# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1187fdab-0efa-5781-bb07-e57402ec2fc1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.04.2024 200 2024 217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-217_2024-04-22.pdf

## Full Text

200 24 217 ALV
ISD/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. April 2024

Verwaltungsrichter Isliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Februar 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2024, ALV/24/217, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
vom 16. August 2021 bis 31. August 2023 für die B.________ SA in einem 
Vollzeitpensum tätig (Akten der Arbeitslosenkasse D._______ [act. II] 83 f., 
91 ff., 169 f.). Er meldete sich am 20. Oktober 2023 bei der Regionalen 
Arbeitsvermittlung (RAV) zur Stellenvermittlung an (act. II 169 f.) und stellte 
gleichentags Antrag auf Arbeitslosentschädigung (ALE) ab dem 1. Sep-
tember 2023 (act. II 171 ff.) mit einem Vermittlungsgrad von 60 %. Der Ver-
sicherte reichte die ärztlichen Zeugnisse von Dr. med. C.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 10. und 29. November 2023 ein 
(act. II 85, 97), mit welchen vom 10. Oktober bis 31. Dezember 2023 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. 

Mit Verfügung vom 19. Dezember 2023 lehnte die Arbeitslosenkasse 
D.______ einen Anspruch des Versicherten auf Krankentaggelder ab dem 
21. November 2023 ab (act. II 46 f.). Die hiergegen erhobene Einsprache 
(act. II 39 f.) wies das Amt für Arbeitslosenversicherung (AVA bzw. Be-
schwerdegegner) mit Entscheid vom 19. Februar 2024 ab (act. II 21 ff.).

B.

Mit Schreiben vom 29. Februar 2024 (Poststempel: 13. März 2024) erhob 
der Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. 
Er beantragt sinngemäss, es seien der angefochtene Entscheid sowie die 
Berechnungen der Arbeitslosenversicherung aufzuheben und ihm die ge-
setzlichen Leistungen zuzusprechen (Ziff. 1). Er habe Anspruch auf Ersatz 
des Schadens, welcher durch das Handeln der Arbeitslosenversicherung 
entstanden sei (Ziff. 2). Die falsch berechneten 20 Wartetage aus ALE sei-
en zu streichen (Ziff. 3). Es sei festzustellen, dass Tage ohne Leistungser-
bringung nicht als Leistungstage verrechnet werden könnten; die Anrech-
nung der Krankheitstage habe erst nach Ablauf jeglicher Wartetage zu be-
ginnen (Ziff. 4). Es sei der Arbeitslosenversicherung bindend vorzuschrei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2024, ALV/24/217, Seite 3

ben, dass sie vorübergehenden Ersatz des Lohns zu erbringen habe 
(Ziff. 5). Sie sei bindend zu zwingen, die verfassungsmässige Leistung im 
notwendigen Zeitrahmen zu erbringen, d.h. durch sofortige monatliche Zah-
lungen ab dem Zeitpunkt, an dem Anspruch bestehe, in Erfüllung ihres ver-
fassungsmässigen Auftrags, Erwerbsersatz zu leisten (Ziff. 6). Es sei zu 
prüfen, ob seitens der Arbeitslosenversicherung strafrechtliche Tatbestän-
de vorlägen (Ziff. 7).

Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2024 schliesst der Beschwerdegegner 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 

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Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde – vorbehältlich E. 1.2 hiernach – einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Februar 
2024 (act. II 21 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwer-
deführers auf ALE; insbesondere umstritten sind die Erfüllung der allge-
meinen Wartetage und die Befristung der ALE bei Krankheit. Nicht zum 
Anfechtungsgegenstand (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 
AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2) gehören der vom Beschwerdeführer beantragte 
Schadenersatz (Beschwerde S. 3 Ziff. 2), der Erlass von Verwaltungswei-
sungen (Beschwerde S. 3 Ziff. 5 f.) und die Prüfung strafrechtlicher Tat-
bestände (Beschwerde S. 3 Ziff. 7), weshalb darauf nicht einzutreten ist. 
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es sei festzustellen, dass Tage oh-
ne Leistungserbringung (Krankheitstage) nicht als Leistungstage verrech-
net werden könnten (Beschwerde S. 3 Ziff. 4), liegt ein Feststellungsbegeh-
ren vor; es fehlt diesbezüglich an einem schutzwürdigen Interesse, da letz-
teres mittels eines rechtsgestaltenden Entscheids gewahrt werden kann 
(SVR 2017 FZ Nr. 1 S. 1 E. 2.1), weshalb auf diesen Antrag ebenfalls nicht 
einzutreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-
gung, wenn sie die Voraussetzungen von Art. 8 AVIG erfüllt. 

Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten zweijährige Fristen: 
Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für 

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den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG). 
Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag 
(Art. 9 Abs. 3 AVIG).

2.2 Als versicherter Verdienst gilt der im Sinne der AHV-
Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeit-
raumes aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise er-
zielt wurde; eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen 
Zulagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenien-
zen darstellen (Art. 23 Abs. 1 AVIG).

Der versicherte Verdienst bemisst sich nach dem Durchschnittslohn der 
letzten sechs Beitragsmonate (Art. 11) vor Beginn der Rahmenfrist für den 
Leistungsbezug (Art. 37 Abs. 1 AVIV). Er bemisst sich nach dem Durch-
schnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist 
für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derje-
nige nach Abs. 1 (Art. 37 Abs. 2 AVIV).

2.3 Die Arbeitslosenentschädigung wird als Taggeld ausgerichtet. Für 
eine Woche werden fünf Taggelder ausbezahlt (Art. 21 AVIG).

2.4 Nach Art. 18 Abs. 1 AVIG beginnt der Anspruch nach einer Warte-
zeit von fünf Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit. Für Personen ohne Un-
terhaltspflichten gegenüber Kindern unter 25 Jahren beträgt die Warte-
zeit: 10 Tage bei einem versicherten Verdienst zwischen Fr. 60’001.-- und 
Fr. 90’000.-- (lit. a); 15 Tage bei einem versicherten Verdienst zwischen 
Fr. 90’001.-- und Fr. 125’000.-- (lit. b); 20 Tage bei einem versicherten Ver-
dienst über Fr. 125’000.-- (lit. c).

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und zwischen den Parteien zu Recht 
unbestritten, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug am 20. Oktober 
2023 beginnt (act. II 46, 169). Umstritten ist demgegenüber die Anzahl der 
vom Beschwerdeführer zu bestehenden allgemeinen Wartetage: Gestützt 
auf die Angaben der Arbeitgeberin (act. II 67 ff., 84 Ziff. 17; vgl. auch Ar-

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beitsvertrag [act. II 94]) ist von einem monatlichen Bruttolohn von 
Fr. 11'667.-- auszugehen; weiter erhielt der Beschwerdeführer im März 
2023 zusätzlich einen Bonus von Fr. 5'000.-- ausbezahlt (act. II 84 Ziff. 17), 
dabei handelte es sich um eine (einmalige) Prämie bei Vertragsende 
(act. II 60). Es steht somit fest, dass der versicherte Verdienst mehr als 
Fr. 125'000.-- beträgt und dass er keine Unterhaltspflichten hat gegenüber 
Kindern unter 25 Jahren (vgl. act. II 49, 59; Art. 18 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 37 Abs. 1 AVIV). Da die Anzahl der zu bestehenden allgemeinen War-
tetage sich nach der Höhe des versicherten Verdienstes richtet (vgl. Wei-
sung AVIG ALE [AVIG-Praxis ALE; Stand: 1. Januar 2023; herausgegeben 
vom Staatssekretariat für Wirtschaft seco; abrufbar unter www.arbeit.swiss, 
Rubrik: Arbeitgeber/Publikationen/Kreisschreiben/AVIG-Praxis] Rz. C108; 
zur Verbindlichkeit von Verwaltungsweisungen für das Gericht 
vgl. BGE 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 
E. 4.4.2 S. 228), hatte der Beschwerdeführer ab der Eröffnung der Rah-
menfrist für den Leistungsbezug (E. 2.1 hiervor) vom 20. Oktober 2023 
(act. II 169) 20 Wartetage zu bestehen (vgl. act. II 44 f.; Art. 18 Abs. 1 lit. c 
AVIG). 

Nichts an diesem Ergebnis ändert der Umstand, dass der Beschwerdefüh-
rer laut Antrag auf Arbeitslosenentschädigung eine Teilzeitbeschäftigung 
von 60 % suchte (act. II 171 Ziff. 3). Dies führt in Bezug auf die vor dem 
Leistungsbezug zu bestehenden Wartetage (Art. 18 Abs. 1 AVIG) nicht zu 
einer Reduktion des versicherten Verdienstes, da dieser aufgrund des da-
vorliegenden Zeitraums zu ermitteln ist (Art. 37 AVIV). Eine Reduktion der 
Vermittelbarkeit – abgesehen von hier nicht bestehenden Ausnahmen – hat 
demgegenüber keinen Einfluss auf die zu bestehende Wartezeit (vgl. 
AVIG-Praxis ALE Rz. C108d). Jedoch ist im Rahmen der Leistungsausrich-
tung (vgl. dazu Abrechnungen Oktober/November 2023; act. II 44 f.) der 
versicherte Verdienst um den Faktor der reduzierten Vermittelbarkeit (hier 
von 60 %) auf Fr. 7'125.-- anzupassen (Fr. 11'875.-- [act. II 59] x 0.6), da 
sich der Entschädigungsanspruch nach dem anrechenbaren Arbeitsausfall 
richtet (AVIG-Praxis ALE Rz. B89). 

3.2 Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 2 
Ziff. 14) sieht das AVIG mit Blick auf die in Art. 18 Abs. 1 AVIG vorgesehe-

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nen Wartezeiten eine nahtlose Leistungserbringung nach Antrag auf ALE 
nicht vor. Die Bundesverfassung (BV; SR 101), auf welche sich der Be-
schwerdeführer beruft (Art. 190 BV, wonach Bundesgesetze und Völker-
recht für das Bundesgericht und die anderen rechtsanwendenden Behör-
den massgebend sind, ist hier ohnehin nicht verbindlich), bestimmt in Be-
zug auf die Arbeitslosenversicherung in Art. 114 Abs. 2 lit. a BV, dass ein 
angemessener, mithin nicht ein voller Erwerbsersatz zu gewähren sei. Bei 
der gesetzlichen Ausgestaltung der Systeme der sozialen Sicherheit soll 
damit die Selbstverantwortung der Einzelnen berücksichtigt werden, so 
dass diese etwa in der Arbeitslosenversicherung einen Teil der wirtschaftli-
chen Einschränkungen selber tragen sollen (vgl. THOMAS GÄCHTER, Selbst-
verantwortung als verfassungsrechtliche Grundannahme, in: SZS 2018 
S. 697 mit Hinweisen). Ebenso vermag der Beschwerdeführer aus den 
wiederholten Verweisen auf eine Lohnfortzahlungspflicht (zu jener des Ar-
beitgebers im Krankheitsfall vgl. Art. 324a Abs. 1 des Schweizerischen Ob-
ligationenrechts [OR; SR 220]) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (Be-
schwerde S. 2 Ziff. 14). Denn der Leistungsanspruch des Beschwerdefüh-
rers richtet sich hier nach den einschlägigen Bestimmungen des AVIG und 
AVIV, welche nach dem Gesagten keine nahtlose Entschädigungszahlung, 
sondern Wartefristen vorsehen.

3.3 Die vom Beschwerdeführer gestützt auf Art. 18 Abs. 1 lit. c AVIG 
angerechneten 20 Wartetage sind damit nicht zu beanstanden.

4.

4.1 Versicherte, die wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 
ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur vermindert 
arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvorschriften 
nicht erfüllen können, haben, sofern sie die übrigen Anspruchsvorausset-
zungen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld. Dieser dauert längstens 
bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit 
und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder beschränkt (Art. 28 
Abs. 1 AVIG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2024, ALV/24/217, Seite 8

4.2 Der Beschwerdeführer war vom 10. Oktober 2023 bis 31. Dezember 
2023 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (act. II 85, 97). Dadurch hatte er 
zwar vorerst Anspruch auf das volle Taggeld, jedoch war der Anspruch bis 
zum 30. Kalendertag nach Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsun-
fähigkeit befristet (vgl. Praxis-ALE Rz. C166). Die 30-tägige Frist (Kalender-
tage) begann dabei ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab welchem der Be-
schwerdeführer die Anspruchsvoraussetzungen – vorbehältlich der Vermitt-
lungsfähigkeit – erfüllte (vgl. Praxis-ALE Rz. C168), d.h. hier ab dem 
20. Oktober 2023 (Eröffnung der Rahmenfrist [act. II 46, 169]) und endete 
per 18. November 2023 (vgl. act. II 23). Mit dieser vom Grundsatz der Ar-
beitslosenversicherung, wonach Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit 
der versicherten Person in Betracht kommen, abweichenden Ausnahmere-
gelung sollen in Fällen bloss vorübergehend fehlender oder verminderter 
Arbeitsfähigkeit trotz Vermittlungsunfähigkeit und damit an sich fehlender 
Anspruchsberechtigung Härtefälle vermieden und Lücken im Bereich der 
„Nahtstellen“ zwischen der Arbeitslosenversicherung und insbesondere der 
Kranken- und Unfallversicherung geschlossen werden (vgl. BGE 135 V 185 
E. 6.1.2 S. 189 mit Hinweisen). Die Bestimmung zum befristeten Leis-
tungsanspruch trotz vorübergehend verminderter oder aufgehobener Ar-
beits- und Vermittlungsfähigkeit wirkt sich demnach nicht zu Ungunsten des 
Beschwerdeführers aus, da er bei Fehlen einer dahingehenden Regelung 
mangels Vermittlungsfähigkeit (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 15 Abs. 1 
AVIG) von vornherein keinen ALE-Anspruch hätte. Der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 19. Februar 2024 (act. II 21 ff.) ist somit auch dies-
bezüglich nicht zu beanstanden.

4.3 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Berechnung des Be-
schwerdegegners komme faktisch einer Leistungsverweigerung gleich und 
sei widerrechtlich (Beschwerde S. 2 Ziff. 10), kann nicht gehört werden. Der 
Beschwerdeführer hatte – wie erwähnt (E. 3.3 hiervor) – zu Beginn der 
Rahmenfrist für den Leistungsbezug 20 Wartetage zu bestehen, welche 
wertmässig in Form von Taggeldern zu tilgen waren (vgl. AVIG-Praxis ALE 
Rz. C109). Dies führt nicht dazu, dass die Frist gemäss Art. 28 Abs. 1 AVIG 
von 30 Tagen erst nach Absolvierung der Wartetage von 20 Tagen zu lau-
fen begänne, sondern sie wird durch das gleichzeitige Bestehen der 
20 Wartetage – an denen die Kontrollvorschriften (mit Ausnahme der Ver-

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mittelbarkeit) erfüllt sind – weder aufgeschoben noch unterbrochen (AVIG-
Praxis ALE Rz. C168 zweiter Absatz). Anders zu entscheiden würde darauf 
hinauslaufen, dass die vom Gesetzgeber im Sinne der Selbstverantwortung 
des Einzelnen einkommensabhängig ausgestalteten Wartetage ausgehe-
belt würden.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
19. Februar 2024 (act. II 21 ff.) nicht zu beanstanden und die dagegen er-
hobene Beschwerde ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2024, ALV/24/217, Seite 10

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.