# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5a2b174-27a7-5312-853a-0e5b96961231
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-11-15
**Language:** de
**Title:** Übereinstimmende Parteianträge auf Rückweisung. Kosten des Privatgutachtens sind von Unfallversicherer zu übernehmen.
**Docket/Reference:** UV.2019.00204
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00204.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00204
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiberin Schilling
Urteil
vom
1
5.
November 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
Advokatur
Bülach
Sonnmattstrasse 5, Postfach, 8180 Bülach
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X.___
war als gemeldeter Arbeitsloser bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 1
8.
August 2016 in Portugal beim Sturz von einer Klippe eine Ellbogenluxationsfraktur links, eine
Claviculafraktur
rechts, Rippenfrakturen rechts sowie weitere Verletzungen zuzog (
Urk.
7/3-4). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte Versiche
rungsleistungen (
Urk.
7/12). Nach operativer Versorgung der Frakturen, einem erneuten Sturz mit Luxationsfraktur an der rechten Hand (
Urk.
8/1 und 8/8) und schliesslich stationärem Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten in der
Y.___
vom
7.
Mai bis zum
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/228) nahm der Kreis
arzt am 16. August 2018 eine ärztliche Einschätzung vor (
Urk.
7/237-238).
Mit
Mitteilung und
Verfügung vom 2
0.
A
ugust 2018 sowie Einspracheentsch
e
i
d vom 2
8.
Juni 2019
stellte
die
Suva
die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 3
0.
Sep
tember 2018
ein; die Kosten für
Ergotherapie und Physiotherapie
wurden bis längstens
3
0.
Juni 2019
übernommen
. Zudem sprach sie
dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von
Fr.
37'050.--
zu
, während sie
einen An
spr
uch auf eine Invalidenrente
verneinte
(Urk.
2, 7/239 und
7/240).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
8.
Juni 2019
erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2
9.
August 2019 Beschwerde beim hiesigen Sozialversiche
rungsgericht und beantragte,
es sei
der angefochtene Einspracheentscheid abzu
ändern und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihm
für seine Beschwerden in den
beiden Schultern Leistungen nach UVG auszurichten
. I
nsbesondere
seien
Heilungskosten
zu übernehmen und eine
Integritätsentschädigung
auszurichten. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die Kosten des Gutac
htens von
Dr.
Z.___
vom 2
9.
Oktober 2018 in der Höhe von Fr. 2'200.-- zu ersetzen
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Oktober 2019 beantragte die Beschwerdegegne
rin, die Sache sei in teilweise
r
Gutheissung der Beschwerde zur V
ornahme weite
rer Abklärungen an sie zurückzuweisen.
Zudem sei die Beschwerdegegnerin zur anteiligen Kostenübernahme für den Bericht
von
Dr.
Z.___
für einzig die Ausführungen betreffend
der geltend gemachten Schulterbeschwerden
zu ver
pflichten
(
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 wurde dem Beschwer
de
führ
er Frist angesetzt, um zu diesen Anträgen
Stellung
zu nehmen (Urk.
10). Innert Frist erklärte sich der Beschwerdeführer mit dem Rückweisungsantrag einverstanden
und beantragte
die
vollständige Ü
bernahme
der
Gutachten
skosten
durch die Beschwerdegegnerin
(
Urk.
11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin beantrag
t
e, die Sache sei an sie zurückzuweisen. Als Begründung führte sie
an
, dass sie die Akten erneut dem Kreisarzt
med.
pract
.
A.___
, Facharzt für Chirurgie,
zur
Stellungnahme
vorgelegt habe.
Gemäss dessen Einschätzung seien zur medizinischen Beurteilung der geltend gemachten Schulterbeschwerden
zusätzliche radiologische Abklärungen
, insbe
sondere ein
Arthro
-MRI der Schultern,
erforderlich
(
Urk.
6 und 9
)
.
Der Beschwer
deführer erklärte sich mit einer Rückweisung einverstanden (
Urk.
11), womit übereinstimmende Parteianträge vorliegen.
Aus den Akten geht hervor,
dass
sich der Kreisarzt und damit auch
die Beschwer
degegnerin bis zur Beschwerdeerhebung durch den Versicherten nicht mit dessen Schulterbeschwerden
auseinandergesetzt
hab
en
.
Abgesehen von der Ultraschall
untersuchung beider Schultergelenke durch die
B.___
am
4.
Oktober 2018 (Urk. 7/254 S. 15) erfolgte bis anhin auch keine bildgebende Abklärung der Schultern.
Dr.
Z.___
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte
hierzu
in seinem Bericht vom 2
9.
Oktober 2018 aus, dass
für die Beschwerden
an den Schultern eindeuti
ge radiologische Korrelate bestünden.
Um eine abschliessende Diagnose stellen zu können, sei e
in
Arthro
-MRI
beider Schultern durchzuführen
(Urk. 7/254)
.
Der Antrag auf Rückweisung der Sache
zur weiteren Abklärung
steht daher mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang.
2.
2.1
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 1 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung [UVG] in Verbindung mit
Art. 61 lit. a
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
2.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [GSV
Ger]) und vorliegend auf Fr. 1'6
00.-- festzusetzen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die Kosten eines von einer ver
sicherten Person veranlassten Gutachtens vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachverhalt erst aufgrund des neu bei
gebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Unfall
versicherer insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2016 vom 7. Juli 2016 E. 6.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend
insofern
der Fall,
als Dr.
Z.___
in seine
r
Beurteilung
vom 2
9.
Oktober 2018
auf die eindeutigen radiologischen Korrelate an den Schultern sowie das Erfordernis weiterer Abklärungen hinwies
(Urk. 7/254)
. Gestützt darauf
sprach sich
Kreisarzt med.
pract
.
A.___
ebenfalls für
die Notwendigkeit
zusätzlicher
radiologischer Abklärungen
aus
(
Urk.
9)
, woraufhin die Beschwerdegegnerin die Rückweisung der Sache
zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
beantragte
(
Urk.
6)
.
Folglich sind die Kosten für die Beurteilung durch
Dr.
Z.___
von
Fr.
2'200.-- (vgl.
Urk.
7/261)
der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen und zwar -
aufgru
nd des vollständigen Obsie
gens -
vollumfänglich.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Einsprache
entscheid vom 2
8.
Juni 2019 aufgehoben und die Sache an die Suva zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, über den Leis
tungsanspruch des Beschwerdeführers neu
entscheide
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschä
digung von
Fr.
1’600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
sowie die Kosten
für die Beurtei
lung durch
Dr.
Z.___
im Umfang von
Fr.
2’
200.--
zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
-
Suva
, unter Beilage des Doppels von
Urk.
11
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelSchilling