# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a65a1515-c5ad-5423-ab22-534ec9797e05
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-03
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2016 sowie  Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2016
**Docket/Reference:** DB.2019.100
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2019.100--2-st.2019.130.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2019.100 
2 ST.2019.130 

Entscheid 

3. Dezember 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter 
Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

A   G m b H ,    

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2016 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2016 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  GmbH  (nachfolgend  die  Pflichtige)  ist  im  Baubereich  tätig.  Inhaber 

und  Geschäftsführer  der  Pflichtigen  ist  C.  In  der  Steuerperiode  2016  erzielte  die  Ge-

sellschaft  gemäss  eingereichter  Erfolgsrechnung  einen  Umsatz  von  Fr. 1'867'497.35. 

Nach Abzug der Wareneinkäufe von Fr. 437'361.41, dem Fremdaufwand (inkl. Müllent-

sorgung)  von  Fr.  937'645.54,  den  Personalkosten von  Fr. 357'908.-,  dem  übrigen  Be-

triebsaufwand  von  Fr. 149'854.65  sowie  nach  Hinzurechnung  der  Steuern  von  Fr. 

18'218.- resultierte ein Reingewinn von Fr. 2'945.15. 

Mit Auflage vom 29. November 2018 forderte der Steuerkommissär die Pflich-

tige  auf,  u.a.  die  vollständigen  Kontoblätter  der  Buchhaltungskonten  Nr.  2100  (Darle-

hen C) und Nr. 3100 (Fremdaufwand) einzureichen. Nach Durchsicht der eingegange-

nen  Unterlagen  teilte  der  Steuerkommissär  der  Pflichtigen  mit  Folgeauflage  vom  18. 

Januar  2019 mit,  er  habe festgestellt,  dass  im  Fremdaufwand Zahlungen  im Gesamt-

umfang von rund Fr. 570'000.- an die D GmbH enthalten seien, welche mutmasslich in 

bar  ausgerichtet  worden  seien.  Der  Pflichtigen  wurde  u.a.  aufgegeben,  sämtliche 

Rechnungen  (inkl.  Quittungen)  der  D  GmbH  und  die  entsprechenden  Arbeitsrapporte 

beizubringen.  Den  Unterlagen  müsse  eine  detaillierte  Beschreibung  der  Leistungen 

entnommen werden können. Darüber hinaus seien die Verträge einzureichen, auf de-

nen die Leistungen beruhten. Der Zahlungsfluss bzgl. der Barzahlungen sei durch Kon-

toauszüge zu belegen.  

Die Pflichtige reichte am 14. Februar 2019 kommentarlos 41 Rechnungen der 

D  GmbH  ein,  welche  neben  dem  Rechnungsbetrag  die  Bezeichnung  des  jeweils  be-

troffenen  Projekts  trugen  (H,  I,  J,  K,  L,  ...strasse  [M]).  Die  Arbeiten  waren  durchwegs 

als "diverse E-Arbeiten" vermerkt. Die D GmbH bzw. deren Vertreter hatte den Erhalt 

des  in  Rechnung  gestellten  (runden)  Betrags  jeweils  am  Tag  des  Ablaufs  der  Zah-

lungsfrist auf der Rechnung unter Anbringung des Firmenstempels, ergänzt durch das 

Datum  und  den  Vermerk  "Bar  erhalten",  unterschriftlich  bestätigt.  Die  Barbeträge  wa-

ren gemäss den ebenfalls eingereichten Bankbelegen immer gleichentags von  C vom 

Firmenkonto der Pflichtigen abgehoben und im Konto ... (Darlehen C für die kurze Zeit 

zwischen  Abhebung  und  Zahlungszeitpunkt  als  Darlehen  an  den  Firmeninhaber  ver-

bucht worden.  

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Die Mahnung des Steuerkommissärs vom 6. März 2019, worin dieser die auf-

lageweise verlangten Angaben und Unterlagen – soweit nicht bereits eingereicht – er-

neut anforderte, blieb unbeantwortet.  

Am  5.  April  2019  fällte  das  kantonale  Steueramt  unter  Aufrechnung  der  ge-

nannten  Zahlungen  an  die  D  GmbH  von  insgesamt  Fr.  569'500.-  den  Veranlagungs- 

und Einschätzungsentscheid für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2016 mit einem steuer-

baren Reingewinn von Fr. 572'400.- (direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemein-

desteuern)  und  einem  steuerbaren  Eigenkapital  von  Fr.  338'000.-  (nur  Staats-  und 

Gemeindesteuern).  Der  Steuerkommissär  begründete  die  Aufrechnung  u.a.  damit, 

dass die Details der angeführten "diversen Gpserarbeiten" nicht nachgewiesen seien.  

B.  Das  kantonale  Steueramt  wies  die  hiergegen  erhobene  Einsprache  mit 

Entscheiden vom 12. Juni 2019 ab.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 11. Juli 2019 verlangte die Pflichtige, es 

sei  von  der  Aufrechnung  der  Zahlungen  an  die  D  GmbH  abzusehen.  Sinngemäss 

machte sie geltend, Letztere habe – wie auf den Rechnungen "formaljuristisch korrekt" 

vermerkt  –  für  die  Pflichtige  diverse  Gipserbeiten  im  Auftragsverhältnis  ausgeführt. 

Dass die Dienstleistungen bar bezahlt worden seien, sei zivilrechtlich zulässig.  

In der Beschwerde- und Rekursantwort vom 10. September 2019 schloss das 

kantonale Steueramt auf Abweisung des Rechtsmittels. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  setzt  sich  gemäss 

Art. 58  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990 (DBG) und § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusam-

men  aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrechnung,  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags 

des  Vorjahres (lit. a bzw.  Ziff. 1),  und (unter  anderem)  allen  vor  Berechnung  des  Sal-

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dos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht 

zur  Deckung  von  geschäftsmässig  begründetem  Aufwand  verwendet  werden  (lit. b 

bzw. Ziff. 2), wie insbesondere geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und 

Rückstellungen  (al.  2  bzw.  lit. b)  sowie  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen 

und geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (al. 5 bzw. lit. e).  

b)  Ausgangspunkt  für  die  steuerrechtliche  Bestimmung  des  Unternehmens-

gewinns  ist  die  kaufmännische  Jahresrechnung,  bestehend  aus  Bilanz  und  Erfolgs-

rechnung.  Dabei  sind  die  handelsrechtlichen  Vorschriften  zu  beachten,  damit  das 

Steuerrecht  darauf  abstellen  kann  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  58  N 3  DBG  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz, 

3. A.,  2013,  §  64  N 4  StG).  Die  Buchführung  bildet  die  Grundlage  der  Rechnungs-

legung. Sie erfasst diejenigen Geschäftsvorfälle und Sachverhalte, die für die Darstel-

lung  der  Vermögens-,  Finanzierungs-  und  Ertragslage  des  Unternehmens  (wirtschaft-

liche  Lage)  notwendig  sind  (Art.  957a  Abs.  1  OR).  Sie  folgt  den  Grundsätzen  ord-

nungsmässiger  Buchführung.  Namentlich  sind  zu  beachten:  Die  vollständige,  wahr-

heitsgetreue  und  systematische  Erfassung  der  Geschäftsvorfälle  und  Sachverhalte 

(Art. 957a Abs. 2 Ziff. 1 OR), der Belegnachweis für die einzelnen Buchungsvorgänge 

(Ziff. 2), die Klarheit (Ziff. 3), die Zweckmässigkeit mit Blick auf die Art und Grösse des 

Unternehmens  (Ziff.  4)  sowie  die  Nachprüfbarkeit  (Ziff.  5).  Als  Buchungsbeleg  gelten 

alle schriftlichen Aufzeichnungen auf Papier oder in elektronischer oder vergleichbarer 

Form, die notwendig sind, um den einer Buchung zugrunde liegenden Geschäftsvorfall 

oder Sachverhalt nachvollziehen zu können (Art. 957a Abs. 3 OR). Ein zentrales Ele-

ment  der  Buchführung  stellt  das  Dokumentationsprinzip  dar,  denn  zur  Kontrolle  der 

Richtigkeit  der  Erfassung  und  Verarbeitung  muss  jederzeit  die  Nachprüfbarkeit  des 

Rechnungswesens  gegeben  sein  [...].  Der  Grundsatz  der  Dokumentation  fordert  für 

jeden buchführungsrelevanten Vorgang das "Dokument", das als Beweismittel stellver-

tretend für den wirtschaftlichen Sachverhalt einzustehen hat (= Urbeleg). Die Erfüllung 

der Forderung nach Dokumentation der Vorgänge bildet eine unerlässliche Vorausset-

zung  für  das  Funktionieren  des  Rechnungswesens  (Schweizer  Handbuch  der  Wirt-

schaftsprüfung,  Band  1,  Buchführung  und  Rechnungslegung,  2009,  S. 12  f.,  a.z.F.). 

Jede Buchung erfordert m.a.W. einen begründenden Beleg (Belegprinzip). Die einzel-

nen  Aufzeichnungen  müssen  von  der  Erfassung  des  Buchungstatbestands  über  die 

Verarbeitung  im  Rechenapparat  bis  hin  zur  Darstellung  der  Information  im  Jahresab-

schluss nachprüfbar sein (Boemle/Lutz, Der Jahresabschluss, 2007, S. 54). Dabei stellt 

der  Beleg  die  Dokumentation bzw.  den  Nachweis  eines  Geschäftsvorfalls  in knapper, 

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für das Rechnungswesen bearbeitbarer Form dar und ist die Verbindung zwischen Ge-

schäftsvorfall und Buchung. Ist dies gewährleistet, ist die Belegfunktion erfüllt (Winkel-

johann/Klein,  in:  Ellrott/Förschle/Hoyos/Winkeljohann,  Beck'scher  Bilanz-Kommentar, 

Handels- und Steuerbilanz, 6. A., 2006, § 238 N 86). Dokumente werden zu Belegen, 

wenn  sie  zum  Nachweis  von  Art  und  Betrag  von  Buchungen  dienen  (Karl  Käfer,  in: 

Berner Kommentar zum Obligationenrecht, Die kaufmännische Buchführung (Art. 957 - 

964 OR), 1976, Art. 957 N 530). Sind im Rahmen einer Transaktion ausgestellte aus-

sagekräftige  Verträge,  Quittungen,  Rechnungen  oder  andere  Dokumente  vorhanden, 

so  sind  daraus  diejenigen  als  Belege  in  die  Buchhaltung  aufzunehmen,  die  allermin-

destens  über  den  Rechnungsbetrag,  die  Vertragsparteien  und  die  bezahlte  Summe 

Auskunft geben sowie eine genügende Beschreibung der Dienstleistung (die "Art" der 

Transaktion:  ausgeführte  Arbeiten,  konsumierte  Güter,  rechtliche  Überlegungen,  Teil-

nehmer,  ausführende  Personen  etc.)  bzw.  des  Kaufgegenstandes,  den  Ort,  die  Zeit, 

das  Datum  und  Unterschrift  enthalten  (vgl.  hierzu  auch  die  Ausführungen  von  Arnold 

Lanz  zu  den  Elementen  einer  Quittung,  Die  Finanzbuchhaltung,  Vom  Kassabuch  bis 

zur Bilanz, Erfolgsrechnung, Anhang und den Auswertungen, 1997, S. 24 f.). Das Un-

ternehmen  bzw.  dessen  Vertreter  ist  dabei  gehalten,  die  ihm  ausgehändigten  Doku-

mente sorgfältig aufzubewahren und bei Verlust gegebenenfalls eine Kopie nachzuver-

langen.  

Die Belege erfüllen zwei zentrale Funktionen: Sie dienen gleichermassen so-

wohl  der  Substanzierung  als  auch  dem  Beweis  der  Geschäftsvorfälle.  Die  Unterneh-

mung trifft darüber hinaus mit Blick auf das Dokumentationsgebot unter Umständen die 

Pflicht, auf die Ausstellung von gewissen Dokumenten (z.B. schriftliche Verträge, voll-

ständige,  alle  Angaben  enthaltende  Quittungen  oder  detaillierte  Abrechnungen  über 

erhaltene Dienstleistungen) für  die Zwecke der Buchhaltung zu bestehen,  auch wenn 

sie  von  der  Erbringerin  bzw.  vom  Erbringer  einer  Dienstleistung  oder  vom  Verkäufer 

bzw.  der  Verkäuferin  zunächst  nicht  ausgestellt  wurden.  In  solchen  Fällen  kommt  es 

darauf an, wie gewichtig die Transaktion ist und ob das Vorgehen der Vertragspartner 

im  normalen  Geschäftsverkehr  als  üblich  anzusehen  ist.  Die  ordnungsgemässe,  ver-

tragskonforme Abwicklung von Geschäftsvorfällen muss nach oben zitierter Gesetzes-

bestimmung  nämlich  einerseits  ohne  Weiteres  durch  Konsultierung  der  Buchhaltung 

überprüfbar sein, was etwa bei bloss mündlich abgeschlossenen Verträgen bei grösse-

ren  Vorhaben  schlicht  nicht  möglich  ist  (noch  offen  gelassen  inbezug  auf  die  alten 

Rechnungslegungsvorschriften,  Art.  957  ff.  altOR,  in  StRG,  12.  September  2016, 

1 DB.2016.100/1 ST.2016.125). Es muss m.a.W. durch Konsultierung der Buchhaltung 

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bzw. der Geschäftsbücher ersichtlich sein, inwiefern die verbuchten Zahlungsflüsse der 

Realität entsprechen oder ob etwa Rückforderungs- oder Haftungsansprüche im Raum 

stehen. Je nach den Umständen kann es genügen, wenn ein Eigenbeleg erstellt oder 

die  vorangehende  Geschäftskorrespondenz  (heute  wohl  am  ehesten  e-mail-Verkehr) 

formell  in  die  Buchhaltung  aufgenommen  wird.  Diese  Auslegung  von  Art. 957a  OR 

ergibt sich anderseits aus den aktienrechtlich statuierten Sorgfaltspflichten des Verwal-

tungsrats, der die Oberaufsicht über die mit der Geschäftsführung betrauten Personen 

hat, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und 

Weisungen  (Art.  716a  Abs.  1  Ziff.  5  OR).  Dass  Verträge  und  andere  wichtige  Doku-

mente  zwingend  aufzubewahren  sind,  versteht  sich  von  selbst,  wäre  doch  nur  schon 

eine gerichtliche Klärung etwa einer umstrittenen Warenlieferung in Streitfällen ansonst 

in den meisten Fällen mangels Beweises unmöglich oder stark erschwert. Eine Verlet-

zung  der  Sorgfaltspflichten  führt  im  Schadensfall  zur  Haftung  der  Mitglieder  des  Ver-

waltungsrats  und  alle  mit  der  Geschäftsführung  befassten  Personen  (Art.  754  Abs. 1 

OR).  

Die  Geschäftsbücher  und  damit  auch  sämtliche  Belege  sind  von  der  Unter-

nehmung  schliesslich  sorgfältig  und  geordnet  aufzubewahren  (Art.  5  der  Verordnung 

über  die  Führung  und  Aufbewahrung  der  Geschäftsbücher  vom  24.  April  2002 

[GeBüV]).  

Die  Verletzung  des  Belegprinzips  bzw.  der  Dokumentationspflicht  kann  je 

nach  Ausmass  dazu  führen,  dass  die  Buchhaltung  als  Ganzes  als  nicht  ordnungsge-

mäss einzustufen  ist.  Die  Steuerbehörde  wird in einem  solchen Fall  in  der  Regel  das 

Gesamtergebnis  oder  das  Ergebnis  gewisser  mangelhaft  geführter  Buchhaltungskon-

ten  nach  Erlass  einer  Auflage  und  einer  Mahnung  nach  pflichtgemässem  Ermessen 

schätzen. Alternativ dazu steht es ihr aber auch frei, die Buchhaltung lediglich um die-

jenigen  Buchungen  zu korrigieren,  für  welche  trotz  Auflage  keine  den  obigen  Bestim-

mungen entsprechende Belege vorhanden sind. 

c)  aa)  Aus  steuerrechtlicher  Sicht  liegt  geschäftsmässig  unbegründeter  Auf-

wand vor, wenn dieser keine Grundlage in der geschäftlichen Aktivität findet, d.h. wenn 

ein sachlicher Zusammenhang zwischen Aufwendung und Geschäftsbetrieb fehlt (vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 58 N 74 DBG und § 64 N 162 StG).  

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bb)  Die  Veranlagungsbehörden  stellen  zusammen  mit  dem  Steuerpflichtigen 

die  für  eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen  und 

rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 123 Abs. 1 DBG und § 132 Abs. 1 StG). Der Steuer-

pflichtige muss das Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig 

ausfüllen,  persönlich  unterzeichnen  und  samt  den  vorgeschriebenen  Beilagen  fristge-

mäss  der  zuständigen  Behörde  einreichen  (Art.  124  Abs.  2  DBG  und  §  133 

Abs. 2 StG). Der Steuerpflichtige muss im Weiteren alles tun, um eine vollständige und 

richtige Veranlagung zu ermöglichen. Er muss auf Verlangen der Veranlagungsbehör-

de insbesondere mündlich oder schriftlich Auskunft erteilen, Geschäftsbücher, Belege 

und  weitere  Bescheinigungen  sowie  Urkunden  über  den  Geschäftsverkehr  vorlegen 

(Art. 126 Abs. 1 und 2 DBG und § 135 Abs. 1 und 2 StG).  

cc)  Hinsichtlich  der  Beweislast  im  Steuerrecht  gilt,  dass  der  Nachweis  für 

steuerbegründende  Tatsachen  der  Steuerbehörde,  der  Beweis  für  steuermindernde 

Tatsachen grundsätzlich dem Steuerpflichtigen obliegt; er hat steuermindernde Tatsa-

chen  nicht  nur  zu  behaupten,  sondern  auch  zu  belegen  (BGE  140  II  248  E.  3.5,  mit 

weiteren  Hinweisen).  Bleibt  eine  feststellungsbedürftige  Tatsache  unbewiesen,  so  ist 

aufgrund  der  objektiven  Beweislast  zuungunsten  desjenigen  zu  entscheiden,  der  die 

Beweislast  trägt  (Zweifel/Hunziker,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 130 N 27 DBG). Es ob-

liegt der Gesellschaft nachzuweisen, dass der von ihr verbuchte  – steuermindernde – 

Aufwand geschäftsmässig begründet ist. Ist die steuerpflichtige Person ihrer Aufzeich-

nungs-  und  Belegpflicht  nicht  oder  nur  mangelhaft  nachgekommen  und  in  der  Folge 

nicht  in  der  Lage,  ein  Auskunftsbegehren  der  Steuerbehörde  betreffend  erhebliche 

Einzeltatsachen  (schlüssig)  zu  beantworten,  liegt  eine  Verfahrenspflichtverletzung  vor 

(Art.  126  DBG  bzw.  §  135  Abs.  1  StG;  BGr,  16.  Juli  2013,  2C_273/2013  und 

2C_274/2013, E. 3.4).  

dd) Die Steuerpflichtigen haben im Licht von Art. 126 Abs. 1 DBG bzw. § 135 

Abs.  21  StG  selber  in  geeigneter  Weise  sicherzustellen,  dass  sie  ihre  steuerlichen 

Pflichten 

im  Veranlagungsverfahren  gehörig  erfüllen  können.  Dazu  haben  die 

verantwortlichen Personen jeweils aktuell, also zeitnah, die den geschäftlichen Zweck 

der  Ausgaben  erhellenden  Tatsachen  festzuhalten  (vgl.  VGr,  20. Februar 2013, 

SB.2012.00125, E. 2.3). Die Erstellung des Sachverhalts im Zusammenhang mit dem 

Begriff  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  nach  DBG  bzw.  StG  erfordert  demnach 

eine über die oben erläuterten (formellen) zivilrechtlichen Erfordernisse hinausgehende 

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Mitwirkung: Es muss auf Verlangen – falls von der Steuerbehörde verlangt – ungeach-

tet der Qualität der Belege bzw. der Buchhaltung eine umfassende und substanzierte 

Sachdarstellung der erhaltenen Leistung vorliegen. Ohne eine solche Sachdarstellung 

kann  der  Nachweis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  von  Vornherein  nicht  er-

bracht  werden.  Aus  steuerrechtlicher  Sicht  muss  der  Geschäftsbezug  auf  Verlangen 

der Steuerbehörde Buchungsposition für Buchungsposition im Einzelfall dargetan und 

nachgewiesen werden. Die steuerpflichtige Gesellschaft ist gehalten, den Sachverhalt 

so  detailliert  zu  schildern  und  zu  beweisen,  dass  dieser  sämtliche für  die Subsumtion 

unter die entsprechende gesetzliche Bestimmung notwendigen Elemente enthält (VGr, 

17. November 2010, SB.2010.00080 = STE 2011 B 93.5 Nr. 25).  

2. a) Entgegen der Ansicht der Pflichtigen erfüllen die 41 eingereichten Rech-

nungen  der  D  GmbH  die  strengen  obligationenrechtlichen  Voraussetzungen,  welche 

Buchhaltungsbelege erfüllen müssen, nicht. Die Pflichtige war in der Wahl der Belege 

keineswegs  frei.  Wie  oben  dargelegt,  sind  diejenigen  Unterlagen  als  Belege  in  die 

Buchhaltung  aufzunehmen,  welche  allermindestens  neben  der  Rechnungssumme, 

dem  bezahlten  Betrag  und  den  Vertragsparteien  eine  genügende  Umschreibung  der 

bezogenen  Dienstleistung  enthalten.  Die  tatsächlich  verbuchten  Rechnungen  geben 

keinen Aufschluss darüber, an welchen Objekten und in welchem Umfang Gipserarbei-

ten  durchgeführt  wurden. Weiter fehlen  die  genaue  Bezeichnung  der jeweils  in  Frage 

stehenden  Liegenschaft  sowie  Angaben  über  Arbeitsstunden,  die  Anzahl  der  einge-

setzten  Arbeiter  und  die  Art  der  Arbeiten.  Üblicherweise enthalten  die durch den  Auf-

tragnehmer angefertigten Arbeitsrapporte diese Informationen. Auf über der Hälfte der 

Rechnungen wird unter Nennung der jeweiligen Nummer auf Rapporte verwiesen, die 

indessen trotz ausdrücklicher Aufforderung des kantonalen Steueramts vom 18. Januar 

2019  und  Mahnung  vom  6.  März  2019  nicht  eingereicht  wurden.  Sollte  die  D  GmbH 

betreffend  die  übrigen  Rechnungen,  die  keinen  Verweis  auf  einen  Rapport  enthalten, 

von sich aus keine (schriftliche) Rechenschaft über die von ihr geleisteten Arbeiten ab-

gelegt haben, wäre es an der Pflichtigen gelegen, entsprechende Aufzeichnungen so-

fort,  d.h.  vor  Zahlung  des  Rechnungsbetrags,  erhältlich  zu  machen.  Weiter  hätte  die 

Pflichtige  angesichts  des  in  Frage  stehenden  Auftragsvolumens  und  der  in  der  Bau-

branche  immer  latent  vorhandenen  Haftungsansprüche  aus  Vorsichtsgründen  auf  je-

den Fall vor Arbeitsbeginn auf dem Abschluss von beidseitig unterzeichneten Werkver-

trägen beharren müssen, welche ebenfalls als Belege zu den Geschäftsbüchern hätten 

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genommen werden müssen. Auch auf diesen Umstand wies das kantonale Steueramt 

mit Auflage und Mahnung ausdrücklich hin.  

b) Fehlende Buchungsbelege führen dazu, dass der entsprechende Aufwand 

–  bereits  aus  handelsrechtlicher  Sicht  –  nicht  anerkannt  wird.  Die  Vorinstanz  hat  die 

durch die D GmbH in bar vereinnahmten Beträge deshalb zu Recht in vollem Umfang 

nicht  zum  Abzug  zugelassen,  was  zur  Abweisung  von  Beschwerde und Rekurs führt. 

Weil das Steuerrecht wie weiter oben erläutert (in einem ersten Schritt) mit dem Mass-

geblichkeitsprinzip auf der (zivilrechtlich einwandfreien) Handelsbilanz aufbaut, erübri-

gen  sich  Ausführungen  zur  steuerrechtlich  normierten  geschäftsmässigen  Begründet-

heit des verbuchten Aufwands. 

Der  Hinweis  darauf,  dass  der  einzige  Inhaber  und  Geschäftsführer  der  D 

GmbH, P, nach der konkursamtlichen Löschung seiner Firma am ... 2018 ins Ausland 

abgereist  ist,  hilft  der  Pflichtigen  nicht  weiter.  Die  Buchhaltungsbelege  (Verträge, 

Rapporte, Quittungen, Rechnungen) hätten wie oben ausgeführt von ihr selber sorgfäl-

tig archiviert und aufbewahrt werden müssen (Art. 5 GeBüV). Keineswegs hat sie sich 

darauf  verlassen  dürfen,  dass  die  Unterlagen  jederzeit  beim  Auftragnehmer  erhältlich 

sein würden. 

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Pflichtigen aufzu-

erlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[...] 

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