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**Case Identifier:** dee74a71-c29c-5977-945f-ad00ff1a2839
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.05.2008 A-651/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-651-2008_2008-05-29.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-651/2008
{T 0/2}

A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d 
v o m  2 9 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichterin Salome Zimmermann,
Gerichtsschreiber Johannes Schöpf.

X._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (Vorsteuerabzug).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-651/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  mit  Einsprache-
entscheid vom 17. Dezember 2007 die Einsprache der X._______ vom 
2. Juni 2003 abgewiesen und erkannt hat, die Mehrwertsteuerpflichtige 
schulde  für  die  Steuerperioden  zwischen  dem  1.  Quartal  1995  und 
dem 2. Quartal 1997 (Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis 30. Juni 1997) 
hinsichtlich  der  Ergänzungsabrechnung  (EA)  ...  vom  7.  Mai  1998 
bezüglich der Ziff. 3a Fr. ... Mehrwertsteuer zuzüglich 5% Verzugszins 
seit 15. April 1996 (mittlerer Verfall),

dass  die  X._______  mit  Eingabe  vom  31.  Januar  2008  diesen 
Einspracheentscheid beim Bundesverwaltungsgericht angefochten hat,

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht den an-
geforderten  Kostenvorschuss  von  Fr.  ...  fristgerecht  am  15. Februar 
2008 einbezahlt hat,

dass  die  ESTV  mit  dem  wiedererwägungsweise  erlassenen  Ein-
spracheentscheid  vom  15. Mai  2008  die  Einsprache  der  X._______ 
gutgeheissen  und  erkannt  hat,  die  Mehrwertsteuerpflichtige  schulde 
für  die  Steuerperioden  zwischen  dem  1.  Quartal  1995  und  dem  2. 
Quartal  1997  (Zeitraum  vom  1. Januar  1995  bis  30.  Juni  1997) 
hinsichtlich der Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 7. Mai 1998 
bezüglich der Ziff. 3a keine Mehrwertsteuer,

dass  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) be-
urteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass als Vorinstanzen die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden 
gelten,

dass Einspracheentscheide der ESTV im Bereich der Mehrwertsteuer 
vor Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind,

dass die ESTV in Anwendung von Art. 58 VwVG ihren ursprünglichen 
Einspracheentscheid in Wiedererwägung ziehen kann,

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dass  die  ESTV  im  wiedererwägungsweise  erlassenen  Einsprache-
entscheid  vom 15. Mai  2008 dem Rechtsbegehren der  Beschwerde-
führerin entsprochen hat, die Ausführungen der Mehrwertsteuerpflich-
tigen in der Einsprache bzw. Beschwerde haben sich als stichhaltig er-
wiesen (Ziff. 9),

dass das Bundesverwaltungsgericht die Behandlung der Beschwerde 
fortzusetzen  hat,  soweit  diese  durch  die  neue  Verfügung  der  Vor-
instanz nicht gegenstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG); mit-
hin das Verfahren dann abgeschrieben werden kann,  wenn ein pen-
dente  lite  erlassener  Wiedererwägungsentscheid  den  Anträgen  des 
Beschwerdeführers entspricht (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1532/2007 vom 23. November  2007,  A-1750/2007 vom 16. August 
2007,  A-1651/2006  vom  7. August  2007,  A-1481/2006  vom  23.  Juli 
2007,  A-1401/2007  vom  10. Juli  2007;  Entscheide  der  Eidgenössi-
schen  Steuerrekurskommission  vom  18. September  1998,  veröffent-
licht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 63.80 E. 2d mit 
Hinweisen, vom 13. November 1998, veröffentlicht in VPB 63.79 E. 2 
mit Hinweisen),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Vertreterin  der  Beschwerde-
führerin mit Schreiben vom 20. Mai 2008 aufgefordert hat, zu den Aus-
wirkungen  des  wiedererwägungsweise  erlassenen  Einsprache-
entscheids auf das vorliegende Beschwerdeverfahren Stellung zu neh-
men und eine Kostennote einzureichen,

dass die Vertreterin der Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungs-
gericht  am  22.  Mai  2008  mitgeteilt  hat,  das  Beschwerdeverfahren 
könne als gegenstandslos abgeschrieben werden,

dass die Vertreterin der Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungs-
gericht gleichzeitig eine Honorarnote eingereicht hat, in der sie für das 
von  1998  bis  2008  dauernde  Verfahren  (vom  Verlangen  einer  ein-
sprachefähigen Verfügung über das Verfassen der Einsprache an die 
ESTV bis zum Verfassen der Beschwerde an das Bundesverwaltungs-
gericht) ein Honorar von Fr. ... geltend macht,

dass die Vertreterin der Beschwerdeführerin das Total der aufgewen-
deten Stunden wie folgt aufschlüsselt: ... Stunden zu Fr. ...; ... Stunden 
zu Fr. ...; ... Stunden zu Fr. ..., wobei keine Zuordnung der erbrachten 
Stunden und Stundenansätze zu den einzelnen Leistungen erfolgt,

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dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren 
als  durch Wiedererwägung gegenstandslos  geworden abzuschreiben 
ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),

dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, 
deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reg-
lements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass  Vorinstanzen  oder  beschwerdeführenden  und  unterliegenden 
Bundesbehörden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt  werden  (Art. 63 
Abs. 2 VwVG),

dass im vorliegenden Fall keine Verfahrenskosten zu erheben sind und 
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. ... an die Beschwerdeführerin 
nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Abschreibungs-
entscheids zurückzuerstatten ist,

dass nach Art. 68 Abs. 2 MWSTG im Veranlagungsverfahren und im 
Einspracheverfahren  in  der  Regel  keine  Kosten  erhoben  und  keine 
Parteientschädigung  ausgerichtet  wird,  jedoch  vom  Grundsatz  der 
Kostenlosigkeit  dann  abgewichen  werden  kann,  wenn  der  Steuer-
pflichtige das Verfahren schuldhaft verursacht hat (vgl. PETER A. MÜLLER-
STOLL, in mwst.com, ad Art. 68 Rz. 3), und umgekehrt die ESTV eine 
Parteikostenentschädigung nur dann auszurichten hat, wenn ihr eben-
falls ein solches schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden kann (Ur-
teil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1465/2006  vom 27. Juni  2008 
E. 2.3;  Entscheid  der  SRK  vom  8.  Juni  2004,  veröffentlicht  in  VPB 
68.161 E. 5), jedoch solches hier weder dargetan noch ersichtlich ist,

dass  die  eingereichte  Kostennote  der  Vertreterin  der  Beschwerde-
führerin den geltend gemachten Aufwand nicht auf die drei Verfahrens-
stufen  (Entscheidverfahren  –  Einspracheverfahren  –  Beschwerdever-
fahren) aufteilt, weshalb es gerechtfertigt ist, den auf die beiden ersten 
Verfahrensstufen  entfallenden  Aufwand  zu  schätzen  und  einen  ent-
sprechenden Abzug zu machen,

dass  hinsichtlich der Parteientschädigung für das Verfahren vor Bun-
desverwaltungsgericht  gemäss  Art.  15  VGKE  bei  gegenstandslosen 
Verfahren sinngemäss die für die Verfahrenskosten anwendbare Rege-
lung von Art. 5 ff. VGKE heranzuziehen ist,

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dass die ESTV der Beschwerdeführerin, die das von ihr Gewünschte 
erreicht  hat  und  dergestalt  als  obsiegende  Partei  gilt,  eine  Partei-
entschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  Kosten  auszu-
richten hat (Art. 7 Abs. 1 VGKE),

dass Parteikosten dann als  notwendig  gelten,  wenn sie zur  sachge-
rechten und wirksamen Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung un-
erlässlich erscheinen (BGE 131 II 200 E. 7.2), wobei zu dieser Beur-
teilung auf die Prozesslage abzustellen ist, wie sie sich dem Betroffe-
nen im Zeitpunkt  der Kostenaufwendung darbot  (vgl. Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1481/2006 vom 23. Juli 2007; Entscheid des 
Bundesrates vom 24. März 2004, veröffentlicht in VPB 68.87 E. 5),

dass  die  Parteientschädigung  aufgrund  einer  einzureichenden  de-
taillierten Kostennote festzusetzen ist  (Art. 14 VGKE), wobei sich die 
geltend  gemachten  Stundenentschädigungen  im  Rahmen  der  regle-
mentarischen Vorgaben bewegen müssen und auch hier nur der not-
wendige Zeitaufwand zu entschädigen ist (Art. 10 VGKE),

dass  bei  Fehlen einer  (detaillierten)  Kostennote  die  Parteientschädi-
gung aufgrund der Akten festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE),

dass  der  Stundenansatz  für  Anwälte  und  Anwältinnen  mindestens 
Fr. 200.-- und höchstens Fr. 400.--,  für nichtanwaltliche Vertreter und 
Vertreterinnen mindestens Fr. 100.-- und höchstens Fr. 300.-- (zuzüg-
lich Mehrwertsteuer) beträgt (Art. 10 Abs. 2 VGKE),

dass aus der eingereichten Kostennote auch nicht ersichtlich ist, wer 
wie  viel  Zeit  zu  welchem  Stundenansatz  für  den  vorliegenden  Ver-
fahrensabschnitt  aufgewendet  hat  und  die  aufgewendeten  Stunden 
und Stundenansätze nur als "Total" angeführt worden sind,

dass unter diesen Umständen jedoch nicht – wie im Reglement vorge-
sehen – detailliert überprüft werden kann, ob es sich beim geltend ge-
machten  Honorar  um  entschädigungsberechtigten  notwendigen  Auf-
wand  im  Sinne  der  Rechtsprechung  handelt  (vgl.  Abschreibungs-
entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-8524/2007  und 
A-8526/2007 vom 14. April 2008),

dass in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 VGKE über die Entschädigung 
deshalb aufgrund der Akten entschieden werden muss, zumal  ange-
sichts der erwähnten klaren reglementarischen Grundlagen, die aus-

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drücklich eine detaillierte  Kostennote verlangt,  auf  eine Aufforderung 
zur Einreichung einer solchen verzichtet werden kann,

dass die Vertreterin der Beschwerführerin insgesamt ... Stunden gel-
tend macht, von denen wohl der grössere Teil auf die nicht entschädi-
gungsberechtigten Verfahrensstufen entfallen,

dass die eingereichte Beschwerdeschrift  an das Bundesverwaltungs-
gericht lediglich zwei Seiten materielle Erwägungen umfasst,

dass bei einem für dieses Beschwerdeverfahren als maximal zulässi-
gen Stundesatz  von Fr. 300.--  für  nichtanwaltliche  Vertreter  die  Ent-
schädigung auf gesamthaft Fr. ... festzusetzen und die ESTV damit zu 
verpflichten  ist,  der  Beschwerdeführerin  diesen  Betrag  als  Par-
teientschädigung auszurichten.

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das  Beschwerdeverfahren  wird  infolge  Gegenstandslosigkeit  abge-
schrieben.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der geleistete Kostenvor-
schuss  von  Fr.  ...  wird  der  Beschwerdeführerin  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft  des  vorliegenden  Abschreibungsentscheides  zurück-
erstattet.

3.
Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  wird  verpflichtet,  der  Be-
schwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. ... auszurichten.

4.
Dieser Entscheid geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

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Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Salome Zimmermann Johannes Schöpf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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