# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11d993da-0aef-5354-a594-68b752bea31e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2016 200 2014 1158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1158_2016-05-04.pdf

## Full Text

200 14 1158 UV
KNB/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Mai 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
Postfach, 8010 Zürich 
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. November 2014 (2012 7272027)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete als … für die C.________ und war dadurch bei der Allianz Suisse 
Versicherungs-Gesellschaft AG (Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) obliga-
torisch unfallversichert. Am 18. März 2012 erlitt die Versicherte als Beifah-
rerin einen Auffahrunfall (Akten der Allianz [act. II] 4). Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizier-
te gleichentags ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad II 
(act. II 1, S. 3). 

In der Folge holte die Allianz, welche die Heilbehandlung übernahm und 
Taggelder ausrichtete, diverse Unterlagen ein – unter anderem einen Be-
richt von Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 
28. April 2013 (act. II 25). Mit Verfügung vom 17. April 2014 stellte die Alli-
anz die Versicherungsleistungen per 17. September 2012 mangels natürli-
cher und adäquater Kausalität ein (act. II 42). Die hiergegen erhobene Ein-
sprache (act. II 44) wies die Allianz - nach Einholung der Akten der Invali-
denversicherung (vgl. act. II 50) - mit Entscheid vom 4. November 2014 ab 
und legte die Leistungseinstellung auf den 30. April 2013 fest (act. II 58).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 3. Dezember 2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde und stellt folgende Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 4. November 2014 sei aufzuheben und es 
seien der Beschwerdeführerin die gesetzmässigen UVG-Leistungen, ins-
besondere Heilbehandlungen und Taggeldleistungen auch nach dem 
30. April 2013 bis zum ordentlichen Fallabschluss zu gewähren.

2. Nach Fallabschluss sei der Anspruch auf weiterführende Leistungen 
(Rente, Integritätsentschädigung) zu prüfen und gesondert darüber zu 
verfügen.

3. Es sei ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 3

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin.

Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, auf den Bericht von 
Dr. med. D.________ könne nicht abgestellt werden. Die Versicherungs-
leistungen seien zu früh eingestellt worden. Zudem sei das rechtliche 
Gehör sowie der Anspruch auf ein faires Verfahren verletzt worden.

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014 beantragte die Allianz die 
Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 22. Oktober 2015 wurden die Akten der IV-Stelle Bern 
(IVB) beigezogen.

Mit Replik vom 1. Dezember 2015 und Duplik vom 22. Januar 2016 hielten 
die Parteien an ihren Anträgen fest.

Mit Eingabe vom 4. Februar 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht der Klinik E.________ vom 21. Mai 2015 (Beschwerdebeilage 
[act. I] 5) zu den Akten. Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 
16. Februar 2016 vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Allianz vom 4. No-
vember 2014 (act. II 58). Die Beschwerdeführerin bringt vor, da der Fallab-
schluss im Einspracheentscheid um ein halbes Jahr später festgelegt wor-
den sei als in der Verfügung, hätte die Einsprache teilweise gutgeheissen 
werden müssen (vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. 7). 

Dazu ist vorab zu bemerken, dass der Einspracheentscheid an die Stelle 
der vorgängig erlassenen Verfügung tritt und zwar selbst dann, wenn er sie 
bloss bestätigt (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 1998 U 308 S. 454 
E. 2a). Demnach hätte das Dispositiv korrekterweise lauten müssen, die 
Versicherungsleistungen werden (rückwirkend) per 30. April 2013 einge-
stellt. Nachdem die Versicherungsleistungen denn auch effektiv bis zu die-
sem Datum erbracht worden sind, kann die Beschwerdeführerin aus die-
sem Versehen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Da gemäss Art. 52 Abs. 3 
ATSG im Einspracheverfahren in der Regel keine Parteientschädigungen 
ausgerichtet werden, stand der Beschwerdeführerin - trotz teilweisem Ob-
siegen - auch keine Parteientschädigung zu.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund des Ereig-
nisses vom 18. März 2012 auch nach dem 30. April 2013 Anspruch auf 
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin hauptsächlich 
eine Verletzung des fairen Verfahrens sowie eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs geltend, indem sie beanstandet, dass im angefochtenen Ein-
spracheentscheid nicht nachvollziehbar begründet werde, weshalb die ge-
plante polydisziplinäre Begutachtung nicht durchgeführt wurde (Beschwer-
de, S. 4 Ziff. 6).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 
Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181).

2.3 Der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. November 2014 
(act. II 58) erweist sich als hinlänglich begründet. Es wurde ausreichend 
dargelegt, dass auf die ursprünglich geplante Begutachtung (vgl. act. II 46) 
nach Einsicht in die Akten der Invalidenversicherung verzichtet wurde, weil 
gestützt auf die medizinischen Unterlagen eine überzeugende Beurteilung 
als möglich erachtet und von einer interdisziplinären Begutachtung keine 
Ergebnisse von rechtserheblicher Tragweite mehr erwartet wurden (vgl. 
BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Auch das Fairnessgebot nach Art. 6 Ziff. 1 
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) gewährt 
in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz (BGE 124 V 90 
E. 4b S. 94). Ob die von der Allianz vorgenommenen Beweiswürdigung 
richtig war, ist Gegenstand der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurtei-

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lung (vgl. E. 4 hiernach). Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs 
sowie des fairen Verfahrens erweist sich somit als unbegründet.

3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

3.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-
te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

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worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.4

3.4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

3.4.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die re-
produzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Anga-
ben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiese-
nen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erho-
benen Befunde mit apparativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen 
bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251).

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3.4.3 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 
Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-

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en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-
falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

3.4.4 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.4) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 
Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Je nach 
den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 

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zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-
len im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem 
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgepräg-
ter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 
müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um ei-
nen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 
UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E.4c 
S. 384). 

In Präzisierung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht den Katalog 
der adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367, 117 V 369 
E. 4b S. 383) in BGE 134 V 109, E. 10.2 S. 127 und E. 10.3 S. 130, neu 
gefasst, wobei die Aufzählung der Kriterien abschliessend ist:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;

- erhebliche Beschwerden;

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer Na-
tur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; 
RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung 

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für die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwer-
den aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Be-
schwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein 
komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

3.5 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

4.

4.1 Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerde-
führerin am 18. März 2012 einen Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 3.1 hiervor) 
erlitten hat. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versi-
cherungsleistungen erbracht.

Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin über die verfügte Leis-
tungseinstellung per 30. April 2013 hinaus weiterhin Anspruch auf Leistun-
gen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist zu prüfen, ob die 
anhaltend geklagten Beschwerden (Kopf-, Nacken- und Schulterschmer-
zen) in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem 
Unfall vom 18. März 2012 stehen.

4.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

4.2.1 Zwischen dem 23. September und dem 22. Dezember 2005 war die 
Beschwerdeführerin zu vier Konsultationen im Ambulatorium der Psychia-

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trischen Dienste F.________. Im Bericht vom 23. Dezember 2005 diagnos-
tizierten die Ärzte eine Anpassungsstörung mit agitiertem, angespanntem 
Zustandsbild, eine bekannte Migräne und chronische Rückenschmerzen 
sowie anamnestisch aktuell keinen Drogenkonsum (Akten der IVB [act. III] 
21, S. 5).

Im Bericht vom 26. Mai 2009 diagnostizierte Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine Anpassungsstörung (gemischte Störung von Gefühlen 
und Verhalten; ICD-10: F43.25) seit Herbst 2008, einen Status nach zwei 
Phasen mit ähnlicher Auslösung und Symptomatik 1998 und 2001/2, rezi-
divierende Kopfschmerzen, Migräne? und eine emotional instabile Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10: F60.30; act. III 23, S. 1).

4.2.2 Die Beschwerdeführerin begab sich am 18. März 2012 in den 
Hausarztnotfall zu Dr. med. H.________. Im Dokumentationsfragebogen 
für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 
18. März 2012 wurde festgehalten, bei der Beschwerdeführerin seien nach 
dem Unfall keine Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücken aufgetreten und 
sie habe nach dem Unfallereignis die geplanten Tätigkeiten verrichten kön-
nen (act. II 1, S. 1). Sie habe spontan angegeben, eine Stunde nach dem 
Auffahrunfall Kopf- und Nackenschmerzen mit Schmerzausstrahlung in den 
linken Arm verspürt zu haben. Auf Nachfrage habe sie angegeben, fünf 
Stunden nach dem Unfall an Schwindel und Übelkeit gelitten zu haben. 
Weitere Symptome wurden verneint (act. II 1, S. 2). Weiter lägen Schmer-
zen bei Flexion, Extension, Rechtsdrehung und Seitenneigung rechts, ein 
Druckschmerz und ein Ruheschmerz, jedoch keine neurologischen Befun-
de und äussere Verletzungen vor (act. II 12 S. 2 f.) In Anlehnung an die 
Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation wurde ein kranio-zervikales Be-
schleunigungstrauma Grad II (Nackenbeschwerden mit muskuloskelettalen 
Befunden [verminderte Beweglichkeit und punktuelle Druckschmerzhaftig-
keit mit eingeschlossen]) diagnostiziert. Die Hausärztin attestierte eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 18. bis 26. März 2012 (act. II 1, S. 3; 3). 

In den Verlaufsberichten vom 18. August und 14. November 2012 führte 
Dr. med. H.________ aus, die subjektiven Beschwerden seien nicht immer 
objektiv nachvollziehbar. Im Heilungsverlauf spielten unfallfremde bzw. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 13

vorbestehende Faktoren (Torticollis, chronisch rezidivierende Spannungs-
kopfschmerzen) mit. Sie attestierte ab dem 16. April 2012 eine 60%-ige, ab 
dem 23. Juni 2012 eine 50%-ige, ab dem 5. November 2012 eine 30%-ige 
und ab dem 7. Januar 2013 eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 9 f.; 11, 
S. 1; 14).

Im Bericht vom 19. Februar 2013 attestierte Dr. med. H.________ eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 14. Januar 2013 (act. II 18; vgl. act. II 
14 f., 24).

4.2.3 PD Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
28. Februar 2013 persistierende Beschwerden im Bereich der HWS rechts-
betont nach einem Distorsionstrauma im März 2012 (act. II 20, S. 1). Ein 
wesentlicher pathologischer Befund lasse sich im MRI der HWS vom 
19. Januar 2013 (act. II 16) nicht ausmachen. Es handle sich eigentlich um 
das typische Bild hartnäckiger muskulärer Beschwerden nach HWS-
Distorsionstrauma. Er empfahl weiterhin eine chirotherapeutische Behand-
lung (act. II 20, S. 2).

4.2.4 Im Bericht vom 28. April 2013 diagnostizierte die beratende Dr. 
med. D.________ einen Status nach Distorsionstrauma der HWS (18. März 
2012) und eine vorbestehende Migräne mit Aura (act. II 25, S. 7). Unter 
Berücksichtigung des Umstandes, dass es nicht zu knöchernen Verletzun-
gen der HWS gekommen sei und auch nicht zu Läsionen von Bändern, 
dürfe man davon ausgehen, dass es sich um eine zeitlich beschränkte Ver-
schlimmerung (eines leichten Vorzustands) handle, die auf sechs Monate 
zu begrenzen sei. Der über dieses Datum hinausgehende Verlauf könne 
nicht mehr direkt auf den Unfall zurückgeführt werden. Vielmehr dürfte er 
auf andere, unfallfremde Gründe zurückzuführen sein. Bei der plötzlichen 
Krankschreibung im Januar 2013 hätten unfallfremde Momente eine Rolle 
gespielt, indem der Beschwerdeführerin die Arbeitsstelle unerwartet 
gekündigt worden sei, so dass wieder eine Krankschreibung erfolgt sei. 
Von medizinischer Seite her sei dies in keiner Weise nachvollziehbar. Aller 
Wahrscheinlichkeit nach habe auch nicht eine Depression eine Rolle ge-
spielt (act. II 25, S. 8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 14

4.2.5 Im Bericht vom 15. November 2013 schilderte PD Dr. med. 
I.________ wie sich die Schmerzen im Laufe der Behandlungen mehrmals 
verbessert und auch wieder verschlechtert haben. Er empfahl eine Weiter-
betreuung in einer spezialisierten Abteilung. Mit einer einmalig durchgeführ-
ten Facettengelenksinfiltration könne man der Beschwerdeführerin nicht 
wirklich entscheidend weiterhelfen. Hier müssten grundsätzlich umfassen-
dere Therapieschienen, sicherlich auch auf der psychologisch-
psychiatrischen Ebene, zum Tragen kommen (act. III 69, S. 3; vgl. auch 
act. III 69, S. 6 f.).

4.2.6 Dr. med. H.________ diagnostizierte im Bericht vom 25. November 
2013 ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad II, chronische 
rezidivierende Spannungskopfschmerzen, eine medikamentöse Abhängig-
keit (Ibuprofen), Migräne mit Aura und einen Zustand nach Anpassungs-
störung mit agitiert angespanntem Zustandsbild (Dezember 2005; act. III 
70, S. 1). Die Hausärztin attestierte eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 
dem 16. Mai 2013 (act. III 70, S. 3; vgl. auch act. III 74).

4.2.7 Vom 13. April bis am 9. Mai 2015 war die Beschwerdeführerin in der 
Klinik E.________ hospitalisiert. Im provisorischen Austrittsbericht vom 
21. Mai 2015 diagnostizierten die Ärzte einen Status nach craniocervicalem 
Beschleunigungstrauma am 18. März 2012 mit Medikamentenüberge-
brauchs-Kopfschmerzen (MÜKS) und episodischer Migräne mit Aura, Neu-
rodermitis und eine Allergie auf Novalgin und Topiramat (act. I 5, S. 1; vgl. 
auch act. III 79). Im Verlauf sei es zu einer deutlich besseren Beweglichkeit 
und Belastbarkeit und zu einer Regredienz der Schmerzsymptomatik ge-
kommen.

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 15

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.4 Zunächst ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall zu 
Recht per 30. April 2013 abgeschlossen hat.

Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Rechtsprechung 
hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inva-
lidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das Tag-
geld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Be-
handlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes er-
wartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung 
der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschlies-
sen (BGE 140 V 130 E. 2.2 S. 132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter 
einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick dar-
auf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die er-
werbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach 
Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Ar-
beitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei ver-
deutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, 
dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge-
wicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 
134 V 109 E. 4.3 S. 115). Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen 
Verbesserung ist nur prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest-
stellungen zu beurteilen (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 16

Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeits-
fähigkeit seit dem Unfall am 18. März 2012 bis im Januar 2013 kontinuier-
lich (bis auf 80%) steigern konnte (vor dem Unfall arbeitete die Beschwer-
deführerin in einem 90%-Pensum; act. II 1, S. 3; 3 f.; 9 ff.; 14). Soweit Dr. 
med. H.________ ab dem 14. Januar 2013 (wieder) eine 100%-ige und ab 
dem 16. Mai 2013 eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. II 14 f., 
18, 24; act. III 70, S. 3; 74), steht dies dem Fallabschluss nicht entgegen. 
So führte die Hausärztin in den Berichten vom 18. August und 14. Novem-
ber 2012 selber aus, die subjektiven Beschwerden seien nicht immer objek-
tiv nachweisbar (vgl. auch act. III 69, S. 7), es bestünden chronische Myo-
gelosen der Nacken- und Schultermuskulatur. Weiter legte sie dar, dass im 
Heilungsverlauf unfallfremde Faktoren - eine Torticollis und chronisch rezi-
divierende Spannungskopfschmerzen - eine Rolle spielen würden (act. II 9, 
11; vgl. auch act. II 18). Die vorübergehende Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes aufgrund eines grippalen Infekts war im Dezember 
2012. Im Januar 2013 hat sich der diesbezügliche Gesundheitszustand 
bereits wieder gebessert (vgl. act. II 20). Darüber hinaus ist den Akten zu 
entnehmen, dass der Beschwerdeführerin im Februar 2013 ihre Arbeitsstel-
le gekündigt worden ist, nachdem die Stimmung am Arbeitsplatz bereits im 
Januar 2013 schlecht gewesen sei (vgl. act. I 3 f.) und der letzte effektive 
Arbeitstag am 12. Januar 2013 war (vgl. act. III 71, S. 2). Die von Dr. med. 
H.________ erneut diagnostizierte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin basiert somit offenbar auf unfallfremden Faktoren (vgl. auch act. II 20, 
S. 2). Kommt hinzu, dass eine traumatische Verschlimmerung eines 
klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule - wie er 
hier zu bejahen ist (vgl. E. 4.2.1 hiervor) - in der Regel nach sechs bis neun 
Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu 
betrachten ist (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3.1 und 2.3.2, E. 3.2.2; vgl. 
act. II 25). Auch die von PD Dr. med. I.________ im Februar 2013 empfoh-
lene chirotherapeutische Behandlung (act. II 20, S. 2) führte zu keiner Bes-
serung (vgl. dazu act. III 69, S. 6 f.), wurde die Beschwerdeführerin doch im 
Jahr 2015 zur stationären neurologischen Rehabilitation in die Klinik 
E.________ überwiesen. Obwohl die Ärzte der Klinik E.________ im Be-
richt vom 21. Mai 2015 ausführten, dass es im Verlauf der Therapie zu ei-
ner deutlich besseren Beweglichkeit und Belastbarkeit und zu einer Regre-
dienz der Schmerzsymptomatik gekommen sei (act. I 5, S. 2), ist gestützt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 17

auf die Akten nicht ausgewiesen, dass es auch zu einer namhaften Ver-
besserung der Arbeitsfähigkeit gekommen ist bzw. die Beschwerdeführerin 
wieder arbeitet. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Aufenthalt in 
der Klinik E.________ vom 21. Mai 2015 rund ein halbes Jahr nach dem 
Einspracheentscheid vom 14. November 2014 und damit nach dem hier 
massgebenden Sachverhalt erfolgte, weshalb die entsprechende Beurtei-
lung im vorliegenden Fall nicht mehr berücksichtigt werden kann (BGE 131 
V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140).

Da im hier massgebenden Zeitpunkt auch keine Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung am Laufen waren (vgl. act. III), ist der 
Fallabschluss per 30. April 2013 mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.

4.5 Der Bericht von Dr. med. D.________ vom 28. April 2013 erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.3 hiervor), weshalb 
ihm voller Beweiswert zukommt. Die Feststellungen von Dr. med. 
D.________ beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in Kenntnis der Vorak-
ten sowie der bildgebenden Untersuchungen und unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden.

Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen am Beweiswert des Be-
richts vom 28. April 2013 nichts zu ändern. Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführerin stellt die zur Erstellung des Konsiliarberichts von Dr. 
med. D.________ durchgeführte Untersuchung eine Abklärungsmassnah-
me in Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG dar, welcher sich die versicherte Per-
son nach Abs. 2 dieser Bestimmung zu unterziehen hat. Damit gelangen 
die geltend gemachten Mitwirkungsrechte nach Art. 44 ATSG vorliegend 
nicht zur Anwendung. Im Rahmen von Art. 43 ATSG war es der Beschwer-
deführerin denn auch erlaubt, die Unfall-Akten der Beschwerdeführerin an 
Dr. med. D.________ weiterzuleiten (Art. 96 lit. b UVG), weshalb eine Ver-
letzung der Datenschutzbestimmungen zu verneinen ist. Der Umstand, 
wonach Dr. med. D.________ ihr Arztdiplom im Jahr 1965 und den Fach-
arzttitel für Neurologie im Jahr 1975 erworben hat (vgl. www.fmh.ch), 
spricht ebenfalls nicht gegen den Beweiswert. Dr. med. D.________ ist bis 
heute als praktizierende Neurologin im Kanton Zürich zugelassen und ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 18

fügt zusätzlich über Bewilligungen in den Kantonen Bern und St. Gallen 
(vgl. www.medreg.ch). Eine Voraussetzung zur Zulassung ist, dass Perso-
nen, die einen universitären Medizinalberuf selbstständig ausüben, sich an 
Berufspflichten zu halten haben, wozu gehört, dass sich ihre beruflichen 
Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch lebenslange Fortbildung zu 
vertiefen, erweitern oder zu verbessern haben (Art. 40 lit. b des Bundesge-
setzes über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006 [MedBG; 
SR 811.11]). Auch ist Dr. med. D.________ Inhaberin eines aktuell gültigen 
Fortbildungsdiploms (vgl. www.fmh.ch sowie Art. 4 Abs. 4 und Art. 9 f. der 
Fortbildungsordnung [FBO] vom 25. April 2002), was bestätigt, dass die 
Neurologin bezüglich der medizinischen Wissenschaft auf dem neusten 
Stand ist. Soweit der beratenden Neurologin im Bericht vom 28. April 2013 
schliesslich Fehler in der Darstellung des Sachverhalts unterlaufen sind 
(Fahrtüchtigkeit des Wagens, Unfallort) - wobei offen bleiben kann, ob die 
Fehler nicht auf einer unzutreffenden Schilderung der Beschwerdeführerin 
beruhen (vgl. act. II 25 S. 7) - vermag dies den Beweiswert nicht zu schmä-
lern, sind für die Beurteilung doch die medizinischen Belange von Bedeu-
tung.

Die beratende Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 28. April 2013 
überzeugend aus, dass anlässlich der Untersuchung vom 22. April 2013 
der neurologische Status völlig unauffällig war. Im Halsbereich fand sich 
eine weiche Muskulatur mit nur einer sehr minimen Einschränkung der 
Drehbeweglichkeit nach rechts (act. II 25, S. 7). Durch den Unfall am 
18. März 2012 ist es nicht zu knöchernen Verletzungen der HWS und Läsi-
onen von Bändern gekommen, weshalb es sich um eine zeitlich beschränk-
te Verschlimmerung eines leichten Status quo ante handelt, die auf sechs 
Monate zu begrenzen ist. Der über dieses Datum hinausgehende Verlauf 
kann nicht mehr direkt auf den Unfall zurückgeführt werden bzw. ist auf 
unfallfremde Gründe zurückzuführen (act. II 25, S. 8). Diese Einschätzung 
findet ihren Rückhalt in den medizinischen (bildgebenden) Unterlagen. 
Dem MRI der HWS vom 19. Januar 2013 ist eine Streckfehlhaltung der 
HWS sowie beginnende degenerative Veränderungen multipler Bandschei-
ben mit teilweise leichten Diskusprotrusionen, jedoch keine Neurokompres-
sion zu entnehmen (act. II 16; vgl. auch act. II 20, S. 2). Die Funktionsauf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 19

nahme der HWS vom 5. März 2013 zeigt eine eingeschränkte Beweglich-
keit aber kein Nachweis einer Gefügelockerung (act. II 22).

Mit dieser Beurteilung stimmen denn auch die Einschätzungen von Dr. 
med. H.________ und PD Dr. med. I.________ insoweit überein, als diese 
ausführen, dass die subjektiven Beschwerden der Beschwerdeführerin ob-
jektiv nicht nachvollziehbar sind (act. II 9; 11, S. 2; act. III 69, S. 7).

Somit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht an 
keinen organisch nachweisbaren (unfallkausalen) Beschwerden leidet.

Ob die weiterhin geklagten Beschwerden, die auf keine organische Grund-
lage zurückgeführt werden können, in einem natürlichen Kausalzusam-
menhang mit dem Unfall vom 18. März 2012 stehen, kann vorliegend offen 
bleiben, da eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin jedenfalls - wie 
nachfolgend dargelegt wird - an der fehlenden Adäquanz des Kausalzu-
sammenhangs scheitert. Vor diesem (medizinisch klaren) Hintergrund kann 
- trotz bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Beurteilung der Kausalität 
bei einem Schleudertrauma, wonach grundsätzlich ein polydisziplinäres 
Gutachten einzuholen ist (BGE 134 V 109 S. 124 E. 9.4) - auf weitere me-
dizinische Abklärungen verzichtet werden.

4.6 Die für die Adäquanzprüfung relevante Frage, ob die Beschwerde-
führerin beim Unfall vom 18. März 2012 ein Schleudertrauma erlitten hat, 
braucht auch wenn zwischen den Parteien nicht bestritten, nicht abschlies-
send geklärt zu werden. Dr. med. H.________ stellte nach dem Unfall 
Kopf- und Nackenschmerzen fest (act. II 1, S. 2). Somit liegen die zum ty-
pischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörenden Beeinträch-
tigungen mindestens teilweise vor (vgl. E 3.4.3 hiervor), was für die An-
wendung der Schleudertrauma-Praxis spricht. Den Akten ist allerdings zu 
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall in psychiatrischer 
Behandlung war (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Auch im Rahmen des vorliegenden 
Verfahrens erwähnte PD Dr. med. I.________, dass eine Therapie auch in 
psychologisch-psychiatrischer Hinsicht angezeigt sei. Obwohl den Akten zu 
entnehmen ist, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem Unfall nicht in 
psychiatrische Behandlung begab, könnte damit im vorliegenden Fall die 
Anwendung der sog. Psycho-Praxis erwogen werden. Schliesslich kann 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 20

jedoch auch diese Frage offen gelassen werden. Selbst wenn von der für 
die versicherte Person - im Vergleich zu den geltenden Regeln für psychi-
sche Fehlentwicklungen nach Unfall - regelmässig günstigeren Schleuder-
trauma-Praxis ausgegangen wird (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 22. Februar 2010, 8C_1014/2009, E. 4), ist die Adäquanz zwischen 
dem Unfall vom 18. März 2012 und den von der Beschwerdeführerin ge-
klagten Beschwerden zu verneinen.

5.

5.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv fassbare) Unfaller-
eignis anzuknüpfen (BGE 117 V 359 E. 5d bb S. 364 f.). Aus den Akten 
geht hervor, dass der VW Touran, in welchem die Beschwerdeführerin als 
Beifahrerin sass, auf eine plötzlich stehende Kolonne zugefahren ist und 
davor noch anhalten konnte. Das nachfolgende Fahrzeug konnte nicht 
mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in das Heck des (stehenden) VW Tou-
ran, welcher dadurch in das Heck des davor stehenden Fahrzeuges ge-
stossen wurde. Der VW Touran wies Schäden am Stossfänger, am Kühler-
grill und am Frontblech auf (vgl. act. II 4; 7, S. 3; 11, S. 5 f.).

Einfache Auffahrunfälle ohne spektakuläre Begleitumstände werden recht-
sprechungsgemäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen qualifiziert (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2012, 
8C_906/2011, E. 5.2). Davon ist auch dann auszugehen, wenn es sich wie 
hier um eine Doppelkollision mit erster Heck- und zweiter Frontkollision 
handelt (Entscheid des BGer vom 11. Juli 2011, 8C_456/2011, E. 5). In 
Anbetracht der im Rahmen des unfalltechnischen Gutachtens vom 14. Sep-
tember 2012 errechneten kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung 
von 5.9 - 10.3 km/h beim ersten Heckanstoss und maximal 7 km/h beim 
zweiten Frontanstoss ist der Auffahrunfall vom 18. März 2012 gemäss 
ständiger Praxis einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen zuzuordnen (Entscheide des BGer vom 3. Januar 2012, 
8C_786/2011, E. 3.1 und vom 20. November 2007, 8C_51/2007, E. 4.3.1). 
Für diese Einstufung spricht zudem, dass der Unfall keine schweren Ver-
letzungen zur Folge hatte und die Beschwerdeführerin nach dem Unfall als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 21

Beifahrerin weitergefahren ist. Auch der Airbag wurde nicht ausgelöst (vgl. 
act. II 1, S. 1). Beizufügen ist, dass der Fahrer des vordersten Unfallfahr-
zeuges die Unfallstelle vor Eintreffen der Polizei verlassen hatte, weil an 
seinem Fahrzeug gemäss Polizeirapport offenbar kein Schaden entstanden 
war (vgl. act. II 7).

5.2 Bei einem mittleren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen 
ist die Adäquanz zu bejahen, wenn die nach der Rechtsprechung notwen-
digen Kriterien entweder gehäuft vorliegen - das heisst, wenn deren vier 
erfüllt sind - oder wenn ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise 
erfüllt ist (vgl. E. 3.4.4 hiervor).

5.2.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist vorliegend nicht erfüllt. So 
ist das Kriterium objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven 
Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person. Der Umstand, 
dass die Beschwerdeführerin durch das Ereignis überrascht worden ist (vgl. 
act. II 6, S. 2), ändert daran nichts. Jedem mindestens mittelschweren Un-
fall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die 
Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 
134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 9 E. 6.1).

5.2.2 Die Diagnose eines Schleudertraumas (oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzung) genügt für sich allein 
nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere 
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Um-
stände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körper-
haltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erheb-
liche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleu-
dertrauma zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 
10.2.2 S. 127; SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Vorliegend diagnostizier-
te die erstbehandelnde Dr. med. H.________ Nackenbeschwerden und 
neurologische Befunde. Äussere Verletzungen wurden keine vermerkt (act. 
II 1, S. 3). Ob allenfalls beim Unfall eine besondere Körperhaltung gegeben 
war, weil die Beschwerdeführerin angeblich den Kopf seitlich abgedreht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 22

hatte (act. II 1, S. 1; 6, S. 2), kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst 
wenn dieses Kriterium als erfüllt angesehen würde, ist die adäquate Kausa-
lität zu verneinen (vgl. E. 5.3 hiernach).

5.2.3 Eine fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlung hat 
nicht stattgefunden. Nach dem Unfall im März 2012 begann die Beschwer-
deführerin mit Physiotherapie (act. II 2). Im Januar 2013 begab sie sich in 
eine chiropraktische Behandlung (vgl. act. II 20, S. 2). Die durchgeführten 
ambulanten Physio- und Chirotherapien und ärztlichen Verlaufskontrollen 
genügen jedoch nicht zur Bejahung des Kriteriums. Durch die getroffenen 
medizinischen Vorkehren erlitt die Beschwerdeführerin keine zusätzliche 
Beeinträchtigung der Lebensqualität (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; 
SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 16. Februar 
2009, 8C_327/2008, E. 4.2).

5.2.4 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit 
zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch beste-
hende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 
134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Die Beschwerdeführerin macht seit dem Unfall 
hauptsächlich Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen geltend. Zwar attes-
tierte die Hausärztin Dr. med. H.________ ab dem 14. Januar 2013 (wie-
der) eine 100%-ige und ab dem 16. Mai 2013 eine 60%-ige Arbeitsunfähig-
keit (act. II 14 f., 18, 24; act. III 70, S. 3; 74). Wie bereits ausgeführt (vgl. 
dazu E. 3.4 hiervor), kann auf diese Einschätzung jedoch nicht unbesehen 
abgestellt werden. So führte die Hausärztin wie im Übrigen auch PD Dr. 
med. I.________ aus, dass die subjektiven Beschwerden objektiv nicht 
immer nachvollziehbar waren (act. II 9, 11; act. III 69, S. 7).

5.2.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 
erheblich verschlimmert hätten, finden sich in den Akten nicht.

5.2.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklag-
ten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu be-
sonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 23

356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 
S. 85 E. 8.5). Nicht darunter fallen etwa die Einnahme vieler Medikamente 
(was bei der Beschwerdeführerin ausgesprochen der Fall war [vgl. z.B. 
E. 4.2.6, act. III 70; E. 4.2.7, act. I 5]) und die Durchführung verschiedener 
Therapien wie auch die Tatsache, dass trotz regelmässiger Therapien we-
der eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (SVR 2010 UV Nr. 10 
S. 42 E. 4.3). Eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren 
nach einem Schleudertrauma der HWS und äquivalenten Verletzungen mit 
ähnlichem Beschwerdebild ist als durchaus üblich zu betrachten (SVR 
2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; RKUV 2005 U 549 S. 239 E. 5.2.4). Im vor-
liegenden Fall sind ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Kompli-
kationen gestützt auf die Akten nicht ersichtlich und werden auch nicht gel-
tend gemacht. Es bedürfte hierfür besonderer Gründe, welche die Heilung 
beeinträchtigt hätten. Die lange Dauer und das Anhalten der Beschwerden 
trotz der durchgeführten physiotherapeutischen und chiropraktischen Be-
handlungen allein genügen nicht für die Bejahung des Kriteriums (Ent-
scheid des BGer vom 6. April 2009, 8C_1015/2008, E. 5.4.3).

5.2.7 Schliesslich liegt auch keine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz aus-
gewiesener Anstrengung vor (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 
UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1). Die Beschwerdeführerin ist seit April 2013 ar-
beitslos. Arbeitsversuche wurden seither nicht unternommen. Von ausge-
wiesenen Anstrengungen kann somit nicht ausgegangen werden.

5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben Kriterien 
allenfalls eines erfüllt ist, jedoch keinesfalls in ausgeprägter Weise. Zur 
Bejahung der Adäquanz allfällig noch vorhandener unfallbedingter Be-
schwerden genügt dies bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich 
zu den leichten Ereignissen nicht (vgl. E. 3.4.4 hiervor). Folglich hat die 
Beschwerdegegnerin zu Recht die Leistungen eingestellt und einen An-
spruch auf eine Invalidenrente wie auch auf eine Integritätsentschädigung 
verneint.

5.4 Nach dem Dargelegten, ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 4. November 2014 (act. II 58) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde 
erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2016, UV/14/1158, Seite 24

6.

6.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Ver-
bindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.