# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a349e79f-ebf9-5f57-8ef4-2bb5be4a37bd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2025 D-8107/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8107-2025_2025-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8107/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Claudio Ludwig,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 14. September 2025 / N (…). 

 

 

 

D-8107/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Sri Lanka tamilischer 

Ethnie – erreichte am 22. September 2025 von B._______ kommend den 

Flughafen Zürich, wo ihm nach einer grenzpolizeilichen Kontrolle am Gate 

eine Weiterreise verweigert wurde. Nachdem er an dieser Stelle von der 

Grenzpolizei in Haft genommen wurde, reichte er umgehend ein Asylge-

such ein. Das SEM wurde von der Grenzpolizei am 24. September 2025 

über die erfolgte Gesuchseinreichung in Kenntnis gesetzt, worauf es das 

Asylgesuch am 25. September 2025 registrierte und den Beschwerdefüh-

rer mit Verfügung vom 26. September 2025 für den Aufenthalt während des 

Verfahrens beziehungsweise für längstens 60 Tage dem Transitbereich 

des Flughafens zuwies. Die Zuweisung erfolgte nach vorgängiger Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs (vgl. dazu die Akten).  

B.  

Der Beschwerdeführer wurde vom SEM am 2. Oktober 2025 zu seiner Per-

son befragt und am 8. Oktober 2025 zu seinen Gesuchsgründen angehört. 

Dabei berichtete er vorab über seine Herkunft aus C._______, wo weiter-

hin seine Eltern und mehrere Geschwister leben würden. Ab 2019 habe er 

nicht mehr ständig zuhause, sondern überwiegend bei seiner ältesten 

Schwester in D._______ gelebt. Dies daher, weil er nach der Ausreise sei-

nes jüngeren Bruders immer wieder von Leuten des CID (Anm.: Criminal 

Investigation Department) behelligt worden sei. Diese hätten wissen wol-

len, wo sich sein Bruder aufhalte, was er ihnen aber nicht gesagt habe. 

Sein Bruder, welcher wegen der Organisation von Demonstrationen ins Vi-

sier der Behörden geraten sei, lebe als anerkannter Flüchtling in Grossbri-

tannien. 

Vor dem Hintergrund dieser Angaben brachte er im Wesentlichen vor, er 

habe die Partei (…) unterstützt. Er habe seit dem Jahr 2019 an diversen 

Demonstrationen und Anlässen teilgenommen, so zum Beispiel wegen ver-

schollener Personen, am Tag von Thleepan und auch am Heldentag. Sie 

hätten auch Laternen angezündet. Die Demonstrationen seien jeweils vom 

CID verfolgt worden. Es seien zum Teil Videos aufgenommen und diese 

Aufnahmen in Zeitschriften sowie in den sozialen Medien geteilt worden. 

Deswegen habe er Schwierigkeiten erhalten. Am (…) 2025 sei er gegen 

Abend auf der Strasse von einer Gruppe Männer in einen weissen Van 

gezerrt und anschliessend an einen unbekannten Ort verschleppt worden. 

Die Männer hätten sich als Angehörige des CID ausgegeben. Er sei zu 

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Beginn und dann nochmals am Ende seiner Haftzeit befragt worden. Ihm 

sei vorgeworfen worden, dass er Tamilen gegen die Regierung animiere 

und die Bewegung wieder aufbauen wolle. Insbesondere im Verlauf der 

ersten Befragung sei er auch schwer misshandelt worden. In seiner Haft-

zeit sei er zudem von zwei Männern in seiner Einzelzelle aufgesucht wor-

den, von welchen er sexuell missbraucht worden sei. Als er nach sechs 

Tagen zum zweiten Mal befragt und misshandelt worden sei, habe er in 

Todesangst ein Geständnis unterschrieben. Anschliessend sei er von sei-

nem Haftort weggebracht worden und habe gefürchtet, dass er jetzt umge-

bracht werde. Er sei jedoch von den Männern an seinen Onkel in Beglei-

tung einer Person, die dem EPDP (Eelam People's Democratic Party) an-

gehört habe, übergeben worden. Sein Onkel habe offenbar über einen Mit-

telsmann das CID kontaktiert und dann für seine Entlassung Schmiergeld 

bezahlt. Er habe ihn mitgenommen und in Colombo zu einem Schlepper 

gebracht.   

 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer unter ande-

rem diverse Zeitungsartikel aus Sri Lanka zu den Akten.  

C.  

Das SEM brachte dem Beschwerdeführer am 10. Oktober 2025 den Ent-

scheidentwurf zur Kenntnis, zu welchem er mit Eingabe seiner damaligen 

Rechtsvertretung vom 13. Oktober 2025 Stellung nahm. Dabei reichte der 

Beschwerdeführer einen USB-Stick ein mit sechs Videoaufnahmen von 

Demonstrationen, Andenken für den Heldentag und so weiter, auf denen 

er zu sehen sei, sowie einen Auszug des Asylstatus seines Bruders in Eng-

land.  

D.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 14. Oktober 2025 (eröffnet am gleichen 

Tag) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus dem Tran-

sitbereich sowie den Vollzug der Wegweisung an.  

E.  

Am 14. und 21. Oktober reichte die damalige Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers beim SEM unkommentiert zwei Zeitungsartikel in Kopie 

als Beweismittel zu den Akten. 

F.  

Der Beschwerdeführer erhob gegen die Verfügung des SEM am 

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21. Oktober 2025 – handelnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In seiner Eingabe bean-

tragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl beantragt, eventualiter sei 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege respektive Prozessführung und insbesondere um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zusätzlich ersuchte er das 

Gericht auch darum, als vorsorgliche Massnahme die Vorinstanz anzuwei-

sen, ihm die Einreise aus dem Transitbereich in die Schweiz zu bewilligen 

und ihn einem Zentrum des Bundes zuzuweisen.  

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

23. Oktober 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

H.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Oktober 

2025 wurde keine vorsorgliche Massnahme im beantragten Sinne ange-

ordnet, jedoch aufgrund der Aktenlage das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung gutgeheissen, auf das Erheben eines Kos-

tenvorschusses verzichtet und das SEM zur Vernehmlassung innert Frist 

eingeladen.  

I.  

In seiner Vernehmlassung vom 28. Oktober 2025 hielt das SEM vollum-

fänglich an seinen Erwägungen fest. 

J.  

Mit Eingabe vom 7. November 2025 reichte der Beschwerdeführer eine 

Replik zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 5 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und auch vorliegend endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, die Vo-

rinstanz habe gegen die Untersuchungspflicht gemäss Art. 12 VwVG 

verstossen. Diese Rüge ist vorab zu prüfen, da sie zu einer Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz führen könnte. 

3.2 Zur Begründung seines Vorbringens macht er geltend, die Vorinstanz 

habe trotz klarer Hinweise auf psychische Belastung und Traumatisierung 

keine fachärztliche Abklärung angeordnet. Bei der Glaubhaftigkeitsprüfung 

habe sie das Aussageverhalten des Beschwerdeführers, dessen psychi-

sche Verfassung und den familiären Kontext (Flucht und den anerkannten 

Flüchtlingsstatus des Bruders) unzureichend berücksichtigt. 

Das SEM hält dem in seiner Vernehmlassung entgegen, der medizinische 

Sachverhalt sei vollumfänglich erstellt. Die medizinische Versorgung durch 

den Gesundheitsdienst in der Unterkunft im Transitbereich des Flughafens 

sei bei Bedarf jederzeit gewährleistet. Der Beschwerdeführer habe bereits 

in der Anhörung angegeben, dass er die Pflege aufgesucht und Schlaftab-

letten erhalten habe. Seiner Aussage, es gebe niemanden, der seine Spra-

che spreche, sei zu entgegnen, dass das medizinische Personal geübt sei, 

Sprachbarrieren mittels Übersetzungs-Apps oder Dolmetschenden (telefo-

nisch oder vor Ort) zu überwinden. Er sei in der Anhörung drei Mal 

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aufgefordert worden, sich bei psychischen Problemen an das Pflegefach-

personal zu wenden. Zudem habe die befragende Person nach der Anhö-

rung den Gesundheitsdienst über suizidale Aussagen in der Anhörung mit 

E-Mail vom 8. Oktober 2025 informiert und einen entsprechenden Akten-

vermerk erstellt (Beilage 3). Der Gesundheitsdienst habe am 28. Oktober 

2025 bestätigt, dass er nach der Anhörung das Gespräch mit dem Be-

schwerdeführer gesucht, dieser suizidale Gedanken verneint und lediglich 

erwähnt habe, dass er sich eingeschlossen fühle und raus wolle (Beilage 

4). Es sei zudem festzuhalten, dass dem SEM bis dato keine medizini-

schen Berichte eingereicht worden seien, die seine angeblichen psychi-

schen Probleme bestätigen würden. 

In der Replik wird erwidert, die Vorinstanz habe mit der Aussage in der in-

ternen E-Mail vom 8. Oktober 2025, dass «einige seiner Aussagen auch 

nicht stimmen können», dem Gesundheitsdienst den Eindruck vermittelt, 

der Beschwerdeführer sei unglaubwürdig. Gleichzeitig erachte es damit, 

dass er die Pflege aufgesucht und Schlaftabletten erhalten habe, die me-

dizinische Versorgung als gewährleistet, obschon er bisher nicht psycholo-

gisch betreut worden sei. Es verstehe sich von selbst, dass er so keinen 

medizinischen Bericht habe einreichen können. Nach konstanter Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei die Behörde verpflichtet, 

bei Hinweisen auf eine psychische Belastung von Amtes wegen zusätzli-

che Abklärungen zu veranlassen (vgl. BVGer D-1251/2023 E. 4.7). Das 

Unterlassen dieser Abklärung und die parallele Verwendung der Verhal-

tenssymptome als Unglaubhaftigkeitsindiz würden eine klare Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes darstellen. Der Hinweis der Vorinstanz auf 

Übersetzungs-Apps oder TelefondoImetschen sei pauschal, da nicht klar 

sei, ob sie vorliegend eingesetzt worden seien. Der Beschwerdeführer 

habe von sprachlichen Schwierigkeiten gesprochen. Gerade bei Foltervor-

würfen und Suizidgedanken genüge eine oberflächliche Verständigung 

nicht. 

3.3 Die Erwägungen des SEM sind zu bestätigen. Der Beschwerdeführer 

hatte während des ganzen Verfahrens Zugang zur medizinischen Versor-

gung und wurde mehrmals aufgefordert, diese aufzusuchen. Zudem hat 

der Sachbearbeiter den Gesundheitsdienst zusätzlich über seine Aussa-

gen informiert. Dass er dem medizinischen Fachpersonal dabei den Ein-

druck vermittelt habe, der Beschwerdeführer sei unglaubwürdig, trifft nicht 

zu. Die Aussage in der E-Mail wird in der Replik verkürzt wiedergegeben. 

Der Sachbearbeiter schrieb nämlich: «Mir ist bewusst, dass einige seiner 

Aussagen auch nicht stimmen können. Trotzdem finde ich es wichtig, euch 

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zu informieren, wenn er von Suizid spricht.» Daraus lässt sich vielmehr 

eine ausgewogene und sensibilisierte Haltung des Sachbearbeiters erken-

nen, denn eine Voreingenommenheit. Der Gesundheitsdienst ist daraufhin 

aktiv auf den Beschwerdeführer zugegangen, wobei dieser Suizidgedan-

ken verneint und lediglich davon gesprochen habe, sich eingeschlossen zu 

fühlen. Weitere Massnahmen wurden deshalb berechtigterweise nicht ein-

geleitet, weshalb – wie in der Replik zu Recht moniert – auch keine weite-

ren Berichte vorliegen können. Dass das SEM aufgrund der geltend ge-

machten psychischen Probleme grundsätzlich eine fachärztliche Abklärung 

hätte anordnen müssen, wie in der Beschwerde gefordert, entspricht nicht 

der Praxis und geht so auch nicht aus dem in der Replik zitierten Entscheid 

hervor. Vorliegend war dies aufgrund der konkreten Umstände beziehungs-

weise der vom Beschwerdeführer beschriebenen leichten psychischen 

Probleme (Schlafprobleme, eingeschlossen und einsam fühlen sowie 

Selbstmordgedanken) nicht angezeigt. Dass die gängigen Mittel zur Über-

windung von Sprachbarrieren vorliegend nicht eingesetzt worden sein 

könnten, vermag angesichts der Ausführungen des Gesundheitsdienstes 

vom 28. Oktober 2025 nicht zu überzeugen (vgl. Beilage 4 zur Vernehm-

lassung). Die Anhörung wurde zudem in einer dem Beschwerdeführer ver-

ständlichen Sprache geführt, gab er doch an, den Dolmetscher gut zu ver-

stehen (vgl. A23 F1). Zudem wurde er darauf hingewiesen, dass bei einem 

Termin mit einem Psychologen, auch ein Übersetzer anwesend wäre (vgl. 

A23 F13). Vor diesem Hintergrund ist nicht von einer mangelhaften Abklä-

rung des Gesundheitszustands auszugehen. Die Würdigung dieser Prob-

leme sowie des familiären Kontextes bei der Glaubhaftigkeitsprüfung ist 

eine materielle Frage und nachfolgend abzuhandeln. 

3.4 Der Antrag um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist nach dem 

Gesagten abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 8 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung hielt das SEM im Wesentlichen fest, 

der freie Bericht sei zwar verhältnismässig lang ausgefallen und habe 

durchaus auch Details enthalten. Der Beschwerdeführer habe beispiels-

weise zu seiner geschilderten Mitnahme die Anzahl von Personen erläu-

tern können, die ihn angehalten hätten, und die Uhrzeit sowie die Örtlich-

keit benennen können. Erstaunlicherweise zeige dann aber ein durchge-

führter Strukturvergleich ein ganz anderes Bild. So seien Fragen zu Details 

seines Vorbringens, trotz mehrmaligen Nachfragens, unsubstantiiert und 

detailarm beantwortet worden. Trotz mehrmaliger Nachfragen habe er be-

züglich der Ideologie und der Struktur seiner Partei inhaltsarm Auskunft 

gegeben. Auch zur Motivation für den Beginn seines Parteiengagements 

habe er ausweichend und allgemein geantwortet. Zur Frage, wie in seiner 

Partei das Plakatverteilen organisiert gewesen sei, habe er erst auf Nach-

frage einige weitere Details genannt. Betreffend seine Zeit in Haft habe er 

auf Fragen zum Aussehen der Zelle, zum Ablauf der Mitnahme zu Befra-

gungen und zum Aussehen der Personen, die ihn gefoltert hätten, jeweils 

mit vier kurzen Sätzen mit einigen wenigen Details geantwortet und auf 

Nachfrage noch einige Details mehr preisgegeben. Es sei der Eindruck 

entstanden, dass er jeweils genau so viel geantwortet habe, um die Frage 

zu beantworten, und nicht, dass er erlebnisbasiert berichtet habe. Auch als 

er über seine Gefühlswelt in Haft berichtet habe, habe er nicht den Ein-

druck vermitteln können, dass er das erzählte, selbst erlebt habe. Ferner 

habe er auch die Tage beim Schlepper bis zu seiner Ausreise arm an Re-

alkennzeichen geschildert. Aufgrund seiner schulischen Reife (A-Level, 

ohne Abschluss) wäre zu erwarten gewesen, dass seine Erzählungen 

mehr erlebnisgeprägte Details aufweisen würden, zumal ihm mehrmals die 

Gelegenheit eingeräumt worden sei, sich konkreter auszudrücken. 

Verschiedene Elemente seiner Erzählung würden zudem in wesentlichen 

Punkten in Bezug auf die allgemeine Erfahrung oder die Logik des Han-

delns Anlass zu Bemerkungen geben. So sei er massiv verfolgt worden, 

obwohl er sich für eine legale Partei engagiert habe. Erstaunlich sei auch, 

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dass er bei seiner Ausreise keine Probleme gehabt habe und dabei mit 

seinem eigenen Pass gereist sei. Seine Aussage, der Schlepper habe ihm 

gesagt, an welchen Schalter er gehen müsse, sei als Schutzbehauptung 

zu betrachten. Weiter habe er einerseits seinen Geburtsort grösstenteils 

verlassen, um nicht vom CID wegen der politischen Tätigkeit seines Bru-

ders behelligt zu werden. Andererseits sei er an Kundgebungen gegangen 

und habe sich damit einem grossen Risiko ausgesetzt. Darauf angespro-

chen, habe er gesagt, dass er sich durch die Partei und die anderen De-

monstranten geschützt gesehen habe. Ferner erstaune es, dass bei seiner 

Festnahme die Tätigkeit seines Bruders kein Thema gewesen sei. Auch 

aussergewöhnlich sei, dass seine Freilassung so reibungslos funktioniert 

und sein Onkel mit Hilfe seines Bekannten nahtlos seine Flucht nach Eu-

ropa organisiert habe. 

Zu den Zeitungsartikel aus Sri Lanka in Kopie sei festzuhalten, dass auf 

dem einen Bild eine Person von hinten abgebildet sei. Bei dem anderen 

eingereichten Zeitungsartikel könne nicht abschliessend geklärt werden, 

ob der Beschwerdeführer sich darauf befinde. Falls er auf den Fotos abge-

bildet sei, würde dies aber ohnehin lediglich die Teilnahme an Veranstal-

tungen, nicht aber seine vorgebrachte Verfolgung belegen. 

In Berücksichtigung der Stellungnahme – wonach die erlittene Gewalter-

fahrung und die psychisch schlechte Verfassung zu berücksichtigen und 

psychologische Unterstützung anzubieten sei, angebotene Beweismittel 

abzuwarten, neue Beweismittel (Videoaufnahmen) und das Beweismittel E 

zu beachten seien sowie auf zahlreiche Realkennzeichen und die Flücht-

lingseigenschaft des Bruders verwiesen wurde – führte das SEM in seiner 

Verfügung bezüglich der Entscheidankündigung aus, dass es sich dabei 

um eine «voraussichtliche» Entscheidart handle, wobei stichhaltige Be-

weismittel diese hätten kippen können. Das Beweismittel E sei unkommen-

tiert vorgelegt und auf eine professionelle Übersetzung sei verzichtet wor-

den. Es handle sich um einen auf das Jahr 2022 datierten Zeitungsartikel, 

in dem der Gedenktag thematisiert und der Beschwerdeführer nicht na-

mentlich erwähnt werde. Auch das neu eingereichte Beweismittel bezüg-

lich Flüchtlingsstatus seines Bruders vermöge eine Verfolgung nicht zu be-

legen. Die neu eingereichten Videos würden Personen bei Kundgebungen 

und bei Zeremonien zeigen. Auf einem Video sei eine Person zu sehen, 

die Interviews vor Medienvertretern gebe. Ob der Beschwerdeführer sich 

im Hintergrund dieses Bildes aufhalte, könne nicht abschliessend geklärt 

werden. Nichtsdestotrotz würden diese Videos zwar seine mögliche Teil-

nahme an Kundgebungen, nicht jedoch sein Vorbringen untermauern, dass 

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Seite 10 

er misshandelt worden sei und sich in seiner Partei organisatorisch enga-

giert habe. 

5.2 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, unter Berücksichti-

gung der erlittenen traumatischen Erfahrungen, sei es dem Beschwerde-

führer gelungen, seine Asylvorbringen glaubhaft und nachvollziehbar dar-

zulegen. Seine Ausführungen seien in ihrem Kern konsistent, detailreich 

und mit den bekannten Verhältnissen in Sri Lanka vereinbar. Die Vorinstanz 

verkenne, dass die Glaubhaftmachung keine lückenlose Beweisführung 

verlange, sondern lediglich eine überwiegende Wahrscheinlichkeit voraus-

setze. Die Begründung der Vorinstanz beruhe auf einer formalistischen Er-

wartungshaltung und einer unzulässigen schematischen Übertragung abs-

trakter Plausibilitätsannahmen auf die Lebenswirklichkeit des Beschwerde-

führers. Er habe in seinem freien Bericht ein klar strukturiertes, in sich 

schlüssiges und detailreiches Geschehen schildert. Die chronologische 

Darstellung seiner Festnahme, der Verbringung, der Haftumstände sowie 

der verschiedenen Misshandlungen sei kohärent, weise im Kerngesche-

hen keine Widersprüche auf und zeige eine authentische Erlebnisstruktur. 

Er habe sowohl zur Mitnahme wie auch zur Haft Uhrzeiten, Orte, räumliche 

Verhältnisse und konkrete Abläufe benennen können und körperliche 

Wahrnehmungen, Sinneseindrücke und emotionale Reaktionen zum Aus-

druck gebracht. Die Vorinstanz anerkenne selbst, dass der freie Bericht 

verhältnismässig lang und detailreich gewesen sei, was für die Erlebnisba-

siertheit der Aussagen spreche. Dass seine Antworten bei gezielten Nach-

fragen zu Randaspekten wie der Struktur oder Ideologie der Partei allge-

meiner geblieben seien, vermöge die Glaubhaftigkeit seiner Kernaussagen 

nicht zu relativieren. Seine Aussagen auf Nachfragen zu den Haftbedin-

gungen, zur Raumstruktur, zum Ablauf der Befragungen und zu den erlit-

tenen Misshandlungen seien entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 

weder stereotyp noch floskelhaft, sondern substanziiert, konkret und emo-

tional stimmig, würden sich durch sensorische Wahrnehmungen auszeich-

nen, etwa durch Geräusche, Gerüche, Lichtverhältnisse, Schmerzempfin-

den, verbunden mit emotionalem Ausdruck, und zusätzliche Detaillierun-

gen, Konkretisierungen und Differenzierungen enthalten. Die Beschrän-

kung der Antworten auf das Gefragte sei kein Indiz für mangelnde Glaub-

haftigkeit, sondern einerseits möglicher Ausdruck einer emotionalen 

Schutzreaktion einer traumatisierten Person in einer belastenden Befra-

gungssituation und andererseits in vielen Kulturen eine Frage der Höflich-

keit. Er habe auf offene Fragen frei und emotional geantwortet und auf ge-

schlossene eher knapp. Seine Antworten seien aber konsistent geblieben.  

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Seite 11 

Zur Motivation für sein politisches Engagement sei festzuhalten, dass er in 

einem Umfeld aufgewachsen sei, in dem politische Willkür und Diskrimi-

nierung gegenüber Tamilen Teil des Alltags gewesen seien. Sein Ent-

schluss, sich einer tamilischen Partei anzuschliessen, sei daher nicht aus 

theoretischer Überzeugung, sondern aus einem Gefühl der Solidarität und 

des Widerstands gegen staatliche Unterdrückung entstanden. In der Anhö-

rung habe er erklärt, dass sein Engagement durch seine eigenen Erleb-

nisse mit den Sicherheitskräften und durch die Flucht seines Bruders aus-

gelöst worden sei. Die Fragen der Vorinstanz hätten sich stark auf opera-

tive Abläufe konzentriert, statt der persönlichen Darstellung der Motivation 

Raum zu lassen. Als Folge sei die Schilderung der inneren Beweggründe 

eher kurz geblieben. Diese Reaktion sei bei traumatisierten Personen häu-

fig. Die Vorinstanz lege einen zu akademischen Massstab an und erwarte 

politische Argumentationsfähigkeit, die von einem einfachen tamilischen 

Unterstützer der Basisbewegung nicht zu erwarten sei. Die Repression ge-

gen tamilische Aktivisten in Sri Lanka richte sich zudem bekanntermassen 

auch gegen Personen, die formell legale Organisationen unterstützen, so-

fern diese im Verdacht stünden, LTTE-nah oder regierungskritisch zu sein. 

Gleiches gelte für die Annahme, er habe problemlos ausreisen können. 

Bestechung, Korruption und Vermittlung durch Kontaktpersonen seien re-

gelmässige Fluchtmechanismen. Seine politische Tätigkeit für die Partei 

(…) habe er nachvollziehbar, konsistent, konkret, funktional, präzise und 

realitätsgetreu geschildert, ohne allgemeine politische Aussagen. Dass er 

keine vertieften politischen oder ideologischen Ausführungen habe ma-

chen können, sei angesichts seiner einfachen Rolle innerhalb der Partei 

nicht ungewöhnlich. Die Vorinstanz habe den familiären Zusammenhang, 

dass der Bruder nach seiner Flucht vom CID gesucht worden sei, in ihrer 

Beurteilung weitgehend ausser Acht gelassen und die Gefährdung des Be-

schwerdeführers ausschliesslich aufgrund seiner eigenen Parteitätigkeit 

beurteilt. Weiter sei seine Darstellung der Freilassung in sich schlüssig, 

landeskundlich plausibel und stimme mit der dokumentierten Praxis in Sri 

Lanka überein, dass Freilassungen gegen Geldzahlungen Teil des weit ver-

breiteten Korruptionssystems seien. Auch die Umstände der Ausreise wür-

den diesem Muster entsprechen. Die pauschale Annahme der Vorinstanz, 

es handle sich dabei um eine Schutzbehauptung, lasse eine differenzierte 

landeskundliche Beurteilung vermissen und beruhe auf einer unzutreffen-

den Übertragung westlicher Massstäbe auf sri-lankische Verhältnisse. 

Schliesslich habe er den Übergriff während der Haft im Rahmen seiner An-

hörung in kurzer, aber emotional stimmiger Weise beschrieben. Die Kürze 

dieser Aussage dürfe nicht als Hinweis auf Erfindung oder Unglaubwürdig-

keit verstanden werden. Vielmehr handle es sich um ein typisches Zeichen 

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sogenannter Affektverflachung, wie sie bei Opfern sexualisierter oder 

schwerer Gewalt häufig auftrete. Der Beschwerdeführer habe auch deutli-

che Anzeichen einer psychischen Belastung gezeigt. Er habe gesagt, dass 

er sich einsam und allein fühle, mit niemandem reden könne und das Un-

gewisse ihn krank mache. Diese Aussagen würden ein klar erkennbares 

psychisches Erschöpfungssyndrom zeigen, das mit den im Verfahren vor-

gelegten Hinweisen auf Schlafstörungen, Flashbacks und depressiven 

Rückzugstendenzen übereinstimme. Dies belege, dass er das Erlebte see-

lisch nicht distanziert rekonstruiert habe, sondern die Erinnerung weiterhin 

emotional wirksam und belastend sei. Eine solche psychische Reaktion sei 

mit einer erfundenen Geschichte unvereinbar. 

5.3 In seiner Vernehmlassung führt das SEM aus, die psychische Gesund-

heit des Beschwerdeführers bewege sich innerhalb des rahmenüblichen 

Spektrums im Asylverfahren und die Anforderungen an sein Aussagever-

halten seien nicht herabgesetzt. Das Fehlen von medizinischen Berichten, 

die eine Traumatisierung oder psychische Probleme belegen würden, be-

kräftige die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen und erkläre mithin das einsil-

bige Aussageverhalten nicht (sic). Ferner sei zu erwähnen, dass die 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers nach Eröffnung des Asylent-

scheids zwei Beweismittel eingereicht habe, welche bereits vor der Ent-

scheideröffnung dem SEM ohne kontextuelle Einordnung eingereicht wor-

den seien. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen komme der 

Beschwerdeführer schlicht zu einem anderen Schluss als das SEM. In der 

Verfügung sei eingehend dargelegt worden, aus weIchen Gründen die Vor-

bringen die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit und Asylrelevanz nicht 

erfüllen würden. Ein deutlich längerer und detailreicher freier Bericht, dem 

anschliessend deutlich kürzere und einsilbige Antworten folgen würden, sei 

ein erster Hinweis für potenziell auswendig gelernte Aussagen. In Bezug 

auf die Partei fehle es dem Beschwerdeführer an Wissen (Aufbau der Par-

tei) und auch an erlebnisbasierten Elementen betreffend die politische Tä-

tigkeit. In Anbetracht der unglaubhaften politischen Tätigkeit und der Mit-

nahme müsse dementsprechend das vorgebrachte politische Profil des 

Bruders in gleicher Weise betrachtet werden. 

5.4 In der Replik wird noch einmal kritisiert, dass das SEM einen zu stren-

gen Beweismassstab anlege. Bei der Beurteilung der politischen Tätigkeit 

des Beschwerdeführers sei die glaubhafte Schilderung der persönlichen 

Beteiligung an politischen Aktivitäten entscheidend, namentlich an De-

monstrationen und Treffen, und nicht das theoretische Wissen über die 

Partei. Das SEM setze sich in der Vernehmlassung nicht mit der in der 

D-8107/2025 

Seite 13 

Beschwerdeschrift vorgebrachten Argumentation zu den zahlreichen 

glaubhaften Elementen und Realkennzeichen auseinander, sondern wie-

derhole lediglich seine pauschale Würdigung. Es stufe auch das politische 

Profil des Bruders als unglaubhaft ein, obwohl dieser in England über die 

Flüchtlingseigenschaft verfüge. Der Beschwerdeführer habe hierzu weitere 

Informationen beschafft, welche in der Beilage eingereicht würden. Aus der 

von der Vorinstanz am 8. Oktober 2025 verfassten internen E-Mail ergebe 

sich schliesslich, dass der zuständige Fachspezialist voreingenommen sei, 

zumal darin ohne jegliche fachärztliche Untersuchung die Glaubwürdigkeit 

des Beschwerdeführers bereits unmittelbar nach der Anhörung in Zweifel 

gezogen werde. Damit werde die laut Handbuch des SEM gebotene Ver-

haltensweise nicht eingehalten. 

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es 

um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich 

des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der An-

gaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuch-

steller bzw. die Gesuchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhalts-

darstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar 

möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 

überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 

2010/57 E. 2.3). 

6.2 Zunächst gilt es festzuhalten, dass entgegen den Vorwürfen in der Rep-

lik nicht von einer Voreingenommenheit des Sachbearbeiters aufgrund der 

E-Mail vom Oktober 2025 gesprochen werden kann, oder dass er sich gar 

schon unmittelbar nach der Anhörung ohne sämtliche Akten zu prüfen, auf 

eine negative Beurteilung der Glaubhaftigkeit festgelegt habe. Wie oben 

erwähnt wurde die Aussage in der E-Mail, welche nach der Anhörung ver-

fasst worden war, in der Replik verkürzt wiedergegeben und es lässt sich 

daraus vielmehr eine ausgewogene und sensibilisierte Haltung des Sach-

bearbeiters erkennen denn eine Voreingenommenheit. 

D-8107/2025 

Seite 14 

6.3 Zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gilt es 

vorab anzumerken, dass angesichts der Akten (vgl. auch obige Ausführun-

gen in E. 3) nicht von einer massiven psychischen Belastung auszugehen 

ist, welche sein Aussageverhalten beträchtlich beeinflusst hätte. Dennoch 

ist sein psychischer Zustand bei der Würdigung seiner Aussagen zu be-

rücksichtigen. Doch auch vor diesem Hintergrund ist das SEM in seinen 

Erwägungen richtig davon ausgegangen, dass ein deutlich längerer und 

detailreicher freier Bericht, dem anschliessend deutlich kürzere und einsil-

bige Antworten folgen, ein – das Gericht würde sogar sagen dezidierter – 

Hinweis für potenziell auswendig gelernte Aussagen ist. Dabei würdigte 

das SEM, dass der freie Bericht Realkennzeichen enthalten habe und zählt 

diese auch auf. Fragen zu Details seiner Vorbringen, seien durch den Be-

schwerdeführer aber trotz mehrmaligen Nachfragens, unsubstantiiert und 

detailarm beantwortet worden. Dass dies wie in der Stellungnahme und der 

Beschwerde dargelegt, aufgrund der Traumatisierung psychologisch er-

klärbar sei, vermag vorliegend angesichts der leichten psychischen Prob-

leme und fehlender ernsthafter psychischer Erkrankung nicht zu überzeu-

gen. Zudem beschrieb der Beschwerdeführer nicht nur die traumatischen 

Erlebnisse selber unsubstantiiert, was psychologisch nachvollziehbar 

wäre, sondern vor allem auch die Begleitumstände, wie die Mitnahme zu 

den Verhören, das Aussehen der Täter und die Tage danach beim Schlep-

per. Zudem vermochte er, wie vom SEM entgegen den Vorbringen in der 

Beschwerde richtig festgehalten und ausführlich begründet, auch seine 

Gefühlswelt nicht erlebnisbasiert zu beschreiben. Das SEM verwies auch 

richtig auf seine schulische Reife (A-Level, ohne Abschluss), welche erlau-

ben würde, sich konkreter auszudrücken. 

6.4 Insbesondere kann zudem aber die geltend gemachte Haft nicht in ein 

politisches Gesamtbild des Beschwerdeführers eingebettet werden. So 

gab er an, nach der Flucht seines Bruders im Jahr 2009, welche mithin 

schon sechzehn Jahre her ist, sehr niederschwellig politisch aktiv gewesen 

zu sein (Teilnahme an Demonstrationen und am Heldentag sowie Plakate 

kleben). Das SEM merkte denn auch richtig an, dass er trotz mehrmaliger 

Nachfragen bezüglich der Ideologie und der Struktur seiner Partei sowie 

seiner Motivation und genauen Tätigkeit ausweichend und allgemein ge-

antwortet hat. Dass dies auf seine einfache Rolle in der Partei zurückzu-

führen sei, vermag sein Unwissen nicht überzeugend zu erklären. Es trifft 

auch nicht zu, dass er wie in der Beschwerde behauptet, anstatt Programm 

und Struktur der Partei seine intrinsische Motivation genannt habe, gab er 

doch im Wesentlichen nur an, es sei wegen der Unterdrückung der Tamilen 

gewesen (vgl. A23 F114 f.). In der Vernehmlassung betonte das SEM 

D-8107/2025 

Seite 15 

zudem entgegen den Vorbringen in der Beschwerde noch einmal zu Recht, 

dass es dem Beschwerdeführer nicht nur in Bezug auf den Aufbau der Par-

tei an Wissen fehle, sondern auch an erlebnisbasierten Elementen betref-

fend die politischen Tätigkeiten. Vor diesem Hintergrund kann der Einwand 

des einfachen Parteimitgliedes, das nicht akademisch zu Strukturen und 

Ideologie Auskunft geben könne, nicht gehört werden. Zudem gilt es er-

gänzend anzumerken, dass der Beschwerdeführer laut Anmerkung des 

Dolmetschers im Protokoll in Bezug auf seine politischen Tätigkeiten immer 

das Jahr 2009 mit dem Jahr 2019 verwechselte (vgl. A23 F57), sodass 

nicht auszuschliessen ist, dass sich seine niederschwelligen Tätigkeiten 

auf die Zeit unmittelbar nach Kriegsende und der Flucht seines Bruders 

beschränkten.  

6.5 Das SEM bezeichnete es vor diesem Hintergrund zu Recht als unlo-

gisch, dass der Beschwerdeführer kurz vor seiner Ausreise im Jahr 2025 

auf einmal so massiv verfolgt worden sein sollte, nachdem er sich seit 2009 

im niederschwelligen Rahmen für eine legale Partei engagiert habe und 

während sechzehn Jahren keine relevanten Nachteile zu gewärtigen hatte. 

Die Erklärung in der Beschwerde, der Partei werde LTTE-Nähe unterstellt, 

vermag eine dermassen massive behördliche Reaktion ebenfalls nicht 

überzeugend zu erklären. Auch die Erwägungen des SEM zur legalen Aus-

reise des Beschwerdeführers, welche gegen eine Verfolgung spreche, sind 

praxisgemäss zu bestätigen. Das SEM merkte zudem richtig an, dass es 

auffällig sei, dass die Freilassung des Beschwerdeführers so reibungslos 

funktioniert habe und die Ausreise des Beschwerdeführers im Anschluss 

an die Haft nahtlos hat organisiert werden können. Der allgemeine Hinweis 

in der Beschwerde auf die grassierende Korruption in Sri Lanka vermag 

dies nicht überzeugend zu widerlegen.   

6.6 Zum familiären Zusammenhang (Flucht des Bruders und Suche durch 

das CID) gilt es festzuhalten, dass diese im Jahr 2009 mithin vor sechs-

undzwanzig Jahren erfolgt ist, und der Beschwerdeführer abgesehen von 

den Besuchen durch das CID, denen er sich durch einen Wegzug nach 

Trincolmalee habe entziehen können, keine wesentlichen Nachteile in die-

sem Zusammenhang geltend macht. Dieses Vorbringen vermag auch in 

einer Gesamtwürdigung seines Profils nicht zu einem anderen Resultat zu 

führen. Dass der Bruder des  Beschwerdeführers in  England über die 

Flüchtlingseigenschaft verfügt vermag an dieser Einschätzung nichts zu 

ändern, sodass auch die diesbezüglich eingereichten Beweismittel unbe-

achtlich bleiben. 

D-8107/2025 

Seite 16 

6.7 Zu den eingereichten Beweismitteln hielt das SEM zu Recht fest, dass 

diese teilweise nicht kontextualisiert würden und der Beschwerdeführer in 

den Zeitungsartikeln und Videos nicht eindeutig identifizierbar sei und 

diese ohnehin lediglich eine politische Tätigkeit nicht aber die Verfolgung 

belegen würden. Dem wird in der Beschwerde nichts Wesentliches entge-

gengehalten. 

6.8 Nach dem Gesagten vermochte der Beschwerdeführer nicht glaubhaft 

darzulegen, dass er kurz vor seiner Ausreise wegen seines politischen En-

gagements in Haft genommen und gefoltert wurde. Das SEM hat die 

Flüchtlingseigenschaft vor diesem Hintergrund zu Recht verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

D-8107/2025 

Seite 17 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihm das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen.  

8.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

 

D-8107/2025 

Seite 18 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Das SEM stellte in seiner Verfügung fest, der Wegweisungsvollzug in 

die Nordprovinz Sri Lankas sei zumutbar, wenn das Vorliegen individueller 

Zumutbarkeitskriterien bejaht werden könne. Der Beschwerdeführer sei ein 

Mann im erwerbsfähigen Alter mit Berufserfahrung. Seine Eltern und Ge-

schwister würden in Sri Lanka und einer seiner Brüder in England leben. 

Somit verfüge er über ein tragfähiges Netz. Bezüglich der geltend gemach-

ten physischen und psychischen Beschwerden aufgrund der Folter sei fest-

zuhalten, dass letztere unglaubhaft sei und der Beschwerdeführer diesbe-

züglich keine medizinischen Berichte eingereicht habe. Allfälligen suizida-

len Tendenzen könne im Falle einer (zwangsweisen) Rückführung bei der 

Ausgestaltung der mit geeigneten medizinischen und anderen Massnah-

men Rechnung getragen werden, zumal der Beschwerdeführer sich in der 

Schweiz in ärztlicher Behandlung befinde. 

8.3.3 Diese Erwägungen sind zu bestätigen. In der Beschwerde wurde we-

der ein Antrag um Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs gestellt, noch wurde den Erwägungen des SEM inhaltlich etwas ent-

gegengehalten. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegwei-

sung auch als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

D-8107/2025 

Seite 19 

sowie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch 

mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2025 das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen worden ist, sind keine 

Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-8107/2025 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

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