# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4d126eb-56f4-52e9-8311-0452231193a5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Strafrechtliche Abteilung 09.01.2001 6S.681/2000
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_006_6S-681-2000_2001-01-09.html

## Full Text

[AZA 0/6] 

6S.681/2000/bue 

 

          K A S S A T I O N S H O F 

          ************************* 

 

    
  9. Januar 2001 
  
 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des 

Kassationshofes, Bundesrichter Wiprächtiger, Bundes- 

richterin Escher und Gerichtsschreiber Monn. 

 

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In Sachen 

 

X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch 

Z.________, Sennhauserweg 16, Zürich, 

 

gegen 

 

    
  Staatsanwaltschaft des Kantons Z ü r i c h,
 

 

betreffend 

          fahrlässige Tötung etc., 

    
  Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 In Zivil- und Strafsachen können nur patentier-  

te Anwälte sowie die Rechtslehrer an schweizerischen 

Hochschulen (les professeurs de droit des universités 

suisses; i professori di diritto delle Università 

svizzere) als Parteivertreter vor Bundesgericht auf- 

treten (Art. 29 Abs. 2 OG). Der Beschwerdeführer wird 

durch lic.iur. Z.________ vertreten. Dieser ist an der 

ETH Zürich Lehrbeauftragter für Bauvertragsrecht. Nach 

der in der Literatur vertretenen Auffassung erfüllt er 

damit die Voraussetzungen für die Vertretungsbefugnis 

( 
  Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation
 

judiciaire, volume I, Bern 1990, Art. 29 N 3.2 in fine; 

    
  Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in
 

Zivilsachen, Zürich 1992, S. 17 FN 28; 
  Birchmeier, Bun-
 

desrechtspflege, Zürich 1950, S. 31 N 6). 

 

       Z.________ wurde auf seine Anfrage hin und 

gestützt auf diese Literaturmeinungen vom Präsidenten 

des Kassationshofes mit Schreiben vom 18. Mai 2000 mit- 

geteilt, dass er in seiner Eigenschaft als Lehrbeauf- 

tragter für Bauvertragsrecht an der ETH Zürich als Par- 

teivertreter in Strafsachen vor Bundesgericht auftreten 

könne. An diese Auskunft ist das Bundesgericht nach Treu 

und Glauben gebunden, weshalb sich eine weitere Prüfung 

im vorliegenden Fall erübrigt. 

 

       Einzuräumen ist allerdings, dass sich im Lichte 

der Entwicklung der Hochschulen, an denen z.B. eine be- 

deutend grössere Anzahl von Lehrbeauftragten als früher 

und Dozenten mit einem früher nicht bekannten Status 

(Assistenzprofessoren) tätig sind, und der besonderen 

beruflichen Anforderungen, die heute an einen Anwalt 

gestellt werden (vgl. etwa Art. 12 des Anwaltsgesetzes 

[BGFA] vom 23. Juni 2000, BBl 2000 S. 3594), die Frage 

stellt, ob die Regelung von Art. 29 Abs. 2 OG in Bezug 

auf die Vertretungsbefugnis von Rechtslehrern an schwei- 

zerischen Hochschulen noch zeitgemäss ist. Der Gesetz- 

geber hat diese Frage im Zusammenhang mit der Verab- 

schiedung des Anwaltsgesetzes offenbar nicht geprüft 

(vgl. Art. 35 BGFA und Botschaft 99.027, BBl 1999 

6013 ff.). Jedenfalls wäre es im Interesse der Rechts- 

sicherheit wünschenswert, wenn der Gesetzgeber deut- 

licher zum Ausdruck brächte, wer als Rechtslehrer an 

schweizerischen Hochschulen im Sinne der genannten 

Bestimmung zu gelten hat. 

 

 

Lausanne, 9. Januar 2001