# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b299f1c-b46f-5caa-bc5a-46965bdf011b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.08.2019 200 2019 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-15_2019-08-08.pdf

## Full Text

200 19 15 FZ
KNB/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. August 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse "Versicherung"
Wengistrasse 7, 8004 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 13. August 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2019, FZ/19/15, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
seit dem 1. März 2008 für die … tätig (Akten des Beschwerdeführers, act. I 
4). Seit dem 12. September 2009 ist er mit C.________ verheiratet und 
dadurch Stiefvater von D.________ (geb. … … 2002). Für die Stieftochter 
bezog er bis Ende Juni 2018 Familienzulagen (Akten der Ausgleichskasse 
„Versicherung“ [Ausgleichskasse bzw. Beschwerdegegnerin], act. II 2). 
Nachdem der Versicherte der Arbeitgeberin per E-Mail (vom 1. Februar 
2018 [act. II 1/9] und vom 20. März 2018 [act. II 1/7] sowie vom 11. Juni 
2018 [act. II 1/5 f.]) mitgeteilt hatte, die Stieftochter werde ab August 2018 
in … (…) eine weitere Ausbildung absolvieren, dazu werde sie bei der 
Grossmutter wohnen und anschliessend ab Januar 2019 bei der Mutter, 
welche ebenfalls nach ... ziehen werde, lehnte die Ausgleichskasse mit 
Verfügung vom 26. Juli 2018 den Antrag auf Ausbildungszulagen ab Sep-
tember 2018 ab (act. II 2). Die hiergegen erhobene Einsprache wies die 
Ausgleichskasse mit Entscheid vom 13. August 2018 ab (act. II 3).

B.

Am 30. August 2018 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Obergericht des Kantons ..., Verwaltungsrechtliche Ab-
teilung, Beschwerde. Er beantragt das Folgende:

1. Der Einspracheentscheid vom 13. August 2018 sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer sei ab dem 1. September 2018 weiterhin Ausbildungszula-

gen für die Stieftochter D.________ auszurichten.
3. Eventualiter: Es sei festzustellen, dass D.________ unter die Regelung von Art. 7 

Abs. 1bis FamZV falle. Zur Abklärung der weiteren Voraussetzungen (Ausbildungs-
zweck usw.) sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe die Verantwortung und Pflichten 
gegenüber seiner Stieftochter wie ein leiblicher Vater. Er habe bis anhin die 
Kinder- bzw. Ausbildungszulagen erhalten. Nachdem die Stieftochter eine 
Ausbildung im Ausland aufgenommen habe, solle dies nicht mehr relevant 
sein, obwohl er als Stiefvater immer noch die gleichen Unterhaltspflichten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2019, FZ/19/15, Seite 3

trage. Das Stiefelternverhältnis falle mit der Aufnahme einer Ausbildung im 
Ausland nicht dahin.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. September 2018 – eingeholt vom Oberge-
richt des Kantons …, Verwaltungsrechtliche Abteilung – beantragt die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Das Obergericht des Kantons ... stellte am 21. September 2018 dem Be-
schwerdeführer die Beschwerdeantwort zu und holte bei ihm den Arbeits-
vertrag ein.

Am 21. Dezember 2018 stellte das Obergericht des Kantons ... fest, 
gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die Familienzulagen (Familien-
zulagengesetz, FamZG; SR 836.2) sei für die Behandlung von Beschwer-
den gegen Entscheide der Familienausgleichskassen das Versicherungs-
gericht des Kantons, dessen Familienzulagenordnung anwendbar ist, zu-
ständig. Nach Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 FamZG sei bei Arbeit-
nehmern die Zulagenordnung des Kantons massgebend, in welchem das 
beschäftigende Unternehmen seinen Sitz habe. Das Obergericht des Kan-
tons ... kam zum Schluss, dass seine Zuständigkeit nicht gegeben sei; dies 
aufgrund des konkreten Anstellungsverhältnisses zwischen dem Be-
schwerdeführer und seiner Arbeitgeberin. 

Nachdem die Parteien zur Zuständigkeitsfrage Stellung nehmen konnten 
(vgl. Eingaben vom 7. Januar 2019) überwies das Obergericht des Kantons 
... die Akten am 9. Januar 2019 an das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit der Begründung, der Beschwerdeführer stehe in einem Anstel-
lungsverhältnis zur …. mit Sitz in ….. Gemäss Art. 22 FamZG sei für die 
Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Familienausgleichs-
kasse das Versicherungsgericht des Kantons, dessen Familienzulagenord-
nung anwendbar sei, zuständig. Nach Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 
FamZG sei bei Arbeitnehmern die Zulagenordnung des Kantons massge-
bend, in welchem das beschäftigende Unternehmen seinen Sitz habe. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Januar 2019 stellte der Instrukti-
onsrichter den Eingang der Beschwerde inklusive Akten fest. Weiter stellte 
er fest, dass der Schriftenwechsel bereits stattgefunden habe und dass das 
Dossier als spruchreif erachtet werde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 

Die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hat unbestritten Sitz im Kanton 
Bern (vgl. dazu Auszug des Handelsregisteramtes des Kantons Bern). Die 
verfügende bzw. den Einspracheentscheid erlassende Ausgleichskasse ist 
durch den Kanton Bern anerkannt (vgl. Liste des Bundesamtes für Sozial-
versicherungen [BSV] und Art. 5 der Verordnung vom 17. September 2008 
über die Familienzulagen [KFamZV; BSG 832.711]). Die Zuständigkeit des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern ergibt sich aus dieser Bestimmung 
i.V.m. Art. 22 FamZG und Art. 12 Abs. 2 FamZG. Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 
1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Ver-
waltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde grundsätzlich einzutreten. 

Soweit neben dem Leistungsbegehren allerdings zusätzlich ein blosses 
Feststellungsbegehren gestellt wird (Ziff. 3, Eventualantrag), ist zufolge der 
Subsidiarität solcher Anträge (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommen-
tar zum bernischen VRPG, Art. 90 N. 2) darauf nicht einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 13. August 
2018 (act. II 3), mit welchem die Ausgleichkasse die Verfügung vom 26. Ju-
li 2018 bestätigte und die beantragten Familienzulagen (Ausbildungszula-
gen) für die Stieftochter ab September 2018 ablehnte. Streitig und zu prü-
fen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Familienzulagen (Ausbil-
dungszulagen) für seine Stieftochter ab dem 1. September 2018.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Familienzulagen sind einmalige oder periodische Geldleistungen, 
die ausgerichtet werden, um die finanzielle Belastung durch ein oder meh-
rere Kinder teilweise auszugleichen (Art. 2 FamZG). Nach dem FamZG 
umfassen die Familienzulagen (nur) die Kinderzulagen und die Ausbil-
dungszulagen (Art. 3 Abs. 1 FamZG).

Gemäss Art. 4 Abs. 1 FamZG berechtigen zum Anspruch auf Familienzula-
gen: Kinder, zu denen ein Kindesverhältnis im Sinne des Zivilgesetzbuches 
besteht (lit. a); Stiefkinder (lit. b); Pflegekinder (lit. c); Geschwister und En-
kelkinder der bezugsberechtigten Person, wenn diese für deren Unterhalt in 
überwiegendem Mass aufkommt (lit. d). Der Bundesrat regelt die Einzelhei-
ten (Art. 4 Abs. 2 FamZG). Für im Ausland wohnhafte Kinder regelt der 
Bundesrat die Voraussetzungen für den Anspruch auf Familienzulagen. 
Deren Höhe richtet sich nach der Kaufkraft im Wohnsitzstaat (Art. 4 Abs. 3 
FamZG).

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2.2 Für Stiefkinder besteht ein Anspruch auf Familienzulagen, wenn das 
Stiefkind überwiegend im Haushalt des Stiefelternteils lebt oder bis zu sei-
ner Mündigkeit gelebt hat (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 31. Oktober 
2007 über die Familienzulagen (Familienzulagenverordnung [FamZV; SR 
836.21]).

2.3 Gemäss Art. 7 Abs. 1 FamZV werden für Kinder mit Wohnsitz im 
Ausland die Familienzulagen nur ausgerichtet, sofern zwischenstaatliche 
Vereinbarungen das vorschreiben. Gemäss Art. 7 Abs. 1bis FamZV wird bei 
Kindern, welche die Schweiz zu Ausbildungszwecken verlassen, während 
höchstens fünf Jahren vermutet, dass sie weiterhin in der Schweiz Wohn-
sitz haben. Diese Frist beginnt frühestens mit der Vollendung des 16. Al-
tersjahres zu laufen.

2.4 Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen 
und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll 
sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Ein-
zelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne 
triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeu-
gende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird 
dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsglei-
che Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 144 
V 195 E. 4.2 S. 198). Das Gericht weicht jedoch insoweit von Weisungen 
ab, als sie nicht gesetzmässig sind bzw. in Ermangelung gesetzlicher Vor-
schriften mit den allgemeinen Grundsätzen des Bundesrechts nicht im Ein-
klang stehen (BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

3.

3.1 Es ist unbestritten, dass die Stieftochter des Beschwerdeführers die 
obligatorische Schule Ende Juni 2018 beendete und seit dem 1. September 
2018 in ... eine Ausbildung absolviert (act. II 1/10; vgl. auch Beschwerde S. 
3). Umstritten ist, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. September 2018 für 
die Stieftochter, welche in ... eine Ausbildung aufgenommen hat, Anspruch 

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auf Ausbildungszulagen hat. Der Beschwerdeführer beruft sich dazu auf 
Art. 7 Abs. 1bis FamZV.

3.2 Stiefkind im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. b FamZG ist das ausserehe-
liche oder adoptierte oder aus einer früheren Ehe stammende Kind des 
Ehegatten (vgl. auch KIESER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Familien-
zulagen, Praxiskommentar, 2010, Art. 4 N. 24). Die Voraussetzungen, un-
ter denen ein Stiefelternteil einen Anspruch auf Familienzulagen für ein 
Stiefkind geltend machen kann, werden in Art. 4 Abs. 1 FamZV festgelegt. 
Keinen Anspruch auf Familienzulagen hat der Stiefelternteil, wenn das Kind 
nicht zeitlich überwiegend in seinem Haushalt lebt. Selbst wenn der Stiefel-
ternteil anstelle seines Ehegatten für die Unterhaltsbeiträge an das Kind 
aufkommt, hat er keinen Anspruch auf Familienzulagen, sofern das Kind 
nicht zeitlich überwiegend in seinem Haushalt lebt (Rz. 232 der Wegleitung 
des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] zum Bundesgesetz über 
die Familienzulagen [FamZWL; abrufbar unter www.bsv.admin.ch, Fassung 
vom 1. Januar 2019]). Gemäss Art. 7 Abs. 1bis FamZV wird bei Kindern und 
Jugendlichen, welche die Schweiz zu Ausbildungszwecken verlassen, 
während höchstens fünf Jahren vermutet, dass sie weiterhin in der Schweiz 
Wohnsitz haben (vgl. E. 2.3 hiervor). Während dieser Zeit besteht bei die-
sen weiterhin Anspruch auf Familienzulagen. Es handelt sich um eine blos-
se Vermutung, dass der Wohnsitz in der Schweiz bleibt, die von der Famili-
enausgleichskasse widerlegt werden kann. Je kürzer der Studienaufenthalt 
im Ausland ist, desto eher bleibt der Wohnsitz in der Schweiz. Kriterien 
gegen ein Beibehalten des Wohnsitzes in der Schweiz sind: 

- Das Kind ist nicht mehr in der obligatorischen Krankenversicherung 
gemäss Bundesgesetz vom 18. März 1994 über die Krankenversiche-
rung (KVG) versichert. Nach Art. 3 Abs. 1 KVG muss jede Person mit 
Wohnsitz in der Schweiz versichert sein.

- Der Kontakt zu Familie und Freunden in der Schweiz wird nicht auf-
rechterhalten und die Semesterferien werden nicht in der Schweiz ver-
bracht. 

- Die Schweiz wird verlassen, um im Ausland bei einem Elternteil zu le-
ben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2019, FZ/19/15, Seite 8

- Das Kind hat bereits früher an seinem jetzigen Aufenthaltsort im Ausland 
gelebt und ist dort zur Schule gegangen (Rz. 301.1 FamZWL). 

Vor der Verordnungsänderung vom 26. Oktober 2011 bestimmte Art. 7 
Abs. 1 aFamZV, dass nur für ein Kind, zu dem ein Kindesverhältnis im Sin-
ne des Zivilgesetzbuches besteht (eheliche, anerkannte und adoptierte), 
nicht aber für Pflege- und Stiefkinder im Ausland Familienzulagen ausge-
richtet werden (vgl. auch FamZWL Rz. 312 [in der Fassung vom 12. Mai 
2011]). KIESER/REICHMUTH (a.a.O., Art. 4 N. 105) erklärten im Zusammen-
hang mit dieser altrechtlichen Bestimmung, ein Anspruch für Pflege- und 
Stiefkinder entfalle wegen fehlender Hausgemeinschaft ohnehin bereits aus 
faktischen Gründen. Sie gingen damit klar davon aus, dass Art. 4 Abs. 1 
FamZV neben Art. 7 (a)FamZV anwendbar bleibt und die letztere Bestim-
mung gegenüber der ersteren insoweit nicht als lex specialis vorgeht. Dies 
leuchtet mit Blick auf den mit Art. 4 FamZV verfolgten Zweck ein, an wel-
chem mit Anpassung von Art. 7 FamZV per Januar 2012 nichts änderte: 
Stiefkinder sollen in Bezug auf den Anspruch auf Familienzulagen nur dann 
den eigenen Kindern gleichgestellt werden, wenn der Bezüger der Zulagen 
tatsächlich an den Unterhalt des Kindes beiträgt (KIESER/REICHMUTH, 
a.a.O., Art. 4 N. 26). Art. 4 Abs. 1 FamZV fingiert – wohl mit Blick auf 
Art. 299 ZGB, wo unter dem Titel „Stiefeltern“ bestimmt wird, dass jeder 
Ehegatte dem anderen bei der Ausübung der elterlichen Sorge gegenüber 
dessen Kindern beizustehen hat (vgl. auch KIESER/REICHMUTH, a.a.O., 
Art. 4 N. 24) –, dass dies immer dann der Fall ist, wenn das Kind im Haus-
halt des Stiefelternteils lebt. Lebt das Stiefkind dagegen nicht im selben 
Haushalt, hat der leibliche Elternteil seinen Unterhalt gegenüber dem Kind 
zu leisten und hat der Stiefelternteil dafür nicht aufzukommen (vgl. z.B. 
AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, in Berner-Kommentar, 2016, Art. 299 ZGB 
N. 24). In dieser Konstellation soll für das Stiefkind keine Familienzulage 
mehr ausgerichtet werden, selbst wenn der Stiefelternteil das Kind auch 
ohne rechtliche Verpflichtung faktisch immer noch finanziell unterstützt. 
Damit werden die erheblichen Beweisschwierigkeiten umgangen, die sich 
andernfalls in der Praxis stellen würden.

3.3 Im vorliegenden Fall lebte die Stieftochter bis Ende August 2018 
überwiegend im Haushalt des Beschwerdeführers, weshalb Letzterer für 
seine Stieftochter bis Ende Juni 2018 auch Familienzulagen erhalten hatte. 

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Im September 2018 reiste die Stieftochter nach ..., um eine Ausbildung 
aufzunehmen, wobei sie vorerst bei der Grossmutter wohnte. Dies erfolgte 
bereits mit der Absicht des dauernden Verbleibens und in Kenntnis davon, 
dass zuerst ihre Mutter im Januar 2019 sowie danach auch der Stiefvater 
nachreisen werden (act. II 1/6). Zwar kann die Stieftochter des Beschwer-
deführers (geb. … … 2002) als Unmündige in der Zeit von September 2018 
bis Ende Dezember 2018 nicht selbstständig (d.h. ohne einen Elternteil) 
Wohnsitz in ... begründen (Wohnsitz Minderjähriger: Art. 25 ZGB), sie lebte 
jedoch in diesem Zeitraum auch nicht (mehr) im Haushalt des Stiefvaters. 
Der Beschwerdeführer hat deshalb ab September bis Ende 2018 in An-
wendung von Art. 4 Abs. 1 FamZV keinen Anspruch auf Ausbildungszula-
gen für die Stieftochter. Auch gestützt auf Art. 7 FamZV hat er keinen An-
spruch auf Familienzulagen, denn die Stieftochter wird diesbezüglich nur 
dann seinen eigenen Kindern gleichgestellt, wenn der Stiefvater als Bezü-
ger der Zulagen an den Unterhalt der Stieftochter beiträgt, dadurch dass 
sie in seinem Haushalt lebt. Wenn die Stieftochter des Beschwerdeführers 
ab September 2018 in ... eine Ausbildung aufnimmt, dort bei der Grossmut-
ter und somit nicht mehr im Haushalt des Stiefvaters lebt, dann hat er keine 
rechtliche Verpflichtung (mehr), für ihren Unterhalt aufzukommen; daran 
ändert nichts, falls der Beschwerdeführer dennoch einen Beitrag auch ohne 
rechtliche Verpflichtung leistet (vgl. E. 3.2 hiervor). Für die Zeit ab Januar 
2019 hat die noch nicht mündige Stieftochter des Beschwerdeführers in ... 
Wohnsitz (Ort, wo sich die Person mit Absicht dauernden Verbleibens auf-
hält [vgl. Art. 23 ZGB]) begründet, soweit deren Mutter tatsächlich nach ... 
nachgereist ist (act. II 1/2). Es besteht bereits aus diesem Grund kein An-
spruch auf Familienzulagen (Art. 4 Abs. 3 FamZG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 
ZGB), denn auch für eheliche, anerkannte und adoptierte Kinder (d.h. nicht 
Stiefkinder) mit Wohnsitz im Ausland werden die Familienzulagen nur aus-
gerichtet, sofern zwischenstaatliche Vereinbarungen das vorschreiben. 
Personen, die von den internationalen Abkommen nicht erfasst werden, 
haben keinen Anspruch auf Zulagen für ihre im Ausland wohnhaften Kinder 
(vgl. Rz. 304 FamZWL). Es existiert für ... für die hier umstrittenen Famili-
enzulagen keine solche zwischenstaatliche Vereinbarung, weshalb kein 
Export von Leistungen erfolgt (vgl. Rz. 321 f., 325, 329 FamZWL).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2019, FZ/19/15, Seite 10

3.4 Nach dem Darlegten hat der Beschwerdeführer so oder anders für 
seine Stieftochter D.________ ab dem 1. September 2018 keinen An-
spruch auf Familienzulagen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 
13. August 2018 ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 FamZG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind kei-
ne Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
FamZG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Ausgleichskasse "Versicherung" 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2019, FZ/19/15, Seite 11

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.