# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd7fada5-dcda-5751-a22f-736eb4b00c3f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 14.04.2025 SR1 2024 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2024-63_2025-04-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Beschluss vom 14. April 2025
mitgeteilt am 15. April 2025

Gegen diesen Beschluss wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundes-
gericht hängig (6B_447/2025)

Referenz SR1 24 63

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Michael Dürst
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

Gegenstand Übertretung des Waffengesetzes

Anfechtungsobj. Urteildispositiv Regionalgericht Landquart vom 13. November 
2024, mitgeteilt am 13. März 2025 (Proz. Nr. 515-2024-15)

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Sachverhalt

A. Mit unbegründetem Urteil vom 13. November 2024 sprach das 
Regionalgericht Landquart A._____ der Übertretung des Waffengesetzes gemäss 
Art. 26 Abs. 1 WG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 lit. e WG schuldig. Dafür 
bestrafte es ihn mit einer Busse von CHF 200.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe 
von zwei Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung. Weiter wurden ihm die 
Verfahrenskosten auferlegt. Das Urteilsdispositiv wurde ihm persönlich übergeben.

B. Nachdem A._____ (fortan Beschuldigter) am 22. November 2024 telefonisch 
Berufung gegen dieses Urteil angemeldet hatte, reichte er mit Schreiben vom 
26. November 2024 (Datum Poststempel) eine schriftliche Bestätigung seiner 
Berufungsanmeldung ein.

C. Mit Schreiben vom 27. November 2024 übermittelte das Regionalgericht 
Landquart die Anmeldung der Berufung sowie das Urteilsdispositiv vor der 
Ausfertigung des begründeten Urteils an das Kantonsgericht. Es wies darauf hin, 
dass es der Auffassung sei, die Berufungsanmeldung sei verspätet erfolgt, und 
beantragte, auf die Berufung sei nicht einzutreten.

D. Mit Beschluss vom 23. Dezember 2024 stellte das Kantonsgericht fest, dass 
die Berufungsanmeldung fristgerecht erfolgt sei.

E. Per 1. Januar 2025 wurden das Kantons- und das Verwaltungsgericht im 
Zuge der Justizreform 3 zum neuen Obergericht des Kantons Graubünden 
zusammengelegt.

F. Am 13. März 2025 wurde das begründete Urteil mitgeteilt. Die Akten wurden 
zusammen mit der Berufungsanmeldung dem Obergericht durch das 
erstinstanzliche Gericht übermittelt.

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Erwägungen

1. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 
innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll 
anzumelden. Dem Beschuldigten wurde das Urteilsdispositiv am 13. November 
2024 übergeben. Wie mit Beschluss vom 23. Dezember 2024 festgestellt, meldete 
der Beschuldigte frist- und formgerecht Berufung an.

2.1. Innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils hat die Partei, 
die Berufung angemeldet hat, dem Berufungsgericht eine schriftliche 
Berufungserklärung einzureichen, in welcher angegeben wird, ob das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen angefochten wird, welche Abänderungen verlangt 
und welche Beweisanträge gestellt werden (Art. 399 Abs. 3 StPO). Diese 
Rechtsmittelbelehrung findet sich sowohl im unbegründeten (Dispositiv Ziffer 6, 
act. E.1 S. 2) wie auch im begründeten Urteil (Dispositiv Ziffer 5, act. E.2 S. 11). Auf 
die Berufung wird nur eingetreten, wenn rechtzeitig eine Berufungserklärung erfolgt 
(Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO).

2.2. Das begründete Urteil wurde dem Beschuldigten am 13. März 2025 mitgeteilt 
und am 17. März 2025 zugestellt (act. D.8). Die zwanzigtägige Frist begann damit 
am 18. März 2025 zu laufen und endete, da der 6. April 2024 als letzter Tag der 
Frist auf einen Sonntag fiel, am Montag, 7. April 2025. Zumal innert dieser Frist 
keine Berufungserklärung erfolgte, ist auf die Berufung gestützt auf Art. 403 Abs. 1 
und 3 StPO nicht einzutreten. Daran ändert auch nichts, dass der Beschuldigte mit 
Eingabe vom 16. Dezember 2024 (act. A.3) eine "Begründung Berufung" 
eingereicht hat. Einerseits erfolgte dies vor Zustellung des begründeten Urteils und 
andererseits wurde mit Schreiben vom 2. Dezember 2024 (act. D.2) lediglich Frist 
für die Stellungnahme zum Schreiben des Regionalgerichts, wonach die 
Berufungsanmeldung verspätet sei und beantragt wurde, deshalb auf die Berufung 
nicht einzutreten, angesetzt.

3. Im Beschluss vom 23. Dezember 2024 wurde die Festlegung der Kosten- 
und Entschädigungsfolgen dem Endentscheid vorbehalten. Vorliegend rechtfertigt 
es sich, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten und keine Entschädigungen 
zuzusprechen.

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Es wird beschlossen:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]