# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc0c3821-bda8-51e4-ab96-acc4c0c1d132
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 17.02.2015 V-2014/232
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_V-2014-232_2015-02-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: V-2014/232

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Kindes- und Erwachsenenschutz

Publikationsdatum: 17.02.2015

Entscheiddatum: 17.02.2015

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 17.02.2015
Art. 23 Abs. 1, Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2, Art. 315 Abs. 1 und 2, Art. 444 ZGB 
(SR 210). Im Scheidungsurteil wurde den Eltern die elterliche Sorge für die 
Kinder entzogen. Die Kinder wurden unter Vormundschaft gestellt. Sie leben 
seit rund drei Jahren in einem Kinder- und Jugendheim und besuchen von 
dort aus auch die Schule. Der zurzeit bestehende Wohnsitz der Kinder 
beruht nur auf der Tatsache, dass die Vormundschaft seinerzeit durch eine 
nicht zuständige Vormundschaftsbehörde errichtet wurde. Es rechtfertigt 
sich nicht, weiterhin an einem fiktiven Wohnsitz festzuhalten. Die 
wohlverstandenen Interessen der Kinder gebieten es, dass ein Vormund am 
Ort ihres Aufenthalts bestellt wird, um den direkten Kontakt zur Heimleitung, 
zur Schule und zu den Kindern zu gewährleisten 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung V, 17. Februar 2015, V-2014/232).

Präsident Urs Gmünder, Fachrichter Edwin Bigger und Fachrichterin Sieglinde Marte, 

Gerichtsschreiberin Franziska Geser

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Wil-Uzwil, Raiffeisenplatz 2, Postfach 246, 

9244 Niederuzwil, Gesuchstellerin,

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Appenzell Ausserrhoden, Schützenstrasse 1, 

9102 Herisau, Gesuchsgegnerin,

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Rheintal,

Feldwiesenstrasse 42, 9450 Altstätten, Verfahrensbeteiligte,

betreffend

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Zuständigkeit

Sachverhalt:

A.- C und D gingen als zweites und drittes Kind aus der Ehe von A (Vater) und B 

(Mutter) hervor. Die Familie lebte bis am 15. März 2008 gemeinsam in M. Am 18. April 

2008 reichten die Eltern vor Gericht ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Die 

Kinder lebten ab dem 9. Mai 2008 in der (faktischen) Obhut des Vaters, der nach wie 

vor in M lebte, während die Mutter keinen festen Wohnsitz hatte. Das 

Scheidungsgericht ordnete für C und D am 29. Mai 2008 mit einem dringlichen 

Entscheid eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 bis 3 ZGB an und entzog den 

Eltern am 24. September 2008 vorsorglich die Obhut über die beiden Kinder. Die 

Gemeinde M bestätigte am 25. November 2008 den gerichtlich verfügten Obhuts­

entzug und verfügte die Fremdplatzierung der beiden Kinder in einer Pflegefamilie in N 

(Zuständigkeitsbereich der KESB Rheintal). Das Ehescheidungsverfahren wurde infolge 

Rückzugs des Scheidungsbegehrens am 27. November 2008 als erledigt 

abgeschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war die Mutter in O und der Vater in M wohnhaft. 

Im Dezember 2008 reiste die Mutter mit ihrem Lebenspartner ins Ausland und nahm 

die Kinder mit. Im Februar 2009 kehrten die Kinder in die Schweiz zurück; am 

16. Februar 2009 wurden sie in die Obhut der Pflegeeltern übergeben. Aufgrund der 

Trennung der Pflegeeltern wurde im Frühjahr 2012 eine Umplatzierung der Kinder 

notwendig. Die Vormundschaftsbehörde P – die Mutter war zu diesem Zeitpunkt wohl 

in P wohnhaft – verfügte am 3. April 2012 die Platzierung von C und D in einer 

Institution in Altstätten.

B.- Am 22. Juni 2012 entschied Scheidungsgericht im Rahmen von vorsorglichen 

Massnahmen im am 6. März 2012 durch die Mutter anhängig gemachten 

Scheidungsverfahren, dass den Eltern die elterliche Sorge entzogen und die drei 

gemeinsamen Kinder unter Vormundschaft gestellt würden. Die Mutter war zu diesem 

Zeitpunkt in der Gemeinde Uzwil, der Vater in Q wohnhaft. Daraufhin ernannte die 

Vormundschaftsbehörde Uzwil am 25. Oktober 2012 den drei Kindern einen Vormund. 

Mit Gerichtsentscheid vom 14. Februar 2013 wurde die Ehe der Parteien geschieden 

und die Vereinbarung, dass die Kinder unter der Vormundschaft zu belassen seien, 

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genehmigt. Am 1. Februar 2013 meldete sich die Mutter gemeinsam mit ihrem Partner, 

den sie am 13. Juni 2013 heiratete, in Herisau an.

C.- Am 1. Mai 2013 gelangte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Wil-

Uzwil erstmals an die KESB Appenzell Ausserrhoden und ersuchte diese darum, die 

Kindesschutzmassnahmen für die drei Kinder zu übernehmen. Die KESB Appenzell 

Ausserrhoden lehnte die Übernahme mit Schreiben vom 24. Mai 2013 aufgrund der 

instabilen Wohnsituation der Mutter ab. Am 20. März 2014 gelangte die KESB Wil-

Uzwil erneut an die KESB Appenzell Ausserrhoden und ersuchte diese um Übernahme 

der Kindesschutzmassnahmen. Nach erneuter Nachfrage informierte diese die KESB 

Wil-Uzwil am 11. Juli 2014 darüber, dass sie hinsichtlich der Kinder C und D keine 

wesentliche Veränderung zur Situation im Mai 2013 sehe. Insbesondere hätten die 

Kinder ihre wichtigsten Bezugspersonen an ihrem Aufenthaltsort in Altstätten. Da sie 

unter Vormundschaft stehen würden, sei die Zuständigkeit der KESB Wil-Uzwil 

beizubehalten.

D.- Mit Schreiben vom 28. August 2014 gelangte die KESB Wil-Uzwil an die 

Verwaltungsrekurskommission und ersuchte um Klärung der Zuständigkeitsfrage 

hinsichtlich der Führung der Kindesschutzmassnahmen für C und D. Am 16. 

September 2014 liess sich die KESB Appenzell Ausserrhoden vernehmen; sie verwies 

auf ihre Schreiben vom 24. Mai 2013 sowie 11. Juli 2014 an die KESB Wil-Uzwil und 

erklärte, aus ihrer Sicht sei keine örtliche Zuständigkeit im Kanton Appenzell 

Ausserrhoden gegeben.

E.- Da es die KESB Wil-Uzwil unterlassen hatte, sich zwecks Klärung der 

Zuständigkeitsfrage an die KESB Rheintal zu wenden, holte das Gericht bei dieser 

direkt eine Stellungnahme ein. Am 11. November 2014 erklärte sich jedoch auch diese 

als nicht zuständig zur Übernahme der Kindesschutzmassnahmen für C und D.

F.- Mit Eingabe vom 20. Januar 2015 informierte die KESB Wil-Uzwil darüber, dass die 

Mutter am 16. Dezember 2014 wieder umgezogen sei und zurzeit in im Thurgau wohne. 

Sie habe der KESB Wil-Uzwil am 8. Januar 2015 einen erneuten Antrag um 

Wiedererteilung der elterlichen Sorge und Obhut über C und D gestellt.

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Auf die Ausführungen der beteiligten KESB wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Hält sich eine 

Kindesschutzbehörde nicht für zuständig, so überweist sie die Sache unverzüglich der 

Behörde, die sie als zuständig erachtet (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 444 Abs. 2 ZGB). 

Zweifelt sie an ihrer Zuständigkeit, so pflegt sie einen Meinungsaustausch mit der 

Behörde, deren Zuständigkeit in Frage kommt (Abs. 3). Kann im Meinungsaustausch 

keine Einigung erzielt werden, so unterbreitet die zuerst befasste Behörde die Frage 

ihrer Zuständigkeit der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Abs. 4). Die 

Verwaltungsrekurskommission ist als erstinstanzliche gerichtliche Beschwerdeinstanz 

zum Entscheid über Zuständigkeitskonflikte der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörden zuständig (Art. 27 des Einführungsgesetzes zum Kindes- 

und Erwachsenenschutzrecht, sGS 912.5, abgekürzt: EG-KES). Diese Zuständigkeit gilt 

sowohl für innerkantonale als auch für interkantonale Kompetenzkonflikte (BSK ZGB I-

Auer/Marti, 5. Aufl. 2014, Art. 444 N 26). Die Bestimmungen des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt: VRP) zum Rekursverfahren sind 

sinngemäss anzuwenden (Art. 11 lit. a EG-KES).

Die KESB Wil-Uzwil hielt sich nach Wohnsitznahme der Mutter in Herisau nicht mehr 

für zuständig zur Führung der Kindesschutzmassnahmen für C und D. Sie ersuchte 

deshalb die KESB Appenzell Ausserrhoden, die Führung der Massnahmen zu 

übernehmen. Auch diese hielt sich jedoch nicht für zuständig. Es erfolgte ein 

Meinungsaustausch zwischen den beiden Behörden. Da keine Einigung erzielt werden 

konnte, gelangte die KESB Wil-Uzwil als erstbefasste Behörde an die 

Verwaltungsrekurskommission und ersuchte diese, die Zuständigkeitsfrage hinsichtlich 

der Führung von Kindesschutzmassnahmen für C und D zu klären. Nicht erfasst von 

der Anfrage ist der ältere Bruder E. Die KESB Rheintal, in deren Zuständigkeitsbereich 

sich C und D bereits seit dem 16. Februar 2009 aufhalten, und deren allfällige 

Zuständigkeit damit in Erwägung zu ziehen ist, wurde von der KESB Wil-Uzwil nicht in 

den Meinungsaustausch einbezogen. Zur Vermeidung weiteren administrativen 

Aufwands gelangte das Gericht aus prozessökonomischen Gründen direkt an die 

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KESB Rheintal und holte eine Stellungnahme zur Zuständigkeitsfrage ein. Nachdem 

auch diese sich als nicht zuständig erachtete, ist die Zuständigkeit der 

Verwaltungsrekurskommission zur Klärung der Zuständigkeitsfrage hinsichtlich der 

Führung von Kindesschutzmassnahmen für C und D gegeben.

2.- Strittig ist, welche Kindesschutzbehörde örtlich zuständig ist. Das Gesetz schreibt 

vor, dass Kindesschutzmassnahmen von der Kindesschutzbehörde am Wohnsitz des 

Kindes angeordnet werden (Art. 315 Abs. 1 ZGB). Lebt das Kind bei Pflegeeltern oder 

sonst ausserhalb der häuslichen Gemeinschaft der Eltern oder liegt Gefahr im Verzug, 

so sind auch die Behörden am Ort zuständig, wo sich das Kind aufhält (Art. 315 Abs. 2 

ZGB).

a) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die beiden Zuständigkeiten nicht 

gleichwertig, sondern es hat – insbesondere bei negativen Kompetenzkonflikten – die 

Zuständigkeit am Wohnsitzes des Kindes Vorrang (BGE 129 I 419 E. 2.3). Diese 

Rechtsprechung ist in der Lehre mehrfach kritisiert worden; verschiedene Autoren sind 

der Auffassung, dass die beiden Zuständigkeiten des Wohnsitzes und des Aufenthaltes 

rechtlich gleichwertig seien. Gemäss Hegnauer ist bei negativen Kompetenzkonflikten 

entscheidend, welche Behörde den Schutz des Kindes besser zu sichern vermag. Ist 

das Verfahren bei der einen Behörde hängig, so ist die andere Behörde im Übrigen 

nicht mehr zuständig. Art. 315 ZGB ist auf die Übertragung einer Massnahme analog 

anwendbar. Auch dann ist das Kindeswohl zu beachten (vgl. Cyril Hegnauer, ZVW 

2003, S. 465 ff.; s. auch Empfehlungen der Konferenz der kantonalen 

Vormundschaftsbehörden vom September 2002, ZVW 2002, 205 ff.). Breitschmid 

erklärt, dass zwar der Wohnsitz gegenüber dem blossen Aufenthalt einen gewissen 

(formalen) Vorrang habe, dass aber auch die Nähe zum tatsächlichen Aufenthalt sowie 

die Kontinuität Bedeutung erhalten müssten. Zweckmässigerweise gebühre der 

Vorrang der mit den Verhältnissen besser vertrauten Behörde, was nach Eintritt der 

Schulpflicht in der Regel auf die Aufenthaltsbehörde zutreffe (BSK ZGB I-Breitschmid, 

5. Aufl. 2014, Art. 315-315b N 18 f.). Sodann wurde die höchstrichterliche 

Rechtsprechung in einem neueren Fall insoweit relativiert, als das Bundesgericht selbst 

festhielt, dass es sich nicht rechtfertige, an einen fiktiven Wohnsitz anzuknüpfen, wenn 

die dortigen Behörden mit den Kindern – abgesehen von Einzelmassnahmen – bisher 

nichts zu tun gehabt hätten. Auf den entsprechenden Einzelfall bezogen führte es aus, 

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dass das Kindeswohl es gebiete, dass ein Vormund am Ort des Aufenthalts der Kinder 

bestellt würde, insbesondere um den direkten Kontakt zu den Mündeln sowie die 

unmittelbare Kontrolle der Unterbringung der Kinder zu gewährleisten. Art. 26 ZGB (der 

in der Zwischenzeit durch Art. 23 Abs. 1 ZGB abgelöst wurde) begründe sodann 

lediglich eine widerlegbare Vermutung, wonach der Aufenthalt in einer Anstalt nicht 

bedeute, dass auch der Lebensmittelpunkt an den Anstaltsort verlegt worden sei (BGE 

135 III 49 E. 6.4). Das Bundesgericht berücksichtigt demnach bei der Feststellung der 

zum Erlass von Kindesschutzmassnahmen zuständigen Behörde auch 

Zweckmässigkeitsüberlegungen.

Der Wohnsitz des Kindes leitet sich vom Wohnsitz der Eltern ab, die die elterliche 

Sorge über das Kind innehaben (Art. 25 Abs. 1 erster Halbsatz ZGB). Dies ist gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung selbst dann der Fall, wenn den Eltern die 

elterliche Obhut über ihr Kind entzogen ist (vgl. BGE 133 III 305 E. 3.3). Wenn die Eltern 

keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, gilt der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen 

Obhut das Kind steht als dessen Wohnsitz (Art. 25 Abs. 1 zweiter Halbsatz, ZGB). In 

den übrigen Fällen gilt der Aufenthaltsort des Kindes als sein Wohnsitz (Art. 25 Abs. 1 

letzter Halbsatz ZGB). Unter die übrigen Fälle lässt sich auch subsumieren, wenn 

beiden Eltern, die Inhaber der elterlichen Sorge sind und keinen gemeinsamen 

Wohnsitz haben, die Obhut entzogen ist. Dasselbe gilt auch bei einem Entzug der 

elterlichen Sorge (BSK ZGB I-Staehelin, 5. Aufl. 2014, Art. 25 N 9 lit. b f.). Art. 23 Abs. 1 

ZGB, wonach die Unterbringung einer Person in einer Erziehungs- und 

Pflegeeinrichtung für sich allein keinen Wohnsitz begründet, steht dem – entgegen der 

Ansicht der KESB Rheintal – nicht entgegen (BSK ZGB I-Staehelin, a.a.O., Art. 25 N 10; 

BGE 135 III 49 E. 6.2 ff.). Bevormundete Kinder haben ihren Wohnsitz am Sitz der 

Kindesschutzbehörde (Art. 25 Abs. 2 ZGB). Der im Sozialhilferecht angesiedelte Begriff 

des Unterstützungswohnsitzes ist für die Feststellung der zur Führung von 

Kindesschutzmassnahmen zuständigen Behörde nicht von Belang.

b) C und D wurden nach einem gegenüber beiden Eltern ausgesprochenen Obhuts­

entzug in einer Pflegefamilie in N – im heutigen örtlichen Zuständigkeitsbereich der 

KESB Rheintal – platziert, wo sie sich ab dem 16. Februar 2009, also ab dem 4. bzw. 5. 

Altersjahr, aufhielten. Am 3. April 2012 wurde die Umplatzierung der Kinder in eine 

Institution in Altstätten – wiederum im heutigen örtlichen Zuständigkeitsbereich der 

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KESB Rheintal – verfügt. Im Scheidungsurteil vom 22. Juni 2012 wurde unter anderem 

den Eltern die elterliche Sorge über die Kinder entzogen und Letztere wurden unter 

Vormundschaft gestellt. Am 25. Oktober 2012 ernannte die damalige 

Vormundschaftsbehörde Uzwil – die Mutter der Kinder war zum damaligen Zeitpunkt in 

der Gemeinde Uzwil, wohnhaft – den Kindern einen Vormund, der seinen Auftrag bis 

zum heutigen Zeitpunkt ausführt.

Die Obhut über die Kinder war beiden Eltern also bereits mehr als drei Jahre vor 

Errichtung der Vormundschaft entzogen worden (vgl. Art. 310 ZGB, dessen Randtitel 

seit 1. Juli 2014 nicht mehr Entzug der elterlichen Obhut, sondern Aufhebung des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts heisst). Bis dahin waren C und D unter elterlicher Sorge 

der Eltern gestanden. Der Vater lebte zu jenem Zeitpunkt in Q, die Mutter in der 

Gemeinde Uzwil. Die Eltern hatten folglich keinen gemeinsamen Wohnsitz. Da die 

Kinder damals weder unter der Obhut des Vaters noch der Mutter standen, liess sich 

gemäss Art. 25 Abs. 1 zweiter Halbsatz ZGB der Wohnsitz der Kinder weder von der 

Mutter noch vom Vater ableiten. Dementsprechend kommt Art. 25 Abs. 1 letzter 

Halbsatz ZGB zum Tragen, wonach in den übrigen Fällen der Aufenthaltsort der Kinder 

als Wohnsitz gilt. Die Kinder befanden sich zu jenem Zeitpunkt bereits in der Institution 

in Altstätten, weshalb sie ihren Wohnsitz in Altstätten hatten. Ungeachtet dieses 

Umstands wurde die Vormundschaft der Kinder durch die damalige 

Vormundschaftsbehörde Uzwil erlassen; heute wird sie von der KESB Wil-Uzwil 

geführt. Der heutige Wohnsitz der Kinder befindet sich am Sitz der 

Kinderschutzbehörde (Art. 25 Abs. 2 ZGB). Dabei ist für den Wohnsitz der 

bevormundeten Kinder unerheblich, ob die Kindesschutzbehörde, welche die 

Vormundschaft tatsächlich führt, dafür überhaupt zuständig ist (BSK ZGB I-Staehelin, 

a.a.O., Art 25 N 13). Die Kinder haben ihren Wohnsitz folglich zurzeit in Uzwil. Es ist zu 

klären, ob eine Überführung der Massnahme vom Wohnsitz der Kinder an einen 

anderen Ort angezeigt wäre.

Gemäss Auffassung der Gesuchstellerin wäre die Massnahme an die KESB Appenzell 

Ausserrhoden zu übertragen. Dies fällt aber bereits deshalb ausser Betracht, weil sich 

der Wohnsitz der Kinder, die unter Vormundschaft stehen, nicht vom Wohnsitz eines 

Elternteils ableitet. Zwar ersuchte die Mutter bereits mehrmals erfolglos um 

Wiedererteilung der elterlichen Sorge und Obhut für die beiden Kinder. Am 8. Januar 

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2015 stellte sie erneut ein entsprechendes Gesuch. Ob dem stattgegeben wird, hat die 

zuständige KESB (vgl. unten) zu prüfen. Die Erfolgsaussichten sind indessen auch in 

diesem Verfahren abzuschätzen, aber nur im Sinn einer vorläufigen, nicht 

präjudizierlichen und summarischen Überprüfung. Denn würde der Mutter die elterliche 

Sorge für die beiden Kinder wiedererteilt und könnten Letztere wieder bei ihr wohnen, 

wäre die Frage der Zuständigkeit der KESB hinfällig. Ob das Gesuch der Mutter 

geschützt wird, erscheint insbesondere auch aufgrund der neuesten Entwicklungen 

ungewiss: Die Mutter hat den Wohnsitz erneut gewechselt und ist im Dezember 2014 

von Herisau in den Kanton Thurgau weggezogen. Es erscheint deshalb fraglich, ob ihre 

persönliche Situation stabil genug ist, damit sie ihre Kinder, die gemäss einem früheren 

Gutachten vom 8. Juni 2011 ein hochprofessionelles System benötigen, das sie 

angemessen fördert und schützt, bei sich zu Hause aufnehmen kann. Zudem weigerte 

sie sich, ihren älteren Sohn E nach dessen stationärem Aufenthalt in einer Privatklinik 

vom 27. September bis 27. Oktober 2014 zu Hause aufzunehmen. Die Klinik vermutete, 

dass sie überfordert gewesen wäre. Sodann haben die Kinder nach dem Wegzug der 

Mutter aus der Gemeinde Herisau keinerlei Bezug mehr zu dieser Gemeinde. Aus 

denselben Überlegungen kommt im Übrigen auch eine Übertragung der 

Kindesschutzmassnahmen an den neuen Wohnsitz der Mutter zurzeit nicht in Frage.

Dementsprechend stellt sich die Frage, ob die Übernahme der Führung der 

Kindesschutzmassnahmen durch die sich am Aufenthaltsort der Kinder befindliche 

KESB, also die KESB Rheintal, angezeigt wäre. Die Kinder halten sich bereits seit rund 

sechs Jahren, d.h. seit ihrem 4. bzw. 5. Lebensjahr, im Zuständigkeitsbereich der 

KESB Rheintal auf. Ursprünglich befanden sie sich in einer Pflegefamilie in N, 

inzwischen sind sie seit knapp drei Jahren in einer Institution in Altstätten platziert. Sie 

haben sich dort eingelebt. Ihr Lebensmittelpunkt sowie ihre wichtigsten 

Bezugspersonen befinden sich im Heim, das ihnen eine Konstanz vermittelt, die ihnen 

gemäss den Ausführungen des Vormunds sonst nicht zuteilwird. Es ist davon 

auszugehen, dass die Kinder in Altstätten zur Schule gehen. Eine baldige 

Umplatzierung ist nicht geplant; jedenfalls ergeben sich aus den Akten keine 

entsprechenden Hinweise. Gemäss Konzept des Heimes ist ein Verbleib grundsätzlich 

bis zum Abschluss einer Erstausbildung denkbar. Der Aufenthalt der beiden Kinder in 

der Institution ist langfristig angelegt. Zur Gemeinde Uzwil hatten und haben die Kinder 

hingegen keinerlei Bezug. Aufgrund der in Uzwil geführten Vormundschaft sind die 

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KESB Wil-Uzwil sowie der Vormund mit der Materie zwar vertraut, dies allein genügt 

aber nicht, um an der bisherigen Zuständigkeit festzuhalten. In Betracht zu ziehen ist 

zudem die relativ grosse Distanz von mindestens 45 Minuten Fahrzeit pro Weg von 

Uzwil nach Altstätten. Regelmässige Besuche des Vormunds bei den Kindern sowie ein 

direkter Kontakt zur Heimleitung und zur Schule sind deshalb schwierig. Der 

vormundschaftliche Auftrag kann damit – mit einem sinnvollen Aufwand – von Uzwil her 

kaum pflichtgemäss ausgeführt werden. Im Übrigen beruht der zurzeit bestehende 

abgeleitete Wohnsitz in Uzwil nur aufgrund der Tatsache, dass die Vormundschaft 

seinerzeit in Uzwil anstatt in Altstätten begründet wurde. Unter den gegebenen 

Umständen rechtfertigt es sich nicht, weiterhin an einem fiktiven Wohnsitz festzuhalten. 

Die wohlverstandenen Interessen der Kinder gebieten es, dass ein Vormund am Ort 

ihres Aufenthalts bestellt wird, um den direkten Kontakt zur Heimleitung, zur Schule 

und zu den Kindern zu gewährleisten.

c) Im Sinn des Kindeswohls und aus Gründen der Zweckmässigkeit ergibt sich, dass 

die KESB Rheintal, in deren Zuständigkeitsbereich sich C und D seit Jahren aufhalten 

und ihren Lebensmittelpunkt haben, zur Führung der Kindesschutzmassnahmen für C 

und D zuständig ist. Sie hat die Kindesschutzmassnahmen für C und D zu 

übernehmen. Zur KESB Wil-Uzwil besteht – ausser der bestehenden Vormundschaft – 

keinerlei Anknüpfungspunkt. Gleichermassen ist die KESB Rheintal auch zuständig für 

die Überprüfung der Angemessenheit der bestehenden Massnahmen bzw. für die 

Klärung eines Anpassungsbedarfs. Der Antrag der Mutter um Wiedererteilung der 

elterlichen Sorge und Obhut ist dementsprechend zuständigkeitshalber an die KESB 

Rheintal weiterzuleiten, soweit er C und D betrifft.

3.- Bis die Übernahme der Kindesschutzmassnahmen durch die KESB Rheintal 

abgeschlossen bzw. eine Person mit der Führung der kindesschutzrechtlichen 

Massnahmen beauftragt ist, bleibt der bisherige Vormund zuständig. Die Behörden 

haben sich diesbezüglich abzusprechen (vgl. BSK ZGB I-Vogel, 5. Aufl. 2014, Art. 442 

N 23a).

4.- Vom Gemeinwesen werden, wenn es nicht überwiegend finanzielle Interessen 

verfolgt, in der Regel keine amtlichen Kosten erhoben (Art. 95 Abs. 3 VRP). Auf die 

Erhebung amtlicher Kosten ist deshalb zu verzichten.

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Entscheid auf dem Zirkulationsweg (Art. 58 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 3 VRP und 

Art. 8  des Reglementes über den Geschäftsgang der Verwaltungsrekurskommission, 

sGS 941.223):

1.    Es wird festgestellt, dass die KESB Rheintal zur Führung und zum Erlass 

       kindesschutzrechtlicher Massnahmen für C und D zuständig ist.

2.    Der Antrag der Mutter um Wiedererteilung der elterlichen Sorge und Obhut für C 

und D

       wird zuständigkeitshalber an die KESB Rheintal weitergeleitet.

3.    Es werden keine amtlichen Kosten erhoben.

bis

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