# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32d301f2-a39b-5a41-a610-4aff19be4ecd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2025 E-1954/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1954-2025_2025-04-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1954/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Kaspar Gerber (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richterin Esther Marti,    

Gerichtsschreiberin Anna Lisa Blaser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und deren Kinder,   

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Angola,   

alle vertreten durch MLaw Alfred Ngoyi Wa Mwanza, Swiss 

Immigration Law Office (SILO), (…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des 

SEM vom 6. März 2025 / N (…). 

 

 

E-1954/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ersuchte am 13. Dezember 

2017 für sich und ihre Tochter B._______ (nachfolgend: Tochter oder 

B._______) in der Schweiz um Asyl.  

Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie sei Doppel-

bürgerin von Angola und der Demokratischen Republik Kongo (DRK), sei 

in D._______ in Angola geboren und habe vor ihrer Ausreise auch zuletzt 

dort gelebt. In Angola habe sie (…) ihre Tochter geboren. Im Jahr (…) sei 

sie von einem Freier schwanger geworden und habe ihren Sohn 

C._______ (nachfolgend: Sohn oder C._______) geboren, der bei ihrem 

Onkel mütterlicherseits in Angola lebe. Im Jahr 2012 habe sie einen wohl-

habenden Händler aus der Exklave E._______ kennengelernt, welcher ihr 

die Prostitution verboten und sie finanziell unterstützt habe. Da dieser für 

die Unabhängigkeit E._______s gekämpft habe, seien sie und ihr Partner 

am (…) festgenommen worden. Sie selbst sei nach zwei Tagen aus der 

Haft entlassen worden, das Verfahren sei jedoch weiter hängig gewesen. 

Aus Angst vor weiteren Schwierigkeiten habe ihr Partner für sie (die Be-

schwerdeführerin) und ihre Tochter Visa für F._______ beschafft. Zunächst 

sei sie in die DRK gelangt, von wo aus sie nach F._______ habe Weiter-

reisen wollen. Am Flughafen in Kinshasa sei sie zurückgehalten und ver-

haftet worden. Nach circa zweieinhalb Wochen Haft habe ihr Onkel im (…) 

mittels Geldzahlung ihre Freilassung erwirken können. Sie sei schliesslich 

mit finanzieller Unterstützung durch ihren in Angola lebenden Onkel via die 

Republik Kongo im (…) auf dem Luftweg nach G._______ und sodann auf 

dem Landweg in die Schweiz gelangt.  

B.  

Mit Verfügung vom 20. August 2020 stellte das SEM (nachfolgend: SEM 

oder Vorinstanz) fest, die Beschwerdeführerin und ihre Tochter erfüllten die 

Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte deren Asylgesuche ab. Gleichzeitig 

ordnete es ihre Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Die da-

gegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Ur-

teil E-4699/2020 vom 30. November 2020 ab. 

C.  

In der Folge stellte die Beschwerdeführerin betreffend die Verfügung vom 

20. August 2020 beim SEM mehrere erfolglose Wiedererwägungsgesuche 

(vgl. Urteil BVGer E-3488/2023 vom 15. August 2023). 

E-1954/2025 

Seite 3 

D.  

Der Sohn der Beschwerdeführerin reiste am 20. August 2023 in die 

Schweiz ein und stellte am 12. September 2023 ein Asylgesuch. Darin 

machte er im Wesentlichen geltend, er habe Angola verlassen, weil er die 

Beschwerdeführerin vermisst habe und dort geschlagen und misshandelt 

worden sei. 

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 hat das SEM das Asylgesuch des 

Sohnes abgelehnt und gleichzeitig seine Wegweisung aus der Schweiz so-

wie deren Vollzug angeordnet. Die Verfügung erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft. 

E.  

Mit nicht näher bezeichneter Eingabe vom 11. März 2024 machte die Be-

schwerdeführerin im Wesentlichen geltend, C._______ sei am 7. März 

2024 nach einem Suizidversuch hospitalisiert worden. Zudem hätten auch 

sie (die Beschwerdeführerin) und B._______ psychische Probleme. Hinzu 

komme, dass B._______ mittlerweile seit sieben Jahren in der Schweiz 

lebe und hier verwurzelt sei. Der Vollzug ihrer Wegweisung nach Angola 

und die damit verbundene Entwurzelung würden gegen das übergeordnete 

Kindswohl verstossen. 

F.  

Zur Stützung der Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin als Beweis-

mittel später einen Verlaufsbericht der H._______ zur Behandlung von 

B._______ vom 26. Juli 2024 sowie eine Anordnung des I._______ zur für-

sorgerischen Unterbringung von B._______ vom 11. November 2024 zu 

den Akten. 

G.  

Mit Schreiben vom 12. Februar 2025 forderte das SEM die Beschwerde-

führerin auf, Fragen zur geltend gemachten Verwurzelung der Tochter in 

der Schweiz zu beantworten und ihre Angaben mit Beweismitteln zu bele-

gen. Mit Eingabe vom 21. Februar 2025 beantwortete sie die Fragen frist-

gerecht. 

H.  

Mit Verfügung vom 6. März 2025 wies das SEM das Wiedererwägungsge-

such betreffend die Beschwerdeführerin, deren Tochter und Sohn (nachfol-

gend gesamthaft: Beschwerdeführende) ab und erklärte, dass die 

E-1954/2025 

Seite 4 

Verfügung des SEM vom 20. August 2020 rechtskräftig und vollstreckbar 

ist und einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu-

kommt. 

I.  

Am 21. März 2025 erhoben die Beschwerdeführenden gegen die Verfü-

gung vom 6. März 2025 eine in französischer Sprache abgefasste Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen sinngemäss, 

der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzu-

weisen, den Beschwerdeführenden die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Akten 

zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht beantragen die Beschwerdeführenden, es sei 

ihnen zu gestatten, das weitere Verfahren in der Schweiz abzuwarten, sie 

seien von der Zahlung eines Vorschusses an die Verfahrenskosten zu be-

freien und es sei «teilweise Prozesskostenhilfe» zu gewähren. 

J.  

Der Instruktionsrichter setzte am 24. März 2025 den Vollzug der Wegwei-

sung mit einem superprovisorischen Vollzugsstopp einstweilen aus. 

K.  

Mit Eingabe vom 25. März 2025 reichten die Beschwerdeführenden eine 

Fürsorgebestätigung sowie einen Schnupperbericht vom 18. Februar 2025 

und einen Empfehlungsbericht vom 24. März 2025, beide betreffend 

B._______, ein. 

L.  

Am 3. April 2025 reichten die Beschwerdeführenden den am 25. März 

2025 unterzeichneten Lehrvertrag der Tochter mit der J._______, für das 

Ausbildungsziel «Assistentin Gesundheit und Soziales AGS», Ausbil-

dungsdauer 1. August 2025 bis 31. Juli 2027 (nachfolgend: Lehrvertrag) 

ein.  

M.  

Am 4. April 2025 übermittelte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsge-

richt ihre Vernehmlassung, welche den Beschwerdeführenden am 8. April 

2025 zur Kenntnis gebracht wurde. 

  

E-1954/2025 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind somit zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

3.  

Im Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 33a Abs. 2 VwVG grundsätzlich 

die Sprache des angefochtenen Entscheids (Deutsch) massgebend. Die 

Beschwerdeführenden reichten ihre Beschwerde in französischer Sprache 

ein. Ein Wechsel der Verfahrenssprache wurde vorliegend nicht beantragt 

und drängt sich nach Aktenlage auch nicht auf, zumal auch der Rechtsver-

treter zuhanden der Vorinstanz eine Eingabe in Deutsch verfasste (SEM-

Akten 10/3). 

4.  

4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich 

und begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

E-1954/2025 

Seite 6 

4.2 Mit dem Wiedererwägungsgesuch wird in der Regel die Anpassung ei-

ner ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene 

erhebliche Veränderung der Sachlage bezweckt (vgl. BVGE 2014/39 

E. 4.5 m.w.H.). 

4.3 Eine Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig und darf namentlich 

nicht dazu dienen, blosse Urteilskritik zu üben, die Rechtskraft von Verwal-

tungs- und Gerichtsentscheiden immer wieder infrage zu stellen oder die 

Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. BGE 136 II 

177 E. 2.1). 

4.4 Im vorliegenden Fall hat das SEM die ohne Titel versehene Eingabe 

vom 11. März 2024 als Wiedererwägungsgesuch qualifiziert und ist darauf 

eingetreten. Die Beschwerdeführerin machte (unter Vorlage von aktuellen 

medizinischen Berichten) geltend, gesundheitliche Probleme von ihr und 

ihren Kindern seien Wegweisungsvollzugshindernisse. Diese Vorbringen 

sind wiedererwägungsrechtlich relevant, zumal es sich dabei potenziell um 

nachträglich eingetretene Tatsachen handelt, welche grundsätzlich geeig-

net sein können, eine erneute Prüfung des Vorliegens von Wegweisungs-

vollzugshindernissen zu rechtfertigen. Die vorinstanzliche Behandlung der 

Eingabe vom 11. März 2024 als Wiedererwägungsgesuch ist somit nicht 

zu beanstanden. 

5.  

5.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Entscheid vom 6. März 

2025 im Wesentlichen damit, dass es den Beschwerdeführenden nicht ge-

lungen sei, eine erhebliche Veränderung der Sachumstände darzutun. In 

der Eingabe vom 21. Februar 2025 mache die Beschwerdeführerin gel-

tend, B._______ spreche im Alltag überwiegend Deutsch und nur selten 

Lingala, habe in der Schweiz die Sekundarschule besucht und suche jetzt 

eine Lehrstelle, spiele oft mit anderen Kindern im Asylzentrum und habe 

viele Freundinnen und Freunde sowie gute Beziehungen mit den Nachba-

rinnen und Nachbarn. Sie habe keinen Kontakt mit ihrem Heimatland. Je-

doch würden hierzu keinerlei Beweismittel eingereicht. Es handle sich so-

mit um reine Parteibehauptungen. Eine Verwurzelung in der Schweiz 

könne auch keineswegs automatisch aus der relativ langen Aufenthalts-

dauer hier abgeleitet werden. Das Bundesverwaltungsgericht habe im letz-

ten Urteil E-3488/2023 vom 15. August 2023 den Vollzug der Wegweisung 

von B._______ als zulässig und zumutbar bewertet, dies in Kenntnis der 

Tatsache, dass diese auch damals bereits seit fünfeinhalb Jahren in der 

Schweiz gelebt habe. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern die seither 

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vergangenen weiteren eineinhalb Jahre einen grundlegenden Unterschied 

hinsichtlich B._______s Verwurzelung in der Schweiz machen sollten. Es 

könne somit nicht von einer genügend starken Verwurzelung B._______s 

in der Schweiz ausgegangen werden, dass der Vollzug der Wegweisung 

gegen das Kindswohl verstiesse. 

Laut Verlaufsbericht der H._______ vom 26. Juli 2024 sei bei B._______ 

eine posttraumatische Belastungsstörung mit wiederkehrenden mittelgra-

digen depressiven Episoden diagnostiziert worden. Diese Diagnose sowie 

die weiteren Feststellungen zu B._______ entsprächen weitgehend jenen 

im «Austrittsbericht stationäre Krisenintervention» des K._______ vom 

12. Mai 2023. Es könne dazu auf die Erwägungen im Urteil des BVGer E-

3488/2023 vom 15. August 2023 verwiesen werden, wonach der genannte 

Austrittsbericht nicht zur Feststellung der Unzulässigkeit oder Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs von B._______ führen könne. Es sei somit 

weiterhin davon auszugehen, dass die psychischen Probleme von 

B._______ in Angola behandelt werden könnten. 

Gemäss der Anordnung des I._______ zur fürsorgerischen Unterbringung 

von B._______ vom 11. November 2024 sei B._______ gleichentags für 

längstens fünf Tage in das K._______ eingewiesen worden, nachdem sie 

sich nicht von akuter Suizidalität habe distanzieren können. Aktuellere Be-

richte lägen nicht vor, es sei somit nicht von einer zum jetzigen Zeitpunkt 

noch bestehenden Suizidalität auszugehen. Zudem spreche auch eine be-

stehende Suizidalität nicht gegen einen Wegweisungsvollzug. 

Die psychischen Probleme des Sohns seien mit keinerlei Beweismitteln 

belegt. Ebenfalls habe die Beschwerdeführerin nicht ausgeführt, weshalb 

eine Behandlung allenfalls bestehender Probleme in Angola nicht möglich 

sein sollte. Vermutungsweise bestünden die geltend gemachten Probleme 

nicht mehr respektive könnten allenfalls doch noch vorhandene Probleme 

in Angola behandelt werden. 

5.2 In ihrer Beschwerde machten die Beschwerdeführenden im Wesentli-

chen geltend, die Situation bezüglich die Verwurzelung von B._______ 

habe sich seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3488/2023 

vom 15. August 2023 grundlegend geändert. Sie sei im Alter von nur (…) 

in die Schweiz gekommen. Sie sei derzeit (…) alt und werde im August 

2025 ihre Berufsausbildung im Pflegebereich beginnen. Sie habe ihre Ju-

gend in der Schweiz verbracht, wo sie die Sekundarschule besucht habe. 

In dieser Zeit erfolge die Integration automatisch und die Person habe es 

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Seite 8 

leichter, sich an die schweizerische Lebensweise anzupassen. Da in der 

Schweiz Schulpflicht bestehe, habe die Vorinstanz nicht verlangen können, 

dass die Tochter den Nachweis über ihre Schulausbildung in der Schweiz 

erbringe. Dasselbe gelte für die anderen Integrationskriterien wie beispiels-

weise Sprachkenntnisse und Freundschaften. Der Beschwerde seien die 

vom Gericht zu berücksichtigenden Unterlagen (Beschluss der Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde [KESB] L._______ vom 8. Januar 2025; 

Schnupperbericht vom 18. Februar 2025 sowie Mailwechsel vom 

20./21. März 2025 zwischen dem Lehrbetrieb und B._______ betreffend 

Lehrstelle; Lernbericht vom 10. März 2025; verschiedene Schulzeugnisse; 

Lernbericht der Klassenlehrerin und weitere) beigefügt, die die Integration 

der Tochter in der Schweiz belegen würden. Am 3. April 2025 reichten die 

Beschwerdeführenden zudem den unterzeichneten Lehrvertrag ein. 

Dem Grundsatz des Kindeswohls müsse rechtsprechungsgemäss bei der 

Beurteilung der Vollstreckbarkeit der Wegweisung besonderes Gewicht 

beigemessen werden. Der vorliegende Fall erfülle zudem die Kriterien der 

Rechtsprechung für die Unzumutbarkeit der Wegweisung nach Angola, 

nämlich eine alleinstehende Frau ohne erforderliche Ausbildung oder Be-

rufserfahrung mit zwei kleinen Kindern, von denen eines seit acht Jahren 

in der Schweiz lebe und eine Berufsausbildung geniesse, ohne die Anwe-

senheit von Angehörigen, die in der Lage seien, sich um sie zu kümmern, 

in einem Kontext, der durch eine sehr prekäre soziale und wirtschaftliche 

Situation in ihrem Herkunftsland Angola gekennzeichnet sei. Die Vor- 

instanz habe gegen Bundesrecht verstossen und den Sachverhalt unvoll-

ständig und unrichtig festgestellt, weshalb das Gericht den vorinstanzli-

chen Entscheid aufzuheben habe. 

Der Vollzug der Wegweisung der Tochter würde für sie eine vollständige 

Entwurzelung bedeuten, die sich in einer Gefährdung ihres Lebens und 

ihrer Integrität konkretisieren würde.  

5.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz vollumfänglich an ihren 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest. Eine Veränderung der 

Situation bedeute keineswegs automatisch eine tiefere Verwurzelung und 

in der Beschwerdeschrift werde gerade nicht ausgeführt, inwiefern durch 

die genannten Veränderungen eine solche tiefere Verwurzelung erfolgt sei. 

Es werde auch nicht erläutert, worin die «weiteren Fakten» bestünden. Bei 

der Integration könne keineswegs von einem Automatismus ausgegangen 

werden, vielmehr sei diese jeweils im Einzelfall zu belegen. 

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Seite 9 

6.  

6.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist demnach zu prüfen, ob die 

Vorinstanz in zutreffender Weise das Bestehen von Wiedererwägungs-

gründen verneint und an ihrer ursprünglichen Verfügung vom 20. August 

2020 festgehalten hat. Hierzu ist insbesondere darauf einzugehen, ob sich 

seit dem (in Bezug auf das letzte Wiedererwägungsgesuch abweisende) 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3488/2023 vom 15. August 2023 

eine wesentliche Veränderung der Sachlage ergeben hat. 

6.2 Die Beschwerdeführenden stellen in ihrer Beschwerde für die Begrün-

dung, warum der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden un-

zumutbar ist, die Situation der Tochter im Sinne ihrer fortgeschrittenen In-

tegration in der Schweiz ins Zentrum der Argumentation. Darauf ist nach-

folgend einzugehen. 

7.  

Zur formellen Rüge und dem entsprechenden eventualiter gestellten Rück-

weisungsantrag ist festzuhalten, dass entgegen der (sinngemässen) Auf-

fassung der Beschwerdeführenden keine Veranlassung für die Annahme 

einer Verletzung der Untersuchungsmaxime besteht. Zwar hat sich die Vo-

rinstanz in ihrer Vernehmlassung nur pauschal und ohne einlässliche Aus-

einandersetzung mit den mit der Beschwerde eingereichten und a priori 

durchaus relevanten Beweismitteln geäussert. Dennoch sind die Ak-

ten – wie im Folgenden zu zeigen ist – spruchreif. Der Rückweisungsan-

trag ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Vorliegend ist der Wegweisungsvollzug in 

Bezug auf Angola zu prüfen (vgl. Urteil BVGer E-3488/2023 vom 15. Au-

gust 2023 S. 7 f.). 

8.2 Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt 

gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstan-

dard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

https://bvger.weblaw.ch/cache?guiLanguage=de&q=E-3488%2F2023&id=dc8177a3-66ac-4bca-81c9-f8fa963a85e2&filters=%5B%5B%22panel%22%2C%5B%22Abt.%20V%20%28Asylrecht%29%3B%3BCour%20V%20%28droit%20d%27asile%29%3B%3BCorte%20V%20%28diritto%20di%20asilo%29%3B%3BAbt.%20V%20%28Asylrecht%29%22%2C%22Abt.%20IV%20%28Asylrecht%29%3B%3BCour%20IV%20%28droit%20d%27asile%29%3B%3BCorte%20IV%20%28diritto%20di%20asilo%29%3B%3BAbt.%20IV%20%28Asylrecht%29%22%5D%5D%5D&sort-field=rulingDate&sort-direction=desc

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Seite 10 

8.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich im Sinne von Art. 83 Abs. 3 

AIG als zulässig. Insbesondere ergeben sich weder aus den Vorbringen 

der Beschwerdeführenden noch aus den Akten konkrete und hinreichend 

gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass sie im Heimatstaat einer konkreten 

und ernsthaften Gefahr im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 3 EMRK oder 

Art. 1 FoK ausgesetzt wären. Auf eine weitere Erörterung der Frage, ob 

das SEM hinsichtlich der Zulässigkeit respektive der Unmöglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs zu Recht keine Wiedererwägungsgründe erkannt 

hat, ist mangels Strittigkeit dieser Frage zu verzichten.  

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.5  

8.5.1 Nach Aktenlage liegen derzeit keine medizinischen Gründe für eine 

Unzumutbarkeit der Wegweisung der Beschwerdeführenden vor. Im Urteil 

des BVGer vom 15. August 2023, in welchem dieses unter anderem fest-

gestellt hat, dass die Ausführungen im «Austrittsbericht stationäre Krisen-

intervention» des K._______ vom 12. Mai 2023» (Diagnosen unter ande-

rem einer mittelschweren depressiven Episode [F 32.1] und einer posttrau-

matischen Belastungsstörung [F 43.1], nicht zur Feststellung der Unzuläs-

sigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Tochter führen 

könnten. In der Beschwerde wird die Unzumutbarkeit der Wegweisung – 

wie erwähnt – primär mit der fortgeschrittenen Integration der Tochter in 

der Schweiz begründet und nur pauschal und unsubstantiiert mit der me-

dizinischen Situation beziehungsweise mit laufenden Behandlungen (Be-

schwerde, S. 3). Somit erübrigen sich – unter Verweis auf die zutreffenden 

Ausführungen zur medizinischen Situation der Tochter (E. 5.1) in der an-

gefochtenen Verfügung – nähere Ausführungen hierzu. Anzufügen ist le-

diglich, dass nach gegenwärtiger Aktenlage auch die per August 2025 ge-

plante Lehre im (anspruchsvollen) Pflegebereich gegen das Vorliegen er-

heblicher psychischer Probleme der Tochter spricht. 

8.5.2 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Beschwerdefüh-

renden vorliegend aus dem der Beschwerde beigelegten Entscheid der 

KESB L._______ vom 8. Januar 2025 betreffend Vulnerabilität der Tochter 

nichts zu ihren Gunsten ableiten können. Die KESB L._______ hat darin 

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Seite 11 

von Massnahmen abgesehen und richtigerweise darauf hingewiesen, dass 

es nicht an der Kindesschutzbehörde liegt, kindswohlgerechte Rahmenbe-

dingungen in der Nothilfe zu definieren oder sicherzustellen und es sys-

temwidrig wäre, migrationsrechtliche, asylrechtliche und asylpolitische Vor-

gaben durch Kindesschutzmassnahmen zu übersteuern.  

8.6  

8.6.1 Sind Minderjährige vom Wegweisungsvollzug betroffen, bildet im 

Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung gemäss konstanter Praxis das Kindes-

wohl einen gewichtigen zusätzlichen Gesichtspunkt; dies ergibt sich nicht 

zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG 

im Licht von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107). Un-

ter dem Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände ein-

zubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesent-

lich erscheinen. Im Rahmen einer solchen Zumutbarkeitsprüfung ist zu be-

achten, dass das Kindeswohl nicht erst dann gefährdet ist, wenn das Kind 

in eine existenzielle Notlage gerät (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.6 m.w.H.; Urteil 

BVGer E-2621/2022 vom 12. Dezember 2024 E. 8.4.1 m.w.H.). 

8.6.2 Seit der Asylgesetzesrevision vom 16. Dezember 2005, mit welcher 

die damaligen Bestimmungen von aArt. 44 Abs. 3-5 AsylG betreffend "asyl-

rechtliche Härtefälle" aufgehoben worden waren, ist nach dem Willen des 

Gesetzgebers die Integration von Asylsuchenden in der Schweiz von den 

Asylbehörden erster und zweiter Instanz grundsätzlich nicht mehr direkt zu 

prüfen respektive zu berücksichtigen. Nach der Praxis der schweizerischen 

Asylbehörden kann indessen die Verwurzelung einer asylsuchenden Per-

son in der Schweiz eine reziproke Wirkung auf die Frage der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs haben, wenn eine starke Assimilierung in der 

Schweiz eine eigentliche Entwurzelung im Heimatstaat zur Folge haben 

kann, welche unter Umständen die Rückkehr dorthin als unzumutbar er-

scheinen lässt. Eine solche Überlagerung einer früheren Sozialisierung 

durch die gefestigte Einbettung in die schweizerische Gesellschaft ist er-

fahrungsgemäss insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, teilweise 

auch bei jungen Erwachsenen zu beobachten (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3 ff. 

und 2009/51 E. 5.6, je m.w.H.; Urteil BVGer D-4726/2017 vom 3. Mai 2018 

E. 5). Bei dieser Prüfung sind neben der Aufenthaltsdauer namentlich die 

besonderen Bindungen zu berücksichtigen, welche die betreffende Person 

im Aufenthaltsstaat eingegangen ist, in dem sie massgeblich ihre Erzie-

hung erhalten, den Grossteil der sozialen Kontakte geknüpft und ihre 

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Seite 12 

eigene Identität entwickelt hat (vgl. Urteil BVGer E-2621/2022 vom 12. De-

zember 2024 E. 8.4.2 m.w.H.). 

8.6.3 Der Grad der Integration bildet jedoch grundsätzlich kein Kriterium für 

die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AIG (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.3 m.w.H.). Die Beurteilung 

einer Härtefallsituation infolge fortgeschrittener Integration gemäss Art. 14 

Abs. 2 Bst. c AsylG fällt in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbe-

hörden (Urteil BVGer E-1952/2024 vom 3. April 2025 E. 9.3.5). 

8.7  

8.7.1 Dem der Beschwerde beigelegten ausführlichen Lernbericht der 

Klassenlehrerin vom 10. März 2025 ist zusammenfassend zu entnehmen, 

dass die Tochter hervorragende Voraussetzungen für eine Ausbildung im 

Pflegebereich mitbringe. Ihre schnelle Auffassungsgabe, ihr einfühlsamer 

Umgang mit Menschen und ihre sprachliche Vielfalt – sie spreche bereits 

fünf Sprachen fliessend – würden sie zu einer idealen Kandidatin machen. 

Zudem zeige sie eine hohe Eigenverantwortung und Motivation, ihr Wissen 

und ihre Fähigkeiten stetig auszubauen. Ihre Stärken und ihr Potenzial wür-

den sie in ihrem weiteren Werdegang sicher erfolgreich begleiten.  

Aus dem von den Beschwerdeführenden nachgereichten Empfehlungsbe-

richt des privaten Deutschlehrers von B._______ vom 24. März 2025 ist 

ersichtlich, sie sei für ihr Alter sehr reif und selbständig, ausserordentlich 

empathisch und sozial eingestellt. Sie habe so etwas wie eine «Mutter-

rolle» für andere Flüchtlingskinder im Flüchtlingsheim eingenommen und 

scheine «wie geboren» für einen sozialen Beruf. In allen Betrieben, in de-

nen sie schnuppern gewesen sei, sei man von ihr begeistert gewesen. Wei-

ter verfüge sie über ein immenses Begabungs- und Intelligenzpotential und 

sei überaus ehrgeizig und lernwillig. Sie spreche neben Deutsch auch Lin-

gala, Portugiesisch, Englisch und Französisch. Der Lehrer sei überzeugt, 

dass sie sich unter günstigen äusseren Bedingungen und mithilfe der ent-

sprechenden Unterstützung weiterhin so positiv weiterentwickeln könne 

wie bisher.  

Aus dem beschwerdeweise nachgereichten Schnupperbericht des 

J._______ geht im Wesentlichen hervor, dass B._______ dort am 18. Feb-

ruar 2025 einen Schnuppertag als Assistentin Gesundheit und Soziales ab-

solviert hat. Dabei sei sie vom Team als «äusserst motivierte und enga-

gierte junge Frau» wahrgenommen worden.  

E-1954/2025 

Seite 13 

8.7.2 Die Rechtsprechung, wonach die Verwurzelung einer asylsuchenden 

Person in der Schweiz eine reziproke Wirkung auf die Frage der Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs haben kann, wenn eine starke Assimi-

lierung in der Schweiz eine eigentliche Entwurzelung im Heimatstaat zur 

Folge hat, welche unter Umständen die Rückkehr dorthin als unzumutbar 

erscheinen lässt (E. 8.6.2), steht in einem gewissen Spannungsverhältnis 

zu derjenigen, dass der Grad der Integration grundsätzlich kein Kriterium 

für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AIG bildet (E. 8.6.3). Letzteres ist vorliegend mangels 

Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts jedoch nicht zu prüfen. So-

mit ist nachfolgend auf die mögliche Verletzung des Kindeswohls insbe-

sondere der Tochter bei einer Rückführung nach Angola sowie deren star-

ken Assimilierung in der Schweiz mit eigentlicher Entwurzelung im Heimat-

staat einzugehen (E. 8.6.1). 

8.7.3 Der Vorinstanz ist vorab beizupflichten, dass bei der Integration nicht 

von einem Automatismus ausgegangen werden kann, vielmehr ist diese 

jeweils im Einzelfall zu belegen (Vernehmlassung, S. 2). Zwar sprechen die 

unter Erwägung 8.7.1 dargestellten Unterlagen zusammen mit dem am 

25. März 2025 unterzeichneten Lehrvertrag der Tochter für ihre bisher gute 

Integration in der Schweiz. Jedoch bedeutet der Abschluss des Lehrvertra-

ges – der im Übrigen nach Aktenlage von der zuständigen kantonalen Be-

hörde noch nicht überprüft und genehmigt ist, wozu die Beschwerdefüh-

renden auch nichts ausführen – noch keine besondere Verwurzelung in der 

Schweiz. Weitere Umstände, die für eine tiefe beziehungsweise ausseror-

dentliche Verwurzelung in der Schweiz sprechen, werden kaum vorgetra-

gen. So werden beispielsweise keine engen persönlichen Bindungen mit 

Personen oder Institutionen (etwa Vereinen) in der Schweiz geltend ge-

macht. Die Beschwerdeführenden können daher und auch im Lichte des 

Nachfolgenden aus der bisher guten Integration der Tochter in der Schweiz 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

8.7.4 Art. 3 KRK, auf die in der Beschwerde Bezug genommen wird, ver-

schafft per se keinen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis oder auf eine 

vorläufige Aufnahme (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6; Urteil BVGer  

E-3488/2023 vom 15. August 2023, S. 8). Die Berufung auf die reziproke 

Wirkung einer langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz auf die Entwurze-

lung in der Heimat und eine damit sich ergebende Unzumutbarkeit der 

Rückkehr ist jedenfalls dann nicht schützenswert, wenn – wie vorlie-

gend – die Betroffenen seit längerer Zeit über einen rechtskräftigen Ent-

scheid betreffend ihre definitive Ausreiseverpflichtung verfügen (Verfügung 

E-1954/2025 

Seite 14 

des SEM vom 20. August 2020; Urteil BVGer E-4699/2020 vom 30. No-

vember 2020). Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter haben sich seit 

ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 2017 während der überwiegenden 

Zeit (ab 2020) rechtswidrig hier aufgehalten. Zwar ist dieser Umstand der 

Tochter nicht zur Last zu legen, weil der Schutzanspruch der KRK auf die 

Kinder selbst fokussiert ist und diesen ein Fehlverhalten der Eltern nicht 

ohne Weiteres akzessorisch anzulasten ist. Jedoch lässt sich aus der Tat-

sache, dass die Mutter im Bewusstsein einer rechtskräftigen Ausreisever-

pflichtung sich und die Tochter noch jahrelang widerrechtlich in der 

Schweiz belässt, schliessen, dass sie die Zumutbarkeitsaspekte für die Fa-

milie auch auf einen späteren Zeitpunkt hin wohlweislich ausgelotet hat und 

auch im heutigen Zeitpunkt keine erheblichen Unzumutbarkeitsaspekte be-

stehen. Andernfalls wäre sie dieses latent stets vorhandene Rückführungs-

risiko nicht eingegangen (vgl. Urteil BVGer E-6545/2016 vom 31. Oktober 

2016 E. 5.2). 

8.7.5 In Angola liegen grundsätzlich keine Umstände vor, welche den Weg-

weisungsvollzug in genereller Weise unzumutbar erscheinen lassen wür-

den. Lediglich in Bezug auf die Provinz Cabinda bestehen Vorbehalte im 

Zusammenhang mit der Sicherheitslage (vgl. BVGE 2014/26 E. 9.14 sowie 

aus jüngerer Zeit Urteil BVGer E-2798/2021 vom 10. März 2025 E. 8.4 

m.w.H.). Besagte Vorbehalte spielen vorliegend keine Rolle, da die Be-

schwerdeführenden laut eigenen Angaben vor ihrer Ausreise in D._______ 

und somit knapp (…) entfernt von der Provinz Cabinda lebten.  

8.7.6 Die (…) geborene Beschwerdeführerin ist mit ihrer (…) geborenen 

Tochter am 10. Dezember 2017 aus Angola in die Schweiz eingereist 

(SEM-Akten […], S. 7), der (…) geborene Sohn selbständig am 20. August 

2023. Die Beschwerdeführerin hat nach eigenen Angaben – wenn auch mit 

Unterbrüchen – über 10 Jahre ihres bisherigen Lebens ([…]–[…]; […]–[…]; 

SEM Akten […] F75) in Angola verbracht, die Tochter mehr als acht Jahre 

und der Sohn ebenfalls mehrere Jahre (SEM-Akten […] F25, F145 f.). Das 

Bundesverwaltungsgericht hat zudem bereits festgestellt, dass das mehr-

fach und auch vorliegend sinngemäss in der Beschwerde geltend ge-

machte gänzliche Fehlen sowohl eines familiären und sozialen Bezie-

hungsnetzes in Angola als auch einer dortigen Unterkunft offensichtlich 

nicht geglaubt werden könne und als Schutzbehauptung erscheine (Urteil 

BVGer E-4699/2020 vom 30. November 2020 E. 6.3). Es ist mangels ge-

genteiliger aktenkundiger Substantiierung auch zum heutigen Zeitpunkt 

kein Grund ersichtlich, vorliegend von dieser Feststellung abzuweichen, 

E-1954/2025 

Seite 15 

wenn sich auch nach nunmehr knapp fünf Jahren zusätzliche Wiederein-

gliederungserschwernisse ergeben können.  

8.7.7 Die Beschwerdeführerin verfügt zwar nur über eine rudimentäre 

Schulbildung bis zur «6. Primarschule» (SEM-Akten […] F112) und über 

keinen Berufsabschluss (SEM-Akten […] F115). Sie wäre jedoch laut eige-

ner Aussage in der Lage gewesen, mit dem Verkauf von geräuchertem 

Fleisch auf der Strasse den Lebensunterhalt für sich und ihre Tochter zu 

bestreiten (SEM-Akten […] F117). Zudem konnte die Beschwerdeführerin 

mit dem Flechten von Kinderzöpfen ein gewisses Erwerbseinkommen er-

zielen (SEM-Akten […] F44 f.). Es ist davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin auch künftig in Angola vergleichbare Tätigkeiten ausü-

ben kann. Vorbehalten bleibt überdies allfällige Rückkehrhilfe. Dement-

sprechend greifen die in der Beschwerde gemachten generellen Ausfüh-

rungen zu den Lebensbedingungen von alleinstehenden Frauen in Angola 

ins Leere. Schliesslich sind ernsthafte Integrationsbemühungen der Be-

schwerdeführerin in der Schweiz weder aktenkundig noch werden solche 

geltend gemacht. 

8.7.8 Kommt hinzu, dass die Tochter ihre in der Schweiz nach abgeschlos-

sener obligatorischer Schulzeit gewonnene Bildung mit umfassenden 

Sprachkenntnissen (nebst ihrer Muttersprache Lingala vier Sprachen flies-

send) sowie die ihr für ihr Alter von Dritten attestierten grosse Reife und 

Selbständigkeit mit ausserordentlicher Empathie und sozialer Einstellung 

(E. 8.7.1) in Angola für sich und auch für ihre Mutter sowie ihren Bruder 

gewinnbringend für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft mit Aufbau 

eines Beziehungsnetzes einsetzen kann.  

8.7.9 Auch eine psychotherapeutische Behandlung ist schliesslich bei Be-

darf in Angola grundsätzlich möglich (Urteil BVGer E-3488/2023 vom 

15. August 2023 S. 7 m.w.H.). 

8.7.10 Demzufolge ist für die Beschwerdeführenden und insbesondere für 

Tochter und Sohn im Fall der Rückkehr nach Angola nicht von einer rechts-

erheblichen Kindswohlgefährdung im Sinne der Rechtsprechung (E. 8.6.1) 

beziehungsweise einer starken Assimilierung in der Schweiz mit eigentli-

cher Entwurzelung in Angola auszugehen (E. 8.6.2), welche die Rückkehr 

dorthin als unzumutbar erscheinen lässt. 

E-1954/2025 

Seite 16 

8.8 Zusammenfassend liegt infolge fortgeschrittener Integration der Toch-

ter in der Schweiz keine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der 

Beschwerdeführenden vor. 

9.  

Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen einer wie-

dererwägungsrechtlich relevanten Veränderung der Sachlage verneint, die 

zu einer erneuten Überprüfung des SEM-Entscheids vom 20. August 2020 

führen könnte. Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Ur-

teil fällt der am 24. März 2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin. 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache ist das Gesuch der Be-

schwerdeführenden betreffend Verzicht auf Erhebung eines Kostenvor-

schusses gegenstandslos geworden. 

10.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und Abs. 5 VwVG). Da 

sich die Beschwerde zum Zeitpunkt der Einreichung nicht als aussichtslos 

erwies und ihre Mittellosigkeit mangels Erwerbseinkommens nach Akten-

lage belegt ist, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen und auf die Erhebung 

von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1954/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Anna Lisa Blaser 

 

 

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