# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13543205-0294-5efd-84db-1c20e89632aa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.09.2010 UV 2009/87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-87_2010-09-01.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/87

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.04.2020

Entscheiddatum: 01.09.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2010
Art. 18 und 24 UVG. Bemessung der Invalidenrente und der 
Integritätsentschädigung. Abstellen auf den tatsächlichen erzielten Lohn 
beim Invalideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 1. September 2010, UV 2009/87). Aufgehoben durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2010.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 1. September 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239, 

9443 Widnau,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17, 

3074 Muri b. Bern,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   S.___ war als kaufmännische Angestellte bei der A.___ tätig und dadurch bei der 

Suva unfallversichert, als sie am 29. September 2006 als Lenkerin eines 

Personenwagens mit einem auf ihrer Fahrzeugspur entgegenkommenden Fahrzeug 

seitlich kollidierte (UV-act. 1, 30, 38). Nach einer Abklärung und Behandlung im 

Kantonsspital St. Gallen (UV-act. 4, 27) hielt sich die Versicherte vom 28. November bis 

23. Dezember 2006 in der Rehaklinik Valens auf, wo eine HWS-Distorsion, eine 

muskuläre Haltungsinsuffizienz und eine posttraumatische Anpassungsstörung mit 

vegetativen und psychischen Symptomen diagnostiziert wurden (UV-act. 46). Die 

psychosomatische Diagnose wurde später von der Rehaklinik berichtigt 

(Anpassungsstörung; UV-act. 85). Die Versicherte war ab 8. Januar 2007 zu 30 %, ab 

17. Januar 2007 zu 0 %, ab 22. Januar 2007 zu 30 %, ab 25. Januar 2007 zu 20 %, ab 

12. März 2007 zu 25 %, ab 2. April 2007 zu 35 %, ab 30. April 2007 zu 50 %, ab 11. 

Juni 2007 zu 60 % und ab 25. Juni 2007 zu 70 % arbeitsfähig (UV-act. 52, 61, 63, 78, 

96, 105, 111 S. 4, 117, 134). Eine biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe 

für Unfallmechanik hatte gemäss Bericht vom 9. Februar 2007 ergeben, dass die 

kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung für den Personenwagen der Versicherten 

unterhalb oder innerhalb eines Bereichs von 20-30 km/h lag. Die anschliessend an das 

Ereignis bei der Versicherten festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden 

und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall eher erklärbar (UV-act. 

55).

A.b   Nach Durchführung von weiteren medizinischen und erwerblichen Abklärungen 

eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten Rechtsanwalt lic. iur. Adrian 

Fiechter, Widnau, mit Schreiben vom 25. Februar 2009, dass gemäss ärztlicher 

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Beurteilung von einer weiteren Behandlung keine wesentliche Besserung des 

Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Die Heilkosten- und Taggeldleistungen würden 

daher auf den 31. März 2009 eingestellt. Für die Kosten der weiterhin notwendigen 

Kontrollen und Medikamente werde die Suva jedoch aufkommen (UV-act. 202). Mit 

Verfügung vom 3. März 2009 gab die Suva dem Rechtsvertreter der Versicherten 

bekannt, die Beschwerden ohne somatische Grundlage wie Kopfschmerzen, Müdigkeit 

und Konzentrationsprobleme stünden in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum 

Unfall vom 29. September 2006, die Versicherte könnte bei einer leichten, vorwiegend 

sitzenden Tätigkeit zeitlich uneingeschränkt arbeiten. Beim Invalideneinkommen werde, 

ausgehend vom LSE-Tabellenlohn, ein Leidensabzug von 15 % berücksichtigt. Die 

Versicherte habe Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. April 2009 auf der Basis eines 

IV-Grades von 12 % (Valideneinkommen von Fr. 62'725.-- und Invalideneinkommen 

von Fr. 55'552.--) sowie auf eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 15 % (UV-act. 208). Die gegen diese Verfügung vom 

Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 217, 220, 223) wies die 

Suva mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2009 ab, soweit sie darauf eintrat. Der 

Krankenversicherer der Versicherten hatte eine vorsorglich erhobene Einsprache 

wieder zurückgezogen (UV-act. 212, 216).

B.       

B.a    Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Fiechter für die Versicherte mit 

Eingabe vom 31. August 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei 

dahingehend aufzuheben bzw. abzuändern, dass der Beschwerdeführerin ab 1. April 

2009 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 56 % 

zugesprochen werde. Die zugesprochene Integritätsentschädigung sei auf mindestens 

25 % zu erhöhen, d.h. auf mindestens Fr. 26'700.--. Der Beschwerdeführerin sei eine 

Kostengutsprache für zweimal neun physiotherapeutische Einheiten pro Jahr zu 

gewähren, solange dies medizinisch angebracht sei. Zur Begründung führte der 

Rechtsvertreter unter anderem aus, gemäss Beurteilung von Suva-Arzt Dr. med. B.___, 

Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, 

Allergologie, klinische Immunologie und Arbeitsmedizin, sei der Beschwerdeführerin 

eine Tätigkeit im Sitzen ganztags zumutbar. Bei Tätigkeiten mit leichten körperlichen 

Anstrengungen liege eine Einschränkung von 30 % vor. Die Beschwerdeführerin übe 

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eine Tätigkeit mit mindestens leichten körperlichen Anstrengungen aus (act. G 1 

Beilage 14), so dass von einer Einschränkung von 30 % ausgegangen werden müsse. 

Sie schöpfe am vorliegenden Arbeitsplatz ihre verbliebene Arbeitskraft sowohl gemäss 

fachärztlichem Urteil als auch gemäss subjektivem Empfinden voll aus. Es 

widerspreche Treu und Glauben, wenn die Beschwerdegegnerin während fast zweier 

Jahre aktiv an der Ausgestaltung eines leidensadaptierten Arbeitsplatzes mitwirke, nur 

um anschliessend festzuhalten, dass mit der besagten Arbeitsstelle die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit nicht voll ausgeschöpft werde. Es liege ein besonders stabiles 

Arbeitsverhältnis vor. Für die Bemessung des Invalideneinkommens sei auf das 

tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen von Fr. 40'950.-- (13 x Fr. 3'150.--) abzustellen. 

Beim Valideneinkommen von Fr. 62'725.-- sei von der Beschwerdegegnerin der 

Umstand nicht berücksichtigt worden, dass die Beschwerdeführerin im 

Unfallzeitpunkt nicht nur eine Ausbildung als Sachbearbeiterin für Rechnungswesen 

absolviert habe, sondern dass zudem die anschliessende Ausbildung zur Fachfrau 

Finanz- und Rechnungswesen (mit eidg. Fachausweis) fest geplant gewesen sei. 

Aufgrund des Unfalls habe die Beschwerdeführerin die Ausbildung abbrechen müssen 

und die Hoffnung auf ein höheres Einkommen habe sich zerschlagen. Es sei der 

Tabellenlohn gemäss KV Schweiz zugrunde zu legen, woraus sich ein Validen­

einkommen von Fr. 93'574.-- ergebe. Aufgrund der Schwindelbeschwerden allein 

ergebe sich ein Integritätsschaden von 15-20 %. Dazu kämen die weiteren typischen 

Beschwerden einer HWS-Distorsion wie nachlassende Sehkraft sowie Konzentrations- 

und Schlafprobleme, welche die Lebensqualität einschränken würden. Im Weiteren 

ergebe sich aus der Systematik des Gesetzes, dass im Rahmen der Ermittlung einer 

Invalidenrente auch über eine allfällige Heilbehandlung nach Berentung (act. G 1 

Beilage 20) zu entscheiden sei.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2009 beantragte Rechtsanwältin Dr. 

M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte 

unter anderem aus, bei der A.___ handle es sich um ein relativ grosses Unternehmen. 

Es würde sich ohne weiteres organisieren lassen, dass z.B. eine lernende Person die 

Ordner trage und das Papier in den Drucker nachfülle. Alles in allem könne nicht davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei ihren Tätigkeiten eingeschränkt 

sei. Die Arbeiten gemäss Pflichtenheft könne sie zu 100 % erfüllen. Die 

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Beschwerdegegnerin habe sich bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht 

nicht auf den Lohn eines 70 %-Pensums abgestützt. Versicherte Personen müssten 

sich aufgrund ihrer Schadenminderungspflicht um Arbeit - allenfalls auch ausserhalb 

des angestammten Berufs - bemühen, um ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Was 

die Höhe des Valideneinkommens angehe, sei die Weiterbildung zur "Sachbearbeiterin 

Rechnungswesen" berücksichtigt worden (UV-act. 105). Vom Ziel der zusätzlichen 

Ausbildung zur Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen sei in keinem Bericht die Rede 

gewesen. Wenn mit Rücksicht auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin die 

Integritätseinbusse dem obersten Segment der leichten Beeinträchtigungen 

zugewiesen worden sei, so lasse sich dies nicht beanstanden. Die Höhe der 

Invalidenrente und der Integritätsentschädigung sei von der Beschwerdegegnerin 

korrekt beurteilt worden.

B.c   Mit Replik vom 6. November 2009 bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin seine Rechtsbegehren und Ausführungen (act. G 10). In der Duplik 

hielt die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest (act. G 

12).

Erwägungen:

1.        

Streitig ist vorliegend, welcher IV-Grad der Berechnung der ab 1. April 2009 laufenden 

Unfallinvalidenrente der Beschwerdeführerin zugrunde zu legen ist. Zu prüfen ist im 

Weiteren die Höhe der Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin legte die 

rechtlichen Grundlagen der Bemessung von Rente und Integritätsentschädigung im 

angefochtenen Entscheid (Erw. 2 und 5) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Im 

angefochtenen Entscheid hielt die Beschwerdegegnerin fest, soweit die 

Beschwerdeführerin Kostengutsprache für zweimal neun physiotherapeutische 

Behandlungsserien pro Jahr während mindestens der gesamten verbleibenden 

Erwerbstätigkeit beantrage, fehle es an einem Anfechtungsgegenstand (Verfügung) und 

somit an einer Sachurteilsvoraussetzung (RKUV 1998 Nr. U 308, Erw. 2b), weshalb 

darauf nicht einzutreten sei (Erw. 6 des angefochtenen Entscheids). Die 

Beschwerdeführerin lässt das erwähnte Begehren im vorliegenden Verfahren erneuern 

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(act. G 1 S. 11 mit Hinweis auf act. G 1 Beilage 20; act. G 10 Beilage 23). Nachdem 

jedoch die Frage der Behandlungskosten nach Rentenzusprache (Art. 21 UVG) weder 

Gegenstand der Verfügung vom 3. März 2009 noch des angefochtenen Entscheids 

bildete, kann sie auch nicht Thema des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. Die 

Voraussetzungen für eine Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens auf diese Frage 

(RKUV 1998 Nr. U 308, Erw. 2b) sind nicht erfüllt, zumal die Frage der 

Rentenbemessung bzw. des IV-Grads mit derjenigen der Übernahme von 

Behandlungskosten nicht derart eng zusammenhängt, dass von einer 

Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden könnte. Das Kostenübernahmegesuch 

(act. G 1 Beilage 20; act. G 10 Beilage 23) wird daher zuerst im Verwaltungsverfahren 

zu prüfen und anschliessend zu verfügen sein. Hinsichtlich der Frage der Übernahme 

der Behandlungskosten nach Rentenzusprache ist somit auf die Beschwerde nicht 

einzutreten.

2.        

2.1    Suva-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt für Ophtalmologie und Ophthalmochirurgie 

FMH, hielt im Bericht vom 24. April 2007 fest, es werde (vom behandelnden Augenarzt 

der Beschwerdeführerin; UV-act. 70) ein postcommotionelles Syndrom sowie ein 

Strabismus links (vorbestehend) und ein Astigmatismus myopicus (ebenfalls 

vorbestehend) beschrieben. Die Augenprobleme stünden, bis auf den leicht 

verminderten Visus rechts bzw. die Visusverschlechterung links nicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall. Es sei aber davon auszugehen, dass sich die 

Sehschärfe wieder erhole und das frühere Niveau erreiche (UV-act. 94). Am 6. Juli 2007 

schlug Dr. C.___ die Übernahme einer ersten Brille nach dem Unfall (ohne Präjudiz) vor 

(UV-act. 119, 120). Seit dem 25. Juni 2007 arbeitete die Beschwerdeführerin bei der 

A.___ zu 70 % (UV-act. 117). Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___ kam im Bericht vom 9. Juli 

2007 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall eine HWS-Distorsion 

erlitten habe. Die Beschwerden würden mit dem klinischen Erscheinungsbild und der 

Symptomatologie eines kraniozervikalen Beschleunigungstraumas korrelieren. In erster 

Linie bestünden ein muskuloskelettales Beschwerdesyndrom, Schwindel und visuelle, 

teils neurovegetative Beschwerden. Gesamthaft bestünden deutlich wahrnehmbare 

gesundheitliche Defizite, so dass die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

limitiert sei. Die einschlägigen fachärztlichen und bildgebenden Abklärungen hätten 

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keine strukturell fassbaren und organisch klar zuordenbaren Verletzungsbefunde 

ergeben. Inwieweit eine Anpassungsstörung vorliege, bleibe offen. Aufgrund der 

Schwindelbeschwerden empfehle er die Durchführung einer neurootologischen 

fachärztlichen Untersuchung. Aktuell werde eine Arbeitsfähigkeit von 70 % umgesetzt. 

Aus medizinischer Sicht könne diese Teilarbeitsfähigkeit bestätigt werden (UV-act. 

111). Am 7. September 2007 berichtete die Beschwerdeführerin über eine weiter 

verbesserte Beweglichkeit des Nackens. Wegen der dauernden Kopfschmerzen nehme 

sie Schmerzmittel. Sodann bestehe Schwindel/Trümmel. Die ergonomischen 

Verbesserungen am Arbeitsplatz (Stuhl, Fussstütze) hätten eine positive Auswirkung 

(UV-act. 129). Der Hausarzt Dr. med. E.___, Innere Medizin FMH, Altstätten, bestätigte 

am 26. September 2007 eine verzögerte Erholung (UV-act. 134).

2.2    Suva-Arzt Dr. med. B.___ berichtete am 24. Januar 2008 gestützt auf eine neuro­

otologische Untersuchung der Beschwerdeführerin, es finde sich im Wesentlichen eine 

kalorische Seitendifferenz zu Ungunsten der linken Seite mit einem tendenziellen 

Richtungsüberwiegen der Linksnystagmen in der Drehpendelstuhlprüfung 

wahrscheinlich im Rahmen eines cervicogenen Schwindels bei Status nach HWS-

Distorsionstrauma am 29. September 2006. Bei den Linksnystagmen dürfte es sich 

bereits um einen sogenannten Erholungsnystagmus handeln, so dass die Prognose 

des cervikogenen Schwindels aus ORL-ärztlicher Sicht als günstig beurteilt werden 

könne. Dies stimme auch mit den Angaben der Beschwerdeführerin überein, die in den 

letzten Monaten eine Abnahme der Schwindelbeschwerden festgestellt habe. Die 

Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit zu einem 70 %-Pensum könne aus ORL-ärztlicher 

Sicht zugemutet werden (UV-act. 151). Anlässlich einer Besprechung im Betrieb vom 

25. März 2008 ergab sich, dass die Therapien per Ende Januar 2008 ausgesetzt 

worden seien, weil kein weiterer Erfolg festzustellen gewesen sei. Die Übungen für 

zuhause würden weitergeführt. Beim Hausarzt Dr. E.___ fänden monatliche Kontrollen/

Vorsprachen statt. Mit der aktuellen Leistung von 70 % gehe es einigermassen (UV-act. 

158; vgl. auch UV-act. 167). Dr. E.___ bestätigte am 9. Mai 2008 bei weiterhin 70 %iger 

Arbeitsfähigkeit die Durchführung von physiotherapeutischen Massnahmen (UV-act. 

163). Eine erneute Untersuchung durch Dr. B.___ ergab gemäss Bericht vom 14. 

August 2008, dass im Einklang mit den subjektiven Angaben fünf objektivierbare 

pathodiagnostische Systembefunde hätten nachgewiesen werden können, was einer 

leichten Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems entspreche. Die 

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Beschwerdeführerin werde weiterhin ein regelmässiges Körpertraining in Form von 

Vitaparcours durchführen. Weitergehende diagnostische Konsequenzen ergäben sich 

aus ORL-ärztlicher Sicht nicht. Der Beschwerdeführerin könne die Fortsetzung der 

bisherigen Tätigkeit im reduzierten Zeitmass von 70 % aus ORL-ärztlicher Sicht 

zugemutet werden (UV-act. 172). Gemäss Mitteilung vom 24. September 2008 sah die 

Invalidenversicherung keine beruflichen Massnahmen vor (UV-act. 177). Im 

Besprechungsbericht vom 19. November 2008 wurde unter anderem festgehalten, die 

alternativen Therapien seien abgesetzt worden, weil kein dauernder Fortschritt 

resultiert habe. Auch Dr. B.___ habe der Beschwerdeführerin keine 

erfolgversprechende Therapie empfehlen können. In erwerblicher Hinsicht habe sich 

keine Veränderung ergeben. Die früher aufgenommenen Arbeitsplatzbeschriebe seien 

immer noch in Ordnung. Die Beschwerdeführerin leiste in der jetzigen Tätigkeit am 

Empfang eine qualitativ sehr gute und genaue Arbeit. Die Arbeitsplatzsituation sei stabil 

(UV-act. 185). In der Beurteilung vom 9. Februar 2009 hielt Dr. B.___ fest, dass der 

Beschwerdeführerin aufgrund der neurootologischen Untersuchungen das Heben und 

Tragen von Gewichten bis 5 kg in der Ebene zumutbar sei. Auch das Treppensteigen 

sei ihr zumutbar, sofern ein Geländer vorhanden sei. Sämtliche Arbeiten im Stehen und 

Sitzen seien ihr ebenfalls zumutbar, ausser Tätigkeiten mit erhöhter Absturzgefahr bzw. 

auf ungesicherten Gerüsten oder an schnell rotierenden Maschinen. Tätigkeiten mit 

leichten körperlichen Anstrengungen hingegen müssten durch vermehrte und 

verlängerte Pausen unterbrochen werden, so dass mit einer zeitlichen Einschränkung 

von 30 % gerechnet werden müsse. Inwieweit Bildschirmarbeiten ermüdend seien, 

könne aus ORL-ärztlicher Sicht nicht sicher beurteilt werden. Grundsätzlich handle es 

sich bei der Bildschirmarbeit um eine sitzende Tätigkeit, die der Beschwerdeführerin 

voll zugemutet werden könne (UV-act. 198).

2.3    Dr. E.___ berichtete am 4. März 2009, die Beschwerdeführerin stehe seit dem 

Unfall vom 29. September 2006 in physiotherapeutischer Behandlung. Sie benötige die 

physiotherapeutische Betreuung weiterhin, um den jetzigen Gesundheitszustand 

beibehalten zu können (UV-act. 209). Suva-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt FMH für 

allgemeine Medizin, hielt in einem Schreiben an das Strassenverkehrsamt des Kantons 

St. Gallen vom 13. März 2009 die Abklärung der Fahreignung für erforderlich (UV-act. 

211). In der Folge wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass eine 

verkehrsmedizinische Untersuchung geplant sei (Beilage zu UV-act. 220). Am 13. Mai 

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2009 liess die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mitteilen, dass sie ohne 

Fahrausweis ihren aktuellen Arbeitsplatz verliere, was unfallkausal und bei der 

Rentenberechnung zu berücksichtigen wäre (UV-act. 224). 

3.        

3.1    Vorliegend ergaben sich als Folge des Unfalls vom 29. September 2006 

unbestrittenermassen keine organisch-strukturellen Schädigungen an der 

Halswirbelsäule; es liegen insbesondere (abnützungsbedingte) multisegmentale 

Diskusdegenerationen sowie Unkarthrosen in den Segmenten C3/4 und C5/6 vor (vgl. 

UV-act. 111, 160f). Die Beschwerdegegnerin führte sodann im angefochtenen 

Entscheid (Erw. 1b) einlässlich aus, dass es an einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den nicht strukturell-organisch bedingten 

Beschwerden und dem Unfall vom 29. September 2006 fehle. Die Beschwerdeführerin 

lässt dies nicht in Frage stellen und insbesondere nicht das Vorliegen der im 

angefochtenen Entscheid (Erw. 1) verneinten Adäquanzkriterien behaupten. Eine 

unzutreffende sachverhaltliche und rechtliche Würdigung im angefochtenen Entscheid 

ist diesbezüglich nicht ersichtlich, zumal selbst bei zwei erfüllten Adäquanzkriterien 

(fortgesetzt spezifische belastende Behandlung; erhebliche Beschwerden) die 

Adäquanz nicht bejaht werden könnte. Das Bundesgericht kam im Urteil vom 30. 

Oktober 2009 i/S G. (8C_488/2009) zum Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 

durchschnittlich rund 30% als "vergleichsweise geringe Beeinträchtigung" das 

Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht erfülle. Nicht mit umfasst von der 

Adäqanzverneinung und damit nachstehend zu prüfen bleiben jedoch die 

Auswirkungen der Schwindelbeschwerden auf die Leistungsfähigkeit.

3.2    Nachdem Kreisarzt Dr. D.___ am 9. Juli 2007 die bereits zu jenem Zeitpunkt 

realisierte Arbeitsfähigkeit von 70 % aus medizinischer Sicht bestätigt hatte (UV-act. 

111), erachtete auch der ORL-Arzt Dr. B.___ am 24. Januar und 14. August 2008 bei 

Vorliegen eines unfallbedingten cervikogenen Schwindels bzw. einer leichten bis 

mittelschweren Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems die Fortsetzung der 

Tätigkeit im Umfang von 70 % als zumutbar (UV-act. 151, 172). In seiner Beurteilung 

vom 9. Februar 2009 bescheinigte Dr. B.___ die grundsätzliche Zumutbarkeit des 

Hebens und Tragens von Gewichten bis 5 kg in der Ebene, des Treppensteigens (mit 

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Geländer) und des Arbeitens im Stehen und Sitzen. Für Tätigkeiten mit leichten 

körperlichen Anstrengungen erachtete er wegen der Notwendigkeit des Unterbruchs 

durch vermehrte Pausen eine Einschränkung von 30 % als gegeben. Für reine 

Bildschirmarbeit als sitzende Tätigkeit bestätigte er eine grundsätzlich volle 

Zumutbarkeit (UV-act. 198). Nun ist aufgrund der Stellenbeschreibung davon 

auszugehen, dass die Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht nur Bildschirmarbeit, 

sondern das ganze Spektrum der Tätigkeiten in einem Büro umfasst (vgl. UV-act. 223 

Beilage). Die Beschwerdeführerin lässt in diesem Zusammenhang geltend machen, sie 

müsse mehrmals täglich Kunden vom Empfang im Erdgeschoss in das Sitzungszimmer 

im 1. Stock, in die Cafeteria im 2. Stock oder in das Sitzungszimmer im 3. Stock 

begleiten. Sie müsse Gäste auf allen Etagen mehrmals täglich mit Kaffee bedienen, den 

sie im 2. Stock abhole; anschliessend besorge sie den Abwasch. Ebenfalls müsse sie 

ca. dreissigmal täglich Kunden am Schalter bedienen und Unterlagen 

entgegennehmen. Dazu müsse sie vom Empfang aufstehen und um ihren Arbeitsplatz 

herumlaufen. Sodann müsse sie ca. zehnmal aufstehen, um zum Schwarzweiss-

Drucker im Erdgeschoss zu gelangen. Auch für das Bedienen der Frankiermaschine 

müsse sie aufstehen. Die Farb-Drucker befänden sich im 1. und 2. Stock; sie müssten 

ca. zweimal täglich bedient werden. Die jeweiligen Drucker müsse sie mit Papier 

auffüllen und Ordner in andere Büros bringen. Schliesslich befinde sich der Serverraum 

ca. 10 Meter entfernt von ihrem Arbeitsplatz (act. G 1 S. 7). Von den Besuchen ihres 

Mitarbeiters im Betrieb sei der Beschwerdegegnerin auch bekannt, dass am Empfang 

höchstens zwei Personen arbeiten würden und die Beschwerdeführerin diese Aufgabe 

zu etwa 20 % ihrer Präsenzzeit alleine erledige. Soweit als möglich überlasse sie die 

belastenden Arbeiten ihrer Kollegin. Dass dies aber des Öfteren nicht praktikabel sei, 

weil dieselbe unabkömmlich sei, müsse der Beschwerdegegnerin bereits bekannt sein. 

Zudem sei die Beschwerdeführerin gerade durch den Wechsel von Arbeiten im Sitzen 

und Stehen überhaupt in der Lage, zu 70 % zu arbeiten, da nach längeren Phasen von 

ununterbrochener Computerarbeit Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme 

auftreten würden (act. G 10 S. 4).

Mit Blick auf diese nachvollziehbaren und plausiblen Darlegungen ist festzuhalten, dass 

es sich bei den im Büro der Beschwerdeführerin anfallenden Arbeiten zu einem 

erheblichen Teil auch um solche mit leichten körperlichen Anstrengungen handeln 

dürfte. Zudem erscheint zumindest fraglich, ob Bildschirmarbeiten in jedem Fall als 

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solche ohne körperliche Betätigung bzw. ohne jede leichte Anstrengung gelten können. 

Dabei ist zusätzlich mit einzubeziehen, dass die Schwindelbeschwerden nicht nur 

belastungsbedingt, sondern auch ermüdungsbedingt auftreten und bei der 

Beschwerdeführerin nach Lage der Akten insbesondere am Nachmittag zu einem 

Leistungsabfall führen (vgl. UV-act. 129, 158, 167). So liess denn auch Dr. B.___ offen, 

inwieweit Bildschirmarbeiten ermüdend seien (UV-act. 198). Wenn dieser Arzt - bei im 

Vergleich zu den Vorbeurteilungen unveränderter bzw. nicht verbesserter 

gesundheitlicher Situation - am 9. Februar 2009 für Tätigkeiten mit leichten 

körperlichen Anstrengungen eine Einschränkung von 30 % bescheinigte, so stimmt 

dies im Ergebnis mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung der früheren Beurteilungen 

überein. Ein konkreter Anlass, nunmehr von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

ausgehen zu können, kann jedenfalls für den hier streitigen Zeitraum ab 1. April 2009 

nicht als belegt gelten. So wurde denn auch weder durch Dr. B.___ noch von der 

Beschwerdegegnerin selbst im Verlauf des Verwaltungsverfahrens je die Ansicht 

vertreten, dass an einem anderen Arbeitsplatz als dem aktuellen eine höhere Leistung 

als 70 % erzielt werden könnte. Die Beschwerdegegnerin kann somit heute nicht zu 

Recht geltend machen, dass die Beschwerdeführerin ihre zumutbare Leistungsfähigkeit 

an ihrem Arbeitsplatz nicht ausschöpfe, zumal sie über einen langen Zeitraum an der 

leidensadaptierten Ausgestaltung eben dieses Arbeitsplatzes mitwirkte. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit dem von ihr ausgeübten Pensum 

von 70 % das ihr medizinisch Zumutbare ausschöpft. Dies entspricht sinngemäss auch 

der Einschätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV (RAD; vgl. act. G 10 

Beilage 21).

Ergänzend bleibt festzuhalten, dass es an Anhaltspunkten dafür fehlt, dass die weiteren 

nicht unfallkausalen Beschwerden (vgl. dazu vorstehende Erw. 3.1) die unfallbedingte 

30 %ige Arbeitsunfähigkeit zusätzlich erhöht haben, auch wenn die 

Beschwerdeführerin bisher in der Lage war, insgesamt (d.h. unter Einschluss der nicht 

unfallkausalen Beschwerden) eine 70 %ige Leistung zu erbringen. Offensichtlich sind 

diese unfallfremden Beschwerden bei der täglichen Arbeit durch die ärztlich 

attestierten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit durch die unfallkausalen 

Beschwerden im Umfang von 30 % konsumiert worden. Die Verneinung ihrer 

Adäquanz (Erw. 3.1) wirkt sich somit auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit aus 

unfallversicherungsrechtlicher Sicht nicht aus.

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3.3    Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, Erw. 4.3.1, mit 

Hinweisen). Anderseits können konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die 

versicherte Person ihre Tätigkeit tatsächlich gewechselt hätte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (vgl. Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen 

Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 168ff). Eine berufliche Weiterentwicklung ist 

zu berücksichtigen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine 

versicherte Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres 

Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (RKUV 

1992 Nr. U 168 Erw. 3b). Absichtserklärungen genügen nicht. Vielmehr muss die 

Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, 

Aufnahme eines Studiums, Ablegen von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (A. 

Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., 123).

Die Beschwerdegegnerin legte das Valideneinkommen konkret gestützt auf die 

Angaben der A.___ vom 18. Dezember 2008, wonach die Beschwerdeführerin ohne 

Gesundheitsschaden im Jahr 2009 einen Monatslohn von Fr. 4'825.-- (x 13) erzielt 

hätte (UV-act. 193), mit Fr. 62'725.-- fest. Die Beschwerdeführerin nahm ab Oktober 

2005 an einem Lehrgang "Sachbearbeiter/in Rechnungswesen" (act. G 1 Beilage 18) 

teil und absolvierte die ersten beiden Semester bzw. vier von insgesamt acht Modulen 

(vgl. UV-act. 217 Beilage 8f; act. G 1 Beilage 17). Am 21. September 2006 - kurz vor 

dem Unfall - meldete sie sich für das dritte Semester an (act. G 1 Beilage 16), welches 

sie jedoch soweit ersichtlich nicht mehr antrat. Die Beschwerdeführerin lässt geltend 

machen, sie habe im Unfallzeitpunkt nicht nur eine Ausbildung als Sachbearbeiterin für 

Rechnungswesen absolviert, sondern es sei zudem die anschliessende Ausbildung zur 

Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen (mit eidg. Fachausweis) fest geplant gewesen. 

Aufgrund des Unfalls habe sie die Ausbildung abbrechen müssen (act. G 1 S. 9). Das 

Vorbringen, die Folgeausbildung zur Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen (vgl. act G 

1 Beilage 19) sei fest geplant gewesen, ist jedoch durch keinerlei Fakten belegt und 

kam gemäss den Akten dieses Verfahrens auch nie ausdrücklich zur Sprache. Eine 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224

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blosse Absichtserklärung genügt hierfür wie dargelegt nicht. Der Leiter 

des Weiterbildungszentrums X.___ bescheinigte am 26. Oktober 2010 (richtig: 2009), 

dass die Beschwerdeführerin die Zulassungsbedingung für den Studiengang "Fachfrau 

im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. FA" vollumfänglich erfüllt hätte. Ihre 

Leistungen während der beiden ersten Semester des Studiengangs "Sachbearbeiterin 

Rechnungswesen" seien weit überdurchschnittlich gewesen. Ihre Motivation und ihre 

Freude am Unterrichtsstoff habe sich in den Noten widergespiegelt. Ungefähr 20 % der 

Sachbearbeiter-Absolventinnen würden die FA-Ausbildung in Angriff nehmen. Hätte die 

Beschwerdeführerin den Sachbearbeiter-Lehrgang abschliessen können, hätte er ihre 

Erfolgschance bezüglich der eidg. Prüfung "Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen 

FA" als gut bis sehr gut eingeschätzt (act. G 10 Beilage 22). Diese Darlegungen stellen 

eine Einschätzung der Erfolgschancen bei der Absolvierung der Folge-Ausbildung dar 

und zeigen Erfahrungswerte auf. Auch sie belegen jedoch nicht, dass die Folge-

Ausbildung von der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit tatsächlich in Angriff genommen worden wäre; die blosse 

Möglichkeit reicht nicht aus, zumal der Leiter nicht bestätigte, mit der 

Beschwerdeführerin konkret über ihre Weiterbildungspläne gesprochen zu haben. Für 

die Festlegung des Valideneinkommens kann somit nicht vom mutmasslichen 

Einkommen nach Absolvierung dieser Folgeausbildung, welches die 

Beschwerdeführerin mit Fr. 93'574.-- angibt (act. G 1 S. 10), ausgegangen werden.

Anlässlich der Besprechung vom 11. Juni 2007 hatte die Arbeitgeberin im 

Zusammenhang mit dem damals erfolgten internen Arbeitsplatzwechsel erklärt, 

gegenüber dem Einstellungsgehalt und der damaligen Funktion (KV-Abschluss und 

Zusatzausbildung im Finanzbereich, welche unfallbedingt abgebrochen worden sei) 

arbeite die Beschwerdeführerin aktuell auf einem zwei Stufen tieferen Niveau. Pro Stufe 

seien etwa Fr. 500.-- monatliche Lohnreduktion anzunehmen (UV-act. 103 S. 2). Die 

Beschwerdegegnerin leitete daraus im angefochtenen Entscheid ab, dass in den 

Angaben der Arbeitgeberin betreffend den hypothetischen Lohn ohne 

Gesundheitsschaden die Zusatzausbildung zur Sachbearbeiterin Rechnungswesen 

bereits berücksichtigt worden sei (UV-act. 229 S. 11). Die Beschwerdeführerin 

anerkennt dies ausdrücklich, indem sie ausführen lässt, dass die Beschwerdegegnerin 

richtigerweise den Abschluss "Sachbearbeiterin Rechnungswesen" bei der 

Berechnung des Valideneinkommens mit einbezogen habe (act. G 10 S. 6). Damit ist 

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davon auszugehen, dass der in der Bescheinigung vom 18. Dezember 2008 (UV-act. 

193) festgehaltene hypothetische Lohn ohne Eintritt des Gesundheitsschadens auch 

den erwähnten Abschluss mitberücksichtigte. Das von der Beschwerdegegnerin zu 

Grunde gelegte Valideneinkommen von Fr. 62'725.-- lässt sich demgemäss nicht 

beanstanden.

3.4    Als Einkommen, das die versicherte Person trotz gesundheitlicher 

Beeinträchtigungen in zumutbarer Weise noch zu realisieren vermag 

(Invalideneinkommen), ist der Betrag zu berücksichtigen, welcher durch eine zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Marktlage erzielt werden könnte. Der von einer invaliden 

versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich alleine betrachtet, 

grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit 

und damit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt 

mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen 

Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit ausübt, 

bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als 

angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 26. September 2006 i.S. S. [I 385/06] E. 7.2.2.1 mit Hinweisen).

Gemäss Arbeitsvertrag vom 8./10. Mai 2009 (mit Stellenbeschreibung), welcher 

denjenigen vom 10. Juli 2006 aufgrund des Unfalls vom 29. September 2006 auf den 

1. April 2009 ersetzte, ist die Beschwerdeführerin bei der A.___ als Sekretärin in den 

Bereichen Telefonzentrale/Empfang/Administration angestellt. Die monatliche 

Entlöhnung für ein 70 %-Pensum (28 Wochenstunden) beträgt Fr. 3'150.-- (vgl. UV-act. 

217 Beilage 5, 224 Beilage). Bei Vorliegen einer stabilen Arbeitssituation mit guter 

Leistung der Beschwerdeführerin (UV-act. 185) sowie der erwähnten Annahme, dass 

die Beschwerdeführerin mit dem von ihr ausgeübten Pensum von 70 % das ihr 

medizinisch Zumutbare ausschöpft, erscheint ein Abstellen auf Tabellenlöhne beim 

Invalideneinkommen mit der Annahme einer vollen Leistungsfähigkeit - wenn auch 

unter Gewährung eines Leidensabzuges von 15 % - nicht gerechtfertigt. Vielmehr ist 

vom tatsächlich erzielten Einkommen von Fr. 40'950.-- (13 x Fr. 3'150.--) auszugehen. 

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Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 62'725.-- und des 

Invalideneinkommens ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von (gerundet) 35 %.

4.        

Abzuklären bleibt die Bemessung des Integritätsschadens. Im Bericht vom 14. August 

2008 hielt Dr. B.___ fest, dass im Einklang mit den subjektiven Angaben fünf 

objektivierbare pathodiagnostische Systembefunde hätten nachgewiesen werden 

können, was einer leichten Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems entspreche. 

Zusammen mit den subjektiven Beschwerden handle es sich um eine leichte bis 

mittelschwere Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems, was einem 

unfallbedingten Integritätsschaden von 15 % entspreche (UV-act. 172). Bei den Werten 

nach Suva-Tabelle 14.3, wonach leichte Störungen des 

Gleichgewichtsfunktionssystems mit 5-15 % und mittelschwere Störungen mit 20-30 

% zu entschädigen sind, handelt es sich um eine Grobeinteilung, welche weiterer 

Unterscheidungen aufgrund der jeweiligen konkreten objektiven und subjektiven 

Umstände bedarf. Nach Suva-Tabelle 14.6 liegt bei 4-10 Punkten für die 

objektivierbaren pathodiagnostischen Systembefunde eine leichte Störung vor. 

Gemäss Suva-Tabelle 14.7 ergibt die Verbindung von leichten objektivierbaren 

pathodiagnostischen Systembefunden und schweren subjektiven Beschwerden einen 

Integritätsschaden von 15 %. Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Einschätzung werden 

weder geltend gemacht noch finden sich solche in den Akten. Die Zusprechung einer 

Integritätsentschädigung auf der erwähnten Basis lässt sich somit nicht beanstanden. 

Was den Einwand der Beschwerdeführerin betrifft, zu den Schwindelgefühlen würden 

die weiteren typischen Beschwerden einer HWS-Distorsion wie nachlassende Sehkraft 

sowie Konzentrations- und Schlafprobleme hinzutreten, weshalb eine 

Integritätsentschädigung von 25 % angemessen erscheine (act. G 1 S. 11), ist 

festzuhalten, dass die Adäquanz der nicht strukturell-organisch bedingten 

Beschwerden im angefochtenen Entscheid verneint wurde. Wie dargelegt (Erw. 3.1) 

besteht kein Anlass, hierauf zurückzukommen. Dementsprechend kann aus den 

vorerwähnten Beschwerden auch keine Erhöhung der Integritätsentschädigung 

abgeleitet werden.

5.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

ist, in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, 

der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2009 eine Rente auf der Basis eines IV-

Grades von 35 % auszurichten; in diesem Umfang wird der Einspracheentscheid vom 

29. Juni 2009 aufgehoben. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem 

Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 

61 lit. g ATSG). Diese ist - ausgehend von einer Pauschalentschädigung von Fr. 

4'000.-- (bei vollem Obsiegen; einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) und 

unter Zugrundelegung eines mehrheitlichen Obsiegens - auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinn teilweise 

gutgeheissen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin 

mit Wirkung ab 1. April 2009 eine Rente auf der Basis eines IV-Grades von 35 % 

auszurichten; in diesem Umfang wird der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2009 

aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'000.-- zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2010
	Art. 18 und 24 UVG. Bemessung der Invalidenrente und der Integritätsentschädigung. Abstellen auf den tatsächlichen erzielten Lohn beim Invalideneinkommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. September 2010, UV 2009/87). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_839/2010.

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