# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5030ecc0-c0d1-59f7-92ae-36403480befc
**Source:** Basel-Stadt (BS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht 31.01.2023 UV.2022.34 (SVG.2023.45)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BS_Omni/BS_SVG_001_UV-2022-34_2023-01-31.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht

  
  des Kantons Basel-Stadt

  

   

  

 

 

URTEIL

 

vom 31.
Januar 2023

 

 

Mitwirkende

 

Dr. A. Pfleiderer (Vorsitz), lic.
iur. S. Bammatter-Glättli, Dr. med. F. W. Eymann und
Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Dreyer 

 

 

 

 

Parteien

 

A____

[...]  

vertreten durch MLaw B____, Advokat,

[...]

                                                        Beschwerdeführer

 

 

SUVA

Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1,
Postfach, 6002 Luzern  

vertreten durch Dr. C____, Rechtsanwalt,

[...]   

                                                    Beschwerdegegnerin

 

Gegenstand

 

UV.2022.34

Einspracheentscheid vom 14. Juli
2022

Rückfall

 

Tatsachen

I.       
 

a)       A____ (Beschwerdeführer), geboren 1994, arbeitete seit
dem 11. April 2016 für die D____ AG als Warehouse Agent (Aufgabe: Überwachung
und Unterhalt der Maschine [Sorter] in der Verteilzentrale; vgl. Replikbeilage
3) und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) unfallversichert. Am 11. Februar 2019 zog er
sich während der Arbeit auf dem Flughafen [...] eine Schnittwurde in der
rechten Gesichtshälfte zu, als er mit dem Kopf an einer Eisenstange anprallte (vgl.
u.a. SUVA-Akte 1 und SUVA-Akte 3, S. 2). Im Rahmen der ärztlichen
Erstversorgung vom 12. Februar 2019 wurde im Wesentlichen eine Commotio cerebri
diagnostiziert (vgl. SUVA-Akten 40, S. 4 und 41, S. 4). 

b)       Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht. Dem
Beschwerdeführer wurden ab dem 14. Februar 2019 Taggelder auf der Basis einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet (vgl. u.a. die Schreiben der SUVA vom
15. Februar 2019 und vom 22. März 2019; SUVA-Akten 5 und 12). In
Bezug auf die Kosten der Heilbehandlung wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt,
man vergüte (nur) die Leistungserbringer in der Schweiz direkt (vgl. das
Schreiben vom 15. Februar 2019 [SUVA-Akte 6] resp. das Schreiben vom 14.
Februar 2019 betr. die in [...] erfolgten medizinischen Behandlungen [SUVA-Akte
4]). Am 18. Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer wegen einer geltend
gemachten Sehschwäche ophthalmologisch untersucht (vgl. SUVA-Akte 35, S. 4). Ab
dem 22. Februar 2019 arbeitete er wieder 100 % in seiner angestammten Tätigkeit
(vgl. SUVA-Akte 13) und ab dem 25. Februar 2019 bezog er Ferien (vgl.
SUVA-Akte 13). Es wurde ihm ab dem 25. Februar 2019 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. SUVA-Akte 19). Die SUVA stellte schliesslich die
Taggeldleistungen (formlos) ein. 

c)       Am 9. Mai 2019 wurde der Beschwerdeführer augenärztlich getestet
und es wurde ihm ein Brillenrezept ausgestellt (vgl. SUVA-Akte 37, S. 4). Im
weiteren Verlauf erfolgten wegen geltend gemachter Nackenschmerzen entsprechende
röntgendiagnostische Abklärungen (vgl. u.a. den Bericht vom 28. März 2019 [SUVA-Akte
27] und den Bericht vom 30. September 2019 [SUVA-Akte 25]). 

d)       Am 9. Dezember 2021 wurde der SUVA ein Rückfall zum Unfall vom 11.
Februar 2019 gemeldet. Es wurde dargetan, der Mitarbeiter habe weiterhin Nacken-
und Rückenschmerzen (vgl. SUVA-Akte 14). Dem Beschwerdeführer wurde ab dem 14. Dezember
2021 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. u.a. SUVA-Akte 33,
S. 4). Die SUVA nahm in der Folge diverse ärztliche Unterlagen zu den Akten,
insb. die HWS-Röntgenberichte vom 28. März 2019 (SUVA-Akte 27), vom 30. September
2019 (SUVA-Akte 25) und vom 5. Januar 2022 (SUVA-Akten 28 und 29). Anschliessend
äusserte sich der Kreisarzt am 10. März 2022 zur Unfallkausalität. Er verneinte
gestützt auf die Radiologie-Berichte das Vorliegen von Unfallfolgen (vgl.
SUVA-Akte 34). Der Beschwerdeführer reichte nochmals medizinische Unterlagen
ein. Unter anderem liess er der SUVA augenärztliche Berichte zukommen (u.a. den
Bericht vom 18. Februar 2019 [SUVA-Akte 35, S. 4] sowie das Brillenrezept vom
9. Mai 2019 [SUVA-Akte 37, S. 4]). Ausserdem reichte er den Bericht über
die Erstbehandlung vom 12. Februar 2019 ein (vgl. SUVA-Akte 40, S. 4 und 41, S.
4) und liess der SUVA den Radiologie-Bericht vom 12. Februar 2019 den Schädel betreffend
zukommen (vgl. SUVA-Akte 39, S. 4). 

e)       Mit Schreiben vom 11. März 2022 (SUVA-Akte 48) lehnte
die SUVA eine Leistungspflicht ab (vgl. SUVA-Akte 48). Der Beschwerdeführer
reichte daraufhin den Bericht von E____, diplomierte Osteopathin, vom 24. März
2022 ein (vgl. SUVA-Akte 55, S. 3) und liess der SUVA per E-Mail ein Video des
Unfalles vom 11. Februar 2019 zukommen (vgl. SUVA-Akten 57 und 58). Die
SUVA forderte noch die ärztliche Beurteilung des Kreisarztes (Dr. F____) vom
26. April 2022 an (SUVA-Akte 59) und verneinte schliesslich mit Verfügung vom
29. April 2022 eine Leistungspflicht, da der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 11. Februar 2019 nicht
gegeben sei (vgl. SUVA-Akte 61). Die hiergegen vom Beschwerdeführer am 24. Mai 2022
erhobene Einsprache (vgl. SUVA-Akte 62) wurde von der SUVA mit Einspracheentscheid
vom 14. Juli 2022 (SUVA-Akte 68) abgewiesen. 

II.        

a)       Hiergegen hat der Beschwerdeführer am 14. September
2022 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt erhoben. Er
beantragt, es sei der Einspracheentscheid vom 14. Juli 2022 aufzuheben und die SUVA
zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen weiterhin auszurichten. Unter
o/e-Kostenfolge. 

b)       Die SUVA (Beschwerdegegnerin) schliesst mit
Beschwerdeantwort vom 30. September 2022 auf Abweisung der Beschwerde. 

c)       Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 11. November
2022 an seiner Beschwerde fest. Der Eingabe hat er weitere medizinische Unterlagen
beigelegt. 

d)       Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Duplik vom 7.
Dezember 2022 ebenfalls weiterhin die Abweisung der Beschwerde. 

III.      

Am 31. Januar 2023 findet die Beratung der Sache durch die
Kammer des Sozialversicherungsgerichts statt.

Entscheidungsgründe

1.            
 

1.1.       
Örtlich zuständig zur Beurteilung der vorliegenden Sache ist gemäss
Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die
betroffene versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz
hatte. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist
das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter
schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer
Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, so ist das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem das
Durchführungsorgan seinen Sitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Der Wohnsitz des
Beschwerdeführers befindet sich in [...]. Ausweislich der Akten lebte der
Beschwerdeführer zu keiner Zeit in der Schweiz. Die örtliche Zuständigkeit des
Gerichts richtet somit gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG danach, wo sein "letzter
schweizerische Arbeitgeber" den Sitz hat (vgl. BGE 145 V 247, 254 E.
5.6.2). Der letzte Schweizerische Arbeitgeber war die D____ AG. Diese hat ihren
Sitz in Basel, womit das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt örtlich
zuständig ist.

1.2.       
Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts
ergibt sich aus § 82 Abs. 1 des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die
Organisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft
(Gerichtsorganisationsgesetz/GOG; SG 154.100).

1.3.       
Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.

2.            
 

2.1.       
Der Beschwerdeführer macht zur Hauptsache geltend, es bestünden seit
dem Unfall vom 11. Februar 2019 persistierende Schmerzen. Es liege damit kein
Rückfall vor. Die Leistungseinstellung per 24. Februar 2019 sei daher zu
Unrecht erfolgt. Auf die ärztliche Beurteilung von Dr. Platz vom 26.
April 2022 könne nicht abgestellt werden (vgl. insb. S. 5 ff. der
Beschwerde; siehe auch die Replik). 

2.2.       
Die Beschwerdegegnerin macht im Wesentlichen geltend, man gehe
zutreffend von einem Rückfall aus. Auch müsse die Verneinung eines natürlichen
Kausalzusammenhanges zwischen den vom Beschwerdeführer (erneut) geklagten
Beschwerden und dem Unfall vom 11. Februar 2019 gestützt auf die massgebende
Beurteilung von Dr. F____ vom 26. April 2022 als korrekt erachtet werden (vgl.
insb. die Beschwerdeantwort). 

2.3.       
Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
mit Verfügung vom 29. April 2022, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 14.
Juli 2022, eine erneute Leistungspflicht verneint hat.

3.            
 

3.1.       
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20.
März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) erbringt die
Versicherung – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – Leistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten. 

3.2.       
3.2.1.  Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt einen
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem
eingetretenen Schaden voraus (BGE 142 V 435, 438 E. 1). Ursachen im Sinne des
natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein
der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit
andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435, 438 E. 1; BGE 129 V 177,
181 E. 3.1). Die Adäquanz spielt im Sozialversicherungsrecht als rechtliche Eingrenzung
der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen
Kausalität deckt (BGE 140 V 356, 358 E. 3.2).

3.2.2.  Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
Tatfrage, worüber das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177, 181
E. 3.1; siehe auch BGE 138 V 218, 221 E. 6.). 

3.2.3.  Gemäss Art. 11 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 (UVV;
SR 832.202) werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen
gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen
spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit
begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an (BGE 118 V 293, 296 f. E.
2.c); siehe auch das Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018
E. 3.1.1.). 

3.2.4.  Bei der Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung
gemäss Art. 11 UVV für Rückfälle und Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht
auf der Anerkennung des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges beim
Grundfall und bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfallkausalen
Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt vielmehr dem
Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges
zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge geltend gemachten Beschwerdebild und
dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers;
dabei sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu
stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten
der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist (vgl. u.a. die Urteile des
Bundesgerichts 8C_448/2022 vom 23. November 2022 E. 2.3. und 8C_414/2017 vom
26. Februar 2018 E. 2.2.). 

3.3.       
3.3.1.  Vorliegend spricht zunächst für die Annahme eines Rückfalles,
dass dem Beschwerdeführer bereits ab dem 25. Februar 2019, mithin nur sehr kurze
Zeit nach dem Unfall vom 11. Februar 2019, wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert wurde (vgl. SUVA-Akte 19). Erst ab dem 14. Dezember 2021 wurde ihm
wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. u.a. SUVA-Akte 33,
S. 4).

3.3.2.  Des Weiteren spricht für einen Rückfall, dass zwischen Oktober 2019
und März 2021 keine ärztlichen Konsultationen wegen HWS-Problemen,
Kopfschmerzen etc. mehr stattgefunden haben (vgl. die Einträge in der
Krankengeschichte [Beschwerdebeilage 3]; siehe auch die nachstehenden
Ausführungen). So ergibt sich in Bezug auf die medizinischen Untersuchungen/Konsultationen
nach dem Unfall vom 11. Februar 2019 im Wesentlichen Folgendes aus den Akten: Im
Rahmen der ärztlichen Erstversorgung vom 12. Februar 2019 wurde primär eine
Commotio cerebri diagnostiziert. Strukturelle Hirnverletzungen konnten nicht
festgestellt werden (vgl. SUVA-Akten 39, S. 4, 40, S. 4 und 41, S. 4). Am 18.
Februar 2019 wurde der Beschwerdeführer ophthalmologisch untersucht. Ein
pathologischer Befund konnte nicht erhoben werden (vgl. SUVA-Akte 35, S. 4 und
Beschwerdebeilage 7). Gemäss Eintrag im Patientendossier (vgl.
Beschwerdebeilage 3) fanden im Februar 2019 – im Vorfeld von geplanten Ferien –
mehrere hausärztliche Konsultationen statt. Es wurden dem Beschwerdeführer primär
Augentropfen und Schmerzmittel verordnet. Des Weiteren wurde eine Reise mit dem
Flugzeug (Ferien ab dem 25. Februar 2019) aus ärztlicher Sicht als möglich
erachtet und dem Beschwerdeführer ein Attest ausgestellt. Nach den Ferien
erfolgte am 14. März 2019 eine weitere Konsultation wegen Kopfschmerzen und
Schwindel sowie einem Kribbeln im linken Arm. Es wurde in der Folge eine
röntgendiagnostische Abklärung in die Wege geleitet. Am 28. März 2019 erfolgte
dann (wegen Nackenschmerzen) eine Röntgenabklärung der HWS, welche keinen
pathologischen Befund zu Tage förderte (vgl. den entsprechenden Bericht;
SUVA-Akte 27). Im Eintrag vom 15. April 2019 wurde festgehalten, die
Kopfschmerzen hätten sich gebessert. Gleichzeitig wurde vermerkt, es bestünden
ständige Schulter-Arm-Beschwerden (vgl. Beschwerdebeilage 3). Am 9. Mai 2019
wurde dem Beschwerdeführer für eine festgestellte geringfügige Sehschwäche ein Brillenrezept
ausgestellt (vgl. SUVA-Akte 37, S. 4). Im weiteren Verlauf fanden dann in
grösseren Abständen Konsultationen resp. Abklärungen wegen HWS-Problemen statt.
So erfolgte am 30. September 2019 eine Röntgenabklärung der HWS, welche jedoch
erneut keinen pathologischen Befund zum Vorschein brachte (vgl. den entsprechenden
Röntgenbericht [SUVA-Akte 25]; siehe auch den Eintrag vom 2. Oktober 2019 im
Patientendossier [Beschwerdebeilage 3]). Im Eintrag über die Konsultation vom
14. Oktober 2019 ist schliesslich von gebesserten Nackenschmerzen die Rede. Dann
erfolgte erst am 4. März 2021 wieder eine HWS-spezifische Konsultation (vgl.
Beschwerdebeilage 3). Schliesslich meldete sich der Beschwerdeführer am 5.
Oktober 2021 erneut beim Arzt. Er gab an, er sei am 3. Oktober 2021 von
mehreren Personen angegriffen worden und verspüre Kopf- und Nackenschmerzen
(vgl. Beschwerdebeilage 3). Eine (50%ige) Arbeitsunfähigkeit wurde ihm jedoch
erst ab dem 14. Dezember 2021 bescheinigt (vgl. u.a. SUVA-Akte 33, S. 4). Auch
fanden erst ab Dezember 2021 wieder Therapien statt (insb. Massage,
Osteopathie; vgl. SUVA-Akte 45, S. 2) und es wurden im Januar 2022 weitere
röntgendiagnostische Abklärungen getätigt (vgl. SUVA-Akten 28 und 29). 

3.4.       
Da zwischen Oktober 2019 und März 2021 keine HWS-spezifischen
ärztlichen Konsultationen/Behandlungen stattfanden und der Beschwerdeführer darüber
hinaus bereits kurze Zeit nach dem Unfall vom 11. Februar 2019 wieder 100 %
arbeitsfähig war, ist von einem eigentlichen Rückfall auszugehen. Damit liegt
es am Beschwerdeführer, das Vorliegen eines natürlichen (und adäquaten Kausalzusammenhanges)
zwischen dem als Rückfall geltend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall vom
11. Februar 2019 nachzuweisen (vgl. Erwägung 3.2.4. hiervor).

4.            
 

4.1.       
4.1.1.  Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist in erster
Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (vgl. u.a. das
Urteil des Bundesgerichts 8C_253/2021 vom 2. Juli 2021 E. 3.). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 134 V 231, 232 E. 3a mit Hinweis auf BGE 125 V
352). 

4.1.2.  Berichten versicherungsinterner medizinischer
Fachpersonen kommt praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem
gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger
veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens erledigt werden, so
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 145 V 97, 105 E. 8.5 in fine; BGE 139 V 225, 229 E. 5.2;
BGE 135 V 465, 469 E. 4.4).

4.2.       
In seiner Stellungnahme vom 10. März 2022 machte der
Kreisarzt (Dr. F____) geltend, die rückfallweise geklagten Beschwerden stünden
mit dem Unfall vom 11. Februar 2019 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
in einem natürlichen Kausalzusammenhang. Im Bereich des Schädels und der HWS
lägen durch Ereignis vom 11. Februar 2019 keine strukturell-
objektivierbaren Läsionen vor (vgl. SUVA-Akte 34). Am 26. April 2022 äusserte
sich Dr. F____ erneut. Im Wesentlichen führte er aus, es sei im Bereich der
Halswirbelsäule und des Schädels zu keinen richtungsgebenden Verschlimmerungen
gekommen. Es seien hier vorübergehende Verschlimmerungen vorhanden. Überwiegend
wahrscheinlich sei von weiteren Behandlungen der Unfallfolgen im Bereich der
Halswirbelsäule und des Schädels mit keinen weiteren namhaften Verbesserungen
mehr zu rechnen. Spätestens im März 2020 seien Unfallfolgen im Bereich der
Halswirbelsäule und des Schädels vollständig abgeklungen gewesen. Insofern
seien die rückfallweise geklagten Beschwerden im Bereich des Schädels und der
Halswirbelsäule nicht in Zusammenhang mit dem Ereignis vom 11. Februar 2019 zu
sehen (vgl. SUVA-Akte 59).

4.3.       
4.3.1.  Auf diese Beurteilung von Dr. F____ kann abgestellt werden.
Sie erfüllt die Anforderungen an beweiskräftige medizinische Erhebungen (vgl.
Erwägung 4.1.1. hiervor). Insbesondere hat sich der Kreisarzt mit den
relevanten Vorakten (insb. den vorliegenden Röntgenberichten und den Berichten
über die ärztliche Erstbehandlung) auseinandergesetzt und seine Einschätzung in
nachvollziehbarer Art und Weise begründet (vgl. im Einzelnen die nachstehenden
Überlegungen). 

4.3.2.  Insbesondere gilt es zu beachten, dass im Rahmen der ärztlichen
Erstversorgung vom 12. Februar 2019 primär eine Commotio cerebri diagnostiziert
worden war. Strukturelle Hirnverletzungen hatten keine festgestellt werden können
(vgl. SUVA-Akten 39, S. 4, 40, S. 4 und 41, S. 4). Auch die diversen
röntgendiagnostischen Abklärungen der HWS brachten keine pathologischen Befunde
zum Vorschein (vgl. die Berichte vom 28. März 2019, vom 30. September 2019 und vom
5. Januar 2022 (SUVA-Akten 27, 25, 28 und 29).

4.3.3.  Nichts daran zu ändern vermögen die Berichte der den
Beschwerdeführer behandelnden ärztlichen Fachpersonen. Dies gilt zunächst für
den Bericht von E____ vom 24. März 2022 (SUVA-Akte 55, S. 3), zumal ihre Ausführungen
allein auf den Angaben des Beschwerdeführers basieren und der Beschwerdeführer
die Behandlung bei ihr erst lange nach dem infrage stehenden Unfall vom Februar
2019 aufgenommen hat. Einen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten
Beschwerden und dem Unfall vom 11. Februar 2019 lässt sich damit nicht begründen.
Gleiches gilt auch für den Bericht von Dr. G____ vom 20. Juni 2022 (Beschwerdebeilage
6) und den Bericht der H____klinik vom 11. August 2022 (Beschwerdebeilage 4). In
Bezug auf die Beurteilungen von Dr. I____ (Bestätigung vom 22. Juli 2022 [Beschwerdebeilage 5], Attest
vom 16. September 2022 [Replikbeilage 1], Bescheinigung vom 7. Oktober 2022 [Replikbeilage
2]) ist zu bemerken, dass diese ebenfalls auf den Schilderungen des
Beschwerdeführers beruhen. Im Übrigen ist zu bemerken, dass sie sich nicht mit den
Einträgen im Patientendossier (Beschwerdebeilage 3) vereinbaren lassen; denn
aus diesem ergibt sich, dass der Beschwerdeführer am 14. Oktober 2019 kundtat,
die Nackenschmerzen hätten sich gebessert und dass sich der Beschwerdeführer
erst am 4. März 2021 wieder mit einem HWS-spezifischen Anliegen beim Hausarzt meldete.
Es kann daher nicht von konstanten Beschwerden ausgegangen werden. Ergänzend
ist anzufügen, dass Aussagen von behandelnden Ärzten grundsätzlich mit
Vorbehalt zu würdigen sind, da es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass diese
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465, 470 E. 4.5
mit Hinweisen). Schliesslich lässt sich ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 11. Februar 2019 und den vom Beschwerdeführer im Rahmen
des Rückfalls geltend gemachten Beschwerden auch nicht gestützt auf das Gutachten
von PD Dr. J____ vom 5. September 2022 (Replikbeilage 3) begründen. PD Dr. J____
stellte darin – die Aussagen des Beschwerdeführers und die ihm von der
Krankentaggeldversicherung zur Verfügung gestellten medizinischen Akten
würdigend – folgende Diagnosen: "myofaszial bedingtes chronifiziertes zerviko-spondylogenes
und zerviko-cephales Syndrom bei Wirbelsäulenfehlform (thorako-lumbaler
Flachrücken, Kopfprotraktion), wahrscheinliche segmentale Disfunktion im
unteren HWS-Bereich, reduzierte Stabilisierungsfähigkeit" sowie "Zustand
nach HWS- und Okziputkontusion" (vgl. S. 4 des Gutachtens). Daraus lässt
sich jedoch nichts ableiten, womit sich der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 11. Februar 2019 und den vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Beeinträchtigungen begründen liesse. Wie von der Beschwerdegegnerin
zutreffend dargetan wird (vgl. die Duplik), nimmt PD Dr. J____ gar keine
Kausalitätsbeurteilung vor.

4.4.       
Damit sind die im Rahmen der Rückfallmeldung vom Dezember 2021
gemachten Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich als Residuen des
Unfalles vom Februar 2019 zu erachten. Daraus folgt wiederum, dass die
Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 29. April 2022, bestätigt mit
Einspracheentscheid vom 14. Juli 2022, zu Recht eine Leistungspflicht
abgelehnt hat. 

5.            
 

5.1.       
Den obigen Ausführungen zufolge ist die Beschwerde somit abzuweisen
und der Einspracheentscheid vom 14. Juli 2022 zu bestätigen.

5.2.       
Das Verfahren ist kostenlos.

5.3.       
Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen.

Demgemäss erkennt das
Sozialversicherungsgericht:

://:      Die Beschwerde wird abgewiesen und der
Einspracheentscheid vom 14. Juli 2022 bestätigt.

          Das Verfahren ist kostenlos.

          Die ausserordentlichen Kosten werden
wettgeschlagen.

 

Sozialversicherungsgericht
BASEL-STADT

 

Die Präsidentin                                                  Die
Gerichtsschreiberin

 

 

 

Dr. A. Pfleiderer                                                 lic. iur. S.
Dreyer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid
kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim
Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG]). Die
Beschwerdefrist kann nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegründe
sind in Art. 95 ff. BGG geregelt.

Die Beschwerdeschrift ist
dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung
zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat den Anforderungen gemäss Art. 42 BGG zu
genügen; zu beachten ist dabei insbesondere:

a)           Die Beschwerdeschrift ist
in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten;

b)           in der Begründung ist in
gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht
verletzt;

c)           die Urkunden, auf die
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie
in Händen hat, ebenso der angefochtene Entscheid.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geht an:

–        Beschwerdeführer

–        Beschwerdegegnerin

–        Bundesamt für Gesundheit

 

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