# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1374b8a9-e912-57b4-b611-eba65bdfa280
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.01.2019 SB180086
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180086_2019-01-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180086-O/U/hb 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Ruggli und die 

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. Samokec 

 

Urteil vom 11. Januar 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Knauss,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. ... 

2. B._____,  
3. C._____,  
4. D._____,  
Privatkläger, Berufungsbeklagter 

 

betreffend mehrfache, teilweise qualifizierte Vergewaltigung etc.   
 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
9. November 2017 (DG170179) 
 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 3. Juli 2017 (D1 

Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 116 S. 77 ff.) 

1. Das Verfahren betreffend Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB und mehr-

facher Tätlichkeit im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 

E._____ wird eingestellt. 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der mehrfachen, teilweisen qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von 
Art. 190 Abs. 1 teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB sowie des Ver-
suchs dazu im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen, teilweisen qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne 
von Art. 189 Abs. 1 teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB sowie des 
Versuchs dazu im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB; 

- der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB; 
- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a 

StGB; 
- der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung 

mit Abs. 2 lit. b StGB sowie 
- der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 teilweise in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 451 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.  

-   4   - 

5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 3. Juli 2017 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

- 1 Beil (Asservat-Nr. A009'571'157); 
- 1 Messer mit Scheide (Asservat-Nr. A009'571'168). 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 3. Juli 2017 beschlagnahmten Gegenstände werden der Privatkläge-

rin 2 B._____ nach Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen 

herausgegeben: 

- 1 Mobiltelefon iPhone 6+ (Asservat-Nr. A009'569'828); 
- 1 Mobiltelefon iPhone 5 (Asservat-Nr. A009'571'191); 
- 1 Decke;  
- 1 Kinderrucksack Star Wars. 

Beantragt die Privatklägerin 2 B._____ nicht innert einer Frist von 30 Tagen 

ab Rechtskraft dieses Urteils die Herausgabe, wird Verzicht angenommen 

und die genannten Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird die Privatklägerin 2 B._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

8. Der Privatkläger 3 C._____ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 C._____ Fr. 500.– zu-

züglich 5 % Zins ab 8. Dezember 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Bereits geleistete 

Zahlungen können in Abzug gebracht werden. 

-   5   - 

10. Die Privatklägerin 4 D._____ wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 D._____ Fr. 300.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 8. Dezember 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Bereits geleistete 

Zahlungen können in Abzug gebracht werden. 

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Be-

schuldigten mit Fr. 26'121.– (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

13. Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ wird für die unentgeltliche Vertretung der 

Privatklägerin 2 mit Fr. 14'287.85 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 
Fr. 15'148.70   Gutachten / Expertisen 
Fr. 742.50   Auslagen Untersuchung 

Fr. 1'000.–   Gerichtsgebühr gem. Beschluss des OGer ZH, III. Straf-   kammer, vom 10. März 2017, UB170024 

Fr. 1'000.–   Gerichtsgebühr gem. Beschluss des OGer ZH, III. Straf-   kammer, vom 30. Mai 2017, UB170066 

Fr. 14'287.85   Kosten ehemalige unentgeltliche Rechtsvertretung    Privatklägerin 2 

Fr. 26'121.–   Kosten amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver-

tretung der Privatklägerin 2 werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch ab-

geschrieben. 

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16. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin 2 werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

17. Die Gerichtsgebühr gemäss Beschluss des Obergerichts des Kantons Zü-

rich, III. Strafkammer, vom 10. März 2017, UB170024, wird dem Beschuldig-

ten auferlegt, jedoch abgeschrieben. 

18. Die Gerichtsgebühr gemäss Beschluss des Obergerichts des Kantons Zü-

rich, III. Strafkammer, vom 30. Mai 2017, UB170066, wird dem Beschuldig-

ten auferlegt, jedoch abgeschrieben. 

Berufungsanträge:  

a) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 118 S. 2 und 213 S. 2; sinngemäss) 

 1. Das Bezirksgerichtliche Urteil sei folgendermassen abzuändern: 

1.1. Bezüglich Dossier 2 sei mein Mandant wegen der mehrfachen 

vorsätzlichen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 teilweise in Verbindung mit Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen, wobei ihm der bedingte Strafvollzug zu ge-

währen sei. 

1.2. Bezüglich des Dossiers 1 sei mein Mandant von den Vorwürfen 

der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung freizusprechen; be-

züglich der Drohung und der Tätlichkeiten sei er schuldig zu spre-

chen. 

1.3. Es sei die Strafe in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 2 und 3 auf 

eine bedingt zu vollziehende Strafe von maximal 24 Monaten zu 

reduzieren. 

-   7   - 

1.4. Eventualiter sei ein allfällig unbedingt zu vollziehender Teil der 

Freiheitsstrafe zugunsten einer ambulanten Massnahme aufzu-

schieben. 

2. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei vollumfänglich ab-

zuweisen. 

3. Allfällige Zivilforderungen seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivil-

weg zu verweisen. 

4. Unter ausgangsgemässer Verlegung von Kosten- und Entschädigungs-

folgen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk.127 S. 2 und Urk. 215 S. 1; sinngemäss) 

1. Es sei die Berufung des Beschuldigten abzuweisen. 

 2. Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 des ange-

fochtenen Urteils mit Bezug auf Dossier 1, Anklageziffer 1, anklagege-

mäss wegen qualifizierter Vergewaltigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

und 3 StGB und wegen versuchter qualifizierter sexueller Nötigung im 

Sinne von Art. 190 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. Im 

Übrigen sei der Schuldspruch der Vorinstanz zu bestätigen. 

3. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 3 des ange-

fochtenen Urteils mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren zu bestrafen. 

Im Übrigen sei die zusätzliche vorinstanzliche Bestrafung des Beschul-

digten mit einer Busse von CHF 500.– zu bestätigen. 

4. Dem Beschuldigten seien die kosten des Berufungsverfahrens aufzuer-

legen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Rechtsbeistandschaft der Privatklägerin seien unter Rückforderungs-

vorbehalt auf die Staatskasse zu nehmen. 

-   8   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes 

Zürich, 4. Abteilung, vom 9. November 2017, das gleichentags mündlich eröffnet, 

dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (nachfolgend: 

Staatsanwaltschaft) sowie der Privatklägerin 2 übergeben (Prot. I S. 53) und den 

Privatklägern 3 und 4 postalisch zugestellt (Urk. 77/1-2) wurde, meldete die Ver-

teidigung rechtzeitig Berufung an (Urk. 84) und reichte mit Eingabe vom 23. Feb-

ruar 2018 fristgerecht ihre Berufungserklärung ein (Urk. 118). Mit Präsidialverfü-

gung vom 2. März 2018 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatkläger-

schaft eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder ein begründetes Nichteintre-

tensgesuch zu stellen (Urk. 120), wobei lediglich die Staatsanwaltschaft An-

schlussberufung erhob (Urk. 127). 

 2. Mit ihrer Berufungserklärung reichte die amtliche Verteidigung u.a. 

noch ein Schreiben der Privatklägerin 2 ein, in welchem Letztere zusammenge-

fasst ihr Desinteresse an der Strafverfolgung des Beschuldigten erklärt 

(Urk. 119/4). Bezugnehmend auf dieses Schreiben teilte der damalige Rechtsver-

treter der Privatklägerin 2, Rechtsanwalt MLaw Y2._____, mit Eingabe vom 

26. März 2018 dem hiesigen Gericht mit, dass ihm seine Klientin ihr nach wie vor 

bestehendes Desinteresse an der Strafverfolgung mitgeteilt habe, wobei sie die 

Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB nach wie vor 

für richtig halte (Urk. 131). Weiter teilte der unentgeltliche Rechtsvertreter in der-

selben Eingabe mit, dass der Antrag der Privatklägerin 2, wonach ihr eine Richte-

rin zur Verfügung zu stellen sei (Urk. 128) durch das Gericht fälschlicherweise als 

Antrag auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung verstanden worden 

sei. Die Privatklägerin 2 habe damit lediglich beantragt, dass sie für den Fall ihrer 

Befragung durch das Berufungsgericht von einer Person gleichen Geschlechts 

einvernommen werde (Urk. 131). In der Folge wurde Rechtsanwalt MLaw 

-   9   - 

Y2._____ mit Präsidialverfügung vom 28. September 2018 als unentgeltlicher 

Vertreter der Privatklägerin 2 entlassen (Urk. 183) und mit Beschluss vom 15. Ok-

tober 2018 für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren entschädigt 

(Urk. 192).  

 3. Mit Eingabe vom 26. September 2018 (Urk. 183) stellte die amtliche 

Verteidigung die Anträge, es sei der Austrittsbericht der Psychiatrischen Universi-

tätsklinik Zürich vom 31. Januar 2017 als Beweismittel miteinzubeziehen, wobei 

sie ihrer Eingabe den entsprechenden Bericht beilegte (Urk. 184). Des Weiteren 

beantragte die Verteidigung die Erstellung eines neuen und umfassenden psychi-

atrischen Gutachtens sowie die Befragung der Privatklägerin 2 zu ihrer Desinte-

resseerklärung (Urk. 183 S. 2). Ihren Beweisantrag zur Erstellung eines neuen 

psychiatrischen Gutachtens zog die Verteidigung anlässlich der Berufungsver-

handlung zurück (Prot. II S. 53). 

 4. Die Berufungsverhandlung vom 11. Januar 2019, zu welcher am 

31. August 2018 vorgeladen worden war, fand in Anwesenheit des Beschuldigten 

und dessen amtlicher Verteidigung, Staatsanwalt lic. iur. Knauss sowie der Privat-

klägerin 2 statt (Prot. II S. 27). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

 

II. Prozessuales 

 1. Teilrechtskraft 

 1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dem-

entsprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzli-

che Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 Dabei ist es naheliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die 

Überprüfung des Urteils einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den 

angefochtenen Punkten besteht. Entsprechend ist im Zusammenhang mit einer 

-   10   - 

Überprüfung des Strafmasses regelmässig auch über den bedingten oder unbe-

dingten Vollzug zu entscheiden. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag 

auf Freispruch gelten für den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zu-

sammenhängende Folgepunkte des Urteils, wie zum Beispiel die Nebenfolgen, 

vor allem der Zivilpunkt sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, aber auch 

Entscheidungen über Einziehungen, als angefochten. Bestätigt das Berufungsge-

richt den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefochtenen Urteilspunkte bei 

einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen (vgl. dazu Niklaus Schmid/ 

Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: 

Praxiskommentar StPO], 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 399 N 18; Hug / 

Scheidegger in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung [kurz: ZH StPO Komm.], 2. Aufl. Zürich-Basel-Genf 

2014, N 19 und 20 zu Art. 399; Sprenger in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 437, N 31 f.). 

 Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beur-

teilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch 

anzugeben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 

141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 

2016 E. 4.2 mit Hinweisen). 

 1.2.1. Der Beschuldigte lässt, mit Ausnahme seiner Verurteilung wegen 

mehrfacher Drohung und mehrfacher Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatkläge-

rin 2 (Dispositivziffer 2 alinea 4 und 5) sowie wegen mehrfacher einfacher Körper-

verletzung zum Nachteil der Privatkläger 3 und 4 (Dispositivziffer 2 alinea 6) den 

gesamten Schuldspruch anfechten. Für die Begehung der mehrfachen Drohun-

gen und mehrfachen Tätlichkeiten sowie der mehrfachen einfachen Körperverlet-

zungen sei eine bedingt zu vollziehende Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten 

auszusprechen, wobei ein allfällig unbedingt zu vollziehender Teil der Freiheits-

strafe zugunsten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben sei. Allfällige Zi-

vilansprüche der Privatklägerschaft seien abzuweisen und die Kosten- und Ent-

-   11   - 

schädigungsfolgen ausgangsgemäss zu verlegen (Urk. 118 S. 2 und 6; Urk. 213 

S. 2). 

 1.2.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt anschlussberufungshalber der Be-

schuldigte sei in Bezug auf Dossier 1 Anklageziffer 1 anklagegemäss wegen qua-

lifizierter Vergewaltigung und versuchter qualifizierter sexueller Nötigung schuldig 

zu sprechen. Im Übrigen sei der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen. Der 

Beschuldigte sei sodann mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren zu bestrafen und 

die zusätzliche vorinstanzliche Bestrafung mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestä-

tigen (Urk.127 S. 2; Urk. 215 S. 1). 

 1.3. Es ist demnach festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zü-

rich, 4. Abteilung, vom 9. November 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 (teil-

weise Einstellung des Verfahrens), 2 alinea 4, 5 und 6 (Schuldsprüche betreffend 

mehrfache Drohung und mehrfache Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatkläge-

rin 2 sowie wegen mehrfacher Körperverletzung zum Nachteil der Privatkläger 3 

und 4), 6 (Herausgaben an die Privatklägerin 2), 12 und 13 (Entschädigungen der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläge-

rin 2) sowie 14 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

 2. Verschlechterungsverbot 

 2.1. Gemäss dem Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 

StPO darf der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil der beschuldigten 

oder verurteilten Person abgeändert werden, wenn das Rechtsmittel nur zu deren 

Gunsten eingereicht wurde. Für die Frage, ob eine unzulässige reformatio in pei-

us vorliegt, ist allein das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils massgebend, 

denn die von der Vorinstanz abweichenden Erwägungen der Rechtsmittelinstanz 

dürfen nicht zu einem schärferen Schuldspruch und auch nicht zu einer härteren 

Strafe führen, wenn ausschliesslich die beschuldigte oder verurteilte Person ein 

Rechtsmittel ergriff. Eine Verletzung des Verschlechterungsverbots liegt entspre-

chend dem gesetzgeberischen Willen daher nicht nur bei einer Verschärfung der 

Sanktion, sondern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. 

Dies ist der Fall bei zusätzlichen Schuldsprüchen sowie dann, wenn der neue 

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Straftatbestand eine höhere Strafdrohung vorsieht, d.h. einen höheren oberen 

Strafrahmen oder eine (höhere) Mindeststrafe (BGE 139 IV 282, E. 2.6). 

 2.2. Nachdem die Staatsanwaltschaft hinsichtlich Dossier 1, Anklageziffer 

1, die Schuldigsprechung des Beschuldigten wegen qualifizierter Vergewaltigung 

und versuchter qualifizierter sexueller Nötigung beantragt, ist das Verschlechte-

rungsgebot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO bei der Beurteilung dieses Ankla-

gesachverhalts nicht zu beachten und kann namentlich auch ein härterer Schuld-

spruch ergehen. Die übrigen, ausschliesslich vom Beschuldigten angefochtenen 

Anklagesachverhalte sind dagegen in Nachachtung des Verschlechterungsver-

bots einzig zugunsten des Beschuldigten zu prüfen und es fällt eine andere, 

schwerere rechtliche Qualifikation des Verhaltens des Beschuldigten ausser Be-

tracht. Beim Strafmass ist das Berufungsgericht infolge der Anschlussberufung 

der Staatsanwaltschaft sodann grundsätzlich nicht an die Maximalhöhe der 

vorinstanzlich ausgefällten Freiheitsstrafe gebunden. 

 2.3. Aus dem vorinstanzlichen Urteil geht sodann hervor, dass die Tathand-

lungen im Anklagesachverhalt gemäss Dossier 1 Anklageziffer 3 alleine als Ge-

fährdung des Lebens sowie Drohung, nicht aber auch als versuchte qualifizierte 

Vergewaltigung beurteilt wurden (Urk. 116 S. 42 und 43 f.). Die diesbezügliche 

rechtliche Würdigung blieb unangefochten. Entsprechend fällt hinsichtlich dieses 

Anklagesachverhaltes auch eine zusätzliche Bestrafung des Beschuldigten we-

gen versuchter qualifizierter Vergewaltigung ausser Betracht. 

 3. Beweisanträge 

 3.1. Beizug Austrittsbericht 

 3.1.1. Die amtliche Verteidigung stellte mit Eingabe vom 26. September 

2018 den Beweisantrag (Urk. 183 S. 3), es sei der Austrittsbericht der Psychiatri-

schen Universitätsklinik Zürich vom 31. Januar 2017 als Beweismittel miteinzube-

ziehen, wobei sie eine Kopie desselben zu den Akten reichte (Urk. 184).  

 3.1.2. In Anbetracht dessen, dass die amtliche Verteidigung den vorgenann-

ten Austrittsbericht vom 31. Januar 2017 bereits eingereicht hat und ihr dies 

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grundsätzlich offen steht, sind keine Gründe ersichtlich, weshalb dieser nicht zu 

den Akten genommen werden sollte. 

 3.2. Gerichtliche Befragung der Privatklägerin 2 

 3.2.1. Die Verteidigung stellte mit Eingabe vom 26. September 2018 den An-

trag, die Privatklägerin 2 sei zu ihrer Desinteresseerklärung vom 24. Januar 2018 

zu befragen (Urk. 183 S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung begründete die 

Verteidigung ihren Antrag damit, dass sie unter dem Eindruck stehe, dass das 

Gericht der Ansicht sei, die Privatklägerin 2 habe ihre Desinteresseerklärung nur 

zufolge Druckausübung der Familie des Beschuldigten und nicht aus echter 

Überzeugung abgegeben (Prot. II S. 53), weshalb sie dazu zu befragen sei.  

 3.2.2. Mit Schreiben vom 24. Januar 2018 erklärte die Privatklägerin 2 zu-

sammengefasst gegenüber der Vorinstanz, dass sie sicher gewesen sei, dass ihr 

Gang zur Polizei bewirken würde, dass der Beschuldigte in ein Spital bzw. in eine 

Klinik geschickt und dann gesund würde. Damit, dass er bestraft werden würde, 

habe sie nicht gerechnet. Sie habe gespürt, dass er krank sei und habe ihm hel-

fen, ihn aber gerade nicht bestrafen wollen. Dennoch hielt sie fest, dass alles 

stimme, was sie gegenüber der Polizei und auch gegenüber ihrer Rechtsanwältin 

gesagt habe. Sie würde wollen, dass das Gericht den Beschuldigten ins Spital 

bringe und sie dann mit dem Arzt zusammenarbeiten und den Beschuldigten spä-

ter nach Hause nehmen könne. Das sei die beste Lösung für die Familie und für 

den Beschuldigten die beste Therapie (Urk. 104 = Urk. 119/4). Dieses Vorbringen 

wurde durch den damaligen unentgeltlichen Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 

in seiner Eingabe vom 26. März 2018 aufgegriffen, indem dieser ausführte, dass 

die Privatklägerin 2 ihm ihr Desinteresse an der Strafverfolgung des Beschuldig-

ten mitgeteilt habe, sie aber weiterhin eine stationäre Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB für richtig halte (Urk. 131). Schliesslich gab die Privatklägerin 2 auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung an, dass sie immer dafür gewesen sei, dass 

der Beschuldigte in einem Spital behandelt werde. Sie habe dem Beschuldigten 

und auch der Familie helfen wollen. Sie sei nicht unter Druck gestanden und habe 

selber entschieden, dem Beschuldigten eine Chance zu geben, sich zu heilen. Sie 

habe selber gesehen, dass der Beschuldigte sehr krank gewesen sei, habe ihn 

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aber nicht alleine ins Spital bringen können. Auch wenn sie das nicht gewollt ha-

be, sei sie dazu gezwungen gewesen zur Polizei zu gehen. Sie habe dem Be-

schuldigten helfen wollen, damit sich dieser therapieren lasse. Durch die ärztliche 

und therapeutische Behandlung im Gefängnis habe sich der Beschuldigte verbes-

sert. Sie habe gesehen, dass die Therapie geholfen habe und wolle, dass es so 

weiter gehe (Prot. II S. 53 f. und 57). 

 3.2.3 Art. 343 Abs. 3 StPO verpflichtet das Gericht grundsätzlich, im Vorver-

fahren ordnungsgemäss erhobene Beweise nochmals zu erheben, sofern die un-

mittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die unmittelbare Wahrnehmung 

der aussagenden Personen durch das Sachgericht jedoch nur dann unverzicht-

bar, wenn ausser den entsprechenden Aussagen keine weiteren Sachbeweise 

oder Indizien vorliegen, welche vom Gericht gewürdigt werden können (BGE 

6B_70/2015 vom 20. April 2016, E. 1.4.1.; BGE 140 IV 196, E. 4.4.). 

 3.2.4 Die Privatklägerin 2 wurde am 15. August 2016 durch die Polizei (D1 

Urk. 3/1) und am 5. Oktober 2016, 2. November 2016, 3. November 2016, 31. Ja-

nuar 2017 sowie am 7. April 2017 von der Staatsanwaltschaft (D1 Urk. 3/2, 3/6 

und 3/8-10) jeweils in Anwesenheit des amtlichen Verteidigers einvernommen. 

Abgesehen von der Einvernahme vom 7. April 2017 existieren von sämtlichen üb-

rigen staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen elektronische Aufzeichnungen in 

Bild und Ton (D1 Urk. 3/11). Die Aussagen der Privatklägerin 2 wurden im Vorver-

fahren demnach ordnungsgemäss erhoben und dokumentiert. Die vorhandenen 

elektronischen Aufzeichnungen in Bild und Ton erlauben es dem Gericht, sich 

vom Aussageverhalten der Privatklägerin 2 ein persönliches Bild zu machen. Zu-

dem liegen auch noch weitere Personal- und Sachbeweise, namentlich die Video-

aufzeichnung der Einvernahme des Sohnes der Privatklägerin 2 sowie der dazu-

gehörige Bericht (D1 Urk. 4/1), die Einvernahmen der Auskunftspersonen 

F._____ (D1 Urk. 5/2) und G._____ (D1 Urk. 5/3), ein ärztlicher Befund von 

Dr. med. H._____ vom 17. Dezember 2016 (D1 act. 9/3), sichergestellte Gegen-

stände (Messer, Beil, Rucksack, Spielteppich) und eine Fotodokumentation der 

Verletzungen der Privatklägerin 2 (D1 Urk. 6/1) vor, welche zusätzlich gewürdigt 

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werden können. Aus diesem Grund erscheint die unmittelbare Wahrnehmung der 

Privatklägerin 2 durch das Berufungsgericht in diesem Fall grundsätzlich nicht 

notwendig. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Privatklägerin 2 am 

24. Januar 2018 ihr Desinteresse an der Bestrafung des Beschuldigten erklärte. 

Mit derselben Erklärung hielt sie daran fest, dass sie sehr wohl eine Behandlung 

des Beschuldigten wünsche (Urk. 119/4). Daneben, dass dies auch von ihrem 

damaligen Rechtsvertreter dahingehend konkretisiert wurde, dass die Privatkläge-

rin 2 für den Beschuldigten die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne 

von Art. 59 StGB für richtig halte (Urk. 131), hielt die Privatklägerin 2 anlässlich 

der Berufungsverhandlung fest. Im Übrigen betonte die Privatklägerin 2 sowohl in 

ihrem Schreiben vom 24. Januar 2018 als auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung, dass alles stimme, was sie gegenüber der Polizei und ihrer Rechtsanwältin 

gesagt habe (Urk. 119/4), bzw. dass sie im bisherigen Verfahren stets wahrheits-

gemäss ausgesagt habe (Prot. II S. 54). Entsprechend ist in ihrer Erklärung vom 

24. Januar 2018 auch nicht ein Wechsel ihres Standpunktes zu diesem Verfahren 

zu erkennen, welcher auf eine Druckausübung durch eine Drittpartei hindeuten 

und eine erneute Befragung der Privatklägerin 2 notwendig machen würde.  

 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

 A. Sachverhalt (Dossier 1, Anklageziffern 1, 3, 4, 7, und 8) 

1. Der Anklagesachverhalt ergibt sich im Detail aus der Anklageschrift 

vom 3. Juli 2017 (D1 Urk. 18 S. 2 ff.). Dem Beschuldigten wird kurz zusammenge-

fasst vorgeworfen, er habe an den in der Anklageschrift genannten Daten gegen 

den Willen der Privatklägerin 2 an dieser sexuelle Handlungen vorgenommen 

oder mit ihr den vaginalen und analen Geschlechtsverkehr vollzogen, wobei es 

teilweise auch beim Versuch geblieben sei. Die vorgenannten Tathandlungen sei-

en dabei auf einer Decke vorgenommen worden, welche der Beschuldigte jeweils 

zum Zwecke der sexuellen Handlungen auf dem Küchenboden ausgebreitet ha-

be. Der Beschuldigte habe die Privatklägerin 2 zu den sexuellen Handlungen ge-

-   16   - 

zwungen, indem er sie mit Faustschlägen gegen Kopf und Körper sowie mit Fuss-

tritten traktiert, an ihren Haaren gerissen, sie am ganzen Körper gebissen, ihr ge-

genüber Todesdrohungen ausgestossen oder ihr – teilweise mit Verweis auf ein 

demonstrativ platziertes Messer – damit gedroht habe, ihr mit dem Messer in die 

Vagina zu schneiden. Einmal habe er der Privatklägerin 2 zudem das Messer 

mehrere Minuten direkt mit der Schneide an den Hals gehalten, wobei er ihr zu-

sätzlich verbal mit dem Tod gedroht habe, um sie in Todesangst zu versetzen. 

Auch während der sexuellen Handlungen habe der Beschuldigte die Privatkläge-

rin mit Schlägen und Tritten traktiert, sie an den Haaren gezogen, gekratzt und 

am ganzen Körper – teilweise auch im Schambereich – gebissen (D1 Urk. 18 S. 2 

ff.). 

 2.1. Der Beschuldigte stritt die Begehung der ihm vorgeworfenen Tathand-

lungen ab (D1 Urk. 2/1 S. 1 ff.; D1 Urk. 2/2 S. 2 ff.; D1 Urk. 2/3 S. 2 ff.; D1 

Urk. 2/5 S. 2 ff.; D1 Urk. 2/6 S. 3 ff.; Prot. I S. 22 ff.; Prot. II S. 45 ff.). Im Laufe des 

Vorverfahrens bzw. vor Vorinstanz räumte er jedoch grundsätzlich ein, dass es 

vorgekommen sei, dass er der Privatklägerin 2 eine Ohrfeige gegeben bzw. sie 

mit der Hand oder mit der Faust geschlagen habe (D1 Urk. 2/3 S. 2; Prot. I S. 29 

und 35). Er stellte auch nicht in Abrede, dass er bis zu seiner Verhaftung Ge-

schlechtsverkehr mit der Privatklägerin 2 praktiziert habe, wobei dieser im Schlaf-

zimmer oder aber auch auf dem Küchenboden auf einer Decke – namentlich dem 

beschlagnahmten Spielteppich (D1 Urk. 3/7) – stattgefunden habe (Prot. I S. 31 

f.). Er habe die Privatklägerin 2 jedoch nicht dazu gezwungen, wenn sie keine 

Lust oder keinen Willen gehabt habe (Prot. I S. 31 f.). Sodann treffe es zu, dass 

es früher vorgekommen sei, dass er die Privatklägerin 2 während des Ge-

schlechtsverkehrs in den Hintern, die Oberschenkel, den Rücken die Waden und 

in die Vagina gebissen und sie gekratzt habe. Dies alles sei aber mit dem Einver-

ständnis der Privatklägerin 2 geschehen (Prot. I S. 34 ff.). 

 2.2. Im Rahmen des Berufungsverfahrens stellte der Beschuldigte nicht in 

Abrede, dass es vorgekommen sei, dass er die Privatklägerin 2 im Rahmen eines 

verbalen Konfliktes geohrfeigt bzw. geschlagen habe, wobei er sich aber nicht 

mehr an die Anzahl solcher Vorfälle erinnern konnte (Prot. II S. 45). Hingegen be-

-   17   - 

stritt er, die Privatklägerin 2 zu sexuellen Handlungen gezwungen und mit ihr ge-

gen ihren Willen Sex gehabt zu haben (Prot. II S. 46 ff.). Dass er die Privatkläge-

rin 2 während des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs gekratzt habe, sei zwar 

vorgekommen, jedoch habe die Privatklägerin 2 hierzu ihre Einwilligung gegeben 

(Prot. II S. 48 f.). Über seinen Verteidiger liess er sodann zusammengefasst ein-

wenden, dass sich die Vorwürfe in Anklagedossier 1 ausschliesslich auf die Aus-

sagen der Privatklägerin 2 stützen und keine anderen Beweismittel vorliegen wür-

den. Es gebe keine Zeugenaussagen von Nachbarn, keine Aussagen des Sohnes 

und keine Arztberichte, die auf Entsprechendes hinweisen würden. Auch sei der 

Körper der Privatklägerin 2 nach den Tathandlungen nicht auf Bissspuren, Narben 

oder ähnliches untersucht worden, um die Vorwürfe zu belegen. Wenn es, wie 

vorliegend, Aussage gegen Aussage stehe und keine weiteren Beweismittel vor-

handen seien, dürfe kein Schuldspruch erfolgen. Hinzu komme, dass die Aussa-

gen der Privatklägerin 2 nicht glaubhaft seien bzw. von der Vorinstanz falsch ge-

würdigt worden seien. Dies zeige sich auch daran, dass die Rechtsvertreterin der 

Privatklägerin 2 vor Vorinstanz davon berichtete, dass ihre Klientin ihr vorwerfe, 

dass sie die Verurteilung des Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 7½ Jah-

ren zu verantworten habe (vgl. Urk. 96). Es habe somit zwischen den rechtsan-

wendenden Behörden und der Privatklägerin 2 erhebliche Missverständnisse ge-

geben. Die angefochtenen Anklagevorwürfe seien letztlich nicht bewiesen, wes-

halb ein Freispruch in dubio pro reo zu erfolgen habe (Urk. 118 S. 3 ff.). Schliess-

lich habe die Privatklägerin 2 ihren Unwillen hinsichtlich des Geschlechtsverkehrs 

mit dem Beschuldigten auch nie in genügend klarer Form kundgetan. Aufgrund 

der unklaren Kommunikation von Seiten der Privatklägerin 2 habe der Beschuldig-

te nicht realisieren können, dass der sexuelle Kontakt bzw. die Art desselben un-

erwünscht gewesen sei (Urk. 213 S. 3 ff.). Zudem sei der Beschuldigte überhaupt 

nicht im Stande gewesen zu realisieren, dass er eine Drohung ausspreche bzw. 

strukturelle Gewalt ausübe, womit auch keine Nötigungshandlungen vorliegen 

würden (Urk. 213 S. 5 f.; Prot. II S. 52). 

 3.1.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der 

Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten 

Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der 

-   18   - 

aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 

EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" (Unschuldsvermutung) ist bis zum 

gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der einer strafbaren 

Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219, E. 7.3. mit Hinweisen). 

Die Unschuldsvermutung verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straf-

tatbestandes von einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objek-

tiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte 

Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden 

kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit genügt somit nicht. Auf der anderen Seite 

kann auch keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoretische 

Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 138 IV 74 E. 7; 6B_824/2016 vom 

10. April 2017 E. 13.1 [nicht publ. in BGE 143 IV 214]). 

 3.1.2. Der In-dubio-Grundsatz findet jedoch keine Anwendung auf die Frage, 

welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen 

sind. Deshalb stellt das Gericht bei sich widersprechenden Beweismitteln nicht 

unbesehen auf den für den Beschuldigten günstigeren Beweis ab (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.3.1 mit Hinweisen [zur Publ. 

vorgesehen]). 

 3.1.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so 

sind diese – wie grundsätzlich alle Beweismittel – nach Art. 10 Abs. 2 StPO vom 

Gericht frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung 

zu würdigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 

E. 2.2.3.1 mit Hinweisen [zur Publ. vorgesehen]). Es ist anhand sämtlicher Um-

stände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, 

welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren 

Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Anga-

ben erfolgten. Nach neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdig-

keit der befragten Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 

kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die 

allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, wel-

-   19   - 

che durch eine methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, ob 

die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Er-

leben des Befragten entspringen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt 

werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien 

und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird 

zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet 

ist, und erst wenn sich diese Annahme aufgrund der festgestellten Realitätskrite-

rien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklich 

Erlebten entspricht und wahr ist (BGE 133 I 33, E. 4.3; BGE 127 IV 172 E. 3a; Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 23.Mai 2018 E. 2.2.3.1 [zur Publ. vor-

gesehen]; 6B_113/2015 vom 25. Januar 2016 E. 6.-3 mit Hinweisen; Niklaus 

Ruckstuhl/ Volker Dittmann/Jörg Arnold, Strafprozessrecht, Zürich - Basel - Genf 

2011, § 9 N 505).  

 3.1.4. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine An-

wendung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, Praxiskommentar, 3. A., Zürich 2018 [kurz: StPO Praxiskommentar], 

Art. 10, N 2a; Tophinke in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 2. A. Basel 2014 [kurz: BSK StPO], Art. 10 

N 21). 

 3.1.5. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch 

ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsa-

chen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Anzeichen, Hilfs-

tatsachen), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache ge-

schlossen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 3.3. 

mit Hinweisen). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Indizien 

sind sogar unentbehrlich zur Aufdeckung innerer Tatsachen wie des Vorsatzes. 

Es ist zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich 

-   20   - 

allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte 

Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den 

vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 mit Hinweisen auf 

Kommentierung und Rechtsprechung). Der Indizienprozess als solcher verletzt 

gemäss Bundesgericht somit weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr 

abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet auf das einzelne 

Indiz keine Anwendung (Urteile 6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.3.1 mit 

Hinweisen [zur Publ. vorgesehen]; 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; 

6B_291/2016 vom 4. August 2016 E. 2.1 und 6B_527/2014 vom 26. September 

2014 E. 2.1). 

 3.2. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung und der 

Privatklägerin 2 zur Sache ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen einzu-

gehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde 

die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen 

auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht 

erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-

dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen we-

nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat 

leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1. mit 

Hinweisen). 

 4.1.1. Die Vorinstanz hat sich mit jedem einzelnen Sachverhaltsabschnitt der 

Anklageschrift ausführlich auseinandergesetzt. Dabei hat sie vorerst die zur Beur-

teilung des umstrittenen Sachverhalts zur Verfügung stehenden relevanten Be-

weismittel vollständig aufgezählt und die jeweils für die einzelnen Anklagepunkte 

relevanten Aussagen zusammenfassend detailliert und korrekt aufgeführt und an-

schliessend gewürdigt (Urk. 116 S. 13 ff. und 29 ff.). Das Bezirksgericht ist dabei 

sehr sorgfältig und alle Eventualitäten abwägend vorgegangen. Seine Beweis-

würdigung ist in allen Details gut nachvollziehbar und überzeugt im Einzelnen wie 

auch im Gesamten. Die Vorinstanz hat die vorliegend relevanten in Dossier 1 der 

-   21   - 

Anklage aufgeführten Tathandlungen und die Umstände als rechtsgenügend er-

stellt betrachtet (Urk. 116 S. 29 ff.). Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, 

kann daher vorab auf die überzeugende Beweiswürdigung verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die Aussagen der einzelnen Beteiligten ist nachfolgend, 

soweit notwendig, zurückzukommen. Ebenfalls sind, wo nötig, Ergänzungen oder 

Korrekturen im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen zu den einzelnen Ankla-

gepunkten anzubringen. 

 4.1.2. Die Vorinstanz kam aufgrund ihrer Aussagenwürdigung zusammenge-

fasst zum Schluss, dass die Aussagen der Privatklägerin 2 konstant, stimmig, oh-

ne wesentliche Widersprüche und lebensnah seien sowie den Eindruck hinterlas-

sen würden, dass tatsächlich Erlebtes wiedergegeben werde (Urk. 116 S. 22). 

Zwar seien an einigen Stellen gewisse Dramatisierungs- oder Übertreibungsten-

denzen bezüglich den geschilderten äusseren Umständen ersichtlich, jedoch 

würden diese die Aussagen der Privatklägerin 2 nicht als unglaubhaft erscheinen 

lassen (Urk. 116 S. 21 f.). Sodann sei kein Motiv ersichtlich, wonach die Privat-

klägerin 2 den Beschuldigten zu Unrecht belasten könnte. Sie lebe bereits lange 

in der Schweiz und habe im Gegensatz zum Beschuldigten eine Arbeitsstelle, 

weshalb es ihr also grundsätzlich ohne Weiteres möglich gewesen wäre, sich von 

ihm zu trennen (Urk. 116 S. 18). Die Aussagen der Privatklägerin 2 in Bezug auf 

die Gewalthandlungen würden sowohl vom Beschuldigten, welcher im Laufe des 

Verfahrens einige der Anschuldigungen eingestanden habe, als auch von den 

Zeuginnen G._____ und F._____ gestützt, deren Aussagen auf physische Gewalt 

gegenüber der Privatklägerin 2 hingedeutet hätten (Urk. 116 S. 23 f.). Schliesslich 

habe auch der gemeinsame Sohn des Beschuldigten und der Privatklägerin 2 

ausgeführt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 2 wiederholt mit der Faust 

oder dem Schuh geschlagen habe (Urk. 116 S. 22 f.). Diese Aussagen würden 

den Schluss zulassen, dass die familiäre Beziehung von Gewalt, Angst und Ag-

gression geprägt und die Privatklägerin 2 diesen Situationen wiederholt ausge-

setzt gewesen sei. Es gebe demnach grundsätzlich keinen Anlass, an den Aus-

sagen der Privatklägerin 2 zu zweifeln. Diese erschienen insgesamt glaubhaft 

(Urk. 116 S. 24) und würden überdies auch durch die objektiven Beweismittel be-

stätigt (Urk. 116 S. 28). Entsprechend erachtete sie die dem Beschuldigten in 

-   22   - 

Dossier 1, Anklageziffern 1, 3, 4, 7 und 8 vorgeworfenen Tathandlungen – mit 

Ausnahme der versuchten qualifizierten Vergewaltigung in Anklageziffer 3 –, wie 

in der Anklageschrift umschrieben, als rechtsgenügend erstellt. Mit Ausnahme der 

rechtlichen Würdigung des Anklagesachverhalts von Dossier 1, Anklageziffer 1, 

ist diesen ausführlichen, nachvollziehbaren und zutreffenden Erwägungen der Vo-

rinstanz zuzustimmen, weshalb – vorbehältlich der nachfolgenden Anmerkungen 

und Ergänzungen – darauf verwiesen werden kann (Urk. 116 S. 13 ff. und S. 29 

ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 4.2.1. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin 2 zunächst un-

mittelbar nach ihrer Anzeigeerstattung am 15. August 2016 durch die Polizei ein-

vernommen (D1 Urk. 3/1) und hernach noch vier Mal durch die Staatsanwalt-

schaft in Anwesenheit der amtlichen Verteidigung sowie teilweise des Beschuldig-

ten befragt wurde (D1 Urk. 3/2, 3/6 und 3/8-10). Im Rahmen dieser Einvernahmen 

wurden je einzelne Tatvorgänge thematisiert. Eine Einvernahme, in welcher sie 

aufgefordert wurde, zusammenhängend sämtliche Tatvorwürfe erneut zu schil-

dern, fand hingegen nie statt. Dies ist insofern von Belang, als dass sie auf diese 

Weise kaum in die Lage hätte kommen können, widersprüchlich auszusagen. 

Dass dies indes die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht von vornherein aus-

schliesst, liegt insbesondere daran, dass ihre Aussagen insgesamt – wie bereits 

erwähnt – ein schlüssiges und in sich stimmiges Bild ergeben. Ausserdem lässt 

auch gerade der Umstand, dass die Privatklägerin 2 nicht sogleich in der ersten 

polizeilichen Einvernahme ihre ganze geltend gemachte Leidensgeschichte preis-

gab, darauf schliessen, dass es sich dabei um tatsächlich Erlebtes und nicht um 

eine auswendig gelernte Geschichte handelt. Überdies liegen, wie zu zeigen sein 

wird, auch keine Hinweise dazu vor, dass sie den Beschuldigten fälschlicherweise 

hätte belasten wollen.  

 4.2.2. Zu den sexuellen Übergriffen gab die Privatklägerin 2 gleichbleibend 

an, dass es immer wieder Vergewaltigungen gegeben habe, wobei der Beschul-

digte sie mittels Drohungen und Gewalt – teilweise unter Verweis auf ein Messer 

– zum Geschlechtsverkehr genötigt habe (D1 Urk. 3/1 S. 1 ff.; D1 Urk. 3/2 S. 4 ff. ; 

D1 Urk. 3/6 S. 4 ff.; D1 Urk. 3/8 S. 3 ff.; D1 Urk. 3/9 S. 4 ff.; D1 Urk. 3/10 S. 3 ff.). 

-   23   - 

Sie habe sich dann einfach hingelegt, wie eine Puppe oder wie ein Roboter und 

habe den Beschuldigten gebeten, dass er sie nicht in den Arm kneife oder ihr weh 

mache (D1 Urk. 3/1 S. 3). Während der Übergriffe sei sie vom Beschuldigten je-

weils bedroht, beschimpft, an den Haaren gezogen, geschlagen, gekniffen, ge-

kratzt oder aber auch am ganzen Körper – so auch im Schambereich – gebissen 

worden. Die sexuellen Übergriffe habe sie erduldet, da sie Angst davor gehabt 

habe, dass der Beschuldigte den gemeinsamen Sohn umbringe oder dass er sie 

schlage (D1 Urk. 3/1 S. 3; D1 Urk. 3/2 S. 10). Entgegen der Ansicht der Verteidi-

gung lässt sich aus dem Umstand, dass sich die Privatklägerin 2 nicht immer ex-

plizit gegen die sexuellen Übergriffe gewehrt hat, nichts zugunsten des Beschul-

digten ableiten. Hätten die anklagegegenständlichen sexuellen Kontakte tatsäch-

lich auf freiwilliger Basis stattgefunden, hätte es für den Beschuldigten keinen An-

lass gegeben die Privatklägerin 2 vor Beginn der sexuellen Handlungen bzw. des 

Geschlechtsverkehrs mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, sie an den Haaren zu 

reissen, zu treten oder mit dem Tod zu bedrohen, bis sie sich schliesslich auszog 

und auf die Decke legte. Angesichts der Intensität der körperlichen Übergriffe und 

Drohungen des Beschuldigten kann – entgegen der Argumentation der Verteidi-

gung – zudem auch nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass sich der 

Beschuldigte nicht bewusst war, dass er die Privatklägerin 2 mit seinem gewalttä-

tigen und drohenden Verhalten gegen deren Willen zu sexuellen Handlungen 

bzw. zum Geschlechtsverkehr nötigte, zumal auch aus dem psychiatrischen Gut-

achten hervorgeht, dass diesbezüglich weder die Einsichts- noch die Steuerungs-

fähigkeit des Beschuldigten beeinträchtigt waren (D1 Urk. 8/7 S. 54). 

 4.2.3. Daneben, dass die Privatklägerin 2 die anklagegegenständlichen Tat-

handlungen detailliert, lebensnah und im Kerngeschehen ohne wesentliche Wi-

dersprüche schildert, erweisen sich auch ihre Depositionen zur allgemeinen Le-

benssituation als detailliert und authentisch. Ihre Ausführungen zeichnen dabei 

ein Bild des Zusammenlebens mit dem Beschuldigten, welches von Beleidigun-

gen, Gewalt, Kontrollausübung und Angst geprägt war. So erklärte sie, dass der 

Beschuldigte sie eigentlich immer geschlagen habe. Bereits am Anfang der Ehe 

habe er sie beleidigt, sie fertig gemacht, ihr Druck gemacht. Jedes Mal, wenn sie 

angefangen habe zu diskutieren, habe er sie fertig gemacht (D1 Urk. 3/1 S. 4; D1 

-   24   - 

Urk. 3/2 S. 4). Ihre Verletzungen habe sie jeweils mit Schminke versteckt, wobei 

sie aber erklärte – und offenbar selbst davon ausging – dass die Personen aus ih-

rem Umfeld dennoch gesehen hätten, dass psychisch etwas bei ihr nicht ge-

stimmt habe (D1 Urk. 3/1 S. 4). Der Beschuldigte habe die Privatklägerin 2 ge-

mäss deren Aussagen zudem zur Arbeit begleitet, sie von dort wieder abgeholt 

und auch an ihrem Arbeitsplatz beobachtet, wobei er dabei ein Messer in einem 

Rucksack bei sich getragen habe (D1 Urk. 3/1 S. 2; D1 Urk. 3/2 S. 5 f.). Des Wei-

teren habe er die Privatklägerin 2 bei jeder Gelegenheit beschuldigt, mit anderen 

Männern geschlafen zu haben oder mit anderen Männern schlafen zu wollen (D1 

Urk. 3/1 S. 1; D1 Urk. 3/2 S. 6; D1 Urk. 3/6 S. 8 f.). Trotz allem sei sie dem Be-

schuldigten aber immer beigestanden, habe ihm geholfen, ihm geglaubt und ver-

traut (D1 Urk. 3/2 S. 4). Sie habe auch versucht, diese Probleme mit der Familie 

zu regeln. Sie sei enttäuscht darüber, dass das nicht gegangen sei (D1 Urk. 3/6 

S. 3). Sie habe niemanden in der Familie gefunden, der ihr zugehört habe (D1 

Urk. 3/8 S. 2). Auch wenn diese Schilderungen der Privatklägerin 2 aus ihrem Le-

bensalltag nicht direkt die anklagegegenständlichen Tathandlungen betreffen, so 

bilden sie dennoch einen Handlungsrahmen, in welchen sich das von der Privat-

klägerin 2 – ebenfalls glaubhaft – geschilderte Kerngeschehen nahtlos einfügt und 

wodurch ein in sich stimmiges und glaubhaftes Gesamtbild entsteht. 

 4.2.4. Sodann ist auch kein Motiv ersichtlich, weshalb die Privatklägerin 2 

den Beschuldigten zu Unrecht hätte belasten sollen. Wie die Vorinstanz zutref-

fend erwog (Urk. 116 S. 18), verfügt die Privatklägerin 2 – im Gegensatz zum Be-

schuldigten – über eine Arbeitsstelle. Aufgrund ihrer finanziellen Unabhängigkeit 

wäre es der Privatklägerin 2 folglich grundsätzlich jederzeit möglich gewesen, sich 

vom Beschuldigten zu trennen. Tatsächlich befand sie sich bereits vor ihrer An-

zeigeerstattung auf Wohnungssuche und verheimlichte dies auch nicht vor dem 

Beschuldigten (D1 Urk. 3/1 S. 2; D1 Urk. 3/6 S. 15 f.; D1 Urk. 3/8 S. 3 f. und S. 8 

f.). Eine Anzeigeerstattung mit dem Ziel den Beschuldigten "loszuwerden" er-

scheint unter diesen Umständen unwahrscheinlich. Überdies entsteht aufgrund 

der Aussagen der Privatklägerin 2 auch nicht der Eindruck, dass diese ihn über-

mässig belasten will. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass sie sich in ihren 

Einvernahmen nicht einfach darauf beschränkte, dem Beschuldigten ein bestimm-

-   25   - 

tes Fehlverhalten vorzuwerfen, sondern dass sie auch betonte, dass sie ihm trotz 

allem immer beigestanden sei und zudem auch darlegte, wie sie versucht habe, 

aus eigener Kraft eine Lösung für diese problembeladene Situation zu finden, in-

dem sie (erfolglos) ihre Familie um Hilfe gebeten oder eben eine eigene Wohnung 

gesucht habe (D1 Urk. 3/2 S. 4; D1 Urk. 3/6 S. 3; D1 Urk. 3/8 S. 2). 

 4.2.5. Dass sie eine Anzeige des Beschuldigten eigentlich mit allen Mitteln 

zu vermeiden versuchte und dies für sie lediglich eine ultima ratio darstellte, zeigt 

sich auch an ihren realitätsnahen Schilderungen dazu, wie es zur Anzeigeerstat-

tung kam. So führte sie aus, dass ihr Sohn sie laufend darum gebeten habe, die 

Polizei zu benachrichtigen. Sie habe aber kein grosses Vertrauen in die Polizei 

gehabt. Sie begründete dies damit, dass die Polizei, welche im Jahr 2015 einmal 

vorbeigekommen sei, weil der Beschuldigte ein Ehepaar aus Sri Lanka geschla-

gen habe, sie nie gefragt habe, ob dieser auch ihr etwas antue (D1 Urk. 3/8 S. 4). 

Sie habe ihrem Sohn diverse Male das Telefon abgenommen, als dieser die Poli-

zei habe anrufen wollen. Sie habe ihn auch gebeten, in der Schule nichts zu er-

zählen (D1 Urk. 3/8 S. 8). Als ihr Sohn dann am 15. August 2016 nach einer 

Wohnungsbesichtigung am frühen Abend nicht mehr mit ihr in die Familienwoh-

nung habe zurückkehren wollen und der Privatklägerin 2 eröffnet habe, dass er 

mitbekommen habe, was der Beschuldigte mit ihr in der Küche gemacht habe, 

habe sie sich schliesslich doch noch dazu entschlossen zur Polizei zu gehen (D1 

Urk. 3/8 S. 10 f.). 

 4.2.6. Schliesslich ergibt sich aus dem Protokoll der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 7. April 2017, dass die Privatklägerin 2 zwar erwähnte, dass 

es, neben den anklagegegenständlichen Übergriffen, noch weitere Tathandlungen 

des Beschuldigten gegeben habe, sie darüber aber nicht mehr habe sprechen 

wollen (D1 Urk. 3/9 S. 11). Sie hätte kaum so gehandelt, wenn es ihr selbsterklär-

tes Ziel gewesen wäre, den Beschuldigten in ein möglichst schlechtes Licht zu rü-

cken. Gegen eine Anzeigeerstattung aus unlauteren Motiven spricht schliesslich 

auch, dass die Privatklägerin 2 den Beschuldigten während des Berufungsverfah-

rens regelmässig im Gefängnis besuchte (vgl. die zahlreichen bei den Akten lie-

genden Gesuche um Erteilung einer Besuchsbewilligung) und sich zudem auch 

-   26   - 

dafür einsetzte, dass er im Rahmen einer Massnahme behandelt werde 

(Urk. 119/4; Urk. 131; Prot. II S. 53 f. und 57). 

 4.2.7. Im Übrigen ist weder in ihren Gefängnisbesuchen noch in ihrer Erklä-

rung vom 24. Januar 2018, mit welcher sie zum Ausdruck brachte, dass sie an ei-

ner Bestrafung des Beschuldigten nicht interessiert sei und sie vielmehr dessen 

Behandlung im Rahmen einer stationären Massnahme wünsche, ein grundsätzli-

cher Widerspruch zu ihrer ursprünglichen Anzeigeerstattung zu sehen. Auch 

wenn sie nun erklärte, dass sie eigentlich wolle, dass der Beschuldigte irgend-

wann wieder zu ihr nach Hause komme, heisst das nicht, dass sie es nicht als 

schlimm empfand, was der Beschuldigte ihr angetan hat. So erklärte sie explizit, 

dass sie gespürt habe, dass er Hilfe brauche (Urk. 119/4; Prot. II S. 53 f. und 57). 

Entsprechend geht sie davon aus, dass er sich mit der entsprechenden Hilfe bes-

sern würde und sie sich dann auch wieder ein Zusammenleben mit ihm vorstellen 

könnte. 

 4.2.8. Die Aussagen der Privatklägerin 2 erweisen sich damit – in Überein-

stimmung mit der Vorinstanz – als glaubhaft. 

 4.3.1. Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten wies die Vorinstanz bereits 

zurecht darauf hin, dass er als direkt vom vorliegenden Strafverfahren Betroffener 

ein durchaus legitimes Interesse daran habe, sich selbst nicht oder bloss zurück-

haltend zu belasten und gegebenenfalls die Geschehnisse in einem für ihn güns-

tigen Licht darzustellen (Urk. 116 S. 11). Seine Aussagen sind daher entspre-

chend vorsichtig zu würdigen, wobei seine Glaubwürdigkeit dennoch nicht von 

vornherein eingeschränkt ist. 

 4.3.2. Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten ist 

zunächst zu berücksichtigen, dass der Umstand, dass er im Gegensatz zur Pri-

vatklägerin 2 weit weniger detaillierte Aussagen tätigte, zumindest im Ansatz da-

rauf zurückzuführen ist, dass er die Anklagevorwürfe im Wesentlichen bestritt. 

Entsprechend konnte er die der Anklageschrift zugrunde liegenden Vorgänge 

auch nicht detailgetreu schildern. Diejenigen Aussagen, die der Beschuldigte tä-

tigte, qualifizierte die Vorinstanz jedoch zurecht als wenig überzeugend, wider-

-   27   - 

sprüchlich sowie in wesentlichen Punkten nicht konstant und in sich nicht schlüs-

sig (Urk. 116 S. 18). Nachdem der Beschuldigte die Vorwürfe der Privatklägerin 2 

zunächst vollumfänglich bestritt, räumte er im Rahmen des Vorverfahrens sowie 

anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ein, dass er der Privatkläge-

rin 2 einmal eine Ohrfeige gegeben habe (D1 Urk. 2/3 S. 2), bzw. dass es vorge-

kommen sei, dass er die Privatklägerin 2 geschlagen habe, bzw. dass es zu Kon-

flikten gekommen sei und er die Privatklägerin 2 attackiert habe (Prot. I S. 29 und 

35). Er stellte auch nicht in Abrede, dass es auf dem Küchenboden auf dem be-

schlagnahmten Spielteppich zum Geschlechtsverkehr gekommen sei (Prot. I 

S. 31 f.), wobei es früher vorgekommen sei, dass er die Privatklägerin 2 dabei – 

mit deren Einverständnis – in den Hintern, die Oberschenkel, den Rücken, die 

Waden und in die Vagina gebissen und sie gekratzt habe (Prot. I S. 34 ff.). Was 

der Grund für diese Konflikte war, weshalb er die Privatklägerin 2 geschlagen ha-

be oder weshalb er davon ausgegangen sei, dass diese mit dem Geschlechtsver-

kehr in der geschilderten Form einverstanden gewesen sei, begründete der Be-

schuldigte indessen nicht. Er gab hierzu lediglich an, falls er die Privatklägerin 2 

geschlagen hätte, dann hätte er einen Grund dafür gehabt (D1 Urk. 2/3 S. 3) und 

wenn die Privatklägerin 2 keinen Geschlechtsverkehr hätte haben wollen, habe er 

sie in Ruhe gelassen und es ihr ermöglicht wegzulaufen (D1 Urk. 2/4 S. 2; D1 2/5 

S. 2; D1 Urk. 2/6 S. 4; Prot. I S. 34). 

 Gleichermassen pauschal bestritt der Beschuldigte, dass er die Privatkläge-

rin 2 bedroht habe, denn wenn er diese mit dem Tod bedroht hätte, dann wäre sie 

jetzt tot (D1 Urk. 2/2 S. 3; D1 Urk. 2/3 S. 2 f.; D1 Urk. 2/5 S. 3). Dass er ihr ein 

Messer an den Hals gehalten habe, stimme auch nicht, denn es sei am Körper 

der Privatklägerin 2 keine einzige Narbe zu finden, welche von einem Messer-

schnitt stamme (D1 Urk. 2/5 S. 5; D1 Urk. 2/6 S. 5). Solche kurzen und pauscha-

len Antworten, mit welchen der Beschuldigte nicht einmal im Ansatz zu schildern 

versuchte, wie sich die anklagegegenständlichen Vorfälle aus seiner Sicht abge-

spielt hätten oder wie er selber die allgemeine Lebenssituation zuhause wahr-

nahm, stehen sinnbildlich für das Aussageverhalten des Beschuldigten. 

-   28   - 

 Statt die ihm gestellten Fragen zu beantworten, flüchtete er sich zudem häu-

fig – unter Hinweis auf die von ihm einzunehmenden Medikamente und von ihm 

durchgemachten Operationen – in Selbstmitleid (D1 Urk. 2/3 S. 3; Prot. I S. 35 

und 41) oder machte der Privatklägerin 2 pauschale und unsubstantiierte Vorwür-

fe. So sei Letztere daran Schuld, dass er psychisch kaputt sei, da sie immer sage, 

sie würde sich scheiden lassen, sich eine eigene Wohnung nehmen und mit dem 

gemeinsamen Sohn weggehen (D1 Urk. 2/2 S. 4 f.; D1 Urk. 2/3 S. 3). Zudem 

äusserte er den Verdacht, dass die Privatklägerin 2 eine aussereheliche Bezie-

hung habe (D1 Urk. 2/2 S. 4), was auch der Grund dafür sei, dass er diese an ih-

rem Arbeitsort beobachte und dabei in einem Rucksack ein Messer mitgetragen 

habe (Prot. I S. 26), wobei er diese Verhaltensweise während des Vorverfahrens 

noch kategorisch abgestritten hatte (D1 Urk. 2/2 S. 4; D1 Urk. 2/6 S. 4). Gerade in 

diesem Punkt stimmen seine Aussagen denn beispielsweise auch mit jenen der 

Privatklägerin 2 sowie denjenigen des gemeinsamen Sohnes (nachstehend, Ziffer 

4/4/1) überein. Weshalb er nun zu seinen Ungunsten zu Unrecht hätte einräumen 

sollen, dass er der Privatklägerin 2 mit einem Messer im Rucksack nachgestellt 

habe, ist nicht ersichtlich. Umso mehr wird daher die Glaubhaftigkeit der Aussa-

gen der Privatklägerin 2 gestützt.  

 4.3.3. Das vorerwähnte Aussageverhalten setzte sich auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung fort, wo der Beschuldigte zu Beginn seiner Befragung an-

gab, dass er bereue, was passiert sei und dass er sich dafür bei der Privatkläge-

rin 2 entschuldigen wolle. Wofür genau er sich entschuldigen wolle, dazu schwieg 

er sich jedoch aus. Er gab lediglich an, dass er nicht vor Gericht wäre, wenn 

nichts passiert wäre. Es sei schon etwas passiert, weswegen er es bereue 

(Prot. II S. 30 f.). In der weiteren Befragung räumte der Beschuldigte wiederum 

ein, dass es vorgekommen sei, dass er die Privatklägerin 2 im Rahmen eines 

verbalen Konfliktes geschlagen bzw. geohrfeigt habe. Wie oft dies vorgekommen 

sei, wisse er aber nicht (Prot. II S. 45). Die übrigen anklagegegenständlichen Tat-

handlungen zum Nachteil der Privatklägerin 2 wurden vom Beschuldigten hinge-

gen wiederum pauschal bestritten. So stimme es nicht, dass er die Privatkläge-

rin 2 mit dem Tod bedroht habe (Prot. II S. 46). Dass er Letztere an deren Ar-

beitsplatz beobachtet und dabei in einem Rucksack ein Messer mitgeführt habe, 

-   29   - 

stellte er entgegen ursprünglicher Zugaben zunächst wieder in Abrede, nur um 

kurz darauf wiederum zu bestätigen, dass dies doch einmal vorgekommen sei 

(Prot. II S. 49 f.). Dass er die Privatklägerin 2 zu sexuellen Handlungen genötigt 

und gegen deren Willen mit ihr den Geschlechtsverkehr vollzogen habe, sei 

falsch. Es habe einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gegeben, wenn die Privat-

klägerin 2 das gewollt habe. Wenn Letztere nicht wollte, habe er sie losgelassen 

(Prot. II S. 46). Dass er die Privatklägerin 2 während des Geschlechtsverkehrs 

gekratzt habe, sei schon vorgekommen, jedoch habe diese hierzu eingewilligt 

(Prot. II S. 48 f.). Entgegen seiner Zugaben vor Vorinstanz bestritt der Beschuldig-

te hingegen, dass es in der Küche auf einem Spielteppich zu sexuellen Kontakten 

gekommen sei. Der Geschlechtsverkehr habe ausschliesslich im Schlafzimmer 

stattgefunden (Prot. II S. 47 f.).  

 4.3.4. Angesichts des vorstehend geschilderten Aussageverhaltens des Be-

schuldigten, bestehen – im Gegensatz zu den Aussagen der Privatklägerin 2 – 

erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Angaben. 

 4.4. Hinzu kommt, dass die Glaubhaftigkeit der Schilderungen der Privatklä-

gerin 2 auch durch die Aussagen der übrigen Verfahrensbeteiligten sowie durch 

die objektiven Beweismittel gestützt wird. 

 4.4.1. Der gemeinsame Sohn der Privatklägerin 2 und des Beschuldigten, 

E._____, gab im Rahmen seiner polizeilichen Einvernahme an, dass er von sei-

nem Vater mehrmals mit der Faust geschlagen, an den Haaren gerissen oder ge-

schubst worden sei (D1 Urk. 4/1 Minute 28:45 ff.). Teilweise sei er so fest ge-

schubst worden, dass er auf der Couch gelandet sei (D1 Urk. 4/1 Minute 26:38 

ff.). Gründe für die Schläge habe es "paar mal nöd, paar mal scho" gegeben (D1 

Urk. 4/1 Minute 28:15 ff.). Der Beschuldigte sei gewalttätig geworden, wenn man 

nicht das gemacht habe, was er gesagt habe (D1 Urk. 4/1 Minute 26:10 ff.). Die-

ses Verhalten habe lange Zeit vor seinem 10. Lebensjahr angefangen, habe über 

längere Zeit angedauert und regelmässig stattgefunden (D1 Urk. 4/1 Minute 29:36 

ff.). Dies sei auch der Grund dafür gewesen, dass er seiner Mutter gesagt habe, 

sie solle die Polizei rufen; auch weil sie selbst vom Beschuldigten geschlagen 

worden sei (D1 Urk. 4/1 Minuten 30:35 ff. und 36:31 ff.). Der Beschuldigte habe 

-   30   - 

die Privatklägerin 2 nur dann geschlagen, wenn er (E._____) draussen oder wo-

anders gewesen sei, nicht aber wenn er sich zuhause aufgehalten habe. Seine 

Mutter habe ihm aber ein paar Mal erzählt, dass sie vom Beschuldigten geschla-

gen werde (D1 Urk. 4/1 Minute 30:55 ff.). Er habe auch einmal gesehen, wie die 

Privatklägerin 2 vom Beschuldigten mit der Faust oder einem Schuh geschlagen 

worden sei (D1 Urk. 4/1 Minute 32:22 ff. und 33:55 ff.). Der Beschuldigte sage zu 

ihm und der Privatklägerin 2 auch böse Sachen (D1 Urk. 4/1 Minute 35:54 ff.) und 

stosse auch Drohungen aus ("mach das, oder ich schlahne dich"; D1 Urk. 4/1 Mi-

nute 39:56 ff.). Zur Privatklägerin 2 habe er einmal gesagt "ich töte dich" (D1 

Urk. 4/1 Minute 40:30 ff.). Er sage ihr gegenüber sodann auch "Gott wird dir öppis 

mache." (D1 Urk. 4/1 Minute 57:05 ff.). Viel sage er auch "Ich bin än Gott für eu 

zwei.". Er habe das Gefühl, der Beschuldigte meine dies ernst, da dieser zuhause 

mache, was er wolle (D1 Urk. 4/1 Minute 57:36 ff.). Er und die Privatklägerin 2 

hätten den Beschuldigten auch gefilmt, wenn er etwas Schlechtes zu ihnen ge-

sagt habe, um Beweise zu haben (D1 Urk. 4/1 Minute 59:16 ff.). Auf das Messer 

angesprochen, führte E._____ sodann aus, dass sich dieses teilweise im 

Schrank, teilweise aber auch in seinem kleinen Rucksack befinde (D1 Urk. 4/1 

Minute 42:50 ff.). Der Beschuldigte packe das Messer jeweils so weit in den 

Rucksack rein, dass man es nicht mehr sehe (D1 Urk. 4/1 Minute 45:40 ff.). Den 

Rucksack nehme der Beschuldigte jeweils mit, wenn er zum Arbeitsort der Privat-

klägerin 2 gehe (D1 Urk. 4/1 Minute 46:00 ff.). Er selbst sei vom Beschuldigten nie 

mit dem Messer bedroht worden, aber seine Mutter schon. Der Beschuldigte habe 

das Messer einmal in den Raum gelegt, in welchem er (E._____) und die Privat-

klägerin 2 geschlafen hätten und habe zu Letzterer gesagt, "Aufpassen, wenn du 

noch etwas sagst, dann töte ich dich." (D1 Urk. 4/1 Minute 43:43 ff.). 

 Die Aussagen von E._____ stützen die Ausführungen der Privatklägerin 2 

insofern, als dass sie den Lebensalltag zuhause identisch, mithin von Gewalt, Be-

drohungen und Beleidigungen geprägt, darstellen. E._____ nannte insbesondere 

auch gewisse Drohungen ("Ich bin Gott für euch zwei.") oder Handlungen des Be-

schuldigten, namentlich das Deponieren des Messers im Schlafraum der Privat-

klägerin 2 und von E._____, welche derart charakteristisch und originell sind, 

dass es sich zweifellos um tatsächlich Erlebtes handeln muss. Die Tatsache, dass 

-   31   - 

sich diese Beschreibungen mit denjenigen der Privatklägerin 2 decken, spricht 

ebenfalls für deren Glaubhaftigkeit. Dafür, dass E._____ instruiert wurde oder mit 

der Privatklägerin 2 ein Komplott gegen den Beschuldigten geschmiedet haben 

sollte, bestehen – entgegen der Ansicht des Beschuldigten (D1 Urk. 2/2 S. 5; D1 

Urk. 2/3 S. 3; Prot. I S. 28 und 30) – keine Hinweise. Auch eine übermässige Be-

lastung des Beschuldigten ist aufgrund des defensiven und zurückhaltenden Aus-

sageverhaltens von E._____ nicht ersichtlich. 

 4.4.2. Die Aussagen der beiden als Zeuginnen befragten Arbeitskolleginnen 

der Privatklägerin 2, F._____ und G._____, liefern weitere Indizien dafür, dass die 

Privatklägerin 2, wie von ihr geschildert, Opfer regelmässiger Gewalt des Be-

schuldigten wurde. Die Zeugin F._____ gab anlässlich ihrer polizeilichen Einver-

nahme an, dass sie einmal im Jahr 2016 eine "grüne Fläche" auf der linken Wan-

ge der Privatklägerin 2 bemerkt habe. Letztere habe zudem immer Makeup im 

Gesicht gehabt, damit man solche Flecken nicht sehe (D1 Urk. 5/2 S. 4). Die 

Zeugin G._____ erklärte zudem, dass sie bereits das erste Mal, als sie die Privat-

klägerin 2 gesehen habe, festgestellt habe, dass mit dieser etwas nicht stimme. 

Sie sei immer sehr sehr ängstlich gewesen und sogleich erschrocken, wenn man 

sie etwas gefragt habe. Die Privatklägerin 2 sei zudem immer sehr stark ge-

schminkt gewesen und habe einen Schal getragen. Beim Arbeiten sei dieser 

Schal ab und zu runtergefallen, worauf man blaue Flecken gesehen habe. Diese 

hätten sich am Hals und im Gesicht befunden. Das Gesicht der Privatklägerin 2 

sei auch ein bisschen angeschwollen gewesen. Man habe gesehen, dass es un-

ter der Schminke angeschwollen gewesen sei. Ab und zu habe die Privatklägerin 

2 auch am Arm Fingerabdrücke und blaue Flecken gehabt. Es sei sicher zwei Mal 

pro Monat vorgekommen, dass sie solche Flecken bemerkt habe (D1 Urk. 5/3 

S. 3). Zwar ist nicht ausser Acht zu lassen, dass diese Zeuginnen angesichts der 

gemeinsamen Arbeitstätigkeit mit der Privatklägerin 2 dieser wohler gesinnt sein 

könnten, als dem Beschuldigten. Insbesondere aber angesichts des Umstands, 

dass auch Fotografien der Privatklägerin 2 bestehen, welche sie mit genau sol-

chen Verletzungen zeigen (D1 Urk. 6/1-2), wie sie von den Zeuginnen beschrie-

ben wurden, ist die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben dennoch nicht in Frage gestellt. 

-   32   - 

 4.5. Schliesslich stützen auch die objektiven Beweismittel – namentlich der 

ärztliche Befund von Dr. med H._____ vom 17. Dezember 2016 (D1 act. 9/3), die 

sichergestellten Gegenstände (Messer, Beil, Rucksack, Spielteppich) sowie die 

von der Stadtpolizei Zürich erstellte Fotodokumentation (D1 Urk. 6/1) – die Schil-

derungen der Privatklägerin 2 des von Drohungen, Gewalt und Kontrolle gepräg-

ten Lebensalltags, und damit die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Die im Arztbe-

richt überlieferten Schilderungen der Privatklägerin 2 stimmen sowohl im Gesam-

ten, als auch im Einzelnen mit ihren im Vorverfahren getätigten Aussagen über-

ein. Die Fotodokumentation, auf welcher die Privatklägerin 2 mit Kratz- und Biss-

spuren sowie mit aufgeschwollenem Gesicht zu sehen ist, stellen sodann ein ein-

drückliches Indiz dafür dar, mit welchem Ausmass an Gewalt sich die Privatkläge-

rin 2 in ihrem Alltag konfrontiert sah. 

 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine Zweifel daran beste-

hen, dass sich der Anklagesachverhalt gemäss den überzeugenden Aussagen 

der Privatklägerin 2, deren Glaubhaftigkeit zudem von den Aussagen von 

E._____, der Zeuginnen F._____ und G._____ – und teilweise auch durch die 

Aussagen des Beschuldigten – sowie der objektiven Beweismittel gestützt wird, 

zugetragen hat. 

 

 B. Rechtliche Würdigung (Dossier 1, Anklageziffern 1, 3, 4, 7, und 8) 

 1.1. Die Vorinstanz nahm – unter vorgängiger Darstellung der rechtlichen 

Grundlagen der relevanten Tatbestände – eine sorgfältige und zutreffende rechtli-

che Würdigung der einzelnen Sachverhalte des Anklagedossiers 1 vor, worauf zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 116 

S. 32 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte anschlussberufungsweise, dass der 

Beschuldigte hinsichtlich des Sachverhalts in Dossier 1, Anklageziffer 1, nicht wie 

von der Vorinstanz wegen Vergewaltigung und versuchter sexueller Nötigung, 

sondern anklagegemäss wegen qualifizierter Vergewaltigung sowie versuchter 

-   33   - 

qualifizierter sexueller Nötigung schuldig zu sprechen sei. Im Übrigen seien die 

vorinstanzlichen Schuldsprüche zu bestätigen. Sie begründete dies zusammenge-

fasst damit, dass der Beschuldigte beim Vorfall gemäss Anklageziffer 1, auch 

nachdem er die Privatklägerin 2 mit Gewalt und Todesdrohungen widerstandsun-

fähig gemacht habe, ihr während den anschliessenden sexuellen Handlungen 

weiterhin Gewalt und Schmerzen zugefügt habe, indem er sie – u.a. in den 

Schambereich – gebissen, sie wiederholt geschlagen und gekratzt habe. Er habe 

der Privatklägerin 2 damit weit mehr Qualen zugefügt, als für die eigentliche Nöti-

gungshandlung erforderlich gewesen sei, namentlich um sie zu demütigen und ihr 

seine Überlegenheit zu demonstrieren bzw. um sich selbst mit dieser Gewalt so-

weit in sexuelle Erregung zu bringen und endlich zum Samenerguss zu kommen. 

Damit seien Sadismus, Brutalität und Gefühllosigkeit über dem Schmerz der Pri-

vatklägerin 2 vorgelegen, weshalb ein grausames Handeln im Sinne von Art. 189 

Abs. 3 StGB und Art. 190 Abs. 3 StGB vorgelegen habe (Urk. 127 S. 2). Was die-

se Anklagevorwürfe betrifft, beantragt der Beschuldigte ohnehin einen Freispruch 

(Urk. 118 S. 2; Urk. 213 S. 2).  

 2.2. Die Vorinstanz führte zur Frage der qualifizierten Tatbegehung betref-

fend Anklageziffer 1 aus, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 2 zwar drang-

saliert habe, dies jedoch nicht mit einer solchen Intensität, dass bereits von einem 

regelrecht sadistischen Vorgehen gesprochen werden könne. Angesichts des 

Sachverhalts von Anklageziffer 1 würde der qualifizierte Tatbestand im Sinne von 

Art. 189 Abs. 3 StGB bzw. Art. 190 Abs. 3 StGB einzig durch die Benutzung des 

Messers in Frage kommen, welches der Beschuldigte gut sichtbar platziert habe. 

Konkret habe er im Rahmen der Tathandlung aber nur auf dieses Messer verwie-

sen, um seinen Drohungen Nachdruck zu verleihen. Er habe das Messer aber 

nicht aktiv benutzt, was für die Bejahung des Qualifikationstatbestandes erforder-

lich gewesen wäre. Er habe damit weder einen gefährlichen Gegenstand benutzt 

noch habe er der Privatklägerin 2 übermässige Qualen zugefügt, weshalb keine 

Grausamkeit im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB bzw. Art. 190 Abs. 3 StGB vor-

liege (Urk. 116 S. 38). 

-   34   - 

 3. Der qualifizierte Tatbestand der sexuellen Nötigung bzw. der Vergewal-

tigung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfüllt, wenn der Täter 

unverhältnismässige oder gefährliche Tatmittel einsetzt und dadurch besondere 

Leiden zufügt, d.h. andere Leiden als diejenigen, welche das Opfer schon deswe-

gen erdulden muss, weil es sexuell genötigt oder vergewaltigt wird. Dies sind Lei-

den, die mit der Begehung nicht notwendigerweise verknüpft sind, sondern die 

durch Sadismus oder zumindest durch die Absicht, Schmerzen zuzufügen, oder 

durch Rücksichtslosigkeit (Rohheit) und gegen fremde Leiden unbarmherzige Ge-

sinnung (Gefühllosigkeit) bestimmt sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_37/2011 

vom 19. Oktober 2011 E.3., u.a. mit Hinweis auf BGE 119 IV 49 E. 3d; Ulrich We-

der in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], StGB-Kommentar [kurz: 

OFK-StGB], 20. Auflage 2018, N 9b zu Art. 190 StGB). 

 4. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz erfüllt der Beschuldigte den quali-

fizierten Tatbestand, indem er der Privatklägerin 2 unnötige Schmerzen zufügte 

(Versetzen eines heftigen Faustschlages, so dass sie aus dem Mund und aus der 

Nase blutete), sie quälte und demütigte, sie wiederholt am ganzen Körper – und 

insbesondere auch im Schambereich – biss und ihr gar drohte, ihre Vagina mit 

dem Messer zu schneiden. Die vom Beschuldigten an den Tag gelegte Rück-

sichtslosigkeit und das gewalttätige Einwirken auf die körperliche Integrität der 

Privatklägerin 2 nach bereits erfolgter Aufgabe jeglichen Widerstands geht vorlie-

gend weit über das für die Erfüllung des Grundtatbestandes notwendige Mass an 

körperlicher Kraftentfaltung hinaus, welche für den Vollzug der sexuellen Nötigung 

bzw. des Geschlechtsverkehrs gegen den Willen der Privatklägerin 2 notwendig 

war. Namentlich die zahlreichen zugefügten Bisse und Schläge sind als unnötig, 

zusätzlich demütigend und sadistisch zu betrachten. Dass der Beschuldigte diese 

Wirkung erzielen wollte, somit vorsätzlich handelte, ergibt sich durch sein zielge-

richtetes Vorgehen selbst. Damit hat der Beschuldigte objektiv und subjektiv den 

qualifizierten Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB 

sowie der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB bezüglich An-

klageziffer 1 des Dossiers 1 erfüllt, wobei es bei der qualifizierten sexuellen Nöti-

gung beim Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB blieb. 

-   35   - 

 5. Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung der übrigen anklagegegen-

ständlichen sexuellen Übergriffe betreffend die Anklageziffern 3, 4, 7 und 8 von 

Dossier 1 sowie der Gefährdung des Lebens in Anklageziffer 3 von Dossier 1, 

kann auf die einlässlichen und zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwie-

sen werden (Urk. 116 S. 40 ff.). Entsprechend ist der Beschuldigte neben den un-

angefochten gebliebenen Schuldsprüchen wegen mehrfacher Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB und mehrfacher Tätlichkeiten im Sinne 

von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. b StGB ferner der mehrfachen, 

teilweise qualifizierten, Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 teilweise in 

Verbindung mit Abs. 3 StGB sowie des Versuchs dazu im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB, der mehrfachen, teilweisen qualifizierten, sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB sowie des Ver-

suchs dazu im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der Gefährdung des Lebens 

im Sinne von Art. 129 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafe und Vollzug 

 A. Parteistandpunkte und Vorinstanz 

 1. Der Beschuldigte lässt beantragen, er sei für die von ihm begangenen 

Drohungen und Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 2 sowie für die ein-

fachen Körperverletzungen zum Nachteil der Privatkläger 3 und 4 mit einer be-

dingten Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten zu bestrafen. Ein allfällig unbe-

dingt zu vollziehender Teil der Freiheitsstrafe sei zugunsten einer ambulanten 

Massnahme aufzuschieben (Urk. 118 S. 6; Urk. 213 S. 2). 

 2. Die Staatsanwaltschaft erachtet demgegenüber die von der Vorinstanz 

ausgefällte Sanktion als zu niedrig und beantragt die Bestrafung des Beschuldig-

ten mit 9 Jahren Freiheitsstrafe. Im Übrigen sei die zusätzliche vorinstanzliche 

Bestrafung des Beschuldigten mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestätigen 

(Urk. 127 S. 2; Urk. 215 S. 1). 

-   36   - 

 3. Die Vorinstanz bildete angesichts der Tatmehrheit in Anwendung des 

Asperationsprinzips eine Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Dabei 

teilte sie die vom Beschuldigten verübten Taten in unterschiedliche Deliktsgrup-

pen ein. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass der Beschuldigte die 

Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 2 immer auf die gleiche Art und Weise 

bzw. in einem wiederkehrenden Muster begangen habe. Die einzelnen Delikte 

würden sodann in einem engen Zusammenhang stehen und liessen sich nicht 

separat beurteilen (Urk. 116 S. 61). Entsprechend legte sie für die schwerste De-

liktsgruppe, namentlich die qualifizierte sexuelle Nötigung und die qualifizierte 

Vergewaltigung eine hypothetische Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe fest 

und erhöhte diese für die weiteren Deliktsgruppen um 3 ½ Jahre und fällte eine 

Gesamtfreiheitsstrafe von 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe aus. Für die Begehung der 

mehrfachen Tätlichkeiten sprach sie sodann eine Busse in der Höhe von 

Fr. 500.– aus (Urk. 116 S. 59 ff.). 

 B. Strafzumessungsregeln 

 1.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung 

und des anwendbaren Rechts korrekt dargelegt (Urk. 116 S. 59 ff.), so dass vorab 

darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 2. Im Sinne einer Ergänzung ist Folgendes festzuhalten: 

 2.1.1. Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des Allgemeinen 

Teils des Strafgesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts) gemäss der Ände-

rung vom 19. Juni 2015 in Kraft getreten (AS 2016 1249). Der Beschuldigte hat 

die zu beurteilenden Straftaten vor Inkrafttreten des neuen Rechts verübt. Nach 

Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach neuem Recht nur beurteilt, wer nach dessen Inkraft-

treten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Hat der Täter ein Verbre-

chen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neuen Rechts begangen, erfolgt die 

Beurteilung aber erst nachher, ist das neue Recht anzuwenden, wenn es für den 

Täter milder ist (Art. 2 Abs. 2 StGB). Ob das neue Recht das mildere ist, hat das 

Gericht nach der konkreten Methode zu ermitteln (OFK/StGB-Donatsch, 20. Aufl., 

Zürich 2018, Art. 2 N 10). 

-   37   - 

 2.1.2. Wie zu zeigen sein wird, ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe 

von 7 ½ Jahren, einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen sowie Fr. 500.– Busse zu 

bestrafen (nachstehend, Ziffer C.1. ff.). Da eine Bestrafung des Beschuldigten 

nach neuem Recht zur Ausfällung derselben Strafe und mithin nicht zu einer mil-

deren Bestrafung führen würde, kommt vorliegend das alte Recht zur Anwen-

dung.  

 2.2.1. Im Hinblick auf das konkrete Vorgehen zur Bildung einer Gesamtstra-

fe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist sodann auf die neuste diesbezügliche Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zur Gesamtstrafenbildung zu verweisen (BGE 144 IV 

217). Danach bekräftigt das Bundesgericht den Vorrang der Geld- gegenüber der 

Freiheitsstrafe im Bereich von sechs Monaten und die Ungleichartigkeit von Frei-

heitsstrafe und Geldstrafe (E. 3.3.3 und 3.6). Das Bundesgericht hält dabei unter 

Hinweis auf den Gesetzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts 

ausdrücklich am Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen 

Strafen unter Anwendung der konkreten Methode fest (E. 3.3.4 und 3.5.4). Zum 

methodischen Vorgehen präzisiert das Bundesgericht, dass in einem ersten 

Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind und anschlies-

send geprüft werden muss, aus welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden 

sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen 

Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren 

Selbständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechts-

güter und Begehensweisen Rechnung zu tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass 

der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts geringer zu veranschlagen ist, 

wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang ste-

hen (E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Gleichzeitig bestätigt das Bundesgericht in BGE 144 

IV 217 grundsätzlich die Zulässigkeit von Ausnahmen von der konkreten Methode 

im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 mit Hinweisen und 

E. 4.3), so wenn – unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im Rahmen 

von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die 

schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weite-

ren Delikte angemessen erhöht wird (Urteile 6B_849/2016 vom 9. Dezember 

2016 E. 1.3.2; 6B_466/ 2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene 

-   38   - 

Straftaten zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie 

sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteil 

6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2 mit Hinweisen).  

 2.2.2. Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich eine 

Geldstrafe auszusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 40 und 41 Abs. 1 aStGB). Für Stra-

fen von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe (Art. 34 

StGB) und die Freiheitsstrafe (Art. 40 StGB) vor. Gemäss Art. 41 aStGB ist die 

Geldstrafe im Bereich leichter Kriminalität die Regelsanktion und geht bei Strafen 

bis zu sechs Monaten freiheitsentziehenden Sanktionen vor. Daran hat der Ge-

setzgeber im Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der 

ursprünglichen Stossrichtung festgehalten (Medienmitteilung des Bundesrates 

vom 29. März 2016 in https://ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/aktuell/news/2016/ 

2016-0329.html; Botschaft vom 4. April 2012 zur Änderung des Sanktionenrechts, 

BBl 2012 4721, 4731 ff.). Die Freiheitsstrafe als eingriffsintensivste Sanktion ist 

nach der gesetzlichen Konzeption ultima ratio und kann nur verhängt werden, 

wenn keine andere, mildere, Strafe in Betracht kommt (BBl 1999 2043; BGE 144 

IV 217 E. 3.3.3.; BGE 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). 

 2.2.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweck-

mässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 

97 E. 4.2). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Ver-

fügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen 

im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Frei-

heit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Hält das Gericht im Rah-

men der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delikte im konkret zu beurteilenden 

Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht 

mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert Art. 41 Abs. 1 aStGB es nicht 

daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten zu erkennen, 

wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt (BGE 144 IV 

217 E. 4.3). Das Gericht hat im Urteil jedoch die Wahl der Sanktionsart zu be-

-   39   - 

gründen (Art. 50 StGB; Urteile 6B_449/2011 vom 12. September 2011 E. 3.6.1 

und 6B_210/2017 vom 25. September 2017 E. 2.2.2 mit Hinweis). 

 2.3. Da die Berufungsinstanz ein neues Urteil fällt, hat die erkennende 

Kammer die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen. Unter dem Vor-

behalt der "reformatio in peius" muss sie sich nicht daran orientieren, wie die erste 

Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet (Urteil des Bundesge-

richts 6B_634/2016 vom 30. August 2016 E. 2.4). Insofern ist die erkennende 

Kammer nicht an die vorangehende Strafzumessung gebunden und verfügt selbst 

über ein weites Ermessen (BGE 144 IV 217 E. 1.3.3.; Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_905/2018 vom 7. Dezember 2018 E. 4.2.1.; 6B_1359/2016 vom 18. Mai 

2017 E. 2.5; 6B_609/2013 vom 12. November 2013 E. 1.3.2). 

 C. Konkrete Strafzumessung 

 1. Strafrahmen 

 1.1. Die schwersten Delikte stellen vorliegend die im Rahmen der sexuellen 

Übergriffe im Oktober/November 2014 (Dossier 1, Anklageziffer 1) sowie am Mor-

gen des 15. August 2016 (Dossier 1, Anklageziffer 7) vom Beschuldigten began-

genen qualifizierten Vergewaltigungen sowie die mehrfachen, teilweise versuch-

ten, qualifizierten sexuellen Nötigungen dar, da für beide Tatbestände eine Be-

strafung mit Freiheitsstrafe nicht unter 3 Jahren bis 20 Jahre vorgesehen ist 

(Art. 190 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 und Art. 189 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB). Ausserge-

wöhnliche Gründe, die es angezeigt erscheinen lassen, diesen Strafrahmen zu 

verlassen, bestehen vorliegend nicht, wobei eine Erweiterung des ordentlichen 

Strafrahmens nach oben von vornherein ausser Betracht fällt, da der massgebli-

che ordentliche Strafrahmen mit 20 Jahren bereits die mögliche Strafhöchstdauer 

erreicht (Art. 40 StGB). Die Tatmehrheit wird damit innerhalb des vorgenannten 

ordentlichen Strafrahmens straferhöhend zu berücksichtigen sein. Die im psychi-

atrischen Gutachten vom 22. April 2017 (D1 act. 8/7 S. 54) festgestellte leicht 

verminderte Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten hinsichtlich der ihm in Ankla-

gedossier 2 vorgeworfenen einfachen Körperverletzungen wird dagegen ebenfalls 

innerhalb des ordentlichen Strafrahmens strafmindernd zu berücksichtigen sein 

-   40   - 

(BGE 136 IV 55 E. 5.5). Für die mehrfache Übertretung im Sinne von Art. 126 

Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB ist eine separate Busse auszufällen (BGE 

6B_65/2009 E. 1.2; Art. 391 Abs. 2 StPO).  

 1.2. Vorliegend erfolgten die sexuellen Übergriffe des Beschuldigten auf die 

Privatklägerin 2 immer auf die gleiche Art und Weise. Die sich innerhalb eines 

solchen Übergriffs abspielenden Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen er-

weisen sich sowohl in zeitlicher, wie auch in sachlicher Hinsicht als derart eng 

miteinander verknüpft, dass sich das Verschulden des Beschuldigten nicht sinn-

voll auf die einzelnen Delikte aufteilen lässt, weshalb sich vorliegend eine ge-

meinsame Beurteilung rechtfertigt. 

 2. Mehrfache qualifizierte Vergewaltigung und mehrfache, teilweise ver-

suchte, qualifizierte sexuelle Nötigung (Dossier 1, Anklageziffern 1 und 

7) 

 2.1. Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens ist zunächst darauf hinzu-

weisen, dass die mehrfachen qualifizierten Vergewaltigungen und die mehr-

fachen, teilweise versuchten, qualifizierten sexuellen Nötigungen im Rahmen von 

zwei Übergriffen erfolgten, wovon der erste im Oktober/November 2014 und der 

darauffolgende am 15. August 2016 stattfand. Weiter ist zu berücksichtigen, dass 

es sich beim Opfer um die Ehefrau des Beschuldigten und Mutter des gemeinsa-

men Sohnes handelte und er mit seinem Handeln das Vertrauen der mit ihm am 

engsten verbundenen Person in massiver Weise missbrauchte. Ausserdem of-

fenbarte er durch seine Taten eine beispiellose Geringschätzung der Privatkläge-

rin 2. Auch wenn die durch den Beschuldigten bei diesem sexuellen Übergriff ge-

genüber der Privatklägerin 2 gezeigte Gewalt nicht zu bagatellisieren ist, so sind 

innerhalb der möglichen unter diese qualifizierten Tatbestände fallenden Tathand-

lungen weit schwerwiegendere denkbar. Ausserdem trug die Privatklägerin 2 ab-

gesehen von bläulichen Bissmarken glücklicherweise keine schweren oder blei-

benden körperlichen Schäden davon. Vor diesem Hintergrund ist das objektive 

Tatverschulden des Beschuldigten dennoch als noch leicht zu bezeichnen. 

-   41   - 

 2.2. Bezüglich des subjektiven Tatverschuldens ist zu berücksichtigen, dass 

der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte. Zudem liegt auch ein planmässi-

ges Handeln vor, indem er, während die Privatklägerin 2 ausser Haus war, zu-

hause auf dem Küchenboden den Spielteppich ausbreitete und die Privatkläge-

rin 2 nach ihrer Heimkehr mit Gewalt auf ebendiesen Teppich befehligte und dort 

anschliessend die sexuellen Handlungen an ihr vornahm. Er handelte sodann zu 

seiner eigenen sexuellen Befriedigung und mithin aus allein egoistischen Motiven. 

Eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB im Tatzeitpunkt oder 

andere Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB sind nicht gegeben. 

Das subjektive Tatverschulden vermag das objektive daher nicht zu relativieren. 

 2.3. Strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass es im Falle einer qualifizier-

ten sexuellen Nötigung (Dossier 1, Anklageziffer 1) beim Versuch blieb. Da es 

sich bei Art. 22 Abs. 1 StGB um einen fakultativen Strafmilderungsgrund handelt, 

kann die versuchte Tatbegehung aber grundsätzlich auch gleich hart bestraft 

werden wie die vollendete Tat (BGE 137 IV 113 E. 1.4.2). Vorliegend versuchte 

der Beschuldigte im Rahmen des sexuellen Übergriffs im Oktober bzw. November 

2014 (Anklageziffer 1) mit seinem Penis in den Anus der Privatklägerin 2 einzu-

dringen. Als dies nicht klappte, schlug er die Privatklägerin 2, kratzte sie am Rü-

cken und biss sie mehrmals seitlich in den linken Ober- und Unterschenkel und 

versuchte anschliessend erneut, ihren Anus zu penetrieren. Als dies wiederum 

nicht gelang, legte er sich – nach weiteren Schlägen, Kratzern und Bissen – auf 

die Privatklägerin 2 und penetrierte mit seinem Penis deren Vagina, bis er 

schliesslich zum Samenerguss kam (D1 Urk. 18 S. 4). Aus diesem Geschehens-

verlauf wird ersichtlich, dass die Schwere des sexuellen Übergriffs des Beschul-

digten gemäss Dossier 1, Anklageziffer 1, nicht durch die Tatsache geschmälert 

wird, dass es bei der mehrfach versuchten Penetration des Anus der Privatkläge-

rin 2 beim Versuch blieb. Der sexuelle Übergriff dauerte trotz der erfolglosen Ver-

suche, den Analverkehr mit der Privatklägerin 2 zu vollziehen, weiter an und dies 

solange, bis es dem Beschuldigten schliesslich gelang, sie vaginal zu penetrieren 

und so zum Samenerguss zu kommen. Die versuchte Tatbegehung wirkt sich 

damit lediglich marginal strafmindernd aus. 

-   42   - 

 2.4. Angesichts des insgesamt als noch leicht zu bezeichnenden Verschul-

dens des Beschuldigten erscheint die Festlegung einer hypothetischen Einsatz-

strafe von rund 4 ½ Jahren Freiheitsstrafe angemessen. 

 3. Mehrfache, teilweise versuchte, Vergewaltigung und mehrfache sexuel-

le Nötigung (Dossier 1, Anklageziffern 4 und 8) 

 3.1. Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens fällt ins Gewicht, dass sich 

die mehrfache, teilweise versuchte, Vergewaltigung und die mehrfache sexuelle 

Nötigung im Rahmen von zwei in zeitlich unmittelbarer Nähe stattfindenden Über-

griffen am 12. und am 15. August 2016 abgespielt haben. Weiter ist zu berück-

sichtigen, dass sämtliche dieser Delikte zum Nachteil der Privatklägerin 2 in der 

ehelichen Wohnung begangen wurden. Dadurch, dass er innerhalb weniger Tage 

wiederholt sexuelle Übergriffe auf die Privatklägerin 2 verübte, wird wiederum ei-

ne Rücksichtslosigkeit ihr gegenüber und eine Gleichgültigkeit hinsichtlich ihres 

Wohlergehens deutlich. Während dieser sexuellen Übergriffe ging er die Privat-

klägerin 2 sowohl in verbaler, als auch in körperlicher Hinsicht massiv an, indem 

er sie beschimpfte, bedrohte, auf sie einschlug, sie kratzte und teilweise auch in 

alle möglichen Körperstellen biss. Allerdings ist auch hier zu berücksichtigen, 

dass die Privatklägerin 2 zumindest in körperlicher Hinsicht keine schweren oder 

dauerhaften Schäden davontrug. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte durch sein Handeln ausser Acht liess, dass seine Taten bei der Privat-

klägerin 2 zu einem Verlust ihres Sicherheitsgefühls innerhalb ihrer eigenen vier 

Wände hätte führen können. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten ist 

damit hinsichtlich dieser Delikte als keinesfalls mehr leicht zu bezeichnen. 

 3.2. Hinsichtlich des subjektiven Tatverschuldens ist wiederum zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und planmässig handelte, in-

dem er jeweils, wenn die Privatklägerin 2 ausser Hause war, auf dem Küchenbo-

den eine Decke auslegte, und seine Ehefrau nach ihrer Rückkehr abpasste und in 

die Küche verbrachte, wo er sich schliesslich an ihr verging. Sein Handeln war 

ausschliesslich auf die Befriedigung seiner sexuellen Lust beschränkt und rein 

egoistisch motiviert, wobei die Vorinstanz zurecht darauf hinwies, dass der Be-

schuldigte die sexuellen Übergriffe auch als Mittel zur Machtausübung und Unter-

-   43   - 

drückung einsetzte. Auch hinsichtlich dieser Delikte lag im Tatzeitpunkt keine 

verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB vor. Das subjektive Tat-

verschulden vermag das objektive damit nicht zu relativieren. 

 3.3. Dagegen ist strafmindernd zu berücksichtigen, dass es im Falle einer 

Vergewaltigung (Dossier 1, Anklageziffer 8) bei einem Versuch blieb. Jedoch ist 

festzuhalten, dass der Beschuldigte nachdem es ihm nicht gelungen war mit sei-

nem Penis in die Vagina der Privatklägerin 2 einzudringen, nicht etwa von Letzte-

rer abliess, sondern sie an ihren Haaren zog, sie in den Rücken biss, sie kniff und  

mehrmals – wiederum erfolglos – versuchte, deren Anus zu penetrieren, wobei er 

sich schliesslich auf sie legte und dabei zum Samenerguss kam (D1 Urk. 18 S. 9). 

Wie bei der versuchten qualifizierten sexuellen Nötigung gemäss Dossier 1, An-

klageziffer 1 (vorstehend, Ziffer 2.3.) wird auch hier die Schwere des Übergriffs 

nicht dadurch geschmälert, dass es hinsichtlich der Vergewaltigung bei einem 

Versuch blieb, zumal dieser Umstand weder in diesem  noch im zuvor beschrie-

benen Fall auf ein Ablassen von der Tat durch den Beschuldigten zurückzuführen 

ist. Die versuchte Tatbegehungen wirkt sich damit lediglich marginal strafmin-

dernd aus. 

 3.4. Isoliert betrachtet erscheint für die mehrfache, teilweise versuchte, 

Vergewaltigung und die mehrfache sexuelle Nötigung eine Freiheitsstrafe im Be-

reich von 4 ½ Jahren dem insgesamt als keinesfalls mehr leicht zu qualifizieren-

den Verschulden des Beschuldigten als angemessen. Unter Berücksichtigung des 

Asperationsprinzips ist die hypothetische Einsatzstrafe für die mehrfache qualifi-

zierte Vergewaltigung und die mehrfache, teilweise versuchte, qualifizierte sexuel-

le Nötigung aufgrund dieser Taten um 3 Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 4. Gefährdung des Lebens (Dossier 1, Anklageziffer 3) 

 4.1. In objektiver Hinsicht fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte der Pri-

vatklägerin 2 die Schneide des Messers über mehrere Minuten an den Hals ge-

halten hat. Die Vorinstanz wies zudem bereits zutreffend darauf hin (Urk. 116 

S. 65), dass sich die Privatklägerin 2 aufgrund des auf ihr liegenden Beschuldig-

ten diesem sowieso bereits hilflos ausgeliefert war, wobei sich diese Hilflosigkeit 

-   44   - 

dadurch noch verstärkte, dass ihr ein Messer an den Hals gehalten wurde. Die 

Privatklägerin 2 hat aufgrund dieses einmaligen Vorfalls indessen in körperlicher 

Hinsicht keine Schäden davongetragen. Auch hier zeugt das Vorgehen des Be-

schuldigten aber von einer offenbar völligen Gleichgültigkeit hinsichtlich des 

Wohlbefindens seiner Ehefrau und Mutter des gemeinsamen Sohnes. Im Rahmen 

der denkbaren Tatbestandsbegehungen ist die vorliegende Tathandlung des Be-

schuldigten trotzdem noch als im unteren Bereich anzusiedeln, weshalb das ob-

jektive Tatverschulden als noch leicht zu qualifizieren ist. 

 4.2. In Bezug auf das subjektive Tatverschulden ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte und sein Handeln wiederum im 

Lichte seiner herrischen und unterdrückenden Grundhaltung der Privatklägerin 2 

gegenüber zu sehen ist. Hinzu kommt, dass er der Privatklägerin 2 das Messer an 

den Hals hielt, um den ihr gegenüber gleichzeitig ausgestossenen verbalen To-

desdrohungen Nachdruck zu verleihen. Das objektive Tatverschulden wird durch 

die subjektiven Faktoren daher nicht relativiert. Insgesamt ist damit von einem 

noch leichten Tatverschulden auszugehen. Die Gefährdung des Lebens stellt da-

bei aber keine isolierte Tathandlung dar, sondern ist im Zusammenhang mit den 

übrigen Tathandlungen des Beschuldigten zum Nachteil der Privatklägerin 2 zu 

sehen, in welchen eine gewisse Machtdemonstration des Beschuldigten gegen-

über seiner Ehefrau zu erkennen ist. Dieser sachliche und persönliche Gesamt-

zusammenhang legt daher nahe, dass auch für die Gefährdung des Lebens, trotz 

des leichten Tatverschuldens – wofür angesichts des Strafrahmens für den Tat-

bestand der Gefährdung des Lebens, welcher von Geldstrafe bis zu fünf Jahren 

Freiheitsstrafe reicht, grundsätzlich die Ausfällung einer Geldstrafe möglich wäre 

– eine Freiheitsstrafe als adäquate Sanktion zu bestimmen ist. Vorliegend er-

scheint – isoliert betrachtet – eine Freiheitsstrafe im Bereich von 10 Monaten 

Freiheitsstrafe dem Tatverschulden des Beschuldigten als angemessen. Unter 

Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die hypothetische Gesamtstrafe für 

die vorstehenden Delikte um 6 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 

 

-   45   - 

 5. Mehrfache Drohung (Dossier 1, Anklageziffern 2 und 3) 

 5.1. In Bezug auf das objektive Tatverschulden ist zunächst die mehrfache 

Tatbegehung zu berücksichtigen. So stiess der Beschuldigte über einen mehrere 

Monate andauernden Zeitraum beinahe täglich Todesdrohungen gegenüber der 

Privatklägerin 2 aus. Abgesehen davon, dass es sich bei Todesdrohungen ohne-

hin mitunter um die schwerstmöglichen Drohungen handelt, verlieh er diesen teil-

weise auch noch mittels eines Küchenmessers Nachdruck, indem er auf dieses 

verwies, es innerhalb der Wohnung demonstrativ platzierte oder es auch einmal 

an den Hals der Privatklägerin 2 hielt. Das objektive Tatverschulden ist damit als 

nicht mehr leicht zu qualifizieren.  

 5.2. In subjektiver Hinsicht ist wiederum die direktvorsätzliche Tatbegehung 

zu berücksichtigen. Das subjektive Tatverschulden vermag das objektive nicht zu 

relativieren. 

 5.3. Da auch die mehrfachen Drohungen in einem engen persönlichen und 

sachlichen Gesamtzusammenhang mit den übrigen vom Beschuldigten gegen-

über der Privatklägerin 2 begangenen Tathandlungen stehen (vorstehend, Ziffer 

4.2.), erweist sich auch hier nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe als zweck-

mässig. Angesichts des insgesamt als nicht mehr leicht zu qualifizierenden Tat-

verschuldens erweist sich – isoliert betrachtet – eine Freiheitsstrafe im Bereich 

von 10 Monaten dem Verschulden des Beschuldigten als angemessen. Unter Be-

rücksichtigung des Asperationsprinzips ist die hypothetische Gesamtstrafe für die 

übrigen Delikte um 6 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 6. Mehrfache einfache Körperverletzung (Dossier 2)  

 6.1. Vor dem Hintergrund, dass die einfachen Körperverletzungen zum 

Nachteil der Privatkläger 3 und 4 innerhalb eines zusammenhängenden Tatge-

schehens begangen wurden und damit sowohl in sachlicher als auch in zeitlicher 

Hinsicht eine eigentliche Handlungseinheit bilden, rechtfertigt es sich vorliegend, 

diese gemeinsam zu beurteilen. 

-   46   - 

 6.2. Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens ist festzuhalten, dass es 

sich um zwei Tathandlungen zum Nachteil zweier verschiedener Opfer handelte. 

Dabei erlitt der Privatkläger 3 durch die Faustschläge des Beschuldigten eine 

Schädelprellung mit massiver Druckschmerzhaftigkeit und Schwellungen im Be-

reich des Gesichtsschädels, eine Nasenprellung mit Nasenbluten sowie eine klei-

ne Stichwunde unterhalb des rechten Auges zuzog, welche Verletzungen eine 

Behandlung im Spital notwendig machten (D2 Urk. 5/4; D2 Urk. 5/9). Die Privat-

klägerin 4 erlitt dagegen aufgrund des Stosses des Beschuldigten eine offene 

Schürfwunde sowie ein Hämatom an ihrem rechten Knie und litt in der Folge an 

Druckschmerzhaftigkeit sowie bewegungsunabhängigen Schmerzen in ihrer rech-

ten Hüfte, welche physiotherapeutisch behandelt werden mussten (D2 Urk. 5/4; 

D2 Urk. 6/3). Bezüglich des konkreten Tatvorgehens fällt sodann in Betracht, dass 

der Beschuldigte nicht einfach mit der blossen Faust auf den Privatkläger 3 ein-

wirkte, sondern zusätzlich noch einen Schlüsselbund in seine Schlaghand nahm, 

so dass der Bart eines Schlüssels zwischen seinen Fingern herausragte. Seinen 

Schlägen kam damit ein erheblich grösseres Verletzungsrisiko zu. Das objektive 

Tatverschulden ist insgesamt dennoch als noch leicht zu qualifizieren, da auch 

deutlich gravierendere Tathandlungen, welche unter diesen Straftatbestand zu 

subsumieren sind, denkbar sind. 

 6.3. Hinsichtlich des subjektiven Tatverschuldens ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte dem Privatkläger 3 gegenüber direktvorsätzlich handelte. 

Die eventualvorsätzliche Tatbegehung zum Nachteil der Privatklägerin 4 ist dage-

gen verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Sodann ist der Ansicht der Vor-

instanz zu folgen, dass der Beschuldigte seine Tathandlungen nicht geplant hat 

sondern diese sich spontan im Rahmen der verbalen Auseinandersetzung mit 

dem Privatkläger 3 ergaben. Schliesslich ist leicht verschuldensmindernd zu be-

rücksichtigen, dass das psychiatrische Gutachten vom 22. April 2017 dem Be-

schuldigten hinsichtlich der Tathandlungen zum Nachteil der Privatkläger 3 und 4 

eine höchstens leichtgradig eingeschränkte Steuerungsfähigkeit und mithin eine 

leichtgradig verminderte Schuldfähigkeit attestierte (D1 Urk. 8/7 S. 48 f. und 54). 

-   47   - 

 6.4. Insgesamt ergibt sich infolge des Eventualvorsatzes sowie der leicht-

gradig verminderten Schuldfähigkeit eine leichte Relativierung des objektiven Tat-