# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bde0df61-419d-5439-ae98-2be5d4f300b9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-04-03
**Language:** de
**Title:** Auf Gutachten kann abgestellt werden. Gemäss Prüfung der Standardindikatoren ist eine Einschränkung aus psychischer Sicht ausgewiesen. Da im Gesundheitsfall lediglich von einer Teilerwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich auszugehen ist, resultiert kein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2017.00177
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00177.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00177
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil vom 3. April 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch die Tochter Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___,
geboren
1967
,
meldete sich am
1
6.
Februar 201
3 u
nter Hinweis auf
einen seit dem 5. Dezember 2011 bestehenden doppelten Bänderriss
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 6/4 Ziff. 6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerbliche Situation ab
und veranlasste eine Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 24. März 2015 Bericht erstattet wurde (Urk. 6/34). Mit Vorbescheid vom 24. März 2015 (Urk. 6/38) stellte die IV-Stelle in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Invali
denrente bestehe. Nachdem die Versicherte dagegen am 19. April 2015 Einwän
de erhoben hatte (Urk. 6/42),
holte
die IV-Stelle
bei
m Z.___
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 11. November 2016
er
stattet wurde (Urk. 6/130
).
Mit Verfügung vom 6. Januar 2017 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
(Urk. 6/133
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 7. Februar 2017, vertreten durch ihre Tochter Y.___,
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6. Januar 2017
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen
(Urk. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21. März 2017
(
Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 10. April 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7
).
Am 30. Mai 2017 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (Urk. 8). Mit Gerichtsverfügung vom 25. Juli 2017 wurde ihr Frist angesetzt, um Auskunft über das Vorliegen einer allfälligen Rechtsschutzversicherung zu geben (Urk. 10). Hierzu nahm die Beschwerdeführerin am 24. August 2017 Stellung (Urk. 12-13).
Mit Gerichtsverfügung vom
29. August 2017
wu
rde antragsgemäss (vgl. Urk. 8
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt (
Urk. 14
).
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2;
143 V 409
E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich, gemischte Methode)
und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde.
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsscha
den, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die ge
mischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in fine). Ist jedoch anzu
nehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beein
trächtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grund
sätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e contrario). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das Vali
deneinkommen ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausge
übten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/bb mit Hin
weisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich ent
sprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeits
pensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
be
messungs
methode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundes
gerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
De
zember 2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Ein
kommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin s
eit Dezember 2011 in ihrer Arbeits- beziehungsweise Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt
sei
.
Ohne Gesundheitsschaden
würde sie ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin weiterhin in einem Pensum von 60
%
nachgehen. Die restlichen 40
%
entfielen auf den Haushalt. Aus ärztlicher Sicht sei eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar. Die aus psychiatrischer Sicht attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit könne nicht berücksichtigt werden, da es sich bei der diagnostizierten depressiven Entwicklung um ein vorübergehendes Leiden handle, das gut therapiert werden könne. Demnach erleide die Beschwer
deführerin keine Erwerbseinbusse. Im Haushalt sei sie zu 8
%
ein
geschränkt. In Anwendung der gemischten Methode resultiere
ein Invaliditäts
grad
von 3
% (S. 2 f.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, s
ie sei nicht einverstanden mit dem Entscheid der Beschwerdegegnerin. Wenn sie gesund wäre, müsste sie zu 100
%
arbeiten, um ihren Lebensunterhalt finan
zieren zu können (vgl.
Urk.
8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang ihre Qualifikation.
3.
3.1
A.___, Fachpsychologe für Psychotherapie SBAP, stellte in seinem undatierten, am 22. Januar 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (Urk. 6/74) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
andauernde Persönlichkeitsveränderung durch Extrembelastung (
ICD-10 F62.0)
-
posttraumatische Belastungsstörung (
ICD-10
F43.1)
, bestehend seit 14
jährig
-
Differenzialdiagnose: Traumafolgestörung mit Tendenz zum dissoziati
ven Störungsbild milder Ausprägung (ICD-10 F44) mit starker Tendenz zu somatoformen Störungen (ICD-10 F45), inklusive somatoformen Schmerzstörungen (ICD-10 F45.5), inklusive Angststörung (Panik
störung, ICD-10 F40.01, schwer) begleitet von einer nichtorganischen Störung des Schlaf- und Wach-Rhythmus (ICD-10 F51.0)
Psychologe A.___ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 10. No
vember 2014 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 24. November 2015 erfolgt (Ziff. 1.2). Wegen der Schwere der Schlafstörung, der
Abhängigkeit von der Tochter, der Stärke der Panikattacken (und Ängste), der bestehenden Symptomatik, der schleppenden Besserung und der ungünsti
gen sozialen Situation mit dem Bruder,
bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Ziff. 1.6). Die Beschwerde
führerin sei psychisch in hohem Grad in den sozialen Interaktionen und in der Selbständigkeit eingeschränkt (Ziff. 1.7). Psychologe A.___ führte aus, es fän
den einmal pro Woche eine traumaspezifische Psychotherapie sowie eine Behandlung mit Psychopharmaka statt (Ziff. 1.5).
3.2
Am 11. November 2016 erstatteten Dr. med. B.___, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin, Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. D.___, Facharzt für Neurologie, lic. phil. E.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie, Dr. med. F.___, Facharzt für Rheumatologie, Z.___, das von der Beschwerdegegnerin veran
lasste polydisziplinäre Gutachten (Urk. 6/130). Die Gutachter stellten zusam
menfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 69 V.):
-
persistierende Schmerzen im Sprunggelenksbereich links bei Status nach lateraler Kapselbandrekonstruktion am
4. Juli 2012 und Status nach Ent
fernung eines Fadengranuloms sowie Exploration der Peronealsehne am 7. September 2012 bei Status nach rezidivierenden Supinations
traumata mit chronischer Instabilität infolge Ruptur des Ligamentum talo-fibulare anterius
-
depressive Störung mittelgradigen Ausmasses (
ICD-10
F32.1)
-
Persönlichkeitsstörung mit unreifen, narzisstischen Zügen (
ICD-10
F60.8)
-
mittelschwere neuropsychologische Störung mit breit gestreuten, fronto
temporoparietalen Hirnfunktionsschwächen
beidseits
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut
achter
chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
,
Migräne
,
Medika
menten
übergebrauchskopfschmerzen
, ein
residuelles
Horner Syndrom rechts bei Status nach Dissektion der Arteria
carotis interna
im Mai 2009, ein
chronisches Lum
bovertebral-Syndrom im Sinne vo
n unspezifischen Kreuzschmerzen, bestehend
seit 2015
,
klinische Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung
, eine
Epico
ndylopa
thia humeri radialis beidseits
und ulnaris rechts
sowie eine
Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren (
ICD-10
F45.41)
.
Die Gutachter führten aus, der psychische Zustand wirke sich ungünstig auf die Verarbeitung der körperlichen Beschwerden aus, wobei bei einer Depression ohnehin von somatoformen Begleitreaktionen auszugehen sei, weswegen eine Schmerzstörung als eigenständige Diagnose hinterfragt werden könne (S. 70 Mitte).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, d
ie neurologischen Diagnosen chronische Kopfschme
rzen vom Spannungstyp, Mig
räne und Medikamenten
über
gebrauchskopfschmerzen begründe
te
n normalerweise keine Arbei
tsun
fähig
keit. Ebenfalls bestehe
keine Be
einträchtigung der Arbeitsfähig
keit infolge des residuellen Hornersyndroms rechts
(S. 71 unten)
.
Die rheumatologische
Beurteilung habe ergeben, dass initial seit den Supina
tionstraumata im Frühjahr 2012 eine Arbeitsunfähigkeit als Reinigungsmit
arbeiterin von 100 % bestanden habe, dies geschätzt nach den beiden Opera
tionen bis November 2012 (S. 72 Mitte).
Bezüglich
einer Tätigkeit, die vorwiegend sitzend ausgeü
bt werde, mit der Mög
lichkeit z
eitweise auch aufzustehen und die
wegen der Rückenschmerzen keine wiederholten Torsionsbewegungen aufweise mit leicht bis auch mittelschweren Gewichtsbelastungen, bestehe
seit November 2012 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Es fänden
sich am Bewegungsapparat weder klinisc
h noch bildgebend Gründe für ei
ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adap
tierten Täti
gkeit. Bei dieser Beurteilung seien
die Zeichen der Schmerzfehlverar
be
itung nicht mitberücksichtigt (S. 72 unten).
Aufgrund der depressiven Störung
sei
die Explorandin v
ermindert belastbar. Sie brauche
längere Erholungsphasen,
und
es
sei
mit kognitiven Beeinträchtigu
ngen sowie
mit
Schwierigkeiten im zwischen
menschlichen Bereich
zu rech
nen
.
Sie stehe
unter einer erhöhten Anspannung.
Es k
önne
dadurch für die
angestammte Tätigkeit im Reini
gungsbereich und
für jegliche
einfach
strukturierte Tätigkeit ohne Ü
ber
nahme von Verantwortung eine 40%
ige Einschränkung begründet werden
. Diese Beeinträchtigung bestehe
mindestens seit Aufn
ahme der psychologischen Behandlung im November 2014 (S. 73 oben).
Aus neuropsychologischer
Sicht
sei
die Versicherte i
n ihrer angestammten ein
fachen angeleiteten Tätigkeit oder
in einer
Hilfstätigkeit ohne
besondere Anfor
derungen an Sorg
falt, Genauigkeit, Aufmerksamkeit und Kurzzeitgedächtnis nahezu ganztags bei durchschnittlicher Leistung arbeitsfähig
(S. 73 Mitte)
.
Gesamtmedizinisch
sei
somit festzuhalten, dass der
Versicherten für die ange
stamm
te Tätigkeit im Reinigungsbereich und in jeglicher alternativen einfach strukturierten adaptierten Tätigkeit ohne Übern
ahme von Verantwortung
eine 40%ige Ei
nschränkung attestiert werden kö
nn
e
. Diese Beeinträchtigung bestehe mindestens seit Aufnahme der psychologischen Behandlung im November 2014
(S. 73 unten). Zuvor könne der Versicherten auf Grund der Aktenlage in einer adaptierten Tätigkeit seit November 2012 keine Einschränkung attestiert werden (S. 74).
3.3
Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 21. November
2016 (
Urk.
6/132/
5-
6)
aus, das umfangreiche Gutachten sei unter vollständiger Würdigung der vorhandenen medizinischen Akten, nach ausführlicher Anamneseerhebung, genauem Einge
hen auf die geschilderten Beschwerden und umfassender Unter
suchung erstellt worden. Die Gutachter seien nach ausführlicher fach
spezifischer Diskussion in einer interdisziplinären Zusammenfassung zu plausiblen Diagnosen und nach
vollziehbaren Schlussfolgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähig
keit der Versicherten gekommen, weshalb auf das Gutachten abzustellen sei.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging abweichend von der Einschätzung der Gutachter der Z.___ vom November 2016 (vgl. vorstehend E. 3.2), welche seit November 2014 aufgrund des psychischen Leidens eine um 40 % eingeschränkte Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten als auch in jeder angepassten Tätigkeit attestierten, davon aus, dass kein aus invalidenver
sicherungsrechtlicher Sicht relevantes Leiden vorliege und in einer angepassten Tätigkeit damit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (vgl. vorste
hend E. 2.1).
4.2
Das
Z.___
-Gutachten erfüllt die formalen Beweiswert-
Anforderungen (
vorste
hend E. 1.6
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Dar
über hinaus leuchtet es auch in der
Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen.
In somatischer Hinsicht gingen die Gutachter davon aus, dass in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Es hätten sich am Bewegungsapparat weder klinisch noch bildgebend Gründe für eine Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit gefunden.
Die übrige medizinische Aktenlage hat diesbezüglich keine Hinweise ergeben, welche an dieser Einschätzung zweifeln liessen. Die seit November 2014 beste
hende Einschränkung auch in adaptierten Tätigkeiten von 40 % resultierte auf
grund der von Dr. C.___ gestellten psychiatrischen Diagnosen.
4.3
N
ach geänderter Rechtsprechung
ist
bei sämtlichen psychischen Leiden beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (zum strukturierten Beweisverfahren und den Indikatoren vgl. vorstehend E. 1.2) festzustellen, ob die Schwere des Krankheitsgeschehens auf einen (versicherten) Gesundheits
sschaden oder auf nicht versicherte Faktoren zurückzuführen ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1).
Zu der im Rahmen des Komplexes
„
Gesundheitsschädigung
“
zu prüfenden Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde lässt sich dem
psychiatrischen Teil
gutachten
von Dr. C.___ entnehmen, dass
aufgrund der etwa mittelschweren depressiven Störung, die auch dominiert
werde von Ängsten, eine v
erminderte Belastbarkeit
resultiere
, wodurch die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei,
sich
eine komplette Einschränkung
jedoch
nicht begründen
lasse
(
Urk. 6/130
S. 47 oben).
Zu den konkreten Erscheinungsformen der Gesundheitsschädigung führte
Dr. C.___
aus, die Beschwerdeführerin
fühle sich nicht in der Lage, irgend
welchen Aktivitäten nachzugehen und sei der Meinung, dass sie auch zu Hause kaum etwas tun könne. Sie verhalte sich passiv und pflege keine sozialen Kon
takte
(
Urk. 6/130
S. 47 unten).
Als allfällig vorhandene psychosoziale Belastungs
faktoren nannte
Dr. C.___
ein tiefes Bildungsniveau und Sprach
probleme, welche nebst
kulturellen Hintergrundsfaktoren ihren Zustand eben
falls ungünstig beeinflussen
dürften
(
Urk. 6/130
S. 48 oben). Hinweise auf eine Aggravation
verneinte er
(
Urk. 6/130
S. 48 Mitte).
Weitere wichtige Indikatoren für die Ermittlung der Schwere eines Gesundheits
schadens sind Verlauf und Ausgang von durchgeführten Therapien. Scheitern lege artis und mit optimaler Kooperation durchgeführte Therapien, deutet dies auf eine negative Prognose hin. Nur therapeutisch nicht mehr angehbare Stö
rungen können rechtlich als invalidisierend gelten.
Z
u erwähnen
ist diesbezüglich
, dass es sich bei der Behandlung bei
m
Psycholo
gen A.___
(vgl. vorstehend E. 3.1)
nicht um eine fachärztliche Behandlung handelte und diese
,
wie
Dr. C.___
ausführte, im Hinblick auf die Behandlung der Depression sowie der indizierten verhaltenstherapeutisch Massnahmen unge
nügend ist.
Dr. C.___ zog auch eine Behandlung in einer Tagesklinik in Betracht (vgl.
Urk. 6/130
S. 46 Mitte,
S. 51 oben
).
Selbst die Beschwerdeführerin äusserte anlässlich der Begutachtung, dass sie von der Therapie beim Psycholo
gen A.___ nur wenig profitiere (vgl.
Urk. 6/130
S. 39 Mitte). Dr. C.___ stell
te im Übrigen keine
krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz
fest
(
Urk. 6/130
S. 53 Mitte).
Damit steht fest, dass vorliegend nicht von einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung ausgegangen werden kann, zumal das depressive Leiden ungenügend therapiert wurde.
Eingliederungsversuche wurden bislang nicht unternommen, jedoch führte Dr. C.___ hierzu aus, dass
d
ie Probleme bei der Eingliederung nur teilweise durch das Störungsbild zu erklären
seien und
zum Grossteil auch moti
vationelle, bildungsabhängige und sprachliche Probleme vor
lägen
, welche die Eingliederung behinderten. Der
Beschwerdeführerin
wären Eingliederungs
mass
nahmen bei begleitender konsequenter Therapie halbtags möglich (
Urk. 6/130
S.
52 oben).
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der psychiatrischen Diagnosen zu sämtlichen begleitenden krankheits
wertigen Störungen (Indikator „Komorbiditäten“, vgl. vorstehend E. 1.2) ist fest
zuhalten, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (Präzisierung von E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 durch das zur Publikation
vorgesehene Urteil des Bundes
ge
richts 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 8.1).
In somatischer Hinsicht wurde von den Gutachtern des
Z.___
in einer ange
passten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit attestiert, weshalb auch nicht von einer relevanten somatischen Komorbidität ausgegange
n werden kann (vgl. vorstehend E. 3.2
).
Was die zu prüfenden strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlich
keits
problematik (Komplex der Persönlichkeit, vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.2) anbe
langt, welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnte, sind die Auswirkungen der von
Dr. C.___
diagnosti
zierte
n
Persönlichkeitsstörung
mit unreifen, narzisstischen Zügen (ICD
10 F60.8)
zu prüfen.
Dr. C.___
erachtete diese nicht primär ver
antwortlich für die Ar
beitsunfähigkeit, sondern die depressive Erkrankung
.
Die vorhandenen persönlichen Ressourcen befand er jedoch insgesamt für gering
(vgl. Urk. 6/130 S. 48
unten f.).
Dr. C.___ konnte die vom Psychologen A.___ gestellten Diagnosen, insbesondere auch eine post
traumatische Belastungs
störung, nicht bestätigen
(
Urk.
6/130
S. 45 unten f.).
Er wies jedoch darauf hin, dass die Beschwerdeführerin in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sei und mit grosser Wahrscheinlichkeit eine emotionale Mangelentwicklung mit möglicher starker Vernachlässigung erlitten habe (Urk.
6/130
S. 45 Mitte)
.
Zum sozialen Kontext hielt
Dr. C.___
fest,
e
s liege ein soziales Netzwerk vor, und die Explorandin könne auf die Hilfe ihrer Töchter zählen. Sie sei in der Kommunikationsfähigkeit nicht eingeschränkt, doch wirke sie nicht sehr moti
viert, aktiv an ihrem Zustand mitzuarbeiten und v
erhalte sich weitgehend passiv
(
Urk.
6/130
S. 50 oben).
Da die Beschwerdeführerin seit jeher ihre Kon
takte auf die Familie begrenzte
(vgl.
Urk.
6/130
S. 44 oben
), lässt sich aus den eingeschränkten sozialen Kontakten
nichts betreffend das Kr
ank
heits
geschehen ableiten
.
Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine ressour
cen
hemmenden Aspekte, da seit jeher ein reduziertes soziales Umfeld bestanden hat
. Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin als völlig reduziert be
schrie
be
nen Aktivitätsniveaus (vgl.
Urk.
6/130
S. 45 unten f.
, S. 52 unten f.) ist zu beachten, dass
nebst den eigentlichen krankheitsbedingten Ursachen auch sich ungünstig auswirkende familiäre Strukturen und aus invaliden
versiche
rungs
rechtlicher Sicht unbeachtliche psychosoziale Faktoren ins Gewicht fallen.
So führte die Tochter der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung im Februar 2015 gegenüber der Abklärungsperson aus, dass die Beschwerde
führerin nach der Einreise aus Guatemala nie richtig in die Schweiz integriert worden sei. Wenn es Probleme gegeben habe, hätten der Ehemann oder die Kinder diese abgenommen und die Beschwerdeführerin somit fast handlungs
unfähig gemacht. Vom Ehemann sei sie zudem unterdrückt wor
den und habe auch gar nichts machen dürfen (vgl. Urk. 6/34 S. 2 Mitte).
4.4
Zusammenfassend
erscheint das von Dr. C.___ anhand eines strukturierten
normati
v
en Prüfrasters beurteilte tatsächlich erreichbare Leistungs
v
ermögen der Beschwerdeführerin
v
on 6
0 % in
ihrer angestammten und in jeder angepassten
Tätigkeit
als
nach
v
ollziehbar und
v
ermag zu überzeugen.
Hingegen
kann auf die Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach gemäss der - nun über
holten - Rechtsprechung leichte bis mittelgradige depressi
v
e Störungen in der Regel als therapeutisch angehbar gelten und zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (
v
gl. vorstehend E. 2.1
), nicht a
bge
stellt werden
. Es ist damit gestützt auf die Ausführungen der Gutachter der Z.___ vom November 2016 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer ange
stammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit spätestens ab November 2014 zu 40 % eingeschränkt ist.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist weiter die Qualifikation der Beschwerdeführerin. Mass
gebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Teilerwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu berücks
ichtigen (vgl. vorstehend E. 1.4
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5
.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den Haushaltabklärungsbericht vom 2
4.
März 2015 (
Urk.
6/34) von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 60 % Erwerbstätige und zu 40 % im Aufgabenbereich Tätige aus. Festgelegt wurde dies gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin, dass sie heute bei guter Gesundheit
aus finanziellen Gründe
zu 60
%
arbeiten würde (vgl.
Urk.
6/34
Ziff.
2.5-6).
Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk. 6/
11) lässt sich ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin
nie in grösserem A
usmass erwerbstätig war und dass sie auch
nie
ein
nur annähernd so hohes Jahreseinkommen erzielt hat, wie ihr nun von der Beschwerdegegnerin als Valideneinkommen angerech
net wurde
(vgl. Urk. 2).
In Anbetracht dessen, dass
in Bezug auf die
1987 und 1990 geborenen Töchter spätestens ab 2008 keine Betreuungsaufgaben
mehr
einer höheren Erwerbstätigkeit im Wege standen und zuvor bereits ein massge
bendes Teilzei
tpensum möglich gewesen wäre
, erscheint das von der Abklä
rungsperson festgelegte Pensum von 60
%
eher
als
fraglich. Auch genügen die Ausführungen der Beschwerdeführerin, dass sie schon allein aus finanziellen Gründen 100
%
arbeiten müsste (vgl. vorstehend E. 2.2)
nicht
,
eine höhere Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zu begründen, zumal schon seit 2004 eine finanzielle Abhängigkeit von der Sozialhilfe bestand (vgl.
Urk.
6
/34 Ziff. 2.4), ohne dass ernsthafte
Bemühungen belegt sind, das Pensum zu erhöhen.
Für die Wahl der anwendbaren Bemessungsmethode ist nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der beste
h
enden finanziellen Verhältnisse
als notwendig erscheint, sondern inwie
weit sie unter den gegebenen Umständen als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts I
160/02 vom 19. August 2002, E. 2.2).
5.3
Mit Blick auf den Aufgabenbereich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt
der Haushaltabklärung im Februar 2015 mit einer ihrer erwachse
nen Töchter einen
Zweipersonenh
aushalt führte, wobei die Tochter sie massge
blich unterstützte, was im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht erwartet werden kann (vgl. Urk. 6/34 Ziff. 2.3.1 und Ziff. 6). Von der Beschwerdeführerin wahrzunehmende Betreuungspflichten bestehen keine mehr.
In Anbetracht dieser familiären
V
erhältnisse und unter Berücksichtigung der im gleichen Haushalt lebenden erwachsenen
Tochter
ist nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall neben
einer Erwerbstätigkeit noch Haus
haltarbeiten zu erledigen hätte. Mangels eines Aufgabenbereichs gilt die Beschwerdeführerin daher für die In
v
aliditätsbemessung als Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich
(
BGE
142
V
290
E. 5,
BGE
131
V
51 E. 5.1.2)
.
Abgesehen davon hielt Dr. C.___ in seinem psychiatrischen Teilgutachten fest, dass die von der Abklärungsperson im Rahmen der Haushaltabklärung ermittelten Einschränkungen nicht ganz nachvollzogen werden könnten. So sei zu berücksichtigen,
dass die Explorandin mit einer erwachsenen Tochter zusammenlebe und es im Haushalt nur wenig zu tun gebe. Es sollte ihr deshalb auch aufgrund des psychischen Zustandes möglich sein, die anfallenden Haus
haltsarbeiten vollumfänglich durchzuführen (
Urk. 6/130
S. 49 Mitte).
Damit würde ohnehin im Haushaltsbereich ein Invaliditätsgrad von 0 % resultieren, da bei psychischen Einschränkungen der Einschätzung des Facharztes höheres Gewicht zu kommt als jener der Abklärungsperson
(vgl.
Urteile des Bundesge
richts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1, 9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinwei
sen)
.
5.4
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als maximal zu 60 % Erwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren ist.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
v
orzunehmen, aus
gehend von der Annahme, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als maximal 60 % Erwerbstätige ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren ist (vgl. vor
stehend E. 5).
6.2
Nach der präzisierten Rechtsprechung
v
on
BGE
142
V
290
ist bei teilerwerbstä
tigen
V
ersicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommens
v
er
gleichsmethode (Art. 16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein
v
ersi
cherten erwerblichen Bereich proportional - im Umfang der hypothetischen Teilerwerbstätigkeit - zu berücksichtigen. Der In
v
aliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann damit den
v
ersicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen.
6.3
Mangels verlässlicher Lohnangaben und
infolge
unregelmässiger Erwerbstätig
keit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
zur Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebene Lohnstrukturerhebung (
LSE
) ab
gestellt. Da sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen vom gleichen Tabellenlohn für Hilfsarbeiten für Frauen für das Jahr 2012 (
LSE
2012
, S. 35, Tabelle TA1, Niveau 1)
auszugehen ist, resultiert bei einer noch möglichen Arbeitsfähigkeit von 60 % in ange
stammter und angepasster Tätigkeit bei einer Qualifikation als zu maximal 60 % Erwerbstätige ohne Aufgabenbereich (vgl. vorstehend E. 5) ein rentenan
spruchsauschliessender Invaliditätsgrad von 0 %.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan