# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5c945e5-6de1-530d-b58c-a97b7b1a7716
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 24.08.2018 40/2018/1/K
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_40-2018-1-K_2018-08-24.pdf

## Full Text

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Wahrung der Beschwerdefrist; Berchtoldstag; privatrechtliche Bauein- 

sprache; Prozesskostenverteilung bei Gegenstandslosigkeit – Art. 5 und 

Art. 11 Europäisches Übereinkommen über die Berechnung von Fristen; Art. 742 

ZGB; Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2, Art. 107 Abs. 1 lit. b und lit. e, Art. 142 Abs. 3, 

Art. 257 Abs. 1, Art. 261 Abs. 1, Art. 404 und Art. 405 ZPO; Art. 69 Abs. 5 BauG; 

Art. 1 Abs. 1 lit. b Ruhetagsgesetz. 

Der 2. Januar (Berchtoldstag) ist als vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag 

im Sinne von Art. 142 Abs. 3 ZPO zu betrachten (E. 2.1). 

Das kantonale privatrechtliche Baueinspracheverfahren ist mit Erlass der ZPO un-

zulässig geworden. Privatrechtliche Baueinsprachen können im Begriffsverständ-

nis der ZPO als Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen oder als Gesuch um 

vorsorgliche Massnahmen qualifiziert werden (E. 3.2 und 4.3). 

Bei den Voraussetzungen in Art. 257 Abs. 1 ZPO (Rechtsschutz in klaren Fällen) 

handelt es sich um Prozessvoraussetzungen. Fehlen diese bereits bei Eintritt der 

Rechtshängigkeit, geht das Nichteintreten der Gegenstandslosigkeit vor (E. 4.4). 

Wird das ein Bauvorhaben betreffende Zivilverfahren infolge Aufhebung der Bau-

bewilligung gegenstandslos, ist für die Prozesskostenverteilung namentlich zu be-

rücksichtigen, welche Partei Anlass zum Gesuch gegeben hat, welches der mut-

massliche Prozessausgang gewesen wäre und bei welcher Partei die Gründe ein-

getreten sind, die dazu geführt haben, dass das Verfahren gegenstandslos wurde. 

War eine Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst, fällt dies ebenfalls 

ins Gewicht (E. 4.5). 

OGE 40/2018/1/K vom 24. August 2018  

Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

A. und B., C. und D., E., F. und G. sowie H. beantragten beim Kantonsgericht 

Schaffhausen, der X. AG sei das vom Stadtrat Schaffhausen bewilligte Abbruch- 

und Bauvorhaben zu verbieten. In der Folge hob das Obergericht des Kantons 

Schaffhausen im öffentlich-rechtlichen Rechtsmittelverfahren die Baubewilligung 

auf. Die Einzelrichterin des Kantonsgerichts schrieb das bis dahin sistierte kan-

tonsgerichtliche Verfahren als gegenstandslos ab und auferlegte A. und B., C. und 

D., E., F. und G. sowie H. die Prozesskosten. Die gegen den Kostenentscheid     

gerichtete Beschwerde hiess das Obergericht teilweise gut. 

 

 

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Aus den Erwägungen 

2.1.1. Der Kostenentscheid ist selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar 

(Art. 110 ZPO). Die Beschwerde ist in summarischen Verfahren innert zehn Tagen 

beim Obergericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 und 2 

ZPO). Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses ausge-

löst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Fällt der 

letzte Tag einer Frist auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen am Gerichtsort 

vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannten Feiertag, so endet sie 

am nächsten Werktag (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Art. 142 Abs. 3 ZPO schliesst nicht 

nur gesetzliche Feiertage ein, sondern auch solche, die jenen gleichgestellt sind 

(Botschaft des Bundesrats vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung, BBl 2006 7308). Gemäss Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO gilt der Fristenstill-

stand nach Abs. 1 für das summarische Verfahren nicht. 

Die angefochtene Verfügung wurde den Beschwerdeführern am 20. Dezem-

ber 2017 zugestellt. Demnach begann die Beschwerdefrist am 21. Dezember 2017 

zu laufen. Sie endete am Samstag, 30. Dezember 2017, verlängerte sich jedoch 

über den 31. Dezember 2017 (Sonntag) und den 1. Januar 2018 (Feiertag, vgl. 

dazu die nachfolgenden Ausführungen) bis am 2. Januar 2018. Fraglich ist, ob es 

sich auch beim 2. Januar (Berchtoldstag) um einen Feiertag im Sinne von Art. 142 

Abs. 3 ZPO handelt. Das Obergericht hat sich bisher nie explizit mit dieser Frage 

befasst. Die Parteien äussern sich in ihren Rechtsschriften nicht dazu; die Prozess-

voraussetzungen sind jedoch von Amtes wegen zu prüfen (Art. 60 ZPO). 

2.1.2. Der einzige Feiertag von Bundesrechts wegen ist der Bundesfeiertag am 

1. August (vgl. Art. 110 Abs. 3 BV; Art. 20a Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes 

über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel vom 13. März 1964 [Arbeitsge-

setz, ArG, SR 822.11]). Die Kantone können höchstens acht weitere Feiertage im 

Jahr den Sonntagen gleichstellen und sie nach Kantonsteilen verschieden anset-

zen (Art. 20a Abs. 1 Satz 2 ArG). 

Im Kanton Schaffhausen bestimmt Art. 1 Abs. 1 lit. b des Gesetzes betreffend die 

öffentlichen Ruhetage und den Ladenschluss vom 5. Dezember 1977 (Ruhetags-

gesetz, SHR 900.200) neben dem 1. August die (acht) Feiertage Neujahr, Karfrei-

tag, Ostermontag, 1. Mai, Auffahrt, Pfingstmontag, Weihnachtstag und Stephans-

tag. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung bezeichnet der Regierungsrat die im 

Sinne von Art. 18 Abs. 2 (heute Art. 20a Abs. 1) ArG den Sonntagen gleichgestell-

ten Ruhetage. Dies hat er in der Verordnung zum Arbeitsgesetz und zum Bundes-

gesetz über die Unfallversicherung vom 22. März 2011 (SHR 822.101) getan. De-

ren § 7 Abs. 1 sieht als im Sinne von Art. 20a ArG den Sonntagen gleichgestellte 

Feiertage vor: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, 1. Mai, Auffahrt, Pfingstmontag, 

Weihnachtstag und Stephanstag. Daraus ergibt sich, dass es sich im Kanton 

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Schaffhausen zwar beim 1. Januar (Neujahr) um einen gesetzlichen Feiertag han-

delt, grundsätzlich nicht jedoch beim 2. Januar (Berchtoldstag). 

2.1.3. Gemäss § 33 Abs. 1 der Verordnung über die Arbeitsverhältnisse des 

Staatspersonals vom 14. Dezember 2004 (Personalverordnung, SR 180.111), wel-

che Bestimmung grundsätzlich lediglich für das Arbeitsverhältnis des (öffentlich-

rechtlich angestellten) Personals des Kantons gilt (vgl. § 1 Abs. 1 Personalverord-

nung), gilt als Feiertag – neben den vorstehend genannten Tagen – auch der 

Berchtoldstag. An diesem Tag sind die Dienststellen der kantonalen Verwaltung, 

einschliesslich der Gerichte, grundsätzlich geschlossen (vgl. § 32 Personalverord-

nung). Der Website der Schweizerischen Post lässt sich entnehmen, dass auch 

deren Filialen im Kanton Schaffhausen am Berchtoldstag geschlossen sind (vgl. 

https://places.post.ch/, zuletzt besucht am 21. August 2018). 

Die Schweiz hat überdies das Europäische Übereinkommen über die Berechnung 

von Fristen vom 16. Mai 1972 (SR 0.221.122.3; nachfolgend: EuFrÜb) ratifiziert. 

Dieses gilt auch für rein inländische Sachverhalte (vgl. Art. 1 Abs. 1 EuFrÜb; 

BGer 5A_550/2017 vom 25. Juli 2017 E. 3 f.; Jurij Benn, in: Spühler/Tenchio/Infan-

ger, Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, Art. 142 N. 10, 

S. 835 f.). Gemäss Art. 5 EuFrÜb wirkt auch ein "Tag, der wie ein gesetzlicher Fei-

ertag behandelt wird", fristverlängernd. Art. 11 EuFrÜb sieht vor, dass die Vertrags-

parteien gegenüber dem Europarat anzugeben haben, welche Tage in ihrem Ho-

heitsgebiet oder in einem Teil desselben gesetzliche Feiertage sind oder im Sinne 

von Art. 5 EuFrÜb wie solche behandelt werden. Das entsprechende Verzeichnis 

für die Schweiz, auf das im Übrigen auch das EuFrÜb in der Schweizerischen Sys-

tematischen Rechtssammlung (SR) und die Website des Europarats (https:// 

www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/076/declarations?p_ 

auth=A3HGaTcR, zuletzt besucht am 21. August 2018) mit einem Link verweisen, 

ist auf der Website des Bundesamts für Justiz aufgeschaltet ("Gesetzliche Feier-

tage und Tage, die in der Schweiz wie gesetzliche Feiertage behandelt werden", 

https://www.bj.admin.ch/dam/data/bj/publiservice/service/zivilprozessrecht/kant-

feiertage.pdf, Stand 1. Januar 2011, zuletzt besucht am 21. August 2018). Für den 

Kanton Schaffhausen führt das Verzeichnis den Berchtoldstag als Tag, der "wie 

gesetzliche Feiertage behandelt" wird, an (S. 19; vgl. zur unklaren Rechtsverbind-

lichkeit dieses Verzeichnisses Benn, Art. 142 N. 10 und 26a, S. 836 und 840; Nina 

J. Frei, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilpro-

zessordnung, Band I, Bern 2012, Art. 142 N. 17, S. 1580; Barbara Merz, in: Brun-

ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 

2. A., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 142 N. 31, S. 1047). 

2.1.4. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen rechtfertigt es sich, den 

Berchtoldstag im Kanton Schaffhausen als vom kantonalen Recht anerkannten 

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Feiertag im Sinne von Art. 142 Abs. 3 ZPO zu betrachten (vgl. dazu auch Entscheid 

des Kantonsgerichts St. Gallen FS.2012.1 vom 29. März 2012, CAN 2013 Nr. 17; 

Beschluss des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 2. April 2003, 

ZR 103/2004 Nr. 13; ferner BGE 124 II 527 E. 2b S. 528 und BGer 5D_81/2015 

vom 4. April 2016 E. 2.4.3). 

Mit Einreichung der im Übrigen formgerechten Beschwerde am 3. Januar 2018 ist 

die Rechtsmittelfrist demnach gewahrt, weshalb darauf einzutreten ist. 

2.2. […] 

2.3. […] 

3. Die Baubewilligung vom 7. Dezember 2010 wurde am 20. Dezember 2010 

versandt. Mit Eingabe vom 10. Januar 2011 erfolgte eine privatrechtliche Bauein-

sprache im Sinne von Art. 69 Abs. 5 des Gesetzes über die Raumplanung und das 

öffentliche Baurecht im Kanton Schaffhausen vom 1. Dezember 1997 (Baugesetz, 

BauG, SHR 700.100). Die Schweizerische Zivilprozessordnung trat auf den 1. Ja-

nuar 2011 in Kraft und ersetzte die bis dahin geltende Zivilprozessordnung des 

Kantons Schaffhausen vom 3. September 1951 (aZPO SH). Zu prüfen ist, welche 

Verfahrensordnung vor Kantonsgericht anzuwenden war. 

3.1.1. Das Kantonsgericht stützte sich auf die ZPO. Es führte aus, die Einsprache 

sei nach Treu und Glauben in erster Linie als Gesuch um Rechtsschutz in klaren 

Fällen im Sinne von Art. 257 ZPO und eventualiter als Gesuch um vorsorgliche 

Massnahmen im Sinne von Art. 261 ff. ZPO zu verstehen. 

3.1.2. Die Beschwerdeführer machen in ihrer Replik geltend, dass die Bauein-

sprache als Rechtsmittel im Sinne von Art. 405 ZPO zu qualifizieren sei. Sie richte 

sich gegen eine Baubewilligung, die vor Inkrafttreten der ZPO verfügt und zuge-

stellt worden sei. Im vorinstanzlichen Verfahren hätte daher die altrechtliche kan-

tonale Zivilprozessordnung des Kantons Schaffhausen angewendet werden müs-

sen. 

3.1.3. Die Beschwerdegegnerin bringt in der Duplik vor, dass die ZPO gemäss 

Art. 404 Abs. 1 ZPO für alle Verfahren gelte, die nach ihrem Inkrafttreten rechts-

hängig gemacht worden seien. Die Beschwerdeführer hätten ihre Klage auf Erlass 

eines Bauverbots mit Eingabe vom 10. Januar 2011 rechtshängig gemacht. Es sei 

nicht einzusehen, weshalb bei einem Bauinhibitionsverfahren eine andere Rege-

lung gelten soll. 

3.2. Entscheidend ist mithin, ob die Baueinsprache vom 10. Januar 2011 ein 

Rechtsmittel im Sinne von Art. 405 Abs. 1 ZPO darstellt. 

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3.2.1. Steht der Ausführung einer Baute oder Anlage aus öffentlich-rechtlichen 

Gründen nichts entgegen, erteilt die zuständige Behörde vorbehältlich allfälliger 

Rechtsmittel die Baubewilligung (Art. 67 Abs. 1 BauG). Unter der Marginalie 

"Rechtsmittel" statuiert Art. 69 Abs. 5 BauG, dass privatrechtlich begründete Ein-

sprachen gegen ein Bauvorhaben innert 20 Tagen ab Erhalt des Baurechtsent-

scheids zur Erwirkung eines Bauverbots schriftlich beim zuständigen Richter zu 

erheben sind. Dieses Bauinhibitionsverfahren ist mit Erlass der ZPO aufgrund der 

derogatorischen Kraft des Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) unzulässig geworden 

(BGer 5A_948/2015 und 5A_949/2015 vom 12. April 2016 E. 3 f.). Es stellte, wie 

dies bereits der Wortlaut der beiden zitierten Bestimmungen andeutet, nach kan-

tonalem Verständnis ein an die Baubewilligung anknüpfendes Rechtsmittelverfah-

ren dar (vgl. Arnold Marti, Kommentar zu BGer 5A_948/2015, ZBl 2017 397). Dies 

indiziert auch der Umstand, dass privatrechtliche Einsprachen gegen die erteilte 

Baubewilligung zu erheben waren, während sich Einwendungen gegen das Bau-

gesuch richten und als solche während der Auflagefrist erhoben werden müssen 

(Art. 62 Abs. 1 BauG). Entsprechend wurde in der Baubewilligung vom 7. Dezem-

ber 2010 denn auch der Wortlaut von Art. 69 Abs. 5 BauG im Sinne einer Rechts-

mittelbelehrung wiedergegeben. 

3.2.2. Indes sind der Begriff des "Rechtsmittels" und die Frage, wann Rechtshän-

gigkeit eines Verfahrens im Sinne von Art. 404 Abs. 1 ZPO begründet wird, bun-

desrechtlich zu verstehen. 

Rechtsmittel im Sinne von Art. 405 Abs. 1 ZPO richten sich gegen einen gerichtli-

chen Entscheid in Zivilsachen (vgl. Art. 1 ZPO), mithin – abgesehen von der 

Rechtsverzögerungsbeschwerde (Art. 319 lit. c ZPO) – gegen einen formellen Ent-

scheid des Gerichts. Als Rechtsmittel in diesem Sinn werden in der Lehre die im 

9. Titel der ZPO (Art. 308 ff.) aufgeführten Rechtsmittel beziehungsweise Rechts-

behelfe der Berufung, der Beschwerde, der Erläuterung und der Berichtigung ge-

nannt (BGE 138 III 702 E. 3.4 S. 703 mit entsprechenden Hinweisen). Mit diesen 

Instituten ist die in Art. 69 Abs. 5 BauG vorgesehene privatrechtliche Baueinspra-

che nicht vergleichbar. Auch aus der von den Beschwerdeführern zitierten Litera-

turstelle (Daniel Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, Art. 405 N. 4, S. 2608) ergibt sich, dass 

sich Rechtsmittel gegen fehlerhafte Entscheide richten. Dies war bei der privat-

rechtlichen Baueinsprache anders: Der Gemeinderat prüft im Baubewilligungsver-

fahren, ob das Baugesuch den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht 

(Art. 64 Abs. 1 Satz 1 BauG); er prüft es hingegen nicht aus zivilrechtlicher Sicht, 

jedenfalls soweit die öffentlich-rechtliche Ordnung nicht ausnahmsweise an das 

Privatrecht anknüpft (vgl. BGer 1C_554/2015 vom 2. Mai 2016 E. 4.2; 

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BGer 1C_300/2009 und 1C_302/2009 vom 7. Juni 2010 E. 6.3). Die Baubewilli-

gung wird erteilt, wenn der Ausführung der Baute oder Anlage aus öffentlich-recht-

lichen Gründen nichts entgegensteht (Art. 67 Abs. 1 BauG). Das Bauinhibitions-

verfahren hatte hingegen zivilrechtliche Fragen, insbesondere sachenrechtliche 

Abwehransprüche, zum Gegenstand (vgl. Marti, ZBl 2017 397; sodann auch 

BGer 5A_948/2015 und 5A_949/2015 vom 12. April 2016 E. 3.1). Es knüpfte somit 

zwar zeitlich an das (öffentlich-rechtliche) Baubewilligungsverfahren an, zielte aber 

nicht auf die Korrektur oder Überprüfung des Baurechtsentscheids, und stellt damit 

kein Rechtsmittelverfahren im Sinne von Art. 405 Abs. 1 ZPO dar. 

Privatrechtliche Baueinsprachen, die nach Art. 297 ff. aZPO SH im (summari-

schen) Befehlsverfahren und ohne vorangehendes Schlichtungsverfahren beurteilt 

wurden, können im Begriffsverständnis der ZPO als Gesuch um Rechtsschutz in 

klaren Fällen (Art. 257 ZPO) oder als Gesuch um vorsorgliche Massnahmen 

(Art. 261 ff. ZPO) qualifiziert werden (siehe nachfolgende E. 4.3.2). Entsprechend 

fand Art. 404 Abs. 1 ZPO (e contrario) und damit die ZPO auf das vorinstanzliche 

Verfahren Anwendung, da die Rechtshängigkeit des Verfahrens erst nach dem 

31. Dezember 2010 (nämlich mit Postaufgabe vom 10. Januar 2011) begründet 

wurde. 

4.1. Gegen die vorinstanzliche Qualifikation der Rechtsbegehren der Beschwer-

deführer als Gesuche um Rechtsschutz in klaren Fällen und eventualiter um vor-

sorgliche Massnahmen wendet die Beschwerdegegnerin ein, aus dem klaren und 

unmissverständlichen Antrag (Abbruch- und Neubauverbot) in der Eingabe vom 

10. Januar 2011 ergebe sich unmissverständlich, dass ein Gesuch um Rechts-

schutz in klaren Fällen gestellt worden sei. Da auch das Kantonsgericht den 

Schluss gezogen habe, dass weder die Voraussetzung eines sofort beweisbaren 

Sachverhalts noch diejenige einer klaren Rechtslage erfüllt sei, hätte auf das Ge-

such nicht eingetreten werden dürfen. Dagegen bringen die Beschwerdeführer vor, 

die Beschwerdegegnerin habe gegen den Abschreibungsentscheid keine Beru-

fung erhoben und sei daher mit ihren diesbezüglichen Ausführungen nicht zu hö-

ren. Die Beschwerdegegnerin entgegnet, es habe für sie kein Anlass bestanden, 

die Verfügung mit Berufung anzufechten, da der Abschreibungsentscheid ihrem 

Eventualantrag entsprochen habe und die Beschwerdeführer zur Übernahme von 

Gerichtskosten und Parteientschädigung verpflichtet worden seien. Ausserdem 

hänge der Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen wesentlich von 

der Beantwortung der Eintretensfrage ab. 

4.2. Bei selbständiger Anfechtung des Kostenentscheids ist das vorinstanzliche 

Dispositiv in der Sache grundsätzlich verbindlich und bildet nicht (auch nicht vor-

frageweise) Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. Die Überprüfung des Kos-

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tenentscheids darf grundsätzlich nicht dazu führen, dass indirekt auch der Ent-

scheid in der Sache beurteilt wird (vgl. Urwyler/Grütter, in: Brunner/Gasser/ 

Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. A., Zü-

rich/St. Gallen 2016, Art. 110 N. 1, S. 802). Diese Praxis ist indes auf Fälle zuge-

schnitten, in denen auch die durch den Kostenentscheid begünstigte Partei den 

Entscheid in der Hauptsache mit Berufung oder Beschwerde hätte anfechten kön-

nen (vgl. ähnlich OGer ZH RU140019 vom 30. Mai 2014 E. II.1). Dies ist vorliegend 

nicht der Fall: Die Beschwerdegegnerin ist durch die Verfügung vom 18. Dezem-

ber 2017 nicht materiell beschwert, besteht der Hauptunterschied zwischen Nicht-

eintretens- und Abschreibungsentscheid doch in der unterschiedlichen Regelung 

der Prozesskostenverteilung (Art. 106 Abs. 1 gegenüber Art. 107 Abs. 1 lit. e 

ZPO), die ohnehin zu Gunsten der Beschwerdegegnerin ausfiel. Auf eine Be-

schwerde der Beschwerdegegnerin wäre daher mangels Beschwer nicht einzutre-

ten gewesen. Eine Anschlussbeschwerde ist ausgeschlossen (Art. 323 ZPO). Es 

kann daher in dieser besonders gelagerten Konstellation ausnahmsweise auch der 

Verfahrensausgang überprüft werden, allerdings nur vorfrageweise im Hinblick auf 

die Kostenverteilung. 

4.3. Zunächst ist das mit Eingabe vom 10. Januar 2011 gestellte Rechtsbegeh-

ren unter der ZPO zu qualifizieren. 

4.3.1. Privatrechtlich begründete Einsprachen gegen ein Bauvorhaben gemäss 

Art. 69 Abs. 5 BauG wurden grundsätzlich im (summarischen) Befehlsverfahren 

beurteilt. Dem Richter standen sämtliche Möglichkeiten des Befehlsverfahrens of-

fen. Bei Gutheissung einer Baueinsprache wurde in der Regel als blosse vorsorg-

liche Massnahme ein provisorisches Bauverbot erlassen und Frist angesetzt, um 

die Sache im ordentlichen Verfahren prüfen zu lassen (Art. 297 Ziff. 2 i.V.m. 

Art. 298 lit. b Ziff. 2 aZPO SH). Doch konnte im Befehlsverfahren auch ein definiti-

ves Bauverbot erlassen werden, wenn klares Recht und unbestrittene oder sofort 

feststellbare tatsächliche Verhältnisse vorlagen (Art. 297 Ziff. 1 i.V.m. Art. 298 lit. b 

Ziff. 1 aZPO SH; OGE vom 1. Juli 1988 E. 3, Amtsbericht 1988, S. 74, mit Hinwei-

sen). Waren dagegen die Voraussetzungen auch nur für ein provisorisches Bau-

verbot nicht erfüllt, so war die Einsprache abzuweisen (OGE 40/2007/6 vom 9. No-

vember 2007 E. 4). 

4.3.2. Allein aufgrund des Umstands, dass das kantonale Bauinhibitionsverfahren 

mit dem Inkrafttreten der ZPO unzulässig wurde, kann auf die privatrechtliche Bau-

einsprache nicht ein Nichteintretensentscheid erfolgen. Sie ist vielmehr bundes-

rechtskonform zu behandeln, was denn auch keine Partei in Frage stellt, und ent-

weder als Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen (Art. 257 ZPO) oder eventuell 

als Gesuch um vorsorgliche Massnahmen (Art. 261 ff. ZPO) entgegenzunehmen 

(vgl. Marti, ZBl 2017 399; siehe auch KGer SZ ZK2 2016 29 vom 25. Juli 2016, 

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EGV-SZ 2016, S. 28 ff., E. 2e). Entgegen der Beschwerdegegnerin kann im Lichte 

der altrechtlichen Schaffhauser Regelung aus dem Wortlaut des Rechtsbegehrens 

nicht gefolgert werden, damit seien keine vorsorglichen Massnahmen gemeint. Es 

erscheint vielmehr nachvollziehbar, das Rechtsbegehren mit dem Kantonsgericht 

und im Einklang mit der Praxis zum Bauinhibitionsverfahren sinngemäss dahinge-

hend zu verstehen, dass um Rechtsschutz in klaren Fällen ersucht wird und – für 

den Fall, dass dessen Voraussetzungen nicht erfüllt sind – ein Bauverbot in Form 

einer vorsorglichen Massnahme verlangt wird. 

4.4.1. Rechtsschutz in klaren Fällen wird gewährt, wenn der Sachverhalt unbe-

stritten oder sofort beweisbar und die Rechtslage klar ist (Art. 257 Abs. 1 ZPO). 

Kann dieser Rechtsschutz nicht gewährt werden, so tritt das Gericht auf das Ge-

such nicht ein (Art. 257 Abs. 3 ZPO); die Abweisung des Gesuchs ist ausgeschlos-

sen (BGE 140 III 315 E. 5 S. 317 ff.). Die Vorinstanz hat einleitend zu Recht darauf 

hingewiesen, dass in Summarverfahren grundsätzlich ohne zweiten Schriften-

wechsel entschieden wird (vgl. BGE 144 III 117 E. 2.1 S. 117 f.).  

4.4.2. Bei den Voraussetzungen in Art. 257 Abs. 1 ZPO handelt es sich nach herr-

schender Lehre um Prozessvoraussetzungen (Ingrid Jent-Sørensen, in: Oberham-

mer/Domej/Haas [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 

2. A., Basel 2014, Art. 257 N. 13, S. 1208; Leuenberger/Uffer-Tobler, Schweizeri-

sches Zivilprozessrecht, 2. A., Bern 2016, Rz. 11.182, S. 391; Boris Müller, in: 

Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kom-

mentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 59 N. 83, S. 484; Sutter-Somm/Löt-

scher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A., Zürich/Basel/ Genf 2016, Art. 257 

N. 4, S. 1894; a.A. Dieter Hofmann, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 

Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, Art. 257 N. 9, S. 1492). 

Fehlte eine Prozessvoraussetzung bereits bei Eintritt der Rechtshängigkeit, geht 

das Nichteintreten der Gegenstandslosigkeit vor (Müller, Art. 59 N. 24 ff., S. 464, 

mit Hinweisen; vgl. auch BGE 139 I 206 E. 1.1 S. 208; BGer 4D_79/2015 vom 

22. Januar 2016 E. 2.3; weitergehend Spühler/Dolge/Gehri, Schweizerisches Zivil-

prozessrecht, 9. A., Bern 2010, § 35 N. 152, S. 151, wonach selbst bei Fehlen von 

Prozessvoraussetzungen im Urteilszeitpunkt das Nichteintreten auf die Klage der 

Gegenstandslosigkeit stets vorgeht).  

4.4.3. Zur Diskussion steht vorliegend eine Dienstbarkeit, die der Beschwerde-

gegnerin (als Eigentümerin des belasteten Grundstücks GB Nr. yyy) das Recht ein-

räumt, bei einer Überbauung des belasteten Grundstücks den zugunsten der Be-

schwerdeführer (als [Mit-]Eigentümer des berechtigten Grundstücks GB Nr. zzz) 

bestehenden Fuss- und Fahrweg auf eigene Kosten auf eine geeignetere Stelle zu 

verlegen. 

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Das in Art. 742 ZGB eingeräumte Recht auf Verlegung einer Grunddienstbarkeit 

ist zwingend (vgl. Peter Liver, Zürcher Kommentar, Die Dienstbarkeiten und Grund-

lasten, Bd. I: Die Grunddienstbarkeiten, 2. A., Zürich 1980, Art. 742 N. 14 ff., 

S. 525 ff.; Christina Schmid-Tschirren, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Schweizerisches 

Zivilgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., Basel 2018, Art. 742 N. 11, S. 2182). Es 

spricht aber nichts dagegen, dieses Recht an für den Belasteten günstigere Vo-

raussetzungen zu knüpfen, wie dies die Parteien vorliegend getan hatten (kein In-

teressennachweis notwendig). Das Gesetz berechtigt hingegen (zwingend) zur 

Verlegung der Dienstbarkeit, wenn sie auf eine für den Berechtigten "nicht weniger 

geeignete" Stelle erfolgt. Es erscheint daher entgegen den Beschwerdeführern 

fraglich, ob eine Verlegung nur dann in Frage kommen darf, wenn sie auf eine 

"geeignetere" Stelle erfolgt. Dies kann aber offen bleiben: 

Die Beschwerdeführer führten in ihrer Baueinsprache vom 10. Januar 2011 aus, 

das Bauvorhaben führe zu einer Verschlechterung des Fuss- und Fahrwegs, zu-

dem habe die Beschwerdegegnerin die Verlegung der Dienstbarkeit entgegen dem 

Wortlaut von Art. 742 Abs. 1 ZGB nicht verlangt. Schliesslich sei ihnen (vom vor-

maligen Eigentümer) eine maximale Firsthöhe der geplanten Baute auf dem 

Grundstück der Beschwerdegegnerin vertraglich zugesichert worden, welche das 

Bauvorhaben nicht einhalte. Diese Behauptungen bestritt die Beschwerdegegnerin 

in ihrer Eingabe vom 23. Oktober 2017 und machte unter Hinweis auf Architekten-

berichte geltend, der Fuss- und Fahrweg wäre in verschiedener Hinsicht verbessert 

worden. Die maximale Firsthöhe sei ihr weder vertraglich überbunden noch sei sie 

im Grundbuch eingetragen worden. 

Die Einwendungen der Beschwerdegegnerin sind substanziert und schlüssig. Es 

erscheint glaubhaft, dass der Fuss- und Fahrweg – aufgrund der direkteren und 

breiteren Zufahrt – insgesamt "geeigneter" zu liegen gekommen wäre. Auch wird 

die Behauptung der Beschwerdeführer, die strassen- und rückseitige Schliessung 

der Zufahrt mit einem Garagentor wäre ein massiver Nachteil gewesen, entkräftet: 

In den Architektenberichten wird dargelegt, dass die Tore über eine Zeitschaltuhr 

gesteuert worden und grundsätzlich offen geblieben wären. Zum Schutz gegen 

Vandalismus hätte die Zufahrt in Absprache mit allen Eigentümern in vorgängig 

definierten Zeitfenstern geschlossen werden können. Die Bewohner des dienstbar-

keitsberechtigten Grundstücks hätten die Tore jederzeit mit Funksendern oder 

Schlüsselschaltern öffnen können. Dass die Beschwerdegegnerin privatrechtlich 

an eine maximale Firsthöhe gebunden gewesen wäre, haben die Beschwerdefüh-

rer nicht belegt und es besteht offenbar insbesondere kein entsprechender Grund-

bucheintrag. Die Darstellung der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin 

hätte die Verlegung der Dienstbarkeit verlangen müssen, widerspricht dem Wort-

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laut des Grundbucheintrags, der insofern über die in dieser Hinsicht nicht zwin-

gende Regelung in Art. 742 ZGB hinausgeht. Das Vorliegen eines sofort beweis-

baren Sachverhalts ist unter diesen Umständen zu verneinen, zumal die Be-

schwerdeführer den vollen Beweis der anspruchsbegründenden Tatsachen zu er-

bringen gehabt hätten (BGE 141 III 23 E. 3.2 S. 26; BGer 4A_127/2018 vom 

24. April 2018 E. 2.3). Damit fehlt es an der Voraussetzung von Art. 257 Abs. 1 

lit. a ZPO. Diese war bereits bei Eintritt der Rechtshängigkeit nicht erfüllt. Auf das 

Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen wäre demnach nicht einzutreten gewe-

sen. Für die Abschreibung des Gesuchs infolge Gegenstandslosigkeit hätte in die-

ser Hinsicht kein Raum bestanden. 

Hätten die Beschwerdeführer vorliegend einzig um Rechtsschutz in klaren Fällen 

ersucht, wären sie vollumfänglich kostenpflichtig geworden (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

4.5.1. Hingegen war auf das sinngemäss als Eventualbegehren erhobene Ge-

such um vorsorgliche Massnahmen einzutreten. Die Vorinstanz hat dieses zu 

Recht infolge der Aufhebung der Baubewilligung als gegenstandslos abgeschrie-

ben.  

4.5.2. Angefochten ist die Kostenverteilung, wobei auch diesbezüglich die ZPO 

anwendbar ist (vorangehende E. 3.2.2).  

4.5.3. Nach Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterlie-

genden Partei auferlegt. Gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO werden sie nach dem Aus-

gang des Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt hat. Nach 

Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO kann das Gericht insbesondere dann von den Vertei-

lungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen, 

wenn eine Partei in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst war. Gleiches gilt 

nach Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO, wenn das Verfahren als gegenstandslos abge-

schrieben wird und das Gesetz wie hier nichts anderes vorsieht. Dabei ist nament-

lich zu berücksichtigen, welche Partei Anlass zum Gesuch gegeben hat, welches 

der mutmassliche Prozessausgang gewesen wäre und bei welcher Partei die 

Gründe eingetreten sind, die dazu geführt haben, dass das Verfahren gegen-

standslos wurde (BGer 4D_65/2017 vom 24. Oktober 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Die Subsumtion des vorliegenden Sachverhalts unter diese Kriterien stellt Rechts-

anwendung dar, die im Beschwerdeverfahren überprüft werden kann (Art. 320 lit. a 

ZPO).  

4.5.4. Gemäss der im Zusammenhang mit privatrechtlichen Einsprachen erfolg-

ten kantonalen Rechtsprechung konnte im Fall, dass bereits die Kriterien der Ge-

suchsveranlassung und der Verursachung der Gegenstandslosigkeit in die gleiche 

Richtung zielten, das Kriterium des mutmasslichen Obsiegens nur berücksichtigt 

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werden, wenn es eindeutig auf die andere Seite ausfiel (OGE vom 24. Feb-

ruar 1989 E. 3b, Amtsbericht 1989, S. 69). Daran ist unter der ZPO nicht festzuhal-

ten, kann im Rahmen von Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO doch insbesondere auch auf 

den mutmasslichen Prozessausgang abgestellt werden (vgl. BGer 5A_327/2016 

vom 1. Mai 2017 E. 3.4.2 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 143 III 183). 

4.5.5. Unter kantonalem Recht wurde der Bauherr als Veranlasser des Bauinhibi-

tionsverfahrens angesehen, auch mit Blick darauf, dass das von ihm initiierte Aus-

schreibungsverfahren als eine Art Provokationsverfahren vorausging (OGE vom 

24. Februar 1989 E. 3a, Amtsbericht 1989, S. 69). Zwar ist der Bauuntersagungs-

prozess unter der ZPO nicht mehr prozessual an das Baubewilligungsverfahren 

geknüpft. In der Sache verhält es sich jedoch gleich, veranlasste doch die Be-

schwerdegegnerin mit ihrem Baugesuch (und der gestützt darauf erteilten Baube-

willigung) das Verfahren zur Durchsetzung der behaupteten privatrechtlichen An-

sprüche der Beschwerdeführer (Kriterium der Verfahrensveranlassung). 

Indem die Beschwerdegegnerin ein aus öffentlich-rechtlichen Gründen mangelhaf-

tes Bauprojekt eingereicht hat, ist die Aufhebung der Baubewilligung 

(OGE 60/2012/8 und 60/2012/10 vom 9. Juni 2017) in ihrem Bereich zu suchen 

und muss auch die Gegenstandslosigkeit des vorliegenden Verfahrens als von ihr 

verursacht gelten (Kriterium der Verursachung der Gegenstandslosigkeit). 

Bei der Prüfung des mutmasslichen Prozessausgangs ist zu berücksichtigen, dass 

es sich um ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen handelt. Das Gericht trifft die 

beantragten Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei deren Voraussetzun-

gen glaubhaft macht (Art. 261 Abs. 1 ZPO), darunter insbesondere die Dringlich-

keit der Massnahmen (Thomas Sprecher, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Zivilprozessordnung, 3. A., Basel 2017, Art. 261 N. 39 und 

N. 54, S. 1562 ff. und S. 1566). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache, wenn für ihr 

Vorhandensein aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlich-

keit spricht, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie 

sich nicht verwirklicht haben könnte (BGer 4A_500/2017 vom 12. Februar 2018 

E. 2.1 mit Hinweisen). Inwiefern das beantragte Bauverbot dringlich ist, wird in der 

Baueinsprache vom 10. Januar 2011 nicht hinreichend dargetan. Es ist daher da-

von auszugehen, dass es den Beschwerdeführern mutmasslich nicht gelungen 

wäre, die Dringlichkeit der beantragten Massnahmen glaubhaft zu machen. Glei-

ches gilt im Übrigen in Anbetracht des in vorangehender E. 4.4.3 Ausgeführten 

betreffend das Glaubhaftmachen einer (befürchteten) Verletzung eines ihnen zu-

stehenden Anspruchs.  

Das Kantonsgericht auferlegte die Kosten vollumfänglich den Beschwerdeführern. 

Es würdigte die Kriterien der Gesuchsveranlassung und der Verursachung der Ge-

genstandslosigkeit indes nicht im dargestellten Sinn. Auch berücksichtigte es nicht, 

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dass sich die Beschwerdeführer 10 Tage nach Inkrafttreten des neuen Zivilpro-

zessrechts aufgrund der noch fehlenden Praxis – wie unter bisherigem Recht – 

nach Art. 69 Abs. 5 BauG zur privatrechtlichen Baueinsprache auch unter der ZPO 

veranlasst sahen (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. b ZPO). Damit hat es Recht im Sinne von 

Art. 320 lit. a ZPO verletzt. 

4.6. Soweit die Rechtsmittelinstanz die Beschwerde gutheisst, entscheidet sie 

neu, wenn die Sache spruchreif ist (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO). Da keine weiteren 

Abklärungen notwendig sind, erweist sich die vorinstanzliche Kosten- und Entschä-

digungsregelung als spruchreif. 

Auf das Hauptbegehren war nicht einzutreten, was grundsätzlich zur Kostentra-

gungspflicht der Beschwerdeführer führte (vorangehende E. 4.4.3). In Bezug auf 

die beantragten vorsorglichen Massnahmen erscheint es mit Blick auf die für die 

Kostenverteilung bei Gegenstandslosigkeit grundsätzlich gleichbedeutenden Krite-

rien und die Verfahrensveranlassung durch die noch unter altem Recht eröffnete 

Baubewilligung angebracht, die Prozesskosten beiden Parteien je zur Hälfte auf-

zuerlegen und keine Parteientschädigung zuzusprechen. Unter Berücksichtigung 

sämtlicher Umstände, insbesondere des Gewichts der Rechtsbegehren und der 

kurz vor der Gesuchseinreichung am 10. Januar 2011 erfolgten Änderung der 

Rechtslage, erscheint es angemessen, die Prozesskosten des vorinstanzlichen 

Verfahrens den Beschwerdeführern zu drei Vierteln und der Beschwerdegegnerin 

zu einem Viertel aufzuerlegen und mit dem von den Beschwerdeführern im vor-

instanzlichen Verfahren geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Die Be-

schwerdegegnerin ist zu verpflichten, den Beschwerdeführern einen Viertel der 

vorinstanzlichen Gerichtskosten zu erstatten (vgl. Art. 111 ZPO). Die ermessens-

weise festgesetzte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 2'000.– ist um die Hälfte 

zu reduzieren (vgl. zur Berechnung im Allgemeinen David Jenny, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

prozessordnung [ZPO], 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 106 N. 9, S. 930;         

Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilpro-

zessordnung, 3. A., Basel 2017, Art. 106 N. 8, S. 682).