# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 975a9cd8-e687-5576-8f06-3d9b18872289
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 26.09.2018 HG150061
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG150061_2018-09-26.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG150061-O U/dz 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Oberrichterin 

Flurina Schorta, die Handelsrichter Prof. Dr. Othmar Strasser, 

Thomas Steinebrunner und Martin Fischer sowie der Gerichts-

schreiber Dr. Benjamin Büchler 

 

Urteil vom 26. September 2018 

 

in Sachen 

 

A._____ AG, Klägerin und Widerbeklagte 
 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte und Widerklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Hauptklage: (act. 1 S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin EUR 930'282.18 
nebst Zins zu 5% seit dem 4. Februar 2014 sowie CHF 6'274.29 
nebst Zins zu 5% seit dem 4. Februar 2014 zu bezahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag-
ten." 

Widerklage: (act. 19 S. 2) 

"1. Es sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verpflichten, der Be-
klagten und Widerklägerin EUR 2'154'128.70 zzgl. Zins von 5% 
seit 15. September 2014 zu bezahlen. 

 2. Eventualiter zu Antrag 1 der Klageantwort, daher im Fall der Gut-
heissung der Klage, sei die Klägerin und Widerbeklagte ferner zu 
verpflichten, der Beklagten und Widerklägerin EUR 934'895.71 
zzgl. Zins von 5% seit 15. September 2014 zu bezahlen. 

 3. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwert-
steuerzusatz) zu Lasten der Klägerin und Widerbeklagten." 

Widerklageergänzung: (act. 75 S. 2)  

"[…]  3. Eventualiter zu Rechtsbegehren 1 und 2 der Widerklage, daher 
soweit die vorstehenden Rechtsbegehren 1 und 2 abgewiesen 
werden, sei die Klägerin zu verpflichten, 
3.1. sämtliche 48'450 Gesellschaftsanteile der C._____ S.r.l. 

(Fiscal Code …) rechtsgültig an die Beklagte abzutreten 
und die Eintragung der Beklagten als Gesellschafterin der 
C._____ S.r.l. im Handelsregister zu veranlassen, Zug um 
Zug gegen Entschädigung der mit der Übertragung der Ge-
sellschaftsanteile von der Klägerin auf die Beklagte nach-
weislich verbundenen Kosten der Klägerin gemäss Ziff. 13 
lit. c Abs. 1 AVB zur Versicherungspolice (bestehend aus 
den Notariatsgebühren und den Handelsregistergebühren, 
nicht jedoch aus den Kosten der Klägerin im Zusammen-
hang mit der Erwirkung der eigenen Eintragung im Handels-
register). 

3.2. der Beklagten 5% Zins von EUR 2'971'414 seit dem 
15. November 2013 eventualiter 5% Zins von 
EUR 2'908'063.83 seit dem 15. November 2015, subeven-
tualiter 5% Zins auf dem Wert der Gesellschaftsanteile per 
1. September 2014, verzinst seit dem 2. September 2014, 
zu bezahlen. […]" 

- 3 - 

Inhaltsverzeichnis 

Sachverhalt und Verfahren .............................................................................................. 5 
A. Sachverhaltsübersicht ............................................................................................ 5 
a. Parteien und ihre Stellung ....................................................................................................... 5 
b. Prozessgegenstand ................................................................................................................ 5 
B. Prozessverlauf ......................................................................................................... 5 

Erwägungen ...................................................................................................................... 7 
1. Formelles .................................................................................................................. 7 
1.1. Zuständigkeit ........................................................................................................................... 7 
1.2. Weitere Prozessvoraussetzungen .......................................................................................... 8 
1.3. Replikrecht und Noveneingaben ............................................................................................. 8 

1.3.1. Parteidarstellungen ............................................................................................................ 8 
1.3.2. Rechtliches ......................................................................................................................... 8 
1.3.3. Würdigung .......................................................................................................................... 9 

1.4. Klageänderung ...................................................................................................................... 11 
1.4.1. Parteidarstellungen .......................................................................................................... 11 
1.4.2. Rechtliches ....................................................................................................................... 11 
1.4.3. Würdigung ........................................................................................................................ 12 

1.5. Allgemeines zur Beweisführung ............................................................................................ 15 
2. Unbestrittener Sachverhalt und Parteistandpunkte ........................................... 16 
2.1. Unbestrittener Sachverhalt ................................................................................................... 16 
2.2. Wesentliche Parteistandpunkte ............................................................................................ 17 

2.2.1. Klägerin ............................................................................................................................ 17 
2.2.2. Beklagte ........................................................................................................................... 18 

3. Auszahlung Kontoguthaben (Hauptklage) .......................................................... 19 
3.1. Anerkennung im Grundsatz .................................................................................................. 19 
3.2. Zinsanspruch ......................................................................................................................... 19 
3.3. Fazit ....................................................................................................................................... 20 
4. Pfandhaftung, Versicherungsvertrag (Widerklage) ............................................ 20 
4.1. Wesentliche Parteidarstellungen .......................................................................................... 20 

4.1.1. Beklagte ........................................................................................................................... 20 
4.1.2. Klägerin ............................................................................................................................ 21 

4.2. Behauptete Anspruchsgrundlagen ........................................................................................ 23 
4.3. Anwendbares Recht .............................................................................................................. 23 

4.3.1. Bankbeziehung zwischen den Parteien ........................................................................... 23 
4.3.2. Versicherungsvertrag zwischen der Klägerin und D._____ ............................................. 23 
4.3.3. Übertragung der Gesellschaftsanteile der C._____ ......................................................... 24 
4.3.4. Treuhandvertrag zwischen der Klägerin und D._____ .................................................... 24 
4.3.5. Verträge zwischen der Beklagten und D._____ ............................................................... 24 
4.3.6. Zession ............................................................................................................................. 25 
4.3.7. Culpa in Contrahendo und Vertrauenshaftung ................................................................ 25 

4.4. Rechtsscheinhaftung aus nichtigem Geschäft ...................................................................... 30 
4.4.1. Parteidarstellungen .......................................................................................................... 30 
4.4.2. Rechtliches ....................................................................................................................... 31 
4.4.3. Würdigung ........................................................................................................................ 32 
4.4.3.1. Zweck des Versicherungsvertrages .............................................................................. 33 
4.4.3.2. Leistung der Einmaleinlage ........................................................................................... 34 
4.4.3.3. Unbedingte Einlage ....................................................................................................... 36 
4.4.3.4. Verstoss gegen die Versicherungsbedingungen und das Aufsichtsrecht ..................... 37 
4.4.4. Fazit .................................................................................................................................. 39 

- 4 - 

4.5. Rechtsscheinhaftung aus Anerkennung der Forderung ....................................................... 39 
4.5.1. Parteidarstellungen .......................................................................................................... 39 
4.5.2. Rechtliches ....................................................................................................................... 40 
4.5.3. Würdigung ........................................................................................................................ 42 
4.5.3.1. Allgemeines ................................................................................................................... 42 
4.5.3.2. Anerkennung durch Ausstellung der Police .................................................................. 42 
4.5.3.3. Erfolgte Abtretung ......................................................................................................... 45 
4.5.3.4. Anerkennung durch Bestätigung der Zession bzw. Pfändung ...................................... 47 
4.5.4. Fazit .................................................................................................................................. 50 

4.6. Culpa in contrahendo ............................................................................................................ 50 
4.6.1. Parteistandpunkte ............................................................................................................ 50 
4.6.2. Rechtliches ....................................................................................................................... 50 
4.6.3. Würdigung ........................................................................................................................ 51 
4.6.3.1. Vertragsverhandlungen als Grundlage ......................................................................... 51 
4.6.3.2. Vertragsähnliches Näheverhältnis ................................................................................ 51 
4.6.4. Zusammenfassung ........................................................................................................... 52 

4.7. Vertrauenshaftung ................................................................................................................. 52 
4.7.1. Parteidarstellungen .......................................................................................................... 53 
4.7.1.1. Beklagte ........................................................................................................................ 53 
4.7.1.2. Klägerin ......................................................................................................................... 54 
4.7.2. Rechtliches ....................................................................................................................... 55 
4.7.3. Würdigung ........................................................................................................................ 55 
4.7.3.1. Näheverhältnis .............................................................................................................. 55 
4.7.3.2. Berechtigtes Vertrauen ................................................................................................. 59 
4.7.4. Zusammenfassung ........................................................................................................... 64 

4.8. Haftung aus Akzept ............................................................................................................... 64 
4.9. Vertragliche Ansprüche ......................................................................................................... 64 

4.9.1. Parteidarstellung .............................................................................................................. 64 
4.9.1.1. Beklagte ........................................................................................................................ 64 
4.9.1.2. Klägerin ......................................................................................................................... 66 
4.9.2. Ausgangslage .................................................................................................................. 66 
4.9.2.1. Mögliche Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag ................................................... 66 
4.9.2.2. Erwerb der Ansprüche durch die Beklagte ................................................................... 68 
4.9.2.3. Umfang der Ansprüche der Klägerin ............................................................................. 68 
4.9.3. Rechtliches ....................................................................................................................... 69 
4.9.4. Würdigung ........................................................................................................................ 70 
4.9.4.1. Unmöglichkeit ................................................................................................................ 70 
4.9.4.2. Verzug der Klägerin ...................................................................................................... 71 
4.9.4.3. Weitere Vertragsverletzungen ...................................................................................... 75 
4.9.4.4. Ersatzleistung wegen Unzumutbarkeit .......................................................................... 75 
4.9.4.5. Herausgabe der Gesellschaftsanteile ........................................................................... 76 
4.9.5. Fazit .................................................................................................................................. 79 

4.10. Zusammenfassung ................................................................................................................ 79 
5. Bestehendes Pfandrecht der Beklagten .............................................................. 80 
5.1. Parteidarstellungen ............................................................................................................... 80 
5.2. Rechtliches ............................................................................................................................ 81 
5.3. Würdigung ............................................................................................................................. 81 
5.4. Zusammenfassung ................................................................................................................ 83 
6. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen .................................................. 83 
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen .................................................................... 84 
7.1. Kostentragung ....................................................................................................................... 84 
7.2. Streitwert ............................................................................................................................... 84 
7.3. Gerichtskosten ...................................................................................................................... 85 
7.4. Parteientschädigung ............................................................................................................. 85 

Urteilsdispositiv: ............................................................................................................. 85 

- 5 - 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Bei der Klägerin und Widerbeklagten (fortan: Klägerin) handelt es sich um 

eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Vaduz / Liechtenstein. Sie ist im Versiche-

rungsgeschäft tätig, insbesondere bezweckt sie den Betrieb der direkten und indi-

rekten Lebensversicherung (act. 3/3). 

Die Beklagte und Widerklägerin (fortan: Beklagte) ist eine Aktiengesellschaft 

mit Sitz in Zürich, die den Betrieb einer Bank bezweckt (act. 3/4). 

b. Prozessgegenstand 

Im vorliegenden Prozess geht es um die Auszahlung verschiedener Konto-

guthaben der Klägerin bei der Beklagten (Hauptklage). Die Beklagte verweigert 

die Auszahlung gestützt auf die Verrechnung mit eigenen Ansprüchen bzw. einem 

Pfandrecht das ihr - so ihre Darstellung - aufgrund eigener Ansprüche zustehe. 

Diese Ansprüche leitet die Beklagte aus einer Versicherungspolice ab, die von der 

Klägerin ausgestellt und von der Versicherungsnehmerin, Frau D._____ (fortan: 

D._____), an die Beklagte zur Besicherung eines Kredits verpfändet und abgetre-

ten worden sei. Die Beklagte macht neben der Verrechnung widerklageweise ih-

ren über die Forderung der Klägerin hinausgehenden Anspruch geltend. Sie stützt 

sich dabei in erster Linie auf Schadenersatzansprüche (Widerklage). 

B. Prozessverlauf 

Mit Eingabe vom 7. April 2015 machte die Klägerin die Klage mit obgenann-

ten Rechtsbegehren hierorts anhängig (act. 1). Den mit Verfügung vom 9. April 

2015 einverlangten Kostenvorschuss von CHF 30'000.– leistete die Klägerin frist-

gerecht (act. 4; act. 6). Mit Eingabe vom 22. Mai 2015 beantragte die Beklagte die 

Sicherstellung ihrer Parteientschädigung (act. 9). Die Klägerin nahm dazu am 

1. Juni 2015 Stellung (act. 13), woraufhin sie mit Verfügung vom 3. Juni 2015 ver-

- 6 - 

pflichtet wurde, eine Kaution von CHF 40'000.– zu leisten (act. 14). Nach Eingang 

der Sicherstellungsleistung (act. 16) erstattete die Beklagte innert angesetzter 

Frist am 19. August 2015 ihre Klageantwort und erhob darin eine Widerklage mit 

obgenannten Begehren (act. 19). Der Kostenvorschuss für die Widerklage von 

CHF 54'000.– ging fristgerecht ein (act. 21; act. 23). Mit Datum vom 9. November 

2015 erstattete die Klägerin sodann ihre Widerklageantwort (act. 26). Nachdem 

die Parteien auf Anfrage des Gerichts (act. 30) auf die Durchführung einer Ver-

gleichsverhandlung verzichtet hatten (act. 31; act. 32), wurde mit Verfügung vom 

1. Dezember 2015 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (act. 33). Sodann 

erging am 24. Februar 2016 die Replik der Klägerin (act. 35) und am 20. Juni 

2016 die Duplik und Widerklagereplik der Beklagten (act. 41, fortan: Duplik). Die 

Widerklageduplik wurde mit Eingabe vom 30. September 2016 erstattet (act. 45). 

Mit Eingabe vom 18. Oktober 2016 kündigte die Beklagte eine unaufgeforderte 

Stellungnahme zur Widerklageduplik an (act. 49). Nachdem die Parteien mit Ver-

fügung vom 19. Oktober 2016 auf die Regeln des Replikrechts hingewiesen wor-

den waren (act. 50), erging am 24. Oktober 2016 die angekündigte Eingabe 

(act. 53). Am 21. November 2016 (Klägerin act. 56) und am 30. November 2016 

(Beklagte act. 58) reichten die Parteien weitere Entgegnungen ein.  

Sodann erging am 19. April 2017 eine Noveneingabe der Klägerin (act 64). 

Ein Gesuch um Fristansetzung der Beklagten (act. 67) wurde mit Verfügung vom 

27. April 2017 (act. 68) abgewiesen. Eine weitere Noveneingabe seitens der Klä-

gerin stammt vom 2. Mai 2017 (act. 70). Mit Eingabe vom 8. Mai 2017 erstattete 

die Beklagte eine unaufgeforderte Stellungnahme, Noveneingabe und Ergänzung 

der Widerklage (act. 75). Dazu nahm die Klägerin mit Eingabe vom 30. Mai 2017 

(act. 78) und zu dieser Eingabe die Beklagte mit Eingabe vom 16. Juni 2017 

(act. 80) Stellung. Schliesslich fand am 13. Juli 2017 eine Vergleichsverhandlung 

statt, an welcher beide Parteien vertreten waren; zu einer Einigung kam es nicht 

(Prot. S. 25 f.). 

Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu 

erklären, ob sie - unter Vorbehalt der Durchführung eines Beweisverfahrens - auf 

die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung verzichten (act. 85). Mit 

- 7 - 

Eingabe vom 22. Juni 2018 erklärte die Beklagte, nicht auf die Durchführung einer 

mündlichen Hauptverhandlung zu verzichten (act. 88). Die Hauptverhandlung 

fand am 26. September 2018 statt (Prot. S. 30 ff.). 

Der Prozess erweist sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu fällen ist 

(Art. 236 Abs. 1 ZPO). Auf die einzelnen Parteivorbringen sowie auf die Akten ist 

in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen, soweit sich dies zur Entscheid-

findung als notwendig erweist. 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich für die 

Hauptklage ergibt sich aus einer Gerichtsstandsklausel im streitgegenständlichen 

Vertrag (act. 1 Rz. 2 f.; act. 3/2), die nach Art. 23 LugÜ zulässig und verbindlich 

ist. Dies wird von der Beklagten ausdrücklich anerkannt (act. 19 Rz. 8). Die sach-

liche Zuständigkeit ist ebenfalls anerkannt bzw. gegeben (act. 1 Rz. 4 ff.; act. 19 

Rz. 8; Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG).  

Die Beklagte stützt die örtliche Zuständigkeit für die Widerklage auf Art. 8 

IPRG und Art. 113 IPRG (act. 19 Rz. 9 ff.). Die Klägerin lässt sich ausdrücklich 

auf das Verfahren ein (act. 26 Rz. 16), sodass sich die Zuständigkeit (auch) aus 

Art. 6 IPRG ergibt, zumal die Beklagte ihren Sitz in Zürich hat und die Zuständig-

keit damit nicht abgelehnt werden kann (Art. 5 Abs. 3 lit. b IPRG). Eine Prüfung 

der weiteren Zuständigkeitsnormen erübrigt sich damit. Die sachliche Zuständig-

keit ergibt sich auch hinsichtlich der Widerklage aus Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 

lit. b GOG. 

Damit ist das hiesige Handelsgericht sowohl für die Beurteilung der Haupt-

klage als auch für die Beurteilung der Widerklage zuständig. 

- 8 - 

1.2. Weitere Prozessvoraussetzungen 

Hinsichtlich der weiteren Prozessvoraussetzungen (Art. 59 ZPO) erübrigen 

sich Ausführungen; deren Vorliegen wird auch von den Parteien nicht bestritten. 

Damit ist auf die Klage und die Widerklage einzutreten. 

1.3. Replikrecht und Noveneingaben 

1.3.1. Parteidarstellungen 

Unter Berufung auf ihr Replikrecht erstattete die Beklagte am 24. Oktober 

2016 eine unaufgeforderte Stellungnahme zur Widerklageduplik (act. 53). Die 

Klägerin reagierte darauf mit Eingabe vom 21. November 2016, wobei sie sich auf 

den Standpunkt stellte, es gebe in der Widerklageduplik keine Noven, weshalb die 

Beklagte mit neuen Behauptungen nicht zuzulassen sei (act. 56). Die Beklagte 

bestritt dies in ihrer Eingabe vom 30. November 2016 (act. 58). 

Die Klägerin reichte mit Noveneingabe vom 27. April 2017 das Urteil des 

Landgerichts Brescia vom 27. Januar 2017 mit informeller Übersetzung ein 

(act. 64; act. 65/1+2). Dabei führte sie aus, das Urteil sei rechtskräftig und unab-

änderlich, nachdem die Rechtsmittelfristen abgelaufen seien. Gestützt auf das Ur-

teil machte sie zudem geltend, die Gesellschaftsanteile an der C._____ S.r.l. 

(fortan: C._____) seien damals gültig an sie übertragen worden. Weiter erstattete 

die Klägerin am 2. Mai 2017 eine Noveneingabe unter Beilage des Handelsregis-

terauszuges der C._____, woraus ersichtlich sei, dass sie neu als Gesellschafte-

rin eingetragen sei (act. 70; act. 71). 

Die Beklagte beantragte in ihrer Stellungnahme zu diesen Eingaben, diese 

seien nicht zu beachten, da es sich um unzulässige Noven handle. Zudem seien 

die neu eingenommenen Standpunkte der Klägerin nicht zulässig (act. 75 

Rz. 6 ff.). 

1.3.2. Rechtliches 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gewährt den Parteien gestützt auf 

Art. 6 Abs. 1 EMRK und Art. 29 BV ein unbedingtes Replikrecht (BGE 138 I 484 

- 9 - 

E. 2.1). Dieses umfasst das Recht, zu jeder Eingabe der Gegenpartei unaufgefor-

dert Stellung zu nehmen, unabhängig davon, ob diese neue Tatsachen oder Be-

hauptungen enthält. Das Replikrecht kann unabhängig von einer Fristansetzung 

des Gerichts ausgeübt werden. Die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels 

ist nicht erforderlich (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2015, 

5A_553/2015 E. 4.1.1). 

Nach dem Abschluss des zweiten Schriftenwechsels können neue Tatsa-

chen nur unter den Voraussetzungen von Art. 229 ZPO ins Verfahren eingebracht 

werden. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Noven ohne Verzug vorgebracht 

werden (Art. 229 Abs. 1 ZPO). Ausserdem dürfen die Tatsachen und Beweismittel 

erst nach dem letzten Schriftenwechsel entstanden oder gefunden worden sein 

(echte Noven, lit. a) oder trotz zumutbarer Sorgfalt nicht früher vorgebracht wor-

den sein können (unechte Noven, lit. b). 

1.3.3. Würdigung 

a. Die im Nachgang zum doppelten Schriftenwechsel erfolgten Eingaben der 

Parteien (act. 53; act. 56; act. 58) sind allesamt innert kurzer Frist nach Zustellung 

der jeweiligen Eingabe der Gegenpartei ergangen und erfüllen damit die formellen 

Anforderungen des Replikrechts. Inwiefern einzelne Behauptungen der Beklagten 

in diesem Verfahrensstadium nach Aktenschluss noch zulässig sind, ist - soweit 

für die Entscheidfindung überhaupt relevant - im Rahmen der materiellen Beurtei-

lung zu prüfen.  

b. Das Urteil des Landgerichts Brescia, welches die Klägerin zur Noveneinga-

be vom 27. April 2017 veranlasst hatte, wurde am 27. Januar 2017 und damit 

nach Abschluss des Schriftenwechsels gefällt (act. 65/1). Es handelt sich dabei 

folglich um ein echtes Novum, und es ist lediglich zu prüfen, ob die Klägerin die-

ses ohne Verzug im Sinne von Art. 229 Abs. 1 ZPO beigebracht hat.  

Nicht bekannt ist, wann die Klägerin das Urteil vom 27. Januar 2017 erhalten 

hat, ebenso wenig, wann dieses genau in Rechtskraft erwachsen ist. Aufgrund 

der von der Klägerin vorgetragenen Rechtsmittelfristen ergibt sich, dass sie die-

- 10 - 

ses mindestens 60 Tage vor Einreichung im hiesigen Verfahren erhalten haben 

muss. Es kann daraus aber auch abgeleitet werden, dass die Rechtskraft des Ur-

teils erst kurz vor der Noveneingabe eingetreten ist. Dies wird von der Beklagten 

auch nicht bestritten. Sie stützt sich lediglich auf die Tatsache, dass die Klägerin 

das Urteil früher erhalten haben muss und damit auch früher hätte einreichen 

müssen (act. 75 Rz. 11). Dieser Ansicht ist jedoch nicht zu folgen. Ein in einem 

Urteil festgestelltes Novum entsteht im Sinne des Gesetzes erst dann, wenn die 

Rechtsmittelfristen abgelaufen sind. Erst dann kann von einer (definitiven) neuen 

Tatsache gesprochen werden. Solange die Rechtsmittelfristen noch andauern, 

besteht ein gewisser Schwebezustand und das im Urteil Enthaltene ist noch nicht 

als neue Tatsache anzusehen. Kommt hinzu, dass ein von einem anderen Gericht 

ausgefälltes Urteil ohnehin erst dann berücksichtigt werden kann, wenn dieses in 

Rechtskraft erwachsen ist. Eine Veranlassung, dieses bereits früher in den Pro-

zess einzubringen, bestand entsprechend nicht. 

c. Die Eingabe der Klägerin hinsichtlich der am 24. April 2017 erfolgten Eintra-

gung im Handelsregister ist am 2. Mai 2017 ergangen (act. 70). Es handelt sich 

folglich auch hierbei um eine neue Tatsache, die unbestrittenermassen innert kur-

zer Frist vorgebracht worden ist. Die beklagtischen Ausführungen zu den damit 

verbundenen Parteibehauptungen (act. 75 Rz. 14) können an der Rechtzeitigkeit 

an sich nichts ändern.  

d. Der Beklagten ist einzig hinsichtlich der Zulässigkeit neuer Behauptungen, 

die bereits früher so hätten vertreten werden können, zu folgen. Zutreffend ist, 

dass es der Klägerin nicht erlaubt sein dürfte, hinsichtlich der Übertragung der 

Gesellschaftsanteile durch D._____ auf sie selbst im Rahmen des Abschlusses 

der Lebensversicherung neu einen anderen Standpunkt einzunehmen. Selbst 

wenn mit dem Urteil des Landgerichts Brescia eine neue Tatsache vorliegt, hat 

dieses die Klage der dortigen und hiesigen Klägerin geschützt. Es ist ihr also auch 

bereits zuvor möglich gewesen, sich im vorliegenden Verfahren auf diese Sach-

verhaltsdarstellung zu stützen. Da die Eingabe als solche, wie aufgezeigt, zuläs-

sig ist, ist bei den Behauptungen der Klägerin im Einzelfall - soweit für die Ent-

scheidfindung überhaupt relevant - zu prüfen, ob sie sich rechtzeitig auf die ent-

- 11 - 

sprechenden Standpunkte gestellt hat. Insbesondere kann ihr dann keine Ver-

spätung vorgeworfen werden, wenn sie mit der Noveneingabe einen Standpunkt 

einnimmt, den sie bereits in einer früheren Rechtsschrift vertreten hat. 

e. Die von der Beklagten als Reaktion auf die Noveneingaben der Klägerin er-

folgte Eingabe vom 8. Mai 2017 stellt eine rechtzeitige Ausübung des Replik-

rechts im Sinne der Rechtsprechung dar und ist entsprechend zu berücksichtigen. 

1.4. Klageänderung 

1.4.1. Parteidarstellungen 

Die Beklagte nahm mit ihrer Eingabe vom 8. Mai 2017 eine Änderung der 

Widerklage vor, wobei sie neu beantragte, dass ihr die Gesellschaftsanteile der 

C._____ zu übertragen seien (act. 75 S. 2). Zur Zulässigkeit dieser Klageände-

rung äusserte sie sich nicht. 

Die Klägerin machte zur formellen Zulässigkeit der Änderung der Widerklage 

ebenfalls keine Ausführungen. 

1.4.2. Rechtliches 

Eine Klageänderung ist zulässig, wenn der geänderte oder neue Anspruch 

nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen An-

spruch in einem sachlichen Zusammenhang steht oder die Gegenpartei zustimmt 

(Art. 227 Abs. 1 ZPO). Die Zulässigkeitsvoraussetzungen der Klageänderung 

nach Art. 227 ZPO sind Voraussetzungen dafür, dass über die Klage nach der 

Änderung in der Sache verhandelt und darüber ein Sachurteil ergehen darf. Das 

Gericht prüft von Amtes wegen, ob die Klageänderung zulässig ist, weil es sich 

um eine besondere streitgegenstandsbezogene Prozessvoraussetzung handelt 

(DANIEL WILLISEGGER, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [Hrsg.], Basler Kommentar 

Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 39 und N 55 zu Art. 227 ZPO). Fehlt 

es an einer Prozessvoraussetzung, ist auf die Klage bzw. auf das geänderte Be-

gehren nicht einzutreten (Art. 59 Abs. 1 ZPO e contrario). 

- 12 - 

Hinsichtlich des Zeitpunkts einer Klageänderung ist die Praxis des Handels-

gerichts zu beachten. Demnach ist eine Klageänderung nur im Rahmen der ge-

setzlich vorgesehenen Verfahrensschritte zulässig (Beschluss des Handelsge-

richts vom 24. Mai 2017, HG160015, ZR 116 [2017] Nr. 52, E. 3). Dies schliesst 

eine Klageänderung im Rahmen einer (gesetzlich vorgesehenen) Noveneingabe 

nach Abschluss des Schriftenwechsels nicht aus. Soweit das Gesetz der Partei 

das Recht auf eine Noveneingabe zusteht, ist auch eine Klageänderung in diesem 

Rahmen zulässig.  

1.4.3. Würdigung 

Mit dem neuen Widerklagebegehren Ziff. 3 stellt die Beklagte ein zusätzli-

ches Eventualbegehren. Eine Zustimmung der Klägerin zu dieser Klageänderung 

liegt nicht vor. Demzufolge ist zu prüfen, ob der neue Anspruch mit dem bisheri-

gen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht. 

Das Bundesgericht hat sich bislang nur eingeschränkt dazu geäussert, wann 

der vom Gesetz geforderte "sachliche Zusammenhang" ("lien de connexité", 

"nesso materiale") gemäss Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO gegeben ist. Nach der Lehre 

ist von Konnexität auszugehen, wenn zwar ein neues Klagefundament (Tatsa-

chenfundament) geltend gemacht wird, es sich aber um einen "benachbarten Le-

bensvorgang" handelt. Nach anderer Umschreibung besteht der sachliche Zu-

sammenhang, wenn Ansprüche dem gleichen Lebensvorgang entspringen oder 

das gleiche Streitobjekt betreffen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 

2015, 4A_255/2015, E. 2.2.1. mit zahlreichen Nachweisen). Das Bundesgericht 

hat im soeben zitierten Entscheid sodann festgehalten, dass der Auffassung, wo-

nach ein sachlicher Zusammenhang gemäss Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO nur bei 

identischer Anspruchsgrundlage ("demselben Vertrag") oder identischem Lebens-

sachverhalt bestehe, nicht zu folgen sei. Einem zu engen Verständnis (Beschrän-

kung auf Fälle, wo bei gleichbleibendem Klagefundament eine Klageänderung 

durch eine Erhöhung des Rechtsbegehrens stattfinde) stehe der Zweck von 

Art. 227 ZPO entgegen, einen Interessenausgleich zwischen den Prozessparteien 

zu ermöglichen, indem einerseits dem Beklagten die Verteidigung nicht übermäs-

sig erschwert werden dürfe, andererseits aber aus Gründen der Prozessökonomie 

- 13 - 

und der materiellen Wahrheit gewisse Änderungen doch zuzulassen seien (Urteil 

des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2015, 4A_255/2015, E. 2.2.3.). 

Bei der Beurteilung der Grenzen des sachlichen Zusammenhangs i.S.v. 

Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO kommt dem Zweck der Bestimmung eine massgebende 

Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2015, 

4A_255/2015, E. 2.2.3.; WILLISEGGER, a.a.O., N 29 zu Art. 227 ZPO). Mit der Zu-

lässigkeit einer Klageänderung soll verhindert werden, dass ein rechtshängiger 

Prozess auf einer ungenügenden oder unrichtigen Grundlage zu Ende geführt 

werden muss (LAURENT KILLIAS, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar 

ZPO, Band II, Bern 2012, N 2 zu Art. 227 ZPO; ERIC PAHUD, in: BRUN-

NER/GASSER/SCHWANDER [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung Kommen-

tar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 1 zu Art. 227 ZPO). Die dem Interessenausgleich zwi-

schen den Parteien dienenden Bestimmungen über die Klageänderung sollen ei-

ne rasche, effiziente und gesamthafte Erledigung zusammenhängender Streitsa-

chen ermöglichen, ohne die Verteidigung der Beklagten ungebührlich zu erschwe-

ren (vgl. WILLISEGGER, a.a.O., N 29 zu Art. 227 ZPO; hierzu auch Urteil des Bun-

desgerichts vom 1. Oktober 2015, 4A_255/2015, E. 2.2.3.). 

Die Zulassung einer Klageänderung geht sodann im Allgemeinen mit einer 

Beschränkung des rechtlichen Gehörs der beklagten Partei einher, zumal die 

Stellungnahme der beklagten Partei zur Klageänderung anlässlich der nächsten 

prozessualen Äusserungsmöglichkeit (i.d.R. im Rahmen der Duplik) zu erfolgen 

hat (vgl. WILLISEGGER, a.a.O., N 54 zu Art. 227 ZPO) und über die Klageänderung 

kein zusätzlicher Schriftenwechsel erzwungen werden kann (WILLISEGGER, a.a.O., 

N 53 zu Art. 227 ZPO). Damit wird das Recht der beklagten Partei, grundsätzlich 

zweimal unbeschränkt Tatsachen und Beweismittel vorzubringen (vgl. BGE 140 III 

312), in Bezug auf den geänderten bzw. neuen Anspruch eingeschränkt (vgl. 

Art. 229 ZPO). Im Unterschied dazu würden der beklagten Partei zwei unbe-

schränkte Vorträge zum neuen (Leistungs-)Anspruch zustehen, wenn dieser in 

einem separaten Verfahren geltend gemacht würde oder von Beginn weg geltend 

gemacht worden wäre. Bei der (zulässigen) Klageänderung lässt sich eine Be-

schränkung der Verteidigungsmöglichkeiten auf der einen Seite mit dem Bedürf-

- 14 - 

nis nach materieller Wahrheit auf der anderen Seite sowie aus Gründen der Pro-

zessökonomie rechtfertigen. Lassen sich keine derartigen Interessen ausmachen, 

ist eine Beschränkung des rechtlichen Gehörs nicht gerechtfertigt. Keine Abhilfe 

würde sodann eine Trennung der Klagen nach Art. 125 lit. b ZPO schaffen. Einer-

seits würde dies zu keiner bestimmungsgemässen Vereinfachung des Prozesses 

führen und andererseits würde ein solches Vorgehen der beklagten Partei nicht 

das Recht auf eine zusätzliche, unbeschränkte Äusserungsmöglichkeit einräu-

men.  

Vorliegend ist der sachliche Zusammenhang des neuen Eventualbegehrens 

zum bisher geltend gemachten Anspruch gegeben. Es richtet sich ausschliesslich 

auf den Rückkauf der Lebensversicherung, während sich die Rechtsbegehren der 

Beklagten bis Aktenschluss auf Bezahlung von Schadenersatz bezogen (vgl. da-

zu act. 75 Rz. 36). Aus der Begründung in der Duplik und Widerklagereplik geht 

allerdings hervor, dass der geltend gemachte Anspruch zumindest auch auf dem 

Rückkaufsanspruch bzw. einem diesen ersetzenden Schadenersatzanspruch be-

ruht. Das neue Eventualbegehren beruht ebenfalls auf den der Beklagten ver-

pfändeten Ansprüchen aus der Lebensversicherung von D._____ und auch ihr 

Schadenersatzanspruch hat einen Zusammenhang mit dieser Lebensversiche-

rung. Der sachliche Zusammenhang zwischen den ursprünglich gestellten 

Rechtsbegehren und den neuen Rechtsbegehren gemäss Widerklageänderung 

ist folglich gegeben. Auch steht es im Interesse beider Parteien, die möglichen 

Ansprüche der Beklagten vollumfänglich zu klären. Die (zulässigen) tatsächlichen 

Ausführungen zum neuen Begehren sind umfangmässig beschränkt und die Klä-

gerin hat dazu einlässlich Stellung nehmen können; materiell liegt keine Gehörs-

beschränkung vor. Damit ist auf die geänderte Widerklage einzutreten. 

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich diese Erwägungen al-

leine auf die Zulassung der Klageänderung beziehen. Neue Ausführungen bzw. 

Tatsachenbehauptungen, mit denen die Beklagte ihre Ansprüche begründet, ha-

ben - da die Widerklageänderung erst nach Aktenschluss erfolgt ist - den Voraus-

setzungen von Art. 229 ZPO zu genügen. Dies ist im Einzelnen in den nachfol-

genden Erwägungen zu prüfen, soweit für die Entscheidfindung relevant. 

- 15 - 

1.5. Allgemeines zur Beweisführung 

Nach Art. 150 Abs. 1 ZPO ist Beweis über rechtserhebliche, streitige Tatsa-

chen zu führen. Rechtserheblich sind dabei Tatsachen, deren Vorliegen oder Feh-

len den Ausgang des konkreten Verfahrens beeinflussen können (PETER GUYAN 

in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER, BSK ZPO, a.a.O., N 3 zu Art. 150 ZPO; JÜRGEN 

BRÖNNIMANN, in: HAUSHEER/WALTER, BK ZPO II, a.a.O., N 27 zu Art. 152 ZPO). 

Keine Beweise sind demgegenüber über Behauptungen abzunehmen, die für das 

Verfahren nicht relevant sind. Ebenso stehen Rechtsfragen dem Beweis nicht of-

fen.  

Das Recht, Beweis zu führen (Art. 152 Abs. 1 ZPO), befreit die Parteien 

nicht davon, ihre Sachdarstellungen substantiiert vorzubringen. Das Beweisver-

fahren dient nicht dazu, ungenügende Parteivorbringen zu vervollständigen. Die 

rechtserheblichen Tatsachen sind umfassend und klar darzulegen, sodass dar-

über Beweis abgenommen werden kann (ANETTE DOLGE, Anforderungen an die 

Substanzierung, in: DOLGE, Substantiieren und Beweisen, Praktische Probleme, 

Zürich 2013, S. 17 ff., S. 22 f.). Über einen nicht substantiiert behaupteten Sach-

verhalt ist kein Beweis abzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 

2018, 4A_449/2017, E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 6. September 2017, 

4A_113/2017, E. 6.1.1). Insbesondere sind vage, generelle und pauschale Be-

hauptungen, die auf einen Ausforschungsbeweis abzielen, nicht beachtlich 

(BRÖNNIMANN, a.a.O., N 33 f. zu Art. 152 ZPO). 

In der Regel sind die einzelnen Beweisofferten unmittelbar im Anschluss an 

die Tatsachenbehauptungen, die damit bewiesen werden sollen, aufzuführen (Ur-

teil des Bundesgerichts vom 6. Januar 2016, 4A_487, E. 5.2; Urteil des Bundes-

gerichts vom 4. Juni 2013, 4A_56/2013, E.4.4). Insbesondere ist zu bezeichnen, 

welche Behauptung mit welchem Beweismittel bewiesen werden soll (BRÖNNI-

MANN, a.a.O., N 22 zu Art. 152 ZPO). 

- 16 - 

2. Unbestrittener Sachverhalt und Parteistandpunkte 

2.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Parteien standen seit dem 1. April 2009 in einer vertraglichen Bezie-

hung, einem Bankverhältnis (act. 1 Rz. 9 f.; act. 19 Rz. 178; act. 3/5). Die Klägerin 

hielt bei der Beklagten ein Portfolio mit drei Unterkonten in verschiedenen Wäh-

rungen. Dabei verfügte sie per 31. Dezember 2013 über ein Guthaben von 

EUR 930'142.19 (IBAN CH1) und von CHF 6'274.29 (IBAN CH2); das USD-Konto 

(IBAN CH3) wies kein Guthaben auf (act. 1 Rz. 11; act. 19 Rz. 179; act. 3/7).  

Mit Datum vom 21. Januar 2014 erteilte die Klägerin der Beklagten zwei Auf-

träge, die Positionen auf dem CHF- und dem EUR-Konto auf ein Konto der Kläge-

rin bei der Postfinance zu überweisen und die Konten zu schliessen (act. 1 

Rz. 12; act. 3/8 und act. 3/9; act. 19 Rz. 180).  

Am 8. Juli 2009 schloss die Klägerin mit D._____ einen Lebensversiche-

rungsvertrag ab und stellte gestützt darauf eine Versicherungspolice aus. In der 

Police ist eine Einmalprämie von EUR 8'865'530.– aufgeführt, welche durch die 

Übertragung von Titeln ("Trasferimento di titoli") zu begleichen war (act. 20/2 

S. 4). Die Einmalprämie bestand aus den Anteilen an der italienischen Gesell-

schaft C._____, die im Eigentum von D._____ und E._____ stand. Die C._____ 

ist ihrerseits Eigentümerin einer Liegenschaft in Bergamo (act. 19 Rz. 38 f.; 

act. 26 Rz. 24 ff.; act. 20/2 "Soggetto Richiedente" S. 17). Gleichzeitig schloss die 

Klägerin mit D._____ einen Treuhandvertrag, mit welchem die Gesellschaftsantei-

le auf D._____ zurückübertragen wurden (act. 27/4) 

Rund ein Jahr später, am 9. September 2010, schloss die Beklagte mit 

D._____ einen Kreditvertrag, mit welchem sie dieser eine Kreditlimite von 

EUR 4.4 Mio einräumte. Der Kredit wurde durch die Lebensversicherungspolice, 

welche der Beklagten übergeben wurde, abgesichert. Zu diesem Zweck wurde ein 

Pfandvertrag über Lebensversicherungsansprüche (act. 20/3) und eine Allgemei-

ne Faustpfandverschreibung und Abtretungserklärung (act. 42/41) unterzeichnet. 

Unter anderem ermächtigte D._____ die Beklagte damit, den Rückkauf der Le-

bensversicherungspolice zu verlangen. Die Beklagte zeigte der Klägerin das 

- 17 - 

Pfandrecht am 9. September 2010 an, was letztere zur Kenntnis nahm (act. 20/5; 

act. 19 Rz. 42 ff.; act. 26 Rz. 35 f.). 

Am 16. September 2013 kündigte die Beklagte den Kreditvertrag mit 

D._____ ausserordentlich, nachdem diese ihren Pflichten nicht mehr nachge-

kommen war. Die angesetzte Zahlungsfrist für die Begleichung des Kreditaus-

stands lief unbenutzt ab, woraufhin die Beklagte bei der Klägerin am 15. Oktober 

2013 den teilweisen Rückkauf der Versicherungspolice und die Überweisung von 

EUR 3'074'034.57 bzw. am 27. August 2014 die Übertragung der eingebrachten 

Titel verlangte (act. 20/17; act. 20/22). Die Klägerin teilte der Beklagten mit, sie 

könne die Vermögenswerte nicht verwerten, da sie nicht als Eigentümerin der An-

teile im italienischen Register eingetragen sei. Diese würden über eine Treuhän-

derin gehalten. Aktuell könne auch ein Titeltransfer nicht stattfinden (act. 20/23). 

Daraufhin verlangte die Beklagte anstelle der Erfüllung Schadenersatz 

(act. 20/24). 

Mit Urteil vom 20. Januar 2017 hielt das Landgericht Brescia - in einem Pro-

zess zwischen der Klägerin und D._____ sowie E._____ - fest, dass die zur Ein-

lage abgeschlossene Abtretungserklärung gültig ist und die Klägerin damit Allein-

gesellschafterin der C._____ wurde (act. 65/1). In der Folge wurde die Klägerin 

am 24. April 2017 als Alleingesellschafterin im Handelsregister eingetragen 

(act. 71). 

2.2. Wesentliche Parteistandpunkte 

2.2.1. Klägerin 

Die Klägerin macht zusammengefasst geltend, die Beklagte habe die Aus-

zahlung zu Unrecht unter Geltendmachung eines Pfandrechts verweigert. Ein sol-

ches sei nicht gerechtfertigt, da gegenüber der Beklagten keine Schulden offen 

seien, für die ein Pfandrecht beansprucht werden könne (act. 1 Rz. 12 ff. und 

act. 35 Rz. 3 ff.). 

Weiter bestreitet die Klägerin die widerklageweise geltend gemachten An-

sprüche der Beklagten. Die Beklagte habe D._____ einen Kredit gewährt, wofür 

- 18 - 

sie eine bei der Klägerin bestehende Lebensversicherung als Sicherheit zu Pfand 

genommen habe. Vor Abschluss des Kreditvertrages habe die Beklagte mit der 

Klägerin keinen Kontakt aufgenommen. Nachdem die Beklagte ein Teilrückkaufs-

begehren gestellt habe, habe die Klägerin versucht, die der Police zugrundelie-

genden Vermögenswerte zu verwerten, wobei die Anteile treuhänderisch durch 

D._____ gehalten worden seien. Diese habe sich ihren Pflichten widersetzt. Die 

Beklagte mache nun Schadenersatzansprüche geltend. Diese würden von der 

Klägerin bestritten. Zudem seien die geltend gemachten Ansprüche teilweise be-

reits mangels Nachweis eines Schadenseintritts abzuweisen (act. 26 Rz. 3 ff.). 

Auch in ihrer Widerklageduplik hält die Klägerin an ihrem Standpunkt fest. Die 

Beklagte verkenne, dass D._____ ihr nicht mehr Rechte einräumen könne, als ihr 

selbst gegenüber der Klägerin zustehen. Sie habe keinen Rechtsschein erweckt, 

dass sich mit dem Portfolio ein bestimmter Erlös realisieren lasse. Vielmehr habe 

die Beklagte bei der Kreditvergabe den Pfandgegenstand nicht geprüft. Ein Scha-

den der Beklagten bestehe ebenfalls nicht und es fehle am adäquaten Kausalzu-

sammenhang (act. 45 Rz. 7 ff.).  

2.2.2. Beklagte 

Die Beklage hält dagegen fest, dass ihre Verweigerung der Auszahlung ge-

rechtfertigt sei. Im Rahmen der Geschäftsbeziehung zwischen den Parteien habe 

die Beklagte D._____ ein Darlehen gewährt, welches mit einer fondsgebundenen 

Lebensversicherung der Klägerin abgesichert worden sei. Nachdem der Kredit 

nicht zurückbezahlt worden sei, habe sie bei der Klägerin versucht, die abgetrete-

nen Rechte auszuüben. Dagegen habe die Klägerin verschiedene Einwände vor-

gebracht. Nachdem die Beklagte die Herausgabe der in die Versicherung einge-

brachten Gesellschaftsanteile verlangt habe, habe die Klägerin angezeigt, dass 

diese nicht in ihrem Eigentum stehen würden, womit die Beklagte ein wertloses 

Pfand in der Hand gehabt habe. Entsprechend mache die Beklagte Schadener-

satzansprüche geltend und verrechne diese zum Teil mit den Forderungen der 

Klägerin (act. 19 Rz. 1 ff.). 

Auch in ihrer Duplik und Widerklagereplik hält die Beklagte an ihren Scha-

denersatzansprüchen fest. Die Klägerin habe ein wertpapierähnliches Beweisdo-

- 19 - 

kument ausgestellt, das täuschend sei. Dies weil die Versicherungspolice festhal-

te, dass gewisse Vermögenswerte im Wert von EUR 8.8 Mio eingebracht worden 

seien, die tatsächlich nie auf die Klägerin übertragen worden seien. Bei der Wert-

angabe habe sich die Klägerin alleine auf die Angaben von D._____ verlassen. 

Die Konstruktion mit dem Treuhandvertrag sei nichts anderes als ein Scheinge-

schäft. Es sei unergründlich, welchem legitimen Zweck das Vorgehen hätte die-

nen können. Eine andere Erklärung, als dass D._____ die Aufnahme des Kredits 

ermöglicht werden sollte, bestehe nicht. Dieses Verhalten sei haftungsbegrün-

dend (act. 41 Rz. 6 ff.). 

3. Auszahlung Kontoguthaben (Hauptklage) 

3.1. Anerkennung im Grundsatz 

Die Beklagte bestreitet die Ansprüche der Klägerin auf Auszahlung respekti-

ve Überweisung des Saldos auf dem EUR- und dem CHF-Konto per 

31. Dezember 2013 im Grundsatz nicht (act. 19 Rz. 82 und Rz. 180). Sie macht 

lediglich geltend, dass diese Forderungen zufolge Verrechnung untergegangen 

seien bzw. ihr ein Pfandrecht zustehe (act. 19 Rz. 83 ff.).  

3.2. Zinsanspruch 

Neben den Forderungen an sich macht die Klägerin einen Zins von 5% seit 

dem 4. Februar 2014 geltend. Sie stützt sich dabei auf ihre Überweisungsaufträ-

ge, die mit deren Erteilung fällig geworden seien. Mit Schreiben vom 3. Februar 

2014 habe sie die Beklagte in Verzug gesetzt (act. 3/14), weshalb seit dem 

4. Februar 2014 Verzugszins zu 5% geschuldet sei (act. 1 Rz. 32). Die Beklagte 

stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Ansprüche nicht fällig ge-

worden sind, nachdem sie rechtsgültig ihr Pfandrecht geltend gemacht und die 

Forderungen in der Folge mit denjenigen der Klägerin verrechnet habe (act. 19 

Rz. 202). Im Übrigen erhebt sie gegen den Zinsanspruch keine Einwände. 

Soweit die Gegenforderungen und das Pfandrecht zu Recht geltend ge-

macht wurden, ist den Ausführungen der Beklagten zu folgen. Dies ist in den 

nachfolgenden Erwägungen zu prüfen. Sind die Ansprüche und das Pfandrecht 

- 20 - 

nicht berechtigt, ist die klägerische Forderung hingegen entsprechend den Aus-

führungen der Klägerin fällig geworden und zu verzinsen. 

3.3. Fazit 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die klägerische Forde-

rung, einschliesslich Zinsen, im Grundsatz ausgewiesen ist und sinngemäss an-

erkannt wird. Die Klage ist entsprechend unter Vorbehalt der zur Verrechnung 

gebrachten Gegenforderungen und des behaupteten Pfandrechts gutzuheissen.  

4. Pfandhaftung, Versicherungsvertrag (Widerklage) 

4.1. Wesentliche Parteidarstellungen 

4.1.1. Beklagte 

Die Beklagte ist der Meinung, zwischen den Parteien bestehe eine intensive 

Geschäftsbeziehung. Die Klägerin vertreibe fondsgebundene Versicherungspro-

dukte, für deren Abwicklung sie eine Bankbeziehung eröffnet habe. Die Klägerin 

habe die Beklagte zudem als Depotbank im Zusammenhang mit den von ihr ver-

triebenen Insurance Wrappers eingesetzt. Die Verpfändung klägerischer Versi-

cherungspolicen zur Besicherung von Bankkrediten, welche von der Beklagten an 

Kunden der Klägerin gewährt worden seien, sei ein Standardgeschäft zwischen 

den Parteien gewesen. Aus dieser Beziehung leitet die Beklagte verschiedene 

Pflichten der Klägerin ihr gegenüber ab, welche sodann zu Schadenersatzforde-

rungen führen sollen (act. 19 Rz. 35 ff.; act. 41 Rz. 19 ff.).  

Konkret habe die Beklagte D._____ den Kredit gestützt auf die durch die 

Klägerin ausgestellte Versicherungspolice gewährt. Sie habe die Police als Pfand 

genommen, wobei sie auf die Angaben der Klägerin in der Police vertraut habe. 

Diese Verpfändung habe sie der Klägerin angezeigt, welche ihrerseits von der 

Anzeige Kenntnis genommen habe. Es sei offensichtlich, dass die Beklagte 

D._____ keinen ungedeckten Kredit gewährt hätte. Sie sei davon ausgegangen, 

dass die Gesellschaftsanteile, wie in der Police bestätigt, rechtswirksam übertra-

gen worden seien. Sie habe auch davon ausgehen dürfen, dass die Bewertung 

- 21 - 

richtig gewesen sei. Mittlerweile sei klar, dass die Klägerin nicht nur die eingeleg-

ten Vermögenswerte nicht übertragen könne, sondern vielmehr die Police an sich 

ungültig sei (act. 19 Rz. 41 ff.; act. 41 Rz. 35 ff.). 

Die Geschäftsbeziehung zu D._____ habe sich in der Folge nicht wie ge-

wünscht entwickelt. D._____ habe Zinsen und Amortisationen nicht geleistet und 

sich mit den getätigten Anlagen verspekuliert. Deshalb habe die Beklagte die Klä-

gerin um aktuelle Informationen gebeten, wobei die Klägerin einen gleichbleiben-

den Rückkaufswert gemeldet habe. Nachdem sich das Verhältnis zu D._____ 

weiter verschlechtert hatte, habe die Beklagte den Kreditvertrag ausserordentlich 

gekündigt; der Ausstand habe per 13. September 2013 EUR 2'946'541 betragen. 

D._____ habe diesen Ausstand nicht beglichen, worauf die Beklagte gegenüber 

der Klägerin die ihr aus dem Pfandvertrag zustehenden Rechte ausgeübt und ei-

nen Teilrückkauf der Versicherungspolice erklärt habe. Die Klägerin habe auf die 

Problematik eines Totalverlusts bei sofortiger Liquidation hingewiesen, aber wei-

terhin verschwiegen, dass sie nicht im Eigentum der Gesellschaftsanteile sei. Auf 

eine weitere Aufforderung der Beklagten hin, habe sich die Klägerin dahingehend 

geäussert, dass nie ein Rückkaufswert garantiert, sondern lediglich Schätzwerte 

einer Liegenschaft mitgeteilt worden seien. Dieser Marktwert lasse sich aber nur 

bei einer geordneten Liquidation realisieren. Bei der FINMA habe die Klägerin am 

9. April 2014 sodann eine weitere, andere Verkehrswertschätzung eingereicht. 

Erst nachdem die Beklagte am 27. August 2014 die Übertragung der Gesell-

schaftsanteile gefordert habe, habe die Klägerin erstmals mitgeteilt, dass sie die 

Vermögenswerte nicht verwerten könne, dass diese treuhänderisch gehalten 

würden und eine Übertragung bisher nicht habe erfolgen können. Damit sei klar 

geworden, dass die Versicherungspolice dem ausdrücklich bestätigten Zweck der 

Sicherstellung nicht dienen könne. Daraufhin habe die Beklagte mitgeteilt, dass 

sie an ihren Rechten aus der Versicherungspolice festhalte, an Stelle der Erfül-

lung jedoch Schadenersatz fordere (act. 19 Rz. 53 ff.; act. 41 Rz. 89 ff.). 

4.1.2. Klägerin 

Die Klägerin bestreitet eine über die Kontoführung und die Führung von De-

pots für Versicherungskunden hinausgehende Geschäftsbeziehung zur Beklag-

- 22 - 

ten. Insbesondere sei die hier strittige Police nicht im Rahmen einer solchen Ge-

schäftsbeziehung ausgestellt worden und die Klägerin sei nicht an der Kredit-

vergabe beteiligt gewesen (act. 26 Rz. 18 ff.). Die Kreditvergabe durch die Be-

klagte sei mehr als ein Jahr nach Abschluss der Versicherung erfolgt. Dabei sei 

die Versicherungspolice als Pfand eingesetzt worden, was zur Folge habe, dass 

die Beklagte die Rechte aus der Police geltend machen könne. Die Beklagte habe 

es aber unterlassen, vor der Krediterteilung den Pfandgegenstand genügend zu 

prüfen. Dies dürfe bei einer Privatbank, die klassische Bankdienstleistungen er-

bringe, vorausgesetzt werden. Die Beklagte habe sich auf unvollständige, von 

F._____ zur Verfügung gestellte Informationen abgestützt, ohne bei der Klägerin 

oder bei D._____ Erkundigungen über den Pfandgegenstand einzuholen. Ebenso 

habe sie ihr vorliegende oder leicht zugängliche Informationen nicht in die Beurtei-

lung mit einbezogen (act. 26 Rz. 35 ff.; act. 45 Rz. 19 ff.). Die Beklagte habe der 

Klägerin mit Notifikation vom 9. September 2010 die Verpfändung der Ansprüche 

von D._____ aus der Police angezeigt. Eine Abtretung der Ansprüche sei nie er-

folgt. Was damit gesichert worden sei, habe die Klägerin nicht erfahren. Sie sei 

davon ausgegangen, und habe davon ausgehen dürfen, dass sich die Beklagte 

vollumfänglich über das Portfolio informiert habe. Immerhin sei die Beklagte auch 

nicht mit Fragen an sie getreten. Erst mit Schreiben vom 9. Juli 2012 habe sich 

die Beklagte bei der Klägerin gemeldet, auf die von ihr gesendete Verkehrswert-

schätzung für die Liegenschaft habe sie keine Antwort erhalten. Auch darum habe 

sie von der Kenntnis der Beklagten ausgehen dürfen (act. 26 Rz. 76 ff.; act. 45 

Rz. 26 ff.). 

Die Klägerin bestätigt sodann, dass am 15. Oktober 2013 ein Teilrückkauf-

begehren der Beklagten eingegangen sei. Sie habe sich in der Folge bemüht, das 

der Police zugrunde liegende Portfolio möglichst rasch und gewinnbringend zu 

verwerten. Nach einer Besprechung zwischen den Rechtsvertretern der Parteien 

habe die Klägerin um weitere wesentliche Angaben für die Durchsetzung ihrer 

Rechte gebeten. Am 23. Mai 2014 habe sie sodann in Italien gegen D._____ und 

E._____ eine Klage eingeleitet, mit dem Ziel, die Eintragung in den italienischen 

Registern zu erlangen. Die Klageschrift sei der Beklagten zur Verfügung gestellt 

worden (act. 26 Rz. 88 ff.). Der Rückkaufswert entspreche dem Wert des Portfo-

- 23 - 

lios am ersten Geschäftstag nach Erhalt des Antrags. Die Klägerin habe deshalb 

eine entsprechende Bewertung erstellen lassen. Diese habe sie der Beklagten 

mitgeteilt. Sodann habe sie der Beklagten die geforderten Informationen zur 

Überprüfung des Werts mitgeteilt (act. 26 Rz. 103 ff.). Schliesslich bestreitet die 

Klägerin die Uneinbringlichkeit der Kreditforderung gegen D._____ und damit den 

Schaden der Beklagten (act. 26 Rz. 113 ff. und Rz. 192 ff.; act. 45 Rz. 73 ff.). 

4.2. Behauptete Anspruchsgrundlagen 

Die Beklagte stützt ihre Widerklage nicht in erster Linie auf den Pfand- bzw. 

Versicherungsvertrag. Sie beruft sich vielmehr auf ausservertragliche Ansprüche 

aus culpa in contrahendo, Sachverständigenhaftung, Rechtsscheinhaftung oder 

Vertrauenshaftung (act. 19 Rz. 109 ff.; act. 41 Rz. 129 ff.). Entsprechend wird 

nachfolgend zunächst auf diese Tatbestände näher einzugehen sein.  

4.3. Anwendbares Recht 

Strittig ist zwischen den Parteien auch, nach welchem Recht die einzelnen 

Ansprüche der Beklagten zu prüfen sind. Da sich der Sitz der Klägerin in Liech-

tenstein und derjenige der Beklagten in der Schweiz befinden und die ebenfalls 

beteiligte D._____ in Italien wohnhaft ist, liegt ein internationaler Sachverhalt vor. 

Entsprechend richtet sich die Bestimmung des anwendbaren Rechts nach dem 

IPRG, wobei nach Art. 116 Abs. 1 bzw. Art. 132 IPRG eine von den Parteien ge-

troffene Rechtswahl vorgeht. Die verschiedenen relevanten Verträge und Vorgän-

ge sind dabei gesondert zu beurteilen. 

4.3.1. Bankbeziehung zwischen den Parteien 

Hinsichtlich ihrer Bankbeziehung haben die Parteien die Anwendung des 

Schweizer Rechts vereinbart (act. 3/2; act. 3/5). Anhaltspunkte zur Ungültigkeit 

der Rechtswahl bestehen keine.  

4.3.2. Versicherungsvertrag zwischen der Klägerin und D._____ 

Die Vertragsparteien haben bezüglich dieses Vertrages eine Rechtswahl ge-

troffen. Gestützt auf Ziff. 20 der AVB der Klägerin ist auf den Versicherungsver-

- 24 - 

trag liechtensteinisches Recht anzuwenden (act. 20/2 AVB Ziff. 20). Anhaltspunk-

te zur Ungültigkeit der Rechtswahl bestehen keine. 

Dementsprechend sind auch Ansprüche, die die Beklagte direkt gestützt auf 

den Versicherungsvertrag geltend macht, nach liechtensteinischem Recht zu be-

urteilen. Dasselbe gilt gestützt auf Art. 116 IPRG auch für Ansprüche die gestützt 

auf eine behauptete Ungültigkeit des Vertrages geltend gemacht werden (MARC 

AMSTUTZ/MARKUS WANG, in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER/BERTI [Hrsg.], Basler Kom-

mentar IPRG, 3. Aufl., Basel 2013, N 52 zu Art. 116 IPRG) 

4.3.3. Übertragung der Gesellschaftsanteile der C._____  

Wie die Parteien übereinstimmend ausführen, war die Übertragung von Ge-

sellschaftsanteilen als Einmaleinlage in die Versicherungspolice vorgesehen. Die-

se richtet sich gemäss Art. 155 IPRG nach dem Gesellschaftsstatut (vgl. STEFAN 

EBERHARD/ANDREAS VON PLANTA, in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER/BERTI, BSK IPRG, 

a.a.O., N 13 zu Art. 155 IPRG). Die C._____ ist in … [Ortschaft], Bergamo, Italien, 

im Handelsregister eingetragen (act. 27/20), womit sich die Übertragung ihrer An-

teile nach italienischem Recht richtet. 

4.3.4. Treuhandvertrag zwischen der Klägerin und D._____ 

Den zur Rückübertragung der Gesellschaftsanteile der C._____ zwischen 

der Klägerin und D._____ abgeschlossenen Treuhandvertrag haben die Ver-

tragsparteien Schweizer Recht unterstellt (act. 27/4 Ziff. 11). Anhaltspunkte zur 

Ungültigkeit der Rechtswahl bestehen keine. 

4.3.5. Verträge zwischen der Beklagten und D._____ 

Den Kreditvertrag vom 9. September 2010 haben die Vertragsparteien 

Schweizer Recht unterstellt (act. 20/4 S. 3). Dasselbe gilt sowohl für den Pfand-

vertrag vom 23. August 2010 als auch für die allgemeine Faustpfandverschrei-

bung und Abtretungserklärung vom 11. August 2010 (act. 42/41 Ziff. 9). Anhalts-

punkte zur Ungültigkeit dieser Rechtswahl bestehen für keines der drei Vertrags-

verhältnisse. 

- 25 - 

4.3.6. Zession 

Eine allfällige Abtretung von Ansprüchen und aus dem Abtretungsvorgang 

entstehende Forderungen der Beklagten unterliegen - soweit keine Rechtswahl 

getroffen worden ist - dem auf die Forderung anwendbaren Recht (Art. 145 

IPRG). Gegenüber dem Schuldner gilt eine Rechtswahl nur, wenn dieser aus-

drücklich zugestimmt wird. Fehlt es an einer Zustimmung tritt eine Spaltung ein: 

während die Rechtswahl zwischen den Vertragsparteien gültig ist, ist gegenüber 

dem Schuldner das Recht der Forderung anwendbar (FELIX DASSER in: 

HONSELL/VOGT/SCHNYDER/BERTI, BSK IPRG, a.a.O., N 10 f. zu Art. 145 IPRG; MAX 

KELLER/DANIEL GIRSBERGER, in: GIRSBERGER/HEINI/KELLER/KREN KOSTKIE-

WICZ/SIEHR/VISCHER/VOLKEN [Hrsg.], Zürcher Kommentar zum IPRG, 2. Aufl., Zü-

rich 2004, N 23 f. zu Art. 145 IPRG).  

Wie gezeigt, haben die Beklagte und D._____ die Anwendbarkeit Schweizer 

Rechts vereinbart. Eine Zustimmung der Klägerin zu dieser Rechtswahl liegt nicht 

vor. Entsprechend ist für die Frage der Gültigkeit der Abtretung - das Verhältnis 

zwischen der Beklagten und D._____ - Schweizer Recht anwendbar, während 

sich die aus der Abtretung fliessenden Ansprüche gegenüber der Klägerin nach 

liechtensteinischem Recht - dem Recht der Forderung - richten. 

4.3.7. Culpa in Contrahendo und Vertrauenshaftung 

a. Die von der Beklagten gegen die Klägerin unter dem Titel Culpa in Contra-

hendo und Vertrauenshaftung geltend gemachten Ansprüche basieren nicht (di-

rekt) auf einer der vorgenannten vertraglichen Grundlagen. Die Beklagte macht 

dabei die Anwendbarkeit liechtensteinischen Rechts geltend, da entscheidend sei, 

mit welchem Staat das Loyalitätsverhältnis am engsten zusammenhänge. Dies 

sei der Staat in dem die Partei, die die charakteristische Leistung erbringe - hier 

die Klägerin, der eine Loyalitätspflicht obliege - ihren Sitz habe. Dies gelte auch, 

wenn die Sachverständigenhaftung als deliktisch qualifiziert werde (act. 19 

Rz. 93 ff.).  

- 26 - 

Die Klägerin plädiert für die Anwendung Schweizerischen Rechts, da die 

behaupteten Ansprüche deliktischer Natur seien. Mit dem vorbestehenden Konto-

verhältnis stünden diese in keinem Zusammenhang (act. 26 Rz. 131 ff.). 

b. Um überhaupt einordnen zu können, welche Bestimmung des IPRG bezüg-

lich des anwendbaren Rechts zur Anwendung gelangt, ist die Rechtsnatur der 

Anspruchsgrundlage vorab festzulegen. Die Auslegung der Verweisungsbestim-

mungen ist - namentlich bezüglich unerlaubter Handlung - gemäss bundesgericht-

licher Rechtsprechung nach der lex fori vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. Dezember 2007, 4A_430/2007 E. 4; BGE 131 III 153 = Pra. 94 (2005) 

Nr. 150 E. 6). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Prüfung, welche 

Normen des IPRG zur Anwendung kommen, nicht von einer ausländischen An-

spruchsgrundlage auszugehen. Vielmehr stellt sich die Frage, welchem Rechts-

begriff des Schweizer IPRG der Sachverhalt bzw. die behaupteten Verhaltens-

weisen am nächsten kommt. Das IPRG enthält für Ansprüche aus der der Ver-

trauenshaftung nahestehende culpa in contrahendo keine ausdrückliche generelle 

Regelung. Je nach Standpunkt wird eher eine vertrags- oder eher eine delikts-

rechtliche Qualifikation der bezüglichen Ansprüche und Rechtsfragen favorisiert. 

Im Vordergrund steht wohl eine akzessorische Anknüpfung an das (hypotheti-

sche) Vertragsstatut. Diese kann allerdings ins Leere laufen, wenn Parteien von 

der Freiheit Gebrauch machen, Vertragsverhandlungen abzubrechen und eben 

gerade kein Rechtsverhältnis zu begründen (ANTON K. SCHNYDER/MANUEL LIATO-

WITSCH, Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht, 4. Aufl., Zürich 2017, 

N 843).  

c. Dies zeigt sich gerade im vorliegenden Fall, in welchem die Parteien nicht 

nur keinen Vertrag geschlossen haben, sondern gar nicht erst in gemeinsamen 

Vertragsverhandlungen gestanden haben. Der von der Beklagten geltend ge-

machte Sachverhalt hat sich im Rahmen ihrer eigenen Verhandlungen mit 

D._____ zugetragen. Es wäre folglich eine Anknüpfung an den dabei verhandel-

ten Kreditvertrag denkbar, der Schweizer Recht unterstellt ist. Eine solche Wir-

kung ist aber nicht vertretbar, da die Klägerin gerade nicht Partei des entspre-

- 27 - 

chenden Vertrages ist und das Vereinbarte folglich auch nicht gegen sich wirken 

lassen muss (vgl. auch JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, Vertrauenshaftung im 

schweizerischen IPR, ZBJV 137/2001, S. 161 ff., S. 193). 

d. Weiter könnte - gerade die Vertrauenshaftung - auf die Geschäftsbeziehung 

der Parteien abgestützt werden. Diese wurde - hinsichtlich der Kontoführung - 

dem Schweizer Recht unterstellt (vorne E. 4.3.1). Für die weitergehende Bezie-

hung besteht keine eigentliche Vereinbarung. Es wird aus den Ausführungen der 

Beklagten auch nicht klar, worin die Zusammenarbeit genau bestanden haben 

soll. Sie behauptet einzig, dass sie regelmässig Kunden der Klägerin Kredite ge-

gen Verpfändung der Versicherungspolicen erteilt habe (act. 41 Rz. 19 ff.). Dem-

nach müssten die Depotführung und die Kreditvergabe an sich als die charakteris-

tische Leistung im Sinne von Art. 117 Abs. 1 und 2 IPRG angesehen werden, zu-

mal ohne diese keine erweiterte Zusammenarbeit vorliegen würde. Damit wäre 

bei der Anknüpfung an die (behauptete) Geschäftsbeziehung Schweizer Recht 

anwendbar. Eine solche Anknüpfung stellt aber einen unzulässigen Zirkelschluss 

dar, da erst eine Sonderbeziehung ermittelt würde, die als Grundlage für die Ver-

trauenshaftung dienen könnte und gestützt darauf das anwendbare Recht be-

stimmt würde. Damit stellt dies kein mögliches hypothetisches Vertragsstatut dar. 

e. Mit Verweisung auf das von ihr eingereichte Rechtsgutachten von Prof. Dr. 

G._____ macht die Beklagte geltend, dass sich das Sonderverhältnis der Parteien 

aus der Zession ergebe, weshalb die Haftung demselben Recht wie die Zession 

und damit liechtensteinischem Recht unterstehe (act. 41 Rz. 172). Dieser Rück-

schluss ist aber abzulehnen. Wie gezeigt, ist das anwendbare Recht nach 

Schweizer IPRG zu ermitteln. Soweit die Beklagte eine Verletzung vertraglicher 

Pflichten geltend macht, ist auch das auf diesen Vertrag anwendbare Recht zu 

berücksichtigen. Allerdings handelt es sich dabei gerade nicht um eigentliche Ver-

trauenstatbestände. Wird jedoch der Vertrag, der die entsprechende Pflicht, bzw. 

das Vertrauensverhältnis begründen soll, nicht direkt, sondern lediglich zur Be-

gründung des Näheverhältnisses angerufen, so kann dieser auch nicht für die Be-

stimmung des anwendbaren Rechts beigezogen werden. Dies würde zu einem 

unerlaubten Zirkelschluss führen. Es ist gerade nicht zu ermitteln, aus welchem 

- 28 - 

Rechtsverhältnis eine Sonderbeziehung bestehen könnte und dieses für anwend-

bar zu erklären. So wäre jeweils dasjenige Recht auf einen Vertrauenstatbestand 

anzuwenden, welches überhaupt eine genügende Grundlage für eine Haftung bie-

ten würde. Dies ist im Rahmen einer Haftung, die gerade nicht auf einer vertragli-

chen Grundlage bestehen soll, nicht gerechtfertigt. 

f. Als hypothetisches Vertragsstatut kommt ausserdem das eigentliche Han-

deln der Klägerin in Frage. Dieses besteht grob zusammengefasst aus der feh-

lenden Aufklärung der Beklagten. Im Sinne einer akzessorischen Anknüpfung an 

das hypothetische Vertragsstatut wäre es möglich, die bemängelte Auskunftser-

teilung als eigenständige Vereinbarung zwischen den Parteien auszulegen. Diese 

vertragliche Beziehung wäre in Anwendung von Art. 117 Abs. 1 und 2 IPRG dem-

jenigen Recht zu unterstellen, mit dem sie am nächsten zusammenhängt, wobei 

dies am Sitz derjenigen Partei vermutet wird, die die charakteristische Leistung zu 

erbringen hat. Da sich die hypothetische vertragliche Beziehung in der Aus-

kunftserteilung der Klägerin erschöpft, wäre entsprechend das Sitzrecht der Klä-

gerin anzuwenden. Eine solche Anknüpfung rechtfertigt sich im vorliegenden Fall 

jedoch nicht. Wie gezeigt geht es bei den von der Beklagten geltend gemachten 

Verhaltensweisen um solche, die im Rahmen von Verhandlungen zwischen der 

Beklagten und D._____ erfolgt sind. Es war zwischen beiden Parteien in keinem 

Zeitpunkt beabsichtigt eine (weitere) vertragliche Beziehung einzugehen. Eine ei-

genständige Verpflichtung der Klägerin im eigentlichen Sinne war folglich nicht 

beabsichtigt. Soweit aber nie eine entsprechende Absicht bestanden hat, kann 

auch nicht von einem abzuschliessenden Vertrag, der für eine akzessorische An-

knüpfung beigezogen werden kann, gesprochen werden.  

g. Dementsprechend ist eine Anknüpfung an eine vertragliche Grundlage im 

vorliegenden Fall ausgeschlossen. Soweit sich die von der Beklagten behaupte-

ten Ansprüche nicht auf eine konkrete vertragliche Grundlage stützen, sind diese 

als deliktisch zu charakterisieren. 

h. Dasselbe Resultat ergibt sich, wenn die Rechtsprechung zum LugÜ hinsicht-

lich der Vertrauenshaftung beigezogen wird. Auch in dessen Anwendungsbereich 

gilt es entsprechende Ansprüche zur Bestimmung des Gerichtsstandes zu cha-

- 29 - 

rakterisieren. Auf der Grundlage der Rechtsprechung des EuGH ist dabei eine 

freiwillig eingegangene Verpflichtung erforderlich, damit der Vertragsgerichtsstand 

nach Art. 5 Nr. 1 LugÜ zur Anwendung kommen kann. Soweit die Parteien diese 

Verpflichtung nicht eingehen (wollen) ist der Sachverhalt unter Art. 5 Nr. 3 LugÜ 

zu subsumieren (Entscheid EuGH vom 17. September 2009 Rs. C-334/00 Tacco-

ni/Wagner, Slg 2002 S. I-7357 ff.). Auf dieser Grundlage ist davon auszugehen, 

dass Ansprüche aus der culpa in contrahendo oder der Vertrauenshaftung unter 

Art. 5 Nr. 3 LugÜ fallen und somit nicht als vertraglich sondern als deliktisch gel-

ten, soweit kein Vertrag geschlossen wurde bzw. keine freiwillig Verpflichtung 

eingegangen wurde (dazu GERHARD WALTER/TANJA DOMEJ, Internationales Zivil-

prozessrecht der Schweiz, 5. Aufl., Bern 2012, S. 210 f.; PAUL OBERHAMMER in: 

DASSER/OBERHAMMER, Stämpflis Handkommentar Lugano Übereinkommen, 

2. Aufl., Bern 2011, N 21 zu Art. 5 LugÜ). Gerade die Auskunftserteilung einer an 

den Vertragsverhandlungen oder am Vertragsschluss eigentlich nicht beteiligten 

Dritten wäre entsprechend als deliktisch zu qualifizieren.  

Zwar kann die Rechtsprechung des EuGH zum LugÜ nicht unbesehen 

übernommen werden, zumal die Auslegung der relevanten Begriffe im LugÜ ver-

tragsautonom erfolgt, doch vermag die Argumentation des EuGH durchaus zu 

überzeugen. Wie auch hinsichtlich des Gerichtsstandes soll den Parteien in Be-

zug auf das anwendbare Recht nichts aufgezwungen werden, womit sie nicht 

rechnen konnten. Gerade wenn die Parteien - wie vorliegend - gar nicht erst in 

Kontakt treten um eine vertragliche Beziehung einzugehen, fehlt es an der Freiwil-

ligkeit ihrer Beziehung. Sie wurden durch ihre jeweiligen Beziehungen zu D._____ 

quasi in eine Situation gezwungen in der sie gemeinsam in Kontakt gerieten. 

Wird sodann - so die Beklagte (act. 41 Rz. 354) - die EU-Verordnung 

"Rom II" beigezogen, kann daraus ebenfalls nichts anderes abgeleitet werden. Zu 

Recht bringt die Beklagte vor, dass diese für die culpa in contrahendo eine eigen-

ständige Bestimmung kennt. Darin wird allerdings - wie im IPRG - auf das Statut 

des geschlossenen oder beabsichtigten Vertrags verwiesen (Art. 12 Abs. 1 

Rom II). Die behaupteten Verhaltensweisen erfolgten im Zusammenhang mit dem 

Abschluss des Kreditvertrags - der aber gerade nicht Gegenstand von Verhand-

- 30 - 

lungen der Parteien war. Die von der Beklagten behauptete Anknüpfung an den 

Versicherungsvertrag liesse sich damit nicht begründen. Eine weitergehende für 

den vorliegenden Fall relevante Rechtsprechung des EuGH ist nicht ersichtlich, 

weshalb die Bestimmung die Auslegung nicht weiter beeinflussen kann.  

i. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beklagten ausserhalb 

von bestehenden vertraglichen Beziehungen geltend gemachten Ansprüche (Ver-

trauenshaftung, culpa in contrahendo) als deliktisch zu qualifizieren sind. Eine 

Rechtswahl haben die Parteien nicht getroffen. Da die Parteien ihren Sitz nicht im 

gleichen Staat haben, kommt demnach Art. 133 Abs. 2 IPRG zur Anwendung. 

Nach dieser Bestimmung ist der Erfolgsort massgebend, soweit der Schädiger mit 

dem dortigen Erfolgseintritt rechnen musste. Erfolgsort ist vorliegend Zürich. Auch 

musste die Klägerin, die einer Gesellschaft mit Sitz in Zürich - zumindest nach der 

Darstellung der Beklagten - Auskünfte erteilt, mit dem dortigen Erfolgseintritt 

rechnen. Entsprechend ist auf die deliktischen Ansprüche Schweizer Recht an-

wendbar. 

4.4. Rechtsscheinhaftung aus nichtigem Geschäft 

4.4.1. Parteidarstellungen 

Die Beklagte begründet ihren Anspruch aus einer Rechtsscheinhaftung mit 

der behaupteten Nichtigkeit des Versicherungsvertrages. Die Police könne nur 

dann Gültigkeit erlangen, wenn die Einmaleinlage tatsächlich geleistet wird, was 

vorliegend nicht der Fall sei. Es handle sich entsprechend um ein simuliertes Ge-

schäft, welches keinen legitimen Zweck erfüllt habe. Es sei davon auszugehen, 

dass die Parteien diesen Vertrag ohne den erforderlichen Rechtsbindungswillen 

und somit nur zum Schein geschlossen hätten. Mit dem Treuhandvertrag sei er-

wiesen, dass nach dem Willen der Parteien die Einmaleinlage nie wirklich bezahlt 

werden sollte. Gegenüber der Beklagten als gutgläubige Dritte hafte die Klägerin 

entsprechend wie wenn der Vertrag gültig abgeschlossen worden wäre (act. 41 

Rz. 139 ff.). 

- 31 - 

Demgegenüber stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, sowohl der Ver-

sicherungsvertrag als auch der Treuhandvertrag seien gültig abgeschlossen wor-

den. Zudem hätten die Vertragsparteien das Erklärte tatsächlich gewollt. Entspre-

chend bestehe kein Raum für einen Rechtsschein und eine entsprechende Haf-

tung (act. 45 Rz. 128 ff.). 

4.4.2. Rechtliches 

Die Frage der Gültigkeit eines Vertrag richtet sich nach dem Vertragsstatut, 

weshalb der vorliegend relevante Versicherungsvertrag nach liechtensteinischem 

Recht zu prüfen ist (vorne E. 4.3.2). Liegt ein Scheingeschäft vor, haften die Ver-

tragsparteien gegenüber Dritten gestützt auf § 916 Abs. 2 ABGB FL wie wenn der 

Vertrag korrekt abgeschlossen worden wäre, sofern dieser auf den Bestand des 

Vertrages vertraut hat. 

Bei der zwischen der Klägerin und D._____ abgeschlossenen Versicherung 

handelt es sich um eine anteilsgebundene Versicherungspolice bzw. einen Insu-

rance Wrapper. Bei einer solchen führt das Versicherungsunternehmen in den 

meisten Fällen ein Anlagedepot bei einer Bank oder einem Effektenhändler. Die-

ses Depot dient der Aufbewahrung von Anlagen eines einzelnen Kunden des 

Versicherungsunternehmens im Rahmen eines Lebensversicherungsvertrages. 

Der Kunde kann auf die Anlage Einfluss nehmen oder sie nach einer individuellen 

Anlagestrategie verwalten lassen. Die (zumeist) bereits bestehenden Wertschrif-

tenanlagen des Kunden werden in der Regel nach Abschluss des Lebensversi-

cherungsvertrages mittels Einmaleinlage in die Versicherung eingebracht und 

dienen als Einmalprämie. Das (formelle) Eigentum an den Wertpapieren geht an 

die Versicherungsgesellschaft über (PETER NOBEL, Schweizerisches Finanzmarkt-

recht und internationale Standards, 3. Aufl., Bern 2010, § 5 N 101 und § 13 

N 104 ff.; FINMA-Mitteilung 9 und 18). Dabei ist auch die Einlage von nicht liqui-

den Vermögenswerten möglich. 

Eine solche fondsgebundene Lebensversicherung ist auch in Liechtenstein 

zulässig und üblich, wobei hinsichtlich der Einlagen und der Fondsanbindung be-

sondere Informationspflichten gegenüber dem Kunden bestehen (Anhang 4 Ziff. 1 

- 32 - 

Abs. 2 lit. h und i Versicherungsaufsichtsgesetz des Fürstentums Liechtenstein 

[VersAG FL]). Die Regelungen des Versicherungsvertragsgesetzes in Liechten-

stein (VersVG FL) wurden weitgehend dem Schweizer Recht entnommen. Wie 

der von der Beklagten beauftragte Gutachter zu Recht ausführt, ist auch davon 

auszugehen, dass die vom Bundesgericht entwickelten Grundvoraussetzungen 

einer Versicherung auf das liechtensteinische Recht anzuwenden sind (act. 42/45 

Rz. 11). Dies ergibt sich auch aus dem Urteil des Fürstlichen Obersten Gerichts-

hofs vom 6. Dezember 2013 (10 CG.2009.270; LES1/14 S. 21 ff., S. 36). Damit 

wird vorausgesetzt, dass ein bestimmtes Risiko abgesichert wird, dass der Versi-

cherer eine bestimmte Leistung erbringt, dass der Versicherte seinerseits eine 

Leistung erbringt - in aller Regel die Prämienzahlung -, dass es sich beim Ver-

tragsverhältnis um eine selbständige Operation handelt und dass die Versiche-

rung im planmässigen Geschäftsbetrieb abgeschlossen wird (GERHARD STOESSEL, 

in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgesetz über den 

Versicherungsvertrag, Basel 2001, N 2 und N 6 ff. zur Allgemeinen Einleitung). 

Hinsichtlich der hier besonders interessierenden Prämienleistung wird verlangt, 

dass diese vorgängig und unbedingt zu entrichten ist. Sie muss zwar nicht direkt 

im Versicherungsvertrag enthalten, aber zumindest objektiv bestimmbar sein 

(GERHARD STOESSEL, in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER/GROLIMUND [Hrsg.], Basler 

Kommentar Versicherungsvertragsgesetz, Nachführungsband, Basel 2012, N 8 

zur Allgemeinen Einleitung). 

4.4.3. Würdigung 

Die Beklagte geht in erster Linie davon aus, dass der Versicherungsvertrag 

keinen legitimen Zweck erfülle und lediglich zum Schein unterzeichnet worden sei 

(act. 41 Rz. 140 und Rz. 40 ff.). Sinngemäss macht die Beklagte sodann gestützt 

auf das von ihr eingereichte Gutachten von Prof. Dr. H._____ geltend, dass die 

verurkundete Einmaleinlage nicht vorgängig und unbedingt geleistet worden ist, 

woraus sie die Nichtigkeit des Versicherungsvertrages ableitet. Dabei sind drei 

Sachverhaltskomplexe zu unterscheiden. Einerseits wird bestritten, dass die 

Übertragung der Gesellschaftsanteile an die Klägerin überhaupt stattgefunden hat 

(act. 41 Rz. 56; act. 42/35 Rz. 13) und andererseits, dass eine allfällige Übertra-

- 33 - 

gung aufgrund des Treuhandvertrages nicht unbedingt erfolgt sei (act. 41 Rz. 58; 

act. 42/35 Rz. 14). Sodann macht die Beklagte einen Verstoss gegen die AVB der 

Klägerin und liechtensteinisches Aufsichtsrecht geltend (act. 41 Rz. 61). 

4.4.3.1. Zweck des Versicherungsvertrages 

Den pauschalen (act. 41 Rz. 44 und Rz. 139 f.) und bestrittenen (act. 45 

Rz. 128 f.) Behauptungen der Beklagten zum Zweck des Versicherungsvertrages 

kann nicht gefolgt werden. Es mag zwar sein, dass D._____ den Versicherungs-

vertrag abschloss, um mit der Police einen Kredit erhältlich zu machen. D._____ 

hätte die Gesellschaftsanteile der Beklagten jedoch auch direkt als Pfand anbie-

ten können. Auch die Beklagte geht davon aus, dass gerade die Gesellschaftsan-

teile bzw. die Liegenschaft der C._____ der wesentliche Inhalt des Pfandes wa-

ren. Es ist nicht ersichtlich, dass die Gesellschaftsanteile erst durch die Verurkun-

dung in der Versicherungspolice einen Wert erhalten haben. Das Gegenteil wird 

von der Beklagten - die die Nichtigkeit zu beweisen hätte - auch nicht behauptet. 

Dass D._____ bereit war, hohe Gebühren für die Versicherung zu leisten (act. 45 

Rz. 24), kann durchaus mit der Erleichterung der internationalen Belehnung zu-

sammenhängen. Inwiefern die hohen Kosten der Versicherung deren Gültigkeit 

beeinflussen sollen (sinngemäss act. 41 Rz. 41 f.), wird von der Beklagten aber 

nicht näher ausgeführt und ist auch nicht ersichtlich. Alleine daraus kann folglich 

kein Scheingeschäft hergeleitet werden. Nicht zuletzt ist zudem auf den zeitlichen 

Ablauf hinzuweisen. Die Kontaktaufnahme von D._____ bzw. deren Rechtsvertre-

terin mit der Beklagten erfolgte mehr als ein Jahr nach Abschluss des Versiche-

rungsvertrages. Hätte die Versicherung und die dafür geleistete Gebühr tatsäch-

lich einzig den Abschluss des Kreditvertrages bei der Beklagten bezweckt, wäre 

ein Kontakt schneller hergestellt worden.  

Ohne konkretere Anhaltspunkte zu nennen, behauptet die Beklagte es sei 

offensichtlich, dass die Klägerin von den Absichten D._____s gewusst habe und 

dass dies bereits früher zwischen den Parteien des Versicherungsvertrages the-

matisiert worden sei. Beweisen will dies die Beklagte mit der Edition von Korres-

pondenz zwischen D._____ und der Klägerin bzw. F._____ über einen Zeitraum 

von 20 Monaten (act. 41 Rz. 275 und Rz. 419). Diese pauschale Aussage genügt 

- 34 - 

für eine substantiierte Behauptung der beweisbelasteten Beklagten nicht. Die Edi-

tionsbegehren sind abzuweisen, da sie einen unerlaubten Ausforschungsbeweis 

darstellen, zumal keinerlei belegte Anhaltspunkte für eine entsprechende Absicht 

besteht. 

Im Übrigen ist aber auch festzuhalten, dass der Abschluss einer Versiche-

rung zwecks Sicherung eines Kredits nicht illegitim ist, weshalb nicht ersichtlich 

ist, dass der Versicherungsvertrag zwischen der Klägerin und D._____ als 

Scheingeschäft zu qualifizieren wäre. 

4.4.3.2. Leistung der Einmaleinlage 

Entgegen der Behauptung der Beklagten verstrickt sich die Klägerin nicht in 

Widersprüche. Sie hat bereits in ihrer Widerklageantwort ausgeführt und in ihrer 

Widerklageduplik wiederholt, dass eine Übertragung der Gesellschaftsanteile 

stattgefunden habe, diese aber sogleich mittels Treuhandvertrag zurückübertra-

gen worden seien (act. 19 Rz. 27 f.; act. 45 Rz. 13). Die Ausführungen zum obli-

gatorischen Anspruch der Klägerin gegenüber D._____ auf Übertragung der Ge-

sellschaftsanteile betreffen sodann nicht die Einlage an sich, sondern vielmehr die 

gegenwärtige Situation (act. 19 Rz. 32; act. 45 Rz. 23). Die Ausführungen der 

Klägerin in ihrer Noveneingabe stellen somit keine neuen Tatsachenbehauptun-

gen dar. Sie hat lediglich ihren bereits bestehenden Standpunkt mit einem neuen 

(vgl. vorne E. 1.3.3) Beweismittel untermauert. 

Hinsichtlich der Übertragung der Gesellschaftsanteile ist zu berücksichtigen, 

dass diese nach italienischem Recht zu beurteilen ist (vorne E. 4.3.3). Als Beweis 

dafür, dass die Übertragung rechtmässig erfolgt sein soll, legt die Klägerin einen 

Entscheid des Landgerichts Brescia ins Recht. In seinem Urteil vom 27. Januar 

2017 entschied das Landgericht Brescia für das Verhältnis zwischen der Klägerin 

einerseits und D._____ sowie E._____ andererseits verbindlich, dass letztere mit 

der Abtretungserklärung vom 31. Juli 2009 (act. 20/3) die gesamte Beteiligung am 

Stammkapital der C._____ an die Klägerin übertragen haben. Gestützt darauf hat 

es die Klägerin zur Alleingesellschafterin der C._____ erklärt (act. 65/1 S. 8 f. der 

Übersetzung). Dies zeigt, dass die Übertragung der Gesellschaftsanteile als Ein-

- 35 - 

malprämie rechtmässig erfolgt ist. Auch wenn das Urteil im Verhältnis zwischen 

den Parteien des vorliegenden Verfahrens keine Rechtskraft erlangen kann, sind 

keine Gründe, ersichtlich weshalb von dessen Resultat abgewichen werden sollte. 

Immerhin hat ein italienisches Gericht in einem rechtskräftig erledigten Verfahren 

über eine nach italienischem Recht zu beurteilende Frage im Verhältnis zwischen 

den Vertragsparteien entschieden; einer erneuten Prüfung bedarf es nicht.  

Weiter sind auch die Einwände der Beklagten hinsichtlich der Eintragung der 

Übertragung im Handelsregister (act. 41 Rz. 101 ff.; act. 75 Rz. 22 f.) nicht zu hö-

ren. Wie sich sowohl aus dem Urteil des Landgerichts Brescia als auch aus der 

von der Beklagten eingereichten Legal Opinion ergibt, bestehen für die Übertra-

gung der Gesellschaftsanteile nach italienischem Recht keine Formvorschriften 

(act. 65/1 S. 6 der Übersetzung; act. 76/66 S. 2). Auch wenn für die Wirksamkeit 

der Übertragung gegenüber der Gesellschaft oder Dritten ein Eintrag im Handels-

register erforderlich sein soll, so beschlägt dies die Frage der gültigen Leistung 

der Einmaleinlage nicht - diese erfolgte im Verhältnis zwischen der Klägerin und 

D._____ bzw. E._____. Eine Leistung erfolgt auch dann, wenn diese gegenüber 

Dritten noch keine Wirkung entfalten kann.  

Schliesslich beschlägt die Frage, ob die Klägerin gegenüber einem Dritten in 

der Lage wäre, diesem das Eigentum an den Gesellschaftsanteilen zu verschaf-

fen (so die Beklagte, act. 75 Rz. 23), die Gültigkeit des Versicherungsvertrages 

nicht. Dieser regelt einzig das Verhältnis zwischen Versicherer und Versiche-

rungsnehmer. Diesbezüglich kann sich die Beklagte folglich nicht auf eine Nich-

tigkeit und eine Rechtsscheinhaftung aus dem Versicherungsvertrag berufen. Al-

lerdings ist zu prüfen, ob die Klägerin damit gegen andere Pflichten gegenüber 

der Beklagten verstossen hat (hinten E. 4.6 ff.). 

Damit ist belegt, dass die Prämie an sich gültig geleistet worden ist. Es stellt 

sich immerhin die Frage, ob aufgrund der treuhänderischen Rückübertragung der 

Gesellschaftsanteile an D._____ nicht mehr von einer unbedingten Einlage aus-

gegangen werden kann. 

- 36 - 

4.4.3.3. Unbedingte Einlage 

Der Treuhandvertrag wurde von den Vertragsparteien Schweizer Recht un-

terstellt (vorne E. 4.3.4). Ein solcher Vertrag ist im Schweizer Recht zwar gesetz-

lich nicht geregelt, wird aber allgemein anerkannt. Eine treuhänderische Rechts-

übertragung liegt vor, wenn der bisherige Rechtsinhaber sein Recht auf einen 

Treuhänder überträgt und dabei mit diesem verabredet, dass das übertragene 

Recht vom Treuhänder nach Massgabe vertraglicher Abmachungen ausgeübt 

werden soll (WOLFGANG WIEGAND, in: HONSELL/VOGT/WIEGAND [Hrsg.], Basler 

Kommentar Obligationenrecht I, 6. Aufl., Basel 2015, N 140 zu Art. 18 OR). Dabei 

erwirbt der Treuhänder nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung das volle Ei-

gentum am Treugut und ist dem Treugeber gegenüber obligatorisch verpflichtet, 

das Treugut in bestimmter Weise zu gebrauchen. 

Alleine, weil eine Rückübertragung des Eigentums erfolgt ist, kann aber 

nicht auf einen bedingten Eigentumserwerb der Klägerin geschlossen werden. 

Solches ergibt sich aus dem Treuhandvertrag nicht. Wie auch die ursprüngliche 

Übertragung wurde der Anspruch der Klägerin auf Rückübertragung der Gesell-

schaftsanteile in Anwendung des Treuhandvertrages keiner Bedingung unterstellt. 

Ebenso wenig ist die Tatsache, dass bei einer Weigerung der Gegenseite eine 

Rechtsdurchsetzung über die Gerichte erforderlich wird, als Einschränkung anzu-

sehen, die eine unbedingte Leistung der Prämie ausschliessen würde. Von einer 

solchen eigenen Bewirtschaftung einer Gesellschaft durfte auch die Beklagte 

nicht zwingend ausgehen. Dass im verwendeten Standardvertrag verschiedene 

Klauseln enthalten sind, die nicht auf die vorliegende Situation massgeschneidert 

oder in dieser gar überflüssig sind (so die Beklagte act. 41 Rz. 277 f.), kann daran 

nichts ändern. Die Verwendung von Standardverträgen ist nicht unzulässig. Diese 

erlangen auch dann Wirkung, wenn einzelne Bestimmungen für den konkreten 

Fall nicht zur Anwendung gelangen können. 

Weiter ergibt sich aus den Richtlinien der FINMA, dass es bei anteilsgebun-

denen Lebensversicherungen durchaus zulässig ist, dass der Versicherungsneh-

mer zumindest indirekt die Bewirtschaftung des Depots selbst übernimmt (FINMA 

Mitteilung 18). Während dies bei einem Wertschriftendepot mittels einer Vollmacht 

- 37 - 

bewerkstelligt werden kann, ist bei der Einlage anderer Vermögenswerte mit 

massgeschneiderten Lösungen zu arbeiten. Dabei erscheint die treuhänderische 

Verwaltung durch den Versicherungsnehmer durchaus als gangbarer Weg. Ins-

besondere ist bei einer GmbH auch im italienischen Recht grundsätzlich vorgese-

hen, dass die Oberleitung der Gesellschaft durch die Gesellschafter selbst vorge-

nommen wird (Art. 2475 Abs. 1 CC IT). Diese Oberleitung der Versicherungsge-

sellschaft, also hier der Klägerin, zwingend aufzubürden erscheint aber weder 

zwingend noch praktikabel. Da aber die Einlage zulässig ist, muss auch eine 

treuhänderische Rückübertragung und damit Auslagerung der Geschäftsführung 

möglich sein. Gestützt auf die Treuhandvereinbarung war die Klägerin zudem be-

rechtigt, D._____ hinsichtlich der Leitung der C._____ Instruktionen und Weisun-

gen zu erteilen (act. 27/4 Ziff. 3). Ob die Klägerin von diesem Recht regelmässig 

Gebrauch gemacht hat oder sich auf allgemeine Instruktionen beschränkt hat, ist 

irrelevant. Vertraglich hat sie auf jeden Fall die Kontrolle an der Gesellschaft be-

halten, was hinsichtlich der Versicherungslösung entscheidend ist. Die diesbezüg-

lichen Editionsbegehren der Beklagten hinsichtlich sämtlicher während 7.5 Jahren 

zu diesem Thema ergangenen Korrespondenz ohne konkrete Hinweise auf eine 

entscheidrelevante Verhaltensweise (act. 41 Rz. 283, Rz. 286 und Rz. 288) stel-

len damit ebenfalls unzulässige Ausforschungsbeweise dar, die abzuweisen sind. 

Daraus ergibt sich, dass die Rückübertragung der Gesellschaftsanteile mit-

tels eines Treuhandvertrags, der einen obligatorischen Anspruch der Klägerin auf 

die Übertragung der Gesellschaftsanteile enthält, die erfolgte Leistung der Prämie 

nicht in Frage stellen kann. Die Prämie ist unbedingt geleistet worden. 

4.4.3.4. Verstoss gegen die Versicherungsbedingungen und das Aufsichtsrecht 

Somit verbleibt einzig ein Verstoss gegen die eigenen Versicherungsbedin-

gungen zu prüfen. Ein Widerspruch zu Ziff. 9 lit. d ist vorliegend offenkundig 

(act. 20/2 AVB Ziff. 9 lit. d), verlangt doch diese Bestimmung, dass die Klägerin 

das Eigentum am Portfolio behält. Dies ist bei einer treuhänderischen Übertra-

gung gerade nicht der Fall. Allerdings kann dies den Vertragsparteien nicht ent-

gegengehalten werden, da es sich nicht um eine gesetzlich zwingende Bestim-

mung handelt (dazu sogleich). Es steht den Parteien folglich frei, im Rahmen der 

- 38 - 

individuellen Abrede von den allgemeinen Bedingungen abzuweichen. Dies kann 

der Klägerin folglich auch nicht entgegengehalten werden. 

Ausserdem bemängelt die Beklagte einen Verstoss gegen das liechtenstei-

nische Aufsichtsrecht (act. 41 Rz. 61; act. 42/35 Rz. 17 ff.). Der im Zeitpunkt des 

Vertragsschlusses gültige Art. 39 Abs. 1 aVersAV FL verlangt aber nicht, dass die 

Einmaleinlage zwingend im Eigentum der Versicherungsgesellschaft verbleibt. 

Vielmehr muss lediglich gewährleistet werden, dass die vernünftigerweise mögli-

chen Leistungen erbracht werden können. Dabei entspricht die Grundlage in 

Art. 16 aVersAG FL wörtlich der Regelung in Art. 16 VAG, weshalb auf die dies-

bezügliche Literatur zurückgegriffen werden kann. Ob die abgeschlossene Versi-

cherung gegen diese Regeln verstösst, kann offen gelassen werden. So oder an-

ders kann die Beklagte daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die hier relevan-

ten aufsichtsrechtlichen Bestimmungen bestehen zum Schutz des Versiche-

rungsnehmers. Dieser soll davor geschützt werden, dass der Versicherer beim 

Eintritt des Versicherungsfalles oder im Rahmen eines Rückkaufs nicht in der La-

ge ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen (HANS-JÜRGEN WOLTER, in: HSU/STUPP 

[Hrsg.], Basler Kommentar Versicherungsaufsichtsgesetz, Basel 2015, N 2 zu 

Art. 16 VAG). Dieser Schutz war im vorliegenden Fall ohne Weiteres gewährleis-

tet. Die Klägerin hat das Eigentum treuhänderisch an die Versicherungsnehmerin 

abgetreten. Als Begünstigte waren die Erben der Versicherungsnehmerin aufge-

führt. Entsprechend bestand für D._____ bzw. ihre Erben und gleichzeitig Be-

günstigte der Lebensversicherung zu keinem Zeitpunkt ein Risiko, dass ihre An-

sprüche aus der Versicherung nicht erfüllt werden könnten. Die Erfüllung hätte 

einzig durch eine Weigerung - oder allenfalls frühere Übertragungshandlungen - 

von D._____ verunmöglicht werden können. Dies liegt im Verantwortungsbereich 

der Versicherungsnehmerin und stellt folglich kein Risiko dar, welches mit auf-

sichtsrechtlichen Regeln abgesichert werden müsste bzw. mit dem die Klägerin 

hätte rechnen müssen. Damit kann ein allfälliger Verstoss gegen das Aufsichts-

recht dem gültigen Versicherungsvertrag nicht entgegen gehalten werden. 

- 39 - 

4.4.4. Fazit 

Die Beklagte vermag nicht darzutun, dass es sich bei der zwischen der Klä-

gerin und D._____ abgeschlossenen Lebensversicherung um einen simulierten 

oder anderweitig nichtigen Vertrag handelt. Der Vertrag ist gültig abgeschlossen 

worden. Folglich kann die Beklagte auch keine Rechte aus einer Rechtsschein-

haftung geltend machen, da gerade nicht nur ein Rechtsschein erweckt, sondern 

tatsächlich ein Rechtsgeschäft eingegangen worden ist. Dies heisst aber nicht, 

dass der Beklagten aus der Police keine Ansprüche zustehen, zumal sie sich die 

vertraglichen Ansprüche von D._____ hat verpfänden lassen (dazu hinten E. 4.9). 

4.5. Rechtsscheinhaftung aus Anerkennung der Forderung 

Als weitere Grundlage für eine Haftung der Klägerin aus einem erweckten 

Rechtsschein nennt die Beklagte das Anerkenntnis der Forderung. Einerseits 

stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, sie habe auf das Vorhandensein der 

in der Police verurkundeten Vermögenswerte vertrauen dürfen, andererseits stützt 

sie sich auf die Bestätigung der Klägerin hinsichtlich der Zession der Ansprüche 

durch D._____. 

4.5.1. Parteidarstellungen 

Die Beklagte macht geltend, aus der Versicherungspolice ergebe sich nicht, 

dass der Anspruch lediglich aus einem obligatorischen Anspruch gegenüber 

D._____ bestehe. Vielmehr sei darin als Prämie "trasferimento di titoli" genannt, 

weshalb die Beklagte als Dritte habe davon ausgehen dürfen, dass die Anteile an 

der C._____ im Eigentum der Klägerin stehen. Die Klägerin habe gewusst, dass 

noch weitere Schritte erforderlich gewesen wären um die Gesellschaftsanteile zu 

übertragen, trotzdem habe sie D._____ eine Versicherungspolice ausgehändigt, 

welche falsche Tatsachen bescheinigt habe. Spätestens indem die Klägerin der 

Beklagten gegenüber die Abtretung der Ansprüche von D._____ bestätigt habe, 

habe sie den Bestand einer Forderung anerkannt (act. 41 Rz. 103 ff. und 

Rz. 162 ff.).  

- 40 - 

Die Klägerin führt dazu aus, die Police habe keine falschen Tatsachen ver-

urkundet. Es sei darin lediglich von Übertragung von Titeln für die Leistung der 

Prämie die Rede gewesen, wobei diese weder genauer bezeichnet noch deren 

Wert aufgeführt gewesen sei. Alleine deshalb wäre es an der Beklagten gewesen 

weitere Abklärungen vorzunehmen (act. 45 Rz. 22 ff.). Weiter bestreitet die Kläge-

rin, dass die Ansprüche von D._____ an die Beklagte abgetreten worden seien 

(act. 45 Rz. 29 ff.). Sodann könne weder die Police - welche in den Kundeninfor-

mationen ausdrücklich festhalte, dass die Auszahlungssumme nicht garantiert sei 

- noch die Reaktion auf die Verpfändungsanzeige - die lediglich die Vormerknah-

me der Verpfändung an sich bestätige - eine eigentliche Anerkennung der Forde-

rung darstellen (act. 45 Rz. 137 ff.). 

4.5.2. Rechtliches 

Die Natur einer Versicherungspolice ergibt sich im Schweizer Recht aus 

Art. 11 und Art. 73 VVG. Das VersVG FL enthält mit Art. 10 und Art. 64 sehr ähn-

liche, im Wesentlichen identische Bestimmungen, weshalb auf die Rechtspre-

chung bzw. Kommentierungen zu den entsprechenden Bestimmungen des VVG 

abzustellen ist. Demgemäss ist die Police eine reine Beweisurkunde, welche die 

Existenz und den Inhalt des Versicherungsvertrages bestätigt. Sie ist abhängig 

vom Versicherungsanspruch und nur dieser kann abgetreten oder verpfändet 

werden. Dagegen hat die Police keinen Vermögenswert und sie stellt kein Wert-

papier dar. Dies bedeutet, dass die Rechte aus dem Versicherungsvertrag bei 

Vorliegen der Voraussetzungen auch ohne die Police geltend gemacht werden 

können (FRANZ HASENBÖHLER, in: HONSELL/VOGT/SCHNYDER, BSK VVG, a.a.O., 

N 81 zu Art. 11). Demzufolge kann nicht die Police als solche, sondern nur der in 

ihr verurkundete obligatorische bzw. schuldrechtliche Versicherungsanspruch ab-

getreten, verpfändet oder gepfändet werden (MORITZ KUHN, in: HONSELL/VOGT/ 

SCHNYDER, BSK VVG, a.a.O., N 9 zu Art. 73 VVG; URS EMCH/HUGO RENZ/RETO 

ARPAGAUS Das Schweizerische Bankgeschäft, 7. Aufl., Zürich 2011, N 1329). 

Dass die Versicherungspolice dem Sicherheitsgläubiger vom Sicherheitsgeber 

übergeben werden muss (Art. 73 Abs. 1 VVG) ändert an dieser Betrachtung 

- 41 - 

nichts (SAMUEL MARBACHER, Die Lebensversicherung als Kreditsicherheit, in: AJP 

2011, S. 456 ff., S. 463).  

Die Gültigkeit der Abtretung an sich ist nach Schweizer Recht zu beurteilen, 

zumal sie nur das Verhältnis zwischen Beklagter und D._____ betrifft (vorne 

E. 4.3.6). Demnach sind Forderungen abtretbar, sofern nicht Gesetz, Vereinba-

rung oder Natur des Rechtsverhältnisses entgegenstehen (Art. 164 OR), wobei 

eine schriftliche Vereinbarung erforderlich ist (Art. 165 Abs. 1 OR). Vom Schrift-

lichkeitserfordernis sind dabei sämtliche Merkmale umfasst, welche die abgetre-

tene Forderung hinreichend individualisieren (DANIEL GIRSBERGER/JOHANNES LU-

KAS HERMANN, in: HONSELL/VOGT/WIEGAND, BSK OR I, a.a.O., N 2 zu Art. 165 

OR). 

Wie ausgeführt, ist die Zession im Verhältnis zur Klägerin nach liechtenstei-

nischem Recht zu beurteilen (vorne E. 4.3.6). Dieses regelt die Zession in 

§ 1392 ff. ABGB FL. Die anwendbaren Bestimmungen entsprechen wörtlich den 

Bestimmungen des österreichischen ABGB, weshalb auf die dazu ergangene 

Rechtsprechung abgestellt werden kann. Nach diesen Regelungen ist die Abtre-

tung eines veräusserlichen Rechts zulässig; einzig Forderungen, die an Personen 

geknüpft sind, können nicht abgetreten werden (§ 1393 ABGB FL; dazu ALBERT 

HEIDINGER, in: SCHWIMANN/KODEK [Hrsg.], ABGB Praxiskommentar, Band 6, 

4. Aufl., Wien 2016, N 4 ff. zu § 1396 ABGB Ö). Der Zessionsvertrag wird zwi-

schen dem Zedenten und dem Zessionar geschlossen; der Schuldner ist nicht be-

teiligt und ist bis zur Bekanntgabe der Abtretung berechtigt an den bisherigen 

Gläubiger zu bezahlen (§ 1395 ABGB FL). Mit der Anzeige der Abtretung erlischt 

dieses Recht des Schuldners. Zudem ist er zur Erfüllung an den neuen Gläubiger 

verpflichtet, wenn er die Forderung gegenüber dem redlichen Übernehmer für 

richtig anerkannt hat (§ 1396 ABGB FL). Zuvor kann er diesem gegenüber sämtli-

che Einwendungen aus dem Grundgeschäft entgegenhalten (HEIDINGER, a.a.O., 

N 3 zu § 1392 ABGB Ö und N 2 zu § 1396 ABGB Ö). 

- 42 - 

4.5.3. Würdigung 

4.5.3.1. Allgemeines 

Die Versicherungspolice (act. 20/2 S. 3 f.) enthält vorab die Vertragspartne-

rin und versicherte Person (D._____), die Begünstigten (I._____ und J._____ so-

wie E._____) und die Gültigkeitsdauer der Police. Sodann wird die Prämie mit 

EUR 8'865'330.00 beziffert und als Zahlungstyp "Trasferimento di titoli", also Titel-

transfer, aufgeführt. Schliesslich wird auf das hohe Risiko ("Investimento: Alto 

Rischio") hingewiesen. 

Vorab ist festzuhalten, dass weder die Police noch die Kenntnisnahme von 

der Verpfändung bzw. Abtretung dazu geeignet sind, einen eindeutigen Rück-

kaufswert zu anerkennen. Wie sich aus der Natur des Insurance Wrapper ergibt 

(vorne E. 4.4.2), ist der Wert desselben immer von den eingebrachten Vermö-

genswerten und damit auch von den Wertschwankungen, die damit verbunden 

sind, abhängig. Dies muss der Beklagten als Bank bekannt sein. Die unbedingte 

Anerkennung eines klar bestimmten Werts kann damit nur in Ausnahmefällen an-

genommen werden. 

4.5.3.2. Anerkennung durch Ausstellung der Police 

Nach dem Rechtsgutachten H._____ soll die Versicherungspolice nach 

liechtensteinischem Recht Züge eines Wertpapiers aufweisen, was insbesondere 

gelte, wenn eine Police verpfändet werden. Dies, weil Abtretung und Verpfändung 

zur Gültigkeit der Schriftform und der Übergabe der Police bedürfen. Daraus wer-

de ein erhöhter Beweiswert offenkundig. Insgesamt werde eine ganze Reihe von 

Rechtswirkungen - ohne Definition welcher - an die Police als Urkunde geknüpft, 

weshalb ihr ein wesentlich höheres Vertrauen entgegen gebracht werden dürfe 

als einer normalen Vertragsurkunde (act. 42/35 Rz. 16). Dies ergebe sich auch 

aus einem Urteil des Fürstlichen Obersten Gerichtshofes (act. 42/35 Rz. 5 und 

Rz. 21).  

Dieser Auslegung kann in dieser Absolutheit nicht gefolgt werden. Selbst der 

Parteiexperte führt aus, dass es sich bei der Police in erster Linie um eine Be-

- 43 - 

weisurkunde handelt (act. 42/35 Rz. 16). Bewiesen wird dabei vor allem die Exis-

ten