# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdf32b79-d29e-5b67-abe3-64de8b826bf1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2015 C-2908/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2908-2015_2015-10-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-2908/2015 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer,  

Richter Antonio Imoberdorf,  

Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake. 

 
 

 
 

Parteien 

 
1. A._______, 

2. B._______, 

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 

 
Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

C-2908/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (nachfolgend: Gesuchstellerin), geboren 1978, ist Staatsange-

hörige der Dominikanischen Republik. Am 12. Februar 2015 beantragte sie 

bei der schweizerischen Botschaft in Santo Domingo die Erteilung eines 

Schengen-Visums für die Dauer von 90 Tagen. Dabei gab sie an, ihre im 

Kanton Zürich lebende Schwester und deren Ehemann besuchen zu wol-

len. Die Vertretung verweigerte die Visumserteilung mit der Begründung, 

dass ihre Absicht, den Schengen-Raum vor Ablauf des Visums wieder ver-

lassen zu wollen, nicht feststellbar sei. 

B.  

Gegen diesen formularmässigen Entscheid vom 19. Februar 2015 erhoben 

die Gastgeber, A._______ und B._______, Einsprache, die vom Staatssek-

retariat für Migration (SEM) – nach Durchführung kantonaler Abklärungen 

– mit Verfügung vom 9. April 2015 abgewiesen wurde. Die Vorinstanz führte 

hierzu aus, die Gesuchstellerin stamme aus einer Region, aus welcher, 

insbesondere aufgrund der dortigen wirtschaftlichen Verhältnisse, ein star-

ker Zuwanderungsdruck bestehe. Viele Personen versuchten, sich im eu-

ropäischen Ausland eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Be-

stehe dort bereits ein gewisses familiäres Beziehungsnetz, müsse das Ri-

siko einer nicht anstandslosen Rückkehr grundsätzlich als hoch eingestuft 

werden. Dies gelte auch im Falle der Gesuchstellerin, die als Mutter von 

zwei Kindern zwar familiäre Verantwortlichkeiten habe, diese aber eigent-

lich nicht mit einem dreimonatigen Besuchsaufenthalt in der Schweiz ver-

einbaren könne. Ausserdem habe sie in ihrer Heimat keine zwingenden 

beruflichen Verpflichtungen. 

C.  

Mit dem sinngemässen Antrag, es sei die Verfügung aufzuheben und der 

Gesuchstellerin das beantragte Visum zu erteilen, erhoben A._______ und 

B._______ mit Eingabe vom 6. Mai 2015 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Die von der Gesuchstellerin beabsichtigte Besuchsdauer von 

drei Monaten sei ein "theoretischer Wert", dürfe aber auch kürzer sein. Die 

Versorgung ihrer beiden Kinder, 12 und 15 Jahre alt, sei in jedem Fall si-

chergestellt, da die Gesuchstellerin mit mehreren Verwandten unter einem 

Dach lebe. Dass sie keine zwingenden beruflichen Verpflichtungen in ih-

rem Heimatland habe, spreche nicht gegen ihre fristgerechte Wiederaus-

reise, sondern ermögliche erst die Einladung in die Schweiz. Längere Ab-

wesenheiten vom Arbeitsplatz führten in der Dominikanischen Republik 

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Seite 3 

nämlich schnell zum Verlust des Arbeitsplatzes. Dieser Gefahr sei die Ge-

suchstellerin nicht ausgesetzt, kümmere sie sich doch, zum einen, um das 

Haus ihrer Gastgeber in Santiago und arbeite, zum anderen, "zwischen-

zeitlich als selbständige Verkäuferin". Erst diese organisatorische Freiheit 

ermögliche ihr den geplanten Besuchsaufenthalt. Dass sie in der Schweiz 

über ein familiäres Beziehungsnetz verfüge, dürfe ihr die Vorinstanz nicht 

im Hinblick auf das Risiko der nicht fristgerechten Wiederausreise vorwer-

fen, wären doch ansonsten für kaum jemanden mehr Verwandtenbesuche 

im Schengen-Raum möglich. Sie, die Beschwerdeführenden, respektierten 

die gesetzliche Ordnung in der Schweiz und wollten, dass ihr Gast den 

hiesigen Aufenthalt in geordneten Verhältnissen geniessen könne. Finan-

ziell sei dies für sie kein Problem.  

Abgesehen davon habe das SEM bei seinem Entscheid nicht berücksich-

tigt, dass der Beschwerdeführer in früheren Jahren insgesamt sechsmal 

zwei Personen aus der Dominikanischen Republik eingeladen habe und 

dass diese Personen auch wieder fristgerecht ausgereist seien. Eine da-

von sei seine heutige Ehefrau gewesen, die in den Jahren 2005 bis 2007 

viermal in die Schweiz gekommen sei. Beide Personen seien bei der je-

weiligen Visumserteilung geschieden gewesen und hätten Kinder gehabt; 

insofern sei deren Situation gleich gewesen wie die der Gesuchstellerin 

heute. 

D.  

In ihrer Vernehmlassung vom 3. Juni 2015 beantragt die Vorinstanz unter 

Hinweis auf den Inhalt der angefochtenen Verfügung die Abweisung der 

Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung ihres Entscheides rechtfertigen könnten.  

E.  

Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 wurde die Vernehmlassung den Beschwer-

deführenden zur Kenntnis gebracht; gleichzeitig wurde der Schriftenwech-

sel geschlossen. 

F.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

C-2908/2015 

Seite 4 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 

VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfü-

gungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verweigerung ei-

nes Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet das Bundes-

verwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden, die am Einspracheverfahren teilgenom-

men haben, sind gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG beschwerdelegiti-

miert. Auch die weiteren, unter Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG genannten 

Voraussetzungen liegen in ihrem Fall vor. Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermes-

sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 

4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die 

Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-

heissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum 

Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; 

BGE 135 II 1 E. 1.1). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen 

Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise 

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Seite 5 

und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. 

das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Ei-

nen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen-

Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

3.2 Die angefochtene Verfügung betrifft das Visumsgesuch einer Staatsan-

gehörigen der Dominikanischen Republik. Da diese sich nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeits-Abkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt ihr Gesuch in 

den Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit de-

nen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländerge-

setz (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur 

insoweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen 

keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im Wei-

teren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Insbesondere haben sie glaubhaft zu machen, dass 

sie den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten 

Visums wieder verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederaus-

reise bieten. Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener In-

formationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein 

und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-

fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-

staats darstellen (vgl. zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und 

Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die 

Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 der 

Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und Rates 

vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 

der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. 

SGK], ABl. L 105/1 vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und Art. 21 

Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 

[nachfolgend: Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; vgl. zum Perso-

nenkreis: Art. 2 Ziff. 5 und Ziff. 6 SGK). 

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Seite 6 

4.2 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten 

Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen 

ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter ande-

rem kann der betreffende Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationa-

len Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforder-

lich hält (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c 

SGK). 

5.  

5.1 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum vollständigen 

Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) listet diejenigen Staa-

ten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen 

der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen. Da 

die Dominikanische Republik zu diesen Staaten zählt, unterliegt die Ge-

suchstellerin der Visumspflicht. 

5.2 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz die fristgerechte und anstands-

lose Wiederausreise der Gesuchstellerin als nicht gewährleistet betrachtet 

und dies sowohl mit der wirtschaftlichen Situation in ihrem Heimatland als 

auch mit ihren persönlichen Verhältnissen begründet. Zu der somit im Vor-

dergrund stehenden Frage der gesicherten Wiederausreise können jedoch 

lediglich Prognosen getroffen werden. 

5.3 Stellt man auf die Situation im Herkunftsland ab, so können Einreise-

gesuche von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirt-

schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, 

dass deren persönliche Interessenlage nicht mit Ziel und Zweck einer be-

fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. Obliegt einer gesuchstellen-

den Person demgegenüber eine besondere berufliche, gesellschaftliche o-

der familiäre Verantwortung im Heimatland, so kann dieser Umstand durch-

aus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Um-

gekehrt muss bei Personen, die keine derartigen Verpflichtungen haben, 

das Risiko eines über die bewilligte Besuchsdauer hinausgehenden Ver-

bleibs als hoch eingeschätzt werden.  

6.  

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Seite 7 

6.1 Die Dominikanische Republik ist eine Präsidialrepublik nach US-ame-

rikanischem Vorbild. Ihr Wirtschaftswachstum lag im Jahr 2013, trotz Rück-

gang, bei 4,1 Prozent, was bei einem lateinamerikanischen Durchschnitt 

von 2,7 Prozent immer noch relativ hoch ist. Wichtigste Einnahmequellen 

sind der Tourismus, die Exportgewinne aus den Freihandelszonen (Texti-

lien, medizinische/pharmazeutische Artikel, Zigarren, Lederwaren), die 

Landwirtschaft sowie die Transferzahlungen der im Ausland lebenden 1,4 

Millionen Dominikaner. Die mit dem Wirtschaftswachstum einhergehende 

Wohlstandsentwicklung wirkt sich dennoch nicht zugunsten aller Bevölke-

rungsschichten aus. Mit einer Armutsquote von 40 Prozent, einhergehend 

mit einem tiefen Bildungsniveau, ist die Einkommensverteilung weiterhin 

sehr ungleich. In den letzten Jahren wurden erhebliche Anstrengungen un-

ternommen, um die sozialen Sicherheitsnetze, die Gesundheitsversorgung 

und das primäre und sekundäre Bildungssystem auszubauen. Dennoch 

sind die staatlichen Grunddienstleistungen von geringer Qualität und der 

Zugang zu ihnen ist, vor allem für den ärmeren Bevölkerungsteil, nicht im-

mer gewährleistet. Eine umfassende Alphabetisierungs-Kampagne wurde 

erst im Januar 2013 gestartet, so dass die jahrzehntelange Vernachlässi-

gung des gesamten Bildungsbereichs bis auf Weiteres eines der grössten 

Entwicklungshindernisse des Landes bleiben wird (Quellen: www.auswaer-

tiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Domi-

nikanische Republik > Wirtschaft/ Innenpolitik/Kultur und Bildung, jeweili-

ger Stand: Dezember 2014; www.worldbank.org > countries > Dominican 

Republic > Overview, Stand: September 2015; beide Websites besucht im 

Oktober 2015). 

6.2 Die Gesuchstellerin, 37 Jahre alt, ist Hausfrau. Mit ihren beiden Kindern 

lebt sie in einer Grossfamilie. Dies und ihre berufliche Ungebundenheit 

seien, so die Beschwerdeführenden, gerade die Gründe, die es ihrem Gast 

erst ermöglichten, für längere Zeit in die Schweiz zu reisen und während-

dessen die Versorgung der Kinder sicherzustellen.  

6.2.1 Die vorstehende Argumentation der Beschwerdeführenden ist durch-

aus nachvollziehbar. Ihre Sichtweise, Familienbesuche aus dem Ausland 

müssten selbstverständlich und unbeschränkt möglich sein, ist mit dem 

Schengen-Recht allerdings nicht vereinbar (vgl. E. 4.1). Dieses verlangt, 

dass die gesuchstellende Person Gewähr für ihre fristgerechte Wiederaus-

reise bietet. Aufgrund dessen haben die zuständigen Behörden einen Vi-

sumsantrag u.a. auch dahingehend zu prüfen, ob der Aspekt des familiären 

Beziehungsnetzes im Ausland gegen die Rückkehrbereitschaft der ge-

suchstellenden Person sprechen könnte.  

http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.worldbank.org/

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Seite 8 

6.2.2 Die Lebenssituation der Gesuchstellerin, wie sie sich aufgrund der 

Akten darstellt, lässt nicht ohne Weiteres eine günstige Prognose im Hin-

blick auf ihre gesicherte Wiederausreise zu. Gemäss eigenen Angaben ist 

sie Hausfrau; auch den Beschwerdeführenden zufolge ist dies ihre Haupt-

tätigkeit. Letztere machen zwar geltend, ihr Gast kümmere sich zusätzlich 

um ihr Haus in Santiago und arbeite "zwischenzeitlich als selbständige Ver-

käuferin"; inwieweit die Gesuchstellerin aus diesen beiden Nebentätigkei-

ten Erwerbseinkommen erzielt, ist allerdings nicht erkennbar. Von daher 

kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass sie einen finanziell ins 

Gewicht fallenden Beitrag für die in Hausgemeinschaft lebende Grossfami-

lie erbringt. Dass sie dort aufgrund ihrer Arbeit im Haushalt unentbehrlich 

wäre, lässt sich dem Beschwerdevorbringen ebenso wenig entnehmen. 

Damit scheint sie nicht nur ihre Haushaltspflichten, sondern auch die Ver-

sorgung ihrer Kinder – zumal diese bereits im Teenager-Alter sind – grund-

sätzlich auch für eine längere Zeit als drei Monate delegieren zu können.  

6.2.3 Zwingende Verpflichtungen, welche die Gesuchstellerin an ihr Hei-

matland binden, sind folglich nicht anzunehmen. Ihr wird damit keineswegs 

unterstellt, ihre Heimat und ihre Kinder leichtfertig verlassen zu wollen. Al-

lerdings kann – erkennbar an den Rimessen der im Ausland lebenden Do-

minikaner (vgl. E. 6.1) – nicht ausgeblendet werden, dass aufgrund der 

grossen Armut und der sozialen Bedingungen in der Dominikanischen Re-

publik viele Personen im jüngeren und mittleren Alter emi-grieren, um die 

zuhause verbliebenen Angehörigen finanziell besser unterstützen zu kön-

nen. Die Vermutung, die Gesuchstellerin verfolge mit dem geplanten Ver-

wandtenbesuch auch andere Ziele, kann von daher nicht ausgeschlossen 

werden; immerhin hat auch ihre in der Schweiz lebende und mittlerweile 

offenbar eingebürgerte Schwester durch Heirat hier ein Aufenthaltsrecht 

erlangt.  

6.3 Die Beschwerdeführenden haben keine überzeugenden Gründe ge-

nannt, die für die anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin spre-

chen könnten. An ihrem eigenen Wohlverhalten und der Ernsthaftigkeit der 

Zusicherungen, für die Rückreise ihres Gastes sorgen zu wollen, bestehen 

keine Zweifel; dennoch kann darauf nicht abgestellt werden. Gastgeber 

können zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem 

Besuchsaufenthalt garantieren, nicht jedoch für die tatsächlichen Absich-

ten und für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste (vgl. BVGE 2009/27 E. 

9). Von daher ist auch nicht ausschlaggebend, dass ehemalige Gäste des 

Beschwerdeführers aus der Dominikanischen Republik, darunter seine 

heutige Ehefrau, jeweils mit Ablauf ihres Visums anstandslos in ihre Heimat 

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Seite 9 

zurückkehrten. Welche Umstände seinerzeit für die Erteilung der Visa spra-

chen, kann und braucht an dieser Stelle nicht geklärt werden.  

7.  

Gründe, die es erlauben würden, der Gesuchstellerin ein humanitäres Vi-

sum mit räumlich beschränkter Gültigkeit auszustellen (vgl. E. 4.2), beste-

hen nicht. Die Gastgeber haben, zumal sie in der Dominikanischen Repub-

lik ein Haus besitzen, jederzeit die Möglichkeit, ihre Schwester bzw. 

Schwägerin dort zu besuchen.  

8.  

Mit der Vorinstanz ist somit davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin 

die Einreisevoraussetzungen (vgl. E. 4.1) nicht erfüllt. Der angefochtene 

Einspracheentscheid ist daher als rechtmässig zu bestätigen (vgl. Art. 49 

VwVG) und die Beschwerde folglich abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

Dispositiv nächste Seite 

 

 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 700.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Sie sind durch den einbezahlten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben) 

– die Vorinstanz  

– das Migrationsamt des Kantons Zürich  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Ruth Beutler Barbara Giemsa-Haake 

 

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