# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d0c955d-5a46-52b5-b3ac-1c4b8aa33c7b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 10.10.2017 HE170301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HE170301_2017-10-10.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
Einzelgericht    

 

 

Geschäfts-Nr.: HE170301-O U/jo 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Johann Zürcher sowie Gerichtsschreiberin  

Claudia Iunco-Feier 

 

Urteil vom 10. Oktober 2017 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  

Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  

Beklagte 

 

vertreten durch Fürsprecher Y._____ 

 

betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1) 

" 1. Der Beklagten sei unter Androhung der Zwangsvollstreckung im 
Unterlassungsfall zu befehlen, die 

  - Büroräume im Erdgeschoss links (ca. 154 m2), 
  - Büroräume im 5. Obergeschoss (ca. 312 m2), 

  - zwei Einstellplätze im 1. Untergeschoss, 
  in der Liegenschaft C._____-Strasse ..., ... Zürich, unverzüglich 

zu räumen und zu verlassen sowie der Klägerin in vertragsge-
mässem Zustand (inkl. sämtlicher Schlüssel) zu übergeben. 

 2. Das zuständige Stadtammannamt Zürich 3 sei anzuweisen, den 
zu erlassenden Befehl nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 
Verlangen der Klägerin zu vollstrecken. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beklagten." 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Prozessverlauf 

Die Klägerin reichte ihr Gesuch am 3. August 2017 (Datum Poststempel, act. 1) 

hierorts ein. Mit Verfügung vom 7. August 2017 wurde der Klägerin Frist zur Leis-

tung eines Kostenvorschusses und der Beklagten Frist zur Stellungnahme ange-

setzt (act. 4). Der Kostenvorschuss ging fristgerecht ein (act. 6). Die Stellung-

nahme der Beklagten datiert vom 6. September 2017 (act. 9). Der Klägerin wurde 

hierauf Frist angesetzt, um sich zu einem Punkt in der beklagtischen Eingabe zu 

äussern (act. 12). Dieser Aufforderung kam sie mit Eingabe vom 19. September 

2017 nach (act. 14). Auf die Einreichung einer Replik verzichtete die Beklagte 

(act. 19). 

2. Zuständigkeit 

Die Zuständigkeit des Handelsgerichts Zürich ergibt sich aus Art. 33 ZPO sowie 

aus Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG (vgl. zur sachlichen Zuständigkeit die 

Urteile des Bundesgerichts 4A_346/2013 vom 22. Oktober 2013 und 

- 3 - 

4A_480/2013 vom 10. Februar 2014). Im Falle einer Ausweisung beziffert sich der 

Streitwert nach dem geschuldeten Mietzins für die Zeit ab Einleitung des Verfah-

rens bis zur effektiven Ausweisung, wobei im Verfahren betreffend Rechtsschutz 

in klaren Fällen praxisgemäss von einem Streitwert in der Höhe von sechs Mo-

natsmietzinsen auszugehen ist (ZR 114/2015 S. 61). Ausgehend von einem Brut-

to-Mietzins von monatlich gesamthaft CHF 13'615.85 (act. 1 Rz. 3) ergibt dies ei-

nen Streitwert von CHF 81'695.–. 

3. Sachverhalt 

Es ist unbestritten, dass zwischen den Parteien ein Mietvertrag über Büroräume 

im Erdgeschoss (ca. 154 m2) und im 5. Obergeschoss (ca. 312 m2) sowie zwei 

Einstellplätze im 1. Untergeschoss in der Liegenschaft C._____-Strasse ... in ... 

Zürich besteht (act. 3/6). Da sich die Beklagte im Zahlungsrückstand betreffend 

die Mietzinse des 1. Quartals 2017 (CHF 16'334.25) und des 2. Quartals 2017 

(CHF 40'847.50) befand, wurde ihr mit Schreiben vom 21. April 2017 eine Zah-

lungsfrist im Sinne von Art. 257d Abs. 1 OR angesetzt, unter Androhung der Kün-

digung. Da die Beklagte die Mietzinsausstände weiterhin nicht beglich, kündigte 

die Klägerin das Mietverhältnis ausserordentlich frist-, form- und termingerecht 

per 31. Juli 2017 (act. 1 Rz. 8 und 9). Mit Schreiben vom 3. Juli 2017 zeigte die 

Klägerin der Beklagten den Abgabetermin vom 2. August 2017 an und forderte sie 

auf, das Mietobjekt vollständig geräumt und gereinigt zurückzugeben (act. 1 Rz. 

12). Die Beklagte kam dieser Aufforderung nicht nach (act. 1 Rz. 15). 

4. Rechtliches 

Das Gericht gewährt nach Art. 257 Abs. 1 ZPO Rechtsschutz im summarischen 

Verfahren, wenn der Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar (lit. a) und die 

Rechtslage klar ist (lit. b). Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist auf das Gesuch 

nicht einzutreten (Art. 257 Abs. 3 ZPO). Die Rechtslage ist klar, wenn sich die 

Rechtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter Berücksichtigung der Lehre 

und Rechtsprechung ohne weiteres ergibt und damit die Rechtsanwendung zu ei-

nem eindeutigen Ergebnis führt (BGE 138 III 123, E. 2.1.2 [m.w.H.]). 

- 4 - 

Bei Zahlungsrückstand des Mieters kann ihm der Vermieter schriftlich eine Zah-

lungsfrist setzen und ihm androhen, dass bei unbenütztem Ablauf der Frist das 

Mietverhältnis gekündigt werde. Diese Frist beträgt bei Geschäftsräumen 30 Ta-

ge. Bezahlt der Mieter innert der gesetzten Frist nicht, so kann der Vermieter frist-

los, bei Geschäftsräumen mit einer Frist von mindestens 30 Tagen auf Ende ei-

nes Monats kündigen (Art. 257d OR). 

Nach beendetem Mietverhältnis muss der Mieter die Sache gemäss Art. 267 OR 

dem Vermieter zurückgeben. Zur Durchsetzung des Rückgabeanspruchs bei 

Wohn- und Geschäftsräumen kann der Vermieter die Ausweisung des Mieters 

beantragen (SVIT-Kommentar Mietrecht, 3. Aufl., Zürich 2008, Art. 267-267a 

N. 15). Mit der Ausweisungsklage kann der Vermieter Vollstreckungsmassnah-

men, d.h. insbesondere einen Ausweisungsbefehl, verlangen (Art. 236 Abs. 3 

ZPO und Art. 337 Abs. 1 ZPO). 

5. Würdigung 

Der Sachverhalt ist unbestritten und die Kündigung der Mieträume erfolgte geset-

zeskonform, was von der Beklagten nicht in Abrede gestellt wird. Die Beklagte 

macht indessen geltend, dass sie einen ganzen Jahresmietzins (CHF 163'390.–) 

hinterlegt habe, womit die Mietzinse bis und mit Dezember 2017 sichergestellt 

seien. Da sich die Suche nach neuen Mieträumlichkeiten überdies schwierig ge-

stalte, sei es angemessen, die Ausweisung bis Ende November 2017 aufzuschie-

ben (act. 9 Rz. 1 ff.). Die Hinterlegung eines Jahresmietzinses ändert nichts da-

ran, dass das Mietverhältnis gesetzeskonform aufgelöst wurde und die Mietobjek-

te zurückzugeben sind. Sie führt auch nicht zur Unverhältnismässigkeit der sofor-

tigen Räumung. Die Klägerin erwiderte zu Recht, dass die Beklagte seit der Kün-

digung am 13. Juni 2017 genügend Zeit hatte, um eine Lösung zu finden und ein 

Aufschub nicht gerechtfertigt ist (act. 14 Rz. 5). Andere Gründe für die Annahme 

der Unverhältnismässigkeit der sofortigen Räumung macht die Beklagte nicht gel-

tend und sind auch aus den Akten nicht ersichtlich. Die sofortige Räumung ist 

demnach antragsgemäss anzuordnen. 

 

- 5 - 

6. Vollstreckungsmassnahmen 

Über die Anordnung der Massnahmen entscheidet das Gericht nach seinem ei-

genen Ermessen. Dabei hat es den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu be-

achten (ZINSLI, in: SPÜHLER/TENCHIO/INFANGER [HRSG.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, Art. 343 N. 4). Die Klä-

gerin beantragt, dass das Stadtammannamt anzuweisen sei, den Befehl nach 

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen der Klägerin zu vollstrecken. In einem 

2016 ergangenen Entscheid hat das Bundesgericht festgehalten, dass Leistungs-

urteile des Handelsgerichts mit ihrer Ausfällung in Rechtskraft erwachsen. Freilich 

könne das Bundesgericht die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit eines kantona-

len Leistungsurteils auf Gesuch hin aufschieben. Solange dies nicht geschehen 

sei, bleibe das kantonale Urteil rechtskräftig und vollstreckbar (BGE 142 III 738 E. 

5.5.4). Demnach erwächst das vorliegende Urteil mit seiner Ausfällung in Rechts-

kraft und die Klägerin kann umgehend die Vollstreckung beim Stadtammannamt 

verlangen. Gründe, die diese sofortige Vollstreckungsmöglichkeit unverhältnis-

mässig erscheinen lassen würden, sind nicht ersichtlich.  

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss wird die Beklagte kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Es ist von einem Streitwert von CHF 81'695.– auszugehen. Die von 

der Beklagten zu tragende Gerichtsgebühr ist auf CHF 4'000.– festzusetzen (§ 4 

Abs. 1 und 2 i.V.m. § 8 Abs. 1 GebV OG). Die Beklagte ist ferner zu verpflichten, 

der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 5'600.– zzgl. MwSt (§ 4 Abs. 1, § 

9 und § 11 Abs. 1 AnwGebV) zu bezahlen (act. 1 Rz. 18). 

Der Einzelrichter erkennt: 

1. Der Beklagten wird befohlen, folgende Mietobjekte in der Liegenschaft 

C._____-Strasse ..., ... Zürich, unverzüglich zu räumen und zu verlassen 

sowie der Klägerin in vertragsgemässem Zustand (inkl. sämtlicher Schlüs-

sel) zu übergeben: 

- 6 - 

a) Büroräume im Erdgeschoss links (ca. 154 m2), 

b) Büroräume im 5. Obergeschoss (ca. 312 m2) und 

c) zwei Einstellplätze im 1. Untergeschoss. 

2. Das Stadtammannamt Zürich 3 wird angewiesen, den Befehl gemäss Dis-

positivziffer 1 nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen der Klägerin 

zu vollstrecken. Die Kosten der Vollstreckung sind von der Klägerin vorzu-

schiessen. Sie sind ihr aber von der Beklagten zu ersetzen. 

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 4'000.–. 

4. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und aus dem von der Klägerin 

geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten 

Kosten wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt. 

5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von 

CHF 5'600.– zzgl. 8 % MwSt zu bezahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin im Doppel für sich und 

zuhanden des Stadtammannamts Zürich 3. 

7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

beträgt CHF 81'695.–. 

- 7 - 

Zürich, 10. Oktober 2017 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
Einzelgericht 

 
Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

Claudia Iunco-Feier 
 
 

	Urteil vom 10. Oktober 2017
	
	Rechtsbegehren: (act. 1)
	Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
	Der Einzelrichter erkennt:
	1. Der Beklagten wird befohlen, folgende Mietobjekte in der Liegenschaft C._____-Strasse ..., ... Zürich, unverzüglich zu räumen und zu verlassen sowie der Klägerin in vertragsgemässem Zustand (inkl. sämtlicher Schlüssel) zu übergeben:
	a) Büroräume im Erdgeschoss links (ca. 154 m2),
	b) Büroräume im 5. Obergeschoss (ca. 312 m2) und
	c) zwei Einstellplätze im 1. Untergeschoss.

	2. Das Stadtammannamt Zürich 3 wird angewiesen, den Befehl gemäss Dispositivziffer 1 nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen der Klägerin zu vollstrecken. Die Kosten der Vollstreckung sind von der Klägerin vorzuschiessen. Sie sind ihr aber ...
	3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 4'000.–.
	4. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten Kosten wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.
	5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung von CHF 5'600.– zzgl. 8 % MwSt zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin im Doppel für sich und zuhanden des Stadtammannamts Zürich 3.
	7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...