# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c3eceda-7cdd-5ab0-853e-017aa449dcc7
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-16
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 16.02.2012 P1 11 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-11-15_2012-02-16.pdf

## Full Text

P1 11 15 
 

 

URTEIL VOM URTEIL VOM 16. FEBRUAR 2012 
 

Kantonsgericht 
I. Strafrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Kantonsrichter Dr. Lionel Seeberger, Präsident, Jérôme Emonet, 
Hermann Murmann und Gerichtsschreiber Dr. Rochus Jossen 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt Oberwallis, vertreten durch 
Oberstaatsanwalt A___________ 

 

und 

 

X___________, Strafantragstellerin 

 

und 

 

Y___________, Strafantragstellerin 

 

gegen 

 

Z___________, Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
B___________ 

 

(Drohung, Nötigung, Pornografie, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, das 
BetmG und das SVG) 

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Verfahren 
 

A. Nach Abschluss der Strafuntersuchung (Strafanzeige der Gemeinde C___________ 
vom 19. August 2009; Strafantrag von X___________ vom 31. August 2009; 
Strafantrag von Y___________ vom 2. September 2009; Eröffnungsverfügungen vom 
26. August 2009 und vom 1. Juni 2010; Ergänzung der Eröffnungsverfügung vom 
23. September 2009; Anschuldigungsverfügung vom 26. Februar 2010; Ergänzung der 
Anschuldigungsverfügung vom 1. Juni 2010; Schlussverfügung vom 14. Juli 2010) und 
aufgrund des Überweisungs- und Zulassungsbeschlusses vom 12. August 2010 fällte 
das Bezirksgericht C___________ am 23. Dezember 2010 im Nachgang zur 
Hauptverhandlung vom 20. Dezember 2010 nachstehendes Urteil, welches es den 
Parteien gleichentags als Judicatum und am 31. Januar 2011 in begründeter Form 
eröffnete: 

1. Z___________ wird infolge Schuldunfähigkeit (Art. 19 Abs. 1 StGB) vom Vorwurf der mehrfachen 

versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen 

Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), der versuchten und vollendeten Nötigung (Art. 181 StGB), der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 34 Abs. 1 lit. d WG), des mehrfachen Konsums von 

Betäubungsmitteln (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 

SVG) freigesprochen. 

2. Z___________ wird vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB freigesprochen. 

3. Für Z___________ wird im Sinne von Art. 59 StGB eine stationäre therapeutische Massnahme in einer 

geeigneten psychiatrischen Einrichtung oder einer Massnahmenvollzugseinrichtung angeordnet mit 

anfänglichem Vollzug in einer geschlossenen Einrichtung oder einer geschlossenen Abteilung einer 

offenen Strafanstalt im Sinne von Art. 76 Abs. 2 StGB. 

4. Die Anordnung der Massnahme erfolgt auf unbestimmte Dauer. Das Massnahmenvollzugsgericht hat 

zu gegebener Zeit im Sinne von Art. 62d Abs. 1 StGB zu prüfen, ob und wann Z___________ aus dem 

Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben ist. 

5. Die bestehende Sicherheitshaft bzw. der begonnene vorzeitige Massnahmenvollzug bleibt bis zum 

ordentlichen Massnahmenvollzug aufrechterhalten. 

6. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien (Haschisch- und Hanfpfeife, 

Digitalwaagen, Häcksler, Hanfsieb und -mühlen etc.) sowie das beschlagnahmte Klappmesser werden 

eingezogen und vernichtet. 

7. Die beschlagnahmten Waffen Pietro Beretta, 9 mm Parabellum, 92 FS, Nr. L29595Z, und Beretta 98 

FS INOX, 9 mm Para, Nr. BER453262, samt Zubehör (Waffenkoffer, Pistolenetui mit Schraubenzieher 

und Reinigungsset) und die beschlagnahmte Munition werden eingezogen und zugunsten der 

Staatskasse verwertet. 

8. Die Gerichtskosten von Fr. 57'000.-- werden dem Staat Wallis auferlegt. 

9. Der Staat Wallis bezahlt Rechtsanwalt B___________ eine Entschädigung als Offizialanwalt des 

Beschuldigten von Fr. 20'000.--. 

 
B. Gegen das am 1. Februar 2011 ausgehändigte Urteil legte Z___________ am 
7. Februar 2011 persönlich und am 23. Februar 2011 durch seinen Offizialanwalt 
Berufung mit den nachstehenden Rechtsbegehren ein: 

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1. Es sei festzustellen, dass Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts C___________ vom 23. Dezember 

2010 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Die Ziffern 1, 3-7 des Urteils des Bezirksgerichts C___________ vom 23. Dezember 2010 seien 

aufzuheben und der Beschuldigte sei 
freizusprechen 

a) vom Vorwurf der Nötigung, der schweren Drohung sowie vom Vorwurf der Gewalt und Drohung 

gegen Beamte 

• angeblich begangen zum Nachteil von D___________ am 19. August 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von E___________ am 18. August 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von F___________ am 18. August 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von Y___________ am 18. August 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von G___________ am 30. April 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von H___________ Mitte April 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von I___________ in den Jahren 2007 und 2008, 

b) wegen versuchter Nötigung und Drohung 

• angeblich begangen gegen Beamte zum Nachteil von X___________ begangen am 
18. August 2009, 

• angeblich begangen zum Nachteil von J___________, begangen am 24. August 2009, 

c) der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen durch Führen eines 

Personenwagens in fahrunfähigem Zustand am 10. März 2010, 

d) der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Übertretung), angeblich begangen durch 

Rückübertragung eine Pistole ohne schriftlichen Vertrag, 

e) der Winderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Übertretung) angeblich begangen 

durch Eigenkonsum einer unbestimmten Menge Marihuana vom 21. Dezember 2007 bis Oktober 

2009 und vom Dezember 2009 bis 10. März 2010. 

3. Es sei dem Berufungskläger eine Entschädigung pro ungerechtfertigten Tag in Haft in Höhe von 

CHF 100.00 pro Tag auszurichten. 

4. Die Kosten des Verfahrens vor erster Instanz sowie vor Rechtsmittelinstanz sind dem Kanton 

aufzuerlegen. 

5. Dem Berufungskläger sei eine Entschädigung für entstandene Verteidigungskosten vor erster Instanz 

von CHF 36'693.65 auszurichten. 

6. Dem Berufungskläger seien die entstandenen Verteidigungskosten vor Rechtsmittelinstanz zu 

ersetzen. 

7. Es sei ein neues forensisch-psychiatrisches Obergutachten zu erstellen. 

8. Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren der unterzeichnende Anwalt weiterhin als 

Offizialanwalt beizuordnen. 

 
Am 28. Februar 2011 reichte Z___________ persönlich eine erneute 
Berufungserklärung mit neuen Rechtsbegehren ein und beantragte für das 
Berufungsverfahren die Auswechslung seines Offizialverteidigers. 

C. Mit Entscheid vom 23. März 2011 wies der Präsident der I. Strafrechtlichen 
Abteilung sowohl das Gesuch von Z___________ um Wechsel des Offizialanwalts als 

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auch dasjenige von B___________ um Entlassung aus dem Offizialmandat ab. Auf 
eine gegen diesen Entscheid gerichtete Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 
1B_197/2011 vom 14. Juli 2011 nicht ein.  

Am 22. November 2011 wies der Präsident der I. Strafrechtlichen Abteilung den Antrag 
von Z___________ auf Einholung eines neuen forensisch-psychiatrischen 
Obergutachtens ab, nachdem das Gericht mehrere medizinische Verlaufsberichte der 
behandelnden Ärzte eingeholt hatte.  

D. Am 6. Oktober 2011 wurden die Parteien auf den 7. Dezember 2011 zur 
Berufungsverhandlung vorgeladen. Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte 
der Oberstaatsanwalt die Abweisung der Berufung, soweit darauf eingetreten werde 
und die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Der Berufungskläger reichte 
nachstehende, teilweise abgeänderte bzw. präzisierte Rechtsbegehren ein: 

1. Es sei festzustellen, dass Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts C___________ vom 23. Dezember 

2010 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Die Ziffern 1, 3-7 des Urteils des Bezirksgerichts C___________ vom 23. Dezember 2010 seien 

aufzuheben und der Beschuldigte sei 
frei zu sprechen 

a)  vom Vorwurf der Nötigung, der schweren Drohung sowie vom Vorwurf der Gewalt und Drohung 

gegen Beamte 

• angeblich begangen zum Nachteil von D___________ am 19. August 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von E___________ am 18. August 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von F___________ am 18. August 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von Y___________ am 18. August 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von G___________ am 30. April 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von H___________ Mitte April 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von I___________ in den Jahren 2007 und 2008 

b)  wegen versuchter Nötigung und Drohung 

• gegen Beamte zum Nachteil von X___________ angeblich begangen am 18. August 2009 

• angeblich begangen zum Nachteil von J___________, begangen am 24. August 2009  

3. Der Angeklagte sei dagegen  
schuldig zu sprechen 

a) der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, durch Führen eines Personenwagens in 

fahrunfähigem Zustand am 10. März 2010 

b) der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Übertretung) durch Rückübertragung eine Pistole 

ohne schriftlichen Vertrag 

c) der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Übertretung) durch Eigenkonsum einer 

unbestimmten Menge Marihuana vom 21. Dezember 2007 bis Oktober 2009 und vom Dezember 

2009 bis 10. März 2010 

und mit einer Geldstrafe in angemessener Höhe, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs, zu 

bestrafen. Die Probezeit ist auf 2 Jahre anzusetzen. 

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4. Es sei dem Berufungskläger eine Entschädigung pro ungerechtfertigten Tag in Haft in Höhe von 

CHF 100.00 pro Tag auszurichten. 

5. Die Kosten des Verfahrens vor erster Instanz sowie vor Rechtsmittelinstanz sind dem Kanton 

aufzuerlegen. 

6. Dem Berufungskläger sei eine Entschädigung für entstandene Verteidigungskosten vor erster Instanz 

von CHF 36'693.65 auszurichten. 

7. Dem Berufungskläger seien die entstandenen Verteidigungskosten vor Rechtsmittelinstanz in der 

Höhe von CHF 14'354.05 zu ersetzen. 

8. Die für Z___________ im Sinne von Art. 59 StGB mit Entscheid des Kantonsgerichts vom 8. Juni 2010 

angeordnete stationäre Massnahme sei aufzuheben. 

9. Der Berufungskläger sei unverzüglich aus dem Massnahmevollzug zu entlassen. 

10. Beschlagnahmte Gegenstände seien zwecks Verwertung einzuziehen und dem Berufungskläger 

dessen Verwertung zu bescheinigen. 
 

Das Kantonsgericht 
stellt fest und zieht in Erwägung 

 

1. Am 1. Januar 2011 trat die neue Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft (SR 
311.0). Gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 453 Abs. 1 StPO ist ein 
Rechtsmittel gegen einen Entscheid, der vor Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt 
wurde, nach bisherigem Recht und von den bisher zuständigen Behörden zu 
beurteilen. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts C___________ wurde nach 
alter kantonaler StPO (fortan StPO/VS) gefällt, so dass auch für die Beurteilung der 
bereits vor Inkrafttreten der neuen StPO hängigen Berufung das alte Recht zur 
Anwendung gelangt. 

2. a) Gegen das vom Bezirksgericht in erster Instanz gefällte Urteil ist gemäss Art. 14 
Ziff. 1 und Art. 176 Ziff. 1 StPO/VS die Berufung an das Kantonsgericht zulässig.  

Mit der Berufung anfechtbar sind alle Mängel der Untersuchung, der Verhandlung und 
des Urteils erster Instanz (Art. 177 StPO/VS). Das Gericht kann das Urteil erster 
Instanz bestätigen, mildern oder – unter Vorbehalt einer Haupt- oder 
Anschlussberufung von Staatsanwalt oder Zivilpartei – schärfen (Art. 193 Ziff. 1 und 2 
StPO/VS). Die Berufung hemmt die Vollstreckung des Urteils im Rahmen der gestellten 
Begehren, ausgenommen in Bezug auf die Aufrechterhaltung der Untersuchungs- und 
Sicherungshaft (Art. 189 Ziff. 1 StPO/VS). In der Regel sind denn auch einzig die durch 
die Berufungserklärung (oder durch die Anschlussberufung) angefochtenen Punkte des 
Entscheides der Überprüfung unterstellt (Art. 189 Ziff. 2 StPO/VS). Die als solche zu 
bezeichnende Berufungserklärung muss deshalb kurz begründet angeben, inwiefern 
der Entscheid angefochten wird, und die Berufungsanträge enthalten (Art. 185 Ziff. 2 
StPO/VS). Ein blosser Verweis auf frühere Eingaben genügt als Begründung nicht. 
Ausserdem dient die Berufungserklärung der Information der übrigen 
Verfahrensparteien, indem sie Entscheidgrundlage bildet für eine eventuelle 
Anschlussberufung (Art. 187 StPO/VS) oder für die Teilnahme an der 
Berufungsverhandlung (vgl. Art. 47 Ziff. 4 Abs. 2, Art. 192 Ziff. 5 StPO/VS). Auf eine 

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Berufung, welche die inhaltlichen Anforderungen von Art. 185 Ziff. 2 StPO/VS nicht 
erfüllt, namentlich keine Begründung oder keine Berufungsanträge enthält, ist folglich 
nicht einzutreten (ZWR 2006 S. 317 ff. [Bundesgerichtsurteil 1P.115/2006 vom 2. Mai 
2006], 2005 S. 218 f. [Bundesgerichtsurteil 1P.109/2004 vom 10. März 2004] und 2004 
S. 321 f.). Insoweit begrenzt die schriftliche Berufungserklärung den Gegenstand der 
Berufung. Demzufolge sind nach Ablauf der Berufungsfrist eine Änderung der Anträge 
oder der Begründung bzw. neue Anträge oder ein Nachschieben der Begründung, 
auch bei der Berufungsverhandlung, welche auf eine Ausdehnung der Berufung 
hinauslaufen, nicht zulässig (ZWR 2005 S. 328 f.; vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, § 99 N. 18 ff., 23; Piquerez, 
Traité de procédure pénale suisse, 2. A., Genf/Zürich/Basel 2006, § 155 N 1233).  

Im Rahmen der Berufungserklärung verfügt die Berufungsinstanz über volle Kognition 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (ZWR 1990 S. 207 E. 2a), wobei sie sich 
darauf beschränken kann, einzelne Punkte des vorinstanzlichen Urteils in knapper 
Form zu behandeln, oder, soweit sie das angefochtene Urteil bestätigt und auch mit 
der Begründung einig geht, auf diese zu verweisen (BGE 123 I 34 E. 2c, 103 Ia 409 
E. 3a; ZWR 2005 S. 328 f. E. 1c, 2000 S. 294 E. 13, 1984 S. 154 E. 3). Aufgrund der 
fehlenden Haupt- oder Anschlussberufung des Oberstaatsanwalts kann das 
Kantonsgericht das Urteil erster Instanz bezüglich Z___________ bestätigen oder 
mildern, jedoch nicht zu dessen Ungunsten abändern (Art. 193 Ziff. 1, 2 StPO/VS). 

b) Innerhalb der 30tägigen Rechtsmittelfrist gingen drei rechtliche Eingaben beim 
Gericht ein. Z___________ wandte sich mit Schreiben vom 7. Februar 2011 (Berufung 
1) gegen das vorinstanzliche Urteil, sein Verteidiger reichte am 23. Februar 2011 eine 
Berufungserklärung ein (Berufung 2) und Z___________ persönlich hinterlegte am 
28. Februar 2011 eine weitere Berufungserklärung (Berufung 3). 

Die Verteidigung, selbst die notwendige Verteidigung, ist grundsätzlich keine 
Vertretung, sondern lediglich eine Beistandschaft der beschuldigten Person und kann 
nicht an deren Stelle treten. Daher kann eine beschuldigte Person sämtliche 
Verfahrenshandlungen grundsätzlich auch persönlich ausüben, selbst wenn die 
Strafbehörden unter gewissen Umständen berechtigt sind, anzuordnen, dass sie nur 
mit dem Rechtsbeistand verkehren (BGE 105 Ia 296 E. 1d; Schmid, Handbuch des 
schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N. 718, 730 sowie 
Fn. 171, Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 40 N. 6 ff.; Ruckstuhl, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 4 zu Art. 128 StPO, je mit Hinweisen). Diese 
Überlegungen gebieten, vorliegend alle drei Eingaben innerhalb der laufenden 
Rechtsmittelfrist zu berücksichtigen, soweit diese formgerecht erfolgten (Art. 185 Ziff. 1 
StPO/VS), zumal der Angeklagte zu diesem Zeitpunkt das Vertrauensverhältnis zu 
seinem Rechtsvertreter als gestört einstufte und daher eigene Eingaben hinterlegte. Da 
eine nachträgliche Einschränkung des Berufungsgegenstandes bis zum Schluss 
möglich ist (vgl. zur neuen StPO Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 3, 6 zu Art. 399 mit 
Hinweisen), sind allerdings die im Einverständnis mit dem Angeklagten anlässlich der 

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Berufungsverhandlung hinterlegten Begehren massgebend, soweit zu einem früheren 
Zeitpunkt weitergehende Anträge eingereicht worden sind. 

3. a) Das Bezirksgericht legte seiner rechtlichen Qualifikation – abgesehen vom Vorfall 
der Pornografie, in dessen Punkt Z___________ freigesprochen worden ist und der 
mangels Berufung oder Anschlussberufung des Staatsanwalts nicht mehr Gegenstand 
des Berufungsverfahrens bildet – folgende Sachverhalte zugrunde, welche es als 
erstellt ansah (ausführlicher angefochtenes Urteil E. 3).  

aa) Ab Sommer 2004 habe Z___________ den bis im Frühjahr 2009 für ihn 
zuständigen Mitarbeiter des Sozialmedizinischen Regionalzentrums C___________ 
[fortan: SMRZ] I___________ bedroht, indem er ihm gesagt habe "ich bekomme dich 
schon noch", "ich passunder ab", "du kriegst dann einen auf die Fresse", oder "dü 
chusch de scho nu dra". Als „ganz massiv“ habe I___________ einen Fax, welcher er 
am 29. November 2007 erhalten habe, empfunden, mit welchem Z___________ im 
Zusammenhang mit einer Lebensversicherung Bescheid darüber verlangt habe, wen er 
für den Verlust von mehr als Fr. 500'000.-- umbringen solle. Dieses Fax-Schreiben 
habe I___________ verängstigt.  

bb) Mitte April 2009 habe der Angeklagte zwecks Klärung seiner Wohnsituation 
mehrmals mit H___________, einer Mitarbeiterin des Vormundschaftsamtes, 
telefonischen Kontakt gehabt. Anlässlich eines solchen Telefongesprächs sei 
Z___________ immer aufbrausender geworden, habe H___________ irgendwann 
gesagt, sie sollten schauen, dass "das mit der Wohnung klappe" und sie aufgefordert 
zuzuhören, woraufhin er zweimal ein Klickgeräusch gemacht habe, welches sich für 
H___________ angehört habe, als wolle er sich erschiessen.  

cc) Nachdem H___________ aufgrund dieses Vorfalls mit dem Schreiber 
K___________ Kontakt aufgenommen hatte, habe am 30. April 2009 eine Sitzung 
beim Vormundschaftsamt stattgefunden, an welcher nebst Z___________ und 
H___________ auch G___________ als Präsidentin des Vormundschaftsamtes 
teilgenommen habe. Dabei sei es um die Auszahlung von IV-Geldern wie auch um 
Z___________ Wohnsituation gegangen. Im Verlaufe der Sitzung sei Z___________ 
laut geworden und habe G___________ gesagt, dass sie die kommende Nacht nicht 
gut schlafen werde und anschliessend den Raum verlassen. G___________ habe sich 
jedoch durch diese Aussage nicht bedroht gefühlt. 

dd) Am Nachmittag des 18. August 2009 habe Z___________ F___________, einen 
Mitarbeiter der kantonalen Ausgleichskasse, telefonisch aufgefordert, bis am darauf 
folgenden Freitag Geld zu überweisen, ansonsten er mit einem Messer bewaffnet nach 
Sitten kommen werde. Weiter habe Z___________ F___________ gefragt, ob er 
Kinder habe und ihm gesagt, dass er diesen etwas antun würde. Dann habe er 
aufgelegt. Durch diese Ereignisse war F___________ nach eigenen Aussagen 
verängstigt und verunsichert.  

ee) Am 18. August 2009, um 16.15 Uhr, habe Z___________ auf die AHV-Zweigstelle 
der Gemeinde C___________ angerufen und dem Lehrling E___________ gesagt, 

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dass er bis am Folgetag um 14.30 Uhr wissen wolle, was mit seiner Wohnung laufe, 
ansonsten sie das Gebäude L___________ "zusammenwischen" könnten. 
Z___________ habe auf Nachfrage von E___________ hin bestätigt, dass dies eine 
Bombendrohung sei. E___________ sei erschrocken, habe die Meldung ernst 
genommen und sei am Folgetag zwischen 13.00 Uhr und 14.30 Uhr unruhig gewesen. 

ff) Bei einem von X___________ in Anwesenheit von H___________, M___________ 
und E___________ getätigten Rückruf bei Z___________ habe dieser dieselben 
Drohungen ausgesprochen. Z___________ habe gesagt, dass er bis am Mittwoch die 
Sache mit der IV geklärt haben wolle, ansonsten man das Gebäude L___________ 
rauchen könne. Sowohl X___________ als auch H___________ und E___________ 
hätten sich durch die Drohung verängstigt gefühlt. 

gg) Am 18. August 2009, um ca. 16.35 Uhr, habe Z___________ telefonisch 
Y___________, die Leiterin des Sekretariats der Polizei C___________, kontaktiert 
und dieser gesagt, dass er ihr HIV-Fotos geschickt habe. Danach gefragt, was er damit 
meine, habe er die erwähnte Aussage drei Mal wiederholt, ohne sie näher zu erläutern. 
Schliesslich habe er das Gespräch mit den Worten "jetzt bist du voll am Arsch" 
beendet, wobei er sehr ironisch und höhnisch gewesen sei. Y___________ sei durch 
den Anruf ausserordentlich beunruhigt und betroffen gewesen.  

hh) Am 19. August 2009, um 16.20 Uhr, nachdem sich J___________ rund eine 
Stunde vorher telefonisch an D___________, dem für ihren Sohn ab Frühjahr 2009 
zuständigen Mitarbeiter des SMRZ, gewendet, sich über ihre Wohnsituation beklagt 
und um ein Gespräch ersucht hatte, habe Z___________ D___________ angerufen 
und ihm gesagt, dass er sich nicht mehr an seine Mutter zu wenden habe, ansonsten 
er in sein Büro kommen und ihm "grüsig eis uf d'Frässa" geben würde. Entsprechende 
Drohungen habe er bereits anlässlich von Telefonaten am 1. April gegenüber einer 
Angestellten der Administration und am 7. April 2009 gegenüber ihm selber 
ausgesprochen. Es sei vorgekommen, dass Z___________ seine Drohungen mit 
Forderungen verbunden habe. Durch diese Aussagen habe er bei D___________ 
Angst und Unsicherheit ausgelöst.  

ii) Nach Erhalt der Vorladung zur Vormundschaftssitzung am 24. August 2009, um ca. 
17.00 Uhr, habe Z___________ G___________ telefonisch kontaktiert und dieser 
resolut mitgeteilt, dass er nicht an die anberaumte Sitzung der Vormundschaftsbehörde 
kommen werde. Im Verlaufe des von J___________ fortgeführten Telefonats habe er 
seiner Mutter zugerufen, "wenn mit der Vormundschaft etwas läuft, erschiesse ich mich 
und lege mich vor deine Türe, dann hast du es dann". Zudem habe er ein Glas an die 
Wand geworfen, seine Waffe geholt, auf den Küchentisch gelegt und seine Mutter 
gefragt, ob sie mit den Behörden zusammenarbeite. 

jj) Am Morgen des 26. August 2009 habe Z___________ seine Mutter aus der 
Wohnung geworfen, indem er sie gepackt, vom Stuhl gehoben und aus der Wohnung 
befohlen habe. Dabei habe er zu seiner Mutter gesagt, sie solle nun die Angelegenheit 
mit dem Amt regeln oder man hätte "ihn gesehen". Er lasse sich nicht bevormunden, 
sonst passiere etwas.  

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kk) Sodann hätten N___________ und Z___________ bei der Rückübertragung der 
Waffe der Marke Mosquito, Kaliber 22, keinen schriftlichen Vertrag abgeschlossen, 
obwohl dies bei der Erstübertragung zwischen denselben Parteien getan worden sei.  

ll) Weiter habe Z___________ eingeräumt, Betäubungsmittel zu konsumieren, indem 
er seit mehr als zehn Jahren Marihuana und Haschisch und gelegentlich Kokain 
rauche. Er rauche täglich vier bis fünf Joints. Die entsprechenden Aussagen würden 
auch durch die Beschlagnahme von entsprechenden Drogen, die Z___________ als 
seine eigenen anerkannt habe, bekräftigt.  

mm) Und schliesslich habe Z___________ am Abend des 10. März 2010 sein 
Fahrzeug mit einer Blutkonzentration von THC von mindestens 3.5 μg/l gelenkt. 

b) Gestützt auf diese Sachverhalte sah das Bezirksgericht folgende Tatbestände als 
erfüllt an: den Tatbestand der mehrfachen versuchten Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) zum Nachteil von I___________, 
H___________ und F___________; den Tatbestand der mehrfachen Drohung (Art. 
180 Abs. 1 StGB) zum Nachteil von X___________ und Y___________ sowie den 
Tatbestand der versuchten und vollendeten Nötigung (Art. 181 StGB) zum Nachteil von 
J___________. Weiter gelangte es zum Schluss, Z___________ habe die 
Tatbestände der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 34 Abs. 1 lit. d WG), 
des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) und des 
Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 SVG) erfüllt. Demgegenüber 
unterliess es mangels entsprechenden Strafantrags eine Prüfung des Tatbestands der 
Drohung gegenüber I___________, E___________ und D___________. Ebenso 
wenig prüfte die Vorinstanz die strafrechtliche Relevanz der Aussagen Z___________ 
gegenüber G___________. 

c) Aufgrund dieses erstinstanzlichen Urteilsspruchs zielen die von Z___________ 
anlässlich der Berufungsverhandlung hinterlegten Rechtsbegehren insofern ins Leere, 
als er in Ziffer 2a einen Freispruch hinsichtlich angeblich begangener Straftaten zum 
Nachteil von D___________, E___________ und G___________ verlangt. Gegenüber 
diesen fand überhaupt kein belastender Urteilsspruch statt, weshalb Z___________ 
diesbezüglich mangels Beschwer nicht zur Berufung legitimiert ist. Nämliches gilt, 
soweit Z___________ in Ziffer 2a einen Freispruch vom Vorwurf der Nötigung (Art. 181 
StGB) zulasten von F___________, Y___________, H___________ und 
I___________ bzw. zulasten von X___________ (Ziffer 2b) verlangt. Ebenso wenig 
sah das Bezirksgericht den Straftatbestand der Drohung (Art. 180 StGB) gegenüber 
F___________, H___________, I___________ und J___________ als erfüllt an, 
weshalb es dem Berufungskläger auch diesbezüglich an der Berufungslegitimation 
fehlt. Und schliesslich gilt Besagtes auch in Bezug auf den geforderten Freispruch vom 
Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte (Art. 285 StGB) zum Nachteil von 
Y___________. Nicht angefochten hat der Angeklagte demgegenüber den 
Urteilsspruch hinsichtlich der vollendeten Nötigung von J___________ am 26. August 
2009, welcher deshalb nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens und folglich zu 
bestätigen ist. 

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d) Soweit Z___________ an der Berufungsverhandlung in Ziffer 3 seiner 
Rechtsbegehren verlangt, er sei der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 34 
Abs. 1 lit. d WG), des mehrfachen Konsums von Betäubungsmitteln (Art. 19a Ziff. 1 
BetmG) und des Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Art. 91 Abs. 2 SVG) schuldig zu 
sprechen und mit einer bedingten Geldstrafe in angemessener Höhe zu bestrafen, 
steht diesem Begehren das Verbot der reformatio in peius entgegen. Denn mangels 
entsprechender Berufung bzw. Anschlussberufung des Staatsanwalts oder der 
Zivilparteien kann das Urteil im Berufungsverfahren weder im Straf- noch im Zivilpunkt 
zu Ungunsten des Angeklagten abgeändert werden (Art. 193 Ziff. 2 StPO/VS). Ob ein 
Urteil zu Gunsten oder zu Ungunsten abgeändert wird, entscheidet sich dabei allein 
nach objektiven Gesichtspunkten und nicht danach, was der Angeklagte subjektiv 
gerne hätte (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 98 N. 4 mit Hinweisen). Selbst wenn 
der Angeklagte im Berufungsverfahren eine andere Beurteilung seines psychischen 
Zustands und damit einhergehend eine andere Beurteilung der anzuordnenden 
Sanktion erreicht, kann mit Blick auf das Verschlechterungsverbot nicht nachträglich 
eine Strafe angeordnet werden (vgl. Heer, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N. 24 zu Art. 56 StGB in fine [Heer, Basler 
Kommentar]). Hat das Bezirksgericht Z___________ in erster Instanz vom Vorwurf der 
Widerhandlung gegen das SVG, das WG und das BetmG mangels Schuldfähigkeit 
freigesprochen und daher keine Strafe verhängt, ist es auch dem Angeklagten 
verwehrt, einen Schuldspruch in diesen Anklagepunkten samt dazugehöriger 
Geldstrafe zu verlangen. Ein solches Vorgehen ist, selbst wenn gleichzeitig die 
Voraussetzungen einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 
angezweifelt werden, unzulässig, da sich das Vorliegen der schweren psychischen 
Störung gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB und die Frage der Schuldfähigkeit im Sinne von 
Art. 19 StGB nach abweichenden Massstäben beurteilen. Demnach ist es für die 
Zulässigkeit der angeordneten stationären Massnahme nicht massgebend, ob die 
psychische Störung schwer genug war, um die Schuldfähigkeit des Täters aufzuheben 
oder auch nur zu beeinträchtigen (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, 
Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 2. A., Bern 2006, § 9 N. 10 
[Stratenwerth, AT II]; Heer, N. 6 zu Art. 59 StGB). Aufgrund des Gesetzeswortlauts von 
Art. 57 Abs. 2 StGB könnte zudem auch im dualistisch-vikariierenden System des 
StGB eine stationäre Massnahme in Kombination mit einer Geldstrafe vollzogen 
werden (Heer, Basler Kommentar, N. 6 zu Art. 57 StGB; Trechsel/Pauen Borer, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, N. 3 zu 
Art. 57 StGB).  

Daher sind die Freisprüche der Vorinstanz mangels Schuldfähigkeit des Angeklagten 
punkto der ihm vorgeworfenen Widerhandlungen gegen das SVG, das WG und das 
BetmG zu bestätigen. 

e) Aufgrund des Gesagten ist das Rechtsbegehren 2 nur insoweit näher zu prüfen, als 
dass Z___________ in Ziffer 2a einen Freispruch vom Vorwurf der Drohung gegen 
Y___________ sowie vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte gegenüber 
F___________, H___________ und I___________ fordert, und als er in Ziffer 2b einen 
Freispruch vom Vorwurf der Drohung gegen X___________ sowie einen solchen vom 
Vorwurf der versuchten Nötigung von J___________ verlangt.  

- 11 - 

4. a) Gegen die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und rechtliche Qualifikation 
seines Verhaltens auf der Ebene der Tatbestandsmässigkeit und Rechtswidrigkeit 
brachte der Berufungskläger trotz Begründungspflicht gemäss kantonaler StPO (vgl. E. 
2a) – abgesehen von deren pauschalen Betitelung als falsch – kaum substanziierte 
Einwände vor. So machte er weder in der Eingabe vom 7. oder derjenigen vom 
23. Februar 2011 überhaupt Ausführungen dazu. Auch in der Berufung vom 
28. Februar 2011 begründete er schliesslich lediglich vereinzelt, weshalb die 
Beweiswürdigung bzw. die rechtliche Qualifikation des Bezirksgerichts fehlerhaft sei. 

b) Für die Sachverhaltsfeststellungen zu den einzelnen Vorfällen ergibt dies das 
Folgende: 

aa) Betreffend den Vorfall mit dem Faxschreiben an I___________ vom 29. November 
2007, mit welchem Z___________ im Zusammenhang mit einer Lebensversicherung 
Bescheid darüber verlangt hatte, wen er für den Verlust von mehr als Fr. 500'000.-- 
umbringen solle, und welches der strafrechtlichen Verurteilung wegen Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte nach Art. 285 Ziff. 1 StGB zugrunde lag (vgl. 
angefochtenes Urteil E. 4a), äussert Z___________ im Berufungsverfahren keine 
nähere Kritik. Vielmehr bestätigt er zum einen die von I___________ im Anschluss an 
den Vorfall begehrte Friedensbürgschaft (Berufung 3, S. 956) und damit im Ergebnis, 
dass dieser die Verwirklichung des angedrohten Übels ernsthaft für möglich hielt, und 
er räumt auch die „Faxdrohung“ selbst nochmals ein (Berufung 3, S. 957). Die 
Berufung ist daher nicht gehörig begründet; in jedem Fall wären die zutreffenden 
Feststellungen des Bezirksgerichts auch aufgrund der Ausführungen in den 
Berufungen zu bestätigen. Es ist demnach festzuhalten, dass Z___________ 
gegenüber I___________ den Tatbestand von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 285 Ziff. 1 
StGB erfüllt hat. 

bb) Hinsichtlich des Telefonats Mitte April 2009 von Z___________ mit 
H___________, in welchem Z___________ sagte, sie sollten schauen, dass "das mit 
der Wohnung klappe" und sie aufforderte, zuzuhören, woraufhin er zweimal ein 
Klickgeräusch machte, welches H___________ so verstand, als wolle sich 
Z___________ erschiessen, liegt überhaupt keine Begründung des Berufungsklägers 
vor. Seine Ausführungen in der Berufungserklärung vom 28. Februar 2011 (Berufung 
3, S. 956) beziehen auf die Vorfälle während der daran anschliessenden Sitzung vom 
30. April 2009. Dem Kantonsgericht ist es mithin mangels einer gehörigen Begründung 
verwehrt, das vorinstanzliche Urteil (vgl. angefochtenes Urteil E. 4a) in diesem Punkt 
zu überprüfen und es ist festzuhalten, dass Z___________ gegenüber H___________ 
den Tatbestand von Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllt hat. 

cc) Bezüglich der telefonischen Aufforderung am Nachmittag des 18. August 2009 von 
Z___________ an F___________, bis am darauf folgenden Freitag Geld zu 
überweisen, ansonsten er mit einem Messer bewaffnet nach Sitten kommen werde und 
dessen Drohung, seinen Kindern etwas anzutun, äusserte sich der Berufungskläger 
einzig mit dem Hinweis „die Anschuldigungen [seien] nicht haltbar“ (S. 955). Dies reicht 
als rechtsgenügliche Begründung der Berufung wiederum nicht aus, weshalb eine 
Überprüfung des Urteils (vgl. angefochtenes Urteil E. 4a) in diesem Punkt unterbleiben 

- 12 - 

muss. Zudem erscheinen die Feststellungen des Bezirksgerichts zutreffend und die 
Drohung an F___________, diesem und dessen Kindern etwas anzutun, scheint 
durchaus geeignet, diesen gefügig zu machen. Folglich ist festzuhalten, dass der 
Berufungskläger auch gegenüber F___________ den Tatbestand von Art. 22 Abs. 1 
i.V.m. Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllt hat. 

dd) Dasselbe gilt in Bezug auf den Tatvorwurf der Drohung gegenüber X___________, 
da der Berufungskläger weder gegen die Sachverhaltsfeststellung noch die rechtliche 
Qualifikation seines Verhaltens etwas vorbringt und es somit erneut an der 
notwendigen Begründung der Berufung fehlt. Diesbezüglich gilt es daher festzuhalten, 
dass Z___________ tatbestandsmässig im Sinne von Art. 180 StGB gehandelt hat 
(vgl. angefochtenes Urteil E. 4b).  

ee) Hinsichtlich des Vorfalls am 18. August 2009 an welchem der Angeklagte 
telefonisch Y___________, die Leiterin des Sekretariats der Polizei C___________, 
kontaktiert und dieser sagte, dass er ihr HIV-Fotos geschickt habe und er 
anschliessend das Gespräch mit den Worten "jetzt bist du voll am Arsch" beendet hat, 
bestreitet Z___________ sinngemäss die Drohung, wenn er vorbringt, „HIV Fotos 
[seien] keine Bedrohung“ (Berufung 3, S. 955).  

Dem Bezirksgericht ist indessen zuzustimmen, dass die von Angst gekennzeichnete 
Reaktion der Geschädigten angesichts der Gefährlichkeit des HI-Viruses und der damit 
einhergehenden Bedrohung von Leib und Leben, aber auch aufgrund der Art und 
Weise des vom Beschuldigten höhnisch und bedrohlich geführten Gesprächs sehr 
wohl objektiv nachvollziehbar und von Z___________ auch beabsichtigt war (vgl. 
angefochtenes Urteil E. 4b), weshalb die Ausführungen der Vorinstanz als zutreffend 
zu qualifizieren sind und festzuhalten ist, dass der Berufungskläger auch gegenüber 
Y___________ tatbestandsmässig im Sinne von Art. 180 StGB gehandelt hat. 

ff) Zum Vorfall am 24. August 2009 und zur gestützt hierauf angenommenen 
versuchten Nötigung von J___________ schliesslich äussert sich der Berufungskläger 
im Berufungsverfahren wiederum nicht, womit auf seine Berufung diesbezüglich erneut 
nicht einzutreten und festzuhalten ist, dass Z___________ den Tatbestand von Art. 22 
Abs. 1 i.V.m. Art. 181 StGB erfüllt hat. 

c) Eine Überprüfung der erstinstanzlichen Urteilssprüche beinhaltet im Allgemeinen 
auch die Nachprüfung der rechtlichen Ausführungen des Bezirksgerichts im Rahmen 
der festgestellten Schuldunfähigkeit, da der strafrechtliche Vorwurf im Sinne des 
Schuldspruchs nebst dem tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Verhalten auch an 
die Vorwerfbarkeit der Tat im Sinne der Strafbegründungsschuld knüpft (zum 
strafrechtlichen Deliktsaufbau vgl. statt vieler Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, 
Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. A., Bern 2011, §8 N. 1 ff. mit Hinweisen).  

Das Bezirksgericht stellte in E. 6a seines Urteils auf die beiden Gutachten von Dr. med. 
O___________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrische 
Universitätsklinik Zürich, ab (S. 206 ff., 540 ff.), der sich in der Zweitexpertise mangels 
Einsichtsfähigkeit für eine Schuldunfähigkeit des Angeklagten hinsichtlich der 

- 13 - 

Drohungshandlungen und seines Handelns am 26. August 2009 aussprach (S. 564 f., 
567). Für das Kantonsgericht besteht keine Veranlassung, an diesen Feststellungen zu 
zweifeln. Dr. O___________ erstellte beide Gutachten nach jeweils persönlicher 
Untersuchung, klärte Z___________ insbesondere über die Freiwilligkeit der 
Teilnahme auf (S. 214, 550) und beachtete somit die Verfassungsanforderungen an die 
Durchführung der Begutachtung (BGE 127 I 54; Bommer, in: Niggli/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N. 28 ff. zu Art. 20 StGB mit 
Hinweisen). Die Feststellungen und Schlussfolgerungen von Dr. O___________ sind 
schlüssig und nachvollziehbar und die Begutachtung erscheint in fachlicher Hinsicht 
umfassend.  

Im Sinne der sogenannten Strafbegründungsschuld wird ein Täter für die 
Unrechtsverwirklichung dann verantwortlich gemacht, wenn er zum Tatzeitpunkt in der 
Lage war, das Unrecht seiner Tat einzusehen und gemäss dieser Einsicht zu handeln 
(Art. 19 Abs. 1 StGB). Dr. O___________ kam im Zuge seiner Begutachtung zum 
Schluss, der Angeklagte leide an einer schizophrenen Psychose mit paranoid-
halluzinatorischer Symptomatik im Sinne einer schwerwiegenden psychischen Störung, 
die mit einer aufgehobenen Fähigkeit zur Realitätskontrolle einhergehe (S. 561 ff., insb. 
564, 567). Er stellte ferner einen engen Bezug zwischen den Krankheitssymptomen, 
insbesondere dem Verfolgungswahn, und den verschiedenen Drohungen fest und sah 
auch seine Reaktion auf den Erhalt des Briefes vom Vormundschaftsamt in seiner 
Krankheit begründet (S. 564). Er hielt fest, dass Z___________ „Drohgebärden 
gegenüber der Behörde C___________ […] durch Wahnsymptome und 
halluzinatorische Erlebnisweisen determiniert“ und dabei die Steuerungskräfte des 
Angeklagten aufgehoben gewesen seien (S. 564). Der Sachverständige 
schlussfolgerte, dass sich Z___________ letztlich in einer Notwehrsituation gesehen 
habe, in welcher ihm die Einsicht in das Unrecht seiner Handlungen verschlossen 
gewesen sei. Er hielt fest, dass Z___________ „bezüglich der Drohungen gegenüber 
Briger Behörden und der Ereignisse am 26.08.2009 aus psychiatrischer Sicht als nicht 
schuldfähig anzusehen [sei]. Er [sei] unter dem direkten Einfluss von 
Krankheitssymptomen [gestanden], die seine Wahrnehmung und Bewertung der 
Realität massiv [verzerrt] und seine Einsichtsfähigkeit aufgehoben [hätten]“ (S. 565). 
Darüber hinaus führte der Sachverständige auch den Waffenerwerb auf die 
psychotische Störung zurück und er sah auch den fortgesetzten Substanzkonsum in 
enger Beziehung zur Grunderkrankung, weshalb er auch diesbezüglich für 
Schuldunfähigkeit plädierte (S. 567). Folglich bestimmte Dr. O___________ mittels der 
psychiatrisch-normativen oder psychologisch-normativen Methode in einem ersten 
Schritt mittels psychiatrischem Befund den psychischen Defektzustand, um in einem 
zweiten Schritt dessen Wirkungen auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zu 
beschreiben (vgl. zum Ganzen Bommer/Dittmann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N. 14, 27 zu Art. 19 StGB mit 
Hinweisen). Die folgenschweren Auswirkungen schizophrener Psychosen auf die 
Schuldfähigkeit ist unbestritten (vgl. hierzu statt aller Bommer/Dittmann, a.a.O., N. 30, 
32 mit Hinweisen). Ferner stellte der Sachverständige bei seiner Beurteilung auf die 
der Krankheit, d.h. der schizophrenen Psychose mit paranoid-halluzinatorischer 

- 14 - 

Symptomatik, zugrundeliegende Symptomatik ab und erläuterte konzis die hieraus 
folgende Aufhebung der Einsichtsfähigkeit im Hinblick auf die infrage stehenden Taten. 

Der Angeklagte bzw. sein Verteidiger hielten in den Berufungen vom 7. Februar sowie 
vom 23. Februar 2011 zwar fest, im erstellen Gutachten seien schwerwiegende 
Widersprüche festzustellen, sie unterliessen es jedoch, diese Aussage zu erläutern. 
Soweit Z___________ in der Berufungserklärung vom 28. Februar 2011 angab, im 
Gegensatz zu Dr. O___________ hätten alle übrigen Gutachter keine Nachweise einer 
Fremd- oder Selbstgefährdung gefunden, äusserte er sich nicht zur Beurteilung der 
Schuldfähigkeit zur Tatzeit (zur zeitlichen Relativität der Schuldfähigkeit vgl. BGE 117 
IV 292 E. 2a; Bommer/Dittmann, a.a.O., N. 42 zu Art. 19 StGB, je mit Hinweisen). 
Ebenso wenig liegen hierzu Beurteilungen anderer Ärzte vor. Daher hält es das 
Kantonsgericht als erstellt, dass Z___________ bezüglich seiner Drohungshandlungen 
und seines Verhaltens am 24. und 26. August 2009 schuldunfähig war.  

Mangelt es einer Tatbegehung am Erfordernis der Schuldhaftigkeit, ist dem 
Angeklagten die Tat nicht vorwerfbar und er ist freizusprechen (Bommer, a.a.O., N. 75 
zu Vor Art. 19 StGB; Bommer/Dittmann, a.a.O., N. 44 zu Art. 19 StGB, je mit 
Hinweisen). Daher wären die Urteilssprüche des Bezirksgerichts insofern zu 
bestätigen, als es den Angeklagten vom Vorwurf der mehrfachen versuchten Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen 
Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) und der vollendeten Nötigung (Art. 181 StGB) 
freisprach, selbst wenn eine reformatio in peius möglich wäre (vgl. E. 2a in fine und 
E. 3d). 

d) Zusammenfassend sind die Urteilssprüche des Bezirksgerichts, soweit sie 
vorliegend überhaupt überprüft werden können, vollumfänglich zu bestätigen. 
Z___________ ist daher vom Vorwurf der Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 
StGB freizusprechen und er ist hinsichtlich der übrigen Vorwürfe, nämlich der 
mehrfachen versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten (Art. 22. 
Abs. 1 i.V.m. Art. 285 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), 
der versuchten (Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 181 StGB) und vollendeten Nötigung (Art. 181 
StGB) sowie der Widerhandlungen gegen das WG (Art. 34 Abs. 1 lit. d WG), des 
BetmG (Art. 19a Ziff. 1 BetmG) und des SVG (Art. 91 Abs. 2 SVG), mangels 
Schuldfähigkeit freizusprechen (Art. 19 Abs. 1 StGB).  

5. In der Berufung vom 28. Februar 2011 beantragte der Angeklagte, er sei „per sofort 
zu entlassen“ (S. 952) und an der Berufungsverhandlung präzisierte er in den Anträgen 
8 und 9, die mit Entscheid des Kantonsgerichts angeordnete stationäre Massnahme im 
Sinne von Art. 59 StGB sei aufzuheben und er sei unverzüglich aus dem 
Massnahmevollzug zu entlassen. 

a) Die Berufung als ordentliches und vollkommenes Rechtsmittel dient der Überprüfung 
aller Mängel der Untersuchung, der Verhandlung und des Urteils erster Instanz (Art. 
177 StPO/VS). Als Anfechtungsobjekte definiert Art. 176 Ziff. 1 StPO/VS im Bereich 
des Erwachsenenstrafrechts Einstellungsverfügungen sowie erstinstanzliche Urteile 
des Bezirksrichters oder des Kreisgerichts, nicht aber solche der Strafkammer des 

- 15 - 

Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 14 Ziff. 3 und Art. 167 Ziff. 1 
StPO/VS. Auf die Berufung ist folglich nicht einzutreten, soweit der Angeklagte das 
unangefochten in Rechtskraft erwachsene Urteil des Kantonsgerichts P3 10 101 vom 
8. Juni 2010, in welchem dieses den vorzeitigen Antritt des Massnahmevollzugs 
anordnete, anficht. Demgegenüber führt die Berufung zu einer umfassenden 
Nachprüfung des Verfahrens und des Erkenntnisses erster Instanz 
(Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 99 N. 2). Daher wird das Urteil des 
Bezirksgerichts im Berufungsverfahren vollumfänglich auf seine Richtigkeit geprüft, 
was nicht nur die Voraussetzungen der strafrechtlichen Sanktion, sondern auch die 
angeordnete Sanktion, nämlich die in E. 6b des angefochtenen Urteils ausgesprochene 
stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB, umfasst. Mithin kann auf die 
Berufungsbegehren 8 und 9 nur in dem Umfang eingetreten werden, als die 
Überprüfung der Anordnung der stationären Massnahme durch das Bezirksgericht 
infrage steht. 

Zu prüfen ist dementsprechend, ob das Bezirksgericht mit Recht die Voraussetzungen 
für die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB sowie für 
die Behandlung des Angeklagten in einer geschlossenen Einrichtung oder einer 
geschlossenen Abteilung einer offenen Strafanstalt im Sinne von Art. 76 Abs. 2 StGB 
bejahte (Art. 59 Abs. 3 StGB). Diese Voraussetzungen müssen aufgrund von Art. 190 
Ziff. 1 lit. a und Art. 191 Ziff. 2 StPO/VS im Zeitpunkt des Berufungsurteils gegeben 
sein.  

b) Die therapeutischen Massnahmen, welche zusammen mit der Verwahrung die 
sichernden Massnahmen bilden, gliedern sich bei psychisch schwer gestörten Tätern 
in stationäre (Art. 59 StGB) sowie in ambulante Massnahmen (Art. 63 StGB) auf 
(Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II: Strafen und Massnahmen, 8. A., Zürich 
2007, S. 148 f.). Bei einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB ist ferner 
zwischen einer Massnahme in einer psychiatrischen Einrichtung oder 
Massnahmevollzugseinrichtung nach Art. 59 Abs. 2 und einer solchen in einer 
geschlossenen Einrichtung nach Art. 59 Abs. 3 StGB zu unterscheiden. Als Ausfluss 
des Verhältnismässigkeitsprinzips bestimmt Art. 56a Abs. 1 StGB in allgemeiner 
Weise, dass, falls mehrere Massnahmen in gleicher Weise zum angestrebten Erfolg 
führen, diejenige anzuordnen ist, welche den Täter am wenigsten beschwert (vgl. 
Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 166). 

Die im laufenden Berufungsverfahren zu überprüfende Anordnung einer stationären 
therapeutischen Massnahme zur Behandlung von psychischen Störungen hängt von 
verschiedenen in Art. 56 und 59 StGB statuierten Erfordernissen ab. Nebst der 
notwendigen Anlasstat in Form eines Verbrechens oder Vergehens kann das Gericht 
eine stationäre therapeutische Behandlung nur anordnen, wenn eine schwere 
psychische Störung beim Täter vorliegt und die Anlasstat mit der psychischen Störung 
in Zusammenhang steht (Art. 59 lit. a StGB). Sodann muss zu erwarten sein, durch die 
stationäre Behandlung lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung in 
Zusammenhang stehender Taten begegnen. Weitere Voraussetzungen liegen in der 
Verhältnismässigkeit der Massnahme (Art. 56 Abs. 2, Art. 56a StGB), der zentrales 
Gewicht zukommt (Wiprächtiger, Welche qualitativen Verbesserungen hat die Revision 

- 16 - 

bei den Sanktionen und beim Vollzug gebracht? Der neue Allgemeine Teil des 
Strafgesetzbuches in der Praxis – eine Zwischenbilanz, AJP 2009, S. 1511; Heer, 
Basler Kommentar, N. 34 zu Art. 56 StGB mit Hinweisen) sowie im Bestehen einer 
geeigneten Einrichtung (Art. 56 Abs. 5, Art. 59 Abs. 2 StGB). Das Gericht hat sich bei 
seinem Entscheid auf eine sachverständige Begutachtung zu stützen (Art. 56 Abs. 3 
StGB). 

aa) Aufgrund der tatbestandsmässigen und rechtswidrigen Begehung verschiedener 
Vergehen (vgl. Art. 285 Ziff. 1, Art. 180 Abs. 1, Art. 181 StGB, Art. 91 Abs. 2 SVG 
jeweils i.V.m. Art. 10 Abs. 3 StGB) durch Z___________, liegt eine Anlasstat im Sinne 
von Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB zweifellos vor (vgl. hierzu Trechsel/Pauen Borer, a.a.O., 
N. 2 zu Art. 59 StGB mit Hinweisen). Daran ändert nichts, dass die Anlasstaten 
teilweise im Versuchsstadium stecken geblieben sind (Heer, Basler Kommentar, N. 43 
zu Art. 59 StGB). 

bb) Der Gerichtsgutachter Dr. O___________ kam nach ausführlicher zweimaliger 
Begutachtung zum Schluss, der Angeklagte leide an einer schizophrenen Psychose 
mit paranoid-halluzinatorischer Symptomatik (ICD-10: F20.03) mit der Tendenz zur 
Chronifizierung im Sinne einer schwerwiegenden psychischen Störung, die mit einer 
aufgehobenen Fähigkeit zur Realitätskontrolle einhergehe (S. 231, 561 ff., insb. 564, 
567). Er beschrieb damit in seiner psychiatrischen Diagnose einen 
psychopathologischen Zustand von einer gewissen Ausprägung bzw. eine relativ 
schwerwiegende Art und Form einer geistigen Erkrankung im medizinischen Sinne 
(vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil 6B_590/2010 vom 18. Oktober 2010 E. 3 mit 
Hinweisen; Heer, Basler Kommentar, N. 21 ff. zu Art. 59 StGB mit Hinweisen) und 
mithin eine schwere psychische Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB.  

Der Gerichtsgutachter sah ferner den Zusammenhang zwischen der beschriebenen 
psychischen Störung und den Straftaten als erstellt, indem er etwa festhielt, dass 
Z___________ „Drohgebärden gegenüber der Behörde C___________ […] durch 
Wahnsymptome und halluzinatorische Erlebnisweisen determiniert“ gewesen seien 
(S. 564) und dieser in der Gesamtschau während der Tat „unter dem direkten Einfluss 
von Krankheitssymptomen [gestanden habe], die seine Wahrnehmung und Bewertung 
der Realität massiv [verzerrt] und seine Einsichtsfähigkeit aufgehoben“ hätten (S. 565, 
567, 849 ff.). Dr. O___________ sah die Symptomatik als weiter fortbestehend (S. 565, 
568, 846), beschrieb den Angeklagten als anfällig, bei ausbleibender Behandlung 
aufgrund der Krankheitssymptome zu ähnlichen Mitteln zu greifen, um sich gegen 
vermeintliche Intrigen der Behörden zur Wehr zu setzen und er rechnete nicht nur mit 
erneuten Drohungen des Angeklagten, sondern auch mit Aggressions- und 
Gewalthandlungen (S. 565 f., 628), insbesondere Gewaltdelikten gegen vermeintliche 
Verfolger (S. 567).  

Diese Darlegungen des Experten zur psychischen Störung, zum Zusammenhang 
zwischen dieser und den Anlasstaten sowie zur Gefahr weiterer Taten erscheinen dem 
Gericht als widerspruchsfrei und schlüssig, weshalb es darauf abstellt. Der Gutachter 
begründete, der Angeklagte als männliche, schizophrene Person sei Teil einer 
Tätergruppe, welche im Vergleich zu anderen Tätern ein massiv höheres Risiko der 

- 17 - 

Begehung von Gewaltdelikten im Allgemeinen (Faktor 4) und von Tötungsdelikten im 
Besonderen (Faktor 10) aufweise. Zudem erkannte er bei Z___________ verschiedene 
Risikomerkmale für Gewaltstraftaten schizophrener Patienten wie den 
Substanzkonsum, Complianceprobleme oder die bestehende Wahnsymptomatik von 
Verfolgung und Beeinträchtigung (S. 566). Diese Ausführungen des Gutachters sind 
nachvollziehbar und der beschriebene Zusammenhang zwischen Krankheit und 
Deliquenz findet Halt in der Literatur (vgl. statt vieler Heer, Basler Kommentar, N. 40 zu 
Art. 59 StGB mit Hinweisen). Soweit der Angeklagte bzw. sein Verteidiger in den 
Berufungen vom 7. sowie vom 23. Februar 2011 festhielten, im erstellen Gutachten 
seien schwerwiegende Widersprüche festzustellen, unterliessen sie es, auch nur 
ansatzweise aufzuzeigen, worin die Widersprüche liegen sollen. Der Gerichtsgutachter 
erläutert insbesondere plausibel und transparent, weshalb er bei der zweiten 
Begutachtung zu teilweisen anderen Ergebnissen als bei der ersten Begutachtung kam 
(S. 562 ff., 846 f.). Die zum Teil davon abweichende Meinung des vormals 
behandelnden Psychiaters, Dr. med. P___________ (S. 853 ff.), vermag das 
Gerichtsgutachten nicht zu entkräften. Zwar hat dieser mehr Zeit für seinen Patienten 
aufgewendet; diese Nähe gefährdet indessen die Objektivität und 
Unvoreingenommenheit, weshalb Gerichtsgutachten grundsätzlich gerade nicht von 
den behandelnden Ärzten zu erstatten sind. Wenn der Angeklagte in seiner 
Berufungserklärung vom 28. Februar 2011 skizzierte, im Gegensatz zu 
Dr. O___________ hätten alle übrigen Ärzte bzw. Gutachter keine Nachweise einer 
Fremd- oder Selbstgefährdung gefunden (S. 964, 966), ist ihm entgegenzuhalten, dass 
auch Dr. med. Q___________, welcher den Angeklagten als zuständiger Psychiater ab 
Januar 2011 in der Strafanstalt Bellechasse betreut hatte, in seinem Verlaufsbericht 
vom 26./27. Juni 2011 nebst Mental- und Verhaltensstörungen durch chronischen 
Gebrauch von Cannabinoiden unter anderem den Verdacht auf eine gemischte 
Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und anxiös-dependenten Anteilen äusserte 
(S. 1046) und bei Z___________ während der laufenden Behandlung eine geringe bis 
mittelgross-relative Gefahr für die Öffentlichkeit erkannte (S. 1041). Weiter beschrieb 
Dr. med. R___________ vom Forensisch-Psychiatrischen Dienst der Universität Bern 
am 18. September/16. November 2011 in seinen Therapieverlaufsbericht zum 
Aufenthalt in den Strafanstalten Thorberg, obwohl augenblicklich keine akuten 
psychotischen Symptome und Anzeichen für Sinnestäuschungen, Ich-Störungen oder 
Wahn zu beobachten wären, Verhaltensweisen, welche die Feststellungen von 
Dr. O___________ untermauern, etwa dass sich der Angeklagte auch während der 
stationären Massnahme im Thorberg ungerecht behandelt sehe, gedanklich immer 
wieder eine Einengung auf das Thema seiner ungerechtfertigten Inhaftierung 
stattgefunden habe und Z___________ Misstrauen und überwertige Ideen betreffend 
des Einflusses der IV-Stellen und der Beweggründe des Gerichts sowie phasenweise 
auch Misstrauen gegenüber dem Behandlungsteam und Mitpatienten zeige (S. 1060 – 
1062), womit auch der aktuelle Therapeut die vom Gutachter festgestellte und für die 
Tat ausschlaggebende Verhaltensweise beobachtet. Bereits früher erachtete Dr. med. 
S___________, Psychiater und Psychotherapeut FMH, die Diagnosestellung einer 
paranoid hallizunatorischen Schizophrenie als gerechtfertigt. Er beobachtete ferner 
starke Verleugnungs- und Dissimulationstendenzen bei Z___________, „auch 
gegenüber anamnestisch klar bekannten psychotischen Phasen“, weshalb er die von 

- 18 - 

Dr. O___________ postulierte Fremdgefährlichkeit nicht entkräften konnte (Gutachten 
vom 18. Mai 2010, S. 526).  

Zusammenfassend sind die gutachterlichen Ausführungen zur psychischen Störung, zu 
deren Zusammenhang zu den Anlasstaten sowie zur generellen Gefahr weiterer Taten 
konzis und für das Gericht nachvollziehbar und sie werden insbesondere von den im 
Berufungsverfahren eingeholten Verlaufsberichten von Dr. Q___________ und 
Dr. R___________ grösstenteils untermauert. Mit Dr. O___________ äussert sich ein 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit DGPPN-Zertifizierung Forensische 
Psychiatrie als gerichtlich bestellter Gutachter, dessen Unabhängigkeit der Angeklagte 
aufgrund der Akten zu Recht nicht infrage stellt, umfassend zur Notwendigkeit und zu 
den Erfolgsaussichten einer Behandlung des Täters, zu Art und Wahrscheinlichkeit 
weiterer möglicher Straftaten und zu den Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme. 
Das Gutachten erfüllt daher die Anforderungen von Art. 56 Abs. 3 StGB und 
berücksichtigt alle notwendigen Gesichtspunkte. Da das Gesetz in Art. 56 Abs. 3 StGB 
die sachverständige Begutachtung verlangt, ist das Kantonsgericht bei dieser 
Beweislage an die fachlichen Feststellungen des Experten gebunden und dürfte nur 
dann von den Folgerungen des Experten abweichen, wenn wirklich gewichtige, 
zuverlässig begründete Tatsachen oder Indizien deren Überzeugungskraft ernstlich 
erschüttern (BGE 101 IV 129 E. 3a; Heer, Basler Kommentar, N. 74 zu Art. 56 StGB; 
Stratenwerth, AT II, § 9 N. 30, je mit Hinweisen). Solche sind im Bereich der 
Massnahmevoraussetzungen von Art. 59 Abs. 1 und 2 StGB keine ersichtlich. Die 
Anlasstaten als eigentliche Notwehrhandlungen gegenüber den Behörden erscheinen 
daher als direkte Folge der Krankheitssymptome, die unbehandelt fortbestehen und 
mithin weitere Taten als wahrscheinlich erscheinen lassen (zum Konnex zwischen 
Zusammenhang der Tat mit der psychischen Störung und der Wiederholungsgefahr 
vgl. Stratenwerth, AT II, § 9 N. 13). 

cc) Dr. O___________ ging in seinem Gutachten sodann davon aus, dass eine 
Behandlung erfolgsversprechend ist. Er äusserte insbesondere die Ansicht, es bestehe 
eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine medikamentöse Behandlung langfristig 
Erfolge zeigen werde (S. 567 f.). Der Angeklagte zeige keine kognitiven Störungen und 
das zwischenzeitliche Nachlassen der Symptomatik im Oktober 2009 indiziere eine 
therapeutische Ansprechbarkeit (S. 568).  

Auch diese Beobachtungen über die Behandelbarkeit des Täters decken sich 
weitgehend mit den Befunden in den Verlaufsberichten von Dr. Q___________ und 
Dr. R___________. Ersterer äusserte sich dahin gehend, dass sich der Angeklagte 
nach anfänglicher Weigerung motiviert für die Therapie gezeigt und an allen ihm 
angebotenen Therapie-Möglichkeiten (Psychotherapie, Pharmakotherapie, Coaching 
etc.) teilgenommen habe (S. 1040). Z___________ habe sich bereit gezeigt, 
„regelmässige psychiatrische/psychologische/psychotherapeutische Begleitung zu 
haben“ und seinen Cannabis-Konsum zu überdenken (S. 1041). Ähnlich gab 
Dr. R___________ im September 2011 an, man habe eine tragfähige therapeutische 
Beziehung in ersten Ansätzen aufbauen können. Z___________ habe sich nach einer 
Eingewöhnungsphase mit einer Therapie einverstanden erklärt, sei ruhig und 
kooperativ und motiviert (S. 1060, 1070). Er sei bereit, sich im Rahmen der 

- 19 - 

störungsspezifischen Arbeit in der Einzeltherapie auf eine genaue Analyse der 
Vorgeschichte hinsichtlich psychotischer Symptome und Drogenkonsum einzulassen 
(S. 1060). Auch für die deliktspezifische Arbeit sei ein Vollzugsplan erarbeitet worden 
(S. 1061). Mithin beschreiben beide Therapeuten nach anfänglichem Misstrauen die 
Behandelbarkeit und damit auch die Erfolgsaussichten der Behandlung. Bei der 
aktuellen Aktenlage hat das Kantonsgericht keinen Grund, nicht davon auszugehen, 
durch die bereits laufende Behandlung könnten der Zweck von Art. 59 StGB, die 
Verhinderung von Straftaten und die Wiedereingliederung des Täters (BGE 127 IV 154 
E. 3d; 124 IV 246 E. 3b: zu aArt. 43 StGB), nicht erreicht bzw. könnte die Gefahr von 
weiteren mit der psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten nicht mit der 
erforderlichen Wahrscheinlichkeit (vgl. hierzu BGE 134 IV 315 E. 3.4.1) verringert 
werden.  

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der Angeklagte den 
Massnahmevollzug in den Strafanstalten Thorberg während der Berufungsverhandlung 
als unbefriedigend beschrieb (S. 1074). Zumal Dr. R___________ von einem 
Therapieabbruch Mitte Oktober 2011, wie ihn Z___________ schilderte (S. 1074 f.), 
keinen Akt gab und das Verhalten Z___________ im Therapiealltag vielmehr noch 
Mitte November 2011 lobend hervorhob (S. 1070) und somit vom grundsätzlichen 
Einverständnis zur Therapie, an welches ohnehin keine allzu hohen Anforderungen 
gestellt werden dürfen (Bundesgerichtsurteile 6B_252/2010 vom 22. Juni 2010 E. 2.4 
sowie 6B_52/2010 vom 22. März 2010 E. 3.3, je mit Hinweisen), nach wie vor 
auszugehen ist. 

dd) Die Anordnung einer Massnahme setzt weiter voraus, dass der mit ihr verbundene 
Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit 
und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist (Art. 56 Abs. 2 StGB). Die 
Verhältnismässigkeit im engeren Sinne verlangt, dass zwischen dem Eingriff und dem 
angestrebten Zweck eine vernünftige Relation bestehen muss (vgl. dazu 
Bundesgerichtsurteil 6S.408/2005 vom 23. Januar 2006 E. 3 mit Hinweisen). Sie kann 
dazu führen, dass selbst eine geeignete und notwendige Massnahme 
unverhältnismässig ist, wenn der mit ihr verbundene Eingriff im Vergleich zur 
Bedeutung des angestrebten Ziels unangemessen schwer wiegt (Bundesgerichtsurteil 
6B_375/2008 vom 21. Oktober 2008 E. 4.2). Bei der Prüfung dieser letztgenannten 
Verhältnismässigkeit sind die Grösse der Gefahr, welcher die Massnahme begegnen 
soll, und das Behandlungsbedürfnis des Betroffenen gegen die Schwere des Eingriffs 
in die Rechte des Betroffenen abzuwägen (Stratenwerth, AT II, § 8 N. 14; Heer, Basler 
Kommentar, N. 36 zu Art. 56 StGB), wobei das Schutzbedürfnis der Gesellschaft ein 
Ausmass an Freiheitsbeschränkung rechtfertigen kann, welches über das 
schuldangemessene Ausmass hinaus geht. 

Die stationäre Massnahme ist vorliegend zweifellos geeignet, um den psychischen 
Störungen des Berufungsklägers zu begegnen. Sie ist aus Sicht des 
Gerichtsgutachters auch erforderlich. Denn der Gerichtsexperte sah eine effektive 
Behandlung der schizophrenen Erkrankung als unumgänglich an, da die an sich 
offenstehende Möglichkeit über „eine Vormundschaft innerhalb einer 
allgemeinpsychiatrischen Klinik“ am erheblichen Widerstand Z___________ 

- 20 - 

gescheitert sei. Nach den bisherigen Erfahrungen erscheint ihm lediglich eine 
stationäre Behandlung nach Art. 59 StGB geeignet, um weitere Straftaten zu 
verhindern. Nach Einleitung der medikamentösen Behandlung komme es nämlich 
entscheidend auf intensive psychoedukative und sozial reintegrative 
Behandlungsschritte an, die in einer psychiatrischen Klinik geleistet werden müssten 
(S. 566, 568). Gemäss seiner Aussage vor Bezirksgericht konnte der Experte die 
Bereitschaft des Angeklagten, an einer erforderlichen Behandlung aktiv und 
kontinuierlich mitzuwirken, bei der zweiten Begutachtung nicht erkennen. Dies, die 
grosse Angst Z___________ vor Nebenwirkungen der Medikamente sowie die 
Unfähigkeit auf den Konsum psychotroper Substanzen zu verzichten, liessen ihn einer 
ambulanten Behandlung kritisch gegenüberstehen (S. 848). Der Angeklagte selbst 
erklärte sich an der Berufungsverhandlung zwar bereit, ambulante Hilfe anzunehmen 
und sich zur Drogenabstinenz zu verpflichten. Gegen einen stabilen Willen zur 
ambulanten Therapie und für die Schlussfolgerungen des Experten sprechen hingegen 
die Gründe, die Z___________ an der Berufungsverhandlung für den Abbruch der 
ersten ambulanten Therapie nannte: So gab er an, er habe die ambulante Therapie 
abgebrochen, weil diese nicht der Problemlösung gedient habe und der 
Behandlungsort zu weit von seinem Wohnort entfernt gewesen sei (S. 1075). Damit 
demonstrierte er, es nicht geschafft zu haben, eine stabile therapeutische Beziehung 
aufzubauen und er unterstrich die Ansicht des Gerichtsexperten, welcher den 
Angeklagten nicht in der Lage sah, Weisungen und Behandlungsauflagen 
nachzukommen (S. 568). Ebenso gegen eine ambulante Therapie sprechen 
Z___________ Vorbehalte gegen die nunmehr laufende Behandlung im Thorberg, 
welche er wiederum als nutzlos qualifizierte (S. 1074 f.) sowie die Tatsache, dass er 
auch die Behandlung in der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie Waldau 
verweigerte (S. 491). Letztlich fehlt es an einem persönlichen Umfeld, welches 
Z___________ im Verlauf einer ambulanten Therapie stützen könnte, da zum einen 
eine Rückkehr ins Wallis an Z___________ Widerstand scheitern dürfte (vgl. 
Z___________, S. 1075) und es überdies fraglich ist, ob Z___________ Mutter eine 
ausreichende stützende Funktion übernehmen könnte. Und zum anderen fehlen auch 
andernorts die Beziehungen, welche Z___________ die notwendige Hilfestellung 
bieten könnten.  

Weiter verneint der Gerichtsexperte in concreto die an sich offenstehende Möglichkeit 
einer effektiven Behandlung der schizophrenen Erkrankung über „eine Vormundschaft 
innerhalb einer allgemeinpsychiatrischen Klinik“, da diese bereits am erheblichen 
Widerstand Z___________ gescheitert sei (S. 566, 568). In der Tat belegt die in 
E. 3a/ii beschriebene Reaktion des Angeklagten auf die Einladung zur 
Vormundschaftssitzung, dass dies kein gangbarer Weg ist. Überdies wäre ohnehin 
zweifelhaft, ob das Gericht befugt wäre, von einer strafrechtlichen Massnahme 
deswegen abzusehen, weil es eine andere, im Gesetz nicht vorgesehene Massnahme, 
z.B. eine vormundschaftliche oder administrative, für geeigneter oder zweckmässiger 
hält (dagegen BGE 92 IV 77 E. 3; näher Stratenwerth, AT II, § 8 N. 38 f. mit 
Hinweisen). Mithin fallen mildere, ambulante Massnahmen ausser Betracht und erweist 
sich die stationäre Massnahme als erforderlich. 

- 21 - 

Für die Verhältnismässigkeit im engeren Sinne der stationären Massnahme spricht 
letztlich das Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit angesichts der vom Gutachter 
schlüssig beschriebenen Gefahr. Z___________ Drohungen richteten sich gegen Leib 
und Leben der Geschädigten bzw. der Kinder von F___________ und seine versuchte 
Nötigung am 24. August 2011 erfolgte unter Einbezug einer Waffe. Zudem stellte er 
sich der Polizei bei deren Intervention am 26. August 2009 mit geladener, wenn auch 
gesicherter Waffe entgegen (Verzeigungsbericht, S. 22 f., 30 ff.). Dies und der 
Umstand, dass der Angeklagte sich bereits früher mehrere Waffen (auch) zum 
Eigenschutz besorgt hat, spricht wie die fachkundige Einschätzung des 
Gerichtsgutachters für drohende, schwere Straftaten und begründet das Bedürfnis 
eines wirksamen Schutzes der Bevölkerung. Bei der Gefährdung hochwertiger 
Rechtsgüter wie Leib und Leben sind an Nähe und Ausmass der Gefahr weniger hohe 
Anforderungen zu stellen als bei der Gefährdung weniger bedeutender Rechtsgüter 
wie Eigentum und Vermögen. Entsprechend kann eine stationäre Massnahme bei 
Gefährdung von Leib und Leben schon dann notwendig sein, wenn die Gefahr nicht 
besonders gross ist (BGE 127 IV 1 E. 2a; 118 IV 108 E. 2a; Stratenwerth, AT II, § 8 
N. 15, 19, je mit Hinweisen). Daneben lassen der Umstand, dass der Gerichtsgutachter 
bei Ausbleiben einer adäquaten Behandlung langfristig eine Suizidgefahr erkannte 
(S. 568), und die Tatsache, dass die stationäre Massnahme, die in der Behandlung der 
psychischen Erkrankung, insbesondere der quälenden und ängstigenden 
Wahnsymptomatik liegt (O___________, S. 629), auch den wohlverstandenen 
Interessen des Angeklagten dient, den Eingriff in die Freiheitsrechte des Angeklagten 
weniger schwer erscheinen (Stratenwerth, AT II, § 8 N. 22, 27).  

Angesichts dieser Überlegungen liegen die Voraussetzungen zur Anordnung einer 
stationären Massnahme in einer geeigneten psychiatrischen Einrichtung oder einer 
Massnahmevollzugseinrichtung (Art. 59 Abs. 1 und 2 StGB) zum Zeitpunkt des 
Berufungsurteils vor. 

c) Vorliegend verfügte das Bezirksgericht indessen „im Sinne von Art. 59 StGB eine 
stationäre therapeutische Massnahme in einer geeigneten psychiatrischen Einrichtung 
oder einer Massnahmenvollzugseinrichtung angeordnet mit anfänglichem Vollzug in 
einer geschlossenen Einrichtung oder einer geschlossenen Abteilung einer offenen 
Strafanstalt im Sinne von Art. 76 Abs. 2 StGB“ (angefochtenes Urteil, Dispositivziffer 
3). Mithin bleibt zu prüfen, ob sich auch der ungleich stärkere Eingriff in die persönliche 
Freiheit des Angeklagten, welcher mit einer stationären Behandlung in einer 
geschlossenen Einrichtung einhergeht, rechtfertigen lässt. 

Der Vollzug in einer geschlossenen Einrichtung ist dann anzuordnen, wenn die Gefahr 
besteht, dass der Täter flieht oder weitere Straftaten begeht. Nach dem ursprünglichen 
Konzept des revidierten Allgemeinen Teils des StGB diente Art. 59 Abs. 3 StGB 
lediglich dazu, behandelbare Täter unterzubringen, die aufgrund des im Vergleich zum 
alten Recht engeren Anwendungsbereiches nicht mehr unter die Verwahrung im Sinne 
von Art. 64 StGB fielen (Heer, Die therapeutischen Massnahmen im Schatten der 
Verwahrung – einige kritische Überlegungen zu Tendenzen im Massnahmerecht, in: 
Niggli et. al. [Hrsg.], Festschrift für Franz Riklin, Zürich 2007, S. 109 [Heer, FS Riklin]). 
Im Zuge der Nachbesserungsarbeiten zum verabschiedeten Reformpaket wurde die 

- 22 - 

sogenannte kleine Verwahrung in der heute bestehenden Form vom Parlament 
eingeführt bzw. die Anwendbarkeit von Art. 59 Abs. 3 StGB ausgedehnt. Dabei lassen 
sich in den Gesetzesmaterialien jedoch keinerlei Anhaltspunkte finden, dass der 
Gesetzgeber von seinem ursprünglichen Konzept zum Massnahmerecht abrücken 
wollte (Brägger, Die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches zum Straf- und Massnahmevollzug: Das Neue scheint nicht gut, 
und das Gute ist nicht wirklich neu!, ZStrR 2008, S. 409 Fn. 70 mit Hinweisen; Heer, 
FS Riklin, S. 109), weshalb die Entstehungsgeschichte erhellt, dass es sich bei Art. 59 
Abs. 3 StGB nicht um eine blosse Vollzugsvorschrift, sondern um eine besondere Art 
einer therapeutischen Massnahme handelt (näher Heer, FS Riklin, S. 109, 114; Heer, 
Basler Kommentar, N. 102 zu Art. 59 StGB).  

Der Gerichtsgutachter sah bei ausbleibender Behandlung zwar die Gefahr weiterer 
Straftaten. Dr. O___________ folgerte indessen hieraus – anders als das 
Bezirksgericht – einzig das Erfordernis einer stationären Behandlung „gemäss Art. 59 
StGB“ (S. 566, 568, 629), erkannte aber keineswegs die Notwendigkeit, 
Z___________ in einer geschlossenen Einrichtung zu therapieren. Vielmehr sprach er 
sich dafür aus, dass die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik geleistet werden 
müsse (S. 568, 629), womit er gleichzeitig für eine Massnahme im Sinne von Art. 59 
Abs. 2 StGB und gegen eine solche im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB optierte. So fehlt 
es nach Ansicht des Gerichtsgutachters sowohl an der Gefahr, dass Z___________ 
flieht, und er erkannte bei diesem ebenso wenig eine qualifizierte 
Wiederholungsgefahr. Für die Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 
3 StGB ist jedoch eine solche qualifizierte Gefahr zu fordern, mit welcher in einer 
therapeutischen Institution schlechthin nicht umgegangen werden kann, da die 
Wiederholungsgefahr bereits eine Voraussetzung zur Anordnung einer stationären 
Massnahme ist, die in einer psychiatrischen Einrichtung vollzogen wird (Heer, FS 
Riklin, S. 113 f.; Heer, Basler Kommentar, N. 104 zu Art. 59 StGB). Ebenso wenig 
beschrieben Dr. Q___________, welcher die Grösse der Gefahr in seinem 
Therapieverlaufsbericht als „gering bis mittelgross-relativ“ einschätzte und mithin die im 
Gutachten beschriebene Gefahr noch relativierte (S. 1041), noch Dr. R___________ 
eine Gefahr, die eine Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt rechtfertigen 
würde. Letzterer stellte vielmehr – einen stabilen Behandlungsverlauf vorausgesetzt – 
die baldige Möglichkeit eines Übertritts in das Massnahmezentrum St. Johannsen in 
Aussicht (S. 1063). Gemäss Dr. O___________ liegt die Gefahr, welche von 
Z___________ ausgeht, insbesondere in der Wahnsymptomatik begründet, welche 
indessen weder von Dr. Q___________ noch von Dr. R___________ beobachtet 
werden konnte (S. 1044, 1062). Gestützt darauf bzw. auf die „relativ stabile psychische 
Situation“ hielt es Dr. R___________ auch für vertretbar, dass bei Z___________ 
momentan auf die neuroleptische Medikation verzichtet wird (S. 1062), was die im 
Gutachten beschriebene Gefahr ebenfalls abschwächt. Zudem ist Z___________ nach 
Ansicht der behandelnden Ärzte bereit, seinen Drogenkonsum zu überdenken 
(S. 1040, 1060). Folglich konnten zwei der von Dr. O___________ erkannten 
Risikomerkmale für Straftaten im Vollzug nicht mehr beobachtet werden bzw. wurden 
sie zumindest relativiert. Ebenso wenig berichteten die Therapeuten von Aggressionen 
des Inhaftierten während des bisherigen Vollzugs in Bellechasse oder im Thorberg 

- 23 - 

oder von gravierenden Widerhandlungen gegen die Anstaltsordnung, was wiederum 
gegen die Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB spricht 
(Heer, FS Riklin, S. 113 f.; Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 164). Vielmehr 
wird das Verhalten des Angeklagten sowohl von Dr. Q___________ als auch von 
Dr. R___________ als korrekt beschrieben (S. 1040, 1042, 1070).  

Die medizinischen Unterlagen implizieren mithin keine qualifizierte 
Wiederholungsgefahr, die eine stationäre Massnahme in einer geschlossenen 
Einrichtung erst rechtfertigen würde (allgemein kritisch zur herrschenden Tendenz zur 
Übersicherung von Straftätern vgl. Brägger, a.a.O., S. 405 ff., 409 f.). Mangels einer 
derartigen Gefahr fehlt es an den Voraussetzungen gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB, die 
überdies restriktiv auszulegen sind (Heer, FS Riklin, S. 112 f.), womit sich eine 
Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung zum Urteilszeitpunkt nicht als 
notwendig erweist. Der Anordnung einer Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB 
zum Zeitpunkt des Berufungsurteils würde daher das Verhältnismässigkeitsprinzip 
entgegenstehen. Denn je einschneidender sich eine Massnahme auf den Betroffenen 
auswirkt, desto strengere Anforderungen sind an die Sozialgefährlichkeit zu stellen 
(Heer, Basler Kommentar, N. 51 zu Art. 59 StGB mit Hinweisen). 

Zusammenfassend rechtfertigt sich angesichts der von Z___________ ausgehenden 
Gefahr schwerwiegender Straftaten im Urteilszeitpunkt zwar eine stationäre 
therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 und 2 StGB, nicht aber eine 
solche im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB.  

d) Angesichts dieser Überlegungen sind die Strafvollzugsbehörden, denen die 
konkrete Auswahl der Vollzugsanstalt im vom Gericht festgesetzten Rahmen obliegt 
(Schwarzenegger/Hug/Jositsch, a.a.O., S. 165), gehalten, eine geeignete Anstalt im 
Sinne von Art. 59 Abs. 2 StGB in Form des Massnahmenzentrums St. Johannsen oder 
einer vergleichbaren Einrichtung (zum Begriff der besonderen 
Massnahmevollzugseinrichtung im Sinne von Art. 59 Abs. 2 StGB vgl. Heer, Basler 
Kommentar, N. 95 zu Art. 59 StGB; BGE 108 IV 81 E. 3c) zu suchen und zu 
bestimmen. Die ohne Behandlung nach wie vor bestehende Gefahr von Straftaten 
sowie die bereits laufende therapeutische Betreuung durch Fachpersonal lässt es 
sinnvoll erscheinen, dass Z___________ bis zum Übertritt in eine solche Anstalt in den 
Anstalten Thorberg verbleibt. In diesem Sinne ist auch der vorzeitige 
Massnahmevollzug weiterzuführen. Die Vollzugsbehörden sind indessen gehalten, die 
Unterbringung so schnell wie möglich zu organisieren. Denn wie das Bundesgericht 
festhielt, berechtigt der Umstand, dass eine adäquate Institution nicht gefunden werden 
kann, die Vollzugsbehörden nicht, den Betroffenen wochen- oder monatelang in einer 
Strafanstalt unterzubringen (Bundesgerichtsurteile 6A.20/2006 vom 12. Mai 2006 
E. 4.5; 1P.334/2003 E. 8.4 – 8.6), was trotz angemessener therapeutischer Betreuung 
in abgeschwächtem Mass auch für die Unterbringung des Angeklagten in der 
Therapieabteilung Thorberg gilt.  

Die stationäre Massnahme wird wesensgemäss auf unbestimmte Dauer angeordnet, 
da die stationäre Behandlung so lange dauern sollte, wir ihr Zweck es erfordert (vgl. 
Art. 59 Abs. 4 StGB). In Fortführung der bereits begonnenen Behandlungen (vgl. 

- 24 - 

S. 1059 ff.) ist dabei der Vollzugsplan, inklusive Therapieplan, weiter auszuarbeiten, 
notfalls zu aktualisieren und zu verfolgen (vgl. Art. 75 Abs. 3 StGB; näher hierzu statt 
vieler Brägger, a.a.O., S. 399 ff. mit Hinweisen). Erweist sich dabei für eine erfolgreiche 
Behandlung die zwangsweise Medikation als notwendig, besteht hierfür nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Art. 59 StGB eine ausreichende Grundlage 
(BGE 130 IV 49; 127 IV 154). Gleichzeitig liegt es am Angeklagten, die 
Therapiemöglichkeiten mit der entsprechenden Motivation und Mitarbeit zu nutzen, um 
auf diese Weise auch nach dem Übertritt nach St. Johannsen bzw. in eine 
vergleichbare Anstalt, die Möglichkeit und den Zeitpunkt einer bedingten Entlassung 
massgeblich mitzubestimmen. Denn gemäss Art. 62 Abs. 1 StGB ist der Täter aus dem 
stationären Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen, sobald sein Zustand es 
rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewähren, 
wobei der bedingt Entlassene verpflichtet werden kann, sich während der Probezeit 
ambulant behandeln zu lassen (Art. 62 Abs. 3 StGB).  

Über diese bedingte Entlassung wird das Massnahmenvollzugsgericht wie über die 
Aufhebung der Massnahme auch ohne entsprechendes Gesuch auf Intervention der 
Direktion der kantonalen Strafanstalten von Amtes wegen „mindestens einmal jährlich“ 
zu befinden haben (Art. 62d Abs. 1 StGB; Art. 5, 21 Abs. 2 lit. i des 
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 14. September 2006 
[EGStGB; SGS/VS 311.1]). Diese Überprüfung der bedingten Entlassung kann dabei, 
da sie aufgrund des Bundesrechts zwingend mindestens einmal jährlich vorzunehmen 
ist, bei einem vorzeitigen Massnahmeantritt und einer längeren Verfahrensdauer nicht 
davon abhängen, ob ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt (Art. 5 Abs. 1 EGStGB). Sie 
ist vom Massnahmevollzugsgericht vielmehr unabhängig vom Stand des 
Strafverfahrens ab effektivem Beginn der Massnahme regelmässig vorzunehmen. 

6. Weiter verlangte der Angeklagte an der Berufungsverhandlung erstmals, die 
beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und deren Verwertung sei ihm zu 
bescheinigen. Soweit er damit lediglich die Bestätigung von Dispositivziffer 5 des 
angefochtenen Urteils beantragt, ist diese samt der dazugehörigen zutreffenden 
Überlegungen in Erwägung 7 des Urteils des Bezirksgerichts zu bestätigen und in 
Bezug auf die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26. August 2009 u.a. 
sichergestellten 7 kg Marihuana, 1,6 kg Haschisch, 20 Hanfpflanzen, diversen 
Betäubungsmittelutensilien und 13 Digitalwaagen sowie in Bezug auf das Klappmesser 
wird die Vernichtung angeordnet (Art. 69 Abs. 2 StGB). Die weiter beschlagnahmten 
zwei Waffen der Marke Beretta samt Zubehör sowie die entsprechende Munition 
können zugunsten der Staatskasse verwertet werden. Das erstmals an der 
Berufungsverhandlung gestellte Begehren der Bescheinigung der Verwertung 
hingegen erfolgte verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Ohnehin räumt das 
Gesetz keinen entsprechenden Spielraum ein, wobei das Kantonsgericht den Vollzug 
des rechtskräftigen Urteils veranlassen wird. 

7. a) Der Berufungskläger verlangt, ihm sei pro Tag ungerechtfertigte Haft eine 
Entschädigung von Fr. 100.-- auszurichten. Zur Begründung fügte er in seiner 
Berufung vom 23. Februar 2011 an, die lange Dauer der ungerechtfertigten Haft, die 
Schwere der Vorwürfe sowie die grosse Härte der zu erstehenden Haft und der 

- 25 - 

Verdienstausfall (Einstellung IV-Rente) würden gemäss Art. 141 StPO/VS eine 
Entschädigung von Fr. 100.-- pro Tag rechtfertigen. 

b) Im Falle eines Freispruchs spricht das endgültig urteilende Gericht dem 
Angeklagten, der dies verlangt, eine Entschädigung zu. Wenn es die Billigkeit erfordert, 
wird eine Entschädigung ebenfalls demjenigen zugesprochen, der lediglich zu einer 
Geldstrafe, zu einer Busse oder zu einer Freiheitsstrafe, deren Dauer geringer ist als 
die ausgestandene Untersuchungshaft, verurteilt wurde (Art. 141 Ziff. 1 StPO/VS). 
Dabei verweist Art. 141 Ziff. 2 StPO/VS auf die Bestimmungen über die Zusprechung 
einer Entschädigung bei einem Einstellungsentscheid. Danach ist dem Angeklagten 
auf entsprechendes Gesuch hin eine Entschädigung für die Untersuchungshaft und 
andere erlittene Benachteiligungen auszurichten. Die Entschädigung kann jedoch ganz 
oder teilweise verweigert werden, wenn der Beschuldigte die Untersuchung durch sein 
eigenes Verschulden verursacht oder wenn er das Verfahren grundlos behindert oder 
verzögert hat. Im Weiteren sind die Bestimmungen des Obligationenrechts analog 
anwendbar (Art. 114 Ziff. 1 StPO/VS). 

c) Der Angeklagte macht eine Entschädigungspflicht des Staates im Zusammenhang 
mit der seiner Ansicht nach ungerechtfertigten Haft geltend. Beim Anspruch auf 
Haftentschädigung ist zwischen rechtswidriger und ungerechtfertigter Haft zu 
unterscheiden. Rechtswidrig ist die Haft, wenn sie auf einer Verletzung von 
Rechtsnormen beruht. Als ungerechtfertigt wird eine Haft bezeichnet, die zwar 
rechtmässig angeordnet wurde, sich aber hinterher wegen Einstellung des 
Strafverfahrens oder Freispruchs als strafprozessual unbegründet erweist 
(Bundesgerichtsurteil 8G.122/2002 vom 9. September 2003 E. 3.1; 
Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 109 N. 2). Vorliegend wurde der Angeklagte zwar 
vollumfänglich freigesprochen. Dies geschah indessen für die Mehrheit der ihm 
vorgeworfenen Taten infolge der fehlenden Vorwerfbarkeit der Tat. Gestützt auf die 
medizinischen Gutachten und Berichte bestand und besteht bis heute, d.h. während 
der Inhaftierung und nach dem Antritt des vorzeitigen Massnahmevollzugs, die Gefahr, 
dass der Angeklagte ohne Freiheitsentzug weitere schwere Delikte begehen wird. 
Daher erfolgte sowohl die ursprüngliche Untersuchungshaft gestützt auf Art. 72 Ziff. 1 
lit. c StPO/VS als auch der Freiheitsentzug im Rahmen des vorzeitigen 
Massnahmevollzugs nach Massgabe von Art. 58 Abs. 1 aStGB (in Kraft bis am 31. 
Dezember 2010; nunmehr Art. 236 StPO, vgl. Heer, Basler Kommentar, N. 1 zu Art. 58 
StGB) im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und sie waren angesichts der 
Gefahr weiterer Straftaten auch gerechtfertigt. Gestützt auf den Freiheitsentzug 
vermag der Angeklagte daher keine Entschädigungspflicht des Staates zu begründen. 
Schliesslich kann der Angeklagte ebenso wenig daraus eine Entschädigungspflicht 
ableiten, dass er nicht sofort in eine geeignete Massnahmevollzugsanstalt überführt 
werden konnte. Denn die Bereitschaft einer geeigneten Institution, einen Betroffenen 
aufzunehmen, ist nicht Voraussetzung für die Anordnung einer Behandlung (Heer, 
Basler Kommentar, N. 89 zu Art. 56 StGB) und folglich kann der Angeklagte daraus, 
dass nicht sofort eine geeignete Therapieeinrichtung gefunden wurde, grundsätzlich 
nichts zu seinen Gunsten folgern, zumal nach dem Wortlaut des damals anwendbaren 
Art. 58 Abs. 1 aStGB kein Anspruch auf einen vorzeitigen Massnahmevollzug bestand 
und gleichzeitig die Voraussetzungen für die Untersuchungshaft aufgrund der 

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Wiederholungsgefahr weiter andauerten. Eine Entschädigung rechtfertigt sich 
vorliegend jedoch aufgrund des Verhaltens der Verantwortlichen des Walliser 
Strafvollzugs im Frühjahr 2010, welche die Möglichkeit eines vorzeitigen 
Massnahmevollzugs während längerer Zeit unter Hinweis auf ein fehlendes Budget 
strikte verneint haben (vgl. etwa Telefonnotiz vom 26. April 2010, S. 486; Telefonnotiz 
vom 3. Mai 2010, S. 489; Stellungnahme vom 27. Mai 2010, S. 599 f.), und der 
dadurch aus sachfremden Gründen resultierenden Verlängerung der 
Untersuchungshaft und damit zusammenhängenden Verzögerung der therapeutischen 
Behandlung. Denn der Sinn des vorzeitigen Massnahmeantritts besteht darin, die Zeit 
der Untersuchungshaft zu nutzen, da in Untersuchungsgefängnissen eine adäquate 
Behandlung von psychisch gestörten Straftätern regelmässig nicht möglich ist (BGE 
136 IV 70 E. 2.4). Diese Möglichkeit des vorzeitigen Antritts der stationären 
Massnahme durfte dem Angeklagten nicht allein aus Kostengründen verwehrt werden, 
da das Bundesrecht in Art. 380 Abs. 1 StGB klar regelt, dass die Kantone die Kosten 
des Massnahmevollzugs zu tragen haben (näher Urteil des Kantonsgerichts P3 10 101 
vom 8. Juni 2010 E. 3b, S. 617 ff.). An diese Vorgaben waren auch die Walliser 
Strafvollzugsbehörden und die damalige Untersuchungsrichterin gebunden, selbst 
wenn Z___________ die schwierige Situation durch die Verweigerung der Medikation 
in der Waldau teils mitverursacht hatte. Er ist deshalb für die aus derartigen Motiven 
erfolgte Verlängerung der Untersuchungshaft bis zur Anordnung des vorzeitigen 
Massnahmevollzugs am 2. Juli 2010 (S. 644 ff.) unter Berücksichtigung des 
beidseitigen Verhaltens – jenes von Z___________ bzw. jenes der Behörden – mit 
Fr. 1'000.-- zu entschädigen. Alle weitergehenden Entschädigungsbegehren gestützt 
auf Art. 141 StPO/VS erweisen sich dagegen als unbegründet und sind abzuweisen. 

8. a) Der Berufungskläger ficht das erstinstanzliche Urteil weiter im Kostenpunkt an, 
indem er die Höhe der ihm in erster Instanz zugesprochenen Parteientschädigung 
beanstandet und er verlangt eine Entschädigung für entstandene Verteidigungskosten 
vor erster Instanz von Fr. 36'693.65. Nicht davon tangiert ist die Kostenverteilung, 
wurden dem Angeklagten doch vor Bezirksgericht keine Kosten auferlegt und wurde 
ihm eine Parteientschädigung zugesprochen. Eine abweichende Kostenverteilung, 
insbesondere eine Kostentragung des Schuldunfähigen aus Billigkeit im Sinne von Art. 
207 Ziff. 3 StPO/VS (vgl. ZWR 1977 S. 173 ff.), rechtfertigt sich vorliegend nicht und 
würde sich aufgrund des Verbots der reformatio in peius ohnehin verbieten (ZWR 2002 
S. 207 ff.).  

b) Ebenso wie sich das Rechtsmittelverfahren gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO nach alter 
kantonaler StPO/VS richtet, verweist das Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und 
Entschädigungen vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 
(GTar; SGS/VS 173.8), in Kraft seit dem 1. Januar 2011, für die Festsetzung der 
erstinstanzlichen Kosten auf das alte Recht (Art. 46 Abs. 1 GTar). Demgegenüber 
beurteilen sich die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren nach neuem GTar (Art. 
46 Abs. 2 GTar). Demnach erfolgt die materielle Beurteilung der von der ersten Instanz 
festgelegten Höhe der Entschädigung nach dem aGTar vom 14. Mai 1998, gültig bis 
zum 31. Dezember 2010. Im Übrigen wurden im neuen GTar die Ansätze nur 
geringfügig angepasst, die Grundsätze wurden ohnehin nicht abgeändert.  

- 27 - 

Nach Massgabe von Art. 36 lit. d und e aGTar hat der Anwalt in Strafsachen für das 
Verfahren vor dem Strafuntersuchungsgericht Anspruch auf ein Pauschalhonorar von 
Fr. 500.-- bis Fr. 5'000.-- und vor dem Bezirksgericht als erster Instanz auf eines von 
Fr. 500.-- bis Fr. 3'000.--. Das Honorar ist zwischen diesem Minimum und Maximum 
nach der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, der vom 
Anwalt nützlich aufgewandten Zeit und der finanziellen Situation der Partei 
festzusetzen (Art. 26 Abs. 1 aGTar). In Fällen, die eine aussergewöhnliche Arbeit 
erfordern, insbesondere wenn die Beweismittel zahlreich und schwierig beizubringen 
oder zu koordinieren waren, das Dossier des Beweisverfahrens einen ganz 
besonderen Umfang annahm, die Rechts- und Parteifragen heikel waren, der Anwalt 
mehrere Parteien vertreten musste oder sein Klient mehreren Parteien 
gegenüberstand, kann die Behörde als Honorar einen höheren Betrag gewähren als im 
Tarif vorgesehen (Art. 28 Abs. 1 aGTar). 

Vorliegend reichte der Verteidiger des Angeklagten vor Bezirksgericht eine 
Honorarnote ein (S. 861 f.), gemäss welcher er für das vorliegende Strafverfahren 113 
Stunden und sein Anwaltspraktikant 19 Stunden, d.h. insgesamt 132 Stunden, 
aufgebracht haben. Das geltend gemachte Stundentotal umfasst „Besprechungen, 
Korrespondenzen und Telefonate, Aktenstudium, rechtliche Abklärungen, Assistenz 
Einvernahme vom 30.10.2009 in C___________, Abfassung Vernehmlassung zum 
Haftentlassungsgesuch vom 2. November 2009, Assistenz Einvernahme vom 
06.11.2009 in C___________, Besprechung mit Klient am 19.04.2010 im Spital 
T___________, Abfassung Haftentlassungsgesuch vom 07.05.2010, Abfassung 
Haftbeschwerde vom 20.05.2010, Besprechung mit Klient am 26.10.2010 in 
U___________, Besprechung mit Klient am 10.11.2010 in Bellechasse, Besprechung 
mit Klient am 08.12.2010 in Bellechasse, Vorbereitung und Assistenz 
Hauptverhandlung vom 20.12.2010 in C___________“ (S. 861). Mit der 
Berufungserklärung vom 23. Februar 2011 hinterlegte der Verteidiger einen 
Tätigkeitsnachweis vom 22. Oktober 2009 bis zum 20. Dezember 2010 (S. 939 ff.), in 
welchem ebenfalls 132 Stunden aufgelistet sind. 

Die Zeit, die ein Anwalt für ein Dossier aufwendet, ist nach allgemeiner Erfahrung zu 
prüfen (ZWR 1994 S. 155 E. 3c). Die Bemühungen des Anwalts müssen sachbezogen 
und angemessen sein, d.h., die Parteientschädigung muss den tatsächlichen und 
rechtlichen Schwierigkeiten des konkreten Falles entsprechen. Überflüssige, 
rechtsmissbräuchliche oder übermässige Aufwendungen, welche die effektiv nützlich 
aufgewandte Zeit überschreiten, dürfen ausser Acht gelassen werden 
(Bundesgerichtsurteil 1A.43/2006 vom 6. April 2006 E. 4.4; BGE 115 IV 156 E. 2d; 109 
Ia 110 E. 3c). Das aGTar sieht die Festlegung der Anwaltsentschädigung nicht 
aufgrund eines Stundentarifs vor. Der Richter legt vielmehr ein Pauschalhonorar fest. 
Die Bemessung der Entschädigung muss er im gesetzlich vorgegebenen Rahmen 
nach den allgemeinen Kriterien und den Umständen des Einzelfalles vornehmen (ZWR 
2001 S. 317 E. 3b; Bundesgerichtsurteil 1A.43/2006 vom 6. April 2006 E. 4.5).  

Der erforderliche Zeitaufwand für die Verteidigung der Interessen des Mandanten 
entspricht nicht der simplen Addition jeder dem Dossier gewidmeten Minute. Vielmehr 
ist die vom „Anwalt nützlich aufgewandte Zeit“ zu entschädigen, also ist die Zeit 

- 28 - 

massgebend, die theoretisch für die Interessenwahrung erforderlich ist und nicht jene, 
die durch verschiedene unwägbare Faktoren beeinflusst ist (Arbeitsmethode, 
Ansprüche des Klienten, Beziehungen mit der Gegenpartei etc.). Die vom Anwalt 
nützlich aufgewandte Zeit ist zudem nur eines von mehreren Bemessungskriterien für 
die Pauschale (Bundesgerichtsurteil 6B_767/2010 vom 24. Februar 2011 E. 3.4). 

c) Die Vorinstanz räumte ein, dass der vorliegende Fall für die Verteidigung in 
tatsächlicher wie in rechtlicher Hinsicht komplex und zweifelsohne mit einem 
überdurchschnittlichen Aufwand verbunden gewesen sei. Sie erachtete den geltend 
gemachten Arbeitsaufwand mit insgesamt 132 Stunden dennoch als viel zu hoch und 
sie legte das Anwaltshonorar unter Berücksichtigung der gemäss aGTar geltenden 
Maximalsätze von Fr. 5'000.-- für das Untersuchungsverfahren bzw. Fr. 3'000.-- für das 
Verfahren vor dem Bezirksgericht, die aufgrund der Komplexität des Falles verdoppelt 
wurden, auf Fr. 16'000.-- fest und kürzte somit die Honorarforderung des Verteidigers, 
welche sich ohne Mehrwertsteuer auf Fr. 31'660.-- belief (S. 861), um ziemlich genau 
die Hälfte. Zuzüglich der Mehrwertsteuer sowie den geltend gemachten Auslagen von 
Fr. 2'441.90, die sie vollumfänglich zusprach, setzte sie das Pauschalhonorar 
aufgerundet auf Fr. 20'000.-- fest. 

d) Nachdem das Untersuchungsrichteramt Oberwallis am 26. August 2009 gegen 
Z___________ eine Strafuntersuchung wegen Schreckung der Bevölkerung im Sinne 
von Art. 258 StGB eröffnet hatte, wurde dieser gleichentags verhaftet und wegen 
Wiederholungs- und Kollusionsgefahr in Untersuchungshaft versetzt (S. 39 f.). Mit 
Schreiben vom 9. Oktober 2009 teilte Rechtsanwalt B___________ der zuständigen 
Untersuchungsrichterin mit, dass er die Interessen Z___________ vertrete (S. 182) 
und beantragte nach einem Besuch bei Z___________ im Gefängnis in Sitten am 
22. Oktober 2009 (S. 204), als amtlicher Verteidiger eingesetzt zu werden. Somit war 
B___________ von Beginn weg über den Inhalt und den Stand des Verfahrens 
orientiert und konnte dieses durch eigene Interventionen mitgestalten.   

Nebst diversen rechtlichen Eingaben und zahlreichen Schreiben im 
Untersuchungsverfahren beinhalteten wesentliche Bestandteile der vom Offizialanwalt 
aufgewendeten Zeit Besprechungen mit seinem inhaftierten Mandanten, die Teilnahme 
an den Einvernahmesitzungen in Sitten am 30. Oktober 2009 mit einer Dauer von 4.5 
Stunden (S. 272 ff.) und am 6. November 2009 in C___________ mit einer Dauer von 
1.5 Stunden (S. 328 ff.) sowie an der Hauptverhandlung samt Beweisaufnahme vom 
20. Dezember 2010 in C___________, welche ca. fünf Stunden dauerte (S. 864 ff.).  

Auch wenn der Verteidiger mit Recht die Besonderheiten seines Mandats hervorhebt 
(vgl. S. 935 ff.), erscheint sein geltend gemachter Aufwand als übersetzt. So stellte 
B___________ etwa für die fünfstündige Hauptverhandlung samt Vorbereitung rund 28 
Stunden in Rechnung. Eine Vorbereitungszeit von 23 Stunden scheint aber angesichts 
der Tatsache, dass der Verteidiger das Verfahren seit langem begleitete, und 
zumindest die Beweislage und die rechtliche Qualifikation hinsichtlich eines Grossteils 
der seinem Mandanten vorgeworfenen Taten eindeutig war, was der Verteidiger an der 
Hauptverhandlung selbst einräumte, indem er in Bezug auf einen Teil der 
vorgeworfenen Taten einen Schuldspruch beantragte, klar überrissen. Ferner 

- 29 - 

berechnete der Verteidiger verschiedentlich Aufwand, welcher im Rahmen von bereits 
abgegoltenen bzw. separat zu entschädigenden Beschwerdeverfahren vor 
Kantonsgericht in Rechnung zu stellen war und (teilweise) auch gestellt wurde (vgl. 
Vernehmlassung vom 2. November 2009 im Verfahren P3 09 243: 2.33 h [S. 283 ff.]; 
Beschwerderückzug vom 30. März 2010 im Verfahren P3 10 73: 0.33 h [S. 454]; 
Haftbeschwerde vom 20. Mai 2010 im Verfahren P3 10 101: 6.33 h [S. 530 ff.]). 
Sodann geht aus dem mit der Berufungserklärung hinterlegten Tätigkeitsnachweis 
(S. 941 ff.) hervor, dass in der Gesamtstundenzahl mehrere Stunden 
Sekretariatsarbeiten separat aufgelistet sind (ca. 3 h) und der zeitliche Aufwand des 
Anwaltskandidaten mit knapp 24 Stunden bedeutend höher lag als die in Rechnung 
gestellten 19 Stunden, womit die vom Verteidiger selbst geleisteten Stunden 
entsprechend tiefer liegen. Überdies finden sich unter den vom Anwaltskandidaten 
verrichteten Arbeiten mehrere Stunden nicht juristischer Tätigkeiten, die 
dementsprechend nicht als solche abgerechnet werden können (3. März 2010: „Akten 
kop. und Rücksendung“: 3 h; 1. Dezember 2010: „Akten kop. zH Klient“: 1.5 h). Weiter 
gehen aus dem Tätigkeitsnachweis über 50 Telefonate oder Besprechungen mit der 
Mutter seines Mandanten hervor mit weit über 15 Stunden (ca. 17 h) Aufwand. Eine 
derart intensive Betreuung der Mutter des Mandanten gehört zumindest nicht in diesem 
Umfang zur Tätigkeit eines Offizialanwalts, für welche er zu entschädigen ist. 
Betreffend des Zeitaufwands für Sitzungen und Besprechungen mit seinem Klienten im 
Wallis wie auch in Bellechasse ist schliesslich festzuhalten, dass die Reisezeit nicht mit 
dem gleichen Ansatz zu entschädigen ist wie die effektive juristische Tätigkeit 
(Bundesgerichtsentscheid 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 E. 4.4). Zumal sich der 
Verteidiger bei seinem Antrag, sich als amtlichen Verteidiger einzusetzen, ausdrücklich 
bereit erklärt hatte, „Zeit und Auslagen für den Anfahrtsweg bis zur Kantonsgrenze 
nicht in die für den Kanton bestimmte Honorarnote aufzunehmen“ (S. 204), was die 
Untersuchungsrichterin am 25. November 2011 mit der Einsetzung B___________ 
zum Offizialanwalt mittels Verfügung auch festhielt (S. 359). Auch dies spricht für eine 
Kürzung des geltend gemachten Aufwands. 

Trotzdem erscheint ein Anwaltshonorar von Fr. 16'000.-- für das 
Untersuchungsverfahren und das Verfahren vor Bezirksgericht nicht als angemessen. 
Denn nebst der vom Anwalt nützlich aufgewandten Zeit sind bei der Bestimmung auch 
Natur und Bedeutung des Falls sowie der Umfang und die Schwierigkeit zu beachten. 
In concreto lag die Schwierigkeit des Strafverfahrens zu Beginn darin begründet, dass 
diverse Sachverhalte nachgewiesen und beurteilt werden mussten. Parallel dazu war 
der Verteidiger von Beginn weg mit der (zweimaligen) Inhaftierung seines Mandanten 
konfrontiert, die für Z___________ aufgrund dessen Gesundheitszustands äussert 
belastend und dementsprechend mit erheblichem Druck und Aufwand für seinen 
Verteidiger verbunden war. Dabei sind im Rahmen des Strafverfahrens auch der 
Einsatz und der Aufwand des Verteidigers im Hinblick auf die Anordnung des 
vorzeitigen Massnahmevollzugs sowie dessen anschliessende Umsetzung zu 
entschädigen. Und hierbei sind die besonderen Schwierigkeiten hervorzuheben, die 
sich mangels eines geeigneten Massnahmevollzugplatzes für den Angeklagten 
ergaben, die aber auch auf eine nicht zu rechtfertigende Tatenlosigkeit der Walliser 
Strafvollzugsbehörden zurückzuführen sind (vgl. näher E. 7c). Zudem war die 

- 30 - 

Relevanz des Strafverfahrens aufgrund des langen Freiheitsentzugs und der 
drohenden stationären Massnahme für den Angeklagten immens, was ebenfalls für 
eine bedeutende Entschädigung spricht. Zusammenfassend hat sich der Verteidiger 
nebst dem laufenden Strafverfahren beinahe während der gesamten 14.5 Monaten seit 
Aufnahme seines Mandats bis zur Hauptverhandlung auch gegen die Inhaftierung 
wehren müssen. Daher scheint ein Anwaltshonorar von Fr 22'558.10 (inkl. 
Mehrwertsteuer, Art. 26 Abs. 3 aGTar) angemessen, womit sich die 
Parteientschädigung für das Untersuchungsverfahren und das Verfahren vor 
Bezirksgericht auf insgesamt Fr. 25'000.-- beläuft. Die Berufung erweist sich insofern 
als teilweise begründet. 

9. a) Grundsätzlich zieht ein Freispruch, eine Einstellung des Verfahrens oder ein 
Verzicht auf die Strafverfolgung auch eine Befreiung von Gerichts- und Parteikosten 
nach sich. Im Falle eines Freispruchs können dem Beschuldigten die Kosten des 
Strafverfahrens auferlegt werden, wenn er durch einen Verstoss gegen die 
Rechtsordnung das Verfahren veranlasst hat (Art. 207 Abs. 2 StPO/VS). Ein 
schuldunfähiger Beschuldigter kann zur Kostentragung verpflichtet werden, wenn dies 
angemessen erscheint (Art. 207 Abs. 3 StPO/VS). Sofern das Kantonsgericht im 
Berufungsverfahren die erstinstanzlichen Urteilssprüche überhaupt überprüfen konnte, 
bestätigte es diese ausgenommen der Aufhebung der angeordneten Massnahme im 
Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB sowie einer Änderung im Kostenpunkt. Abgesehen vom 
Anklagepunkt der Pornografie, von dessen Vorwurf ein Freispruch mangels Täterschaft 
erfolgt, wird Z___________ hinsichtlich der übrigen ihm vorgeworfenen Delikte infolge 
Schuldunfähigkeit freigesprochen. In concreto sprechen die angespannte finanzielle 
Situation des Angeklagten sowie die Einschränkung, welche durch die Bezahlung der 
Gerichtskosten bei ihm entstehen würde, gegen eine Kostenpflicht. Ebenso lassen 
seine schwierigen Zukunftsaussichten sowie dass er seine Schuldunfähigkeit nicht 
selbst verursacht hat, eine Kostenpflicht als unbillig erscheinen (vgl. zum Ganzen 
Domeisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 7 zu Art. 419 StPO mit Hinweisen), weshalb dem 
Staat sämtliche Kosten von Verfahren und Entscheid aufzuerlegen sind und er zur 
Zahlung einer Parteientschädigung zu verpflichten ist (Art. 210 Ziff. 1 StPO/VS). 

b) Die Gerichtskosten umfassen die Auslagen sowie die Gerichtsgebühr. Die 
Gerichtsgebühr wird in Straffällen aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des 
Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation im 
gesetzlichen Gebührenrahmen unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und 
Äquivalenzprinzips festgesetzt (Art. 13 und 14 GTar). Für das Untersuchungsverfahren 
beträgt die Gebühr Fr. 90.-- bis Fr. 5'000.--, für jenes vor dem Bezirksgericht Fr. 90.-- 
bis Fr. 2'000.-- (Art. 22 lit. b und c GTar). Für das Berufungsverfahren vor 
Kantonsgericht bewegt sich die Gebühr zwischen einem Minimum von Fr. 380.-- und 
einem Maximum von Fr. 5'000.-- (Art. 22 lit. f GTar).  

Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten auf Fr. 57'000.-- festgesetzt, enthaltend 
Auslagen von insgesamt Fr. 52'847.25 sowie eine Gerichtsgebühr von Fr. 4'152.75 für 
das Verfahren vor dem Untersuchungsrichteramt und dem Bezirksgericht. Die 
Auslagen sind ausgewiesen, die Gerichtsgebühr für die beiden Verfahrensabschnitte 

- 31 - 

bewegt sich im Rahmen des Tarifs, weshalb für das Kantonsgericht kein Anlass 
besteht, hier eine Änderung vorzunehmen.  

Im Berufungsverfahren fielen Auslagen im Betrag von Fr. 579.70 an 
(Therapieverlaufsbericht des Forensisch-Psychiatrischem Dienstes der Universität 
Bern Fr. 554.70; Weibelin Fr. 25.--). Es war ein relativ umfangreiches Dossier zu 
behandeln und der Berufungskläger verlangte eine Überprüfung sowohl der 
Strafbarkeitsvoraussetzungen in Bezug auf verschiedene Sachverhalte als auch der 
Deliktssanktion. Weiter beinhaltete das Berufungsverfahren eine Kontrolle des 
erstinstanzlichen Entscheids im Kostenpunkt und es stellten sich im Verlauf des 
Berufungsverfahrens strafprozessuale Fragen (Wechsel des Offizialanwalts). In 
Berücksichtigung der angeführten Bemessungskriterien scheint folglich eine 
Gerichtsgebühr von Fr. 3'320.30 angemessen. Hinzu kommen die Kosten des 
Beweisentscheids vom 22. November 2011 von Fr. 100.--, so dass sich die 
Gerichtskosten des Berufungsverfahrens auf insgesamt Fr. 4'000.-- belaufen. Diese 
sind dem Fiskus aufzuerlegen.  

c) Das Anwaltshonorar bemisst sich in Strafsachen im gesetzlich vorgegebenen 
Rahmentarif nach der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, 
der vom Rechtsbeistand nützlich aufgewandten Zeit und der finanziellen Situation der 
Partei (Art. 27 Abs. 1 und 3 GTar). Für das Berufungsverfahren vor Kantonsgericht 
beträgt es – bei einem gänzlichen Freispruch – mindestens Fr. 1'100.-- und höchstens 
Fr. 8'800.-- (Art. 36 GTar).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung reichte Rechtsanwalt B__________ eine 
Honorarnote ein, in welcher ein Arbeitsaufwand von 49 Stunden und 40 Minuten sowie 
Auslagen in der Höhe von Fr. 875.80 aufgeführt sind. Zuzüglich Mehrwertsteuer beläuft 
sich die geltend gemachte Entschädigung auf Fr. 14'354.05. Dieser Aufwand ist aus 
mehreren Gründen offensichtlich übersetzt. So erscheinen etwa drei Besuche seines 
Mandanten innerhalb sieben Monate im Massnahmevollzug, nachdem er diesen 
bereits im Anschluss an das erstinstanzliche Urteil in Bellechasse besucht hatte, zur 
Führung seines Mandats nicht unmittelbar notwendig und der Arbeitsaufwand 
demzufolge als zu hoch. Weiter geht aus dem hinterlegten Tätigkeitsnachwe