# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73e5c332-3ee4-50aa-a71b-f65da8494dec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 08.10.2020 B 2020/131, B 2020/133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2020-131--B-2020-1_2020-10-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2020/131, B 2020/133

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 28.10.2020

Entscheiddatum: 08.10.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 08.10.2020
Steuerpflicht, Art. 127 Abs. 3 BV. Steuerentscheide sind zeitlich begrenzte 
Verwaltungsakte, die Bindungswirkung nur für die betreffende Steuerperiode 
erzeugen. Eine Ausnahme stellt allerdings die Feststellung einer dauernden, 
von den besonderen Verhältnissen der einzelnen Steuerperiode 
grundsätzlich unabhängigen Rechtslage dar, wie beispielsweise der 
Vorentscheid über die subjektive Steuerpflicht. Auf einen rechtskräftigen 
Vorentscheid über die Steuerhoheit können die Verfahrensbeteiligten in 
folgenden Veranlagungsverfahren nicht zurückkommen, wenn sich die 
tatsächlichen Verhältnisse nicht geändert haben. Der in Rechtskraft 
erwachsene Vorentscheid über das Steuerdomizil entfaltet dabei Wirkung 
bis zum Ende der im Zeitpunkt des Entscheides laufenden 
Veranlagungsperiode und zieht auch bereits überblickbare künftige 
Umstände mit ein (Verwaltungsgericht, B 2020/131, B 2020/133).

Entscheid vom 8. Oktober 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiberin Blanc Gähwiler

Verfahrensbeteiligte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

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Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

X.__ GmbH,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch AFL Treuhand- und Revisions AG, Gartenstrasse 2, 6302 Zug,

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Nichteintreten (Steuerpflicht 2016-2018)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Die X.__ GmbH mit Sitz in A.__/ZG ist seit dem 14. März 2012 im Handelsregister des 

Kantons Zug eingetragen. Ihr Zweck ist die Erbringung und der Verkauf von (...). Der 

einzige Gesellschafter und Geschäftsführer hat seinen Wohnsitz in B.__/SG (vgl. 

Handelsregisterauszug, www.zefix.ch).

Aufgrund einer (internen) steueramtlichen Meldung Anfang März 2019, in welcher die 

Vermutung eines Scheinsteuerdomizils der X.__ GmbH in A.__/ZG geäussert wurde 

(vgl. act. 5/6/I/00), tätigte das kantonale Steueramt Abklärungen über Sitz und Ort der 

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tatsächlichen Verwaltung der Gesellschaft. In der Folge forderte es mit Schreiben vom 

17. September 2019 die X.__ GmbH auf, verschiedene Unterlagen einzureichen, und 

hielt gleichzeitig fest, nach den Erkenntnissen des kantonalen Steueramts werde die 

Gesellschaft faktisch vom Kanton St. Gallen aus verwaltet (act. 5/6/I/01). Am 

30. September 2019 reichte die X.__ GmbH die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der 

Jahre 2016 und 2018 ein. Sie gab an, die weiteren gewünschten Unterlagen wie 

Mietverträge, Strom-, Betriebskosten- und Festnetztelefonieabrechnungen könnten 

nicht eingereicht werden, da solche nicht bestünden. Die Vereinbarung für den 

Firmensitz und die gelegentliche Büronutzung in A.__/ZG sei auf mündlicher Basis 

abgeschlossen worden (act. 5/6/I/02). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 stellte das 

kantonale Steueramt fest, die X.__ GmbH unterliege seit dem 1. Januar 2015 im Kanton 

St. Gallen aufgrund des Orts der tatsächlichen Verwaltung der unbeschränkten 

Steuerpflicht (act. 5/6/I/03). Diese Feststellungsverfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

B.

Mit Verfügungen vom 4. Dezember 2019 veranlagte das kantonale Steueramt die X.__ 

GmbH aufgrund der Rechnungsabschlüsse per 31. Dezember 2015 bis 2018 mit einem 

steuerbaren Gewinn von CHF 120'400 (2015), CHF 169'000 (2016), CHF 133'400 

(2017) bzw. CHF 0 (2018). Das steuerbare Kapital wurde für die Kantonssteuern 2015 

auf CHF 183'000, für 2016 auf CHF 352'000, für 2017 auf CHF 486'000 und für 2018 

auf CHF 467'000 festlegt (act. 5/6/II/04-07). Mit Eingabe vom 3. Januar 2020 erhob die 

X.__ GmbH dagegen Einsprache und beantragte, die Steuerpflicht im Kanton St. Gallen 

sei vollumfänglich aufzuheben und die Besteuerung wie bis anhin vollumfänglich dem 

Kanton Zug zuzuweisen (act. 5/6/II/12). Mit Entscheid vom 18. Februar 2020 trat das 

kantonale Steueramt auf die Einsprache nicht ein im Wesentlichen mit der Begründung, 

die Feststellungsverfügung vom 21. Oktober 2019 sei nicht angefochten worden und in 

Rechtskraft erwachsen. Im Rahmen der Einsprache gegen die Steuerveranlagung 

könnten die Gegenstände der Feststellungsverfügung nicht mehr angefochten werden 

(act. 5/6/II/15). Dagegen erhob die X.__ GmbH Rekurs und Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission, welche mit Entscheid vom 22. Juni 2020 die 

Rechtsmittel teilweise guthiess, den Nichteintretensentscheid für die Steuerjahre 2016 

bis 2018 aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinn der 

Erwägungen und zu neuer Entscheidung an das kantonale Steueramt zurückwies 

(act. 2).

C.

Das kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der 

Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 6. Juli 2020 Beschwerde 

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beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid vom 

22. Juni 2020 sei aufzuheben, und der Einspracheentscheid vom 18. Februar 2020 sei 

zu bestätigen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2020 verwies die Vorinstanz im 

Wesentlichen auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und beantragte die 

Abweisung der Beschwerde (act. 4). Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 3. August 

2020 nahm die X.__ GmbH (Beschwerdegegnerin) Stellung zum Verfahren und trug 

ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde an (act. 7). Die Eidgenössische 

Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend auf eine 

Vernehmlassung. Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich zu den 

Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin zu äussern (act. 8), 

wovon er keinen Gebrauch machte.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die 

Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

(Verfahrensvereinigung)

2.

(Eintreten)

3.

Umstritten ist, ob die Vorinstanz den Nichteintretensentscheid des Beschwerdeführers 

vom 18. Februar 2020 in Bezug auf die Steuerjahre 2016 bis 2018 zu Recht 

aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zu neuer 

Entscheidung an den Beschwerdeführer zurückgewiesen hat. Nicht mehr Gegenstand 

des Beschwerdeverfahrens sind hingegen die Veranlagungsverfügungen für die 

Kantonssteuern 2015 und für die direkte Bundessteuer 2015, nachdem die Vorinstanz 

hinsichtlich der Veranlagungen 2015 die entsprechenden Rechtsmittel abgewiesen und 

die Beschwerdegegnerin dagegen innert Frist keine Beschwerde erhoben hat. Es ist 

demnach einzig zu prüfen, ob durch die Feststellungsverfügung vom 21. Oktober 2019 

die Frage des Steuerdomizils der Beschwerdegegnerin für die Steuerperioden 2016 bis 

2018 ebenfalls bereits rechtskräftig entschieden ist.

Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen aus, in der 

Verfügung vom 21. Oktober 2019 habe der Beschwerdeführer festgestellt, dass die 

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Beschwerdegegnerin seit dem 1. Januar 2015 im Kanton St. Gallen der 

unbeschränkten Steuerpflicht unterliege. Die Veranlagungen vom 4./6. Dezember 2019 

umfassten die Jahre 2015 bis 2018. Dass die Feststellungsverfügung einen Zeitraum 

von vier Jahren umfasse, liesse sich dieser nicht entnehmen. Auch die Schreiben des 

Beschwerdeführers enthielten keinen Vermerk, dass die subjektive Steuerpflicht für 

einen Zeitraum von mehr als einem Jahr geprüft und festgelegt werde. Die 

Feststellungsverfügung, wonach die subjektive Steuerpflicht ab 1. Januar 2015 gelte, 

habe grundsätzlich nur für die laufende Steuerperiode Gültigkeit; sie sei nicht auch für 

das Folgejahr rechtswirksam. Wolle die Steuerbehörde mehrere Steuerperioden in der 

Feststellungsverfügung regeln, so habe sie dies unmissverständlich festzuhalten (E. 3d 

des angefochtenen Entscheids). In der Vernehmlassung vom 8. Juli 2020 präzisierte die 

Vorinstanz, im Hinblick auf die Rechtssicherheit scheine es zwingend, dass der 

massgebende Zeitraum einer Feststellungsverfügung klar definiert werde (act. 4).

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, aus dem Schreiben vom 17. September 

2019 betreffend Abklärung der tatsächlichen Verwaltung der Beschwerdegegnerin in 

B.__/SG gingen zwar nicht explizit die betroffenen Steuerperioden hervor. Sowohl aus 

der Einforderung von diversen Unterlagen ab dem Jahr 2016 als auch aus den 

Ausführungen in der Feststellungsverfügung könne indes implizit geschlossen werden, 

dass zumindest und jedenfalls die seit 2016 abgeschlossenen Steuerperioden (2016 

bis 2018) von den Abklärungen betroffen seien. Davon sei auch die 

Beschwerdegegnerin ausgegangen, indem sie die Jahresrechnungen für die Jahre 

2016 bis 2018 eingereicht habe. Auch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

bestimmten Feststellungsverfügungen, bei denen das Dispositiv lediglich den Beginn 

der unbeschränkten Steuerpflicht erwähne, die Steuerpflicht für sämtliche im 

Verfügungszeitpunkt bereits aufgelaufenen Steuerperioden (act. 1).

Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass aus den ursprünglichen 

Unterlagen (Auskunftsbegehren und Feststellungsentscheid) nicht klar hervorgehe, 

dass eine Steuerpflicht über das Jahr 2015 hinaus geprüft bzw. verfügt worden sei. Es 

sei daher zu begrüssen, dass die Steuerverwaltung für die Jahre 2016 bis 2018 die 

Sachlage neu prüfen müsse. In der Sache halte sie im Übrigen daran fest, dass im 

Kanton St. Gallen keine Steuerpflicht gegeben sei. Insbesondere sei nie eine fundierte 

Abklärung – weder für das Jahr 2015 noch für die Folgejahre – erfolgt, welche eine 

Steuerpflicht im Kanton St. Gallen rechtfertige (act. 7).

Die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zum Doppelbesteuerungsverbot im 

3.2. 

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interkantonalen Verhältnis und zur Steuerpflicht juristischer Personen aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit sind korrekt, weshalb – anstelle von Wiederholungen – 

darauf verwiesen werden kann (vgl. E. 3a und 3b des angefochtenen Entscheids, 

act. 2). Demnach muss grundsätzlich in einem Vorentscheid (sog. 

Steuerdomizilentscheid) rechtskräftig über die Steuerpflicht entschieden werden, wenn 

eine in einem bestimmten Kanton zur Veranlagung herangezogene Person die 

Steuerhoheit des betreffenden Kantons bestreitet, bevor das Veranlagungsverfahren 

fortgesetzt werden darf. Es ist unzulässig und verstösst gegen Art. 127 Abs. 3 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV), zu einer 

Veranlagung zu schreiten, obschon die pflichtige Person die Steuerhoheit bestritten 

hat. Das ergibt sich direkt aus dem verfassungsmässigen Verbot der interkantonalen 

Doppelbesteuerung und unabhängig davon, ob das kantonale Recht ein solches 

Domizilverfahren kennt oder nicht. Gegen den Vorentscheid kann der in Anspruch 

Genommene die kantonalen Rechtsmittel erheben und ans Bundesgericht gelangen 

(BGE 137 I 273 E. 3.3.2).

Der Beschwerdeführer hat mit Entscheid vom 21. Oktober 2019 die unbeschränkte 

Steuerpflicht der Beschwerdegegnerin im Kanton St. Gallen seit dem 1. Januar 2015 

festgestellt. Die Beschwerdegegnerin hat diesen Entscheid unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen lassen und sich erst im Anschluss an die definitiven 

Veranlagungen vom 6. Dezember 2019 für die Steuerjahre 2015 bis 2018 zur Wehr 

gesetzt.

3.3. 

Die Rechtskraft eines Steuerentscheides beschränkt sich auf das Dispositiv (die 

veranlagten Steuerfaktoren) und erfasst nicht auch die Begründung des Entscheids. Sie 

erstreckt sich grundsätzlich nur auf die Steuerperiode, auf welche sich der Entscheid 

bezieht. Entscheide über spätere Steuerperioden betreffen andere 

Steuerschuldverhältnisse und haben andere Steuerforderungen zum Gegenstand. 

Steuerentscheide sind zeitlich begrenzte Verwaltungsakte, die Bindungswirkung nur für 

die betreffende Steuerperiode erzeugen; die späteren Veranlagungen sind daher 

jederzeit einer erneuten, umfassenden Überprüfung zugänglich. Eine Ausnahme stellt 

allerdings die Feststellung einer dauernden, von den besonderen Verhältnissen der 

einzelnen Steuerperiode grundsätzlich unabhängigen Rechtslage dar, wie 

beispielsweise der Vorentscheid über die subjektive Steuerpflicht. In diesem Fall 

besteht Rechtskraftwirkung über eine bestimmte Steuerperiode hinaus. Auf einen 

rechtskräftigen Vorentscheid über die Steuerhoheit können die Verfahrensbeteiligten in 

3.3.1. 

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folgenden Veranlagungsverfahren nicht zurückkommen, wenn sich die tatsächlichen 

Verhältnisse nicht geändert haben. Im Unterschied zu den periodischen Veranlagungen 

geht es diesfalls auch in den folgenden Jahren – vorbehältlich der Änderung der 

tatsächlichen Verhältnisse – um einen identischen Streitgegenstand, der bereits 

verbindlich beurteilt wurde (vgl. M. Reich, Steuerrecht, 3. Aufl. 2020, § 26 Rz. 112 f.; 

M. E. Looser, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer 

[DBG], 3. Aufl. 2017, N 3 zu Vor Art. 147-153a DBG).

Bestreitet der zur Veranlagung Herangezogene die Steuerhoheit des Kantons, so muss 

demnach zunächst über die Steuerhoheit entschieden und der Vorentscheid über die 

subjektive Steuerpflicht rechtskräftig werden, bevor das Veranlagungsverfahren 

fortgesetzt werden darf. Der dem Bürger zuerkannte Anspruch auf rechtskräftige 

Vorausbeurteilung der bestrittenen Steuerhoheit liegt zwar im Interesse des 

Steuerpflichtigen. Doch kann daraus umgekehrt nicht abgeleitet werden, der 

Steuerpflichtige, der einen solchen Vorentscheid über die Steuerhoheit bewirkt, könne 

im nachfolgenden Veranlagungsverfahren jederzeit auf den nach kantonalem Recht 

rechtskräftig gewordenen Vorentscheid zurückkommen. Einem solchen Vorgehen steht 

vielmehr die Rechtskraft jenes Entscheides entgegen. Gegen die im weiteren 

Veranlagungsverfahren ergangenen Hoheitsakte kann er sich deshalb nur noch zur 

Wehr setzen, soweit dadurch neue, noch nicht beurteilte Fragen des 

Doppelbesteuerungsrechts entstehen (vgl. BGE 115 Ia 73 E. 3). Der in Rechtskraft 

erwachsene Vorentscheid über das Steuerdomizil entfaltet dabei Wirkung bis zum 

Ende der im Zeitpunkt des Entscheides laufenden Veranlagungsperiode und zieht auch 

bereits überblickbare künftige Umstände mit ein (vgl. StR 55/2000 S. 177 mit Hinweis 

auf BGE 123 I 289).

Mit Schreiben vom 17. September 2019 forderte der Beschwerdeführer die 

Beschwerdegegnerin insbesondere auf, Betriebskosten-, Strom- und 

Festnetzabrechnungen jeweils ab 2016 sowie die Jahresrechnungen ab 2016 

einzureichen (vgl. act. 5/6/I/01). Am 30. September 2019 reichte die 

Beschwerdegegnerin die Bilanzen und Erfolgsrechnungen für die Jahre 2016 und 2018, 

aus welchen jeweils die Vorjahre 2015 bzw. 2017 hervorgehen, ein (act. 5/6/I/02). In der 

Feststellungsverfügung vom 21. Oktober 2019 hielt das Steueramt sodann fest, dass 

sich am statutarischen Sitz keine feste und dauerhafte Geschäftseinrichtung befinde. 

Die einzige Räumlichkeit, welche diesen Kriterien gerecht werde, befinde sich in B.__/

SG an der Adresse des geschäftsführenden Gesellschafters. In zeitlicher Hinsicht 

3.3.2. 

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4.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der 

Beschwerdeverfahren der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; 

Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Entscheidgebühren von CHF 1'800 für 

befinde sich die tatsächliche Verwaltung spätestens seit dem 1. Januar 2015 im Kanton 

St. Gallen (vgl. act. 5/6/I/03).

Aufgrund der Einforderung diverser Unterlagen im September 2019 ab dem Jahr 2016 

durfte und musste die Beschwerdegegnerin davon ausgehen, dass mindestens die 

Steuerperiode 2016 von der Abklärung betroffen ist. Der Beschwerdeführer weist in 

diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass davon auch die 

Beschwerdegegnerin ausgegangen ist, ansonsten sie nicht die Jahresrechnungen für 

die Jahre 2016 bis 2018 eingereicht hätte. Darüber hinaus sprechen die gewählten 

Formulierungen in der Feststellungsverfügung vom 21. Oktober 2019 in der 

Gegenwartsform ("ausgeübt wird", "befindet", "erfolgt") als auch die temporale 

Präposition "seit", mit welcher ein Zeitraum mit Beginn in der Vergangenheit und Dauer 

bis zur Gegenwart umschrieben wird, dafür, dass die Sachlage bis zum Zeitpunkt der 

Feststellung inbegriffen ist. Der Steuerdomizilentscheid der Veranlagungsbehörde vom 

21. Oktober 2019, mit dem der Kanton St. Gallen das Besteuerungsrecht rückwirkend 

ab dem 1. Januar 2015 in Anspruch genommen hat, entfaltet schliesslich auch gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung Wirkung bis zum Ende der im Zeitpunkt des 

Entscheides laufenden Veranlagungsperiode. Der Entscheid, der in der Steuerperiode 

2019 erging, betrifft somit die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2018. 

Insoweit trat der Beschwerdeführer wegen Verspätung zu Recht nicht auf die 

Einsprache ein. Zwar behauptet die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren 

nebenbei, vom Kanton Zug für diese Jahre ebenfalls veranlagt worden zu sein. Belege 

für ihre Behauptungen legte sie jedoch nicht bei (vgl. zum Ganzen auch BGE 123 I 

289 E. 1b-f).

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer mit Entscheid vom 

18. Februar 2020 zu Recht nicht auf die Einsprache der Beschwerdegegnerin 

eingetreten ist. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene 

Entscheid der Vorinstanz vom 22. Juni 2020 aufzuheben. Diese rechtliche Beurteilung 

ändert nichts daran, dass in Zukunft zumindest in den Erwägungen, noch besser im 

Dispositiv der Feststellungsverfügung ein entsprechender Hinweis begrüssenswert 

wäre, auf welche Steuerperioden sich die Feststellung bezieht, um Missverständnisse 

zu vermeiden.

3.4. 

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das Verfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern und von CHF 1'200 für das 

Verfahren betreffend direkte Bundessteuer, insgesamt also CHF 3'000, sind 

angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art.7 Ziff. 222 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).

Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die amtlichen 

Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt die 

entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile analog 

dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die amtlichen Kosten 

für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz von insgesamt 

CHF 1'600 (je CHF 800) sind somit ebenfalls vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen.

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerdeverfahren B 2020/131 und B 2020/133 werden vereinigt.

2.

Die Beschwerde B 2020/131 betreffend Kantonssteuern aufgrund der 

Rechnungsabschlüsse 2016-2018 (Nichteintreten) wird gutgeheissen und der 

angefochtene Entscheid vom 22. Juni 2020 aufgehoben, unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 18. Februar 2020.

3.

Die Beschwerde B 2020/133 betreffend direkte Bundessteuer aufgrund der 

Rechnungsabschlüsse 2016-2018 (Nichteintreten) wird gutheissen und der 

angefochtene Entscheid vom 22. Juni 2020 aufgehoben, unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 18. Februar 2020.

4.

Die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren B 2020/131 und B 2020/133 von 

CHF 1'800 (Kantonssteuer) und von CHF 1'200 (direkte Bundessteuer) sowie die 

Kosten des vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahrens von insgesamt 

CHF 1'600 bezahlt die Beschwerdegegnerin.

 

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		2025-07-19T03:26:40+0200
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