# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae0aff42-84fc-5a4b-94af-3a504cb09ef3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 11.10.2021 20-8230, 20-10077
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_20-8230--20-10077_2021-10-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/39

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 20-8230, 20-10077

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 22.11.2021

Entscheiddatum: 11.10.2021

BUDE 2021 Nr. 065
Art. 45 Abs. 1 VRP, Art. 24c RPG, Art. 42 RPV. Die Rekurrenten haben 
vorliegend weder an der Erhöhung der vorinstanzlichen Entscheidgebühr 
noch an der Erhöhung der von der Vorinstanz ausgesprochenen Busse 
zulasten des Rekursgegners ein eigenes schutzwürdiges Interesse. Insofern 
ist auf ihren Rekurs nicht einzutreten (Erw. 1.4). Sodann wurde die 
Baubewilligung für den Umbau bzw. die Sanierung eines bestehenden 
Wohnhauses ausserhalb der Bauzone zu Recht gestützt auf Art. 24c RPG 
erteilt (Erw. 4). Das Wohnhaus war trotz bereits erfolgter Entkernung eines 
Geschosses weiterhin bestimmungsgemäss nutzbar (Erw. 4.2). Auch wurde 
im Baugesuch einzig um Bewilligung einer Wohnnutzung, nicht aber einer 
gewerbliche Nutzung des Wohnhauses ersucht, was vorliegend 
bewilligungsfähig ist. Daran ändert nichts, dass derzeit teilweise eine 
unbewilligte gewerbliche Nutzung stattfindet (Erw. 4.3). Schliesslich wahrt 
das Bauvorhaben die Identität der Baute (Erw. 4.4). Hinsichtlich einer 
ebenfalls Streitgegenstand bildenden Halle und deren Nutzung hat die 
Vorinstanz die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands auf dem 
fraglichen Grundstück angeordnet. Diesbezüglich geht sie zu Unrecht davon 
aus, die Wiederherstellung sei bereits vollständig erfolgt. Dem Rekursgegner 
wird eine neue Frist zur vollständigen Wiederherstellung angesetzt (Erw. 5 
und 6).

BUDE 2021 Nr. 65 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

20-8230/20-10077 

Entscheid Nr. 65/2021 vom 11. Oktober 2021 

Rekurrenten 

 

 

 A.___ und B.___ 

vertreten durch lic.iur. Titus Bossart, Rechtsanwalt, 

Museumstrasse 47, 9000 St.Gallen 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat X.___ (Entscheide vom 21. September und 

11. Dezember 2020) 

 

 

Rekursgegner 

 

 

 C.___ 

vertreten durch Dr.iur. André Hutter, Rechtsanwalt, Schützenwiese 8, 

9451 Kriessern 

 

 

Betreff  

 

 

 

 

 Baubewilligung (Umbau/Sanierung Wohnhaus) sowie 

Baugesuch (Umnutzung Halle; Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands) und Feststellungsverfügung 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 2/38 

 

Sachverhalt 

A.  

a) C.___ und D.___, beide Y.___, sind Eigentümer der Grundstü-

cke Nrn. 001 und 002, Grundbuch X.___, in Y.___. Die Grundstücke 

liegen gemäss geltendem Zonenplan der Politischen Gemeinde X.___ 

vom 26. Mai 1994 in der Landwirtschaftszone. Ersteres ist im Wesent-

lichen mit einem Wohnhaus (Vers.-Nr. 003), Letzteres mit einem ein-

geschossigen Gebäude (Halle; Vers.-Nr. 004) überbaut.  

 

b) Nördlich von Grundstück Nr. 002 befindet sich das Grundstück 

Nr. 005 (Wiesland; ebenfalls Landwirtschaftszone). Zwischen den 

Grundstücken Nrn. 001 und 002 befindet sich das mit einem Wohn-

haus (Vers.-Nr. 006) überbaute Grundstück Nr. 007 und ein Teil des 

Grundstücks Nr. 008. Westlich der genannten Grundstücke verläuft 

die Strasse L.___ (Gemeindestrasse 3. Klasse; Strasse Nr. 009; 

Grundstück Nr. 010). 

 
[…] 

Übersicht Grundstücke 
(Quelle: Geoportal SG) 

 

c) Mit Schreiben vom 26. Juni 2006 ersuchte das Amt für Raum-

entwicklung und Geoinformation (AREG) den Gemeinderat X.___, von 

den Eigentümern der Grundstücke Nrn. 001 und 007 ein Baugesuch 

zu verlangen. Es sei aufgefallen, dass diverse bauliche Massnahmen 

an den Bauten Vers.-Nrn. 003 und 006 vorgenommen worden seien. 

In der Folge reichten D.___ und E.___ ein Baugesuch für den Umbau 

und die Erweiterung sowie die Nutzungsänderung des Wohnhauses 

Vers.-Nr. 003 ein. Dieses wurde dem AREG unterbreitet, welches mit 

raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 4. Dezember 2006 fest-

stellte, dass die Wohnhäuser Vers.-Nrn. 003 und 006 vor dem 1. Juli 

1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt worden seien. Weiter er-

teilte das AREG die Zustimmung zur Umnutzung sowie zu den Erwei-

terungen im Sinn seiner Erwägungen. Ferner ordnete das AREG zur 

Sicherung des Verbots der baulichen Nutzungserweiterung als öffent-

lich-rechtliche Eigentumsbeschränkung zulasten der Grundstücke 

Nrn. 007 und 001 ein "Verbot der baulichen Nutzungserweiterung 

nach RPV" samt dessen Anmerkung im Grundbuch an. In der Folge 

erteilte der Gemeinderat X.___ mit Beschluss vom 8. Januar 2007 die 

Baubewilligung für den Umbau und die Erweiterung des Wohnhauses 

Vers.-Nr. 003 sowie dessen Nutzungserweiterung und verband damit 

eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung zulasten des 

Grundstücks Nr. 001 betreffend "Verbot der baulichen Nutzungserwei-

terung nach RPV". 

 

d) Ebenfalls am 26. Juni 2006 hatte das AREG den Gemeinderat 

X.___ ersucht, von den Eigentümern des Grundstücks Nr. 002 ein 

Baugesuch für diverse bauliche Massnahmen an der Baute Vers.-

Nr. 004 zu verlangen. D.___ und E.___ reichten sodann ein entspre-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 3/38 

 

chendes Baugesuch (betreffend "Umnutzung Lagerhalle und Erweite-

rung mit Unterstand und Trockenmistlager sowie Umgebungsgestal-

tung") ein. Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 27. No-

vember 2006 erteilte das AREG die nachträgliche Zustimmung zum 

Teilabbruch und zur Umnutzung der Lagerhalle Vers.-Nr. 004 auf 

Grundstück Nr. 002 mit dem Trockenmistlager und dem angebauten 

Unterstand im Sinn seiner Erwägungen. Hingegen verweigerte das 

AREG die nachträgliche Zustimmung zur Baubewilligung für ein Gar-

tenhäuschen und die Abdeckung eines Freigeheges. Gleichzeitig ord-

nete das AREG zulasten des Grundstücks Nr. 002 ein "Verbot der 

baulichen Nutzungserweiterung nach RPV" samt dessen Anmerkung 

im Grundbuch an. Das AREG hielt zusammenfassend fest, dass die 

bereits durchgeführten Massnahmen für die Kleintierboxen und Ab-

stellräume im Zusammenhang mit der Umnutzung der Lagerhalle 

Vers.-Nr. 004 auf Grundstück Nr. 002 im zulässigen Rahmen lägen. 

Als Teil der neuen Nutzung würden das Trockenmistlager sowie der 

angebaute Unterstand angesehen. Die Voraussetzungen nach 

Art. 24c des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (SR 700; ab-

gekürzt RPG) und Art. 42 der eidgenössischen Raumplanungsverord-

nung (SR 700.1; abgekürzt RPV) seien gegeben. Die vorliegende 

Zweckänderung (ehemalig gewerblicher Hühnerstall/Lagerhalle in La-

gerräume und Kleintierställe als Teil der Wohnnebennutzung) sei weit-

reichend. Der Rahmen der teilweisen Änderung sei damit ausge-

schöpft, so dass künftig keine Erweiterungen ausserhalb der beste-

henden Bauten und Anlagen mehr möglich seien. Gestützt auf diese 

Teilverfügung des AREG vom 27. November 2006 bewilligte der Ge-

meinderat X.___ am 8. Januar 2007 das Bauvorhaben betreffend die 

Halle Vers.-Nr. 004. Er verband damit zulasten des Grundstücks 

Nr. 002 wiederum ein "Verbot der baulichen Nutzungserweiterung 

nach RPV". 

 

e) Am 29. Mai 2015 zeigte das AREG dem Gemeinderat X.___ an, 

auf den Grundstücken Nrn. 002 und 005 werde ohne Bewilligung ge-

baut und es forderte ihn zur Darlegung des Sachverhalts und zum Auf-

zeigen von Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands auf. In der Folge reichte die – zwischenzeitlich aufgelöste; 

vgl. www.zefix.ch – G.___ GmbH, X.___, bzw. ihr damaliger Gesell-

schafter und Geschäftsführer C.___ drei Baugesuche betreffend die 

Grundstücke Nrn. 008, 005 und 002, alle datierend vom 25. August 

2015, ein. Gegenstand der Baugesuche war nach einem teilweisen 

Rückzug im Wesentlichen noch einerseits die mit baulichen Massnah-

men verbundene Umnutzung der Lagerhalle Vers.-Nr. 004 zu einem 

Lager, einer Werkstatt und einem Büro und andererseits der Anbau 

von Holzbohlenwänden an der Nordfassade der Halle zur Lagerung 

von inerten Baumaterialien der G.___ GmbH. Ausserdem wurde um 

Bewilligung eines Humus- und Grüngutlagerplatzes auf Grundstück 

Nr. 005 ersucht. 

 

f) Das AREG verweigerte die nachträgliche Zustimmung zur Bau-

bewilligung mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 9. Juni 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 4/38 

 

2016. Es erwog zusammengefasst, die Materiallager und die Umnut-

zung der Lagerhalle Vers.-Nr. 004 entsprächen nicht dem Zweck der 

Nutzungszone, weshalb gestützt auf Art. 16a Abs. 1 und Art. 22 Abs. 2 

RPG keine nachträgliche Zustimmung erteilt werden könne. Auch kam 

die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nicht in Frage. Das AREG 

hielt diesbezüglich insbesondere fest, es sei davon auszugehen, dass 

die geplante Umnutzung des ehemaligen Lagergebäudes zu einem 

weiteren Bauunternehmen mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkom-

men verbunden wäre. Dies würde gemäss AREG zu einer Mehrbelas-

tung der bestehenden Erschliessung und zu zusätzlichen Immissionen 

führen. Ausserdem seien mit der Umnutzung bauliche Veränderungen 

vorgenommen worden, welche zusätzlich den Rahmen von Art. 24a 

RPG sprengten.  

 

g) Der Gemeinderat X.___ stellte nach Durchführung eines Augen-

scheins mit Beschluss vom 11. Februar 2019 fest, dass die Nutzung 

und die Anlagen auf den Grundstücken Nrn. 002 und teilweise 005 so-

wie im Gebäude Vers.-Nr. 004 formell und materiell baurechtswidrig 

seien. Es sei der rechtmässige Zustand bis zum 31. März 2019 wie-

derherzustellen. Die Anlagen seien zu entfernen und dem ursprüngli-

chen Zustand zuzuführen (Grünfläche). Ausserdem sei keine intensive 

Nutzung, wie z.B. für ein Baugeschäft zulässig. Der Gemeinderat 

X.___ erwog diesbezüglich namentlich, nicht bewilligt seien die Nut-

zungen rund um das Gebäude Vers.-Nr. 004 als Lagerfläche für die 

Firma G.___ GmbH (Grüngut-, Schutt-, Erdlager / Abstellflächen für 

Maschinen Geräte usw.). Ebenfalls nicht bewilligt sei die Nutzung der 

Halle Vers.-Nr. 004 als Lager/Depot/Werkhof für die Firma 

G.___ GmbH. Gegen diese Wiederherstellungsverfügung erhob 

C.___ Rekurs beim Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau- und 

Umweltdepartement; Verfahren Nr. 19-1860). In der Folge trafen 

C.___ und der Gemeinderat X.___ eine Vereinbarung. Darin verpflich-

tete sich C.___, sämtliche Lager/Depots auf Grundstück Nr. 005 zu 

entfernen und ein Baugesuch für die Nutzung des Gebäudes Vers.-

Nr. 004 als Sarglager für die F.___ GmbH, X.___, einzureichen (vgl. 

zu diesem Baugesuch unten, Bst. C). Gestützt auf diese Vereinbarung 

widerrief der Gemeinderat X.___ die Wiederherstellungsverfügung 

vom 11. Februar 2019, weshalb das Rekursverfahren Nr. 19-1860 am 

26. März 2019 als gegenstandslos geworden von der Geschäftsliste 

des Baudepartementes abgeschrieben wurde. 

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 31. Oktober 2018 beantragte C.___ bei der 

Gemeinde X.___ die Baubewilligung für den Umbau des Wohnhauses 

Vers.-Nr. 003 auf Grundstück Nr. 001 (Umbau zweites Obergeschoss; 

Einbau Dachterrasse; energetische Sanierung). 

 

b) Innert der Auflagefrist vom 27. November bis 10. Dezember 

2018 erhoben A.___ und B.___, Y.___, vertreten durch lic.iur.Titus 

Bossart, Rechtsanwalt, St.Gallen, Einsprache gegen das Bauvorha-

ben.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 5/38 

 

c) Mit Zwischenbeurteilung vom 28. Juni 2019 stellte das AREG 

eine Zustimmung für den Umbau und die Sanierung des Wohnhauses 

Vers.-Nr. 003 in Aussicht. Es verlangte jedoch noch weitere Angaben 

und Unterlagen. In der Folge wurden insbesondere zusätzliche Plan-

unterlagen zum Bauvorhaben eingereicht. Diese "Projektergänzung 

zu Umbau Einfamilienhaus – Umgebungsgestaltung" lag vom 22. No-

vember bis 5. Dezember 2019 zur Einsprache auf. Mit Eingabe vom 

3. Dezember 2019 erhoben A.___ und B.___ Einsprache gegen diese 

Projektergänzung.  

 

d) Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 25. März 2020 

verweigerte das AREG die Zustimmung zur Baubewilligung bzw. zum 

Baugesuch vom 31. Oktober 2018 betreffend Umbau Wohnhaus 

Vers.-Nr. 003. Es begründete dies grundsätzlich nicht mit den geplan-

ten baulichen Massnahmen am Wohnhaus; vielmehr erwog das AREG 

diesbezüglich zusammengefasst, es finde weder eine Flächen- noch 

eine Gebäudevolumenerweiterung statt, sondern es würden im Ge-

genteil Flächen und Volumen reduziert. Hinsichtlich der Umgebungs-

gestaltung (Gartengestaltung) hielt das AREG fest, mit den neuen An-

lagen erfolge eine Anpassung und vermehrte Befestigung der Umge-

bung, wodurch die Identität der Baute und ihrer Umgebung massge-

blich betroffen sei. Die geplanten baulichen Massnahmen am Wohn-

gebäude und die in der Umgebung vorgenommenen Änderungen wür-

den den durch die Identität und die zulässigen Veränderungen am 

äusseren Erscheinungsbild abgesteckten Rahmen überschreiten. Die 

Voraussetzungen nach Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 41, 42 und 

43a RPV seien demnach – im Rahmen einer Gesamtbetrachtung – 

nicht gegeben. Dem eingereichten Bauvorhaben fehle es am Erforder-

nis der Wesensgleichheit, weshalb die Zustimmung zur Baubewilli-

gung zu verweigern sei. 

 

e) Anschliessend reichte C.___ neue Unterlagen zur Umgebungs-

gestaltung ein (vgl. Plan "1:100, Neue Umgebung Parzelle 001 […]" 

sowie Visualisierung "Neue Umgebung Parzelle 001 […]", beide unda-

tiert, Eingang bei der Gemeinde am 28. Mai 2020; vgl. 

komm. act. 14 f.). Diese Änderung des Baugesuchs lag als "Projekter-

gänzung zu Umbau Einfamilienhaus -  Umgebungsgestaltung (Anpas-

sung gemäss Rückmeldung Kanton)" vom 10. bis 23. Juni 2020 zur 

Einsprache auf. Hiergegen ging keine Einsprache ein. 

 

f) Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 20. August 

2020 stellte das AREG fest, dass es sich beim Wohnhaus Vers.-

Nr. 003 um ein rechtmässig erstelltes, altrechtliches, nicht mehr zo-

nenkonformes Bauwerk handle. Weiter erteilte das AREG die Zustim-

mung zum Umbau des Wohnhauses und zu dessen Umgebungsge-

staltung im Sinn der Erwägungen und unter Bedingungen und Aufla-

gen. Weiter ordnete das AREG zur Sicherung der Beschränkung der 

baulichen Nutzungserweiterung eine öffentlich-rechtliche Eigentums-

beschränkung zulasten des Grundstücks Nr. 001 und deren Anmer-

kung im Grundbuch an. Das AREG erwog hinsichtlich der baulichen 

Massnahmen am Wohnhaus Vers.-Nr. 003 unter anderem, es finde 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 6/38 

 

weder eine Flächen- noch eine Gebäudevolumenerweiterung statt. 

Vielmehr würden mit dem Rückbau des Estrichs Flächen und mit der 

Erstellung des Balkons Gebäudevolumen reduziert. Hinsichtlich der 

– zwischenzeitlich angepassten – Umgebungsgestaltung hielt das 

AREG fest, die Voraussetzungen für Veränderungen am äusseren Er-

scheinungsbild für zonenfremde Bauten seien erfüllt. Das Kriterium 

der Identität der unmittelbaren Umgebung der Wohnbaute sei einge-

halten und eine Zustimmung für die Neugestaltung der Umgebung 

könne erteilt werden. 

 

C.  

a) Bereits mit Baugesuch vom 27. April 2019 hatte C.___ die Be-

willigung für die Umnutzung der Halle Vers.-Nr. 004 auf Grundstück 

Nr. 002 beantragt. Als Anlagebetreiberin bzw. Mieterin war sein Be-

stattungsunternehmen (F.___ GmbH) ausgewiesen und als Kurzbe-

schrieb wurde "Nutzungsänderung: Gesamte Innenfläche in Lager für 

Hof und Garten sowie Sarglager" angegeben. Gemäss den Planunter-

lagen hätten zudem Flächen im Freien nördlich der Halle Vers.-Nr. 004 

als Abstellflächen für diverse Gegenstände genutzt werden sollen 

("Abstellfläche für Brennholzpaloxen, Paletten mit Zement- und Gra-

nitartikel für Gräber, BigBags mit Kies, Splitt und Geröll, Bagger, An-

hänger und Zugfahrzeuge für Bestattungsarbeiten"). 

 

b) Dieses Baugesuch lag vom 21. Mai bis 3. Juni 2019 öffentlich 

auf. A.___ und B.___ erhoben am 29. Mai 2019 Einsprache dagegen. 

Mit Schreiben vom 20. Juni 2019 monierte das AREG fehlende Unter-

lagen (unter anderem Detailplan der Baute Vers.-Nr. 004 und deren 

Umgebung mit Beschreibung der Nutzung; Angaben zur 

F.___ GmbH). Nach Eingang zusätzlicher Unterlagen verweigerte das 

AREG mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 25. März 2020 

die nachträgliche Zustimmung zur Baubewilligung. 

 

D.  

Mit Beschluss vom 21. September 2020 erteilte der Gemeinderat 

X.___ die Baubewilligung für den Umbau des Wohnhauses samt Um-

gebungsgestaltung auf Grundstück Nr. 001 unter Bedingungen und 

Auflagen und wies die Einsprache von A.___ und B.___ im Sinn der 

Erwägungen ab. Gleichzeitig verweigerte er die Baubewilligung für die 

Umnutzung der Halle Vers.-Nr. 004. Er verband diese Verweigerung 

mit "zusätzlichen Auflagen". Danach sind "bereits erstellte Bauten und 

Anlagen zurückzubauen" bzw. ist "der legale, ursprüngliche Zustand 

wiederherzustellen". Namentlich sind "die Anlagen (Lager, Abstellflä-

chen etc.) dem ursprünglichen Zustand (Grünfläche) zuzuführen". 

Ausserdem "ist, ohne die entsprechende Bewilligung des AREG sowie 

der Gemeinde, auf dem ganzen Grundstück keine intensive Nutzung, 

wie z.B. für ein Baugeschäft oder für ein intensiv genutztes Lager, er-

laubt". Der Gemeinderat X.___ führte weiter aus, die Wiederherstel-

lung des rechtmässigen Zustands sei von der Bauherrschaft bis 

31. Oktober 2020 zugesichert worden; diese Frist legte der Gemein-

derat X.___ zur Wiederherstellung fest. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 7/38 

 

E.  

a) Gegen den Beschluss vom 21. September 2020 erhoben A.___ 

und B.___ durch ihren Rechtsvertreter mit Schreiben vom 19. Oktober 

2020 Rekurs beim Baudepartement (Verfahren Nr. 20-8230; im Fol-

genden Rekurs 1). Mit Rekursergänzung vom 20. November 2020 

werden folgende Anträge gestellt: 

 
1. Ziffern 1, 3 und 6 des Beschlusses der Politischen Ge-

meinde X.___ vom 21. September 2020 (Protokoll 
Nr. 123) seien vollumfänglich aufzuheben. 

2. Es sei die Baubewilligung für den Umbau Einfamilien-
haus und Umgebungsgestaltung auf dem Grundstück 
Nr. 001 an der K.___strasse, Y.___, nicht zu erteilen, 
eventualiter sei die Bewilligung mit weiteren Bedingun-
gen/Auflagen zu verbinden. 

Die Mulde und auch die Baustellenzäune auf dem öst-
lichen Wohnhausplatz seien sofort zu entfernen. 

3. Ziffer 4 des Entscheids sei insofern aufzuheben, als 
festzustellen ist, dass die Einsprache der Rekurrenten 
im Sinne der Erwägung gutgeheissen wird und keine 
gewerbliche Nutzung erlaubt ist.  

4. Es sei auf den Grundstücksnummern 002 und 001, 
insbesondere auch für das Wohnhaus Nr. 003, ein ge-
werbliches Nutzungsverbot per sofort zu verfügen und 
es sei die gewerbliche Nutzung während der Dauer 
des Rekursverfahrens bis zur Rechtskraft des Rekurs-
entscheides zu verbieten. 

5. Die Kosten für den Einspracheentscheid seien zulas-
ten der Bauherrschaft verhältnismässig festzulegen 
und auf mindestens Fr. 3'000.– festzusetzen. 

6. Ziffer 7 sei insofern aufzuheben, als die von der Ge-
meinde ausgesprochene Busse angemessen zu erhö-
hen sei, auf mindestens Fr. 10'000.–. Eventualiter sei 
eine Strafanzeige von Amtes wegen bei der Staatsan-
waltschaft einzureichen, damit die Sanktionierung ge-
mäss StPO geprüft wird. 

7. Die raumplanungsrechtliche Verfügung des AREG 
vom 20. August 2020 sei aufzuheben und es sei die 
Zustimmung zum Umbau des Wohnhauses in der vor-
liegenden Form nicht zu erteilen. 

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zzgl. MWST zulasten der Bauherrschaft/Vorinstanzen. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, das zweite Obergeschoss und 

der Estrich des Wohnhauses Vers.-Nr. 003 seien entkernt worden, 

weshalb eine tatsächliche Bestandesaufnahme nicht mehr möglich 

und das zweite Obergeschoss und der Estrich nicht mehr bestim-

mungsgemäss nutzbar seien. Weiter sei jede gewerbliche Nutzung 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 8/38 

 

des Wohnhauses Vers.-Nr. 003 schon vor Jahren aufgegeben und in 

eine Wohnnutzung umgewandelt worden. Die Bauherrschaft verfüge 

über keine Bewilligung für die Nutzung des Wohnhauses zu Gewerbe-

zwecken. Solange die Bauherrschaft die Büroräume für ihre Gewerbe-

betriebe nutze, könne mangels Nachweis des rechtmässigen Zu-

stands keine Bewilligung für die Änderung der Wohnbaute erteilt wer-

den. Ferner beziehen sich die Rekurrenten auf verschiedene beste-

hende Elemente der Umgebungsgestaltung (Diagonalgeflechtzaun; 

Cheminée; Parkplatz), welche im Jahr 1972 noch nicht bestanden hät-

ten. Hinsichtlich des Grundstücks Nr. 002 und der Halle Vers.-Nr. 004 

monieren die Rekurrenten, die Vorinstanz unterlasse es, im Dispositiv 

klar festzuhalten, was erlaubt sei und was nicht. Sie sei deshalb be-

züglich Grundstück Nr. 002 zu verpflichten, ein Verbot zum Betreiben 

eines Gewerbes "in welcher Form auch immer" zu erlassen. Weiter 

rügen die Rekurrenten eine Verletzung der Ausstandspflicht durch die 

Vorinstanz und sie verlangen eine Korrektur des vorinstanzlichen Kos-

ten- und des Bussenentscheids. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 4. Dezember 2020 beantragt die  

Vorinstanz, den Rekurs 1 abzuweisen. Es seien der Entscheid sowie 

die Baubewilligung vom 21. September 2020 zu bestätigen. 

 

c) Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2020 beantragt der 

Rekursgegner, vertreten durch Dr.iur. André Hutter, Rechtsanwalt, 

Kriessern, den Rekurs 1 unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei. Zur Begründung wird geltend gemacht, die Rekurren-

ten seien hinsichtlich Kostenspruch und Busse nicht zur Erhebung des 

Rekurses legitimiert. Ferner liege keine Verletzung der Ausstands-

pflicht vor und es sei die Wohnnutzung im zweiten Obergeschoss des 

Wohnhauses nicht aufgegeben worden. Auch existiere keine unzuläs-

sige gewerbliche Tätigkeit im Wohnhaus Vers.-Nr. 003. Weiter er-

weise sich die geplante Gestaltung der Umgebung des Wohnhauses 

als zulässig. 

 

d) Mit Stellungnahme vom 11. Januar 2021 beantragt das AREG 

die Abweisung des Rekurses 1. 

 

F.  

a) Bereits am 12. November 2020 – mithin während hängigem Re-

kursverfahren Nr. 20-8230 – hatte der Gemeinderat unter Bezug-

nahme auf seinen Beschluss vom 21. September 2020 betreffend 

Grundstück Nr. 002 dem Rekursgegner eine "letzte Frist" bis zum 

30. November 2020 zur "Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-

stands (Grünfläche)" gewährt und dies mit der Androhung einer Er-

satzvornahme verbunden.  

 

b) Am 11. Dezember 2020 erliess der Gemeinderat eine Feststel-

lungsverfügung betreffend "Wiederherstellung Grünbereich sowie Nut-

zung Halle Vers.-Nr. 004 auf dem Grundstück Nr. 002 […]". Darin hält 

er fest, es sei die Wiederherstellung des Grünbereichs (ohne Ansaat) 

auf Grundstück Nr. 002 umgesetzt worden. Der rechtmässige Zustand 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 9/38 

 

sei wiederhergestellt. Das Ansäen/Anpflanzen habe bis spätestens 

31. Mai 2021 zu erfolgen. Weiter stellt der Gemeinderat fest, die Nut-

zung der Halle Vers.-Nr. 004 liege im zulässigen Rahmen. Die Wie-

derherstellung des rechtmässigen Zustands sei auch diesbezüglich er-

füllt. Zusammengefasst erwog er, die Wiederherstellung des Grünbe-

reichs sei am 1. Dezember 2020 sowie am 4. Dezember 2020 kontrol-

liert worden. Die Betonblöcke und das Kies/Schotter seien entfernt und 

die Fläche sei humusiert worden. Gemäss Auskunft von C.___ werde 

der Kieshaufen für den Installationsplatz bezüglich Umbau des Einfa-

milienhauses verwendet, sobald eine rechtskräftige Bewilligung dafür 

vorliege. Ein Abführen mache deshalb zum jetzigen Zeitpunkt umwelt-

schutztechnisch keinen Sinn. Auch die Nutzung im Innern der Halle 

sei am 4. Dezember 2020 kontrolliert worden; Rückbauten an sich 

seien keine erforderlich. In der Halle befänden sich diverse privat ge-

nutzte Gegenstände. Ausserdem befänden sich von der aufgelösten 

Firma G.___ GmbH noch diverse Materialien in der Halle, welche ge-

mäss Auskunft des ehemaligen Firmeninhabers nun ihm privat gehör-

ten. Zusammenfassend hält der Gemeinderat fest, es habe keine Nut-

zung im Zusammenhang mit dem Bestattungsunternehmen oder einer 

sonstigen gewerblichen Nutzung festgestellt werden können. Es sei 

davon auszugehen, dass die momentane Nutzung aufgrund des Au-

genscheins vom 4. Dezember 2020 im zulässigen Rahmen liege. Es 

finde weder eine gewerbliche Nutzung noch eine intensive Lagernut-

zung statt. 

 

c) Gegen diese Feststellungsverfügung erhoben A.___ und B.___ 

durch ihren Rechtsvertreter mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 

Rekurs beim Baudepartement (Verfahren Nr. 20-10077; im Folgenden 

Rekurs 2). Mit Rekursergänzung vom 29. Januar 2021 werden fol-

gende Anträge gestellt:  

 
1. Die Feststellungsverfügung des Gemeinderats X.___ 

vom 11. Dezember 2020 sei aufzuheben. 

2. Der Gemeinderat X.___ sei aufzufordern und zu ver-
pflichten, die mit Entscheid vom 21. September 2020 
verfügte Wiederherstellung vollumfänglich und korrekt 
anzuordnen und durchzusetzen, eventualiter sei der 
Vollzug der Wiederherstellung durch das Baudeparte-
ment bzw. das AREG anzuordnen, zu überwachen 
und zu vollziehen. 

3. Im Rahmen der Wiederherstellungsverfügung sei der 
Rekursgegner zu verpflichten, 

- die asphaltierte Fläche westlich der Halle 004 
(nördlicher Teil) zurückzubauen und die gelager-
ten Materialien zu entfernen 

- den Kieshaufen auf der Nordseite der Halle 004 
sofort zu entfernen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 10/38 

 

- die Hilti-Steine und die Baggerschaufel vom 
Grundstück Nr. 008 zu entfernen 

- den Bagger aus der Landwirtschaftszone wegzu-
bringen 

- den Innenbereich 004 gemäss den nach Durch-
führung des Augenscheins festgestellten Verstös-
sen komplett wiederherzustellen und die darin ge-
lagerten Baumaterialien und Baugeräte zu entfer-
nen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zzgl. MWST zulasten des Rekursgegners. 

Zur Begründung wird zusammengefasst geltend gemacht, die Wieder-

herstellung des Grünbereichs auf Grundstück Nr. 002 sei nur teilweise 

erfolgt und im gleichen Rahmen seien neue widerrechtliche Zustände 

geschaffen worden. Mit der Feststellungsverfügung toleriere die Vo-

rinstanz im Gebiet L.___ nach wie vor widerrechtliche Zustände zu-

gunsten des Rekursgegners und zulasten der Rekurrenten. Auf der 

Westseite der Halle Vers.-Nr. 004 sei ursprünglich lediglich der südli-

che Teil asphaltiert und als Parkplatz genutzt worden. Im nördlicheren 

Teil habe sich im Jahr 2000 ein Gehege für die hobbymässige Klein-

tierhaltung befunden. Dieser Teil sei im Jahr 2010 asphaltiert worden 

und werde bis heute widerrechtlich als Lager- und Parkplatz genutzt. 

Im Rahmen der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sei 

der Asphalt nördlich des Garagenvorplatzes zu entfernen und es sei 

die Nutzung dieser Fläche als Lager- und Parkplatz zu verbieten. Be-

züglich der Halle Vers.-Nr. 004 machen die Rekurrenten geltend, es 

seien im Innern der Halle bewilligungspflichtige Änderungen vorge-

nommen worden, die von der Vorinstanz toleriert würden, obwohl 

diese in die Wiederherstellungsmassnahmen hätten miteinbezogen 

werden müssen. Auch gehen die Rekurrenten von einer fortbestehen-

den gewerblichen und unbewilligten Tätigkeit bzw. Nutzung im Innern 

der Halle aus. 

 

d) Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2021 beantragt die  

Vorinstanz im Wesentlichen die Abweisung des Rekurses 2 und die 

Bestätigung der Feststellungsverfügung vom 11. Dezember 2020. Die 

Wiederherstellung sei vollumfänglich und korrekt angeordnet worden.  

 

e) Mit Eingabe vom 3. März 2021 beantragt der Rekursgegner, es 

sei der Rekurs 2 abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Er macht 

die Nichtigkeit der angefochtenen Feststellungsverfügung geltend. Bei 

dieser handle es sich um eine reine Orientierung an die Adresse der 

Rekurrenten, ohne dass jene aber Anspruch auf eine solche Orientie-

rung gehabt hätten. Verfügungscharakter habe dadurch nicht entste-

hen können. Es fehle ein anfechtbarer Rechtsakt. Falls auf den Rekurs 

eingetreten würde, erwiese sich insbesondere Ziff. 3 der rekurrenti-

schen Anträge als unzulässig. Den Nachbarn stehe im Rahmen einer 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 11/38 

 

reinen Vollzugshandlung der Gemeinde keine Beteiligtenstellung zu. 

Sie hätten damit kein Recht, konkretisierende Anträge zu unterbreiten. 

 

f) Mit Stellungnahme vom 24. März 2021 führt das AREG zusam-

mengefasst aus, es habe sich im Rahmen von zwei raumplanungs-

rechtlichen Teilverfügungen vom 27. November 2006 und vom 

25. März 2020 mit dem baulichen Zustand auf Grundstück Nr. 002 

auseinandergesetzt. Formell bewilligt seien die Nutzung der Halle 

Vers.-Nr. 004 mit baulichen Massnahmen für Kleintierboxen und Ab-

stellräume für die hobbymässige Tierhaltung als Ausfluss der Wohn-

nebennutzung sowie ausserhalb ein Unterstand und ein Trockenmist-

lager auf der Nordseite im ehemaligen Windschutzstreifen. Mit Verfü-

gung des AREG vom 27. November 2006 sei ein Verbot der baulichen 

Nutzungserweiterung angeordnet worden. Anlässlich des geplanten 

Augenscheins sei zu prüfen, inwieweit auf Grundstück Nr. 002 ein for-

mell und materiell rechtmässiger Zustand herrsche.  

 

G.  

a) Das Baudepartement führte am 8. April 2021 in beiden 

Rekursverfahren in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten und eines 

Vertreters des AREG einen Augenschein durch. 

 

b) Mit Eingabe vom 30. April 2021 lassen sich die Rekurrenten zum 

Augenscheinprotokoll vernehmen. 

 

c) Mit Eingabe vom 17. Mai 2021 nimmt der Rekursgegner Stel-

lung zur rekurrentischen Vernehmlassung vom 30. April 2021. 

 

H.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die beiden Rekursverfahren stehen im gleichen sachlichen Zu-

sammenhang. Sie werfen zumindest in Teilen die gleichen oder zu-

sammenhängende Sachverhalts- und Rechtsfragen auf. Es ist somit 

zweckmässig, sie verfahrensrechtlich zu vereinigen und durch einen 

einzigen Entscheid zu erledigen (VerwGE B 2015/96 und B 2015/97 

vom 26. Oktober 2016 Erw. 1; GVP 1972 Nr. 30).  

 

1.2 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt 

sich aus Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(sGS 951.1; abgekürzt VRP). 

 

1.3 In formeller Hinsicht macht die Vorinstanz geltend, es sei ledig-

lich der Entscheid vom 21. September 2020 (Protokoll Nr. 123), nicht 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 12/38 

 

jedoch die eigentliche Baubewilligung (separate Verfügung) vom 

21. September 2020 angefochten worden. Letztere sei in Rechtskraft 

erwachsen. 

 

1.3.1 Verfügungen und Entscheide sind vollstreckbar, wenn sie mit or-

dentlichen Rechtsmitteln nicht oder nicht mehr angefochten werden 

können (Art. 101 Abs. 1 VRP). Entsprechend darf mit Bauarbeiten 

grundsätzlich erst begonnen werden, wenn eine Baubewilligung 

rechtskräftig geworden ist. 

 

1.3.2 Die Rekurrenten legten ihrer Rekursanmeldung 1 sowohl einen 

Protokollauszug der Vorinstanz ("Protokoll Nr. 123 der Gemeinderats-

sitzung vom 21. September 2020") als auch die eigentliche Baubewil-

ligung vom 21. September 2020 bei (vgl. rekurrentische Beilagen 2 

und 3 zur Rekursanmeldung 1 vom 19. Oktober 2020). Bereits im 

Rahmen der Rekursanmeldung 1 beantragten sie einerseits die Auf-

hebung einzelner Ziffern des Beschlusses vom 21. September 2020 

("Protokoll Nr. 123") und andererseits die Nicht-Erteilung der Baube-

willigung für den Umbau des Wohnhauses. An diesen Rechtsbegeh-

ren hielten die Rekurrenten in der Rekursbegründung 1 vom 20. No-

vember 2020 fest. Somit fechten die Rekurrenten beide Beschlüsse 

an und die Baubewilligung ist entgegen der vorinstanzlichen Auffas-

sung noch nicht in Rechtskraft erwachsen. 

 

1.4 Die Rekurrenten beantragen mit Bezug auf Ziff. 6 des angefoch-

tenen Beschlusses, es seien die Kosten für den Einspracheentscheid 

zulasten der Bauherrschaft verhältnismässig festzulegen und auf min-

destens Fr. 3'000.– festzusetzen. Weiter verlangen die Rekurrenten, 

es sei Ziff. 7 des angefochtenen Beschlusses insofern aufzuheben, als 

die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse angemessen zu erhö-

hen sei, auf mindestens Fr. 10'000.–. Eventualiter sei eine Strafan-

zeige von Amtes wegen bei der Staatsanwaltschaft einzureichen, da-

mit die Sanktionierung gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung 

(SR 312.0; abgekürzt StPO) geprüft werde. 

 

1.4.1 Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung eines Rekurses be-

rechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des 

Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Schutzwür-

dig ist es, wenn der Betroffene rechtlich geschützte Interessen geltend 

macht oder wenn eine Verfügung oder ein Entscheid seine tatsächli-

che Interessenlage mehr berührt als irgendeinen Dritten oder die All-

gemeinheit. Legitimiert ist mithin nur, wer den Rekurs im eigenen Inte-

resse führt. Auf Rekurse, die einzig im Interesse der Allgemeinheit  

oder der korrekten Gesetzesanwendung geführt werden, ist hingegen 

nicht einzutreten (vgl. GEISSER/ZOGG, in: Rizvi/Schindler/Cavelti 

[Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechts-

pflege, Zürich/St.Gallen 2020, Art. 45 N 12; CAVELTI/VÖGELI, Verwal-

tungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen – dargestellt an den Verfah-

ren vor Verwaltungsgericht, St.Gallen 2003, Rz. 390 ff.; vgl. zum Gan-

zen auch BDE Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 Erw. 1.2.2). 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 13/38 

 

1.4.2 Die Rekurrenten sind nicht Adressaten der fraglichen Anordnun-

gen betreffend Kosten und Busse. Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, 

inwiefern sie ein eigenes schutzwürdiges Interesse an den beantrag-

ten Änderungen des vorinstanzlichen Beschlusses (Erhöhung Gebühr 

und Busse; beides zulasten des Rekursgegners) haben. Hinzu kommt, 

dass die Rekurrenten auch selber strafrechtliche Anzeigen erstatten 

könnten, um so ihren (angeblichen) Interessen an der strafrechtlichen 

Verfolgung des Rekursgegners Gehör zu verschaffen. Somit ist dies-

bezüglich auf den Rekurs 1 nicht einzutreten. 

 

1.5 Hinsichtlich der Legitimation der Rekurrenten im Rekursverfah-

ren Nr. 20-8230 macht der Rekursgegner geltend, das Baugesuch be-

treffend Umnutzung der Halle in ein Sarglager sei verweigert worden, 

was er als Baugesuchsteller akzeptiert habe. Für den Rekurs fehle je-

des Rechtsschutzinteresse. Es stehe mangels Baubewilligung in die-

sem Bereich gar kein Anfechtungsobjekt (mehr) zur Verfügung. So-

dann sei die Vollstreckung der Verfügung durch Abwicklung der ange-

drohten Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands allein Sache 

der Vorinstanz. Die Rekurrenten seien hinsichtlich des reinen Vollzugs 

nicht Beteiligte und auch nicht teilnahmelegitimiert. Auf den Rekurs 1 

sei insoweit ohnehin nicht einzutreten. Der Rückbau sei ausserdem 

erfolgt. Im gleichen Zusammenhang – jedoch im Rekursverfahren 

Nr. 20-10077 – macht der Rekursgegner ausserdem geltend, die an-

gefochtene Feststellungsverfügung sei nichtig. Zusammengefasst ar-

gumentiert er, der Verfügung der Wiederherstellung des rechtmässi-

gen Zustands müsse ein Rechtsverhältnis zwischen der Gemeinde 

und einem angeblichen Zustands- oder Verhaltensstörer zugrunde lie-

gen. In diese Beziehung seien einzig die Gemeinde und der angebli-

che Verhaltens- oder Zustandsstörer involviert. Daraus folge, dass die 

Gemeinde nicht mit einer Feststellungsverfügung an die Adresse der 

Rekurrenten hätte reagieren dürfen. Die Rekurrenten seien in dieser 

Angelegenheit weder aktiv- noch passivlegitimiert. Einer Feststel-

lungsverfügung müsse ein hinreichendes Feststellungsinteresse zu-

grunde liegen, woran es einem Nachbarn fehle. Man müsse das 

Schreiben der Vorinstanz vom 11. Dezember 2020 richtigerweise als 

reine Orientierung an die Adresse der Rekurrenten verstehen, ohne 

dass jene aber Anspruch auf eine solche Orientierung gehabt hätten. 

Verfügungscharakter habe dadurch nicht entstehen können. Erweise 

sich die Verfügung als nichtig, falle der Rekurs 2 in sich zusammen. 

Auf den Rekurs 2 sei nicht einzutreten. Falls auf den Rekurs eingetre-

ten würde, erwiese sich insbesondere Ziff. 3 der Anträge in Rekurs 2 

als unzulässig. Den Nachbarn stehe im Rahmen einer reinen Vollzugs-

handlung der Gemeinde keine Beteiligtenstellung zu. Sie hätten damit 

kein Recht, konkretisierende Anträge zu unterbreiten. 

 

1.5.1 Mit der Verweigerung der Baubewilligung betreffend die Halle 

Vers.-Nr. 004 verknüpfte die Vorinstanz Auflagen, welche die Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustands auf Grundstück Nr. 002 zum 

Ziel hatten. Die Vorinstanz definierte mit diesen Auflagen die nach ih-

rer Auffassung erforderlichen Wiederherstellungsmassnahmen, wel-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 14/38 

 

che der Rekursgegner (als von der Wiederherstellungsanordnung Be-

troffener) akzeptierte. Auf Bestreben der Rekurrenten überprüfte die 

Vorinstanz die getroffenen Massnahmen und stellte in der Folge fest, 

dass auf Grundstück Nr. 002 ihres Erachtens der rechtmässige Zu-

stand wiederhergestellt ist. Entsprechend verzichtete sie auf die An-

ordnung weiterer Wiederherstellungsmassnahmen und erliess statt-

dessen die streitgegenständliche Feststellungsverfügung. 

 

1.5.2 Eine Verfügung stellt nach Lehre und Praxis einen individuellen, 

an eine bestimmte Person gerichteten Hoheitsakt dar, durch den eine 

verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung gestaltend oder feststellend 

in verbindlicher oder erzwingbarer Weise geregelt bzw. begründet, 

aufgehoben, abgeändert oder festgestellt wird. Die st.gallische Ver-

waltungspraxis hat im Wesentlichen den materiellen Verfügungsbegriff 

des Bundesrechts übernommen. Nur wenn die Wesensmerkmale ei-

ner Verfügung gegeben sind, liegt das verfahrensrechtlich notwendige 

Anfechtungsobjekt vor (vgl. z.B. VerwGE B 2020/213 vom 24. Juni 

2021 Erw. 2.2 mit Hinweisen).  

 

1.5.3 Fehlerhafte Entscheide sind nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung nur dann nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel be-

sonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht er-

kennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme 

der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Inhaltliche Mängel einer 

Entscheidung führen nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit. Als Nichtig-

keitsgründe fallen vorab die funktionelle oder sachliche Unzuständig-

keit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in Be-

tracht. Die Nichtigkeit eines Entscheids ist von sämtlichen rechtsan-

wendenden Behörden jederzeit von Amtes wegen zu beachten. In der 

Regel bewirkt die Fehlerhaftigkeit einer Verfügung demgegenüber 

bloss deren Anfechtbarkeit; d.h., dass eine fehlerhafte Verfügung Gül-

tigkeit erlangt, wenn sie nicht förmlich angefochten wird; erfolgt dage-

gen eine Anfechtung, so wird die Verfügung aufgehoben oder abge-

ändert. Der Begriff der Anfechtbarkeit impliziert, dass eine solche man-

gelhafte Verfügung aufgehoben wird, sofern eine am Prozess betei-

ligte Partei den betreffenden Fehler beanstandet (Urteil des Bundes-

gerichtes 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 Erw. 4.2 mit Hinweisen; so 

auch BDE Nr. 49/2021 vom 12. Juli 2021 Erw. 3.1).  

 

1.5.4 Zur Erhebung des Rekurses ist – wie bereits erwähnt – berech-

tigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des 

Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut (Art. 45 

Abs. 1 VRP; vgl. bereits oben, Erw. 1.4.1). Im Zusammenhang mit 

Wiederherstellungsanordnungen bzw. im Anwendungsbereich von 

Art. 159 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; abgekürzt PBG) 

gilt, dass erst das Durchführen eines nachträglichen Baubewilligungs-

verfahrens oder – gegebenenfalls – eines Wiederherstellungsverfah-

rens ohne vorgängiges Bewilligungsverfahren der zuständigen Be-

hörde eine umfassende Prüfung der anwendbaren Bestimmungen un-

ter Berücksichtigung sämtlicher zu berücksichtigenden Interessen (na-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 15/38 

 

mentlich der Interessen der rechtsmittelbefugten Dritten [beispiels-

weise Nachbarn] bzw. derjenigen der von einer [drohenden] Anord-

nung betroffenen Bauherrschaft) ermöglicht. Ohne ein solches gesetz-

lich vorgesehenes Verfahren ist weder das rechtliche Gehör noch der 

Rechtsschutz allfällig Betroffener sichergestellt. Der Gewährung die-

ser Rechte dient gerade das Auflage- und Einspracheverfahren (vgl. 

Art. 152 ff. PBG) im (nachträglichen) Baubewilligungsverfahren oder 

die sachgemässe Anwendung der Vorschriften des PBG über das 

Baubewilligungsverfahren im Wiederherstellungsverfahren (vgl. 

Art. 159 Abs. 3 PBG). Dabei kommt gemäss verwaltungsgerichtlicher 

Rechtsprechung den legitimierten Drittbetroffenen, aber auch der Bau-

herrschaft Parteistellung zu und es ist ihnen die Teilnahme am Verfah-

ren mit den dazu gehörigen Verfahrensrechten zu ermöglichen (vgl. 

zum Ganzen VerwGE B 2020/224 vom 27. Mai 2021 Erw. 5.3 mit Hin-

weisen).  

 

1.5.5 Mit der Wiederherstellungsanordnung liegt klarerweise eine Ver-

fügung im dargestellten Sinn vor. Gleiches gilt auch für die streitge-

genständliche Feststellungsverfügung, mit welcher die Vorinstanz im 

Ergebnis auch zum Ausdruck brachte, dass sie keine weiteren Wie-

derherstellungsmassnahmen anordnen werde. Aus der Perspektive 

der Rekurrenten hat sich die Vorinstanz damit in feststellender und 

verbindlicher Weise zum Umfang der Wiederherstellung geäussert. Es 

liegt ein taugliches Anfechtungsobjekt vor.  

 

1.5.6 Sodann ist das Grundstück Nr. 007 der Rekurrenten vom Grund-

stück Nr. 002 und von der dortigen Halle Vers.-Nr. 004 nur wenige Me-

ter entfernt; sie haben damit ein offensichtliches eigenes und schutz-

würdiges Interesse daran, dass auf Grundstück Nr. 002 ein rechtmäs-

siger Zustand besteht. Angesichts der dargestellten Rechtslage sind 

bzw. waren sie ohne Weiteres zur Teilnahme am Wiederherstellungs-

verfahren betreffend das Grundstück Nr. 002 und der dortigen Halle 

Vers.-Nr. 004 berechtigt. Damit sind sie zur Erhebung des Rekurses 1 

legitimiert. Daran ändert nichts, dass das Baugesuch des Rekursgeg-

ners nicht bewilligt wurde, umso weniger, als sich die Rekurrenten mit 

ihrem Rekurs 1 (naturgemäss) nicht gegen diese Bewilligungsverwei-

gerung zur Wehr setzen. 

 

1.5.7 Gleich verhält es sich hinsichtlich ihrer Legitimation zu Rekurs 2. 

Die Frage, ob der rechtmässige Zustand vollumfänglich wiederherge-

stellt wurde, berührt ebenfalls schutzwürdige Interessen der Rekurren-

ten als Nachbarn. Wenn die Vorinstanz förmlich feststellt, die Wieder-

herstellung sei erfolgt bzw. abgeschlossen, bleibt einem Nachbarn, 

der diese Feststellung für unzutreffend hält, nichts Anderes übrig, als 

dagegen ein Rechtsmittel zu erheben. Nur so kann er eine Überprü-

fung der angeblich vollständig erfolgten Wiederherstellung durch die 

Rechtsmittelinstanzen sicherstellen.  

 

1.5.8 Der Rekursgegner macht schliesslich geltend, Begehren 3 von 

Rekurs 2 sei unzulässig, weil den Nachbarn im Rahmen einer reinen 

Vollzugshandlung der Gemeinde keine Beteiligtenstellung zustehe. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 16/38 

 

Die Anträge gemäss Ziff. 3 des Rekurses 2 beziehen sich jedoch auf 

den Umfang der Wiederherstellung. Bei der Anordnung der Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustands im Sinn von Art. 159 Abs. 1 

Bst. d PBG handelt es sich um eine Sachverfügung und nicht um eine 

Vollstreckungs- bzw. Vollzugsmassnahme. Der Auffassung des Re-

kursgegners ist deshalb nicht zu folgen. 

 

1.6 Die Rekurrenten beantragen ferner in ihrem Rekurs 1, es sei Zif-

fer 4 des angefochtenen Entscheids insofern aufzuheben, als festzu-

stellen sei, dass ihre Einsprache im Sinn der Erwägung gutgeheissen 

werde und keine gewerbliche Nutzung erlaubt sei. 

 

1.6.1 Eine Verfügung oder ein Entscheid als Anfechtungsgegenstand 

sind Prozessvoraussetzung, ohne die auf die Rechtsmittel der nach-

träglichen Verwaltungsrechtspflege nicht eingetreten werden. Sodann 

kann Gegenstand des Verfahrens nur sein, was vom erstinstanzlichen 

Entscheid erfasst wurde. Sprengt die mit dem Rekursantrag aufge-

stellte Rechtsbehauptung den durch die erstinstanzliche Verfügung 

gesteckten Rahmen, ist darauf nicht einzutreten. Nur die Verfügung ist 

Gegenstand des Anfechtungsverfahrens und sie bildet den Ausgangs-

punkt der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege (vgl. BDE 

Nr. 53/2020 vom 9. Juni 2020 Erw. 1.3.1 mit Hinweisen). Im Rekurs-

verfahren kann mithin nur Verfahrensgegenstand sein, was bereits 

Gegenstand des Bewilligungs- und Einspracheverfahrens war. Der 

Anfechtungsgegenstand ist sowohl Ausgangspunkt als auch äussers-

ter Rahmen für den Streitgegenstand, weshalb dieser im Verlaufe des 

Verfahrens – vom aufsichtsrechtlichen Einschreiten abgesehen – nur 

verengt, nicht aber erweitert werden kann (vgl. VerwGE B 2011/106 

vom 20. März 2012 Erw. 1.3). Weiter ist es nach ständiger Rechtspre-

chung allein der Baugesuchsteller, der mit seiner Eingabe den Umfang 

eines Baugesuchs bestimmt (BDE Nr. 73/2020 vom 7. August 2020 

Erw. 2.1; BDE Nr. 46/2020 vom 25. Mai 2020 Erw. 3.1; Baudeparte-

ment SG, Juristische Mitteilungen 2018/IV/6; GVP 1998 Nr. 9; je mit 

Hinweisen). 

 

1.6.2 Gegenstand des Baugesuchs vom 27. April 2019 war die Um-

nutzung der Halle Vers.-Nr. 004 auf Grundstück Nr. 002. Als Anlage-

betreiberin bzw. Mieterin war das Bestattungsunternehmen des Re-

kursgegners (F.___ GmbH) ausgewiesen und als Kurzbeschrieb 

wurde "Nutzungsänderung: Gesamte Innenfläche in Lager für Hof und 

Garten sowie Sarglager" angegeben. Gemäss zugehörigem Plan hät-

ten zudem Flächen im Freien nördlich der Halle Vers.-Nr. 004 als Ab-

stellfläche für diverse Gegenstände genutzt werden sollen ("Abstellflä-

che für Brennholzpaloxen, Paletten mit Zement- und Granitartikel für 

Gräber, BigBags mit Kies, Splitt und Geröll, Bagger, Anhänger und 

Zugfahrzeuge für Bestattungsarbeiten"; vgl. ergänzend auch 

komm.act. 73 und 79). Dieses Baugesuch prüften die  

Vorinstanz und das AREG und diesem Baugesuch wurde die Bewilli-

gung verweigert. Ob irgendeine andere (z.B. gewerbliche) Nutzung 

des Grundstücks bzw. der Halle bewilligungsfähig sein könnte, war 

demgegenüber schon mangels eines entsprechenden Baugesuchs 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 17/38 

 

nicht zu prüfen. Mit ihrem Antrag auf Feststellung, dass keine gewerb-

liche Nutzung (gemeint: auf Grundstück Nr. 002) erlaubt sei, bewegen 

sich die Rekurrenten nach dem Gesagten ausserhalb des Streitgegen-

stands. Insofern ist auf ihren Rekurs 1 nicht einzutreten. Daran ändert 

nichts, dass die Vorinstanz eine "intensive Nutzung, wie z.B. für ein 

Baugeschäft oder für ein intensiv genutztes Lager" auf dem ganzen 

Grundstück untersagte, zumal der Rekursgegner diese Anordnung of-

fenbar akzeptierte.  

 

1.6.3 Anders verhält es sich mit dem Einwand der Rekurrenten be-

züglich Abschreibung ihrer Einsprache zufolge Gegenstandslosigkeit. 

Dieser Einwand betrifft das fragliche (abgewiesene) Baugesuch und 

er liegt innerhalb des durch Ziff. 4 des angefochtenen Beschlusses de-

finierten Streitgegenstands. Zudem machen die Rekurrenten in mate-

rieller Hinsicht zufolge der Baugesuchsablehnung im Ergebnis zu 

Recht geltend, dass sie mit ihrer Einsprache obsiegt hätten, was eine 

Gutheissung der Einsprache zur Folge haben müsse. Der Rekurs 1 

erweist sich insofern als begründet und Ziff. 4 des angefochtenen Be-

schlusses ist teilweise anzupassen. Ziff. 4, dritter Spiegelstrich, ("In-

folge der Ablehnung des Baugesuchs und der auferlegten Wiederher-

stellung des rechtmässigen Zustands ist die eingegangene Einspra-

che als gegenstandslos abzuschreiben") ist zu ersetzen durch fol-

gende Formulierung: "Infolge der Ablehnung des Baugesuchs und der 

auferlegten Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands wird die 

eingegangene Einsprache im Sinn der Erwägungen gutgeheissen". 

Dass im Übrigen auch die Vorinstanz zumindest im Ergebnis von einer 

Gutheissung der Einsprache ausging, ergibt sich aus den Ausführun-

gen im angefochtenen Beschluss, wonach den "Anträgen der Einspre-

cherschaft […] vollumfänglich entsprochen" werde (vgl. S. 8 zweitletz-

ter Absatz). 

 

1.7 Die Rekurrenten beantragen ferner, es seien "die Mulde und 

auch die Baustellenzäune auf dem östlichen Wohnhausplatz […] so-

fort zu entfernen". Darüber hinaus – jedoch ohne ausdrückliche 

Rechtsbegehren – machen sie in ihrer Rekursbegründung 1 geltend, 

es sei "der Bauherrschaft zu befehlen, die stehengelassene Wand [der 

alten Sattelkammer] […] sofort abzubrechen". Weiter seien während 

des laufenden Baugesuchsverfahren auf Grundstück Nr. 001 ohne Be-

willigung drei Hochbeete erstellt worden, die "sofort zu entfernen" 

seien.  

 

1.7.1 Weiterhin gilt, dass im Rekursverfahren nur Verfahrensgegen-

stand sein kann, was bereits Gegenstand des Bewilligungs- und Ein-

spracheverfahrens war. Zudem ist es allein der Baugesuchsteller, der 

mit seiner Eingabe den Umfang eines Baugesuchs bestimmt (vgl. 

oben, Erw. 1.6.1).  

 

1.7.2 Die beantragte sofortige Entfernung der genannten Gegen-

stände, Bauteile und Anlagen war naturgemäss nicht Gegenstand des 

Baugesuchs zum Umbau des Wohnhauses Vers.-Nr. 003. Vielmehr 

ergibt sich aus den Planunterlagen, dass gewisse bereits bestehende 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 18/38 

 

Elemente in die neue Umgebungsgestaltung einfliessen und auch zu-

künftig bestehen sollen (vgl. insbesondere Plan "1:100, Neue Umge-

bung Parzelle 001 […]" sowie Visualisierung "Neue Umgebung Par-

zelle 001 […]", beide undatiert). Zu erwähnen sind namentlich die 

Mauer der ehemaligen Sattelkammer (östlich des Wohnhauses) sowie 

das Blumenbeet (westlich des Wohnhauses). In dieser Hinsicht han-

delt es sich im Ergebnis um ein nachträgliches Bewilligungsverfahren, 

womit eine sofortige Entfernung – jedenfalls bei Bewilligungsfähigkeit 

und mangels Dringlichkeit – im Baubewilligungsverfahren ausser 

Frage stand und damit auch nicht Gegenstand des angefochtenen Be-

schlusses war. Entsprechend kann die sofortige Entfernung auch nicht 

Verfahrensgegenstand des Rekursverfahrens sein. Die Mulde und die 

Baustellenzäune sind – anders als die Mauer der Sattelkammer und 

das Blumenbeet – demgegenüber nicht Teil des Baugesuchs und wur-

den auch nicht bewilligt. Eine sofortige Entfernung haben die Rekur-

renten aber auch im Einspracheverfahren nicht beantragt, sondern sie 

verlangten die Verweigerung der Baubewilligung für sämtliche nicht 

bewilligungsfähigen Bauten und Anlagen auf Grundstück Nr. 001 so-

wie die Anordnung des Rückbaus und der Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands. Die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands (und nicht die sofortige Entfernung) verlangten sie ausdrück-

lich auch hinsichtlich der bemängelten Abfallmulde und des Baustel-

lenzauns (vgl. Einsprache vom 3. Dezember 2019 [komm. act. 25], 

Rechtsbegehren in Verbindung mit Ziff. III.a). Die Vorinstanz entschied 

vor diesem Hintergrund zu Recht nicht über eine allfällige sofortige 

Entfernung. Somit bewegen sich die Rekurrenten auch diesbezüglich 

ausserhalb des Streitgegenstands. Im dargestellten Rahmen ist nicht 

auf den Rekurs 1 einzutreten.  

 

1.8 Die Rekurrenten beantragen im Rekurs 2 weiter, es sei der Re-

kursgegner im Rahmen der Wiederherstellungsverfügung zu verpflich-

ten, die Hilti-Steine und die Baggerschaufel vom Grundstück Nr. 008 

zu entfernen. Auch diese Anträge befinden sich ausserhalb des Streit-

gegenstands; keiner der beiden angefochtenen Beschlüsse befasst 

sich mit dem Grundstück Nr. 008. Es obliegt – allenfalls auf Anzeige 

der Rekurrenten – der Politischen Gemeinde X.___ und dem AREG, 

sich erstinstanzlich mit der Bewilligungspflicht und der Bewilligungsfä-

higkeit allfälliger neu geschaffener Zustände und Nutzungen auf 

Grundstück Nr. 008 zu befassen. Auf den Rekurs 2 ist insofern nicht 

einzutreten. 

 

1.9 Die Rekurrenten beantragen im Rekurs 2 weiter, es sei der Re-

kursgegner im Rahmen der Wiederherstellungsverfügung zu verpflich-

ten, den Bagger aus der Landwirtschaftszone wegzubringen. Die  

Vorinstanz äusserte sich im Rekursverfahren bezüglich des Baggers 

dahingehend, dass sie mit den Rekurrenten einig gehe; der Bagger sei 

vom jetzigen Standort innert nützlicher Frist zu entfernen und auf ei-

nem legalen Standort abzustellen. Am Augenschein zeigte sich so-

dann, dass auf Grundstück Nr. 002 kein Bagger mehr vorhanden war. 

Der Rekursgegner hat die Aufforderung der Vorinstanz offenbar ak-

zeptiert, womit die Rekurrenten den diesbezüglichen Antrag zwar zu 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 19/38 

 

Recht erhoben haben, dieser jedoch zwischenzeitlich gegenstandslos 

geworden ist. Diesbezüglich ist der Rekurs 2 abzuschreiben. Keine 

entscheidwesentliche Rolle spielt demgegenüber, ob der Bagger an 

anderer Stelle abgestellt wurde und ob damit ein bewilligungspflichti-

ger und/oder widerrechtlicher Zustand geschaffen wurde. Diese Fra-

gen befinden sich ausserhalb des Streitgegenstands und sind nicht im 

vorliegenden Rekursverfahren zu klären.  

 

1.10 Im Übrigen sind die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 

Abs. 1 und Art. 48 VRP erfüllt. Auf die Rekurse ist unter Vorbehalt der 

vorstehenden Ausführungen einzutreten.  

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das PBG in Kraft getreten und das Baugesetz 

vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden 

(Art. 172 Bst. a PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewil-

ligungsentscheid erging am 21. September 2020. Mithin sind vorlie-

gend grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern 

sie gemäss Anhang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Best-

immungen im PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristi-

sche Mitteilungen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. 

Im Übrigen gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende 

Baureglement zur Anwendung.  

 

3.  

Die Rekurrenten machen im Rekurs 1 eine Verletzung der Ausstands-

pflicht durch die Vorinstanz geltend. Daraus leiten sie eine schwerwie-

gende Verletzung der Verfahrensvorschriften ab, die grundsätzlich un-

abhängig vom Inhalt des Entscheids zu dessen Aufhebung führe. 

 

3.1 Art. 7 Abs. 1 VRP bestimmt, dass Behördenmitglieder sowie öf-

fentliche Angestellte und amtlich bestellte Sachverständige von sich 

aus in den Ausstand zu treten haben, wenn sie oder eine ihnen nahe-

stehende Person an der Angelegenheit persönlich beteiligt sind 

(Bst. a), wenn sie Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder Organe ei-

ner an der Angelegenheit beteiligten Person sind oder in der Sache 

Auftrag erteilt haben (Bst. b) oder wenn sie "aus anderen Gründen" 

befangen erscheinen (Bst. c). Es genügt, dass das betroffene Mitglied 

befangen sein könnte oder befangen erscheint. Ein ausschliesslich 

persönliches Empfinden einer Partei reicht dafür jedoch nicht aus. Ver-

nünftige Gründe müssen das Misstrauen in die Unabhängigkeit und 

Unparteilichkeit objektiv rechtfertigen. Im Weiteren ist von Befangen-

heit auszugehen, wenn Personen im Sinn von Art. 7 Abs. 1 VRP bei 

einer Anordnung einer Vorinstanz mitgewirkt haben (Art. 7 Abs. 1 

Bst. bbis VRP). Gemäss Rechtsprechung können jedoch die Grunds-

ätze der richterlichen Unabhängigkeit nicht unbesehen auf nichtrich-

terliche Behörden übertragen werden. Verlangt ist (lediglich) ein be-

stimmtes Mass an Unparteilichkeit, Unbefangenheit und Unvoreinge-

nommenheit der Entscheidbehörde. Denn Verwaltungsbehörden sind 

nicht nur zur neutralen Rechtsanwendung berufen, sie haben auch öf-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 20/38 

 

fentliche Aufgaben zu erfüllen. Von daher können sie nicht im eigent-

lichen Sinn als unparteilich bezeichnet werden. Im verwaltungsinter-

nen Verfahren bejaht das Bundesgericht eine diesbezügliche Aus-

standspflicht in der Regel nur dann, wenn das betreffende Behörden-

mitglied oder der Beamte ein persönliches Interesse an dem zu be-

handelnden Geschäft hat. In jedem Fall ist eine Beurteilung aller kon-

kreten Umstände nötig. Massgebend sind sowohl die behördliche Or-

ganisation als auch die Funktionen, welche die Betreffenden wahrzu-

nehmen haben, sowie ihre Stellung im konkreten Verfahren. Eine Aus-

standspflicht kann insbesondere dann bestehen, wenn die Person 

selbst Partei des Verfahrens ist oder ein persönliches Interesse am 

Verfahrensgegenstand hat und insoweit in "eigener Sache" entschei-

det. Bei Wahrung öffentlicher Interessen besteht grundsätzlich keine 

Ausstandspflicht (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2020/120 vom 29. April 

2021 Erw. 2.5.1; VerwGE B 2016/127 vom 23. Mai 2018 Erw. 2.3.1; je 

mit Hinweisen).  

 

3.2 Die Rekurrenten machen geltend, "der Gemeinderat" habe die 

zur Diskussion stehenden Gesuche nicht mehr unvoreingenommen 

beurteilen können und "der Gemeinderat" sei befangen gewesen bzw. 

zumindest bestehe der Anschein der Befangenheit. Ihres Erachtens 

hätte deshalb der ganze Gemeinderat in den Ausstand treten müssen. 

Damit lassen die Rekurrenten ausser Acht, dass sich ein Ausstands-

begehren immer gegen eine (oder mehrere) bestimmte natürliche Per-

son(en) zu richten hat (VerwGE B 2016/127 vom 23. Mai 2018 

Erw. 2.3.1; BDE Nr. 22/2021 vom 5. März 2021 Erw. 3.2 mit Hinwei-

sen). Der Grund dafür liegt darin, dass die Befangenheit einen inneren 

Gemütszustand betrifft, weshalb nur natürliche Personen, nicht aber 

eine Gesamtbehörde befangen sein können (BDE Nr. 49/2021 vom 

12. Juli 2021 Erw. 3.3.2; BDE Nr. 22/2021 vom 5. März 2021 Erw. 3.2; 

BDE Nr. 48/2019 vom 6. August 2019 Erw. 2.2; je mit Hinweisen). So-

weit die Rekurrenten eine Befangenheit der Vorinstanz als Gesamtbe-

hörde geltend machen, ist ihnen zum Vornherein nicht zu folgen. 

 

3.3 Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern einzelne Mitglieder der 

Vorinstanz ein persönliches Interesse an den beiden angefochtenen 

Entscheiden haben könnten. Solche machen auch die Rekurrenten 

nicht geltend. Vielmehr sind sie der Auffassung, weil dem 

Bestattungsunternehmen des Rekursgegners im Januar 2019 durch 

die Politische Gemeinde X.___ ein Bestattungsauftrag erteilt worden 

sei, verfolge die Vorinstanz auf dem Grundstück des Rekursgegners 

mittlerweile eigene Interessen, weil sie daran interessiert sei, dass das 

Bestattungsunternehmen weiterbetrieben werden könne. Diese 

Einwände begründen keinen Anschein der Befangenheit der 

Vorinstanz, namentlich auch angesichts der Tatsache, dass dem 

Rekursgegner bzw. seinem Bestattungsunternehmen keine 

gewerbliche Nutzung irgendwelcher Räumlichkeiten bewilligt wurde. 

Vielmehr ordnete die Vorinstanz – in Übereinstimmung mit dem 

AREG – betreffend die Halle Vers.-Nr. 004 die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands an (vgl. dazu auch unten) und bewilligte 

einen Umbau des Wohnhauses Vers.-Nr. 003 mit auch zukünftig 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 21/38 

 

privater Wohnnutzung. Inwiefern die Vorinstanz damit die Verfolgung 

eigener Interessen belegt haben könnte, ist nicht ersichtlich. Daran 

würde die beantragte Edition der Ausschreibungsunterlagen und der 

eingegangenen Bewerbungen für den Bestattungsauftrag nichts 

ändern; darauf ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten und 

der Rekurs 1 erweist sich insofern als unbegründet.  

 

4.  

Die Rekurrenten gehen zusammengefasst von der Unrechtmässigkeit 

der von der Vorinstanz mit Zustimmung des AREG gestützt auf 

Art. 24c RPG erteilten Baubewilligung für den Umbau des 

Wohnhauses Vers.-Nr. 003 aus. 

 

4.1 Gemäss Art. 24c RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare 

Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonen-

konform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Abs. 1). Sol-

che Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zuständigen Be-

hörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederauf-

gebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden 

sind (Abs. 2). 

 

4.2 Die Rekurrenten machen zunächst geltend, im Wohnhaus 

Vers.-Nr. 003 sei die Wohnnutzung im zweiten Obergeschoss im Jahr 

2017 definitiv aufgegeben worden. Namentlich sei der Zwischenboden 

zwischen dem ehemaligen Estrich und dem zweiten Obergeschoss 

herausgebrochen worden. Das zweite Obergeschoss sei aktuell nicht 

bewohnbar und nicht mehr bestimmungsgemäss nutzbar, sondern be-

stehe nur noch aus der Holzkonstruktion. 

 

4.2.1 Bestimmungsgemäss nutzbar im Sinn von Art. 24c Abs. 1 RPG 

ist eine Baute dann, wenn der Eigentümer durch einen angemessenen 

Unterhalt das fortbestehende Interesse an der Weiternutzung doku-

mentiert hat. Dies äussert sich darin, dass sie gemessen an ihrer 

Zweckbestimmung betriebstüchtig ist und die tragenden Konstruktio-

nen mehrheitlich intakt sind (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtes 

1C_204/2019 vom 8. April 2020 Erw. 2.2; VerwGE B 2017/189 vom 

28. Februar 2019 Erw. 5.7.1; VerwGE B 2016/127 vom 23. Mai 2018 

Erw. 5.4; je mit Hinweisen). 

 

4.2.2 Das Wohnhaus Vers.-Nr. 003 wird derzeit vom Rekursgegner 

und seiner Ehefrau bewohnt und am Augenschein zeigten sich keiner-

lei Anhaltspunkte, dass das Wohnhaus (als Ganzes) unbewohnbar 

bzw. nicht betriebstüchtig sein könnte. Auch sprechen keine Um-

stände dafür, dass die tragenden Konstruktionen des Wohnhauses 

nicht intakt sein könnten; insbesondere waren anlässlich des Augen-

scheins im oder am Wohnhaus keine provisorischen Stützkonstruktio-

nen oder dergleichen feststellbar. Gegenteiliges machen auch die Re-

kurrenten nicht geltend. Zutreffend ist hingegen, dass aktuell das 

zweite Obergeschoss und der (ehemals vorhandene) Estrich nicht 

nutzbar sind, weil hier Zwischenwände, Installationen und auch die 

Zwischendecke zum Estrich bereits entfernt wurden. Daraus lässt sich 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 22/38 

 

jedoch nicht ableiten, dass das Wohnhaus als Ganzes oder auch nur 

das zweite Obergeschoss samt Estrich nicht mehr bestimmungsge-

mäss nutzbar sein könnten. Denn diese Teile des Wohnhauses waren 

bis in das Jahr 2017 bewohnt und bewohnbar, wovon auch die Rekur-

renten ausgehen (vgl. insbesondere Ausführungen am Augenschein; 

relativierend dann Eingabe vom 30. April 2021). Damit ist bis in das 

Jahr 2017 die Betriebstüchtigkeit auch des zweiten Obergeschosses 

samt Estrich ohne Weiteres erstellt. Daran ändern auch die rekurren-

tischen Ausführungen betreffend Eindringen von Wasser in das Haus 

und angeblich mangelndem Unterhalt nichts, umso weniger, als sie 

nicht die tragenden Konstruktionen betreffen. Dass eine Nutzung des 

zweiten Obergeschosses seit 2017 nicht mehr möglich ist, liegt so-

dann offenkundig nicht an Mängeln der tragenden Konstruktionen, 

sondern daran, dass der Rekursgegner durch das hängige Baubewil-

ligungs- bzw. Rekursverfahren derzeit blockiert ist. Unumstritten ist 

schliesslich, dass der Rekursgegner bereits (nicht die tragenden Kon-

struktionen betreffende) Abbruch-/Rückbauarbeiten im zweiten Ober-

geschoss ausgeführt und in der Folge ein Baugesuch eingereicht hat. 

Dies spricht zumindest vorliegend und zusammen mit der ununterbro-

chenen Wohnnutzung von Erdgeschoss und erstem Obergeschoss 

klar dafür, dass ein fortbestehendes Interesse an der Weiternutzung 

des gesamten Wohnhauses besteht. 

 

4.2.3 Insgesamt ist somit erstellt, dass es sich beim Wohnhaus Vers.-

Nr. 003 einschliesslich des zweiten Obergeschosses und des Estrichs 

um eine bestimmungsgemäss nutzbare Baute im Sinn von Art. 24c 

Abs. 1 RPG handelt. Der Rekurs 1 erweist sich diesbezüglich als un-

begründet. 

 

4.3 Im Zusammenhang mit Art. 24c RPG machen die Rekurrenten 

sodann geltend, im Wohnhaus Vers.-Nr. 003 werde auch ein Gewerbe 

betrieben. Insbesondere diene der als Büro eingerichtete Raum dem 

Bestattungsunternehmen. Es handle sich um eine gewerbliche 

Nutzung, welche nie bewilligt worden sei. Weiter diene das mit einem 

Tisch und einem Klavier und diversen Graburnen ausgestattete 

Zimmer (mit direktem Zugang von aussen) offensichtlich gewerblichen 

Zwecken. In diesem Zimmer würden Trauergespräche durchgeführt, 

wie es auf der Internetseite des Bestattungsunternehmens angeboten 

werde. Darauf deuteten auch die Bestuhlung und die Einrichtung des 

Zimmers. Gemäss Werbeautritt der F.___ GmbH werde das 

persönliche Trauergespräch "bei uns" angeboten, womit nur der 

Firmensitz gemeint sein könne. Unmittelbar neben der Zugangstüre 

zum Besprechungszimmer sei zudem eine Firmentafel angebracht. 

Die Eigentümer würden im Wohnhaus Vers.-Nr. 003 ihre 

Bestattungsfirma betreiben und dort Kunden für Trauergespräche 

empfangen. Ergänzend machen die Rekurrenten geltend, der 

usprüngliche Keller sei ohne Bewilligung in ein Elternschlafzimmer 

umgewandelt worden. In rechtlicher Hinsicht gehen die Rekurrenten 

davon aus, es sei der rechtmässige Zustand nicht nachgewiesen, wes-

halb die Erteilung einer Baubewilligung zum Vornherein ausgeschlos-

sen sei.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 23/38 

 

 

4.3.1 Den Gegenstand einer Baubewilligung bestimmt der Bauherr 

mit seinem Baugesuch. Die von den Rekurrenten thematisierten 

Räume befinden sich im Erdgeschoss des Wohnhauses. Dort ist ge-

mäss Baugesuchsplänen eine Nutzung als "Büro" (heute gemäss Re-

kurrenten Raum für Trauergespräche), als "Keller" (heute angeblich 

Elternschlafzimmer) und nochmals als "Büro" (heute angeblich Büro 

auch für Bestattungsunternehmen) ausgewiesen. Im Rahmen des 

Baugesuchs vom 31. Oktober 2018 wurde als geplante Nutzung "zo-

nenfremd Wohnen" angegeben (vgl. Formular K4 in komm.act. 41). 

Somit ersuchte der Rekursgegner mit seinem Baugesuch nicht um Be-

willigung einer gewerblichen Nutzung der Räume im Erdgeschoss. 

Auch ist gemäss Baugesuch keine Nutzung des Kellers als Schlafzim-

mer geplant. Entsprechend wurden auch keine solchen Nutzungen be-

willigt. Die Nutzung der fraglichen Räume im Erdgeschoss gemäss 

Baugesuch (zwei Büros; ein Keller) entspricht im Übrigen auch der 

letzten bewilligten Nutzung, welche sich primär aus der Teilverfügung 

des AREG vom 4. Dezember 2006 in Verbindung mit dem Plan "Erd-

geschoss" vom 16. November 2006 ergibt. Bereits damals wurden fol-

gende (damals teilweise neuen) Nutzungen deklariert (vgl. Hinweise 

"N" [neu]): 

 

[…] 

Übersicht Erdgeschoss 

(Quelle: Plan "Erdgeschoss" 1:50 vom 16.11.2006 

gemäss AREG-act. 42) 

 

Hinsichtlich der Nutzung der Räume im Erdgeschoss beantragt der 

Rekursgegner mit seinem Baugesuch somit nichts, was nicht bereits 

vor Jahren bewilligt worden war.  

 

4.3.2 Soweit die Rekurrenten davon ausgehen, die Erteilung einer 

Baubewilligung sei ausgeschlossen, weil der rechtmässige Zustand 

mit Blick auf die aktuelle (angeblich gewerbliche) Nutzung nicht nach-

gewiesen sei, ist ihnen nicht zu folgen. Im Zusammenhang mit den 

Voraussetzungen gemäss Art. 24c Abs. 2 RPG ("sofern sie rechtmäs-

sig erstellt oder geändert worden sind") gilt, dass Anknüpfungspunkt 

für die Frage des rechtmässigen oder unrechtmässigen Bestands 

nicht eine allfällig heute vorhandene Rechtswidrigkeit ist. Vielmehr 

knüpfen die Regelungen über die Bestandes- und Erweiterungsgaran-

tie in Art. 24c RPG an die ursprünglich gegebene, materielle und for-

melle Rechtmässigkeit der Baute an (VerwGE B 2014/182 vom 

27. April/25. Mai 2016 Erw. 3.6.2; VerwGE B 2015/99 vom 20. Januar 

2017 Erw. 2.6.2). Dass es sich beim Wohnhaus Vers.-Nr. 003 um ein 

rechtmässig erstelltes, altrechtliches, nicht mehr zonenkonformes 

Bauwerk handelt (so AREG-Teilverfügung vom 20. August 2020, Dis-

positiv-Ziffer 1) blieb im Rekursverfahren unbestritten und davon ist 

auszugehen.  

 

4.3.3 Ergänzend ist gleichwohl auf die aktuelle Nutzung im Erdge-

schoss des Wohnhauses einzugehen.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 24/38 

 

 

4.3.3.1 Grundsätzlich ist seitens des Rekursgegners zugestan-

den, dass im Büroraum des Wohnhauses Vers.-Nr. 003 eine Nutzung 

stattfindet, die auch seinem Bestattungsunternehmen (F.___ GmbH) 

dient (Rechnungsversand; Telefonate). Ausserdem lassen sich dem 

Internetauftritt des rekursgegnerischen Bestattungsunternehmens die 

angebotenen Dienstleistungen entnehmen (vgl. www.[…], zuletzt be-

sucht am 30. August 2021). Dazu gehören auch "persönliche Trauer-

gespräche" (unter anderem "bei uns" bzw. im Rahmen von "telefoni-

scher Beratung rund um die Uhr"), ferner eine Begleitung von Trau-

ernden "von der Vorbereitung über die Durchführung bis zu den not-

wendigen Massnahmen nach der Trauerfeier". Hinzu kommen "Druck-

sachen" wie Leidzirkulare und Danksagungen samt "Aufgabe der To-

desanzeige in der Zeitung", ausserdem "Blumenschmuck", "diverse 

Pietätsartikel" und die Herstellung von "Fotokeramik und Gedenkstei-

nen mit persönlicher Gravur". Dass alle diese Tätigkeiten bzw. Dienst-

leistungen an einem anderen Ort als im Wohnhaus Vers.-Nr. 003 aus-

geübt werden könnten, ist nicht anzunehmen. Vielmehr liegt nahe, 

dass aktuell ein Teil der Räume im Erdgeschoss des Wohnhauses 

mindestens teilweise dem Bestattungsunternehmen dienen und inso-

fern eine gewerbliche Nutzung stattfindet. Dafür spricht auch, dass das 

unter anderem mit einem Tisch und einem Klavier und diversen Grab-

urnen ausgestattete Zimmer über einen direkten Zugang von aussen 

verfügt und aussen eine Firmentafel des Bestattungsunternehmens 

angebracht ist, worauf die Rekurrenten zu Recht hinweisen.  

 

4.3.3.2 Damit liegt eine (auch) gewerbliche Nutzung des Wohn-

hauses Vers.-Nr. 003 vor, welche weder mit der angefochtenen Bau-

bewilligung noch vorher jemals bewilligt wurde; spätestens seit 2006 

bzw. seit der damaligen Baubewilligung der Vorinstanz vom 8. Januar 

2007 war für das gesamte Erdgeschoss des Wohnhauses nur noch 

eine private Wohnnutzung, nicht jedoch irgendeine gewerbliche Nut-

zung bewilligt. Dies ergibt sich namentlich aus der Teilverfügung des 

AREG vom 4. Dezember 2006. Darin legte das AREG mit Verweis auf 

die damaligen Planunterlagen in tabellarischer Form dar, dass per 

1. Januar 1980 im Erdgeschoss ein "Büro (25 m2) und [ein] Eierladen 

(19 m2)" vorhanden waren. Sodann bezieht sich das AREG auf eine 

"Erweiterung innerhalb im Jahr 1989", in deren Rahmen im Erdge-

schoss das "Büro der Hühnerfarm (25 m2) und [der] Eierladen (19 m2) 

in private Büro" umgenutzt wurden. Entsprechend hält das AREG zu-

sammenfassend fest, dass die bereits durchgeführten Erweiterungen 

"der Wohnnutzung in die ursprünglich als Wohnnebenflächen bzw. als 

gewerblich genutzten Räume den zulässigen Rahmen" einhielten. 

Übereinstimmend damit führt das AREG an anderer Stelle aus, es sei 

der ehemalige Eierladen der Hühnerfarm zu "einem privaten Büro um-

genutzt" worden (vgl. S. 3 Ziff. 2.c). Bewilligt war seither also eine 

reine Wohnnutzung des Erdgeschosses. 

 

4.3.3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung unterste-

hen grundsätzlich auch reine Umnutzungen ohne bauliche Massnah-

men der Baubewilligungspflicht. Eine solche Umnutzung ist nur dann 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 25/38 

 

nicht bewilligungspflichtig, wenn erstens auch der neue Verwendungs-

zweck der in der fraglichen Zone zulässigen Nutzung entspricht und 

zweitens sich die Änderung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Um-

welt und Planung als ausgesprochen geringfügig erweist. Dagegen ist 

auch eine zonenkonforme Nutzungsänderung bewilligungspflichtig, 

wenn die mit der neuen Nutzung verbundenen Auswirkungen intensi-

ver sind als die bisherigen, was bei einer deutlichen Zunahme der Im-

missionen der Fall ist (Urteil des Bundesgerichtes 1C_558/2018 vom 

9. Juli 2019 Erw. 2.4; Urteil des Bundesgerichtes 1C_395/2015 vom 

7. Dezember 2015 Erw. 3.1.1; so auch Urteil des Verwaltungsgerich-

tes Kanton Glarus VG.2020.00077 vom 3. Dezember 2020 Erw. 4.1; 

je mit Hinweisen; vgl. ferner BDE Nr. 54/2021 vom 2. August 2021 

Erw. 2.1 sowie M. MÖHR, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar 

zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen, Basel 2020, 

Art. 136 N 6). Inwiefern die aktuelle gewerbliche Nutzung von Räumen 

im Wohnhaus Vers.-Nr. 003 für ein Bestattungsunternehmen diese 

Voraussetzungen erfüllen könnte, ist nicht ersichtlich. Denn diese – im 

Vergleich zur bewilligten Wohnnutzung neue – Nutzungsart ist in der 

Landwirtschaftszone nicht zonenkonform, womit schon die erste  

Voraussetzung für die Annahme einer baubewilligungsfreien Nut-

zungsänderung nicht erfüllt ist. Für die heute stattfindende gewerbli-

che Nutzung wäre ein Baugesuch einzureichen (gewesen). Ob dar-

über hinaus auch allfällige Auswirkungen auf die Umwelt zur Bewilli-

gungspflicht der Umnutzung führen, kann somit offenbleiben. 

 

4.3.3.4 Sollte der Rekursgegner somit – entgegen seiner eigenen 

Angaben im Baugesuch – auch zukünftig eine gewerbliche Nutzung 

von Räumen im Wohnhaus Vers.-Nr. 003 aufrechterhalten wollen, 

hätte er dafür ein separates Baugesuch einzureichen. Ob ein solches 

Gesuch bewilligungsfähig sein könnte, wäre erstinstanzlich von der 

Vorinstanz bzw. vom AREG zu prüfen. Zu erwähnen ist gleichwohl, 

dass vorliegend schon vor Jahren ein "Verbot der baulichen Nutzungs-

erweiterung nach RPV" angeordnet wurde und dass ein solches Nut-

zungsverbot auch blosse Zweckänderungen umfasst (vgl. BDE 

Nr. 63/2021 vom 30. September 2021 Erw. 5.6.5).  

 

4.3.3.5 Schliesslich beantragen die Rekurrenten im Zusammen-

hang mit der aktuellen gewerblichen Nutzung von Räumen im Erdge-

schoss, es sei insbesondere auch für das Wohnhaus Vers.-Nr. 003 ein 

gewerbliches Nutzungsverbot per sofort zu verfügen und es sei die 

gewerbliche Nutzung während der Dauer des Rekursverfahrens bis 

zur Rechtskraft des Rekursentscheides zu verbieten. Dieser rekurren-

tische Antrag auf Erlass eines Benützungsverbots ("während der 

Dauer des Rekursverfahrens") wird mit Erlass des vorliegenden Ent-

scheids jedoch gegenstandslos (vgl. VerwGE B 2020/177 und 

B 2020/178 vom 25. März 2021 Erw. 6.2 mit Hinweisen) und ist abzu-

schreiben. Ausserdem ist zu beachten, dass ein auf Art. 58 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 18 VRP gestütztes vorsorgliches Nutzungsverbot 

aufgrund der jüngst vorgenommenen Praxisänderung des Verwal-

tungsgerichtes – und entgegen der Ansicht des Bau- und Umweltde-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 26/38 

 

partementes – mit Ablauf der Rechtsmittelfrist gegen den Endent-

scheid endet (vgl. VerwGE B 2020/226 vom 29. Juni 2021 Bst. B; 

VerwGE B 2020/219 vom 29. März 2021 Erw. 3 und 4). Ein im jetzigen 

Zeitpunkt von der Rekursinstanz angeordnetes Nutzungsverbot wäre 

somit während einer derart kurzen Dauer wirksam, dass sich dessen 

Anordnung als unsinnig, unverhältnismässig und kaum vollziehbar er-

wiese. Der Antrag der Rekurrentin ist somit insofern abzuweisen, als 

ein Nutzungsverbot "bis zur Rechtskraft des Rekursentscheides" ver-

langt wird. 

 

4.4 Bezüglich der angefochtenen Baubewilligung für den Umbau 

des Wohnhauses Vers.-Nr. 003 beziehen sich die Rekurrenten so-

dann auf die Umgebungsgestaltung, welche sie in ihrer Einsprache im 

Detail gerügt hätten. Sie hätten darauf aufmerksam gemacht, dass die 

Bauherrschaft die gesamte Umgebung unrechtmässig nutze. Insbe-

sondere sei gegen das Cheminée und den Parkplatz und auch gegen 

die Umfriedung opponiert worden. An diesen Einwendungen halten die 

Rekurrenten fest und sie legen dar, dass bzw. weshalb ihres Erach-

tens einzelne, heute bereits bestehende Elemente der Umgebungsge-

staltung ohne Bewilligung erstellt worden seien (vgl. insbesondere 

Ausführungen zum Diagonalgeflechtzaun, zum Cheminée und zum 

Parkplatz in Ziff. III.B.4 der Rekursbegründung 1).  

 

4.4.1 Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb 

der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, werden wie bereits 

erwähnt in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt (Art. 24c Abs. 1 

RPG). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zustän-

digen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder 

wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert 

worden sind (Art. 24c Abs. 2 RPG). Eine Änderung gilt als teilweise 

und eine Erweiterung als massvoll, wenn die Identität der Baute ein-

schliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt 

bleibt. Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig (Art. 42 

Abs. 1 RPV). Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der 

Identität ist der Zustand, in dem sich die Baute im Zeitpunkt der Zu-

weisung zum Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV).  

 

4.4.2 Das AREG befasste sich bereits in der raumplanungsrechtlichen 

Teilverfügung vom 25. März 2020 mit der Umgebungs- bzw. Garten-

gestaltung. Konkret hielt das AREG fest, ein Luftbild um den Referenz-

zeitpunkt (1. Juli 1972) zeige einen bewachsenen Vorgarten auf der 

Westseite des Wohnhauses. Südwestlich des Wohngebäudes, im Be-

reich des eingekiesten Autoabstellplatzes, sei ein grosser Baum ge-

standen. Ein abgetrennter Kiesbereich habe nördlich der Grasfläche 

bestanden. Im Vergleich zur damals geplanten (bzw. bereits umge-

setzten) Umgebungsgestaltung kam das AREG im Rahmen einer Ge-

samtbetrachtung zum Schluss, dass die geplanten baulichen Mass-

nahmen am Wohngebäude und die in der Umgebung vorgenomme-

nen Änderungen den durch die Identität und die zulässigen Verände-

rungen am äusseren Erscheinungsbild abgesteckten Rahmen über-

schritten. Dem eingereichten Bauvorhaben fehlte es am Erfordernis 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 27/38 

 

der Wesensgleichheit, weshalb das AREG die Zustimmung zur Bau-

bewilligung verweigerte. In der Folge reichte der Rekursgegner neue 

Unterlagen zur Umgebungsgestaltung ein (vgl. Plan "1:100, Neue Um-

gebung Parzelle 001 […]" sowie Visualisierung "Neue Umgebung Par-

zelle 001 […]", beide undatiert, Eingang bei der Gemeinde am 28. Mai 

2020; vgl. komm. act. 14 f.). Mit diesen ergänzenden Planunterlagen 

bzw. der darin enthaltenen Umgebungsgestaltung setzt sich das 

AREG in der Teilverfügung vom 20. August 2020 auseinander. Da-

nach wolle der Rekursgegner die bestehende Umgebung auf der Süd- 

und Westseite weitreichend begrünen und die Holzpalisaden und den 

Maschendrahtzaun zur Nachbarliegenschaft und entlang der 

L.___strasse erhalten. Der Wohnhausvorplatz werde neu mit Ver-

bundsteinen statt mit einer durchgehenden Betonplatte befestigt. Das 

Blumenbeet und das Cheminée blieben bestehen. Der bestehende 

Autoabstellplatz bleibe ebenfalls erhalten und solle duch einen ge-

schwungenen Verbundsteinweg mit dem Wohnhaus verbunden wer-

den. Im Westbereich der Liegenschaft bleibe anstelle des ehemaligen 

Holzbohlenbodens der zurückgebauten Sattelkammer eine Kiesfläche 

bestehen. Im südlichen und östlichen Bereich blieben zwei Betonplat-

ten bestehen. Vom ehemaligen Anbau bestehe des Weiteren eine 

rund 2 m hohe Mauer hin zur Nachbarliegenschaft. Angesichts dieser 

Umstände schlussfolgert das AREG, die nun geplante Umgebungsge-

staltung trage dem Grundsatz der Identität bzw. Wesensgleichheit 

Rechnung. Der Rekursgegner plane – im Vergleich zum Referenzzeit-

punkt 1. Juli 1972 – eine weitaus grosszügigere Begrünung seines 

Wohnhausvorplatzes und baue einen Teil des Maschendrahtzauns zu-

rück. Das Kriterium der Identität der unmittelbaren Umgebung der 

Wohnbaute sei eingehalten und eine Zustimmung für die Neugestal-

tung der Umgebung könne erteilt werden.  

 

4.4.3 Inwiefern diese Darlegungen unzutreffend sein könnten, ist we-

der ersichtlich noch dargetan. Sie werden insbesondere gestützt durch 

die Planunterlagen zur Umgebungsgestaltung (komm. act. 14 f.). Zu 

Recht bezieht sich das AREG sodann auf den Referenzzeitpunkt am 

1. Juli 1972. Ebenfalls zu Recht verweist es auf die (mit)prägende Wir-

kung der Umgebung bei der Prüfung der Identität sowie auf eine Ge-

samtbetrachtung. Denn auch nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung ist darauf abzustellen, ob die Änderung bei einer Gesamtbe-

trachtung untergeordneter Natur ist; die Wesensgleichheit der Baute 

oder Anlage muss hinsichtlich Umfang, äusserer Erscheinung sowie 

Zweckbestimmung gewahrt werden und es dürfen keine wesentlichen 

neuen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und 

Umwelt geschaffen werden. Gefordert ist nicht völlige Gleichheit von 

Alt und Neu; die Identität bezieht sich vielmehr auf die "wesentlichen 

Züge", also die aus raumplanerischer Sicht wichtigen Merkmale des 

Objekts (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtes 1C_154/2020 vom 

13. Juli 2021 Erw. 6.1; ähnlich VerwGE B 2019/62 vom 26. September 

2019 Erw. 4.1.3; je mit Hinweisen). Insgesamt geht das AREG hin-

sichtlich der Umgebungsgestaltung zu Recht von der Wahrung der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 28/38 

 

Identität aus, umso mehr, als es sich zufolge der zusätzlichen Begrü-

nung um eine Verbesserung der Einpassung in die Landschaft han-

delt, was der Zielsetzung von Art. 24c Abs. 4 RPG entspricht.  

 

4.4.4 Soweit sich die Rekurrenten darauf berufen, gewisse Elemente 

der Umgebungsgestaltung (Diagonalgeflechtzaun; Cheminée; Park-

platz) hätten im Jahr 1972 noch nicht bestanden, zielen ihre Einwände 

an der Sache vorbei. Relevant ist wie dargelegt ein Vergleich zur Situ-

ation vor 1. Juli 1972 und die Prüfung, ob die Identität im Vergleich 

zum damaligen Zustand noch gewahrt ist, was vorliegend der Fall ist. 

Nicht entscheidwesentlich ist demgegenüber, ob zwischenzeitlich ein-

zelne Elemente der Umgebungsgestaltung erstellt wurden. 

 

4.4.5 Insgesamt ist somit die Beurteilung des AREG betreffend Um-

gebungsgestaltung nicht zu beanstanden. Auch unter Berücksichti-

gung der geplanten Änderungen am Wohnhaus selber erweist sich 

das Bauvorhaben als identitätswahrend. Weder Grundriss noch Form 

des Wohnhauses werden wesentlich geändert, sondern primär wird 

das Wohnhaus mit einer zusätzlichen Isolation versehen (vgl. zur Zu-

lässigkeit von Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild im Zu-

sammenhang mit energetischen Sanierungen auch Art. 24c Abs. 4 

RPG). Auch sonst sind nur untergeordnete Änderungen am äusseren 

Erscheinungsbild des Wohnhauses erkennbar (vgl. insbesondere 

Photovoltaikanlage und Glasdach). Unverändert bleibt sodann die 

Zweckbestimmung des Wohnhauses und es ist angesichts der fortbe-

stehenden Wohnnutzung auch nicht mit wesentlichen neuen Auswir-

kungen auf die Nutzungsordnung, Erschliessung und Umwelt zu rech-

nen. Soweit schliesslich neu ein Balkon erstellt werden soll, ist zu be-

achten, dass damit eine Reduktion des Gebäudevolumens einhergeht. 

Derartige Reduktionen sind jedenfalls im Zusammenhang mit Art. 24c 

Abs. 4 RPG ausdrücklich erwünscht und der Balkon führt vorliegend 

angesichts seiner Ausmasse und Gestaltung nicht dazu, dass von der 

Nichtwahrung der Identität gesprochen werden müsste (vgl. zum Gan-

zen VerwGE B 2020/176 vom 1. Juli 2021, insbesondere Erw. 5.3 und 

Erw. 6 mit Hinweisen namentlich auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung). Unter Würdigung aller raumrelevanten Gesichtspunkte in 

ihrem Zusammenwirken ist vorliegend erstellt, dass die Identität ge-

wahrt ist und entsprechend die Baubewilligung zu Recht erteilt wurde. 

Der Rekurs 1 erweist sich diesbezüglich als unbegründet.  

 

5.  

Mit Rekurs 2 beantragen die Rekurrenten, es sei der Rekursgegner im 

Rahmen der Wiederherstellungsverfügung zu verpflichten, den Innen-

bereich der Halle Vers.-Nr.  004 gemäss den nach Durchführung des 

Augenscheins festgestellten Verstössen komplett wiederherzustellen 

und die darin gelagerten Baumaterialien und Baugeräte zu entfernen. 

Im Einzelnen machen sie geltend, die Lagerhalle weise zwei abge-

trennte Räume auf, die als Lager und Werkstatt genutzt würden. Zu-

dem seien diverse Holzbohlenwände zur Lagerung von Bau- und Gar-

tenmaterialien installiert. Die unbewilligten Änderungen seien nach Er-

teilung der Umnutzungsbewilligung zur Hobbytierhaltung im Jahr 2007 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 29/38 

 

und nach der Verfügung des Verbots der baulichen Nutzungserweite-

rung erfolgt. Das Lager, die Werkstatt und die Holzbohlenwände seien 

nicht bewilligt. Entsprechend seien sie rückzubauen. Die in der Halle 

gelagerten Bau- und Gartenmaterialien sprengten zudem den Rah-

men einer privaten Nutzung. Bewilligt sei eine Hobbytierhaltung (mit 

Bezug zur Landwirtschaft). Eine Umnutzung und ein Umbau in eine 

Werkstatt und einen Lagerraum für Baugeräte und Baumaterial im vor-

handenen Umfang (ohne Bezug zur Landwirtschaft) sei rechtswidrig. 

 

5.1 Wird durch die Errichtung von Bauten und Anlagen ohne Bewil-

ligung oder auf andere Weise ein unrechtmässiger Zustand geschaf-

fen, wird die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verfügt 

(Art. 159 Abs. 1 Bst. d PBG). Die für den unrechtmässigen Zustand 

verantwortlichen Personen wirken im Wiederherstellungsverfahren 

mit. Wird innert angesetzter Frist kein Vorschlag für die Wiederherstel-

lung vorgelegt, legt die politische Gemeinde die Wiederherstellungs-

massnahme im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens fest 

(Art. 159 Abs. 2 PBG).  

 

5.2 Mit Ziff. 4 ihres Beschlusses vom 21. September 2020 verwei-

gerte die Vorinstanz die Erteilung der Baubewilligung für die Umnut-

zung der Halle Vers.-Nr. 004 auf Grundstück Nr. 002. Damit verband 

sie "zusätzliche Auflagen", wonach "bereits erstellte Bauten und Anla-

gen […] zurückzubauen" seien "bzw. der legale, ursprüngliche Zu-

stand […] wiederherzustellen" sei. "Namentlich sind die Anlagen (La-

ger, Abstellflächen etc.) dem ursprünglichen Zustand (Grünfläche) zu-

zuführen". Ausserdem "ist, ohne die entsprechende Bewilligung des 

AREG sowie der Gemeinde, auf dem ganzen Grundstück keine inten-

sive Nutzung, wie z.B. für ein Baugeschäft oder für ein intensiv genutz-

tes Lager, erlaubt". Mit diesen Anordnungen hat die Vorinstanz die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bezweckt und den ih-

res Erachtens zulässigen Umfang der zukünftigen Nutzung des 

Grundstücks samt Halle definiert ("keine intensive Nutzung", u.a. für 

ein "intensiv genutztes Lager"). Der Rekursgegner als Adressat der 

Wiederherstellungsanordnung hat den Entscheid der Vorinstanz ak-

zeptiert. Somit ist vorliegend hinsichtlich des Innenbereichs der Halle 

Vers.-Nr. 004 nur zu prüfen, ob der rechtmässige Zustand auch dort 

wiederherzustellen ist und – gegebenenfalls – bereits wiederherge-

stellt wurde. 

 

5.2.1 Ausgangspunkt bildet der zuletzt bewilligte Zustand auf Grund-

stück Nr. 002 bzw. die zuletzt bewilligte Nutzung der Halle Vers.-

Nr. 004. Diese gestaltet sich wie folgt: 

 
[…] 

Übersicht bewilligte Nutzung Halle Vers.-Nr. 004 
(Quelle: Plan "Grundriss" 1:50 vom 16.11.2006 

gemäss AREG-act. 38) 

 

Im Innern der Halle sind somit eine Kleintierbox, ein Futterraum, eine 

zweite Kleintierboxe für die Offenstallhaltung sowie ein Lager bewilligt. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 30/38 

 

Die letzte bewilligte Nutzung der Halle Vers.-Nr. 004 beschränkte sich 

auf eine Nutzung für die Hobbytierhaltung, was im Übrigen auch das 

AREG in seiner raumplanungsrechtlichen Teilverfügung vom 27. No-

vember 2006 festhielt. In baulicher Hinsicht war die Halle unterteilt in 

den Bereich der ehemaligen Hühnerkäfigbatterien sowie in den sepa-

raten, zweigeteilten ehemaligen Kükenaufzuchtraum im nordwestli-

chen Bereich der Halle. Hinzu kommt ein Bereich mit der "Kleintier-

boxe für Offenstallhaltung" im Nordosten der Halle. 

 

5.2.2 Im Rahmen seines Baugesuchs vom 27. April 2019 gab der Re-

kursgegner an, er (bzw. die F.___ GmbH) werde das Abteil mit der 

Kleintierboxe und den Futterraum neu für Geräte für Hof und Garten 

nutzen. Der restliche Raum mit Kleintierboxe und Offenstallhaltung 

und Lager werde neu als Lager im Bestattungsbereich (Särge, Holz-

kreuze, Urnen usw.) genutzt. In baulicher Hinsicht sah das Baugesuch 

eine Aufteilung der Halle Vers.-Nr. 004 wie folgt vor: 

 

[…] 

Übersicht Halle Vers.-Nr. 004 gemäss Baugesuch 

(Quelle: Plan "Amtliche Vermessung Gde." 1:200  

vom 24.1.2019 gemäss komm.act. 79) 

 

5.2.3 Am Augenschein hat sich gezeigt, dass die Halle – in Abwei-

chung vom letzten bewilligten Zustand und auch in Abweichung vom 

Baugesuch – um Zwischenwände im Innern ergänzt wurde. Es exis-

tieren heute neben dem als Lager genutzten flächenmässig grössten 

Teil der Halle zwei abgetrennte und über separate Eingänge verfü-

gende Räume im Nordwesten der Halle. Einer dieser Räume ist als 

Werkstatt eingerichtet, der zweite Raum dient derzeit als Lager für di-

verse Gegenstände (u.a. Stühle auf insgesamt ca. 14 Holzpalletten). 

Auch im flächenmässig grössten Teil der Halle lagert der Rekursgeg-

ner diverse Gegenstände, Maschinen und Materialien (vgl. zum Gan-

zen Augenscheinprotokoll samt Fotodokumentation). Dass diese Ge-

genstände einen Bezug zur ohnehin nicht mehr existierenden Hobby-

tierhaltung haben könnten, ist nicht ersichtlich und auch nicht behaup-

tet. Vielmehr gibt der Rekursgegner im Wesentlichen an, die fraglichen 

Gegenstände dienten dem privaten Gebrauch bzw. würden verkauft.  

 

5.3 Insgesamt steht damit fest, dass für den heutigen baulichen Zu-

stand der Halle Vers.-Nr. 004 bzw. für die aktuelle Nutzung (insbeson-

dere als angeblich privates Lager) bislang keine Bewilligung erteilt 

wurde. Von einer bereits erteilten Baubewilligung scheint auch der Re-

kursgegner nicht auszugehen. Zumindest sinngemäss umstritten ist 

jedoch, ob die bislang unbewilligte Nutzung als Lager und der am Au-

genschein festgestellte bauliche Zustand der Halle überhaupt einer 

Baubewilligung bedürfen. 

 

5.3.1 Ob ein Vorhaben baubewilligungspflichtig ist, bestimmt sich 

nach Bundesrecht. Gestützt auf Art. 22 Abs. 1 RPG dürfen Neubau-

ten, Wiederaufbauten, Ersatzbauten, Umbauten, Anbauten, Zweckän-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 31/38 

 

derungen und Sanierungen, die über das übliche Mass einer Renova-

tion hinausgehen, nur mit einer behördlichen Bewilligung vorgenom-

men werden. Nach der Rechtsprechung ist eine bauliche Massnahme 

dann dem Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen, wenn mit der Re-

alisierung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem gewöhn-

lichen Lauf der Dinge, so wichtige räumliche Folgen verbunden sind, 

dass ein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an einer vor-

gängigen Kontrolle besteht. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, un-

terstehen auch reine Umnutzungen der Baubewilligungspflicht. Reno-

vationsarbeiten dürfen nicht so umfangreich sein, dass im Ergebnis 

etwas Neues entsteht; denn dann wird das Vorhaben grundsätzlich 

baubewilligungspflichtig (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

1C_131/2018 vom 27. August 2018 Erw. 3.2 f. mit Hinweisen). Die 

Baubewilligungspflicht soll es der Behörde ermöglichen, das Baupro-

jekt in Bezug auf seine räumlichen Folgen vor seiner Ausführung auf 

die Übereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und 

der übrigen einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen. Als bewilli-

gungspflichtige Änderungen gelten zunächst die baulichen Verände-

rungen von Bauten und Anlagen. Dazu gehören namentlich Um- und 

Ausbauten sowie die über den blossen Unterhalt hinausgehenden Er-

neuerungen. Um- und Ausbauten im Innern eines Gebäudes sind be-

willigungspflichtig, wenn davon auszugehen ist, dass sie baupolizeilich 

relevante Auswirkungen haben. Dasselbe gilt, wenn derartige Um- und 

Ausbauten im Innern die Zonenordnung, insbesondere Art und Mass 

der Nutzung, oder die Erschliessung berühren oder in anderer Weise 

wesentliche Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben. Die Abgren-

zung der bewilligungsfreien Unterhalts-, Reparatur- und Renovations-

arbeiten von den bewilligungspflichtigen Erneuerungen ist nur mittels 

einer Gesamtbetrachtung aller im konkreten Fall massgebenden Ele-

mente und Interessen möglich. Eine früher erteilte Baubewilligung um-

fasst auch das Recht, die Baute in ihrer Gestalt, Form und Zweckbe-

stimmung zu erhalten, Schäden zu beheben und die Ausrüstung an 

die Erfordernisse der Zeit anzupassen. Dieser durch Art. 9 und Art. 26 

der Bundesverfassung (SR 101; abgekürzt BV) gewährte Bestandes-

schutz verbietet es, die Baubewilligungspflicht zu "überdehnen" und 

Arbeiten zur Substanz- und Werterhaltung einer bewilligten Anlage ge-

nerell der Bewilligungspflicht zu unterstellen (so VerwGE B 2020/253 

vom 23. Juni 2021 Erw. 3.1 mit Hinweisen). 

 

5.3.2 Vorliegend spricht für eine Bewilligungspflicht, dass die heute 

stattfindende Nutzung (angeblich private Lagerung diverser Gegen-

stände) in der Landwirtschaftszone zonenfremd ist, denn wie gezeigt 

sind auch reine Umnutzungen nur dann nicht bewilligungspflichtig, 

wenn auch der neue Verwendungszweck der in der fraglichen Zone 

zulässigen Nutzung entspricht (vgl. oben, Erw. 4.3.3.3). Hinzu kommt, 

dass die Halle im Vergleich zum letzten bewilligten Zustand um Zwi-

schenwände im Innern ergänzt wurde. Es existieren heute – neben 

dem als Lager genutzten flächenmässig grössten Teil der Halle in de-

ren südlichen und östlichen Hälfte – zwei abgetrennte Räume, wovon 

einer als Werkstatt eingerichtet ist. Sowohl diese baulichen Massnah-

men als auch die ebenfalls neue Nutzung als Werkstatt sprechen für 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 32/38 

 

eine Bewilligungspflicht. Auch sind durch die Lager- und Werkstattnut-

zung im Vergleich zur Hobbytierhaltung andere bzw. zusätzliche Im-

missionen zu erwarten. Dies gilt selbst dann, wenn es sich um eine 

rein private Lagernutzung handelt. Zu rechnen ist insbesondere mit 

Zu- und Wegfahrten und Güterumschlag, was auch der Rekursgegner 

zugesteht (wobei er geltend macht, soweit ein Verlad von Geräten/Gü-

tern stattfinde, diene dies im Wesentlichen dem Verkauf derselben). 

Insgesamt sind deshalb die baulichen Änderungen in der Halle Vers.-

Nr. 004 mit der damit einhergehenden Nutzungsänderung insbeson-

dere als (angeblich privates) Lager samt Werkstatt baubewilligungs-

pflichtig. Es besteht ein Interesse der Öffentlichkeit und der Nachbarn, 

insbesondere auch der Rekurrenten, an einer vorgängigen Kontrolle. 

Dafür spricht auch, dass im Jahr 2006 als öffentlich-rechtliche Eigen-

tumsbeschränkung zulasten des Grundstücks Nr. 002 ein "Verbot der 

baulichen Nutzungserweiterung nach RPV" samt dessen Anmerkung 

im Grundbuch angeordnet wurde. 

 

5.4 Weil sich der aktuelle bauliche Zustand und die derzeitige Nut-

zung der Halle Vers.-Nr. 004 als bewilligungspflichtig und gleichzeitig 

als nicht bewilligt erweisen, liegt ein formell baurechtswidriger Zustand 

vor. Ob die heutige Nutzung der Halle allenfalls bewilligungsfähig sein 

könnte (wovon die Vorinstanz sinngemäss auszugehen scheint), än-

dert daran nichts. Vielmehr wäre die materielle Bewilligungsfähigkeit 

zufolge der dargestellten Baubewilligungspflicht in einem entspre-

chenden Baubewilligungsverfahren zu ermitteln und gegebenenfalls 

wäre eine Baubewilligung zu erteilen. Bislang hat der Rekursgegner 

jedoch nicht um eine solche Baubewilligung ersucht. Momentan lässt 

sich somit nur die formelle Baurechtswidrigkeit des aktuellen Zustands 

und der aktuellen Nutzung der Halle Vers.-Nr. 004 feststellen. Daraus 

folgt, dass der rechtmässige Zustand in der Halle Vers.-Nr. 004 noch 

nicht wiederhergestellt ist. Eine Beschränkung der Wiederherstellung 

auf den Aussenbereich der Halle lässt sich dem angefochtenen Be-

schluss im Übrigen nicht entnehmen. Vielmehr beschloss die  

Vorinstanz mit Blick auf die gesamte Halle bzw. das ganze Grundstück 

Nr. 002, es seien "bereits erstellte Bauten und Anlagen […] zurückzu-

bauen bzw. der legale, ursprüngliche Zustand [sei] wiederherzustel-

len". 

 

5.5 Bei diesem Ergebnis erweist sich die Feststellung der  

Vorinstanz im angefochtenen Beschluss, wonach die Nutzung der 

Halle Vers.-Nr. 004 im zulässigen Rahmen liege und wonach die Wie-

derherstellung des rechtmässigen Zustands auch diesbezüglich erfüllt 

sei (vgl. Dispositiv-Ziff. 2) als unzutreffend. Diesbezüglich ist der Re-

kurs 2 gutzuheissen und Dispositiv-Ziff. 2 der Feststellungsverfügung 

ist ersatzlos aufzuheben.  

 

5.6 Die dem Rekursgegner von der Vorinstanz in Ziff. 4, zweiter 

Spiegelstrich, des Dispositivs des angefochtenen Entscheids ange-

setzte Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands (bis 

31. Oktober 2020) ist inzwischen verstrichen. Dem Rekursgegner ist 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 65/2021), Seite 33/38 

 

deshalb mit diesem Entscheid eine neue Frist anzusetzen. Er hat dem-

gemäss auch im Innenbereich der Halle Vers.-Nr. 004 den rechtmäs-

sigen Zustand innert drei Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids 

wiederherzustellen. Bis dahin ist (auch) das Innere der Halle auf den 

letzten bewilligten Zustand zurückzubauen und die aktuelle (angeblich 

private) Lagernutzung sowie eine Nutzung des Werkstattraums ist ein-

zustellen. Der weitere Vollzug der Wiederherstellung obliegt der  

Vorinstanz.  

 

5.7 Ob der Rekursgegner angesichts der dargestellten Sach- und 

Rechtslage (aktuell unbewilligter, aber bewilligungspflichtiger Zustand 

im Innern der Halle) ein weiteres Baugesuch einreichen will, ist ihm 

überlassen. Jedenfalls ist über die materielle Bewilligungsfähigkeit ei-

nes solchen Baugesuchs nicht im vorliegenden Verfahren zu entschei-

den. Vielmehr wäre dies erstinstanzlich Sache der Vorinstanz bzw. 

des AREG, welche sich mangels eines entsprechenden Baugesuchs 

ebenfalls noch nicht zu einer allfälligen Bewilligungsfähigkeit äussern 

mussten. 

 

6.  

Im Rekurs 2 beantragen die Rekurrenten ausserdem, der Rekursgeg-

ner sei im Rahmen der Wiederherstellungsverfügung zu verpflichten, 

die asphaltierte Fläche westlich der Halle Vers.-Nr. 004 (nördlicher 

Teil) zurückzubauen und die gelagerten Materialien zu entfernen. Sie 

machen insbesondere geltend, der ehemals für die Hobbytierhaltung 

genutzte Vorplatz vor der Halle Vers.-Nr. 004, welcher damals nicht 

asphaltiert gewesen sei, lade zur ille