# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97e08827-33e2-58a4-8c11-8dccae43a329
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 14.04.2025 WBE.2024.85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-85_2025-04-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2024.85 / sp / we 

ZEMIS [***], ZEMIS [***]; (E.2023.047)  

Art. 11 

 

Urteil vom 14. April 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Blocher 

Verwaltungsrichter Clavadetscher  

Gerichtsschreiberin Peter      

 

 
   

Beschwerde-

führerin 1 

 A._____, von der Demokratischen Republik Kongo 

 

Beschwerde-

führer 2 

 B._____, von der Demokratischen Republik Kongo  

 

beide unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Stefan Galligani, Rechtsanwalt, 

Ruederstrasse 8, Postfach, 5040 Schöftland   

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Familiennachzug 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 30. Januar 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Die aus der Demokratischen Republik Kongo stammende, 1993 geborene 

Beschwerdeführerin 1 reiste am 24. März 2009 in die Schweiz ein und er-

suchte gleichentags um Asyl (Akten des Amtes für Migration und Integra-

tion betreffend die Beschwerdeführerin 1 [MI1-act.] 24). Das damalige Bun-

desamt für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) 

lehnte das Asylgesuch mit Entscheid vom 30. März 2012 ab (MI1-

act. 30 ff.). Dagegen erhob die Beschwerdeführerin 1 beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde (MI1-act. 38 f.). In teilweiser Wiedererwägung 

seines Entscheids erachtete das BFM den Vollzug der Wegweisung der 

Beschwerdeführerin 1 als nicht zumutbar und verfügte am 27. September 

2013 deren vorläufige Aufnahme (MI1-act. 42 f.). Seit dem 22. September 

2017 verfügt sie über eine Jahresaufenthaltsbewilligung, welche jeweils 

verlängert wurde, letztmals bis zum 30. September 2024 (MI1-act. 105, 

119, 145, 155, 160, 169). 

 

Der ebenfalls aus der Demokratischen Republik Kongo stammende, 1985 

geborene Beschwerdeführer 2 reiste am 8. September 2019 in die Schweiz 

ein und ersuchte gleichentags um Asyl (Akten des Amtes für Migration und 

Integration betreffend den Beschwerdeführer 2 [MI2-act.] 66, 48). Mit Ent-

scheid vom 1. Oktober 2019 trat das SEM auf das Gesuch nicht ein, da 

Spanien für das Asylverfahren des Beschwerdeführers 2 zuständig war 

(MI2-act. 48 ff.). Mehrere Wiedererwägungsgesuche des Beschwerdefüh-

rers 2 wurden in der Folge jeweils abgelehnt (MI2-act. 151 ff., 223 ff., 

258 ff., 295 ff., 301 ff., 493 ff.).  

 

Die Beschwerdeführerin 1 ersuchte am 1. Oktober 2020 für den Beschwer-

deführer 2 um Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zwecks Vorbereitung 

der Heirat (MI2-act. 2 ff.), was das Amt für Migration und Integration Kanton 

Aargau (MIKA) mit Verfügung 10. Mai 2021 ablehnte (MI2-act. 475 ff.). Ein 

erneutes Asylgesuch vom 12. Mai 2021 des Beschwerdeführers 2 lehnte 

das SEM mit Entscheid vom 19. August 2022 ab (MI2-act. 547 ff.).  

 

Die Beschwerdeführenden haben am tt.mm.jjjj in Q._____ geheiratet (MI2-

act. 570). In der Folge ersuchte die Beschwerdeführerin 1 am 5. Dezember 

2022 um Familiennachzug für den Beschwerdeführer 2 (MI2-act. 565 ff.). 

Hierauf stellte das MIKA mit Schreiben vom 13. Februar 2023 die 

Ablehnung des Familiennachzugsgesuchs in Aussicht und gewährte das 

rechtliche Gehör (MI2-act. 628 f.). Die Beschwerdeführenden nahmen mit 

Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. März 2023 Stellung (MI2-

act. 634 ff.). 

 

 - 3 - 

 

 

Am tt.mm. 2023 kam das erste gemeinsame Kind der Beschwerde-

führenden zur Welt (MI2-act. 669). 

 

Das MIKA lehnte das Familiennachzugsgesuch mit Verfügung vom 

26. April 2023 ab und wies den Beschwerdeführer 2 aus der Schweiz weg 

(MI2-act. 650 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA vom 26. April 2023 erhoben die Beschwer-

deführenden mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 24. Mai 2023 beim 

Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) Einsprache (MI2-act. 659 ff.). Die 

Vorinstanz tätigte weitere Sachverhaltsabklärungen (MI2-act. 685 ff.). Am 

tt.mm. 2023 kam das zweite gemeinsame Kind der Beschwerdeführenden 

zur Welt (MI2-act. 714). Die Beschwerdeführenden legten mit Eingabe 

ihres Rechtsvertreters vom 5. Dezember 2023 eine Stellungnahme ins 

Recht (MI2-act. 712 ff.).  

 

Am 30. Januar 2024 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid 

(act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen. 
 
2. 
Das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-
wiesen. 
 
3. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
4. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

C. 

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 29. Februar 2024 erhoben die Be-

schwerdeführenden beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Ver-

waltungsgericht) Beschwerde und stellten folgende Anträge (act. 13 ff.): 

 

1. 
Es sei der Entscheid vom 30. Januar 2024 vollumfänglich aufzuheben. 
 
2. 
Es sei dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung aufgrund des 
gutzuheissenden Familiennachzugs zu erteilen. 
 
3. 
Eventualiter sei der Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 

 - 4 - 

 

 

 
4. 
4.1. 
Es sei den Beschwerdeführern für das Verfahren vor Vorinstanz die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende An-
walt als ihr unentgeltlicher Vertreter einzusetzen. 
 
4.2. 
Es sei den Beschwerdeführern für das vorliegende Verfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei der unterzeichnende An-
walt als ihr unentgeltlicher Vertreter einzusetzen. 
 
5. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 29. April 2024 wurde das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bewilligt und der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand eingesetzt (act. 45 f.). Die Vorinstanz beantragte die Abweisung der 

Beschwerde, hielt an ihren Erwägungen im Einspracheentscheid fest und 

reichte aufforderungsgemäss die Akten ein (act. 47). Mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 7. Oktober 2024 reichten die Beschwerdeführenden 

weitere Unterlagen ein (act. 50 ff.). Am 27. Februar 2025 legte der Rechts-

vertreter den neuen Arbeitsvertrag der Beschwerdeführerin 1 ins Recht 

(act. 63 ff.) 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

 - 5 - 

 

 

Die Beschwerdeführenden beantragen unter anderem die Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer 2 sowie eventualiter 

dessen vorläufige Aufnahme. Das Verwaltungsgericht kann weder Aufent-

haltsbewilligungen erteilen noch den Beschwerdeführer 2 vorläufig aufneh-

men. Die entsprechenden Anträge sind deshalb so zu verstehen, dass das 

Verwaltungsgericht das MIKA gegebenenfalls anzuweisen habe, dem Be-

schwerdeführer 2 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen oder beim SEM 

dessen vorläufige Aufnahme zu beantragen.  

 

Im Übrigen richtet sich die vorliegende Beschwerde gegen den Einsprache-

entscheid der Vorinstanz vom 30. Januar 2024. Die Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichts ist somit gegeben und auf die frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Verwaltungsgericht jedoch grundsätzlich nicht zu 

(§ 9 Abs. 2 EGAR). Schranke der Ermessensausübung bildet das Verhält-

nismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER/ANNE KNEER, in: MARTINA 

CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bun-

desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 

[AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 6 zu Art. 96 AIG mit Hinweisen). In diesem 

Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 

über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrations-

gesetz, AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, per-

sönliche Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechts-

fehlerfrei gewichtet wurden (vgl. SCHINDLER/KNEER, a.a.O., N. 8 zu Art. 96 

AIG). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entscheiden, 

ob die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches Inte-

resse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren Sinn). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Die Vorinstanz hält in ihrem Entscheid zunächst fest, dass vorliegend der 

Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung Art. 14 Abs. 1 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) entgegenstehe, 

soweit kein ausländerrechtlicher Aufenthaltsanspruch bestehe. Die Be-

schwerdeführerin 1 lebe seit bald 15 Jahren in der Schweiz, sei zunächst 

vorläufig aufgenommen worden und verfüge seit 2017 über eine Aufent-

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haltsbewilligung. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ver-

füge sie damit über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Die 

Beschwerdeführenden seien verheiratet und würden zusammen mit ihren 

beiden gemeinsamen Kindern in einer Wohnung leben. Damit komme dem 

Beschwerdeführer 2 gestützt auf Art. 44 AIG i.V.m. Art. 8 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 

1950 (EMRK; SR 0.101) ein potenzieller Anspruch auf Erteilung einer aus-

länderrechtlichen Aufenthaltsbewilligung zu. Allerdings würden die Be-

schwerdeführenden mit einer Zweizimmerwohnung nicht über eine be-

darfsgerechte Wohnung gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AIG verfügen. Die Be-

schwerdeführerin 1 vermöge mit ihrem Einkommen, wenn sie denn nach 

der Geburt des zweiten Kindes überhaupt weiterhin im selben Umfang wie 

bisher erwerbstätig sein werde, den Bedarf der Familie bei weitem nicht zu 

decken. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin 1 seit Jahren und 

auch bereits vor der Geburt ihres ersten Kindes auf Sozialhilfe angewiesen 

gewesen sei. Der Beschwerdeführer 2 habe bis heute keinen Arbeitsver-

trag oder eine Bestätigung eines Arbeitgebers eingereicht, womit ihm auch 

kein allfälliges Einkommen anzurechnen sei. Somit sei auch die Voraus-

setzung gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. c AIG nicht erfüllt. Damit liege auch keine 

Verletzung von Art. 8 EMRK vor. Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 AIG 

bestünden auch keine. Der Beschwerdeführer 2 stamme aus R._____, 

habe dort die Schule bis zur vierten Klasse besucht und danach als 

Mechaniker in einer Garage gearbeitet. Auch sei davon auszugehen, dass 

er in seiner Heimat nach wie vor über ein Beziehungsnetz verfüge, welches 

ihn bei einer Rückkehr unterstützen würde. Unter diesen Umständen er-

weise sich eine Rückkehr gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts als zumutbar.  

 

1.2.  

Die Beschwerdeführenden machen demgegenüber geltend, die Beschwer-

deführerin 1 leide seit ihrer Jugend an einer bipolaren affektiven Störung 

sowie an einer posttraumatischen Belastungsstörung, weshalb eine beruf-

liche Ausbildung zunächst nur bedingt möglich gewesen sei und sie danach 

auch nur periodisch habe arbeiten können. Seit dem 4. August 2022 sei sie 

in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Am tt.mm. 2023 sei das erste 

gemeinsame Kind der Beschwerdeführenden zu früh zur Welt gekommen, 

sodass zunächst ein Aufenthalt auf der Neonatologie notwendig gewesen 

sei. Bereits am tt.mm. 2023 sei das zweite gemeinsame Kind der 

Beschwerdeführenden, ebenfalls zu früh, zur Welt gekommen. Die Be-

schwerdeführerin 1 sei aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht fähig, 

allein für die Kinder zu sorgen und sie sei auf die Hilfe des Kindsvaters 

angewiesen. Was die Voraussetzungen gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b und 

lit. c anbelange, verkenne die Vorinstanz, dass die Beschwerdeführenden 

bei der Wohnungssuche aufgrund der Vorgaben durch die Sozialen 

Dienste keine grossen Auswahlmöglichkeiten hätten. Dass die Beschwer-

deführerin 1 nur in einem geringen Umfang arbeite, könne ihr aufgrund 

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ihrer psychischen Störungen, welche ihre Erwerbstätigkeit massgeblich 

einschränke, nicht vorgeworfen werden. Indem die Beschwerdeführerin 1 

mit psychisch gesunden Personen gleichgestellt würde, sei das Diskrimi-

nierungsverbot nach Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) verletzt. Die 

Beschwerdeführerin 1 und die beiden Kinder hätten ein erhebliches Inte-

resse an einem Zusammenleben mit dem Ehemann und Kindsvater. Der 

Kontakt könne vorliegend nicht über die gängigen Kommunikationswege 

gepflegt werden. Gemäss den Arztberichten müsse die Kontaktpflege 

zwingend vor Ort erfolgen. Auch könnte eine Integrationsvereinbarung mit 

Vorgaben zur Wohnungssuche und zur beruflichen Integration des Be-

schwerdeführers 2 abgeschlossen werden. Im Übrigen sei dem Beschwer-

deführer 2 eine Rückkehr in seine Heimat nicht zumutbar. Eventualiter sei 

der Beschwerdeführer 2 daher vorläufig aufzunehmen. 

 

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2024 (Eingang beim Verwaltungsgericht) 

reichten die Beschwerdeführenden einen neuen Mietvertrag ein, aus wel-

chem hervorgeht, dass sie per 1. Oktober 2024 in eine 3.5-Zimmerwoh-

nung zur Benützung als Familienwohnung mit vier Personen umgezogen 

sind (act. 55 ff.). 

 

2.  

2.1.  

Vorab ist zu prüfen, ob Art. 14 Abs. 1 AsylG zur Anwendung kommt. Ge-

mäss dieser Bestimmung kann eine asylsuchende Person ab Einreichung 

des Asylgesuchs bis zur Ausreise nach einer rechtskräftig angeordneten 

Wegweisung, nach einem Rückzug des Asylgesuchs oder bis zur Anord-

nung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchführbarem Vollzug kein Ver-

fahren um Erteilung einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung ein-

leiten, ausser es besteht ein Anspruch hierauf (sog. Ausschliesslichkeit 

bzw. Vorrang des Asylverfahrens). Die entsprechende Regelung bezweckt 

eine Beschleunigung des Asylverfahrens und soll verhindern, dass dieses 

verlängert oder eine drohende Wegweisung hinausgezögert wird, indem 

nach einem negativen Asylentscheid ein migrationsrechtliches Aufenthalts-

verfahren eingeleitet wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_430/2012 

vom 21. Mai 2012, Erw. 3.1.1, m.w.H.). 

 

2.2.  

Vorliegend ersuchte der Beschwerdeführer 2 zuletzt am 12. Mai 2021 ein 

weiteres Mal um Asyl. Das SEM lehnte dieses Gesuch mit Entscheid vom 

19. August 2022 ab und verpflichtete den Beschwerdeführer 2 zur Ausreise 

aus der Schweiz. Zum Vollzug der Wegweisung führte das SEM aus, da 

der Beschwerdeführer 2 mit einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten 

ausländischen Staatsangehörigen verheiratet sei, habe er gestützt auf 

Art. 42 ff. AIG einen potenziellen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthalts-

bewilligung, dessen Prüfung durch die kantonalen Migrationsbehörden zu 

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erfolgen habe. Diese hätten auch über die Wegweisung zu befinden (MI2-

act. 547 ff., 551). Der Entscheid des SEM erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft. Bis heute ist der Beschwerdeführer 2 weder aus der Schweiz 

ausgereist noch hat er sein Asylgesuch zurückgezogen noch wurde eine 

Ersatzmassnahme bei nichtdurchführbarem Vollzug angeordnet. Damit ist 

gemäss Art. 14 Abs. 1 AsylG auf das Gesuch um Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung zwecks Verbleib bei seiner Ehefrau nur einzutreten, wenn 

ein Anspruch auf deren Erteilung besteht. 

 

3.  

3.1.  

Die Beschwerdeführerin 1 kam ursprünglich als Asylsuchende in die 

Schweiz und lebt hier nun seit rund 16 Jahren. Am 27. September 2013 

wurde sie vorläufig aufgenommen und seit dem 22. September 2017 ver-

fügt sie über die Aufenthaltsbewilligung (siehe vorne lit. A). Der Nachzug 

des Beschwerdeführers 2 stützt sich daher auf Art. 44 AIG, welcher indes-

sen als Kann-Bestimmung ausgestaltet ist und damit keinen Anspruch auf 

Familiennachzug gewährt. Nachzuziehende Mitglieder der Kernfamilie 

können sich aber im Falle einer engen und tatsächlich gelebten familiären 

Beziehung auf den Schutz des Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK mit 

der in der Schweiz ansässigen Person berufen. 

 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt bei Familiennachzugs-

gesuchen für ein Berufen auf Art. 8 EMRK, dass die nachziehende Person 

über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_502/2020 vom 4. Februar 2020, Erw. 1). Ein gefestigtes Anwe-

senheitsrecht liegt gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts nur dann 

vor, wenn die nachziehende Person das Schweizer Bürgerrecht besitzt, ihr 

die Niederlassungsbewilligung gewährt wurde oder sie über eine Aufent-

haltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsan-

spruch beruht (BGE 146 I 185, Erw. 6.1 f.; 144 I 266, Erw. 3.3, 137 I 284, 

Erw. 1.2 und 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_448/2022 vom 5. Mai 

2023, Erw. 1.2). Ob das Verlangen eines gefestigten Anwesenheitsrechts 

durch das Bundesgericht zu Recht gefordert wird, ist fraglich, zumal dies 

weder aus Art. 8 EMRK noch aus der einschlägigen Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) hervor geht (vgl. 

THOMAS GEISER/FELIX BLOCHER/MARC BUSSLINGER, Ausländische Perso-

nen als Ehepartner und registrierte Partnerinnen, in: PETER 

UEBERSAX/BEAT RUDIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS GEISER/LUZIA VETTERLI 

[Hrsg.], Handbücher für die Anwaltspraxis, Ausländerrecht, 3. Aufl., Basel 

2022, Rz. 23.152). Die Vermutung liegt nahe, dass das Bundesgericht ein 

gefestigtes Aufenthaltsrecht nur deshalb fordert, weil das Bundesgericht im 

vorliegenden Kontext auf eine Beschwerde lediglich dann eintreten darf, 

wenn die betroffene Person (hier der Beschwerdeführer 2) einen Anspruch 

auf eine Aufenthaltsbewilligung hat (Art. 83 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 des Bundes-

gesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichts-

 - 9 - 

 

 

gesetz, BGG; SR 173.110]) und das Bundesgericht einen solchen An-

spruch nur dann bejaht, wenn die nachziehende Person (hier die Be-

schwerdeführerin 1) ihrerseits einen Anspruch auf ihre Aufenthaltsbewilli-

gung hat (BGE 130 II 281, Erw. 3.1; 135 I 143, Erw. 1.3.1; 144 I 266, 

Erw. 3.3). Nachdem die Beschwerdeführerin 1, wie nachfolgend aufgezeigt 

wird, ohnehin über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht im Sinne der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung verfügt, kann die Frage jedoch offen-

gelassen werden. 

 

Der Beschwerdeführerin 1 wurde gestützt auf eine Härtefallregelung eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilt. Diese beruht zwar nicht auf einem gefestig-

ten Rechtsanspruch im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(MI1-act 104 f.; vgl. Art. 84 Abs. 5 AIG i.V.m. Art. 31 der Verordnung über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE; 

SR 142.201]). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung verfügt je-

doch eine ausländische Person, welche sich seit mehr als zehn Jahren 

rechtmässig in der Schweiz aufhält, auf Grundlage von Art. 8 EMRK in der 

Regel über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, da nach dieser Zeitspanne 

regelmässig eine gute Integration vorausgesetzt werden kann 

(BGE 144 I 266, Erw. 3.9). Die Beschwerdeführerin 1 lebt nun seit rund 

12 Jahren rechtmässig in der Schweiz, womit potenziell von einem an-

spruchsbegründenden faktisch gefestigten Aufenthaltsrecht gestützt auf 

Art. 8 EMRK in der Schweiz ausgegangen werden könnte.  

 

Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdefüh-

rer 2, als Ehemann der Beschwerdeführerin 1 und Vater der beiden ge-

meinsamen Kinder, würde ihrerseits Art. 8 EMRK im Sinne des Rechts auf 

Achtung des Familienlebens tangieren. Vor diesem Hintergrund ist nach-

folgend zu prüfen, ob die Verweigerung der Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung an den Beschwerdeführer 2 vor Art. 8 EMRK standhalten würde. 

 

3.2.  

3.2.1.  

Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie der – soweit hier von Interesse – inhaltlich im 

Wesentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das 

Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Diese Garantien 

können namentlich dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, 

deren Familienangehörige in der Schweiz leben, die Anwesenheit unter-

sagt und dadurch das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Damit 

stellt das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 

Ziff. 1 EMRK zwar ein Abwehrrecht der betroffenen Person gegenüber dem 

Staat dar und soll verhindern, dass dieser in unzulässiger Weise in das 

Privat- und Familienleben einer betroffenen Person eingreift. Art. 8 EMRK 

verschafft der betroffenen Person jedoch praxisgemäss keinen Anspruch 

auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel (vgl. 

BGE 144 I 266, Erw. 3.2; 139 I 330, Erw. 2.1). Mit anderen Worten hindert 

 - 10 - 

 

 

Art. 8 EMRK die Konventionsstaaten nicht daran, Regeln über die Anwe-

senheit auf ihrem Staatsgebiet bzw. die Art der zu erteilenden Bewilligung 

zu normieren und den Aufenthalt ausländischer Personen gegebenenfalls 

auch wieder zu beenden, sofern das Familien- und Privatleben im Rahmen 

einer Interessenabwägung berücksichtigt wird und letztlich ein überwiegen-

des öffentliches Interesse an der Bewilligungsverweigerung resultiert 

(BGE 144 I 266, Erw. 3.2 f., 3.7). 

 

3.2.2.  

3.2.2.1.  

Liegt ein geschütztes Familienleben vor, kann sich eine betroffene Person 

jedoch nur dann auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, wenn das geschützte Fa-

milienleben durch den staatlichen Eingriff tangiert wird. Ein solcher Eingriff 

bzw. eine Verletzung von Art. 8 EMRK ist von vornherein zu verneinen, 

wenn es den betroffenen Personen ohne Schwierigkeiten möglich ist, die 

Familienzusammenführung im Ausland vorzunehmen. In diesen Fällen 

wird das Familienleben gar nicht tangiert (BGE 144 I 266, Erw. 3.3 m.w.H.). 

 

3.2.2.2.  

Selbst wenn ein Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Privat- 

und Familienleben bejaht wird, ist ein solcher gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK 

zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, 

die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die 

öffentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung 

der Ordnung oder zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum 

Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer 

notwendig erscheint. Bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 

Ziff. 2 EMRK ist sämtlichen relevanten Umständen umfassend Rechnung 

zu tragen. Vermag das öffentliche Interesse am Eingriff das private Inte-

resse der betroffenen Person nicht zu überwiegen, kann aus dem Recht 

auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK für 

die betroffene Person eine Aufenthaltslegitimation resultieren. 

 

3.2.3.  

3.2.3.1.  

Die Beschwerdeführenden sind seit dem tt.mm.jjjj verheiratet (MI2-

act. 570 ff.). Spätestens seit Januar 2023 wohnt das Ehepaar gemeinsam 

in einer Wohnung (MI2-act. 624 f.). Im [...] und im [...] 2023 kamen ihre 

beiden gemeinsamen Kinder zur Welt (MI2-act. 669, 714). Es liegt damit 

auf der Hand, dass ein durch Art. 8 EMRK geschütztes Familienleben 

vorliegt.  

 

3.2.3.2.  

Zu prüfen ist weiter, ob die Familienzusammenführung im Ausland erfolgen 

könnte.  

 

 - 11 - 

 

 

Ein durch Art. 8 EMRK geschütztes Familienleben ist bereits dann tangiert, 

wenn den in der Schweiz anwesenden Familienangehörigen eine Ausreise 

"nicht von vornherein ohne weiteres zumutbar ist" (Urteile des Bundesge-

richts 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015, Erw. 4.3.1 m.w.H; 2C_147/2014 

vom 26. September 2014, Erw. 5.3). Im vorliegenden Fall reiste die damals 

fast 16-jährige Beschwerdeführerin 1 im Jahr 2009 in die Schweiz ein und 

wurde 2013 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig 

aufgenommen. Seit 2017 ist sie im Besitz der Aufenthaltsbewilligung, wel-

che jeweils verlängert wurde (siehe vorne lit. A; MI2-act. 556 f.). Insgesamt 

lebt sie nun seit rund 16 Jahren in der Schweiz. Unter diesen Umständen 

kann keine Rede davon sein, dass es der Beschwerdeführerin 1 ohne 

Schwierigkeiten bzw. von vornherein ohne weiteres zumutbar sein soll, die 

Schweiz gemeinsam mit ihren Kindern zu verlassen, damit die Familie in 

der Demokratischen Republik Kongo zusammengeführt werden könnte. 

Dies umso weniger, als ihr Ehemann in der Demokratischen Republik 

Kongo keinen Wohnsitz mehr hat. Damit ist eine Familienzusammenfüh-

rung im Ausland nicht ohne Schwierigkeiten möglich und erscheint dies für 

die Beschwerdeführerin 1 auch nicht zumutbar. 

 

3.3.  

Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführenden ein durch 

Art. 8 EMRK geschütztes Familienleben pflegen und eine Familienzusam-

menführung im gemeinsamen Heimatland der Beschwerdeführenden nicht 

ohne Schwierigkeiten möglich bzw. zumutbar ist. Eine Verweigerung des 

Familiennachzugs für den Beschwerdeführer 2 verbunden mit dessen 

Rückkehr in die Demokratische Republik Kongo stellt deshalb einen Eingriff 

in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben dar und bedarf 

einer Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK (vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 2C_147/2014 vom 26. September 2014, Erw. 5.3). Bei solchen 

Fallkonstellationen kommt Art. 8 EMRK eine anspruchsbegründende Wir-

kung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AsylG zu, womit das Asylverfahren keinen 

Vorrang mehr hat (Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2015.485 vom 

3. März 2017, Erw. II/3.2.1; vgl. Weisungen und Erläuterungen des SEM 

zum Ausländerbereich [Weisungen AIG], Bern Oktober 2013 [Stand am 

1. Januar 2025], Ziff. 3.2).  

 

Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob ein überwiegendes öffentliches In-

teresse den Eingriff in das Familienleben zu rechtfertigen vermag. 

 

4.  

4.1.  

4.1.1.  

Es ist zunächst das öffentliche Interesse an der Verweigerung der Aufent-

haltsbewilligung, insbesondere aufgrund der Sozialhilfeabhängigkeit der 

Beschwerdeführerin 1, zu quantifizieren. 

 

 - 12 - 

 

 

4.1.2.  

Soll eine Aufenthaltsbewilligung wegen Sozialhilfeabhängigkeit verweigert 

werden, geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und damit künftige 

Belastung der öffentlichen Fürsorge zu vermeiden. Dabei ist von besonde-

rer Bedeutung, inwieweit eine konkrete Gefahr zukünftiger Fürsorgeab-

hängigkeit besteht. Für die Bemessung des öffentlichen Interesses ist auf 

die bisher aufgelaufene Höhe, die bisherige Dauer und die mutmasslich zu 

erwartende zukünftige Entwicklung des Sozialhilfebezugs abzustellen. 

Dabei gilt im Grundsatz: Je höher der Saldo der bisher bezogenen, noch 

nicht zurückerstatteten Sozialhilfegelder und je grösser die Wahrscheinlich-

keit, dass die massnahmebetroffene Person auch in Zukunft nicht länger-

fristig ohne Bezug von Fürsorgeleistungen für ihren Lebensunterhalt bzw. 

denjenigen ihrer Familie wird aufkommen können, umso grösser ist das 

öffentliche Interesse an aufenthaltsbeendenden bzw. -verweigernden 

Massnahmen zu qualifizieren 

 

Werden durch einen Sozialhilfebezug indes mehrere Personen unterstützt, 

wie dies namentlich bei Ehepaaren oder Familien mit minderjährigen Kin-

dern der Fall ist, oder besteht eine Unterstützungseinheit aus mehreren 

erwerbsfähigen Personen, ist dies bei der Bemessung des von der Sozial-

hilfeabhängigkeit herrührenden öffentlichen Interesses – nebst der Bezugs-

höhe – ebenfalls zu berücksichtigen. Wird nur eine Person mit Sozialhilfe 

in einer bestimmten Höhe unterstützt, ist das öffentliche Interesse aufgrund 

des Sozialhilfebezugs höher zu veranschlagen, als wenn mit der (gleich 

hohen) Sozialhilfe mehrere Personen unterstützt werden. Gleichzeitig er-

höht sich das öffentliche Interesse, wenn mehrere volljährige, erwerbs-

fähige Personen von der Sozialhilfe unterstützt werden, welche zusammen 

besser (als eine Einzelperson) in der Lage wären, den Sozialhilfebezug zu 

reduzieren oder zu beenden. Entscheidend sind dabei jeweils die Um-

stände des konkreten Einzelfalls. 

 

Neben der bisherigen Höhe, der bisherigen Dauer und der mutmasslichen 

zukünftigen Entwicklung des Sozialhilfebezugs ist bei der Bemessung des 

öffentlichen Interesses grundsätzlich zu berücksichtigen, ob und inwieweit 

die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit trifft 

(Urteil des Bundesgerichts 2C_419/2018 vom 29. Oktober 2018, Erw. 2.2). 

Fälle unverschuldeter Notlage sollen keine Aufenthaltsbeendigung wegen 

Sozialhilfeabhängigkeit zur Folge haben (vgl. Amtliches Bulletin der Bun-

desversammlung, Nationalrat [Amtl. Bull. N] 2004, S. 1089, Voten Blocher 

und Leuthard; noch einschränkender MARC SPESCHA, Ausländische 

Sozialhilfebeziehende im Fokus der Migrationsbehörde, in: Jusletter 

8. März 2021, Rz. 69 ff., der einen Paradigmenwechsel proklamiert und 

verlangt, dass Sozialhilfebezug, gleich wie Schuldenwirtschaft, erst bei 

qualifizierter Vorwerfbarkeit zu ausländerrechtlichen Massnahmen führen 

soll). Beim Ehegattennachzug kann der Nachzug aber auch bei schuld-

losem Bezug verweigert werden, sofern keine weiteren Umstände eine Be-

 - 13 - 

 

 

willigungsverweigerung als unverhältnismässig erscheinen lassen und das 

Recht auf Familienleben einen Nachzug nicht gebietet (THOMAS 

GEISER/FELIX BLOCHER/MARC BUSSLINGER, a.a.O., Rz. 23.144). 

 

Wählen Ehepaare ein Familienerwerbsmodell, bei welchem eine Person 

das finanzielle Auskommen der Familie sicherstellt und sich die andere 

Person um den Haushalt kümmert, hat sich auch die nichterwerbstätige 

Person ein allfälliges Verschulden der erwerbstätigen Person an der 

Sozialhilfeabhängigkeit der Familie zurechnen zu lassen. Dies gilt auf jeden 

Fall dann, wenn es der nicht erwerbstätigen Person grundsätzlich zumutbar 

(gewesen) wäre, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Andererseits ist auch 

der nichterwerbstätigen Person zugute zu halten, wenn sich das Ehepaar 

aufgrund des Engagements der erwerbstätigen Person von der Sozialhilfe 

lösen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015, 

Erw. 2.4.2).  

 

Ausgangspunkt der vorzunehmenden Zukunftsprognose sind die bisheri-

gen und aktuellen Verhältnisse, aufgrund derer die wahrscheinliche finan-

zielle Entwicklung unter Berücksichtigung der realisierbaren Einkommens-

aussichten der betroffenen Personen sowie gegebenenfalls sämtlicher wei-

terer Familienmitglieder auf längere Sicht abzuwägen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_1064/2017 vom 15. Juni 2018, Erw. 4.1 mit Hinwei-

sen). Um im Rahmen der vorzunehmenden Zukunftsprognose berücksich-

tigt zu werden, müssen allfällige Erwerbsmöglichkeiten und ein damit ver-

bundenes Einkommen belegt und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

sowie auf mehr als nur kurze Frist erhärtet sein (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_1144/2014 vom 6. August 2015, Erw. 4.5.2). 

 

4.1.3.  

4.1.3.1.  

Vorliegend musste die Beschwerdeführerin 1 seit ihrer Einreise in die 

Schweiz finanziell unterstützt werden. Aus den Akten geht hervor, dass sie 

vom 15. August 2018 bis zum 10. Januar 2023 von der damalig zustän-

digen Wohngemeinde mit insgesamt Fr. 87'646.40 unterstützt wurde (MI2-

act. 25 ff, 609). Per 1. Februar 2023 zog die Beschwerdeführerin 1 nach 

Q._____ um (MI1-act. 163). Gemäss dem Auszug der Sozialen Dienste der 

Stadt Q._____ vom 26. Oktober 2023 belief sich die an die Beschwer-

deführerin 1 und ihre Familie ausbezahlte Sozialhilfe per 26. Oktober 2023 

auf Fr. 19'336.55 (MI2-act. 685 ff.). Die monatlich an die Beschwerdefüh-

rerin 1 und ihre beiden Kinder sowie ihren Ehemann auszuzahlende 

Sozialhilfe beträgt Fr. 1'966.65 (MI2-act. 698). Der Gesamtbetrag an 

Sozialhilfe, welcher der Beschwerdeführerin 1 und ihrer Familie ab August 

2018 ausbezahlt wurde, beläuft sich damit per Oktober 2023 auf insgesamt 

Fr. 106'982.95.  

 

 - 14 - 

 

 

Die Beschwerdeführerin 1 hat nach dem Gesagten über mehrere Jahre in 

erheblichen Umfang Sozialhilfeleistungen bezogen und wird noch immer 

fast vollumfänglich wirtschaftlich unterstützt. Aufgrund des Umfangs und 

der Dauer des bisherigen Sozialhilfebezugs ist grundsätzlich von einem 

sehr grossen öffentlichen Interesse auszugehen, eine Erhöhung der 

Sozialhilfeleistungen zu verhindern oder diese gar zu reduzieren. 

 

4.1.3.2.  

Die Beschwerdeführerin 1 kam 2009 als fast 16-Jährige in die Schweiz, 

ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung. Gemäss ihren Angaben habe 

sie die Schule in der sechsten Klasse abgebrochen und habe danach auf 

der Strasse gelebt (MI1-act. 3). Ausweislich der Akten arbeitete die Be-

schwerdeführerin 1 während des hängigen Asylverfahrens vom 31. August 

2009 bis zum 8. Januar 2010 in einem Beschäftigungsprogramm für Asyl-

suchende (MI1-act. 74). Mit Entscheid vom 27. September 2013 wurde die 

Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz vorläufig aufgenommen und sie 

konnte bei der Kantonalen Schule für Berufsbildung (KSB) an einem 

Brückenangebot teilnehmen (MI1-act. 42 ff., 51 ff.). Aus einer E-Mail der 

Stammklassenlehrerin für Integrationsprogramme der KSB vom 26. Feb-

ruar 2014 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 1 in der Schule absolut 

überfordert gewesen sei. Sie habe viel gefehlt und sei unmotiviert gewesen. 

Daher wurde empfohlen, dass sie zuerst einen Deutschkurs absolviere und 

zu einem späteren Zeitpunkt nochmals das Integrationsprogramm an der 

KSB besuche (MI1-act. 55).  

 

Die Beschwerdeführerin 1 hat psychische und physische Probleme. Den 

Akten lässt sich hierzu Folgendes entnehmen: Aus einem Arztbericht der 

D._____ vom 16. Juni 2016 geht hervor, dass sich die 

Beschwerdeführerin 1 bereits seit dem 27. Mai 2014 in Behandlung 

befindet (MI1-act. 62 ff.). Als Diagnosen werden eine bipolare affektive 

Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F31.3), ein 

polyzystisches-Ovarial-Syndrom mit Hyperandrogenismus, Oligo-

Anovulation und Prädiabetes sowie eine Adipositas WHO Grad II auf-

geführt. Dem Arztbericht ist weiter zu entnehmen, dass die Beschwerde-

führerin 1 vom 9. Juli bis zum 28. August 2009 in der Psychiatrischen 

Jugendstation der Klinik E._____ wegen Suizidalität im Rahmen eines 

psychotischen Zustandsbildes stationär behandelt wurde. 2011 besuchte 

die Beschwerdeführerin 1 das Ambulatorium F._____ des Kinder- und 

Jugendpsychiatrischen Dienstes. Vom 8. Februar bis zum 15. April 2011 

kam es aufgrund eines fürsorgerischen Freiheitsentzugs (FFE; heute: für-

sorgerische Unterbringung [FU]) zur ersten stationären Behandlung in der 

Psychiatrischen Klinik E._____ mit der Erstdiagnose einer bipolaren 

affektiven Störung, in manischer Phase mit psychotischen Symptomen. An-

schliessend erfolgte die ambulante Weiterbetreuung durch den Externen 

Psychiatrischen Dienst F._____. Aufgrund von Selbstgefährdung durch 

einen psychotischen Zustand wurde die Beschwerdeführerin 1 vom 

 - 15 - 

 

 

8. März bis zum 8. Mai 2016 in der Psychiatrischen Klinik E._____ erneut 

stationär behandelt. Die anschliessende weitere ambulante psychiatrische 

Behandlung wurde im Ambulatorium F._____ vorgenommen. Betreffend 

ihrer Beschwerden berichtete die Beschwerdeführerin 1 unter anderem 

davon, unter ihrer ausgeprägten Adipositas zu leiden und Mühe zu haben, 

aufgrund fehlender Beschäftigung, sich eine Tagesstruktur zu schaffen. 

Aus dem Bericht geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführerin 1 

regelmässig alle 28 Tage für die Injektion des Depotmedikaments erschien. 

Unter dieser Medikation war sie offenbar weitgehend psychisch stabil. 

Schwierig war indessen offenbar das Einhalten bzw. die Erarbeitung 

einer Tagesstruktur aufgrund fehlender Beschäftigung. Einem weiteren 

Bericht der D._____ vom 6. März 2017 (MI1-act. 92 f.) ist zu entnehmen, 

dass der Beschwerdeführerin 1 aktuell eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert werden konnte. Ob eine Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit 

vorliege, könne allerdings erst nach einer Belastungserprobung beurteilt 

werden, da die Beschwerdeführerin 1 schon längere Zeit arbeitslos sei. Die 

D._____ habe bis anhin keine Anmeldung bei der Invalidenversicherung 

(IV) vorgenommen, da die Beschwerdeführerin 1 unbedingt auf dem ersten 

Arbeitsmarkt einsteigen wolle. In einem französischsprachigen Kanton 

hätte sie gemäss Bericht bessere Chancen bei der Stellensuche gehabt. 

Gemäss dem ärztlichen Bericht von Dr. med. C._____, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. Mai 2023 (MI2-act. 671 ff.) ist die 

Beschwerdeführerin 1 seit dem 4. August 2022 bei ihr in ambulanter 

psychiatrischer Behandlung. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass die 

Beschwerdeführerin 1 insgesamt viermal stationär behandelt worden sei. 

Das Ambulatorium F._____ der D._____ habe am 15. Januar 2020 einen 

Antrag auf berufliche Integration bzw. Rentenzusprache der IV gestellt. 

Unter der Depotmedikation mit Xeplion habe sich die Beschwerdeführerin 1 

psychisch gut stabilisieren können, habe aber im Verlauf an depressiven 

Phasen mit Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Gewichtszunahme und 

Verwahrlosungstendenzen gelitten. Eine Ressourcenaktivierung sei durch 

die psychische Krankheit sehr erschwert und somit eine berufliche 

Integration kaum möglich gewesen. Die medikamentöse Umstellung auf-

grund eines damaligen Kinderwunsches der Beschwerdeführerin 1 habe zu 

einer guten psychischen Stabilisierung mit weniger Nebenwirkungen ge-

führt. Damals habe die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 1 kaum be-

urteilt werden können, da sie bis anhin keiner Tätigkeit habe nachgehen 

können. Aufgrund der mehrmaligen psychischen Dekompensation bei be-

kannter bipolarer affektiver Störung werde eine berufliche Integration im 

Rahmen einer IV gestützten Massnahme empfohlen. Dr. med. C._____ hält 

in ihrem Bericht weiter fest, die Beschwerdeführerin 1 leide an einer chro-

nisch psychischen Erkrankung, wobei der Verlauf der Krankheit sich sehr 

unterschiedlich präsentieren könne. Für einen guten Verlauf brauche es in 

der Regel eine lebenslange psychiatrische, sowie eine kontinuierliche und 

gut eingestellte medikamentöse Behandlung. Die Compliance sei durch die 

Depotmedikation gewährleistet. Die Beschwerdeführerin 1 werde länger-

 - 16 - 

 

 

fristig auf Fremdhilfe angewiesen sein und die Zunahme von Belastungs-

faktoren könne eine erneute psychische Dekompensation hervorrufen. 

Eine berufliche Ausbildung sei aufgrund der chronisch psychischen Erkran-

kung nicht möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin 1 sei aber immer be-

müht gewesen, eine Ausbildung zu absolvieren, welche indessen jeweils 

wieder habe abgebrochen werden müssen. Nach Einschätzung von Dr. 

med. C._____ werde die Beschwerdeführerin 1 kaum in der Lage sein, 

einen Beruf auszuüben, um die Familie finanziell allein tragen zu können. 

Zudem sei sie Mutter geworden und eine Doppelbelastung sei ihr aktuell 

nicht zumutbar. Sie sei dringend auf die Unterstützung des Ehemannes und 

auf Fremdhilfe angewiesen.  

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine berufliche Integration in der 

Schweiz angesichts der beschriebenen psychischen Problematik der Be-

schwerdeführerin 1 nur schwer möglich war und ist. In welchem Umfang 

die Beschwerdeführerin 1 arbeitsfähig ist, und wie sich die Arbeitsfähigkeit 

künftig entwickelt, lässt sich anhand der Akten allerdings nicht abschlies-

send feststellen. Wie einer E-Mail der Einwohnerdienste T._____ vom 

16. Januar 2023 zu entnehmen ist, habe bei der Beschwerdeführerin 1 

zwar eine Arbeitsunfähigkeit bestanden, weshalb eine Anmeldung bei der 

IV vorgenommen worden sei. Das Gesuch sei jedoch abgelehnt worden, 

da die Beeinträchtigung bei der Beschwerdeführerin 1 bereits bei ihrer Ein-

reise in die Schweiz bestanden habe (MI2-act. 609 f.). Nach dem Gesagten 

ist davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin 1 bestenfalls von 

einer Teilarbeitsfähigkeit ausgegangen werden kann. Dies, auch wenn sie 

immer wieder darum bemüht war, eine Arbeitsstelle zu finden. Jedenfalls 

lässt sich aus der Ablehnung des IV-Gesuchs nicht auf eine volle Arbeits-

fähigkeit die Beschwerdeführerin 1 schliessen. 

 

Was die bisherige berufliche Tätigkeit der Beschwerdeführerin 1 und ihre 

Bemühungen, sich in der Schweiz beruflich zu integrieren, anbelangt, ist 

den Akten Folgendes zu entnehmen: Insgesamt liegen drei Schreiben, da-

tiert vom 16. Februar 2015 bzw. zweimal vom 10. März 2017 (MI1-act. 72, 

94 f.) vor, mit welchen die damaligen Bewerbungen der Beschwerdefüh-

rerin 1 abgesagt wurden. Am 7. Januar 2019 schloss der Kantonale 

Sozialdienst mit der Beschwerdeführerin 1 eine Zusammenarbeitsverein-

barung ab, mit dem Ziel, die Integration der Beschwerdeführerin 1 in den 

Arbeitsmarkt zu fördern (MI1-act. 122 f.). Aus dem persönlichen Massnah-

menplan des Kantonalen Sozialdienstes vom 28. Januar 2019 geht hervor, 

dass insbesondere für Deutschkurse Kosten gesprochen wurden (MI1-

act. 128). In Beantwortung eines Fragenkatalogs des MIKA vom 14. De-

zember 2020 gab der Kantonale Sozialdienst unter anderem an, dass die 

Beschwerdeführerin 1 aktuell im AMIPlus (Arbeitsmarktintegration) ange-

meldet sei. Es bestehe die Chance, dass die Beschwerdeführerin 1 in den 

ersten Arbeitsmarkt einsteigen könne. Die Abklärungen seien jedoch noch 

nicht abgeschlossen (MI2-act. 23 f.). Im Juli 2021 schloss die Beschwerde-

 - 17 - 

 

 

führerin 1 einen Integrationsvorlehrvertrag für das Berufsfeld Hauswirt-

schaft ab. Diese Vorlehre dauerte bis am 31. Juli 2022 und die Beschwer-

deführerin 1 wurde mit monatlich Fr. 300.00 entschädigt (MI1-act. 150 ff.). 

Seit dem 1. Januar 2022 ist die Beschwerdeführerin 1 als Unterhaltsreini-

gerin im Stundenlohn angestellt (MI2-act. 589 ff., 614). In den Akten finden 

sich hierzu drei Lohnabrechnungen, wonach die Beschwerdeführerin 1 im 

Juli 2022 Fr. 296.20, im August 2022 Fr. 344.75 und im September 2022 

Fr. 593.05 verdiente (MI2-act. 596 ff.). Im Gesuch um Verlängerung ihrer 

Aufenthaltsbewilligung von Juli 2023 gab die Beschwerdeführerin 1 an, 

nach wie vor als Raumpflegerin angestellt zu sein und in einem unregel-

mässigen Pensum, maximal 50 %, mit einem Stundenlohn von Fr. 20.68 

zu arbeiten (MI1-act. 167 f.). Einer E-Mail der Einwohnerdienste T._____ 

vom 16. Januar 2023 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 1 

zurzeit in einem sehr kleinen Pensum von 15-20 % arbeite, im Mai 2023 

erwarte sie zudem ein Kind (MI2-act. 609 f.). Mit Eingabe vom 27. Februar 

2025 reichten den Beschwerdeführenden den neuen Arbeitsvertrag der Be-

schwerdeführerin 1 ein, wonach Gelegenheitsarbeit im Bereich der Reini-

gung mit einem Pensum zwischen 5-100 % mit Entlöhnung auf Stunden-

basis vereinbart wurde (act. 63 ff.).  

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin 1 

nun seit rund 16 Jahren in der Schweiz aufhält. Ausweislich der Akten war 

sie stets auf Sozialhilfe angewiesen und ihre bisherige Erwerbstätigkeit be-

schränkt sich auf wenige Jahre und dies meist zu einem geringen Pensum. 

Angesichts ihrer psychischen Probleme ist indessen nachvollziehbar, dass 

eine berufliche Integration nur schwer möglich war und ist. Ihre wirtschaft-

liche Integration wird mangels Schulabschluss und Ausbildung zusätzlich 

erschwert. Auch wenn die Beschwerdeführerin 1 insgesamt wohl zeitweise 

mehr hätte arbeiten können bzw. wohl früher hätte einer Arbeit nachgehen 

können, ist in Anbetracht ihrer beschränkten Möglichkeiten und des Ver-

laufs ihrer psychischen Erkrankung nicht anzunehmen, dass eine Erwerbs-

tätigkeit zu einer massgebenden Reduktion ihrer Fürsorgeabhängigkeit ge-

führt hätte. Auch lässt sich aufgrund der Akten feststellen, dass die Be-

schwerdeführerin 1 bemüht war, sich auszubilden und eine Arbeitsstelle zu 

suchen. Seit der Geburt ihrer beiden Kinder kommen Betreuungspflichten 

hinzu, welcher der Ausweitung des Arbeitspensums entgegenstehen. Ent-

sprechend ist ihr Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit als gering ein-

zustufen. Mit Blick auf die Vorwerfbarkeit der Arbeitslosigkeit und des So-

zialhilfebezugs ist das öffentliche Interesse an der Verweigerung einer Auf-

enthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer 2 deshalb massgeblich zu 

reduzieren und lediglich noch als gross einzustufen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 2C_40/2023 vom 31. Juli 2023, Erw. 4.2). 

 

4.1.3.3.  

Zu prüfen bleibt, wie sich die künftige finanzielle Situation der Beschwerde-

führerin 1 und ihrer Familie voraussichtlich entwickeln wird. 

 - 18 - 

 

 

 

4.1.3.3.1.  

Wie bereits erwähnt (siehe vorne Erw. II/4.1.3.2), verfügt die Beschwerde-

führerin 1 gemäss ihren Angaben über keinen Schulabschluss und sie hat 

auch keine berufliche Ausbildung absolviert. Soweit aus den Akten ersicht-

lich, konnte die Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz an einem Arbeits-

marktintegrationsprogramm teilnehmen und ein Vorlehrjahr im Bereich 

Hauswirtschaft absolvieren (MI2-act. 23 f.; MI1-act. 150 ff.). Seit 2022 ar-

beitet sie in geringem Umfang als Reinigungskraft auf Stundenbasis. Die 

Beschwerdeführerin 1 leidet unter anderem an einer bipolaren affektiven 

Störung, was eine schulische sowie berufliche Aus- oder Weiterbildung 

offensichtlich erschwerte und erschwert. Nachdem die Beschwerdefüh-

rerin 1 Mutter von zwei Kleinkindern (geboren am tt.mm.jjjj und am tt.mm. 

2023; MI2-act. 669, 714) ist, hat sie vorerst nur begrenzte Möglichkeiten, 

ihre Arbeitstätigkeit zu steigern. 

 

Zusammenfassend vermochte die Beschwerdeführerin 1 seit ihrer Einreise 

in die Schweiz bislang nicht selbständig für ihren Lebensunterhalt aufzu-

kommen. Es ist überdies nicht davon auszugehen, dass ihr dies nun zeit-

nah gelingen wird, selbst wenn sie massgeblich von der Betreuung ihrer 

beiden Kinder entlastet würde.  

 

Was den Beschwerdeführer 2 (Ehemann der Beschwerdeführerin 1) anbe-

langt, sind den Akten zu seiner schulischen und beruflichen Ausbildung 

widersprüchliche Angaben zu entnehmen. Im Rahmen des Asylverfahrens 

gab der Beschwerdeführer 2 an, nur bis zur vierten Klasse in die Schule 

gegangen zu sein und danach als Mechaniker in einer Garage gearbeitet 

zu haben (MI2-act. 548). In seinem Lebenslauf gab er hingegen an, in 

seinem Heimatland die Primar- und Sekundarschule besucht und eine Aus-

bildung zum Automechaniker absolviert zu haben (MI2-act. 637 f.). Sowohl 

aus dem Entscheid des SEM als auch dem Lebenslauf geht übereinstim-

mend hervor, dass der Beschwerdeführer 2 in seinem Heimatland während 

vieler Jahre als Mechaniker in einer Garage gearbeitet hat. Es ist daher 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 2 in seinem Heimatland 

während vieler Jahre berufliche Erfahrung gesammelt haben dürfte, er 

diese in der Schweiz jedoch noch nicht umsetzen konnte. Den Akten sind 

Suchbemühungen des Beschwerdeführers 2 für eine Arbeitsstelle zu ent-

nehmen und er hat insgesamt acht Bewerbungsschreiben vorgelegt (MI2-

act. 616, 639-645). Eine Zusage für eine Arbeitsstelle hat er bislang offen-

sichtlich nicht erhalten. Einer Erwerbstätigkeit darf der Beschwerdeführer 2 

in der Schweiz allerdings auch nicht nachgehen, wie der Bestätigung für 

Ausreisepflichtige vom 27. Januar 2023 zu entnehmen ist (MI2-act. 611). 

Unter diesen Umständen war eine Arbeitssuche bislang nicht möglich. Eine 

berufliche Integration des Beschwerdeführers 2 in der Schweiz dürfte – so-

fern sein Aufenthalt zu bewilligen ist – zwar etwas Zeit in Anspruch neh-

men. Es erscheint jedoch nicht von vornherein unwahrscheinlich, dass er 

 - 19 - 

 

 

sich beruflich integrieren kann. Dies auch, da sich der Beschwerdeführer 2 

zudem darum bemüht, sich sprachlich in der Schweiz zu integrieren. So 

findet sich in den Akten eine Anmeldebestätigung vom 19. Januar 2023 für 

einen Deutschkurs mit dem Niveau A1, allerdings ohne Abschlusstestat 

(MI2-act. 618 ff.). Solche Sprachfähigkeiten werden eine Arbeitssuche er-

leichtern. Zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer 2 ein Einkommen 

erzielen könnte, welches den Sozialhilfebezug der Familie massgeblich zu 

reduzieren oder den Lebensunterhalt der gesamten Familie gar zu decken 

vermögen würde, lässt sich noch nicht abschätzen. 

 

4.1.3.3.2.  

Es ist weiter zu prüfen, wie sich eine Bewilligungserteilung oder -verweige-

rung voraussichtlich auf die Sozialhilfekosten auswirken wird. Für die Prog-

nose der zukünftigen Sozialausgaben ist zu berücksichtigen, dass der Be-

schwerdeführer 2 bei Verweigerung seines Nachzugs die Schweiz verlas-

sen muss. 

 

Gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe 

(SKOS) beläuft sich der Grundbedarf für eine dreiköpfige Familie auf 

Fr. 1'974.00, während dieser für eine vierköpfige Familie Fr. 2'271.00 be-

trägt. Im Vergleich zum Sozialbudget für die Beschwerdeführerin 1 als 

alleinerziehende Mutter beschränken sich die zusätzlichen Auslagen der 

Sozialhilfe auf die Erhöhung des monatlichen Grundbedarfs von drei auf 

vier Personen um rund Fr. 300.00 sowie zusätzlich allfällige situations-

bedingte Leistungen. Auch wenn die zusätzlichen Auslagen keineswegs zu 

vernachlässigen sind, erweisen sich diese im Vergleich zu den Sozialhilfe-

leistungen, welche andernfalls ohnehin an die Beschwerdeführerin 1 aus-

bezahlt werden, als nicht sehr hoch. Dieser Umstand ist bei der Bemessung 

des öffentlichen Interesses zu berücksichtigen. Insbesondere ist entschei-

dend, dass mit der Verweigerung des Familiennachzugs bis auf weiteres 

nur die Sozialhilfekosten für den nachzuziehenden Ehemann und Kinds-

vater verhindert werden können. Bei einer solchen Konstellation ist lediglich 

dann von einem erheblichen öffentlichen Interesse an einer Verweigerung 

des Familiennachzugs auszugehen, wenn nicht damit gerechnet werden 

kann, dass die betroffenen Personen in absehbarer Zeit ein Einkommen 

erzielen können, welches zumindest eine gewisse Reduktion der derzeiti-

gen Sozialhilfeleistungen erlauben würde.  

 

Vorliegend lässt sich bei einer Bewilligung des Familiennachzugs zwar 

nicht ausschliessen, dass es zwischenzeitlich zu einer Erhöhung der 

Sozialhilfeleistungen kommen könnte, bis die Beschwerdeführerin 1 ihr Ar-

beitspensum erhöhen kann und/oder der Beschwerdeführer 2 eine Arbeits-

stelle gefunden hat. Ebenso kann nicht von vornherein ausgeschlossen 

werden, dass die Beschwerdeführenden nicht in der Lage sein werden, die 

Sozialhilfekosten zu reduzieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Be-

schwerdeführenden zumindest den zusätzlich anfallenden Sozialhilfe-

 - 20 - 

 

 

kostenanteil des Beschwerdeführers 2 selbst erwirtschaften können, ist je-

doch höher zu veranschlagen. Dementsprechend ist nicht von einem er-

höhten öffentlichen Interesse auszugehen, die nachgesuchte Aufenthalts-

bewilligung zu verweigern. Im Gegenteil: Zu berücksichtigen ist, dass die 

zusätzlich zu erwartenden Sozialhilfekosten nicht sehr hoch sind. Weiter 

bestehen im Moment keine konkreten Anhaltspunkte, dass die Beschwer-

deführenden nicht in absehbarer Zeit in der Lage sein werden, gemeinsam 

in der Schweiz ein Einkommen zu erwirtschaften, welches zumindest die 

durch den Beschwerdeführer 2 anfänglich verursachten erhöhten Sozialhil-

febezüge zu decken bzw. darüber hinaus die für die Beschwerdeführenden 

und ihre beiden Kinder anfallenden Sozialhilfekosten zumindest teilweise 

zu reduzieren. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist das öffentliche Interesse 

daher tiefer zu veranschlagen. 

 

4.1.3.4.  

Zu prüfen bleibt, ob weitere öffentliche Interessen bestehen, die für die Ver-

weigerung des Familiennachzugs sprechen. 

 

Soweit aus den Akten ersichtlich, musste die Beschwerdeführerin 1 nicht 

betrieben werden und sie ist strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten 

(MI1-act. 82 f.; MI2-act. 10, 579 f.). Gemäss dem Auszug aus dem Betrei-

bungsregister des Betreibungsamts Region R._____ vom 23. November 

2022 sind betreffend den Beschwerdeführer 2 keine Betreibungen oder 

Verlustscheine registriert (MI2-act. 578). Mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau vom 1. Dezember 2021 wurde der Beschwerde-

führer 2 wegen versuchten Erschleichens eines schweizerischen Führer-

ausweises, indem er einen gefälschten kongolesischen Führerausweis 

vorgelegt hatte, mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 10.00 

und einer Busse von Fr. 400.00 bestraft (MI2-act. 538 ff.). Weitere 

Straftaten weist der Beschwerdeführer 2 nicht auf (MI2-act. 577). Auch 

wenn das vom Beschwerdeführer 2 begangene Delikt keine Bagatelle dar-

stellt, wiegt dieses indessen nicht schwer und vermag vorliegend keine 

massgebend relevante Erhöhung des öffentlichen Interessens zu begrün-

den. Gleich verhält es sich betreffend den Umstand, dass der Beschwer-

deführer 2 der angeordneten Wegweisung keine Folge geleistet hat und 

ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz verblieb. In Anbetracht der 

vorliegenden Umstände und insbesondere seiner familiären Situation ist 

dieses Fehlverhalten nicht geeignet, das öffentliche Interesse an einer Be-

willigungsverweigerung massgeblich zu beeinflussen. Insbesondere ist 

nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 2 eine Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen würde, sollte er in der 

Schweiz über eine Aufenthaltsberechtigung verfügen (vgl. BGE 137 I 351, 

Erw. 3.9).  

 

Was die Wohnverhältnisse der Beschwerdeführenden anbelangt, geht aus 

den Akten Folgendes hervor: Per 1. Oktober 2024 mietete die Beschwer-

 - 21 - 

 

 

deführerin 1 eine 3.5-Zimmerwohnung an, welche zur Benützung als Fami-

lienwohnung für vier Personen vorgesehen ist (act. 56 f.). Nach einer weit 

verbreiteten (kantonalen) Praxis stellt beim Familiennachzug bei Personen 

mit Aufenthaltsbewilligung die Wohnungsgrösse bzw. die Zimmeranzahl 

das wichtigste Kriterium zur Beurteilung der Angemessenheit dar. Eine 

Wohnung gilt in der Regel dann als angemessen bzw. bedarfsgerecht, 

wenn die Anzahl Personen, die sie bewohnt, die Anzahl Zimmer um 

höchstens 1 überschreitet (Urteil des Bundesgerichts 2C_304/2021 vom 

29. Juli 2021, Erw. 4.1). Damit ist das Kriterium der bedarfsgerechten Woh-

nung erfüllt und das öffentliche Interesse an der Verweigerung des Fami-

liennachzugs unter diesem Aspekt nicht zu erhöhen. 

 

4.1.4.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 1 seit 

ihrer Einreise in die Schweiz mit Sozialhilfe unterstützt werden muss. Mit 

Blick auf die Vorwerfbarkeit ist jedoch von einem massgeblich reduzierten 

öffentlichen Interesse an einer Verweigerung des Familiennachzugs aus-

zugehen, da die Beschwerdeführerin 1 aufgrund ihrer psychischen Erkran-

kung nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten hatte, eine Ausbildung zu ab-

solvieren und auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Betreffend die zukünf-

tig zu erwartende Fürsorgeabhängigkeit ist bestenfalls von einem leicht er-

höhten öffentlichen Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs 

auszugehen, da davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführenden in 

absehbarer Zeit in der Lage sein werden, die zusätzlichen Sozialhilfekosten 

des Beschwerdeführers 2 selbst zu tragen und allenfalls gar die Sozialhil-

fekosten der Beschwerdeführerin 1 und ihrer Kinder zu reduzieren. Das 

öffentliche Interesse an der Bewilligungsverweigerung wird zudem dadurch 

relativiert, dass die Beschwerdeführerin 1 als alleinerziehende Mutter mit 

unzureichender Ausbildung voraussichtlich mehrere Jahre benötigen wird, 

um eine massgebliche Reduktion ihrer Fürsorgeabhängigkeit zu erwirken, 

sollte sie ohne den Beschwerdeführer 2 für den Unterhalt der Familie 

sorgen müssen. Zudem ist die Verweigerung des beantragten Familien-

nachzugs nur beschränkt geeignet, die Belastung des Sozialhilfesystems 

zu verhindern, da lediglich die potenziellen Sozialhilfekosten für den Be-

schwerdeführer 2 eingespart werden können. Schliesslich ist gestützt auf 

die aktuellen Verhältnisse davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-

rerin 1, bzw. wohl eher der Beschwerdeführer 2, in absehbarer Zeit in der 

Lage sein wird, in der Schweiz ein Einkommen zu erwirtschaften, welches 

die derzeit anfallenden Sozialhilfekosten zumindest teilweise zu reduzieren 

vermag. Dies führt schliesslich zur einer Tieferveranschlagung des öffent-

lichen Interessens. 

 

Das persönliche Verhalten der Beschwerdeführenden ist nicht geeignet, 

das öffentliche Interesse an einer Bewilligungsverweigerung massgeblich 

zu beeinflussen und die Wohnverhältnisse stehen der Bewilligung des Fa-

miliennachzugs ebenfalls nicht entgegen. 

 - 22 - 

 

 

 

Insgesamt ist aufgrund der bisherigen Fürsorgeabhängigkeit der Be-

schwerdeführerin 1 sowie der allfälligen vorübergehenden Mehrbelastung 

des Sozialhilfesystems zwar praxisgemäss von einem sehr grossen öffent-

lichen Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs auszugehen. 

In Anbetracht der nur teilweisen Vorwerfbarkeit des Sozialhilfebezugs und 

der reellen Chance auf eine Reduktion der Sozialhilfebezüge nach Bewilli-

gung des Familiennachzugs ist dieses im heutigen Zeitpunkt lediglich noch 

als gross einzustufen.  

 

Anzumerken bleibt, dass sogar von einem öffentlichen Interesse an der Er-

teilung der Aufenthaltsbewilligung hätte ausgegangen werden müssen, 

hätten die Beschwerdeführenden belegen können, dass sich die Sozialhil-

fekosten nach Bewilligung des Familiennachzugs aufgrund eines erhöhten 

Arbeitseinkommens höchstwahrscheinlich reduzieren würden. 

 

4.2.  

4.2.1.  

Dem öffentlichen Interesse an der Verweigerung des Familiennachzugs ist 

das private Interesse der Beschwerdeführenden und der beiden gemein-

samen Kinder gegenüberzustellen, ihr Familienleben in der Schweiz führen 

zu dürfen. 

 

4.2.2.  

Mit Blick auf den Aufenthaltsstatus der Beschwerdeführerin 1 und der bei-

den Kinder sowie der vorliegenden Familienkonstellation (vgl. vorne 

Erw. II/3.2.3) muss von einer anhaltenden Trennung der Familie ausge-

gangen werden, sollte dem Beschwerdeführer 2 der Aufenthalt in der 

Schweiz verweigert werden. Das private Interesse der Beschwerdeführen-

den, weiterhin in einer Familiengemeinschaft zusammenleben zu können 

und somit an der Bewilligung des Familiennachzugs ist als sehr gross ein-

zustufen. 

 

4.3.  

Bei einer Gesamtwürdigung der vorliegenden Umstände vermag das 

öffentliche Interesse, dem Beschwerdeführer 2 den Aufenthalt in der 

Schweiz zu verweigern die privaten Interessen der Beschwerdeführenden 

an einer Bewilligung des Familiennachzugsgesuchs offensichtlich nicht zu 

überwiegen. Die Verweigerung des Familiennachzugs würde damit gegen 

Art. 8 EMRK verstossen.  

 

5.  

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 1 

und ihren beiden Kindern nicht ohne weiteres zugemutet werden kann, das 

Familienleben im Heimatland zu führen, womit die Verweigerung des Fa-

miliennachzugs einen Eingriff in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte 

 - 23 - 

 

 

Familienleben darstellen würde. Die gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorzuneh-

mende Interessenabwägung ergibt zudem, dass kein überwiegendes 

öffentliches Interesse an der Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung 

besteht. Dem Beschwerdeführer 2, als Ehemann der Beschwerdeführe-

rin 1, ist damit gestützt auf Art. 8 EMRK ein Anspruch auf Aufenthalt bei der 

Beschwerdeführerin 1 und ihren beiden gemeinsamen Kindern im Sinne 

von Art. 14 Abs. 1 AsylG einzuräumen, weshalb Art. 14 Abs. 1 AsylG dem 

Gesuch um Bewilligung des Familiennachzugs nicht entgegensteht. Damit 

ist die Beschwerde gutzuheissen und das MIKA anzuweisen, den Aufent-

halt des Beschwerdeführers 2 zu regeln. 

 

6.  

Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an Drittstaatsangehörige 

(d.h. Staatsangehörige von Nichtmitgliedstaaten der EU oder der EFTA) 

gestützt auf Art. 8 EMRK steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des 

Bundes. Mit anderen Worten hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) 

vor Erteilung der Bewilligung durch den Kanton seine Zustimmung zu ertei-

len (Art. 40 Abs. 1 AIG; Art. 99 AIG i.V.m. Art. 85 Abs. 1 und 2 VZAE; Art. 3 

lit. f der Verordnung des EJPD über die dem Zustimmungsverfahren unter-

liegenden ausländerrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide vom 

13. August 2015 [Verordnung des EJPD über das ausländerrechtliche Zu-

stimmungsverfahren, ZV-EJPD; SR 142.201.1]; vgl. Weisungen AIG, 

Ziff. 1.3.1, lit. c). Vorliegend unterliegt demnach auch die Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer 2 grundsätzlich der Zu-

stimmung des SEM. Die Gutheissung der Beschwerde durch das Verwal-

tungsgericht hat im vorliegenden Fall deshalb nicht unmittelbar die Ertei-

lung der Bewilligung durch das MIKA zur Folge, sondern führt einzig dazu, 

dass das MIKA die Erteilung der Bewilligung dem SEM mit dem Antrag auf 

Zustimmung zu unterbreiten hat (Art. 99 Abs. 2 AIG). Inwieweit es dem 

SEM nach neuster Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu-

steht, die Zustimmung zu verweigern, ist nicht im kantonalen Verfahren zu 

klären, sondern durch das SEM zu entscheiden, wobei dessen ablehnen-

der Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht anzufechten wäre (vgl. 

hierzu Urteile des Bundesverwaltungsgerichts F-2182/2021 vom 6. Juni 

2024, Erw. 3 ff. und F-2855/2022 vom 6. September 2024, Erw. 3.3). 

 

7.  

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Bemessung des öffent-

lichen Interesses massgeblich darauf beruht, dass sich die Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer 2 mittelfristig zumindest 

nicht nachteilig, wenn nicht gar positiv auf die Sozialhilfeabhängigkeit der 

Beschwerdeführerin 1 auswirken wird. Sollten sich die Umstände ändern 

oder mit Blick auf die finanzielle Integration keine Anzeichen bestehen, 

dass sich diese Einschätzung bewahrheitet, kann sich zu einem späteren 

Zeitpunkt die Interessenlage anders präsentieren. Dem MIKA ist es unbe-

nommen, die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerde-

 - 24 - 

 

 

führers 2 gegebenenfalls in Frage zu stellen oder gestützt auf Art. 33 Abs. 2 

AIG vorweg mit Bedingungen zu verbinden. 

 

8.  

Die Beschwerdeführenden beantragen mit ihrer Beschwerde, ihnen sei für 

das Einsprache- und sowie das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren und ihr Anwalt sei als unentgeltlicher Rechts-

vertreter einzusetzen (Verfahrensantrag 4).  

 

Die Vorinstanz lehnte das Gesuch der Beschwerdeführenden um unent-

geltliche Rechtspflege und -verbeiständung für das Einspracheverfahren 

trotz erwiesener Bedürftigkeit ab, weil sie der Ansicht war, die gestellten 

Begehren seien aussichtslos (act. 11). Der entscheiderhebliche Sachver-

halt hat sich seit dem Einspracheverfahren nicht wesentlich verändert, le-

diglich die Wohnverhältnisse haben sich mit der Anmietung einer 3.5-Zim-

merwohnung für vier Personen (act. 56 f.) geändert. Wie die vorstehenden 

Erwägungen ergeben haben, erweist sich die Abweisung der Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer 2 als unzulässig, 

weshalb die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene 

Entscheid der Vorinstanz aufzuheben ist. Entsprechend hätte die 

Vorinstanz im Einspracheverfahren dem Gesuch der Beschwerdeführen-

den um unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung stattgeben 

müssen. In Anwendung von § 49 VRPG ist den Beschwerdeführenden des-

halb nachträglich die unentgeltliche Rechtspflege für das abgeschlossene 

vorinstanzliche Verfahren zu gewähren und ihr Vertreter, lic. iur. Stefan 

Galligani, Rechtsanwalt, Schöftland, ist rückwirkend zum unentgeltlichen 

Rechtsvertreter für das Einspracheverfahren zu bestellen.  

 

9.  

Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und das MIKA in Auf-

hebung des Einspracheentscheids der Vorinstanz vom 30. Januar 2024 an-

zuweisen, dem SEM die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den Be-

schwerdeführer 2 mit dem Antrag auf Zustimmung zu unterbreiten. 

 

Angesichts dieses Resultats ist auf die übrigen Anträge und Vorbringen der 

Beschwerdeführenden nicht weiter einzugehen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 31 Abs. 2 VRPG werden die Verfahrenskosten in der Regel 

nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt. 

Gleiches gilt gemäss § 32 Abs. 2 VRPG für die Parteikosten. 

 

 - 25 - 

 

 

2. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegen die Beschwerdeführenden. Die 

Verfahrenskosten sind auf die Staatskasse zu nehmen (§ 31 Abs. 2 

VRPG). 

 

3. 

Als unterliegende Partei hat das MIKA den Beschwerdeführenden die Par-

teikosten für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht zu ersetzen (§ 32 

Abs. 2 VRPG). 

 

Die Festsetzung der Höhe der Parteientschädigung richtet sich nach dem 

Dekret über die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (An-

waltstarif, AnwT; SAR 291.150). Migrationsrechtliche Verfahren sind soge-

nannte nicht vermögensrechtliche Streitigkeiten. Die Parteientschädigung 

setzt sich damit zusammen aus einer Grundentschädigung zwischen 

Fr. 1'210.00 und Fr. 14'740.00 (§ 8a Abs. 3 i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. b AnwT) 

sowie den Zu- und Abschlägen (§§ 6–8 AnwT). Innerhalb dieses Rahmens 

ist die Grundentschädigung nach dem mutmasslichen Aufwand des Anwal-

tes bzw. der Anwältin sowie nach der Bedeutung und der Schwierigkeit des 

Falles festzusetzen (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Durch die tarifgemässe Ent-

schädigung sind die in einem Verfahren notwendigen und entsprechend 

der Bedeutung der Sache üblichen Leistungen des Anwaltes bzw. der An-

wältin einschliesslich der üblichen Vergleichsbemühungen abgegolten (§ 2 

Abs. 1 AnwT). Die Entschädigung ist als Gesamtbetrag festzusetzen. Aus-

lagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten (§ 8c AnwT). 

 

Nachdem neben der Beschwerde keine weitere Eingabe notwendig war 

und auch keine Verhandlung durchgeführt wurde, rechtfertigt es sich, die 

Entschädigung auf Fr. 3'500.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) festzusetzen. 

Das MIKA ist dementsprechend anzuweisen, den Beschwerdeführenden 

die Parteikosten in besagter Höhe zu ersetzen. 

 

4.  

4.1. 

Weiter ist den Beschwerdeführenden für das abgeschlossene Einsprache-

verfahren nachträglich die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Ihr 

Anwalt ist rückwirkend zum unentgeltlichen Rechtsvertreter für das Ein-

spracheverfahren zu bestellen (siehe vorne Erw. II/8). 

 

4.2. 

Über die im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege für das 

Einspracheverfahren auszuzahlende Entschädigung hat die Vorinstanz zu 

entscheiden (§ 12 AnwT). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden 

hat der Vorinstanz eine detaillierte Rechnung für das Einspracheverfahren 

einzureichen. 

 

 - 26 - 

 

 

4.3. 

Die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter durch die Vorinstanz für das Ein-

spracheverfahren auszurichtende Entschädigung ist in der unentgeltlichen 

Rechtspflege vorzumerken, unter dem Vorbehalt späterer Nachzahlung 

durch die Beschwerdeführenden gemäss Art. 123 Abs. 1 der Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, 

ZPO; SR 272; vgl. § 2 EGAR i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG; vgl. auch § 8 Abs. 1 

EGAR). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der vorinstanzliche Einspracheent-

scheid vom 30. Januar 2024 aufgehoben. Das MIKA wird angewiesen, dem 

SEM die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer 2 

mit dem Antrag auf Zustimmung zu unterbreiten. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Kan-

tons. 

 

3. 

Das MIKA wird angewiesen, den Beschwerdeführenden die vor Verwal-

tungsgericht entstandenen Parteikosten in Höhe von Fr. 3'500.00 zu er-

setzen. 

 

4. 

Den Beschwerdeführenden wird nachträglich die unentgeltliche Rechts-

pflege für das Einspracheverfahren gewährt und ihr Anwalt, lic. iur. Stefan 

Galligani, Rechtsanwalt, Schöftland, rückwirkend zum unentgeltlichen 

Rechtsvertreter für das Einspracheverfahren bestellt. 

 

5. 

Die Vorinstanz wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführenden nach Rechtskraft für das Einspracheverfahren die 

noch festzusetzenden Parteikosten zu ersetzen. Die Zahlung erfolgt unter 

Vorbehalt späterer Nachzahlung gemäss Art. 123 ZPO. 

 

6. 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden wird aufgefordert, der 

Vorinstanz eine detaillierte Rechnung für das Einspracheverfahren einzu-

reichen. 

 

  

 - 27 - 

 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführenden (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweize-

rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 14. April 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Busslinger Peter