# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4738b832-7268-5b59-af07-d4af489a79ae
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 05.05.2020 IV 2018/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-81_2020-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/81

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.08.2020

Entscheiddatum: 05.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2020
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Aufgrund inkonsistenten Verhaltens 
und teilweise widersprüchlichen Angaben sowie der Resultate der 
neuropsychologischen Testung ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
nicht ausgewiesen. Die Ergebnisse einer bezüglich Anfangsverdacht, Dauer, 
Örtlichkeit und Mittel rechtmässigen Observation sind gemäss hier 
anzuwendender Rechtsprechung trotz ungenügender gesetzlicher 
Grundlage (Art. 59 IVG) verwertbar (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020, IV 2018/81).

Entscheid vom 5. Mai 2020

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/81

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Laurent Häusermann, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 7. August 2013 bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 6).

A.a. 

Der Versicherte hatte am 22. Februar 2013 einen akuten Vorderwandinfarkt bei 

koronarer Herzkrankheit mit Hauptstammbeteiligung erlitten, der eine dreifache 

aortokoronare Bypass Operation notwendig gemacht hatte (Austrittsbericht 

Universitätsspital Zürich, Medizinbereich Herz-Gefäss-Thorax, vom 28. Februar 2013, 

IV-act. 9-12 ff.). Vom 28. Februar bis 27. März 2013 erfolgte eine kardiologische 

Rehabilitation in der Klinik Gais (Austrittsbericht vom 11. April 2013, IV-act. 9-4 ff.). 

Weiter war im Spital Altstätten, Departement Chirurgie und Orthopädie, ein 

Impingement beider Schultern, links bei Bursitis subacromialis, Tendinopathie der 

Supraspinatussehne und AC-Gelenksarthrose klinisch und bildgebend (Arthro-MRI 

vom 10. Mai 2013) diagnostiziert worden (Bericht vom 17. Mai 2013, IV-act. 60-90 f.). 

Dr. med. B.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie-Zentrum Z.___, 

hatte aufgrund der Erstkonsultation vom 6. Juni 2013 eine Anpassungsstörung mit 

vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) diagnostiziert 

und ausgeführt, nach einem Myocardinfarkt beschreibe der Versicherte eine 

Verstärkung von innerer Unruhe, rascher Erregbarkeit mit aufbrausendem Verhalten in- 

und ausserhalb der Familie sowie Ein- und Durchschlafstörungen (Bericht Psychiatrie-

Zentrum Z.___ vom 19. Juni 2013, IV-act. 32-39 f.).

A.b. 

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Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, berichtete am 16. August 2013, 

der Versicherte absolviere ein Cardiofit-Programm im Spital Y.___. Einschränkend seien 

Thoraxbeschwerden, Dyspnoe, Müdigkeit der Beine und eine depressive Symptomatik. 

Er gehe davon aus, dass über die nächsten Monate eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit 

und in Zukunft eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags möglich sein werde 

(IV-act. 16). Gemäss Bericht des Departements Innere Medizin, Pneumologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), vom 31. Oktober 2013 wurde ein leichtgradiges 

gemischtes Schlafapnoe-Syndrom diagnostiziert und eine später wegen 

Wirkungslosigkeit und Brechreiz sistierte CPAP-Therapie eingeleitet (IV-act. 32-26 f.; 

Bericht Pneumologie KSSG vom 18. Februar 2014, IV-act. 32-17 f.).

A.c. 

Mit Mitteilung vom 28. November 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um 

berufliche Eingliederungsmassnahmen ab, da diese aufgrund des 

Gesundheitszustandes zurzeit nicht möglich seien (IV-act. 26).

A.d. 

Der Versicherte klagte über bewegungsabhängige Schmerzen in der Brust und 

Atemnot. Abklärungen am Universitären Herzzentrum Zürich ergaben, dass eine 

kardiale oder ossäre Genese der Beschwerden höchst unwahrscheinlich und eine 

weiterführende kardiale Diagnostik derzeit nicht indiziert scheine (Berichte vom 7.  und 

30. Januar 2014, IV-act. 32-22 ff. und IV-act. 32-19 ff.).

A.e. 

Anlässlich einer stationären Therapie in der Psychiatrischen Klinik X.___ vom 

19. März bis 24. April 2014 wurde eine schwere depressive Episode, ohne 

psychotische Symptomatik (ICD-10: F32.2), diagnostiziert. Der Versicherte beschreibe 

Angst vor jedem neuen Tag, fühle sich krank und als Belastung für die Familie, sehe in 

wachem Zustand häufig Schlangen oder Verwandte als Tote und sei ungeduldig und 

gereizt. Er versuche, diese Gefühle zu unterdrücken, bis er "explodiere", und habe 

auch schon seine Kinder geschlagen. Er könne nicht durchschlafen, sei traurig und 

verzweifelt. Der Versicherte sei auch auf Station dysphor und gereizt gewesen mit 

Wutausbrüchen und abwertendem Verhalten. Die angebotenen Antidepressiva habe er 

nahezu alle abgelehnt, da er schon viele Antidepressiva ohne Erfolg ausprobiert habe. 

Er habe seine Probleme auf körperliche Defizite zurückgeführt und ein Gespräch unter 

Beisein seiner Ehefrau abgelehnt. Der Austritt sei vorzeitig erfolgt. Bei Austritt sei er zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen (Austrittsbericht vom 6. Mai 2014, IV-act. 32-7 ff.). 

A.f. 

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Gemäss Arztbericht vom 15. September 2014 diagnostizierten die den Versicherten 

ambulant weiter behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums Z.___ eine 

generalisierte Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2). Aufgrund der 

geringen Stresstoleranz sei es zu körperlicher und psychischer Gewalt gegenüber 

seiner Familie gekommen, es bestehe Fremdgefährdung. Die Prognose sei schlecht. 

Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei nicht von einer Besserung der Symptomatik 

auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aufgrund der schweren 

ängstlichen depressiven Symptomatik mit verminderter Belastbarkeit seit 

Behandlungsbeginn zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 35). Daraufhin erliess die IV-Stelle 

am 7. November 2014 wiederum eine Mitteilung, aufgrund des Gesundheitszustandes 

seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 42).

RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Innere Medizin, nahm am 31. Dezember 

2014 nach Rücksprache mit RAD-Ärztin Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, Stellung: Der Gesundheitszustand habe sich chronifiziert und 

könne somit als stabilisiert betrachtet werden. Es bestehe auch in adaptierter Tätigkeit 

keine Arbeitsfähigkeit mehr. Zwar sei zu vermuten, dass der Versicherte als Gefangener 

seiner eigenen Logik die bisher verschriebenen etlichen Psychopharmaka stets nach 

eigenem Gutdünken einnehme bzw. eingenommen habe. Im Rahmen der 

Mitwirkungspflicht könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Veränderung des 

Gesundheitszustandes erzielt werden. Die behandelnden Psychiater hätten die zur 

Verfügung stehenden Therapiemassnahmen ausgeschöpft bzw. würden diese 

ausschöpfen. Das Leistungsverhalten des Versicherten erscheine zwar suboptimal, 

müsse aber dem psychiatrischen Gesundheitsschaden zugeordnet werden (IV-act. 43).

A.g. 

Im Bericht des Psychiatrie-Zentrums Z.___ vom 3. Februar 2015 wurde ausgeführt, 

inzwischen hätten Familiengespräche und Abklärungen mit dem ehemaligen 

Arbeitgeber den Verdacht einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach 

Extrembelastung (ICD-10: F62.0) bestätigt (IV-act. 44). RAD-Ärztin Dr. E.___ äusserte 

am 10. März 2015 im Wesentlichen, diese Diagnose sei anhand der beschriebenen 

Symptomatik und des zeitlichen Verlaufs plausibel. Sie sei nachvollziehbar und 

fremdanamnestisch gestützt. Eine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt sei nicht 

ausgewiesen. Durch weitere medizinische Abklärungen lasse sich derzeit mit 

A.h. 

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überwiegender Wahrscheinlichkeit keine wesentlich andere Erkenntnis gewinnen (IV-

act. 46).

Die IV-Stelle gab - nach Rücksprache mit dem Rechtsdienst - ein polydisziplinäres 

Gutachten aus dem Rentenprozess in Auftrag (Strategieprotokoll vom 20. März 2015, 

IV-act. 47; interne Genehmigung vom 23. März 2015, IV-act. 51; Auftrag vom 21. April 

2015, IV-act. 52). Dieses wurde der medexperts AG zugeteilt. Im Gutachten vom 

16. Juni 2015 (Dr. med. F.___, Allgemeine Innere Medizin; med. prakt. G.___, 

Psychiatrie; Dr. med. H.___, Kardiologie; Dr. med. I.___, Orthopädie; Untersuchungen 

6., 8. und 12. Mai 2015; IV-act. 60) kamen die Experten zum Schluss, aus 

psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten wegen einer erneuten 

schwergradigen depressiven Episode zumindest seit der gutachterlichen Untersuchung 

vom 6. Mai 2015 zu 100 % eingeschränkt. Es sei möglich, dass die depressive 

Symptomatik durch Fortführung der Behandlung abnehme oder ganz verschwinde. 

Dann könne auch beurteilt werden, ob der Versicherte noch aggressiv und impulsiv sei 

und ob er an einer Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung leide und ob bzw. in 

welchem Ausmass diese die Arbeitsfähigkeit einschränke (IV-act. 60-43 f.). Aus 

kardiologischer Sicht wurde dem Versicherten für Tätigkeiten ohne schwere körperliche 

Leistungen (Lasten über 20 kg) eine Arbeitsfähigkeit von 75 % attestiert (IV-act. IV-

act. 60-60). Die orthopädische Gutachterin befand, der Versicherte sei in seiner 

bisherigen Tätigkeit als Schweisser nicht mehr arbeitsfähig. In einer leichten bis 

mittelschweren körperlichen Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und ohne repetitiven 

Einsatz der Arme über Schulter- bzw. Tischhöhe und ohne regelhaft geforderte 

Wirbelsäulenzwangshaltungen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 60-51). 

Interdisziplinär hielten die Gutachter fest, führend sei die psychiatrisch attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % erneut seit 6. Mai 2015. Orthopädisch und kardiologisch 

bestünden qualitative Einschränkungen (vgl. IV-act. 60-55 f.). Der Rechtsdienst erklärte 

am 12. August 2015, auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 61).

A.i. 

Aufgrund des als auffällig befundenen Krankheitsverlaufs und inkonsistenten 

Verhaltens des Versicherten, die durch das psychiatrische Teilgutachten nicht 

überzeugend geklärt worden seien, erteilte die IV-Stelle am 7. Dezember 2015 den 

Auftrag, den Versicherten zu observieren (Meldeblatt Hinweis BVM vom 27. August 

A.j. 

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2015, IV-act. 63; Stellungnahme IV-Ärztin Dr. med. J.___, Fachärztin für Neurologie, 

vom 3. Dezember 2015, IV-act. 64; Genehmigung und Auftrag, IV-act. 65 f.).

Der behandelnde Kardiologe Dr. K.___ bezeichnete im Bericht vom 22. Dezember 

2015 die kardialen Befunde als unverändert (IV-act. 73-6 f.).

A.k. 

Der Versicherte wurde am 4. Januar 2016 beobachtet, wie er von seinem Wohnort 

nach W.___ fuhr, dort zwei Stunden in einem Firmengebäude verblieb und 

anschliessend Einkäufe erledigte. Am 6. Januar 2016 konnte er nicht angetroffen 

werden (Überwachungs- und Observationsbericht vom 20. Februar 2016, IV-act. 77). 

Am 19. Januar 2016 war er zu einem Standortgespräch bei der IV-Stelle eingeladen. 

Dabei zeigte er sich mit schleppendem Gang, leicht vornübergebeugtem Kopf und 

vermittelte einen sehr leidenden Eindruck. Er sprach langsam, gähnte ständig und 

berichtete, es gehe ihm seit der Anmeldung unverändert schlecht. Etwa einmal 

wöchentlich gebe es Tage, an denen es ihm etwas besser gehe. Er erledige kleine 

Einkäufe auch mal alleine und gehe täglich Auto fahren, um die Zeit zu verbringen. Die 

Präsenz im Einsatzprogramm von zwei Stunden täglich sei für ihn das Maximum 

(Gesprächsprotokoll IV-act. 71-1 ff.; Aktennotiz vom 26. Januar 2016, IV-act. 72). Die 

an diesem Tag durchgeführte Observation ergab, dass sich der Versicherte von seiner 

Ehefrau zum Termin bei der SVA hatte fahren lassen, später während einer Stunde 

jemanden besuchte, sich danach selbst ans Steuer setzte und auf dem Rückweg 

Einkäufe tätigte. Am 5. Februar 2016 fuhr er wiederum mit zu Einkäufen und am 

15. Februar 2016 fuhr er unter anderem selbst ins grenznahe Ausland (Überwachungs- 

und Observationsbericht vom 20. Februar 2016, IV-act. 77-3 ff.). IV-Ärztin Dr. J.___ 

nahm am 10. März 2016 Stellung, während der Beobachtungszeiten hätten keine 

physischen oder psychischen Auffälligkeiten festgestellt werden können. Aufgrund der 

Erkenntnisse der Observation könne eine Verbesserung der im Juni 2015 gutachterlich 

attestierten schweren depressiven Symptomatik postuliert werden. Inwieweit auch 

andere Faktoren wie bewusste Aggravation eine Rolle spielten, müsse durch eine 

psychiatrische Begutachtung geklärt werden (IV-act. 80).

A.l. 

Vom Psychiatrie-Zentrum Z.___ wurden gemäss Bericht vom 22. März 2016 die 

Diagnosen einer Angst und depressiven Störung gemischt (ICD-10: F41.2), einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) und einer 

A.m. 

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Zwangsstörung (Zwangsgedanken; ICD-10: F42.2) festgehalten bzw. bestätigt. Der 

Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2015 deutlich verschlechtert. Die 

Fremdgefährdung durch häusliche Gewalt sei nach wie vor vorhanden. Der Versicherte 

habe kaum Reflexions- und Introspektionsfähigkeit, was den Zugang zu Ressourcen 

verhindere. Deshalb sei auch von einer stationären Behandlung keine Verbesserung der 

Symptomatik mehr zu erwarten. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei eine 

Arbeitsfähigkeit von maximal 20 % vorhanden. Im ersten Arbeitsmarkt bestehe keine 

verwertbare Arbeitsfähigkeit (IV-act. 84).

Anlässlich eines weiteren Gesprächs in der SVA vom 30. März 2016 schilderte der 

Beschwerdeführer zunächst, seit dem Gespräch im Januar gehe es ihm nicht besser. 

Schon bei alltäglichen Verrichtungen sei er eingeschränkt (IV-act. 85-4). Er lenke das 

Auto lediglich in der Umgebung seines Wohnortes selbst, ansonsten fahre seine 

Ehefrau (IV-act. 85-7). Nachdem ihm die Observation eröffnet worden war, nahm er im 

Wesentlichen Stellung, wenn es ihm besser gehe, seien die Einschränkungen von 

aussen nicht sichtbar. Der optische Eindruck sei nicht massgebend. Wenn er vergesse, 

die Medikamente einzunehmen, gebe es zu Hause Probleme. Sein behandelnder 

Kardiologe bestätige eine tiefe Leistungsfähigkeit (IV-act. 85-17 f.).

A.n. 

In seinem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten vom 12. September 

2016 (Untersuch 2. Juni 2016, IV-act. 104) legte Dr. med. L.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, dar, das psychiatrische Teilgutachten von med. prakt. G.___ sei 

fehlerhaft (IV-act. 104-67 f.). Die Angaben des Versicherten bezüglich der 

Halluzinationen und die Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung vom 

25. August 2016 durch Dr. phil. M.___ (Bericht vom 27. August 2016, IV-act. 105) seien 

sehr auffällig. Anhand der Observation lasse sich nachweisen, dass die vom 

Versicherten beschriebenen und geltend gemachten Einschränkungen nicht 

durchgehend vorhanden seien, was er dann ja anlässlich des Gesprächs auf der IV-

Stelle nachträglich auch eingeräumt habe. Es falle auf, dass diese vor allem bei den 

psychiatrischen Untersuchungen und Gesprächen vorhanden seien (IV-act. 104-74). 

Aufgrund der vielen Hinweise auf Diskrepanzen und Widersprüche sowie einer 

eingeschränkten Mitwirkung des Versicherten bei der Abklärung könne keine 

psychiatrische Diagnose gestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht könne keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden (IV-act. 104-69). Insgesamt gehe 

A.o. 

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er davon aus, dass der Versicherte bei der psychiatrischen Untersuchung ein Verhalten 

demonstriere und Symptome beschreibe, die seiner Vorstellung eines psychischen 

Leidens entsprächen, nicht jedoch dem Konzept einer psychiatrischen Störung von 

Krankheitswert, und dass dieses Verhalten mit einer Rentenbegehrlichkeit erklärt 

werden müsse (IV-act. 104-79). Dr. J.___ liess sich am 21. September 2016 

vernehmen, das Gutachten sei umfassend und weise keine formellen Mängel auf. Es 

könne vollumfänglich darauf abgestellt werden (IV-act. 107).

Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Gesuchs (IV-act. 109). Am 

29. März 2017 erliess sie eine abweisende Verfügung (IV-act. 112), welche sie am 

5. April 2017 widerrief (IV-act. 117), nachdem ihr ein Einwand des Versicherten vom 

24. März 2017 zugegangen war (IV-act. 113). Mit Einwandergänzung vom 15. Mai 2017 

(IV-act. 120) und unter Berufung auf eine Stellungnahme des Psychiatrie-Zentrums 

Z.___ vom 9. Mai 2017 (IV-act. 121) machte der Versicherte im Wesentlichen inhaltliche 

Mängel des Gutachtens von Dr. L.___ geltend sowie dass dieses nicht unter Einbezug 

des Observationsmaterials hätte erstellt werden dürfen.

A.p. 

Am 25. August 2017 reichte der Versicherte einen Bericht des Psychiatrie-

Zentrums Z.___ vom 24. August 2017 ein, wonach Diagnosen und Arbeitsunfähigkeit 

trotz regelmässiger ambulanter Therapie seit dem Bericht vom 9. Mai 2017 unverändert 

seien (IV-act. 127).

A.q. 

Die IV-Stelle unterbreitete Dr. L.___ am 8. Dezember 2017 Ergänzungsfragen (IV-

act. 133), welche der Gutachter am 9. Januar 2018 beantwortete (IV-act. 138). Er führte 

im Wesentlichen aus, die Diagnostik der behandelnden Ärzte gründe auf 

unzuverlässigen Aussagen des Versicherten und sei widersprüchlich. Das 

Observationsmaterial habe im Gesamtzusammenhang keine sehr wesentliche Rolle 

gespielt. Man müsse davon ausgehen, dass der Versicherte nicht nur in der 

psychiatrischen Untersuchung aggraviere, sondern auch bei verschiedenen anderen 

Gelegenheiten. Die in seinem Gutachten bemängelten Ungereimtheiten beruhten 

darauf, dass der Versicherte bei der Abklärung bei ihm, aber auch bei Dr. M.___, nicht 

mitgewirkt habe (IV-act. 138).

A.r. 

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B.  

Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des 

Versicherten ab. Die in der Observation erhobenen Beweise seien ohne Weiteres 

verwertbar. Dr. L.___ habe die medizinisch begründeten Einwendungen am 9. Januar 

2018 überzeugend entkräftet. Es sei demnach kein Gesundheitsschaden 

nachgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit beeinträchtigen 

könnte (IV-act. 139).

A.s. 

Gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018 lässt der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. L. Häusermann, am 26. 

Februar 2018 Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Angelegenheit sei für 

weitere Abklärungen, insbesondere zur Einholung eines psychiatrischen 

Verlaufsgutachtens bei med. prakt. G.___, an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Das Gutachten von Dr. L.___ sei nicht vollständig, da objektiv 

feststellbare Symptome wie Hypomimie, Müdigkeit, Gedächtnisstörungen und andere 

mehr ignoriert würden. Seit seinem Herzinfarkt im Februar 2013 habe sich sein 

Gemütszustand zunehmend und schwerwiegend verschlechtert. Es hätten keine 

genügenden Inkonsistenzen vorgelegen, weshalb die Anordnung einer Observation 

nicht nachvollziehbar und der erforderliche Anfangsverdacht nicht gegeben gewesen 

seien. Das Gutachten inklusive die Stellungnahme von Dr. L.___ kläre wesentliche 

Aspekte nicht, sei in wesentlichen Punkten nicht nachvollziehbar und leuchte nicht ein. 

Med. prakt. G.___ habe gemäss Gutachten vom Juni 2015 eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwergradige depressive Episode (ICD-10: F33.2), 

diagnostiziert. Die gesundheitliche Situation habe sich gemäss den behandelnden 

Fachärzten zwischenzeitlich verschlechtert. Med. prakt. G.___ sei davon ausgegangen, 

dass nach einem Jahr eine Verlaufsbegutachtung durchgeführt werden sollte. Da 

gemäss den behandelnden Fachärzten weiterhin keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten 

und eine eingeschränkte auf dem zweiten Arbeitsmarkt vorliege, sei ein 

Verlaufsgutachten bei med. prakt. G.___ einzuholen. Sofern das Gericht gestützt auf 

die Berichte der behandelnden Psychiater von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit 

ausgehe, habe er ab 1. Februar 2014 Anspruch auf eine ganze Rente. Abschliessend 

sei festzuhalten, dass vermutlich vor Erlass der Verfügung somatische Beschwerden im 

B.a. 

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Rücken vorgelegen hätten, welche einen Spitalaufenthalt erforderten, und je nach 

Ergebnis die Arbeitsfähigkeit in orthopädischer und kardiologischer Hinsicht nochmals 

geklärt werden müsse (act. G 1). Mit der Beschwerde reicht der Beschwerdeführer 

einen Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 1. Februar 2018 ein, wonach er an 

einem chronischen Lumbovertebralsyndrom bei symptomatischer Spondylarthropathie 

L4/5 und L5/S1, symptomatischer ISG-Arthropathie bds., rechtsbetont, 

paravertebralem Muskelhartspann LWS/BWS sowie Myelogelosen im Bereich der LWS 

und strahlender Schmerzsymptomatik gluteal bzw. einem chronischen 

lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit deutlicher muskulärer Komponente und 

ausgeprägten degenerativen Veränderungen leide (act. G 1.6). Weiter reicht er einen 

Bericht des Psychiatrie-Zentrums Z.___ vom 22. Februar 2018 ein, in dem unter 

anderem ausgeführt wird, die angeblich mangelhafte Mitwirkung sei nicht eine 

bewusste Handlung des Beschwerdeführers, sondern widerspiegle eine 

krankheitsbedingt eingeschränkte emotionale Ausdrucksfähigkeit. Eine medizinische 

Einschätzung zu psychiatrischen Einschränkungen aufgrund des Videomaterials sei 

nicht möglich (act. G 1.5).

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen. Dr. J.___ habe auf Schwächen 

und Ungereimtheiten im MEDAS-Gutachten vom 26. Juni 2015 hingewiesen. Insgesamt 

habe ein hinreichender Abklärungsbedarf vorgelegen, der eine Observation 

gerechtfertigt habe. Med. prakt. G.___ müsste sich in einem Verlaufsgutachten mit der 

Kritik an seinem Gutachten auseinandersetzen und gälte daher bei einer 

Verlaufsbegutachtung als befangen. Ohnehin seien keine weiteren Abklärungen 

angezeigt. Unter anderem sei durch die Observation belegt, dass der 

Beschwerdeführer über seine gesundheitliche Situation keine verlässlichen Angaben 

mache, was med. prakt. G.___ nicht erkannt habe. Dr. L.___ habe in seinem Gutachten 

vom 12. September 2016 sehr deutlich aufgezeigt, wie sehr die 

Beschwerdepräsentation des Beschwerdeführers geprägt sei von Diskrepanzen, 

Widersprüchen, Aggravation und eingeschränkter Kooperation bei der Abklärung. 

Neben diesen Verfälschungsfaktoren hätten keine eindeutigen Hinweise auf ein 

krankhaftes Geschehen erhoben werden können. Damit falle eine versicherte 

Gesundheitsschädigung ausser Betracht, und ein Rentenanspruch sei ausgeschlossen. 

B.b. 

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Mittels neuropsychologischer Zusatzabklärung sei eine negative Antwortverzerrung im 

Sinne einer Aggravation bzw. Simulation nachgewiesen worden. Aufgrund dessen 

hätten die Berichte der behandelnden Ärzte keinen Beweiswert. Somit habe es sein 

Bewenden damit, dass keine psychische Beeinträchtigung nachgewiesen sei (act. G 4).

Mit Replik vom 3. September 2018 beantragt der Beschwerdeführer, die 

angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und 

es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Es sei bei med. prakt. G.___ ein 

Verlaufsgutachten einzuholen. Eventualiter sei bei einem zertifizierten SIM-Gutachter 

mit Zusatzqualifikation betreffend Persönlichkeitsstörung ein psychiatrisches 

Gutachten einzuholen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu diesem Zweck sowie zur 

Neuentscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Observationsaufzeichnungen und -berichte seien aus dem Recht zu weisen. Er bringt 

vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin eine Observation 

und nicht ein Ergänzungsgutachten bei med. prakt. G.___ angeordnet habe. Ein 

Anfangsverdacht und auch die übrigen Voraussetzungen für die Verwertung der 

Observationsergebnisse seien nicht gegeben. Letztere seien somit aus dem Recht zu 

weisen. Ein Befangenheitsgrund bei med. prakt. G.___ sei nicht glaubhaft dargelegt. Er 

(der Beschwerdeführer) habe authentische Angaben gemacht, dass er ruhiger, aber 

auch müder, erschöpfter, ausgelaugter und blockierter sei, seitdem er zur Behandlung 

der aggressiven und impulsiven Symptome das Medikament Seroquel einnehme. Die 

Ausführungen von med. prakt. G.___ seien plausibel und nachvollziehbar. Das 

Auftreten eines nicht zu erwartenden Medikamentenspiegels wäre nicht durch 

Observation, sondern medizinisch zu klären gewesen. Auch die Frage nach einem 

sekundären Krankheitsgewinn sei fachärztlich zu klären. Ansonsten könnte bei jedem 

abnormalen Medikamentenspiegel und/oder behaupteten sekundären 

Krankheitsgewinn eine Überwachung der versicherten Person gerechtfertigt werden, 

was zu willkürlichen und ungerechtfertigten Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte und 

zu qualitativ schlechten und letztlich unvollständigen medizinischen Abklärungen 

führen würde. In Bezug auf die Medikamentenwirkung sei zu berücksichtigen, dass 

genetisch unterschiedliche Entgiftungstypen existierten, die sich auf die Wirkung von 

Psychopharmaka unterschiedlich auswirkten, was Dr. L.___ nicht beachtet habe. 

Gemäss den behandelnden Ärzten existierten viele Studien, wonach ein Herzinfarkt 

B.c. 

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Erwägungen

1.   

geeignet sei, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Der Gutachter 

hätte eingehend prüfen müssen, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliege und die 

situativen Umstände während der neuropsychologischen Testung sowie anlässlich der 

Begutachtung schildern und in Bezug zum Ergebnis der neuropsychologischen 

Testung setzen müssen. Der Beschwerdeführer legt weiter dar, der 

neuropsychologische Bericht sei nicht beweistauglich. Gegenüber der diagnostischen 

Zuverlässigkeit von Beschwerdevalidierungstests bestünden umfassende Vorbehalte. 

Es werde nicht dargelegt, weshalb der Einfluss der Medikamente auf die 

neuropsychologische Abklärung nur gering sei. Schliesslich sei eine Aggravation durch 

Dr. L.___ und Dr. M.___ lediglich als wahrscheinlich, nicht aber als überwiegend 

wahrscheinlich qualifiziert worden (act. G 9).

Am 5. Oktober 2018 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik 

(act. G 11).

B.d. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und 

1.2. 

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vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch 

unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte 

Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der 

Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 

141 V 281 und BGE 143 V 428 E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und 

erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

1.4. 

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2.

Nachdem im psychiatrischen Teilgutachten der medexperts AG vom 16. Juni 2015 

befunden worden war, aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100 % 

arbeitsunfähig (IV-act. 60-43), stellten die Sachbearbeitung und die IV-Ärztin Dr. J.___ 

Inkonsistenzen fest und veranlassten eine Observation. Der Beschwerdeführer bringt 

vor, bezüglich deren Verwertbarkeit fehle es an den notwendigen Voraussetzungen, 

namentlich an der objektiven Gebotenheit. Das Observationsergebnis führte zur 

weiteren psychiatrischen Begutachtung und neuropsychologischen Untersuchung, 

welche ergaben, dass aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit vorliege. 

Insofern ist die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse vorliegend relevant und 

vorab zu prüfen.

3.  

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

Zur Verwertbarkeit von ohne genügend bestimmte gesetzliche Grundlage 

erhobenem Observationsmaterial hielt das Bundesgericht in einem Leitentscheid vom 

14. Juli 2017 mit Blick auf das Urteil 61838/10 des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) vom 18. Oktober 2016 (endgültig am 18. Januar 2017) fest, 

diese sei in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren grundsätzlich zulässig, es sei 

denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten Interessen 

überwögen letztere. Videoaufnahmen, die im Rahmen einer unrechtmässigen 

3.1. 

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Observation erhoben worden seien, seien verwertbar, solange Handlungen der 

versicherten Person aufgezeichnet würden, die sie aus eigenem Antrieb und ohne 

äussere Beeinflussung gemacht habe, und ihr keine Falle gestellt worden sei. Ein 

Verwertungsverbot gelte betreffend Handlungen im nicht öffentlich frei einsehbaren 

Raum (BGE 143 I 385 ff. E. 5; Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2019, 

8C_837/2018, E. 5.1, vom 22. Oktober 2018, 9C_908/2017/ 9C_3/2018, E. 5.2, und 

vom 20. Oktober 2017, 8C_305/2017, E. 4.2).

Das hiesige Versicherungsgericht hat mit Entscheid vom 17. Februar 2020, IV 

2017/312, E. 2.3, festgehalten, dass das Bundesgericht im Urteil vom 16. Dezember 

2019, 9C_308/2019, E. 2.2, zwar unabhängig von der objektiven Gebotenheit der 

Observation von einer Verwertbarkeit von deren Ergebnissen ausgegangen sei. Das 

Bundesgericht beziehe sich auf das Urteil 8C_244/2019 vom 4. Juli 2019, E. 4, welches 

wiederum auf das Urteil vom 8. Februar 2019, vereinigte Verfahren 9C_561/2018 und 

9C_631/2018, verweise. In letzterem sei jedoch die Frage des Anfangsverdachts nicht 

entscheidend gewesen, da die IV-Stelle dort Unterlagen der Vorsorgeeinrichtung 

beigezogen hätte, welche die Überwachung ihrerseits mit der "unklaren medizinischen 

und sozialen Situation" begründet hätte. Sei ein genügender Anfangsverdacht nicht im 

Verfahren eines anderen Versicherungszweigs ausgewiesen, sei das Vorliegen eines 

Anfangsverdachts bei der Frage der Verwertbarkeit der unbestritten rechtswidrig 

erlangten Observationsergebnisse zu prüfen. 

3.2. 

 3.3. 

Eine Observation ist objektiv geboten, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, 

die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend 

gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können 

beispielsweise gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person 

oder wenn Zweifel an der Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben 

und Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen 

Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung und Ähnlichem (Urteil 

des Bundesgerichts vom 30. November 2018, 8C_634/2018, E. 5.2, mit weiteren 

Verweisen).

3.3.1. 

Im Befund der Psychiatrischen Klinik X.___ vom 6. Mai 2014 wurde unter 

anderem festgehalten, es bestünden keine Hinweise auf Befürchtungen, Zwänge, 

Wahn- oder Ich-Störungen. Die behandelnden Fachärzte diagnostizierten eine schwere 

depressive Episode ohne psychotische Symptomatik (IV-act. 32-7 f.). Das vom 

Beschwerdeführer beschriebene Sehen von Schlangen oder Verwandten als Tote 

3.3.2. 

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wurde somit nicht einer Psychose zugeschrieben. Auch im weiter behandelnden 

Psychiatrie-Zentrum Z.___ wurden psychotische Ichstörungen oder 

Wahrnehmungsstörungen zunächst für fraglich gehalten und eine generalisierte Angst 

und depressive Störung gemischt diagnostiziert (Arztbericht vom 6. Juni 2015, IV-

act. 35). Später, nach inzwischen erfolgten Familiengesprächen und Abklärungen beim 

ehemaligen Arbeitgeber, wurde zusätzlich die Diagnose einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) gestellt (Bericht vom 

3. Februar 2015, IV-act. 44), was RAD-Ärztin Dr. E.___ als plausibel erachtete (IV-

act. 46). Med. prakt. G.___ hielt im Gutachten vom 16. Juni 2016 fest, trotz 

entsprechender Angaben seien keine Hinweise für Halluzinationen oder 

Wahnvorstellungen vorhanden. Der Beschwerdeführer wirke "verladen", was als 

Nebenwirkung von Seroquel typisch wäre bei erst kurzzeitiger Einnahme und rascher 

Steigerung der Dosis, wovon aufgrund der Ergebnisse der Blut- und Haaranalyse nicht 

ausgegangen werden könne (IV-act. 60-41).

Dr. J.___ begründete die objektive Gebotenheit mit dem auffälligen 

Krankheitsverlauf, indem für die Thoraxschmerzen und die Belastungsdyspnoe trotz 

ausgedehnten Abklärungen kein organisches Korrelat habe gefunden werden können 

und die psychische Symptomatik trotz Therapie immer mehr zugenommen habe. Das 

Gutachten von med. prakt. G.___ habe sich nicht damit auseinandergesetzt, dass der 

Beschwerdeführer in Anbetracht seines "Verladen-Wirkens" möglicherweise vor der 

psychiatrischen Begutachtung eine höhere Dosis Quetiapin eingenommen habe als 

sonst. Es fehle eine Auseinandersetzung mit den Inkonsistenzen, der Therapieresistenz 

und einem möglichen sekundären Krankheitsgewinn (IV-act. 64-2 f.).

3.3.3. 

In Anbetracht der eher im unteren therapeutischen Bereich liegenden Spiegel 

von Quetiapin und Norquetiapin (vgl. IV-act. 60-38) erscheint das von med. prakt. 

G.___ beschriebene "verladen" Wirken des Beschwerdeführers nicht befriedigend 

erklärt. Die vom Beschwerdeführer geschilderten Tagträume bzw. Wahnvorstellungen 

konnten weder in der Psychiatrischen Klinik X.___ noch durch das Psychiatrie-Zentrum 

Z.___ und med. prakt. G.___ objektiviert bzw. psychiatrisch eingeordnet werden 

(vgl. IV-act. 32-7 f.; IV-act. 35; IV-act. 60-42). Auch die vom Beschwerdeführer 

beklagten Thoraxschmerzen und Dyspnoe konnten nicht organisch erklärt werden (vgl. 

Bericht Dr. K.___ vom 22. Dezember 2015, IV-act. 73-6). Ein gereiztes, aggressives 

Verhalten, welches offenbar nach Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin bis zum 

Herzinfarkt so nicht vorhanden gewesen sei (Bericht Psychiatrie-Zentrum Z.___ vom 

3. Februar 2015, IV-act. 44), zeigte der Beschwerdeführer während der stationären 

Behandlung in der Psychiatrischen Klinik X.___. Dieses konnte jedoch namentlich in 

3.3.4. 

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Bezug auf die vom Beschwerdeführer berichteten Übergriffe auf Familienmitglieder 

nicht objektiviert werden, nachdem der Beschwerdeführer den Einbezug seiner Ehefrau 

in die Behandlung abgelehnt hatte (Bericht vom 6. Mai 2014, IV-act. 32-7 ff.). 

Gesamtbetrachtet erschien auch nach Einholung des polydisziplinären Gutachtens 

nicht plausibel, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der erhobenen Befunde und 

Diagnosen aus psychiatrischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. 

Widersprüchlich erscheint sodann, dass der Beschwerdeführer einerseits angab, unter 

pathologischen Tagträumen zu leiden und gegenüber seiner Familie bisweilen 

aggressiv bzw. gewalttätig zu werden, andererseits aber die Auffassung äusserte, nicht 

psychisch krank zu sein, eine adäquate Medikation ablehnte und die Klinik vorzeitig 

verliess (vgl. Austrittsbericht Psychiatrische Klinik X.___ vom 6. Mai 2014, IV-

act. 32-7 f.). Auch nach der Begutachtung durch die medexperts AG lagen 

verschiedene Inkonsistenzen und unterschiedliche Befunde und Diagnosen vor, die 

sich hauptsächlich auf die Angaben des Beschwerdeführers stützten. Auch wenn der 

Umstand, dass ein Gutachten nicht zu überzeugen vermag, für sich alleine die 

Anordnung einer Observation nicht zu rechtfertigen vermag, erscheint vorliegend 

nachvollziehbar, dass weitere medizinische Abklärungen ohne Observation nicht 

zielführend gewesen wären, da der Beschwerdeführer mit grosser Wahrscheinlichkeit 

dieselben Angaben gemacht hätte wie bisher (vgl. Überwachungsauftrag vom 

7. Dezember 2015, IV-act. 65). Die Observation erfolgte ausschliesslich im öffentlich 

einsehbaren Raum (auf der Strasse) und stellte auch aufgrund ihrer Dauer von fünf 

Tagen (Überwachungs- und Observationsbericht vom 20. Februar 2016, IV-act. 77) 

innerhalb von einem Monat und zehn Tagen keinen übermässigen Eingriff in die 

Grundrechte des Beschwerdeführers dar. Die Ergebnisse der Observation sind somit 

verwertbar.

Was im Übrigen die Befangenheit von med. prakt. G.___ im Falle einer 

"Verlaufs"-Begutachtung anbelangt, ist der Argumentation der Beschwerdegegnerin zu 

folgen: Befangenheit ist unter anderem anzunehmen, wenn der Sachverständige die 

Schlüssigkeit seiner früheren Expertise zu überprüfen oder deren Objektivität zu 

kontrollieren hat (Urteil des Bundesgerichts vom 14. September 2009, 9C_273/2009, 

E. 3.4). Med. prakt. G.___ hätte, unter Einbezug der Observationsakten und der seit der 

Erstbegutachtung aufgelaufenen medizinischen Akten, in zeitlicher Hinsicht den ganzen 

anspruchsrelevanten Sachverhalt seit dem 22. Februar 2013 zu prüfen (womit es sich 

in diesem Sinne nicht um ein reines Verlaufsgutachten handeln würde). Zudem 

vermochten die von ihm gestellte Diagnose einer erneuten schwergradigen depressiven 

3.3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/26

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4.  

Episode und die attestierte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bereits vor der Überwachung 

nicht zu überzeugen (vgl. dazu auch nachfolgende E. 4.6).

Gegenüber Dr. L.___ beschrieb der Beschwerdeführer im Wesentlichen erneut 

aufkommende Nervosität, Spannung und Aggressivität, die in der Familie eskalierten. 

Er "sehe" abwesende, auch verstorbene Personen, habe unerwünschte sexuelle 

Gedanken und träume stets schlecht. Er werde schnell müde, bekomme Atemnot. Er 

habe Probleme mit den Schultern und dem Brustkorb, regelmässig Kopfschmerzen 

und die Beine schmerzten respektive "blockierten". Seine Konzentration sei vermindert 

und er sei vergesslich, weil "der Kopf vorne schwer" sei. Er stehe frühestens um 11.00 

Uhr, manchmal erst um 13.00 Uhr oder 14.00 Uhr auf, gehe etwas spazieren und 

einkaufen. Wenn er müde sei, mache er eine Pause und sei zwei bis drei Stunden 

unterwegs. Abends surfe er im Internet und gehe um ca. 24.00 Uhr zu Bett. In letzter 

Zeit mache er auch einen Mittagsschlaf (zum Ganzen: IV-act. 104-52 ff., 59 f.).

4.1. 

Die neuropsychologische Testung ergab hoch auffällig tiefe und uneinheitliche 

Ergebnisse sowie erheblich unterdurchschnittliche, massiv gestreute Reaktionszeiten. 

Die Resultate mehrerer Beschwerdevalidierungstests mit verdeckter Leichtigkeit waren 

auffällig. Die Leistung nahm bei Wiederholung von Testaufgaben ab und war bei einer 

einfachen Reaktionszeitaufgabe schlechter als bei einer komplexeren (IV-act. 105-4 ff., 

7). Der neuropsychologische Gutachter befand, es ergäben sich zahlreiche 

Auffälligkeiten, die auf ein suboptimales Leistungsverhalten hinweisen würden. Es sei 

mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die erbrachten Leistungen 

nicht mit dem eigentlichen Leistungspotential übereinstimmen würden (IV-act. 105-6). 

Des Weiteren erscheine diskrepant zu den Testbefunden, dass sich der 

Beschwerdeführer Aufgabeninstruktionen unmittelbar merken und sich erinnern könne, 

die betreffende Aufgabe bereits durchgeführt zu haben (IV-act. 105-7). Ungewöhnlich 

seien auch die bei den vorgebrachten Beschwerden nicht zu erwartenden massiven 

Defizite im räumlich perzeptiven Bereich. Schwere Beeinträchtigungen und 

Auffälligkeiten, wie sie beim Beschwerdeführer gemessen worden seien, wären auch 

mit dem aktuellen Vorhandensein von Halluzinationen nicht zu erwarten. Die 

Medikation könne die Testergebnisse beeinflusst haben, jedoch den Testergebnissen 

entsprechende ausgeprägte Aufmerksamkeitsstörungen nicht erklären. Er erachte die 

Kriterien für eine negative Antwortverzerrung bzw. Aggravation/Simulation als erfüllt. 

Aufgrund der Konfundierung von Begabung und Anstrengung bei Leistungstests und 

des möglicherweise suboptimalen Leistungsverhaltens sei eine zuverlässige 

Interpretation der erbrachten Resultate nicht möglich (IV-act. 105-8 f.).

4.2. 

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Der psychiatrische Gutachter führte aus, Aufmerksamkeit, Konzentration und 

Auffassung seien unauffällig gewesen. Es hätten sich Merkfähigkeitsstörungen gezeigt; 

der Beschwerdeführer habe erklärt, sich nicht an das Hochzeitsdatum und den 

Geburtstag seiner Kinder zu erinnern oder keine genauen Angaben zu seinen 

Einkommensverhältnissen machen zu können (IV-act. 104-62, 57). Die 

Beschwerdeschilderung sei überhaupt nicht ausführlich erfolgt, wobei das 

Ausdrucksverhalten während der Beschwerdeschilderung etwas betont gewesen sei. 

Der Versicherte beschreibe ein tägliches und nächtliches Gedankenkreisen und 

Grübeln, wobei es zu fast 90 % um den Tod gehe. Es hätten sich keine Hinweise auf 

Zwangsgedanken, zwanghafte Handlungen und hypochondrische Erlebnisverarbeitung 

gefunden. Der Versicherte habe Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen 

beschrieben, wobei die diesbezüglichen Angaben widersprüchlich gewesen seien. So 

habe er auf Nachfrage zunächst präzisiert, es handle sich nur um Gedanken, dann aber 

korrigiert, er sehe die (abwesende) Ehefrau "mit den Augen" und später auf die Frage, 

wo sich seine Ehefrau befinde, konsterniert reagiert. Darauf angesprochen habe er 

berichtet, er sehe sie nicht mehr, weil er nun "konzentrierter sprechen" würde (IV-

act. 104-63, 68). Im Befund führte der Gutachter aus, Ich-Störungen in Form eines 

Fremdbeeinflussungserlebens, von Derealisations- oder 

Depersonalisationsphänomenen seien nicht vorhanden gewesen. Die Grundstimmung 

sei höchstens leicht zum depressiven Pol hin verschoben gewesen, die affektive 

Modulationsfähigkeit sei eingeschränkt gewesen (IV-act. 104-63 f.). Beurteilend hielt er 

fest, insgesamt gehe er, wie med. prakt. G.___, nicht davon aus, dass der 

Beschwerdeführer tatsächlich unter Halluzinationen oder Wahnvorstellungen leide. 

Dieser präsentiere eine Symptomatik, die wohl eher seiner subjektiven Vorstellung 

eines psychischen Leidens entspreche als tatsächlich irgendwelchen diagnostischen 

Kriterien des ICD-10 (IV-act. 104-68 f.). Anhand der Observation lasse sich 

nachweisen, dass die vom Versicherten beschriebenen und geltend gemachten 

Einschränkungen nicht durchgehend vorhanden seien (IV-act. 104-74). Es bestünden 

erhebliche Diskrepanzen zwischen der Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers 

und seinem gezeigten Verhalten während der verschiedenen Untersuchungen 

einerseits und dem Verhalten, wie es mit dem Observationsmaterial dokumentiert sei, 

andererseits. Es gebe aber auch erhebliche Diskrepanzen respektive Unklarheiten bei 

der Beschwerdeschilderung selber. Diese bleibe insgesamt vage und unklar und lasse 

sich nicht wirklich mit einem psychischen Leiden mit Krankheitswert in Einklang 

bringen, weshalb in der Vergangenheit sehr unterschiedliche Diagnosen gestellt 

worden seien (IV-act. 104-79). Sehr auffällig sei auch das Verhalten während der 

neuropsychologischen Abklärung durch Dr. M.___ gewesen, der seine Beurteilung 

ausführlich begründet habe (IV-act. 104-69). Angesichts der vielen Hinweise auf 

4.3. 

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Diskrepanzen und Widersprüche und der eingeschränkten Mitwirkung bei der 

Abklärung seien der Psychostatus und der Hamiltontest nicht aussagekräftig. Es könne 

keine psychiatrische Diagnose gestellt werden und aus psychiatrischer Sicht auch 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden (IV-act. 104-69).

Zusammenfassend lassen sich folgende Diskrepanzen beziehungsweise 

Ungereimtheiten feststellen: Der Beschwerdeführer machte nicht konsistente Angaben 

betreffend die Wahrnehmung abwesender bzw. verstorbener Personen. Es besteht 

eine deutliche Widersprüchlichkeit zwischen der geltend gemachten und anlässlich der 

Arbeitseinsätze präsentierten Leistungsfähigkeit einerseits und dem observierten 

Verhalten andererseits. Diese vermochte er nicht zu klären. So antwortete er in der 

Befragung vom 19. Januar 2016, er gehe manchmal zum Zeitvertreib Auto fahren (IV-

act. 71-4), und erklärte am 30. März 2016 zunächst, er fahre nicht oft und lediglich in 

der näheren Umgebung (IV-act. 85-7). Auch verneinte er vor der Eröffnung der 

Observation, einen Pack 1,5 l PET-Flaschen aus einem Regal nehmen zu können (IV-

act. 85-9), während auf dem Videomaterial zu sehen ist, wie er mit der linken Hand den 

Einkaufswagen festhält und mit der rechten zügig nacheinander vier Getränkepakete in 

den Kofferraum lädt (DVD 1, 03:56 bis 04:12). Die Beschwerdeschilderungen anlässlich 

der Begutachtung durch Dr. L.___ waren vage und teilweise in sich widersprüchlich, die 

Mitwirkung wurde seitens des Gutachters als mangelhaft bezeichnet. Dabei ist 

einzuräumen, dass der psychiatrische Gutachter offenbar keinen positiven Zugang zum 

Beschwerdeführer finden konnte, denn während er ausführte, der Beschwerdeführer 

sei nicht wirklich freundlich und kooperativ, sondern gereizt gewesen, habe fast 

andauernd gegähnt und geäussert, er nerve ihn (IV-act. 104-62, 52), bemerkte der 

neuropsychologische Gutachter, der Beschwerdeführer habe bereitwillig Auskunft 

gegeben (IV-act. 105-3).

4.4. 

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Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, im Psychiatrie-Zentrum Z.___ 

seien ihm aufgrund objektiver Befunde die Diagnosen einer Angst und depressiven 

Störung gemischt (ICD-10: F41.2), einer andauernden Persönlichkeitsveränderung nach 

Extrembelastung (ICD-10: F62.0) und einer Zwangsstörung (Zwangsgedanken, ICD-10: 

F42.2) gestellt worden (Stellungnahmen vom 9. Mai 2017, IV-act. 121, und vom 

22. Februar 2018, act. G 1.5). Sein unkooperatives, diskrepantes Verhalten sei 

krankheitsbedingt. Dr. L.___ seinerseits stellte die genannten Diagnosen vor allem in 

Frage, weil sie sich auf subjektive Aussagen des Beschwerdeführers abstützten, die mit 

Blick auf die vorhandenen Inkonsistenzen, die mangelhafte Mitwirkung und die 

neuropsychologische Beurteilung nicht zuverlässig seien (IV-act. 138).

4.5. 

Hinsichtlich der depressiven Symptomatik wurde in der Psychiatrischen Klinik 

X.___ eine schwere depressive Episode diagnostiziert (ICD-10: F32.2; Bericht vom 

6. Mai 2014, IV-act. 32-7 f.). Im Psychiatrie-Zentrum Z.___ wurde ab Arztbericht vom 

15. September 2014 die Diagnose einer generalisierten Angst und Depression gemischt 

(ICD-10: F42.1) gestellt (IV-act. 35; vgl. auch Arztberichte bzw. Stellungnahmen vom 

22. März 2016, IV-act. 84, vom 9. Mai 2017, IV-act. 121, und vom 22. Februar 2018, 

act. G 1.5). Diese Diagnose sagt aus, dass weder Angst noch Depression vorherrschen 

und eine eigenständige Diagnose rechtfertigen. Treten ängstliche und depressive 

Symptome in so starker Ausprägung auf, dass sie einzelne Diagnosen rechtfertigen, 

sollen ausschliesslich diese Diagnosen gestellt werden (vgl. H. Dilling/w. Mombour/

M. H. Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 10. Aufl., Bern 

2015, S. 199; vgl. auch Gutachten Dr. L.___, IV-act. 104-75). Med. prakt. G.___ hielt 

fest, die Grundstimmung des Beschwerdeführers sei betrübt, aber auch durch die 

Müdigkeit beeinflusst. Der affektive Rapport sei kaum herstellbar gewesen, der Antrieb 

eingeschränkt und die Psychomotorik kaum vorhanden (IV-act. 60-38). Der 

Beschwerdeführer habe vor allem "verladen" gewirkt. Aufgrund des 

psychopathologischen Befundes unter der Einnahme von Quetiapin könne er die 

bereits in der Psychiatrischen Klinik X.___ gestellte Diagnose einer schwergradigen 

depressiven Episode bestätigen. Da die Episode gemäss Bericht des ambulanten 

psychiatrischen Dienstes V.___ abgeklungen sei und jetzt wieder bestehe, könne er 

auch die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung stellen (IV-act. 60-41 f.). 

Die Diagnostik von med. prakt. G.___ erscheint angesichts der beschriebenen 

"Verladenheit" des Beschwerdeführers nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Vielmehr 

lässt sich darauf schliessen, dass sich die Symptomatik des Beschwerdeführers, 

soweit sie auf einer Depression beruht, seit der Behandlung in der Psychiatrischen 

4.5.1. 

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Klinik X.___ besserte. Es erscheint somit nachvollziehbar, dass sich das Verhalten des 

Beschwerdeführers nicht mit einer depressiven Episode begründen lässt.

Die weiter diagnostizierte Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 

(ICD-10: F62.0) wurde im Psychiatrie-Zentrum Z.___ aufgrund von Berichten der 

ehemaligen Arbeitgeberin (Bericht vom 3. Februar 2015, IV-act. 44) und der in einigen 

Sitzungen anwesenden Ehefrau und Kinder (Bericht vom 9. Mai 2017, IV-act. 121) 

gestellt (vgl. auch Berichte bzw. Stellungnahmen Psychiatrie-Zentrum Z.___ vom 

22. März 2016, IV-act. 84, und vom 22. Februar 2018, act. G 1.5). Dr. L.___ verneinte 

sie, da das Traumakriterium nicht erfüllt sei (IV-act. 104-75). Die Belastung müsste so 

extrem sein, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die 

tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht ausreiche. Eine solche habe der 

Versicherte nicht erlebt (IV-act. 138). Diese Ausführungen erscheinen nachvollziehbar, 

kann doch ein Herzinfarkt nicht als "Belastung katastrophalen Ausmasses" bezeichnet 

werden. Zudem sind lang anhaltende Änderungen der Persönlichkeit nach kurzzeitigen 

Lebensbedrohungen wie beispielsweise bei einem Autounfall nicht einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung zuzuordnen, sondern weisen auf eine 

vorbestehende psychische Vulnerabilität hin (vgl. Dilling/Mombour/Schmidt, a.a.O., 

S. 286). Die behandelnde Psychiaterin hält entgegen, dass der als lebensbedrohlich 

erlebte Herzinfarkt das Diagnosekriterium erfülle (Stellungnahme vom 22. Februar 

2018, act. G 1.5). Der Beschwerdeführer wurde zwar nicht nur in der Psychiatrischen 

Klinik X.___ (Austrittsbericht vom 6. Mai 2014, IV-act. 32-7 f.), sondern auch im 

Einsatzprogram im Sohomet (Bericht vom 5. Februar 2015, IV-act. 115-5) und von 

seiner Familie (Stellungnahme Psychiatrie-Zentrum Z.___ vom 9. Mai 2017, IV-act. 121) 

als dysphorisch, gereizt und aggressiv beschrieben. Aus den Angaben der einstigen 

Arbeitgeberin (vgl. Bericht Psychiatrie-Zentrum Z.___ vom 3. Februar 2015, IV-act. 44) 

kann lediglich geschlossen werden, dass er sich vor dem Herzinfarkt ihr gegenüber 

offenbar nicht so verhielt, nicht aber, dass er sich seither anders verhält. Die 

Schilderungen und Beobachtungen eines gereizten, aggressiven Verhaltens erfolgten 

allesamt in einem Umfeld, wo der Beschwerdeführer um die Bedeutung für die 

Beurteilung seines Gesundheitszustandes wusste. Sie sind insoweit nicht objektiv. Dies 

spricht neben der erheblichen Fraglichkeit des Herzinfarktes als auslösendes Trauma 

im Sinne einer "Extrembelastung" gegen eine massgebliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Persönlichkeitsveränderung.

4.5.2. 

Zusammenfassend waren eine das inkonsistente Verhalten des 

Beschwerdeführers erklärende Depression, eine Persönlichkeitsänderung oder 

Zwangsgedanken nicht durch objektivierte Befunde erhebbar. Weder in den beiden 

4.5.3. 

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psychiatrischen Begutachtungen noch in der neuropsychologischen Abklärung konnten 

Anhaltspunkte für eine krankheitsbedingte Ursache des inkonsistenten Verhaltens 

gefunden werden. Im Befund der behandelnden Ärztin vom 9. Mai 2017 werden unter 

anderem eine formale Denkstörung bzw. mittelausgeprägte Grübelneigung, ein 

fraglicher hypochondrischer Wahn, ein mittel bis schwer ratloser, mittelgradig 

verarmter Affekt, ein schweres Gefühl der Gefühlslosigkeit sowie ein deprimiertes, 

schwer hoffnungsloses, ängstliches, dysphorisches und gereiztes Wirken des 

Beschwerdeführers beschrieben. Die Arbeitsunfähigkeit wird mit einem insgesamt 

fixierten Denkmuster, fehlender Flexibilität, Reflexions- sowie Introspektionsfähigkeit 

sowie mit der während des Einsatzprogramms berichteten praktisch nicht gegebenen 

Teamfähigkeit und Sozialkompetenz begründet (IV-act. 121). Konkrete Vorfälle oder 

Testbefunde werden nicht angeführt. Die Aussage, dass die eingeschränkte Mitwirkung 

des Beschwerdeführers und die Ablehnung des Einbezugs seiner Familie in der Klinik 

X.___ krankheitsbedingt sei (Stellungnahme vom 22. Februar 2018, act. G 1.5), ist mit 

den genannten Befunden und Diagnosen nicht nachvollziehbar begründet. Es wurde 

nicht dargelegt, inwiefern das aufgezeigte inkonsistente Verhalten als Folge einer der 

diagnostizierten Krankheiten, insbesondere einer andauernden 

Persönlichkeitsveränderung, objektiv zugeordnet werden kann. Damit vermögen ihre 

Ausführungen das Gutachten von Dr. L.___ nicht massgeblich in Frage zu stellen. Aus 

psychiatrischer Sicht ist somit auf das Gutachten von Dr. L.___ abzustellen und von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit bzw. von einer Beweislosigkeit einer psychiatrisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

Aus somatischer Sicht hielt die orthopädische Gutachterin im Gutachten vom 

16. Juni 2015 fest, beim Beschwerdeführer sei die linke Schulter in Abduktion und 

Aussenrotation aktiv mittelgradig, passiv eher leichtgradig eingeschränkt. Die gleno-

humerale Beweglichkeit der rechten Schulter sei frei, die Impingementsymptomatik sei 

nur geringgradig ausgeprägt. Hinweise für entzündliche Veränderungen hätten sich 

nicht gefunden. Muskulär sei der Versicherte durch die Narbenbeschwerden nach 

Thorakotomie im Bereich des oberen Pectoralismuskel-Abschnittes erheblich 

eingeschränkt. Die Hyposensibilitätsstörung der Finger D2 bis D4 könne auf eine 

Medianusirritation hindeuten und müsste gegebenenfalls neurologisch abgeklärt 

werden. Es sollte eine MRI-Untersuchung der HWS und LWS erfolgen. Zum 

Untersuchungszeitpunkt bestünden überwiegend myofasziale Beschwerden lumbal. 

Die HWS sei uneingeschränkt frei beweglich. Hinweise auf eine akute Radikulopathie 

hätten sich nicht finden lassen. Im Bereich der unteren Extremitäten bestehe eine 

Ansatztendopathie der Patella über beiden Kniegelenken sowie über dem Trochanter 

rechts bei deutlicher Muskelverkürzung der ischiocruralen und Wadenmuskulatur (IV-

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/26

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5.  

act. 60-49). Der Beschwerdeführer sei vor allem durch schmerzhafte 

Bewegungseinschränkungen der linken, gering auch der rechten Schulter bei allen 

Tätigkeiten über Kopf-/Schulterhöhe mit ständigem Armeinsatz handicapiert. Im 

Rücken bestünden myostatische Beschwerden, die einer Trainingstherapie zugänglich 

seien (IV-act. 60-50). Im Bericht des Schmerzzentrums des KSSG vom 1. Februar 2018 

wurde festgehalten, es liege ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom vor 

mit einer deutlichen muskulären Komponente. Die degenerativen Veränderungen seien 

sicher ausgeprägt. Ein konkreter Handlungsbedarf ergebe sich aber nicht, zumal die 

vom Versicherten geschilderte Klinik - Schmerzen vom Schultergürtel über die ganze 

Wirbelsäule bis hin zum Beckengürtel - eher unspezifisch sei (act. G 1.5). Auf das 

orthopädische Teilgutachten der medexperts, welches den Ansatztendopathien am 

Trochanter major, der Quadrizepssehne und der Patella beidseits sowie den 

myofaszialen Beschwerden im Hals- und Lendenwirbelabschnitt ohne Hinweise auf 

eine Radikulopathie sowie der Tendomyopathie am M. pectoralis maior links keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zumass (IV-act. 60-50), ist damit abzustellen.

Der kardiologische Gutachter kam im Teilgutachten zum Schluss, der 

Beschwerdeführer sei unabhängig von der Tätigkeit zu 75 % arbeitsfähig, sofern sehr 

schwere körperliche Leistungen (Tragen von Lasten >20 kg) nicht vorkämen (IV-

act. 60-60). Hingegen wurde im polydisziplinären Konsens nur vermerkt, aus 

kardiologischer Sicht bestehe eine Einschränkung für schwere körperliche Tätigkeit (IV-

act. 60-56). Dass der kardiologische Gutachter anlässlich der Konsensfindung von 

seiner Einschätzung abgewichen wäre, ist nicht ersichtlich. Somit ist aus 

kardiologischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 75 % auszugehen, ohne schwere 

körperliche Tätigkeit (Tragen von Lasten >20 kg).

4.7. 

Der Beschwerdeführer war ab dem Herzinfarkt vom 22. Februar 2013 zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG endete 

somit am 22. Februar 2014. Die Anmeldung erfolgte am 7. August 2013 (IV-act. 6), so 

dass ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. Februar 2014 besteht (Art. 29 Abs. 1 und 3 

IVG).

5.1. 

Massgebend für den Einkommensvergleich ist das Jahr des frühestmöglichen 

Rentenbeginns, vorliegend das Jahr 2014 (BGE 129 V 222). Der Beschwerdeführer 

erzielte zuletzt bei der T.___ AG einen Grundlohn von 12 x Fr. 5'850.-- = Fr. 70'200.-- 

(Angaben Arbeitgeberin vom 20. August 2013, IV-act. 15-2), wobei gegenüber der AHV 

ein Einkommen von Fr. 75'663.-- abgerechnet wurde (Auszug aus dem individuellen 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/26

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6.  

Entscheid

Konto [IK], IV-act. 13-1). Da der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit an dieser Stelle verblieben wäre, entspricht dieses 

Einkommen dem Validenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 

8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen). Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnerhöhung bis zum Jahr 2014 resultiert ein Valideneinkommen von 

Fr. 76'769.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung, T 39, Indices Männer 

2012:  2'188; 2014: 2'220).

Die bisherige Tätigkeit als Schweisser ist dem Beschwerdeführer aus 

orthopädischer Sicht nicht mehr zumutbar (IV-act. 60-50, 55). Das 

Durchschnittseinkommen in einer Verweistätigkeit des Kompetenzniveaus 1, Männer, 

beträgt für das Jahr 2014 Fr. 66'453.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV, Bern 2019, 

Anhang 2). Entsprechend der Arbeitsfähigkeit von 75 % beträgt das 

Invalideneinkommen ohne Tabellenlohnabzug Fr. 49'840.--. Gründe für einen 

Tabellenlohnabzug sind nicht ersichtlich, da das Kompetenzniveau 1 körperlich leichte 

Tätigkeiten beinhaltet und die kardiologische Einschränkung durch die attestierte 

quantitative Arbeitsfähigkeit berücksichtigt ist (Urteile des Bundesgerichts vom 

23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen und vom 18. Januar 

2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1). Somit ergibt sich ab 1. Januar 2016 selbst bei 

Berücksichtigung von nicht von der Arbeitgeberin angegebenen 

Einkommensbestandteilen ein Invaliditätsgrad von lediglich 35 %. Der 

Beschwerdeführer hat daher keinen Rentenanspruch.

5.3. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

6.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/26

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2020
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Aufgrund inkonsistenten Verhaltens und teilweise widersprüchlichen Angaben sowie der Resultate der neuropsychologischen Testung ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen. Die Ergebnisse einer bezüglich Anfangsverdacht, Dauer, Örtlichkeit und Mittel rechtmässigen Observation sind gemäss hier anzuwendender Rechtsprechung trotz ungenügender gesetzlicher Grundlage (Art. 59 IVG) verwertbar (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020, IV 2018/81).

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