# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ced9bbe9-1814-5934-8e78-fed805a5a6ea
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-14
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 14.03.2022 S 2020 108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-108_2022-03-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 14. März 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch Advokat B.________

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2020 108

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Urteil S 2020 108

A. Der 1959 geborene C.________ war als Steuermann auf einem Binnenschiff für 
die im Kanton Zug domizilierte D.________ GmbH erwerbstätig und dadurch für die 
Folgen von Berufsunfällen bei der Suva versichert. Am 12. November 2019 fiel er bei 
einem Manöver an der Anlegestelle E.________ zwischen dem Bug des Schiffes und der 
Ufermauer ins Wasser. Erst eine Stunde später konnte er geborgen werden. Nach 
Einleitung von Reanimationsmassnahmen wurde der Versicherte in die Uniklinik 
F.________ gebracht, wo sein Tod festgestellt werden musste. Mit Verfügung vom 
18. März 2020 (UV-act. 21) und Einspracheentscheid vom 17. Juli 2020 (UV-act. 37) 
lehnte es die Suva ab, der Witwe des Versicherten, A.________, Hinterlassenenleistungen 
zu erbringen. Dies begründet sie damit, dass der Tod des Versicherten weder die Folge 
eines Unfalles noch einer Berufskrankheit gewesen sei.

B. Dagegen erhob die Witwe A.________ am 8. September 2020 Beschwerde mit 
dem Rechtsbegehren um Zusprechung der gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang 
mit dem Tod ihres Ehemannes (act. 1 S. 2).

C. Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2020 schloss die Versicherung auf 
Abweisung der Beschwerde (act. 7).

D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
Standpunkten fest (act. 9 und 11).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu 17. Juli 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1). 

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Urteil S 2020 108

1.2 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Be-
stimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Artikel 82a ATSG sieht vor, 
dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 8. September 2020 der Post übergeben, weshalb die 
bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] sowie § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen 
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung [BGS 842.5]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 58 Abs. 2 ATSG – Zuständigkeit am Sitz der letzten schweizerischer Arbeitgeberin 
des im Ausland wohnhaft gewesenen Versicherten – gegeben, arbeitete der im Ausland 
wohnhaft gewesene Versicherte zuletzt für die im Kanton Zug domizilierte D.________ 
GmbH. Der angefochtene Einspracheentscheid datiert vom 17. Juli 2020 und ist der 
Beschwerdeführerin am 4. August 2020 zugestellt worden (BF-act. 2). Die 
Beschwerdeschrift trägt das Datum des 8. September 2020, wurde gleichentags der Post 
übergeben und ging am darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 
30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes 
vom 15. Juli bis und mit dem 15. August 2020 (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG) gewahrt. Die 
Beschwerdeführerin ist vom angefochtenen Entscheid direkt betroffen und zur 
Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen verständlichen Antrag und 
eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die 
Beschwerde einzutreten ist.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Ein Unfall ist gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 
Tod zur Folge hat (BGE 129 V 404 E. 2.1).

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Urteil S 2020 108

3.2 Stirbt die versicherte Person an den Folgen eines Unfalles, hat der überlebende 
Ehegatte Anspruch auf eine Hinterlassenenrente (Art. 28 des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]).

3.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 
Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie 
von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen. Der 
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast 
begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der 
verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials 
besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel 
eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, 
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6).

3.4 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder 
das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter 
Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die 
Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung), was nicht gegen 
den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV verstösst (BGE 124 V 90 
E. 4b; 122 V 157 E. 1d).

4.

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Urteil S 2020 108

4.1 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Leistungsablehnung damit, dass die im 
Auftrag der Staatsanwaltschaft F.________ durchgeführte Obduktion keine Befunde 
ergeben habe, die eindeutig auf ein todesursächliches Ertrinken hingewiesen hätten. 
Verschiedene Befunde, welche bei Ertrinkungsfällen gehäuft vorkämen, hätten nicht 
erhoben werden können. Infolge einer Herzmuskelmassenzunahme sei ebenso ein Tod 
aus innerer Ursache denkbar. Dadurch hätte es jederzeit zur Ausbildung von – gege-
benenfalls todesursächlichen – Herzrhythmusstörungen kommen können (UV-act. 37 
S. 3). Der Ertrinkungstod könne weder nachgewiesen noch gänzlich ausgeschlossen 
werden (act. 7 S. 4). 

4.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass der 
verstorbene Versicherte gemäss den Zeugenaussagen mit einem Fuss auf der Quaimauer 
und mit einem Fuss auf dem Schiff gestanden sei und mit einer Leine hantiert habe, als er 
abgerutscht und zwischen Quaimauer und Schiff ins Wasser gefallen sei. Trotz 
Sicherheitsweste sei er vom Bugstrahl angezogen worden und ertrunken (act. 1 S. 4 f.). 
Dass er ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als er mit einem Fuss auf dem Schiff und mit 
dem anderen Fuss auf der Quaimauer gestanden habe, eine todesursächliche 
Herzrhythmusstörung erlitten habe und deshalb so ins Wasser gefallen sei, dass es 
ausgesehen habe, als sei er abgerutscht, sei äusserst unwahrscheinlich. Es sei viel 
wahrscheinlicher, dass er ertrunken sei, denn dafür lägen mehrere Hinweise vor (act. 1 
S. 8 f.). 

Weiter wirft die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin voreilige und rechtswidrige 
antizipierte Beweiswürdigung vor, indem sie auf weitere medizinische Abklärungen sowie 
auf eine unabhängige Begutachtung verzichtet habe. Der plötzliche Herztod kündige sich 
meistens mittels entsprechender Warnzeichen an. In der Mehrzahl der Fälle müsse eine 
schwere Herzkrankheit vorliegen. Weiter könne der Überlebenskampf unter Wasser den 
behaupteten plötzlichen Herztod verursacht haben. Selbst wenn ein Kreislaufstillstand 
eingetreten wäre, und der Versicherte deshalb ins Wasser gefallen wäre, sei er vom 
Bugstrahl des Schiffes trotz aufgeblasener Schwimmweste unter Wasser gehalten worden 
und habe deshalb nicht gerettet werden können (act. 9 S. 5).

5.
5.1 Im Zwischenbericht der Wasserschutzpolizeiwache F.________ vom 
13. November 2019 wurde festgehalten, dass das Tankmotorschiff "G.________" still und 
fest an der Ufermauer in E.________ gelegen sei. Gegen 18:15 Uhr habe es ablegen 

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sollen. Beim Losmachen der Vorleinen sei der Versicherte in den Rhein zwischen Schiff 
und Ufermauer gestürzt. Er habe eine automatische Rettungsweste getragen. Im Wasser 
sei er vermutlich von der in Betrieb befindlichen Bugstrahlanlage unter Wasser gezogen 
und festgehalten worden. Später habe er sich abgelöst und sei zu Tal getrieben. Neben 
einem ca. 200 Meter talwärts ebenfalls an der Quaimauer liegenden Fahrgastschiffes sei 
er zwischen Quaimauer und Schiff festgekommen. Hier sei er ohne Lebenszeichen 
aufgefunden und schliesslich ohne Bewusstsein und ohne Vitalfunktion geborgen worden 
(UV-act. 17/12).

5.2 Noch am selben Abend gab der 2. Schiffsführer H.________ bei der 
Zeugeneinvernahme durch die Wasserschutzpolizeiwache F.________ an, gegen 15:15 
Uhr angelegt zu haben. Alle Besatzungsmitglieder seien nacheinander einkaufen 
gegangen. Um 18:00 Uhr habe er das Schiff für das Ablegen vorbereitet. Er sei ins 
Steuerhaus gegangen und habe die Maschine gestartet. Der Versicherte sei ins 
Steuerhaus gekommen, habe ein Funkgerät genommen und gesagt, dass alles vorbereitet 
sei. Er habe Sicherheitsschuhe, die Bordbekleidung und eine Rettungsweste getragen. 
Der Versicherte sei nach achtern gegangen und habe nach Rücksprache mit dem Zeugen 
die Achterleine losgemacht. Dann sei er an der Backbordseite innerhalb der Reling zum 
Bug gegangen. Am Bug angekommen habe er über Funk gefragt, ob er beide Vorleinen 
los machen solle. Der Zeuge habe dies bestätigt und dem Versicherten gesagt, dass er 
den Bug mit dem Bugstrahl an der Mauer halte. Er habe gesehen, wie der Versicherte von 
Bord auf die Mauer gegangen sei. Diesen Bereich der Mauer habe er nicht mehr einsehen 
können. Er habe auf die Rückmeldung gewartet, dass alles los sei. Der Versicherte habe 
sich aber nicht mehr gemeldet. Dann sei der Steuermann I.________ an Deck gekommen, 
um beim Losmachen zu helfen. Als dieser etwa in der Schiffsmitte gewesen sei, habe er 
über Funk gesagt, dass der Versicherte im Wasser sei. Der Zeuge habe Alarm gegeben 
und die Schraube gestoppt. Dann habe er versucht, mit dem Bugstrahl das Schiff zu 
halten, denn er habe nicht gewusst, ob die Leinen noch fest gewesen seien. Mit dem 
Ruder habe er das Heck vom Ufer ferngehalten. Er sei im Steuerhaus geblieben, bis das 
Schiff wieder sicher festgemacht gewesen sei (UV-act. 17/62–63).

5.3 Der Steuermann I.________ gab bei der Zeugeneinvernahme durch die 
Wasserschutzpolizeiwache F.________ an, die vier Besatzungsmitglieder hätten in der 
Messe gegessen. Der 2. Schiffsführer sei als erster ins Steuerhaus gegangen. Dann sei 
der Versicherte aus der Messe gegangen. Er habe noch mit dem 1. Schiffsführer ein paar 
Minuten geredet. Dann habe er ihm gesagt, dass er dem Versicherten beim Losmachen 

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helfe und sei an Deck gegangen. Auf dem Deck sei er von achtern Richtung Bug 
gegangen. Als er in der Schiffsmitte gewesen sei, habe er nach vorne geschaut und den 
Versicherten dort nicht gesehen. Leute am Ufer hätten gerufen, dass jemand ins Wasser 
gefallen sei (UV-act. 17/64–65).

5.4 Der 1. Schiffsführer J.________ gab bei der Zeugeneinvernahme durch die 
Wasserschutzpolizeiwache F.________ an, sich ca. fünf Minuten vor dem Ablegemanöver 
mit allen Besatzungsmitgliedern in der Messe befunden zu haben. Der 2. Schiffsführer sei 
ins Steuerhaus und der Versicherte zum Bugbereich gegangen. Er selber habe noch mit 
dem Steuermann I.________ gesprochen, bis dieser dem Versicherten beim Ablegen 
habe helfen wollen und gegangen sei (UV-act. 17/66–67).

5.5 Gemäss Aktenvermerk vom 12. November 2019 der Wasserschutzpolizeiwache 
F.________ gaben drei Zeugen an, unter einer Brücke Alkohol konsumiert zu haben. 
Diese hätten gesehen, dass der Versicherte mit einem Fuss auf dem Vorschiff und dem 
anderen auf der Quaimauer mit einer Leine hantiert habe. Dann sei er abgerutscht und 
zwischen Quaimauer und Schiff ins Wasser gefallen (UV-act. 17/68).

5.6 Laut Ermittlungsbericht der Wasserschutzpolizeiwache F.________ vom 
13. November 2019 zeigten sich die Mauerkrone und das Schiffsdeck nass und rutschig. 
Auf der Mauerkrone der Quaimauer, dem Uferweg und im Bugbereich des Schiffes liege 
eine grosse Menge an nassem Laub. Die Mauerkrone sei nass und immer wieder mit 
Moos bedeckt (UV-act. 17/10–11).

5.7 Die Ärzte der Zentralen Notfallaufnahme der Uniklinik F.________ diagnostizierten 
im Bericht vom 12. November 2019 einen Ertrinkungstod. Dem Bericht lässt sich weiter 
entnehmen, dass nach Intubation des Versicherten massiv (300 ml) Wasser über den 
Tubus abgesaugt worden sei (UV-act. 17/4). 

5.8 Im Sektionsprotokoll des Instituts für Rechtsmedizin an der Uniklinik F.________ 
vom 28. November 2019 (UV-act. 17/26–41) wurde festgehalten, dass sich durch die bei 
der Obduktion erhobenen Befunde keine mit blossem Auge sichtbare, eindeutige 
Todesursache ergeben habe. Es hätten keine Befunde festgestellt werden können, die 
eindeutig auf ein todesursächliches Ertrinken hinwiesen. Sogenannte Paltauf-Flecken 
(kleinfleckige Einblutungen unter dem Lungenfell), wie sie gehäuft bei Ertrinkungsfällen 
vorkämen, seien nicht nachweisbar gewesen. Auch eine Dreischichtung des 

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Mageninhaltes habe sich nicht abgrenzen lassen. In der Keilbeinhöhle sei ebenfalls nur 
eine Spur Flüssigkeit nachweisbar gewesen. Als einziger Befund, der sich gehäuft bei 
Ertrinkungsfällen, aber auch bei anderen Todesursachen, finde, sei ein hochgradig 
ausgeprägtes hämorrhagisches Lungenödem zur Darstellung gekommen. Anhand der 
Befunde könne somit ein todesursächliches Ertrinken weder nachgewiesen noch 
ausgeschlossen werden (UV-act. 17/39). 

Möglich sei ebenso ein Tod aus innerer Ursache, denkbar infolge einer 
Herzmuskelmassenzunahme. Das Herz habe mit einem Gewicht von 555 g deutlich das 
sogenannte kritische Herzgewicht (500 g) überschritten. Hierdurch sei eine adäquate 
Sauerstoffversorgung des Herzmuskelgewebes nicht mehr zwingend gewährleistet, 
sodass es jederzeit zur Ausbildung von gegebenenfalls todesursächlichen 
Herzrhythmusstörungen kommen könne (UV-act. 17/39).

Neben einem Tod aus innerer Ursache oder einem todesursächlichen Ertrinken käme 
ebenso eine Intoxikation in Betracht. Eine eventuelle Beeinflussung zum Todeszeitpunkt 
durch Alkohol und/oder Medikamente bzw. andere Substanzen oder deren Mitwirkung am 
Sterbegeschehen könnte nur durch weiterführende chemisch-toxikologische Analysen 
festgestellt bzw. ausgeschlossen werden, deren Beauftragung zur Klärung der 
Todesumstände empfohlen werde und im Nachgang von der Staatsanwaltschaft 
F.________ in Auftrag gegeben worden seien (UV-act. 17/39). 

Es hätten sich ferner keine Hinweise für das Einwirken einer äusseren mechanischen 
Gewalt ergeben, welche einen Einfluss auf das Sterbegeschehen hätte nehmen können 
(UV-act. 17/40). 

5.9 Die von der Staatsanwaltschaft F.________ in Auftrag gegebenen chemisch-
toxikologischen Untersuchungen (UV-act. 17/22) vermochten gemäss Befundmitteilung 
des Instituts für Rechtsmedizin an der Uniklinik F.________ vom 20. November 2019 kein 
Alkohol nachzuweisen. Weiter wurde ein ausführliches rechtsmedizinischen Gutachten 
über die Untersuchung von Leichenmaterial auf leicht flüchtige Substanzen bzw. die 
chemisch-toxikologischen Untersuchung von Leichenmaterial in Aussicht gestellt (UV-
act. 17/25).

6.

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6.1 Eine genauere Betrachtung der von der Wasserschutzpolizeiwache F.________ 
erhobenen äusserlichen Umstände lässt darauf schliessen, dass der Versicherte 
ausrutschte und deswegen ins Wasser fiel. 

Obwohl möglicherweise betrunken gaben Zeugen detailliert an, wie der Versicherte mit 
einem Fuss auf dem Vorschiff und dem anderen auf der Quaimauer mit einer Leine 
hantiert habe, abgerutscht und zwischen Quaimauer und Schiff ins Wasser gefallen sei 
(E. 5.5). Diese Aussage wird durch die Feststellungen der Polizeibeamten gestützt, 
wonach sowohl der Bugbereich des Schiffes als auch die Krone der Quaimauer von einer 
grossen Menge an nassem, und damit rutschigem, Laub bedeckt waren. Ausserdem war 
die Mauerkrone nass und immer wieder mit Moos bedeckt (E. 5.6). Das Schiff lag im 
Bugbereich mit einem Abstand von mehr als 90 cm zur Quaimauer. Der Höhenunterschied 
betrug 16 cm. Der Festmacher am Heck backbordseitig war bereits gelöst und der 
Bugstrahl in Betrieb (vgl. Ermittlungsbericht vom 13. November 2019 [UV-act. 17/10–11]).

Der Stand des Versicherten mit einem Fuss auf dem wegen des nassen Laubes 
rutschigen Bugbereich des Schiffes und mit dem anderen Fuss auf der mit nassem Laub 
und Moos bedeckten und damit ebenfalls rutschigen Krone der Quaimauer war 
offensichtlich unsicher und erforderte darüber hinaus einen grossen seitlichen Schritt. 
Ausserdem war der Versicherte im Begriff, das Schiff loszumachen, weshalb das Schiff 
trotz – oder gerade wegen – der laufenden Bugstrahlanlage nicht mehr ganz ruhig im 
Fluss gelegen haben dürfte. Dass der Versicherte mit seinem unsicheren Stand auf 
rutschigem, möglicherweise wackeligem, Untergrund das Gleichgewicht verlor, 
ausrutschte und ins Wasser fiel, erscheint als nachvollziehbar und mit den vorliegenden 
Indizien ohne Weiteres vereinbar. 

6.2 Für den unter Wasser eingetretenen Tod konnte keine eindeutige medizinische 
Erklärung gefunden werden. Der anfänglich angenommene Tod durch Ertrinken (E. 5.7) 
konnte nach der Obduktion weder mit Sicherheit nachgewiesen noch ausgeschlossen 
werden (E. 5.8). 

Gleiches gilt allerdings auch für die weiteren untersuchten Todesursachen. So gab es 
keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung. Eine Alkoholintoxikation liess sich nicht 
nachweisen (E. 5.9). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass sich sämtliche 
Besatzungsmitglieder einem freiwilligen Alkoholtest durch die Wasserschutzpolizeiwache 
F.________ unterzogen. Auch diese Tests verliefen negativ (vgl. Befundbericht zur 

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Erfassung von Schiffsunfällen und Unfällen im Schiffsbetrieb vom 13. November 2019 
[UV-act. 17/55–59 S. 3]). Es weist somit nichts darauf hin, dass auf dem Schiff Alkohol 
oder weitere bewusstseinsverändernde Substanzen konsumiert wurden. Anhaltspunkte 
dafür, dass der Versicherte schädlichen, gar potenziell tödlichen Gebrauch von 
Medikamenten gemacht habe, liegen ebenfalls keine vor. Es besteht demzufolge kein 
hinreichender Anlass, das nicht bei den Akten liegende ausführliche rechtsmedizinische 
Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin an der Uniklinik F.________ über die chemisch-
toxikologische Untersuchung von Leichenmaterial nachträglich einzuholen (vgl. zu den 
Grenzen der richterlichen Abklärungspflicht BGE 110 V 48 E. 4a; ferner E. 5.9) 

Mit Bezug auf einen Tod aus innerer Ursache, insbesondere in Zusammenhang mit der 
erhöhten Herzmuskelmasse, ist festzuhalten, dass diese Hypothese von den 
Rechtsmedizinern lediglich als möglich beurteilt wurde. In den Akten finden sich allerdings 
keine Hinweise auf eine vorbestehende ernsthafte Krankheit des Versicherten. Die 
kongruenten Aussagen der übrigen Besatzungsmitglieder (E. 5.2–5.4) lassen vielmehr 
darauf schliessen, dass der Versicherte – insbesondere kurz vor seinem Tod – keine 
Anzeichen für Herzprobleme manifestiert habe. So assen die vier Kollegen nach dem 
nachmittäglichen Einkauf gemeinsam auf dem Schiff und gingen danach einer nach dem 
anderen ihrer Arbeit nach. Selbst der 2. Schiffsführer, der im Steuerhaus und später über 
Funk zuletzt Kontakt mit dem Versicherten hatte, berichtete nicht über Auffälligkeiten im 
Verhalten seines Kollegen, die als Warnzeichen für einen bevorstehenden plötzlichen 
Herztod hätten interpretiert werden können. Es ist sodann anzunehmen, dass die vier 
Besatzungsmitglieder durch ihre Arbeit auf dem Schiff in engem Kontakt 
zueinanderstanden und allfällige gesundheitliche Probleme des Versicherten bemerkt bzw. 
nach dessen Tod der Polizei mitgeteilt hätten. 

Auch lassen sich dem geschilderten Ablauf des Tages und insbesondere des 
Ablegemanövers keine Abweichungen von der bekannten Routine auf dem Schiff 
entnehmen, weshalb darin auch kein Auslöser für einen plötzlichen Herztod gefunden 
werden kann. Unter diesen Umständen erscheint ein Tod aus innerer Ursache keineswegs 
wahrscheinlicher als ein Ertrinkungstod im Sog des Bugstrahls. Zwar wäre theoretisch 
möglich, dass der Sturz ins Wasser den Versicherten emotional derart belastete, dass 
eine schwere, tödliche Herzrhythmusstörung ausgelöst wurde. Dadurch würde aber der 
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall (Ausrutschen und Sturz ins 
Wasser) und dem daraufhin eingetretenen Tod nicht unterbrochen.

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6.3 Zusammenfassend ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erstellt, dass der Versicherte infolge seines Sturzes ins Wasser verstarb, weshalb sein 
Tod auf einem Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG beruht. Dies führt zur Gutheissung der 
Beschwerde und Anerkennung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.

7. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 
lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung). Ausgangsgemäss 
ist der Beschwerdeführerin eine vom Gericht nach Ermessen festgesetzte 
Prozessentschädigung von Fr. 2'400.– (inklusive Barauslagen und MWST) zuzusprechen 
(Art. 61 lit. g ATSG). 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
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1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 17. Juli 2020 
aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung hat.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung im Betrage von Fr. 2'400.– (inklusive Barauslagen und 
MWST) zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 14. März 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am