# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0dbc4e6c-ab1b-524f-bfcd-d5747b80e4fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 20.10.2009 S 2008 142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2008-142_2009-10-20.pdf

## Full Text

S 08 142

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 20. Oktober 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kurzarbeit

1. a) Die … AG, mit Sitz in …, beschäftigt derzeit rund 60 Angestellte und bietet 

Dienstleistungen im gesamten elektronischen Bereich an. Der Betrieb ist 

organisatorisch in drei Abteilungen (Installationen, Kabelbau und Freileitung) 

gegliedert. Die Freileitungsabteilung umfasst den Bau und den Unterhalt von 

Holzstangenleitungen im Bereich ab 16 kV, von Versorgungsleitungen bis hin 

zu Übertragungsleitungen mit Beton- sowie Gittermasten im 

Höchstspannungsbereich von 400 kV.

b) Am 14.03.2008 meldete die genannte Firma für die Abteilung Freileitung beim 

Arbeitsamt „Kurzarbeit“ (mit Antrag auf Entschädigung) für die Zeit vom 

01.04.-31.05.2008 an. Zur Begründung brachte sie vor, dass die 

Auftraggeberin (Swissgrid) alle grossen Erneuerungsbauten auf das 2. 

Halbjahr 2008 verschoben habe und daher die Arbeitsaufträge in der 1. 

Halbjahreshälfte sehr spärlich ausgefallen seien, was im Bereich der 

Freileitungsbranche vorübergehend Kurzarbeit erforderlich mache. Um in 

Zukunft grössere Arbeiten ausführen zu können, müsste ein 

Mindestpersonalbestand aufrecht erhalten bleiben, weshalb die Ausrichtung 

einer Entschädigung für die sachlich gebotene Einführung von Kurzarbeit 

(KAE; Kurzarbeitsentschädigung für April/Mai 2008) zwingend sei. 

c) Mit Verfügung vom 31.03.2008 lehnte das zuständige Arbeitsamt (Abteilung 

Arbeitsbedingungen) die beantragte KAE für die zwei Monate ab.

d) Dagegen erhob die Gesuchstellerin am 29.04.2008 Einsprache, die das Amt 

für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) Graubünden – unter Hinweis auf das 

einschlägige Kreisschreiben über KAE des Staatssekretariats für Wirtschaft 

(SECO), wonach branchen-/betriebsübliche Arbeitsausfälle nicht entschädigt 

würden, da sie zum gewöhnlichen Unternehmerrisiko gehörten - mit Entscheid 

vom 03.09.2008 abwies.

2. Hiergegen erhob die Einsprecherin am 01.10.2008 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie 

Gewährung der beantragten KAE für die Zeit vom 01.04.-31.05.2008. Zur 

Begründung wurde hauptsächlich geltend gemacht, dass die Vorinstanz den 

Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt und daher gegen den 

Untersuchungsgrundsatz verstossen habe. Die deklarierten Arbeitsausfälle 

seien weder vorhersehbar noch kalkulatorisch erfassbar gewesen. Der 

Auftragsrückgang in der 1. Halbjahreshälfte 2008 sei weder branchen- noch 

betriebsüblich gewesen, was eine Befragung bei der massgebenden 

Auftraggeberin (Swissgrid) bestätigen werde. Die eingetretenen Verhältnisse 

im 2008 könnten nicht als normales Betriebsrisiko betrachtet werden. Der 

Freileitungsmarkt (FLM) sei auch nicht mit dem Bauhaupt- und 

Baunebengewerbe vergleichbar, da das jeweilige Auftragsvolumen von der 

gesamtschweizerischen Stromversorgung abhängig sei und von der 

erwähnten Auftraggeberin gesteuert werde, worauf sie (Beschwerdeführerin) 

leider keinen Einfluss habe. In der ganzen Schweiz seien höchstens etwa 200 

Spezialisten im FLM verfügbar, müsste sie ihre Spezialisten entlassen, würde 

nur die ausländische Konkurrenz davon profitieren und so die Abhängigkeit 

bzw. die Störungsanfälligkeit der schweizerischen Stromversorgung 

wachsen, da einmal entlassene, gut ausgebildete Spezialisten sofort 

andernorts eingestellt würden und nicht mehr zurückkehren würden. Es 

handle sich im Resultat um eine politische Entscheidung mit 

aussergewöhnlich grosser Tragweite für die inländische 

Stromversorgungssicherheit. Die Annahme der Vorinstanz, dass 

Strukturprobleme die Ursache für die Arbeitsausfälle seien, sei falsch und 

könne durch entsprechende Zeugenbefragungen in der Branche widerlegt 

werden. Die beantragte Kurzarbeit sei zudem nur vorübergehend (für 2 

Monate) eingeführt worden, um so letztlich wichtige Arbeitsplätze vor Ort für 

die Zukunft sichern zu können. Der Anspruch auf die KAE sei demnach 

ausgewiesen.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz kostenfällige Abweisung 

der Beschwerde. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liege nicht 

vor und sei von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert begründet 

worden. Der Rückgang der Aufträge in der 1. Halbjahreshälfte sei sehr wohl 

branchen- und betriebsüblich, was die 7 Anmeldungen auf KAE in den 

Vorjahren (2002-2007) selbstredend belegten, die in den meisten Fällen 

ebenfalls die 1. Jahreshälfte betroffen hätten. Die angeführten Schwankungen 

der Auftragslage, die Verschiebungen der Ausführungstermine durch die 

Auftraggeberin und die konjunkturell schlechte Wirtschaftslage auf dem 

Freileitungsmarkt (FLM) seien allesamt keine anrechenbaren Gründe; 

vielmehr seien sie für die Tätigkeit der Beschwerdeführerin geradezu typisch 

und betriebsimmanent. Der erlittene Arbeitsausfall (April/Mai 2008) sei 

demnach als normales Betriebsrisiko einzustufen, wofür die 

Beschwerdeführerin allein die Verantwortung trage und deshalb  letztlich auch 

selbst finanziell aufzukommen habe. Im Übrigen seien die Verhältnisse auf 

dem FLM ohne Weiteres mit denjenigen auf dem Bauhaupt- und 

Baunebengewerbe vergleichbar, da beide Branchen jederzeit mit spontanen 

kleineren Arbeitsaufträgen rechnen könnten, die unerwartete Auftragslücken 

schliessen könnten und allfällige Ausfälle wieder zu kompensieren 

vermöchten. Tatsache sei aber, dass auf dem FLM ein eigentlicher 

Verdrängungskampf stattfinde und die verschärfte Konkurrenzsituation der 

Beschwerdeführerin schon seit längerem schwer zu schaffen mache 

(Umsatzrückgang 2005/2007 über 20%). Das Ziel der KAE bestehe allein in 

der Verhinderung von Ganzarbeitslosigkeit und der Erhaltung von 

Arbeitsplätzen (Überbrückung von kurzfristigen Verlusten bzw. Arbeits- und 

Erwerbsausfällen), sicher aber nicht in der Unterstützung oder Verlängerung 

von längst fälligen und notwendigen Strukturanpassungen in einem 

marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen, weshalb der beantragte 

Anspruch auf KAE zu Recht abgelehnt worden sei, zumal das Kriterium einer 

nur vorübergehenden Überbrückungshilfe nicht erfüllt sei.    

4. Mit Replik vom 12.10.2009 ergänzte und vertiefte die Beschwerdeführerin 

nochmals einlässlich ihren Standpunkt, wonach sie auf die Arbeitsausfälle in 

der fraglichen Zeitspanne (zwei Monate in der 1. Halbjahreshälfte 2008) 

keinen Einfluss gehabt habe und diese unvorhersehbar fremdbestimmt 

(alleiniger Entscheidungsträger Auftraggeberin Swissgrid) gewesen seien, 

was nebst – allfälligen Zeugeneinvernahmen – auch noch die Vereinigung für 

Freileitungs- und Kabelanlagen (VFFK) bestätigen könnte.  

5. Am 22.01.2009 erklärte die Vorinstanz ihren Verzicht auf die Einreichung 

einer Duplik. 

6. Am 21.07.2009 wurde der Verwaltungsratspräsident und kaufmännische 

Leiter der Beschwerdeführerin, … (geb. ...1964), noch als Zeuge – unter 

Strafandrohung nach Art. 307 StGB – befragt. Rechtshilfeweise wurden am 

20.07.2009 bzw. 22.07.2009 auch noch der Präsident der VFFK, … (geb. 

...1960), und der ehemalige Geschäftsleiter/Sekretär der VFFK, … (geb. 

...1946) als Zeugen einvernommen. Die drei Befragten bestätigten im 

Wesentlichen die Angaben der Beschwerdeführerin, wonach die Planung der 

Bauvorhaben im FLM gesamtschweizerisch und zentral durch die Swissgrid 

(Nationale Netzgesellschaft; Teilmarktöffnung seit Dez. 2006) geregelt sei. 

Die Beschwerdeführerin habe darauf keinen Einfluss. Die Auftraggeberin 

bestimme auch den Zeitpunkt für das Abstellen der Leitungen. Das 

Arbeitsaufkommen im FLM sei nicht vom Konjunkturverlauf, sondern teilweise 

von der Jahreszeit abhängig, da namentlich in den Wintermonaten keine 

Leitungen gebaut werden könnten. Ein Vergleich mit dem Bauhauptgewerbe 

verbiete sich, da Freileitungsmonteure bei Terminverschiebungen nicht 

einfach auf anderen Baustellen eingesetzt werden könnten. Die Monteure 

seien während ca. 2-3 Jahren intern geschult und ausgebildet worden und 

verrichteten grobmotorische Arbeiten, was einen Einsatz in anderen 

Abteilungen innerhalb der Firma ausschliesse. In der Schweiz bestehe ein 

Mangel an solch qualifizierten Spezialisten (Unterbestand). Das 

Arbeitsvolumen werde in den nächsten Jahren zunehmen, da zahlreiche 

Bauprojekte bis 2015 geplant seien (Schlussbericht Bundesamt für Energie 

2007, S. 7 ff). Aus diesem Bericht gehe hervor, dass das Freileitungsnetz in 

der Schweiz überholungsbedürftig sei. Die Konkurrenzsituation habe sich in 

den letzten Jahren nicht verschärft; ein wesentlicher Einfluss ausländischer 

Firmen sei nicht spürbar. Der Zeuge … führte noch aus, dass die 

Beschwerdeführerin in der Vergangenheit (2002-2007) zwar tatsächlich 

mehrmals KAE beantragt habe, aber effektiv nur sehr selten davon Gebrauch 

gemacht habe (so im Juli-August 2003 und im Juni-August 2007). Man habe 

seitens der Beschwerdeführerin stets im In- und Ausland (z.B. nach 

Sturmschäden in Deutschland) versucht, die Mitarbeiter einzusetzen und zu 

beschäftigen, um so wenn immer möglich die (ungeliebte) Kurzarbeit zu 

vermeiden.     

7. Den Parteien wurde danach - seitens des Verwaltungsgerichts - noch die 

Möglichkeit geboten, sich zu den drei Zeugeneinvernahmen zu äussern, 

worauf die Vorinstanz mit Eingabe vom 26.08.2009 verzichtete, während die 

Beschwerdeführerin im Schreiben vom 27.08.2009 betonte, dass ihr 

Standpunkt durch die drei Zeugen bestätigt werde und grundsätzlich jetzt 

schon schweizweit ein „Unterbestand“ an gut ausgebildeten Spezialisten auf 

dem Freileitungsmarkt (FLM) herrsche bzw. bestünde.  

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Nach Art. 31 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(Arbeitslosenversicherungsgesetz; AVIG; SR 837.0) haben Arbeitnehmer 

bzw. Versicherte, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz 

eingestellt ist, Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE), wenn der 

Arbeitsausfall voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden darf, 

dass durch Kurzarbeit ihre Arbeitsplätze erhalten werden können (lit. d). 

Ferner muss der Arbeitsausfall anrechenbar sein, was zutrifft, wenn er auf 

wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 31 Abs. 1 

lit. b in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 lit. a AIVG). Hingegen ist ein 

Arbeitsausfall nicht anrechenbar, wenn er durch betriebsorganisatorische 

Massnahmen und wiederkehrende Umstände verursacht wird, die zum 

normalen Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (lit. a) bzw. wenn er 

branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist oder durch saisonale 

Beschäftigungsschwankungen verursacht wird (lit. b). Eine Härtefallregelung 

betreffend Anrechenbarkeit ist zudem noch in Art. 32 Abs. 3 AIVG i.V.m. Art. 

51 Abs. 1 AVIV (Arbeitslosenversicherungsverordnung; SR 837.02) 

vorgesehen.

b) Aus diesen Vorschriften folgt, dass der Gesetzgeber vor allem regelmässig 

wiederkehrende Arbeitsausfälle von der KAE ausschliessen wollte (BGE 121 

V 371 E. 2a, 119 V 358 E. 1a). Ferner sollten die normalen Berufsrisiken der 

Arbeitgeberin nicht zu den anrechenbaren Arbeitsausfällen gehören (ARV 

2004 Nr. 5 S. 58 E. 2.1), worunter namentlich jene Ausfälle zu zählen sind, 

die erfahrungsgemäss regelmässig und wiederholt auftreten, demzufolge also 

vorhersehbar und in verschiedener Weise kalkulatorisch erfassbar sind. Was 

in diesem Sinne als „normal/gewöhnlich“ gelten soll, darf nach der Praxis nicht 

nach einem für alle Unternehmungsarten allgemein gültigen Massstab 

bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall anhand der mit der 

spezifischen Unternehmertätigkeit verbundenen speziellen Verhältnisse zu 

bestimmen (BGE 119 V 498 E. 1). Anerkannt ist, dass Arbeitsausfälle, die 

jeden Arbeitgeber treffen können, zum normalen Betriebsrisiko zählen. Sind 

sie aber ausserordentlicher oder ungewöhnlicher Natur, so sind diese 

anrechenbar und damit entschädigungspflichtig (Thomas Nussbaumer, 

SBVR, 2007, Rz 477 ff., S. 2321 ff.)  

c) Im konkreten Fall ist das Gericht – namentlich unter Berücksichtigung und 

Würdigung der drei in den Hauptpunkten übereinstimmenden und eindeutigen 

Zeugenaussage vom Juli 2009 - zur Überzeugung gelangt, dass der 

umstrittene Arbeitsausfall (für die Zeit vom 01.04.-31.05.2008) bei der 

Beschwerdeführerin nicht mehr zum normalen Betriebsrisiko gehört, da hier 

nicht von einem „gewöhnlichen“ Arbeitsausfall gesprochen werden kann; 

zumal der erlittene Auftragsrückgang in der 1. Halbjahreshälfte 2008 auch 

nicht als branchen- und betriebsüblich gewertet werden kann. Richtig ist zwar, 

dass es sich beim betreffenden Arbeitsausfall im 2008 nicht um ein einmaliges 

Ereignis gehandelt hat, da die Beschwerdeführerin bereits in den Vorjahren 

2002-2007 sieben Mal um entsprechende staatliche Überbrückungshilfe 

nachgesucht hatte. Umgekehrt gilt es dennoch klarzustellen, dass jene 

Anträge auf KAE jeweils für unterschiedliche Zeitabschnitte (Frühjahr; 

Sommer; Spätsommer) gestellt wurden, somit offensichtlich nicht leicht 

vorhersehbar (kalkulierbar) waren und zudem bloss zwei Mal (2003 und 2007) 

effektiv KAE beansprucht wurde. Ferner wurde seitens der 

Beschwerdeführerin nachvollziehbar ausgeführt und von den 

einvernommenen Zeugen auch bestätigt, dass die Verhältnisse im 

Freileitungsmarkt (FLM) nicht mit denjenigen im Bauhaupt- und 

Baunebengewerbe vergleichbar sind, weil die Bauprojekte im FLM 

gesamtschweizerisch faktisch von einer einzigen Auftraggeberin (Swissgrid) 

koordiniert und gesteuert werden, worauf die lokalen Stromunternehmungen 

– wozu auch die Beschwerdeführerin zu zählen ist – überhaupt keinen 

Einfluss (kein Mitspracherecht) nehmen können. Ferner leuchtet ein, dass die 

in mehrjähriger (2-3 J.) interner Schulung speziell ausgebildeten 

Freileitungsmonteure, die ausschliesslich grobmotorische Arbeiten verrichten, 

innerhalb des eigenen Betriebs (mit rund 60 Angestellten; verteilt auf 3 

Abteilungen) zumindest kurzfristig nicht anderweitig eingesetzt werden 

können, um unerwartet auftretende Beschäftigungslücken sofort vernünftig 

schliessen bzw. finanziell wieder kompensieren zu können. Im Gegensatz 

dazu ist es im Bauhaupt- und Baunebengewerbe so, dass die Bauarbeiter bei 

Terminverschiebungen jederzeit auf anderen Baustellen eingesetzt werden 

können, was im Vergleich zum FLM als bedeutsamer Unterschied ins Gewicht 

fällt und eine undifferenzierte Gleichbewertung dieser Berufsbranchen 

ausschliesst. Dem ist umso mehr zuzustimmen, als Freileitungsmonteure 

spezifisch während 2-3 Jahren betriebsintern geschult werden, während den 

im Bauhaupt- und Baunebengewerbe beschäftigten Arbeitern keine spezielle 

Ausbildung zuteil wird. Auch von daher besteht deshalb ein grosser 

Unterschied zwischen diesen Berufssparten. Ferner kann auch nicht von einer 

verschärften Konkurrenzsituation auf dem FLM – wie von der Vorinstanz 

behauptet – ausgegangen werden, da die entsprechende Aussage jenes 

Zeugen (Präsident VFFK), wonach in den letzten Jahren drei Betriebe auf 

diesem Arbeitsfeld hätten schliessen müssen, nicht näher begründet wurde 

und die wahren Ursachen für jene Betriebsschliessungen somit im Dunkeln 

geblieben sind. Hinzu kommt, dass von unabhängiger Fachstelle (Schreiben 

vom 09.01.2009: Treuhand-/Revisionsfirma RRT, Chur) noch bestätigt wurde, 

dass die Personaleinsatzplanung bei der Beschwerdeführerin optimal sei und 

sie im Verlaufe der Jahre sämtliche organisatorischen und strukturellen 

Vorkehrungen getroffen habe, um den wirtschaftlichen Gegebenheiten 

Rechnung zu tragen. Weitere Strukturanpassungen seien anhand der 

Besonderheiten im FLM nicht möglich oder sinnvoll. In einer 

Gesamtwürdigung ist das Gericht deshalb zur Ansicht gelangt, dass 

genügend konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die für einen nur 

vorübergehenden Beschäftigungseinbruch sprechen sowie auch dafür, dass 

für die Beschwerdeführerin mit der Einführung der Kurzarbeit hauptsächlich 

die längerfristige Erhaltung der Arbeitsplätze in ihrer Freileitungsabteilung im 

Vordergrund stand. Die damit geäusserte Motivation, die Entlassung ihrer 

intern in spezieller Schulung ausgebildeten Spezialisten zu verhindern, um 

damit im Hinblick auf ein künftig stark ansteigendes Auftragsvolumens 

materiell wie personell gerüstet zu sein (Auftragsprognose 2. Jahreshälfte 

günstig), vermag zudem betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich zu 

überzeugen. Schliesslich gilt es ebenfalls noch zu berücksichtigen, dass sich 

der gesamte Strommarkt seit der Liberalisierung im Dezember 2006 

(Inkraftsetzung StromVG durch Bundesrat) und dem Auftreten einer 

Nationalen Netzgesellschaft für die ganze Schweiz (Gründung und 

Betriebsaufnahme Swissgrid 2007/2008) grundlegend verändert hat, und 

deshalb die neu eingetretene Marktsituation für die Beschwerdeführerin nicht 

unbesehen mit den Vorjahren (Gesuche 2002-2007) verglichen werden darf. 

Im Übrigen würde eine Verweigerung der Kurzarbeitentschädigung letztlich 

auf eine Stärkung der ausländischen Konkurrenz hinaus laufen, weil die 

anspruchsvolle Ausbildung zum Freileitungsmonteur zulasten der 

einheimischen Wirtschaft, der längerfristige Nutzung indes zugunsten der 

ausländischen Wettbewerbsteilnehmer ausfallen würde. Die gekündigten 

Arbeitnehmer der Beschwerdeführerin würden nämlich innert Kürze zu 

ausländischen Firmen wechseln und somit unwiederbringlich für die 

schweizerische Volkswirtschaft verloren gehen. Künftig wird aufmerksam zu 

beobachten sein, wie sich die Strukturbereinigungen im Strommarkt 

entwickeln und es wird dereinst allenfalls neu zu entscheiden sein, wie es sich 

mit einem allfällig neu gestellten Gesuch um Kurzarbeitsentschädigung 

verhält.

d) Zusammengefasst steht für das angerufene Gericht damit fest, dass die 

Anrechenbarkeit des Arbeitsausfalls (vom 01.04.-31.05.2008) zu bejahen ist, 

was zur Gutheissung der Beschwerde und folgerichtig zur Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids der Vorinstanz führt. Der Anspruch auf 

KAE ist - gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG - ausgewiesen und 

gerechtfertigt, womit sich eine weitere Auseinandersetzung samt Prüfung der 

Härtefallklausel im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 AVIV 

vorliegend erübrigt. Die Sache ist damit zur Berechnung der Höhe der KAE 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. a) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das Beschwerdeverfahren nach Art. 

61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) grundsätzlich kostenlos ist. 

b) Aussergerichtlich hat die Vorinstanz die anwaltlich vertretene und obsiegende 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG noch angemessen zu 

entschädigen, wobei die zwei eingereichten Honorarnoten der Anwältin der 

Beschwerdeführerin vom 16.02.2009 inhaltlich insofern übernommen werden, 

als darin ein Arbeitsaufwand von 16 Arbeitsstunden à Fr. 240.-- pro Stunde (= 

Fr. 3'840.--) plus Auslagen (= Fr. 144.--), zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer (= 

Fr. 302.80), in Rechnung gestellt wurde. Der Aufwand und die Bemühungen 

vor Inangriffnahme der Beschwerde an das Verwaltungsgericht fallen 

indessen nicht darunter, weshalb das Gericht eine Kürzung der geltend 

gemachten Arbeitsstunden von total 25.5 auf 16 Arbeitsstunden 

vorgenommen hat. In dieser Höhe (insgesamt Fr. 4'286.80) hat die Vorinstanz 

der Beschwerdeführerin folglich noch eine Parteientschädigung zu bezahlen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit an die Vorinstanz 

zur Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung für den Zeitraum vom 

01.04.2008 bis 31.05.2008 zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden hat die … AG 

aussergerichtlich mit Fr. 4'286.80 (inkl. MWST) zu entschädigen.