# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbb4f8da-2f15-5a6c-84e9-290d8cff8abc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 13.03.2014 VO140036
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO140036_2014-03-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident    
 
 

Geschäfts-Nr.: VO140036-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

 

Urteil vom 13. März 2013 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

 

 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

1.1. Mit Eingabe vom 5. März 2014 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) 

durch seine Rechtsvertreterin beim Friedensrichteramt Stäfa das hängige 

Gesuch betreffend Unterhaltsklage gegen B._____ 

(GV.2012.00015/SB.2014.00012) zurückziehen und gleichzeitig erstmals die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

beantragen (act. 3). Am 7. März 2014 überwies das Friedensrichteramt 

Stäfa das Gesuch zuständigkeitshalber an den Obergerichtspräsidenten 

(act. 1) und schrieb das Schlichtungsverfahren gleichzeitig als durch Klage-

rückzug erledigt ab (act. 2).  

1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Beurteilung des Gesuchs 

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann. 

2.2. Gemäss Art. 117 StPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 

(sog. "Mittellosigkeit" oder "Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegeh-

ren nicht aussichtslos erscheint. Ein Anspruch auf die gerichtliche Bestellung 

- 3 - 

eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes setzt sodann zusätzlich voraus, 

dass dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

2.3. Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit als zweite Vorausset-

zung ist eine gewisse Prozessprognose notwendig, wobei auf den Zeitpunkt 

der Gesuchseinreichung abzustellen ist. Als aussichtslos sind dabei nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei 

denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefah-

ren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (vgl. z.B. 

BGE 69 I 160). Die fehlende Aussichtslosigkeit ist glaubhaft zu machen 

(Botschaft ZPO, S. 7303). Dabei sind die Rechtsbegehren und der massge-

bende Sachverhalt in geraffter Form anzugeben. Zudem hat sich die ge-

suchstellende Partei über ihre Beweismittel hinsichtlich der Anspruchsvo-

raussetzungen von Art. 117 ZPO zu äussern, wobei sie im Hinblick auf  ihre 

Mitwirkungspflicht schon mit dem Gesuch die relevanten Urkunden einzu-

reichen hat (Rüegg, in Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar 

zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 1 zu Art. 119). Ei-

ne allfällige Aussichtslosigkeit kann materieller oder prozessualer Natur sein. 

Letztere liegt beispielsweise beim Fehlen von Sachentscheidungsvorausset-

zungen wie der Zuständigkeit, der Litispendenz oder der res iudicata vor 

(Emmel in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 117 

N 13). 

2.4. Der Gesuchsteller hat das Schlichtungsbegehren am 5. März 2014 zurück-

gezogen (act. 3), weshalb das Friedensrichteramt Stäfa das Verfahren als 

erledigt abschrieb (act. 2). Mit dem Rückzug des Antrags auf Leistung von 

Mündigenunterhalt verzichtete der Gesuchsteller auf einen für ihn positiven 

Verfahrensausgang in der Hauptsache und damit auch auf seine Gewinn-

chancen. Die Aussichten im betreffenden Schlichtungsverfahren, den Pro-

zess zu gewinnen, können infolge des Rückzugs des Schlichtungsbegeh-

rens nicht mehr als ernsthaft bezeichnet werden. Daran vermag auch nichts 

zu ändern, dass der Rückzug des Begehrens im Schlichtungsverfahren inso-

- 4 - 

fern nicht zu einer res iudicata führt, als die gesuchstellende Person in der 

gleichen Sache zu einem späteren Zeitpunkt erneut ein solches Verfahren 

einleiten kann (Sutter-Somm/Hedinger in: Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zü-

rich/Basel/Genf 2013, Art. 65 N 9). Damit ist das Ersuchen um unentgeltliche 

Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in-

folge Nichterfüllung des Kriteriums der fehlenden Aussichtslosigkeit abzu-

weisen. 

3. Kosten und Rechtsmittel 

3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos.  

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder 

entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be-

schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie-

gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran 

nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen 

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als 

obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel 

ans Bundesgericht gegeben wäre.  

3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt-

liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, 

sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

 

Es wird erkannt: 

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Be-

stellung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.  

- 5 - 

2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

- die Rechtsvertreterin des Gesuchstellers, zweifach, für sich und den 
Gesuchsteller,  

- das Friedensrichteramt Stäfa ad Verfahren GV.2012.00015/ 
SB.2014.00012, 

- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____, … [Adresse. 
 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 
Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 

Zürich, 13. März 2014 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH  

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 
 

	Urteil vom 13. März 2013
	
	Erwägungen:
	1. Ausgangslage
	1.1. Mit Eingabe vom 5. März 2014 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) durch seine Rechtsvertreterin beim Friedensrichteramt Stäfa das hängige Gesuch betreffend Unterhaltsklage gegen B._____ (GV.2012.00015/SB.2014.00012) zurückziehen und gleichz...

	2. Beurteilung des Gesuchs
	3. Kosten und Rechtsmittel
	3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident über das G...
	3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht...

	Es wird erkannt:
	1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird abgewiesen.
	2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	- die Rechtsvertreterin des Gesuchstellers, zweifach, für sich und den Gesuchsteller,
	- das Friedensrichteramt Stäfa ad Verfahren GV.2012.00015/ SB.2014.00012,
	- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____, … [Adresse.
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 13. März 2014