# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2608fc2e-00f8-502e-9539-9aabaad441a8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.04.2010 UV 2009/104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-104_2010-04-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/104

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 20.04.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2010
Art. 6 UVG: Bejahung des Status quo sine im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung nach diversen Kontusionsverletzungen bei Vorliegen 
verschiedener Vorzustände im Bereich der HWS und BWS. Verneinung von 
massgebenden Hinweisen auf eine durch den Unfall erlittene 
schleudertraumaähnliche Verletzung (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 20. April 2010, UV 2009/104).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 20. April 2010

in Sachen

O.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Christoph A. Egli, Berneckerstrasse 26, Postfach 95, 

9435 Heerbrugg,

gegen

ÖKK Kranken- und Unfallversicherung, Bahnhofstrasse 9, 7302 Landquart,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, Hartbertstrasse 11, Postfach 180, 

7002 Chur,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   O.___ war bei der A.___ als Sekretärin tätig und dadurch bei der ÖKK Kranken- 

und Unfallversicherung AG (nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 23. Januar 2009 Kopf voran die Treppe eines 

Wohnhauses hinunterstürzte und mit dem Kopf gegen eine Türkante stiess (act. G 

3.3/1). Dr. med. B.___, FMH für Innere Medizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 20. April 

2009 eine Erstkonsultation am Unfalltag und diagnostizierte diverse Kontusionen, vor 

allem der rechten Körperseite. Als Befunde erhob er ein Hämatom an der Stirn, 

Schmerzen retroaurikulär rechts sowie am rechten Schulterblatt. Er bescheinigte der 

Versicherten vom 23. Januar bis 8. Februar 2009 eine 100%ige und ab 9. Februar 2009 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 20. Februar 2009 schloss er die Behandlung ab 

und bestätigte ab 23. Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 3.1/3). 

Während seiner Behandlung wies Dr. B.___ die Versicherte wegen chronischer 

Schmerzen atlanto-occipital und im Bereich der BWS mit Ausstrahlung nach cranial 

und distal sowie in den linken Arm zur Durchführung einer kernspintomographischen 

Untersuchung der HWS und BWS der Klinik Stephanshorn zu, welche am 13. Februar 

2009 stattfand (act. G 3.3/2). Die ÖKK erbrachte für den Unfall vom 23. Januar 2009 die 

gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).

A.b   Vor diesem Unfall hatte die Versicherte bereits zwei ebenfalls bei der ÖKK 

versicherte Unfälle - am 5. Juni 2004 einen Auto-Selbstunfall (act. G 3.5/1-6) und am 

20. Dezember 2007 einen Sturz auf den Rücken (act. G 3.4/1-16) - erlitten. Die ÖKK 

hatte für diese Unfälle ebenfalls die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und 

Taggeldleistungen) erbracht.

A.c    Wegen anhaltender Beschwerden occipital sowie im Nacken- und BWS-Bereich 

unterbreitete die ÖKK den Schadenfall UVG-Vertrauensarzt Dr. med. C.___. Gestützt 

auf dessen Beurteilung vom 23. Juni 2009 (act. G 3.3/5) eröffnete sie der Versicherten 

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mit Verfügung vom 30. Juni 2009, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht 

mehr unfallbedingt, sondern in überwiegendem Mass krankhafter Natur seien. Der 

Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 23. Januar 2009 eingestellt hätte 

(Status quo ante [richtig: Status quo sine]), sei gemäss medizinischer Beurteilung 

spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis wieder erreicht. Sie stelle ihre 

Leistungen daher per 10. Juli 2009 ein (act. G 3.3/6). Die von Rechtsanwalt lic. iur. H.-

W. Rutz, Heerbrugg, für die Versicherte am 22. Juli 2009 erhobene Einsprache (act. G 

3.3/7) wies die ÖKK mit Entscheid vom 14. September 2009 ab.

B.       

B.a   Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 15. Oktober 2009 Beschwerde erheben und beantragen, die 

Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, ihr weiterhin Leistungen aus der 

Unfallversicherung im Zusammenhang mit der HWS-Distorsion zu gewähren, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Aufgrund einer durch einen HWS-Spezialisten 

vorzunehmenden Untersuchung werde sich mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ergeben, dass die gegenwärtigen Beschwerden auf den Unfall vom 

23. Januar 2009 oder mindestens im Sinn eines Rückfalls auf ein HWS-Trauma 

zurückzuführen seien, für welches die Beschwerdegegnerin aufgrund des Autounfalls 

vom 5. Juni 2004 leistungspflichtig geworden sei.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. M. Schmid, Chur, 

Abweisung der Beschwerde.

B.c   Mit Replik und Duplik vom 7. bzw. 15. Dezember 2009 hielten die Parteien 

unverändert an ihren Anträgen fest.

B.d   Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

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1.1    Vorliegend ist streitig, ob die von der Beschwerdeführerin ab dem 11. Juli 2009 

geltend gemachten Beschwerden im Bereich des Hinterkopfs, des Nackens und der 

BWS noch auf den Unfall vom 23. Januar 2009 zurückzuführen sind und die 

Beschwerdeführerin damit weiterhin einen Anspruch auf Versicherungsleistungen der 

Beschwerdegegnerin hat.

1.2    Nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bildet die Frage 

nach dem Vorliegen eines Rückfalls gemäss Art. 11 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) zum Autounfall vom 5. Juni 2004 bzw. eines 

Kausalzusammenhangs zwischen dem genannten Unfall und den geklagten 

Beschwerden. Auf diese Frage kann demnach auch im vorliegenden Verfahren nicht 

eingetreten werden, da im Beschwerdeverfahren lediglich Leistungsansprüche geprüft 

werden können, zu welchen die Vorinstanz im Einspracheentscheid und in der 

vorangehenden Verfügung Stellung genommen hat (vgl. BGE 125 V 413). Eine 

Verfahrensausdehnung (vgl. dazu BGE 122 V 34 E. 2a) auf diese Kausalitätsfrage 

kommt nicht in Betracht, weil diese mit der Kausalitätsfrage betreffend das 

Unfallereignis vom 23. Januar 2009 nicht derart eng zusammenhängt, dass von einer 

Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden könnte. Wenn die Beschwerdeführerin 

einen Leistungsanspruch in Bezug auf den Unfall vom 5. Juni 2004 geltend machen 

möchte, kann sie dies gegenüber der Beschwerdegegnerin in einem neuen 

Verwaltungsverfahren tun.

2.        

2.1    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden 

Gesundheitsstörungen zutreffend dargelegt (Erwägung 2.2); darauf kann verwiesen 

werden. Praxisgemäss ist es Aufgabe des Arztes, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen; dagegen obliegt es dem Gericht, die Frage nach 

dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten. Im Bereich klar ausgewiesener 

organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen 

(organisches Substrat konnte mit bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, 

Computertomogramm, EEG] nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche 

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Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher 

Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 

291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).

2.2    Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt 

erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss 

mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es 

sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende 

Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). 

Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. 

Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein 

Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist 

nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, 

als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind 

(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).

2.3    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

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streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Vertrauensärzte 

einer Kasse sind in ihrem Urteil als unabhängig und von keiner Seite 

weisungsgebunden zu betrachten (vgl. dazu Art. 57 Abs. 5 des Bundesgesetzes über 

die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Ihre medizinischen Berichte sind daher 

nicht als Parteigutachten einzustufen. Von ihnen wird vorerst fachliche Kompetenz, 

zugleich Geschick im Umgang mit allen Beteiligten und überdies gute Kenntnis der 

Rechtsgrundlagen erwartet. Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als 

zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und 

gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist 

ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund 

der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. PVG 1996 Nr. 89, 

265 E. 3b). - Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen 

Gründe gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von Dr. C.___ vom 23. 

Juni 2009 (act. G 5.3/5). Ob letztendlich auf die Aktenbeurteilung abgestellt werden 

kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung bzw. 

Beweiswürdigung zu prüfen.

3.        

3.1    Seit dem Unfall vom 23. Januar 2009 leidet die Beschwerdeführerin angeblich 

fortdauernd unter Schmerzen im Hinterkopf und Nackenbereich sowie im Bereich der 

mittleren BWS (act. G 3.3/2, G 3.3/7). Gemäss Arztzeugnis von Dr. B.___ vom 20. April 

2009 erlitt sie damals diverse Kontusionen, u. a. der Stirn und der rechten Schulter (act. 

G 5.3/3). Die am 13. Februar 2009 in der Klinik Stephanshorn durchgeführte 

Kernspintomographie der HWS zeigte eine beginnende Osteochondrose in den 

Segmenten C3/4 bis C5/6 mit diskreten Boden-/Deckenplattenirregularitäten sowie 

ventral und im Segment C5/6 dorsal angedeuteter Spondylose. In allen Segmenten 

waren sodann diskrete Zeichen von Bandscheibendehydratation, jedoch ohne 

Höhenminderung, erkennbar. In den Segmenten C5/6 und C6/7 bestanden zusätzlich 

kleinvolumige mediane Diskushernien bzw. Bandscheibenprotrusionen ohne Irritation 

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austretender Nervenwurzeln. Die Kernspintomographie der BWS zeigte 

Bodenplattenirregularitäten der BWK 4-11 bei teilweise dehydrierten, jedoch kaum 

höhengeminderten Bandscheiben. Im Weiteren fand sich eine kleinvolumige mediane 

und paramedian linksseitige Diskushernie Th7/8 mit diskreter Abdrängung des 

thorakalen Myelons nach dorsal, jedoch ohne Irritation der austretenden Nervenwurzeln 

(act. G 3.3/2). Bei diesen Gesundheitsschäden handelt es sich um klare organische 

Substrate, die grundsätzlich als Ursache der geklagten Beschwerden im 

Nackenbereich mit Ausstrahlung in den Hinterkopf sowie im BWS-Bereich in Frage 

kommen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., 

Bern 2002, S. 848 ff., 878 ff.). Zu prüfen ist daher im Folgenden, inwieweit sie durch 

den Unfall bzw. die Kontusionen vom 23. Januar 2009 verursacht wurden oder 

inwieweit der Unfall bzw. die Kontusionen auf sie eingewirkt haben. In Frage kommen 

eine durch den Unfall verursachte organische Gesundheitsschädigung, eine 

richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands sowie ein durch 

den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder vorübergehend 

verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als Auslösefaktor interessiert im 

Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch andauert bzw. bis zu welchem 

Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190 und Nr. U 379 S. 

192).

3.2     

3.2.1           Aktenmässig erstellt (act. G 3.4/6, G 3.4/11) ist, dass die 

Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall vom 23. Januar 2009 im Bereich der HWS 

bzw. deren Segmente C5/6 und C6/7 geringfügige bzw. kleinvolumige 

Diskusprotrusionen aufwies. Insofern stellen die nach dem Unfall in diesen Segmenten 

erhobenen Hernierungen der Bandscheibe keine neuen, bleibenden 

Gesundheitsschädigungen im Sinn struktureller Veränderungen dar. Dasselbe hat mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in Bezug auf die Diskushernie 

im Bereich der BWS zu gelten. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; 

seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner 

Rechtsprechung festhielt, entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im 

Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in aller Regel degenerative 

Erkrankungen darstellen. Ein Bandscheibenvorall kann nur dann als weitgehend durch 

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eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet werden, wenn die dabei wirkende Kraft 

ausserordentlich hoch und der Unfall mithin geeignet war, eine prätraumatisch 

vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, 193 

E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005 [U 163/05] i/S R., E. 3.1; 

Urteil des EVG vom 18. Februar 2002 [U 459/00] i/S K., E. 3b; Medizinische 

Mitteilungen der Suva Nr. 68 (1995), S. 17). Diese Voraussetzungen sind vorliegend 

offensichtlich weder hinsichtlich des Unfallereignisses noch bezüglich des 

Gesundheitszustands vor dem Unfall erfüllt. Bei der Osteochondrose handelt es sich 

sodann um eine häufige im Rahmen des Degenerationsvorgangs auftretende, also 

nicht traumatisch bedingte, Veränderung an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder 

eine Begleiterscheinung einer Diskushernie bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, 

a.a.O., S. 852 ff.). Der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, 

wonach die Spondylose auch durch traumatische Verletzungen entstehe und der 

fragliche Unfall in überwiegenden Masse zur Entstehung der Spondylose der 

Beschwerdeführerin beigetragen habe, kann nicht gefolgt werden. Bei der Spondylose 

handelt es sich um eine degenerative Veränderung an den Wirbelkörpern (Rand­

zackenbildungen an den Wirbelkörpern infolge zunehmender Abnutzung der 

Bandscheiben), die ebenfalls ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung einer 

Diskushernie darstellt (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 781, S. 852 ff.; 

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylosis_deformans). Zusammen mit dem 

ebenfalls festgestellten degenerativen Vorgang der Dehydratation sowie den 

Bodenplattenirregularitäten liegt damit im Bereich der HWS und BWS ein Zustand der 

Wirbelsäule vor, der insgesamt auf eine umfassende degenerative Problematik 

hinweist, die mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine beim 

Unfallereignis vom 23. Januar 2009 erlittene neue, bleibende Gesundheitsschädigung 

im Sinn einer strukturellen Veränderung ausschliessen lässt. Entsprechend weist Dr. 

C.___ in seiner vertrauensärztlichen Beurteilung vom 23. Juni 2009 (act. G 3.3/5) auf 

fehlende Hinweise für eine unfallbedingte strukturelle Schädigung im Bereich der HWS 

und BWS hin, dagegen auf die Darstellung erheblicher degenerativer Veränderungen. 

Da erhebliche degenerative Veränderungen zur Darstellung kämen, sei eine 

Abgrenzung zu wahrscheinlich krankheitsbedingten Beschwerden notwendig.

3.2.2           Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall der Beschwerdeführerin eine 

richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung ihrer 

http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylosis_deformans

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degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es ist eine 

medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als 

erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der 

Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma 

aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 

1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der 

degenerative Zustand der HWS und BWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 23. Januar 

2009 massiv verändert hätte. Die bei der kernspintomographischen Untersuchung vom 

13. Februar 2009 festgestellte Spondylose war zwar in der früheren 

Kernspintomographie offensichtlich noch nicht erkennbar (act. G 3.4/6). Angesichts der 

damals bereits im genau gleichen Ausmass bestehenden Diskusprotrusion C5/6 und 

C6/7, der zuvor beschriebenen umfassenden degenerativen Problematik und des 

Umstands, dass zwischen den beiden kernspintomographischen Untersuchungen ein 

Zeitraum von einem Jahr liegt, in dessen Verlauf ein rein degenerativer Prozess 

durchaus denkbar ist, drängt sich jedoch die Annahme einer unfallkausalen 

Ursächlichkeit in keiner Weise auf. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung 

muss röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression 

abheben; bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die 

Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren 

zurückzuführen (Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 (1994), S. 45 ff.). Allgemein 

kann eine Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme Wirbelsäulenerkrankung 

symptomatisch machen, wobei es sich aber meistens nur um eine vorübergehende 

Verschlimmerung handelt (Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von 

Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Entsprechend den obigen Ausführungen wird das 

Vorliegen einer richtunggebenden Verschlimmerung einer degenerativen Erkrankung im 

Bericht von Dr. C.___ auch nicht diskutiert.

3.2.3           Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder 

eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des 

degenerativen Vorzustands erlitten hat.

3.3     

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3.3.1           Ein Vorzustand kann durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend 

verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt die Unfallversicherung jedoch nur den 

durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 

E. 2a mit Hinweisen). - Demgemäss hält Dr. C.___ in seinem Bericht vom 23. Juni 2009 

(act. G 3.3/5) fest, dass im vorliegenden Fall hauptsächlich von Prellungen der 

betroffenen Körperteile ausgegangen werden könne. Die festgestellten unfallbedingten 

Verletzungen würden grundsätzlich innert drei bis spätestens sechs Monate nach dem 

Unfallgeschehen abheilen. Er empfehle deshalb, die Heilbehandlungskosten als 

unfallbedingt bis Ende Juni 2009 zu übernehmen. Entsprechend dieser Beurteilung 

stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 10. Juli 2009 ein.

3.3.2           Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen, 

Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen 

Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz darf, zumal er 

der herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des 

Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den 

Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen 

Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil 

des EVG vom 18. September 2002 [U 60/02] i/S H., E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die 

medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 [U 357/06] i/S 

B., E. 4.5). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101 hält Autor 

Erich Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin 

Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als 

einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen 

Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären und weist auf zahlreiche 

weitere Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule. Ein Update. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 100 

ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im 

Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 (1994), S. 45). Schliesslich 

sprechen seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen 

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und eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit - zumindest eine solche bestand bei der 

Beschwerdeführerin rund einen Monat nach dem Unfall nicht mehr (vgl. act. G 3.3/3, 

act. G 3.3/4) - nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. 

eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die Leistungseinstellung des 

Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit. 

Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine 

kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können 

anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, beispielsweise eben 

degenerativer Art, erklärt werden. Ein Unfall gemäss der Beschreibung in der 

Unfallmeldung vom 20. Februar 2009 (Treppensturz mit dem Kopf voraus) vermag zwar 

grundsätzlich schwere Verletzungen zu verursachen. Die Schwere der Kontusion hängt 

jedoch letztlich von der im Einzelfall erfolgten Gewalteinwirkung ab. Der Umstand 

allein, dass ein Unfallereignis potentiell geeignet wäre, körperlich gravierende 

Verletzungen oder gar den Tod einer Person herbeizuführen, ist nicht entscheidend. Die 

Beschwerdeführerin hatte offensichtlich Glück im Unglück und es sind in den Akten 

keine auf eine schwerere Kontusion hinweisende Befunde (Schädelkontusion: 

Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckschwierigkeiten (Wikipedia http://

www.pflegewiki.de/wiki/Schädelprellung, Abfrage vom 25. März 2010; 

Thoraxkontusion: Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Hämatom (vgl. Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 288; Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/

Thoraxprellung, Abfrage vom 25. März 2010) vermerkt. Die Beschwerdeführerin erlitt 

auch keine strukturellen Läsionen (Schädel- oder Schulterfraktur, strukturelle 

Schädigung von Herz oder Lunge).

3.3.3           Angesichts der obigen Erwägungen sind keine Gründe ersichtlich, 

derentwegen die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. C.___ in Zweifel zu ziehen wäre, 

weshalb auf sie abzustellen ist. Sein Bericht vom 23. Juni 2009 erfüllt die an den 

Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweis). Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist - wie bereits erwähnt 

(vgl. Erwägung Ziff. 2.3) - nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von 

persönlichen 

Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95). 

Dr. C.___ standen offensichtlich sämtliche Vorakten zur Verfügung. Er legte diese bzw. 

die Anamnese in seinem Bericht ausführlich dar. Inwieweit die Beurteilung von 

http://www.pflegewiki.de/wiki/Sch%C3%A4delprellung
http://www.pflegewiki.de/wiki/Sch%C3%A4delprellung
http://de.wikipedia.org/wiki/Thoraxprellung
http://de.wikipedia.org/wiki/Thoraxprellung

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Dr. C.___ nicht schlüssig und nachvollziehbar sein soll, ist weder erkennbar, noch von 

Seiten des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin konkret gerügt. Er sieht die 

fortdauernden Beschwerden der Beschwerdeführerin offensichtlich auch vielmehr in 

einer anderen Verletzung begründet (vgl. dazu Erwägung Ziff. 4). Dr. C.___ 

Schlussfolgerung überzeugt, indem sie in der Erfahrungsmedizin - gerade bei 

Kontunsionsverletzungen muss sich ein Mediziner auf diese abstützen (vgl. Erwägung 

Ziff. 3.3.2) - und in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze findet.

3.3.4           Die Bestätigung einer Unfallkausalität durch Dr. B.___ im Arztzeugnis vom 

20. April 2009 (act. G 3.3/3) vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Dr. C.___ 

geht erst rund zwei Monate nach dieser Bestätigung von einer Heilung der Unfallfolgen 

aus. Im Übrigen kann sich die Bestätigung nur auf die Behandlungsdauer beziehen. 

Dr. B.___ hatte seine Heilbehandlung bereits zwei Monate vor Ausstellung des 

Arztzeugnisses, d.h. am 20. Februar 2009, abgeschlossen und der Beschwerdeführerin 

ab 23. Februar 2009 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Zudem sprechen die 

degenerativen Vorzustände massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität bzw. 

für die Schlussfolgerung von Dr. C.___.

3.4    Aufgrund des Gesagten ist nach Massgabe der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 10. Juli 2009, d.h. rund 

sechs Monate nach dem Unfallereignis, von einem Wegfall der Kontusionsfolgen als 

Ursache der noch geklagten Beschwerden auszugehen. Eine Leistungspflicht wegen 

Unfallrestfolgen infolge der Kontusionen lässt sich demzufolge nicht begründen.

4.        

4.1    Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht schliesslich einen über den 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch gegenüber 

der Beschwerdegegnerin insbesondere in einem beim Unfall vom 23. Januar 2009 

erlittenen HWS-Trauma begründet. Nach den Ergebnissen der medizinischen 

Forschung ist bekannt, dass bei Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten 

Verletzungen (HWS-Distorsion, Schädel-Hirntrauma; vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S. 

408 E. 3b; BGE 117 V 369 E. 3) auch ohne nachweisbare pathologische bzw. 

organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster 

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Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine 

Distorsion der HWS typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden 

Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, 

rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen 

(BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

4.2    Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer 

Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall 

verbunden sein können (vgl. Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - 

Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/

Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma" 

- medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der 

Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.).

4.3    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S 

G.) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung 

von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis 

höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in 

diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem 

Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im 

Rahmen eines Schleudertraums oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

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4.4    Angesichts der Kontusionsdiagnosen und der Unfallbeschreibung ist 

grundsätzlich nicht gänzlich auszuschliessen, dass der Treppensturz mit Anschlagen 

des Kopfs eine schleudertraumaähnliche Verletzung verursacht haben könnte. In 

Betracht zu ziehen wäre eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-Hirntrauma. 

Entsprechende Diagnosen wurden jedoch von Dr. B.___ im Arztzeugnis vom 20. April 

2009 nicht gestellt (act. G 3.3/3), womit solche nicht als durch zuverlässige Angaben 

gesichert gelten können. Hinzu kommt, dass zumindest anlässlich der Untersuchung 

am Unfalltag von der Beschwerdeführerin offensichtlich keine Nackenschmerzen und 

eigentliche Kopfschmerzen beklagt wurden und in Folge zu keinem Zeitpunkt ein 

Leidensprofil mit einer Häufung von typischen Beschwerden nach einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung vorlag. Als solche zeigten sich immer nur 

Schmerzen im Hinterkopf und Nackenbereich, welche zudem nicht ohne weiteres 

voneinander zu trennen sind. Schmerzen im BWS-Bereich gehören nicht zum 

typischerweise nach einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftretenden 

Beschwerdebild (vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma - 

neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich 

2004, S. 14 f.) und waren offensichtlich in einer ersten Phase der Kontusion der rechten 

Körperhälfte zuzuordnen. Aufgrund dieser Sachlage ist die natürliche Kausalität der 

Schmerzen im Hinterkopf sowie im Nacken- und BWS-Bereich bezogen auf eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu verneinen bzw. insgesamt liegen keine massgebenden Hinweise 

für eine durch den Unfall vom 23. Januar 2009 erlittene schleudertraumaähnliche 

Verletzung vor. Für diese Beurteilung spricht letztlich auch der Umstand, dass die 

geklagten Beschwerden anfänglich bereits ohne weiteres in den echtzeitlich 

diagnostizierten Kontusionen und nachfolgend in den Degenerationen der 

entsprechenden Wirbelsäulensegmente eine Ursachengrundlage finden.

5.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

ist, unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 14. September 2009 abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2010
	Art. 6 UVG: Bejahung des Status quo sine im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nach diversen Kontusionsverletzungen bei Vorliegen verschiedener Vorzustände im Bereich der HWS und BWS. Verneinung von massgebenden Hinweisen auf eine durch den Unfall erlittene schleudertraumaähnliche Verletzung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. April 2010, UV 2009/104).

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