# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 416e4987-a576-5007-b63c-2e3367ef720f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2011 E-5518/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5518-2011_2011-10-12.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5518/2011

U r t e i l   v om   1 2 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

Parteien A._______, geboren am (…),
und dessen Ehefrau
B._______, geboren am (…),
und deren gemeinsame Kinder
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
E._______, geboren am (…),
F._______, geboren am (…),
G._______, geboren am (…),
Bosnien und Herzegowina, 
alle wohnhaft (…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. September 2011 / N (…).

E­5518/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden,  ethnische  Bosniaken  mit  letztem 
Wohnsitz  H._______,  I._______,  ihr  Heimatland  eigenen  Angaben 
zufolge am 28. August  2011  verliessen und  tags darauf  in  der Schweiz 
um Asyl nachsuchten, 

dass  sie  im  Rahmen  der  Gesuchseinreichung  ihre  Reisepässe  zu  den 
Akten reichten,

dass sie anlässlich der Erstbefragungen,  die am 7. September 2011  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  J._______  durchgeführt 
wurden,  im Wesentlichen  geltend machten, wegen des Krieges  im  Jahr 
1992  seien  sie  nach  K._______  geflüchtet,  wo  sie  als  Flüchtlinge 
aufgenommen worden seien,

dass sie  im Jahr 1997 wegen der vielen Emigranten von den Behörden 
von  K._______  nach  L._______  geschickt  worden  seien,  wo  sie  sich 
ungefähr eineinhalb Monate als Flüchtlinge aufgehalten hätten, 

dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  L._______  aufgrund  der 
vielen Demonstrationen  verschlimmert  habe,  und  aus  den  umliegenden 
Ländern immer mehr Flüchtlinge gekommen seien,

dass  die  Behörden  von  L._______  die  Aufenthaltsvisa  der 
Beschwerdeführerin und der Kinder nicht mehr  verlängert  hätten,  zumal 
deren Pässe nicht mehr gültig gewesen seien,

dass  ihnen  die Bosnische Vertretung  in M._______  keine  neuen Pässe 
habe  ausstellen  wollen  und  ihnen  dabei  mitgeteilt  habe,  sie  sollten 
biometrische Pässe in ihrer Heimat beantragen,

dass  sie  deshalb  im  Sommer  2011  nach  Bosnien  und  Herzegowina 
zurückgekehrt seien, 

dass sich der Beschwerdeführer vor Blutrache fürchte, zumal er während 
des bosnischen Krieges geflüchtet sei und daher seitens der Armee und 
seitens der Fikret Abdic gesucht werde, 

dass sie vor diesem Hintergrund und aus Angst um die Kinder nicht mehr 
nach Bosnien und Herzegowina zurückkehren könnten, 

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dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  8.  September  2011  –  gleichentags 
persönlich  ausgehändigt  –  die  Beschwerdeführenden  für  den  14. 
September  2011  zur  direkten  Bundesanhörung  vorlud  (vgl.  Akten  BFM 
A12/1),

dass  sie  anlässlich  ihres  Kantonsaustritts  am  12.  September  2011 
nochmals  schriftlich darauf  hingewiesen wurden,  sie hätten  sich am 14. 
September  2011  zur  Anhörung  im  EVZ  J._______  einzufinden  (vgl. 
A16/5),

dass die Beschwerdeführenden zum festgesetzten Anhörungstermin nicht 
erschienen, obschon sie im N._______ wiederholt dazu aufgefordert und 
an ihre Mitwirkungspflicht ermahnt worden seien, 

dass den Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 14. September 2011 
schriftlich das rechtliche Gehör zu ihrem Nichterscheinen gewährt wurde, 
worauf sie mit Schreiben vom 21. September 2011 Stellung nahmen,

dass  sie  darin  geltend  machten,  sie  hätten  abends  vor  der 
Bundesanhörung  ihre  Wäsche  gewaschen,  welche  infolge  Regens  am 
Morgen der Anhörung nicht trocken gewesen sei, 

dass sie keine anderen Kleider hätten, weshalb sie nichts zum Anziehen 
gehabt hätten und daher an der Bundesanhörung fern geblieben seien,  

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  26.  September  2011  –  eröffnet  am 
28. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die 
Beschwerdeführenden  seien  dem Anhörungstermin  vom  14.  September 
2011  unentschuldigt  ferngeblieben,  obschon  diesen  die  Vorladung 
ordnungsgemäss zur Kenntnis gebracht worden sei,

dass  nach  telefonischer  Rücksprache  mit  dem  O._______  und  dem 
N._______  dem  BFM  mitgeteilt  worden  sei,  dass  sich  die 
Beschwerdeführenden  mit  der  Begründung,  ihr  Sohn  habe  keine  Hose 
und  es  regne,  trotz  wiederholter  Aufforderung  und  Ermahnung  an  ihre 
Mitwirkungspflicht weigerten, an der Anhörung teilzunehmen, 

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dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Stellungnahme  ausführten,  sie 
hätten  abends  vor  der  Bundesanhörung  nochmals  ihre  Wäsche 
gewaschen und draussen zum Trocknen aufgehängt,

dass die Wäsche infolge des Regens am Morgen nicht trocken gewesen 
sei, weshalb sie der Anhörung in J._______ ferngeblieben seien, 

dass  diese  Erklärung  als  fadenscheinige  Ausrede  zu werten  sei,  zumal 
gemäss  Auskunft  des  N._______  sämtliche  Vorkehrungen  getroffen 
worden  seien,  damit  die  Beschwerdeführenden  pünktlich  zum 
Anhörungstermin hätten erscheinen können,

dass  sie  ferner  am  14.  September  2011  wiederholt  angehalten  worden 
seien, dem Anhörungstermin Folge zu leisten, und es keine Probleme mit 
der Kleidung gegeben habe, 

dass  sie  ihre Mitwirkungspflicht  schuldhaft  in  grober Weise  verletzt  und 
sich in Kenntnis ihrer Mitwirkungspflicht offensichtlich willentlich geweigert 
hätten, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, 

dass  ihnen damit das erforderliche Rechtsschutzinteresse abzusprechen 
sei, 

dass daher auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei,

dass  sie  damit  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllten,  weshalb  der 
Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1  AsylG  nicht 
angewendet werden könne,

dass  aus  den  Akten  keine  Anhaltspunkte  entnehmen  werden  könne, 
wonach  die  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung drohe,

dass  der Bundesrat mit  Beschluss  vom 25.  Juni  2003  nach  sorgfältiger 
Prüfung  Bosnien  und  Herzegowina  als  verfolgungssicheren  Staat  (sog. 
safe country) bezeichnet habe,

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dass  damit  weder  die  im  Heimatland  herrschende  politische  Situation 
noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  ihrer  Rückkehr  nach 
Bosnien und Herzegowina sprechen würden,

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  ihr  Fernbleiben  an  der  Anhörung 
eine  weitergehende  Abklärung  allfälliger  Wegweisungshindernisse 
verunmöglicht hätten, und beim Vorliegen einer schuldhaften Verletzung 
der  Mitwirkungspflicht  es  nicht  den  Behörden  obliege,  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen zu forschen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  der 
Beschwerdeführenden auch durchführbar sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  5.  Oktober  2011 – 
Datum  Poststempel  –  dagegen  Beschwerde  einreichten  und  –  unter 
Kosten­ und Entschädigungsfolge – beantragten, die Verfügung des BFM 
sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Prüfung  des  Asylgesuchs 
(Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  einen 
Kostenvorschuss ersuchten,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  eine  solche  Ausnahme  gemäss  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  im 
gegebenem Fall nicht vorliegt,

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dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind,  so  dass  auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 
105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  –  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34
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dass  auf  Asylgesuche  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  ihre 
Mitwirkungspflicht  schuldhaft  auf  andere Weise  als  nach Art.  32 Abs.  2 
Bst. a oder b AsylG grob verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht dann als grob zu bezeichnen 
ist, wenn dadurch die Abklärungen des Falles erheblich erschwert werden 
(vgl. EMARK 1995 Nr. 18 E. 3c S. 187 f.),

dass das Nichterscheinen an einer Anhörung, zu der ein Asylsuchender 
ordnungsgemäss eingeladen worden  ist,  als Verhinderung einer konkret 
vorgesehenen  Verfahrenshandlung  gelten  muss  und  eine  grobe 
Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  c 
AsylG darstellt (vgl. EMARK 2000 Nr. 8 E. 7a S. 69 f.; EMARK 2003 Nr. 
22 E. 4a S. 142 f.; zur Qualifizierung einer Mitwirkungspflicht als grob vgl. 
auch EMARK 2001 Nr.  19 E. 4a S.  142, EMARK 2003 Nr.  21 E.  3d S. 
136),

dass das Asylgesetz dabei keinen Vorsatz voraussetzt (vgl. EMARK 2000 
Nr.  8),  weshalb  auf  ein  Asylgesuch  nicht  einzutreten  ist,  wenn  der 
Asylsuchende diese Pflicht in schuldhafter Weise verletzt hat,

dass  die  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  in  schuldhafter  Weise,  nicht 
aber  zwingend  vorsätzlich  erfolgt  sein  muss  (vgl.  EMARK  2000  Nr. 8 
E. 5a S. 68 f.),

dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegensatz 
zur  strafrechtlichen  Terminologie  eine  solche  zu  verstehen  ist,  bei 
welcher  die  betreffende  Person  durch  aktives  Handeln  zur  Verletzung 
beiträgt oder ein Handeln unterlässt,  das  ihr aufgrund  ihres Alters,  ihrer 
Ausbildung,  ihrer  beruflichen  und  sozialen  Stellung  vernünftigerweise 
zugemutet werden kann,

dass  die  Mitwirkungspflicht  der  Beschwerdeführenden  eine  aktive 
Mitarbeit  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  verlangt,  wozu 
insbesondere  auch  ihr  Erscheinen  zu  den  Anhörungen  und  die 
Beantwortung  der  gestellten  Fragen  gehört  (vgl.  Art.  8  Abs.  1  Bst.  c 
AsylG),

dass  folglich  das Nichterscheinen  zu einer Anhörung grundsätzlich  eine 
grobe und schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht darstellt,

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dass  es  sich  bei  der  Anhörung  um  eine  wichtige  Voraussetzung  zur 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  handelt  (vgl.  EMARK 
2003 Nr. 22 E. 4.a und b S. 142 f.),

dass aufgrund des Fernbleibens der Beschwerdeführenden an erwähnter 
Anhörung  und  aufgrund  der  mehrmaligen  Aufforderungen  und 
Mahnungen seitens der Betreuer des N._______, davon auszugehen ist, 
sie hätten den Vorladungstermin ohne Grund nicht wahrgenommen, 

dass  das  BFM  das  Verhalten  der  Beschwerdeführenden 
(unentschuldigtes Nichterscheinen zur Anhörung) nach dem Gesagten zu 
Recht  als  schuldhafte  und  grobe  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht 
wertete,  da  es  die  Beschwerdeführenden  unterliessen,  bei  der 
Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken,

dass  die  Vorbingen  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  nicht  geeignet  sind  zu 
einem anderen Schluss zu gelangen, zumal sie einzig auf der Wahrheit 
des  bereits  Geschilderten  beharren  und  sich  unsubstanziiert  mit  dem 
ihnen vorgeworfenen Fehlverhalten auseinandersetzen,

dass  diese  Schilderungen  damit  nicht  geeignet  sind,  die  von  den 
Beschwerdeführenden  begangene  Mitwirkungspflichtverletzung  zu 
rechtfertigen, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c 
AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733, 
BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

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E­5518/2011

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Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  es  die  Beschwerdeführenden  durch  ihr  unentschuldigtes 
Nichterscheinen  zur  Anhörung  unterliessen,  bei  der  Erhebung  des  mit 
Blick  auf  die  Feststellung  ihrer  allfälligen  Flüchtlingseigenschaft 
rechtserheblichen  Sachverhalts mitzuwirken,  und  aus  diesem  Verhalten 
zu schliessen ist, dass sie in ihrem Heimatland Bosnien und Herzegowina 
aktuell  keinen  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG 
ausgesetzt sind oder dort solche zu befürchten haben,

dass – wie das BFM zu Recht ausgeführt hat – Bosnien und Herzegowina 
als verfolgungssicheren Staat (safe country) gilt, 

dass der Vollzug der Wegweisung unter diesen Umständen in Beachtung 
dieser  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen 
zulässig  ist,  zumal  aufgrund  der  Angaben  der  Beschwerdeführenden 
sowie  der  übrigen  Akten  auch  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 3  EMRK 
ersichtlich sind, die ihnen in Bosnien und Herzegowina drohten, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bosnien  und  Herzegowina  noch 
individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden  im  Falle  ihrer  Rückkehr  schliessen  lassen, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung – auch unter Berücksichtigung des 
Kindeswohls – vorliegend zumutbar ist,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, 

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

dass  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  ohne  vorgängige  Instruktion  das 
Gesuch  um  Verzicht  auf  einen  Kostenvorschuss  gegenstandslos 
geworden ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 600.­  (Ar. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

 

(Dispositiv nächste Seite)

http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34
http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/34

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: