# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e0fdcb3-429c-5abb-a19d-0b5ca01e4030
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 C-5043/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5043-2008_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5043/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9  

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

T._______,
vertreten durch Fürsprecher Urs Hofer,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf
S._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5043/2008

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Sri  Lanka  stammende S._______  (geb. 1948,  nachfolgend: 
Gesuchstellerin  bzw. Eingeladene) beantragte am 23. April  2008 bei 
der Schweizerischen Botschaft in Colombo die Erteilung eines Einrei-
sevisums für die Dauer von einem Monat. Als Zweck der beabsichtig-
ten  Reise  gab  sie  an,  ihren  im  Kanton  Bern  wohnhaften  Neffen 
T._______ (nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) und des-
sen Familie besuchen und während ihres Aufenthaltes in der Schweiz 
an der Geburtstagsfeier von deren Tochter teilnehmen zu wollen. Nach 
formloser  Verweigerung  übermittelte  die  Schweizerische  Vertretung 
das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

B.
Nachdem die  Migrationsbehörde  des Kantons Bern  beim Gastgeber 
ergänzende Auskünfte eingeholt und mit negativer Stellungnahme an 
das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch 
mit Verfügung vom 30. Juni 2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der Be-
gründung,  die  anstandslose und fristgerechte  Wiederausreise  könne 
nicht als gesichert betrachtet werden. Die Gesuchstellerin stamme aus 
einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort 
herrschenden  wirtschaftlichen  und  soziokulturellen  Verhältnisse  be-
kannterweise nach wie vor stark  anhalte. Viele ihrer  Landsleute ver-
suchten – einmal in der Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöp-
fung sämtlicher rechtlicher Mittel zu verlängern, um sich so in Umge-
hung der bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen eine vermeintlich 
bessere Zukunft aufzubauen.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 31. Juli 2008 beantragt der Beschwerde-
führer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und 
die Erteilung des gewünschten Besuchervisums. Zur Begründung lässt 
er im Wesentlichen vorbringen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon 
aus,  die  Wiederausreise  der  Eingeladenen nach einem Besuchsauf-
enthalt  wäre nicht gesichert,  lasse Letztere doch den Ehemann, ihre 
vier Kinder samt Familie sowie die Schwester im Heimatland zurück. 
Zu berücksichtigen gelte es in diesem Zusammenhang, dass die Ge-
suchstellerin bereits 60-jährig, das Emigrationsrisiko somit gering sei. 
Komme hinzu, dass sie sich lediglich einige Wochen – und nicht volle 
drei Monate – besuchshalber in der Schweiz aufhalten möchte.

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Der  Eingabe  waren  zahlreiche  Aktenkopien  beigelegt,  die  das  Ge-
suchsverfahren  betreffen  (Einladungsschreiben,  Betreibungsregister-
auszug, Lohnabrechnungen, Kontoauszug, Reiseversicherungs-Police, 
usw.).

Weitere  (Gesuchs-)Unterlagen wurden am 28. August  2008 nachge-
reicht.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. September 2008 spricht sich die Vor-
instanz für die Abweisung der Beschwerde aus. Ergänzend weist sie 
unter Hinweis auf die nachgereichten Unterlagen (insb. Bestätigungs-
schreiben des "District Secretariat – Kilinochchi" vom 14. März 2008) 
darauf hin, dass die aus dem Norden Sri Lankas stammende Gesuch-
stellerin  in  der  Zwischenzeit  ihr  ursprüngliches  Wohngebiet  mit  ihrer 
Familie habe verlassen müssen.

E.
In seiner Replik vom 24. Oktober 2008 hält der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen und deren Begründung vollumfänglich  fest. Ausser-
dem wirft er der Vorinstanz vor, zu wenig auf den konkreten Einzelfall 
eingegangen zu sein und primär auf allgemeine Umstände abgestellt 
zu haben.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, sofern rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. 
Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Der Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung 
und die Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz 
und der  EU über  die Assoziierung an Schengen und an Dublin  (SR 
362) wurde in der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 angenommen. 
Die  entsprechenden  Assoziierungsabkommen  (darunter  das  Abkom-
men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-

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wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 de-
finitiv  in  Kraft  getreten. Durch die Übernahme des Schengen-Besitz-
standes wurden im Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) entsprechende An-
passungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestim-
mungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur 
gelten, sofern das Schengen-Recht keine abweichenden Bestimmun-
gen  enthält).  Im  Weiteren  ist  die  Verordnung  vom 24. Oktober  2007 
über das Einreise- und Visumverfahren (VEV, AS 2007 5537) total revi-
diert worden (vgl. Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR  142.204]).  Art. 57  VEV  sieht  vor, 
dass  hängige  Verfahren  nach  dem  neuen,  übergeordneten  (Schen-
gen-)Recht fortgeführt werden. 

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-

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derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Als Staatsangehörige von Sri Lanka unterliegt die Gesuch-
stellerin damit der Visumspflicht. 

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7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin oder des Besuchers ergeben. 

Die Wirtschaft Sri Lankas ist im Jahr 2008 real um 6,0% gewachsen. 
Das  Pro-Kopf-Einkommen  betrug  2'014  US-Dollar,  das  Bruttoinland-
produkt  (BIP)  40,7  Mrd.  US-Dollar.  Die  Werte  des  ersten  Quartals 
2009 (+1,5%) lassen für das Gesamtjahr jedoch eine geringere Rate 
erwarten. Ein  Problem für  die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist 
zunehmend  die  Inflation,  die  2008  für  srilankische  Verhältnisse  Re-
kordzahlen erreichte. Allerdings  weist  die  wirtschaftliche Entwicklung 
Sri  Lankas grosse regionale  Unterschiede auf. Wirtschaftliches  Zen-
trum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten 
Wirtschaftsleistung erbringt. Demgegenüber ist  der Norden des Lan-
des durch den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in seiner Entwicklung zu-

rückgeworfen und beim wirtschaftlichen Wiederaufbau sowohl auf er-

hebliche Hilfe der eigenen Regierung als auch auf internationale Un-

terstützung angewiesen (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, <http://

www.auswaertiges-amt.de>, Länder, Reisen und Sicherheit > Sri Lan-

ka > Wirtschaft, Stand: Juli 2009).

Darüber  hinaus  verschlechterte  sich  die  Sicherheitslage  im  ganzen 
Land seit 2006 wieder, nachdem erneut Kämpfe zwischen dem Militär 
und der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) ausgebrochen wa-
ren. Davon besonders betroffen waren der Osten und Norden Sri Lan-
kas; Anschläge – auch auf zivile Ziele – kamen jedoch im ganzen Land 
vor. Zudem hatte die Regierung im Januar 2008 das Waffenstillstands-
abkommen mit der LTTE offiziell per 16. Januar 2008 gekündigt. Seit-
her hatten die Gefechte im Norden des Landes zugenommen, wobei 
jedoch auch die Hauptstadt Colombo mehrfach von Anschlägen betrof-
fen war (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-5841/2007 vom 
1. Juli 2009 E. 7.3, C-1739/2008 vom 3. April 2009 E. 7.2 sowie BVGE 
2008/2 E. 7.2 bis 7.5). 

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Um die Jahreswende war die sri-lankische Armee in  die letzten von 
den tamilischen Rebellen kontrollierten Gebiete vorgerückt und hatte 
die LTTE weiter zurückgedrängt. Nach einem über zwanzigjährigen be-
waffneten Konflikt legten die LTTE am 17. Mai 2009 die Waffen nieder. 
Die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen in Sri Lanka haben 
viele Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Mehrere hunderttau-
send Menschen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben. Die Lage in 
den ehemaligen Konfliktzonen im Norden, Osten und im Yala National-
park ist weiterhin unübersichtlich; das politische Klima bleibt gespannt. 
Auch nachdem die Regierung Sri Lankas die Kämpfe mit den Rebellen 
der LTTE für beendet erklärt hat, kann eine Fortsetzung des Guerilla-
Krieges durch einzelne LTTE-Gruppen mit  unter  Umständen landes-
weiten  Auswirkungen  nicht  ausgeschlossen  werden  (Quellen:  Deut-
sches Auswärtiges  Amt,  a.a.O,  Länder,  Reisen und Sicherheit  >  Sri 
Lanka > Reise- und Sicherheitshinweise, Stand: 30. September 2009, 
unverändert gültig seit 21. August 2009, sowie EDA, a.a.O., Reisehin-
weise > Reiseziele > Sri Lanka, Stand: 22. Mai 2009, unverändert gül-
tig: 3. September 2009).

7.3 Vor  diesem  Hintergrund  besteht  erfahrungsgemäss  häufig  der 
Wunsch zur Auswanderung, welcher sich vor allem bei jüngeren und 
ungebundenen Menschen manifestiert; aber auch sozial eingebundene 
Personen und solche reiferen Alters  fassen diesen Schritt  ins  Auge. 
Ein bestehendes soziales Beziehungsnetz (Freunde oder Verwandte) 
im Ausland ist  ein  wichtiges Element,  das den Auswanderungswillen 
noch akzentuieren kann. Es gilt nach Möglichkeit zu verhindern, dass 
Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der  Schweiz  –  entgegen  der  ur-
sprünglichen Absichtserklärung – dazu nutzen, ein Asylgesuch einzu-
reichen  oder  die  fristgerechte  Wiederausreise  auf  andere  Weise  zu 
umgehen. Die schwierige Lage des Landes spiegelt sich im Übrigen in 
der  schweizerischen  Asylstatistik  wider,  in  der  Sri  Lanka  im  Jahre 
2008 mit 1'262 Gesuchen die fünftgrösste Gruppe von Asylsuchenden 
stellte, wobei sich die Anzahl der Gesuche wegen der Eskalation des 
bewaffneten Konfliktes im Vergleich zum Vorjahr  fast  verdoppelt  hat. 
Dieser Trend setzte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 
fort: In dieser Zeitspanne reichten bereits 860 Personen aus Sri Lanka 
in der Schweiz ein Asylgesuch ein, was einer Zunahme von 83% im 
Vergleich zum Vorjahr entspricht (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik, 
2. Quartal 2009, vom 9. Juli 2009, S. 2 und 7, im Internet unter: <http://
www.bfm.admin.ch>, Themen > Statistiken).

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8.
8.1 Der Beschwerdeführer  bringt  in  diesem Zusammenhang vor,  die 
Berufung auf die Zuwanderung aus der Herkunftsregion der Gesuch-
stellerin  sowie  der  Hinweis  auf  die  in  zahlreichen Fällen  gemachten 
Erfahrungen sei zu pauschalisiert und zudem diskriminierend. Dazu ist 
klarzustellen,  dass  es  in  der  Tat  zu  schematisch  und  nicht  haltbar 
wäre,  generell  und  ohne  spezifische  Anhaltspunkte,  ausschliesslich 
aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinrei-
chend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Im Rahmen einer Ge-
samtwürdigung  können  jedoch  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Her-
kunftsland und der Zuwanderungssituation Anhaltspunkte zur Beurtei-
lung der fristgerechten Wiederausreise gewonnen werden. So können 
insbesondere  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen  und  Bürgern  aus 
Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise 
ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, dass die persönliche In-
teressenlage  in  solchen  Fällen  nicht  mit  dem Ziel  und  Zweck einer 
zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

8.2 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch, wie oben erwähnt, sämtli-
che Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Ob-
liegt  einer  Gesuchstellerin  oder  einem Gesuchsteller  im  Heimatland 
beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder famili-
äre Verantwortung,  kann dieser Umstand durchaus die Prognose für 
eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei 
Gesuchstellern, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtun-
gen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, 
aufgrund entsprechender  Erfahrungen das Risiko eines fremdenpoli-
zeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise 
zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

8.3 Bei der aus der Nordprovinz Sri Lankas und somit aus einem Kri-
sengebiet  stammenden Gesuchstellerin  handelt  es sich um eine 60-
jährige, verheiratete Frau, welche – als Hausfrau – keiner geregelten 
Erwerbstätigkeit nachgeht und daher beruflich nicht in der Arbeitswelt 
integriert  ist.  In  welchem Umfang ihr  67-jähriger  und damit  im Ren-
tenalter stehender Ehemann zum Lebensunterhalt der Familie beiträgt, 
wird von den Beteiligten nicht ausgeführt. Aufgrund der Aktenlage ist 
jedenfalls nicht davon auszugehen, die Eingeladene lebe in wirtschaft-
lich günstigen Verhältnissen, die sie verlässlich von einer Emigration 
abzuhalten vermöchte.

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8.4 Der Beschwerdeführer verweist hingegen auf das persönliche Um-
feld der Gesuchstellerin und bringt in diesem Zusammenhang vor, die 
Eingeladene habe in  ihrem Heimatland bedeutende familiäre Verant-
wortlichkeiten  wahrzunehmen,  lasse sie  doch nebst  ihrem Ehemann 
sowie vier Kindern und zahlreichen Enkelkindern auch ihre Schwester 
in Sri Lanka zurück. Dieses Argument vermag nach Ansicht des Bun-
desverwaltungsgerichts schon deshalb nicht zu überzeugen, weil der 
Umstand, dass gleich eine mehrwöchige Landesabwesenheit geplant 
ist, nicht ohne weiteres darauf schliessen lässt, die Präsenz der Ge-
suchstellerin sei für die Belange ihrer Familie unverzichtbar; aufgrund 
der Aktenlage ist eher davon auszugehen, die von ihr geleistete Unter-
stützung in Familie und Haushalt könne durchaus für längere Zeit auch 
auf andere Weise sichergestellt werden. Andererseits zeigt die Erfah-
rung,  dass zurückbleibende Angehörige gerade in  Situationen ange-
spannter politischer bzw. wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich 
davon abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen. 
Überdies weist der Beschwerdeführer in seiner Eingabe ausdrücklich 
darauf  hin,  dass nicht  nur  sein  Vater  und seine Schwester,  sondern 
auch seine drei Brüder Sri Lanka verlassen hätten und heute in Indien 
bzw. in  Grossbritannien  lebten. Vor diesem Hintergrund  müssen  die 
Beteuerungen auf Beschwerdeebene, wonach genügend Garantien für 
eine fristgerechte Wiederausreise der eingeladenen Tante vorhanden 
seien, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Dies umso weni-
ger, als die Gesuchstellerin und ihre Familie bereits vor Jahren ihr ur-
sprüngliches Wohngebiet verlassen und damit Haus und Hof aufgeben 
mussten und seit 2006 lediglich über einen vorübergehenden Wohnsitz 
in Visuvamadu (District Mullaitivu) verfügen (vgl. die erwähnte Bestäti-
gung des "District Secretariat – Kilinochchi" vom 14. März 2008). 

8.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz 
zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht 
hinreichend gewährleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu ei-
ner gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt indessen, um die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Rechts-
anspruch besteht, abzulehnen.

An  dieser  Risikoeinschätzung  vermag  auch  der  Hinweis  des  Be-
schwerdeführers auf seinen einwandfreien Leumund sowie das erwor-
bene Schweizer Bürgerrecht nichts zu ändern. Seine Integrität in sei-
ner Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht in Zweifel gezogen. 
Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 

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Wiederausreise  nicht  so  sehr  die  Einstellung und die  Absichten des 
Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gas-
tes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer  ist  in der Lage, hinreichend 
Gewähr  für  eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  zu 
bieten. Der Gastgeber kann – wie dies in casu mit der Unterzeichnung 
der Verpflichtungserklärung am 30. Mai 2008 geschehen ist – zwar für 
gewisse finanzielle Risiken (Lebensunterhaltskosten während des Be-
suchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und  Krankheit  sowie 
Rückreisekosten) Garantie  leisten. Für ein bestimmtes Verhalten des 
Gastes kann er aber, mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbar-
keit, nicht garantieren (vgl. anstelle vieler: Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts C-204/2008 vom 5. März 2009 E. 8.4 und C-2618/2008 
vom 26. Februar 2009 E.11, mit  weiteren Hinweisen). Der (durchaus 
verständliche) Wunsch des Beschwerdeführers, seiner Tante das Le-
bensumfeld  in  der  Schweiz  zeigen  zu  können,  hat  demnach  in  den 
Hintergrund zu treten. Auch die weiteren Vorbringen des Beschwerde-
führers sind nicht geeignet, zu einer vom BFM abweichenden rechtli-
chen Würdigung zu gelangen.

8.6 Darüber hinaus bestehen schliesslich auch keine Hinweise dafür, 
dass die Einreiseverweigerung – wie vom Beschwerdeführer behaup-
tet – in den Schutzbereich des Privat- und Familienlebens eingreifen 
würde (Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] und Art. 8 der Konvention 
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. Novem-
ber 1950 [EMRK, SR 0.101]),  verleiht  doch keine dieser  Bestimmun-
gen einen Anspruch auf Einreise oder auf Verwirklichung des Familien-
lebens an einem bestimmten Ort (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 [mit Hin-
weisen]; ferner STEPHAN BREITENMOSER, in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe 
Mastronardi/Rainer  J.  Schweizer/Klaus  A. Vallender,  Die  schweizeri-
sche  Bundesverfassung,  Zürich  2002,  N. 25  zu  Art.  13;  ARTHUR 
HAEFLIGER/FRANK SCHÜRMANN,  Die  Europäische  Menschenrechtskonven-
tion und die Schweiz, Die Bedeutung der Konvention für die schweize-
rische Rechtspraxis, 2. Aufl., Bern 1999, S. 261). Von einem rechtferti-
gungsbedürftigen Grundrechtseingriff  könnte – wenn überhaupt  – al-
lenfalls dann ausgegangen werden, wenn die Wahrnehmung familiärer 
Kontakte in zumutbarer Weise nur durch Besuche der Gesuchstellerin 
in der Schweiz zu verwirklichen wäre, was in casu nicht zutrifft. Dem 
(inzwischen eingebürgerten)  Beschwerdeführer  und seinen Familien-
angehörigen steht grundsätzlich die Möglichkeit offen, die Gesuchstel-

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lerin sowie die übrigen Verwandten – zu gegebener Zeit – in Sri Lanka 
zu besuchen.

9.
Aus diesen Gründen ist  somit nicht zu beanstanden, dass die Vorin-
stanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Be-
stimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchstellerin die Ein-
reise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit im Ergebnis 
rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuwei-
sen.

10.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 25. August 2008 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. [...])
- den Migrationsdienst des Kantons Bern

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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