# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 870d0e8c-d903-5f69-9952-8edc9756c724
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.01.2011 SK1 2010 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-55_2011-01-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Januar 2011 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 55 [nicht mündlich eröffnet]

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Präsident Brunner und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Duff Walser

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Mario Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 13. September 2010, mitgeteilt am 21. 
Oktober 2010, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen den Ange-
klagten und Berufungskläger,

betreffend stationäre Massnahme,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am 2. Juni 1987 in C. geboren. Im Alter von etwa zwei Jah-
ren kam er in die Schweiz, wo er in F. (ZH) bei einer Pflegefamilie aufwuchs und 
die Primarschule besuchte. In der sechsten Klasse wurde er wegen Untragbarkeit 
aus der öffentlichen Schule ausgeschlossen und in der Folge im Kinderheim „X.“ 
in Q. untergebracht. Dort blieb er zirka drei Jahre lang und besuchte die Realschu-
le, wobei er zunächst noch regelmässigen Kontakt zu seiner Pflegefamilie hatte, 
welchen er jedoch in der Folge weitgehend abbrach. Wegen Drogenkonsums 
wurde sein Aufenthalt im Kinderheim schliesslich abgebrochen und A. als Überg-
angslösung für drei Monate ins Durchgangsheim Riessbach (ZH) verbracht. An-
schliessend hielt sich A. während eineinhalb Jahren im Jugendheim Erlenhof in 
Basel auf, wobei er in diesem Zeitraum in der Schlosserei arbeitete und gleichzei-
tig seinen Schulabschluss machte. Aufgrund des starken Drogenkonsums wurde 
er zudem für ein Jahr in die Psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli zum Ent-
zug eingewiesen. Danach ging A. ins Lehrlingsheim Burgdorf in Dielsdorf, wo er 
allerdings bereits nach drei Wochen wegen Drogenkonsums wieder ausgeschlos-
sen wurde, worauf A. auf der Gasse lebte, dort weiter Drogen konsumierte und in 
die Beschaffungskriminalität verfiel. Nach einem weiteren Suchtmittelentzug im 
Psychiatriezentrum Hard und einem Aufenthalt in der Drogentherapiestation 
Münsterlingen, trat A. schliesslich am 11. Juni 2004 in die stationäre Behandlung 
ins Massnahmezentrum für junge Erwachsene Kalchrain im Kanton Thurgau über. 
Diese stationäre Therapie musste jedoch am 23. November 2006 abgebrochen 
werden, nachdem A. insgesamt zehnmal aus dem Massnahmezentrum entwichen 
war und keinerlei Motivation zur Weiterführung der Behandlung zeigte. 

In der Folge lebte der junge Mann in V., wo er mit Strafmandaten der 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. Mai 2007 und 3. August 2007 wegen Dieb-
stahls, Hausfriedensbruchs und Übertretung des BetmG sowie wegen mehrfachen 
Hausfriedensbruchs und geringfügigem Diebstahl jeweils zu einer bedingt voll-
ziehbaren Geldstrafe verurteilt wurde. Mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 
16. April 2008 wurde A. überdies wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfachen 
Diebstahlsversuchs, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedens-
bruchs, mehrfacher Sachentziehung sowie mehrfacher Übertretung des BetmG zu 
einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten und einer Busse von Fr. 100.00 verurteilt. Ab 
April 2008 war A. schliesslich bei der Gemeinde S. angemeldet, wobei er sich 
mehrheitlich in H. aufhielt und dort in der Notschlafstelle übernachtete. Gleichzeitig 

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besuchte der junge Mann ein Therapieprogramm in der psychiatrischen Klinik 
Chur und nahm am Heroinabgabeprogramm teil. 

A. ist Vater eines fünfjährigen Jungen. 

B. Im Rahmen des im Jahre 2007 gegen ihn geführten Strafverfahrens 
liess die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis A. psychiatrisch begutachten. Auf den 
Inhalt des von Dr. med. Dipl.-Psych. L. am 21. Dezember 2007 erstatteten psych-
iatrischen Gutachtens über A. wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

C. Mit Urteil des Bezirkgerichts Plessur vom 31. März 2009 wurde A. 
des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des mehrfachen 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des versuchten Diebstahls gemäss Art. 
139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbe-
schädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB, des mehrfachen geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der Tätlichkeiten gemäss 
Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 
BetmG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer unbedingten Freiheitsstrafe 
von 12 Monaten sowie einer Busse von Fr. 300.00 bestraft.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde in der Folge ab 14. April 2009 in der 
Justizvollzugsanstalt Realta in Cazis durchgeführt. 

Mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug Graubünden vom 7. Januar 2010 
wurde A. per 6. Februar 2010 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen, wobei die 
Reststrafe fünf Monate und ein Tag betrug. Es wurde eine Bewährungshilfe mit 
einer Probezeit von einem Jahr ausgesprochen. Zusätzlich wurde A. die Weisung 
erteilt, während der Probezeit eine geregelte Wohnsituation und Tagesstruktur 
auszuweisen, sein Einkommen (Sozialhilfebeiträge usw.) durch den Bewährungs-
dienst verwalten zu lassen sowie sich einer opiatgestützten Behandlung im Ambu-
latorium in H. zu unterziehen.

D. Bereits am 10. Mai 2010 wurde A. jedoch erneut verhaftet und in der 
Folge von der Staatsanwaltschaft Graubünden in Untersuchungshaft genommen, 
worauf letztere mit Verfügung vom 11. Mai 2010 ein Strafverfahren gegen A. 
eröffnete. Im Rahmen dieser Strafuntersuchung holte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden bei den psychiatrischen Diensten Graubünden ein psychiatrisches 
Gutachten über A. ein, wobei der Experte darum ersucht wurde, in seinem Gut-

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achten insbesondere auch zur Frage der Massnahmeindikation gemäss Art. 59-61 
StGB und Art. 63 StGB Stellung zu nehmen. Auf den Inhalt des von Dr. med. Y. 
am 1. Juli 2010 erstatteten forensisch-psychiatrischen Gutachtens über A. wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

E. Mit Urteil vom 13. September 2010, mitgeteilt am 21. Oktober 2010, 
sprach das Bezirksgericht Plessur A. schuldig des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung gemäss Art 144 Abs. 1 StGB, des Hausfrie-
densbruchs gemäss Art. 186 StGB, des mehrfachen geringfügigen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Ziff. 1 Dispositiv). Die 
mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug Graubünden vom 7. Januar 2010 an-
geordnete bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug wurde widerrufen und die in 
dieser Verfügung angeordnete Bewährungshilfe und erteilten Weisungen wurden 
aufgehoben (Ziff. 2 Dispositiv). Dafür wurde A. mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 
17 Monaten sowie einer Busse von Fr. 300.00 bestraft. Die erstandene Polizei- 
und Untersuchungshaft von 15 Tagen sowie der vorzeitige Strafantritt wurden an 
die Freiheitsstrafe angerechnet (Ziff. 3 Dispositiv). Der Vollzug der angeordneten 
Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und es wurde gestützt auf Art. 60 StGB und 
Art. 61 StGB eine stationäre therapeutische Massname in einer Anstalt für junge 
Erwachsene angeordnet, um die dissoziale Persönlichkeitsstörung sowie die 
hiermit verbundene Benzodiazepin-, Opiat-, Kokain- sowie Cannabisabhängigkeit 
von A. zu behandeln (Ziff. 4 Dispositiv). 

F. Dagegen liess A. mit Eingabe vom 10. November 2010 schriftlich 
begründete Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben. Seine 
Rechtsbegehren lauten:

„1. Ziffer 4 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Plessur vom 13. 
September 2010, mitgeteilt am 21. Oktober 2010, sei aufzuheben.

2. Es sei eine strafvollzugsbegleitende, ambulante Massnahme anzuord-
nen.

3. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger des Berufungsklägers 
für das Berufungsverfahren einzusetzen.

4. Es sei eine öffentliche, mündliche Berufungsverhandlung durchzu-
führen.

5. A. sei richterlich zu befragen.

6. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Staates.“

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In Ergänzung seiner Berufung liess A. mit Schreiben vom 23. November 
2010 weitere Akten (Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste Thurgau vom 23. 
Juni 2004, Zwischenbericht der Psychiatrischen Dienste Thurgau vom 15. Oktober 
2004, Bericht von Dr. med. T. vom 30. November 2004, Abschlussbericht des 
Massnahmezentrums Kalchrain vom 23. November 2006) ins Recht legen. 

Am 20. Dezember 2010 reichte der Verteidiger überdies den aktuellen Be-
richt von Dr. med. Y. der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 14. Dezember 
2010 zu den Akten, welcher A. nunmehr eine gewisse Motivation für eine Sucht-
therapie nach Art. 60 StGB bestätigt. Gleichzeitig beantragte die Verteidigung, Dr. 
med. Y. betreffend Massnahmeindikation zusätzlich als sachverständigen Zeugen 
einzuvernehmen. 

G.  Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht von Graubün-
den vom 19. Januar 2011 waren A. sowie dessen amtlicher Verteidiger, Rechts-
anwalt lic. iur. Mario Thöny, anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zu-
ständigkeit und Zusammensetzung des Gerichts erhoben. 

Im Rahmen des Beweisverfahrens wurde A. richterlich befragt. Dabei führte 
er aus, dass eine Suchttherapie gemäss Art. 60 StGB für ihn zwar neu und ge-
wöhnungsbedürftig wäre. So würde er wieder mit neuen Psychiatern konfrontiert, 
zu denen er erst Vertrauen aufbauen müsste, bevor er sich öffnen könnte. Aller-
dings brachte A. gleichzeitig klar zum Ausdruck, dass er in der Suchttherapie 
gemäss Art. 60 StGB durchaus eine Chance für sich sehe und sich nicht 
grundsätzlich dagegen stelle, eine solche anzugehen. Demgegenüber lehnte der 
junge Mann eine stationäre Massnahme in einer Einrichtung für junge Erwachsene 
gemäss Art. 61 StGB ausdrücklich ab. Erklärend führte er dazu aus, dass er be-
reits in einer solchen Therapie für junge Erwachsene im Massnahmezentrum Kal-
chrain gewesen sei und dabei erlebt habe, wie eine solche ablaufe, wobei aus den 
Akten hinlänglich bekannt sei, dass diese Therapieform bei ihm nicht funktioniert 
habe. Er könne sich in den Gruppentherapien, welche bei dieser Therapieform 
durchgeführt würden, nicht öffnen. Entsprechend sehe er bei einer zwangsweisen 
Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 61 StGB gegen seinen 
Willen keine Chance, eine solche Therapie erfolgreich durchzustehen und in Zu-
kunft drogen- und deliktfrei zu leben. 

Im Anschluss an die formfreie richterliche Befragung von A. hielt der Vertei-
diger schliesslich seinen Vortrag, wobei er die Anträge gemäss Rechtsmittelein-
gabe grundsätzlich bestätigte. Im Unterschied dazu beantragte er jedoch zusätz-

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lich, eventuell sei eine stationäre therapeutische Massnahme gestützt auf Art. 60 
StGB anzuordnen. 

Abschliessend erhielt A. die Gelegenheit zum Schlusswort, auf das der Be-
rufungskläger jedoch verzichtete. 

Auf die Begründung der Anträge in der Berufungsschrift und anlässlich der 
mündlichen Berufungsverhandlung sowie auf die Erwägungen im angefochtenen 
Urteil wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

II. Erwägungen

1. a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer 
Ausschüsse können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt beim Kan-
tonsgericht Berufung einlegen (vgl. Art. 141 Abs. 1 der Strafprozessordung des 
Kantons Graubünden [StPO; BR 350.000]). Diese ist innert zwanzig Tagen seit 
der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist zu 
begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids 
oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Tei-
le davon angefochten werden (vgl. Art. 142 Abs. 1 StPO). 

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 13. September 
2010, mitgeteilt am 21. Oktober 2010, wurde dem Rechtsvertreter des Berufungs-
klägers am 22. Oktober 2010 (vgl. act. 07.1.16) zugestellt. Auf die am 10. Novem-
ber 2010 erhobene und damit frist- und im Übrigen auch formgerecht eingereichte 
Berufung von A. ist daher einzutreten. 

b) Der Vorsitzende kann gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO eine mündliche 
Berufungsverhandlung von Amtes wegen oder auf Antrag durchführen, wenn die 
persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache we-
sentlich ist. 

Der Verteidiger hat in der Berufung den Antrag auf eine mündliche Beru-
fungsverhandlung gestellt, anlässlich derer A. zur Sache richterlich zu befragen 
sei. Mit der Vorladung zur Berufungsverhandlung vom 19. Januar 2011 (vgl. Ver-
fügung vom 26. November 2010; act. 06) sowie der Durchführung der Berufungs-
verhandlung selbst und der richterlichen Befragung des Berufungsklägers wurde 
diesem Antrag entsprochen.

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c) Der Berufungskläger beantragt, Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny 
sei für das Berufungsverfahren als sein amtlicher Verteidiger einzusetzen.

Gemäss Art. 102 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 144 Abs. 2 StPO wird 
dem Angeklagten auch im Berufungsverfahren ein amtlicher Verteidiger bestellt, 
wenn die Anklage vor Gericht mündlich vertreten wird (Art. 102 Abs. 1 lit. a StPO),  
wenn die Anklage eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren oder eine Mass-
nahme gemäss Art. 59, 60, 61 und 64 StGB beantragt hat (Art. 102 Abs. 1 lit. b 
StPO) oder die tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt 
(Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO). Mit dem angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts 
Plessur vom 13. September 2010 wurde gegenüber A. entsprechend dem Antrag 
der Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 60 StGB und Art. 61 StGB eine stationäre 
therapeutische Massnahme in einer Anstalt für junge Erwachsene angeordnet 
(vgl. act. 07.1.10 Ziff. IV.4 S. 8; Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 1.11 S. 8 Ziff. 3.c.1. 
und Dispositivziffer 4). Gegen diese Anordnung wehrt sich A. im vorliegenden Be-
rufungsverfahren. Die Voraussetzungen für die Bestellung eines amtlichen Vertei-
digers gestützt auf Art. 102 Abs. 1 lit. b StPO sind somit vorliegend erfüllt. Davon 
abgesehen ist der Anspruch auf amtliche Verteidigung auch mit Blick auf die 
tatsächliche und rechtliche Schwierigkeit des Falles zu bejahen. Dem Antrag des 
Berufungsklägers ist daher zu entsprechen und lic. iur. Mario Thöny als sein amtli-
cher Verteidiger einzusetzen.  

 2. Die vorliegende Berufung von A. richtet sich einzig gegen Dispositiv-
ziffer 4 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Plessur, mit welcher ge-
stützt auf Art. 60  StGB und Art. 61 StGB eine kombinierte stationäre therapeuti-
sche Massnahme in einer Anstalt für junge Erwachsene angeordnet wurde, um die 
dissoziale Persönlichkeitsstörung sowie die damit verbundene Benzodiazepin-, 
Opiat-, Kokain- und Cannabisabhängigkeit zu behandeln. Dabei lautet der Haupt-
antrag des Verteidigers auf Anordnung einer strafvollzugsbegleitenden, ambulan-
ten Massnahme, wobei er anlässlich der Hauptverhandlung zusätzlich den Even-
tualantrag stellte, es sei eine stationäre therapeutische Massnahme gestützt auf 
Art. 60 StGB anzuordnen. Ausgehend von den Anträgen des Berufungsklägers gilt 
es daher im Folgenden zu prüfen, welche der zur Diskussion stehenden Mass-
nahmen (strafvollzugsbegleitende ambulante Therapie gemäss Art. 63 StGB, 
kombinierte stationäre Massnahme gestützt auf Art. 60 StGB und Art. 61 StGB 
oder stationäre Suchttherapie gemäss Art. 60 StGB) im Falle von A. indiziert er-
scheint.  

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a) Auszugehen ist dabei vom aktuellen Gutachten der Psychiatrischen 
Dienste Graubünden vom 1. Juli 2010 (Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8), welches 
von Dr. med. Y., erstellt wurde. Letzterer diagnostizierte bei A. eine dissoziale 
Persönlichkeitsstörung ICD-10 F60.2 und darüber hinaus eine Opiatabhängigkeit 
ICD-10 F11.22, eine Kokainabhängigkeit ICD-10 F14.26 und eine Cannabisab-
hängigkeit ICD-10 F11.25 sowie eine akute Benzodiazepinintoxikation ICD-10 
F13.0 (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.1 S. 21 f. sowie Ziff. 5.1 S. 27). 
Dabei gelangte der Gutachter zum Schluss, dass aufgrund der gestellten Doppel-
diagnose – Sucht und Persönlichkeitsstörung, welche beide mit einer Verminde-
rung der Frustrationstoleranz und der Impulskontrolle einhergehen – bei A. von 
einer hohen bis sehr hohen Rückfallgefahr auch für schwerwiegende Delikte wie 
beispielsweise erneute Entreissdiebstähle oder Raub ausgegangen werden müs-
se (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 5.3. S. 27 f., Ziff. 4.4 S. 24 ff.). Eine 
strukturierte Betrachtung des Rückfallrisikos zeige, dass es sich bei den von A. 
begangenen Straftaten um Delikte mit hoher statistischer Rückfallwahrscheinlich-
keit handle, wobei auch die bisherige Kriminalitätsentwicklung ungünstig sei. So 
zeige sich neben üblicher Beschaffungskriminalität im Verlaufe der Jahre eine 
deutliche qualitative Steigerung der von ihm verübten Delikte. Dabei erweisen sich 
laut Einschätzung des Gutachters auch die grundsätzlich deliktfördernden Einstel-
lungen der vorhandenen psychischen Störung und der regelmässige Substanz-
missbrauch hinsichtlich der Rückfallprognose als ungünstig. So sei die Einsicht 
von A. in seine Krankheit oder Störung gering, er versuche abzuwehren, zu baga-
tellisieren und zu täuschen. Ausserdem sei er sozial desintegriert, habe Mühe, 
stabile Partnerschaften aufrechtzuerhalten, zeige ein geringes Durchhaltevermö-
gen und einen kriminogenen Lebensstil, womit auch die sozialen Komponenten 
ungünstig seien. Auch das spezifische Konfliktverhalten wird gemäss Gutachter 
durch die geringe Frustrationstoleranz und Impulsivität von A. gekennzeichnet. 
Eine Auseinandersetzung mit der Tat habe im Übrigen bisher nicht stattgefunden. 
Vielmehr externalisiere A. sein Fehlverhalten auf Dritte und die äusseren Umstän-
de. Dr. med. Y. gelangt daher nachvollziehbar zur Einschätzung, dass das Rück-
fallrisiko auch unter einer strukturierten Betrachtung als ungünstig bis sehr un-
günstig anzusehen sei und aufgrund dieser hohen Rückfallgefahr die Anordnung 
einer ambulanten Massnahme, selbst wenn sie strafvollzugsbegleitend erfolgen 
würde, nicht ausreichend und zu wenig Erfolg versprechend wäre (vgl. Proz. Nr. 
VV.2010.1540 act. 2.8. Ziff. 4.4 S. 24, S. 25 2. Absatz f., Ziff. 4.5 S. 26). A. leidet 
laut Gutachter nach wie vor an einer schweren Persönlichkeitsstörung und einer 
Suchtmittelabhängigkeit, womit die Gefahr, dass es erneut zu schwerwiegenden 
Delikten kommen könnte, weiterhin erhöht ist. Dieses Risiko lässt sich laut Experte 

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zwar durch eine adäquate Behandlung reduzieren. Allerdings bedarf es dazu, wie 
Dr. med. Y. weiter festhält, eines intensiven, klar strukturierten Behandlungsset-
tings (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.5 S. 26). Im Falle von A. sei näm-
lich noch relativ viel Motivationsarbeit erforderlich, um die nötige Veränderungsbe-
reitschaft aufzubauen. Erst wenn er gelernt habe, mit seiner geringen Frustrations-
toleranz anders umzugehen und neue Strategien zu entwickeln, könne sich auch 
das Rückfallrisiko signifikant verringern, was nach dezidierter Feststellung des 
Experten am ehesten im Rahmen eines stationären Settings zu erreichen ist (vgl. 
Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 5.4.3 S. 28). Dr. med. Y. hält daher zusam-
menfassend fest, dass zur Verminderung des grundsätzlich hohen Rückfallrisikos 
die Anordnung einer stationären Massnahme empfohlen werden müsse (vgl. Proz. 
Nr. VV.2010.1540  act. 2.8 Ziff. 4.5 S. 26), wobei sich daran gemäss seiner neues-
ten Einschätzung in seinem Bericht vom 14. Dezember 2010 (vgl. act. 09.1 Ziff. 2) 
seit der Begutachtung vom 1. Juli 2010 nichts geändert habe. 

Eine bloss ambulante Behandlung vermag demgegenüber, auch bei straf-
vollzugsbegleitender Durchführung, die vom Experten ausdrücklich geforderte Be-
handlungsintensität und die vom Berufungskläger ebenfalls benötigten klaren und 
festen Strukturen einer stationären Therapie auch nach Auffassung des Gerichtes 
nicht zu gewährleisten. Dies wird nicht nur angesichts des im Gutachten gezeich-
neten schweren Krankheitsbildes von A. deutlich, sondern erhellt auch aus dem 
bisherigen Werdegang des jungen Mannes. Dieser hat gemäss gutachterlicher 
Bestätigung bereits vor Beginn seiner „Drogenkarriere“ diverse Auffälligkeiten in 
den Bereichen Affektivität, Antrieb und Impulskontrolle gezeigt und nahm nach 
regelmässigem und intensivem Cannabiskonsum bereits mit 14 Jahren erstmals 
Kokain, bevor er sodann Zugang zum Heroin fand und schliesslich Heroin und 
Kokain zusammen sowie dann auch Benzodiazepine konsumierte (vgl. Proz. Nr. 
VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 2.1.2 S. 11 f., Ziff. 2.1.3 S. 13 f., Ziff. 4.1 S. 22; Proz. 
Nr. VV.2008.2717 act. 2.12 S. 3 ff.). In Folge seiner Drogensucht verfiel er über-
dies bereits mit zirka 16 Jahren in die Beschaffungskriminalität (vgl. Proz. Nr. 
VV.2010.1540 act. 2.8  S.11 unten f.; Proz. Nr. VV.2008.2717 act. 2.12 S. 3, S. 5 
f.), wobei er danach trotz Therapieversuchen und Aufenthalt im Gefängnis erneut 
delinquierte (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 2.2 S. 15 ff.; Proz. Nr. 
VV.2008.2717 act. 2.12 S. 5 f.; Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.1; Proz. Nr. 
VV.2008.2717 act. 1.17). Selbst die per 6. Februar 2010 erfolgte bedingte Entlas-
sung mit Weisung und Bewährungshilfe (vgl. Verfügung des Amtes für Justizvoll-
zug Graubünden vom 7. Januar 2010 [Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.2] hinderte 
ihn nicht daran, erneut straffällig zu werden, was zur Verurteilung durch das Be-

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zirksgericht Plessur vom 13. September 2010 (Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 1.11) 
führte. Ebenso wenig vermochte er sich trotz mehrerer Entzugsversuche von sei-
ner Drogensucht zu befreien (vgl. Proz. Nr. VV.2008.2717 act 2.12 S. 3 ff.; Proz. 
Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 S. 11 ff.; Ziff. 2.1.3 S. 13 f.) und ist heute mit 23 Jahren 
nach wie vor suchtmittelabhängig, mehrfach vorbestraft, hat kaum soziale Kontak-
te und keine berufliche Ausbildung. Der Werdegang des Berufungsklägers zeigt 
mithin mehr als deutlich, dass der Berufungskläger ohne die Einbindung in klare 
und gefestigte Strukturen immer wieder in die Drogensucht und Kriminalität 
zurückfällt. Entsprechend geht Dr. med. Y. aufgrund der dargelegten ungünstigen 
Faktoren (sehr geringe Frustrationstoleranz, beschränktes Erleben von Schuldbe-
wusstsein, mangelnde soziale Kompetenz, Externalisierung eigenen Fehlverhal-
tens,  hohe Rückfallgefahr etc.) denn auch vom Vorliegen eines schwer behandel-
baren Störungsbildes aus (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.4. S. 25), 
welches somit einer entsprechend langfristigen Therapierung bedarf. Ausgehend 
von der ausgefällten Gesamtfreiheitsstrafe von 17 Monaten, abzüglich 15 Tage 
Polizei- und Untersuchungshaft,  sowie dem Umstand, dass sich A. bereits seit 
dem 25. Mai 2010 im Strafvollzug befindet, wird der Berufungskläger aber bei 
vollständiger Verbüssung der Strafe spätestens Mitte Oktober 2011, im Falle einer 
bedingten Entlassung sogar bereits Ende April 2011 aus dem Strafvollzug entlas-
sen. Eine strafvollzugsbegleitende ambulante Therapie könnte also lediglich 
während weniger Monate durchgeführt werden, was angesichts des Bedürfnisses 
nach einer intensiven und langfristigen strukturierten Therapiebegleitung augen-
scheinlich viel zu kurz dauern würde, um auch nur ansatzweise Wirkung zu entfal-
ten. 

Zusammenfassend bleibt daher festzustellen, dass eine strafvollzugsbeglei-
tende ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB entgegen dem Hauptbe-
gehren der Verteidigung im Falle von A. nicht indiziert ist. Vielmehr benötigt der 
Berufungskläger mit Blick auf das diagnostizierte schwere Störungsbild und die 
hohe Rückfallgefahr gemäss schlüssiger und zu bestätigender Empfehlung des 
Gutachters (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 sowie act. 09.1 Ziff. 2) den Rah-
men einer stationären Therapie. 

b) Der Einwand des Verteidigers, wonach sich im Falle von A. selbst die 
beiden Gutachter über die Diagnose und die anzuordnenden Massnahmen nicht 
einig seien (vgl. Plädoyer Ziff. 3 S. 5), vermag an der Richtigkeit der Empfehlung 
von Dr. med. Y. keinerlei Zweifel zu begründen. Das frühere Gutachten von Dr. 
med. Dipl.-Psych. L. (Proz. Nr. VV.2008.2717 act 2.12) datiert vom 21. Dezember 
2007 und wurde somit vor mehr als drei Jahren erstellt. Dabei bleibt festzustellen, 

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dass sich die Lage nach der Begutachtung im Jahre 2007 deutlich akzentuiert hat. 
So befand sich A. nach der Erstellung des Gutachtens zunächst noch bis Anfangs 
2008 in Untersuchungshaft, bevor ihn das Bezirksgericht Horgen am 16. April 
2008 wegen diverser Vermögens- und Betäubungsmitteldelikte etc. zu einer Frei-
heitsstrafe von 10 Monaten verurteilte (vgl. Proz. Nr. VV.2008.2717 act. 2.1). Da-
bei wurde bereits am 3. Dezember 2008 rückwirkend per 14. April 2008 die be-
dingte Entlassung verfügt (vgl. Proz. Nr. VV.2008.2717 act. 1.15). In der Folge 
lebte A. offenbar umfassend und engmaschig unterstützt durch Bezugspersonen 
des Sozialdienstes W., das begleitende Wohnen in H. und die Tagesklinik Wald-
haus relativ strukturiert (vgl. Proz. Nr. VV.2008.2717 act. 2.11). Nichtsdestotrotz 
musste der junge Mann jedoch mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 31. 
März 2009 (Proz. Nr. VV.2008.2717 act. 1.10) erneut verurteilt werden, wobei die 
dieser Verurteilung zugrunde liegenden Verfehlungen noch innert der Probezeit 
erfolgt waren und es sich dabei wiederum um Vermögens- und Betäubungsmittel-
delikte handelte. Die ausgefällte Freiheitsstrafe von 12 Monaten verbüsste A. in 
der Folge bei heroingestützter Behandlung in der Justizvollzugsanstalt Realta, bis 
er per 6. Februar 2010 unter Anordnung von Weisungen und Bewährungshilfe be-
dingt aus dem Strafvollzug entlassen wurde (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.2). 
Nur gerade vier Monate nach seiner Entlassung wurde der junge Mann indes er-
neut straffällig und daraufhin mit Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 13. Sep-
tember 2010 wegen Raubes etc. verurteilt. Während sich A. bei seiner Begutach-
tung im Jahre 2007 durch Dr. med. Dipl.-Psych. L. erstmals wegen verschiedener 
Vermögensdelikte im Strafvollzug befand, lagen also im Zeitpunkt seiner Zweitbe-
gutachtung im Jahre 2010 mehrere Verurteilungen wegen Vermögens- und 
Betäubungsmitteldelikten sowie der Vollzug mehrerer Freiheitsstrafen hinter ihm, 
welche ihn nicht von weiterer Delinquenz mit deutlich qualitativer Steigerung sowie 
dem weiteren Drogenkonsum abzuhalten vermochten. Die Abweichungen in den 
vorliegenden psychiatrischen Gutachten hinsichtlich der Diagnose und Massnah-
meindikation sind folglich – wie auch von der Vorinstanz zutreffend erwogen – auf 
den Zeitablauf zwischen den Begutachtungen und die dargelegte seither wesent-
lich veränderte Beurteilungsgrundlage zurückzuführen, womit das frühere Gutach-
ten nicht mehr als aktuell bezeichnet werden kann. Dabei bleibt nochmals festzu-
stellen, dass das Gutachten von Dr. med. Y., welches auf die aktuelle veränderte 
Situation von A. abstellt, klar und mit Blick auf das Krankheitsbild und den Werde-
gang des Berufungsklägers ebenso einleuchtend festhält, dass eine ambulante 
Massnahme im Falle von A. keinen Sinn macht, sondern eine stationäre Therapie 
anzuordnen ist. Das abweichende Vorgutachten von Dr. med. Dipl.-Psych. L. bie-
tet also keinerlei Anlass, an der Richtigkeit der aktuellen Feststellungen von Dr. 

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med. Y. zu zweifeln, weshalb auf das schlüssige und nachvollziehbare Gutachten 
vom 1. Juli 2010 und die Empfehlung des Experten abzustellen ist, wonach zur 
Verminderung der hohen Rückfallgefahr eine stationäre Massnahme anzuordnen 
ist (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.5 S. 26, Ziff. 5.3.1 S. 27 f., Ziff. 
5.4.1 S. 28). Dies im Übrigen um so mehr, als der Gutachter – wie ebenfalls be-
reits ausgeführt – in seinem aktuellen Bericht vom 14. Dezember 2010 bestätigt, 
dass sich in der Zwischenzeit in Bezug auf die Frage der Massnahmeindikation 
keine Veränderungen ergeben hätten (vgl. act. 09.1 Ziff. 2).

c) Im Folgenden bleibt somit zu prüfen, welche der vorliegend zur Dis-
kussion stehenden stationären Massnahmen im Falle von A. angezeigt ist. 

Der Gutachter weist in diesem Zusammenhang auf die für die begangenen 
Taten ursächliche und weiterhin bestehende schwere Persönlichkeitsstörung und 
Suchtmittelabhängigkeit sowie das hohe Rückfallrisiko hin. Dabei hält er fest, dass 
sich diese Gefahr durch eine adäquate Behandlung reduzieren liesse, womit A. 
grundsätzlich die Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären Mass-
nahme nach Art. 59 ff. StGB erfülle. Weiter führt Dr. med. Y. sodann aus, dass A. 
erst 23 Jahre alt sei, so dass er auch die Voraussetzungen für eine Massnahme 
für junge Erwachsene nach Art. 61 StGB erfülle (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 
2.8 Ziff. 4.5 S. 26). Der junge Mann brauche ein intensives, klar strukturiertes Be-
handlungssetting, wobei es laut Gutachter günstig wäre, wenn er dort im Laufe der 
Zeit auch noch eine Ausbildung absolvieren könnte. Bei der Behandlung von A. 
müsste demnach sowohl auf die Persönlichkeitsdefizite als auch auf die Suchtpro-
blematik eingegangen werden, womit aus gutachterlicher Sicht sowohl die Vor-
aussetzungen für Art. 59 StGB, Art. 60 StGB als auch für Art. 61 StGB gegeben 
seien. In der Gesamtschau erachtet Dr. med. Y. allerdings eine Kombination der 
suchtspezifischen Behandlung nach Art. 60 StGB und der eher sozialpädagogisch 
ausgerichteten Massnahme für junge Erwachsene nach Art. 61 StGB am erfolg-
versprechendsten (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.5 S. 26). Er emp-
fiehlt daher im Sinne von Art. 56a StGB die Anordnung einer kombinierten Mass-
nahme gemäss Art. 60 StGB und Art. 61 StGB, welche in einer Anstalt für junge 
Erwachsene durchgeführt werden könnte (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 
Ziff. 4.5 S. 26, Ziff. 5.4.3 S. 28).

Diese Empfehlung erscheint dem Gericht durchaus nachvollziehbar und 
schlüssig. Das Bedürfnis von A. nach einer intensiven, klar strukturierten Therapie 
mit suchtspezifischer wie auch sozialpädagogischer Ausrichtung ist aufgrund der 
diagnostizierten schweren Persönlichkeitsstörung, der darauf gründenden Persön-

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lichkeitsdefizite und der hohen Rückfallgefahr sowie der Suchtmittelabhängigkeit 
und seines noch jugendlichen Alters gutachterlich klar ausgewiesen. Angesichts 
der Tatsache, dass der nunmehr bald 24-jährige Mann nach wie vor ohne berufli-
che Ausbildung ist und im Hinblick auf das anzustrebende Fernziel eines selbst-
bestimmten, drogen- und deliktfreien Lebens sowie einer erfolgreichen Einbindung 
in die Gesellschaft überzeugt zudem grundsätzlich auch die Einschätzung des 
Gutachters, wonach es vorteilhaft wäre, dem jungen Mann eine Therapie ange-
deihen zulassen, welche die Möglichkeit einer Ausbildung bietet. Die dargelegten 
Schlussfolgerungen des Gutachters hinsichtlich der Massnahmeindikation er-
scheinen mithin folgerichtig und einleuchtend. Entsprechend ist auch die Vorin-
stanz der gutachterlichen Empfehlung gefolgt und hat die ausgesprochene Frei-
heitsstrafe unter Anordnung einer gestützt auf Art. 60 StGB und Art. 61 StGB in 
Verbindung mit Art. 56a StGB kombinierten stationären therapeutische Massnah-
me in einer Anstalt für junge Erwachsene aufgeschoben (vgl. vorinstanzliches Ur-
teil Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 1.11 E. 11 S. 24 ff. sowie Dispositivziffer 4).  

Dabei bleibt allerdings festzustellen, dass A. im vorinstanzlichen Verfahren 
(vgl. vorinstanzliches Urteil Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 1.11 E. 3.a S. 7), wie 
auch noch in der schriftlichen Berufungsbegründung (vgl. act. 01 Ziff. II./B./b./5. S. 
11) jegliche stationäre Therapie abgelehnt hat. Bei dieser ablehnenden Haltung 
blieb er sodann, zumindest was die stationäre Massnahme in einer Einrichtung für 
junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB betrifft, auch anlässlich der Berufungs-
verhandlung (vgl. Verhandlungsprotokoll). Demgegenüber hielt er jedoch bei der 
richterlichen Befragung vor Kantonsgericht ausdrücklich fest, dass er mittlerweile 
in der ebenfalls zur Diskussion stehenden Suchttherapie gemäss Art. 60 StGB 
durchaus eine reale Chance für sich zu erkennen vermöge und daher grundsätz-
lich bereit sei, sich einer solchen stationären Suchtbehandlung zu unterziehen 
(vgl. Verhandlungsprotokoll). Die diesbezügliche Therapiebereitschaft des Beru-
fungsklägers wird sodann auch durch den anlässlich der Berufungsverhandlung 
neu gestellten Eventualantrag auf Anordnung einer stationären Massnahme im 
Sinne von Art. 60 StGB (vgl. Plädoyer Ziff. 4 S. 5 ff und Ziff. 5 S. 6) sowie die Aus-
führungen von Dr. med. Y. in seinem von der Verteidigung im Berufungsverfahren 
zu den Akten gereichten Bericht vom 14. Dezember 2010 (act. 09) bestätigt. Darin 
führt der Gutachter nämlich aus, dass sich A. Anfang November 2010 freiwillig zu 
therapeutischen Gesprächen gemeldet habe und zwischenzeitlich vier Gespräche 
stattgefunden hätten, wobei sich der Patient nunmehr motiviert für eine stationäre 
Suchtbehandlung gebe (vgl. act. 09 Ziff. 1 S. 1 und Ziff. 5 S. 2). Mit Bezug auf die 

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Suchtbehandlung im Sinne von Art. 60 StGB  ist die Therapiewilligkeit des Beru-
fungsklägers heute folglich zu bejahen. 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass an die Therapiebereitschaft des Betroffe-
nen im Einklang mit der forensisch-psychiatrischen Lehre ohnehin keine allzu 
strengen Anforderungen zu stellen sind. Genügt es doch laut Bundesgericht, wenn 
ein Mindestmass an Kooperation des Betroffenen vorliegt. Dabei gilt es zu beden-
ken, dass die fehlende Motivation bei einer schweren Störung, wie sie auch im 
Falle von A. gegeben ist, regelmässig zum typischen Krankheitsbild gehört. Würde 
hier mangels Motivation unbesehen auf die Anordnung einer Massnahme verzich-
tet, könnten solche Täter überhaupt nie in den Genuss von Massnahmen kom-
men. Entsprechend ist anstelle einer Motivation lediglich eine gewisse Motivier-
barkeit zu verlangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 2010 
[6B_252/2010 E. 2.4] mit Hinwies auf BGE 6S.217/2005 E. 2.2. und 6S.69/2002 E. 
1.2). Die Erreichung der Therapiemotivation und Einsicht stellt denn auch nicht 
selten das erste Therapieziel dar, welches gerade im Rahmen von stationären 
Massnahmen auch Aussicht auf Erfolg hat (vgl. zum Ganzen Marianne Heer, 
a.a.O., N 78 f. zu Art. 59 StGB mit Hinweisen). In Übereinstimung dazu hat auch 
der Gutachter festgehalten, dass die empfohlene kombinierte Massnahme gemäss 
Art. 60 StGB und 61 StGB grundsätzlich auch gegen den Willen von A. durchführ-
bar und erfolgversprechend sei (vgl. Proz. Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 4.5 S. 26 
f., Ziff. 5.4.2. S. 28). Wohl hat er in diesem Zusammenhang festgestellt, dass es 
hinsichtlich eines kombinierten stationären Massnahmevollzugs, wie er vorliegend 
indiziert sei, an der Therapiebereitschaft des jungen Mannes mangle. Gleichwohl 
attestierte er ihm jedoch eine grundsätzliche Kooperationsbereitschaft (vgl. Proz. 
Nr. VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 3.1 S. 20) und empfahl schliesslich die Anordnung 
einer kombinierten stationären Massnahme nach Art. 60 StGB und 61 StGB aus-
drücklich trotz der dezidierten Ablehnung des Exploranden (vgl. Proz. Nr. 
VV.2010.1540 act. 2.8 Ziff. 5.4.1 S. 28). Auch wenn es dem Berufungskläger hin-
sichtlich der Behandlung in einer Anstalt für junge Erwachsene an der Therapiebe-
reitschaft mangelt, muss mithin nach dem Gesagten sowie der gutachterlichen 
Empfehlung davon ausgegangen werden, dass auch die Anordnung einer kombi-
nierten stationären Massnahme gemäss Art. 60 StGB und Art. 61 StGB grundsätz-
lich indiziert ist. Dabei stellt Dr. med. Y. – wie bereits ausgeführt – in seinem aktu-
ellen Bericht vom 14. Dezember 2010 klar, dass sich hinsichtlich der Frage der 
Massnahmeindikation seit der Begutachtung vom 1. Juli 2010 nichts geändert ha-
be (vgl. act. 09  Ziff. 2 S. 1). Damit wird aber gleichzeitig deutlich, dass die bean-
tragte Einvernahme des Experten als sachverständiger Zeuge zur Frage der 

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Massnahmeindikation angesichts der erneuten aktuellen Bestätigung der diesbe-
züglichen Einschätzung überflüssig erscheint und der entsprechende Antrag des 
Berufungsklägers abzulehnen ist. 

In Zusammenhang mit der mangelnden Therapiebereitschaft bleibt aller-
dings im konkreten Fall ebenso zu berücksichtigen, dass sich A. in den Jahren 
2004 bis 2006 bereits einmal einer stationären Therapie nach Art. 61 StGB im 
Massnahmezentrum Kalchrain in Hüttwilen unterzogen hat, wobei diese nicht er-
folgreich abgeschlossen werden konnte. Vielmehr zeichnet sich der damalige The-
rapieverlauf durch unzählige Entweichungen und Rückfälle in den Drogenkonsum 
aus, weshalb die stationäre Massnahme schliesslich im November 2006 mangels 
Motivation von A. abgebrochen werden musste (vgl. act. 05.4). Der Berufungsklä-
ger führt dazu aus, dass er eine ausgeprägte Abneigung gegen Gruppentherapien 
habe, weshalb diese Therapieform bei ihm auch nicht funktioniert habe. Er könne 
sich in Gruppentherapien nicht öffnen und sei daher weiterhin nicht bereit, seine 
Probleme und seine Lebensgeschichte in einer Gruppe von Patienten zu diskutie-
ren und sich mit deren Problemen auseinanderzusetzen. Es sei daher abzusehen, 
dass er sich in einer Institution nach Art. 61 StGB erneut verschliessen werde, an-
statt sich der Behandlung zu öffnen, weshalb er eine stationäre Massnahme in 
einer Anstalt für junge Erwachsene ausdrücklich ablehne (vgl. dazu act. 01 Ziff. 
II./B./b./5. S. 11; Plädoyer Ziff. 3 S. 4; Verhandlungsprotokoll S. 2). Demgemäss 
hält auch der Gutachter in seinem ergänzenden Bericht vom 14. Dezember 2010 
fest, dass A. in Bezug auf das, was ihn in einer Massnahmeanstalt für junge Er-
wachsene erwarten könnte, aufgrund seiner Vorgeschichte grosse Mühe und 
Ängste äussere (vgl. act. 09.1 Ziff. 5 S. 1). Der Berufungskläger kennt also die 
Situation und die Art der stationären Behandlung nach Art. 61 StGB aus eigenem 
Erleben und sperrt sich aufgrund der dort gemachten subjektiv negativen Erfah-
rungen und der darauf zurückzuführenden Ängste klar gegen die neuerliche 
Durchführung einer solchen Therapie. Entsprechend muss sein mit Blick auf eine 
stationäre Massnahme nach Art. 61 StGB dezidiert geäusserter Widerwille nach 
Auffassung des Gerichtes durchaus ernst genommen werden. Es ist nämlich an-
gesichts der Vorgeschichte von A. und der mit Blick darauf durchaus nachvoll-
ziehbaren Abneigung gegen eine solche Behandlung ernsthaft zu befürchten, 
dass bei einer zwangsweisen Anordnung einer Massnahme nach Art. 61 StGB 
auch noch die gutachterlich bestätigte grundsätzliche Kooperationsbereitschaft 
des Berufungsklägers und die nunmehr ansatzweise gewachsene Motivation für 
eine stationäre Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB zunichte gemacht würden. 
Unter den gegebenen Voraussetzungen erscheint es dem Gericht daher erfolg-

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versprechender, dem Berufungskläger zunächst in einer von ihm getragenen sta-
tionären Suchtbehandlung die Chance zu eröffnen, sich mit seiner Drogensucht 
auseinanderzusetzen, anstatt ihn gegen seinen Willen in eine kombinierte Thera-
pie in einer Einrichtung für junge Erwachsene zu zwingen, welche aus den darge-
legten Gründen grosse Aussicht hätte, erneut zu scheitern und darüber hinaus 
auch noch den letzten Rest an Kooperationsbereitschaft und Motivation für eine 
Suchtbehandlung niederzuschlagen. Letztendlich hält nämlich auch Dr. med. Y. in 
seinem letzten Bericht vom 14. Dezember 2010 (vgl. act. 09 Ziff. 5 S. 1 f.) fest, 
dass die von A. geäusserten Bedenken hinsichtlich der Behandlung gemäss Art. 
61 StGB grundsätzlich nachvollziehbar seien und aus legalprognostischer Sicht 
die Behandlung seiner Sucht im Vordergrund stehe. Insoweit erachtet es der Gut-
achter aus heutiger Sicht als durchaus vertretbar, zunächst eine stationäre Sucht-
behandlung nach Art. 60 StGB anzustreben (vgl. act. 09 Ziff. 5 S. 2). 

Es erscheint somit aus den dargelegten Gründen und gestützt auf die aktu-
elle Einschätzung von Dr. med. Y. entgegen der Auffassung der Vorinstanz ange-
zeigt, vorderhand auf eine kombinierte Form einer stationären Massnahme nach 
Art. 60 StGB und 61 StGB zu verzichten und an deren Stelle unter Aufhebung von 
Ziffer 4 des angefochtenen Urteils entsprechend dem Eventualantrag des Beru-
fungsklägers eine stationäre Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB anzuordnen. 
Damit ist auf die Rüge des Berufungsklägers betreffend die Verletzung des Ver-
hältnismässigkeitsgrundsatzes nicht weiter einzugehen, zumal diese Kritik einzig 
bezogen auf die zwangsweise Anordnung einer stationären Massnahme in einer 
Anstalt für junge Erwachsene nach Art. 61  StGB vorgebracht wird, welche mit 
dem vorliegenden Urteil aufgehoben wird.

d) Der Vollständigkeit halber bleibt in diesem Zusammenhang allerdings 
festzuhalten, dass bei einem Scheitern der stationären Suchtbehandlung nach Art. 
60 StGB, eine Unterbringung von A. in einer Massnahmeanstalt nach Art. 61 StGB 
gemäss gutachterlicher Einschätzung nach wie vor zu empfehlen ist (vgl. act. 09.1 
Ziff. 5 S. 2). Die Massnahmeindikation ist also – wie im Übrigen auch bereits wei-
ter oben dargelegt (vgl. E. 2.c. S. 14 f.) – trotz diesbezüglich mangelnder Thera-
piebereitschaft auch in Bezug auf die stationäre Behandlung in einer Anstalt für 
junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB grundsätzlich zu bejahen, weshalb A. im 
Falle eines Scheiterns der Therapie nach Art. 60 StGB mit einer nachträglichen 
Umwandlung der stationären Suchtbehandlung in eine stationäre Massnahme 
gemäss Art. 61 StGB zu rechnen hat.

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3. a) Der Berufungskläger ist mit seinem Hauptantrag, es sei eine 
strafvollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB anzu-
ordnen, nicht durchgedrungen. Indessen wurde sein Eventualbegehren um An-
ordnung einer stationären therapeutischen Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB  
gutgeheissen. Es rechtfertigt sich daher, die Kosten des Berufungsverfahrens je 
hälftig A. und dem Kanton Graubünden zu überbinden (Art. 160 Abs. 3 StPO), 
welcher den Berufungskläger im Rahmen seines Obsiegens angemessen zu ent-
schädigen hat (Art. 160 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über 
die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Hono-
rarverordnung, HV; BR. 310.250) beträgt das Honorar des amtlichen Verteidigers 
Fr. 200.00 pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer. Soweit der amtlich verteidigte 
Angeschuldigte im Rechtsmittelverfahren obsiegt, findet diese Bestimmung aller-
dings keine Anwendung. Mit anderen Worten ist die Höhe des Entschädigungsan-
spruchs des obsiegenden Angeschuldigten unabhängig davon festzusetzen, ob er 
privat oder amtlich verteidigt war (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 2010 
[6B_63/2010 E. 2.4). Das bedeutet, dass A. im Umfang seines Obsiegens, also für 
den hälftigen in der Honorarrechnung ausgewiesenen Aufwand (vgl. act. 11) An-
spruch auf ausseramtliche Entschädigung zum üblichen Stundenansatz von Fr. 
240.00 zuzüglich Mehrwertsteuer hat, womit der Berufungskläger zu Lasten des 
Kantons ausseramtlich mit Fr. 2'100.00 einschliesslich Mehrwertsteuer zu ent-
schädigen ist (Art. 160 Abs. 4 StPO). 

Demgegenüber ist der auf A. entfallende Teil der Kosten der amtlichen Ver-
teidigung auf der Grundlage des reduzierten Stundenansatzes gemäss Art. 5 Abs. 
1 HV zu berechnen, auf dem auch die Honorarnote des amtlichen Verteidigers von 
Fr. 3'553.05 (vgl. act. 11) basiert, und beträgt demzufolge lediglich Fr. 1'776.50 
einschliesslich Mehrwertsteuer (Fr. 3'553.05 : 2).

b) Der auf A. entfallende Teil der Verfahrenskosten sowie der Kosten 
der amtlichen Verteidigung wird vorschussweise vom Kanton Graubünden über-
nommen (Art. 155 Abs. 1 StPO). 

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird dahin entschieden, als die Ziffer 4 des angefochtenen 
Urteils aufgehoben und wie folgt neu gefasst wird:

Der Vollzug der ausgesprochenen Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und 
es wird gestützt auf Art. 60 StGB eine stationäre therapeutische Massnah-
me angeordnet, um die dissoziale Persönlichkeitsstörung und die damit 
verbundene Benzodiazepin-, Opiat-, Kokain- sowie Cannabisabhängigkeit 
von A. zu behandeln.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.00 gehen je zur Hälfte 
zu Lasten von A. und des Kantons Graubünden. Die Kosten der amtlichen 
Verteidigung gehen im Umfang von Fr. 1'776.50 einschliesslich Mehrwert-
steuer zu Lasten von A. und im Umfang von Fr. 2'100.00 einschliesslich 
Mehrwertsteuer zu Lasten des Kantons Graubünden.

Der auf A. entfallende Teil (Fr. 1'000.00 Kosten und Fr. 1'776.50 einsch-
liesslich Mehrwertsteuer amtliche Verteidigung) wird vorschussweise durch 
den  Kanton Graubünden bezahlt.

2. Mitteilung an: