# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80255090-3ba2-5222-85d0-e45e594dba45
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.07.2018 SB170495
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170495_2018-07-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170495-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, die Ersatzoberrichterin-

nen lic. iur. J. Haus Stebler und Dr. iur. S. Bachmann sowie der  

Gerichtsschreiber lic. iur. R. Bretscher 

 

Urteil vom 5. Juli 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. R. Michel,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend  

Freiheitsberaubung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht,  
vom 4. Juli 2017 (GG160030) 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 14. Dezember 

2016 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 62 S. 57 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der versuch-

ten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf der weiteren versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage 

im Sinne von Art. 179septies StGB wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 400.–, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer 

Busse von Fr. 800.–.  

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

6. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird vorbehältlich einer Prozessentschädigung 

abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.  

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'400.–   Gebühr Vorverfahren 
 
Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr 

um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

- 3 - 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerschaft für das gesamte 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'500.– zu bezahlen. 

10. (Mitteilung) 

11. (Rechtsmittel) " 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 63 S. 1 f.; Urk. 89 S. 2) 

1. Ziff. 1 sowie Ziff. 3 bis und mit Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen 

vom 4. Juli 2017 seien aufzuheben; 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Freiheitsberaubung im Sinne von 

Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen; 

3. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien vollumfänglich abzuweisen; 

4. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Untersuchungshaft vom 

10. August 2016 bis und mit 12. August 2016 (3 Tage) eine Genugtuung von 

Fr. 600.– zuzusprechen; 

5. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, des Berufungsverfahrens so-

wie die Kosten der erbetenen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfah-

ren und das Berufungsverfahren (zzgl. 8% MwSt) seien auf die Staatskasse 

zu nehmen. 

- 4 - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 68; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 86; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Untersuchungs- und erstinstanzliches Verfahren 

1.1. Die Privatklägerin B._____ wandte sich am 8. August 2016 per Mail ratsu-

chend an die Gemeindepolizei C._____ und gab an, sie versuche seit Wochen 

A._____ klar zu machen, dass sie keinen Kontakt mehr mit ihm wolle. Dieser se-

he es einfach nicht ein und bedrohe sie (Urk. 2/4). Am 9. August 2016 meldete 

sich die Privatklägerin bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich und teilte 

mit, es stehe ein Mann bei ihr vor der Türe und läute Sturm. In der Folge stellte 

B._____ Strafantrag wegen Tätlichkeiten und Missbrauch einer Fernmeldeanlage 

und beschuldigte A._____, sie während rund zwölf Stunden in seiner Wohnung 

festgehalten zu haben. Ferner erklärte die Privatklägerin, dieser habe ihr mit der 

Veröffentlichung von Nacktfotos etc. gedroht, um sie zu bewegen, seine Telefon-

nummer sowie seinen Facebook-Account zu deblockieren (Urk. 1 und 2/1). 

1.2. Nach durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Limmattal/ 

Albis am 14. Dezember 2016 Anklage wegen Freiheitsberaubung, mehrfacher 

versuchter Nötigung, Tätlichkeiten und Missbrauch einer Fernmeldeanlage 

(Urk. 22). Zum erstinstanzlichen Verfahrensgang kann auf die Ausführungen im 

Urteil der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 60 = Urk. 62 S. 5). 

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1.3. Mit eingangs wiedergegebenem Urteil des Bezirksgericht Horgen, Einzel-

gericht, vom 4. Juli 2017 wurde der Beschuldigte der Freiheitsberaubung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der weiteren versuchten Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Vorwurf betref-

fend versuchte Nötigung im Juli 2016 in D._____, vgl. Anklageschrift S. 3 Ziff. 2., 

von der Vorinstanz als Sachverhaltskomplex 2 bezeichnet) sowie des Miss-

brauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB wurde der Be-

schuldigte frei gesprochen. Er wurde bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagess-

ätzen zu Fr. 400.–, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet galten, sowie mit 

einer Busse von Fr. 800.–. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Für den Fall der schuldhaften Nichtbezah-

lung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen ausgesprochen. Die 

Zivilklage der Privatklägerin wurde mit Ausnahme der Prozessentschädigung, 

welche auf CHF 7'500.– festgesetzt wurde, abgewiesen. Die Kosten der Untersu-

chung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt 

(Urk. 62 S. 57 f.).  

2. Berufungsverfahren 

2.1. Gegen das gleichentags mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene 

Urteil vom 4. Juli 2017 (Prot. I S. 48 ff. und Urk. 55), meldete der amtliche Ver-

teidiger des Beschuldigten vor Schranken mündlich (Prot. I S. 48) sowie schriftlich 

mit Eingabe vom 12. Juli 2017 (Urk. 58) innert Frist die Berufung an. Das be-

gründete Urteil wurde am 6. Dezember 2017 versandt und den Parteien am 

7. Dezember 2017 zugestellt (Urk. 60 und 61/1-3). 

2.2. Der Beschuldigte legte die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 

StPO mit Schreiben vom 18. Dezember 2017 fristgerecht ein. Beweisanträge 

wurden keine gestellt (Urk. 63). Mit Präsidialverfügung vom 27. Dezember 2017 

wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerin Frist zur Erhebung einer 

Anschlussberufung angesetzt (Urk. 66). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit 

Eingabe vom 8. Januar 2018 auf Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung 

- 6 - 

des vorinstanzlichen Urteils, verzichtete auf das Stellen von Beweisanträgen und 

erklärte sinngemäss, sie werde sich am weiteren Verfahren nicht aktiv beteiligen 

(Urk. 68). Die Privatklägerin erhob mit Eingabe vom 26. Januar 2018 Anschluss-

berufung, verlangte die Schuldigsprechung des Beschuldigten im Sinne der An-

klage und ersuchte um Gutheissung der Zivilforderung (Urk. 70). Mit Eingabe vom 

28. März 2018 teilte der Rechtsvertreter der Privatklägerin mit, diese verzichte de-

finitiv auf Anschlussberufung (Urk. 77). Mit Eingabe vom 11. Mai 2018 teilte 

Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ mit, dass er die Privatklägerin nicht mehr vertrete 

(Urk. 80). Mit Eingabe vom 28. Juni 2018 (Urk. 82) und Vollmacht vom 26. Juni 

2018 (Urk. 84) zeigte Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ seine Mandatierung an und 

erklärte gleichzeitig den Widerruf des Rückzugs der Anschlussberufungserklärung 

infolge eines Willensmangels. Mit Eingabe vom 4. Juli 2018 erklärte Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____, dass die Privatklägerin von ihrer Widerrufserklärung Abstand 

nehme, hingegen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage 

(Urk. 86). Die Anschlussberufung der Privatklägerin ist somit als durch Rückzug 

erledigt abzuschreiben. 

2.3. Am 5. Juli 2018 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Be-

schuldigten, des Verteidigers des Beschuldigten sowie der Privatklägerin statt 

(Prot. II S. 5). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der 

Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 88) – auch keine Beweise abzunehmen 

(Prot. II S. 7). 

3. Umfang der Berufung 

Im Rahmen der Berufungserklärung wurde das erstinstanzliche Urteil mit Aus-

nahme des Freispruchs vom Vorwurf der weiteren versuchten Nötigung (Sach-

verhaltskomplex 2: Versuchte Nötigung in D._____) sowie des Missbrauchs einer 

Fernmeldeanlage (Ziffer 2), der Abweisung der Zivilklage sowie der Kostenfest-

setzung in allen Punkten angefochten (Urk. 63 und Prot. II S. 7). Damit kann fest-

gehalten werden, dass die Dispositiv-Ziffern 2, 6 und 7 in Rechtskraft erwachsen 

sind, was vorab festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 

437 StPO). Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des 

- 7 - 

Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes gesamthaft 

zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

4. Formelles 

4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

4.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

II. Sachverhalt 

1. Allgemeine Beweisgrundsätze 

Die erstinstanzliche Richterin hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung und 

insbesondere, dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteilig-

ten das zentrale Element darstellt, zutreffend dargestellt; es kann zur Vermeidung 

von Wiederholungen darauf verwiesen werden. Auch den Ausführungen zur 

Glaubwürdigkeit des Beschuldigten sowie der Privatklägerin kann grundsätzlich 

zugestimmt werden (Urk. 62 S. 8 ff., Ziff. 3, 4 und 5). Ergänzend ist betreffend die 

Glaubwürdigkeit der Privatklägerin festzuhalten, dass es klare Hinweise darauf 

gibt, dass die Privatklägerin eifersüchtig war. Als der Beschuldigte am 9. August 

2016 bei der Wohnung der Privatklägerin sturm läutete, wollte er der Privatkläge-

rin beweisen, dass er "alleine war in diesem Hotel" (vgl. Urk. 3 S. 3 F/A 15). Dies 

lässt sich nur so interpretieren, dass es um den Hotelaufenthalt des Beschuldig-

ten in E._____ [Stadt in Österreich] ging nach der inkriminierten Freiheitsberau-

bung vom 1./2. August 2016. Auch die Auseinandersetzung am 1. August 2016 

fand mit grosser Wahrscheinlichkeit statt, weil die Privatklägerin sich angelogen 

- 8 - 

fühlte (vgl. Urk. 6 S. 9 F/A 39). Aussagekräftig betreffend dieser Eifersuchtssitua-

tion ist auch die Aussage der Privatklägerin bei der Staatsanwaltschaft am 

29. November 2016. Aus dieser erhellt, dass sich auch im Zeitraum vom 2. Au-

gust 2016 bis zum 8. August 2016 die Konversation zwischen dem Beschuldigten 

und dem Privatkläger immer wieder um die Freundin des Beschuldigten namens 

F._____ drehte (Urk. 6 S. 11 F/A 57). In die gleiche Richtung geht folgende Aus-

sage der Privatklägerin: "Ich hatte die Beziehung nie öffentlich gemacht, weil ich 

wusste, dass er mit ihr zusammen ist. Und für mich war klar, dass solange er mit 

ihr zusammen ist, dass ich das nicht veröffentliche" (Urk. 6 S. 12 F/A 64). Sodann 

weist auch eine Whatsapp-Nachricht der Privatklägerin vom 3. August 2016 auf 

eine nach wie vor bestehende Eifersucht hin (Urk. 10/3). Eine Nachricht der Pri-

vatklägerin an die russische Freundin des Beschuldigten vom 13. August 2016 – 

also nach Anzeigeerstattung – spricht dieselbe Sprache (Urk. 10/7). Im Zusam-

menhang mit einer Befragung zu einer E-Mail, welche die Privatklägerin an den 

Beschuldigten geschrieben hat, sagte die Privatklägerin zudem: "Ich wusste, er 

lügt mich an und dass er nicht alleine ist. Das sagten mir meine Gefühle" (Urk. 6 

S. 14 F/A 77). 

Es finden sich auch Übertreibungen in den Aussagen der Privatklägerin. So sagte 

sie bei der Polizei: "[…]. In meinen Augen ist er ein gefährlicher Mensch, welcher 

mir über andere Mensch versuchen könnte mir Schaden zuzufügen oder mir 

Angst einzujagen" (Urk. 3 S. 3 F/A 18). Wie sie zu dieser negativen Einschätzung 

kommt, wird in keiner Weise erläutert. Es ist auch überhaupt nicht nachvollzieh-

bar, weshalb die Privatklägerin dem Beschuldigten plötzlich mit der Polizei drohte 

(Urk. 3 S. 3 F/A 14). Vor dem Hintergrund dieser grossen Emotionalität sind die 

Aussagen der Privatklägerin mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Auf einzelne 

Angaben der Beteiligten und ihr Aussageverhalten ist im Rahmen der Beweis-

würdigung zurück zu kommen.  

2. Sachverhaltskomplex 1: Freiheitsberaubung und Tätlichkeit 

2.1. Dem Beschuldigten wird von der Anklagebehörde vorgeworfen, am 

1. August 2016 nach der im persönlichen Gespräch erfolgten Mitteilung durch die 

Privatklägerin, sie wolle den Kontakt mit ihm abbrechen, die Wohnungstüre abge-

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schlossen und den Schlüssel an sich genommen zu haben. Weiter habe er diese 

mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. In der Folge habe der Beschuldigte 

die Privatklägerin bis am anderen Morgen in seiner Wohnung festgehalten 

(Urk. 22 S. 2). 

2.2. Aussagen der Beteiligten  

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten einerseits (Urk. 62 S. 11 ff. 

Ziff. 5.1.1) und der Privatklägerin andererseits (Urk. 62 S. 13 ff. Ziff. 5.1.2) zu-

treffend zusammengefasst; auf diese Zusammenfassung kann vorab verwiesen 

werden. Der Beschuldigte stellte den ihm gemachten Vorwurf der Freiheitsbe-

raubung sowie der Tätlichkeit kontinuierlich – so auch heute (Urk. 88 S. 5 ff.) – in 

Abrede. Entscheidend ist es somit, ob sich der Sachverhalt aufgrund der übrigen 

Beweismittel, so der Aussage der Privatklägerin sowie dem Nachrichten-Verkehr 

zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten erstellen lässt. Darauf ist 

nachfolgend einzugehen. 

2.3. Glaubhaftigkeit der Angaben der Privatklägerin 

Die Privatklägerin sagte zwar im Grundsatz gleichlautend aus. Bei näherer Be-

trachtung zeigen sich jedoch Ungereimtheiten in ihren Schilderungen: 

2.3.1. Nicht nachvollziehbar ist, dass die Privatklägerin zwar mitbekommen haben 

will, wie der Beschuldigte die Wohnung abgeschlossen und den Schlüssel abge-

zogen hat (Urk. 3 S. 4 F/A 21), aber nicht gesehen haben will, wo der Beschuldig-

te den Schlüssel in der Folge hingetan oder versteckt hat (Prot. I S. 26). Nachdem 

sie in einen gewissen Erklärungsnotstand kam, korrigierte sie diese Aussage und 

erwähnte, sie habe nicht gewusst, wo der Wohnungsschlüssel gewesen sei, er sei 

einfach nicht mehr da gewesen (Prot. I S. 29 oben). Sie habe nicht sehen können, 

wie der Beschuldigte die Wohnungstüre abgeschlossen habe (Prot. I S. 30 oben). 

Gleiches gilt bezüglich ihrem Handy und ihrem Autoschlüssel. Sie bemerkte zwar 

offenbar, dass der Beschuldigte diese Gegenstände weggenommen habe, habe 

aber nicht gesehen, wo er sie hingetan habe – dies obwohl sie im gleichen Raum 

gewesen sei wie der Beschuldigte (Urk. 3 S. 4 F/A 24). Bei der damaligen Woh-

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nung des Beschuldigten handelte es sich um eine Loft, das heisst sie bestand nur 

aus einem grossen Raum (vgl. Urk. 6 S. 9 F/A 45; Prot. I S. 30 und 34). In der 

Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft konnte sie nicht mehr sagen, in welchem 

Zeitpunkt der Beschuldigte ihr den Fahrzeugschlüssel und das Handy weg-

genommen hatte (Urk. 6 S. 9 F/A 42 f.). Abweichend hiervon erklärte sie vor der 

Vorinstanz, der Beschuldigte habe ihr das Handy und die Autoschlüssel weg-

genommen, als sie bereits im Bett gewesen sei (Prot. I S. 30). Und noch mehr 

konnte sie später gar sagen, von wo er ihr das Handy und die Autoschlüssel weg-

genommen hat (Prot. I S. 34). Dies mutet doch eher seltsam an. 

2.3.2. Sodann ist es nur schwer vorstellbar, dass eine Person, welche gegen ih-

ren Willen in einer Wohnung festgehalten wird, sich dann dort nackt auszieht, sich 

zum Täter ins Bett legt und sogar teilweise noch schläft. Mit einer Erschöpfung 

lässt sich dies zumindest nur schwerlich erklären (vgl. Urk. 3 S. 5 F/A 30). Es fällt 

auch auf, dass die Privatklägerin ihre Aussagen dem Verlauf des Verfahrens an-

passt. So war ihre erste Aussage – am zeitnächsten –, dass der Beschuldigte 

schon so früh ausgerastet sei, dass es nicht zum Nachtessen gekommen sei 

(Urk. 3 S. 4 F/A 23). Nachdem die Fragen bei der Vorinstanz auf eine gewisse 

Skepsis schliessen liessen, korrigierte sie ihre Version dahingehend, dass sie 

seine Aussagen zum Verbleiben in der Wohnung zu Beginn gar nicht ernst ge-

nommen habe. Der Beschuldigte habe es lustig gemeint. Er habe mehr als Witz 

gesagt, dass sie heute nicht mehr raus komme (Prot. I S. 27). Interessant ist in 

diesem Zusammenhang auch, dass sie bei der Staatsanwaltschaft noch aussag-

te, dass sie ihr Kleid selber ausgezogen habe (Urk. 6 S. 17 F/A 98). Das wieder-

holte sie vorerst auch bei der Vorinstanz (Prot. I S. 27), nur um kurze Zeit später 

zu korrigieren, dass der Beschuldigte sie ausgezogen habe (Prot. I S. 32). Weiter 

vermag auch die Begründung, weshalb sie sich nicht wieder angezogen habe, 

nachdem die Situation eskaliert sei, in keiner Art und Weise zu überzeugen 

(Prot. I S. 28).  

2.3.3. Ungenauigkeiten ergeben sich auch bei den zeitlichen Angaben der Privat-

klägerin, wann sie beim Beschuldigten eingetroffen ist. Bei der zeitlich nächsten 

Einvernahme zum Geschehen sprach sie davon, dass sie an besagtem 1. August 

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um 19:30 Uhr bei der Wohnung des Beschuldigten eingetroffen sei (Urk. 3 S. 3 

F/A 21). Bei der Vorinstanz hingegen führte sie aus, sie sei um 21:00 Uhr beim 

Beschuldigten eingetroffen (Prot. I S. 31) und zwar eine Stunde bevor sie ins Bett 

gegangen seien (Prot. I S. 30). 

Ungereimtheiten bestehen weiter im Zusammenhang mit den Bildern, welche der 

Beschuldigte am 1. August 2016 von der Privatklägerin gemacht haben soll. Zu-

erst schilderte die Privatklägerin, der Beschuldigte habe am 1. August 2016 heim-

lich von ihr Bilder gemacht, die er ihr nachher geschickt habe, um ihr zu zeigen, 

was er gegen sie in der Hand habe (Urk. 3 S. 3 F/A 20). Wenig später will sie 

dann aber doch etwas mitbekommen haben von den Bildern. Er habe sie zu sich 

rüber gezogen, um Fotos zu machen. Er habe mehrere Selfies gemacht und auch 

noch gesagt "Komm zu mir hinüber" (Urk. 3 S. 5 F/A 33). Bei der Staatsanwalt-

schaft wiederum führte sie aus, sie habe nicht mitbekommen, wann der Beschul-

digte am 1./2. August 2016 ein Nacktbild von ihr gemacht habe (Urk. 6 S. 17 F/A 

94 ff.). 

2.3.4. Was die Ohrfeige betrifft, welche der Beschuldigte der Privatklägerin gege-

ben haben soll, schilderte die Privatklägerin in der ersten Einvernahme, dass ihr 

bei der Ohrfeige ein Ohrring weggeflogen sei (Urk. 3 S. 5 F/A 36). Weshalb sie 

dann bei der Staatsanwaltschaft nicht einmal mehr sagen konnte, auf welche Sei-

te des Gesichtes der Beschuldigte sie geschlagen habe, erschliesst sich nicht. 

Obwohl es offenbar nur zu einer Ohrfeige gekommen ist, wusste sie auch nicht 

mehr, wo sie gelegen hatte, als er ihr die Ohrfeige gegeben habe (Urk. 6 S. 18 

F/A 107 ff.). 

Erwähnenswert sind schliesslich auch ihre Aussagen bei der Staatsanwaltschaft, 

dass der Beschuldigte am 8. August 2016 noch ein zweites Mal an ihre Wohnung 

gekommen sei und wiederum geklingelt habe, als die Polizei schon dort gewesen 

sei. Dass die Polizei dem Beschuldigten die Türe geöffnet habe und ihn einfach 

gehen gelassen habe, obwohl sie eigentlich wegen der Belästigungen des Be-

schuldigten zur Privatklägerin gerufen worden sind, erscheint nicht plausibel 

(Urk. 6 S. 7 F/A 27). 

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Unerklärlich ist schliesslich, wie die Privatklägerin an ihren Wohnungsschlüssel 

gekommen ist. So sagte sie konstant aus, dass sie ihre Tasche in ihrem Fahrzeug 

zurückgelassen habe und nur den Autoschlüssel und das Handy in die Wohnung 

des Beschuldigten mitgenommen habe (Prot. I S. 28). Dass sie den Wohnungs-

schlüssel für ihre Wohnung auf sich getragen haben muss, ergibt sich nur schon 

aus dem Umstand, dass sie am Morgen des 2. August 2016 mit dem Beschuldig-

ten zuerst in ihre Wohnung gefahren ist, wo sie sich für die Arbeit umgezogen hat. 

Die Türe schloss sie mit ihrem eigenen Schlüssel auf. Dies musste auch so ge-

wesen sein, da der Beschuldigte nie einen Schlüssel zur Wohnung der Privat-

klägerin besessen hat (Urk. 88 S. 15). 

2.3.5. Nichts zur Erhellung des Sachverhaltes kann die Nachricht der Privatkläge-

rin an den Beschuldigten vom 2. August 2016 beitragen, in welcher diese dem 

Beschuldigten unter anderem schrieb, "Is so sad what you did yesterday night…" 

(Urk. 51/1 S. 474). So bleibt es unklar, was der Beschuldigte in der Nacht vom 

1. August 2016 getan haben soll, was die Privatklägerin traurig gemacht hat. Je-

denfalls erschliesst sich daraus nicht einmal ansatzweise, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin gegen ihren Willen in seiner Wohnung festgehalten oder ihr ei-

ne Ohrfeige verpasst hätte. 

2.3.6. Insgesamt weisen die Aussagen der Privatklägerin so viele Ungereimthei-

ten und Widersprüche auf, dass nicht auf diese abgestellt werden kann. Da sich 

nur schon aufgrund der Aussagen der Privatklägerin und der ausgetauschten 

Nachrichten der anklagerelevante Sachverhalt nicht erstellen lässt, kann auf eine 

Würdigung der Aussagen des Beschuldigten an dieser Stelle verzichtet werden. 

Was am 1. August 2016 in der Wohnung des Beschuldigten passiert ist, lässt sich 

aufgrund der Akten nicht mehr erstellen. Es kann zwar davon ausgegangen wer-

den, dass der Abend auch nicht so "harmonisch" abgelaufen ist, wie der Beschul-

digte dies ausgeführt hat. Allerdings lässt sich ebenso wenig erstellen, dass sich 

der Sachverhalt so zugetragen hat, wie dem Beschuldigten dies in der Anklage-

schrift vorgeworfen wird. Der Beschuldigte ist deshalb in dubio pro reo vom Vor-

wurf der Freiheitsberaubung sowie der Tätlichkeit freizusprechen.  

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3. Sachverhaltskomplex 2: versuchte Nötigung per E-Mail 

3.1. Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, er habe, nachdem 

die Privatklägerin ihn auf Facebook blockiert habe, der Privatklägerin am 

8. August 2016, 11:31 Uhr, eine E-Mail geschrieben, in welcher er ihr ankündigte, 

er werde nun eine Weile warten und dann gemeinsame Fotos von ihnen beiden 

auf Facebook posten (Urk. 22 S. 3). Auch betreffend diesen Sachverhaltskomplex 

fasste die Vorinstanz sowohl die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 62 S. 27 f. 

Ziff. 5.3.1) als auch der Privatklägerin (Urk. 62 S. 28 f. ff. Ziff. 5.3.2), welche diese 

in der Untersuchung als auch anlässlich der Hauptverhandlung deponiert haben, 

zutreffend zusammen; somit kann wiederum grundsätzlich auf diese Zusammen-

fassung verwiesen werden. Der Beschuldigte räumte grundsätzlich ein, am 

8. August 2016 um 11.31 Uhr der Geschädigten eine E-Mail mit dem Wortlaut: " 

now I will stop for a little while then i will post all our pictures together in our 

FB page …" gesendet zu haben (Urk. 62 S. 8 Ziff. 2.4 und S. 27 mit Verweis auf 

Prot. I S. 18 f.).  

3.2. Dass er diese E-Mail geschrieben hat, bestätigte der Beschuldigte sodann 

auch heute (Urk. 88 S. 16 f.). Indessen stellt der Beschuldigte in Abrede, dass er 

die Privatklägerin mit der E-Mail habe nötigen wollen, ihn zu deblockieren (Urk. 88 

S. 17). Der Sachverhalt ist diesbezüglich zu erstellen. 

3.3. Der Beschuldigte führte an der heutigen Berufungsverhandlung aus, die 

Privatklägerin und er hätten diskutiert, eine Facebookseite zu machen, um ge-

meinsame Erinnerungen zu behalten. Das sei nicht das einzige Mal gewesen, 

dass gemeinsame Fotos "geposted" worden seien. Die Privatklägerin hätte eine 

Pinterest-Seite gemacht und gemeinsame Fotos "geposted". Die Idee der ge-

meinsamen Facebookseite sei es gewesen, dass sie gemeinsame Fotos "pos-

ten", nicht Fotos von ihnen alleine. Der Zweck der fraglichen E-Mail sei gerade ei-

ne Nachfrage gewesen, ob die Privatklägerin mit dem "Posten" einverstanden sei 

oder nicht. Es sei eine offene Frage gewesen. Darüber hätten sie gesprochen. Er 

könne sich nicht erinnern, ob er eine Antwort erhalten habe, er glaube es nicht. Es 

sei weder ein "Ja" noch ein "Nein" gewesen. Er habe einfach keine Antwort erhal-

ten. Dass die Privatklägerin ihn auf Facebook blockiert habe, sei irrelevant. Sie 

- 14 - 

habe viele Fotos gehabt, er habe viele Fotos gehabt. Sie hätten einen gemeinsa-

men Platz dafür haben wollen. Viele hätten von ihrer Beziehung gewusst, so die 

Schwester der Privatklägerin und auch Freunde. Es hätte keinen Sinn gemacht, 

Fotos zu "posten", auf denen sie beide am Lächeln seien (Urk. 88 S. 16 f.).  

3.4. Der Beschuldigte gab zum Inhalt des E-Mails, worin er ankündigte, er wer-

de nun eine Weile warten und dann "unsere Bilder auf unserer FB Seite" ver-

öffentlichen, nicht nur anlässlich der Berufungsverhandlung sondern schon in 

der Untersuchung konstant an, es sei eine (romantische) Idee von ihnen beiden 

gewesen, eine gemeinsame Facebook-Seite aufzubauen und Bilder über ihre Be-

ziehung hochzuladen. Es sei darum gegangen, eine gemeinsame Seite zu kreie-

ren, um die gemeinsamen Bilder zu sammeln. Die Idee sei es auch gewesen, mit 

der Zeit engen Kollegen und Familienmitgliedern den Zugang zur Seite zu geben 

(Urk. 4 S. 5 F/A 33 ff.; Urk. 5 S. 2 und 8 F/A 7 und 35; Prot. I S. 19 f.; Urk. 88 

S. 15 f.) 

3.5. Diese Version des Beschuldigten lässt sich nicht umstossen. Vorab ist da-

rauf hinzuweisen, dass Gegenstand der Anklage nur die E-Mail vom 8. August 

2016, 11:31 Uhr, ist. Kein Bestandteil ist die E-Mail vom 8. August 2016, 

10:12 Uhr. Diese zweite E-Mail darf – worauf die Verteidigung zu Recht hinweist 

(Urk. 89 S. 19) – deshalb nicht zur Begründung der Tatbestandsmässigkeit, und 

insbesondere zur Begründung der Androhung ernstlicher Nachteile, herange-

zogen werden, selbst wenn diese E-Mail einen bedrohlichen Inhalt haben sollte 

resp. die Privatklägerin diese als bedrohlich empfunden hat (Prot. I S. 37 ff.). Aber 

auch sonst kann dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, dass es ihm bei 

dieser Nachricht um etwas anderes gegangen ist, als das Einverständnis der Pri-

vatklägerin zur Veröffentlichung von gemeinsamen Bildern. Seine Aussagen dies-

bezüglich erweisen sich entgegen der Vorinstanz als konstant. 

Sodann ist es zwar a priori nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte erst 

anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung Aussagen über ein gemeinsames 

E-Mail-Konto mit der Privatklägerin machte, über welches sie nach Anhebung des 

Verfahrens unbemerkt hätten miteinander kommunizieren können (Urk. 88 S. 16). 

Dennoch erweist sich diese Aussage des Beschuldigten als glaubhaft, zumal er 

- 15 - 

diese Aussage in Gegenwart der Privatklägerin tätigte und von dieser un-

widersprochen geblieben ist (Urk. 88 S. 16 f.). Dadurch entfällt aber ein mögliches 

Motiv für den Beschuldigten, die Privatklägerin zur Deblockierung seiner Person 

auf Facebook zu nötigen, da er damit die Möglichkeit hatte über einen gemeinsam 

kreierten Kanal mit der Privatklägerin zu kommunizieren. 

3.6. Der Beschuldigte ist auch vom Vorwurf der versuchten Nötigung in dubio 

pro reo freizusprechen. 

III. Kosten und Entschädigung 

1. Kosten der ersten Instanz 

Die Vorinstanz hat – dem damaligen Ausgang des Verfahrens entsprechend – die 

Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldig-

ten auferlegt (Urk. 62 S. 57). Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung an sich ist 

nicht angefochten (Prot. II S. 7) und zu bestätigen. Aufgrund des heutigen vollum-

fänglichen Freispruches des Beschuldigten sind diese Kosten im Sinne von 

Art. 426 Abs. 1 StPO ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

2. Kosten der Berufungsinstanz 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– anzu-

setzen. 

2.2. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ih-

res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte bean-

tragte einen Freispruch mit den entsprechenden Nebenfolgen. Sowohl die Staats-

anwaltschaft als auch die Privatklägerin beantragten hingegen eine Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils. Nachdem der Beschuldigte freizusprechen ist und 

die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin demnach mit ihrem Antrag unter-

liegen, sind die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte auf die Gerichtskasse 

zu nehmen und zur Hälfte der Privatklägerin aufzuerlegen. 

- 16 - 

3. Entschädigung 

3.1. Der Beschuldigte hat Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen für 

die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte, wenn er freigesprochen 

wird (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Zu den Entschädigungen für Aufwendungen zur 

Wahrung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) gehören primär die 

Kosten der frei gewählten Verteidigung, wenn die Verbeiständung angesichts der 

tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falls geboten war (Schmid, Hand-

buch StPO, 2. Aufl., N. 1810). Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO sind die Bestimmun-

gen nach Art. 429 ff. StPO auch für das Rechtsmittelverfahren anwendbar. Vor-

liegend war der Beizug einer anwaltlichen Verteidigung gerechtfertigt. Die Vertei-

digung machte mit zwei Honorarnoten (Urk. 50/8 und Urk. 87) einen Aufwand für 

beide Verfahren von Fr. 25'106.– und Fr. 6'060.90, somit gesamthaft 

Fr. 31'166.90 geltend. Da die Berufungsverhandlung im Vergleich zur Schätzung 

der Verteidigung länger ausgefallen ist, sich der geltend gemachte Aufwand im 

Übrigen aber als angemessen erweist, ist dem Beschuldigten für das erstinstanz-

liche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 25'106.– und für das Berufungsver-

fahren eine Entschädigung von Fr. 6'400.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

3.2. Der Privatklägerin ist ausgangsgemäss – entgegen Dispositiv-Ziffer 9 des 

erstinstanzlichen Urteils – keine Prozessentschädigung zuzusprechen. 

4. Genugtuung 

4.1. Der Beschuldigte beantragt, es sei ihm eine Genugtuung von Fr. 600.– für 

die erstandene Untersuchungshaft vom 10. August 2016 bis und mit 12. August 

2016 zuzusprechen (Urk. 89 S. 24). 

4.2. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO hat die beschuldigte Person Anspruch 

auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhält-

nisse, insbesondere bei Freiheitsentzug, wenn sie freigesprochen wird. Voraus-

gesetzt ist, dass eine besonders schwere Verletzung im Sinne von Art. 28 Abs. 2 

ZGB oder Art. 49 OR vorliegt. Als Beispiele können neben der ungerechtfertigten 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft die publik gewordene Hausdurchsuchung 

oder eine sehr lange Verfahrensdauer genannt werden. Der Freiheitsentzug muss 

- 17 - 

im Gegensatz zum Fall von Art. 431 StPO allerdings nicht widerrechtlich gewesen 

sein. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung beruht auf richterlichem Er-

messen. Bei dessen Ausübung ist den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung 

zu tragen. Zu berücksichtigen sind alle Umstände, auch die Schwere des vorge-

worfenen Delikts sowie die Auswirkungen der Haft auf die persönliche Situation 

des Verhafteten und die Belastung durch das Verfahren. Das Bundesgericht geht 

davon aus, dass im Falle einer ungerechtfertigten Haft von kurzer Dauer grund-

sätzlich ein Betrag von Fr. 200.– pro Tag eine angemessene Entschädigung dar-

stellt, sofern nicht besondere Umstände gegeben sind, welche die Zahlung eines 

tieferen oder höheren Betrages rechtfertigen könnten (BSK StPO-WEHRENBERG/ 

FRANK, Art. 429 N 28, vgl. BGE 139 IV 243 = Pra 102 (2013) Nr. 108, Entscheid 

des Bundesgerichts 6B_506/2015 vom 6. August 2015). 

4.3. Der Beschuldigte wurde an seinem Arbeitsort in G._____/SZ verhaftet. Die 

Festnahme und auch die Haft stellten für ihn ein einschneidendes Erlebnis dar. 

Eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 600.– erscheint den Umständen angemes-

sen, weshalb der Beschuldigte mit einer solchen aus der Gerichtskasse zu ent-

schädigen ist. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Anschlussberufung der Privatklägerin wird als durch Rückzug erledigt 

abgeschrieben. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzel-

gericht, vom 4. Juli 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

" 1. […] 

 2. Vom Vorwurf der weiteren versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Missbrauchs 

einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

- 18 - 

 3. […] 

 4. […] 

 5. […] 

 6. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird vorbehältlich einer 

Prozessentschädigung abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'400.–   Gebühr Vorverfahren 
 
Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Ent-

scheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vor-

behalten. 

 8. […] 

 9. […] " 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist nicht schuldig der Freiheitsberaubung im Sinne von 

Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

auf die Gerichtskasse genommen. 

3. Der Privatklägerin wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. 

- 19 - 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte der Privatklägerin 

auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Beschuldigten wird für die Untersuchung und das erstinstanzliche Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 25'106.– aus der Gerichtskasse 

zugesprochen. 

7. Dem Beschuldigten wird für das zweitinstanzliche Verfahren eine Prozess-

entschädigung von Fr. 6'400.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

8. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 600.– aus der Gerichts-

kasse zugesprochen. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 
− die Privatklägerin 
− die Vertretung der Privatklägerin 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials"  
− die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben 

(§ 54a Abs 1 PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. Nr. 65. 

- 20 - 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 5. Juli 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. R. Bretscher 
 

 

	Urteil vom 5. Juli 2018
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 62 S. 57 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Vom Vorwurf der weiteren versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 400.–, wovon 2 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 800.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	6. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird vorbehältlich einer Prozessentschädigung abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerschaft für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'500.– zu bezahlen.
	10. (Mitteilung)
	11. (Rechtsmittel) "
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
	1. Ziff. 1 sowie Ziff. 3 bis und mit Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 4. Juli 2017 seien aufzuheben;
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen;
	3. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien vollumfänglich abzuweisen;
	4. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Untersuchungshaft vom 10. August 2016 bis und mit 12. August 2016 (3 Tage) eine Genugtuung von Fr. 600.– zuzusprechen;
	5. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens, des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der erbetenen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren und das Berufungsverfahren (zzgl. 8% MwSt) seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Untersuchungs- und erstinstanzliches Verfahren
	1.1. Die Privatklägerin B._____ wandte sich am 8. August 2016 per Mail ratsuchend an die Gemeindepolizei C._____ und gab an, sie versuche seit Wochen A._____ klar zu machen, dass sie keinen Kontakt mehr mit ihm wolle. Dieser sehe es einfach nicht ein ...
	1.2. Nach durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Limmattal/ Albis am 14. Dezember 2016 Anklage wegen Freiheitsberaubung, mehrfacher versuchter Nötigung, Tätlichkeiten und Missbrauch einer Fernmeldeanlage (Urk. 22). Zum erstinstanzlic...
	1.3. Mit eingangs wiedergegebenem Urteil des Bezirksgericht Horgen, Einzelgericht, vom 4. Juli 2017 wurde der Beschuldigte der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der v...

	2. Berufungsverfahren
	2.1. Gegen das gleichentags mündlich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil vom 4. Juli 2017 (Prot. I S. 48 ff. und Urk. 55), meldete der amtliche Verteidiger des Beschuldigten vor Schranken mündlich (Prot. I S. 48) sowie schriftlich mit Einga...
	2.2. Der Beschuldigte legte die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO mit Schreiben vom 18. Dezember 2017 fristgerecht ein. Beweisanträge wurden keine gestellt (Urk. 63). Mit Präsidialverfügung vom 27. Dezember 2017 wurde der Staatsanwa...
	2.3. Am 5. Juli 2018 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten, des Verteidigers des Beschuldigten sowie der Privatklägerin statt (Prot. II S. 5). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der Einvernahme des Beschu...

	3. Umfang der Berufung
	Im Rahmen der Berufungserklärung wurde das erstinstanzliche Urteil mit Ausnahme des Freispruchs vom Vorwurf der weiteren versuchten Nötigung (Sachverhaltskomplex 2: Versuchte Nötigung in D._____) sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage (Ziffer 2),...

	4. Formelles
	4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.
	4.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; mit Hinwei...
	II.  Sachverhalt

	1. Allgemeine Beweisgrundsätze
	Die erstinstanzliche Richterin hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung und insbesondere, dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten das zentrale Element darstellt, zutreffend dargestellt; es kann zur Vermeidung von Wie...
	Es finden sich auch Übertreibungen in den Aussagen der Privatklägerin. So sagte sie bei der Polizei: "[…]. In meinen Augen ist er ein gefährlicher Mensch, welcher mir über andere Mensch versuchen könnte mir Schaden zuzufügen oder mir Angst einzujagen"...

	2. Sachverhaltskomplex 1: Freiheitsberaubung und Tätlichkeit
	2.1. Dem Beschuldigten wird von der Anklagebehörde vorgeworfen, am 1. August 2016 nach der im persönlichen Gespräch erfolgten Mitteilung durch die Privatklägerin, sie wolle den Kontakt mit ihm abbrechen, die Wohnungstüre abgeschlossen und den Schlüsse...
	2.2. Aussagen der Beteiligten
	Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten einerseits (Urk. 62 S. 11 ff. Ziff. 5.1.1) und der Privatklägerin andererseits (Urk. 62 S. 13 ff. Ziff. 5.1.2) zutreffend zusammengefasst; auf diese Zusammenfassung kann vorab verwiesen werden. Der Be...
	2.3. Glaubhaftigkeit der Angaben der Privatklägerin
	Die Privatklägerin sagte zwar im Grundsatz gleichlautend aus. Bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch Ungereimtheiten in ihren Schilderungen:
	2.3.1. Nicht nachvollziehbar ist, dass die Privatklägerin zwar mitbekommen haben will, wie der Beschuldigte die Wohnung abgeschlossen und den Schlüssel abgezogen hat (Urk. 3 S. 4 F/A 21), aber nicht gesehen haben will, wo der Beschuldigte den Schlüsse...
	2.3.2. Sodann ist es nur schwer vorstellbar, dass eine Person, welche gegen ihren Willen in einer Wohnung festgehalten wird, sich dann dort nackt auszieht, sich zum Täter ins Bett legt und sogar teilweise noch schläft. Mit einer Erschöpfung lässt sich...
	2.3.3. Ungenauigkeiten ergeben sich auch bei den zeitlichen Angaben der Privatklägerin, wann sie beim Beschuldigten eingetroffen ist. Bei der zeitlich nächsten Einvernahme zum Geschehen sprach sie davon, dass sie an besagtem 1. August um 19:30 Uhr bei...
	Ungereimtheiten bestehen weiter im Zusammenhang mit den Bildern, welche der Beschuldigte am 1. August 2016 von der Privatklägerin gemacht haben soll. Zuerst schilderte die Privatklägerin, der Beschuldigte habe am 1. August 2016 heimlich von ihr Bilder...
	2.3.4. Was die Ohrfeige betrifft, welche der Beschuldigte der Privatklägerin gegeben haben soll, schilderte die Privatklägerin in der ersten Einvernahme, dass ihr bei der Ohrfeige ein Ohrring weggeflogen sei (Urk. 3 S. 5 F/A 36). Weshalb sie dann bei ...
	Erwähnenswert sind schliesslich auch ihre Aussagen bei der Staatsanwaltschaft, dass der Beschuldigte am 8. August 2016 noch ein zweites Mal an ihre Wohnung gekommen sei und wiederum geklingelt habe, als die Polizei schon dort gewesen sei. Dass die Pol...
	Unerklärlich ist schliesslich, wie die Privatklägerin an ihren Wohnungsschlüssel gekommen ist. So sagte sie konstant aus, dass sie ihre Tasche in ihrem Fahrzeug zurückgelassen habe und nur den Autoschlüssel und das Handy in die Wohnung des Beschuldigt...
	2.3.5. Nichts zur Erhellung des Sachverhaltes kann die Nachricht der Privatklägerin an den Beschuldigten vom 2. August 2016 beitragen, in welcher diese dem Beschuldigten unter anderem schrieb, "Is so sad what you did yesterday night…" (Urk. 51/1 S. 47...
	2.3.6. Insgesamt weisen die Aussagen der Privatklägerin so viele Ungereimtheiten und Widersprüche auf, dass nicht auf diese abgestellt werden kann. Da sich nur schon aufgrund der Aussagen der Privatklägerin und der ausgetauschten Nachrichten der ankla...

	3. Sachverhaltskomplex 2: versuchte Nötigung per E-Mail
	3.1. Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, er habe, nachdem die Privatklägerin ihn auf Facebook blockiert habe, der Privatklägerin am 8. August 2016, 11:31 Uhr, eine E-Mail geschrieben, in welcher er ihr ankündigte, er werde nun eine Wei...
	3.2. Dass er diese E-Mail geschrieben hat, bestätigte der Beschuldigte sodann auch heute (Urk. 88 S. 16 f.). Indessen stellt der Beschuldigte in Abrede, dass er die Privatklägerin mit der E-Mail habe nötigen wollen, ihn zu deblockieren (Urk. 88 S. 17)...
	3.3. Der Beschuldigte führte an der heutigen Berufungsverhandlung aus, die Privatklägerin und er hätten diskutiert, eine Facebookseite zu machen, um gemeinsame Erinnerungen zu behalten. Das sei nicht das einzige Mal gewesen, dass gemeinsame Fotos "gep...
	3.4. Der Beschuldigte gab zum Inhalt des E-Mails, worin er ankündigte, er werde nun eine Weile warten und dann "unsere Bilder auf unserer FB Seite" veröffentlichen, nicht nur anlässlich der Berufungsverhandlung sondern schon in der Untersuchung konst...
	3.5. Diese Version des Beschuldigten lässt sich nicht umstossen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass Gegenstand der Anklage nur die E-Mail vom 8. August 2016, 11:31 Uhr, ist. Kein Bestandteil ist die E-Mail vom 8. August 2016, 10:12 Uhr. Diese zweite E...
	Sodann ist es zwar a priori nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte erst anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung Aussagen über ein gemeinsames E-Mail-Konto mit der Privatklägerin machte, über welches sie nach Anhebung des Verfahrens unbem...
	3.6. Der Beschuldigte ist auch vom Vorwurf der versuchten Nötigung in dubio pro reo freizusprechen.
	III.  Kosten und Entschädigung

	1. Kosten der ersten Instanz
	2. Kosten der Berufungsinstanz
	3. Entschädigung
	3.1. Der Beschuldigte hat Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte, wenn er freigesprochen wird (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Zu den Entschädigungen für Aufwendungen zur Wahrung der Verfahren...
	3.2. Der Privatklägerin ist ausgangsgemäss – entgegen Dispositiv-Ziffer 9 des erstinstanzlichen Urteils – keine Prozessentschädigung zuzusprechen.

	4. Genugtuung
	4.1. Der Beschuldigte beantragt, es sei ihm eine Genugtuung von Fr. 600.– für die erstandene Untersuchungshaft vom 10. August 2016 bis und mit 12. August 2016 zuzusprechen (Urk. 89 S. 24).
	4.2. Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO hat die beschuldigte Person Anspruch auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug, wenn sie freigesprochen wird. Vorausgesetzt ist, dass ein...
	4.3. Der Beschuldigte wurde an seinem Arbeitsort in G._____/SZ verhaftet. Die Festnahme und auch die Haft stellten für ihn ein einschneidendes Erlebnis dar. Eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 600.– erscheint den Umständen angemessen, weshalb der Besc...

	Es wird beschlossen:
	1. Die Anschlussberufung der Privatklägerin wird als durch Rückzug erledigt abgeschrieben.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 4. Juli 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	8. […]
	9. […] "
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist nicht schuldig der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Der Privatklägerin wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte der Privatklägerin auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten wird für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 25'106.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Dem Beschuldigten wird für das zweitinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 6'400.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	8. Dem Beschuldigten wird eine Genugtuung von Fr. 600.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Privatklägerin
	 die Vertretung der Privatklägerin
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs 1 PolG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. Nr. 65.

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.