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**Case Identifier:** 8d41a273-3d2e-5009-8ede-eb52e659b09d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.03.2013 IV 2011/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-89_2013-03-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.03.2013

Entscheiddatum: 25.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Gutachten. Nicht 
schlüssiges psychiatrisches Verlaufsgutachten, das im Gegensatz zum 
Erstgutachten, wo eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, einzig 
gestützt auf eine nicht beweiskräftige neuropsychologische Beurteilung eine 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 
bescheinigt. Ausführungen zur Aussagekraft von Symptom- bzw. 
Beschwerdevalidierungstests (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 2011/89).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

 

Entscheid vom 25. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a, 

8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___, meldete sich am 27. Oktober 1999 zum Bezug von IV-Leistungen an. 

Wegen Kreuzschmerzen könne er seinen erlernten Beruf als Maurer nicht mehr 

ausüben (act. G 5.1). Dr. med. B.___, Physikalische Medizin FMH, diagnostizierte im 

Bericht vom 21. Dezember 1999 (Datum Eingang SVA) ein chronisches 

Thoracolumbovertebralsyndrom und ein ISG-Syndrom beidseits (act. G 5.8). Die IV-

Stelle gewährte dem Versicherten eine von ihm angeregte Umschulung zum 

Lastwagenchauffeur (vgl. Verfügung vom 19. Juli 2000, act. G 5.25; zum 

vorübergehenden Umschulungsunterbruch wegen eingeschränkter psychischer 

Verfassung vgl. den Zwischenbericht des Berufsberaters vom 5. Dezember 2000, act. 

G 5.39; zur Wiederaufnahme der Umschulung vgl. Zwischenbericht vom 22. Februar 

2001, act. G 5.44), die er am 12. April 2001 erfolgreich beendete (Zwischenbericht vom 

16. August 2001, act. G 5.47). Am 28. Mai 2001 nahm er bei der C.___ AG eine 

Tätigkeit als Mitarbeiter Pulverfarbtonrezeptierung auf (act. G 5.48). Für eine 

Einarbeitungszeit (Arbeitstraining) von sechs Monaten gewährte die IV-Stelle dem 

Versicherten Taggeldleistungen. Die Umschulung sei mit dieser Massnahme 

abgeschlossen (act. G 5.52 und 5.55). Von Dezember 2001 bis Mai 2006 arbeitete der 

Versicherte als Messerschleifer in der D.___. Das Arbeitsverhältnis wurde wegen Abbau 

der Stelle aufgelöst (act. G 5.57).

A.b   Am 27. Oktober 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (act. G 5.56). Die IV-Stelle trat auf die Wiederanmeldung nicht ein, da der 

Versicherte eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht glaubhaft dargelegt 

habe (Verfügung vom 26. Februar 2007, act. G 5.65).

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A.c   In der Wiederanmeldung vom 17. September 2008 beantragte der Versicherte 

erneut IV-Leistungen. Er brachte darin vor, an psychischen Beschwerden zu leiden 

(Ängste, Nervosität, Depressionen, Antriebsstörung), und verwies auf ein 

psychiatrisches Gutachten von Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie (act. G 5.66). Dieser hatte den Versicherten am 1. September 2008 im 

Auftrag des Krankentaggeldversicherers untersucht. Im Gutachten vom 4. September 

2008 diagnostizierte Dr. E.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11), 

anamnestisch ein ADHS im Erwachsenenalter sowie einen Verdacht auf eine ängstliche 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6; DD akzentuierte ängstliche 

Persönlichkeitszüge). Der Versicherte sei derzeit für jegliche Tätigkeit zu 100% 

arbeitsunfähig (act. G 5.163-1 ff.). Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs mit dem 

RAD-Arzt Dr. med. F.___ gab die behandelnde Dr. med. G.___, Ambulatorium, 

Psychiatrische Klinik Wil, an, aktuell bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Der 

Gesundheitszustand sei besserungsfähig (Protokoll vom 22. Oktober 2008, act. G 5.77; 

vgl. auch Bericht vom 5. Januar 2009, act. G 5.81, sowie vom 24. März 2009, act. 

G 5.93).

A.d   Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde der Versicherte am 17. April 

2009 erneut psychiatrisch untersucht. Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, führte im Gutachten vom 20. Mai 2009 aus, die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung könne weder mit Sicherheit gestellt noch mit Sicherheit 

ausgeschlossen werden. Die in den Vorakten beschriebene depressive Episode sei 

remittiert. In der neuropsychologischen Teilbegutachtung vom 1. Mai 2009 werde eine 

insgesamt mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung beschrieben. 

Dr. H.___ diagnostizierte eine Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (ICD-10: 

F90.0) und hielt den Versicherten für 40% arbeitsfähig (act. G 5.163-19 ff.).

A.e   Der Versicherte nahm seit dem 17. August 2009 an einer beruflichen Abklärung in 

der dreischiibe teil. Die Abklärung musste am 13. Oktober 2009 gesundheitsbedingt 

abgebrochen werden (vgl. Mitteilung vom 4. Januar 2010, act. G 5.122). Im 

Abklärungsbericht vom 28. Oktober 2009 hielt die Abklärungsperson der dreischiibe 

fest, der Versicherte sei aufgrund seiner psychischen Instabilität derzeit weder in der 

freien Wirtschaft noch an einem geschützten Arbeitsplatz arbeitsfähig (act. G 5.110). Im 

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Verlaufsbericht vom 26. November 2009 gaben die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik Wil an, der 

Gesundheitszustand des Versicherten sei seit 5. Januar 2009 stationär geblieben. Der 

Versicherte sei für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (act. G 5.114). Der RAD 

empfahl in der Stellungnahme vom 28. Dezember 2009 eine psychiatrische 

Verlaufsbegutachtung bei Dr. H.___. Zusätzlich sei eine rheumatologische 

Untersuchung zur Validierung des somatischen Gesundheitszustands angezeigt (act. 

G 5.117).

A.f    Am 1. Februar 2010 wurde der Versicherte erneut durch Dr. H.___ untersucht. Am 

7. und 10. Mai 2010 nahm er an einer neuropsychologischen Begutachtung durch 

Dr. phil. I.___, Fachpsychologe FSP, teil (zum neuropsychologischen Teilgutachten vom 

18. Mai 2010 vgl. act. G 5.130-56 ff.). Im Verlaufsgutachten vom 17. Juni 2010 kam 

Dr. H.___ zum Schluss, dass der Versicherte an einer Aufmerksamkeitsstörung im 

Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0) leide. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung 

könne weiterhin weder mit Sicherheit gestellt noch mit Sicherheit ausgeschlossen 

werden. Im neuropsychologischen Teilgutachten von Dr. I.___ vom 18. Mai 2010 

imponiere ein Motivationsdefizit. Die Anzahl der Fehler sei dermassen hoch gewesen, 

dass nicht mehr von zufälligen Fehlern ausgegangen werden könne. Aus 

neuropsychologischer Sicht werde bei einem "ideal adaptierten Arbeitsplatz" keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesehen. Dieser Auffassung folgte Dr. H.___. Bei 

der Erstbegutachtung vom Mai 2009 habe er sich bezüglich der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf die damalige neuropsychologische Abklärung 

abgestützt. Symptomvalidierungstests seien damals keine durchgeführt worden. Dies 

habe sich nun als Fehler erwiesen und erkläre die grosse Diskrepanz zwischen den 

Einschätzungen der Erst- und der Verlaufsbegutachtung (act. G 5.130).

A.g   Mit Vorbescheid vom 1. September 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit, einen Rentenanspruch 

abzuweisen (act. G 5.148). Dagegen erhob der Versicherte am 2. September 2010 

Einwand (act. G 5.149), den er am 1. Oktober 2010 (act. G 5.150) ergänzen liess. Am 

21. Oktober 2010 wies die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf berufliche 

Massnahmen ab (act. G 5.151). Am 16. November 2010 reichte die Psychiatrische 

Klinik Wil eine Stellungnahme zum Vorbescheid samt einem testpsychologischen 

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Untersuchungsbericht vom 3. November 2010 ein, worin sie sich kritisch zum 

neuropsychologischen Teilgutachten von Dr. I.___ vom 18. Mai 2010 äusserte (act. 

G 5.152). Der RAD gelangte in der Stellungnahme vom 17. Dezember 2010 zur 

Auffassung, dass weiterhin an der verlaufsgutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

festgehalten werden könne (act. G 5.153). In der Verfügung vom 25. Januar 2011 wies 

die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten ab (act. G 5.154).

B.     

B.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 22. Februar 2011. Der 

Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die 

Aufhebung der Verfügung vom 25. Januar 2011 und die Zusprache einer ganzen Rente 

mit Wirkung ab 1. Februar 2009. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung 

ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der 

Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, da sich die Beschwerdegegnerin nicht gehörig mit seinen einwandweise 

vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt habe. In materieller Hinsicht stellt sich 

der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das 

Verlaufsgutachten von Dr. H.___ und das diesem zugrunde liegende 

neuropsychologische Teilgutachten nicht beweiskräftig seien (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. März 

2011 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält an ihrer Auffassung fest, dass das 

Verlaufsgutachten von Dr. H.___ und die darin vorgenommene 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung beweiskräftig seien. Die davon abweichenden 

medizinischen Schätzungen seien nicht nachvollziehbar (act. G 5).

B.c   Mit Präsidialentscheid vom 28. März 2011 wird dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

entsprochen (act. G 7).

B.d   Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 29. April 2011 unverändert an seinen 

Anträgen fest (act. G 8).

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B.e   Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

 

Erwägungen:

1.      

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf 

rechtliches Gehör. Die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung 

nicht mit den einwandweise vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt (act. G 1, 

S. 8 f.). In der angefochtenen Verfügung nahm die Beschwerdegegnerin konkret 

Stellung zum schriftlichen Einwand vom 2. September 2010 und den eingereichten 

Unterlagen. Sie kam zum Schluss, dass das Verlaufsgutachten beweiskräftig sei (act. 

G 5.154-2). Vor diesem Hintergrund erscheint das Vorliegen einer nicht heilbaren 

Gehörsverletzung fraglich. Da die Sache indessen unter materiellen Aspekten an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist (vgl. nachfolgende E. 3), kann die Frage nach 

dem Vorliegen einer nicht heilbaren Gehörsverletzung letztlich offen gelassen werden.

2.      

Materiell ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers umstritten.

2.1    Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% 

invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2    Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Demgemäss hat 

der Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

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zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).

2.3    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.      

Zu beurteilen gilt es vorab die Frage, ob die vorhandene medizinische Aktenlage eine 

schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt. Die 

Beschwerdegegnerin legte der Rentenabweisung das Verlaufsgutachten von Dr. H.___ 

vom 17. Juni 2010 zugrunde, worin dem Beschwerdeführer für eine leidensangepasste 

Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (act. G 5.130). Der 

Beschwerdeführer hält diese Beurteilung aus verschiedenen Gründen für nicht 

beweiskräftig (act. G 1).

3.1    Zunächst bringt der Beschwerdeführer vor, es bestehe eine nicht 

nachvollziehbare Diskrepanz zwischen der im Erstgutachten (40%ige Arbeitsfähigkeit) 

und der im Verlaufsgutachten (100%ige Arbeitsfähigkeit) von Dr. H.___ 

vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Zur Begründung der unterschiedlichen 

Einschätzung verweise Dr. H.___ einzig auf die im Rahmen der Verlaufsbegutachtung 

von Dr. I.___ vorgenommenen Symptomvalidierungstests (act. G 1, S. 11).

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3.1.1           Der Beschwerdeführer stützt seine Argumentation u.a. auf den 

Forschungsbericht Nr. 4/2008 des Bundesamts für Sozialversicherungen, Der Einsatz 

von Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung (act. G 1, S. 11 f.; http://

www.bsv.admin.ch/praxis/forschung/publikationen/index.html?lang=de&lnr=04%2F08, 

abgerufen am 7. Januar 2013), ab. Darin wird ausgeführt, einzelne Symptom- bzw. 

Beschwerdevalidierungstests würden eine geringe Spezifität aufweisen, das heisse, sie 

"überführten" begutachtete Personen fälschlicherweise dem Simulationsverdacht, was 

nicht hingenommen werden könne. Sowohl die wissenschaftliche Literatur als auch die 

Praxis würden als zentral hervorheben, dass die Tests nur komplementär zur fachlich 

qualifizierten klinischen Untersuchung durch erfahrene Fachpersonen eingesetzt 

werden dürften. Mit den Tests liessen sich Widersprüche aufdecken, aufgrund derer 

ein Fall vertiefter angesehen werden solle (Vorwort des Berichts). Im Kapitel "7 

Schlussfolgerungen und Empfehlungen" findet sich der Hinweis, es sei richtig, dass 

diese Tests keine absolut zuverlässigen Entscheide in Bezug auf Aggravation oder 

Simulation liefern könnten (S. 81).

3.1.2           Aus dem neuropsychologischen Verlaufsgutachten ergibt sich nicht, dass 

der untersuchende Dr. I.___ von den einschlägigen medizinischen Vorakten Kenntnis 

genommen hätte. Insbesondere scheint er die Ergebnisse der neuropsychologischen 

Erstbegutachtung vom 1. Mai 2009 nicht gekannt zu haben, anlässlich derer die 

Arbeitsfähigkeit lediglich mit 40% eingeschätzt worden war (vgl. hierzu act. 

G 5.163-39). Zumindest setzte er sich damit nicht auseinander. Es findet sich lediglich 

ein genereller Hinweis auf "das psychiatrische Hauptgutachten" (act. G 5.130-58). 

Allein schon aus diesem Grund bestehen Bedenken an der Beweiskraft der 

neuropsychologischen Verlaufsbegutachtung, die durch die vorgenannte kritische 

Bewertung der fraglichen Tests durch das BSV (vgl. vorstehende E. 3.1.1) verstärkt 

werden. Das neuropsychologische Verlaufsgutachten vom 18. Mai 2010 erweckt den 

Eindruck, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzig und isoliert 

aufgrund v.a. der Ergebnisse der Symptomvalidierungstests bewertet wurde, ohne 

dass diese und die übrigen Testergebnisse im Kontext mit der Person des 

Beschwerdeführers, seiner Biographie und der medizinischen Vorgeschichte 

individuell-konkret gewürdigt wurden.

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3.1.3           Eine solche gebotene Würdigung nimmt auch Dr. H.___ in seiner verlaufs­

gutachterlichen Beurteilung nicht vor. Vielmehr übernimmt er ohne nähere Begründung 

die neuropsychologisch bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit. Dieses Vorgehen 

weckt vorliegend umso grössere Zweifel, als Dr. H.___ das Resultat der Abklärung 

"möglicher Motivationsdefizite" als erstaunlich bezeichnete (act. G 5.130-53), zuvor im 

Erstgutachten vom 20. Mai 2009 - gestützt auf die damalige neuropsychologische 

Beurteilung - von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit ausging (act. G 5.163-39) und einzig 

aufgrund der Ergebnisse der - in ihrer Aussagekraft zu relativierenden (vgl. vorstehende 

E. 3.1.1) - Symptomvalidierungstests des Dr. I.___ eine für leidensangepasste 

Tätigkeiten uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestätigt, was der Beschwerdeführer zu 

Recht rügt (act. G 1, S. 11). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass Dr. H.___ anlässlich der 

Erstbegutachtung keine Hinweise für eine willentliche Herbeiführung oder massive 

Verdeutlichung psychischer oder körperlicher Störungen im Sinn einer Aggravation 

oder Simulation wahrnahm (act. G 5.163-35 f.). Der von Dr. H.___ anlässlich der 

psychiatrischen Begutachtungen von 2009 und 2010 erhobene Befund weist zudem 

keine derart grossen Unterschiede auf, als dass eine Differenz von 60% in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung plausibel erscheint. Die Störungsbilder, bestehend 

hauptsächlich in den Beeinträchtigungen der Konzentration und Merkfähigkeit, wurden 

im Wesentlichen übereinstimmend beschrieben.

3.1.4           Ferner ist zu bemerken, dass hyperkinetische Störungen wie die von 

Dr. H.___ diagnostizierte Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter (ICD-10: F90.0) 

u.a. durch folgende Elemente charakterisiert sind: Mangel an Ausdauer bei 

Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen; Tendenz, von einer Tätigkeit zu 

einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen und häufig kognitive 

Beeinträchtigung. Zudem fordert die Diagnose einer hyperkinetischen Störung das 

eindeutige Vorliegen eines abnormen Ausmasses von Unaufmerksamkeit, Überaktivität 

und Unruhe, das situationsübergreifend und andauernd ist. Diagnosekriterien sind u.a., 

dass die betroffenen Personen häufig nicht in der Lage sind, die Aufmerksamkeit bei 

Aufgaben aufrechtzuerhalten und dass sie Erklärungen oft nicht folgen oder Aufgaben 

nicht erfüllen (nicht wegen oppositionellem Verhalten oder weil die Erklärungen nicht 

verstanden werden können; H. Dilling und H.J. Freiberger [Hrsg.], Taschenführer zur 

ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, 5., überarbeitete Auflage, 2011, 

S. 309 f.). Eine Verhaltensauffälligkeit ist etwa auch ein stark vermindertes 

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Selbstwertgefühl (vgl. hierzu und zum komplexen Leidensbild Urteil des 

Bundesgerichts vom 9. August 2007, I 29/06, E. 6.1 mit Hinweis auf die medizinische 

Literatur). Dass die Testergebnisse eine äusserst hohe Fehleranzahl lieferten und der 

Beschwerdeführer immer wiederkehrend selbstlimitierende Aussagen während der 

Begutachtungssituation geäussert habe (zur entsprechenden Feststellung von Dr. I.___ 

vgl. act. G 5.130-64), muss nach dem Gesagten nicht zwingend mit einem eine 

quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausschliessenden 

"Motivationsdefizit" zusammenhängen, sondern kann Ausfluss des Leidens sein. Da 

weder Dr. I.___ noch Dr. H.___ die Testergebnisse im Kontext der vorliegenden 

Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0) würdigen, ist nicht klar, inwiefern die 

"Motivationsdefizite" zum Krankheitsbild gehören bzw. arbeitsfähigkeitslimitierend sind. 

Im Bericht des Psychologen J.___, Psychodiagnostischer Dienst der Psychiatrischen 

Klinik Wil, vom 3. November 2010, wird aufgrund der durchgeführten 

testpsychologischen Untersuchung des Beschwerdeführers die Schlussfolgerung 

betreffend Motivationsdefizit bestritten (act. G 5.165-9).

3.1.5           Die offenbar einzig auf die nicht beweiskräfige neuropsychologische 

Beurteilung von Dr. I.___ sich stützende Bescheinigung einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit durch Dr. H.___ im Verlaufsgutachten vom 17. Juni 2010 bildet im Licht 

der genannten Umstände keine verlässliche Grundlage für die Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers, zumal sie mit der Voraktenlage - 

insbesondere der früheren eigenen Einschätzung von Dr. H.___ im Gutachten vom 

20. Mai 2009 (act. G 5.163-19 ff.) - nicht zu vereinbaren ist. Vor diesem Hintergrund 

kann offen bleiben, ob die weiteren Rügen des Beschwerdeführers am 

Verlaufsgutachten und an der Gutachterperson zutreffend sind.

3.2    Der Sachverhalt erweist sich im Übrigen auch aus rheumatologischer Sicht - 

namentlich hinsichtlich der zu beachtenden qualitativen Einschränkungen - als nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt. So hielt der RAD in der Stellungnahme vom 28. Dezember 

2009 fest, zur Validierung des somatischen Gesundheitszustands sei eine 

rheumatologische Untersuchung im RAD angezeigt. Ein Untersuchungstermin wurde 

provisorisch reserviert (act. G 5.117). Aus den Akten ergibt sich nicht, dass diesem 

Abklärungsbedarf bislang entsprochen worden wäre. Vielmehr wurde mit Eintrag vom 

15. Juli 2010 ohne nachvollziehbare Begründung eine rheumatologische Abklärung 

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"zum momentanen Zeitpunkt" als nicht (mehr) notwendig erklärt (act. G 5.117). Der 

unbegründete Verzicht auf die - zunächst vom RAD für angezeigt gehaltene - 

Abklärung der körperlichen Beschwerden vermag nicht zu überzeugen, zumal bereits 

im Bericht der Psychiatrischen Klinik Wil vom 5. Januar 2009 ebenfalls auf einen 

entsprechenden Abklärungsbedarf hingewiesen wurde (act. G 5.81-3 f.). Das im 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits mehrere Jahre zurückliegende 

Gutachten von Dr. E.___  vom 4. September 2008 (act. G 5.163-1) sowie die lediglich 

knapp begründeten Einschätzungen der Psychiatrischen Klinik Wil (vgl. etwa act. 

G 5.81, G 5.114 sowie G 5.152) vermögen das Abklärungsdefizit nicht zu beheben. 

Insgesamt erscheint es daher angebracht, die noch nicht spruchreife Sache zur 

Vornahme einer interdisziplinären rheumatologisch-psychiatrischen Begutachtung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.      

4.1    Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 25. Januar 2011 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung 

und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die 

gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

bis

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Mehrwertsteuer). Die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung erübrigt sich bei diesem Prozessausgang.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

25. Januar 2011 aufgehoben. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.03.2013
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Gutachten. Nicht schlüssiges psychiatrisches Verlaufsgutachten, das im Gegensatz zum Erstgutachten, wo eine 40%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, einzig gestützt auf eine nicht beweiskräftige neuropsychologische Beurteilung eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigt. Ausführungen zur Aussagekraft von Symptom- bzw. Beschwerdevalidierungstests (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 2011/89).

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