# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ff6f01d-7045-5686-a342-ca3224064cf6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2009 D-5620/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5620-2009_2009-09-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5620/2009/
law/mah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. August 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5620/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer,  eigenen Angaben zufolge ein  nigeriani-
scher Staatsangehöriger der Ethnie Birom aus Z._______ im Plateau 
State,  am  13. Dezember  2008  in  die  Schweiz  einreiste  und 
gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe um 
Asyl nachsuchte,

dass das BFM am 15. Januar 2009 im Transitzentrum (TZ) Altstätten 
die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn  summarisch 
zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des Heimat-
landes befragte und ihn am 20. August 2009 einlässlich zu den Asyl-
gründen anhörte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  28. August  2009  -  eröffnet  am 
1. September 2009 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz 
verfügte und den Beschwerdeführer  - unter  Androhung von Zwangs-
mitteln  im  Unterlassungsfall  - aufforderte,  die  Schweiz  bis  zum 
28. September 2009 zu verlassen,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. September 2009 ge-
gen diesen Entscheid  Beschwerde  erhob und beantragte,  die  Verfü-
gung des BFM sei aufzuheben und sein Asylgesuch sei gutzuheissen, 
eventuell sei die Wegweisungsverfügung aufzuheben und die vorläufi-
ge Aufnahme anzuordnen,

dass er ferner beantragte, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewäh-
ren,

und zieht in Erwägung,

dass nach Einsicht in die Akten auf die Beschwerde - mit Ausnahme 
des Antrags auf  Gutheissung des Asylgesuchs (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.) - einzutreten und diese in Anwendung des 

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AsylG, der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfra-
gen  (AsylV 1,  SR  142.311),  des  VwVG, des  Bundesgesetzes  vom 
17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), 
des Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG,  SR  173.110),  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu beurtei-
len ist, 

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuches im EVZ Vallorbe bzw. in den 48 Stunden nach der 
diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein 
Dokument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben, weshalb 
die in  Art. 32 Abs. 2 Bst. a  AsylG statuierte  Grundvoraussetzung für 
ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend erfüllt ist,

dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder Identitätspapieren erklärte, er sei auf der Flucht und habe nie ei-
nen  Pass  oder  eine  Identitätskarte  gehabt  oder  beantragt  (vgl. 
act. A15/16 S. 3 F: 5 und act. A1/12 S. 3),

dass er anlässlich der Befragung im TZ angab, er wisse nichts von ei-
ner Geburtsurkunde und habe keine gesehen und der Wählerausweis 
sei verbrannt (vgl. act. A1/12 S. 3 und 4), dieser Aussage bei der An-
hörung jedoch widersprach, indem er behauptete, eine Geburtsurkun-
de,  ausgestellt  im (...),  gehabt  zu haben,  aber  nicht  im Besitz  einer 
Wählerkarte gewesen zu sein (vgl. act. A15/16 S. 3 F: 6 bis 9),

dass er mit einer ihm unbekannten Fluggesellschaft am 12. Dezember 
2008 von Lagos in ein ihm unbekanntes Land geflogen sei und von da 
mit  dem Zug in die Schweiz gereist  sei (vgl. act. A1/12 S. 6),  und er 
sich  nur  erinnere,  der  Flughafen  habe  Charles  geheissen  (vgl. 
act. A15/16 S. 11 F: 91),

dass der Reverend, der mit ihm geflogen sei, Dokumente bei sich ge-
habt habe, die er bei jeder Kontrolle vorgewiesen habe, er selber je-
doch nie ein Dokument  in  den Händen gehabt  habe (vgl. act. A1/12 
S. 7; act. A15/16 S. 3 F: 12),

dass er aber anlässlich der Anhörung auch angab, er sei eigentlich mit 
einem Papier in die Schweiz eingereist und nach der Ankunft habe ihm 

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der Reverend das Papier  wieder abgenommen (vgl. act. A15/16 S. 3 
F: 11),

dass er nichts für die Reise bezahlt und der Reverend alles organisiert 
habe (vgl. act. A1/12 S. 8),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend feststellte, 
die  angeblich  interkontinentale  Flugreise  ohne  eigene  Reisepapiere 
könne  dem Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  stereotypen,  unsubs-
tantiierten  und  widersprüchlichen  Aussagen  zu  seiner  Reise  in  die 
Schweiz nicht geglaubt werden, und zu Recht davon ausging, er habe 
ein gültiges Reisepapier mit sich geführt, das er den Asylbehörden be-
wusst vorenthalte, und dass demnach für das Nichteinreichen von Rei-
se- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist  von 48 Stunden nach 
Einreichen  des  Asylgesuchs  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen 
würden,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs im We-
sentlichen geltend machte, sein Vater sei als Wahlmanager eines Poli-
tikers der People's Democratic Party (PDP) tätig gewesen, welcher die 
Wahlen in Z._______ im November 2008 gewonnen habe,

dass es kurz danach zu Angriffen von Muslimen auf die christliche Be-
völkerung  von  Z._______  gekommen  sei,  welche  dem  christlichen 
Politiker  Wahlbetrug  vorgeworden  hätten,  und  dass  diese  am 
29. November  2008  das  Haus  seines  Vaters  niedergebrannt  hätten, 
wobei sein Vater und sein Bruder umgekommen seien,

dass er zum Reverend geflüchtet sei, als er gesehen habe, was pas-
siert sei, welcher ihn bis zur Ausreise beherbergt habe,

dass für die weiteren Einzelheiten betreffend den zur Begründung des 
Asylgesuchs  geltend  gemachten  Sachverhalt  auf  die  Protokolle  der 
Befragung  vom 15. Januar  2009  und  der  Anhörung  vom 20. August 
2009 sowie auf die Verfügung vom 28. August 2009 zu verweisen ist,

dass in der Beschwerde nicht substanziiert  dargelegt wird, inwiefern 
das  BFM die  Asylvorbringen des Beschwerdeführers  zu  Unrecht  als 
unglaubhaft beurteilt  haben soll,  sondern nur rudimentär der zur Be-
gründung des Asylgesuches geltend gemachte Sachverhalt wiederholt 
und  anfügt  wird,  gemäss  dem  Wortlaut  von  Art. 1  A  Abs. 2  des 
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

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(FK,  SR  0.142.30)  sei  der   Beschwerdeführer  als  Flüchtling 
anzusehen, 

dass es zwar den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts zu-
folge  in  Z._______  Ende  November  2009  zu  Ausschreitungen 
zwischen  Muslimen  und  Christen  im  Zusammenhang  mit  Wahlen 
gekommen ist (vgl. BBC-News vom 29. November 2008),

dass jedoch die Schilderungen des Beschwerdeführers über die ihm 
angeblich  drohenden  Übergriffe  der  Muslime  und  die  Tötung  seiner 
Angehörigen  aufgrund  fehlender  Realkennzeichen  und  der  wider-
sprüchlichen Angaben nicht den Eindruck erwecken, er habe das Vor-
gebrachte persönlich erlebt, 

dass deshalb die Ausführungen des Beschwerdeführers zur  Begrün-
dung seines Asylgesuches, wie vom BFM in der angefochtenen Verfü-
gung zutreffend dargelegt, nicht glaubhaft sind,

dass  vor  diesem Hintergrund  ohne  weitere  Erörterungen  festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der  Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch 
zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG of-
fensichtlich nicht notwendig sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 
Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetz-
lichen Bestimmungen steht  und demnach vom Bundesamt zu Recht 
angeordnet wurde,

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, weshalb 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und 
keine Anhaltspunkte für  eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 

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der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Nigeria drohen könnte, 

dass im Falle  einer  Rückkehr  weder  die  allgemeine Lage in  Nigeria 
noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  des  jungen 
und den Akten zufolge gesunden Beschwerdeführers,  der  in  Nigeria 
als  Gemüsehändler  seinen  Lebensunterhalt  bestreiten  konnte  (vgl. 
act. A15/16  S. 6  F: 40),  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  auch  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen 
(Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei  der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass die offensichtlich unbegründete Beschwerde deshalb mit summa-
rischer  Begründung im einzelrichterlichen Verfahren mit  Zustimmung 
eines  zweiten  Richters  bzw. einer  zweiten  Richterin  abzuweisen  ist, 
soweit auf diese einzutreten ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zu-
folge Aussichtslosigkeit abzuweisen ist und die Kosten des Verfahrens 
von Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: Einzahlungsschein, 
angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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