# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5c835da-8553-5e0f-ae72-86f3e5fbe189
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 13.10.2021 S 2021 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-83_2021-10-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 83

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 13. Oktober 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A.________,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A.________, geboren 1963, ist gelernte Damencoiffeuse; zuletzt war sie 

als Kassiererin bzw. Verkäuferin tätig. Sie hatte sich in der Vergangenheit 

bereits mehrmals bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden zum 

Leistungsbezug angemeldet – zuletzt wegen chronischer Schmerzen in der 

Hand links (CRPS = komplexes regionales Schmerzsyndrom, nach CTS 

[Karpaltunnelsyndrom]-Operation; trotz implantiertem 

Neurostimulationsgerät), Verdacht auf Multiple Sklerose, Schmerzen in 

Armen und Beinen sowie im Nackenbereich (nach Reposition der 

Elektroden). Abgesehen von einem Rückzug der Anmeldung war die IV-

Stelle auf die Leistungsbegehren nicht eingetreten oder hatte sie gestützt 

auf die getätigten medizinischen Abklärungen abschlägig beurteilt. 

2. Letztmals hatte die IV-Stelle mit rechtskräftiger Verfügung vom 5. August 

2014 den Anspruch von A.________ auf eine Invalidenrente mangels 

rentenbegründendem Invaliditätsgrad von 15 % verneint, nachdem sie ein 

neurologisches Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. November 

2012 samt ergänzender Stellungnahme vom 31. Juli 2013 und einen 

psychiatrischen RAD-Abklärungsbericht von Dr. med. C.________ vom 

21. Mai 2013 eingeholt hatte. Darin hatte Letzterer eine anhaltend 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie dissoziative 

Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, gemischt (ICD-10 

F44.7), diagnostiziert. Dr. med. B.________ hatte in seinem Gutachten 

ausgeführt, auf neurologischem Fachgebiet liessen sich keine relevanten 

und organisch objektivierbaren Defizite feststellen. Es gebe weder 

Hinweise für eine Multiple Sklerose noch für ein clinically isolated sydnrome 

noch für einen Morbus Sudeck (= ältere Bezeichnung für CRPS vom Typ I) 

oder eine fortbestehende Kompressionsneuropathie. Die Minderung der 

Arbeitsfähigkeit um ca. 20 % sei psychiatrisch bedingt. In seiner 

Stellungnahme vom 31. Juli 2013 hatte Dr. med. B.________ zudem die 

vom behandelnden Arzt, Dr. med. D.________, mit Bericht vom 14. Juni 

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2013 gestellte Diagnose einer (genetisch) bedingten Epilepsie 

ausgeschlossen.

3. Am 18. Oktober 2019 erfolgten eine Tumorexzision am Thenar rechts 

(Daumenballen) und, vom 21. Februar 2020 bis zum 23. April 2020, ein 

stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik E.________ zur 

psychosomatischen Rehabilitation. Während dieses Aufenthalts wurde 

A.________, am 1. April 2020, erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug angemeldet. Anlässlich dieser stationären Behandlung 

wurden namentlich eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4), eine mittelgradige depressive 

Episode mit somatischem Syndrom im Sinne einer Erschöpfung (ICD-10 

F32.11), eine dissoziative Störung gemischt (ICD-10 F44.7; Störung von 

Bewegung und Sensibilität) sowie eine anhaltende 

Persönlichkeitsveränderung nach langem Krankheitsverlauf (ICD-10 

F62.0) diagnostiziert. Daraufhin tätigte die IV-Stelle erwerbliche und 

medizinische Abklärungen. Insbesondere liess sie A.________ durch die 

Swiss Medical Assessment- and Business-Center AG (nachfolgend SMAB) 

polydisziplinär in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, 

Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Rheumatologie mit 

Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) 

begutachten. Im Gutachten vom 25. März 2021 wiesen die Gutachterinnen 

und Gutachter eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine dissoziative Störung 

gemischt (ICD-10 F44.7) aus, die sie den Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zuordneten. Insgesamt erachteten sie A.________ sowohl 

in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit als zu 80 % 

arbeitsfähig (ganztags verwertbar mit einer 20%igen Leistungsminderung). 

Daraufhin teilte die IV-Stelle A.________ mit, dass sie mangels subjektiver 

Eingliederungsfähigkeit keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen 

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habe. Zudem stellte sie ihr mit Vorbescheid vom 6. Mai 2021 die Ablehnung 

des Leistungsbegehrens auf eine Invalidenrente in Aussicht. Zur 

Begründung führte sie aus, dass gestützt auf das eingeholte SMAB-

Gutachten weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe. Bei einem in 

Bezug auf die Tätigkeit als Kassiererin bzw. Verkäuferin ermittelten, der 

Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommen von 

CHF 51'341.-- und einem gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne (LSE 2018, 

Zentralwert aller Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, weiblich, 

Leistungsfähigkeit 80 %, aufindexiert) errechneten Invalideneinkommen 

von CHF 45'031.-- resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 

von 12.29 %. Dagegen erhob A.________ am 4. Juni 2021 vorsorglich und 

am 10. Juni 2021 bzw. am 5. Juli 2021 einen begründeten Einwand. Mit 

Verfügung vom 6. August 2021 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden 

und verneinte einen Anspruch von A.________ auf eine Invalidenrente.

4. Gegen diese Verfügung erhob A.________ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) am 23. August 2021 (Poststempel 30. August 2021) 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie 

beantragte die kosten- und entschädigungsfällige Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung sowie die Zusprechung einer Invalidenrente. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, ihr 

Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Verfügung im Jahr 2014 

verschlechtert, was ihre behandelnden Ärztinnen Dres. med. F.________ 

und G.________ mit Arztbericht vom 25. Juni 2021 bestätigten. Diese 

attestierten ihr aufgrund eines CRPS der linken Hand sowie eines 

postoperativen, neuropathischen Krankheitsbildes eine anhaltende 

Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Coiffeuse 

bzw. Angestellte bei H.________ als auch in einer angepassten Tätigkeit. 

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5. Mit Vernehmlassung vom 14. September 2021 schloss die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf kostenfällige Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die angefochtene Verfügung.

Auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung sowie auf die weite-

ren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit ent-

scheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Vorliegend 

stellt die angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

vom 6. August 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1, Akten der 

IV-Stelle [IV-act.] 196) ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des Bundes-

gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) zusammen mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressatin der stritti-

gen Verfügung ist die Beschwerdeführerin von dieser berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

(Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin, der angesichts der Neuanmeldung im April 2020 

gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. Oktober 2020 (d.h. 

sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) entsteht, 

sofern bis dahin das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt ist. 

Letzteres trifft unstreitig zu, zumal die Beschwerdegegnerin dazu 

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ausführte, per 14. März 2020 habe erstmals ununterbrochen während 

eines Jahres eine durchschnittliche 40%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen 

(vgl. angefochtene Verfügung [Bf-act.1/IV-act. 196 S. 2] und Case Report 

[IV-act. 197 S. 24]). Streitig ist das Vorliegen eines Gesundheitsschadens 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, der im hier massgeblichen 
Zeitraum ab dem 1. Oktober 2020 einen Rentenanspruch begründen 

könnte. Dass die Arbeitsfähigkeit insbesondere nach der Tumorexzision 

am Thenar rechts am 18. Oktober 2019 sowie anlässlich des stationären 

Aufenthalts in der Rehaklinik E.________ vom 21. Februar 2020 bis zum 

23. April 2020 vorübergehend aufgehoben war, ist somit (auch unter 

Berücksichtigung von Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; 831.201]) nicht von Belang.

3. In der angefochtenen Verfügung vom 6. August 2020 legte die Vorinstanz 

dar, dass die Beschwerdeführerin seit dem 5. August 2014 in ihrer 

Arbeitsfähigkeit zu 20 % eingeschränkt sei und sich der 

Gesundheitszustand ab dem 18. Oktober 2019 verschlechtert habe, 

sodass per 14. März 2020 erstmals ununterbrochen während eines Jahres 

eine durchschnittliche 40%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Bei der 

Beurteilung des Gesundheitszustands könne auf das interdisziplinäre 

MEDAS-Gutachten der SMAB AG vom 25. März 2021 abgestellt werden. 

Demnach gelte die Beschwerdeführerin, nach einer vorübergehenden 

Verschlechterung des Gesundheitszustands, seit Austritt aus der 

Rehaklinik E.________ sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in 

angepassten, leichten Tätigkeiten als zu 80 % arbeitsfähig. Der 

Einschätzung der behandelnden Ärztinnen, die eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit attestierten, könne nicht gefolgt werden, zumal diese die 

objektiven Befunde der Gutachterinnen und Gutachter der SMAB AG 

(keine nervalen Dehnungsbefunde in der klinisch-neurologischen 

Untersuchung, keine für die Arbeitsunfähigkeit relevanten 

rheumatologischen Befunde sowie ein im Rahmen der Evaluation der 

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funktionellen Leistungsfähigkeit nachgewiesenes Belastbarkeitsniveau, 

das einer leichten Tätigkeit ganztags entspricht) nicht zu erschüttern 

vermöchten. Dass sich die Einschätzungen der verschiedenen Ärztinnen 

und Ärzte widersprächen, sei nicht ungewöhnlich, zumal die behandelnden 

Ärztinnen sich auch an IV-fremden Gegebenheiten und den 

Behandlungszielen orientierten, während die Gutachterinnen und 

Gutachter der MEDAS-Stelle und des RAD-Ostschweiz darauf spezialisiert 

seien, den Gesundheitszustand von Versicherten und die IV-rechtliche 

Arbeitsfähigkeit objektiv zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin 

errechnete einen Invaliditätsgrad von 12.29 % und verneinte daher den 

Anspruch auf eine Invalidenrente.

3.1. In ihrer Beschwerde vom 23. August 2021 macht die Beschwerdeführerin 

geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2014 verschlech-

tert. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden sei sie weder in der an-

gestammten noch in einer angepassten Tätigkeit in der Lage, ein renten-

ausschliessendes Einkommen zu erzielen, es sei fraglich, wie die Gutach-

ter auf die Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit kämen. Gemäss 

den behandelnden Ärztinnen Dres. med. G.________ und F.________ im 

Bericht vom 25. Juni 2021, sei sie, entgegen den Ausführungen im SMAB-

Gutachten, seit dem Jahr 2005 funktionell durch das CRPS arbeitsunfähig. 

Dies falle angesichts der Anwendung des Neurostimulators klinisch weni-

ger ins Auge, doch seien Kraft und Motorik der linken Hand anhaltend ein-

geschränkt. Seit der Operation im Jahr 2014 seien die Schmerzen in viel 

grösserem Ausmass spürbar, seither seien auch Morphium-Pflaster, regel-

mässige Physiotherapie, Psychotherapie und Termine in der Schmerzklink 

notwendig, was zuvor nicht der Fall gewesen sei. Die behandelnden Ärz-

tinnen betonten, dass das sich im Rahmen der Elektrodendislokationsrevi-

sionsoperation im 2014 entwickelte zweite Krankheitsbild ignoriert worden 

sei. Dessen Diagnostik sei nicht eruierbar, weil ein MRI aufgrund des Neu-

rostimulators nicht durchgeführt werden könne, das heisse jedoch nicht, 

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dass keine Diagnose vorliegen könne. Aus diesem Grund sei auch die Kon-

sistenzprüfung nicht verwertbar. Ergänzend fügt die Beschwerdeführerin 

an, die gutachterlichen Untersuchungen seien im Corona-Lockdown durch-

geführt worden, was bei ihr enormen Stress ausgelöst habe. Zudem sei es 

an beiden Terminen sehr kalt gewesen und die Restaurants und Aufent-

haltsräume seien geschlossen gewesen. Sie habe unter der Kälte und un-

ter der fehlenden Möglichkeit gelitten, sich zur Linderung der Schmerzen 

hinlegen zu können.

3.2. In ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2021 bestätigte die Be-

schwerdegegnerin die angefochtene Verfügung, an der sie mangels neuer 

rechtserheblicher Vorbringen der Beschwerdeführerin vollumfänglich fest-

hielt.

4. Im Nachfolgenden ist die Frage des Rentenanspruchs zu prüfen, wobei der 

Sachverhalt bis zum 6. August 2021 (Erlass der angefochtenen Verfügung) 

massgeblich ist.

4.1. Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Ein 

Anspruch auf eine Rente ist gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG gegeben, wenn 

eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Ein-

gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann 

(lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe-

reich eingeschränkt gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so 

steht der versicherten Person bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine 

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Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % eine 

ganze Rente zu (aArt. 28 Abs. 2 IVG).

4.2. Gemäss Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG wird für die Bestimmung 

des Invaliditätsgrades (bei erwerbstätigen Versicherten) das Erwerbsein-

kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-

setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-

valid geworden wäre (Valideneinkommen) (allgemeine Methode des Ein-

kommensvergleichs; vgl. BGE 142 V 290 E.4, BGE 130 V 343 E.3.4.2, 

BGE 128 V 29 E.1). Der Einkommensvergleich hat in der Weise zu erfol-

gen, dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst ge-

nau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 

343 E.3.4.2, BGE 128 V 29 E.1).

4.3. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 

wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person 

glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art. 87 

Abs. 2 IVV). Die IV-Stelle hat in diesem Fall in analoger Weise wie bei 

einem Revisionsfall nach aArt. 17 ATSG vorzugehen (BGE 133 V 108 

E.5.2, BGE 130 V 71 E.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_262/2021 vom 

10. September 2021 E.3.2, 8C_455/2020 vom 20. Oktober 2020 E.3.1 und 

8C_367/2020 vom 4. August 2020 E.2.1), weshalb zunächst eine 

anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts vorliegen muss 

(BGE 144 I 103 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 

21. August 2019 E.2.2).

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Eine relevante Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, kann 

namentlich in einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit 

entsprechend verminderter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten 

erwerblichen Auswirkungen einer im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Beeinträchtigung der Gesundheit liegen (BGE 144 I 103 E.2.1; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_207/2020 vom 5. August 2020 E.4.1). Demgegenüber 

ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich 

(BGE 144 I 103 E.2.1, BGE 141 V 9 E.2.3; Urteile des Bundesgerichts 

9C_135/2021 vom 27. April 2021 E.2., 8C_703/2020 vom 4. März 2021 

E.5.2.1.1 und 9C_59/2019 vom 29. Mai 2019 E.3.2). Das heisst, es 

genügen weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen 

ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche 

diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens, um auf einen 

veränderten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr 

eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 8C_262/2021 vom 

10. September 2021 E.3.3).

4.4. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige 

Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E.3, 

BGE 133 V 108 E.5.4; Urteile des Bundesgerichts 9C_235/2020 vom 8. Juli 

2020 E.3.1 und 9C_23/2019 vom 10. Mai 2019 E.4.2.2). Jener massgebli-

che Sachverhalt ist dem aktuellen Gesundheitszustand der Beschwerde-

führerin gegenüberzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2017 vom 

26. Oktober 2017 E.4.2). Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, 

dass der Invaliditätsgrad im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine 

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rechtserhebliche Änderung erfahren hat, bleibt es beim bisherigen 

Rechtszustand (Urteile des Bundesgerichts 8C_336/2017 vom 11. Oktober 

2017 E.4.1 und 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3).

4.5. Ist eine anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht und tritt die 

Verwaltung somit, wie vorliegend (Bf-act. 1/IV-act. 196 S. 1, mit Hinweis 

auf das Schreiben vom 4. Juni 2020, IV-act. 145), auf das Gesuch ein, ist 

sie verpflichtet, das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und 

rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, d.h. zu beurteilen, ob 

die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine 

anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen (BGE 141 V 9 E.2.3; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_262/2021 vom 10. September 2021 E.3.2, 

8C_455/2020 vom 20. Oktober 2020 E.3.1, 8C_207/2020 vom 5. August 

2020 E.4.2, 8C_367/2020 vom 4. August 2020 E.2.1 und 8C_746/2013 

vom 10. Juni 2014 E.2); dabei besteht keine Bindung an frühere 

Beurteilungen (BGE 141 V 9 E.2.3, 6.1 und 6.4, BGE 117 V 198 E.3a und 

4b; Urteile des Bundesgerichts 9C_11/2019 vom 16. Juli 2019 E.3.3 und 

8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7). Im Beschwerdefall obliegt die 

gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_477/2020 vom 25. November 2020 E.4.3 und 

9C_351/2020 vom 21. September 2020 E.3.1; BGE 133 V 108 E.5.2, 

BGE 117 V 198 E.3a; vgl. auch KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich 

2020, Art. 53 Rz. 38; MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich 2014, 

Art. 30-31 Rz. 13 ff. und Rz. 120). 

4.6. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

keiten einer Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden 

kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht 

auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fach-

leute zur Verfügung stellen (BGE 132 V 93 E.4). Dabei können sich die IV-

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Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die Regionalen 

Ärztlichen Dienste (RAD; Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische Sachver-

ständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Das Bundesrecht schreibt nicht 

vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind, vielmehr gilt für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 

V 351 E.3). Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungs-

gerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdever-

fahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig da-

von, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-

tigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 

(vgl. zum Ganzen BGE 143 V 124 E.2.2.2 und BGE 125 V 351 E.3a). 

4.7. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuch-

tet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 V 351 E.3a). 

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-

würdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizi-

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nischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu-

stellen (BGE 125 V 351 E.3b). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehen-

der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-

gebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzu-

erkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, BGE 125 V 351 E.3b/bb). In 

Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das 

Gericht auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärztin-

nen und Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau-

ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch 

den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-

gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.4, 

BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 8C_246/2020 vom 

10. September 2020 E.2.3 und 8C_161/2012 vom 5. Juni 2012 E.3.2). 

4.8. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – er-

hebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein be-

trachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen 

Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe-

rechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich 

erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichen-

den) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern 

eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. 

Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesund-

heitlichen Verhältnisse sich verändert haben (zum Ganzen: Urteile des 

- 14 -

Bundesgerichts 8C_556/2020 vom 12. Oktober 2020 E.2.2, 8C_845/2018 

vom 17. Mai 2019 E.2.2 und 9C_137/2017 vom 8. November 2017 E.3.1).

5. Die Beschwerdeführerin reichte der IV-Stelle am 1. April 2020 eine "Wie-

deranmeldung" mit dem Hinweis auf einen wesentlich verschlechterten Ge-

sundheitszustand ein (IV-act. 142, 154). Die Beschwerdegegnerin trat auf 

das neue Gesuch ein (IV-act. 170 S. 2), verneinte dann aber mit Verfügung 

vom 6. August 2021 (Bf-act. 1, IV-act. 196) einen Rentenanspruch 

namentlich mit der Begründung, gestützt auf die medizinischen Abklärungen 

habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem letzten 

materiellen Entscheid nicht wesentlich verändert, die Beschwerdeführerin 

sei in einer angepassten Tätigkeit weiterhin zu 80 % arbeitsfähig (ganztags 

verwertbar mit 20%iger Leistungsminderung). Dabei stützte sich die 

Beschwerdegegnerin nebst der RAD-Abschlussbeurteilung vom 16. April 

2021 (Case Report, IV-act. 197, S. 22 f.) insbesondere auf das 

polydisziplinäre SMAB-Gutachten vom 25. März 2021 (IV-act. 176) ab. 

5.1. Als Vergleichsbasis (vgl. dazu Erwägung 4.4 f.) ist vorliegend die 

Verfügung vom 5. August 2014 (IV-act. 131) massgeblich, zumal seither 

keine den Voraussetzungen von aArt. 17 Abs. 1 ATSG bzw. Art. 87 Abs. 2 

und Abs. 3 IVV entsprechende materielle Überprüfung des 

Rentenanspruchs stattgefunden hat. In jener Verfügung hatte die 

Beschwerdegegnerin festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand seit 

der Verfügung vom 20. Mai 2009 bzw. seit der MEDAS-Begutachtung vom 

28. Januar 2009 nicht wesentlich verändert habe und sie weiterhin sowohl 

in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 80 % 

arbeitsfähig sei. Die Beschwerdegegnerin hatte dabei im Wesentlichen auf 

die beiden neurologischen Berichte von Dr. med. B.________ vom 

27. November 2012 (Gutachten; IV-act. 106) und vom 31. Juli 2013 

(Ergänzung) (IV-act. 115) sowie auf die psychiatrische RAD-Beurteilung 

vom 24. April 2013 (mit Bericht vom 21. Mai 2013; IV-act. 112) und die 

- 15 -

RAD-Abschlussbeurteilung von Dr. med. I.________ vom 4. Juni 2013 

(Case Report, IV-act. 132, S. 14 ff.) abgestellt. 

Aus diesen Akten sowie aus den vorangegangenen medizinischen 

Unterlagen geht im Wesentlichen Folgendes hervor: 

- Bericht vom 13. Dezember 2005 von Dr. med. J.________, FMH 

Innere Medizin (speziell Rheumatologie) (IV-act. 11): Diagnose eines 

Morbus Sudeck der linken Hand (Restbeschwerden) bei St. n. CTS-

Operation am 20. Mai 2005 und chronischem Handgelenksschmerz 

seit über einem Jahr sowie ein CTS (= Carpal-Tunnel-Syndrom) 

rechts.

- Bericht vom 15. März 2006 von Dr. med. K.________, LA Allgemein- 

und Unfallchirurgie des Y.________ Spitals (IV-act. 19, S. 5 ff.): 

Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms an der linken Hand, 

im linken Handgelenk und im linken Vorderarm bei St. n. CTS-

Operation und leichtes Karpaltunnelsyndrom rechts. Die 

neurographischen Befunde an der linken Hand hätten sich – nach 

durchgeführten bildgebenden, handchirurgischen, rheumatologischen 

und neurologischen Abklärungen – vollständig normalisiert und ein 

Rezidiv eines Karpaltunnelsyndroms sei nicht feststellbar. 

Handchirurgisch würden im Wesentlichen unauffällige Verhältnisse 

beschrieben. Es werde die Verdachtsdiagnose eines Morbus Sudeck 

gestellt, ausserdem eventuell vorübergehende Veränderungen im 

Sinne einer Dupuytren'schen Kontraktur. Dr. med. K.________ 

erachtete die Beschwerdeführerin als in einer adaptierten Tätigkeit 

ganztägig mit voller Leistung arbeitsfähig.

- Operationsberichte vom 17. November 2006 und vom 24. November 

2006 von Dr. med. L.________, Facharzt für Neurochirurgie (IV-

act. 27, S. 3 ff., IV-act. 27, S. 6 f., IV-act. 55, S. 56 f.): Diagnose eines 

- 16 -

komplexen Schmerzsyndroms der linken Hand (CRPS) sowie eines 

chronischen unbeeinflussbaren Schmerzes (ICD-10 R52.1); 

infolgedessen Einsetzen einer spinalen Neurostimulationselektrode 

zervikal am 16. November 2006 und am 23. November 2006 einen 

spinalen Neurostimulator abdominal (Anschluss an die zervikale 

Elektrode). Gemäss Bericht vom 23. Januar 2007 (IV-act. 55. S. 56 f.) 

deutlich verbesserte Gebrauchsfähigkeit der Hand bei weitgehender 

Schmerzfreiheit während der Testphase.

- Bericht der Abteilung für Wirbelsäulenmedizin und Schmerztherapie 

der M.________ Klinik N.________ vom 30. Oktober 2007 (IV-act. 55, 

S. 54 f.): Einordnung als chronifiziertes, gemischtes Schmerzsyndrom 

bei St. n. Sudecksyndrom im linken Arm. Deutliche Verbesserung 

durch die erfolgreiche Implantation des Rückenmarkstimulators.

- Operationsbericht vom 28. März 2008 von Dr. med. O.________, 

stellvertretender Chefarzt Chirurgie des Spitals P.________ (IV-

act. 55, S. 45): Operationsdiagnose einer Tendovaginitis stenosans 

der Flexor pollicis longus-Sehne links, Operation: Ringbandspaltung 

sowie Spühlung der Sehnenscheide, und Operationsbericht vom 

11. Juni 2008 (IV-act. 55, S. 44): Operationsdiagnose eines 

elektroneurographisch bestätigten Karpaltunnelsyndroms rechts, 

Operation: Dekompression des Karpalkanals mittels Spaltung des 

Retinaculum flexorum rechts.

- Polydisziplinäres Gutachten des Servizio accertamento Medico (SAM) 

vom 28. Januar 2009 (mit den Fachdisziplinen Rheumatologie, 

Neurologie und Psychiatrie [IV-act. 55]): Diagnose einer somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie einer Konversionsstörung (ICD-

10 F44) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16). Ohne 

Einfluss darauf seien u.a. die vorherigen Dekompressionsoperationen 

des Nervus medianus am Karpaltunnel links am 20. Mai 2005 und 

- 17 -

rechts am 11. Juni 2008 sowie die vorherige spinale 

Neurostimulatorplatzierung auf zervikaler Ebene im November 2006 

(S. 16 f). Die Gutachter führten dazu aus, die Beschwerdeführerin weise 

somatoforme Schmerz- und Konversionsstörungen auf, die 

hauptsächlich die linke obere Extremität und die Lendenwirbelsäule bis 

hin zu den Extremitäten der beiden unteren Gliedmassen beträfen. In 

der Vergangenheit habe sie unter einer Reihe von schmerzhaften 

Beschwerden im Unterleib gelitten, ohne dass eine Ursache für diese 

Symptomatik gefunden worden sei. Die Untersuchungen dieser 

klinischen Symptome, die im Laufe von 20 Jahren durchgeführt worden 

seien (Symptome auf der Ebene des Unterbauchs, von 

unbestimmbarem Typ, wenig systematisierbar und wandernd; 

zahlreiche chirurgische Eingriffe), sowie das, was während der 

psychiatrischen Untersuchung habe beobachtet werden können 

(Tendenz zur Verdrängung und Verleugnung der intrapsychischen 

Konflikte, verdrängte Trieb-Erfahrungen, verführerisches Auftreten, 

Konflikte mit der Mutter) liessen auf eine vorherrschende 

konvertierende Form der psychosomatischen Beschwerden schliessen 

(S. 18). Das Krankheitsbild deute auf eine Angststörung und 

Depression hin und habe einen chronischen Verlauf (S. 18). Aus 

psychiatrischer Sicht weise die Beschwerdeführerin eine Minderung der 

Arbeitsfähigkeit von 20 % ab Ende 2005 auf. Die Abnahme der 

Arbeitsfähigkeit sei auf die ständigen Somatisierungen zurückzuführen, 

vor allem auf den Kraftverlust und die Schmerzen in der linken oberen 

Extremität, in der Lendenwirbelsäule und in den Gliedmassen; all dies 

mache die Beschwerdeführerin langsam, unpräzise und 

diskontinuierlich und führe zu einer erhöhten Ermüdbarkeit sowie einer 

geringeren Belastbarkeit bei der Arbeit. Leider sei die 

Beschwerdeführerin davon überzeugt, dass ihre Beschwerden rein 

organischer Natur seien, und sie leugne jeden Zusammenhang mit 

ihren unbewältigten intrapsychischen Konflikten (S. 18 f.). Aus 

- 18 -

rheumatologischer und neurologischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit (S. 21 f.).

- Bericht vom 2. April 2009 von Dr. med. O.________, stellvertretender 

Chefarzt Chirurgie des Spitals P.________ (IV-act. 64, S. 3): 

Diagnose eines dringenden Verdachts auf ein clinically isolated 

syndrome (CIS) als Früh-Befund einer Multiplen Sklerose. Es gebe 

einige Hinweise auf das Vorliegen einer demyelinisierenden 

Erkrankung. Jedoch könne aufgrund des liegenden Neurostimulators 

kein MRI des Neurokraniums durchgeführt werden. Die daraufhin 

veranlasste CT habe aber keine nennenswerte Pathologie gezeigt. 

Das Gesamtvolumen der Liquorräume sei auch nicht erhöht, die 

Zeichen einer fortgeschrittenen demyelinisierenden Erkrankung seien 

ebenfalls nicht zu finden. Eine medikamentöse Behandlung solle von 

fachneurologischer Seite her geführt werden, da er sich hierfür nicht 

als genügend kompetent einschätze.

- Beurteilung vom 4. Mai 2009 von RAD-Arzt Dr. med. I.________ (IV-

act. 68, S. 11 f.): Die von Dr. med. O.________ als Chirurg und nicht-

neurologischem Facharzt gestellte Verdachtsdiagnose einer Früh-MS 

könne durch die Befunde des neurologischen SAM-Gutachters nicht 

erhärtet werden.

- Verlaufsbericht vom 16. Juli 2012 von Hausarzt Dr. med. Q.________ 

(IV-act. 95): Diagnosen einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), Konversionssyndrom (ICD-10 F44) 

und Karpaltunnelsyndrom links. Die linke Hand könne bei der Arbeit 

nur marginal eingesetzt werden, weshalb eine Tätigkeit als Coiffeuse 

nicht möglich sei. In angepasster Tätigkeit unter Schonung der linken 

Hand sollte eine Arbeitsfähigkeit von 80-100 % möglich sein (S. 3). 

- 19 -

Der Zustand habe sich seit dem letzten materiellen Entscheid nicht 

wesentlich verändert (S. 7).

- Bericht vom 6. August 2012 von Dr. med. O.________, 

stellvertretender Chefarzt Chirurgie des Spitals P.________ (IV-

act. 99, S. 3): Linker Karpalkanal am 18. Juli 2012 nochmals revidiert, 

woraufhin die Kribbelparästhesien der linken Hand verschwunden, die 

Schmerzen jedoch unverändert geblieben seien. Abgesehen von der 

Chronifizierung der Schmerzsymptomatik und sicherlich 

psychosomatischen Überlagerung des gesamten Geschehens könne 

trotz mangelndem Nachweis der oligoklonalen Banden im 

Zervikospinalpunktat eine MS nicht mit Sicherheit ausgeschlossen 

werden.

- Fachneurologischen Gutachten vom 27. November 2012 von 

Dr. med. B.________ (IV-act. 106): Diagnose einer somatoformen 

Schmerzstörung, einer Konversionsstörung und einer Neurasthenie 

(S. 19). Auf neurologischem Fachgebiet liessen sich aktuell keine 

relevanten und organisch objektivierbaren Defizite feststellen. Es gebe 

weder Hinweise für eine Multiple Sklerose noch für ein clinically 

isolated sydnrome noch für einen Morbus Sudeck oder eine 

fortbestehende Kompressionsneuropathie (S. 16). Zu dieser 

Beurteilung gelangte Dr. med. B.________ neben der klinischen 

Untersuchung, anlässlich der er Diskrepanzen in der 

Bewegungsfähigkeit der Beschwerdeführerin feststellte, gestützt auf 

die von ihm durchgeführten elektrophysiologischen Untersuchungen. 

Dabei hätten sich unauffällige Befunde ergeben. Die Neurographie der 

Armnerven links zeige normale Werte, insbesondere gebe es keinerlei 

Hinweise mehr auf eine Kompressionsneuropathie wie z.B. ein 

Karpaltunnelsyndrom. Der sympathische Hautreflex, der bei Vorliegen 

eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (Synonym für Morbus 

Sudeck) erloschen bzw. stark verzögert sei, sei ebenfalls unauffällig. 

- 20 -

Auch die somatosensibel evozierten Potenziale lägen mit ihren 

kortikalen Latenzen beidseits im Normbereich. Hinweise für eine 

Störung der zentralen sensiblen Überleitungszeit gebe es somit nicht. 

Diese Messung wäre geeignet, einen Verdacht auf eine 

Demyelinisierungserkrankung, wie etwa die Multiple Sklerose, zu 

unterstützen. Die Elektroenzephalographie habe ebenfalls einen 

unauffälligen Befund erbracht. Hinweise für eine relevante zerebrale 

Funktionsstörung gebe es somit ebenfalls nicht (S. 16). Auf 

neurologischem Fachgebiet liege keine Erkrankung vor, die eine 

Minderung der Arbeitsfähigkeit bedingen würde (S. 18). Die 

Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin lägen ausschliesslich auf 

der psychischen Ebene (S. 19).

- RAD-Abklärungsbericht vom 21. Mai 2013 von Dr. med. C.________ 

(IV-act. 112): Diagnose einer anhaltend somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie einer dissoziativen 

Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörung gemischt (ICD-

10 F44.7) (S. 8). Im Rahmen der aktuellen Untersuchung fänden sich 

keine Hinweise auf bewusste Aggravation oder Simulation von 

Beschwerden, was dafür spreche, dass die Beschwerdeführerin die 

Beschwerden tatsächlich so empfinde, wie sie sie schildere. Dies 

stütze die früher gestellten Diagnosen der dissoziativen bzw. 

somatoformen Störung. Wie der geschilderte Tagesablauf, die 

aufgezählten Hobbys wie Kochen und Beobachtungen in der Natur 

sowie der Psychostatus zeigten, liege momentan eindeutig keine 

depressive Symptomatik vor. Wie der Tagesablauf mit Erledigung von 

Hausarbeiten, Betätigung im Garten, Versorgung des Hundes und der 

Einsatz im Rahmen der Untersuchung zeigten, sei die 

Beschwerdeführerin durchaus in der Lage, trotz ihrer Beschwerden 

Arbeiten zu verrichten. Es lasse sich in keiner Weise aus der aktuellen 

Anamnese und dem aktuellen Befund eine Verschlechterung der 

- 21 -

gesundheitlichen Situation im Vergleich zum SAM-Gutachten 

erkennen. Aus psychiatrischer Sicht teilte Dr. med. C.________ die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wie im SAM-Gutachten festgestellt 

(S. 9).

- Bericht vom 14. Juni 2013 von Dr. med. D.________, Neurologe (IV-

act. 113): Diagnose einer symptomatisch-partiellen Epilepsie.

- Stellungnahme vom 31. Juli 2013 von Dr. med. B.________ (IV-
act. 115): Anlässlich der gutachterlichen Untersuchung im November 

2012 seien bei der Beschwerdeführerin in der Anamnese keine 

Hinweise für eine Epilepsie in der Vergangenheit erhoben worden. 

Ebenso wenig seien Bewusstseinsstörungen, wie im Bericht von 

Dr. med. D.________ aufgeführt, erwähnt worden. Auch sei die 

Beschwerdeführerin zur Familienanamnese befragt worden, sie habe 

dabei von ihrer Mutter, ohne Erwähnung eines Epilepsieleidens, und 

von ihrem Halbbruder berichtet, der gesund sei. Die 

Beschwerdeführerin, wie auch der von ihr erwähnte Halbbruder, 

könnten unmöglich an dem von Dr. med. D.________ vermuteten 

Dravet-Syndrom leiden, handle es sich dabei um ein schweres 

Epilepsie-Syndrom, das im Alter von etwa drei Jahren beginne und 

dadurch gekennzeichnet sei, dass die Betroffenen bereits in frühen 

Jahren unter einer schwerwiegenden mentalen Retardierung und 

zunehmend neurologischen Symptomen litten. Es stelle sich daher die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin generell an einer Epilepsie leide. 

Zum Begutachtungszeitpunkt habe sie keinerlei Angaben gemacht, 

die darauf hindeuten würden. Zudem sei eine 

Elektroenzephalographie angefertigt worden, die bei der 

Beschwerdeführerin einen unauffälligen Befund erbracht habe. Für 

diesen Zeitpunkt könne somit eine Epilepsie sicher ausgeschlossen 

werden. Auch für die Zeit nach der Begutachtung sei eine genetische 

Epilepsievariante bei der Beschwerdeführerin im Alter von 50 Jahren 

- 22 -

eher unwahrscheinlich; für die Neu-Entwicklung einer Epilepsie 

bedürfte es einer strukturellen Läsion am Gehirn. Entsprechende, 

durch eine strukturelle Hirnläsion ausgelöste neurologische 

Symptome, d.h. neurologische Defizite, würden aber auch von 

Dr. med. D.________ nicht dargelegt. Aus dessen Arztbericht lasse 

sich die Diagnose einer (genetisch) bedingten Epilepsie nicht 

erhärten. Seine Einschätzung gemäss Gutachten vom 27. November 

2012 bleibe daher unverändert bestehen. 

- Bericht vom 16. Dezember 2013 von dipl. med. R.________, 

Neurochirurgie des KSGR (IV-act. 144, S. 11), zur Sprechstunde vom 

21. November 2013: Im CT des Schädels komme ein regelrecht 

dargestelltes Neurocranium zur Darstellung ohne Nachweis eines 

pathologichen Enhancement. Im Bereich der HWS zeige sich die 

epidurale Platte, implantiert etwa auf Höhe BWK1 bis BWK6 mit 

jedoch deutlicher Lateralisierung im kranialen Abschnitt und damit 

wahrscheinlich auch Tangierung der abgehenden Nervenwurzeln. 

Operation vom 24. März 2014 durch dipl. med. R.________: 

Entfernung der liegenden Plattenelektrode zervikal, Einlage einer 

Stabelektrode zur DRG-Stimulation (S. 12). Sprechstunde vom 3. Juni 

2014: Postoperativ habe die Beschwerdeführerin über eine Minderung 

des VAS-Werts von 10 auf etwa 2 berichtet (S. 13). 

5.2. Nach Erlass der Verfügung vom 5. August 2014 (IV-act. 131) zeigen die 

medizinischen Unterlagen folgenden Gesundheitszustand: 

- Operation vom 8. Oktober 2014 durch dipl. med. R.________, 

Neurochirurgie des KSGR (IV-act. 144, S. 13): Refixation des 

Impulsgebers links abdominal (nach dessen Dislokation). 

Sprechstunde vom 28. November 2014: Von Seiten der 

Schmerzsymptomatik sei die Beschwerdeführerin seit der 

- 23 -

Implantation der Stabelektrode am Ganglion sehr zufrieden. Motorisch 

habe sich an der linken Hand nichts verändert (S. 14). 

- Bericht Schmerzklinik Basel vom 3. März 2015 (IV-act. 144, S.1-4): 

Stationärer Aufenthalt vom 26. Januar 2015 bis zum 14. Februar 2015 

im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie aufgrund einer 

chronischen Schmerzstörung mit therapierefraktären Beschwerden, 

angesichts der im Vorfeld gescheiterten Therapiemassnahmen bzw. 

der trotz eines Wechsels des Stimulators aufgetretenen erneuten 

Schmerzexazerbation sowie der nachlassenden Handkraft links. 

Diagnose einer chronischen Schmerzerkrankung mit psychischen und 

somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41) bei St. n. Implantation eines 

Neurostimulators zur Behandlung eines CRPS der linken 

Hand/Unterarmregion und chronischen Schulter-, Nacken- und 

Kopfschmerzen mit erheblicher Schmerzexazerbation seit Mitte 2014 

sowie u.a. ein St. n. Wanderung des Impulsgebers und Refixation links 

abdominal. Während ihres Aufenthalts wurden der 

Beschwerdeführerin Procain-Baseninfusionen (= Lokalanästhetikum) 

verabreicht, deren Weiterführung auch nach dem Austritt empfohlen 

wurde (S. 4).

- Bericht vom 5. Oktober 2017 Dr. med. F.________, Leitung 

Schmerztherapie KSGR, und Dr. med. G.________ (IV-act. 144, S. 5 

ff.): Erstkonsultation am 4. Oktober 2017. Diagnosen: chronisches 

Schmerzsyndrom extremitätenbetont mit Beginn der Symptomatik im 

2009, DD unklar (möglicherweise im Rahmen von zervikalen 

Adhäsionen nach Einlage von Stimulationselektroden, 

zentralnervöser demyelinisierender Prozess, myofasziale 

Erkrankung), MRI-Diagnostik aufgrund des Neurostimulators nicht 

durchführbar, stationärer Aufenthalt in der Schmerzklinik Basel im 

2014 mit Procain-Dauerinfusion, weitere in Bad Ragaz, nach 

Unverträglichkeit mittlerweile sistiert, sowie aktenanamnestisch 

- 24 -

Verdacht auf eine demyelinisierende zentralnervöse Erkrankung 

(ZDMS) unklarer Aetiologie bei Liquorpunktion 06/2011 ohne 

ätiologische Hinweise, zweimalig pathologische EEG-Befunde ohne 

klare Diagnose und keine Berichte vorliegend sowie St. n. CRPS nach 

CTS-Operation links 2005. Die Anamnese der Beschwerdeführerin 

beginne mit der Entwicklung eines CRPS nach CTS-Operation links. 

Die damalige Schmerzsymptomatik habe durch die Implantation eines 

zervikalen Neurostimulators im Jahr 2006 zu einem weitgehend 

zufriedenstellenden Ausmass reduziert werden können. Übrig 

geblieben seien motorische, insbesondere feinmotorische Ausfälle der 

linken adominanten Hand. Im Jahr 2009 habe sich eine weitere 

chronische Schmerzsymptomatik extremitätenbetont entwickelt. 

Deren Ätiologie sei ungeklärt. Die möglichen Differenzialdiagnosen 

seien oben erwähnt, aber infolge der Unmöglichkeit eines MRI nicht 

erhärtbar. Die Beschwerden seien hier einerseits Hypästhesien und 

Parästhesien der Beine sowie plötzlich einschiessende Schmerzen 

der unteren und oberen Extremitäten. Diese Schmerzen kämen und 

gingen sehr plötzlich. Eine weitere Schmerzlokalisation sei nach 

operativer Revision der zervikalen Elektroden im dortigen 

Narbenbereich entstanden. Die dortige Schmerzqualität werde als 

neuropathisch beschrieben.

- Bericht vom 6. September 2018 der Dres. med. F.________ und 

G.________ (IV-act. 144, S. 19 ff.): Nach Auflistung der bekannten 

Diagnosen bestehe zusammengefasst seit einer CTS-Operation links 

im Jahr 2005 ein CRPS der Hand links, das mit einem zervikalen 

Neurostimulator relativ gut behandelt sei. Im Jahr 2013 seien die 

zervikalen Elektroden disloziert und daher im Jahr 2014 zervikal neu 

implantiert worden. Seitdem seien die Handgelenksschmerzen 

weiterhin recht gut eingestellt. Es bestehe aber seit der zervikalen 

Operation zusätzlich ein neuropathisch betontes zervikales 

- 25 -

Schmerzsyndrom hauptsächlich im Narbenbereich. Zudem bestehe 

eine motorische Einschränkung der Finger I-III der linken Hand. 

Daneben habe die Beschwerdeführerin bereits vor der Implantation 

des Neurostimulators eine unklare generalisierte Schmerzentwicklung 

erlitten, deren Diagnose anamnestisch nicht habe geklärt werden 

können. Hauptsächlich bestünden dumpfe, teilweise auch brennende 

Schmerzen in beiden unteren Extremitäten rechtsbetont. Zudem 

bestehe ein Einknicken der Beine und auch der Lagesinn der Füsse 

sei teilweise gestört. Ferner bestehe ein Kribbeln beider Hände, das 

nur nachts vorhanden sei. Anamnestisch sei im Jahr 2009 eine CT 

wahrscheinlich des Neurokraniums durchgeführt worden, die 

anamnestisch nichts Wegweisendes dargestellt habe. Zudem sei im 

selben Jahr eine Liquorpunktion durchgeführt worden, die nichts 

weiter Konklusives hervorgebracht habe. Bei dem vorliegenden 

Neurostimulator handle es sich um ein Gerät, welches nicht MRI-

kompatibel sei. Zusammenfassend sei der Verdacht auf eine 

demyelinisierende zentralnervöse Erkrankung unklarer Ätiologie 

gestellt worden. Es lägen diesbezüglich keine Berichte vor. Nach dem 

bisherigen Verlauf stünden hauptsächlich die Schmerzentwicklung im 

Vordergrund. Die Beschwerdeführerin beklage ein jede Nacht 

bestehendes Taubheitsgefühl beider Hände. Zudem sei die 

neurologische Veränderung der Beine schwer zu fassen, aber 

sicherlich vorhanden. Es lägen leider keinerlei neurologischen 

Berichte vor.

- Operationsbericht vom 18. Oktober 2019 von Dr. med. S.________ 

(IV-act. 144, S. 27): Tumorexzision am rechten Thenar.

- Bericht vom 24. Januar 2020 der Dres. med. F.________ und 

G.________ (IV-act. 144, S. 30 ff.): Behandlung mit Fentanyl 

transdermal (= synthetisches Opioid) aufgrund des neuropathischen 

Schmerzsyndroms im Bereich zervikal und des Schulter-

- 26 -

/Nackenbereichs sowie mit Temesta in der Nacht weitergeführt. Im 

Herbst 2019 habe sich eine psychische Dekompensation entwickelt, 

weshalb eine regelmässige ambulante Psychotherapie veranlasst 

worden sei. Dennoch habe die psychische und psychosomatische 

Verschlechterung nicht aufgehalten werden können. Die Indikation für 

eine stationäre psychosomatische Rehabilitation sei nun vorhanden.

- Austrittsbericht vom 27. April 2020 der Rehaklinik E.________ zum 

stationären Aufenthalt vom 21. Februar 2020 bis zum 23. April 2020 

(Bf-act. 5/IV-act. 144, S. 33 ff.): Diagnose chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4), 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom im Sinne 

einer Erschöpfung (ICD-10 F32.11), dissoziative Störung gemischt 

(ICD-10 F44.7; Störung von Bewegung und Sensibilität) sowie 

anhaltende Persönlichkeitsveränderung nach langem 

Krankheitsverlauf (ICD-10 F62.0) (S. 33). In Bezug auf einen 

verbesserten Umgang mit Schmerzen im Alltag habe im Rahmen der 

stationären Behandlung keine Verbesserung erreicht werden können. 

Die Schmerzen hätten während des Aufenthalts nicht beeinflusst 

werden können. Die allgemeine spezifische Belastbarkeit, Kraft und 

Ausdauer bei zu langem Stehen und Spazieren habe nicht gesteigert 

werden können. Die Beschwerdeführerin habe chronische Schmerzen 

gezeigt, welche im Rahmen einer Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren interpretiert würden, sowie eine 

mittelgradige depressive Episode mit deutlicher psychophysischer 

Erschöpfung. Auch habe die Beschwerdeführerin wiederkehrende 

Panikattacken erlitten, die aufgrund von anschliessenden 

somatosensorischen Ausfällen am ehesten im Rahmen einer 

dissoziativen Störung interpretiert worden sind. Der Verdacht, dass die 

Beschwerdeführerin eine anhaltende Persönlichkeitsveränderung 

nach langem Krankheitsverlauf haben könnte, habe sich im Verlauf 

der Behandlung bestätigt. Während des Aufenthalts habe die 

- 27 -

Beschwerdeführerin neben einer gewissen Erholung und 

Regeneration für sich wichtige Erklärungen gefunden, um das 

dringend benötigte Gefühl der Kontrolle wiederzuerlangen. Dadurch 

habe eine Reduktion der panikartigen Attacken, die häufig mit 

massiven Schmerzen und Lähmungserscheinungen einhergingen, 

verzeichnet werden können. Es werde empfohlen, weiterhin an den 

begonnenen Therapien zu arbeiten. Insbesondere solle dabei die 

aktuelle emotionale und symptomatische Belastung durch die 

Verarbeitung einiger belastender Lebensereignisse gefördert werden 

(S. 36 ff.).

- Verlaufsbericht vom 6. Oktober 2020 von lic. psych. T.________ 

(behandelnde Psycholgin) (IV-act. 166): Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit: mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) im Sinne einer Erschöpfung, 

anhaltende Persönlichkeitsänderung nach langem Krankheitsverlauf 

(ICD-10 F62.0) sowie Panikstörung (ICD-10 F41.0). Sie beschrieb die 

Beschwerdeführerin als zu 100 % arbeitsunfähig.

5.3. In der angefochtenen Verfügung vom 5. August 2021 (Bf-act. 1, IV-

act. 196), mit der die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer relevanten 

Gesundheitsverschlechterung verneinte, stellte sie im Wesentlichen auf 

das SMAB-Gutachten vom 25. März 2021 ab (IV-act. 176). Demgegenüber 

erachtete die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands gestützt auf den Bericht der Dres. med. F.________ 

und G.________ vom 25. Juni 2021 (Bf-act. 6/IV-act. 190, S. f.) als 

ausgewiesen.

- SMAB-Gutachten vom 25. März 2021 (IV-act. 176): Die 

Gutachterinnen und Gutachter diagnostizierten eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 

- 28 -

F45.41) sowie eine dissoziative Störung gemischt (ICD-10 F44.7) mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit erachteten sie u.a. folgende Diagnosen: die 

Tumorexzision am Thenar rechts am 18. Oktober 2019, die 

Tendovaginits stenosans am Daumenbeuger links am 28. März 2008 

mit Öffnung des Ringbandes und Spülung der Sehnenscheide, die 

Dekompressionsoperationen des Nervus medianus am Karpaltunnel 

rechts am 11. Juni 2008 und 2014 sowie die 

Dekompressionsoperation des Nervus medianus am Karpaltunnel 

links am 20. Mai 2005 und operativer Revision mit Neurolyse und 

Fasciculolyse des Nervus medianus links am 18. Juli 2012 mit St. n. 

Implantation eines Neurostimulators 11/2006 links inguinal, 

Stimulation epidural C7/Th1, St. n. Systemwechsel auf St. Jude 

Axium-System MN20-200 Impulsgenerator mit 4-poliger 

Stabelektrode zervikal im Bereich des Neuroforamens C7 links 

03/2014, mit Wanderung des Impulsgebers und Refixation des 

Impulsgebers links abdominal zur DRG-Stimulation C7 links am 

8. Oktober 2014 (S. 10). Insgesamt erachteten sie die 

Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen als auch in einer 

angepassten Tätigkeit als zu 80 % arbeitsfähig (ganztags verwertbar 

mit einer 20%igen Leistungsminderung), wobei die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit psychiatrisch bedingt sei (S. 12). Dazu wurde in der 

Konsensbeurteilung (S. 7 ff.) ausgeführt, die Beschwerdeführerin 

klage vorrangig über Schmerzen im Bewegungsapparat. Diese seien 

gemäss aktuellem rheumatologischen Gutachten nicht ausreichend 

organmedizinisch erklärbar. Unter Berücksichtigung der 

anamnestischen Angaben und Unterlagen sei darüber hinaus von 

einer psychogenen Mitverursachung der Schmerzsymptomatik 

auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei erheblichen biographischen 

Belastungen ausgesetzt gewesen. Die Eltern hätten sich getrennt, als 

sie vier Jahre alt gewesen sei. Die Mutter sei "narzisstisch" gewesen 

- 29 -

und habe die Beschwerdeführerin oft geschlagen. Von der ersten bis 

zur sechsten Schulklasse habe sie in einem Heim gelebt. Es sei 

anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin mit ihren emotionalen 

Bedürfnissen, Wünschen etc. nicht ausreichend gesehen worden sei. 

Häufig "lernten" Betroffene von dieser Situation, dass sie Zuwendung 

und Aufmerksamkeit nur dann erhielten, wenn sie über körperliche 

Beschwerden klagten. Im Rahmen der polydisziplinären 

Begutachtung im Jahr 2009 sei die Diagnose einer somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt worden. Diese Diagnose 

spiegle eine psychogene Mitbeteiligung hinsichtlich der Schmerzen 

wider, welche auch aktuell gesehen werde. Zutreffender sei aber die 

im Austrittsbericht der Rehaklinik E.________ vom 27. April 2020 

genannte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.4), da diese nicht 

voraussetze, dass emotionale Konflikte oder psychosoziale Faktoren 

auch die Hauptursache für die Entstehung der Schmerzen darstelle. 

Die Beschwerdeführerin klage des Weiteren über eine 

Funktionseinschränkung der linken Hand sowie fast täglich 

vorkommendes Ameisenlaufen im Bereich der Arme und Beine. Eine 

neurologische Erklärung für diese Symptomatik gebe es gemäss 

aktuellem neurologischem Gutachten nicht. Bereits im Rahmen der 

polydisziplinären Begutachtung im Jahr 2009 wurde die Diagnose 

einer dissoziativen Störung gestellt. Diese sei auch im Austrittsbericht 

der Rehaklinik E.________ vom 27. April 2020 aufgeführt und sei 

auch aus aktueller Sicht zutreffend. Es ergebe sich demnach die 

Diagnose dissoziative Störung gemischt (ICD-10 F44.7). Die 

Beschwerdeführerin berichte zudem über Panikattacken, wobei in 

Übereinstimmung mit der Rehaklinik E.________ davon ausgegangen 

werde, dass diese als Teil der dissoziativen Störung zu interpretieren 

seien, und keine eigenständige Diagnose einer Panikstörung 

darstellten. Abgesehen von der genauen diagnostischen Zuordnung 

- 30 -

handle es sich um eine mässig ausgeprägte, von der 

Beschwerdeführerin selbst gut begrenzbare, nicht häufig auftretende 

Symptomatik. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin im Dezember 

2019 eine belastende Trennung erlebt. Die sich daraus entwickelte 

mittelgradige depressive Episode sei inzwischen abgeklungen (S. 7 

f.).

- Bericht vom 25. Juni 2021 der Dres. med. F.________ und 

G.________ (Bf-act. 4/IV-act. 190, S. 6 f.): Die Beschwerdeführerin 
sei sowohl aufgrund des im Jahre 2005 diagnostizierten CRPS der 

linken Hand, als auch in einem noch stärkeren Ausmass wegen des 

nach der Elektrodenrevisionsoperation im März 2014 aufgetretenen 

Krankheitsbildes mit neuropathischen Zügen im Bereich der 

cervicalen Narbe sowie der generalisierten Schmerzen nicht mehr 

arbeitsfähig. Die Ätiologie des Gesamtbeschwerdebildes habe 

Fibromyalgie-ähnliche Züge, qualifiziere aber insgesamt nicht für eine 

Fibromyalgie. Im Vorfeld sei das Vorliegen einer Multiplen Sklerose 

abgeklärt worden, was jedoch an der fehlenden Durchführbarkeit 

eines MRI aufgrund des Neurostimolators gescheitert sei. Eine 

demyelinisierende zentrale nervöse Erkrankung könne weder 

bestätigt noch verworfen werden. Für das Vorliegen dieses 

Krankheitsbildes werde daher im Gutachten und in den zwei 

vorangehend durchgeführten Beurteilungen der IV zu wenig 

Rechnung getragen (S. 6 f.). 

5.4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das 

SMAB-Gutachten vom 25. März 2021 (IV-act. 176) mit den entsprechenden 

Feststellungen zur Arbeitsfähigkeit (80 %) abgestellt hat oder ob die übrige 

Aktenlage, insbesondere der Bericht der Dres. med. F.________ und 

G.________ vom 25. Juni 2021 (Bf-act. 6/IV-act. 190, S. 6 f.), dieses in 

Zweifel zu ziehen vermag. 

- 31 -

5.4.1. Soweit die Dres. med. F.________ und G.________ in ihrem Bericht vom 

25. Juni 2021 (Bf-act. 6/IV-act. 190, S. 6 f.) kritisieren, im SMAB-Gutachten 

sei die Diagnose des CRPS der linken Hand als nicht 

arbeitsfähigkeitslimitierend beurteilt worden, obschon die 

Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2005 funktionell durch das CRPS 

arbeitsunfähig sei, kann der sich darauf abstützenden Beschwerdeführerin 

nicht gefolgt werden. Denn die Dres. med. F.________ und G.________ 

halten im genannten Bericht sogleich selber fest, dass in der aktuellen 

Beurteilung, die unter Anwendung des Neurostimulators (SCS) 

durchgeführt wurde, das CRPS weniger in den klinischen Augenschein 

falle, zumal die Anwendung des Neurostimulators die Schmerzsituation 

deutlich unterdrücke (Bf-act. 6/IV-act. 190, S. 6). Gleichermassen hielten 

sie in ihren Berichten vom 5. Oktober 2017 und 6. September 2018 fest, 

dass die Schmerzsymptomatik durch die Implantation eines zervikalen 

Neurostimulators auf ein weitgehend zufriedenstellendes Ausmass habe 

reduziert werden können bzw. dass die Handgelenksschmerzen seither 

weiterhin recht gut eingestellt seien (IV-act. 144, S. 7, und IV-act. 144, 

S. 20; vgl. ferner Berichte der Dres. med. F.________ und G.________ 

vom 26. August 2019 [IV-act. 144, S. 23], vom 7. November 2019 [IV-

act. 144, S. 29] und vom 24. Januar 2020 [IV-act. 144, S. 31]). Auch die 

Beschwerdeführerin gab anlässlich der SMAB-Begutachtung selber an, 

dass sie aufgrund des Neurostimulators in der linken Hand keine 

Schmerzen mehr habe (vgl. IV-act. 176, S. 34). Zeitigt somit ein 

Gesundheitsschaden keine namhaften Auswirkungen auf das funktionelle 

Leistungsvermögen, ist nicht zu beanstanden, wenn die SMAB-Gutachter 

die Dekompressionsoperation des Nervus medianus am Karpaltunnel links 

am 20. Mai 2005 und die operative Revision mit Neurolyse und 

Fasciculolyse des Nervus medianus links am 18. Juli 2012 mit St. n. 

Implantation Neurostimulator 11/2006, links inguinal implantiert, 

Stimulation epidural C7/Th1, St. n. Systemwechsel auf St. Jude Axium-

- 32 -

System MN20-200 Impulsgenerator mit 4-poliger Stabelelektrode zervikal 

im Bereich des Neuroforamen C7 links 03/2014, mit Wanderung des 

Impulsgebers und Refixation des Impulsgebers links abdominal zur DRG-

Stimulation C7 links am 8. Oktober 2014 den Diagnosen ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuordneten (IV-act. 176, S. 10). 

Daran vermag der Umstand, wonach die starken Schmerzen in der linken 

Hand während der aufgrund einer Elektordendislokation im Jahr 2014 

stimulationsfreien Zeit wieder aufgetreten seien, aus besagtem Grund 

nichts zu ändern. Hinzuweisen ist zudem auf den Bericht von Dr. med. 

K.________, LA Allgemein- und Unfallchirurgie des Y.________ Spitals, 

vom 15. März 2006, in dem dieser bei diagnostiziertem chronischen 

Schmerzsyndrom an der linken Hand, im linken Handgelenk und im linken 

Vorderarm bei St. n. CTS-Operation am 20. Mai 2005 und postoperativem 

Verdacht auf einen Morbus Sudeck festhielt, der Beschwerdeführerin seien 

prinzipiell alle Tätigkeiten zuzumuten, die nur eine geringgradige bis 

minimale Belastung der linken Hand voraussetzten. In Frage kämen z.B. 

Kontrolltätigkeiten, Überwachungsarbeiten oder leichtere Büroarbeiten. In 

einer adaptierten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin ganztägig mit voller 

Leistung arbeitsfähig (IV-act. 19, S. 8 f.). Insofern bestand aus 

medizinischer Sicht bereits vor der Implantation eines Neurostimulators 

eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit (vgl. hierzu rechtskräftiger Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 7. Juni 2007 [IV-act. 29]).

5.4.2. Soweit die Dres. med. F.________ und G.________ eine durch das CRPS 

verursachte, anhaltende Einschränkung der Kraft und Feinmotorik der 

linken Hand ausweisen, vermögen sie das SMAB-Gutachten dadurch nicht 

in Zweifel zu ziehen. Abgesehen davon, dass diese Beeinträchtigungen 

ohnehin keine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöchten, 

setzte sich der im Rahmen der SMAB-Begutachtung eingeholte Bericht 

vom 12. Februar 2021 des Zentrums Arbeitsmedizin Winterthur zur 

- 33 -

durchgeführten EFL damit auseinander. Darin wird ausgeführt, die 

Beschwerdeführerin habe bei den Tests der Handkraft links und der 

Handkoordination wenig Effort gezeigt. Sie habe linkshändig ein 

vermindertes Tempo aufgewiesen und den Zeigefinger nur vermindert 

eingesetzt; dasselbe gelte für die Drehung des Unterarms. Es sei schwierig 

zu beurteilen, ob dies durch die Diagnose medizinisch plausibel erscheine 

(IV-act. 176, S. 92). Die rheumatologische SMAB-Gutachterin Dr. med. 

U.________ hat sich in ihrem Teilgutachten dazu geäussert und 

festgehalten, für die demonstrierten funktionellen Einschränkungen an der 

linken Hand gebe es keine somatische Erklärung (IV-act. 176, S. 69). Dies 

ist aufgrund der von ihr erhobenen, weitgehend unauffälligen klinischen 

Untersuchungsbefunde zu den Händen nachvollziehbar. Dr. med. 

U.________ hielt dazu namentlich fest, der Gänslen-Handgriff sei beidseits 

negativ. Es bestehe kein Volarbeugeschmerz, kein Handrückenödem und 

keine Beugekontrakturen. Der kleine und grosse Faustschluss seien 

ordentlich durchführbar, die Streckung und Beugung in allen Fingern 

komplett. Der Grobgriff sowie Spitz-/Schlüsselgriff seien feinmotorisch 

ordentlich einnehmbar, wobei die Beschwerdeführerin angegeben habe, 

keine Kraft im Daumen- und Zeigefingerbereich zu haben und es ihr nicht 

möglich sei, am Stift zu ziehen. Die Griffkraft rechts betrage 2 x 20 kg, links 

beim ersten Mal 10 kg und beim zweiten Mal nurmehr 5 kg. Es bestehe 

keine Druckdolenz an den MCP-, PIP- und DIP-Reihen beidseits, ausser 

im Bereich PIP II rechts. Aktuell seien keine Ergüsse, Synovitiden und 

Tendosynovitiden tastbar. Es liege keine Druckdolenz im Bereich der 

Handgelenke beidseits vor. Es seien keine trophischen Störungen bei 

seitengleicher Temperatur und Behaarung, keine livid-rote Hautverfärbung, 

kein Weichteilödem und kein vermehrtes Schwitzen feststellbar (IV-

act. 176, S. 68; vgl. hierzu bereits die Befunderhebungen im Bericht von 

Dr. med. K.________ vom 15. März 2006 [IV-act. 19, S. 7] und im 

rheumatologischen SAM-Gutachten vom 28. Januar 2009 [IV-act. 55, S. 25 

f. und IV-act. 55, S. 28]). Daraus schloss Dr. med. U.________ plausibel, 

- 34 -

dass im Bereich der linken Hand klinische Zeichen für einen Morbus 

Sudeck fehlten (IV-act. 176, S. 70; so auch schon Dr. med. B.________ im 

fachneurologischen Gutachten vom 27. November 2012 [IV-act. 106, 

S. 16]). Zudem sei in der Laboranalyse keine pathologische, entzündliche 

Aktivität nachzuweisen (IV-act. 176, S. 70). Bei zusätzlich fehlender 

Muskelatrophie und normalem Bewegungsumfang gebe es für die 

Schwäche in der Hand keine objektive Erklärung (IV-act. 176, S. 73). Auch 

der neurologische SMAB-Gutachter Dr. med. V.________ führte in seinem 

Teilgutachten aus, bei Status nach jeweils zweifacher Operation eines 

Karpaltunnelsyndroms auf beiden Seiten liege residuell eine diskrete 

Minderung des Oberflächen- und Schmerzempfindens und eine leichte 

Einschränkung der Zwei-Punkte-Diskrimination bei normaler epikritischer 

Sensibilität an der Beere des Mittelfingers links vor. Daraus resultiere aber 

keine namhafte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit (IV-act. 176, 

S. 87). Gleichermassen räumte die Beschwerdeführerin anlässlich der 

SMAB-Begutachtung denn auch selber ein, dass sie durch die 

eingeschränkte Funktion der linken Hand nur noch wenig beeinträchtigt sei 

(vgl. IV-act. 176, S. 34). Insofern vermögen die seitens der Dres. med. 

F.________ und G.________ beschriebenen Einschränkungen der linken 

Hand aus rheumatologischer und neurologischer Sicht keine quantitative 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu begründen. Dies steht 

denn auch im Einklang mit den rheumatologischen und neurologischen 

Beurteilungen im SAM-Gutachten vom 28. Januar 2009, wonach die von 

der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen bei der durchgeführten 

klinisch-radiologischen Untersuchung keine ausreichende 

rheumatologische Erklärung fänden bzw. wonach die Diskrepanz zwischen 

den subjektiven Symptomen und den objektiven Zeichen bzw. den 

normalen spontanen Bewegungen der linken oberen Extremitäten 

eindeutig gegen eine organische neurologische Grundpathologie sprächen 

(IV-act. 55, S. 19 f.). Mit anderen Worten fanden die SAM-Gutachter keinen 

organischen Ursprung für die Beschwerden der oberen linken Extremität 

- 35 -

(IV-act. 55, S. 20). Desgleichen kam Dr. med. B.________ in seinem 

fachneurologischen Gutachten vom 27. November 2012 zum Schluss, 

dass sich auf neurologischem Fachgebiet keine relevanten und organisch 

objektivierbaren Defizite feststellen liessen (IV-act. 106, S. 16).

5.4.3. Im Weiteren moniert die Beschwerdeführerin gestützt auf den Bericht der 

Dres. med. F.________ und G.________ vom 25. Juni 2021, dass das 

nach der neurochirurgischen Revisionsoperation im März 2014 

aufgetretene Krankheitsbild mit neuropathischen Zügen im Bereich der 

zervicalen Narbe und die generalisierten Schmerzepisoden im Gutachten 

ignoriert worden sei. Dies findet keine Stütze in den Akten. Das SMAB-

Gutachten vom 25. März 2021 wurde in Kenntnis der Anamnese und 

Vorakten (IV-act. 176, S. 16 ff.), insbesondere auch der verschiedenen 

Berichte der Dres. med. F.________ und G.________ (IV-act. 176, S. 28 

ff.), verfasst. Es basiert auf eigenen klinischen, bildgebenden und 

laborchemischen Untersuchungen und berücksichtigt die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (vgl. IV-act. 176, S. 7, IV-

act. 176, S. 9, IV-act. 176, S. 34 ff., IV-act. 176, S. 51 f., IV-act. 176, S. 62 

f., IV-act. 176, S. 80). So hielt namentlich der neurologische SMAB-

Gutachter Dr. med. V.________ ausdrücklich fest, die Beschwerdeführerin 

habe anlässlich der Exploration im Kern über seit Jahren bestehende 

permanente Schmerzen im Nacken mit diffuser Ausstrahlung bis zu den 

Schultern beidseits und der oberen Brustwirbelsäule geklagt (IV-act. 176, 

S. 84). Anlässlich der Befragung gab sie präzisierend an, die Schmerzen 

im Nacken hätten nach der zweiten Elektrodenimplantation im Jahr 2014 

zugenommen. Sie seien brennend und verspannt, in der Intensität 

schwankend zwischen 5-10/10, bei körperlicher Tätigkeit verstärkt und 

strahlten zu den Schultern und in die obere BWS aus (IV-act. 176, S. 80). 

In Würdigung seiner klinisch-neurologischen Untersuchungsbefunde führte 

Dr. med. V.________ sodann aus, es zeigten sich keine nervalen 

Dehnungszeichen, weder zervikal noch lumbal. Die Hirnnervenfunktion 

- 36 -

stelle sich in allen Einzelheiten regelrecht dar. Manifeste oder latente 

Paresen hätten ebenso wenig vorgelegen wie Muskelatrophien oder 

Faszikulationen. Die Reflextätigkeit habe sich seitengleich auf 

mittellebhaftem Niveau normal dargestellt und es habe sich eine Intaktheit 

der Reflexbögen gezeigt. Hinweise auf Rückenmarkschädigungen hätten 

sich nicht ergeben. Bei der Überprüfung der Sensibilität seien für alle 

Qualitäten ein normales Empfinden angegeben worden, mit Ausnahme 

einer diskreten Hypästhesie und Hypalgesie bei erhaltener Spitz-/Stumpf-

Diskrimination im Bereich der Fingerbeere des Mittelfingers links, wo auch 

die Zwei-Punkte-Diskrimination bei normaler epikritischer Sensibilität 

diskret reduziert gewesen sei. Sämtliche koordinative und vegetative 

Funktionen seien regelrecht (IV-act. 176, S. 85). Anlässlich der 

Untersuchung beobachtete Dr. med. V.________ ferner, dass die 

Beschwerdeführerin den Kopf spontan frei in alle Richtungen habe wenden 

können. Das An- und Auskleiden sei selbstständig und geschickt gelungen. 

Während der Untersuchung hätten kein schmerzgeplagter Eindruck, kein 

Schonsitz oder -gang und keine Schonhaltung bestanden (IV-act. 176, 

S. 82). Angesichts dieser Untersuchungsbefunde, insbesondere der 

fehlenden  Schmerzäusserung und dem Fehlen nervaler Dehnungs- 

oder Einklemmungszeichen zervikal, erscheint es plausibel, dass Dr. med. 

V.________ aus neurologischer Sicht auch vor dem Hintergrund der 

geklagten, im Nachgang zur Implantation der Stabelektrode im März 2014 

aufgetretenen Schmerzsymptomatik im Nackenbereich keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auswies (IV-act. 176, S. 87 f.). 

5.4.4. Mit den gemäss den Dres. med. F.________ und G.________ seit dem 

Jahr 2009 bestehenden (vgl. hierzu IV-act. 144, S. 7, IV-act. 144, S. 9, IV-

act. 144, S. 16 f., IV-act. 144, S. 19 f., IV-act. 144, S. 22 f., IV-act. 144, 

S. 28 f., IV-act. 144, S. 30 f.) und von der Beschwerdeführerin geklagten 

generalisierten chronischen Schmerzen setzte sich die rheumatologische 

SMAB-Gutachterin in ihrem Teilgutachten eingehend auseinander (IV-

- 37 -

act. 176, S. 66 ff.). Gestützt auf ihre eigene Befunderhebung sowie den 

laborchemischen und bildgebenden Untersuchungen kam sie plausibel 

zum Schluss, die beschriebenen Körperschmerzen und vor allem deren 

generell invalidisierendes Ausmass seien aus rheumatologischer Sicht 

mangels morphologisch-strukturellem Korrelat nicht nachvollziehbar und 

nicht objektivierbar. Insgesamt liessen sich die von der Beschwerdeführerin 

demonstrierten und geschilderten Beschwerden nicht objektivieren (IV-

act. 176, S. 73). Zum selben Schluss gelangte bereits der 

rheumatologische SAM-Experte im Gutachten vom 28. Januar 2009, indem 

er festhielt, die geklagten Schmerzen hätten bei der durchgeführten 

klinisch-radiologischen Untersuchung keine ausreichende 

rheumatologische Erklärung gefunden (IV-act. 55, S. 19). Während er eine 

fibromyalgische Tendenz feststellte (IV-act. 55, S. 19), verneinte die 

rheumatologische SMAB-Gutachterin Dr. med. U.________ in 

Übereinstimmung mit den Dres. med. F.________ und G.________ im 

Bericht vom 25. Juni 2021 das Vorliegen eines Fibromyalgiesyndroms, da 

eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit, eine Erschöpfbarkeit und ein unerholtes 

Aufwachen bei der Beschwerdeführerin fehlten (IV-act. 176, S. 71). Soweit 

die Dres. med. F.________ und G.________ eine demyelinisierende 

zentrale nervöse Erkrankung als Ursache für die chronische 

Schmerzsymptomatik vermuten (vgl. IV-act. 190, S. 6 f., IV-act. 144, S. 7, 

IV-act. 144, S. 17), ist dazu anzumerken, dass sie diesen Verdacht 

anamnestisch hergeleitet und (wohl von Dr. med. O.________, vgl. 

Ausführungen oben zu seinen Berichten) übernommen haben, obwohl 

ihnen dazu nach eigenen Angaben keinerlei (neurologischen) Berichte 

vorgelegen haben und die ihnen wiederum anamnestisch bekannten 

Untersuchungen (CT und Liquorpunktion) nichts weiter Konklusives 

gezeigt hätten (vgl. Bericht Dres. med. F.________ und G.________ vom 

6. September 2018 [IV-act. 144, S. 19]). Demgegenüber hielt bereits der 

neurologische SAM-Gutachter im Gutachten vom 28. Januar 2009 in 

Würdigung seiner eigenen Befunde, des Krankheitsverlaufs und der 

- 38 -

Anamnese zusammenfassend fest, es lägen weder objektive 

neurologische Anzeichen für eine Pathologie, die das periphere 

Nervensystem, einschliesslich der lumbalen und zervikalen Nervenwurzeln 

betreffe, noch Anzeichen für eine Pathologie, die das enzephalitische oder 

medulläre zentrale Nervensystem beträfen, vor. Die Diskrepanz zwischen 

den subjektiven Symptomen und den objektiven Zeichen bzw. den 

normalen Bewegungen auch der linken oberen Gliedmassen in einigen 

spontanen Momenten, spreche eindeutig gegen eine organische 

neurologische Grundpathologie (IV-act. 55, S. 34). Auch im 

fachneurologischen Gutachten vom 27. November 2012 führte Dr. med. 

B.________ aus, auf neurologischem Fachgebiet liessen sich keine 

relevanten und organisch objektivierbaren Defizite feststellen. Es gebe 

weder Hinweise für eine Multiple Sklerose noch für ein clinically isolated 

sydnrome noch für einen Morbus Sudeck oder eine fortbestehende 

Kompressionsneuropathie (IV-act. 106, S. 16). Auch die von ihm 

durchgeführten ergänzenden elektrophysiologischen Untersuchungen 

hätten alle unauffällige Befunde ergeben. Die somatosensibel evozierten 

Potenziale lägen mit ihren kortikalen Latenzen beidseits im Normbereich. 

Hinweise für eine Störung der zentralen sensiblen Überleitungszeit gebe 

es somit nicht. Diese Messung wäre geeignet, einen Verdacht auf eine 

Demyelinisierungserkrankung, wie etwa die Multiple Sklerose, zu 

unterstützen. Die Elektroenzephalographie habe ebenfalls einen 

unauffälligen Befund erbracht. Hinweise für eine relevante zerebrale 

Funktionsstörung gebe es somit ebenfalls nicht (IV-act. 106, S. 16). 

Dr. med. B.________ berichtete zudem von einer im Juni 2011 

durchgeführten Lumbalpunktion, bei der ein normales Gesamteiweiss mit 

nur einer einzigen oligoklonalen Bande festgestellt worden war (IV-

act. 106, S. 6, und IV-act. 106, S. 17). Vor diesem Hintergrund erscheint es 

schlüssig, wenn der neurologische SMAB-Gutachter Dr. med. V.________ 

gestützt auf seine eigenen Untersuchungen und der Anamnese folgerte, es 

- 39 -

gebe weder aktenkundig noch aktuell Belege für das Vorliegen einer 

organneurologischen Erkrankung (IV-act. 176, S. 85 f.).

5.4.5. Unabhängig von der Diagnostik wurde zur Beurteilung des funktionellen 

Leistungsvermögens aus somatischer Sicht Anfang Januar 2021 eine EFL-

Abklärung durchgeführt, die eine Leistungsfähigkeit ganztags für leichte 

Arbeiten mit nur selten möglichem Rotieren im Sitzen, vorgeneigten Stehen 

und Sitzen, wiederholten Kniebeugen und Einnahme einer Hockestellung 

bzw. manchmal möglichem Ziehen, Stossen und Arbeiten über 

Schulterhöhe, Rotieren im Stehen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen, 

Leiter- und Treppensteigen, Kriechen und Knien ergab (IV-act. 176, S. 92). 

Dementsprechend formulierte die rheumatologische SMAB-Gutachterin 

Dr. med. U.________ ein Belastungsprofil, wonach der 

Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeiten ohne langandauernde Arbeiten in 

Wirbelsäulenzwangshaltungen bzw. in ergonomisch ungünstiger 

Wirbelsäulenhaltung zumutbar seien (IV-act. 176, S. 74). Die 

Arbeitsfähigkeit in einer solchen wie auch der bisherigen Tätigkeit beurteilte 

sie als uneingeschränkt und bestehend seit der letzten Begutachtung vom 

28. Januar 2009 (IV-act. 176, S. 75), anlässlich welcher der 

rheumatologische SAM-Gutachter ebenfalls von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit ausging (IV-act. 55, S. 29). Da für die geklagten 

Beschwerden keine ausreichende rheumatologische Erklärung gefunden 

und insbesondere namhafte organneurologische Defizite in den 

aktenkundigen Berichten weder belegt noch solche im SAM-Gutachten 

vom 28. Januar 2009 (IV-act. 55, S. 33 f.), im fachneurologischen 

Gutachten von Dr. med. B.________ vom 27. November 2012 (IV-act. 106, 

S. 16 ff.) und in der aktuellen SMAB-Begutachtung aus neurologischer 

Sicht festgestellt werden konnten (vgl. IV-act. 176, S. 85 f.), ist entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden, wenn in der 

Konsistenzprüfung auf die Diskrepanz zwischen den objektivierbaren 

- 40 -

Befunden und den Beschwerdeangaben der Beschwerdeführerin 

hingewiesen wird (IV-act. 176, S. 11).

5.4.6. Angesichts des Umstands, dass sich die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden nicht bzw. nicht ausreichend organmedizinisch 

begründen lassen, erscheint es nachvollziehbar, von einer psychogenen 

Mitverursachung der Symptomatik auszugehen. Diese erfasst der 

psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. W.________ in einer 

schlüssigen Herleitung der Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und einer 

dissoziativen Störung gemischt (ICD-10 F44.7) (IV-act. 176, S. 40 f.; vgl. 

hierzu auch Ausführungen zum SMAB-Gutachten oben). Diese Einordnung 

des Beschwerdebildes der Beschwerdeführerin deckt sich denn auch im 

Kern mit jener im polydisziplinären SAM-Gutachten vom 28. Januar 2009 

(IV-act. 55, S. 18 f.), im RAD-Abklärungsbericht vom 21. Mai 2013 (IV-

act. 112, S. 8 f.), dem Behandlungsbericht der Schmerzklinik Basel vom 

3. März 2015 (IV-act. 144, S. 4) und im Austrittsbericht vom 27. April 2020 

der Rehaklinik E.________ (IV-act. 144, S. 33 und S. 37; vgl. 

entsprechende Ausführungen zu den Berichten oben). Im Bericht der 

Dres. med. F.________ und G.________ vom 25. Juni 2021 wird in 

psychischer Hinsicht ausgeführt, dass sich im Verlauf hauptsächlich die 

psychische Situation der Beschwerdeführerin verschlechtert habe (IV-

act. 190/7). Soweit sie damit auf die in ihrem Bericht vom 24. Januar 2020 

beschriebene psychische Dekompensation gegen Ende des Jahres 2019 

hinweisen (IV-act. 144, S. 31), ist anzumerken, dass sich der 

psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. W.________ damit 

auseinandergesetzt und festgehalten hat, die Beschwerdeführerin habe im 

Dezember 2019 eine belastende Trennung erlebt. Aufgrund dieser 

Trennungssituation habe sie eine mittelgradig depressive Episode 

entwickelt, die aber inzwischen abgeklungen sei (IV-act. 176, S. 41). Dies 

erscheint aufgrund der anlässlich der psychiatrischen Begutachtung 

- 41 -

erhobenen Untersuchungsbefunde (insbesondere rasch herstellbarer, 

tragfähiger und durchgehend aufrechterhaltener Kontakt, keine 

Erschwerung der Auffassung, keine Beeinträchtigung der Konzentration 

[auch nicht gegen Ende der Untersuchung], der Merkfähigkeit oder des 

Kurzzeit- bzw. Langzeitgedächtnisses, ausreichend strukturierte, 

regelrechte Willenskräfte, kein reduzierter Antrieb, überwiegend lebhafte 

Gestik und Mimik, psychomotorisch synthym unterstrichene Stimmung und 

Affekt, gute Modulierbarkeit und Ablenkbarkeit über neutrale Themen, 

keine Beeinträchtigung der affektiven Schwingungsfähigkeit, keine 

Affektlabilität oder Affektinkontinenz, keine Interessenlosigkeit, kein 

ausgewiesener Rückzug) als nachvollziehbar (IV-act. 176, S. 39 f.). Wenn 

die behandelnde Psychologin lic. psych. T.________ mit Verlaufsbericht 

vom 6. Oktober 2020 auch über den Zeitpunkt des stationären, 

psychosomatischen Aufenthalts in der Rehaklinik E.________ hinaus auf 

eine mittelgradige depressive Episode schliesst (IV-act. 166), kann ihr nicht 

gefolgt werden. Vielmehr gab die Beschwerdeführerin anlässlich der 

psychiatrischen SMAB-Begutachtung selber an, dass sie die Trennung 

mittlerweile akzeptiert habe und dass sie aus der Depression, in welche sie 

aufgrund dieses belastenden Ereignisses geraten sei, heraus sei (IV-

act. 176, S. 36).

5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Bericht der Dres. med. 

F.________ und G.________ vom 25. Juni 2021 und die sich darauf 

abstützenden Vorbringen der Beschwerdeführerin das SMAB-Gutachten 

vom 25. März 2021 nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. Letzteres erfüllt 

die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 

medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. dazu BGE 134 V 

231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a, BGE 122 V 157 E.1c mit Hinweisen; vgl. 

auch BGE 144 V 50 E.4.3). Die Gutachterinnen und Gutachter haben sich 

in ihren Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. IV-

act. 176, S. 16 ff.) mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Be-

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schwerdeführerin, den geklagten Beschwerden sowie mit ihrer Vor- bzw. 

Krankheitsgeschichte auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen 

gestützt auf die eigenen Explorationen sowie den bildgebenden und labor-

chemischen Untersuchungen getroffen (vgl. IV-act. 176, S. 34 ff., IV-

act. 176, S. 54 ff., IV-act. 176, S. 66 ff., IV-act. 176, S. 82 ff.). Die Aus-

führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-

leuchtend (vgl. IV-act. 176, S. 7 ff.) und die gezogenen Schlussfolgerungen 

zum Gesundheitszustand sowie zur versicherungsrechtlich relevanten Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 176, 

S. 42 ff., IV-act. 176, S. 55 ff., IV-act. 176, S. 70 ff., IV-act. 176, S. 84 ff.). 

Diese stehen denn auch weitgehend im Einklang mit den aktenkundigen 

Vorgutachten des SAM vom 28. Januar 2009 und von Dr. med. 

B.________ vom 27. November 2012 sowie dem psychiatrischen RAD-

Abklärungsbericht vom 21. Mai 2013, weshalb nicht zu beanstanden ist, 

wenn die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 6. 

August 2021 (IV-act. 196/Bf-act. 1) zum Schluss gelangte, der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem letzten 

materiellen Entscheid nicht wesentlich verändert. Demnach durfte sie 

weiterhin und auch für die Zeit ab dem 1. Oktober 2020 von einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. in einer angepassten Tätigkeit 

ausgehen. Dass bzw. inwiefern die Umstände der SMAB-Begutachtung 

keine zuverlässige Beurteilung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin erlaubt hätten, ist nicht ersichtlich. 

5.6. Mithin resultiert bei einem unbestritten gebliebenen, auf der Tätigkeit als 

Verkäuferin bzw. Kassiererin beruhenden und der Nominallohnentwicklung 

angepassten Valideneinkommen von CHF 51'341.-- und einem anhand der 

Tabellenlöhnen ermittelten Invalideneinkommen von CHF 45'031.-- (LSE 

2018, TA 1, weiblich, Kompetenzniveau 1, Arbeitsfähigkeit 80 %, 

umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 

Stunden, aufindexiert = CHF 4'371.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.009117 x 1.01 x 

- 43 -

1.01 x 0.8) ein Invaliditätsgrad von gerundet 12 %, womit ein Anspruch auf 

eine Invalidenrente entfällt. Die Beschwerde erweist sich somit als 

unbegründet und ist abzuweisen.

6. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Beschwerde-

verfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versi-

cherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens-

aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis 

CHF 1'000.-- festgelegt. In Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest.

6.1. Beim vorliegenden Prozessausgang wird die unterliegende 

Beschwerdeführerin grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 73 Abs. 1 VRG). 

Allerdings hat sie um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Die 

Voraussetzungen dafür sind offensichtlich gegeben, zumal die 

Beschwerdeführerin Sozialhilfebezügerin ist (vgl. Bestätigung betreffend 

öffentlich-rechtliche Unterstützung vom 23. August 2021 der Gemeinde 

X.________ [Dossier URP]), weshalb dem Gesuch entsprochen werden 

kann. Die Beschwerdeführerin ist damit von der Kostentragepflicht befreit 

(Art. 76 VRG).

6.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

- 44 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.-- zulasten von A.________ von der Gerichts-

kasse übernommen.

2.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A.________ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie die erlassenen Kos-

ten zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]