# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45c25783-7698-548b-a861-ae9fd48904f9
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-20
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 20.11.2018 OG.2018.00066 (OGS.2020.79)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2018-00066_2018-11-20.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Entscheid
  vom 20. November 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2018.00066

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______                                                                               Beschuldigter
  und

  
	
                                                                                                 Beschwerdeführer

  
	
  vertreten
  durch B.______

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus                          Anklägerin
  und

  
	
                                                                                                 Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
  vertreten
  durch die Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verlängerung
  der Untersuchungshaft

  
	
   

  
	
  über
  die Anträge:

  
	
   

  
	
  des
  Beschwerdeführers (gemäss Eingabe seines Rechtsvertreters vom 9. No­vember
  2018, act. 16 S. 2):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Der Entscheid des
    Zwangsmassnahmengerichts des Kantonsgerichts Glarus vom 5. November
    2018 sei aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der Antrag der
    Staatsanwaltschaft auf Verlängerung der Untersuchungshaft sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der Beschuldigte sei umgehend
    aus der Haft zu entlassen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Eventualiter seien
    Ersatzmassnahmen anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen für das Vorverfahren und das Berufungsverfahren
    zulasten der Staatsanwalt­schaft.

    

  

  
	
   

  
	
  der Beschwerdegegnerin (gemäss
  Eingabe vom 15. November 2018, act. 22):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Beschwerde vom
    9. November 2018 vollumfänglich abzuweisen und die Verfügung des
    Zwangsmassnahmengerichts vom 5. November 2018 sei zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers.

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht   zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Am Mittwochabend, 3. Oktober
  2018, um ca. 18 Uhr, war ein 41-jähriger Kosovare dabei, vor seiner Wohnung
  an der [...] (Glarus Nord) eine Tasche im Kofferraum seines Autos zu
  verstauen, als er von hinten von mutmass­lich zwei Tätern vermutlich mit
  einem Baseballschläger niedergeschlagen und schwer am Kopf verletzt wurde
  (act. 2/3, Fragen 6-8, act. 2/5 und act. 2/6; siehe auch
  Verfahren SG.2018.00080, act. 2/1, act. 2/3). Die bis anhin
  unbekannte Täter­schaft flüchtete in der Fol­ge in einem Peugeot 308 mit dem
  Kennzeichen [...]; das Fluchtfahrzeug wurde von einer dritten Person gelenkt
  und hatte an einer Tankstelle in unmittelba­rer Nähe des Tatorts gewartet
  (Verfahren SG.2018.00080, act. 1 S. 2, act. 2/2, act. 2/5
  Fragen, 7-9 und 28, act. 2/7).

  
	
   

  
	
  Noch am selben Abend, um ca.
  20.15 Uhr, bemerkte eine Polizeipatrouille das vor­genannte Fluchtfahrzeug,
  welches an der [...] in Zürich vor dem Wohnort von A.______ abgestellt war.
  Hierauf verhaftete die Polizei den 44-jährigen maze­donischstämmigen A.______
  und dessen Sohn [...], wobei Letzterer zwischenzeitlich wieder aus der Haft
  entlassen worden ist, da er für die Tatzeit über ein Alibi verfügte
  (Verfahren SG.2018.00080, act. 1 S. 1 f., act. 2/4).

  
	
   

  
	
  Die beiden Personen, welche den
  eben geschilderten Gewaltakt mutmasslich be­gangen haben, sind nach wie vor
  flüchtig und konnten von der Polizei noch nicht identifiziert werden; gegen
  sie läuft eine Öffentlichkeitsfahndung (siehe act. 2/5).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Auf Antrag der Staatsanwaltschaft
  ordnete das hiesige Zwangsmassnah­mengericht am 6. Oktober 2018 gegen
  den Beschuldigten A.______ Untersuchungshaft an, und zwar einstweilen
  längstens bis 6. November 2018 (Verfahren SG.2018.00080, act. 4
  Dispositiv-Ziff. 1). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Am 31. Oktober
  2018 stellte die Staatsanwaltschaft Antrag auf Verlängerung der
  Untersuchungshaft um drei Monate (act. 1). Das Zwangsmassnahmengericht
  bewil­ligte daraufhin am 5. November 2018 die Haftverlängerung
  einstweilen längstens bis 6. Februar 2019 (act. 10,
  Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  3.2 Dagegen liess der
  Beschuldigte am 9. November 2018 Beschwerde beim Ober­ge­richt erheben
  mit dem Antrag auf umgehende Haftentlassung (act. 16).

  
	
   

  
	
  Die Staatsanwaltschaft beantragt
  Abweisung der Beschwerde (act. 22); die Vor­instanz hat auf eine
  Stellungnahme zur Beschwerde verzichtet (act. 21).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Der angefochtene Haftentscheid
  ist der Beschwerde zugänglich (Art. 393 Abs. 1 lit. c i.V.m.
  Art. 222 StPO). Der durch die Haft unmittelbar betroffene Be­schuldigte
  ist beschwerdelegitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO); die
  Anfechtungsfrist ist eingehalten (Art. 396 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Die Vorinstanz hat im
  angefochtenen Entscheid die Verlängerung der Untersu­chungshaft gegen den
  Beschuldigten bis zum 6. Februar 2019 angeordnet. Sie erwog in
  Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft, der dringende Verdacht auf eine
  Beteiligung des Beschuldigten am zuvor geschilderten Gewaltdelikt ‑ sei
  es als Mittäter, Anstifter oder Gehilfe (vgl. Verfahren SG.2018.00080,
  act. 1 S. 3) ‑ habe sich im Verlauf der Ermittlungen weiter
  erhärtet. Der Beschuldigte habe in den bis­herigen Einvernahmen
  nur vage Aussagen betreffend seine Bekanntschaft mit den beiden anderen
  Tätern sowie über das Zustandekommen und den Ablauf der Fahrt nach [...] vom
  3. Oktober 2018 gemacht. Des Weiteren widersprächen seine Aus­sagen
  denjenigen seiner Söhne [...] weitgehend. Insbesonde­re habe [...] angegeben,
  dass der Beschuldigte im Verkaufsgeschäft [...] in Schwamendingen mehrmals
  mit den zwei anderen Personen gesprochen habe, u.a. über die betreffende
  Fahrt nach Glarus Nord sowie eine geplante Fahrt nach Belgien. Zudem sei der
  Beschuldigte bereits am Abend des 2. Oktober 2018 einmal mit den beiden
  nach Glarus Nord gefahren. Vor diesem Hintergrund sei die Rolle des
  Beschuldig­ten sowie sein Verhältnis zu den beiden flüchtigen Personen immer
  noch unklar, wobei u.a. aufgrund der Aussagen der befragten Söhne des
  Beschuldigten anzu­nehmen sei, dass er stärker in das Delikt involviert sein
  könnte, als er selbst vorge­be. Da zudem die beiden anderen Personen noch
  flüchtig seien und ihre Identität noch nicht feststehe, würden noch einige
  Ermittlungen nötig sein. Bei dieser Sach­lage seien sowohl dringender
  Tatverdacht als auch Kollusionsgefahr nach wie vor gegeben. Angesichts der
  noch offenen Fragen und der laufenden Fahndung [gegen die beiden anderen
  mutmasslichen Tatbeteiligten] sei nicht absehbar, wie lange die
  Strafuntersuchung noch andauern werde, weshalb im Verhältnis zur Schwere der
  Straftat eine Verlängerung der Untersuchungshaft um einstweilen drei Monate
  ver­hältnismässig erscheine (act. 10 E. 3. S. 4).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1

  
	
  Mit Beschwerde an das Obergericht
  können in Bezug auf den angefochtenen Ent­scheid Rechtsverletzungen und eine
  unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie
  Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2

  
	
  Untersuchungshaft ist nur
  zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre­chens oder eines
  Vergehens dringend verdächtig ist und ernsthaft namentlich zu befürchten ist,
  dass sie Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die
  Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO).

  
	
   

  
	
  Im Folgenden ist anhand der
  Beschwerdevorbringen des Beschuldigten zu prüfen, ob die Vorinstanz im
  angefochtenen Entscheid die Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten im
  Lichte von Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO zu Recht verlängert hat.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Staatsanwaltschaft
  ermittelt in Hinsicht auf das eingangs beschriebene Gewaltdelikt vom
  3. Oktober 2018 an der [...] wegen ver­suchter vorsätzlicher Tötung im
  Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (act. 1
  S. 4 unten). Gemäss dem bisher bekannten Tatablauf sowie dem
  Verletzungsbild des Tatopfers (siehe act. 2/6; Verfahren SG.2018.00080,
  act. 2/1) ist die präsumtive Subsumtion des Geschehens unter den
  Tatbestand von Art. 111 StGB (vorsätzli­chen Tötung) gerechtfertigt.
  Hierbei handelt es sich um ein Verbrechen (Art. 10 Abs. 2 StGB) und
  liegt somit eine Anlasstat zur Anordnung von Untersuchungshaft vor.

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Aus Sicht der
  Staatsanwaltschaft (act. 1 S. 2 f.) – und ihr darin folgend
  der Vor­instanz – hat der Beschuldigte im Verlauf der Untersuchung bis dahin
  nur vage und zudem erst noch teilweise widersprüchliche Aussagen gemacht und
  widerspre­chen diese zudem den bis anhin erhobenen weiteren Beweisen. Vorab
  darin er­kennt die Vorinstanz einen nach wie vor dringenden Tatverdacht im
  Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO gegen den inhaftierten Beschuldigten
  (act. 10 E. 3. S. 4).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Der Beschuldigte hat
  in der Untersuchung ausgesagt, er habe die beiden Per­sonen, welche dringend
  verdächtig sind, das Gewaltdelikt in Glarus Nord unmittelbar verübt zu haben,
  zuvor nur zweimal im Club [...] gesehen (act. 2/1 Fragen 45-48,
  Frage 52; Verfahren SG.2018.00080, act. 2/5 Fragen 12-18).
  Demgegenüber befinden sich bei den Akten die nach derzei­tigem Kenntnisstand
  durchaus glaubhaft erschei­nenden Aussagen anderer befrag­ten Personen.
  Gemäss deren Angaben sollen sich der Beschuldigte und die beiden verdächtigen
  Personen im Vorfeld der Tat mehr als einmal im [...] in Schwamendingen
  begegnet sein; das betreffende Lebens­mittelgeschäft befindet sich in
  unmittelbarer Nähe der Wohnung des Beschuldigten und ist der Beschuldigte
  regelmässiger Kunde in diesem Geschäft (act. 2/4 Fragen 33-45;
  act. 6 S. 2 ff.).

  
	
   

  
	
  Die Auskunftspersonen haben auch
  übereinstimmend ausgeführt, dass der Ge­schäftsführer des [...] in
  Schwamendingen die beiden anderen Tatverdäch­tigen, als sie zeitgleich mit
  dem Beschuldigten im [...] anwesend gewesen seien, darüber informiert habe,
  der Beschuldigte würde Taxi­fahrten ausführen (act. 2/4 Fragen 31 sowie
  38-41; act. 6 S. 2 f.).

  
	
   

  
	
  Kommt sodann hinzu, dass gemäss
  einer nach jetzigem Wissenstand ebenfalls glaubhaft erscheinenden Aussage
  einer Auskunftsperson der Beschuldigte mit den beiden mutmasslichen
  Haupttätern ein erstes Mal bereits am Vortag der Gewalttat in den Kanton
  Glarus gefahren ist (act. 6 S. 4 unten und S. 5 oben).

  
	
   

  
	
  Ferner hat der Beschuldigte
  selber in der Untersuchung erklärt, die beiden unbe­kannten Haupttäter hätten
  ihm am Tag der Tat um ca. 15 Uhr mit einer unterdrück­ten Nummer auf
  sein Handy angerufen, worauf er sie für die Fahrt nach Glarus Nord ab­geholt
  habe (act. 2/1 Fragen 50 und 51; act. 2/2 Fragen 112-115). Indes
  konnte bei der Auswertung der Randdaten des Handys des Beschuldigten kein
  entsprechend unterdrückter Anruf eruiert werden (act. 2/2 Beilage
  "Verbindungen Mobiltelefon A.______ vom 03.10.2018").

  
	
   

  
	
  Aus alldem ergibt sich, dass
  insgesamt erhebliche Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschuldigte
  weitaus mehr in das Gewaltdelikt in Glarus Nord involviert sein könnte, als
  er selber vorgibt, wie dies denn auch die Vorinstanz im angefochtenen
  Entscheid zutreffend erwogen hat (act. 10 E. 3. S. 4).
  Insofern besteht in Bezug auf den Beschuldigten dringender Tatverdacht im
  Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO, sei es, dass er als Mittäter oder
  als Gehilfe oder als Anstifter in die schwere Straftat verwickelt ist.

  
	
   

  
	
  3.2.3 Was der Beschuldigte
  dagegen in seiner Beschwerde vorbringt, ist nicht geeignet, die
  vorinstanzliche Beurteilung der hier massgeblichen Fragestellung, ob gegen
  den Beschuldigten ein dringender Tatverdacht besteht, als sachfremd oder
  rechtsfehler­haft erscheinen zu lassen.

  
	
   

  
	
  Der Rechtsvertreter des
  Beschwerdeführers trägt in der Beschwerde vor (act. 16 Ziff. 2-10),
  sein Mandant habe nach dem Vorfall in Glarus Nord, als er die beiden Täter in
  Zürich wieder abgeladen habe, seinen Sohn in der Schule abgeholt. Dies aber
  hätte sein Mandant "sicher nicht" getan, "wenn er gewusst
  hätte, dass die kurz zuvor beförderten Täter in eine schwere Straftat
  involviert gewesen wären". Der 44-jährige Beschwerdeführer sei
  mehrfacher Familienvater, lebe seit 22 Jahren in der Schweiz und sei nicht
  vorbestraft. Für die Taxifahrt habe er CHF 200.‑ bekommen, was
  einem normalen Taxilohn für die Fahrt nach Glarus Nord und zurück entspreche.
  Zum Geschädigten habe er keine Beziehung, kenne diesen nicht und es sei auch
  kein Motiv ersichtlich, weshalb der Beschuldigte an der versuchten Tötung von
  diesem hätte mitwirken sollen. Der Beschwerdeführer habe sich schon vorgängig
  bei Uber als Taxifahrer registrieren lassen und habe auch schon Taxifahrten
  durchgeführt. Er habe von den Tätern den Auftrag bekommen, diese zu einem
  Kollegen nach Glarus Nord zu fahren, dort an der Tankstelle zu warten und sie
  dann wieder nach Zürich zu bringen. Der Auftrag sei erfolgt, weil die Täter
  gewusst hätten, dass er Taxifahrten mache. Aus den Akten ergäben sich keine
  Hinweise darauf, dass der Beschwerde­führer gewusst habe, was diese Personen
  im Schilde führten. Entgegen der Vor­instanz würden die Aussagen der Söhne im
  Wesentlichen mit den Aussagen des Beschwerdeführers und Beschuldigten
  übereinstimmen. Bei der Erteilung des Auf­trags durch die beiden Täter an den
  Beschuldigten seien dessen Söhne zudem anwesend gewesen. Gerade der Umstand,
  dass der Beschuldigte mit seinen Söh­nen unterwegs gewesen sei, als er den
  Transportauftrag erhalten habe, spreche dagegen, dass er in die Planung und
  Ausführung einer Straftat involviert gewesen sein könnte. Wie auch von den
  beiden Söhnen des Beschuldigten bestätigt, hätten die beiden Täter den
  Beschuldigten auch wegen einer Fahrt nach Belgien angefragt; es habe demnach
  nicht nur die Fahrt nach Glarus Nord im Raum gestanden. Der Beschul­digte
  leide sodann an schweren psychischen Problemen, was sich unmittelbar auf
  dessen Erinnerungsvermögen auswirke; dies erkläre auch, dass der Beschuldigte
  sich nicht mehr an jeden Kontakt und jedes Detail zu erinnern vermöge. Sein
  Aus­sageverhalten begründe daher auch keinen Tatverdacht, sondern sei
  krankheitsbe­dingt.

  
	
   

  
	
  Die eben dargelegten Vorbringen
  des Beschwerdeführers erschöpfen sich in reiner appellatorischer Kritik am
  angefochtenen Entscheid. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers trägt
  dabei alleine nur seine eigene Interpretation der bisherigen
  Untersuchungserkenntnisse vor. Er trägt nichts vor, was die Einschätzung der
  Vor­instanz, es bestehe noch immer dringender Tatverdacht gegenüber dem
  Beschul­digten, zu entkräften vermöchte. Namentlich blendet er vollständig
  aus, dass gemäss den Aussagen der Auskunfts­personen der Beschuldigte den
  beiden ande­ren tatverdächtigen Personen im Vor­feld des Gewaltdelikts
  mehrmals begegnet ist, dabei allerdings an einer ande­ren Örtlichkeit [[...]
  in Schwamendingen] als dem vom Beschuldigten selber gennannten Ort [Club
  ...]. Ferner äussert sich der Beschwerdefüh­rer mit keinem Wort zum
  erheblichen Tat­verdachtsindiz, wonach gemäss der Aus­sage einer
  Auskunftsperson der Beschul­digte am Vortag der Tat die beiden anderen
  tatverdächtigen Personen schon einmal mit seinem Auto in den Kanton Glarus
  chauffiert haben soll. Es ist anhand der im Recht liegenden
  Einvernahmeprotokolle des Beschuldigten auch nicht ersichtlich, dass dieser
  aus psychischen Gründen in seinen geistigen Fähigkeiten einge­schränkt wäre
  und sich daher nicht mehr exakt an Details zu erinnern vermöchte. Er selber
  nämlich schildert über die mehreren Einvernahmen hinweg den Sachverhalt
  weitgehend stringent. Hingegen ist offenkundig, dass der Beschuldigte
  insbesonde­re die vorangegangenen Kontakte zu den beiden anderen
  tatverdächtigen Personen erheblich anders darstellt als die
  Auskunftspersonen. 

  
	
   

  
	
  3.3

  
	
  3.3.1 Die Vorinstanz hat
  als Haftgrund gegenüber dem tatverdächtigen Beschuldig­ten Kollusionsgefahr
  erkannt (act. 10 E. 3. S. 4). Der Rechtsvertreter des Beschul­digten
  bestreitet in der Beschwerde eine Kollusionsgefahr. Der Beschuldigte kenne
  nämlich weder die Täter noch wisse er, wo diese wohnten und verfüge von ihnen
  auch über keine Kontaktdaten. Er habe kein Interesse, auf diese einzuwirken;
  er habe denn auch selber in der Untersuchung diese Drittpersonen beschrieben,
  sie als die von ihm beförderten Personen bezeichnet und dadurch die
  Untersuchung gefördert. Vor diesem Hintergrund wäre als Ersatzmassnahme
  bereits ein Kontaktverbot zu­reichend (act. 16 Ziff. 11 f.).

  
	
   

  
	
  3.3.2 Kollusionsgefahr ist
  gegeben, wenn zu erwarten ist, eine tatverdächtige Per­son werde andere
  Personen beeinflussen oder auf Beweismittel einwirken, um so die
  Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Art. 221 Abs. 1 lit. b
  StPO).

  
	
   

  
	
  Bei der vorliegend bis dahin
  bekannten Konstellation ist die Gefahr durchaus latent, dass der
  Beschuldigte, würde er zum jetzigen Zeitpunkt aus der Untersu­chungshaft
  entlassen, die vollständige Aufklärung des Gewaltdelikts in Glarus Nord
  gefährden könnte. Die Hintergründe des Gewaltdelikts sind noch weitgehend
  unklar. Noch ist offen, wer gegebenenfalls mit wem und auf welche Weise
  zusammenge­wirkt hat. Der nach wie vor tatverdächtige Beschuldigte wäre daher
  in Frei­heit ohne weiteres in der Lage, gegebenenfalls auch via
  Drittpersonen, Kontakte zu anderen in die Tat invol­vierten Personen
  aufzunehmen und so die Abklärungen und Beweiserhebungen in Bezug auf die
  Ermittlung der an der Tatplanung und ‑ausführung beteiligten Perso­nen
  und deren konkrete Rolle zu hintertreiben.

  
	
   

  
	
  Dem Beschwerdeführer kann somit
  nicht gefolgt werden, soweit er in der Beschwerde geltend macht, es bestehe
  keine Kollusionsgefahr mehr. Dieser Gefahr lässt sich vorliegend auch durch
  keine andere (mildere) Massnahme als durch Belassung des Beschuldigten in
  Untersuchungshaft begegnen.

  
	
   

  
	
  3.4

  
	
  3.4.1 Die Vorinstanz hat
  eine Verlängerung der Untersuchungshaft um einstweilen drei Monate als
  verhältnismässig beurteilt, dies insbesondere auch in Anbetracht der Schwere
  der im Raum stehenden Straftat (act. 10 E. 3. S. 4). Der
  Rechtsvertre­ter des Beschuldigten führt in der Beschwerde unter
  Verhältnismässigkeitsgesichts­punkten aus, sein Mandant sei psychisch schwer
  krank und die Untersuchungshaft belaste ihn offensichtlich schwer. Die
  Haftbedingungen werden sodann im Ergebnis als bedrückend beschrieben
  (Einzelhaft; kein Kontakt zu Mitgefangenen, auch nicht während des Hofganges;
  Verpflegung in der Zelle; kleines verschlossenes Fenster, welches keinen
  Ausblick erlaube). Ferner würden noch immer keine Besuche zuge­lassen; nicht
  einmal seine Söhne dürften ihn besuchen, obschon zu ihnen keine Kol­lusionsgefahr
  mehr bestehe. Insgesamt werde der Beschuldigte durch das gel­tende Haftregime
  in seiner Persönlichkeit schwer verletzt (act. 16
  Ziff. 13 f.).

  
	
   

  
	
  3.4.2 Dass das
  Vollzugsregime in der Untersuchungshaft in der Regel härter ist als im
  normalen Strafvollzug, ist ein Faktum (siehe dazu Gfeller/Bigler/Bonin, Unter­suchungshaft, Zürich 2017,
  N 599 und N 898 ff.); dies liegt letztlich aber in der Natur
  der Sache begründet, indem gerade einer bestehenden Kollusionsgefahr wohl im
  Regelfall nicht anders als mit einer weitgehenden Isolierung der tatverdächtigen
  Person begegnet werden kann. Aus dem bei den Akten befindlichen Arztbericht
  ergeben sich zwar klare Hinweise auf eine psychische Vorbelastung des Beschul­digten,
  ohne dass aber die Hafterstehungsfähigkeit generell in Abrede gestellt wird
  (act. 4). Ohnehin aber hat in dieser Hinsicht der
  Zwangsmassnahmenrichter auf die Zuverlässigkeit der medizinischen Versorgung
  der in Haft versetzten Perso­nen zu vertrauen (siehe dazu Art. 32 der
  kantonalen Gefängnisverordnung; GS III F/3).

  
	
   

  
	
  Demnach erweist sich die
  Beschwerde vorliegend auch insoweit als unbegründet, als darin eine
  Unverhältnismässigkeit der Untersuchungshaft aufgrund der damit verbundenen
  Haftbedingungen gerügt wird.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Aus alldem folgt, dass die
  Beschwerde des Beschuldigten gegen den Haftverlänge­rungsentscheid des
  Zwangsmassnahmengerichts vom 5. November 2018 (act. 10) abzuweisen
  ist. Den vorstehen­den Erwägungen gemäss ist die vorinstanzlich ange­ordnete
  Haftverlänge­rung rechtskonform. Die Verlängerung wurde dabei einstweilen bis
  längstens am 6. Februar 2019 befristet (act. 10 Dispositiv
  Ziff. 1), was nach heu­tigem Kenntnisstand sachge­recht ist. Im Übrigen
  kann der Beschuldigte ohnehin jederzeit bei der Staats­anwaltschaft ein
  Entlassungsge­such stellen (Art. 228 Abs. 1 StPO; siehe auch
  Dispositiv-Ziff. 2 der angefoch­tenen Verfügung).

  
	
   

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die Regelung der Kostenfolgen hat
  im Endentscheid zu erfol­gen (Art. 421 Abs. 1 StPO). Die
  Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das
  Strafverfahren abschliessenden Behörde auf Fr. 600.‑ festzu­legen
  (Art. 8 Abs. 2 der Zivil- und
  Strafprozesskostenverordnung [GS III A/5]) und ist zu den Untersu­chungskosten
  im Sinne von Art. 326 Abs. 1 lit. d StPO zu schlagen. Obwohl
  von der Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme zur Beschwerde bean­tragt
  (act. 22 An­trag Ziff. 2), ist ihr für das Beschwerdeverfahren
  keine Entschädi­gung zuzusprechen (Art. 423 Abs. 1 StPO; siehe dazu
  auch Christen, Entschädi­gungsfolgen
  im kanto­nalen Beschwerdeverfahren in Straf­sachen, ZStrR 132/2014, S. 200 f.).

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht   beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das
    Beschwerdeverfahren wird zuhanden der das Straf­verfahren abschliessenden
    Behörde auf Fr. 600.‑ festgelegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]