# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35928d32-fbcf-535e-96f3-7cd5cd0521c0
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 23.03.2022 28028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_28028_2022-03-23.pdf

## Full Text

GERICHTE     OBERGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

BAS 21 11 

 

 

Urteil vom 14. Dezember 2021 

Beschwerdeabteilung in Strafsachen 

 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Oberrichter Rolf Gabriel, 

 Oberrichter Erwin Odermatt, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__,  

 vertreten durch Dr. Jonas Rüegg, Rechtsanwalt, Rudolf & Bi-

eri AG, Ober-Emmenweid 46, 6021 Emmenbrücke 1, 

 

Beschwerdeführerin, 

 

 

gegen 

 

 

Staatsanwaltschaft Nidwalden,  

Abt. II, Wirtschaftsdelikte, 

Kreuzstrasse 2, Postfach 1242, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO) 

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft 

Nidwalden vom 11. Juni 2021 (STA-Nr. A2N 20 11000). 

 

 

2│22 

Sachverhalt: 

A.  

Die Staatsanwaltschaft Nidwalden, Abt. II, Wirtschaftsdelikte, führt gegen B.__ («beschuldigte 

Person») unter der Verfahrensnummer STA-Nr. A2N 20 11000 ein Strafverfahren wegen Be-

trugs (Art. 146 StGB), ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB), Misswirtschaft 

(Art. 165 StGB), Unterlassung der Buchführung (Art. 166 StGB) sowie Urkundenfälschung 

(Art. 251 StGB).  

A.__ («Beschwerdeführerin») kaufte mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 4. April 

2011 die Liegenschaft GB-Nr. __, Grundbuch X.__ («Liegenschaft») und ist seither Eigentü-

merin der Liegenschaft. Mit Verfügung vom 11. Juni 2021 («Beschlagnahmeverfügung») be-

schlagnahmte die Staatsanwaltschaft – unter entsprechender Anweisung des zuständigen 

Grundbuchamtes – die Liegenschaft mittels einer Grundbuchsperre (Kanzleisperre).  

 

B.  

Gegen die Beschlagnahmeverfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 5. Juli 

2021 beim Obergericht Nidwalden Beschwerde mit den Anträgen (amtl. Bel. 1): 

 « 1. Die angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft Nidwalden, Wirtschaftsdelikte, vom 

11. Juni 2021 betreffend Grundbuchsperre (Art. 263 ff. StPO) im Verfahren STA-Nr. A2N 20 

11000 sei aufzuheben 

  2. Die Beschlagnahme von bzw. die Grundbuchsperre (Kanzleisperre) über die Liegenschaft 

GB-Nr. __, Grundbuch X.__, sei aufzuheben. 

  3. Das Grundbuchamt Nidwalden sei anzuweisen, im Grundbuch die Grundbuchsperre auf der 

Liegenschaft gemäss Ziff. 2 vorher wieder zu löschen. 

  4. Eventualiter zu Ziff. 2 und 3: Die Beschwerdeführerin sei zu ermächtigen, gegen Hinterlegung 

eines vom Gericht zu bestimmenden Betrags auf einem von der Beschwerdegegnerin zu be-

zeichnenden Sperrkonto als Ersatzsicherheit die Liegenschaft GB-Nr. __, Grundbuch X.__, 

aus der Beschlagnahme herauszulösen und beim Grundbuchamt Nidwalden die Löschung 

der Grundbuchsperre auf dieser Liegenschaft zu verlangen. 

  5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin, 

eventualiter zu Lasten des Kantons Nidwalden.» 

 

3│22 

C.  

Praxisgemäss wurden die Akten der Staatsanwaltschaft beigezogen (amtl. Bel. 2). Die Staats-

anwaltschaft nahm mit Eingabe vom 27. Juli 2021 zur Beschwerde Stellung und beantragte 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (amtl. Bel. 4). Die Parteien re- und duplizierten 

am 14. September 2021 respektive 18. Oktober 2021, wobei an den gestellten Anträgen fest-

gehalten wurde (amtl. Bel. 9 und 14). Am 2. November 2021 reichte die Beschwerdeführerin 

ihre Kostennote ein (amtl. Bel. 18). 

 

D.  

Die Beschwerdeabteilung in Strafsachen des Obergerichts Nidwalden hat die vorliegende 

Streitsache anlässlich ihrer Sitzung vom 14. Dezember 2021 abschliessend beurteilt. Auf die 

Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und die Akten wird – soweit erforderlich – 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft ist die Beschwerde 

zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete 

Entscheide ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzu-

reichen. (Art. 396 Abs. 1 StPO). Beschwerdeinstanz ist die Beschwerdeabteilung in Strafsa-

chen des Obergerichts Nidwalden, die in Dreierbesetzung entscheidet (Art. 22 Ziff. 2 und Art. 

29 GerG [NG 261.1]). Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der beschlagnahmten Liegen-

schaft, weshalb sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der 

Beschlagnahmeverfügung hat und ein Rechtsmittel ergreifen kann (Art. 382 Abs. 1 StPO). Da 

die Beschwerde fristgerecht eingereicht wurde und auch die übrigen Eintretensvoraussetzun-

gen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten (vgl. aber E. 6.3 betreffend die Antrags-

Ziff. 4). 

 

4│22 

1.2  

Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden. Die Be-

schwerdeinstanz ist nicht an die Begründung und die Anträge – ausser bei der Beurteilung 

einer Zivilklage – gebunden (Art. 391 Abs. 1 StPO). Sie verfügt mithin über volle Kognition und 

kann folglich ihre eigene, rechtlich begründete Ansicht an die Stelle derjenigen der  

vorinstanzlichen Strafbehörde setzen und die Beschwerde gutheissen, wenn ihr die erhobene 

Rüge begründet erscheint (ROLF GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], BSK-StPO, 2. A., 2014, N 5 zu Art. 322 StPO; PATRICK GUIDON, in: BSK-StPO, a.a.O., 

N 15 zu Art. 393 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat genau anzugeben, welche Punkte 

des Entscheides sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahelegen (dortige lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (dortige lit. c). 

 

1.3  

Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Das 

Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen 

Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt 

von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise 

(Abs. 3). Die Voraussetzung der Erforderlichkeit ist im Beschwerdeverfahren indes grundsätz-

lich restriktiv zu interpretieren (andeutungsweise: ANDREAS J. KELLER, in: Donatsch/Lie-

ber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar StPO, 3. A., 2020, N 3 zu Art. 397 StPO). Die Stra-

funtersuchung STA-Nr. A2N 20 11000 läuft nämlich derzeit noch, d.h. die Staatsanwaltschaft 

ist nach wie vor damit beschäftigt, den Sachverhalt abzuklären, indem sie Erhebungen tätigt 

und Beweise sammelt (vgl. Art. 299 Abs. 2, Art. 308 Abs. 1 StPO). Die Sammlung des Beweis-

materials liegt in diesem Stadium somit in der Kompetenz der Staatsanwaltschaft. In diesem 

Beschwerdeverfahren geht es denn auch einzig um die Zwischenprüfung einer vorläufigen 

Verfügung der Staatsanwaltschaft, der Beschlagnahme, wobei es sinn- und sachwidrig wäre, 

wenn das Obergericht in diesem Zusammenhang weitläufige Beweisergänzungen vornehmen 

würde. Dem Beschwerdeverfahren bzw. -entscheid ist folglich in erster Linie der vorläufige 

Ermittlungsstand, d.h. die bis dato von der ermittlungskompetenten Behörde erhobenen Be-

weise, zugrunde zu legen. Diesen Grundsätzen entsprechend sind die von der Beschwerde-

führerin aufgelegten Urkundenbeweise zwar zu den Akten zu nehmen und wo notwendig be-

weisrechtlich zu verwerten. Jedoch besteht weder Raum – und, wie sich zeigen wird, noch 

5│22 

Veranlassung – für die von der Beschwerdeführerin beantragten Zeugeneinvernahmen bezie-

hungsweise die Parteibefragung und Beweisaussage.  

 

2. Beschlagnahmeverfügung 

Die Staatsanwaltschaft erwog in der Beschlagnahmeverfügung im Wesentlichen, dass die be-

schuldigte Person (neben anderen Tatvorwürfen) im dringenden Verdacht stehe, sich der un-

getreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und der Misswirtschaft (Art. 165 StGB) zum 

Nachteil der am 21. Oktober 2019 in Konkurs gefallenen C.__ AG («Gesellschaft»), begangen 

als Organ dieser Gesellschaft, strafbar gemacht zu haben.  

Die Beschwerdeführerin habe die Liegenschaft, eine (noch) unbebaute Parzelle von 1'000 m2 

in der Bauzone W2B in X.__, mit Kaufvertrag vom 4. April 2011 zum Kaufpreis von 

Fr. 430'000.– von D.__ gekauft. Es bestehe der dringende Verdacht, dass dieser Kaufpreis 

mindestens im Umfang von Fr. 299'000.– von der Gesellschaft bezahlt wurde, wobei die Ge-

sellschaft die entsprechenden Zahlungen im Zeitraum vom 2. Mai 2011 bis zum 3. Juni 2013 

in insgesamt elf Tranchen direkt an D.__ geleistet habe, teilweise in Form von Banküberwei-

sungen, teilweise als Barzahlungen. Zunächst seien diese Zahlungen in den Geschäftsbü-

chern als (zinsloses) Darlehen der Gesellschaft an die Beschwerdeführerin (Buchhaltungs-

konto Nr. 1404) verbucht worden. Immer Ende Jahr sei aber der Saldo des Buchhaltungskon-

tos Nr. 1404 auf das Buchhaltungskonto Nr. 1400, das Darlehenskonto der beschuldigten Per-

son, überwiesen worden. Die direkten Zahlungen der Gesellschaft an D.__ für den Kauf der 

Liegenschaft im Gesamtbetrag von Fr. 299'000.– seien somit im Ergebnis als Darlehen der 

beschuldigten Person behandelt worden. Diese Darlehen habe die beschuldigte Person weder 

zurückbezahlt noch – wie auch die Beschwerdeführerin – abgesichert oder dafür Zinsen be-

zahlt. Damit seien die fraglichen Mittel ohne Gegenleistung von der Gesellschaft abgezogen 

worden, um das Eigentum an der Liegenschaft für die Beschwerdeführerin zu erwerben. 

In fine erwägt die Staatsanwaltschaft, dass keine geschäftsmässige Begründung für die Fi-

nanzierung des Kaufs einer Wohn-Parzelle im Eigentum der Beschwerdeführerin (oder ander-

weitiger Schuldentilgungen gegenüber ihrem Vater E.__) durch die Gesellschaft ersichtlich sei. 

Damit bestehe der dringende Tatverdacht, dass die entsprechenden Zahlungen im Sinne von 

Art. 158 StGB sorgfalts- und treuwidrig erfolgt seien, dass sie zudem eine leichtsinnige Kredit-

gewährung im Sinne von Art. 165 StGB darstellten und dass die Liegenschaft ein im Sinne 

von Art. 70 StGB einziehbares Surrogat dieser unzulässigen Zahlungen sei, welche im Um-

fang zumindest einen grossen Teil der Liegenschaft ausmachten. Zumindest im Umfang der 

genannten Zahlung an D.__ von Fr. 299'000.– bestehe ein Beschlagnahmegrund im Sinne 

6│22 

von Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO i.V.m. Art. 70 Abs. 1 StGB. Ausnahmetatbestände im Sinne des 

Drittenprivilegs (Art. 70 Abs. 2, Art. 71 Abs. 1 StGB) seien nicht wahrscheinlich. Die Gesell-

schaft habe keine Gegenleistung für die genannten Zahlungen erhalten. Bei der Beschwerde-

führerin handle es sich (dies bereits seit 12 Jahren) um die Lebenspartnerin der beschuldigten 

Person, die überdies seit dem Jahr 2011 bis zum Konkurs der Gesellschaft bei der Gesell-

schaft angestellt gewesen sei. Die Verwendung des Gesellschaftsvermögens für ihre privaten 

Zwecke sei ihr damit vermutungsweise sowohl aus privater wie auch aus beruflicher Sicht 

bewusst gewesen. Die Beschlagnahme sei im Übrigen auch verhältnismässig, da bei Vorlie-

gen der Voraussetzungen nicht nur gesetzlich zwingend, sondern auch geeignet, erforderlich 

und das mildeste Mittel. 

 

3. Übersicht 

Mit Blick auf die rechtlichen Voraussetzungen der Beschlagnahme und die von der Beschwer-

deführerin erhobenen Rügen ist nachfolgend zunächst zu prüfen, ob ein hinreichender Tatver-

dacht besteht (E. 4). Im Anschluss gilt es zu beurteilen, ob Beschlagnahmegründe vorliegen 

(E. 5) und die Beschlagnahme der Verhältnismässigkeitsprüfung Stand hält (E. 6). 

 

4. Tatverdacht 

4.1  

Zunächst macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sie (bloss) als Sekretärin bei der Ge-

sellschaft angestellt gewesen sei. Die Buchhaltung sei extern erledigt worden, sodass sie die 

der beschuldigten Person zur Last gelegten Vorwürfe nicht beurteilen könne. Die Beschwer-

deführerin bemerkt indes weiter, dass die Gesellschaft über eine Revisionsstelle verfügt habe 

und der Selbstregulierungsorganisation F.__ angeschlossen gewesen sei. Beide hätten aber 

nie interveniert. Sie will damit wohl sinngemäss bestreiten, dass ein hinreichender Tatverdacht 

gegen die beschuldigte Person besteht.  

 

4.2  

4.2.1  

Unter Beschlagnahme ist die Sicherstellung von Gegenständen und Vermögenswerten durch 

Wegnahme und Unterwerfung unter die behördliche Verfügungsgewalt zu verstehen. Im Un-

terschied zur Haft geht es nicht um die Sicherstellung der beschuldigten Person, sondern von 

Sachen (z.B. Urkunden, Deliktswerkzeugen, Verbrechenserlös). Es handelt sich um eine 

7│22 

Zwangsmassnahme, durch die eine Sache der freien Verfügung einer Person (der beschul-

digten oder eines Dritten) zu bestimmten Zwecken entzogen wird (FRANZ RIKLIN, StPO Kom-

mentar, 2. A., 2014, N 1 zu Art. 263 StPO).  

Die Beschlagnahme setzt eine, hinsichtlich ihrer Intensität je nach Verfahrensstand abgestuf-

ten, auf tatsächliche Anhaltspunkte abstützende Wahrscheinlichkeit voraus, dass die Be-

schlagnahmeobjekte im Verlaufe des Strafverfahrens zu einem der angestrebten Zwecke ge-

braucht werden (STEFAN HEIMGARTNER, Kommentar StPO, a.a.O., N 12 f. zu Art. 263 StPO). 

Zudem bedingen Zwangsmassnahmen – neben der gesetzlichen Grundlage – einen hinrei-

chenden Tatverdacht (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO; BGE 141 IV 77 E. 4.3). Hiervon ist auszuge-

hen, wenn genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der be-

schuldigten Person an dieser Tat bestehen, wobei der hinreichende zwischen dem Anfangs- 

und dem dringenden Tatverdacht zu verorten ist (SVEN ZIMMERLIN, Kommentar StPO, a.a.O., 

N 6 ff. zu Art. 197 StPO). Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkre-

ter Natur sein, um einen hinreichenden Tatverdacht begründen zu können (BGE 141 IV 87 

E. 1.3.1). 

 

4.2.2  

Wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit 

betraut ist, Vermögen eines andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu 

beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der an-

dere am Vermögen geschädigt wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe 

bestraft (Art. 158 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein 

solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung 

der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven liegen. 

Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in 

seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist. Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen 

einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen 

werden muss. Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss 

ein Kausalzusammenhang bestehen. Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, 

die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell, aber auch bezüglich spezieller 

Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers beziehungsweise des Geschäftsherrn treffen. Die 

entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Tätigkeiten, die 

8│22 

sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung halten, sind nicht tatbestands-

mässig, selbst wenn die geschäftlichen Dispositionen zu einem Verlust führen. Strafbar ist 

einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger Geschäftsführer in derselben Situation 

nicht eingehen würde. Es ist daher in einem solchen Fall ex ante zu bestimmen, ob die einge-

gangenen Risiken den getroffenen Vereinbarungen oder Weisungen des Auftraggebers zuwi-

derlaufen. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des Han-

delns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung und den Kausalzusammenhang zwi-

schen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Eventualvorsatz genügt 

(BGE 142 IV 346 E. 3.2 m.w.H.). 

 

4.2.3  

Der Schuldner, der in anderer Weise als nach Artikel 164, durch Misswirtschaft, namentlich 

durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte Spekulatio-

nen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern von Vermögenswer-

ten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder Vermögensverwaltung, seine Über-

schuldung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Be-

wusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögenslage verschlimmert, wird, wenn über 

ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist, mit Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 165 Ziff. 1 StGB). Die Eröffnung des 

Konkurses ist objektive Strafbarkeitsbedingung. Täter kann ausschliesslich der Schuldner sel-

ber oder eines der in Art. 29 StGB genannten Organe sein. Nach der Rechtsprechung liegt 

eine nachlässige Berufsausübung vor, wenn gesetzliche Bestimmungen der Unternehmens-

führung missachtet werden. Ein leichtsinniges Gewähren von Krediten liegt vor, wenn Kredite 

ohne hinreichende Prüfung des Kreditzwecks und der Kreditwürdigkeit sowie ohne entspre-

chende Absicherung gewährt werden. Tatbestandsmässig ist nur ein krasses wirtschaftliches 

Fehlverhalten. Das Eingehen eines jeder Geschäftstätigkeit inhärenten Risikos ist nicht straf-

bar, auch wenn sich ex post herausstellt, dass eine Fehlentscheidung getroffen worden ist. 

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz hinsichtlich der Bankrotthandlung; in Bezug auf 

die Vermögenseinbusse genügt grobe Fahrlässigkeit (BGE 144 IV 52 E. 7.3 m.w.H.) 

 

9│22 

4.3  

Die Staatsanwaltschaft hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich und nachvollziehbar 

dargelegt, aus welchen Gründen die beschuldigte Person dringend verdächtigt wird, sich der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) sowie Misswirtschaft (Art. 165 StGB) straf-

bar gemacht zu haben (Ziff. 2 S. 2 f.). Darauf wird in bestätigender Weise verwiesen (Art. 82 

Abs. 4 StPO), nachdem diese Ausführungen auch durch die Beschwerdeführerin nicht grund-

sätzlich beanstandet werden.  

Immerhin ist folgende Ergänzung anzubringen: Dass die Gesellschaft über eine Revisions-

stelle verfügte bzw. einer Selbstregulierungsorganisation angeschlossen war, ist für die Frage 

des Tatverdachts beziehungsweise der Strafbarkeit der beschuldigten Person ohne Relevanz 

(vgl. die Strafbefreiungsgründe gemäss Art. 52 ff. StGB). Mitunter ist aber ohnehin aktenwidrig, 

dass weder die Revisionsstelle noch die Selbstregulierungsorganisation je interveniert hätte. 

Die ab dem Geschäftsjahr 2015 revisionspflichtige Gesellschaft wurde lediglich bis zum Ge-

schäftsjahr 2017 revidiert, wobei die Revision in allen drei Geschäftsjahren, insbesondere hin-

sichtlich den hauptsächlichen Aktivposten (Darlehen an Nahestehende, Rohwaren- bzw. Wa-

renbestände im Ausland), Beanstandungen machte und (gewichtige) Vorhalte anbrachte 

(STA-act. 4.1.2 0006, 0018 f., 0033). Auch die F.__ führte im November 2018 ein Überprü-

fungsverfahren gegen die Gesellschaft durch, wobei sie diese büsste und ausschloss, nach-

dem sie folgende Verstösse festgestellt hatte (STA-act. 3.1.1 0484-0494): Schwerwiegende 

Verletzung von diversen Informationspflichten, schwerwiegende Mängel in der Betriebsorga-

nisation (Verstoss gegen Art. 14 Abs. 2 lit. a Geldwäschereigesetz [GwG; SR 955.0]), hohe 

Darlehen an Nahestehende (Verstoss gegen Art. 680 Abs. 2 OR) sowie Verletzung der Ge-

währspflicht (Verstoss gegen Art. 14 Abs. 2 lit. b GwG und § 4 Abs. 1 F.__-Reglement). 

 

5. Beschlagnahmegrund 

5.1  

5.1.1  

Gegenstände und Vermögenswerte einer beschuldigten Person oder einer Drittperson können 

beschlagnahmt werden, wenn die Gegenstände und Vermögenswerte voraussichtlich: a. als 

Beweismittel gebraucht werden; b. zur Sicherstellung von Verfahrenskosten, Geldstrafen, 

Bussen und Entschädigungen gebraucht werden; c. den Geschädigten zurückzugeben sind; 

d. einzuziehen sind (Art. 263 Abs. 1 StPO). Das Gericht verfügt die Einziehung von 

Vermögenswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt waren, eine 

10│22 

Straftat zu veranlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden (Art. 70 Abs. 1 StGB). 

Zwischen dem unrechtsmässigen Vorteil und der Straftat muss ein Konnex beziehungsweise 

ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen (SIMONE NADELHOFER DO CANTO, § 11 

Einziehung im Unternehmens- und Wirtschaftsstrafrecht, in: Ackermann [Hrsg.], 

Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2. A., 2021, N 30), wobei im Stadium der Beschlagnahme 

ein entsprechender Verdacht noch genügt (FELIX BOMMER/PETER GOLDSCHMID, in: BSK-StPO, 

a.a.O., N 41 zu Art. 263 StPO). Neben den aus der Straftat erlangten Originalwerten sind auch 

Ersatzwerte (sog. Surrogate), die an die Stelle des Originalwerts getreten sind, direkt gestützt 

auf Art. 70 Abs. 1 StGB, d.h. nicht als Ersatzforderungen gemäss Art. 71 StGB, einzuziehen 

(NADELHOFER DO CANTO, a.a.O., N 56). Die Beschlagnahme ist mit einem schriftlichen, kurz 

begründeten Befehl anzuordnen (Art. 263 Abs. 2 Satz 1 StPO). Werden Liegenschaften 

beschlagnahmt, so wird eine Grundbuchsperre angeordnet; diese wird im Grundbuch 

angemerkt (Art. 266 Abs. 3 StPO). Darüber, ob die Tatbestandsvoraussetzungen der beiden 

hier relevanten – oder anderen – Straftatbestände (Art. 158 Ziff. 1 sowie Art. 165 StGB, vgl. 

die Darstellung vorne E. 4.2.2 und 4.2.3) erfüllt sind sowie betreffend allfällige Nebenfolgen, 

etwa die Frage der Einziehung, wird erst das in der Hauptsache zuständige Gericht zu 

entscheiden haben, womit die Beschlagnahme als vorsorgliche (konservatorische) 

Massnahme für die Dauer der Untersuchung grundsätzlich Bestand hat. Schliesslich muss die 

Behörde rasch über die Beschlagnahme entscheiden können (vgl. Art. 263 Abs. 2 StPO), was 

eine exakte und vollständige Auseinandersetzung mit Sach- und Rechtsfragen ausschliesst 

(BGE 140 IV 57 E. 4.1.2; 139 IV 250 E. 2.1). Beschlagnahmen sind entsprechend nur dann 

aufzuheben, wenn die spätere Einziehung aus materiell-rechtlichen Gründen bereits als 

offensichtlich unzulässig erscheint (BGE 140 IV 133 E. 3). Die Beschlagnahme präjudiziert 

den materiellen Einziehungsentscheid denn auch in keiner Weise (FLORIAN BAUMANN, in: 

Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], BSK-StGB I, 3. A., 2013, N 20 zu Art. 72 StGB, unter Verweis auf 

BGE 126 I 153 E. 4). 

 

5.1.2  

Die Beschwerdeführerin stipuliert, dass sie mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 

4. April 2011 die Liegenschaft von ihrem Onkel D.__ zum Kaufpreis von Fr. 430'000.– erwor-

ben habe. Der Kaufpreis sei aus ihren Eigenmitteln (Fr. 11'000.–) sowie aus Darlehen ihres 

Vaters (Fr. 30'000.– sowie Fr. 90'000.–) und der Gesellschaft (Fr. 299'000.–) finanziert wor-

den, wobei das letzte Darlehen in mehreren Tranchen, zum Teil direkt von der Gesellschaft an 

den Verkäufer floss. Bei letzterem sei sie davon ausgegangen, dass es sich um ein Darlehen 

11│22 

der beschuldigten Person an sie gehandelt habe, was sie auch dementsprechend versteuert 

habe.  

In Rahmen der Replik stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass eine Ein-

ziehung ausser Betracht falle. Die beschuldigte Person sei zunächst (bis zum 4. November 

2014) mit G.__ zu je 50% an der Gesellschaft beteiligt gewesen, später Alleinaktionärin ge-

worden. Eine ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB zum Nachteil der 

Gesellschaft könne gemäss BGE 141 IV 104 als Alleinaktionär nur begehen, wer eine (ver-

deckte) Gewinnausschüttung vornehme und dabei den Umfang des Aktienkapitals und der 

gebundenen Reserven antaste. Diese Rechtsprechung müsse auch bei zwei Aktionären gel-

ten, wenn beide mit der entsprechenden Vermögenstransaktion einverstanden seien. Die Ge-

sellschaft könne in diesem Fall nicht geschädigt werden, weil ihr Wille materiell dem Willen der 

beiden Aktionäre entspreche und die Gesellschaft mithin in die Vermögensverfügung einge-

willigt habe. Hier sei dies der Fall gewesen. G.__ habe gewusst und sei damit einverstanden 

gewesen, dass der Beschwerdeführerin ein Darlehen in der Höhe von Fr. 299'000.– für den 

Kauf der Liegenschaft gewährt werde. Die Gewährung eines zinslosen Darlehens an eine na-

hestehende Person stelle überdies einen erfolgsneutralen Vorgang dar und schmälere weder 

das Aktienkapital noch die gebundenen Reserven der Gesellschaft, insbesondere dann nicht, 

wenn das Darlehen gewährt werde, um ein pfandfreies Grundstück zu kaufen und eine wert-

beständige Vermögensanlage zu tätigen. Auch werde dadurch – mit Blick auf den Tatbestand 

der Misswirtschaft – weder die Überschuldung noch die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft 

herbeigeführt oder verschlimmert. Die zinsfreie Hingabe des Darlehens sei strafrechtlich irre-

levant. 

 

5.1.3  

Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass in diesem Verfahren einzig zu klären ist, ob konkrete 

Anhaltspunkte für eine dereinstige Einziehung bestehen, hier namentlich ob eine gewisse 

Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass es sich bei der beschlagnahmten Liegenschaft der Be-

schwerdeführerin um ein Surrogat eines Vermögenswerts (Darlehen) handelt, welcher kausal 

durch eine Straftat (ungetreue Geschäftsbesorgung; Misswirtschaft) erlangt worden ist. Hin-

gegen ist weder eine umfassende Beweiswürdigung vorzunehmen noch sind alle rechtlichen 

Einwendungen der Beschwerdeführerin, welche allenfalls dereinst einer Strafbarkeit der be-

schuldigten Person oder einer Einziehung entgegenstehen könnten, im Detail zu prüfen und 

beurteilen. Vorab ist unbestritten und wird auch durch die Beschwerdeführerin bestätigt, dass 

der Kaufpreis für die Liegenschaft zu einem wesentlichen Teil über Zahlungen der Gesellschaft 

12│22 

in der Höhe von Fr. 299'000.– an den Verkäufer finanziert wurde, es sich bei der Liegenschaft 

entsprechend um einen Ersatzwert für das mittels dieser Transaktion gewährte Darlehen han-

delt. Strittig ist aber der deliktische Ursprung des ursprünglichen Vermögenswerts.  

Der beschuldigten Person wird vorgeworfen (vgl. auch vorne E. 4.3 mit Verweis auf die ange-

fochtene Verfügung Ziff. 2 S. 2 f.), im Zeitraum von Ende 2010 (Erwerb der Mantelgesellschaft) 

bis Ende 2019 (Konkurseröffnung) fortwährend unterschiedlichste Pflichtverletzungen began-

gen zu haben, sich konkret aufgrund ungesicherter und unverzinster Kreditgewährungen so-

wie verdeckter Gewinnausschüttungen (erfasst von Art. 158 StGB) und arger Nachlässigkeit 

in der Berufsausübung durch Konkursverschleppung sowie leichtsinniger Kreditgewährung 

und -benutzung (erfasst von Art. 165 StGB) strafbar gemacht zu haben. Das Darlehen an die 

Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 299'000.– ist aus folgenden Gründen von diesen Vor-

würfen offensichtlich miterfasst: Mit dem Darlehen wurde ein Aktivum mit höherem Liquiditäts-

grad (flüssige Mittel) durch ein solches mit einem niedrigeren Liquiditätsgrad (Finanzanlage; 

vgl. die Abstufung gemäss OR 959a Abs. 1 Ziff. 1) abgetauscht, was zwar nicht den Geschäfts-

erfolg, mitunter aber die Liquidität schmälerte und damit die Finanzlage der Gesellschaft ver-

schlechterte. Solches ist zwar nicht unüblich, indes werden Liquiditätsschmälerungen beim 

Kreditgewährer im geschäftlichen Bereich üblicherweise durch Zinszahlung des Kreditneh-

mers, d.h. einem zusätzlichen Ertrag, kompensiert (vgl. Art. 313 Abs. 2 OR, wonach solche im 

kaufmännischen Verkehr selbst ohne Verabredung geschuldet sind). Wird auf die marktübli-

che Verzinsung verzichtet, kann dies strafrelevant sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

6B_446/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 6.4). Hinzu kommt, dass mit einer Finanzanlage nicht 

nur eine Liquiditätsschmälerung, sondern auch ein Ausfallrisiko verbunden ist. Auch dieses 

Risiko wird geschäftsüblich durch eine Gegenleistung «versichert», indem der Kreditnehmer 

Sicherheiten, bei der Liegenschaftsfinanzierung beispielsweise in der Form eines Grund-

pfands (vgl. Art. 793 ff. ZGB), zu leisten hat. Hier besteht Anhalt dafür, dass die beschuldigte 

Person auf Rechnung der Gesellschaft der Beschwerdeführerin einen Kredit von mindestens 

Fr. 299'000.– gewährte, d.h. die Liquidität der faktisch durchwegs überschuldeten Gesellschaft 

schmälerte (vgl. die Buchhaltung [STA-act. 8.8.1 0001-1519], gemäss welcher auf der Aktiv-

seite hauptsächlich nicht werthaltige Posten, d.h. Darlehen an nahestehende Personen, Be-

teiligungen sowie Edelmetallbestände, bilanziert waren) und ihr ein Ausfallsrisiko aufbürdete, 

ohne dass hierfür je eine Zinszahlung oder Sicherheitsleistung eingefordert wurde. Davon, 

dass die Handlungen der beschuldigten Person offensichtlich nicht strafrelevant sein sollen, 

weil die zinslose Darlehensgewährung erfolgsneutral ist und damit kein Schaden entstehen 

13│22 

kann, kann keine Rede sein (für ein Beispiel der möglichen Pflichtwidrigkeit einer ungesicher-

ten Darlehensvergabe ohne hinreichende Zinsleistung vgl. auch HANS VEST, in: Ackermann, 

a.a.O., N 353). Anders als von der Beschwerdeführerin verschiedentlich suggeriert (etwa: 

Replik Ziff. 21 S. 6), hat die Gesellschaft mit dem Darlehen an die Beschwerdeführerin auch 

keine nachhaltige Vermögensanlage in Grundeigentum getätigt, sondern einer der beschul-

digten Person nahestehenden Person (Lebenspartnerin) einen unverzinsten, ungesicherten 

Kredit gewährt. Finanziert wurde mit diesem Kredit der Kauf eines Baulandgrundstücks durch 

eine Darlehensnehmerin, welche weder über einen Hintergrund in der Bau- oder Immobilien-

branche noch über nennenswerte eigene finanzielle Mittel – mit Ausnahme eines angeblichen, 

aber illiquiden Goldbestands in H.__ – verfügte (STA-act. 11.6.5 0003 f. [def. Veranlagung 

Steuerjahr 2010]; 0022 f. [def. Veranlagung Steuerjahr 2011]). Insgesamt bestehen erheblich 

Zweifel, dass dies im Geschäftsinteresse der im Edelmetall- und Edelsteingeschäft tätigen 

Gesellschaft lag beziehungsweise deren Geschäftszweck entsprach. Vielmehr findet sich An-

halt dafür, dass die beschuldigte Person die Darlehensgewährung an die Beschwerdeführerin 

entgegen den Interessen der Gesellschaft und seiner Pflichten als deren Organ strafrelevant 

veranlasste. Damit bestehen gewichtige Anhaltspunkte für den deliktischen Ursprung des Dar-

lehens. Entsprechend besteht die valable Möglichkeit, dass die Liegenschaft als Surrogat die-

ses Vermögenswerts dereinst nach Art. 70 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 71 Abs. 1 StGB ein-

zuziehen sein wird, womit die Beschlagnahme aufrecht zu erhalten ist.  

Daran vermag auch die auf BGE 117 IV 259 zurückgehende Rechtsprechung des Bundesge-

richts nichts zu ändern. Die von der Beschwerdeführerin angerufene Rechtsprechung befasst 

sich mit der Strafbarkeit eines Alleinaktionärs einer Einmannaktiengesellschaft. Die Anwen-

dung dieser Rechtsprechung fällt hier bereits grundsätzlich ausser Betracht, nachdem es sich 

bei der Gesellschaft im Zeitpunkt der Gewährung des Darlehens nicht – wie auch die Be-

schwerdeführerin festhält – um eine Einmannaktiengesellschaft gehandelt hat. Ob die Recht-

sprechung des Bundesgerichts auch auf Mehrpersonenaktiengesellschaften anwendbar ist, in 

welcher alle Aktionäre mit der streitbaren Vermögensdisposition einverstanden sind, kann hier 

offenbleiben. Einer Einwilligung des G.__, dem anderen Aktionär, in die Vermögensverminde-

rung wird von der Beschwerdeführerin nämlich lediglich behauptet, ohne dass eine solche 

aufgrund der vorläufigen Ermittlungsergebnisse aktuell in irgendeiner Form nachweisbar wäre. 

Auch bestehen aufgrund der Buchhaltung (STA-act. 8.8.1 0001-1519) gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass als Gesellschaftsaktiven hauptsächlich nicht werthaltige Posten (Darlehen 

an nahestehende Personen; Beteiligungen; Edelmetallbestände) bilanziert wurden und die 

14│22 

Gesellschaft dementsprechend faktisch seit 2011 überschuldet war. Damit ist nicht auszu-

schliessen, dass durch die fehlgeleitete Allokation von Gesellschaftsmitteln mittels unverzins-

ter, ungesicherter Darlehen auch in den Umfang des aktienrechtlich geschützten Sperrkapitals 

(Aktienkapital; gebundene Reserven) eingegriffen wurde, was eine Anwendung der Recht-

sprechung ohnehin ausschliesst (vgl. BGE 117 IV 259 E. 5b, wonach die Vermögensdisposi-

tion e contrario dann pflichtwidrig ist, wenn das Reinvermögen im Umfang von Grundkapital 

und gebundenen Reserven berührt ist). Es kann mit anderen Worten keine Rede davon sein, 

dass die Strafbarkeit der beschuldigten Person im Hinblick auf die Gewährung des Darlehens 

von Fr. 299'000.– klar ausser Betracht fällt, die deliktische Herkunft der Liegenschaft bereits 

jetzt offensichtlich ausgeschlossen und die Beschlagnahme darum aufgehoben werden 

könnte. 

 

5.2  

5.2.1  

Die Beschwerdeführerin erläutert, dass sie zwar als Sekretärin bei der Gesellschaft angestellt 

gewesen sei und in dieser Funktion Zahlungen, wie etwa Lohnzahlungen, ausgelöst und über 

die entsprechenden Berechtigungen verfügt habe. Für die Buchhaltung sei sie aber nicht ver-

antwortlich gewesen, dementsprechend sie auch keine Kenntnisse von allfälligen strafrelevan-

ten Vorgängen im buchhalterischen Bereich haben könne. Die Staatsanwaltschaft könne nicht 

darlegen, dass sie um die Unzulässigkeit des Handelns der beschuldigten Person – und damit 

der Einziehungsgründe – gewusst habe. Daran ändere auch nichts, dass sie die Lebenspart-

nerin der beschuldigten Person sei. Sofern die beschuldigte Person ihr den Darlehensbetrag 

von Fr. 299'000.– in deliktischer Weise ausbezahlt haben sollte, habe sie das Darlehen jeden-

falls in Unkenntnis der Einziehungsgründe entgegengenommen.  

Die Beschwerdeführerin behauptet weiter, sie habe die von der Gesellschaft erhaltenen Dar-

lehensbeträge in mehreren Tranchen zurückbezahlt. Am 4. November 2016 habe sie drei Ki-

logramm Gold (24 Karat) zum damaligen Marktpreis für insgesamt Fr. 123'000.– an die Ge-

sellschaft veräussert, wobei der Kaufpreis mit der Darlehensschuld verrechnet worden sei, 

womit sich die Darlehenssumme von Fr. 299'000.– entsprechend auf Fr. 176'000.– reduziert 

habe. Im Jahr 2018 habe sie drei Rückzahlungen in der Gesamthöhe von Fr. 30'000.– getätigt, 

womit sich die Darlehenssumme auf noch Fr. 146'000.– belief. Im Jahr 2019 habe sie wiede-

rum mehrfach Zahlungen an die Gesellschaft in der Gesamthöhe von Fr. 175'804.20 geleistet, 

womit sie die verbliebene Darlehensschuld getilgt und im Betrag von Fr. 29'804.20 zur Darle-

15│22 

hensgeberin geworden sei. Hinzu komme, dass sie in den Jahren 2018 und 2019 wegen Li-

quiditätsschwierigkeiten als Angestellte der Gesellschaft keinen Lohn mehr erhalten habe, was 

zu offenen Lohnforderungen von Fr. 110'109.– geführt habe. Zusammengefasst verfüge sie 

über ausstehende Forderungen von Fr. 139'913.20 gegenüber der Gesellschaft, was so auch 

im Konkurs angemeldet sei. Sie habe somit mehr als bloss die von Art. 70 Abs. 2 StGB gefor-

derte gleichwertige Gegenleistung erbracht. 

 

5.2.2  

Die Einziehung ist ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der 

Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegenleistung er-

bracht hat (vgl. Art. 70 Abs. 2 StGB). Daraus folgt e contrario, dass deliktisch erlangte Vermö-

genswerte grundsätzlich bei jedem Dritten eingezogen werden können, der diese in Kenntnis 

der Einziehungsgründe oder ohne gleichwertige Gegenleistung erwirbt. Das Erfordernis der 

Unkenntnis im Sinne von Art. 70 Abs. 2 StGB ist dem guten Glauben gleichzusetzen. Der Be-

griff der strafrechtlichen Gutgläubigkeit des Dritten bezieht sich auf die Unkenntnis der Tatsa-

chen, die eine Einziehung rechtfertigen würden, dass es sich also um deliktische Vermögens-

werte oder um solche handelt, die dazu bestimmt waren, eine Straftat zu veranlassen oder zu 

belohnen. Nach der Rechtsprechung entspricht die strafrechtliche Gutgläubigkeit nicht dem in 

Art. 3 ZGB verankerten zivilrechtlichen Begriff. Der Dritte muss von den Tatsachen, die eine 

Einziehung rechtfertigen würden, konkrete Kenntnis haben oder deren Vorhandensein zumin-

dest ernsthaft für möglich halten. Dies, indem er entweder die Straftaten, aus denen die Ver-

mögenswerte stammen, kennt oder zumindest ernsthafte Anhaltspunkte dafür hat, dass die 

Vermögenswerte aus einer Straftat stammen. Mit anderen Worten ist eine Einziehung bei ei-

nem Dritten nur dann möglich, wenn dieser – dem Eventualvorsatz entsprechend – Kenntnis 

der die Einziehung rechtfertigenden Tatsachen aufweist. Die Verletzung einer Sorgfalts- oder 

Informationspflicht reicht nicht aus, um den guten Glauben des Dritten auszuschliessen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_969/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 1.3.2). Die Erbringung einer 

gleichwertigen Gegenleistung ist kumulativ erforderlich. Der Dritte muss diese zudem in Un-

kenntnis der Einziehungsgründe geleistet haben (NADELHOFER DO CANTO, a.a.O., N 71). 

 

16│22 

5.2.3  

Es stellt sich damit die Frage, ob der Einziehung, wie von der Beschwerdeführerin behauptet, 

das Drittenprivileg gemäss Art. 70 Abs. 2 StGB entgegensteht. Auch diesbezüglich ist vorab 

zu bemerken, dass in diesem Stadium eine ausführliche Würdigung der Sach- und Rechtslage 

zu unterbleiben hat. Die konservatorische Beschlagnahme wäre mit Blick auf ein Drittenprivileg 

nur dann aufzuheben, wenn ein solches offenkundig besteht. Einzelne Anhaltspunkte für ein 

allfälliges Drittenprivileg und damit die blosse Möglichkeit, dass der Einziehung dereinst ein 

solches entgegenstehen könnte, genügen hingegen nicht. 

Zunächst stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, keine Kenntnis von den Ein-

ziehungsgründen gehabt zu haben. Die Beschwerdeführerin war bei der Gesellschaft als Sek-

retärin angestellt. Gemäss I.__, dem vormaligen Buchhalter der Gesellschaft, war sie als sol-

che die Ansprechperson für die J.__ AG und die K.__ AG (vormalige Buchhalterinnen respek-

tive Revisorinnen der Gesellschaft; STA-act. 8.8 0009 f.). Nachdem bloss für den Zeitraum 

vom 19. Juli 2016 bis zum 14. Juni 2018 mit L.__ eine weitere Person angestellt war und als 

zusätzliche Ansprechperson fungierte, handelte es sich bei der Beschwerdeführerin gesell-

schaftsintern um die wichtigste – und über lange Strecken einzige – mit den Buchhaltungsvor-

gängen befasste Angestellte. Diese Annahme findet auch Bestätigung in den weitreichenden 

Befugnissen der Beschwerdeführerin gegenüber den verschiedenen Geschäftsbanken. Wie 

die Staatsanwaltschaft zutreffend ausführt, war etwa die elektronische Geschäftsadresse der 

Beschwerdeführerin («A.__@C.__.com») als einzige gültige E-Mail-Adresse für elektronische 

Anweisungen an die M.__ AG, über welche die Gesellschaft einen merklichen Teil ihrer Bank-

geschäfte abwickelte (vgl. STA-act. 8.4.1, im Vergleich zu 8.1.1 [N.__ AG], 8.2.1 [O.__ AG], 

8.3.1 [P.__ AG], 8.6.2 [Q.__], 8.7.2 [R.__]) und mit welcher sie entsprechend ihre wohl wich-

tigste Bankbeziehung unterhielt, vereinbart (STA-act. 8.4.1 0059). Aus der Korrespondenz er-

hellt, dass es denn auch die Beschwerdeführerin war, welche gegenüber der Bank auftrat und 

jener Anweisungen erteilte (STA-act. 8.4.1 2058-5195). Demzufolge verfügte die Beschwer-

deführerin nicht bloss über weitreichende Befugnisse, sie nahm sie auch konkret wahr. Ob die 

Beschwerdeführerin über die erforderlichen Ausbildungen für die von ihr ausgeübte Funktion 

verfügte, vermag daran nichts zu ändern. Ebenso wenig ist für die Frage des guten Glaubens 

relevant, inwieweit sie dabei lediglich gestützt auf Drittweisungen handelte und ihre Funktion 

bloss ausführender Natur war. Es steht nach Gesagtem nämlich fest, dass die Beschwerde-

führerin durch ihre Funktion über Jahre hinweg einen massgeblichen Einblick in die Buchhal-

tung und damit in die Geschäftsvorgänge der Gesellschaft hatte. Dabei darf berechtigterweise 

17│22 

angenommen werden, dass ihr dadurch ernsthafte Anhaltspunkte vorlagen, wonach die Kre-

ditgewährungen an nahestehende Personen in keinem vernünftigem Zusammenhang mit dem 

Geschäftszweck der Gesellschaft – dessen Kenntnis gesetzlich vermutet wird (vgl. Art. 936b 

Abs. 1 OR) – gestanden haben. Dies betraf insbesondere auch den ihr gewährten Kredit von 

Fr. 299'000.– für einen privaten Baulandkauf, was ihr auch ohne entsprechende Ausbildung 

und ökonomische Fachexpertise hat bewusst sein können und müssen.  

Nachdem die Beschwerdeführerin sich nicht auf den Gutglaubensschutz stützen kann, könnte 

grundsätzlich offenbleiben, ob sie eine gleichwertige Gegenleistung erbracht hat. Indes beste-

hen auch an der diesbezüglichen Sachdarstellung der Beschwerdeführerin, wonach sie der 

Gesellschaft Fr. 299'000.– zurückbezahlt und darüber hinaus ein Darlehen von Fr. 29'804.20 

gewährt habe, erhebliche Zweifel. Zwar lassen sich einige der behaupteten Zahlungen an die 

Gesellschaft anhand deren Bankunterlagen verifizieren (vgl. amtl. Bel. 4 [Beschwerdeantwort 

vom 27. Juli 2021] Ziff. 2.6.3 S. 8). Der Zweck dieser Zahlungen lässt sich aber mangels An-

gabe eines Zahlungszwecks und in Ermangelung einer nachgeführten Buchhaltung nachträg-

lich nicht mehr eruieren, zumal die Beschwerdeführerin auch zwei Geschäftsfahrzeuge der 

Gesellschaft zu Privateigentum übernommen hat und die finanziellen Beiträge an die Gesell-

schaft in den Jahren 2018 und 2019 als Gegenleistung genannt werden (STA-act. 3.1.1 0549 

[«in exchange for the financial injections into (the company) during the year 2018 until 

31.07.2019 you receive the two Audi A8 W12]»). Auch aus den Steuererklärungen der Be-

schwerdeführerin erhellt, dass sie das Darlehen jeweils per 31. Dezember 2017 mit rund Fr. 

176'000.–, 2018 mit rund Fr. 111'000.– sowie 2019 noch mit rund Fr. 66'000.– bezifferte (STA-

act. 11.6.5 0187, 0220, 0251). Daraus ist zu schliessen, dass sie in ihren Steuererklärungen 

für das Jahr 2018 von Rückzahlungen in der Höhe von rund Fr. 65'000.– und für das Jahr 2019 

von solchen in der Höhe von Fr. 45'000.– ausging. Die «versteuerten» Rückzahlungen korres-

pondieren aber nicht mit der hier vorgetragenen Sachverhaltsschilderung, wonach sie der Ge-

sellschaft im Jahr 2018 Fr. 30'000.– sowie im Jahr 2019 Fr. 176'000.– zurückerstattet haben 

will. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin in ihren Steuererklärungen zwar die beschul-

digte Person als Darlehensgläubiger angab, ihre angeblichen Rückzahlungen aber an die Ge-

sellschaft leistete. Die Sachlage ist damit in vielerlei Hinsicht noch unklar. Zweifel bestehen 

auch hinsichtlich einem weiteren (massgeblichen) Teil der behaupteten Rückzahlung 

(Fr. 123'000.–), welche die Beschwerdeführerin auf eine Übertragung ihres privaten Goldde-

pots (3 kg; 24 Karat) auf die Gesellschaft per 4. November 2016 stützt. Verwaltet beziehungs-

weise gelagert wurde dieses angebliche Golddepot durch die S.__ SA in H.__. Die angebliche 

Übertragung erfolgte entsprechend nicht physisch, sondern mittels einer Anweisung an die 

18│22 

ausländische Aufbewahrerin. Bei dieser handelt es sich indes um eine wohl ebenfalls von der 

beschuldigten Person kontrollierte Gruppengesellschaft (STA-act. 3.1 0006 Ziff. 11, 3.1.1 

0011 f.), welche auch die angeblichen Goldbestände der Gesellschaft verwaltete. Das Vor-

handensein der Goldbestände bei der S.__ SA in H.__ hat bis dato jedoch effektiv weder durch 

die Konkursverwaltung (STA-act. 3.1.1 0542-0546; 16.2.1 0052-0054) noch durch die Revi-

sion (STA-act. 4.1.2 0006 ff.) bestätigt werden können. Nach Gesagtem ist wenig wahrschein-

lich, dass der Übertragung vom 4. November 2016 tatsächlich ein physischer Goldbestand 

zugrunde lag und diese werthaltig war. Damit bestehen mindestens zurzeit gewichtige Zweifel 

daran, dass die Beschwerdeführerin der Gesellschaft das Darlehen zurückbezahlt und eine 

gleichwertige Gegenleistung erbracht hat. 

Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Beschwerdeführerin dereinst infolge 

Unkenntnis der Einziehungsgründe und gleichwertiger Gegenleistung offenkundig auf ein Drit-

tenprivileg wird berufen können und bereits jetzt klar wäre, dass eine Einziehung aus materiell-

rechtlichen Gründen dannzumal ausgeschlossen sein wird. Die Beschwerde ist auch in diesem 

Punkt unbegründet. 

 

5.3  

5.3.1  

Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass mit einer Einziehung auch eine 

unverhältnismässige Härte verbunden sei, weil sie die Darlehensforderung zurückbezahlt 

habe und noch über ausstehende Forderungen von Fr. 139'913.20 gegenüber der Gesell-

schaft verfüge. Würde die Liegenschaft eingezogen, wäre sie doppelt bestraft: Einerseits 

würde sie ihr Eigentum an der Liegenschaft verlieren, andererseits wären auch ihre Zahlungen 

im Umfang von Fr. 328'804.20 an die Gesellschaft unwiedereinbringlich verloren.  

 

5.3.2  

Die Einziehung ist dann ausgeschlossen, wenn die Einziehung dem Dritten gegenüber sonst, 

d.h. unabhängig der Unkenntnis der Einziehungsgründe und der Erbringung einer gleichwer-

tigen Gegenleistung, eine unverhältnismässige Härte darstellen würde (Art. 70 Abs. 2 StGB in 

fine). 

 

19│22 

5.3.3  

Wie bereits dargelegt, bestehen erhebliche Zweifel an den angeblichen Zahlungen an die Ge-

sellschaft (siehe vorne E. 5.2.3). Dass sich die Beschwerdeführerin dereinst wegen einer un-

verhältnismässigen Härte aufgrund ihr selbst allfällig im Konkurs entstandenen Ausfälle (BF-

Bel. 43 und 44) auf ein Drittenprivileg berufen wird können, läge zwar grundsätzlich im Bereich 

des Möglichen. Wie dargelegt genügt diese blosse Möglichkeit nicht. Vielmehr müsste die spä-

tere Einziehung aus materiell-rechtlichen Gründen als offensichtlich unzulässig erscheinen, 

was hier mit Blick auf das Ausgeführte nicht der Fall ist. 

 

5.4  

Die Staatsanwaltschaft hatte erwogen, dass alternativ auch aufgrund weiterer Zahlungen in 

der Höhe von Fr. 99'000.– ein Beschlagnahmegrund für die Liegenschaft bestehen würde. 

Nachdem für die Liegenschaft bereits aufgrund der Gewährung des Darlehens von 

Fr. 299'000.– ein Beschlagnahmegrund besteht, erübrigt sich eine weitergehende Auseinan-

dersetzung mit dem alternativen Beschlagnahmegrund sowie den diesbezüglichen Weiterun-

gen in der angefochtenen Verfügung sowie den Rechtsschriften der Verfahrensparteien.  

 

6. Verhältnismässigkeit 

6.1  

Die Beschwerdeführerin erläutert unter dem Titel der Verhältnismässigkeit, dass T.__, die 

Schwester der Beschwerdeführerin, in ihrem Einverständnis eine Überbauung der Liegen-

schaft mit einem Mehrfamilienhaus beabsichtige. Die Baubewilligung sei am 14. Juni 2021 

erteilt worden. Es sei familienintern geplant, dass die Beschwerdeführerin das Eigentum an 

der Liegenschaft an ihre Schwester übertragen werde. Im Gegenzug solle die Beschwerde-

führerin den Eigentumsanteil ihrer Schwester am Elternhaus erhalten. Mit der strafprozessua-

len Grundbuchsperre sei es für die Schwester nun zu riskant, das Bauvorhaben zu starten, da 

sie im Falle einer allfälligen Einziehung Gefahr laufe, ihre Investitionen in das Bauvorhaben 

ersatzlos zu verlieren, was unhaltbar sei. Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter, dass 

sie zu ermächtigen sei, gegen Hinterlegung eines vom Gericht zu bestimmenden Betrages auf 

ein Sperrkonto als Ersatzsicherheit die Liegenschaft aus der Beschlagnahme herauszulösen. 

 

20│22 

6.2  

Zwangsmassnahmen setzen voraus, dass die streitige Untersuchungshandlung verhältnis-

mässig erscheint (Art. 197 Abs. 1 lit. b-d StPO; BGE 141 IV 77 E. 4.3). Zwangsmassnahmen, 

die in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders zurückhaltend 

einzusetzen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Ob Verhältnismässigkeit vorliegt, ist anhand der verfas-

sungsrechtlichen Kriterien der Geeignetheit, Erforderlichkeit und der Verhältnismässigkeit im 

engeren Sinne zu prüfen (HEIMGARTNER, a.a.O., N 4 zu Art. 263 StPO). Eine Massnahme 

muss somit geeignet sein, den damit verfolgten Zweck zu erreichen. Sodann muss sie erfor-

derlich sein. An der Erforderlichkeit fehlt es, wenn mildere Massnahmen zur Erreichung des 

angestrebten Zwecks genügen. Schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen zumutbar 

sein (BGE 146 I 97 E. 2.3 m.w.H.). Hinsichtlich Beschlagnahmen sind neben der Schwere der 

inkriminierten Tat die Qualität des Tatverdachts sowie die Intensität des Grundrechtseingriffs 

massgebend; ausnahmsweise kann eine äusserst lange Verfahrensdauer, die eine Verletzung 

des Beschleunigungsgebots darstellt, nicht mehr verhältnismässig erscheinen (HEIMGARTNER, 

a.a.O., N 4 zu Art. 263 StPO). Die Beschlagnahme ist indes aufrecht zu erhalten, solange der 

Umfang der Massnahme nicht offensichtlich gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, 

insbesondere mit Blick auf die Gewährleistung des Existenzminimums (Art. 12 BV), verstösst. 

Die persönliche – insbesondere finanzielle – Situation des Betroffenen ist erst vor dem Sach-

richter zu berücksichtigen (BGE 141 IV 360 E. 3.2). 

 

6.3  

Die Beschlagnahme betrifft mit der Liegenschaft einen Vermögenswert mit mutmasslich delik-

tischer Herkunft beziehungsweise ein Surrogat davon (vorne E. 5.1). Sollte sich der vorste-

hend beschriebene Tatverdacht erhärten beziehungsweise sich der Strafsachverhalt in der 

angenommenen Weise tatsächlich verwirklicht haben, wird die Liegenschaft grundsätzlich ein-

zuziehen sein. Zur Sicherung einer solchen allfälligen Einziehung ist die Zwangsmassnahme 

geeignet und erforderlich. Der Eingriff ist zudem mild und der Beschwerdeführerin als Eigen-

tümerin damit zumutbar, nachdem lediglich die Übertragung, nicht aber der Nutzen und die 

Ausübung des Eigentums eingeschränkt wird. Dass die Beschwerdeführerin die – wie sie be-

hauptet – konkrete Absicht hegt, die Liegenschaft an ihre Schwester zu übertragen, ändert 

nichts an der mutmasslich deliktischen Herkunft der Liegenschaft und vermag auch keinen 

Verzicht auf die Sicherung des allfälligen strafrechtlichen Einziehungsanspruchs zu begrün-

21│22 

den. Die Grundbuchsperre steht schliesslich lediglich der Übertragung, nicht aber einer Über-

bauung der Liegenschaft entgegen. Die Beschlagnahme ist als Sicherungsmassnahme zu-

sammengefasst verhältnismässig. 

Zum Eventualantrag der Beschwerdeführerin, wonach sie zu ermächtigen sei, gegen Hinter-

legung eines vom Gericht zu bestimmenden Betrages auf ein Sperrkonto als Ersatzsicherheit 

die Liegenschaft aus der Beschlagnahme herauszulösen, ist Folgendes zu ergänzen: Die an-

gefochtene Verfügung handelte von der Beschlagnahme der Liegenschaft (vorne E. 2). Die 

Verfügung, die angefochten ist, definiert und umgrenzt den Verfahrensgegenstand des Be-

schwerdeverfahrens (vgl. Art. 393 Abs. 1 StPO). War demnach die Frage, ob und falls ja, zu 

welchem Betrag die Liegenschaft gegen Leistung einer Ersatzsicherheit herausgelöst werden 

kann, d.h. die Freigabe, nicht Thema der angefochtenen Beschlagnahmeverfügung, ist dar-

über auch nicht im dem diese Verfügung betreffenden Beschwerdeverfahren zu befinden. Viel-

mehr wird zunächst die hierfür zuständige Strafbehörde, die Staatsanwaltschaft, diese Frage 

zu entscheiden haben, wobei gegen diesen Entscheid gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

grundsätzlich wiederum der Beschwerdeweg offenstehen wird. 

 

7. Fazit 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt darauf 

einzutreten ist. 

 

8. Kosten 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 

oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens betragen 

zwischen Fr. 200.– bis Fr. 3'000.– (Art. 11 Ziff. 2 PKoG [NG 261.2]). Im vorliegenden Verfah-

ren werden sie ermessenweise (vgl. Art. 2 Abs. 1 PKoG) auf Fr. 2'000.– festgesetzt und aus-

gangsgemäss der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. 

Unterliegt die Drittperson in einem von ihr selbst angestrengten Rechtsmittelverfahren, hat sie 

keinen Anspruch auf Entschädigung oder Genugtuung (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 434 StPO e 

contrario), da sie einen allfälligen Schaden (Anwaltskosten) nicht aufgrund von Verfahrens-

handlungen (oder durch die Unterstützung) der Strafbehörden erlitten hat, sondern dieser auf 

ihr eigenes Handeln zurückzuführen ist. 

22│22 

Demnach erkennt das Obergericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'000.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt. 

Sie wird angewiesen, den Betrag innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheids der 

Gerichtskasse Nidwalden mittels beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen. 

3. Es wird keine Entschädigung oder Genugtuung gesprochen. 

4. [Zustellung]. 

 

 

 

Stans, 14. Dezember 2021 

 

OBERGERICHT NIDWALDEN 

Beschwerdeabteilung in Strafsachen 

Die Vizepräsidentin 

 
 
 
lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
MLaw Silvan Zwyssig Versand:   

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 

Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen eingereicht werden (Art. 78 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). Die 

Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). 

Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.