# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f96f8b32-b2c9-5cbb-aba0-55970ab45e00
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2025 F-6870/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6870-2025_2025-10-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6870/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiberin Selina Schmid. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), Ägypten,   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung vom 

2. September 2025 / N (…). 

 

 

 

F-6870/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 24. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Aus den Akten wird ersichtlich, dass ihm in Polen vom 19. Juni 2025 bis 

zum 18. Juni 2026 ein nationales Visum ausgestellt worden ist.  

B.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rahmen des persönlichen 

Dublin-Gesprächs am 11. Juli 2025 ersuchte die Vorinstanz am 21. Juli 

2025 die polnischen Behörden um Aufnahme des Beschwerdeführers ge-

stützt auf Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kri-

terien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(Dublin-III-VO). Die polnischen Behörden hiessen das Ersuchen am 

28. Juli 2025 gut.  

C.  

Mit Verfügung vom 2. September 2025 (eröffnet am 3. September 2025) 

trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, 

ordnete seine Überstellung nach Polen an und forderte ihn auf, die Schweiz 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen.  

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 9. September 2025 gelangte der Beschwer-

deführer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr 

Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für vorliegendes Asylverfah-

ren für zuständig zu erklären. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben 

und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Es sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehör-

den seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Polen abzusehen, bis 

das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschie-

den habe. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 

und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.  

E.  

Am 10. September 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp an. 

F-6870/2025 

Seite 3 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. September 2025 forderte die Instruktions-

richterin den Beschwerdeführer auf, die Beschwerdeschrift zu unter-

zeichnen und einzureichen. 

G.  

Am 24. September 2025 reichte der Beschwerdeführer die unterzeichnete 

Beschwerdeschrift sowie weitere Beweismittel ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet 

über die Beschwerde endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 12 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO grundsätzlich Polen für die Behandlung des Asylgesuchs des Be-

schwerdeführers zuständig ist, dass das polnische Asylsystem rechtspre-

chungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die 

Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz über-

ginge, und dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse er-

sichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie die Vorbringen des 

Beschwerdeführers im Hinblick auf die geltend gemachte Diskriminierung 

aufgrund seiner sexuellen Orientierung sowie seine gesundheitlichen Be-

einträchtigungen (gemäss Arztberichte des Bürgerspitals Solothurn vom 

30. Juli sowie 18. August 2025 ambulant erworbene Pneumonie [Lungen-

entzündung], Situs inversus [einzelne Organe befinden sich spiegelver-

kehrt auf der anderen Seite des Körpers], Kartagener-Syndrom, Asthma 

bronchiale und ESBL und MRSA Besiedelung [Antibiotika-resistente 

Keime]) berücksichtigt und rechtsprechungskonform gewürdigt. Darüber 

F-6870/2025 

Seite 4 

hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von ei-

nem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu 

Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat in Anwendung von 

Art. 44 AsylG seine Wegweisung nach Polen angeordnet. Zur näheren Be-

gründung wird auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen.  

2.2. Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung nichts zu ändern. Eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

kann nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

(vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 

2016, Grosse Kammer, Nr. 41738/10, §§ 180–193, bestätigt durch Urteil 

des EGMR Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kam-

mer, Nr. 57467/15, §§ 121 ff.). Die geltend gemachte erneute Hospitalisie-

rung am 8. September 2025 sowie die psychischen Beeinträchtigungen 

werden vom Beschwerdeführer weder substantiiert dargelegt noch belegt. 

Seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind – auch unter Berücksich-

tigung der auf Beschwerdeebene eingereichten weiteren Arztberichte – im 

vorliegenden Fall nicht derart gravierend, dass gestützt auf Art. 3 EMRK 

von einer Überstellung nach Polen abgesehen werden müsste. Eine wei-

terführende medizinische und/oder psychologische Behandlung kann auch 

in Polen durchgeführt werden. Was die allgemeinen Ausführungen zur Si-

tuation in Polen sowie die geltend gemachte Diskriminierung aufgrund sei-

ner sexuellen Orientierung unter Verweis auf diverse Berichte betrifft, wur-

den diese Aspekte im Entscheid der Vorinstanz bereits berücksichtigt. Die 

Ausführungen auf Beschwerdeebene vermögen nichts an der zutreffenden 

Einschätzung der Vorinstanz zu ändern. 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 2. September 

2025 nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.  

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 10. September 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin und der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

wird gegenstandslos. 

  

F-6870/2025 

Seite 5 

5.  

Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-6870/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Selina Schmid 

 

 

Versand: