# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2d39210-85ff-5d48-83a0-c3a6dcf6e532
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2015 E-2004/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2004-2014_2015-04-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-2004/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach, Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Hansjörg Trüb, (…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

 

 

 

 
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft; Verfügung des BFM vom 13. März 

2014 / N (…). 

 

 

E-2004/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – eine eritreische Staatsangehörige tigrini-

scher Ethnie – verliess ihren Heimatstaat nach eigenen Angaben gemein-

sam mit ihrem Enkel, B._______, im Juli 2011 und gelangte auf dem Land-

weg nach Kassala, Sudan, wo sie über das Rote Kreuz ins Flüchtlingslager 

in Shegerab gelangte. Gestützt auf die BFM-Verfügung vom 21. Juli 2010 

reiste B._______, Sohn der von den schweizerischen Behörden mit Verfü-

gung vom 6. Mai 2010 in der Schweiz als Flüchtling anerkannten und asyl-

berechtigten C._______, am 21. Dezember 2011 in die Schweiz ein. Mit 

Eingabe vom 23. September 2011 stellte C._______, Tochter der Be-

schwerdeführerin, über ihren Rechtsvertreter namens und im Auftrag der 

Beschwerdeführerin zwecks Durchführung eines Asylverfahrens ein Ge-

such um Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Mit Verfügung vom 21. 

Oktober 2011 hiess das BFM dieses Gesuch gut, so dass die Beschwer-

deführerin am 18. Januar 2012 von Khartum her kommend mit dem Flug-

zeug in die Schweiz einreisen konnte.    

Am 26. Januar 2012 stellte die Beschwerdeführerin im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) Basel ein Asylgesuch, wo sie am 6. Februar 2012 

summarisch zu ihren Gesuchsgründen und zu ihrer Person befragt wurde. 

Am 11. März 2014 fand die einlässliche Bundesanhörung zu ihren Asyl-

gründen statt.  

A.b Die Beschwerdeführerin machte anlässlich der beiden Anhörungen im 

Wesentlichen Folgendes geltend: Sie sei bereits vor der Unabhängigkeit 

Eritreas nach D._______ gezogen und habe bis zu ihrer Ausreise in den 

Sudan dort gelebt. Ihr Ehemann, mit dem sie (…) Kinder habe, sei vor un-

gefähr (…) Jahren verstorben, weshalb sie seither für den Unterhalt der 

Familie alleine habe aufkommen müssen. Sie habe zu diesem Zweck 

[Ware] verkauft, was zwar keine grossen Einnahmen generiert habe, ihr 

und ihrer Familie aber erlaubt habe, zu überleben. Die Schule habe sie nie 

besucht.  

Eine ihrer Töchter, die zuvor erwähnte C._______, sei bereits vor rund (…) 

Jahren aus Eritrea geflohen, wobei sie ihren damals [Alter], B._______, bei 

der Beschwerdeführerin in Eritrea zurückgelassen habe. Nachdem die 

schweizerischen Behörden B._______ im Rahmen des Familiennachzugs 

die Einreise in die Schweiz bewilligt hätten, habe ihre Tochter, mit der sie 

zuvor nur selten Kontakt gehabt habe, sie angerufen und sie darum gebe-

ten, den Enkel zwecks Ausreise in die Schweiz in den Sudan zu bringen. 

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Seite 3 

Zuerst habe die Beschwerdeführerin versucht, über die eritreischen Behör-

den eine Ausreisebewilligung zu organisieren. Als sie aber bemerkt habe, 

dass die Behörden ihr nicht behilflich sein würden, habe sie sich dazu ent-

schlossen, ihren Enkel zu begleiten und das Land illegal zu verlassen. 

Dazu habe sie eine ihrer in Eritrea lebenden Töchter konsultiert. Diese 

habe ihr und ihrem Enkel einen Schlepper organisiert, der sie, teilweise zu 

Fuss, nach Kassala geführt habe. Anfangs habe sie noch mit dem Gedan-

ken gespielt, nach Übergabe des Enkels an die schweizerischen Behörden 

wieder nach Eritrea zurückzukehren, habe dann aber realisiert, dass eine 

Rückkehr infolge der illegalen Ausreise aus ihrem Heimatland unmöglich 

war. Anlässlich der Bundesanhörung gab die Beschwerdeführerin unter 

Tränen zu Protokoll, sie habe nach ihrer Ausreise erfahren, [Verfolgungs-

massnahmen gegen zurückgebliebene Verwandte]. Wenn es schon ihren 

[Verwandten] so ergehe, befürchte sie, bei einer Rückkehr nach Eritrea 

ernsthafter Verfolgung an Leib und Leben ausgesetzt zu sein, zumal sie 

nicht nur das Land illegal verlassen, sondern obendrein auch ihrem Enkel 

zur Flucht verholfen habe.  

In den Akten der Vorinstanz befindet sich eine mutmasslich originale Iden-

titätskarte der Beschwerdeführerin, Nr. (…), ausgestellt am [Datum] (äthio-

pischer Kalender) in D._______.  

B.  

Mit Verfügung vom 13. März 2014 – eröffnet am 14. März 2014 – stellte 

das BFM fest, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft (Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 

1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand halten würden, weshalb es deren 

Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der 

Schweiz anordnete. Da das Bundesamt indes zum Schluss kam, es be-

stünden konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin bei 

einer Rückkehr nach Eritrea mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch 

Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Be-

handlung drohe, erachtete es den Vollzug der Wegweisung für unzulässig, 

weshalb es die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin verfügte.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 14. April 2014 

(Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragte, der Entscheid des BFM sei aufzuheben und sie sei als Flüchtling 

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Seite 4 

anzuerkennen, eventualiter sei das BFM anzuweisen, einen neuen Ent-

scheid zu fällen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. April 2014 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses.  

Gleichzeitig gab sie der Vorinstanz Gelegenheit zur Einreichung einer Stel-

lungnahme zur Beschwerde, welche diese mit Vernehmlassung vom 

7. Mai 2014 wahrnahm. Die Beschwerdeführerin äusserte sich zu den da-

rin gemachten Ausführungen in ihrer Replik vom 26. Mai 2014.    

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM respektive SEM gehört 

zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig und ent-

scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

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Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

somit einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Asylbereich die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-

lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, 

in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-

gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauung ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernst-

hafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens 

oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi-

schen Druck bewirken. 

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung vom 13. März 2014 aus, dass 

die illegale Ausreise der Beschwerdeführerin aus Eritrea zwecks Übergabe 

des Enkels an die schweizerischen Behörden keinen Grund nach 

Art. 3 AsylG darstelle, weshalb die Beschwerdeführerin die Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfülle.  

Dem entgegnete die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe, 

dass die Flüchtlingseigenschaft nicht durch einen bestimmten Ausreise-

grund, sondern durch das Bestehen oder Drohen einer Verfolgung ent-

stehe. Vorliegend sei ihre Furcht vor einer entsprechenden Verfolgung im 

Heimatstaat begründet, weil bekannt sei, dass Personen, die Eritrea ohne 

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Ausreisevisum und Pass verlassen, vom eritreischen Regime als Staats-

feinde angesehen würden und bei einer Rückkehr drakonische Strafen ge-

wärtigen müssten. Da der Ausreisegrund demgegenüber freilich mit Bezug 

zum Asyl (wegen dem Asylausschluss bei subjektiven Nachfluchtgründen) 

eine Rolle spiele, verzichte sie auf die Anfechtung der Verweigerung der 

Asylgewährung.  

Folglich ist der Asylpunkt in Rechtskraft erwachsen. 

4.2 Somit bleibt lediglich zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin wegen ihrer 

Ausreise aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver 

Nachfluchtgründe – befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne 

von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

4.2.1 Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2014 hielt das Bundesamt fest, dass 

es die illegale Ausreise der Beschwerdeführerin nicht in Frage stelle, wes-

halb dazu in der Verfügung vom 13. März 2014 auch nichts erwähnt sei. 

Obwohl Asylsuchende, die glaubhaft darlegen könnten, Eritrea illegal ver-

lassen zu haben, aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe grundsätzlich als 

Flüchtlinge aufgenommen würden, sei die Flüchtlingseigenschaft im vorlie-

genden Fall verneint worden, weil die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ih-

rer illegalen Ausreise bereits [Alter] Jahre alt und somit nicht mehr im nati-

onaldienstpflichtigen Alter gewesen sei. Indes sei die Beschwerdeführerin 

wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges vorläufig aufgenommen 

worden, da es bekannt sei, dass die illegale Ausreise aus Eritrea bei Rück-

kehr der betroffenen Person nach eritreischem Recht eine Haftstrafe nach 

sich ziehe. 

Dagegen brachte die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vorgängerorganisation, 

der Asylrekurskommission (ARK), in ihrer Replik vom 26. Mai 2014 vor, 

dass die eritreischen Behörden auch die illegale Ausreise nicht dienst-

pflichtiger Personen als staatsfeindlichen Akt wahrnehmen würden, wes-

halb ihr unabhängig vom Alter bei einer Rückkehr nach Eritrea eine 

schwere Strafe drohe und sie mithin die Flüchtlingseigenschaft erfülle. 

4.2.2 Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere illegales Ver-

lassen des Heimatlandes (sog. Republikflucht), Einreichung eines Asylge-

suchs im Ausland oder aus Sicht der heimatlichen Behörden unerwünschte 

exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfol-

gung begründen. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten 

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zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden indes als Flüchtlinge vorläu-

fig aufgenommen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 1 E. 6.1 m.w.H.). Durch 

Republikflucht zum Flüchtling wird, wer sich aufgrund der unerlaubten Aus-

reise mit Sanktionen seines Heimatlandes konfrontiert sieht, die bezüglich 

ihrer Intensität und der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nach-

teile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen. 

Wie von der Beschwerdeführerin zutreffend ausgeführt, werden eritreische 

Staatsbürger, die illegal aus dem Land ausreisen, vom eritreischen Regime 

als Staatsfeinde angesehen und müssen im Falle einer Rückkehr mit dra-

konischen Strafen rechnen, mit denen das Regime der sinkenden Wehr-

bereitschaft und der Massenfluchtbewegung in der Bevölkerung Herr zu 

werden versucht. Ein legales Verlassen des Landes ist gemäss Art. 11 der 

"Proclamation No. 24/1992" – welche die Ein- und Ausreise nach und von 

Eritrea regelt – lediglich mit einem gültigen Reisepass und einem zusätzli-

chen Ausreisevisum möglich. In der Praxis werden Ausreisevisa seit meh-

reren Jahren nur unter sehr strengen Bedingungen und gegen Bezahlung 

hoher Geldbeträge (im Gegenwert von rund $ 10'000.-) an wenige, als loyal 

beurteilte Personen ausgestellt, wobei Kinder ab elf Jahren, Männer bis 

zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grundsätzlich gänzlich 

von der Visumserteilung ausgeschlossen sind (vgl. Entscheid des BVGer 

D-3892/2008 vom 6. April 2010 E. 5.3.2).  

4.2.3 Gemäss Vernehmlassung vom 7. Mai 2014 zieht das BFM die illegale 

Ausreise der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel.  

Auch das Bundesverwaltungsgericht sieht keine Veranlassung, daran zu 

zweifeln, dass die Beschwerdeführerin Eritrea unerlaubt verlassen hat. 

Zwar ist das Alter der Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage umstritten. 

Unabhängig davon, ob sie gemäss europäischem Kalender im Jahr (…) 

geboren wurde (vgl. B3/9, Rz. 1.06, S. 3) oder im Zeitpunkt der summari-

schen Befragung (…) Jahre alt war (das heisst gemäss europäischem Ka-

lender im Jahr (…) geboren wurde; vgl. B3/9, Rz. 1.06, S. 2), ist aber in 

jedem Fall nicht davon auszugehen, dass sie die strengen Bedingungen 

für die Ausstellung eines Ausreisevisums erfüllte, weshalb offen bleiben 

kann, welches das korrekte Alter der Beschwerdeführerin ist. So ist die Be-

schwerdeführerin – die nach eigenen Angaben in Eritrea unter ärmlichen 

Bedingungen gelebt und selbst nie Militärdienst geleistet hat (B17/9, S. 4, 

F18 und S. 6, F41) – in den Augen des eritreischen Regimes wohl bereits 

aufgrund der illegalen Ausreise ihrer Tochter nicht als loyal zu beurteilen. 

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Seite 8 

Hinzu kommt, dass die Tochter das Land mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit kaum illegal und ohne ihren Sohn hätte verlassen müssen, wenn 

die Beschwerdeführerin und ihre Familie als loyale Regierungsanhänger 

angesehen worden wären.  

4.2.4 Eritreische Staatsangehörige, die illegal aus ihrem Heimatland aus-

reisen, haben – unabhängig von ihrem Alter und vom Grund der Ausreise 

– bei einer Rückkehr nicht nur eine Gefährdung nach Art. 3 EMRK zu be-

fürchten. Vielmehr drohen ihnen ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG, da der Bestrafung wegen illegaler Ausreise durch das eritreische 

Regime neben rechtsstaatlich nicht legitimen Sanktionsgründen auch die 

Verdächtigung der Betroffenen als Regimegegner und mithin als politische 

Oppositionelle – flüchtlingsrelevante Verfolgungsmotive – zugrunde liegt. 

Die Beschwerdeführerin erfüllt entgegen der Ansicht der Vorinstanz die An-

forderungen an die Flüchtlingseigenschaft in jedem Fall und ist somit als 

Flüchtling anzuerkennen (vgl. auch Entscheid des BVGer E-2038/2014 

vom 1. Mai 2014). 

5.  

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zu-

mutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheits-

recht nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme.  

Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Auf-

enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 

Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. EMARK 2001 

Nr. 21). Weitere Ausführungen zur Frage der Durchführbarkeit des Voll-

zugs erübrigen sich jedoch, da die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 

13. März 2014 vorläufig aufgenommen wurde. 

6.  

Aus den vorangehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht verletzt, soweit sie die Frage der Flüchtlingseigen-

schaft betrifft. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die Verfügung des 

BFM vom 13. März 2014 ist – die Ziffer 1 des Dispositivs betreffend – teil-

weise aufzuheben und das Staatssekretariat anzuweisen, die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführerin anzuerkennen. 

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Seite 9 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG).  

Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der Rechts-

vertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Auf die 

Nachforderung einer solchen kann indes verzichtet werden, da im vorlie-

genden Verfahren der Aufwand für das Beschwerdeverfahren zuverlässig 

abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der 

genannten Bestimmung und unter Berücksichtigung der massgeblichen 

Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) ist das SEM anzuweisen, der 

Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von pauschal 

Fr. 650. (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des BFM vom 13. März 2014 wird teilweise – soweit Ziffer 1 

des Dispositivs betreffend – aufgehoben und das Bundesamt wird ange-

wiesen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 650. 

(inkl. Auslagen und MWSt.) auszurichten.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer 

 

 

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