# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8976f82-ee2a-5fc8-8135-cfb15c52c316
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.09.2025 BG.2025.52
**Docket/Reference:** BG.2025.52
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2025-52_2025-09-24

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 24. September 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Nathalie Zufferey und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   

Parteien  KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

KANTON AARGAU, Oberstaatsanwaltschaft,  

 

Gesuchsgegner 

 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2025.52 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis des Kantons Zürich (nachfolgend 

«StA ZH»), führt das Strafverfahren 4/2025/10013132 gegen A. wegen Ver-

dachts der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln etc. Das Straf-

verfahren geht zurück auf eigene Feststellungen der Kantonspolizei Zürich 

bzw. den entsprechenden Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 7. Januar 

2025 und den Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 20. März 2025. 

 

 

B. Mit Schreiben vom 27. Mai 2025 ersuchte die StA ZH die Staatsanwaltschaft 

Brugg-Zurzach des Kantons Aargau (nachfolgend «StA AG») um Über-

nahme des Verfahrens. Zur Begründung führte die StA ZH aus, dem Be-

schuldigten werde vorgeworfen, am 5. Oktober 2024 auf dem Gemeindege-

biet Z./AG auf der Autobahn A1 Richtung Bern den PW Opel Vectra, Kon-

trollschild 1, mit einer Geschwindigkeit von rund 210 km/h gelenkt und 

dadurch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h um rund 

90 km/h überschritten zu haben. Weiter werde dem Beschuldigten vorgewor-

fen, am 24. September 2024 auf dem Gemeindegebiet Y./ZH auf der Auto-

bahn A15 Richtung X./ZH den PW Opel Vectra, Kontrollschild 1, mit einer 

Geschwindigkeit von rund 175 km/h gelenkt und dadurch die zulässige 

Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um rund 75 km/h überschritten zu ha-

ben. Entgegen den Ausführungen im Rapport sei der Tacho beim Passieren 

der 80er Tafel nicht sichtbar, weshalb nicht bekannt sei, mit welcher Ge-

schwindigkeit der Lenker in den 80er Bereich gefahren sei. Das schwerste 

Delikt habe somit im Zuständigkeitsbereich der StA AG stattgefunden. Mit 

Schreiben vom 8. Juli 2025 lehnte die StA AG die Übernahme des Verfah-

rens ab. 

 

 

C. Mit Schreiben vom 31. Juli 2025 gelangte die Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Zürich (nachfolgend «OStA ZH») an die Oberstaatsanwaltschaft 

des Kantons Aargau (nachfolgend «OStA AG») und ersuchte um Über-

nahme des Verfahrens, was die OStA AG mit Schreiben vom 8. August 2025 

im Wesentlichen mit der Begründung ablehnte, dass bei beiden Vorfällen 

von gleich schweren Delikten auszugehen sei und sich damit die Präventi-

onszuständigkeit des Kantons Zürich ergeben müsse. 

 

 

D. Mit Gesuch vom 12. August 2025 an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts beantragt die OStA ZH, es seien die Strafbehörden des 

Kantons Aargau für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die der 

- 3 - 

 

 

beschuldigten Person zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu be-

urteilen (act. 1). 

 

 

E. Mit Gesuchantwort vom 25. August 2025 beantragt die OStA AG, es seien 

die Behörden des Kantons Zürich zur Verfolgung und Beurteilung des Be-

schuldigten A. berechtigt und verpflichtet zu erklären (act. 3), was der 

OStA ZH mit Schreiben vom 29. August 2025 zur Kenntnis gebracht wurde 

(act. 4). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Die Strafbehörden prüfen ihre Zuständigkeit von Amtes wegen und leiten ei-

nen Fall wenn nötig der zuständigen Stelle weiter (Art. 39 Abs. 1 StPO). Er-

scheinen mehrere Strafbehörden als örtlich zuständig, so informieren sich 

die beteiligten Staatsanwaltschaften unverzüglich über die wesentlichen Ele-

mente des Falles und bemühen sich um eine möglichst rasche Einigung 

(Art. 39 Abs. 2 StPO). Können sich die Strafverfolgungsbehörden verschie-

dener Kantone über den Gerichtsstand nicht einigen, so unterbreitet die 

Staatsanwaltschaft des Kantons, der zuerst mit der Sache befasst war, die 

Frage unverzüglich, in jedem Fall vor der Anklageerhebung, der Beschwer-

dekammer des Bundesstrafgerichts zum Entscheid (Art. 40 Abs. 2 StPO 

i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Hinsichtlich der Frist, innerhalb welcher die 

ersuchende Behörde ihr Gesuch einzureichen hat, ist im Normalfall die Frist 

von zehn Tagen gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO analog anzuwenden (vgl. 

hierzu TPF 2019 62 E. 1; 2011 94 E. 2.2). Die Behörden, welche berechtigt 

sind, ihren Kanton im Meinungsaustausch und im Verfahren vor der Be-

schwerdekammer zu vertreten, bestimmen sich nach dem jeweiligen kanto-

nalen Recht (Art. 14 Abs. 4 StPO). 

 

1.2 Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich ist berechtigt, den Gesuch-

steller bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten vor der Beschwerde-

kammer zu vertreten (§ 107 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Gerichts- und 

Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess des Kantons Zürich vom 

10. Mai 2010 [GOG/ZH; LS 211.1]). Auf Seiten des Gesuchsgegners steht 

diese Befugnis der OStA AG zu (§ 20 des Einführungsgesetzes zur 

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Schweizerischen Strafprozessordnung des Kantons Aargau vom 16. März 

2010 [EG StPO/AG; SAR 251.200]). Die übrigen Eintretensvoraussetzungen 

geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf das Gesuch ist einzutreten. 

 

 

2. Die Beurteilung der Gerichtsstandsfrage richtet sich nach der aktuellen Ver-

dachtslage. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten letztlich nachge-

wiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der Gegenstand der Unter-

suchung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von vornherein als haltlos 

oder als sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand bestimmt sich also nicht 

nach dem, was der Täter begangen hat, sondern nach dem, was ihm vorge-

worfen wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage überhaupt in Frage 

kommt. Dabei stützt sich die Beschwerdekammer auf Fakten, nicht auf Hy-

pothesen. Es gilt der Grundsatz in dubio pro duriore, wonach im Zweifelsfall 

auf den für den Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalt abzustellen bzw. 

das schwerere Delikt anzunehmen ist (TPF 2024 103 E. 3.3; 2021 167 

E. 3.2.3; 2019 82 E. 2.4; 2019 52 E. 2.1; 2019 28 E. 2.2; jeweils m.w.H.). 

 

 

3.  

3.1 Vorliegend ist insbesondere streitig, ob beim Vorfall in Y. eine qualifizierte 

grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Raum steht. 

 

3.2 Der Gesuchsteller macht geltend, bei der Fahrt auf dem Gemeindegebiet Y. 

zeige der Tachometer bei signalisierten 100 km/h eine Geschwindigkeit von 

ca. 175 km/h an. Entgegen den Ausführungen im Rapport sei der Tachome-

ter bei Passieren der 80er Tafel nicht sichtbar. Der Gesuchsgegner stelle 

sich auf den Standpunkt, die Geschwindigkeit des Fahrzeugs habe ca. 2 Se-

kunden später bei der Signalisation 80 km/h vermutlich noch über 140 km/h 

betragen. Dieser Ansicht sei zu entgegnen, dass nicht bekannt sei, welche 

Geschwindigkeit der Tachometer beim Passieren der 80er Signalisation an-

gezeigt habe und dass nicht bekannt sei, mit welcher Geschwindigkeit das 

Fahrzeug bei den noch erlaubten 80 km/h gefahren sei. Darüber könne man 

nur mutmassen, was nicht Grundlage einer Zuständigkeitsbestimmung sein 

könne. 

 

3.3 Der Gesuchsgegner bringt vor, im Fall Y. sei eine Tachoanzeige von 

175 km/h im Bild, die zwar noch den signalisierten Bereich mit einer Höchst-

geschwindigkeit von 100 km/h betreffe. Ohne erkennbare Verzögerung pas-

siere das Fahrzeug dann aber bloss ca. 2 Sekunden später die neue Höchst-

geschwindigkeitssignalisation von 80 km/h. Ab diesem Punkt liege gemäss 

Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG der Grenzwert der qualifiziert groben Verletzung der 

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Verkehrsregeln bei nur noch 140 km/h und dessen Überschreitung sei mit 

der nur einen Augenblick vorher dokumentierten Tachoanzeige von 

175 km/h mindestens so plausibel wie beim späteren Vorfall in Z. mit der 

Anzeige von knapp 210 km/h bei einem Grenzwert von 200 km/h. 

 

3.4 Der Gesuchsteller bestreitet nicht, dass der Tachometer ca. 2 Sekunden vor 

dem Passieren der 80er Tafel rund 175 km/h angezeigt hat und bis zum Pas-

sieren der 80er Tafel keine Verzögerung des Fahrzeugs erkennbar ist. Diese 

Umstände lassen in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro duriore die 

Annahme einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs beim Passieren der 80er 

Tafel von mindestens 140 km/h nicht als haltlos oder als sicher ausgeschlos-

sen erscheinen, auch wenn es nicht bekannt ist, welche Geschwindigkeit der 

Tachometer beim Passieren der 80er Signalisation angezeigt hat. 

 

3.5 Ist von einer Geschwindigkeit des Fahrzeugs beim Passieren der 80er Tafel 

von mindestens 140 km/h auszugehen, steht (auch) beim Vorfall in Y. eine 

qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Raum (vgl. Art. 90 

Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 lit. c SVG). Dass dem Beschuldigten Straftaten zur Last 

gelegt werden, die mit einer schwereren Strafe bedroht wären, wird nicht 

geltend gemacht und ist auch nicht ersichtlich. Hat eine beschuldigte Person 

mehrere Straftaten an verschiedenen Orten verübt, so sind für die Verfol-

gung und Beurteilung sämtlicher Taten die Behörden des Ortes zuständig, 

an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat begangen worden ist. Bei 

gleicher Strafdrohung sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem zuerst 

Verfolgungshandlungen vorgenommen worden sind (Art. 34 Abs. 1 StPO). 

Vorliegend wurden Verfolgungshandlungen zuerst im Kanton Zürich vorge-

nommen. 

 

 

4. Nach dem Gesagten liegt der gesetzliche Gerichtsstand hinsichtlich der dem 

Beschuldigten zur Last gelegten Straftaten im Kanton Zürich. Gründe, wel-

che ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand aufdrängen würden, 

werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Das Gesuch 

ist abzuweisen und es sind die Strafbehörden des Kantons Zürich für be-

rechtigt und verpflichtet zu erklären, die dem Beschuldigten zur Last geleg-

ten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

 

5. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten in der Regel 

keine Gerichtsgebühr zu erheben (TPF 2023 130 E. 5.1). Vorliegend besteht 

kein Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Zürich sind berechtigt und verpflichtet, die A. 

zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 24. September 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.