# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23556fb0-e0bd-5b35-b40d-638c10c753c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2008 C-7559/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7559-2006_2008-12-12.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7559/2006/<ABR>  
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richter Michael Peterli, Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, 

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Beschwerdegegnerin.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 
24. November 2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7559/2006

Sachverhalt:

A.
A._______  (nachfolgend:  Versicherte  oder  Beschwerdeführerin), 
geboren  am  (...)  1950,  verheiratet  und  Bürgerin  von  Bosnien  und 
Herzegowina,  arbeitete  von  1971  bis  1974  im  B._______  [in] 
Z._______  als  Hausangestellte  und  von  1974  bis  1986  bei  der 
C._______  Aktiengesellschaft  [in]  Z._______  als  Betriebsarbeiterin 
und Werkstattschreiberin. Danach kehrte sie in ihre Heimat zurück, wo 
sie  keiner  Erwerbstätigkeit  mehr  nachging  und  den  Haushalt  ihrer 
Familie führte (act. IV/16, 17, 62).

Am  14.  September  2004  reichte  sie  beim  Fond  für  Pension  und 
Invalidenversicherung  der  Serbischen  Republik  (Entität  von  Bosnien 
und  Herzegowina)  in  Bosnien  und  Herzegowina  einen  Antrag  auf 
Leistungen der Invalidenversicherung vom 19. August  2004 ein (act. 
IV/9 – 11).

Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle, Vorin-
stanz oder IVSTA) eröffnete aufgrund der eingereichten Akten (act. IV/
1 – 11) ein zwischenstaatliches Verfahren und übersandte dem Sozial-
versicherungsträger  in  Bosnien  und  Herzegowina  am  8. März  2006 
das Formular E 205 CH (act. IV/13). Mit gleichem Datum forderte sie 
bei der Versicherten weitere Unterlagen ein (act. IV/14). Diese wurden 
am  7.  April  2006  eingereicht  (Eingang  bei  der  IVSTA am  20.  April 
2006; act.  IV/16  –  17: Fragebogen,  IV/18  –  60: medizinische Unter-
lagen, inkl. Übersetzungen [act. IV/33 – 37]).

B.
Nach Prüfung aller Akten und unter Bezugnahme auf die Stellungnah-
me ihres medizinischen Dienstes teilte  die IV-Stelle  der Versicherten 
mit  Vorbescheid vom 24. Juli  2006 mit,  mangels rentenbegründender 
Invalidität würde das Gesuch abgewiesen werden (act. IV/66 – 69).

C.
Gegen  diesen  Vorbescheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am 
21. August 2006 „Beschwerde“ (act. IV/70, 71) und am 12. September 
2006 ergänzte sie diese mit weiteren medizinischen Unterlagen (act. 
IV/72, 73 und Beilagen zu Beschwerdeakte 15).

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D.
In der Folge forderte die IVSTA für die neu eingereichten Unterlagen 
eine  weitere  Stellungnahme  vom  medizinischen  Dienst  an.  Diese 
erfolgte am 9. November 2006 (act. 74 – 75). 

Mit  Verfügung  vom 24. November  2006  (validiert  per  27.  November 
2006,  act. IV/76)  verneinte  die  IVSTA das Vorliegen einer  rentenbe-
gründenden Invalidität und wies das Gesuch ab.

E.
Am 11. Dezember 2006 (Eingang am 27. Dezember 2006) erhob die 
Beschwerdeführerin  bei  der  Eidgenössischen Rekurskommission der 
Alters- Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für die Personen im 
Ausland (nachfolgend: Reko AHV/IV) gegen die Verfügung der IVSTA 
Beschwerde,  hielt  sinngemäss daran fest,  dass sie in  rentenbegrün-
dender Weise erkrankt sei, und legte der Eingabe verschiedene Arzt- 
und Diagnoseberichte bei (act. 1).

F.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2007 teilte das Bundesverwal-
tungsgericht den Parteien mit, dass es das vorliegende Verfahren von 
der Reko AHV/IV per 1. Januar 2007 übernommen habe. Im Weiteren 
gab  es  die  Besetzung  des  Spruchkörpers  bekannt,  setzte  Frist  zur 
Einreichung eines allfälligen Ausstandsbegehrens an und holte bei der 
IVSTA die Vorakten und eine Stellungnahme ein (act. 2).

G.
Mit  Schreiben  vom  2.  April  2007  ersuchte  das  Bundesverwaltungs-
gericht die Beschwerdeführerin um Bekanntgabe eines Zustelldomizils 
in  der  Schweiz  (act.  4).  Dieses  wurde  am  11.  Mai  2007  mitgeteilt 
(act. 6). 

H.
Mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2007 verwies die IVSTA auf die neue 
Stellungnahme ihres  ärztlichen  Dienstes  und  beantragte  die  Abwei-
sung der Beschwerde (act. 7, IV/77 – 78). 

Am 12. Juni 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwer-
deführerin die Vernehmlassung der Vorinstanz zur Replik zu (act. 8).

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I.
Am  26.  Juli  2007  (act.  9)  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Parteien mit, infolge Verzicht auf die Einreichung einer Replik erachte 
es  den  Schriftenwechsel  als  abgeschlossen,  und  forderte  die  Be-
schwerdeführerin auf, innert Frist einen Kostenvorschuss in Höhe von 
Fr. 400.-- einzuzahlen, unter Androhung des Nichteintretens im Unter-
lassungsfall. In der Folge wurde der Kostenvorschuss innert  Frist am 
31. Juli 2007 geleistet (act. 11). 

J.
Mit Zwischenverfügung vom 9. Juli 2008 gab das Bundesverwaltungs-
gericht  den  Parteien  den  Wechsel  des  Spruchkörpers  bekannt 
(act. 12). Innert Frist sind keine Ausstandsbegehren eingegangen.

K.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2008 forderte das Bundesverwaltungs-
gericht von der Vorinstanz fehlende Vorakten ein. Diese von der Be-
schwerdeführerin  mit  der  „Beschwerde  gegen  den  Vorbescheid“  am 
21.  August  2006  eingereichten  medizinischen  Akten  wurden  am 
7. November 2008 nachgereicht (Beilagen zu Beschwerdeakte 15).

L.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der Ende 2006 bei den Eidgenössischen Rekurs- 
oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der De-
partemente hängigen Rechtsmittel, wobei die Beurteilung nach neuem 
Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 Bundesgesetzes über das Bun-
desverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichtsgesetz, 
VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit  Art. 33 Bst. d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundes-

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gesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968 
(VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle 
für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. 

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen; sie ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes-
gesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
wurde, ist darauf einzutreten (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG).

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  (VwVG), 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

2.2 Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) anwendbar  ist. Nach Art. 1  Abs. 1  IVG sind die 
Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis 

und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.

2.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  Staatsangehörige  von  Bosnien  und 
Herzegowina und dort ansässig. Somit ist zwischenstaatlich zu klären, 
welches Recht anwendbar ist. 

2.3.1 Nach  dem  Zerfall  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
blieben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen 
Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung vom 8. Juni 1962 
(SR 0.831.109.818.1)  für  alle  Staatsangehörigen  des  ehemaligen 
Jugoslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 
V 101 E. 3). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit mehreren Nachfolge-
staaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedo-
nien), nicht aber mit Bosnien und Herzegowina, neue Abkommen über 

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Soziale  Sicherheit  abgeschlossen.  Für  die  Beschwerdeführerin  als 
Bürgerin von Bosnien und Herzegowina findet demnach weiterhin das 
schweizerisch-jugoslawische  Sozialversicherungsabkommen  Anwen-
dung. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen 
der  Vertragsstaaten  hinsichtlich  der  in  Art.  1  genannten  Rechtsvor-
schriften,  zu  welchen  die  schweizerische Bundesgesetzgebung über 
die  Invalidenversicherung  gehört,  in  ihren  Rechten  und  Pflichten  ei-
nander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. Betreffend die Vor-
aussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente 
sind keine abweichenden Vorschriften auszumachen.

2.3.2 Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leis-
tungen der  schweizerischen Invalidenversicherung besteht,  bestimmt 
sich  demnach  ausschliesslich  nach  den  innerstaatlichen  schweizeri-
schen Rechtsvorschriften, insbesondere nach dem IVG sowie der Ver-
ordnung  über  die  Invalidenversicherung  vom  17.  Januar  1961  (IVV, 
SR 831.210;  vgl.  Urteil  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichtes 
I 785/04 vom 25. April 2006 E. 1 mit weiteren Hinweisen und Art. 4 des 
schweizerisch-jugoslawischen Sozialversicherungsabkommens). 

2.4 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte im Be-
reiche der Sozialversicherung bei der Beurteilung eines Falles grund-
sätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwal-
tungsaktes, hier der Verfügung vom 24. November 2006, eingetretenen 
Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), 
sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Bestimmungen des ATSG an-
wendbar. 

Das IVG ist somit in der Fassung vom 31. März 2003 [4. IVG-Revision] 
anwendbar (in Kraft seit 1. Januar 2004). Nicht zu berücksichtigen sind 
demnach die durch die 5. IVG-Revision eingeführten Änderungen, wel-
che am 1. Januar 2008 in Kraft getreten sind (AS 2007 5129). Im Fol-
genden werden deshalb die ab 1. Januar 2004 bis Ende 2007 gültig 
gewesenen Bestimmungen des ATSG, des IVG und der IVV zitiert.

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 

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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser  Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 
E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im  Sozialversicherungsprozess  hat  das  Gericht  seinen  Entscheid, 
sofern  das  Gesetz  nicht  etwas  Abweichendes  vorsieht,  nach  dem 
Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  zu  fällen.  Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis-
anforderungen  nicht.  Das  Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhalts-
darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 
E. 2, je mit Hinweisen).

4.
Im  vorliegenden  Verfahren  ist  streitig  und  vom  Bundesverwaltungs-
gericht zu prüfen, ob die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf 
eine  Rente  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  zu  Recht 
verneint hat.

Zunächst  sind  jedoch  die  zur  Beurteilung  der  Streitsache  massge-
benden gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung ent-
wickelten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4,  28,  29  IVG)  und  beim Versicherungsfall  mindestens  während 
eines vollen Jahres Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invali-
denversicherung  geleistet  hat  (Art. 36  Abs. 1  IVG).  Diese  zwei  Be-
dingungen  müssen  kumulativ  erfüllt  sein;  fehlt  einer,  entsteht  kein 
Rentenanspruch.

Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als 
einem  Jahr  Beiträge  an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen- 
und Invalidenversicherung entrichtet, so dass sie die gesetzliche Min-
destbeitragsdauer erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob sie im Sinne des Geset-
zes in rentenbegründendem Ausmass invalid geworden ist.

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4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Der  Zeitpunkt  des  Eintritts  der  Invalidität  beurteilt  sich  nach  Art. 29 
Abs. 1 IVG. Der Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, 
in  dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbsunfähig 
geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität,  Art.  7  ATSG)  oder  während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krankheit, Art. 6 
ATSG, vgl. BGE 121 V 272 ff. E. 6).

Ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 
bei  einem  Invaliditätsgrad  von  70%,  auf  eine  Dreiviertelsrente  bei 
einem Invaliditätsgrad von 60%,  bei  einem Invaliditätsgrad  von 50% 
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 40% auf eine 
Viertelsrente.

Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG nur an 
Versicherte  ausbezahlt,  die  ihren  gewöhnlichen  Aufenthalt  im  Sinne 
von Art. 13  ATSG in  der  Schweiz  haben. Nach  der  Rechtsprechung 
des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  (heute:  Bundesgericht) 
stellt  Art. 28  Abs. 1ter IVG  nicht  eine  blosse  Auszahlungsvorschrift, 
sondern  eine  besondere  Anspruchsvoraussetzung  dar  (BGE  121  V 
275 E. 6c).

4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits-
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
261 E. 4 mit Hinweisen). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in 
der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  der 

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Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, BGE 
122  V  160  E. 1c  und  1d  mit  weiteren  Hinweisen,  AHI  2001  S. 113 
E. 3a).

Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
haben Berichte von versicherungsinternen Ärztinnen und Ärzten,  so-
fern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sind und kei-
ne  konkreten  Indizien  gegen  ihre  Zuverlässigkeit  sprechen,  Beweis-
wert (vgl. BGE 122 V 161 E. 1c, 123 V 178 E. 3.4 sowie  UELI KIESER, 
ATSG-Kommentar zu Art. 43 Rz 28, Zürich – Basel – Genf 2003).

5.
Die Beschwerdeführerin rügt sinngemäss eine ungenügende Feststel-
lung  bzw.  falsche  Würdigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts, 
insbesondere  bezüglich  der  medizinischen  Schlussfolgerungen  der 
Vorinstanz. 

5.1 Die Beschwerdeführerin führt  im Fragebogen für die im Haushalt 
tätigen Versicherten (act.  IV/17)  und  insbesondere  in  ihrer  Stellung-
nahme vom 21. August 2006 (act. IV 70/71) aus, sehr krank zu sein. 
Mittlerweile sei  sie so krank, dass sie sich nicht  einmal mehr selber 
anziehen  und  waschen  könne,  da  ihr  der  ganze Körper  Schmerzen 
bereite. Demnach  sei  sie  zu  keiner  Tätigkeit  fähig  und  befinde  sich 
unter ständiger Überwachung des Arztes und unter Therapie. Sie habe 
insbesondere  schwere  psychisch-geistige  Gesundheitsprobleme  und 
werde stationär im Krankenhaus behandelt, sobald dort  ein Platz frei 
werde. Allgemein sei sie auf fremde Hilfe und Pflege angewiesen. 

5.2 Im vorliegenden Fall beruhen die Erhebungen der Vorinstanz auf 
der Beurteilung der von der Beschwerdeführerin eingereichten medizi-
nischen  Unterlagen  und  Fragebogen  sowie  auf  deren  Beurteilung 
durch den ärztlichen Dienst der IV-Stelle. Die Akten enthalten nament-
lich folgende, für die erfolgte Beurteilung massgeblichen Arztberichte: 

- Internistisches Zeugnis Dr. D._______, vom 26. April 2004 
(act. IV/30/33);

- Arztbericht Arbeitsmedizinisches Institut E._______, Y._______, 
vom 16. August 2004 (act. IV/31/34, 35);

- Bericht Arbeitsmedizinisches Institut E._______, Y.________, 
vom 19. August 2004, (act. IV/32/37);

- Bericht Dr. F._______ vom 4. August 2006 (Beilage zu act. 15);
- Bericht Dr. G.________ vom 14. August 2006, (Beilage zu act. 15),

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- Spitalbericht H._______ Spital, Y._______, Mat.-Nr. [...] zum 
Spitalaufenthalt vom 25. August 2006 – 5. September 2006 
(Beilage zu act. 15);

- Stellungnahme Ärztlicher Dienst der IVSTA vom 9. November 2006 
(act. IV/75),

- Verschiedene medizinische Unterlagen (Beilagen zu act. 1):
- Dr. I.________, Nuklearmedizin, X.________, vom 

7. September 2006;
- Gynäkologisches Ambulatorium, Dr. J._______, vom 

20. September 2006;
- Gesundheitszentrum K._______ Dr. L._______, Radiologie, 

vom 22. September 2006;
- Tomographie/Echo des Abdomens, Unterschrift unleserlich, 

vom 27. September 2006.

Bei  allen  von  der  Beschwerdeführerin  eingereichten  medizinischen 
Akten handelt  es  sich  zusammenfassend um medizinische Berichte, 
Zeugnisse,  Laborbefunde  und  Rezepte  von  bosnischen  Ärzten  aus 
den Jahren 1994 – 2006. Darunter findet sich jedoch kein Bericht im 
Umfang  einer  umfassenden  Untersuchung  oder  eines  eigentlichen 
Gutachtens.

5.3 Der ärztliche Dienst der IVSTA hat mehrmals zu den eingereichten 
medizinischen  Akten  Stellung  bezogen  (act.  IV/68,  75,  78).  Er  führt 
aus, im Jahre 1994 sei die Beschwerdeführerin wegen Brustkrebs ope-
riert und lokal nachbestrahlt worden. Die damals gestellte gute Prog-
nose  habe  sich  bis  heute  bestätigt,  diverse  Nachkontrollen  hätten 
keinen  Hinweis  auf  ein  Rezidiv  ergeben.  Im  Jahre  2000  sei  eine 
Uterusmyom-Operation erfolgt, die keine weiteren Auswirkungen zeige. 
Weiter sei eine Schilddrüsenvergrösserung diagnostiziert worden, die 
Laborbefunde  zeigten  jedoch  normale  Werte. Im Weiteren  klage  die 
Beschwerdeführerin  über  Nacken-  und  Rückenbeschwerden,  jedoch 
sei keine neurologisch bedingte Invalidisierung feststellbar. Organisch 
lägen keine relevanten pathologischen Befunde vor. Hingegen wiesen 
die Arztberichte auf ein nervöses, neurotisches Verhalten und auf eine 
Depression hin; diesbezüglich äusserte der ärztliche Dienst den Ver-
dacht des Vorliegens einer Cancerphobie. Von einer Einschränkung als 
Fabrikarbeiterin sei auszugehen, da ihr nach der Entlassung aus der 
neurologisch-psychiatrischen Abklärung im August 2006 Beruhigungs-
mittel  und  Antidepressiva  mässiger  Dosierung  verschrieben  worden 
seien, was eine gewisse Leistungseinschränkung und Müdigkeit bewir-
ke. Für den Haushalt sei sie aber wenig eingeschränkt, da sie sich den 
Tag einteilen könne und keine kleinen Kindern mehr zu betreuen habe. 

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Es sei von einer Einschränkung im Kleinhaushalt von höchstens 20% 
aus psychischen Gründen auszugehen.

5.4 Für  die  Würdigung  der  Akten  ist  festzustellen,  dass  die  dem 
Vorbescheid vom 24. Juli  2006 zu Grunde liegenden ausführlichsten 
Akten aus dem Jahr 2004 stammen (act. 30 – 32 bzw. 33 – 37 [Über-
setzung]).  Aus den  im September  2006  eingereichten  –  und  für  die 
Verfügung vom 24. November 2006 berücksichtigten – Akten geht eine 
depressive Episode hervor,  die im August  2006 anfänglich ambulant 
und vom 25. August 2006 bis 5. September 2006 stationär behandelt 
wurde.  Die  diagnostizierte  psychotische  endogene  Depression  wird 
von den behandelnden Ärzten  als  so  schwerwiegend beurteilt,  dass 
keine Arbeitsfähigkeit bestehe.

Der ärztliche Dienst  beurteilt  hingegen die depressive Erkrankung in 
den Stellungnahmen vom 9. November 2006 und 17. April 2007 nicht 
als so schwerwiegend wie von den behandelnden Ärzten beschrieben, 
insbesondere  aufgrund  der  medikamentösen  Behandlung  („est  un 
traitement pour une affection très légère“), und die Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin für die Führung des Haushaltes als nicht renten-
relevant einschränkend (siehe oben 5.3). 

5.5 Die  vom ärztlichen Dienst  festgestellte,  die  Erwerbsfähigkeit  der 
Beschwerdeführerin kaum beeinflussende depressive Verstimmung, ist 
– im Kontext des von den behandelnden Ärzten soweit  einleuchtend 
beschriebenen  Gesundheitszustands  im  Austrittsbericht  vom 5. Sep-
tember 2006 – nicht nachvollziehbar. Nachgewiesenermassen war die 
Beschwerdeführerin im August/September 2006 während zwölf Tagen 
mit  einer  schweren  psychischen  Erkrankung  in  stationärer  Behand-
lung. Der  vorliegende Austrittsbericht  ist  eine  Momentaufnahme und 
zu  wenig  detailliert,  um  die  psychische  Situation  der  Beschwerde-
führerin und den Einfluss der Krankheit auf die Erwerbsfähigkeit nach 
der  Entlassung  abschliessend  zu  beurteilen  (vgl.  Beilage  1  zu 
Beschwerdeakten 15). Weitere Akten zum psychischen Gesundheits-
zustand sind nicht vorhanden, die Vorinstanz hat auch keine solchen 
einverlangt. Die weiteren medizinischen Dokumente sind nur summa-
risch und waren im Verfügungszeitpunkt nicht aktuell (vgl. act. IV/30 – 
32 bzw. 33 – 37 aus dem Jahr  2004)  und enthalten  kaum Angaben 
zum psychischen Gesundheitszustand. 

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Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts konnte somit der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund der vorhandenen Akten 
nicht so umfassend nachvollziehbar erstellt  werden, wie es das Bun-
desgericht  in  ständiger  Praxis  verlangt  (siehe  oben  E.  4.3).  Die 
Vorinstanz wird darum aufgefordert, die Erstellung eines umfassenden 
psychiatrischen  Gutachtens  zu  veranlassen  und  anschliessend  den 
Sachverhalt neu zu prüfen.

5.6 Zusammenfassend erweist sich demnach die sinngemässe Rüge 
des  unvollständig  ermittelten  Sachverhalts  als  begründet.  Die  Be-
schwerde  wird  gutgeheissen  und  die  Verfügung  vom  24.  November 
2006 aufgehoben. Die Angelegenheit  wird  an die Vorinstanz zurück-
gewiesen, um den Sachverhalt im Sinne der Erwägungen zu ermitteln 
und anschliessend neu zu verfügen. 

6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung. 

6.1 Der unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Der von der Beschwer-
deführerin  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  400.--  wird  zurücker-
stattet. 

6.2 Der obsiegenden Partei kann nach Massgabe ihres Erfolges von 
Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zugesprochen 
werden (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 VGKE).

Im vorliegenden Verfahren ist der Beschwerdeführerin auf Grund ihres 
Obsiegens eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen, die 
von der Vorinstanz zu bezahlen ist (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei-
tere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Da die Beschwer-
de im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht von einem Anwalt 
eingereicht  wurde,  sind  die  Bestimmungen  über  die  Anwaltskosten 
gemäss Art. 10 VGKE anzuwenden. Da keine Honorarnote eingereicht 
wurde, ist die Höhe der Entschädigung aufgrund der Akten zu bestim-
men (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das zu entschädigende Honorar ist nach 
dem  notwendigen  Zeitaufwand  des  Vertreters  zu  bemessen.  Unter 

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Berücksichtigung dieser Bestimmungen und sich aus den Akten erge-
benden  Anwaltsaufwandes  erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht 
eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 400.-- als angemessen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung 
vom 24. November  2006  aufgehoben  und  die  Angelegenheit  an  die 
Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung 
im Sinne der Erwägungen neu über den Leistungsanspruch verfüge.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kosten-
vorschuss von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  für  das  vorliegende  Verfahren  eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 400.-- zugesprochen. Diese 
Entschädigung ist von der Vorinstanz zu leisten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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