# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 895dd257-9d3b-5e12-b47d-34ea3d4dcb66
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-14
**Language:** de
**Title:** Übereinstimmende Zumutbarkeitsprofile. Befristeter Rentenanspruch rechtens.
**Docket/Reference:** IV.2020.00686
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00686.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00686
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Stadler
Urteil
vom
14. Juli 2021
in Sac
hen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Markus Krapf
Sintzel
Krapf Widmer Rechtsanwälte
Stampfenbachstrasse
42, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1971, war von Juli 2010 bis Juni 2013 bei der
Y.___
AG in Z.___
als Lagermitarbeiter in einem 100%-Pensum angestellt (
Urk.
7/
20/42,
Urk.
7/20/55ff.
).
Seither bezog er Taggelder der Arbeits
losenversicherung (
Urk.
7/
28/
5-7
).
Am 6. Januar 2015 fiel ihm beim Krafttraining eine 15 kg schwere Hantel auf den rechten Fuss (vgl. Schadenmeldung vom 20. Ja
nuar 2015, Urk.
7/
5/126
). Dabei zog er sich eine ausgeprägte Vorfuss
kontu
sion zu (vgl. Urk. 7/
5/86
, Urk. 7/5
/97
, Urk. 7/
5/101
).
Am 2
0.
Januar 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf die Fuss
kontusion rechts mit Verdacht auf ein CRPS Typ I infolge des Unfalls vom
6. Januar 2015 zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (Urk
. 7/3).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen un
d medizinischen Verhältnisse ab
,
zog wiederholt die Akten der Unfallver
sicherung (Urk. 7/5, Urk. 7/13, Urk. 7/17, Urk. 7/20-22, Urk. 7/26-30
) bei und
holte
den Bericht
de
s
behandeln
den
Arztes
(Urk.
7/32
) sowie einen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto des
Ver
sicherten (IK-Auszug, Urk. 7/
1
4) ein.
Mit Schreiben vom
2
9.
Juni 2016 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungs
mass
nah
men ange
zeigt seien (
Urk.
7/18
).
Zu diesen Akten nahm
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des
Regio
nale Ärzt
liche
n
Dienst
es
(RAD)
,
am
1
2.
Juni 2018
sowie am
1
8.
Dezember 2019
Stellung (
vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/
36). Mit Vorbe
scheid vom
1
7.
Dezember
201
9
stellte die IV-Stelle de
m
Versicherten die Ausrichtung einer
ganzen
Invali
den
rente ab
1.
Juli 2016
befristet bis zum 3
1.
Mai
201
8 in Aussicht (
Urk.
7/35
). Da
gegen erhob
der
Versiche
rte mit Schreiben vom
7.
Januar 2020
sowie er
gänzend am
2
2.
Januar 2020
Einwand (
Urk.
7/
39
,
Urk.
7/
44
).
Nach wei
teren me
dizinischen Abklärungen, insbesondere dem
Beizug
der aktuellen Akten der Un
fallversi
che
rung (
Urk.
7/45), sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Verfügung vom 18.
September
20
20
wie vorbeschieden
eine
befristete ganze Invalidenrente ab
1.
Juli 2016
bis zum 3
1.
Mai
201
8
zu
(
Urk.
7/51 =
Urk. 2).
2.
Die Unfallversicherung ihrerseits hatte d
ie
Taggeld und die Heilkos
ten
leis
tungen per 31. Mai 2018
einge
stellt und gewährte dem Versicherten ab 1. Juni 2018 eine Invalidenrente von 18 % sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integri
täts
einbusse von 10 %
(
Einspracheentscheid
vom
6.
Mai 2019
, Urk. 7/
30
). Die
da
gegen er
hobene Be
schwerde vom
2
4.
Mai 2019
(Urk. 7/
45/44-50
) wies das hiesige Gericht mit Urteil UV.201
9
.00
133
vom 2
3
.
September
20
20
ab.
3
.
Gegen die Verfügung vom 1
8.
September 2020
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
7.
Oktober 2020 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die angefoch
tene Ver
fügung sei insofern abzuändern, als dass
die Beschwerdegegnerin zu ver
pflich
ten sei,
ihm auch für die
Zeit nach dem 31.
Mai 2018 eine halbe Rente aus
zurichten.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2020
(Urk. 6
) auf Abweisung der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 2020 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zu
ge
stellt (
Urk.
8).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
-
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Invali
denversicherung [IVV]
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
de
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.3.2
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegen
standes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 3
1.
Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesgerichts 8C_489/2009 vom 2
3.
Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
September 2020 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Be
schwerdeführer seit dem Unfall am
6.
Januar 2015 gesundheitlich einge
schränkt sei, ihm aber seit Februar 2018 eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar sei. Der Beschwer
de
führer könne seither ein rentenaus
schlies
sen
des Einkommen er
zielen. Vom
1.
Juli 2016 bis 3
1.
Mai 2018 habe er jedoch Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
7.
Okto
ber 2020 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
er benötige täglich mehrere Stunden Pause, um das Bein hoch zu lagern, sodass er die Schmerzen lindern könne. Hinzu komme die Tagesmüdigkeit, da er nachts aufgrund der Schmerzen nicht schlafen könne. Die Einsatzfähigkeit sei seitens des Kreisarztes viel zu optimistisch einge
schätzt worden. Realistisch sei maximal eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit, wobei eine solche auf dem ausgeglichenen allgemeinen Arbeitsmarkt nicht existiere. Schliesslich beanstandete der Be
schwer
de
führer die Berechnung des
Valideneinkommens
. Er habe bereits eine An
stellung in Aussicht gehabt und es sei davon auszugehen, dass er bei der neuen Anstellung mindestens den gleichen Lohn wie bei der ehemaligen Arbeitgeberin erzielt hätte. Darauf sei anstelle des Tabellenlohnes abzustellen. Vergleiche man nun das
Valideneinkommen
mit dem Invalideneinkommen ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit resultiere ein Invaliditätsgrad von 59 %, mithin habe er ab dem
1.
Juni 2018 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2020 (
Urk.
6) präzisierte die Be
schwerdegegnerin in Bezug auf die Berechnung des
Valideneinkommens
,
verl
ie
r
e
die versicherte Person ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht aus gesundheitlichen Gründen, so könne das
Valideneinkommen
nicht zuverlässig anhand des zuletzt erzielten Einkommens berechnet werden. In solchen Fällen sei die LSE zur Berechnung heranzuziehen. Der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt des Renten
beginns nicht aus gesundheitlichen Gründen arbeitslos gewesen. Betreffend die in Aussicht gestellte neue Anstellung habe er keine Belege vorgebracht, weshalb
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sei, dass der Beschwerde
führer im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y.___
AG gearbeitet hätte. Mithin sei auf die Tabellenlöhne abzustellen.
3.
3.1
Am 6. Januar 2015 fiel dem Beschwerdeführer beim Training eine Gewichtshantel (15 kg) auf den rechten Fuss. Dabei zog er sich eine Vorfusskontusion zu, wobei eine Fraktur habe ausgeschlossen werden können. Die am 9. Februar 2015 durch
ge
führte Magnetresonan
ztomographie (MRI; vgl. Urk. 7/5/99
) zeige eine
subcu
tane
Kontrastaufnahme im Sinne eines posttraumatischen Hämatoms sowie ein Kno
chen
marksödem. Auf eine
arteriovenöse
Fistel gebe es keine Hinweise. Dr.
med.
B.___
, FMH Chirurgie, empfahl die Aufnahme einer Physio
therapie zur Förderung der Resorption (vgl. Arztbericht vom 3. März 2015, Urk. 7/5
/101f.
).
Bei persistierender Schwellung und Schmerzen im Bereich des rechten Vorfusses konsultierte der Beschwerdeführer die Ärzte der Orthopädie im
C.___
. Diese beschrieben ein leicht livide verfärbtes Integument mit ausgeprägter Schwellung im Mittel- und Vorfussbereich bis zu den Grundgelenken reichend. Die Schwel
lung sei
druckdolent
. Es werde die Ruhigstellung in einem Unterschenkelgehgips empfohlen (vgl. Arztbericht vom 17. April 2015, Urk. 7/
5/86). Der Verlauf war
regel
recht (vgl. Arztbericht vom 9. Juni 2015, Urk. 7/
5/68
). Bei
residueller
Schwel
lung und persistierenden Schmerzen äusserten die Orthopäden im
C.___
den Ver
dacht auf ein Morbus
Sudeck
(CRPS) und empfahlen eine rheuma
to
logische Abklärung (vgl. Arztbericht vom 29. Juli 2015, Urk. 7/
5/50
). Am 15. September 2015 wurde der Beschwerdeführer in der Rheumatologie im
C.___
unter
sucht. Die Ärzte konstatierten, klinisch zeige sich eine Hyperalgesie, eine Verän
derung des Hautkolorits mit bläulicher Verfärbung und eine verminderte Beweg
lichkeit des rechten Fusses. Es bestehe ein hochgradiger Verdacht auf ein CRPS (vgl. Urk. 7/
5/20
ff.
). Es folgte eine erneute radiologische Abklärung (vgl.
MRI vom 17. März 2016, Urk. 7/17/218
). Die Ärzte der Rheumatologie
C.___
hielten fest, es zeige sich eine ödematöse Schwellung mit deutlicher Progredienz im Bereich des Fussrückens rechts bei unauffälligem Knochenstatus. Aus rheumatologischer Sicht sei eine stationäre Behandlung zu empfehlen. Eine solche könne sich der Beschwerdeführer aufgrund negativer Assoziationen mit dem Spitalklima jedoch nicht vorstellen (vgl. Arztberichte vom 23. März 2016 [Urk. 7/
17/213
], 22. Juni 2016 [Urk. 7/
20/53
]).
3.2
Am 26. Mai 2016 wurde der Beschwerdeführer von Dr.
D.___
kreisärztlich unter
sucht (vgl. Urk. 7/20/11-16). Dieser attestierte dem Beschwer
de
führer ab Unter
suchungs
datum eine 100%ige Arbeits
fähigkeit unter Berück
sich
tigung des fol
gen
den Zumut
barkeitsprofils: leichte Tätig
keiten ohne repetitiv zurückzu
legende Geh
stre
ck
en über 50 m, ohne repeti
ti
ves Treppengehen, ohne das Be
steigen von Leitern und Gerüsten, ohne Gehen oder gar Tragen von Lasten auf unebe
nem Gelän
de und ohne repetitiv
kniende, kauernd
e
und hockende Arbeiten. Die Arbeits
fähig
keit in der angestammten Tätig
keit als Bauarbeiter sei nicht mehr gegeben und werde voraussichtlich auch nicht mehr erreicht werden. Von weite
ren Behandlungen könne jedoch noch eine gewisse Verbesserung erwartet werden.
3.3
Trotz fortgeführter Physiotherapie habe sich keine Symptombesserung eingestellt, berichteten in der Folge die Rheumatologen des
C.___
. Klinisch imponiere nach wie vor eine deut
li
che,
druckdolente
Rötung und Schwellung im Bereich des
late
rodorsalen
Fuss
rückens auf der rechten Seite (vgl. Arztbericht vom 7. Dezem
ber 2016, Urk.
7/
20/100
). Bei unveränderter Symptomatik wurde am 27. De
zem
ber 2016 ein weiteres MRI angefertigt (vgl. Urk. 7/
20/113
). Die Rheumatologen des
C.___
konstatierten eine leichte
Tenovaginitis
der Strecksehen des II
.
bis IV
.
Strahls am rechten Fuss sowie ein im Vergleich zum März 2016 nur minimal
regredientes
Weichteilödem am Fussrücken,
subcutan
betont. Zudem bestehe ein unspezifisches minimales Knochenmarksödem im Os
cuboideum
sowie am TMT IV-Gelenk. Aufgrund des für ein CRPS untypischen Verlaufs mit lokalisiertem Befund und fehlender Besserung in den letzten sechs bis neun Monaten Physio
therapie erachteten die Rheumatologen eine nochmalige Laboruntersuchung und eine neurophysiologische sowie eine dermatologische Untersuchung für ange
zeigt (vgl. Arztbericht vom 10. Januar 2017, Urk. 7/
20/
1
1
4). Es erfolgte eine Unter
suchung der peripheren Ner
ven
beteiligung bei Verdacht auf CRPS Typ I des rechten Fusses, die jedoch gemäss Zentrum für Paraplegie des
C.___
ein weit
gehend unauffälliges Ergebnis aller untersuchten peripheren Nerven gezeigt habe. Basierend auf aktuellen neuro
physiologischen Ergebnissen könne eine peri
pher neurologische Ursache für das Defizit der Sensibilität sowie der reduzierten Mo
torik des rechten Fusses ausgeschlossen werden (vgl. Arztbericht vom 20. Ja
nuar 2017, Urk. 7/
20/122
).
3.4
Zur Beurteilung der bestehenden schmerzhaften Rötung und Schwellung im Bereich des rechten Fussrückens fand am 7. Februar 2017 eine dermatologische Abklärung im
Universitätsspital
E.___
statt. Die Ärzte konstatierten, es zeige sich am Fussrücken rechts im Vergleich zu links eine unscharf begrenzte Rötung und Schwellung. Dieser Bereich sei druckempfindlich und überwärmt. Eine epidermale Beteiligung liege keine vor und es seien auch keine Bläschen und Pusteln zu
sehen. Das restliche Integument sei unauffällig. Eine dermatologische Diagnose stehe eher nicht im Vordergrund. Zur Abklärung einer Zellulitis,
Fas
ziitis
oder
Pannikulitis
sei eine Biopsie notwendig (vgl. Arztbericht vom 7. Feb
ru
ar 2017, Urk. 7/
20/143
). Die Rheumatologen des
C.___
hielten in ihrem Ver
laufs
bericht vom 21. April 2017 (Urk. 7/
20/148
) fest, es bestünden keine An
halts
punkte mehr auf ein
florides
CRPS. Nicht passend sei insbesondere die um
schrie
bene, lokalisierte Rötung und persistierende Schwellung über dem Fuss
rücken 26 Monate nach dem auslösenden Ereignis. Sie empfahlen eine
angio
logische
Ab
klä
rung sowie die Durchführung der Biopsie. Ferner wiesen sie den Beschwer
de
führer abermals auf eine stationäre Rehabilitation hin, wobei dieser eine solche erneut kategorisch abgelehnt habe.
3.5
Zum Ausschluss einer
Phlebothrombose
der rechten unteren Extremität begab sich der Beschwerdeführer am 23. Mai 2017 in die
angi
ologische
Konsultation ins
E.___
(vgl. Urk. 7/20/168). Die
Ärzte verzeichneten keine Hinwei
se auf eine Obstruktion des Leit- und Stammvenensystems auf der rechten Seite. Klinisch liege ein einseitiges sekundäres (posttraumatisch) bedingtes Lymphödem Sta
di
um I vor. Es werde eine Kompressionsbehandlung mit einem Kompressions
strump
f em
pfoh
len. Aufgrund der Schmerzen soll der Beschwerdeführer diesen nach zwei Wochen jedoch wieder weggelassen haben (vgl. Arztbericht vom 25. Juli 2017 [Urk. 7/20/177], Bericht vom 1. September 2017 [Urk. 7/20/197]). Am 25. August
2017 wurde am
E.___
die Biopsie durchgeführt (vgl. Operations
bericht, Urk
. 7/
20/217
). Diese ergab, dass histologisch kleine, dilatierte Gefässe im
Korium
mit Aus
gussthromben im Sinne eines
Sludge
-Phänomens im Vor
dergrund stün
den. Dieses histologische Bild lasse in erster Linie an eine Er
krankung aus dem Formenkreis der
Kryo
glo
bu
linämien
vermuten. Eine
Panni
ku
li
tis
sei nicht nach
weisbar. Ebenso wenig gebe es Anhaltspunkte für ein Wells-Syndrom oder eine
Intimafibrose
. Ein sehr spätes
fibrosiertes
Stadium eines kom
plexen regionalen Schmerzsyndroms könne jedoch histologisch nicht ausge
schlos
sen werden (vgl.
Dermato
histo
logischer
Be
fund vom 30. August 2017, Urk. 7/20/217). Im Folgen
den kam es zu einer deutlichen Progredienz der Schmer
zen sowie zu einer Wund
hei
lungsstörung nach der Biop
sie. Eine stationäre
muskuloskelettale
Rehabilita
tion wurde erst nach ab
ge
schlossener Wundheilung empfohlen (vgl. Arztbericht vom 30. Oktober 2017, Urk. 7/22
/46
). Unter einer Vakuumsystem-Therapie soll es zu einer kontinuier
lichen Heilung gekommen sein, sodass die Wunde am 24. No
vember 2017 praktisch geschlossen und ver
narbt gewesen sei (vgl. Ärzt
liches
Triagekonsilium
der Reha
klinik
F.___
vom 27. November 2017, Urk. 7/22
/57
).
3.6
Vom 3. Januar bis 2. Februar 2018 war der Beschwerdeführer in der Rehaklinik
F.___
hospitalisiert. Die Ärzte in
F.___
erachteten die Kriterien für die Dia
gno
se eines CRPS als nicht erfüllt. Sie gingen von einem
chronifizierten
Schmerz
syndrom aus, das sich absolut therapieresistent zeige. Während des stationären Aufenthalts sei es nicht gelungen, einen therapeutischen Ansatz zu erarbeiten, der die Beschwerden verbessert hätte.
Anlässlich der während der Rehabilitation erfolgten p
sychosomatischen Ab
klä
rung hätt
e
n
sich im Zusammenhang mit der anhaltenden Schmerz
problematik eine ängstliche und
negativistische
Haltung, Verunsicherung und dysfunktionale Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit deutlichem Schonverhalten gezeigt. Der Beschwerdeführer habe diffuse Vorstellungen und Ängste bezüglich des Fusses, welche womöglich zu seinem passiven Therapieverhalten beigetragen hät
ten. Alle gemachten Abklärungen und Diagnostik hätten nie eine somatische Ursache für die umschriebene Schwellung und die Schmerzen zu erklären ver
mö
gen. Es sei zu spüren, dass sich der Beschwerdeführer mit der Diagnose eines CRPS arrangiert habe, im festen Glauben daran, dass es keine Verbesserung geben könne und eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit die Folge sei. Ferner hätten ihm die immer wieder unterschiedlichen medizinischen Aussagen und der langwierige klinische Verlauf emotional zugesetzt. Als psychosoziale Belastungsfaktoren seien die Arbeits
losigkeit, die geringe berufliche Qualifikation sowie die finan
zi
el
len Sorgen (Vater von vier Kindern) zu nennen. Folglich sei bei dem vor
lie
gen
den Beschwerdebild von einer Schmerzverarbeitungsstörung mit Ausweitung der Symptome im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung aus
zuge
hen. Die Ärzte der Rehaklinik
F.___
konstatierten, das Ausmass der de
mon
s
trierten Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren patho
logischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Ab
klä
rungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht ungenügend erklären. Der Be
schwerdeführer zeige ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten sowie eine erhebliche Symptomausweitung. Die Beschreibung der Schmerzen sei undif
ferenziert gewesen, das Schmerzverhalten nicht adäquat. Es sei davon aus
zuge
hen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung hätte erbracht werden kön
nen, als bei den Leistungs
tests und im Behandlungsprogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der phy
sischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren kör
per
lichen Belastbarkeit nur teil
weise verwertbar. Die festgestellte psychische Störung begründe aktuell keine arbeits
relevante Leistungsminderung. Von weite
ren medi
zinischen Massnahmen seien keine Verbesserungen des Gesundheits
zustands
mehr zu erwarten. Unter Be
rück
sichtigung der objektivierbaren Unfall
folgen
hielten die Ärzte folgendes Zu
mut
bar
keitsprofil fest: mindestens leicht
e
bis mitte
l
schwere Arbeit, wechsel
be
lastend (Urk. 7/
22/109-121
).
3.7
Am 21. März 2018 wurde der Beschwerdeführer erneut kreisärztlich untersucht (vgl. Urk. 7/
22/156-163
). Dr.
G.___
führte aus,
i
n Anbetracht der Unfallfolgen seien dem Beschwerdeführer sämtliche Tätigkeiten und Ver
rich
tungen mit vorwiegend im Sitzen ausgeübten Arbeiten zumutbar. Not
wen
dige Pausen aus der sitzenden Haltung zur Verbesserung der Zirkulation des lin
ken Beines ent
sprächen im Wesentlichen den normalen Arbeits
pausen
bei sitzenden
Tätigkeiten wie vormittägliche Pausen (Znüni), Mittags
pausen und nach
mittäg
lichen Pausen (
Zvieri
) sowie das Aufstehen, um kurzfristige Tätig
kei
ten im Stehen auszuüben. Für sitzende Tätigkeiten würden keine
Gewichtslimiten
bestehen. Unter Berück
sichtigung einer über dreijährigen Abwesenheit vom Arbeitsalltag könne mit einer initialen Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Untersu
chungs
datum der Ar
beits
versuch begonnen werden. Nach einem Monat sei eine Steigerung auf 75 %, nach einem weiteren Monat eine Steigerung auf 100 % zumutbar.
3.
8
Dr.
med.
H.___
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, hielt in sei
nem Verlaufsbericht vom 2
4.
August 2019 (
Urk.
7/32) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Anzunehmendes CRPS Typ I des rechten Fusses
-
Status nach Vorfusskontusion rechts am
6.
Januar 2015
-
Chronifizierter
Verlauf mit chronischen Schmerzen und persistierender Schwellung bzw. Rötung des rechten Fusses und massiven Belastungsschmerzen
-
Depressive posttraumatische Belastungsstörung
-
Durch Schmerzen, Zukunftsängste, Aussichtslosigkeit und finanzielle Not.
Er konstatierte, in Anbetracht der schweren Verletzung des rechten Fusses werde der Beschwerdeführer nie mehr im Stande sein, eine Arbeit auszuführen, welche mit Belastung des rechten Fusses einhergehen würde.
Zumutbar sei eine Tätigkeit
, die ohne Belastung der Beine, ohne Gewichte heben, ohne Laufarbeit und in Wechselbelastung möglich
sei
.
E
rschwerend hinzu
komme
, dass sich die seelische Situation wegen
d
er völligen Aussichtslosigkeit (kein Job, kein Lohn, finanzielle und soziale Not) über die letzten Jahre kontinuierlich verschlechtert habe und der Beschwerdeführer unter depressiven Symptomen leide.
Ein Arbeitsversuch könne in einem 20-30%-Pensum gestartet und dann je nach Verlauf gesteigert werden.
E
ine theoretische berufliche Reintegration aufgrund des Alters (48 Jahre),
der
körperliche
n
Behinderung und d
er
sich entwickelnde
n
seelische
n
Belastung
sei
sehr unrealistisch, jedoch nicht unmöglich.
3.9
Am 1
2.
Juni 2018 konstatierte
RAD-Arzt
Dr.
A.___
, aufgrund der vorliegenden Unfallakten sei ein Gesundheitsschaden sowie die sich daraus ableitende Ein
schränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit ausgewiesen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagermitarbeiter bestehe sei
t
6.
Januar 2015 eine voll
stän
di
ge Arbeitsunfähigkeit. Für eine behinderungsangepasste, sitzende Tätigkeit
sei spätestens ab dem Tag der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung am 2
1.
März 2018, in Hinblick auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
F.___
aber über
wie
gend wahrscheinlich bereits ab dem Tag der dortigen Entlassung am
2.
Febru
ar 2018, von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
7/36 S. 7).
4.
In Bezug auf
den
Renten
anspruch
bis Ende Mai 2018 bringt der Be
schwer
deführer keine Einwendungen vor (vgl. E. 2.2 hiervor). Die
Zusprache
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung
ab
1.
Juli 2016 steht mit der Rechts- und Aktenlage im Einklang.
So verwies RAD-Arzt
Dr.
A.___
auf die in den verschiedenen Arzt
berichten seit Januar 2015
attestierte andau
ern
de 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
7/36 S. 6f.). Der von der Beschwerde
gegnerin für die massgebliche Periode errechnete Invaliditätsgrad wurde vom Beschwerdeführer nicht bean
standet und erscheint rechtens. Es ist darauf abzu
stellen. Ausgehend von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
seit Januar 2015
und einem entsprechenden I
nva
liditätsgrad in der Höhe von 100
%
hat der Beschwerdeführer unter Ber
ück
sichtigung von Art.
29
Abs.
1 IVG
nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs
(2
0.
Januar 2016) ab Juli 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 1.2).
5
.
5
.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.2, E. 3.6-3.9).
Zu prüfen und strittig bleibt, ob der Beschwerdeführer jedenfalls ab Februar 2018 in einer angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch arbeitsfähig war bzw. ist und ihm seither ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen angerechnet werden kann.
Bei der Be
ur
teilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ab
2.
Febru
ar 2018
stützte sich die Be
schwer
degegnerin insbesondere auf die
Ein
schätzung
von RAD-Arzt
Dr.
A.___
(E. 3.9), der
wiederum
auf die
kreis
ärztliche
Beurteilung
vom 21. März 2018 und das darin definierte Zumutbar
keitsprofil (E. 3.7)
sowie die Beurteilung der Ärzte der Rehaklinik
F.___
(E. 3.6) verwies
.
5
.2
Der Untersuchungsbericht
von Dr.
G.___
vom
21. März 2018
wurde von einem Facharzt für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates
er
stattet, beruht auf allseitigen Untersuchun
gen des Beschwerdeführers (Urk.
7/22/161
), berücksichtigt auch die von
ihm geklagten Beschwerden (Urk.
7/22/160
), wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben (
Urk.
7/22/156-160
), leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schluss
folgerungen des Experten wurden begründet (
Urk.
7/22/162
). Damit erfüllt der kreisärztl
iche Untersuchungsbericht vom 21. März
201
8
grundsätzlich die
Voraussetzungen an eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
(vgl. E.
1.
4
).
5
.3
D
ie Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
G.___
vom
21. März 2018
ist anhand der
Vorakten
nachvollziehbar und das erstellte Zumutbarkeitsprofil nimmt auf die bestehenden Einschränkungen angemessen Rücksicht.
Die Ein
schätzung von Dr.
G.___
stimmt insbesondere auch mit dem angegebenen Belastungsprofil von Dr.
H.___
überein, wonach der Beschwerdeführer keine die Beine belastende Arbeiten ausführen könne. Zu diesen Arbeiten gehör
ten unter anderem Ar
beiten mit langen Gehstrecken oder schwerem Heben bzw. Tragen, langem Aus
harren in der gleichen Position bzw. Arbeiten nur im Sitzen oder nur im Stehen (vgl. Urk.
7/32
, E. 3.8
hiervor). Ein dem von Dr.
G.___
beschriebenen ver
gleichbares Zumut
barkeitsprofil formulierte bereits Dr.
D.___
im Rahmen der ersten kreisärztlichen Untersuchung im Mai 2016 (vgl. E. 3.2) und auch die Ärzte der Rehaklinik
F.___
erachteten leichte bis mittelschwere Arbeiten, wechsel
belastend, zumut
bar (vgl. E. 3.6 in
fine
). Schliesslich vermag
der Beschwer
de
führer mit seinem Vorbrin
gen eines erhöhten Pausenbedarfs (U
rk.
1 S. 6
) nichts zu seinen Guns
ten abzuleiten, wurde dies von Dr.
G.___
doch explizit berück
sichtigt und im Rahmen der üblichen Arbeitspausen
bei sitzenden
Tätigkeiten für genügend beurteilt (E. 3.7).
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Tages
müdigkeit zufolge eines durch Schmerzen gestörten Schlafs
führt zu keiner wesentlichen Arbeitsunfähigkeit
. Im Austrittsbericht der Rehaklinik
F.___
wurden Durchschlafstörungen zwar festgehalten (vgl. Urk.
7/22/118
), ei
n daraus resul
tierender über die üblichen Arbeitspausen hinaus
gehender Pausen
bedarf
wurde aus medizinischer Sicht
aber nicht
postuliert
.
5
.4
Soweit der Beschwerde
führer
auf eine beginnende psychische Störung hinweist, welche seine Erwerbs
fähigkeit deutliche einschränke (vgl.
Urk.
1 S. 7), vermag
auch
dies nichts an der Einschätzung des RAD zu ändern.
Sowohl im Austritts
bericht der Rehaklinik
F.___
vom
7.
Februar 2018 als auch im Verlaufsbericht von
Dr.
H.___
vom 2
4.
August 2019 wurden psychosoziale Belastungs
faktoren erwähnt,
welche zum jeweils festgestellten Be
schwer
de
bild geführt ha
ben. Die Ärzte der Rehaklinik
F.___
nannten in erster Linie die Arbeitslosigkeit, die geringe berufliche Qualifikation sowie die finanzielle Sorge als Vater von vier Kindern.
Des Weiteren gaben sie an, der Beschwerde
führer zeige eine erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung. Die Be
schrei
bung der Schmerzen sei undifferenziert gewesen und das Schmerzverhalten nicht adäquat. Insgesamt begründe die festgestellte psychische Störung keine arbeitsrelevante Leistungs
min
derung (vgl. E. 3.6).
Die von
Dr.
H.___
dargelegte seelische Belastung
, wie die Arbeitslosigkeit und dadurch begründete finanzielle und soziale Not (vgl. E. 3.8)
,
begründet noch keinen Verdacht auf eine
psychische
Störung von Krank
heits
wert
.
Die von ihm
diagnostizierte depressive posttraumatische Belastungs
störung
entbehrt eines auslösenden Ereignisses von genügender Schwere
(E. 3.8) und d
ie Ärzte der Rehaklinik
F.___
äusserten
lediglich einen
Verdacht auf eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.4
;
Urk.
7/22/110
). E
ine blosse Ver
dachts
diagnose
im
pliziert
nur eine mögliche Gesundheitsstörung, kann aber ver
siche
rungs
medi
zinisch keine
rechts
genügliche
Grundlage bilden, um mögliche Aus
wirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nachzuweisen, welche im Übrigen seitens der
Ärzte der Reha
klinik
F.___
klar
verneint wurde
n
(vgl. E.
3.6 in
fine
).
Vor diesem Hintergrund und a
ngesichts dessen, dass bis
her keine psychiatrische The
rapie statt
gefunden hat,
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ein psy
chi
sches Leiden mit länger dauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneinte.
5
.5
Nach Gesagtem
ist somit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer lei
dens
angepassten Tätigkeit aus
zu
gehen.
6
.
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
ab Februar 2018
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6
.2
6
.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist An
knüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepas
ste Verdienst (BGE 134 V 322 E.
4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen; Urteil 8C_450/2016 vom
6.
Oktober 2016 E. 3.2.1).
Ist ein konkreter Lohn nicht
eruierbar
, war die versicherte Person zur Zeit des Unfalls arbeitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle auch ohne den Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, so können die Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) herangezogen werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_382/2017 vom 2
5.
August
2017 E.
2.3.1, 9C_501/2013 vom 2
8.
November 2013 E. 4.2).
6
.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine
Erwerbs
-
tätigkeit
aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruktur
erhe
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmu
th
, a.a.O., N 55 und 89 zu Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6
.3
6
.3.1
Da der Beschwerdeführer seine letzte unbefristete Anstellung bei der
Y.___
AG
bereits vor dem Unfall verloren hatte
,
wäre er im Gesundheitsfall nicht mehr bei der ehemaligen Arbeitgeberin tätig. Mithin
kann für die Festsetzung des
Validen
ein
kommens
- entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers - nicht am zu
letzt erzielten Verdienst
in diesem Betrieb
angeknüpft werden
(
Urteile des Bun
des
gerichts 8C_462/2014 vom 1
8.
November 2014 E. 4.2, 9C_378/2014 v
om 21.
Ok
tober 2014 E. 4.3.1). Es rechtfertigt sich
daher
, das
Valideneinkommen
ge
stützt auf statis
tische Durchschnittslöhne zu ermitteln
. Die Beschwerdegegnerin zog zum Ver
gleich
des
Lohniveaus
des Beschwerdeführers
das zweithöhere Kom
pe
tenz
nive
au
2
(praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Da
ten
verar
bei
tung
und Admini
stration/Bedienen von Maschinen und elektro
nischen Geräten/
Siche
r
heits
dienst/Fahrdienst) in der angestammten Branche heran
(vgl. Urk. 7/36/10)
. Nach der LSE 201
6
, Tabelle TA1, Privater Sektor,
erzielten Männer im Sektor 3
(
Dienstleistungen
), Branche
49-52
(Landverkehr; S
chifffahrt; Luftfahrt;
Lagerei
) im Kompetenz
niveau 2 einen standardisierten monatlichen Bruttolohn von
Fr.
5'
680
.--.
Hoch
gerechnet auf die im Jahre 201
8
in dieser Branche betriebs
übliche Arbeitszeit von
42,0
Stunden in der Woche (vgl. die vom BFS heraus
gegebene Tabelle Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Sektor
III H
49-53
)
und unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung
(
Bundes
amt für Statistik, T
1.10 Nominallohnindex, 2016-2019
, Männer;
Veränderung gegenüber Vorjahr, 2017: 0.4
%
, 2018: 0.5
%
)
ergibt sich ein Jahreseinkommen von
Fr.
72'
213
.
55
(Fr. 5'680.-- x 12 / 40 x 42,
0
x
0.4
%
x 0
.5
%
)
.
6
.3.2
Die Beschwerdegegnerin
übernahm das von der Unfallve
rsicherung gestützt auf die DAP-
Löhne ermittelte
Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
61’553
.--
(vgl.
Urk.
7/36 S. 10),
was nicht strittig ist.
6
.3.3
Beim Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
2018
in der Höhe von
Fr.
72'
213
.
55
mit dem hypothetischen Invalideneinkommen
2018 im Betrag von Fr. 61’553
.-
- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
11'
660
.
55
beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von
gerundet 15
%
.
Die Beschwerdegegnerin hat ent
spre
chend einen invaliden
versicherungs
rechtlich relevanten Invaliditätsgrad zu Recht verneint (vgl. vorstehend E.
1.2
).
Selbst wenn auf das vom Beschwerdeführer geltend gemachte
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 74'750.--
(vgl. Urk.
1 S
.
8) abgestellt werden würde, würde sich bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 13'
197
.
--
resp. einem
Invaliditätsgrad von gerundet 18
% kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
mehr
ergeben.
Unter Berücksichtigung von
Art.
88a Abs.
1 IVV ist bei ausgewiesener verbesserter Leistungsfähigkeit ab
2.
Februar 2018 eine Aufhebung der Rente erst per
3
1.
Mai
2018 Folge zu leisten.
6
.4
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
7
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Markus Krapf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstStadler