# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 695130a5-c1ab-5743-9e03-7ed85fb675e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2011 D-4296/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4296-2011_2011-08-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4296/2011

U r t e i l   v om   3 0 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Jean­Pierre Monnet; 
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

Parteien A._______ B._______, geboren [...], und
B._______ B._______, geboren [...], 
sowie deren Kinder C._______, geboren [...], 
und D._______, geboren [...],
Kosovo,

vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz

Gegenstand Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und Widerruf 
des Asyls; Verfügung des BFM vom 30. Juni 2011 / N [...]

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; nunmehr Bundesamt 
für  Migration  [BFM])  die  Beschwerdeführenden  mit  jeweiligen 
Verfügungen  vom  2. Juni  1992,  vom  30. November  1993  und  vom 
21. Januar  1998  als  Flüchtlinge  anerkannte  und  ihnen  in  der  Schweiz 
Asyl gewährte,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  mit  Verfügung  vom  19. 
Oktober  2010  die  Flüchtlingseigenschaft  aberkannte  und  das  ihnen 
gewährte Asyl widerrief, 

dass die Beschwerdeführenden die Verfügung vom 19. Oktober 2010 mit 
Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom  17.  November  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht anfochten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  diese  Beschwerde  mit  Urteil  vom 
11. Februar  2011  (D­8050/2010)  wegen  Verletzung  des  Anspruchs  auf 
rechtliches Gehör (Verletzung der Begründungspflicht)  insofern guthiess, 
als  die  Beschwerdeführenden  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom 
19. Oktober  2010  beantragt  hatten,  und  die  Sache  zur  erneuten 
Beurteilung an das BFM zurückwies,

dass das Bundesverwaltungsgericht das genannte Urteil im Wesentlichen 
damit  begründete,  das  Bundesamt  habe  sich  darauf  beschränkt, 
auszuführen,  inwiefern  sich  die  Lage  im  Kosovo  in  den  letzten  zwölf 
Jahren  und  namentlich  seit  der  staatlichen  Unabhängigkeitserklärung 
vom 17. Februar 2008 verändert habe, während keinerlei Angaben dazu 
gemacht worden seien, aus welchen Gründen die Beschwerdeführenden 
aus der damaligen Republik Jugoslawien geflohen und in der Schweiz als 
Flüchtlinge anerkannt worden seien beziehungsweise weshalb ihnen Asyl 
gewährt worden sei,

dass das BFM mit Verfügung vom 30. Juni 2011 (Datum der Eröffnung: 
4. Juli 2011) erneut ­ mit neuer Begründung ­ den Beschwerdeführenden 
die  Flüchtlingseigenschaft  aberkannte  und  das  ihnen  gewährte  Asyl 
widerrief,

dass  die  Beschwerdeführenden  diese  Verfügung  mit  Eingabe  ihres 
Rechtsvertreters  vom  3.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht 
anfochten,

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dass  sie  dabei  beantragten,  die  Verfügung  vom  30.  Juni  2011  sei 
aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die Flüchtlingseigenschaft nach 
wie vor erfüllten, und es sei auf den Widerruf des Asyls zu verzichten,

dass  sie mit  der Beschwerdeeingabe  als Beweismittel  in Bezug  auf  die 
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers  (Ehemannes) ein vom 
7. Dezember  2010  datierendes  ärztliches  Zeugnis  von  Dr.  med. 
E._______  F._______,  Facharzt  für  Psychiatrie  und  Psychotherapie, 
G._______, und ein vom 14. Juli 2011 datierendes ärztliches Zeugnis von 
Dr. med. H._______  I._______, Arzt  für allgemeine Medizin, J._______, 
einreichten,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  grundsätzlich  (mit 
Ausnahme  von  Verfahren  betreffend  Personen,  gegen  die  ein 
Auslieferungsersuchen  des  Staates  vorliegt,  vor  welchem  sie  Schutz 
suchen)  endgültig  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  [AsylG,  SR  142.31]  i.V.m.  Art.  31  und  33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG, SR 173.32]; Art. 
83 Bst.  d Ziff.  1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17.  Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit 
das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG sowie 
Art. 6 und 105 AsylG), 

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass  auf  die  form­  und  fristgerechte  Eingabe  der  legitimierten 
Beschwerdeführenden  einzutreten  ist  (vgl.  Art.  108  Abs.  2  AsylG  und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die vorliegende Beschwerde offensichtlich unbegründet ist, weshalb 
darüber in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

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Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  zu  entscheiden  ist 
(Art. 111 Bst. e AsylG),

dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der 
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 
und 2 AsylG),

dass gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG das Bundesamt das Asyl aus 
Gründen nach Art. 1 C Ziff. 1­6 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30) widerruft  oder  die 
Flüchtlingseigenschaft aberkennt, 

dass  nach  Art.  1  C  Ziff.  5  FK  eine  Person  nicht  mehr  unter  den 
Geltungsbereich das Flüchtlingsabkommens fällt, wenn sie nach Wegfall 
der Umstände, aufgrund derer sie als Flüchtling anerkannt worden ist, es 
nicht mehr ablehnen kann, den Schutz  ihres Heimatstaates  in Anspruch 
zu nehmen,

dass  das  BFM  die  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  den 
Widerruf  des  Asyls  in  der  vorliegend  angefochtenen  Verfügung  im 
Wesentlichen  damit  begründete,  seit  der  Anerkennung  der 
Beschwerdeführenden als Flüchtlinge und der Gewährung des Asyls mit 
jeweiligen Verfügungen vom 2. Juni 1992, vom 30. November 1993 und 
vom  21. Januar  1998  habe  sich  die  politische  Situation  im  Kosovo 
grundlegend  verändert  und  entspreche  nicht  mehr  jener,  die  seinerzeit 
fluchtverursachend  gewesen  sei  und  zur  Gewährung  des  Asyls  in  der 
Schweiz geführt habe,

dass das Bundesamt weiter ausführte, der Beschwerdeführer (Ehemann) 
habe seinen Heimatstaat verlassen, nachdem er wegen seiner diversen 
politischen  Aktivitäten  für  die  Sache  der  Kosovo­Albaner,  insbesondere 
der  Organisation  von  Studentenkundgebungen  gegen  das  serbische 
Regime und seiner Mitgliedschaft bei der (damals) illegalen Partei LPRK 
(Lëvizja  Popullore  për  Republikën  e  Kosovës;  Volksbewegung  für  die 
Republik  Kosovo),  durch  die  serbischen  Justiz­  und  Polizeibehörden 
verfolgt worden sei,

dass die Vorinstanz weiter darlegte, der Beschwerdeführer habe seine im 
September  1989  erfolgte  Ausreise  aus  dem Kosovo  ausschliesslich mit 
der Verfolgung durch die Organe der damals auf dem Gebiet des Kosovo 
herrschenden serbischen Staatsmacht begründet,

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dass  die  Vorinstanz  ferner  festhielt,  angesichts  der  seither  erfolgten 
Veränderungen  der  politischen  Situation  im  Kosovo  und  der 
Unabhängigkeit  der  Republik  Kosovo  ­  die  übrigens  durch  den 
schweizerischen  Bundesrat  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  als 
verfolgungssicherer  Staat  im  Sinne  von  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG 
bezeichnet  worden  sei  ­  habe  der  Beschwerdeführer  seitens  der 
serbischen Behörden nichts mehr zu befürchten,

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihren  Rechtsvertreter  in  der 
Beschwerdeschrift  im  Wesentlichen  vorbringen,  im  angefochtenen 
Entscheid  werde  festgehalten,  dass  gemäss  geltender  Rechtsprechung 
triftige Gründe  im Sinne  von Art.  1 C Ziff.  5 Abs.  2  FK  vorhanden  sein 
müssten,  damit  auf  eine  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
verzichtet werden könne, 

dass die Beschwerdeführenden geltend machen, solche Gründe würden 
in ihrem Fall vorliegen, indem insbesondere beim Beschwerdeführer eine 
psychische  Blockade  gegeben  sei,  welche  die  Aberkennung  des 
Asylstaturs verunmögliche, 

dass  sich  die  Beschwerdeführenden weiter  auf  den  Standpunkt  stellen, 
gemäss  dem eingereichten  ärztlichen Zeugnis  von Dr. med. H._______ 
I._______ vom 14. Juli 2011 stehe fest, dass belastende Momente in der 
Vergangenheit des Beschwerdeführers  im Kosovo zu dessen Asylstatus 
geführt  hätten,  wobei  wegen  der  Erlebnisse  im  Heimatstaat  heute  eine 
psychosoziale  Belastungssituation  vorliege,  die  zu  einer 
Arbeitsunfähigkeit führe,

dass die Beschwerdeführenden weiter vorbringen, eine Aberkennung des 
Asylstatus  werde  zu  einer  Verschlechterung  dieser  Belastungssituation 
führen,

dass  die  Beschwerdeführenden  ferner  geltend  machen,  aus  dem 
ärztlichen Zeugnis von Dr. med. E._______ F._______ vom 7. Dezember 
2010  gehe  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  an  intermittierend 
auftretenden  unwillkürlichen  Erinnerungen  an  die  Foltererlebnisse 
während  seines Gefängnisaufenthalts  und  damit  zusammenhängend  an 
einer  emotionalen  Labilität  leide,  was  zu  panischen  Ängsten  und 
reduziertem Selbstwertgefühl führe, 

dass die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter des Weiteren 
ausführen, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Kosovo als sicheres 

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Land  eingestuft  worden  sei,  nachdem  nach  wie  vor  Grenzkonflikte 
auftreten  würden  und  rund  dreissig  Prozent  des  Territoriums  durch 
serbische Einheiten besetzt seien, 

dass gemäss ständiger Praxis zu Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK eine einmal 
erlittene  Verfolgung  auch  nach Wegfall  einer  entsprechenden  aktuellen 
Gefährdung  weiterhin  als  asylrechtlich  relevant  zu  betrachten  ist,  wenn 
eine Rückkehr in den früheren Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese 
Verfolgung  zurückgehenden  Gründen  nicht  zumutbar  ist  (vgl. 
insbesondere  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 16, 1996 Nrn. 10 und 42, 1997 
Nr. 14, 1999 Nr. 7, 2000 Nr. 2 und 2001 Nr. 3),

dass  zwingende  Gründe  in  diesem  Sinn  namentlich  traumatisierende 
Erlebnisse  bilden,  die  es  der  betroffenen  Person  angesichts  erlebter 
schwerwiegender  Verfolgungsmassnahmen,  insbesondere  Folterungen, 
aufgrund  einer  Langzeittraumatisierung  psychisch  verunmöglichen,  ins 
Heimatland zurückzukehren,

dass  aus  dem  ärztlichen  Zeugnis  von  Dr.  med.  E._______  F._______, 
Facharzt  für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Dezember 2010  im 
Wesentlichen hervorgeht, der Beschwerdeführer leide ­ nebst Problemen 
mit  dem Rücken und mit Gelenken  ­  an psychischen Beschwerden,  die 
seit ungefähr zwei Jahren zunehmen würden,

dass  diese  psychischen Beschwerden  im  genannten  ärztlichen  Zeugnis 
als  agitiert  depressives  Zustandsbild,  aktuell  mittelschwere  bis  schwere 
depressive Episode mit  Suizidgedanken, mit  psychotischen Symptomen 
und  Symptomen  einer  chronifizierten  posttraumatischen 
Belastungsstörung  sowie  mit  Verdacht  auf  Entwicklung  einer 
Persönlichkeitsänderung  bei  Hinweisen  auf  eine  soziale  Phobie 
diagnostiziert wurden,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  dem  genannten  ärztlichen  Zeugnis 
von  intermittierend  auftretenden  willkürlichen  Erinnerungen  an 
Foltererlebnisse  während  seines  Gefängnisaufenthalts  in  den  Jahren 
1984  und  1985,  Angstträumen  sowie  körperlichen  Reaktionen  wie 
Schwitzen  und  innerer  Unruhe  bei  Erinnerung  an  dieses  Erlebnis 
berichtete,

dass  aus  dem  genannten  ärztlichen  Zeugnis  weiter  hervorgeht,  dass 
beim  Beschwerdeführer  ein  Verdacht  auf  Verfolgungs­  und 

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Beeinträchtigungsideen  bestehe,  wobei  der  Beschwerdeführer  von 
Suizidgedanken mit  der  konkreten Vorstellung,  sich  in  der Öffentlichkeit 
zu  verbrennen,  berichtet  habe,  dies  als  Protest  gegen  eine  schlechte 
Behandlung  beziehungsweise  Kränkung  durch  Versicherungen  und 
Behörden, und zudem unter anderem Angst vor Burka­Trägerinnen habe,

dass der Beschwerdeführer ausserdem von psychischen Schwierigkeiten 
im  Zusammenhang  mit  seiner  ehelichen  Situation  sowie  mit  seiner 
teilweisen Arbeitsunfähigkeit berichtet habe, 

dass  im  genannten  ärztlichen  Zeugnis  ausserdem  auf  psychische  und 
weitere  gesundheitliche  Probleme  der  Beschwerdeführerin  (Ehefrau) 
hingewiesen wurde, die vollständig arbeitsunfähig sei,

dass  aus  dem  ärztlichen  Zeugnis  von  Dr.  med.  H._______  I._______, 
Arzt  für  allgemeine  Medizin,  vom  14. Juli  2011  im  Wesentlichen 
hervorgeht,  der  Beschwerdeführer  befinde  sich  ­  wie  sich  aus  dem 
Bericht  von  Dr.  med.  E._______  F._______  vom  7. Dezember  2010 
ergebe ­  in einer starken psychosozialen Belastungssituation wegen der 
Erlebnisse in der ehemaligen Heimat,

dass  im  ärztlichen  Zeugnis  von  Dr.  med.  H._______  I._______ 
ausserdem davon die Rede ist, aufgrund der Erlebnisse im Kosovo würde 
eine  starke  psychische  Belastung  für  den  Fall  resultieren,  dass  der 
Beschwerdeführer dorthin zurückkehren müsste,

dass zunächst bezüglich der möglicherweise bestehenden Befürchtungen 
der  Beschwerdeführenden,  sie  müssten  aufgrund  der  angefochtenen 
Verfügung  in  den  Kosovo  zurückkehren,  festzustellen  ist,  dass  diese 
Annahme unbegründet ist, wird doch ihre Berechtigung zum Aufenthalt in 
der Schweiz durch die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und den 
Widerruf des Asyls nicht berührt,

dass  es  am  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  liegt,  seinen 
Mandanten die tatsächliche Rechtslage und die konkreten Auswirkungen 
der Verfügung des BFM vom 30. Juni 2011 zu erläutern, so dass keine 
unbegründeten Befürchtungen aufkommen,

dass vorliegend einzig auf die Frage einzugehen ist, ob das BFM mit der 
angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  gestützt  auf  Art. 63  Abs. 1  Bst. b 
AsylG  i.V.m.  Art. 1  C  Ziff. 5  den  Beschwerdeführenden  die 
Flüchtlingseigenschaft aberkannte und das ihnen gewährte Asyl widerrief 

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und  ob  ­  wie  beschwerdeweise  geltend  gemacht  wird  ­  zwingende 
Gründe im Sinne von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 FK bestehen, 

dass bezüglich der soeben genannten Fragen zunächst festzustellen  ist, 
dass  sich  die  Situation  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführenden,  der 
heutigen Republik Kosovo, seit den Ereignissen, die zur Anerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft  und  zur  Gewährung  des  Asyls  führten, 
offensichtlich  in  einer  Art  und  Weise  verändert  hat,  dass  für  den 
Beschwerdeführer ­ der in der damaligen Autonomen Serbischen Provinz 
Kosovo der damaligen Republik Jugoslawien durch die damals serbisch 
dominierten  Behörden  verfolgt  worden  war  ­  zum  heutigen  Zeitpunkt 
keine Verfolgungsgefahr mehr ersichtlich ist,

dass  diesbezüglich  im Übrigen  auf  die  zutreffenden Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass  hinsichtlich  der  Frage,  ob  die  Beschwerdeführenden  zwingende 
Gründe  im  Sinne  von  Art.  1  C  Ziff.  5  Abs.  2  FK  geltend  zu  machen 
vermögen, aus den vorinstanzlichen Akten (Protokoll der Anhörung durch 
die  zuständige  kantonale  Behörde  vom  16. Januar  1990;  Protokoll  der 
Anhörung  durch  das  BFF  vom  27.  August  1991;  damals  eingereichte 
Gerichtsakten) unter anderem  ­  soweit  vorliegend  relevant  ­  hervorgeht, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund seines politischen Engagements im 
Kosovo am 8. Mai 1984 verhaftet und zu einer Haftstrafe von einem Jahr 
verurteilt wurde, die er anschliessend vollumfänglich absass,

dass der Beschwerdeführer gemäss seinen damaligen Aussagen am Tag 
seiner  Inhaftierung  mit  Gummiknüppeln  und  Fäusten  geschlagen,  mit 
Füssen  getreten  sowie  mit  flachen  Händen  auf  die  Ohren  geschlagen 
worden sei (Protokoll der kantonalen Anhörung, S. 5a),

dass er gemäss seinen damaligen Aussagen während seiner einjährigen 
Haft  einmal  mit  Einzelhaft  von  20  Tagen  bestraft  worden  sei,  man  ihn 
jedoch nicht geschlagen habe, da er während der Zeit im Gefängnis sehr 
vorsichtig gewesen sei (Protokoll der Anhörung durch das BFF, S. 3),

dass  er  damals  im  Übrigen  auf  die  Frage  hin,  ob  er  während  seines 
Gefängnisaufenthalts irgendwelche besonderen Benachteiligungen erlebt 
habe,  abgesehen  vom  soeben  Erwähnten  keine  weiteren  Angaben 
machte, 

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dass sich aus den eingereichten ärztlichen Zeugnissen zwar ergibt, dass 
der  Beschwerdeführer  aufgrund  der  heute  26  Jahre  zurückliegenden 
Erlebnisse im Kosovo, die zur Anerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft 
und  zur  Gewährung  des  Asyls  führten,  mit  gewissen  psychischen 
Problemen konfrontiert ist,

dass  jedoch  die  ärztlich  festgestellten  Probleme,  die  mit  den  soeben 
aufgeführten  Erlebnissen  im  Kosovo  erkennbar  zusammenhängen 
(intermittierend ­ d.h. zeitweilig ­ auftretende Erinnerungen, Angstträume, 
Schwitzen und innere Unruhe), offensichtlich nicht die Intensität und den 
Schweregrad  aufweisen,  die  gemäss  der  geltenden  Praxis  zu  Art. 1 C 
Ziff. 5  Abs. 2  FK  als  zwingende  Gründe  im  Sinne  einer  schweren,  und 
zwar  durch  die Erlebnisse  im Heimatland  verursachten  Traumatisierung 
aufzufassen wären, 

dass sich aus den eingereichten ärztlichen Stellungnahmen vielmehr der 
Eindruck  ergibt,  dass  die  (tatsächlich  erheblichen)  psychischen 
Schwierigkeiten  des  Beschwerdeführers  auf  anderweitige  Probleme 
körperlich­gesundheitlicher,  sozialer und  familiärer Natur zurückzuführen 
sind, während die Erinnerungen an die weit  zurückliegenden Erlebnisse 
im Kosovo begleitende Umstände bilden,

dass somit keine zwingenden Gründe im Sinne von Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 
FK und der entsprechenden Rechtsprechung zu erkennen sind,

dass  das  BFM  daher  im  Ergebnis  zutreffenderweise  zur  Einschätzung 
gelangt  ist, gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG  i.V.m. Art. 1 C Ziff. 5 
FK  könne  den  Beschwerdeführenden  zum  heutigen  Zeitpunkt  die 
Flüchtlingseigenschaft  aberkannt  und  das  einmal  gewährte  Asyl 
widerrufen werden,

dass die  angefochtene Verfügung  somit Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und 
angemessen ist (Art. 106 AsylG),

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist,

dass  in  Anwendung  von  Art.  63  Abs.  1  VwVG  keine  Verfahrenskosten 
auferlegt werden.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: