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**Case Identifier:** ec7ae611-65f4-5559-8371-682e3ba2ed29
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.04.2025 720 2024 255 (720 24 255)
**Docket/Reference:** 720 2024 255
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-255_2025-04-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. April 2025 (720 24 255) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Im vorliegenden Fall hat der Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass die gesundheitli-

che Einschränkung der Beschwerdeführerin mittels einer leitliniengerechten Therapie 

und Medikation noch besserungsfähig ist. Aus der Umschreibung der genannten Thera-

piemöglichkeiten lässt sich die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehen, wes-

halb das "strukturierte Beweisverfahren" nicht notwendigerweise anzuwenden ist. Aus-

serdem hat der Gutachter die Notwendigkeit von Behandlungsmassnahmen zur Verbes-

serung der Arbeitsfähigkeit explizit befürwortet. Prognostisch ist er jedoch von einer zu 

erreichenden vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Damit ist davon auszugehen, dass 

die gesundheitlichen Einschränkungen als vorläufig invalidisierend zu werten sind, wes-

halb eine – befristete – Rente zuzusprechen ist.  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Andreas Blattner, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Advo-
kat, Advokatur am Dreispitz, Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 

 
 
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A. Die 1988 geborene A.____ war bei der "B.____ AG" tätig und meldete sich im August 
2021 unter Hinweis auf eine "Stressfolge Erkrankung" bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) gewährte A.____ 
Eingliederungsmassnahmen, namentlich Support am Arbeitsplatz, ein Aufbautraining sowie eine 
Kostengutsprache für ein Coaching an ihrer mittlerweile neuen Arbeitsstelle bei der "C.____ 
GmbH". Anschliessend erhielt die Beschwerdeführerin schliesslich per 1. Dezember 2022 bei der 
"C.____ GmbH" einen Arbeitsvertrag als "Mitarbeiterin fachliche Organisation der Administration 
/ Jobcoach" in einem Pensum von 70 %. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Eingliederung 
wurde das Dossier am 6. Januar 2023 intern zur Rentenprüfung weitergegeben. In der Folge 
klärte die IV-Stelle die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Dabei wurde unter 
anderem ein externes psychiatrisches Gutachten bei med. pract. D.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, eingeholt, welches am 26. September 2023 erstattet wurde. Gestützt darauf und 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü-
gung vom 18. Juli 2024 unter Hinweis auf die nicht invalidisierende Wirkung der festgestellten 
Einschränkungen ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Martin Kaiser, mit Ein-
gabe vom 12. September 2024 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und ihr bis und mit April 2024 mindestens eine Viertelsrente zu gewähren; 
eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2024 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zuständig. Auf die frist- 
und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 12. September 2024 ist demnach 
einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 

 

 
 
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("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtli-
chen Grundsätzen (BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden 
Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft 
dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der 
Rentenbezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen 
des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 (Rz. 9100 ff. des Kreisschreibens des BSV über Inva-
lidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]). Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 
entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf grundsätzlich jedoch das seit diesem 
Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG; Urteil des Bundesgerichts, 
öffentlich-rechtliche Abteilungen, vom 30. Juni 2023, 8C_658/2022, E. 3.1 mit Hinweis auf Urteil 
des Bundesgerichts vom 13. März 2023, 9C_488/2022, E. 2.2.1). Vorliegend hat sich der Versi-
cherte im August 2021 zum Leistungsbezug angemeldet. Mit Blick auf die in Art. 29 Abs. 1 IVG 
statuierte Karenzfrist von sechs Monaten kann ein Rentenanspruch mithin frühestens per Februar 
2022 entstehen. Für den Anspruch auf eine IV-Rente und deren Bemessung ab Februar 2022 
sind folglich die Gesetzesgrundlagen in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung anwendbar.  
 
2. Vorliegend strittig ist, ob die IV-Stelle zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin bis April 2024 abgewiesen hat. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ab Mai 
2024 aufgrund ihres erzielten Verdienstes keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat. 
 
2.1 Ein Rentenanspruch setzt generell voraus, dass die versicherte Person während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen 
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c 
IVG; Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2023, 9C_488/2022, E. 2.2.1). Bei einem IV-Grad 
von unter 40 % besteht demnach auch unter dem Blinkwinkel des ab 1. Januar 2022 geltenden 
Rechts kein Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).  
 
2.2 Gemäss Art. 28b IVG in der seit 1. Januar 2022 geltenden Fassung wird die Höhe des 
Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt (Abs. 1). Bei einem 
Invaliditätsgrad von 50 – 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei 
einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Inva-
liditätsgrad unter 50 % gelten die im Gesetz festgelegten prozentualen Anteile (Abs. 4).  
 
2.3 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu 

 

 
 
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verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommens-ver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-glie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-den. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Insoweit die fraglichen Er-
werbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe 
der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungs-
werte miteinander zu vergleichen. 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die 
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in 
fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur-
teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-
geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 
ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer-weise noch ver-
richtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, 
St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen).  
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-

 

 
 
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statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 
5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-würdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grunds-
ätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, III. und IV. öffentlich-rechtliche Abtei-
lungen) vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behan-
delnden Ärztinnen und Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, 
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweis-
werts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die 
potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand al-
lein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie 
als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und um-
fassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 
hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten 
fachmedizinischen Expertin anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, 
I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei-
chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärztinnen und Ärzte wichtige – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 
25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

 

 
 
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die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2).  
 
5. Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende ärztli-
chen Berichte vor: 
 
5.1 Die E.____-Klinik hält in ihrem Austrittsbericht vom 26. Mai 2021 betreffend den Aufent-
halt der Beschwerdeführerin vom 24. März 2021 bis 19. Mai 2021 als Diagnose eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), und ein Burn-Out (Z73) 
fest. Es wird auf die schwierige Jugendzeit der Beschwerdeführerin hingewiesen. 
 
5.2 Mit Arztbericht vom 30. September 2021 führt der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie aus, die Arbeitsfähigkeit werde weniger durch das depres-
sive Syndrom als durch das Burnout-Syndrom und die ganze Lebensgeschichte der Beschwer-
deführerin geprägt. Dr. F.____ schildert in der Folge lebensgeschichtliche Ereignisse, insbeson-
dere eine schwer traumatische Jugend. Die Beschwerdeführerin sei die Tochter einer Geliebten 
des Vaters und wenige Wochen vor ihrer Halbschwester zur Welt gekommen. Der Vater habe 
sich in der anderen Familie entwickelt und bis heute seien die Mutter und sie der verleugnete Teil. 
Die Mutter habe sie durchbringen müssen und habe ihre Aggressionen durch Gewaltanwendung 
an der Tochter ausgelassen. Die Mutter habe einen schweren Unfall erlitten mit starker Wesens-
änderung. Die Beschwerdeführerin habe die Mutter versorgen müssen. Mit 14 Jahren sei sie ins 
Internat gekommen und lebe seit dem 15. Lebensjahr auf eigenen Füssen. Das Leistungserbrin-
gen sei ein Buhlen um Anerkennung gewesen. Sie habe sich selbst unter Druck gesetzt und sei 
auch von aussen gnadenlos unter Druck gesetzt worden, was schliesslich zum Zusammenbruch 
geführt habe. Die traumatische Verknüpfung von Lebensgeschichte und Leistungsanforderung 
erkläre hinlänglich, weshalb sie heute, nach dem Zusammenbruch, sehr viel Zeit brauche, um 
ihren eigenen Leistungsdruck auf eine reale Basis stellen zu können. 
 
In einem weiteren Arztzeugnis vom 2. Dezember 2022 hält Dr. F.____ fest, die Versicherte sei 
aus medizinisch-psychiatrischen Gründen vom 8. Februar 2021 bis 30. November 2022 ganz 
oder teilarbeitsunfähig gewesen. Nach einer langen Arbeitsrehabilitationsphase bleibe praxiser-
probt eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % bestehen. Die Leistungseinbusse gegenüber der vorgän-
gigen versicherten Arbeitsfähigkeit verbleibe bei 10-20 %. Mit Arztzeugnis vom 2. Januar 2023 
bestätigte Dr. F.____ weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit vom 1. Dezember 2022 bis 31. März 2023. 
5.3 Dr. med. G.____, FMH Innere Medizin, hält mit Arztbericht vom 14. Januar 2023 als Di-
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Episode, leicht bis mittelschwer 
ICD-10 F32.1-2, ein Burnout-Syndrom ICD-10 Z73, eine chronische Insomnie mit psychophysio-
logischen Anteilen, ein Restless-Legs-Syndrom sowie ein Asthma bronchiale fest. Die letzte 

 

 
 
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Konsultation habe am 20. Dezember 2021 stattgefunden. Er bestätigt eine 100%ige Arbeitsunfä-
higkeit vom 9. März 2020 bis 29. März 2020, vom 8. Februar 2021 bis 7. März 2021 sowie vom 
1. August 2021 bis 31. August 2021. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei unklar. 
 
5.4 Med. pract. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hält in seinem Gutachten vom 
26. September 2023 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig leichtgradige Ausprägung, fest. Weitere Diagnosen werden 
von ihm nicht erhoben. Er bestätigt sowohl für die bisherige Tätigkeit als auch für angepasste 
Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Diese Einschätzung gelte mindestens seit August 
2022.  
 
Der Gutachter verweist auf die lebensgeschichtlich immer wieder aufgetretenen depressiven Zu-
stände und die mehrfachen ambulanten Behandlungen. Mit zunehmendem Überforderungserle-
ben am letzten Arbeitsplatz sei es zunächst zu einem Burnout und dann zu einer depressiven 
Symptomatik in einer mindestens mittelgradigen Ausprägung gekommen. Wenngleich sich nun 
das Zustandsbild verbessert habe und eine ausgeprägte depressive Symptomatik nicht mehr be-
stehe, so sei doch noch eine herabgesetzte Stimmungslage, eine Affektlabilität zu verzeichnen. 
Diagnostisch müsse von einer gegenwärtig leichten Ausprägung ausgegangen werden. In Bezug 
auf die Persönlichkeitsstruktur zeige sich die Beschwerdeführerin sehr leistungsorientiert. Sie 
würde sich in gewisser Weise auch über ihre Leistung definieren. Daraus könne aber keine Per-
sönlichkeitsstörung abgeleitet werden, ebensowenig akzentuierte Persönlichkeitszüge. Es be-
stehe kein dysfunktionales Verhaltens- oder Wahrnehmungsmuster, welches seit der Kindheit 
oder Jugend bestehe und sich in verschiedenen Lebensbereichen manifestiere. Dies habe auch 
nicht zu einem verminderten Funktionsniveau geführt. Eine Persönlichkeitsstörung sei somit nicht 
zu diagnostizieren. Diagnostisch sei einzig von einer rezidivierenden Depressionserkrankung 
auszugehen. In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hält der Gutachter zunächst fest, 
dass seit Anfang 2019 eine fachpsychologische Behandlung erfolge, wobei die Sitzungen im Ab-
stand von jeweils drei Wochen stattgefunden hätten bzw. stattfinden würden. Es bestehe darüber 
hinaus eine ambulante fachpsychiatrische Anbindung. Auch habe Anfang 2021 eine zweimona-
tige Hospitalisation stattgefunden. Wenngleich mittlerweile eine Entaktualisierung der damaligen 
Dekompensation habe erreicht werden können, sei nicht nachvollziehbar, warum bislang keine 
leitliniengerechte Medikation in die Wege geleitet worden sei. Zumindest wäre eine thymolepti-
sche Behandlung zu erwarten gewesen. In der aktuellen Untersuchung zeige sich die Explorandin 
noch recht brüchig und dünnhäutig mit einer schwankenden Stimmungslage. Es sei derzeit nicht 
davon auszugehen, dass sich das unter dem bisherigen Therapieregime ändern werde. Sinnvoll 
wäre deshalb die Einleitung einer regelmässig stattfindenden Therapie mit wöchentlichen Sitzun-
gen und eine medikamentöse Behandlung. Bei einer entsprechenden Anpassung der Therapie 
sei von einem Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit im Jahr 
nach Therapiebeginn auszugehen. Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, die Versicherte 
sei in der Lage, ihrer aktuellen Tätigkeit mit einem Pensum von acht Stunden am Tag an fünf 
Tagen in der Woche nachzugehen. Es bestehe während dieser Anwesenheit eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit von 30 %. Dies sei in einer noch verminderten psychischen Gesamtbelast-
barkeit begründet mit der Gefahr der Überforderung und dann Abgleiten in eine manifeste de-
pressive Episode. Miteinbezogen sei auch der Umstand eines guten Funktionsniveaus im Alltag 

 

 
 
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abseits von beruflichen Anforderungen. Es bestehe derzeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit resp. 
30%ige Arbeitsunfähigkeit. Diese Einschätzung gelte seit mindestens August 2022 mit Erreichen 
des bisherigen Pensums und auch für eine angepasste Tätigkeit. Zum Bericht von Dr. F.____ 
vom 2. Dezember 2022 führt der Gutachter aus, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb bis auf 
weiteres von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 % auszugehen sei. Ebenso wenig sei nach-
vollziehbar, warum in Tätigkeiten im Bereich Personalführung von einer zusätzlichen Leistungs-
einbusse von 10-20 % ausgegangen werde. Prognostisch sei vom Wiedererlangen einer vollen 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Entsprechend sei nicht davon aus-
zugehen, dass bis auf unbestimmte Zeit lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 70 % anzunehmen 
sei, wie dies Dr. F.____ postuliere. In zeitlicher Hinsicht geht er davon aus, dass die volle Arbeits-
fähigkeit innerhalb eines Jahres nach Anpassung der medizinischen Massnahmen wieder er-
reicht werden könne.  
 
5.5 Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), H.____, Facharzt Psychiatrie und 
Psychotherapie, hält in seinem Bericht vom 30. Oktober 2023 fest, dass vollumfänglich auf das 
psychiatrische Gutachten abgestellt werden könne.  
 
5.6 Nach erhobenem Einwand hat die IV-Stelle dem Gutachter med. pract. D.____ die Rück-
frage unterbreitet, ob die Beschwerdeführerin eine Leitungsfunktion ausüben könne. Der Gutach-
ter hielt mit Stellungnahme vom 25. März 2024 fest, dass keine Anhaltspunkte dafür vorliegen 
würden, dass die Versicherte nicht in der Lage sein sollte, eine Leitungsfunktion zu übernehmen. 
Er begründet dies mit einer fehlenden Problematik der Persönlichkeit. Daraus schliesst der RAD 
am 4. April 2024, dass der Umstand, dass die Versicherte keine weitere Leitungsfunktion mehr 
ausübe, nicht fachlich medizinisch begründet sei, sondern vielmehr den persönlichen Wünschen 
der Versicherten geschuldet sei. Es liege somit kein IV-relevanter Sachverhalt vor.  
 
6. Nachdem die Beschwerdeführerin ab Februar 2021 bis Februar 2022 und darüber hin-
aus zu mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist, ist das Wartejahr per Ende Januar 2022 
abgelaufen. Art. 29 Abs. 1 IVG bestimmt, dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht. Die sechsmonatige 
Frist nach Anmeldung zum Leistungsbezug im August 2021 ist somit ebenfalls per Ende Januar 
2022 abgelaufen, so dass der frühestmögliche Rentenbeginn Februar 2022 ist. Wie bereits aus-
geführt (vgl. E. 2), ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ab Mai 2024 aufgrund 
ihres erzielten Einkommens keinen Rentenanspruch hat. Es ist somit zu prüfen, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Umfang ein Rentenanspruch für die Zeit von Februar 2022 bis April 2024 zu 
bejahen ist. 
 
7. Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Abweisung des Leistungsgesuchs auf das 
Gutachten von med. pract. D.____ vom 26. September 2023.  
 
7.1 In Bezug auf das Gutachten von med. pract. D.____ ist vorweg darauf hinzuweisen, dass 
die Herleitung der Diagnosen nicht allzu ausführlich ausgefallen ist. Die gesamte Lebensge-
schichte wird nicht abgehandelt. Eine Persönlichkeitsstörung wird ohne Diskussion der früheren 
Alkoholprobleme, der ständigen Überforderung, der fehlenden Vaterbeziehung und der 

 

 
 
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problematischen Behandlung durch die Mutter verneint. Allerdings ist auch in den übrigen Akten 
von einer Persönlichkeitsproblematik nicht die Rede, weshalb sich die Verneinung einer Persön-
lichkeitsstörung doch nachvollziehen lässt. Rückwirkend äussert sich das Gutachten verlaufs-
mässig lediglich für die Zeit ab August 2022 mit der Begründung, dass die Versicherte damals 
das "bisherige" Pensum wieder aufgenommen habe. Dabei dürfte es sich um einen Verschrieb 
handeln. Es müsste korrekterweise wohl heissen, dass die Beschwerdeführerin im August 2022 
das aktuelle Pensum wieder aufgenommen habe, da die Beschwerdeführerin sowohl im Zeitpunkt 
der Begutachtung als auch schon im August 2022 zu 70 % und nicht zu 100 % arbeitsfähig war.  
 
Mit Blick auf die Aktenlage erweist sich das Gutachten jedoch letztlich als beweistauglich. Da 
auch die E.____-Klinik und Dr. F.____ lediglich eine rezidivierende Depression diagnostizieren, 
liegt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine andere Erkrankung aus dem psychiatrischen 
Gebiet vor, was auch durch die gesundheitliche Erholung bestätigt wird. Was die rückwirkende 
Einschätzung vor August 2022 anbelangt, so ist auf die Einschätzung des RAD anhand der echt-
zeitlichen Dokumente abzustellen. Dies wird denn auch weder von der Beschwerdeführerin noch 
von der IV-Stelle bemängelt. 
 
7.2 Damit ist ab Februar 2021 von folgender Arbeitsunfähigkeit auszugehen: 
 

- 100 % ab 8. Februar 2021 
-  70 % ab 1. April 2022 
-  60 % ab 1. Mai 2022 
-  50 % ab 1. Juni 2022 
-  40 % ab 1. Juli 2022 
-  30 % ab 1. August 2022 

 
Dies deckt sich – zumindest in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit – mit der Einschätzung des 
behandelnden Arztes Dr. F.____. Differenzen ergeben sich allerdings betreffend Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Dr. F.____ meint, die Leistung in der ange-
stammten Tätigkeit sei zusätzlich eingeschränkt. Er begründet seine Auffassung jedoch nicht 
weiter. Med. pract. D.____ nimmt auf Rückfrage der IV-Stelle mit Schreiben vom 25. März 2024 
dazu Stellung und führt aus, aufgrund einer fehlenden Persönlichkeitsproblematik sehe er keinen 
Grund, weshalb nicht auch eine leitende Funktion möglich sein sollte. Unter diesen Umständen 
ist in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab August 
2022 eine Tätigkeit mit leitender Funktion in einem Pensum von 70 % hätte ausüben können bzw. 
in diesem Umfang arbeitsfähig war.  
 
8.1 Die Beschwerdegegnerin bringt im Wesentlichen vor, dass nach Prüfung anhand des 
strukturierten Beweisverfahrens die Einschränkungen der Beschwerdeführerin als nicht-invalidi-
sierend zu werten seien. In einer Gesamtbetrachtung der Indikatoren seien die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten Anspruchsgrundlage nicht schlüssig und widerspruchs-
frei nachgewiesen und es könne kein rentenbegründender Invaliditätsgrad anerkannt werden. Die 
Folgen dieser Beweislosigkeit habe die Beschwerdeführerin zu tragen. Die Beschwerdegegnerin 
stützt sich dabei im Wesentlichen auf BGE 148 V 49. Gegenstand dieses Urteils war eine von 

 

 
 
Seite 10    

Gutachtern attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer leichten bis mittelgradigen De-
pression. Das kantonale Gericht hatte gestützt auf die Indikatorenprüfung einen iv-relevanten 
Gesundheitsschaden verneint. Das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde ab. 
In seiner Urteilsbegründung führte das Bundesgericht unter anderem aus, dass aus sozialversi-
cherungsrechtlicher Sicht letztlich nicht die Schwere einer Erkrankung entscheidend sei, sondern 
deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, zumal sie in beruflicher Hinsicht unterschiedliche Fol-
gen zeitige. Unabhängig von der klassifikatorischen Einordnung einer Krankheit resultiere aus 
einer Diagnose – mit oder ohne diagnoseinhärentem Bezug zum Schweregrad – allein keine ver-
lässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheitsschaden korrelierenden funktio-
nellen Leistungseinbusse bei psychischen Störungen. Wie stark die versicherte Person in sozia-
len, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen beeinträchtigt sei, ergebe sich aus 
dem funktionellen Schweregrad einer Störung. Dieser bzw. die betreffende Kategorie ("funktio-
neller Schweregrad") überschneide sich dabei teilweise mit den fachärztlichen Angaben zur Di-
agnosestellung. Auch bei als schwer bezeichneten psychischen Leiden lasse sich daher nicht 
automatisch auf eine ausgeprägte funktionelle Einschränkung schliessen. Hingegen könne 
grundsätzlich nur eine schwere psychische Störung invalidisierend im Rechtssinn sein. Eine 
leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatri-
sche Komorbiditäten lasse sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definie-
ren. Bestehe dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so sei insbesondere auch 
die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt. Diesfalls müssten gewichtige 
Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden 
könne. Es sei Aufgabe der medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, wes-
halb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der 
Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren würden, die sich auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Würden die psychiatrischen Fachpersonen bei diesen Kons-
tellationen trotz Verneinung einer schweren psychischen Störung ohne (allenfalls auf Nachfrage 
hin erfolgte) schlüssige Erklärung eine namhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestieren, 
bestehe für die Versicherung oder das Gericht Grund dafür, der medizinisch-psychiatrischen Fol-
genabschätzung die rechtliche Massgeblichkeit zu versagen (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 mit Hinwei-
sen). 
 
8.2 Der vorliegende Fall ist insofern nicht mit diesem bundesgerichtlichen Urteil zu verglei-
chen, als die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen über ein Jahr zu 100 % umfassend ar-
beitsunfähig gewesen ist. Die Therapierbarkeit der Restarbeitsunfähigkeit ist damit kein Argument 
gegen die Dauerhaftigkeit des Schadens. Im Unterschied zum zitierten Entscheid hat der Gut-
achter hier auch nachvollziehbar begründet, weshalb auch ab August 2022 noch von einer ein-
geschränkten Funktionsfähigkeit auszugehen ist. So hat er in mehreren Bereichen des Mini-lCF-
APP noch leichte bis mässige Einschränkungen festgehalten (Planung und Strukturierung von 
Aufgaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Kompetenz und Wlssensanwendung, Proaktivi-
tät und Spontanaktivität und Widerstands- und Durchhaltefähigkeit). Er hat festgestellt, dass 
keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation bestehen würden. Zwar führt er aus, dass sich 
in der Alltagsgestaltung keine höhergradigen Einschränkungen zeigen würden. Er hat in der 
Anamnese aber nicht unerhebliche Schlafstörungen beschrieben. Weiter verweist er auf den sta-
tionären Aufenthalt und die andauernde Behandlung und kommt zum Schluss, dass eine 

 

 
 
Seite 11    

Besserung eingetreten sei, die Beschwerdeführerin jedoch noch immer brüchig und dünnhäutig 
sei mit schwankender Stimmungslage und damit eine noch immer verminderte psychische Ge-
samtbelastbarkeit mit der Gefahr von Überforderung und dem Abgleiten in eine manifeste de-
pressive Episode bestehe. 
 
Diese Ausführungen des Gutachters überzeugen und stimmen auch mit der Rechtsprechung, 
wonach die Funktionsfähigkeit entscheidend ist, überein. 
 
8.3 Des Weiteren ist zu prüfen, ob die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerde-
führerin dauerhaft im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind. 
 
In einem Urteil vom 28. Februar 2025 (9C_443/2023, E. 4) hat sich das Bundesgericht insbeson-
dere mit der Frage der Therapierbarkeit von gesundheitlichen Einschränkungen auseinanderge-
setzt. Die Gutachter hatten dem Versicherten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Das Lei-
den sei therapierbar und es sei vorstellbar, dass das Pensum in wenigen Monaten gesteigert 
werden könnte. Auch dieser Versicherte begab sich nicht in regelmässige Psychotherapie und es 
fand keine Medikation statt. Das Bundesgericht hielt fest, dass das "strukturierte Beweisverfah-
ren" nach BGE 141 V 281 – als Leitlinie für eine rechtsgleiche und objektivierte Herleitung der IV-
rechtlich erheblichen Arbeitsunfähigkeit – gerade für Fälle konzipiert sei, in denen ein qualitativer 
und quantitativer Zusammenhang zwischen medizinischem Befund und funktionalem Ausfall (vgl. 
BGE 143 V 409 E. 4.5.2) nur schwer feststellbar sei. Solche Sachverhalte würden einen entspre-
chend grösseren Beweisführungsaufwand bedingen. Hier beschränke sich der Beweisgegen-
stand darauf, ob und wie weit gesundheitliche Faktoren die Umsetzung der (durch geeignete 
Therapie erreichbaren) vollständigen Leistungsfähigkeit noch behindern würden. Die Gerichts-
gutachter würden ihre Auffassung, die Arbeitsfähigkeit sei vorläufig um die Hälfte reduziert, mit 
einer ausführlichen und konkreten Beschreibung des gegenwärtigen Gesundheitszustands und 
der ausstehenden therapeutischen Interventionen begründen, von denen der prognostizierte 
günstige Verlauf abhänge (integrierte psychiatrische Behandlung; stabilisierende und verhaltens-
therapeutische Massnahmen etwa mit Bezug auf Tag-/Nachtumkehr, Spielsucht und beeinträch-
tigte Exekutivfunktionen). Die Auswirkungen des gegenwärtigen, nicht abschliessend therapier-
ten Gesundheitszustands auf das funktionale Leistungsvermögen, aus denen sich die 50%ige 
Arbeitsunfähigkeit zusammensetze, würden sich direkt und nachvollziehbar aus der gutachterli-
chen Umschreibung des Therapiebedarfs und der erzielbaren Verbesserungen ergeben. Bezüg-
lich der daraus abgeleiteten hälftigen Arbeitsunfähigkeit bestehe somit kein spezifischer Beweis-
bedarf, zu dessen Deckung auf den Beurteilungsraster nach BGE 141 V 281 E. 4 zurückgegriffen 
werden müsste. Es sei auch ohne beweisrechtliche Weiterungen substantiiert dargetan, inwiefern 
die therapeutisch anzugehenden gesundheitlichen Defizite die Umsetzung des Leistungspotenti-
als erheblich behindern würden. In diesem Sinn sei es hier weder nötig, die funktionalen Ausfälle 
mit der Schwere der Gesundheitsschädigung abzugleichen, noch stelle sich die Frage, ob die 
Einschränkungen im Lebenskontext und krankheitsanamnestisch als konsistent erscheinen wür-
den. Es sei nicht erkennbar, inwiefern die bestrittene Einschätzung der Gerichtsgutachter nicht 
im Rahmen ihres pflichtgemässen sachverständigen Ermessens liegen sollte. Unter den gege-
benen Umständen habe die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt, indem sie darauf verzichtet 

 

 
 
Seite 12    

habe, die Herleitung der attestierten Arbeitsunfähigkeit anhand der massgebenden Indikatoren 
eingehend zu überprüfen). 
 
Auch im vorliegenden Fall hat der Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass die gesundheitliche 
Einschränkung der Beschwerdeführerin mittels einer leitliniengerechten Therapie und Medikation 
noch besserungsfähig ist. Aus der Umschreibung der genannten Therapiemöglichkeiten lässt 
sich die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehen, weshalb das "strukturierte Beweisver-
fahren" nicht notwendigerweise anzuwenden ist und eine Prüfung anhand der massgebenden 
Indikatoren nicht zwingend vorzunehmen ist.  
 
8.4 Des Weiteren hat sich das Bundesgericht im vorgenannten Urteil vom 28. Februar 2025 
mit der Frage beschäftigt, ob es korrekt sei, eine Rente zuzusprechen, wenn die Gutachter eine 
volle Arbeitsfähigkeit von der Durchführung von Therapiemassnahmen abhängig machen wür-
den. Wie im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle unter Hinweis auf BGE 148 V 49 argumentiert, 
eine leichte bis mittelgradige Depression lasse sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische 
Krankheit definieren. Das Bundesgericht hielt fest, die Rechtsprechung sei hinsichtlich der Fest-
stellung von Arbeitsunfähigkeit früher davon ausgegangen, leicht- und mittelgradige depressive 
Störungen seien – weil definitionsgemäss bloss minderschwere Beeinträchtigungen – regelmäs-
sig gut behandelbar; sie würden sich daher nur bei erwiesener Therapieresistenz invalidisierend 
auswirken. Diese Betrachtungsweise sei mittlerweile überholt (Änderung der Rechtsprechung 
durch BGE 143 V 409). Die grundsätzliche Behandelbarkeit einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
schliesse eine Erwerbsunfähigkeit und damit eine rentenbegründende Invalidität begrifflich also 
nicht von vornherein aus (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2025, 9C_443/2023 
E. 5.1.3 mit Hinweisen). Bestehe keine aus Eigeninitiative umsetzbare Selbsteingliederungs-
pflicht, weil die versicherte Person es nicht ohne Weiteres selber in der Hand habe, Arbeitsfähig-
keit herzustellen (vgl. erwähntes Urteil 8C_104/2024 E. 6.1) oder auf ihre Eingliederungsfähigkeit 
hinzuwirken (vgl. BGE 148 V 397 E. 6.2.4), könne bei einem noch nicht austherapierten Leiden 
ein Rentenanspruch entstehen. Dies gelte auch, wenn das Behandlungspotential und die infrage 
kommenden therapeutischen Vorkehren abklärungsbedürftig seien. Die versicherte Person sei 
bei der Abklärung und Durchführung der auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands ab-
zielenden Therapie mitwirkungspflichtig. Die betreffenden Spielräume der Schadenminderung 
(Art. 7 IVG) müssten im Rahmen eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens definiert werden (BGE 
151 V 66 E. 6.2). Ob eine geplante Behandlung erfolgreich sein werde, könne erst nach Ab-
schluss der betreffenden Therapie beurteilt werden. Solange sie andauere, komme ein unbefris-
teter Rentenanspruch infrage (BGE 145 V 215 E. 8.2; 143 V 409 E. 4.4); habe sich der prognos-
tizierte Behandlungserfolg realisiert (oder die versicherte Person die Mitwirkungspflicht verletzt), 
werde die Invalidenrente gegebenenfalls auf dem Weg der materiellen Revision (Art. 17 Abs. 1 
ATSG) herabgesetzt oder aufgehoben (BGE 127 V 294 E. 4b/cc). Wenn der prognostizierte Be-
handlungserfolg schon im Vorhinein absehbar und terminierbar sei, könne eine befristete Invali-
denrente gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2025, 9C_443/2023, 
E. 5.1.4 mit Hinweis).  
 
Vorliegend hat der Gutachter die Notwendigkeit von Behandlungsmassnahmen zur Verbesse-
rung der Arbeitsfähigkeit explizit befürwortet. Prognostisch ist er von einer zu erreichenden vollen 

 

 
 
Seite 13    

Arbeitsfähigkeit ausgegangen, wobei er ausdrücklich auf die Möglichkeit einer weiteren Begut-
achtung nach Durchführung der Therapie hingewiesen hat.  
 
8.5 Gestützt auf diese Ausführungen ist davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Ein-
schränkungen als invalidisierend zu werten sind, weshalb grundsätzlich eine – befristete – Rente 
im Raum steht.  
 
9. Wie in Ziff. 6 hiervor dargelegt, ist der frühestmögliche Rentenbeginn Februar 2022. In 
diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin noch zu 100 % arbeitsunfähig, weshalb sie grund-
sätzlich Anspruch auf eine ganze Rente hätte. Diesbezüglich ist jedoch darauf hinzuweisen, dass 
die Beschwerdeführerin bis November 2022 an einem Aufbautraining im Rahmen von Eingliede-
rungsmassnahmen bei der C.____ GmbH teilnahm.  
 
9.1 Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG statuiert eine Prioritätenordnung für gesetzliche Leistungen: Der 
Anspruch auf eine Invalidenrente setzt voraus, dass die Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann. Nur wenn 
keine entsprechenden Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch bejaht 
werden; andernfalls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen (vgl. nun-
mehr auch Art. 28 Abs. 1bis IVG [in Kraft seit 1. Januar 2022]; Urteile des Bundesgerichts vom 
28. Februar 2025, 9C_443/2023, E. 5.1.2 und vom 23. Dezember 2024, 8C_24/2024, E. 5.2.1). 
Ist die versicherte Person grundsätzlich eingliederungsfähig, kann der Rentenanspruch somit un-
abhängig vom Eingliederungserfolg erst nach Beendigung dieser Massnahmen entstehen (BGE 
148 V 397 E. 6.2.4, 121 V 190 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2022, 
9C_380/2021, E. 5.1). Der rentenausschliessende Eingliederungsvorbehalt nach Art. 28 Abs. 1 
lit. a IVG bezieht sich auf die in Art. 8 Abs. 3 IVG abschliessend aufgezählten (BGE 119 V 250 
E. 1b; ERWIN MURER, Invalidenversicherungsgesetz [Art. 1-27bis IVG], 2014, N. 71 zu Art. 8 IVG) 
gesetzlichen Eingliederungsmassnahmen nach Art. 12 ff. IVG (Urteil des Bundesgerichts vom 
28. Februar 2025, 9C_443/2023, E. 5.1.2). 
 
9.2 Da die Beschwerdeführerin bis November 2022 an Eingliederungsmassnahmen teil-
nahm, hat sie frühestens ab 1. Dezember 2022 Anspruch auf eine Invalidenrente.  
 
10.1 Für die Berechnung des Rentenanspruchs ab Dezember 2022 ist der Lohn beim bishe-
rigen Arbeitgeber als Valideneinkommen zu berücksichtigen. Gestützt auf die Angaben des Ar-
beitgebers der Beschwerdeführerin für das Jahr 2021 (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 
30. August 2021) ist dabei nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von einem Validen-
einkommen von Fr. 98'280.-- auszugehen.  
 
10.2 Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist auf die Schweizerische Lohnstruk-
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2022, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Sektor Total, Frauen, Kompetenzniveau 3 (aufgrund Ausbildung und Lei-
tungsfunktion), abzustellen. Demzufolge ist für den Monat Dezember 2022 von einem Tabellen-
lohn von Fr. 6'500.-- auszugehen. Angepasst an die branchenübliche wöchentliche Arbeitszeit 

 

 
 
Seite 14    

von 41,7 Stunden ergibt sich bei einem Pensum von 70 % ein Jahreseinkommen von Fr. 56'921.-
-. 
 
10.3 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens in der Höhe von Fr. 98'280.-- und 
des Invalideneinkommens in der Höhe von Fr. 56'921.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 
42,08 %, gerundet 42 %. Nichts anderes ergibt sich, wenn auf das von der Beschwerdeführerin 
tatsächlich erzielte Invalideneinkommen abgestellt wird. Der von der Beschwerdeführerin erzielte 
Lohn von Fr. 4'410.-- x 13 ergibt ein Invalideneinkommen von Fr. 57'330.--. Damit resultiert ein 
Invaliditätsgrad von 41,67 % bzw. gerundet 42 %.  
 
Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin gemäss der in Art. 28b Abs. 4 IVG aufgeführten 
Tabelle vom 1. Dezember 2022 bis 30. April 2024 Anspruch auf einen 30%igen Anteil einer gan-
zen Rente hat.  
 

11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auf-
erlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- zurückzuerstatten.  
 
11.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Versi-
cherten ist mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 6. November 2024 aufgefordert worden, in-
nert unerstreckbarer 14-tägiger Frist seine detaillierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzu-
reichen. Gleichzeitig ist er darauf hingewiesen worden, dass das Honorar nach Ermessen fest-
gesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Folge 
hat der Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht, sodass das Honorar ankündigungsgemäss 
nach richterlichem Ermessen festzusetzen ist. In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- 
und Rechtsfragen und der vom Rechtsvertreter erbrachten Bemühungen erscheint es angemes-
sen, das Honorar des Rechtsvertreters auf der Basis eines Zeitaufwands von insgesamt acht 
Stunden festzusetzen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisge-
mäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Be-
schwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'162.-- (8 Stunden à 
Fr. 250.-- zuzüglich 8,1 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

 
 
Seite 15    

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass die Be-
schwerdeführerin vom 1. Dezember 2022 bis 30. April 2024 Anspruch auf 
einen 30%igen Anteil einer ganzen Rente hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'162.-- (inklusive 8,1 % Mehrwertsteuer) 
zu bezahlen.