# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7e6799b-ad45-504a-b545-819fd90be520
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.11.2023 725 22 261 / 268 (725 2022 261 / 268)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-22-261---268_2023-11-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. November 2023 (725 22 261 / 268; 725 23 85 / 267) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Anspruch auf eine Invalidenrente; medizinischer Endzustand 
 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat, 
Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Der 1971 geborene A.____ war bei der B.____GmbH, mit Sitz in X.____, Zweignieder-
lassung Y.____, in einem Pensum von 40 % als Betriebsmitarbeiter angestellt und in dieser 
Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die 
Folgen von Unfällen versichert. Am 15. Dezember 2014 verletzte er sich bei einem Sturz den 
rechten Oberarm. Bei einem weiteren Sturz am 13. Juli 2017 zog er sich Rücken- und Schädel-

 

 
 
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verletzungen zu. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieser Ereignisse und 
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). 
 
A.2 Betreffend den Unfall vom 15. Dezember 2014 sprach die Suva A.____ mit Verfügung 
vom 27. März 2020 eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10 % 
zu. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. Sodann verneinte sie mit Verfügung vom 
2. Februar 2022 bei einem Invaliditätsgrad von weniger als 10 % den Anspruch auf eine Invali-
denrente. Daran hielt sie auch auf Einsprache hin fest (Entscheid vom 12. August 2022). 
 
A.3 Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Erik Wassmer, am 15. September 
2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht; 
Verfahren KGSV 725 22 261). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde seien ihm die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen, namentlich ein Unfalltaggeld, eine Invalidenrente von 
mindestens 20 % und eine Integritätsentschädigung von 20 % zuzusprechen; unter o/e-
Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er das Verfahren zu sistieren, den 
Ausgang des Einspracheverfahrens betreffend den Unfall vom 13. Juli 2017 abzuwarten und 
hernach die beiden Verfahren zu vereinigen. 
 
A.4 In ihrer Vernehmlassung vom 29. September 2022 schloss die Suva auf Abweisung der 
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
 
A.5 Mit Verfügung vom 19. Oktober 2022 wurde das Verfahren 725 22 261 bis zum Ab-
schluss des Verwaltungsverfahrens betreffend den Unfall vom 13. Juli 2017 sistiert. 
 
B.1 Beim Sturz am 13. Juli 2017 zog sich A.____ Rücken- und Schädelverletzungen zu. 
Auch für diesen Unfall anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen 
Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). Mit Verfügung vom 15. August 2022 und Einsprache-
entscheid vom 10. Februar 2023 hielt sie fest, dass A.____ ab dem 31. Dezember 2018 infolge 
Erreichens des Status quo sine vel ante keinen Leistungsanspruch mehr habe. Zudem lehnte 
sie mangels Unfallkausalität eine Leistungspflicht in Bezug auf die gemeldeten Beschwerden an 
der linken Schulter ab. 
 
B.2 Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Februar 2023 erhob A.____, weiterhin vertre-
ten durch Advokat Erik Wassmer, am 16. März 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht (Verfah-
ren KGSV 725 23 85). Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde seien ihm die gesetzli-
chen Versicherungsleistungen, namentlich ein Unfalltaggeld, eine Invalidenrente von mindes-
tens 20 % und eine Integritätsentschädigung von 20 % auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Aufhebung der Sistierung des Verfahrens 
KGSV 725 22 261 und die Vereinigung der Verfahren KGSV 725 22 261 und KGSV 725 23 85. 
Zudem sei ihm Gelegenheit zu geben, den Gerichtsgutachtern im IV-Verfahren 
KGSV 720 21 300 Ergänzungsfragen betreffend den Unfall vom 13. Juli 2017 zu stellen, und 
das Verfahren KGSV 725 23 85 sei bis zum Erhalt des Gerichtsgutachtens zu sistieren. Her-
nach sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen. 
 

 

 
 
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B.3 Mit Verfügung vom 28. März 2023 wurde der Verfahrensantrag des Beschwerdeführers, 
den Gerichtsgutachtern im IV-Verfahren KGSV 720 21 300 betreffend den Unfall vom 13. Juli 
2017 ergänzende Fragen zu unterbreiten, abgewiesen. 
 
B.4 In ihrer Vernehmlassung vom 12. April 2023 schloss die Suva auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
B.5 Am 14. April 2023 zog das Kantonsgericht bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
die Akten des Versicherten bei. 
 
C. Mit Verfügung vom 25. April 2023 wurden die Sistierung im Verfahren KGSV 725 22 261 
aufgehoben und die Verfahren KGSV 725 23 85 und KGSV 725 22 261 zusammengelegt. Der 
Antrag, das Verfahren KGSV 725 23 85 bis zum Vorliegen des Gerichtsgutachtens in dem vor 
Kantonsgericht hängigen IV-Verfahren KGSV 720 21 300 zu sistieren, wurde abgewiesen. 
 
D. Zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 15. Mai 2023 nahm die Beschwerdegegnerin 
am 30. Mai 2023 Stellung. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Z.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
 
1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsver-
hältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungs-
behörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines Einsprache-
entscheids – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der 
Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umge-
kehrt fehlt es an einem solchen und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und inso-
weit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 
E. 2.1; 125 V 413 E. 1a). Gegenstand des Einspracheentscheids vom 12. August 2022 
(vgl. Sachverhalt lit. A.2) bildet einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invaliden-

 

 
 
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rente. Aus diesem Grund kann auf die Beschwerde, soweit darin andere gesetzliche Leistungen 
beantragt werden, im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden. Gegenstand des Ein-
spracheentscheids vom 10. Februar 2023 (vgl. Sachverhalt lit. B.1) bilden der Fallabschluss per 
31. Dezember 2018 und die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden links. Soweit in der Be-
schwerde vom 16. März 2023 andere gesetzliche Leistungen beantragt werden, ist darauf nicht 
einzutreten. 
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits-
unfähigkeit 80 % des versicherten Verdiensts. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls 
zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob im Hinblick auf die Prüfung des 
Fallabschlusses nach Art. 19 Abs. 1 UVG eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
anzunehmen ist, bestimmt sich namentlich – aber nicht ausschliesslich – nach Massgabe der 
zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbe-
dingt beeinträchtigt ist. Der Begriff "namhaft" verdeutlicht demnach, dass die durch weitere 
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Ge-
wicht fallen muss (BGE 143 V 148 E. 3.1.1, 134 V 109 E. 4.3; SVR 2020 UV Nr. 24 S. 95). Un-
bedeutende Verbesserungen genügen ebenso wenig wie die blosse Möglichkeit einer Besse-
rung (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juni 
2022, 8C_219/2022, E. 4.1). In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver-
sicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt wer-
den. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Aus-
künfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel 
unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts vom 2. Juni 2022, 
8C_219/2022, E. 4.1 und vom 13. April 2022, 8C_682/2021, E. 5.1). 
 
2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit) ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1; 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne 
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei-
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be-
jahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

 

 
 
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oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versi-
cherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem 
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen-
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder 
im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi-
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 
Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 
wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall be-
standen hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals-
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später einge-
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kau-
salzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – 
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge-
geben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. 
 
3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozial-
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis). 

 

 
 
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3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 
E. 8.5). 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
5.1 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer aufgrund des am 
15. Dezember 2014 erlittenen Unfalls Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung 
hat (Einspracheentscheid vom 12. August 2022; Verfahren KGSV 725 22 261). Dabei ist auch 
zu prüfen, ob bzw. wann ein medizinischer Endzustand im Sinne von (Art. 19 Abs. 1 UVG) ein-
trat. Zur Beantwortung dieser Fragen sind die folgenden medizinischen Unterlagen von Bedeu-
tung: 
 
5.2.1 Im Bericht des Spitals C.____ vom 15. Januar 2015 wurde festgehalten, dass der Versi-
cherte am 15. Dezember 2014 auf die rechte Schulter gestürzt sei und sich dabei eine Tuber-
culum majus-Fraktur zugezogen habe. 
 
5.2.2 Am 29. September 2015 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. Gleichentags diag-
nostizierte der Kreisarzt Dr. med. D.____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparats, als Folge des Sturzes am 15. Dezember 2014 eine nicht dislo-
zierte Tuberculum majus-Fraktur in der rechten Schulter. Unfallfremd bestünden ein Status 
nach Exostosenabtragung am linken Handgelenk, eine chronische Lumbalgie, Zervikalgien mit 
Spannungskopfschmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Unterarms. Ob-
jektiv sei die aktive und passive Beweglichkeit der rechten Schulter leicht eingeschränkt. Der 
Versicherte gebe an, in Ruhe und bei Belastung Schmerzen zu haben. Die Tuberculum majus-

 

 
 
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Fraktur im Bereich der rechten Schulter sei klinisch und radiologisch vollständig abgeheilt. Die 
endgradige Bewegungseinschränkung der rechten Schulter werde sich in nächster Zeit verbes-
sern. Der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 
 
5.2.3 Am 31. Mai 2016 fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung statt. Dabei hielt 
Dr. D.____ fest, dass sich aktiv und passiv eine eingeschränkte Beweglichkeit der rechten 
Schulter zeige. Aufgrund der Unfallsituation und der klinischen Situation im Bereich der rechten 
Schulter sei dem Versicherten die bisherige Tätigkeit als Magazin-Scanner im Pensum von 
40 % vollständig zumutbar. Von weiteren Behandlungen sei keine namhafte Besserung des 
unfallbedingten Gesundheitszustands zu erwarten. 
 
5.2.4 Am 2. August 2016 berichtete Dr. D.____, dass der Versicherte im Zusammenhang mit 
dem Ereignis am 15. Dezember 2014 keine Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) erlitten ha-
be. In der Magnetresonanztomographie (MRT) der HWS vom 22. Juli 2016 würden sich dege-
nerative Veränderungen zeigen. Unfallbedingte Läsionen im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 15. Dezember 2014 seien nicht festzustellen. Die geklagten Beschwerden/Zervikalgien 
linksbetont stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht im Zusammenhang mit dem 
Unfallereignis vom 15. Dezember 2014. 
 
5.2.5 Am 4. August 2016 diagnostizierte Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparats, Spital C.____, eine persistierende Zervikalgie bei Un-
fallereignis 1999 mit kontinuierlicher Regredienz, jedoch ohne vollständige Beschwerdefreiheit, 
einen Sturz am 15. Dezember 2014 auf die rechte Körperseite mit frischer, nicht dislozierter 
Tuberculum majus-Fraktur, traumatisch bedingtem instabilem Pulley-System mit konsekutiver 
Tendinopathie der langen Bicepssehne sowie posttraumatischem, subacromialem Impinge-
mentsyndrom, einen Status nach diagnostischer Schulterarthroskopie, subcoracoidaler Dekom-
pression mit Coracoplastik und Bicepstenodese (Mini-Open) am 13. November 2015, eine ana-
phylaktische Reaktion Grad I nach AC-Gelenksinfiltration am 4. Mai 2016, eine Schmerzex-
azerbation und eine Verstärkung der Schmerzintensität zervikal rechtsbetont, eine muskuläre 
Dysbalance und eine mögliche radikuläre Reizsymptomatik C6 und C7 rechtsseitig ohne sen-
somotorische Ausfallsymptomatik. Gemäss MRT der HWS vom 22. Juli 2016 bestünden dege-
nerativ bedingte Discopathien HWK5/6 und HWK6/7, auf Höhe HWK5/6 eine flache medio links-
laterale subligamentäre Herniation ohne Kompression/Affektion nervaler Strukturen, linksseitig 
eine Unkovertebral-Arthrose ohne relevante foraminale Enge auf der Höhe HWK5/6, ohne 
ödematöse Knochenmarksveränderungen, eine Spinalkanalstenose und eine zervikale Myelo-
pathie. Als Nebendiagnosen lägen am linken Handgelenk ein Status nach Exostosenabtragung 
am 5. November 2014, eine chronische Lumbalgie und ein Status nach Autounfall 1999 mit 
seither persistierenden muskuloskelettalen Schmerzen in der rechten Körperhälfte vor. Die Fort-
führung der Physiotherapie sei zu empfehlen. Der Versicherte sei in seiner angestammten Teil-
zeitarbeit ab 8. August 2016 zu 100 % arbeitsfähig. 
 
5.2.6 Am 9. August 2016 hielt Dr. D.____ fest, dass die Tuberculum majus-Fraktur in der rech-
ten Schulter verheilt und der medizinische Endzustand erreicht sei. 
 

 

 
 
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5.2.7 Am 12. Oktober 2016 berichtete Dr. E.____, dass der Versicherte noch nicht gänzlich 
schmerzfrei sei. Seine berufliche Tätigkeit könne er aber uneingeschränkt ausüben. 
 
5.2.8 Am 23. Januar 2017 stellte Dr. med. F.____, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparats, Spital C.____, fest, dass der Versicherte zunehmende 
Beschwerden in der rechten Schulter beschreibe, insbesondere bei ruckartigen Bewegungen. 
Es bestünde weiterhin eine posttraumatische Kapselsteife mit passiv eingeschränkter glenohu-
meraler Beweglichkeit. Mit regelmässigen Übungen, passiver Kapseldehnung und Kräftigungs-
aufbau unterstützt durch physiotherapeutische Massnahmen ein- bis zweimal wöchentlich sei 
eine weitere Verbesserung der Schulterbeweglichkeit und der Schulterfunktion zu erwarten. Es 
bestünde weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100 % im angestammten Pensum als Magazin-
Scanner. 
 
5.2.9 Im Bericht vom 27. April 2017 hielt Dr. E.____ fest, dass gezielte physiotherapeutische 
Massnahmen zur Dehnung der hinteren Kapselanteile angezeigt seien. Andere diagnostische 
oder operative Massnahmen seien nicht indiziert. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht zu attestie-
ren. 
 
5.2.10 Im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 10. August 2017 hielt Dr. D.____ 
fest, dass sich die Situation der rechten Schulter im Vergleich zur Voruntersuchung vom 31. Mai 
2016 klinisch nicht verändert habe. Aufgrund des langjährigen Verlaufs sei jedoch von chronifi-
zierten Beschwerden auszugehen. Der Versicherte berichte, bei bestimmten Bewegungen 
Schmerzen zu haben, wobei diese in erster Linie im Bereich des rechten Oberarmes und lateral 
im Bereich der rechten Schulter auftreten würden. Das Entkleiden im Bereich der oberen Ext-
remitäten und des Oberkörpers sei aber unauffällig und flüssig. Mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit sei von weiteren Behandlungen im Bereich der rechten Schulter nicht mit einer namhaf-
ten Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustands zu rechnen. Der medizinische Endzu-
stand sei bereits am 9. August 2016 erreicht gewesen. Die Tuberculum majus-Fraktur sei zu 
diesem Zeitpunkt radiologisch vollständig konsolidiert. Die Beurteilung vom 9. August 2016 ha-
be weiterhin Gültigkeit. Bezüglich der rechten Schulter sei dem Versicherten die angestammte 
Tätigkeit in einem Pensum von 40 % bis 50 % vollständig zumutbar und auf dem allgemeinen 
Arbeitsmarkt seien ihm mittelschwere Tätigkeiten ganztägig möglich. Nicht zumutbar seien Tä-
tigkeiten über die Horizontale und Überkopftätigkeiten, das Besteigen von Leitern und Gerüsten 
sowie Vibrationsbelastungen mit dem rechten Arm. Der Versicherte zeige im Rahmen der aktu-
ellen Untersuchung unfallfremde Beschwerden im Bereich der HWS, vor allem bei Reklination. 
Er berichte, dass es dabei zu Schwindelproblemen komme. Zudem bestünden häufige aus-
strahlende Beschwerden von der HWS in den rechten Arm. Die Beschwerden der HWS seien 
unfallfremd. Die Beurteilungen vom 31. Mai 2016 und 2. August 2016 seien weiterhin gültig. 
 
5.3.1 Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. August 
2022 gestützt auf die Berichte der Dres. med. E.____ und F.____ vom 12. Oktober 2016 und 
23. Januar 2017 sowie die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. D.____ vom 31. Mai 2016, 
9. August 2016, und 10. August 2017 davon aus, dass bereits im August 2016 von weiteren 
Behandlungen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten war, wes-

 

 
 
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halb sie den Schadenfall (stillschweigend) abschloss und die Leistungen einstellte (vgl. dazu 
auch die Mitteilung an den Beschwerdeführer vom 12. Mai 2017; act. 174). Dieses Vorgehen ist 
nicht zu beanstanden. Wie in Erwägung 2.1 ausgeführt, bestimmt sich die Rechtsfrage, ob von 
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung mit einer namhaften Besserung des Gesundheitszu-
stands (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG) gerechnet werden kann, rechtsprechungsgemäss insbesonde-
re nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 
soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage 
bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte. Dabei sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen, wenn sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf versiche-
rungsinterne medizinische Unterlagen stützt; bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässig-
keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzuneh-
men (vgl. E. 3.2 hiervor). Vorliegend ergibt sich indes nichts, was auch nur geringe Zweifel an 
der Stichhaltigkeit der Angaben des Kreisarztes Dr. D.____ in den Berichten vom 31. Mai 2016, 
2. und 9. August 2016 sowie vom 10. August 2017 wecken würde. Seine Beurteilungen beru-
hen auf einem sorgfältigen Studium der vorhandenen medizinischen Akten und erweisen sich 
sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus 
gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend. Insgesamt erfüllen die kreisärztlichen Beurtei-
lungen die höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringen den vollen Beweis, weshalb 
darauf abzustellen ist. Demnach war hinsichtlich der unfallbedingten Schulterbeschwerden 
rechts der medizinische Endzustand (spätestens) im August 2016 erreicht und dem Versicher-
ten die angestammte Arbeit (Pensum 40 %) – wie sich auch aus den echtzeitlichen Berichten 
des behandelnden Arztes Dr. E.____ vom 4. August 2016 und 12. Oktober 2016 ergibt – trotz 
Restbeschwerden uneingeschränkt zumutbar. Der Beschwerdeführer weist auf keine Arztbe-
richte hin, die einen gegenteiligen Schluss zulassen würden. Bei dieser Sachlage ist nicht zu 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen des Kreisarztes 
Dr. D.____ davon ausging, dass über den 9. August 2016 hinaus keine Besserung des Ge-
sundheitszustands mehr zu erwarten war und den Fall auf diesen Zeitpunkt hin (stillschwei-
gend) abschloss.  
 
5.3.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Wenn er argumentiert, die 
Beschwerdegegnerin habe die zwischenzeitlich eingetretene, von Dr. med. G.____, 
FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Spital C.____, am 5. April 2019 bescheinigte 
Verschlechterung des Gesundheitszustands nicht berücksichtigt und sich im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 12. August 2022 ausschliesslich auf alte und teilweise überholte me-
dizinische Berichte abgestützt, kann ihm nicht gefolgt werden. Bei der Frage nach dem Fallab-
schluss hat nach dem Ausgeführten vielmehr eine prospektive Betrachtungsweise gestützt auf 
die Verhältnisse im Zeitpunkt des Fallabschlusses per August 2016 Platz zu greifen. In diesem 
Lichte sind die nach dem Fallabschluss per August 2016 erstellten ärztlichen Akten, bzw. die 
nach dem Fallabschluss bis zum strittigen Einspracheentscheid vom 12. August 2022 eingetre-
tenen Verhältnisse nicht rechtsrelevant (Urteile des Bundesgerichts vom 13. April 2022, 
8C_682/2021, E. 5.3.2 und vom 25. Januar 2022, 8C_604/2021, E. 7.1 mit weiteren Hinwei-
sen). Dies gilt namentlich auch für die Berichte von Dr. G.____ vom 26. Juni 2019 (act. 34) und 
5. April 2019 (act. 227), die sich – wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 
29. September 2022 zutreffend ausführt – in zeitlicher Hinsicht auf eine andere Situation bezie-

 

 
 
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hen. Nachdem der Endzustand am 9. August 2016 erreicht war, war der Rentenanspruch auf 
diesen Zeitpunkt hin zu beurteilen. Ein Rückfall oder Spätfolgen sowie die Frage, ob sich zwi-
schenzeitlich eine Verschlechterung der Unfallfolgen eingestellt hat, ist nicht Gegenstand des 
strittigen Einspracheentscheids vom 12. August 2022, weshalb in diesem Verfahren nicht dar-
über zu befinden ist. 
 
5.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf den 
Unfall vom 15. Dezember 2014 den Fall zu Recht per August 2016 abschloss. Da der Be-
schwerdeführer zu jener Zeit seine damalige Arbeit bei der B.____GmbH uneingeschränkt aus-
üben konnte, erlitt er keine Erwerbseinbusse, was einen Anspruch auf eine Invalidenrente aus-
schliesst. Damit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. August 2022 im Ergebnis 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet abzuweisen, 
soweit darauf eingetreten werden kann. 
 
6.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin betreffend den Unfall vom 13. Juli 2017 
zu Recht davon ausging, dass der Status quo sine vel ante per 31. Dezember 2018 erreicht 
war, und ihre Leistungspflicht in Bezug auf die Beschwerden an der linken Schulter mangels 
Unfallkausalität verneinte (Einspracheentscheid vom 10. Februar 2023; Verfahren 
KGSV 725 23 85). In diesem Zusammenhang sind die folgenden medizinische Unterlagen von 
Bedeutung: 
 
6.2.1 Am 10. Oktober 2017 wurde in der H.____ ein MRT der HWS und des Neurokraniums 
durchgeführt. Im Bericht gleichen Datums wurden ein normales Bild des Schädels ohne frische 
oder subakute Infarkte oder klar posttraumatische Defekte, ein normales intrakranielles Arterio-
gramm, eine stabile Diskopathie HWK 5/6, etwas zunehmende degenerative Veränderungen 
HWK 6/7 mit nun leicht aktivierter Osteochondrose/Unkarthrose links, ein beginnender kleiner 
Anulus fibrosus-Riss median, jedoch keine relevante Diskushernie, Foraminal- oder Spinalka-
nalstenose, aktivierte Facettengelenksarthrosen, Hämatome oder erkennbaren Hämatomresi-
duen festgestellt. 
 
6.2.2 Am 5. April 2019 diagnostizierte Dr. G.____ u.a. ein myofasziales Schmerzsyndrom im 
Rahmen des Unfallereignisses vom 13. Juli 2017 mit anhaltenden Zervikalgien und subacromia-
lem Impingement und einer Tendinopathie der langen Bicepssehne, in der linken Schulter ein 
subacromiales Impingement-Syndrom differentialdiagnostisch im Rahmen einer vermehrten 
Belastung aufgrund eingeschränkter Schulterfunktion rechts, eine anhaltende Zervikalgie im 
Rahmen des Unfallereignisses vom 13. Juli 2017 nach Sturz seitlich auf den Rücken mit HWS-
Distorsion, eine richtungsweisende Verschlechterung der bekannten Zervikalgie mit Ausstrah-
lung nach occipital und neu aufgetretenen Schwindelattacken (am ehesten Drehschwindel). 
Das MRT der HWS vom 18. September 2018 zeige gegenüber der Voruntersuchung vom 
16. April 2018 unveränderte Osteochondrosen HWK 5/6 sowie HWK 6/7 und auf Höhe HWK 5/6 
bestünde unverändert die linksbetonte Diskusprotrusion. Foraminale Stenosen oder neurale 
Kompromittierungen lägen nicht vor. 
 

 

 
 
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6.2.3 Am 18. September 2019 hielt Dr. D.____ fest, dass der Versicherte gemäss Schaden-
meldung am 13. Juli 2017 im Treppenhaus auf den Rücken gestürzt sei. Sämtliche nach die-
sem Ereignis durchgeführten Bildgebungen der HWS, der Lendenwirbelsäule (LWS) und des 
Schädels würden keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen zeigen. Beim Versicherten seien 
nach dem Unfall vom 13. Juli 2017 umfangreiche physiotherapeutische Massnahmen durchge-
führt worden. Von weiteren Behandlungen der Unfallfolgen sei mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr zu erwarten. Aufgrund der 
durchgeführten MRT-Diagnostik der HWS sei festzustellen, dass bei den HWK 6/7 eine unfall-
fremde vorbestehende degenerative Veränderung bestehe. Im Bereich des Schädels und der 
LWS seien keine vorbestehenden Auffälligkeiten erkennbar. Der Versicherte habe anlässlich 
der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. August 2017 keine Beschwerden im Bereich der lin-
ken Schulter angegeben. Wäre es am 13. Juli 2017 zu einer unfallbedingten Schädigung der 
linken Schulter gekommen, so hätte er im Rahmen dieser Untersuchung überwiegend wahr-
scheinlich über entsprechende Beschwerden berichtet. In jener Untersuchung sei die linke 
Schulter frei beweglich gewesen und es hätten sich diesbezüglich klinisch keine Auffälligkeiten 
ergeben. Die Beschwerden in diesem Bereich seien erstmals im Bericht von Dr. G.____ vom 
13. April 2018 (act. 223) erwähnt worden. Am 13. Mai 2019 (recte: 15. Mai 2019; act. 228) habe 
sie ein myofasciales Schmerzsyndrom im linken Schultergürtel beschrieben. Diese Diagnose 
bestätige, dass es sich nicht um strukturell objektivierbare Unfallfolgen handle. Das Ereignis 
vom 13. Juli 2017 habe weder im Bereich der HWS noch in der LWS noch im Bereich des 
Schädels oder in der linken Schulter strukturell objektivierbare Läsionen verursacht. Die leichte 
glenohumerale Degeneration im Bereich der linken Schulter sei unfallfremd. Beim Ereignis vom 
13. Juli 2017 sei es zu einer Prellung im Bereich der HWS und der LWS gekommen. Es habe 
aber zu keiner Beeinträchtigung der linken Schulter geführt. Ab Ende 2018 würden die Unfall-
folgen keine Rolle mehr spielen. 
 
6.3.1 Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid 10. Februar 2023 
gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.____ vom 18. September 2019 davon aus, dass der Un-
fall vom 13. Juli 2017 keine strukturellen Läsionen versursacht habe, hinsichtlich der Wirbelsäu-
le der Status quo sine vel ante per 31. Dezember 2018 erreicht gewesen sei und die Schulter-
beschwerden links nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 13. Juli 2017 
zurückzuführen seien. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Zu-
nächst steht aufgrund der bildgebenden Abklärungen (vgl. E. 6.2.1 hiervor) fest, dass der Unfall 
vom 13. Juli 2017 weder im Bereich der HWS noch in der LWS noch im Bereich des Schädels 
strukturell objektivierbare unfallbedingte Läsionen zur Folge hatte. Bei dieser Sachlage hat die 
Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall ste-
hende Schmerzsyndrom zu erbringen, wobei nach dem derzeitigen medizinischen Wissens-
stand der Status quo sine bei Vorliegen eines degenerativen Vorzustands im Bereich der HWS 
nach einem Jahr als erreicht betrachtet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 
26. August 2019, 8C_408/2019, E. 3.3). Bei der vorliegenden medizinischen Schlage ist nicht 
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen auf den 31. Dezember 2018 
einstellte. Es ist mit ihr davon auszugehen, dass der Endzustand in diesem Zeitpunkt mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erreicht war. Hinsichtlich der Unfallkausalität der Schulterbe-
schwerden links legte Dr. D.____ plausibel dar, dass diesbezüglich keine strukturell objektivier-

 

 
 
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baren unfallbedingten Läsionen ersichtlich seien. Zudem habe der Versicherte anlässlich der 
Untersuchung vom 10. August 2017 keine Beschwerden im Bereich der linken Schulter ange-
geben und es hätten sich diesbezüglich keine Auffälligkeiten ergeben, was gegen eine Unfall-
kausalität der Schulterbeschwerden links spreche. Diese Beurteilung von Dr. D.____ findet ihre 
Bestätigung in den echtzeitlichen Berichten der behandelnden Ärzte des Spitals C.____ vom 
5. Oktober 2017 und 15. November 2017 (act. 297), worin keine linksseitigen Schulterbe-
schwerden erwähnt wurden. Sie wurden erstmals im Bericht von Dr. E.____ vom 28. März 2018 
(act. 305), mithin gut acht Monate nach dem Unfallereignis thematisiert. Diese Zeitspanne zwi-
schen dem Unfall vom 13. Juli 2017 und dem Auftreten der Beschwerden spricht gegen eine 
Unfallkausalität der Schulterbeschwerden links. Bei dieser Sachlage ist mit der Beschwerde-
gegnerin davon auszugehen, dass diese Beschwerden nicht mit dem notwendigen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als unfallbedingt zu qualifizieren sind.  
 
6.3.2 Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Er macht 
geltend, Dr. D.____ habe sich mit der abweichenden Einschätzung der behandelnden Ärztin 
Dr. G.____ vom 5. April 2019 nicht auseinandergesetzt, wonach die Beschwerden an der linken 
Schulter als Folge des Unfalls vom 13. Juli 2017 zu qualifizieren seien und das Unfallereignis 
vom 13. Juli 2017 eine richtungsweisende Verschlechterung der bekannten Zervikalgie bewirkt 
habe. Zwar trifft zu, dass sich Dr. D.____ nicht zum Bericht von Dr. G.____ vom 5. April 2019 
äusserte. Er zog aber ihre Berichte vom 13. April 2018 und vom 15. Mai 2019 in seine Beurtei-
lung ein (vgl. E. 6.2.3 hiervor), weshalb nicht gesagt werden kann, der Kreisarzt habe sich mit 
der Beurteilung von Dr. G.____ betreffend die linke Schulter und die Zervikalgie nicht auseinan-
dergesetzt. Neue Aspekte oder neue medizinische Erkenntnisse ergeben sich aus dem Bericht 
vom 5. April 2019 nicht. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, Dr. G.____ habe die Be-
schwerden in der linken Schulter ausdrücklich als Folge des Unfalls vom 13. Juli 2017 qualifi-
ziert und zudem eine unfallbedingte richtungsgebende Verschlimmerung der bekannten Zervi-
kalgie bejaht, ist darauf hinzuweisen, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erst 
dann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen gesprochen werden kann, wenn die 
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen hinreichend bestätigt wurden 
(BGE 138 V 248 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 
mit zahlreichen Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dr. G.____ benennt in ihren Be-
richten vom 13. April 2018, 15. Mai 2019 und 5. April 2019 für die geklagten Schulterbeschwer-
den links und die anhaltende Zervikalgie kein entsprechendes Korrelat. Die von ihr festgestell-
ten Diagnosen (myofasziales Schmerzsyndrom zervikal/Schultergürtel/linke obere Extremität, 
Subacromiales Impingement-Syndrom, anhaltende Zervikalgie) sind demnach nicht überwie-
gend wahrscheinlich unfallkausal im Sinne des UVG. Dazu kommt, dass ihre Feststellung, wo-
nach das subacromiale Impingement-Syndrom im Rahmen einer vermehrten Belastung auf-
grund eingeschränkter Schulterfunktion rechts aufgetreten sei, lediglich differentialdiagnostisch 
erfolgte. Bei dieser Sachlage kann entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht ge-
sagt werden, die von Dr. G.____ festgestellten Beschwerden im Bereich des Schultergürtels 
und der HWS seien mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfall-
ereignis vom 13. Juli 2017 zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund lassen ihre Feststellungen 
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von 
Dr. D.____ vom 18. September 2019 aufkommen. Gesicherte Anhaltspunkte dafür, dass seine 

 

 
 
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Beurteilung aktenwidrig oder unzutreffend wäre, oder er sich von sachfremden Kriterien hätte 
leiten lassen, ergeben sich weder aus den Berichten von Dr. G.____ noch aus den übrigen me-
dizinischen Akten. Somit kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahl-
reichen Hinweisen) auf zusätzliche Abklärungen verzichtet und davon ausgegangen werden, 
dass hinsichtlich der HWS und LWS der Status quo sine vel ante bei vorhandenem degenerati-
vem Vorzustand spätestens Ende 2018 erreicht war und die Schulterbeschwerden links nicht 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 13. Juli 
2017 zurückzuführen sind. Ob die Beschwerden an der linken Schulter auf das Ereignis vom 
15. Dezember 2014 zurückzuführen sind und ob hinsichtlich der (vorbestehenden) Schäden an 
der HWS und der LWS eine Verschlechterung von Unfallfolgen, ein Rückfall oder Spätfolgen 
bestehen, ist nicht Gegenstand des strittigen Einspracheentscheids vom 10. Februar 2023, 
weshalb in diesem Verfahren nicht darüber zu befinden ist.  
 
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtenen Einspracheentscheide vom 
12. August 2022 und 10. Februar 2023 nicht zu beanstanden sind. Die dagegen erhobenen 
Beschwerden vom 15. September 2022 und 16. März 2023 erweisen sich als unbegründet, 
weshalb sie abzuweisen sind. 
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens 
nicht ausgerichtet. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerden vom 15. September 2022 und 16. März 2023 werden 
abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 

Gegen diesen Entscheid hat A.____ am 7. Mai 2024 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben 
(siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_262/2024). 
 
 
 
 
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