# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cab10697-ba60-5b8d-b3ec-5153fd4d431e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.09.2014 WBE.2014.209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2014-209_2014-09-26.pdf

## Full Text

130 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2014 

 

2012 [2C_481/2011], Erw. 2), besteht seitens des Betroffenen ein 
schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung seines Gesuchs um 
Erteilung einer eigenständigen Aufenthaltsbewilligung, auch wenn 
der Betroffene bereits wieder im Besitze einer (akzessorischen) Auf-
enthaltsbewilligung ist. Nach dem Gesagten und nachdem die vorlie-
gende Beschwerde innert der angesetzten Frist nicht zurückgezogen 
wurde, ist darauf einzutreten. 

 

22 Familiennachzug; Nachzugsfristen 

An der publizierten Praxis zu den Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 

AuG wird festgehalten (Erw. 2.2.4.2.). 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 26. Septem-

ber 2014 in Sachen A. gegen das Amt für Migration und Integration 

(WBE.2014.209). 

Aus den Erwägungen  

2.2.4.1. 
Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 

2011 (2C_205/2011), Erw. 3.5 ging die Vorinstanz mit dem MIKA 
davon aus, dass die Fünfjahresfrist gemäss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG 
bis zum zwölften Geburtstag des nachzuziehenden Kindes massge-
bend ist – unabhängig davon, ob die Frist nach Art. 47 Abs. 3 AuG 
oder nach Art. 126 Abs. 3 AuG begann – und dass sich die 
Nachzugsfrist ab dem zwölften Geburtstag des Kindes entsprechend 
Art. 47 Abs. 1 Satz 2 AuG auf – maximal noch – ein Jahr verkürzt. 

(…) 
2.2.4.2. 
Das Rekursgericht hat sich mit der Problematik der Nachzugs-

fristen gemäss Art. 47 AuG mit Urteil vom 15. Dezember 2011 
(AGVE 2011, S. 361 ff.) vertieft auseinandergesetzt und kam zu fol-

2014 Migrationsrecht 131 

 

gendem Schluss: Die Auslegung von Art. 47 AuG unter Berücksichti-
gung sämtlicher Auslegungsmethoden ergebe, dass der Familien-
nachzug für Kinder, die das 13. Altersjahr im Zeitpunkt eines der in 
Art. 47 Abs. 3 AuG aufgeführten fristauslösenden Ereignisses noch 
nicht erreicht haben, innert fünf Jahren bzw. für Kinder, die in die-
sem Zeitpunkt bereits über zwölf Jahre alt sind, innerhalb von zwölf 
Monaten beantragt werden müsse. Die Auffassung des Bundesge-
richts und der Vorinstanz, wonach eine bereits laufende fünfjährige 
Nachzugsfrist (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG) nur um maximal noch 
zwölf Monate verlängert werde, sobald das nachzuziehende Kind 
sein zwölftes Altersjahr vollendet habe, sei unzutreffend. Hätte der 
Gesetzgeber gewollt, dass die Vollendung des zwölften Altersjahrs in 
jedem Fall eine zwölfmonatige Nachzugsfrist auslöst bzw. sich eine 
bereits laufende fünfjährige Frist ab dem zwölften Geburtstag um 
höchstens noch zwölf Monate verlängert, hätte er dies entsprechend 
festlegen müssen. Eine solche Regelung fehle indessen. Die Ereig-
nisse, welche die beiden Nachzugsfristen von Art. 47 Abs. 1 AuG 
auslösen, seien in Art. 47 Abs. 3 AuG geregelt und das Gesetz sehe 
keine Bestimmung vor, welche die Vollendung des zwölften Alters-
jahrs als zusätzliches fristauslösendes Ereignis definieren würde. 

Da sich das Bundesgericht im Entscheid 2C_205/2011 nicht 
deutlich zur Fristberechnung sowie zum fristauslösenden Zeitpunkt 
geäussert hat und sich bislang mit obenstehender Begründung nicht 
auseinandergesetzt hat, besteht keine Veranlassung, davon abzuwei-
chen. Das Verwaltungsgericht schliesst sich vielmehr den Erwägun-
gen des Rekursgerichts an. 

 

23 Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an vorläufig Aufgenommene; 

schwerwiegender persönlicher Härtefall 

- Bei der Beurteilung, ob bei einer vorläufig aufgenommenen Person 

ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt, ist ein besonde-

res Augenmerk auf die Frage zu werfen, weshalb die vorläufige Auf-

nahme verfügt wurde und ob bzw. wann mit deren Aufhebung