# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e5eee51-3bbb-514f-87ae-5ff9dbfd7607
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.01.2023 UV 2022/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-18_2023-01-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.02.2023

Entscheiddatum: 11.01.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2023
Art. 6 UVG: VKB-Ruptur ist als unfallkausal einzustufen. Die 
Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, für die Operation vom 5. November 
2021 sowie deren unmittelbaren Folgen die gesetzlichen 
Versicherungsleistungen zu erbringen. Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
Januar 2023, UV 2022/18).

Entscheid vom 11. Januar 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2022/18

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Vy Huynh, Amparo Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

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Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B.___ in einem Pensum von 60 % 

angestellt (zur weiteren Arbeitgeberin vgl. act. G 8.1-3 und 8.1-8 f.), als sie am 27. 

Dezember 2020 beim Skifahren in einer Kurve stürzte und sich dabei das linke Knie 

verletzte (act. G 8.1-3). Eine Erstbehandlung fand am 4. Januar 2021 bei dipl. med. 

C.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, statt, welcher zunächst Analgetika 

und Physiotherapie verordnete und die Versicherte bis zum 17. Januar 2021 zu 100 % 

arbeitsunfähig schrieb (vgl. act. G 8.1-16). Am 6. Januar 2021 erstattete die 

Arbeitgeberin bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) die Schadenmeldung 

UVG (act. G 8.1-3). Die Helsana kam in der Folge für die Heilbehandlung auf und 

entrichtete Taggeldleistungen (vgl. act. G 8.1-42).

A.a. 

Auf Zuweisung von dipl. med. C.___ erfolgte am 13. März 2021 in der Radiologie 

D.___  eine Kernspintomographie des linken Kniegelenks. Der beurteilende Radiologe, 

Dr. med. E.___, stellte eine subtotale, wahrscheinlich vollständige ältere Ruptur des 

vorderen Kreuzbandes (VKB) mit auch gegen den Notchraum umgeschlagenem VKB-

Teil und einen geringgradigen Kniegelenkserguss, im Übrigen jedoch ein normales 

Kernspintomogramm fest (act. G 8.1-26 f.). Im Arztzeugnis UVG vom 19. März 2021 

nannte dipl. med. C.___ als Diagnose eine VKB-Ruptur Knie links. Weiter erklärte er, 

dass sich nach einer Woche ein mittelgradiger Gelenkserguss gezeigt habe, der eine 

Beurteilung des Bandapparates erschwert habe. In der MRT-Untersuchung habe sich 

eine VKB-Ruptur gezeigt. Als Ursache für die aktuellen Beschwerden bezeichnete er 

den Unfall (act. G 8.1-16).

A.b. 

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B.  

Am 21. April 2021 wurde die Versicherte auf Zuweisung von dipl. med. C.___ bei 

Dr. med. F.___, Orthopädie G.___, vorstellig. Dieser empfahl aufgrund des Alters und 

des Aktivitätslevels der Versicherten eine operative Sanierung der VKB-Ruptur 

(act. G 8.1-28 f.). Am 24. Juni 2021 erfolgte eine Konsultation bei Dr. med. H.___, 

Orthopädie I.___. Er erklärte der Versicherten die Vor- und Nachteile einer operativen 

und konservativen Therapie (act. G 8.1-30 f.). Anlässlich einer weiteren Sprechstunde 

bei Dr. H.___ vom 21. September 2021 entschied sich die Versicherte für die Operation 

(act. G 8.1-37).

A.c. 

In einer Aktenbeurteilung vom 26. September 2021 (unter Berücksichtigung der 

bis zum 24. Juni 2021 bei der Helsana eingegangenen Akten) kam der beratende Arzt 

der Helsana, Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

des Bewegungsapparates, zum Schluss, dass die Distorsion des linken Kniegelenks 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 27. Dezember 2020 

zurückzuführen sei. Das Ereignis vom 27. Dezember 2020 habe jedoch nachweislich 

einer MRI-Befundung zu keiner strukturell traumatischen Läsion im linken Kniegelenk 

geführt. Die festgestellte VKB-Läsion stelle zweifellos einen Vorzustand dar. Das 

Verhalten der Versicherten, die nach dem Unfall weitergefahren sei, spreche ebenfalls 

gegen einen kausalen Zusammenhang zum obgenannten Ereignis. Das Ereignis habe 

zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt, wobei der mutmassliche Zustand, 

wie er beim schicksalsmässigen Verlauf des Vorzustandes auch ohne Unfall 

eingetreten wäre (sog. Status quo sine), per 13. März 2021 erreicht gewesen sei (act. G 

8.1-38 ff.).

A.d. 

Mit Verfügung vom 8. Oktober 2021 stellte die Helsana ihre Leistungen mangels 

nachgewiesenen Kausalzusammenhangs zwischen den gesundheitlichen Beschwerden 

und dem Unfall per 13. März 2021 ein, wobei sie auf eine Rückforderung der bis am 

26. Juni 2021 erbrachten Leistungen verzichtete (act. G 8.1-42).

A.e. 

Gegen diese Verfügung erhoben die Sanagate als obligatorische 

Krankenpflegeversicherung am 13. Oktober (act. G 8.1-70 f.) und die Versicherte am 1. 

November 2021 (act. G 8.1-74 f.) Einsprache.

B.a. 

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C.  

Am 5. November 2021 führte Dr. H.___ bei der Versicherten eine diagnostische 

Arthroskopie und eine VKB-Rekonstruktion durch (act. G 6.4 und 6.6).

B.b. 

In einer Aktenbeurteilung (unter Berücksichtigung der Aktenlage bis zum 30. 

September 2021) vom 11. Dezember 2021 kam Dr. J.___ erneut zum Schluss, dass es 

sich bei der in der MRT-Untersuchung vom 13. März 2021 gezeigten VKB-Ruptur um 

einen Vorzustand handle, der Unfall vom 27. Dezember 2020 lediglich zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe und der Status quo sine per 13. März 

2021 erreicht worden sei (act. G 8.1-76 ff.).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 wies die Helsana die Einsprachen 

ab (act. G 8.1-88 ff.).

B.d. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Vy Huynh, St. Gallen, am 15. 

März 2022 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, der Einspracheentscheid der 

Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 3. Februar 2022 sei aufzuheben und 

ihr seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit 

zwecks Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2). Überdies stellte die Beschwerdeführerin ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Verfahren 

vor Versicherungsgericht (act. G 1 S. 2 und 1.5 ff.).

C.a. 

Am 17. März 2022 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren (act. G 2).

C.b. 

Am 29. April 2022 reichte die Beschwerdeführerin eine Beschwerdeergänzung ein 

(act. G 6). Darin beantragte sie, der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 sei 

aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 6 S. 2).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdegegnerin die 

vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu Recht per 

13. März 2021 eingestellt hat.

2.  

Mit Schreiben vom 10. Mai 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde vom 15. März bzw. 29. April 2022 und verzichtete auf die 

Einreichung einer umfassenden Beschwerdeantwort (act. G 8).

C.d. 

Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 

UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls im Sinne des Gesetzes für 

einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in 

einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff. mit Hinweisen). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 

alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht 

oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall 

die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 

das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung 

verantwortlich, d.h. zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

2.1. 

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entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 

413/05, E. 4.1 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Tatfrage nach 

dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das 

Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; KOSS UVG-Nabold, N 53 und 

59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 55 und 58 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung praktisch keine selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 

V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Hat der 

Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so entfällt seine 

Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 

der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten 

Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 

erreicht ist (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2, und vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 3.3 mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; KOSS UVG-

Nabold, N 54 zu Art. 6).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

2.2. 

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3.  

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis).

Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der 

Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, demzufolge die 

versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten 

Wegfall der Kausalität der Unfallversicherer (BGE 117 V 264 E. 3b; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 326; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.).

2.3. 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 27. Dezember 2020 

einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Die Beschwerdegegnerin hat ihre 

Leistungspflicht für das Unfallereignis zunächst anerkannt. Sie stellt sich jedoch auf 

den Standpunkt, dass das Unfallereignis nur zu einer vorübergehenden 

Verschlimmerung geführt habe und per 13. März 2021 der Status quo sine erreicht 

gewesen sei. Zwischen der an diesem Tag radiologisch objektivierten VKB-Ruptur (act. 

G 8.1-26), welche eine über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinausgehende 

Behandlung, insbesondere die Operation vom 5. November 2021, notwendig gemacht 

hat (vgl. act. G 6.6), und dem Unfallereignis vom 27. Dezember 2020 sieht sie keinen 

Kausalzusammenhang (act. G 8 und 8.1-88 ff.). Demgegenüber erachtet die 

Beschwerdeführerin das Unfallereignis für die VKB-Ruptur und die dadurch bedingte 

Operation als überwiegend wahrscheinlich kausal (vgl. act. G 1 und 6).

3.1. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die im Anschluss an 

den Unfall aufgetretene Kniesymptomatik - auch im Wissen um die VKB-Ruptur - durch 

die Ausrichtung vorübergehender Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld) anerkannt hat (vgl. act. G 8.1-12, 8-16 f. und 8-42) ist sie für den Wegfall der 

Unfallkausalität beweisbelastet (vgl. oben E. 2.3).

3.2. 

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4.  

Folglich ist zunächst zu prüfen, ob die VKB-Ruptur mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.

4.1. 

Für die Frage der Unfallkausalität beruft sich die Beschwerdegegnerin in erster 

Linie auf die Aktengutachten von Dr. J.___ (vgl. act. G 8 und 8.1-88 ff.). Dieser hat in 

seiner Beurteilung vom 26. September 2021 die Unfallkausalität der VKB-Ruptur 

zunächst mit der Begründung verneint, dass es sich bei ihr ohne Zweifel um einen 

Vorzustand handle. Das Unfallereignis vom 27. Dezember 2020 habe nachweislich 

einer MRT-Befundung zu keiner strukturell traumatischen Läsion im linken Kniegelenk 

geführt (act. G 8.1-39). Dieser Feststellung kann nicht gefolgt werden. Aus dem 

Umstand, dass im Bericht zur MRT-Untersuchung vom 13. März 2021 eine "ältere 

Ruptur des vorderen Kreuzbandes" genannt ist (vgl. act. G 8.1-26), lässt sich nicht 

schliessen, dass diese Ruptur bereits vor dem Unfall bestanden hatte, mithin einen 

Vorzustand darstellt. In der E-Mail vom 2. April 2022 erklärt Dr. E.___, dass die 

Kreuzbandruptur als nicht mehr frisch, sondern eben älter beurteilt worden sei, da die 

MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks 2.5 Monate nach dem Unfall durchgeführt 

worden sei. Der Befund passe zum Trauma vom 27. Dezember 2020 (act. G 6.9). Auch 

der behandelnde Facharzt Dr. H.___ hat die VKB-Ruptur auf das Unfallereignis vom 27. 

Dezember 2020 zurückgeführt (vgl. act. G 8.1-30). Überdies gilt es zu berücksichtigen, 

dass die MRT-Bildgebung vom 13. März 2021 gemäss Dr. H.___ eine isolierte VKB-

Verletzung mit intakten Menisken und ohne Knorpelschäden gezeigt hat (act. G 8.1-30). 

Auch Dr. F.___ hat erwähnt, dass die Menisken und übrigen Bänder intakt seien (act. G 

8.1-29). Die Bildgebung hat also passend zum jungen Alter der Beschwerdeführerin 

keine Hinweise auf weitere degenerative Vorzustände ergeben, welche eine isolierte 

unfallkausale strukturelle Veränderung als nicht nachvollziehbar erscheinen lassen 

würden.

4.2. 

Weiter gilt es zu beachten, dass sich die Beschwerdeführerin am 4. Januar 2021 

und damit relativ bald nach dem Sturz in Erstbehandlung zu dipl. med. C.___ begeben 

hat, der zunächst eine konservative Behandlung mit Physiotherapie und Analgesie 

angeordnet hat. Bei ausbleibender Besserung hat dipl. med. C.___ dann die MRT-

Untersuchung vom 13. März 2021 veranlasst, welche eben die VKB-Ruptur gezeigt hat 

(vgl. act. G 8.1-16 und 8.1-26). Die zeitliche Nähe der MRT-Untersuchung zum 

Unfallereignis, die konstant auf das Knie ausgerichtete Behandlung sowie die bereits 

von dipl. med. C.___ bemerkte Schwellung im Bereich des Bandapparates (vgl. act. G 

8.1-16) sprechen ebenfalls für die Unfallkausalität der VKB-Ruptur und gegen einen 

bereits bestehenden Vorzustand. Schliesslich gilt es auch zu berücksichtigen, dass die 

4.3. 

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Beschwerdeführerin gemäss dipl. med. C.___ vor dem Unfall noch nicht unter 

ähnlichen Beschwerden gelitten hatte (vgl. act. G 8.1-16) und dies obwohl sie gemäss 

Bericht von Dr. F.___ vom 26. April 2021 vor dem Unfall gesund und sportlich sehr aktiv 

gewesen ist, zum Teil auch Volleyball gespielt hat (vgl. dazu act. G 8.1-28), wobei die 

Knie eine bedeutende Belastung erfahren. Hätte schon vor dem Unfallereignis vom 27. 

Dezember 2020 eine Kreuzbandruptur bestanden, so wäre grundsätzlich anzunehmen, 

dass sich diese bei der sportlichen Beschwerdeführerin bereits zu einem früheren 

Zeitpunkt bemerkbar gemacht hätte.

Als weiteres Argument für das Bestehen eines unfallfremden Vorzustandes führt 

Dr. J.___ den im Bericht von Dr. F.___ festgehaltenen Umstand (vgl. act. G 8.1-28) an, 

dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall zunächst noch weiter Skigefahren sei 

(vgl. act. G 8.1-39 und 8.1-77). Dazu gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin 

selber im Telefonat vom 15. Februar 2021 angegeben hatte, dass der Bruder und der 

Ehemann ihr beim Aufstehen und bei der zu Fuss zurückzulegenden Wegstrecke bis 

zum 50 Meter entfernten Ferienhaus geholfen hätten. Dass sie noch weiter Skigefahren 

sei, hatte sie nicht erwähnt (vgl. act. G 8.1-9). Ihrer persönlichen Aussage der ersten 

Stunde kommt grundsätzlich eine höhere Beweiskraft zu als der fremdanamnestisch 

festgehaltenen Bemerkung von Dr. F.___. Ob eine VKB-Ruptur tatsächlich sofort das 

Skifahren verhindert und damit gegen die Unfallkausalität spricht, wie dies Dr. J.___ 

ohne weitere Begründung behauptet, ist überhaupt fraglich, nachdem gemäss den 

behandelnden Fachärzten auch Physiotherapie trotz Ruptur als konservative 

Behandlung möglich ist (vgl. act. G 8.1-29 und 8.1-31) und die Beschwerdeführerin 

trotz unbestrittener VKB-Läsion auch bis zur Operation vom 5. November 2021 

funktioniert hat und bereits ab dem 18. Januar 2021 wieder voll arbeitsfähig gewesen 

ist (act. G 8.1-16). Allein der Umstand dieses ungeklärten Skifahrens lässt also 

ebenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf einen unfallfremden 

Vorzustand schliessen.

4.4. 

Als weiteres Argument gegen die Unfallkausalität hat Dr. J.___ in seiner Beurteilung 

vom 11. Dezember 2021 das Fehlen eines Knochenmarködems in der MRT-Bildgebung 

vom 13. März 2021 angesprochen. Jeder traumatische Kreuzbandriss verursache ein 

mehr oder weniger grosses Knochenmarksödem aufgrund der mechanischen 

Einwirkung als Folge einer Krafteinwirkung auf den Knochen. Derartige Ödeme seien 

bis zu neun Monate nachweisbar. Bei einer ca. zweieinhalb Monate zurückliegenden 

traumatischen VKB-Ruptur sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Nachweis 

eines "bone bruise" zu erwarten. Ohne diesen Nachweis sei es so gut wie unmöglich, 

den Zeitpunkt der Läsion exakt beurteilen zu können (act. G 8.1-77). Diesbezüglich ist 

4.5. 

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5.

Schliesslich ist anzumerken, dass die Beurteilungen von Dr. J.___ auch nicht schlüssig 

aufzeigen, weshalb bei einer bloss vorübergehenden Verschlimmerung eines 

Vorzustandes, wie er sie annimmt, genau per 13. März 2021 der Status quo sine 

eingetreten sein soll, zumal er in seiner Beurteilung vom 26. September 2021 die 

weitere Physiotherapie durchaus möglicherweise noch auf den Unfall zurückgeführt hat 

(vgl. act. G 8.1-39). Es sei in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Kniesymptomatik erst dann endet, 

wenn der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sämtliche kausale Bedeutung 

verloren hat (vgl. oben E. 2.1). Obwohl die Beschwerdegegnerin Dr. J.___ explizit nach 

einer Begründung für die Terminierung der vorübergehenden Leistungen gefragt hat, ist 

er eine solche schuldig geblieben (vgl. act. G 8.1-40, oben, und 8.1-78, oben). Vor 

diesem Hintergrund erscheinen die Beurteilungen von Dr. J.___ auch als unvollständig 

(act. G 8.1-38 ff. und 8.1-76 ff.).

6.

Zusammenfassend ist anzunehmen, dass es sich bei der am 5. November 2021 

operierten VKB-Läsion mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit um 

einen unfallkausalen Schaden handelt. Folglich hat die Beschwerdegegnerin für diese 

Operation sowie die daran anschliessende Heilungsphase aufzukommen. Das Datum 

der Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen ist damit wieder offen 

und muss von der Beschwerdegegnerin zu gegebener Zeit neu festgelegt werden.

einerseits festzuhalten, dass Dr. E.___ den MRT-Befund vom 13. März 2021, wie 

bereits erwähnt, als passend zum Unfallereignis erachtet hat, sich mithin also nicht an 

einem fehlenden Knochenmarksödem gestört hat (act. G 6.9). Als untersuchender 

Radiologe kommt ihm eine besondere Fachkompetenz bei der Beurteilung der MRT-

Bilder zu. Auch Dr. H.___ hat die in der MRT-Bildgebung ersichtliche VKB-Ruptur auf 

das Unfallereignis vom 27. Dezember 2020 zurückgeführt (vgl. act. G 8.1-30). Im 

Übrigen ist in der MRT-Bildgebung vom 13. März 2021 immerhin ein geringgradiger 

Kniegelenkserguss sichtbar gewesen (act. G 8.1-27), nachdem bereits dipl. med. C.___ 

anlässlich der Erstbehandlung klinisch einen mittelgradigen Gelenkserguss im Bereich 

des Bandapparates festgestellt hatte (act. G 8.1-49). Der Erguss und dessen 

Rückbildung im zeitlichen Verlauf passen zu einer unfallkausalen Genese der VKB-

Ruptur.

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2022 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, für die Operation vom 5. 

November 2021 sowie deren unmittelbaren Folgen die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen zu erbringen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheides vom 3. Februar 2022 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für die Kosten der Operation vom 5. November 

2021 sowie deren unmittelbaren Folgen aufzukommen.

7.1. 

Gerichtskosten sind mangels entsprechender spezialgesetzlicher Grundlage keine 

zu erheben (vgl. Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Die bereits bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 2) wird 

damit gegenstandslos.

7.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2023
	Art. 6 UVG: VKB-Ruptur ist als unfallkausal einzustufen. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, für die Operation vom 5. November 2021 sowie deren unmittelbaren Folgen die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2023, UV 2022/18).

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		2025-07-19T01:15:02+0200
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