# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 111e051c-23b3-5653-b8a0-c80801c19e71
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.11.2023 VBE.2023.258
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-258_2023-11-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.258 / aw / dr / sc 
 

Art. 136 

 

 

Urteil vom 28. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Gössi 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin i.V. Reisinger 

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____, 

unentgeltlich vertreten durch MLaw Jonas Steiner, Rechtsanwalt,  

Buchserstrasse 18, Postfach, 5001 Aarau 1 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; Taggelder 

(Verfügung vom 27. April 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1978 geborene und zuletzt im Oktober 2018 als Hilfsisoleur bei der 

B._____ AG tätig gewesene Beschwerdeführer meldete sich im Ja-

nuar 2019 erstmals unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Be-

schwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integra-

tion/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Da der Be-

schwerdeführer beabsichtigte, per 1. Oktober 2019 eine selbstständige Er-

werbstätigkeit aufzunehmen, wurde die berufliche Integration – unter Hin-

weis darauf, dass der Beschwerdeführer rentenausschliessend eingeglie-

dert sei – mit Mitteilung vom 16. August 2019 abgeschlossen. 

 

1.2. 

Von Februar bis Ende April 2022 war der Beschwerdeführer sodann für die 

C._____ AG als Staplerfahrer/Logistiker tätig, ehe er sich am 2. Mai 2022 

wiederum aufgrund von Rückenbeschwerden bei der Beschwerdegegnerin 

zum Leistungsbezug anmeldete. Die Beschwerdegegnerin tätigte darauf-

hin Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und nahm 

Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Mit Verfügung 

vom 27. April 2023 sprach sie dem Beschwerdeführer für die Dauer eines 

Arbeitsversuchs vom 3. April bis 30. Juni 2023 ein Taggeld von Fr. 52.00 

zu. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 27. April 2023 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 25. Mai 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 27.4.2023 sei aufzuheben 
 
 2. Es sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-

sen und es sei diese zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die Tag-
gelder in gesetzlich korrekter Höhe auszurichten. 

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

Zudem stellte er folgenden Antrag: 

 

"1.   Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen und der Unterzeichnete als unentgeltlicher Vertreter einzuset-
zen." 

 

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2.2. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. Juni 2023 wurde dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und MLaw Jonas 

Steiner, Rechtsanwalt, Aarau, zu seinem unentgeltlichen Vertreter ernannt. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 10. August 2023 nahm der Beschwerdeführer Stellung 

zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2023 und hielt 

an seinen Anträgen fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde-

führer mit angefochtener Verfügung vom 27. April 2023 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 66) zu Recht für die Dauer eines Arbeitsversuchs vom 

3. April bis 30. Juni 2023 ein Taggeld von Fr. 52.00 zugesprochen hat. 

 

2. 

2.1. 

Versicherte haben gemäss Art. 22 Abs. 1 IVG während der Durchführung 

von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein 

Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinanderfolgenden Tagen wegen 

der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer 

gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sind. Wie bei der 

Durchführung anderer Eingliederungsmassnahmen hat der Versicherte 

auch beim Arbeitsversuch gemäss Art. 18a Abs. 2 IVG Anspruch auf ein 

Taggeld (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

[IVG], 4. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 23 IVG; Art. 18a Abs. 2 IVG). 

 

2.2. 

Die Grundentschädigung beträgt 80 % des letzten ohne gesundheitliche 

Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80 % 

des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG (Art. 23 Abs. 1 

IVG; vgl. auch Rz. 0802 des Kreisschreibens über die Taggelder der Inva-

lidenversicherung [KSTI] des Bundesamts für Sozialversicherungen 

[BSV]).  

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Unter dem letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbs-

einkommen ist dasjenige Einkommen zu verstehen, welches die versi-

cherte Person zuletzt ohne Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit erzielt hat. Unerheblich ist, ob dieses Er-

werbseinkommen dabei durch eine den Fähigkeiten und der Ausbildung 

der versicherten Person entsprechende Tätigkeit erzielt wurde (Rz. 0805 

KSTI). Nach der hierzu ergangenen und nach wie vor gültigen Rechtspre-

chung entspricht das der Bemessung des Taggeldes zugrunde zu legende 

Erwerbseinkommen nach Art. 23 Abs. 3 IVG – abgesehen vom Festset-

zungszeitpunkt – dem Valideneinkommen bei der Invaliditätsbemessung 

nach der Einkommensvergleichsmethode (SVR 2008 IV Nr. 4 S. 9, 

I 732/06 E. 2.1 mit Verweis auf das Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts I 475/01 vom 13. Juni 2003 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_77/2008 vom 5. Juni 2008 E. 2.1; vgl. ferner MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., N. 4 zu Art. 23 IVG). Massgebend ist damit dasjenige Erwerbsein-

kommen, welches die versicherte Person zuletzt an ihrem letzten Arbeits-

platz ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erzielt hat (ERWIN MURER, 

SHK IVG, 2014, N. 37 zu Art. 23-25 IVG u.a. mit Verweis auf EVGE 1963 

S. 274 E. 2 S. 277 f). Gemeint ist damit jene Tätigkeit, welche bei Eintritt 

der ersten wahrnehmbaren Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchti-

gung auf das Leistungsvermögen ausgeübt wurde (vgl. AMANDA WITTWER, 

Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit im schweizerischen Sozialversicherungs-

recht, Diss. 2017, S. 40 mit Hinweisen). Dies korreliert denn auch mit dem 

Zweck der Taggelder, welche ein wegen der Durchführung von Eingliede-

rungsmassnahmen nicht mehr erzielbares Einkommen ersetzen sollen 

(vgl. die Botschaft vom 22. Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung [5. Revision] in BBl 2005 S. 4537 

Ziff. 1.6.2.1). 

 

Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Art. 23 Abs. 1 

IVG bildet das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem 

AHVG erhoben werden (Art. 23 Abs. 3 IVG). Massgebend ist damit der 

AHV-rechtliche Einkommensbegriff von Art. 4 ff. AHVG (MEYER/REICH-

MUTH, a.a.O., N. 3 zu Art. 23 IVG). 

 

2.3. 

Als Arbeitnehmende mit regelmässigem Erwerbseinkommen gelten versi-

cherte Personen, die in einem auf Dauer angelegten Arbeitsverhältnis ste-

hen und deren Erwerbseinkommen keinen starken Schwankungen ausge-

setzt ist. Ein auf Dauer angelegtes Arbeitsverhältnis liegt dann vor, wenn 

es entweder unbefristet ist oder für mindestens ein Jahr eingegangen 

wurde (Art. 21bis IVV; vgl. auch Rz. 0812 KSTI). Für Arbeitnehmende, die 

in keinem auf Dauer angelegten Arbeitsverhältnis stehen oder deren Er-

werbseinkommen starken Schwankungen ausgesetzt ist, wird für die Er-

mittlung des massgebenden Einkommens auf ein während drei Monaten 

erzieltes Erwerbseinkommen abgestellt (Art. 21ter IVV). Dieses Einkommen 

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ist mit vier zu vervielfachen. Lohnbestandteile, die regelmässig oder einmal 

jährlich ausbezahlt werden, werden zum Jahreseinkommen hinzugerech-

net (Rz. 0808 KSTI). Der ermittelte Jahresverdienst wird durch 365 geteilt 

(Rz. 0831 KSTI). Lässt sich auf diese Weise kein der Situation angemes-

senes Durchschnittseinkommen ermitteln, so ist das auf den Tag umge-

rechnete Erwerbseinkommen einer längeren Zeitperiode – höchstens je-

doch für zwölf Monate – zu berücksichtigen (Rz. 0832 KSTI). 

 

3. 

Zwischen den Beteiligten zu Recht unbestritten ist, dass der Beschwerde-

führer wegen des mit Mitteilung vom 29. März 2023 (VB 64) zugesproche-

nen Arbeitsversuches vom 3. April bis 30. Juni 2023 nach Art. 18a Abs. 2 

IVG für die Dauer der Massnahme Anspruch auf Taggelder im Sinne von 

Art. 23 Abs. 1 IVG hat. Umstritten ist demgegenüber die konkrete Bemes-

sung der Taggelder. Die Beschwerdegegnerin legte ihrer Berechnung das 

zwischen 18. April und 24. April 2022 bei der C._____ AG erzielte Erwerbs-

einkommen von Fr. 25.75 pro Stunde (inkl. Ferien- und Feiertagsentschä-

digung) zugrunde, welches sie auf ein Jahr hochrechnete, was ein Jahres-

einkommen von Fr. 23'714.60 ergab. Dieses dividierte sie durch 365, 

wodurch ein massgebendes Einkommen von Fr. 65.00 pro Tag resultierte. 

Den Taggeldansatz setzte sie auf 80 % davon, d.h. Fr. 52.00 

(Fr. 65.00 x 0.8), fest (vgl. das Schreiben der Ausgleichskasse Handel 

Schweiz vom 23. Mai 2023 in VB 69 S. 13 sowie deren Schreiben vom 

10. Juli 2023 in VB 78 S. 1; vgl. auch die Ausführungen auf S. 2 f. der Ver-

nehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2023). Der Beschwer-

deführer will demgegenüber auf das bei der B._____ AG erzielte Einkom-

men des Jahres 2018 abstellen (vgl. die Beschwerde S. 5 f.). 

 

4. 

4.1. 

Ausweislich der medizinischen Akten (vgl. den Bericht der Praxis IAVO vom 

20. November 2018 in VB 11) sowie der Beurteilung von RAD-Ärztin 

Dr. med. D._____, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumato-

logie des Bewegungsapparates, vom 25. Januar 2023 ist der Gesundheits-

schaden des Beschwerdeführers bereits im Juli 2018 eingetreten und die 

angestammte Tätigkeit (als Hilfsisoleur) seit diesem Zeitpunkt aus orthopä-

discher Sicht nicht mehr zumutbar (VB 59). In dieser angestammten Tätig-

keit war der Beschwerdeführer ausweislich der Akten sodann bis heute 

nicht mehr tätig (vgl. die Aktennotiz vom 13. August 2019 in VB 27 und das 

Protokoll telefonisches Erstgespräch vom 28. Juli 2022 in VB 44 S. 2, wo-

nach der Beschwerdeführer sich mit einem FoodTruck selbstständig 

machte; Fragebogen für Arbeitgebende vom 14. Juli 2022 in VB 78 S. 3 ff., 

wonach der Beschwerdeführer daraufhin bei der C._____ AG als Stapler-

fahrer/Logistiker tätig war). Abzustellen ist damit auf das Erwerbseinkom-

men, welches der Beschwerdeführer vor dem Eintritt des Gesundheits-

schadens im Juli 2018 erzielte. 

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4.2. 

Da die Arbeitsverhältnisse des Beschwerdeführers vor Juli 2018 jeweils be-

fristet waren und nicht für mindestens ein Jahr eingegangen wurden (vgl. 

den Fragebogen für Arbeitgebende vom 25. Februar 2019 in VB 16.1 S. 2, 

wonach es sich um einen temporären Einsatz gehandelt habe; vgl. auch 

den Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers in VB 40 

S. 4), ist für die Bemessung der Taggelder gemäss Art. 21ter IVV und laut 

KSTI von einer unregelmässigen Tätigkeit auszugehen (e contrario: 

Rz. 0812 KSTI). Somit ist für die Ermittlung des massgebenden Einkom-

mens auf das während dreier Monate vor Juli 2018 erzielte Einkommen ab-

zustellen und – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – nicht auf 

das erzielte Einkommen während des Arbeitsverhältnisses bei der 

C._____ AG. Diesbezüglich ist insbesondere nicht nachvollziehbar, dass 

die Beschwerdegegnerin bei einem schwankenden Einkommen des Be-

schwerdeführers zur Berechnung des Jahreseinkommens nur auf die letzte 

Woche, in der der Beschwerdeführer in diesem Arbeitsverhältnis gearbeitet 

hatte, abstellen will (vgl. das Schreiben der Ausgleichskasse Handel 

Schweiz vom 23. Mai 2023 in VB 69 S. 13; Eingabe der Beschwerdegeg-

nerin vom 28. Juli 2023 S. 3). Bei Arbeitnehmenden mit regelmässigem 

Einkommen im Stundenlohn ist dies zwar so zu handhaben (vgl. KSTI 

Rz. 0818). Bei einem schwankenden Einkommen ist im Sinne von Art. 21ter 

IVV und Rz. 0808 KSTI hingegen auf ein Durchschnittseinkommen von 

mehreren Monaten abzustellen (vgl. E. 2.3 hiervor). Wesentliche Gründe, 

die eine Abweichung von dieser Regelung rechtfertigen würden, sind nicht 

ersichtlich und werden im Weiteren von der Beschwerdegegnerin auch 

nicht dargelegt. Den Akten kann sodann nicht entnommen werden, bei wel-

chen Arbeitgeberinnen der Beschwerdeführer in den letzten drei Monaten 

vor Juli 2018 welches Einkommen erzielt hat (vgl. den Auszug aus dem 

individuellen Konto in VB 40 S. 4). So sind zwar Lohnabrechnungen von 

der B._____ AG für die Monate Mai und Juni 2018 in den Akten vorhanden 

(VB 10 S. 51 f). Welches Einkommen der Beschwerdeführer im April und 

Mai 2018 bei der E._____ AG, bei welcher er damals gemäss Auszug aus 

dem individuellen Konto gearbeitet hat, erzielt hatte, kann den Akten jedoch 

nicht entnommen werden (vgl. den Auszug aus dem individuellen Konto in 

VB 40 S. 4). 

 

Der für die Beurteilung der Höhe des Taggeldanspruchs des Beschwerde-

führers relevante Sachverhalt erweist sich somit im Lichte der Untersu-

chungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 

E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 125 V 193 E. 2 S. 195; UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) als nicht 

rechtsgenüglich erstellt. Die Sache ist daher – entsprechend dem Antrag 

des Beschwerdeführers (vgl. Ziff. 2 der Rechtsbegehren) – zu weiteren Ab-

klärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. BGE 139 V 99 

 - 7 - 

 

 

E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Anschliessend hat sie den 

Taggeldansatz neu zu berechnen und entsprechend zu verfügen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 27. April 2023 aufzuheben und die 

Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuver-

fügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensausgang und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). Die Parteikosten sind dem unentgeltlichen 

Rechtsvertreter zu bezahlen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 27. April 

2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Er-

wägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-

wiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers die Parteikosten in richterlich festgesetzter 

Höhe von Fr. 1'500.00 zu bezahlen. 
 

 

  

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 28. November 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Peterhans Reisinger