# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7627d953-34f1-5366-b68a-69bf6cc021f2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.04.2024 SB230315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230315_2024-04-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230315-O/U/hb

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Weder 

und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bischoff sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Meier

Urteil vom 26. April 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Erstberufungskläger

bis 8. Juni 2023 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. BA._____

Anklägerin und Zweitberufungsklägerin

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
etc. und Widerruf    

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, I. Abteilung, vom 
27. September 2022 (DG210016)

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 22. Novem-

ber 2021 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a und c 
BetmG (Dossier 1),

 der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 
und Abs. 1bis StGB (Dossier 5),

 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 
StGB (Dossier 5) sowie

 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b 
SVG (Dossier 6).

2. Vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 StGB (Ankla-
geziffern B.1.–3.) sowie des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 
lit. a und c BetmG (Anklageziffern A.1., A.2. für die Zeit vom 1. März 2014 

bis Mitte August 2014, A.4.6. Absatz 1 Teilsatz 4 [Erhalt von 50g Kokain], 

A.4.12.) wird der Beschuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 58 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 150 
Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 50 Tages-
sätzen zu Fr. 80.–, entsprechend Fr. 4'000.–.

4. Die Freiheitsstrafe sowie die Geldstrafe werden vollzogen.

5. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft II des Kantons 

Zürich vom 31. März 2017 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 180 Ta-

gessätzen zu Fr. 50.– wird verzichtet, jedoch wird die mit selbigem Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich angesetzte Probezeit um 

1 Jahr verlängert.

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6. Von einer obligatorischen Landesverweisung im Sinne von Art. 66 Abs. 1 

lit. a StGB wird abgesehen.

7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird abgewiesen.

8. Die mit Verfügung vom 2. September 2021 der Staatsanwaltschaft II des 

Kantons Zürich beschlagnahmte und bei der Gerichtskasse deponierte Bar-

schaft von Fr. 160.– wird eingezogen und zu Gunsten der Geldstrafe, subsi-

diär zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

9. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden die folgenden, mit 

Verfügung vom 2. September 2021 der Staatsanwaltschaft II des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservate Triage, … [Adresse] (Polis-Nr. 71952904), eingezogen und 

der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 Mobiltelefon Samsung S6 (Asservat-Nr. A012'003'291),
 Datensicherung zu Mobiltelefon (Asservat-Nr. A012'028'307),
 SIM Karte zu Mobiltelefon (Asservat-Nr. A012'028'318),
 Datensicherung zu SIM Karte (Asservat-Nr. A012'028'329).

Ein allfälliger Erlös wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

10. Der amtliche Verteidiger wird für seine Bemühungen und Auslagen (unter 

Berücksichtigung der am 22. Februar 2021 erfolgten Akontozahlung durch 

die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich in der Höhe von Fr. 5'292.95 

[inkl. Mehrwertsteuer]) mit Fr. 40'389.35 (inkl. Fr. 3'266.05 Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

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11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.00   Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 1'410.00   Kosten Kantonspolizei Zürich
Fr. 50.00   Auslagen Untersuchung

Fr. 5'292.95
  amtliche Verteidigung

(durch Staatsanwaltschaft ausbezahlt)

Fr. 40'389.35   amtliche Verteidigung (durch Gericht ausbezahlt)
Fr. 232.50   Kosten Dolmetscherin
Fr. 64'374.80   Total

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten im Umfang 

von Fr. 10'000.– auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

13. Dem Privatkläger wird keine Entschädigung zugesprochen.

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreter der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich: 

(Urk. 95 S. 1; Urk. 111 S. 1-2)

1. Der Beschuldigte sei zusätzlich auch schuldig zu sprechen

- des Verkaufs von 100 Gramm Kokain an B._____ (Anklageziffer 

A.1.) sowie

- des Kaufs von mindestens 100 Gramm Kokain am 13. Dezember 

2016 (Anklageziffer A.4.12.).

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jah-

ren.

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3. Der Beschuldigte sei für die Dauer von 7 Jahren des Landes zu verwei-

sen.

4. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.

b) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 112 S. 2-3)

1. Es seien die Ziffern 1, 3, 4, 5, 6, 11 und 12 des Urteils des Bezirksge-

richts Horgen vom 27. September 2022 (Prozess-Nr. DG210016) auf-

zuheben.

2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

BetmG i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 [recte] lit. a und 

c (Dossier 1) freizusprechen.

3. Der Beschuldigte sei zu einer bedingten Geldstrafe zu verurteilen, un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

4. Eventualiter sei der Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren zu verurteilen, von denen 2 ½ Jahre bedingt auszuspre-

chen seien, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

5. Die Probezeit gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft II des Kan-

tons Zürich vom 31. März 2017 sei nicht zu verlängern.

6. Das Kostendispositiv und die Kostenauflage (Ziffern 11 und 12 Urteils-

dispositiv) seien neu festzusetzen.

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8.1% MwSt. zulas-

ten des Staates.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich 

im Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 27. September 2022 (Urk. 93) meldete sowohl 

der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft II (im Folgenden: Staatsanwalt-

schaft) innert Frist Berufung an (Urk. 83 und Urk. 84). Nachdem das begründete 

Urteil den Parteien zugestellt wurde (Urk. 91/1-4), gingen die Berufungserklärun-

gen der Staatsanwaltschaft am 2. Juni 2023 und des Beschuldigten am 6. Juni 

2023 jeweils fristgerecht ein (Urk. 95 und Urk. 96). Mit Präsidialverfügung vom 

8. Juni 2023 wurde Rechtsanwalt MLaw X1._____ als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten entlassen und mit Beschluss vom 21. September 2023 für seine 

Aufwendungen im Berufungsverfahren entschädigt (Urk. 97 und Urk. 103). Den 

Parteien wurde mit Präsidialverfügung vom 8. Juni 2023 Frist angesetzt, um An-

schlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen (Urk. 99). Am 3. Januar 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf 

den 26. April 2024 vorgeladen (Urk. 106). 

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 26. April 2024 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, und Staatsan-

walt lic. iur. BA._____ namens der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 5). Im Anschluss 

an die Berufungsverhandlung wurde das Urteil beraten sowie den Parteien schrift-

lich im Dispositiv mitgeteilt (Prot. II S. 34 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstin-

stanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Die Staatsanwalt-

schaft ficht mit ihrer Berufung die erstinstanzlichen Freisprüche (Dispositivziffer 2; 

Anklageziffern A.1. und A.4.12.), die Strafzumessung (Dispositivziffer 3) und das 

Absehen von der Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung (Dispositiv-

ziffer 6) an (Urk. 95). Der Beschuldigte fordert mit seiner Berufung den vollum-

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fänglichen Freispruch vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz (BetmG; SR 812.121) im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g in 

Verbindung mit Abs. 2 lit. a und c BetmG (Dispositivziffer 1), die Bestrafung mit ei-

ner bedingten Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren (Dis-

positivziffern 3 und 4), das Absehen von einer Verlängerung der Probezeit ge-

mäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 31. März 

2017 (Dispositivziffer 5), die Neufestsetzung des Kostendispositivs und der Kos-

tenauflage (Dispositivziffern 11 und 12) sowie die Übernahme der Kosten- und 

Entschädigungsfolgen durch die Staatskasse (Urk. 96). 

2.2. Das vorinstanzliche Urteil blieb somit bezüglich der Dispositivziffern 1 teil-

weise (Schuldsprüche betreffend mehrfache Gewaltdarstellungen, mehrfache 

Pornografie und Fahren ohne Berechtigung der Dossiers 5 und 6), 2 teilweise 

(Freisprüche mehrfache Drohung [Anklageziffer B.1.-3.] sowie Teilfreisprüche be-

treffend mehrfaches Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss An-

klageziffern A.2. Betäubungsmittelhandel für die Zeit vom 1. März 2014 bis Mitte 

August 2014 und A.4.6. Absatz 1 Teilsatz 4 [Erhalt von 50g Kokain]), 7 (Genugtu-

ung), 8 und 9 (Beschlagnahmungen),10 (Festsetzung Entschädigung amtliche 

Verteidigung) und 13 (Entschädigung Privatkläger) unangefochten. Entsprechend 

ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass das bezirksgerichtliche Urteil dies-

bezüglich in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Formelles

Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die Berufungsinstanz 

kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.

4. Beweisantrag

4.1. Die Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung, es seien 

C._____ und Dr. med. D._____ als Zeugen einzuvernehmen. Sie begründet ihren 

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Beweisantrag damit, dass die beiden Ärzte, C._____ als Gründungspräsident und 

D._____ als Vereinsmitglied, durch ihre tägliche Anwesenheit im DartClub 

E._____ bezeugen könnten, dass es sich um einen echten DartClub gehandelt 

habe und dass dieser nicht als Deckmantel gegründet worden sei, um irgendwel-

che "krummen Geschäfte" vorzunehmen (Prot. II S. 7 f. und 25; Urk. 114/1-3).

4.2. Aus der Publikation des Schweizerischen Handelsamtsblatts vom tt. März 

2014 geht hervor, dass C._____ Präsident des Vorstandes und D._____ Mitglied 

des Vorstandes des DartClubs E._____ waren (Urk. 114/1). Indem der Beschul-

digte anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte, dass die beiden Ärzte zu-

meist nach 20:00 Uhr – jedoch nicht jeden Tag – ein Feierabendgetränk im Dart-

Club E._____ getrunken hätten (Prot. II S. 17 f.), kann ein allfälliger Drogenhandel 

im DartClub keineswegs gänzlich ausgeschlossen werden, selbst wenn sie als 

Zeugen bestätigen würden, nie etwas diesbezügliches im Lokal wahrgenommen 

zu haben. Ihre Anwesenheit im Club war zeitlich begrenzt, ihre Aufmerksamkeit 

nicht ausschliesslich auf das Verhalten des Beschuldigten gerichtet, abgesehen 

davon, dass der Beschuldigte dem Drogenhandel auch während ihrer Anwesen-

heit versteckt hätte nachgehen können, ohne dass sie davon Kenntnis genommen 

hätten. Es ist damit nicht ersichtlich, weshalb aus der Einvernahme der beiden 

Zeugen wesentliche Erkenntnisse hinsichtlich des Tatvorwurfs gewonnen werden 

könnten und dass diese etwas an der Beurteilung der sich im vorliegenden Ver-

fahren stellenden Tat- und Rechtsfragen zu ändern vermöchten. Der Beweisan-

trag ist daher abzuweisen.

5. Überwachungsmassnahmen

5.1. Zur Begründung ihrer Anklage stützt sich die Staatsanwaltschaft auf diverse 

Ergebnisse aus Überwachungsmassnahmen. Um als Beweismittel verwertbar zu 

sein, müssen diese einzelnen Überwachungsmassnahmen (Telefonkontrolle, 

Standortüberwachung) in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen 

gemäss Art. 269 ff. StPO von der Untersuchungsbehörde angeordnet worden 

sein. Zwingend erforderlich ist sodann, dass die Überwachungsmassnahmen vom 

Zwangsmassnahmengericht genehmigt worden sind (Art. 272 StPO). Fehlt es an 

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einer solchen Genehmigung, dürfen die durch die Überwachung gewonnenen Er-

kenntnisse nicht verwertet werden (Art. 277 Abs. 2 StPO). Unter Zufallsfunden 

nach Art. 243 StPO versteht man die bei der Durchführung von Zwangsmassnah-

men allgemein und bei Durchsuchungen und Untersuchungen im Besonderen zu-

fällig entdeckten Beweismittel, Spuren, Gegenstände oder Vermögenswerte, die 

mit der abzuklärenden Straftat in keinem direkten Zusammenhang stehen und 

den ursprünglichen Verdacht weder erhärten noch widerlegen, aber auf eine wei-

tere Straftat hinweisen (BGE 149 IV 369 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Zufallsfunde 

können ohne Einschränkungen Anlass zur Eröffnung eines neuen Strafverfahrens 

geben und in diesem als Beweismittel verwendet werden, soweit die ursprüngli-

che Massnahme rechtmässig war (BGE 149 IV 369 E. 1.3.1; Urteil des Bundesge-

richts 7B_184/2022 vom 30. November 2023 E. 2.1.3; je mit Hinweisen). War die 

Massnahme, die zum Zufallsfund führte, rechtswidrig, dürfen die Ergebnisse nur 

unter den Einschränkungen von Art. 141 Abs. 4 i.V.m. Art. 141 Abs. 2 StPO ver-

wertet werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_116/2023 vom 10. November 2023 

E. 2.2.3; 6B_194/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.5.3; 6B_1409/2019 vom 4. März 

2021 E. 1.6.3; je mit Hinweisen). 

5.2. Vorliegend handelt es sich bei den Überwachungsmassnahmen insbeson-

dere um Zufallsfunde aus den Aktionen URA (geheime Überwachungsmassnah-

men gegen F'._____ "F._____" (nachfolgend: F._____) wegen qualifizierter Wi-

derhandlung gegen das BetmG [TK150006-O]) und OPET (geheime Überwa-

chungsmassnahmen gegen G'._____ "G._____" (nachfolgend: G._____) wegen 

qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG [TK130003-O]) sowie deren kon-

nexen technischen Überwachungsmassnahmen. 

5.3. Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass die Genehmigungen der Zu-

fallsfunde betreffend den Beschuldigten sowohl für die Aktion URA als auch für 

die Aktion OPET vorliegen würden (Urk. 93 S. 11), weshalb sie als Beweismittel 

im vorliegenden Verfahren verwendet werden dürfen. Zur Vermeidung unnötiger 

Wiederholungen ist auf die zutreffenden und detaillierten Ausführungen der Vor-

instanz zu verweisen (Urk. 93 S. 12 ff.). Die Verwertbarkeit der Überwachungs-

massnahmen setzt weiter voraus, dass dem Beschuldigten die aufgezeichneten 

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Gespräche abgespielt und deren abgeschriebenen Protokolle vorgehalten wur-

den. Die von Dolmetschern – unter Strafandrohung nach Art. 307 StGB – über-

setzten Aufzeichnungen wurden dem Beschuldigten während den Einvernahmen 

– unter Anwesenheit seines Verteidigers – abgespielt sowie deren Protokolle vor-

gehalten (Urk. D1/2/1 ff.). Damit sind sämtliche auf einer rechtmässig angeordne-

ten Überwachungsmassnahme basierenden und sich in den Akten befindenden 

Gesprächsprotokolle im vorliegenden Verfahren verwertbar.

6. Verfahrenstrennung

6.1. Die Verteidigung brachte im Rahmen des Berufungsverfahrens vor, dass 

aufgrund der ihres Erachtens unrechtmässigen Verfahrenstrennung zwischen 

dem vorliegenden Verfahren und dem gegen F._____ geführten Strafverfahren 

(DG200017) dem Beschuldigten die Teilnahmerechte nicht gewährt worden seien, 

eine massive Beschränkung des Akteneinsichtsrechts erfolgt sei, wodurch sich 

der Beschuldigte zu belastenden Aussagen aus anderen Verfahren nicht hätte 

äussern können, was die Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensfairness zur 

Folge gehabt hätte (Urk. 112 S. 9 f.).

6.2. Gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO werden Straftaten gemeinsam verfolgt und 

beurteilt, wenn Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt. Nach Art. 30 StPO können 

Staatsanwaltschaft und Gerichte aus sachlichen Gründen Strafverfahren trennen 

oder vereinen. Die Verfahrenstrennung soll vor allem der Verfahrensbeschleuni-

gung dienen bzw. eine unnötige Verzögerung zu vermeiden helfen. Als sachlicher 

Trennungsgrund gilt etwa die grosse Zahl von Mittätern, die länger dauernde Un-

erreichbarkeit einzelner Beschuldigter, etwa aufgrund langwieriger Auslieferungs-

verfahren im Ausland oder die bevorstehende Verjährung einzelner Straftaten 

oder der Umstand, dass Tätergruppen zur Hauptsache unabhängig voneinander 

gehandelt haben (BGE 144 IV 97 E. 3.3; 138 IV 214 E. 3.2; Urteile des Bundesge-

richts 6B_1436/2022 vom 19. Oktober 2023 E. 3.1.2; 7B_9/2021 vom 11. Septem-

ber 2023 E. 10.3; 6B_1149/2020 vom 17. April 2023 E. 2.1.2; 6B_423/2021 vom 

17. Februar 2022 E. 2.3; 6B_576/2020 vom 18. März 2022 E. 2.3; 6B_23/2021 

vom 21. Juli 2021 E. 3.3; je mit Hinweisen).

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6.3. Dass die Staatsanwaltschaft die Verfahren getrennt führte und den Beschul-

digten einzeln und separat von dem gegen F._____ laufenden Verfahren an-

klagte, ist vor dem Hintergrund der zitierten Rechtsprechung nicht zu beanstan-

den. Gemäss Anklageschrift wird dem Beschuldigten vorgeworfen, Abnehmer und 

Zwischenhändler gewesen zu sein, der das Kokain von seinem Lieferanten 

F._____ bezogen haben soll. Sie gehörten unterschiedlicher Hierarchiestufen im 

Drogenhandel an, weshalb sie nicht als Mittäter zu qualifizieren sind und damit 

eine notwendige Verfahrensvereinigung ausser Frage steht. Die Staatsanwalt-

schaft führte zutreffend aus, dass eine Konfrontation mit den Aussagen der Betei-

ligten im Verfahren gegen F._____ nicht sinnvoll erschien, zumal keine belasten-

den Aussagen gegen den Beschuldigten vorliegen würden (Prot. II S. 29-30). Auf 
das Vorbringen der Verteidigung, dass die Akten bezüglich der Verfahren 

F._____, H._____ und G._____ nach mehrfachem Herausverlangen erst weit 

nach Anklageerhebung beigezogen worden seien (Urk. 112 S. 9 f.), ist festzuhal-

ten, dass eine Akteneinsicht seitens der Verteidigung stattgefunden hat, worauf 

jedoch kein Antrag auf eine Konfrontationseinvernahme gestellt wurde, weshalb 

dieses Recht erloschen ist. Entsprechend ist vorliegend weder der Grundsatz des 

rechtlichen Gehörs noch der Verfahrensfairness verletzt worden.

II. Sachverhalt

1. Beweisgrundsätze und Glaubwürdigkeit der Verfahrensbeteiligten

1.1. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Beweisgrundsätze ausführlich und 

korrekt zusammengefasst, weshalb auf die entsprechenden Ausführungen ver-

wiesen werden kann (Urk. 93 S. 22). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die 

in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Unschuldsvermutung be-

deutet, dass es Sache der Strafverfolgungsbehörden ist, der beschuldigten Per-

son ihre Täterschaft nachzuweisen. Gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO muss sich die 

beschuldigte Person nicht selbst belasten und hat namentlich das Recht, die Aus-

sage und Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern. Das Recht zu schweigen 

gehört zum allgemein anerkannten Standard eines fairen Verfahrens 

(BGE 147 I 57 E. 5.1; 144 I 242 E. 1.2.1). Gegen das Verbot des Selbstbelas-

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tungszwangs verstösst zum Beispiel ein strafbewehrter Befehl an die beschuldigte 

oder eine andere verweigerungsberechtigte Person, potentiell belastende Beweis-

unterlagen herauszugeben oder belastende Aussagen gegen sich oder (im Rah-

men des Aussageverweigerungsrechtes) eine andere Person zu machen 

(BGE 142 IV 207, E. 8.3.1). Unzulässig ist namentlich auch, das Schweigen der 

beschuldigten Person als Indiz für ihre Schuld zu werten (BGE 138 IV 47 

E. 2.6.1). Demgegenüber ist es – wie das Bundesgericht unter Berücksichtigung 

der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Sa-

chen [John Murray gegen Vereinigtes Königreich] (Urteil vom 8. Februar 1996, 

Nr. 18731/91) explizit festgestellt hat – nicht ausgeschlossen, das Aussageverhal-

ten der beschuldigten Person in die freie Beweiswürdigung miteinzubeziehen, so 

insbesondere, wenn sie sich weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Angaben 

zu machen, bzw. es unterlässt, entlastende Behauptungen näher zu substantiie-

ren, obschon eine Erklärung angesichts verschiedener belastender Beweisele-

mente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteile des Bundesgerichts 

6B_1202/2021 vom 11. Februar 2022, E. 1.8.2, 6B_1302/2020 vom 3. Februar 

2021 E. 1.4.4 [nicht publ. in BGE 147 IV 176] und 6B_289/2020 vom 1. Dezember 

2020 E. 7.8.1).

1.2. Ferner wurde die Glaubwürdigkeit der Verfahrensbeteiligten im vorinstanzli-

chen Urteil ausführlich und zutreffend gewürdigt, weshalb zur Vermeidung unnöti-

ger Wiederholungen auch darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 93 

S. 26 ff.).

2. Zu Anklageziffer A.1. – Vorgang 1 (Vorgang 164 / Aktion OPET)

2.1. Dem Beschuldigten wird mit Blick auf die im Berufungsverfahren noch strit-

tigen Vorwürfe betreffend Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen, dass er gemäss 

Anklageziffer A.1. am 21. Dezember 2013 um 15:34 Uhr den Drogenhändler 

G'._____ "G._____" angerufen habe, welcher bei ihm 100 Gramm Kokain (ver-

schlüsselt mit "100 Franken als Darlehen") bestellt habe. Dabei habe der Beschul-

digte G._____ bestätigt, dass er über das Kokain verfüge und ihn später anrufen 

werde. Um 17:21 Uhr habe er G._____ dann wie vereinbart angerufen und ihn an 

seinen Wohnort in I._____ bestellt. Um 18:36 Uhr habe er dem mutmasslich vor 

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seiner Wohnung wartenden G._____ bestätigt, dass er in fünf Minuten erscheinen 

werde. Beim anschliessenden Treffen habe der Beschuldigte G._____ schliess-

lich 100 Gramm Kokain für Fr. 9'500.– verkauft (Urk. 20 S. 3).

2.2. Aus den Telefonüberwachungen der Aktion OPET (Urk. D1/2/10 Beila-

gen 1-6) lässt sich erstellen, dass der Beschuldigte am 21. Dezember 2013 zwei 

Mal mit G._____ telefonierte, am 22. Dezember 2013 J._____ mit G._____ ein 

Telefongespräch führte (Urk. D1/2/10 Beilagen 1-2, 6) und dass der Beschuldigte 

von G._____ zwei Textnachrichten (nachfolgend: SMS; Urk. D1/2/10 Beilagen 3-

4) erhalten hat, zumal er auf Vorhalt seines Mobiltelefonvertrages mit Sunrise ein-

räumte, dass es sich dabei um seine Telefonnummer handelte (Urk. D1/2/10 

F/A 4) und er die besagten Telefonate geführt hat (Urk. D1/2/10 F/A 10, 20, 35). 

Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil die Gesprächsprotokolle sowie auch die Aussa-

gen des Beschuldigten im Untersuchungsverfahren zutreffend dargelegt, worauf 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 93 S. 58 

f.). Der Beschuldigte bestritt nicht mit G._____ telefoniert zu haben, bestreitet je-

doch die Annahme der Staatsanwaltschaft, dass es bei den Telefongesprächen 

um die Anbahnung eines Drogendeals gegangen sei; vielmehr soll es sich bei der 

Konversation um die Begleichung von Spielschulden aus einer Sportwette im 

Sinne eines Darlehens mit Zinsen gehandelt haben (Urk. D1/2/10 F/A 3 ff., 11 ff., 

39 ff.; 77 S. 6; Prot. I S. 72). Die vom Beschuldigten gemachten Aussagen lassen 

sich jedoch nicht in ein plausibles Gesamtbild mit den Telefongesprächen einrei-

hen. So sagte G._____ zum Beschuldigten anlässlich des ersten Telefonge-

sprächs um 15:34 Uhr: "Aha, ich bräuchte 100 Franken als Darlehen, nun weiss 

nicht ob du hast und wie hoch der Zins ist." (Urk. D1/2/10 Beilage 1). Im zweiten 

Telefongespräch um 17:21 Uhr sagte G._____: "Aha, Bruder ich bin hier in der 

Nähe, habe aber das nicht dabei. Ich bin beim K._____.", worauf der Beschuldigte 

sagte: "Das ist nicht weit." Darauf antwortete G._____: "Ist es nicht, aber ich muss 

nach Hause, denn ich habe die Papiere, welche du unterschreiben musst und ich 

dir geben muss, nicht dabei, weisst du." (Urk. D1/2/10 Beilage 2). In einem dritten 

Telefonat beklagte sich J._____ bei G._____: "[…] ja, ja ich war jetzt beim 

Freund, wir haben es besprochen… der Preis, mein Lieber, ist beschissen, be-

-   14   -

schissen, aber es spielt keine Rolle, das Geld wird gebraucht.", "9.5 alles." und 

"Fick ihn, was soll's, wir sind am Arsch." 

2.3. Aus den Gesprächen geht – entgegen den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. D1/2/10 F/A 6 ff.) – hervor, dass sich der Beschuldigte und G._____ bereits 

kennen mussten, zumal G._____ nie nach der Adresse des Beschuldigten fragte 

und gemäss Textnachricht bei diesem geläutet hat (Urk. D1/2/10 Beilage 4-5). 

Merkwürdig erscheint, dass G._____ für die Begleichung von Fr. 100.– Spiel-

schulden Papiere von Zuhause hat mitbringen müssen, um diese vom Beschul-

digten unterzeichnen zu lassen. Auch die geschuldeten Zinsen passen nicht in 

den Gesprächsverlauf, zumal es ja nur um einen sehr geringen Betrag gegangen 

ist. Ferner steht auch das Gespräch zwischen G._____ und J._____ über den 

überrissenen Preis von "9.5" im Widerspruch zu den Aussagen des Beschuldig-

ten, da es dabei um einen Kaufvorgang gegangen sein muss, wobei über einen 

beschissenen Kaufpreis gesprochen wurde und nicht über die Begleichung von 

Spielschulden. Den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ist damit zu folgen 

und darauf zu verweisen (Urk. 93 S. 59 ff.). Auch wenn die Aussagen des Be-

schuldigten als unglaubwürdig und widersprüchlich zu qualifizieren sind, verblei-

ben dennoch unüberwindbare Zweifel, um dem Beschuldigten aus den Telefonge-

sprächen den Handel mit 100 Gramm Kokain nachweisen zu können. Dass es 

sich um Codewörter gehandelt haben könnte, liegt zwar auf der Hand, dennoch 

reichen die Gespräche und das Treffen zwischen dem Beschuldigten und 

G._____ nicht aus, den in der Anklageschrift dargestellten Sachverhalt zu erstel-

len. Demzufolge ist der Beschuldigte vom Vorwurf gemäss Anklageziffer A.1. in 

dubio pro reo freizusprechen.

3. Anklageziffer A.2. – Verkauf im DartClub "E._____" (Phase I)

3.1. In Anklageziffer A.2. wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, in 

der Zeit zwischen dem 1. März 2014 und dem 31. Dezember 2014 als damaliger 

Geschäftsführer des privaten DartClubs "E._____" verschiedenen Abnehmern Ko-

kain teils offen auf einem Teller, teils in Portionen von jeweils ein bis zwei Gramm 

verkauft zu haben, wobei er jeweils zwischen zwei und zehn Minigrip-Säcklein pro 

-   15   -

Abend, insgesamt eine nicht näher bestimmbare Menge zwischen 600 Gramm bis 

6'000 Gramm, habe absetzen können (Urk. 20 S. 3).

3.2. Nebst den Aussagen des Beschuldigten sind für die Sachverhaltserstellung 

die Aussagen der Auskunftsperson L._____ (Urk. D1/3/1-2, Prot. I S. 48 ff.), die 

Aussagen des Privatklägers an der Konfrontationseinvernahme (Urk. D1/2/16) so-

wie die Aussagen der Auskunftsperson N._____ anlässlich der Hauptverhandlung 

vom 20. September 2022 (Prot. I S. 35) zu würdigen.

3.3. Die Vorinstanz hat diese Aussagen zutreffend dargelegt, worauf zur Ver-

meidung unnötiger Wiederholungen vorab verwiesen werden kann (Urk. 93 S. 58 

f.). Der Beschuldigte hat den DartClub "E._____" während circa 6 Monaten bis 

Ende 2014 geleitet (Urk. D1/2/11 F/A 26, 58; D1/3/1 F/A 22; Prot. I S. 7). In den 

Vereinsstatuten wurde er als Kassierer aufgeführt (Urk. D1/2/11 Beilage 3). Ge-

mäss den Aussagen von L._____ sei der Beschuldigte jeden Tag im DartClub an-

wesend gewesen und habe sich um alles gekümmert (Urk. D1/3/1 F/A 20 ff.; Prot. 

I S. 54). Im August 2014 sei L._____ als Serviceangestellte im DartClub 

"E._____" eingestellt worden (Urk. D1/3/1 F/A 7 ff.; D1/3/2 F/A 9; Prot. S. 48, 53), 

wobei sie die einzige Angestellte gewesen und der Club von Dienstag bis Sonn-

tag jeden Tag geöffnet gewesen sei (Urk. D1/3/1 F/A 14). Da es abends oft spät 

geworden sei, habe ihr der Beschuldigte eine Einzimmerwohnung in M._____ ver-

mittelt (Urk. D1/3/1 F/A 12, 15 ff.), wobei er ihr – sofern sie knapp bei Kasse ge-

wesen sei – die Miete vorgeschossen habe. Dieses Geld habe sie dann jeweils 

nicht zurückzahlen müssen (Urk. D1/3/1 F/A 17).

L._____ führte weiter aus, dass sie bereits zu Beginn ihrer Anstellung beobachten 

habe können, dass der Beschuldigte zunächst heimlich (Urk. D1/3/1 F/A 42; 

D1/3/2 F/A 15) und später offen auf einem Teller Kokain konsumiert habe 

(Urk. D1/3/1 F/A 42; D1/3/2 F/A 18 f.; Prot. I S. 55 f.). So sei er beinahe jeden 

Abend mehrmals auf die Angestellten-Toilette gegangen und dort für circa 10 Mi-

nuten verblieben, um das Kokain zu konsumieren (Urk. D1/3/1 F/A 42). Mehrmals 

hätte er eine weisse Nase gehabt, wobei sie ihn jeweils darauf hingewiesen habe, 

da er so nicht zu den Gästen habe gehen können (Urk. D1/3/1 F/A 42). Später 

habe sie dann beobachtet, dass die anwesenden Gäste auch vom Kokain des Be-

-   16   -

schuldigten konsumiert hätten (Urk. D1/3/1 F/A 42; Prot. I S. 55). Zudem habe sie 

manchmal auch gesehen, dass der Beschuldigte kleine durchsichtige Säcklein mit 

weissem Pulver verteilt habe (Urk. D1/3/1 F/A 42; Prot. S. 54), wobei die Gäste 

dem Beschuldigten dafür Geld – zwischen Fr. 100.– und Fr. 200.– (Urk. D1/3/2 

F/A 22) – gegeben hätten (Urk. D1/3/1 F/A 43 f.; D1/3/2 F/A 15). Er habe manch-

mal 2 bis zu 10 Säcklein verkauft (Urk. D1/3/1 F/A 45). Das Geld hätte er in seine 

Hosentasche gesteckt (Urk. D1/3/2 F/A 23). Manchmal hätten die Gäste ihm das 

Geld aber auch erst später gegeben (Urk. D1/3/1 F/A 44 ff.). Der Verkauf habe 

meist direkt beim Eingang beim Händeschütteln stattgefunden (Urk. D1/3/1 

F/A 44; D1/3/2 F/A 24) und die Gäste seien nach einer Minute bereits wieder ge-

gangen (Urk. D1/3/2 F/A 25). Dies alles habe sie von ihrer Position hinter der 

Theke aus beobachten können (Urk. D1/3/2 F/A 25).

3.4. Der Beschuldigte räumte zwar ein, selbst Kokain konsumiert zu haben, ver-

neinte jedoch konsequent, damit gehandelt zu haben (Urk. D1/2/11 F/A 65 ff.; 

D1/2/15 F/A 19; D1/2/17 F/A 7; Prot. I S. 3, 26). Der Privatkläger kann sich nicht 

mehr daran erinnern, ob er das Kokain im DartClub "E._____", welches er dort mit 

dem Beschuldigten konsumiert habe, von diesem gekauft oder der Beschuldigte 

es ihm geschenkt habe (Urk. D1/2/16 F/A 17, 19). Sowohl der Beschuldigte als 

auch L._____ führten übereinstimmend aus, dass es Ende Dezember zwischen 

ihnen zu einem Streit wegen des Verschwindens ihres Portemonnaies gekommen 

sei, in welchem sich ein grösserer Geldbetrag befunden habe (Urk. D1/2/15 F/A 4, 

19, 21; D1/3/2 F/A 11; Prot. I S. 23, 49). Dass alleine dies L._____ dazu bewogen 

haben soll, gegen den Beschuldigten auszusagen und diesen wegen Drogenhan-

dels zu belasten, erscheint jedoch sehr weit hergeholt. Damit stellt sich die Frage, 

wieso L._____ den Beschuldigten derart falsch hätte belasten sollen. 

3.4. Die Vorinstanz kam zu Recht zum Schluss (Urk. 93 S. 68 ff.), dass die Aus-

sagen von L._____  insgesamt sehr glaubhaft erscheinen. So wirkt ihre Ge-

schichte, wonach sie zunächst lediglich den Konsum und erst später, nachdem 

der Beschuldigte Vertrauen fasste, auch den Verkauf von Kokain beobachten 

konnte, insgesamt stimmig. Ferner stimmt ihre Sachverhaltsversion auch mit be-

wiesenen Umständen überein. Dass sie im August 2014 als Serviceangestellte 

-   17   -

angefangen hat, der Beschuldigte bis zum Verkauf des DartClubs Ende Dezem-

ber 2014 den Club geleitet und er auch tatsächlich selbst Kokain konsumiert hat, 

wurde vom Beschuldigten eingestanden. Zudem bestätigte sie auch, dass der Be-

schuldigte Spielautomaten im Lokal betrieben hat und differenzierte zwischen den 

verschiedenen Einnahmequellen aus den Spielautomaten, dem DartClub sowie 

dem Drogenhandel. Weiter enthalten ihre Aussagen spezifische sowie auch origi-

nelle Passagen, wonach der Beschuldigte das Kokain auf einem Teller präsen-

tierte und teils linkisch agiert habe, weshalb die Säckchen aus seiner Tasche ge-

fallen seien. L._____ beschreibt den Kokainhandel des Beschuldigten sehr detail-

liert und anschaulich. So habe sie von der Theke aus beobachten können, wie der 

Beschuldigte den Gästen insbesondere im Eingangsbereich Kokain gegen Geld 

mittels Handschlag übergeben habe und die Gäste das Lokal dann gleich wieder 

verlassen hätten. Das Kokain sei in kleinen Minigrip-Säckchen verpackt gewesen 

und die Säckchen hätten zwischen 1 bis 2 Gramm Kokain enthalten. Für diese 

Übergaben habe er jeweils zwischen Fr. 100.– bis Fr. 200.– als Gegenleistung er-

halten, was mit dem gängigen Strassenverkaufspreis übereinstimmt. Entgegen 

dem Fazit der Vorinstanz, dass die Kenntnisse von L._____, welche selbst mit 

dem Drogenmilieu zu tun hatte, ihre Beobachtungen im Zusammenhang mit dem 

Beschuldigten glaubhafter wirken lassen würden, könnte dies auch dafür spre-

chen, dass sie früher Erlebtes dem Beschuldigten anlasten hätte wollen. Dafür 

gibt es jedoch keinerlei Anhaltspunkte. Das von der Verteidigung vorgebrachte 

Telefongespräch, in welchem L._____ gegenüber N._____ verneint haben soll, 

über Tätigkeiten des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel 

Bescheid zu wissen (Urk. 112 S. 18), ist wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, auf-

grund unrechtmässiger Erlangung nicht verwertbar (Urk. 93 S. 18 f.). Der vollstän-

digkeitshalber ist anzumerken, dass diese Aussage von L._____ gegenüber 

N._____ keineswegs auf eine Falschanschuldigung durch L._____ hindeutet, zu-

mal sie sich lediglich nicht gegenüber der mit dem Beschuldigten befreundeten 

N._____ öffnen wollte.

3.5. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte (Urk. 93 S. 69 f.), sind die Aussagen 

des Privatklägers anlässlich der Konfrontationseinvernahme zu den Verkäufen 

des Beschuldigten relativ kurz gehalten und nicht besonders detailreich. Zwar gibt 

-   18   -

er an, vom Beschuldigten auch Kokain gekauft zu haben, jedoch könne er sich 

nicht mehr genau daran erinnern, ob dies im DartClub gewesen sei. Insofern kann 

aus den Aussagen des Privatklägers nichts zu den Verkäufen abgeleitet werden. 

Auch die Aussagen des Beschuldigten sind relativ kurz gehalten. So streitet er 

den Verkauf von Kokain durchwegs ab, wobei seine pauschalen Vorbringen karg 

und detailarm sind. Insbesondere weisen sie auch sonst keine inhaltsbezogenen 

Realitätskriterien, wie beispielsweise aussergewöhnliche Geschehnisse oder 

Mehrdeutigkeiten, auf. Selbstredend kann ein Abstreiten alleine an sich glaubhaft 

sein, jedoch überzeugen die Aussagen des Beschuldigten – insbesondere vor 

dem Hintergrund der glaubhaften Aussagen von L._____ – nicht, weshalb das 

stete Abstreiten des Beschuldigten als blosse Schutzbehauptung zu würdigen ist. 

Daran mögen auch die Aussagen von N._____ nichts ändern. Diese gibt zwar an, 

dass L._____ und nicht der Beschuldigte Drogen verkauft habe, womit sie sich 

selbst belastete, da L._____ das Kokain von ihr bezogen habe. Jedoch ist auch 

darauf hinzuweisen, dass N._____ für den Handel mit grossen Mengen Kokain 

bereits rechtskräftig verurteilt wurde und ihre Strafe abgesessen hat, weshalb sie 

sich in dieser Hinsicht keinem grösseren Strafverfolgungsrisiko aussetzte. Zudem 

wird anhand ihrer Ausführungen deutlich, dass N._____ einen Groll gegen 

L._____ hegt und nicht verstehen kann, wieso diese in einem früheren Strafver-

fahren gegen sie ausgesagt hat. Insofern hat sie ein evidentes Interesse, die Ge-

schehnisse zulasten der Auskunftsperson darzustellen. Insgesamt sind ihre Aus-

sagen somit als unglaubhaft zu qualifizieren.

3.6. Woher der Beschuldigte das Kokain bezog, ist wie nachfolgend unter Ziffer 

II.5.2.6. ff. zu zeigen sein wird, ebenfalls erstellbar. Vor diesem Hintergrund ist da-

von auszugehen, dass der Beschuldigte von Mitte August 2014 bis Ende Dezem-

ber 2014 in Kleinportionen mit Kokain handelte. Die von der Vorinstanz errech-

nete Menge, der Beschuldigte habe im Sinne von Mindestmengen wenigstens 

240 Gramm Kokaingemisch (12 Säckchen pro Woche à 1 Gramm pro Säckchen à 

20 Wochen) verkauft (Urk. 93 S. 70), mag zwar plausibel sein, lässt sich jedoch 

nicht rechtsgenüglich erstellen. Damit gilt als erstellt, dass der Beschuldigte wäh-

rend des vorgenannten Zeitraums mit einer unbestimmten Menge an Kokain han-

delte.

-   19   -

4. Anklageziffer A.3. – Verkauf vor dem DartClub "E._____" (Phase II)

4.1. In Anklageziffer A.3. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er in der 

Zeit zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. März 2016 im respektive vor dem 

DartClub "E._____", wo er nunmehr als Gast circa jeden zweiten Abend anwe-

send war, Kokain in Mengen von ein bis zwei Gramm verkauft habe, insgesamt 

eine nicht näher bestimmbare Menge zwischen 2'367 Gramm bis 8'064 Gramm 

(Urk. 20 S. 3).

4.2. Gemäss Aussagen von L._____ habe der Beschuldigte den DartClub 

"E._____" Ende Dezember 2014 an O._____ und P._____ verkauft, welche den 

DartClub wesentlich professioneller geführt hätten als der Beschuldigte 

(Urk. D1/3/1 F/A 30, 32, 40). Dementsprechend hätte der DartClub auch wesent-

lich besser rentiert und es seien neue, fröhliche Gäste gekommen, die auch tat-

sächlich Dart gespielt hätten (Urk. D1/3/1 F/A 35; Prot. I S. 53 f.). Der Beschul-

digte sei weiterhin als Gast in den DartClub gekommen (Urk. D1/3/1 F/A 35; 

D1/3/2 F/A 15; Prot. I S. 49, 54), jedoch hätten die neuen Besitzer dem Beschul-

digten sowohl den Betrieb der Spielautomaten (Urk. D1/3/1 F/A 36), als auch den 

Konsum sowie den Verkauf von Kokain im Lokal verboten (Urk. D1/3/1 F/A 51; 

D1/3/2 F/A 15). Der Beschuldigte hätte jedoch weiter konsumiert und auch den 

Drogenhandel weitergeführt, dies einzig neu vor dem DartClub (Urk. D1/3/1 

F/A 51). Diese Verkäufe habe L._____ zwar nicht direkt sehen können, jedoch 

stütze sie ihre Vermutung darauf, dass neue Gäste jeweils nur kurz in den Club 

gekommen seien und den Beschuldigten aufgefordert hätten mit ihnen nach 

draussen zu gehen (Urk. D1/3/1 F/A 52; D1/3/2 F/A 15; Prot. I S. 65 f.). Der Be-

schuldigte sei dann mit ihnen nach draussen gegangen, jedoch jeweils nach nur 

wenigen Minuten wieder in den DartClub zurückgekommen (Urk. D1/3/1 F/A 52; 

D1/3/2 F/A 26). Dies sei unter der Woche von Montag bis Freitag geschätzt 20 bis 

40 Mal so abgelaufen. An einem Samstagabend hingegen sei es rund 15 bis 20 

Mal und am Sonntag nur rund 2 bis 3 Mal gewesen (Urk. D1/3/1 F/A 53; D1/3/2 

F/A 28). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte L._____ bezüg-

lich der Verkaufsmenge aus, dass sie sich angesichts der vergangenen Zeit nicht 

-   20   -

mehr genau erinnern könne, es aber gut sein könne, dass der Beschuldigte rund 

20 bis 40 Gramm Kokain pro Woche verkauft habe (Prot. I S. 56).

4.3. Der Beschuldigte stritt konsequent, wie bereits betreffend den Kokainverkauf 

im DartClub (Phase I), jeglichen Handel mit Drogen ab (Urk. D1/2/11 F/A 81 ff.; 

Prot. I S. 22 f.). Er bringt auch hier keine Erklärungen oder realitätsnahe Schilde-

rungen für das von L._____ beschriebene Verhalten vor. Er erläutert nicht, wes-

halb er den DartClub jeweils mehrmals pro Abend mit neuen Gästen verlassen 

und darauf nach wenigen Minuten ohne diese wieder betreten habe (Urk. D1/2/11 

F/A 79, 81 ff.). Er bestreitet die Aussagen von L._____ lediglich pauschal, wes-

halb das stete Abstreiten des Beschuldigten als blosse Schutzbehauptung zu wür-

digen ist. Der Beschuldigte räumte hingegen ein, dass er auch nach dem Verkauf 

des DartClubs weiterhin dort als Gast zugegen war (Prot. I S. 9).

4.4. Vor dem Hintergrund, dass L._____ – als einzige Zeugin – selbst einräumte 

die Drogenverkäufe des Beschuldigten nicht direkt beobachtet zu haben und ihre 

Vermutung einzig darauf abstützt, dass neue Gäste nur kurz den Club betreten 

und diesen mit dem Beschuldigten darauf wieder verlassen hätten, kann nicht 

zweifellos erstellt werden, dass vor dem DartClub weitere Drogenverkäufe statt-

gefunden hätten. Zwar konnte auch der Beschuldigte keine andere Erklärung ab-

geben, weshalb er mit den neuen Gästen den DartClub immer nur für kurze Zeit 

verliess. Dennoch ist der Beschuldigte in dubio pro reo für den Zeitraum vom 1. 

Januar 2015 bis 31. März 2016 vom Vorwurf des Drogenhandels freizusprechen.

5. Anklageziffer A.4. – Kauf von Kokain – Aktion URA

5.1. Vorbemerkung

5.1.1. Die Verteidigung macht zusammengefasst geltend, dass die von der Anklä-

gerin gemachten Vorwürfe rein spekulativ seien und sich durch keinerlei Beweis-

mittel stützen liessen. Es liege kein einziger Beweis gegen den Beschuldigten vor, 

sondern es seien lediglich Mutmassungen, dass es sich bei den Telefongesprä-

chen um den Handel mit Drogen gehandelt habe. Der Beschuldigte stehe auf-

grund seines Vorlebens unter Generalverdacht. In keinem der abgehörten Ge-

-   21   -

spräche würden Drogen erwähnt. Auch sei kein einziges Mal jemand bei einer an-

geblichen Übergabe von Drogen verhaftet worden. Es sei bei den Gesprächen le-

diglich um Slotmaschinen gegangen. Die Gespräche des Beschuldigten und 

F._____ hätten sich einzig auf die Verteilung des Gewinnes aus den Sportwetten 

beschränkt und um die Karten mit unterschiedlichen Guthaben, welche der Be-

schuldigte jeweils von F._____ erhalten hat. Ausserdem habe der Beschuldigte 

selbst eingeräumt, dass er ab und zu Marihuana von F._____ bezogen hätte. In 

dubio pro reo sei der Beschuldigte daher vom Vorwurf der Betäubungsmittelde-

likte freizusprechen (Urk. 77 S. 6 f.; Prot. I S. 75 ff.; Urk. 112 S. 23 ff.).

5.1.2. Zur Beweiswürdigung der abgehörten Gespräche ist darauf hinzuweisen, 

dass notorischerweise die Beteiligten im Betäubungsmittelhandel strengstens dar-

auf achten, dass die ausgetauschten Informationen für Aussenstehende möglichst 

unverständlich bleiben und weder Personen, Ortschaften, Geldbeträge noch Sa-

chen beim (wahren) Namen genannt werden. Es wird insbesondere darauf Wert 

gelegt, weder am Telefon noch in Fahrzeugen "Klartext" zu sprechen, da die Be-

teiligten sich bewusst sind, dass die Polizei auf diese Weise möglicherweise Ge-

spräche abhört. Die Verschleierung von Gesprächen ist daher eine übliche Mass-

nahme zur Abwicklung von Drogengeschäften. Bei der Würdigung der vorliegen-

den Protokolle der abgehörten Gespräche fällt auf, dass diesen Grundsätzen mi-

nutiös gefolgt wurde. So werden Unterhaltungen geführt, welche auf keinen lega-

len Hintergrund deuten und in welchen weder Personen noch die Waren nament-

lich genannt werden. Die Gespräche weisen denn auch oft keine klare Satzstruk-

tur auf, sondern es wird mittels verklauselten Wörtern kommuniziert. Sie verwen-

deten durchgehend bloss Zahlen, was stellvertretend auch für Grammangaben, 

Reinheitsgrad oder Preise stehen hätte können. Die verwendeten Mengen- und 

Geldangaben würden ausserdem mit dem Einheitspreis von Kokain (1 Gramm zu 

Fr. 50.–) übereinstimmen. 

5.1.3. Der Beschuldigte anerkannte, sich zwischen dem 31. März 2016 und dem 

15. Februar 2017 im Schnitt circa alle fünf Tage mit F._____ beziehungsweise ge-

legentlich mit Q._____ getroffen zu haben (Urk. D1/2/14 F/A 3). Er bestreitet je-

doch, dass die fraglichen Treffen zwecks Kokaingeschäften stattgefunden hätten. 

-   22   -

Vielmehr hätten sie sich so häufig getroffen, weil er mit F._____ einen illegalen 

Spielautomatenbetrieb geführt habe, wobei die Spielautomaten in diversen Lokali-

täten platziert gewesen seien. An den fraglichen Treffen hätten sie die Abrech-

nungen besprochen und die Gewinnanteile ausbezahlt (Urk. D1/2/12; D1/2/2 

F/A 41 ff.; D1/2/5 F/A 142; D1/2/6 40 ff.; D1/2/7 F/A 29 ff.; D1/2/8 F/A 30 

ff.; D1/2/9 F/A 15 ff.; D1/2/11 F/A 85; D1/2/14 F/A 16; D1/2/17 F/A 9 f.). Anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung präzisierte der Beschuldigte dann, dass 

sie neben dem Spielautomatenbetrieb auch noch Sportwettkarten angeboten hät-

ten (Prot. I S. 10 ff., 16, 18 ff., 27). So habe F._____ ihm regelmässig Bündel von 

Sportwettkarten à Fr. 50.– mit Rubbelcodes übergeben (Prot. S. 18 ff.). Ihr Haupt-

geschäft seien jedoch die Spielautomaten gewesen (Prot. I S. 10, 16, 21 und 30). 

Betreffend Kokain führt der Beschuldigte ferner aus, dass er lediglich sporadisch 

konsumiert habe (Urk. D1/2/2 F/A 11 ff., 71; D1/2/7 F/A 212; D1/2/14 F/A 24; 

D1/2/17 F/A 18; Prot. I S. 25 f., 73), wo

bei er dieses jedoch nicht von F._____ bezogen habe, sondern höchstens mit ihm 

zusammen (Urk. D1/2/2 F/A 33, 71; D1/2/14 F/A 10; D1/2/17 F/A 19; Prot. I S. 27) 

oder mit H._____ (Urk. D1/2/16 F/A 19; Prot. IS. 31) konsumiert habe. Falls er 

von F._____ Betäubungsmittel gekauft habe, dann nur Marihuana und zwar 

höchstens 50 bis 100 Gramm zum Eigenkonsum (Urk. D1/2/2 F/A 11 ff., 70 f.; 

Urk. D1/2/6 F/A 103 ff.; D1/2/7 F/A 134 ff.; D1/2/8 F/A 44 ff.; D1/2/9 F/A 49 f.; 

Urk. D1/2/14 F/A 7 ff. ; D1/2/17 F/A 15 ff.; Prot. I S. 7 ff.) beziehungsweise zur 

Schmerztherapie seines krebskranken Vaters (Urk. D1/2/6 F/A 78; D1/2/17 

F/A 17). 

5.1.4. Angesichts dieser Bestreitungen ist in einem ersten Schritt zu klären, ob 

F._____ und Q._____ tatsächlich mit Betäubungsmitteln gehandelt haben und ob 

der Beschuldigte bei den Treffen – sofern nicht ausdrücklich etwas anderes ge-

nannt wurde – Kokain erworben und nicht Gewinnanteile übergeben oder Marihu-

ana beziehungsweise Sportwettkarten bezogen hat. Bezüglich des Handels mit 

Betäubungsmitteln kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 93 S. 45 ff.). In den Gesprächsprotokollen wurde mehrfach 

von "Weissem" und von "Gras" gesprochen (Urk. D1/2/5 Beilage 16, 82). Die Ge-

-   23   -

spräche lassen keine Zweifel offen, dass über zwei verschiedene Waren gespro-

chen wurde, da erstere nicht benannt, die zweite hingegen uncodiert als "Gras" 

bezeichnet wurde. Indizien dafür, dass es sich bei der unbenannten Ware um Ko-

kain gehandelt habe, ergeben sich – nebst ihrer Umschreibung als "Weisses" – 

aus einem Gespräch zwischen F._____ und Q._____ am 3. September 2016, 

welches die beiden offenbar kurz bevor der Beschuldigte zu ihnen in den Wagen 

stieg führten (Urk. D1/2/6 Beilage 83). So erkundigt sich Q._____, ob F._____ "es 

verpackt" habe, worauf F._____ "…es ist im Pulver… […]" erwiderte (Urk. D1/2/6 

Beilage 83). Der Beschuldigte fragte darauf: "Diese ist Harte Bruder?", worauf 

F._____ antwortete: "Nein, das ist das Gleiche Bruder, wie das letzte Mal, es ist 

das Gleiche. Wo machen wir das?". Anhand dieses Wortwechsels lassen sich 

zwei Schlüsse ziehen: Erstens, dass der Beschuldigte eine bestimmte Ware ent-

geltlich bei F._____ und Q._____ erwerben will und zweitens, dass F._____ und 

Q._____ besagte Ware in Hart- sowie in Pulverform vertrieben, wobei der Be-

schuldigte diese Ware nicht zum ersten Mal erwarb. Der Verdacht, dass es sich 

bei der Ware, welche nicht explizit benannt sondern höchstens umschrieben wird, 

um Kokain handelte, erhärtet sich sodann durch ein Gespräch zwischen F._____ 

und dem Beschuldigten am 3. Dezember 2016 (Urk. D1/2/7 Beilage 150). Anläss-

lich dieses Gesprächs erkundigte sich der Beschuldigte, ob es sich um gute 

"Ware" handeln würde, da gewisse es auch rauchen würden (Urk. D1/2/7 Bei-

lage 150), woraufhin F._____ bestätigte, dass die Ware top sei, da sie "92.5" sei 

(Urk. D1/2/7 Beilage 150). Auf die Bedenken des Beschuldigten, dass die Ware 

zerfallen würde, erwiderte F._____ dann, dass dies nicht stimme, da die Ware 

"92.5" sei und es "Lamisol" sei (Urk. D1/2/7 Beilage 150). Ein klarer Hinweis ist 

sodann die Zahl "92.5", welche sich offensichtlich auf die Qualität der Ware be-

zieht, in Kombination mit dem Begriff "Lamisol". Marihuana weist üblicherweise ei-

nen THC-Gehalt zwischen 12–20% auf (SCHLEGER/JUCKER, Orell Füssli Kommen-

tar (nachfolgend: OFK BetmG), 4. Aufl., Zürich 2022, Art. 2 N 43), während der 

durchschnittliche Reinheitsgrad von Kokain in Kleinmengen zwischen 78-79% 

(SCHLEGER/JUCKER, OFK BetmG, Art. 2 N 23), bei Grossmengen entsprechend 

noch höher liegt, wobei der hohe Reinheitsgehalt von 92.5% darauf hinweist, dass 

es sich um Grossmengen handelte. Gestützt wird diese Theorie ferner auch durch 

-   24   -

die Aussagen des Privatklägers, welcher anlässlich der Konfrontationseinver-

nahme ausführte, dass er im Auftrag des Beschuldigten Kokain bei Q._____ ge-

kauft und einem Abnehmer des Beschuldigten übergeben habe (Urk. D1/2/16 

F/A 5). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass F._____ wegen Mittäterschaft 

mit R'._____ "R._____" (nachfolgend: R._____) und Q._____ bereits rechtskräftig 

mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Februar 2021 [DG200017] wegen Be-

täubungsmittelhandels – darunter auch Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 

97% – im vorliegend relevanten Zeitraum verurteilt wurde. Es lässt sich damit 

rechtsgenüglich erstellen, dass F._____ und Q._____ diverse Abnehmer mit Be-

täubungsmitteln beliefert haben.

5.1.5. Hinsichtlich der Preis- und Mengenangaben ist vollumfänglich auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 93 S. 50). Dass die 

Beteiligten Kokain zu einem Preis von Fr. 50.– pro Gramm und Marihuana zu ei-

nem Preis von durchschnittlich Fr. 4'000.– pro Kilogramm verkauften, ergibt sich 

sodann auch aus einem Gespräch vom 29. November 2016 zwischen F._____ 

und Q._____ (Urk. D1/2/7 Beilage 136). Im weiteren Verlauf des Gesprächs führt 

F._____ aus, dass der Beschuldigte, welcher regelmässig Kokain bei ihm kaufte, 

jedoch kein Marihuana bezog, sondern dieses vielmehr selbst anbot, den Preis 

von "55 auf 50" heruntergedrückt habe (Urk. D1/2/7 Beilage 136). Daraus wird 

klar, dass der Beschuldigte grundsätzlich einen Grammpreis von Fr. 50.– für das 

Kokain bezahlte, F._____ dieses aber eigentlich zu einem Grammpreis von 

CHF 55.– vertrieb.

5.1.6. Zur Identifikation der in den Gesprächsprotokollen verwendeten Rufnamen, 

fällt auf, dass zumeist die Namen "S._____" (Lieber) und "T._____" (Schönling) 

genannt werden. Der Beschuldigte bestätigte, die Telefonnummer 1 [registriert auf 

U._____] benutzt zu haben (Urk. D1/2/1 F/A 17). Weiter räumte er ein, auch die 

Telefonnummer 2 [registriert auf V._____] verwendet zu haben (Urk. D1/2/13 

F/A 15; Beilage 65). Er gab zu, F._____ zu kennen und mit diesem telefoniert zu 

haben, wobei er von diesem "S._____" genannt worden sei (Urk. D1/2/1 F/A 37-

38; Beilage 165; D1/2/2 F/A 64). Im selben Gespräch sagte er, er würde jedoch 

auch F._____ "S._____" nennen. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung er-

-   25   -

scheint die Verwendung von Spitznamen bloss sinnvoll, wenn ein Spitzname nur 

einer Person zugehört, ansonsten im Gespräch jedes Mal erklärt werden müsste, 

von wem gerade die Rede ist. Insofern erscheint es stringent, dass auch mit 

"S._____" oder "T._____" nur eine Person gemeint sein kann, ansonsten jeweils 

unklar wäre, welcher Abnehmer Ware möchte oder in welchem Umfang dieser 

verschuldet war. Diesbezüglich ist dem Beschuldigten zwar zuzustimmen, dass 

"S._____" von den Beteiligten offenbar als allgemeine Anrede verwendet wurde, 

da beispielsweise auch H._____ von Q._____ mit "S._____" begrüsst wurde 

(Urk. D1/2/13 Beilage 65) und der Beschuldigte F._____ ebenfalls so ansprach 

(Urk. D1/2/5 Beilage 1). Entgegen der Auffassung des Beschuldigten schliesst 

dies jedoch nicht aus, dass in den Gesprächen zwischen F._____ und Q._____ 

mit "S._____" oder "T._____" stets der Beschuldigte gemeint war, zumal H._____ 

offenbar unter seinem wahren Vornamen als Abnehmer geführt wurde 

(Urk. D1/2/13 Beilage 75). Im Weiteren ist auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz zu verweisen (Urk. 93 S. 35 ff.). Damit kann im Einklang mit der Vorin-

stanz der Schluss gezogen werden, dass keine unüberwindbaren Zweifel verblei-

ben, dass der Beschuldigte bei F._____ und Q._____ die Spitznamen "S._____" 

und "T._____" trug und entsprechend stets der Beschuldigte gemeint war, sofern 

F._____ und Q._____ über einen Abnehmer namens "S._____" oder "T._____" 

sprachen.

5.1.7. Zu den Behauptungen des Beschuldigten, wonach er zusammen mit 

F._____ einen Slotmaschinen- und Sportwettkartenbetrieb geführt und höchstens 

Marihuana von F._____ oder Q._____ bezogen habe, ist anzumerken, dass diese 

als blosse Schutzbehauptungen zu qualifizieren sind, zumal er weder konkrete 

Angaben zum besagten Slotmaschinenbetrieb machen konnte und eine verklau-

sulierte Sprache in diesem Fall auch keinen Sinn gemacht hätte. Alles deutet dar-

auf hin, dass der Beschuldigte Kokain erworben hat.

5.2. A.4.1. Vorgang 2–8

5.2.1. In Anklageziffer A.4.1. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, zwischen dem 

31. März 2016 und dem 3. Mai 2016 F._____ und Q._____ mehrere Male telefo-

nisch angerufen und diese in M._____, I._____ und Zürich zwecks Tätigung von 

-   26   -

Kokaingeschäften getroffen zu haben (Urk. 20 S. 3). So habe sich F._____ insbe-

sondere am 7. April 2016 telefonisch beim Beschuldigten erkundigt, ob es "Arbeit" 

gäbe (= ob er Kokain liefern müsse), was der Beschuldigte bejaht habe, indem er 

ausführte, dass er jeden Tag arbeite, gerade das Lager einrichte und zwei Jungs 

mit Gips arbeiten würden (= 2 Läufer tragen Kokain aus) (Vorgang 4; Urk. 20 

S. 3). Im Rahmen eines Telefongesprächs am 21. April 2016 habe Q._____ 

F._____ die neue Nummer mitgeteilt, um diese dem Beschuldigten zu geben, wo-

bei die Nummer lediglich aufgeschrieben, aber nicht gespeichert werden sollte, 

sodass keine Spuren entstünden. Am gleichen Tag habe Q._____ F._____ erneut 

angerufen und ihm von einer Textnachricht des Beschuldigten erzählt, in welcher 

der Beschuldigte geschrieben habe: "Bruder, sehen wir uns gleich wie das letzte 

Mal.", woraufhin F._____ präzisiert habe, dass dies bedeute, "dass wir ihm brin-

gen sollen." (Vorgang 5; Urk. 20 S. 4). Am 2. Mai 2016 habe der Beschuldigte 

dann ein Treffen mit F._____ vereinbart, woraufhin sich F._____ am Tag darauf 

zwischen 11:59 Uhr und 12:19 Uhr am Wohnort des Beschuldigten eingefunden 

habe und Letzterer ihm einen Betrag von Fr. 6'000.– für zuvor bezogenes Kokain, 

mindestens 120 Gramm, bezahlt habe (Vorgang 8; Urk. 20 S. 4).

5.2.2. Massgebend für die Erstellung des Sachverhalts ist die Einvernahme des 

Beschuldigten vom 30. November 2018 (Urk. D1/2/5) sowie die Gesprächsproto-

kolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/5 Beilage 7, 14-15, 27-31). Hinsichtlich der 

Ergebnisse aus den Überwachungsmassnahmen der Aktionen URA und OPET ist 

auf die zutreffenden Ausführungen und Auflistungen der Anschlüsse im vorin-

stanzlichen Urteil zu verweisen (Urk. 93 S. 13 f.).

5.2.3. Aus den Gesprächsprotokollen der Aktion URA sowie aufgrund der Tele-

fonnummern und der Verwendung der Spitznamen "S._____" und "T._____" lässt 

sich erstellen, dass am 31. März 2016 ein Telefongespräch um 12:21 Uhr und ei-

nes um 13:41 Uhr zwischen dem Beschuldigten und F._____ stattgefunden hat 

(Urk. D1/2/5 Beilage 1-2; Urk. 93 S. 13 f.). Aus dem darauf folgenden SMS-Ver-

lauf ist zu schliessen, dass es am selben Tag um 16:16 Uhr zu einem Treffen zwi-

schen ihnen an der W._____-strasse 3 in M._____ gekommen ist (Urk. D1/2/5 

Beilagen 3-6). Ein weiteres Telefonat zwischen dem Beschuldigten und F._____ 

-   27   -

kann am 7. April 2016 um 13:54 Uhr erstellt werden (Urk. D1/2/5 Beilage 7). Be-

züglich der Interpretation der Staatsanwaltschaft, wonach sich die Begriffe "Ar-

beit" und "Gips" auf die Lieferung sowie den Verkauf von Kokain beziehen wür-

den, ist jedoch mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich diese mangels eines 

entsprechenden Musters – diese beiden Begriffe wurden einzig in diesem Ge-

spräch verwendet – nicht erstellen lässt. Zudem ist die Sachverhaltsversion des 

Beschuldigten, wonach das Lager der AA._____ AG umgebaut worden sei und 

dabei zwei Helfer mit Gips gearbeitet hätten (Urk. D1/2/5 F/A 39; D1/2/7 F/A 106; 

Prot. S. 15 f., 78), ebenfalls glaubhaft, zumindest kann nicht bewiesen werden, 

dass sie falsch ist. Es ist mithin allein aufgrund des Telefonats nicht erstellbar, 

dass sich die Begriffe "Arbeit" und "Gips" ohne Zweifel auf Kokain und dessen 

Handel beziehen, womit Vorgang 4 nicht erstellbar ist. 

5.2.4. Die gemäss Anklageschrift wiedergegebene Konversation im Rahmen der 

Telefongespräche vom 21. April 2016 ist belegt (Urk. D1/2/5 Beilage 14-15). Der 

Beschuldigte bestreitet jedoch, sich an dieses Gespräch erinnern zu können und 

kann die Beteiligten nicht identifizieren (Urk. D1/2/5 F/A 61 ff.). Der überwachte 

Anschluss I-4 F._____ lässt auf ein Gespräch im Personenwagen von F._____ 

schliessen. Anhand des Spitznamen "T._____" kann erstellt werden, dass die Te-

lefonnummer dem Beschuldigten gegeben und ihm etwas gebracht werden soll. 

Da bereits erstellt werden konnte, dass F._____ und Q._____ mit Kokain handel-

ten (siehe vorstehend Ziffer II.5.1.4.), erscheint es folgerichtig, dass mit "[…] wir 

ihm bringen sollen" gemeint ist, dass der Beschuldigte eine bestimmte Menge Ko-

kain erhalten wird.

5.2.5. Aufgrund der Textnachrichten zwischen F._____ und dem Beschuldigten 

kann weiter erstellt werden, dass sie am 2. Mai 2016 für den Folgetag ein Treffen 

zum gemeinsamen Mittagessen vereinbarten (Urk. D1/2/5 Beilagen 27 ff.). Auf-

grund des Antennenstandorts (Urk. D1/2/5 Beilage 30) ist sodann als erstellt zu 

betrachten, dass sich F._____ am nächsten Tag tatsächlich am Wohnort des Be-

schuldigten einfand und dort für circa 19 Minuten verweilte. Anhand des Zeitrah-

mens erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass sich die beiden – wie vereinbart – 

zum Mittagessen getroffen haben, da weniger als 20 Minuten wohl kaum ausrei-

-   28   -

chen, um gemeinsam zu essen. Anhand des Gesprächs am Folgetag zwischen 

F._____ und Q._____ sowie der Verwendung des Spitznamen "T._____" kann 

sodann erstellt werden, dass der Beschuldigte bei den beiden Schulden von 

Fr. 6'000.– hatte (Urk. D1/2/5 Beilage 31).

5.2.6. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass in Würdigung der Beweismittel 

sowie unter Berücksichtigung der Tatsachen, dass F._____ und Q._____ im Ko-

kainhandel tätig waren, sie im Gespräch vom 21. April 2016 ausführten, dass sie 

dem Beschuldigten etwas bringen sollen (Urk. D1/2/5 Beilage 15) und in der 

Folge ein Treffen stattgefunden hat, zweifelsfrei erstellbar ist, dass es zu einer 

Übergabe von Kokain an den Beschuldigten gekommen ist. Am 23. April 2016 

sprachen Q._____ und R._____ von "100" Weisses" und "Beim A._____, beim 

A._____, wir werden zusammen gehen" (Urk. D1/2/5 Beilage 16), worauf sie am 

3. Mai 2016 festhielten, dass "T._____ 6" schulde (Urk. D1/2/5 Beilage 31). Da 

1 Gramm Kokain zu einem Preis von Fr. 50.– verkauft wurde und der Beschul-

digte Schulden in Höhe von Fr. 6'000.– hatte, ist davon auszugehen, dass der Be-

schuldigte vor dem 3. Mai 2016 Kokain im Umfang von 120 Gramm von F._____ 

bezogen hat, was entsprechend als erstellt gilt.

5.3. A.4.2. Vorgang 10 / 12

5.3.1. Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer A.4.2. vorgeworfen, dass er am 

13. Mai 2016 von F._____ um ein Treffen an dessen Wohnort ersucht worden sei. 

Kurz darauf sei F._____ wie vereinbart dort erschienen. Einige Tage später, am 

17. Mai 2016, habe F._____ dann gegenüber Q._____ bestätigt, dass er dem Be-

schuldigten 100 Gramm Kokain übergeben habe (Vorgang 10; Urk. 20 S. 4). Am 

24. Mai 2016 hätten Q._____ und F._____ besprochen, dass der Beschuldigte ih-

nen noch Fr. 7'000.– schulde, wobei F._____ tags darauf gegenüber Q._____ er-

wähnt habe, dass der Beschuldigte die Schuld am Vorabend bezahlt habe (Vor-

gang 12; Urk. 20 S. 4).

5.3.2. Zur Erstellung des Sachverhalts ist auf die Einvernahme des Beschuldigten 

vom 30. November 2018 (Urk. D1/2/5) sowie auf die Gesprächsprotokolle aus der 

Aktion URA (Urk. D1/2/5 Beilagen 33-35, 38-39) abzustellen. 

-   29   -

5.3.3. Das Telefongespräch vom 13. Mai 2016 kann aufgrund der bekannten Te-

lefonnummern dem Beschuldigten und F._____ zugeordnet werden (Urk. 93 S. 

13), wobei F._____ den Beschuldigten darüber informierte, dass er in Kürze bei 

ihm eintreffen werde (Urk. D1/2/5 Beilage 33). Aufgrund des Antennenstandorts 

von F._____ ist sodann erstellt, dass sich dieser tatsächlich kurze Zeit später am 

Wohn-ort des Beschuldigten einfand und dort für drei Minuten verweilte, sich die 

beiden mithin kurz trafen (Urk. D1/2/5 Beilage 34). Am folgenden Tag informierte 

F._____ Q._____ darüber, dass er "dem T._____ 100 gegeben" habe. Entschlüs-

selt man diese verklausulierte Sprache, wird deutlich, dass F._____ dem Beschul-

digten 100 Gramm Kokain überbracht hat. Aufgrund des sehr kurzen Treffens ei-

nige Tage zuvor, lässt sich zweifelsfrei erstellen, dass der Beschuldigte von 

F._____ 100 Gramm Kokain erhalten hat. Aus dem Gespräch vom 24. Mai 2026 

geht hervor, dass F._____ zu Q._____ sagte, dass "S._____" ihnen "7" schulde, 

welche Schuld der Beschuldigte am selben Abend noch beglichen hat (Urk. 

D1/2/5 Beilage 38-39). Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist daher erstellt.

5.4. A.4.3. Vorgang 13 / 15

5.4.1. Gemäss Anklageschrift habe F._____ Q._____ am 27. Mai 2016 darüber 

informiert, dass der Beschuldigte bei ihnen Schulden in Höhe von Fr. 7'000.– 

habe. Zudem habe F._____ den Beschuldigten zu einem nicht näher bestimmba-

ren Zeitpunkt zwischen dem 27. Mai 2016 und dem 31. Mai 2016 Uhr aufgesucht 

und ihm mindestens 60 Gramm Kokain übergeben, wobei er Q._____ gleichen-

tags mitteilte, dass der Beschuldigte nunmehr Fr. 10'000.– schulde (Vorgang 13; 

Urk. 20 S. 4). Am 4. sowie am 7. Juni 2016 habe sodann der Beschuldigte 

F._____ angerufen und ein Treffen verlangt, woraufhin sich die beiden am 4. Juni 

2016 in einer Pizzeria in AB._____ und am 7. Juni 2016 am Wohnort des Be-

schuldigten getroffen hätten, wobei der Beschuldigte F._____ an einem dieser 

Treffen einen Betrag von Fr. 3'000.– bezahlt habe. Am 10. Juni 2016 habe 

F._____ Q._____ mitgeteilt, dass der Beschuldigte nunmehr Fr. 7'000.– schulde 

(Vorgang 15; Urk. 20 S. 4).

-   30   -

5.4.2. Massgebend für die Erstellung des Sachverhalts ist die Einvernahme des 

Beschuldigten vom 30. November 2018 (Urk. D1/2/5) sowie die Gesprächsproto-

kolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/5 Beilagen 40-41, 44-47).

5.4.3. Aus dem Gespräch zwischen F._____ und Q._____ vom 27. Mai 2016 geht 

hervor, dass sie beim Beschuldigten Fr. 7'000.– ("bei T._____ 7") eintreiben wol-

len (Urk. D1/2/5 Beilage 40). Am 31. Mai 2016 sind es bereits Fr. 10'000.–, die 

der Beschuldigte ihnen schuldete (Urk. D1/2/5 Beilage 41), wodurch deutlich wird, 

dass seine Schulden innert 4 Tagen um Fr. 3'000.– angestiegen sind. Daraus 

lässt sich der Schluss ziehen, dass angesichts eines Grammpreises von Fr. 50.–, 

der Beschuldigte in dieser Zeit 60 Gramm Kokain bezogen haben muss. Bei den 

Gesprächen zwischen F._____ und Q._____ ging es entweder um den Kauf/Ver-

kauf von Kokain oder um das Eintreiben der Schulden bei den Abnehmern. So 

sagte F._____ zu Q._____: "Wenn AC._____ nächstes Mal nach oben gehen 

wird, in 15 Tagen, wird er ein halbes bestellen.", welches F._____ bezahlen wolle 

und ihnen – womit er Bezug auf den Beschuldigten und weitere nimmt – geben 

wolle, sodass sie bei ihm Schulden haben, da er weiter mit ihnen arbeiten wolle 

(Urk. D1/2/5 Beilage 40). Vor dem Hintergrund des organisierten Drogenhandels 

von F._____ und Q._____ mit ihren Abnehmern, lässt sich rechtsgenügend erstel-

len, dass der Beschuldigte zwischen dem 27. und 31. Mai 2016 Kokain im Um-

fang von 60 Gramm bezogen hat (Vorgang 13).

5.4.4. Aus den zwei Telefongesprächen vom 4. Juni 2016 geht hervor, dass der 

Beschuldigte F._____, um ein Treffen bittet, wobei sie sich in AB._____ in einer 

Pizzeria verabreden (Urk. D1/2/5 Beilagen 44-45). Obwohl das Treffen nicht durch 

einen Antennenstandort aktenkundig ist, ist aufgrund des zeitlichen Rahmens – 

das letzte der beiden Telefonate fand 15 Minuten vor dem Treffen statt – und der 

Tatsache, dass die beiden am gleichen Tag nicht mehr miteinander kommunizier-

ten, naheliegend, dass ein Treffen stattgefunden haben muss. Aus dem Telefon-

gespräch vom 7. Juni 2016 geht hervor, dass ein weiteres Treffen am Wohnsitz 

des Beschuldigten stattgefunden haben muss (Urk. D1/2/5 Beilage 46). Sodann 

ergibt sich aus einem Gespräch zwischen F._____ und Q._____ am 10. Juni 

2016, dass "S._____" "7" schulde, der Beschuldigte damit Schulden in Höhe von 

-   31   -

Fr. 7'000.– hatte. Aus der Tatsache, dass der Beschuldigte am 27. Mai 2016 

Schulden in Höhe von Fr. 10'000.– vorwies, nach den beiden Treffen nur noch 

von Schulden in Höhe von Fr. 7'000.– die Rede war, gilt der Anklagesachverhalt 

bezüglich Vorgang 15 als erstellt, wonach der Beschuldigte F._____ an einem der 

beiden Treffen Fr. 3'000.– bezahlt hat.

5.5. A.4.4. Vorgang 16

5.5.1. In Anklageziffer A.4.4. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er 

F._____ am 11. Juni 2016 an seinen Wohnort bestellt habe, was F._____ getan 

und ihm dabei 100 Gramm Kokain übergeben habe. Dies habe F._____ gegen-

über Q._____ bestätigt, wobei er auch darauf hingewiesen habe, dass der Be-

schuldigte eigentlich nur 50 Gramm benötigt hätte und lediglich Fr. 1'500.– be-

zahlt habe (Vorgang 16; Urk. 20 S. 4 f.).

5.5.2. Für die Erstellung des Sachverhalts ist auf die Einvernahme des Beschul-

digten vom 17. Dezember 2018 (Urk. D1/2/6) und auf die Gesprächsprotokolle 

aus der Aktion URA (Urk. D1/2/6 Beilagen 48-50) abzustellen.

5.5.3. Die beiden Telefongespräche vom 11. Juli 2016 lassen darauf schliessen, 

dass es zu einem Treffen zwischen dem Beschuldigten und F._____ gekommen 

ist, zumal nach der Verabredung keine weitere Kommunikation zwischen den bei-

den mehr stattfand (Urk. D1/2/6 Beilagen 48-49). Am selben Tag teilte F._____ 

Q._____ mit, dass er dem Beschuldigten "100" gegeben habe, obwohl dieser nur 

"50" gebraucht hätte, wofür er "1500" erhalten habe (Urk. D1/2/6 Beilage 50). Im 

Gespräch vom 13. Juni 2016 sagte F._____ zu Q._____: "Ich habe S._____ 100 

gegeben. Ich dachte es hat nichts mehr unten. Ich wollte ihm 2x50 geben. Dann 

habe ich gesehen, dass eine grösser war." Q._____ antwortete darauf: "Sie war 

am Stück." F._____ teilte darauf Q._____ mit, dass der Beschuldigte ihm ge-

schrieben habe "98 es fehlt wieder 2"  (Urk. D1/2/6 Beilage 51). Anhand der Ge-

spräche kann erstellt werden, dass F._____ dem Beschuldigten am 11. Juni 2016 

100 Gramm Kokain gebracht, dieser dafür aber lediglich Fr. 1'500.– bezahlt hat, 

zumal er eigentlich nur 50 Gramm Kokain gewollt hätte.

-   32   -

5.6. A.4.5. Vorgang 22 / 23

5.6.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er am 17. August 2016 wäh-

rend seines Ferienaufenthalts in AD._____ einen Anruf von Q._____ erhalten 

habe, der auf seine entsprechende Frage hin damit einverstanden war, dass er 

Q._____s Telefonnummer an H._____ weitergebe. Daraufhin habe H._____ 

Q._____ gleichentags angerufen und zunächst ein Treffen für denselben Abend in 

M._____ vereinbart. Besagtes Treffen habe Q._____ kurz darauf auf den folgen-

den Tag verschoben, woraufhin sich H._____ und Q._____ am 18. August 2016 

beim Restaurant "AE._____" in Zürich zur Besprechung der Kokainübergabe ge-

troffen hätten. Kurz danach hätten sie sich zudem erneut bei der AF._____-Tank-

stelle in M._____ getroffen, wo H._____ als Vertreter des Beschuldigten eine 

Menge von 50 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von rund 90%, 

welches in einem Plastiksack verpackt gewesen sei, von Q._____ erhalten habe. 

Daraufhin habe H._____ umgehend den Abnehmer des Beschuldigten angerufen 

und diesen in einer Industriezone in AG._____ oder AH._____ getroffen, wo er 

ihm das Kokain übergeben habe. ln der Folge habe der Beschuldigte ein bis zwei 

Gramm Kokain an H._____ als Entlohnung übergeben (Vorgang 22; Urk. 20 S. 5). 

Am 31. August 2019 [recte: 2016] habe F._____ schliesslich gegenüber Q._____ 

die Schulden des Beschuldigten auf Fr. 8'000.– beziffert (Vorgang 23; Urk. 20 

S. 5).

5.6.2. Massgebend für die Erstellung dieses Sachverhalts sind die Einvernahmen 

des Beschuldigten vom 17. Dezember 2018 und 3. April 2019 (Urk. D1/2/6; 

D1/2/13 F/A 14 ff.), die Konfrontationseinvernahme mit dem Privatkläger vom 

4. April 2019 (Urk. D1/2/16) sowie die Gesprächsprotokolle aus der Aktion URA 

(Urk. D1/2/13 Beilagen 64-72, 75). Relevant sind in dieser Hinsicht sodann auch 

die Beizugsakten DH210012.

5.6.3. Aus dem Telefongespräch vom 17. August 2016 geht hervor, dass der Be-

schuldigte noch in den Ferien weilte, als er Q._____ darum bat zu einem Freund 

von ihm zu gehen (Urk. D1/2/13 Beilage 64). Hervorgehend aus den Gesprächs-

protokollen nahm Q._____ darauf mit dem Privatkläger Kontakt auf, worauf sie 

sich schliesslich am 18. August 2016 bei der AF._____ Tankstelle in M._____ tra-

-   33   -

fen, was wiederum durch den Antennenstandort belegt ist (Urk. D1/2/13 Bei-

lage 65-72). Am 31. August 2016 teilte F._____ Q._____ mit, dass "H._____" ih-

nen "2500" schulde (Urk. D1/2/13 Beilage 75). Auf Vorhalt dieser Gespräche gab 

der Beschuldigte an, nicht zu wissen, worum es bei diesen Gesprächen gehe 

(Urk. D1/2/13 F/A 26 ff.). Der Privatkläger führte demgegenüber anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme aus, dass er vom Beschuldigten, als dieser in 

AD._____ in den Ferien gewesen sei, Q._____s Telefonnummer erhalten habe. 

Der Beschuldigte hätte ihn gebeten, für ihn 50 Gramm Kokain entgegenzuneh-

men, um diese einem Portugiesen/Spanier/Ausländer zu geben, was er dann 

auch so getan habe (Urk. D1/2/16 F/A 5). Das Kokain hätte er dem Abnehmer 

dann in AG._____ oder AH._____ im Kanton AI._____ in einem durchsichtigen 

Säckchen verpackt übergeben (Urk. D1/2/16 F/A 5, 6, 10). Betreffend Bezahlung 

hätte ihm der Beschuldigte gesagt, dass er das regeln werde (Urk. D1/2/16 

F/A 13). Er nehme daher an, dass F._____ fälschlicherweise davon ausgegangen 

sei, dass er bei ihm Fr. 2'500.– Schulden gehabt habe und der Beschuldigte dies 

später mit F._____ geklärt habe (Urk. D1/2/16 F/A 5). Als Belohnung für die Über-

gabe habe er vom Beschuldigten 1 bis 2 Gramm Kokain für den Eigengebrauch 

erhalten, denn die Übergabe sei ein Freundschaftsdienst gewesen (Urk. D1/2/16 

F/A 14). Diese Aussagen bestätigte der Privatkläger im Rahmen des gegen ihn 

geführten Strafverfahrens, wofür er wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz sodann auch verurteilt wurde (Beizugsakten DH210012; 

Urk. 3/7-8). 

5.6.4. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ist auf die glaubhaften Aussagen des 

Privatklägers abzustellen (Urk. 93 S. 82 f.). Angesichts der Schuld im Umfang von 

Fr. 2'500.– lässt sich erstellen, dass der Privatkläger für den Beschuldigten 

50 Gramm Kokain bezogen hat (Vorgang 22). Einzig der Vorwurf, dass die 

50 Gramm Kokain einen Reinheitsgehalt von rund 90% aufgewiesen hätten, kann 

nicht erstellt werden.

5.6.5. In einem Gespräch am 31. August 2016 führte F._____ gegenüber 

Q._____ aus, dass "T._____" ihnen "8" schulde (Urk. D1/2/13 Beilage 75). Da 

-   34   -

dies bedeutet, dass der Beschuldigte Fr. 8'000.– Schulden hatte, gilt der Sachver-

halt als erstellt (Vorgang 23).

5.7. A.4.6. Vorgang 26

5.7.1 Unter der Anklageziffer A.4.6. wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschul-

digte vor, sich nach vorgängigen telefonischen Absprachen am 3. September 

2016 mit F._____ und Q._____ in AJ._____ getroffen und in deren Fahrzeug zu-

gestiegen zu sein. Dabei habe er F._____ Fr. 3'500.– übergeben und seine 

Ausstände mit Fr. 4'500.– beziffert. Danach habe er von F._____ 100 Gramm Ko-

kain verlangt, der 300 Gramm Kokain dabei gehabt habe, sich aber nach der Be-

zahlung der Drogenschulden erkundigt habe. Der Beschuldigte habe daraufhin 

versprochen, am gleichen Abend Fr. 4'000.– zu bezahlen (worauf er von F._____ 

50 Gramm Kokain erhalten habe = dafür wurde der Beschuldigte bereits freige-

sprochen, was nicht angefochten wurde). Der Beschuldigte habe bei F._____ so-

dann 50 Gramm Kokain für den Abend bestellt und F._____ 19 Kilogramm Mari-

huana zu einem Kilopreis von Fr. 4'200.– angeboten. Nachdem der Beschuldigte 

kurz ausgestiegen sei, sei er circa 50 Minuten später nochmals bei F._____ in 

den Wagen gestiegen und habe diesem Fr. 500.– bezahlt sowie erneut 50 

Gramm Kokain verlangt. Als er daraufhin ausgestiegen sei, habe er von F._____ 

die verlangten 50 Gramm Kokain erhalten, wodurch seine Drogenschulden von 

Fr. 4'000.– auf Fr. 6'500.– angestiegen seien (Vorgang 26; Urk. 20 S. 5).

5.7.2. Zur Erstellung des Sachverhalts ist auf die Einvernahme des Beschuldigten 

vom 17. Dezember 2018 (Urk. D1/2/6 F/A 79-125) sowie auf die Gesprächsproto-

kolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/6 Beilagen 77-83) abzustützen.

5.7.3. Das Gespräch vom 2. September 2016 deutet darauf hin, dass sich der Be-

schuldigte mit Q._____ für ein Treffen am darauffolgenden Tag um die Mittagszeit 

in AJ._____ verabredet hat (Urk. D1/2/6 Beilagen 77-81). Der Beschuldigte bestä-

tigte, dass er mit F._____ und Q._____ um 12:43 Uhr in AJ._____ im Personen-

wagen von F._____ ein Gespräch führte (Urk. D1/2/6 F/A 96; D1/2/6 Beilage 82). 

Auf der Audioaufnahme ist zu hören, wie der Beschuldigte "3.5" (also Fr. 3'500.–) 

abzählt und diese F._____ übergibt (Urk. D1/2/6 Beilage 82). Weiter erklärt der 

-   35   -

Beschuldigte, dass seine Restschuld nun noch "4.5" (also Fr. 4'500.–) betrage 

(Urk. D1/2/6 Beilage 82), was mit den Schulden am 31. August 2016 (siehe Vor-

gang 23) übereinstimmt. Weiter ist zu hören, wie der Beschuldigte anbot, am glei-

chen Abend noch weitere Fr. 3'000.– oder Fr. 4'000.– zu bezahlen, worauf er sich 

bei F._____ erkundigt, ob dieser "etwas mitgenommen habe" (Urk. D1/2/6 Bei-

lage 82). Nachdem F._____ bestätigte, dass er "300" (also 300 Gramm Kokain) 

dabei habe, verlangt der Beschuldigte schliesslich "100", die er jetzt brauche 

(Urk. D1/2/6 Beilage 82). Darauf erkundigte sich F._____ bei ihm, wann er mit 

den restlichen Fr. 4'500.– rechnen dürfe und drängt auf eine Bezahlung von 

Fr. 4'000.– am selben Abend, was der Beschuldigte in Aussicht stellt und ange-

sichts dessen weitere 50 Gramm Kokain bestellt (Urk. D1/2/6 Beilage 82). Ferner 

bietet der Beschuldigte F._____ 19 Kilo "Gras" zu einem Preis von "4 und 200" an 

(Urk. D1/2/6 Beilage 82).

5.7.4. In einem weiteren Gespräch um 13:45 Uhr führte F._____ aus, dass sie 

jetzt auf "4" seien, nachdem der Beschuldigte sagte "das Geld ist hier" 

(Urk. D1/2/6 Beilage 82). F._____ erklärte dann, dass die Schulden des Beschul-

digten auf Fr. 6'500.– ansteigen werden, sobald er ihm "dies" gebe (Urk. D1/2/6 

Beilage 82). Daraus lässt sich erstellen, dass F._____ dem Beschuldigten 

50 Gramm Kokain zu einem Preis von Fr. 2'500.– übergeben hat. Weiter gilt auch 

als erstellt, dass der Beschuldigte F._____ 19 Kilogramm Marihuana für den Kilo-

preis von Fr. 4'200.– angebot und weitere 50 Gramm Kokain bestellte.

5.8. A.4.7. Vorgang 45

5.8.1. Gemäss Anklageschrift habe der Beschuldigte F._____ bei einem Teffen 

zuvor 30 Kilogramm Haschisch ("Shit") angeboten und ihm dafür ein Muster über-

geben, was F._____ Q._____ am 14. November 2016 mitgeteilt habe (Vorgang 

45; Urk. 20 S. 6).

5.8.2. Zur Erstellung dieses Vorgangs wird auf die Einvernahme des Beschuldig-

ten vom 23. Januar 2019 (Urk. D1/2/7 F/A 111-114) sowie auf ein Gesprächspro-

tokoll aus der Aktion URA (Urk. D1/2/7 Beilage 124) abgestellt.

-   36   -

5.8.3. Anlässlich des Gesprächs vom 14. November 2016 teilte F._____ Q._____ 

mit, dass er vom Beschuldigten "irgendeinen Shit angeboten" erhalten habe und 

er die Probe zuhause habe (Urk. D1/2/7 Beilage 124). Darauf fragte Q._____ ihn, 

ob es 30 Stück seien, was F._____ mit "vielleicht" beantwortete (Urk. D1/2/7 Bei-

lage 124). Wie die Vorinstanz zu Recht erwägte (Urk. 93 S. 86 f.), lässt sich zwei-

felsfrei erstellen, dass der Beschuldigte F._____ eine Probe Haschisch überge-

ben hat, zumal es sich bei "Shit" um einen umgangssprachlichen Namen für Ha-

schisch (SCHLEGER/JUCKER, OFK BetmG, Drogenglossar S. 800) handelt. Anhand 

des Gesprächsfetzen "30 Stück" kann nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte 

F._____ damit 30 Kilogramm Haschisch anbot. Diesbezüglich ist zwar anzumer-

ken, dass F._____ nicht nachfragen musste, was Q._____ mit "30 Stück" meinte, 

womit naheliegend ist, dass es sich um eine gängige Einheit handeln musste, je-

doch Haschisch beispielsweise auch in Platten gehandelt wird (SCHLEGER/JU-

CKER, OFK BetmG, Art. 2 N 41), weshalb sich keine bestimmte Menge – schon 

gar nicht 30 Kilogramm – erstellen lässt. Was sich hingegen erstellen lässt, ist das 

Angebot einer unbestimmten Menge Marihuana durch den Beschuldigten.

5.9. A.4.8. Vorgang 46

5.9.1. Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten unter Anklageziffer A.4.8. am 

19. November 2016 vor, von F._____ telefonisch aufgefordert worden zu sein, 

herunterzukommen. Kurz darauf sei der Beschuldigte in den Wagen von F._____ 

gestiegen, wobei er von diesem 100 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt 

von 92.5% erhalten und ihm dafür Fr. 3'000.– ausgehändigt habe. Zudem habe er 

F._____ versprochen ihm am selben Abend weitere Fr. 3'000.– zu bezahlen und 

sei sich damit mit F._____ einig gewesen, dass er diesem zusätzlich zu den be-

stehenden Schulden in Höhe von Fr. 7'000.– nun noch weitere Fr. 5'000.–, total 

Fr. 12'000.–, schulden würde (Vorgang 46; Urk. 20 S. 6).

5.9.2. Zur Erstellung des Sachverhalts wird auf die Einvernahme des Beschuldig-

ten vom 6. November 2018 (Urk. D1/2/2 F/A 58–96) sowie auf die Gesprächspro-

tokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/2 Beilage 125-130) abgestellt.

-   37   -

5.9.3. Aus dem Telefongespräch vom 19. November 2016 geht hervor, dass 

F._____ zu Q._____ sagte, dass er dem Beschuldigten geschrieben habe, um 

ihm "100-er" zu geben (Urk. D1/2/2 Beilage 127), womit erstellt ist, dass F._____ 

vor hatte, dem Beschuldigten 100 Gramm Kokain vorbeizubringen. F._____ teilte 

Q._____ im gleichen Gespräch mit, dass der Beschuldigte "[…] es schon [zur 

Analyse] gebracht" habe, worauf F._____ diesem gesagt habe, dass er wisse 

wieviel herauskommen werde, nämlich "92.5" (Urk. D1/2/2 Beilage 127). Die Vor-

instanz hat zu Recht festgehalten, dass sich die Zahl 92.5 einzig auf den Rein-

heitsgehalt des gehandelten Kokains beziehen kann (Urk. 93 S. 88). Ein weiteres 

Gespräch lässt darauf schliessen, dass sich F._____ und Q._____ mit dem Be-

schuldigten am selben Tag getroffen haben und ihm "100" mitgebracht haben 

(Urk. D1/2/2 Beilage 130). Der Beschuldigte gab F._____ daraufhin "3" zum "hal-

ten" und stellte für den gleichen Abend die Überbringung weiterer "3" in Aussicht 

(Urk. D1/2/2 Beilage 130). F._____ sagte, dass es "7 und 5" seien, wobei der Be-

schuldigte seine Schulden bei ihnen mit "12, gut abgemacht" bestätigte 

(Urk. D1/2/2 Beilage 130). Dieses Gespräch ist einhergehend mit der Vorinstanz 

(Urk. 93 S. 88) vor dem Hintergrund der bisherigen Erkenntnisse dahingehend zu 

interpretieren, dass F._____ dem Beschuldigten 100 Gramm Kokain mitbrachte, 

der Beschuldigte diesem zunächst Fr. 3'000.– für bestehende Schulden bezahlte, 

wodurch sich seine Schulden auf Fr. 7'000.– reduzierten. Danach stellte der Be-

schuldigte die Bezahlung weiterer Fr. 3'000.– in Aussicht. Aufgrund des Erhalts 

von 100 Gramm Kokain stiegen die Schulden des Beschuldigten wiederum von 

Fr. 7'000.– um Fr. 5'000.– auf Fr. 12'000.–. Nach dem Gesagten lässt sich erstel-

len, dass der Beschuldigte 100 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 

92.5% erhielt. Der Anklagesachverhalt hinsichtlich Vorgang 46 ist damit vollum-

fänglich erstellt.

5.10. A.4.9. Vorgang 48 / 49

-   38   -

5.10.1. In Anklageziffer A.4.9. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er 

nach telefonischer Vereinbarung am 27. November 2016 bei F._____ in den Wa-

gen gestiegen und von diesem 50 Gramm Kokain erhalten habe, während er ihm 

Fr. 3'000.– bezahlt und weitere Fr. 5'000.– für den Folgetag in Aussicht gestellt 

habe. F._____ habe dem Beschuldigten daraufhin vorgerechnet, dass sich die 

Restschulden unter Einbezug des gelieferten Kokains und des erhaltenen Geldes 

nun auf Fr. 11'500.– beliefen (Vorgang 48; Urk. 20 S. 6). Zwei Tage später habe 

der Beschuldigte F._____ beim Bahnhof I._____ getroffen und diesem Fr. 2'500.– 

bezahlt, womit er ihm noch Fr. 9'000.– schuldig geblieben sei (Vorgang 49; 

Urk. 20 S. 6).

5.10.2. Zur Erstellung des Sachverhalts sind die Einvernahme des Beschuldig-

ten vom 23. Januar 2019 (Urk. D1/2/7 F/A 120-141, 177-181) und die Gesprächs-

protokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/7 Beilagen 131-134, 142) heranzuzie-

hen. 

5.10.3. Der Beschuldigte gestand ein, F._____ gebeten zu haben, ihn beim 

DartClub in I._____ abzuholen (Urk. D1/2/7 F/A 124). Weiter räumte er ein, dass 

es sich bei der Audioaufnahme um ein Gespräch zwischen ihm und F._____ han-

delte (Urk. D1/2/7 F/A 133, Beilage 134), weshalb dieses als erstellt gilt. Aus dem 

Gespräch geht hervor, dass F._____ dem Beschuldigten "50" (also 50 Gramm 

Kokain) übergab. Darauf bezahlte der Beschuldigte F._____ "3" (also Fr. 3'000.–) 

und versprach weitere "5" (also Fr. 5'000.–) für den nächsten Tag (Urk. D1/2/7 

Beilage 134). Da die Schulden des Beschuldigten vor diesem Gespräch "12" be-

trugen, diese nun um "2.5" zunahmen, jedoch gleichzeitig um "3" abnahmen, stell-

ten sie schlussendlich fest, dass der Beschuldigte F._____ nunmehr "11.5" schul-

dete (Urk. D1/2/2 Beilage 134), wobei der Beschuldigte abermals darauf hinwies, 

dass er F._____ am nächsten Tag nochmals "5" geben werde. Erstellt gilt daher, 

dass der Beschuldigte am 19. November 2016 von F._____ 50 Gramm Kokain er-

hielt, ihm Fr. 3'000.– bezahlte, die Bezahlung weiterer Fr. 5'000.– in Aussicht 

stellte und schliesslich noch Schulden in Höhe von Fr. 11'500.– hatte. Wie die 

Vorinstanz zutreffend feststellte (Urk. 93  S. 89 f.), ist obschon die beiden Ge-

sprächspartner nichts über den Reinheitsgehalt des Kokains verlauten liessen, 

-   39   -

aufgrund der Tatsache, dass das Kokain, welches der Beschuldigte in Vorgang 46 

und – wie sogleich zu zeigen sein wird – in Vorgang 51 erhielt, davon auszuge-

hen, dass auch das in Vorgang 48 erhaltene Kokain einen Reinheitsgehalt von 

92.5% aufwies, da die Lieferung zeitlich zwischen den beiden Vorgängen lag.

5.10.4. In einem weiteren Gespräch am 29. November 2016 führte der Be-

schuldigte aus, dass er "2.5" mitgebracht habe (Urk. D1/2/7 Beilage 142), worauf-

hin F._____ feststellte, dass der Beschuldigte nun noch "9" schulde. Da der Be-

schuldigte dies nicht nachvollziehen konnte, rechnete F._____ ihm detailliert vor 

wie sich die Restschulden zusammensetzten. Es seien ursprünglich "12" gewe-

sen, diese aufgrund der "50" auf "14.5" angestiegen seien, der Beschuldigte dann 

"3" und nun "2.5" gegeben habe, weswegen noch "9" offen seien (Urk. D1/2/7 

Beilage 142). Entschlüsselt man dieses Abrechnungsgespräch kann einherge-

hend mit der Vorinstanz (Urk. 93 S. 90) rechtsgenügend erstellt werden, dass der 

Beschuldigte F._____ Fr. 2'500.– bezahlte und nunmehr noch Fr. 9'000.– schul-

dete, womit Vorgang 49 erstellt ist und die Geschehnisse in Vorgang 48 nochmals 

bestätigt werden.

5.11. A.4.10. Vorgang 50 / 51

5.11.1. Gemäss Anklageschrift habe der Beschuldigte F._____ am 2. Dezem-

ber 2016 nach einem Treffen bei ihm zuhause gefragt, worauf F._____ Q._____ 

mitgeteilt habe, dass er dem Beschuldigten das Kokain zum Preis von Fr. 50.– 

pro Gramm verkaufe. Der Beschuldigte sei dann später in den Wagen von 

F._____ gestiegen, wo er von diesem 100 Gramm Kokain übernommen habe 

(Vorgang 50; Urk. 20 S. 6). Am nächsten Tag habe er F._____ in dessen Wagen 

Fr. 3'000.– bezahlt, so dass der Ausstand noch Fr. 11'000.– betragen habe. Zu-

dem hätten sich F._____ und der Beschuldigte über den Reinheitsgrad des Ko-

kains unterhalten, wobei F._____ diesen mit 92.5% beziffert habe (Vorgang 51; 

Urk. 20 S. 6).

5.11.2. Zur Erstellung des Sachverhalts kann auf die Einvernahme des Be-

schuldigten vom 23. Januar 2019 (Urk. D1/2/7 F/A 182-188, 194-200, 207-212) 

-   40   -

und auf die Gesprächsprotokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/7 Beilagen 143-

144, 146-147, 150) abgestellt werden.

5.11.3. Aus dem Telefongespräch vom 2. Dezember 2016 geht hervor, dass 

F._____ zu Q._____ sagte, dass er es dem Beschuldigten "à 50" gebe. Da er 

"wöchentlich 200" von ihm beziehe, könne er ihm den "Preis von 55 auf 50" redu-

zieren (Urk. D1/2/7 Beilage 144). Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse betreffend 

verklausulierter Sprache ist zweifelsfrei erstellbar, dass F._____ damit Q._____ 

mitteilte, dass er dem Beschuldigten das Kokain zu einem Preis von Fr. 50.– pro 

Gramm verkaufte.

5.11.4. Anhand des Gesprächsprotokolls vom 2. Dezember 2016 (Urk. D1/2/7 

Beilage 146) und des Antennenstandorts (Urk. D1/2/7 Beilage 147) ist belegt, 

dass ein Treffen zwischen dem Beschuldigten und F._____ stattfand. Aus dem 

Gespräch geht hervor, dass der Beschuldigte F._____ "3" in Aussicht stellte 

(Urk. D1/2/7 Beilage 146). Am 3. Dezember 2016 bei einem weiteres Treffen zwi-

schen F._____ und dem Beschuldigten, gab er F._____ besagte "3" (Urk. D1/2/7 

Beilage 150). Der Beschuldigte rechnete vor, dass seine Schulden nun abzüglich 

der "3" auf "9" reduziert würden. Darauf konterte F._____: "Es ist doch 9 und 5 

macht es 14?". Aufgrund dieses Abrechnungsgesprächs lässt sich zweifelsfrei er-

stellen, dass der Beschuldigte zuvor 100 Gramm Kokain erhalten hat, da seine 

Schulden zwischenzeitlich von Fr. 9'000.– um Fr. 5'000.– auf Fr. 14'000.– ange-

wachsen sind, wegen seiner Zahlung in Höhe von Fr. 3'000.– nun jedoch lediglich 

noch Fr. 11'000.– betrugen.

5.11.5. Im weiteren Verlauf des Gesprächs informierte F._____ den Beschul-

digten sodann darüber, dass die Ware top sei, weil sie "92.5" beinhalte (Urk. 

D1/2/7 Beilage 150), weshalb erstellt ist, dass der Beschuldigte von F._____ 

100 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 92.5% erhielt, eine Anzahlung 

von Fr. 3'000.– machte und nun noch ausstehende Schulden von Fr. 11'000.– bei 

ihm hatte.

-   41   -

5.12. A.4.11. Vorgang 52

5.12.1. In Anklageziffer A.4.11. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, sich am 

8. Dezember 2016 kurz vor 11:00 Uhr in der Nähe seines Wohnorts mit F._____ 

getroffen zu haben, wo er von diesem 50 Gramm Kokain erhalten und dafür 

Fr. 2'000.– bezahlt habe (Vorgang 52; Urk. 20 S. 6).

5.12.2. Zur Erstellung des Sachverhalts kann auf die Einvernahme des Be-

schuldigten vom 23. Januar 2019 (Urk. D1/2/7 F/A 213-234) sowie auf die Ge-

sprächsprotokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/7 Beilagen 151-156) abgestellt 

werden.

5.12.3. Der Beschuldigte bestätigt das Telefongespräch mit F._____ und die 

darauffolgenden SMS am 8. Dezember 2016, woraus zu entnehmen ist, dass sie 

ein Treffen am Wohnort des Beschuldigten vereinbarten (Urk. D1/2/7 F/A 213 ff.). 

Da die beiden danach nicht mehr kommunizierten, ist davon auszugehen, dass 

das Treffen tatsächlich stattgefunden hat. Anlässlich des Telefongesprächs am 

darauffolgenden Tag informierte F._____ Q._____, dass er dem Beschuldigten 

"50" gebracht, von ihm jedoch nur "2000" erhalten habe (Urk. D1/2/7 Beilage 

156).

5.12.4. Vor diesem Hintergrund kann erstellt werden, dass F._____ dem Be-

schuldigten am 8. Dezember 2016 50 Gramm Kokain übergeben und dieser ihm 

jedoch statt den dafür geschuldeten Fr. 2'500.– nur Fr. 2'000.– bezahlt hat. 

5.13. A.4.12. Vorgang 53 / 54

5.13.1 Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten unter Anklageziffer A.4.12. 

vor, sich am Abend des 13. Dezember 2016 im Club "AK._____" in AL._____ mit 

F._____ getroffen zu haben, wo er mindestens 100 Gramm Kokain übernommen 

habe (Vorgang 53, Urk. 20 S. 7). Tags darauf habe er F._____ an dessen Wohn-

ort in AM._____ Fr. 4'250.– bezahlt, sodass seine Restschuld noch Fr. 12'250.– 

betragen habe (Vorgang 54; Urk. 20 S. 7).

-   42   -

5.13.2. Zur Erstellung des Sachverhalts kann auf die Einvernahme des Be-

schuldigten vom 8. Februar 2019 (Urk. D1/2/8 F/A 5-31) und auf die Gesprächs-

protokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/8 Beilagen 157-161, 164) abgestellt 

werden.

5.13.3. Das Telefongespräch vom 12. Dezember 2016 hält fest, dass F._____ 

zu Q._____ sagte, dass der Beschuldigte bei ihm zu jenem Zeitpunkt Schulden in 

Höhe von Fr. 11'000.– habe (Urk. D1/2/8 Beilage 157). 

5.13.4. Anhand des Telefongesprächs 13. Dezember 2016 kann gefolgert wer-

den, dass der Beschuldigte sich mit F._____ in 20 Minuten bei "AN._____" treffen 

wolle (Urk. D1/2/8 Beilage 158). Auf die Frage, ob "AN._____" der Geschäftsfüh-

rer des Clubs "AO._____" resp. "AK._____" sei, antwortete der Beschuldigte, 

dass dies sein könne (Urk. D1/2/8 F/A 15 f.). Aus der GPS-Auswertung des Per-

sonenwagens von F._____ geht hervor, dass sich dieser vom 13. Dezember 2016 

ab 21:26 Uhr bis am 14. Dezember 2016 um 00:14 Uhr an der AP._____-

strasse 4 in AL._____ und damit in unmittelbarer Nähe des Clubs "AK._____" be-

funden hat (Urk. D1/2/8 Beilage 159). Hinweise darauf, dass sich der Beschul-

digte ebenfalls dort aufhielt, finden sich in den Akten zwar keine, jedoch kann auf-

grund des zeitlichen Rahmens sowie der Tatsache, dass später keine Kommuni-

kation mehr zwischen ihm und F._____ erfolgte, davon ausgegangen werden, 

dass das Treffen stattfand. Allein aus dem Umstand, dass sich der Beschuldigte 

mit F._____ getroffen hat, darf jedoch noch nicht geschlossen werden, dass der 

Beschuldigte 100 Gramm Kokain von diesem erhalten hat. Der nächste Schulden-

stand wurde im Gespräch zwischen dem Beschuldigten und F._____ am 21. De-

zember 2016 (siehe nachfolgend Vorgang 55; Ziffer II.5.14.) – 8 Tage später – mit 

"12250" festgehalten, wobei F._____ zum Beschuldigten sagte, dass er ihm letz-

tes Mal statt "4300" nur "4250" bezahlt habe und daher eine Restschuld von 

"12200" resultiere (Urk. D1/2/8 Beilage 164). Der letzte Schuldenstand lag bei 

Fr. 11'000.–, wovon Fr. 4'300.– abgezogen und Fr. 5'500.– hinzugerechnet, 

Fr. 12'200.– ergeben. Daraus lässt sich rechtsgenügend erstellen, dass es am 13. 

Dezember 2016 zu einer Übergabe von 100 Gramm Kokain gekommen ist, an-

sonsten sich die Schuldenveränderung nicht erklären liesse. Da sich die Schulden 

-   43   -

um einen Betrag von Fr. 5'500.– erhöhten, muss angenommen werden, dass in 

diesem Fall ein Grammpreis von Fr. 55.– berechnet worden ist.

5.13.5. In den Akten finden sich zwei Telefongespräche am 14. Dezember 

2016 zwischen dem Beschuldigten und F._____ (Urk. D1/2/8 Beilagen 160-161), 

woraus erstellbar ist, dass ein Treffen zwischen ihnen am 14. Dezember 2016 

stattgefunden hat. Die Bezahlung von Fr. 4'250.– an Stelle von Fr. 4'300.– er-

wähnte F._____ im Gespräch vom 21. Dezember 2016, was der Beschuldigte 

auch bestätigte (Urk. D1/2/8 Beilagen 164), wodurch sich die Bezahlung von 

Fr. 4'250.– an F._____ ebenfalls erstellen lässt. 

5.13.6. Nach dem Gesagten gilt Anklageziffer A.4.12.– entgegen den vor-

instanzlichen Erwägungen – als erstellt.

5.14. A.4.13. Vorgang 55

5.14.1. Unter Anklageziffer A.4.13. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, 

F._____ am 21. Dezember 2016 beim AQ._____ in Zürich getroffen zu haben, wo 

er 100 Gramm Kokain bestellt und ihm Fr. 4'000.– bezahlt habe, wodurch sich 

seine Schulden auf Fr. 8'200.– reduziert hätten (Vorgang 55a; Urk. 20 S. 7). Da-

bei habe er F._____ zudem Marihuana zu einem Kilopreis von Fr. 3'800.– sowie 

ein Muster desselben angeboten, wobei er davon 40 Kilogramm besessen habe 

(Vorgang 55b; Urk. 20 S. 7).

5.14.2. Massgebend zur Erstellung des Sachverhalts erweisen sich die Einver-

nahme des Beschuldigten vom 8. Februar 2019 (Urk. D1/2/8 F/A 32-55) und die 

Gesprächsprotokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/8 Beilagen 162–164).

5.14.3. Aus der Audioüberwachung des Personenwagens von F._____ am 

21. Dezember 2016 ergibt sich, dass F._____ mit dem Beschuldigten festhielt, 

dass seine Schulden nun Fr. 12'200.– (eigentlich Fr. 12'250.–) betragen würden 

(Urk. D1/2/8 Beilage 164). Danach zählte der Beschuldigte 20 ab und übergab 

diese an F._____ (Urk. D1/2/8 Beilage 164). Zudem gab er ihm "diese 50 noch" 

(Urk. D1/2/8 Beilage 164). Da seine Schulden danach gemäss übereinstimmen-

der Auffassung Fr. 8'200.– betrugen (Urk. D1/2/8 Beilage 164), muss der Be-

-   44   -

schuldigte F._____ 20 x Fr. 200.– sowie 1 x Fr. 50.– übergeben haben. Ausser-

dem ist zu hören, wie der Beschuldigte "100" bestellte sowie die Bezahlung weite-

rer "4" in Aussicht stellte (Urk. D1/2/8 Beilage 164). Damit ist erstellt, dass der Be-

schuldigte 100 Gramm Kokain bestellte und Fr. 4'050.– bezahlte, womit seine 

Restschuld Fr. 8'200.– betrug.

5.14.4. Im weiteren Verlauf des Gesprächs zwischen dem Beschuldigten und 

F._____ am 21. Dezember 2016 erkundigte sich der Beschuldigte nach der Be-

stellung von 100 Gramm Kokain und wie das Gras sei (Urk. D1/2/8 Beilage 164 

Zeile 41). F._____ antwortete, dass es nicht so gut sei, erkundigte sich dann je-

doch gleichwohl, ob der Beschuldigte davon noch habe, was dieser mit "40 Kg" 

bestätigt (Urk. D1/2/8 Beilage 164). F._____ verlangte daraufhin abermals eine 

Probe und erkundigte sich um den Preis, worauf der Beschuldigte mit "4" und – 

nach kurzer Verhandlung – mit "3800 für dich" beantwortete und ihm für den mor-

gigen Tag die Probe in Aussicht  stellte (Urk. D1/2/8 Beilage 164). Damit ist er-

stellt, dass der Beschuldigte F._____ 40 Kilogramm Marihuana zu einem Kilopreis 

von Fr. 3'800.– angeboten und ihm dafür ein Muster versprochen hat.

5.15. A.4.14. Vorgang 56

5.15.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, F._____ 

am 22. Dezember 2016 um 15:26 Uhr angerufen zu haben, um mit ihm ein Tref-

fen an seinem Wohnort in I._____ zu vereinbaren. Um 18:57 Uhr sei er dann in 

den Wagen von F._____ eingestiegen und habe von diesem 100 Gramm Kokain 

ausgehändigt erhalten, wofür er Fr. 3'000.– bezahlt habe. F._____ habe ihn dar-

aufhin informiert, dass er nun noch Schulden von Fr. 10'200.– habe. Der Beschul-

digte habe dann noch weitere 50 Gramm Kokain für den nachfolgenden Sonntag 

[25. Dezember 2016] bestellt (Vorgang 56; Urk. 20 S. 7).

5.15.2. Für die Erstellung des Sachverhalts kann auf die Einvernahme des Be-

schuldigten vom 6. November 2018 (Urk. D1/2/2 F/A 37-53) sowie auf die Ge-

sprächsprotokolle aus der Aktion URA (Urk. D1/2/2 Beilagen 165-167) abgestellt 

werden.

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5.15.3. Der Beschuldigte anerkannte die Telefongespräche mit F._____ am 

22. Dezember 2016 (Urk. D1/2/2 F/A 37, 43; D1/2/2 Beilage 165). Es lässt sich 

damit erstellen, dass F._____ den Beschuldigten abholte und aus dem Gespräch 

im Personenwagen von F._____ geht hervor, dass der Beschuldigte sich bei die-

sem erkundigte, ob es "100" seien, was F._____ bestätigte, den Beschuldigten je-

doch darauf hinwies, dass überall Kameras seien (Urk. D1/2/2 Beilage 167). Der 

Beschuldigte übergab F._____ "noch drei", was F._____ ebenfalls bestätigte 

(Urk. D1/2/2 Beilage 167). Der Beschuldigte erklärte sodann, dass aufgrund der 

"5", die dazukommen seine Schulden nun "10200" betragen würden, was er – an-

gesichts seines heutigen Geburtstags – als zu hoch empfinde (Urk. D1/2/2 Bei-

lage 167). Im weiteren Verlauf des Gesprächs bat der Beschuldigte F._____, ihm 

am Sonntag noch "50" zu bringen, was F._____ bestätigte (Urk. D1/2/2 Bei-

lage 167). Daraufhin stellte der Beschuldigte in Aussicht, ihm bis Sonntag "10200" 

geben zu wollen (Urk. D1/2/2 Beilage 167).

5.15.4. Der Vorinstanz ist zuzustimmen (Urk. 93 S. 97), dass trotz der Bestrei-

tung der Sachverhaltsversion durch den Beschuldigten und seiner Ausführungen, 

es um Slotmaschinen-Abrechnungen gegangen sei (Urk. D1/2/2 F/A 46–53), 

durch Entschlüsselung der verklausulierten Sprache zweifelsfrei erstellen lässt, 

dass der Beschuldigte von F._____ "100", das heisst 100 Gramm Kokain, erhal-

ten und diesem dafür Fr. 3'000.– an seine bestehenden Schulden von Fr. 8'200.– 

(vgl. dazu Vorgang 55a in Ziffer II.5.14.) bezahlte. Für die neu bezogenen 

100 Gramm Kokain, schuldete er noch "5", das heisst Fr. 5'000.–, weshalb seine 

Schulden nun insgesamt Fr. 10'200.– betrugen (Urk. D1/2/2 Beilage 167). Zudem 

bestellte er weitere 50 Gramm Kokain, welche F._____ ihm am Sonntag überge-

ben solle und stellte in Aussicht, seine gesamten Schulden in Höhe von 

Fr. 10'200.– dann auch begleichen zu wollen.

5.16. A.4.15. Vorgang 57

5.16.1. In Anklageziffer A.4.15. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 

25. Dezember 2016 um 11:05 Uhr von F._____ darüber informiert worden zu 

sein, dass dieser vorbeikommen werde, worauf er 50 Gramm Kokain erhalten 

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habe, sei dies um die Mittagszeit an seinem Wohnort oder am Abend im Club 

"AO._____" in AL._____ (Vorgang 57; Urk. 20 S. 7).

5.16.2. Zur Erstellung des Sachverhalts kann auf die Einvernahme des Be-

schuldigten vom 8. Februar 2019 (Urk. D1/2/8 F/A 56-64) und auf die Gesprächs-

protokolle beziehungsweise die GPS-Auswertung des Wagens von F._____ aus 

der Aktion URA (Urk. D1/2/8 Beilagen 169-170) abgestellt werden.

5.16.3. Aus dem Gespräch zwischen dem Beschuldigten und F._____ vom 

25. Dezember 2016 um 11:05 Uhr geht hervor, dass sie sich für ein Treffen am 

Wohnort des Beschuldigten verabredeten, was der Beschuldigte auch nicht be-

stritt (Urk. D1/2/8 Beilage 169; D1/2/8 F/A 56, 58). Aufgrund des Umstands, dass 

im Anschluss an das Gespräch zwischen den beiden keine Kommunikation mehr 

stattfand und das Telefonat kurz vor der Mittagszeit geführt wurde, kann ange-

nommen werden, dass das Treffen am Sonntag, dem 25. Dezember 2016, tat-

sächlich stattfand, zumal es ansonsten von den Beteiligten abgesagt oder ver-

schoben worden wäre, da dies von ihnen immer so gehandhabt wurde. 

5.16.4. Anhand der GPS-Auswertung lässt sich feststellen, dass F._____s Per-

sonenwagen sich am Abend des 25. Dezember 2016 zwischen 18:56 Uhr und 

21:49 Uhr in AL._____ in der Nähe des Clubs "AO._____" befunden hat 

(Urk. D1/2/8 Beilage 170). Es kann jedoch nicht eruiert werden, ob sich der Be-

schuldigte ebenfalls im Club "AO._____" aufgehalten hat, zumal er sich daran 

auch nicht mehr erinnern könne (Urk. D1/2/8 F/A 60 ff.). 

5.16.5. Lediglich aufgrund des Umstandes, dass der Beschuldigte am 22. De-

zember 2016 50 Gramm Kokain bestellte (siehe Vorgang 56; Ziffer II.5.15.), 

F._____ dies bestätigte und sie sich am 25. Dezember 2016 getroffen haben, darf 

nicht bereits geschlossen werden, dass anlässlich dieses Treffens auch tatsäch-

lich 50 Gramm Kokain übergeben wurden. Die Vorinstanz hat die Veränderungen 

des Schuldenstands des Beschuldigten zwischen dem 22. Dezember 2016 bis 

11. Februar 2017 nachvollziehbar und plausibel hergeleitet, wodurch sich eine 

Verringerung der Schulden von Fr. 10'200.– auf Fr. 8'100.– ergibt (Urk. 93 S. 98 

f.). Diese Schuldenänderung lässt sich nur erklären, sofern der Beschuldigte am 

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25. Dezember 2016 50 Gramm Kokain zu einem Preis von Fr. 2'500.– erhalten 

hat. Damit lässt sich der in Anklageziffer A.4.15. angeklagte Sachverhalt rechts-

genüglich erstellen und es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 

25. Dezember 2016 50 Gramm Kokain bezogen hat.

5.17. A.4.16. Vorgang 58 / 60

5.17.1. Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer A.4.16. vorgeworfen, am 

30. Dezember 2016 von F._____ kontakt