# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1ea1b89-3bcd-5c77-8674-66a60a7f7da5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.03.2024 200 2023 629
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-629_2024-03-28.pdf

## Full Text

200 23 629 IV
FRC/GET/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. März 2024

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. August 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), Mutter dreier in den Jahren 1997, 1999 und 2006 geborener Kin-
der, zuletzt (bis April 2020) als … teilerwerbstätig, meldete sich im 
November 2020 unter Hinweis auf psychische Beschwerden ("Angst, Pa-
nik, Innere Unruhe kann sich nicht in Öffentlichkeit aufhalten") bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 1; 
11 S. 2 f.). Die IVB klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog 
Berichte behandelnder Ärzte bei und gewährte Eingliederungsmassnah-
men in Form eines Belastbarkeits- und Aufbautrainings (act. II 18; 32) so-
wie im weiteren Verlauf einen Arbeitsversuch im Bereich … des 
C.________ (act. II 58 S. 1; 59). Nachdem sich die Versicherte aus ge-
sundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage gefühlt hatte, im Rahmen 
des Arbeitsversuchs am Arbeitsalltag teilzunehmen, brach die IVB die be-
ruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 10. Februar 2022 (act. II 79) ab 
und liess die Versicherte durch Dr. med. D.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 8. April 2022 [act. II 
85.1]). In der Folge verneinte die IVB einen weiteren Anspruch auf Einglie-
derungsmassnahmen (act. II 87) und liess im Rahmen der anschliessenden 
Rentenprüfung durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 98 S. 2 ff.). Mit Vorbescheid vom 7. März 
2023 (act. II 99) stellte die IVB bei einem nach der gemischten Methode 
(Erwerb 60 %, Haushalt 40 %) ermittelten Invaliditätsgrad von 60 % einen 
für die Zeit vom 1. Februar bis zum 31. Mai 2022 befristeten Anspruch von 
60 % einer ganzen Invalidenrente in Aussicht. Dagegen liess die Versicher-
te Einwand erheben (act. II 103), woraufhin die IVB bei ihrem Abklärungs-
dienst eine Stellungnahme einholte (act. II 106). Mit Verfügung vom 14. 
August 2023 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 1) entschied die IVB 
wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 11. September 2023 Beschwerde erheben. 
Sie stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. In Aufhebung der Verfügung vom 14. August 2023 sei der Beschwerdefüh-
rerin für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Mai 2022 eine Invalidenrente von 
60 % und ab 1. Juni 2022 zumindest eine Invalidenrente von 42 % auszu-
richten. 

2. Eventualiter: In Aufhebung der Verfügung vom 14. August 2023 sei die 
Streitsache zur Vornahme einer neuen Haushaltsabklärung und Neuent-
scheid der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 
und die unterzeichnende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsvertrete-
rin einzusetzen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2023 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie eine 
Stellungnahme ihres Abklärungsdienstes vom 31. Oktober 2023 ins Recht 
(in den Gerichtsakten = act. II 115). 

Mit Schreiben vom 16. November 2023 ersuchte der Instruktionsrichter die 
letzte Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, die damalige E.________ AG 
und heutige F.________ AG, um nähere Angaben zu dem bei ihr (bis April 
2020) innegehabten Arbeitsverhältnis.  

Mit Schreiben vom 27. November 2023 liess die Beschwerdeführerin weite-
re Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einreichen. 

Mit Schreiben vom 17. Januar 2024 beantwortete die Treuhand 
G.________ AG (nachfolgend Treuhand) namens der F.________ AG die 
vom Instruktionsrichter am 16. November 2023 gestellten Fragen (in den 
Gerichtsakten) und reichte die die Beschwerdeführerin betreffenden Ar-
beitsverträge mit der vormaligen E.________ AG ein (act. III). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Januar 2024 hiess der Instrukti-
onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete der 
Beschwerdeführerin Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin bei. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 4

Ferner gab er den Parteien Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbe-
merkungen zum Beweisergebnis. 

Mit Schreiben vom 1. Februar 2024 hält die Beschwerdegegnerin an ihren 
mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2023 gestellten Anträgen fest.

Mit Eingabe vom 15. Februar 2024 nahm die Beschwerdeführerin zum Be-
weisergebnis Stellung.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. August 2023 (act. 
I 1). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente der IV. 
Mit der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten 

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Invalidenrente wird ein Rechtsverhältnis im anfechtungs- und streitge-
genständlichen Sinne geregelt. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene Be-
zugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben (BGE 125 V 413).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Die vorliegend angefochtene Verfügung datiert vom 14. August 2023 (act. I 
1), womit sie nach dem 1. Januar 2022 erging. Ferner ist der frühest mögli-
che Rentenbeginn mit Blick auf das bis zum 31. Januar 2022 ausgerichtete 
Taggeld (act. II 62) nach dem 1. Januar 2022 (Art. 29 Abs. 2 IVG). Damit 
gelangt das seit 1. Januar 2022 gültige Recht zur Anwendung (vgl. Rz. 
9100 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen 
[BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]).

2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). 

2.2.3 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
14. August 2023 (act. I 1) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Lic. phil. H.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, 
diagnostizierte im Bericht vom 29. Januar 2021 (act. II 13 S. 1) eine rezidi-
vierende depressive Störung, aktuell schwere Episode ohne psychotische 
Symptome (ICD-10 F33.2), aktuell teilremittiert sowie aktenanamnestisch 
eine Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen Zügen. 
Aktuell scheine ein Start mit Belastbarkeitstraining im geschützten Bereich 
sinnvoll. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 %.

Vom 12. Januar bis 19. März 2021 wurde die Beschwerdeführerin in der 
Klinik I.________ teilstationär behandelt. Im Austrittsbericht vom 9. April 
2021 (act. II 21 S. 2 ff.) diagnostizierte lic. phil. H.________ in psychischer 
Hinsicht eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere Episode 
ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2). Aufgrund der nach wie vor 
bestehenden Erschöpfbarkeit und Vergesslichkeit sei eine berufliche 
Massnahme durch die IV empfohlen worden. Die Arbeitsunfähigkeit betra-
ge bis am 31. März 2021 100 % (S. 4).

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3.1.2 Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 5. September 2021 (act. II 39 S. 3 ff.) 
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte bis mittelgradige 
Episode (ICD-10 F32.0-F32.1). Der Verlauf sei stationär (S. 3). Die Arbeits-
fähigkeit betrage 50 % (S. 4). 

3.1.3 Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie sowie für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt 
im Bericht vom 14. September 2021 (act. II 42) fest, der Beschwerdeführe-
rin sei es aufgrund der depressiven Episode in der Kombination mit der 
Persönlichkeitsakzentuierung aktuell nicht möglich, auf ihre Ressourcen 
zurückzugreifen. Im Rahmen der beruflichen Massnahmen habe sie sich 
als eingeschränkt belastbar gezeigt, die Steigerung der Belastung sei nur 
langsam möglich gewesen. Aktuell sei der Beschwerdeführerin weder die 
angestammte noch eine angepasste Tätigkeit zumutbar (S. 5).

3.1.4 Im psychiatrischen Gutachten vom 8. April 2022 (act. II 85.1) stell-
te Dr. med. D.________ die folgenden Diagnosen (S. 13 f.):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 
somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.25)

Die Beschwerdeführerin sei leitliniengerecht psychopharmakologisch und 
gesprächspsychotherapeutisch behandelt worden, auch eine Elektro-
krampftherapie sei durchgeführt worden, womit von einem teilweise thera-
pieresistenten Krankheitsverlauf ausgegangen werden könne. Die 
durchgeführte berufliche Eingliederung im geschützten Rahmen habe zur 
Wiederherstellung einer verwertbaren 50%igen Arbeitsfähigkeit geführt, 
wobei die berufliche Eingliederung auf freiem Wirtschaftsmarkt aufgrund 
der erneuten depressiven Dekompensation gescheitert sei. Eine rezidivie-
rende depressive Störung habe per Definition einen phasenförmigen Ver-
lauf mit Phasen der depressiven Symptomatik mit Krankheitswert und 
behandlungsbedürftigem Ausmass sowie Remissionsphasen mit Bedarf 
nach einer prophylaktischen psychopharmakologischen Behandlung. Auf-

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grund der längeren psychischen Instabilität mit mehreren depressiven De-
kompensationen in kürzeren zeitlichen Abständen könne die Beschwerde-
führerin rückwirkend nur eine kurz dauernde 50%ige Arbeitsfähigkeit auf 
freiem Wirtschaftsmarkt gegen Ende der beruflichen Massnahmen im ge-
schützten Rahmen attestiert werden. Im Längsschnitt könne allerdings seit 
der IV-Anmeldung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
werden. Aufgrund der erneuten Verbesserung ihres psychischen Zustan-
des und der anlässlich der Exploration vom 16. März 2022 festgestellten 
psychischen Stabilisierung auf mittlerem Niveau könne gegenwärtig im 
Querschnitt sowie zukünftig im Längsschnitt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 
für sämtliche Tätigkeiten auf freiem Wirtschaftsmarkt attestiert werden. Es 
könne bereits von einem teilchronifizierten Krankheitsverlauf mit teilweiser 
Therapieresistenz ausgegangen werden, weshalb zukünftig unter therapeu-
tischer Massnahme mit Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen sei, aber eine weitere Verbesserung der 50%igen Arbeitsfähigkeit sei 
unter keiner therapeutischen Massnahme mehr zu erwarten (S. 14). 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 8. 
April 2022 (act. II 85.1) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an 
medizinische Berichte bzw. Expertisen (vgl. E. 3.2.2 f. vorne) und erbringt 
vollen Beweis. Das Gutachten ist in Bezug auf die befundmässige und dia-
gnostische Einschätzung, welche im Wesentlichen mit derjenigen der Be-
handler übereinstimmt (vgl. E. 3.1 vorne), überzeugend und orientiert sich 
bei der Frage der funktionellen Auswirkungen der festgestellten psychi-
schen Störung an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281. Da-
mit lassen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend relevanten Tat- und 
Rechtsfragen beantworten. Danach liegt bei der Beschwerdeführerin als 
massgebende Funktionseinschränkung eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen 
(ICD-10 F33.11), vor, welche die Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch 
bis März 2022 für sämtliche Tätigkeiten im Umfang von 100 % und ab die-
sem Zeitpunkt um 50 % einschränkt. 

Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorbringt, bezüglich der 
Beurteilung von Dr. med. D.________ seien "einige Fragezeichen zu set-
zen" (Beschwerde S. 4 Ziff. IV./1.), erläutert sie dies nicht näher. Vielmehr 
stellt sie im Folgenden ausdrücklich auf dessen Einschätzungen ab. Indem 
keine Stellungnahme im Recht liegt, welche sich (allenfalls kritisch) zum 
Gutachten von Dr. med. D.________ äussert und auch anderweitig keine 
Anhaltspunkte in den Berichten der Behandler dafür bestehen, dass die 
vom Experten getroffenen Einschätzungen aus medizinisch-theoretischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 11

Sicht unzutreffend sein könnten, besteht vorliegend kein Anlass für Weite-
rungen (BGE 119 V 347 E. 1a S. 349). 

3.4 Daraus ergibt sich Folgendes:

3.4.1 Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit betrug für die Zeit 
von November 2020 bis März 2022 0% und ab März 2022 50% (jeweils für 
sämtliche Tätigkeiten [act. II 85.1 S. 14]). Damit haben sich ab März 2022 
die tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnisse vorbehältlich einer Ände-
rung des Invaliditätsgrades um mindestens 5 % (Art. 17 Abs. 1 lit. a ATSG; 
vgl. E. 6.7 hinten) potentiell revisionsrelevant geändert (vgl. E. 2.3 vorne). 

3.4.2 Im Hinblick auf die rechtliche Ausgewiesenheit der dauerhaft attes-
tierten und als im Wesentlichen therapieresistent beurteilten Arbeitsun-
fähigkeit von 50 % ist darauf hinzuweisen, dass die depressiven Störungen 
nach der Aktenlage stets im Zusammenhang mit schwierigen Lebensum-
ständen mit schwieriger familiärer Situation (vgl. act. II 21 S. 3; 98 S. 3) 
auftraten, was auch im Gutachten zum Ausdruck gelangt, wenn Dr. med. 
D.________ ausführt, das soziale Umfeld, insbesondere Familienintrigen, 
belasteten die Beschwerdeführerin immer noch und führten aus seiner 
Sicht zu wiederkehrenden Stimmungseinbrüchen (act. II 85.1 S. 13). Pra-
xisgemäss ist der Einfluss psychosozialer oder soziokultureller Umstände 
bei der Entstehung einer Gesundheitsschädigung nur dann nicht relevant, 
wenn sich inzwischen ein eigenständiger invalidisierender Gesundheits-
schaden entwickelt hat (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. 
Juli 2023, 8C_105/2023, E. 5.1) respektive sind im Rahmen des strukturier-
ten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 soziale Belastungen, die direkt 
negative funktionelle Folgen zeitigen, auszuklammern (vgl. BGE 143 V 409 
E. 4.5.2 S. 416). Ob mit Blick auf die aktenmässig dokumentierten und 
auch im Rahmen der Anamneseerhebung anlässlich der Begutachtung klar 
artikulierten psychosozialen Belastungsfaktoren (act. II 85.1 S. 6 ff.) ein 
verselbständigter und die Arbeitsunfähigkeit dauerhaft im Umfang von 50 % 
einschränkender Gesundheitsschaden rechtlich hinreichend erstellt ist, 
kann mit Blick auf das Ergebnis offen bleiben. Aus dem gleichen Grund 
bedarf es keiner Indikatorenprüfung, nachdem mittels einer solchen keine 
höhere als die im Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit (von dauerhaft 
50 %) resultieren könnte (Entscheid des BGer vom 23. September 2022, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 12

8C_230/2022, E. 5.2.3.2) und selbst dann kein Rentenanspruch resultiert, 
wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin der Ermittlung des 
Invaliditätsgrades ab März 2022 eine medizinisch-theoretische 50%ige 
Arbeits- und Leistungsunfähigkeit zugrunde gelegt wird. 

4.

Der frühest mögliche Rentenbeginn ist mit Blick auf die im November 2020 
erfolgte Anmeldung (act. II 1), die seit September 2019 bestehende 
100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 4.4 f.; 21 S. 4; 42 S. 5; 85.1 S. 14) und 
die Ausrichtung von Taggeld bis 31. Januar 2022 (act. II 62) der 1. Februar 
2022 (Art. 29 Abs. 1 f. IVG). 

5.

Streitig ist der Status der Beschwerdeführerin.

5.1

5.1.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser 
bestimmt sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhält-
nissen, in denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie 
nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV 
gilt eine versicherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, 
wenn sie im Gesundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die ei-
nem Beschäftigungsgrad von 100 % oder mehr entspricht (lit. a). Die versi-
cherte Person gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie 
im Gesundheitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive 
als teilerwerbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall 
eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von 
weniger als 100 % entspricht (lit. c).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 13

5.1.2 Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen 
entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig 
war oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und 
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreu-
ungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten 
und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 
berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 
versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

5.1.3 Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxis-
gemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwal-
tungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozial-
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 
E. 5.1).

5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 14. August 2023 (act. I 1) 
legte die Beschwerdegegnerin der Ermittlung des Invaliditätsgrades einen 
Status von 60 % Erwerb und 40 % Haushalt zugrunde (S. 5 f.). Die Be-
schwerdeführerin macht demgegenüber geltend, sie würde ohne gesund-
heitliche Beeinträchtigung zu 80 % arbeiten (Beschwerde S. 5 f. Ziff. IV./1.).

5.3

5.3.1 Zur sozialen Situation wurde im Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 28. Februar 2023 (act. II 98 S. 2 ff.) festgehalten, die Be-
schwerdeführerin wohne zusammen mit ihrem Ehemann und den drei 
Kindern. Der Ehemann arbeite zu einem Pensum von 80 % als … und trai-
niere zweimal wöchentlich die … beim …. Zusätzlich habe er noch einen 
kleinen Raum im Keller eingerichtet, wo er … anbiete. So könne er die fi-
nanzielle Einbusse durch eine Pensumreduktion (von 100 auf 80 %) etwas 
abfangen (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 14

Hinsichtlich des Erwerbstatus gab die Beschwerdeführerin gemäss Ab-
klärungsbericht an, wäre sie bei guter Gesundheit, würde sie zu einem 80 
%-Pensum bei der E.________ AG bzw. F.________ AG arbeiten. Wäre 
sie gesund, würde sie auch wieder im … arbeiten können. So hätte sie 
auch noch Zeit, zu Hause etwas zu machen. Die Kinder wären ja schon 
gross und würden sie nicht mehr so brauchen. Gemäss Rücksprache mit 
dem Ehemann habe die Beschwerdeführerin im L.________ das Pensum 
auf 60 % erhöhen können. Nachdem eine Kollegin gekündigt habe sei es 
ihr möglich gewesen, das Pensum auf 80 % zu erhöhen. Nach der Schlies-
sung des L.________ hätte sie in den M.________ nach Bern gewechselt. 
Dazu sei es aufgrund der Krankheitssituation nicht mehr gekommen. Seine 
Frau – so ihr Ehemann weiter – hätte dort aber weiterhin in einem 80 %-
Pensum arbeiten können (S. 5).

5.3.2 Aus den im Rahmen der gerichtlichen Abklärungen (vgl. Schreiben 
vom 16. November 2023 [in den Gerichtsakten]) eingereichten Arbeitsver-
trägen (act. III) folgt, dass die Beschwerdeführerin mit der E.________ AG 
am 23. Mai 2016 den ersten Arbeitsvertrag abgeschlossen hat. Unter dem 
Titel "…" wurde als Eintrittsdatum der 1. Juni 2016 und die Entlöhnung auf 
Stundenlohnbasis vereinbart (act. III 1). Die Arbeitseinsätze erfolgten "von 
Fall zu Fall" (S. 2), mithin auf Abruf. Mit Unterzeichnung vom 12. Dezember 
2016 regelten die Vertragsparteien das Arbeitsverhältnis "unter Aufhebung 
des Arbeitsvertrages vom 01.06.2016 einschliesslich aller Nebenabreden 
und Zusatzvereinbarungen" (act. III 2 S. 1, 13) mit Wirkung ab 1. Januar 
2017 (S. 13) neu, indem sie u.a. eine Festanstellung vereinbarten. Darin 
sowie im Rahmen der im Verlauf erfolgten weiteren vertraglichen Anpas-
sungen wurde der Beschäftigungsgrad jeweils wie folgt festgelegt:  

- ab 1. Januar 2017 unbefristet 35 % (act. III 2 S. 3 Ziff. 4 und S. 13)
- ab 1. Januar 2018 befristet 80 % (act. III 3 S. 2 Ziff. 4)
- ab 1. Mai 2018 befristet 60 % (act. III 4 S. 2 Ziff. 4 = act. III 5 S. 2 

Ziff. 4)
- ab 1. Juli 2018 unbefristet 35 % (act. III 6 S. 2 Ziff. 4 = act. III 7 S. 2 

Ziff. 4)
- ab 1. November 2018 unbefristet 60 % (act. III 8 S. 2 Ziff. 4)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 15

- ab 1. Juli 2019 befristet bis 31. Oktober 2019 80 % (act. II 95 S. 4 
Ziff. 4)

Ab 5. September 2019 wurde eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit beschei-
nigt (act. II 4.2 S. 2). Wie die gerichtlichen Abklärungen weiter ergaben, 
wäre die Beschwerdeführerin gemäss Angaben der Treuhand nach der 
befristet für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Oktober 2019 erfolgten Pensumer-
höhung auf 80 % gemäss Personalplanung mit einem Pensum von 60 % 
weiterbeschäftigt worden (vgl. Ziff. 2 des Schreibens der Treuhand vom 
17. Januar 2024 [in den Gerichtsakten]). Diese Angaben – insbesondere 
betreffend den ab 1. November 2019 (hypothetisch) bekleideten Beschäfti-
gungsgrad – stimmen mit jenen der Treuhand gegenüber der Beschwerde-
gegnerin überein (vgl. act. II 96 S. 1). Soweit die Beschwerdeführerin auf 
die Vertragsanpassung vom 24. Oktober 2019 (act. II 94 S. 4 f. = act. I 3) 
verweist, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn darin wird 
ausdrücklich auf die weiterhin gültigen Konditionen des Vertrags vom 23. 
Mai 2016 verwiesen, welcher – wie gezeigt – keinen festen Beschäfti-
gungsgrad bzw. Arbeit auf Abruf vorsah. Schliesslich war der Arbeitgeberin 
gemäss deren Angaben auch nichts darüber bekannt, dass die Beschwer-
deführerin ihr Arbeitspensum ab November 2019 über 60 % hinaus hätte 
erhöhen wollen (vgl. Ziff. 5 des Schreibens der Treuhand vom 17. Januar 
2024 [in den Gerichtsakten]). Dergleichen – mithin konkrete Hinweise auf 
eine beabsichtigte Pensumerhöhung – ergibt sich auch nicht aus den übri-
gen Akten.

5.3.3 Es trifft demnach entgegen der Beschwerde (S. 2 Ziff. III) und den 
vom Ehemann der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsfachper-
son gemachten Angaben (vgl. E. 5.3.1 vorne) nicht zu, dass das Pensum 
der Beschwerdeführerin ab November 2019 80 % betragen hätte. Auch trifft 
es nicht zu, dass der "Anfangsvertrag auf einem Pensum von 80 % basier-
te" (Beschwerde S. 5 Ziff. IV./1.). Vielmehr bestand bis am 31. Dezember 
2016 keine Festanstellung, sondern Arbeit auf Abruf. Auch findet die be-
schwerdeweise Darstellung, wonach eine Mitarbeiterin mit einem 80 %-
Pensum gekündigt habe und die Beschwerdeführerin dann deren Pensum 
hätte übernehmen können (Beschwerde S. 5 Ziff. IV./1.), in den Angaben 
der Treuhand keine Stütze. Vielmehr waren am Einsatzort in Bern 640 Stel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 16

lenprozente auf rund 10 Mitarbeitende aufzuteilen (vgl. Ziff. 3 des Schrei-
bens der Treuhand vom 17. Januar 2024 [in den Gerichtsakten]). Zwar war 
die Beschwerdeführerin unmittelbar vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im 
September 2019 zu einem 80 %-Pensum angestellt. Dieser Beschäfti-
gungsgrad galt jedoch lediglich bis am 31. Oktober 2019 und war zudem im 
Voraus befristet. Ob für die Zeit ab 1. November 2019 von einem Beschäf-
tigungsgrad von insgesamt 60 % im Rahmen der Arbeit auf Abruf oder aber 
einer Festanstellung auszugehen ist, kann letztlich offen bleiben. So oder 
anders ist nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Beschwerde-
führerin ab 1. November 2019 zu einem Beschäftigungsgrad von (dauer-
haft) 80 % angestellt worden wäre. Dergleichen ergibt sich namentlich auch 
nicht aus dem Lohnjournal (act. III 9; Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
15. Februar 2024): Vielmehr wird mit der vorübergehenden Erhöhung des 
Monatslohnes auf Fr. 3'266.65 für die Monate Juli bis Oktober 2019 und die 
abermalige Reduktion auf Fr. 2'450.-- ab November 2019 die in der Beleg-
stelle act. II 95 S. 3 f. dokumentierte Befristung der 80%igen Anstellung bis 
Oktober 2019 (vgl. E. 5.3.2 vorne) gerade bestätigt. 

Damit ergibt sich, dass hinsichtlich des vom 1. Juni 2016 bis 30. April 2020 
mit der E.________ AG innegehabten Arbeitsverhältnisses einzig für die 
Zeiträume vom 1. Januar bis 30. April 2018 sowie vom 1. Juli 2019 bis 31. 
Oktober 2019 (jeweils zuvor befristete) Beschäftigungsgrade von 80 % er-
stellt sind. Im Übrigen wechselten die Pensen nach einer sechsmonatigen 
Anstellung auf Abruf zwischen 35 und 60 %. Schliesslich sind für die Zeit 
vor Juni 2016 weder längerdauernde berufliche Aktivitäten ausgewiesen 
(vgl. act. II 48 S. 2) noch werden solche geltend gemacht.

5.4 Rechtsprechungsgemäss kommt bei der Statusfestlegung jener 
Tätigkeit, welche bei Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich aus-
geübt wurde, starker Indizwert zu (Entscheid des BGer vom 15. März 2022, 
8C_669/2021, E. 5.3.2). Vor diesem Hintergrund spricht die bisherige Er-
werbsbiographie der Beschwerdeführerin klar gegen das von ihr im hypo-
thetischen Gesundheitsfall postulierte dauerhafte 80 %-Pensum. Daran 
ändert auch die familiäre Situation nichts, wonach das jüngste der drei Kin-
der mit Jahrgang 2006 zwischenzeitlich auch in der Lehre stehe und die 
beiden älteren … ihre Ausbildung schon abgeschlossen hätten (Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 17

de S. 5 Ziff. IV./1.). Denn wie die Beschwerdeführerin weiter einräumt, wäre 
es ihr bereits in den Jahren zuvor grundsätzlich möglich gewesen, in einem 
80 %-Pensum zu arbeiten (Beschwerde S. 6 Ziff. IV./1.). Dennoch be-
schränkten sich die Zeiträume, während denen sie effektiv einen Beschäfti-
gungsgrad von 80 % innehatte, dem Dargelegten zufolge auf zweimal vier 
Monate (vgl. E. 5.3.2 vorne), wobei die Einsätze zuvor befristet waren. 
Auch vor der Geburt der Kinder war die Beschwerdeführerin nicht (in einem 
höheren Pensum) erwerbstätig (act. II 48 S. 2). Bei diesen Begebenheiten 
vermag die familiäre Situation an den Rückschlüssen, welche aus den bis-
her effektiv gelebten erwerblichen Verhältnissen zu ziehen sind, nichts zu 
ändern. Dasselbe gilt, soweit die Beschwerdeführerin aus der erwerblichen 
Situation ihres Ehemannes eine wirtschaftliche Notwendigkeit für ein höhe-
res Teilzeitpensum ableitet (Beschwerde S. 6 Ziff. IV./1.): Einerseits ist es 
rechtsprechungsgemäss nicht in erster Linie entscheidend, inwieweit die 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden finanziellen 
Verhältnisse als erforderlich erscheint (vgl. Entscheid des BGer vom 17. 
August 2017, 9C_374/2017, E. 2.1.2). Andererseits bestehen keine An-
haltspunkte dafür und macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend, 
dass im massgeblichen Beurteilungszeitraum mit einer dauerhaften Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit oder gar einer Invalidität des Ehemannes 
zu rechnen war. Gegenteils wies sie in der Stellungnahme vom 27. No-
vember 2023 darauf hin, dass er wieder arbeitsfähig sei. Wenn sodann 
weiter geltend gemacht wird, dass der Ehemann nunmehr seine Stelle 
beim SRK verloren habe, beschlägt dieser Sachverhalt einen Zeitraum 
nach der angefochtenen Verfügung und ist deshalb nicht zu berücksichti-
gen. Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus ihren Angaben 
gegenüber der Abklärungsfachperson nichts zu ihren Gunsten ableiten, 
wonach sie im hypothetischen Gesundheitsfall zu 80 % erwerbstätig wäre 
(vgl. E. 5.3.1 vorne), widersprechen diese Angaben doch wie gezeigt den 
effektiv bisher gelebten erwerblichen Verhältnissen und lassen die im Beur-
teilungszeitraum bestehenden persönlichen, familiären und sozialen Ver-
hältnisse nicht den Schluss auf eine überwiegend wahrscheinlich 80%ige 
Beschäftigung zu.

Wie in E. 5.1.3 vorne dargelegt, ist für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 18

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erforderlich. Danach ist ein bestimmter Sachverhalt 
nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss möglich ist. Hingegen genügt 
es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten 
Sachumstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur Überzeugung 
gelangt, dass er der wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden 
Geschehensabläufe – bei zwei möglichen Sachverhaltsvarianten: die 
wahrscheinlichere – ist und zudem begründeterweise angenommen 
werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 
Ergebnis nichts mehr ändern (Entscheid des BGer vom 7. Dezember 2011, 
9C_541/2011, E. 5.1). Werden – in Nachachtung dieser beweisrechtlichen 
Grundsätze – die beiden hier in Betracht fallenden Hypothesen des von der 
Beschwerdegegnerin festgelegten Status 60 % Erwerb und 40 % Haushalt 
einerseits und der von der Beschwerdeführerin postulierte Status 80 % 
Erwerb andererseits einander gegenübergestellt und beweismässig 
gewichtet, so folgt daraus, dass in Würdigung des (hinreichend erstellten) 
Sachverhalts respektive der praxisgemäss zu berücksichtigenden Kriterien 
ein Status 60 % Erwerb und 40 % Haushalt wahrscheinlicher ist als die 
Annahme einer im Gesundheitsfall höheren (hier geltend gemachten 
80%igen) Erwerbstätigkeit. Demnach ist der Status 60 % Erwerb und 40 % 
Haushalt auch überwiegend wahrscheinlich erstellt.

5.5 Zusammenfassend ist der Ermittlung des Invaliditätsgrades für den 
gesamten Beurteilungszeitraum ein Status von 60 % Erwerb und 40 % 
Haushalt zugrunde zu legen. 

6.

6.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt (Einkommensvergleichsmethode). Waren sie daneben 
auch im Aufgabenbereich tätig, so wird der Invaliditätsgrad für diese Tätig-
keit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 19

ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen.

Als Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG der im Haushalt tätigen Versi-
cherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreu-
ung von Angehörigen (Art. 27 Abs. 1 IVV).

6.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

6.2.1 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität 
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte 
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das 
Valideneinkommen bestimmt sich anhand des zuletzt vor Eintritt der 
Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Liegt das tatsächlich 
erzielte Erwerbseinkommen 5 % oder mehr unterhalb des 
branchenüblichen Zentralwertes der Lohnstrukturerhebung (LSE) nach Art. 
25 Abs. 3 IVV, so entspricht gemäss Art. 26 Abs. 2 IVV das Einkommen 
ohne Invalidität 95 % dieses Zentralwertes.

6.2.2 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit 
bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbsein-kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach 
statistischen Wer-ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die 
versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer 
funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 20

weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für 
Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

6.2.3 Soweit für die Bestimmung der Erwerbseinkommen statistische 
Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der LSE des 
Bundesamts für Statistik (BFS) massgebend. Andere statistische Werte 
können beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in 
der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die 
statistischen Werte sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV). In der Regel sind die Werte der Tabelle 
TA1_tirage_skill_Level (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, 
Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor) massgebend (vgl. Rz. 
3207 KSIR; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 148 V 385 
E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). Wird auf 
Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des 
angefochtenen Verwaltungsaktes bezogen auf den Zeitpunkt des 
Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten statistischen Daten zu 
verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2022 IV Nr. 23 S. 76 E. 
6.2.1 und 6.2.2; vgl. auch Ausführungsbestimmungen zur Änderung des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV], 
Erläuternder Bericht des BSV [nach Vernehmlassung], S. 48).

6.3 Gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen die Invaliditätsgrade in Bezug auf 
die Erwerbstätigkeit (lit. a) und in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich (lit. b) zusammengezählt. Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit wird gemäss Art. 27bis 
Abs. 2 IVV das Einkommen ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die 
einem Beschäftigungsgrad von 100% entspricht, hochgerechnet (lit. a), das 
Einkommen mit Invalidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die einem 
Beschäftigungsgrad von 100% entspricht, berechnet und entsprechend an 
die massgebliche funktionelle Leistungsfähigkeit angepasst (lit. b) und die 
prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrades, den die 
Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 21

die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird nach Art. 27bis Abs. 3 IVV der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt (lit. a) und der Anteil nach lit. a anhand der Differenz zwischen 
dem Beschäftigungsgrad nach Abs. 2 lit. c und einer Vollerwerbstätigkeit 
gewichtet (Abs. 3 lit. b).

6.4

6.4.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens steht fest, dass die 
Beschwerdeführerin als Gesunde auch weiterhin bei der damaligen 
E.________ AG und heutigen F.________ AG als … tätig wäre (act. II 98 
S. 5). Es bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte für eine überwiegend 
wahrscheinlich anderweitige berufliche Entwicklung. Im Jahr 2020 betrug 
ihr Gehalt Fr. 2'450.-- pro Monat respektive Fr. 31'850.-- pro Jahr, dies be-
zogen auf ein 60 %-Pensum (act. II 11 S. 3). Umgerechnet auf ein 100 %-
Pensum hätte sich der Jahreslohn 2020 auf Fr. 53'083.35 beziffert. Unter 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (BFS, T1.2.15 Nominal-
lohnindex, Frauen, 2016 – 2022, Abschnitt G) resultierte pro Februar 2022 
(vgl. E. 4 vorne) ein jährliches Gehalt von Fr. 53'692.90 (Fr. 53'083.35 / 
104.5 x 105.7). Dieses liegt indexbereinigt und angepasst an die betriebs-
übliche Arbeitszeit mit einer Minusdifferenz von Fr. 3'280.90 mehr als 5 % 
unterhalb des branchenüblichen Zentralwerts für eine (wie hier ungelernte 
[act. II 1 S. 5; 48 S. 2]) …: Dieser beläuft sich unter Zugrundelegung der 
LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_Level des Jahres 2018 – die LSE 2020 wur-
de erst am 23. August 2022 und damit nach dem Rentenbeginn publiziert 
(vgl. E. 6.2.3 vorne) – auf Fr. 56'973.80 (Fr. 4'425.-- [Position 47, Frauen, 
Kompetenzniveau 1] x 12 / 40 x 41.7 [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, Position 47] / 102.7 x 105.7 [BFS, T1.2.15 
Nominallohnindex, Frauen, 2016 – 2022, Abschnitt G]). Das Validenein-
kommen entspricht demnach (für den gesamten Beurteilungszeitraum) 95 
% dieses Werts, ausmachend Fr. 54'125.10 (Fr. 56'973.80 x 0.95; vgl. E. 
6.2.1 vorne sowie Rz. 3309 KSIR).

6.4.2 Das Invalideneinkommen beträgt ab Februar 2022 Fr. 0.-- (vgl. E. 
3.4.1 vorne). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 22

Für die Zeit ab März 2022 ist auf dieselbe Position gemäss LSE 2018 wie 
beim Valideneinkommen abzustellen (vgl. E. 6.4.1 vorne), nachdem die 
Beschwerdeführerin im massgeblichen Beurteilungszeitraum keine 
erwerbliche Tätigkeit aufgenommen hat und ihr die bisher ausgeübte 
Tätigkeit als Verkäuferin medizinisch-theoretisch auch weiterhin zumutbar 
ist (vgl. E. 3.4.1 vorne). Unter Zugrundelegung derselben 
Berechnungsparameter wie beim Valideneinkommen, jedoch in 
Berücksichtigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sowie eines 
leidensbedingten Abzugs von 10 % (vgl. E. 6.2.2 vorne), beziffert sich das 
massgebliche Invalideneinkommen auf Fr. 25‘638.20 (Fr. 4‘425.-- x 12 / 40 
x 41.7 /102.7 x 105.7 x 0.5 x 0.9). 

6.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich 
somit ab Februar 2022 eine Erwerbseinbusse von Fr. 54'125.10 und ein 
Invaliditätsgrad von (ungewichtet) 100 % bzw. gewichtet 60 % (100 % x 
0.6). Ab März 2022 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 28‘486.90 
(Fr. 54'125.10 – Fr. 25‘638.20) und damit bezogen auf den erwerblichen 
Bereich ein Invaliditätsgrad von maximal 52.63 % (Fr. 28‘486.90 / 
Fr. 54'125.10 x 100) bzw. gewichtet von 31.58 % (52.63 % x 0.6). 

6.6

6.6.1 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt liess die Beschwer-
degegnerin die häuslichen und erwerblichen Verhältnisse durch ihren spe-
zialisierten Abklärungsdienst vor Ort abklären (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Der 
entsprechende Bericht vom 28. Februar 2023 (zu den Voraussetzungen an 
den Beweiswert von Abklärungsberichten vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2) erfolgte in 
Kenntnis der medizinischen Situation (vgl. act. II 98 S. 6). Ferner stützt sich 
das Ergebnis auf die Angaben der Beschwerdeführerin sowie telefonische 
Auskünfte ihres Ehemannes zu den sozialen und erwerblichen Verhältnis-
sen und zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung 
der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben von Rz. 3609 KSIR. Die 
Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb 
der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten 
Umstände nicht zu beanstanden. Auf den Abklärungsbericht vom 28. Fe-
bruar 2023 kann somit abgestellt werden und der beschwerdeweise bean-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 23

tragten Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zwecks Vornahme einer 
neuen Haushaltabklärung (Beschwerde S. 2 Ziff. 2 der Rechtsbegehren) 
bedarf es – wie nachfolgend zu zeigen ist – nicht. 

6.6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die von der Beschwerde-
gegnerin auferlegte (Schadenminderungs-)Pflicht des Ehemannes, Haus-
haltstätigkeiten zu übernehmen, sei extensiv erfolgt. Dieser sei im Übrigen 
seit längerem krankheitsbedingt zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei daher nicht 
in der Lage, die ihm von der Beschwerdegegnerin auferlegten Aufgaben 
allesamt zu erfüllen bzw. die ihm auferlegte Unterstützungspflicht sei ihm 
faktisch nicht zumutbar. Entsprechend sei dieser grosse Unterstützungsbei-
trag aus der Haushaltsabklärung zu streichen (Beschwerde S. 6 Ziff. IV./2.).

6.6.3 Rechtsprechungsgemäss können Familienangehörigen im Rah-
men der familienrechtlichen Beistandspflicht im Einzelfall umfangreiche 
Hilfestellungen zugemutet werden. Diese Mithilfe geht zwar weiter als die 
ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung, 
jedoch darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige Belastung 
entstehen. Vielmehr ist bei der Mitarbeit von Familienangehörigen stets 
danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrich-
ten würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 
133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5).

6.6.3.1 Zunächst ist vorauszuschicken, dass der Umstand allein, wonach 
der Ehemann gewisse Aufgaben übernimmt, noch nicht darauf schliessen 
lässt, dass dies ausschliesslich auf die psychisch bedingten funktionellen 
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin zurückzuführen ist. So hielt Dr. 
med. D.________ im Gutachten vom 8. April 2022 fest, dass für die 
Tätigkeiten im Haushalt keine Einschränkungen beständen, weil die 
Haushalttätigkeiten mit weitgehender Freiheit bezüglich der 
Arbeitseinteilung verbunden seien und die Beschwerdeführerin die 
Haushaltarbeit nach dem "Morgentief" ausführen könne (act. II 85.1 S. 13). 
Im Einzelnen wies der Gutachter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 
nach der Überwindung des "Morgentiefs" in der Lage sei, die 
Alltagsverpflichtungen eigenständig durchzuführen (S. 11), die 
Alltagsaktivitäten spontan zu gestalten, einen eigenen Personenwagen 
über kürzere Strecken zu führen und auch die öffentlichen Verkehrsmittel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 24

ohne Einschränkung zu benützen (S. 12). Auch sei der Tagesablauf gut 
strukturiert (S. 11). Auch wenn im Rahmen der einen Betätigungsvergleich 
darstellenden Haushaltabklärung die ärztliche Zumutbarkeitsschätzung für 
sich allein nicht ausschlaggebend ist (vgl. Entscheid des BGer vom 15. Mai 
2023, 8C_674/2022, E. 7.1), wies die Abklärungsfachperson im 
Abklärungsbericht zu Recht wiederholt auf diese gutachterlichen 
Einschätzungen hin, soweit anlässlich der Abklärung geltend gemacht oder 
impliziert wurde, dass gewisse Tätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen 
vom Ehemann der Beschwerdeführerin übernommen worden seien (vgl. 
act. II 98 S. 11 ff.). 

6.6.3.2 Ungeachtet dessen gilt es zu berücksichtigen, dass wenn und 
insoweit die Beschwerdeführerin wegen ihrer Behinderung gewisse 
Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit höherem Zeitaufwand 
erledigen kann, sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem 
Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen muss 
(Entscheid des BGer vom 26. Oktober 2023, 9C_525/2023, E. 4.2). Dabei 
ist vorab festzuhalten, dass zunächst auch die drei Kinder der Beschwerde-
führerin, mittlerweile offenbar nur noch (aber immerhin) der Sohn im selben 
Haushalt leb(t)en (act. II 98 S. 4; vgl. Eingabe vom 27. November 2023), 
mithin die Mithilfe unter dem Titel der Schadenminderungspflicht hinsicht-
lich sämtlicher der im selben Haushalt wohnenden Familienmitglieder und 
nicht nur jener des Ehemannes zu berücksichtigen ist. Doch selbst wenn 
die im Abklärungsbericht spezifisch der zumutbaren Mithilfe des Eheman-
nes unterworfenen Verrichtungen isoliert betrachtet werden, könnte nicht 
von einer extensiven Überwälzung von Haushaltaufgaben an diesen ge-
sprochen werden. Wie aus dem Abklärungsbericht folgt, übernimmt der 
Ehemann das Kochen (wobei die Beschwerdeführerin beispielsweise beim 
Rüsten mithilft [act. II 98 S. 11]), an "ganz schlechten Tagen" (der Be-
schwerdeführerin) alltägliche Reinigungsarbeiten (S. 12), zwischendurch 
das Staubsaugen bzw. die Nassreinigung des Bodens (S. 12), die Entsor-
gung des Kartons, den täglichen Einkauf (S. 13) und administrative Erledi-
gungen wie Einzahlungen, die Begleichung von Rechnungen sowie die 
Aufgabe von Briefen und Paketen bei der Post (S. 14). Ferner hilft er beim 
Wechsel der Bettwäsche mit (S. 13). Selbst wenn die dergestalt geleistete 
Mithilfe im Vergleich zur ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 25

wartenden Unterstützung als weitergehend zu betrachten wäre, so könnte 
sie jedenfalls unter dem rechtlich massgeblichen Blickwinkel des vorliegend 
anzulegenden (strengeren) Massstabes an die Schadenminderungspflicht 
nicht als unzumutbar qualifiziert werden (vgl. E. 6.6.2 vorne). Denn zu 
berücksichtigen ist auch, dass im massgebenden Beurteilungszeitraum das 
auswärtige Arbeitspensum des Ehemanns 80 % betrug, so dass auch vor 
diesem Hintergrund eine Unterstützung im Haushalt zumutbar ist bzw. war. 
Soweit sich die Verhältnisse ab Oktober 2023 von Seiten der erwerblichen 
Situation des Ehemannes anders präsentieren (100%-Pensum, vgl. Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege, S. 1 [in den Gerichtsakten]), so bildet 
diese Sachverhaltsänderung nicht (mehr) Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens (zur zeitlichen Grenze der gerichtlichen Prüfung, vgl. E. 3.1 
vorne). Nichts zu ihren Gunsten kann die Beschwerdeführerin schliesslich 
aus der geltend gemachten vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ihres 
Ehemannes ableiten, wird doch nicht näher präzisiert, worin die funktionel-
len Einschränkungen konkret bestanden und können den Akten keine An-
haltspunkte entnommen werden, wonach es ihm krankheitsbedingt 
unmöglich gewesen wäre, im Haushalt mitzuhelfen, oder dass sich die Ar-
beitsunfähigkeit gar zur Invalidität verdichtet hätte. 

6.6.4 Soweit deshalb im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
28. Februar 2023 eine wesentliche bzw. invalidenversicherungsrechtlich zu 
berücksichtigende Einschränkung bei der Haushaltführung verneint wurde, 
ist dies auch unter dem Blickwinkel der beschwerdeweisen Vorbringen 
nicht zu beanstanden. Demnach beträgt die mittels Betätigungsvergleich 
ermittelte Einschränkung ungewichtet bzw. gewichtet 0 %. 

6.7 Demnach besteht bei einer gewichteten Einschränkung von 60 % 
im erwerblichen Bereich und 0 % im Aufgabenbereich bei einem Gesamtin-
validitätsgrad von 60 % ab Februar 2022 Anspruch von 60 % einer ganzen 
Invalidenrente (vgl. E. 2.2.3 vorne). Ab März 2022 beträgt die gewichtete 
Einschränkung 31.58 % im erwerblichen Bereich und 0 % im Aufgabenbe-
reich, womit sich der Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet (zur Rundung: 
vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123) 32 % um 28 % und damit revisionsrele-
vant verändert hat (Art. 17 Abs. 1 lit. a ATSG) mit der Folge, dass der Ren-
tenanspruch ohne Bindung an frühere Beurteilungen frei zu prüfen ist (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 26

141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 
E. 3.1; vgl. auch E. 2.3 vorne). Insoweit kann auf die vorangehenden Erwä-
gungen verwiesen werden. Entgegen der angefochtenen Verfügung vom 
14. August 2023 ist die mit Datum der Begutachtung bei Dr. med. 
D.________ vom 16. März 2022 feststehende Änderung in den gesundheit-
lichen Verhältnissen (act. II 85.1 S. 14) jedoch nicht bereits per 1. Juni, 
sondern erst ab 1. Juli 2022 zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 1 IVV). Folg-
lich besteht erst ab Juli 2022 (und nicht schon ab Juni 2022) kein Renten-
anspruch mehr (vgl. E. 2.2.2 f. vorne). 

7.

Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und ist die 
angefochtene Verfügung vom 14. August 2023 dahingehend abzuändern, 
als der Anspruch auf eine Rente von 60 % einer ganzen Invalidenrente bis 
und mit 30. Juni 2022 besteht. Soweit weitergehend ist die Beschwerde 
abzuweisen. 

8.

Die Beschwerdeführerin wird im Umfang ihres Unterliegens grundsätzlich 
kostenpflichtig (Art. 108 VRPG). 

8.1 Mit Verfügung vom 18. Januar 2024 hiess der Instruktionsrichter 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechts-
anwältin B.________ als amtliche Anwältin gut.

8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Beschwerdeführerin obsiegt insoweit geringfügig, als sie auch im Mo-
nat Juni 2022 einen Anspruch auf eine Rente von 60 % einer ganzen Inva-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 27

lidenrente hat, unterliegt jedoch mit ihrem Rechtsbegehren um eine unbe-
fristete Rente. Es rechtfertigt sich deshalb, von einem Obsiegen der Be-
schwerdeführerin im Umfang von einem Achtel auszugehen. Die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entsprechend dem 
teilweisen Obsiegen der Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 700.-- der 
Beschwerdeführerin und im Betrag von Fr. 100.-- der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung aufzuerlegen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. E. 8.1 hiervor) ist die Beschwerdeführerin – unter Vor-
behalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von 
der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG).

8.3

8.3.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung 
besteht bei teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte 
Parteientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 
E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin einen Achtel 
der Parteikosten zu ersetzen (vgl. E. 8.2 hiervor). 

8.3.2 Per 1. Januar 2024 hat der massgebende Mehrwertsteuersatz 
geändert (Verordnung über die Anhebung der Mehrwertsteuersätze zur 
Zusatzfinanzierung der AHV vom 9. Dezember 2022 [AS 2022 863]). 
Massgebend für den anzuwendenden Steuersatz ist der Zeitpunkt der Leis-
tungserbringung. Für Leistungen, die bis zum 31. Dezember 2023 erbracht 
wurden, ist der Steuersatz von 7.7 % anwendbar. Der Steuersatz von 
8.1 % gilt für Leistungen, die ab dem 1. Januar 2024 erbracht wurden. Sind 
Leistungen vor und nach dem 1. Januar 2024 erbracht worden, muss eine 
separate Berechnung erfolgen (Art. 115 Abs. 1 i.V.m. Art. 112 des Bundes-
gesetzes über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 
641.20]). 

Mit Kostennote vom 15. Februar 2024 macht Rechtsanwältin B.________ 
für die Zeit bis 31. Dezember 2023 einen Aufwand von 15.5 Stunden (rich-
tig aufgrund des Rechnungsbetrags: 13.5 Stunden) à Fr. 280.-- und für die 
Zeit ab 1. Januar 2024 einen solchen von 2.75 Stunden à Fr. 280.-- gel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 28

tend, was nicht zu beanstanden ist. Gestützt darauf ist der tarifmässige 
Parteikostenersatz für die Zeit bis 31. Dezember 2023 auf Fr. 4'129.20 
(Honorar: Fr. 3’780.-- [13.5 Stunden x Fr. 280.--]; Auslagen: Fr. 54.--; 
MWST: Fr. 295.20 [7.7 % auf Fr. 3'834.--]) und für die Zeit ab 1. Januar 
2024 auf Fr. 842.65 (Honorar: Fr. 770.-- [2.75 Stunden x 
Fr. 280.--]; Auslagen: Fr. 9.50: MWST: Fr. 63.15 [8.1 % auf Fr. 779.50]), 
gesamthaft somit auf Fr. 4'971.85, festzusetzen. Die Parteientschädigung 
ist mit Blick auf das Obsiegen im Umfang eines Achtels somit auf 
Fr. 621.50 (inklusive Auslagen und MWST) festzusetzen. Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen. Darüber 
hinaus sind die Parteikosten im Rahmen der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtli-
che Anwältin (vgl. E. 8.1 vorne) zu vergüten. 

8.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

Das amtliche Honorar ist für die Zeit bis 31. Dezember 2023 auf 
Fr. 2'966.05 (Honorar: 13.5 Stunden x Fr. 200.--; Auslagen: Fr. 54.--; 
MWST [7.7 % auf Fr. 2'754.--] Fr. 212.05) und für die Zeit ab 1. Januar 
2024 auf Fr. 604.80 (Honorar: Fr. 550.-- [2.75 Stunden x Fr. 200.--]; Ausla-
gen: Fr. 9.50; MWST [8.1 % auf Fr. 559.50] Fr. 45.30) festzusetzen. Dem-
nach ist Rechtsanwältin B.________ für den verbleibenden Aufwand von 
sieben Achteln nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Ge-
richtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 3'124.50 ([Fr. 2'966.05 + 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 29

Fr. 604.80] x 7/8; inkl. MWST und Auslagen) auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

8.4 Die (hauptsächlich) obsiegende Beschwerdegegnerin hat als So-
zialversicherungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtli-
chem Prozessgrundsatz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 14. August 2023 insoweit abgeändert, als der Be-
schwerdeführerin auch für den Monat Juni 2022 eine Rente von 60 % 
einer ganzen Invalidenrente zugesprochen wird. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zu Fr. 100.-- und der Beschwerdeführerin zu Fr. 700.-- auferlegt. Auf-
grund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird die Beschwer-
deführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die anteilsmäs-
sigen Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 621.50 (inkl. Auslagen 
und MWST), zu ersetzen. 

4. Der anteils- und tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwäl-
tin wird in diesem Verfahren auf Fr. 3'124.50 (inkl. Auslagen und 
MWST) festgesetzt. Dieser wird Rechtsanwältin B.________ nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 30

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/629, Seite 31

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.