# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbcc231b-cb5c-5f86-a4e7-d1dff5114f21
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2007 C-7731/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7731-2006_2007-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-7731/2006
{T 0/2}

Urteil vom 14. Mai 2007

Mitwirkung: Richter: Eduard Achermann 
Richter: Francesco Parrino 
Richterin: Franziska Schneider 
Gerichtsschreiber: Daniel Stufetti

O_______ C_______, 
vertreten durch Fürsprecher Marc R. Bercovitz, Jurastrasse 15, Postfach 3231, 
2500 Biel,
Beschwerdeführer, 

gegen

Schweizerische Maturitätskommission, c/o Staatssekretariat für Bildung 
und Forschung (SBF), Passerelleprüfungen, Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,
Vorinstanz,

betreffend

Anerkennung von Berufsmaturitätsausweisen - Ergänzungsprüfung für die 
Zulassung zu den universitären Hochschulen (Passerellen-Prüfung), 
Verfügung vom 13. September 2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. O_______ C_______ (im Folgenden Beschwerdeführer) hat vom 28. Au-
gust bis 5. September 2006 an der Berner Maturitätsschule für Erwachse-
ne BME die Ergänzungsprüfungen "Passerelle Berufsmatur – universitäre 
Hochschulen" abgelegt. Dabei hat er folgende Noten  erzielt:

Erstsprache Deutsch      3
Zweitsprache Französisch   4.5
Mathematik   2.5
Bereich Naturwissenschaften      5
Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften   4.5.

Das Punktetotal betrug: 19.5.

B. Mit Verfügung vom 13. September 2006 teilte die Schweizerische Maturi-
tätskommission (Vorinstanz) dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf die-
ses Prüfungsergebnis und die Bestehensnormen gemäss Art. 11 der Ver-
ordnung vom 19. Dezember 2003 über die Anerkennung von Berufsmaturi-
tätsausweisen  für  die  Zulassung  zu  den  universitären  Hochschulen  (SR 
413.14, nachfolgend Verordnung vom 19. Dezember 2003) mit, dass er die 
Prüfung nicht bestanden habe. Eine der Voraussetzungen für das Beste-
hen der Prüfung bildet nach Art. 11 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 19. 
Dezember 2003 ein Total von 20 Punkten. 

C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer  am 30.  September 
2006  beim Eidgenössischen  Departement  des  Innern  (nachfolgend  EDI) 
Beschwerde.  Er  beantragte,  die  Verfügung  der  Schweizerischen  Maturi-
tätskommission sei  aufzuheben,  und die  Prüfungsresultate  seien  neu zu 
bewerten.  Jedes Prüfungsfach sei  durch zwei unabhängige,  nicht an der 
Prüfung  beteiligte  Experten  überprüfen  zu  lassen,  und  es  sei  an-
schliessend über die Prüfung neu zu befinden. Des Weiteren sei ihm Ein-
sicht in sämtliche Prüfungsresultate und Berichte zu geben. 

Als vorsorgliche Massnahme beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm 
zu gestatten, sich an der Universität Bern zu immatrikulieren. 

Gleichzeitig stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung eines amtlichen Anwalts. 

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  aus,  die 
Prüfungsprozesse seien nicht transparent,  die Prüfungsfragen hätten teil-
weise  nicht  dem erlernten Stoff  entsprochen,  die  Notengebung sei  nicht 
nachvollziehbar und es sei nicht auszuschliessen, dass die Examinatoren 
relevante Details übersehen hätten. Zudem sei er im Unterricht nur unge-
nügend auf die Prüfung vorbereitet worden. 

Zur Begründung der beantragten vorsorglichen Massnahme führte der Be-
schwerdeführer aus, er habe in seiner gewünschten Studienrichtung,  der 
Humanmedizin,  bereits  den Eignungstest  für  medizinische  Studiengänge 
erfolgreich absolviert, wodurch ihm für das Studienjahr 2006/2007 an der 
Universität  Bern  ein  Studienplatz  in  der  Humanmedizin  zugeteilt  worden 

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sei. Deshalb müsse er sich rechtzeitig immatrikulieren können.

D. Mit  Verfügung vom 4. Oktober 2006 entsprach das EDI dem Antrag des 
Beschwerdeführers auf Einsichtnahme in die Prüfungsunterlagen und ver-
wies ihn dazu an das Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF.

E. Auf den Antrag betreffend eine vorsorgliche Immatrikulation an der Univer-
sität  Bern  trat  das  EDI  mit  der  Begründung  der  fehlenden Zuständigkeit 
nicht  ein  und verwies  den Beschwerdeführer  an die  zuständige  Fakultät 
der Universität Bern. 

F. Mit Eingabe vom 22. Oktober 2006 an das EDI ergänzte der Beschwerde-
führer  die  Beschwerdebegründung.  Er  machte  geltend,  er  sei  im  Fach 
Deutsch über einen Teil des in den Richtlinien vorgesehenen Stoffes nicht 
geprüft worden. 

G. Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  3.  November 
2006 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 
von ihr  eingeholten Stellungnahmen des Prüfungsleiters  und Delegierten 
für Passerellefragen, des Rektors der Berner Maturitätsschule für Erwach-
sene  (BME),  der  Lehrpersonen  sowie  der  Experten,  denen  sie  sich  an-
schloss. Der Delegierte für Passerellefragen und der Rektor der BME be-
stätigten aufgrund der Stellungnahmen der Experten und Fachlehrer über-
einstimmend die korrekte  Durchführung und Bewertung der Prüfung des 
Beschwerdeführers und beantragten die Abweisung der Beschwerde. Der 
Rektor der BME bestätigte allerdings den vom Beschwerdeführer erhobe-
nen Einwand betreffend die Prüfung im Fach Deutsch. Die BME sei vom 
Staatssekretariat für Bildung und Forschung mit Brief vom 23. Dezember 
2005 auf  die Problematik  hingewiesen worden.  Die BME ihrerseits  habe 
die Kandidaten im Januar 2006 über die Deutschlehrer  informiert. 

H. Mit Verfügung vom 15. November 2006 entband das EDI den Beschwerde-
führer von der Leistung eines Kostenvorschusses, lehnte aber das Gesuch 
um Bestellung eines amtlichen Rechtsbeistands ab, weil der Beschwerde-
führer selbst in der Lage sei, sich, wenn nötig, noch einmal zum Prüfungs-
verlauf zu äussern. 

I. Mit Eingabe vom 21. November 2006 liess der Beschwerdeführer über sei-
nen Anwalt nochmals das Gesuch um die Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung  unter  Beiordnung des von ihm inzwischen  zugezogenen 
Anwalts stellen.

J. Aufgrund dieses erneuten Gesuchs kam das EDI mit Verfügung vom 27. 
November  2006  auf  dessen  Entscheid  vom 15.  November  2006  zurück 
und bewilligte dem Beschwerdeführer gemäss Art. 65 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  die  unentgeltliche  Rechtspflege  und  bestimmte  den  vom  Be-
schwerdeführer mandatierten Anwalt als Rechtsbeistand.

K. Mit Verfügung vom 4. Januar 2007 überwies das EDI die Beschwerde dem 
Bundesverwaltungsgericht.

L. Am 9. Januar 2007 informierte das Staatssekretariat für Bildung und For-
schung  (SBF)  das  Bundesverwaltungsgericht,  dass  das  EDI  drei  gleich 

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lautende Beschwerden betreffend dieselbe Schule teilweise gutgeheissen 
habe, weshalb für die Rekurrenten - und je nach Ausgang des Verfahrens 
vor dem Bundesverwaltungsgericht allenfalls auch für den Beschwerdefüh-
rer - Gelegenheit zur Wiederholung der Prüfung bestehe. 

M. Mit  Replik  vom  12.  Januar  2007  beantragte  der  Beschwerdeführer,  die 
Note im Fach Deutsch sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihm 
Gelegenheit zu geben, die Prüfung im Fach Deutsch innert nützlicher Frist 
zu wiederholen. Zur Begründung verwies er auf seine Ausführungen in der 
Beschwerde. Insbesondere machte er nochmals geltend, er habe für das 
Fach Deutsch gemäss Prüfungsreglement  beide Prüfungsteile,  Textinter-
pretation sowie Fragestellung über die Maturitätsarbeit, vorbereitet. An der 
Prüfung sei jedoch der zweite Teil nicht geprüft worden, nachdem das Re-
glement im Verlauf des Schuljahres ohne seine Kenntnis geändert worden 
sei. Wäre er informiert gewesen, so hätte er sich auf den einen Prüfungs-
stoff  konzentrieren  und  entsprechend  mehr  Zeit  in  die  Vorbereitung  der 
Textinterpretation investieren können. Dadurch hätte er mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit eine bessere Note als eine 3 erzielen können. Deshalb 
sei ihm Gelegenheit zu geben, die Prüfung im Fach Deutsch zu wiederho-
len, so dass er sein Studium termingerecht im Herbst 2007 beginnen kön-
ne. 

N. Der Vorinstanz wurde mit Verfügung vom 25. April  2007 Gelegenheit  zur 
Einreichung einer Duplik  gegeben,  doch hat  sich diese nicht  vernehmen 
lassen. 

O. Mit  Verfügung vom 30. April  2007 wurde den Parteien der Spruchkörper 
bekannt gegeben. Innert Frist erfolgten keine Ausstandsbegehren.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Verfügungen über das Ergebnis von Ergänzungsprüfungen "Passerelle Be-
rufsmatur-Universitäre  Hochschulen"  unterlagen  bis  zum  31.  Dezember 
2006 gemäss Art. 12 der Verordnung vom 19. Dezember 2003 unter Ver-
weis auf Art. 29 Abs. 1 der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die 
schweizerische  Maturitätsprüfung  (SR  413.12)  der  Beschwerde  an  das 
EDI.

Mit der Verordnung vom 8. November 2006 über die Anpassung von Bun-
desratsverordnungen  an  die  Totalrevision  der  Bundesrechtspflege  (AS 
2006 4705) wurde Art. 29 der  Verordnung vom 7. Dezember 1998 über 
die  schweizerische  Maturitätsprüfung  dahingehend  geändert,  dass  sich 
das Beschwerdeverfahren gegen Verfügungen der Kommission nach den 
allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege richtet.

1.2 Die Beurteilung der am 1. Januar 2007 beim EDI hängigen Beschwerden 
wird gestützt  auf Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR 173.32)  vom Bundesver-
waltungsgericht  übernommen,  sofern  es  zuständig  ist.  Die  Zuständigkeit 
ergibt  sich  gemäss Art.  31 und 33 Bst.  f  VGG, nachdem wie hier  keine 

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Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt.

1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember  1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  sofern  das  VGG nichts  Abwei-
chendes bestimmt.

1.4 Der Beschwerdeführer hat gegen die Verfügung der Vorinstanz form- und 
fristgerecht Beschwerde erhoben (Art. 50 und 52 VwVG).

1.5 Der  Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen 
(Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), er ist durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
oder Änderung (Art.  48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG). Er ist daher zur Be-
schwerde legitimiert. 

1.6 Da  der  Beschwerdeführer  vom  EDI  von  der  Leistung  eines  Kostenvor-
schusses  entbunden  und  die  Beschwerde  form-  und  fristgerecht  einge-
reicht wurde (Art. 50, 52 und 65 Abs. 1 VwVG), ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

2.

2.1 Gemäss Art. 49 VwVG kann der Beschwerdeführer mit der Beschwerde an 
das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichti-
ge oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes sowie die Unange-
messenheit des angefochtenen Entscheids rügen.

2.2 Bei der Beurteilung von Examensleistungen auferlegt sich die Beschwer-
deinstanz indes besondere Zurückhaltung und weicht nicht ohne Not von 
der Beurteilung der Prüfungen durch Examinatoren und Experten ab. Der-
artige Bewertungen sind nur schwer überprüfbar, weil der Beschwerdeins-
tanz  zumeist  nicht  alle  massgebenden  Faktoren  der  Bewertung  bekannt 
sind. Sie prüft daher lediglich, ob sich die entscheidenden Instanzen von 
sachfremden Erwägungen haben leiten lassen, so dass der Prüfungsent-
scheid  unter  rechtsstaatlichen Gesichtspunkten als  nicht  mehr  vertretbar 
und damit als willkürlich erschiene.

Soweit aber die Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften streitig 
ist oder soweit  Verfahrensmängel gerügt werden, hat die Rechtsmittelbe-
hörde  die  erhobenen  Einwendungen  mit  freier  Kognition  zu  prüfen.  Auf 
Verfahrensfragen haben alle Einwendungen Bezug, die den äusseren Ab-
lauf  des  Examens  oder  der  Bewertung  betreffen  (Bundesgerichtsurteil 
2P.311/2004 vom 31. August  2005, ferner BGE 121 I 225 E. 4b;  118 Ia 
488 E. 4c; 106 Ia 1 E. 3; 105 Ia 190 E. 1; VPB 59.76 E. 2).

2.3 Der Beschwerdeführer bestritt  ursprünglich die Bewertung sämtlicher ge-
prüfter Fächer sowie die Gesamtpunktzahl und beantrage eine Neubewer-
tung. Dabei rügte er sowohl den Prüfungsablauf wie auch die Beurteilung 
der Examensleistungen durch die Experten. Im Verlauf des Verfahrens än-
derte der Beschwerdeführer seine Begehren und beschränkte den Streit-
gegenstand auf die Prüfung in der Erstsprache Deutsch. Die weiteren Be-
schwerdeanträge hielt er nicht mehr aufrecht.

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Hinsichtlich  der  Prüfung  im  Fach  Deutsch  rügte  der  Beschwerdeführer 
nicht direkt die Bewertung, sondern den Prüfungsablauf, welcher zu dieser 
Bewertung geführt hatte.

Er rügt,  er sei nicht gehörig darüber informiert  worden,  dass die ihm bei 
der  Prüfungsanmeldung  als  massgeblich  bezeichneten  Richtlinien  geän-
dert worden seien, wodurch sich der Prüfungsinhalt nachträglich unzulässi-
gerweise verändert habe. Er habe sich daher unverschuldeterweise nicht 
genügend  auf  die  Prüfung  vorbereiten  können  beziehungsweise  nicht  in 
gleicher  Weise  wie  Prüflinge,  welchen  die  Änderung  der  Richtlinien  be-
kannt gewesen sei. Der Beschwerdeführer macht damit eine unrichtige An-
wendung der massgeblichen Richtlinien geltend. 

2.4 Diese Rügen des Beschwerdeführers beziehen sich auf Verfahrensfragen 
und sind nach der erwähnten Rechtsprechung und Praxis mit freier Kogni-
tion zu prüfen.

2.5 Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 19. Dezember 2003 erlässt die 
Schweizerische Maturitätskommission in Ergänzung zu dieser Verordnung 
Richtlinien,  welche  inbesondere  das  Prüfungsverfahren  und  die  Beurtei-
lungskriterien enthalten (Bst. c).

Die für die Jahre 2005 bis 2006 erlassenen (und inzwischen bis zum 31. 
Dezember 2007 verlängerten) Richtlinien "Passerelle Berufsmatur - univer-
sitäre Hochschulen" (definitive Version vom 2. September 2004) sehen vor 
(vgl. S. 5 ff.), dass das Prüfungsverfahren in der Erstsprache zwei gleich-
wertige  Prüfungsziele  umfasst,  welche  mit  Anweisungen  versehen  sind. 
Der erste Teil besteht aus einer Textinterpretation von Auszügen aus zwei 
literarischen  Werken,  welche  für  die  Prüfungsperiode  jeweils  festgelegt 
werden. Der zweite Teil umfasst eine Fragestellung über die Maturitätsar-
beit  bzw.  über  das  interdisziplinäre  Projekt  (Ziff.  II).  Beide  Teile  werden 
nach eigenen Kriterien bewertet Ziff. III). 

2.6 Wie  der  Beschwerdeführer  geltend  macht  und  auch  von  der  Vorinstanz 
nicht bestritten wird, bestand die Prüfung 2006 nur aus dem ersten Teil, 
während auf den zweiten Prüfungsteil  verzichtet  wurde.  Zur Begründung 
dieser Änderung des vorgesehenen Prüfungsablaufs beruft  sich die BME 
in ihrer Stellungnahme vom 2. November 2006 auf ein Schreiben des SBF 
datiert vom 23. Dezember 2005. Danach habe dieses mitgeteilt,  dass für 
die  Prüfungen  2006  der  in  den  massgeblichen  Richtlinien  vorgesehene 
zweite Prüfungsteil wegfalle und dafür der erste Prüfungsteil entsprechend 
umfangreicher zu gestalten sei. Der Grund liege darin, dass ein beträchtli-
cher  Teil  der  Kandidatinnen  und  Kandidaten  gar  keine  Maturitätsarbeit 
bzw. kein interdisziplinäres Projekt verfasst hatten. Dies hat auch die Vor-
instanz in ihrer Vernehmlassung vom 3. November 2006 bestätigt.

2.7 Diese Änderung hatte zur Folge, dass die Kandidaten über einen Teil des 
Prüfungsstoffes nicht zu prüfen waren und insoweit auch nur ein Teil der 
Bewertungskriterien anzuwenden war.

Eine  derart  einschneidende  Änderung  des  Prüfungsablaufs  musste  von 
der Vorinstanz, welche für die Einhaltung der Bedingungen für die Prüfung 
verantwortlich war (vgl. Richtlinien, Ingress, Grundsatz), allen Betroffenen 

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rechtzeitig mitgeteilt werden. Da die Vorinstanz aus der Änderung des Prü-
fungsablaufs Rechte ableitet, ist auch sie für den Nachweis verantwortlich, 
dass  die  entsprechende  Mitteilung  alle  Kandidaten  und  Kandidatinnen 
rechtzeitig erreicht hat.

Der  Beschwerdeführer  macht  indes  geltend,  keine  Kenntnis  erhalten  zu 
haben, was die Vorinstanz unter Berufung auf die Stellungnahme der BME 
vom 2. November 2006 bestreitet. In dieser Stellungnahme führt der Rek-
tor der BME aus, die Kandidaten bereits im Januar 2006 über die Deutsch-
lehrer darüber informiert zu haben. Diese Aussage bestätigt der Deutsch-
lehrer  U_______  H_______  in  seiner  Stellungnahme  vom  29.  Oktober 
2006 in allgemeiner Weise. Der Hauptexperte im Fach Deutsch, H_______ 
H_______,  äussert  sich  dazu  in  seiner  Stellungnahme vom 25.  Oktober 
2006 nicht. Seinen Ausführungen kann aber entnommen werden, dass der 
Prüfungsablauf nicht in jeder Hinsicht korrekt war. So sagt er deutlich:

"...Die  einzelnen  Beschwerdepunkte  lassen  Schwachstellen  der  Passerelle-
Prüfung deutlich erkennen, man könnte auch sagen: sie decken eine Misere 
auf."

Mit der Erklärung des Rektors der BME, welche bloss die Auftragserteilung 
an  die  Deutschlehrer  festhält,  ist  dieser  Nachweis  nicht  erbracht.  Der 
Deutschlehrer  hat  festgehalten,  dass  die  Änderung  des  Prüfungsablaufs 
nicht in den Verantwortungsbereich des Deutschlehrers falle und die Ände-
rung den Studentinnen und Studenten im Übrigen frühzeitig kommuniziert 
worden  sei.  Eine  Bestätigung,  dass  alle  Studentinnen  und  Studenten 
Kenntnis der Änderung des Prüfungsablaufs erhalten haben, ist mit dieser 
allgemeinen  Aussage  angesichts  der  Bedeutung  der  Änderung  im  Prü-
fungsablauf indes nicht erbracht.

Der Beschwerdeführer durfte daher davon ausgehen, dass in der Prüfung 
Erstsprache  Deutsch  entsprechend  den  Richtlinien  beide  Teile  geprüft 
würden. 

2.8 Nach dem Gesagten entsprach die durchgeführte Prüfung nicht den Richt-
linien gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung vom 19. Dezember 2003. Die 
Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Bewertung im Fach Deutsch 
aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist Gelegenheit zu geben, diese Prü-
fung nach den ihm inzwischen bekannten neuen Richtlinien zu wiederho-
len. Die übrigen Noten, die nicht mehr Streitgegenstand bilden, bleiben un-
verändert. Die Vorinstanz hat dem Bundesverwaltungsgericht im Übrigen-
mit Schreiben vom 9. Januar 2007 mitgeteilt, dass sie in Bezug auf andere 
Rekurrenten,  deren  Beschwerden  gutgeheissen  worden  seien,  eine Prü-
fungswiederholung in die Wege geleitet habe.

2.9 Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat dem Be-
schwerdeführer  die  Gelegenheit  einzuräumen,  die  Prüfung  im  Fach 
Deutsch im Sinne der Erwägungen zu wiederholen.

3.

3.1 Dieser Ausgang des Verfahrens hat zur Folge, dass der obsiegende Be-
schwerdeführer  Anspruch  auf  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  zu 
Lasten der Vorinstanz hat (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG). Die Parteientschä-

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digung wird gemäss Art. 9 Abs. 1 VGKE aufgrund der eingereichten Hono-
rarnote des amtlichen Anwalts auf Fr. 2'606.60 (inkl. MWST) festgelegt. 

3.2 Der Beschwerdeführer beantragt zudem die Ausrichtung einer pauschalen 
Entschädigung von Fr.  500.--  für  die eigenen Aufwendungen und Ausla-
gen. Der Beschwerdeführer hat jedoch nicht dargetan, dass ihm notwendi-
ge und unverhältnismässig hohe Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG) oder not-
wendige  Auslagen  (Art.  13 VGKE)  erwachsen seien.  Dieser  Antrag wird 
deshalb abgewiesen.

3.3 Der  unterlegenen  Vorinstanz  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt 
(Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

4. Dieses  Urteil  ist  letztinstanzlich  und  kann  nicht  mehr  anfochten  werden 
(Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2. Die angefochtene Verfügung wird insoweit aufgehoben, als sie die Note 3 
in  der  Erstsprache  Deutsch  betrifft  und  das  Nichtbestehen  der  Prüfung 
festgehalten wird.

3. Die Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen. Die Vorinstanz hat dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit  zu geben, die Prüfung in der Erstsprache 
Deutsch zu wiederholen. 

4. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung von Fr. 2'606.60 (inkl. MWST) zugesprochen.

5. Der weiter gehende Antrag auf Ausrichtung einer Aufwand- und Auslagen-
entschädigung an den Beschwerdeführer wird abgewiesen.

6. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

7. Dieses Urteil wird eröffnet (je mit Gerichtsurkunde): 

- dem Beschwerdeführer

- der Vorinstanz 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Eduard Achermann Daniel Stufetti

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