# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d8d90f3-3b5e-57c4-9ca9-9d4a62975827
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.04.2024 SK 2023 194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-194_2024-04-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 194

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. April 2024

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleant Walser, Oberrichter Wuillemin
Gerichtsschreiberin Weissleder

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, .________, 
B.________, .________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Strafkläger 1

D.________

Strafklägerin 2

E.________

Straf- und Zivilklägerin 1

2

F.________

Strafkläger 3

G.________

Strafklägerin 4

H.________

Strafkläger 5

I.________

Strafkläger 6

J.________

Straf- und Zivilkläger 2

K.________

Straf- und Zivilkläger 3

L.________

Strafkläger 7

M.________

Strafkläger 8

N.________

Strafkläger 9

O.________

Strafklägerin 10

P.________ SA

Zivilklägerin

Gegenstand Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfrie-
densbruch etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 29. November 2022 (PEN 21 430)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 
29. November 2022 gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) folgendes Ur-
teil (pag. 25 ff./VII; Hervorhebungen im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen

1. Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch den Konsum von Marihuana, angeb-
lich begangen in der Zeit vom Herbst 2018 bis am 24.11.2019 in .________,

2. Beschimpfung, angeblich begangen am 15.05.2018, um ca. 19:30 Uhr, in .________, 
.________, zum Nachteil der Polizisten Q.________, R.________ und J.________

wird eingestellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten.

II.

A.________ wird freigesprochen 

1. von der Anschuldigung der Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung, angeblich begangen

- am 01.05.2020, 16:30 Uhr, in Bern, .________; 

- am 01.05.2020, 16:39 Uhr, in Bern, .________;

- am 22.06.2020, 15:35 Uhr, in Bern, .________;

- am 09.07.2020, 13:30 Uhr, in Bern, .________;

- am 12.08.2020, 15:45 Uhr, in Bern, .________;

- am 23.08.2020, 07:44 Uhr, in Bern, .________;

- am 06.09.2020, 12:03 Uhr, in Bern, .________;

- am 08.02.2021, 00:00 Uhr, in Bern, .________;

- am 08.06.2021, 23:50 Uhr, in Bern, .________;

- am 22.07.2021, 11:55 Uhr, in Bern, .________;

- am 24.07.2021, 11:40 Uhr, in Bern, .________

2. der Drohung, angeblich begangen am 01.04.2021, in der Zeit vom 06:50 Uhr bis 07.45 Uhr, in 
.________, .________, zum Nachteil von S.________

3. von der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, angeblich begangen am 
22.10.2020, um ca. 22:15 Uhr, in .________, .________, zum Nachteil der Polizisten 
L.________, M.________ und T.________

4. von der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, angeblich begangen am 
02.11.2020, ca. 20:00 Uhr, in .________, .________, zum Nachteil von U.________

4

ohne Ausrichtung einer Entschädigung

unter Auferlegung von einem Fünftel der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus der Ge-
bühr der Untersuchung CHF 7'500.00, der Gebühr des Gerichts CHF 5’000.00 und der Auslagen des 
Gerichts von CHF 20.00 [exkl. der Übersetzungskosten sowie der Kosten für die amtliche Verteidi-
gung]), insgesamt ausmachend CHF 12'520.00, 1/5 ausmachend CHF 2'504.00, an den Kanton 
Bern.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'304.00.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädigung 
von CHF 2'188.20 (inkl. Auslagen und MwSt) ausgerichtet. Davon wurden Rechtsanwalt B.________ 
bereits CHF 1’906.25 anteilsmässig ausgerichtet (Einstellungsverfügung vom 29.10.2021), womit ein 
restanzliches amtliches Honorar von CHF 281.95 auszurichten ist.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Diebstahls, begangen zwischen dem 30.03.2020, 15:00 Uhr, und dem 30.04.2020, 
10:00 Uhr, in .________, .________ zum Nachteil der P.________ SA;

2. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen

2.1. am 16.08.2020, nachmittags, in .________, .________, zum Nachteil des K.________; 
und

2.2. zwischen dem 30.03.2020, 15:00 Uhr, und dem 30.04.20, 10:00 Uhr, in .________, 
.________ zum Nachteil der P.________ SA

3. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

3.1. am 06.10.2018 um 09:25 Uhr in .________, .________, .________, zum Nachteil der 
V.________; und

3.2. in der Zeit vom 29.05.2018 bis am 31.05.2018 in .________ Bern, .________, zum Nach-
teil von W.________;

3.3. zwischen dem 30.03.2020, 15:00 Uhr, und dem 30.04.2020, 10:00 Uhr, in .________ 
.________ zum Nachteil der P.________ SA

4. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfach begangen

4.1. am 20.06.2020, von 11:40 Uhr bis ca. 13:50 Uhr, in .________, .________, .________, 
.________ und auf dem Transport auf die Polizeiwache .________, zum Nachteil des Po-
lizisten F.________;

4.2. am 10.07.2020, um ca. 19:00 Uhr, auf der .________ in Bern zum Nachteil der Polizisten 
G.________ und H.________;

4.3. am 16.08.2020, nachmittags, in .________, .________, und .________, .________, 
.________, zum Nachteil des Polizisten J.________; und

4.4. am 27.07.2021, um 16.20 Uhr, in .________, .________, zum Nachteil des Polizisten 
X.________

5. der Beschimpfung, mehrfach begangen

5

5.1. am 01.05.2020, um ca. 16:00 Uhr, in .________, .________, zum Nachteil der Polizisten 
C.________ und D.________;

5.2. am 08.05.2020, um 17:00 Uhr, in Biel, .________, zum Nachteil der Bahnpolizisten 
Y.________ und Z.________;

5.3. am 20.06.2020, von 11:40 Uhr bis ca. 13:50 Uhr, in .________, .________, .________ 
und auf dem Transport auf die Polizeiwache .________, zum Nachteil des Polizisten 
F.________;

5.4. am 10.07.2020, um ca. 19:00 Uhr, auf der .________ in Bern sowie auf der Polizeiwache 
.________ zum Nachteil der Polizisten G.________ und H.________;

5.5. am 16.08.2020, nachmittags, in .________, .________, .________, .________, 
.________, und .________.________ Bern, zum Nachteil des Polizisten J.________;

5.6. am 27.09.2020, um ca. 00:15 Uhr, auf dem Transport vom .________ auf die Polizeiwa-
che, zum Nachteil des Polizisten I.________;

5.7. am 22.10.2020, um ca. 22:15 Uhr, in .________, .________, .________, zum Nachteil 
der Polizisten L.________, M.________ und N.________;

5.8. mehrfach begangen am 01.04.2021, in der Zeit von 06:50 Uhr bis 07:45 Uhr in 
.________, .________, zum Nachteil von S.________; und

5.9. am 27.07.2021, um 16:20 Uhr, in .________, .________, zum Nachteil der Polizisten 
X.________ und I.________

6. der Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung, mehrfach begangen in der Zeit von 06.06.2018 
bis 15.08.2021 in Bern, .________

7. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen

7.1. am 01.04.2021, in der Zeit von 06:50 Uhr bis 07:45 Uhr in .________, .________, zum 
Nachteil von S.________; und

7.2. am 25.04.2021, um ca. 07:30 Uhr, in .________, .________, .________, zum Nachteil 
von AA.________

8. des Diebstahls, geringfügig, begangen am 15.05.2021 um 17:00 Uhr in .________ Bi-
el/Bienne, .________, zum Nachteil der V.________

9. der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch den Konsum von Marihuana, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 02.12.2019 bis am 27.07.2021 in .________, .________ 
und anderswo

10. der Übertretung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen am 30.11.2019 auf der 
Bernmobil-Linie .________, .________ (08.06 Uhr)

11. der Verunreinigung von fremdem Eigentum (Art. 8 KStrG), mehrfach begangen

11.1. am 20.06.2020, von 11:40 Uhr bis ca. 13:50 Uhr, in .________, Polizeiwache .________; 
und

11.2. am 10.07.2020, um ca. 19.00 Uhr, auf der Polizeiwache .________ zum Nachteil der 
E.________

12. des Unanständigen Benehmens, mehrfach begangen

12.1. am 01.05.2020, um ca. 16:00 Uhr, in .________, .________;

12.2. am 08.05.2020, um 21:42 Uhr, in .________, .________;

6

12.3. am 08.05.2020, um 17:00 Uhr, in Biel, .________;

12.4. am 20.06.2020, von 11:40 Uhr bis ca. 13:50 Uhr, in .________, vor der .________;

12.5. am 10.07.2020, um ca. 19:00 Uhr, auf der .________ und der Polizeiwache .________ 
zum Nachteil der E.________;

12.6. am 27.09.2020, um ca. 00:15 Uhr, in .________, .________;

12.7. am 18.10.2020, um 17:42 Uhr, in .________, .________; und

12.8. am 08.02.2021, um 02:00 Uhr, in .________, .________

13. der Verweigerung der Namensangabe, begangen am 10.07.2020, um ca. 19:00 Uhr, auf der 
.________

14. der Übertretung gegen die Covid-19-Verordnung, mehrfach begangen

14.1. am 08.02.2021, um 02:00 Uhr, in .________, .________ und

14.2. begangen am 01.04.2021, in der Zeit von 06:50 Uhr bis 07:45 Uhr, in .________, 
.________

und in Anwendung der Artikel 
34, 40, 41, 47, 49, 51, 106, 126, Abs. 1, 139 Ziff. 1, 139 i.V.m. 172ter, 144 Abs. 1, 177, 186, 285 StGB
119 Abs. 1 AIG
19a Ziff.1 BetmG
57 Abs. 3 PBG
8, 12 Abs. 1 Bst. b, 15 KStrG
13 Bst. f Covid-19-Verordnung
426 ff. StPO

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 290 Tagen, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil vom 20.06.2018, 
unter Anrechnung der vorläufigen Festnahmen und der polizeilichen Gewahrsam im Umfang von 
11 Tagen.

2. Zu einer Geldstrafe von 67 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend CHF 2’010.00, teilweise als 
Zusatzstrafe zum Urteil vom 29.11.2021, unter Anrechnung des Bussen-Kostendepots in der 
Höhe von CHF 170.00.

3. Zu einer Busse von CHF 2'230.00, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil vom 29.11.2021, bei 
Nichtbezahlung ersatzweise umgewandelt in eine Freiheitsstrafe von 22 Tagen.

4. Zu einer Landesverweisung von 6 Jahren.

5. Zu vier Fünftel der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus der Gebühr der Untersu-
chung CHF 7'500.00, der Gebühr des Gerichts CHF 5’000.00 und der Auslagen des Gerichts 
von CHF 20.00 [exkl. der Übersetzungskosten sowie der Kosten für die amtliche Verteidigung]), 
insgesamt ausmachend CHF 12'520.00, 4/5 ausmachend CHF 10'016.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 9'216.00.

IV.

7

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ wird bestimmt auf CHF 8'752.70 (inkl. Auslagen 
und MwSt).

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 8'752.70.

2. A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Rechtsanwalt B.________ hat auf sein Nachforderungsrecht gegenüber A.________ (Differenz 
zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar) implizit verzichtet.

V.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 75.00 Schadenersatz an die Straf- und Zivilklägerin E.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 200.00 Genugtuung an den Straf- und Zivilkläger J.________.

3. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden. 

VI.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt: 

1. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung wird die Zivilklage der Zivilklägerin 
P.________ SA auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

2. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung wird die Zivilklage des Straf- und Zi-
vilklägers K.________ auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO).

VII.

Weiter wird verfügt: 

1. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 60.00 und CHF 110.00, total ausmachend 
CHF 170.00, wird in der Höhe von CHF 170.00 zur Deckung der Geldstrafe von CHF 2’010.00 
verwendet.

2. Die folgenden Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB)

2.1. Das Mobiltelefon Apple, iPhone, weiss

2.2. Die Bierdose Prix-Garantie, Lage, 0.5l

3. Das Taschenmesser wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben.

4. Es wird festgestellt, dass über die DNA-Profile PCN-Nr. .________ und PCN-Nr. .________ mit 
Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 29.10.2021 bereits verfügt wurde.

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung der von A.________ erstellten 
DNA-Profile (PCN-Nr. .________ und PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist 
vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

8

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet. 

7. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 (pag. 60/VII) fristgerecht die 
Berufung an. Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 19. April 2023 
(pag. 88 ff./VII) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 19. April 2023 zuge-
stellt (pag. 174 ff./VII). Am 10. Mai 2023 reichte der Beschuldigte form- und fristge-
recht die Berufungserklärung ein (pag. 205 ff./VII). Der Beschuldigte beschränkte 
seine Berufung auf die Kostenfolgen der Einstellung betreffend Übertretung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz und Beschimpfung (Ziff. I. des erstinstanzlichen Ur-
teils), die Freisprüche von den Anschuldigungen der Missachtung der Ein- oder 
Ausgrenzung, Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und 
der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Ziff. II. des erstin-
stanzlichen Urteils) sowie auf die damit zusammenhängenden Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen, die Schuldsprüche (Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteils) und 
auf die damit einhergehende Bestrafung (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse, Lan-
desverweisung, Tragung der Verfahrenskosten und Entschädigungsfolgen; Ziff. III. 
und IV. des erstinstanzlichen Urteils), die Verurteilungen im Zivilpunkt (Ziff. V. des 
erstinstanzlichen Urteils) und die weiteren Verfügungen (Ziff. VII. des erstinstanzli-
chen Urteils; pag. 206/VII). Mit Berufungserklärung ersuchte er weiter um die Ertei-
lung der unentgeltlichen Rechtspflege, welche ihm mit Verfügung vom 16. Mai 
2023 antragsgemäss gewährt wurde (pag. 213 ff./VII). 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 1. Juni 2023 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 230 ff./VII). 

Mit Eingabe vom 9. Juni 2023 teilte E.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilklä-
gerin 1), mit, dass auf die Erklärung der Anschlussberufung verzichtet und kein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt werde (pag. 235/VII). 
Die restlichen Parteien liessen sich nicht vernehmen. 

Die Berufungsverhandlung fand am 2./3. April 2024 statt (pag. 371 ff./VII). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (datierend vom 8. März 2024, pag. 339 ff./VII) und je ein er-
gänzender Bericht hinsichtlich der Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung 
beim Migrationsdienst des Kantons Bern (datierend vom 12. März 2024, 
pag. 354 f./VII) und dem Staatssekretariat für Migration SEM (datierend vom 
6. März 2024, pag. 334 ff./VII) über den Beschuldigten eingeholt. 

Zusätzlich zu ihrem Bericht liess der Migrationsdienst des Kantons Bern am 
13. März 2024 dem Obergericht sämtliche Migrationsakten auf einer CD zukom-
men (pag. 357 f./VII). 

9

Schliesslich wurde der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung erneut 
einvernommen (pag. 375 ff./VII). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte namens des Beschuldigten an der Berufungsver-
handlung vom 2. April 2024 die mit Berufungserklärung vom 10. Mai 2023 in Aus-
sicht gestellten Anträge (pag. 206/VII und 390/VII): 
Schuld- und Sanktionspunkt 

1. In Gutheissung der Berufung seien Dispositivziffer II., III. und VII. des Urteils vom 29.11.2022 
des Regionalgerichts Oberland (PEN 21 430) aufzuheben und der Beschuldigte sei von Schuld 
und Strafe sowie von Nebenfolgen vollumfänglich freizusprechen. 

Zivilpunkt

2. In Gutheissung der Berufung sei Dispositivziffer V. des Urteils vom 29.11.2022 des Regionalge-
richts Oberland (PEN 21 430) aufzuheben und die Zivilforderungen seien auf den Zivilweg zu 
verweisen. 

Kostenpunkt

3. In Gutheissung der Berufung seien Dispositivziffer I. und III. und IV. des Urteils vom 29.11.2022 
des Regionalgerichts Oberland (PEN 21 430) aufzuheben und die Verfahrenskosten seien voll-
umfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

10

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Eine Person kann ein Urteil nur dann anfechten, wenn sie durch 
dieses beschwert ist, was vorliegend beim Einstellungspunkt, bei den Freisprüchen 
und betreffend Rückgabe des Taschenmessers nicht der Fall wäre. Es ergibt sich 
aus dem Wesen des Rechtsmittels, das naturgemäss auf die Herbeiführung einer 
günstigeren Entscheidung gerichtet ist (BÄHLER, in: Basler Kommentar zur Schwei-
zerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 10 zu Art. 398 StPO).

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das vorinstanzliche Urteil 
damit insoweit in Rechtskraft erwachsen, als das Strafverfahren gegen den Be-
schuldigten wegen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Beschimp-
fung, ohne Ausrichtung einer Entschädigung, eingestellt wurde (Ziff. I. des erstin-
stanzlichen Urteils) sowie die Zivilklagen der Zivilklägerin P.________ SA und des 
Straf- und Zivilklägers 3 K.________ auf den Zivilweg verwiesen wurden (Ziff. VI. 
des erstinstanzlichen Urteils).

Soweit der Beschuldigte von den Anschuldigungen der Missachtung der Ein- oder 
Ausgrenzung, Drohung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und 
der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand (Ziff. II. des erstin-
stanzlichen Urteils) freigesprochen wurde, fehlt ihm – wie eingangs erwähnt – das 
rechtlich geschützte Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids 
(Beschwer), weshalb auf die diesbezüglich erhobene Berufung nicht einzutreten ist. 
Dasselbe gilt in Bezug auf die vorinstanzlich verfügte Rückgabe des Taschenmes-
sers an den Beschuldigten (Ziff. VII. 3. des erstinstanzlichen Urteils). 

Zu überprüfen sind infolge der Berufung des Beschuldigten die Schuldsprüche 
(Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteils), die Sanktion (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, 
Busse), die Verurteilung zu einer Landesverweisung von 6 Jahren (und deren Ein-
tragung im Schengener Informationssystem) sowie auch die Verlegung der Verfah-
renskosten (Ziff. I., II., III. und IV. des erstinstanzlichen Urteils), die Verurteilungen 
im Zivilpunkt (Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteils) und – soweit darauf eingetreten 
wird – die weiteren Verfügungen gemäss Ziff. VII. des erstinstanzlichen Urteils 
(Ziff. VII. 1. und 2.). Nicht in Rechtskraft erwachsen kann sodann die Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren (Ziff. II. und IV. 
des erstinstanzlichen Urteils), wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars für die 
Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz allerdings nur zurückzukommen 
ist, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen 
in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts [nachfol-
gend zit. BGer] 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 
vom 11. Januar 2017 E. 2.3). Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die 
Kammer ebenfalls neu zu beurteilen sind die Verfügungen hinsichtlich der erstellten 
DNA-Profile des Beschuldigten (Ziff. VII.4. und 5. des vorinstanzlichen Urteilsdis-
positivs).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen und der der Rechts-
kraft nicht zugänglichen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist 

11

jedoch aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechte-
rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, das heisst sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Vorbemerkung zu den Verfahrensgrundsätzen

6. Grundsatz «ne bis in idem»

6.1 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte – wie bereits in erster Instanz (vgl. pag. 14/VII) – betref-
fend Ziff. 5 der Anklageschrift (nachfolgend zit. AKS) vor, der Lebenssachverhalt 
sei durch die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 29. Oktober 2021 
(pag. 184 ff./V) bereits eingestellt worden, weshalb kein Schuldspruch ergehen 
könne. Entgegen der Vorinstanz werde der Sachverhalt, wie er in der Anklage-
schrift umschrieben sei, eingestellt und nicht dessen rechtliche Würdigung. Es liege 
Tatidentität vor, was zu einer Sperrwirkung führe. Der Grundsatz «ne bis in idem» 
finde vorliegend Anwendung, es habe ein Freispruch zu ergehen (pag. 390 f./VII). 

6.2 Rechtliche Grundlagen

Nach Art. 11 Abs. 1 StPO («Verbot der doppelten Strafverfolgung» oder «ne bis in 
idem») darf wegen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden, wer in der 
Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist. Vorbehalten blei-
ben die Wiederaufnahme eines eingestellten oder nicht anhand genommenen Ver-
fahrens und die Revision (Art. 11 Abs. 2 StPO). Der Grundsatz «ne bis in idem» 
verbietet die Wiederholung eines durch rechtskräftige Entscheidung abgeschlosse-
nen Verfahrens. Er bildet mithin ein Verfahrenshindernis, das in jedem Verfahrens-
stadium von Amtes wegen zu berücksichtigen ist (BGE 144 IV 362 E. 1.3.2 mit 
Hinweisen; BGer 6B_56/2020 vom 16. Juni 2020 E. 1.3.1). Einem freisprechenden 
Endentscheid gleichgestellt ist nach Art. 320 Abs. 4 StPO eine rechtskräftige Ein-
stellungsverfügung. Will die Staatsanwaltschaft nur hinsichtlich eines Teils des in-
kriminierten Sachverhalts einen Strafbefehl ausfällen oder Anklage erheben, muss 
sie eine beschwerdefähige, formelle Teileinstellungsverfügung mit entsprechender 
Rechtsmittelbelehrung erlassen (BGE 138 IV 241 E. 2.4 f.; bestätigt in BGE 148 IV 
124 E. 2.6.5). Eine explizite Teileinstellungsverfügung, die nicht den ganzen Le-
benssachverhalt, sondern lediglich einzelne, erschwerende Tatvorwürfe betrifft, 
kann zur Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft erforderlich sein, da diese 
damit mittels Beschwerde (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO), die 
für den von ihr angestrebten Schuldspruch erforderliche Änderung oder Ergänzung 
der Anklage erreichen kann (BGE 138 IV 241 E. 2; 148 IV 124 E. 2.6.5). In 
BGE 144 IV 362 E. 1.3.1 führte das Bundesgericht aus, eine Teileinstellung komme 
grundsätzlich nur in Betracht, wenn mehrere Lebensvorgänge oder Taten im pro-
zessualen Sinne zu beurteilen seien, die einer separaten Erledigung zugänglich 
seien; soweit es sich lediglich um eine andere rechtliche Würdigung ein und des-
selben Lebensvorgangs handle, scheide eine teilweise Verfahrenseinstellung aus. 

12

6.3 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog zur Rüge der Verteidigung das Folgende (pag. 95 f./VII, S. 8 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Eine Teileinstellung kommt gemäss BGE 144 V 362 E. 1.3.1 S. 365 grundsätzlich nur in Betracht, 
wenn mehrere Lebensvorgänge oder Taten im prozessualen Sinn zu beurteilen sind, die einer sepa-
raten Erledigung zugänglich sind. Soweit es sich hingegen lediglich um eine andere rechtliche Würdi-
gung desselben Lebensvorgangs handelt, scheidet eine teilweise Verfahrenseinstellung aus. Wird 
das Verfahren teilweise eingestellt, obwohl hierfür kein Raum besteht, und erwächst die Teileinstel-
lung in Rechtskraft, steht deren Sperrwirkung einer Verurteilung wegen des gleichen Lebenssachver-
halts entgegen. 

Die Einstellungsverfügung hielt Folgendes fest: «Insofern kann dem Beschuldigten zwar nachgewie-
sen werden, dass er sich im Wohnwagen gegen den Willen der Berechtigten aufhielt, nicht aber, dass 

er dort einen Schaden zufügte oder Vermögenswerte entwendete. Das Verfahren ist in diesen Punk-

ten einzustellen.» (pag. 190/V). Entsprechend kann zwar von einer Täteridentität, nicht jedoch von ei-
ner Tatidentität gesprochen werden, zumal nicht derselbe Lebenssachverhalt betroffen ist. Beim 
Hausfriedensbruch wird das widerrechtliche Aufhalten im Wohnmobil unter Strafe gestellt, beim Dieb-
stahl bzw. der Sachbeschädigung hingegen die Schadensverursachung bzw. die Entwendung von 
Gegenständen. Folglich ist der Grundsatz «ne bis in idem» nicht anwendbar und eine Bestrafung 
kommt grundsätzlich in Frage.

6.4 Einschätzung der Kammer

Die Kammer kann sich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz vollumfäng-
lich anschliessen. Wie von der Vorinstanz ausgeführt, schützen die Tatbestände 
des Hausfriedensbruchs und des Diebstahls bzw. der Sachbeschädigung unter-
schiedliche Rechtsgüter. Die Tatbestände stehen in echter Konkurrenz zueinander 
und es liegt ihnen jeweils ein klar voneinander abgrenzbarer Lebenssachverhalt zu 
Grunde. Aus der Einstellungsverfügung vom 29. Oktober 2021 (pag. 184 ff./VI) 
geht sodann ausdrücklich hervor, dass das Verfahren nur betreffend Diebstahl und 
Sachbeschädigung und nicht betreffend Hausfriedensbruch eingestellt werden soll: 
«Insofern kann dem Beschuldigten zwar nachgewiesen werden, dass er sich im 
Wohnwagen gegen den Willen der Berechtigten aufhielt, nicht aber, dass er dort 
einen Schaden zufügte oder Vermögenswerte entwendete. Das Verfahren ist in 
diesen Punkten einzustellen» (pag. 190/V). Überdies sind auch im Rubrum der Ein-
stellungsverfügung nur diese beiden Tatbestände unter Ziff. 2 aufgeführt. Nach 
dem Gesagten ist festzuhalten, dass aufgrund der voneinander abgrenzbaren Le-
benssachverhalte eine Teileinstellung möglich war und der Grundsatz «ne bis in 
idem» durch einen allfällig auszusprechenden Schuldspruch hinsichtlich des Haus-
friedensbruchs nach AKS Ziff. I.5 nicht tangiert wird. Die Rüge der Verteidigung 
stösst folglich ins Leere.

7. Anklagegrundsatz

Die Verteidigung rügt vor oberer Instanz hinsichtlich mehreren Ziffern der Anklage-
schrift eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Es wird im Nachfolgenden einzeln 
darauf eingegangen. 

13

7.1 Vorbringen der Verteidigung 

7.1.1 AKS Ziff. I.1

Nach Ansicht der Verteidigung verletzt der angeklagte Tatzeitraum von einem Mo-
nat den Anklagegrundsatz (pag. 390/VII). 

7.1.2 AKS Ziff. I.8

Die Verteidigung monierte, es sei ein pauschaler Zeitraum von 3 Jahren angeklagt, 
was den Anklagegrundsatz verletze. Es sei nicht möglich zu eruieren, welche Vor-
fälle genau gemeint seien. Eine Verteidigung sei für den Beschuldigten ohne ge-
naue Datumsangabe in der Anklageschrift nicht möglich. Bei dieser Anklage-
schriftsziffer sei die Informationspflicht nicht eingehalten worden (pag. 392/VII). 

7.1.3 AKS Ziff. I.11 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung hielt die Verteidigung fest, die 
Vorwürfe seien zu pauschal angeklagt und würden sich nicht überprüfen lassen. 
Der Anklagegrundsatz sei auch in diesem Punkt verletzt (pag. 392/VII).

7.1.4 AKS Ziff. I.16 

Die Verteidigung brachte vor, die erste Covid-19-Verordnung stamme vom 28. Fe-
bruar 2020 und sei danach alle paar Tage geändert worden. Es sei nicht ersicht-
lich, welche Norm sein Klient überhaupt verletzt habe, weshalb vorliegend der An-
klagegrundsatz verletzt worden sei (pag. 392/VII). 

7.2 Rechtliche Grundlagen 

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 Bst. a und b 
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) abgeleiteten und 
in Art. 9 Abs. 1 sowie Art. 325 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt 
die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunkti-
on). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ih-
rem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 
subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklage-
prinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garan-
tiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Entscheidend ist, 
dass die beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie be-
schuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Ver-
teidigung richtig vorbereiten kann. Solange klar ist, welcher Sachverhalt der be-
schuldigten Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise 
Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die 
nähere Begründung der Anklage erfolgt in Schranken; es ist Sache des Gerichts, 
den Sachverhalt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage um-
schriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdi-
gung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; vgl. BGE 144 I 234 E. 5.6.1; BGE 143 IV 
63 E. 2.2; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; BGer 6B_1182/2020 vom 4. Januar 2022 
E. 1.2; 6B_692/2020 vom 27. September 2021 E. 1.2.1; 6B_658/2020 vom 23. Au-
gust 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen).

14

Wie detailliert der Sachverhalt umschreiben sein muss, hängt von den Umständen 
des Einzelfalls insb. von der Schwere der Vorhalte, der Komplexität der Subsumti-
on und in gewissem Masse auch von der Beweislage ab. Je komplexer und gra-
vierender Vorwurf ein wiegt, desto spezifischer muss der Sachverhalt umschrieben 
werden (HEIMGARTNER/NIGGLI, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 25 f. zu Art. 325 StPO). Lassen sich die zeitlichen 
Verhältnisse nicht exakt rekonstruieren, ist auch eine genau Datums- und Zeitbe-
schreibung entbehrlich und genügt die Angabe eines bestimmten Zeitraums, so-
lange für die beschuldigte Person kein Zweifel besteht, welches Verhalten ihr vor-
geworfen wird (BGer 6B_1416/2020 vom 30. Juni 2021 E. 1.3; 6B_720/2018 vom 
3. Oktober 2018 E. 1.3; 6B_676/2013 vom 28. April 2014 E. 3.5.5; 6B_441/2013 
vom 4. November 2013 E. 3.2). Das Gesetz verlangt nicht das präzise Datum, son-
dern die "Beschreibung von [...] Zeit", die üblicherweise in der Angabe eines Da-
tums erfolgen kann. Die Zeitangabe ist indes nur eine der Angaben zur Umschrei-
bung der Tatausführung. Es hängt wesentlich von der Beweissituation und Ge-
währleistung effektiver Verteidigungsmöglichkeiten und damit von der Verfahrens-
fairness ab, ob ein längerer Zeitrahmen noch als im Sinne von Art. 325 Abs. 1 Bst. f 
StPO genügend bestimmt beurteilt werden kann. Mit anderen Worten bestimmt 
sich die (noch) zulässige Zeitangabe nach Massgabe des konkreten Anklagesach-
verhalts (BGer 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 1.2.1; 6B_489/2018 vom 31. 
Oktober 2018 E. 2.3). Bei gehäuften und regelmässigen Delikten wird dem Ankla-
gegrundsatz Genüge getan, wenn die Handlungen in zeitlicher und örtlicher Hin-
sicht lediglich approximativ umschrieben werden. Der Zeitraum ist auf eine be-
stimmte Dauer einzugrenzen. Nicht entscheidend ist, ob sich der Beschwerdeführer 
effektiv ein Alibi beschaffen kann oder sich an den Tatzeitraum erinnert 
(BGer 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 1.2.1; 6B_619/2019 vom 11. März 
2020 E. 2.3; 6B_907/2015 vom 7. Dezember 2015 E. 1.3)

7.3 Einschätzung der Kammer

7.3.1 AKS Ziff. I.1 

Mit Blick auf die dargelegte bundesgerichtliche Rechtsprechung erachtet die Kam-
mer den Anklagegrundsatz betreffend AKS Ziff. I.1 als nicht verletzt. Die genauen 
zeitlichen Verhältnisse liessen sich im vorliegenden Fall nicht rekonstruieren, dies 
war aber auch nicht von Nöten. Es geht aus dem angeklagten Sachverhalt genü-
gend konkret hervor, welches Verhalten dem Beschuldigten vorgeworfen wird 
(«unbefugtes Eindringen in das Kleidergeschäft P.________ und die Entwendung 
diverser Gegenstände»), weshalb der angegebene Deliktszeitraum von 30. März 
2020 bis 30. April 2020 nicht schadet. Gestützt auf den angeklagten Sachverhalt 
konnte sich der Beschuldigte entsprechend umfassend verteidigen. Der Anklage-
grundsatz ist nicht verletzt. 

7.3.2 AKS Ziff. I.6.1

Nach Ansicht der Kammer ist auch dieser angeklagte Sachverhalt genügend präzi-
se umschrieben. Die Rüge der Verteidigung, wonach der Sachverhalt gar nicht wie 
angeklagt passiert sein könne, ist Frage der Beweiswürdigung und trifft nicht den 
Anklagegrundsatz. Überdies ist festzuhalten, dass die Abweichung des Zeitpunktes 

15

der Kopfnuss lediglich eine zeitliche Ungenauigkeit darstellt, dies ändert aber nichts 
daran, dass aus der Anklageschrift das dem Beschuldigten vorgeworfene Verhalten 
klar hervorgeht. Die Anklageschrift erfüllt somit auch in diesem Anklagepunkt die 
Umgrenzungs- und Informationsfunktion. 

7.3.3 AKS Ziff. I.8

Betreffend AKS Ziff. I.8 kann festgehalten werden, dass die Tatvorwürfe über einen 
langen Zeitraum von rund drei Jahren eingegrenzt wurden. Eine zeitliche Konkreti-
sierung hinsichtlich des einzelnen Vorwurfs, mithin die Angabe einer genauen Da-
tumsangabe, ergibt sich aus der Anklageschrift indes nicht. Angesichts des langen 
Tatzeitraums in Kombination mit der hohen Anzahl der Vorwürfe (insgesamt 
96 Missachtungen der Ausgrenzung) ist der Verteidigung somit zu folgen, soweit 
sie vorbringt, dass es nicht möglich sei zu eruieren, welche Vorfälle in der Anklage 
genau gemeint seien; zumal die Anklageschrift auch in örtlicher Hinsicht jegliche 
Konkretisierung vermissen lässt. Eine sachgerechte und wirksame Verteidigung ist 
gestützt auf den Sachverhalt betreffend AKS Ziff. I.8 nicht möglich. Es ist überdies 
hervorzuheben, dass es der Anklagebehörde aufgrund der zahlreichen sich in den 
Akten befindlichen Anzeigerapporte (vgl. u.a. pag. 108 ff./II, 231 ff./II, 262 ff./II und 
74 ff./V) ohne weiteres möglich gewesen wäre, den konkreten Vorwurf in zeitlicher 
Hinsicht präzise zu umschreiben und sie es dennoch unterliess. Mangels Auflistung 
der einzelnen Wiederhandlungen ist es dem Beschuldigten denn auch gar nicht 
möglich, einzelne Freisprüche zu verlangen. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, 
dass die Anklageschrift betreffend AKS Ziff. I.8 der Informationsfunktion nicht hin-
reichend nachkommt, womit der Anklagegrundsatz verletzt ist. 

Als Folge ist das Verfahren gegen den Beschuldigten – soweit er durch die Vorin-
stanz nicht bereits freigesprochen wurde (vgl. Ziff. II.1 erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs) wegen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung, mehrfach begangen, in 
der Zeit zwischen 6. Juni 2018 bis 15. August 2021 in .________, einzustellen. 

7.3.4 AKS Ziff. I.11

Die Kammer verkennt nicht, dass der betreffend AKS Ziff. I.11 angeklagte Sach-
verhalt knapp gehalten und wenig konkret ist. Der Anklagebehörde wäre es hin-
sichtlich des angeklagten Konsums gestützt auf diverse sich den Akten befindli-
chen Drogenschnelltests sowie Anzeigerapporte grundsätzlich möglich gewesen 
den angeklagten Sachverhalt sowohl in zeitlicher als auch in örtlicher Hinsicht prä-
ziser zu umschreiben. Hinsichtlich des Erwerbs und des Besitzes des Marihuanas 
lagen der Anklagebehörde hingegen keine genaueren Angaben vor, weshalb ihr 
der vage gehaltene Sachverhalt nicht angelastet werden darf. Gewisse Unsicher-
heiten, insbesondere in Bezug auf Drogenmengen und den genauen Zeitraum, lie-
gen bei Betäubungsmitteldelikten jedoch gerade in der Natur der Sache und es 
können häufig keine genauen Angaben gemacht werden. Wie zuvor festgehalten 
(vgl. Ziff. 7.2 hiervor) gilt gemäss bundesgerichtlich Rechtsprechung, dass wenn 
sich die zeitlichen Verhältnisse nicht exakt rekonstruieren lassen, eine Angabe ei-
nes bestimmten Zeitraumes genügt, solange für die beschuldigte Person kein Zwei-
fel darüber besteht, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird. Dem Beschuldigten 
durfte trotz knapp gehaltenem Anklagesachverhalt klar gewesen sein, welches 

16

Verhalten ihm vorgeworfen wird, zumal er den Sachverhalt anlässlich der Beru-
fungsverhandlung auch vollumfänglich eingestand. Hinzukommend werden dem 
Beschuldigten in AKS Ziff. I.11 nur Übertretungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz vorgeworfen, welche lediglich eine Busse nach sich ziehen. Auch mit Blick auf 
die Schwere des Vorwurfs kann somit vorliegend keine allzu hohe Anforderung an 
die Umschreibungsdichte des Anklagesachverhalts gestellt werden. Die Kammer 
erachtet den Anklagegrundsatz betreffend AKS Ziff. I.11 in der Folge als nicht ver-
letzt. 

7.3.5 AKS Ziff. I.16

Die Rüge der Verteidigung betreffend AKS Ziff. I.16 ist nicht zu hören. Aufgrund der 
genauen Datumsangabe in der Anklageschrift ist die in den vorgeworfenen Tatzeit-
punkten anwendbare Covid-19-Verordnung leicht bestimmbar. Im Weiteren ist der 
Verteidigung in Erinnerung zu rufen, dass im Strafprozess der Grundsatz «iura no-
vit curia» zur Anwendung gelangt. Das Vorbringen der Verteidigung betreffend Un-
klarheit des anwendbaren Rechts vermag folglich keine Verletzung des Anklage-
grundsatzes zu begründen. 

8. Fehlen von Strafanträgen

Die Verteidigung brachte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung hinsichtlich 
AKS Ziff. I.1 vor, dass der Strafantrag nicht rechtsgültig gestellt worden sei. Erstens 
seien insgesamt drei verschiedene juristische Personen als geschädigte Personen 
aufgeführt worden (P.________ SA, P.________ SA und P.________ AG) und 
zweitens wisse man nicht, von welcher die Strafantragsstellerin, Frau 
AB.________, Filialleiterin gewesen sei. Weiter monierte die Verteidigung, dass 
auch betreffend Anklageschrift Ziffer I.3.1 der Strafantrag nicht gültig gestellt wor-
den sei. Es werde die Organstellung der Strafantragsstellerin bestritten 
(pag. 390/VII). 

Das Vorliegen eines Strafantrags ist bei Antragsdelikten eine Prozessvorausset-
zung. Bei Fehlen eines gültigen Strafantrags fällt die Führung eines Strafverfahrens 
ausser Betracht (BGE 145 IV 190 E. 1.5.2; 129 IV 305 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). 
Ist die Strafverfolgung – wie hier – bereits eröffnet worden, fehlt es aber an einem 
gültigen Strafantrag, ist das Verfahren in Anwendung von Art. 329 Abs. 4 StPO 
i.V.m. Art. 379 StPO einzustellen, weil ein Urteil definitiv nicht mehr ergehen kann 
(BGer 6B_252/2020 vom 8. September 2020 E. 4.3 und 6B_284/2013 vom 10. Ok-
tober 2013 E. 2.4). Insofern ist das Vorliegen eines Strafantrags bei den hier ange-
klagten Antragsdelikten eine Eintretensvoraussetzung, die an dieser Stelle zu prü-
fen ist.

Betreffend Sachbeschädigung sowie Hausfriedensbruchs (AKS Ziff. I.3.2 und I.5.3), 
angeblich begangen zwischen dem 30. März 2020, 15:00 Uhr und dem 30. April 
2020, 10:00 Uhr, in .________, .________ (Geschäft «P.________»), zum Nachteil 
der P.________ SA stellte AB.________, die Filialleiterin des Geschäfts 
P.________, den entsprechenden Strafantrag (vgl. pag. 25/V). Fraglich ist, ob die-
ser damit als gültig gestellt gilt. 

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17

Art. 30 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) regelt 
das Strafantragsrecht wie folgt: «Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede 
Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen».

Geschädigt und damit verletzt ist im vorliegenden Fall die P.________ SA als juris-
tische Person. In diesem Fall ist die Antragstellung durch eine Person, die (ohne im 
Handelsregister aufgeführt zu sein) ausdrücklich oder stillschweigend damit beauf-
tragt ist, die konkret betroffenen Interessen der juristischen Person zu wahren, 
zulässig. Vorausgesetzt ist, dass der Antrag dem Willen der Gesellschaftsorgane 
nicht widerspricht und von diesen genehmigt werden kann (RIEDO, in: Basler Kom-
mentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 81a zu Art. 30 
StGB mit Hinweis auf u.a. BGer, StrA, 14. 11. 2012, 6B_99/2012, E. 3).

Das Bundesgericht führte diesbezüglich aus, zur Vertretung einer juristischen Per-
son als Geschädigte seien nicht nur die im Handelsregister eingetragenen Perso-
nen befugt, sondern auch Mitarbeiter, denen nach interner Kompetenzregelung an-
vertraut ist, die Interessen gerade der Art wahrzunehmen, welche der Straftatbe-
stand schützt (BGE 118 IV 167 E. 1c; BGer 6B_99/2012 vom 14. November 2012 
E. 3.2). So wird die Antragsberechtigung bspw. der Geschäftsführerin eines Nacht-
clubs wegen Hausfriedensbruchs bejaht. Auch Mitarbeitende der Immobilien-
Abteilung einer geschädigten Stiftung gelten als befugt (BStGer, 18. März 2015, 
SK.2015.4 E. 3.3). Nichts anderes kann für eine Filialleiterin gelten, die bei einem 
festgestellten Einbruchdiebstahl in das von ihr geleitete Ladenlokal einen Strafan-
trag stellt. Von einer zumindest stillschweigenden Auftragserteilung darf vorliegend 
ausgegangen werden, zumal es durchaus im Interesse der juristischen Person 
liegt, Ladendiebstähle und Beschädigungen konsequent strafrechtlich zu verfolgen. 
Insofern ist von einer zumindest konkludenten Bevollmächtigung der Filialleiterin 
zur Stellung eines Strafantrags auszugehen. Der Verteidigung ist zwar zuzustim-
men, dass die Bezeichnung der Geschädigten im Strafantrag («P.________ SA», 
pag. 25/VI) nicht übereinstimmt mit der Gesellschaftsbezeichnung in der Anklage-
schrift oder im Nachtrag zum Anzeigerapport («P.________ AG», pag. 26/V) aufge-
führt wurde. Hingegen wurde stets die gleiche und korrekte Adresse der 
P.________-Filiale in .________ genannt. In Kombination, dass Frau AB.________ 
eben gerade diese Filiale leitete (vgl. pag. 22/V), geht nach Ansicht der Kammer 
aus dem Strafantrag – trotz Abweichungen in der Firmenbezeichnung – genügend 
bestimmt hervor, welche Filiale und damit auch welche Gesellschaft geschädigt 
wurde. Die P.________ Filiale in .________ gehört zur P.________ SA, welche 
überdies auch als einzige der aktenkundigen Namensbezeichnungen im Schweizer 
Handelsregister eingetragen ist (htt-
ps://www.zefix.ch/de/search/entity/list/firm/.________, zuletzt besucht am 11. Ok-
tober 2024). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus dem Strafantrag genü-
gend klar hervorgeht wer durch die Tat geschädigt wurde und Frau AB.________ 
zur Stellung des Strafantrags legitimiert war. Es liegt somit ein gültiger Strafantrag 
vor. 

Dasselbe gilt in Bezug auf den durch AC.________ gestellten Strafantrag (pag. 
325/II) betreffend die Sachbeschädigung vom 16. August 2020 in .________ zum 
Nachteil des K.________ (AKS Ziff. I.3.1). Auch hier liegt es im Interesse der Ar-

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-118-IV-167
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=14.11.2012_6B_99-2012

18

beitgeberin, dass Widerhandlungen zu ihrem Nachteil strafrechtlich verfolgt wer-
den. Aus dem Strafantrag geht hervor, dass Frau AC.________ im Zeitpunkt der 
Strafantragsstellung die Betriebsverantwortung innehatte. Aus ihrer Funktion kann 
zweifelsohne eine konkludente Vollmacht zur Stellung des Strafantrages abgeleitet 
werden. Insofern darf auch AC.________ als Bevollmächtigte der Geschädigten 
angesehen werden, die zur Einreichung eines Strafantrags legitimiert war. Der 
Strafantrag wurde somit ebenfalls gültig gestellt. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorbemerkung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 98 ff./VII, S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend sind die Grundlagen von Indizienbeweisen in Erinnerung zu rufen: 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter 
Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht 
unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, 
unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, 
welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täter-
schaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Anders-
seins offen lassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver 
Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht 
hat. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (BGer 6B_824/2016 
vom 10. April 2017 E. 12.1; 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8, je mit 
Hinweisen; 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3).

Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, auf eine an-
dere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der erfolgreiche In-
dizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, dass 
die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten Indizi-
en jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 
hin. Auf das einzelne Indiz ist der In-dubio-Grundsatz denn auch nicht anwendbar. 
Gemeinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indizien aber zum 
Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Lebens-
erfahrung gegeben sein muss. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleich-
gestellt (vgl. BGer 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in: BGE 143 IV 
361 sowie 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3; je mit Hinweisen; BGE 144 IV 
345).

Da vorliegend eine Vielzahl von Delikten zu beurteilen ist, die alle 
zusammenhängen und Ähnlichkeiten aufweisen, erscheint es angezeigt, vorab eine 
allgemeine Beweiswürdigung durch die Kammer bzw. eine Aussagenanalyse vor-
zunehmen, bevor dann die einzelnen Vorwürfe näher zu prüfen sind. 

Auf eine Wiedergabe und Zusammenfassung der der Kammer vorliegenden objek-
tiven und subjektiven Beweismittel wird an dieser Stelle verzichtet; soweit von Re-

19

levanz, wird darauf direkt im Rahmen der allgemeinen sowie der konkreten Be-
weiswürdigung eingegangen. 

10. Würdigung Aussagen des Beschuldigten

Die Aussagen, die der Beschuldigte im Vorverfahren zur Sache machte, erlauben 
lediglich eine oberflächliche Würdigung. Festzustellen ist, dass der Beschuldigte – 
soweit er überhaupt etwas sagte, grundsätzlich glaubhaft wiedergab, was sich aus 
seiner Sicht jeweils zugetragen hat. Teilweise gestand er dabei die Taten auch be-
reits ein. Im Berufungsverfahren konnte der Beschuldigte sodann erstmals umfas-
send und zu allen Vorwürfen befragt werden, woraufhin er schliesslich etliche Ge-
ständnisse zu Protokoll gab. Auffallend ist, dass er sich an die schwerwiegenderen 
oder unangenehmeren Vorwürfe (bspw. das Urinieren im Warteraum des Polizei-
postens, onanieren, etc.) nicht erinnern will oder kann, was sich sowohl im Vorver-
fahren wie auch im Berufungsverfahren zeigte. 

In seiner Einvernahme bei der Polizei vom 21. Juni 2020 (pag. 118 ff./II) gab der 
Beschuldigte in Bezug auf den Vorfall vom 20. Juni 2020 zu, versucht zu haben, 
dem Polizisten F.________ eine Kopfnuss zu geben sowie ihn in das rechte Knie 
gekickt zu haben (pag. 119 Rz. 36 ff./II). Anlässlich derselben Einvernahme gab er 
auch zu, er konsumiere manchmal Marihuana und habe vorgestern das letzte Mal 
Marihuana geraucht (pag. 119 Z. 63 ff./II).

Betreffend den Vorfall vom 10. Juli 2020 gab der Beschuldigte bei der polizeilichen 
Einvernahme vom 15. Juli 2020 (pag. 244 ff./II) zu Protokoll, zu wissen, dass die 
Innenstadt für ihn verboten sei und er Passanten angespuckt habe. Er gestand wei-
ter ein, versucht zu haben, die Polizisten mit den Fäusten zu schlagen und die Po-
lizistin in den Bauch geklemmt zu haben. Auch habe er sie mit «Vaffanculo» und 
«Rassisten» beschimpft (pag. 245/II). Weiter führte er aus, er habe auch im Warte-
raum gespuckt. Dass er onaniert habe und auf den Boden der Toilette uriniert ha-
be, daran könne er sich hingegen nicht mehr erinnern. Zum Marihuanakonsum gab 
er zu Protokoll, er konsumiere jeweils mit Kollegen am Freitag oder Samstag und 
sie würden sich bei der Reithalle in Bern treffen (pag. 246/II).

In der Einvernahme vom 10. September 2020 (pag. 316 ff./II) führte der Beschul-
digte zum Vorfall vom 16. August 2020 aus, er folge dem Gesetz, er habe Fehler 
gemacht und habe danach herausgefunden, dass es nicht gut gewesen sei. Aber 
er sei ein Mensch. Er entschuldige sich (pag. 317/II). An den Vorfall vom 16. Au-
gust 2020 könne er sich gar nicht erinnern. Es stimme, dass er die Behörden be-
schimpft habe, weil er betrunken gewesen sei. Er wisse, dass er die Regeln verletzt 
habe und bitte um Verzeihung. Weil er seit sieben Jahren nicht vorwärts komme 
und an diesem Tag sein Handy gestohlen worden sei, sei er verärgert gewesen. Er 
habe ein Verbot für Bern seit sieben Jahren und verstehe nicht, wieso. Sieben Jah-
re sei zu lang. Andere Menschen würden ihre Freizeit geniessen und er werde 
ausgegrenzt (pag. 318/II). 

Anlässlich der Einvernahme vom 22. September 2020 (pag. 35 ff./V) betreffend 
Einbruchsdiebstahl im Kleidergeschäft P.________ in .________ gab der Beschul-
digte auf die Frage, ob er Suchtprobleme habe, an, er trinke und rauche Zigaretten, 
ansonsten nichts. Er trinke nicht täglich, hauptsächlich am Wochenende. Etwa 5 

20

Dosen Bier. Vor etwa 20 Tagen sei ihm das Telefon gestohlen worden. Sein Cha-
rakter sei OK, er sei ruhig und mache nicht viele Fehler (pag. 37/V). Auf Vorhalt 
des Verdachts, wonach er den Einbruchdiebstahl begangen habe gab er an, er 
wisse es nicht, aber er wolle die Beweise sehen. Auf Vorhalt, wonach seine DNA 
am Tatort gefunden worden sei, führte er aus, er wisse nicht, wie die Bierdose in 
das geschlossene Geschäft gekommen sei. Er befolge die Regeln bzw. die Geset-
ze des Landes (pag. 38/V).

Anlässlich der Einvernahme vom 22. Oktober 2020 (pag. 342 ff./II) schilderte der 
Beschuldigte in Bezug auf den Vorfall vom gleichen Tag, dass er wisse, dass er 
sich nicht in Bern aufhalten dürfe. Er liebe Bern und Büren sei Scheisse. Bezüglich 
der Geste mit dem Mittelfinger und der Beschimpfung der Polizisten mit «Vaffancu-
lo» machte der Beschuldigte keine Aussagen. Auch in Bezug auf die Geste, wo-
nach er eine Dienstwaffe entreisse, die drei Polizisten erschiesse und mit den Hän-
den eine Ladebewegung imitiere, wollte der Beschuldigte keine Stellung nehmen 
(pag. 343/II).

Während seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 26. November 
2020 (pag. 138 ff./III) gab er keine Antworten auf die Fragen. Bei der Einvernahme 
vom 1. April 2021 (pag. 385 f./II) sass der Beschuldigte sodann nur regungslos da 
und schwieg. Hieraus sind keine massgeblichen Erkenntnisse zu gewinnen. So-
dann wurde der Beschuldigte am 7. April 2021 noch zweimal befragt betreffend 
Sexualdelikt auf einer öffentlichen Toilette (pag. 398 ff./II) und betreffend Raub 
(pag. 132 ff./III). Diesen Einvernahmen sind für die hier zu behandelnden Delikte 
ebenfalls keine relevanten Aussagen zu entnehmen.

Anlässlich der Einvernahme vom 27. Juli 2021 (pag. 82 ff./V) betreffend den Vor-
wurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Beschimpfung, etc. 
gab der Beschuldigte an, dass er keine Probleme gesucht habe, er viel getrunken 
habe und aufgrund der Festnahme unter Stress gestanden sei, weshalb er ge-
spuckt und die Polizisten beschimpft habe. Es tue ihm leid (pag. 83/V). Weiter gab 
er zu Protokoll, dass er jeden Tag Haschisch rauche (pag. 84/V).

In der Einvernahme anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. 
April 2024 (pag. 375 ff./VII) konnte der Beschuldigte, wie bereits erwähnt, erstmals 
umfassend und nicht nur punktuell zu den einzelnen Delikten befragt werden. 
Zunächst gab er auf Frage, wie es um seinen Alkohol- und Marihuanakonsum ste-
he an, er trinke keinen Alkohol und konsumiere kein Marihuana mehr. Er befinde 
sich derzeit im Gefängnis und sei anständig (pag. 378/VII). 

Betreffend Einbruchsdiebstahl im Kleidergeschäft P.________ nach AKS Ziff. I.1 
gab er an, er habe nie etwas gestohlen. Er sei dort gewesen und habe Bier getrun-
ken. Sie hätten seine Fingerabdrücke an der Bierdose gefunden, aber mehr nicht. 
Ob er im Geschäft geschlafen habe, wisse er nicht mehr. Er sei wirklich sehr be-
trunken gewesen. Die Frage, ob er die Türe des Geschäfts kaputt gemacht habe, 
verneinte er (pag. 379/VII). 

Hinsichtlich des Vorwurfs der Sachbeschädigung nach AKS Ziff. I.3.1 gab der Be-
schuldigte zu, etwas Kleines kaputt gemacht zu haben. Er sei verärgert und be-
trunken gewesen. Er habe sich entschuldigt und das sei jetzt fertig (pag 380/VII).

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Betreffend den Vorwurf des Hausfriedensbruchs nach AKS Ziff. I.5.1 führte er aus, 
es sei richtig, dass er im Wohnmobil übernachtet habe. Er sei dort gewesen. Ein 
Somalier namens «AD.________» habe ihn dorthin gebracht und gesagt, dass 
man dort übernachten könne. Deshalb habe er dann dort übernachtet, sei am 
nächsten Tag aber weggegangen (pag. 380/VII). Zum zweiten Vorwurf des Haus-
friedensbruchs nach AKS Ziff. I.5.2 gab er zu, dass es stimme. Er habe Fehler ge-
macht und entschuldige sich dafür (pag. 380/VII). 

Betreffend Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte nach 
AKS Ziff. I.6 gab er erst auf mehrfache Nachfrage und pauschalerweise zu, dass er 
das ihm Vorgeworfene gemacht habe (pag. 381/VII). Sodann gestand er den Vor-
wurf der mehrfachen Beschimpfung nach AKS Ziff. I.7 vollumfänglich ein 
(pag. 381/VII). 

Betreffend die ihm vorgeworfenen Tätlichkeiten gestand er den Vorfall vom 1. April 
2021 nach AKS Ziff. I.9.1 sofort ein, wohingegen er den Vorfall vom 25. April 2021 
nach AKS Ziff. I.9.2 zunächst ohne Begründung verneinte. Erst auf Vorhalt des in 
den Akten befindlichen Videos (pag. 63/III), welches den Vorfall vom 25. April 2021 
am .________ .________ zeigt und auf welchem der Beschuldigte eindeutig identi-
fizierbar ist, gestand er ein, er habe das gemacht. Er sei betrunken gewesen (pag. 
382/VII). 

Zum Vorwurf des geringfügigen Diebstahls nach AKS Ziff. I.10 führte der Beschul-
digte aus, er habe das gemacht. Was er gemacht habe, gebe er zu, was er nicht 
gemacht habe, gebe er nicht zu (pag. 383/VII). Weiter gestand er auch den Vorwurf 
der Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nach AKS Ziff. I.11 ein, in-
dem er ausführte, er habe konsumiert. Wenn er nicht geraucht habe, habe er nicht 
schlafen können (pag. 383/VII). Betreffend Übertretung gegen das Personenbeför-
derungsgesetz nach AKS Ziff. I.12 führte er sodann aus, dass er kein Ticket gelöst 
habe, weil er keine Hilfe bekommen habe und gestand somit auch diesen Vorwurf 
ein (pag. 383/VII). Der Beschuldigte gestand weiter die ihm vorgeworfene Verun-
reinigung von fremden Eigentum, mehrfach begangen, nach AKS Ziff. I.13 vollum-
fänglich ein. Zu AKS Ziff. I.13.2 führte er zudem aus, dass das viele Leute machen 
würden (pag. 384/VII).  

Betreffend Vorwurf des unanständigen Benehmens, mehrfach begangen, bestätig-
te er den Vorfall vom 1. Mai 2020 nach AKS Ziff. I.14.1 (pag. 384/VII) sowie, dass 
er beim Vorfall vom 8. Mai 2020 gemäss AKS Ziff. I.14.2 in der Bahnhofsunter-
führung in .________ rumgeschrien und ein Bier auf den Boden geworfen habe 
(pag. 384/VII). Er verneinte hingegen gleichentags in der Bahnhofsunterführung in 
.________ lautstark herumgeschrien und eine PET-Flasche herumgetreten zu ha-
ben (AKS Ziff. I.14.3; pag. 384/VII). Weiter bestritt er in .________ vor der 
.________ alkoholisiert herumgeschrieben und mit Krücken herumgefuchtelt zu 
haben (AKS Ziff. I.14.4.; pag. 384 f./VII). Den Vorfall vom 10. Juli 2020 nach 
AKS Ziff. I.14.5, wonach er am .________ Festival alkoholisiert Passanten an-
gepöbelt und herumgespuckt haben soll sowie im Anschluss auf der Polizeiwache 
vor Polizistin G.________ an seinem Penis herummanipuliert haben soll, gestand 
er nur bzgl. des Anpöbelns und Herumspuckens ein. Bezüglich der ihm vorgewor-
fenen Penismanipulation führte er aus, dass er sich nicht mehr erinnern könne 

22

(pag. 385/VII). Er gestand sodann die Vorfälle vom 27. September 2020 nach 
AKS Ziff. I.14.6., 18. Oktober 2020 gemäss AKS Ziff. I.14.7 und 8. Februar 2021 
gemäss AKS Ziff. I.14.8 vollumfänglich ein (pag. 385 f./VII). 

Der Beschuldigte gestand weiter den Vorwurf der Verweigerung der Namensanga-
be vom 10. Juli 2021 nach AKS Ziff. I.15 ein (pag. 386/VII). Zuletzt führte er betref-
fend die angeklagten Übertretungen gegen die Covid-19-Verordnung aus, dass er 
meistens eine Maske getragen habe, manchmal habe er sie vergessen. Es sei 
möglich, dass er damals im .________ keine Maske getragen habe (betrifft 
AKS Ziff. I.16.1). Zum Vorwurf gemäss AKS Ziff. I.16.2, wonach er im .________ 
sich geweigert habe, eine Maske zu tragen, führte er aus, er wisse es nicht. Wenn 
er damals betrunken gewesen sei, sei es wahrscheinlich, dass es so gewesen sei 
(pag. 386/VII). 

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der Beschuldigte, soweit er sich an die jeweiligen 
Vorfälle erinnern konnte bzw. wollte, seine Verfehlungen zugab. Er gestand etliche 
der angeklagten Sachverhalte, wenn auch erst in der Berufungsverhandlung, ein. 
Auch wenn nicht von der Hand zu weisen ist, dass viele der Vorwürfe bereits meh-
rere Jahre zurückliegen, kann nach Ansicht der Kammer grundsätzlich auf die Ge-
ständnisse des Beschuldigten und seine Aussagen abgestellt werden. Insbesonde-
re da, wie bereits erwähnt, auffällt, dass der Beschuldigte ausschliesslich bei per-
sönlich unangenehmeren Vorwürfen, wie bspw. der ihm vorgeworfenen Penisma-
nipulation, Erinnerungslücken geltend macht, ansonsten er sich nicht darauf berief. 
Wie sich auch bei der nachfolgenden Beweiswürdigung zu den einzelnen Vorwür-
fen zeigen wird, stehen die Geständnisse zudem im Einklang mit den weiter vorlie-
genden objektiven wie auch subjektiven Beweismitteln und bestätigen somit die 
oftmals bereits erdrückende Beweislage. Dafür, dass auf die Geständnisse des Be-
schuldigten abgestellt werden kann, spricht auch der Umstand, dass er eine Ver-
fehlung nicht leichtfertig, sondern erst dann zugab, wenn aus seiner Sicht, eine Be-
streitung keinen Sinn mehr ergab. Als Beispiel ist der Vorfall betreffend Tätlichkei-
ten zum Nachteil von AA.________ anzuführen. Diesen Vorfall versuchte der Be-
schuldigte – wie vorangehend dargelegt – zunächst zu leugnen und räumte diesen 
erst nach Vorhalt entsprechender Videoaufnahmen der Tat ein. Kein Gewicht bei-
zumessen ist demgegenüber aufgrund der klaren (nachfolgend noch näher zu er-
läuternde) entgegenstehenden Beweislage der anfänglichen Bestreitung durch den 
Beschuldigten, Betäubungsmittel zu konsumieren (pag. 140/II und 37 Z. 60 f./IV). In 
oberer Instanz räumte er zudem selbst ein, Alkohol getrunken zu haben sowie über 
Jahre hinweg Betäubungsmittel konsumiert zu haben (pag. 377 Z. 35 ff., 378 Z. 
24 ff. und 383 Z. 21 ff.). Gleiches gilt hinsichtlich seiner Beteuerung, wonach er Re-
spekt vor der Polizei und den Behörden habe (pag. 402 Z. 143 ff./II) und die Regeln 
bzw. Gesetze des Landes befolge (pag. 38 Z. 139/IV und 40 Z. 217/IV). Sein zeit-
weise verweigerndes Verhalten gegenüber der Polizei (Verweigerung von Angaben 
über seine finanziellen Verhältnisse [pag. 257/I, 289/I, 295/I, 8/II, 25/II, 61/II und 
111/II], des Drogenschnelltests [pag. 110/II] oder Verweigerung der Abgabe einer 
Unterschrift auf dem Drogenschnelltest [pag. 271/II] bzw. der Bestätigung des Er-
halts eines ausgehändigten Hausverbots [pag. 381/II]) kann ihm nicht zum Nachteil 
ausgelegt werden, zeigt aber seine offensichtlich missachtende und abschätzige 
Haltung gegenüber den Sicherheitsbeamten. 

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11. Würdigung Polizeirapporte und weitere objektive Beweismittel

Die zahlreichen in den Akten vorhandenen Polizeirapporte zu den einzelnen Tat-
vorwürfen sind nachvollziehbar und enthalten keinerlei Hinweise, wonach deren In-
halte nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen würden. Dass sich der 
Beschuldigte teilweise nicht mehr an ihm zugerechnete Handlungen erinnern konn-
te, spricht denn auch nicht dagegen. Polizistin D.________ bestätigte ihrerseits an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung die Inhalte der von ihr verfassten 
Anzeigerapporte. Sie gab auch zu Protokoll, dass das Zeigen des Mittelfingers und 
die Beschimpfung der Polizei mit «Vaffanculo» und «Arschloch» üblich für den Be-
schuldigten seien. Das seien seine Wörter, welche er gerne benutze (pag. 204/VI). 
Auch Polizist F.________ bestätigte auf Vorhalt der von ihm verfassten Berichte, 
deren Richtigkeit (pag. 209/VI) und kann sich an das Vorgefallene gut erinnern. 
Polizist H.________ bestätigt ebenfalls die ihm vorgehaltenen Inhalte der Anzeige-
rapporte (pag. 212 f./VI) und schildert das Vorgefallene übereinstimmend. 
Polizist I.________ kann sich ebenfalls an Vorfälle erinnern, welche sich u.a. zu 
seinem Nachteil ereigneten und bestätigte die hierzu verfassten Anzeigerapporte 
(pag. 214 ff./VI). Polizist J.________ bestätigt auf Vorhalt die Richtigkeit der Anzei-
gerapporte (pag. 217/VI und 219/VI) und schilderte zusätzlich in freier Erzählung, 
was sich am 16. August 2020 abgespielt hat (pag. 218/VI). Polizist L.________ hält 
seinerseits fest, er könne sich an den zweiten Vorfall zwar nicht erinnern, bestätige 
aber den Inhalt seines Rapports vom 30. Oktober 2020 (pag. 7/VII).

Aus den Anzeigerapporten sind jeweils sehr ähnliche Handlungsabläufe ersichtlich. 
So ist insb. in Bezug auf die dem Beschuldigten vorgeworfene Gewalt und Drohung 
gegen Behörden und Beamte sowie die zahlreichen Beschimpfungen folgender Ab-
lauf augenfällig: Der Beschuldigte schreit herum, gestikuliert mit diversen Ge-
genständen (Glasflasche [pag. 263/II], Krücken oder Messern) herum, belästigt 
Passanten, bis schliesslich die Polizei gerufen und eingegriffen werden musste. 
Nach dem Eintreffen der Polizei beschimpft er die Polizisten, geht sie zum Teil tät-
lich an, indem er sie u.a. anspuckt oder schlägt und verunreinigt in zwei Fällen die 
Zellen auf dem Polizeiposten. Der Beschuldigte wird jeweils durch Dak-
ty/Fingerabdrücke als solcher identifiziert. Im Laufe der Zeit erfolgte die Wiederer-
kennung durch die Polizistinnen und Polizisten, welche den Beschuldigten auf-
grund seines überdurchschnittlich auffälligen Verhaltens mit der Zeit bestens kann-
ten. Das durch die Polizisten rapportierte auffällige und nur schwer kontrollierbaren 
Verhalten des Beschuldigten legte er sodann teilweise auch anlässlich der Beru-
fungsverhandlung an den Tag. So verfiel er während seiner Befragung vermehrt in 
eine stark aufbrausende und aggressive Stimmung, gestikulierte wild umher und 
warf mit dem italienischen Ausdruck «Vaffanculo» geradezu um sich (vgl. u.a. pag. 
375 Z.9 f./VII, 375 Z. 15 ff., 375 Z. 26 ff., 377 Z. 21, 379 Z. 3 f. und 383 Z. 41 f.). 

Die Polizeirapporte stehen sodann auch nicht in Widerspruch mit den vorhandenen 
objektiven Beweismitteln. Insgesamt besteht für die Kammer kein Zweifel daran, 
dass auf die sorgfältig verfassten Berichte vollumfänglich abgestellt werden kann.

Aus den sich in den Akten befindlichen objektiven BM erhellt zudem, 

24

- dass der Beschuldigte regelmässig Marihuana konsumierte, was sich aus den 
jeweils positiven Drogenschnelltests ergibt (insb. pag. 268/I, 311/I, 332/I, 346/I, 
360/I, 411/I, 143/II, 233/II, 247/II, 271/II, 346/II, 409/II, 62/IV und 89/IV);

- dass der Beschuldigte regelmässig Alkohol konsumierte, was sich aus den von 
der Polizei durchgeführten Atemalkoholtests ergibt (insb. pag. 263/I, 405/I, 
110/II, 143/II, 233/II und 263/II) und vom Beschuldigten auch nicht bestritten 
wurde;

- dass der Beschuldigte mindestens einmal Kokain konsumierte (pag. 382/I);
- dass er im .________ .________ mit einem Hausverbot belegt war (pag. 324 

ff./I);
- dass er mehrfach ein Messer auf sich trug (pag. 405/I [Bild pag. 412/I], 425/I 

[offen in der Jackentasche; Sackmesser sichergestellt], 312/II [Sackmesser si-
chergestellt], 51/VI und 59/VI [Küchenmesser in Hosentasche]);

- dass er einmal bei der Anhaltung eine ca. 30cm lange Stichel/Ahle auf sich 
trug (pag. 112 f./IV diese wurde der Vernichtung zugeführt, vgl. pag. 118/IV).

Darüber hinaus ist aufgrund der Aussagen des Beschuldigten sowie der weitestge-
hend übereinstimmenden Polizeirapporte und objektiven Beweismittel erstellt:
- dass er die Polizistinnen und Polizisten zum Teil tätlich angegangen ist bzw. 

versucht hat, diese zu verletzen;
- dass er die Polizistinnen und Polizisten mit Wörtern wie «Vaffanculo» und 

«Rassisten» beschimpft hat;
- dass er dem Polizisten J.________ ins Gesicht gespuckt hat und so bei die-

sem die Gefahr bestand, dass der Polizist mit Hepatitis B angesteckt wird 
(pag. 328/II) Polizist J.________ musste sich anschliessend während Monaten 
in ärztliche Behandlung begeben;

- dass er ganz allgemein ein Benehmen an den Tag legte, welches unangemes-
sen und unanständig war (herumpöbeln, Schnapsflasche werfen, Passanten 
anspucken etc.) und die öffentliche Sicherheit und Ordnung störte. 

12. Konkrete Beweiswürdigung zu den einzelnen Vorwürfen

12.1 Zum Vorwurf des Diebstahls (AKS Ziff. I.1)

12.1.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen dem 30. März 2020, 15:00 Uhr 
und dem 30. April 2020, 10:00 Uhr in .________, .________, ins Kleidergeschäft 
Geschäft «P.________» unbefugt eingedrungen zu sein und diverse Gegenstände 
(zwei Babyphones, ein Mobile, eine Kinderjacke, vier Trainerhosen sowie Bargeld) 
entwendet zu haben. Die gesamte Deliktssumme belaufe sich auf ca. CHF 745.60.

12.1.2 Beweismittel

Wie der Vorinstanz liegen der Kammer folgende Beweismittel vor: Der Anzeigerap-
port vom 20. Juli 2020 (pag. 22 ff./V), der Nachtrag zum Rapport vom 23. Septem-
ber 2020 (pag. 26 ff./V), die aufgefundene Bierdose und das aufgefundene Mobilte-
lefon (pag. 68/3/V) sowie der Rapport Forensik vom 28. Mai 2020 (pag. 29 ff./V). 
Ferner wurde der Beschuldigte am 22. September 2020 hierzu einvernommen 
(pag. 35 ff./V). In Ergänzung liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten 
anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. April 2024 vor 
(pag. 375 ff./VII). 

25

12.1.3 Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtet gestützt auf die am Tatort aufgefundene DNA-Spur auf der 
Bierdose als einziges Indiz die Täterschaft des Beschuldigten als erstellt. Sie hält 
hierzu Folgendes fest (pag. 100 ff./VII, S. 13 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Dem Anzeigerapport ist zu entnehmen, dass im Innern des Geschäfts eine geöffnete Bierdose sowie 
ein Mobiltelefon sichergestellt werden konnten (pag. 023/V). Die von der Dose sichergestellte biologi-
sche Spur konnte durch den Kriminaltechnischen Dienst dem Beschuldigten zugeordnet werden, was 
dieser in seinem Bericht vom 28.05.2020 (pag. 029 ff./V) festhielt. Der Beschuldigte sei gemäss dem 
Anzeigerapport sodann am 22.09.2020 angehalten worden. Eine Durchsuchung seines Spinds in der 
Kollektivunterkunft in .________ (pag. 045/V) habe keine Sicherstellungen ergeben. Für das gemäss 
Nachtrag am Tatort aufgefundene Mobiltelefon der Marke Apple, iPhone, ohne SIM-Karte 
(pag. 068/3/V) konnte kein Eigentümer ausfindig gemacht werden (pag. 027/V).

Anlässlich seiner Einvernahme vom 22.09.2020 gab der Beschuldigte an, dass er rauche und trinke – 
vornehmlich Bier aus Dosen (pag. 037/V Z 61, 64 f.). Ferner gab er an, dass ihm etwa 20 Tage vor 
der Einvernahme sein Telefon gestohlen worden sei – an seine Telefonnummer könne er sich nicht 
erinnern (pag. 036/V Z 86 ff.). An das Geschäft, in welchem der Einbruchdiebstahl stattgefunden hat, 
könne er sich auch nicht erinnern (pag. 038/V Z 113). Wie seine DNA ins Geschäft gekommen sei, 
könne er sich nicht erklären (pag. 308/V Z 124). Auch weitere Fragen zur Sache werden mit Nichtwis-
sen beantwortet (pag. 038/V Z 135 ff.). Die Tatbeteiligung wurde explizit bestritten (pag. 038/V Z 154) 
sowie auch die Eigentümerschaft des Mobiltelefons (pag. 039/V Z 167 ff.). 

Der vorliegend einzige Hinweis, welcher auf eine Tatbeteiligung des Beschuldigten schliessen lässt, 
ist die am Tatort gefundene Bierdose mit dessen DNA-Spur, zumal das Mobiltelefon ihm nicht zuge-
wiesen werden konnte und auch die Durchsuchung seines Spinds ergebnislos verlief. Mit Blick auf die 
Rechtsprechung kann aber auch ein einziges Indiz – wie vorliegend – sehr wohl ausreichend sein, um 
die Täterschaft eines Beschuldigten bejahen zu können. Dies obwohl DNA-Spuren nicht per so Be-
weis für die Täterschaft des Spurengebers sein müssen, weshalb die Beweiskraft entsprechend zu 
würdigen ist. 

Zwar ist vorliegend nicht vollständig auszuschliessen, dass die fragliche Bierdose auch unabhängig 
vom Einbruchdiebstahl in das Ladengeschäft gelangt sein kann oder drittplatziert worden ist. Die Ver-
teidigung des Beschuldigten beschränkte sich anlässlich ihres Plädoyers auf die Ausführung, dass die 
DNA alleine als Beweis nicht genüge und die Dose als beweglicher Gegenstand auch sonst wie ins 
Geschäft habe gelangen können (pag. 013/VII). Letzteres wird – wie gesagt – vom Gericht grundsätz-
lich nicht in Abrede gestellt. Wie vorliegend eine Wanderung hätte stattfinden sollen oder weshalb ei-
ne Platzierung der DNA-Spur hätte vorgenommen werden sollen, erschliesst sich dem Gericht nicht. 
Die für das Gericht wahrscheinlichste Erklärung scheint vielmehr die Anwesenheit des Beschuldigten 
im Geschäftslokal zu sein. Zum einen ist das Geschäft zu Beginn der Covid-19-Massnahmen ge-
schlossen und erst bei Meldungseingang des Einbruchs wieder durch das Personal betreten worden 
(pag. 024/V). Es ist entsprechend sehr unwahrscheinlich, dass die Dose seit Massnahmenbeginn und 
über einen Monat danach im Geschäft stand. Zum andern handelt es sich bei einer DNA-Spur an ei-
ner Bierdose nicht um einen flüchtigen Zellträger, welcher leicht vom Wind verweht oder verbreitet 
werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_889/2020 vom 25.09.2020 E. 4.2; im Entscheid sagt 
das Bundesgerichts im Übrigen nicht, dass die Täterschaft nicht auch als erwiesen hätte angeschaut 
werden können. Entscheidend sei allein, ob – trotz der DNA – nach vollziehbare Zweifel an der Täter-

26

schaft bestehen oder nicht.). Von der Dose konnte zudem eine «reine» DNA-Spur aus Speichel – kein 
Mischprofil – entnommen werden (vgl. pag. 031/V). Entsprechend scheint der Beschuldigte die einzi-
ge Person gewesen zu sein, welche von der Dose getrunken hat. Dass jemand eine von einer ande-
ren Person angetrunkene Bierdose zu einem Einbruchdiebstahl hätte mitbringen sollen und zudem 
nicht selbst davon trinkt – was eine blosse Verwechslung der Dosen wohl ausschliesst –, scheint un-
wahrscheinlich und auch der Beschuldigte bringt keine entsprechenden Anhaltspunkte vor 
(vgl. LANGENEGGER, ius.focus 2020, Heft 11, Besprechung des Urteils des Bundesgerichts 
6B_889/2020 vom 25.09.2020). Der Beschuldigte bestritt zudem, sich am Tatort aufgehalten zu ha-
ben, führte aber nicht aus, wo er sich stattdessen aufgehalten hat. Zum Mobiltelefon sagte er aus, 
dass ihm seines gestohlen worden sei, wollte sich aber nicht an seine letzte Telefonnummer erinnern 
können. Aufgrund seiner Weigerung, seinen Anwalt an die Hauptverhandlung zu begleiten, konnte 
der Beschuldigte infolge Säumnis nicht ergänzend befragt werden. Hätte er die Nummer mitgeteilt, so 
hätte überprüft werden können, ob es sich um sein Mobiltelefon handelt – falls nicht, wäre dies ein 
entlastendes Indiz gewesen. Der von der Verteidigung zitierte Entscheid 6B_47/2018 vom 20.09.2018 
wies eine spezielle Sachlage auf und sagte im Ergebnis einzig, was ohnehin in jedem Strafverfahren 
gilt: der Beschuldigte muss nicht seine Unschuld beweisen. Lassen die Indizien aber den Schluss zu, 
dass es sich beim Beschuldigten um den Täter handelt, verletzt dies die Unschuldsvermutung nicht. 
Anders als gemäss dem Sachverhalt, welcher dem Bundesgerichtsentscheid zugrunde liegt, wurde 
der Beschuldigte bereits sechs Monate danach befragt (vgl. pag. 035/V: am 22.09.2020). Beim Be-
schuldigten handelt es sich erwiesenermassen um einen starken Trinker – der DNA-Fund auf einer 
Bierdose erstaunt entsprechend nicht. 

Gesamthaft betrachtet gibt es für das Gericht keine entlastenden Erklärungen. Es liegt auch keine un-
zulässige Umkehr der Beweislast vor. Entsprechend ist auf den Sachverhalt gemäss Ziff. 1 der Ankla-
geschrift abzustellen und der rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen.

12.1.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung rügte oberinstanzlich, aufgrund der vorliegenden Zweifel an der 
Täterschaft des Beschuldigten, sei davon auszugehen, dass er nichts gestohlen 
habe. Die damit zusammenhängende Sachbeschädigung und der Hausfriedens-
bruch seien folglich auch nicht rechtsgenügend nachgewiesen. Die DNA-Spur sei 
an einem transportablen Gegenstand festgestellt worden, weshalb nicht ausge-
schlossen werden könne, dass die Bierdose herumgereicht oder transportiert wor-
den sei. Sie reiche für sich alleine nicht für einen Schuldspruch (pag. 390/VII). 

12.1.5 Würdigung der Kammer

Zusammen mit der Vorinstanz ist auch die Kammer der Ansicht, dass die DNA-
Spur, auch wenn sie das einzige Indiz für die Täterschaft darstellt, genügen muss, 
um zu beweisen, dass sich der Beschuldigte im Geschäft aufgehalten hat: Auf der 
Dose befand sich nachweislich eine reine DNA-Spur aus Speichel des Beschuldig-
ten (16/16 Loci) und kein Mischprofil (vgl. pag. 31/V). Der Beschuldigte war demzu-
folge die einzige Person, die von dieser Dose getrunken hatte. Die Wahrscheinlich-
keit, dass jemand die Dose des Beschuldigten in den Laden gebracht hat, ohne 
selber davon zu trinken, kann zusammen mit der Vorinstanz als äusserst gering 
bezeichnet werden. Hinzu kommt, dass das Geschäft zu Beginn der Covid-19-
Massnahmen geschlossen war und erst bei Meldungseingang des Einbruchs wie-
der durch das Personal betreten wurde (pag. 24/V). Der Beschuldigte hat weder 

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geltend gemacht, dass er das Geschäft vor Beginn der Corona-Massnahmen je-
mals besucht hatte, noch ist es wahrscheinlich, dass die Bierdose, die neben ei-
nem Kleiderständer am Boden stand, seit Massnahmenbeginn und damit über ei-
nen Monat im Geschäft verblieb. Weiter spricht auch das Trinkverhalten des Be-
schuldigten dafür, dass es seine Bierdose war, die im Geschäft aufgefunden wur-
de. So ist bekannt, dass er jeweils Dosenbiere trank und dies – dem allgemeinen 
Beweisergebnis folgend (vgl. Ziff. 11 hiervor) – in grossen Mengen. Er hat sich 
demnach ohne Zweifel im Ladenlokal aufgehalten und damit – wie nachfolgend 
noch aufzuzeigen sein wird – einen Hausfriedensbruch begangen.

Entgegen der vorinstanzlichen Ansicht ist damit aber nicht ohne weiteres erstellt, 
dass der Beschuldigte auch den Diebstahl und die Sachbeschädigung begangen 
hat. Der Beschuldigte bestritt die Tat von Anfang an. 

Das Auffinden einer Bierdose des Beschuldigten hat in Bezug auf die beim Dieb-
stahl nachzuweisende Wegnahme von Deliktsgut und auf das Beschädigen von In-
ventar/Gegenständen bei der Sachbeschädigung alleine keine hohe Beweiskraft. 
Wie gesagt, ist damit nach den hiervor zitierten Grundsätzen zum Indizienbeweis 
(vgl. Ziff. 9 hiervor) einzig erstellt, dass der Beschuldigte vor Ort war. Dass er – zu 
einem nicht bestimmbaren Zeitpunkt – dort war und Bier getrunken hatte, gab der 
Beschuldigte sodann auch anlässlich der Berufungsverhandlung zu, während er 
den Vorwurf des Diebstahls vehement von sich wies (pag. 379 Z. 15 ff./VII). Ob 
dies zum Tatzeitpunkt war, oder nicht, kann nicht gesagt werden. Aus dem Anzei-
gerapport ergibt sich nicht, wann der Einbruch stattgefunden hat. So erscheint es 
denkbar, dass der Beschuldigte als Obdachloser an dieser Örtlichkeit übernachte-
te, ohne selber die Sachbeschädigung oder den Diebstahl begangen zu haben – 
ähnlich, wie er dies auch beim Vorfall vom 29. Mai 2018 (AKS Ziff. I.5.1), als er in 
einem fremden Wohnwagen übernachtete, getan hat (siehe dazu Ziff. 12.4 hier-
nach). Der Einbruch könnte mithin schon vorher stattgefunden haben und die Kas-
se könnte schon vorher leer gewesen sein, bevor der Beschuldigte sich in das Ge-
schäftslokal begab, um dort zu übernachten. Immerhin war das Geschäft wegen 
der Covid-19-Massnahmen über längere Zeit geschlossen und wurde während die-
ser Zeit bis zum Bemerken des Einbruchdiebstahls während rund einem Monat 
nicht durch das Personal betreten.

Gegen eine Täterschaft des Beschuldigten spricht sodann, dass bei ihm kein Die-
besgut gefunden wurde, wobei auch sein Spint durch die Polizei durchsucht wurde 
(pag. 27/V). Dabei muss allerdings festgehalten werden, dass der Beschuldigte erst 
am 22. September 2020 angehalten und kontrolliert wurde, während der Einbruch 
bereits am 30. März 2020 festgestellt wurde, also rund ein halbes Jahr vorher. In-
sofern kann der Umstand, dass beim Beschuldigten kein Deliktsgut aufgefunden 
wurde, weder zu Gunsten noch zu Ungunsten des Beschuldigten ausgelegt wer-
den. 

Das im Laden aufgefundene Handy konnte dem Beschuldigten nicht zugerechnet 
werden (pag. 27/V). Dem Anzeigerapport lässt sich jedoch nicht entnehmen, wel-
che konkreten Abklärungen von der Polizei diesbezüglich getätigt wurden, was 
dem Beschuldigten nicht zum Nachteil gereichen darf. Dass es sich dabei aber um 
das Handy des Beschuldigten gehandelt hat, darf mit Blick auf dessen Aussagen 

28

als unwahrscheinlich bezeichnet werden. So gab er in seiner Einvernahme vom 
10. September 2020 an, sein Handy sei ihm gestohlen worden (pag. 318 Z. 44 f./II). 
In seiner Einvernahme vom 22. September 2020 gab er erneut von sich aus zu 
Protokoll, sein Telefon sei ihm gestohlen worden. Dies sei vor etwa 20 Tagen ge-
schehen. Die Frau, welche es geklaut habe, habe er seither nicht mehr gesehen. 
Er habe der Polizei gesagt, dass sein Telefon geklaut worden sei. Diese hätten 
aber nichts unternommen (pag. 37 Z. 82 ff./V). Diese Aussagen stimmen somit mit 
seinen früheren Aussagen überein. Insofern bestehen für die Kammer doch gewis-
se Zweifel daran, dass das im Ladengeschäft aufgefundene Handy tatsächlich dem 
Beschuldigten gehört hat, wenn ihm seines Anfang September gestohlen wurde.

Hinzu kommt, dass der Einbruchsdiebstahl nicht wirklich zum «modus operandi» 
des Beschuldigten passt. Mit Ausnahme des hier zu beurteilenden Diebstahls eines 
Deodorants im .________ (AKS Ziff. I.10) sowie einer bereits erfolgten Verurteilung 
wegen geringfügigen Diebstahls im Dezember 2016, richtet sich seine wiederholte 
Delinquenz grundsätzlich nicht gegen fremdes Eigentum, sondern vielmehr gegen 
Behörden und Beamte, welche er beschimpft, bedroht und tätlich angeht. Daneben 
missachtet er seine Ausgrenzung und benimmt sich – jeweils nach dem Konsum 
von Alkohol und Drogen – unanständig und unangepasst. Er scheint jedoch trotz 
seiner misslichen Lage seinen Lebensunterhalt nicht mit regelmässigen (Laden-) 
Diebstählen zu bestreiten. So wurde denn auch das Verfahren gegen den Beschul-
digten betreffend die Vorwürfe des Raubes und der Einbruchdiebstähle z.N. diver-
ser Geschädigter von der Staatsanwaltschaft mangels Tatverdachts eingestellt 
(pag. 184 ff./V). Insofern erscheint es durchaus zweifelhaft, ob der Beschuldigte 
tatsächlich der Täter bzw. Tatbeteiligter am Diebstahl war. Hinzu kommt, dass die 
konkret gestohlenen Gegenstände (zwei Babyphones, ein Mobile, eine Kinderja-
cke, vier Trainerhosen) vom Beschuldigten weder selber gebraucht werden kön-
nen, noch sind sie geeignet, auf der Gasse einen raschen und hohen Verkaufserlös 
zu generieren, was wiederum gegen die Täterschaft des Beschuldigten spricht.

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass aufgrund der gefunden DNA-Spur des 
Beschuldigten an der Bierdose einzig mit Sicherheit gesagt werden kann, dass er 
sich im Geschäft aufgehalten hat. Das gestohlene Diebesgut kann ihm mangels 
entsprechenden Beweises nicht zugerechnet werden. Der angeklagte Sachverhalt 
ist folglich nicht erstellt und der Beschuldigte ist vom Vorwurf des Diebstahls freizu-
sprechen. 

12.2 Zum Vorwurf der Sachbeschädigung (AKS Ziff. I.3.1)

12.2.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 16. August 2020 nachmittags in 
.________, .________, in der Dusche der Kollektivunterkunft .________ randaliert 
und dabei einen Abfalleimer und einen Wandspiegel zerstört.

12.2.2 Beweismittel 

Der Kammer liegen folgende Beweismittel vor: Der Anzeigerapport vom 29. No-
vember 2020 (pag. 311 ff./II), der Berichtsrapport von Polizist J.________ vom 22. 
August 2020 (pag. 327 ff./II), die E-Mail vom 19. bzw. 30. August 2021 
(pag. 329/1 f./II) sowie die Einvernahmen des Beschuldigten vom 10. September 

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2020 und dem 2. April 2024 (pag. 316 ff./II und 375 ff./VII). Weiter wurde 
J.________ am 21. Juli 2022 durch die Vorinstanz einvernommen (pag. 217 ff./VI).

12.2.3 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt und hielt begrün-
dend das Folgende fest (pag. 104 f./VII., S. 17 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung): 
Dem Anzeigerapport vom 29.11.2020 kann relativ wenig zur vorgeworfenen Sachbeschädigung ent-
nommen werden. Der Beschuldigte sei den Polizisten schwankend entgegengelaufen und habe zu-
sammenhangslose Sätze gesprochen. Zudem sei mit dem zuständigen Betreuer sowie Melder des 
Vorfalles, Herrn AE.________, über den Vorfall gesprochen worden. Dieser habe angegeben, dass 
der Beschuldigte im Duschraum randaliert und dabei einen Abfalleimer sowie einen Wandspiegel zer-
stört habe. Die Beschädigungen hätten durch die Polizei so festgestellt werden können und seien 
auch fotografiert worden (pag. 312 f./II). Gemäss E-Mail vom 19. bzw. 30.08.2021 (pag. 329/2/II) sei-
en die Fotos aber mittlerweile gelöscht worden, bestätigt aber, dass ein Schaden von rund CHF 
540.00 entstanden sei. Dem Berichtsrapport vom 22.08.2020 ist – ausser der eingegangenen Mel-
dung – nichts zur Beschädigung zu entnehmen. Anlässlich der Einvernahme von J.________ am 
21.07.2022 bestätigte dieser, dass in der Garderobe ein Spiegel kaputt gewesen sei. Die restliche 
Tatbestandsaufnahme habe der Kollege, vermutlich telefonisch, durchgeführt (pag. 219/VI Z 7 ff.). Der 
Beschuldigte bestätigte anlässlich seiner Einvernahme vom 10.09.2020 überdies, dass er «ein Fens-
ter zerschlagen» habe (pag. 318/II Z 57 f.). Aufgrund der Übereinstimmung sowohl der Aussagen des 
Polizisten J.________ mit dem Anzeigerapport als auch der Tatsache, dass der Beschuldigte selbst 
die Sachbeschädigung eingestanden hat, ist davon auszugehen, dass sich der Sachverhalt, wie an-
geklagt, zugetragen hat. Es kann nicht gesagt werden, dass der Vorfall dem Beschuldigten nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen worden sei (pag. 013 f./VII), zumal dieser diesen auch bestätigt hat. 
Entsprechend ist auf diesen gemäss Ziff. 3.1 der Anklageschrift abzustellen und der rechtlichen Wür-
digung zu Grunde zu legen.

12.2.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung moniert, von dem angeblich zerstörten Abfalleimer und der zer-
störten Scheibe gebe es keine Bilder in den Akten, es sei einzig eine Beschädigung 
des Eimers vermerkt. Entweder sei der Eimer – wie angeklagt – zerstört oder eben 
beschädigt, dies sei nicht das Gleiche. Sein Klient habe einzig zugegeben, etwas 
«Kleines» zerstört zu haben. Was genau beschädigt worden sei, sei daher nicht er-
stellt (pag. 390/VII).

12.2.5 Würdigung der Kammer 

Die Kammer kann sich den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen vollum-
fänglich anschliessen. Der Beschuldigte hat anlässlich der Berufungsverhandlung 
eingestanden, dass er etwas «Kleines kaputt gemacht» habe. Er sei so verärgert 
und betrunken gewesen (pag. 380 Z. 12 ff.). In Kombination mit den Erkenntnissen 
aus dem Anzeigerapport, aus welchem die Beschädigung des Abfalleimers sowie 
des Wandspiegels hervorgeht (pag. 313/II) und den Aussagen von J.________, 
welcher zumindest die Beschädigung des Wandspiegels bestätigte (pag. 219/VI 
Z. 7 ff.), kann der angeklagte Sachverhalt als erstellt angesehen werden. Die von 
der Verteidigung hervorgehobene Abweichung der Begrifflichkeiten «Zerstörung» 
und «Beschädigung» ist nach Ansicht der Kammer unbeachtlich. Für die nachfol-

30

gende rechtliche Würdigung des Sachverhalts spielt es keine Rolle, ob die Ge-
genstände beschädigt oder zerstört wurden, zumal beide Varianten den Tatbestand 
grundsätzlich zu erfüllen vermögen. Angesichts des geltend gemachten Schaden-
ersatzes von CHF 539.45 durch den Straf- und Zivilkläger 3 (K.________) kann je-
doch von einer Zerstörung der Gegenstände ausgegangen werden. Die Kammer 
erachtet den angeklagten Sachverhalt als erstellt. 

12.3 Zum Vorwurf der Sachbeschädigung (AKS Ziff. I.3.2)

12.3.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen dem 30. März 2020, 15:00 Uhr 
und dem 30. April 2020, 10:00 Uhr in .________, .________ (Geschäft 
«P.________»), zur Begehung eines Diebstahls die Schiebetüre beim Hauptein-
gang mittels Flachwerkzeug aufgedrückt und anschliessend eine Registerkasse 
und einen Schlüsselkasten aufgewuchtet zu haben. Dadurch sei an der Tür ein 
Sachschaden von ca. CHF 500.00 und an der Kasse und am Kasten von je 
ca. CHF 200.00 entstanden.

12.3.2 Beweismittel 

Der Kammer liegen die gleichen Beweismittel wie zur Beurteilung des Vorwurfs des 
Diebstahls vor. Es wird entsprechend auf die in Ziff. 12.1.2 aufgeführten Beweismit-
tel verwiesen.  

12.3.3 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt betreffend AKS Ziff. I.3.2 als 
erstellt und führte beweiswürdigend das Folgende aus (pag. 105 f./VII, S. 18 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 
Bezüglich der angeklagten Sachbeschädigung kann dem Anzeigerapport vom 20.07.2020 
(pag. 024/V) entnommen werden, dass die Schiebetür nach deren Aufwuchten mit einem Flachwerk-
zeug nicht mehr richtig funktionierte. Ferner sei auch die Registrierkasse sowie ein Schlüsselkasten 
aufgewuchtet worden. Überdies finden sich im Rapport auch die geschätzten Schadenssummen. Ent-
sprechend hat als erstellt zu geltend, dass durch das gewaltsame Öffnen sowohl der Türe als auch 
der Kasse sowie dem Kasten ein Schaden entstanden ist. Bezüglich der Ausführungen zur Täter-
schaft ist auf die unter Erwägung III.2.1.3 gemachten Ausführungen zu verweisen. Folglich ist auf die-
sen gemäss Ziff. 3.2 der Anklageschrift abzustellen und der rechtlichen Würdigung zu Grunde zu le-
gen.

12.3.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung 

Die Verteidigung führte oberinstanzlich aus, der Schaden sei ungenügend beziffert 
und belegt worden. Weiter werde die Täterschaft des Beschuldigten bestritten, zu-
mal dieser klar verneint habe, dass er für die Sachschäden verantwortlich sei 
(pag. 390/VII).

12.3.5 Würdigung der Kammer 

Wie vor erster Instanz ist auch oberinstanzlich die Täterschaft des Beschuldigten 
bestritten. Aufgrund der Parallelität der Vorfälle kann vorab auf die Ausführungen 
zum Vorwurf des Diebstahls verwiesen werden (vgl. Ziff. 12.1.5. hiervor). Es wurde 
bereits festgehalten, dass sich durch die im Kleidergeschäft gefundene Bierdose 

31

einzig erstellen lässt, dass sich der Beschuldigte im Geschäft der P.________ SA 
aufgehalten hat. Weitergehende Beweismittel oder Indizien, die die Täterschaft des 
Beschuldigten hinsichtlich der Sachbeschädigung belegen würden, liegen keine 
vor. Folglich kann dem Beschuldigten die Sachbeschädigung nicht zugerechnet 
werden und er ist vom Vorwurf der Sachbeschädigung freizusprechen. 

12.4 Zum Vorwurf des Hausfriedensbruchs (AKS Ziff. I.5.1)

12.4.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe in der Zeit von 29. Mai 2018 bis 
31. Mai 2018 in .________, das Wohnmobil von W.________ betreten und sich 
darin gegen den Willen der Berechtigten aufgehalten. 

12.4.2 Beweismittel 

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts folgende Be-
weismittel vor: Der Anzeigerapport vom 21. Juni 2018 (pag. 9 ff./IV), der Nachtrag 
zum Anzeigerapport vom 30. August 2018 (pag. 16/IV), der Rapport KTD vom 
4. Juli 2018 (pag. 64/IV), die Einvernahmen des Beschuldigten vom 11. Juli 2018 
(pag. 81 ff./IV), 26. November 2020 (pag. 138 ff./III) sowie vom 2. April 2024 
(pag. 375 ff./VII), die Einvernahme von AF.________ vom 29. August 2018 
(pag. 93 ff./IV), von AG.________ vom 27. Juli 2018 (pag. 121 ff./IV) sowie von 
AH.________ vom 30. Juli 2018 (pag. 134 ff./IV). 

12.4.3 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz sah den angeklagten Sachverhalt als erstellt an. Sie erwog das Fol-
gende (pag. 108/VII, S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Der Beschuldigte bestritt anlässlich seiner Einvernahme am 11.07.2018, im Fahrzeug gewesen zu 
sein – er habe dieses noch nie gesehen (pag. 084 ff./IV Z 82, 100). Bei seiner zweiten Einvernahme 
am 26.11.2020 machte dieser von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch bzw. gab an, von 
der Tat nichts zu wissen (pag. 138 ff./III). AF.________ sagte anlässlich ihrer Einvernahme am 
29.08.2018 aus, dass der Beschuldigte nie im Wohnwagen gewesen sei (pag. 099/IV Z 24). 
AH.________ bestätigte aber anlässlich seiner Einvernahme vom 30.07.2018, dass zwei Personen im 
Wohnmobil ein paar Nächte übernachtet hätten (pag. 135/IV Z 38). Auch jemand mit dem Namen 
AI.________ oder AJ.________ habe auch dort geschlafen (pag. 138/IV Z 183). Der Beschuldigte 
wird sodann als diese Person identifiziert (pag. 139/IV Z 192). Bezüglich der Berücksichtigung der 
Einvernahmen aufgrund der fehlenden Parteiöffentlichkeit kann auf das Vorstehende verwiesen wer-
den (vgl. Erwägung III.2.2.3). Auch hier kann die Frage aber offengelassen werden, zumal die DNA-
Auswertungsresultate des Rapports des Kriminaltechnischen Dienstes ergeben haben, dass sich ins-
besondere der Beschuldigte sich im erwähnten VW-Bus aufgehalten hat oder zumindest mit den er-
wähnten Spurenträgern in Berührung gekommen ist (pag. 066/IV). Bezüglich der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung zur [sic!] solchen DNA-Spuren kann auf die obenstehenden Ausführungen verwiesen 
werden (vgl. Erwägung III.2.1.3). Die Verteidigung beschränkte sich vorliegen darauf, geltend zu ma-
chen, dass der Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. 5.1 mit der rechtskräftigen Einstellungsverfü-
gung der Staatsanwaltschaft bereits eingestellt worden (vgl. hierzu bereits Erwägung II.1). Sie äussert 
sich entsprechend nicht dazu, wie sonst die DNA des Beschuldigten – wenn nicht bei der Tat – hätte 
ins Wohnmobil kommen können. Der Sachverhalt gemäss Ziff. 5.1 der Anklageschrift gilt somit als er-
stellt.

32

12.4.4 Würdigung der Kammer

Die Kammer schliesst sich den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen vollum-
fänglich an. Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte anlässlich der Beru-
fungsverhandlung eingestand, im Wohnmobil übernachtet zu haben. Er sei dort 
gewesen. Ein Somalier namens AD.________ habe ihn dort hingebracht und ihm 
gesagt, dass man dort übernachten könne. Deshalb habe er dort übernachtet und 
sei am nächsten Tag weggegangen (pag. 380 Z. 21 ff.). Wie bereits im Rahmen 
der allgemeinen Beweiswürdigung ausgeführt, kann auf das Geständnis des Be-
schuldigten abgestellt werden (vgl. Ziff. 10 hiervor). Damit ist der angeklagte Sach-
verhalt betreffend AKS Ziff. I.5.1 im Einklang mit der Vorinstanz erstellt. 

12.5 Zum Vorwurf des Hausfriedensbruchs (AKS Ziff. I.5.2)

12.5.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe sich am 6. Oktober 2018 um 
09:25 Uhr in .________, .________, .________ .________, in das Geschäft 
.________ .________ begeben, obwohl ihm am 11. Dezember 2016 ein Hausver-
bot für das Betreten der .________ Filiale erteilt worden sei. 

12.5.2 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts die folgenden 
Beweismittel vor: Der Anzeigerapport vom 15. November 2018 (pag. 318 ff./I), die 
Erklärung vom 6. Oktober 2018 (pag. 322/I), das ausgesprochene Hausverbot vom 
11. Dezember 2016 (pag. 324/I) sowie die Einvernahmen des Beschuldigten vom 
26. November 2020 (pag. 138 ff./III) und 2. April 2024 (pag. 375 ff./VII).

12.5.3 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt und erwog das 
Folgende (pag. 108 f./VII, S. 21 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Gemäss Anzeigerapport habe der Beschuldigte am 06.10.2018 den .________ .________ in Bern mit 
einer Flasche Wodka verlassen wollen, ohne diese zu bezahlen. Dabei sei er vom Sicherheitsdienst 
angehalten worden. Dies geht auch aus der Erklärung vom 06.10.2018 hervor (pag. 322/I). Ferner lag 
ein im Oktober 2018 noch gültiges Hausverbot gegen den Beschuldigten vor (pag. 324/I). Bei der Ein-
vernahme des Beschuldigten am 26.11.2020 machte dieser von seinem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch bzw. gab an, von der Tat nichts zu wissen (pag. 138 ff./III). Basierend auf den Angaben im 
Anzeigerapport sowie der Erklärung ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 06.10.2018 das 
Geschäft .________ .________ betrat, obwohl im am 11.12.2016 ein noch gültiges Hausverbot für 
das Betreten der .________ Filiale erteilt worden ist. Der angeklagte Sachverhalt gemäss Ziff. 5.2 gilt 
entsprechend als erstellt.

12.5.4 Würdigung der Kammer 

Erneut kann sich die Kammer den vorinstanzlichen Erwägungen vollumfänglich an-
schliessen. Überdies hat der Beschuldigte diesen Vorwurf anlässlich der Beru-
fungsverhandlung eingestanden (pag. 380 Z. 30; vgl. auch Ziff. 10 hiervor). In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz erachtet die Kammer den angeklagten Sach-
verhalt somit als erstellt. 

12.6 Zum Vorwurf des Hausfriedensbruchs (AKS Ziff. I.5.3) 

33

12.6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, zwischen dem 30. März 2020, 
15:00 Uhr und dem 30. April 2020, 10:00 Uhr in .________ .________ (Geschäft 
«P.________»), gegen den Willen der Berechtigten zur Begehung eines Diebstahls 
gewaltsam in die Räumlichkeiten des Geschäfts P.________ eingedrungen zu 
sein. 

12.6.2 Beweismittel 

Zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts liegen der Kammer die gleichen 
Beweismittel wie zur Beurteilung des Vorwurfs des Diebstahls vor. Es wird entspre-
chend auf die in Ziff. 12.1.2 aufgeführten Beweismittel verwiesen. 

12.6.3 Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt und verwies zur 
Begründung einzig auf ihre Erwägungen unter III.2.1.3 zum Vorwurf des Diebstahls 
(pag. 109/VII, S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

12.6.4 Würdigung der Kammer

Vorab wird auf die beweiswürdigenden Ausführungen zum Vorwurf des Diebstahls 
verwiesen (vgl. Ziff. 12.1.5 hiervor). Es wurde bereits ausgeführt, dass gestützt auf 
die gefundene Bierdose mit der anhaftenden DNA-Spur des Beschuldigten zwei-
felsfrei erwiesen ist, dass sich der Beschuldigte im Geschäft «P.________» aufge-
halten hat. Dass er dabei gegen den Willen der Berechtigten eingedrungen ist, ist 
angesichts der Tatsache, dass das Geschäft im Tatzeitraum aufgrund von Covid-
19-Massnahmen dauerhaft geschlossen war, geradezu notorisch. 

Die Kammer erachtet es folglich als erstellt, dass der Beschuldigte zwischen dem 
30. März 2020, 15:00 Uhr und dem 30. April 2020, 10:00 Uhr in .________ 
.________, zum Nachteil der P.________ SA, gegen den Willen der Berechtigten 
in die Räumlichkeiten des Geschäfts P.________ eingedrungen ist. Angesichts der 
Freisprüche von den Anschuldigungen des Diebstahls und der Sachbeschädigung 
erachtet die Kammer hingegen weder als erstellt, dass er zur Begehung eines 
Diebstahls, noch, dass er gewaltsam in die Räumlichkeiten eingedrungen ist. Viel-
mehr ist davon auszugehen, dass er dort nächtigte. 

12.7 Zum Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
(AKS Ziff. I.6.1)

12.7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird am 20. Juni 2020 von 11:40 Uhr bis ca. 13:50 Uhr in 
.________, .________, Polizeiwache .________ und auf dem Transport auf die Po-
lizeiwache .________, zum Nachteil des Polizisten F.________ folgendes Verhal-
ten vorgeworfen: 

Nachdem der Beschuldigte vor der .________ alkoholisiert herumgeschrien und mit 
den Krücken herumgefuchtelt habe, sei er durch die Polizei kontrolliert worden, 
wobei festgestellt worden sei, dass über ihn eine Ausgrenzung für die Berner In-
nenstadt verfügt wurde. Der Beschuldigte sei aus diesem Grund auf die Polizeiwa-
che .________ überführt worden. Dort habe er bei der Leibesvisitation dem Polizis-

34

ten F.________ mit der geballten Faust gedroht und mit der geballten Faust gegen 
den Polizisten geschwungen. Nachdem sich der Beschuldigte weiterhin unkoopera-
tiv und renitent verhalten habe, sei er für den Vollzug des polizeilichen Gewahr-
sams auf die Polizeiwache .________ überführt worden. Auf dem Transport dorthin 
habe der Beschuldigte im Fahrzeug versucht, dem Polizisten F.________ eine 
Kopfnuss zu geben und habe ihm mit dem Fuss in das rechte Knie getreten. 

12.7.2 Beweismittel

Der Kammer liegen die folgenden Beweismittel zur Würdigung des angeklagten 
Sachverhalts vor: Der Anzeigerapport vom 28. Juli 2020 (pag. 108 ff./II), die Ein-
vernahmen des Beschuldigten vom 20. Juni 2020 (pag. 118 ff./II), vom 26. Novem-
ber 2020 (pag. 138 ff./III) und vom 2. April 2024 (pag. 375 ff./VII), der Berichtsrap-
port von D.________ vom 29. Dezember 2020 (pag. 130 ff./II), der Berichtsrapport 
von F.________ vom 11. Januar 2021 (pag. 133 f./II) sowie die Einvernahme von 
D.________ sowie F.________ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 21. Juni 2022 (pag. 203 ff./VI und pag. 208 ff./VI).

12.7.3 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Sie erwog was 
folgt (pag. 111/VII, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Der angeklagte Sachverhalt stimmt mit den Anzeige- und Berichtsrapporten überein. Überdies hat der 
Beschuldigte den angeklagten Sachverhalt – mit Ausnahme einiger Details, an welche er sich nicht 
mehr habe erinnern können – grundsätzlich zugegeben (vgl. pag. 119/II Z 23 ff.). Bei seiner zweiten 
Einvernahme am 26.11.2020 machte dieser von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch bzw. 
gab an, von der Tat nichts zu wissen (pag. 138 ff./III). Schliesslich haben auch D.________ sowie 
F.________ anlässlich der Hauptverhandlung vom 21.06.2022 übereinstimmend, detailreich sowie 
glaubhaft den in Ziff. 6.1 der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt bestätigt. Die Vorbringen des 
Verteidigers, beim Beschuldigten habe es sich um einen die Faust schwingenden, rumtorkelnden 
Querulanten mit einem Alkoholproblem gehandelt, welcher nicht als Bedrohung habe wahrgenommen 
werden können, sind nicht zu hören (pag. 014/VII). Gerade alkoholisierte Personen weisen eine ge-
ringere Hemmschwelle auf und können unvorhersehbare Handlungen vollziehen. Überdies werde be-
stritten, dass eine Kopfnuss nicht habe gegeben werden können (pag. 15/VII). Die detaillierten Aus-
sagen von F.________ widersprechen aber klar dieser Sachverhaltsschilderung. Für das Gericht be-
stehen entsprechend keine Zweifel, dass sich der in Ziff. 6.1 angeklagte Sachverhalt wie beschrieben 
zugetragen hat. Dieser gilt entsprechend als erstellt.

12.7.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung

Auf Sachverhaltsebene machte die Vorinstanz oberinstanzlich geltend, dem Be-
schuldigten werde vorgeworfen, er habe versucht, dem Polizisten F.________ im 
Fahrzeug eine Kopfnuss zu geben und i