# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de8615d2-7658-53da-b729-b073881fe064
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.05.2022 720 21 203/107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-203-107_2022-05-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Mai 2022 (720 21 203/107) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

Invalidenrente; Beurteilung des medizinischen Sachverhalts; Rückweisung an die Be-

schwerdegegnerin 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.1 Die 1975 geborene A.____ arbeitete seit 19XX bei der B.____. Am 7. September 2004 
rutschte sie während der Arbeit aus und verletzte sich am Rücken. Am 2. September 2005 mel-
dete sie sich unter Hinweis auf diesen Betriebsunfall bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge 
den rechtserheblichen Sachverhalt ab. Mit Verfügung vom 1. Juli 2008 lehnte sie das Gesuch 
rechtskräftig ab.  
 
A.2 Die Versicherte wurde am 29. Dezember 2008 von einem Auto angefahren, als sie mit 
dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit war. Gemäss Erstbehandlung im Spital C.____ erlitt sie 

 

 
 
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eine Schädelkontusion links, eine Handgelenkprellung links sowie eine Hüftprellung links. Die 
D.____ erbrachte als Unfallversicherung die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 22. Juni 
2010 wurden die Leistungen gestützt auf das Gutachten der E.____ vom 2. November 2009 so-
wie dessen Ergänzung vom 21. Dezember 2009 rückwirkend per 31. Januar 2009 eingestellt. 
Daran hielt die Unfallversicherung mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 2011 fest. Die Versi-
cherte erhob dagegen beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht), Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Über-
nahme der Heilbehandlungskosten und die Zahlung von Taggeldern. Das Kantonsgericht holte 
bei Dr. med. F.____, FMH Handchirurgie und Plastische sowie Rekonstruktive und Ästhetische 
Chirurgie, ein Gerichtsgutachten ein, welches am 19. April 2012 erstattet wurde. Das Kantonsge-
richt hiess die Beschwerde mit Urteil vom 23. Mai 2013 gestützt darauf gut und sprach der Be-
schwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen bis 31. Oktober 2010 (Heilbehandlung und Tag-
gelder) zu. Weiter müsse die Unfallversicherung den Anspruch der Versicherten auf eine Rente 
und eine Integritätsentschädigung prüfen und darüber neu verfügen. Die Unfallversicherung 
reichte gegen dieses Urteil Beschwerde beim Bundesgericht ein, welche mit Urteil vom 29. Ja-
nuar 2014, 8C_62972013, abgewiesen wurde. 
 
A.3 Am 4. März 2010 ging bei der IV-Stelle unter Hinweis auf den Velounfall vom 29. De-
zember 2008 erneut ein Leistungsgesuch der Versicherten ein. Die IV-Stelle untersuchte den 
rechtserheblichen Sachverhalt und holte unter anderem ein Gutachten bei Dr. med. G.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. H.____, FMH Neurologie und Neuropsychologie, und 
Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie ein, welches am 11. Januar 2012 er-
stattet wurde. Gestützt auf diese Abklärungsergebnisse und nach Durchführung einer Haushalts-
abklärung am 12. Juni 2012 erliess die IV-Stelle am 12. August 2012 einen Vorbescheid und 
stellte die Ablehnung des Rentengesuchs in Aussicht. Nachdem die Versicherte dagegen Ein-
wand erhob, holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (unter anderem das von der Unfall-
versicherung in Auftrag gegebenen polydisziplinäre Gutachten des J.____ vom 18. August 2015) 
ein und teilte der Versicherten mit Vorbescheid vom 30. September 2016 erneut mit, dass nach 
ihrer Auffassung weiterhin kein Anspruch auf eine Rente bestehe. Wiederum erhob die Versi-
cherte Einwand gegen den beabsichtigten Entscheid, worauf die IV-Stelle die K.____ AG mit 
einer polydisziplinären Begutachtung betraute. Im Ergebnis ist dem Gutachten vom 6. November 
2020 zu entnehmen, dass die Versicherte aus handchirurgischer Sicht in einer Verweistätigkeit 
zu 60 % arbeitsfähig sei. In seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2021 vertrat der Arzt des 
regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparats, die Auffassung, dass die handchirurgische Zumutbarkeits-
beurteilung nicht überzeuge, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Es sei von einer 
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit auszugehen. Gestützt auf 
diese Einschätzung des RAD-Arztes lehnte die IV-Stelle – nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren – mit Verfügung vom 8. Juni 2021 das Leistungsgesuch bei einem rentenausschliessen-
den Invaliditätsgrad von 5 % ab. 
 
B. Dagegen richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde, welche die Versi-
cherte, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 28. Juni 2021 beim Kantonsgericht erhob. 

 

 
 
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Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung der gesetzli-
chen Invalidenrente ab Oktober 2010. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen, sub-
eventualiter sei die Sache zur gutachterlichen Abklärung des rechterheblichen medizinischen 
Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Weiter sei ihr 
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokatin Raffaella 
Biaggi als Rechtsvertreterin zu bewilligen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, 
dass die IV-Stelle zu Unrecht auf die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. L.____ vom 18. Februar 
2021 und nicht auf die Feststellungen im Gutachten der K.____ AG vom 6. November 2020 ab-
gestellt habe.  
 
C. Das Kantonsgericht wies das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der un-
entgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokatin Raffaella Bi-
aggi als Rechtsvertreterin mit Verfügung vom 22. Juli 2021 ab. 
 
D. Zur Beschwerde liess sich die IV-Stelle am 17. August 2021 vernehmen und beantragte 
deren Abweisung. Begründend brachte sie vor, dass die Angaben im handchirurgischen Teilgut-
achten nicht beweiskräftig seien, weshalb darauf nicht habe abgestellt werden können. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 28. Juni 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 
E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den All-
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet. 
 

 

 
 
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2. Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdegegnerin das von der Beschwerdeführerin am 
4. März 2010 eingereichte Leistungsgesuch, mit welchem um die Ausrichtung einer Rente er-
sucht wurde, zu Recht abgelehnt hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass 
der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtspre-
chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 
mit Hinweis). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). 
 
3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus-
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 
2). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1). 
Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte 
Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren 
persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet 
werden können (vgl. ULRICH MAYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, 
in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversiche-
rung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen 
darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin-
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati-
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauf-
trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (Urteil des damaligen Eidge-
nössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] 
vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets 
in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, 
in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte und Ärztin-
nen wichtige –  und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte be-
nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
4.4.1 Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des 
Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG 

 

 
 
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massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versicherten Person fest, eine zumutbare Er-
werbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Er ist in seinem medizinischen Sa-
chentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Der RAD kann bei Bedarf selber 
ärztliche Untersuchungen von versicherten Personen durchführen. Er hält die Untersuchungser-
gebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, 
die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehe-
nen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (BGE 135 
V 254 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 
 
4.4.2 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me-
dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde-
rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die 
notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hinsicht-
lich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich 
auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte gehören –, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 sowie E. 4.7; zum 
Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, E. 2 mit weite-
ren Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). 
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs-
grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und die Arbeitsfähigkeit der Versi-
cherten ist vorliegend im Wesentlichen auf nachfolgende relevante Berichte hinzuweisen. 
 
6.2 Die IV-Stelle beauftragte die Dres. G.___, H.____ und I.____ mit der Begutachtung der 
Beschwerdeführerin. Am 11. Januar 2012 diagnostizierten sie in der Konsensbesprechung mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine leichte depressive Stimmung, chronifi-
ziert, und eine traumatisierte Ulnarstyloidpseudoarthrose. In der aktuellen rheumatologischen und 
der klinisch-neurologischen Untersuchung hätten sich bei der Versicherten leichte Residuen nach 
einer Operation im Handgelenkbereich links mit minim reduzierter Beanspruchbarkeit gezeigt. Im 
Bereich des linken Vorderarms und Handbereichs könnten einzig eine teigige Schwellung sowie 

 

 
 
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eine Berührungs- und Druckempfindlichkeit mit gleichzeitigem Taubheitsempfinden als medizini-
sches Korrelat für eine Einschränkung der Belastbarkeit im linken Vorderarm objektiviert werden. 
Die diskrete, nicht indurierte Schwellung des Handrückens links sei nicht ausreichend für die Di-
agnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS). Aus psychiatrischer Sicht sei 
wegen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und der leichten depressiven Episode, 
die als chronifiziert beurteilt werden müsse, von einer 30%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit auszugehen. 
 
6.3 Dr. F.____ diagnostizierte in seinem Gerichtsgutachten (vgl. Verfahren KGSV vom 19. 
April 2012, 725 11 54/725 11 55) eine Läsion des dreieckigen ulnokarpalen Komplexes (TFCC) 
bei Ulnastyloidpseudarthrose des Handgelenks links und ein CRPS Typ I postoperativ. Die 
TFCC-Läsion sei auf den Unfall vom 29. Dezember 2008 zurückzuführen. Die Ulnastyloidpseu-
darthrose, die vor dem Unfall vom 29. Dezember 2008 bestanden habe und asymptomatisch 
gewesen sei, weise auf eine Schwachstelle der Handgelenkbiomechanik hin. Die TFCC-Läsion 
werde letztlich durch ein MRI, eine Arthroskopie und durch den intraoperativen Befund bestätigt. 
Auch das Ganglion müsse als unfallbedingt gelten, denn als Folge der Verletzung mit gestörter 
Biomechanik habe sich eine chronische Synovitis im Handgelenk entwickelt. Das CPRS Typ I sei 
eine Folge der Operation vom 28. Oktober 2009. Aktuell sei die Versicherte wegen der Verletzung 
an der linken Hand in ihrer angestammten Arbeit als Raumpflegerin zu 100 % arbeitsunfähig. In 
einer angepassten Arbeit, bei welcher sie ausschliesslich die rechte Hand einsetzen müsse, sei 
sie zu 50 % arbeitsfähig. Die Arbeit müsste einhändig zu erledigen sein und die Versicherte würde 
vermehrt Pausen benötigen. 
 
6.4 Mit Ergänzungsgutachten vom 3. Dezember 2012 nahm Dr. F.____ zum IV-Gutachten 
vom 11. Januar 2012 Stellung. Er führte an, dass sich seine Beurteilung nicht geändert habe und 
sich ein CRPS nach wie vor nicht ausschliessen lasse. Die linke adominante Hand der Versicher-
ten könne wegen der Bewegungseinschränkung und des Schmerzprofils sowie der Kraftlosigkeit 
nicht eingesetzt werden. Eine angepasste Tätigkeit müsste hauptsächlich einhändig erledigt wer-
den können. Da für manuelle Tätigkeiten in der Regel beide Hände benötigt würden, sei durch 
den funktionellen Ausfall einer Hand eine deutliche Verminderung der Leistungsfähigkeit gege-
ben. Werde nun der verletzten, schmerzhaften Hand eine untergeordnete Einsatzfähigkeit wegen 
Bewegungseinschränkung zugestanden, müssten die zeitlichen Limitierungen und die verlänger-
ten Erholungsphasen bei gelegentlichem Einsatz der verletzten Hand zur Beurteilung der Arbeits-
unfähigkeit dazu gerechnet werden. Eine Arbeitsfähigkeit von 50% sei zumutbar.  
 
6.5 Dr. I.____ nahm am 11. Dezember 2012 zum Hauptgutachten von Dr. F.____ vom 
19. April 2012 hinsichtlich der diskrepanten Beurteilung der Handgelenkbeschwerden Stellung. 
Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht bestünden aktuell keine Zeichen für ein CRPS 
Typ I. Es habe einzig eine Schwellung objektiviert werden können, was nicht für die Diagnose 
ausreiche. Ob nach dem Unfall und insbesondere nach der Operation ein verzögerter Heilverlauf 
und/oder allenfalls ein transientes Aufflammen eines CRPS Typ I eingetreten sei, sei nicht restlos 
geklärt, aber wahrscheinlich. Eine Einschränkung der Funktion könne somit für maximal zwölf 
Monate nach der Operation attestiert werden. Die Beurteilung der TFCC-Läsion durch den Hand-
chirurgen Dr. F.____ sei korrekt und nachvollziehbar. Halte- und Drehbewegungen seien in dem 

 

 
 
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Sinne limitiert, dass schwere Arbeiten nicht zumutbar seien. Mit der nicht dominanten Hand seien 
Hilfestellungen bei leichten bis mittelschweren Arbeiten möglich. 
 
6.6 In den Akten findet sich auch das im Auftrag der Unfallversicherung erstellte polydiszip-
linäre Gutachten (Fachrichtungen lnnere Medizin, Orthopädie, Handchirurgie, Neurologie, Psy-
chiatrie und Neuropsychologie) des J.____ vom 18. August 2015. Diesem sind als Diagnosen 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine rezidivierende depressive Störung, gegen-
wärtig leichte Episode, abhängige und passive sowie histrionisch akzentuierte Persönlichkeits-
züge, ein chronischer Schulter-Arm-Schmerz links mit funktioneller Einsteifung des linken Hand-
gelenks und der Fingergelenke links bei beginnender Arthrose im distalen Radioulnargelenk 
(DRUG) bei leichter lnkongruenz im DRUG, ein Status nach Sturz auf die linke Hand (12/2008) 
mit Status nach Refixation der ulnaren Verankerung des TFCC links, Exstirpation eines dorsalen 
Handgelenkganglions, Resektion eines pseudarthrotischen Ulnastyloid-Fragments links und Ver-
kürzungsosteotomie der distalen Ulna (10/2009), ein Status nach möglichem CRPS I, eine aus-
gedehnte Hypästhesie im Bereich des linken Thorax, des linken Arms und der linken Hand und 
ulnar, ein unklares Schmerzsyndrom links nach Operation im Bereich des Handgelenks links ver-
bunden mit erheblicher Schwäche und Lähmung in sämtlichen Handmuskeln links, auch dies 
ohne peripher neurogenes Korrelat, eine chronische Cephalea, eine Adipositas (BMl 36,0), ein 
chronisches, lumbalbetontes, panvertebrales myofasciales Schmerzsyndrom im Rahmen der 
psychosomatischen Erkrankung, klinisch ein Verdacht auf Fersensporn-Syndrom und ein Status 
nach operativer Hallux valgus-Korrektur rechts zu entnehmen. Die Gutachter attestierten der Be-
schwerdeführerin aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit.  
 
6.7 Zum Gutachten des J.____ vom 18. August 2015 hielt Dr. F.____ am 16. März 2016 
fest, dass daraus keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden könnten. So seien seine Feststel-
lungen im Gerichtsgutachten nicht berücksichtigt und seine Begründung, weshalb ein CRPS vor-
gelegen habe, nicht kritisch hinterfragt worden. Ebenso sei zu wenig auf die Möglichkeit eines 
Piriformis-Syndroms eingegangen worden.  
 
6.8 In der interdisziplinären Konsensbeurteilung des polydisziplinären Gutachtens (Fach-
richtungen Allgemeine Innere, Rheumatologie, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie und Neu-
ropsychologie) der K.____ AG vom 6. November 2020 wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit ein Funktionsverlust der linken Hand bei CRPS diagnostiziert. Trotz der von der Exploran-
din angegebenen multiplen Beschwerden seien lediglich auf handchirurgischem Fachgebiet funk-
tionelle Leistungsbeeinträchtigungen festzustellen. Die Versicherte habe einen Funktionsverlust 
der linken Hand bei CRPS aufgrund eines am 29. Dezember 2008 erlittenen Verkehrsunfalls mit 
Dezelerationstrauma und mit anschliessend notwendiger Operation. Deshalb könne sie eine Ar-
beit nur noch unter komplettem Ausschluss der linken Hand ausüben. Diese sei auch als Zudie-
nhand nicht mehr einsetzbar und es könnten vor allem mit dem linken Arm keine Arbeiten mehr 
über Brust-, Schulter- oder Kopfhöhe verrichtet werden. Aus Sicherheitsgründen könne sie nicht 
mehr bei Absturzgefahr arbeiten (also nicht auf Dächern, Gerüsten, Leitern oder Podesten). Sie 
könne auch nicht mehr an gefährlichen, schweren, vibrierenden, schneidenden oder rotierenden 
Maschinen tätig sein. Zusammenfassend seien nur noch leichte Arbeiten in reduziertem zeitli-
chem Umfang und mit den vorgenannten qualitativen Leistungsbeeinträchtigungen im Umfang 

 

 
 
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von 60 % möglich. Aus psychiatrischer Sicht läge eine akzentuierte Persönlichkeit, aber keine 
Persönlichkeitsstörung vor. Im Rahmen der Konsistenzprüfung der polydisziplinären Begutach-
tung wurde auf zum Teil erhebliche Inkonsistenzen hingewiesen. Die testpsychologische Unter-
suchung habe wegen mangelnder Mitwirkung der Versicherten nach 45 Minuten abgebrochen 
werden müssen. ln der Untersuchung habe sich eine stark überzeichnete Versicherte mit de-
monstrativer Darstellung der Beschwerden präsentiert, deren Angaben zum Teil widersprüchlich 
und nicht mit dem beobachteten Verhalten in Einklang zu bringen seien. Die beklagte ständige 
Müdigkeit und die beschriebene völlige Inaktivität im alltäglichen Leben würden nicht mit den 
Ausführungen übereinstimmen, wonach sie selbständig ein Aquafit-Training besuche und prob-
lemlos öffentliche Verkehrsmittel nutze. lm Rahmen der neuropsychologischen Tests hätte mit an 
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden können, dass falsche Antwor-
ten gezielt und bewusst ausgewählt worden seien, um eine Gedächtnisstörung vortäuschen zu 
können. Aufgrund dieser ausgeprägten negativen Antwortverzerrung sei keine Aussage über tat-
sächlich bestehende authentische kognitive Symptome möglich. Auch im Rahmen der psychiat-
rischen Untersuchung hätte der Verdacht auf mindestens eine Verdeutlichungstendenz bis hin 
zur Aggravation bestanden. Die von der Versicherten beklagte Müdigkeit sei mit den Untersu-
chungsergebnissen auf somatischem Fachgebiet nicht erklärbar. Aus psychiatrischer Sicht sei 
keine depressive Störung festgestellt und die beklagte Müdigkeit sei auch nicht im Rahmen eines 
Chronic-Fatigue-Syndroms zu interpretieren. Eine möglicherweise vorbestehende depressive 
Störung sei aktuell nicht mehr nachweisbar. Auch die Diagnose einer Neurasthenie habe nicht 
gestellt werden können. Eine über eine akzentuierte Persönlichkeit hinausgehende Störung oder 
Symptomatik könne nicht erhoben werden. Entgegen der Vorberichterstattung habe eine 
Traumafolgestörung, insbesondere eine posttraumatische Belastungsstörung, nicht festgestellt 
werden können. Zudem sei aufgrund der laborchemischen Untersuchungen davon auszugehen, 
dass die Medikamente nicht wie geschildert eingenommen würden. Abgesehen von der linkssei-
tigen Handproblematik, die aus handchirurgischer Sicht auf ein CRPS und auf die Folgeschäden 
nach Trauma mit anschliessend notwendiger Operation zurückgeführt werden könne, seien die 
angegebenen diffusen Schmerzen nicht nachvollziehbar. Aus neurologischer Sicht würden sich 
nach beidseitiger Stimulation des Nervus tibialis corticale Resultate mit normaler Latenz und 
Amplitude zeigen. Unauffällig sei die durchgeführte Elektroneuromyographie ohne Hinweis auf 
eine Neuropathie im Bereich der linken oberen Extremität. Die beklagten Beschwerden im linken 
Arm hätten sich nicht mit den Befunden einer aktuellen MRT-Untersuchung der HWS in Einklang 
bringen lassen. Die ausstrahlenden Schmerzen im Bereich des linken Beins würden nicht mit 
einer aktuellen MRT-Bildgebung der Lendenwirbelsäule (LWS) übereinstimmen. Zur Frage be-
treffend allfällige Hinweise auf Aggravation oder Simulation/Dissimulation hielten die Gutachter 
fest, dass die versicherte Person im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung nicht aus-
reichend mitgearbeitet und mitgewirkt habe. Mit Sicherheit habe eine Beschwerdeausweitung be-
standen, möglicherweise gar eine Vortäuschung der Beschwerden.  
 
6.9 Zum Gutachten der K.____ AG vom 6. November 2020 liess sich der RAD-Arzt 
Dr. L.____ am 18. Februar 2021 vernehmen. Er hielt fest, dass das Gutachten mit Ausnahme der 
handchirurgischen Beurteilung zur Restarbeitsfähigkeit weitgehend die bekannten justiziablen 
Kriterien erfülle. Die Krankheiten seien hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des Krankheitsver-
laufs und ihren Auswirkungen auf den Alltag anhand der fachärztlich erhobenen ausgeprägten 

 

 
 
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Befunde nachvollziehbar festgestellt und bewertet worden. Letztlich sei allein auf handchirurgi-
schem Fachgebiet eine eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit von 60 % attestiert worden, die je-
doch auch bei funktionell streng einarmigen Restfunktionen versicherungsmedizinisch nicht über-
zeugen könne. Selbst bei strikter Einarmigkeit wäre die Versicherte in einer medizinisch-theore-
tisch angepassten Tätigkeit als unlimitiert arbeitsfähig einzustufen, so dass gemessen am nach-
vollziehbaren Aktivitäts- und Funktionsniveau keine derart eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit 
von nur 60 % plausibel sei, zumal orthopädisch-rheumatologisch ausdrücklich der Verdacht auf 
Verdeutlichungstendenzen, ja sogar der Aggravation gestellt worden sei. ln diesem Sinne könne 
nicht zuletzt wegen der offensichtlichen Ausschlussgründe mit ausdrücklicher Aggravation nicht 
auf die handchirurgisch ermittelte Restarbeitsfähigkeit abgestellt werden. Anscheinend stütze 
sich der handchirurgische Gutachter schwerpunktmässig auf die Beschwerdepräsentation der 
Versicherten ab, weil er kein aggravierendes Verhalten bemerkt haben wolle. Er habe die Aussa-
gen der Versicherten für glaubhaft wahrgenommen, obwohl diese auch von ihm als nicht authen-
tisch hätten eingestuft werden müssen. Weiter hielt Dr. L.____ fest, dass das Gutachten auch 
interdisziplinär widersprüchlich erscheine in Bezug auf das CRPS, weil es sich dabei auch um 
eine neurologische Diagnose handle. Aus neurologischer Sicht sei jedoch ein CRPS diagnostisch 
nicht bestätigt und die Schmerzen insbesondere auch der linken Hand hätten neurologisch nicht 
erklärt werden können. Eine handchirurgische Beurteilung könne daher diagnostisch nicht ent-
scheidend sein, wenn von neurologischer Seite die Kriterien eines CRPS verneint würden. Es 
handle sich diesbezüglich um eine weitere unreflektierte Befundinkonsistenz des handchirurgi-
schen Gutachters. Die handchirurgisch-gutachterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit sei somit nach 
Prüfung der Standardindikatoren nicht hinlänglich nachvollziehbar und eine massgebliche Ver-
schlechterung seit der J.____-Begutachtung im Jahr 2015 sei nicht ausgewiesen. Die abwei-
chende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Handchirurgen in angepasster Tätigkeit von aktuell 
60 %, die zudem konträr zum interdisziplinären Ergebnis der übrigen Disziplinen im Raum stehe, 
entspreche einer unreflektierten und anderslautenden Beurteilung eines in den wesentlichen Eck-
punkten unveränderten medizinischen Sachverhalts. Damit könne nicht zuletzt unter Einbezug 
der aufgezeigten Ausschlussgründe weiterhin von einer Zumutbarkeit von 100 % in einer ent-
sprechend angepassten Tätigkeit ausgegangen werden. 
 
7.1 Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 8. Juni 2021 bei der Beurteilung des Gesund-
heitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf die Ausführungen im polydis-
ziplinären Gutachten der K.____ AG vom 6. November 2020 und die Stellungnahmen des RAD-
Arztes Dr. L.____ vom 18. Februar 2021. Sie ging daher davon aus, dass der Beschwerdeführerin 
eine adaptierte leichte Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), 
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-
dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Diese beweisrechtlichen Vorgaben 
erfüllt das Gutachten der K.____ AG vom 6. November 2020 einzig in Bezug auf die Ausführun-
gen im rheumatologisch-orthopädischen und im allgemein-medizinischen Teilgutachten. Diese 
erfüllen die bundesgerichtlichen Anforderungen an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts, sind 
in materieller Hinsicht umfassend und leuchten sowohl betreffend die erhobenen Befunde als 

 

 
 
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auch in Bezug auf die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung ein. Darauf kann abgestellt wer-
den. Demgegenüber weisen insbesondere das handchirurgische, das neurologische, das psychi-
atrische und das neuropsychologische Teilgutachten sowie die Konsensbeurteilung Inkonsisten-
zen auf, wie nachfolgend aufgezeigt wird.  
 
7.2.1 Zunächst ist auf die Ausführungen im handchirurgischen Teilgutachten einzugehen. Da-
bei muss gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts der bzw. die berichtende oder zumindest 
die den Bericht visierende Ärztin oder der visierender Arzt über eine allgemein anerkannte Fach-
arztausbildung in der gefragten medizinischen Disziplin ausweisen können (Urteil des Bundes-
gerichts vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.3 mit Hinweis; vgl. zum Nachweis der fachli-
chen Qualifikation medizinischer Sachverständiger nach Art. 44 ATSG: Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 7. 
September 2006, I 193/05, E. 5.4). Die fachliche Qualifikation eines Arztes oder eine Ärztin spielt 
nämlich für die Würdigung medizinischer Berichte eine erhebliche Rolle, muss sich das Gericht 
doch auf die Fachkenntnisse des Verfassers oder der Verfasserin eines medizinischen Berichts, 
auf welchen es abstellen will, verlassen können (SVR 2009 IV Nr. 56, 9C_323/2009 E. 4.3.1; 
Urteile des Bundesgerichts vom 1. Mai 2007, I 536/06, E. 6.3, vom 10. April 2007, I 362/06, E. 
3.2.1 und vom 22. Februar 2007, I 211/06, E. 5.4.1). Im vorliegenden Fall verfügt der mit der 
Begutachtung der Hand beauftragte Dr. med. M.____ gemäss Angaben im Medizinalregister des 
Bundesamtes für Gesundheit über keine handchirurgische Fachausbildung, sondern ist Facharzt 
für Chirurgie. Dem handchirurgischen Teilgutachten kommt daher bereits unter diesem Aspekt 
kein rechtsgenügender Beweiswert zu. Das Teilgutachten überzeugt denn auch inhaltlich nicht. 
Dr. M.____ weist darauf hin, dass sich keine Asymmetrien im Bereich des Schultergürtels und 
der oberen Extremitäten fänden und dieser Bereich auch seitengleich bemuskelt sei. Im Wider-
spruch dazu führt er im gleichen Abschnitt (Ziffer 4.3.1 S. 18) aus, dass aufgrund der permanen-
ten Schmerzen im Bereich der linken oberen Extremität so gut wie keine aktiven Bewegungen 
mit der linken Schulter ausgeführt würden. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung in Be-
zug auf die linke Schulter habe nie stattgefunden. Unter diesen Umständen ist nicht nachvollzieh-
bar, wie bei der Begutachtung keine Asymmetrien und eine gleichmässige Bemuskelung festge-
stellt werden konnte, wenn die linke obere Extremität nicht aktiv bewegt wird. In diesem Fall hätte 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein deutlicher Unterschied der Bemuskelung zur rechten 
oberen Extremität erkannt werden müssen. Die gutachterlichen Angaben in Bezug auf die medi-
zinische Situation an der oberen Extremität sind daher nicht überzeugend. Gleiches gilt betreffend 
die Befunde an der linken Hand und dem linken Handgelenk, die der Gutachter wegen heftigster 
Schmerzäusserungen der Versicherten bei der Berührung funktionell nicht untersuchen konnte. 
Entsprechende objektivierbare Befunde vermochte Dr. M.____ damit nicht aufzuzeigen. Seine 
Schlussfolgerung, dass die Schmerzen durch die vegetativen Reaktionen der Versicherten ob-
jektivierbar seien, ersetzt aber keineswegs eine funktionelle Befunderhebung durch eine Unter-
suchung. Auch seine Einschätzung bezüglich eines CRPS sind unter diesen Umständen nicht 
plausibel. So ist beispielsweise fraglich, wie der Gutachter ohne Berührung der linken Hand einen 
deutlichen Unterschied der Hauttemperatur im Vergleich zur Gegenseite feststellen konnte. Unter 
diesen Umständen erscheint die Annahme, dass die Beschwerdeführerin die diagnostischen Kri-
terien (Budapest-Kriterien) für ein CRPS erfülle, nicht gesichert. Nicht plausibel ist in der Folge 
auch die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. M.____. Er führte aus, dass die Versicherte die linke 

 

 
 
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Hand nicht mehr – auch nicht als Hilfshand – einsetzen könne. Er attestierte ihr in einer adaptier-
ten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 %, ohne dass er diese Einschätzung plausibel herge-
leitet hätte. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung ist – wie auch der RAD-Arzt Dr. L.____ zu Recht 
ausführt – nicht nachvollziehbar.  
 
7.2.2 Betreffend die Diagnose eines CRPS ist sodann auf die Ausführungen im neurologi-
schen Teilgutachten zu verweisen. Dr. med. N.____, FMH Neurologie, führte dazu aus, dass für 
das im Vordergrund stehende Schmerzsyndrom aus neurologischer Sicht ein persistierendes 
CRPS im Bereich der linken Hand einen möglichen Faktor darstellen könne (vgl. Seite 35). Die-
ses sei in den Unterlagen unterschiedlich beurteilt worden. Aus neurologischer Sicht scheine es 
gut möglich, dass nach dem Unfall von 2008 und der Operation von 2009 ein CRPS bestanden 
habe. Im J.____-Gutachten vom 18. August 2015 sei diese Diagnose aber nicht mehr erhoben 
worden. Auch bei der aktuellen neurologischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise hierfür 
mehr ergeben. Ergänzend habe sich denn auch die Neurographie unauffällig mit normalen Wer-
ten gezeigt. Dr. N.____ kam zum Schluss, dass aus rein neurologischer Sicht ein florides CRPS 
aktuell keine relevante Rolle spiele. Damit weichen die Angaben im handchirurgischen und im 
neurologischen Gutachten in Bezug auf das Vorliegen des CRPS deutlich voneinander ab.  
 
7.2.3 Dieser Widerspruch lässt sich auch unter Berücksichtigung der Konsensbeurteilung 
nicht auflösen, wird darin doch als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einzig das im 
handchirurgischen Teilgutachten genannte CRPS der linken Hand genannt, was sich aber nicht 
mit den Untersuchungsergebnissen im neurologischen Teilgutachten vereinbaren lässt. Die funk-
tionellen Auswirkungen dieser Diagnose wurden in der Konsensbesprechung dahingehend er-
klärt, dass trotz der angegebenen multiplen Beschwerden lediglich auf handchirurgischem Fach-
gebiet funktionelle Leistungsbeeinträchtigungen wegen der linksseitigen Handproblematik fest-
zustellen seien. Die Explorandin habe einen Funktionsverlust der linken Hand bei CRPS. Dabei 
wurde aber keine Stellung zu den Ausführungen im neurologischen Teilgutachten genommen, in 
welchem das Vorliegen eines CRPS explizit verneint wurde. Bei dieser Ausgangslage überzeugt 
auch die gesamtmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung nicht, wonach die Versicherte nur noch 
eine Arbeit im Umfang von 60 % unter komplettem Ausschluss der linken Hand ausüben könne. 
Dabei wurde insbesondere nicht berücksichtigt, dass bei faktischer Einarmigkeit zwar eine erheb-
lich erschwerte Verwertbarkeit (der Restarbeitsfähigkeit) anzunehmen ist, wobei aber genügend 
realistische Betätigungsmöglichkeiten selbst für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige 
zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können (Urteil des Bundesge-
richts vom 29. April 2020, 8C_134/2020, E. 4.1). Bei dieser Sachlage sind weder die erhobene 
Diagnose noch die vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung nachvollziehbar. Aus diesem 
Grund kann auch auf die interdisziplinäre Konsensbeurteilung nicht abgestellt werden.  
 
7.2.4 Weiter ist festzustellen, dass die gutachterliche Abklärung des medizinischen Sachver-
halts durch die K.____ AG auch in den Fachdisziplinen Psychiatrie und Neuropsychologie nicht 
überzeugend erfolgte. Dabei kann auf die Ergebnisse im neuropsychologischen Teilgutachten 
schon deshalb nicht abgestellt werden, weil die Untersuchung aufgrund der mangelnden Mitwir-
kung der Versicherten bereits nach 45 Minuten abgebrochen werden musste. Es habe lediglich 
die Beschwerdevalidierung mit dem Test of Memory Malingering, dem Rey 15 Item Memory Test 

 

 
 
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und die Visuokonstruktion durchgeführt werden können. Damit kommt dem neuropsychologische 
Teilgutachten aber mangels umfassender Untersuchung kein Beweiswert zu. Dem psychiatri-
schen Teilgutachten sind sodann als Diagnosen – wenngleich ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit – eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine akzentuierte Persönlichkeit 
zu entnehmen. Der Gutachter unterliess es in der Folge jedoch, sich mit den hierfür erforderlichen 
klassifikatorischen Merkmalen auseinanderzusetzen. Er wies in der Herleitung der für die Beur-
teilung wesentlichen Diagnosen darauf hin, dass die von der Versicherten geklagte Müdigkeit 
nicht geeignet sei, um ein Chronic-fatigue-Syndrom zu diagnostizieren. Dabei verkannte er je-
doch, dass ein allfälliges Chronic-fatigue-Syndrom eine neurologische und nicht eine psychiatri-
sche Krankheit darstellt, wird doch diese Diagnose im Klassifikationssystem ICD-10 im Kapital VI 
(= Krankheiten des Nervensystems) aufgeführt (vgl. ICD-Code, online: URL: https://bit.ly/3ljbE9M 
[18.11.2021]). Weiter hielt er fest, dass die Versicherte etwas bedrückt und allenfalls etwas dys-
thym wirke. Es werde deutlich, dass hierbei auch vielfältige psychosoziale, insbesondere finanzi-
elle und wirtschaftliche Gegebenheiten, keine untergeordnete Rolle spielen würden. Gemäss die-
ser Formulierung bestanden neben den psychosozialen Faktoren auch andere Einflüsse für den 
psychischen Zustand der Beschwerdeführerin, welche im Gutachten aber nicht gewürdigt wur-
den. Dies wäre aber auch in Hinblick auf den Ausschluss einer Persönlichkeitsstörung unter Hin-
weis auf ein medizinisches Gutachten vom 11. Januar 2012 (vgl. oben E. 6.2), wonach bei der 
Beschwerdeführerin in der Kindheit und Jugend keine Belastungsfaktoren hätten eruiert werden 
können, nötig gewesen. Diese Diskussion hätte sich umso mehr aufgedrängt, als der Gutachter 
darauf hinwies, dass anlässlich der Exploration mindestens eine Verdeutlichungstendenz bis hin 
zu einer Aggravation bestanden habe. Auf Seite 41 (Ziffer 7.3.1) seines Gutachtens führte er 
unter Hinweis auf Fachliteratur unter anderem aus, dass Aggravation die bewusste verschlim-
mernde bzw. überhöhende Darstellung einer tatsächlich bestehenden krankhaften Störung zu 
erkennbaren Zwecken sei. Verdeutlichungstendenzen seien demgegenüber der Begutachtungs-
situation angemessen und sollten nicht mit Simulation oder Aggravation gleichgesetzt werden. 
Diese Abgrenzung hat auch rechtliche Folgen, denn gemäss Rechtsprechung des Bundesge-
richts liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-
schränkung auf Aggravation beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2.1). Zwar ist die Grenzziehung zwi-
schen einer anspruchsausschliessenden Aggravation und einer blossen Verdeutlichungstendenz 
auch gemäss Rechtsprechung heikel und bedarf einer einzelfallbezogenen, sorgfältigen Prüfung 
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, 4.2 mit Hinweisen). Das vorliegende 
psychiatrische Teilgutachten verzichtet aber auf eine nachvollziehbare Trennung zwischen Ver-
deutlichungstendenz und Aggravation, obwohl dies letztlich für den Anspruch der Versicherten 
ausschlaggebend ist. Es kann daher auch unter diesem Aspekt nicht darauf abgestellt werden. 
 
7.3 Zusammenfassend ist als Zwischenergebnis festzustellen, dass das Gutachten der 
K.____ AG vom 6. November 2020 einzig in Bezug auf die Ausführungen in den Fachdisziplinen 
Allgemeine Innere und Orthopädie-Rheumatologie überzeugt (vgl. oben E. 7.1). Hingegen kann 
aufgrund der vorstehenden Erwägungen weder auf die Ausführungen im handchirurgischen noch 
im neurologischen noch im neuropsychologischen noch psychiatrischen Teilgutachten abgestellt 
werden. Auch die Konsensbeurteilung löst die vorgenannten Widersprüche zwischen dem hand-
chirurgischen und dem neurologischen Gutachten betreffend das Vorliegen eines CRPS nicht 
auf, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 

 

 
 
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7.4 Auch die IV-Stelle legte ihrem Entscheid vom 8. Juni 2021 nicht die Zumutbarkeitsbeur-
teilung der K.____ AG zugrunde, sondern stützte sich dabei auf die Angaben ihres RAD-Arztes 
Dr. L.____ vom 18. Februar 2021. Entgegen ihrer Auffassung erfüllt aber auch dieser Bericht die 
Anforderungen an eine beweistaugliche medizinische Unterlage nicht. Zu Recht weist der RAD-
Arzt auf die Unzulänglichkeiten im handchirurgischen Teilgutachten hin. Auch die Ausführungen 
von Dr. L.____ betreffend das im neurologischen Gutachten ausgeschlossene CRPS und seine 
Feststellung, dass die attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht nach-
vollziehbar ist, sind nicht zu kritisieren. Die von Dr. L.____ getroffene Schlussfolgerung, wonach 
die Beschwerdeführerin 100 % arbeitsfähig sei, überzeugt dagegen nicht. Dabei ist zu beachten, 
dass Dr. L.____ weder einen Facharzttitel der Handchirurgie noch der Neurologie aufweist und 
damit nicht über die nötige Qualifikation verfügt, um eine beweiskräftige Zumutbarkeitsbeurteilung 
aus handchirurgischer bzw. neurologischer Sicht vornehmen zu können (vgl. oben E. 4.4.2 und 
E. 7.2.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.3 
mit Hinweis). Es bestehen daher bereits unter diesem Aspekt Zweifel an seiner Beurteilung, wes-
halb darauf nicht abgestellt werden kann. Gerade in Hinblick auf den sehr langen Verfahrensver-
lauf (Anmeldung zum Leistungsbezug am 4. März 2010) und den bereits mehrfach durchgeführ-
ten Begutachtungen der Versicherten ist in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb der RAD-Arzt 
seine Vorbehalte gegen die Schlussfolgerungen im handchirurgischen Gutachten nicht durch 
eine Rückfrage bei der K.____ AG zu klären versuchte. Daran ändert sein Hinweis auf einen 
Leistungsausschluss aufgrund eines aggravatorischen Verhaltens der Versicherten nichts. Zwar 
ist der Beschwerdegegnerin dahingehend beizupflichten, dass sich mit Blick auf die Befunderhe-
bung Hinweise zu einem solchen Verhalten ausmachen lassen. Dennoch wird – entgegen der 
Auffassung des RAD-Arztes – weder in der Konsensbeurteilung noch in den einzelnen Teilgut-
achten ausdrücklich eine Aggravation genannt, sondern höchsten der Verdacht auf eine solche 
aufgeführt und darauf hingewiesen, dass eine Verdeutlichungstendenz bestanden habe. Diese 
hat aber im Gegensatz zur Aggravation keinen Leistungsausschluss zur Folge (vgl. Ausführun-
gen zur Abgrenzung der Verdeutlichungstendenz und der Aggravation oben in E. 7.2.4), weshalb 
auch unter dem Aspekt allfälliger Ausschlussgründe nicht auf die Einschätzung der Arbeitsfähig-
keit des RAD-Arztes Dr. L.____ abgestellt werden kann.  
 
7.5 Im Ergebnis ist aufgrund der vorstehenden Ausführungen festzustellen, dass das Gut-
achten der K.____ AG nicht überzeugt und nicht beweistauglich ist, ist es doch widersprüchlich 
und leuchtet insbesondere in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ein. Es weist daher erheb-
liche inhaltliche Mängel auf. Zudem fehlt eine retrospektive Auseinandersetzung mit der Kran-
kengeschichte seit der Einreichung des Leistungsgesuchs im Jahr 2010. Die IV-Stelle Basel-
Landschaft hätte daher vor Erlass des angefochtenen Entscheids bei der K.____ AG eine ent-
sprechende Ergänzung des Gutachtens verlangen müssen. Indem sie sich letztlich einzig auf die 
Einschätzung des RAD-Arztes Dr. L.____ vom 18. Februar 2021 stützte, dessen ärztliche Fest-
stellungen aber weder zuverlässig noch schlüssig und damit mit erheblichen Zweifeln behaftet 
sind, ist der rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Eine erneute Prüfung des 
Rentenbegehrens in Form ergänzender Abklärungen im Sinne der Erwägungen ist bei dieser 
Aktenlage unerlässlich.  
 

 

 
 
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7.6 Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs-
gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Ver-
waltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgut-
achten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt 
überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem 
rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hinge-
gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten 
Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gut-
achterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1). Vorliegend hat die Be-
schwerdegegnerin – wie vorstehend ausgeführt – nicht alle notwendigen Abklärungen für die Be-
urteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin vorgenommen und ihren Entscheid 
auf ein widersprüchliches und somit nicht beweistaugliches Gutachten gestützt. Aus diesem 
Grund ist es im vorliegenden Verfahren nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts, im Verwal-
tungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen. Einer Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz steht daher nichts entgegen. Die IV-Stelle hat den Gesundheitszustand 
und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nochmals umfassend in erster Linie handchirurgisch, 
neurologisch sowie psychiatrisch gutachtlicher abzuklären. Gestützt auf die Ergebnisse dieser 
Aktenergänzung wird sie anschliessend über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin 
neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die 
IV-Stelle unterliegende Partei ist, sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Beschwerde-
führerin wird der Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  
 
8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Versicherten hat in ihrer 
Honorarnote vom 22. November 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von ins-
gesamt 9½ Stunden geltend gemacht, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachver-
halts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialversiche-
rungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind ferner die in der Honorarnote ausgewie-
senen Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 114.80. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'681.50 (9½ Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von 
Fr. 114.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 

 

 
 
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– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-ent-
scheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vorausset-
zungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-ent-
scheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Hauptpunkt 
selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen nicht 
wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht 
selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Be-
schwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache zu-
rückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, so 
kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb der 
Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
7. November 2014, 8C_692/2014, E. 2).  
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 8. Juni 2021 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Land-
schaft zurückgewiesen wird.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'681.50 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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