# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06b50c3c-4e81-58f4-b2e4-300187d09e72
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-14
**Language:** de
**Title:** kein rückwirkender Rentenanspruch, Statusfrage, Abweisung
**Docket/Reference:** IV.2017.00651
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00651.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00651
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
16. Dezember 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
Freiestrasse
76, Postfach 420, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1956 geborene
X.___
meldete sich am 23. Februar 2009 (Eingangsdatum) wegen Brustkrebs und eines Herzklappenfehlers bei der Sozialversiche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
5
/13). Die IV-Stelle tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und führte eine Haushaltsabklärung durch. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2009 wies die IV-Stelle einen Leistungsanspruch der Versicherten gestützt auf einen Invalidi
tätsgrad von 26 % ab (Urk.
5
/34). Die Invaliditätsbemessung beruhte auf der ge
mischten Methode, wobei der erwerbliche Teil mit 18 % und der Haushaltsbereich mit 82 % gewichtet wurde.
1.2
Am 8. Februar 2013 (Eingangsdatum) machte
X.___
eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes (Herz) geltend und meldete sich erneut zum Leis
tungs
bezug an (Urk. 5/39), woraufhin die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen tätigte. Mit Mitteilung vom 11. September 2013 wurde der Versi
cher
ten eine Arbeitsvermittlung als
Frühinterventionsmassnahme
gewährt (Urk.
5/63), welche am 23. Juni 2014 abgeschlossen wurde (Urk. 5/78). Mit Vor
bescheid vom 25. November 2014 wurde der Versicherten aufgrund eines unter Anwendung der gemischten Methode (Erwerb 70 %, Haushalt 12 % und Mitarbeit im Betrieb ihres Ehemannes 18 %) ermittelten Invaliditätsgrades von 31 % die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (Urk. 5/104), wogegen
X.___
am 9. Januar 2015 Einwand erhob (Urk. 5/107), welchen sie mit Ein
gabe vom 23. Februar 2015 ergänzend begründen
liess
(Urk. 5/110). Am 13. März 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine polydisziplinäre medizi
nische Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Kardiologie, Pneumologie, Psy
chiatrie) als notwendig erachtet werde, gab die vorgesehenen Fragen an die Experten bekannt und setzte eine Frist zur Einreichung von allfälligen Zusatz
fragen an (Urk. 5/112-114). Nachdem sich die Versicherte mit Schreiben vom 26. März 2015 mit der Durchführung der Begutachtung nicht einverstanden erklärt hatte (Urk. 5/115), hielt die IV-Stelle mit Zwischenverfügung vom 20. April 2015 an der polydisziplinären Begutachtung fest (Urk. 5/126). Am 15. August 2015 wurde der Begutachtungsauftrag
nach dem Zufallsprinzip der B
egutachtungsstelle
Y.___
zugewiesen (Urk.
5/129). Mit Schreiben vom 19. August 2015 teilte die IV-Stelle der Versi
cherten mit, es sei vorgesehen, dass sie im Fachgebiet Allgemeine Innere Medizin von Dr.
Z.___
, im Fachgebiet Kardiologie von Dr.
A.___
, im Fachgebiet Pneumologie von Dr.
B.___
und im
Fachgebiet Psychiatrie/Psychotherapie von Dr.
C.___
begutachtet werde, und wies sie auf ihre Mitwirkungspflichten hin; gleichzeitig wurde ihr eine Frist zum Vorbringen allfälliger triftiger Einwendungen gegen die vorgesehenen Experten angesetzt (Urk. 5/131). Am 20. August 2015 wurde der Versicherten sodann mitgeteilt, dass die Begutachtung im Fachgebiet Pneumologie nicht wie geplant bei Dr.
B.___
stattfinden könne. Stattdessen sei vorgesehen, dass Dr.
D.___
die entsprechende Begutachtung durchführe. Zur Geltend
machung allfälliger triftiger Einwände gegen die vorgesehene Expertin wurde wiederum eine Frist angesetzt (Urk. 5/132). Mit Eingabe vom 31. August 2015
liess
die Versicherte erklären, es erstaune sie, dass eine polydisziplinäre Abklä
rung durchgeführt werden solle. Da die medizinische Ausgangslage eindeutig sei, handle es sich um eine unzulässige "
second
opinion
"; eine Begutachtung bei der
Abklärungsstelle
Y.___
sei sodann von vornherein unzumutbar (Urk. 5/136
). Mit einer weiteren Eingabe vom 3. September 2015 erklärte die Versicherte
ausser
dem
, sie sei mit einer Begutachtung durch Dr.
D.___
nicht einver
stan
den (Urk. 5/137). Mit Verfügung vom 7. September 2015 (Urk. 5/138) hielt die IV-Stelle an der Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung fest, woge
gen die Versicherte am 9. Oktober 2015 Beschwerde erhob (Urk. 5/139/3-8). Mit Urteil IV.2015.01056 vom 21. Dezember 2015 (Urk. 5/141) wies das hiesige Ge
richt die Beschwerde ab. Im Nachgang zu diesem Urteil wurde die Begutachtung
durch
geführt (Urk. 5/143) und
X.___
durch die
Y.___
polydisziplinär begutachtet (kardiologisches Teilgutachten vom 28. April 2016
,
pulmonolo
gi
sches
Teilgutachten vom
2.
Mai 2016
sowie polydisziplinäres Gutachten vom 2. Juni 2016, Urk. 5/151-152). Am 1. September 2016 nahm die Versicherte Stellung zum Gutachten (Urk. 5/155 und Urk. 5/157). Mit Vorbescheid vom 4. November 2016 (Urk. 5/160) ersetzte die IV-Stelle den Vorbescheid vom 25. November 2014 (Urk. 5/104) und kündigte die Ausrichtung einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. September 2013 an.
Die Pensionskasse
E.___ A
G zog ihren dagegen erhobenen Einwand am 1
9.
Dezember 2016 wieder zurück (
Urk.
5/162 und
Urk.
5/168). Auf d
ie
von
X.___
am 6.
Dezember 2016 erhobene Beschwerde gegen den Vorbescheid vom
4.
November 2016
(
Urk.
58/167 S. 3-16)
wurde mit Beschluss IV.2016.01359 vom
6.
Februar 2017 nicht eingetreten (
Urk.
5/190). Die fälschlicherw
eise am 21.
Februar 2017 erlassene Verfügung (
Urk.
5/
180) wurde mit Verfügung vom 3.
März 2017 wiedererwägungsweise aufgehoben (
Urk.
5/192-193).
Nach der Prüfung des Einwandes der Versicherten vom
6.
Dezember 2016
(Urk.
5/167 S.
3-16
) im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Mai 2017 mit Wirkung ab
1.
September 2013 eine ganze Invalidenrente (
Urk.
2). Die
Invaliditätsbemessung beruhte auf der
ausserordentlichen
sowie auf der gemischten Methode, wobei der Erwerbsbereich mit 70
%
, die Mitarbeit im Betrieb mit 18
%
und der Haushalts
bereich mit 12
%
gewichtet wurde
n
.
2.
Hiergegen erhob
X.___
am
7.
Juni 2017
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
8.
Mai 2017
sei dahingehend zu bestätigen, dass eine Rente zu gewähren sei, jedoch dahingehend aufzuheben, dass der Rentenanspruch nicht erst ab dem 1. September
2013
sondern bereits ab dem 1. Januar 2008 entstehe (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
August 2017
auf
Abweisung der
Beschwerde (Urk. 4, unter B
eilage ihrer Akten, Urk. 5/1-210), was der Beschwerdeführerin am 1
1.
August 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2
dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ges
uch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
v
ersicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
sondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten vom 2. Juni 2016 (Urk. 5/152) davon aus, dass
die
Beschwerdeführerin seit September 2012
wegen ihrer
gesundheitliche
n
Ein
schränkungen zu 80
%
arbeitsunfähig sei. Dabei qualifizierte die Beschwerde
geg
nerin die Beschwerdeführerin als mutmasslich zu 70 % im Erwerbsberei
ch und
zu
12 % im Haushalt tätig
sowie
zu 18
%
im Betrieb
ihres Ehemannes
mitarbeitend und ermittelte unter Anwendung der
ausserordentlichen sowie der
gemischten Methode einen Gesamtinvaliditätsgrad von 73 %
, wodurch die Beschwerde
füh
rerin ab dem 1. September 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe.
2.2
Die Beschwerdeführerin beantragt dagegen, dass ihr die ganze Invalidenrente bereits rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 auszurichten sei.
D
ie Verfügung vom 1
6.
November 2009
sei
wiedererwägungsweise aufzuheben, da der darin festge
haltene
rentenausschliessende Invaliditätsgrad gestützt auf die diskriminierende gemischte Methode errechnet w
o
rde
n sei
(Urk. 1).
3.
3.1
Die Rentenverfügung vom
8.
Mai 2017 (Urk. 2) basierte im Wesentlichen auf dem polydisziplinären
(
pneumologischen
, kardiologischen, allgemein-internistischen,
psychiatrischen)
Gutachten der
Y.___
vom 2. Juni 2016 (Urk.
5/151-152
), worin folgende - in
terdisziplinär beurteilte - Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt wurden
:
-
Schwere restriktive Ventilationsstörung bei
Fibrothorax
,
Thoraxdeformität
und beidseitiger Zwerchfellparese bei/mit
-
postaktinisch nach Mantelfeldbestrahlung im Rahmen des Hodgkin-
Lymphoms
(
1974
)
-
beidseitige
Pleuraverdickungen
mediastinale
Fibrose
, Verkalkung
und beidseitiger Zwerchfellparese
-
aggraviert
postinterventionell
nach
Aortenklappenersatz
(
2012
)
-
sekundäre nächtliche alveoläre Hypoventilation
-
unter erfolgreicher BIPAP-Therapie sehr gute Compliance
-
Postaktinische
valvuläre
Herzkrankheit bei/mit
-
zweimaligem biologischen
Aortenklappenersatz
(
2009 und 2012
)
-
schwere verkalkte
Mitralstenose
-
CCS-Klasse
III
-
pulmonal-arterielle Hypertonie
-
Thoraxdeformität
-
Multizentrisches solides, teils mikropapillares Mammakarzinom rechts
(2008,
ICD-10
:
C
50.9)
-
Stadium pT3 (m) (5.5 cm) pN3 (20/20)
Mx
, G3, L1, V1, R1, ER und
PR negativ, HER2 positiv (FISH)
-
Status nach
Ablatio
mammae
rechts mit partieller Resektion des
infiltrierten
Musculus
pectoralis
major
und
axillärer
Lymphonodektomie
rechts Level l - III
(
2008
)
-
Status nach
PAC-lmplantation
(
2008
)
;
Status nach
PAC-Entfernung
(
2009
)
-
adjuvante
Chemotherapie mit 4 x EC, gefolgt von Taxol/Herceptin
weekly
(Juli bis Dezember
2008
)
-
3-wöchentliche Herceptin-Verabreichung
(2008/09)
-
adjuvante
Radiotherapie
(2009,
STZ
)
-
PET/CT vom
(2010)
; keine Anhaltspunkte für ein Rezidiv
-
negative Familienanamnese bezüglich Mammakarzinom
-
Status nach
Mammakarzinom links
-
Stadium pT1a (3 mm)
pNO
Mx
, G2, ER++, PR-, HER2/neu
negativ
(DAKO+), ausgedehn
tes DCIS links G3 (2002)
-
Status nach
Mamma-PE nach präoperativer Markierung und
Nachresektion sowie
intramammä
rer
Verschiebeplastik
(
2002
)
-
Status nach
Ablatio
links ohne Rekonstruktion
(
2002
)
-
Status nach
Zolad
ex
/
Tamoxifen
(2006/07)
-
Status nach
Morbus Hodgkin
(
1974
)
, Stadium
IIB
, PS,
mixed
cell
type
-
Sin. 8x MOPP-Chemotherapie (
1974/
75)
-
Status nach
Splenektomie
(1975,
im Rahmen des Morbus Hodgkin)
-
obere Mantelfeld-Bestrahlung (thorakal, axillar sowie
supraklavilcular
beidseits)
-
Chronisches Lymphödem des rechten Armes bei/mit
-
Status nach
axillärer
Lymphonodektomie
rechts Level 1-3,
(
2008
)
-
Status nach Mückenstich 2011 mit chronischen Lymphödem
-
Hautinfekt, Kom
plikation des rechten Armes (
2015
)
-
Schmerzen im Bereich des rechten AC-Gelenk nach Subluxation bei/mit
-
Status nach zweimaliger Thorakotomie,
-
Verdacht auf
Rotatorenmanschettenläsion
Schulter links bei/mit
-
fehlender aktiver Abduktion über 90°
-
chronischen Schmerzen
-
Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(
ICD-10:
F
32.2
)
Ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Sc
hwere Belastung durch lebensgefä
hrdende Erkrankungen durch die
erkrankungsbedingten Behinderungen
(
ICD-10: Z
73.3
)
-
M
ä
ssiggradige
Bronchiektasien beidseits bei/mit
-
postspezifisch nach Mantelfeldbestrahlung
-
Schwerer einmaliger Epilepsieanfall
(
1998
)
bei/mit
-
seither unter
Tegretol
CR
200
-
bisher kein Absetzversuch
-
keine neurologischen Kontrollen
-
Verdacht auf periphere Polyneuropathie
-
im Rahmen der
Chemotherapien
-
verminderte Vibrationsempfindung rechter F
uss
4/8
,
Sensibilitätsstörungen, Schmerzen
-
Senkfuss beidseits bei/mit
-
Besserung nach Einlagen seit 2015
Arthriti
s der Finger distal und
der
Phalangealgelenken
links II + III
, recht
s
II
Aus
pneumologischer
Sicht leide
die
Beschwerdeführerin
unter einer schweren restriktiven
Pneumopathie
aufgrund eines
Fibrothorax
, einer
Thoraxdeformität
und beidseitiger Zwerchfellparese. Dabei
handle
es sich um Spätfolgen der Be
strahlung nach zweimaligem Tum
or. Die
Thoraxdeformität
habe
sich im Rahmen postaktinischer
Pleuraverdickungen
beid
seits sowie mediastinaler
Fibro
sever
kal
kung
bei Status nach Mantelfeldbestrahlung
entwickelt
. Die
Bodyplethysmografie
und CO
-
Diffusionskapazit
ät zeige
eine schwere Restriktion mit einer schwer redu
zierten CO-Diffusionskapazität. Für die
Beschwerdeführerin bedeute
das, dass sie bei kleinster körperlicher Tätigkeit ausser
Atem komme
,
wo
durch die Erschöpf
barkeit ausserordentlich erhöht
sei
und dass sie nicht flach schlafen
könne
auf
grund der Dyspnoe. Durch die Installation einer BIPAP-Therapie
habe
zumindest diese Situation verbessert werden
können
, wobei die
Beschwerdeführerin
unver
ändert übe
r schlechte Schlafqualität klage
. Die Leistungsfähigkeit der
Beschwer
deführerin
sei aufgrund der erheblichen pulmo
nalen Einschränkungen schwer eingeschränkt. Eine berufliche Tätigkeit
könne nur noch stunden
weise für leichte sitzende Tätigkeiten erwartet werden.
Aus kardiologischer Sicht
sei
es als Komplikation der Morbus Hodgkin-Bestrah
lung 1974 und später auch des beidseitigen Mamma-Karzinoms zu einem
Ao
rten
k
l
appenvitium
und einer
Mit
ralstenose
gekommen
. Erschwerend im Verlauf
sei
die kurzfristig nach bi
ologischem Klappenersatz notwen
dig gewordene Bestrah
lung mit akutem Rezidiv des
Aortenklappenvitiums
gewesen
, was zu einer erneu
ten
Aortenklappenoperation
nur drei Jahre postoperativ
geführt habe
. Warum die verkalkte aktuell schwere
Mitralstenose
damals nicht mitoperiert
worden sei
,
sei
dem kardiologischen Teilgutachter nicht ganz klar. Als Komplikation der Opera
tion
sei
die
Zwerchfelllähmung
und die
Thoraxdeformität
zu er
wähnen. Die darauf installierte BIPAP-Therapie
habe
zu einer deutlichen Verbesserung
ge
führt
. Nichts
destotrotz
habe
die zweite Herzoperation zu einem signifikanten Leistungsknick geführt, welcher bis heute anh
alte
. Die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sei
stark eingeschränkt.
Aus allgem
ein-internistischer Sicht leide
die
Beschwerdeführerin
unte
r den Neben
wirkungen
der onkolo
gischen Therapien, insbesondere der Bestrahlung (siehe kardiologische und
pneumo
logische
Di
agnosen). Des Weiteren
beständen
Ein
schrän
kungen des Bewegungsapparates, insbesondere der oberen Extremitäten, sowie de
r unteren Extremität. Dies führe zu qualitativen Einschränkun
gen der Leistungsfähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht leide
die
Beschwerdeführerin
an einer erhe
blichen depressiven Störung,
o
b
wohl die
Beschwerdeführerin versuche
, die Symptome soweit zu wie mö
glich zu unterdrücken. Diese depressive Erkrankung führe
unter Anderem zu Müdigkeit und Ersch
öpfbarkeit, die durch Schlafstö
rungen verst
ärkt wü
rden. Die Bemühungen, die Symptome in Sc
hach zu halten und sich zu kon
trol
lieren und zu funktionieren
, kosteten
zusätzliche Energie. Der Ge
sundheits
schaden aus psychiatri
scher Sicht
könne
gegenwärtig als erheblich bezeichnet werden. Die psychische Störun
g führe
zu erheblichen Funktionseinschränkungen.
Die Leis
tungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
sei
aufgrund der erhöhten Ersch
öpf
barkeit und
verminderter Belastbarkei
t erheblich eingeschränkt.
Polydisziplin
ä
r
sei
festzuhalten, dass sich die
Beschwerdeführerin
in einem schlechten Allgemeinzustand befinde
. Die notwendigen Therapien der onkolo
gi
sch
en Erkrankungen führten zu uner
wünschten Nebenwirkung und Komplika
tio
nen, welche die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
aktuell schwer ein
schränk
t
en. Dabei
sei
explizit festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin sowohl i
n Bezug
auf
ihre psychische
Gesundheit wie auch bezüglich i
hrer soma
tischen Kräfte eher dissimuliere
als
aggraviere
und somit über ihrer körp
erlichen Leis
tungsfähigkeit lebe
.
Die
Beschwerdeführerin leide
an einer ernsthaften depres
siven Störung. In Folge dieser Störung
sei
ihre Fähigkeit
,
sich an Regeln und Routinen anzupassen
, leicht bis mä
ssig beeinträchtigt. In Folge der
depressiven Störung
sei
ihre Fähigkeit
,
Aufgaben zu planen und strukturieren
,
leicht bis mittelgradig eingeschränkt. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit
seien mä
ssig eingeschränkt. Die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen als kauf
männische Angestellte
sei
an und für sich erhalten, jedoch
sei
die Leistungs
fähigkeit quanti
tativ erheblich reduziert. In Folge der depressiven Erkran
kung
seien
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit leicht reduziert.
Die Durchhalte
fähig
keit
sei
in Folge der depressiven Störung erheblich beeinträchtigt. Selbstbe
haup
tungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit
seien
leicht eingeschränkt. Die Verkehrsfähigkeit für öffentliche Verkehrsmittel
sei
gegeben. Insgesamt
beständen aus psychiatrischer Sicht mä
ssig bis erheblich ausgeprägte Funkti
onsstö
rungen. An Ressourcen
sei
der grosse Wille der
Beschwerdeführerin
zu nennen, s
owie ihr intaktes familiäres Um
feld. Ein
Eingliederungspotenzial bestehe
nicht,
da
die
Beschwerdeführerin bereits das Maximum der kör
perlichen und psychischen Leistungsfähigkeit leis
te
.
Die
Beschwerdeführerin habe
eine kaufmännische Ausbildung. Aktu
ell arbeite
sie in einer Baugenossenschaft im Bür
o und im Unterhalt in einem 30%igen Pensum. Diese Tätigkeit übe sie dreimal vormittags aus. Ihre Arbeit bestehe
darin, Treppen
häuser zu kontrollieren
, wobei sie
den Lift benutzen
könne
. Auch müsse sie Telefone entgegennehmen un
d das Mietertelefon im Pikett-
Dienst hüten.
Dabei
f
ä
nden sich folgende Einschränkungen der Leistungsfähigkeit: A
us
pneumolo
gi
scher
Sicht bestehe eine 20%
ige Arbeitsfähigkeit für den Bereich ihrer aktuellen Tätigkeit, welcher einer leicht sitzenden Tätigkeit mit keinen Lasten entsp
reche.
A
us kardiologischer Sicht bestehe eine 30%
ige Arbeitsfähigkeit in ihrer ange
stammten Tätigkeit, dies aufgrund der vermehrten Müdigkeit, der Unmöglichkeit von
Lasten zu tragen, des nur lang
samen Gehens geradeaus und der Dyspnoe bei kleinster Anstrengung. Aus allgeme
in-internistischer Sicht bestehe eine 20%
ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum. Dies aufgrund der vermehrten
Erschöpfbarkeit in Folge der postaktinischen Herz-
und Lungenerkrankung, welche
zu einer starken Verminderung der körperlichen Bela
stbarkeit der
Beschwerde
führerin
führ
e, sowie aufgrund
der Erkrankung des Bewegungsap
parates. Aus
psychiatrischer
Sicht bestehe eine 30%
ige
Arbeitsfähigkeit
aufgrund der depres
siven Störung mit erheblich reduzierter Belas
tbarkeit. Polydisziplinär ergebe sich damit eine maximal 20%
ige
Arbeits
fähigkeit bezogen auf ein 100%-
Pensum. Dies aufgrund der Komplikationen und Nebenwirkungen
nach den notwendigen Therapie
n
der on
kologischen Diagnosen (Hodgkin-Lymphom, Brust-Karzinom), welche zu einer stark verminderten Leistungsfähigkeit aus kardialer sowie
pneu
mologischer
Sicht, zu einer vermehrten Ermüdbarkeit und aufgrund der chroni
schen Schmerzen der oberen Extrem
itäten
sowie der Füsse und Knie
zu
einer verminderten Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin
führten.
Diese Einschätzung
gelte
seit 2012, dem Zeitpunkt der zweiten Herzklappenoperation.
Für eine behin
derungsangepasste Tätigkeit fänden
sich folgende Einschränkungen der Leis
tungs
fähig
keit
: Aus
pneumologischer
Sicht bestehe
eine 20%
ige Arbeitsfähigkeit
für eine sitzende Tätigkeit oh
ne Lasten. Aus kardiologischer Sicht besteh
e eine 40%i
ge
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte, leichte, sitzende Tätigkeit. Aus allge
m
ein-internistscher Sicht bestehe eine 20%
ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte sitzende Tätigkeit mit Lasten von maximal 5
Kilogramm selten am Tag.
Aus psychiatrischer Sicht besteh
e eine 30%
ige Arbeitsfähigkeit aufgrund der erhöhten Erschöpfbark
eit, verminderter Belastbarkeit und
vermehrter Ermüdbarkeit der
Beschwerdeführerin
. Polydisziplinär betr
age
die Arbeitsfähigkeit 20
% bezogen auf ein 100%-Pensum für eine a
dap
tierte sitzende Tätigkeit ohne Lasten. Auch diese Einschätzung
gelte
seit 2012, dem Zeitpunkt des zweiten
Aorten
klappen
ersatzes
.
Diese
behinderungsangepasste
Tätigkeit
müsse
körperlich
leicht und
maximal sitzend ohne Lasten
sein
,
wobei
maximal
5 Kilogramm
selten am Tag
möglich seien
. Die Tätigkeit
dürfe
kein Gehen auf unebenem Grund beinhalten,
dürfe keine ver
mehrte k
örperliche Betätigung wie Gehen oder
Lasten
heben
bein
halten. Es dürfe keine sturzgefährdende Tätigkeit (Besteigen von Leitern, Gerüste
n) sein und
k
eine Tätigkeiten über
der
Horizontale
beinhalten
. Die Tätigkeit
dürfe
nicht
s
tressbelastet sein oder unter Zeitdruck geleistet
werden müssen.
Die
Beschwerdeführerin
dürfe
nicht erhöhter Infektionsgefahr ausgesetz
t sein (grosser Kundenkontakt) und k
eine Tätigkeit in ungünstigen klimatischen Räumen (Durchzug, Kälte)
ausüben
.
Es
gelte
auch für die Haush
altstätigkeit eine maximale 40%
ige
Arbeitsfähigkeit
, da Haushaltstä
tigkeiten vorwiegend körperliche Betäti
gungen darstell
t
en. Die
Beschwerdeführerin
könne
aber keine Lasten über
5 Kilo
gramm
tragen, womit die Beförderung der Wäsche, der Einkauf und Putztätig
keiten, welche mit Kraft durchgeführt werden müss
t
en, nicht mehr möglich
seien
. Auch
könne
die
Beschwerdeführerin den lin
ken Arm nicht über 90° aktiv abdu
zieren. Der rechte A
rm
sei
aufgrund des chronischen Lymphödems in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Damit
seien alle Tätigkeiten über der Hori
zontale wie Fenster putzen, Wäsche aufhängen nicht mehr machbar. Das Kochen
sei
mög
lich. Die
Beschwerdeführerin benötige
jedoch Hilfe beim Hantieren mit schweren Pfannen. Auch diese Einschätzung
gelte seit 201
2.
Aufgrund der Schwere der Erkrankung, der Polymorbidität und der
Chronifizierung
könne
keine Verbesse
rung der Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
, auch
nicht
durch adäquate Therapiemassnah
men
,
erwartet werden. Ein Erhalt der aktuellen Leistungsfähig
keit
müsse
schon als Erfolg verbucht werden.
3.2
Das polydisziplinäre Gutachten der
Y.___
vom 2. Juni 2016 (
Urk. 5/151-152
) basiert auf
einer umfassenden
pneumologischen
, kardiologischen, allge
mein-internistischen
und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gut
ach
ter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ausein
an
dergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizi
nische Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvoll
zieh
bar begründet. Dem Gutachten kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.6).
3.3
In somatischer
und in psychischer
Hinsicht ist das
Gutachten
unbestritten
und dessen Ergebnis aufgrund der Akten zu bestätigen.
Auch die darin
aufgeführte Arbeitsunfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
seit September 2012
– welche die Grundlage für die zugesprochene ganze Invalidenrente ab
dem
1.
September 2013
bildete
-
steht
im Einklang mit
der medizinischen Aktenlage.
Auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) stellt auf die
se
gutachterliche Beurteilung ab (Urk. 5/158 S. 3 ff.).
3
.4
Das Wartejahr nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG endete
somit
im September 2013, nachdem die Beschwerdeführerin seit September 2012 (der
2.
Herzklappen
ope
ration) zu 80 % arbeitsunfähig gewesen war (vgl. E. 3.3). Im Weiteren meldete sich die Beschwerdeführerin am 8. Februar 2013 bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 5/39), womit
unter Beachtung
der sechsmonatige
n
Frist
gemäss
Art. 29 Abs. 1 IVG
der
von der Beschwerdegegnerin festgelegte Zeitpunkt des Rentenbeginns (1. September 2013) nicht zu beanstanden ist.
3.5
Die von der Beschwerdegegnerin gewählte Methode der Invaliditätsbemessung und der damit ermittelte Invaliditätsgrad von 73 %
sind
unbestritten geblieben. Es besteht kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen.
3.6
Demnach wurde der Beschwerdeführerin zu Recht ab 1. September 2013 eine ganze Rente zugesprochen.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin
beantragt nun, dass ihr die ganze Invalidenrente aber bereits rückwirkend ab dem 1. Januar 2008 ausrichten sei.
So sei die damalige Verfügung vom 1
6.
November 2009 aufzuheben, da der darin festgehaltene
ren
ten
ausschliessende
Invaliditätsgrad anhand der diskriminierenden und deshalb rechtswidrigen gemischten Methode errechnet worden sei (Urk. 1 S. 7 ff.).
4.2
Wenn Verfügungen oder
Einspracheentscheide
nicht mehr mit einem ordent
lichen Rechtsmittel angefochten werden können, sind sie formell rechtskräftig (vgl.
Kieser
,
ATSG
-Kommentar, 2. Auflage, Art. 53 N 2).
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fel
los unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu
tung ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts kann der Versicherungsträger allerdings weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wie
dererwägung verhalten werden (BGE 119 V 180 E. 3a). Es besteht darum kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Verfügungen, mit denen das Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch abgelehnt wird, sind dem
nach grundsätz
lich nicht anfechtbar
.
4.3
D
i
e Beschwerdeführer
in
beantragt die Wiedererwägung der Verfügung vom 16.
November 2009, womit ein Rentenanspruch rechtskräftig verneint worden war. Da nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts der Versicherungs
träger durch das Gericht nicht zu einer Wiedererwägung verhalten kann, ist in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Verfügung vom 8. Mai 2017 dahingehend zu bestätigen ist, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1.
September 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
, soweit auf sie einzutreten ist
.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
, soweit auf sie einge
treten
wird
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Philip
Stolkin
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger