# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b5efca8-c7bb-5cbf-8d3f-4565c13440d6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 23.10.2015 SK2 2015 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2015-7_2015-10-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 23. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 15 7 02. November 2015

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Richter Hubert und Schnyder
Aktuar Rogantini

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer,

gegen

die Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. Januar 
2015, mitgeteilt am 2. Februar 2015, in Sachen des Beschwerdeführers gegen 
unbekannt,

betreffend Ehrverletzung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 30. Juni 2013 erschien in der Sonntagsausgabe der Zeitung Südost-
schweiz ("Schweiz am Sonntag") ein kommentierter Zeitungsartikel von Hans-
Rudolf Berger mit dem Titel "Es darf au es bitzali meh sii" (act. StA.6). Der besag-
te Artikel handelte von der Ortsplanrevision in Zizers sowie den Gegnern und ih-
rem Vorgehen gegen diese Revision. Unter anderen Beteiligten wurde im Artikel 
auch X._____ als einer der Gegner der Ortsplanrevision namentlich erwähnt. Die 
Streitigkeit dauerte etwa zwei Jahre und mündete schliesslich darin, dass die 
Gegner ihre Beschwerde am Verwaltungsgericht zurückzogen und die Eigentümer 
der betroffenen Parzellen – darunter insbesondere die Kirchgemeinde, vertreten 
durch den Präsidenten C._____ –, die von der Revision profitiert hätten, dafür de-
ren Anwaltskosten (zumindest teilweise) übernahmen.

B. X._____ reichte am 30. September 2013 bei der Kantonspolizei Graubün-
den einen Strafantrag gegen unbekannt wegen übler Nachrede ein (act. StA.5). Er 
erklärte sogleich, sich am Strafverfahren als Straf- und Zivilkläger beteiligen und 
an Beweisabnahmen der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Gerichte teil-
nehmen zu wollen. Er stellte noch keine Zivilforderungen, behielt sich aber vor, 
diese spätestens im Parteivortrag vor Gericht zu beziffern und zu begründen. Als 
Grund für den Strafantrag nannte X._____ folgende Passage im genannten Zei-
tungsartikel, welche sich auf die erzielte Vereinbarung zwischen den Gegnern der 
Ortsplanrevision und den Eigentümern der betroffenen Liegenschaften bezog: 

"Der Deal – von gewissen Beteiligten auch Erpressung genannt – wurde 
schliesslich genehmigt […]"

Nach seiner Auffassung stelle diese Passage eine rufschädigende Aussage dar 
(vgl. Einvernahme vom 19. Oktober 2013, act. StA.7).

C. Die Kantonspolizei befragte den Verfasser des Artikels und des entspre-
chenden Kommentars, Hans-Rudolf Berger, am 14. Januar 2014 zum Sachverhalt 
(act. StA.8). Dieser bestätigte, dass ihm bekannt sei, wer die genannte Aussage 
gemacht habe. Aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit mache er jedoch keine 
Angaben zu seinen Informanten. Die Kantonspolizei befragte am 29. Januar 2014 
C._____ (act. StA.9). Dieser führte als Vertreter der katholischen Kirchgemeinde 
die Verhandlungen mit dem Gegnerkomitee, konnte aber keine Hinweise geben, 
welche zur Urheberschaft der besagten Aussage geführt hätten.

D. Gemäss dem Kriminalrapport der Kantonspolizei vom 6. Februar 2014 (act. 
StA.2) seien die weiteren Ermittlungen bezüglich der Täterschaft bis dahin ohne 

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Erfolg verlaufen. Da sich die Hinweise nicht konkretisiert hätten, sei aufgrund der 
Anzahl in Frage kommender Landbesitzer auf weitere Befragungen verzichtet 
worden.

E. Am 22. Oktober 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine 
Strafuntersuchung wegen Ehrverletzung zum Nachteil von X._____ (act. StA.1) 
und erteilte gleichentags der Kantonspolizei einen Ermittlungsauftrag bezüglich 
der Täterschaft (act. StA.3). Insbesondere sollte die Kantonspolizei die Personen 
der Erbengemeinschaft Y._____ sowie der Familie A._____ ermitteln und befra-
gen.

F. Daraufhin befragte die Kantonspolizei am 8. Januar 2015 D._____ (act. 
StA.10), E._____ (act. StA.11) und N._____. Da auch von diesen Personen je-
doch keine weiteren sachdienlichen Hinweise bezüglich der Täterschaft haben 
gewonnen werden können, verzichtete die Kantonspolizei auf weitere Einvernah-
men und überwies der Staatsanwaltschaft am 9. Januar 2015 einen Nachtragsbe-
richt (act. StA.4).

G. Die Staatsanwaltschaft erliess in der Folge am 30. Januar 2015 eine Sistie-
rungsverfügung (act. StA.13). Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, 
die Täterschaft sei unbekannt und es seien keine weiteren Abklärungen ersicht-
lich, welche zur Ermittlung der Täterschaft führen könnten, weshalb die Untersu-
chung bis zum Vorliegen allfälliger neuer Erkenntnisse sistiert werde. Weitere Un-
tersuchungshandlungen seien zurzeit keine angezeigt und die Kosten blieben bei 
der Prozedur.

H. Gegen diese Verfügung hat X._____ am 2. Februar 2015 (Poststempel: 13. 
Februar 2015) Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erhoben mit 
folgenden Anträgen (act. A.1):

"1. Die Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden ist auf-
zuheben.

2. Die Ermittlung ist basierend auf dem seitens des Beschwerdeführers 
gestellten Strafantrag weiterzuführen respektive zu ergänzen. Es sind 
alle 11 Tatverdächtige zu befragen.

3. Alle Daten im Verfahren sind zu überprüfen. Fehlerhafte Daten sind zu 
korrigieren und entsprechende Dokumente neu auszustellen."

I. Der Vorsitzende der II. Strafkammer hat die am 16. Februar 2015 einge-
gangene Beschwerde am 17. Februar 2015 der Staatsanwaltschaft zur Stellung-
nahme zugestellt und diese aufgefordert, sämtliche Akten mit Aktenverzeichnis 
einzureichen (act. D.1). Für beides hat er eine Frist bis am 2. März 2015 gewährt.

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J. Die Staatsanwaltschaft ist der Aufforderung gefolgt und hat am 2. März 
2015 ihre Stellungnahme mit den Akten überbracht (act. A.2). Darin beantragt sie 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

K. Der Vorsitzende der II. Strafkammer hat die Stellungnahme am 3. März 
2015 dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zugestellt (act. D.2).

L. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren schriftlichen Eingaben 
sowie in der Sistierungsverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Nach Art. 314 Abs. 5 StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 
Abs. 1 lit. a StPO kann gegen eine Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
innert zehn Tagen Beschwerde erhoben werden. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 
22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung vom 16. 
Juni 2010 (EGzStPO; BR 350.100) das Kantonsgericht von Graubünden. Nach 
Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Be-
schwerdeinstanz einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, 
die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 
Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen.

Der Beschwerdeführer hat sich im vorliegenden Fall bereits mit seinem Strafantrag 
als Straf- und Zivilkläger konstituiert und ist deshalb zur Beschwerde legitimiert. 
Die Staatsanwaltschaft hat die hier angefochtene Sistierungsverfügung vom 30. 
Januar 2015 am 2. Februar 2015 schriftlich mitgeteilt, wobei aber das genaue Da-
tum der Entgegennahme durch den Beschwerdeführer nicht bekannt ist. Selbst 
wenn ihm die Verfügung jedoch gleich am nächsten Tag zugestellt worden sein 
sollte, wäre die Beschwerdefrist frühestens am 13. Februar 2015 abgelaufen. Mit 
der am 13. Februar 2015 der Post übergebenen und schriftlich begründeten Be-
schwerde hat der Beschwerdeführer somit die Frist- und Formerfordernisse einge-
halten, weshalb auf die Beschwerde grundsätzlich eingetreten werden kann.

2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverlet-
zungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c) gerügt 
werden. Sie stellt somit ein umfassendes, also ordentliches und vollkommenes 

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Rechtsmittel dar. Die Rechtsmittelinstanz verfügt über eine volle Kognition und 
kann die angefochtene Verfügung vollständig in allen Rechts- und Tatfragen über-
prüfen (vgl. PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 15 zu Art. 393 StPO).

3. Gemäss Art. 314 Abs. 1 StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersu-
chung unter anderem dann sistieren, wenn die Täterschaft oder ihr Aufenthalt un-
bekannt ist oder andere vorübergehende Verfahrenshindernisse bestehen (lit. a). 
Ist die Täterschaft unbekannt, kann die Staatsanwaltschaft das eröffnete Verfah-
ren bis zum Auftreten eines Verdachts gegen eine bestimmte Person sistieren. Es 
handelt sich um eine einstweilige oder vorläufige Einstellung im Vorverfahren. Die 
Sistierung stellt eine Verfahrenseinstellung lediglich prozessualer Natur dar und 
gilt daher nicht als eigentliche oder echte Erledigungsart. Sie hat keine materielle 
Rechtskraft und das Verfahren kann daher jederzeit formlos wieder aufgenommen 
werden (vgl. ESTHER OMLIN, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, a.a.O., N 5 ff. zu Art. 314 StPO).

3.1. Die Staatsanwaltschaft sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen allfälliger 
neuer Erkenntnisse im Wesentlichen mit der Begründung, dass die Täterschaft 
unbekannt sei und dass keine weiteren Abklärungen ersichtlich seien, welche zu 
deren Ermittlung führen könnten. Es seien zurzeit keine weiteren Untersuchungs-
handlungen angezeigt (vgl. Sistierungsverfügung, act. B.1).

3.2. Der Beschwerdeführer hingegen kritisiert in allgemeiner Weise die Vorge-
hensweise der Strafverfolgungsbehörden als nicht zielführend, da sich letztere auf 
wenige Personen beschränkt und zudem zu viel Zeit verstreichen lassen hätten. 
Er stellt sich in seiner Beschwerdeschrift (act. A.1) auf den Standpunkt, die Ermitt-
lungen seien nur bei drei der elf möglichen Täter durchgeführt worden. Basierend 
darauf könne "natürlich der effektive Täter nicht ermittelt werden". Er habe jedoch 
der Kantonspolizei angegeben, in welchem Umfeld der Täter zu suchen sei. Für 
ihn sei im Übrigen unverständlich, dass E._____ befragt worden sei, da er der Po-
lizei mitgeteilt habe, dass er den Täter nicht bei der Familie A._____ vermute. Die 
hier strittige Aussage stehe vielmehr mit dem Protokoll der Vergleichsgespräche in 
Verbindung, welches im Zeitungsbericht ausdrücklich genannt worden sei. Dieses 
Protokoll habe (nebst der Redaktion der Zeitung) nur elf Personen vorgelegen. Als 
mögliche Täter kämen demnach diese elf Personen in Frage, die er sogleich na-
mentlich aufführt:

- G._____ Erbengemeinschaft Y._____
- H._____ Erbengemeinschaft Y._____

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- I._____ Erbengemeinschaft Y._____
- J._____ Erbengemeinschaft Y._____
- K._____ Erbengemeinschaft Y._____
- L._____ Erbengemeinschaft Y._____
- M._____ Erbengemeinschaft Y._____
- N._____ Erbengemeinschaft Y._____
- C._____ Kath. Kirchgemeindepräsident
- O._____ Damaliger Gemeindepräsident
- P._____ Gemeindeschreiber

Deshalb seien alle elf, allenfalls erneut, zu befragen. Als Hauptverdächtiger nennt 
er C._____. Dieser habe anlässlich einer Besprechung angedroht, er wolle zu den 
Medien gehen. Für diese Aussage gebe es Zeugen (namentlich Q._____ und 
R._____). C._____ könne daher als Hauptverdächtiger gelten. Schliesslich seien 
in der Sistierungsverfügung die Daten des Zeitungsartikels und der Strafanzeige 
falsch wiedergegeben worden, denn diese seien nicht am 30. Juni 2014 und 30. 
September 2014, sondern am 30. Juni 2013 und 30. September 2013 erfolgt. Die-
se Daten seien zu korrigieren und sogleich sei auch das Prüfen sämtlicher ande-
ren Daten angezeigt.

3.3. Die Staatsanwaltschaft knüpft in ihrer Stellungnahme (act. A.2) an die Be-
gründung der Sistierungsverfügung an und entgegnet ergänzend dazu, der Be-
schwerdeführer verlange die Befragung weiterer Personen, ohne konkrete Hinwei-
se dazu, dass und inwiefern diese Angaben zur Täterschaft machen könnten oder 
selber etwas mit der Sache zu tun hätten. Wenn der Beschwerdeführer neu den 
Kirchgemeindepräsidenten, C._____, als Hauptverdächtigen bezeichne und die-
sen deshalb erneut befragen lassen wolle, widerspreche er in nicht nachvollzieh-
barer Weise seiner eigenen Aussage anlässlich der polizeilichen Befragung vom 
19. Oktober 2013 (act. StA.7). Dort habe er zu Protokoll gegeben, dass der direkte 
Verhandlungspartner als Täterschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit eben gerade 
ausgeschlossen werden könne. Es sei nicht nachvollziehbar und lasse sich aus 
der Beschwerde nicht entnehmen, weshalb der Beschwerdeführer nun C._____ 
nenne. Es lägen keine Hinweise oder gar Beweise vor, welche auf dessen Täter-
schaft schliessen lassen würden. Ferner erachtet die Staatsanwaltschaft die ver-
langte Befragung weiterer Personen bzw. deren erneute Einvernahme als zweck-
los und übermässige Ermittlungsmassnahme. Es gebe keine konkreten Hinweise 
dazu und der Beschwerdeführer liefere keine solche, dass und inwiefern die ge-
nannten Personen Angaben zur Täterschaft machen könnten oder selber etwas 
mit der Sache zu tun hätten. Aus den verlangten Befragungen seien keine sach-
dienlichen Hinweise zu erwarten. Die Staatsanwaltschaft könne nicht für den Be-
schwerdeführer eine Art "fishing expedition" durchführen. Die Sistierung halte 

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auch vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit stand. Sobald neue Erkenntnis-
se vorlägen, werde das Verfahren wieder anhand genommen und geprüft, ob der 
Tatbestand der Ehrverletzung erfüllt sei. Bei den Jahreszahlen handle es sich 
schliesslich tatsächlich um einen Schreibfehler. Die Staatsanwaltschaft erachtet 
hingegen die Überprüfung sämtlicher Daten sinngemäss als unnötig, da aus den 
Akten die richtigen Jahreszahlen zu entnehmen seien (jeweils 2013 statt 2014).

4. In der Folge sind die Sistierungsverfügung sowie die vom Beschwerdefüh-
rer vorgebrachten Rügen rechtlich und tatsächlich zu prüfen.

4.1. Zunächst sei vermerkt, dass die einfachen Tippfehler bei zwei Jahreszah-
len, beschränkt auf ein Dokument, alleine nicht als hinreichender Grund gelten 
können, sämtliche Daten zu überprüfen. Die Staatsanwaltschaft hat die Schreib-
fehler anerkannt und sinngemäss berichtigt, was diesbezüglich ausreichen muss. 
Abgesehen davon ergeben sich – wie die Staatsanwaltschaft zu Recht argumen-
tiert – sämtliche korrekten Daten direkt und unmissverständlich aus den Akten. Auf 
das entsprechende Begehren der Überprüfung sämtlicher Daten (Ziff. 3 der Be-
schwerdeanträge) ist folglich nicht weiter einzugehen, wobei ohnehin fraglich wä-
re, ob ein solcher Antrag per se zulässig wäre.

Ebenso wenig ist die allgemein gehaltene Rüge zu vertiefen, die Strafverfolgungs-
behörden seien nicht zielführend vorgegangen und hätten zu viel Zeit verstreichen 
lassen. Wenngleich der zeitliche Ablauf im vorliegenden Fall optimaler hätte aus-
fallen können, gilt es festzuhalten, dass die Erledigungsdauer noch im Rahmen 
geblieben ist (vgl. Art. 5 StPO), insbesondere vor dem Hintergrund der begrenzten 
Tragweite des Falles. Der Beschwerdeführer räumt denn auch selbst ein, dass die 
Strafverfolgungsbehörden zahlreiche und oft weitreichendere Vorfälle zu behan-
deln hätten.

4.2. Der fragliche, in einem Zeitungsartikel abgedruckte Vorwurf, sich einer 
Straftat – mithin eines Verbrechens (siehe Art. 10 Abs. 2 StGB) – wie der Erpres-
sung (siehe Art. 156 StGB) schuldig gemacht zu haben, ist grundsätzlich ehrver-
letzend (vgl. unter anderen FRANZ RIKLIN, in: Basler Kommentar zum Strafrecht II, 
3. Auflage, Basel 2013, N 21 vor Art. 173 StGB).

4.3. Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss, drei bereits einvernommene 
Personen erneut und acht weitere Personen zusätzlich zu befragen. Es ist jedoch 
nicht ersichtlich und der Beschwerdeführer legt nicht dar, welche Erkenntnisse 
daraus gewonnen werden könnten, zumal bis heute nicht einmal feststeht, wann 
und was genau geäussert worden sein soll. Zum einen ist nach dem gewöhnlichen 

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Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung ohnehin davon auszugehen, 
dass sich diejenige Person, die die hier inkriminierte Aussage gemacht haben soll, 
bei einer (allenfalls erneuten) Einvernahme kaum als Schuldige hervortun wird, 
wenn sie es bis jetzt nicht getan hat. Zum anderen wurden drei der elf vom Be-
schwerdeführer namentlich genannten Personen – darunter auch den aus seiner 
Sicht Hauptverdächtigen – bereits einmal einvernommen. Diese haben allesamt 
kategorisch ausgeschlossen, etwas von der Sache zu wissen und konnten keiner-
lei Angaben zur Täterschaft machen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sie sich 
nun bei einer erneuten Befragung mehr als zwei Jahre später einerseits noch 
gleich scharf an die damaligen genauen Umstände und Äusserungen erinnern 
können und dass andererseits mehr Informationen zu erwarten wären. Die bean-
tragte zusätzliche beziehungsweise erneute Befragung von Personen erweist sich 
demnach, wie die Staatsanwaltschaft zu Recht vorbringt, als zwecklos.

4.4. Unabhängig davon ist festzustellen, dass die Strafverfolgungsbehörden 
durchaus zielführend vorgegangen sind. 

4.4.1. Nachdem der Beschwerdeführer anlässlich der Einvernahme durch die 
Kantonspolizei vom 19. Oktober 2013 seine Aussagen gemacht hatte (act. StA.7) 
und dabei die Täterschaft bei den Betroffenen der Ortsplanrevision (private Land-
besitzer), nicht aber beim direkten Verhandlungspartner sah, hat die Kantonspoli-
zei am 14. Januar 2014 zunächst den Journalisten, Hans-Rudolf Berger, einver-
nommen (act. StA.8). Dies weil anzunehmen war, dass er als Autor des Zeitungs-
artikels wissen musste, wer die inkriminierte Aussage gemacht hat. Hans-Rudolf 
Berger hat allerdings von seinem Recht Gebrauch gemacht, im Sinne von Art. 172 
Abs. 1 StPO das Zeugnis über die Identität des Autors oder über Inhalt und Quel-
len seiner Informationen zu verweigern, und hat nichts preisgegeben. Eine Aus-
nahmekonstellation im Sinne von Art. 172 Abs. 2 StPO war vorliegend nicht gege-
ben, sodass er nicht verpflichtet werden konnte, auszusagen.

4.4.2. Daraufhin hat die Kantonspolizei am 29. Januar 2014 C._____ einvernom-
men (act. StA.9). Dabei handelt es sich um den Kirchgemeindepräsidenten, der 
bei den Verhandlungen als Hauptansprechpartner und Vertreter der privaten 
Landbesitzer (Befürworter der Ortsplanrevision) fungierte. Dieser gab an, er ver-
mute, dass es sich bei der unbekannten Täterschaft nicht um eine Person im en-
geren Verhandlungskreis handeln dürfte, da im Artikel gewisse Angaben stünden, 
die so nicht zuträfen (siehe Antwort auf Frage 1). Auf die Frage, wer die weiteren 
Landbesitzer seien, die er vertrat, nannte er die Erbengemeinschaft Y._____ und 
eine Familie A._____ (Frage 3), wobei aus diesem Kreise die strittige Anschuldi-

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gung nicht stammen könne, da sie jederzeit über den Stand der Verhandlungen 
Bescheid gewusst hätten (Frage 4). Ihm sei im Übrigen nicht bekannt ob und wer 
überhaupt die inkriminierte Aussage getätigt habe (Frage 5). Er meinte aber, ihn 
hätte es auch interessiert, wer es gewesen sei und bezeichnete die Aussage als 
Unterstellung (Frage 6).

Seine Antworten erscheinen durchwegs glaubhaft, da es dabei mitunter auch 
mehrere Übereinstimmungen hat mit den Aussagen des Beschwerdeführers 
selbst. Es bestehen jedenfalls keine Anhaltspunkte, die auf deren Unwahrheit 
schliessen liessen. Der Beschwerdeführer selbst hatte C._____ denn auch in der 
polizeilichen Einvernahme "mit hoher Wahrscheinlichkeit" als Täter für ausge-
schlossen gehalten (siehe act. StA.7 Frage 6) und vielmehr die privaten Landbe-
sitzer der Erbengemeinschaft Y._____ als Täter gesehen. Letzteres einerseits weil 
im Zeitungsartikel von CHF 8'000.00 Anwaltskosten die Rede war, die als Anteil 
eben von dieser Erbengemeinschaft hätte bezahlt werden müssen (Frage 6), und 
andererseits weil C._____ während einer direkten Verhandlung ihnen als Gegner 
gegenüber erwähnt habe, dass im Hintergrund private Landbesitzer solche Aus-
sagen wie die hier Inkriminierte gemacht hätten (Frage 5). Konkret habe C._____ 
gesagt, gewisse Personen hätten die Vorgehensweise der Gegner als Erpressung 
betitelt. Er habe aber auch auf Nachfrage hin (wie schon Hans-Rudolf Berger) kei-
ne Namen genannt.

4.4.3. In seiner Beschwerdeschrift (act. A.1) nennt der Beschwerdeführer hinge-
gen C._____ neuerdings als Hauptverdächtigen, ohne zu begründen, weshalb 
beziehungsweise was etwa an dessen Deposition bei der Kantonspolizei unrichtig 
oder unvollständig gewesen sein sollte. Dies ist unverständlich. Vor Kantonsge-
richt führt der Beschwerdeführer als einziges Argument an, C._____ habe anläss-
lich einer Besprechung angedroht, an die Medien gehen zu wollen. Diese Behaup-
tung ist neu. Wenn dieser Umstand zuträfe, wäre es schwer nachvollziehbar, wes-
halb ihn der Beschwerdeführer nicht schon viel früher ins Verfahren eingebracht 
hätte, z.B. anlässlich der Einvernahme durch die Kantonspolizei. Zudem hätte dies 
allein ohnehin noch lange nicht zu bedeuten, dass C._____ dem Beschwerdefüh-
rer Erpressung vorgeworfen oder diesen Vorwurf weiterverbreitet hat.

4.4.4. Aber auch das weitere Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden ist nicht zu 
beanstanden. So hat die Kantonspolizei (teilweise auf Weisung der Staatsanwalt-
schaft hin) vier Personen aus dem Umfeld der Verhandlungspartner in Sachen 
Ortsplanrevision befragt, die möglicherweise Informationen über die strittige An-
schuldigung gehabt haben könnten. Darunter fielen mit D._____ und N._____ na-

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mentlich auch zwei Vertreter der Erbengemeinschaft Y._____ und mit E._____ ein 
Exponent der Familie A._____, die der Beschwerdeführer als mutmasslich invol-
viert nannte. Keiner der Befragten hat jedoch auch nur annähernd Hinweise zur 
Täterschaft liefern können. Es ist demnach naheliegend, nachvollziehbar und ge-
setzeskonform, dass die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft davon ausgin-
gen, dass aus dem bekannten Umfeld der Verhandlungspartner keine weiteren 
bzw. neuen Anhaltspunkte mehr gewonnen werden können, die zu verfolgen 
wären.

4.5. Zusammenfassend haben die Strafverfolgungsbehörden im zu beurteilen-
den Fall vor dem Hintergrund des undefiniert grossen Personenkreises, der po-
tenziell ein Motiv gehabt haben könnte, eine derartige Anschuldigung wie die hier 
fragliche zu verbreiten, alles Zumutbare unternommen, um den Täter zu eruieren. 
Sie müssen denn auch nicht jeder erdenklichen Spur auf den Grund gehen, son-
dern müssen vielmehr die Verhältnismässigkeit wahren und sind in der Beweiser-
hebung frei (vgl. unter vielen die Verfügung des Kantonsgerichts Wallis P3-12-184 
vom 24. Juni 2013). Entsprechend rechtfertigte es sich hier, das Verfahren vorläu-
fig zu sistieren. Eine Sistierung bedeutet – wie erwähnt – nicht das definitive Ende 
des Verfahrens. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, kann die Staatsanwaltschaft 
das Verfahren formlos wieder an die Hand nehmen. Das vom Beschwerdeführer in 
der Beschwerde Angeführte erschöpft sich hingegen in bloss subjektiven Mutmas-
sungen und reicht hierzu aus den dargelegten Gründen nicht aus. 

5. Aus diesen Gründen wird die Beschwerde abgewiesen und es bleibt vorerst 
bei der Sistierung des Strafverfahrens. Dies führt dazu, die Verfahrenskosten dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese bemessen sich 
gemäss Art. 37 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung vom 16. Juni 2010 (EGzStPO; BR 350.100) nach dem Aufwand und 
den wirtschaftlichen Verhältnissen der kostenpflichtigen Person. Die Höhe der 
Gebühr für gerichtliche Verfahren wird durch die vom Kantonsgericht erlassene 
Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren vom 14. Dezember 2010 
(VGS; BR 350.210) geregelt. Dabei sieht Art. 8 VGS für Entscheide im Beschwer-
deverfahren einen Gebührenrahmen von CHF 1'000.00 bis CHF 5'000.00 vor. Im 
konkreten Fall erscheinen CHF 1'500.00 den Umständen angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'500.00 ge-
hen zu Lasten des Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: