# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68d85f1b-730a-5e0b-8b2b-e0b92482b6d9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 28.10.2022 SK1 2021 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-55_2022-10-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 28. Oktober 2022

Referenz SK1 21 55

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Richter, Vorsitzende
Cavegn und Michael Dürst
Gustin, Aktuar

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty
Alexanderstrasse 8, Postfach 428, 7001 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____
Berufungsbeklagte

C._____
Berufungsbeklagte

Gegenstand mehrfache Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB und 
gewerbsmässiger Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Imboden vom 27.04.2021, mitgeteilt am 
19.07.2021 (Proz. Nr. 515-2020-16)

Mitteilung 30. August 2023

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Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 27. April 2021 verurteilte das Regionalgericht Imboden 
A._____ (nachfolgend: Beschuldigte) wegen mehrfacher Urkundenfälschung 
gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB sowie wegen gewerbsmässigen Betrugs gemäss 
Art. 146 Abs. 2 StGB. Das Urteilsdispositiv lautete dabei wie folgt: 

1. A._____ ist schuldig der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 
251 Ziff. 1 StGB sowie des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 
146 Abs. 2 StGB.

2. Dafür wird A._____ bestraft

a) mit einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten, bedingt aufgeschoben bei 
 einer Probezeit von 2 Jahren;

sowie

b) mit einer Verbindungsbusse von CHF 5'000.00, ersatzweise mit 
 einer Freiheitsstrafe von 32 Tagen.

3. Die gemäss dem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 
30. November 2017 beschlagnahmten Gegenstände

a) Nr. 1 - 8 und 12 (Couvert, Korrespondenz, Bankbelege, Arbeitsver-
trag O._____, Dossier, Lohnabrechnung etc. Dossier M._____, 
SAP-Ordner, Kurs-Unterlagen, Dossier, Personalakten, Bewer-
bungsunterlagen, Diplome, Zertifikate, Couvert, Steuerakten, Cou-
vert, 2015/2016, persönliche Notizen, grüner Korb) und Nr. 12 (Ord-
ner, Zahnarzt, Arzt, Krankenkasse) werden der Beschuldigten nach 
Rechtskraft des Entscheids ausgehändigt;

b) Nr. 9 - 11 (USB-Stick, Laptop und Drucker) werden gestützt auf Art. 
69 Abs. 1 und 2 StGB gerichtlich eingezogen und der Vernichtung 
zugeführt.

4. Die von der B._____ und der C._____ eingereichten Zivilklagen wer-
den auf den Zivilweg verwiesen.

5. Es wird gestützt auf Art. 71 Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung des 
Staates in Höhe der deliktisch erlangten Gelder, mithin CHF 70'794.70, 
erkannt.

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 12'605.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden 
CHF 5'105.00, Gerichtsgebühren CHF 7'500.00) gehen zu Lasten 
von A._____.

b) Die Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird auf 
CHF 19'000.00 (inkl. Mehrwertsteuer) festgelegt. Sie geht zu Lasten 
des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

A._____ wird - sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
- verpflichtet, dem Kanton in diesem Umfang die Entschädigung 
zurückzuzahlen und der Verteidigung die Differenz zwischen der 
amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, mithin den Be-
trag von CHF 3760.00, zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und b 
StPO). Der Anspruch des Kantons verjährt in 10 Jahren nach 
Rechtskraft des Entscheids (Art. 135 Abs. 5 StPO).

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7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilungen)

B. Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte am 6. Mai 2021 fristgerecht 
Berufung an. In der Berufungserklärung vom 9. August 2021 beantragte ihr 
Rechtsvertreter was folgt:

A. Rechtsbegehren

1. Das Urteil des Erstinstanzlichen Strafgerichtes Imboden vom 27. April / 
30. April mitgeteilt am 19. Juli 2021 sei ausser in Punkt 6 lit.b) auf zu 
heben.

2. A._____ sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen.

2.1 Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung gemäss Erwägungen 
der Vorinstanz zurück zu schicken.

3. A._____ sei eine Genugtuung gemäss richterlichem Ermessen zu zu 
sprechen.

4. Unter gesetzlicher Kosten und Entschädigungsfolgen

B. Formelle Anträge

1. Es sei eine mündliche Verhandlung gemäss Art 405 StPO durchgeführt 
werden.

2. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger gemäss Art 132 Abs 2 
StPO ein zu setzen.

B. Beweisanträge und Kurzbegründung

1. Die von der Staatsanwaltschaft als Beweis aufgeführten Rückforde-
rungsbelege seien gutachterlich zu prüfen, ob die dort aufgelisteten 
ärztlichen und therapeutischen ect. Leistungen einer plausiblen Be-
handlung folgen oder reine Phantasiebehandlungen darstellen.

[Begründung]

2. Es sollen diejenigen Mitarbeiter der jeweiligen Arbeitgeber, die den 
privaten Laptop, ohne Beisein meiner Mandantin, zur Bearbeitung in 
Obhut hatten, ausfindig gemacht und befragt werden.

[Begründung]

3. Es sei festzustellen, wohin alle die behaupteten Beträge aus den Konti 
von A._____ überall hingeflossen sind. (D._____ und E._____)

[Begründung]

4. Die Rückforderungsbelege geben das gleiche Konto an, worauf aus-
bezahlt werden soll. Auf dem Konto konnten keine, der angeblichen 
Deliktsumme zu zu ordnenden Einzahlungen festgestellt werden. Es 
seien deshalb die Möglichkeiten zu prüfen, mit welchem Programm die 
einbezahlten Beträge umgeleitet werden konnten.

[Begründung]

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C. Mit Verfügung vom 1. September 2022 wies die Vorsitzende alle Beweisan-
träge der Beschuldigten ab. Hinsichtlich der beantragten amtlichen Verteidigung 
wies sie darauf hin, dass die im Vorverfahren oder im erstinstanzlichen Verfahren 
bestellte amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren praxisgemäss fortbestehe. 

D. Die mündliche Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden fand am 27. Oktober 2022 statt. Die B._____ und die C._____ ver-
zichteten auf eine Teilnahme.

Erwägungen

1. Formelle Voraussetzungen

Die formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, womit auf 
die Berufung einzutreten und ein neues Urteil zu fällen ist (Art. 408 StPO).

2. Anklagevorwurf und Berufungsumfang

2.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten zusammenfassend vor, zwi-
schen einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt – spätestens dem 30. Dezember 
2015 – und dem 4. Oktober 2017 an ihren damaligen Wohnorten F._____ und 
G._____ auf ihrem Laptop fiktive Krankenkassenrückforderungsbelege über Be-
handlungen, welche gar nie stattgefunden hätten, erstellt zu haben. Sie habe da-
bei den Schein erweckt, dass die Rückforderungsbelege von den betreffenden 
Leistungserbringern stammen würden. Diese fiktiven Rückforderungsbelege soll 
sie in der Folge an ihre Krankenkassen (C._____; B._____) geschickt und gestützt 
darauf Auszahlungen im Umfang von insgesamt CHF 70'794.70 erhalten haben, 
wobei die B._____ die Auszahlung von weiteren CHF 4'091.20 vorzeitig gestoppt 
habe. Mit den gefälschten Rückforderungsbelegen – und damit unter Zuhilfenah-
me besonderer Machenschaften – habe die Beschuldigte die Versicherungen 
darüber getäuscht, dass die aufgeführten Behandlungen tatsächlich stattgefunden 
hätten. Die Versicherungen hätten sich demzufolge in einem Irrtum befunden, als 
sie die Gelder an die Beschuldigten ausbezahlt hätten. Die Beschuldigte habe all 
dies getan, um sich einen nicht gebührenden Vermögensvorteil zu verschaffen. 
Die deliktische Tätigkeit habe sie dabei nach Art eines Berufes ausgeübt, da sie 
innert 20 Monaten 87 Auszahlungen erlangt habe und sich so ihre hohen Lebens-
haltungskosten erst habe finanzieren können. 

Im Einzelnen soll die Beschuldigte gemäss Anklageschrift die folgenden Auszah-
lungen erwirkt haben:

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a) Eingereicht bei der C._____-Versicherung 
aa) Leistungserbringer Dr. med. H._____, I._____

Beleg-
nummer
act. 6.3

Rechnungs-
datum

Rechnungs-
eingang bei 
C._____

Rechnungs-
betrag CHF

Abrech-
nungsdatum

Auszah-
lungsdatum

Auszah-
lungsbetrag 
CHF

3 25.05.2011 07.03.2016 180.70 11.03.2016 16.03.2016 162.65

13 30.11.2011 07.03.2016 145.95 11.03.2016 16.03.2016 131.35

5 29.06.2011 07.03.2016 385.95 11.03.2016 16.03.2016 347.35

11 26.10.2011 07.03.2016 180.70 11.03.2016 16.03.2016 162.65

9 15.09.2011 07.03.2016 145.95 11.03.2016 16.03.2016 131.35

14 20.12.2011 07.03.2016 591.15 11.03.2016 16.03.2016 556.20

6 28.07.2011 07.03.2016 161.75 14.03.2016 17.03.2016 161.75

7 19.08.2011 07.03.2016 180.70 14.03.2016 17.03.2016 180.70

1 22.04.2011 07.03.2016 180.70 14.03.2016 17.03.2016 180.70

4 10.06.2011 04.05.2016 145.95 11.05.2016 16.05.2016 145.95

2 12.05.2011 04.05.2016 145.95 11.05.2016 16.05.2016 145.95

10 05.10.2011 04.05.2016 180.70 11.05.2016 16.05.2016 180.70

8 01.09.2011 04.05.2016 145.95 11.05.2016 16.05.2016 145.95

12 15.11.2011 04.05.2016 145.95 11.05.2016 16.05.2016 145.95

15 05.01.2012 07.03.2016 285.80 14.03.2016 17.03.2016 257.20

16 26.01.2012 04.05.2016 180.70 11.05.2016 16.05.2016 162.65

17 24.02.2012 04.05.2016 180.70 11.05.2016 16.05.2016 162.65

18 29.03.2012 04.05.2016 180.70 11.05.2016 16.05.2016 162.65

Total 3'745.95 3'524.35

bb) Leistungserbringerin J._____, K._____
Beleg-
nummer
act. 6.5

Rechnungs-
datum

Rechnungs-
eingang bei 
C._____

Rechnungs-
betrag CHF

Abrech-
nungsdatum

Auszah-
lungsdatum

Auszah-
lungsbetrag 
CHF

10 06.12.2011* 09.06.2016 1'297.00 13.06.2016 16.06.2016 1'297.00

11 unbekannt 20.07.2016 1'349.65 22.07.2016 27.07.2016 1'349.65

1 / 12 12.10.2011* 10.08.2016 735.45 12.08.2016 18.08.2016 735.45

8 unbekannt 13.10.2016 190.50 19.10.2016 24.10.2016 190.50

9 unbekannt 13.10.2016 290.55 19.10.2016 24.10.2016 290.55

17 17.01.2012 24.11.2016 738.65 30.11.2016 05.12.2016 738.65

7 07.02.2012* 10.08.2016 903.35 12.08.2016 18.08.2016 813.00

3 15.03.2012* 10.08.2016 642.35 12.08.2016 18.08.2016 578.10

5 unbekannt 13.10.2016 242.10 19.10.2016 24.10.2016 217.90

16 unbekannt 27.10.2016 1'129.15 02.11.2016 07.11.2016 1'016.25

13** 23.03.2012 24.11.2016 2'093.30 30.11.2016 05.12.2016 1'883.95

13** 23.03.2012 24.11.2016 1.55 30.11.2016 05.12.2016 1.40

14 28.03.2012 15.02.2017 1'942.05 22.02.2017 27.02.2017 1'903.55

6 03.05.2012 02.03.2017 595.25 06.03.2017 09.03.2017 --

6 / 34

4 06.04.2012 02.03.2017 739.20 06.03.2017 09.03.2017 739.20

15** 03.05.2012 09.03.2017 2'232.65 20.03.2017 23.03.2017 2'232.65

15** 03.05.2012 09.03.2017 1.30 20.03.2017 23.03.2017 --

2 27.04.2012 21.03.2017 1'627.55 24.03.2017 29.03.2017 1'627.55

Total 16'751.60 15'615.35
* Rechnungsdatum soweit erkennbar

** Gesamtbetrag gemäss Rückforderungsbeleg wurde bei Abrechnung aufgesplittet, vgl. act. 6.4

b) Eingereicht bei der B._____

aa) Leistungserbringer Dr. med. H._____, I._____
Beleg-
nummer
act. 5.5

Rechnungs-
datum

Rechnungs-
eingang bei 
B._____

Rechnungs-
betrag CHF

Abrech-
nungsdatum

Auszah-
lungsdatum

Auszah-
lungsbetrag 
CHF

4-1 11.04.2012 23./25.02.2016 180.70 08.03.2016 16.03.2016 162.65

4-2 17.05.2012 06.05.2016 180.70 18.05.2016 25.05.2016 180.70

4-3 31.05.2012 23.02.2016 575.35 29.02.2016 09.03.2016 517.80

4-4 15.06.2012 06.05.2016 145.95 18.05.2016 25.05.2016 145.95

4-6 20.07.2012 23./25.02.2016 180.70 08.03.2016 16.03.2016 162.65

4-7 31.08.2012 23./25.02.2016 161.75 08.03.2016 16.03.2016 145.60

4-8 27.09.2012 23./25.02.2016 180.70 08.03.2016 16.03.2016 162.65

4-9 26.10.2012 06.05.2016 180.70 18.05.2016 25.05.2016 162.85

4-10 22.11.2012 23./25.02.2016 145.95 08.03.2016 16.03.2016 131.35

4-11 13.12.2012 06.05.2016 420.75 18.05.2016 25.05.2016 378.70

4-12 20.12.2012 06.05.2016 180.70 18.05.2016 25.05.2016 162.65

4-14 12.02.2013 28.04.2017 358.25 09.05.2017 10.05.2017 358.25

4-15 28.02.2013 28.04.2017 420.75 09.05.2017 10.05.2017 420.75

4-17 04.02.2014 06.05.2016 591.15 18.05.2016 25.05.2016 532.05

4-20 26.02.2015 30.12.2015 572.20 14.01.2016 22.01.2016 515.00

4-22 27.08.2015 30.12.2015 417.70 12.01.2016 20.01.2016 375.95

4-23 05.11.2015 28.04./04.05.
2017

572.20 16.06.2016 24.06.2016 515.00

4-24 07.01.2016 07.06.2016 572.20 16.05.2017 17.05.2017 572.20

4-26 27.10.2016 15./18.01.2017 635.45 26.01.2017 03.02.2017 571.90

Total 6'673.85 6'174.65

bb) Leistungserbringerin J._____, K._____
Beleg-
nummer
act. 5.4

Rechnungs-
datum

Rechnungs-
eingang bei 
B._____

Rechnungs-
betrag CHF

Abrech-
nungsdatum

Auszah-
lungsdatum

Auszah-
lungsbetrag 
CHF

3-1 11.05.2012 10.06.2016 1'297.00 21.06.2016 29.06.2016 1'297.00

3-2 19.12.2012 02.06.2017 1'967.40 15.06.2017 23.06.2017 1'967.40

3-3 19.12.2012 01.06.2017 706.90 15.06.2017 23.06.2017 706.90

3-4 05.02.2013 20.07.2017 2'145.60 25.07.2017 26.07.2017 2'145.60

7 / 34

3-5 15.03.2013 13.06.2017 1'796.45 20.06.2017 28.06.2017 1'796.45

3-6 05.02.2013 11.08.2016 735.45 23.08.2016 31.08.2016 661.90

3-7 15.05.2013 23.11.2016 738.65 06.12.2016 14.12.2016 664.80

3-8 13.06.2013 15./18.01.2017 190.50 26.01.2017 03.02.2017 171.45

3-9 12.06./25.07.
2013

15.03.2017 2'233.95 04.04.2017 05.04.2017 2'233.95

3-10 05.11.2013 18.07.2017 3'322.60 25.07.2017 26.07.2017 3'322.60

3-11 25.09.2013 18.07.2017 2'242.70 25.07.2017 26.07.2017 2'242.70

3-12 18.10.2013 03./08.03.2017 739.20 21.03.2017 29.03.2017 721.75

3-13 23.10.2013 09.08.2017 1'303.15 15.08.2017 18.08.2017 1'303.15

3-14 18.12.2013 09.08.2017 733.75 15.08.2017 18.08.2017 733.75

3-15 03.12.2013 04.05.2017 1'514.10 16.05.2017 17.05.2017 1'514.10

3-16 16.12.2013 27.02./08.03.
2017

242.10 21.03.2017 29.03.2017 242.10

3-17 17.12.2014 31.10.2016 1'089.05 08.11.2016 16.11.2016 980.15

3-18 05.02.2015 19./27.12.2016 2'158.85 12.01.2017 13.01.2017 2'107.75

3-19 25.06.2014 15./18.01.2017 290.55 26.01.2017 03.02.2017 285.05

3-20 05./09.08.
2015

16.08.2017 3'361.55 29.08.2017 01.09.2017 3'361.55

3-21 29.01.2015 31.05.2017 236.30 13.06.2017 21.06.2017 236.30

3-22 25.03.2015 12.05.2017 594.55 25.05.2017 02.06.2017 594.55

3-23 11.06.2015 16.02.2017 1'887.10 28.02.2017 03.03.2017 1'887.10

3-24 15.10.2015 unbekannt, ca. 
12./13.10.2016

1'267.30 20.10.2016 28.10.2016 1'161.95

3-25 18.02.2015 21.07.2016 598.75 28.07.2016 05.08.2016 538.90

3-26 07.04.2016 11.08.2016 854.35 23.08.2016 31.08.2016 768.90

3-27 07.09.2016 21.09.2017 1'155.50 28.09.2017 29.09.2017 1'155.50

3-28 08.08.2016 03./08.03.2017 572.45 16.03.2017 24.03.2017 515.20

3-29 25.11.2016 18.09.2017 1'527.55 28.09.2017 29.09.2017 1'527.55

3-30 16.11.2016 31.05.2017 1'291.95 13.06.2017 21.06.2017 1'266.05

3-31 25.04.2017 03.08.2017 1'385.00 08.08.2017 09.08.2017 1'385.00

3-32 21.03.2017 09.08.2017 3'945.35 22.08.2017 30.08.2017 3'550.85

3-33 17.03.2017 20.04.2017 779.60 03.05.2017 04.05.2017 701.65

3-34 21.06.2017 06.09.2017 1'730.75 14.09.2017 15.09.2017 1'730.75

3-35 04.11.2015 04.10.2017 541.75 pendent --

3-36 08.07.2016 03.10.2017 514.50 pendent --

3-37 29.06.2017 25.09.2017 771.20 pendent --

3-38 22.09.2017 02.10.2017 2'263.75 pendent --

Total 50'727.20 45'480.35

Aufgrund des geschilderten Sachverhalts sah die Staatsanwaltschaft die Tat-
bestände von Art. 251 Ziff. 1 StGB und Art. 146 Abs. 2 StGB als erfüllt an. Die 
Vorinstanz ist der Auffassung der Staatsanwaltschaft gefolgt und hat die Beschul-
digte der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB und 

8 / 34

des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig ge-
sprochen. 

2.2. Vorliegend ficht die Verteidigung den Schuldspruch der Vorinstanz an und 
beantragt einen Freispruch (act. A.2). Mit Ausnahme der Dispositivziffer 6 lit. b 
(Entschädigung der amtlichen Verteidigung) ist das vorinstanzliche Urteil vollum-
fänglich angefochten, womit über alle anderen Punkte neu zu befinden ist 
(Art. 402 StPO und Art. 404 Abs. 1 StPO). Dies gilt neben dem Schuldspruch und 
einer allfälligen Strafe auch hinsichtlich des Einzugs der beschlagnahmten Ge-
genstände (act. E.1, Dispositivziffer 3), der Zivilklagen der B._____ und der 
C._____ (act. E.1, Dispositivziffer 4), der Ersatzforderung des Staates (act. E.1, 
Dispositivziffer 5) und (auch von Gesetzes wegen) hinsichtlich der vorinstanzli-
chen Verfahrenskosten (act. E.1, Dispositivziffer 6).

3. Vorbringen der Parteien

3.1. In der Anklageschrift und vor der Vorinstanz sah es die Staatsanwaltschaft 
als erwiesen an, dass sich die Beschuldigte gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB (Urkun-
denfälschung) und Art. 146 Abs. 2 StGB (gewerbsmässiger Betrug) strafbar ge-
macht habe. Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte sie vor, dass die Be-
weislage zulasten der Beschuldigten erdrückend sei. Die Beschuldigte sei auf-
grund einer Vielzahl von auf ihrem Computer gefundenen (gefälschten) Rückfor-
derungsbelegen, diversen E-Mails zwischen ihrer Geschäfts- und Privatadresse 
mit den erwähnten Rückforderungsbelegen und den Zahlungseingängen auf ihrem 
Konto der D._____ überführt. Neben diesen Hauptbeweisen brachte die Staats-
anwaltschaft zudem verschiedene andere Beweise und Indizien vor, welche den 
Anklagesachverhalt stützen würden. In rechtlicher Hinsicht sah es die Staatsan-
waltschaft deshalb als erwiesen an, dass die Beschuldigte durch die Herstellung 
fiktiver Rückforderungsbelege den Tatbestand der Urkundenfälschung (Herstel-
lung einer unechten Urkunde) in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt hat. Zu-
dem sah sie es als erwiesen an, dass die Beschuldigte durch das Einreichen der 
gefälschten Rückforderungsbelege den Tatbestand des gewerbsmässigen Be-
trugs erfüllt hat. Hinsichtlich der Gewerbsmässigkeit brachte die Staatsanwalt-
schaft (wiederum) vor, dass die Beschuldigte innert 20 Monaten insgesamt 87 un-
rechtmässige Auszahlungen in der Gesamthöhe von CHF 70'000.00 erwirkt habe. 
Damit habe sie einen namhaften Beitrag an die Finanzierung ihrer hohen Lebens-
haltungskosten erwirtschaftet. Hinsichtlich der Strafzumessung verwies die 
Staatsanwaltschaft auf die vorinstanzlichen Erwägungen (act. H.1).

9 / 34

3.2. Die Verteidigung bestritt in der Berufungserklärung und an der Berufungs-
verhandlung, dass der Anklagesachverhalt erwiesen sei, zumal entgegen der Be-
hauptung der Staatsanwaltschaft keine Beweise vorliegen würden. Im Wesentli-
chen machte die Verteidigung geltend, dass die Untersuchung durch die Staats-
anwaltschaft einseitig und unvollständig geführt worden sei. So sei weder der gel-
tend gemachte Schaden von CHF 70'000.00 nachgewiesen, noch bewiesen, dass 
die Beschuldigte die Rückforderungsbelege erstellt habe. Die Verteidigung bringt 
mehrmals vor, dass sich Hacker oder Mitarbeiter der Beschuldigten Zugang zum 
Computer der Beschuldigten hätten verschaffen können und diese die Rückforde-
rungsbelege erstellt und den Krankenkassen zugestellt hätten. Auch sei auf dem 
Konto D._____ nicht ersichtlich, dass CHF 70'000.00 durchgeflossen seien. Die 
Vorinstanz habe sich vielmehr nur auf die behaupteten Angaben der Privatkläger 
verlassen, ohne diese zu überprüfen. Ob die Zahlen stimmen würden, sei unbe-
kannt. Die Verteidigung bringt zudem wiederholt vor, dass die Staatsanwaltschaft 
und die Vorinstanz andere Täter als die Beschuldigte nie in Erwägung gezogen 
hätten. So seien denn auch ihre Beweisanträge um Befragung der Mitarbeiter ab-
gelehnt worden. Die Vorinstanz habe sinngemäss erklärt, dass sich Computer nie 
irren würden und einbruch- und manipulationssicher seien und habe daraus ge-
schlussfolgert, dass es die Beschuldigte gewesen sein müsse. Das Urteil sei zwar 
dick, aber in mehreren Hinsichten falsch und verstosse gegen praktisch jede Ma-
xime und manchmal sogar gegen den Anstand (act. H.2; act. A.2).

4. Sachverhaltserstellung

4.1. Grundsätze

Das Gericht würdigt Beweismittel gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach seiner aus 
dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis zu ihrer 
rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Bestehen 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 
angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günsti-
geren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflich-
tet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Lieber/Summer/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen 
Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus 
Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Be-

10 / 34

weiswürdigungsregel in dubio pro reo darf sich der Strafrichter jedoch nicht von 
der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt er-
klären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vorausset-
zungen für eine verurteilende Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2a). 
Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2).

4.2. Beweiswürdigung

4.2.1. Im vorliegenden Fall liegen insbesondere die eingereichten Rückforde-
rungsbelege, die Leistungsabrechnungen/Leistungsübersicht der Krankenkassen 
(Franchise und Selbstbehalte ersichtlich; StA act. 5.4, 6.2), die Bestätigungen der 
J._____ und von Dr. med. H._____, wonach die fraglichen Rechnungen nicht von 
ihnen stammen würden bzw. die entsprechenden Leistungen nicht erbracht wor-
den seien (StA act. 5.4, 5.5 je in fine; StA act. 6.6, 6.8), die Sicherstellungen auf 
dem Laptop der Beschuldigten (Rückforderungsbelege und E-Mails mit "Leis-
tungsausschnitten" und vorgeschobenen Betreffen; StA Dossier 10-12) sowie die 
Bankeditionen (StA Dossier 13-20) im Recht. Zudem wurde die Beschuldigte poli-
zeilich, staatsanwaltschaftlich und gerichtlich befragt (vgl. StA Dossier 9; VI 
act. I.5; act. H.4). 

4.2.2 Wie dargelegt, wirft die Staatsanwaltschaft der Beschuldigten im Anklage-
sachverhalt vor, dass sie Rückforderungsbelege gefälscht habe, diese bei ihren 
Krankenversicherern eingereicht habe und ihr so CHF 70'794.70 unrechtmässig 
ausbezahlt worden seien.

4.2.3. Als erstellt anzusehen ist, dass im Zeitraum Dezember 2015 bis 4. Oktober 
2017 im Namen der Beschuldigten über 91 Rückforderungsbelege bei den Kran-
kenkassen B._____ und C._____ eingereicht worden sind. Einerseits liegen die 
erwähnten 91 Rückforderungsbelege den Akten bei (StA act. 5.5, 6.3, 6.5, 6.7, 
6.15, 6.16), andererseits haben die Krankenkassen gestützt darauf Leistungsab-
rechnungen erstellt, welche ebenfalls im Recht liegen (StA act. StA act. 5.5, 6.2, 
6.4). Die Rückforderungsbelege und die Leistungsabrechnungen sind durch die 
beiden Krankenkassen eingereicht worden. Zweifel daran, dass die Leistungsab-
rechnungen der Wahrheit entsprechen, bestehen keine, zumal aus den Bankbele-
gen der Beschuldigten ersichtlich wird, dass jeder Leistungsabrechnung auch eine 

11 / 34

Geldzahlung auf ein Konto der Beschuldigten gegenübersteht (vgl. dazu nachste-
hend E. 4.2.7).

4.2.4. Weiter ist als erstellt anzusehen, dass die auf 91 Rückforderungsbelegen 
angegebenen Leistungen in der Realität nie wirklich erbracht worden sind. Mit Mail 
vom 13. Oktober 2017 gab die zuständige Person der J._____ gegenüber der 
B._____ an, dass ihnen von 38 vorgelegten Rückforderungsbelegen einzig eine 
Rechnung bekannt sei; die übrigen 37 Belege seien unbekannt. Dies gab die 
J._____ an, obwohl sie im Briefkopf jeweils als Rechnungsstellerin angegeben war 
(vgl. StA act. 5.4, namentlich E-Mail vom 13. Oktober 2017). Gleich äusserte sich 
die J._____ gegenüber der C._____. Auch ihr gegenüber gab sie an, dass die ihr 
vorgelegten Rechnungen aus den Jahren 2011 bis 2012 unbekannt seien (vgl. StA 
act. 6.5, 6.8). Dasselbe bei Dr. med. H._____: Dieser gab den beiden Versiche-
rern mit Schreiben vom 2. November 2017 (B._____, StA act. 5.5 [letzte Seite]) 
und vom 31. Januar 2018 (C._____, StA act. 6.6) jeweils an, dass ihm die Mehr-
heit der vorgelegten Rechnungen unbekannt sei. Die Patientin sei im Jahr 2007 
letztmals in der Praxis gewesen; später habe er ihr lediglich ein- bis zweimal jähr-
lich ein Dauerrezept zugestellt (vgl. Schreiben an B._____). 

Zusammenfassend ergibt sich aus den erwähnten Angaben, dass sämtliche in der 
Anklageschrift aufgezählten Rechnungen entweder durch die J._____ oder Dr. 
med. H._____ als unbekannt bezeichnet worden sind, obwohl sie auf den jeweils 
vorgelegten Rechnungen als Rechnungssteller angegeben waren. Ihre Angaben 
erscheinen ohne Weiteres als glaubhaft, zumal auch weitere Beweise vorliegen, 
dass die Belege gefälscht sind (vgl. dazu nachfolgende Erwägung). Im Ergebnis 
ist damit davon auszugehen, dass die in der Anklageschrift aufgeführten Rückfor-
derungsbelege nicht der Wahrheit entsprechen und fiktiv sind. Die darin aufgeführ-
ten medizinischen Behandlungen sind nie erbracht worden.

4.2.5. Umstritten ist hingegen die Frage, wer die Rückforderungsbelege erstellt 
hat. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten vor, dass sie die fiktiven Rück-
forderungsbelege erstellt und an die Krankenkassen geschickt habe. Sie stützt 
sich dabei im Wesentlichen auf verschiedene Dokumente, welche auf dem Laptop 
der Beschuldigten sichergestellt werden konnten (StA act. 7.5, 7.7; Dossier 10-
12). So fanden sich auf dem Laptop der Beschuldigten unter anderem digitale 
Versionen verschiedener Rückforderungsbelege, welche die J._____ oder Dr. 
med. H._____ als Fälschungen beurteilt hatten (vgl. E. 4.2.4). Namentlich betrifft 
dies die gefundenen Rückforderungsbelege der J._____ Nrn. 3-6, 3-7, 3-8, 3-16, 
3-17, 3-19, 3-31 (vgl. StA act. 5.4 mit StA act. 10.2-10.17) und die Rückforde-
rungsbelege von Dr. med. H._____ Nrn. 4-9, 4-17 und 4-26 (vgl. StA act. 5.5 mit 

12 / 34

StA act. 10.19-10.22). Gerade aus diesen digitalen Versionen geht augenschein-
lich hervor, dass die Belege manipuliert worden sind. Als Beispiel sei auf den Be-
leg 3-6 (StA act. 10.2) verwiesen, wo aufgrund unterschiedlicher Schriftarten, un-
terschiedlicher Schriftschärfen und überdeckter Wörter/Linien deutlich wird, dass 
einzelne Angaben digital oder von Hand geändert worden sind (so namentlich die 
Angaben Behandlungsdatum 05.02.2013, Rechnungs-Datum 05.02.2013, Be-
handlungsgrund Krankheit, Zuweiser 7601000 174109 Dr. med. L._____, MwSt. 
735.45). Auf dem Laptop der Beschuldigten fand sich zudem der originale Rück-
forderungsbeleg, welcher offenbar als Vorlage für die obere Hälfte des Belegs 3-6 
gedient hat (StA act. 10.29; vgl. dazu die handschriftliche Notiz auf diesem Doku-
ment, welche teilweise in StA act. 10.2 noch ersichtlich ist). Auf diesem Original 
sind alle ursprünglichen Angaben ersichtlich, welche auf dem Beleg 3-6 offensicht-
lich abgeändert worden sind. Unter diesen Umständen erscheint klar, dass der 
später an die B._____ geschickte fiktive Rückforderungsbeleg Nr. 3-6 auf dem 
Laptop der Beschuldigten bearbeitet worden ist. Dies gilt dabei nicht nur für den 
Beleg Nr. 3-6: Auf sämtlichen anderen auf dem Laptop gefundenen fiktiven Rück-
forderungsbelegen, welche später bei den Krankenkassen eingereicht worden 
sind (StA act. 10.2-10.17 und 10.19-10.22), finden sich gleiche oder ähnliche Ma-
nipulationshinweise wie auf dem Rückforderungsbeleg Nr. 3-6. 

Neben diesen Rückforderungsbelegen stellte die Polizei diverse andere Dokumen-
te auf dem Laptop der Beschuldigten sicher, welche einen engen Bezug zur Tat 
haben. Namentlich fanden sich im Posteingang ihres privaten E-Mailaccounts ver-
schiedene E-Mails von ihrer E-Mailadresse bei ihrem damaligen Arbeitgeber, dem 
M._____. Diversen E-Mails angefügt waren dabei Microsoft-Word oder PDF Do-
kumente mit unverdächtigen Dateinamen (beispielsweise "Test1 (2).docx", "Le-
benslauf_2017.pdf", "Auszug_Betreibungsregister______.pdf"). Anstatt der im Da-
teinamen beschriebenen Inhalte fanden sich in den Dateien jedoch seitenweise 
Printscreens von Leistungsabrechnungen von medizinischen Behandlungen (vgl. 
StA act. 11.2-11.6). Diese Printscreens entsprachen dabei dem Inhalt und Ausse-
hen der unteren Hälfte eines Rückforderungsbeleges, in welcher üblicherweise die 
medizinischen Behandlungen aufgeführt sind. Neben diesen Dateien waren ein-
zelnen E-Mails auch genau die fiktiven Rückforderungsbelege angehängt, welche 
später bei den Krankenkassen eingereicht worden sind (vgl. StA act. 11.7 [ent-
spricht Beleg 3-16], StA act. 11.9 [entspricht ebenfalls Beleg 3-16], StA act. 11.10 
[entspricht Beleg 4-26], StA act. 11.11 [entspricht Beleg 3-8], StA act. 11.12 [ent-
spricht Beleg 3-19]).

13 / 34

4.2.6. Angesichts dieser Umstände erscheint das Beweisergebnis eindeutig. Dies, 
zumal auch die Beschuldigte in den Einvernahmen entweder keine Erklärungen 
geben konnte oder diese derart vage ausfielen, dass sie nicht glaubhaft erschei-
nen (vgl. StA Dossier 9). Aufgrund der überzeugenden Beweismittel ist deshalb 
mit der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Be-
schuldigte die fiktiven Rückforderungsbelege auf ihrem Laptop hergestellt hat. Da-
zu hat sie die obere Hälfte von originalen Rückforderungsbelegen in einzelnen 
Punkten überschrieben und die Leistungsabrechnungen von anderen Rückforde-
rungsbelegen in die untere Hälfte des manipulierten Dokuments hineinkopiert. Die 
Leistungsabrechnungen hat sie sich dabei mutmasslich von ihrem damaligen Ar-
beitgeber, dem M._____, besorgt. So fand sich auf ihrem Laptop auch eine Leis-
tungsabrechnung mit dem Briefkopf des M._____, welche sie sich mutmasslich zu 
Testzwecken hergestellt und zugeschickt hatte (vgl. StA act. 11.14). Mit der Vorin-
stanz ist schliesslich davon auszugehen, dass die Beschuldigte über das nötige 
beziehungsweise ausreichendes Fachwissen verfügte, um die angeklagten Hand-
lungen zu begehen (vgl. act. E.1, E. 4.3). Ihre gegenteiligen beziehungsweise ab-
schwächenden Aussagen sind nicht glaubhaft, sondern wirken vorgeschoben und 
widersprechen ihrem Lebenslauf. So war sie über längere Zeit im Bereich Leistun-
gen Gesundheit tätig, teilweise auch in leitender Position. Insbesondere war sie 
auch bei diversen Krankenkassen, darunter bei der C._____, angestellt und kann-
te demzufolge deren Abläufe. Die C._____ gab in der Strafanzeige vom 9. März 
2018 explizit an, dass die Beschuldigte in "[…] ihrer Funktion als Mitglied der Ab-
rechnungsgruppe […] täglich Zugang zu Rechnungen und Rückforderungsbelegen 
von Versicherten […]" gehabt habe (StA act. 6.1). Angesichts dessen erscheinen 
die Aussagen der Beschuldigten wie erwähnt kaum als glaubhaft. 

4.2.7. Auch die Vorbringen der Verteidigung lassen keine Zweifel am Beweiser-
gebnis aufkommen. Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Verteidiger 
im Wesentlichen vor, dass im Strafverfahren nie überprüft worden sei, ob nicht ein 
Hacker oder ein Mitarbeiter der Beschuldigten ihren Laptop missbraucht und die 
Belege gefälscht haben könnte. Da dies nicht ausgeschlossen werden könne, sei 
die Beschuldigte in dubio pro reo freizusprechen. Diese Vorbringen der Verteidi-
gung entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. So hätte bereits der alleinige Zu-
griff auf den Laptop der Beschuldigten nicht genügt, um die Rückforderungsbelege 
herzustellen. Vielmehr hätte der mutmassliche Täter auch Zugriff auf den E-
Mailaccount und den Computer der Beschuldigten beim M._____ haben müssen, 
um jeweils die Leistungsabrechnungen zu kopieren und sie an die private Mail-
adresse der Beschuldigten zu schicken. Weiter spricht die Tatsache, dass ver-
schiedene gefälschte Rückforderungsbelege elektronisch bei der B._____ einge-

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reicht worden sind (vgl. StA act. 5.8, S. 2), ebenfalls gegen die Theorie der Vertei-
digung. Um auf das Kundenportal der B._____ zu gelangen, war gemäss Angaben 
der Versicherung die Eingabe von drei Sicherheitsmerkmalen notwendig: die Kun-
dennummer oder E-Mailadresse, ein wechselnder Sicherheitscode, welcher bei 
jedem Einloggen an die hinterlegte Mobilnummer geschickt wurde, und ein indivi-
duelles Passwort. Ein Dritttäter hätte demzufolge auch diese Sicherheitsvorkeh-
rungen überwinden müssen, wofür es vorliegend keinerlei Hinweise gibt. Nicht 
erklären lässt sich schliesslich auch, weshalb die Beschuldigte nichts von den Ma-
nipulationen eines Dritttäters erfahren haben will. So stellten ihr die Versicherun-
gen regelmässig die Leistungsabrechnungen zu. Namentlich fand sich auf dem 
Laptop der Beschuldigten auch eine Steuerbescheinigung der B._____ für das 
Jahr 2016 (StA act. 10.35). Daraus wird ersichtlich, dass im Jahr 2016 Rechnun-
gen im Wert von CHF 15'430.60 verarbeitet worden waren. Hätte ein Dritter die 
Manipulationen begangen, hätte dies der Beschuldigten spätestens bei Erhalt der 
Steuerbescheinigung auffallen müssen. 

Schliesslich sprechen – entgegen der Ansicht der Verteidigung – auch die Geld-
flüsse gegen die Beschuldigte: Wie aus den edierten Bankunterlagen ersichtlich 
ist, sind die ausbezahlten Gelder der B._____ und der C._____ auf das Konto der 
Beschuldigten bei der D._____ (IBAN N._____) geflossen (vgl. StA Dossier 14). 
Aus den Bankauszügen lässt sich jede einzelne zur Anklage gebrachte Auszah-
lung auf dem besagten Konto nachweisen (vgl. StA act. 14.1 bis 14.4). Insoweit 
die Verteidigung wiederholt vorbringt, es seien nicht alle Zahlungen ersichtlich, ist 
dies schlicht aktenwidrig. Aus dem edierten Kontoauszug ist auch ersichtlich, 
wofür die Beschuldigte das Geld auf dem Konto genutzt hat. So sind regelmässige 
Belastungen – Maestro-Karte oder E-Banking – zur Deckung des alltäglichen Ver-
brauchs ersichtlich (Manor, Coiffeur, Tanken, Fust, Coop, Swisscom, SBB, Cafete-
ria, Krankenkassenprämien etc.); zudem erfolgten wiederholt Bancomat-Bezüge. 
Weiter sind insgesamt vier Kontoüberträge auf das Konto N._____ (27.02.2015, 
30.03.2015, 27.04.2015 u. 01.06.2015) zu finden, wobei es sich beim Gutschrifts-
konto um das Sparkonto der Beschuldigten bei der D._____ handelte (Dossier 
15). Alles in allem ist eine ganz normale Kontonutzung erkennbar; allenfalls spezi-
ell sind die grösseren Zahlungen an Lebensberatungs- und Partnervermittlungs-
plattformen, wobei auch hier belegt ist, dass die Beschuldigte solche Dienstleis-
tungen in Anspruch nahm (vgl. StA act. 14.5, 12.5, 12.6). Die Aussagen der Be-
schuldigten hierzu, wonach sie das D._____-Konto quasi nicht mehr benutzt habe 
(vgl. bspw. StA act. 9.1, Frage 21), steht in klarem Widerspruch zur Beweislage 
und sind schlicht unglaubhaft. Untermauert wird dies durch das Abonnieren der E-
Mail-Benachrichtigungen der D._____ für periodische Saldoinformationen (StA 

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act. 12.9). Mit Blick auf die Cybercrime-Theorie der Verteidigung ist zu betonen, 
dass keine ungewöhnlichen Abbuchungen oder Weiterleitungen der Deliktsbeträ-
ge ersichtlich sind. 

4.3. Fazit

Die Aussagen der Beschuldigten erscheinen vor dem Hintergrund, dass auf ihrem 
Laptop relevante Rückforderungsbelege sichergestellt wurden, sie sich E-Mails, 
welche Leistungsausschnitte enthielten, von ihrer Geschäfts- an ihre Privatadres-
se sandte sowie die unrechtmässigen Zahlungen allesamt auf ihr Konto flossen, 
nicht glaubhaft. Ihre Aussagen bzw. Bestreitungen stehen somit in klarem Wider-
spruch zur (objektiven) Beweislage. Darüber hinaus sind ihre Aussagen ohnehin 
pauschal und ausweichend. Ebenso wenig gelingt es der Verteidigung, mit ihrer 
Cybercrime-Theorie zugunsten der Beschuldigten etwas abzuleiten. Dies bereits 
aufgrund der Tatsache, dass die Auszahlungen auf dem Konto der Beschuldigten 
eingingen und nicht weitergeleitet wurden, sondern für alltägliche Bedürfnisse ver-
braucht wurden. Alsdann blieben die Vorwürfe betreffend Laptop-Manipulationen 
und dergleichen unbestimmt und ohne jeden Hinweis in den Akten. Angesichts der 
Gesamtumstände erscheint eine solche Möglichkeit ausgeschlossen. Zusammen-
fassend lässt das Beweisergebnis keine vernünftigen Zweifel offen, womit der An-
klagesachverhalt als erstellt zu erachten ist.

5. Rechtliche Würdigung

5.1. Gewerbsmässiger Betrug

5.1.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der 
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch 
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in 
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, 
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Handelt der 
Täter gewerbsmässig, wird er mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Gelds-
trafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft (Art. 146 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand 
des Betrugs zeichnet sich als Beziehungsdelikt dadurch aus, dass der Täter das 
Opfer durch motivierende, kommunikative Einwirkung dazu veranlasst, sich selbst 
durch die Vornahme einer Vermögensverfügung zugunsten des Täters oder eines 
Dritten zu schädigen. Angriffsmittel des Betrugs ist die arglistige, d.h. die mit einer 
gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit vorgenommene Täuschung (BGE 135 
IV 76 E. 5.1 f.; BGer 6B_150/2017 v. 11.1.2018 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 144 IV 
52; je mit Hinweisen). Arglist ist nach ständiger Rechtsprechung gegeben, wenn 

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der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaf-
ten oder Kniffe bedient. Bei einfachen falschen Angaben ist das Merkmal erfüllt, 
wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 
zumutbar ist, sowie dann, wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen 
Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Über-
prüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unter-
lassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2; 119 IV 28 E. 3e). Mit 
dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt der 
Opfermitverantwortung wesentliche Bedeutung. Arglist scheidet aus, wenn der 
Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermei-
den können. Dabei sind die jeweilige Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betrof-
fenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu nehmen ist namentlich auf geistes-
schwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte 
Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsver-
hältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter 
zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere Fachkenntnis und Geschäft-
serfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie etwa im Rahmen von Kre-
ditvergaben Banken beigemessen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt der Op-
fermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das 
Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen 
Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vor-
sichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz 
nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, 
welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. 
Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverant-
wortung kann aber nur in Ausnahmefällen bejaht werden, denn mit einer engen 
Auslegung des Betrugstatbestands würde die sozialadäquate Geschäftsausübung 
und damit der Regelfall des Geschäftsalltags betrugsrechtlich nicht geschützt. 
Selbst ein erhebliches Mass an Naivität des Geschädigten hat nicht zwingend zur 
Folge, dass der Täter straflos bleibt. 

Der Tatbestand des Betrugs setzt des Weiteren eine irrtumsbedingte Vermögens-
verfügung des Getäuschten voraus, wodurch dieser sich selbst bzw. das seiner 
tatsächlichen Verfügung unterliegende Vermögen eines Dritten unmittelbar schä-
digt (BGE 133 IV 171 E. 4.3). Zwischen Täuschung, Irrtum und Vermögensdispo-
sition muss ein Motivationszusammenhang bestehen (BGE 128 IV 255 E. 2e/aa; 
126 IV 113 E. 3a). Der Getäuschte muss durch den Irrtum zu einer Vermögensver-
fügung veranlasst werden. Damit wird ein ursächliches Bindeglied zwischen Irrtum 
und Vermögensverfügung hergestellt. Vermögensverfügung ist grundsätzlich je-

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des Handeln oder Unterlassen, das eine Vermögensverminderung unmittelbar 
herbeiführt. Unmittelbarkeit bedeutet, dass das irrtumsbedingte Verhalten des 
Getäuschten zu der Vermögensminderung führt, ohne dass dafür noch zusätzliche 
deliktische Zwischenhandlungen des Täters erforderlich sind (BGer 6B_1033/2021 
v. 12.1.2022 E. 2.1). Ein Vermögensschaden liegt vor, wenn das Vermögen des 
Täuschungsopfers nach Vornahme der irrtumsbedingten Vermögensverfügung in 
seinem Gesamtwert – durch Verringerung der Aktiven oder Vermehrung der Pas-
siven – tatsächlich vermindert ist (BGer 6B_1081/2019 v.15.5.2020 E. 1.2.3).

5.1.2. Gewerbsmässigkeit im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB ist gegeben, wenn 
sich aus der Zeit und den Mitteln, die der Täter für die deliktische Tätigkeit auf-
wendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums 
sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die delikti-
sche Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt, wobei eine quasi "nebenberufli-
che" deliktische Tätigkeit genügt. Gewerbsmässigkeit setzt demnach voraus, dass 
der Täter erstens die Tat bereits mehrfach beging, zweitens in der Absicht handel-
te, ein Erwerbseinkommen zu erlangen, und drittens aufgrund seiner Taten ge-
schlossen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbe-
stand fallenden Handlungen bereit gewesen (BGE 123 IV 113 E. 2c; 119 IV 129 
E. 3a; BGer 6B_793/2019 v. 12.9.2019 E. 1.2 m.H.). Begeht der Täter vollendete 
und versuchte gleichartige Delikte und handelt er dabei gewerbsmässig, geht der 
Versuch im vollendeten gewerbsmässigen (Kollektiv-) Delikt auf (BGE 123 IV 113 
E. 2d m.w.H.).

5.1.3. Der subjektive Tatbestand von Art. 146 StGB verlangt Vorsatz und Handeln 
in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirk-
lichung sämtlicher objektiver Tatbestandsmerkmale richten. Eventualvorsatz 
genügt (BGer 6B_341/2019 v. 21.2.2020 E. 1.3.2).

5.1.4. Vorliegend hat die Beschuldigte die beiden Krankenkassen durch Vorspie-
gelung von Behandlungen zur Annahme verleitet, die Krankenkassen seien zur 
Rückvergütung von Leistungen verpflichtet. Dabei fanden diese Behandlungen in 
Wirklichkeit gar nicht statt bzw. die fraglichen Leistungen wurden nicht erbracht. 
Die Beschuldigte reichte dabei gefälschte Rückforderungsbelege von angeblichen 
Behandlungen ein. Gemäss den glaubhaften Angaben der B._____ entsprachen 
die eingereichten Rechnungen dabei in Form und Inhalt gültigen Spital- bzw. Arzt-
rechnungen und waren in jeglicher Hinsicht plausibel. Namentlich seien auch 
sämtliche Merkmale, die bei der elektronischen Rechnungsprüfung zu einer Feh-
lermeldung führen würden, plausibel gewesen (z.B. Daten der Detailpositionen in 
Übereinstimmung mit Behandlungsperiode und Rechnungsdatum, plausible 

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Rechnungsnummern und Fallnummern, Vorhandensein aller Mindestangaben 
nach Rechnungsstandard, Verwendung von miteinander kombinierbaren Tarifposi-
tionen). Das Gesamtbild der Rechnungen zeigte demnach eine plausible Folge 
von Behandlungen und Nachkontrollen. Diese waren derart plausibel, dass weder 
die automatisierte Regelwerkprüfung noch die nachbearbeitenden Mitarbeiter 
(zunächst) Unstimmigkeiten feststellen konnten. Erst als die Beschuldigte im Sep-
tember 2017 in kurzer Folge mehrere Behandlungsrechnungen aus dem Jahr 
2016 eingereicht hatte, wurde dies als unüblich qualifiziert. Zudem gab es offenbar 
Hinweise auf einen Unfall, was dann seitens der Versicherung zu weiteren Ab-
klärungen geführt hat. Auch die C._____ bemerkte die Fälschungen offenkundig 
nicht, sondern ermittelte diese erst, als sie darauf hingewiesen wurde. Die Qualität 
der eingereichten Rückforderungsbelege war teilweise zwar nicht sonderlich gut. 
Dies erscheint jedoch nicht per se geeignet, eine Arglist auszuschliessen, da – 
gerade heute mit den elektronischen Einreichmöglichkeiten – lediglich Scans ein-
gereicht werden, welche erfahrungsgemäss eine tiefere Qualität aufweisen kön-
nen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Richtigkeit der Belege nur mit beson-
deren Mühen überprüfbar ist, zumal sich die Krankenkassen wohl täglich mit einer 
Flut von Rückforderungsanträgen auseinandersetzen müssen. Zusammen mit 
dem gesamten Vorgehen der Beschuldigten kann den Krankenkassen deshalb 
kein Vorwurf gemacht werden, dass sie die Täuschung nicht erkannt haben. Ei-
nerseits nutzte die Beschuldigte ihr spezielles Fachwissen aus, wodurch die An-
gaben auf den Belegen erst plausibel wurden. Andererseits nutzte sie die Frist von 
fünf Jahren zur Rückforderung aus und reichte grossmehrheitlich alte Rechnungen 
ein, was die Überprüfung wohl ebenfalls erschwert hat. Das Vorgehen der Be-
schuldigten ist insgesamt als arglistig zu qualifizieren; sie bediente sich dabei be-
sonderer bzw. täuschender Machenschaften, indem sie gefälschte Urkunden zur 
Täuschung eingesetzt hat. Die Voraussetzung einer arglistigen Täuschung ist da-
mit erfüllt.

5.1.5. Aufgrund der geschilderten arglistigen Täuschung gingen die B._____ und 
die C._____ davon aus, dass die Beschuldigte die in den Rückforderungsbelegen 
aufgeführten Leistungen in Anspruch genommen und bezahlt hatte. In diesem 
Sinne unterlagen die Krankenversicherer dem Irrtum, dass die Beschuldigte einen 
Anspruch auf Rückerstattung dieser Leistungen (abzüglich eines allfälligen 
Selbstbehalts etc.) hatte. Gestützt auf diesen Irrtum bezahlten die Versicherungen 
die in der Anklage aufgeführten Gelder – insgesamt CHF 70'794.70 – an die Be-
schuldigte aus, was zu einer Vermögensminderung ihrer Konti und einem Vermö-
gensschaden in der genannten Höhe führte. Die B._____ stoppte zudem die Aus-
zahlung von weiteren CHF 4'091.20, da sie mittlerweile den Verdacht hatte, dass 

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etwas nicht stimmen könnte. Aufgrund des ausbleibenden Erfolgs, sprich der aus-
bleibenden Auszahlung der Gelder, sind diese Handlungen lediglich als Betrugs-
versuche zu werten. Da die Voraussetzungen der Gewerbsmässigkeit in casu je-
doch gegeben sind (vgl. nachfolgend), gehen diese Delikte im Schuldspruch des 
gewerbsmässigen Betrugs auf. Zusammenfassend sind auch die Tatbestandsvor-
aussetzungen des Irrtums, der Vermögensdisposition und des Vermögensscha-
dens erfüllt. Ein Kausal- resp. Motivationszusammenhang zwischen den Handlun-
gen und dem Erfolg ist zudem ohne Weiteres zu bejahen. 

5.1.6. In subjektiver Hinsicht ist angesichts der Gesamtumstände ohne Weiteres 
von direktem Vorsatz auszugehen. Die Beschuldigte reichte die Rückforderungs-
belege – welche sie selbst gefälscht hatte – bei den Krankenversicherungen ein, 
um so Geldauszahlungen zu erhalten. Andere Beteuerungen der Beschuldigten 
sind angesichts der klaren Beweislage nicht glaubhaft. Vielmehr erscheint gesi-
chert, dass sie sämtliche objektiven Tatbestandsvoraussetzungen des gewerbs-
mässigen Betrugs mit direktem Wissen und Willen begangen hat. Dies mit der ex-
pliziten Absicht, sich selbst einen nicht gebührenden Vermögensvorteil zu ver-
schaffen und sich so zu bereichern. Vorsatz und Bereicherungsabsicht sind damit 
ebenfalls gegeben.

5.1.7. Der Beschuldigten wird schliesslich vorgeworfen, im Sinne von Art. 146 
Abs. 2 StGB gewerbsmässig gehandelt zu haben. Wie festgestellt, erwirkte die 
Beschuldigte zwischen Januar 2016 und September 2017 insgesamt 87 Auszah-
lungen und erbeutete so unrechtmässig einen Betrag von CHF 70'794.70. Sie er-
wirtschaftete so in jedem dieser 20 Monate einen durchschnittlichen Geldzufluss 
von rund CHF 3'500.00. Wie aus den edierten Bankunterlagen ersichtlich ist, ver-
wendete sie das zusätzliche Geld hauptsächlich zur Finanzierung ihrer Lebenshal-
tungskosten. Aufgrund dieser geschilderten Umstände, namentlich aufgrund des 
hohen Aufwands und der mehrfachen und regelmässigen Tatbegehung, wird er-
sichtlich, dass die Beschuldigte den Betrug in der Art einer Nebenbeschäftigung 
ausführte. Sie beendete die deliktische Tätigkeit erst, als sie mit den Vorwürfen 
konfrontiert worden war. Im Ergebnis sind die Voraussetzungen der Gewerbsmäs-
sigkeit und damit alle Tatbestandsvoraussetzungen des gewerbsmässigen Be-
trugs im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB als erfüllt anzusehen. 

5.2. Urkundenfälschung

5.2.1. Wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu 
schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-
schaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das 

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echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt 
oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden 
lässt, eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe 
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 251 Ziff. 1 StGB). 

5.2.2. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen der Urkundenfälschung 
gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB korrekt dargelegt und dabei ausführlich begründet, 
weshalb die Beschuldigte den Tatbestand erfüllt hat. Auf diese zutreffenden Aus-
führungen sei gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen, zumal die Verteidigung 
anlässlich der Berufungsverhandlung diesbezüglich nichts vorgebracht hat. 

5.2.3. Zusammenfassend ist lediglich festzuhalten, dass die Beschuldigte mit den 
fiktiven Rückforderungsbelegen unechte Urkunden hergestellt hat und damit den 
Eindruck erweckt hat, diese würden vom jeweiligen Leistungserbringer der medi-
zinischen Behandlung stammen. In subjektiver Hinsicht wusste die Beschuldigte 
dabei, dass die Rückforderungsbelege Leistungen bestätigten würden, die in 
Wahrheit nicht erfolgt waren. Sie benutzte diese Urkunden mit Wissen und Willen, 
um die Krankenkassen über ihre Rückvergütungspflicht zu täuschen und für sich 
selbst Geldleistungen zu erlangen, auf welche sie keinen Anspruch hatte. 

Im Ergebnis erfüllt die Beschuldigte damit sämtliche Tatbestandsvoraussetzungen 
der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB und ist 
deshalb schuldig zu sprechen. 

5.3. Fazit

Zusammenfassend erfüllt die Beschuldigte alle Tatbestandsvoraussetzungen der 
mehrfachen Urkundenfälschung und des gewerbsmässigen Betrugs. Gemäss 
konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts stehen Urkundenfälschung und 
Betrug in echter Realkonkurrenz zueinander, womit die Urkundenfälschung nicht 
vom Betrug konsumiert wird (BGE 138 IV 209 E. 5.5; 129 IV 56 E. 3 m.w.H.). Dies 
gilt selbst dann, wenn die Urkundenfälschung nur zum Zweck der Durchführung 
des Betrugs begangen wurde (vgl. BGE 138 IV 209; BGer 6B_1042/2020 v. 
1.12.2021 E. 2.5.1; 6B_613/2020 v. 17.9.2020 E. 1.3; je m.H.). Rechtfertigungs- 
und/oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch wurden solche be-
hauptet. Die Beschuldigte ist damit der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne 
von Art. 251 Ziff. 1 StGB und des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 
Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

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6. Strafzumessung und Vollzug

6.1. Anträge, anwendbares Recht, Grundsätze

6.1.1. Die Vorinstanz bestrafte die Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 
17 Monaten sowie einer Verbindungsbusse von CHF 5'000.00 (Ersatzfreiheitsstra-
fe von 32 Tagen). Damit sprach sei einen Monat mehr aus als von der Staatsan-
waltschaft beantragt. Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Be-
schuldigte einen Freispruch.

6.1.2. Die Vorinstanz äusserte sich nicht zum anwendbaren Sanktionenrecht 
(act. E.1, E. 6). Die Beschuldigte nahm die inkriminierten Handlungen vor dem 
Inkrafttreten der neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des Strafgesetzbu-
ches vor (Tatzeitraum: 30. Dezember 2015 bis 4. Oktober 2017; Änderungen des 
Sanktionenrechts per 1. Januar 2018). Nach neuem Recht wird sie beurteilt, wenn 
das neue Recht für den Täter das mildere ist (lex mitior; Art. 2 Abs. 2 StGB). Die 
Bewertung erfolgt nach der konkreten Methode, das heisst, es wird geprüft, nach 
welchem der beiden Rechte der Täter für die zu beurteilende Tat besser weg-
kommt. Die Neuregelung betrifft insbesondre Geldstrafen (maximal nur noch 180 
anstatt 360 Tagessätze, vgl. Art. 34 Abs. 1 und 2 StGB) und Freiheitsstrafen (Her-
absetzung der Mindestdauer auf 3 Tage, siehe Art. 40 Abs. 1 StGB) im Bereich bis 
zu einem Jahr. Wie sich nachfolgend ergibt, ist eine bedingte Freiheitsstrafe von 
über einem Jahr auszusprechen. In diesem Bereich erweist sich das neue Recht 
nicht als milder, weshalb das bis zum 31. Dezember 2017 geltende (alte) Sanktio-
nenrecht anzuwenden ist.

6.1.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 
StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 
(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen; vgl. auch 144 IV 313 E. 1; 144 IV 217 
E. 2.3 ff.; 142 IV 265 E. 2.3 ff.). Darauf kann verwiesen werden. 

6.2. Sanktionsart

6.2.1. Vorliegend hat sich die Beschuldigte eines gewerbsmässigen Betrugs im 
Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB und der mehrfachen Urkundenfälschung strafbar 
gemacht. Art. 146 Abs. 2 StGB sieht als Sanktion eine Freiheitsstrafe bis zu zehn 
Jahren oder eine Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen vor. Ein Verstoss gegen 
Art. 251 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 
bestraft. Demnach sehen beide Tatbestände die Sanktionsart der Freiheitsstrafe 
oder der Geldstrafe vor.

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6.2.2. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-
keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein sozia-
les Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 
E. 4.2 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll nach kon-
stanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich 
des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 
werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
(BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_125/2018 v. 14.6.2018 E. 1.3.2; je m.H.). Die 
Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2). Sie wiegt als 
Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in die persönliche 
Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 97 E. 4.2.2). Am Vorrang der Geldstrafe 
hat der Gesetzgeber im Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts 
entgegen der ursprünglichen Stossrichtung festgehalten (BGE 144 IV 217 E. 3.6 
mit Hinweisen).

6.2.3. Für den gewerbsmässigen Betrug fällt aufgrund der Tatschwere und des im 
konkreten Fall auszufällenden Strafmasses eine Geldstrafe nicht in Betracht; das-
selbe gilt für die mehrfache Urkundenfälschung. Ohnehin bestehen vorliegend er-
hebliche Zweifel an der spezialpräventiven Wirkung einer Geldstrafe. Eine solche 
wäre daher weder schuldangemessen noch zweckmässig. Für die Delikte sind 
damit Freiheitsstrafen auszusprechen.

6.3. Gesamtstrafenbildung, schwerstes Delikt, Strafrahmen

6.3.1. Vorliegend hat die Beschuldigte mehrere Tatbestände verwirklicht, für wel-
che jeweils Freiheitsstrafen auszusprechen sind, weshalb gemäss Art. 49 StGB 
eine Gesamtstrafe zu bilden ist. 

6.3.2. Der gewerbsmässige Betrug mit einer Strafandrohung von Freiheitsstrafe 
bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen erweist sich vor-
liegend als schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Die beiden Straf-
schärfungsgründe (mehrfache Tatbegehung und Deliktsmehrheit) führen vorlie-
gend mangels aussergewöhnlicher Umstände nicht dazu, die Grenzen des ordent-
lichen Strafrahmens zu verlassen; sie sind aber straferhöhend zu berücksichtigen. 
Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Der konkrete ordentliche Strafrahmen 
reicht deshalb von 90 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

6.4. Einsatzstrafe: Gewerbsmässiger Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB

6.4.1. Die objektive Tatschwere des von der Beschuldigten begangenen Betrugs 
ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bemessen und damit 

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zum breiten Spektrum von denkbaren Betrugshandlungen in Relation zu setzen. 
Vorliegend hat die Beschuldigte während über 20 Monaten (Ende Dezember 2015 
bis Anfang Oktober 2017) delinquiert; der Deliktsbetrag beläuft sich dabei auf 
CHF 77'898.60 (Gesamtbetrag der Rückforderungsbelege [inkl. Franchise und 
Selbstbehalt]; ausbezahlter Betrag von CHF 70'794.70 und gestoppte Auszahlun-
gen von CHF 4'091.20). Angesichts der Häufigkeit und des Deliktsbetrags ist das 
erkennende Gericht in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Vor-
instanz von einem gewerbsmässigen Betrug ausgegangen. Nichtdestotrotz ist die 
Zeitdauer der Deliktsbegehung am unteren Rand anzusiedeln und nicht zusätzlich 
negativ zu gewichten. Der Deliktsbetrag an sich ist nicht unerheblich, bewegt sich 
aber für einen gewerbsmässigen Betrug ebenfalls noch am unteren Rand. Erheb-
lich straferhöhend ins Gewicht fällt jedoch die Vorgehensweise der Beschuldigten. 
Einerseits betrieb sie einen ausserordentlichen Aufwand durch die Fälschung der 
Rückforderungsbelege und nutzte dafür ihren Zugang auf entsprechende Belege 
bei ihrem Arbeitgeber aus. Dadurch gelang es ihr, zwei Krankenkassen wiederholt 
hinters Licht zu führen. Die Anzahl der Einzelakte ist zudem erschwerend zu 
berücksichtigen. In diesem Sinne muss der Beschuldigten ein skrupelloses und 
unverfrorenes Vorgehen vorgeworfen werden, welches von einer nicht mehr uner-
heblichen kriminellen Energie zeugt. Insgesamt ist das objektive Verschulden der 
Beschuldigten innerhalb des weiten Strafrahmens nichtsdestotrotz als leicht ein-
zuordnen. 

6.4.2. In subjektiver Hinsicht ist von direktem Vorsatz auszugehen. Dass die Be-
schuldigte aus finanziellen Gründen handelte, ist der (unrechtmässigen) Bereiche-
rungsabsicht und der Gewerbsmässigkeit ihres Tuns immanent. Gleichwohl han-
delte sie aus egoistischen Motiven, selbst wenn sie sich (im Vergleich mit anderen 
gewerbsmässigen Betrügern) nicht einen geradezu luxuriösen, verschwenderi-
schen Lebenswandel geleistet hat; letzteres ist zumindest nicht erstellt. Vielmehr 
sind die erhaltenen Mittel zur Deckung eines leicht überhöhten Lebensstils und zur 
Abschwächung von ausserordentlichen Auslagen verwendet worden. Mit Blick auf 
die Aufgaben der Krankenkassen und auch auf die stetig steigenden Kosten des 
Gesundheitswesens müssen ihre Beweggründe aber als niedrig und ihr Verhalten 
als niederträchtig bezeichnet werden. Insgesamt erhöht sich das objektive Tatver-
schulden durch das subjektive Tatverschulden.

6.4.3. Das Gesamtverschulden ist (mit Blick auf einen ordentlichen Strafrahmen 
von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe) als noch leicht zu bezeichnen. Es rechtfer-
tigt sich vorliegend, die Einsatzstrafe im knapp mittleren Bereich des unteren 
Strafrahmendrittels auf 15 Monate festzusetzen.

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6.5. Asperation: Mehrfache Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB

6.5.1. Hinsichtlich der mehrfachen Fälschung und Verwendung der Rückforde-
rungsbelege ist das objektive Verschulden im unteren bis mittleren Bereich einzu-
ordnen: Die Urkundenfälschungen erfolgten im Zuge des gewerbsmässigen Be-
trugs; sie waren vor allem Mittel zum Zweck, weshalb sie bereits bei dessen Un-
rechtsgehalt in beschränktem Umfang mitberücksichtigt sind. Wie beim gewerbs-
mässigen Betrug sind aber auch hier namentlich die Anzahl der Einzelakte (91) 
und das generelle Vorgehen der Beschuldigten als erschwerend zu berücksichti-
gen. Hervorzuheben ist, dass die Beschuldigte nicht bloss kleine Veränderungen 
an einer bestehenden Urkunde vornahm, sondern die Rückforderungsbelege aus 
anderen Urkunden so zusammenstellte, dass die Fälschungen nur schwer zu er-
kennen waren. Dabei nutzte sie ihr eigenes Fachwissen über die Tarifcodes und 
die Abläufe innerhalb einer Krankenkasse aus, welches sie unter anderem als Ar-
beitnehmerin bei einer der geschädigten Versicherungen erworben hatte. In sub-
jektiver Hinsicht kann auf die Ausführungen zum gewerbsmässigen Betrug ver-
wiesen werde. So handelte die Beschuldigte namentlich aus egoistischen Beweg-
gründen und mit einer nicht unerheblichen kriminellen Energie. Sie betrieb einen 
relativ grossen Aufwand, um die Urkunden möglichst originalgetreu herzustellen. 
Das subjektive Verschulden ist ebenfalls im unteren bis mittleren Bereich einzu-
ordnen.

6.5.2. Zusammenfassend ist das Gesamtverschulden hinsichtlich der mehrfachen 
Urkundenfälschungen unter Berücksichtigung des Strafrahmens von Art. 251 
Ziff. 1 StGB (bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe) vorliegend im unteren bis mittleren 
Bereich einzuordnen. Als Einzeldelikt wäre dafür eine Strafe im oberen Bereich 
des unteren Strafrahmendrittels angemessen. In Anwendung des Asperationsprin-
zips und angesichts des vorliegend sehr engen Zusammenhangs zwischen den 
Urkundenfälschungen und dem gewerbsmässigen Betrug rechtfertigt es sich, die 
Einsatzstrafe von 15 Monaten Freiheitsstrafe um fünf Monate auf 20 Monate Frei-
heitsstrafe zu erhöhen.

6.6. Täterkomponenten

Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse und den Werdegang der Be-
schuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (act. E.1, 
Sachverhalt A). Aus den persönlichen Verhältnissen ergibt sich für die Strafzu-
messung nichts Relevantes. Auch die Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten ist 
strafzumessungsneutral zu werten. Da im Weiteren keine verschuldenssenkenden 
Täterkomponenten ersichtlich sind und aufgrund der Tatkomponenten bereits 

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20 Monate Freiheitsstrafe auszufällen sind, kann auf weitere Ausführungen zu 
straferhöhenden Täterkomponenten verzichtet werden. Dies, da die auszuspre-
chende Strafe aufgrund des Verbots der reformatio in peius ohnehin höchstens 17 
Monate Freiheitsstrafe betragen darf (vgl. folgende Erwägung), was vorliegend 
bereits aufgrund der Tatkomponenten überschritten ist.

6.7. Konkrete Strafe

Unter Berücksichtigung aller massgeblicher Strafzumessungsgründe resultiert 
damit für den gewerbsmässigen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB und für die 
mehrfache Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB eine schuldan-
gemessene Freiheitsstrafe von (mindestens) 20 Monaten. Wie dargelegt, hat die 
Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 17 Monaten ausgesprochen, wobei einzig die 
Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat. Gemäss dem Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO) darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil 
der beschuldigten oder verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur 
zu deren Gunsten ergriffen worden ist. Nichtsdestotrotz fällt die Berufungsinstanz 
ihren Entscheid neu und ohne Bindung an die Vorinstanz. Das Verschlechte-
rungsverbot verbietet demnach keine andere Strafzumessung, sofern die ausge-
sprochene Strafe nicht über jener der Vorinstanz liegt. Während die verschulden-
sangemessene Strafe demnach bei (mindestens) 20 Monaten Freiheitsstrafe liegt, 
ist aufgrund des Verschlechterungsverbots dennoch an der vorinstanzlichen Strafe 
festzuhalten und die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten zu ver-
urteilen. 

6.8. Vollzug

Gemäss aArt. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstra-
fe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, 
wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Be-
gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Die Vorinstanz gewährte 
der Beschuldigten den bedingten Strafvollzug (vgl. act. E.1, E. 7), wobei im Ur-
teilsdispositiv eine Probezeit von zwei Jahren angeordnet ist (in der Begründung 
spricht die Vorinstanz allerdings von drei Jahren Probezeit [act. E.1, E. 7.2]). Unter 
Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots ist an der Regelung im Urteilsdis-
positiv festzuhalten, welche denn auch angemessen erscheint. Demzufolge ist der 
Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren be-
dingt aufzuschieben.

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6.9. Verbindungsbusse

6.9.1. Gemäss aArt. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbe-
dingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. 
Mit der Verbindungsbusse soll insbesondere im Rahmen der Massendelinquenz 
die Schnittstellenproblematik zwischen der stets unbedingten Busse für Übertre-
tungen und der bedingten Geldstrafe für Vergehen entschärft werden. Eine 
Schnittstellenproblematik besteht namentlich bei einer unechten Gesetzeskonkur-
renz, wenn ein Übertretungstatbestand durch ein Vergehen konsumiert wird. Mit 
der Verbindungsbusse soll verhindert werden, dass derjenige, der das Vergehen 
begeht, nicht besser wegkommt als derjenige, welcher sich lediglich der (konsu-
mierten) Übertretung strafbar macht. Die Vorinstanz kombinierte die bedingt aus-
gesprochene Geldstrafe in Anwendung von aArt. 42 Abs. 4 StGB mit einer (Ver-
bindungs-)Busse in Höhe von CHF 5'000.00 (act. E.1, E. 6.5).

6.9.2. Vorliegend beging die Beschuldigte kein Massendelikt, bei welchem die 
Schnittstellenproblematik zu berücksichtigen wäre und auch sonst ist keine 
Schnittstellenproblematik ersichtlich. Zudem drängt sich – entgegen der Vor-
instanz – auch unter spezialpräventiven Gesichtspunkten die Auferlegung einer 
zusätzlichen Busse nicht auf. Es ist vielmehr anzunehmen, dass die Beschuldigte  
sich als Ersttäterin durch die bedingte Freiheitsstrafe und die weiteren Konse-
quenzen dieses Strafverfahrens, namentlich auch die Kostenfolgen (inkl. Ersatz-
forderung bzw. Zivilforderungen), genügend beeindrucken lassen wird, um sich 
künftig wohl zu verhalten. Daran ändert auch ihr fehlendes Geständnis nichts. Auf 
die Ausfällung einer Verbindungsbusse ist demnach zu verzichten.

7. Ersatzforderung

7.1. Straftaten gegen Individualinteressen, insbesondere Vermögensdelikte, 
führen in der Regel zu einer Vermögensverschiebung von der geschädigten Per-
son zum Täter. Das Zivilrecht stellt für die Korrektur dieser Vermögensverschie-
bung verschiedene Anspruchsgrundlagen zur Verfügung. In der Regel kann die 
geschädigte Person vom Täter gestützt auf unerlaubte Handlung (Art. 41 ff. OR) 
oder auf Vertragsrecht (Art. 97 ff. OR) die Zahlung von Schadenersatz fordern. 
Das Strafrecht stellt mit dem Vermögenseinziehungsrecht ebenfalls Rechtsgrund-
lagen zur Verfügung, die das Rückgängigmachen der durch die Straftat verursa-
chen Vermögensverschiebung bezwecken. Dies vor dem Hintergrund des öffentli-
chen Interesses daran, dass sich Straftaten nicht lohnen dürfen (vgl. dazu z.B. 
BGE 146 IV 201 E. 8.4.3). Im Unterschied zum Zivilrecht fokussiert das Vermö-
genseinziehungsrecht jedoch nicht auf den Schaden der geschädigten Person, 

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sondern auf die erlangten Vermögenswerte und damit primär auf den Täter (vgl. 
Marcel Scholl, in: Jürg-Beat Ackermann [Hrsg.], Kommentar Kriminelles Vermö-
gen, Kriminelle Organisation: Einziehung, Kriminelle Organisation, Finanzierung 
des Terrorismus, Geldwäscherei, Bd. I, Zürich/Basel/Genf 2018, N 49 zu Art. 71 
StGB).

7.2. Gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Vermö-
genswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt wa-
ren, eine Straftat zu veranlassen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustands ausgehändigt werden. Sind die der Einzie-
hung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das Ge-
richt auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe (Art. 71 Abs. 1 StGB). 
Das Gericht kann von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn 
diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Be-
troffenen ernstlich behindern würde (Art. 71 Abs. 2 StGB). Voraussetzung für die 
Anordnung einer subsidiären Ersatzforderung ist, dass der Ersatzforderungs-
schuldner durch eine Straftat persönlich Vermögenswerte erlangt oder solche 
später erworben hat (vgl. Scholl, a.a.O., N 96 zu Art. 71 StGB). Gemäss dem 
Wortlaut des Gesetzes ist die Ersatzforderung in gleicher Höhe wie die nicht mehr 
vorhandenen Vermögenswerte anzusetzen (Art. 71 Abs. 1 StGB). Als Ausgangs-
punkt bei der Bestimmung der Höhe der Ersatzforderung ist vom finanziellen Profit 
auszugehen, welchen der Ersatzforderungsschuldner persönlich aus der Straftat 
gezogen hat. Davon abzuziehen ist der Wert jener Vermögenswerte, auf welche 
die Strafbehörden zugreifen, dem Inhaber wegnehmen und zugunsten des Staa-
tes einziehen oder der verletzten Person zuweisen können (Scholl, a.a.O., N 97 zu 
Art. 71 StGB mit Hinweisen).

7.3. Vorliegend hat die Beschuldigte von den beiden Krankenversicherungen 
B._____ und C._____ eine Auszahlung von CHF 70'794.70 erwirkt und sich damit 
in diesem Betrag rechtswidrig bereichert. Die Auszahlungen stehen dabei unzwei-
felhaft in direktem Konnex zur vorliegend festgestellten Straftat, da die Versiche-
rungen die Gelder aufgrund der eingereichten gefälschten Rückforderungsbelege 
ausbezahlt haben. Weil die Beschuldigte die Gelder verbraucht hat und diese nicht 
mehr vorhanden sind, ist eine Einziehung gestützt auf Art. 70 StGB nicht mehr 
möglich. Zu prüfen sind jedoch die Voraussetzungen von Art. 71 StGB. Demnach 
ist eine Ersatzforderung zugunsten des Staates in Höhe der CHF 70'794.70 anzu-
setzen, sofern diese voraussichtlich nicht uneinbringlich wäre oder die Wiederein-
gliederung der Beschuldigten ernstlich behindern würde. Beides ist in casu jedoch 
nicht der Fall: Zwar ist die Beschuldigte verschuldet (vgl. act. H.4, S. 2) und kann 

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demzufolge die Ersatzforderung nicht ohne Weiteres begleichen. Eine direkte Be-
gleichung der Forderung wird allerdings auch nicht vorausgesetzt. Vielmehr er-
scheint es der Beschuldigten angesichts ihres Nettolohns von CHF 7'000.00 (vgl. 
act. H.4, S. 2) als möglich und zumutbar, die Ersatzforderung zumindest in Raten 
abzuzahlen, was den Voraussetzungen von Art. 71 StGB genügt. Eine Wiederein-
gliederung steht in casu schliesslich nicht zur Diskussion, zumal die Freiheitsstrafe 
bedingt auszusprechen ist. In diesem Sinne ist die Beschuldigte zu verpflichten, 
dem Kanton Graubünden eine Ersatzforderung in Höhe von CHF 70'794.70 zu 
bezahlen.

7.4. Gemäss ständiger Rechtsprechung und herrschender Lehre schliesst nur 
die tatsächliche Erfüllung der Schadenersatzpflicht die Anordnung einer Ersatzfor-
derung aus, nicht aber das blosse Bestehen eines Schadenersatzanspruchs. Da 
ein Täter dadurch sowohl zur Leistung einer Ersatzforderung als auch zur Leistung 
von Schadenersatz verpflichtet werden kann, entsteht grundsätzlich die Gefahr 
einer Doppelzahlung des Täters. Massnahmen der Vermögenseinziehung sollen 
jedoch nicht zu einer Doppelbelastung des Täters führen dürfen (vgl. BGE 117 IV 
107 E. 2b; BGer 6B_728/2010 v. 1.3.2011 E. 4.2). Eine Möglichkeit, dieser Gefahr 
zu begegnen, besteht darin, die Ersatzforderung von einer auflösenden Bedingung 
abhängig zu machen, gemäss welcher die Ersatzforderung im Betrag, in welchem 
Schadenersatz geleistet wurde, aufgehoben wird (vgl. Scholl, a.a.O., N 219 f. zu 
Art. 71 StGB m.w.H.). In Nachachtung der zitierten Lehre und Rechtsprechung ist 
die Verpflichtung der Beschuldigten zur Leistung der Ersatzforderung von 
CHF 70'794.70 an folgende auflösende Bedingung zu knüpfen: Sofern die Be-
schuldigte den Nachweis erbringt, allfällige Schadenersatzforderungen der Ge-
schädigten mindestens im Umfang der Höhe der Ersatzforderung von 
CHF 70'794.70 bezahlt zu haben, ist die Verpflichtung zur Leistung der angeord-
neten Ersatzforderung an den Kanton Graubünden aufzuheben. Der entsprechen-
de Nachweis ist durch die Beschuldigte in einem nachträglichen Entscheidverfah-
ren gemäss Art. 363 Abs. 1 StPO zu erbringen (KGer SK1 20 49 v. 15.10.2022 
E. 8.2.5; vgl. BGer 6B_687/2014 v. 22.12.2017 E. 3.1; vgl. auch Scholl, a.a.O., 
N 220 zu Art. 71 StGB). Mangels kantonal vorgesehenem Verfahren gemäss 
Art. 73 Abs. 3 StGB können zudem bereits an den Kanton bezahlte Ersatzforde-
rungen gestützt auf Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB von den geschädigten Krankenversi-
cherungen (oder – im Falle einer erfolgten Doppelzahlung – allenfalls von der Be-
schuldigten) ebenfalls im Verfahren gemäss Art. 363 Abs. 1 StPO herausverlangt 
werden (vgl. dazu implizit BGer 6B_1353/2019 v. 23.9.2020 E. 3.2, 4.1).

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8. Einziehung

8.1. Mit Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 30. November 2017 
hat die Staatsanwaltschaft bei der Beschuldigten diverse Gegenstände beschlag-
nahmt (vgl. StA act. 7.5, 7.7, 7.8). Das Gericht verfügt ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt waren oder die durch eine 
Straftat hervorgebracht worden sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von 
Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden (Art. 69 Abs. 1 
StGB). Das Gericht kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände un-
brauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 69 Abs. 2 StGB).

8.2. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen von Art. 69 StGB ausführlich dar-
gelegt und korrekt angewendet. In diesem Sinne kann unter Anwendung von 
Art. 82 Abs. 4 StPO auf diese Erwägungen verwiesen werden (vgl. act. E.1, E. 9), 
zumal sich an der Berufungsverhandlung denn auch keine Partei hierzu äusserte 
und der Schuldspruch zu bestätigen ist. Dem Gesagten entsprechend sind der 
Beschuldigten die beschlagnahmten Gegenstände Nr. 1 – 8 und 12 (Couvert, Kor-
respondenz, Bankbelege [Nr. 1]; Arbeitsvertrag O._____, Dossier [Nr. 2]; Lohnab-
rechnungen etc. Dossier M._____ [Nr. 3]; SAP-Ordner, Kurs-Unterlagen [Nr. 4]; 
Dossier, Personalakten, Bewerbungsunterlagen [Nr. 5]; Diplome, Zertifikate, Cou-
vert [Nr. 6]; Steuerakten, Couvert, 2015/2016 [Nr. 7]; persönliche Notizen, grüner 
Korb [Nr. 8]; Ordner, Zahnarzt, Arzt, Krankenkasse [Nr. 12]) wieder auszuhändi-
gen und die Gegenstände Nr. 9 bis 11 (Stick, M._____ [Nr. 9]; Laptop [Nr. 10]; HP 
Drucker Laserjet [Nr. 11]) sind gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB gerichtlich 
einzuziehen und der Vernichtung zuzuführen.

9. Zivilansprüche

Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte Person zivilrechtliche An-
sprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft adhäsionsweise im Strafverfahren 
geltend machen. Die Vorinstanz verwies die von der C._____ und der B._____ 
geltend gemachten Forderungen von CHF 19'139.70 und CHF 51'955.00 auf den 
Zivilweg. Auf eine Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichteten beide 
Krankenversicherungen (vgl. act. D11, D.12). Im Weiteren äusserte sich an der 
Berufungsverhandlung keine Partei zu den Zivilansprüchen. Angesichts dessen 
und angesichts der Tatsache, dass vorliegend der Schuldspruch zu bestätigen ist, 
kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. 
Art. 82 Abs. 4 StPO; act. E.1, E. 10). Die Ansprüche der C._____ und der B._____ 
sind damit auf den Zivilweg zu verweisen. 

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10. Kosten- und Entschädigungsfolgen

10.1. Untersuchung und Vorinstanz

10.1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen Entscheid, so befindet sie auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person dabei die Verfahrens-
kosten, wenn sie verurteilt wird.

10.1.2. Vorliegend bestätigt die erkennende Kammer den Schuldspruch der Vor-
instanz. In diesem Sinne endet das Strafverfahren mit einer Verurteilung, womit 
die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft (CHF 5'105.00) und die vor-
instanzliche Gerichtsgebühr (CHF 7'500.00) vollumfänglich der Beschuldigten auf-
zuerlegen sind.

10.1.3. Als Bestandteil der Verfahrenskosten ebenfalls der Beschuldigten aufzuer-
legen sind die Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Art. 422 Abs. 2 lit. a 
StPO). Diese Kosten sind jedoch einstweilen vom Kanton Graubünden zu über-
nehmen, sind aber von der Beschuldigten zurückzuerstatten, sobald es ihre wirt-
schaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 4 StPO). 
Die Vorinstanz hat dem amtlichen Verteidiger ein Honorar von CHF 19'000.00, 
inklusive Spesen und MwSt., zugesprochen. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen 
Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. act. E.1, E. 11). An die-
ser Honorarfestsetzung inklusive der Differenz zum vollen Honorar von 
CHF 3'760.00 ist festzuhalten.

10.2. Rechtsmittelinstanz

10.2.1. In Anwendung von Art. 7 VGS (BR 350.210) ist die Gerichtsgebühr für das 
Berufungsverfahren auf CHF 4'000.00 festzulegen. 

10.2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massga-
be ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Erwirkt eine Partei, 
die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so können 
ihr die Verfahrenskosten unter anderem dann auferlegt werden, wenn der ange-
fochtene Entscheid nur unwesentlich geändert wird (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). In 
casu unterliegt die Beschuldigte mit ihren Anträgen. Insofern sie im Vergleich zum 
vorinstanzlichen Urteil eine Verbesserung erreicht (Verbindungsbusse), ist diese 
als unwesentliche Änderung im Sinne von Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO anzusehen 
und für die Kostenregelung nicht zu berücksichtigen. Im Ergebnis sind ihr damit 
die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 vollumfänglich aufzuerlegen. 

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10.2.3. Wie vor der Vorinstanz sind die Kosten der amtlichen Verteidigung als Be-
standteil der Verfahrenskosten ausgangsgemäss ebenfalls der Beschuldigten auf-
zuerlegen (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). Diese Kosten übernimmt einstweilen der 
Kanton Graubünden, sie sind aber von der Beschuldigten zurückzuerstatten, so-
bald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 135 
Abs. 4 StPO). 

Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten reichte anlässlich der Berufungsver-
handlung eine Honorarnote im Umfang von CHF 7'594.15 (inkl. Spesen und 
MwSt.) ein (act. G.2). Er machte dabei einen Aufwand von 33.9 Stunden à 
CHF 200.00 geltend. Dieser Aufwand erscheint dem vorliegenden Fall nicht an-
gemessen, zumal bereits vor der Vorinstanz umfangreiche (Rechts-)Abklärungen 
und Besprechungen getätigt und entschädigt worden sind (vgl. VI act. IV.3). Zu 
streichen sind die Aufwendungen zwischen Berufungsanmeldung und Erhalt des 
begründeten Urteils (Positionen 27.5.2021 bis und mit 2.7.2021), da in dieser Zeit 
keinerlei Verfahrensschritte notwendig waren und nicht ersichtlich ist, wofür die 
getätigten Aufwendungen notwendig gewesen sein sollen; anzurechnen sind dies-
bezüglich lediglich Aufwendungen von 0.3 Stunden für das Einreichen der Beru-
fungsanmeldung. Weiter werden für Besprechungen und sonstigen Klientenkon-
takt neun Stunden geltend gemacht. Auch dies erscheint angesichts der bereits 
vor Vorinstanz entschädigten Besprechungen als zu viel; angemessen dafür er-
scheinen sechs Stunden. Angesichts der bereits vor Vorinstanz entschädigten 
Aufwendungen sind schliesslich für Rechtsabklärungen, die Einreichung der Beru-
fungserklärung und das Vorbereiten des Plädoyers zehn Stunden anzurechnen. 
Zusammen mit den zwei Stunden für die Berufungsverhandlung ist der amtliche 
Verteidiger insgesamt mit 19.3 Stunden à CHF 200.00 (vgl. Art. 5 Abs. 1 HV 
[BR 310.250]) zu entschädigen. Inklusive 3% Spesen und 7.7% MwSt. beläuft sich 
das Honorar damit auf CHF 4'281.95.

10.2.4. Die Beschuldigte beantragt schliesslich die Zusprechung einer Genugtu-
ung gemäss richterlichem Ermessen, ohne anzugeben, auf welche Rechtsgrund-
lage sie ihren Anspruch stützt (vgl. act. A.2, S. 2). Sofern sie sich auf Art. 429 
Abs. 1 lit. c StPO berufen will, ist der Antrag abzuweisen. Dies, weil gestützt auf 
diese Bestimmung ein Anspruch auf Genugtuung von vornherein nur bestehen 
würde, wenn die Beschuldigte ganz oder teilweise freigesprochen worden wäre. 
Da dies vorliegend nicht der Fall ist, ist weder eine Genugtuung noch eine Ent-
schädigung auszurichten.

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Demnach wird erkannt:

1. A._____ ist schuldig der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 
Ziff. 1 StGB sowie des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 
StGB.

2.1. Dafür wird A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten bestraft.

2.2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren bedingt aufgeschoben.

3.1. Die gemäss dem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 30. No-
vember 2017 beschlagnahmten Gegenstände Nr. 1 – 8 und 12 (Couvert, 
Korrespondenz, Bankbelege [Nr.1]; Arbeitsvertrag O._____, Dossier [Nr. 2]; 
Lohnabrechnungen etc. Dossier M._____ [Nr. 3]; SAP-Ordner, Kurs-
Unterlagen [Nr. 4]; Dossier, Personalakten, Bewerbungsunterlagen [Nr. 5]; 
Diplome, Zertifikate, Couvert [Nr. 6]; Steuerakten, Couvert, 2015/2016 
[Nr. 7]; persönliche Notizen, grüner Korb [Nr. 8]; Ordner, Zahnarzt, Arzt, 
Krankenkasse [Nr. 12]) werden A._____ nach Rechtskraft des Entscheids 
ausgehändigt.

3.2. Die gemäss dem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 30. No-
vember 2017 beschlagnahmten Gegenstände Nr. 9 bis 11 (Stick, M._____ 
[Nr. 9]; Laptop [Nr. 10]; HP Drucker Laserjet [Nr. 11]) werden gestützt auf 
Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB gerichtlich eingezogen und der Vernichtung zu-
geführt.

4. Die Zivilklagen der B._____ und der C._____ werden auf den Zivilweg ver-
wiesen.

5. A._____ wird verpflichtet, dem Kanton Graubünden eine Ersatzforderung in 
Höhe von CHF 70'794.70 zu bezahlen.

Die Verpflichtung zur Leistung der Ersatzforderung kann in dem Umfang 
aufgehoben werden, in welchem A._____ den Nachweis erbringt, die Er-
satzforderungen der B._____ (Umfang von mindestens CHF 51'655.00) und 
der C._____ (Umfang von mindestens CHF 19'139.70) bezahlt zu haben.

6.1. Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft in Höhe von CHF 
5'105.00 (Untersuchungsgebühr CHF 3'870.00; Auslagen CHF 1'235.00) 
gehen zu Lasten von A._____.

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6.2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 26'500.00 (Gerichts-
gebühr CHF 7'500.00, Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 19'000.00 
[inkl. Spesen und MwSt.]) gehen zu Lasten von A._____.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen aus der Ge-
richtskasse des Regionalgerichts Imboden bezahlt. A._____ wird – sobald 
es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben – verpflichtet, dem Kanton in 
diesem Umfang die Entschädigung zurückzuzahlen und der Verteidigung 
die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Hono-
rar, mithin den Betrag von CHF 3'760.00, zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a 
und b StPO). Der Anspruch des Kantons verjährt in 10 Jahren nach 
Rechtskraft des Entscheids (Art. 135 Abs. 5 StPO).

6.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 8'281.95 (Gerichtsgebühr 
CHF 4'000.00; Kosten der amtlichen Verteidigung CHF 4'281.95 [inkl. Spe-
sen und MwSt.]) gehen zu Lasten von A._____.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen aus der Ge-
richtskasse des Kantonsgerichts von Graubünden bezahlt. Vorbehalten 
bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a 
StPO.

7.1. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

7.2. Hinsichtlich des Entschädigungsentscheids kann der amtliche Verteidiger 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG (SR 173.71) 
Beschwerde an das Bundesstrafgericht erheben. Die Beschwerde ist dem 
Bundesstrafgericht, Viale Stefano Franscini 7, Postfach 2720, 6501 Bellin-
zona, schriftlich innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 
39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässig-
keit, die Beschwerdegründe, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerde gelten die Art. 393 ff. StPO.

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8. Mitteilung an: