# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae045014-1970-5daf-865f-6cbd08444430
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2021 C-1273/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1273-2019_2021-03-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1273/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein,  

Richterin Michela Bürki Moreni,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Thailand), 

Zustelladresse: c/o B._______,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Wiedererwägung Kinderrenten,  

Verfügung der IVSTA vom 19. Februar 2019. 

 

 

 

C-1273/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der am (…) 1957 geborene, schweizerische Staatsangehörige 

A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist gelern-

ter Werkzeugmacher. Als Angestellter bzw. Selbständigerwerbender (Ak-

ten der Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom 3. Mai 2019 [nachfol-

gend: Dok.] 38 S. 17 ff., 59) entrichtete er in den Jahren 1975 bis 31. März 

2011 mit Unterbrüchen Beiträge an die schweizerische Alters- und Hinter-

lassenenversicherung (AHV; Dok. 7, 34, 39, 40, 51 S. 3, 59, 72 S. 4 und 

74 S. 5 ff.). Danach war er bis Ende 2013 bzw. bis zu seinem Ausschluss 

der freiwilligen Versicherung angeschlossen (Dok. 5, 55, 59, 65). Ferner 

entrichtete er von Juli bis Oktober 2015 Beiträge als Nichterwerbstätiger 

(Dok. 72 S. 2).  

A.b Am 31. März 2011 verlegte er zusammen mit seiner Ehefrau 

C._______, einer am (…) 1967 geborenen, thailändischen Staatsangehö-

rigen, seinen Wohnsitz nach Thailand (Dok. 1, 4, 40 S. 11). Dort bauten sie 

zusammen eine Seniorenresidenz auf ("D._______"). Vom 13. Juni 2015 

bis zum 31. Oktober 2015 hielt sich der Beschwerdeführer zur Behandlung 

einer Krankheit vorübergehend in der Schweiz auf (Dok. 41, 50 und 57). 

Seit dem 1. Juli 2016 bezieht er bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab 

dem 22. Juni 2016 eine ganze Rente der schweizerischen Invalidenversi-

cherung (Dok. 70 f. und 74). 

B.  

B.a Am 23. September 2016 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

bezugnehmend auf das Telefonat mit ihm mit (Dok. 75), dass er zur Prü-

fung des Anspruchs auf Kinderrenten folgende Unterlagen einzureichen 

habe: eine von der Schweizer Vertretung beglaubigte Geburtsurkunde der 

Pflegekinder, den Fragebogen betreffend Pflegekinder, eine aktuelle 

Wohnsitzbestätigung des Versicherten, seiner Ehefrau und den Pflegekin-

dern, eine Einkommensbestätigung des Ehegatten, Kopien allfälliger Ur-

teile bezüglich der Unterhaltspflicht der Eltern, eine Kopie des Mietvertrags 

sowie Belege, aus denen hervorgehe, dass er finanziell für die Kinder auf-

komme. 

B.b Am 5. Mai 2017 (Eingang Vorinstanz, Dok. 78 und 79) reichte der Ver-

sicherte die entsprechenden Unterlagen sowie ergänzend eine Bestäti-

gung der Nationalität und des Wohnsitzes des Versicherten und seiner 

Ehefrau der Schweizer Botschaft vom 18. April 2017 (Dok. 78 S. 3), eine 

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Seite 3 

"Bescheinigung über die Ausübung der Sorge" des Vorstehers der Ge-

meinde (…), Bezirk E._______, Provinz F._______ (Dok. 78 S. 10) und 

Vornamensänderungsurkunden der Knaben G._______, geboren am (…) 

2009, und H._______, geboren am (…) 2012, zu den Akten (Dok. 78 S. 21 

und 30). Im Fragebogen betreffend Pflegekinder gab er an (Dok. 78 S. 1 

Ziff. 4.3), die Pflegekindverhältnisse bestünden seit der Geburt. In seinem 

Begleitbrief führte er aus, der Sohn seines Schwagers lebe seit 2011 in 

ihrem Haushalt und im Jahr 2013 hätten sie den Sohn einer Nichte bei 

ihnen aufgenommen (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: 

BVGer act.] 1 Beilage 1). 

B.c Die Vorinstanz sprach dem Versicherten für die Knaben G._______ 

und H._______ mit Verfügung vom 8. Juni 2017 (Dok. 82) ordentliche Kin-

derrenten ab 1. Juli 2016 zu.  

B.d Mit Vorbescheid vom 12. November 2018 (Dok. 92) stellte die  

Vorinstanz dem Versicherten die wiederwägungsweise Aufhebung der Kin-

derrenten in Aussicht, mit der Begründung, die Pflegekinder seien erst seit 

dem 5. August 2016 unter der Adresse des Versicherten wohnhaft. Dies 

sei ein Indiz dafür, dass vor Eintritt der Invalidität am 22. Juni 2016 zwi-

schen dem Versicherten und den Kindern kein Pflegerechtsverhältnis be-

standen habe. 

B.e Am 27. November 2018 (Dok. 95) erhob der Versicherte dagegen Ein-

wand und führte aus, das Pflegeverhältnis bestehe seit April 2011, dem 

Zeitpunkt ihrer Auswanderung. Sie hätten damals im Haus seiner Schwie-

gereltern gewohnt. Die Wohnsitzbestätigungen seiner Pflegekinder würden 

das Datum 5. August 2016 tragen, weil seine Ehefrau und er damals an 

dieser Adresse gebaut hätten und am Schluss die Papiere auf diese Ad-

resse umgeschrieben hätten. Er habe in seinem Gesuch auf Leistungen 

der Invalidenversicherung vom 5. Januar bzw. 22. Februar 2016 die Pfle-

gekinder nicht erwähnt, weil ihm nicht in den Sinn gekommen sei, dass er 

ein Anrecht auf Kinderrenten habe. Er sei damals krank und nicht in der 

Lage gewesen, Dokumente richtig zu lesen. 

B.f Mit Verfügung vom 19. Februar 2019 hob die IVSTA ihre Verfügung 

vom 8. Juni 2017 betreffend Kinderrenten auf und entzog einer gegen 

diese Verfügung gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung 

(Dok. 97). Zur Begründung führte sie aus, es habe kein Anspruch auf Aus-

richtung von Kinderrenten bestanden. Die Pflegekinder seien nicht die Kin-

der der Ehefrau des Beschwerdeführers und vor Eintritt der Invalidität habe 

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Seite 4 

kein Pflegerechtsverhältnis bestanden. Die Verfügung betreffend Zuspra-

che von Kinderrenten sei zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung auch 

von erheblicher Bedeutung. 

 

C.  

C.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

7. März 2019 (Eingang BVGer: 14. März 2019) Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung sowie die Fortzahlung der Leistungen, sobald "das mit der IV" ge-

klärt sei. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die Vorinstanz 

berufe sich lediglich auf Vermutungen. Die beiden Knaben hätten immer in 

seinem Haushalt gewohnt (BVGer-act. 1 samt Beilagen).  

C.b Mit Verfügung vom 29. März 2019 hob die Vorinstanz die Invaliden-

rente des Beschwerdeführers auf. Dagegen erhob er am 23. Mai 2019 eine 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (vgl. im Beschwerdeverfah-

ren C-2483/2019 BVGer-act. 1). Dieses Beschwerdeverfahren ist noch 

hängig. 

C.c Der mit Zwischenverfügung vom 14. August 2019 vom Beschwerde-

führer eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- (BVGer 

act. 18) wurde am 20. August 2019 fristgerecht geleistet (BVGer-act. 20).  

C.d Die Vorinstanz stellte dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 

13. September 2019 (BVGer-act. 24 Beilage 2) die Abrechnung und Rück-

forderung der zu Unrecht gesprochenen Kinderrenten in der Höhe von 

CHF 40'020.- in Aussicht. 

C.e Mit Vernehmlassung vom 27. September 2019 beantragte die  

Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ange-

fochtenen Verfügung (BVGer-act. 22).  

C.f Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 29. Oktober 2019 an seinen 

Begehren in der Beschwerde fest und monierte, dass er von der Vorinstanz 

bereits einen Vorbescheid betreffend Rückforderung und Abrechnung der 

Renten für die beiden Knaben erhalten habe, obwohl das Bundesverwal-

tungsgericht noch nicht entschieden habe (BVGer-act. 24).  

C.g Mit Duplik vom 12. Dezember 2019 hielt die Vorinstanz an der Abwei-

sung der Beschwerde fest und führte ergänzend aus, der Vorbescheid be-

treffend Rückerstattung von Kinderrenten habe trotz bestehendem Be-

schwerdeverfahren erlassen werden müssen, damit die vorgesehene Frist 

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Seite 5 

für die Rückerstattung unrechtmässig bezogener Leistungen habe einge-

halten werden können (BVGer-act. 26). 

C.h Mit Verfügung vom 17. Dezember 2019 wurde der Schriftenwechsel 

vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (BVGer-

act. 27). 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Beweismit-

tel ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen einzugehen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

 

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG (SR 

172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssa-

chen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 

IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung 

(Art. 1a bis 26bis IVG und 28 bis 70 IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht 

ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.  

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung 

durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Be-

schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; Art. 59 ATSG). Nachdem der 

Beschwerdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht geleistet hat (BVGer-

act. 4), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 

7. März 2019 einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 60 

ATSG). 

2.  

 

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).  

C-1273/2019 

Seite 6 

2.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 19. Februar 2019) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).  

2.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-

standes Geltung hatten (BGE 141 V 657 E. 3.5.1). Deshalb finden Vor-

schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 

19. Februar 2019 in Kraft standen, weiter aber auch Vorschriften, die zu 

jenem Zeitpunkt bereits in Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung 

allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. 

2.4 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrund-

satz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwir-

kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 m.w.H.). Das ATSG sieht 

hierzu präzisierend vor, dass wer Versicherungsleistungen beansprucht, 

unentgeltlich alle Auskünfte erteilen muss, die zur Abklärung des An-

spruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind 

(Art. 28 Abs. 2 ATSG).  

2.5 Im Sozialversicherungsrecht und somit auch im Bereich der IV gilt, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, das Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). 

Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis-

anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstel-

lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen 

die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-

scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an 

diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Ab-

nahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI 

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Seite 7 

KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, 

S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d). 

2.6 Die Festlegung einer (allfälligen) Rückerstattung von Leistungen erfolgt 

in einem mehrstufigen Verfahren: In einem ersten Entscheid ist über die 

Frage der Unrechtmässigkeit des Bezuges der Leistung zu befinden (in der 

Regel mittels Wiedererwägung oder Revision, vgl. Art. 53 ATSG bzw. Art. 

17 ATSG). Daran schliesst sich zweitens der Entscheid über die Rücker-

stattung an, in dem zu beantworten ist, ob – bei der festgestellten Unrecht-

mässigkeit des Leistungsbezugs – eine rückwirkende Korrektur gemäss 

Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG erfolgt. Schliesslich ist drittens, ein entspre-

chendes Gesuch vorausgesetzt, über den Erlass der zurückzuerstattenden 

Leistung gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG zu entscheiden (vgl. UELI KIE-

SER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 25 Rz. 17 ff.), wobei die Erlass-

frage erst dann zu prüfen ist, wenn die Rechtsbeständigkeit der Rückfor-

derungsverfügung feststeht (Urteil des BGer 9C_466/2014 vom 2. Juli 

2015 E. 3.1 m.H.; vgl. auch Art. 4 Abs. 4 ATSV [SR 830.11]). 

2.7 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstands bildet 

vorliegend die Verfügung vom 19. Februar 2019, in welcher die Vorinstanz 

auf ihre Verfügung vom 8. Juni 2017 zurückgekommen ist, da sie nachträg-

lich (im Rahmen des Revisionsverfahrens der IV-Rente, vgl. Dok. 91) be-

merkt hat, dass die Pflegekindverhältnisse erst nach Eintritt der Invalidität 

des Beschwerdeführers entstanden seien. Eine allfällige Rückerstattung 

von Leistungen ist vorliegend nicht Streitgegenstand. 

3.  

Zunächst sind im Folgenden die gesetzlichen Grundlagen sowie die mass-

gebenden Grundsätze der Rechtsprechung darzulegen. 

3.1  

3.1.1 Artikel 53 Abs. 2 ATSG bestimmt, dass der Versicherungsträger auf 

formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkom-

men kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung 

von erheblicher Bedeutung ist (Wiedererwägung; vgl. etwa die Urteile des 

BGer 8C_235/2019 vom 20. Januar 2020 E. 2.2 m.H. auf BGE 140 V 77 

E. 3.1 und 9C_835/2017 vom 13. August 2018 E. 2 m.w.H.). Der Entscheid 

über die Vornahme der Wiedererwägung ist in das Ermessen des Versi-

cherungsträgers gestellt (vgl. UELI KIESER, a.a.O., Art. 53 Rz. 69). Aus die-

sem Grund kann dieser grundsätzlich auch über die zeitliche Wirkung der 

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Seite 8 

Wiedererwägung bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_572/2007 

vom 5. August 2008 E. 2.2; UELI KIESER, a.a.O., Art. 25 Rz. 15). 

3.1.2 Die für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügungen vorausge-

setzte zweifellose Unrichtigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn kein vernünf-

tiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung falsch war. Die Unrich-

tigkeit kann sich sowohl auf die Rechtsanwendung als auch auf die Sach-

verhaltsfeststellung beziehen (vgl. Urteil 8C_235/2019 E. 2.2). Die Wieder-

erwägung darf jedoch nicht zu einer voraussetzungslosen Überprüfung zu-

gesprochener Leistungen führen. Es darf nur ein einziger Schluss – derje-

nige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – möglich sein (vgl. Urteil des BGer 

8C_360/2017 vom 5. Oktober 2017 E. 4.2.1 m. H. auf BVGE 140 V 77). 

Die Prüfung der Unrichtigkeit bezieht sich auf die Rechts- und Sachver-

haltsverhältnisse im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung (vgl. Urteil des 

BGer I 803/06 vom 21. Februar 2007 E. 4.2; vgl. auch UELI KIESER, Recht-

sprechung des Bundesgerichts zum AHVG [1996] zu Art. 97 AHVG, 

S. 296). Grundlage der Wiedererwägung bildet also zwar der Sachverhalt, 

wie er im Zeitpunkt des Erlasses der ursprünglichen Verfügung bestand. 

Dass erst aufgrund späterer Abklärungen eine Unrichtigkeit festgestellt 

wird, schliesst eine Wiedererwägung praxisgemäss aber nicht aus (vgl. Ur-

teil des BGer 8C_572/ 2007 vom 5. August 2008 E. 2.2). 

3.1.3 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, 

wenn eine Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist 

oder massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt worden 

sind. Darunter fällt eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund ei-

ner klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Urteil 

8C_235/2019 E. 2. m.H.). Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwä-

gungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren 

Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Be-

urteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraus-

setzungen (z.B. Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hin-

tergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechts-

kräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die An-

nahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (vgl. Urteil 9C_835/2017 E. 2). 

3.1.4 Im Weiteren kann die Wiedererwägung nur vorgenommen werden, 

wenn die infrage stehende Korrektur erheblich ist. Dies wird von der Recht-

sprechung so verstanden, dass mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein muss, dass eine korrekte Beurteilung hin-

sichtlich der konkreten Frage zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. 

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Seite 9 

Nach der bisherigen Rechtsprechung ist eine erhebliche Bedeutung jeden-

falls dann noch nicht anzunehmen, wenn ein Betrag von wenigen Hundert 

Franken auf dem Spiel steht. Das Kriterium der Erheblichkeit findet sich 

auch in Art. 49 Abs. 1 ATSG; dort wird die Grenze des Erreichens der Er-

heblichkeit ebenfalls bei einigen Hundert Franken angenommen (vgl. UELI 

KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, Art. 49 Rz. 29 und Art. 53 Rz. 

66). Praxisgemäss liegt die Grenze bei einmaligen Leistungen bei ungefähr 

Fr. 500.– (vgl. Urteil des BGer 8C_18/2017 vom 4. Mai 2017 E. 3.2.2 m.H. 

auf 9C_828/2008 vom 25. Februar 2009 E. 6). Für die Beantwortung der 

Frage, ob die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, sind die gesam-

ten Umstände des Einzelfalls massgebend (Urteil des BGer 8C_18/2017 

vom 4. Mai 2017 E. 3.2.2 m.w.H.). 

Die Berichtigung periodischer Dauerleistungen ist regelmässig von erheb-

licher Bedeutung (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des BGer 9C_507/2009 

vom 29. Januar 2010 E. 6.1). Bei periodisch wiederkehrenden Leistungen 

wird die Erheblichkeit deshalb in der Regel schon bei einer geringfügigen 

Korrektur angenommen (UELI KIESER, a.a.O., Art. 53 Rz. 66). In der Folge 

wird die Erheblichkeit der Berichtigung bei solchen Leistungen praktisch 

immer bejaht (vgl. Urteil 9C_828/2008 E. 6). 

3.2  

3.2.1 Die Kinderrente ist dann geschuldet, wenn der (unterhaltspflichtige) 

Vater oder die (unterhaltspflichtige) Mutter noch lebt (vgl. Art. 35 Abs. 1 

IVG; Art. 22ter Abs. 1 AHVG [SR 831.10]); sie ersetzt dem Kind nicht den 

Wegfall des Elternteils wie bei der Waisenrente, sondern dient der Erleich-

terung der Unterhaltspflicht des invalid gewordenen oder im AHV-Alter ste-

henden Unterhaltsschuldners und soll dessen (durch Alter oder Invalidität 

bedingte) Einkommenseinbusse ausgleichen. Mit anderen Worten soll sie 

dem invaliden oder im AHV-Alter stehenden Elternteil ermöglichen, seiner 

Unterhaltspflicht nachzukommen, aber nicht der Bereicherung des Unter-

haltsempfängers dienen. Der Anspruch steht daher dem Rentenempfänger 

zu, nicht direkt dem Kind (BGE 134 V 15, E. 2.3.3). Nach Art. 35 IVG i.V.m. 

Art. 25 Abs. 4 AHVG erlischt der Kinderrentenanspruch unter anderem mit 

der Vollendung des 18. Altersjahres. Für Kinder die noch in Ausbildung 

sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren Abschluss, längstens aber 

bis zum vollendeten 25. Altersjahr (Art. 35 IVG i.V.m. Art. 25 Abs. 5 AHVG). 

C-1273/2019 

Seite 10 

3.2.2 Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für je-

des Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hin-

terlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinder-

rente (Art. 35 Abs. 1 IVG). Für Pflegekinder, die erst nach Eintritt der Inva-

lidität in Pflege genommen werden, besteht ein Anspruch jedoch nur, wenn 

es sich um die Kinder des anderen Ehegatten handelt (Art. 35 Abs. 3 IVG). 

3.2.3 Pflegekindschaft im weiten Sinne liegt vor, wenn ein Unmündiger in 

der Obhut von Personen lebt, die nicht seine Eltern sind. Sie ist kein selbst-

ständiges Rechtsinstitut, sondern ein faktisches Familienverhältnis, dem 

das Recht einzelne Wirkungen des Kindesverhältnisses beilegt (Urteil EVG 

H 123/02 vom 24. Februar 2003 E. 2 mit Hinweis auf CYRIL HEGNAUER, 

Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl.1999, S. 76 N 10.04 sowie Urteil des 

BVGer C-5523/2009 vom 9. Mai 2012 E. 3.3.1 m.H. auf TUOR/SCHNY-

DER/SCHMID/JUNGO, ZGB, das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. Aufl., 

2015, § 43 Rz. 1 ff. und 25 und PETER MÖSCH PAYOT, Rechtsstellung der 

Pflegeeltern, Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE] 2011, 

S. 87 ff., S. 89).  

3.2.4 Nach der Rechtsprechung zu Art. 49 der Verordnung über die Alters- 

und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) gilt als Pflegekind im 

Sinne dieser Bestimmung ein Kind, das sich in der Pflegefamilie tatsächlich 

der Lage eines ehelichen Kindes erfreut und dessen Pflegeeltern die Ver-

antwortung für Unterhalt und Erziehung wie gegenüber einem eigenen 

Kind wahrnehmen. Das sozialversicherungsrechtlich wesentliche Element 

des Pflegekindverhältnisses liegt in der tatsächlichen Übertragung der Las-

ten und Aufgaben auf die Pflegeeltern, die gewöhnlich den leiblichen Eltern 

zufallen; auf den Grund dieser Übertragung kommt es nicht an (BGE 140 

V 458 E. 3.2; Urteil BGer 9C_603/2016 vom 30. März 2017 E. 3.2 m.H.). 

3.2.5 Die Pflegekindschaft erscheint in zahlreichen Formen, die sich in 

Zweck, Dauer, Beschaffenheit der aufnehmenden Stelle, in der finanziellen 

Ausgestaltung und den rechtlichen Grundlagen unterscheiden; insoweit 

können die von den Pflegeeltern eingegangenen öffentlich-rechtlichen 

Pflichten nicht von vornherein unberücksichtigt bleiben, wenn Letztere die 

Deckung des mit Kinderrenten pauschal abzugeltenden Lebensunterhalts 

betreffen (UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG 

[1996] zu Art. 22ter, Rz. 3 m.H. auf ZAK 1992 124 E. 3b).  

C-1273/2019 

Seite 11 

3.2.6 Pflegekinder müssen unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erzie-

hung aufgenommen sein. Die Unentgeltlichkeit des Pflegekindverhältnis-

ses wird bejaht, wenn die von dritter Seite erbrachten Leistungen weniger 

als einen Viertel der so ermittelten Unterhaltskosten ausmachen (vgl. Weg-

leitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlasse-

nen- und Invalidenversicherung [Gültig ab 01.01.2003; Stand: 01.01.2019] 

Rz. 3310; ZAK 1958 S. 335; ZAK 1973 S. 573; sowie KIESER, a.a.O., Art. 

22ter, Rz. 4) 

3.2.7 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung 

davon aus, dass für ein auf Dauer begründetes Pflegeverhältnis aus-

schlaggebend ist, dass die Pflegeeltern im gemeinsamen Haushalt mit dem 

Pflegekind leben (vgl. anstelle Vieler: Urteil des BVGer C-5877/2018 vom 

2. September 2019 E. 3.7; C-4405/2017 vom 20. Februar 2019 E. 6.3.1 

und C-6920/2016 vom 8. Oktober 2018 E. 4.6; Urteil des BGer 

9C_603/2016 vom 30. März 2017 E. 3.2 f.; 8C_336/2014 vom 20. August 

2014 E. 2.1 und 2.5; RWL Rz. 3308).   

3.2.8 Die Kinderrente für Pflegekinder ist somit anhand von drei Kriterien 

zu prüfen (Urteil des BVGer C-651/2019 vom 16. November 2020 E. 5): 

–  Bestehen einer Hausgemeinschaft;  

–  Bestreitung des Lebensunterhalts; 

–  Unentgeltlichkeit des Pflegeverhältnisses, insbesondere Uneinbringlich-

keit der Unterhaltsbeiträge des leiblichen Vaters. 

Diese drei Kriterien müssen kumulativ vorliegen. 

4. Vorliegend ist strittig, ob vor Eintritt der Invalidität des Beschwerdefüh-

rers (22. Juni 2016) zwischen ihm und den beiden Knaben eine Hausge-

meinschaft bestanden hat. 

4.1 Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung aus, dass die beiden Knaben 

nicht die Kinder der Ehefrau des Beschwerdeführers seien. Deshalb müsse 

das Pflegerechtsverhältnis zwischen den Kindern und dem Beschwerde-

führer vor Eintritt seiner Invalidität (22. Juni 2016) bereits bestanden haben. 

Im am 27. April 2017 ausgefüllten "Fragebogen betreffend Pflegekinder" 

habe er ein seit der jeweiligen Geburt der Kinder bestehendes Pflege-

rechtsverhältnis bezeichnet, obwohl hierfür keine Nachweise erbracht wor-

den seien. Gemäss den thailändischen Wohnsitzbestätigungen seien die 

C-1273/2019 

Seite 12 

beiden Knaben erst seit dem 5. August 2016 unter der Adresse des Be-

schwerdeführers wohnhaft. Dies sei ein Indiz dafür, dass vor Eintritt der 

Invalidität kein Pflegerechtsverhältnis bestanden habe. In den Leistungs-

gesuchen des Beschwerdeführers für eine Invalidenrente, unterzeichnet 

am 5. Januar und 22. Februar 2016, seien die Kinder nicht als Pflegekinder 

erwähnt, obwohl die Kategorie "Pflegekinder" vorgegeben sei und er auf-

gefordert gewesen sei, alle Kinder anzugeben. Im "Fragebogen für die im 

Haushalt tätigen Versicherten" vom 28. März 2016 habe er angegeben, 

dass sein Haushalt lediglich aus zwei Personen (Versicherter und Ehefrau) 

bestehe. Die Rubriken "Anzahl Kinder im Haushalt und Wohnung" sowie 

"Kinderbetreuung" habe er durchgestrichen. Deshalb sei es überwiegend 

wahrscheinlich, dass vor Eintritt der Invalidität kein Pflegerechtsverhältnis 

bestanden habe. Somit sei die Verfügung betreffend Zusprache von Kin-

derrenten zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung auch von erheblicher 

Bedeutung. Hätte bereits damals tatsächlich ein Pflegerechtsverhältnis be-

standen, hätten die beiden Knaben trotz schwieriger gesundheitlicher Situ-

ation des Beschwerdeführers Eingang in die Fragebogen gefunden und 

wären nicht "vergessen" gegangen. Bereits Ende Oktober 2014 sei er mit 

seiner Ehefrau in ihr neu erbautes Haus gezogen. Ab diesem Zeitpunkt 

hätten sie nicht mehr bei den Schwiegereltern gewohnt und zu zweit (ohne 

die Kinder) ihren eigenen Haushalt gehabt. Selbst wenn der Beschwerde-

führer gegebenenfalls den finanziellen Part übernehme, gebe es keine An-

haltspunkte dafür, dass der Erziehungspart tatsächlich auch von ihm über-

nommen werde und nicht etwa von den leiblichen Eltern, Schwiegereltern 

oder sonstigen Familienangehörigen.  

4.2 Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor, die beiden Knaben wür-

den seit ihrer Auswanderung (2011 und Geburt) mit ihnen zusammenleben. 

Im Oktober 2014 seien sie in ihr Haus gezogen. Damals hätten sie auf-

grund seiner Erkrankung andere Sorgen gehabt, als sich um die Wohnsitz-

papiere der beiden Kinder zu kümmern. Deshalb hätten sie die Wohnsitz-

bestätigungen erst im August 2016 beantragt. Es sei für ihn normal, dass 

er für die Knaben "aufkomme". Er habe die zwei Knaben in seinem Leis-

tungsgesuch für die Invalidenversicherung nicht erwähnt, da ihm nicht "in 

den Sinn" gekommen sei, dass er für sie eine Rente bekommen könnte. Er 

sei von einem anderen Schweizer Bürger darauf aufmerksam gemacht 

worden, der in der gleichen Situation gewesen sei. Er habe alle Belege 

eingereicht (Schulgelder, Transportkosten und beglaubigte Urkunden). Die 

Vorinstanz gehe lediglich von Vermutungen aus. Er dagegen verlange 

klare Beweise. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien klar gegeben, 

denn sie hätten die beiden Knaben immer in ihrem Haushalt gehabt. 

C-1273/2019 

Seite 13 

4.3 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz ergänzend aus, dass 

dem Versicherten nicht in den Sinn gekommen sein soll, die beiden Kinder 

anzugeben, überzeuge nicht, da die Leistungsgesuche im Übrigen voll-

ständig und korrekt ausgefüllt worden seien. Hätte im Zeitpunkt, als die 

Fragebögen ausgefüllt worden seien, ein dauerhaftes Verhältnis, welches 

die Verantwortung für Unterhalt und Erziehung wie gegenüber einem eige-

nen Kind voraussetze, zu den beiden Knaben bestanden, so hätte er die 

Kinder nicht "vergessen" können. Eine klare Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes könne ein Wiederwägungsgrund sein. Die Zusprache 

der Kinderrenten sei aufgrund offensichtlich widersprüchlichen Angaben in 

den Akten erfolgt. 

4.4 Replicando brachte der Beschwerdeführer vor, den Unterhalt der bei-

den Knaben habe er seit ihrer Geburt bezahlt. Das Pflegerechtsverhältnis 

bestehe aber erst seit ihrer Auswanderung im Jahr 2011. Bei der IV-Anmel-

dung habe er nicht an seine Neffen gedacht, denn sie hätten "einfach" bei 

ihnen gelebt. Die Knaben seien erst nach seiner Erkrankung an seiner Ad-

resse gemeldet worden. Doch sie hätten seit April 2011 zusammengelebt. 

Auf die Bestätigung des Bügermeisters, dass die beiden Knaben bei ihm 

und seiner Ehefrau wohnen würden, sei die Vorinstanz nicht eingegangen. 

Die beigelegten Bilder würden die Kinder zeigen, als sie offiziell von ihrem 

alten Wohnort der Grosseltern zu ihnen gezogen seien. Es gäbe genügend 

Zeugen, die seine Ausführungen bestätigen könnten. 

5. Den Akten kann folgender Sachverhalt entnommen werden: 

5.1 Bei seiner Anmeldung für eine Invalidenrente vom 5. Januar 2016 er-

wähnte der Beschwerdeführer seine drei volljährigen Kinder, geboren 

1980, 1982 und 1986, sowie seine ebenfalls volljährige Stieftochter, gebo-

ren 1986 (vgl. Dok. 51 S. 2 f.). Die Rubrik 3.3 "Pflegekinder" liess er leer. 

Auch im Formular "Anmeldung für Erwachsene: Berufliche Integra-

tion/Rente" vom 22. Februar 2016 erwähnt er wieder seine leiblichen Kin-

der und sein Stiefkind, Pflegekinder hingegen keine (Dok. 60 S. 3). Im "Fra-

gebogen für die im Haushalt tätigen Versicherten", ausgefüllt am 28. März 

2016, gab er an (Dok. 64), sein Haushalt setze sich aus zwei Personen 

zusammen (Ehefrau und Beschwerdeführer). "Kinder" und "Alter der Kin-

der" hat er durchgestrichen. Unter der Rubrik Betreuung hat er unter "Die 

Kinder betreuen und pflegen?" nichts angegeben. Dass der Beschwerde-

führer seine Pflegekinder in den Formularen nicht aufführt hat, spricht in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz tatsächlich dafür, dass sie damals 

C-1273/2019 

Seite 14 

noch nicht im seinem Haushalt gelebt haben. Das Argument, er sei auf-

grund seiner Krankheit nicht fähig gewesen, Dokumente richtig zu lesen, 

verfängt nicht, da er auch in der Lage war, seine leiblichen Kinder sowie 

seien Stieftochter in den Formularen anzugeben.  

5.2 Im Fragebogen betreffend Pflegekinder gab der Beschwerdeführer am 

27. April 2017 an, die Pflegekindverhältnisse würden "seit Geburt" beste-

hen. Auf Beschwerdeebene führte er aus, die Kinder würden seit ihrer Aus-

wanderung im Jahr 2011 bzw. ihrer Geburt bei ihnen wohnen. Dies würde 

bedeuten, dass G._______, geboren am (…) 2009, seit 2011 und 

H._______, geboren am (…) 2012, seit September 2012 in ihrem Haushalt 

leben sollen. Gemäss einer undatierten "Bescheinigung über die Ausübung 

der Sorge" des Vorstehers der Gemeinde (…), ausgestellt vom Bezirksamt 

E._______, gültig bis zum 22. Dezember 2023 (Dok. 78 S. 10) sollen der 

Beschwerdeführer und seine Ehefrau die "Erziehungs-/Sorgeberechtigten" 

der Knaben G._______ und H._______ sein. Aus dieser Bescheinigung ist 

jedoch nicht ersichtlich, seit wann die Erziehungs-/Sorgeberechtigung be-

stehen soll. 

5.3 Die Ehefrau des Beschwerdeführers zog gemäss einer Wohnsitzbe-

scheinigung am 14. Dezember 2010 von der Adresse 9 Sektor 6, Ge-

meinde (…), Bezirk E._______, Provinz F._______ an die Adresse 99 Sek-

tor 6, Gemeinde (…), Bezirk E._______, Provinz F._______ (vgl. Dok. 78 

S. 6). Der Beschwerdeführer lebt gemäss einer Wohnsitzbescheinigung 

seit dem 25. April 2011 ebenfalls an dieser Adresse (vgl. Dok. 78 S. 4). Den 

Angaben des Beschwerdeführers zufolge sollen sie im Jahr 2014 in ihr 

neues Haus an dieser Adresse gezogen sein. Den Wohnsitzbestätigungen 

der beiden Kinder kann entnommen werden, dass sie am 5. August 2016 

von der Adresse 9 Sektor 6 der Gemeinde (…) an die Adresse 99 Sektor 6 

der Gemeinde (…) und somit an die Adresse des Beschwerdeführers und 

seiner Ehefrau gezogen sind (vgl. Dok. 78 S. 12 und 14). Gemäss Wohn-

sitzbestätigungen habe die Knaben bis zum 4. August 2016 an derselben 

Adresse gewohnt wie die Ehefrau des Beschwerdeführers vor ihrem Um-

zug an die neue Adresse. Laut Beschwerdeführer muss es sich dabei um 

die Adresse seiner Schwiegereltern handeln (Dok. 14). Des Weiteren lebte 

auch der Vater von G._______, I._______(Bruder der Ehefrau des Be-

schwerdeführers, vgl. Bst. B.b), zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes 

an dieser Adresse (vgl. Dok. 78 S. 16 und S. 21). Daher ist anzunehmen, 

dass G._______ bis zu seinem Umzug bei seinem Vater und/oder seinen 

Grosseltern gelebt hat. Der Vornamensänderungsurkunde von H._______ 

kann entnommen werden, dass der Junge in Übereinstimmung mit der 

C-1273/2019 

Seite 15 

Wohnsitzbestätigung am 10. Mai 2016 ebenfalls noch an der früheren Ad-

resse ("Haus 9 Sektor 6") bzw. bei den Schwiegereltern des Beschwerde-

führers gewohnt hat (vgl. Dok. 78 S. 30). Ferner sind die eingereichten Fo-

tos der Knaben, welche den Umzug an die Adresse des Beschwerdefüh-

rers dokumentieren sollen, nicht datiert (BVGer-act. 24 Beilage 1) und Zeu-

genaussagen betreffend den Umzug finden sich auch keine in den Akten. 

5.4 Da die Knaben nachweislich nicht die Kinder der Ehefrau des Be-

schwerdeführers sind (vgl. Bst. B.b) und vor Eintritt der Invalidität des Be-

schwerdeführers am 22. Juni 2016 an einer anderen Adresse als der Be-

schwerdeführer gewohnt haben, bestand zwischen den Kindern und dem 

Beschwerdeführer keine Hausgemeinschaft und folglich auch kein Pflege-

kindverhältnis. Dabei erübrigt es sich, die weiteren Voraussetzungen eines 

Pflegekindverhältnisses zu prüfen (vgl. E. 3.2.8). Die Verfügung betreffend 

Zusprache einer Kinderrente vom 8. Juni 2017 erweist sich somit als zwei-

fellos unrichtig. Die infrage stehende Korrektur ist mit einem Betrag von 

Fr. 40'020.- auch erheblich (vgl. E. 3.1.4). 

6.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass in Anwendung der vorstehend 

wiedergegebenen gesetzlichen Normen und der einschlägigen, höchstrich-

terlichen Rechtsprechung kein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Kinderrente bestanden hat und die Vorinstanz ihre Verfügung vom 8. Juni 

2017 aufgrund zweifelloser Unrichtigkeit zu Recht wiedererwägungsweise 

aufgehoben hat. 

7.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

7.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf 

Fr. 800.– festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-

hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

C-1273/2019 

Seite 16 

[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-

sprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

  

C-1273/2019 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– wird zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verwendet 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Mirjam Angehrn 

 

 

  

C-1273/2019 

Seite 18 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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