# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cefa7abe-ee6a-5b5f-b223-bc5b8b02a1e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.12.2023 E-5686/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5686-2019_2023-12-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5686/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richter Grégory Sauder, 

Gerichtsschreiberin Tina Zumbühl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

China (Volksrepublik),   

vertreten durch MLaw Roman Schuler,  

Rechtsanwalt, Anwaltsgemeinschaft (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft;  

Verfügung des SEM vom 26. September 2019. 

 

 

 

E-5686/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein Angehöriger der tibetischen Ethnie und angeb-

lich chinesischer Staatsangehörigkeit gab an, er habe seinen Heimatstaat 

im März 2017 verlassen und sei nach Nepal gelangt, von dort mit dem 

Flugzeug in ein muslimisches Land und weiter nach Rom geflogen. Am 

7. Juni 2017 reiste er in die Schweiz ein und suchte im damaligen Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. 

B.  

Am 15. Juni 2017 fand die Befragung zur Person statt (BzP; Protokoll in 

den SEM Akten A5). Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er stamme 

aus C._______, Gemeinde D._______, Bezirk E._______, Präfektur 

F._______. Seine Muttersprache sei Zentraltibetisch. Er habe nie die 

Schule besucht, sondern seinen Eltern auf dem Acker geholfen. Im Jahr 

2013 habe er seine jetzige Frau G._______ in Tibet nach Brauch geheira-

tet. Ihre Familien seien eng befreundet gewesen. Er habe seinen Heimatort 

verlassen, da es keine Religionsfreiheit gebe und seine Frau mit einem 

Chinesen Probleme gehabt beziehungsweise sich politisch betätigt habe. 

Sie habe Tibet bereits im Jahr 2014 verlassen. In der Folge sei ihr Vater 

verhaftet und der Familie sei Land weggenommen worden. Die Polizei 

habe sich auch bei ihm nach seiner Frau erkundigt. Er habe Angst gehabt, 

dass man seiner Familie ebenfalls etwas antun werde und sei deswegen 

ausgereist. Ausserdem habe er während drei Jahren jeweils am 10. März 

mit Mönchen im H._______ Kloster demonstriert. Er selbst habe deswegen 

noch keine Probleme gehabt, habe aber solche befürchtet, da einige Mön-

che festgenommen worden seien. 

C.  

Am 27. August 2018 heiratete der Beschwerdeführer die chinesische 

Staatsangehörige tibetischer Ethnie G._______ (N […]). Ihr Asylgesuch 

war mit Verfügung des SEM vom 17. März 2016 rechtskräftig abgewiesen 

gleichzeitig war ihre Flüchtlingseigenschaft anerkannt und sie wegen Un-

zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen worden. 

D.  

Am 28. September 2018 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt (Pro-

tokoll in den SEM-Akten A26). Dabei machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, er habe sein Land verlassen, da man dort keine Freiheit 

habe. Ausserdem habe er in seiner Heimat demonstriert. Er habe in den 

Jahren 2014 bis 2016 jährlich einmal gemeinsam mit Mönchen an 

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Demonstrationen im Kloster H._______ teilgenommen. Die Demonstratio-

nen hätten jeweils an Feiertagen im März, Mai und Juli stattgefunden. Sie 

hätten insbesondere für die Rückkehr des Dalai Lama demonstriert, Ge-

betsfahnen aufgehängt und Darbietungen gemacht. Chinesische Beamte 

hätten dies zwar bemerkt, es sei aber nichts weiter geschehen. Allerdings 

seien später einige Mönche verschwunden, weshalb er sich entschieden 

habe, Tibet zu verlassen und seiner Frau in die Schweiz zu folgen. Nach 

seiner Ausreise hätten seine Eltern Schwierigkeiten bekommen, es sei 

ihnen Land weggenommen worden. Auch den Eltern seiner Frau sei nach 

ihrer Ausreise Land weggenommen worden und ihr Vater sei verhaftet wor-

den. Die Chinesen hätten zwar nicht gewusst gehabt, dass er und seine 

Frau in Tibet traditionell verheiratet gewesen seien, da die Familien jedoch 

eng befreundet gewesen seien, hätten sie sich auch bei seiner Familie 

nach seiner Frau erkundigt. 

E.  

Am 23. Januar 2019 reichte der Sozialdienst I._______ im Namen der Ehe-

frau des Beschwerdeführers ein Gesuch um dessen Einbezug in ihre 

Flüchtlingseigenschaft ein. 

F.  

Am 2. Mai 2019 fand im Auftrag des SEM zwischen einer sachverständigen 

Person der Fachstelle LINGUA und dem Beschwerdeführer ein Telefonge-

spräch zur Herkunftsabklärung statt. 

G.  

Am 21. Mai 2019 reichte der rubrizierte Rechtsvertreter eine Mandatsan-

zeige zu den Akten. 

H.  

Am 6. Juni 2019 wurde dem Beschwerdeführer das Ergebnis der LINGUA-

Analyse eröffnet und ihm die Gelegenheit zur Stellungnahme gewährt. Da-

bei wurde er über den Werdegang und die Qualifikationen der sachverstän-

digen Personen informiert sowie über die Möglichkeit, die Gesprächsauf-

zeichnung anzuhören. 

I.  

Am 27. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen 

Rechtsvertreter, erneut ein Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigen-

schaft seiner Ehefrau ein. 

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Seite 4 

J.  

Am 18. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme zur 

LINGUA-Analyse ein. 

K.  

Am 19. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben seiner Fami-

lie betreffend seine Trauung mit seiner Ehefrau in Tibet inklusive Überset-

zung ein. 

L.  

Mit Verfügung vom 26. September 2019 (eröffnet am 30. September 2019) 

verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, 

lehnte sein Asylgesuch ab und stellte fest, er werde nicht in die Flüchtlings-

eigenschaft seiner Lebenspartnerin einbezogen. Es ordnete seine Weg-

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wobei der Vollzug der 

Wegweisung in die Volksrepublik China ausgeschlossen wurde. 

M.  

Mit Beschwerde vom 30. Oktober 2019 ans Bundesverwaltungsgericht be-

antragt der Beschwerdeführer, handelnd durch seinen Rechtsvertreter, die 

Verfügung des SEM sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei an-

zuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei er in die 

Flüchtlingseigenschaft seiner Ehefrau einzubeziehen und die Vorinstanz 

sei anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen, eventualiter sei die 

Vorinstanz anzuweisen, eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, eventuali-

ter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt er den Beizug der Akten seiner 

Ehefrau sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklu-

sive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiord-

nung eines amtlichen Rechtsbeistands. 

Der Beschwerde legte er folgende Unterlagen bei:  

– Einen Auszug des ”Comparative Dictionary of Tibetan Dialects”,  

– einen Artikel von vtibet vom 8. Mai 2015 mit dem Titel ”Nepal, China Join 

Hands to Repair Rain-Ravaged China Nepal Highway”,  

– einen Artikel der Kathmandu Post vom 11. August 2018 mit dem Titel “Discus-

sions to be held on reopening Tatopani route”,  

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– ein Schreiben des Aussendepartements Nepal vom 13. Oktober 2019 mit dem 

Titel “Joint Statement Between Nepal and the People’s Republic of China”,  

– eine Sozialhilfebestätigung des Amts für Migration (…) des Kantons 

J._______ vom 9. Oktober 2019 und Unterlagen zur finanziellen Situation sei-

ner Ehefrau. 

N.  

Am 1. November 2019 bestätigte die Instruktionsrichterin den Eingang der 

Beschwerde und hielt fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des 

Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. November 2019 hiess die Instruktionsrich-

terin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut, verzichtete auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und ordnete dem Beschwerdeführer 

den rubrizierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand bei. Gleich-

zeitig wurde das SEM eingeladen, sich zur Beschwerde vernehmen zu las-

sen. 

P.  

Mit Vernehmlassung vom 12. Dezember 2019 hielt das SEM mit ergänzen-

den Bemerkungen an seiner Verfügung fest. 

Q.  

Am 14. Januar 2020 replizierte der Beschwerdeführer unter Beilage einer 

Kostennote. 

R.  

Am 4. November 2020 reichte der Beschwerdeführer einen Artikel der 

Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) am Sonntag mit dem Titel «Geheime Asyl-

Abteilung des Bundes gerät unter Beschuss» vom 24. Oktober 2020 und 

eine Stellungnahme von vier Professoren/Lehrbeauftragten für Tibetologie 

zur Expertise von «AS19» vom 29. September 2020 sowie eine aktuali-

sierte Kostennote ein.  

S.  

Am 6. November 2020 lud die Instruktionsrichterin das SEM zu einem wei-

teren Schriftenwechsel ein. 

T.  

Am 20. November 2020 reichte das SEM eine Vernehmlassung ein, in 

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welcher es sich insbesondere zu den am 4. November 2020 eingereichten 

Beweismitteln äussert. 

U.  

Am 15. Januar 2021 replizierte der Beschwerdeführer. 

V.  

Am 4. März 2022 reichte der Rechtsvertreter eine aktualisierte Kostennote 

zu den Akten.  

W.  

Mit Eingaben vom 24. Juni und vom 2. Dezember 2022 reichte der Be-

schwerdeführer diverse Unterlagen in Bezug auf seine finanziellen Verhält-

nisse sowie eine aktualisierte Kostennote ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Sinne von 

Art. 5 VwVG. Dabei entscheidet es auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

und auch vorliegend endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-

33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). Hinsicht-

lich des AsylG gilt das alte Recht (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 7 

3.  

Das Gericht hat antragsgemäss die Akten der Ehefrau des Beschwerde-

führers G._______ (N […]) beigezogen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet die Ablehnung des Asylgesuchs und die Ver-

neinung der (originären) Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers im 

Wesentlichen mit der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Aufgrund von 

Zweifeln an der geltend gemachten Herkunft habe das SEM ein LINGUA-

Gutachten in Auftrag gegeben. Der Experte sei zum Schluss gekommen, 

dass die Sozialisation des Beschwerdeführers sehr wahrscheinlich in der 

exiltibetischen Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik China erfolgt 

sei. Er habe zwar einige landeskundlich-kulturelle Kenntnisse nachweisen 

können. So habe er beispielsweise die Namen einiger Orte gekannt und 

richtige Angaben zur Geografie der angegebenen Herkunftsregion sowie 

zu Sehenswürdigkeiten gemacht. Der Name einer Feldfrucht sei ihm be-

kannt gewesen und er habe gewusst, dass man aus Gerste Tsampa und 

Gerstenbier erzeuge. Es sei ihm auch bekannt gewesen, wann man chine-

sische Kernkeulenpilze sammle. Einige Angaben zur Ausstellung des Per-

sonalausweises sowie zum Schulwesen seien zutreffend gewesen. Sol-

ches Wissen müsse allerdings nicht zwingend vor Ort erworben worden 

sein und es bestünden auch einige Lücken und Unstimmigkeiten, die vor 

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dem geltend gemachten biografischen Hintergrund nicht erklärbar seien. 

Unerwartet sei etwa, dass er einen Ort in der angeblichen Heimatgemeinde 

genannt habe, welcher nicht den Status einer Gemeinde besitze, und dass 

er die administrative Einheit «Provinzbezirk» verwende, welcher 23 Jahre 

vor seiner Geburt abgeschafft worden sei. Der Name des Marktfleckens, in 

dem die Kreishauptstadt lokalisiert sei, sei ihm unbekannt gewesen, was 

überrasche, da er angegeben habe, wiederholt dort gewesen zu sein. 

Diese Lücken habe er insbesondere mit seiner fehlenden Schulbildung zu 

rechtfertigen versucht.  

Der Beschwerdeführer sei zwei Mal während des Gespräches explizit da-

rum gebeten worden, seinen Heimatdialekt zu sprechen. Zum Dialekt des 

Kreises K._______ gebe es keine sprachwissenschaftliche Forschung. Die 

sachverständige Person habe sich daher des Dialekts des Stadt F._______ 

als Referenzvarietät bedient, da aufgrund der geografischen Lage von 

K._______ anzunehmen sei, dass der Dialekt von K._______ zur selben 

Dialekt-Untergruppe (dem östlichen O._______-Tibetisch) gehöre wie der 

Dialekt von F._______. Tibeter, die ausserhalb von Tibet sozialisiert wor-

den seien, würden inzwischen anders als die in Tibet Sozialisierten spre-

chen. Im Exil habe sich eine Varietät herausgebildet, die man als «exiltibe-

tische Koine» bezeichne. Die entsprechenden Varietäten unterschieden 

sich inzwischen in vielfacher Hinsicht von den innertibetischen Dialekten. 

Im Kreis K._______ liege ausserdem eine tibetisch-chinesisch Bilingualität 

vor. Insbesondere jüngere Personen verfügten über Grundkenntnisse des 

Chinesischen. 

Auf der Ebene der Morphologie/Morphosyntax hätten sich in seiner Spra-

che, dort wo sich der Dialekt von F._______ vom Dialekt von Lhasa bezie-

hungsweise der exiltibetischen Koine unterscheide, mehr Gemeinsamkei-

ten mit dem Dialekt von Lhasa beziehungsweise der exiltibetischen Koine 

gezeigt. Auch unter Berücksichtigung seines etwa zweijährigen Aufenthal-

tes im Exil (Nepal, Schweiz) sei unerwartet, dass in seiner Sprache auf 

allen analysierten Ebenen die Gemeinsamkeiten mit dem Lhasa-Dialekt 

beziehungsweise der exiltibetischen Koine überwogen hätten. Seine 

Kenntnisse der chinesischen Sprache hätten die auf seiner Biografie ba-

sierenden Erwartungen nur teilweise erfüllt. Seine Stellungnahme führe zu 

keiner anderen Einschätzung seiner Sozialisation und es sei erheblich da-

ran zu zweifeln, dass er von Geburt an bis zu seiner Ausreise im Dorf 

L._______ in Tibet gelebt habe. Hinzu kämen seine widersprüchlichen und 

nicht nachvollziehbaren Angaben anlässlich der BzP und der Anhörung. 

Seine Partnerin habe in ihrem Asylverfahren nie erwähnt, mit dem 

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Beschwerdeführer verheiratet gewesen zu sein. Auch habe er unzutref-

fende Angaben zu ihren angeblichen Geschwistern gemacht. Das  Schrei-

ben ihrer beiden Familien belege die angebliche Heirat in Tibet nicht. Aus-

serdem habe er an der BzP noch gesagt, er sei wegen der politischen 

Probleme seiner Frau ausgereist, was er anlässlich der Anhörung nicht 

mehr erwähnt habe. Auch zum Verbleib seiner Identitätskarte habe er sich 

widersprüchlich geäussert. Schliesslich sei erstaunlich, dass er die Begriff-

lichkeiten, die er in seinem Alltag als Bauer gebraucht haben sollte, nicht 

kenne; gleiches gelte für seine Aussage, er habe in Tibet nie Ortstafeln 

gesehen. Die Dorfnamen habe er nur in Tibetisch gekannt und gesagt, er 

sei nie mit deren chinesischen Bezeichnungen in Kontakt gekommen. Der 

Aufforderung, zumindest eine Kopie des Familienbüchleins einzureichen, 

sei er mit der Erklärung, seine Familie benötige das Dokument, nicht nach-

gekommen. Insgesamt sei nicht glaubhaft, dass er chinesischer Staatsan-

gehöriger sei, der in Tibet an dem von ihm angegebenen Ort hauptsoziali-

siert worden sei. Den vorgebrachten Asylgründen sei damit jegliche Grund-

lage entzogen. Da er in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht keine konkre-

ten, glaubhaften Hinweise auf einen längeren Aufenthalt in einem Drittstaat 

geliefert habe, bestünden keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtli-

chen Gründe gegen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort. 

5.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, das SEM stütze sich im Wesentli-

chen auf eine mangelhafte LINGUA-Analyse. Diese basiere schwerpunkt-

mässig auf der Sprachanalyse. Die sachverständige Person habe für die 

linguistische Analyse aber nicht den Dialekt seiner Herkunftsregion, son-

dern einen Referenzdialekt – den Dialekt von F._______ beigezogen, da 

angeblich zum Dialekt der Herkunftsregion des Beschwerdeführers keine 

sprachwissenschaftliche Forschung existiere. Gemäss dem im Jahr 2018 

erstmals erschienenen «Comparative Dictionary of Tibetan Dialects», ei-

nem Referenzwerk der tibetischen Sprachforschung, existiere für seine 

Heimatregion jedoch sehr wohl spezifische Forschung, was der sachver-

ständigen Person wohl nicht bekannt gewesen sei. Die Qualität des Gut-

achtens sei somit fraglich. So sei der landeskundlich-kulturelle Teil der Ana-

lyse im Vergleich zur sprachlichen Analyse weniger stark gewichtet wor-

den. Er habe aber zu seiner Herkunftsregion überwiegend korrekte Anga-

ben gemacht. Es sei unbillig, dass das SEM die zahlreichen korrekten Her-

kunftskenntnisse mit der Aussage herabwürdige, diese hätten auch aus-

serhalb Tibets erworben werden können. Bei dieser Argumentation könnte 

das SEM auf Fragen zur Herkunft gänzlich verzichten, da der landeskund-

lich-kulturelle Teil der Analyse so jeglichen Sinngehalt verliere. Er sei ein 

einfacher Bauernsohn mit wenig Schulbildung, weshalb ein solcher 

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Wissenserwerb ausserhalb Tibets unwahrscheinlich sei. Ausserdem sei die 

Sprachanalyse angesichts der zweifelhaften Auswahl des Referenzdi-

alekts kaum oder nur in geringem Masse beweistauglich. Seine Mutter 

habe eine Weile in Lhasa gelebt, Gemeinsamkeiten mit dem dortigen Dia-

lekt beziehungsweise mit der exiltibetischen Koine seien darauf zurückzu-

führen. Er habe dies bereits an der Anhörung gesagt, der LINGUA-Experte 

habe es aber nicht berücksichtigt. Er verfüge zudem über gewisse Grund-

kenntnisse in Chinesisch, obwohl er als Bauernsohn in einem ziemlich iso-

lierten Dorf aufgewachsen und wenig mit der Amtssprache in Berührung 

gekommen sei. Seine Chinesisch-Kenntnisse seien als Indiz, dass er in 

Tibet sozialisiert worden sei, zu werten. Zudem sei ohnehin kaum möglich, 

aufgrund seiner Sprachkenntnisse zu beurteilen, wann er seine Heimat ge-

nau verlassen habe, da Personen unterschiedlich sprachaffin seien und die 

Einen schneller einen neuen Dialekt annehmen würden als die Anderen. 

In Bezug auf die vom SEM dargelegten Widersprüche zwischen der BzP 

und der Anhörung sei anzumerken, dass der Ton an der Anhörung teilweise 

sehr forsch und unangemessen gewesen sei. Die befragende Person habe 

ihn unter Druck setzen wollen. Ausserdem habe sie sich auf eigene mut-

masslich im Rahmen eines Urlaubs gesammelten Erkenntnisse abgestützt, 

was angesichts der auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter stossend sei. Er 

habe sich beispielsweise detailliert zur Brücke am Grenzübergang in Dram 

geäussert, was nur möglich sei, wenn man zu jener Zeit die Brücke über-

quert habe. In seinen Aussagen seien viele Realkennzeichen erkennbar. 

Er habe auch glaubhaft erklärt, weshalb seine Ehefrau ihn während ihres 

Asylverfahrens nicht erwähnt habe; ohnehin könne er darüber nur speku-

lieren. Jedenfalls sei nachvollziehbar, dass sie als junge und allein reisende 

Frau angegeben habe, ledig zu sein, zumal sie nur im Rahmen einer Fa-

milienzeremonie geheiratet hätten. Ausserdem lebe man in Tibet eher in 

Familienverbänden und Sippen, was bei seinen Angaben zu den Familien-

verhältnissen seiner Frau zu berücksichtigen sei. Zudem habe sie nebst 

ihrem leiblichen Vater einen Stiefvater, mit welchem ihre Mutter weitere 

Kinder habe. Sogar seine Frau selbst habe Mühe, ihre Familienverhält-

nisse genau aufzuzeigen. Betreffend die Begrifflichkeiten im bäuerlichen 

Alltag sei nicht ersichtlich, auf welche Quellen sich das SEM stütze. Er 

habe jedenfalls zahlreiche Fragen stimmig beantworten können. Ausser-

dem sei möglich, dass es in einer Kleinstsiedlung im tibetischen Hochland 

keine Ortstafeln gebe. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, es 

seien aufgrund seiner illegalen Ausreise zumindest subjektive Nachflucht-

gründe zu bejahen. Hinzu komme, dass er bei einem Besuch des Dalai 

Lama im Kloster M._______ im September 2018 anwesend gewesen sei. 

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Seine Frau und er hätten mit ihm gesprochen und seinen Segen erhalten. 

Es sei anzunehmen, dass die chinesischen Behörden die Besuche des Da-

lai Lama in der Schweiz überwachten und davon Kenntnis erhalten hätten. 

Auch deswegen drohten ihm bei einer Rückkehr Repressalien.  

5.3 Das SEM anerkennt in seiner Vernehmlassung, dass im «Comparative 

Dictionary of Tibetan Dialects» eine Arbeit zum Dialekt von N._______ 

(K._______) genannt werde. Diese Arbeit beziehe sich aber auf einen In-

formanten, der seit dreissig Jahren in Indien im Exil lebe und entspreche 

nicht den Vorgaben des «Comparative Dictionary of Tibetan Dialects». In 

diesem würden nur Materialen tibetischer Sprachformen erfasst, die mög-

lichst unbeeinflusst von anderen Dialekten oder Sprachen seien, um einen 

möglichst ursprünglichen Dialekt aufzuzeigen. Es sei davon auszugehen, 

dass sich die Sprache nach dreissig Jahren im Exil massgeblich verändert 

habe, weshalb die Arbeit nicht den ursprünglichen Dialekt von N._______ 

widerspiegle. Sie eigne sich insbesondere nicht für einen Vergleich mit der 

Sprache des Beschwerdeführers, da dieser sich seinen Angaben zufolge 

nach seiner Ausreise aus Tibet nur zwei bis drei Monate lang in Nepal auf-

gehalten habe. Anders als beim Informanten in der vom Beschwerdeführer 

genannten Forschungsarbeit, welcher sich dreissig Jahre lang in Indien 

aufgehalten habe, seien bei ihm wenig bis keine Einflüsse anderer Dialekte 

und Sprachen zu erwarten gewesen. Aus diesen Gründen sei die Arbeit bei 

der LINGUA-Analyse nicht berücksichtigt worden und es sei angebracht 

gewesen – und in der Linguistik üblich –, mit einem Referenzdialekt zu ar-

beiten. Der Einfluss der Sprache der Mutter auf seine Sprache sei aber im 

LINGUA-Bericht berücksichtigt worden, was sich schon daraus ergebe, 

dass er während des LINGUA-Interviews ebenfalls angegeben, dass seine 

Mutter, die ebenfalls aus O._______ stamme, gut Lhasa-Tibetisch könne 

und seine Familie deshalb zu Hause Zentraltibetisch gesprochen habe. Da 

der Beschwerdeführer aber in O._______ aufgewachsen sei und fast sein 

ganzes Leben dort verbracht habe, müsste er auf Aufforderung hin in der 

Lage sein, im Dialekt seiner Heimatregion zu sprechen. Dieses in der Lin-

guistik als Code-Switching bezeichnete Phänomen hätte er auch in seiner 

Heimat vornehmen müssen, um ausserhalb seiner Familie erfolgreich 

kommunizieren zu können. Das Lhasa-Tibetisch unterscheide sich nämlich 

stark vom O._______-Dialekt und die Sprachen seien nicht immer gegen-

seitig verständlich. Es treffe auch nicht zu, dass der linguistische Teil stär-

ker gewichtet worden sei. Es stimme zwar, dass im landeskundlich-kultu-

rellen Teil weniger Lücken und Unstimmigkeiten zu finden seien als im lin-

guistischen Teil. Dies könne aber auch damit zusammenhängen, dass lan-

deskundlich-kulturelles Wissen leichter und auch ausserhalb des Gebiets, 

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auf das es sich beziehe, erlernbar sei, anders als der lokale Dialekt. Aus-

serdem seien die Angaben des Beschwerdeführers nicht sehr detailliert 

ausgefallen, weshalb er nicht überzeugend habe darlegen können, dass 

das von ihm vorgebrachte Wissen ausschliesslich auf eigenem Erleben ba-

siere. Deswegen laute die Schlussfolgerung der Analyse, dass insbeson-

dere die linguistische Analyse darauf hindeute, dass er sehr wahrscheinlich 

nicht in Tibet hauptsozialisiert worden sei. Im Übrigen habe er gerade nicht 

korrekte Ausführungen zur Situation beim Grenzübergang bei Dram ge-

macht. Dieser sei nämlich seit dem Erdbeben geschlossen gewesen und 

habe erst am 29. Mai 2019 wieder geöffnet.  

5.4 Replizierend wendet der Beschwerdeführer ein, dass das SEM die spe-

zifischere Forschungsarbeit mit einem Informanten aus seiner Herkunfts-

region zur Beurteilung seines Dialekts als untauglich erachte, begründe 

weitere Zweifel an der Qualität und Sorgfalt der LINGUA-Analyse. Es 

handle sich dabei nämlich um die aktuellere Arbeit als jene in Bezugnahme 

auf den Referenzdialekt. Ausserdem wäre die Arbeit, basierend auf einem 

Informanten, der auch einige andere Dialekteinflüsse vorweise, gerade zur 

Beurteilung seiner Sprechweise geeignet, weil er bis zur Ausreise zu 

Hause immer den Lhasa-Dialekt gesprochen habe. Ausserdem habe er 

zum Zeitpunkt der LINGUA-Analyse nicht nur zwei bis drei Monate aus-

serhalb Tibets gelebt, sondern unter Berücksichtigung seines Aufenthalts 

in der Schweiz bereits fast zwei Jahre lang. Es bleibe zudem eine Behaup-

tung, dass der Einfluss der Sprache der Mutter berücksichtigt worden sei. 

Gleiches gelte für das Argument, im landeskundlich-kulturellen Teil gebe 

es mehr als drei Lücken und Unstimmigkeiten. Ausserdem unterstreiche 

die Formulierung, insbesondere die linguistische Analyse deute auf eine 

sehr wahrscheinliche Hauptsozialisierung ausserhalb Tibets gerade, dass 

seine landeskundlich-kulturellen Kenntnisse überzeugend gewesen seien. 

Schliesslich scheine sich die Vorinstanz nicht vertieft mit der Situation am 

Grenzübergang auseinandergesetzt zu haben. Aus den mit der Be-

schwerde eingereichten Berichten ergebe sich nämlich, dass als Über-

gangslösung zumindest für den Fussverkehr eine Eisenbrücke konstruiert 

worden sei, was seine Aussagen zur Situation am Grenzübergang bestä-

tige. 

5.5 Im zweiten Schriftenwechsel nimmt das SEM insbesondere zu den vom 

Beschwerdeführer am 4. November 2020 eingereichten Unterlagen Stel-

lung, wonach substanzielle Defizite und nicht akzeptierbare Fehler an ei-

nem LINGUA-Bericht konstatiert worden seien. Gemäss dem NZZ-Artikel 

sei eine Nähe des Gutachters AS19 zur chinesischen Regierung nicht 

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auszuschliessen. Auch das LINGUA-Gutachten des Beschwerdeführers 

sei von AS19 erstellt worden; allerdings stünden die eingereichten Beweis-

mittel in keinem Zusammenhang zum Beschwerdeführer. Ausserdem ent-

halte der Artikel der NZZ mehrere unbelegte, tendenziöse und falsche Aus-

sagen. Die Fachstelle LINGUA sei auf der Webseite des SEM ausführliche 

beschrieben, ebenso ihre Arbeitsweise. Dass die Fachstelle in internatio-

nalen Wissenschaftskreisen hohes Ansehen geniesse und ihre Methodo-

logie und Qualität als vorbildlich gelte, werde im Artikel nicht erwähnt. Es 

sei auch durch nichts belegt, dass die sachverständige Person AS19 eine 

Nähe zu China aufweise, dem SEM lägen jedenfalls keine Hinweise für 

eine Voreingenommenheit vor. Ausserdem sei die sachverständige Person 

über den aktuellen Forschungsstand bestens informiert und beschäftige 

sich eingehend mit neuen Publikationen. Sie kenne aufgrund regelmässi-

ger Forschungsaufenthalte auch die Verhältnisse vor Ort. Demgegenüber 

sei befremdlich, dass die vier Tibetologen im Gegengutachten auf der Ba-

sis einer blossen Ferndiagnose zu einer solch genauen Einschätzung be-

treffend die Sprechweise der Person hätten gelangen können. Die Qualifi-

kation und der Werdegang jeder sachverständigen Person werde vom 

SEM sodann eingehend ge-, und vom Bundesverwaltungsgericht über-

prüft. Es gebe keinen Anlass, die Kompetenzen von AS19 in Frage zu stel-

len. Schliesslich fügt es an, der Beschwerdeführer sei bis anhin der Auffor-

derung, seine Identität mit überprüfbaren Dokumenten nachzuweisen, 

nicht nachgekommen. 

5.6 Der Beschwerdeführer entgegnet, das SEM verkenne, dass in der Stel-

lungnahme der Expertinnen und Experten vom 29. September 2020 (be-

treffend ein anderes Asylverfahren) strukturelle Mängel der LINGUA-Ana-

lyse genannt würden, was die Qualifikation und Unbefangenheit des Gut-

achters AS19 grundsätzlich in Zweifel ziehe. Es sei auffallend, dass ver-

schiedene in der Stellungnahme erwähnte Punkte in ähnlicher Form auch 

im Gutachten betreffend den Beschwerdeführer vorkämen, beispielsweise 

der Vorwurf, er habe die administrativen Einheiten nicht korrekt genannt, 

oder der Einwand, das Wissen könne auch ausserhalb Chinas erworben 

worden sein. Zudem hätten die vier Expertinnen und Experten ihre 

Schlussfolgerung inhaltlich konkret und dicht begründet, während das SEM 

ohne Belege die wissenschaftliche Integrität von AS19 verteidige. Ohnehin 

stelle sich die Frage, ob das SEM aufgrund der einseitig gelagerten Inte-

ressen die geeignete Instanz sei, die Kompetenz der sachverständigen 

Person zu überprüfen. Die Informationen über den Werdegang und die 

Qualifikation von AS19 seien allgemein gehalten und es sei dem Be-

schwerdeführer kaum möglich, sich ein Bild von dessen tatsächlichen 

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Qualifikationen zu machen. Die Informationen seien auch nicht verifizierbar 

und es sei ihm nicht bekannt, welche zusätzlichen Informationen dem Bun-

desverwaltungsgericht über den Experten vorlägen. Schliesslich wider-

spiegle sich im Asylentscheid nicht, dass es sich bei der Einschätzung des 

SEM um eine Gesamtwürdigung handle. Die Verfügung stütze sich viel-

mehr massgeblich auf die Erkenntnisse des LINGUA-Gutachtens. 

6.  

6.1 In BVGE 2014/12 präzisierte das Gericht seine Praxis gemäss Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

(EMARK) 2005 Nr. 1 dahingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, 

die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise 

davon auszugehen sei, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtli-

chen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort be-

stünden. Denn die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze 

an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person. Asylsuchende Perso-

nen tibetischer Ethnie, welche unglaubhafte Angaben über ihren angebli-

chen Sozialisierungsraum in China gemacht und vermutungsweise im Exil, 

vorab in Indien oder Nepal, gelebt hätten, würden durch die Verletzung ih-

rer Mitwirkungspflicht die Abklärung, welchen effektiven Status sie in Nepal 

respektive in Indien innegehabt hätten, verunmöglichen. Namentlich könne 

keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG statt-

finden. Überdies werde durch die Verheimlichung und Verschleierung der 

wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betref-

fenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht 

(vgl. BVGE 2014/12 E. 5.9 f.). 

6.2  

6.2.1 Steht eine Täuschung über die Herkunft im Raum, kommt einer LIN-

GUA-Analyse grosse Bedeutung zu. Dabei handelt es sich um eine von 

der BzP und der Anhörung zu den Asylgründen unabhängige Herkunfts-

analyse, durchgeführt von einem amtsexternen, von der Fachstelle LIN-

GUA durch das SEM beauftragten und mit den entsprechenden Sprach- 

und Länderkenntnissen ausgestatteten Sachverständigen. Nebst landes-

kundlich-kulturellen Kenntnissen werden dabei auch die sprachlichen Fä-

higkeiten der asylsuchenden Person geprüft. Eine LINGUA-Analyse stellt 

kein Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 ff. des Bun-

desgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, 

SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern eine schriftliche Auskunft einer Dritt-

person (Art. 12 Bst. c VwVG; Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG) dar. Sofern 

bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und 

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Neutralität der sachkundigen Person wie auch an die inhaltliche Schlüssig-

keit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt sind, ist ihr jedoch erhöhter 

Beweiswert beizumessen (vgl. BVGE 2014/12 E. 4.2.1 mit Hinweis auf E-

MARK 1998 2003 Nr. 14 E. 7 und EMARK 1998 Nr. 34).  

6.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht setzte sich in einem kürzlich ergan-

gen Urteil eingehend mit der gegenüber der sachverständigen Person 

AS19 erhobenen Kritik auseinander. Es kam hinsichtlich der Qualität und 

Aussagekraft der von AS19 erstellten LINGUA-Analysen zum Schluss, 

dass diese nicht grundsätzlich zu beanstanden sind. Die Methode der 

Fachstelle LINGUA entspricht den – im internationalen Vergleich – besten 

Standards derartiger Sprach- und Herkunftsanalysen und die Mitarbeiten-

den der Fachstelle unternehmen bestmögliche Anstrengungen, um ihre 

Analysen unparteiisch und regelkonform sowie nach wissenschaftlichen 

Kenntnissen zu erstellen. Ferner stellte das Gericht betreffend AS19 fest, 

dass diese sachverständige Person fachlich geeignet erscheint, ihre Sorg-

faltspflicht ernst nimmt sowie neutral und unabhängig ist. Unabhängig von 

diesen Feststellungen müssen LINGUA-Analysen in jedem Einzelfall auf 

ihre Aussagekraft hin überprüft werden (vgl. Urteil des BVGer D-2337/2021 

vom 5. Juli 2023, E. 7.9 [zur Publikation als Referenzurteil vorgesehen]).  

Demnach ist die vom Beschwerdeführer erhobene grundsätzliche Kritik an 

der Eignung der sachverständigen Person AS19 unbegründet und es ist 

auf sie nicht mehr weiter einzugehen. Demgegenüber sind nachfolgend die 

konkreten inhaltlichen Einwände respektive die kritisierte Würdigung des 

SEM näher zu beleuchten. 

6.2.3 Der Beschwerdeführer bemängelt zunächst den beigezogenen Refe-

renzdialekt von F._______. Es ist ihm insofern zuzustimmen, als die Ver-

wendung eines Referenzdialekts für den Vergleich der Sprache des Be-

schwerdeführers nicht als ideal bezeichnet werden kann. Allerdings hat das 

SEM beziehungsweise die sachverständige Person diesem Einwand über-

zeugend entgegengehalten, es lägen keine wissenschaftlichen Studien 

zum am angeblichen Herkunftsort des Beschwerdeführers gesprochenen 

Dialekt vor. Dass die vom Beschwerdeführer genannte Forschungsarbeit 

zum Dialekt von K._______ von der sachverständigen Person nicht be-

rücksichtigt wurde, spricht entgegen seiner Auffassung gerade für die Qua-

lität des Gutachtens, nachdem sie nicht im «Comparative Dictionary of Ti-

betan Dialects» aufgenommen worden ist. Ausserdem ist die Argumenta-

tion des SEM nachvollziehbar, dass der Referenzdialekt der F._______ 

vorliegend geeignet sei, da aufgrund der geografischen Lage von 

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Seite 16 

K._______ anzunehmen sei, dass der Dialekt von K._______ zur selben 

Dialekt-Untergruppe, dem östlichen O._______-Tibetisch, gehöre.  

6.2.4 Die in der LINGUA-Analyse vorgenommene linguistische Analyse ist 

ausserdem als ausgewogen zu bezeichnen. Die sachverständige Person 

hat unter Berücksichtigung der geltend gemachten Biografie des Be-

schwerdeführers und möglichen Einflüsse auf seinen Dialekt jeweils die 

Anforderungen an seine Sprache in den verschiedenen Bereichen formu-

liert und diese bei der Beurteilung der einzelnen relevanten linguistischen 

Bereiche (Phonetik/Phonologie, Morphologie/Morphosyntax, Lexikon, 

Pragmatik/Semantik und die Chinesisch-Kenntnisse des Beschwerdefüh-

rers) berücksichtigt. In den Bereichen Phonetik/Phonologie, Morpholo-

gie/Morphosyntax und Lexikon erfüllte der Beschwerdeführer die Erwartun-

gen nicht. Im Bereich Lexikon kam die sachverständige Person zum Er-

gebnis, dass die Sprache des Beschwerdeführers dort, wo sich der als Re-

ferenzvarietät hinzugezogene Dialekt von F._______ vom Dialekt von 

Lhasa beziehungsweise der exiltibetischen Koine unterscheide, überwie-

gend Übereinstimmungen mit dem Dialekt von Lhasa beziehungsweise der 

exiltibetischen Koine gezeigt habe, aber keine Übereinstimmung mit dem 

Dialekt von F._______. Es wäre indes zu erwarten gewesen, dass seine 

Sprache überwiegend Gemeinsamkeiten mit der Referenzvarietät von 

F._______ aufweisen würde; als Person, die in O._______ geboren und 

aufgewachsen sei, hätte er nach wiederholter Aufforderung in der Lage 

sein müssen, den Dialekt seines angeblichen Herkunftsortes zu sprechen. 

Auf der Ebene Pragmatik/Semantik, so die sachverständige Person, seien 

einige Merkmale gefunden worden, die vom F._______-Tibetischen aber 

auch vom Lhasa-Tibetischen abweichen würden. Es könne zwar sein, dass 

die Verwendung dieser Formen auf seinen Aufenthalt im Exil zurückzufüh-

ren sei. Bei einem wie von ihm angegebenen etwa zweijährigen Aufenthalt 

im Exil, sei dies nach qualitativen und quantitativen Kriterien aber überra-

schend. Bezüglich seiner Chinesisch-Kenntnisse erfüllte der Beschwerde-

führer die Erwartungen nur teilweise (A36). Insgesamt überzeugt diese Be-

gründung in der linguistischen Analyse. Nicht zu beanstanden ist auch, 

dass die sachverständige Person keine Informationen darüber besass, 

welche biografischen Angaben der Beschwerdeführer während der Anhö-

rung gemacht hatte, da die für die Beurteilung relevanten biographischen 

Angaben jeweils auch im LINGUA-Interview erfragt werden. Entgegen den 

entsprechenden Beschwerdevorbringen hat die sachverständige Person 

im Übrigen durchaus berücksichtigt, dass die Mutter des Beschwerdefüh-

rers einige Jahre in Lhasa gelebt habe. 

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6.2.5 Der Einwand des Beschwerdeführers, die linguistische Analyse sei 

im LINGUA-Gutachten stärker gewichtet worden als die Analyse zu seinen 

landeskundlich-kulturellen Kenntnissen trifft ebenfalls nicht zu. Das Argu-

ment in der Vernehmlassung, dass landeskundlich-kulturelles Wissen 

leichter und auch ausserhalb des Gebiets, auf welches es sich beziehe, 

angeeignet werden könne, leuchtet durchaus ein und die Analyse ist nicht 

nur ausführlich, sondern in der Gewichtung auch ausgewogen ausgefallen. 

Im Übrigen zeigt sie nicht einzig drei Lücken oder Unstimmigkeiten auf, wie 

der Beschwerdeführer vorbringt, sondern sie erwähnt in allen befragten 

Teilbereichen (administrative Einteilung, Geografie und Sehenswürdigkei-

ten, Landwirtschaft, Dokumente, Lebensalltag und Sonstiges) nebst eini-

gen korrekten Antworten auch mehrere unerklärbare Lücken ergeben ha-

ben.  

6.2.6 Nach dem Gesagten ist die LINGUA-Analyse im vorliegenden Fall 

nicht zu beanstanden und es kommt der Einschätzung der sachverständi-

gen Person, wonach der Beschwerdeführer sehr wahrscheinlich nicht in 

einem der F._______ unterstellten Gebiet hauptsozialisiert worden sei, 

sondern sehr wahrscheinlich in einer exiltibetischen Gemeinschaft aus-

serhalb der Volksrepublik China, erhöhter Beweiswert zu. Die entspre-

chende Würdigung in der angefochtenen Verfügung ist nicht zu beanstan-

den. 

6.3 Ausserdem ergeben sich auch aus den Angaben des Beschwerdefüh-

rers an der BzP und der Anhörung Unstimmigkeiten und seine Angaben 

blieben mehrheitlich oberflächlich. Er nannte in der Anhörung zwar einige 

Dörfer in der Umgebung seines angeblichen Herkunftsortes. Die Korrekt-

heit dieser Angaben lässt sich aber nicht ohne Weiteres überprüfen und die 

Frage kann letztlich auch offenbleiben, da selbst bei Korrektheit der Anga-

ben Unstimmigkeiten verbleiben, welche gegen die Hauptsozialisierung 

am von ihm geltend gemachten Herkunftsort sprechen. So ist tatsächlich 

erstaunlich, dass er in Tibet nie eine Ortstafel gesehen haben will (A26, 

F44 ff.). Auch wenn theoretisch möglich ist, dass kleinere Dörfer keine sol-

chen hätten (ebd., F42), ist kaum nachvollziehbar, dass er gar nie eine 

Ortstafel gesehen habe und auch keinerlei chinesische Bezeichnungen der 

Dörfer kenne (ebd., F40). Die Ausführungen zum Ackerbau, welchen er be-

trieben habe, blieben in weiten Teilen oberflächlich, obschon dies seine 

Haupttätigkeit gewesen sei (A26, F91 ff.; A5, Ziff. 1.17.05). Dass sich ver-

einzelt auch spezifischere Angaben, wie das Sammeln von Raupenpilzen 

durch den Vater (ebd., F96), oder der Name einer Pflanzenkrankheit und 

eines spezifischen Grases (ebd., F107 f.) in seinen Angaben finden, ändert 

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an den überwiegend oberflächlichen Schilderungen nichts. Schliesslich ist 

unverständlich, dass er den an seinem angeblichen Herkunftsort gespro-

chenen O._______-Dialekt ein wenig kenne, ihn aber nicht sprechen 

könne, da er zu Hause nur Zentraltibetisch gesprochen habe, das auch im 

Fernsehen gesprochen worden sei (A26, F89 f.). 

6.4 Das SEM hat dem Beschwerdeführer schliesslich zu Recht vorgehal-

ten, dass er bis heute keinerlei Identitätsdokumente oder andere Doku-

mente, wie etwa (eine Kopie) des Familienbüchleins, eingereicht hat. Er 

führte dazu aus, seine Familie habe ihm mitgeteilt, dass sowohl seine Iden-

titätskarte als auch das Familienbüchlein eingezogen worden seien (A26, 

F7 ff.). Zu letzterem gab er auch an, man könne das eigentlich nicht ein-

ziehen, das Gespräch mit seiner Familie sei aber abgebrochen worden 

(A26, F15); mehr Informationen dazu habe er nicht. Vor dem Hintergrund, 

dass er ein Schreiben eingereicht hat, welches angeblich von den Eltern 

seiner Frau und seinen Eltern stamme, wäre allerdings zu erwarten gewe-

sen, dass es ihm auch möglich gewesen wäre, Dokumente, welche seinen 

Aufenthalt in Tibet bestätigen könnten, einzureichen. 

6.5 Das Gericht kommt nach dem Gesagten mit dem SEM zum Schluss, 

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist glaubhaft zu machen, 

dass er bis zu seiner Ausreise am von ihm angegebenen Ort in der Auto-

nomen Region Tibets gelebt hat und dort (haupt)sozialisiert worden ist. Da-

ran ändert auch das Schreiben seiner Familie und der Familie seiner Ehe-

frau nichts, da ein handschriftlicher Brief von Familienangehörigen offen-

sichtlich nur geringen Beweiswert hat und nicht geeignet ist, die dargeleg-

ten Zweifel an seiner Hauptsozialisation zu entkräften.  

7.  

7.1 Vor dem Hintergrund, dass nicht glaubhaft ist, dass der Beschwerde-

führer am geltend gemachten Herkunftsort hauptsozialisiert worden ist und 

bis im März 2017 dort gelebt hat, ist seinen Asylvorbingen bereits die we-

sentliche Grundlage entzogen. Unabhängig davon finden sich auch in sei-

nen Aussagen zu den Asylgründen Ungereimtheiten. Zunächst ist festzu-

stellen, dass der Beschwerdeführer an der BzP noch im Wesentlichen auf 

die Probleme seiner Ehefrau verwies und ausführte, er habe Angst gehabt, 

dass er ihretwegen belangt werden könnte. Nur am Rande erwähnte er 

eigene Demonstrationsteilnahmen (A5, Ziff. 7.01 f.). Zwar stimmen seine 

dortigen Angaben zu den Asylgründen seiner Ehefrau grundsätzlich mit de-

ren Aussagen in ihrem Asylverfahren überein (A5, Ziff. 7.01 f.; N […]: A20, 

F52 ff.). Demgegenüber gab er an der Anhörung die Probleme betreffend 

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Seite 19 

seine Frau nicht mehr als wesentlichen Fluchtgrund an, sondern begrün-

dete seine Ausreise hauptsächlich mit seinen Demonstrationsteilnahmen 

und der fehlenden Freiheit in Tibet (A26, F129). Sodann führte er aus, in 

den Jahren 2014, 2015 und 2016 je an einer Demonstration teilgenommen 

zu haben (ebd., F133), ausgereist sei er aber erst ein Jahr nach der letzten 

Demonstration (ebd., F147), was mit der geltend gemachten Furcht vor 

Verfolgung wegen eben dieser Demonstrationsteilnahmen schlecht verein-

bar ist. Ausserdem konnte er keine Einzelheiten über die Personen, welche 

mit ihm an Demonstrationen teilgenommen hätten, und danach ver-

schwunden seien, nennen. Seine Angaben blieben auch auf Nachfragen 

hin äusserst oberflächlich und teilweise wirr (A26, F149 ff.). Ausserdem 

kann er auch zur Wegnahme des Landes seiner Eltern nur sehr oberfläch-

liche Angaben machen (A26, F168, F179 ff.). Schliesslich gab er selbst an, 

er könne nicht genau sagen, weshalb er gerade zu jenem Zeitpunkt ge-

flüchtet sei (ebd., F186). Zwar hat dann der Beschwerdeführer den Reise-

weg von F._______ bis Nepal einigermassen detailliert und die Reisestre-

cke nachvollziehbar angeben können (A26, F190 f.). Jedoch ist festzuhal-

ten, dass sich aus den vom SEM in der Vernehmlassung zitierten Zeitungs-

artikeln ergibt, dass der Grenzübergang Dram im angeblichen Ausreise-

zeitpunkt des Beschwerdeführers (März 2017) aufgrund des Erdbebens 

geschlossen war und erst im Mai 2019 wieder eröffnet wurde. Aus den mit 

der Beschwerde eingereichten Berichten lässt sich entgegen den Ausfüh-

rungen in der Beschwerde und der Replik nicht erkennen, dass der Grenz-

übergang im März 2017 (für den Personenverkehr) geöffnet gewesen 

wäre. Demnach hat der Beschwerdeführer die Asylgründe, die zur Ausreise 

aus Tibet respektive seinem Heimatstaat geführt hätten, nicht glaubhaft ge-

macht. 

7.2 Nach dem Gesagten drängt sich der Schluss auf, dass der Beschwer-

deführer täuschende Angaben zu seiner Identität, zu seiner Herkunft be-

ziehungsweise seiner Staatsangehörigkeit und seinem Aufenthaltsort vor 

der Einreise in die Schweiz gemacht hat. Durch die Verletzung der ihm 

obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG verunmöglicht er die 

Abklärung, welchen effektiven Statuts er im Staat seines vormaligen Auf-

enthalts hatte. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist anzunehmen, 

dass der Beschwerdeführer zwar ethnischer Tibeter ist und nicht ausge-

schlossen werden kann, dass er die chinesische Staatsangehörigkeit be-

sitzt, jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor seiner Ankunft in 

der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exiltibetischen 

Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibetische Gemeinschaften gibt es – 

nebst in der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien und Nepal. Es 

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gibt bei dieser Aktenlage kein Grund zur Annahme, er hätte an seinem tat-

sächlichen Herkunftsort Verfolgungsmassnahmen zu befürchten.  

7.3 Zusammenfassend festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht seine originäre 

Flüchtlingseigenschaft verneint und somit auch folgerichtig sein Asylge-

such abgewiesen.  

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt, eventualiter sei er gestützt auf Art. 51 

Abs. 1 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft seiner Ehefrau einzubeziehen. 

8.1.1 Das SEM führt diesbezüglich in der angefochtenen Verfügung aus, 

da er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor seiner Ankunft in der 

Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in einer exiltibetischen 

Diaspora gelebt habe und er an den bisherigen Aufenthaltsort zurückkeh-

ren könne, liege auch betreffend das Gesuch um Einbezug in die Flücht-

lingseigenschaft seiner Ehefrau eine Mitwirkungspflichtverletzung  

vor. Durch seine Weigerung, seine effektive Herkunft offenzulegen, werde 

die Prüfung der Drittstaatenklausel verunmöglicht. Die Einbezugs- 

voraussetzungen könnten somit nicht geprüft werden und das Gesuch sei 

abzulehnen (Verfügung SEM vom 26. September 2019, E.III). 

8.1.2 Der Beschwerdeführer entgegnet, es handle sich bei ihm und seiner 

Ehefrau nicht um ein binationales Paar. Aus dem Schluss des SEM, dass 

er nicht am von ihm angegebenen Ort hauptsozialisiert worden sei, ergebe 

sich, dass eine Sozialisierung im Autonomen Gebiet Tibets nicht a priori 

auszuschliessen sei. Sodann wäre es, selbst wenn er in Nepal oder Indien 

aufgewachsen wäre, völlig unwahrscheinlich, dass er die indische oder ne-

palesische Staatsangehörigkeit erworben hätte. Das SEM verkenne auch, 

dass er seine Herkunft und Staatsangehörigkeit bereits offengelegt habe 

und ihm keine Möglichkeit offenstehe, weitere Beweise einzureichen. Es 

sei notorisch, dass die chinesischen Auslandbehörden in der Schweiz Ti-

beterinnen und Tibetern keine Identitätsdokumente ausstellen würden. 

Eine Bestätigung der indischen oder nepalesischen Botschaft zu erhalten, 

sei ebenfalls nicht möglich, da diese nur Bestätigungen für ihre Staatsan-

gehörigen ausstellen würden. Ausserdem sei das SEM im bisherigen Ver-

fahren von der chinesischen Staatsangehörigkeit ausgegangen und ge-

mäss dem Dispositiv der angefochtenen Verfügung sei auch keine Ände-

rung des Eintrags im Zentralen Migrationsinformationssystems (ZEMIS) 

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Seite 21 

beabsichtigt. Schliesslich sei auf der Heiratsurkunde nach sorgfältiger Ab-

klärung des Kantons und nach Konsultation des SEM die Herkunftsangabe 

«Volksrepublik China» eingetragen worden. Hätte das SEM nunmehr Zwei-

fel daran, hätte es im ZEMIS eine Änderung vornehmen müssen. Sodann 

sei der Schluss zu ziehen, dass es den Ehegatten unmöglich sei, in ihrem 

Heimatstaat ein gemeinsames Leben zu führen, da die Ehefrau als Flücht-

ling anerkannt worden sei. 

Abgesehen davon, sei eine Aufenthaltsalternative in Nepal oder Indien für 

die Ehefrau unzumutbar. Sie halte sich bereits seit mehreren Jahren in der 

Schweiz auf und sei hier gut integriert. Die Vorinstanz habe dies nicht be-

rücksichtigt. Ausserdem könne der Ehefrau als anerkanntem Flüchtling aus 

der Volksrepublik China in Nepal oder Indien eine Rückführung nach China 

drohen, da diese Länder die Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet hät-

ten. Eine Aufenthaltsalternative in Indien oder Nepal sei somit unter Ver-

weis auf diverse Quellen unzulässig und unzumutbar für die Ehefrau. 

8.2 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (sog. Familienasyl). 

Diese Bestimmung ist auch dann anwendbar, wenn die in der Schweiz als 

Flüchtling anerkannte Person lediglich vorläufig aufgenommen wurde und 

sich die einzubeziehenden Familienmitglieder in der Schweiz aufhalten 

(vgl. BVGE 2019 VI/8 E. 4.1).  

Ein besonderer Umstand im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG liegt gemäss 

Rechtsprechung unter anderem dann vor, wenn die in die Flüchtlingseigen-

schaft einzubeziehende Person eine andere Staatsangehörigkeit besitzt 

als die als Flüchtling anerkannte Person. Der Einbezug eines Familienmit-

glieds in die Flüchtlingseigenschaft des anderen Familienmitglieds auf-

grund unterschiedlicher Nationalitäten kann durch das SEM verweigert 

werden, sofern eine hypothetische Prüfung ergibt, dass sich die ganze Fa-

milie im Heimatstaat eines nicht verfolgten Familienmitglieds niederlassen 

könnte (vgl. BVGE 2020 IV/6 E. 5.3 m.H.a. BVGE 2015/40). 

Ist es dem SEM indessen nicht möglich, das Vorliegen einer anderen 

Staatsangehörigkeit des nicht verfolgten Familienmitglieds zu prüfen, weil 

letzteres seine Mitwirkungspflichten schwer verletzt hat, so kann darin ein 

besonderer Umstand im Sinne des Art. 51 Abs. 1 AsylG erblickt werden 

(vgl. BVGE 2020 VI/6 E. 4-7 und 8.4-9.10, insb. 9.10). Gemäss diesem 

Grundsatzurteil haben Personen mit vermutungsweise chinesischer 

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Seite 22 

Staatsangehörigkeit, welche gemäss Einschätzung des SEM im vorherge-

henden Asylverfahren in einer exiltibetischen Diaspora-Gemeinschaft 

hauptsozialisiert wurden, erneut die Möglichkeit, im Rahmen des Gesuchs 

um Familienasyl nach Art. 51 Abs. 1 AsylG, Angaben zu ihrem wahren 

Hauptsozialisierungsort zu liefern, um so das SEM in die Lage zu verset-

zen, zu prüfen, ob im zu beurteilenden Gesuch um Familienasyl besondere 

Umstände im Sinne des Art. 51 Abs. 1 AsylG vorliegen oder nicht. Das SEM 

trägt die Beweislast für diese Prüfung, kann sie jedoch nur vornehmen, 

wenn genügend Angaben über den Ort vorliegen, an dem die einzubezie-

hende Person vor ihrer Einreise in die Schweiz ihren Lebensmittelpunkt 

hatte, und wo ihre Hauptsozialisierung erfolgte (zum Beweisnotstand des 

SEM vgl. BVGE a.a.O. E. 2.4 und 8.5). Nur so ist die Vorinstanz in der 

Lage, zu beurteilen, ob ein Aufenthalt in diesem Drittland für die ganze Fa-

milie hypothetisch zulässig, zumutbar und möglich wäre. Fehlen entspre-

chende Angaben, kann die Vorinstanz diese Frage nicht klären, mit dem 

Ergebnis, dass die antragstellende Person die Folgen dieser qualifizierten 

Mitwirkungspflichtverletzung auch im Verfahren um die Gewährung des 

Familienasyls zu tragen hat (vgl. BVGE 2020 VI/6 E. 8.3.5, sowie 8.4-9.10, 

insbesondere 9.9 und 9.10). 

8.3  

8.3.1 Es steht ausser Frage, dass der sich in der Schweiz aufhaltende Be-

schwerdeführer mit seiner in der Schweiz wohnhaften Ehefrau eine Familie 

im Sinne von Art. 51 AsylG bildet. Gemäss dem eingereichten Zivilstands-

registerauszug wurde ihre Ehe am 27. August 2018 vor dem Zivilstandsamt 

P._______ im Kanton Q._______ geschlossen. Zu prüfen ist hingegen, ob 

die obige Feststellung, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen 

können, in Tibet hauptsozialisiert worden zu sein, einen «besonderen Um-

stand» im Sinne der erwähnten Norm darstellt. 

8.3.2 Gemäss obigen Erwägungen 6 und 7 ist die Einschätzung des SEM 

zu bestätigen, dass aufgrund der unwahren Angaben des Beschwerdefüh-

rers zu seiner Herkunft eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt, und 

es den Behörden somit nicht möglich ist zu prüfen, ob die Eheleute an sei-

nen Herkunftsort zurückkehren können. An dieser Einschätzung ändern die 

Ausführungen in der Rechtsmittelschrift nichts, da diese sich insbesondere 

darauf beziehen, dass die Eheleute das Familienleben nicht in Indien oder 

Nepal führen könnten. Wie erwähnt, kann aber vorliegend gar nicht – in 

hypothetischer Weise – geprüft werden, ob sich die ganze Familie gege-

benenfalls im Heimatstaat des nicht verfolgten Ehepartners niederlassen 

könnte, da durch die Mitwirkungspflichtverletzung dieser Staat nicht 

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Seite 23 

bekannt ist. Es ist demzufolge davon auszugehen, dass beim Beschwer-

deführer besondere Umstände im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG vorliegen, 

welche einem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft seiner Ehefrau ent-

gegenstehen. Das SEM hat sein Gesuch um Einbezug in die Flüchtlings-

eigenschaft seiner Ehefrau demnach zu Recht abgelehnt. Dem Beschwer-

deführer bleibt unbenommen, seine tatsächliche Herkunft offenzulegen 

und in der Folge ein neues Gesuch um Familienasyl zu stellen. Dieses 

könnte dann von der Vorinstanz in Kenntnis aller relevanten Tatsachen ge-

prüft werden. 

8.3.3 Sind die Voraussetzungen des Familienasyls im Sinne von Art. 51 

AsylG nicht erfüllt, kann auch nicht Art. 8 EMRK (schützenswerte Bezie-

hung) ergänzend hinzugezogen werden (vgl. BVGE 2020 VI/7 E. 3.6). Für 

die allfällige Beurteilung des Familiennachzuges nach den ausländerrecht-

lichen Bestimmungen ist der Beschwerdeführer auf die Zuständigkeit der 

kantonalen Behörden zu verweisen (vgl. u.a. Urteil des BVGer D-354/2022 

vom 14. März 2022 E. 6.1 m.w.H.). 

8.4 Nach dem Gesagten hat das SEM den Einbezug des Beschwerdefüh-

rers in die Flüchtlingseigenschaft seiner Ehefrau gemäss Art. 51 Abs. 1 

AsylG zu Recht verneint. 

9.  

Zusammenfassend hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint das Asylgesuch abgewiesen. Entsprechend hat es auch zu Recht die 

Wegweisung verfügt, da der Beschwerdeführer insbesondere weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

auf Erteilung einer solchen verfügt, zumal aus den Akten nicht ersichtlich 

ist, dass seine Ehefrau über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilli-

gung verfügen würde (Art. 44 AsylG).  

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu 

E-5686/2019 

Seite 24 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

10.3 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvoll-

zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, die Untersuchungspflicht fin-

det aber, wie bereits vorstehend ausgeführt, ihre Grenzen an der Mitwir-

kungspflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei 

fehlenden Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in 

hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Beschwerdeführer hat 

die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der 

Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts ge-

gen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine konkre-

ten, glaubhaften Hinweise geliefert hat, die gegen eine entsprechende 

Rückkehr sprechen würden. Entsprechend sind im heutigen Zeitpunkt 

auch keine Aussagen zur Staatangehörigkeit möglich. 

10.4 Nachdem diejenigen Tibeterinnen und Tibeter, die die chinesische 

Staatsbürgerschaft besitzen, in Bezug auf China zumindest subjektive 

Nachfluchtgründe haben, weil sie als Unterstützer des Dalai Lama und da-

mit als separatistisch gesinnte Oppositionelle betrachtet werden und – wie-

derum in Bezug auf China – die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. BVGE 

2009/29), ist an dieser Stelle, im Sinne einer Klarstellung und in Überein-

stimmung mit der angefochtenen Verfügung, darauf hinzuweisen, dass für 

alle Exil-Tibeter – und somit auch für den Beschwerdeführer – ein Vollzug 

der Wegweisung nach China auszuschliessen ist, da ihnen dort gegebe-

nenfalls eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Zwischen-

verfügung vom 13. November 2019 wurde das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen, weshalb keine Verfahrenskos-

ten zu erheben sind. 

E-5686/2019 

Seite 25 

12.2 Dem eingesetzten Rechtsvertreter ist für die notwendigen Aufwen-

dungen ein amtliches Honorar zu entrichten. Die bei den Akten liegende 

Kostennote vom 4. März 2022 weist einen zeitlichen Aufwand von 18.9 

Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 82.80 aus. Die ergänzende Kos-

tennote vom 24. Juni 2022 weist zusätzlich 1.83 Stunden und Auslagen 

von Fr. 9.90 aus. Für die Eingabe vom 12. Dezember 2022 wird zusätzlich 

eine Stunde veranschlagt. Der Stundenansatz ist mit Verweis auf die Zwi-

schenverfügung vom 13. November 2019 auf Fr. 220.– festzusetzen (Art. 

10 VGKE). Dem Rechtsvertreter ist demnach zulasten der Gerichtskasse 

ein amtliches Honorar von Fr. 5’248.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu-

erzuschlag) zuzusprechen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Herrn Roman Schuler, Rechtsanwalt, wird zulasten der Gerichtskasse ein 

amtliches Honorar von Fr. 5’248.50 ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tina Zumbühl 

 

 

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