# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9ee42e0-869f-5e99-9f24-26d370bec452
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.07.2020 200 2020 255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-255_2020-07-16.pdf

## Full Text

200 20 255 IV
ACT/SHE/MAJ/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Juli 2020

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Februar 2019 – nachdem eine erste Anmeldung vom De-
zember 2006 (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1) mit Verfügung vom 6. Mai 2008 (AB 21) abschlägig 
beschieden worden war – erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 22). In der Folge nahm die IVB 
medizinische und erwerbliche Abklärungen vor (AB 24 ff.), in deren Rah-
men insbesondere ein Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD 
[vom 20. Januar 2020; AB 42]) eingeholt wurde. Nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 43 f.) verfügte die IVB am 12. März 2020 
(AB 46) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 30 % abermals die Leis-
tungsabweisung.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 26. März 2020 Beschwerde. Er bean-
tragt die Aufhebung der Verfügung vom 12. März 2020 und die Ausrichtung 
einer (Teil-)Invalidenrente.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. März 2020 (AB 46). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen für gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsun-
fähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit 
(BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

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2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-

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meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 21. Febru-
ar 2019 (AB 22) eingetreten ist und über den Anspruch materiell entschie-
den hat, ist die Eintretensfrage richterlich nicht zu überprüfen (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch 
relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist 
(vgl. E. 2.4.3 hiervor), wobei der Sachverhalt zur Zeit der leistungsableh-
nenden Verfügung vom 6. Mai 2008 (AB 21) mit demjenigen, der sich bis 
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 12. März 2020 (AB 46) ent-
wickelt hat, zu vergleichen ist (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

3.2 Der Verfügung vom 6. Mai 2008 (AB 21) lag im Wesentlichen das 
Gutachten der Dr. med. B.________, Fachärztin für Neurologie, vom 8. Fe-
bruar 2008 (AB 18) zugrunde. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit wurde darin ein beidseitiges chronisches Kompartment-Syndrom 
festgehalten. Ohne Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wurden von der 
Gutachterin chronische Spannungskopfschmerzen, ein wahrscheinlich zu-
sätzliches leichtes Zervikozephalsyndrom und ein Verdacht auf eine Soma-
tisierungsstörung diagnostiziert (AB 18/8). Durch die Parese an den unte-
ren Extremitäten sei der Beschwerdeführer für alle körperlichen Tätigkeiten 
sowie für alle Arbeiten, welche mit häufigem Gehen oder Gehstrecken von 
über 200 Metern am Stück verbunden sind, zu 100 % arbeitsunfähig. Für 

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alle sitzenden Tätigkeiten liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor; insbesonde-
re auch im ursprünglichen Beruf als … oder … (AB 18/9).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 12. März 2020 (AB 46) basiert 
hauptsächlich auf den folgenden medizinischen Berichten:

3.3.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 3. September 2019 (AB 40) 
und dem Verlaufsbericht vom 19. September 2019 (AB 39) hielt Dr. med. 
D.________, Oberärztin im Spital E.________ sowie Fachärztin für Neuro-
logie, als Diagnose eine genetisch bestätigte Facio-scapulo-humerale-
Muskeldystrophie (FSHD) fest (AB 39/2, 40/3). Die Arbeitsfähigkeit sei auf-
grund der progredienten Tetraparese insbesondere für körperliche Arbeiten 
stark eingeschränkt. Vor allem Tätigkeiten, die längeres Stehen oder Ge-
hen erfordern, seien dem Beschwerdeführer kaum mehr zuzumuten. Die 
Arbeitsfähigkeit sei zumindest 40 % eingeschränkt, insbesondere für kör-
perliche Tätigkeiten. Bei Arbeiten, die ein längeres Stehen oder Gehen 
beinhalten, betrage die Arbeitsunfähigkeit 60 % (AB 40/3). Aktuell seien 
wechselnde Tätigkeiten ohne grössere körperliche Belastung zu zumindest 
40 % zumutbar. Diese dürften nur kurze Gehstrecken und eine kurze Steh-
dauer beinhalten. Grössere Gewichte könnten nicht gehoben werden; 
Überkopfarbeiten oder Arbeiten im Knien seien nicht mehr zumutbar 
(AB 39/4)

3.3.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurologie, RAD, diagnosti-
zierte im Bericht vom 20. Januar 2020 (AB 42/4 ff.) ebenfalls eine genetisch 
bestätigte FSHD. Prognostisch sei zukünftig mit einer Zunahme der motori-
schen Behinderung zu rechnen. Im Vergleich zum Zeitpunkt des letzten 
Gesuchs sei die Symptomatik fortgeschritten und die motorische Behinde-
rung habe zugenommen. Allerdings werde beschrieben, dass sich der Be-
schwerdeführer vom Sitzen erheben könne, ohne sich mit den Armen ab-
zustützen, was für eine gute Kraft der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur 
spreche. Qualitativ sei eine körperlich leichte, überwiegend sitzende (oder 
wenig wechselbelastende, ohne langes Stehen oder Gehen) Tätigkeit zu-
mutbar. Im Falle einer rein sitzenden (wenig wechselbelastenden) Tätigkeit 
sei von einem zumutbaren Pensum von 70 % auszugehen. Die Pensums-
einschränkung werde damit begründet, dass der Alltag sich infolge der 
Muskelschwächen als zeitaufwändiger und ermüdender gestalte (AB 42/5). 

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In der aktuellen Tätigkeit (… und …) scheine vor allem die … nicht mehr 
zumutbar; welche Tätigkeiten das … beinhalte, sei unklar. Die Arbeit als … 
könne als angepasst erachtet werden (AB 42/6).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be-
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im 
Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozial-
versicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters 
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354).

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3.5 Der Bericht des RAD vom 20. Januar 2020 (AB 42/4 ff.) erfüllt die 
Anforderungen der Rechtsprechung an ärztliche Berichte (vgl. E. 3.4 hier-
vor) und überzeugt. Die Fachärztin hat sich in ihrer Beurteilung sorgfältig 
mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt und es 
bestehen keine Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilungen 
sprechen. Zudem ist festzuhalten, dass auch reine Aktenbeurteilungen oh-
ne eigene Untersuchung beweiskräftig sein können, wenn es im Wesentli-
chen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden me-
dizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit 
der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 29. Mai 2020, 8C_241/2020, E. 3). Dies trifft vorlie-
gend zu. Damit ist einerseits ein Neuanmeldungsgrund nachgewiesen, in-
dem die Symptomatik der FSHD fortgeschritten und die motorische Behin-
derung zugenommen hat. Andererseits ist in einer sitzenden Tätigkeit eine 
Restarbeitsfähigkeit von 70 % erstellt (AB 42/5). Dies deckt sich denn auch 
im Wesentlichen mit der Einschätzung des Spitals C.________ vom 3. bzw. 
19. September 2019, wonach eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %, insbeson-
dere für körperliche (ohne längeres Stehen und Gehen) Tätigkeiten, be-
steht (AB 39/4, 40/3), woraus zu schliessen ist, dass die Arbeitsfähigkeit für 
sitzende – d.h. nicht körperliche Arbeiten – höher sein muss. Soweit der 
Beschwerdeführer geltend macht, er sei zu mindestens 40 % arbeitsun-
fähig, ist darauf hinzuweisen, dass er sich bei dieser Einschätzung explizit 
auf seine aktuelle Tätigkeit (… und …) bezieht (vgl. Beschwerde S. 2), wel-
che vorliegend, insbesondere weil … nicht mehr zumutbar ist, nicht als op-
timal angepasste Tätigkeit anzusehen ist (vgl. E. 3.3.2 hiervor).

Gestützt auf das Dargelegte ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung auf 
der Grundlage einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätig-
keit vorzunehmen.

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4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-

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beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Die verbleibende Arbeitsfähig-
keit wird nicht in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft, wenn die versicherte 
Person auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höhe-
ren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte. Auf diesem hypo-
thetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel auch dann zumutbar, wenn 
es für die versicherte Person auf Grund der wirtschaftlichen Gegebenheiten 
auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr schwierig oder gar unmöglich ist, 
eine entsprechende Stelle zu finden (SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1).

4.3.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

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4.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Frühest möglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichti-
gung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG August 2019, 
da die Anmeldung vom Februar 2019 datiert (AB 22); der Einkommensver-
gleich ist daher auf diesen Zeitpunkt hin, durchzuführen. Ob das Wartejahr 
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in diesem Zeitpunkt erfüllt gewesen ist 
(was von der Definition der angestammten Tätigkeit abhängt; vgl. E. 4.5 
hiernach), kann offenbleiben.

4.5 Der Beschwerdeführer war bis Februar 2005 als … für die 
G.________ tätig (AB 10/1), wobei der Arbeitgeber ihm aus wirtschaftlichen 
Gründen kündigte (AB 10/4), so dass er auch im Gesundheitsfall nicht 
mehr dort arbeiten würde und das damals erzielte Einkommen nicht als 
Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens dienen kann. Zwar 
gab der Beschwerdeführer im Jahr 2007 gegenüber der damaligen Gutach-
terin an, er hätte eine berufliche Neuorientierung (als …) vorgesehen, weil 
er aufgrund der Arbeit an Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Augenbe-
schwerden litt (AB 18/5), was sich in etwa mit den Angaben im Bericht des 
Hausarztes Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
vom 6. Februar 2007 (AB 12/6 Ziff. 2a) deckt. Es erscheint jedoch nicht 
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im Alter von über 
40 Jahren wirklich zum Beruf eines … gewechselt hätte, abgesehen davon, 
dass dafür eine anspruchsvolle Ausbildung nötig und die Erwerbsaussich-
ten unklar gewesen wären. Vielmehr ist anzunehmen, dass er weiterhin als 
… in einem stressärmeren Umfeld als der G.________ AG tätig gewesen 
wäre. In der Folge ist das Valideneinkommen aufgrund der Daten der 
schweizerischen LSE zu bemessen (vgl. E. 4.2 hiervor). Massgebend sind 
dabei die LSE 2016, da die entsprechenden Daten der LSE 2018 gemäss 
dem dort angebrachten Hinweis (derzeit) nicht genügend validiert sind. 
Dies ergibt einen massgebenden Betrag von Fr. 6'356.-- (LSE 2016, Tabel-
le TA1_tirage_skill_level, Männer, Ziff. 62 - 63, … und …, Kompetenzni-
veau 2 [aufgrund der weniger stressigen Arbeit {vgl. Ausführungen hier-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 13

vor}]). Da auch das Invalideneinkommen auf derselben Grundlage (LSE 
2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Männer, Ziff. 62 - 63, … und …, 
Kompetenzniveau 2 [vgl. E. 4.6 hiernach]) zu bemessen ist, kann eine An-
passung an die betriebsübliche Wochenzeit sowie eine Indexierung auf das 
massgebende Jahr 2019 unterbleiben, weil dies bei beiden Vergleichsein-
kommen anhand derselben Zahlen erfolgen würde.

4.6 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 2) ist das Invali-
deneinkommen nicht ausgehend von der vom Beschwerdeführer aktuell 
ausgeübten Tätigkeit als ... im … zu ermitteln. Denn angesichts der 
70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als … (vgl. E. 3.5) 
und mit Blick auf das effektiv erzielte jährliche Einkommen von Fr. 10'800.-- 
(im Jahr 2017 [AB 29/1]) ist offensichtlich, dass er mit seiner aktuellen 
Tätigkeit das verbleibende Potenzial nicht voll ausschöpft (vgl. E. 4.3.1 
hiervor). Da der Beschwerdeführer aktuell immer noch zu ca. 10 bis 20 % 
im Bereich der … tätig ist (AB 24/7, 40/2), verfügt er über entsprechendes 
aktuelles Wissen und eine entsprechende Tätigkeit ist zudem gesundheit-
lich zumutbar, da es sich um eine vorwiegend sitzende Arbeit handelt (vgl. 
E. 3.5 hiervor). Auch kann das Argument des Beschwerdeführers, dass es 
für ihn praktisch ausgeschlossen sei, eine neue Anstellung im … zu finden 
(Beschwerde S. 2), nicht gehört werden, denn massgebend ist vorliegend 
der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), welcher 
dazu dient, die Invaliden- von der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen, 
denn solange der Wegfall des Einkommens auf konjunkturellen Gründen 
beruht, liegt keine Invalidität vor (UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 
4. Aufl. 2020, Art. 16 N. 94). Dieser ist gekennzeichnet durch ein gewisses 
Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und 
weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl be-
züglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzun-
gen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er umfasst auch so-
genannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei wel-
chen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Ar-
beitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatz-
möglichkeiten auszugehen. Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von 
Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zu-
mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 14

ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter 
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-
bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 
vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 
E. 4.2). Es wird damit fingiert, dass der Beschwerdeführer eine Stelle als … 
finden würde (vgl. E. 4.3.1 hiervor), was in der Beschwerde (S. 2) verkannt 
wird. Somit ist das Invalideneinkommen ebenfalls aufgrund der LSE 2016 
(Tabelle TA1_tirage_skill_level, Männer, Ziff. 62 – 63, … und …) zu ermit-
teln. Es kann offen bleiben, ob Kompetenzniveau 1 oder 2 massgebend ist, 
denn auch wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf Kompetenzniveau 
2 (welches entgegen dem Leistungsniveau hier) einen tieferen Wert als 
Kompetenzniveau 1 umfasst) abgestellt wird, resultiert ein rentenaussch-
liessender Invaliditätsgrad von 30 %, da sich diesfalls Validen- und Invali-
deneinkommen entsprechen würden. Sind Validen- und Invalideneinkom-
men – wie vorliegend – ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berech-
nen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung; diesfalls entspricht der Invali-
ditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 
Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Ein 
Abzug vom Tabellenlohn ist vorliegend nicht vorzunehmen, da die behinde-
rungsbedingten Einschränkungen im Rahmen der verminderten Restar-
beitsfähigkeit bereits berücksichtigt sind (AB 42/5) und die invaliditätsfrem-
den Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität / Aufenthaltskategorie, 
Beschäftigungsgrad) auch bei der Festsetzung des – ebenfalls statistisch 
erhobenen – Valideneinkommens zu berücksichtigen wären (Entscheid des 
BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 

4.7 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass vorliegend so-
wohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen ausgehend vom sel-
ben Tabellenlohn zu berechnen sind, weshalb der Invaliditätsgrad dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Ta-
bellenlohn entspricht (vgl. E. 4.6 hiervor). Da hier kein solcher Abzug vor-
zunehmen ist und die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt ist (vgl. E. 3.5 hiervor), resultiert ein ren-
tenausschliessender Invaliditätsgrad von 30 %.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 15

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 12. März 2020 
(AB 46) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ab-
zuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/255, Seite 16

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.