# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90722611-97a0-511e-baa9-eb2374369b07
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.06.2023 BB.2023.106
**Docket/Reference:** BB.2023.106
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2023-106_2023-06-14

## Full Text

Verfahrenshandlung der Strafkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO);;Verfahrenshandlung der Strafkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO);;Verfahrenshandlung der Strafkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO);;Verfahrenshandlung der Strafkammer (Art. 20 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO)

Beschluss vom 14. Juni 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A.,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Vorinstanz  BUNDESSTRAFGERICHT, Strafkammer, 

 

 

 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Strafkammer 

(Art. 20 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.106 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft A. mit Strafbefehl vom 12. Januar 2023 der Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 StGB), Hinderung einer 

Amtshandlung (Art. 286 StGB) und der geringfügigen Sachbeschädigung 

(Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter StGB) schuldig sprach (TPF 2.100.003 ff.); 

 

- dieser Strafbefehl A. am 15. Februar 2023 durch die Kantonspolizei Zürich 

gegen Empfangsbestätigung zugestellt wurde (TPF 2.100.014); 

 

- A. mit Eingabe vom 2. März 2023 (Postaufgabe am 3. März 2023) an die 

Bundesanwaltschaft gegen diesen Strafbefehl Einsprache erhob (TPF 

2.100.015 ff.); 

 

- die Bundesanwaltschaft am 7. März 2023 die Verfahrensakten zum Ent-

scheid über die Gültigkeit der Einsprache der Strafkammer des Bundesstraf-

gerichts überwies (TPF 2.100.001 f.); 

 

- die Strafkammer am 22. März 2023 verfügte, auf die Einsprache von A. ge-

gen den Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 12. Januar 2023 werde 

(wegen Verspätung bzw. Ungültigkeit) nicht eingetreten (act. 2.1); 

 

- diese Verfügung A. am 28. April 2023 polizeilich zugestellt wurde (TPF 

2.930.015); 

 

- A. mit Schreiben vom 1. Mai 2023 (Postaufgabe am 8. Mai 2023) an die 

Bundesanwaltschaft erklärte, er erhebe «Einsprache gegen die Verfügung 

vom 22. März 2023» (act. 1); 

 

- diese Eingabe in der Folge zuständigkeitshalber an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts weitergeleitet wurde (act. 2 und 3); 

 

- die Strafkammer der Beschwerdekammer am 16. Mai 2023 auf entsprechen-

des Ersuchen die Verfahrensakten übermittelte (act. 4 und 5). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz der Beschwerde im Sinne von 

Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO unterliegt (siehe hierzu den Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BB.2022.90 vom 9. März 2023 E. 2.2 m.w.H.); 

  

- 3 - 

 

 

- die Beschwerdeschrift eine sog. Laienbeschwerde darstellt und ihr beispiels-

weise auch keine konkreten Beschwerdebegehren zu entnehmen sind; 

 

- der Beschwerdeführer aber hinreichend deutlich macht, mit welchen Punk-

ten der angefochtenen Verfügung und aus welchen Gründen er nicht einver-

standen ist, weshalb diesbezüglich auf eine Rückweisung der Beschwerde 

zur Verbesserung im Sinne von Art. 385 Abs. 2 StPO verzichtet werden 

kann; 

 

- auf die als Einsprache bezeichnete Beschwerde einzutreten ist; 

 

- die Vorinstanz im Rahmen der angefochtenen Verfügung die Einsprache des 

Beschwerdeführers gegen den Strafbefehl als verspätet erachtete und nicht 

auf diese eintrat; 

 

- der Strafbefehl A. am 15. Februar 2023 zugestellt wurde, womit die zehntä-

gige Einsprachefrist gemäss Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO am folgenden Tag, 

also am 16. Februar 2023 zu laufen begann (Art. 90 Abs. 1 StPO); 

 

- die Einsprachefrist demnach bis Montag, 27. Februar 2023 lief (vgl. Art. 90 

Abs. 2 StPO); 

 

- sich die gegen den Strafbefehl gerichtete Einsprache vom 2. März 2023 

(Postaufgabe am 3. März 2023) demnach als offensichtlich verspätet er-

weist; 

 

- der Beschwerdeführer in seiner gegen die Verfügung der Vorinstanz gerich-

teten Beschwerde sinngemäss die Tatvorwürfe bestreitet und die Höhe der 

mit Strafbefehl ausgesprochenen Sanktion rügt, aber nichts geltend macht, 

was bezüglich der verpassten Einsprachefrist bzw. der fehlenden Gültigkeit 

seiner Einsprache einen anderen Entscheid nahelegen würde; 

 

- sich die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid der Vorinstanz 

nach dem Gesagten als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie 

ohne weiteren Schriftenwechsel abzuweisen ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e 

contrario); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO) und die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 200.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]); 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 14. Juni 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A.  

- Bundesstrafgericht, Strafkammer 

- Bundesanwaltschaft 

- B. (Privatklägerschaft) 

- C. AG (Privatklägerschaft) 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.