# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76808335-7f67-55b2-86b9-9b12b89a6e28
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 12.08.2015 SK1 2015 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2015-11_2015-08-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 12. August 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 15 11 [nicht mündlich eröffnet] 17. August 2015

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, 
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 26. März 2014, im Dispositiv mitge-
teilt am 26. März 2014, schriftlich begründet und mitgeteilt am 28. April 2014, in 
Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 
7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. 1. X._____ wurde am _____1967 in O.1_____ geboren. Er ist geschieden und 
hat gemäss seinen eigenen Angaben keine Unterstützungspflichten. X._____ ar-
beitet bei der E._____ in O.2_____ und erwirbt dort nach seinen Angaben ein mo-
natliches Nettoeinkommen von Fr. 6'000.00. Gemäss der Auskunft der Steuerver-
waltung des Kantons Graubünden vom 11. Dezember 2013 weist er für die Steu-
erperiode vom 1. Januar 2013 bis 22. Juli 2013 ein Vermögen von Fr. 18'506.00 
auf.

2. Im SVG-Massnahmenregister ist X._____ nicht verzeichnet. Im Schweizeri-
schen Zentralstrafregister weist X._____ folgenden Eintrag auf: 

- Strafmandat des Kreispräsidiums Fünf Dörfer vom 9. November 
2007; Geldstrafe 20 Tagessätze zu Fr. 160.00, bedingt vollziehbar 
bei einer Probezeit von 2 Jahren und Busse in der Höhe von 
Fr. 1'000.00 (Grund: Pornographie [mehrfache Begehung] gemäss 
Art. 197 Ziff. 3 StGB in der Zeit vom 5. Februar 2007 bis 30 März 
2007).

3. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staats-
anwaltschaft) vom 16. Januar 2013, mitgeteilt am gleichen Tag, wurde X._____ 
der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig gespro-
chen. Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 
170.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer 
Busse in der Höhe von Fr. 500.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an die 
Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen. Die Kosten des Ver-
fahrens wurden X._____ auferlegt. 

4. Die Staatsanwaltschaft legte dem Strafbefehl vom 16. Januar 2013 folgen-
de Feststellungen zugrunde:

"Am 25. April 2011, um 16:35 Uhr, fuhr der Beschuldigte mit seinem Perso-
nenwagen MAZDA J 6 2.3l TURBO, Kontrollschild _____ (CH), auf der 
_____strasse von O.3_____ in Richtung O.4_____. Auf Höhe "A._____" 
setzte er zum Überholen des vor ihm fahrenden Personenwagens an, ob-
wohl er Gegenverkehr erkennen konnte. Beim Gegenverkehr handelte es 
sich unter anderem um B._____, welcher mit seinem Personenwagen 
CHRYSLER USA Neon 2.0 L, Kontrollschild _____ (CH), auf der 
_____strasse von O.4_____ in Richtung O.3_____ fuhr und auf Höhe 
"C._____" ebenfalls einen Personenwagen überholte, sodass sich zwei 
überholende Fahrzeuge entgegenfuhren. B._____ führte sein Überhol-
manöver mit ca. 80 km/h aus. Der Beschuldigte überholte mit ca. 90 km/h. 

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Infolge des beschriebenen Gegenverkehrs kam es beim Wiedereinbiegen 
beider Fahrzeuge beinahe zu einer Frontalkollision. 

Für ein korrektes Überholmanöver hätte der Beschuldigte bei Abschluss 
des Überholmanövers noch eine Sicherheitsmarge von 2 Sekunden, umge-
rechnet knapp 100 Meter Abstand, zum Gegenverkehr einhalten müssen. 
Der Beschuldigte hätte aufgrund der dargestellten Umstände damit rech-
nen müssen, dass er bei einem ihm mit 90 km/h entgegenfahrenden Fahr-
zeug diese Sicherheitsmarge nicht einhalten konnte. Beim Entscheid, an 
der fraglichen Stelle zu überholen, zog der Beschuldigte zumindest aus 
grober Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass er mit seinem Verhalten in 
vorhersehbarer Weise eine gefährliche Verkehrssituation schaffen würde. 

Aufgrund des verkehrsregelwidrigen Verhaltens des Beschuldigten veran-
lasste dieser den ihm entgegenfahrenden B._____, um eine Kollision zu 
verhindern, sein Fahrzeug abrupt nach rechts zu steuern, wobei das Fahr-
zeugheck ausbrach und der Personenwagen über den rechten Fahrbahn-
rand hinaus schleuderte. Letztlich stürzte der Personenwagen über das 
rechtsseitige Strassenbord hinunter und prallte heftig gegen die dortigen 
Bäume. Dabei erlitt B._____ eine Thoraxkontusion sowie diverse Riss-
quetschwunden. Am 15. Mai 2011 stellte er Strafantrag gegen X._____ 
wegen Körperverletzung."

5. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 16. Januar 2013, mitgeteilt am 
gleichen Tag, wurde B._____ der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 35 Abs. 2 und 4 in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG für schuldig befunden. 
Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 60.00, 
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse in 
der Höhe von Fr. 300.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an die Stelle der 
Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen. Die Kosten des Verfahrens wur-
den B._____ auferlegt. Dieser Strafbefehl ist unangefochten in Rechtskraft er-
wachsen. 

6. X._____ liess gegen seinen Strafbefehl vom 16. Januar 2013 am 25. Janu-
ar 2013 und damit fristgerecht Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwalt-
schaft die Strafuntersuchung weiterführte. Nach deren Abschluss überwies sie den 
Strafbefehl am 29. Januar 2014 gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 
1 StPO ans Bezirksgericht Landquart. 

7. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 14. Fe-
bruar 2014 vorgeladen wurde, fand am 26. März 2014 statt. Während die Staats-
anwaltschaft unter Beilage eines Schlussberichts vom 29. Januar 2014 auf die 
Entsendung eines Vertreters verzichtet hatte, war X._____ mit seinem Verteidiger 
persönlich vor dem Bezirksgericht Landquart erschienen. Im Zuge der Verhand-
lung verzichtete X._____ unter anderem ausdrücklich auf eine formelle Einver-

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nahme seiner eigenen Person und auf die Durchführung eines Augenscheins. Die 
Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:

Anträge X._____:

 "1. X._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."

Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:

(vgl. den oben zitierten Strafbefehl. Die Verurteilung entspricht den Anträ-
gen).

8. Das am 26. März 2014 gefällte und gleichentags mündlich eröffnete Urteil 
des Bezirksgerichts Landquart wurde X._____ am 26. März 2014 ohne schriftliche 
Begründung im Dispositiv mitgeteilt. Gegen dieses Urteil meldete X._____ am 31. 
März 2014 Berufung beim Bezirksgericht Landquart an. Daraufhin teilte das Be-
zirksgericht Landquart den Parteien am 28. April 2014 das begründete Urteil mit. 
Darin erkannte es wie folgt:

 "1. X._____ ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 
125 Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 
150.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie 
mit einer Busse von CHF 500.00 bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für 
eine schuldhafte Nichtbezahlung der Busse wird auf zwei Tage festge-
setzt. 

3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'275.00

- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF    318.10

- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart (mit schriftlicher Urteilsbegründung) CHF 3'500.00

total somit CHF 5'093.10

werden vollumfänglich dem Verurteilten auferlegt, welchem aufgrund 
des Ausgangs des Verfahrens keine Prozessentschädigung ausgerich-
tet wird.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung)."

9. Mit Berufungserklärung vom 6. Mai 2014 stellte X._____ folgende Rechts-
begehren:

   "1. Das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 26. März 2014, mitge-
teilt am 28. April 2014, sei vollumfänglich aufzuheben.

  2. Der Berufungskläger sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

  3. Dem Berufungskläger sei für seine Verteidigungsaufwendungen im 
vorinstanzlichen Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung von 

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CHF 5'841.45, eventualiter eine nach richterlichem Ermessen festzu-
setzende Entschädigung, zuzusprechen. 

  4. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse 
zu nehmen. 

  5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge für das Beru-
fungsverfahren."

10. Das Bezirksgericht Landquart verzichtete mit Eingabe vom 8. Mai 2014 auf 
die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

11. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 9. Mai 2014 ebenfalls 
auf die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO. 

12. Mit Urteil SK1 14 20 vom 13. August 2014, mitgeteilt am 27. August 2014, 
erkannte die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt:

 "1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 4'000.00 festge-
setzt und gehen vollumfänglich zu Lasten von X._____.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. Mitteilung)."

B. Gegen dieses Urteil erhob X._____ mit Eingabe vom 29. September 2014 
Beschwerde in Strafsachen beim Schweizerischen Bundesgericht mit den folgen-
den Rechtsbegehren:

 "1. Der Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden vom 13. August 
2014, mitgeteilt am 27. August 2014, sei aufzuheben und der Be-
schwerdeführer sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

  2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und zur Freisprechung 
des Beschwerdeführers an die Vorinstanz zurückzuweisen.

  3. Der Beschwerdeführer sei für die Verfahren vor dem Bezirksgericht 
Landquart mit CHF 5'841.45 (inkl. Mehrwertsteuer) und vor dem Kan-
tonsgericht von Graubünden mit CHF 4'258.30 (inkl. Mehrwertsteuer) 
zu Lasten des Kantons Graubünden ausseramtlich zu entschädigen. 

  4. Die amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Bezirksgericht Landquart 
sowie vor dem Kantonsgericht von Graubünden seien auf die Staats-
kasse zu nehmen. 

  5. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge 
(inkl. Mehrwertsteuer) für das Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht 
zu Lasten des Staates."

C. Mit Urteil 6B_954/2014 vom 13. März 2015 entschied das Schweizerische 
Bundesgericht wie folgt:

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 "1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 13. August 2014 wird aufgehoben und die Sa-
che zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Kanton Graubünden hat dem Beschwerdeführer eine Parteien-
tschädigung von Fr. 3'000.-- auszurichten. 

4. (Mitteilung)."

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass vorliegend die Geschwindigkeiten des 
überholenden und überholten Fahrzeugs sowie die durchschnittliche Geschwin-
digkeit eines entgegenkommenden Fahrzeugs massgeblich seien. Gemäss den 
unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz habe der Beschwerdeführer gleich-
zeitig mit B._____ zum Überholen angesetzt. Im Zeitpunkt, als er sich zu diesem 
Manöver entschlossen habe, sei jener somit noch nicht am Überholen gewesen. 
Dem angefochtenen Entscheid lasse sich nicht entnehmen, es hätten konkrete 
Anzeichen dafür bestanden, dass B._____ ein Überholmanöver starten würde. 
Mithin habe der Beschwerdeführer auch nicht damit rechnen müssen. Ob er zu 
Beginn seines Überholvorgangs nach der objektiven Verkehrslage habe anneh-
men dürfen, er werde den Gegenverkehr nicht behindern, richte sich entgegen der 
Auffassung der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden somit nicht 
nach der Geschwindigkeit von B._____, sondern nach derjenigen des ersten dem 
Beschwerdeführer entgegenkommenden Fahrzeugs. Dies sei der Oldtimer von 
D._____ gewesen. Dessen Geschwindigkeit habe nach den Feststellungen der 
Vorinstanz ca. 60-70 km/h betragen. Das Kantonsgericht habe weiter festgehalten, 
gemäss den Aussagen des hinter dem Beschwerdeführer fahrenden Motorradfah-
rers sei er vor dessen Überholmanöver mit einer Geschwindigkeit von 67.5 km/h 
unterwegs gewesen. Diese Geschwindigkeit dürften in etwa alle drei sich in der 
Kolonne befindlichen Fahrzeuge, d.h. dasjenige vor dem Beschwerdeführer, das 
des Beschwerdeführers und das Motorrad, vor dem Überholmanöver des Be-
schwerdeführers aufgewiesen haben. Weil die Vorinstanz aber weder die Länge 
des Fahrzeugs des Beschwerdeführers noch diejenige des vom ihm überholten 
festgestellt habe, lasse sich sein Überholweg nicht zuverlässig berechnen und 
somit auch nicht anhand der für das Manöver benötigten Zeit die Strecke ableiten, 
die der dem Beschwerdeführer entgegenkommende Oldtimer gestützt auf seine 
durchschnittliche Geschwindigkeit währenddessen zurückgelegt habe. Insofern 
könne nicht abschliessend beurteilt werden, ob die Vorinstanz dem Beschwerde-
führer zu Recht vorwerfe, gegen Art. 35 Abs. 2 SVG verstossen zu haben. Aller-
dings halte sie fest, er habe sein Überholmanöver kurz vor B._____ abschliessen 
können. Dies lege die Vermutung nahe, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, 

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als er zum Überholen angesetzt habe, die Gewissheit haben konnte, sein Manöver 
ohne Behinderung des ihm entgegenkommenden, in der Folge von B._____ über-
holten und somit langsamer als dieser fahrenden Oldtimers abschliessen zu kön-
nen. Die Vorinstanz werde somit vielmehr zu prüfen haben, ob der Beschwerde-
führer sein Überholmanöver nicht hätte abbrechen müssen, als er bemerkt habe, 
dass sich die ursprüngliche Verkehrslage aufgrund des gleichzeitigen Überholens 
von B._____ verändert hatte. Abzuklären sei insbesondere, ob ein solcher Ab-
bruch des Manövers zumutbar, das heisse ohne Gefährdung des von ihm zu 
überholenden Personenwagens und des dahinter fahrenden Motorrades über-
haupt möglich gewesen wäre. 

D. Mit Schreiben vom 27. März 2015 erteilte der Vorsitzende der I. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden dem Berufungskläger und der Staats-
anwaltschaft die Möglichkeit, sich bis zum 20. April 2015 zur Sache, insbesondere 
zu der auf Seite 8, Erwägung 1.4 des bundesgerichtlichen Urteils erörterten Pro-
blematik, zu äussern. Zudem erhalte er ebenfalls Frist bis zum 20. April 2015, sich 
darüber auszusprechen, ob er mit dem Verzicht auf die Wiederholung der Haupt-
verhandlung und der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden sei.

E. Die Staatsanwaltschaft teilte in ihrer Stellungnahme vom 13. April 2015 mit, 
dass sie auf eine Wiederholung der Hauptverhandlung verzichte. Sodann seien 
sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden. Die Berufung 
sei abzuweisen und X._____ der fahrlässigen Körperverletzung schuldig zu spre-
chen. Zur Sache selber führte die Staatsanwaltschaft aus, das Bundesgericht hal-
te fest, dass gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen im angefochte-
nen Urteil X._____ gleichzeitig mit B._____ zum Überholen angesetzt habe. Dies 
wiederum bedeute, dass sich für X._____ die Situation aufgrund des gleichzeiti-
gen Überholens von B._____ verändert habe, kurz nachdem er zum Überholen 
angesetzt und er sich noch schräg hinter dem zu überholenden Fahrzeug befun-
den habe. Da sich X._____ noch bei Beginn seines Überholens befunden habe, 
sei seine Geschwindigkeitsdifferenz zu dem zu überholenden Fahrzeug gering 
gewesen. Bereits ein Verlangsamen oder ein leichtes und ungefährliches Bremsen 
hätten ausgereicht, um sich hinter den zu überholenden Personenwagen zurück-
fallen zu lassen, sodass die Strasse rechts von ihm wieder frei gewesen sei. Zu-
dem habe X._____ aufgrund des geringen Zeitablaufs seit dem Ausscheren davon 
ausgehen können, dass die Lücke, aus welcher er ausgeschert war, nicht kleiner 
geworden sei. Tatsächlich sei D._____ ganz an den rechten Rand gefahren und 
habe seine Geschwindigkeit gedrosselt, somit sei die Lücke gar grösser gewor-
den. Demnach habe sich X._____ die Möglichkeit angeboten, gefahrlos und ohne 

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Behinderung anderer wieder einschwenken zu können. Damit sei das von 
X._____ durch- und fortgeführte Überholmanöver unzulässig gewesen. 

F. Der Berufungskläger beantragte in seiner Stellungnahme vom 15. April 
2015 die vollumfängliche Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichts Landquart 
vom 26. März 2014, mitgeteilt am 28. April 2014. Auf die Wiederholung der Haupt-
verhandlung vor Kantonsgericht sei zu verzichten und er erkläre sich mit der 
Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden. Zur Begründung wurde 
im Wesentlichen ausgeführt, es sei unbestritten, dass der Abstand zum Gegen-
verkehr (zum Oldtimer von D._____) nach dem Wiedereinbiegen auf seine Nor-
malspur nicht bestimmt und damit nicht nachgewiesen habe werden können, dass 
der erforderliche Abstand nicht eingehalten worden sei. Da er sein Überholmanö-
ver ganz normal habe abschliessen können, müsse der Abstand gegenüber dem 
hier relevanten, langsamer als B._____ fahrenden Oldtimers viel grösser und 
demnach erst recht als ausreichend bezeichnet werden. Zudem könne vorliegend 
nicht davon ausgegangen werden, er habe sein Überholmanöver abbrechen müs-
sen. Zunächst sei festzuhalten, dass er den ihm entgegenfahrenden überholenden 
B._____ erst wahrgenommen habe, als er sein Überholmanöver habe abschlies-
sen wollen. Ein Abbruch seines Überholmanövers hätte aufgrund der tatsächli-
chen Umstände zu einer grossen Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer 
führen können. Hätte er sich zum Abbruch seines Überholmanövers entschlossen, 
hätte er stark abbremsen müssen. Ein Abbruch des Überholmanövers sei auf-
grund der tatsächlichen Situation weder zweckmässig noch möglich gewesen. 

G. Mit Beschluss der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 23. April 2015 wurde gestützt auf Art. 406 Abs. 2 StPO die Durchführung des 
schriftlichen Verfahrens angeordnet. Dem Berufungskläger wurde eine Frist bis 
zum 15. Mai 2015 zur schriftlichen Berufungsbegründung gesetzt. 

H. Der Berufungskläger liess in seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 2015 
die folgenden Rechtsbegehren stellen:

 "1. Das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 26. März 2014, mitge-
teilt am 28. April 2014, sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Berufungskläger sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

3. Der Berufungskläger sei für die Verfahren vor dem Bezirksgericht Lan-
dquart (Proz. Nr. 515-2014-1) mit CHF 5'841.45 (inkl. Mehrwertsteuer) 
und vor dem Kantonsgericht von Graubünden (SK1 14 20) mit CHF 
4'258.30 (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten des Kantons Graubünden zu 
entschädigen.

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4. Die amtlichen Kosten der Verfahren vor dem Bezirksgericht Landquart 
(Proz. Nr. 515-2014-1) sowie vor dem Kantonsgericht von Graubünden 
(SK1 14 20) seien auf die Staatskasse zu nehmen.

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge für das Beru-
fungsverfahren (SK1 15 11)."

Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, dass der vom Berufungskläger 
überholte Fahrzeuglenker nicht polizeilich einvernommen worden sei. Anhand der 
vorliegenden Akten könnten die Längen des Fahrzeugs des Berufungsklägers und 
des von diesem überholten Fahrzeugs nicht festgestellt werden. Es sei auch nicht 
aktenkundig, um wen es sich beim Lenker des überholten Fahrzeugs gehandelt 
habe und welches Fahrzeug dieser gelenkt habe. Weil die genannten Faktoren 
nicht bekannt seien, lasse sich der Überholweg des Berufungsklägers nicht zuver-
lässig berechnen. Es könne dem Berufungskläger demnach nicht zum Vorwurf 
gemacht werden, gegen Art. 35 Abs. 2 SVG verstossen zu haben. Des Weiteren 
könne vorliegend nicht davon ausgegangen werden, der Berufungskläger habe 
sein Überholmanöver abbrechen müssen. Zunächst sei festzuhalten, dass der 
Berufungskläger den ihm entgegenfahrenden überholenden B._____ erst wahrge-
nommen habe, als er sein Überholmanöver habe abschliessen wollen und sich 
damit bereits längst auf der Überholspur befunden habe. Entscheidend sei nicht, 
wann sich die Situation verändert habe, sondern vielmehr, wann der Berufungs-
kläger die veränderte Situation subjektiv wahrgenommen habe. Es sei demnach 
von der für den Berufungskläger realistisch günstigeren Sachverhaltsdarstellung – 
wonach dieser B._____ erst wahrgenommen habe, als er sein Überholmanöver 
habe beenden wollen – auszugehen. Ein Abbruch des Überholmanövers sei auf-
grund der tatsächlichen Situation weder zweckmässig noch möglich gewesen. 

I. Das Bezirksgericht Landquart verzichtete mit Eingabe vom 18. Mai 2015 
auf die Einreichung einer Stellungnahme.

J. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 19. Mai 
2015 die Abweisung der Berufung. X._____ sei der fahrlässigen Körperverletzung 
schuldig zu sprechen. 

K. Auf die weiteren Ausführungen im Urteil 6B_954/2014 des Bundesgerichts 
vom 13. März 2015, im Urteil SK1 14 20 der I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
vom 13. August 2014, im angefochtenen Urteil der Vorinstanz vom 26. März 2014 
sowie in den Rechtsschriften und Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten wird, 
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

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II. Erwägungen

1. a) Nachdem das Bundesgericht in seinem Urteil 6B_954/2014 vom 13. März 
2015 das Urteil der I. Strafkammer SK1 14 20 vom 13. August 2014 aufgehoben 
und zu neuer Entscheidung an das Kantonsgericht von Graubünden zurückgewie-
sen hat (vgl. Ziff. 1 des Dispositivs), ist die vorliegende Berufungssache neu zu 
beurteilen. Mit der Rückweisung wird der Prozess hinsichtlich des davon betroffe-
nen Streitpunktes in die Lage zurückversetzt, in der er sich vor Fällung des kanto-
nalen Urteils befunden hat. Der Rahmen wird demnach vom Rückweisungsent-
scheid des Bundesgerichts in rechtlicher Hinsicht abgesteckt (vgl. BGE 116 II 220 
E. 4a). 

b) Die Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ergibt 
sich unmittelbar aus dem Bundesrecht. Früher wurde sie für Zivil- und Strafsachen 
in Art. 66 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechts-
pflege (OG; nicht mehr in Kraft) bzw. Art. 277ter des Bundesgesetzes über die 
Bundesstrafrechtspflege (BStP; nicht mehr in Kraft) statuiert, heute ergibt sie sich 
(unverändert) aus dem ungeschriebenen Bundesrecht, da die Bestimmung wegen 
ihrer Selbstverständlichkeit nicht in das neue Bundesgerichtsgesetz überführt 
worden ist (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_372/2011 
vom 12. Juli 2011 E. 1.1.1; vgl. auch Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalre-
vision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 IV 4346 Ziff. 4.1.4.5). Im Falle eines 
Rückweisungsentscheides hat die mit der Neubeurteilung befasste kantonale In-
stanz die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer 
Entscheidfindung zugrunde zu legen. Diese Beurteilung bindet auch das Bundes-
gericht, falls ihm die Sache erneut unterbreitet wird. Aufgrund der Bindungswir-
kung ist es den nochmals mit der Sache befassten Gerichten wie den Parteien 
verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen 
Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu 
prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt 
nicht in Erwägung gezogen worden sind (vgl. BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 mit 
weiteren Hinweisen). Die kantonale Instanz hat sich bei der neuen Entscheidung 
somit auf das zu beschränken, was sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen 
als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Es soll nicht das ganze Verfahren 
neu in Gang gesetzt werden, sondern nur soweit dies notwendig ist, um den ver-
bindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen. In den Grenzen 
des Verbots der reformatio in peius kann sich dabei die neue Entscheidung auch 
auf Punkte beziehen, die vor Bundesgericht nicht angefochten waren, sofern dies 

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der Sachzusammenhang erfordert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_35/2012 
vom 30. März 2012 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Der vorliegend vom Rückwei-
sungsentscheid des Bundesgerichts abgesteckte Rahmen wird im entsprechen-
den Sachzusammenhang näher zu ermitteln sein. 

2. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). 
Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzli-
che Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Ko-
gnition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N. 1 zu Art. 398 
StPO). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich 
nur in den angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO). Die nicht angefoch-
tenen Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen damit nicht länger zur Dis-
kussion (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 3 zu Art. 
404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues 
Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. Art. 408 StPO). Weist das erstin-
stanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt 
werden können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und 
weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung 
eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 
StPO). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, kann das Beru-
fungsgericht im vorliegenden Fall selber ein Urteil fällen. 

3. a) Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (vgl. Art. 405 StPO). 
Schriftliche Berufungsverfahren sollen nach der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung die Ausnahme bilden (vgl. BGE 139 IV 290 E. 1.1 mit weiteren Hinwei-
sen). Art. 406 StPO zählt abschliessend auf, in welchen Fällen das Berufungsge-
richt die Berufung im schriftlichen Verfahren behandeln kann. Gemäss Art. 406 
Abs. 1 StPO kann das schriftliche Verfahren angeordnet werden, wenn aussch-
liesslich Rechtsfragen zu entscheiden sind (lit. a), wenn der Zivilpunkt angefochten 
ist (lit. b), wenn Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Urteils bilden 
und mit der Berufung nicht ein Schuldspruch wegen eines Verbrechens 
oder Vergehens beantragt wird (lit. c), wenn Kosten-, Entschädigungs- und Ge-
nugtuungsfolgen (lit. d) oder Massnahmen im Sinne von Art. 66-73 StGB ange-
fochten sind (lit. e). Mit dem Einverständnis der Parteien kann das schriftliche Ver-
fahren zudem angeordnet werden, wenn die Anwesenheit der beschuldigten Per-
son nicht erforderlich ist oder wenn Urteile eines Einzelgerichts Gegenstand der 
Berufung sind (vgl. Art. 406 Abs. 2 StPO). Ob die Anwesenheit des Beschuldigten 

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erforderlich ist, hängt von den Gegebenheiten des Einzelfalles ab. Für den Ver-
zicht auf ein mündliches Berufungsverfahren ist etwa an Fälle zu denken, bei de-
nen eine Befragung des Beschuldigten nicht erforderlich ist und auch keine Be-
weise erhoben werden. Die Parteirolle in der Berufungsverhandlung würde sich 
hier praktisch auf die Plädoyers beschränken, die ohne weiteres durch Rechts-
schriften ersetzt werden können (vgl. Niklaus Schmid, a.a.O., N. 13 zu Art. 406 
StPO; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 
2.4.2). 

b) Sowohl der Berufungskläger als auch die Staatsanwaltschaft haben sich 
vorliegend mit der Anordnung des schriftlichen Verfahrens einverstanden erklärt 
(vgl. SK1 15 11, act. A.3 und A.2). In einer Gesamtschau der Umstände des vor-
liegenden Falles erscheint die Anwesenheit des Berufungsklägers als beschuldig-
te Person nicht erforderlich, zumal er sich mehrmals ausführlich zur Sache äus-
sern konnte und geäussert hat, sodass eine erneute Befragung nicht nötig ist. Im 
Übrigen werden im Berufungsverfahren keine neuen Beweise erhoben. Die vorlie-
gende Berufungssache kann deshalb im schriftlichen Verfahren behandelt werden. 

4. a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N. 6 zu Art. 10 [zit. Donatsch/Hansjakob/
Lieber, Kommentar zur StPO]). An diesen Nachweis sind hohe Anforderungen zu 
stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein ab-
soluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 
EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro 
reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Ange-
klagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes 
Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebli-

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che und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich 
nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c.). Aufgabe 
des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel 
zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu 
entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar 
sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise 
und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseiti-
gen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine 
Einführung auf der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des 
Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt 
nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist 
vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu unter-
suchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu 
überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch 
in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio 
pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden. In 
diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen. 

b) Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (vgl. Niklaus Schmid, a.a.O., N. 5 zu 
Art. 10). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der ma-
teriellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus 
(vgl. ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Auskunfts-
personen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. 
Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage 
gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richterlich auf ihre mate-
rielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, 
sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie 
die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall entscheidend (vgl. Robert 
Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. 
Aufl., Basel 2005, § 54 N. 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des 
Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im 
Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die 
innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens 
sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im 
Detail: Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, 
System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993). Mehrere Indizi-
en, die, einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

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die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vollen Beweis und vol-
le Überzeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem 
Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4). 

c) Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen zu haben. Vielmehr kann 
auf die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beur-
teilung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen 
Beweismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das 
Ergebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern ver-
mögen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 129 I 151 E. 5; BGE 125 I 127 E. 6c/aa; 
Thomas Hofer, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 67 ff. zu Art. 10). 

d) Anzumerken bleibt schliesslich, dass der "Aussage der ersten Stunde" der 
Parteien und allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, 
erfolgt sie doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken 
und allfälligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Mona-
te später erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 sowie im Bereich des Sozialver-
sicherungsrechts: BGE 121 V 47, wonach die spontanen "Aussagen der ersten 
Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren Dar-
stellungen). 

5. Der Berufungskläger stellte in seiner Berufungserklärung vom 6. Mai 2014 
(vgl. SK1 14 20, act. A.2) keine Beweisergänzungsanträge. X._____ beantragte 
auch vor der Vorinstanz keine weiteren Beweiserhebungen (vgl. Akten der Vorin-
stanz in SK1 15 11, act. E.1/4). Er verzichtete sogar explizit auf die Durchführung 
eines Augenscheins. Das Berufungsverfahren beruht somit gemäss Art. 389 Abs. 
1 StPO auf den Beweisen, die im Vorverfahren gestützt auf Art. 299 StPO erhoben 
wurden. Beweiserhebungen von Amtes wegen drängen sich nicht auf (vgl. Art. 
389 Abs. 3 StPO). 

6. Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger wegen fahrlässiger Körper-
verletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB. Fahrlässig handelt, wer die Folge seines 
Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 
Rücksicht nimmt. Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss 
Art. 125 StGB setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung ei-
ner Sorgfaltspflicht verursacht hat. Die Vorinstanz sah die pflichtwidrige Unvorsich-
tigkeit darin, dass der Berufungskläger gegen Art. 35 Abs. 2 des Schweizerischen 

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Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) verstossen habe, was wiederum 
Ursache des Unfalls gewesen sei, der zu den Verletzungen von B._____ geführt 
habe. 

7. Im Strassenverkehr beurteilt sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt 
nach den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes und der dazu gehören-
den Verordnungen. Gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG ist Überholen nur gestattet, wenn 
der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr nicht behindert 
wird. Im Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig 
und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können. Frei ist 
der nötige Raum, wenn er frei von Hindernissen ist und mit dem Auftauchen von 
solchen auch nicht gerechnet werden muss (vgl. René Schaffhauser, Grundriss 
des Schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd I, 2. Aufl., Bern 2002, N. 722). 
Ein korrekt durchgeführtes Überholmanöver setzt somit unter anderem voraus, 
dass die Gegenfahrbahn über die eigentliche Überholstrecke hinaus frei über-
blickbar ist und in diesem Bereich auch kein Fahrzeug entgegen fährt. Konkret 
bedeutet dies, dass nicht nur die für den Überholvorgang benötigte Wegstrecke 
übersichtlich und frei sein muss, sondern zusätzlich auch jene, die ein entgegen-
kommendes Fahrzeug bis zu diesem Punkt zurücklegt oder zurücklegen könnte, 
wo der Überholende die linke Strassenseite wieder freigibt (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.1). Das Überholmanöver muss 
soweit vor diesem Punkt beendet sein, dass ein während des Überholvorgangs 
allenfalls auf der Gegenfahrbahn auftauchendes Fahrzeug seinen Weg unter Ein-
haltung einer angemessenen Geschwindigkeit fortsetzen kann, ohne gefährdet zu 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_272/2010 vom 9. Juli 2010 E. 4; BGE 
121 IV 235 E. 1 b; BGE 109 IV 134 E. 2; Philippe Weissenberger, Kommentar 
Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich 2015, N. 14 
zu Art. 35 SVG und Stefan Maeder, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler 
Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N. 34 zu Art. 35). Erkennt der 
Überholende während des Überholmanövers, dass er es nicht gefahrlos zu Ende 
fahren kann, so ist er verpflichtet, das Manöver abzubrechen und sich hinter dem 
zu Überholenden in den Verkehr einzuordnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.1.1; 6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E.1.1). 
Von dieser Pflicht ist er nur befreit, wenn die tatsächlichen Umstände ihn am Ab-
bruch des Manövers hindern (vgl. BGE 96 I 766 E. 7 mit Hinweisen, bestätigt im 
Urteil des Bundesgerichts 6B_957/2014 vom 13. März 2015 E. 1.3.2). Der Überho-
lende muss von Anfang an die Gewissheit haben, sein Überholmanöver sicher 
und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu können, das heisst, er muss sich 

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vergewissern, dass die gesetzlichen Voraussetzungen in dem Zeitpunkt erfüllt 
sind, wo er zum Überholen ansetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1209/2013 
vom 26. Juni 2014 E. 1.1.1). Wer keine Gewissheit hat, bevor er das Überhol-
manöver einleitet, gefahrlos vor dem Ende des für ihn sichtbaren Raums wieder 
einbiegen zu können, verletzt somit Art. 35 Abs. 2 SVG (vgl. BGE 129 IV 155 E. 
3.2.1; PKG 1997 Nr. 24 mit weiteren Hinweisen; Philippe Weissenberger, a.a.O., 
N. 21 zu Art. 35 SVG). Ob der Gegenverkehr behindert wird, erklärt sich nicht 
nach dem subjektiven Empfinden des Lenkers des entgegenkommenden Wagens, 
sondern danach, ob der Überholende zu Beginn des Manövers nach der objekti-
ven Verkehrslage annehmen durfte, er werde den Gegenverkehr nicht behindern 
(vgl. BGE 100 IV 76 E. 3).  

Der Überholweg inklusive Aus- und Einbiegestrecke ist abhängig von den Ge-
schwindigkeiten und den Längen des überholenden und des überholten Fahrzeu-
ges. Anhand der für das Überholmanöver benötigten Zeit und der durchschnittli-
chen Geschwindigkeit eines entgegenkommenden Fahrzeugs, lässt sich die Stre-
cke ableiten, die dieses während der gleichen Zeit (ab Beginn bis zum Abschluss 
des Überholvorgangs) zurücklegt. Der Überholweg und die vom entgegenkom-
menden Fahrzeug zurückgelegte Distanz können nur zuverlässig berechnet wer-
den, wenn die genannten Faktoren bekannt sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_508/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.3; Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden 
SK1 14 18 vom 12. November 2014 E. 11. d)); Stefan Maeder, a.a.O., N. 40 zu 
Art. 35 und Hans Giger, Kommentar SVG, 8. Aufl., Zürich 2014, N. 10 zu Art. 35). 

8. a) Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ging in ihrem Ur-
teil SK1 14 20 vom 13. August 2014, wie auch das Bezirksgericht Landquart in 
seinem Urteil vom 26. März 2014, davon aus, dass sich die Frage, ob X._____ 
habe annehmen dürfen, er werde den Gegenverkehr mit seinem Überholmanöver 
nicht behindern, nach der Geschwindigkeit von B._____ richte. Das Bundesgericht 
führte in seinem Urteil 6B_954/2014 vom 13. März 2015 in Erwägung 1.4 aus, 
dass nicht die Geschwindigkeit von B._____, sondern diejenige des ersten dem 
Beschwerdeführer entgegenkommenden Fahrzeugs von D._____ massgeblich 
sei, da X._____ im Zeitpunkt, als er sich zum Überholmanöver entschlossen habe, 
nicht damit habe rechnen müssen, dass B._____ ebenfalls ein Überholmanöver 
starten werde. Im Zeitpunkt, als sich X._____ zu diesem Manöver entschlossen 
habe, sei B._____ somit noch nicht am Überholen gewesen. Da nun aber weder 
die Länge des Fahrzeugs des Beschwerdeführers noch diejenige des von ihm 
überholten festgestellt worden sei, lasse sich sein Überholweg nicht zuverlässig 
berechnen und somit auch nicht anhand der für das Manöver benötigten Zeit die 

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Strecke ableiten, die der dem Beschwerdeführer entgegenkommende Oldtimer 
gestützt auf seine durchschnittliche Geschwindigkeit währenddessen zurückgelegt 
habe. Insofern könne nicht abschliessend beurteilt werden, ob X._____ zu Recht 
vorgeworfen werde, gegen Art. 35 Abs. 2 SVG verstossen zu haben. 

b) Der Berufungskläger bringt in seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 
2015 vor (vgl. SK1 15 11, act. A.4, S. 8), dass der von ihm überholte Fahrzeuglen-
ker nicht polizeilich einvernommen worden sei. Anhand der vorliegenden Akten 
könnten die Längen seines und des von ihm überholten Fahrzeugs nicht festge-
stellt werden. Es sei auch nicht aktenkundig, um wen es sich beim Lenker des 
überholten Fahrzeugs gehandelt und welches Fahrzeug dieser gelenkt habe. Weil 
die genannten Faktoren nicht bekannt seien, lasse sich der Überholweg nicht zu-
verlässig berechnen.

c) Es trifft vorliegend zu, dass anhand der Akten weder der vom Berufungs-
kläger überholte Fahrzeuglenker noch die Marke und Länge dessen Fahrzeugs 
festgestellt werden kann. Diesbezüglich wurden keine Beweise erhoben. Nicht 
ersichtlich ist, inwiefern diese Beweise mehr als vier Jahre nach dem Unfall noch 
erhoben werden könnten. Es lässt sich wohl kaum mehr feststellen, wer der Len-
ker des vom Berufungskläger überholten Fahrzeugs am 25. April 2011 um 16:35 
Uhr gewesen war. Weil sich somit die Länge des vom Berufungskläger überholten 
Fahrzeugs nicht mehr eruieren lässt, lässt sich der Überholweg des Berufungsklä-
gers nicht berechnen und somit kann auch nicht anhand der für das Manöver 
benötigten Zeit die Strecke abgeleitet werden, die der dem Berufungskläger ent-
gegenkommende Oldtimer von D._____ gestützt auf seine durchschnittliche Ge-
schwindigkeit währenddessen zurückgelegt hat. Es kann somit nicht festgestellt 
werden, ob der für das Überholmanöver nötige Raum im Sinne von Art. 35 Abs. 2 
SVG frei war und X._____, als er zu seinem Überholmanöver ansetzte, tatsächlich 
die Gewissheit haben konnte, sein Manöver ohne Behinderung des ihm entgegen-
kommenden Oldtimers abschliessen zu können. Das Bundesgericht erwog zudem, 
dass die Vermutung nahe liege, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, als er 
zum Überholen angesetzt habe, die Gewissheit haben konnte, sein Manöver ohne 
Behinderung des ihm entgegenkommenden, in der Folge von B._____ überholten 
und somit langsamer als dieser fahrenden Oldtimers abschliessen zu können. 
Diese sich zu Gunsten des Berufungsklägers auswirkende Vermutung lässt sich 
anhand der Aktenlage nicht widerlegen. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt 
somit als begründet. 

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9. a) Das Bundesgericht hielt weiter fest, dass die I. Strafkammer des Kantons-
gerichts von Graubünden zu prüfen haben werde, ob X._____ sein Überholmanö-
ver nicht hätte abbrechen müssen, als er bemerkt habe, dass sich die ursprüngli-
che Verkehrslage aufgrund des gleichzeitigen Überholens von B._____ verändert 
hatte. Abzuklären sei insbesondere, ob ein solcher Abbruch des Manövers zumut-
bar, das heisse ohne Gefährdung des von ihm zu überholenden Personenwagens 
und des dahinter fahrenden Motorrades überhaupt möglich gewesen wäre. 

b) Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Stellungnahme vom 19. Mai 2015 (vgl. 
SK1 15 11, act. A.6) aus, gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen im 
angefochtenen Urteil habe X._____ gleichzeitig mit B._____ zum Überholen an-
gesetzt. X._____ habe sich somit schräg hinter dem zu überholenden Fahrzeug 
befunden, als sich die Situation aufgrund des gleichzeitigen Überholens von 
B._____ verändert hätte. Da er aus seiner Position nun erst recht freie Sicht auf 
den Gegenverkehr gehabt habe, habe dies der Berufungskläger auch wahrneh-
men müssen. Deshalb und weil die Geschwindigkeitsdifferenz zu dem zu überho-
lenden Fahrzeug noch gering gewesen sei, wäre es ihm durch ein Verlangsamen 
oder ein leichtes und ungefährliches Bremsen möglich gewesen, sich wieder hin-
ter das zu überholende Fahrzeug zurückfallen zu lassen. Demnach hätte der Be-
rufungskläger das Überholmanöver gefahrlos und ohne Behinderung anderer ab-
brechen können.

c) X._____ führte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 26. April 
2011 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft in SK1 15 11, act. 4.6) aus, er könne nicht 
mehr genau aussagen, wann er das Fahrzeug von B._____ das erste Mal gese-
hen habe. Vielleicht sei er mit seinem Fahrzeug auf gleicher Höhe mit dem von 
ihm überholten Auto gewesen, vielleicht sei er auch schon etwas an diesem vor-
beigefahren. Da er gesehen habe, dass die Distanz zwischen den beiden Fahr-
zeugen gross genug gewesen sei, habe er sein Überholmanöver ganz normal ab-
geschlossen. Anlässlich seiner Einvernahme vor dem ehemaligen Vorsitzenden 
der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 13. August 2014 
(vgl. SK1 14 20, act. F.2) führte der Berufungskläger aus, er habe normal zum 
Überholen angesetzt und als er wieder hineingezogen habe, habe er gesehen, 
dass ihm B._____ entgegen komme. In seiner Berufungsbegründung vom 6. Mai 
2015 (vgl. SK1 15 11, act. A.4, S. 12 f.) bringt er vor, dass er den ihm entgegen-
fahrenden überholenden B._____ erst wahrgenommen habe, als er sein Überhol-
manöver habe abschliessen wollen und sich damit bereits längst auf der Überhol-
spur befunden habe. Ein Abbruch seines Überholmanövers zu diesem Zeitpunkt 

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hätte aufgrund der tatsächlichen Umstände zu einer grossen Gefährdung der an-
deren Verkehrsteilnehmer geführt. 

d) Die Feststellung der Staatsanwaltschaft, der Berufungskläger habe sich 
aufgrund des gleichzeitigen Beginns der beiden Überholmanöver noch schräg hin-
ter dem von ihm zu überholenden Fahrzeug befunden, als er B._____ wahrge-
nommen habe, steht im Widerspruch zu den Aussagen von X._____, wonach er 
B._____ wahrscheinlich erst wahrgenommen habe, als er sich bereits neben oder 
vor dem von ihm überholten Fahrzeug befunden habe beziehungsweise erst, als 
er wieder auf seine Fahrspur hineingezogen habe. Für die Ausführungen der 
Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 19. Mai 2015, wonach X._____ 
B._____ aufgrund des Streckenverlaufs und des zeitgleichen Beginns der beiden 
Überholmanöver bereits kurz nach Beginn seines Überholmanövers habe sehen 
müssen, gibt es in den vorliegenden Akten keine Anhaltspunkte. Der Streckenver-
lauf kann zwar für diese Annahme sprechen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft in 
SK1 15 11, act. 4.11 und act. 4.12, Foto Nr. 2), doch zweifelsfrei belegen lässt sie 
sich damit nicht, zumal der Beginn des Überholmanövers nicht rekonstruiert wer-
den konnte. X._____ seinerseits ist nicht sicher, wann er B._____ das erste Mal 
auf der Überholspur gesehen hat. Einerseits führt er aus, dass er B._____ gese-
hen habe, als er neben dem zu überholenden Fahrzeug gewesen sei, andererseits 
bringt er vor, B._____ erst wahrgenommen zu haben, als er neben dem überhol-
ten Fahrzeug vorbeigezogen sei und seinen Überholvorgang habe beenden wol-
len. Es lässt sich somit nicht zweifelsfrei feststellen, wann der Berufungskläger 
B._____ während des Überholvorganges wahrgenommen hat. Für die Sachver-
haltsversion des Berufungsklägers spricht allerdings, dass er bereits in seiner ers-
ten polizeilichen Einvernahme kurz nach dem Unfall ausführte, B._____ kurz 
nachdem er am von ihm überholten Fahrzeug vorbeigezogen sei, gesehen zu ha-
ben. Diese Aussage der ersten Stunde erweist sich jedenfalls nicht von vornherein 
als unglaubhaft, zumal der Berufungskläger an dieser Aussage während des Ver-
fahrens festhielt. Es ist der vorliegenden Beurteilung daher die für die beschuldigte 
Person günstigere Sachlage zu Grunde zu legen, womit davon auszugehen ist, 
dass X._____ B._____ erst wahrgenommen hat, als dieser an dem von ihm zu 
überholenden Fahrzeug bereits vorbeigezogen war. Die Frage, ob X._____ zu 
diesem Zeitpunkt sein Überholmanöver hätte abbrechen müssen, ist ebenfalls zu 
Gunsten von X._____ zu beantworten, da dieser in seiner polizeilichen Einver-
nahme vom 26. April 2011 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft in SK1 15 11, act. 
4.6) ausführte, die Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen sei gross genug ge-
wesen, weshalb er sein Überholmanöver ganz normal abgeschlossen habe. 

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X._____ ist jedenfalls nicht der Auffassung gewesen, er hätte sein Überholmanö-
ver abbrechen müssen. Wenn er ausführt, er sei sich zu dem Zeitpunkt, als er 
B._____ wahrgenommen habe, sicher gewesen, sein Überholmanöver ohne Ge-
fährdung des Gegenverkehrs abschliessen zu können, so lassen sich diese Aus-
führungen nicht widerlegen. Es ist daher mangels weiterer Sachverhaltsfeststel-
lungen davon auszugehen, dass der Berufungskläger nicht verpflichtet gewesen 
war, das Überholmanöver trotz der veränderten Verkehrssituation abzubrechen. 
Doch selbst wenn der Berufungskläger verpflichtet gewesen wäre, sein Überhol-
manöver abzubrechen, wäre ein gefahrloser Abbruch desselben aufgrund seiner 
Position vor oder neben dem von ihm überholten Fahrzeug wohl kaum möglich 
gewesen. Der Berufungskläger hätte bei einem Abbruch des Überholmanövers 
zweifelsohne stark abbremsen müssen. Die anderen Verkehrsteilnehmer hätten 
aufgrund der Situation erfahrungsgemäss mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls 
abgebremst. Damit hätte sich eine allfällige Lücke zum Wiedereinbiegen wohl 
stark verkleinert, wenn nicht gar ganz geschlossen. Zu berücksichtigen ist weiter, 
dass der Motorradfahrer D._____ zu Beginn des Überholmanövers hinter dem 
Berufungskläger herfuhr. Dieser führte aus, dass die Situation innert Sekunden-
bruchteilen zu einer gefährlichen Angelegenheit eskaliert sei. Auf die Frage hin, ob 
er durch die Manöver behindert oder gefährdet worden sei, führte D._____ aus, er 
sei vom Gas gegangen und ganz auf die rechte Seite gefahren. Zudem habe er 
sich bereit gemacht, abzuspringen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft in SK1 15 
11, act. 4.9). Die Aussage von D._____ lässt den Schluss zu, dass er sich gefähr-
det gefühlt hatte, ansonsten er sich wohl kaum zum Abspringen bereit gemacht 
hätte. Aufgrund der plötzlich aufgetretenen, veränderten Verkehrssituation hätte 
sich der Berufungskläger versichern müssen, ob der Motorradfahrer D._____ in 
der Zwischenzeit zum vom Berufungskläger überholten Fahrzeug aufgeschlossen 
hatte, resp. ob die Lücke für ein Wiedereinbiegen gross genug war, zumal, wie 
bereits ausgeführt, davon ausgegangen werden kann, dass auch der von X._____ 
überholte Personenwagen abgebremst hatte. Wie dies unter extremem Zeitdruck 
und Konzentration auf die beiden entgegenkommenden Fahrzeuge, aber auch 
wegen der eingeschränkten Sichtbarkeit des Motorfahrers im Rückspiegel zu be-
werkstelligen gewesen wäre, ist schlechthin nicht erkennbar. 

e) Da nach soeben Ausgeführtem die Beweislage nicht eindeutig ist, ist von 
der für den Berufungskläger günstigeren Sachlage auszugehen. 

10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass einerseits der nötige Raum für 
das Überholmanöver des Berufungsklägers nicht eindeutig festgestellt werden 
kann und andererseits dem Berufungskläger nicht zweifelsfrei nachgewiesen wer-

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den kann, dass er verpflichtet gewesen wäre, sein Überholmanöver aufgrund der 
veränderten Verkehrssituation abzubrechen. Ausgehend von dem für ihn günstige-
ren Sachverhalt kann X._____ kein Verstoss gegen Art. 35 Abs. 2 SVG und damit 
auch nicht gegen Art. 125 Abs. 1 StGB nachgewiesen werden. Er ist demnach 
gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" vom Vorwurf der Verletzung von Art. 
125 Abs. 1 StGB freizusprechen ist. Damit ist aber auch gesagt, dass die Beru-
fung gutzuheissen und das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Landquart 
vom 26. März 2014 vollumfänglich aufzuheben ist. 

11. a) Gemäss Berufungserklärung vom 6. Mai 2014 (vgl. SK1 14 20, act. A.2) 
beantragt der Berufungskläger die vollumfängliche Aufhebung des Urteils des Be-
zirksgerichts Landquart vom 26. März 2014 und damit ebenfalls die Aufhebung 
des vorinstanzlichen Kostenspruchs. Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen 
Entscheid, so befindet sie darin gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO auch über die von 
der Vorinstanz getroffene Kostenregelung. Vorliegend wird der Berufungskläger 
vom Vorwurf der Verletzung von Art. 125 Abs. 1 StGB freigesprochen, mithin sei-
ne Berufung vollumfänglich gutgeheissen. Angesichts dessen rechtfertigt es sich, 
sowohl die Untersuchungsgebühren und die Auslagen der Staatsanwaltschaft 
Graubünden in der Höhe von Fr. 1'593.10 als auch die Gerichtsgebühr des Be-
zirksgerichts Landquart in der Höhe von Fr. 3'500.00 dem Kanton Graubünden 
aufzuerlegen, wobei die letzterwähnte Gerichtsgebühr aus der Gerichtskasse des 
Bezirksgerichts Landquart zu bezahlen ist.

b) Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 
das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 
Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (vgl. Art. 
429 Abs. 1 lit. a StPO). Aufgrund des Freispruchs hat der Berufungskläger An-
spruch auf eine angemessene Entschädigung. Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny 
machte mit Honorarnote vom 25. März 2014 (vgl. SK1 15 11, act. E.1/7) einen 
Gesamtaufwand für das vorinstanzliche Verfahren von 21.88 Stunden (zu einem 
Stundenansatz von Fr. 240.00) und Fr. 5'841.45 (inklusive Barauslagen und 
Mehrwertsteuer) geltend. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 der Honorarverordnung 
(HV; BR 310.250) gilt ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.00 und Fr. 270.00 als 
üblich. Sofern wie vorliegend keine Honorarvereinbarung nachgewiesen wird, ist 
die Entschädigung praxisgemäss auf Basis des mittleren Stundenansatzes von Fr. 
240.00 zu berechnen (vgl. Urteil der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK2 14 36 vom 25. November 2014 E. 4. c) und Urteil der II. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 14 14 vom 21. Mai 2014 E. 
3.b/aa mit weiteren Hinweisen). Der Stundenansatz von Fr. 240.00 ist folglich nicht 

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zu beanstanden. Der in Rechnung gestellte Aufwand hält sich im Rahmen dessen, 
was als angemessen bezeichnet werden kann. Der Berufungskläger ist für das 
erstinstanzliche Verfahren zulasten der Bezirksgerichtskasse Landquart mit 
Fr. 5'841.45 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aussergerichtlich zu entschä-
digen. 

c) Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 
Abs. 1 Satz 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Beru-
fungskläger vermochte mit seiner Berufung vollumfänglich durchzudringen. Es 
rechtfertigt sich daher, sowohl die Kosten des Berufungsverfahrens SK1 14 20 in 
der Höhe von Fr. 4'000.00 als auch die Kosten des Berufungsverfahrens SK1 15 
11, welche auf Fr. 3'000.00 festgelegt werden (vgl. Art. 7 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]), dem Kanton Graubünden 
aufzuerlegen. Der vollumfänglich obsiegende Berufungskläger hat ebenfalls An-
spruch auf eine Parteientschädigung für seine Aufwendungen in den Berufungs-
verfahren SK1 14 20 und SK1 15 11 (vgl. Art. 436 Abs. 2 StPO). Der mit Honorar-
note vom 13. August 2014 (vgl. SK1 14 20, act. D.6) geltend gemachte Aufwand 
von 15.95 Stunden und Fr. 4'258.30 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 
für das Berufungsverfahren SK1 14 20 erscheint angesichts der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen sowie des in diesem Zusammenhang angefallenen Auf-
wands als angemessen. Der mit Honorarnote vom 2. Juni 2015 (vgl. SK1 15 11, 
act. D.5) geltend gemachte Aufwand von 10.5 Stunden für das Berufungsverfah-
ren SK1 15 11 ist um 0.5 Stunden auf 10.0 Stunden zu kürzen, da das Studium 
des Urteils des Bundesgerichts (Position vom 23. März 2015) bereits in der Ent-
schädigung des Kantons Graubünden für das Verfahren vor dem Bundesgericht 
gemäss Ziff. 3. des Urteils 6B_954/2014 vom 13. März 2015 enthalten ist. Im Üb-
rigen erweist sich der geltend gemachte Aufwand als angemessen. Der Beru-
fungskläger ist somit für das Berufungsverfahren SK1 15 11 aussergerichtlich mit 
Fr. 2'673.70 zu entschädigen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil des Bezirks-
gerichts Landquart vom 26. März 2014 vollumfänglich aufgehoben.

2. X._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 
125 Abs. 1 StGB freigesprochen. 

3. Die Untersuchungsgebühr und die Auslagen der Staatsanwaltschaft 
Graubünden in der Höhe von Fr. 1'593.10 und die Gerichtsgebühr des Be-
zirksgerichts Landquart in der Höhe von Fr. 3'500.00 gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden, wobei die zuletzt erwähnte Gerichtsgebühr aus der 
Gerichtskasse des Bezirksgerichts Landquart bezahlt wird. 

4. Die aussergerichtliche Entschädigung für das vorinstanzliche Verfahren zu 
Gunsten von X._____ in der Höhe von Fr. 5'841.45 (inkl. Barauslagen und 
8% Mehrwertsteuer) geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus 
der Gerichtskasse des Bezirksgerichts Landquart bezahlt. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens SK1 14 20 in der Höhe von 
Fr. 4'000.00 und die Kosten des Berufungsverfahrens SK1 15 11, welche 
auf Fr. 3'000.00 festgesetzt werden, gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. 

6. Die aussergerichtliche Entschädigung für das Berufungsverfahren SK1 14 
20 zu Gunsten von X._____ in der Höhe von Fr. 4'258.30 (inkl. Barauslagen 
und 8% Mehrwertsteuer) geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird 
aus der Gerichtskasse bezahlt. 

7. Die aussergerichtliche Entschädigung für das Berufungsverfahren SK1 15 
11 zu Gunsten von X._____ in der Höhe von Fr. 2'673.70 (inkl. Barauslagen 
und 8% Mehrwertsteuer) geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird 
aus der Gerichtskasse bezahlt. 

8. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 

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Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

9. Mitteilung an: