der Bonusregelung begründet, unerheblich. Dies betrifft insbesondere die 

Rüge der Verletzung der Rechtsgleichheit im Verhältnis zu Implenia. Zu 

letzterem Gesichtspunkt ist festzuhalten, dass weder das Bundesverwal-

tungsgericht noch das Bundesgericht bei der Auslegung und Anwendung 

von Rechtsnormen an einzelne Entscheide oder eine Praxis der Verwal-

tungsbehörden gebunden sind, andernfalls der verfassungsrechtlich ge-

währleistete Rechtsschutz auf richtige Anwendung des Rechts unterlaufen 

würde (vgl. BGE 143 II 297 E. 5.3.3; Urteil des BVGer B-716/2018 vom 

23. November 2023 E. 9.2.3.2, Engadin VI Implenia). 

13. Sanktionsminderung nach Art. 6 Abs. 1 SVKG 

13.1 Zu prüfen bleibt eine Sanktionsreduktion für eine besonders gute Ko-

operation ausserhalb der Bonusregelung unter dem Titel der mildernden 

Umstände nach Art. 6 Abs. 1 SVKG.  

13.1.1 Bei mildernden Umständen ist die Sanktion gemäss Art. 6 SVKG zu 

mindern. Als mildernder Umstand erwähnt Art. 6 Abs. 1 SVKG beispielhaft 

die Einstellung der Wettbewerbsbeschränkung spätestens vor Eröffnung 

eines Kartellverwaltungsverfahrens gemäss Art. 26-30 KG. Für Preis- und 

Gebietsabsprachen gemäss Art. 5 Abs. 3 und 4 KG werden mit dem aus-

schliesslich passiven Verhalten sowie dem Unterlassen von vereinbarten 

Vergeltungsmassnahmen zwei weitere Milderungsumstände aufgeführt 

(Art. 6 Abs. 2 SVKG). Die Aufzählung ist nicht abschliessender Natur. Da-

her sind auch sonstige mildernde Umstände bei der Sanktionierung eines 

wettbewerbswidrigen Verhaltens zu berücksichtigen. Es darf sich hierbei 

nicht um Aspekte handeln, die bereits bei der Festlegung des Basisbetrags 

zu berücksichtigen sind (vgl. Urteile des BVGer B-4596/2019 vom 5. Juni 

2023 E. 9.6.1, CA Auto Finance Suisse; B-2597/2017 vom 19. Januar 2022 

B-721/2018 

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E. 15.2.7.1, Vifor; B-7633/2009 vom 14. September 2015 E. 778, ADSL II; 

B-831/2011 vom 18. Dezember 2011 E. 1628, SIX). 

13.1.2 Gemäss Praxis und Lehre stellt eine besonders gute Kooperation 

einer Untersuchungsadressatin ausserhalb der Bonusregelung einen Mil-

derungsgrund im Sinne von Art. 6 SVKG dar (vgl. Urteile des BVGer 

B-2977/2007 vom 27. April 2010 E. 7.4.5.3 und E. 8.3.6, Publigroupe; 

B-8386/2015 vom 24. Juni 2021 E. 10.4.8, Swisscom WAN-Anbin