# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08be33ab-a1ca-59a6-914a-6ed45a529703
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2021 E-3518/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3518-2021_2021-08-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3518/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley; 

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. Juli 2021 / N (…). 

 

 

 

E-3518/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess den Heimatstaat eigenen Angaben  

zufolge am (…) November 2020 auf dem Luftweg von B._______ aus und  

gelangte am 12. November 2020 in die Schweiz, wo er gleichentags ein 

Asylgesuch stellte. Er wurde dem Bundesasylzentrum der Region 

C._______ zugewiesen. Am 18. November 2020 wurden seine Persona-

lien aufgenommen (Protokoll PA) und am 30. November 2020 wurde im 

Hinblick auf ein Dublin-Verfahren mit dem Beschwerdeführer ein soge-

nanntes Dublin-Gespräch geführt.  

A.b Am 4. Januar 2021 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, auf-

grund der aktuellen Aktenlage werde das Dublin-Verfahren beendet und 

das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren durchgeführt.  

A.c Am 8. März 2021 sowie ergänzend am 23. Juni 2021 wurde der Be-

schwerdeführer eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Dabei machte 

er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

A.d Er sei tamilischer Ethnie und stamme aus D._______, wo er auch 

überwiegend gelebt habe. lm Jahre 2007 hätten ihn Mitglieder der Libera-

tion Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsweise mitgenommen. An einem 

ihm unbekannten Ort im Dschungel sei er etwa ein Jahr lang festgehalten  

worden und habe für die LTTE verschiedene Arbeiten verrichten müssen. 

lm Frühjahr sei ihm die Flucht gelungen, als die LTTE-Mitglieder einen  

Moment anderweitig beschäftigt gewesen seien. Er sei zur Familie nach 

D._______ zurückgekehrt. Da die LTTE ihm gedroht hätten, im Fall seiner 

Flucht sowohl ihn als auch seine Angehörigen zu töten, habe sich die  

Familie zur Ausreise entschlossen. Sie seien gemeinsam im (…) 2008 

nach Indien ausgereist und hätten sich dort als Flüchtlinge registrieren las-

sen. Im Jahr (…) sei der Vater der Arbeit wegen wieder nach Sri Lanka 

zurückgekehrt. Der Beschwerdeführer sei mit der Mutter und Schwester im 

Jahr 2016 ebenfalls in das Heimatland zurückgekehrt, wobei die Wieder-

einreise problemlos verlaufen sei. Obschon er in Indien eine Ausbildung 

als (…) beziehungsweise Fachmann im Bereich(…) abgeschlossen habe, 

habe er in Sri Lanka keine geeignete Stelle gefunden und in der Folge bis 

2020 verschiedene Gelegenheitsarbeiten als (…) und (…) ausgeübt. lm 

Mai 2020 seien vier Personen zu ihm nach Hause gekommen, um ihn zu 

einer Befragung mitzunehmen. Trotz Widerstands der Mutter sei er von den 

vier Unbekannten in einem Lieferwagen weggefahren worden. Man habe 

ihn an einen entlegenen Ort in einem Dschungelgebiet gebracht und dort 

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Seite 3 

in einem verfallenen Haus etwa zehn bis fünfzehn Tage lang festgehalten. 

In dieser Zeit sei er immer wieder befragt und geschlagen und es sei ihm 

vorgehalten worden, früher für die LTTE Aktivitäten ausgeübt zu haben. Es 

seien ihm auch Fotos von ihm unbekannten Personen zur Identifikation 

vorgelegt worden. Als drei der vier Personen sich einmal ausserhalb des 

Geländes aufgehalten hätten, habe die vierte Person dem Beschwerdefüh-

rer gesagt, er werde dies hier kaum überleben. Der Mann habe auch er-

zählt, die Mutter des Beschwerdeführers habe ihm Geld gegeben, damit er 

seine Flucht möglich mache. In Begleitung dieser vierten Person habe er 

so den Ort seiner Festhaltung verlassen können. Der Mann habe ihn bis 

zu einer Strasse geführt, wo der Beschwerdeführer einen Wagen angehal-

ten habe und mit diesem in eine Ortschaft gelangt sei, von wo aus er den 

Vater telefonisch habe informieren können. Dieser habe einen Freund ge-

schickt, der ihn abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht habe, um die 

während der Haft erlittenen Verletzungen behandeln zu lassen. Nach der 

Entlassung aus dem Spital habe er sich nicht mehr sicher gefühlt. Deswe-

gen habe er sich zuerst eine Zeit lang beim besagten Freund des Vaters 

aufgehalten, bevor er nach B._______ gegangen sei. Dort sei er einige 

Wochen in einem Haus der Schlepper verblieben, bis seine erneute Aus-

reise aus Sri Lanka organisiert gewesen sei. 

A.e Zum Beleg seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine Origi-

nal-Identitätskarte und zur Stützung der Vorbringen eine Bestätigung des 

Amts des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen  

(UNHCR) vom Dezember 2015 (Kopie), gemäss welcher er als ehemals in 

Indien registrierter Flüchtling nach Sri Lanka zurückzukehren gewillt gewe-

sen sei, die Fotokopie eines Flugtickets vom (…) 2016 für einen Flug von 

Indien nach Sri Lanka und einen Arztbericht (Original) vom 11. November 

2020 zu den erstinstanzlichen Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. Juli 2021 – eröffnet am 9. Juli 2021 – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asyl-

gesuch ab, verfügte dessen Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug an.  

  

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Seite 4 

C.  

C.a Am 4. August 2021 reichte der Beschwerdeführer beim Bundesverwal-

tungsgericht eine Beschwerde gegen diesen Asylentscheid ein. Er bean-

tragte die Aufhebung der SEM-Verfügung, die Anerkennung seiner Flücht-

lingseigenschaft und die Asylgewährung; eventualiter sei er als Flüchtling 

vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei er als Ausländer vorläufig auf-

zunehmen. 

C.b In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung eines unentgeltli-

chen Rechtsbeistands. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

5. August 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

E.  

Mit Verfügung vom 6. August 2021 wurde der Eingang des Rechtsmittels 

vom Gericht bestätigt und festgehalten, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

  

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Seite 5 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 6 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihre Abweisung des Asylgesuchs im  

Wesentlichen mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerde- 

führers.  

5.1.1 Dieser habe zahlreiche unsubstanziierte, nicht nachvollziehbare und 

auch widersprüchliche Angaben zu Protokoll gegeben. Entsprechend seien 

die Vorbringen unglaubhaft, er sei ab dem Jahr 2007 von den LTTE 

zwangsweise festgehalten und zu verschiedenen Arbeiten angehalten wor-

den. Davon ausgehend seien auch die geltend gemachten Probleme mit 

den heimatlichen Behörden im Jahr 2020 anzuzweifeln, zumal diese in un-

mittelbarem Zusammenhang mit den von angegebenen Aktivitäten für die 

LTTE zwischen 2007 und 2008 stehen sollten. Diese Zweifel würden 

dadurch bekräftigt, dass auch die Schilderungen der angeblichen Ereig-

nisse vom Mai 2020 einen unsubstanziierten, realitätsfremden und auch 

widersprüchlichen Eindruck hinterliessen. Die Asyl- und Ausreisegründe 

seien aus der Sicht des SEM daher nicht glaubhaft. Daran vermöchten die 

zur Stützung der Vorbringen eingereichten Unterlagen nichts zu ändern. 

5.1.2 Es gelte zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Fall der Rückkehr 

nach Sri Lanka dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfolgungs-

massnahmen im Sinn von Art. 3 AsylG habe. Die dazu gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts (Referenzurteil des BVGer vom 

15. Juli 2016, E-1866/2015) vorzunehmende Prüfung anhand sogenannter 

Risikofaktoren ergebe keinen begründeten Anlass zur Annahme, der Be-

schwerdeführer werde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft flüchtlingsrechtlich relevan-

ten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein. 

5.1.3 Die Vorbringen würden weder den Anforderungen an die Glaubhaf-

tigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft 

gemäss Art. 3 AsylG standhalten. 

5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet in seinem Rechtsmittel die Unglaub-

haftigkeitsargumentation der Vorinstanz energisch.  

5.2.1 Er führt aus, er habe seine Asylgründe – namentlich seine Tätigkeiten 

für die LTTE und die Umstände der Flucht nach Indien, die erlittenen Miss-

handlungen, den konkreten Ablauf seiner Verhöre sowie der Mitnahme 

durch die unbekannten Männer, die Haftlokalitäten, die Umstände seiner 

Freilassung durch einen dieser Männer und das Treffen mit dem Freund 

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seines Vaters – sehr ausführlich und substanziiert geschildert; auch seine 

Emotionen und Ängste habe er nachvollziehbar beschrieben. Er verstehe 

wirklich nicht, was er gemäss Auffassung der Vorinstanz noch genauer 

hätte schildern können.  

5.2.2 Das SEM habe bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit seiner Aussa-

gen nicht berücksichtigt, dass er nach der Befreiung aus der Haft in einem 

gesundheitlich sehr schlechten Zustand gewesen sei sowie im Spital habe 

behandelt werden müssen und er damals aus Sicherheitsgründen den 

Kontakt zu seinen Angehörigen minimiert habe. Das SEM habe die für die 

Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sprechenden Indizien weitgehend igno-

riert, so beispielsweise die Tatsache, dass die zwangsweise Mitnahme 

durch die LTTE sich vor 14 Jahren abgespielt habe und er damals erst 

(…) Jahre alt gewesen sei.  

5.2.3 Die angeblichen Aussagewidersprüche würden bei genauer Betrach-

tung der Protokolle gar nicht existieren oder sie würden auf Missverständ-

nissen beruhen und sich plausibel auflösen lassen. Seine Aussagen seien 

bei einer Gesamtbetrachtung aller Umstände aIs glaubhaft zu qualifizieren. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die für die Ausreise als zentral geschilderten 

Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als unglaubhaft qualifiziert 

hat. Mit seinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermag der Be-

schwerdeführer diesen Erwägungen des SEM letztlich nichts Stichhaltiges 

entgegenzusetzen, und es kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

6.2 Bezüglich der geschilderten Mitnahme im Jahr 2007 ist – auch unter 

Berücksichtigung des Zeitablaufs und des Umstands, dass der Beschwer-

deführer damals erst (…) Jahre alt gewesen sei – festzuhalten, dass seine 

Angaben bezüglich der für die LTTE zwangsweise verrichteten Tätigkeiten 

unterschiedlich ausgefallen sind. Gemäss Angaben in der ersten Anhörung 

sollen diese einzig im Ausgraben von Bunkern und in Hilfsarbeiten beim 

Kochen bestanden haben (vgl. Protokoll Anhörung 8. März 2021 F/A100: 

"[…] Das ist alles."), während er bei der zweiten Anhörung angab, er habe 

damals auch beim Transportieren von Medikamenten und sonstigen Waren 

helfen müssen (vgl. Protokoll Anhörung vom 23. Juni 2021 F/A13, 43 f.). 

Weiter ist namentlich nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer 

keinerlei Namen von Befehlsgebern oder Jugendlichen nennen konnte, die 

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Seite 8 

ebenfalls Zwangsarbeiten hätten verrichten müssen (vgl. Protokoll Anhö-

rung 8. März 2021 F/A103 f., Protokoll Anhörung vom 23. Juni 2021 

F/A52); dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der Aussagen, er habe 

als Erstes zwei Jungs kennengelernt und sie hätten gemeinsam gearbeitet, 

gegessen und geschlafen (vgl. Protokoll Anhörung 8. März 2021 F/A144).  

6.3 Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Schilderungen 

der Flucht aus dem LTTE-Camp kaum nachvollziehbar ausgefallen sind; 

zudem ist es nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer angesichts des 

Umstands, dass die Jugendlichen regelmässig über einen gewissen Zeit-

raum unbewacht gewesen sein sollen, nicht bereits früher geflüchtet ist 

(vgl. Protokoll Anhörung 8. März 2021 F/A 149: "[…] Jeden Tag wurden wir 

drei mitgenommen […]. Alle erwachsenen Leute sind dann Körpertraining 

machen gegangen. Man hat uns zurückgelassen, um weiterzugraben. Es 

dauerte immer ein bis zwei Stunden, bis sie zurückkamen, bis sie mit ihrem 

Körpertraining fertig waren"). Diese angebliche zwangsweise Mitnahme 

des Beschwerdeführers durch die LTTE im Jahr 2007 erweist sich daher 

als unglaubhaft. 

6.4 Entsprechend ist auch den angeblich wegen dieser LTTE-Tätigkeiten 

erfolgten Problemen im Jahr 2020 die Glaubhaftigkeitsgrundlage entzo-

gen. Der Beschwerdeführer war zudem nicht in der Lage, eine übereinstim-

mende Beschreibung der vier Entführer zu geben. Einmal sollen diese aus-

gesehen haben wie Bodybuilder, andererseits erklärte er, einer der vier 

Personen sei dünn gewesen (vgl. Protokoll Anhörung 8. März 2021 

F/A160, 188). Der Beschwerdeführer will sodann mit der Hilfe eines durch 

die Mutter bestochenen Mannes entkommen sein, wobei er, auf der 

Strasse angelangt, ein Auto angehalten habe. Hierzu gab er einmal an, so 

nach E._______ gelangt zu sein und dort den Vater kontaktiert zu haben; 

später wusste er nicht anzugeben, an welchem Ort er angekommen sei 

(vgl. Protokoll Anhörung 8. März 2021 F/A172, Protokoll Anhörung 23. Juni 

2021 F/A61 ff.); insbesondere dieses Nichtwissen ist nicht nachvollziehbar, 

zumal er nach Ankunft an dem angeblich unbekannten Ort den Vater infor-

miert und dieser einen Freund zum Abholen geschickt habe, was zwingend 

die Angabe eines genauen Treffpunkts vorausgesetzt hätte.  

  

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Seite 9 

6.5 Zutreffend hat die Vorinstanz sodann in ihren Erwägungen zeitliche Un-

stimmigkeiten bezüglich der angegebenen Aufenthalte beim Freund des 

Vaters vor der Reise nach B._______ aufgeführt (vgl. Erwägungen S. 6). 

Es ist sodann nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer erst im Jahr 

2020 wegen der Tätigkeiten für die LTTE zwischen 2007/2008 in den Fokus 

der Behörden geraten sein soll, nachdem er im Jahr 2016 nach mehrjähri-

gem Auslandaufenthalt problemlos nach Sri Lanka und an den vormaligen 

Herkunftsort D._______ zurückkehren konnte, dort verschiedenen Arbeits-

tätigkeiten nachging und im Jahr 2016 eine neue Identitätskarte ausgestellt 

erhielt.  

6.6 Allein der Regierungswechsel in Sri Lanka vermag das geschilderte 

plötzliche behördliche Interesse am Beschwerdeführer – der neben der un-

glaubhaften Zwangsarbeit als Kind keine weiteren LTTE-Bezugspunkte er-

wähnt hat – nicht plausibel zu machen. 

6.7 Schliesslich fällt in diesem Kontext auf, dass der Beschwerdeführer bei 

den Fragen nach Auslandaufenthalten Indien erwähnt hat (was durch die 

beigelegten Unterlagen belegt ist), als Grund für diesen Aufenthalt jedoch 

nur sagte, er sei zwecks Ausbildung dorthin gegangen (vgl. Protokoll 

8. März 2021 F/A 29–31). Bereits an dieser Stelle wäre mindestens das 

Erwähnen einer Ausreise aus Angst vor den LTTE nach seiner Flucht aus 

deren Gefangenschaft zu erwarten gewesen, zumal diese der ganzen Fa-

milie mit dem Tod gedroht haben sollen.  

6.8  

6.8.1 Zugunsten des Beschwerdeführers ist einerseits festzuhalten, dass 

seinen protokollierten Ausführungen eine gewisse Substanziiertheit tat-

sächlich nicht abzusprechen ist.  

6.8.2 Andererseits wurde das Bestätigungsschreiben eines Spitalarztes 

aus Jaffna vom (…) November 2020 zu den Akten gereicht ("complain of 

assaulted by unknown person. He had contusion and swelling on his ab-

domen and back of his chest. I treated him and counseling him. He followed 

my clinic for two weeks till the treatment completed"). Auf der Website die-

ses Spitals ist der unterzeichnende "Dr. F._______" allerdings nicht aufge-

führt (vgl. www.(…)/specialists, besucht am 13. August 2021). Auch wenn 

ein Stellenwechsel des Arztes in den Monaten seit November 2020 nicht 

auszuschliessen ist, erscheint es doch als merkwürdig, dass der Be-

schwerdeführer sich für die Pflege seiner Verletzungen ausgerechnet in 

das private (…)spital "(…)" begeben haben soll. Warum die Bestätigung 

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Seite 10 

erst fünf Monate nach der Behandlung (und […] Tage nach der definitiven 

Ausreise des Beschwerdeführers) erstellt worden ist, ergibt sich aus den 

Akten ebenfalls nicht in nachvollziehbarer Weise. Unter diesen Umständen 

kann auf eine Recherche verzichtet werden, ob in Sri Lanka überhaupt ein 

Arzt dieses Namens mit der Registrationsnummer (…) des Sri Lanka Me-

dical Council (SLMC, vgl. Stempel auf der Arztbestätigung) existiert. 

6.9 Nach Würdigung aller aktenkundigen Umstände ist die zentrale argu-

mentative Aussage der angefochtenen Verfügung zu bestätigen. 

7.  

7.1 Im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (als Referenzurteil publiziert) 

hält das Bundesverwaltungsgericht fest, bestimmte Risikofaktoren (Eintrag 

in die Stop-List, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische Aktivitäten) 

seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter den im Ent-

scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be-

jahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber würden 

das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise respek-

tive durch die IOM begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben 

schwach risikobegründende Faktoren darstellen; dies bedeute, dass diese 

in der Regel für sich alleine genommen keine relevante Furcht vor ernst-

haften Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemach-

ten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwir-

kung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Ein-

zelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung be-

jaht werden müsse (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.5.5). 

7.2 Die Vorinstanz kam folgerichtig zum Schluss, dass der Beschwerde-

führer keine Faktoren aufweist, die im Falle einer Wiedereinreise ein  

besonderes behördliches Interesse an ihm vermuten liessen. So hat er 

keine Angehörigen mit Bezug zu den LTTE erwähnt. Auch sonst geht aus 

den Akten nichts hervor, das vorliegend zur Annahme eines Risikoprofils 

und zur Bejahung des Bestehens einer begründeten Furcht vor asylrecht-

lich relevanten Handlungen seitens der sri-lankischen Behörden führen 

würde. Der Beschwerdeführer will zwar mit einem gefälschten Reisepass 

über den Flughafen Colombo ausgereist sein, ist aber mindestens im Be-

sitz der Original-Identitätskarte und kann sich somit ausweisen. Sodann 

kann allein aus der Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie keine Gefährdung 

abgeleitet werden und der Beschwerdeführer ist erst seit kurzer Zeit ausser 

Landes. Es ist somit nicht anzunehmen, dass ihm persönlich im Falle einer 

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Seite 11 

Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

drohen. 

7.3 An dieser Einschätzung vermag auch die aktuelle politische Lage in Sri 

Lanka nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der dies-

bezüglichen Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die aktuel-

len Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Ent-

scheidfindung. Weder aus dem Machtwechsel 2019 noch aus dem Vorfall 

betreffend eine Mitarbeiterin der Schweizerischen Botschaft in Sri Lanka 

vermag der Beschwerdeführer für sein Asylgesuch etwas zu seinen Guns-

ten abzuleiten. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach spe-

ziell der Beschwerdeführer einer erhöhten Gefahr ausgesetzt wäre. 

Ebenso gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass 

seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv 

einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. 

8.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

des Dargelegten die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und das SEM sein 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

  

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Seite 12 

10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

10.3.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

10.3.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

10.3.3 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den 

Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

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oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,  

§§ 124–127 m.w.H.).Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten 

hätte, die über einen sogenannten "Background Check" (Befragung und 

Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden,  

oder dass er persönlich gefährdet wäre. 

10.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich 

die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter 

Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

10.3.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.4.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter Be-

rücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse und Entwicklungen. Nach 

einer eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist 

das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Weg-

weisungsvollzug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der 

individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähi-

gen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine 

gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Re-

ferenzurteil E-1866/2015, a.a.O., E. 13.2). 

10.4.2 In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien kann 

mit Verweis auf die Akten festgehalten werden, dass es sich beim Be-

schwerdeführer um einen gesunden Mann mit einem familiären und sozia-

len Beziehungsnetz im Heimatstaat handelt. Im Kontext seiner sehr guten 

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Ausbildung, seinen Berufserfahrungen in verschiedenen Bereichen und 

seinen Angaben, die finanzielle Situation im Heimatstaat sei gut gewesen, 

ist es dem von familiären Verpflichtungen unbelasteten Beschwerdeführer 

möglich, sich nach der Rückkehr wieder eine Existenz aufzubauen. Zutref-

fend hat die Vorinstanz sodann darauf verwiesen, dass trotz der jüngsten 

politischen Geschehnisse keine gänzlich unsichere, von bewaffneten Kon-

flikten oder anderen unberechenbaren Unruhen dominierte Lage herrscht, 

aufgrund derer Rückkehrer unabhängig ihres individuellen Hintergrunds 

konkret gefährdet wären. Auch an dieser Einschätzung vermag der Macht-

wechsel mit der erfolgten Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 

nichts zu ändern.  

10.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

10.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

12.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abge-

schlossen. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist unbesehen 

der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers abzuweisen, weil die 

Begehren gemäss den vorstehenden Erwägungen sich als aussichtslos er-

wiesen haben und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu des-

sen Gewährung fehlt. Damit ist auch das Gesuch um eine unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung abzuweisen (vgl. Art. 102m Abs. 1 AsylG). 

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Seite 15 

12.2 Das Gesuch um Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung ist mit 

dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

12.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beigabe einer unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

Versand: