# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d3f45fe-baaf-5100-8ff7-43cb34d5ff46
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-14
**Language:** de
**Title:** Anspruch auf Invalidenrente bei Tätigkeit im Teilzeitpensum; von IV-Stelle aufgrund hypothetisch vollzeitlicher Erwerbstätigkeit ermittelter IV-Grad für PK nicht verbindlich; für Bemessung des berufsvorsorgerechtlichen IV-Grads ist Beschäftigungsgrad bei Eintritt d. invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit massgebend.
**Docket/Reference:** BV.2016.00063
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/BV.2016.00063.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
BV.2016.00063
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil vom 14. Oktober 2016
in Sachen
X.___
Klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas
Advokatur Glavas AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
Rechtsdienst
Obstgartenstrasse 21, Postfach, 8090 Zürich
Beklagte
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene X.___ war seit 1. März 2007 teilzeitlich bei der Y.___ als Berufsschullehrperson ange
stellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
BVK Personal
vorsorge des Kantons Zürich
berufsvorsorgeversichert (Urk. 7/7, Urk. 7/2, Urk. 12/1). Am 17. Dezember 2013 (Urk. 7/3) beziehungsweise 29. April 2014 (Urk. 7/4) ersuchte sie die BVK – unter Hinweis auf das von der Sozial
versicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eingeholte polydiszi
pli
näre Gut
achten der Z.___ GmbH vom 2. Oktober 2013 (Anhang zu Urk. 7/3) respektive die Verfügung der IV-Stelle vom 25. April 2014 (vgl. hiezu Urk. 12/2 S. 1) – um Ausrichtung von Berufs
invalidenleistungen (Urk. 7/3). Die BVK sprach der Versicherten in der Folge am 23. Juli 2014 mit Wirkung ab 5. Juni 2013 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende Berufsinvalidenrente zu (Urk. 7/6; vgl. auch Urk. 7/5).
1.2
Mit Schreiben vom 29. Mai 2015 (Urk. 7/7) teilte die BVK der Versicherten mit, dass die Berufsinvalidenrente per 30. Juni 2015 auslaufe. Da sie gemäss der Ver
fügung der IV-Stelle vom 25. April 2014 in einer (leidensangepassten) Tätig
keit als Sachbearbeiterin zu 60 % arbeitsfähig sei und das Einkommen, das sie damit noch zu erzielen in der Lage sei, rund 41 % unter dem Salär liege, das sie bei guter Gesundheit im Teilzeitpensum als Berufsschullehrperson generieren könnte, habe sie ab 1. Juli 2015 Anspruch auf eine auf einem Invali
ditätsgrad in dieser Höhe beruhende Erwerbsinvalidenrente. Die Versicherte beantragte daraufhin – unter Hinweis darauf, dass sie im Rahmen ihres per 1. Mai 2015 mit der A.___ S.A. neu eingegangenen Arbeitsver
hältnisses als Coffee Specialist (vgl. Anstellungsschreiben vom 17. April 2015 [Anhang zu Urk. 7/8]) einen unter dem von der BVK ermittelten Invalidenein
kommen liegenden Lohn erziele und zudem an starken linksseitigen Knieschmerzen leide – am 5. Juni 2015 die Zusprache einer entsprechend höheren Rente (Urk. 7/8). Mit „Ein
spracheentscheid“ vom 28. Juli 2015 (Anhang zu Urk. 7/9) sprach die BVK ihr in der Folge – ausgehend nun vom (Invaliden
)Einkommen in der Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Pensum von 54,65 statt von 60 % - per 1. Juli 2015 eine Erwerbsinvalidenrente in Höhe von 47 % zu (vgl. auch „Entscheid zu den Erwerbsinvalidenleistungen“ vom 30. Juli 2015, Urk. 7/10). Mit Begleitschreiben ebenfalls vom 28. Juli 2015 (Urk. 7/9) wies sie die Versicherte darauf hin, dass diese im Falle einer dauerhaften und wesentlichen Änderung des Erwerbsinvali
ditätsgrads die Möglichkeit habe, ein Revisionsgesuch zu stellen.
1.3
Nachdem die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 16. März 2016
ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom 26. November 2014 bis Ende April 2015 und unter Berücksichtigung der am 1. Mai 2015 im Pensum von 50 % aufgenommenen Tätigkeit im Verkauf - ab 1. Februar 2015 eine ganze (Invaliditätsgrad von 100 %) und ab 1. Mai 2015 eine Dreiviertelsrente (Invaliditätsgrad von 64 %) in Aussicht gestellt hatte (Urk. 12/2 S. 7), teilte die BVK der Versicherten am 12. April 2016 mit, dass bei der Ermittlung des Erwerbsinvaliditätsgrads ab 1. Juli 2015 richtigerweise auf das im Rahmen der 50%igen Tätigkeit bei der A.___ SA effektiv erzielte Einkommen abzustellen sei, weshalb sie rückwirkend auf diesen Zeit
punkt Anspruch auf eine einem Invaliditätsgrad von 53 % entsprechende Rente habe (Urk. 7/11). Hiegegen opponierte die Versicherte am 20. April 2016, wobei sie sich auf den Standpunkt stellte, der Rente der BVK sei der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad zu Grunde zu legen (Urk. 7/12). Nachdem die IV
Stelle ihr im Mai 2016 für die Periode vom 1. Februar bis 30. April 2015 eine ganze und ab 1. Mai 2015 eine Dreiviertelsrente zugesprochen hatte (vgl. Urk. 12/3 f.), hielt die BVK mit „Einspracheentscheid“ vom 13. Juni 2016 (Urk. 2) an der Zusprache einer auf einem Invaliditätsgrad von 53 % beruhen
den Rente per 1. Juli 2015 fest.
2.
Am 13. Juli 2016 liess X.___ mit folgendem Rechtsbegehren Klage gegen die BVK erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Juni 2016 sei teilweise auf
zuheben und die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen Invaliditätsgrad von 64 % gemäss IV-Verfügung anzuerkennen und die entsprechenden Leistungen (Rente und Prämienbefreiung) zu entrichten.
2.
Für das vorliegende Verfahren sei die unentgeltliche Verbeiständung in der Person des Unterzeichners zu gewähren.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % zu Lasten der Beklagten.“
Die BVK schloss am 29. August 2016 auf Abweisung der Klage (vgl. Klage
ant
wort, Urk. 6), was der Klägerin am 21. September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Am 26. September 2016 wurden gewisse Akten der Eid
ge
nössi
schen Invalidenversicherung (IV) betreffend die Klägerin (Fest
stellungs
blätter für den Beschluss vom Januar 2014 und März 2016, Mitteilung Beschluss vom Mai 2016 und Verfügung vom 27. Mai 2016 [Urk. 12/1-4]) beigezogen (Urk. 10).
3.
Zwischenzeitlich hatte die Klägerin m
it Eingabe vo
m 14.
September 2016
im Prozess Nr. BV.2016.00078 in Sache der Parteien
„Klage/Beschwerde betreffend Pensionskassenleistungen beziehungsweise Einsprache
entscheid der Beklagten vom 26.
Juli 2016“
erhoben
; mit letzterem war diese auf die Einsprache der Klägerin gegen ihren
„
Entscheid
“
vom 1
3.
Mai 2016 betreffend Festsetzung der Invalidenrente mangels sachbezogener Begründung der Einsprache (auch innert der gewährten Nachfrist) nicht eingetreten. Bezüglich des Rechtsbegehrens und dessen Begründung verwies d
ie
Kläger
in
auf
ihre
im
vorliegenden Prozess
erho
bene Klage; in prozessualer Hinsicht beantragte
sie
die Vereinigung des
Pro
zesses Nr. BV.2016.00078
mit dem
vorliegenden
Prozess.
Mit Beschluss vom 22. September 2016 trat das hiesige Gericht – unter Hinweis auf die schon in diesem Prozess hängige Klage mit dem identischen Rechtsbegehren – mangels Erfüllung der Prozessvoraussetzung nach Art. 59 Abs. 2 lit. d der Schweizeri
schen Zivilprozessordnung (ZPO) nicht ein. Eine Kopie der Akten des Prozesses Nr. BV.2016.00078 wurde (als Urk. 9/1-3) zu den Akten dieses Prozesses genommen.
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung aus, die Beklagte habe den von der IV-Stelle ermittelten und für jene verbindlichen Invaliditätsgrad von 64 % – zu Unrecht, ohne sich auf entsprechende Präjudizien stützen zu können und in Abweichung von der Vorgehensweise sämtlicher anderen Berufsvorsorgeein
richtungen – auf ein Teilzeitpensum umgerechnet. Indem die Beklagte bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads nur einen Teil des Validenlohns (nämlich den Lohn aus der Anstellung als Berufsschullehrperson bei der Y.___ im Teilzeitpensum) dem ganzen Invalideneinkommen gegenüberstelle, verletze sie das Gebot der Rechtsgleichheit, sei ein Anspruch auf die vollen Leistungen so doch von vornherein ausgeschlossen. Richtiger
weise habe sie demnach Anspruch auf einem Invaliditätsgrad von 64 % basierende Invaliditätsleistungen der Beklagten (Urk. 1 S. 2 ff.).
1.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die Beklagte sei bei ihr lediglich für ein Pensum von 54,65 % versichert gewesen. Gestützt auf das im Jahr 2013 bei diesem Beschäftigungsgrad erzielte Einkommen und unter Berücksichtigung der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung ergebe sich für das Jahr 2015 (Ende des Anspruchs auf eine Berufsinvalidenrente) ein Vali
deneinkommen von Fr. 69‘252.35. Stelle man dieses dem von der Klägerin seit 1. Mai 2015 im Rahmen einer Anstellung im Pensum von 50 % generierten (Invaliden-) Einkommen gegenüber, resultiere ein – für den Anspruch auf Erwerbsinvalidenleistungen massgebender – Invaliditätsgrad von 53 % (Urk. 6).
2.
2.1
Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Klägerin bei der Beklagten für eine Tätigkeit im Beschäftigungsgrad von 54,65 % versichert war. Aktenkundig ist sodann, dass sie seit 1. Mai 2015 – im Pensum von 50 % – als Coffee Specialist bei der A.___ S.A. angestellt ist (vgl. Anstellungs
schreiben [Anhang zu Urk. 7/8]), wobei die Beklagte – in Übereinstimmung mit der entsprechenden Feststellung der IV-Stelle – davon ausging, dass die Kläge
rin ihre Restarbeitsfähigkeit damit voll ausschöpfe (Urk. 2, Urk. 6).
2.2
Die IV-Stelle stellte bei der Invaliditätsbemessung für die Zeit ab 1. Mai 2015 dem tatsächlich noch erzielten (Invaliden-)Lohn als Coffee Specialist von Fr. 32‘448.-- das – auf ein Vollzeitpensum hochgerechnete und der Nominal
lohnentwicklung angepasste – Salär von Fr. 91‘092.75 als Berufsschullehrerin gegenüber und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 64 % (Urk. 12/2 S. 7 f., Urk.12/3).
2.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge [BVG]) an die Feststellungen der IV
Organe (Ein
tritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Fest
setzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV
rechtliche Betrach
tung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (aArt. 73
bis
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [IVV]; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Renten
verfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selb
ständiges Beschwerderecht im Verfahren nach Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG) zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeein
richtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätz
lich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betra
chtungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.4
Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad ist für die Beklagte insofern nicht verbindlich, als im Bereich der beruflichen Vorsorge ein
Anspruch auf Invalidenleistungen nur gegeben
ist
, sofern eine entsprechende Versicherungs
deckung vorhanden ist. Deren Umfang bemisst sich nach dem Beschäftigungs
grad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit. Versah die versicherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bisherigen Umfang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich ledig
lich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versicherten Anteil e
iner Vollzeitbe
schäftigung (100%-
B
eschäftigungsgrad) verwirklicht (vgl. BGE 141 V 127 E. 5.3.2 mit Hinweisen).
Invalidität im berufsvorsorgerechtlichen Sinne,
das heisst nach dem Wortlaut von Art.
23 lit.
a BVG "im Sinne der IV invalid", meint somit die gesundheitlich bedingte Erwer
bsunfähigkeit im Rahmen des beziehungsweise
bezogen auf das durch die versicherte Person geleistete Arbeitspensum bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität (im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne) geführt hat. Mit dieser (versicher
ten) Tätigkeit in keinem Zusammenhang stehende Umstände haben bei der Bemessung der Invalidität ausser Acht zu bleiben. Das gilt auch, wenn sich die Frage der Anpassung laufender Invalidenleistungen stellt, etwa - aber nicht notwendigerweise - im Zusammenhang mit
einer Rentenrevision nach Art.
17 Abs.
1 ATSG oder wenn das von der IV-Stelle erstmals festgesetzte (hypotheti
sche) erwerbliche Arbeitspensum im Gesundheitsfall nicht mit dem bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität
geführt hat (Art. 23 lit.
a BVG), tatsächlich ausgeübten übereinstimmt. In diesem Rahmen besteht bei gegebenen Voraussetzungen eine grundsätzliche Bindung der Vorsorgeeinrich
tungen an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung. Dabei ist die Invalidität im zeitlichen Rahmen der im m
assgebenden Zeitpunkt nach Art.
23 lit.
a BVG ausgeübten Erwerbstätigkeit zu bemessen. Bei Teilerwerbstätigkeit ist somit der Invaliditätsgrad nicht bezogen auf ein Vollzeitpensum zu ermitteln, was auf eine mit dem Versicherungsprinzip nicht vereinbare Deckung des Risi
kos Erwerbsunfähigkeit als solcher hinausliefe (
vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_403/2015 vom 23. September 2015 E. 5.2 mit Hinweisen
).
Insofern kann vorliegend auch offen bleiben, ob die IV-Stelle die Klägerin zu Recht als voll erwerbstätig qualifiziert hat, obwohl diese bei Eintritt der anhaltenden und zwischenzeitlich invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit (und nach Lage der Akten schon seit mindestens 2007) lediglich im Teilzeitpensum tätig war (vgl. hiezu Anhang zu Urk. 7/3 S. 24 sowie Urk. 12/1 S. 2).
2.5
Die BVK hat – ausgehend vom im Jahr 2013 bei einem durchschnittlichen Beschäftigungsrad von 54,65 % als Berufsschullehrerin erzielten Lohn von Fr. 68‘191.30 und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung – für das für den Anspruch auf eine Erwerbsinvalidenrente massgebenden Jahr 2015 ein Valideneinkommen von Fr. 69‘252.35 ermittelt. Angesichts der Tatsache, dass das von der (bei Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit nach Lage der Akten ausschliesslich bei der Beklagten berufsvorsorgeversicherten [vgl. Urk. 12/1 S. 9]) Klägerin – in Ausschöpfung ihrer Restarbeitsfähigkeit – in der Tätigkeit als Coffee Specialist geleistete Pensum von 50 % (Anhang zu Urk. 8) den Beschäftigungsgrad der bei der BVK versicherten Tätigkeit nicht über
schreitet, hat die Beklagte das in der Verweistätigkeit generierte Einkommen von Fr. 32‘448.-- (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss, Urk. 12/2 S. 7) zu Recht vollumfänglich als Invalideneinkommen berücksichtigt. Da aus dem Vergleich der beiden Einkommen eine Erwerbseinbusse beziehungsweise ein Invali
ditätsgrad von rund 53 % resultiert, erweist sich die Zusprache einer Erwerbsin
validenrente in dieser Höhe als rechtens (vgl. § 22 Abs. 2 des Vor
sorgeregle
ments der Beklagten, Version 2013 [Urk. 7/13]).
Anzumerken bleibt, dass die IV-Stelle die ganze Rente wohl nicht schon per 1. Mai 2015 (Antritt der Stelle bei A.___ S.A.; Anhang zu Urk. 7/8, Urk. 12/2 S. 4 und S. 8, Urk. 12/3 S. 4), sondern erst per 1. August 2015 (drei Monate nach Eintritt der anspruchsrelevanten Verbesserung des Gesundheits
zustandes, vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) auf eine Dreiviertelsrente hätte herabsetzen dürfen. Da der Anspruch auf eine Erwerbsinvalidenrente der Beklagten indes erst nach Auslaufen der Berufsinvalidenrente Ende Juni 2015 entstand (vgl. § 21 des Vorsorgereglements der Beklagten, Version 2013 [Urk. 7/13]), ist dies
bezüglich der Arbeitsfähigkeits- beziehungsweise Invaliditätsgrad ab 1. Juli 2015 massgebend.
2.6
Die Klage ist demnach abzuweisen.
3.
3.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozess
führung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
3.2
Die Klägerin hat ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung (Urk. 1 S. 2) innert der ihr hiezu mit Verfügung vom 18. Juli 2016 (Urk. 4) angesetzten Frist weder substantiiert, noch hat sie Belege zu ihrer aktuellen finanziellen Situation eingereicht. Es ist daher androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit vorliegt. Da das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung demnach jedenfalls abzuweisen ist, kann offen bleiben, ob die Voraussetzung der fehlenden Aussichtslosigkeit des Prozesses zu bejahen wäre.
Das Gericht beschliesst:
Das
Gesuch
der Beschwerdeführerin vom 13. Juli 2016 um
unentgeltliche Rechts
ver
bei
ständung
wird abgewiesen
,
und erkennt sodann:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dr. Kreso Glavas
-
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer