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**Case Identifier:** 3c6929ad-c5e8-5295-a465-5ab80716c5fa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.01.2021 200 2020 680
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-680_2021-01-21.pdf

## Full Text

200 20 680 IV
FUR/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Januar 2021

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals im Oktober 2002 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) an (Akten der IVB, [act. II] 1), woraufhin die IVB die 
Zusprechung einer Rente ablehnte (act. II 13). Nach weiteren Neuanmel-
dungen (act. II 14, 30]) lehnte sie ebenso einen Anspruch der Versicherten 
auf eine Rente ab, letztmals mit Verfügung vom 14. Juni 2011 (act. II 39). 
Auf die Neuanmeldung von Februar 2017 (act. II 40) trat sie mit Verfügung 
vom 6. Juni 2017 nicht ein (act. II 46).

B.

Am 2. August 2017 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB zum 
Bezug von Leistungen an (act. II 50, 52). Es erfolgten eine Grundabklärung 
in der Abklärungsstelle C.________ (Bericht vom 5. September 2018 [act. 
II 67]) sowie ein Arbeitsversuch (mit Coaching durch den Psychiatrischen 
Dienst D.________ AG) in einem …betrieb (act. II 74, 76, 77/2). Mit Mittei-
lung vom 8. Januar 2019 schloss die IVB die beruflichen Massnahmen ab 
(act. II 78) und veranlasste eine rheumatologisch-psychiatrische Begutach-
tung (rheumatologisches Gutachten vom 7. September 2019 [act. II 130.1], 
psychiatrisches Gutachten vom 26. September 2019 [act. II 131.1], inter-
disziplinäre Gesamtbeurteilung [act. II 131.2]). Die Verwaltung erstellte zu-
dem den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 30. Januar 2020 (act. II 
148). Die Versicherte unternahm weitere Arbeitsversuche (mit Coaching 
durch den Psychiatrischen Dienst D.________ AG) im Wohn- und Pflege-
heim E.________, sowie im F.________ (act. II 119 ff., 140, 143 ff., 152 f., 
159, 164). Danach brach die IVB die beruflichen Massnahmen ab (act. II 
172).

Gegen den Vorbescheid vom 10. Februar 2020 (act. II 150) erhob die Ver-
sicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Einwände (act. II 155, 
160). Nach Einreichung der Berichte der Klinik G.________ vom 4. Juni 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 3

2020 (act. II 170), vom 26. Juni 2020 (act. II 175) und vom 16. Juli 2020 
(act. II 180) sowie Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) vom 8. Juni 2020 (act. II 169/3 ff.) und 2. Juli 2020 (act. II 176) sowie 
des Bereichs Abklärungen vom 16. Juni 2020 (act. II 173/2 ff.) sprach die 
IVB mit Verfügung vom 31. Juli 2020 der Versicherten, bei einem Invali-
ditätsgrad von 80 %, befristet vom 1. Oktober 2018 bis 31. Juli 2019 eine 
ganze Rente zu (act. II 184/189).

C.

Am 9. September 2020 erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung vom 31. Juli 
2020 sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszu-
richten. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei ihr die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren, unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Rechtsbeistand.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2020 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 31. Juli 2020, mit welcher die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad 
von 80 % eine ganze Rente befristet vom 1. Oktober 2018 bis 31. Juli 2019 
zusprach (act. II 184/189). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch 
der Beschwerdeführerin (vgl. BGE 125 V 413).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-

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sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; BGE 145 V 320 [nicht publizierte] E. 4; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 
E. 5). Der Mangel der ungenügenden Begründung eines Entscheides ist 
heilbar, wenn die beschwerdeführende Partei Gelegenheit erhält, zu den in 
der Vernehmlassung der unteren Instanz enthaltenen Motiven in einer Be-
schwerdeergänzung Stellung zu nehmen und ihr dadurch kein Nachteil 
erwächst (BGE 107 Ia 1 E. 1 S. 2). 

2.2 Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs und bringt insbesondere vor, die Stellungnahme des Bereichs Ab-
klärungen vom 18. Juni 2020 hätte „mindestens zum Verfügungsinhalt“ 
gemacht werden müssen (Beschwerde S. 5, Ziff. III 3.5). In der angefoch-
tenen Verfügung vom 31. Juli 2020 hielt die Beschwerdegegnerin explizit 
fest, der Bereich Abklärungen habe am 18. Juni 2020 zu den Einwänden 
Stellung genommen. Die entsprechende Stellungnahme, „welche wir ihnen 
in Kopie zukommen lassen, bildet einen Bestandteil der Verfügung“ (act. II 
189/6). Die Beschwerdegegnerin erläuterte gleichzeitig, dass am Entscheid 
unverändert festgehalten werde, wie er mittels Vorbescheid eröffnet wor-
den sei. Diese Begründung, zusammen mit der der Beschwerdeführerin 
zugestellten Stellungnahme vom 18. Juni 2020, zeigt auf, dass sich die 
Beschwerdegegnerin mit den Einwänden auseinandersetzte und reichte 
aus, damit die Beschwerdeführerin die Verfügung sachgerecht anfechten 
konnte. Auch dem Argument, die Einschränkung im Haushalt von 0.7 % sei 
nicht objektiv nachvollziehbar begründet worden (vgl. Beschwerde S. 6, 
Ziff. III 3.5), kann nicht gefolgt werden, äusserte sich doch der Bereich Ab-
klärungen in der Stellungnahme vom 18. Juni 2020 explizit dazu (act. II 
173/7; vgl. zur Begründetheit der Rüge E. 6.2 hiernach). Zudem konnte die 
Beschwerdeführerin – wie die Beschwerdeschrift vom 9. September 2020 
aufzeigt – die Verfügung vom 31. Juli 2020, inklusive der Argumente 
gemäss der Stellungnahme vom 18. Juni 2020, umfassend anfechten. 
Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorläge, wäre hier 
diese als geheilt zu betrachten. Denn von einer Rückweisung der Sache 
zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne ei-
ner Heilung des Mangels abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 6

führen würde (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 
20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

3.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

3.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

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3.2

3.2.1 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat sie unter anderem zu berück-
sichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit 
zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder 
weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beur-
teilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu respektieren hat. 
Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung ist deshalb vom 
Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisi-
onsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver-
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verän-
derung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie 
fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Ver-
fügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. 
Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Verände-
rung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrele-
vant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.2.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.2.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 8

demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.2.4 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzu-
setzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung die massgebenden Ver-
gleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 
E. 2).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.4

3.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

3.4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 9

festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 Auf die Neuanmeldung vom 2. August 2018 (act. II 47/5) ist die Be-
schwerdegegnerin eingetreten, weshalb die Eintretensfrage durch das an-
gerufene Gericht praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (vgl. E. 3.2.1 hier-
vor). Umstritten ist, ob seit der Verfügung vom 14. Juni 2011 (act. II 39), mit 
welcher der Anspruch auf eine Rente letztmals abgewiesen worden war, 
bis zur angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2020 (act. II 184/189) eine 
revisionsrechtlich relevante Änderung des Sachverhalts eingetreten ist und 
wenn ja, ob nunmehr eine leistungsbegründende Invalidität vorliegt (vgl. 
E. 3.2.2 hiervor). Nicht zu berücksichtigen ist die Verfügung vom 6. Juni 
2017 (act. II 46), mit welcher auf die Neuanmeldung von Februar 2017 (act. 
II 40) nicht eingetreten wurde (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

4.2 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de zu entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 10

4.2.1 Im rheumatologischen Gutachten vom 7. September 2019 diagnos-
tizierte Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Rheumatologie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit das Folgende (act. 
II 130.1/19 Ziff. 6.1):

1. Undifferenzierte seronegative Spondylarthropathie 
- HLA-B27 negativ, axialer und peripherer Befall mit Status nach ISG-Arthritis, 

peripheren Arthritiden und Enthesopathien 
- Aktuell ohne Therapie klinisch und humoral keine Aktivität 

2. Chronisches Lumbovertebralsyndrom
- Status nach Spondylodese L2/3 und Bandscheibenersatz L3/4, epifusionell 

beginnende degenerative Veränderungen 
- Fehlstatik bei lumbaler Hyperlordose 

3. Epicondylopathia humeri radialis rechts 
- Residuelle Schwäche Unterarm rechts nach mehrfachen operativen Eingriffen 

Es bestünden aktuell funktionelle Beeinträchtigungen hinsichtlich Belast-
barkeit des Achsenskelettes durch die Fehlstatik und die degenerativen 
Veränderungen der LWS, auch sollten schwerere Belastungen der Hals-
wirbelsäule angesichts der dokumentierten degenerativen Veränderungen 
vermieden werden, selbst wenn diese aktuell nicht symptomatisch seien. 
Schliesslich bestehe eine verminderte Belastbarkeit der rechten oberen 
Extremität, insbesondere der rechten Hand hinsichtlich repetitiv-uniformer 
Belastungen oder häufiger Hebe-, Trage- oder Haltebelastungen. Keine 
Beeinträchtigungen bestünden aktuell hinsichtlich der Geh-, Steh- und Sitz-
fähigkeit, solange eine Wechselbelastung möglich sei (act. II 130.1/23 
Ziff. 7.4). Zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit in den angestammten Tätig-
keiten hielt der Gutachter das Folgende fest: Arbeiten auf einem … Betrieb 
überstiegen zweifellos die körperliche Belastbarkeit der Explorandin, dies 
betreffe in erster Linie Hebe- und Tragebelastungen sowie auch Arbeiten in 
ungünstiger, gebückter oder vorgeneigter Körperhaltung. Eine Mitarbeit auf 
einem …betrieb sei nur unter der Voraussetzung gegeben, dass die körper-
lich schweren Arbeiten durch andere erledigt würden und die Explorandin 
körperlich leichte Tätigkeiten, ohne repetitive Belastungen insbesondere 
des rechten Armes/der rechten Hand, ohne häufiges Heben von Lasten 
über 5 kg oder von gelegentlichen Einzellasten über 15 kg, durchführen 
müsse. Nur unter dieser Voraussetzung sei ihr eine Tätigkeit als … zumut-
bar, dies dann jedoch in einem Pensum von mindestens 80 %. Auch das 
Führen eines Haushaltes sei ihr in diesem Umfang von mindestens 80 % 
aus somatischer Sicht zumutbar (act. II 130.1/23 Ziff. 8.1). Die zuletzt aus-
geführte Erwerbstätigkeit als … sei insofern ungünstig, als es sich dabei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 11

um eine manuell repetitive Tätigkeit handle, welche die Belastbarkeit des 
rechten Armes teilweise übersteige. In dieser oder einer ähnlichen Tätigkeit 
mit monoton-repetitiven Belastungen rechts sei aus rheumatologischer 
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % gegeben, sofern zusätzlich eine 
Wechselbelastung mit möglichem Wechsel von sitzender und stehender 
Position gegeben sei (act. II 130.1/23 f. Ziff. 8.1). Eine angepasste Tätigkeit 
sei wechselbelastend (mit häufig möglichen Wechseln zwischen ste-
hend/gehender und sitzender Körperposition). Vermieden werden sollte 
längeres vorgeneigtes Stehen oder Sitzen, ebenso repetitives Heben oder 
Tragen von Lasten über 5 kg oder Einzellasten über 15 kg. Zusätzlich seien 
repetitiv-monotone Tätigkeiten mit der Hand wie repetitive Greif- und Halte-
arbeiten oder Rotationen zu vermeiden. In einer derart angepassten Tätig-
keit bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von mindes-
tens 80 %, ebenso in der Führung eines Haushaltes (act. II 130.1/24 
Ziff. 8.2).

Im psychiatrischen Gutachten vom 26. September 2019 diagnostizierte Dr. 
med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das Fol-
gende (act. II 131.1/14 Ziff. 6): 

- Länger anhaltendes depressives Zustandsbild mit bislang unvollständiger Re-
mission, aktuell noch einer leichtgradigen depressiven Episode (ICD-10 F33.0) 
entsprechend 

- Akzentuierte Persönlichkeitsstruktur mit selbstunsicher-abhängigen, überan-
gepassten und zur Überforderung disponierenden Zügen (ICD-10 Z73.1) 

- Erschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung (ICD-10 F54) im Kontext massi-
ver biografischer psychodynamisch wirksamer Belastungsfaktoren 

Zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit in angestammten und angepassten 
Tätigkeiten führte der Sachverständige aus, aufgrund der erhobenen Psy-
chopathologie und der resultierenden funktionellen Einschränkungen 
bestünden aus fachärztlich psychiatrischer Sicht in Abwägung gegenüber 
den erkennbaren Ressourcen, Leistungsreserven und nicht primär versi-
cherungsmedizinisch zu gewichtenden Faktoren weiter Limitierungen hin-
sichtlich der umsetzbaren Arbeitsfähigkeit bezogen auf Tätigkeiten unter 
Bedingungen der freien Wirtschaft entsprechend einer psychiatrisch derzeit 
begründbar ableitbaren 40%igen Arbeitsunfähigkeit, die sich begründet aus 
den verschiedenen psychischen Störungskomponenten und den resultie-
renden funktionellen Einschränkungen ergebe (act. II 131.1/20 Ziff. 8.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 12

Aus interdisziplinärer Sicht führten die Gutachter aus, auf einem … Betrieb 
sei der Explorandin aus rheumatologischer Sicht – unter der Vorausset-
zung, dass die körperlich schweren Arbeiten durch andere erledigt würden 
– ein Pensum von 80 % zumutbar und unter zusätzlicher Berücksichtigung 
der psychiatrischen Einschränkungen ergebe sich maximal eine 60%ige 
Arbeitsfähigkeit. Als … bestehe aus rheumatologischer Sicht eine zirka 
50%ige Arbeitsfähigkeit, sofern zusätzlich eine Wechselbelastung möglich 
sei, diese Beurteilung sei auch integrativ mit den psychiatrisch begründba-
ren Limitierungen vereinbar. Die Arbeitsfähigkeit als Hausfrau/im Führen 
eines Haushaltes werde integrativ auf 70 % beziffert (act. II 131.2/7 Ziff. 
4.7). In einer angepassten Tätigkeit bestehe alleine somatisch-
rheumatologisch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, unter zusätzlicher Berück-
sichtigung der psychiatrisch begründbaren Limitierungen bestehe aktuell 
und anhaltend wahrscheinlich seit mindestens Oktober 2017 eine integrativ 
zumindest 40%ige Arbeitsunfähigkeit. Vorübergehend sei auch in ange-
passter Tätigkeit während den Dekompensationen und stationären Be-
handlungen aus psychischen Krankheitsgründen im Oktober 2017 und Ok-
tober 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen gewesen, 
spätestens ab Frühjahr 2019 könne wieder vom aktuell ableitbaren Leis-
tungsniveau ausgegangen werden (act. II 131.2/7 f. Ziff. 4.8).

4.2.2 Im Bericht vom 4. Juni 2020 diagnostizierte Oberärztin J.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik G.________, eine 
rezidivierende, depressive Störung, ggw. schwere Episode ohne psychoti-
sche Symptome (ICD-10 F33.2), und Traumafolgestörungen durch negati-
ve Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61). Durch das im Rahmen der berufli-
chen Wiedereingliederung erlebte Mobbing seien schwere Kindheitstrau-
mata reaktiviert worden und führten in Kombination zu der derzeitig 
schwergradig depressiven Episode bis hin zu Lebensüberdruss und Le-
bensbilanzierung. Die Schwere der aktuellen depressiven Episode und die 
auslösenden Zusammenhänge liessen die bisherige Prognose zur Arbeits-
fähigkeit zweifelhaft erscheinen, zum jetzigen Zeitpunkt bleibe unklar, ob 
eine ausreichende Stabilisierung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit 
erreicht werde und die Massnahme zur beruflichen Wiedereingliederung 
der IV weitergeführt werden könne (act. II 170/2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 13

4.2.3 In der Stellungnahme vom 8. Juni 2020 führte Dr. med. 
K.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothe-
rapie, RAD, aus, die Kontextfaktoren der stationären Aufnahme seien ei-
nerseits ein Eingliederungsverfahren und andererseits ein sozialer Konflikt 
auf der Arbeitsstelle im Rahmen der Wiedereingliederung. Die Patientin 
habe auch anlässlich der Wiedereingliederung ihre lebenszeitstabile per-
sönlichkeitseigene Tendenz zur Konfliktvermeidung und Überanpassung 
und ihre Tendenz zur erhöhten Verausgabungsbereitschaft gezeigt. Beide 
Coping Strategien könnten die Entwicklung einer reaktiven depressiven 
Symptomatik begünstigen. Die Kriterien einer depressiven Episode, als 
einer eigenständigen psychiatrischen Erkrankung ohne nennenswerte Mo-
difikation durch äussere Faktoren, lägen aktuell nicht vor. Die psychischen 
Beschwerden gingen nicht über die Symptome einer akuten Belastungsre-
aktion hinaus. Es lägen keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vor 
(act. II 169/4 f.).

4.2.4 Im Bericht vom 26. Juni 2020 führte die behandelnde Psychiaterin 
der Klinik G.________ aus, die depressive Symptomatik habe sich deutlich 
verschlechtert zu einer schwergradig depressiven Stimmungslage. Neu 
hinzugetreten sei eine komplexe Traumafolgestörung durch Triggerung 
traumatischer Kindheitserlebnisse im Rahmen des Mobbingerlebens am 
letzten Arbeitsplatz während der Wiedereingliederungsmassnahme. Neben 
der Verstärkung der depressiven Symptomatik durch diese Zusammen-
hänge bestünden rezidivierende schwere Ängste, in denen die Patientin 
hilflos und ratlos sowie völlig entscheidungsunfähig bleibe in Zusammen-
hang mit vermehrten Anforderungen, welche sie als nicht bewältigbar erle-
be, da sie gleichzeitig aufgrund – seit der Kindheit eingeschliffenen – Ver-
haltensmuster nicht in der Lage sei, diese Anforderungen abzulehnen, wo-
durch beschriebene Zustände der Starre und Hilflosigkeit entstünden, die 
für die Patientin unbeeinflussbar blieben. Hinzu kämen Albträume, sozialer 
Rückzug, Selbstabwertungen, Vermeidungsverhalten. Trotz spezifischer 
Therapie und guter Motivation der Patientin könnten diese Verhaltensmus-
ter auch langfristig nicht aufgelöst werden und blieben therapeutischen 
Interventionen wenig zugänglich (act. II 175). Im Austrittsbericht vom 16. 
Juli 2020 ergänzte die behandelnde Psychiaterin u.a., es bestünden in den 
Bereichen Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 14

lität und Umstellungsfähigkeit, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Proakti-
vität, Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit 
mittelgradige bis schwere Beeinträchtigungen, welche zu einer deutlich 
reduzierten Belastbarkeit führten und am Arbeitsplatz interaktionelle 
Schwierigkeiten erwarten liessen (act. II 180/4).

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4 Bezüglich der Frage einer wesentlichen Veränderung des Gesund-
heitszustandes im massgebenden Zeitraum (vgl. E. 4.1 hiervor) ist erstellt, 
dass es im Oktober 2017 aus psychiatrischer Sicht zu einer Dekompensa-
tion gekommen ist (vgl. act. II 131.1/16 Ziff. 7.1, 131.1/22). Aus rheumato-
logischer Sicht wurde im Jahr 2016 eine undifferenzierte seronegative 
Spondylarthropathie mit axialem und peripheren Befall diagnostiziert, retro-
spektiv seit Mai 2018 und aktuell ohne entzündliche Aktivität; zudem hätten 
im Verlauf mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die epifusionellen dege-
nerativen Veränderungen der LWS (Segmente L1/2 und L4/5) zugenom-
men (act. II 130.1/25 Ziff. 8.4). Damit ist von einer revisionsrechtlich rele-
vanten Änderung des medizinischen Sachverhalts auszugehen, weshalb 
eine freie Prüfung erfolgt (vgl. E. 3.2.2 hiervor).

4.5 Das rheumatologische Gutachten des Dr. med. H.________ vom 
7. September 2019 (act. II 130.1) und das psychiatrische Gutachten des 
Dr. med. I.________ vom 26. September 2019 (act. II 131.1) sowie ihre 
interdisziplinäre Beurteilung (act. II 131.2) erfüllen die Anforderungen an 
den Beweiswert eines medizinischen Berichts. Die Ausführungen und Fest-
stellungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 15

130.1/16 f., 131.1/13 ff.) und sind in Kenntnis der Vorakten (act. II 130.1/4 
ff., 131.1/3 ff.) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
(act. II 130.1/14 f., 131.1/11 f.) getroffen worden. Basierend darauf haben 
die Sachverständigen die medizinischen Befunde, die zu stellenden Dia-
gnosen und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen schlüssig und 
einleuchtend dargestellt. Aus rheumatologischer Sicht hat Dr. med. 
H.________ nachvollziehbar dargelegt, dass zurzeit der Begutachtung be-
lastungsabhängige Beschwerden der LWS und der rechten Hand bestün-
den (act. II 130.1/22 f.). Die Ausführungen zu den Beschwerden, den objek-
tiven klinischen Befunden, zur Konsistenz und den Ressourcen und Belas-
tungen überzeugen (act. II 130.1/16 ff., 130.1/22 f.). Die Beurteilung, der 
Beschwerdeführerin seien körperlich schwere Arbeiten nicht mehr und ma-
nuell repetitive Arbeit, welche die Belastbarkeit des rechten Arms teilweise 
überstiegen, noch zu 50 % zumutbar, während sie eine angepasste wech-
selbelastende Tätigkeit aus rein rheumatologischer Sicht zu 80 % ausüben 
könne, ist einleuchtend (act. II 130.1/23 f.). Aus psychiatrischer Sicht hat 
sich Dr. med. I.________ nachvollziehbar zu den gestellten Diagnosen 
geäussert (act. II 131.1/14 f.). Die Beurteilung, es liege ein kombiniertes 
psychisches Erscheinungsbild im Rahmen eines anhaltend depressiven 
Zustandsbilds, aktuell noch leichtgradig, einer persönlichkeitsstrukturellen 
Grunddisponierung/Akzentuierung sowie einer resultierenden Schmerzver-
arbeitungsstörung vor, ist überzeugend (act. II 131.1/18). Die Ausführungen 
der Gutachter zur Konsistenz, zu den Ressourcen und Belastungen sowie 
den relevanten Persönlichkeitsaspekten sind nachvollziehbar und leuchten 
ein (act. II 130.1/22 f., 131.1/19, 131.2/6). Überzeugend ist auch die Aus-
sage, dass keine Hinweise für Inkonsistenzen vorlägen (act. II 131.2/7). Die 
Beurteilung und Begründung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch die 
Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht 
auch in einer angepassten Tätigkeit zu 40 % arbeitsunfähig sei, überzeugt 
vollumfänglich (act. II 131.2/7 f.). Mithin kann auf die voll beweiskräftige 
Expertise abgestellt werden (vgl. E. 4.3 hiervor).

4.6 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin hätte 
angesichts des abgebrochenen Arbeitsversuchs im F.________ und der 
anschliessenden stationären Behandlung in der Klinik G.________ noch 
eine Verlaufsbegutachtung einholen müssen (Beschwerde S. 9, Ziff. 4.7). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 16

Dem ist jedoch zu entgegnen, dass die Beschwerdegegnerin bei der RAD-
Ärztin Dr. med. K.________ den Aktenbericht vom 8. Juni 2020 einholte. 
Auch wenn sie keine eigene Untersuchung vorgenommen hat, ist der Ak-
tenbericht nach der Praxis nicht zu beanstanden. Der Untersuchungsbe-
fund liegt hier mit Blick auf das rheumatologische und psychiatrische Gut-
achten (act. II 130.1, 131.1) sowie die Berichte der behandelnden Psychia-
terin (act. II 170, 180) lückenlos vor und Dr. med. K.________ konnte sich 
ein gesamthaft lückenloses Bild machen (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b). Die RAD-Ärztin äusserte sich denn auch ausführ-
lich und überzeugend zu den psychischen Beschwerden, wonach diese 
nicht über die Symptome einer akuten Belastungsstörung (nach einer Mob-
bingsituation) hinausgingen (vgl. act. II 169/5). Ihre Einschätzung über-
zeugt, insbesondere mit Blick auf den Umstand, dass der Auslöser eine 
problematische – in der Zwischenzeit beendete – Arbeitsplatzsituation war 
und dass es nach einer ca. zweimonatigen stationären Behandlung zur 
einer Regredienz der Symptomatik kam (act. II 180/2/4). Die behandelnde 
Psychiaterin verwies zwar auf die sich seit Kindheit eingeschliffenen Ver-
haltensmuster, welche therapeutischen Interventionen wenig zugänglich 
blieben (act. II 180/2 f.). Damit hatte sich jedoch bereits Dr. med. 
I.________ auseinandergesetzt und dazu ausgeführt, therapeutisch we-
sentlich schwieriger beeinflussbar und als wahrscheinlich überdauernd ein-
flussnehmend zu gewichten sei der persönlichkeitsstrukturelle Störungsteil 
mit den insbesondere ausgeprägten Mustern und Tendenzen zur Überfor-
derung und Dekompensation im Rahmen der überhöhten Leistungsbereit-
schaft vor dem Hintergrund der ausgeprägten Ich-strukturellen Grundvulne-
rabilität und selbstunsicher-abhängigen Persönlichkeit (act. II 131.1/18). 
Auch mit der Traumafolgestörung (act. II 180/1) befasste sich der Gutach-
ter, indem er ausführte, die deskriptive Beschreibung einer Traumafolge-
störung habe aber aus gutachterlich psychiatrischer Sicht auch im Rahmen 
der aktuellen Abklärung insofern Berechtigung, als sie mit den auch im 
Rahmen der aktuellen Begutachtung erfassten biografisch mitentwickelten 
persönlichkeitsstrukturellen Auffälligkeiten und Verhaltensmustern korrelie-
re, die die Explorandin im Rahmen einer deutlichen persönlichkeitsstruktu-
rellen und Identitätsproblematik im Kontext der zum Teil sehr massiv ge-
schilderten biografischen Belastungen entwickelt habe (act. II 131.1/17). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 17

Die Beanstandungen der Beschwerdeführerin, der medizinische Sachver-
halt sei ungenügend abgeklärt, vermögen somit nicht zu überzeugen.

Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt und es kann auf weitere Be-
weismassnahmen in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.3 S. 236) verzichtet werden.

4.7 Die Gutachter setzten sich mit den konkreten funktionellen Auswir-
kungen der psychischen und somatischen Beschwerden anhand der Indi-
katoren auseinander, wobei sie insbesondere auch die Konsistenz, Plausi-
bilität, die Kompensationspotentiale (Ressourcen) und Belastungen sowie 
die relevanten Persönlichkeitsaspekte berücksichtigten (act. II 130.1/22 f., 
131.11/19 f., 131.2/6), so dass ihre Einschätzung eine schlüssige Beurtei-
lung des tatsächlichen Leistungsvermögens im Lichte der Indikatoren er-
laubt. Da somit die in BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizini-
schen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderun-
gen berücksichtigt worden sind, ist die darin formulierte Stellungnahme zur 
Arbeitsfähigkeit zu übernehmen und eine juristische Parallelüberprüfung 
nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens erübrigt sich (vgl. 
BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

4.8 Gestützt auf die schlüssige bidisziplinäre Beurteilung der Gutachter 
liegt in einer angepassten Tätigkeit aktuell und anhaltend seit mindestens 
Oktober 2017 eine integrativ zumindest 40%ige Arbeitsunfähigkeit vor. 
Während der Dekompensationen und stationären Behandlungen aus psy-
chischen Krankheitsgründen im Oktober 2017 und Oktober 2018 bestand 
vorübergehend auch in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit; spätestens ab Frühjahr 2019 ist wieder vom aktuell ableitbaren 
Leistungsniveau auszugehen (act. II 131.2/7 f. Ziff. 4.8).

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 18

bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG; vgl. 
E. 3.4.1 f. hiervor). 

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.2 Anlässlich der Erhebungen gab die Beschwerdeführerin an, sie 
würde bei guter Gesundheit zu einem Pensum von ungefähr 80 % arbeiten. 
Sie habe noch ein Auto und müsste wohl netto ca. Fr. 3500.-- verdienen, 
dazu komme noch die Witwenrente. Auch bei guter Gesundheit würde sie 
nicht 100 % arbeiten. Sie habe noch den Haushalt, müsse einkaufen und 
wolle Leute besuchen (act. II 148/5). Dass die Beschwerdegegnerin ge-
stützt darauf von einem Status von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Tätig-
keit im Haushalt ausging, ist nicht zu beanstanden; der Status wird von der 
Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten.

6.

6.1 Die von der Invalidenversicherung eingeholten Abklärungsberichte 
im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage 
für die Invaliditätsbemessung dar. Nach der Rechtsprechung bedarf es des 
Beizuges eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt-
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in 
Ausnahmefällen, insbesondere bei unglaubwürdigen Angaben der versi-
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen 
(SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 19

6.2 Die Beschwerdeführerin beanstandet eine fehlende Nachvollzieh-
barkeit der Einschränkung im Aufgabenbereich (Beschwerde S. 6, Ziff. 3.5). 
In der Stellungnahme vom 18. Juni 2020 führte der Bereich Abklärungen 
aus, die Einschränkungen im Haushalt seien von der Abklärungsfachper-
son unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils, der Aussagen der 
versicherten Person sowie unter Anwendung der Schadenminderungs-
pflicht formuliert worden (act. II 173/3). Soweit die Beschwerdeführerin sich 
auf die Ausführungen in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung zur Ar-
beitsfähigkeit im Haushalt beruft und daraus eine höhere Einschränkung 
ableitet, ist ihr nicht zu folgen; denn den ärztlichen Schätzungen der Ar-
beitsfähigkeit kommt kein genereller Vorrang gegenüber den Abklärungen 
der Invalidenversicherung im Haushalt zu. Massgebend ist vielmehr die 
Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, was unter 
Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall – wie dies die 
Abklärungsfachperson anlässlich der Erhebung nachvollziehbar vorge-
nommen hat (act. II 148/9 ff.) – festzustellen ist (vgl. E. 6.1 hiervor). Die 
Beschwerdeführerin legte im Einzelnen auch nicht dar, welche bestimmte 
Betätigung bzw. deren Einschränkung im Haushalt nicht korrekt beschrie-
ben worden wäre; es liegen keine Hinweise vor, dass der Abklärungsbe-
richt Haushalt keine zuverlässige Entscheidungsgrundlage darstellte, und 
es besteht auch kein Anhaltspunkt, um in das Ermessen der Abklärungs-
person einzugreifen (vgl. BGE 128 V 93). Es ist deshalb auf den Betäti-
gungsvergleich anlässlich der Erhebung vom 20. Januar 2020 abzustellen, 
welcher eine Einschränkung im Haushalt von 0.7 % ergab (act. II 148/12).

6.3 Bei einem Status von 20 % Tätigkeit im Haushalt und einer Ein-
schränkung im Haushalt von 0.7 % resultiert somit ein gewichteter Invali-
ditätsgrad von 0.14 %. (0.7 x 0.2).

7.

7.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 20

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 
I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

7.2

7.2.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne der LSE herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

7.2.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltska-
tegorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 21

7.3 In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Sachverständigen 
fest, im Mittel läge im Längsverlauf seit der Dekompensation im Oktober 
2017 eine anhaltend überwiegend mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit 
vor. Ferner sei im Rahmen der stationären Behandlungen vom 23. Oktober 
bis 11. Dezember 2017 und vom 22. Oktober bis 21. November 2018 in der 
Klinik G.________ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (act. II 
131.2/7 Ziff. 4.7). Frühestmöglicher Rentenbeginn ist nach Ablauf des War-
tejahres – nach Anmeldung vom 2. August 2017 (act. II 47/5) und unter 
Berücksichtigung des genannten Beginns der Arbeitsunfähigkeit – Oktober 
2018.

Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin unbestrittenerweise in 
jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (act. II 131.2/7 Ziff. 4.7), wes-
halb im Erwerbsbereich von einem Invaliditätsgrad von 100 % auszugehen 
ist, was bei einem Status von 80 % im Erwerb einen gewichteten Invali-
ditätsgrad von 80 % ergibt (vgl. auch act. II 148/13 Ziff. 8). 

7.4 Da die Beschwerdeführerin spätestens seit Frühjahr 2019 wieder zu 
60 % arbeitsfähig ist (vgl. act. II 131.2/8; 100 % arbeitsunfähig bis 5. April 
2019 [act. II 96/3, 130.1/13, 146/3 Ziff. 1.2]), liegt per Ende April 2019 eine 
wesentliche Änderung vor und es ist auf diesen Zeitpunkt hin ein Einkom-
mensvergleich vorzunehmen.

Die Beschwerdeführerin war von September 2013 bis Januar 2017 als … 
für die L.________ AG tätig, zu einem Pensum von 80 % bzw. 60 % und 
erzielte einen Lohn von Fr. 38'647.-- bzw. Fr. 33'344.-- (act. II 86/2, 148/4 
Ziff. 3.2), auch wenn diese Tätigkeit letztlich aus somatischen Gründen 
nicht ideal war (vgl. act. II 130.1/23 Ziff. 8.2). Es ist deshalb nicht zu bean-
standen und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten, dass 
die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die Tabellen-
löhne der LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen, er-
mittelte. Aufgerechnet auf das Jahr 2019 und bei einem Pensum von 100 
% (vgl. Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV) ergab dies Fr. 55'319.-- (act. II 148/8). 

Da die Beschwerdeführerin keine angepasste Tätigkeit aufgenommen hat, 
ermittelte die Beschwerdegegnerin das hypothetische Invalideneinkommen 
zu Recht auch gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2016, Tabelle TA1, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 22

Kompetenzniveau 1, Total, Frauen, und indexierte auf das Jahr 2019. Sind 
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn 
zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähig-
keit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn gemäss BGE 
126 V 75 (vgl. SVR 2017 IV Nr. 71 S. 219, 9C_675/2016 E. 3.2.1). Damit ist 
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % von einem Invaliditätsgrad von 40 % 
auszugehen. Bezüglich eines Tabellenlohnabzugs ist zu bemerken, dass 
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene 
gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des 
leidensbedingten Abzugs einfliessen dürfen (vgl. SVR 2018 IV Nr. 45 
S. 145 E. 2.2). Es liegen auch keine weiteren Merkmale (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie) vor, welche einen Abzug vom Tabellen-
lohn rechtfertigten. Die invaliditätsfremden Gesichtspunkte (Alter, Dienst-
jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) wären auch 
bei der Festsetzung des – ebenfalls statistisch erhobenen – Validenein-
kommens zu berücksichtigen (Entscheid des Bundesgerichts vom 19. Ja-
nuar 2009, 8C_42/2008, E. 5).

Bei einem Status von 80 % im Erwerb resultiert somit ein gewichteter Inva-
liditätsgrad von 32 % (40 x 0.8).

7.5 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 
2018 bei einem gewichteten Invaliditätsgrad von gerundet 80 % (im Erwerb 
von 80 %, zuzüglich Haushalt von 0.14 %) Anspruch auf eine ganze Rente. 
Ab Mai 2019 besteht bei einem gewichteten Invaliditätsgrad von gerundet 
32 % (im Erwerb von 32 %, zuzüglich Haushalt von 0.14 %) kein Anspruch 
mehr auf eine Rente. Der Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Oktober 
2018 wird damit auf den 31. Juli 2019 befristet (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). 
Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 31. Juli 2020 
(act. II 184/189) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Validen-+und+Invalideneinkommen+auf+der+gleichen+Basis+berechnet%2C+entspricht+Arbeitsf%E4higkeit&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-75%3Ade&number_of_ranks=0#page75
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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 23

Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Zu prüfen bleibt jedoch das Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege

8.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut der Beschwerdeführerin ist gestützt auf die eingereichten 
Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3, 4) erstellt. Weiter ist 
das Beschwerdeverfahren nicht von vornherein als aussichtslos zu betrach-
ten und für das Verfahren erscheint der Beizug einer anwaltlichen Vertre-
tung infolge der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen als angezeigt. Das 
Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung 
von Rechtsanwalt B.________ ist demnach gutzuheissen.

8.3 Die Beschwerdeführerin ist damit – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 114 VRPG i.V.m Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig 
von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

8.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

8.5 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 24

gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Das mit Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 29. Oktober 2020 
geltend gemachte Honorar von Fr. 3'236.70 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), bei einem Aufwand von 11.67 Stunden à Fr. 250.--, ist nicht zu 
beanstanden. Das amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________ ist auf 
Fr. 2’334.-- (11.67 Stunden à Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 87.80 
und Mehrwertsteuer von Fr. 186.45 (7.7 % von Fr. 2'421.80), total 
Fr. 2'608.25, festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht nach Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Jan. 2021, IV/20/680, Seite 25

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'236.70 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'608.25 (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungsfrist nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.