# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 315c6a3b-0f16-57ea-8139-cdf63bad901b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.07.2008 ZF 2007 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2007-100_2008-07-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 07. Juli 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 07 100

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Riesen-Bienz und Hubert 
Aktuarin Mosca

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Y., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. August 2007, mitgeteilt am 8. No-
vember 2007, in Sachen der X., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Susanna Mazzetta, Postfach 536, Obere Plessurstrasse 25, 
7001 Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger, 

betreffend Nebenfolgen Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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A. X., geboren am 21. August 1958, und Y., geboren am 10. April 1953, 
heirateten am 30. Juni 1995 in A.. Aus dieser Ehe ist die gemeinsame Tochter B., 
geboren am 14. August 1997, hervorgegangen. X. brachte die Töchter C., geboren 
am 5. Januar 1990, und D., geboren am 4. Dezember 1993, in die Ehe. Die Kinder 
von Y. aus erster Ehe sind bereits volljährig.

B. Am 11. Juli 2005 gelangte X. an das Bezirksgerichtspräsidium Plessur 
mit dem Begehren um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen. Mit superprovi-
sorischer Verfügung vom 12. Juli 2005, mitgeteilt am 13. Juli 2005, wurde festge-
stellt, dass die Eheleute berechtigt seien, getrennt zu leben. Die eheliche Wohnung 
wurde für die Dauer der Trennung der Ehefrau zugeteilt. Y. wurde verpflichtet, diese 
bis Ende Juli 2005 zu verlassen.

Mit Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 26. Juli 
2005, mitgeteilt am 29. Juli 2005, wurde von der Einigung der Parteien hinsichtlich 
des Getrenntlebens Vormerk genommen. Die Tochter B. wurde unter die alleinige 
Obhut von X. gestellt. Y. wurde ein Besuchsrecht eingeräumt. Ausserdem wurde 
letzterer verpflichtet, folgende Unterhaltszahlungen an Ehefrau und Tochter zu be-
zahlen: von August bis Oktober 2005 monatlich Fr. 2'365.--, davon Fr. 515.-- zu 
Gunsten von B. (zuzüglich gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen); ab No-
vember 2005 monatlich Fr. 2'265.--, davon Fr. 565.-- zu Gunsten der Tochter.

C. Am 24. März 2006 wurde die Klage betreffend Ehescheidung und Ne-
benfolgen beim Kreisamt Chur zur Vermittlung angemeldet. Da Y. in der Folge dem 
Scheidungsbegehren der Ehefrau schriftlich zustimmte, wurde die Angelegenheit 
mit Verfügung des Kreispräsidiums Chur vom 8. Juni 2008, mitgeteilt am 9. Juni 
2006, dem Bezirksgerichtspräsidium Plessur zur Weiterbehandlung überwiesen.

Nachdem die Ehegatten vom Bezirksgerichtspräsidium Plessur am 22. Au-
gust 2006 getrennt und gemeinsam angehört wurden, hielt das Bezirksgerichtsprä-
sidium mit Verfügung vom 22. August 2006, mitgeteilt am 24. August 2006, fest, 
dass der Ehemann aufgrund des behaupteten schlechten Geschäftsganges seit 
April 2006 keine Unterhaltszahlungen mehr geleistet habe. Dem Antrag beider Par-
teien werde entsprochen – vorgängig zur Erstellung der Rechtsschriften – den H. 
zu beauftragen, ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit beider Eltern zu erstel-
len. Ausserdem wurde festgehalten, dass X. einen Verdienst von monatlich rund Fr. 
1'000.-- erziele und von den Sozialen Diensten der G. unterstützt werde. Schliess-
lich wurde vereinbart, dass nach Eingang des fraglichen Gutachtens, das einver-
nehmliche Ehescheidungsverfahren bei Teileinigung einzuleiten sei.

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D. Mit Schreiben vom 24. August 2006 beauftragte das Bezirksgerichts-
präsidium Chur den H. (H.) mit dem Verfassen des entsprechenden Gutachtens. Dr. 
med. E., Chefarzt, und Dr. phil. F., Fachpsychologe FSP, erstellten am 5. Oktober 
2006 das Gutachten und nahmen darin zur allgemeinen Situation, zur Zuteilung der 
elterlichen Sorge und Obhut sowie zur Besuchs- und Ferienregelung Stellung. X. 
liess sich am 19. Oktober 2006 und Y. am 20. Oktober 2006 dazu vernehmen.

E. Am 5. Dezember 2006 stellte X. innert erstreckter Frist folgende 
Rechtsbegehren:

„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Das gemeinsame Kind, B., geb. 14.8.1997, sei unter die alleinige elter-
liche Sorge der Mutter zu stellen.

3. Der Vater sei zu verpflichten, für das Kind bis zum Ende seiner Ausbil-
dung monatlich zahlbar im voraus je Fr. 900.-- zuzüglich allfälliger Kin-
derzulagen zu bezahlen. Er sei zudem zu verpflichten, sich an ausser-
ordentlichen Kosten des Kindes je zur Hälfte zu beteiligen.

4. Das Besuchs- und Ferienrecht sei nach Gesetz festzulegen.

5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau monatlich im Voraus eine 
Frauenrente in Höhe von Fr. 1'500.-- bis zum 30. August 2013, und ab 
dann eine lebenslange Rente von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

6. Die Unterhaltsrenten sind zu indexieren.

7. Güterrechtliche Auseinandersetzung nach Gesetz.

8. Die Pensionskassenguthaben bzw. allfällige Freizügigkeitsguthaben 
seien je hälftig zu teilen.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu-
lasten der Gegenpartei.“

Y. liess in seiner Prozessantwort vom 6. Februar 2007 folgende Rechtsbe-
gehren stellen:

„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Es sei die elterliche Sorge und Obhut über die Tochter B., geb. 14. Au-
gust 1997, nach richterlichem Ermessen zuzuteilen.

3. Für den Fall, dass die Tochter B. unter die elterliche Sorge und Obhut 
der Mutter gestellt wird, soll dem Vater das Recht eingeräumt werden, 
die Tochter B. jedes zweite Wochenende zu sich auf Besuch zu nehmen 
sowie den Mittwochnachmittag mit seiner Tochter zu verbringen. Im Üb-
rigen seien die Schulferien der Tochter B. so aufzuteilen, dass sie die 
eine Hälfte beim Vater und die andere Hälfte bei der Mutter verbringt.

4. Regelung der Unterhaltszahlungen an die Tochter B. nach richterlichem 
Ermessen.

5. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

6. Aufteilung der Pensionskassenguthaben nach Gesetz.

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7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

F. Mit Urteil vom 17. August 2007, mitgeteilt am 8. November 2007, er-
kannte das Bezirksgericht Plessur:

„1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.

2. Die Tochter B., geboren am 14. August 1997, wird unter die elterliche 
Sorge und Obhut der Ehefrau gestellt.

3. Der Ehemann und die Tochter B. werden berechtigt, jeweils zwei Wo-
chenenden pro Monat (jeweils von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 
Uhr) und drei Wochen Ferien pro Jahr gemeinsam zu verbringen.

4. Die Parteien sind güterrechtlich auseinandergesetzt.

5. Der Ehemann hat der Ehefrau den Betrag von Fr. 3'000.-- als angemes-
sene Entschädigung für die während der Ehe aufgebaute Vorsorge zu 
leisten. Darüber hinaus bestehen keine Ansprüche aus beruflicher Vor-
sorge.

6. Der Ehemann wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter B. ab 
Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich im Voraus 
zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 850.--, zuzüglich allfälliger gesetzli-
cher und vertraglicher Kinderzulagen, zu bezahlen.

Die Unterhaltspflicht dauert längstens bis zur Mündigkeit des Kindes. Ein 
Anspruch nach Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten.

7. Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau ab Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungsurteils einen monatlich im Voraus zahlbaren nacheheli-
chen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.-- bis Ende August 2013 sowie ab 
diesem Datum bis zu seinem Eintritt ins gesetzliche Pensionsalter von 
Fr. 1'000.-- zu leisten.

8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss den Ziffern 6 und 7 basieren auf dem 
Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per 
Ende Juli 2007 von 101.1 Punkten (Basis Dezember 2005 = 100 
Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 
2008, nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres 
anzupassen, es sei denn, der Ehemann beweise, dass sein Einkommen 
nicht im gleichen Verhältnis angestiegen ist. Die Anpassung der Unter-
haltsbeiträge erfolgt nach folgender Formel:

neuer UB = alter UB x neuer Index
                              101.1                

Bei einer geringeren Lohnerhöhung werden die Unterhaltsbeiträge in 
entsprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem 
Lohn eine Anpassung entfällt.

9. Die Kosten des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 7'893.10 (Gerichtsge-
bühren Fr. 5'000.--, Schreibgebühren Fr. 784.--, Bargebühren Fr. 
2'109.10 [Gutachten Fr. 1'792.--]) gehen je zur Hälfte zu Lasten der Par-
teien. Da die Parteien mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechts-
pflege prozessiert haben, gehen die ihnen überbundenen Kosten zumin-
dest vorläufig zu Lasten der G..       

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Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

10. (Fristansetzung zur Einreichung der Honorarnote)

11. (Rechtsmittelbelehrung)

12. (Mitteilung)“        

G. Dagegen liess Y. am 23. November 2007 Berufung an das Kantons-
gericht von Graubünden erklären. Er beantragt:

„1. Die Ziffern  5 und 7 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass die Ehegatten gegenseitig keinen nacheheli-
chen Unterhalt schulden.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In prozessualer Hinsicht liess Y. folgende Anträge stellen:  

„1. Bezüglich des Einkommens des Ehemannes werden wir die Jahres-
rechnung 2006 sowie die entsprechende Steuerrechnung nachreichen.

2. Die Ehefrau sei zu verpflichten, ihre Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse genau anzugeben. Sie habe die Steuererklärung 2005 und 
2006 dem Gericht einzureichen. Des weiteren habe sie anzugeben, bei 
welchen Personen sie Reinigungsarbeiten ausführt, resp. bei welchen 
Restaurationsbetrieben sie arbeitet und die entsprechenden Belege ein-
zureichen.“

Auf entsprechende Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums (Art. 224 Abs. 
2 ZPO) liess Y. am 28. Januar 2008 eine schriftliche Begründung der Anträge zu-
kommen. X. liess sich am 14. April 2008 dazu vernehmen. Sie liess die kostenfällige 
Abweisung der Berufung beantragen. In einem zweiten Schriftenwechsel vom 19. 
Mai 2008 (Y.) beziehungsweise 10. Juni  2008 (X.) vertieften die Parteien ihre 
Standpunkte. Die Vorinstanz reichte keine Stellungnahme ein. 

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden der nach-
eheliche Unterhalt sowie die von der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung für 
die während der Ehe aufgebaute Vorsorge im Sinne von Art. 124 ZGB.

a) Die Vorinstanz verpflichtete den Berufungskläger, an den Unterhalt 
seiner Tochter B. ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich 
im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr. 850.-- zuzüglich allfälliger gesetzli-
cher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen (Ziff. 6 des Dispositivs des vorin-
stanzlichen Urteils). Dies wird vom Berufungskläger nicht angefochten. Darüber hin-

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aus wurde Y. verpflichtet, der Ehefrau ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsur-
teils einen monatlich im Voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
1'200.-- bis Ende August 2013 sowie ab diesem Datum bis zu seinem Eintritt ins 
gesetzliche Pensionsalter einen Betrag von Fr. 1'000.-- zu leisten. Dagegen richtet 
sich die vorliegende Berufung.

aa) Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Un-
terhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst aufzukommen, 
so hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu leisten (Art. 125 Abs. 1 
ZGB). Art. 125 Abs. 1 ZGB wird in Abs. 2 derselben Bestimmung durch mehrere – 
jedoch nicht abschliessende – Kriterien präzisiert. Dazu zählen etwa die Aufgaben-
teilung und die Lebensstellung während der Ehe sowie deren Dauer, Alter und Ge-
sundheit der Ehegatten, Betreuungspflichten, berufliche Ausbildung und Erwerbs-
aussichten. Der nacheheliche Unterhalt soll insbesondere den durch die Eheschei-
dung verursachten Veränderungen Rechnung tragen. Die Bestimmung konkretisiert 
die Prinzipien des so genannten „clean break“ und der nachehelichen Solidarität: 
Einerseits hat jeder Ehegatte – soweit immer möglich -  für seinen Unterhalt selbst 
zu sorgen; anderseits ist der eine Ehegatte zur Leistung von Geldbeiträgen an den 
anderen verpflichtet, wenn dieser seine durch die Ehe allenfalls beeinträchtigte wirt-
schaftliche Selbständigkeit nicht erreichen kann (BGE 127 III 136 E. 2). Um den 
nachehelichen Unterhalt zu ermitteln, ist bei einer lebensprägenden Ehe in folgen-
den drei Schritten vorzugehen: Vorab ist der gebührende Unterhalt zu bestimmen, 
wofür die massgebenden Verhältnisse der Parteien festzustellen sind; bei lebens-
prägender Ehe bemisst sich der gebührende Unterhalt an dem in der Ehe zuletzt 
gemeinsam gelebten Standard (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten), auf 
dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch haben, der aber 
gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet. Sodann ist zu 
prüfen, inwiefern die Ehegatten diesen Unterhalt je selber finanzieren können; der 
Vorrang der Eigenversorgung ergibt sich direkt aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 
1 ZGB. Ist diese einem Ehegatten vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich be-
ziehungsweise zumutbar, so dass er auf Unterhaltsleistungen des anderen ange-
wiesen ist, muss in einem dritten Schritt dessen Leistungsfähigkeit ermittelt und ein 
angemessener Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden (BGE 134 III 145 E. 4 mit wei-
teren Hinweisen).

bb) Vorliegend ist von einer lebensprägenden Ehe auszugehen, zumal die 
Ehedauer zehn Jahre betragen hat und der Ehe die Tochter B. entsprossen ist. Die 
gelebten Umstände haben die Lebensverhältnisse der Ehegatten nachhaltig ge-
prägt (vgl. Schwenzer, FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N 47 ff. zu Art. 125 

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ZGB): Die Berufungsbeklagte war seit der Geburt von B. nicht mehr erwerbstätig 
und kümmerte sich vorwiegend um die beiden in die Ehe gebrachten Töchter C.und 
D. sowie um die am 14. August 1997 geborene B.. Vorher war sie im Service tätig. 
Grundsätzlich hat die Berufungsbeklagte somit Anspruch auf Fortführung der 
während der Ehe zuletzt gelebten Lebenshaltung beziehungsweise  - bei ungenü-
gender Leistungsfähigkeit – auf gleichwertige Lebensführung wie der Unterhalts-
pflichtige. 

cc) Ausgangspunkt ist somit einerseits die Leistungsfähigkeit der geschie-
denen Ehegatten, andererseits ihr jeweiliger Bedarf. Y. führt  als Sebständigerwer-
bender seit 1997 einen Öl- und Gasbrennservice. Die Vorinstanz kam zum Schluss, 
dass dem Berufungskläger ein monatlicher Nettolohn von Fr. 5'072.-- anzurechnen 
sei. Die Vorinstanz stellte in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Steu-
ererklärung 2005 ab. Der Berufungskläger wendet dagegen ein, aufgrund der ein-
getretenen Einkommensreduktion sei er nicht mehr in der Lage, nebst dem Unter-
haltsbeitrag für die Tochter B., auch noch nachehelichen Unterhalt zu leisten. In der 
Zwischenzeit liege der Jahresabschluss 2006 vor. Diesem könne entnommen wer-
den, dass er im Jahre 2006 lediglich einen Gewinn in der Höhe von Fr. 30'311.78 
erwirtschaftet habe, was einem monatlichen Nettolohn von rund Fr. 2'500.-- entspre-
che. Selbst wenn als Verdienst der Durchschnitt der Jahre 2005 und 2006 berück-
sichtigt würde, ergebe dies ein monatliches Einkommen von Fr. 3'750.--. Nach Be-
zahlung des Unterhaltsbeitrages an die Tochter B. würden ihm lediglich noch Fr. 
2'900.-- pro Monat verbleiben, was seinem betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mum entspreche. Das Kantonsgericht kommt nach Kenntnisnahme der Akten zu 
einem anderen Schluss. Zwar trifft es zu, dass der Berufungskläger im Jahre 2006 
lediglich einen Reingewinn von Fr. 30'311.78 erwirtschaftet hat (vgl. Berufungsbei-
lagen 08/1). Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass es sich beim Ergebnis des Jah-
res 2006 um ein Ausnahmeergebnis (im negativen Sinn) handelt. Wie den entspre-
chenden Steuererklärungen und Jahresabschlüssen entnommen werden kann, er-
zielte Y. in den Jahren 2003 bis 2005 folgende Nettoeinkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit:

2003: Fr. 61'416.25
2004: Fr. 49'936.00
2005: Fr. 60'864.00
Total Fr.    172'216.25:3  =  Fr. 57’405.50

Dividiert man das (durchschnittliche) Jahreseinkommen durch zwölf, ergibt 
dies ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 4'784.--. Die-

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ser Betrag liegt zwar unter der von der Vorinstanz berücksichtigten Summe von Fr. 
5'072.--, aber deutlich höher als das vom Berufungskläger geltend gemachte Netto-
einkommen von monatlich Fr. 2'500.--. Entgegen der Auffassung des Berufungsklä-
gers ist es nämlich nicht gerechtfertigt, auf ein einziges schlechtes Ergebnis abzu-
stellen. Kommt hinzu, dass der Berufungskläger auch keine wirtschaftlichen Gründe 
für das schwache Ergebnis 2006 geltend macht. Vielmehr führte er vor Vorinstanz 
noch aus, er leide stark unter der Trennung, was sich auf die Arbeitstätigkeit aus-
wirke. Dieser Trennungsschmerz dürfte in der Zwischenzeit überwunden sein, wes-
halb davon ausgegangen werden kann, dass das Geschäftsergebnis wieder steigt 
und der Berufungskläger weiterhin ein monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 
4'800.-- erwirtschaftet. Sollte das Einkommen über mehrere Jahre konstant tiefer 
ausfallen, so verbleibt dem Berufungskläger die Möglichkeit einer Abänderungs-
klage. 

Der von der Vorinstanz ermittelte betreibungsrechtliche Grundbedarf des Be-
rufungsklägers von Fr. 2'740.-- ist unbestritten und setzt sich wie folgt zusam-
men:
Grundbetrag für alleinstehende Person Fr. 1'100.00
Wohnungskosten inkl. Nebenkosten Fr. 1'000.00
Krankenkasse Fr.    210.00
Steuern Fr.    400.00
Versicherungskosten Fr.           30.00  
Total Fr. 2'740.00

dd) Die Berufungsbeklagte ist 1958 geboren und verfügt über keine Be-
rufsausbildung. Während der Ehe war sie vorwiegend mit der Haushaltsführung und 
der Kinderbetreuung beschäftigt. Seit der Trennung erledigt sie selbständig erwer-
bend Reinigungsarbeiten im Umfang von rund 40%. In der Wintersaison ist sie zu-
sätzlich während zwei Tagen pro Woche im Service tätig. Die Vorinstanz führte im 
Zusammenhang mit der Einkommenssituation von X. aus, aus den eingelegten Ab-
rechnungen sei ersichtlich, dass ihr  Stundenlohn zwischen Fr. 25.-- und Fr. 42.-- 
schwanke. Sie erziele somit monatlich rund Fr. 1'400.--. Für ihre Tätigkeit im Service 
während der Wintersaison sei vom aktuellen Mindestlohn im Gastgewerbe für eine 
Angestellte ohne Berufsausbildung von Fr. 3’242.-- auszugehen (ab 1. Januar 2007; 
Art. 10 Abs. 1 lit. a L-GAV 98). Das von ihr geleistete Pensum betrage 40%. Berück-
sichtige man einen geschätzten Betrag an Trinkgeldern, wie er im Gastgewerbe üb-
licherweise erwirtschaftet werde, so ergebe dies einen Lohn von Fr. 1'400.-- für die 
Tätigkeit im Service. Auch während des Winters erledige sie weiterhin Reinigungs-
arbeiten in reduziertem Umfang. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass 

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sie während der Wintersaison (vier Monate) ein monatliches Gesamteinkommen 
von Fr. 2'000.-- erwirtschafte. Daraus folge, dass von einem durchschnittlichen mo-
natlichen Einkommen der Berufungsbeklagten von Fr. 1'600.-- auszugehen sei 
(während 8 Monaten Fr. 1'400.-- sowie während 4 Monaten Fr. 2'000.--). Der Beru-
fungskläger macht geltend, die Berufungsbeklagte sei im Zeitpunkt der Trennung 
47 Jahre alt gewesen, sie habe genügend Zeit zur Verfügung gehabt, um sich in 
das Erwerbsleben zu integrieren. Die Tochter B. werde im August 2008 11 Jahre 
alt, weshalb der Ehefrau zugemutet werden könne, einer Ganztagesbeschäftigung 
nachzugehen. Die Vorinstanz gehe von einem Bedarf von X. von Fr. 2'800.-- pro 
Monat aus. Bei einer Ganztagesbeschäftigung sei sie ohne weiteres in der Lage, 
ein Einkommen in dieser Grössenordnung zu erzielen und für den gebührenden 
Unterhalt selbst aufzukommen. In prozessualer Hinsicht verlangt der Berufungsklä-
ger, die Ehefrau sei zu verpflichten, über ihre Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse umfassend Auskunft zu erteilen. So habe sie insbesondere die Steuerer-
klärungen 2005/2006 und die Steuerveranlagungen 2005/2006 herauszugeben so-
wie genaue Angaben über ihre Arbeitgeber zu machen und sämtliche Lohnabrech-
nungen 2006/2007 zu edieren. Die Berufungsbeklagte reichte in der Folge zusam-
men mit der Berufungsantwort vom 14. April 2008 die Ermessenstaxationen für die 
Jahre 2005 und 2006 ein. Weil sie sozialhilfeabhängig sei, habe sie in den besagten 
Jahren keine Steuererklärung ausgefüllt. Für das Jahr 2005 wurde ein Einkommen 
von Fr. 14'200.-- und für das Jahr 2006 ein solches von Fr. 10'000.-- angeführt. 
Aufgrund dieser Sachlage ist es der Berufungsbeklagten gar nicht möglich, die 
Steuererklärungen 2005/2006 und die Steuerveranlagungen 2005/2006 herauszu-
geben. Ausserdem liess sie das Klientenjournal der Sozialen Dienste der G. zukom-
men, wo sämtliche Einkommen detailliert aufgeführt sind. Die Einkommensbelege 
für die Jahre 2006/2007 wurden der Vorinstanz bereits mit Schreiben vom 18. Juni 
2007 zugestellt. Es besteht kein Grund, von der Berufungsbeklagten weitere Unter-
lagen einzufordern, zumal aufgrund der Aktenlage auch kein Anlass zur Annahme 
besteht, dass sie mehr als die von der Vorinstanz angeführten Fr. 1'600.-- pro Monat 
verdient. Hochgerechnet auf 100% dürfte dies einem Einkommen einer einfachen 
Serviceangestellten beziehungsweise Raumpflegerin entsprechen. Eine Erhöhung 
des Arbeitspensums – wie dies der Berufungskläger verlangt – kann der Berufungs-
klägerin indessen nicht zugemutet werden. Gemäss gefestigter Rechtsprechung 
kann einer Vollzeitbeschäftigung erst nach der Vollendung des 16. Altersjahres des 
jüngsten Kindes, eine Teilzeitarbeit nach dessen vollendetem 10. Altersjahr gefor-
dert werden (BGE 129 III 257 = Pra 10/2003 Nr. 175 E. 2.3.1., BGE 115 II 6 E. 3c 
mit weiteren Hinweisen). Wie bereits ausgeführt, wird B. im August 2008 11 Jahre 
alt und die ebenfalls zu Hause wohnende, aus erster Ehe stammende Tochter D. 

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wird im Dezember 2008 15 Jahre alt. Somit kann von der Berufungsbeklagten nicht 
verlangt werden, dass sie ihre Arbeitstätigkeit über ein 50%- Pensum ausbaut. An-
dererseits gilt es aber auch festzuhalten, dass X. durchaus in der Lage ist, dieses 
Einkommen in der Höhe von Fr. 1'600.-- pro Monat zu erwirtschaften. Die Beru-
fungsbeklagte macht in der Berufungsantwort vom 14. April 2008 geltend, dass sie 
den seitens der Vorinstanz für erwirtschaftbar erklärten Lohn von Fr. 1'600.-- mo-
natlich nicht erziele. In diesem Zusammenhang gilt es darauf hinzuweisen, dass 
vom tatsächlichen Leistungsvermögen auch abgewichen und stattdessen von einen 
hypothetischen Einkommen ausgegangen werden darf, falls und soweit sie bei gu-
tem Willen beziehungsweise bei ihr zuzumutender Anstrengung mehr zu verdienen 
vermöchte, als sie effektiv verdient (BGE 128 III 5 E. 4a mit weiteren Hinweisen). 
Das Kantonsgericht teilt die Auffassung der Vorinstanz, wonach die Berufungsbe-
klagte als Serviceangestellte oder Raumpflegerin einen monatlichen Lohn von Fr. 
1'600.-- erwirtschaften kann, zumal der aktuelle Mindestlohn im Gastgewerbe (für 
eine Tätigkeit im Service) für eine Angestellte ohne Berufsausbildung Fr. 3'242.-- 
beträgt (ab 1. Januar 2007; Art. 10 Abs. 1 lit. a L-GAV 98).

Der von der Vorinstanz ermittelte betreibungsrechtliche Grundbedarf der Be-
rufungsbeklagten von Fr. 2'800.-- ist ebenfalls unbestritten und setzt sich wie folgt 
zusammen:
Grundbetrag für alleinstehende Person
(mit Unterstützungspflichten) Fr. 1'250.00
Anteil Wohnungskosten inkl. Nebenkosten Fr.    770.00
Krankenkasse Fr.    210.00
Steuern Fr.    300.00
Versicherungskosten Fr.           30.00  
Total Fr. 2'800.00

ee)  Eine Gegenüberstellung von Leistungsfähigkeit und Grundbedarf er-
gibt, dass die Berufungsbeklagte eine Unterdeckung von Fr. 1'200.-- aufweist (Fr. 
2'800.-- - Fr. 1'600.--), während der Berufungskläger nach Deckung seines Grund-
bedarfes von Fr. 2'740.-- und nach Abzug des zu leistenden Kindesunterhaltes von 
Fr. 850.--, Mittel im Umfang von Fr. 1'194.-- (Fr. 4'784.-- - Fr. 850.-- - Fr. 2’740.--) 
zur Verfügung hat. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz Y. verpflich-
tet hat, monatlich Fr. 1'200.-- an die Berufungsbeklagte zu bezahlen, bis die Tochter 
B. das 16. Altersjahr erreicht hat. Was die Situation nach dem 16. Alterjahr von B. 
betrifft, kann sich das Kantonsgericht aber – wie noch zu zeigen sein wird – der von 
der Vorinstanz getroffenen Entscheidung nicht anschliessen. Die Vorinstanz hat Y. 

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verpflichtet, der Berufungsbeklagten ab Ende August 2013 bis zu seinem Eintritt ins 
gesetzliche Pensionsalter monatlich Fr. 1'000.-- zu leisten.

ff) Der Berufungskläger ist 1953 geboren. Voraussichtlich in 10 Jahren 
wird er pensioniert. Davon hat er noch 5 Jahre monatlich Fr. 1'200.-- an X. zu be-
zahlen (bis B. 16 Jahre alt wird), danach, nach der von der Vorinstanz getroffenen 
Entscheidung, noch rund fünf Jahre den Betrag von Fr. 1'000.--. Es gilt jedoch zu 
berücksichtigen, dass nach der bereits wiedergegebenen Praxis des Bundesgerich-
tes, der Berufungsbeklagten nach vollendetem 16. Altersjahr von B., eine Vollzeit-
beschäftigung zuzumuten ist (BGE 129 III 257 = Pra 10/2003 Nr. 175 E. 2.3.1., BGE 
115 II 6 E. 3c mit weiteren Hinweisen). Es wurde ja auch nicht geltend gemacht, 
dass die Berufungsbeklagte aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage wäre, 
ihr Arbeitspensum zu erhöhen. Die Berufungsbeklagte, die bereits zu 40-50% als 
Raumpflegerin und im Winter zusätzlich als Serviceangestellte tätig ist, muss ihre 
Arbeitstätigkeit nicht neu starten, sondern kann ihre jetzige Tätigkeit ausweiten. Er-
fahrene Leute sind gerade in diesen Brachen gesucht, weshalb es ihr sicherlich 
möglich ist, zusätzlich Fr. 1'200.-- pro Monat zu erwirtschaften, womit ihr Grundbe-
darf von rund Fr. 2'800.-- gedeckt wäre. Die Berufungsbeklagte wendet dagegen 
ein, die fehlende Möglichkeit, eine angemessene Altersvorsorge überhaupt aufzu-
bauen, begründe die Unterhaltszahlung bis zur ordentlichen Pensionierung des Un-
terhaltspflichtigen. Die Berufungsbeklagte übersieht dabei, dass auch der Beru-
fungskläger über keine Altersvorsorge verfügt, weshalb es sich auch aus diesem 
Grund nicht rechtfertigt, dass der Berufungskläger bis zu seiner Pensionierung Fr. 
1'000.-- an X. zu bezahlen hat. Diese Lösung entspricht auch dem vom Bundesge-
richt vertretenen und mit dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB übereinstimmenden 
clean break- Prinzip, wonach soweit immer möglich, jeder Ehegatte für seinen Un-
terhalt selbst zu sorgen hat (vgl. BGE 134 III 145 E. 4). Die Berufung ist somit in 
diesem Punkt teilweise gutzuheissen und Ziff. 5 des angefochtenen Urteils ist auf-
zuheben. Y. ist zu verpflichten, X. ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen mo-
natlich im Voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.-- bis 
Ende August 2013 zu leisten. Danach endet die Unterhaltspflicht.

2. Die Vorinstanz hat Y. verpflichtet, X. einen Betrag von Fr. 3'000.-- als 
angemessene Entschädigung für die während der Ehe aufgebaute Vorsorge zu leis-
ten (vgl. Art. 124 Abs. 1 ZGB). Zu Recht wendet der Berufungskläger dagegen ein, 
dass eine Entschädigung im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZGB nicht gerechtfertigt sei.

a) Die Ehegatten heirateten am 30. Juni 1995. Knapp zwei Jahre später, 
per 1. Mai 1997, machte sich Y. selbständig, weshalb er sich zu diesem Zeitpunkt 

12

mit schriftlichem Einverständnis der Berufungsbeklagten sein Vorsorgeguthaben in 
der Höhe von Fr. 66'818.60 im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG auszahlen liess. 
Die Vorinstanz stellte fest, dass der Ehemann bei einem Verdienst von rund Fr. 
5'000.-- pro Monat während den fraglichen Jahren ein Vorsorgeguthaben von rund 
Fr. 8'000.-- anhäufen konnte. Diese Feststellung wurde von keiner Partei in Frage 
gestellt. Ebenfalls unbestritten ist, dass das Öl- und Gasbrennergeschäft des Beru-
fungsklägers, unter Berücksichtigung von Geschäftsvermögen, Geschäftsschulden 
und Privatschulden gemäss Steuererklärung 2005 lediglich noch einen Wert von 
unter Fr. 6'000.-- aufweist. Beide Parteien verfügen somit über kein Vorsorgegutha-
ben. 

b) Ist bei einem oder bei beiden Ehegatten ein Vorsorgefall bereits ein-
getreten oder können aus andern Gründen Ansprüche aus der beruflichen Vor-
sorge, die während der Dauer der Ehe erworben worden sind, nicht geteilt werden, 
so ist eine angemessene Entschädigung geschuldet. Art. 124 ZGB regelt den Aus-
nahmefall des Vorsorgeausgleichs, den Ausgleich mittels angemessener Entschä-
digung. Wie Art. 122 ZGB setzt auch diese Form des Ausgleichs voraus, dass eine 
oder beide Parteien während der Ehe eine berufliche Vorsorge aufgebaut haben 
(vgl. Baumann/Lauterburg, in FamKommentar Scheidung, Bern 2005, N 1 zu Art. 
124 ZGB). Vorliegend ist unbestritten, dass der bezogene Betrag von Fr. 66'818.60 
nicht in eine andere Vorsorge investiert wurde, sondern offenbar als Startkapital für 
das eigene Geschäft diente und in der Zwischenzeit praktisch völlig aufgebraucht 
ist. Wenn aber das Öl- und Gasbrennergeschäft des Berufungsklägers, unter 
Berücksichtigung von Geschäftsvermögen, Geschäftsschulden und Privatschulden 
gemäss Steuererklärung 2005 lediglich noch einen Wert von unter Fr. 6'000.-- auf-
weist, so ist kein Vorsorgekapital mehr vorhanden, weshalb eine Entschädigung im 
Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZGB nicht zugesprochen werden kann. Kommt hinzu, 
dass als weiteres Kriterium für die Zusprechung einer Entschädigung im Sinne Art. 
124 Abs. 1 ZGB gemäss Praxis gute wirtschaftliche Verhältnisse der pflichtigen Par-
tei vorausgesetzt werden (vgl. Baumann/Lauterburg, a.a.O., N 7 zu Art. 124 ZGB). 
Es besteht kein Zweifel, dass auch diese Voraussetzung bei Y. nicht gegeben ist 
(vgl. auch die im Berufungsverfahren beigelegten Betreibungsurkunden sowie die 
Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums betreffend Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege, PZ 08 12). Die Berufung ist somit in diesem Punkt gutzuheissen 
und Ziff. 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben.

3. a) Nach dem Gesagten ist die Berufung teilweise gutzuheissen. 
Der vorinstanzliche Kostenpunkt wurde - selbst für den Fall der Gutheissung der 
Berufung - nicht angefochten, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. Was die 

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Kosten des Berufungsverfahrens betrifft, gilt es zu berücksichtigen, dass Y. mit sei-
nem Begehren um Streichung der nachehelichen Unterhaltszahlungen teilweise 
durchgedrungen ist, indem die Unterhaltszahlungen Ende August 2013 enden. Hin-
gegen hat er bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin die bereits von der Vorinstanz fest-
gelegten Fr. 1'200.-- pro Monat an X. zu bezahlen. Der Antrag des Berufungsklägers 
um Aufhebung der Verpflichtung um Bezahlung einer Entschädigung von Fr. 3'000.-
- im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZPO wurde gutgeheissen. Es rechtfertigt sich des-
halb, die Kosten des Berufungsverfahrens zwischen den Parteien hälftig zu teilen 
und die ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen.

b) Das Kantonsgerichtspräsidium hat mit Verfügungen vom 7. Juli 2008 
den von X. beziehungsweise Y. gestellten Gesuchen um Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege entsprochen. Die ihnen auferlegten Kosten des Berufungsver-
fahrens sowie die Kosten ihrer Rechtsvertreter sind somit der G. in Rechnung zu 
stellen. Die Rückforderung im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO bleibt vorbehalten. Über 
die Höhe der Entschädigung der Rechtsvertreter wird im Verfahren nach Art. 47 
Abs. 4 ZPO entschieden. Rechtsanwältin Mazzetta sowie Rechtsanwalt Fryberg 
werden ersucht, innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Urteils, ihre detaillierte und 
tarifgemässe Honorarnote einzureichen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziff. 5 und 7 des Dispositivs 
des angefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. Y. wird verpflichtet, X. ab Rechtskraft des Scheidungsurteils einen monatlich 
im Voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.-- bis 
Ende August 2013 zu leisten. Danach endet die Unterhaltspflicht.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 3'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 240.--, insgesamt somit Fr. 
3'240.--, gehen je zur Hälfte zu Lasten der Parteien. Die ausseramtlichen 
Kosten werden wettgeschlagen.

4. a) Die amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens sowie die im Berufungs-
verfahren entstandenen Kosten der Rechtsvertretung von X. und Y. werden 
gestützt auf die gewährte unentgeltliche Rechtspflege der G. in Rechnung 
gestellt.

b) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe bleibt im Sinne von Art. 45 
Abs. 2 ZPO vorbehalten.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise 
einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 
Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 
72 ff. und 90 ff. BGG. 

6. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin: