# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1e818e4-a19b-590f-8fa8-cab1a790787f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 04.07.2008 S 2008 80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2008-80_2008-07-04.pdf

## Full Text

S 08 80

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 4. Juli 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (medizinische 

Massnahmen)

1. a) … wurde am 20. September 1997 geboren. Am 4. Dezember 2003 liess sie 

ein Gesuch um Leistungen der Invalidenversicherung stellen und gab an, an 

einem allgemeinen Entwicklungsrückstand zu leiden. Im Begleitschreiben 

vom 26. November 2003 führte die Stiftung Heilpädagogischer Dienst 

Graubünden (HPD) aus, die Versicherte sei dem HPD durch die 

Kindergärtnerin im Einverständnis der Eltern mit Verdacht auf einen 

erheblichen Entwicklungsrückstand im Bereich der Kognition und Sprache zur 

heilpädagogischen Früherziehung angemeldet worden. Sie zeige einen 

deutlichen Entwicklungsrückstand und bedürfe einer heilpädagogischen 

Frühförderung. 

b) Mit Arztbericht vom 28. Januar 2004 diagnostizierte der Allgemeinmediziner 

Dr. … einen psychomotorischen Entwicklungsrückstand, vor allem 

Oligophrenie (Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren 

Intelligenz [gemäss International Classification of Diseases (ICD-10): 

Intelligenzminderung (F70-79)]). Die körperliche Entwicklung taxierte er als 

„unauffällig“. Es handle sich um ein 6-jähriges Mädchen in gutem 

Allgemeinzustand, Herz und Lungen auskultatorisch und perkutorisch normal, 

Abdomen weich, Visus ohne Korrektur beidseits, Flüstersprache gut 

verständlich, deutliches sprachliches Defizit. Er empfahl eine 

heilpädagogische Früherziehung und die Beurteilung der psychomotorischen 

Entwicklung durch einen Kinderarzt. 

c) Am 27. April 2004 verfügte die IV-Stelle die Übernahme der Kosten für 

heilpädagogische Früherziehung ab 1. November 2003 bis zum Schuleintritt. 

Am 31. Mai 2005 schrieb der HPD, dass bei der Versicherten infolge Eintritts 

in die Einführungsklasse die Früherziehung auf 1. Juni 2005 abgeschlossen 

werde und eine psychomotorische Abklärung veranlasst werde. Ebenso 

übernahm die IV-Stelle am 28. Juni 2004 die Kosten für die 

Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan ab 3. Oktober 2003 bis 2. 

Oktober 2005 und am 25. November 2005 die Kosten für die Fortsetzung der 

Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan bis 2. Oktober 2006 und am 3. 

November 2006 wiederum bis 2. Oktober 2007.

d) Am 5. Juni 2007 schrieb Dr. …, Kinderorthopäde am Kinderspital Zürich und 

Neuropädiater am Kantonsspital Graubünden u.a., dass die Versicherte zur 

Beurteilung einer Plattfussdeformität beidseits gekommen sei. Diese 

Problematik sei angeblich schon seit langem vorhanden, eine Beurteilung 

oder Therapie sei deswegen jedoch noch nie erfolgt. 

e) Mit Schreiben vom 16. Juli 2007 liess die Versicherte bei der IV-Stelle 

Graubünden eine Kostenübernahme für die Behandlung des 

Geburtsgebrechens 193 (angeborener Plattfuss, sofern Operation oder 

Gipsverband notwendig sind) beantragen. 

f) In seinem Bericht vom 17. Juli 2007 stellte Dr. …, Oberarzt der 

Kinderorthopädischen Klinik des Universitätsspitals beider Basel (UKBB), 

folgende Diagnose: „Deutlich abgeflachtes Fusslängsgewölbe mit 0° 

Calcaneus-Bodenwinkel beidseits, ap Subluxation talonavicular“.

g) Dem Aufnahmeschein des UKBB vom 30. August 2007 ist die Diagnose 

„schwerer flexibler Plattfuss beidseits“ zu entnehmen, sowie die Angabe 

„Versicherung: Invalidenversicherung - Geburtsgebrechen“. 

h) Gemäss Arztbericht des UKBB vom 12. November 2007 wurde der schwere 

flexible Plattfuss mit talonvicularer Subluxation beidseits erstmals am 16. Juli 

2007 diagnostiziert. Der Zustand sei besserungsfähig. Es würden 

Behandlungsgeräte oder Hilfsmittel benötigt, sowie Behandlung/Therapie. Die 

Deformität bestehe seit langem, mit zunehmenden Beschwerden 

belastungsabhängig. Es zeige sich ein ausgeprägter schwerer flexibler 

Plattfuss mit radiologisch talonavicularer Subluxation und Calcaneus-

Bodenwinkel von 0°, eine klinisch nur unvollständige Aufrichtung im 

Zehenspitzenstand und ein stark ausgeprägter Rückfussvalgus mit verkürzter 

Achillessehne beidseits. Eine Operation sei indiziert. Diejenige des ersten 

Fusses sei für den 29. November 2007 geplant, die Operation des zweiten zu 

einem späteren Zeitpunkt. 

i) Am 20. November 2007 hielt der Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz 

(RAD) dafür, dass das Geburtsgebrechen (GG) 193 nicht zutreffe. Der 

kongenitale Plattfuss sei eine seltene, meist einseitige Fehlbildung, welche 

bereits im Neugeborenenalter deutlich ausgeprägt sei. Er sei durch 

Röntgenuntersuchung vom erworbenen Knickplattfuss abgrenzbar. In der 

Regel sei der kongenitale Plattfuss bereits bei der Geburt fixiert und bedürfe 

eines redressierenden Gipsverbandes mit anschliessender Behandlung durch 

Nachtschienen und Einlagen. Oft seien operative Eingriffe an den Weichteilen 

unumgänglich. Gemäss Kreisschreiben über die medizinischen 

Eingliederungsmassnahmen (KSME), Rz 193, sei erforderlich, dass die 

Diagnose spätestes innerhalb des ersten Lebensjahres erfolge und die 

Talusfehlstellung und Subluxation durch Röntgen dokumentiert würden. Auch 

das hilfsweise beantragte GG 177 (übrige angeborene Defekte und 

Missbildungen der Extremitäten, sofern Operation, Apparateversorgung oder 

Gipsverband notwendig sind), liege nicht vor. Vorliegend handle es sich mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit um ein erworbenes Leiden und nicht um 

ein Geburtsgebrechen, insbesondere nicht um das GG 193. Dieses stehe in 

der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV) im Anhang unter Ziff. III., 

„Gelenke, Muskeln und Sehnen“, das GG 177 jedoch unter Ziff. II, „Skelett“, 

lit. b „Regionale Skelettmissbildungen“, lit. d. „Extremitäten“. Ein Plattfuss 

könne somit schon aufgrund der Gesetzessystematik nicht unter dem GG 177 

erfasst werden. Der Rechtsanwender habe zu prüfen, ob es statthaft sei, statt 

das eigentlich zutreffende GG 193 alternativ das GG 177 herbeizuziehen. 

Gegen ein GG 177 spreche seines Erachtens auch der späte 

Diagnosezeitpunkt im Alter von 10 Jahren. Vorliegend handle es sich im 

Übrigen um eine Leidensbehandlung, für die die Krankenkasse zuständig sei. 

Das Leiden müsse den Regeln der medizinischen Kunst entsprechend 

behandelt werden und es handle sich bei der Operation zumindest nicht 

primär um eine Eingliederungsmassnahme. 

j) Der Rechtsdienst der IV-Stelle schloss sich am 14. Januar 2008 dieser 

Beurteilung an. Vorliegend handle es sich nicht um ein Geburtsgebrechen, 

sondern um ein erworbenes Leiden, welches nicht aufgrund von Art. 13 IVG 

übernommen werden könne. 

k) Am 17. Januar 2008 stellte die IV-Stelle den Vorbescheid zu und gelangte 

darin zum Schluss, dass das GG 193 nicht zugesprochen werden könne, weil 

der Plattfuss erst im Alter von knapp 10 Jahren diagnostiziert worden sei. Die 

Subsumtion eines Plattfusses unter Skelettmissbildungen (GG 177) sei 

unzulässig, da es sich beim bestehenden Plattfuss um ein erworbenes Leiden 

handle. Bei der vorgesehenen Operation gehe es nicht primär um eine 

Eingliederungsmassnahme, sondern um eine Leidensbehandlung, weshalb 

diese auch nicht gestützt auf Art. 12 IVG übernommen werden könne.

l) Mit Schreiben vom 18. Februar 2008 liess die Versicherte gegen den 

Vorbescheid der IV-Stelle Graubünden vom 17. Januar 2008 Einsprache 

erheben. Darin führte sie aus, dass die Frage, ob es sich beim Leiden um ein 

Geburtsgebrechen handle, offenbar gar nicht geprüft worden sei. Prof. Dr. …, 

Chefarzt des UKBB, habe sie jedoch untersucht und bestätigt, dass es sich 

um das GG 193 handle.

m) Am 24. April 2008 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Leistungsbegehrens und machte geltend, sie halte an ihrem Vorbescheid vom 

17. Januar 2008 fest. 

2. Dagegen liess die Versicherte am 26. Mai 2008 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit den Begehren um 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprechung von 

medizinischen Massnahmen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 

geltend gemacht, dass die Versicherte unter enormen gesundheitlichen 

Problemen mit den Füssen leide. Dr. … habe entsprechend Diagnose gestellt 

und eine Operation befürwortet. Auch Prof. …, Chefarzt des UKBB, habe dies 

im Aufnahmeschein vom 30. August 2007 bestätigt und zudem auch am 

diagnostizierten Geburtsgebrechen festgehalten, als die 

Invalidenversicherung das Vorliegen eines Geburtsgebrechens verneint 

habe. Im Übrigen habe auch die … Krankenversicherung der Beurteilung von 

Prof. … zugestimmt. Die Beschwerdeführerin rügte zudem, dass die IV-Stelle 

entgegen der Bestimmung von Art. 11 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege des Kantons Graubünden (VRG; BR 370.100) den 

Sachverhalt nicht von Amtes wegen eingehend geprüft habe. So sei sie z.B. 

nie von einem IV-Arzt untersucht worden. Die Abklärungen der IV-Stelle seien 

nur rudimentär und ungenügend erfolgt, wobei die klare Diagnose und 

Einschätzung einer nationalen Kapazität pflichtwidrig ausser Acht gelassen 

worden sei. Zudem setze sich die IV-Stelle auch jetzt über die unveränderte 

Haltung dieses Arztes hinweg. Prof. … habe gegenüber ihren Eltern 

wiederholt geltend gemacht, es handle sich um das GG 193. Da eine 

eingehende Begutachtung durch einen unabhängigen medizinischen 

Experten vorliegend unabdingbar sei, werde die Einholung einer Expertise 

beantragt. 

3. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2008 beantragte die Vorinstanz die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Dabei führte sie aus, es sei 

unbestritten, dass die Versicherte an einem schweren flexiblen Plattfuss mit 

talonavicularer Subluxation beidseits leide. Offensichtlich sei ebenfalls nicht 

bestritten, dass die vorliegende Diagnose eines Plattfusses mit 

Skelettmissbildung nicht dem GG 177 entspreche und medizinische 

Massnahmen im Zusammenhang mit dem diagnostizierten Plattfuss nicht 

unter Art. 12 IVG gewährt werden könnten. Ferner führte sie aus, dass als 

Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG Gebrechen gälten, die bei 

vollendeter Geburt bestünden. Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gelte 

nicht als Geburtsgebrechen. Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als 

solches erkannt werde, sei unerheblich. Ziff. 193 im Anhang zur GgV 

umschreibe das Geburtsgebrechen „angeborener Plattfuss, sofern Operation 

oder Gipsverband notwendig ist“. Nach der Verwaltungspraxis setze die 

Anerkennung des GG 193 u.a. voraus, dass die Diagnose in der Regel 

innerhalb der ersten Lebenswochen, spätestens innerhalb des ersten 

Lebensjahres erfolgt sei (KSME, Rz. 193). Dies beruhe auf der medizinisch 

begründeten Annahme, dass das Gebrechen vor der Vollendung des 1. 

Altersjahres diagnostiziert und behandelt worden wäre, falls es angeboren 

gewesen wäre. Ein Plattfuss könne sowohl angeboren als auch 

nachgeburtlich erworben sein. Nach Vollendung des 1. Altersjahres 

durchgeführte Abklärungsmassnahmen könnten nicht mehr zuverlässig 

Aufschluss über die Abgrenzungsfrage geben, ob das Gebrechen angeboren 

oder später erworben worden sei. Hier sei der schwere flexible Plattfuss 

beidseits unbestritten erst am 4. Juni 2007 diagnostiziert worden. Ein 

Geburtsgebrechen sei vorher nie zur Diskussion gestanden. Dr. med. …, der 

die Versicherte seit 1999 behandle, habe am 28. Januar 2004 ausdrücklich 

angegeben, die körperliche Entwicklung sei bisher unauffällig erfolgt. Auch die 

Arztberichte des Kantonsspitals Chur vom 5. Juni 2007 und des UKBB vom 

17. Juli 2007 äusserten sich nicht zum Vorliegen eines Geburtsgebrechens. 

Prof. Dr. … habe ein Geburtsgebrechen erstmals am 30. August 2007 zur 

Sprache gebracht und dementsprechend habe das UKBB im Arztbericht vom 

12. November 2007 festgehalten, es handle sich hier um ein 

Geburtsgebrechen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei, im Einklang 

mit den Ausführungen des RAD vom 20. November 2007, davon auszugehen, 

dass es sich um ein erworbenes Leiden handle. Aus dem Arztbericht des 

UKBB vom 17. Juli 2007 gehe nicht hervor, es handle sich um ein 

Geburtsgebrechen. Die 1997 geborene Versicherte sei bis 4. Juni 2007 nicht 

in ärztlicher Behandlung wegen der Plattfussdeformität beidseits gestanden. 

Dies spreche für ein erworbenes Leiden. Die Angabe im Aufnahmeschein vom 

30. August 2007 vermöge am Resultat nichts zu ändern, weil diese Angaben 

nicht im Geringsten begründet würden. Weitere Abklärungsmassnahmen 

seien nicht notwendig, weil diese nichts daran ändern könnten, dass in 

Anbetracht des Alters der Versicherten nicht mehr zuverlässig Aufschluss 

über die Abgrenzungsfrage gegeben werden könne, ob es sich um ein 

angeborenes oder ein später erworbenes Leiden handle. Wenn für den 

Leistungsanspruch erhebliche Tatsachen unbewiesen blieben, habe nach 

den Regeln der Beweislastverteilung die Versicherte die Folgen der 

Beweislosigkeit zu tragen. Wenn die IV nicht zuständig sei, gehöre die 

Massnahme in den Bereich der Krankenpflegeversicherung 

(Vorleistungspflicht gemäss Art. 113 KVV), wenn ein Leistungsbegehren 

sowohl beim Krankenversicherer als auch bei der IV erhoben worden sei. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 40 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) lädt 

der Instruktionsrichter Dritte, die durch den Entscheid in ihren schutzwürdigen 

Interessen berührt werden, von Amtes wegen oder auf Antrag zur Teilnahme 

am Verfahren ein. Da die Krankenversicherung den angefochtenen Entscheid 

der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 24. April 2008 zwar erhalten, 

darauf aber nicht reagiert hat, muss sie nicht zum Verfahren beigeladen 

werden. 

2. a) Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2008 die 

gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze über die Leistungspflicht der 

Invalidenversicherung bei Geburtsgebrechen (Art. 13 Abs. 1 und 2 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR. 831.20]), zum 

Begriff der Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetztes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 1 

Abs. 1 und Abs. 2, Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über Geburtsgebrechen [GgV; 

SR 931.232.21]), namentlich zum angeborenen Plattfuss (Ziff. 193 GgV 

Anhang) richtig dargelegt und die entsprechende Verwaltungspraxis über die 

Anerkennung eines Geburtsgebrechens Nr. 193 korrekt erläutert. Darauf kann 

im Einzelnen verwiesen werden. 

b) Strittig und zu prüfen ist vorliegend der Anspruch der Versicherten auf 

medizinische Massnahmen, die zur Behandlung eines Plattfusses notwendig 

sind. Nach Ziff. 193 GgV Anhang sind solche Vorkehren von der 

Invalidenversicherung zu übernehmen, falls die Diagnose innerhalb der 

ersten Lebenswochen, spätestens innerhalb des ersten Lebensjahres - im 

konkreten Fall also bis zum 20. September 1998 - gestellt und die 

Talusfehlstellung und die Subluxation im Talonavikulargelenk durch einen 

Röntgenstatus dokumentiert wurden (Bundesamtliches Kreisschreiben über 

die medizinischen Eingliederungsmassnahmen, KSME, Rz. 193). Demnach 

ist vorliegend zu klären, ob bis zu diesem Zeitpunkt hinreichend bestimmte 

Anhaltspunkte für ein Geburtsgebrechen nach Ziff. 193 GgV vorlagen, so dass 

davon ausgegangen werden könnte, dieses wäre schon im Zeitraum des 

ersten Lebensjahres diagnostizierbar bzw. fachärztlich erkennbar und 

entsprechend therapierbar gewesen. 

c) Gemäss ausführlichem Arztbericht vom 28. Januar 2004 wurde die 

Versicherte in den ersten beiden Lebensjahren durch den Kinderarzt Dr. med. 

… betreut und befand sich seit dem Jahre 1999 bei Dr. med. … in ärztlicher 

Behandlung. Dieser diagnostizierte einen psychomotorischen 

Entwicklungsrückstand, im Besonderen eine Oligophrenie, d.h. eine 

Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz. 

Bezüglich der Frage, ob bei der Versicherten ein Geburtsgebrechen vorliegen 

würde, notierte er die Ziffern 402/403 des Anhanges zur GgV, welche sich auf 

die erwähnte Entwicklungsstörung bezogen. Zu einem anderen körperlichen 

Leiden, geschweige denn zu einem angeborenen Plattfuss, äusserte er sich 

nicht und bezeichnete die körperliche Entwicklung der Versicherten allgemein 

als unauffällig.

d) Ein schwerer flexibler Plattfuss mit talonavicularer Subluxation beidseits 

wurde erstmals im Arztbericht des Kantonsspitals Chur vom 4. Juni 2007 

diagnostiziert, d.h. im Zeitpunkt, als die Versicherte bereits über 9 Jahre alt 

war. Auch im Arztbericht des UKBB vom 17. Juli 2007 wurde die Diagnose 

eines schweren flexiblen Plattfusses gestellt, ein Hinweis auf ein 

Geburtsgebrechen Nr. 193 im Sinne des GgV ist jedoch nirgends zu finden. 

Erstmals am 30. August 2007, als die Versicherte bereits fast 10 Jahre alt war, 

wurde im Aufnahmeschein von Prof. …, der im Übrigen nicht einmal von ihm 

selbst unterzeichnet war, aufgeführt, dass ein Geburtsgebrechen vorliegen 

würde. Diesem Bericht folgte dann auch das UKBB und hielt im Arztbericht 

vom 12. November 2007 fest, es würde sich beim schweren flexiblen Plattfuss 

um ein Geburtsgebrechen nach Ziff. 177.1 (übrige angeborene Defekte und 

Missbildungen der Extremitäten, sofern Operation, Apparateversorgung oder 

Gipsverband notwendig sind) handeln. In seinem Schreiben vom 20. 

November 2007 widerlegte Dr. … (RAD-Ostschweiz) mit logischen und 

nachvollziehbaren Argumenten die gemachten Ausführungen bezüglich 

Geburtsgebrechen nach Ziff. 177.1 wie auch nach Ziff. 193 GgV Anhang und 

kam zum Schluss, es würde sich im vorliegenden Fall mit „überwiegender 

Wahrscheinlichkeit um ein erworbenes Leiden - sicherlich nicht um ein 

Geburtsgebrechen, insbesondere nicht um das Geburtsgebrechen gemäss 

Ziff. 193 GgV handeln“.

e) In Würdigung der aufgezählten Arztzeugnisse und –berichte ist das Gericht 

zur Überzeugung gelangt, dass es aktenkundig zu wenig zuverlässige 

Anhaltspunkte gibt, um retrospektiv auf das umstrittene Geburtsgebrechen 

(angeborener Plattfuss; Ziff. 193 GgV Anhang) innerhalb der massgeblichen 

Frist von einem Jahr seit Geburt (20. September 1997) erkennen zu können. 

Zunächst gilt es dazu festzuhalten, dass die Versicherte vor dem 5. Juni 2007 

weder jemals einen Arzt wegen ihres Leidens aufsuchte noch im 

Kleinkindalter eine Fehlentwicklung bezüglich dieses Leidens festgestellt 

werden konnte. Die Eltern sahen sich in der fraglichen Zeit (vom 20. 

September 1997 bis 19. September 1998) und auch in den 8 Jahren danach 

offensichtlich nicht veranlasst, entsprechende Abklärungen über den 

körperlichen Gesundheitszustand des Kindes zu treffen. Selbst als die 

Versicherte in den Kindergarten kam und Schwierigkeiten bezüglich ihrer 

sprachlichen Entwicklung festgestellt wurden, was dann auch zu 

Spezialabklärungen führte, wurde das Vorliegen eines angeborenen 

Plattfusses nicht erwähnt. Echtzeitliche Abklärungen oder sonstige 

Verdachtsmomente für eine abnormale körperliche Entwicklung der 

Versicherten fehlen indessen gänzlich. Der Hinweis, dass bei der 

Versicherten ein angeborener Plattfuss vorliege, wurde erstmals von Prof. … 

in einem Aufnahmeschein vom 30. August 2007 - der nicht einmal von ihm 

selbst unterzeichnet wurde - aufgeführt. Damals war die Versicherte bereist 

9-jährig. Dieser Bemerkung von (möglicherweise) Prof. …, die im Übrigen 

nicht begründet wurde, kann aber nicht die ihr von der Beschwerdeführerin 

beigemessene Bedeutung als fundierte Meinungsäusserung einer nationalen 

Kapazität zukommen. Dagegen vermag Dr. … (RAD) im Schreiben vom 

November 2007 überzeugend darzulegen, weshalb im vorliegenden Fall mit 

hoher Wahrscheinlichkeit nicht von einem Geburtsgebrechen gesprochen 

werden kann resp. es nicht möglich ist, den schweren flexiblen Plattfuss unter 

Geburtsgebrechen Nr. 193 zu subsumieren. Aus dem Gesagten erhellt, dass 

die Vorinstanz weder auf Schilderungen von Prof. … noch auf die Argumente 

des UKBB abstellen musste. Bei der dokumentierten Sach- und Rechtslage 

war sie im Gegenteil nicht nur berechtigt, sondern nach dem Wortlaut der Ziff. 

193 GgV Anhang resp. dem bundesamtlichen Kreisschreiben über die 

medizinischen Eingliederungsmassnahmen (KSME) sogar verpflichtet, das 

eindeutige Vorhandensein eines angeborenen Plattfusses bis spätestens 

innerhalb des ersten Lebensjahres der Versicherten zu verneinen und 

demnach auch einen Anspruch auf medizinische Massnahmen gestützt auf 

Art. 13 IVG abzulehnen. 

3. a) Am Ergebnis vermag auch der Antrag der Beschwerdeführerin auf weitere 

Abklärungen nichts zu ändern, da diese in Anbetracht ihres Alters nicht mehr 

zuverlässig Aufschluss darüber geben könnten, ob es sich beim schweren 

Plattfuss mit talonavicularer Subluxation beidseits um ein angeborenes oder 

ein erworbenes Leiden handelt. Aufgrund der Sachlage steht fest, dass die 

Vorinstanz einen Leistungsanspruch gestützt auf Art. 13 IVG zu Recht 

verneint hat, weshalb sich weitere Abklärungen denn auch erübrigen. 

Aufgrund des Dargelegten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und 

ist daher abzuweisen. 

b) Laut Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 1. Juli 2006 – in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kant. Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden hierbei nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 

festgelegt. In Anbetracht des einfachen Schriftenwechsels rechtfertigt es sich 

hier, ihr Kosten von Fr. 500.00 aufzuerlegen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.00 gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.