# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e168f98-d5c8-50ce-8a9d-8bc04c2abc2b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.10.2025 VR3 2024 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VR3-2024-78_2025-10-08.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Urteil vom 8. Oktober 2025
mitgeteilt am 10. Oktober 2025

Referenz VR3 24 78

Instanz Dritte verwaltungsrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Brun
Fleisch, Aktuar

Parteien A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Flavio Decurtins

gegen

Gemeinde Trimmis
Galbutz 2, 7203 Trimmis
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schnyder

B.________
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Bühler

Gegenstand Baueinsprache/Baubewilligung

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Sachverhalt

A. Am 14. August 2023 reichte B.________ ein Baugesuch für den Um- und 
Anbau eines Einfamilienhauses auf der Parzelle Nr. Z.1.________ in Trimmis ein. 
Dagegen erhoben die damaligen Eigentümer des Nachbargrundstücks Nr. 
Z.2.________ Einsprache. Das Grundstück Nr. Z.2.________ wurde in der Folge 
an A.________ verkauft, der in das damals hängige Einspracheverfahren eintrat.

B. Am 12. September 2023 wies die Baukommission der Gemeinde Trimmis die 
Einsprache von A.________ ab und erteilte die Baubewilligung. Gegen diesen 
Beschluss erhob A.________ am 8. Februar 2024 Beschwerde beim 
Gemeindevorstand von Trimmis und beantragte die Aufhebung des 
Einspracheentscheids und der Baubewilligung.

C. Mit Entscheid vom 13. Juni 2024 wies der Gemeindevorstand die 
Beschwerde ab. Dagegen erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 
12. August 2024 Beschwerde beim (damaligen) Verwaltungsgericht des Kantons 
Graubünden.

Erwägungen

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG (BR 370.100) beurteilt das Obergericht des 
Kantons Graubünden, auf das die bei Inkrafttreten des neuen GOG (BR 173.000) 
am 1. Januar 2025 hängigen Verfahren des ehemaligen Verwaltungsgerichts des 
Kantons Graubünden übertragen worden sind (vgl. Art. 122 Abs. 5 GOG), 
Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer 
anderen Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder 
eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Beschwerdeentscheid 
vom 13. Juni 2024, mitgeteilt am 17. Juni 2024, stellt einen kommunalen Entscheid 
im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG dar. Dagegen steht kein anderes Rechtsmittel 
als die verwaltungsgerichtliche Beschwerde zur Verfügung; zudem ist dieser auch 
nicht endgültig. Damit ist die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Obergerichts 
des Kantons Graubünden zu bejahen. Der Beschwerdeführer ist als Adressat vom 
Beschwerdeentscheid betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Überprüfung, weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 50 VRG). Auf 
die überdies frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 52 Abs. 1 und Art. 
38 VRG) ist demnach einzutreten.

2. Der Beschwerdeführer rügt, dass der geplante Anbau des 
Beschwerdegegners den obligatorischen Grenzabstand von 4 Metern gegenüber 
seiner Parzelle nicht einhalte. In der Nordostecke betrage der geplante 

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Grenzabstand lediglich 3,13 Meter. Zwar würden sowohl das KRG (BR 801.100) als 
auch das Baugesetz der Gemeinde Trimmis (BauG) wörtlich festhalten, dass 
Baulinien den anderen Abstandvorschriften vorgingen. In Ausnahmefällen dürfe 
aber von einem vermeintlich klaren Wortlaut abgewichen werden, namentlich wenn 
der Wortlaut in einer konkreten Konstellation am wahren Sinn der Regelung 
vorbeiziehe. Im vorliegenden Fall liege eine solch besondere Konstellation vor, da 
das Grundstück des Beschwerdegegners in der nordöstlichen Ecke nicht 
unmittelbar an die Strasse grenze, sondern das Grundstück des Beschwerdeführers 
noch keilförmig hineinrage (act. A.1 S. 2 ff.; A.4 S. 2 f.).

3.1. Gemäss Art. 75 Abs. 1 KRG ist gegenüber jedem Nachbargrundstück ein 
Grenzabstand von 2,5 Metern einzuhalten, sofern das Baugesetz der Gemeinde 
nicht grössere Grenzabstände vorschreibt. Art. 55 Abs. 2 KRG hält fest, dass 
Baulinien allen anderen öffentlichrechtlichen Abstandsvorschriften vorgehen. Das 
kommunale Baugesetz sieht für die Wohnzone 2 einen kleinen Grenzabstand von 
4 Metern vor (Art. 13 i.V.m. Art. 20 Ziff. 1 BauG). Vorbehalten sind Baulinien und 
Unterschreitungen gemäss Art. 77 KRG. Zwischen den Parteien ist unbestritten, 
dass der kleine Grenzabstand von 4 Metern im Baugesuch nicht eingehalten wird. 
Ebenso unbestritten ist, dass eine Baulinie an der fraglichen Stelle vorbeiführt und 
der geplante Anbau bis an diese Baulinie reicht.

3.2. Anhand der erwähnten gesetzlichen Bestimmungen bestehen keine Zweifel 
daran, dass Baulinien den anderen Abstandvorschriften grundsätzlich vorgehen 
und der erwähnte kleine Grenzabstand von 4 Metern – wie in Art. 20 Ziff. 1 BauG 
festgehalten – nur subsidiär zur Anwendung gelangt. Fraglich ist lediglich, ob – wie 
vom Beschwerdeführer dargelegt – vorliegend von einem Spezialfall auszugehen 
ist, welcher eine abweichende Regelung rechtfertigt. Der vorliegende Fall ist 
insofern aussergewöhnlich, als dass das Grundstück des Beschwerdegegners in 
der nordöstlichen Ecke nicht unmittelbar an die Strasse grenzt, da an dieser Stelle 
das Grundstück des Beschwerdeführers keilförmig hineinragt (vgl. act. C/A/04). 
Allerdings ist die hineinragende Fläche sehr klein und nicht bebaubar, da sie sich 
innerhalb der Baulinie befindet. Offenbar handelt es sich dabei um einen Teil der 
Einfahrt. Der Abstand zwischen den Gebäuden des Beschwerdeführers und des 
Beschwerdegegners wird von der "Unterschreitung" des Grenzabstands nicht 
berührt. Auf dieser Seite beträgt der Grenzabstand nämlich über 4 Meter. Insofern 
ist kein derartiger Nachteil für den Beschwerdeführer erkennbar, welcher eine 
Abweichung vom grundsätzlichen Vorrang der Baulinien rechtfertigen würde. Die 
Auswirkungen auf die Parzelle des Beschwerdeführers durch den geplanten Anbau 
sind trotz eines um 0,87 Metern kürzeren Abstandes minim. Unter diesem Aspekt 

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wäre es unverhältnismässig, dem Beschwerdegegner nicht zu erlauben, bis an die 
Baulinie zu bauen und einen zusätzlichen Abstand zu verlangen.

3.3. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers entspricht die von der 
Gemeinde erlaubte Bebauung bis zur Baulinie auch deren Sinn und Zweck. Nach 
der Rechtsprechung des Bundesgerichts dienen Verkehrsbaulinien nicht nur der 
Sicherung bestehender und geplanter Strassen, sondern haben auch eine 
städtebaulich-ästhetische Funktion, insbesondere zur Gestaltung einheitlicher 
Häuserfluchten in städtischen Quartieren. In Gestaltungsfragen steht der Gemeinde 
als Planungsbehörde ein erhebliches Planungsermessen zu (Urteil des 
Bundesgerichts 1C_789/2013 vom 21. Februar 2014 E. 5). Mit der vorgeschlagenen 
Bauweise werden beide Ziele der Baulinie erfüllt. Der Abstand zur Strasse wird ein- 
und der Raum entsprechend freigehalten. Durch die Bebauung bis an die Baulinie 
wird zudem bis zu einem gewissen Grad eine einheitliche Häuserflucht 
gewährleistet. Auch in diesem Punkt erweist sich die Beschwerde folglich als 
unbegründet.

4. Zusammengefasst ist die erteilte Baubewilligung nicht zu beanstanden. Die 
dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem 
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die 
Staatsgebühr wird in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG und in Anbetracht des 
Verfahrensaufwandes auf insgesamt CHF 2'000.00 festgesetzt.

5.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei im Rechtsmittel- 
und Klageverfahren verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit 
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Der unterliegende 
Beschwerdeführer hat den obsiegenden Beschwerdegegner aussergerichtlich zu 
entschädigen. Dessen Rechtsvertreter macht einen Aufwand von insgesamt 15.08 
Stunden à CHF 280.00 und eine Spesenpauschale von 4% geltend (act. F.2). 
Angesichts des überschaubaren Prozessstoffes und der begrenzten rechtlichen 
Fragenstellungen sowie dem Umfang der Rechtsschriften erscheint der geltend 
gemachte Aufwand für das Studium der Akten und das Verfassen der 
Vernehmlassung (8.5 Stunden) und das Verfassen der Duplik (4 Stunden) etwas 
überhöht. Eine Kürzung des Gesamtaufwands auf 13 Stunden ist daher 
gerechtfertigt. Zudem sind der Stundenansatz auf CHF 270.00 (Art. 3 Abs. 1 HV 
[BR 310.250]) und die Spesenpauschale auf 3% zu kürzen. Unter Berücksichtigung 
der MWST ergibt sich somit eine Entschädigung von rund CHF 3'910.00. Eine 
Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin ist nicht zuzusprechen, da diese 

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lediglich im Rahmen ihres amtlichen Wirkungskreises obsiegt hat (vgl. Art. 78 Abs. 
2 VRG).

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Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

– einer Staatsgebühr von CHF 2'000.00

– und den Kanzleiausgaben von CHF 201.00

Total CHF 2'201.00

gehen zulasten von A.________.

3. A.________ hat B.________ mit insgesamt CHF 3'910.00 (inkl. Spesen und 
MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]