# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6db93b28-ac70-574a-9457-32c272b43ff1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 15.12.2017 SK2 2017 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2017-3_2017-12-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 15. Dezember 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 17 3 18. Dezember 2017

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Brunner
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 6. Januar 
2017, mitgeteilt am 10. Januar 2017, in Sachen des Y._____, Beschwerdegegner, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto T. Annen, Postfach 355, Kornplatz 2, 
7001 Chur,

betreffend üble Nachrede / Verleumdung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Im Jahr 2013 beauftragte X._____ den Architekten Y._____ mit der Pla-
nung und Bauleitung für die Bebauung der Baulandparzelle Nr. _____ in der Ge-
meinde O.1_____. Geplant war die Erstellung von Mehrfamilienhäusern mit Miet-
wohnungen sowie der dazu benötigten Parkplätze in einer unterirdischen Einstell-
halle. Im Juli 2014 erfolgte der Spatenstich. Am 15. Juli 2015 setzte X._____ den 
Architekten A._____ als Bauberater und als Bauherrenvertreter ein, nachdem das 
Vertrauensverhältnis zwischen ihr und Y._____ zunehmend beeinträchtigt wurde. 
Am 7. August 2015 entzog X._____ Y._____ das Architektenmandat mit sofortiger 
Wirkung.

B. Mit Schreiben vom 28. September 2015 teilte die Gemeinde O.1_____ 
X._____ mit, anlässlich der Bauabnahme vom 21. September 2015 sei festgestellt 
worden, dass die Einstellhalleneinfahrt statt dem gesetzlich vorgeschriebenen Ge-
fälle von maximal 15% ein Gefälle von ca. 20% aufweise und auch weitere Details 
den bewilligten Plänen nicht entsprechen würden. X._____ wurde aufgefordert, bis 
am 15. Oktober 2015 dazu Stellung zu nehmen. Dem kam X._____ mit Schreiben 
vom 20. Oktober 2015 nach.

C. Mit Schreiben vom 3. November 2015 nahm Y._____ zum Ergebnis der 
Baukontrolle gegenüber A._____ unter anderem wie folgt Stellung:

"Gefälle Zufahrt Einstellhalle:

Die Höhen der _____strasse und der Einstellhalle wurden gegenüber den 
bewilligten Baueingaben (Grundrisse, Schnitte) nicht verändert. Die Bau-
herrin wurde von mir schon in der Vorprojektphase und später beim Bau-
projekt und somit lange vor der Ausführung auf die Bestimmungen im Bau-
gesetz und später auch auf die Auflage bei der Baubewilligung (Gefälle 
maximal 15%) aufmerksam gemacht. Die Bauherrin hat die Ausführung mit 
19 - 20% genehmigt. Es war der Bauherrin (als Juristin) sehr bewusst, dass 
sie damit gegen die Auflagen vorstossen [recte: verstossen] wird".

D. Mit Schreiben vom 11. November 2015 eröffnete die Gemeinde O.1_____ 
ein Bussverfahren wegen Verstosses gegen baurechtliche Bestimmungen und 
forderte sowohl X._____ als auch Y._____ zu einer Stellungnahme auf.

E. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2015 forderte X._____ Y._____ auf, die 
von ihm in seinem Schreiben vom 3. November 2015 erhobenen Vorwürfe richtig-
zustellen.

F. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 nahm X._____ gegenüber der Ge-
meinde O.1_____ erneut Stellung.

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G. Am 18. Januar 2016 reichte Rechtsanwalt lic. iur. Reto Annen, der Rechts-
vertreter von Y._____, eine Stellungnahme an die Gemeinde O.1_____ ein, worin 
er im Wesentlichen ausführte, Y._____ habe X._____ bereits in der Vorprojekt-
phase und später beim Bauprojekt über Vorschriften bezüglich des Gefälles der 
Einstellhallen-Rampe orientiert. X._____ habe als Bauherrin der Ausführung in der 
realisierten Form ausdrücklich zugestimmt. Zusammenfassend wurde folgendes 
festgehalten:

"Der Bauherrin war die geplante Ausführung vollumfänglich bewusst. Sie 
hat diese akzeptiert und auf den ersten Baubescheid der Gemeinde vom 
23. Oktober 2013 geäussert, dass sie das Projekt nicht anpassen möchte. 
Die Verantwortung für die nun vorliegende Ausführung liegt dementspre-
chend bei der Bauherrin."

H. Am 2. Februar 2016 reichte X._____ bei der Staatsanwaltschaft Graubün-
den (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Strafanzeige gegen Y._____ wegen "straf-
barer Handlung gegen die Ehre im Sinne von Art. 173 ff. StGB" ein. Y._____ habe 
sie in zwei Schreiben bezichtigt, wissentlich und willentlich, mithin vorsätzlich, eine 
strafbare Handlung begangen zu haben. Dies sei geeignet, ihren Ruf zu schädi-
gen, und damit ehrverletzend. Darüber hinaus habe er ihr (als Juristin) auch ein 
erhöhtes Verschulden unterstellt. Die Aussagen seien wider besseres Wissen er-
folgt, da Y._____ als direktbeteiligte Person ganz genau um die Unrichtigkeit sei-
ner Aussagen wisse. Am 2. März 2016 eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Straf-
verfahren gegen Y._____ wegen Verleumdung gemäss Art. 174 Ziff. 1 StGB.

I. Am 11. Februar 2016 reichte X._____ eine weitere Stellungnahme bei der 
Gemeinde O.1_____ ein.

J. Mit Bussenverfügung der Gemeinde O.1_____ vom 7. März 2016 wurden 
Y._____ und X._____ gestützt auf Art. 93 und 95 des Raumplanungsgesetzes für 
den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) mit einer Baubusse von CHF 900.00 
bzw. CHF 200.00 bestraft.

K. Am 15. März 2016 konstituierte sich X._____ als Privatklägerin im Straf- 
und Zivilpunkt. Gleichentags fand bei der Staatsanwaltschaft eine Konfront-
Einvernahme von Y._____ und X._____ statt.

L. Mit Parteimitteilung vom 3. Mai 2016 stellte die Staatsanwaltschaft die Ein-
stellung des Verfahrens wegen Verleumdung gemäss Art. 174 Ziff. 1 StGB in Aus-
sicht.

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M. Mit Verfügung vom 6. Januar 2017, mitgeteilt am 10. Januar 2017, stellte 
die Staatsanwaltschaft das gegen Y._____ geführte Strafverfahren ein. Die Ver-
fahrenskosten wurden auf die Staatskasse genommen. Y._____ wurde zulasten 
der Staatskasse eine Entschädigung in Höhe von CHF 1'696.35 (inkl. MWSt.) zu-
gesprochen.

N. Dagegen erhob X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe 
vom 28. Januar 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und 
beantragte, was folgt:

"1. Die vorliegende Beschwerde sei gutzuheissen und die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10.01.2017 in der Strafsache 
(Pr./Proc. VV.2016.457/FI) gegen Y._____, O.2_____, sei aufzuheben.

2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, das Strafverfah-
ren gegen Y._____, O.2_____ (Pr./Proc. VV.2016.457/FI) weiterzu-
führen.

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, sämtliche not-
wendigen Vorkehren für die Weiterführung des Strafverfahrens gegen 
Y._____, O.2_____ (Pr./Proc. VV.2016.457/FI) zu treffen.

4. Die Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, das Strafverfah-
ren gegen Y._____, O.2_____ (Pr./Proc. VV.2016.457/FI) beförderlich 
weiterzuführen.

5. Unter vollumfänglicher gerichtlicher und aussergerichtlicher Kostenfol-
ge zulasten von Y._____ bzw. der Staatskasse."

O. Mit Stellungnahme vom 6. Februar 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

P. In seiner Stellungnahme vom 10. März 2017 stellte Y._____ (nachfolgend: 
Beschwerdegegner) folgende Anträge:

"1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten 
der Beschwerdeführerin, eventualiter der Staatskasse."

Q. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf 
die Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung 
[KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
einzu-reichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerde-
führende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. 
der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen ande-
ren Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie 
anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 
2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als 
auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) 
gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben wer-
den.

1.2. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach 
Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsver-
fügung beschwert sind (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Geschädigte können die Ein-
stellungsverfügung - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - nur 
dann anfechten, wenn sie sich als Privatkläger im Strafpunkt konstituiert haben 
(Art. 118 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_298/2012 vom 27. August 
2012 E. 2.1; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 
6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 9 zu Art. 322 StPO). Als geschädigte Person gilt, wer durch 
die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 
StPO). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, rechtswidrige und schuldhafte 
Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festgestellt. Bis dahin bleibt sie eine 
blosse Hypothese (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wi-

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prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 20 zu Art. 115 StPO).

1.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, durch bestimmte Äusserungen des 
Beschwerdegegners bzw. seines Rechtsvertreters in ihrer Ehre verletzt zu sein. 
Sie ist damit als geschädigte Person im Sinne von Art. 115 StPO anzusehen. So-
dann hat sie innert der Frist gemäss Art. 31 StGB Strafanzeige bzw. Strafantrag 
gestellt (StA act. 2) und sich rechtzeitig als Privatklägerschaft im Zivil- und Straf-
punkt konstituiert (StA act. 30). Sie ist damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert, 
zumal sie durch die Einstellung des Verfahrens offensichtlich beschwert ist. Da 
sich die von ihr am 28. Januar 2017 erhobene Beschwerde als frist- und formge-
recht erweist und auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

2. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der angefochtenen Ein-
stellungsverfügung sowie diverse Anweisungen an die Staatsanwaltschaft hin-
sichtlich der Fortführung des Verfahrens.

2.1. Die Staatsanwaltschaft stellte das gegen den Beschwerdegegner geführte 
Strafverfahren mit der Begründung ein, der Beschwerdegegner habe der Be-
schwerdeführerin zwar indirekt vorgeworfen, eine strafbare Handlung begangen 
zu haben, was geeignet gewesen sei, deren Ehre zu verletzen (Einstellungsverfü-
gung, E. 2b). Da die Beschwerdeführerin jedoch während der Projektierung und 
auch nach Erhalt der Baubewilligung darüber informiert gewesen sei, dass das 
Gefälle der Garageneinfahrt gemäss dem Bauprojekt nicht den Vorschriften ent-
sprochen habe, habe er in guten Treuen sowohl gegenüber A._____ als auch ge-
genüber der Gemeindeverwaltung von O.1_____ mitteilen können, dass die Be-
schwerdeführerin sich der Nichteinhaltung von Bauvorschriften bezüglich der Ga-
rageneinfahrt bewusst gewesen sei. Der Wahrheitsbeweis seiner Behauptungen 
werde im Übrigen auch durch die Bussenverfügung der Gemeinde O.1_____ vom 
7. März 2016 erbracht. Der Beschwerdegegner könne somit nicht wegen übler 
Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB bestraft werden (Einstellungsverfügung, E. 
3j). Eine Bestrafung des Beschwerdegegners wegen Verleumdung gemäss Art. 
174 Ziff. 1 StGB könne ebenfalls nicht in Betracht kommen, da der Beschwerde-
gegner seine Äusserungen nicht wider besseres Wissen getätigt habe (Einstel-
lungsverfügung, E. 4).

2.2. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ist ein Strafverfahren einzustellen, wenn 
der ursprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet wer-

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den konnte, dass sich eine Anklage rechtfertigt. Dies ist dann der Fall, wenn unter 
einer Gesamtwürdigung der Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis 
des Gerichtes gerechnet werden kann und auch keine konkret zu erhebenden 
Beweismittel mehr erkennbar sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beein-
flussen könnten (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 
vom 11. Februar 2015, E. 2, mit Hinweis auf PKG 1997 Nr. 36 E. 5). Im Weiteren 
hat nach Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO die Einstellung des Verfahrens zu erfolgen, 
wenn kein Straftatbestand erfüllt ist, d.h. wenn das inkriminierte Verhalten - selbst 
wenn es nachgewiesen wäre - nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand 
erfüllt. Schliesslich ist eine Verfahrenseinstellung zu verfügen, wenn Rechtferti-
gungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (Art. 319 Abs. 1 lit. c 
StPO). Diese Bestimmung ist auch beim Vorliegen von Schuldausschliessungs-
gründen und den Entlastungsbeweisen gemäss Art. 173 Ziff. 2 StGB anwendbar 
(Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2013, N 7 zu Art. 319 StPO). Aus dem Legalitätsprinzip (Art. 5 
Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 StPO) 
folgt, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei kla-
rer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzun-
gen angeordnet werden darf, wobei der Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung 
dieser Frage ein gewisser Spielraum zusteht. Hingegen ist - in Anwendung des 
Grundsatzes "in dubio pro duriore" - Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung 
wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit 
eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in 
der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung 
auf (vgl. BGE 138 IV 186 E. 4.1; Grädel/Heiniger, a.a.O., N 8 zu Art. 319 StPO; 
Landshut/Bosshard, a.a.O., N 15 und 19 f. zu Art. 319 StPO; Schmid, a.a.O., N 5 
f. zu Art. 319 StPO).

2.3. Aus der Begründung der Einstellungsverfügung wird nicht ohne weiteres 
klar, ob die Staatsanwaltschaft die Verfahrenseinstellung auf den Gutglaubens- 
oder den Wahrheitsbeweis stützt. So spricht sie einerseits davon, der Beschwer-
degegner habe in guten Treuen mitteilen können, dass die Beschwerdeführerin 
sich der Nichteinhaltung von Bauvorschriften bezüglich der Garageneinfahrt be-
wusst gewesen sei. Dies lässt an den Gutglaubensbeweis denken, welcher dann 
als erbracht anzusehen ist, wenn der sich Äussernde nachweist, dass er ernsthaf-
te Gründe hatte, eine Behauptung in guten Treuen für wahr zu halten (vgl. Franz 
Riklin, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Ba-
sel 2013, N 19 zu Art. 173 StGB mit Verweis auf BGE 124 IV 149). Andererseits 

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führt die Staatsanwaltschaft aus, der Wahrheitsbeweis der Behauptungen des Be-
schwerdegegners werde (auch) durch die Bussenverfügung der Gemeinde 
O.1_____ vom 7. März 2016 erbracht. Ungeachtet dessen ist die dogmatische 
Einordnung der Entlastungsbeweise umstritten: Teils werden sie als besondere 
Rechtfertigungs- teils als Schuldausschliessungsgründe angesehen (vgl. zum 
Ganzen Riklin, a.a.O., N 31 zu Art. 173 StGB, welcher eine differenzierende Lö-
sung vorschlägt). Auf die Verfahrenseinstellung bzw. deren Voraussetzungen hat 
die Streitfrage indessen grundsätzlich keine Auswirkungen; Art. 319 Abs. 1 lit. c 
StPO findet Anwendung beim Vorliegen sowohl von Rechtfertigungs- als auch von 
Schuldausschliessungsgründen (vgl. Erwägung 2.2). Im Übrigen wird - wie aus 
den nachfolgenden Erwägungen hervorgeht - der Begründung der Staatsanwalt-
schaft nicht gefolgt. Der Frage, von welchem Entlastungsbeweis die Staatsanwalt-
schaft ausgegangen ist und unter welchem Titel das Vorliegen eines Entlastungs-
beweises eine Verfahrenseinstellung zulässt, braucht deshalb nicht weiter nach-
gegangen zu werden.

2.4. Gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB macht sich der üblen Nachrede strafbar, wer 
jemanden bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tat-
sachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt 
oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet. Nach 
der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der strafrechtliche Schutz der Ehre 
auf den menschlich-sittlichen Bereich beschränkt, nämlich auf den Ruf und das 
Gefühl des Betroffenen, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, 
wie nach allgemeinen Anschauungen ein charakterlich anständiger Mensch sich 
zu verhalten pflegt (vgl. statt vieler BGE 131 IV 154 E. 1.2). Für die Frage, ob eine 
Äusserung ehrenrührig ist, ist massgebend, welchen Sinn ihr ein unbefangener 
Adressat unter den konkreten Umständen beimisst (BGE 137 IV 313 E. 2.1 mit 
Hinweisen). Der Vorwurf, jemand habe eine strafbare Handlung begangen, ist 
grundsätzlich ehrverletzend (vgl. BGE 132 IV 112 E. 2.2; krit. mit Bezug auf Über-
tretungen und Fahrlässigkeitsdelikte Bernard Corboz, La diffamation, SJ 1992, S. 
629 ff., S. 632; bei Fahrlässigkeitsdelikten auf die konkrete Situation abstellend 
Riklin, a.a.O., N 21 vor Art. 173 StGB).

2.5. In seinem Schreiben vom 3. November 2015 an A._____ (StA act. 3) macht 
der Beschwerdegegner geltend, die Beschwerdeführerin habe der baugesetzwid-
rigen Ausführung zugestimmt. Es sei ihr (als Juristin) sehr bewusst gewesen, dass 
sie damit gegen Auflagen verstossen werde. Im Schreiben des Rechtsvertreters 
des Beschwerdegegners vom 18. Januar 2016 an die Gemeinde O.1_____ (StA 
act. 14) wird diese Aussage im Wesentlichen wiederholt, indem vorgebracht wird, 

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die Beschwerdeführerin habe der Ausführung in der realisierten Form ausdrücklich 
zugestimmt; eine Anpassung der Pläne an die von der Baubehörde gemachten 
Auflagen habe sie nicht gewünscht. Mit beiden Schreiben wird somit der Vorwurf 
erhoben, die Beschwerdeführerin habe einen Verstoss gegen eine in der Baube-
willigung erteilte Auflage und damit einen Verstoss gegen die Bauordnung der 
Gemeinde O.1_____ bewusst in Kauf genommen. Ein Verstoss gegen die kom-
munale Bauordnung kann gestützt auf Art. 95 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes 
für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) mit Busse von CHF 200.00 bis 
CHF 40'000.00 bestraft werden. Strafbar ist sowohl die vorsätzliche als auch die 
fahrlässige Widerhandlung (Art. 95 Abs. 2 KRG). Da als Sanktion ausschliesslich 
Busse angedroht wird, stellt eine Widerhandlung gegen Art. 95 Abs. 1 KRG eine 
Übertretung dar. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin somit indi-
rekt vorgeworfen, vorsätzlich eine Übertretung begangen zu haben. Nach herr-
schender Ansicht ist diese Aussage ehrverletzend.

2.6. Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob das zur Anzeige gebrachte Verhalten des 
Beschwerdegegners trotz seines an sich ehrverletzenden Charakters als recht-
mässig anzusehen ist.

2.7. Einer genaueren Betrachtung zugeführt werden soll zunächst das Schrei-
ben des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 18. Januar 2016 an die 
Gemeinde O.1_____ (StA act. 14).

2.7.1. Wer handelt, wie es das Gesetz gebietet oder erlaubt, verhält sich recht-
mässig, auch wenn die Tat nach dem Strafgesetzbuch oder einem anderen Ge-
setz mit Strafe bedroht ist (Art. 14 StGB). Art. 14 StGB rechtfertigt ein an sich 
strafbares Verhalten nicht nur dann, wenn der "Täter" zum entsprechenden Ver-
halten verpflichtet war, sondern auch dann, wenn er hierzu lediglich berechtigt war 
(BGE 135 IV 177 E. 4). Der Rechtfertigungsgrund von Art. 14 StGB geht den Ent-
lastungsbeweisen gemäss Art. 173 Ziff. 2 StGB vor (BGE 131 IV 154 E. 1.3.1 
m.w.H.).

2.7.2. Die beschuldigte Person hat das Recht, sich nicht selbst belasten zu müs-
sen (nemo tenetur se ipsum accusare; vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). Die Selbstbelas-
tungsfreiheit gilt als allgemeiner Grundsatz des Strafprozessrechts und geniesst in 
Lehre und Rechtsprechung verfassungsrechtlichen Rang (vgl. die Hinweise bei 
Viktor Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, N 5 zu Art. 
113 StPO). Ausserdem wird der nemo-tenetur-Grundsatz vom EGMR aus Art. 6 

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Abs. 1 EMRK hergeleitet und zum Kernbereich eines fairen Verfahrens gerechnet 
(vgl. Dominique Ott, Der Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare", Zürich 
2012, S. 106 m.w.H.). Die Selbstbelastungsfreiheit schützt die beschuldigte Per-
son davor, an ihrer eigenen Überführung mitwirken zu müssen, sei es, dass sie 
sich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen nicht äussern muss, mithin ohne An-
gabe von Gründen schweigen darf, sei es, dass sie die Herausgabe von beweis-
geeigneten Gegenständen verweigern darf und auch sonst nicht verpflichtet ist, 
das gegen sie geführte Strafverfahren durch aktives Verhalten zu fördern. Der 
nemo-tenetur-Grundsatz gilt während der gesamten Dauer des Strafverfahrens 
und - nach der Rechtsprechung des EGMR - auch bereits im Vorfeld des Verfah-
rens, nämlich in dem Zeitpunkt, in dem eine spätere Strafverfolgung gegen eine 
bestimmte Person mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, so dass 
diese substantiell betroffen erscheint (vgl. zum Ganzen Lieber, a.a.O., N 14 zu Art. 
113 StPO m.w.H.; Hans Vest, in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die schweizerische 
Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N 6 zu 
Art. 32 BV; Wolfgang Wohlers/Gunhild Godenzi, Strafbewehrte Verhaltenspflichten 
nach Verkehrsunfällen - unzulässiger Zwang zur Selbstbelastung?, in: AJP 2005, 
S. 1045 ff., S. 1056 f.; zu Äusserungen gegenüber Privaten s. Lieber, a.a.O., N 3 
zu Art. 113 StPO). Der beschuldigten Person steht es jedoch frei, sich zur Sache 
zu äussern und sich zu verteidigen. Sie unterliegt dabei keiner Wahrheitspflicht 
hinsichtlich ihrer Aussagen (so auch Urteil des Bundesgerichts 6B_604/2012 vom 
16. Januar 2014, E. 3.4.4 mit Bezug auf Art. 113 Abs. 1 StPO); die Lüge der be-
schuldigten Person bleibt ohne direkte strafprozessuale Sanktion. Vorbehalten 
bleiben etwa Fälle falscher Anschuldigung gemäss Art. 303 StGB oder der Irre-
führung der Rechtspflege gemäss Art. 304 StGB (Marc Engler, in: Niggli/Heer/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N 6 zu Art. 113 StPO).

2.7.3. Im Lichte dieser Grundsätze hat das Bundesgericht festgehalten, der in ei-
nem Verfahren Verzeigte oder Beschuldigte habe ein berechtigtes Interesse, sich 
in seinen Eingaben zu verteidigen, auch wenn er dazu sachbezogen auf das Ver-
halten von Drittpersonen verweisen müsse, würde doch sonst das Recht auf Ver-
teidigung in unzulässiger Weise eingeschränkt. Das berechtige zwar nicht dazu, 
falsche Anschuldigungen zu erheben. Doch dürfe eine Prozesspartei in einem 
Verfahren objektiv ehrverletzende Äusserungen machen, wenn sich diese auf das 
Notwendige beschränkten, sachbezogen seien, nicht wider besseres Wissen er-
folgten und wenn blosse Vermutungen als solche gekennzeichnet seien (vgl. zum 
Ganzen BGE 116 IV 211 E. 4a/bb; Urteil des Bundesgerichts 2P.101/1998 vom 

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15. Dezember 1998, E. 5d/bb; ferner Martin Schubarth, Kommentar Strafrecht, 
Besonderer Teil, 3. Band, Bern 1984, N 111 zu Art. 173 StGB; Günter Straten-
werth/Guido Jenny/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: 
Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl., Bern 2010, § 11 Rz. 51; Riklin, 
a.a.O., N 61 vor Art. 173 StGB; Stefan Trechsel/Viktor Lieber, in: Trechsel/Pieth 
[Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. 
Gallen 2013, N 7 zu Art. 173 StGB). Diese Grundsätze hat das Bundesgericht in 
jüngeren Entscheiden in zweierlei Hinsicht präzisiert: Zum einen könne nicht ohne 
weiteres entscheidend sein, ob die Äusserung als Vermutung gekennzeichnet 
worden sei (Urteil des Bundesgerichts 6B_358/2011 vom 22. August 2011, E. 
2.4.3). Das Bundesgericht hat diese Aussage zwar mit Bezug auf eine Partei in 
einem Zivilverfahren getroffen. Für die beschuldigte Person muss dies jedoch 
auch - und umso mehr - gelten. Denn im Zivil- wie im Strafprozess wirkt die Aus-
sage einer Partei, eine bestimmte Behauptung sei vermutlich unwahr, kaum 
glaubhaft und bleibt dementsprechend wirkungslos. Zum anderen kann gerade der 
beschuldigten Person in einem Strafverfahren nicht ohne Weiteres zum Vorwurf 
gemacht werden, wenn sie Äusserungen zu ihrer Verteidigung wider besseres 
Wissen tätigt (BGE 118 IV 284 E. 2d). Der letztgenannte Entscheid hielt fest, das 
Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen, beschränke sich nicht auf blosses 
Schweigen. Die beschuldigte Person dürfe - auch wider besseres Wissen - die 
gegen sie erhobenen Anschuldigungen bestreiten sowie Behauptungen aufstellen, 
welche die Glaubwürdigkeit der gegen sie erhobenen Vorwürfe in Zweifel zögen. 
Unzulässig sei es jedoch, wenn die beschuldigte Person - über die Bestreitung der 
gegen sie erhobenen Vorwürfe hinaus - ehrverletzende Lügen vorbringe, um damit 
den Ruf der Person, die gegen sie aussage, zu ruinieren (BGE 118 IV 248 E. 2d).

2.7.4. Die in BGE 118 IV 248 getroffenen Aussagen beziehen sich auf den Fall, in 
dem eine beschuldigte Person Vorwürfe des Anzeigeerstatters bestreitet und die-
sen damit als Lügner dastehen lässt. Im vorliegenden Fall liegen die Dinge indes 
anders. Sowohl der Beschwerdegegner, welchem als Architekten die Bauleitung 
zukam, als auch die Beschwerdeführerin als Eigentümerin und Bauherrin standen 
im Verdacht, gegen baugesetzliche Vorgaben verstossen und damit eine Straftat 
begangen zu haben. Sie standen somit als Mitbeschuldigte zueinander. Vor die-
sem Hintergrund gilt es zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin zur Anzeige 
gebrachten Äusserungen des Beschwerdegegners ein zulässiges Verteidigungs-
mittel waren. Dies ist zu bejahen, wenn sich die ehrenrührigen Behauptungen mit 
Blick auf die Selbstbelastungsfreiheit als verhältnismässig erweisen, d.h. wenn sie 
sachbezogen und zur eigenen Verteidigung geeignet sind und sich auf das Not-

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wendige beschränken (in diesem Sinne auch die Regeste von BGE 118 IV 248). 
Dabei ist zu beachten, dass bei Äusserungen der beschuldigten Person in einem 
Strafverfahren nur mit grosser Zurückhaltung von einem strafwürdigen Angriff auf 
die Ehre anderer auszugehen ist (BGE 118 IV 248 E. 2b). Ungebührlichem Verhal-
ten einer Partei ist vielmehr mit den hierfür zur Verfügung stehenden prozessualen 
Mitteln, namentlich etwa der Androhung oder Verhängung einer Ordnungsbusse, 
zu begegnen (vgl. BGE 116 IV 211 E. 4b/aa). Es kann nicht Sinn der Sache sein, 
dass unwahre Aussagen der Parteien in einem Verfahren im Allgemeinen bzw. 
einer beschuldigten Person im Strafverfahren im Besonderen regelmässig ein 
(weiteres) Verfahren wegen Ehrverletzungsdelikten nach sich ziehen. Die in einem 
Prozess von den Verfahrensbeteiligten gemachten Aussagen werden durch das 
zuständige Gericht bzw. die zuständige Behörde auf ihre Richtigkeit hin überprüft, 
sodass der in seiner Ehre zu Unrecht Angegriffene in der Regel bereits durch den 
gerichtlichen bzw. behördlichen Entscheid Genugtuung erfährt (vgl. BGE 118 IV 
248 E. 2b; ferner Bruno von Büren, Ehrverletzungen: Nicht im Prozess, in: SJZ 73 
[1977], S. 85 ff.).

2.7.5. In seinem Schreiben vom 18. Januar 2016 an die Gemeinde O.1_____ (StA 
act. 14) machte der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners geltend, der Be-
schwerdegegner habe die Beschwerdeführerin bereits in der Vorprojektphase und 
später beim Bauprojekt über Vorschriften bezüglich des Gefälles der Einstellhal-
len-Rampe orientiert. Die Beschwerdeführerin habe als Bauherrin der Ausführung 
in der realisierten Form ausdrücklich zugestimmt. Zusammenfassend wurde fol-
gendes festgehalten:

"Der Bauherrin war die geplante Ausführung vollumfänglich bewusst. Sie 
hat diese akzeptiert und auf den ersten Baubescheid der Gemeinde vom 
23. Oktober 2013 geäussert, dass sie das Projekt nicht anpassen möchte. 
Die Verantwortung für die nun vorliegende Ausführung liegt dementspre-
chend bei der Bauherrin."

Diese Stellungnahme erfolgte im Rahmen eines Bussverfahrens der Gemeinde 
O.1_____, welches diese am 11. November 2015 eröffnet hatte (vgl. StA act. 52). 
Mit Schreiben der Gemeinde O.1_____ vom 11. November 2015 (StA act. 11) 
wurden sowohl die Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdegegner zur Stel-
lungnahme betreffend das zu hohe Gefälle der Garageneinfahrt aufgefordert. Die-
ses Schreiben trägt den Titel "Eröffnung Bussverfahren", sodass für die Be-
schwerdeführerin und den Beschwerdegegner erkennbar war, dass sie von der 
Gemeinde O.1_____ im Verdacht standen, gegen baurechtliche Bestimmungen 
verstossen und sich dadurch allenfalls strafbar gemacht haben zu können. Dies 
umso mehr auch deshalb, als die Gemeinde O.1_____ ausführte, dass mit Blick 

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auf Art. 95 KRG mit einer Busse gerechnet werden müsse. Das Bussverfahren 
dient der Abklärung und Ahndung allfälliger baurechtlicher Verstösse, wobei der 
Behörde die Möglichkeit zur Verhängung von Bussen zur Verfügung steht. Zu-
ständig für die Bestrafung gemäss Art. 95 KRG ist die kommunale Baubehörde 
(Art. 95 Abs. 3 KRG). Das Bussverfahren hat insofern klarerweise strafprozessua-
len Charakter. Daran ändert nichts, dass für das Bussverfahren nicht die StPO, 
sondern das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur 
Anwendung gelangt (vgl. Art. 4 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Die im Schreiben vom 18. 
Januar 2016 enthaltenen Äusserungen erfolgten somit gegenüber einer (kommu-
nalen) Strafbehörde und während eines laufenden Strafverfahrens. Da im Buss-
verfahren nicht die StPO zur Anwendung gelangt, kann sich der Beschwerdeführer 
zwar nicht auf Art. 113 Abs. 1 StPO berufen. Wie ausgeführt (Erwägung 2.6.1), 
geniesst die Selbstbelastungsfreiheit jedoch verfassungsrechtlichen Rang und 
wird auch durch Art. 6 Abs. 1 EMRK geschützt, sodass sie dem Beschwerdegeg-
ner uneingeschränkt zugute kommt. Dasselbe gilt für das verfassungs- und kon-
ventionsrechtlich garantierte Recht auf Verteidigung.

Der Beschwerdegegner, dem die Bauleitung über das für die Beschwerdeführerin 
zu erstellende Bauwerk zukam, konnte vorliegend nur dadurch den gegen ihn im 
Raum stehenden Verdacht der Widerhandlung gegen baurechtliche Bestimmun-
gen zu entkräften versuchen, als er vorbrachte, die Beschwerdeführerin habe den 
Bau, so wie er erstellt worden sei, in Auftrag gegeben bzw. genehmigt. Denn dass 
ihm die Bauleitung zukam, war unbestritten und evident, sodass es unbehelflich 
gewesen wäre, dies zu leugnen. Da der Beschwerdegegner als Bauleiter und die 
Beschwerdeführerin als Bauherrin als Mitbeschuldigte zueinander standen und 
eine weitere Person für den Verstoss gegen die baurechtlichen Vorschriften ver-
nünftigerweise nicht infrage kam, konnte sich der Beschwerdegegner nur dadurch 
(wenn auch nicht vollständig, so doch allenfalls teilweise) entlasten, als er die Be-
schwerdeführerin belastete, indem er die Verantwortung für den Gesetzesverstoss 
auf sie schob. Die eigene Entlastung des Beschwerdegegners und die Belastung 
der Beschwerdeführerin standen damit in einem direkten Zusammenhang. Die 
Anschuldigungen zielten sodann nicht auf eine unbeteiligte Drittperson, sondern, 
wie dargelegt, auf eine Mitbeschuldigte. Insofern unterscheidet sich der vorliegen-
de Fall auch von dem BGE 118 IV 248 zugrunde liegenden. In Anbetracht der ge-
schilderten Umstände lässt sich nicht sagen, die Äusserungen des Beschwerde-
gegners seien nicht sachbezogen gewesen oder hätten den Rahmen des zur Ver-
teidigung Notwendigen gesprengt. Auch waren sie zur eigenen Verteidigung nicht 

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von vornherein ungeeignet. Vielmehr erweisen sich seine Äusserungen - ob sie 
nun der Wahrheit entsprechen oder nicht - als zulässige Verteidigungsstrategie. 
Würde man dem Beschwerdegegner demgegenüber lediglich zugestehen, die ge-
gen ihn erhobenen Vorwürfe zu bestreiten, hätte er also lediglich vorbringen kön-
nen, für den Verstoss gegen die baurechtlichen Bestimmungen nicht verantwort-
lich zu sein, wäre dies in Anbetracht der vorliegenden Umstände kaum geeignet 
gewesen, die bestehenden Vorwürfe in Zweifel zu ziehen. Eine wirksame Selbst-
verteidigung wäre ihm damit verwehrt geblieben, was mit Art. 32 Abs. 2 BV bzw. 
Art. 6 Abs. 1 EMRK kaum vereinbar sein dürfte.

2.7.6. In Anwendung von Art. 14 StGB erscheinen die vom Beschwerdegegner im 
Schreiben seines Rechtsvertreters vom 18. Januar 2016 erhobenen Vorwürfe so-
mit als zulässig. Dass das Schreiben nicht vom Beschwerdegegner selbst, son-
dern von seinem Rechtsvertreter stammte, ändert daran grundsätzlich nichts (vgl. 
BGE 131 IV 154 E. 1.3.1; 118 IV 248 E. 2c). Die Prüfung eines Entlastungsbewei-
ses erübrigt sich bei diesem Ergebnis. Eine Bestrafung des Beschwerdegegners 
wegen übler Nachrede (Art. 173 StGB) oder Beschimpfung (Art. 177 StGB) kommt 
nicht infrage, sodass die Einstellung in dieser Hinsicht - zumindest im Ergebnis - 
nicht zu beanstanden ist.

2.8. Damit bleibt zu prüfen, ob sich die im Schreiben des Beschwerdeführers 
vom 3. November 2015 an A._____ (StA act. 3) erhobenen Vorwürfe als zulässige 
Verteidigung oder als strafbare Ehrverletzung erweisen. Dabei ist zu beachten, 
dass die darin gemachten Äusserungen, im Unterschied zum Schreiben des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 18. Januar 2016 an die Gemeinde 
O.1_____ (StA act. 14), nicht während des Bussverfahrens, sondern zu einem 
früheren Zeitpunkt getätigt wurden.

2.8.1. Es liegt in der Natur der Prozessgesetze, dass sie in der Regel keine Be-
stimmungen darüber enthalten, auf welche Art und Weise (spätere) Prozesspar-
teien sich vor Einleitung des Prozesses zur Sache sollen äussern dürfen. Insofern 
fällt zur Rechtfertigung an sich ehrverletzender Äusserungen in einer vorprozes-
sualen Streitphase eine Anwendung von Art. 14 StGB grundsätzlich von vornher-
ein ausser Betracht. Jenseits einer gesetzlichen Normierung kann aber allenfalls 
der (aussergesetzliche) Rechtfertigungsgrund der Wahrnehmung berechtigter In-
teressen zur Anwendung gelangen (vgl. Kurt Seelmann, in: Niggli/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 26 zu Art. 14 
StGB; Günter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die 
Straftat, 4. Aufl., Bern 2011, § 10 N 61). Nach der Rechtsprechung des Bundesge-

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richts ist dieser Rechtfertigungsgrund gegeben, wenn die Tat ein zur Erreichung 
des berechtigten Ziels notwendiges und angemessenes Mittel ist, sie insoweit den 
einzig möglichen Weg darstellt und offenkundig weniger schwer wiegt als die In-
teressen, die der Täter zu wahren sucht (vgl. etwa BGE 120 IV 208 E. 3a). Im Un-
terschied zu den defensiv ausgerichteten Rechtfertigungsgründen der Notwehr 
(Art. 15 StGB) oder des Notstandes (Art. 17 StGB), geht es in diesem Zusammen-
hang um sozial erwünschte oder gebilligte Zustände, die erst noch hergestellt 
werden sollen, wobei dies nicht ohne eine gewisse Beeinträchtigung prinzipiell 
geschützter anderer Interessen einhergeht (Stratenwerth, a.a.O., § 10 N 60). Die 
neuere Doktrin tendiert dazu, unter dem Gesichtspunkt der Wahrnehmung berech-
tigter Interessen nur geringfügige Gesetzesverstösse zu rechtfertigen (vgl. die 
Nachweise bei Stratenwerth, a.a.O., § 10 N 61). Das deutsche Recht lässt ehrver-
letzende Äusserungen, welche zur Ausführung oder Verteidigung von Rechten 
gemacht werden, grundsätzlich straflos (vgl. § 193 D-StGB, welcher die Über-
schrift "Wahrnehmung berechtigter Interessen" trägt). Zur Ausführung von Rech-
ten gehören dabei nicht nur die die eigentliche Rechtsausübung enthaltenden 
Äusserungen (z.B. Klage oder Rechtsmittel), sondern auch solche, welche die 
Geltendmachung eines Rechts lediglich vorbereiten oder sichern wollen oder die 
vor den Schlichtungsstellen zur Vermeidung eines Rechtsstreits gemacht werden. 
Zur Verteidigung von Rechten ist eine Äusserung gemacht, wenn die fragliche 
Äusserung eines erwarteten oder bereits eingeleiteten Rechtsangriffs dient. In 
beiden Fällen muss die fragliche Äusserung ein angemessenes und damit zu-
gleich geeignetes und erforderliches Mittel zur Ausführung bzw. Verteidigung von 
Rechten sein. Vorausgesetzt wird nicht, dass sie letztlich rechtserheblich war; 
vielmehr genügt es, wenn gute Gründe dafür sprechen, dass sie vom Gericht als 
rechtserheblich erachtet werden könnte (vgl. zum Ganzen Theodor Lenckner/Jörg 
Eisele, in: Schönke/Schröder [Hrsg.], Strafgesetzbuch, Kommentar, 29. Aufl., 
München 2014, N 6 zu § 193 StGB). Das erscheint in der Sache ohne weiteres 
überzeugend. Oftmals lässt sich für die Beteiligten nur bedingt abschätzen, ob es 
überhaupt zu einem gerichtlichen Verfahren kommen wird. In vielen Fällen erfolgt 
zunächst eine vorprozessuale Auseinandersetzung in informellem Rahmen. Nicht 
selten finden dabei getroffene Äusserungen Eingang in den Prozess, namentlich 
dann, wenn sie schriftlich vorliegen. Mit Blick auf das Bestreben des Gesetzgebers 
nach aussergerichtlicher Streitbeilegung muss es möglich sein, Behauptungen, 
welche im Prozess selbst zulässig wären, auch bereits vorprozessual gegenüber 
der Gegenseite zu erheben, ohne dass die Gefahr besteht, sich einer Ehrverlet-
zung strafbar zu machen. Eine Pflicht, welche statuieren würde, mit den entspre-
chenden Äusserungen bis zum eigentlichen Prozess zuzuwarten, besteht nicht 

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und wäre denn auch lebensfremd. Im Unterschied zu den Entlastungsbeweisen 
geht es in diesem Zusammenhang nicht um die (bewiesene oder in guten Treuen 
angenommene) Wahrheit der Behauptungen, sondern um die Umstände ihrer 
Veranlassung. Insofern kommt dem Rechtfertigungsgrund der Wahrnehmung be-
rechtigter Interessen neben den Entlastungsbeweisen selbständige Bedeutung zu 
(i.E. auch Riklin, a.a.O., N 34 zu Art. 173 StGB). Als allgemeiner Rechtfertigungs-
grund geht er den Entlastungsbeweisen vor (vgl. Erwägung 2.7.1).

2.8.2. Nachdem die Beschwerdeführerin den Beschwerdegegner im Jahr 2013 mit 
der Planung und Bauleitung beauftragt hatte, verschlechterte sich das Vertrauens-
verhältnis zwischen den beiden im Sommer 2015. Als Folge davon entzog die Be-
schwerdeführerin dem Beschwerdegegner am 7. August 2015 mit sofortiger Wir-
kung das Architektenmandat (vgl. StA act. 7). Stattdessen setzte sie A._____ als 
Bauleiter ein. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2015 wandte sich dieser an den Be-
schwerdegegner. Der Inhalt dieses Schreibens ist zwar nicht bekannt, da sich das 
Schreiben - aus nicht näher bekannten Gründen - nicht bei den Akten befindet. 
Das Schreiben des Beschwerdegegners vom 3. November 2015 (StA act. 3), wel-
ches die zur Anzeige gebrachten Äusserungen enthält, ist jedoch, wie sich dessen 
Einleitung entnehmen lässt, als Stellungnahme bzw. Entgegnung auf das Schrei-
ben von A._____ vom 16. Oktober 2015 zu verstehen. Der Beschwerdegegner hat 
sich dabei offenbar veranlasst gesehen, sich in seinen Rechten zu verteidigen. 
Davon dürfte umso mehr auszugehen sein, weil zu diesem Zeitpunkt die Bauab-
nahme durch die zuständige Baubehörde bereits stattgefunden hatte, anlässlich 
derer sie diverse Baumängel festgestellt hatte (vgl. StA act. 8). Im Übrigen stellte 
die Baubehörde bereits mit Schreiben vom 28. September 2015 (StA act. 8) ein 
Bussverfahren in Aussicht. Der Beschwerdegegner sah sich damit offensichtlich 
mit einem "juristischen Nachspiel" konfrontiert. Ob es ihm nun darum ging, seine 
zivilrechtliche und/oder strafrechtliche Verantwortlichkeit zu bestreiten, kann letzt-
lich keine Rolle spielen, zumal es in vielen Fällen auch von der Gegenseite ab-
hängt, ob es überhaupt zu einem gerichtlichen Verfahren kommt und - wenn ja - 
welcher Art dieses Verfahren sein wird (Zivil- und/oder Strafprozess). Insofern er-
scheint es denn auch sachgerechter, in diesem Zusammenhang auf den (ausser-
gesetzlichen) Rechtfertigungsgrund der Wahrnehmung berechtigter Interessen 
abzustellen, da die Äusserungsrechte und -pflichten nicht anhand eines bestimm-
ten Prozessgesetzes - gewissermassen in vorgreifender Wirkung auf eine ent-
sprechend vorprozessuale Phase - festgelegt werden können.

Sofern vorliegend von Belang, äusserte sich der Beschwerdegegner im Schreiben 
vom 3. November 2015, wie folgt:

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"Die Höhen der _____strasse und der Einstellhalle wurden gegenüber den 
bewilligten Baueingaben (Grundrisse, Schnitte) nicht verändert. Die Bau-
herrin wurde von mir schon in der Vorprojektphase und später beim Bau-
projekt und somit lange vor der Ausführung auf die Bestimmungen im Bau-
gesetz und später auch auf die Auflage bei der Baubewilligung (Gefälle 
maximal 15%) aufmerksam gemacht. Die Bauherrin hat die Ausführung mit 
19 - 20% genehmigt. Es war der Bauherrin (als Juristin) sehr bewusst, dass 
sie damit gegen die Auflagen vorstossen [recte: verstossen] wird".

Das besagte Schreiben war zwar an A._____ adressiert. Dieser fungierte jedoch 
seit dem 15. Juli 2015 als "Bauherrenvertreter" (vgl. StA act. 10, S. 2) der Be-
schwerdeführerin. Die Äusserungen sind deshalb so zu behandeln, wie wenn sie 
an die Beschwerdeführerin selbst gerichtet gewesen wären. Bei den erhobenen 
Vorwürfen in der Form, dass die Beschwerdeführerin der baugesetzwidrigen Aus-
führung des Bauwerks zugestimmt habe, handelt es sich nicht um übermässig 
beleidigende Äusserungen. Sie beschränkten sich vielmehr auf die Behauptung 
der fraglichen Zustimmung und die Kenntnis der einschlägigen Gesetzesbestim-
mungen. Sofern zutreffend, wären die Behauptungen denn auch nicht von vorn-
herein ungeeignet gewesen, den Beschwerdeführer zumindest teilweise zu entlas-
ten. Folglich erschienen die Äusserungen als zur eigenen Verteidigung geeignet 
und erforderlich. In Anbetracht der gesamten Umstände erwiesen sie sich somit 
nicht als unangemessen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass ihnen nur geringer 
ehrverletzender Charakter zukommt. Der (indirekt) geäusserte Vorwurf zielt ledig-
lich auf die Begehung einer Übertretung (vgl. Erwägung 2.5). Er nimmt Bezug auf 
ein bestimmtes (angebliches) Verhalten der Beschwerdeführerin und ist insofern 
sachbezogen und nicht unnötig beleidigend.

2.8.4. Unter dem Gesichtspunkt der Wahrnehmung berechtigter Interessen waren 
die vom Beschwerdegegner in seinem Schreiben vom 3. November 2015 gemach-
ten Äusserungen somit zulässig. Die Prüfung eines Entlastungsbeweises erübrigt 
sich damit. Eine Bestrafung wegen übler Nachrede (Art. 173 StGB) oder Be-
schimpfung (Art. 177 StGB) fällt ausser Betracht. Die Einstellung des Verfahrens 
erweist sich daher auch in diesem Punkt im Ergebnis als rechtmässig.

2.9. Die Staatsanwaltschaft hat in der Einstellungsverfügung ausgeführt, eine 
Bestrafung des Beschwerdegegners wegen Verleumdung (Art. 174 StGB) komme 
nicht in Betracht, da er seine Äusserungen nicht wider besseres Wissen gemacht 
habe (vgl. Einstellungsverfügung, E. 4). Wie aufgezeigt (vgl. Erwägung 2.7.3), 
würde ein Handeln wider besseres Wissen - sofern ein solches denn ausgewiesen 
wäre - nichts daran ändern, dass sich die vom Beschwerdegegner gemachten 
Äusserungen im Rahmen des zu seiner Verteidigung Angemessenen und damit 

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Zulässigen bewegten. Die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Beschwer-
degegner wegen übler Nachrede (Art. 173 StGB) und Verleumdung (Art. 174 
StGB) ist daher zu bestätigen.

3. Da es bei der Einstellung des Strafverfahrens bleibt, braucht über die von 
der Beschwerdeführerin beantragten Weisungen an die Staatsanwaltschaft betref-
fend die Fortführung des Strafverfahrens nicht entschieden zu werden. Die ent-
sprechenden Anträge sind abzuweisen.

4. Die Staatsanwaltschaft hat die Verfahrenskosten auf die Staatskasse ge-
nommen und dem Beschwerdegegner zulasten der Staatskasse eine Entschädi-
gung in Höhe von CHF 1'696.35 (inkl. MWSt.) zugesprochen. Angesichts des 
Ausgangs des Beschwerdeverfahrens bleibt es bei dieser Kostenregelung.

5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 8 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.201) werden die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens vorliegend auf CHF 2'000.00 festgesetzt und mit dem von 
der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von CHF 2'000.00 
verrechnet.

5.2. Für die Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelver-
fahren verweist Art. 436 Abs. 1 StPO auf die Art. 429-434 StPO. Die Beschwerde-
führerin unterliegt im vorliegenden, ausschliesslich von ihr initiierten Beschwerde-
verfahren vollständig und ist gemäss der Praxis des Kantonsgerichts deshalb in 
analoger Anwendung von Art. 432 Abs. 1 StPO zu verpflichten, dem Beschwerde-
gegner für seine anwaltlichen Umtriebe im Beschwerdeverfahren eine angemes-
sene Prozessentschädigung zu bezahlen (vgl. u.a. Beschluss des Kantonsgerichts 
von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015, E. 7b m.w.H.). Mangels einge-
reichter Honorarnote ist die beantragte Entschädigung nach Ermessen festzuset-
zen. Unter Berücksichtigung der eingereichten Stellungnahme (KG act. A.3) er-
scheint eine Entschädigung in der Höhe von CHF 1'000.00 einschliesslich Mehr-
wertsteuer als angemessen. Die Beschwerdeführerin wird daher verpflichtet, den 
Beschwerdegegner mit CHF 1'000.00 (inkl. MwSt.) ausseramtlich zu entschädi-
gen.

Seite  19 — 19

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten 
von X._____ und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 
CHF 2'000.00 verrechnet.

3. X._____ hat Y._____ für das Beschwerdeverfahren mit CHF 1'000.00 (inkl. 
MWSt.) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: