# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5080e76e-64e5-5a9e-a316-2f7a1bd93dc4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.08.2016 200 2015 808
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-808_2016-08-23.pdf

## Full Text

200 15 808 UV
SCP/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. August 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Juli 2015 (E 1544/2015, 
E 1545/2015)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1950 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der SUVA obligatorisch unfallversichert, als er 
gemäss Schadenmeldungen am 5. Juli 2012 auf einem Gerüst stolperte, 
die Knie aufschlug und auf die Brust fiel bzw. am 9. September 2012 bei 
einem Fahrradsturz auf die Knie fiel und sich drei Rippen brach (Akten der 
SUVA [act II] 1; Akten der SUVA [act. IIA] 8).

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen erbrachte die SUVA die gesetz-
lichen Unfallversicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und 
Taggeld (act. II 14; act. IIA 26). Am 17. Dezember 2014 stellte sie das Tag-
geld betreffend den Unfall vom 5. Juli 2012 per 31. Januar 2015 formlos ein 
(Akten der SUVA [act. IIB] 197) und verneinte mit Verfügung vom 16. Ja-
nuar 2015 (act. II 45; act. IIB 206) in Bezug auf beide Unfälle eine Leis-
tungspflicht für die linksseitigen Schulter- und Kniebeschwerden. In einer 
weiteren Verfügung vom 2. Februar 2015 (act. IIB 213) sprach sie dem 
Versicherten für die Restfolgen des ersten Ereignisses bei einem Invali-
ditätsgrad von 14 % ab 1. Februar 2015 eine Invalidenrente zu und ver-
neinte einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Die gegen beide 
Verfügungen separat erhobenen Einsprachen des Versicherten (act. IIB 
228, 230) wies die SUVA – nach erfolgter Verfahrensvereinigung – mit Ent-
scheid vom 20. Juli 2015 (act. II 52; act. IIB 260) ab.

B.

Mit Eingabe vom 13. September 2015 erhob der Versicherte Beschwerde. 
Er beantragt sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid sei auf-
zuheben und ihm sei eine höhere Invalidenrente und eine Integritätsent-
schädigung zuzusprechen sowie weiterhin Taggeld und Heilbehandlung zu 
gewähren. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 3

Nachdem der Instruktionsrichter das Verfahren mit prozessleitender Verfü-
gung vom 17. September 2015 auf die Frage der gehörigen Eröffnung des 
angefochtenen Einspracheentscheids bzw. zur Klärung der Prozessvor-
aussetzungen beschränkt hatte und seitens des Beschwerdeführers am 
5. Oktober 2015 unaufgefordert eine Eingabe eingelangt war, teilte die SU-
VA (Beschwerdegegnerin) am 13. Oktober 2015 mit, dass der Einspra-
cheentscheid ursprünglich nicht habe zugestellt werden können und später 
mittels Telefax sowie normaler Post versandt worden sei.

Da dem Beschwerdeführer nach eigener Darstellung die Seiten 16 und 17 
des Einspracheentscheids bisher nicht vorgelegen hatten, wurden ihm die-
se seitens des Gerichts zugestellt und ihm Gelegenheit zur Beschwerdeer-
gänzung eingeräumt. Mit Zuschrift vom 3. November 2015 bzw. Telefax 
vom 5. November 2015 erwähnte er daraufhin unter anderem ein drittes 
Ereignis vom 7. November 2014 und ersuchte zwecks weiterer «Recher-
chen» um eine Sistierung des Verfahrens.

Mit prozessleitender Verfügung vom 12. November 2015 erstreckte der 
Instruktionsrichter die Frist zur Beschwerdeergänzung und wies den Ver-
fahrensantrag – soweit weitergehend – ab.

In der Folge gelangte ein als «Klage wegen vorsätzliche[m] Betrug» be-
zeichnetes Schreiben des Beschwerdeführers vom 9. November 2015 ein, 
welches der Instruktionsrichter wegen Unzuständigkeit und mangels Wei-
terleitungspflicht an den Beschwerdeführer zurückwies.

Nach dem Eingang von vier weiteren Eingaben des Beschwerdeführers 
vom 20. bzw. 23. Dezember 2015 und 12. Januar 2016 hielt der Instrukti-
onsrichter ihn an, sich in seiner Ausdrucksweise zu mässigen und seine 
Ausführungen auf den Prozessgegenstand zu beschränken; gleichzeitig 
drohte er ihm eine Ordnungsbusse von Fr. 500.-- wegen Störung des Ge-
schäftsgangs an.

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2016 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 1. Februar 2016 gelangte der Beschwerdeführer abermals mit einer 
Eingabe ans Gericht, worauf der Instruktionsrichter ihn wunschgemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 4

über die parlamentarische Oberaufsicht (sog. Inter-Organkontrolle) des 
Verwaltungsgerichts orientierte.

Ein weiteres Schreiben des Beschwerdeführers vom 10. Juli 2016 beant-
wortete der Abteilungspräsident am 15. Juli 2016 unter anderem mit Hin-
weis auf die Möglichkeit ein förmliches Ablehnungsgesuch zu stellen; ein 
solches ging in der Folge bis zum Urteil jedoch nicht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Ein allfälliger Eröffnungsfehler würde hier 
keine Nichtigkeit des Einspracheentscheids begründen (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 31. Dezember 2010, 9C_861/2010, E. 1.3) und 
dem Beschwerdeführer wäre daraus auch kein Rechtsnachteil erwachsen. 
Er traf – unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes (Art. 60 Abs. 2 
ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) – seine Rechtsvorkehr rechtzeitig 
(Art. 60 Abs. 1 ATSG) und hatte Gelegenheit seine Beschwerdebegrün-
dung in Kenntnis des vollständigen Einspracheentscheids zu ergänzen. Da 
er seine weiteren Eingaben unterschrieben einreichte, sind auch die 
Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 5

rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten, weshalb – unter Vorbehalt 
der nachstehenden Erwägung – auf die Beschwerde einzutreten ist. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Juli 
2015 (act. II 52; act. IIB 260). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf 
eine Invalidenrente, eine Integritätsentschädigung, Taggeld und Heilbe-
handlung im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 7. Juli 2012 bzw. 
9. September 2012. Soweit die zahlreichen Rügen über diesen Anfech-
tungs- und Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164 f.; SVR 2011 
UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1, 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1) hinausgehen, ist auf 
diese nicht einzutreten (Quellensteuerpflicht, Datenschutz, Umschulung, 
Einsicht in die Kollektiv-Unfallversicherungspolice etc.). So verhält es sich 
insbesondere auch mit den geltend gemachten Versicherungsansprüchen 
bezüglich eines Vorfalls vom 7. November 2014 beim Heimtraining (Einga-
ben vom 3., 5. und 9. November 2015 sowie vom 23. Dezember 2015; 
act. IIB 237), worauf mit prozessleitender Verfügung vom 30. Dezember 
2015 bereits ausdrücklich hingewiesen wurde.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 6

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 
177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(«conditio sine qua non»; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 7

erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358).

2.5 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften 
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste-
hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi-
ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 8

nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er-
wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung 
des Begriffes «namhaft» durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe-
deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Dass die in den Schadenmeldungen (act. II 1; act. IIA 8) geschil-
derten Ereignisse vom 5. Juli und 9. September 2012 die kumulativen Tat-
bestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 2.1 hiervor) erfüllen, ist zu Recht unbestritten. 

3.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Der nach dem ersten Unfall am 6. Juli 2012 konsultierte Hausarzt, 
Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeinmedizin, gab im Arztzeugnis 
vom 11. November 2012 (act. IIA 23) die Angaben des Beschwerdeführers 
zum Unfallhergang wieder, wonach dieser auf die linke Brustseite bzw. das 
linke Knie gestürzt sei. Der Hausarzt diagnostizierte eine Rippenprellung 
linksseitig sowie eine Knieprellung links, behandelte die Beschwerden kon-
servativ und bescheinigte bis zum zweiten Unfall keine Arbeitsunfähigkeit. 

Nach dem Fahrradsturz erfolgte die hausärztliche Erstkonsultation am 
13. September 2012, wobei Dr. med. B.________ im Arztzeugnis vom 
11. Oktober 2012 (act. II 17; act. IIA 18) festhielt, der Beschwerdeführer sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 9

(gemäss eigenen Angaben) vom Fahrrad auf den rechten Thorax gestürzt. 
Als Diagnose wurde eine Rippenprellung (Differentialdiagnose: Fraktur) 
rechts aufgeführt und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 14. September 
2012 attestiert.

3.2.2 In der Folge wurden konsiliarische Abklärungen und bildgebende 
Untersuchungen durchgeführt (act. II 10/2, 25; act. IIA 6/2, 29 f., 52/1). Im 
Bericht vom 19. September 2012 (act. II 10/3; act. IIA 6/3) stellte Dr. med. 
C.________, Facharzt für Orthopädie, eine schwere Osteoporose mit er-
höhtem Frakturrisiko fest. Am 19. März 2013 führte er eine arthroskopische 
Innenmeniskus-Teilresektion rechts durch und gab als Indikationsdiagnose 
einen Innenmeniskus-Hinterhornriss (radiär-horizontal im Hinterhorn) sowie 
eine Chondromalazie Grad II an der Patellarückfläche an (act. IIA 45). 
Postoperativ bescheinigte er bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit (act. II 34 ff.; act. IIA 53).

Im Zwischenbericht vom 4. Juni 2013 (act. IIA 66) beschrieb Dr. med. 
C.________ eine Beschwerdebesserung, wobei das Knien zurzeit noch 
vermieden werden sollte. Er stellte eine positive Prognose und gab an, die 
physiotherapeutische Behandlung werde noch zirka vier Wochen andau-
ern. 

In einem weiteren Verlaufsbericht vom 7. August 2013 (act. IIA 77) hielt der 
Orthopäde nach entsprechender Behandlung und regelmässiger Physio-
therapie einen deutlichen Rückgang, jedoch keine vollständige Ausheilung 
der Beschwerden fest. Er erachtete die Prognose weiterhin als gut und ging 
von einem Behandlungsabschluss Ende August bzw. einer vollständigen 
Wiederaufnahme der Arbeit im Oktober 2013 aus. 

Am 7. Oktober 2013 (act. IIA 96) erwähnte Dr. med. C.________ nebst 
einer Retropatellararthrose rechts sowie einem Hallux rigidus rechts ein 
Supraspinatussyndrom mit subakromialem Impingement bei Arthrose des 
linken Akromioklavikular-Gelenks. 

3.2.3 Der SUVA -Kreisarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Chirurgie, 
der den Beschwerdeführer bereits am 20. Juni 2013 untersucht hatte 
(act. IIA 72), beurteilte die von Dr. med. C.________ neu beschriebenen 
linksseitigen Schulterbeschwerden in der Stellungnahme vom 18. Novem-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 10

ber 2013 (act. IIA 101) als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfall-
fremd.

3.2.4 Am 5. Dezember 2013 teilte Dr. med. C.________ in Kenntnis 
eines Verlaufs-MRIs vom 23. Oktober 2013 (act. IIA 95) auf Anfrage mit, 
dass eine erneute operative Revision zurzeit nicht geplant sei und die The-
rapie konservativ fortgesetzt werde (act. IIA 106). Diese Angaben ergänzte 
er am 3. Januar 2014 mit dem klinischen Befund beider Kniegelenke 
(act. IIA 112). 

3.2.5 Gestützt auf die erneute kreisärztliche Untersuchung vom 6. Fe-
bruar 2014 mit bildgebender Verlaufskontrolle (act. IIA 126) erachtete Dr. 
med. D.________ die rechtsseitigen Kniebeschwerden nach wie vor als 
unfallkausal. Aufgrund der nachvollziehbaren Beschwerden bei medialer 
Gonarthrose sei eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit unwahr-
scheinlich. Hingegen seien die Kniebeschwerden links mittlerweile wieder 
als unfallfremd zu beurteilten; durch die Kniekontusion vom 7. Juli 2012 sei 
es lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustan-
des gekommen. Die Unfallkausalität der linksseitigen Schulterbeschwerden 
bezeichnete der SUVA-Kreisarzt mangels einer entsprechenden Bildge-
bung als noch unklar (act. II 41; act. IIA 124).

3.2.6 Nach Vorlage eines Befundberichts über ein MRI der linken Schul-
ter vom 14. Februar 2014 (act. IIA 143) hielt der SUVA -Kreisarzt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH 
sowie Facharzt für Rheumatologie FMH, in einer Stellungnahme vom 
10. September 2014 (act. II 42; act. IIB 168) fest, dass ein überwiegend 
wahrscheinlicher Zusammenhang der im Jahre 2014 geltend gemachten 
Schulterbeschwerden mit den Unfallereignissen aus dem Jahr 2012 nicht 
postuliert werden könne. Er präzisierte am 1. Oktober 2014 (act. IIB 171), 
dass allein bezüglich des Ereignisses vom 5. Juli 2012 unfallkausale Rest-
folgen betreffend das rechte Knie vorlägen. Zur Aufrechterhaltung oder 
Verbesserung der Unfallfolgen an diesem Knie seien auch nach dem 
Fallabschluss regelmässige ärztliche Kontrollen bzw. eine Medikation not-
wendig.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 11

3.2.7 Dr. med. C.________ beschrieb im Bericht vom 30. Oktober 2014 
(act. IIB 185) unveränderte Schmerzen in beiden Kniegelenken und mitt-
lerweile auch blockadeartige Beschwerden im linken Kniegelenk. Die 
Schulterbeschwerden links bereiteten immer noch Beschwerden beim He-
ben und Tragen sowie bei Überkopfarbeit. Als Diagnosen vermerkte er ein 
Impingementsyndrom links (ICD-10: M75.4), eine beidseitige Retropatella-
rarthrose (ICD-10: M17.9), eine Supra- und Infraspinatus-Tendinitis rechts 
(ICD-10: M75.1) mit Impingement sowie eine Schultereckgelenksarthrose 
rechts (ICD-10: M19.91).

3.2.8 Im Bericht vom 12. Dezember 2014 (act. II 43; act. IIB 195) über 
die gleichentags angesetzte kreisärztliche Abschlussuntersuchung hielt Dr. 
med. E.________ die nachstehenden Diagnosen fest:

Restbeschwerden im Kniegelenk rechts bei
 Sturz am 5. Juli 2012 aus zirka zwei Metern Höhe mit Auf-

schlagen auf beide Kniegelenke und den Thorax
 arthroskopische partielle Resektion Pars intermedia am Hin-

terhorn am 19. März 2013
 Chondromalazie Grad II Patellahinterfläche
 MRI vom 23. Oktober 2013: Degeneration der Menisken
 Momentan keine Ruhe- oder Nachtschmerzen, Gehstrecke 

maximal drei Viertelstunden

unfallfremd:
1. Kniebeschwerden links bei Status nach Sturz mit dem Fahrrad 

am 9. September 2012 (MRI vom 20. Juli 2011 und 2. No-
vember 2012)

2. Beschwerden im Schultergelenk links (MRI vom 14. Februar 
2014)

Er erklärte, der Fall werde in Absprache mit der Administration abgeschlos-
sen. Die weitere Tätigkeit im angestammten Beruf sei wohl derzeit nicht 
möglich. Zumutbar seien (bezüglich des rechten Kniegelenks) hingegen 
ganztägige, wechselnd sitzende, gehende und stehende Tätigkeiten. Ein-
malige Gewichtsbelastungen seien unbeschränkt bzw. repetitiv nicht über 
15 Kilogramm (leicht bis mittelschwer) möglich. Einschränkungen bestün-
den für das Besteigen von Leitern und Gerüsten, Gehen in unebenem 
Gelände, Kauern, Knien und für häufiges Treppensteigen. Zwangshaltun-
gen bzw. fehlende Beinfreiheit für Spontanbewegungen seien schwierig. 
Die Erheblichkeitsgrenze für eine Integritätsentschädigung werde nicht er-
reicht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 12

3.2.9 In einer «Zusammenfassung der Krankengeschichte» vom 29. Ja-
nuar 2015 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 7) bestätigte Dr. med. 
C.________, dass bei den Unfällen jeweils beide Kniegelenke betroffen 
gewesen seien. Wohl habe Dr. med. B.________ lediglich eine Verletzung 
des rechten Kniegelenks erwähnt, in der Krankenakte (act. I 6) habe er am 
6. Juli 2012 hingegen den Sturz dokumentiert mit Verletzung auch des lin-
ken Kniegelenkes, des Thorax und der Schultergelenke. In den Berichten 
der Unfallchirurgie vom 9. und 14. Juli 2012 (act. I 1 f.) sei auch ein Be-
handlungsbedarf betreffend das linke Knie angegeben worden. Als Resultat 
der beiden Unfälle leide der Beschwerdeführer immer noch unter immer 
wieder auftretenden Schmerzen beider Kniegelenke, so dass er auch nur 
kürzere Wegstrecken nicht mehr ohne Schmerzen zurücklegen könne. 
Auch die Schulterbeschwerden bedürften immer wieder ärztlicher Behand-
lungen und Kontrollen.

Am 9. September 2015 gab der Orthopäde gegenüber der damaligen 
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers zudem an, es bestehe weiterhin 
eine Arbeitsunfähigkeit und ein Behandlungsabschluss sei nicht absehbar 
(act. I 9/2 f.). Im beigelegten Brief vom 10. September 2015 (act. I 9/1) 
machte er weitere Ausführungen zum Unfall vom 5. Juli 2012 «mit Verlet-
zung beider Kniegelenke» sowie zum Fahrradsturz «mit Verletzung des 
linken Schultergelenkes». Er vertrat die Auffassung, dass beide Ereignisse 
primär die Auslöser der Beschwerden sowohl im Schultergelenk als auch in 
den Kniegelenken gewesen seien. Die Kausalität zwischen Unfall und Be-
schwerden sei eindeutig erwiesen, da der Beschwerdeführer vor dem Un-
fall über keinerlei Beschwerden in den angegebenen Gelenken gelitten 
habe.

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 13

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 20. Juli 2015 (act. II 52; act. IIB 260) auf die kreisärztli-
chen Berichte der Dres. med. D.________ und E.________ (act. II 41, 43; 
act. IIA 72, 101, 124; act. IIB 195). Deren Beurteilungen erfüllen die vorer-
wähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und 
erbringen vollen Beweis. 

3.4.1 Insbesondere zeigte Dr. med. D.________ mit Blick auf den do-
kumentierten Vorzustand des linken Knies (act. IIA 52/2) sowie die von ihm 
erhobenen klinischen Befunde überzeugend auf, dass der Stolpersturz vom 
Gerüst diesbezüglich nicht zu einer richtunggebenden, sondern höchstens 
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt hat und der Status 
quo sine spätestens seit Februar 2014 erreicht wurde (act. II 41; act. IIA 
124). 

3.4.2 Ebenso schlüssig ist die Einschätzung, dass allein der Unfall vom 
5. Juli 2012, nicht aber jener vom 9. September 2012, Restfolgen hinter-
lässt (act. IIB 171). Entgegen der Schadenmeldung (act. II 1) hatten die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 14

beiden Knie beim zweiten Unfall gemäss den initialen Angaben des Be-
schwerdeführers «nichts ab[-]bekommen» und zog er sich lediglich eine 
Rippenprellung zu, welche im Februar 2013 abgeheilt war (act. II 10/1, 
31/1). Damit korreliert auch der zeitnahe Eintrag des Hausarztes vom 
13. September 2012 im Krankenblatt (act. I 6), wonach der Beschwerdefüh-
rer auf den rechten Thorax gestürzt sei. 

3.4.3 Was das rechte Knie anbelangt, wurde der Fallabschluss im Sinne 
von Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl. E. 2.5 hiervor) im Kreisarztbericht vom 
12. Dezember 2014 (act. IIB 195) mit der Feststellung eines stationären 
Zustandes (act. IIB 195/7) einleuchtend begründet. Der Beschwerdeführer 
benötigte bezüglich der Knieprobleme keine Behandlung bzw. Medikation 
mehr (act. IIA 146; act. IIB 195/5; vgl. auch Eingabe vom 30. September 
2015 S. 3) und hatte sich im Juli 2014 vorübergehend wieder in seinem 
angestammten Beruf betätigt (act. IIA 153, 156, 161). Dass Dr. med. 
C.________ in einem erst nach Erlass des angefochtenen Einspracheent-
scheids vom 20. Juli 2015 (act. II 52; act. IIB 260) verfassten Bericht (vgl. 
zum zeitlichen Überprüfungshorizont des Gerichts: BGE 131 V 242 E. 2.1 
S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) vom 9. September 2015 (act. I 9/2) von 
einem nicht absehbaren Behandlungsabschluss ausging, ändert daran 
nichts. Er legte weder dar, in welcher Form eine tatsächliche ärztliche Be-
handlung (also nicht blosse Verlaufskontrollen oder lediglich delegierte 
Physiotherapie) stattfindet noch ob diese sich auf die unfallkausalen Rest-
beschwerden am rechten Knie beziehen und – entgegen der kreisärztlichen 
Beurteilung – erwartet werden kann, weitere Behandlungsmassnahmen 
führten zu einer namhaften Besserung der Kniebeschwerden, zumal eine 
blosse Weiterbehandlung der bekannten Kniebeschwerden im Kontext von 
Art. 19 Abs. 1 UVG ohne Belang ist, da sich der medizinische Endzustand 
prospektiv (oder prognostisch) beurteilt (Entscheid des BGer vom 14. De-
zember 2012, 8C_453/2012, E. 3.1).

3.4.4 Schliesslich überzeugt die kreisärztliche Beurteilung auch hinsicht-
lich der linksseitigen Schulterbeschwerden. Dr. med. E.________ schloss 
eine Unfallkausalität am 10. September 2014 überwiegend wahrscheinlich 
aus. Er qualifizierte die im Befundbericht vom 14. Februar 2014 (act. IIA 
143) beschriebene Veränderung als degenerativ und bezog auch die bio-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 15

mechanischen Unfallabläufe sowie die lange Latenzzeit mit ein (act. II 42; 
act. IIB 168). Die Behauptung von Dr. med. C.________, wonach es beim 
Fahrradunfall zu einer Schulterverletzung gekommen sei (act. I 9), was der 
Hausarzt in der Krankenakte dokumentiert habe (act. I 7), findet in den Ak-
ten keinen Rückhalt (act. I 5 f.), die Beschwerden an der linken Schulter 
wurden erstmals im Bericht vom 7. Oktober 2013 (act. IIA 96) – also lange 
nach dem Ereignis – erwähnt. 

3.5 Auch die vom Beschwerdeführer an der Beurteilung der Dres. 
med. D.________ und E.________ erhobene Kritik verfängt nicht:

3.5.1 Vorab ist allein der Umstand, dass es sich bei den SUVA -
Kreisärzten um versicherungsinterne Mediziner handelt (Eingabe vom 
3. November 2015 S. 2), nicht geeignet, den Beweiswert ihrer Schlussfol-
gerungen zu erschüttern (vgl. E. 3.3 hiervor). Es ergeben sich aus den Ak-
ten keinerlei Hinweise dafür, dass sich die Dres. med. D.________ und 
E.________ von aussermedizinischen Gesichtspunkten hätten leiten las-
sen und es besteht im Verfahren um Zusprechung oder Verweigerung von 
Sozialversicherungsleistungen nach wie vor kein förmlicher Anspruch auf 
eine versicherungsexterne Begutachtung (BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff.; 
Entscheid des BGer vom 21. Oktober 2013, 8C_815/2012, E. 3.2.2).

3.5.2 Dass Dr. med. E.________ anlässlich der kreisärztlichen Ab-
schlussuntersuchung vom 12. Dezember 2014 den Beschwerdeführer nur 
befragen, aufgrund seiner Opposition aber nicht klinisch untersuchen konn-
te (Eingabe vom 3. November 2015 S. 2; Eingabe vom 23. Dezember 2015 
S. 1), schmälert den Beweiswert der kreisärztlichen Schlussfolgerungen 
nicht. Der Facharzt hatte Kenntnis der vollständigen medizinischen Akten, 
samt den bildgebenden Befunden, und konnte sich anhand der vorhande-
nen Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen (vgl. RKUV 2006 
U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Im Übrigen ist – entgegen 
der Ansicht des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 3 Ziff. 1; act. I 10 [mit 
Handnotizen]; act. IIB 233) – nicht zu beanstanden, dass Dr. med. 
E.________ auch die Wirbelsäule betrachten wollte. Bei geltend gemach-
ten unfallbedingten Beschwerden am Bewegungsapparat kann sich der 
Experte nicht isoliert auf diese Aspekte beschränken, vielmehr ist regel-
mässig eine ganzheitliche klinische Untersuchung angezeigt um allfällige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 16

krankheitsbedingte Gesundheitsschäden mit ihrem Einfluss auf die funktio-
nellen Leistungsfähigkeit abzugrenzen. In der vorliegenden Situation erüb-
rigte sich aber eine erneute kreisärztliche Untersuchung, weshalb auch die 
Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (vgl. Art. 43 Abs. 3 
ATSG) obsolet war.

3.5.3 Das Einholen zusätzlicher (fremd-)anamnestischer Auskünfte bei 
den Dres. med. B.________ und C.________ (Beschwerde S. 3 Ziff. 1/1) 
war entbehrlich, zumal die SUVA-Kreisärzte mit den verschiedenen Vorak-
ten der behandelnden Ärzte vollständig dokumentiert waren. Dass Dr. med. 
C.________ hinsichtlich der Unfallkausalität gegenüber den SUVA-
Kreisärzten eine divergierende Ansicht vertritt, genügt nicht um Zweifel an 
den kreisärztlichen Beurteilungen zu begründen. Wie die Beschwerdegeg-
nerin zutreffend darlegte (act. II 52/11; act. IIB 260/11), folgte die Argumen-
tation von Dr. med. C.________ (act. I 9/1) der unmassgebenden Formel 
«post hoc, ergo propter hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche 
Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie 
nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 
UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3). Hinzu kommt, dass Dr. med. E.________ ein 
differenziertes medizinisches Zumutbarkeitsprofil für leidensadaptierte 
Tätigkeiten formulierte (act. II 43/7; act. IIB 195/7), während die behandeln-
den Ärzte durchwegs eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigten und sich 
nicht zur medizinisch-theoretischen (Teil-)Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit 
in einer Verweisungstätigkeit äusserten. Ohnehin ist nicht klar, ob die in 
Deutschland praktizierenden Ärzte mit dem im schweizerischen Sozialver-
sicherungssystem vorherrschenden Konzept der Teilarbeitsunfähigkeit ver-
traut sind (in der Bundesrepublik Deutschland gilt das «Alles-oder-Nichts»-
Prinzip und wird die Einführung einer Teilarbeitsunfähigkeit bzw. «Teil-
krankschreibung» erst diskutiert [vgl. Sondergutachten 2015 des Sachver-
ständigenrates SVR; abrufbar unter <www.svr-gesundheit.de>]).

3.6 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass nach den beweiskräf-
tigen Beurteilungen der Dres. med. D.________ und E.________ die links-
seitigen Knie- und Schulterbeschwerden nicht unfallkausal sind, bezüglich 
der Folgen des Unfalls vom 9. September 2012 der Status quo sine (vel 
ante) per Februar 2014 eintrat und hinsichtlich des Unfalls vom 5. Juli 2012 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 17

der medizinische Endzustand spätestens im Dezember 2014 erreicht war. 
Seither besteht aufgrund der rechtsseitigen Kniebeschwerden in der bishe-
rigen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bzw. in einer Verweisungs-
tätigkeit im Rahmen des formulierten Zumutbarkeitsprofils eine uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit. 

Daraus folgt, dass der Anspruch auf die vorübergehenden Versicherungs-
leistungen spätestens Ende Dezember 2014 wegfiel (vgl. Art. 16 Abs. 2 
UVG, Art. 19 Abs. 1 Satz 2 UVG). Dass die Beschwerdegegnerin das Tag-
geld erst per 31. Januar 2015 formlos terminierte (act. IIB 197) und den 
Anspruch auf weitere Heilbehandlung der unfallkausalen Beschwerden – 
ohne explizite Prüfung der Voraussetzungen von Art. 21 UVG – dem 
Grundsatz nach bejahte (act. IIB 213/2 f.), wirkt sich zugunsten des Be-
schwerdeführers aus und ist nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwer-
deführer nebst der zugesprochenen Invalidenrente weitere Taggeldzahlun-
gen fordert, bezieht er sich offensichtlich auf den hier nicht Streitgegen-
stand bildenden Vorfall vom 7. November 2014 beim Heimtraining (Einga-
ben vom 3., 5. und 9. November 2015 sowie vom 23. Dezember 2015; 
act. IIB 237). Weil sich dieser Vorfall sowohl vor der erstmaligen Renten-
festsetzung als auch vor dem Erreichen des medizinischen Endzustands 
ereignete, wäre – soweit es sich hierbei um einen invalidisierenden weite-
ren Unfall handelte (was vorliegend offen bleiben kann) – Art. 24 Abs. 4 der 
Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) nicht direkt anwendbar (BGE 123 V 45 E. 3a S. 49; ANDRÉ 
PIERRE HOLZER, Der versicherte Verdienst in der obligatorischen Unfallver-
sicherung, in: SZS 2010 S. 228), müsste aber dereinst dennoch eine kom-
binierte Rente auf einheitlicher Berechnungsgrundlage geprüft werden 
(Rentenkombination; vgl. Urteil des BGer vom 30. April 2004, U 345/02, 
E. 5.2 mit Hinweisen). 

Zu beurteilen ist in einem weiteren Schritt der Anspruch auf eine Invaliden-
rente im Zusammenhang mit dem Unfall vom 5. Juli 2012 und dabei insbe-
sondere, ob der Beschwerdeführer eine höhere als die ihm von der Be-
schwerdegegnerin bei einem Invaliditätsgrad von 14 % zugesprochene 
Rente beanspruchen kann.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 18

4.

4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades 
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 
Abs. 2 UVG).

4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 19

schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus 
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593). Die Vorlage von fünf zumutbaren 
Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer Hinsicht in der Regel als genü-
gend. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und 
der daraus abgeleiteten Lohnangaben sind im Sinne einer qualitativen An-
forderung zusätzlich Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf-
grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten 
Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durch-
schnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechen-
den Gruppe. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich 
des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Ein-
zelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben. Ist die SUVA 
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, 
kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt wer-
den (BGE 139 V 592 E. 6.3 S. 595, 129 V 472 E. 4.2.2 S. 480).

4.3

4.3.1 Das bisherige Arbeitsverhältnis mit einer im Personalverleih täti-
gen Unternehmung wurde letztlich wohl aufgrund der Kniebeschwerden 
aufgelöst (act. IIB 183); ob es im hypothetischen Gesundheitsfall weiter-
bestünde ist unklar. Jedenfalls war der Beschwerdeführer jeweils in seinem 
angestammten Beruf als … in den Einsatzbetrieben beschäftigt und würde 
dieser Tätigkeit im Zeitpunkt des Rentenbeginns (Februar 2015) überwie-
gend wahrscheinlich weiterhin in der Schweiz (act. IIA 127) nachgehen. So 
oder anders sind deshalb zur Bestimmung des Valideneinkommens die 
Löhne gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das … (2013-2017) mass-
gebend. Denn nach Art. 3 Abs. 1 des massgebenden GAV Personalverleih 
vom 21. Dezember 2011 (abrufbar unter <www.swissstaffing.ch> oder 
<www.gav-service.ch>) wurden die allgemeinverbindlichen Lohnbestim-
mungen eines GAV des Einsatzbetriebes übernommen. Die Beschwerde-
gegnerin berechnete das Valideneinkommen von Fr. 67‘102.-- (act. IIB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 20

211/2, 213/2) prinzipiell korrekt, wobei aber der 13. Monatslohn mit einem 
Zuschlag von 8.3 % und nicht 8.33 % zu berücksichtigen ist, was zu einem 
Valideneinkommen von Fr. 67‘084.-- führt (Fr. 29.12 Stundenlohn [act. IIA 
161] x 2‘127.15 Jahresbruttosollarbeitszeit [GAV Anhang 1 Zone 2] + 8.3 % 
Zuschlag 13. Monatslohn [GAV Ziff. 7.3.2]) und sich im Ergebnis jedoch 
nicht auswirkt (vgl. E. 4.4. hiernach).

4.3.2 Der Beschwerdeführer hat keine ihm an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen, weshalb die Beschwerdegegnerin sich zuläs-
sigerweise auf die DAP-Lohnangaben stützte. Der dabei ermittelte durch-
schnittliche Jahreslohn von Fr. 57‘714.-- (act. IIB 211/2, 213/2) basiert auf 
der Vorlage von fünf Arbeitsplätzen aus 181 Suchresultaten (act. IIB 
207/1), wobei jeweils das medizinische Zumutbarkeitsprofil sowie die Aus-
bildungsanforderungen beachtet wurden. Der Beschwerdeführer bringt kei-
ne substanziierten Rügen gegen die Verwendung der DAP-Blätter vor und 
das ermittelte Invalideneinkommen gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein aufgerundeter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) Invali-
ditätsgrad von 14 % ([Fr. 67‘084.-- ./. Fr. 57‘714.--] / Fr. 67‘084.-- x 100). 

4.5 Für den versicherten Verdienst (Art. 15 UVG; Art. 22 Abs. 4 UVG) 
nahm die Beschwerdegegnerin in Anbetracht der Erwerbsbiographie des 
Beschwerdeführers (act. IIA 73, 127) richtigerweise keine Aufrechnung des 
unterjährigen Lohnes auf ein volles Jahr vor (act. IIB 221/1 Ziff. 2; BGE 138 
V 106 E. 5.4.5 S. 115). Bezüglich des Rentenanspruchs ist der angefoch-
tene Einspracheentscheid vom 20. Juli 2015 (act. II 52; act. IIB 260) somit 
nicht zu beanstanden. Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritäts-
entschädigung.

5.

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 21

Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

5.1.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als 
dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes-
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. 
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht absch-
liessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual 
gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte 
Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere 
vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 
E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwick-
lung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabella-
rischer Form (sog. Feinraster; abrufbar unter <www. suva.ch>) erarbeitet. 
Diese Tabellen sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen 
die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem 
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

5.1.2 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35). 

5.2 In seiner Beurteilung vom 12. Dezember 2014 (act. II 43; act. IIB 
195) gelangte Dr. med. E.________ zum Schluss, dass die Erheblichkeits-
grenze für eine Integritätsentschädigung (von 5 % gemäss Ziff. 1 des An-
hangs 3 zur UVV) nicht erreicht werde. Dieser Beurteilung ist ohne weiteres 
zu folgen, sind doch einzig die unfallkausalen Residuen im rechten Kniege-
lenk zu berücksichtigen und weder eine Gelenksteifigkeit noch eine rele-

http://www.suva.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 22

vante Bewegungseinschränkung im Sinne der SUVA -Tabelle 2 ausgewie-
sen. Nach dem (anhand der Neutral-Null-Methode) im Januar 2014 erho-
benen klinischen Befund von Dr. med. C.________ (act. IIA 112) war eine 
Flexion (Beugen) bis zu einem Winkel von 120º möglich und Dr. med. 
D.________ stellte anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung im Februar 
2014 sogar eine Kniegelenksbeweglichkeit von bis zu 140º fest (act. II 41/4; 
act. IIA 124/4). Weil der Einspracheentscheid vom 20. Juli 2015 (act. II 52; 
act. IIB 260) auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden ist, erweist sich 
die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- SUVA, Rechtsabteilung (samt Kopie der Eingabe vom 10. Juli 2016 

und Schreiben des Abteilungspräsidenten vom 15. Juli 2016)
- Bundesamt für Gesundheit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Aug. 2016, UV/15/808, Seite 23

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.