# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2131709-3490-543c-ae6f-03c54ab15be2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2021 D-4143/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4143-2021_2021-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4143/2021 

 

 
Drid 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Urs Jehle,  

(…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 7. September 2021 / N (…). 

 

 

 

D-4143/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 19. Juni 2021 in der Schweiz um 

Asyl nach. Er liess auf dem Personalienblatt eintragen, er sei am (…) ge-

boren. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass der Beschwerdeführer am (…) in B._______ und am (…) 

in C._______ um Asyl ersucht hatte. 

A.c Am (…) bevollmächtigte der Beschwerdeführer die Mitarbeitenden des 

Rechtsschutzes für Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region 

D._______ mit der Wahrung seiner Interessen. 

A.d Am (…) stellte das SEM bei den (…) Behörden je ein Informationser-

suchen nach Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz (Dublin-III-VO). 

A.e Am (…) teilten die (…) Behörden dem SEM mit, der Beschwerdeführer 

sei entsprechend seinen Angaben unter den Personalien E._______, ge-

boren am (…), Afghanistan, in B._______ registriert worden. Er habe kei-

nerlei Identitätsdokumente zu den Akten gereicht. 

A.f Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom (…) teilte der Beschwerde-

führer dem SEM mit, sein Geburtsdatum sei falsch erfasst worden. Er sei 

am (…) geboren. Bei der Ankunft in der Schweiz sei er aufgrund der an-

strengenden Reise müde, erkrankt und daher nicht konzentriert gewesen. 

Zudem könne er mangels Schulunterricht kaum lesen und schreiben und 

verstehe von Zahlen nicht viel, geschweige denn von Geburtszahlen. Man-

gels Sprachkenntnissen habe er sich auch nicht verständigen können. Der 

Eingabe legte er das korrigierte und von ihm unterschriebene Personalien-

blatt bei. 

A.g Am (…) führte das SEM eine Erstbefragung (Erstbefragung unbeglei-

teter minderjähriger Asylsuchender [EB UMA]) durch. Dabei korrigierte der 

Beschwerdeführer sein Geburtsdatum auf den (…). Es sei bei der Eingabe 

am Vortag (vgl. Bst. A.e hievor) offenbar zu einem Missverständnis mit sei-

ner Rechtsvertretung gekommen. Nach dem afghanischen Kalender habe 

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er «(…) oder irgendwie so» Geburtstag. Er kenne sein genaues Datum nur 

nach dem hiesigen Kalender, nach welchem ihm sein Vater, der in 

F._______ gearbeitet habe, dieses aufgeschrieben habe. Er sei in der Pro-

vinz G._______, Stadt H._______, Quartier I._______ geboren. Er habe 

die Merkblätter nicht lesen können, weil er die Schule nicht besucht habe. 

Als (…) sei er für rund (…) Jahre in die Koranschule gegangen, wo er den 

Koran zu Ende und auch ein paar andere Bücher gelesen habe. Etwa mit 

(…) Jahren habe er angefangen, in einer Werkstatt zu arbeiten. Diese Ar-

beit habe er ausgeführt, bis er sein Heimatland am Abend vor dem afgha-

nischen Nationalfeiertag (19. August, Anmerkung BVGer) im Jahr (…) – er 

sei dannzumal etwa (…) Jahre alt gewesen – verlassen habe. In 

B._______ seien ihm die Fingerabdrücke abgenommen worden. Er habe 

dort kein Asylgesuch stellen wollen und keinen Dolmetscher gehabt. Er 

habe angegeben, minderjährig zu sein beziehungsweise habe er kein Da-

tum angegeben. Er wisse nicht, welches Geburtsdatum die (…) Behörden 

registriert hätten. In B._______ habe er einen anderen Nachnamen ange-

geben in der Hoffnung, dass seine Daten nicht ausfindig gemacht werden 

könnten. Er könne sich nicht erinnern, welches Geburtsdatum er in 

C._______ angegeben habe. Er brachte zudem vor, gesund zu sein, und 

verneinte die regelmässige Einnahme von Medikamenten. 

A.h Am (…) teilten die (…) Behörden dem SEM mit, der Beschwerdeführer 

habe sich unter den Personalien J._______, geboren am (…), Afghanistan, 

registrieren lassen. Sein Asylgesuch sei am (…) abgelehnt worden. 

B.  

B.a Die am (…) am Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

K._______ erstellte 3-Säulen-Modell-Analyse (körperliche, radiologische 

und zahnärztliche Untersuchung/Beurteilung) zur Altersbestimmung ergab 

ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 22 Jahren. Im Zusammen-

schau der Untersuchungsbefunde ergebe sich beim Beschwerdeführer 

zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Mindestalter von 17 Jahren (17.4 Jah-

ren). Das angegebene Geburtsdatum (chronologisches Lebensalter von 

(…) Jahren und […] Monaten) könne somit aufgrund der Ergebnisse der 

forensischen Altersschätzung nicht zutreffen. 

B.b Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am (…) das rechtliche Ge-

hör zur beabsichtigten Anpassung seines Alters im Zentralen Migrationsin-

formationssystem ZEMIS mit Geburtsdatum vom (…). Gleichzeitig wurde 

ihm das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit C._______ und B._______ zur 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss Dublin-III-

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Seite 4 

VO, zum Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) sowie zur Wegweisung nach C._______ oder B._______ ge-

währt. 

B.c Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom (…) unter Hinweis auf 

zahlreiche Anhaltspunkte (angebliche Reaktion auf geplante Altersanpas-

sung; überzeugende Erklärung für das Fehlen von Identitätsdokumenten; 

nicht verwertbare, von den (…) Behörden erfasste, bestrittene Geburtsda-

ten sowie wenig aussagekräftiges Ergebnis aus Altersabklärung) und seine 

als glaubhaft zu erachtenden Angaben an seiner Minderjährigkeit, welche 

einer Wegweisung nach B._______ oder C._______ klar entgegenstehe, 

fest. In B._______ drohe ihm die Abschiebung nach Afghanistan. In 

C._______ sei er schlimmer als ein Tier behandelt, gänzlich ignoriert oder 

geschlagen und angeschrien worden. 

C.  

Das Geburtsdatum des Beschwerdeführers wurde in der Folge im ZEMIS 

– mit Bestreitungsvermerk – auf den (…) angepasst und der Beschwerde-

führer wurde vom SEM für das weitere Verfahren als volljährig erachtet. 

D.  

D.a Am (…) ersuchte das SEM die (…) Behörden um Wiederaufnahme des 

Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO. 

D.b Am (…) reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht des Ambula-

toriums (…) vom (…) mit der Diagnose Vitamin-D-Mangel, (…), (…) und 

(…) zu den Akten. 

D.c Mit Eingabe vom (…) ersuchte der Beschwerdeführer um einen Selbst-

eintritt der Schweiz und (erneut) um Rückgängigmachung der Altersanpas-

sung. Der Eingabe lagen ein USB-Stick mit Videoaufnahmen aus 

B._______ und C._______ und zwei Arztberichte vom (…). und (..) des 

Ambulatoriums (…) mit den zusätzlichen Diagnosen chronische (…) ohne 

Delta-Virus und Schlafstörungen. 

D.d Die (…) Behörden hiessen das Wiederaufnahmeersuchen des SEM 

mit Schreiben vom (…) im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Dublin-III-VO 

gut. 

D.e Mit Arztbericht des Ambulatoriums (…) vom (…) wurden beim Be-

schwerdeführer ein (…) ([…] oder […], Anmerkung BVGer) an den Händen 

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beidseits und (…) (spontaner Austritt von […] aus einem oder beiden […], 

Anmerkung BVGer) diagnostiziert. 

E.  

Mit Verfügung vom 8. September 2021 – eröffnet am 9. September 2021 – 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen Wegweisung 

aus der Schweiz nach C._______ an und forderte den Beschwerdeführer 

auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf des Beschwerdeverfah-

rens zu verlassen. Zudem stellte es fest, das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS laute auf den (…), mit Bestreitungsvermerk. Schliess-

lich hielt es fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende 

Wirkung zu und verfügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten 

gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer. 

F.  

Der Beschwerdeführer focht die Verfügung des SEM vom 8. September 

2021 mit Beschwerde vom 16. September 2021 beim Bundesverwaltungs-

gericht an. Er beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und das SEM anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten. Zudem sei sein 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…), eventualiter auf den (…), zu ändern. 

Subeventualiter sei das Verfahren zwecks vollständiger Abklärung des 

Sachverhalts und Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. In pro-

zessualer Hinsicht sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu ge-

währen und im Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme 

seien die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung abzuse-

hen, bis das Bundesverwaltungsgericht in der Sache entschieden habe. Es 

sei die unentgeltliche Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu gewähren. 

Der Beschwerde lagen der angefochtene Entscheid (ohne Seite 1) sowie 

die Empfangsbestätigung, je in Kopie, bei. 

G.  

Am 17. September 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vor- 

instanzlichen Akten in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Gleichentags setzte die Instruktionsrichterin mit superprovisorischer Mass-

nahme den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers gestützt auf 

Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. 

 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Das Verfahren 

richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG 

nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52  

Abs. 1 VwVG). 

1.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-

tenwechsel verzichtet. 

2.  

Über das Begehren, das Geburtsdatum im ZEMIS sei auf den (…), even-

tualiter auf den (…), zu ändern, ist nicht im vorliegenden Dublin-Verfahren 

zu entscheiden, zumal auch die dazu vorgesehene Beschwerdefrist noch 

nicht abgelaufen ist, weshalb im Nachgang ein separates Verfahren bezüg-

lich der beantragten Datenänderung im ZEMIS zu führen ist (vgl. auch Ur-

teil des BVGer D-3041/2021 vom 7. Juli 2021 E. 2). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt mehrere Verletzungen der Untersuchungs-

pflicht (vgl. Beschwerde, Ziff. 4.2.4, S. 11 ff., Ziff. 6.2, S. 20 f. und Ziff. 7, 

S. 25 f.). Er macht geltend, die Vorinstanz habe durch die mangelnde Ab-

klärung der Umstände der Registrierung in C._______ und B._______ ihre 

Pflicht zur Abklärung des vollständigen Sachverhalts verletzt. In vergleich-

baren Fällen seien von den (…) Behörden die Akten der Registrierung oder 

der Erstbefragung angefordert worden. Die Vorinstanz habe sich im Asyl-

entscheid nur rudimentär zur Situation für Asylsuchende in C._______ ge-

äussert und habe lediglich die völkerrechtlichen Verpflichtungen 

C._______ aufgeführt. Schliesslich habe sie sich mit der medizinischen 

Versorgung in C._______ nicht auseinandergesetzt und damit den medizi-

nischen Sachverhalt nicht erstellt. Diese formellen Rügen sind vorab zu 

prüfen, da sie allenfalls zur Kassation und Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz führen können. 

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3.2 Die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn die Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

3.3 Die Rüge, die Vorinstanz habe im Zusammenhang mit ihren Erwägun-

gen bezüglich der vom Beschwerdeführer behaupteten Minderjährigkeit 

und bezüglich seines Gesundheitszustandes mehrfach den Untersu-

chungsgrundsatz verletzt, erweist sich als unbegründet. Die Vorinstanz hat 

diese Fragen in ihren Erwägungen unter Berücksichtigung der wesentli-

chen Sachverhaltselemente einlässlich und hinreichend differenziert ge-

prüft sowie die mehreren Überlegungen genannt, welche ihrer Gesamtwür-

digung aller vorliegenden Anhaltspunkte zugrunde lagen. Die in der Be-

schwerde geäusserte – weitestgehend unsubstantiierte – Unzufriedenheit 

mit den Schlussfolgerungen der Vorinstanz und insbesondere deren Wür-

digung der Aussagen des Beschwerdeführers kann nicht unter den Tatbe-

stand der ungenügenden und unvollständigen Sachverhaltsfeststellung 

subsumiert werden, sondern stellt vielmehr eine Kritik in der Sache selbst 

dar, zumal der Beschwerdeführer selber ausführt, es könne der Vorinstanz 

nicht der Vorwurf gemacht werden, dass sie das Einholen von Informatio-

nen zumindest nicht versucht habe (vgl. Beschwerde, Ziff. 4.2.4, S. 12). 

Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, den angefochtenen Ent-

scheid aus einem formellen Grund aufzuheben. 

4.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2 je m.w.H.). Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetre-

ten, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zu-

ständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Diesbezüglich kommt die Dublin-

III-VO zur Anwendung. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asyl-

antrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des 

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Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Im Falle einer unbegleite-

ten minderjährigen Person ohne familiäre Anknüpfungspunkte (zu einem 

anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 2 Dublin-III-VO der Staat zu-

ständig, in welchem jene einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt 

hat. Unbegleitete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren aus-

genommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. 

zu Art. 8, m.H.). Vorliegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Be-

schwerdeführers eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit 

C._______ vorrangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. statt vieler: Urteile 

des BVGer D-3041/2021 vom 7. Juli 2021 E. 4.3). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung der angefochtenen Verfügung fest, 

der Beschwerdeführer sei als volljährige Person zu behandeln und sein 

Geburtsdatum auf den (…) mit Bestreitungsvermerk festzulegen. Im Lichte 

der bundesverwaltungsrechtlichen Rechtsprechung würden sich anhand 

des medizinischen Altersguthabens vom (…) keine Aussagen zu seiner 

Minder- beziehungsweise Volljährigkeit machen lassen, weshalb es auch 

nicht als Indiz hierfür herangezogen werden dürfe. Es lasse sich anhand 

des festgestellten Gutachtens jedoch klar feststellen, dass das von ihm 

geltend gemachte Alter ([…] Jahre und […] Monate) nicht zutreffen könne. 

Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Minderjäh-

rigkeit sei entsprechend einzig die Gesamtwürdigung seiner Aussagen und 

der übrigen Indizien ausschlaggebend: So habe der Beschwerdeführer bei 

der Einreichung seines Gesuches unterstützt durch eine Drittperson gel-

tend gemacht, am (…) geboren zu sein. Am (…) habe er eine Eingabe be-

treffend Korrektur des erfassten Geburtsdatums gemacht und darin als kor-

rektes Geburtsdatum den (…) aufgeführt. Anlässlich der EB UMA habe er 

sodann angegeben, er sei am (…) geboren und ein offenbares Missver-

ständnis zwischen ihm und seiner Rechtsvertretung für das tags zuvor gel-

tend gemachte Geburtsdatum vom (…) angeführt. Dies vermöge in keiner 

Weise zu überzeugen, zumal er die Korrektheit des Datums «(…)» als Ge-

burtsdatum auf der eingereichten Korrektur des Personalienblatts unter-

schriftlich bestätigt habe, weshalb die geltend gemachte Korrektur der Ein-

gabe vom (…) mithin als nachgeschobene Schutzbehauptung zu seinen 

Gunsten zu qualifizieren sei. Zwar habe er an der EB UMA einige im Grund-

satz widerspruchslose Angaben zum Datum seiner Ausreise gemacht und 

seinen Wohnort geographisch sehr präzise nennen können, seine restli-

chen Angaben (Alter, Geburtsdatum, Kenntnisse über afghanischen und 

hiesigen Kalender, Schulbildung und insbesondere Registrierungen in 

B._______ und C._______) seien jedoch vage, unglaubhaft und teilweise 

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widersprüchlich ausgefallen. Es sei nicht plausibel, dass die (…) Behörden 

ihn mit einem spezifischen Geburtsdatum als volljährige Person registriert 

hätten, hätte er sich tatsächlich als minderjährige Person ausgegeben. 

Weiter sei unwahrscheinlich, dass er in C._______ als volljährige Person 

unter einem spezifischen Geburtsdatum registriert worden sei und so ein 

gesamtes Verfahren durchlaufen hätte, hätte er diese Personalien nicht 

selber so zu Protokoll gegeben. Diese Erkenntnisse liessen sich mit seinen 

Aussagen in der Schweiz in keiner Weise vereinbaren. Es falle auf, dass 

die dortigen Registrierungen unter identischem Jahrgang (…) erfolgt seien, 

womit eine fehlerhafte Registrierung sehr unwahrscheinlich sei. Zudem 

nähre insbesondere die Information aus B._______, wo er aufgrund seiner 

Aussagen als volljährige Person aufgenommen worden sei, die Zweifel am 

Wahrheitsgehalt seiner Angaben gegenüber den schweizerischen Behör-

den. Er vermöge die abweichenden Registrierungen in C._______ und 

B._______ nicht plausibel zu erklären. Seine Pauschalerklärungen, wo-

nach sein Geburtsdatum falsch registriert worden sei, ohne dass er eine 

Möglichkeit zu deren Berichtigung gehabt habe, stelle keinen begründen-

den, fundierten und konkreten Hinweis dar, um an der völkerrechtskonfor-

men Durchführung seiner Asylverfahren in B._______ und C._______ zu 

zweifeln. 

Die Abgleiche der Fingerabdrücke mit der Datenbank Eurodac würden 

nachweisen, dass der Beschwerdeführer in C._______ ein Asylgesuch ein-

gereicht habe. Die (…) Behörden hätten das Wiederaufnahmeersuchen 

am (…) gutgeheissen, womit die Zuständigkeit bei C._______ liege, das 

weitere Verfahren durchzuführen. C._______ sei gemäss der jüngsten 

bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung ein Rechtsstaat mit funk-

tionierendem Justizsystem und Polizeibehörden, weshalb der Beschwer-

deführer sich mit einer Beschwerde oder Anzeige an die zuständigen Be-

hörden wenden könne, sollte er sich durch (…) Behörden oder Drittperso-

nen ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen. Sein Vorbringen betref-

fend die erlebte Gewalt durch die (…) Behörden habe er sodann nicht be-

legen können. C._______ sei weiterhin für sein Verfahren bis zu einem all-

fälligen Wegweisungsvollzug oder einer allfälligen Regelung des Aufent-

haltsstatus zuständig. Es lägen – trotz der Einreichung seiner vier Video-

aufnahmen – keine ausreichend begründeten Hinweise vor, dass 

C._______ seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen 

wäre und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt 

hätte. Seine Ausführungen vermöchten die Zuständigkeit C._______s zur 

Durchführung seines weiteren Verfahrens nicht zu widerlegen. Es sei nicht 

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davon auszugehen, dass er bei einer Überstellung nach C._______ gra-

vierenden Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt werde, in eine existenzielle Notlage ge-

rate oder unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimat- 

oder Herkunftsstaat überstellt werde. Zudem lägen weder systemischen 

Mängel in C._______s Asyl- und Aufnahmesystem noch Gründe gemäss 

Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO vor, die die Schweiz verpflichten würden, sein 

Asylgesuch zu prüfen. C._______ verfüge über eine ausreichende medizi-

nische Infrastruktur und sei aufgrund der Aufnahmerichtlinie verpflichtet, 

ihm die erforderliche medizinische Versorgung zu gewähren. Es lägen 

keine Hinweise vor, wonach ihm C._______ eine medizinische Behandlung 

verweigert hätte oder zukünftig verweigern würde. Die Behandlung seiner 

chronischen (…) sowie mögliche Psychotherapien könnten auch in 

C._______ erfolgen. 

5.2 Der Beschwerdeführer entgegnet in der Rechtsmittelschrift, dass im 

Übernachmeersuchen an die (…) Behörden das Altersgutachten übermit-

telt und angeführt worden sei, dessen Ergebnis sei nicht mit seinen Anga-

ben vereinbar. Damit gebe die Vorinstanz das Ergebnis des Altersgutach-

ten sowie dessen Verwertbarkeit verkürzt und unvollständig wieder. Ohne 

die Angaben zur Verwertbarkeit des Gutachtens hätten die (…) Behörden 

davon ausgehen müssen, dass ein Altersgutachten vorliege, welches ein 

starkes Indiz gegen seine in der Schweiz geltend gemachte Minderjährig-

keit darstelle. Die Vorinstanz sei zu Unrecht von einer rechtsgültigen Zu-

stimmung C._______ auf das Aufnahmegesuch ausgegangen. Er habe 

weiter überzeugend erklären können, warum er keine Identitätsdokumente 

einreichen könne. Insbesondere sei zu berücksichtigen, dass aufgrund der 

Machtübernahme der Taliban und der damit unsicheren Lage in ganz Af-

ghanistan eine Situation herrsche, welche es ihm aktuell verunmögliche, 

neue Identitätsdokumente zu erhalten. Er habe weiter versucht, die unter-

schiedliche Registrierung in B._______ und C._______ nach bestem Wis-

sen zu erklären. In B._______ sei bei der Registrierung des Asylgesuchs 

kein Dolmetscher anwesend gewesen. Er spreche kein Englisch oder (…). 

Die Polizisten, welche das Asylgesuch erfasst hätten, hätten ihn ange-

schrien und geschlagen. Er habe sehr wenig beziehungsweise sehr 

schlechtes Essen erhalten und sei in einem körperlich sehr angeschlage-

nen Zustand gewesen. Angesichts dieser Umstände sei nachvollziehbar, 

dass er nicht habe überprüfen können, welche Personaleingaben die (…) 

Behörden erfasst hätten. In C._______ habe er lediglich seinen Namen 

genannt, die weiteren Angaben seien von den Polizisten erfasst worden. 

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Die Registrierung sei unter grossem Druck erfolgt, wobei er durch die Po-

lizisten angeschrien und geschlagen worden sei. Da weder in B._______ 

noch in C._______ Abklärungen (z.B. Altersgutachten) getätigt worden 

seien und auch keine Identitätspapiere vorgelegen hätten, seien die dort 

erfassten Personalien falsch, dürften nicht herangezogen werden und wür-

den kein Indiz gegen seine Minderjährigkeit darstellen. Es könne ihm auch 

nicht vorgehalten werden, dass er in der Schweiz mit dem Geburtsdatum 

(…) zunächst falsch registriert worden sei, habe er doch mangels Schreib- 

und Lesekenntnissen das Personalienblatt nicht selber ausfüllen können. 

Dass seine Rechtsvertretung bei der entsprechenden Eingabe zur Korrek-

tur seines – tatsächlich – falsch registrierten Geburtsdatums wohl aufgrund 

eines Übersetzungsfehlers/Missverständnisses den (…) (statt […]) (…) an-

gegeben habe, sei ihm nicht anzulasten. Er habe bei der EB UMA mit «Ko-

ran lesen» das Vorlesen des Korans in der Koranschule durch den Mullah 

gemeint, weshalb seine Aussage vielmehr im soziokulturellen Kontext mit 

Bezug auf Afghanistan und den Betrieb/Ablauf einer Koranschule sowie 

unter Berücksichtigung, dass es sich bei ihm um einen UMA handle, zu 

würdigen sei. In Gesamtbetrachtung aller vorliegenden Indizien und Um-

stände sowie unter Berücksichtigung des Grundsatzes, dass im Zweifels-

fall von der Minderjährigkeit einer unbegleiteten, asylsuchenden Person 

auszugehen sei, habe er seine Minderjährigkeit glaubhaft machen können, 

weshalb er wegen Fehlens von Verwandten oder anderen Bezugsperso-

nen in den Anwendungsbereich von Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO falle und 

deshalb der Umstand der Zustimmung durch die (…) Behörden an der Zu-

ständigkeit der Schweiz nichts zu ändern vermöge. 

Selbst wenn das Gericht wider Erwarten von seiner Volljährigkeit ausginge, 

müsste die Schweiz wegen der systemischen Schwachstellen im (…) Asyl-

system vom Selbsteintritt gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO Gebrauch 

machen. C._______ habe sich in den vergangenen Monaten zu einem der 

wichtigsten Transitländer auf der Balkanroute von (…) nach Westeuropa 

entwickelt. Das (…) Asylsystem gerate daher zunehmend unter Druck und 

es sei dringend eine neue Evaluation der dort bestehenden Situation und 

damit der bisherigen Rechtsprechung angezeigt. Zahlreiche Medien wür-

den darüber berichten, dass in C._______ selbst die normale Bevölkerung 

keinen ausreichenden Zugang zu psychiatrischer Versorgung erhalte. 

Dazu gebe es aktuell aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie einen 

Rückgang von medizinischer Versorgung, namentlich psychologischer und 

psychotherapeutischer Dienstleistungen. 

 

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Seite 12 

6.  

6.1 Nachdem unbegleitete Minderjährige vom Wiederaufnahmeverfahren 

ausgenommen sind (vgl. E. 4 hievor), bestünde bei Minderjährigkeit des 

Beschwerdeführers eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständig-

keit C._______ vorrangige Zuständigkeit der Schweiz. Es ist deshalb zu-

nächst zu prüfen, ob die Vorinstanz die dargelegte Minderjährigkeit des 

Beschwerdeführers zutreffend verneint hat. Im Asylverfahren ist die Min-

derjährigkeit – der allgemeinen asylrechtlichen Beweisregel folgend – von 

der beschwerdeführenden Person zumindest glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 3 und 4.2.3). Über die Glaubhaftigkeit ist im Rahmen 

einer Gesamtwürdigung zu befinden. 

6.2 Gegen die behauptete Minderjährigkeit des Beschwerdeführers spre-

chen mehrere gewichtige Indizien und nicht – wie von ihm vorgebracht – 

lediglich seine Registrierungen in B._______ und C._______. Die Vor- 

instanz hielt in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die bundesver-

waltungsrechtliche Rechtsprechung (BVGE 2018 VI/3) zunächst zu Recht 

fest, dass sich aus dem vorliegenden Altersgutachten keine verlässliche 

Aussage darüber machen liesse, ob eine Voll- oder Minderjährigkeit wahr-

scheinlicher sei. Dennoch hält das Gutachten als Fazit fest, dass aus wis-

senschaftlicher Sicht das vom Beschwerdeführer angegebene Geburtsda-

tum ausgeschlossen werden könne (vgl. Altersgutachten, Ziff. 6.5, S. 5). 

Zudem verwies die Vorinstanz überzeugend auf die vagen, unsubstanziier-

ten und widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Al-

ter, Geburtsdatum, Schulbildung und Registrierungen in anderen europäi-

schen Ländern sowie auf seine gänzlich fehlenden Identitätsdokumente. 

Auf die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz kann zur Vermeidung 

von Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden. In der Beschwerde 

wurde diesen Argumenten nebst der Wiederholung, stets die Wahrheit ge-

sagt zu haben, weder Konkretes noch Stichhaltiges entgegengesetzt. Im 

Übrigen kann er auch aus seinem Hinweis auf den angeblich ähnlich gela-

gerten Fall im kürzlich ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

E-2079/2021 vom 28. Mai 2021 nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal 

jener Beschwerdeführer einheitlich jeweils das gleiche Geburtsdatum ge-

nannt hatte und es sich im Übrigen ohnehin stets um eine Einzelfallbeur-

teilung handelt. Zudem erklärt er durch diesen Verweis auch nicht, weshalb 

er im vorliegenden Verfahren (inklusive seiner Angabe im afghanischen 

Kalender) sechs verschiedene Geburtsdaten genannt hat. Nach dem Ge-

sagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, seine Minderjährig-

keit nachzuweisen respektive glaubhaft zu machen. Somit liegt auch kein 

D-4143/2021 

Seite 13 

Zweifelsfall vor, weshalb für eine Anwendung des in der Beschwerde ge-

nannten Grundsatzes «in dubio pro minore» kein Raum besteht (vgl. dazu 

auch das Urteil des BVGer D-3944/2021 vom 21. September 2021 E. 9.2 

m.w.H.), zumal diesem Grundsatz bereits mit dem herabgesetzten Beweis-

massstab der Glaubhaftigkeit Rechnung getragen wird. 

7.  

7.1 Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden grundsätzlich kein 

Recht ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3). Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer am (…) in C._______ Asyl beantragte. Am (…) er-

suchte die Vorinstanz die (…) Behörden um Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers. Dieses Ersuchen wurde am (…) (Eingang SEM: […]) gut-

geheissen. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz habe beim 

Übernahmeersuchen an die (…) Behörden verkürzte und unvollständige 

Angaben zum Ergebnis des Altersgutachtens gemacht, geht er fehl. Zum 

einen lag das vollständige Altersgutachten dem Ersuchen vorschriftsge-

mäss (vgl. Art. 22 Abs. 3 Dublin-III-VO) bei, zum anderen übersetzte die 

Vorinstanz lediglich das im Gutachten festgehaltene Fazit (vgl. SEM 

act. […]-38/5, S. 4). Überdies ist es gemäss Dublin-III-VO gerade an den 

schweizerischen Behörden gemäss Art. 8 Abs. 2 Dublin-III-VO zu prüfen, 

ob es sich beim Beschwerdeführer um einen UMA handelt, welches das 

Wiederaufnahmeverfahren ausschliessen würde (vgl. E. 4 hievor) und 

nicht an den (…) Behörden. Die Vorinstanz ist demnach mit einem ord-

nungsgemässen Wiederaufnahmeersuchen an die (…) Behörden gelangt. 

Die grundsätzliche Zuständigkeit C._______ ist somit gegeben. 

7.2 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe entgeg-

net, er sei während seines Aufenthalts in C._______ schlecht behandelt 

worden, es sei bei einer Schlägerei auch zu Messerangriffen gekommen 

und die Polizei schütze die Asylsuchenden nicht, sodass er in C._______ 

auf sich selber gestellt gewesen sei, ist Folgendes festzuhalten: Es sind 

keine Gründe für die Annahme ersichtlich, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Antragsteller in C._______ systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO aufweisen, die 

eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im 

Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen würden. 

D-4143/2021 

Seite 14 

7.2.1 C._______ hat die EMRK, das Übereinkommen vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und das Abkommen vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) 

sowie das Zusatzprotokoll der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ra-

tifiziert und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben. Zwar ist den in der Beschwerdeschrift zitierten Berichten zu ent-

nehmen, dass die Situation von (abgewiesenen) Asylsuchenden in 

C._______ teilweise problematisch ist. Dennoch geht das Gericht nicht da-

von aus, die bekannten Unzulänglichkeiten würden in einer Weise auftre-

ten, welche darauf schliessen liesse, dass C._______ grundsätzlich nicht 

gewillt oder nicht fähig sei, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden 

Rechte und Ansprüche zu gewähren beziehungsweise dass diese bei Be-

darf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden könnten. Bislang ha-

ben weder das Bundesverwaltungsgericht noch der Europäische Gerichts-

hof für Menschenrechte (EGMR) – und im Übrigen auch nicht der Gerichts-

hof der Europäischen Union (EuGH) – systemische Schwachstellen im (…) 

Asylsystem erkannt (vgl. in letzter Zeit etwa die Urteile BVGer E-3252/2021 

vom 2. September 2021 E. 9.1.1, E-2591/2021 vom 3. August 2021 

E. 7.4.2 und E-2412/2021 vom 31. Mai 2021 E. 6.2.2). Für eine Änderung 

der geltenden Rechtsprechung besteht auch in Würdigung der vom Be-

schwerdeführer gemachten Äusserungen zu seiner Behandlung in 

C._______ keine Veranlassung. Im Übrigen steht es dem Beschwerdefüh-

rer frei bei den (…) Behörden die seit der Abweisung seines Asylantrages 

veränderte Lage in Afghanistan geltend zu machen. 

7.2.2 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

7.3  

Es besteht auch kein Grund für eine Anwendung der Ermessensklauseln 

von Art. 17 Dublin-III-VO. 

D-4143/2021 

Seite 15 

7.3.1 Droht ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, namentlich gegen 

eine Norm des Völkerrechts, so besteht ein einklagbarer Anspruch auf Aus-

übung des Selbsteintrittsrechts (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2). Die Schweiz 

ist demnach zum Selbsteintritt verpflichtet, wenn andernfalls eine Verlet-

zung des Non-Refoulement-Gebots nach Art. 33 FK, von Art. 3 EMRK, 

Art. 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte 

(UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder Art. 3 FoK droht. Grundsätzlich ist davon 

auszugehen, dass der Dublin-Mitgliedstaat, in den eine Überstellung erfol-

gen soll, bei der Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens die 

aus dem Völkerrecht fliessenden Verpflichtungen respektiert. Diese Ver-

mutung kann im Einzelfall widerlegt werden. Die beschwerdeführende Per-

son muss jedoch konkret darlegen, dass eine aktuelle und ernsthafte Ge-

fahr einer Verletzung einer direkt anwendbaren Norm des Völkerrechts 

droht, wobei es genügt, wenn eine solche Gefahr glaubhaft gemacht wird 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f. und Urteil BVGer D-5698/2017 vom 

6. März 2018 E. 5.3.1). 

7.3.2 Der Beschwerdeführer hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-

getan, die (…) Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzunehmen. 

Den Akten sind denn auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, 

C._______ werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden. Überdies steht es ihm – wie erwähnt – 

frei bei den (…) Behörden die, seit der Abweisung seines Asylantrages, 

veränderte Lage in Afghanistan geltend zu machen. Ausserdem hat der 

Beschwerdeführer nicht dargetan, die ihn bei einer Rückführung erwarten-

den Bedingungen in C._______ seien derart schlecht, dass sie zu einer 

Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 

FoK führen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter 

Praxis davon aus, das (…) Asylsystem weise keine systemischen Mängel 

auf (vgl. oben E. 8.2.1). Das Asylverfahren des Beschwerdeführers in 

C._______ ist nach Auskunft der (…) Behörden zwar abgeschlossen (vgl. 

SEM act. […]-25/1). Es liegen aber keine Hinweise dafür vor, dass die Be-

handlung seines Asylgesuchs mangelhaft sein könnte und seine Wegwei-

sung in Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips verfügt würde. Anzu-

merken gilt es an dieser Stelle, dass sich der Betroffene eigenen Angaben 

zufolge nur knapp (…) Wochen in C._______ aufgehalten hat und danach 

nach L._______ weitergereist ist. Seine Ausreise erfolgte mit anderen Wor-

D-4143/2021 

Seite 16 

ten freiwillig und die (…) Behörden haben nicht versucht, ihn nach Afgha-

nistan oder in ein anderes Land auszuschaffen. Des Weiteren gibt es auch 

keine konkreten Hinweise für die Annahme, C._______ würde dem Be-

schwerdeführer dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehen-

den minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Etwas anderes vermag 

der Beschwerdeführer auch nicht aus den im vorinstanzlichen Verfahren 

eingereichten Videosequenzen abzuleiten, zumal daraus nicht eindeutig 

hervorgeht, wann beziehungsweise in welchem Land die Aufnahmen ent-

standen sind. Es ist vorliegend nicht zu erwarten, dass die bei einer Rück-

führung zu erwartenden Bedingungen in C._______ derart schlecht sind, 

dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 

EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten (vgl. Urteil des BVGer F-3773/2020 

vom 28. Juli 2020 E. 5.3).  

7.4 Hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Überstellungs-

hindernisse ist im Einzelnen Folgendes festzuhalten: Auch wenn die An-

nahme einer Verletzung von Art. 3 EMRK aus gesundheitlichen Gründen 

nicht mehr ein fortgeschrittenes oder terminales Krankheitsstadium bezie-

hungsweise eine Todesnähe voraussetzt (vgl. etwa noch BVGE 2011/9 

E. 7 m.w.H.), bleibt die Schwelle hoch. Sie kann erreicht sein, wenn eine 

schwer kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener 

medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfron-

tiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechte-

rung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem 

Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezem-

ber 2016, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Die vorliegenden gesundheitli-

chen Probleme – (…) an den Händen beidseits, (…)störungen, chronische 

(…) Erkrankung ohne Delta-Virus, welche zur Zeit keiner Therapie bedarf 

(vgl. SEM act. […]-43/6, S. 3), ein Vitamin-D-Mangel, (…), (…) und (…) 

und eine (…) – stellen jedenfalls kein völkerrechtliches Vollzugshindernis 

im Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches zwingend zu einem Selbsteintritt 

führen müsste, da C._______ über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur verfügt (vgl. Urteil des BVGer E-350/2021 vom 1. Februar 2021 

E. 8.2.2). Der auf den (…) vereinbarte Termin beim Psychiater ändert 

nichts daran (vgl. SEM act. […]-47/2, S. 2). Die Mitgliedstaaten sind ver-

pflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die 

zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung 

von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugäng-

lich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). Den Antragstellern mit 

besonderen Bedürfnissen ist die erforderliche medizinische oder sonstige 

D-4143/2021 

Seite 17 

Hilfe (einschliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen Be-

treuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine 

Hinweise vor, wonach C._______ dem Beschwerdeführer eine adäquate 

medizinische Behandlung verweigern würde. Die Vollzugsbehörden wer-

den die (…) Behörden im Sinne von Art. 31 und 32 Dublin-III-VO vor der 

Überstellung über den Gesundheitszustand und die notwendige Behand-

lung informieren; dies ist vorliegend geschehen, sind doch die Hauptdiag-

nosen bei den Überstellungsmodalitäten aufgeführt (vgl. SEM act. […]-

49/1). Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der 

Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. 

7.5 Allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-

sammenhang mit der COVID-19-Pandemie stellen – gemäss aktuellem 

Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse dar und vermö-

gen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern (vgl. Urteil 

des BVGer F-949/2021 vom 24. März 2021 m.H. auf F-1829/2020 vom 

9. April 2020 E. 5.2). 

7.6 Somit bleibt C._______ der für die Behandlung des Asylgesuchs des 

Beschwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO und ist 

verpflichtet, das Asylverfahren gemäss Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO 

wiederaufzunehmen. 

8.  

Die Vorinstanz ist demnach zutreffend zur Erkenntnis gelangt, es sei in An-

wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch nicht einzu-

treten und hat – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen 

Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach C._______ (Art. 32 Bst. a der Asylver-

ordnung 1 über Verfahrensfragen [Asylverordnung 1, AsylV 1, SR 142.311]) 

angeordnet. 

9.  

Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des 

Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind 

allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) 

unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 

m.w.H.). 

D-4143/2021 

Seite 18 

10.  

Der am 17. September 2021 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorlie-

genden Urteil dahin. 

11.  

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung und um Befreiung von der Kosten-

vorschusspflicht gegenstandslos geworden. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da die Rechtsbe-

gehren jedoch nicht als aussichtslos zu betrachten waren und aufgrund der 

Akten von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, ist das 

mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung in Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4143/2021 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das Begehren, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers sei im ZEMIS 

auf den (…) zurückzusetzen, eventualiter auf den (…) anzupassen, wird im 

separaten Verfahren D-4187/2021 behandelt. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Patrick Blumer 

 

 

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