# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40e19003-b823-5f00-a48c-0cdcc1837177
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2010 D-3489/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3489-2010_2010-06-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3489/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Fulvio Haefeli, 
Blaise Pagan,
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

B._______, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Einreisebewilligung und Asyl; Verfügung des BFM
vom 23. März 2010

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3489/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer ist sri-lankischer Staatsbürger tamilischer Eth-
nie und stammt aus A._______. 

B.
Mit Schreiben vom 16. Februar 2007 wandte er sich an die schweize-
rische Botschaft in Sri Lanka (Colombo) und ersuchte um Asyl in der 
Schweiz. Mit Schreiben an die Botschaft vom 9. März und vom 6.  Juni 
2007 wiederholte der Beschwerdeführer sein Ersuchen.

C.
Mit Schreiben vom 6. und vom 18. Juli 2007 forderte die Botschaft den 
Beschwerdeführer auf, sein Gesuch mit detaillierten Angaben zu den 
geltend gemachten Asylgründen zu ergänzen sowie Beweismittel und 
Identitätspapiere einzureichen. 

D.
Mit Eingaben an die Botschaft vom 12. und vom 27. Juli 2007 machte 
der Beschwerdeführer weitere Angaben zu den Gründen seines Asyl-
gesuchs  und  übermittelte  Kopien  verschiedener  Dokumente  (Identi-
tätsausweise, Geburts- und Ehebescheinigungen, Zeitungsartikel, Be-
stätigungsschreiben).

E.
Mit Schreiben vom 3. September 2007 übermittelte die Botschaft das 
Asylgesuch und die entsprechenden Dokumente dem Bundesamt für 
Migration (BFM).

F.
Mit  Eingaben  an  die  Botschaft  beziehungsweise  an  das  BFM  vom 
10. Oktober  2007,  vom  19. Januar,  2. Mai,  30.  Juni,  8. August, 
19. September  und  18. November  2008  sowie  vom  17. Februar, 
20. April und 25. Mai 2009 äusserte sich der Beschwerdeführer ergän-
zend zu seinen Asylvorbringen. Auf Einzelheiten wird, soweit wesent -
lich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

G.
Mit Schreiben vom 11. Januar 2010 teilte das BFM dem Beschwerde-
führer mit, es werde die Ablehnung seiner Gesuche um Asyl und Be-

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willigung der Einreise in die Schweiz erwogen. Gleichzeitig wurde der 
Beschwerdeführer aufgefordert, sich dazu zu äussern, ob sich in der 
Zwischenzeit in Bezug auf sein Asylgesuch neue Tatsachen ergeben 
hätten.

H.
Mit Schreiben an die schweizerische Botschaft vom 17. Februar 2010 
gab der Beschwerdeführer eine entsprechende Stellungnahme ab. 

I.
Mit Verfügung vom 23. März 2010 verweigerte das BFM die Einreise 
des Beschwerdeführers in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. 

J.
Mit vom 20. April  2010 datierter, der sri-lankischen Post am 30. April 
2010 übergebener und am 4. Mai 2010 bei der Schweizer Vertretung in 
Colombo eingegangener Eingabe focht der Beschwerdeführer die Ver-
fügung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Über Beschwerden gegen Verfügungen, die gestützt auf 
das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM 
erlassen  worden  sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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1.3 Im vorinstanzlichen Aktendossier  sind weder Angaben dazu ent-
halten,  wann  die  damit  beauftragte  schweizerische  Botschaft  in  Sri 
Lanka  dem  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des  BFM übermittelte, 
noch liegt  eine  Empfangsbestätigung  vor. Der  genaue Zeitpunkt  der 
Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung  steht  somit  nicht  fest.  In-
dessen trägt die Beweislast für die erfolgte Zustellung und deren Zeit-
punkt  die  Behörde,  welche  die  Zustellung  veranlasst  hat  (vgl.  FELIX 
UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissen-
berger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009, 
Art. 34, N 10). Unter der Voraussetzung, dass die vom 23. März 2010 
datierende Verfügung dem Beschwerdeführer  erst  nach dem 3. April 
2010  eröffnet  wurde  –  was  unter  den  gegebenen Umständen  eines 
Asylverfahrens  im  Ausland  plausibel  erscheint  –,  ist  die  30-tägige 
Beschwerdefrist  eingehalten.  Ein  früheres  Eröffnungsdatum ist  nach 
Aktenlage nicht  nachgewiesen. Somit  ist  im vorliegenden Fall  davon 
auszugehen,  dass  die  Beschwerde  innert  der  gesetzlichen  Frist 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG) erhoben worden ist.

1.4 Die Beschwerde ist in englischer Sprache und somit nicht in einer 
Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur 
Beschwerdeverbesserung  kann  indessen  aus  prozessökonomischen 
Gründen  verzichtet  werden,  da  der  Eingabe  genügend  klare,  sinn-
gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind 
und ohne weiteres darüber befunden werden kann.

1.5 Die Beschwerde ist somit als frist- und formgerecht eingereicht zu 
erachten; der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG; 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG sowie  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung des 
Schriftenwechsels verzichtet.

2.
2.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei  
einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG).

2.2 Die schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person 
in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverord-
nung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person 

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von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhal-
ten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die schweizerische Vertretung überweist 
dem Bundesamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylge-
such sowie weitere zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden 
Bericht,  der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält  (Art. 10 Abs. 3 
AsylV 1).

2.3 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
kann  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss  Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen.

2.4 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit der an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen (vgl.  Entschei-
dungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1997 
Nr. 15, insbesondere S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktionel-
ler  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach 
wie vor Gültigkeit hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts -
abklärung zugemutet werden kann.

3.
3.1 Der  Beschwerdeführer  macht  mit  seinen  verschiedenen schriftli -
chen  Eingaben  im  vorinstanzlichen  Verfahren  sowie  mit  der  Be-
schwerdeschrift  im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  in  A._______  als 
Kassierer  in  einem  Gasthaus  beziehungsweise  Getränkeladen 
gearbeitet.  Am  14. September  2006  seien  sri-lankische  Soldaten  in 

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das Lokal  eingedrungen, hätten den Namen des Beschwerdeführers 
gerufen und mit Schusswaffen zwei Angestellte getötet sowie weitere 
Personen verletzt. Er selbst sei mit dem Leben davongekommen, weil 
er sich habe verstecken können. Er vermute einerseits einen Racheakt 
gegen seine Person, nachdem er sich zuvor geweigert habe, Soldaten 
kostenlos  alkoholische  Getränke  und  Zigaretten  abzugeben. 
Andererseits gehe er davon aus, dass man ihn verdächtigt habe, mit 
den  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  zusammenzuarbeiten. 
Nach  dem  Zwischenfall  hätten  Angehörige  der  Sicherheitskräfte 
mehrmals  nach  ihm  gefragt,  und  aufgrund  der  Bedrohung  sei  er 
schliesslich am 15. Februar 2007 mit seiner Ehefrau und seinen drei 
Kindern  nach  Colombo  gereist.  Seither  habe  man  in  A._______ 
weiterhin nach ihm gesucht; so sei eine Person, die beim Zwischenfall  
vom  14. September  2006  verletzt  worden  sei,  mehrfach  nach  ihm 
gefragt  worden.  Ein  ehemaliger  Angestellter  des  Gasthauses  sei 
später  von  Unbekannten  erschossen  worden.  In  Colombo  sei  er 
ebenfalls  erheblicher  Gefahr  ausgesetzt.  Die  Behörden  hätten  sich 
geweigert,  ihn  mit  seiner  Familie  zu  registrieren,  und  er  fürchte 
deshalb, durch die Polizei verhaftet und schlimmstenfalls umgebracht 
zu  werden.  Eine  unbekannte  Person  habe  mehrmals  seine  Ehefrau 
angerufen und mit  ihm zu sprechen  verlangt.  Verschiedentlich  seien 
ausserdem  unbekannte  Personen  zu  seinem  Haus  in  Colombo 
gekommen  und  hätten  nach  ihm  gefragt,  wobei  er  jedoch  jeweils 
abwesend  gewesen  sei.  Am  17. September  2008  seien  Angehörige 
der Polizei gekommen und hätten verlangt, dass er mit seiner Familie 
unverzüglich  das  Haus  in  Colombo  verlasse  und  nach  A._______ 
zurückkehre. Unbekannte hätten des Weiteren auf der Strasse seine 
Ehefrau  angehalten  und  nach  ihrer  Adresse  gefragt.  Aufgrund  der 
konstanten Bedrohung sei  er  weder  in  Colombo noch in  A._______ 
seines Lebens sicher. Unter den eingereichten Beweismitteln ist eine 
vom 27. Dezember  2006  datierende  Bestätigung  der  Human  Rights 
Commission  of  Sri  Lanka  hervorzuheben,  wonach  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers  aufgrund  des  Vorfalls  vom  14. September  2006 
eine Beschwerde vorgebracht habe. 

3.2 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen 
aus, der Beschwerdeführer habe seit dem Jahr 2007 ununterbrochen 
in Colombo gelebt  und dabei  mit  den sri-lankischen Behörden keine 
konkreten Probleme gehabt, obwohl er aufgefordert worden sei, nach 
A._______  zurückzukehren.  Angesichts  dessen  und  unter 
Berücksichtigung  des  Umstands,  dass  der  Beschwerdeführer  kein 

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spezifisches Gefährdungsprofil aufweise, das zum heutigen Zeitpunkt 
mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung  schliessen  liesse,  sei  nicht  von  der  erforderlichen 
Schutzbedürftigkeit auszugehen.

3.3 Diese Einschätzung des Bundesamts ist  zu bestätigen. Dabei ist 
zwar zunächst nicht in Abrede zu stellen, dass die allgemeine Sicher-
heits-  und Menschenrechtslage in  Sri  Lanka auch nach dem staatli -
cherseits  deklarierten  Ende  des  mehr  als  25  Jahre  dauernden  Bür-
gerkrieges  im  Mai  2009  nach  wie  vor  schlecht  ist  (vgl.  hierzu  bei-
spielsweise  SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE/JUDITH MACCHI/RAINER MAT-
TERN, Sri Lanka: Aktuelle Situation, Bern 2009, S. 4 ff.). Der mit einer 
vernichtenden  Niederlage  der  LTTE endende  Bürgerkrieg  hatte  ver-
heerende  Auswirkungen  auf  die  Zivilbevölkerung.  Trotz  der  Beendi-
gung  der  Kampfhandlungen  wird  von  der  Regierung  die  Meinungs- 
und Pressefreiheit anhaltend unterdrückt, weshalb eine objektive Be-
richterstattung aus Sri  Lanka  zur  aktuellen  Lage nur  unter  äusserst 
erschwerten  Bedingungen  möglich  ist.  Die  weitere  Entwicklung  der 
allgemeinen Lage in Sri Lanka muss als vollkommen offen bezeichnet 
werden. Insbesondere ist unklar, wie die Regierung mit den ehemali-
gen Angehörigen und Anhängern der LTTE umgeht beziehungsweise 
weiter umgehen wird. Trotz der jüngsten Ereignisse und der nach wie 
vor unsicheren Situation ist jedoch im vorliegenden Fall festzuhalten, 
dass  die  geschilderten  Schwierigkeiten  des  Beschwerdeführers  ge-
mäss den geltenden asylrechtlichen Kriterien nicht genügen, um seine 
Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

3.4 Insbesondere  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  seit 
dem 15. Februar 2007 in Colombo lebt und seither jedenfalls insofern 
unbehelligt  geblieben ist,  als  er  niemals durch die sri-lankischen Si-
cherheitskräfte  verhaftet  wurde  und  auch  kein  Verfahren  gegen  ihn 
eingeleitet wurde. Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, er habe 
sich in Colombo die meiste Zeit verborgen gehalten, während gewis-
sermassen  ständig  sowohl  dort  als  auch  in  A._______  nach  ihm 
gesucht  worden  sei.  Indessen  ergibt  sich  aus  seinen  schriftlichen 
Angaben, dass er spätestens seit dem 6. Juni 2007 bis zum Zeitpunkt 
der  Beschwerdeeingabe  vom 20. April  2010 immer  an  der  gleichen 
Strasse  in  Colombo  lebte.  Die  im  Schreiben  an  die  schweizerische 
Botschaft  vom  17. Februar  2010  und  in  der  Beschwerdeschrift 
gemachte Aussage, aufgrund der Suche nach seiner Person habe er 
vor  kurzer  Zeit  seine  letzte  Unterkunft  verlassen  und  an  die 

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angegebene  neue  Adresse  fliehen  müssen,  ist  somit  insofern  zu 
relativieren,  als  er  seine  Unterkunft  lediglich  an  eine  andere 
Hausnummer ([...] anstelle von [...]) in der gleichen Strasse ([...]) und 
somit  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  verlegte.  Nachdem  der 
Beschwerdeführer mit seiner Familie seit fast drei Jahren an einer fast  
identischen Adresse in Colombo wohnhaft ist, ist nicht glaubhaft, dass 
er durch Angehörige der sri-lankischen Sicherheitskräfte gesucht wird 
beziehungsweise  einer  konkreten  Verfolgungsgefahr  ausgesetzt  ist. 
Bestünde  seitens  des  sri-lankischen  Staats  (oder  Dritter,  die  mit 
Unterstützung der sri-lankischen Behörden operieren) tatsächlich ein 
Verfolgungsinteresse in Bezug auf die Person des Beschwerdeführers, 
so wäre es unter den gegebenen Umständen ein Leichtes gewesen, 
seiner  habhaft  zu  werden.  Bezeichnenderweise  soll  der 
Beschwerdeführer  nach  dessen  Angaben  am  17. September  2008 
durch  die  sri-lankische  Polizei  dazu  aufgefordert  worden  sein,  sein 
Haus  in  Colombo  unverzüglich  zu  verlassen  und  mit  seiner  Familie 
nach  A._______  zurückzukehren.  Indessen  lebt  er  zum  heutigen 
Zeitpunkt  offenbar  –  wie  erwähnt  –  nach  wie  vor  an  der  gleichen 
Strasse.  Es  liegt  auch  auf  der  Hand,  dass  ein  derartiges  Verhalten 
nicht  glaubhaft  erscheinen lässt,  der  Beschwerdeführer  fühle sich in 
Colombo  tatsächlich  in  konkreter  Weise  bedroht.  Hinsichtlich  der 
geltend  gemachten  Ereignisse  in  (...)  –  auf  deren  Glaubhaftigkeit 
angesichts der zu ziehenden Schlüsse nicht eingegangen zu werden 
braucht –  steht dem Beschwerdeführer somit in der Region Colombo 
eine  innerstaatliche  Flucht-  beziehungsweise  Aufenthaltsalternative 
offen, die er seit geraumer Zeit auch nutzt. Soweit die Region Colombo 
betreffend,  ist  nach  dem  zuvor  Gesagten  nicht  von  asylrechtlich 
beachtlichen Problemen auszugehen.

3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass trotz der schwierigen Sicher-
heits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka keine konkreten Hinweise 
für eine anhaltende Gefährdung des Beschwerdeführers im Sinne von 
Art. 3 AsylG vorliegen. Das BFM hat somit zutreffend festgestellt, der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  schutzbedürftig  im Sinne des Asylgeset-
zes. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht die Erteilung 
der Einreisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

4.
Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sach-

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verhalt  richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art.  106 
AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in  Anwendung von Art. 63 
Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21.  Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung der 
Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Botschaft  in Colombo, mit  dem Ersuchen, das 
Urteil  dem  Beschwerdeführer  gegen  Unterzeichnung  der 
beigelegten  Empfangsbestätigung  oder  gegen  postalischen  Rück-
schein  zu  eröffnen  und  den  Eröffnungsbeleg  dem Bundesverwal-
tungsgericht zuzustellen (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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