# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e6e0669-f15c-5555-8d76-50597faa3d3b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2014 D-5425/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5425-2014_2014-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5425/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;   

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Irak,   

vertreten durch Rolf G. Rätz, Fürsprecher, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des BFM vom 4. September 2014 / N _______. 

 

 

D-5425/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer – ein irakischer Staatsangehöriger – seinen 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 28. Februar 2014 verliess und 

via B._______, Slowenien und Italien am 26. Juli 2014 illegal in die 

Schweiz einreiste, wo er am 28. Juli 2014 im Empfangs- und Verfahrens-

zentrum C._______ um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM ihm anlässlich der Befragung zur Person am 5. August 

2014 das rechtliche Gehör zum möglichen Nichteintretensentscheid ge-

mäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31), zur mutmasslichen Zu-

ständigkeit Sloweniens beziehungsweise Italiens für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zu einer allfälli-

gen Überstellung dorthin gewährte und ihm Gelegenheit gab, sich dazu 

zu äussern, 

dass er in diesem Zusammenhang erklärte, bei einer Rückkehr nach 

Slowenien würde er dort sofort sterben, 

dass er dort während 20 Tagen im Gefängnis nicht normal gegessen ha-

be, 

dass man in Slowenien von ihm verlangt habe, ein Asylgesuch zu stellen, 

dass sie auch seine Fingerabdrücke hätten nehmen wollen und, als er 

dies anfangs abgelehnt habe, ihm mit der Ausschaffung in ein anderes 

Land gedroht hätten, 

dass er dann ins Gefängnis gebracht worden sei, wo er mehr als vier Mo-

nate verbracht habe, 

dass er als Gründe, welche gegen die Zuständigkeit Italiens und eine 

Wegweisung dorthin sprechen, angab, er könne in keinem anderen euro-

päischen Land als in der Schweiz leben, 

dass ausserdem seine Tante und seine Verlobte (Cousine) in der Schweiz 

leben würden, weshalb er gerne hier bleiben möchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 20. März 2014 

in D._______ (Slowenien) ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

D-5425/2014 

Seite 3 

dass das BFM gestützt auf diesen Eurodac-Treffer am 18. August 2014 

die slowenischen Behörden um Übernahme des Beschwerdeführers im 

Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlo-

sen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz 

zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ersuchte, 

dass die slowenischen Behörden das Übernahmeersuchen am 1. Sep-

tember 2014 guthiessen, 

dass das BFM mit Verfügung vom 4. September 2014 – eröffnet am 

16. September 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2014 nicht eintrat, 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Slowenien verfügte, den Be-

schwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungs-

fall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen, den Kanton E._______ mit dem Vollzug der Wegweisung be-

auftragte, dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss 

Aktenverzeichnis aushändigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde 

gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheides aus-

führte, der Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der 

Zentraleinheit Eurodac weise nach, dass er am 20. März 2014 in Slowe-

nien um Asyl ersucht habe, 

dass die slowenischen Behörden dem Übernahmeersuchen gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zugestimmt hätten, weshalb gemäss 

dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Krite-

rien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prü-

fung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylan-

trags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) die Zu-

ständigkeit bei Slowenien liege, das Asyl- und Wegweisungsverfahren 

des Beschwerdeführers durchzuführen, 

dass sein anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 5. August 2014 geäus-

serter Wunsch nach einem Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf 

die Zuständigkeit für das Asyl- und Wegweisungsverfahren habe, da es 

D-5425/2014 

Seite 4 

grundsätzlich nicht Sache der asylsuchenden Person sei, den für ihr 

Asylverfahren zuständigen Staat selber zu wählen, sondern die Bestim-

mung des für sie zuständigen Staates alleine den beteiligten Dublin-

Vertragsstaaten obliege, 

dass Slowenien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der 

EMRK sei, 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass sich 

dieses Land nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und 

das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, 

dass der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass er über Famili-

enangehörige in der Schweiz verfüge, nichts zu seinen Gunsten ableiten 

könne, da Tanten und Cousinen nicht als Familienangehörige im Sinne 

von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelten würden, 

dass gemäss dieser Bestimmung nur Ehegatten, nicht verheiratete Part-

ner, welche eine dauerhafte Beziehung führten, und minderjährige Kinder 

als Familienangehörige gelten würden, 

dass zudem auch keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsver-

hältnis zwischen dem Beschwerdeführer und seinen in der Schweiz le-

benden Familienangehörigen bestünden, weshalb sich aus der Anwesen-

heit seiner Tante und seiner Cousine kein Zuständigkeitskriterium ableiten 

lasse, 

dass hinsichtlich seines Vorbringens, er sei mit seiner Cousine verlobt, 

Art. 8 EMRK zu beachten sei, 

dass zur Bestimmung einer tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von 

Art. 8 EMRK gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen seien, so beispielsweise 

das gemeinsame Wohnen, die finanzielle Verflochtenheit, die Bindung der 

Partner aneinander und die Stabilität und Dauer der Beziehung (vgl. etwa 

Urteil D-4076/2011 vom 25. Juli 2011), 

dass aus den Akten nicht hervorgehe, dass der Beschwerdeführer mit 

seiner Cousine beziehungsweise Verlobten eine dauerhafte gelebte Be-

ziehung im Sinne von Art. 8 EMRK führe, weshalb er daraus nichts zu 

seinen Gunsten ableiten könne, 

D-5425/2014 

Seite 5 

dass seine Ausführungen die Zuständigkeit Sloweniens für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen ver-

möchten, 

dass seine Überstellung nach Slowenien – vorbehältlich einer allfälligen 

Unterbrechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin-

III-VO) – bis spätestens am 1. März 2015 zu erfolgen habe, 

dass auf sein Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde, 

dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar 

und möglich erachtete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. September 2014 gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben 

und beantragen liess, der Nichteintretensentscheid des BFM vom 4. Sep-

tember 2014 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei auf das Asylge-

such einzutreten, 

dass für die Dauer des Asylverfahrens von einer Wegweisung abzusehen 

sei, 

dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und die 

zuständige Behörde anzuweisen sei, für die Dauer des Beschwerdever-

fahrens von Vollzugsmassnahmen abzusehen, 

dass für das Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung 

des unterzeichneten Anwalts zu gewähren und auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass als Beilagen die Vollmacht vom 23. September 2014, die angefoch-

tene Verfügung vom 4. September 2014 und eine undatierte Erklärung 

des Beschwerdeführers und seiner Verlobten zu den Akten gereicht wur-

den, 

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den 

Erwägungen eingegangen wird, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 25. September 2014 beim Bundes-

verwaltungsgericht eintrafen, 

 

D-5425/2014 

Seite 6 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

D-5425/2014 

Seite 7 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass auf das vorliegend zu beurteilende Gesuch das Dublin-Asso-

ziierungsabkommen Anwendung findet, 

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA 

i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit 

zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der 

Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festle-

gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, 

der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), zu er-

folgen hat, 

dass die Dublin-II-VO durch die Dublin-III-VO abgelöst worden ist, welche 

ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union an-

wendbar ist, 

dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und 

der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO 

(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der 

Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses 

Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umset-

zen werde,  

dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten 

wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 

1. Januar 2014 vorläufig angewendet,  

dass gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung der Dublin-III-VO 

diese auf alle Anträge auf internationalen Schutz und damit auf Asylgesu-

che anwendbar ist, die ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden 

(vgl. Art. 49 Dublin-III-VO zweiter Satz), 

dass die Bestimmungen der Dublin-III-VO (vollständig) anwendbar sind, 

wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch 

um Aufnahme oder Wiederaufnahme ab dem 1. Januar 2014 gestellt 

wurden, 

D-5425/2014 

Seite 8 

dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2014 datiert 

und das Übernahmeersuchen des BFM an Slowenien am 18. August 

2014 erfolgte, weshalb vorliegend die Dublin-III-VO zur Anwendung ge-

langt, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-

stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass der Beschwerdeführer am 20. März 2014 in Slowenien ein Asylge-

such einreichte, 

dass die slowenischen Behörden das Übernahmeersuchen des BFM vom 

18. August 2014 am 1. September 2014 guthiessen, 

dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit Slo-

weniens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

ausging, 

dass in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht wird, es sei 

klar, dass der Beschwerdeführer und seine zukünftige Ehefrau F._______ 

(gemäss Eintrag im ZEMIS: G._______, N _______) nicht als Ehegatten 

betrachtet werden könnten, es handle sich jedoch vorliegend – entgegen 

der Auffassung des BFM – um nicht verheiratete Partner, welche eine 

dauerhafte Beziehung führten und somit unter dieselbe Schutzbestim-

mung fielen, 

dass das BFM diese Tatsache nicht geprüft habe, 

dass auch nicht behauptet werden könne, zwischen dem Beschwerdefüh-

rer und seiner zukünftigen Ehefrau, welche mit ihrer Mutter und ihren 

minderjährigen Geschwistern in der Schweiz lebe, bestehe kein besonde-

res Abhängigkeitsverhältnis, 

dass sich der Beschwerdeführer bereits in der Heimat um seine Familie 

gekümmert habe, was nun in der Fremde erst recht gelte, 

dass das BFM auch diesen Aspekt ungeprüft gelassen habe, 

dass vorliegend Art. 8 EMRK zu berücksichtigen sei, 

D-5425/2014 

Seite 9 

dass der Beschwerdeführer zwar im H._______ in I._______ unterge-

bracht sei, doch faktisch in J._______ bei seiner zukünftigen Ehefrau und 

deren Familie lebe, 

dass der Aspekt der finanziellen Verflochtenheit derzeit nicht im Vorder-

grund stehe, da ein Erwerbseinkommen fehle, 

dass jedoch jeder nach seinen Möglichkeiten zur Finanzierung der tägli-

chen Bedürfnisse beitrage, 

dass aus der eingereichten Erklärung des Beschwerdeführers und seiner 

Verlobten hervorgehe, dass sie sich seit bereits rund sechs Jahren lieben 

würden, 

dass deshalb ihre Bindung und Beziehung als stabil zu bezeichnen sei, 

dass das BFM keine weiteren Abklärungen – insbesondere zur Bezie-

hung zu F._______ – getroffen habe, weil klar geworden sei, dass der 

Beschwerdeführer über Slowenien in die Schweiz eingereist und dem-

nach dorthin zurückgeführt werden könne, 

dass das BFM aufzufordern sei, auf den Nichteintretensentscheid zurück-

zukommen und diese offensichtlich relevanten Abklärungen beim Be-

schwerdeführer, bei seiner zukünftigen Ehefrau, deren Mutter und Ge-

schwistern nachzuholen, 

dass weder die bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs geäusserten 

Einwände noch die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen 

an der Zuständigkeit Sloweniens für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens etwas ändern können und auch keinen Anlass 

zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 

Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) begründen, 

dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der 

Schweiz ersichtlich sind, zumal Slowenien Signatarstaat der EMRK, des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) ist, und sich aus den 

Akten keine konkreten Hinweise ergeben, wonach Slowenien sich nicht 

an die daraus resultierenden massgebenden völkerrechtlichen Bestim-

mungen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot, halten würde, 

D-5425/2014 

Seite 10 

dass der Beschwerdeführer den slowenischen Behörden übergeben wird, 

damit sie die Möglichkeit haben, sich um ihn gebührend zu kümmern und 

sein Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen, 

dass Slowenien an die Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für 

die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Auf-

nahmerichtlinie), gebunden ist und demnach dafür besorgt sein muss, 

den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, 

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-

bringung von den slowenischen Behörden bevorzugt behandelt werden 

und sich neben den staatlichen Strukturen auch private Hilfsor-

ganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anneh-

men, 

dass bei dieser Sachlage der vom Beschwerdeführer geäusserte Ein-

wand, in Slowenien würde er nach einer Rückkehr sofort sterben, unbe-

gründet ist, 

dass er sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür zuständigen Be-

hörden beziehungsweise karitativen Organisationen wenden kann, 

dass davon auszugehen ist, Slowenien komme seinen Verpflichtungen im 

Rahmen der Dublin-III-Verordnung auch in medizinischer Hinsicht nach, 

dass gemäss allgemein zugänglichen Quellen in Slowenien die Gesund-

heitsversorgung gut ausgebaut ist, es in praktisch allen slowenischen 

Städten Gesundheitszentren und in kleineren Orten einzelne Ambulanzen 

gibt, 

dass ausserdem die Verfügbarkeit von Medikamenten gewährleistet ist, 

dass somit die anlässlich der Befragung zur Person geltend gemachten 

Magenprobleme (vgl. Befragungsprotokoll vom 5. August 2014, A6 S. 7) 

einer Rückführung des Beschwerdeführers nach Slowenien nicht entge-

genstehen, 

dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich 

sind, der Beschwerdeführer würde im Falle einer Rückkehr nach Slowe-

nien wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle 

Notlage geraten, 

D-5425/2014 

Seite 11 

dass es in Anbetracht der Umstände insgesamt keinen Grund für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

dass an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat 

selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der Be-

schwerdeführer auch aus seinem Vorbringen, er könne in keinem ande-

ren europäischen Land leben als in der Schweiz, nichts zu seinen Guns-

ten abzuleiten vermag, 

dass gestützt auf die Ausführungen in der Beschwerde nachfolgend zu 

prüfen ist, ob die Anwesenheit der in der Schweiz lebenden angeblichen 

Verwandten des Beschwerdeführers (Verlobte/Cousine G._______ 

[N _______], Tante K._______, seine Cousinen L._______, M._______ 

[N _______] und sein Cousin N._______ [N _______]) einer Überstellung 

im Rahmen des vorliegenden Dublin-Verfahrens entgegensteht bezie-

hungsweise ob eine Rückführung des Beschwerdeführers nach Sloweni-

en gegen Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienle-

bens) verstossen würde, 

dass Onkel/Tanten und Cousins/Cousinen gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-

Verordnung nicht als Familienangehörige gelten, 

dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst die Mitglieder der 

Kernfamilie berufen können, mithin die Ehegatten und ihre minderjährigen 

Kinder, 

dass gemäss Rechtsprechung der vormals zuständigen Schweizerischen 

Asylrekurskommission (ARK), welche vom Bundesverwaltungsgericht 

weitergeführt wird, sodann Konkubinatspartner den Ehegatten gleichge-

stellt sind, 

dass ferner nach der Rechtsprechung der Strassburger Organe grund-

sätzlich auch über diesen engen Kern hinausgehende verwandtschaftli-

che Bande – namentlich auch diejenigen zwischen Onkel/Tante und Nef-

fe/Nichte – unter den Schutz der Einheit der Familie fallen, sofern eine 

nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den Angehöri-

gen besteht, 

dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine über die eigentli-

che Kernfamilie hinausgehende schützenswerte verwandtschaftliche Be-

D-5425/2014 

Seite 12 

ziehung voraussetzt, dass zwischen diesen Personen ein eigentliches 

Abhängigkeitsverhältnis besteht, 

dass sich die Asylbehörden dieser bundesgerichtlichen Umschreibung 

des Familienbegriffs angeschlossen haben (vgl. zum Ganzen BVGE 

2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f., m.w.H.), 

dass es für die Inanspruchnahme der Garantie von Art. 8 EMRK gemäss 

der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) 

auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa 

EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 

2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150), 

dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Bezie-

hung das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, 

die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung so-

wie das Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksich-

tigen sind (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäi-

sche Menschenrechtskonvention, 5. Aufl., München/Basel/Wien 2012, 

S. 235 ff.; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschen-

rechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: In-

ternationaler Kommentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, 

Hrsg.: Wolfram Karl, 12. Lfg., Köln/Berlin/München 2009, Art. 8 EMRK, 

S. 137), 

dass vorliegend der Beschwerdeführer im H._______ in I._______ (Kan-

ton E._______) untergebracht ist, während seine angeblichen Verwand-

ten in J._______ (Kanton O._______) leben (vgl. entsprechende Einträge 

im ZEMIS, Ausführungen in der Beschwerde), 

dass die Verwandtschaft im Weiteren gemäss einem Eintrag im ZEMIS 

bereits am 29. November 2013 in die Schweiz einreiste, sich der Be-

schwerdeführer jedoch erst seit dem 26. Juli 2014 hierzulande aufhält, 

dass gemäss der bestehenden Aktenlage davon auszugehen ist, dass es 

an einer tatsächlich gelebten Beziehung zwischen dem Beschwerdefüh-

rer und seiner in der Schweiz lebenden angeblichen Verwandtschaft als 

notwendige Voraussetzung für die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK fehlt, 

dass das Bestehen einer gemeinsamen Wohnung – der Beschwerdefüh-

rer lebe faktisch in J._______ bei seiner zukünftigen Ehefrau und deren 

Familie – lediglich geltend gemacht, nicht jedoch belegt wurde, 

D-5425/2014 

Seite 13 

dass die Erklärung des Beschwerdeführers und von G._______, wonach 

sie sich seit sechs Jahren lieben würden, sowie die angebliche Verlobung 

(vgl. A6 S. 3 Ziff. 1.14) keinen effektiven Rückschluss auf die Stabilität ih-

rer Beziehung geben, sind doch den Akten diesbezüglich keine weiterfüh-

renden Angaben zu entnehmen, 

dass es darüber hinaus auch an einem eigentlichen Abhängigkeitsver-

hältnis fehlt, 

dass zwar auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird, der Beschwerde-

führer sehe seine Aufgabe darin, nun auch in der Schweiz für seine Fami-

lie beziehungsweise zukünftige Ehefrau zu sorgen, daraus indessen nicht 

ersichtlich wird, inwiefern seine Verwandten in besonderem Ausmass von 

ihm abhängig sein sollten, umso weniger als seine Tante und sein Cousin 

anlässlich einer Zollkontrolle vom (…) im Zug von P._______ nach (…), 

welcher der Beschwerdeführer unterzogen wurde, angaben, sie würden 

diesen nicht kennen und hätten ihn per Zufall im Zug in Q._______ getrof-

fen (vgl. Bericht des Grenzwachtpostens […] vom […], A5 S. 3), 

dass in Anbetracht aller Umstände keine Anhaltspunkte gegeben sind, 

welche gestützt auf Art. 8 EMRK zu einem Bleiberecht des Beschwerde-

führers in der Schweiz führen könnten, 

dass somit keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt im Sinne von 

Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 8 EMRK besteht, 

dass es sich vor diesem Hintergrund erübrigt, beim Beschwerdeführer 

und seinen Verwandten Abklärungen zu treffen, weshalb der entspre-

chende Antrag abgewiesen wird, 

dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 

eingetreten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Slowenien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG 

(SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentschei-

des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), 

D-5425/2014 

Seite 14 

dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägun-

gen Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt 

richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

dass mit dem Urteil in der Hauptsache die Gesuche um Verzicht auf eine 

Wegweisung für die Dauer des Asylverfahrens, um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung der Beschwerde, um Anweisung der zuständigen 

Behörde, für die Dauer des Beschwerdeverfahrens von Vollzugsmass-

nahmen abzusehen und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses gegenstandslos werden, 

dass sich die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als aus-

sichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der geltend 

gemachten Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, 

dass mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

das Gesuch um Beiordnung des unterzeichneten Anwalts im Sinne von 

Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG ebenfalls abzuweisen 

ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  600.–

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

D-5425/2014 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG und das Gesuch um Beiordnung des unter-

zeichneten Anwalts gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 

AsylG werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

Versand: