# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6ed7da4-ec31-5d1c-a6c0-2870191d4f19
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2008 E-6546/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6546-2006_2008-04-28.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6546/2006/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richter Jean-Daniel Dubey,
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______, geboren (...), Afghanistan,
vertreten durch Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, (Adresse),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung vom 30. Mai 2003 / 
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6546/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Hazara aus Kabul – verliess 
gemäss seinen Angaben im März 1999 sein Heimatland, um sich zu 
seinem Bruder (E-6547/2006) in den Iran zu begeben. Dort  habe er 
etwa anderthalb Jahre illegal gelebt. Nach einer Reise durch die Türkei 
– teilweise per Auto, teilweise zu Fuss oder per Bus – und per Lastwa-
gen durch weitere ihm unbekannte Länder sei er gemeinsam mit sei-
nem Bruder am 8. Oktober 2001 in die Schweiz eingereist, wo er am 
9. Oktober 2001 in der Empfangstelle (heute: Empfangs- und Verfah-
renszentrum) in B._______ um Asyl nachsuchte. Am 16. Oktober 2001 
wurde er  dort  summarisch zu seiner  Person und zu seinem Asylge-
such  befragt.  Am 8. November  2001  wurde  er  von der  zuständigen 
kantonalen Stelle und am 16. April 2003 sowie am 12. Mai 2003 vom 
damaligen Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, heute: Bundesamt für Mig-
ration [BFM]) eingehend angehört. Dabei brachte der Beschwerdefüh-
rer  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  im  Frühjahr  1997  -  nach  dem  Ein-
marsch der Taliban - von diesen festgenommen und während zweier 
Jahre inhaftiert worden, weil er für das staatliche Fernsehen tätig ge-
wesen sei (er habe von 1987 bis 1996 als (Berufsbezeichnung), später 
als  (Berufsbezeichnung)  des  afghanischen  Fernsehens  gearbeitet), 
über welches er zwischen 1991 und 1996 talibanfeindliche Sendungen 
ausgestrahlt  habe.  Ferner  habe  er  sich  für  Frauenrechte  eingesetzt 
und Theater und Schauspiele gegen die Taliban organisiert. Überdies 
sei er seit dem Jahr 1989 zuerst Sympathisant, sodann ab dem Jahr 
1996 Mitglied der Wahdat-Partei (Hezb-e Wahdat-e Islami Afghanistan 
[Islamische Einheitspartei], der Partei der Hazara, welche die Taliban 
bekämpfte) gewesen, für welche er bis etwa im September 1996 Texte 
verfasst und Propaganda betrieben habe. Während seiner Haft sei er 
gefoltert worden. In der Neujahrsnacht vom März 1999 habe er sodann 
die Flucht ergreifen können und habe sich in den Iran begeben. Dort 
habe er eine Weile für die Wahdat gearbeitet, bevor er sie wegen Mei-
nungsverschiedenheiten verlassen habe.

Ferner  seien  seine  Eltern  und  die  Ehefrau  nach  seiner  Festnahme 
durch die Taliban nach Pakistan geflüchtet,  wo sich heute auch vier 
seiner Geschwister befänden. 

Anlässlich der Anhörung vom 16. April 2003 gab der Beschwerdefüh-
rer im Weiteren an, im Radio BBC am 21. Dezember 2002 vernommen 

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zu  haben,  dass  fünf  seiner  Cousins  mütterlicherseits  aus  Ghazni  in 
Kabul vermutlich von Taliban umgebracht worden seien, weil sie sich 
über Missstände in der Loya Jirga beklagt hätten.

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein Bestätigungsschrei-
ben der Partei Harakat-e Islami Afghanistan betreffend seine Haft und 
seine  Flucht  vom  21.  Februar  2001,  seinen  Mitgliederausweis  der 
Wahdat  und  einen  Berufsausweis  seiner  Tätigkeit  beim  Staatsfern-
sehen zu den Akten.

Mit Schreiben vom 20. Mai 2003 teilte der Beschwerdeführer dem Bun-
desamt  mit,  dass  sein  Vater  am  5.  Mai  2003  in  Kabul  umgebracht 
worden sei,  als er sich für kurze Zeit  im Hinblick auf eine eventuelle 
Heimkehr seiner Familie dorthin begeben habe. Die Mutter habe sich 
für  die Beerdigung nach Kabul  begeben. Er werde versuchen,  einen 
offiziellen  Todesschein  oder  ein  entsprechendes  Beweismittel  einzu-
reichen.

B.
Das BFF (heute: BFM) wies das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
mit - am 2. Juni 2003 eröffneter - Verfügung vom 30. Mai 2003 ab, ver-
bunden mit  der  Anordnung der  Wegweisung und des Wegweisungs-
vollzugs. Dabei erachtete es die Fluchtvorbringen des Beschwerdefüh-
rers als unglaubhaft, weshalb der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-
genschaft nicht erfülle. Im Weiteren erachtete die Vorinstanz den Weg-
weisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich.

C.
Mit Eingabe vom 2. Juli 2003 (Poststempel) erhob der Beschwerdefüh-
rer bei der vormals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommissi-
on (ARK) Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz und bean-
tragte, diese sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft fest-
zustellen,  ihm  Asyl  zu  gewähren  sowie  es  sei  eventualiter  die  Un-
zulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Weg-
weisung  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kosten-
vorschusses zu verzichten. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Juli 2003 wies der damals zuständige 
Instruktionsrichter der ARK das Gesuch um Verzicht der Erhebung des 

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Kostenvorschusses mangels Beleg der Bedürftigkeit ab und erhob ei-
nen Kostenvorschuss.

E.
Das  Nachreichen  eines  Bedürftigkeitszeugnisses  am  24.  Juli  2003, 
wurde  vom zuständigen  Instruktionsrichter  der  ARK als  Gesuch  um 
unentgeltliche Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1  des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021) entgegen genommen und am 25. Juli 2003 gutgeheissen.

F.
In seiner Vernehmlassung vom 19. März 2004 hielt das BFF an seinem 
Entscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

G.
Am  6.  April  2004  replizierte  der  Beschwerdeführer,  wobei  er  einen 
Ausschnitt  des  Updates  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH) 
über  die  Entwicklung  bis  Februar  2004  in  Afghanistan  vom 1. März 
2004 sowie einen Internet-Artikel des institute for war and peace (iwpr) 
vom 1. April 2004 beilegte.

H.
Am  13.  Mai  2004  reichte  er  ein  Faxschreiben  über  die  Ermordung 
zweier seiner Cousins mit Übersetzung nach.

I.
Mit  Eingabe  vom  3.  März  2006  teilte  der  Rechtsvertreter  des  Be-
schwerdeführers ergänzend Namen von Personen – Anführer der Tali-
ban und Mitglieder diverser politischer Parteien, darunter der Wahdat – 
mit, von welchen der Beschwerdeführer befürchte, umgebracht zu wer-
den.

J.
Am 31. März 2006 reichte der Rechtsvertreter seine Honorarnote ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-

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richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine 
Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das 
Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben  (Art. 32  VGG).  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt bei gegebener Zustän-
digkeit  am  1. Januar  2007  die  bei  der  vormaligen  ARK  hängig 
gewesenen  Rechtsmittel.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher 
zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde.  Die 
Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (vgl.  Art. 53  Abs. 2 
VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der Beschwer-
deführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48, 50 und 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.
3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-

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lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Die  Vorinstanz  begründete  ihren  ablehnenden  Asylentscheid  im 
Wesentlichen  damit,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen, 
seine Vorbringen im Sinne von Art. 7 AsylG nachzuweisen oder zumin-
dest glaubhaft zu machen. Seine Angaben über die geltend gemachte 
Festnahme, Haft und Flucht aus der Haft seien stereotyp, weshalb da-
von auszugehen sei, dass er diese nicht selbst erlebt habe. Im Weite-
ren  widerspreche  sich  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  der  Dauer 
seines Aufenthalts im Iran beziehungsweise des Zeitraums zwischen 
seiner Flucht aus der angeblichen Talibanhaft und der Einreise in die 
Schweiz. So habe er einerseits angegeben, im März 1999 aus der Haft 
geflohen,  sich  direkt  in  den  Iran  begeben  und  etwa  im  September 
2001 den Iran Richtung Schweiz verlassen zu haben. Anderseits habe 
er wiederholt geltend gemacht, anderthalb Jahre im Iran geblieben zu 
sein. Dadurch fehle ein Jahr in der Zeitrechnung, für welches er keine 
überzeugende Erklärung habe abgeben können. Auch bezüglich  der 
Beschreibung seines Haftortes (vgl. Akte 4, S. 5 versus Akte 16, S. 25 
und 26) und der Gründe für das Verlassen des Irans ( vgl. Akte 4, S. 6 
versus Akte 18, S. 15 und 16) habe er sich in massive Widersprüche 
verstrickt. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer auf konkrete Fragen 
oft  ausweichend  geantwortet.  Überdies  wertete  das  Bundesamt  das 
eingereichte Bestätigungsschreiben der Harakat-E-Islami vom 21. Feb-
ruar  2001,  welches die Haft  bei  den Taliban und die Flucht  des Be-
schwerdeführers bestätigen solle, als Gefälligkeitsschreiben. Hinsicht-
lich der Mitteilung des Beschwerdeführers vom 20. Mai 2003 über die 
Ermordung seines Vaters bemerkte die Vorinstanz, es sei kein direkter 
Zusammenhang  zwischen  diesem  Ereignis  und  den  Asylvorbringen 
des Beschwerdeführers zu erkennen und im Übrigen sei davon auszu-
gehen,  dass  die  nach  dem  Machtverlust  der  Taliban  im  Dezember 
2001 in Kabul eingesetzte Übergangsregierung versuchen werde, die-
sem  traurigen  Vorfall  nachzugehen.  Da  in  Afghanistan  kein  offener 
Bürgerkrieg herrsche und keine Situation allgemeiner Gewalt vorliege, 
sei der Wegweisungsvollzug zudem als zulässig und zumutbar zu er-
achten, zumal der Beschwerdeführer aus Kabul komme, wo die ISAF 

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(International Security and Assistance Force) zur Gewährleistung der 
Sicherheit stationiert sei.

4.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  wiederholte  der  Beschwerdeführer 
seine Vorbringen und hielt den vom Bundesamt angefügten Unglaub-
haftigkeitselementen im Wesentlichen entgegen, es sei nicht sein An-
liegen  gewesen,  die  Flucht  aus  der  Haft  auszuschmücken  oder  zu 
übertreiben, vielmehr habe er  über seine politischen Überzeugungen 
sprechen wollen. Die Flucht aus dem primitiven Behelfsgefängnisareal 
der Taliban sei für ihn ein relativ banaler Vorgang gewesen, da die Be-
wacher zu diesem Zeitpunkt gefeiert hätten und unaufmerksam gewe-
sen seien. An anderen Tagen hätte er eine Flucht, vom täglichen Terror 
eingeschüchtert,  nicht  gewagt.  Die  Diskrepanz  von einem Jahr  zwi-
schen  den  zeitlichen  Angaben  über  die  Flucht  (Neujahr  1999/2000) 
und dem Zeitpunkt des Verlassens des Irans (September 2001), sowie 
der Angabe, der Beschwerdeführer habe sich anderthalb Jahre im Iran 
aufgehalten, sei nicht widersprüchlich. Im Übrigen entspreche die Be-
wertung  des  Bestätigungsschreibens  der  Harakat  als  Gefälligkeits-
schreiben nicht den Anforderungen an die blosse Glaubhaftmachung 
der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG. Entgegen der Einschätzung der 
Vorinstanz sei die Furcht vor den Taliban seit der Intervention der USA 
und ihrer Verbündeten weiterhin begründet, weil in Afghanistan keines-
wegs ein klarer Machtwechsel eingetreten sei. Die Doktrin, wonach es 
der staatlichen Urheberschaft für eine asylrelevante Verfolgung bedür-
fe, sei mittlerweile weltweit nicht mehr anzutreffen. Es gebe zurzeit in 
Afghanistan de facto keine staatliche Macht, die Sicherheit gewährleis-
ten könne. Insbesondere seien aber  die  Taliban keineswegs aus Af-
ghanistan verbannt. Jüngste Berichte zeigten,  dass schwere Kämpfe 
zwischen reorganisierten Taliban und regierungstreuen Truppen statt-
fänden.  Hinzu  komme,  dass  die  Lage  derart  instabil  sei,  dass  die 
Rückkehr  nicht  als  zumutbar  erachtet  werden  könne.  Insbesondere 
Medienschaffende seien besonders gefährdet. Der  als  Publizist  sehr 
aktiv gewesene Beschwerdeführer gehöre zu diesen gefährdeten Per-
sonen.

4.3 In  seiner  Vernehmlassung hielt  das  Bundesamt  fest,  die  Ermor-
dung  der  Cousins  sowie  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  seien 
weder mit  beweiskräftigen Unterlagen noch mit  näheren Angaben zu 
den Umständen und Hintergründen untermauert worden. Im Weiteren 
herrsche in Afghanistan kein offener Bürgerkrieg und auch keine allge-
meine  Gewaltsituation,  weshalb  die  vom  Beschwerdeführer  geltend 

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gemachte Bedrohung von Hazaras und insbesondere von Wahdat-Mit-
gliedern  durch Taliban-Gefolgsleute  nicht  nachvollziehbar  sei. Selbst 
wenn dem Beschwerdeführer von irgendwelcher Seite Druck erwach-
sen  würde,  könnte  er  bei  den  in  Kabul  stationierten  internationalen 
Schutztruppen um Schutz nachsuchen.

4.4 In  der  Replik  machte der  Beschwerdeführer geltend,  er  stamme 
ursprünglich aus Ghazni, weshalb er in Kabul als Zugewanderter gelte, 
was eine zusätzliche Schwierigkeit darstelle. Hinsichtlich der Behaup-
tung  des  Bundesamtes,  der  Beschwerdeführer  könne  sich  im  Falle 
einer Bedrohung in Kabul an die ISAF wenden, verwies der Beschwer-
deführer  auf  das  von  ihm beigelegte  Update  der  SFH vom 1. März 
2004 über die Entwicklung in Afghanistan bis Februar 2004, wonach 
die Polizei  auf  Anzeigen nicht  reagiere.  Schliesslich brachte der Be-
schwerdeführer vor, er fühle sich auch von Seiten der Mujaheddin und 
der  Wahdat  bedroht,  weil  er  ein  Buch geschrieben und  auch in  der 
Schweiz deren Kriegsverbrechen angeprangert habe.

4.5  Eine Prüfung der Akten ergibt,  dass die Vorinstanz das Asylge-
such des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht abgewiesen hat. 
Indessen hält  das Gericht die Vorbringen des Beschwerdeführers für 
überwiegend glaubhaft.

4.5.1 Vorab ist  bezüglich der Glaubhaftigkeit  der Vorbringen des Be-
schwerdeführers Folgendes in Erwägung zu ziehen: 

4.5.1.1 Der vom Bundesamt festgestellte Stilbruch in der Erzählweise 
des Beschwerdeführers, welcher  bei  nicht  den Beschwerdeführer  di-
rekt  betreffenden  Angaben  viel  substanziierter  sei  als  bei  der  Be-
schreibung asylrelevanter Ereignisse, ist  im Gegensatz zur Einschät-
zung der Vorinstanz als plausibel zu erachten. Dass der Beschwerde-
führer – trotz seiner schriftstellerischen Fähigkeiten – emotionale Er-
lebnisse beziehungsweise selbst erlebte Ereignisse nicht in derselben 
Weise wiederzugeben im Stande ist wie angelerntes Wissen oder poli-
tische  Überzeugungen,  erscheint  nicht  abwegig.  Das  Gericht  kann 
dem Bundesamt in seiner Einschätzung, wonach die Angaben über die 
Flucht  aus  Afghanistan  nach  Teheran  sowie  über  die  vorgebrachte 
Talibanhaft  und über  die Flucht  aus derselben stereotyp ausgefallen 
seien, nicht folgen. Beispielsweise legt die Beschreibung des zweiten 
Haftortes, aus welchem der Beschwerdeführer geflohen sei, mit Gestik 
- indem er sich an der Anhörung erhebt, um darzustellen, wie er über 
Mauer und Stacheldraht die Flucht ergriff (vgl. Akte 16, S. 29 f.) - nahe, 

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dass er  sich den Ort  plastisch vorstellen kann und die Flucht  selbst 
erlebt hat. Die mehrfache Erwähnung von zerrissener Kleidung ist ein 
weiteres Realkennzeichen (vgl. Akte 16,  S. 26,  27 30; Akte 18,  S. 4 
und 5). Ferner scheint der Beschwerdeführer anlässlich seiner zweiten 
Anhörung die Skizzen seiner Haftorte ohne Zögern erstellt  zu haben 
(vgl. Akte 16, S. 15 ff.). Die in seiner Rechtsmittelschrift gemachte Er-
klärung, die Flucht aus seinem zweiten Haftort sei relativ einfach ge-
wesen, weil es sich um ein primitives Behelfsgefängnisareal gehandelt 
habe, ist  ebenfalls  nachvollziehbar, zumal  der Beschwerdeführer an-
lässlich der Anhörung vom 16. April  2003 unter  anderem von einem 
beschlagnahmten  Privathaus  sprach  (vgl.  Akte  16,  S.  25),  welches 
weniger  gesichert  gewesen  sein  dürfte  als  ein  Gefängnisgebäude. 
Gesamthaft  gelang  es  dem  Beschwerdeführer  somit  sowohl  seine 
Festnahme, die Haftorte als auch seine Flucht übereinstimmend, de-
tailreich und nachvollziehbar darzustellen.

4.5.1.2 Zur Frage hingegen, ob der Beschwerdeführer sich nach sei-
ner Flucht aus dem Irak anderthalb Jahre oder länger im Iran aufge-
halten  hatte,  hat  sich  dieser  anlässlich  der  Befragungen  in  der  Tat 
nicht widerspruchslos und plausibel äussern können. Obschon er an 
der Anhörung vom 12. Mai 2003 den Ansatz einer Erklärung für das 
fehlende Jahr in der Zeitrechnung abzugeben versuchte – er meinte, 
nach seiner Aktivität im Iran für die Wahdat noch eine Weile untätig im 
Iran verblieben zu sein, und dass diese Zeit das fehlende Jahr ausma-
chen könnte (vgl. A18, S. 15) – geht die Rechnung gemäss seinen üb-
rigen Schilderungen nicht auf. So gab er beispielsweise an der Kurzbe-
fragung  vom 16. Oktober  2001  an,  Kabul  Ende 1377 (Februar/März 
1999) verlassen zu haben (vgl. Akte 4, S. 1, S. 6), anlässlich der nach-
folgenden  Anhörungen  erklärte  er  jedoch,  seit  dem  10.1.1378  (30. 
März 1999) im Iran gewesen zu sein (vgl. Akte 12, S. 3), beziehungs-
weise bis  anfangs 1378 (Februar/März  1999)  in  Gefangenschaft  der 
Taliban und am 21. März 1999 geflohen zu sein (vgl. Akte 12,  S. 4; 
Akte  16,  S. 24:  Flucht  Ende  des  Jahres  1377,  am Neujahrsabend), 
wobei auffällt, dass er sich an der letzten Anhörung vom 12. Mai 2003 
bezüglich der Daten wiederum widersprach (vgl. Akte 18. S. 13 und 14: 
1. des Monats Hamal im Jahr 1377 [20. März 1998] bzw. 1. des Monats 
Hamal im Jahr 1378 [20. März 1999]). Geht man also davon aus, dass 
der Beschwerdeführer etwa Ende März 1999 in den Iran eingereist ist 
und diesen im September 2001 wieder verlassen hat (vgl. Akte 4, S. 7: 
Einreise in die Schweiz am 8. Oktober 2001; Akte 12, S. 3: Ausreise 
aus Iran anfangs 7. Monat 1380 [September 2001]; Akte 18. S. 15), so 

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sind zwischen angeblicher Ein- und Ausreise tatsächlich zweieinhalb 
und nicht nur anderthalb Jahre, so wie er die Dauer seines Iranaufent-
haltes widergab (vgl. A4, S. 6; A18, S. 13), vergangen. Diese Diskre-
panz vermag der Beschwerdeführer auch mit seiner in der Rechtsmit-
telschrift gemachten Erläuterung, es handle sich um den Jahreswech-
sel 1999/2000, nicht zu erklären. Seinen Aussagen ist klar zu entneh-
men,  dass  er  nie  vom europäischen,  sondern  deutlich  vom afghani-
schen Neujahr im März (vgl. Akte 12, S. 3; A18, S. 13 und 14) ausging. 
Folglich  ist  in  Übereinstimmung mit  dem BFM festzuhalten,  dass  es 
dem Beschwerdeführer nicht gelang, eine plausible Erklärung für den 
fehlenden Zeitraum von etwa einem Jahr in seinen zeitlichen Schilde-
rungen abzugeben. 

4.5.1.3 Das BFM stellt  einen Widerspruch fest  zwischen der Vernei-
nung der Frage, ob der Beschwerdeführer Probleme oder Konflikte mit 
Organisationen im Iran gehabt  habe (vgl. Akte 4,  S. 6),  und dessen 
Vorbringen, er hätte Probleme erhalten, falls er längere Zeit dort  ge-
blieben wäre,  weil  es keinen Unterschied zwischen den Taliban und 
der Regierung im Iran gebe, (vgl. Akte 18, S. 15 f.). Angesichts seiner 
politischen Überzeugung (vgl. Akte 16, S. 13 unten f.; Akte 18, S. 16: 
„Mein [politisches] Ziel war das Wichtigste“) erscheint indessen über-
wiegend glaubhaft, dass der Beschwerdeführer zwar während seines 
Aufenthaltes im Iran noch keinen Schwierigkeiten begegnet war – er 
sprach  ja  auch  lediglich  von  Meinungsverschiedenheiten  mit  seiner 
Partei,  der  Wahdat,  und  diese  deshalb  verlassen  zu haben  –  diese 
aber allenfalls später hätte bekommen können. 

4.5.1.4 Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich der Meinung des 
BFM an, wonach kein direkter Zusammenhang zwischen der Mitteilung 
des Beschwerdeführers vom 20. Mai 2003 über die Ermordung seines 
Vaters und dessen Asylvorbringen zu erkennen sei. Zwar ist durchaus 
möglich,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  anlässlich  seiner 
Rückkehr nach Kabul ums Leben kam. Daraus lässt sich jedoch unter 
Berücksichtigung der  allgemeinen Lage in  Kabul  im Jahr  2003 nicht 
auf  eine  gezielte  Verfolgungsabsicht  irgendwelcher  Personen  oder 
Gruppen  gegen  den  Beschwerdeführer  schliessen.  Insbesondere  ist 
festzustellen, dass in einem solchen Fall schwer nachvollziehbar wäre, 
dass  sich  die  Mutter  trotz  der  implizit  geltend  gemachten 
Sippenverfolgung für  das  Begräbnis  nach Kabul  begeben hätte  (vgl. 
Akte  19/1).  Ebenso  kann  der  Beschwerdeführer  aus  der  geltend 
gemachten Ermordung angeblicher Cousins nichts zu seinen Gunsten 

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ableiten, dies umso weniger, als den Akten keine verwandtschaftlichen 
Beziehungen  zu  den  angegebenen  Personen  zu  entnehmen  sind, 
zumal  der  Beschwerdeführer  an  der  Kurzbefragung  angab,  keine 
Verwandten im Heimatsaat zu haben (vgl. Akte 4, S. 3). 

4.6 Nachdem  die  überwiegende  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers festgestellt wurde, bleibt zu prüfen, ob er aufgrund 
seiner Asylvorbringen befürchten müsste, im Falle einer Rückkehr in 
seinen Heimatstaat der Gefahr asylbeachtlicher Nachteile ausgesetzt 
zu werden. 

4.6.1 Vorliegend ist von folgendem glaubhaften Sachverhalt auszuge-
hen: Der Beschwerdeführer war bis zum Einmarsch der Taliban in Ka-
bul im Herbst 1996 während zwölf Jahren (von 1984 bis 1996) für das 
nationale  afghanische  Fernsehen  als  (Berufsbezeichnung)  sowie  als 
(Berufsbezeichnung) (vgl. Akte 18, S. 8: „(Berufsbezeichnung)“) tätig. 
Ferner  schrieb  er  für  die  Zeitschrift  der  politischen  Partei  Hezb-e 
Wahdat-e Islami Afghanistan (kurz: Wahdat), dessen Mitglied er etwa 
von 1990 bis im Jahr 2000 war, Artikel und textete von 1991 bis 1996 
talibanfeindliche Theaterstücke für Radio und Fernsehen (vgl. Akte 16, 
S. 12 f.). Im Frühjahr 1997 wurde er von den Taliban festgenommen 
und  während  zwei  Jahren  an  zwei  verschiedenen  Haftorten 
festgehalten und gefoltert. Im März 1999 gelang ihm die Flucht und er 
begab sich nach Teheran, wo er bis im Herbst 2001 mit seinem Bruder 
verweilte,  wobei  er  anfangs  weiterhin  für  die  Wahdat  tätig  war.  Im 
September 2001 verliess er den Iran und suchte am 9. Oktober 2001 
in der Schweiz um Asyl nach.

5.
5.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nach-
teile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berechtigter-
weise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter, in 
Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter  Verfolgungsmotive zugefügt  worden 
sind  beziehungsweise  zugefügt  zu  werden  drohen,  ohne  adäquaten 
Schutz im Heimatland finden zu können (vgl. die weiterhin zutreffende 
Praxis der ARK in Entscheidungen und Mitteilungen der ARK/EMARK 
2006 Nr. 18 E 6.1.). 

5.2 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im 
Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend. Dabei  ist  einerseits  die 

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Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht 
zu stellen und anderseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer andauern-
den Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen der objektiven Si-
tuation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind zu-
gunsten  und  zulasten  des  Gesuchstellers  zu  berücksichtigen  (vgl. 
EMARK 2000 Nr. 2 E. 8b, und 1994 Nr. 24 E. 8a; WALTER KÄLIN, Grund-
riss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt  a.M. 1990, S. 135 ff.). Mass-
gebend für den Asylentscheid ist demnach die Situation im gegenwär-
tigen Zeitpunkt.

5.3 Der Beschwerdeführer  macht  im erstinstanzlichen Verfahren und 
in seiner Rechtsmittelschrift geltend, bei einer allfälligen Rückkehr be-
fürchten zu müssen, von ehemaligen Taliban, welche heute weiterhin 
Macht ausübten, beziehungsweise von der Regierung, die gemäss sei-
nen Angaben zum Teil immer noch aus Taliban bestehe, wegen seiner 
früheren journalistischen und politischen Tätigkeiten  verfolgt  zu wer-
den. Mit seiner Eingabe vom 3. März 2006 reichte der Beschwerdefüh-
rer  zudem eine Liste  von namentlich  aufgeführten Personen zu den 
Akten, seitens welcher er befürchte, umgebracht zu werden. Diesbe-
züglich machte er  geltend,  dass er wegen seiner früheren kritischen 
Haltung  gegenüber  allen  Kriegsverbrechern,  darunter  auch  die 
namentlich genannten Personen, Vergeltung seitens der  Mujaheddin-
Führer  befürchte. Unter  Hinweis auf  EMARK 2005 Nr. 18 machte er 
geltend,  er  habe  aufgrund  seiner  Tätigkeiten  ein  Profil,  das  ihn  be-
sonders gefährde. 

5.3.1  Hinsichtlich der Sicherheitslage in Afghanistan - insbesondere 
in Bezug auf die heutige Machtstellung der Taliban - ist zunächst auf 
die Rechtssprechung der ARK in EMARK 2003 Nr. 10 zu verweisen. 
Das Bundesverwaltungsgericht stellt infolge der damaligen Lageanaly-
se und neuerer Berichte (vgl. beispielsweise BBC, Taleban ‘run 10% of 
Afghanistan’, 28. Februar 2008; DEBORAH TATE, US Official Says Afghan 
Government Controls Only 30 Percent of  Country, Voice of America, 
27. Februar 2008) fest, dass aufgrund der militärischen Kräfteverhält-
nisse  trotz  der  in  jüngster  Vergangenheit  verübten  Anschläge  und 
weiterem Vormarsch der Taliban zum heutigen Zeitpunkt  nicht davon 
auszugehen ist, dass es den Taliban in nächster Zeit gelingen könnte, 
die Kontrolle über Teile des afghanischen Staatsgebietes im Sinne ei-
ner dauerhaften, stabilen und effektiven Herrschaft  zurück zu gewin-
nen.  Gemäss  neueren  Kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
sind zwar  zahlreiche Angriffe der vergangenen Monate vor allem im 

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Süden und Osten des Landes, aber auch immer mehr im bisher ruhi-
gen  Norden,  ehemaligen   Talibankämpfern  beziehungsweise  soge-
nannten Neo-Taliban zuzuschreiben; es  ist  erwiesen,  dass  sich  Tali-
baneinheiten  insbesondere  entlang  der  pakistanisch-afghanischen 
Grenze, aber zunehmend auch in anderen Regionen des Landes, reor-
ganisieren und unter anderem für zahlreiche Überfälle auf afghanische 
und amerikanische Militäreinheiten verantwortlich sind. Ferner haben 
die Taliban mit einer diesjährigen Frühjahrsoffensive – auch auf Kabul 
– gedroht (vgl. UN General Assembly, The situation in Afghanistan and 
its  implications  for  international  peace  and  security:  report  of  the 
Secretary-General, 6. März 2008, A/62/722-S/2008/159, Ziff. 18, S. 5; 
Terrorism  Monitor,  Targeting  the  Khyber  Pass:  The  Taliban's  Spring 
Offensive, Volume 6, Ausgabe 7, 3. April 2008; Agence France-Presse, 
Taliban declares spring offensive in Afghanistan, 28. März 2008;  TOM 
COGHLAN,  Taliban threaten spring offensive on Kabul, Telegraph.co.uk, 
letztes Update vom 29. Februar 2008,  besucht  am 7. April  2008; Le 
Monde,  Les  talibans  sont  de  retour,  2.  Mai  2007;  Neue  Zürcher 
Zeitung,  Alarmsignale  aus  Afghanistan,  24.  Februar  2007).  Zusam-
mengefasst  kann  indessen  gesagt  werden,  dass  zur  Zeit  nicht  von 
einer  Machtrückübernahme  der  Taliban im  Sinne  einer  dauerhaften, 
stabilen und effektiven Herrschaft auszugehen ist.

5.3.2 Zur Befürchtung des Beschwerdeführers vor gezielter Verfolgung 
durch heutige staatliche Akteure beziehungsweise vor Vergeltungsak-
ten seitens privater Dritter ist vorab festzustellen, dass der Beschwer-
deführer  in  keiner  der  vier  Befragungen  und  Anhörungen  erwähnte, 
seitens ehemaliger Mujaheddin-Führer Racheakte zu befürchten. Die-
se  erstmals  im  März  2006  vorgebrachte  Befürchtung  ist  somit  als 
nachgeschoben zu erachten. Im Übrigen ist zu bejahen, dass Perso-
nen, insbesondere Journalisten und Medienschaffende, die sich über 
heutige, aber auch über vergangene Menschenrechtsverletzungen und 
Kriegsverbrechen  beziehungsweise  gegen  machthabende  Gruppen 
und  lokale  Machthaber  kritisch  äussern,  Nachteilen  ausgesetzt  sein 
können (UN General  Assembly,  The situation  in  Afghanistan and its 
implications for international peace and security: report of the Secreta-
ry-General,  6.  März  2008, A/62/722–S/2008/159,  Ziff.  38  f.,  S.  10; 
UNHCR, UNHCR's Eligibility Guidelines for Assessig the Internationa-
le Protection Needs of Afghan Asylum-seekers, Dezember 2007, Bst. 
B, Ziff. 1, S. 65 f.). Indessen ergeben sich aus den vorliegenden Akten 
keine  konkreten  Hinweise  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer  sich, 
seitdem er sich in der Schweiz aufhält,  also seit  Oktober 2001, wei-

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terhin  journalistisch  oder  politisch  betätigt  oder  kritisch  geäussert 
hätte.  Auch  reichte  er  während  des  ganzen  Verfahrens  keine  der 
Radio-  oder  Fernsehsendungen  beziehungsweise  der  Texte  für 
Theatervorführungen  oder  Zeitungsartikel  mit  dem  von  ihm 
vorgebrachten  kritischen  Inhalt  als  Beweismittel  zu  Akten,  welchen 
klare Vorwürfe gegen die von ihm in seiner Eingabe vom 3. März 2006 
erwähnten Personen hätten entnommen werden können. Falls gewisse 
dieser  Personen  im  heutigen  Machtgefüge  Afghanistans  Positionen 
bekleiden sollten, die ihnen straflose Racheakte ermöglichen könnten, 
ist  aus  den  vorliegenden  Akten  nicht  zu  erkennen,  dass  diese 
Personen zum heutigen Zeitpunkt ein Interesse daran haben könnten, 
den  Beschwerdeführer  zu  behelligen,  welcher  im  Jahr  1999  sein 
Heimatland  verliess  und  seither  nicht  durch  kritische  Äusserungen 
aufgefallen  ist.  Unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Akten  und 
Vorbringen  ist  im  vorliegenden  Fall  trotz  der  vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  beruflichen  Tätigkeiten  nicht  von  einem  derart 
herausragenden Profil  auszugehen, welches im Falle einer Rückkehr 
nach Afghanistan auf eine asylrelevante Gefährdung schliessen liesse.

5.4 Die geltend gemachte Furcht vor Verfolgung durch die Taliban oder 
durch  andere  angebliche potentielle  Verfolger  erscheint  demnach im 
heutigen Zeitpunkt nicht als begründet.

5.5 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände ist 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Zu-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft  nicht erfüllt. Die Vorinstanz hat 
daher das Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, 
auf  die  weiteren  Vorbringen  und  Beweismittel  näher  einzugehen, 
zumal diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen.

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  fremdenpolizeili-
che  Aufenthaltsbewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 
44 Abs. 1 AsylG; vgl. die weiterhin zutreffende Praxis in EMARK 2001 
Nr. 21). 

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6.3 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

6.4 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Keine Person darf in irgendeiner Form zur 
Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben 
oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 
ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. 
April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis 
zu  Art.  3  der  Konvention  vom 4.  November  1950  zum Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe oder  Be-
handlung unterworfen werden. 

6.5 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999,  S. 89). 
Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, weshalb 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden 
kann. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung in  seinen Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 

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UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 
2001 Nr. 16 S. 122,  mit  weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen 
Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et dé-
cisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituati-
on im Heimatstaat des Beschwerdeführers lässt den Wegweisungsvoll-
zug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach 
dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.6.1 In ihrem unter EMARK 2006 Nr. 9 publizierten Urteil  nahm die 
ARK  aufgrund  der  politischen  Entwicklung  in  Afghanistan  seit  dem 
Sturz des Taliban-Regimes im Jahre 2001 eine differenzierte Lagebe-
urteilung vor und prüfte nach EMARK 2003 Nr. 10 und 30 erneut die 
Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung nach Afghanistan. Zusam-
menfassend kam sie dabei zum Schluss, dass der Vollzug der Weg-
weisung nur  in  Regionen als  zumutbar  zu  bezeichnen sei,  in  denen 
seit  2004  keine  bedeutenden  militärischen  Aktivitäten  mehr  zu  ver-
zeichnen seien oder keine dauernde Instabilität bestehe. Darunter fal-
len  die  Provinz  Kabul  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  10),  die  nördlich  der 
Hauptstadt gelegenen Provinzen Parwan, Baghlan, Takhar, Badakhs-
han,  Kunduz,  Balkh,  Sari  Pul,  die  Gebiete  um Samangan,  die  nicht 
zum Hazarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der Hazara, vgl. 
EMARK 2003 Nr. 30 E. 7a S. 193), sowie die Provinz Herat im Westen 
des Landes.  Die ARK hielt fest, der Vollzug der Wegweisung sei nur 
für  Personen  als  zumutbar  zu  erachten,  die  aus  diesen  Regionen 
stammten oder dort  über ein tragfähiges Familien- oder Beziehungs-
netz  verfügten  und  für  die  das  Existenzminimum  und  die  Wohnsi-
tuation gesichert seien (vgl. EMARK 2003 Nr. 10 E. 10b.cc S. 68, Nr. 
30 E. 7b S. 193 f.). Die entsprechende Lagebeurteilung behält  auch 

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heute ihre Gültigkeit. Die Situation insbesondere in Kabul ist, geprägt 
durch den Zustrom interner Flüchtlinge, nach wie vor sehr angespannt. 
Es  mangelt  an  Wohnraum,  Arbeitsplätzen und  medizinischer  Versor-
gung; staatliche oder internationale Hilfe kann nur eingeschränkt ge-
leistet werden. Wer nicht auf familiäre oder andere soziale Schutzme-
chanismen zurückgreifen kann, dem ist die erfolgreiche Reintegration 
praktisch verwehrt. Die generelle Situation in Afghanistan kann sodann 
aktuell  nicht als wesentlich verbessert  bezeichnet werden. So haben 
zwar die NATO-Truppen am 6. März 2007 eine breit  angelegte Früh-
lingsoffensive  eingeleitet,  deren  unmittelbares  Ziel  die  Verbesserung 
der Sicherheitslage sei, aber es kommt weiterhin regelmässig zu ge-
waltsamen  Zwischenfällen,  denen  zahlreiche  Zivilisten  zum  Opfer 
fallen; so ereignete sich unter anderem im Januar 2008 in Kabul ein 
Anschlag  auf  das  Luxus-Hotel  Serena,  welchem  auch  Hotelgäste 
erlagen (vgl. TOM COGHLAN,  Taliban threaten spring offensive on Kabul, 
Telegraph.co.uk, letztes Update vom 29. Februar 2008, besucht am 7. 
April 2008; NZZ Online, Mehrere Tote bei Anschlag auf Luxushotel in 
Kabul, 15. Januar 2008).

6.6.2 Der  Beschwerdeführer  ist  ethnischer  Hazara  und  stammt  aus 
Kabul, wo er gemäss seinen Angaben seit Geburt bis zu seiner Ausrei-
se – zuerst im Wohnhaus seiner Eltern, sodann nachdem dieses zer-
bombt worden war, in einem Haus eines Freundes seines Vaters (vgl. 
Akte 16, S. 8) – wohnhaft war (vgl. Akte 4, S. 1). Auch wenn seine Ur-
sprungsfamilie aus Ghazni stammen sollte, wie der Beschwerdeführer 
in  seiner  Replikschrift  nachschob,  ist  vorliegend für  die  Prüfung  der 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges von einem aus Kabul stam-
menden  Hazara  auszugehen.  Der  Beschwerdeführer  lebte  gemäss 
seinen  eigenen  Angaben  mit  seinen  Eltern,  Geschwistern  und  der 
Ehefrau in Kabul. Nach seiner Festnahme durch die Taliban im Jahr 
1997,  verliessen seine Angehörigen  Kabul  in  Richtung Pakistan,  wo 
sie  –  bis  auf  seinen  inzwischen  verstorbenen  Vater  –  heute  noch 
wohnhaft sind. Ein Bruder lebt zudem in Aserbaidschan. Ein weiterer 
Bruder ist heute in der Schweiz wohnhaft, nachdem er sich ebenfalls 
für  einige Jahre in  den Iran begeben hatte. Es ist  somit  davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer über keine nahen Verwandten in 
Afghanistan verfügt. Damit  kann er  weder auf  ein Beziehungsnetz – 
auch wenn der heute in der Schweiz wohnhafte Bruder mit ihm nach 
Afghanistan zurückkehren würde – noch auf eine Wohngelegenheit zu-
rückgreifen, welche ihm eine Wiedereingliederung erleichtern könnten. 

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Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist demnach der Vollzug 
der Wegweisung als unzumutbar zu bezeichnen.

6.7 Zusammengefasst  hat  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers zu Recht  abgewiesen und die Wegweisung verfügt. 
Bezüglich dieser Punkte ist  die vorinstanzliche Verfügung zu bestäti-
gen und die Beschwerde abzuweisen (vgl. Dispositiv-Ziffern 1 bis 3). 
Soweit  den Vollzug der  Wegweisung betreffend ist  die  angefochtene 
BFF-Verfügung  indessen  aufzuheben,  die  Beschwerde  gutzuheissen 
(vgl. Dispositiv-Ziffern 4 bis 6) und das BFM anzuweisen, den Aufent-
halt des Beschwerdeführers in der Schweiz nach den Bestimmungen 
über die vorläufige Aufnahme zu regeln.

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  (Gutheissung  hinsichtlich  des 
Vollzugs der Wegweisung)  ist von einem teilweisen – hälftigen – Ob-
siegen des Beschwerdeführers auszugehen.

7.1 Dem Beschwerdeführer wären somit reduzierte Verfahrenskosten 
in der Höhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 16 
Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. De-
zember 2006 [VGKE, SR 173.310.2]). Dem Beschwerdeführer wurde 
indessen  im  Rahmen  des  Instruktionsverfahrens  die  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt. Da aufgrund 
der Akten und der familiären Verhältnisse immer noch von der prozes-
sualen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  ist  auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

7.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann die Beschwerdeinstanz der ob-
siegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschä-
digung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-
hen Kosten zusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
reichte  eine  Honorarnote  im  Umfang  von  Fr. 2'927.10  ein,  wobei  er 
14,10  Sunden  zu  Fr. 190--  und  Auslagen  von  Fr. 83.20  sowie  eine 
Mehrwertsteuer  von  Fr.  209.90  verrechnete.  Die  Kostennote  ist  als 
angemessen zu bezeichnen. Unter Berücksichtigung der Bemessungs-
grundsätze der Art. 7 ff. VGKE sowie des nicht  vollumfänglichen Ob-
siegens  ist  dem  Beschwerdeführer  eine  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung von total  Fr 1'486.-- (inkl. Auslagen und MWSt), 
welche vom Bundesamt zu entrichten ist, zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird - soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend 
- gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzuneh-
men.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädi-
gung  von  Fr.  1'486.--  (inklusive  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  zu 
entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______, in Kopie
- (kantonale Behörde), in Kopie

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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