# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 112ad5d7-6177-5c5b-a6a4-cca49e6b08d3
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-10
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 10.08.2020 V 2019 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2019-97_2020-08-10.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub, Dr. iur. Matthias Suter
lic. iur. Ivo Klingler und lic. iur. Adrian Willimann
Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann

U R T E I L  vom 10. August 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA B.________

gegen

1. C.________ und H.________
vertreten durch RA D.________

2. Stadtrat von Zug
3. Regierungsrat des Kantons Zug

Beschwerdegegner 

betreffend

Baubewilligung

V 2019 97

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Urteil V 2019 97

A. C.________ und H.________ beabsichtigen auf dem Grundstück Nr. E.________ 
(GS E.________), Zug, den Abbruch des bestehenden Einfamilienhauses und des 
Schwimmbads sowie den Neubau eines Einfamilienhauses inklusive Photovoltaikanlage 
auf dem Flachdach, Autoeinstellhalle, Gartengerätehaus und Whirlpool. Das 
Baugrundstück liegt in der Wohnzone 3 (W3). Mit Entscheid vom 30. Oktober 2018 erteilte 
der Stadtrat von Zug unter Auflagen und Bedingungen die baurechtliche Bewilligung für 
das Bauvorhaben und wies gleichzeitig sämtliche dagegen erhobenen Einsprachen ab, 
soweit er darauf eintrat. Gegen den Entscheid des Stadtrats von Zug gingen beim 
Regierungsrat fünf Verwaltungsbeschwerden ein. Der Regierungsrat legte die fünf 
Beschwerdeverfahren zusammen und behandelte die Beschwerden in einem Entscheid. 
Mit Beschluss vom 1. Oktober 2019 wies der Regierungsrat die Beschwerden ab, 
nachdem am 7. Februar 2019 ein Augenschein durchgeführt worden war. 

B. Gegen den Regierungsratsbeschluss liess A.________ am 6. November 2019 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde einreichen und folgende Rechtsbegehren stellen: 

"1. Der angefochtene Entscheid sowie derjenige des Stadtrats von Zug vom 30. 
Oktober 2018 betr. die Erteilung einer Baubewilligung an C.________ und 
H.________ sei aufzuheben.

2. In prozessualer Hinsicht wird beantragt, einen Augenschien durchzuführen am Ort 
des Bauprojektes sowie die vorinstanzlichen Akten von Amtes wegen beizuziehen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegner."

Zur Begründung wird vorgebracht, die Hauptfassade des projektierten Gebäudes sei nicht 
deutlich erkennbar, weshalb die Bauherrschaft die Privilegierung nach § 16 Abs. 1 BO Zug 
nicht beanspruchen könne. Die Westfassade des Bauvorhabens sei nämlich derart in 
verschiedene Elemente gegliedert, dass eine eigentliche Hauptfassade gar nicht mehr 
erkennbar sei. 

Weiter ordne sich der klotzartige Neubau in keiner Weise in die bestehende Umgebung 
ein. Der geplante Neubau rage wie ein steiler Turm aus dem sonst bezüglich der Höhe der 
Bauten in der Zone W3 einheitlich erscheinenden Quartierbild empor. Mit seiner 
markanten Höhe würde er im Vergleich zum schmalen Bellevueweg und dem noch 
kleineren Bruibachweg wie ein schluchtartiger Abhang das Umgebungsbild verändern. 

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Urteil V 2019 97

Das Bauvorhaben erdrossle die hangabwärts und auf gleicher Höhe in der Zone W3 
liegenden Gebäude geradezu.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Bauprojektes grenze der Bruibachweg an Wald an. 
Die projektierte Baute halte den Abstand zum Wald bei weitem nicht ein. Sowohl der 
Regierungsrat als auch der Stadtrat von Zug hätten es unterlassen, die Waldproblematik 
zu berücksichtigen und die zuständigen Forstbehörden zu involvieren. 

Und schliesslich sei mit Blick auf einen möglichen Baubeginn nicht ersichtlich, wie die 
Bauherrschaft die Baustellenerschliessung, zudem eine solche, welche die Sicherheit der 
Kinder auf dem Schulweg nicht gefährde, vornehmen wolle.

C. Den verlangten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– leistete die Beschwerdeführerin 
innert der ihr dafür gesetzten Frist.

D. In seiner Vernehmlassung vom 6. Januar 2020 beantragte das Baudepartement 
der Stadt Zug namens des Stadtrats von Zug, die Beschwerde sei abzuweisen; unter 
Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. 

Die Westfassade des Bauvorhabens beinhalte keine durchgehende Dreiteilung. Der 
grösste, in der Flucht einheitliche Teil der Westfassade weise eine Breite von 9,08 m auf 
und befinde sich im nördlichen Bereich der Westfassade. Der Rücksprung (Atrium) im 
mittleren Bereich gehe über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Im zweiten 
Obergeschoss übernehme die Terrasse die Fassadenflucht des nördlichen Bereichs. Die 
umstrittene Auskragung im südlichen Bereich der Westfassade betreffe lediglich das erste 
und zweite Obergeschoss. Das Erdgeschoss in diesem Bereich werde ebenfalls auf der 
Flucht des nördlichen Bereichs erstellt. Die Flucht des nördlichen Bereichs der 
Westfassade sei somit bestimmend für das murale Band bzw. die Terrasse des zweiten 
Obergeschosses im mittleren Bereich sowie für das Erdgeschoss des südlichen Bereichs. 
Damit ziehe sich die Flucht des Hauptteils von 9,08 m Breite über die beiden anderen 
Bereiche der Westfassade. Vor diesem Hintergrund sei der Fussabdruck des Gebäudes 
für die Erkennbarkeit der Hauptfassade ein wichtiger Faktor. Der Blick auf die Darstellung 
der Nordfassade sowie der Südfassade lasse den auskragenden Bauteil als solchen klar 
in Erscheinung treten. Auch sei das Attikageschoss nicht so situiert, dass es der 
Anwendung von § 16 Abs. 1 BO entgegensprechen würde. Anders zu beurteilen wäre der 
Fall allenfalls dann, wenn die Distanz zwischen Terrain und auskragendem Bauteil 

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Urteil V 2019 97

lediglich geringfügig wäre oder das Attikageschoss die Flucht des auskragenden Bauteils 
im südlichen Bereich aufnehmen würde.

Bei der Anwendung ästhetischer Generalklauseln komme der Baubewilligungsbehörde ein 
Ermessen zu. Der Regierungsrat habe u.a. aufgrund der Heterogenität des Quartiers 
sowie der Zonengrenze die Ermessenausübung der Baubewilligungsbehörde geschützt. 
Im Quartier fänden sich vielerlei Bautypologien. Für Bauten am Hang sei typisch, dass sie 
– talseitig betrachtet – relativ hoch in Erscheinung träten. Um diese Wirkung zu 
begrenzen, werde in § 14 aV PBG die maximal zulässige Höhenlage des Erdgeschosses 
definiert. Gemäss § 63 Abs. 1 VRG könne mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde jede 
Rechtsverletzung gerügt werden. Die korrekte Ausübung des Ermessens stelle keine 
Rechtsverletzung dar. 

Beim Erlass und bei der Revision von Nutzungsplänen nach dem RPG sei gemäss Art. 10 
Abs. 2 des Waldgesetzes (WaG) eine Waldfestsetzung anzuordnen in Gebieten: a. in 
denen Bauzonen an den Wald grenzen oder in Zukunft grenzen sollen; b. ausserhalb der 
Bauzonen, in denen der Kanton eine Zunahme des Waldes verhindern will. Gemäss 
Art. 13 Abs. 1 WaG würden Waldgrenzen, die gemäss Art. 10 Abs. 2 festgestellt worden 
seien, in den Nutzungsplänen eingetragen. Neue Bestockungen ausserhalb dieser 
Waldgrenzen gälten nicht als Wald. Entlang des Baugrundstücks sei kein Wald festgestellt 
worden. Das äussere Eck der Waldfeststellung liege ausserhalb des gesetzlichen 
Waldabstandes. Die ausserhalb der Waldgrenze befindliche Bestockung gelte nicht als 
Wald im Rechtssinne.

Sicherheitsvorkehrungen auf Baustellen gehörten zur Bauausführung und würden von der 
präventiven Beurteilung des Baugesuches nicht erfasst. Der Bauherr habe die sich 
aufgrund der Umstände aufdrängenden Sicherheitsvorkehrungen als unmittelbar 
anwendbare Verhaltensvorschrift ohne Weiteres zu beachten und es bestehe daher in der 
Regel kein Anlass, diese in das baurechtliche Verfahren einzubeziehen. Die baurechtliche 
Bewilligungsfähigkeit des Vorhabens bleibe unberührt.

E. C.________ und H.________ (nachfolgend: Bauherrschaft) liessen am 6. Januar 
2020 beantragen, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen und das 
Baugesuch sei zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7,7 % MWST) 
zu Lasten der Beschwerdeführerin.

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Zur Begründung wurde geltend gemacht, der Abschnitt "Terrasse/Luftraum" der 
Hauptfassade stelle ein rein gestalterisches Element dar und hätte aufgrund der 
Ausnützungsreserve auch geschlossen werden können. So oder anders sei dieser Teil der 
Fassade aber ohne Weiteres der Hauptfassade anzurechnen. Damit bestehe die 
Hauptfassade aus den beiden Abschnitten "Terrasse/Luftraum" und "gewöhnliche 
Fassade". Somit sei die eigentliche Hauptfassade 13,68 m lang und die Auskragung (6,38 
m) betrage nicht mehr als 1/3 der Gebäudelänge.

Bezüglich Einordnung sei darauf hinzuweisen, dass es sich beim Gebiet Schönegg/Gi-
menen um ein heterogenes Quartier handle, welches Bauten mit den unterschiedlichsten 
Formensprachen und Materialien beinhalte. Komme hinzu, dass es sich beim 
vorliegenden Quartier nicht um eine Ortsbildschutzzone handle und schon aus diesem 
Grund keine strengen Massstäbe an die Einordnung der Bauten zu stellen seien.

Die beantragte Korrektur des Waldes sei nicht notwendig. Gemäss den bei Baueingabe 
geltenden Bestimmungen seien die Waldabstände von 12 m gemäss PBG eingehalten.

Die Erschliessung der Baustelle sei nicht Sache der Baubewilligung und deshalb nicht 
weiter zu thematisieren.

F. Am 13. Januar 2020 teilte die Baudirektion im Auftrag des Regierungsrats mit, sie 
beantrage, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der 
Beschwerdeführerin abzuweisen. Zur Begründung des Antrags werde auf die Erwägungen 
im angefochtenen Entscheid vom 1. Oktober 2019 verwiesen.

G. Am 20. Mai 2020 liess die Beschwerdeführerin eine Replik einreichen. Darin liess 
sie gegenüber ihrer am 6. November 2019 eingereichten Beschwerde zusätzlich geltend 
machen, das Baugrundstück Nr. E.________ sei gemäss seinem Grundbuchauszug mit 
einem öffentlichen Fussweg belastet. Aufgrund dessen handle es sich beim Bruibachweg 
gemäss § 4 Abs. 1 lit. b GSW um eine öffentliche Strasse, bei welcher die gesetzlichen 
Mindestabstände gemäss § 17 Abs. 1 lit. b GSW, § 11 Abs. 1 V GSW und § 17 Abs. 1 und 
3 Strassenreglement Zug einzuhalten seien. Soweit der Stadtrat von Zug in Ziff. 1.5.4 
seines Beschlusses vom 30. Oktober 2018 davon ausgegangen sei, es handle sich beim 
Bruibachweg um eine Privatstrasse, sei dies falsch gewesen. Das Bauvorhaben verletze 
die erwähnten Abstandsvorschriften.

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Urteil V 2019 97

H. In ihrer Duplik vom 27. Mai 2020 brachte die Baudirektion vor, beim Eintrag im 
Grundbuch bzw. dem Grundbuchblatt, auf das sich die Beschwerdeführerin beziehe, 
handle es sich um eine "Anmerkung". Eine "Anmerkung" mache eine Strasse nicht zu 
einer öffentlichen Strasse. Die Kriterien von § 4 Abs. 1 lit. a–c GSW seien nicht erfüllt. 

I. Das Baudepartement der Stadt Zug führte in seiner Duplik vom 10. Juni 2020 aus, 
die Abstandsvorschriften des GSW und dessen Ausführungsvorschriften sowie die 
Abstandsvorschriften des kommunalen Strassenreglements regelten die Abstände zu 
öffentlichen Strassen. Ein öffentlicher Weg könne hingegen keine Abstandsvorschriften für 
sich in Anspruch nehmen. Beim Bruibachweg handle es sich nicht um eine öffentliche 
Strasse. Auch wenn die Anmerkung im Grundbuch ein gültiges öffentliches Fusswegrecht 
auf dem Bruibachweg zum Gegenstand haben würde, mache ein solches öffentliches 
Fusswegrecht den Bruibachweg nicht zu einer öffentlichen Strasse. Eine öffentliche 
Strasse setze vielmehr ein öffentliches Fahrwegrecht voraus. Dies erscheine einsichtig, 
zumal sich eine öffentliche Strasse gerade dadurch auszeichne, dass diese mit 
Fahrzeugen von jedermann befahren werden könne. Bestünden keine Fahrwegrechte 
zugunsten der Öffentlichkeit, handle es sich demgegenüber um keine öffentliche Strasse.

J. Zum gleichen Thema brachte die Bauherrschaft in ihrer Duplik vom 17. Juni 2020 
vor, der Bruibachweg habe nicht als Gemeindestrasse zu gelten. Einerseits sei der 
Bruibachweg im Privateigentum und schon deshalb nicht als Gemeindestrasse zu 
taxieren. Auch das Fusswegrecht bringe den Bruibachwerg nicht zur Gemeindestrasse. 
Die Fuss- und Fahrwegrechte seien lediglich zugunsten oder zulasten einzelner 
Grundstücke eingetragen und keineswegs Wegrechte. Komme hinzu, dass das von der 
Beschwerdeführerin erwähnte Strassenreglement Zug im Anhang 1 die Gemeindestrassen 
abschliessend festhalte. Der Bruibachweg sei dort nicht enthalten und gelte damit definitiv 
nicht als Gemeindestrasse.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss § 61 Abs. 1 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; 
BGS 162.1) ist gegen Verwaltungsentscheide des Regierungsrats die Beschwerde an das 

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Verwaltungsgericht zulässig, soweit die Gesetzgebung den Weiterzug nicht 
ausnahmsweise ausschliesst. Ein solcher Ausschluss liegt hier nicht vor. Die Beschwerde 
wurde fristgerecht eingereicht und entspricht den formellen Anforderungen gemäss § 65 
VRG. Die Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvorgänger hat sowohl am Einsprache- 
als auch am Verwaltungsbeschwerdeverfahren teilgenommen. Als Eigentümerin einer 
Stockwerkeigentumseinheit in unmittelbarer Nachbarschaft des GS E.________ ist die 
Beschwerdeführerin vom Bauvorhaben besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an der Änderung oder Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz. Die 
Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf § 62 Abs. 1 VRG 
gegeben. Die Beschwerde ist deshalb zu prüfen.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede Rechtsverletzung gerügt 
werden. Als solche gelten die Nichtanwendung und die unrichtige Anwendung eines 
Rechtssatzes, die unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache, der Missbrauch oder 
die Überschreitung des Ermessens, die Verletzung einer wesentlichen 
Verfahrensvorschrift sowie die Rechtsverweigerung und -verzögerung. Nicht gerügt 
werden kann die unrichtige Handhabung des Ermessens (§ 63 VRG).

2. Die Revision vom 22. Februar 2018 des Planungs- und Baugesetzes vom 26. 
November 1998 (PBG; BGS 721.11) ist per 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Ebenfalls am 
1. Januar 2019 trat die Verordnung zum Planungs- und Baugesetz vom 20. November 
2018 in Kraft (V PBG; BGS 721.111). Sie löste die V PBG vom 16. November 1999 ab (aV 
PBG). Das vorliegende Baugesuch wurde der Stadt Zug am 6. April 2017 eingereicht. Die 
Projektänderungen datieren vom 28. September und 24. November 2017 sowie vom 4. 
Juli 2018. Übergangsrechtlich gelangt daher die Bestimmung § 71a Abs. 1 lit. a PBG zur 
Anwendung, wonach auf Baugesuche, die im Zeitpunkt des lnkrafttretens dieses Gesetzes 
hängig sind, das bisherige Recht Anwendung findet, es sei denn, für die Bauherrschaft ist 
die Beurteilung nach neuem Recht günstiger.

3. Gemäss § 16 Abs. 1 der Bauordnung der Stadt Zug (BO Zug) dürfen 
vorspringende und auskragende Bauteile wie Vortreppen, Balkone, Erker und 
Dachvorsprünge bis 2,00 m in den ordentlichen Grenz- oder Gebäudeabstand 
hineinragen, vorausgesetzt, sie beanspruchen nicht mehr als einen Drittel der 

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Gebäudelänge und die Hauptfassade bleibt deutlich erkennbar. Der Zweck dieser 
Bestimmung ist es, gewisse vorspringende Bauteile im Abstandsbereich zuzulassen und 
damit zu verhindern, dass Bauten insgesamt zurückversetzt werden müssen, weil sie 
einzelne über den Grenzabstand hinausragende Teile aufweisen (Hans Hagmann, 
Kommentar zur Bauordnung der Stadt Zug, 1998, S. 56). 

3.1 Die Hauptwohnräume des geplanten Neubaus sind nach Westen ausgerichtet. Die 
Auskragungen (1. und 2. Obergeschoss) im südlichen Teil der Westfassade halten die 
Massvorschriften gemäss § 16 Abs. 1 BO Zug genau ein. Sie ragen jedoch 2 Meter in den 
grossen Grenzabstand hinein. Umstritten ist, ob die Hauptfassade des Gebäudes deutlich 
erkennbar bleibt und die Bauherrschaft die Privilegierung nach § 16 Abs. 1 BO Zug 
tatsächlich beanspruchen kann. 

3.2 Der Regierungsrat erwog dazu in seinem Beschluss vom 1. Oktober 2019 
Folgendes: Der Mittelteil der Westfassade werde im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss 
auf einer Länge von 4,35 m als Atrium ausgestaltet. Im 2. Obergeschoss sei für diesen 
Fassadenabschnitt eine Terrasse vorgesehen. Das Attikageschoss sei in diesem Bereich 
im Sinn eines Luftraums offen gestaltet. Der als Atrium bezeichnete Fassadenabschnitt 
werde gemäss den Bauplänen im Erdgeschoss begrünt und die Bestockung soll bis zum 
1. Obergeschoss reichen. Damit stelle die Begrünung ein gestalterisches 
Fassadenelement dar, welches die sonst in Beton gehaltene Westfassade ergänze. Dass 
dieser Bereich offen gestaltet sei und über keine Fassade verfüge, schade der 
Erkennbarkeit als Hauptfassade nicht. Eine Verglasung des Atriums oder die horizontale 
Fortführung des 1. Obergeschosses, wie dies im 2. Obergeschoss durch die 
Absturzsicherung der Terrasse erfolge, würde die Hauptfassade zwar verdeutlichen. Die 
Erkennbarkeit der Hauptfassade könne jedoch nicht vom Vorliegen solcher baulichen 
Elemente abhängen, zumal die vorgesehene Bepflanzung im Atrium und die Terrasse im 
2. Obergeschoss die Hauptfassade ohnehin klar erkennen liessen.

3.3 Das Gericht ist der Ansicht, dass beim vorliegenden Bauprojekt den 
Beschwerdegegnern zu folgen ist, wonach die Hauptfassade (Westfassade) deutlich 
erkennbar ist. Die Westfassade ist 20,51 m lang. Der grösste, in der Flucht einheitliche 
Teil der Westfassade weist eine Länge von 9,33 m auf und befindet sich im nördlichen 
Bereich der Westfassade. Das Erdgeschoss wird auf der Flucht des nördlichen Bereichs 
erstellt. Auch im 2. Obergeschoss wird die Fassadenflucht des nördlichen Bereichs 
übernommen, und zwar durch die Terrasse. Die Flucht des nördlichen Bereichs der 

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Westfassade ist somit bestimmend für das murale Band bzw. die Terrasse des 2. 
Obergeschosses im mittleren Bereich sowie für das Erdgeschoss des südlichen Bereichs. 
Damit zieht sich die Flucht des Hauptteils über die beiden anderen Bereiche der 
Westfassade. Auch durch das Attikageschoss, welches den ordentlichen Grenzabstand 
einhält und somit nicht Teil der Auskragung ist, wird die deutliche Erkennbarkeit der 
Hauptfassade nicht beeinträchtigt, sondern im Gegenteil verstärkt. Der Regierungsrat hat 
somit kein Recht verletzt, wenn er im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens erwogen 
hat, dass die Voraussetzungen von § 16 Abs. 1 BO Zug zur Unterschreitung des 
ordentlichen Grenzabstands erfüllt sind. 

4. Gemäss § 20 Abs. 1 BO Zug müssen sich Bauten, Anlagen und Umschwung 
hinsichtlich Lage, Grösse, Gestaltung, Materialisierung und Farbgebung so in die 
Umgebung einordnen, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Bei dieser Bestimmung 
handelt es sich um eine positive ästhetische Generalklausel. Die positive ästhetische 
Generalklausel verlangt eine architektonische Gestaltung, welche sich gut in die 
Umgebung einordnet. Bei der Beantwortung der Frage, welche architektonische 
Gestaltung sich gut in eine Umgebung einordnet, kann nicht auf ein beliebiges subjektives 
Empfinden abgestellt werden, sondern es muss im Einzelnen dargelegt werden, weshalb 
mit einer bestimmten baulichen Gestaltung weder für das Bauvorhaben noch für die 
Umgebung eine gute Gestaltung erzielt werden kann. Dieser Beurteilung unterliegen alle 
Bauten, auch wenn die übrigen Bau- und Zonenvorschriften eingehalten sind. Die 
Gestaltungsvorschriften dürfen aber nicht dazu führen, dass für ein bestimmtes Gebiet die 
Zonenvorschriften ausser Kraft gesetzt werden. Erweisen sich nämlich die Auswirkungen 
der Zonenvorschriften als gestalterisch unbefriedigend, so sind die Pläne und Vorschriften 
zu ändern. Das Einordnungsgebot kann nicht bedeuten, dass die Bauherrschaft bei einem 
Neu- oder Umbau auf die traditionelle Architektur oder die herkömmliche 
Quartiergestaltung verpflichtet werden kann (Urteil Verwaltungsgericht Zug V 2009 3 vom 
27. März 2009, in: GVP 2009 144 f.).

4.1 Der Regierungsrat weist in seinem Beschluss vom 1. Oktober 2019 darauf hin, 
dass die Gebäude in der Umgebung des Bauvorhabens sehr unterschiedlich gestaltet 
seien und kein einheitlicher Baustil auszumachen sei. Auch hinsichtlich der 
Gebäudeformen und deren Volumen, Dachgestaltungen, Farbgebung und Materialisierung 
gebe es keine typisch vorherrschende Bauweise. Die Fassaden des geplanten 
Bauvorhabens würden in Sichtbeton gehalten. Es vermöge sich so in die bereits 
heterogene Umgebung einzuordnen, dass eine gute Gesamtwirkung entstehe.

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4.2 Für die Beschwerdeführerin ordnet sich hingegen der klotzartige Neubau in keiner 
Weise in die bestehende Umgebung ein. Der geplante Neubau rage wie ein steiler Turm 
aus dem sonst bezüglich der Höhe der Bauten in der Zone W3 einheitlich erscheinenden 
Quartierbild empor. Mit seiner markanten Höhe würde er im Vergleich zum schmalen 
Bellevueweg und dem noch kleineren Bruibachweg wie ein schluchtartiger Abhang das 
Umgebungsbild verändern. Das geplante Bauvorhaben setze sich vom natürlich 
gewachsenen Quartierbild deutlich ab, weil es mit seiner Höhe und seinen Massen die 
hangabwärts und auf gleicher Höhe in der Zone W3 liegenden Gebäude geradezu 
erdrossle.

4.3 Das vorliegend zu beurteilende Einfamilienhaus hält die Vorschriften der Zone W3 
ein und übersteigt die maximal zulässige Geschosszahl sowie die maximal zulässige 
Gebäudehöhe nicht. Das neue Wohnhaus weist eine zeitgenössische Architektur auf. Das 
Gebiet befindet sich in keiner Ortsbildschutzzone, weshalb an die Einordnung keine 
besonders strengen Massstäbe zu setzen sind. Es ist der Bauherrschaft zuzustimmen, 
dass kein einheitliches Ortsbild zu erkennen ist. In der Umgebung des Bauprojekts gibt es 
verschiedene Gebäudeformen, Volumen und Dachgestaltungen, und die Bauten weisen 
eine unterschiedliche Farbgebung und Materialisierung auf. Es herrscht eine grosse 
Heterogenität; es ist daher keine besondere Rücksicht auf die bereits vorhandene 
Bausubstanz zu nehmen. Durch das Projekt der Bauherrschaft entsteht weder ein 
derartiger Widerspruch zur Umgebung noch sind qualifizierte bauliche oder landschaftliche 
Umstände (wie z.B. eine überdurchschnittliche Qualität der bestehenden Überbauung, 
eine weitherum zurückhaltend ausgeschöpfte Ausnützung oder eine qualifizierte 
landschaftliche Empfindlichkeit) gegeben, dass von der Bauherrschaft verlangt werden 
könnte, dass sie auf die auf ihrem Grundstück maximal zulässige Gebäudehöhe 
verzichtet. Von einer Erdrosselung der hangabwärts und auf gleicher Höhe in der Zone 
W3 liegenden Gebäude kann nicht gesprochen werden, wie das die Beschwerdeführerin 
tut. Die von der Bauherrschaft gewählte Höhe des Gebäudes ist Folge der Einzonung in 
die Wohnzone 3, in der eine Höhe von 9 m zulässig ist. Das Einordnungsgebot hat nicht 
den Zweck, die bisherige Aussicht weiterhin freizuhalten und auch in Zukunft das gleiche 
Strassenbild zu garantieren. Die Grösse des Bauvorhabens entspricht den Normen der 
Bauordnung und ist daher von den Stimmberechtigten der Stadt Zug bewusst in Kauf 
genommen worden. Indem der Regierungsrat zum Schluss gekommen ist, dass das 
vorliegende Bauvorhaben nicht gegen die Bestimmung von § 20 Abs. 1 BO Zug verstösst, 
hat er kein Recht verletzt. 

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4.4 Die Beschwerdeführerin beantragt die Durchführung eines Augenscheins, 
begründet jedoch nicht, zu welchem Zweck dieser erfolgen soll. Es ist jedoch wohl davon 
auszugehen, dass der Augenschein der Beurteilung der Einordnung des Bauprojekts in 
die Umgebung dienen soll. 

Dem Gericht stehen jedoch genügend Unterlagen (Baupläne, insbesondere 
Fassadenpläne; Protokoll des Augenscheins vom 7. Februar 2019; mehrere von den 
Parteien eingereichte Fotos; Luftaufnahmen aus dem Geoportal des Kantons Zug und aus 
Google Maps) zur Verfügung, um diese Beurteilung vornehmen zu können. Auch konnte 
das Gericht das Protokoll eines ebenfalls von der Baudirektion durchgeführten 
Augenscheins vom 3. Februar 2016 beiziehen. (Im damaligen 
Verwaltungsbeschwerdeverfahren wehrte sich die Bauherrschaft des vorliegenden 
Verwaltungsgerichtsverfahrens gegen ein Bauprojekt auf einem Nachbargrundstück. 
Gleichzeitig war ein früheres Bauvorhaben der Bauherrschaft des vorliegenden Verfahrens 
auf ihrem Grundstück Nr. E.________ Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens vor dem 
Regierungsrat. Das von ihr im Anschluss an den regierungsrätlichen Entscheid beim 
Verwaltungsgericht unter der Dossiernummer V 2017 27 anhängig gemachte 
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren konnte mit Verfügung vom 30. August 2017 
wegen aussergerichtlicher Einigung bzw. Rückzugs der Beschwerde abgeschrieben 
werden.) Aus diesen Gründen kann im vorliegenden Verfahren auf die Durchführung eines 
weiteren Augenscheins verzichtet werden.

5.
5.1 Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, auf der gegenüberliegenden 
Seite des Bauprojekts grenze der Bruibachweg an Wald an. Zwar bestehe die 
Waldfeststellung nur auf dem nördlichen und nordwestlichen Teil der Liegenschaft GS Nr. 
F.________, doch handle es sich beim Waldbegriff um einen dynamischen Begriff, 
welcher unabhängig von einem allfälligen Eintrag im Zonenplan zu berücksichtigen sei. 
Das Grundstück GS F.________ sei bis an den Bruibachweg mit Wald bestückt. Die 
bestehende, im Zonenplan eingetragene Waldgrenze sei diesbezüglich nicht zutreffend 
und sei es von Anfang an nicht gewesen, denn die Waldausdehnung mit hochstämmigen 
Bäumen auf dem GS F.________ habe sich seit der letzten Waldfeststellung nicht durch 
neue Bestockungen gemäss Art. 13 Abs. 2 WaG verändert. Sehe man die aktuelle 
Waldfeststellung gemäss Parzellenplan, ergebe sich, dass sie nicht mit der tatsächlichen 
und damit auch rechtlichen Situation betr. die Waldausdehnung übereinstimme (Art. 2 

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WaG). Dies sei zu korrigieren. Der Abstand der projektierten Baute am Waldrand 
unmittelbar am Bruibachweg auf GS F.________ werde bei weitem nicht eingehalten. 

5.2 Das Baudepartement der Stadt Zug entgegnet, entlang des Baugrundstücks sei 
kein Wald festgesetzt worden. Das äussere Eck der Waldfeststellung liege ausserhalb des 
gesetzlichen Waldabstandes. Die ausserhalb der Waldgrenze befindliche Bestockung 
gelte nicht als Wald im Rechtssinne.

5.3 Gemäss Art. 2 des Bundesgesetzes über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) 
gilt als Wald jede Fläche, die mit Waldbäumen oder Waldsträuchern bestockt ist und 
Waldfunktionen erfüllen kann. Entstehung, Nutzungsart und Bezeichnung im Grundbuch 
sind nicht massgebend. Artikel 10 Abs. 2 WaG verlangt, dass beim Erlass und bei der 
Revision von Nutzungsplänen nach dem Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die 
Raumplanung eine Waldfestsetzung anzuordnen ist in Gebieten: a. in denen Bauzonen an 
den Wald grenzen oder in Zukunft grenzen sollen; b. ausserhalb der Bauzonen, in denen 
der Kanton eine Zunahme des Waldes verhindern will. Gemäss Art. 13 Abs. 1 WaG 
werden Waldgrenzen, die gemäss Artikel 10 Absatz 2 festgestellt worden sind, in den 
Nutzungsplänen eingetragen. 

5.4 Das ist erfolgt, und im nördlichen Teil des GS F.________ wurde Wald festgestellt. 
Die Beschwerdeführerin macht nun sinngemäss geltend, dies sei unkorrekt vorgenommen 
worden; die Waldgrenze hätte weiter südlich festgelegt werden müssen, womit der 
gemäss § 12 Abs. 1 PBG vorgeschriebene Waldabstand von mindestens 12 m nicht 
eingehalten werde.

Es gibt jedoch keine Hinweise, dass sich die zuständigen Behörden bei der 
Waldfeststellung geirrt hätten. Die Bestockung im südlichen Teil des GS F.________ ist 
zwar stark, sie als Wald zu bezeichnen geht jedoch zu weit. Bereits am Augenschein vom 
7. Februar 2019 wies der Vorsitzende des Augenscheins darauf hin, dass die Brücke des 
Bellevuewegs über den Bruibach beidseitig des Bachbetts im Nordosten und Südosten 
stark bestockt sei. Gleichzeitig erklärte er aber, dass es sich nur bei der südöstlichen Seite 
des Bachbetts um einen Wald im rechtlichen Sinn handle (BD-Beil. B 7, S. 2). Von den 
Anwesenden, zu denen auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gehörte, 
widersprach niemand diesen Ausführungen. Mit dem Wald im rechtlichen Sinn an diesem 
Ort meinte der Vorsitzende dabei eindeutig nicht denjenigen auf der südöstlichen Seite 
des Bruibachs, sondern denjenigen südöstlich der Bruibachbrücke, somit den Wald, der 

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sich nordnordöstlich des Bruibachs auf dem GS G.________ befindet. Dorthin beträgt der 
Abstand der von der Bauherrschaft geplanten Baute mehr als 12 m. Die 
Beschwerdeführerin übersieht zudem, dass das GS E.________ der Bauherrschaft nicht 
am Bruibachweg endet, sondern im Nordosten sich über diesen hinaus bis zum Bruibach 
erstreckt bzw. das GS F.________ nicht bis zum Bruibachweg reicht. Eine Bestockung, 
die als Wald zu bezeichnen wäre, ist aber auch auf dem Grundstück der Bauherrschaft 
nicht erkennbar. Aus diesen Gründen verletzt das Bauvorhaben keine 
Waldabstandsvorschriften.

6.
6.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, mit Blick auf einen möglichen 
Baubeginn sei es nicht ersichtlich, wie die Bauherrschaft die Baustelle erschliessen wolle. 
Beim Bruibachweg handle es sich nämlich um den einzigen Schulweg für die Kinder, 
welche aus dem Quartier in den Kindergarten und das Schulhaus Gimenen gelangen 
müssten. Wie unter diesen Umständen eine Baustellenerschliessung, zudem eine solche, 
welche die Sicherheit nicht gefährde, erfolgen solle, sei unklar.

6.2 Sicherheitsvorkehrungen, einschliesslich derjenigen für die Baugrube, gehören zur 
Bauausführung und werden deshalb von der präventiven Baubewilligung nicht erfasst. Der 
Bauherr hat die aufgrund der Umstände sich aufdrängenden Sicherheitsvorkehren als 
unmittelbar anwendbare Verhaltensvorschrift ohne Weiteres zu beachten. Es besteht 
daher in der Regel kein Anlass, diese in das baurechtliche Verfahren einzubeziehen. 
Vielmehr darf einem Bauherrn zugebilligt werden, dass er bei der Bauausführung mit der 
gebotenen Sorgfalt zu Werke geht. Anders ist die Situation jedoch zu beurteilen, wenn 
sich bereits aus den Baueingabeplänen ergibt, dass die geplante Baute nicht den 
anerkannten Regeln der Baukunde entspricht oder die geplanten Bauarbeiten die 
Umgebung des Baugrundstücks zu gefährden drohen. In diesem Fall hat die 
Baubewilligungsbehörde bereits im Bewilligungsverfahren die notwendigen Anordnungen 
zu treffen, um zu verhindern, dass durch Erstellung oder Bestand der Baute Personen 
oder Sachen gefährdet werden (Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, Zürcher Planungs- und 
Baurecht, 6. Aufl. 2019, S. 508 f.). 

6.3 Gleich wie der Stadtrat von Zug in seinem Entscheid über die Einsprache des 
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren sieht das Gericht 
keinen Grund, die Baustellenerschliessung und die Baustelleninstallation einer öffentlich-
rechtlichen Prüfung zu unterziehen. Es sind keine Umstände erkennbar, aus denen 

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hervorgeht, dass die geplanten Bauarbeiten und/oder die Zu- und Wegfahrten die 
Umgebung des Baugrundstücks besonders zu gefährden drohten. Es kann durchaus 
vorkommen, dass sich Baustellen, wie hier, an einem Schulweg befinden. Dort trägt die 
Bauherrschaft in jedem Fall die Verantwortung für die Sicherung der Baustelle und des 
Umgeländes der Baustelle, ohne dass dies ausdrücklicher Teil der Prüfung des 
Baugesuchs sein muss. Der Stadtrat hat daher zu Recht darauf verzichtet, entsprechende 
Pläne zur Bewilligung einzufordern. Immerhin hat der Stadtrat jedoch mit Ziff. II.2.4 seiner 
Baubewilligung im Sinne einer milderen Massnahme verlangt, dass für die Lage der 
Bauzufahrt und die Bauplatzinstallation ein Situationsplan einzureichen ist. Damit kann die 
Baubehörde die Baufreigabe – falls aus Sicherheitsgründen angezeigt – immer noch 
verweigern.

7. In ihrer Replik bringt die Beschwerdeführerin vor, das Baugrundstück Nr. 
E.________ sei mit einem öffentlichen Fusswegrecht belastet, und zwar beziehe sich 
dieses auf den Bruibachweg. Daher handle es sich beim Bruibachweg gemäss § 4 Abs. 1 
lit. b GSW um eine öffentliche Strasse, bei welcher die gesetzlichen Mindestabstände 
einzuhalten seien. Das projektierte Bauvorhaben halte weder den Strassenabstand von 4 
m gemäss § 17 Abs. 1 lit. b GSW noch den Mindestabstand von 50 cm ab Strassen- bzw. 
Trottoirrand gemäss § 11 Abs. 1 V GSW ein.

7.1 Gemäss § 17 Abs. 1 des Gesetzes über Strassen und Wege (GSW; BGS 751.14) 
beträgt, soweit keine Baulinien bestehen, der Mindestabstand für Gebäude an Kantons-
strassen 6 m und an Gemeindestrassen 4 m. Gemäss § 17 Abs. 1 und 3 des Reglements 
über Strassen und Wege der Stadt Zug (Strassenreglement Zug) müssen Pflanzungen, 
Einfriedungen, Bauten und Anlagen einen Mindestabstand von 50 cm vom Strassen- bzw. 
Trottoirrand einhalten. Diese Abstandsvorschriften gelten jedoch nur für öffentliche 
Strassen (vgl. § 1 Abs. 1 GSW, § 1 Strassenreglement Stadt Zug). Strassen und Wege 
sind gemäss § 4 Abs. 1 GSW öffentlich, wenn sie: a) seit unvordenklicher Zeit im 
Gemeinbrauch stehen, oder b) das Gemeinwesen über die entsprechenden Wegrechte 
verfügt, oder c) im Verfahren der Öffentlicherklärung dem Gemeingebrauch gewidmet 
worden sind. Über die öffentlichen gemeindlichen Strassen und Wege geben die 
Verzeichnisse der Einwohnergemeinden Auskunft (§ 5 GSW).

7.2 Das geplante Gebäude grenzt auf der Nordseite direkt an den Bruibachweg. 
Dieser befindet sich im Privateigentum, und zwar in seinem südöstlichen Streckenteil in 
demjenigen der Bauherrschaft. Im Verzeichnis öffentlicher Strassen der Stadt Zug ist der 

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Bruibachweg nicht aufgeführt. Der Stadtrat von Zug stellt sich auf den Standpunkt, dass es 
sich beim Bruibachweg um keine öffentliche Strasse handelt. Für die Beschwerdeführerin 
hingegen handelt es sich beim Bruibachweg gemäss § 4 Abs. 1 lit. b GSW um eine 
öffentliche Strasse, bei welcher die gesetzlichen Mindestabstände einzuhalten seien. Wie 
sich aus dem Grundbuchauszug zum Baugrundstück Nr. E.________ nämlich ergebe, sei 
dieses mit einem öffentlichen Fusswegrecht belastet. Dem entsprechenden 
Grundbuchbeleg sei zu entnehmen, dass sich das öffentliche Fusswegrecht auf den 
Bellevueweg und den "Weg gegen Gimenen" beziehe. Beim "Weg gegen Gimenen" 
handle es sich eindeutig um den Bruibachweg, welcher zwischen dem Bellevueweg und 
der Gimenenstrasse verlaufe. 

7.3 Dem Grundbuchauszug der Liegenschaft Zug / E.________ kann die Anmerkung 
"Öffentliches Fusswegrecht" entnommen werden. Konsultiert man den entsprechenden 
Eintrag im Bereinigungsheft 1586, ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass es sich 
bei diesem öffentlichen Fusswegrecht um ein solches auf dem Bruibachweg handelt. 
Nichts deutet zudem darauf hin, dass es nicht gültig wäre. Umstritten ist jedoch, ob dieses 
öffentliche Fusswegrecht dazu führt, dass es sich beim Bruibachweg gestützt auf § 4 Abs. 
1 lit. b GSW um eine öffentliche Strasse handelt. Dazu ist Folgendes zu erwägen: Das 
GSW unterscheidet konsequent nach Strassen und Wegen, was bereits in dessen Titel 
zum Ausdruck kommt. Das geht aber auch aus dem hier interessierenden § 4, wo es um 
die Öffentlichkeit von Strassen und Wegen geht, hervor. Der erste Satz der Bestimmung 
lautet entsprechend "Strassen und Wege sind öffentlich, wenn sie:", worauf in den lit. a–c 
drei Fallgruppen folgen. Die Wendung "entsprechende Wegrechte" in lit. b meint aus 
gesetzessystematischen Gründen somit die Wegrechte des Gemeinwesens an Strassen 
und die Wegrechte des Gemeinwesens an Wegen. Beim Bruibachweg handelt es sich um 
einen Weg bzw. um eine Strasse, der/die begangen und befahren wird. Würden das 
Gemeinwesen bzw. die Öffentlichkeit über ein Fuss- und Fahrwegrecht verfügen, wäre er 
im Sinne von § 4 Abs. 1 lit. b GSW sowohl ein öffentlicher Weg als auch eine öffentliche 
Strasse. Die Öffentlichkeit verfügt aber auf dem Bruibachweg nur über ein Fusswegrecht 
und damit eben nicht über die "entsprechenden Wegrechte". Somit handelt es sich beim 
Bruibachweg zwar um einen öffentlichen Weg, er ist jedoch keine öffentliche Strasse, 
umso mehr als auch kein Tatbestand von § 4 Abs. 1 lit. a oder c GSW gegeben ist. Damit 
steht fest, dass am Bruibachweg die Abstandsvorschriften des GSW und des kommunalen 
Strassenreglements keine Anwendung finden. Die entsprechende Rüge der 
Beschwerdeführerin erweist sich als unbegründet.

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8. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschluss des Regierungsrats vom 
1. Oktober 2019 nicht zu beanstanden ist. Die dagegen eingereichte Beschwerde erweist 
sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.

9.
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Beschwerdeführerin 
gemäss § 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG kostenpflichtig. Die Spruchgebühr wird auf Fr. 2'000.– 
festgesetzt. Fr. 1'500.– werden mit dem in dieser Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. Die restlichen Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin in Rechnung gestellt.

9.2 Im Rechtsmittelverfahren ist der ganz oder teilweise obsiegenden Partei zulasten 
der unterliegenden Partei eine Parteientschädigung nach Massgabe ihres Obsiegens 
zuzusprechen (§ 28 Abs. 2 VRG). Der anwaltlich vertretenen Bauherrschaft wird zulasten 
der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.– (inkl. MWST und 
Barauslagen) zugesprochen. Den ebenfalls obsiegenden Beschwerdegegnern 2 und 3 ist 
keine Parteientschädigung zuzusprechen, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig 
sind und keine Gründe für ein Abweichen von der in § 28 Abs. 2a VRG genannten Regel 
erkennbar sind.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 2'000.– auferlegt. 
Fr. 1'500.– werden mit dem in dieser Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. Die restlichen Fr. 500.– werden der Beschwerdeführerin in Rechnung 
gestellt.

3. Die Beschwerdeführerin hat der Bauherrschaft eine Parteientschädigung von 
Fr. 1'200.– (inkl. MWST und Barauslagen) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel, Rechnung 
folgt nach Rechtskraft des Urteils), an den Rechtsvertreter der Bauherrschaft (im 
Doppel), an den Stadtrat von Zug, an den Regierungsrat des Kantons Zug 
(dreifach) und zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des 
Kantons Zug.

Zug, 10. August 2020

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

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