# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57a5aad5-e397-5deb-a2ca-4ea040580834
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.06.2018 SK 2017 283
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-283_2018-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 283-285, 287+288

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. Juni 2018 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari und Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Hiltbrunner

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter 1/Anschlussberufungsführer

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2

E.________
a.v.d. Fürsprecher F.________

Beschuldigter 3

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, Angriff etc. 
sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 1. März 2017 (PEN 16 833)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

1.1 A.________

Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 1. März 2017 
wurde A.________ der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von 
H.________, des Angriffs zum Nachteil von H.________ und I.________, des Fah-
rens in fahrunfähigem Zustand mit Personenwagen, der Vereitelung von Mass-
nahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, der einfachen Verkehrsregelverlet-
zung, des pflichtwidrigen Verhaltens nach Verkehrsunfall mit Personenwagen (oh-
ne Personenschaden), der Widerhandlung gegen das Waldgesetz und der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt. Er wurde 
zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten mit einer Probezeit von drei Jah-
ren, zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 110.00 mit einer 
Probezeit von drei Jahren, zu einer Verbindungsbusse von CHF 800.00, zu einer 
Übertretungsbusse von CHF 600.00 sowie zu den anteilsmässigen Verfahrenskos-
ten von CHF 10‘160.35 verurteilt. Der A.________ mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Bern-Mittelland vom 10. Dezember 2014 für eine Geldstrafe von 12 Ta-
gessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wurde widerrufen, unter Aufer-
legung der Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 an 
A.________ (pag. 1199 ff.).

1.2 C.________

Im selben Urteil wurde C.________ freigesprochen von der Anschuldigung der ver-
suchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von I.________. Er wurde hin-
gegen schuldig erklärt der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil 
von H.________, des Angriffs zum Nachteil von H.________ und I.________ und 
der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er wurde ver-
urteilt zu einer bedingten Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu CHF 100.00 mit einer 
Probezeit von vier Jahren. Es wurde ihm die Weisung erteilt, sich weiterhin einer 
therapeutischen Behandlung bei seiner Ärztin zu unterziehen, solange diese es als 
notwendig erachtet, längstens jedoch bis zum Ablauf der Probezeit. Weiter wurde 
C.________ zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 sowie zu den anteils-
mässigen Verfahrenskosten von CHF 16‘806.45 verurteilt. Der ihm mit Strafbefehl 
der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 12. Januar 2015 für eine Geldstrafe 
von 16 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wurde widerrufen, 
unter Auferlegung der Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von 
CHF 300.00 an C.________ (pag. 1203 ff.).

1.3 E.________

E.________ wurde der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von 
H.________, des Angriffs zum Nachteil von H.________ und I.________ und der 
versuchten einfachen Köperverletzung zum Nachteil von I.________ schuldig er-
klärt. Das Regionalgericht verurteilte ihn hierfür zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

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von 14 ½ Monaten, unter Festsetzung der Probezeit auf zwei Jahre, sowie zu den 
anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 10‘060.35 (pag. 1206 f.).

1.4 G.________

G.________ wurde vom Regionalgericht der versuchten schweren Körperverlet-
zung zum Nachteil von I.________ und des Angriffs zum Nachteil von H.________ 
und I.________ schuldig erklärt. Er wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 
Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren sowie zu den anteilsmässigen Verfah-
renskosten von CHF 10‘160.35 verurteilt (pag. 1208 ff.). Infolge Rückzugs der 
staatsanwaltschaftlichen Berufung gegen den Beschuldigten G.________ ist das 
ihn betreffende Urteil der Vorinstanz in Rechtskraft erwachsen (vgl. unter Ziff. 2).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft, Region Bern-Mittelland, am 
6. März 2017 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 1214). Nach Zustellung 
der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 6. Juli 2017 (pag. 1302 ff.) 
reichte die Generalstaatsanwaltschaft am 20. Juli 2017 form- und fristgerecht die 
Berufungserklärung ein (pag. 1308 ff.). Sie focht das erstinstanzliche Urteil in Be-
zug auf die Strafzumessung der Freiheitsstrafen von A.________ und E.________, 
der Geldstrafe von C.________ sowie in Bezug auf den Freispruch von 
C.________ von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung 
zum Nachteil von I.________ an. Die Berufung in Bezug auf G.________ zog sie 
zurück, weshalb die ihn betreffenden Verfahren (SK 17 286 und 289) mit Beschluss 
der Kammer vom 2. August 2017 als erledigt abgeschrieben wurden  und das ihn 
betreffende Urteil der Vorinstanz in Rechtskraft erwuchs (pag. 1320 ff.). Einzig 
Rechtsanwältin B.________ erklärte namens A.________ am 18. August 2017 
form- und fristgerecht Anschlussberufung in Bezug auf die Höhe der Freiheitsstrafe 
(pag. 1327 f.). 

Nachdem alle Parteien ihr Einverständnis zur Durchführung eines schriftlichen Ver-
fahrens erklärt hatten (pag. 1347 ff.), ordnete die Verfahrensleitung dieses mit Ver-
fügung vom 6. Oktober 2017 gestützt auf Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) an. Am 13. Oktober 2017 reichte die Gene-
ralstaatsanwaltschaft ihre schriftliche Berufungsbegründung ein (pag. 1359 ff.). 
Rechtsanwältin B.________ nahm mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 dazu Stel-
lung und begründete die Anschlussberufung (pag. 1437 ff.). Am 15. Januar 2018 
nahm Fürsprecher F.________ im Namen von E.________ zur Berufungsbegrün-
dung der Generalstaatsanwaltschaft Stellung (pag. 1456 ff.). Die Stellungnahme 
von Rechtsanwalt D.________ namens C.________ datiert ebenfalls vom 15. Ja-
nuar 2018 (pag. 1461 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft replizierte mit Eingabe 
vom 18. Januar 2018 (pag. 1479 ff.). Rechtsanwältin B.________ verzichtete mit 
Eingabe vom 28. Februar 2018 auf eine weitere Stellungnahme (pag. 1490). Für-
sprecher F.________ duplizierte mit Eingabe vom 1. März 2018 (pag. 1495 f.). 
Rechtsanwalt D.________ verwies mit Eingabe vom 1. März 2018 auf seine Einga-
be vom 15. Januar 2018 und hielt an den darin gestellten Anträgen fest (pag. 
1498). Mit Verfügung vom 5. März 2018 teilte die Verfahrensleitung den Parteien 

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mit, dass sie den Schriftenwechsel als abgeschlossen erachte und stellte den 
schriftlichen Entscheid der Kammer in Aussicht (pag. 1501).

3. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete mit Berufungsbegründung 
vom 13. Oktober 2017 folgende Anträge (pag. 1360 ff.):
I.
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 

1. März 2017 in Bezug auf G.________ in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 

1. März 2017 in Bezug auf A.________ insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als
2.1 er wegen versuchter schwerer Körperverletzung z.N. von H.________, Angriffs, Fahrens in 

fahrunfähigem Zustand mit Personenwagen, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung 
der Fahrunfähigkeit, einfacher Verkehrsregelverletzung, pflichtwidrigen Verhaltens nach Ver-
kehrsunfall mit Personenwagen, Widerhandlung gegen das Waldgesetz und Widerhandlung 
gegen das BetmG schuldig gesprochen worden ist;

2.2 er zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 110.00 (Probezeit 3 Jahre), zu 
einer Verbindungsbusse von CHF 800.00 und zu einer Übertretungsbusse von CHF 600.00 
verurteilt worden ist; 

2.3 der ihm mit Strafbefehl BM 14 43012 der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 10.12.2014 
für 12 Tagessätze Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug widerrufen worden 
ist.

3. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 
1. März 2017 in Bezug auf C.________ insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als
3.1 er wegen versuchter schwerer Körperverletzung z.N. von H.________, Angriffs und Wider-

handlung gegen das BetmG schuldig gesprochen worden ist;
3.2 er zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 verurteilt worden ist;
3.3 der ihm mit Strafbefehl BM 14 31559 der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 10.12.2014 

für 12 Tagessätze Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug widerrufen worden 
ist.

4. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 
1. März 2017 in Bezug auf E.________ insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als er wegen ver-
suchter schwerer Körperverletzung z.N. von H.________, Angriffs und versuchter einfacher Kör-
perverletzung z.N. von I.________ schuldig gesprochen worden ist.

II.
1. A.________ sei zu

1.1 einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen; hiervon seien 6 Monate unbedingt aus-
zusprechen, unter Anrechnung der ausgestandenen Haft; für 24 Monate sei der teilbedingte 
Vollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu gewähren;

1.2 zu den auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen.

2. C.________ sei
2.1 zusätzlich schuldig zu sprechen wegen versuchter schwerer Körperverletzung z.N. von 

I.________;
2.2 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 4 

Jahren zu verurteilen. Die ausgestandene Haft sei anzurechnen. Es sei ihm die Weisung zu 

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erteilen, sich während der Probezeit weiterhin einer therapeutischen Behandlung zu unter-
ziehen, solange dies von der behandelnden Medizinalperson als notwendig erachtet wird;

2.3 zu den auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen.

3. E.________ sei zu
3.1 einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jah-

ren zu verurteilen, die ausgestandene Haft sei anzurechnen;
3.2 den auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen.

Rechtsanwältin B.________ stellte und begründete mit Eingabe vom 18. Dezember 
2017 namens und im Auftrag von A.________ folgende Anträge (pag. 1438):
1. A.________ sei zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Un-

tersuchungshaft, zu verurteilen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Pro-
bezeit auf 2 Jahre festzusetzen.

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen, die diesbezüglichen 
Parteikosten seien zu entschädigen.

Namens und im Auftrag von C.________ stellte und begründete Rechtsanwalt 
D.________ mit Stellungnahme vom 15. Januar 2018 folgenden Anträge (pag. 
1462):
1. Herr C.________, sei zusätzlich zu den bereits in Rechtskraft erwachsenen Verurteilungen we-

gen versuchter einfacher Körperverletzung, qualifiziert (an einem Wehrlosen) begangen am 
11.04.2015, im Bahnhof Bern z.N. von I.________ zu verurteilen.

2. Herr C.________ sei zu einer angemessenen, 10 Monate nicht übersteigenden Freiheitsstrafe 
bei Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von 3 Jahren zu verurteilen; ver-
bunden mit der Weisung für die Dauer der Probezeit weiterhin die Therapie bei Frau Dr. med. 
J.________ zu besuchen.
Die erstandene Polizei- resp. Untersuchungshaft von 12 Tagen sei an die Strafe anzurechnen.

3. Die auf Herrn C.________ entfallenden Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens sei-
en ihm ganz und die des oberinstanzlichen Verfahrens seien ihm anteilsmässig aufzuerlegen.

4. Das Honorar für die im Rahmen der amtlichen Verteidigung von Herrn C.________ vor erster 
und zweiter Instanz angefallenen Bemühungen des unterzeichnenden Anwalts sei gemäss be-
reits eingereichter bzw. noch nachzureichender Kostennote zu bestimmen.

Die mit Eingabe vom 15. Januar 2018 von Fürsprecher F.________ im Namen und 
im Auftrag von E.________ gestellten und begründeten Anträge lauteten folgen-
dermassen (pag. 1456 f.):
1. Er sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 1. März 2017 be-

züglich E.________ hinsichtlich der Schuldsprüche wegen versuchter schwerer Körperverlet-
zung z.N. H.________, Angriffs und versuchter einfacher Körperverletzung z.N. I.________ in 
Rechtskraft erwachsen ist.

2. Er sei deswegen entsprechend dem erstinstanzlichen Urteil zu einer Freiheitsstrafe von 14 ½ 
Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 9 Ta-
gen. Der Vollzug dieser Strafe sei auf eine Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben.

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3. E.________ sei zur Tragung des auf ihn entfallenden Teils der erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten zu verurteilen.

4. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.
5. E.________ sei eine angemessene Entschädigung für die Verteidigungskosten im oberinstanzli-

chen Verfahren zuzusprechen.

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition (Art. 
398 Abs. 3 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochte-
nen Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nicht angefochten 
und damit in Rechtskraft erwachsen sind in Bezug auf A.________ die Schuld-
sprüche, die Geldstrafe, die Verbindungsbusse, die Übertretungsbusse sowie der 
erfolgte Widerruf, in Bezug auf C.________ die Schuldsprüche, die Übertretungs-
busse und der erfolgte Widerruf und in Bezug auf E.________ die Schuldsprüche 
(vgl. pag. 1309). Da die Generalstaatsanwaltschaft zu Ungunsten der Beschuldig-
ten die Berufung ergriffen hat, ist die Kammer nicht an das Verschlechterungsver-
bot gebunden (Art. 391 Abs. 1 StPO e contrario).

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Rechtsanwältin B.________ beantragte mit Eingabe vom 18. August 2017, der 
Zahlungsbeleg vom 19. April 2017 für die Überweisung von CHF 500.00 von 
A.________ an H.________ und der Arztbericht betreffend Alkohol- und Drogen-
abstinenz vom 18. April 2017 inklusive drei Laborberichte seien zu den Akten zu 
erkennen (pag. 1328 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft erhob keine Einwendun-
gen gegen die Beweisanträge (pag. 1340). Die Verfahrensleitung hiess den Antrag 
mit Verfügung vom 21. September 2017 gut und erkannte die Unterlagen zu den 
Akten (pag. 1342). Mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 beantragte Rechtsanwäl-
tin B.________ auch den Arztbericht von Dr. med. K.________ vom 8. Dezember 
2017 zu den Akten zu erkennen (pag. 1438). Dieser Antrag wurde von der Verfah-
rensleitung mit Verfügung vom 13. Februar 2018 ebenfalls gutgeheissen (pag. 
1485). 

Von Amtes wegen wurden aktuelle Strafregisterauszüge sowie Leumundsberichte 
inklusive wirtschaftlicher Verhältnisse über alle drei Beschuldigten eingeholt (pag. 
1342). 

6. Würdigungsvorbehalt

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte im Rahmen ihrer Berufungsbegründung vom 
13. Oktober 2017 den Antrag, die C.________ vorgeworfene schwere Körperver-
letzung zum Nachteil von I.________ sei auch unter dem Gesichtswinkel der ver-
suchten einfachen Körperverletzung zum Nachteil eines Wehrlosen, ev. der ver-
suchten einfachen Körperverletzung zu würdigen (pag. 1360). Rechtsanwalt 
D.________ verzichtete mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 namens C.________ 
auf Einwände gegen den Würdigungsvorbehalt (pag. 1425 f.). Mit Beschluss vom 
13. November 2017 behielt sich die Kammer in Anwendung von Art. 344 StPO vor, 
den angeklagten Sachverhalt (Ziff. I.b.1. der Anklageschrift, pag. 952 f.) auch unter 

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dem rechtlichen Aspekt der einfachen Körperverletzung an einem Wehrlosen 
gemäss Art. 123 Ziff. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (aStGB; SR 311.0, 
vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. III.12.) bzw. Versuchs dazu sowie eventuell der 
einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 aStGB bzw. Versuchs dazu zu 
würdigen (pag. 1431). 

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

7. Vorbemerkungen

In der Nacht vom 10. auf den 11. April 2015, um ca. 04:18 Uhr morgens, kam es im 
Bahnhof Bern zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Dabei traten A.________, 
C.________, E.________ und G.________ als Angreifer gegen die beiden Opfer 
H.________ und I.________ auf. Die Auseinandersetzung wurde mehrheitlich von 
zwei Überwachungskameras im Bahnhof Bern aufgezeichnet (pag. 616). Die Täter 
verübten Fusstritte und Faustschläge gegen die beiden Opfer. Letztere trugen bei 
dieser Auseinandersetzung gemäss rechtsmedizinischen Befunden erhebliche, 
aber keine lebensgefährlichen oder bleibenden Verletzungen davon. H.________ 
erlitt eine Gehirnerschütterung, Prellungsmarken in Umgebung der linken Augen-
höhle, ein «blaues Auge» links (Monokelhämatom), Sehstörungen des linken Au-
ges mit Doppelbildern und Verschwommensehen, eine Kiefersperre, Unterblutun-
gen und Substanzdefekte der Lippen sowie Prellungen im Bereich des Rippenbo-
gens links, des Oberbauchs links und des linken Knies (pag. 487 ff. und pag. 514 
ff.). I.________ trug eine operationswürdige Instabilität des linken Daumengrundge-
lenkes, multiple Prellmarken im Gesicht sowie Hautrötungen am Oberkörper und 
Rücken davon (pag. 495 ff. und pag. 535 ff.). 

Die vier Beschuldigten wurden von der Vorinstanz je für ihre einzelnen tätlichen 
Handlungen gegenüber den beiden Opfern verurteilt. Von einer mittäterschaftlichen 
Beurteilung der Tathandlungen der Beschuldigten wurde abgesehen.

Der Sachverhalt und die rechtliche Würdigung der Taten sind im Berufungsverfah-
ren fast vollständig unbestritten. Es kann daher weitgehend von den Feststellungen 
in der vorinstanzlichen Urteilsbegründung ausgegangen werden (pag. 1239 ff.). 
Umstritten und zu prüfen ist in Bezug auf C.________ der gegen I.________ aus-
geübte Fusstritt und dessen rechtliche Qualifikation. Im Übrigen machen die Gene-
ralstaatsanwaltschaft und die Verteidigungen verschiedene Sachverhaltsaspekte 
geltend, die im Hinblick auf die angefochtenen Strafzumessungen relevant sind. 
Soweit nötig, wird auf diese Rügen vorab eingegangen. Im Hinblick auf die Straf-
zumessung werden im Folgenden auch die unbestrittenen Sachverhalte und Tat-
bestände, die den noch am Verfahren beteiligten Beschuldigten zur Last gelegt 
werden, kurz zusammengefasst dargestellt.

8. Vorgeschichte

Der hier Gegenstand bildenden Auseinandersetzung im Bahnhof Bern war in der 
Tatnacht eine Auseinandersetzung bei der Reitschule in Bern vorausgegangen. 
Gemäss den rechtskräftigen Strafbefehlen gegen die späteren Opfer H.________ 

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und I.________ geschah dort am 11. April 2015 um ca. 4 Uhr morgens in etwa Fol-
gendes (vgl. pag. 929 und 933):

Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen. H.________ 
versuchte nach einer mutmasslichen Provokation gegen einen der Kontrahenten 
aus der anderen Gruppe Schläge auszuteilen. Sein Kollege I.________ schlug 
L.________, einen Bekannten der im vorliegenden Verfahren Beschuldigten, un-
vermittelt mit der Faust ins Gesicht, worauf dieser zu Boden ging und einen Mo-
ment lang benommen liegen blieb. In der Folge schlug I.________ auch 
G.________ und einen unbekannten Sicherheitsmann der Reitschule. Auch 
A.________ versuchte er zu schlagen. Keiner der letzten drei trug Verletzungen 
davon.

Es ist sodann bekannt, dass sich I.________ und H.________ im Anschluss an die 
Auseinandersetzung bei der Reitschule zum Bahnhof Bern begaben, wohin ihnen 
A.________, C.________, E.________ und G.________ folgten. 

Die Generalstaatsanwaltschaft führte in ihrer Berufungsbegründung aus, die vorhe-
rige Auseinandersetzung sei zwar nicht Verfahrensgegenstand, könne aber bei der 
Frage des Motivs der Beschuldigten eine Rolle spielen. Sie gab sodann die Aussa-
gen der Befragten zu den Geschehnissen wieder und entnahm diesen Folgendes: 
Erstens sei offensichtlich, dass der Faustschlag von I.________ auf eine Provoka-
tion von L.________ gefolgt sei, während die beiden späteren Opfer zunächst of-
fensichtlich durchaus friedlich reagiert hätten, nachdem sie um Zigaretten ange-
gangen worden seien. Zweitens bleibe unklar, wer von den Beschuldigten bei der 
Reitschule tatsächlich einen Schlag oder Tritt von I.________ abbekommen habe. 
Drittens sei offensichtlich, dass die vorhandenen Aussagen nicht erlauben würden, 
H.________ als Person zu bezeichnen, die L.________ oder einen der vier Be-
schuldigten geschlagen hätte. Viertens zeige sich, dass die Beschuldigten, in der 
Absicht sich zu exkulpieren, den Vorfall bei der Reitschule aufgebauscht und dra-
matisiert dargestellt hätten. Fünftens werde klar, dass zwischen dem Vorfall bei der 
Reitschule und demjenigen im Bahnhof eine Zäsur bestehe. Die Auseinanderset-
zung bei der Reitschule sei abgeschlossen gewesen, als die hier interessierenden 
Handlungen begonnen hätten (pag. 1365 f.).

Die Verteidigung von A.________ brachte dagegen vor, bei der Vorgeschichte sei 
zugunsten von A.________ davon auszugehen, dass er in die Auseinandersetzung 
vor der Reitschule involviert worden sei, als er sich um den niedergestreckten 
L.________ habe zu kümmern begonnen. Er beklage einen Tritt oder Schlag von 
hinten an seinen Hinterkopf und einen Schlag gegen seine Rippen. Er gehe davon 
aus, dass die Schläge von einem oder beiden späteren Opfern verübt worden sei-
en. Erst danach habe er in unmittelbarer Folge selber eine aktive Rolle übernom-
men, indem er die beiden späteren Opfer in Richtung Bahnhof verfolgt habe (pag. 
1438). Die Verteidigung von C.________ wendete gegen die Vorbringen der Gene-
ralstaatsanwaltschaft ein, es sei davon auszugehen, dass sich die Verfolgung der 
späteren Opfer vom Vorplatz der Reitschule Richtung Bahnhof relativ nahtlos an 
die ersten Ereignisse angeschlossen habe. Das müsse zur Folge gehabt haben, 
dass die Aufregung, die Emotionen und das Adrenalin bei allen Beteiligten noch 

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habe volle Wirkung entfalten können (pag. 1463 f.). Die Verteidigung von 
E.________ äusserte sich nicht zur Vorgeschichte.

Die Kammer stützt vorliegend auf den aus den rechtkräftigen Strafbefehlen hervor-
gehenden Sachverhalt ab. Die Aussagen der Befragten fielen in der Tat sehr unter-
schiedlich aus. Die Staatsanwaltschaft hatte daraus beweiswürdigend den für die 
Strafbefehle massgeblichen Sachverhalt herauskristallisiert. Der genaue Sachver-
halt betreffend die Ereignisse bei der Reitschule – wer gegen wen was gemacht hat 
– lässt sich anhand der divergierenden Aussagen und in Ermangelung objektiver 
Hinweise im Nachhinein nicht mehr mit genügender Sicherheit rekonstruieren. Die 
Kammer muss sich mit der Feststellung begnügen, dass es bei der Reitschule zu 
einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen war, an der sowohl mehrere der 
vier Beschuldigten als auch die beiden späteren Opfer beteiligt waren. Die einzel-
nen Rollen bleiben unklar.

Aus den Strafbefehlen gegen H.________ und I.________ (pag. 929/933) geht 
immerhin hervor, dass sie beide nicht am Streit unbeteiligte Drittpersonen waren, 
sondern vielmehr gemeinsam auftraten. Es ist zwar nicht nachgewiesen, dass auch 
H.________ erfolgreich tätlich wurde, dennoch war er Teil der Auseinanderset-
zung. Die Kammer geht zudem von einer relativ kurzen Zeitspanne zwischen den 
beiden Ereignissen aus.

Alle Beschuldigten gaben an, der Grund für die Verfolgung der Opfer und den An-
griff am Bahnhof sei die vorherige Auseinandersetzung bei der Reitschule gewe-
sen. A.________ wurde spezifisch nach dem Motiv gefragt und sagte, er habe dies 
nicht auf sich sitzen lassen wollen (pag. 398 Z. 87). Es sei eine Reaktion gewesen, 
weil ein Kollege von ihm, L.________, «Knockout» geschlagen worden sei (pag. 
412 Z. 32 f.). E.________ sagte aus, wer auf ihn losgehe, auf den gehe er auch los 
(pag. 430 Z. 52 f.). Er sprach von Verteidigung, räumte aber ein, dass nur sein Kol-
lege L.________ bei der Reitschule geschlagen worden sei und er habe «helfen» 
wollen (pag. 439 Z. 188 ff.). Aus diesen Aussagen geht klar hervor, dass es um 
Vergeltung ging und vor allem darum, unter jungen Männern zu zeigen, wer stärker 
ist. Dabei ist unwesentlich, wie die Auseinandersetzung bei der Reitschule genau 
ablief und wieviel Zeit zwischen den beiden Vorfällen verging. 

9. A.________

In Bezug auf den Beschuldigten A.________ sind im Berufungsverfahren die Be-
weiswürdigung und die rechtliche Würdigung des Sachverhalts unstrittig geblieben. 
Es ist daher diesbezüglich auf die vorinstanzlichen Feststellungen abzustützen. Es 
ist folglich erstellt, dass A.________ zu Beginn der Auseinandersetzung im Bahn-
hof auf H.________ zurannte und einen Kick mit gestrecktem Bein auf dessen 
Kopfhöhe ausgeführt hat («Kung-Fu-Tritt»). Es wird davon ausgegangen, dass er 
H.________ verfehlte oder zumindest nicht richtig traf, da dieser noch kurz aufrecht 
stehen blieb – und erst, nachdem A.________ zu Boden fiel, vor dem Bankomaten 
zu liegen kam. Etwas später riss er H.________ dann zu Boden und schlug drei bis 
vier Mal mit der Faust gegen den Kopf des regungslos am Boden liegenden Opfers 
(pag. 1249, S. 16 der Urteilsbegründung). 

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In rechtlicher Hinsicht wurden diese Handlungen von der Vorinstanz rechtskräftig 
als eventualvorsätzlicher Versuch zu einer schweren Körperverletzung gemäss 
Art. 122 i.V.m. Art. 22 aStGB in echter Konkurrenz zu Angriff nach Art. 134 aStGB 
qualifiziert.

10. C.________

10.1 Unbestrittene Aspekte / Fusstritte gegen H.________

Im Berufungsverfahren ist nicht mehr umstritten, dass C.________ erst am Tatort 
eintraf, als die beiden Opfer von den übrigen Beschuldigten bereits zu Boden ge-
bracht worden waren. Er trat mindestens zehn Mal mit dem Fuss gegen den 
Kopf/Oberkörper des wehrlos am Boden liegenden H.________. Er führte die Tritte 
aus dem Stand aus, holte dabei mit dem Bein leicht aus und zog dieses dann 
durch. C.________ trat nicht mit der grösstmöglichen Heftigkeit zu, aber doch mit 
beachtlichem Kraftaufwand (pag. 1254, S. 21 der Urteilsbegründung). Diese Tat 
wurde rechtskräftig als eventualvorsätzliche versuchte schwere Körperverletzung 
gewürdigt (pag. 1264 f., S. 31 f. der Urteilsbegründung). Unbestritten ist im Übri-
gen, dass ein Angriff im Sinne von Art. 134 aStGB vorliegt (pag. 1266 f., S. 33 f. 
der Urteilsbegründung).

10.2 Bestrittene Aspekte / Fusstritt gegen I.________

10.2.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

In sachverhaltsmässiger und rechtlicher Hinsicht zu prüfen ist hingegen der auf der 
Videoaufzeichnung (Kamera 174, Sequenz 04:18:51) erkennbare Fusstritt von 
C.________ gegen den am Boden liegenden I.________. Die Vorinstanz gelangte 
beweiswürdigend zum Schluss, die Videoaufzeichnung sei zu wenig eindeutig, um 
die Beweisfrage der Intensität und der Art und Weise der Ausführung des Fusstrit-
tes beantworten zu können. Es sei von dem für C.________ günstigeren Sachver-
halt auszugehen und anzunehmen, dass der Fusstritt nicht heftig gewesen sei 
(pag. 1253 f., S. 21 der Urteilsbegründung). In rechtlicher Hinsicht folgerte sie dar-
aus, dass der Fusstritt nicht geeignet gewesen sei, I.________ eine so schwere 
Schädigung des Körpers oder der geistigen Gesundheit zuzufügen, dass der Tat-
bestand der versuchten schweren Körperverletzung erfüllt wäre. Sie sprach 
C.________ vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung frei (pag. 
1263, S. 30 der Urteilsbegründung). 

10.2.2 Vorbringen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte im Berufungsverfahren vor, C.________ 
habe sich widersprüchlich zu diesem Fusstritt geäussert. Er habe stets versucht, 
eine für ihn möglichst günstige Version zu präsentieren. Es sei einzuräumen, dass 
die Qualität der Videoaufnahme und auch ihr Aufnahmespektrum es nicht einfach 
machen würden, Intensität und Ausführungsart des Fusstrittes zu beurteilen. Er-
kennbar sei indessen, dass C.________ aus der Bewegung heraus einen Fusstritt 
in die Kopf- bzw. Oberkörpergegend des am Boden liegenden, schwer angeschla-
genen und zusammengekrümmten Opfers ausführe. Es handle sich um ein dyna-
misches Geschehen, bei dem C.________ in keiner Wiese habe Gewissheit haben 
können, den sichtlich bereits arg mitgenommenen I.________ nicht in einer den 

11

Tatbestand von Art. 122 aStGB erfüllenden Weise noch weiter zu schädigen, so 
dass seine Handlungsweise nur als Inkaufnahme einer derartigen Schädigung in-
terpretiert werden könne. Es habe demnach ein Schuldspruch wegen versuchter 
schwerer Köperverletzung zu erfolgen. Selbst wenn die Kammer diese Sichtweise 
nicht teilen sollte, sei ein Freispruch nicht angebracht. Denn bei Verneinung einer 
versuchten schweren Körperverletzung sei eine versuchte einfache Körperverlet-
zung zu prüfen. Hier sei offensichtlich eine Person getroffen worden, die nicht mehr 
in der Lage gewesen sei, sich zur Wehr zu setzen. Selbst wenn die Wehrlosigkeit 
nicht bejaht werden sollte, so sei C.________ wegen versuchter einfacher Körper-
verletzung schuldig zu sprechen. Es sei daran zu erinnern, dass I.________ am 11. 
April 2015 wegen Körperverletzung Strafantrag gestellt habe (pag. 1371 f.).

Auch die Verteidigung von C.________ räumte – mit Blick auf den Würdigungsvor-
behalt – ein, dass der erfolgte Freispruch durch einen Schuldspruch zu ersetzen 
sei. Sie führte aus, auf den Aufnahmen sei zwar ein Tritt erkennbar, jedoch weder 
dessen Intensität noch das genaue Ziel. Die Aussagen von C.________ seien hier 
tatsächlich nicht weiter hilfreich. Es lasse sich aus ihnen mit Bestimmtheit aber 
auch nichts zu dessen Nachteil ableiten. Es sei davon auszugehen, dass der Tritt 
nicht mit voller Wucht ausgeführt worden sei. C.________ sei kurz vor dem Tritt vor 
I.________ still gestanden und habe erst dann zum Tritt angesetzt, ohne dabei 
noch besonders auszuholen. Die genaue Trittrichtung sei nicht erkennbar und es 
müsse in dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass der Tritt nicht gegen den 
Kopf erfolgt sei. Eine Inkaufnahme oder Absicht auf die Zufügung von schweren 
Verletzungen könne nicht als erstellt angesehen werden. Es sei hingegen klar, 
dass sich I.________, am Boden liegend, nicht mehr wirksam habe zur Wehr set-
zen können. C.________ sei der versuchten einfachen Körperverletzung an einem 
Wehrlosen schuldig zu sprechen (pag. 1464 f.).

10.2.3 Beweiswürdigung der Kammer

C.________ sagte aus, beim Weggehen/Vorbeigehen habe er I.________ mit dem 
Fuss getreten (pag. 373 Z. 84 f.; pag. 381 Z. 57 ff.). Er sagte zunächst, der Tritt sei 
in die Beine gewesen (pag. 373 Z. 85). Am 22. April 2015 gab er nach Vorspielen 
der Videosequenz zu Protokoll, er habe auf den Kopf oder die Brust gezielt, einfach 
oben (pag. 383 Z. 183). In einer späteren Einvernahme gab er an, es sei in den 
Bauch gewesen. Auf Vorhalt der Videosequenz meinte er dann, er habe wohl ge-
gen die linke Brustgegend getreten (pag. 393 Z. 243 ff.). Die Aussagen von 
C.________ wurden immer gerade dem jeweiligen Ermittlungsstand angepasst und 
erweisen sich als wenig hilfreich. Wie sowohl die Vorinstanz, die Generalstaatsan-
waltschaft und auch die Verteidigung von C.________ ausführen, ist der Tritt auf 
der Videoaufnahme der Kamera 174 in der Sequenz 04:18:51 erkennbar. Die Qua-
lität der Aufnahme ist hingegen zu schlecht, um die Heftigkeit und das Ziel des Trit-
tes eindeutig erkennen zu können. Erkennbar ist hingegen, dass I.________ nach 
den bereits erlittenen Schlägen zusammengekrümmt am Boden lag. Es kümmerten 
sich bereits unbeteiligte Personen um ihn, als C.________ langsam herantrat und 
ihm den Fusstritt versetzte. Der Tritt landete in der Oberkörpergegend – wo genau, 
ist jedoch nicht ersichtlich.

12

Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorausset-
zungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-
son günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Kammer schliesst sich 
dem Beweisergebnis der Vorinstanz an, wonach aufgrund der vorliegenden Be-
weislage in dubio pro reo von einem eher weniger heftigen Fusstritt ausgegangen 
werden muss. Auch muss zugunsten von C.________ angenommen werden, dass 
er nicht gegen den Kopf des still liegenden Opfers zielte. Es ist somit beweismässig 
von einem nicht allzu heftigen Fusstritt in die Oberkörpergegend eines angeschla-
genen, reglos am Boden liegenden Opfers auszugehen. I.________ erlitt durch den 
Vorfall vom 11. April 2015 verschiedene Verletzungen. Die Zuordnung einer be-
stimmten Verletzung zum Fusstritt durch C.________ ist jedoch nicht möglich. 
C.________ nahm mit seinem Verhalten jedoch in Kauf, I.________ zu verletzen.

10.2.4 Rechtliche Würdigung

Die Kammer behielt sich vor, den Fusstritt von C.________ gegen I.________ auch 
unter dem rechtlichen Aspekt der einfachen Körperverletzung an einem Wehrlosen 
gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 aStGB bzw. Versuchs dazu sowie eventuell der ein-
fachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 aStGB bzw. Versuchs dazu zu 
würdigen (pag. 1431, siehe oben Ziff. I.6.). 

Eine schwere Körperverletzung nach Art. 122 aStGB begeht, wer vorsätzlich einen 
Menschen lebensgefährlich verletzt, den Körper oder ein wichtiges Organ oder 
Glied unbrauchbar macht, einen Menschen arbeitsunfähig, gebrechlich oder geis-
teskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt oder wer 
vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen 
oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht. Wer vorsätzlich einen 
Menschen in anderer Weise (als bei der schweren Köperverletzung nach Art. 122 
aStGB) an Körper oder Gesundheit schädigt, wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis 
zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 123 Ziff. 1 aStGB). Wird die Tat an ei-
ne Wehrlosen begangen, so wird der Täter von Amtes wegen verfolgt (Art. 123 Ziff. 
2 Abs. 3 aStGB). Wehrlos im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 aStGB ist nach bundesge-
richtlicher Rechtsprechung, wer nicht in der Lage ist, sich gegen eine schädigende 
Einwirkung zur Wehr zu setzen. Die Wehrlosigkeit braucht nicht durch körperliche 
oder seelische Besonderheiten wie Alter, Körperschwäche, Krankheit oder Ge-
brechlichkeit bedingt zu sein. Das Gesetz verlangt auch nicht, dass das Opfer aus-
serstande sei, sich jedem beliebigen Angriff zu entziehen, dass die Wehrlosigkeit 
mithin eine absolute sein müsste, damit das qualifizierende Tatbestandsmerkmal 
bejaht werden könnte. Es genügt, wenn sich das Opfer gegenüber seinem Angrei-
fer und der Handlung, mit der dieser es bedroht, nicht mit einiger Aussicht auf Er-
folg zur Wehr setzen kann (BGE 129 IV 1 E. 3.3 mit Verweis auf BGE 85 IV 125 E. 
4b = Pra 48/1959 Nr. 186 S. 510). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirkli-
chung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 aStGB, 
sog. Eventualvorsatz). Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Ver-
brechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder 
tritt der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht 
eintreten, so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 aStGB).

13

I.________ erlitt keine Verletzungen im Sinne von Art. 122 aStGB und die Zuord-
nung einer Verletzung zum Fusstritt von C.________ ist nicht möglich. Da kein 
konkreter Erfolg erstellt ist, kommt lediglich die Verurteilung für ein versuchtes De-
likt in Frage. Dass C.________ die Absicht gehabt hätte, I.________ mit dem Fuss-
tritt in einer Weise nach Art. 122 aStGB zu verletzen, ist ihm nicht rechtsgenüglich 
nachzuweisen. Zudem lässt die beweismässig angenommene relativ geringe Hef-
tigkeit des Trittes in die Oberkörpergegend den Schluss nicht zu, C.________ habe 
mit seiner Handlungsweise eine schwere Verletzung billigend in Kauf genommen. 
Der Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 aStGB ist nicht erfüllt.

Der Fusstritt war jedoch geeignet, das Opfer zu verletzen. Dies war bzw. musste 
C.________ klar sein. Er nahm eine Verletzung zumindest in Kauf, d.h. er handelte 
eventualvorsätzlich. I.________ lag im Tatzeitpunkt verletzt auf dem Boden und 
hatte keine Möglichkeit, sich der Einwirkung durch C.________ zu entziehen. Die 
Tat wurde somit gegen einen Wehrlosen verübt. Aufgrund der erwähnten fehlenden 
Möglichkeit der Zuordnung einer bestimmten Verletzung zum Fusstritt durch 
C.________, steht einzig der Tatbestand der versuchten einfachen Körperverlet-
zung an einem Wehrlosen gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 i.V.m. Art. 22 aStGB zur 
Diskussion und kann als erfüllt betrachtet werden. C.________ ist hierfür – im Sin-
ne des von der Generalstaatsanwaltschaft angeregten Würdigungsvorbehalts und 
entsprechend dem Antrag der Verteidigung – schuldig zu erklären.

10.3 Schuldfähigkeit

Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, so ord-
net die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die Begutachtung durch einen 
Sachverständigen an (Art. 20 aStGB). War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, 
das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist 
er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 aStGB). War er nur teilweise fähig, das Unrecht 
seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Ge-
richt die Strafe (Art. 19 Abs. 2 aStGB).

C.________ erlitt nach seiner Festnahme durch die Polizei am 11. April 2015 einen 
Krampfanfall (41 ff.). Am 13. April 2015 wurde er wegen Suizidalität aus der Unter-
suchungshaft der Bewachungsstation des Inselspitals zugewiesen (pag. 50 ff.). Am 
23. Mai 2016 erteilte die Staatsanwaltschaft einen Auftrag an Dr. med. M.________ 
zur psychiatrischen Begutachtung von C.________ (pag. 876 ff.). Dieser erstattete 
am 2. September 2016 sein Gutachten (pag. 886 ff.). Er stellte fest, dass bei 
C.________ eine Persönlichkeitsproblematik vorliege, die forensisch einer mangel-
haften geistigen Entwicklung entspreche. Die Mischintoxikation zur Zeit der Tat mit 
Alkohol, Kokain und Cannabinoiden habe (bei einer anzunehmenden erhöhten ce-
rebralen Vulnerabilität/Sensitivität auf zentralnervös wirkende Substanzen aufgrund 
seiner epileptischen Anamnese) eine schwere Bewusstseinsstörung bewirkt (pag. 
911). Wegen der Persönlichkeitsstörung sei die Fähigkeit zur Einsicht in das Un-
recht der Tat im Zeitpunkt der Tat höchstens in leichtem, wegen der Mischintoxika-
tion bei einem epileptischen vorgeschädigten Zentralnervensystem aber in schwe-
rem Grad vermindert gewesen. Ebenso sei wegen der Mischintoxikation die Fähig-
keit, gemäss der Resteinsicht zu handeln, im Tatzeitpunkt in schwerem Grad ver-

14

mindert gewesen (pag. 912). Der Gutachter schätzte C.________ demnach als nur 
teilweise schuldfähig und die Verminderung der Schuldfähigkeit als schwergradig 
ein (pag. 913). 

Die Vorinstanz erachtete das Gutachten als schlüssig und stellte darauf ab (pag. 
1280, S. 47 der Urteilsbegründung). Die Generalstaatsanwaltschaft übte in ihrer 
Berufungsbegründung Kritik am Gutachten. Sie führte aus, die vom Gutachter ge-
nannte Verdachtsdiagnose müsse als wenig verlässlich, wenn nicht als eigenartig 
bezeichnet werden. Es sei auch offensichtlich, dass C.________ gegenüber den 
Strafbehörden wie gegenüber dem Gutachter die Menge konsumierten Alkohols 
stark übertrieben habe. Auch habe er beim Gutachter seinen Gedächtnisverlust 
übertrieben. Der Gutachter habe ihrer Ansicht nach die Vorbringen von 
C.________ zu wenig kritisch hinterfragt und ungenügend auf ihre Vereinbarkeit 
mit den Akten überprüft. Die Folgerung, es liege für den Tatzeitpunkt eine schwer-
gradige Verminderung der Schuldfähigkeit vor, sei folglich eine mit erheblichen Un-
gewissheiten behaftete Wahrscheinlichkeitsdiagnose. Die Generalstaatsanwalt-
schaft ziehe eine ins Gewicht fallende Verminderung der Schuldfähigkeit nicht in 
Zweifel. Sie weise lediglich darauf hin, dass die Diagnose auf eher wackeligen 
Füssen stehe und sich deshalb eine zu starke Strafreduktion verbiete (pag. 1374 
f.). Die Verteidigung von C.________ führte hingegen aus, dass selbst wenn 
C.________ gegenüber dem Gutachter übertrieben haben sollte, davon auszuge-
hen sei, dass dieser aufgrund des objektivierten Alkoholisierungsgrades in der La-
ge gewesen sei, die Aussagen des Begutachteten entsprechend zu würdigen (pag. 
1466).

Die Kammer erachtet das Gutachten – wie bereits die Vorinstanz – als schlüssig 
und erkennt keine triftigen Gründe, die es ihr gebieten würden, von den Schlussfol-
gerungen des Gutachtens abzuweichen. Zur Kritik der Generalstaatsanwaltschaft 
ist zu bemerken, dass jede psychiatrische Feststellung mit einer gewissen Unsi-
cherheit behaftet ist. Der Gutachter legte die bestehenden Unsicherheiten auch of-
fen, indem er beispielsweise die Komplexität des Falles erwähnte (pag. 905). Eben-
falls war er in Kenntnis der Diskrepanz der Angaben von C.________ zu seinem 
Alkoholkonsum und der Berechnung der Blutalkoholkonzentration des IRM (vgl. 
pag. 909 f.). Der Gutachter bezog die Angabe von C.________ betreffend Ge-
dächtnisausfall in seine Beurteilung mit ein. Er setzte sich in der Tat nicht aus-
drücklich mit der Diskrepanz dieser Angabe zum übrigen Aussageverhalten von 
C.________ auseinander. Doch verkannte er nicht, dass es sich lediglich um eine 
Behauptung des Exploranden handelte (vgl. pag. 910). Eine Abweichung vom Gut-
achten drängt sich der Kammer aus diesem Grund jedenfalls nicht auf. Es wird von 
einer teilweisen bzw. einer stark verminderten Schuldfähigkeit von C.________ im 
Sinne von Art. 19 Abs. 2 aStGB ausgegangen. Ein Schuldausschliessungsgrund 
liegt damit nicht vor und es bleibt beim Schuldspruch. Die Verminderung der 
Schuldfähigkeit ist im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen (vgl. Ziff. 
15.2.2 hienach).

15

11. E.________

Die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung und die rechtliche Wür-
digung der Tathandlungen von E.________ blieben im Berufungsverfahren unbe-
stritten. Er verpasste dem am Boden liegenden H.________ aus dem Laufen her-
aus einen Fusstritt Richtung Kopf/Oberkörper. Mit dem Bein holte er nur leicht aus 
und zog es dann durch. Zudem schlug er mit dem um die Hand gewickelten Gürtel 
auf den vor dem Bankomaten am Boden liegenden I.________ mindestens drei 
Mal und anschliessend vor dem Rolltreppenaufgang mindestens fünf Mal ein. Er 
führte die Schläge durchaus heftig und mit vorgängigem Ausholen aus (pag. 1257, 
S. 24 der Urteilsbegründung). In rechtlicher Hinsicht liegt beim Fusstritt gegen den 
Kopf- bzw. Oberkörper von H.________ eine eventualvorsätzliche versuchte 
schwere Körperverletzung vor (pag. 1265, S. 32 der Urteilsbegründung). Die 
Schläge gegen I.________ hingegen wurden als versuchte einfache Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 aStGB qualifiziert. Die Vorinstanz 
nahm mindestens Eventualvorsatz an (pag. 1267 ff., S. 34 ff. der Urteilsbegrün-
dung). Ausserdem erfolgte gegen E.________ wie auch bei den anderen Beschul-
digten ein Schuldspruch wegen Angriffs nach Art. 134 aStGB (pag. 1266 f., S. 33 f. 
der Urteilsbegründung). 

III. Strafzumessung

12. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB betreffend das Sanktionenrecht in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbre-
chen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches begangen, er-
folgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue 
Gesetz anzuwenden, wenn dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwe-
re verschiedener Strafnormen ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, 
wonach sich umfassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach 
neuem Recht gegenüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und die-
selbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwen-
dung der beiden Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige 
strafbare Handlungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung ge-
sondert zu prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist 
eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82, S. 88, E. 6.2.1 und 6.2.3). Aus-
schlaggebend ist, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (vgl. zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: TRECH-
SEL/PIETH [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl. 
2018, N 11 zu Art. 2 StGB mit Hinweisen; DONATSCH, Schweizerisches Strafge-
setzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, S. 34 N 10 sowie BGE 126 IV 5 S. 8 – je mit Hin-
weisen). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichts-
punkten zu richten (BGE 134 IV 82, E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass 
der mit einer Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, 
namentlich der Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfrei-
heit und der Beziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafarten hat die Freiheits-

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strafe als die strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die 
Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden 
(POPP/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar zum Strafrecht, Bd. I, 3. Aufl. 2013, N 17 
zu Art. 2 StGB mit weiteren Hinweisen).

Vorliegend ist das neue Sanktionenrecht in Bezug auf keine der zu beurteilenden 
Taten das mildere. Insbesondere wäre die mildere Strafart der Geldstrafe nach den 
neuen Bestimmungen (Art. 34 Abs. 1 und 122 StGB) bei der schweren Köperver-
letzung nicht mehr möglich, während das alte Recht eine Geldstrafe von 180 bis 
360 Tagessätzen zuliess (Art. 34 Abs. 1 und Art. 122 aStGB). Es gelangen deshalb 
die Bestimmungen des alten Rechts zur Anwendung (in ihrer bis zum 31. Dezem-
ber 2017 gültigen Fassung). 

13. Allgemeines

Für die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung und die Anwendbarkeit von 
Art. 49 Abs. 1 aStGB bei mehreren Straftaten wird auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen (pag. 1272, S. 39 der Urteilsbegründung). 

Nach Art. 50 aStGB hat das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen 
Umstände und deren Gewichtung festzuhalten. Es muss die Überlegungen, die es 
bei der Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen wiedergeben, 
so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 134 IV 17 E. 2.1 S. 20 mit 
Hinweisen). Es erscheint hierfür nicht zwingend, von einem Referenzsachverhalt 
mit einer entsprechenden Referenzeinsatzstrafe auszugehen. Vielmehr hat das 
Gericht die einzelnen Strafzumessungsfaktoren nach pflichtgemässem Ermessen 
zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_991/2015 und 6B_998/2015 
vom 24. Mai 2016, E. 7.2).

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vorin-
stanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind. 
Vorliegend ist bei der Strafzumessung – für teilweise vergleichbare Taten – voral-
lem auch dem Verhältnis der Strafen der vier Täter untereinander  Beachtung zu 
schenken.

17

14. A.________

14.1 Vorgehen

Die Vorinstanz setzte in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 aStGB für die von 
A.________ begangene versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil von 
H.________ als schwerste Straftat die Einsatz(freiheits)strafe fest, erhöhte diese 
aufgrund des im Zusammenhang damit begangenen Angriffs und bildete eine Ge-
samt(freiheits)strafe. Aufgrund des engen zeitlichen, örtlichen und sachlichen Zu-
sammenhangs der beiden Taten rechtfertigt es sich, für beide auf dieselbe Strafart 
zu erkennen und eine Gesamtstrafe auszufällen (zur Bundesrechtskonformität die-
ses Vorgehens vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013, 
E. 1.8; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, E. 2.4).

Während die Generalstaatsanwaltschaft für eine höhere als die von der Vorinstanz 
ausgefällte Freiheitsstrafe von 24 Monaten plädierte, beantragte die Verteidigung 
von A.________ eine tiefere Strafe (30 Monate bzw. 19 Monate). Die Schuld-
sprüche bleiben vorliegend gleich wie im vorinstanzlichen Urteil. In die Würdigung 
miteinzubeziehen sind die im Berufungsverfahren zu den Akten erkannten Be-
weismittel.

14.2 Strafrahmen

Die schwerste Straftat ist vorliegend die versuchte schwere Köperverletzung im 
Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aStGB. Der Strafrahmen hierfür reicht 
gemäss der im Tatzeitpunkt in Kraft gewesenen Bestimmung von Geldstrafe von 
nicht unter 180 Tagessätzen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe (vgl. auch Ziff. III.12 
hiervor). Art. 22 Abs. 1 aStGB i.V.m. Art. 48a aStGB würde regeltechnisch eine Un-
terschreitung der Mindeststrafe (sog. Strafmilderung) und Art. 49 Abs. 1 aStGB ei-
ne Überschreitung der Höchststrafe (sog. Strafschärfung) erlauben. Gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung ist die tat- und täterangemessene Strafe jedoch 
grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwen-
denden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser wird durch Strafschärfungs- oder 
Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert. Vielmehr ist der ordentliche 
Strafrahmen nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und 
die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu mil-
de erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8; Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 
9. Februar 2015, E. 4.2.). Solche aussergewöhnlichen Umstände sind im vorlie-
genden Fall nicht gegeben.

14.3 Tatkomponenten versuchte schwere Körperverletzung

14.3.1 Objektive Tatschwere

a) Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

A.________ verübte insbesondere einen «Kung-Fu-Tritt» gegen H.________ unge-
fähr auf dessen Kopfhöhe. Die Vorinstanz hielt fest, er habe das Opfer damit er-
heblich an Leib und Leben gefährdet. Denn der Tritt aus dem Sprung heraus, sei 
weder steuer- noch dosierbar gewesen. Der Erfolgsunwert (die resultierende einfa-
che Körperverletzung von H.________) falle weniger ins Gewicht als der Hand-
lungs- und Gesinnungsunwert (pag. 1273, S. 40 der Urteilsbegründung). 

18

Die Generalstaatsanwaltschaft vertrat die Ansicht, dass das Vorgehen von 
A.________ bei seiner ersten Attacke rücksichtlos und brutal gewesen sei. Zudem 
habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass das strafbare Verhalten von 
A.________ mit dem Tritt nicht beendet gewesen sei. Er habe sich auf sein Opfer 
acharniert und noch mindestens dreimal mit der Faust gegen den Kopf des bereits 
reglos am Boden liegenden wehrlosen Opfers geschlagen (pag. 1367 f.). 

Die Verteidigung von A.________ führte hingegen aus, es sei den Tatsachen 
Rechnung zu tragen, dass er den Tritt nur ein einziges Mal ausgeführt habe und 
das Opfer zwar getaumelt und später zu Boden gesunken sei, aber von der Aktion 
doch sichtbar unbeeindruckt geblieben sei. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit gross 
gewesen, dass sich das Opfer, wäre es getroffen worden, aufgrund der Abschir-
mung vor einem Aufprall durch die umstehenden Personen nicht hätte verletzen 
können. Die zweite Szene habe nur knapp fünf Sekunden gedauert und lasse keine 
rohe Gewalt vermuten. Sie erlaube kaum Rückschlüsse auf die Intensität der 
Schläge (pag. 1439). 

Die Kammer schliesst sich den Ausführungen der Vorinstanz an. Der Tritt von 
A.________ war gerade wegen der fehlenden Steuer- und Dosierbarkeit sehr ge-
fährlich. Dies führte dazu, dass trotz dem ausgebliebenen Erfolg der Tatbestand 
der schweren Körperverletzung (Versuch) erfüllt wurde, der einen höheren Straf-
rahmen vorsieht. Der erwähnte Handlungs- und Gesinnungsunwert ist daher zu ei-
nem grossen Teil bereits tatbestandsimmanent und darf in der Strafzumessung 
nicht nochmals erheblich straferhöhend gewichtet werden. Anders als bei einem 
Fusstritt gegen den Kopf oder Brustbereich eines am Boden liegenden Opfers, be-
steht bei einem gesprungenen Kick aus dem Lauf gegen ein stehendes aufmerk-
sames Opfer für dieses noch eine Reaktions- bzw. Ausweichmöglichkeit. Die 
Kammer erachtet die objektive Tatschwere bei diesen zwei verschiedenen Tat-
handlungen daher als ähnlich hoch. Zuzustimmen ist den Ausführungen der Gene-
ralstaatsanwaltschaft insofern, dass auch die von A.________ ausgeführten Faust-
schläge gegen den Kopf des Opfers in die Handlungseinheit und die objektive 
Tatschwere der versuchten schweren Körperverletzung miteinzubeziehen sind. 
Auch diese Schläge stellten eine nicht unerhebliche Gefährdung von Leib und Le-
ben des Opfers dar.

b) Verwerflichkeit des Handelns

Laut Generalstaatsanwaltschaft komme erschwerend hinzu, dass sich die Tathand-
lungen gegen eine Person gerichtet hätten, die A.________ bei der vorherigen 
Auseinandersetzung bei der Reitschule nichts angetan habe. Das erhöhe die Ver-
werflichkeit seines Handelns beträchtlich. Zusätzlich gesteigert werde sie durch 
den Umstand, dass A.________ die Aktion aus einer Position zahlenmässiger 
Übermacht ausgeführt habe (pag. 1367 f.). Die Verteidigung entgegnete, dass 
A.________ sich nicht geplant auf ein bestimmtes Opfer gestürzt habe. Er habe zu 
diesem Zeitpunkt noch beide Opfer als verantwortlich für die ihm ausgeteilten 
Schläge vor der Reitschule betrachtet. Er habe sich zudem nicht an der Attacke 
gegen I.________, der bereits in Bedrängnis gewesen sei, beteiligen wollen. Er 
habe also die zahlenmässige Übermacht im direkten Kontakt geradezu gemieden 
(pag. 1439). 

19

Vor allem der unkontrollierbare Tritt von A.________ aus der Luft zeugt von Rück-
sichtslosigkeit und damit von erheblicher krimineller Energie. Nicht straferhöhend 
zu werten vermag die Kammer jedoch die Person des Opfers. Wie oben ausgeführt 
(Ziff. II.8.), kann H.________ – trotz nicht restlos geklärter Vorgeschichte – nicht als 
unbeteiligte Person betrachtet werden. Hingegen kann A.________ auch nicht zu 
Gute gehalten werden, er habe die zahlenmässige Übermacht geradezu gemieden. 
Es handelte sich um vier Täter, die sich bei Gegenwehr der Opfer sofort gegensei-
tig Unterstützung leisteten und gegen zwei Opfer vorgingen.

c) Fazit

Angesichts des weiten Strafrahmens von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe ist das 
objektive Tatverschulden für das vollendete Delikt noch im unteren Drittel anzusie-
deln. Die von der Vorinstanz angenommenen 36 Monate erscheinen angemessen.

14.3.2 Subjektive Tatschwere

a) Willensrichtung und Beweggründe

A.________ handelte in Bezug auf eine schwere Körperverletzung eventualvor-
sätzlich. Die Vorinstanz nahm Rache als niedriges Motiv an. Sie wertete dieses 
aber als neutral, da das subjektive Verschulden etwas weniger schwer wiege, als 
wenn die Auseinandersetzung grundlos erfolgt wäre (pag. 1277, S. 41 der Urteils-
begründung).

Die Generalstaatsanwaltschaft macht geltend, bei A.________ liege der Eventual-
vorsatz nahe an der Grenze zum direkten Vorsatz. Die Reduktion der hypotheti-
schen Strafe aufgrund des Eventualvorsatzes durch die Vorinstanz um einen Vier-
tel sei übersetzt. A.________ habe die Auseinandersetzung bei der Reitschule als 
Vorwand genommen, um sich an einer brutalen Schlägerei zu beteiligen. Der Be-
weggrund wirke sich somit straferhöhend aus (pag. 1386 f.). Dagegen führt die Ver-
teidigung aus, nachdem A.________ selbst geschlagen worden sei, habe er sich in 
einer nachvollziehbaren Gefühlswallung in den Angriff begeben. Es könne sicher 
von einem gewissen Gruppendruck bzw. Gruppendynamik im entlastenden Sinne 
gesprochen werden. Das höchstens eventualvorsätzliche Handeln des Beschuldig-
ten sei spontan und nicht grundlos erfolgt (pag. 1439). 

Beweiswürdigend und rechtlich wurde eventualvorsätzliches Handeln von 
A.________ angenommen, da er nicht nachweislich eine schwere Körperverlet-
zung seines Opfers beabsichtigte. Es erscheint nicht angebracht, innerhalb des 
Eventualvorsatzes noch Abstufungen vorzunehmen. Ein direkter Vorsatz liegt nicht 
vor, was klar strafmindernd ins Gewicht fällt. Es ging A.________ aus seiner Sicht 
um Rache bzw. darum, Stärke zur Schau zu stellen und sich an einer Schlägerei zu 
beteiligen. Sowohl der Vorfall bei der Reitschule als die nachfolgende Auseinan-
dersetzung erscheinen aus objektiver Sicht als wenig begründet. Allerdings waren 
die beiden Opfer keine völlig unbeteiligten Zufallsopfer, die aus dem Nichts atta-
ckiert wurden. Die Argumentation der Vorinstanz erscheint insofern nachvollziehbar 
und eine neutrale Bewertung der Beweggründe vertretbar.

20

b) Vermeidung der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Die Generalstaatsanwaltschaft führte aus, die Blutalkoholkonzentration von 
A.________ habe sich in einer Höhe bewegt, bei der nach bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung noch keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit anzunehmen sei. 
Die Videoaufzeichnungen würden belegen, dass A.________ keinen berauschten 
Eindruck erweckte. Nichts lasse auf einen mangelnden Realitätsbezug im Tatzeit-
punkt schliessen. Insbesondere gerade gegenüber dem Opfer H.________ könne 
nicht von einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder grosser Belastung 
gesprochen werden (pag. 1369). Die Verteidigung von A.________ argumentierte, 
auch wenn die Voraussetzungen für eine Verminderung der Schuldfähigkeit im 
Sinne von Art. 19 Abs. 2 aStGB noch nicht erfüllt seien, dürfe eine alkohol- und 
drogenbedingte Beeinträchtigung verschuldensmindernd berücksichtigt werden. Es 
gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass A.________ im Voraus gewusst habe, wie er 
sich in einem Rauschzustand verhalten könnte. Dr. med. K.________ halte in sei-
nem Bericht vom 8. Dezember 2017 explizit fest, dass seines Erachtens mit eher 
hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden könne, dass die im Vorfeld der Tat 
von A.________ konsumierte Menge Alkohol und Kokain - auf dem Boden der un-
reifen Persönlichkeitsstruktur - zum Zeitpunkt der Tat zu einer erheblich beeinträch-
tigten Steuerungsfähigkeit geführt habe. Weiter sei denkbar, dass das jugendliche 
Alter die Handlungs- und Einsichtsfähigkeit von A.________ geschwächt habe. 
Nach dem behandelnden Arzt würden die bisherigen Befunde für eine nicht zu ver-
nachlässigende charakterliche Unreife von A.________ vor und während der Tat 
sprechen. Der damals mehr oder weniger regelmässige Konsum von psychotropen 
Substanzen mit eindeutig missbräuchlichem Charakter habe erhebliche Auswir-
kungen auf das Verhalten von A.________ gehabt (pag. 1440).

Es ist entscheidend, über welches Mass an Entscheidungsfreiheit der Täter verfüg-
te: Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene Norm zu respektie-
ren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie und damit seine Schuld 
(BGE 117 IV 8 zitiert bei TRECHSEL/THOMMEN, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 21 zu Art. 47 
StGB). A.________ stand im Tatzeitpunkt unter Alkohol- und Kokaineinfluss. Seine 
Blutalkoholkonzentration betrug zwischen 1.08 und 1.77 Promille (pag. 551 und 
554), während über die Konzentration und die Beeinträchtigung durch das Kokain 
keine Aussage möglich war (pag. 552). Er war 19 Jahre alt und mit seinen gleich-
altrigen männlichen Freunden früh morgens noch im Ausgang. Der Arztbericht von 
Dr. med. K.________ vom 8. Dezember 2017 (pag. 1443 ff.) stellt eine Ex-Post-
Beurteilung des Zustandes eines Patienten vor über zwei Jahren dar, die fast aus-
schliesslich auf dessen anamnestischen Angaben beruhen dürfte. Zum Tatzeit-
punkt kannte Dr. med. K.________ A.________ nicht. Es handelt sich daher um 
eine Parteibehauptung, der bloss – aber immerhin – ein geringer Beweiswert zu-
kommen kann. Manifeste Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit 
bestehen bei A.________ keine. Es ist allerdings allgemein bekannt, dass in den 
genannten Umständen bei jungen Männern eine (hier ungünstige) Gruppendyna-
mik entstehen kann und es einer gewissen Reife bedarf, sich einer solchen zu ent-
ziehen. Dies entschuldigt die Verhaltensweise von A.________ nicht. Es darf aber 
dennoch berücksichtigt werden, dass ihm die Vermeidung der Tat schwerer gefal-

21

len ist, als einer reiferen, nüchternen Person ausserhalb einer solchen Gruppe. Es 
liegt aber höchstens eine leicht herabgesetzte Vermeidbarkeit bzw. Verschulden-
sminderung vor.

c) Fazit 

Die subjektive Tatschwere wirkt sich insgesamt verschuldensmindernd aus. Die 
Kammer erachtet – wie die Vorinstanz – eine Reduktion der Freiheitsstrafe um 9 
Monate auf 27 Monate als angemessen.

14.3.3 Versuch und Einsatzstrafe

Unabhängig vom Verschulden ist der Strafmilderungsgrund des Versuchs (Art. 22 
Abs. 1 i.V.m. Art. 48a aStGB) zu berücksichtigen. Der Erfolg blieb nicht allein auf-
grund des Verhaltens von A.________ aus, sondern vorallem aus Zufall bzw. der 
Reaktion des Opfers. Die von der Vorinstanz vorgenommene Strafminderung um 
sechs Monate erscheint daher eher grosszügig. Die daraus resultierende Einsatz-
strafe für das schwerste Delikt (versuchte schwere Körperverletzung z.N. 
H.________) auf 21 Monate Freiheitsstrafe erscheint aber angemessen und hält 
insbesondere auch einem Vergleich mit der verschuldensangemessenen (gleichen) 
Einsatzstrafe beim rechtskräftig beurteilten Mitbeschuldigten G.________ stand. 
Dieser verübte einen Fusstritt sowie mehrere Faustschläge gegen den Kopf seines 
Opfers.

14.4 Asperation wegen Angriffs

Die Vorinstanz erachtete für den Angriff eine Strafe von drei Monaten als ange-
messen und erhöhte die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips um 
zwei Monate (pag. 1275, S. 42 der Urteilsbegründung). Die Kammer schliesst sich 
der – im Berufungsverfahren unbestritten gebliebenen – Argumentation der Vorin-
stanz vollumfänglich an. Die Straferhöhung um zwei Monate auf 23 Monate Frei-
heitsstrafe erscheint angemessen.

14.5 Täterkomponenten

14.5.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse von A.________ kann auf die 
Ausführungen der Vorinstanz (pag. 1275, S. 42 der Urteilsbegründung) und den 
Leumundsbericht vom 28. Dezember 2016 (pag. 1383 ff.) verwiesen werden. 
A.________ ist unauffällig aufgewachsen, hat eine Ausbildung absolviert und im 
Anschluss eine Stelle gefunden. Der im Berufungsverfahren ergänzend eingeholte 
Leumundsbericht vom 11. Oktober 2017 (pag. 1381 f.) brachte keine wesentlichen 
neuen Erkenntnisse. A.________ gab an, dass Alkohol und Drogen kein Thema 
mehr seien (pag. 1382). Dr. med. N.________ bestätigte in seinem Bericht vom 
18. April 2017 zuhanden des Strassenverkehrsamtes, dass die Urinkontrollen von 
A.________ jeweils negativ ausgefallen seien (pag. 1330). Dass A.________ sich 
zur Wiedererlangung des Führerausweises an die Auflagen des Strassenverkehrs-
amtes hält und keine berauschenden Substanzen mehr konsumiert hat, ist sehr zu 
begrüssen. Diese positiven Umstände führen aber nach bundesgerichtlicher Praxis 
noch zu keiner Strafminderung, da solches Verhalten grundsätzlich erwartet wer-
den kann.

22

A.________ ist vorbestraft wegen Vergehen gegen das Waffengesetz, Hinderung 
einer Amtshandlung und Konsums von Betäubungsmitteln (Urteil/Strafbefehl vom 
10. Dezember 2014, pag. 1411/1293). Diese Vorstrafe ist nicht einschlägig und 
liegt bereits länger zurück; sie wirkt sich daher höchstens noch leicht straferhöhend 
aus.

14.5.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

A.________ wurde während des laufenden Strafverfahrens erneut straffällig wegen 
Verstosses gegen das Strassenverkehrs- und das Waldgesetz. Dies fällt strafer-
höhend ins Gewicht. Gewalttätigkeiten kamen hingegen keine mehr vor. 
A.________ erzählte teilweise Unwahrheiten und passte seine Aussagen im Ver-
fahren dem jeweiligen Ermittlungsstand an, was nicht als strafminderndes Ge-
ständnis gewertet werden kann. Eine gewisse Reue und Einsicht waren bei 
A.________ im Laufe des Strafverfahrens erkennbar. Er sagte, es sei Mist, was er 
gemacht habe (pag. 413 Z. 82), es hätte nie passieren dürfen (pag 1132 Z. 166 f.). 
Er entschuldigte sich in seinem letzten Wort an der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung (pag. 1156), versandte einen Entschuldigungsbrief an die Opfer (pag. 
1133 Z. 193) und überwies CHF 500.00 an H.________ (pag. 1329). Diese Zei-
chen sind positiv, auch wenn sie reichlich spät erfolgten. Gemäss Bericht von Dr. 
med. K.________ vom 8. Dezember 2017 lasse A.________ seine Reue für die 
begangene Tat klar erkennen. Er leide unter Spannungszuständen (pag. 1443 f.). 
Ob die Reue und die gesundheitlichen Probleme von A.________ wirklich in Bezug 
zur Tat selbst stehen oder eher zu deren Folgen aufgrund des sicherlich belasten-
den Strafverfahrens gegen ihn, erscheint fraglich. 

14.5.3 Strafempfindlichkeit

Im Bericht von Dr. K.________ vom 8. Dezember 2017 heisst es, eine unbedingte 
Haftstrafe könnte sich im prognostischen Sinne sehr ungünstig mit tiefgreifenden 
Folgen erweisen (pag. 1444). Die Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist jedoch für 
jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewis-
sen Härte verbunden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1095/2014 vom 24. März 
2015 E. 3.3. mit Hinweis). Bei A.________ liegt – objektiv betrachtet – keine be-
sondere Strafempfindlichkeit vor, welche zu einer Strafminderung führen könnte.

14.6 Konkretes Strafmass

Die Vorstrafen und die erneute Straffälligkeit während des laufenden Strafverfah-
rens führen dazu, dass sich die Täterkomponenten insgesamt neutral bis leicht 
straferhöhend auswirken. Die von der Vorinstanz vorgenommene Straferhöhung 
von einem Monat ist nicht zu beanstanden. Die daraus resultierende Freiheitsstrafe 
von 24 Monaten liegt innerhalb des Ermessensspielraums und erscheint im vorlie-
genden Fall verschuldensangemessen. 

Mit Blick auf den staatsanwaltschaftlichen Antrag ist ergänzend darauf hinzuwei-
sen, dass aufgrund der sogenannten Grenzwertproblematik selbst bei einer leicht 
höheren (auch noch) verschuldensangemessenen Strafe eine Senkung auf 24 Mo-
nate auf ihre Vertretbarkeit hin zu prüfen gewesen wäre. Liegt nämlich die ins Auge 
gefasste Sanktion in einem Bereich, der die Grenze für den bedingten Vollzug (24 
Monate) beziehungsweise für den teilbedingten Vollzug (36 Monate) – wie übrigens 

23

auch für die Halbgefangenschaft nach Art. 77b StGB (1 Jahr) – mit umfasst, so hat 
sich das Gericht die Frage zu stellen, ob eine Strafe, welche die Grenze nicht über-
schreitet, noch vertretbar ist. Bejaht es das, hat es diese Strafe zu verhängen. An-
dernfalls ist es ihm unbenommen, auch eine nur unwesentlich über dem Grenzwert 
liegende – angemessene und begründbare – Strafe auszufällen (BGE 134 IV 17 E. 
3.5).

Auf die auszusprechende Freiheitsstrafe ist in Anwendung von Art. 51 aStGB die 
von A.________ ausgestandene Untersuchungshaft von 12 Tagen anzurechnen 
(pag. 36).

14.7 Bedingter Vollzug

Nach Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 
eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. A.________ hat sich nach den im 
vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Taten nichts mehr zu Schulden kommen 
lassen und lebt gemäss den eingeholten Berichten in stabilen Verhältnissen. Alko-
hol und Drogen scheint er im Griff zu haben. Aktuell liegen keine Anhaltspunkte 
vor, welche eine negative Legalprognose indizieren könnten. Der bedingte Straf-
vollzug ist A.________ daher zu gewähren.

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt 
es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). 
Die Vorinstanz setzte die Probezeit von A.________ in ihrem Urteilsdispositiv auf 
drei Jahre fest (pag. 1200), schrieb in der Urteilsbegründung jedoch, die Probezeit 
werde auf vier Jahre festgesetzt (pag. 1277). Die Kammer erachtet aufgrund der 
vorliegenden Umstände, vorallem der Delinquenz von A.________ während lau-
fendem Strafverfahren, eine erhöhte Probezeit von drei Jahren für angemessen.

15. C.________

15.1 Vorgehen

C.________ hat sich der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von 
H.________, der versuchten einfachen Köperverletzung an einem Wehrlosen zum 
Nachteil von I.________ sowie des Angriffs schuldig gemacht. Die versuchte 
schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 aStGB verfügt über 
die höchste abstrakte Strafandrohung. Aufgrund des engen Sachzusammenhangs 
der Taten ist wie bereits bei A.________ je auf dieselbe Strafart zu erkennen und 
nach Art. 49 Abs. 1 aStGB vorzugehen (vgl. dazu Ziff. III.14.1). Es ist zunächst die 
Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung festzulegen, die dann 
aufgrund der weiteren Taten je angemessen zu erhöhen ist. Der weite Strafrahmen 
reicht von 180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

24

15.2 Tatkomponenten versuchte schwere Körperverletzung

15.2.1 Objektive Tatschwere

a) Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

C.________ erschien erst nach den andern drei Mitbeschuldigten am Tatort, als die 
beiden Opfer bereits zu Boden gegangen waren. Er trat mindestens zehn Mal mit 
dem Fuss gegen den Kopf/Oberkörper des wehrlos am Boden liegenden 
H.________. Die Gefährdung des hochrangigen Rechtsguts von Leib und Leben 
des Opfers war bei diesem Vorgehen enorm hoch. Das Opfer trug zwar keine 
schweren, aber doch nicht nur geringfügige Verletzungen davon. 

b) Verwerflichkeit des Handelns

Auch nach der zweimaligen Intervention durch einen unbeteiligten Augenzeugen 
liess sich C.________ nicht von weiteren Tritten abhalten. Das Weitertreten trotz 
Intervention und das brutale Vorgehen gegen ein von Beginn weg wehrloses Opfer 
erscheinen besonders verwerflich und zeugen von erheblicher krimineller Energie.

c) Fazit

Aufgrund des regelrechten Gewaltexzesses ist bei C.________ die objektive 
Tatschwere deutlich höher einzustufen als bei den übrigen Beschuldigten. Auf-
grund des mittelschweren objektiven Tatverschuldens von C.________ erscheint – 
innerhalb des weiten Strafrahmens bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe – ein Strafan-
satz im mittleren Drittel des Strafrahmens angemessen, welchen die Kammer auf 
rund 54 Monate festsetzt (für das vollendete Delikt, bei voller Schuldfähigkeit).

15.2.2 Subjektive Tatschwere

a) Willensrichtung und Beweggründe

C.________ handelte eventualvorsätzlich in Bezug auf eine schwere Verletzung 
von H.________. Die Generalstaatsanwaltschaft brachte wiederum vor, der Even-
tualvorsatz müsse bei C.________ sehr nahe an der Grenze zum direkten Vorsatz 
angesiedelt werden. Zudem habe C.________ das Rachemotiv für den Faust-
schlag gegen L.________ bei der Reitschule lediglich als Vorwand für den Gewalt-
exzess benutzt. Der eigentliche Beweggrund müsse als niederträchtig bezeichnet 
werden (pag. 1373 f.).

Bezüglich Eventualvorsatz und Beweggrund kann auf die bereits oben bei 
A.________ gemachten Ausführungen verwiesen werden (Ziff. III.14.3.2.a). Der 
Eventualvorsatz fällt deutlich strafmindernd ins Gewicht. Es ist zutreffend, dass 
C.________ den Vorfall bei der Reitschule wohl als Vorwand für seine übermässi-
ge Gewaltanwendung benutzte und der Beweggrund ein niedriger war. Dennoch 
kam die Attacke nicht völlig aus dem Nichts gegen irgendwen, was eine neutrale 
Bewertung des Beweggrundes zulässt.

b) Vermeidung der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts und verminderte 
Schuldfähigkeit

Die Tat wäre grundsätzlich ohne weiteres vermeidbar gewesen. C.________ stand 
im Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol (0.83 bis 1.78 Promille [pag. 558]) 

25

und weiteren Substanzen. Grundsätzlich führt dies noch nicht zu einer Verminde-
rung der Schuldfähigkeit. Im Falle von C.________, der in der Tatnacht noch ins 
Spital eingewiesen werden musste, bestanden jedoch Anhaltspunkte dafür, wes-
halb ein psychiatrisches Gutachten eingeholt wurde. Wie bereits ausgeführt, stellt 
die Kammer darauf ab und geht von einer schwer verminderten Schuldfähigkeit von 
C.________ aus (vgl. oben Ziff. II.10.3.). Das Gericht hat aufgrund der tatsächli-
chen Feststellungen des Gutachters zu entscheiden, in welchem Umfang die 
Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich 
dies insgesamt auf die Einschätzung des Tatverschuldens auswirkt (BGE 136 IV 55 
E. 5.3 und E. 5.5 f.).

c) Fazit

Unter Berücksichtigung der objektiven Tatschwere und der Verschuldensminde-
rung bei der subjektiven Tatschwere aufgrund des Eventualvorsatzes liegt das ge-
samte Tatverschulden von C.________ – in Relation zum Strafrahmen bis 10 Jahre 
Freiheitsstrafe – immer noch im mittelschweren Bereich. Durch die stark verminder-
te Schuldfähigkeit reduziert sich dieses Verschulden jedoch markant auf ein leich-
tes und hat eine Strafe im unteren Drittel des Strafrahmens zur Folge. Die Kammer 
erachtet eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten als verschuldensangemessen (für das 
vollendete Delikt).

15.2.3 Versuch und Einsatzstrafe

Unabhängig vom Verschulden ist der Strafmilderungsgrund des Versuchs (Art. 22 
Abs. 1 i.V.m. Art. 48a aStGB) zu berücksichtigen. Der Erfolg blieb nicht aufgrund 
des Verhaltens von C.________ aus, sondern einzig aus Zufall. Es erfolgt daher 
nur eine relativ geringe Reduktion der Strafe um drei Monate. Die Einsatzstrafe 
beläuft sich somit auf 15 Monate Freiheitsstrafe.

15.3 Asperation qualifizierte einfache Körperverletzung (Versuch)

15.3.1 Strafrahmen

Eine einfache Köperverletzung an einem Wehrlosen wird gemäss Art. 123 Ziff. 2 
aStGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.

15.3.2 Objektive Tatschwere

C.________ verübte einen nicht heftigen Fusstritt in die Oberkörpergegend des 
reglos am Boden liegenden Opfers. Eine Zuordnung der von diesem dabei erlitte-
nen Verletzungen zu diesem Tritt ist nicht möglich. Die Gefahr von körperlichen 
Verletzungen bei einem solchen Fusstritt gegen ein wehrloses Opfer ist nicht uner-
heblich. Indes handelte es sich nur um einen einzigen Tritt, der zudem nicht mit 
grosser Kraft ausgeführt wurde. Entgegen der Ansicht der Verteidigung von 
C.________ darf die Wehrlosigkeit des Opfers beim Verschulden durchaus er-
schwerend berücksichtigt werden. Denn der Strafrahmen von Art. 123 Ziff. 2 aStGB 
ist derselbe wie beim Grundtatbestand nach Art. 123 Ziff. 1 aStGB, der nicht von 
einem wehrlosen Opfer ausgeht. Die Tathandlung von C.________ erscheint vor 
allem deshalb verwerflich, weil er sich nicht einmal von der Tatsache, dass das Op-
fer bereits verletzt war und von weiteren Personen betreut wurde, von der Tat ab-
halten liess. Die objektive Tatschwere ist – in Relation zum Strafrahmen bis zu drei 

26

Jahren Freiheitsstrafe – an der Grenze vom leichten zum mittelschweren Bereich 
anzusiedeln, was ein Strafansatz von rund  300 Strafeinheiten bzw. 10 Monaten 
angemessen erscheinen lässt.

15.3.3 Subjektive Tatschwere

C.________ handelte auch hier bezüglich der Verletzung des Opfers mit Eventual-
vorsatz. Einen achtenswerten Beweggrund für die Tat gab es nicht und sie wäre 
ohne weiteres vermeidbar gewesen. Die Schuldfähigkeit von C.________ war auch 
bei dieser Tat stark vermindert. Die subjektive Tatschwere wirkt sich insgesamt 
stark verschuldensmindernd aus, so dass ihm nurmehr ein leichtes Verschulden 
anzulasten ist. Die Strafe ist folglich markant auf angemessen erscheinende 120 
Strafeinheiten bzw. vier Monate zu reduzieren.

15.3.4 Versuch und Asperation

Eine konkrete Verletzung lässt sich der Handlung von C.________ nicht zuordnen. 
Er hatte jedoch keine Möglichkeit, den Erfolgseintritt zu beeinflussen. Dass das De-
likt als Versuch gewertet wird, rechtfertigt nur eine geringe Strafreduktion von 15 
Strafeinheiten bzw. einem halben Monat, woraus sich eine angemessene Strafe 
von 105 Strafeinheiten bzw. 3 ½ Monaten ergibt. Aufgrund des engen sachlichen 
Zusammenhangs mit der versuchten schweren Körperverletzung erkennt die 
Kammer auf die Strafart der Freiheitsstrafe (vgl. oben Ziff. III.15.1). Die Einsatzstra-
fe von 15 Monaten ist in Anwendung des Asperationsprinzips um zwei Monate auf 
insgesamt 17 Monate zu erhöhen.

15.4 Asperation Angriff

Zur Strafzumessung betreffend des Tatbestands des Angriffs wird auf Ziff. III.14.4 
hiervor und auf die vorinstanzliche Urteilsbegründung verwiesen (pag. 1275 und 
pag. 1281 bzw. S. 42 und S. 48 der Urteilsbegründung). Eine Strafe im Bereich von 
90 Strafeinheiten bzw. drei Monaten erscheint dem Tatverschulden angemessen. 
Unter Berücksichtigung der stark verminderten Schuldfähigkeit von C.________ 
und des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um einen Monat auf insgesamt 18 
Monate zu erhöhen. 

15.5 Täterkomponenten

15.5.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse von C.________ wird vorab 
auf die Ausführungen der Vorinstanz (pag. 1281 f., S. 48 f. der Urteilsbegründung) 
sowie den Leumundsbericht vom 31. Januar 2017 (pag. 1420 ff.) verwiesen. Unter 
anderem wuchs C.________ mit einer Zwangskrankheit auf. Dem ergänzenden 
Leumundsbericht vom 16. Oktober 2017 (pag. 1416 f.) sowie der Korrektur vom 
7. Dezember 2017 (pag. 1453 f.) ist insbesondere zu entnehmen, dass seine Mut-
ter, die an Krebs erkrankt war und die er gepflegt hatte, im Mai 2017 verstorben ist. 

C.________ ist wegen Strassenverkehrsdelikten zweifach vorbestraft (pag. 
1412 f.). Diese nicht einschlägigen Vorstrafen wirken sich im hier zu beurteilenden 
Kontext nur in geringem Masse negativ aus. Dieser Negativpunkt wird jedoch auf-
gewogen durch die schwierige Phase, die der junge Mann in den letzten Jahren zu 

27

durchlaufen hatte. Im Übrigen sind die persönlichen Verhältnisse unauffällig und 
neutral zu werten.

15.5.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Im Strafverfahren verhielt sich C.________ korrekt. Er gab im oberinstanzlichen 
Verfahren an, in der schwierigen Zeit mit seiner Mutter habe er einmalig Marihuana 
konsumiert. Das habe er bei der Abstinenzkontrolle von sich aus angegeben, wes-
halb ihm der Führerausweis entzogen worden sei. Beim Umzug habe er dann trotz 
entzogenem Führerausweis einen Personenwagen gelenkt (pag. 1417, pag. 1453 
f.). Betreffend letzteren Vorfall (am 25. August 2017) eröffnete die Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland eine Strafuntersuchung (pag. 1412). Die erneute Delinquenz 
während dem noch laufenden Strafverfahren war nicht einschlägig und erfolgte erst 
nach Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens. Deshalb fällt dies nur leicht 
straferhöhend ins Gewicht.

C.________ war nicht von Beginn weg voll geständig. Vor Sichtung der Videoauf-
nahmen erzählte er teilweise Unwahrheiten, räumte aber immerhin bereits von sich 
aus ein, dass er mit dem Fuss gegen eine am Boden liegende Person getreten ha-
be (pag. 368 Z. 153 ff.). Seine Aussagen waren aber nicht gleichbleibend, so dass 
die Umstände einen sog. Geständnisrabatt nach geltender Praxis jedenfalls nicht 
rechtfertigen. Reue und Einsicht waren bei ihm deutlich erkennbar (pag. 384 Z. 203 
ff., pag. 393 Z. 254, pag. 394 Z. 276 f., pag. 1141 f. Z. 227 ff., pag. 1156). Die leicht 
strafmindernde Berücksichtigung wird jedoch aufgewogen durch die erneute 
Straffälligkeit von C.________. Dass er, wie seine Verteidigung vorbringt, heute 
sein Leben trotz schwieriger privater Situation gut meistert bzw. eine erfreuliche 
Entwicklung vorhanden ist, ist positiv zur Kenntnis zu nehmen.

15.5.3 Strafempfindlichkeit

Eine besondere Strafempfindlichkeit liegt bei C.________ trotz seiner nicht einfa-
chen gesundheitlichen und persönlichen Situation nicht vor.

15.6 Konkretes Strafmass

Insgesamt können die Täterkomponenten noch knapp als neutral gewertet werden, 
so dass es bei einer angemessenen Strafe von 18 Monaten bleibt. Bei dieser 
Strafhöhe kommt einzig eine Freiheitsstrafe in Frage (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 
aStGB), weshalb mangels Gleichartigkeit der Strafen auch keine Zusatzstrafe im 
Sinne von Art. 49 Abs. 2 aStGB mehr auszusprechen ist. Die von C.________ 
ausgestandene Untersuchungshaft von 12 Tagen ist in vollem Umfang an die Frei-
heitsstrafe anzurechnen (Art. 51 aStGB).

15.7 Bedingter Vollzug

Nach Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 
eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. 

Gemäss psychiatrischem Gutachten vom 2. September 2016 ist bei C.________ 
eine gute Legalprognose abhängig von dessen Enthaltsamkeit beim Substanzkon-

28

sum und der Persönlichkeitsentwicklung je nach exogenen Einflussfaktoren (vgl. 
pag. 913 f.). C.________ durchlebte persönlich, vorallem auch aufgrund des Todes 
seiner Mutter, eine schwierige Zeit. Auch enthielt er sich nicht jeglichem Drogen-
konsums, sondern räumte einen einmaligen Marihuanakonsum ein und beging 
kürzlich ein Strassenverkehrsdelikt. Andererseits verfügt er über eine feste Arbeits-
stelle, hat eine Beziehung und gab an, zurzeit keine Drogen zu konsumieren (pag. 
1402). Insgesamt kann C.________ – trotz ein paar Fragezeichen – keine eigentli-
che Schlechtprognose für die Legalbewährung gestellt werden. Der bedingte Straf-
vollzug ist ihm folglich zu gewähren, allerdings mit einer leicht erhöhten Probezeit 
von drei Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). 

15.8 Weisung

Das psychiatrische Gutachten über C.________ empfiehlt eine ambulante psycho-
therapeutische Behandlung in Form einer Weiterbehandlung bei dessen bisherigen 
Fachärztin (pag. 914 f.). Das Aussprechen einer ambulanten Massnahme setzt 
insbesondere voraus, dass zu erwarten ist, durch die Massnahme lasse sich der 
Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehender Taten 
begegnen (Art. 63 Abs. 1 Bst. b aStGB). Wird nach Art. 42 Abs. 1 aStGB von einer 
positiven Rückfallprognose ausgegangen und ein bedingter Strafvollzug gewährt, 
so kann bei der Prüfung einer Massnahme nicht in widersprüchlicher Weise eine 
negative Prognose der Sozialgefährlichkeit gestellt werden (vgl. BGE 135 IV 180 E. 
2.3). Eine inhaltliche Unterscheidung der beiden Prognosen lässt die bundesge-
richtliche Rechtsprechung insbesondere auch bei einer ambulanten Massnahme 
nicht zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1048/2010, E. 6.2. mit Hinweisen). Da 
sich die Kammer im vorliegenden Fall – entsprechend den Anträgen der betroffe-
nen Parteien – für eine bedingte Freiheitsstrafe mit Weisung ausspricht, erübrigt 
sich die Prüfung einer ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB.

Gemäss Art. 44 Abs. 2 aStGB kann das Gericht für die Dauer der Probezeit Be-
währungshilfe anordnen und Weisungen erteilen. Es kann jede denkbare Weisung 
erteilt werden, die geeignet ist, der Resozialisierung zu dienen und vom Betroffe-
nen nicht mehr als eine zumutbare, verhältnismässige Anstrengung verlangt. Die 
Weisung soll mithelfen, die Bewährungschancen während der Probezeit zu verbes-
sern (vgl. SCHNEIDER/GARRÉ, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 3. Aufl. 2013, N. 26 
zu Art. 44 StGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Ausser 
dem Zweck der Resozialisierung ist der Wert des verletzten Rechtsguts für die 
Zulässigkeit der Weisung bestimmend. Je höher dieser Wert, umso einschneiden-
der darf die Weisung sein (SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N. 30 zu Art. 44 StGB). Art. 
94 aStGB sieht beispielhaft vor, dass die Weisungen, welche das Gericht oder die 
Strafvollzugsbehörde dem Verurteilten für die Probezeit erteilen kann, insbesonde-
re die Berufsausübung, den Aufenthalt, das Führen eines Motorfahrzeuges, den 
Schadenersatz sowie die ärztliche und psychologische Behandlung betreffen kön-
nen. Die Gewährung eines bedingten Strafvollzuges kann beispielsweise mit der 
Weisung verbunden werden, eine freiwillig schon vor dem Urteil aufgenommene 
Behandlung fortzuführen (Urteil des Bundesgerichts 6S.148/2004 vom 28. Juli 
2004, E. 3.1). 

29

Nach Angabe der Verteidigung besucht C.________ derzeit bereits freiwillig The-
rapiesitzungen bei Frau Dr. med. J.________ (pag. 1469). Die Kammer erachtet es 
– wie bereits die Vorinstanz – als nötig, zielführend und angemessen, C.________ 
die Weisung zu erteilen, die psychotherapeutische Behandlung (bisher bei Dr. med. 
J.________) fortzuführen, solange dies ärztlicherseits als notwendig erachtet wird, 
längstens jedoch bis zum Ablauf der Probezeit.

16. E.________

16.1 Vorgehen

E.________ wurde von der Vorinstanz rechtskräftig der versuchten schweren Kö-
perverletzung, der versuchten einfachen Körperverletzung sowie des Angriffs 
schuldig erklärt. Die versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
i.V.m. Art. 22 aStGB verfügt über die höchste abstrakte Strafandrohung. Aufgrund 
des engen Sachzusammenhangs der Taten ist wie bereits bei den Mitbeschuldig-
ten je auf dieselbe Strafart (Freiheitsstrafe) zu erkennen und nach Art. 49 Abs. 1 
aStGB vorzugehen (vgl. dazu Ziff. III.14.1). Es ist zunächst die Einsatzstrafe für die 
versuchte schwere Körperverletzung festzulegen, die dann für die weiteren Taten 
je angemessen zu erhöhen ist. Der Strafrahmen reicht von 180 Tagessätzen 
Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

16.2 Tatkomponenten versuchte schwere Köperverletzung

16.2.1 Objektive Tatschwere

a) Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Durch den Fusstritt in Richtung Kopf/Oberkörper des reglos am Boden liegenden 
H.________ hat E.________ diesen erheblich an Leib und Leben gefährdet. Der 
Tritt wurde aus dem Gehen heraus ausgeführt und die Auswirkungen waren für 
E.________ nicht steuerbar und unabsehbar. Immerhin handelte es sich nur um 
einen Fusstritt, der zudem nicht mit voller Wucht ausgeführt wurde. Ohne die als 
versuchte schwere Köperverletzung qualifizierte Handlung von E.________ zu ver-
harmlosen, ist doch festzustellen, dass diese im Vergleich zu denjenigen der übri-
gen Beschuldigten als die geringfügigste dasteht.

b) Verwerflichkeit des Handelns

Verwerflich erscheint, dass sich die Handlung von E.________ gegen eine Person 
richtete, die zuvor bereits von seinen Kollegen zu Boden gebracht und traktiert 
worden war. Generell hielt sich E.________ bei den Geschehnissen eher im Hin-
tergrund – um dann, wenn für ihn selbst von den Opfern keine Gefahr ausging, zu 
schlagen bzw. zu treten. Er nutzte also klar die zahlenmässige Übermacht seiner 
Kollegen, um überhaupt tätig zu werden. Wie die Vorinstanz treffend ausführte, ist 
dieses Verhalten als feige und rücksichtslos zu bezeichnen (vgl. pag. 1268, S. 53 
der Urteilsbegründung). Nicht straferhöhend zu werten vermag die Kammer entge-
gen der Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft die Tatsache, dass H.________ – 
zumindest aus Sicht von E.________ – bei der Reitschule nicht geschlagen oder 
versucht habe zu schlagen. Wie oben ausgeführt (Ziff. II.8.), kann H.________ – 

30

trotz nicht restlos geklärter Vorgeschichte – nicht als unbeteiligte Person betrachtet 
werden.

c) Fazit

Mit der Vorinstanz hält die Kammer dafür, dass das Verschulden – immer in Relati-
on zum weiten Strafrahmen bis 10 Jahre Freiheitsstrafe und ohne das Vorgehen zu 
bagatellisieren – rechtstechnisch noch als leicht zu bezeichnen ist und eine Strafe 
im unteren Drittel des Strafrahmens auszufällen ist, welche auf 20 Monate bemes-
sen wird (für das vollendete Delikt). 

16.2.2 Subjektive Tatschwere

a) Willensrichtung und Beweggründe

Wie bei den übrigen Beschuldigten rügte die Generalstaatsanwaltschaft auch bei 
E.________ den Umfang der von der Vorinstanz vorgenommenen Strafminderung 
wegen Eventualvorsatz und die Nennung des Rachemotivs. Diesbezüglich kann 
auf die obigen Ausführungen verwiesen werden (Ziff. III.14.3.2a und 15.2.2a). Der 
Eventualvorsatz fällt folglich klar strafmindernd ins Gewicht, während der Beweg-
grund neutral bewertet wird. Das Verhalten von E.________ als eine Art Trittbrett-
fahrer wurde bereits im Rahmen der Verwerflichkeit des Handelns berücksichtigt.

b) Vermeidung der Gefährdung oder Verletzung des betroffenen Rechtsguts

Die deliktische Tätigkeit von E.________ wäre klar vermeidbar gewesen. Er stand 
wohl unter Alkoholeinfluss. Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit 
bestehen allerdings keine. E.________ war im Tatzeitpunkt 19 Jahre alt und mit 
seinen gleichaltrigen männlichen Freunden früh morgens noch im Ausgang. Wie 
bereits oben ausgeführt (vgl. Ziff. III.14.3.2b), ist allgemein bekannt, dass in den 
genannten Umständen bei jungen Männern eine mitunter ungünstige Gruppendy-
namik entstehen kann und es einer gewissen Reife bedarf, sich einer solchen zu 
entziehen. Dies entschuldigt die Verhaltensweise von E.________ zwar keines-
wegs. Es darf aber dennoch berücksichtigt werden, dass ihm die Vermeidung der 
Tat schwerer gefallen sein dürfte als einer reiferen, nüchternen Person ausserhalb 
einer solchen Gruppe. 

c) Fazit

Die subjektive Tatschwere wirkt sich vorallem aufgrund des Eventualvorsatzes ins-
gesamt deutlich verschuldensmindernd aus, so dass eine Strafe von 15 Monaten 
angemessen erscheint.

16.2.3 Versuch und Einsatzstrafe

Unabhängig vom Verschulden ist der Strafmilderungsgrund des Versuchs (Art. 22 
Abs. 1 i.V.m. Art. 48a aStGB) zu berücksichtigen. Der Erfolg blieb nicht aufgrund 
des Verhaltens von E.________ aus, sondern vielmehr aus Zufall. Eine Reduktion 
der Strafe um drei Monate erscheint auch bei ihm angemessen, wodurch sich die 
konkrete Einsatzstrafe auf 12 Monate beläuft. 

31

16.3 Asperation versuchte einfache Körperverletzung

E.________ schlug mehrmals nach Ausholen mit dem um seine Hand gewickelten 
Gürtel auf I.________ ein. Von der Vorinstanz offengelassen und auf dem Video-
material nicht klar ersichtlich ist, wo die Schläge von E.________ landeten. Er be-
wegte sich jeweils hinter G.________. Es handelte sich jedenfalls sicher nicht um 
Schläge an den Kopf. Sie wurden aber mit Heftigkeit und Ausholen ausgeführt. Al-
lerdings konnte keine der Verletzungen von I.________ den Schlägen mit dem 
Gürtel zugeordnet werden. Im Video ist erkennbar, dass der Gürtel um die Hand 
gewickelt wurde, nicht aber, dass die Schnalle nach vorne eingesetzt worden wäre. 
Auch wurde der Gürtel nicht sichergestellt und dessen Beschaffenheit ist unbe-
kannt. Zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und der Verteidigung ist das Ver-
letzungspotential der Schläge strittig. Dieses lässt ich aufgrund der erwähnten be-
weismässigen Unklarheiten jedoch nur schwer bestimmen. Aufgrund des Einsatzes 
eines Gürtels und der Heftigkeit der Schläge ist das Potenzial jedenfalls nicht als 
unerheblich einzustufen. Hinzu kommt, dass der Einsatz des Gürtels und die An-
zahl der Schläge von einer gewissen Hemmungslosigkeit zeugen. E.________ ent-
schied sich dafür, jemandem Schmerzen zuzufügen, schützte aber mit dem Gürtel 
seine eigene Hand vor Verletzungen.

Auf der subjektiven Seite sind wiederum der Eventualvorsatz und eine leicht beein-
trächtigte Vermeidbarkeit zu berücksichtigen. Eine Verminderung der Schuldfähig-
keit bestand nicht. Es liegt allerdings lediglich ein Versuch vor. Wie die General-
staatsanwaltschaft zutreffend ausführt, erscheint die von der Vorinstanz vorge-
nommene asperationsweise Erhöhung der Einsatzstrafe um nur ½ Monat in Anbe-
tracht des Tatverschuldens zu tief. Die Kammer erachtet für die versuchte einfache 
Köperverletzung eine Strafe von 150 Strafeinheiten bzw. fünf Monaten als ange-
messen. Da ein enger sachlicher Zusammenhang zur versuchten schweren Köper-
verletzung besteht, ist die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips um 
zwei Monate auf 14 Monate zu erhöhen.

16.4 Asperation Angriff

Die von der Vorinstanz als für den Angriff als angemessen erachtete Strafe von 
drei Monaten und die Asperation der Einsatzstrafe um zwei Monate (pag. 1287, 
S. 54 der Urteilsbegründung) blieb im Berufungsverfahren unbestritten. Die Kam-
mer erachtet diese Strafe ebenfalls als verschuldensangemessen. Es ergibt sich 
somit eine Strafe von 16 Monaten.

16.5 Täterkomponenten

16.5.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen von E.________ kann auf die 
Ausführungen der Vorinstanz (pag. 1288, S. 55 der Urteilsbegründung) sowie auf 
den Leumundsbericht vom 25. November 2016 (pag. 1345 ff.) und dessen Ergän-
zung vom 19. Oktober 2017 (pag. 1399 f.) verwiesen werden. Diese sind soweit 
unauffällig. Vorstrafen hat E.________ keine (pag. 1414). Es liegen keine Faktoren 
vor, welche die Strafhöhe beeinflussen.

32

16.5.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Nach der Tat hat sich E.________ nichts mehr zu Schulden kommen lassen, was 
jedoch erwartet werden kann. Er verhielt sich im Verfahren korrekt. Hingegen kann 
ihm aufgrund seines Aussageverhaltens kein Geständnisrabatt zugestanden wer-
den. Ebenso erreichen die erkennbare Reue und Einsicht kein Ausmass, das 
strafmindernd zu berücksichtigen wäre. 

16.5.3 Strafempfindlichkeit

Es liegt keine besondere Strafempfindlichkeit vor. 

16.6 Fazit / Konkretes Strafmass

Insgesamt sind die Täterkomponenten neutral zu bewerten. 

Es bleibt somit bei einem Strafmass von 16 Monaten Freiheitsstrafe. Die ausge-
standene Untersuchungshaft von 9 Tagen (vom 14. bis 22. April 2015) wird in vol-
lem Umfang auf die Freiheitsstrafe angerechnet (Art. 51 aStGB).

16.7 Bedingter Vollzug

E.________ hat keine Vorstrafen und auch sonst bestehen keinerlei Anzeichen für 
eine ungünstige Legalprognose. In Anwendung von Art. 42 Abs. 1 aStGB ist ihm 
daher der bedingte Strafvollzug der Freiheitsstrafe zu gewähren. Die Probezeit ist 
auf das Minimum von zwei Jahren festzusetzen.

IV. Kosten und Entschädigung

17. A.________

17.1 Verfahrenskosten

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Kammer bestätigt 
in Bezug auf A.________ das vorinstanzliche Strafmass. Damit unterliegen sowohl 
die Generalstaatsanwaltschaft als auch A.________ mit ihren Berufungs- bzw. An-
schlussberufungsanträgen. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden insge-
samt bestimmt auf CHF 3‘000.00 (Art. 5 i.V.m. 24 Bst. b des Verfahrenskostende-
krets [VKD; BSG 161.12]). Hiervon entfällt anteilsmässig ein Drittel, d.h. 
CHF 1‘000.00, auf das Verfahren betreffend A.________. Die anteilsmässigen Ver-
fahrenskosten werden somit zur Hälfte von A.________ und zur anderen Hälfte 
vom  Kanton Bern getragen (je CHF 500.00).

17.2 Entschädigung der amtlichen Verteidigung

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsan-
wältin B.________ vor erster Instanz wird bestätigt. Diejenige vor oberer Instanz 
wird auf der Grundlage der eingereichten Kostennote vom 28. Februar 2018 be-
stimmt (pag. 1490 ff.). Die an Rechtsanwältin B.________ auszurichtende amtliche 
Entschädigung für das oberinstanzliche Verfahren wird demnach auf total 
CHF 3‘014.15 (für das Jahr 2017) und CHF 530.55 (für das Jahr 2018 je inkl. Aus-
lagen und den entsprechenden MwSt-Sätzen) festgesetzt (Art. 135 Abs. 1 und 2 

33

StPO; Art. 42 des Kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11]). Das volle Ho-
norar beträgt CHF 3‘729.65 bzw. CHF 651.70 (Art. 17 Bst. f der Parteikostenver-
ordnung [PKV; BSG 168.811]).

Da A.________ vor oberer Instanz die Verfahrenskosten nur im Umfang der Hälfte 
auferlegt werden, entfällt im selben Umfang auch dessen Pflicht, dem Kanton die 
Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwältin B.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 Bst. a und b StPO). 

18. C.________

18.1 Verfahrenskosten

Weder die Generalstaatsanwaltschaft noch die Verteidigung von C.________ 
drangen mit ihren Anträgen vollständig durch. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
erscheint in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO eine hälftige Teilung der ober-
instanzlichen Verfahrenskosten angemessen. Die anteilsmässigen Verfahrenskos-
ten von CHF 1‘000.00 werden somit zur Hälfte von C.________ und zur anderen 
Hälfte vom Kanton Bern getragen (je CHF 500.00).

18.2 Entschädigung der amtlichen Verteidigung

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von C.________ durch Rechtsan-
walt D.________ vor erster Instanz wird bestätigt. Diejenige vor oberer Instanz wird 
auf der Grundlage der eingereichten Kostennote vom 20. März 2018 bestimmt 
(pag. 1505 ff.). Die an Rechtsanwalt D.________ auszurichtende amtliche Ent-
schädigung für das oberinstanzliche Verfahren wird demnach auf total CHF 
1‘951.25 (für das Jahr 2017) und CHF 2‘995.35 (für das Jahr 2018 je inkl. Auslagen 
und MwSt.) festgesetzt (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO; Art. 42 KAG). Das volle Hono-
rar beträgt CHF 2‘418.35 bzw. CHF 3‘733.10 (Art. 17 Bst. f PKV).

Da C.________ vor oberer Instanz die Verfahrenskosten nur im Umfang der Hälfte 
auferlegt werden, entfällt im selben Umfang auch dessen Pflicht, dem Kanton die 
Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwalt D.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 Bst. a und b StPO). 

19. E.________

19.1 Verfahrenskosten

Weder die Generalstaatsanwaltschaft noch die Verteidigung von E.________ dran-
gen mit ihren Anträgen vollständig durch. Es erfolgte nur eine geringe Anpassung 
des Strafmasses gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil. Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens erscheint in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO folgende Verteilung 
der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 1‘000.00 angemessen: 
CHF 400.00 (2/5) gehen zu Lasten von E.________ und CHF 600.00 (3/5) zu Las-
ten des Kantons Bern.

34

19.2 Entschädigung der amtlichen Verteidigung

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von E.________ durch Fürspre-
cher F.________ vor erster Instanz wird bestätigt. Diejenige vor oberer Instanz wird 
auf der Grundlage der eingereichten Kostennote vom 15. März 2018 bestimmt 
(pag. 1502 f.). Die an Fürsprecher F.________ auszurichtende amtliche Entschädi-
gung für das oberinstanzliche Verfahren wird demnach auf total CHF 1‘022.55 (für 
das Jahr 2017) und CHF 1‘426.15 (für das Jahr 2018 je inkl. Auslagen und MwSt.) 
festgesetzt (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO; Art. 42 KAG). Das volle Honorar beträgt 
CHF 1‘265.55 bzw. CHF 1‘776.20 (Art. 17 Bst. f PKV).

Da E.________ vor oberer Instanz die Verfahrenskosten nur im Umfang von 2/5 
auferlegt werden, entfällt im Umfang von 3/5 auch dessen Pflicht, dem Kanton die 
Entschädigung zurückzuzahlen und Fürsprecher F.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und den vollen