# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d51b97c0-a899-569e-9b88-ca75ad05cff9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-06-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 17.06.2003 SF 2003 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-14_2003-06-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 17. Juni 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 14 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Heinz-Bommer, Lazzarini, Rehli und Sut-
ter-Ambühl, Aktuar ad hoc Infanger.

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Lech-
mann, Postfach 545, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 26. März 2003, 

des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wuchs zusammen mit seiner Schwester in R. auf. Dort besuchte er wäh-
rend sechs Jahren die Primarschule und anschliessend für drei Jahre die Real-
schule in S.. Als der Angeklagte 13-jährig war, verliess seine Mutter die Familie und 
zog nach T.. Nach der Schulentlassung begann A. bei der Firma U. AG in V. eine 
Lehre als Elektromonteur. Nach einem halben Jahr setzte er seine Lehre bei der 
Firma L. in T. fort. Ende des dritten Lehrjahres brach er jedoch die Lehre ab. Im Jahr 
1999 war er bei seiner Mutter im Restaurant M. in T. in der Küche tätig. Die folgen-
den Jahre hatte er verschiedene Anstellungen inne; er arbeitete bei der Firma N. 
AG in S. als Chauffeur und bei der Generalunternehmung O. AG in X. als Hilfsar-
beiter. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft war der Angeklagte bis 
Ende März 2002 bei seiner Mutter im Restaurant Y. in T. als Allrounder tätig. Als-
dann arbeitete er bei der Firma Z. AG in AA.. Von anfangs Mai bis Mitte Juni 2002 
war A. bei der AB. AG in AC. als Hilfsmaurer angestellt. Nach einer erneuten kurzen 
Arbeitslosigkeit arbeitete er Ende August 2002 an den Vorbereitungen für eine Aus-
stellung. Seit 1. September 2002 wird A. von der Firma W. AG in Chur an verschie-
dene Unternehmungen vermittelt. Seinen Angaben zufolge erzielte der Angeklagte 
zuletzt ein durchschnittliches monatliches Einkommen von rund Fr. 3'600.--.

B. An seinem Wohnort geniesst A. einen guten Ruf. Im Schweizerischen 
Zentralstrafregister ist er mit einer Vorstrafe verzeichnet:

20.12.2001 Kreisamt AA.
Grobe Verletzung von Verkehrsregeln
Fr. 800.-- Busse

Akten:2.1; 2.3-2.5; 2.7-2.9
Vorakten: Proz. Nr. VV.2001.2939

C. A. befand sich vom 15. Januar 2002 bis 20. Februar 2002 in AA. in 
Untersuchungshaft.

Akten: 3.1; 3.3; 3.6; 3.13

D. A. wurde einem psychiatrischen Gutachten unterzogen. Die Schlussfolge-
rungen im Gutachten von Dr. med. B., Klinik AO., vom 2. September 2002 lauten 
wie folgt:

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"1. Frage der verminderten Zurechnungsfähigkeit gemäss Art. 11 
StGB:

Der begutachtende Arzt attestiert A. Verhaltensstörungen durch 
Opioide und Kokain sowie einen Missbrauch von Alkohol, Canna-
bis, Nikotin und Medikamente. Zur Zeit seiner Taten bestand beim 
Angeklagten eine leichtgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit.

2. Frage der Behandlung von Drogensüchtigen in einer Drogenent-
ziehungsanstalt oder in einer anderen Heilanstalt gemäss Art. 44 
StGB:

Der Angeklagte leidet an einer Heroin- und Kokainabhängigkeit. 
Eine stationäre Drogenentzugsbehandlung mit anschliessender 
längerfristiger stationärer Drogenentwöhnungstherapie in einer 
für die Behandlung von heroin- und kokainabhängigen Menschen 
geeigneten therapeutischen Langzeiteinrichtung ist empfehlens-
wert.

3. Frage betreffend ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 
1 Abs. 1 letzter Satz StGB:

Eine ambulante Behandlung ist ungenügend.

4. Frage betreffend Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt 
gemäss Art. 100bis StGB:

Die Einweisung von A. in eine Arbeitserziehungsanstalt erscheint 
nicht zweckmässig.

5. Frage betreffend psychiatrische Behandlung im Sinne von Art. 41 
Ziff. 2 Abs. 1 StGB:

Eine psychiatrische Behandlung ist auf Grund der vorliegenden 
psychischen Störung (Abhängigkeitssyndrom) zweckmässig. Der 
begutachtende Arzt empfiehlt die Anordnung einer Schutzauf-
sicht.

6. Frage betreffend andere Massnahmen:

Da die Motivation für eine freiwillige längerfristige stationäre The-
rapie beim Angeklagten noch schwankend und gegenwärtig nicht 
ausreichend gefestigt ist, sollen für den Fall, dass eine stationäre 
Massnahme nicht gerichtlich angeordnet wird, die dann zu treffen-
den Massnahmen vor allem auf die Verbesserung der Vorausset-
zungen einer ambulanten Behandlung gerichtet sein. Hierzu zählt 

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vor allem die verbesserte soziale Integration von A., die Förde-
rung seiner Therapiemotivation und Behandlungseinsicht sowie 
der Aufbau tragfähiger, verlässlicher sozialer Bindungen mit 
gleichzeitiger Förderung und Unterstützung der Wahrung seiner 
persönlichen Rechte. Zu diesem Zweck kann sich dann neben der 
Anordnung einer Schutzaufsicht auch die Errichtung einer Bei-
standschaft als zielführend erweisen."

Akten: 2.6; 2.7

E. Am 17. Januar 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen 
A. eine Strafuntersuchung wegen Raubes etc. Die Staatsanwaltschaft erliess am 
26. März 2003 die Anklageverfügung und die Anklageschrift, in welchen sie A. we-
gen mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG in 
Anklagezustand versetzte. Der Fall wurde gestützt auf Art. 346 und 350 StGB sowie 
Art. 45 StPO dem Kantonsgericht Graubünden zur Beurteilung überwiesen. 
Gemäss Anklageschrift wurde der Anklage folgender Sachverhalt zu Grunde gelegt:

"1. Des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB so-
wie der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB

1.1 Um seinen Betäubungsmittelkonsum zu finanzieren, entschloss 
sich A. am Abend des 22. Dezember 2001 zu einem Überfall auf 
eine Passantin. Um 19.15 Uhr lief ihm auf der AE.-Strasse in AA. 
D., geboren am 19. Juli 1926, auf dem Trottoir entgegen. Als der 
Angeklagte links an ihr vorbeilaufen und nach ihrer Einkaufsta-
sche greifen wollte, glitt er aus und ging zu Boden. D. kehrte sich 
zu A. um. Dieser entschuldigte sich vorerst, griff jedoch wiederum 
nach der Tasche, die die Frau in der Hand festhielt. D. liess die 
Tasche nicht los, kam zu Fall und A. musste noch mehrmals ruck-
artig reissen, um an die Tasche zu kommen. Der Täter flüchtete 
durch die angrenzenden Gärten. Das erbeutete Geld setzte er für 
den Kauf von Betäubungsmitteln ein.

Gemäss Arztbericht des Kantonsspitals AA. vom 19. Februar 2002 
erlitt D. beim Überfall einen Oberarmbruch rechts, der einen Spi-
talaufenthalt mit anschliessender Rehabilitation in Dussnang und 
Q. zur Folge hatte. In seinem Bericht vom 14. Oktober 2002 hielt 
Dr. med. E. fest, dass D. noch immer an den Folgen des Raubü-
berfalls leide. In der erbeuteten Tasche waren das Portemonnaie 
mit Fr. 30.-- Bargeld, ein Schlüsseletui, zwei Agendas sowie ei-
nige Medikamente. Der Gesamtdeliktsbetrag beläuft sich auf rund 
Fr. 180.--. Des weiteren war der von D. mitgeführte Regenschirm 

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nach dem Überfall demoliert. Bis auf das Bargeld konnte die Ta-
sche mit Inhalt bei A. sichergestellt und D. zurückerstattet werden. 
Am 5. Mai 2002 stellte das Opfer Strafantrag wegen Körperverlet-
zung, Tätlichkeiten, Diebstahls und Sachbeschädigung.

Am 14. Oktober 2002 reichte RA lic. iur. Diana Honegger Droll eine 
Adhäsionsklage über Fr. 1'751.55 sowie eine Genugtuung über 
Fr. 7'000.--zuzüglich Zinsen ein.

Akten: 10.1-10.5; 10.7; 10.8; 10.11; 10.13; 10.14; 10.24; 10.25

1.2 Am Abend des 7. Januar 2002 um 19.30 Uhr entschlossen sich 
der Angeklagte und sein Bekannter C. im AD. in AA. bei sich bie-
tender Gelegenheit einen weiteren Überfall zu begehen. Auf der 
Höhe der Liegenschaft Nr. 149 kam ihnen G., geb. am 24. April 
1926, entgegen. Beim Vorbeilaufen griff A. nach der Tasche der 
Frau, die sie an der rechten Schulter umgehängt hatte. G. liess 
diese jedoch nicht los und wurde zu Boden gerissen. A. musste 
dann noch mehrer Male an der Tasche ruckartig reissen und zog 
dabei die betagte Frau mehrere Meter am Boden nach. Die Täter 
setzten sich dann fluchtartig stadteinwärts ab. Das erbeutete Geld 
setzten sie für den Kauf von Betäubungsmitteln ein.

G. zog sich beim Überfall einen Oberarmbruch rechts zu und 
musste im Kantonsspital in AA. hospitalisiert werden. Am 15. Fe-
bruar 2002 stellte sie einen Strafantrag wegen Körperverletzung. 
In der erbeuteten Tasche waren das Portemonnaie mit Fr. 500.-- 
Bargeld, ein Schlüsseletui, eine Buskarte, vier Gutscheine, ein 
Hörgerät sowie eine Sonnenbrille. Der Gesamtdeliktsbetrag 
beläuft sich auf Fr. 1'735.--. Die Tasche und der grössere Teil des 
Inhalts wurden bei A. sichergestellt und der Geschädigten aus-
gehändigt.

Am 10. Oktober 2002 reichte die Opferhilfe-Beratungsstelle in AA. 
eine Adhäsionsklage über Fr. 1'080.85 sowie eine Genugtuung 
über Fr. 2'000.-- zuzüglich Zinsen ein.

Akten: 11.1-11.14

1.3 Am Abend des 10. Januar 2002 hielten der Angeklagte und C. im 
AD. Ausschau, um bei sich bietender Gelegenheit einen Überfall 
zu verüben. Gegen 20.00 Uhr beobachteten sie auf der AF-
Strasse, Höhe Liegenschaft Nr. 43, wie F., geboren am 6. August 
1940, auf dem Trottoir in Richtung Spitäler lief. Währenddem C. 
wartete, lief A. der Frau nach. Als er auf gleicher Höhe mit F. war, 
riss er an der Aktenmappe, die sie mit einem Riemen über der 
rechten Schulter trug. Der Frau gelang es jedoch, die Mappe zu 
fixieren. A. zog wiederum ruckartig an der Mappe, und F. stürzte. 
A. riss abermals die Mappe an sich, bis der Riemen riss. Alsdann 

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flohen der Angeklagte und sein Komplize stadteinwärts. Das er-
beutete Geld setzten sie für den Kauf von Betäubungsmitteln ein.

F. zog sich beim Überfall leichte Schürfverletzungen an den Knien 
zu. Des weiteren wurde ihr Lodenmantel leicht beschädigt. In der 
erbeuteten Aktenmappe waren nebst einem Portemonnaie mit Fr. 
177.-- Bargeld noch Ausweise, Kreditkarten, eine Brille sowie wei-
tere Gegenstände im Gesamtbetrag von Fr. 2'350.--. Am Loden-
mantel und an der Aktenmappe entstand ein geschätzter Schaden 
von Fr. 1'100.--. Bis auf das Portemonnaie mit Inhalt sowie ein 
Halbtaxabonnement konnte das Diebesgut F. zurückerstattet wer-
den. Die Geschädigte stelle am 10. Januar 2002 Strafantrag we-
gen Sachbeschädigung und Tätlichkeiten.

Am 4. Oktober 2002 reichte F. eine Adhäsionsklage über 
Fr. 1'265.40 sowie eine Genugtuungsforderung über Fr. 2'000.-- 
ein.

Akten: 13.1-13.3; 13.5-13.12; 13.15

2. Des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie 
des mehrfachen Hausfriedensbruches gemäss Art. 186 StGB

In der Zeit vom 30. August 2001 bis 10. Januar 2002 verübte der 
Angeklagte alleine oder mit C. und H. insgesamt fünf Diebstähle 
mit einem Gesamtdeliktsbetrag von Fr. 8'554.--. In der Regel 
suchten die Täter Garderoben, Schulräume oder auch Hotels auf, 
wo sie bei sich bietender Gelegenheit Taschen, Geldbeutel, Bar-
geld sowie Ausweise etc. mitlaufen liessen (Anklageschrift Ziff. 
2.1; 2.2; 2.4). Beim Diebstahl zum Nachteil von I. wurde dem Op-
fer die Handtasche ohne dessen Gegenwehr entrissen (Ziff. 2.3). 
Beim Diebstahl zum Nachteil von J. entwendete der Angeklagte 
die Tasche aus dem Fahrradkorb, als das Opfer vorbeifuhr. Das 
Diebesgut setzten die Täter im Raume AA. in Betäubungsmittel 
um. Den eingelösten Stoff teilten sie in der Regel gleichmässig 
unter den Beteiligten.

A. ist geständig, wobei bezüglich des Deliktgutes kleinere Abwei-
chungen bestehen. Im einzelnen war der Angeklagte an nachfol-
gend aufgeführten Diebstählen beteiligt:

2.1 Tatort: Ort 1
Tatzeit: 30.08.2001
Täter: A., H., C.
Geschädigte: Geschädigte 1
Deliktsgut: Fr. 5'435.--, Bargeld, Geldbörse, Handtasche, Na-

tel etc.

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Sachschaden: –
Strafantrag: Gestellt am 01.09.2001 wegen Diebstahls sowie

Hausfriedensbruchs
Bemerkungen: –
Adhäsionsklage –

Akten: 7.1-7.10

2.2 Tatort: Ort 2
Tatzeit: 31.08.2001
Täter: A., H., C.
Geschädigte: Geschädigte 2
Deliktsgut: Fr. 800.-- Mobiltelefon
Sachschaden: –
Strafantrag: –
Bemerkungen: –
Adhäsionsklage –
Akten: 8.1-8.8

2.3 Tatort: Ort 3
Tatzeit: 21.12.2001
Täter: A., C.
Geschädigte: Geschädigte 3
Deliktsgut: Fr. 550.--, Bargeld, Tasche, Geldbeutel, Brille, Aus-

weise etc.
Sachschaden: –
Strafantrag: Gestellt am 21.12.2001 wegen Diebstahls
Bemerkungen: –
Adhäsionsklage: Am 1. Oktober 2002 reichte die Geschädigte eine 

Adhäsionsklage über Fr. 1'180.-- ein.
Akten: 9.1-9.10

2.4 Tatort: Ort 4
Tatzeit: 09.01.2002
Täter: A., C.
Geschädigte: Geschädigte 4
Deliktsgut: Fr. 1'362.--, Bargeld, Geldbeutel, ½-Tax-Abo etc.
Sachschaden: –

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Strafantrag: Gestellt am 10.01.2002 wegen Hausfriedens-
bruchs

Bemerkungen: –
Adhäsionsklage –
Akten: 12.1-12.7

2.5 Tatort: Ort 5
Tatzeit: 10.01.2002
Täter: A.
Geschädigte: Geschädigte 5
Deliktsgut: Fr. 407.--, Bargeld, Tasche, Geldbeutel, ½-Tax-

Abo etc.
Sachschaden: –
Strafantrag: Gestellt am 12.01.2002 wegen Diebstahls
Bemerkungen: –
Adhäsionsklage –
Akten: 14.1-14.7

3. Der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG

Seit seiner letzten polizeilichen Verzeigung am 5. Januar 2000 hat 
der Angeklagte regelmässig Haschisch und Marihuana, Kokain 
und Heroin konsumiert. Auch nach seiner Entlassung aus der Un-
tersuchungshaft am 20. Februar 2002 hat A. noch regelmässig 
Kokain und Heroin, letztmals am 14. September 2002, sowie drei 
bis vier Male Cannabis zu sich genommen.

Akten: 16.1; 16.3; 16.4; 16.6; 16.14-16.16"

F. Der Kantonsgerichtsvizepräsident eröffnete als Vorsitzender die Verhand-
lung am 16. Juni 2003, um 09.20 Uhr. Anwesend waren A. mit seinem Rechtsanwalt 
lic. iur. Stefan Lechmann, C. mit seinem Rechtsanwalt lic. iur. Werner Jörger sowie 
der Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob. Die Personalien der Angeklagten wurden vom 
Vorsitzenden verlesen und von den Betroffenen bestätigt. Gegen die Zusammen-
setzung und die Zuständigkeit der Strafkammer erhoben die Anwesenden keine 
Einwendungen. A. wurde alsdann zu seiner Person befragt. Anschliessend wurden 
seine Haftakten resümiert. Die persönlichen Verhältnisse wurden der Anklageschrift 
entnommen. A. teilt der Strafkammer mit, dass er auf Arbeitssuche sei, was in an-
betracht dessen, dass er keine abgeschlossene Lehre habe, schwierig sei. Bis vor 
einem Monat habe er für ein Temporärbüro gearbeitet und dabei Fr. 3'000.00 pro 
Monat verdient. Er habe ein Zimmer für Fr. 680.00 gemietet, was jedoch zur Zeit 

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vom Sozialamt bezahlt werde. Seine Vorstrafe rühre daher, dass sein damaliger 
Arbeitgeber jeweils verlangt hätte, länger als erlaubt Lastauto zu fahren. Bei einer 
Kontrolle sei festgestellt worden, dass er von 4 bis 20 Uhr unterwegs gewesen und 
zudem sein Lastwagen überladen war. Zu seiner Familie habe er ein gutes Verhält-
nis. Er lebe zudem in einer festen Beziehung. Das psychiatrische Gutachten wurde 
nach der Behandlung der Strafsache konsultiert. Der Leumundsbericht wurde eben-
falls zur Kenntnis gebracht. Der Sachverhalt und das Verhalten von A. wurden ge-
stützt auf die Verfahrensakten aufgearbeitet, wobei der Angeklagte zu einzelnen 
Punkten befragt wurde. Der Vorsitzende machte beliebt, ein abgekürztes Verfahren 
durchzuführen, was letztlich mit Einverständnis aller Anwesenden vorgenommen 
wurde. A. wurde die Anklageschrift zur Kenntnis gebracht, wobei er vom Vorsitzen-
den zu den einzelnen Vorhalten befragt wurde. Die dem Angeklagten vorgehaltenen 
Handlungen wurden von diesem allesamt im Kern bestätigt. Zur Zeit der Tatbege-
hungen, welche gezielt vorgenommen wurden, sei er nicht unter Drogen gestanden. 
Er habe jedoch zuvor jeweils Alkohol konsumiert. Er habe stets gewusst, was er tat. 
Über das Ausmass war er sich indes nicht vollumfänglich bewusst. Der Rechtsan-
walt von A. berichtete, dass der Angeklagte seit November 2002 in einem Metha-
donprogramm sei und sich einer ambulanten gesprächstherapeutischen Behand-
lung unterziehen würde. A. würde seither keine Drogen mehr konsumieren, da er 
das Methadon gut vertragen würde. Der Angeklagte würde in seiner Freizeit Sport 
treiben und sei in guter körperlicher Verfassung. Eine stationäre Therapie lehne er 
entschieden ab, da damit der Kontakt mit anderen Drogensüchtigen verbunden sei.

In seinem Plädoyer verzichtet Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob auf Bemer-
kungen zum Sachverhalt und zur rechtlichen Subsumtion. Er beschränkte sich auf 
die Strafzumessung. Das Verschulden von A. wiege schwer, da aus den eingestan-
denen Delikten auf eine grosse Rücksichtslosigkeit geschlossen werden müsse und 
da eine latente Deliktsbereitschaft auszumachen sei. Opfer seien zudem vorwie-
gend ältere Frauen gewesen, welche sich bei den Überfällen auch stets Körperver-
letzungen zugezogen hätten. Die physische wie psychische Schädigung von Per-
sonen habe er jeweils ohne weiteres in Kauf genommen. Strafmindernd könne dem 
Angeklagten sein umfassendes Geständnis und seine Kooperationsbereitschaft an-
gerechnet werden. Straferhöhend wirke sich seine Vorstrafe aus. Die mehreren zu 
beurteilenden Straftaten würden sich ferner strafschärfend auswirken. Strafmildernd 
können A. seine leicht verminderte Zurechnungsfähigkeit zugestanden werden. 
Gemäss Akten sei eine ambulante Massnahme nicht ausreichend. Heute an der 
Hauptverhandlung zeige sich ein Bild, woraus zu schliessen sei, dass es mit A. auf-
wärts gehen würde. Auch das ärztliche Zeugnis von Dr. AG. sei positiv zu werten. 

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Daraus gehe hervor, dass der Angeklagte sich bereits mehr als ein halbes Jahr in 
ambulanter Behandlung befände. Er, der Staatanwalt, sei daher unschlüssig, ob er 
die Vertagung zwecks Einholung eines Gutachtens betreffend der Durchführbarkeit 
einer ambulanten Behandlung beantragen soll, oder nicht. Da der Angeklagte je-
doch heute einen stabilen Eindruck hinterlassen würde, verzichte er auf einen ent-
sprechenden Antrag. Er beantrage daher, A. sei im Sinne der Anklage schuldig zu 
sprechen, wofür er mit 22 Monaten Gefängnis, teilweise als Zusatz zu der mit Straf-
mandat des Kreispräsidenten Chur vom 20. Dezember 2001 ausgefällten Strafe, 
bestraft werden müsse, abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft; er verzichte 
aber darauf, einen Antrag auf Anordnung einer ambulanten Massnahme zu stellen.

Der Rechtsanwalt von A. führte in seinem Plädoyer aus, der seinem Man-
danten in der Anklageschrift zur Last gelegte Sachverhalt werde in allen Punkten 
und vorbehaltlos anerkannt. Auch hinsichtlich der rechtlichen Subsumtion werde 
darauf verzichtet, hiergegen etwelche Einwände zu erheben. Hinsichtlich der Straf-
zumessung sei zu berücksichtigen, dass A. geständig sei. Die Taten seien lediglich 
verübt worden, um Geld für die Drogenbeschaffung zu erlangen. A. bereue seine 
Taten. Er habe zudem einen guten Leumund. Schliesslich sei auch zu berücksich-
tigen, dass er zur Tatzeit jeweils vermindert zurechnungsfähig war und er sich seit 
seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft wohl verhalten habe. Aufgrund sei-
nes seitherigen Verhaltens und aufgrund des Umstandes, dass er seit November 
2002 in einem Methadonprogramm sei, könne von einer stationären Massnahme 
abgesehen werden. Ohnehin würde die Aussprechung einer unbedingten Strafe die 
durchwegs positiven Aussichten des A. zunichte machen. Die Adhäsionsklagen 
werden dem Grundsatz nach anerkannt. Die Adhäsionsklage der D. werde aner-
kannt. Die geforderte Genugtuung sei indes zu hoch. Eine Genugtuung von Fr. 
2'000.00 sei angemessen. Der von G. geltend gemachte Schadenersatz werde voll-
umfänglich anerkannt. Der Genugtuungsanspruch sei jedoch auf Fr. 1'000.00 zu 
reduzieren. Die Adhäsionsklage von F. werde lediglich im Umfang des geraubten 
Bargeldes anerkannt, mithin im Betrage von Fr. 170.00. Die übrigen Positionen 
seien nicht ausgewiesen. Aufgrund der glücklicherweise nur geringfügigen Verlet-
zung sei eine Genugtuungssumme von maximal Fr. 500.00 angemessen. Endlich 
werde auch die Schadenersatzforderung von I. im Umfang von Fr. 680.00 aner-
kannt. Von einer Genugtuungssumme sei jedoch abzusehen, da es sich bei der sie 
betreffenden Tat lediglich um einen Diebstahl handelt. Aus diesen Gründen würden 
folgende Anträge gestellt:

"1. A. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

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2. Dafür sei er mit einer Strafe von 15 Monaten, allerhöchstens 18 
Monaten Gefängnis zu bestrafen. Die erstandene Polizei- und Un-
tersuchungshaft von 37 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzu-
rechnen.

3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben, und A. sei eine Probe-
zeit von zwei Jahren aufzuerlegen.

4. Von der Anerkennung der Adhäsionsklagen gemäss Schreiben 
vom 17. April 2003 und gemäss obiger Ausführungen sei Vormerk 
zu nehmen.

5 Kostenfolge sei die gesetzliche."

In seinem Schlusswort beteuerte A., dass er nun auf dem richtigen Weg sei. 
Er hoffe auf Einsehen des Gerichts.

Auf die weiteren Ausführungen des Staatsanwaltes und des Verteidigers 
wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegangen.  

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) A. wurde mit Anklageverfügung und Anklageschrift vom 26. März 2003 
des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG in 
Anklagezustand versetzt.

b) Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 346 und 350 StGB und ist 
vorliegend unbestritten gegeben. Nach Art. 45 Abs. 1 lit. a StPO beurteilt das Kan-
tonsgericht als erstinstanzliches Gericht alle Verbrechen, welche mit Zuchthaus 
über fünf Jahre bedroht sind. Massgebend für die sachliche Zuständigkeit ist allein 
die abstrakte Strafdrohung der eingeklagten Tat (PKG 1965 Nr. 41; Padrutt, Kom-
mentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage Chur 
1996, S. 29). Auf die beantragte Strafe kommt es nicht an. Der Raub nach Art. 140 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist mit einer Strafe von Zuchthaus bis zu zehn Jahren bedroht. 
Das Kantonsgericht ist folglich für die vorliegende Streitsache örtlich und sachlich 
zuständig.

2. a) A. ist angeklagt, am 22. Dezember 2001 sowie am 7. und 10. Januar 
2002 drei Raubüberfälle und in der Zeit zwischen dem 30. August 2001 und dem 

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10. Januar 2002 diverse weitere Taten verübt zu haben. Der Angeklagte ist 
grundsätzlich geständig. Daher erscheint es angezeigt, zunächst auf die relevanten 
strafprozessualen Beweisregeln einzugehen, um anschliessend gestützt auf die 
vorliegenden Akten und die Aussagen des Angeklagten vor der Strafkammer des 
Kantonsgerichts beurteilen zu können, inwiefern dieser für die ihm vorgeworfenen 
Straftaten verantwortlich gemacht werden kann.

b) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss Art. 
125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeugung. Die Beweislast für die dem Angeklagten 
zur Last gelegten Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, a.a.O., S. 
306). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. 
Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Be-
weis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK flies-
senden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch 
nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes über-
zeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vor-
aussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss 
theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das 
heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 
37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mögli-
chen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307; Niklaus Schmid, 
Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 286).

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die per-
sönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftig-
keit seiner konkreten Aussage (vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafpro-
zess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Die Richtig-
keit einer Aussage muss dabei auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrun-
gen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im 
System der Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michae-
lis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerk-
male, 3. Auflage, München 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist 

13

vor dem Hintergrund allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychi-
scher Eigenarten zu betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaub-
würdigkeitskriterien anzusehen sind, die sich aus dem Aussageinhalt, der Aussage-
entwicklung, der Aussageweise sowie dem Motivationsumfeld der Aussage erge-
ben. Kriterien des glaubwürdigen Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung 
und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homogenität der Aussage. Die Glaub-
würdigkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung ergibt sich aus der relativen 
Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden Befragungen sowie die 
Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befragungen. Nacherlebende Ge-
fühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise sprechen im Bereich der Aussa-
geweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der Objektivität ist schliesslich 
massgebend für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld 
ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O. S. 15 ff.).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Wesentlich können beispielsweise 
auch sogenannte Indizien sein (vgl. Schmid a.a.O. N. 286 ff.). Aussagen von Zeu-
gen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten sind voll gültige Beweismittel mit der-
selben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, son-
dern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung 
sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit anderen Worten 
allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Schmid, a.a.O., N 
290, S. 83 f., Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 
1999, § 54 N 5, S. 216, Susanne Vogel, Die Auskunftsperson im Zürcher Strafpro-
zessrecht, Diss. Zürich 1999, S. 2).

c) Zur Feststellung des objektiven Sachverhalts sind im Folgenden die in den 
von der Staatsanwaltschaft Graubünden vorgelegten Akten und Urkunden enthal-
tenen Aussagen und Beweise einer eingehenden Prüfung und Würdigung zu unter-
ziehen.

3. Des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer 
mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib 
oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht 
hat, einen Diebstahl begeht. Der Täter muss also zunächst Gewalt ausüben oder 
Nötigungshandlungen vornehmen, die den Diebstahl erst ermöglichen, und alsdann 
diesen auch wirklich verüben; erst damit ist die Tat vollendet. Er muss sodann einen 

14

Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 StGB begehen. Dieser muss ihm gerade durch die 
Gewalt oder die Nötigungshandlungen ermöglicht oder mindestens erleichtert wer-
den (Rehberg/Schmid, Strafrecht III, 7. Auflage, Zürich 1997, S. 123 ff.).

4. a) Der Angeklagte ist geständig, sich am Abend des 22. Dezember 2001 
zu einem Überfall auf eine Passantin entschloss zu haben, um seinen Betäubungs-
mittelkonsum zu finanzieren. Um 19.15 Uhr lief ihm auf der AE.-Strasse in AA. D., 
geboren am 19. Juli 1926, auf dem Trottoir entgegen. Als der Angeklagte links an 
ihr vorbeilaufen und nach ihrer Einkaufstasche greifen wollte, glitt er aus und ging 
zu Boden. D. kehrte sich zu A. um. Dieser entschuldigte sich vorerst, griff jedoch 
wiederum nach der Tasche, welche das Opfer in der Hand festhielt. D. liess die 
Tasche nicht los, kam zu Fall und A. musste noch mehrmals ruckartig reissen, um 
an die Tasche zu kommen. Der Täter flüchtete durch die angrenzenden Gärten. Das 
erbeutete Geld setzte er für den Kauf von Betäubungsmitteln ein. Gemäss Arztbe-
richt des Kantonsspitals AA. vom 19. Februar 2002 erlitt D. beim Überfall einen 
Oberarmbruch rechts, der einen Spitalaufenthalt mit anschliessender Rehabilitation 
in Dussnang und Q. zur Folge hatte. In seinem Bericht vom 14. Oktober 2002 hielt 
Dr. med. E. fest, dass D. noch immer an den Folgen des Raubüberfalls leide. In der 
erbeuteten Tasche waren das Portemonnaie mit Fr. 30.-- Bargeld, ein Schlüsseletui, 
zwei Agendas sowie einige Medikamente. Der Gesamtdeliktsbetrag beläuft sich auf 
rund Fr. 180.--. Des weiteren war der von D. mitgeführte Regenschirm nach dem 
Überfall demoliert. Bis auf das Bargeld konnte die Tasche mit Inhalt bei A. sicher-
gestellt D. zurückerstattet werden. Am 5. Mai 2002 stellte das Opfer Strafantrag 
wegen Körperverletzung, Tätlichkeiten, Diebstahls und Sachbeschädigung.

b) In rechtlicher Hinsicht ist unbestritten, dass diese Verübung von Gewalt, 
um den Diebstahl der Tasche zu begehen, als Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB 
zu qualifizieren ist. Als Gewalt kommt jede Art der Einwirkung auf den Körper des 
Opfers in Betracht und für die Vollendung des Raubes wird stets vorausgesetzt, 
dass ein Diebstahl begangen wird. Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt, so dass 
der objektive Tatbestand des Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gegeben ist.

c) Subjektiv erfordert Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die vorsätzliche Tatbege-
hung. Der Vorsatz des Täters muss sich auf die Gewalt und auf die Tatbestands-
merkmale des Diebstahls (Wegnahme einer fremden beweglichen Sache, Absicht 
der Aneignung und der unrechtmässigen Bereicherung) beziehen. An einer vorsätz-
lichen Begehung der Tat durch den Angeklagten kann angesichts des Vorgehens 
und der einzelnen Tatumstände kein Zweifel bestehen. Er sah, dass das Opfer be-

15

tagt war, fasste den Entschluss es zu überfallen und erhoffte sich dadurch, zu Geld 
zu kommen. Indem er sich mit Wissen und Willen – unter Anwendung von Gewalt – 
die Tasche des Opfers in Bereicherungsabsicht aneignete, hat er auch sämtliche 
subjektiven Tatbestandselemente des Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. Damit ist 
A., wie es die Staatsanwaltschaft beantragt und der Verteidiger auch anerkennt, des 
Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

d) Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse 
bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums, Gebrauchs- oder Nut-
zungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Diese Bestim-
mung stellt das Recht, ausschliesslich über die Gestalt und Verwendung der Sache 
zu bestimmen, unter Schutz. Das tatbestandsmässige Verhalten („beschädigen“, 
„zerstören“ oder „unbrauchbar machen“) umfasst nicht nur Eingriffe in die Substanz 
des Gegenstandes, sondern auch die Beeinträchtigung seiner Funktion, die ihm 
nach seiner Beschaffenheit zukommt oder vom Eigentümer zugedacht wird. Vor-
auszusetzen ist aber stets, dass die Brauchbarkeit der Sache durch eine Einwirkung 
auf die Sache selbst und nicht durch ein anderweitiges Verhalten beeinträchtigt wird 
(vgl. zum Ganzen Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, Delikte gegen den 
Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 1.2, S. 154). In subjektiver Hinsicht wird das Wis-
sen um die Fremdheit der Sache und der Wille zu deren Beschädigung verlangt. 
Die Sachbeschädigung, die der Dieb durch Einbrechen und dergleichen verübt, wird 
durch die Strafe des Diebstahls nicht abgegolten (BGE 72 IV 115).

Der Angeklagte hat den Regenschirm des Opfers beschädigt. Der Strafan-
trag wegen Sachbeschädigung sowie das Geständnis des Angeklagten liegen vor. 
Demnach hat sich A. der Sachbeschädigung schuldig gemacht.

e) Das Opfer erlitt – gemäss Arztbericht des Kantonsspitals AA. vom 19. Fe-
bruar 2002 – beim Überfall einen Oberarmbruch rechts, der einen Spitalaufenthalt 
mit anschliessender Rehabilitation in P. und Q. zur Folge hatte. D. leidet noch immer 
an den Folgen des Raubüberfalls. Obgleich die Heilung lang dauerte und sogar eine 
Rehabilitation nach sich zog, handelt es sich gerade noch um eine einfache Körper-
verletzung, weshalb diese von Art. 140 StGB konsumiert wird.

f) Das Opfer liess durch seine Rechtsanwältin, lic. iur. Diana Honegger Droll, 
am 14. Oktober 2002 frist- und formgerecht seine Adhäsionsklage erheben. Dabei 
machte es unter ausdrücklichem Nachklagerecht einen Schadenersatz von Fr. 
1'751.55 nebst Zins sowie eine Genugtuung im Betrage von Fr. 7'000.00 geltend. 

16

Ferner wurde die Feststellung anbegehrt, dass A. gegenüber der Adhäsionsklägerin 
aus dem Überfall vom 22. Dezember 2001 vollumfänglich schadenersatzpflichtig 
sei. Die Adhäsionsklage wurde dem Grundsatz nach mit Schreiben vom 17. April 
2003 und anlässlich der Hauptverhandlung anerkannt. Von der Anerkennung der 
Klage im Betrage von Fr. 1'751.55 nebst Zins zu 5 % seit dem 2. Februar 2002, von 
Fr. 8.90 nebst Zins zu 5 % seit dem 12. April 2002 und von Fr. 34.00 nebst Zins zu 
5 % seit dem 17. Mai 2002 kann daher Vormerk genommen werden. Der Angeklagte 
wehrte sich indes gegen das Nachklagerecht und die Höhe des Genugtuungsan-
spruches.

Das Strafgericht kann die zivilrechtlichen Ansprüche des Opfers nur dem 
Grundsatze nach entscheiden und das Opfer im übrigen an das Zivilgericht verwei-
sen, wenn die vollständige Beurteilung der Zivilansprüche einen unverhältnismässi-
gen Aufwand erfordert. Ansprüche von geringer Höhe beurteilt es jedoch nach Mög-
lichkeit vollständig (Art. 9 Abs. 3 OHG). Was genau unter dem Ausdruck "dem 
Grundsatz nach" zu verstehen ist, ist in den Gesetzesmaterialien nicht umschrie-
ben. Sinn und Zweck des Gesetzes ist es aber, die Zivilansprüche des Opfers soweit 
als möglich adhäsionsweise zu beurteilen und dem Opfer den Gang an ein Zivilge-
richt zu ersparen. Das Strafgericht kann daher auch im Grundsatz über die Haftung 
eines Verurteilten gegenüber dem Opfer entscheiden. Ein Urteil dem Grundsatze 
nach stellt nichts anderes dar als ein Feststellungsurteil über die Haftung. Auch das 
Strafgericht hat indessen bei Vorliegen eines Feststellungsbegehrens vorerst des-
sen Zulässigkeit zu prüfen und eine Klage auf Feststellung eines dem eidgenössi-
schen Recht unterstehenden Rechtsverhältnisses nur zuzulassen, wenn die Kläge-
rin an der sofortigen Feststellung ein schutzwürdiges Interesse hat. Dieses kann 
rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein, muss aber erheblich sein (BGE 114 II 255; 
Gomm/Steiner/Zehnter, Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, N. 15f. zu 
Art. 9 OHG). Gerade bei Verletzungen psychischer Natur können Verletzungen im 
Zeitpunkt des Strafprozesses noch lange nicht überblickbar sein. Es kann daher – 
auch im ordentlichen Zivilprozess – ohne weiteres ein Interesse des Opfers daran 
bestehen, nicht nur fällige Leistungen einzuklagen, sondern das den Ansprüchen 
zugrunde liegende Rechtsverhältnis für deren künftige Abwicklung feststellen zu 
lassen (vgl. BGE 114 II 256; 97 II 375). Ist die grundsätzliche Leistungspflicht ge-
richtlich festgelegt, muss die Geschädigte einzig noch auf Beweissicherung und 
Verjährung achten. 

Nach Art. 46 Abs. 1 OR gibt eine Körperverletzung der Verletzten unter an-
derem Anspruch auf Ersatz der Kosten. Vorliegend ist festzuhalten, dass die durch 

17

den Raub verursachte Körperverletzung widerrechtlich erfolgt ist. Ebenso wurden 
sie durch die Begehung der Straftaten von A. klarerweise verschuldet. Werden die 
erlittenen Beeinträchtigungen künftig zu einem weiteren als dem bereits im vorlie-
genden Verfahren bezifferten Schaden führen, so sind die Voraussetzungen für die 
Haftung gemäss Art. 46 OR erfüllt, sofern der Schaden in einem adäquaten Kausa-
lzusammenhang mit den widerrechtlichen Handlungen steht. Da die Möglichkeit 
künftiger Schäden durchaus vorhanden ist, ist ein Interesse des Opfers an der so-
fortigen Feststellung der grundsätzlichen Haftung von A. für durch dessen Handlun-
gen entstehende Schäden zusätzlich zur Beurteilung des heute bereits bezifferba-
ren und anerkannten Schadens ohne weiteres gegeben. Es wird daher gerichtlich 
festgestellt, dass A. für die Folgen aus dem Ereignis vom 22. Dezember 2001 ge-
genüber D. vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist. 

g) D. fordert schliesslich die Zusprechung einer Genugtuung von Fr. 7'000.00 
oder eine solche nach richterlichem Ermessen, jedenfalls zuzüglich 5 % Zins seit 
dem 22. Dezember 2001. Die Verteidigung anerkennt, dass dem Grundsatze nach 
eine Genugtuung geschuldet ist. Sie weist aber darauf hin, dass für die Bemessung 
der Genugtuung sehr wenig Anhaltspunkte vorhanden sind und erachtet angesichts 
der bekannten Umstände eine Genugtuung von Fr. 2'000.00 als angemessen. 

Nach Art. 47 OR kann der Richter bei einer Körperverletzung unter Würdi-
gung der besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene Genugtuung 
zusprechen. Der Zweck der Genugtuungssumme besteht darin, dass durch eine 
schadenersatzunabhängige Geldleistung ein gewisser Ausgleich für den erlittenen 
physischen und psychischen Schmerz geschaffen wird. Weil Art. 47 OR ein Anwen-
dungsfall von Art. 49 OR ist, müssen die besonderen Umstände in der Schwere der 
Verletzung der Persönlichkeit liegen (Schnyder, Kommentar zum Schweizerischen 
Privatrecht, Obligationenrecht I, 2. Aufl., Basel 1996, N. 16 zu Art. 47 OR). Als Ver-
letzung im Sinne von Art. 47 OR gilt nicht nur eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, sondern auch der seelischen Integrität. Eine Störung des psychischen Gleich-
gewichts bildet auch ohne gleichzeitige physische Verletzung eine Körperverletzung 
(Brehm, Berner Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Bd. IV, 1. Abteilung, 
3. Teilband, 1. Unterteilband, Art. 41-61 OR, 2. Aufl., Bern 1998, Art. 47 OR N 14 
mit Hinweisen). Die Beeinträchtigung des Wohlbefindens muss aber erheblich sein 
und die Verletzung in den persönlichen Verhältnissen eine gewisse Schwere errei-
chen. Weitere Anspruchsvoraussetzungen sind die Widerrechtlichkeit, die bei einer 
Straftat immer gegeben ist, sowie das Mass des Verschuldens des Täters (Brehm, 
a.a.O., Art. 47 OR N 17 f.).

18

Die Bemessung der Genugtuungssumme hängt im Wesentlichen von der Art 
und der Schwere der Verletzung, von der Intensität und der Dauer der Auswirkun-
gen sowie vom Grad des Verschuldens des Schädigers und der Verletzten ab (BGE 
112 II 131). Je intensiver die immaterielle Unbill auf die Anspruchstellerin eingewirkt 
hat, desto höher ist grundsätzlich die Genugtuungssumme (Schnyder, Kommentar 
zum Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, 2. Aufl., Basel 1996, Art. 47 
OR N 20 f.). Dabei hat das Gericht speziell Wert auf die Situation der Einzelnen zu 
legen und dennoch für ungefähr gleiche Fälle eine gewisse Objektivierung walten 
zu lassen. Einschlägige Präjudizien können daher als Richtschnur oder Ausgangs-
punkt für einen Vergleich mit einem neuen Fall dienen (vgl. Hütte/Ducksch, Die Ge-
nugtuung, 3. Auflage, Zürich 1996, Stand: März 2003, I/100f.). Schliesslich sei er-
wähnt, dass für die Bemessung der Genugtuung die wirtschaftlichen Verhältnisse 
(Einkommen/Vermögen) der Berechtigten zwar massgebend sein können. Aller-
dings ergibt sich aber aus der Natur des Genugtuungsanspruches, dass er ein 
Wohlbefinden nach einem erlittenen Schmerz erwirken soll (BGE 121 III 255, 125 II 
554 ff.). Die finanzielle Situation des Haftpflichtigen ist nicht zu berücksichtigen. Al-
lein entscheidend ist, ob aus der Sicht des Opfers eine Genugtuungssumme ange-
bracht ist und wie hoch sie sein soll, um den notwendigen Ausgleich zu bewirken. 

A. hat am 22. Dezember 2001 D. beraubt und sie dabei verletzt. Durch das 
Begehen dieser Straftat hat er dem Opfer unbestrittenermassen widerrechtlich der-
art schwere physische und psychische Verletzungen zugefügt, dass es in seinem 
Wohlbefinden ganz erheblich beeinträchtigt war. Ihn trifft ein (schweres) Verschul-
den. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung sind 
damit gegeben.

Für die Bemessung des Genugtuungsanspruches ist in erster Linie die 
Schwere, die Intensität und die Dauer der Verletzung sowie das Mass des Verschul-
dens des Täters und des Opfers massgebend. Vorliegend fällt ins Gewicht, dass 
der Täter am Abend überraschend in die körperliche und seelische Integrität des 
betagten Opfers eingegriffen hat. D. befand sich nichts Böses ahnend auf der AE.-
Strasse in AA., als ihr vom Verurteilten die Einkaufstasche entrissen wurde, worauf 
sie zu Boden ging und sich dabei einen Oberarmbruch erlitt. Es wurde eine Reha-
bilitation erforderlich, und im Arztbericht vom 14. Oktober 2002 wurde festgehalten, 
dass das Opfer nach wie vor an den Folgen des Ereignisses vom 22. Dezember 
2001 leide. Die Akten lassen keinen genauen Rückschluss auf den heutigen Zu-
stand des Opfers. Es ist aber erstellt, dass er dem Opfer erhebliche körperliche und 
auch seelische Schmerzen zugefügt hat. Sein Verschulden wiegt schwer. Demge-

19

genüber trägt das Opfer keinerlei Verschulden am Geschehenen. Die Genugtu-
ungssummen betragen in der Rechtsprechung in ähnlichen Fällen mit steigender 
Tendenz zwischen Fr. 1'000.00 und 6'500.00. Den Betrag von Fr. 1'000.00 sprach 
die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion Bern am 24. April 1995 einer 80jährigen 
Frau zu, welcher in der Dunkelheit die Handtasche entrissen wurde, worauf diese 
stürzte und sich dabei eine Oberschenkelfraktur zuzog (vgl. Hütte/Ducksch, a.a.O., 
Tabelle VIII/4, 1995-1997, Nr. 6). Einem anderen Opfer, welchem die Handtasche 
geraubt wurde und eine Oberarmfraktur erlitt, sprach das Amt für Sozialbeiträge des 
Kantons Basel Stadt am 10. September 1998 eine Genugtuung von Fr. 6'5000.00 
zu (vgl. Hütte/Ducksch, a.a.O., Tabelle VIII/30, 1998-2000, Nr. 15 g). Angesichts 
dieser Rechtsprechung erweist sich die von D. verlangte Genugtuungssumme von 
Fr. 7'000.00 als unangemessen. Wohl erlitt das Opfer einen Oberarmbruch. Jedoch 
kann den Akten nicht entnommen werden, dass das Opfer einen bleibenden psy-
chischen Schaden erlitten hat. Unter diesen Umständen erachtet das Gericht – un-
ter Berücksichtigung der langandauernden Heilung und der damit verbundenen Ein-
schränkungen – eine Genugtuung von Fr. 3'000.00 für angemessen.

Zur klagbaren Genugtuungsforderung gehört ein Schadenszins. Dieser ist 
mit Eintritt des den Anspruch begründenden Ereignisses fällig (BGE 81 II 512 ff.; 
Brehm, a.a.O., Art. 47 OR N 87 ff. mit Hinweis auf Art. 41 OR N 97). Da die Straftat 
am 22. Dezember 2001 verübt wurden, ist die Genugtuung ab diesem Datum mit 
5% zu verzinsen. Damit wird A. verpflichtet, eine Genugtuung von Fr. 3'000.00 zu-
züglich 5 % Zins ab dem 22. Dezember 2001 zu bezahlen.

h) Angesichts dieses Ausganges des Adhäsionsverfahrens hat A. die Adhä-
sionsklägerin gemäss der eingereichten detaillierten Honorarnoten im Umfang von 
Fr. 1'528.10 inklusive MWST (Fr. 471.70 und Fr. 1'056.40) ausseramtlich zu ent-
schädigen.

5 a) Der Angeklagte ist geständig, dass er sich, um seinen Betäubungsmit-
telkonsum zu finanzieren, entschlossen hatte, zusammen mit C. am Abend des 7. 
Januar 2002 um 19.30 Uhr im AD. in AA. bei sich bietender Gelegenheit einen Über-
fall zu begehen. Auf der Höhe der Liegenschaft Nr. 149 kam ihnen G., geboren 24. 
April 1926, entgegen. Beim Vorbeilaufen griff A. nach der Tasche der Frau, die sie 
sich an der rechten Schulter umgehängt hatte. G. liess diese jedoch nicht los und 
wurde zu Boden gerissen. A. musste dann noch mehrere Male an der Tasche ruck-
artig reissen und zog dabei die betagte Frau mehrere Meter am Boden nach. Mit 
der Tasche setzten sich die Täter dann fluchtartig stadteinwärts ab. Das erbeutete 

20

Geld verwendeten sie für den Kauf von Betäubungsmitteln. G. zog sich beim Über-
fall einen Bruch des rechten Oberarms zu und musste im Kantonsspital in AA. hos-
pitalisiert werden.

b) In rechtlicher Hinsicht ist unbestritten, dass diese Verübung von Gewalt, 
um den Diebstahl der Handtasche bzw. des Portemonnaies zu begehen, als Raub 
gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren ist.

Subjektiv erfordert Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB die vorsätzliche Tatbegehung. 
An einer vorsätzlichen Begehung der Tat durch die Angeklagten kann angesichts 
des Vorgehens und der einzelnen Tatumstände kein Zweifel bestehen. Indem sie 
sich mit Wissen und Willen – unter Anwendung von Gewalt – die Handtasche des 
Opfers in Bereicherungsabsicht aneigneten, haben sie auch sämtliche subjektiven 
Tatbestandselemente des Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. Damit ist A., wie es 
die Staatsanwaltschaft beantragt, des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen.

c) Das Opfer zog sich beim Überfall einen Bruch des rechten Oberarms zu 
und musste im Kantonsspital in AA. hospitalisiert werden. Obgleich die Heilung mut-
masslich sechs bis acht Wochen dauerte, handelt es sich gerade noch um eine 
einfache Körperverletzung, weshalb diese von Art. 140 StGB konsumiert wird.

d) Das Opfer reichte am 10. Oktober 2002 frist- und formgerecht seine Ad-
häsionsklage ein. Dabei machte es unter ausdrücklichem Nachklagerecht einen 
Schadenersatz von Fr. 1'080.85 (in solidarischer Haftung mit C.) sowie eine Genug-
tuung im Betrage von Fr. 2'000.00 geltend. Die Adhäsionsklage wurde dem Grund-
satz nach anlässlich der Hauptverhandlung anerkannt. Von der Anerkennung der 
Klage im Betrage von Fr. 1'080.85 kann daher Vormerk genommen werden. Der 
Angeklagte wehrte sich indes gegen das Nachklagerecht.

Vorliegend ist festzuhalten, dass die durch den Raub verursachte Körperver-
letzung widerrechtlich erfolgt ist. Ebenso wurden sie durch die Begehung der Straf-
taten von A. verschuldet. Werden die erlittenen Beeinträchtigungen künftig zu einem 
weiteren als dem bereits im vorliegenden Verfahren bezifferten Schaden führen, so 
sind die Voraussetzungen für die Haftung gemäss Art. 46 OR erfüllt, sofern der 
Schaden in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit den widerrechtlichen 
Handlungen steht. Da die Möglichkeit künftiger Schäden durchaus vorhanden ist, 
ist ein Interesse des Opfers an der sofortigen Feststellung der grundsätzlichen Haf-
tung von A. für durch dessen Handlungen entstehende Schäden zusätzlich zur Be-

21

urteilung des heute bereits bezifferbaren Schadens ohne weiteres gegeben. Es wird 
daher gerichtlich festgestellt, dass A. für die Folgen aus dem Ereignis vom 7. Januar 
2002 gegenüber G. vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist. 

e) G. fordert schliesslich die Zusprechung einer Genugtuung von Fr. 2'000.00 
zuzüglich Zins. Die Verteidigung anerkennt, dass dem Grundsatze nach eine Ge-
nugtuung geschuldet ist. Sie erachtet indes angesichts der bekannten Umstände 
eine Genugtuung von Fr. 1'000.00 als angemessen. 

Nach Art. 47 OR kann der Richter bei einer Körperverletzung unter Würdi-
gung der besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene Genugtuung 
zusprechen. Der Zweck der Genugtuungssumme besteht darin, dass durch eine 
schadenersatzunabhängige Geldleistung ein gewisser Ausgleich für den erlittenen 
physischen und psychischen Schmerz geschaffen wird. Aufgrund der vorzitierten 
Rechtsprechung (vgl. Seite 20 hiervor) erweist sich die beantragte Genugtuungs-
summe von Fr. 2'000.00 als angemessen. Im Vergleich zum Fall der D. musste 
nämlich G. nicht in die Rehabilitation, woraus auch geschlossen werden darf, dass 
die Verletzung glücklicherweise weniger schwer waren. Die Genugtuung ist mit 5 % 
ab 7. Januar 2002 zu verzinsen.

6. a) Der Angeklagte ist ebenfalls geständig, am Abend des 10. Januar 2002 
zusammen mit C. im AD. in AA. F., geboren 6. August 1940, beraubt zu haben. 
Währenddem C. wartete, lief A. der Frau nach. Als er auf gleicher Höhe mit F. war, 
riss er an der Aktenmappe, die sie mit einem Riemen über der rechten Schulter trug. 
Der Frau gelang es jedoch die Mappe zu fixieren. A. zog wiederum ruckartig an der 
Mappe und F. stürzte. A. riss abermals die Mappe an sich, bis der Riemen riss. 
Alsdann flohen der Angeklagte und sein Komplize stadteinwärts. Das erbeutete 
Geld setzten sie für den Kauf von Betäubungsmitteln ein. F. zog sich beim Überfall 
leichte Schürfverletzungen an den Knien zu. 

b) C. und A. sagten vor Gericht aus, diese Tat ebenfalls gemeinsam geplant 
zu haben. In rechtlicher Hinsicht ist unbestritten, dass auch diese Verübung von 
Gewalt als Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren ist. Beide fassten den 
Entschluss, das Opfer zu überfallen, und erhofften sich dadurch, zu Geld zu kom-
men. Indem sie mit Wissen und Willen das Opfer beraubten, haben sie auch sämt-
liche subjektiven Tatbestandselemente des Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt.

c) Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse 
bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums, Gebrauchs- oder Nut-

22

zungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Diese Bestim-
mung stellt das Recht, ausschliesslich über die Gestalt und Verwendung der Sache 
zu bestimmen, unter Schutz. Das tatbestandsmässige Verhalten („beschädigen“, 
„zerstören“ oder „unbrauchbar machen“) umfasst nicht nur Eingriffe in die Substanz 
des Gegenstandes, sondern auch die Beeinträchtigung seiner Funktion, die ihm 
nach seiner Beschaffenheit zukommt oder vom Eigentümer zugedacht wird. Vor-
auszusetzen ist aber stets, dass die Brauchbarkeit der Sache durch eine Einwirkung 
auf die Sache selbst und nicht durch ein anderweitiges Verhalten beeinträchtigt wird 
(vgl. zum Ganzen Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, Delikte gegen den 
Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 1.2, S. 154). In subjektiver Hinsicht wird das Wis-
sen um die Fremdheit der Sache und der Wille zu deren Beschädigung verlangt. 
Die Sachbeschädigung, die der Dieb durch Einbrechen und dergleichen verübt, wird 
durch die Strafe des Diebstahls nicht abgegolten (BGE 72 IV 115).

Der Angeklagte hat am Lodenmantel und an der Aktenmappe der Geschä-
digten einen nicht genau bestimmten Schaden von mehr als Fr. 300.00 angerichtet. 
Am 10. Januar 2002 wurde auch ein Strafantrag wegen Sachbeschädigung gestellt. 
Das Geständnis liegt vor, wenn auch die Höhe des Schadens bestritten ist. Dem-
nach hat sich der Angeklagte der Sachbeschädigung schuldig gemacht. 

d) F. machte am 4. Oktober 2002 eine Schadenersatzforderung von Fr. 
1'265.40 sowie eine Genugtuungsforderung von Fr. 2'000.00 geltend. Die Schaden-
ersetzforderung wurde nicht weiter substantiiert.

Der Angeklagte anerkennt die Schadenersatzforderung im Umfang von Fr. 
170.00, was dem gestohlenen Bargeld entspricht. Weitere Ansprüche wurden 
zurückgewiesen, und die Genugtuungsforderung könne maximal Fr. 500.00 betra-
gen.

Aufgrund der Eingabe vom 4. Oktober 2002 kann die geltend gemachte For-
derung nicht vollumfänglich zugesprochen werden; denn die einzelnen Beträge sind 
in keiner Weise substantiiert, weshalb die Adhäsionsklage vollumfänglich auf den 
Zivilweg verwiesen werden müsste. Da indes der Betrag von Fr. 170.00 anerkannt 
wurde, ist der Adhäsionsklägerin diese Summe zuzusprechen. 

e) F. fordert schliesslich die Zusprechung einer Genugtuung von Fr. 2'000.00 
zuzüglich Zins. Die Verteidigung anerkennt, dass dem Grundsatze nach eine Ge-
nugtuung geschuldet ist. Sie erachtet indes angesichts der bekannten Umstände 
eine Genugtuung von Fr. 500.00 als angemessen. 

23

Nach Art. 47 OR kann der Richter bei einer Körperverletzung unter Würdi-
gung der besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene Genugtuung 
zusprechen. Der Zweck der Genugtuungssumme besteht darin, dass durch eine 
schadenersatzunabhängige Geldleistung ein gewisser Ausgleich für den erlittenen 
physischen und psychischen Schmerz geschaffen wird. Aufgrund der vorzitierten 
Rechtsprechung (vgl. Seite 20 hiervor) erweist sich die beantragte Genugtuungs-
summe von Fr. 2'000.00 als unangemessen. F. zog sich keinerlei körperlichen Ver-
letzungen zu. Da sie indes sicherlich einen Schrecken von den Ereignissen davon 
getragen hat, erachtet das Gericht unter den gegebenen Umständen eine Genug-
tuung von Fr. 1'000.00 als angemessen. Die Genugtuung ist mit 5 % ab 10. Januar 
2002 zu verzinsen 

7. a) A. verübte in der Zeit vom 30. August 2001 bis 10. Januar 2002 alleine 
oder mit C. und H. insgesamt fünf Diebstähle mit einem Gesamtdeliktsbetrag von 
Fr. 8'554.00. Der Angeklagte ist hinsichtlich dieser Delikte geständig, wobei bezüg-
lich des Deliktgutes im Untersuchungsverfahren kleinere Abweichungen bestehen. 
An der Hauptverhandlung wurden die Delikte gemäss Anklageschrift vorbehaltlos 
anerkannt.

b) Die Strafkammer kommt vorliegend zum Schluss, dass die Aussagen von 
A. grundsätzlich glaubhaft sind. Er ist in allen Punkten geständig. Die von ihm be-
züglich der Tathandlungen sowohl anlässlich der polizeilichen wie auch untersu-
chungsrichterlichen Einvernahmen gemachten Aussagen sind konstant. Auch an-
lässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht hat er diese Geständnisse 
bestätigt. Die Diebstahlsserie verübte der Angeklagte in erster Linie, um Mittel zur 
Finanzierung seines Drogenkonsums zu beschaffen. Das Gericht kommt somit zum 
Schluss, dass in den vom Angeklagten eingestandenen Delikten für die vorliegende 
Beurteilung von den in der Anklageschrift ausgewiesenen und aufgeführten Delikts-
beträgen auszugehen ist.

c) Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder 
mit Gefängnis bestraft, wer jemanden eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung 
wegnimmt, um sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern. Die unrecht-
mässige Bereicherung besteht in einem Vermögensvorteil, auf welchen der Täter 
keinen Rechtsanspruch hat, zum Beispiel im Erlös der Veräusserung des Delikts-
gutes (BGE 111 IV 75). 

24

Aufgrund der Akten und des Geständnisses ist der Angeklagte in 5 Fällen 
(Ziffern 2.1 bis 2.5 der Anklageschrift) überführt, diverses Deliktsgut zur Aneignung 
entwendet zu haben, um sich daran unrechtmässig zu bereichern. Dabei entwen-
dete der Angeklagte Gegenstände vor allem aus Hotels. Das Deliktsgut bestand in 
erster Linie in Bargeld und Mobiltelefonen. Das erbeutete Deliktsgut veräusserte er, 
soweit es sich nicht schon um Bargeld handelte, an ihm unbekannte Drittpersonen, 
um sich damit seinen Drogenkonsum und teilweise auch seinen Lebensunterhalt zu 
finanzieren. A. hat sich daher des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 
1 StGB schuldig gemacht.

d) Hand in Hand mit Einschleich- und Einbruchdiebstählen in Häuser und 
Gebäude geht die Verletzung des Hausfriedens gemäss Art. 186 StGB. Laut dieser 
Bestimmung wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer gegen den 
Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen 
Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause gehörenden umfrie-
deten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt, oder, 
trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Diese 
Bestimmung schützt die Freiheit des Berechtigten, darüber zu entscheiden, wer sich 
in bestimmten Räumen aufhalten darf und wer nicht. Geschütztes Rechtsgut ist so-
mit das sogenannte Hausrecht, d.h. die Befugnis, über einen bestimmten Raum un-
gestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen (Stefan Trech-
sel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 1997, 
Art. 186 StGB N 1). Dabei muss der Wille des Berechtigten, dass jemand in einen 
bestimmten Raum nicht eindringen soll, nicht ausdrücklich erklärt werden, sondern 
kann sich auch aus den Umständen ergeben. Auf subjektiver Seite wird Vorsatz 
verlangt. Der Hausfriedensbruch erfasst nicht allfällige Folgedelikte, wie Diebstähle, 
Sachbeschädigungen usw., die anschliessend oder vorgängig zu diesem Delikt be-
gangen werden (BGE 115 II 265).

Zur Begehung der Diebstähle hat sich der Angeklagte in zwei Fällen (vgl. 
Ziffern 2.1 und 2.4 der Anklageschrift) gegen den Willen der Berechtigten und vor-
sätzlich Zutritt zu von Art. 186 StGB geschützten Räumen verschafft. Die erforder-
lichen Strafanträge liegen vor. Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs wurde vom 
Angeklagten vollumfänglich eingestanden. Der Angeklagte hat demzufolge den Tat-
bestand des Hausfriedensbruchs in dem ihm vorgeworfenen Umfang in objektiver 
und subjektiver Hinsicht erfüllt.

25

e) I. macht eine Adhäsionsklage im Betrage von Fr. 1'180.00 geltend, der 
sich aus einem Schadenersatz von Fr. 680.00 und einer Genugtuung von Fr. 500.00 
zusammensetzt. Der Schadenersatz wurde von der Verteidigung anerkannt. Die 
Genugtuung wurde jedoch bestritten, wie das Gericht meint, zu Recht; denn I. wurde 
bestohlen, zum Glück ohne dass sie dadurch einen physischen oder psychischen 
Schaden davon getragen hat. Entsprechend ist ihr lediglich ein Schadenersatz von 
Fr. 680.00 zuzusprechen.

8. Art. 19a Ziff. 1 BetmG stellt den Konsum von Betäubungsmitteln unter 
Strafe. In welcher Form diese konsumiert werden, sei es mit Rauchen, Einspritzen, 
Essen, Trinken, Schnupfen, usw., spielt keine Rolle. Unter den Tatbestand fällt le-
diglich der Konsum von Betäubungsmitteln. Stoffe und Präparate die bloss ähnlich 
wirken wie Betäubungsmittel werden hingegen nicht erfasst. Auch auf die Menge 
des konsumierten Stoffes kommt es nicht an. In leichten Fällen besteht die Möglich-
keit, das Verfahren einzustellen oder von einer Bestrafung abzusehen (Art. 19a Ziff. 
2 BetmG). In subjektiver Hinsicht hält das Gesetz ausdrücklich fest, dass lediglich 
der vorsätzliche Konsum von Betäubungsmitteln strafbar ist.

A. ist geständig, seit seiner letzten polizeilichen Verzeigung am 5. Januar 
2000 regelmässig Haschisch und Marihuana, Kokain und Heroin konsumiert zu ha-
ben. Auch nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft am 20. Februar 2002 
hat A. noch regelmässig Kokain und Heroin, letztmals am 14. September 2002, so-
wie drei bis vier Male Cannabis zu sich genommen. Dadurch hat er gegen Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG verstossen, wofür er zu bestrafen ist. 

9. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist der Angeklagte in allen An-
klagepunkten schuldig zu sprechen, wegen mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB, mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, mehrfa-
chen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG.

10.a) Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; es 
berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
des Schuldigen (Art. 63 StGB). Der Begriff des Verschuldens bezieht sich dabei auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Bei der Tatkom-
ponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und 
Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter ge-

26

handelt hat und die Beweggründe des Täters zu beachten. Die Täterkomponente 
umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der 
Tat und im Strafverfahren wie z.B. Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit (BGE 
117 IV 112 ff. mit Hinweis auf Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht AT II, Bern 
1989, § 7 N 7 ff; BGE 127 IV 101 ff.: vgl. zu den einzelnen Strafzumessungsgründen 
Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, StGB I, Basel 2003, N 49 ff;  N 51 ff. zu den 
Tatkomponenten, N 72 ff. zu den Täterkomponenten). 

b) Hat jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt, so verurteilt ihn das Gericht nach dem in Art. 68 StGB umschriebenen 
Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer ange-
messen. Das höchste Mass der angedrohten Strafe darf nicht um mehr als die Hälfte 
erhöht werden. An das gesetzliche Höchstmass der Strafart ist das Gericht gebun-
den. Bei der Bildung der Gesamtstrafe ist vom Strafrahmen auszugehen, der für die 
schwerste Tat vorgesehen ist. Als schwerste Tat gilt dabei jene, welche gemäss 
abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist und nicht 
jene, die nach den konkreten Umständen verschuldensmässig am schwersten 
wiegt. Massgebend für die Bestimmung der schwersten Tat ist in erster Linie die Art 
der vorgesehenen Höchststrafe (Zuchthaus, Gefängnis, Haft). Ist die Strafart für die 
verschiedenen Delikte identisch, bestimmt sich die schwerste Tat in zweiter Linie 
nach dem höchsten Strafmass. Schärfende und mildernde Umstände des Allgemei-
nen Teils, die zu Strafrahmenerweiterungen führen, namentlich etwa Versuchsfor-
men oder die verminderte Zurechnungsfähigkeit, sind für die Bestimmung des Straf-
rahmens für die schwerste Tat nicht zu berücksichtigen (BGE 116 IV 304; Jürg Beat 
Ackermann, Basler Kommentar, StGB I, Basel 2003, N 32 zu Art. 68 StGB  mit 
weiteren Hinweisen; vgl. BGE 127 IV 101 ff., 104). 

c) Ist einer oder sind mehrere der im Gesetz besonders aufgeführten Straf-
schärfungs- oder Strafmilderungsgründe erfüllt (Art. 64 ff. StGB), so sieht das Ge-
setz eine Strafrahmenerweiterung vor. Das Gericht ist bei ihrem Vorliegen nicht 
mehr an den für das betreffende Delikt geltenden Strafrahmen gebunden. Straf-
schärfungs- und Strafmilderungsgründe sind aber immer zugleich auch Strafer-
höhungs- bzw. Strafminderungsgründe, die das Gericht von Amtes wegen mindes-
tens straferhöhend bzw. strafmindernd berücksichtigen muss. Wenn also Straf-
schärfungs- und Strafmilderungsgründe zusammenfallen, können sie sich einer-
seits kompensieren, und es ist andererseits der gesetzlich vorgesehene Strafrah-
men des zu beurteilenden Delikts nach oben bzw. nach unten erweitert (BGE 116 
IV 300, 302; Wiprächtiger, a.a.O., N. 8f. zu Art. 65 StGB). 

27

d) Bei der Begründung des Urteils muss das Sachgericht die wesentlichen 
schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt werden 
kann, ob alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte berücksichtigt und wie sie 
gewichtet wurden. Dasselbe gilt für die im Gesetz genannten Strafschärfungs- und 
Strafmilderungsgründe. Das Gericht ist grundsätzlich aber nicht verpflichtet, im Ur-
teil in absoluten Zahlen oder in Prozenten anzugeben, inwieweit es bestimmte straf-
zumessungsrelevante Tatsachen straferhöhend oder strafmindernd berücksichtigt 
hat. Es muss auch nicht eine "Einsatzstrafe" beziffern, die bei Fehlen bestimmter 
Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sowie anderer gewichtiger Faktoren 
ausgefällt worden wäre. Es kommt allein darauf an, dass die gefundene Strafe ins-
gesamt, das heisst unter gesamthafter Berücksichtigung aller massgeblicher Straf-
zumessungsgründe, im Ergebnis vertretbar ist (vgl. BGE 121 IV 49).  

11. a) Die höchste abstrakte Strafdrohung sieht das Gesetz bei den von A. 
begangenen Straftaten für Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB vor. Grundlage für 
die Strafzumessung bildet also der dort vorgesehene Strafrahmen von sechs Mo-
naten Gefängnis bis zu zehn Jahren Zuchthaus. 

b) Zu beachten ist im vorliegenden Fall, dass die nunmehr bekannt geworde-
nen und vorliegend zu beurteilenden Delikte durch den Angeklagten zu einem Teil 
vor seiner Verurteilung durch den Kreispräsidenten AA. vom 20. Dezember 2001 
begangen wurden. So muss für diese neu zu beurteilenden Taten eine teilweise 
Zusatzstrafe zu dieser bereits gesprochenen Strafe ausgefällt werden. Bei der Be-
messung dieser teilweisen Zusatzstrafe ist darauf zu achten, dass der Täter durch 
die doppelte Aburteilung nicht besser und nicht schlechter gestellt wird, als wenn 
alle zu einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten in einem Urteil abgehandelt worden 
wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Die Bemessung erfolgt auf die Weise, dass sich das 
Gericht vorerst fragt, welche Strafe es im Falle einer gleichzeitigen Verurteilung in 
Anwendung von Art. 68 Ziff. 1 StGB ausgesprochen hätte. Ausgehend von dieser 
hypothetischen Gesamtbewertung muss es anschliessend unter Beachtung der 
rechtskräftigen Grundstrafe und allfälliger anderer Zusatzstrafen die erneute Zu-
satzstrafe bemessen (BGE 109 IV 93).

c) Das Verschulden von A. wiegt unter dem Gesichtspunkt der Tatkompo-
nente schwer, hat er doch drei Raubüberfälle, fünf Diebstähle sowie Delikte gegen 
das Betäubungsmittelgesetz verübt. Insbesondere die Raubüberfälle sind ruchlos, 
rücksichtslos und dürfen keinesfalls bagatellisiert werden. Er legte einen erhebli-
chen kriminellen Willen an den Tag. Er schreckte jeweils nicht davor zurück, weitere 

28

Delikte zu begehen. Zudem scheint ihn auch die Verurteilung wegen grober Verlet-
zung von Verkehrsregeln nicht beeindruckt zu haben. Diese Vorstrafe ist denn auch 
straferhöhend zu werten. Strafschärfend wirken sich die mehrfache Tatbegehung 
und das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen aus (Art. 68 Ziff. 1 
StGB).

Strafmindernd kann A. sein umfassendes Geständnis und seine Ko-
operationsbereitschaft zugute gehalten werden. Zu Gunsten des Angeklagten sind 
zudem seine, auch anlässlich der Hauptverhandlung wieder geäusserten Absich-
ten, von der Drogensucht wegzukommen, zu werten. Ebenso seine gezeigte Reue 
und der Umstand, dass er das Unrecht seiner Taten heute einsieht. Zudem ist auch 
zu berücksichtigen, dass A. wohl unter einem gewissen Beschaffungsdruck und 
nicht aus reiner Gewinnsucht handelte. Strafmildernd (Art. 11 StGB) ist in sinn-
gemässer Berücksichtigung des Gutachtens vom 2. September 2002 (act. 2.7, Seite 
7) vorliegend die leichtgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit von A. zu berück-
sichtigen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe und in Anbe-
tracht der durch den Kreispräsidenten AA. bereits ausgesprochenen Strafe wäre, 
zum Teil als Zusatzstrafe, eine grundsätzliche Freiheitsstrafe von 20 Monaten Ge-
fängnis dem Verschulden und der Verhaltensweise von A. als angemessen und ge-
rechtfertigt zu betrachten.

12.a) Die Grenze von 18 Monaten für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 StGB ist bei einer grundsätzlichen Strafzumessung 
von 20 Monaten zu berücksichtigen (BGE 118 IV 337). Die Strafzumessung bildet 
eine Einheit, die auch die möglichen Bedingungen bedingt vollziehbarer Strafen zu 
berücksichtigen habe. Das Strafrecht dient in erster Linie nicht der Vergeltung, son-
dern der Verbrechensverhütung. Dies bringt der Gesetzgeber nicht nur mit der Be-
zeichnung der Resozialisierung als Ziel des Strafvollzuges (Art. 37 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB) zum Ausdruck, sondern vor allem auch mit der bei der StGB-Teilrevision von 
1971 erfolgten Ausweitung der Möglichkeit der Anordnung von Massnahmen. Des-
halb sind Sanktionen, die die Besserung oder Heilung des Täters gewährleisten, zu 
verhängen und solche, die dem Anliegen der Verbrechensverhütung zuwiderlaufen, 
möglichst zu vermeiden. Das gilt nicht nur im Massnahmerecht, sondern für das 
strafrechtliche Sanktionensystem insgesamt. Gemäss BGE 118 IV 337 hat sich der 
Richter aus diesem Grunde aber dort, wo er eine Freiheitsstrafe von nicht erheblich 
mehr als 18 Monaten in Betracht zieht und die Voraussetzungen des bedingten 

29

Strafvollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 StGB im übrigen gegeben sind, mit der Frage 
auseinanderzusetzen, ob angesichts der persönlichen Verhältnisse des Schuldigen 
der Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe nicht dem Zweck der Verbrechensver-
hütung zuwiderlaufe. Bejaht er das, hat er dem gemäss Art. 63 StGB unter dem 
Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse strafmindernd Rechnung zu tragen. 
Im gleichen Sinne ist ein Verhalten des Täters nach der Tat zu berücksichtigen, das 
auf Reue und Einsicht schliessen lässt oder sonst aufzeigt, dass er bereits die nöti-
gen Lehren gezogen und durch einen anderen Lebenswandel weiteren strafbaren 
Handlungen vorgebeugt hat; andernfalls würde ein solcher Täter, der sich aufgefan-
gen und sich z. B. von einer Sucht gelöst hat, gegenüber jenem, der gegebenenfalls 
einer mit dem Strafvollzug nicht zu vereinbarenden ambulanten Behandlung bedarf, 
in ungerechtfertigter Weise benachteiligt (vgl. BGE 129 IV 161 f.). Die erwähnten 
Strafminderungsgründe und die folgenorientierten Überlegungen bei der Anordnung 
der Sanktion dürfen aber nicht dazu führen, dass in allen Fällen, in denen ange-
sichts der günstigen Prognose der bedingte Strafvollzug gewährt werden könnte, 
unabhängig von der Schwere des Tatunrechts und der Tatschuld auf eine Freiheits-
strafe von höchstens 18 Monaten erkannt wird, damit der bedingte Strafvollzug ge-
währt werden kann.

A. lebt seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in günstigen fami-
liären Verhältnissen. Er steht in einer festen Beziehung und pflegt einen intensiven 
Kontakt mit seiner Familie. Müsste er nun den Strafvollzug antreten, würde er so-
wohl aus diesem günstigen Umfeld als auch aus dem bisher positiv verlaufenden 
Methadonprogramm herausgerissen, woduch er entsozialisiert werden könnte. A. 
hat, wie dies auch seitens der Staatsanwaltschaft festgestellt wurde, einen guten 
und stabilen Eindruck vor der Strafkammer hinterlassen. Insgesamt kann bei A. eine 
günstige Prognose gestellt werden. Entsprechend erscheint es der Strafkammer an-
gemessen zu sein, eine bedingte Strafe auszusprechen, womit die Strafe auf 18 
Monaten reduziert wird. Dieser Entscheid deckt sich teilweise auch mit den Emp-
fehlungen im Gutachten (act. 2.7, Seite 9 unten), wobei zusätzlich die Anordnung 
einer Schutzaufsicht für sinnvoll erachtet wurde. Angesichts dieses Resultates ist 
eine Probzeit von vier Jahren angemessen, um auch der zufolge der schwankenden 
Behandlungseinsicht und Therapiemotivation etwas erhöhten Rückfallgefahr zu be-
gegnen. 

b) Gemäss Art. 41 Ziff. 2 StGB kann der Richter während der Probezeit auch 
bestimmte Weisungen erteilen, insbesondere über ärztliche Betreuung. Wahl und 

30

Inhalt müssen sich nach dem spezialpräventiven Zweck des bedingten Strafvollzu-
ges richten.

Die Strafkammer erachtet es aufgrund der Umstände und auch der Empfeh-
lungen des Gutachters für angemessen, A. die Weisung zu erteilt, sich während der 
Probezeit medizinisch- und psychiatrisch-therapeutisch behandeln zu lassen. Da-
durch kann erreicht werden, dass das von ihm bereits lancierte Methadonprogramm 
gefestigt wird, womit überdies auch seiner – gemäss Gutachten schwankenden – 
Behandlungseinsicht und Therapiemotivation begegnet werden kann.

c) Da vorliegend eine Betreuungsbedürftigkeit besteht, kommt als zusätzliche 
Massnahme gemäss Art. 41 Ziff. 2 StGB insbesondere die Anordnung einer Schutz-
aufsicht – die für den Betroffenen vor allem eine Hilfe sein soll (BGE 118 IV 219 E. 
2) – in Betracht. Dadurch wird auch eine Beaufsichtigungsmöglichkeit geschaffen, 
welche aufgrund seiner früheren Lebensführung geboten ist. Mit der Schutzaufsicht 
soll aber auch die günstige Entwicklung des Verurteilten in der jüngsten Zeit gestärkt 
werden. Die Schutzaufsicht soll schliesslich auch die erteilte Weisung ergänzen. 
Diese Erwägungen rechtfertigen die Anordnung der Schutzaufsicht (Art. 47 StGB).

13. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der am-
bulanten Behandlung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 und Art. 189 StPO). Die vom amtlichen Verteidiger gel-
tend gemachten Kosten im Umfang von Fr. 5'649.45 gehen ebenfalls zusätzlich zu 
Lasten des Verurteilten. Demgegenüber sind die Kosten der angerechneten Unter-
suchungshaft und jene eines allfälligen Strafvollzuges vom Kanton Graubünden zu 
übernehmen (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

31

Demnach erkennt die Strafkammer :

1. A. ist schuldig des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, 
des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziffer 1 StGB, der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfrie-
densbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung ge-
gen Art. 19a Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er – teilweise als Zusatz zu der mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten AA. vom 20. Dezember 2001 ausgefällten Strafe – mit 18 Monaten 
Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft von 37 
Tagen.

3. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von vier Jahren.

b) A. wird gestützt auf Art. 41 Ziffer 2 StGB die Weisung erteilt, sich während 
der Probezeit medizinisch- und psychiatrisch-therapeutisch behandeln zu 
lassen.
c) A. wird für die Dauer der Probezeit unter Schutzaufsicht gestellt.

4. a) Es wird festgestellt, dass A. für die Folgen aus dem Ereignis vom 22. De-
zember 2001 (Raubüberfall) gegenüber D. vollumfänglich schadenersatz-
pflichtig ist.

b) Von der Anerkennung der Schadenersatzklage der D. im Betrage von Fr. 
1'751.55 nebst Zins zu 5 % seit dem 2. Februar 2002, von Fr. 8.90 nebst Zins 
zu 5 % seit dem 12. April 2002 und von Fr. 34.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 
17. Mai 2002 wird Vormerk genommen.
c) A. wird verpflichtet, D. eine Genugtuung von Fr. 3'000.00 nebst Zins zu 5 
% seit dem 22. Dezember 2001 zu bezahlen.

d) A. hat D. ausseramtlich mit Fr. 1'528.10 zu entschädigen.

5. a) Es wird festgestellt, dass A. für die Folgen aus dem Ereignis vom 7. Januar 
2002 (Raubüberfall) gegenüber G. (in solidarischer Haftung mit C.) schaden-
ersatzpflichtig ist.

b) Von der Anerkennung der Schadenersatzklage von G. im Betrage von Fr. 
1'080.85 (in solidarischer Haftung mit C.) wird Vormerk genommen.

32

c) A. wird verpflichtet, G. (in solidarischer Haftung mit C.) eine Genugtuung 
von Fr. 2'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 7. Januar 2002 zu bezahlen.

6. a) Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von F. im Betrag von Fr. 170.00 
(in solidarischer Haftung mit C.) wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird 
die Adhäsionsklage auf den Zivilweg verwiesen.

b) A. wird verpflichtet, F. (in solidarischer Haftung mit C.) eine Genugtuung 
von Fr. 1'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 10. Januar 2002 zu bezahlen.

7. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von I. im Betrag von Fr. 680.00 
(in solidarischer Haftung mit C.) wird Vormerk genommen. Im Übrigen wird 
die Adhäsionsklage abgewiesen.

8. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden:
Barauslagen Fr. 1'235.20
Untersuchungsgebühr Fr. 3'585.00
der Hälfte der Gerichtskosten Fr. 2'500.00
dem Honorar der amtlichen Verteidigung Fr. 5'649.45
total somit Fr. 12'969.65

gehen zu Lasten von A., welcher auch die Kosten der ambulanten Behand-
lung zu tragen hat.
Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft sowie die Kosten des (all-
fälligen) Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

9. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

10. Mitteilung an:

__________

33

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: