# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99528d64-ab58-5035-900d-c675432d5b7f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.07.2009 E-4024/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4024-2009_2009-07-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4024/2009/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, Geburtsdatum unbekannt,
alias A._______, geboren (...)
Nigeria,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 12. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4024/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein nigerianischer Staatsangehöriger mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein  Heimatland  eigenen  Angaben 
zufolge am 19. Oktober 2008 verliess und per Flugzeug ab Lagos in 
die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung (...) zur Begründung des Asylge-
suchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  sein  älterer  Bruder  (...)  sei 
Mitglied  der  "C._______"  gewesen  und  am  (...) 2008  bei  einem 
Feuergefecht erschossen worden,

dass Mitglieder der Gruppierung den Beschwerdeführer kurz nach der 
Beerdigung  seines  Bruders  zum  Beitritt  gezwungen  hätten,  er  sich 
aber  geweigert  habe,  an  Aktivitäten  teilzunehmen und  der  Gruppie-
rung auch mitgeteilt habe, er wolle nicht mehr Mitglied sein,

dass die "C._______" hierauf beschlossen habe, den Beschwerdefüh-
rer umzubringen,

dass er deshalb nach B._______ geflüchtet sei,  wo er sich während 
mehrerer Tage bei einem Priester versteckt habe, 

dass ihn die Rebellen dort aufgespürt hätten und der Priester ihn nach 
D._______ geschickt habe,

dass er sich in D._______ in einem Haus versteckt gehalten und vom 
Priester  erfahren  habe,  die  Rebellen  würden  ihn  weiterhin  suchen, 
weshalb  er  sich  zur  Ausreise  entschlossen  habe  und  am  19. Okto-
ber 2008 per Flugzeug in die Schweiz gereist sei,

dass  der  Beschwerdeführer  den  Asylbehörden  keine  rechtsgenügli-
chen Reise- oder Ausweisdokumente abgegeben hat,

dass  er  am 21. Oktober 2008  einer  radiologischen Knochenaltersbe-
stimmung  unterzogen  wurde  und  ihm  zum  Ergebnis  am  3. Novem-
ber 2008 mündlich das rechtliche Gehör gewährt wurde,  

dass das BFM den Beschwerdeführer – nach vorhergehender, vergeb-
licher Übermittlung einer Vorladung an eine unzutreffende Adresse – 
mit per Einschreiben versandtem Schreiben vom 5. Mai 2009 zu einer 
direkten Bundesanhörung am 18. Mai 2009 einlud,

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dass  das  Kuvert  mit  dem  erwähnten  Schreiben  dem  BFM  von  der 
schweizerischen  Post  mit  dem  Vermerk  "Nicht  abgeholt"  zurückge-
schickt wurde (Posteingang: 15. Mai 2009),

dass  das  BFM  mit  per  Einschreiben  an  den  Beschwerdeführer  ver-
schicktem Schreiben vom 20. Mai 2009 festhielt,  der Beschwerdefüh-
rer  sei  trotz  ordnungsgemässer  Zustellung  der  Vorladung  der  Anhö-
rung vom 18. Mai 2009 ohne Erklärung  ferngeblieben,

dass er  gemäss Art. 36 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31) Gelegenheit erhalte, sich zu seinem Nichterschei-
nen bis zum 1. Juni 2009 zu äussern,

dass innert  Frist kein Antwortschreiben des Beschwerdeführers beim 
BFM einging,

dass das BFM in der Folge auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers mit Verfügung vom 12. Juni 2009 (eröffnet am 17. Juni 2009) ge-
stützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG nicht eintrat und die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  mehrfach  seine  Mitwirkungspflicht  schuldhaft 
und in grober Weise verletzt,

dass  er  ohne  Erklärung  der  für  den  19. Januar 2009  (recte: 
18. Mai 2009) vorgesehenen Anhörung ferngeblieben sei und auf das 
gewährte rechtliche Gehör keine Stellung genommen habe, 

dass er  dadurch seine Mitwirkungspflicht  schuldhaft  in grober Weise 
verletzt und damit klar zu erkennen gegeben habe, an einer Fortset-
zung des Asylverfahrens kein Interesse zu haben, weshalb ihm das er-
forderliche Rechtsschutzinteresse abzusprechen sei,

dass der Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei, insbesondere da 
sich der Beschwerdeführer – mangels Glaubhaftmachung seiner Min-
derjährigkeit  –  nicht  auf  des  Übereinkommens  vom  20. November 
1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) berufen könne,  

dass er nämlich keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere abgegeben 
habe, welche seine Minderjährigkeit belegen würden, und seine Anga-

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ben  zu  seiner  Biografie  sowie  zu  seinem  und  dem Alter  der  Eltern 
widersprüchlich respektive unsubstanziiert seien,

dass  er  auch  aus  der  radiologischen  Knochenaltersbestimmung, 
gemäss  welcher  er  18  Jahre  alt  oder  älter  sei,  nichts  zu  seinen 
Gunsten ableiten könne,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  18. Juni 2009  gegen 
diesen  Entscheid  beim  BFM  –  von  diesem  mit  Schreiben  vom 
23. Juni 2009  zuständigkeitshalber  an das  Bundesverwaltungsgericht 
übermittelt  – Beschwerde erhob und dabei  die Aufhebung der Verfü-
gung  des  BFM  vom  12. Juni 2009  sowie  die  Gewährung  von  Asyl 
respektive  eine  erneute  Beurteilung  seines  Aufenthaltsrechts  bean-
tragte, 

dass  er  zur  Begründung  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  habe  nicht 
gewusst,  dass  sein Fall  in  Bearbeitung sei,  auch sei  ihm der  Anhö-
rungstermin nicht zur Kenntnis gelangt,

dass die vorinstanzlichen Akten am 24. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass demgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit die 
Gewährung von Asyl beantragt wird,

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
auf andere Weise als den in Art. 32 Abs. 2 Bstn. a und b AsylG ge-

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nannten Gründen ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Wei-
se verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht dann als grob zu bezeich-
nen ist, wenn dadurch die Abklärungen des Falles erheblich erschwert 
werden (vgl. EMARK 1995 Nr. 18),

dass das Asylgesetz für einen Nichteintretensentscheid wegen Verlet-
zung  der  Mitwirkungspflicht  im  Übrigen  keinen  Vorsatz  voraussetzt 
(vgl. EMARK 2000 Nr. 8),

dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegen-
satz zur strafrechtlichen Terminologie eine solche zu verstehen ist, bei 
welcher die betreffende Person durch aktives Handeln zur Verletzung 
beiträgt oder ein Handeln unterlässt, das ihr aufgrund ihres Alters, ih-
rer Ausbildung, ihrer beruflichen und sozialen Stellung vernünftigerwei-
se zugemutet werden kann, 

dass die Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person eine aktive Mit-
arbeit an der Feststellung des Sachverhalts verlangt, wozu insbeson-
dere auch sein Erscheinen zu den Anhörungen und die Beantwortung 
der gestellten Fragen gehört (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  beim  Einreichen  des  Asylgesuches  mit 
dem  "Merkblatt  für  Asylsuchende  und  Schutzbedürftige"  über  seine 
Verpflichtung zur Mitwirkung am Verfahren aufmerksam gemacht wor-
den ist, insbesondere auch darauf, sich den Behörden zur Verfügung 
zu  halten  und  jeder  Vorladung  und  Aufforderung  zur  Mitwirkung  am 
Verfahren nachzukommen,

dass  folglich das Nichterscheinen  zu  einer  Anhörung  grundsätzlich 
eine grobe und schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht darstellt, 
da es sich bei der Anhörung um eine wichtige Voraussetzung zur Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  handelt  (vgl.  EMARK 
2003 Nr. 22 E. 4.a und b S. 142 f.),

dass sich Asylsuchende gemäss Art. 8 Abs. 3 AsylG während des Ver-
fahrens den Behörden von Bund und Kanton zur Verfügung zu halten 
und diesen jede Änderung der  Adresse unverzüglich  mitzuteilen  ha-
ben,

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dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
19. März 2009 zunächst (...) avisierte und das Kuvert mit dem erwähn-
ten  Schreiben  am  26. März 2009  mit  dem  Vermerk  der  Schweizeri-
schen Post "Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht  er-
mittelt werden" wiederum beim BFM einging (A18), 

dass ein hierauf  erfolgtes Telefongespräch mit  E._______ ergab, der 
Beschwerdeführer wohne neu (...),

dass das BFM den Beschwerdeführer mit  per Einschreiben versand-
tem Schreiben  vom 5. Mai 2009 an diese  ihm zugewiesene und zu-
letzt  bekannte  Adresse zu  einer  direkten  Bundesanhörung  am 
18. Mai 2009 einlud,

dass der Abholzettel der Vorladung gemäss elektronischer Sendungs-
verfolgung der Schweizerischen Post (Track & Trace) am 6. Mai 2009 
zugestellt  und  am 14. Mai 2009  an das  BFM zurückgesendet  wurde 
(A20 S. 3) und am folgenden Tag dem Vermerk "Nicht abgeholt" beim 
BFM einging,

dass Postsendungen gestützt auf Art. 12 Abs. 1 AsylG mit Ablauf der 
siebentägigen Abholfrist als rechtsgültig zugestellt gelten,

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit per Einschreiben an die vor-
genannte  Adresse  verschicktem  Schreiben  vom  20. Mai 2009  Gele-
genheit  gab, sich zu seinem Nichterscheinen zur Anhörung  bis zum 
1. Juni 2009 zu äussern (A21),

dass das Schreiben vom 25. Mai 2009  betreffend die Gewährung des 
rechtlichen  Gehörs  (A21)  dem  Beschwerdeführer  gemäss  Track  & 
Trace (A22) zugestellt  werden konnte,  womit  sich dessen – ohnehin 
schwer  nachvollziehbaren  –  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe, 
wonach er nicht gewusst habe, dass sein Fall in Bearbeitung sei, jede 
Grundlage entzogen ist,

dass das BFM das Verhalten des Beschwerdeführers (unentschuldig-
tes  Nichterscheinen  zur  Anhörung  und  fehlende  Stellungnahme  im 
Rahmen des  rechtlichen  Gehörs)  nach  dem Gesagten  zu  Recht  als 
schuldhafte  und  grobe Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  wertete,  da 
sich der Beschwerdeführer damit in Kenntnis seiner Mitwirkungspflicht 
offensichtlich  willentlich  weigerte,  bei  der  Feststellung  des  Sachver-
halts in der ihm obliegenden Weise mitzuwirken, 

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dass der Beschwerdeführer dem in seiner Rechtsmitteleingabe nichts 
Stichhaltiges entgegenhält,

dass angesichts der offensichtlichen Verletzung der Mitwirkungspflicht 
eine genügenden Grundlage für die Ausfällung eines Nichteintretens-
entscheids besteht, 

dass  nach  dem  Gesagten  das  BFM  zu  Recht  in  Anwendung  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmitte-
leingabe einzugehen, weil  sie am Ergebnis  respektive am vorliegen-
den Nichteintretenstatbestand nichts ändern,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass in völkerrechtlicher Hinsicht angesichts der behaupteten Minder-
jährigkeit  von  der  Vorinstanz  die  Anwendbarkeit  der  KRK zu  prüfen 
war,  sie  mithin  im Rahmen ihrer  Untersuchungspflicht  das  Alter  des 
Beschwerdeführers festzustellen hatte,

dass  jedoch  die  Untersuchungspflicht  der  Behörde  ihre  vernünftige 
Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden findet, welchem 
zudem die Substanziierungslast zukommt,

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dass es nämlich nicht Sache der Asylbehörde sein kann, bei Missach-
tung der dem Asylsuchenden obliegenden Mitwirkungspflicht und ins-
besondere bei Verheimlichung der wahren Identität – welche im asyl-
rechtlichen Sinn auch das Geburtsdatum umfasst (Art. 1 Bst. a  Asyl-
verordnung 1 vom 11. August  1999 über  Verfahrensfragen [AsylV 1, 
SR  142.311])  –  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  for-
schen,  

dass das BFM der ihm obliegenden Untersuchungspflicht  nachgekom-
men  ist,  indem  es  dem  Beschwerdeführer  mittels  Befragung  vom 
3. November 2008 das rechtliche Gehör zur vermuteten Volljährigkeit 
gewährte,  zumal  der  Beschwerdeführer  durch  sein  unentschuldigtes 
Nichterscheinen zur Anhörung eine vertieftere Abklärung selbst verei-
telt hat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Aktenlage 
davon ausgeht,  er  habe bei  seiner Einreise in die Schweiz authenti-
sche Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche er in Verletzung 
seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) 
den  schweizerischen  Behörden  nicht  aushändigte,  um  seine  wahre 
Identität respektive sein wahres Alter zu verschleiern,

dass  nämlich  weitestgehend  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  es 
dem Beschwerdeführer  angesichts  der  strengen Grenzkontrollen  na-
mentlich an Flughäfen möglich gewesen wäre, ohne authentische und 
rechtsgenügliche Ausweispapiere  –  respektive mit  einem roten  Pass 
von ihm unbekannter Herkunft (A1 S. 7) – per Flugzeug von Nigeria in 
die Schweiz zu gelangen,

dass insgesamt der Beschwerdeführer die berechtigten Zweifel an sei-
ner Minderjährigkeit nicht zu entkräften vermochte und es ihm im ge-
samten Verfahren nicht gelungen ist, dieselbe glaubhaft darzutun, wes-
halb  die KRK vorliegend nicht  zur  Anwendung gelangt  (vgl. EMARK 
2001 Nr. 23),  

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und den übrigen 
Akten keine Hinweise auf eine menschenrechtswidrige Behandlung er-
sichtlich sind (vgl. Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]), 
die ihm in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist,  da keine Vollzugshindernisse beste-
hen,  und  es  ihm obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere 
mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

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2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (...). 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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