# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cf2a81d-06c1-56e4-80d2-6f204f3de232
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.07.2020 SK 2019 383
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-383_2020-07-30.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 383+384

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. Juli 2020 

Besetzung Oberrichterin Falkner (Präsidentin i.V.), Oberrichter Vicari, Ober-
richter Guéra
Gerichtsschreiber Bittel

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand fahrlässige einfache Körperverletzung und Widerhandlung gegen 
das Tierschutzgesetz sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 28. August 2019 (PEN 18 179)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 28. August 2019 erklärte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Ein-
zelgericht; nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldigter) 
schuldig der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, begangen am 2. April 2017 
in P.________, zum Nachteil von C.________ (Ziff. I.1 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs; pag. 300) sowie des Missachtens einer amtlichen Verfügung, be-
gangen am 2. April 2017 in P.________ (Ziff. I.2). Gestützt auf diese Schuldsprü-
che verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 60 Tages-
sätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 3‘600.00. Der Vollzug der Geldstrafe 
wurde aufgeschoben und die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Des Weiteren 
wurde der Beschuldigte zur Bezahlung einer Übertretungsbusse von CHF 500.00 
verurteilt. Überdies auferlegte die Vorinstanz dem Beschuldigten die Verfahrens-
kosten (CHF 3‘106.20) und verpflichtete ihn dazu, dem Straf- und Zivilkläger 
C.________ eine Entschädigung von CHF 7‘396.00 für dessen Aufwendungen im 
Verfahren zu bezahlen.

Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. Februar 
2016 für die Geldstrafe von acht Tagessätzen zu CHF 50.00 gewährte bedingte 
Vollzug wurde nicht widerrufen (Ziff. II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 301).

Ferner hiess die Vorinstanz die Schadenersatzklage des Straf- und Zivilkläger 
C.________ dem Grundsatz nach gut, verwies sie allerdings für die vollständige 
Beurteilung auf den Zivilweg (Ziff. III/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 301). Überdies verurteilte sie den Beschuldigten zur Bezahlung einer Genug-
tuung in Höhe von CHF 1‘000.00 an den Zivilkläger (Ziff. III/2).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 30. August 2019 fristgerecht die 
Berufung an (pag. 305).

Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 30. September 2019 
(pag. 310 ff.).

In seiner form- und fristgerecht eingereichten Berufungserklärung vom 28. Oktober 
2019 (pag. 360 ff.) beschränkte der Beschuldigte seine Berufung auf den erstin-
stanzlichen Schuldspruch wegen fahrlässiger leichter Körperverletzung (Ziff. I/1 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie den Zivilpunkt (Ziff. III). Demgegenüber 
blieb die Verurteilung wegen Missachtens einer amtlichen Verfügung (Ziff. I/2 des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) unangefochten.

Mit Eingabe vom 1. November 2019 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass 
sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 370 f.).

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Am 14. November 2019 teilte der Straf- und Zivilkläger mit, dass er keine An-
schlussberufung erkläre (pag. 372).

3. Schriftliches Verfahren

Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist das Urteil eines Einzelge-
richts. Art. 406 Abs. 2 Bst. b der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Ok-
tober 2007 (StPO; SR 312.0) sieht für diesen Fall die Möglichkeit der Durchführung 
eines schriftlichen Verfahrens vor. Ein solches wurde von der Verfahrensleitung mit 
Zustimmung des Beschuldigten (pag. 374) sowie des Straf- und Zivilklägers 
(pag. 372) mit Verfügung vom 22. November 2019 (pag. 376 f.) angeordnet.

4. Anträge der Parteien

In seiner Berufungsbegründung vom 13. Februar 2020 liess der Beschuldigte fol-
gende Anträge stellen (pag. 389):

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich Ziff. I., 2. des Missachtens einer 
amtlichen Verfügung nicht mehr angefochten und deshalb in Rechtskraft erwachsen ist (I. Zif-
fer 2)

2. Der Beschuldigte A.________ sei für das Missachten einer amtlichen Verfügung angemessen zu 
bestrafen; dies unter Ausscheidung und Auferlegung der Verfahrenskosten an den Beschuldig-
ten.

3. A.________ sei demgegenüber freizusprechen von der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, 
angeblich begangen am 2. April 2017 in P.________ zum Nachteil von C.________.

4. Die aufgrund des Freispruchs entstandenen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien 
auszuscheiden und dem Staate Bern aufzuerlegen.

5. A.________ sei für seine erst- und oberinstanzlichen Verteidigungskosten eine angemessene 
Entschädigung in gerichtlich zu bestimmender Höhe als Entschädigung auszurichten.

6. Die dem Straf- und Zivilkläger zuerkannte Parteientschädigung sei aufzuheben.

7. Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. Februar 2016 und der dort für eine 
Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen, 
unter Ausscheidung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zulasten des Staates (Zif-
fer II).

8. Die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers C.________ sei abzuweisen (Ziffer III).

9. Die Gerichtskosten für die Zivilklage seien auszuscheiden und dem Straf- und Zivilkläger 
C.________ aufzuerlegen. Der Straf- und Zivilkläger sei zu verurteilen, dem Beschuldigten 
A.________ eine Parteientschädigung im Zivilpunkt in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu be-
zahlen.

In seiner Stellungnahme zur Berufungsbegründung des Beschuldigten vom 
30. März 2020 liess der Straf- und Zivilkläger folgende Anträge stellen (pag. 418; 
Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich der nicht angefochtenen Punkte 
in Rechtskraft erwachsen ist.

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2. Die Berufung von A.________ vom 13. Februar 2020 sei abzuweisen und das erstinstanzliche 
Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 28. August 2019 (PEN 18 179) sei zu bestätigen 
und A.________ sei schuldig zu erklären

der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, begangen am 02. April 2017, in P.________, 
zum Nachteil von C.________, und

A.________ sei zu verurteilen

a) zu einer gerichtlich zu bestimmenden Sanktion;

b) zur Zahlung einer Genugtuung von CHF 1'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 02.04.2017 an 
den Privatkläger.

c) Die Schadenersatzklage des Privatklägers sei dem Grundsatz nach gutzuheissen und für die 
vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg zu verweisen.

Weiter sei A.________ zu verurteilen

d) zu den erst- und zweitinstanzlichen Anwaltskosten des Privatklägers gemäss eingereichten 
bzw. noch einzureichender Honorar- und Kostennoten;

e) zur Tragung der erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf den Schuldspruch wegen fahr-
lässiger Körperverletzung sowie den Zivilpunkt. Die Verurteilung wegen Missach-
tens einer amtlichen Verfügung (Ziff. I/2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) 
blieb unangefochten und ist folglich in Rechtskraft erwachsen. Insofern bleibt für 
den Antrag des Beschuldigten, er sei für das Missachten einer amtlichen Verfügung 
angemessen zu bestrafen (Ziff. 2, erster Teilsatz, der vorgängig zitierten Anträge in 
der Berufungsbegründung), kein Raum.

In den übrigen Punkten ist das erstinstanzliche Urteil von der Kammer umfassend, 
d.h. mit voller Kognition, zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Da lediglich 
der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat, darf die Kammer das erstinstanzli-
che Urteil nicht zu seinen Ungunsten abändern (Art. 392 Abs. 2 StPO; Verschlech-
terungsverbot).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Strafbefehl vom 24. Oktober 2017 (pag. 53 f.) fol-
gender Sachverhalt zur Last gelegt:

Um ca. 16:30 Uhr [am 02.04.2017] lief "E.________ (Hund)" auf das Trottoir zum geschädigten 
C.________, welcher mit seiner Ehefrau und zwei Hunden am vorbeispazieren war und biss diesen 
zuerst in die linke Hand und dann ins linke Unterbein. Der Geschädigte erlitt dadurch an der linken 
Hand beim Daumen eine 1.5 cm tiefe Bisswunde mit Blutung und am linken Schienbein eine ober-
flächliche Bisswunde, hatte grosse Schmerzen, musste zur Wundbehandlung mehrfach das Spital 

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aufsuchen und war zwei Wochen lang arbeitsunfähig. Hätte der Beschuldigte die vom Veterinärdienst 
vorgeschriebene Sorgfalt beim Halten von „E.________ (Hund)“ walten lassen und diesen insbeson-
dere im Garten angeleint, so hätte „E.________ (Hund)“ nicht zum Geschädigten hinlaufen und die-
sen beissen können. Die Gefahr, dass „E.________ (Hund)“ zum wiederholten Male eine fremde Per-
son beisst und dabei verletzt, war voraussehbar und gerade der Grund für die Verfügung des Vete-
rinärdienstes, welche der Beschuldigte missachtete.

2. Unbestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (pag. 320) ist nicht bestritten, dass das 
Ehepaar H.________ (Familienname) mit dessen zwei Hunden am 2. April 2017 
um ca. 16.30 Uhr vor der Liegenschaft der F.________ (Familienname) vorbeispa-
zierte, während sich der Beschuldigte mit seiner Familie im Garten sowie in der Zu-
fahrt zum Haus aufhielt. Ebenfalls dort – und zwar nicht angeleint – befand sich der 
Hund E.________ (Hund), als dessen Halter der Beschuldigte registriert ist.

Nicht bestritten ist ferner, dass dem Straf- und Zivilkläger in der Folge Bissverlet-
zungen durch einen Hund an Hand und Bein zugefügt wurden.

Wenngleich dieser Teil des Sachverhalts nicht umstritten ist, hat sich die Kammer 
selbst davon zu überzeugen, ob er zutreffend ist (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Vorlie-
gend sind allerdings keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die Kammer daran 
zweifeln liessen, dass diese unbestrittenen Punkte nicht den Tatsachen ent-
sprächen, weshalb nachfolgend auf diese abgestellt wird.

3. Bestrittener Sachverhalt

Bestritten und demzufolge Beweisthema ist demgegenüber, wodurch die Verlet-
zungen des Straf- und Zivilklägers hervorgerufen wurden, insbesondere ob diese 
von E.________ (Hund) stammen oder er diese aufgrund von Bissen seines eige-
nen Hundes G.________ (Hund) erlitt. Unklar ist überdies, ob dem Beschuldigten 
diese Verletzungen auf dem Grundstück des Beschuldigten oder auf öffentlichem 
Grund zugefügt wurden und ob C.________ seinen Hund G.________ (Hund) an 
der Leine führte.

4. Beweismittel

Die Vorinstanz zählte die objektiven und subjektiven Beweismittel umfassend auf 
und gab deren Informationsgehalt eingehend wieder (S. 12 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 321 ff.). Auf eine Wiederholung dieser Ausführungen kann 
demnach verzichtet werden.

5. Beweiswürdigung

5.1 Vorbemerkung

Was die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung angeht, kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 317 ff.).

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5.2 Konkrete Beweiswürdigung

5.2.1 Aussagen von C.________

Anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 11. April 2017 (pag. 5 ff.) schilderte 
C.________ ausführlich, wie sich der fragliche Vorfall rund eine Woche zuvor aus 
seiner Sicht abspielte. Bemerkenswert ist dabei, dass seine Ausführungen sehr de-
tailliert sind – und zwar sowohl was das eigentliche Kerngeschehen betrifft als auch 
jenes zuvor und danach: So konnte er etwa genau angeben, wie viele Personen 
sich auf dem Grundstück des Beschuldigten befanden und in welchem Alter diese 
waren («ein älterer Mann mit einem ‹Töffli›», pag. 6 Z 40; «eine jüngere Frau, ein 
jüngerer Mann und zwei Kinder», pag. 6 Z 42 f.), er benannte den Ort des Gesche-
hens («etwa auf Höhe der Tannen», pag. 6 Z 48) und umschrieb den (behaupteten) 
Angriff E.________ (Hund) lebhaft: «Da sagte mir meine Frau: ‹är chunnt de›, ich 
drehte mich nach links in Richtung des Hundes um, da biss er mich schon in meine 
linke Hand und liess nicht los. Ich trat ihn mit meinem rechten Knie gegen den 
Brustkasten und schrie ihn an, damit er losliess. Dies tat er dann auch kurz und 
biss mich dann noch in die linke Wade. Ich liess meinen Hund los, packte den 
Schäferhund am Kragen und drückte ihn zu Boden. Als ich ihn am Boden hatte, 
kniete ich ihm auf den Hals. Dies tat ich, weil er wild um sich schnappte. Als er sich 
ergab, liess ich ihn los und er lief davon, in Richtung des Hauses von 
F.________(Familienname)» (pag. 6 Z 49 ff.).

Diese Schilderung deckt sich mit der von der Kantonspolizei im Anzeigerapport 
festgehaltenen Zusammenfassung der informellen Befragung unmittelbar nach 
dem fraglichen Vorfall (pag. 3) und den Ausführungen C.________ anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 141 f.). Auch was die Frage betrifft, ob 
der Hund G.________ (Hund) an der Leine geführt wurde, äusserte sich 
C.________ gleichbleibend (pag, 3, pag. 6 Z 43 f. und pag. 141 Z 23 ff.) – und zwar 
dahingehend, dass dieser angeleint gewesen sei. So habe er die Leine «ziemlich 
kurz» geführt (pag. 144 Z 24) und habe G.________ (Hund) auf die rechte Seite 
genommen, da die F.________(Familienname) auf der linken Seite gewesen seien 
(pag. 144 Z 24 f.).

In seiner Berufungsbegründung bringt der Beschuldigte vor, dass die Aussage von 
C.________ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, wonach 
E.________ (Hund) nicht seinen Hund, sondern ihn anvisiert habe, nicht im Ein-
klang mit dessen Aussage unmittelbar nach dem Vorfall stehe. So habe 
C.________ dort angegeben, dass er sich zwischen die Hunde gestellt und ver-
sucht habe, E.________ (Hund) Angriff gegen G.________ (Hund) abzuwehren.

Die Aussagen von C.________ unmittelbar nach dem Vorfall sind im Anzeigerap-
port – auf die vorliegend interessierende Passage beschränkt – folgendermassen 
zusammengefasst (pag. 3): «[…] Etwas weiter weg vom Haus wollten H.________ 
(Familienname) ihre Hunde wieder loslassen, da sei der Hund von 
F.________(Familienname) angerannt gekommen. Der Hund habe ihn unverhofft 
von hinten angegriffen. Er sei in die linke Hand und Wade gebissen worden. […]» 
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Schilderung den Aussagen von C.________ 
in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung widersprechen sollte. Insbesondere 

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kann daraus keineswegs abgeleitet werden, C.________ habe erklärt, dass 
E.________ (Hund) G.________ (Hund) habe angreifen wollen und er diesen ab-
zuwehren versucht habe. Einen Angriff gegen G.________ (Hund) erwähnte 
C.________ zu keinem Zeitpunkt; vielmehr bezeichnete er sich selbst überein-
stimmend als derjenige, der angegriffen worden sei.

Obschon der Beschuldigte in seiner Berufungsbegründung von den «Aussagen von 
C.________, die er noch unmittelbar nach dem Vorfall der Polizei abgegeben hat» 
(pag. 393) spricht, ist – mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen – allerdings 
zu vermuten, dass er nicht die Zusammenfassung der informellen Befragung auf 
pag. 3 meint, sondern die Ausführungen der Polizei im Anzeigerapport unter der 
Marginalie «Tatvorgehen», wo davon die Rede ist, dass der Hund des Beschuldig-
ten C.________, dessen Begleitung und deren Hunden nachgegangen sei und den 
einen Hund habe angreifen wollen, woraufhin sich C.________ zwischen die Hun-
de gestellt und versucht habe, den Hund des Beschuldigten mit den Händen abzu-
wehren (pag. 1).

Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass unter dieser Rubrik nicht die Aussagen der 
Tatbeteiligten wiedergegeben wurden; diese finden sich auf pag. 3. Mithin ist es 
verfehlt, davon zu sprechen, dass die Aussagen C.________ gegenüber der Poli-
zei von jenen anlässlich der Hauptverhandlung divergierten. Dem Beschuldigten ist 
allerdings dahingehend beizustimmen, dass sich das von der Polizei unter dem Ti-
tel «Tatvorgehen» Ausgeführte nicht mit den Aussagen von C.________ anlässlich 
der Hauptverhandlung in Einklang bringen lässt. Desgleichen gilt – wenn auch nicht 
explizit vorgebracht – betreffend dessen Aussagen gegenüber der Kantonspolizei 
in der Einvernahme vom 11. April 2017 (pag. 5 ff.), stimmen diese doch mit der 
Schilderung des Angriffs anlässlich der Hauptverhandlung überein.

Im Anzeigerapport fasst die Polizei den aufgrund ihrer Ermittlungen festgestellten 
Sachverhalt zusammen. Vorliegend gingen die ausgerückten Polizeibeamten of-
fenbar davon aus, dass E.________ (Hund) G.________ (Hund) angreifen wollte 
und sich C.________ schützend vor seinen Hund gestellt hatte. Worauf diese An-
nahme gründet, ist aus dem Anzeigerapport nicht ersichtlich, obgleich sich auf-
grund der Divergenz zu den Angaben von C.________ eine Erklärung aufgedrängt 
hätte. Es ist mithin zu vermuten, dass den rapportierenden Polizeibeamten dieser 
Widerspruch schlichtweg nicht aufgefallen ist. Dieser Widerspruch innerhalb des 
Anzeigerapports kann jedoch nicht zu Ungunsten von C.________ ausgelegt wer-
den, um ihm eine «nachträglich geänderte Darlegung des Sachverhaltes» 
(pag. 393) vorzuwerfen, besteht der Widerspruch doch nicht zwischen den Aussa-
gen von C.________, sondern zwischen den Ausführungen der Polizeibeamten 
und den seinigen. Folglich vermag der Beschwerdeführer durch sein Vorbringen 
nicht an der Glaubhaftigkeit der Angaben des Straf- und Zivilklägers zu rütteln.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Aussagen des Straf- und Zivilklägers detail-
liert, konsistent und glaubhaft sind, weshalb die Kammer auf diese abstellt.

5.2.2 Aussagen von A.________

Im Gegensatz zu den Aussagen von C.________ sind die Schilderungen des Be-
schuldigten nicht konsistent: So gab dieser unmittelbar nach dem Vorfall gegenü-

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ber der Polizei an, gesehen zu haben, dass E.________ (Hund) C.________ und 
seiner Ehefrau nachgelaufen sei. Plötzlich habe er ein Geschrei wahrgenommen, 
woraufhin er nachgeschaut habe, was los sei. Dabei habe er gesehen, wie 
C.________ auf E.________ (Hund) losgegangen sei (pag. 3). Daraus ergibt sich, 
dass der Beschuldigte zwischen dem Moment, in dem er E.________ (Hund) dem 
Ehepaar H.________ (Familienname) nachlaufen sah und jenem, in dem er das 
Geschrei wahrnahm, das Geschehen nicht im Blick hatte. Anlässlich der Einver-
nahme zehn Tage später erklärte der Beschuldigte dann aber, dass sich die beiden 
Hunde «wuuscheten» (pag. 17 Z 19). Er habe sich sodann auf den Weg zu ihnen 
gemacht und habe gesehen, wie C.________ auf E.________ (Hund) losgegangen 
sei (pag. 17 f. Z. 21 f.). Gleiches gab er anlässlich der Hauptverhandlung an 
(pag. 145 Z 18 ff.). Diese Aussage deckt sich offensichtlich nicht mit der vorer-
wähnten tatnächsten.

Die Angaben von A.________ decken sich einzig dahingehend mit jenen des Straf- 
und Zivilklägers, als er angab, C.________ habe E.________ (Hund) zu Boden ge-
drückt und sei auf ihn gekniet (pag. 146 Z 37). In diesem Punkt sind seine Aussa-
gen im Laufe des Verfahrens denn auch gleich geblieben (vgl. pag. 3, pag. 17 f. 
Z 21 f., pag. 146 Z 37) und detaillierter (so etwa zum konkreten Vorgehen 
C.________: «Er hat meinen Hund zu Boden gedrückt und ist auf meinen Hund 
gekniet und wie auf ihn gelegen», pag. 146 Z 37 f.) als seine übrigen Angaben, was 
darauf hindeutet, dass A.________ – wie gegenüber der ausgerückten Patrouille 
angegeben (pag. 3) – nicht das gesamte Geschehen, sondern bloss den Kampf 
von C.________ mit E.________ (Hund) mitbekam.

Der Beschuldigte gab gegenüber der Polizei am Ereignisort an, dass es «eine 
Sauerei [sei], dass nun sein Hund an den Verletzungen schuld sein solle. Wenn 
sein Hund angegriffen werde, dürfe dieser sich ja wohl noch wehren.» Obschon er 
das Geschehen nicht vollumfänglich mitbekam und bloss die – im Übrigen unbe-
strittene – physische Einwirkung von C.________ auf E.________ (Hund) beob-
achtete, beurteilte er den Sachverhalt zu Lasten des Straf- und Zivilklägers. Er 
drängte seinen Hund (und damit verbunden auch sich als Halter) in die Rolle des 
Opfers der angeblichen Aggression von C.________, obwohl er das Tatgeschehen 
nicht vollends überblicken konnte.

Anlässlich der Einvernahme vor dem zuständigen Staatsanwalt am 14. März 2018 
(pag. 76 ff.) verneinte der Beschuldigte die Frage, ob er bereit sei, Aussagen zu 
machen und gab an, er habe gedacht, dass es ein faires Verfahren vor Gericht ge-
be. Das Strafbefehlsverfahren akzeptiere er nicht (pag. 77 Z 32 ff.). Obschon der 
Beschuldigte erklärte, keine Aussagen machen zu wollen, was notabene sein 
Recht ist (Art. 113 Abs. 1 StPO) und auch nicht zu seinen Ungunsten gewertet 
werden darf, beantwortete er trotzdem einige Fragen des Staatsanwalts. Dabei fällt 
auf, dass sich der Beschuldigte zwar nicht zum Sachverhalt äussern wollte (oder 
konnte), es sich jedoch nicht nehmen liess, C.________ seinerseits ein Fehlverhal-
ten vorzuwerfen: «Klar habe ich es gesehen. Wir können auch vor Ort die Sache 
anschauen. Sein Hund hat E.________ (Hund) angegriffen» (pag. 79 Z 123 f.); «Er 
macht das übrigens wieder. Er kommt jetzt wieder mit diesem Köter auf unser 
Grundstück» (pag. 80 Z 147 f.). Diese Kombination zwischen (berechtigter) Aussa-

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geverweigerung und unbelegten Gegenangriffen – gepaart mit einer Tonalität, die 
den gegenseitigen Respekt vermissen lässt («Das stimmt nicht. Das ist kein Trot-
toir. Das ist absoluter Blödsinn. […]» [pag. 78 Z 80]; «Absoluter Quatsch. So war es 
nicht» [pag. 79 Z 119]) –, stellt ein Lügensignal dar.

Betreffend die Aussagen von A.________ ist beweiswürdigend festzuhalten, dass 
diese in Bezug auf die Abwehrhandlungen von C.________ gegen E.________ 
(Hund) glaubhaft sind, nicht jedoch was das vorangehende Geschehen anbelangt, 
weshalb auf diese nur teilweise abgestellt werden kann.

5.2.3 Aussagen von I.________

I.________ schilderte das Geschehen vom 2. April 2017 umfassend und einge-
hend. So gibt sie sowohl wieder, was sich vor, während als auch nach der Passage 
der Liegenschaft der F.________(Familienname) ereignete (pag. 137 Z 15 ff.). Ihre 
Aussagen wirken glaubhaft und selbsterlebt. So legte sie etwa ihre Gefühlswelt of-
fen: «Der Hund war an seinem Platz. Auf die Leute habe ich mich nicht geachtet. 
Mein Hund wurde bereits einige Male gebissen, weshalb ich mich auf meinen Hund 
konzentriert habe. Der Hund der Leute hat meinen Hund irgendwie fixiert. […] Mein 
Mann hat dann gemeint, der Hund sei ein lieber. Dann habe ich mich umgedreht, 
weil ich dem Hund doch nicht getraut habe» (pag. 137 Z 21 ff.) und verteidigte ihre 
Version auf Vorhalt der Aussage des Beschuldigten nachvollziehbar (pag. 138 
Z 21 ff.).

Der Beschuldigte bringt vor, I.________ würde den Sachverhalt nicht gleich dar-
stellen, wie er vom Straf- und Zivilkläger geschildert worden sei: So habe dieser 
gemäss seinen Aussagen die Leine, an der G.________ (Hund) geführt worden 
sein soll, seiner Ehefrau übergeben, während diese angab, ihrem Ehemann die 
Leine aus der Hand gerissen zu haben (pag. 402 f.). Bei näherer Betrachtung des 
schnellen und dynamischen Geschehens – ein fremder deutscher Schäferhund 
rennt in Richtung der Beobachterin bzw. deren Begleitung zu –, ist es durchaus 
nachvollziehbar, dass I.________ und C.________ dieses nicht identisch wahr-
nahmen und interpretierten. Dies spricht nicht gegen, sondern vielmehr für die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, zumal es aufzeigt, dass sich I.________ und die 
C.________ untereinander nicht abgesprochen haben.

Unzweifelhaft übereinstimmend sind die Angaben von I.________ mit jenen von 
C.________ betreffend die Frage, ob G.________ (Hund) an der Leine geführt 
wurde (pag. 137 Z 16 f.).

Insgesamt gehen die Aussagen von I.________ und jene des Straf- und Zivilklä-
gers C.________ nahtlos ineinander über, ohne jedoch identisch zu sein, weshalb 
die Kammer auch auf diese abstellt.

5.2.4 Aussagen von J.________

J.________, die Mutter des Beschuldigten, äusserte sich anlässlich der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung gleich wie der Beschuldigte dahingehend, dass zwischen 
E.________ (Hund) und G.________ (Hund) ein Kampf stattgefunden habe 
(pag. 133 Z. 23 ff.; pag. 134 Z. 23; pag. 135 Z 12 f.). Dabei sei C.________ zwi-
schen die Hunde gegangen und habe sich auf E.________ (Hund) gelegt und die-

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sem Schmerzen zugefügt (pag. 133 Z 24 ff.). Sie habe gesehen, dass C.________ 
an der Hand blutete, konnte jedoch nicht angeben, welcher Hund zugebissen habe 
(pag. 134 Z 10 ff.).

Auf den Vorhalt, wonach E.________ (Hund) nur in einem ausbruchssicheren und 
eingezäunten Gelände freigelassen werden dürfe, gab J.________ nach längerem 
Schweigen an, dass sie ihn deshalb ja an der Leine gehabt hätten (pag. 134 Z 34). 
Diese Aussage ist offensichtlich unzutreffend bzw. zumindest nicht für den ganzen 
Geschehensablauf zutreffend: So gab sie eingangs der Einvernahme zwar an, 
E.________ (Hund) sei angebunden gewesen, erklärte dann aber sogleich, dass 
sie ihn gelöst hätten, um mit ihm zu spielen (pag. 133 Z. 14). Und auch nachdem 
das Ehepaar H.________ (Familienname) die Einfahrt zur Liegenschaft 
F.________ (Familienname) passiert hatten, war E.________ (Hund) offensichtlich 
nicht an der Leine, ansonsten er nicht – wie von J.________ beschrieben – bis ans 
andere Ende des Grundstücks zum Ehepaar H.________ (Familienname) (vgl. 
pag. 136) hätte gelangen können.

Die Aussagen von J.________ sind spärlich, wenig detailliert und tragen kaum zur 
Erhellung des Sachverhalts bei. Immerhin beschrieb J.________ gleich wie der 
Beschuldigte, C.________ und I.________ eine physische Einwirkung von 
C.________ auf E.________ (Hund) und G.________ (Hund). In diesem Punkt 
sind die Angaben von J.________ glaubhaft, weshalb die Kammer auf diese ab-
stellt. Demgegenüber erachtet die Kammer ihre Aussagen betreffend den Kampf 
zwischen E.________ (Hund) und G.________ (Hund) als unglaubhaft, da sie den 
vorerwähnten glaubhaften Schilderungen von C.________ und I.________, wo-
nach Ersterer und nicht G.________ (Hund) von E.________ (Hund) angegriffen 
wurde, diametral widersprechen.

5.2.5 Aussagen von K.________

K.________, der Vater des Beschuldigten, gab zu Protokoll, dass er mit einem Rol-
ler («Postrouerli») nach hinten (vermutlich gemeint: durch die Einfahrt nach hinten 
zum Lindenbaum) gefahren sei, als das Ehepaar H.________ (Familienname) mit 
dessen Hunden vorbeigelaufen sei. C.________ habe seinen Hund (vermutlich: 
G.________ (Hund)) nicht an der Leine geführt (pag. 258 Z 13 ff.). Zum konkreten 
Geschehen danach, konnte er keine Angaben machen; allerdings wusste er genau, 
dass es sich auf dem Grundstück der Familie F.________ (Familienname) abspiel-
te: «Was genau passiert ist, weiss ich nicht genau. Ich war hinten. Es passierte 
aber auf alle Fälle auf unserem Grundstück. Unser Hund weiss genau, wie weit un-
sere March geht» (pag. 258 Z 15 f.). Diese Aussage erstaunt. Denn: Betrachtet 
man den Ausdruck aus Google Maps auf pag. 149 sowie die vom Straf- und Zivil-
kläger eingereichten Bilder auf pag. 282 ff. erkennt man, dass man vom angebli-
chen Standort K.________‘ bei der Linde aus den mutmasslichen Ereignisort am 
anderen Ende des Grundstücks, wenn überhaupt, nur schwer zu erblicken vermag, 
da einerseits das Haus und andererseits mehrere Bäume – welche anfangs April 
überdies bereits Blüten getragen haben dürften – die Sicht verdecken. Dies gibt er 
denn auch implizit zu, wenn er davon spricht, dass er «hinten» gewesen sei und 
deshalb nicht genau gesehen habe, was passiert sei. Insofern kann seine Aussage, 

11

wonach sich der Vorfall jedenfalls auf dem Grundstück der 
F.________(Familienname) abgespielt habe, lediglich als Vermutung gelten.

Seine Aussagen beschränken sich im Wesentlichen darauf, die Schuld am Ge-
schehen C.________ zuzuschieben. So scheinen ihm denn auch dessen Verlet-
zungen gleichgültig zu sein. Vielmehr versucht er das Verhalten von E.________ 
(Hund) zu bagatellisieren und zu rechtfertigen («Wenn da jemand auf unser Grund-
stück geht, dann soll er sich halt wehren. Wir wehren uns auch, wenn wir angegrif-
fen werden. Wenn jemand unbefugt auf unser Grundstück geht, darf man sich auch 
wehren»).

Im Unterschied zu den Schilderungen von C.________ und I.________ wirken die 
Aussagen von K.________ zum Kerngeschehen inhaltlich karg, wenig plausibel, 
spekulativ und unglaubhaft, weshalb die Kammer nicht auf diese abstellt.

5.2.6 Aussagen von L.________

L.________ gab an, dass sie sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Garten vor dem 
Haus aufgehalten und dort gespielt habe (pag. 264 Z 19 f.). Als das Ehepaar 
H.________ (Familienname) mit seinen Hunden am Grundstück vorbeigelaufen 
sei, habe ihr Hund (wohl gemeint: G.________ (Hund)) auf dem Grundstück ge-
schnüffelt, woraufhin E.________ (Hund) «schauen» gegangen sei und sich die 
Hunde «gehützt» hätten (pag. 264 Z 26 ff.). Mehr habe sie nicht gesehen (pag. 264 
Z 28).

Auf die Frage der erstinstanzlichen Gerichtspräsidentin zeichnete L.________ den 
Ort des Geschehens östlich des Wohnhauses, rund zehn Meter nach der Einfahrt 
zum Wohnhaus, ein (pag. 267). Hätte sich der Vorfall tatsächlich dort abgespielt, 
wäre ihre Aussage, wonach man vom Garten aus gut dort hin sehe (pag. 264 
Z 28 f.), ohne Weiteres nachvollziehbar, da weder die Flucht des Hauses noch 
Bäume die Sicht beschränken. Allerdings unterscheidet sich der von L.________ 
eingezeichnete Ereignisort erheblich von jenem, den die übrigen Beteiligten ange-
geben haben (pag. 136, pag. 140, pag. 141 Z 28 ff.): So sprechen diese unisono 
davon, dass sich der Vorfall rund 50 m weiter in nördlicher Richtung vor dem Wäld-
chen abgespielt hätte, was einen nicht bloss marginalen Unterschied darstellt, der 
einer im Laufe der Zeit verblassenden Erinnerung geschuldet sein könnte. Erst auf 
Nachfrage der Gerichtspräsidentin gab L.________ an, dass es «schon eher nach 
hinten» war (pag. 265 Z 16). Es ist davon auszugehen, dass sie das fragliche Ge-
schehen denn auch nicht mit eigenen Augen wahrgenommen hatte. Vielmehr ist zu 
vermuten, dass sie aufgrund ihres Standorts den mutmasslichen Ereignisort gar 
nicht zu erblicken vermocht hatte.

Dass L.________ den Vorfall nicht unmittelbar wahrgenommen hatte, zeigt sich 
auch darin, dass sie das Geschehen nur sehr oberflächlich beschrieb und oft an-
gab, sich nicht sicher zu sein: «Der Mann, der den Hund hatte, ist dann glaublich 
dazwischen gegangen. Genau kann ich es aber nicht mehr sagen. Ich bin mir nicht 
mehr sicher» (pag. 265 Z 5 ff.), «Es war schon eher nach hinten. Ich kann aber 
nicht mehr genau sagen[,] wo» (pag. 265 Z 16), «Glaublich nicht. Ich möchte hierzu 
aber nichts sagen, da ich nicht sicher bin» (pag. 265 Z 25), «Ich weiss es nicht[,] 
wer alles dabei gewesen ist» (pag. 265 Z 31), «Nein, ich weiss nicht wo» (pag. 265 

12

Z 41), «Ich glaube nicht. Oder schon? Ich kann es nicht mehr genau sagen» 
(pag. 266 Z 2). Ihre Angaben sind nicht von grossem Beweiswert, was etwa daraus 
ersichtlich ist, dass sie sich selbst bei der Frage, ob C.________ alleine unterwegs 
gewesen sei, nicht sicher war (pag. 266 Z 2). Wenig glaubhaft ist auch, dass sie 
zwar gesehen haben will, dass sich die Hunde «gehützt» haben, den Rest jedoch 
nicht mehr mitbekommen haben will («Mehr habe ich dann nicht mehr gesehen», 
pag. 264 Z 28). Aus der Warte eines neutralen Betrachters beurteilt, erscheint es 
seltsam, dass wenn sich der Hund der eigenen Familie mit einem anderen streitet 
und man dies mitbekommt, sich vom Geschehen entfernt («Wir Kinder sind dann 
nach hinten zum Teich», pag. 266 Z 17). Dies gilt nicht bloss für Erwachsene, son-
dern auch für ein damals fast 16 Jahre altes Kind. Die Begründung für dieses Ver-
halten («Für uns war das nichts Spannendes oder Besonderes», pag. 266 Z 17 f.) 
überzeugt denn auch nicht.

Des Weiteren ist anzumerken, dass sowohl K.________ als auch L.________ zur 
Familie des Beschuldigten gehören und erst anlässlich der Fortsetzungsverhand-
lung auf dessen Antrag einvernommen wurden, weshalb ihren Aussagen nicht allzu 
grosses Gewicht beigemessen werden darf.

Im Ergebnis erscheinen die Angaben von L.________ aufgrund der erheblichen Di-
vergenz zwischen ihrer Aussage und jenen sämtlicher anderer Tatbeteiligter als 
unglaubhaft, weshalb nicht auf diese abgestellt werden kann.

5.2.7 Weitere Beweismittel

Aus der Verfügung des Veterinärdienstes vom 6. Februar 2015 (pag. 21 ff.) geht 
hervor, dass E.________ (Hund) bereits vor dem fraglichen Ereignis mehrfach ne-
gativ auffiel: So griff er am 17. August 2014 eine Nachbarin an, die vor ihrer Aus-
sentreppe sass und sich Rollerblades anzog, wodurch diese Verletzungen am Un-
terarm erlitt. Ebenfalls im Jahr 2014, jedoch unbekannten Datums, griff der Hund 
eine Person an, die ihre Einkäufe an ihrem Domizil aus dem Auto lud, und biss die-
se in den Arm. Daraus ergibt sich, dass E.________ (Hund) jedenfalls gegenüber 
Menschen ein aggressives Verhalten an den Tag legte. Insofern erscheint die Dar-
stellung des Straf- und Zivilklägers, wonach er persönlich (und nicht sein Hund 
G.________ (Hund)) von E.________ (Hund) angegriffen wurde, noch glaubhafter.

Auf den vom Straf- und Zivilkläger eingereichten Fotos auf pag. 279 ist ersichtlich, 
dass die Narben des Bisses an dessen Bein rund fünf Zentimeter auseinanderlie-
gen, die Schneidezähne von G.________ (Hund) allerdings bloss rund 4.2 Zenti-
meter auseinanderstehen. Daraus kann geschlossen werden, dass zumindest der 
Biss ins Bein von C.________ nicht von G.________ (Hund) verursacht wurde. 
Was die (allgemeinen) Ausführungen des Beschuldigten in seiner Berufungsbe-
gründung zu Hundezähnen (Scherengebiss, Rückbeisser, Vorbeisser; pag. 406) 
daran zu ändern vermöchten, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht dargetan.

Ein weiteres Indiz gegen die vom Beschuldigten (und einigen Zeugen) vorgebrach-
te Version eines Gerangels zwischen E.________ (Hund) und G.________ (Hund) 
stellt die von C.________ eingereichte Leistungszusammenstellung des Tierarztes 
auf pag. 281 dar. So ist aus dieser ersichtlich, dass G.________ (Hund) nach dem 
Vorfall nicht tierärztlich behandelt wurde. Erst am 18 April 2017, rund zwei Wochen 

13

danach, war C.________ mit seinem Hund zu einer Konsultation beim Tierarzt, an-
lässlich welcher der Hund geimpft wurde. Daraus kann abgeleitet werden, dass 
G.________ (Hund) am 2. April 2017 nicht verletzt wurde (oder zumindest nicht 
derart, dass eine tierärztliche Behandlung notwendig gewesen wäre), was gegen 
eine Auseinandersetzung mit E.________ (Hund) spricht.

5.3 Ergebnis

Im Ergebnis erachtet die Kammer die Schilderungen von C.________ und von 
I.________, welche sich ohne Weiteres zu einer Einheit zusammenfügen lassen, 
als glaubhaft. Demgegenüber sind die Angaben des Beschuldigten lediglich betref-
fend das Ende des Vorfalls, als C.________ E.________ (Hund) zu Boden rang, 
glaubhaft; die Schilderungen des vorangegangenen Geschehens wirken nicht 
selbsterlebt, sondern vielmehr inhaltlich karg und widersprüchlich. Es ist mithin da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte nicht das gesamte Geschehen mitbekam, 
sondern lediglich die abschliessende Abwehrhandlungen C.________ gegen 
E.________ (Hund). Desgleichen gilt für J.________ und K.________ sowie 
L.________.

Folglich kann als erstellt gelten, dass E.________ (Hund) am 2. April 2017 um ca. 
16.30 Uhr den Straf- und Zivilkläger C.________, der sich gemeinsam mit seiner 
Frau und zwei Hunden auf dem öffentlichen Weg in Richtung M.________ beweg-
te, auf der Höhe des Endes des Grundstücks der Familie F.________ (Familien-
name), unmittelbar vor einem Waldstück, angriff und ihn dabei in die linke Hand 
und ins linke Unterbein biss, wodurch C.________ die im Strafbefehl (pag. 53) auf-
gezählten Verletzungen erlitt.

III. Rechtliche Würdigung

1. Fahrlässige (einfache) Körperverletzung (Art. 125 Abs. 1 StGB)

1.1 Allgemeines

Nach Art. 125 Abs. 1 StGB wird – auf Antrag – bestraft, wer fahrlässig einen Men-
schen am Körper oder an der Gesundheit schädigt. Erforderlich ist eine Beeinträch-
tigung, welche mindestens das Ausmass einer einfachen Körperverletzung nach 
Art. 123 StGB erreicht, mithin die Schwelle zur Tätlichkeit übersteigt (ROTH/KESHE-
LAVA, in: Niggli Marcel Alexander/Wiprächtiger Hans, Basler Kommentar zum Straf-
recht, Bd. I, 4. Aufl., Basel 2019, N 2 zu Art. 125 StGB [nachfolgend zit. als BSK-
BEARBEITER/IN, N … zu Art. … StGB]). Eine Differenzierung nach dem Schwere-
grad der Körperverletzung erfolgt auf der Ebene der Tatbestandsmässigkeit ledig-
lich mit Blick auf das Antragserfordernis bei der fahrlässigen einfachen Körperver-
letzung; die schwere Körperverletzung ist von Amtes wegen zu verfolgen (Art. 125 
Abs. 2 StGB). Wenngleich sowohl die fahrlässige einfache als auch die fahrlässige 
schwere Körperverletzung mit derselben Strafe bedroht ist, ist mit Blick auf die 
konkrete Strafzumessung eine Qualifizierung der Schädigung unverzichtbar.

Eine Schädigung des Körpers wird dann bejaht, wenn innere oder äussere Verlet-
zungen oder Beeinträchtigungen zugefügt werden, welche mindestens eine gewis-
se Behandlung und Heilungszeit erfordern, wie etwa Knochenbrüche, Hirnerschüt-

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terungen, Quetschungen mit Blutergüssen und Schürfungen, welche über blosse 
Kratzer hinausgehen (BSK-ROTH/BERKEMEIER, N 4 zu Art. 123 StGB). Die Tatbe-
standsvariante der Gesundheitsschädigung erfasst jene Sachverhalte, welche – 
ohne Schädigung des Körpers – einen pathologischen Zustand herbeiführen oder 
einen solchen intensivieren.

Die Schädigung ist nach Art. 122 StGB schwer, wenn ein Mensch lebensgefährlich 
verletzt wird (Abs. 1), wenn der Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Men-
schen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar gemacht, ein 
Mensch bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank gemacht, das Ge-
sicht eines Menschen arg und bleibend entstellt wird (Abs. 2) oder wenn eine ande-
re schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesund-
heit eines Menschen verursacht wird (Abs. 3). In allen übrigen Fällen liegt eine ein-
fache Körperverletzung nach Art. 123 StGB vor.

Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens 
aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht 
nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht be-
achtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 
verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Vorausgesetzt ist neben der Verletzung einer 
Sorgfaltspflicht, dass der Täter den Eintritt des Erfolgs vorhersehen konnte und 
diesen auch zu vermeiden in der Lage gewesen wäre (BSK-NIGGLI/MAEDER, N 99 
zu Art. 12 StGB). Des Weiteren muss die Sorgfaltspflichtverletzung kausal für den 
Erfolg sein.

Den objektiven Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung kann auch erfüllen, 
wer pflichtwidrig untätig bleibt (vgl. Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB). 
Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die Gefährdung oder Verletzung eines strafrechtlich 
geschützten Rechtsgutes nicht verhindert, obwohl er aufgrund seiner Rechtsstel-
lung dazu verpflichtet ist (sog. Garantenstellung). Eine solche Garantenstellung 
kann sich namentlich aufgrund des Gesetzes, eines Vertrags, einer freiwillig einge-
gangenen Gefahrengemeinschaft oder der Schaffung einer Gefahr ergeben (Art. 11 
Abs. 2 StGB).

1.2 Subsumtion

Vorliegend erlitt C.________ je einen Biss am linken Daumen und am linken Bein, 
verursacht durch den Hund E.________ (Hund) des Beschuldigten. Diese Verlet-
zungen führten zweifelsohne zu einer Schädigung des Körpers, erreichten aller-
dings nicht jene Intensität, welche für die Annahme einer schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 122 StGB erforderlich wäre. Mithin handelt es sich um eine 
einfache Körperverletzung.

Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) vom 30. März 1911 (OR; 
SR 220) hält fest, dass der Halter eines Tieres für den von diesem angerichteten 
Schaden haftet, wenn er nicht nachweist, dass er alle nach den Umständen gebo-
tene Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung angewendet hat oder dass 
der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre. Mithin kann 

15

aus der zitierten Bestimmung eine Garantenstellung des Beschuldigten abgeleitet 
werden.

Obgleich es einem Hundehalter grundsätzlich nicht verwehrt ist, seinen Hund frei 
laufen zu lassen, mithin dadurch regelmässig noch keine pflichtwidrige Untätigkeit 
begründet wird, verhält es sich hier anders: E.________ (Hund) fiel in der Vergan-
genheit mehrmals negativ auf, indem er Menschen angriff. Aus diesem Grund hat 
denn auch der Veterinärdienst des Kantons Bern am 6. Februar 2015 verfügt, dass 
E.________ (Hund) «[a]usserhalb des privaten Wohnbereiches […] an der Leine 
geführt werden [muss]» (pag. 21 ff.). Sowohl in Anbetracht der Angriffe auf Men-
schen als auch mit Blick auf die Verfügung des Veterinärdienstes hätte der Be-
schuldigte E.________ (Hund) an der Leine halten müssen. Indem er dies nicht tat, 
beging er eine Sorgfaltspflichtverletzung.

Der Beschuldigte wusste sowohl um die Gefährlichkeit seines Hundes als auch um 
die Verfügung des Veterinärdienstes. Überdies muss dem Beschuldigten bewusst 
gewesen sein, dass E.________ (Hund) aufgrund dessen auffälligen Verhaltens in 
der Vergangenheit zu weiteren Angriffen gegen Menschen neigen könnte. Trotz-
dem liess er E.________ (Hund) frei laufen, obgleich es ihm ohne Weiteres mög-
lich gewesen wäre, den Hund an der Leine zu halten. Er handelte damit bewusst 
fahrlässig.

C.________ erlitt die erwähnten Verletzungen nur deshalb, da sich E.________ 
(Hund) frei bewegen konnte. Hätte der Beschuldigte ihn angeleint, und wäre er 
damit seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen, hätte der Hund C.________ nicht an-
greifen und verletzen können. Folglich war das Unterlassen des Beschuldigten hy-
pothetisch kausal für den Eintritt des Erfolgs.

2. Fazit

Im Ergebnis hat der Beschuldigte eine Sorgfaltspflichtverletzung durch pflichtwidri-
ges Untätigbleiben begangen und damit den Tatbestand von Art. 125 StGB i.V.m. 
Art. 11 StGB erfüllt. Er ist deshalb der fahrlässigen Körperverletzung schuldig zu 
sprechen.

IV. Strafzumessung

1. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende 
Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzu-
stellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das 
alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist aus-
geschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Handlungen begangen, 

16

so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob das alte oder 
das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe zu bilden (BGE 
134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88). Ausschlaggebend ist, nach welchem der beiden Rechte 
der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt (BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 S. 87; BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8). Der Gesetzesvergleich hat sich aussch-
liesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2 
S. 88). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer Sanktion verbundenen 
Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der Bewegungsfreiheit, des 
Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Beziehungsfreiheit. Unter den 
möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die strengste zu gelten, gefolgt 
von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist 
altes Recht anzuwenden (BSK-POPP/BERKEMEIER, N 20 zu Art. 2 StGB, m.w.H.).

Der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt ereignete sich am 2. April 2017 
und damit vor Inkrafttreten des Strafgesetzbuches in der Fassung vom 1. Januar 
2018. Vorliegend erweist sich das neue Recht nicht als das mildere. Daher ist inte-
gral das alte Recht (aStGB) anwendbar (Art. 2 Abs. 2 StGB e contrario).

2. Grundsätze der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung zutreffend 
festgehalten (pag. 341), weshalb auf diese verwiesen werden kann.

3. Strafrahmen und Strafart

Die Verletzung von Art. 125 aStGB ist mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren bedroht. Der ordentliche Strafrahmen reicht folglich von einem Tagessatz 
Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 aStGB) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Die tat- und täterangemessene Strafe für eine einzelne Tat ist grundsätzlich inner-
halb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen. Dieser ist nur zu verlassen, wenn 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte 
Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8 
S. 63). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche ein Verlassen des ordent-
lichen Strafrahmens gebieten würden.

Bereits an dieser Stelle kann vorweggenommen werden, dass die Kammer in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz für das zu beurteilende Delikt eine Geldstrafe 
als angemessene und zweckmässige Sanktion erachtet. Bei der Wahl der Strafart 
ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Verhältnismässigkeitsprinzip 
zu wahren. Dieses gebietet, dass bei alternativ zur Verfügung stehenden und hin-
sichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen grundsätzlich jene gewählt 
wird, die am wenigsten stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
beziehungsweise ihn am wenigsten hart trifft (BGE 137 IV 249 E. 3.1 S. 251). Die 
Geldstrafe als Vermögenssanktion wiegt prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff 
in die persönliche Freiheit. Sie ist unabhängig von der Dauer der Freiheitsstrafe 
beziehungsweise der Höhe des Geldstrafenbetrags gegenüber der Freiheitsstrafe 
milder (BGE 134 IV 82 E. 7.2.2 S. 90 m.H.). Die Geldstrafe gilt es somit grundsätz-
lich gegenüber der Freiheitsstrafe vorzuziehen. Vorliegend sind keine Gründe er-
sichtlich, die für ein Abweichen vom Grundsatz der Subsidiarität der Freiheitsstrafe 

17

sprächen. Überdies dürfte allein schon aufgrund des Verschlechterungsverbots 
(E. I.5) ohnehin nur eine Geldstrafe ausgesprochen werden.

4. Tatkomponenten

4.1 Objektive Tatschwere

Betreffend die objektive Tatschwere hat die Vorinstanz festgehalten (pag. 342), 
dass die Verletzungen von C.________ an Hand und Bein grundsätzlich als leicht 
zu bezeichnen seien. Erschwerend zu berücksichtigen sei, dass die Verletzung an 
der Hand eine fünfeinhalbmonatige Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt habe und 
die Hand schliesslich noch operativ habe behandelt werden müssen. Weiter müsse 
berücksichtigt werden, dass es sich um zwei Verletzungen handle. Im Ergebnis er-
achtete die Vorinstanz die zugefügten Verletzungen als mittelschwer. Eine beson-
dere Verwerflichkeit sei nicht erkennbar.

Die Kammer kann sich der vorinstanzlichen Feststellung, wonach die Verletzungen 
mittelschwer wiegen, nicht anschliessen: Art. 125 StGB umfasst sowohl die einfa-
che als auch die schwere Körperverletzung. Mit Blick auf die Breite möglicher Ver-
letzungen, welche von diesem Tatbestand visiert werden, erscheinen die 
C.________ zugefügten noch als leicht – und zwar selbst in Anbetracht der langen 
Arbeitsunfähigkeit.

C.________ erlitt diese, da der Beschuldigte seinen Hund nicht an der Leine hielt, 
obgleich dies wegen der Gefährlichkeit von E.________ (Hund) angezeigt und er 
überdies aufgrund der Verfügung des Veterinärdienstes dazu verpflichtet gewesen 
wäre. Es kann mithin nicht mehr bloss von einer leichten Sorgfaltspflichtverletzung 
gesprochen werden, was sich dementsprechend leicht verschuldenserhöhend 
auswirkt.

Das Verschulden des Täters wiegt demzufolge noch leicht. In Anbetracht des Straf-
rahmens ist eine Einsatzstrafe von 60 Strafeinheiten schuldangemessen.

4.2 Subjektive Tatschwere

Obschon der Beschuldigte um die Gefährlichkeit seines Hundes wusste, liess er 
diesen frei laufen. Wenngleich ihm nicht vorgeworfen werden kann, dass er die 
Verletzung beabsichtigte oder in Kauf nahm, ist ihm anzulasten, dass er sorgfalts-
widrig darauf vertraute, dass eine solche nicht eintritt. Mithin handelte er (bewusst) 
fahrlässig. Da jedoch die fahrlässige Begehung dem Tatbestand von Art. 125 StGB 
inhärent ist, ist eine erneute Berücksichtigung dieser im Rahmen der Strafzumes-
sung nur beschränkt zulässig. Immerhin muss bei der Bewertung des Verschuldens 
grundsätzlich beachtet werden, ob eine unbewusste oder eine bewusste Fahrläs-
sigkeit vorliegt (MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, Rz. 252). 
Letztere begründet regelmässig einen schwereren Vorwurf (MATHYS, a.a.O.). Folg-
lich wirkt sich die bewusst fahrlässige Begehung im Umfang von zehn Strafeinhei-
ten leicht verschuldenserhöhend aus.

Dem Beschuldigten wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, E.________ (Hund) 
an der Leine zu führen und damit die Verletzung von Art. 125 StGB zu vermeiden. 

18

Mithin ist unter dem Aspekt der Vermeidbarkeit keine Verschuldensminderung an-
gezeigt.

4.3 Fazit

Dem Gesagten zufolge beläuft sich die Tatkomponentenstrafe auf 70 Strafeinhei-
ten.

5. Täterkomponenten

5.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Der Beschuldigte durchlebte eine unauffällige Kindheit und Jugend. Er wuchs in 
Q.________ auf und besuchte dort die obligatorischen Schulen, ehe er eine Lehre 
als R.________ absolvierte und erfolgreich abschloss. Nach der Rekrutenschule 
war er temporär als R.________ beschäftigt; anschliessend änderte er sein Tätig-
keitsfeld und arbeitete fortan als S.________, was er noch heute tut (zum Ganzen 
pag. 144 Z 15 ff.).

Aus dem Strafregisterauszug (pag. 130) ist ersichtlich, dass der Beschuldigte im 
Jahr 2016 wegen Pornografie, mehrfach begangen, sowie wegen einer Übertretung 
nach Art. 19a des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Geldstrafe unter Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs sowie einer Busse verurteilt wurde. Ansonsten finden 
sich keine weiteren Einträge im Strafregister.

Während der Werdegang des Beschuldigten neutral zu gewichten ist, wirkt sich die 
erwähnte Vorstrafe im Rahmen der Strafzumessung zu seinen Lasten aus, wobei 
sie jedoch – da sie einerseits nicht einschlägig ist und andererseits, weil sie mehr 
als vier Jahre zurückliegt und der Beschuldigte offensichtlich nicht rückfällig wurde 
– lediglich leicht straferhöhend zu berücksichtigen ist.

5.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Der Beschuldigte zeigte sich während des gesamten Verfahrens uneinsichtig und 
schob die Schuld an den Verletzungen C.________ zu. Auch unterliess er es, dem 
Verletzten nach dem Angriff E.________ (Hund), Hilfe anzubieten. Gegenüber den 
Strafverfolgungsbehörden verhielt er sich indes grundsätzlich korrekt, was sich je-
doch – da dies zu erwarten ist – nicht strafmindernd auswirkt.

5.3 Strafempfindlichkeit

Nach konstanter Rechtsprechung ist eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aus-
sergewöhnlichen Umständen zu bejahen (siehe etwa die Urteile des Bundesge-
richts 6B_1107/2019 vom 27. Januar 2020 E. 2.6.4; 6B_675/2019 vom 17. Juli 
2019 E. 3.1, jeweils m.w.H.). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich.

5.4 Fazit

Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten im Umfang von fünf Strafeinheiten 
leicht straferhöhend aus.

6. Konkretes Strafmass

Unter Berücksichtigung von Tat- und Täterkomponenten ergibt sich eine Strafe von 
total 75 Strafeinheiten. Da jedoch die Kammer an das Verschlechterungsverbot 

19

gebunden ist (E. I.5), bleibt es bei den erstinstanzlich ausgefällten 60 Strafeinhei-
ten. Wie bereits erwähnt (E. IV.3), ist als Strafart auf Geldstrafe zu erkennen.

Ein Tagessatz beträgt höchstens CHF 3‘000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe 
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach dem Einkommen und Vermögen, 
Lebensaufwand, allfälliger Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 aStGB). Nach eigenen Angaben erzielt der Be-
schuldigte monatlich ein Bruttoeinkommen von CHF 4‘500.00; seine Ehefrau ver-
dient CHF 1‘500.00 pro Monat, wobei der Beschuldigte anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung angab, nicht zu wissen, ob es sich hierbei um den Brutto- 
oder den Nettolohn handelt (pag. 144 Z 20 f.). Für seine Kinder N.________ und 
O.________ bezahlt er monatlich Unterhalt in der Höhe von CHF 1‘242.00 
(pag. 48; pag. 81 Z 182 f.). Seine Schulden sollen sich auf CHF 40‘000.00 belaufen 
(pag. 48). Ausgehend von einem Nettoeinkommen des Beschuldigten von rund 
CHF 4‘000.00 sowie einem solchen seiner Ehefrau von CHF 1‘500.00 resultiert ei-
ne Tagessatzhöhe von (abgerundet) CHF 50.00.

7. Bedingter Strafvollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder 
einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in 
der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 
Abs. 1 aStGB). In subjektiver Hinsicht ist für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzuges demnach das Fehlen einer ungünstigen Prognose bezüglich weiterer 
künftiger Verbrechen oder Vergehen vorausgesetzt (BGE 134 IV 140 E. 4.3 S. 143; 
BGE 134 IV 97 E. 7.3 S. 117; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 6). Bei der Prognosestel-
lung – das heisst bei der Einschätzung des Rückfallrisikos – ist ein Gesamtbild der 
Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa die strafrechtliche 
Vorbelastung, die Sozialisationsbiographie und das Arbeitsverhalten, das Bestehen 
sozialer Bindungen und Hinweise auf Suchtgefährdungen (BGE 135 IV 180 E. 2.1 
S. 185 f.; BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5).

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten (pag. 344), dass der Beschuldigte zwar 
strafrechtlich vorbelastet sei, doch stünden die von ihm begangenen Delikte (Por-
nografie sowie Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz; pag. 130) in kei-
nem sachlichen Zusammenhang zum vorliegend zu beurteilenden Delikt. Überdies 
sei er heute nicht mehr Halter eines Hundes, weshalb ihm eine günstige Legalpro-
gnose gestellt werden könne und die Strafe bedingt auszusprechen sei.

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt 
es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 aStGB). 
Die Vorinstanz setzte diese aufgrund der Vorstrafe des Beschuldigten auf vier Jah-
re fest (pag. 344).

Die Bemessung der Probezeit richtet sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens 
nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und 
dem Charakter des Verurteilten sowie der Rückfallgefahr. Je grösser diese Gefahr 
ist, desto länger muss die Probezeit sein, damit der Verurteilte von weiteren Delik-

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ten abgehalten wird. Die Dauer der Probezeit muss mit anderen Worten so festge-
legt werden, dass sie die grösste Wahrscheinlichkeit zur Verhinderung eines Rück-
falls bietet (Urteile des Bundesgerichts 6B_1133/2019 vom 18. Dezember 2019 
E. 4.3 und 6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7.1).

Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche dafür sprächen, eine län-
gere Probezeit als das gesetzliche Minimum anzuordnen: Wie die Vorinstanz aus-
führte, ist der Beschuldigte nicht mehr Hundehalter, weshalb (zumindest gegenwär-
tig) eine erneute derartige Sorgfaltspflichtverletzung ausgeschlossen ist, wenn-
gleich selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beschuldig-
te in Zukunft wieder einen Hund halten wird. Doch darf nicht aufgrund der blossen 
Möglichkeit, dass der Beschuldigte erneut Hundehalter werden könnte, eine länge-
re Probezeit angeordnet werden.

Nicht überzeugend ist ferner das Argument der Vorinstanz, welche eine höhere 
Probezeit mit der Vorstrafe des Beschuldigten rechtfertigt: Diese ist einerseits nicht 
einschlägig, andererseits liegt sie nunmehr über vier Jahre zurück, während wel-
cher sich der Beschuldigte wohl verhielt, und seit dem Urteil ist mittlerweile wieder 
ein Jahr verstrichen. Es ist nicht nachvollziehbar, wie daraus eine erhöhte Rückfall-
gefahr abgeleitet werden soll, welche die Anordnung einer Probezeit von vier Jah-
ren erlauben würde.

Im Ergebnis ist die Probezeit auf die gesetzliche Mindestdauer von zwei Jahren 
festzulegen.

8. Verbindungsbusse

Gestützt auf Art. 42 Abs. 4 aStGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 aStGB verbunden werden. Eine 
Verbindungsstrafe kommt insbesondere in Betracht, wenn das Gericht dem Täter 
den bedingten Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewähren, ihm aber den-
noch in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder 
Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen möchte. Die Strafenkombination 
dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das Hauptgewicht liegt auf der bedingten 
Freiheits- oder Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsgeldstrafe bezie-
hungsweise Busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188 
E. 3.3 S. 189).

Die Vorinstanz hat – allerdings ohne Begründung – darauf verzichtet, eine Verbin-
dungsbusse auszusprechen (pag. 344). Da die Kammer an das Verschlechte-
rungsverbot gebunden ist (E. I.5), ist es ihr verwehrt, eine Verbindungsbusse aus-
zusprechen, da diese im Vergleich zu einer bedingten Geldstrafe für den Beschul-
digten nachteilig wirkt (vgl. BGE 134 IV 82 E. 7.2.4 S. 91). Allerdings wäre es vor-
liegend mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen zu den Zivilansprüchen oh-
nehin nicht angezeigt, eine Verbindungsbusse auszusprechen, da der Beschuldigte 
– worauf sogleich einzugehen sein wird – aufgrund der an C.________ zu leisten-
den Zahlungen bereits einen spürbaren Denkzettel erhält.

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V. Zivilpunkt

1. Schadenersatz

1.1 Zum Anspruch im Allgemeinen

Für den von einem Tier angerichteten Schaden haftet, wer dasselbe hält, wenn er 
nicht nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt in der Ver-
wahrung und Beaufsichtigung angewendet habe, oder dass der Schaden auch bei 
Anwendung dieser Sorgfalt eingetreten wäre (Art. 56 Abs. 1 OR).

Die zitierte Bestimmung modifiziert als lex specialis den Grundtatbestand von 
Art. 41 Abs. 1 OR dahingehend, dass sie bei Verursachung eines Schadens durch 
eine typische Tiergefahr die Verletzung einer Verhaltenspflicht des Tierhalters ver-
mutet, diesem jedoch eine Befreiungsmöglichkeit belässt. Für eine Haftung nach 
Art. 56 Abs. 1 OR ist demnach (i) ein Schaden, der (ii) widerrechtlich durch (iii) eine 
typische Tiergefahr verursacht wurde (adäquate Kausalität) vorausgesetzt. Ferner 
bedarf es (iv) eines Halterverhältnisses zwischen dem Ersatzpflichtigen und dem 
Tier und (v) des Fehlens eines Sorgfaltsnachweises des Tierhalters sowie des Feh-
lens des Nachweises, dass der Schaden auch bei Anwendung der erforderlichen 
Sorgfalt eingetreten wäre (= fehlende adäquate Kausalität zwischen der Sorgfalts-
pflichtverletzung und dem Schaden).

Vorliegend wurde der Privatkläger vom Hund E.________ (Hund), dessen Halter 
der Beschuldigte war, in die linke Hand und die linke Wade gebissen. Die Wunden 
mussten ärztlich behandelt werden; die Verletzung an der Hand bedurfte gar eines 
operativen Eingriffs. Der Geschädigte war überdies während längerer Zeit arbeits-
unfähig. Dadurch entstand dem Privatkläger ein Schaden. Dieser wurde durch den 
Hundebiss – und damit einer typischen Tiergefahr (adäquate Kausalität) – verur-
sacht. Die Beeinträchtigung der Gesundheit des Privatklägers ist – als Verletzung 
eines absolut geschützten Rechtsguts – zweifelsohne widerrechtlich. Der Beschul-
digte erbrachte nicht den Nachweis, dass er alle nach den Umständen gebotene 
Sorgfalt in der Verwahrung und Beaufsichtigung seines Hundes aufgewendet hatte, 
wodurch seine Ersatzpflicht entfiele. Im Gegenteil zeigte sich vorliegend, dass er 
grundlegende Sorgfaltspflichten missachtete. Überdies vermochte er auch nicht 
nachzuweisen, dass der Schaden auch bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt 
eingetreten wäre. Hierzu gilt es festzuhalten, dass wenn der Beschuldigte 
E.________ (Hund) an der Leine geführt hätte, was einem sorgfältigen Verhalten 
entsprochen hätte, dieser den Privatkläger nicht hätte beissen können, weshalb der 
Schaden nicht eingetreten wäre. Mithin besteht auch zwischen der Verletzung der 
Sorgfaltspflicht und dem Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang.

Im Ergebnis ist ein Anspruch auf Schadenersatz des Privatklägers gegenüber dem 
Beschuldigten gestützt auf Art. 56 OR zu bejahen. Da die Kammer aufgrund der al-
leinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsgebot gebunden ist, 
bleibt ihr eine Beurteilung der Höhe des Schadenersatzes verwehrt. Überdies sei 
erwähnt, dass selbst der Privatkläger beantragte, die Zivilklage sei bloss dem 
Grundsatz nach zu beurteilen und im Übrigen auf den Zivilweg zu verweisen.

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2. Genugtuung

Bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung kann der Richter unter Würdi-
gung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Angehörigen des 
Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen (Art. 47 
OR).

Vorausgesetzt ist – neben einer Körperverletzung oder Tötung –, dass der Verletz-
te oder die Angehörigen des Toten eine immaterielle Unbill (Schmerz) erlitten ha-
ben (KESSLER, in: Widmer Lüchinger Corinne/Oser David [Hrsg.], Basler Kommen-
tar zum Obligationenrecht I, Art. 1–529 OR, 7. Aufl., Basel 2019, N 1, 13 zu Art. 47 
OR [nachfolgend zit. als BSK-BEARBEITER/IN, N … zu Art. … OR]). Diese muss von 
einer gewissen Schwere sein (BGE 110 II 163 E. 2c S. 166). Bei Körperverletzun-
gen wird dem Geschädigten regelmässig eine Genugtuung zugesprochen, wenn 
die Verletzung (alternativ) bleibende Folgen hat, schwer ist, das Leben bedroht, ei-
nen längeren Krankenhausaufenthalt nötig macht, eine längere Arbeitsunfähigkeit 
zur Folge hat oder mit besonders starken oder lang anhaltenden Schmerzen ver-
bunden ist (BSK-KESSLER, N 13 zu Art. 47 OR, m.w.H.).

Vorliegend erlitt der Beschuldigte eine einfache Körperverletzung. Zwar musste er 
nach dem Vorfall nicht hospitalisiert werden, doch erforderten die Bisswunden eine 
über längere Zeit andauernde ärztliche Behandlung. Überdies war er während fün-
feinhalb Monaten arbeitsunfähig. Obschon ihm die Verletzungen im April 2017 zu-
gefügt worden waren, musste sich der Privatkläger im Februar 2019 einer Operati-
on an der Hand unterziehen, da er – was ärztlich belegt ist (pag. 161) – unter star-
ken Schmerzen litt. Dies zeigt, dass es sich vorliegend nicht bloss um eine harmlo-
se, problemlos verheilende Verletzung handelte. Anlässlich der Hauptverhandlung 
gab der Privatkläger zu Protokoll, dass er seit der Operation fast keine Schmerzen 
mehr verspüre und mit der Hand auch wieder richtig anpacken könne (pag. 142 
Z 33 f.).

Der Privatkläger erlitt zweifelsohne eine immaterielle Unbill. Mit Blick auf die vor-
stehenden Ausführungen ist zudem festzuhalten, dass diese jene Schwelle über-
schreitet, welche die Zusprechung einer Genugtuung rechtfertigt. Der Privatkläger 
begehrt eine solche von CHF 1‘000.00.

Mit Urteil vom 2. November 2011 (SB110338) sprach das Obergericht des Kantons 
Zürich einem durch einen Hundebiss Verletzten, der in der rechten Wade eine 
7x5 cm grosse, einen Zentimeter tiefe Bisswunde erlitt, welche – neben den damit 
notorischerweise verbundenen Schmerzen – eine lokale Entzündung nach sich 
zog, was eine Antibiose und eine intensive lokale offene Wundbehandlung notwen-
dig machte, sowie eine Arbeitsunfähigkeit während zweier Wochen zur Folge hatte, 
eine Genugtuung von CHF 500.00 zu.

Am 13. November 2006 verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen (BZ.2005.118) 
einen Hundehalter, der seinen Hund in einer Gaststube frei laufen gelassen hatte, 
woraufhin dieser eine Besucherin des Restaurants, welche das Tier von hinten 
streichelte in die Wange biss, zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 2‘000.00 
(nach Reduktion um 50 % wegen Selbstverschuldens, da die Geschädigte das auf-
geregte Tier von hinten streichelte). Der Hundebiss hatte für die Geschädigte einen 

23

rund einwöchigen Spitalaufenthalt sowie eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit über 
einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten zur Folge und führte zu einer vorüberge-
henden Beeinträchtigung des Aussehens sowie zu Schlafproblemen, verheilte je-
doch ohne bleibende Auswirkungen wie unschöne Narben.

Vergleicht man die vom Geschädigten im vorliegenden Fall erlittene immaterielle 
Unbill (Schmerzen, mehrmonatige Arbeitsunfähigkeit, langwierige medikamentöse 
Behandlung und Operation) mit der dargestellten Kasuistik, rechtfertigt es sich, 
dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe des begehrten Betrags von 
CHF 1‘000.00 zuzusprechen. Einer Erhöhung steht das Verschlechterungsverbot 
entgegen; für eine Herabsetzung sind keine Gründe ersichtlich. Dieser Betrag ist 
ab dem Tag der Zufügung der Körperverletzung, d.h. ab dem 2. April 2017, zu 5 % 
(Art. 73 OR) zu verzinsen (vgl. BGE 132 II 117 E. 3.3.2 S. 126).

VI. Kosten und Entschädigung

1. Kosten

Gemäss Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
unterliegt der Beschuldigte vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungs-
verfahrens aufzuerlegen sind. Diese werden gestützt auf Art. 5 i.V.m. Art. 24 Bst. a 
des Verfahrenskostendekrets (VKD; BSG 161.12) bestimmt auf eine Pauschalge-
bühr von CHF 2‘000.00. Während für das Widerrufsverfahren oberinstanzlich keine 
Kosten ausgeschieden werden, rechtfertigt es sich aufgrund der materiellen Beur-
teilung der Zivilklage für diese Kosten in Höhe von CHF 300.00 auszuscheiden.

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie auch über die 
von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren und Ausla-
gen von insgesamt CHF 3‘106.20 zuzüglich der Kosten des Widerrufsverfahrens 
von CHF 300.00, sind in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO vom Be-
schuldigten zu tragen.

2. Entschädigung

2.1 Beschuldigter

Aufgrund dieses Verfahrensausgangs ist dem Beschuldigten keine Parteientschä-
digung auszurichten (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).

2.2 Privatkläger

Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf an-
gemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie 
obsiegt oder die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist 
(Art 433 Abs. 1 StPO). Desgleichen gilt für Rechtsmittelverfahren (Art. 436 Abs. 1 
StPO).

24

2.2.1 Erstinstanzliches Verfahren

Im erstinstanzlichen Verfahren beantragte Rechtsanwalt D.________, es sei dem 
Privatkläger eine Parteientschädigung von CHF 10‘030.85 zuzusprechen 
(pag. 294, Ziff. I/4). Er machte dabei einen zeitlichen Aufwand von 38 Stunden gel-
tend (davon drei Stunden für die Arbeit einer Anwaltspraktikantin). Die Vorinstanz 
erachtete die Honorarnote des Rechtsvertreters des Privatklägers offenbar als 
überhöht, wie – mangels Ausführungen in der Urteilsbegründung – lediglich die mit 
Bleistift auf der Honorar- und Kostennote angebrachten Anmerkungen zeigen (Re-
duktion um zehn Stunden) und verpflichtete den Beschuldigten – ebenfalls ohne 
dies in der Urteilsbegründung zu erwähnen – zur Bezahlung einer Entschädigung 
von CHF 7‘396.00 (pag. 300).

Für die Kammer ist diese Kalkulation nicht nachvollziehbar. Würde der zeitliche 
Aufwand des Rechtsvertreters von 35 auf 25 Stunden herabgesetzt, wären ihm 
CHF 7‘280.40 zuzusprechen gewesen:

Stunden Satz
Honorar Anwalt 25.00 250.00 CHF 6'250.00
Honorar Anwaltspraktikantin 3.00 115.00 CHF 345.00

2.50% CHF 164.88
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 6'759.88 CHF 520.50

CHF 0.00
Total CHF 7'280.40

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Für dasselbe Verfahren machte der Rechtsvertreter des Beschuldigten ein Honorar 
von CHF 5‘320.15 bei einem zeitlichen Aufwand von 19.65 Stunden geltend 
(pag. 297 ff.), mithin nahezu halb so viel wie Rechtsanwalt D.________. Es ist für 
die Kammer nicht ersichtlich, woraus dem Rechtsvertreter des Privatklägers ein 
derart hoher Aufwand erwachsen sein soll, weshalb die Kürzung dessen Honorars 
für das erstinstanzliche Verfahren auf 25 Stunden zweifelsohne gerechtfertigt ist. 
Folglich hat der Beschuldigte dem Privatkläger für das Verfahren vor der Vorin-
stanz eine Entschädigung von CHF 7‘280.40 zu bezahlen.

2.2.2 Oberinstanzliches Verfahren

Der Privatkläger begehrt für das Verfahren vor dem Obergericht eine Parteien-
tschädigung von CHF 3‘863.75 zur Deckung der Kosten des privaten Verteidigers 
(14 Stunden). Die Kammer erachtet die Aufwendungen als notwendig und die be-
antragte Entschädigung als angemessen, weshalb der Beschuldigte zur Bezahlung 
einer Entschädigung von CHF 3‘863.75 an den Privatkläger zu verurteilen ist.

25

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 28. August 
2019 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ schuldig erklärt wurde des 
Missachtens einer amtlichen Verfügung, begangen am 2. April 2017 in P.________, 
und verurteilt wurde zu einer Übertretungsbusse von CHF 500.00, unter Festsetzung 
eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der fahrlässigen einfachen Körperverletzung, begangen am 2. April 2017 in 
P.________, zum Nachteil von C.________,

und in Anwendung der
Art. 2 Abs. 2 StGB
Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47 und 125 Abs. 1 aStGB
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1, Art. 433 und Art. 436 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 50.00, ausmachend total 
CHF 3‘000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-
gesetzt.

2. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 3‘106.20.

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2‘000.00.

4. Zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 7‘280.40 an den Straf- und Zivilkläger, 
C.________, für dessen Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren.

5. Zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 3‘863.75 an den Straf- und Zivilkläger, 
C.________, für dessen Aufwendungen im oberinstanzlichen Verfahren.

26

III.

Widerrufsverfahren

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. Februar 2016 
für die Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug wird 
nicht widerrufen.

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 
werden A.________ zur Bezahlung auferlegt.

3. Für das Widerrufsverfahren werden oberinstanzlich keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 47 und 56 OR sowie Art. 126 StPO 
erkannt:

1. Die Schadenersatzklage des Straf- und Zivilklägers C.________ wird dem Grundsatz 
nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivil-
weg verwiesen.

2. A.________ wird zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 1‘000.00 zuzüglich 5 % 
Zins seit dem 2. April 2017 an den Straf- und Zivilkläger C.________ verurteilt.

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

V.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________;
- dem Straf- und Zivilkläger, v.d. Rechtsanwalt D.________;
- der Generalstaatsanwaltschaft.

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz;
- dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern;
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv; nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist oder Entscheid der Rechtsmittelbehörde).

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Bern, 30. Juli 2020 Im Namen der 1. Strafkammer

Die Präsidentin i.V.:

Oberrichterin Falkner

Der Gerichtsschreiber:

Bittel

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.