# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7c778b2-2537-5c09-8a51-4cdaf082591e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 22.05.2017 SN.2017.9
**Docket/Reference:** SN.2017.9
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SN-2017-9_2017-05-22

## Full Text

Versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Widerhandlung gegen das Waffengesetz. (Vorzeitiger Strafvollzug).;;Versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Widerhandlung gegen das Waffengesetz. (Vorzeitiger Strafvollzug).;;Versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Widerhandlung gegen das Waffengesetz. (Vorzeitiger Strafvollzug).;;Versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Widerhandlung gegen das Waffengesetz. (Vorzeitiger Strafvollzug).

Verfügung vom 22. Mai 2017 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin Miriam Forni, Vorsitz 

Gerichtsschreiber David Heeb  

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Hansjörg 

Stadler, Staatsanwalt des Bundes,  

 

 

gegen 

  

A., zurzeit in Sicherheitshaft, amtlich verteidigt durch 

Rechtsanwalt Fabian Blum,  

 

 

Gegenstand 

 

Versuchter mehrfacher Mord, Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-

sicht, Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

(vorzeitiger Strafvollzug) 

 

 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SN.2017.9 

(Hauptgeschäftsnummer: SK.2017.25) 

- 2 - 

Die Vorsitzende erwägt, dass: 

- die Bundesanwaltschaft am 5. Mai 2017 beim Bundesstrafgericht Anklage gegen A. 

wegen versuchten mehrfachen Mordes (Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), 

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 

Abs. 1 StGB) und Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 sowie Art. 12, Art. 15 Abs. 1 und Art. 16a WG) erhob (pag. 

TPF 6.100.001-10);  

- A. vom 31. Januar 2017 bis 4. Mai 2017 im Regionalgefängnis Bern in Untersuchungs-

haft war (pag. TPF 6.880.009);  

- das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern auf Antrag der Bundesanwaltschaft 

vom 5. Mai 2017 am 11. Mai 2017 die Sicherheitshaft anordnete und A. bis zum Zeit-

punkt des Urteils des erstinstanzlichen Gerichts, längstens jedoch bis am 5. August 

2017, in Sicherheitshaft versetzte (pag. TPF 6.880.001-008); 

- die Verfahrensleitung der beschuldigten Person bewilligen kann, Freiheitsstrafen oder 

freiheitsentziehende Massnahmen vorzeitig anzutreten, sofern der Stand des Verfah-

rens es erlaubt (Art. 236 Abs. 1 StPO), wobei nach Anklageerhebung der Staatsan-

waltschaft Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen ist (Art. 236 Abs. 2 StPO); 

- mit dem vorzeitigen Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion die Sicherheitshaft en-

det (Art. 220 Abs. 2 StPO); 

- die Vorsitzende der Strafkammer als Verfahrensleitung im Sinne von Art. 61 lit. c StPO 

zum Entscheid über den vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzug zuständig ist 

(Art. 36 Abs. 1 StBOG i.V.m. Art. 15 Abs. 3 BStGerOR); 

- A. mit Eingabe seines Verteidigers an das Bundesstrafgericht vom 9. Mai 2017 um 

Bewilligung des vorzeitigen Strafantritts, „wenn immer möglich in einer Haftanstalt im 

Kanton Zürich“, ersuchen liess (pag. TPF 6.521.001 f.);  

- die Bundesanwaltschaft mit Stellungnahme vom 15. Mai 2017 keine Einwendungen 

dagegen erhob (pag. TPF 6.510.003 f.); 

- durch den Entscheid des Zwangsmassnahmengericht des Kantons Bern vom 11. Mai 

2017 der dringende Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO bekräftigt worden 

ist (pag. TPF 6.880.004-006); 

- 3 - 

- der Tatbestand des Mordes gemäss Art. 112 StGB ein Verbrechen ist, das mit einer 

Freiheitsstrafe zwischen 10 und 20 Jahren oder mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe 

bedroht ist (Art. 112 StGB);  

- angesichts der Strafandrohung, Fluchtgefahr (Umgehung des Strafverfahrens oder der 

zu erwartenden Sanktion) besteht; 

- A. angesichts des Anklagevorwurfs des versuchten mehrfachen Mordes etc. im Falle 

einer Verurteilung mit einer längeren unbedingten Freiheitsstrafe zu rechnen hat und 

sich die Frage einer allfälligen vorzeitigen bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug 

nach Art. 86 StGB im heutigen Zeitpunkt nicht stellt, nachdem die Haft bisher erst we-

nige Monate gedauert hat (Verhaftung am 31. Januar 2017);  

- das Institut des vorzeitigen Strafvollzugs zugeschnitten ist auf Beschuldigte, welche 

insbesondere eine längere unbedingte Freiheitsstrafe zu gewärtigen haben, da die Le-

bensbedingungen im Strafvollzug regelmässig vorteilhafter sind als in der Sicherheits-

haft (HÄRRI, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 236 StPO N. 6); 

- es sich hierbei um eine Massnahme auf der Schwelle zwischen Strafverfolgung und 

Strafvollzug handelt, welche sich mithin zwischen Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

einerseits und Straf- und Massnahmenvollzug andererseits bewegt, jedoch voraus-

setzt, dass die Haftvoraussetzungen nach Art. 212 Abs. 2 und Art. 221 StPO weiterhin 

jederzeit erfüllt sind, während lediglich die automatische periodische Prüfung von Am-

tes wegen entfällt (HUG/SCHNEIDER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommen-

tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, 

Art.  236 StPO N. 4); 

- A. nach dem Gesagten der vorzeitige Strafvollzug bewilligt werden kann; 

- dem Gesuch um Verlegung in eine sich im Kanton Zürich befindlichen Anstalt entspro-

chen werden kann;  

- aufgrund des aktuellen Belegungsstandes eine Verlegung und somit der Antritt des 

vorzeitigen Strafvollzugs am 26. Mai 2017 in das Flughafengefängnis Zürich erfolgen 

kann;  

- die Vollzugsanstalt der Fluchtgefahr durch geeignete Massnahmen Rechnung zu tra-

gen hat; 

- 4 - 

- angesichts der Fluchtgefahr kein Hafturlaub zu gewähren ist;  

- die Besuchsbewilligungskompetenz bis zum Widerruf bei der Verfahrensleitung liegt;  

- die Korrespondenz bis zum Widerruf der Kontrolle durch die Verfahrensleitung unter-

liegt;  

- für diesen Entscheid keine Kosten zu erheben sind; 

- gegen diesen Entscheid die Beschwerde gemäss Art. 393 ff. StPO gegeben ist 

(HUG/SCHNEIDER, a.a.O., Art. 236 StPO N. 17 f.). 

 

 

  

- 5 - 

Die Vorsitzende verfügt: 

1. A. wird der vorzeitige Strafvollzug per 26. Mai 2017 bewilligt. 

2. Die Vollzugsanstalt hat der Fluchtgefahr durch geeignete Massnahmen Rechnung 

zu tragen. 

3. Das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich wird angewiesen, im Rahmen des 

vorzeitigen Strafvollzugs A. keinen Hafturlaub zu gewähren. 

4. Die Besuchsbewilligungskompetenz liegt bis zum Widerruf bei der Verfahrenslei-

tung. 

5. Die Korrespondenz unterliegt bis zum Widerruf der Kontrolle durch die Verfahrens-

leitung. 

6. Es werden keine Kosten erhoben. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

  

- 6 - 

Geht an (Gerichtsurkunde) 

 Bundesanwaltschaft, Herrn Hansjörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes 

 Herrn Rechtsanwalt Fabian Blum, Verteidiger von A. (Beschuldigter)  

 

sowie an (Einschreiben)  

 Regionalgefängnis Burgdorf 

 Flughafengefängnis Zürich 

 Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Insassenkoordination (vorab per Fax) 

 Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich 

 Rechtsanwalt Christian Schmid (Vertreter von B., Privatkläger) 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 
Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-
brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 Versand: 22. Mai 2017