# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64d4e3b8-2045-5d14-bf29-de49cecfa867
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-18
**Language:** de
**Title:** Einstellung Leistungen wegen Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges (status quo sine) bei erheblichem degenerativem Vorzustand an der Schulter bestätigt.
**Docket/Reference:** UV.2013.00037
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00037.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00037
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Hartmann
Urteil
vom
18. August 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
Goecke Laur Reger-
Wyttenbach
Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte
Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 19
52
, war als
Fahrer und Servicemann bei der
Y.___
obli
gatorisch bei der
Schweizerische
n
Unfallversi
che
rungsanstalt
(nachfol
gend:
Suva
) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als
er
sich am
1. Februar 2012
bei einem Sturz auf
Glatteis
die rechte Schulter ver
letzte
(Urk. 11/
1
, Urk. 11/6/2
). Bei der
glei
chentags durchgeführten
ambu
lanten Erst
ver
sorgung im
Z.___
wurde die Diagnose einer
kaum dislo
zierten
proximalen
Humerusfraktur
rechts gestellt (
Bericht vom 15.
Februar 2012,
Urk. 11/7).
Die
Suva erstattete die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehand
lung, Taggeld)
.
Der Versicherte wurde in der Folge konservativ mit Physiothera
pie be
handelt (Urk. 11/9-11
). Die klinischen und bildgebenden Abklärungen durch die Ärzte der
A.___
, Obere Extremitäten, ergaben ge
mäss den Berichten
vom 24. Mai und 5. Juni 2012
eine ausgedehnte Totalruptur der
Rotatorenman
schette
mit fortge
schrit
tener muskulärer Atrophie und einem Hoch
stand des
Humeruskopfes
mit dif
fuser Knorpelausdünnung und begleitend einer
Acro
mio
clavicular
-(AC-)Arth
rose (
Urk. 11/20, Urk. 11/22-23).
1.2
Am 30.
Juli 2012
nahm
der Kreisarzt Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation, zur Aktenlage Stellung und gelangte zum Schluss, die aktuell weiterhin bestehenden Beschwerden seien nicht mehr kausal auf das Unfallereignis vom 1. Februar 2012 zurückzuführen
(Urk.
11/31/2)
.
Ge
stützt darauf
stellte
die Suva ihre Leistungen mi
t Verfügung vom 22. August 2012
per Ende August 2012 ein (Urk. 11/33).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 28. August 2012 Einsprache (Urk. 11/34).
Die Krankenver
siche
rung des Versicherten
, die
Visana
AG,
erhob ihrerseits mit Schreiben vom 28. August 2012 vor
sorglich Einsprache (Urk. 11/37), die sie mit Schreiben vom
27. September 2012
wieder zurückzog (Urk. 11/
42
).
Mit Schreiben vom 4.
Sep
tember 2012 nahm Dr. med.
C.___
, Leitender Arzt Orthopädie der
A.___
, nach er
neuter Konsultation des
Versicherten
Stellung zum
Bericht von Dr.
B.___
(Urk. 11/39).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Dezember 2012
wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte mit Eingabe vom
21. Dezember 2012 (
Urk.
1), ergänzt mit Eingabe vom 1. Februar 2013 (
Urk.
4),
Be
schwerde und beantragte,
der
Einspracheentscheid
vom 19.
Dezember
2012 und die Verfügung vom 22.
August 2012 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflich
ten, ihm weiterhin die
ihm aufgrund des Unfalls vom 1.
Februar 2012 aus
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) zustehenden Leistungen zu erbringen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zusätz
li
che medi
zinische Abklärungen durchzuführen (
Urk.
4 S. 2).
Die
Be
schwer
degeg
nerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom
24. April 2013
auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk.
10
S. 2).
Dazu nahm der Beschwerdeführer mit Ein
gabe vom 30. Mai 2013 Stellung (Urk. 13) und reichte das är
ztliche Zeugnis von Dr.
med.
D.___
, praktische Ärztin,
vom 19. März 2013 (Urk. 14) ein. Die
Beschwer
degegnerin
hielt in ihrer Stellungnahme vom 18. Juni 2013 an ihrem Antrag auf Abweisung fest (
Urk.
17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
ver
siche
rung, UVV) voraus. Ausserdem
muss
zwischen dem Unfallereignis und dem ein
ge
tretenen Schaden ein natür
licher und ein adäquater Kausal
zusam
menhang be
stehen.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.3
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise be
ziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Dabei genügt es, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedin
gungen die kör
perliche oder geistige In
tegrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heit
lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nac
h dem im
Sozial
versiche
rungsrecht
übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Be
grün
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krank
hafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natür
liche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der
Gesundheits
schaden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Un
fall bestanden hat (
status
quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (
status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Be
deutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr.
U 363 S. 45; BGE 119 V
7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchs-auf
he
bende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammen
hang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallver
sicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76). Der Unfall
versicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur, dass die unfallbedingten Ursachen des
Gesundheits
schadens
ihre kausale Be
deutung verloren haben (Urteile des Bundesgerichts
U 381/04 vom 2. Februar 2006 E. 3.1 und
8C_354/2007
vom
4.
August 2008
E. 2.2, je
mit Hinweisen).
1.5
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
ge
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
nis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausali
tät weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
gestützt auf die schlüssige Beurteilung des Kreisarztes Dr.
B.___
sei davon auszuge
hen, dass spätestens ab dem 31.
August 20
12 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit der Status quo sine der Beschwerden an der rech
ten Schulter erreicht gewesen sei respektive keine Unfallfolgen mehr gege
ben gewesen seien
(Urk. 2
S. 3
).
2.2
Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein,
seit dem Unfall vom 1.
Februar 2012 könne er seine rechte Schulter und seinen rechten Arm nicht mehr so einsetzen wie vor dem Unfall und er habe jeden Tag Schmerzen.
Vor dem Unfall sei er vollständig schmerzfrei gewesen und es habe keinerlei
Bewegungsein
schränkung
an seiner rechten Schulter bestanden.
Er sei
erstmals am 1. Feb
ruar 2012 wegen Schulterschmerzen behandelt worden, was
durch die Be
stätigung seiner Hausärztin belegt sei.
Es komme nach medi
zinischer Erfahrung in Bezug auf Schulterprobleme oft vor, dass Sehnenriss
e
und Teilrisse der
Rotatorenman
schette
völlig unbemerkt stattfänden. Daher befremde die Aussage des Kreis
arztes, es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer zuvor keine Be
schwerden gehabt habe.
Dessen Stellungnahme genüge zudem nicht den Anfor
derungen an ein materielles Gutachten und könnte
daher nicht als objektiv
gelten, zumal sie ohne Durchführung einer medizinischen Unter
suchung und auf den vorliegenden unvollständigen Akten erfolgt sei.
Auch wenn die von den Ärzten des
Z.___
diag
nostizierte
Humerusfraktur
nachträglich nicht bestätigt worden sei, sei den
noch darauf zu schliessen, dass
diese
aufgrund des Röntgenbildes
eine Verän
derung wie zum Beispiel eine Verletzung/Läsion in der
rechten Schul
ter
fest
gestellt hätten
. Durch den Unfall sei bei ihm eine rich
tung
gebende Ver
schlim
merung
des Gesundheitszustandes eingetreten.
Der
s
tatus
quo sine sei
jeden
falls
selbst dann
nicht erreicht
, wenn man nicht von einer richtunggebenden Verschlimmerung ausgehen würde, denn nach
unfall
medi
zi
nischer
Erfahrung betrage die Dauer einer nur vorübergehenden Ver
schlimme
rung bei Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates
mehr als sechs, nämlich
neun bis zwölf Monate
(Urk. 1, Urk. 4 S.
7 f.,
Urk.
13 S. 2 f.
).
2.3
Unst
rittig ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer
durch den
Unfall
vom
1. Februar 2012
(Sturz auf die rechte Schulter)
entgegen der Erstdiagnose des
Z.___
(Urk.
11/
7
) keine Fraktur des
rechten
Humerusknochen
s
(Urk. 11/22)
, jedoch mindestens eine
gewisse
Verschlechterung des degene
ra
ti
ven
Vor
zustandes
de
s
rech
ten Schulter
gelenkes
erlitten hat
.
Die
Be
schwerde
gegnerin
anerkannte ihre Leistungspflicht für diese Unfallfolge bis
Ende August 2012
(Urk. 2 S.
3
).
Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen des natürli
chen Kausal
zusammenhangs bei der Beschwerdegegnerin (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_895/2010 vom
1.
Februar 2011 E. 5.1 mit Hinweis).
Strittig und zu prüfen ist, ob der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen den geklagten Restbeschwerden und dem Unfallereignis
vom
1. Februar 2012
bis Ende August 2012 dahingefallen ist, weil der Gesundheitsschaden an der rech
ten Schulter ab dann nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen be
ruhte. Dies wäre der Fall, wenn am 31. August 2012 wieder derjenige Ge
sund
heits
zustand vorlag, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestand (
status
quo ante), oder wenn ein Gesundheits
zustand eingetreten ist, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall frü
her oder später eingestellt hätte (
status
quo sine).
3.
3.1
3.1.1
Gemäss dem
Bericht der
A.___
vom 24. Mai 2012
klagte der
Be
schwer
deführer über seit dem Unfall persistierende Beschwerden an der rechten Schulter mit
Funktionseinschrän
kung
. Retrospektiv hätten sich nach Durchsicht der Bildgebung des
Z.___
und gestützt auf die neu durch
geführte (
sono
graphische
) Bildgebung keine Hinweise auf eine frische
ossäre
Läsion im Bereiche des
Humeruskopfes
gefunden
. Es imponiere eine beginnende
Om
arth
rose
. Hier zeige sich
caudal
am
Humeruskopf
ein
Appositionsosteophyt
und der Gelenkspalt
glenohumeral
sei deutlich verschmälert.
Sonographisch
sei zudem
ansatz
nah
eine vollständige
Ruptur der
Surpaspinatussehne
beschrieben.
Ge
stützt auf die
klinisch erhobenen Befunde
sei
zudem
auf
eine symptomatische AC-Gelenkarthrose
zu schliessen
(Urk. 11/20).
Laut dem Bericht des MR Institutes vom 5. Juni 2012 ergab
die
am 4. Juni 2012
erstellte
Arthro
-Magnetresonanz
-(MR-)T
omo
gra
phi
e
eine ausge
dehnte
Total
ruptur
der
Rotatorenmanschette
mit der
Supraspinatussehne
mit fort
ge
schrit
te
ner muskulärer Atrophie und Hoch
stand des
Humeruskopfes
. Der Defekt messe in der
koronalen
Ebene mindestens fünf Zentimeter und in der sagittalen Ebene mindestens vier Zentimeter.
Er erstrecke sich weit nach dorsal in die kra
niale
Infra
spinatussehne
. Damit einher gehe eine fortgeschrittene Volumenatrophie und Verfettung des
Supraspinatus
- sowie der
Infraspinatusmuskels
. Zudem l
ieg
e eine deutliche AC-Arthrose vor. Die lange
Bizepssehne
sei im Querschnittsbild stark ausgedünnt. Der
Muskel
bauch
des
Subscapularis
sei ebenfalls deutlich
atroph
.
Bei der
Subscapularis
sehne
liege eine
Tendinopathie
vor und sie sei ausgedünnt. Über dem
Humerus
kopf
bestehe eine diffuse Knor
pelausdün
nung
(
Urk.
11/23)
.
3.
1.2
Dr.
B.___
führte
in der Stellungnahme v
om 30.
Juli 2012
(Urk. 11/31)
aus
, mit dem Befund der MRT vom
14. Oktober (richtig: 4. Juni) 2012 und den bereits
initialen
Ergebnissen der konventionellen radiolo
gischen Befun
de
müsse man natürlich davon aus
gehen, dass es sich hier um eine viele Jahre an
dau
ernde Entwicklung bis hin zu diesem Befund handle. Wann hier was ur
sächlich gewesen sei und ob hier vielleicht irgendwann eine
Rotatoren
man
schetten
ruptur
primär eine Rolle gespielt habe oder ob aus ande
ren Gründen die
Omarthrose
und dann die
Rotatorenmanschette
infolge dessen aufgetreten seien,
sei retrospektiv nicht zu differenzieren. Fest stehe, dass die im MRT darge
stell
ten Veränderungen inklusive der ausgedehnten
Rotatorenman
s
chettenruptur
und der beschriebenen weiteren
Rotatorenmanschettenveränderungen
sowie der AC-Arthrose sicherlich vorbestehend zum Unfallereignis
ge
wesen seien
.
Dass zusätzlich zu den vorbestehenden Veränderungen
trau
matisch bedingte
orga
nisch-strukturelle Läsionen hinzugekommen wären, welche eine richtung
gebende Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf organisch-struktureller Ebene
nachvollziehen liesse, könne nicht festgestellt werden. Auf
grund der dar
ge
stellten Befunde sei im Übrigen aus medizinischer Sicht kaum nach
voll
zieh
bar, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis praktisch nie
Schul
te
r
beschwerden
rechts
gehabt habe und das Schultergelenk von der Funk
tion her nicht beeinträchtigt gewesen sein solle.
Auch wenn
bekannt sei, das
s
ein bestimmtes Ausmass an Arthrose eine gewisse Zeitlang wenige Be
schwer
den ver
ursache und vom Betroffenen toleriert werde, sei bei einem Aus
mass wie dem vorliegenden nicht nachvollziehbar, dass bis zum Unfall voll
kom
mene Beschwerdefreiheit bestanden haben solle. Auch lasse das Ausmass der vor
lie
gen
den degenerativen Veränderungen
das Argument einer unfallbedingten Akti
vierung
, welche sich
im Sinne
weiter
er
schmerzauslösender, entzünd
licher Ver
änderungen
zeigen würde,
an einem bereits von Arthrose betrof
fenen Gelenk nicht zu.
Denn s
olche Prozesse seien angesichts der be
schrie
benen Verän
derun
gen
(damit)
bereits abgelaufen
(Urk.
11/31
)
.
3.1.3
Im Bericht der
A.___
vom 4. September 2012
erklärte
der be
han
delnde Arzt Dr.
C.___
dazu, er könne der Argu
men
tation des Kreisarztes Dr.
B.___
gemäss dessen Bericht vom 30. Juli 2012 (
Urk.
11/31) rein formell zustimmen. Jedoch sei zu erwähnen, dass der Be
schwerdeführer im ange
stammten Beruf bis zu diesem Unfallereignis völlig be
schwerdefrei gewesen sei und am Arbeitsplatz nie gefehlt habe. Im Rahmen der Traumatisierung (durch das Unfallereignis am 1. Februar 2012) sei mit grösster Wahrscheinlichkeit ein chronisches Problem aufgetreten. Seither sei der Be
schwerdeführer in Anbe
tracht der auch aktuell erhobenen klinischen Befunde und der
Schmerz
proble
matik
im angestammten Beruf bis heute arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 11/39).
3.2
3.2.1
Auf
grund der aus
gewiesenen erheblichen degenerativen Schädigungen am rech
ten Schulter
gelenk des Beschwerdeführers ist überwiegend wahr
schein
lich da
von auszugehen, d
ass
bereits vor dem Unfall vom 1. Februar 2012
ein mas
siver
degenerativer Vorzustand
im rechten Schultergelenk
bestand.
Na
mentlich
ist
dies, wie Dr.
B.___
nachvollziehbar ausführt
e
(Urk. 11/31/1)
und auch im Bericht der
A.___
vom 24. Mai 2012 festgehalten wor
den war (Urk. 11/20/2)
,
durch
die
initiale
, das heiss
t
wenige Tage nach dem Unfall erstell
te
radiologische Aufnahme
vom
9. Feb
ruar 2012
be
legt
. Darin habe sich
bereits
eine fortgeschrittene Om
arthrose mit Ent
run
dung des
Humeruskopfes
,
osteo
phytären
Anbauten an der kaudalen Gelenksbegrenzung des
Humerus
kopfes
und entsprechenden degenera
tiven Ver
ände
rungen am
Glenoid
mit Ent
rundung
sowie deu
tliche
z
ystische
Verä
n
derun
gen im
Hum
erus
kopf
, st
a
rker
subchon
draler
Sklerosi
eru
ng
,
Humeruskopfhochstan
d
und
AC
-
Gelenks
arthrose
gezeigt
(Urk. 11/20/2, Urk. 11/31/1)
. Es überzeugt daher, wenn Dr.
B.___
sich
bei diesen deutlichen Befunden
auf den Standpunkt stellt
, dass das Aus
mass der
Omarthrose
und der degenerativen Veränderungen bereits
initial
zu fortge
schritten
gewesen sei
, als dass es sich dabei um degenerative Folgeschä
den von frischen
traumatisch bedingten
Ver
letzungen hätte handeln können.
Auch ist einleuch
tend, dass nicht feststellbar ist, ob
im Verlauf der viele Jahre dauernden Entwicklung die
Rotatorenmanschettenruptur
als Folge der
Om
arth
rose
auftrat oder ob primär (in früheren Jahren) einmal eine
Rota
toren
man
s
chettenruptur
erfolgt war
und sich danach die weiteren Schäden entwickelten
(Urk. 11/31/1
). Es kann daher auch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden,
dass durch den
Sturz vom
1.
Feb
ruar 2012
zusätzliche S
truk
turen
des rechten Schulter
gelenkes nachhaltig beschädigt wurden.
Hierzu fehlen
, wie Dr.
B.___
nachvollziehbar festhielt, ent
sprechende Hinweise.
Fest steht
nur
, dass durch
den Unfall ein krank
hafter
Vor
zustand
verschlimmert respektive
über
haupt erst manifest
wurde. Der
status
quo sine
kann
recht
spre
chungsgemäss
hierbei
selbst dann angenommen werden, wenn man davon aus
geht, dass
der Beschwerdeführer
- wie er geltend macht (
Urk.
4 S. 7, Urk. 13 S. 2
) -
vor dem Un
fall beschwerdefrei gewesen war,
die degenerativen Verän
derungen
sowie
deren Ausmass
vor dem Unfall
mithin
noch
nicht be
kannt wa
ren
.
Entscheidend ist, dass die
erwie
senermassen
vor
bestehende
n
degenerative Schädigung mit natur
gemäss chroni
schem Verlauf hier derart im Vordergrund
stand
, dass die Aus
führungen von Dr.
B.___
überzeugen und
insbesondere
nach
voll
ziehbar ist, dass
sich der Gesundheits
zustand mit den nach dem Unfall ge
klagten Beschwerden
nach dem
schicksals
mässigen
Verlauf der Erkrankung auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte.
3.2.2
Vor diesem Hintergrund
ist die
Annahme, dass der Gesundheitsschaden
sieben
Monate
nach dem Unfall
(
1.
Februar bis 3
1.
August 2012)
nur noch und aus
schliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruhte,
ebenfalls nicht zu bean
stan
den
. Dies gilt umso mehr als auch der Unfallhergang, bei dem der Beschwerde
führer ohne äus
sere zusätzliche Krafteinwirkung beim Gehen auf Schnee bedecktem Eis ausrutschte und auf die Schulter fiel (Urk. 11/1, Urk. 11/6/1), und der Umstand, dass keine weiteren Ver
letzungen eintraten, nicht auf etwas anderes schliessen lassen.
Wenn der Beschwerdeführer dagegen einwendet
, nach
unfallme
dizinischer
Erfah
rung betrage die Dauer einer nur vorübergehenden Verschlim
merung bei Schäden des Stütz- und Bewegungs
apparates neun bis zwölf Monate (Urk. 1 S. 8),
ist dies nicht ganz korrekt. Er
bezieht sich
auf einen
von der Rechtsprechung viel zitierten medizinischen Wissen
s
stand
betreffend
die Wirbelsäule. Und zwar kann n
ach derzeitigem medizinischem Wissensstand das Erreichen des
s
tatus
quo sine bei post
traumatischen Lumbalgien und
Lumbo
ischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Ver
schlim
merung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_794/2012 vom 2
6.
November 2012 E. 2.3
mit Hinweisen).
Eine solche Erfahrungstatsache be
steht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei degenerativen
Vorzu
ständen
an anderen Körperteilen nicht. Ob und wann der
status
quo ante
vel
sine erreicht ist, ist anhand der konkreten ärztlichen Unterlagen zu entscheiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_901/2009 vom 14. Juni 2010 E. 4.3.3). Dies hat der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, wie dargestellt, nachvollziehbar gemacht.
3.2.
3
Eine Aussage, welc
he de
r
Schlussfolgerung von Dr.
B.___
im Ergebnis ent
gegensteht, ist auch den Berichten der
A.___
(Urk.
11/20, Urk. 11/22, Urk. 11/39
)
und der
H
ausärzte Dr.
E.___
(Urk. 11/9/2, Urk. 11/13-15) und
Dr.
D.___
(Urk.
14)
nicht zu entnehmen.
Von weiteren
Beweis
mass
nahmen
sind keine
neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten
, wes
halb in an
tizipierter
Beweiswürdigung davon abzusehen ist
(
BGE 136 I 229
E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2011 vom 1
6.
März 2012 E. 7.2).
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen des Beschwerde
führers nichts zu ändern. Insbesondere ist die Stellungnahme von
Dr.
B.___
nicht schon deshalb in Frage zu stellen, weil er den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht
hat.
Nach der Rechtsprechung komm
t
auch reinen
Akten
gut
achten
voller Beweiswert zu, sofern - wie hier - ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2012 vom 3
0.
März 2012 E. 4 mit Hinweis). Ebenfalls rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt wurde, keine Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b/
dd
; zum Gan
zen: Urteil des Bundesgerichts 8C_181/2012 vom
8.
Juni 2012 E. 5.2).
4.
Nach dem Gesagten
ist insbesondere angesichts der beträchtlichen chronisch-degenerativ bedingten Pathologie und des Unfallhergangs nicht zu bean
stan
den, dass die Beschwerdegegnerin
rund sieben
Monate nach dem Unfall die ge
klagten Beschwerden an der rechten Schulter nicht mehr einer
unfall
be
dingten
Ursache
zuordnete, sondern nur noch auf unfallfremde Ursachen
zurück
führte.
Die
Beschwerdegegnerin
ging somit
zu Recht davon aus, dass ab dem 1. September 2012 der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 1. Februar 2012 und den Restbeschwerden
an der rechten Schulter
über
wiegend wahr
scheinlich nicht mehr ausgewiesen respektive weggefallen war.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
1
9.
Dezember
2012
(Urk. 2)
ist
folg
lich
rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigHartmann