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**Case Identifier:** 69e4cb0c-1449-5863-99b3-28b6effef4db
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.04.2022 IV 2021/101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-101_2022-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/101

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.08.2022

Entscheiddatum: 28.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Würdigung eines 
polydisziplinären Gutachtens und eines Verlaufsgutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2022, IV 
2021/101).

Entscheid vom 28. April 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2021/101

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, rechtsanwälte.og 42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2016 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe keine Berufsausbildung 

absolviert. Er sei nicht erwerbstätig. Im Juli 2016 teilte die ehemalige Arbeitgeberin, ein 

Personalverleiher, der IV-Stelle mit, der Versicherte sei letztmals im November 2014 als 

Produktionsmitarbeiter eingesetzt worden (IV-act. 9). Die psychiatrische Klinik B.___ 

berichtete im August 2016 (IV-act. 15), der Versicherte leide an Störungen durch 

Alkohol bei einem schädlichen Gebrauch sowie an sonstigen nichtorganischen 

psychotischen Störungen mit isoliert akustischen Halluzinationen. Er habe sich vom 7. 

Juni 2016 bis zum 26. Juli 2016 in stationärer psychiatrischer Behandlung befunden. 

Die Zuweisung sei durch das Psychiatrie-Zentrum C.___ erfolgt, das den Versicherten 

in den beiden Wochen davor behandelt habe. Der Versicherte habe angegeben, dass 

er schon seit 20 Jahren Stimmen höre, was ihn sehr belaste. Er fühle sich zudem von 

seinem Bruder durch schwarze Magie kontrolliert. Seit längerem leide er unter 

Schlafstörungen und Nervosität, weshalb er täglich eine Flasche Rotwein trinke. Die 

Ehefrau habe berichtet, dass der Versicherte grosse Probleme mit der Impulskontrolle 

habe. Er sei ihr gegenüber aggressiv. Das habe stark zugenommen, seit er keine feste 

Arbeit mehr habe und regelmässig trinke, also seit dem Jahr 2009. Es komme 

regelmässig zu Übergriffen. Nach einem Angriff mit einem Messer sei der Versicherte 

offenbar einmal einen Tag inhaftiert gewesen. Es handle sich um kurze Ausraster, die er 

jeweils im Nachhinein bereue. Das primäre Ziel der stationären Behandlung, der 

Alkoholentzug, sei ohne eine Entzugssymptomatik und ohne Rückfälle erreicht worden. 

Der medikamentöse Behandlungsversuch habe nicht zu einem Rückgang des 

Stimmenhörens geführt. Beim fraglichen Verfolgungswahn handle es sich eher um ein 

kulturell bedingtes als um ein wirklich wahnhaftes Erleben. Am 10. Januar 2017 erteilte 

A.a. 

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die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine dreimonatige berufliche Abklärung (IV-act. 

32). Der Einsatzbetrieb berichtete am 30. März 2017 (IV-act. 36), der Versicherte habe 

seine Arbeitsleistung auf 70 Prozent steigern können. Er habe Mühe mit der 

Konzentration gezeigt und angegeben, das sei wegen der Stimmen, die er höre. Zudem 

schlafe er unruhig und wenig. Wegen des hohen Blutdrucks und eines Diabetes müsse 

er viele Medikamente einnehmen. Am 28. Juni 2017 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten eine Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 44). Das Psychiatrie-Zentrum C.___ 

berichtete am 12. Oktober 2017 (IV-act. 50), der Versicherte sei in seiner Belastbarkeit 

sehr stark eingeschränkt. Im geschützten Rahmen habe er wohl eine Präsenz von 70 

Prozent eines Vollpensums zeigen können, aber die Arbeitsleistung sei trotz hoher 

Motivation deutlich verlangsamt gewesen. Die Arbeitsleistung sei auf dem ersten 

Arbeitsmarkt nicht verwertbar. Aufgrund der Komplexität des somatischen und 

psychischen Krankheitsbildes sei die Prognose schlecht. Die beschriebene 

Wahnsymptomatik könne gemäss den Aussagen des Dolmetschers nicht als ein 

kulturelles Phänomen gewertet werden, da sie „nicht typisch“ sei. Eine Weiterführung 

der beruflichen Eingliederung sei sinnlos; aus medizinischer Sicht sei dringend die 

Zusprache einer Rente zu empfehlen. Das Zentrum für Schlafmedizin des 

Kantonsspitals St. Gallen hatte am 12. Mai 2017 berichtet, der Versicherte leide an 

einem mittelschweren obstruktiven Schlafapnoesyndrom sowie an einem schweren 

restless legs-Syndrom (IV-act. 56). Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle 

notierte im Januar 2018 (IV-act. 64), vorerst seien keine weiteren 

Eingliederungsmassnahmen angezeigt, da gemäss einer Empfehlung des IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) zuerst der medizinische Sachverhalt mittels einer 

Begutachtung weiter abgeklärt werden müsse.

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ZVMB GmbH am 18. Juli 2018 ein poly­

disziplinäres Gutachten (IV-act. 75). Der neurologische Sachverständige hielt fest, die 

Dolmetscherin habe ihm gegenüber ihr Erstaunen darüber geäussert, dass der 

Versicherte weitaus konzentrierter als in früheren Untersuchungen gewirkt habe, bei 

denen sie übersetzt habe. Damals habe er sich von Lärm ablenken lassen und geltend 

gemacht, dieser sei sehr problematisch für ihn. Sie wundere sich darüber, dass er sich 

diesbezüglich bei der aktuellen Untersuchung völlig anders verhalte. Objektiv habe sich 

der Versicherte im Rahmen der neurologischen Untersuchung als ausgesprochen 

A.b. 

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freundlich, durchaus sehr humorvoll, gut schwingungsfähig, empathisch und in keiner 

Weise angespannt oder nervös präsentiert. Abgesehen von Trommelschlegelfingern 

und Trommelschlegelzehen hätten objektiv neurologisch keine Auffälligkeiten 

festgestellt werden können. Auch neuropsychologisch hätten sich keine Auffälligkeiten 

gezeigt. In einem Symptomvalidierungstest („Rey Memory Test“) habe ein nicht 

authentisches Antwortverhalten festgestellt werden können. Die Angabe einer 

„praktisch hochgradigen, fast kompletten Insomnie“ sei nicht nachvollziehbar. Im 

Verlauf der Untersuchung hätten keine Ermüdungszeichen festgestellt werden können. 

Die Laboranalyse habe gezeigt, dass der Versicherte die verordneten Medikamente 

entgegen seiner ausdrücklichen Angaben nicht regelmässig einnehme. Ein knapp am 

Übergang zur Grauzone liegender CDT-Wert lasse einen höheren fortgesetzten 

Alkoholkonsum als nicht wahrscheinlich erscheinen. Die Ergebnisse der 

Elektroneurographie seien unauffällig gewesen. Zusammenfassend seien aus 

neurologischer Sicht keine Ursachen für eine Arbeitsunfähigkeit feststellbar gewesen. 

Die psychiatrische Sachverständige führte aus, der Versicherte habe sehr ausführlich 

erzählt, viele Fragen aber nur sehr unpräzise, weitschweifig und ausweichend 

beantwortet. Die Schilderungen seien mehrheitlich vage gewesen. Der Versicherte 

habe entspannt gewirkt. Die Kontaktaufnahme sei sofort und gut möglich gewesen. 

Aufgefallen sei, dass der Versicherte ohne Überleitung auf die ihn störenden 

„Ohrstimmen“ zu sprechen gekommen sei und andere (körperliche) Beeinträchtigungen 

als nicht relevant respektive von untergeordneter Bedeutung erachtet habe. Es handle 

sich nicht um kommentierende Stimmen; der Versicherte erhalte keine 

Handlungsanweisungen. Der Wortlaut sei negativ besetzt und beziehe sich auf das 

Verhalten des Versicherten. Es sei nicht der Eindruck entstanden, dass der Versicherte 

dadurch wesentlich beeinträchtigt gewesen wäre. Die Aufmerksamkeit und die 

Konzentration seien nicht reduziert gewesen. Hinweise auf eine Merkfähigkeits- oder 

eine Gedächtnisstörung hätten nicht vorgelegen. Psychomotorisch habe der 

Versicherte etwas unruhig gewirkt. Die affektive Stimmungslage sei erhalten gewesen. 

Die emotionale Schwingungsfähigkeit sei nicht reduziert gewesen. Die 

Persönlichkeitsstruktur sei unauffällig gewesen. Zwänge oder phobische Reaktionen 

von Alltagsrelevanz hätten nicht festgestellt werden können. Die Willens- und 

Antriebsbildung seien intakt gewesen. Der Realitätsorientierungssinn und der 

Realitätsbezug seien erhalten gewesen. Der Versicherte habe angegeben, dass er sich 

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eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von etwa 70 Prozent zutraue. Aufgrund 

der Untersuchungsbefunde und der Angaben in den Akten stehe fest, dass die 

akustischen Halluzinationen die Konzentration und die Aufmerksamkeit des 

Versicherten allenfalls geringfügig beeinträchtigten. Eine Rentenzusprache könnten sie 

keineswegs begründen. Die Symptomatik bestehe unverändert seit 23 Jahren, habe 

sich durch nichts beeinflussen lassen, habe aber den Versicherten in der Vergangenheit 

nicht daran gehindert, regelmässig einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Eine 

konsequente und kontinuierliche Behandlung sei nie erfolgt, sei möglicherweise auch 

nicht erforderlich gewesen. Eventuell habe auch nie ein genügend hoher Leidensdruck 

bestanden. Diagnostisch lägen eine nicht organische psychotische Störung mit 

akustischen Halluzinationen, ein schädlicher Gebrauch von Alkohol bei einer 

gegenwärtigen Abstinenz sowie eine angegebene nichtorganische Insomnie vor. 

Wegen der leichten Einschränkungen der Flexibilität, der Umstellungsfähigkeit, der 

Durchhaltefähigkeit, der Konzentrationsfähigkeit und der Gruppenfähigkeit sei eine 

Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit von 20 Prozent zu attestieren. Der Versicherte 

sei also zu 80 Prozent arbeitsfähig. Der allgemein-internistische Sachverständige hielt 

fest, der Versicherte leide an einem Diabetes mellitus, an einer Hypertonie, an einem 

Nikotinabusus, an einem Status nach einem chronischen Alkoholabusus sowie an einer 

Dyslipidämie. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der 

pneumologische Sachverständige führte aus, der Versicherte leide an einem 

mittelgradigen obstruktiven Schlafapnoesyndrom sowie an einem fortgesetzten 

Nikotinabusus. Zudem bestehe der Verdacht auf eine COPD. Aus pneumologischer 

Sicht sei er uneingeschränkt arbeitsfähig. Nach der Konsensbesprechung hielten die 

Sachverständigen fest, auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten wirke sich nur die 

nicht organische Störung mit akustischen Halluzinationen aus. Diese schränke die 

Arbeitsleistung um maximal 20 Prozent ein. Das gelte sowohl für die angestammte als 

auch für eine leidensadaptierte Tätigkeit. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte 

retrospektiv ab dem Austritt aus der stationären psychiatrischen Behandlung im Juli 

2016. Der RAD-Arzt Dr. med. D.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-

act. 76).

Mit einer Mitteilung vom 28. August 2018 wies die IV-Stelle das Begehren um be­

rufliche Massnahmen ab (IV-act. 79). Mit einem Vorbescheid vom 28. September 2018 

A.c. 

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teilte sie dem Versicherten mit, dass sie vorsehe, sein Rentenbegehren mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades abzuweisen (IV-act. 84). Dagegen liess der nun 

anwaltlich vertretene Versicherte am 23. November 2018 einwenden (IV-act. 91), das 

Psychiatrie-Zentrum C.___ und der Hausarzt hätten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert. Die Sachverständigen der ZVMB GmbH hätten sich offenkundig davon 

täuschen lassen, dass der Versicherte seine tiefgreifenden Probleme mit Humor 

geschildert habe. Ihm sei aber die Angelegenheit ausserordentlich peinlich gewesen 

und er habe krankheitsimmanent eine eigentliche Auseinandersetzung mit der 

Problematik nie angehen können. Der RAD-Arzt Dr. D.___ empfahl am 14. Dezember 

2018, die Sachverständigen um eine ergänzende Stellungnahme zu den Einwänden 

des Versicherten zu ersuchen (IV-act. 92). Die IV-Stelle bot dem Versicherten die 

Möglichkeit, Ergänzungsfragen zu stellen (IV-act. 93), wovon dieser am 8. Januar 2019 

Gebrauch machte, allerdings mit dem Hinweis, die Beantwortung der Zusatzfragen 

werde an der mangelnden Qualität des Gutachtens nichts ändern (IV-act. 95). In ihrer 

ergänzenden Stellungnahme vom 26. März 2019 hielten die Sachverständigen der 

ZVMB GmbH fest (IV-act. 103), sie hätten sich nochmals intensiv mit den Akten 

befasst. Bezüglich des Berichtes des Psychiatrie-Zentrums vom 12. Oktober 2017 sei 

darauf hinzuweisen, dass die darin erwähnte Medikation zur Behandlung einer echten 

psychotischen Symptomatik nicht lege artis gewesen wäre. Erstaunlich sei auch die 

Diskrepanz bezüglich des psychischen Befundes im Vergleich zu den nur wenige 

Monate davor verfassten psychiatrischen Berichten. Auch hinsichtlich der 

diagnostischen Einschätzung, der Prognose und der Arbeitsfähigkeitsschätzung stehe 

der Bericht in einem diametralen Gegensatz zu den übrigen Akten. Überblicksmässig 

wiesen die verschiedenen medizinischen Berichte teilweise erhebliche Unterschiede 

bezüglich der Qualität und der Aussagekraft auf. Verschiedentlich sei weder eine 

Konsistenzprüfung noch eine Absicherung gegenüber negativen Antwortverzerrungen 

vorgenommen worden, was insbesondere deshalb zu bemängeln sei, weil der 

Versicherte im Rahmen der Begutachtung zahlreiche Inkonsistenzen mit zum Teil nicht 

authentischen Beschwerdeschilderungen und eingeschränkter Kooperation präsentiert 

habe. In versicherungsmedizinischer Hinsicht seien die Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

teilweise nicht nachvollziehbar, da sie nicht mit hinreichend plausiblen und 

versicherungsrechtlich adäquaten Begründungen versehen worden seien. Das 

Gutachten sei nochmals einer eingehenden kritischen Würdigung unterzogen worden. 

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Relevante Mängel hätten dabei nicht festgestellt werden können. Das Psychiatrie-

Zentrum C.___ berichtete am 22. Mai 2019 (IV-act. 106–2 ff.), der Versicherte sei 

durchgehend für jede Tätigkeit als vollständig arbeitsunfähig zu qualifizieren. Vom 24. 

Oktober 2018 bis zum 14. November 2018 habe er sich für eine stationäre 

psychiatrische Behandlung in der Psychiatrischen Klinik B.___ befunden. Davor sei es 

nach einer Tätlichkeit gegenüber der Ehefrau zu einer zehntägigen Wegweisung 

gekommen. Der Bekannte, bei dem der Versicherte diese Zeit habe verbringen können, 

habe die starke Unruhe des Versicherten bestätigt. Die ZVMB GmbH nahm auf 

Ersuchen der IV-Stelle hin am 29. Oktober 2019 Stellung zum Bericht des Psychiatrie-

Zentrums C.___ (IV-act. 118). Die Sachverständigen hielten fest, der Bericht enthalte 

eine einfach verständliche, jedoch wenig differenzierte Aussage zur Diagnose einer 

paranoiden Schizophrenie ohne jede differentialdiagnostische Diskussion. 

Offensichtlich sei dem Verfasser die Stellungnahme der ZVMB GmbH vom 26. März 

2019 nicht bekannt gewesen. Auffallend sei auch, dass im Bericht vornehmlich die 

subjektiven Angaben des Versicherten wiedergegeben würden. Angesichts des 

komplexen und problematischen medizinischen Sachverhaltes biete die ZVMB GmbH 

eine Aktualisierung und Validierung des Gutachtens vom März 2018 mittels einer 

erneuten Evaluation an. Der RAD-Arzt Dr. D.___ empfahl am 8. November 2019 eine 

entsprechende Verlaufsbegutachtung (IV-act. 121).

Am 2. November 2020 erstattete die ZVMB GmbH das von der IV-Stelle in Auftrag 

gegebene polydisziplinäre Verlaufsgutachten (IV-act. 138). Die Sachverständigen 

hielten fest, in neurologischer Hinsicht hätten sich objektiv keinerlei Hinweise für 

relevante kognitive Beeinträchtigungen gezeigt. Die Auffassungsgabe und das 

Antwortverhalten seien intakt gewesen, die Konzentration und die Merkfähigkeit seien 

nicht erkennbar reduziert gewesen, es hätten auch keinerlei Zeichen einer Müdigkeit, 

keine erhöhte Ermüdbarkeit und keine pathologische Tagesschläfrigkeit festgestellt 

werden können. Die Prosodie, die Stimmkraft, das Sprachtempo und die 

Sprachmodulation seien durchgängig kräftig, dynamisch und unbeeinträchtigt 

gewesen. Die Gestik und die Mimik seien durchgängig gleichbleibend normal gewesen. 

Andere neurologische arbeitsrelevante Störungen seien weiterhin nicht nachweisbar 

gewesen. Der klinisch-neurologische Befund sei in jeder Hinsicht völlig unauffällig 

gewesen. Auch aus pneumologischer Sicht hätten sich keine zusätzlichen Aspekte 

A.d. 

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ergeben, die die Arbeitsfähigkeit signifikant einschränken würden. Im Rahmen der 

Spiroergometrie habe eine sehr gute Spitzenbelastbarkeit bei einer reduzierten 

Ausdauerleistungsfähigkeit im Sinne einer Dekonditionierung festgestellt werden 

können. Bezüglich des fortgesetzten Nikotinabusus sei jedoch eine COPD 

objektivierbar, weshalb ein Stopp des Inhalationsrauchens dringend zu empfehlen sei. 

Aus allgemein-internistischer Sicht hätten sich keine neuen Aspekte ergeben. Aufgrund 

des Diabetes mellitus seien allenfalls Nachtschichtarbeiten ungünstig. 

Zusammenfassend sei der somatische Gesundheitszustand seit der ersten 

Begutachtung im Jahr 2018 unverändert geblieben. Bei der neuropsychologischen 

Testung und bei der psychiatrischen Exploration hätten sich erneut deutliche Hinweise 

für eine negative Antwortverzerrung gezeigt. Der Versicherte habe kognitive 

Minderleistungen unklaren Ausmasses in mehreren Bereichen bei einem suboptimalen 

Leistungsverhalten und diversen Inkonsistenzen gezeigt. Die Performanzvalidierung 

habe mehrfach auffällige Resultate geliefert. Zudem hätten sich Diskrepanzen zwischen 

den subjektiven Angaben und den Testergebnissen gezeigt. Beispielsweise habe der 

Versicherte angegeben, dass er sich nicht genügend konzentrieren könne, um eine 

Stunde fern zu sehen. In der zweistündigen Testung hätten sich jedoch keine 

Konzentrationsprobleme gezeigt. Die Aufmerksamkeit sei stabil geblieben. In einem 

einfachen Test habe der Versicherte mehrere Fehler gemacht, die komplexere Version 

habe er fehlerfrei gelöst. Die nonverbalen Abrufleistungen seien schwer defizitär, die 

verbalen dagegen unauffällig gewesen. Der klinische Eindruck sei insgesamt unauffällig 

gewesen. Ähnlich diskrepant hätten sich die Angaben des Versicherten auch in der 

psychiatrischen Exploration gezeigt. Der Versicherte habe geltend gemacht, er sei 

aufgrund seiner depressiven Stimmung nicht arbeitsfähig. In der 

Selbstbeurteilungsskala (Beck’sches Depressionsinventar) habe er Symptome 

angegeben, die einer schweren depressiven Störung entsprechen würden. Im 

klinischen Eindruck habe jedoch keine depressive oder affektive Störung festgestellt 

werden können. Der Versicherte sei freundlich, euthym, sehr gut schwingungsfähig und 

durchaus humorvoll gewesen. Er habe mehrfach laut gelacht und er sei stets 

zugewandt und unauffällig in der interpersonellen Interaktion gewesen. In der 

Gesamtschau hätten sich sowohl im Längs- als auch im Querschnitt durchgängig 

deutliche Hinweise auf Inkonsistenzen mit einer negativen Antwort- und 

Leistungsverzerrung gezeigt. Aus psychiatrischer Sicht müsse die medizinische 

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Beurteilung im Vorgutachten angesichts der Ergebnisse der erneuten intensiven 

psychiatrischen Exploration in Kenntnis des nun erweiterten Längsschnittverlaufs mit 

vielfachen Inkonsistenzen revidiert werden. Die Diagnosen „nicht organische 

psychotische Störung mit akustischen Halluzinationen“ und „schädlicher Gebrauch von 

Alkohol“ in der Zeit nach der Eheschliessung des Versicherten liessen sich nicht länger 

aufrecht erhalten. Die bei der Untersuchung anwesende Ehefrau des Versicherten habe 

angegeben, dass sie während der Ehe nie einen Konsum von Alkohol in grösseren 

Mengen bemerkt habe. Sie könne sich auch nicht erinnern, dass der Versicherte jeden 

Abend Wein getrunken hätte, solange er noch gearbeitet habe. Auch später habe sie 

dies nicht beobachtet. Nach dem Verlust der langjährigen Arbeitsstelle im Jahr 2009 sei 

das Verhältnis zum Versicherten schwierig geworden. Er schimpfe regelmässig vor sich 

hin. Den Haushalt besorge er nicht richtig. Sie müsse ihm alles sagen und immer 

wieder alles erklären. Er schlafe schlecht, bewege sich wenig, gehe wenig nach 

draussen und rauche viel. Er trinke den ganzen Tag Kaffee. Manchmal sei er aggressiv. 

Der psychiatrische Sachverständige der ZVMB GmbH hielt fest, die Diagnose eines 

schädlichen Gebrauchs von Alkohol lasse sich angesichts dieser fremdanamnestischen 

Angaben nicht rechtfertigen. Bezüglich der psychotischen Störung mit akustischen 

Halluzinationen sei auf die zahlreichen Inkonsistenzen in der aktuellen Begutachtung 

sowie auch bei der ersten Begutachtung im Jahr 2018 hinzuweisen. In keinem der 

früheren Berichte finde sich ein Hinweis auf ein Symptom einer psychotischen Störung. 

Auch aktuell seien keine psychotischen Symptome objektivierbar gewesen. Die Angabe 

eines Stimmenhörens rechtfertige für sich allein nicht die Diagnose einer schizophrenen 

Psychose. Das Verhalten des Versicherten sei – abgesehen von seinem 

„patriarchalischen und zum Teil auch gereizt-aggressiv anmutenden Gehabe“ – weder 

absonderlich noch kulturfremd. Die Affektlage sei nicht abgestumpft, abgeflacht oder 

inadäquat. Eine Vernachlässigung der körperlichen Hygiene sei nicht auszumachen. 

Die Angaben zum angeblichen Stimmenhören seien in sich widersprüchlich und 

widersprächen den aus der wissenschaftlichen Forschung gewonnenen Erkenntnissen. 

Die Schizophrenie gehöre zu den schwersten psychischen Störungen überhaupt. Die 

Entstehung sei multikausal determiniert. Die Symptome seien sehr vielfältig, was auf 

massive Veränderungen der weissen Substanz im gesamten Gehirn zurückzuführen 

sei. Besonders spezifisch für eine Schizophrenie seien Störungen des eigenen Ich-

Gefühls im Sinne einer Fremdsteuerung. Der Versicherte weise keines dieser 

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B.  

Symptome auf. Der objektive klinische Befund sei völlig unauffällig gewesen. Eine 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Der 

Versicherte leide an einer Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und 

emotional instabilen Anteilen sowie an Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, 

was seine Arbeitsfähigkeit aber nicht beeinträchtige. Aus psychiatrischer und auch aus 

polydisziplinärer Sicht sei ihm die angestammte und auch jede andere körperlich 

leichte bis mittelschwere Tätigkeit seit jeher uneingeschränkt zumutbar. Der RAD-Arzt 

Dr. D.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 139).

Mit einem Vorbescheid vom 17. November 2020 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie (nach wie vor) die Abweisung des Rentenbegehrens mangels 

eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 142). Der Versicherte 

liess am 26. Februar 2021 die Zusprache einer ganzen Rente beantragen (IV-act. 151). 

Mit einer Verfügung vom 12. April 2021 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab (IV-act. 152).

A.e. 

Am 14. Mai 2021 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. April 2021 erheben (act. G 1 und G 6). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Zusprache einer ganzen Rente ab Mai 2017 und eventualiter die Rückweisung der 

Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur erneuten 

Begutachtung. Zur Begründung führte er aus, der behandelnde Psychiater habe in 

seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2021 (vgl. act. G 1.3) das Gutachten der ZVMB 

GmbH kritisiert. Er habe darauf hingewiesen, dass einzelne Inkonsistenzen keine 

Rechtfertigung dafür seien, das gesamte Krankheitsbild als nicht authentisch abzutun. 

Der Beschwerdeführer zeige in den Konsultationen durchwegs einen flachen Affekt, der 

bei der Schilderung von zuletzt seltener gewordenen aggressiven Durchbrüchen 

teilweise auch inadäquat wirke. Die Ehefrau habe angegeben, dass der 

Beschwerdeführer häufig durch das Stimmenhören eingenommen sei, angefangene 

Zigaretten liegen lasse, eine gefährliche Unachtsamkeit beim Gehen durch die Strassen 

zeige etc. Bezüglich des realen Erlebens der akustischen Halluzinationen bestehe aus 

Sicht der Behandler kein Zweifel. Die dadurch bedingten Verhaltensauffälligkeiten 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf 

deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen. Dieses hat sich nach dem Abschluss der 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen am 28. August 2018 auf die Prüfung des 

Rentenbegehrens vom Juni 2016 beschränkt. Folglich ist auch in diesem 

Beschwerdeverfahren ausschliesslich zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ab Juni 

2016 respektive – unter Berücksichtigung des Art. 29 Abs. 1 IVG – ab dem 1. 

Dezember 2016 einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

hätten zum wiederholten Verlust von Arbeitsstellen und auch zu einem langjährigen 

Alkoholmissbrauch geführt. Sogar die Verheiratung sei auf Druck der Familie als ein 

Heilungsversuch erfolgt. Die Ehefrau habe keine auffallende Charakteränderung 

beschrieben, aber auffallend seien die Gleichförmigkeit der Interaktionen und der 

allgemeine Interessemangel.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. August 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der ZVMB GmbH 

sei in jeder Hinsicht überzeugend. Der RAD-Arzt Dr. D.___ habe die Stellungnahme des 

behandelnden Psychiaters vom 12. Mai 2021 als nicht nachvollziehbar qualifiziert (vgl. 

IV-act. 161).

B.b. 

Der Beschwerdeführer liess am 8. November 2021 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 15). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 17).

B.c. 

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die 

nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch 

auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird nach 

Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

2.1. 

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Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Nach seiner Einreise 

in die Schweiz hat er verschiedene Hilfsarbeiten verrichtet. Seine Validenkarriere 

entspricht damit jener eines typischen Hilfsarbeiters, weshalb das Valideneinkommen 

dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne entsprechen muss.

2.2. 

Gestützt auf die beiden Gutachten der ZVMB GmbH steht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im 

hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Dezember 2016 nicht an einer somatischen 

Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die seine Arbeitsfähigkeit wesentlich 

beeinträchtigt hätte. Die entsprechenden Schlussfolgerungen in den internistischen, 

pneumologischen und neurologischen Teilgutachten beruhen auf einer eingehenden 

Aktenwürdigung und einer umfassenden Untersuchung des Beschwerdeführers und sie 

sind überzeugend anhand der objektiven klinischen Befunde begründet worden.

2.3. 

Der Beschwerdeführer hat keine konkreten Anhaltspunkte genannt, die gegen die 

Überzeugungskraft des somatischen Teils der beiden Gutachten der ZVMB GmbH 

sprechen würden. Er hat nur die psychiatrischen Teilgutachten kritisiert (auf die in der 

nachfolgenden Erwägung eingegangen wird) und in einer generellen Weise geltend 

gemacht, die Sachverständigen der ZVMB GmbH seien vorbefasst und damit befangen 

gewesen. Sie hätten ja nach der ersten Begutachtung nicht einmal die 

Ergänzungsfragen beantwortet. Zudem sei zu erwarten gewesen, dass sie bei der 

zweiten Begutachtung lediglich ihre Schlussfolgerungen im ersten Gutachten 

verteidigen würden. Tatsächlich haben die Sachverständigen der ZVMB GmbH aber 

nach der ersten Begutachtung zweimal ausführlich Stellung zu den Ergänzungsfragen 

der Beschwerdegegnerin und des Beschwerdeführers sowie zum Verlaufsbericht des 

behandelnden Psychiaters vom 22. Mai 2019 genommen. Dabei haben sie die 

medizinischen Akten nochmals eingehend gewürdigt. Sie haben sich intensiv mit den 

gestellten Fragen befasst und detailliert aufgezeigt, weshalb sie nach wie vor von der 

Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen im ersten Gutachten überzeugt gewesen sind. In 

den beiden Stellungnahmen vom 26. März 2019 und vom 29. Oktober 2019 deutet 

nichts darauf hin, dass die Sachverständigen lediglich ihre Schlussfolgerungen gegen 

die Kritik des Beschwerdeführers und des behandelnden Psychiaters hätten 

verteidigen wollen. Die Sachverständigen haben die Ergänzungsfragen der Parteien 

und den Bericht des behandelnden Psychiaters vielmehr zum Anlass genommen, ihre 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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Schlussfolgerungen nochmals eingehend und kritisch auf deren Überzeugungskraft zu 

überprüfen (wobei der Umfang und die Qualität der Ergänzungen im Vergleich zum 

„üblichen Standard“ als überdurchschnittlich hoch qualifiziert werden müssen). Zudem 

ist die psychiatrische Verlaufsbegutachtung von einem anderen Sachverständigen als 

die psychiatrische Erstbegutachtung durchgeführt worden. Dieser Sachverständige 

kann nicht als vorbefasst qualifiziert werden, da er ja an der ersten Begutachtung nicht 

beteiligt gewesen ist. Das psychiatrische Verlaufsgutachten ist auch keine blosse 

„Verteidigungsschrift“ für das erste psychiatrische Gutachten gewesen, was sich 

insbesondere darin zeigt, dass der psychiatrische Sachverständige jenes als nicht 

überzeugend bezüglich der Diagnosestellung und der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

qualifiziert hat. Zusammenfassend überzeugen die Vorbringen des Beschwerdeführers 

bezüglich einer angeblichen Befangenheit der Sachverständigen der ZVMB GmbH 

nicht.

In psychiatrischer Hinsicht besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den 

beiden Gutachten der ZVMB GmbH und den Berichten der behandelnden Psychiater. 

Bei genauer Betrachtung erweisen sich die Berichte der behandelnden Psychiater 

allerdings als wenig überzeugend. Nachdem der Beschwerdeführer in den Monaten 

Januar bis und mit April 2017 bei einer beruflichen Abklärung in einem geschützten 

Rahmen ein Vollpensum geleistet und dabei eine Arbeitsleistung erbracht hatte, die 70 

Prozent einer normalen Arbeitsleistung im ersten Arbeitsmarkt entsprochen hatte, 

behauptete das Psychiatrie-Zentrum C.___ im Oktober 2017, der Beschwerdeführer sei 

kaum leistungsfähig, habe bei der beruflichen Abklärung nur ein Pensum von 70 

Prozent in einem geschützten Rahmen geleistet und dabei eine Arbeitsleistung gezeigt, 

die in der freien Wirtschaft praktisch wertlos sei. Augenscheinlich haben sich die 

behandelnden Ärzte nicht die Mühe gemacht, den (nur wenige Seiten umfassenden) 

Bericht des Einsatzbetriebes genau durchzulesen. Sie dürften zudem massgeblich von 

den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, die sie offenbar völlig unkritisch für 

bare Münze genommen haben, beeinflusst gewesen sein. Obwohl sie in ihrem Bericht 

keine objektiven klinischen Befunde angeführt haben, die die Diagnosestellung oder die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung hätten begründen können, haben sie „dringend“ die 

Zusprache einer Rente empfohlen, was den bereits aufgrund des 

Behandlungsauftrages bestehenden Verdacht auf eine Befangenheit erhärtet. Wie die 

Sachverständigen der ZVMB GmbH überzeugend aufgezeigt haben, haben die 

nachfolgenden Berichte des Psychiatrie-Zentrums C.___ keine relevanten neuen 

Informationen enthalten. Die Stellungnahme des Psychiatrie-Zentrums C.___ vom 12. 

Mai 2021 zum Verlaufsgutachten der ZVMB GmbH überzeugt ebenfalls nicht. Der 

behandelnde Psychiater hat zwar eingeräumt, dass Inkonsistenzen zu beobachten 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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seien, aber er hat das Ausmass dieser Inkonsistenzen heruntergespielt, obwohl sich 

den beiden Gutachten der ZVMB GmbH entnehmen lässt, dass die zahlreichen 

Inkonsistenzen das Beschwerdebild eindeutig dominiert haben. Wie der RAD-Arzt Dr. 

D.___ überzeugend aufgezeigt hat, hat der behandelnde Psychiater in seiner 

Stellungnahme vom 12. Mai 2021 – wenn auch „verschlüsselt“ – einräumen müssen, 

dass die Kriterien für die Diagnose einer psychotischen oder schizophrenen Störung 

nicht vollumfänglich erfüllt seien. Trotzdem hatte er in den vorangegangenen Berichten 

entsprechende Diagnosen gestellt. Objektive klinische Befunde, die die von ihm 

postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hätten begründen 

können, sind von ihm nicht genannt worden. Er hat lediglich auf eigen- und 

fremdanamnestische Angaben zu einem angeblichen „Eingenommensein“ des 

Beschwerdeführers und auf eine Affektverflachung hingewiesen. Den detaillierten 

Schilderungen der Sachverständigen der ZVMB GmbH lässt sich allerdings 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei beiden Begutachtungen in den Jahren 

2018 und 2020 nicht „affektverflacht“ gewesen ist. Damit ist also nur eine weitere 

Inkonsistenz belegt. Bezüglich des „Eingenommenseins“ ist darauf hinzuweisen, dass 

der Beschwerdeführer immer wieder angegeben hat, er leide seit über 20 Jahren unter 

dem „Stimmenhören“, das sich in der ganzen Zeit nie in irgendeiner Weise verändert 

habe. Der Beschwerdeführer müsste also schon vor über 20 Jahren massiv davon 

eingenommen gewesen sein. Er ist in dieser Zeit aber fähig gewesen, jahrelang zur 

Zufriedenheit seines Arbeitgebers zu arbeiten und auch bei der dreimonatigen 

beruflichen Abklärung eine hohe Arbeitsleistung bei einem weitgehend unauffälligen 

Verhalten zu erbringen. Zusammenfassend weicht die Sachverhaltsdarstellung der 

behandelnden Ärzte also erheblich von den in den übrigen Akten geschilderten 

Tatsachen ab, was wohl mit einer Befangenheit im Zusammenhang mit dem 

Behandlungsauftrag erklärt werden muss. Die beiden Sachverständigen der ZVMB 

GmbH und die Neuropsychologin der ZVMB GmbH haben den Beschwerdeführer und 

auch dessen Ehefrau eingehend befragt. Sie haben die subjektiven Angaben und die 

von ihnen erhobenen objektiven klinischen Befunde ausführlich wiedergegeben und sie 

haben sich eingehend mit den Vorakten befasst. Aus den beiden Gutachten der ZVMB 

GmbH (und aus den entsprechenden Hinweisen in den somatischen Teilgutachten) 

geht hervor, dass der objektive klinische psychische Befund des Beschwerdeführers 

unauffällig gewesen ist. Die vielfältigen, detailliert beschriebenen Inkonsistenzen haben 

denn auch mehrheitlich aus der Diskrepanz zwischen diesem unauffälligen objektiven 

Befund und der Behauptung des Beschwerdeführers hergerührt, an massiven 

Beschwerden zu leiden. Im Rahmen der Verlaufsbegutachtung hat der psychiatrische 

Sachverständige der ZVMB GmbH überzeugend aufgezeigt, dass bei der ersten 

Begutachtung dem geltend gemachten Stimmenhören zu viel Gewicht beigemessen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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3.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzu­

setzenden Gerichtskosten wären an sich dem unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist er aber von 

der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihm auch die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine 

Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes 

abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Dieser ist als insgesamt deutlich unterdurchschnittlich 

zu qualifizieren, weil der massgebende Sachverhalt dem Rechtsvertreter aus dem 

Verwaltungsverfahren bereits bestens bekannt gewesen ist. Die Entschädigung ist 

deshalb auf 80 Prozent von 3’000 Franken, also auf 2’400 Franken, festzusetzen. 

Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der 

Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der 

Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können 

(Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

worden sei, was umso schwerer wiege, weil der Untersuchungsbefund bereits damals 

von vielen Inkonsistenzen geprägt gewesen sei. Er hat auch für medizinische Laien 

verständlich und überzeugend dargelegt, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit hat gestellt werden können und dass deshalb auch keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hat attestiert werden können. Widersprüche oder 

Ungereimtheiten sind nicht auszumachen. Die Begründung ist ausführlich, 

nachvollziehbar und überzeugend. Die Akten enthalten keine Hinweise, die ernsthafte 

Zweifel an diesen Schlussfolgerungen wecken würden. Folglich steht gestützt auf das 

in jeder Hinsicht überzeugende Verlaufsgutachten der ZVMB GmbH mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer im gesamten hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Dezember 

2016 nicht in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen ist.

Bei einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für zumindest leichte bis 

mittelschwere Hilfsarbeiten ist der Beschwerdeführer in der Lage, ein dem statistischen 

Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und damit auch dem Valideneinkommen 

entsprechendes Invalideneinkommen zu erzielen. Das bedeutet, dass er nicht 

rentenspezifisch invalid ist (Invaliditätsgrad von null Prozent). Die angefochtene 

Verfügung erweist sich damit als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen 

ist.

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer ist von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu 

bezahlen, befreit.

3. Der Staat hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 2’400 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens und eines Verlaufsgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2022, IV 2021/101).

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