# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 726bba84-942b-5101-8b02-006710586c76
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 25.10.2022 Z1 2021 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2021-11_2022-10-25.pdf

## Full Text

20220930_121257_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2021 11

Oberrichter lic.iur. P. Huber, Abteilungspräsident
Oberrichter Dr.iur. F. Horber
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiberin MLaw K. Fotsch

Urteil vom 25. Oktober 2022 [rechtskräftig]
(berichtigt mit Urteil vom 31. Oktober 2022)

in Sachen

A.________,
vertreten durch RA lic.iur. B.________
Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger,

gegen

C.________ AG,
vertreten durch RA lic.iur. D.________,
Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte,

betreffend

Forderung aus Arbeitsvertrag
(Berufungen gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug, 2. Abteilung, vom 15. März 2021)

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Rechtsbegehren

Beklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte

Berufung vom 30. April 2021

1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 1.1, 1.2, 1.3, 2. und 3. des Urteils des Kantonsgerichts Zug, 2. Abteilung, 
vom 15. März 2021 (A2 2017 43) aufzuheben und die Klage mit Ausnahme der Dispositiv-Ziffer 1.4 
(Personaldossier) abzuweisen.

2. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zur Ergänzung des Sachverhaltes und 
Neuentscheidung zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers/Berufungsbeklagten (zuzüglich 
7,7 % MWST).

Anschlussberufungsantwort vom 6. September 2021

1. Die Anschlussberufung des Klägers sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers/Berufungsbeklagten (zuzüglich 
7,7 % MWST).

Kläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger

Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 17. Juni 2021

1. Die Berufung der Beklagten sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Es sei die Dispositiv-Ziffer 1.5 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 15. März 2021 
(Geschäfts-Nr.: A2 2017 43) aufzuheben, und die Beklagte, Berufungsklägerin und 
Anschlussberufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Kläger, Berufungsbeklagten und 
Anschlussberufungskläger USD 288'307.63 zuzüglich Zinsen zu 5 % seit dem 15. November 2015 und 
USD 764'842.84 zuzüglich Zinsen zu 5 % seit dem 1. Januar 2014 zu bezahlen sowie 192'205.09 
Aktien der G.________ LLC zu Eigentum und zur freien Verfügung zu verschaffen und dieselben auf 
erstes Verlangen des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers zum Rückkauf 
anzunehmen.

3. Eventualiter sei die Dispositiv-Ziffer 1.5 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 15. März 2021 
(Geschäfts-Nr.: A2 2017 43) aufzuheben, und die Beklagte, Berufungsklägerin und 
Anschlussberufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Kläger, Berufungsbeklagten und 
Anschlussberufungskläger USD 288'307.63 zuzüglich Zinsen zu 5 % seit dem 15. November 2015, 
USD 764'842.84 zuzüglich Zinsen zu 5 % seit dem 1. Januar 2014 sowie den Gegenwert von 
192'205.09 Aktien der G.________ LLC im Betrag von insgesamt USD 6'727'178.15 zuzüglich Zinsen 
zu 5 % seit dem 10. Mai 2015 zu bezahlen.

4. Subeventualiter sei die Dispositiv-Ziffer 1.5 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 15. März 
2021 (Geschäfts-Nr.: A2 2017 43) aufzuheben und das Verfahren zur Vervollständigung des 
Beweisverfahrens und erneuter Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Beklagten, Berufungsklä-
gerin und Anschlussberufungsbeklagten.

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Sachverhalt

1.1 Die C.________ AG (ehemals H.________ AG; nachfolgend: Beklagte) ist eine ________ 
gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in K.________. Sie bezweckt ________ (act. 1/1).

Die Beklagte gehört zur I.________ Gruppe, die zentral durch die I.________ LLC 
(nachfolgend: I.________) mit Sitz in Z.________, Connecticut (USA), gehalten wird. Die 
Aktien der I.________ werden ihrerseits von zwei Gesellschaften gehalten: der G.________ 
LLC (nachfolgend: G.________) sowie der börsenkotierten J.________, Inc. (nachfolgend: 
J.________). Die "effektive Schaltzentrale" der Gruppe ist die J.________ (act. 1 Rz 19 ff. 
und act. 6 Rz II.1 f.).

1.2 A.________ (nachfolgend: Kläger) trat am 11. April 1994 als "Assistant Portfolio Manager" in 
den Dienst der Beklagten. Der entsprechende Arbeitsvertrag datiert vom 1. April 1994. In der 
Folge wurde der Kläger wiederholt befördert. Zuletzt hatte er über viele Jahre die Position 
des "Chef Handel Europa" und damit eines geschäftsführenden Direktors sowie Mitglieds der 
Konzernleitung inne (act. 1 S. 10 und 15; act. 1/5). Am 5. März 2014 kündigte die Beklagte 
das Arbeitsverhältnis fristlos. Die Kündigung wurde dem Kläger vom 
Verwaltungsratspräsidenten der Beklagten zunächst telefonisch eröffnet und auch kurz 
begründet, wobei der genaue Inhalt dieser Begründung zwischen den Parteien umstritten ist. 
Kurz darauf wurde dem Kläger die Kündigung auch schriftlich (ohne Angabe von Gründen) 
eröffnet. Der Kläger bestätigte den Erhalt dieses Schreibens, wies aber gleichzeitig darauf 
hin, dass er mit der Kündigung nicht einverstanden sei (act. 1 Rz 31 f.; act. 1/6). Eine 
unterzeichnete, schriftliche Begründung der Kündigung erhielt der Kläger trotz 
entsprechendem Ersuchen an die Beklagte nicht (act. 1 Rz 37 f.; act. 1/9).

1.3 In der Folge gerieten die Parteien in Streit darüber, welche Ansprüche dem Kläger aus dem 
fristlos beendeten Arbeitsverhältnis noch zustehen.

2.1 Nach erfolglos verlaufenem Schlichtungsverfahren reichte der Kläger am 24. Oktober 2017 
beim Kantonsgericht Zug gegen die Beklagte eine Klage mit folgendem Rechtsbegehren ein 
(act. 1):

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger das vollständige Personaldossier 
herauszugeben.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 1'900'567.95 zuzüglich Zinsen zu 
5 % seit dem 5. März 2014 zu bezahlen.

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger USD 1'264'073.07 zu bezahlen, 
zuzüglich Zinsen zu 5 % 

-  auf dem Betrag von USD 210'922.60 seit dem 15. Dezember 2015, 
-  auf dem Betrag von USD 288'307.63 seit dem 15. November 2015, und
-  auf dem Betrag von USD 764'842.84 seit dem 1. Januar 2014.

4. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 111'447 Aktien der J.________, Inc. zu 
Eigentum und zur freien Verfügung zu verschaffen.

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Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den Gegenwert von 
111'447 Aktien der J.________, Inc. von USD 4'019'401.68 zu bezahlen, zuzüglich 
Zinsen zu 5 % 

-  auf dem Betrag von USD 1'542'765.00 seit dem 10. Mai 2015, 
-  auf dem Betrag von USD 1'378'525.38 seit dem 10. Mai 2016, und
-  auf dem Betrag von USD 1'098'111.30 seit dem 10. Mai 2017.

5. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger 192'205.09 Aktien der G.________ LLC 
zu Eigentum und zur freien Verfügung zu verschaffen und dieselben auf erstes 
Verlangen des Klägers zum Rückkauf anzunehmen.

Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den Gegenwert von 
192'205.09 Aktien der G.________ LLC im Betrag von insgesamt USD 6'727'178.15 
zuzüglich Zinsen zu 5 % seit dem 10. Mai 2015 zu bezahlen.

6. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ein Arbeitszeugnis mit folgendem Inhalt 
auszustellen:

Arbeitszeugnis

[…]

Zug, 30. Juni 2014

7. Der Rechtsvorschlag der Beklagten in der Betreibung Nr. ________ des 
Betreibungsamtes K.________, Zahlungsbefehl vom 6. März 2017, sei im 
klagegutheissenden Umfang zu beseitigen.

8. Der Kläger behält sich eine Mehrforderung und eine Nachklage ausdrücklich vor.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der 
Beklagten.

2.2 In der Klageantwort vom 30. Januar 2018 beantragte die Beklagte die kostenfällige 
Abweisung der Klage, sofern darauf einzutreten sei (act. 6).

2.3 In der Replik vom 8. Mai 2018 (act. 9) und der Duplik vom 4. September 2018 (act. 12) 
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Kläger äusserte sich zudem am 10. Oktober 
2018 im Rahmen seines unbedingten Replikrechts zu den Dupliknoven und beantragte die 
Edition diverser Unterlagen sowie die Befragung von Zeugen (act. 16).

2.4 Mit Beweisverfügung vom 2. Mai 2019 ordnete der erstinstanzliche Referent die Befragung 
der Zeugen L.________ und M.________ an. Im Weiteren forderte er die Beklagte zur 
Edition von Unterlagen im Zusammenhang mit dem möglichen Anspruch des Klägers auf 
Aktien der G.________ auf (act. 22). Darauf reagierte die Beklagte mit Eingabe vom 13. Mai 
2019, wobei sie bestritt, solche Unterlagen zu besitzen, und ausserdem geltend machte, 
dass der Kläger bezüglich der Edition dieser Unterlagen gar kein Rechtsschutzinteresse 
habe (act. 23).

2.5 Während L.________ am 19. Dezember 2019 als Zeuge einvernommen werden konnte 
(act. 45), misslang eine rechtshilfeweise Befragung von M.________ in Deutschland, weil 

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dieser offenbar nicht (mehr) an der von der Beklagten angegebenen Adresse wohnhaft war, 
sondern sich nach Iran abgemeldet hatte. Der erstinstanzliche Referent verzichtete daraufhin 
mit Entscheid vom 4. Mai 2020 auf die Einvernahme dieses Zeugen und schloss das 
Beweisverfahren ab (act. 55). Da aufgrund der Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung 
gegen die Covid-19-Pandemie zu jener Zeit keine Verhandlungen stattfinden konnten, 
nahmen die Parteien schriftlich mit je zwei "Parteivorträgen" zum Beweisergebnis Stellung: 
der Kläger mit Eingaben vom 15. Juni und 31. August 2020 (act. 58 und 64), die Beklagte mit 
Eingaben vom 17. August und 5. Oktober 2020 (act. 62 und 69).

2.6 Am 15. März 2021 fällte das Kantonsgericht Zug, 2. Abteilung, folgenden Entscheid (act. 72; 
Verfahren A2 2017 43):

1.1 Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 449'000.95 (CHF 321'500.95 
netto zuzüglich CHF 127'500.00) nebst Zins zu 5 % ab 5. März 2014 sowie 
USD 210'922.60 nebst Zins zu 5 % ab 14. Februar 2016 zu bezahlen, und es wird 
festgehalten, dass der Kläger die Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes 
K.________ im Umfang von CHF 449'000.95 nebst Zins zu 5 % ab 5. März 2014 
sowie im Umfang von USD 210'922.60 nebst Zins zu 5 % ab 14. Februar 2016 
fortsetzen kann. 

1.2 Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger 111'447 Aktien der J.________, Inc. zu 
Eigentum zu verschaffen. 

1.3 Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger ein Arbeitszeugnis mit folgendem Inhalt 
aus- und zuzustellen: 

Arbeitszeugnis

Herr A.________, geboren am tt.mm.jjjj, heimatberechtigt in ________, stand in 
unserem Unternehmen vom 14. April 1994 bis 30. Juni 2014 in einem vollzeitlichen 
Anstellungsverhältnis.

Herr A.________ trat bei uns als Händlerassistent ein und wurde dank seiner 
guten Leistungen jjjj zum Händler ernannt. Er arbeitete sich in der Folge zum 
Deputy Chef Handel hoch und wurde jjjj als Partner in unsere Group 
aufgenommen. jjjj ernannten wir Herrn A.________ per interim zum Chef Handel 
Europa. Ab jjjj übernahm er diese Funktion definitiv und wurde gleichzeitig in die 
Konzernleitung aufgenommen. Diese besteht heute aus weltweit 15 
Geschäftsleitern, wobei neben Herrn A.________ ein weiterer ausserhalb der USA 
arbeitete.

In seiner Funktion als geschäftsführender Direktor der H.________ AG war Herr 
A.________ für 16 Länder mit 40 Handelsplattformen verantwortlich. Sein grosses 
Fachwissen, welches er sich in den ersten fünf Jahren als Aktienhändler und als 
Spezialist für Aktienderivate und Indizes Derivate erworben hat, halfen mit, den 
Handel in vielen Ländern aufzubauen. Herr A.________ war in diesen Märkten 
auch verantwortlich für die Lancierung verschiedener neuer Produkte wie 
________. Dazu gehörten auch das Handels- und Emissionsgeschäft mit Scheinen 
und dem damit verbundenen weitförmigen Setup.

Herr A.________ erbrachte während all der Jahre eine ausgezeichnete und 
überdurchschnittliche Leistung. Wir verdanken ihm eine für uns geleistete, 
wertvolle Aufbauarbeit. In einer schwierigen und äusserst anspruchsvollen Phase 

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des weltweiten Marktes gelang es Herrn A.________, H.________ AG als Neuling 
im europäischen Markt zu etablieren. Seine von ihm angewandte, erfolgreiche 
Strategie wurde von den Märkten positiv aufgenommen. Erfolgreiche Reputation 
und Vertrauen im Markt bildeten für Herrn A.________ die Grundlage für die 
längerfristig aufgebauten Marktanteile.

Herr A.________ arbeitete sehr zielorientiert und effizient. Er verstand es 
ausgezeichnet, seine ihm unterstellten Teammitglieder erfolgreich und menschlich 
angenehm zu führen. Mit seinem motivierenden Führungsverständnis gelang es 
Herrn A.________ besonders gut, auch bei anspruchsvollen Herausforderungen, 
entgegenkommend und dennoch zielorientiert vorzugehen. Vorgesetzte und 
Aussenstehende empfanden ihn ebenfalls als sehr umgänglich, aufmerksam und 
freundlich.

Herr A.________ verlässt unsere Organisation mit dem heutigen Tag. Wir verlieren 
mit Herrn A.________ eine hervorragende Führungspersönlichkeit und einen 
ausgezeichneten Händler, der den automatisierten elektronischen Handel von 
Wertpapieren sowohl im Kunden- als auch im Eigenhandel fundiert kennt. Herr 
A.________ wird heute als fachlich hochstehender Spezialist weit über die 
Landesgrenzen hinaus geschätzt und anerkannt. Wir danken ihm für seine 
langjährige, hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine Zukunft 
viel Erfolg und alles Gute.

Zug, 30. Juni 2014

1.4 Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger das vollständige Personaldossier 
herauszugeben.

1.5 Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 150'000.00 Entscheidgebühr

Die Gerichtskosten werden zu zwei Dritteln dem Kläger (= CHF 100'000.00) und zu 
einem Drittel der Beklagten (= CHF 50'000.00) auferlegt und mit dem vom Kläger 
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 150'000.00 verrechnet. Die Beklagte hat 
dem Kläger den Kostenvorschuss im Umfang von CHF 50'000.00 sowie die Kosten 
des Schlichtungsverfahrens im Umfang von CHF 400.00 zu ersetzen.

3. Der Kläger hat der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 72'159.00 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]

3. Gegen diesen Entscheid liess die Beklagte mit Eingabe vom 30. April 2021 beim Obergericht 
des Kantons Zug innert Frist Berufung mit dem eingangs erwähnten Rechtsbegehren 
einreichen (act. 73). In der Berufungsantwort vom 17. Juni 2021 schloss der Kläger auf 
kostenfällige Abweisung der Berufung und erhob gleichzeitig Anschlussberufung mit dem 
eingangs erwähnten Rechtsbegehren (act. 77). In der Anschlussberufungsantwort vom 
6. September 2021 beantragte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der 
Anschlussberufung (act. 81). 

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Ein zweiter Schriftenwechsel und eine Berufungsverhandlung wurden nicht durchgeführt. 
Hingegen äusserte sich der Kläger zur Anschlussberufungsantwort im Rahmen seines un-
bedingten Replikrechts mit Eingabe vom 17. September 2021 (act. 83).

Erwägungen

1.1 Die örtliche und sachliche Zuständigkeit der Zuger Gerichte wird von den Parteien im 
Berufungsverfahren zu Recht nicht (mehr) beanstandet, weshalb ohne Weiteres auf die 
zutreffenden Ausführungen in E. 1.1 des angefochtenen Entscheids verwiesen werden kann.

1.2 Dispositiv-Ziff. 1.4 des angefochtenen Entscheids (Herausgabe Personaldossier) blieb 
unangefochten, weshalb der Entscheid insofern bereits in Rechtskraft erwachsen ist. 
Dasselbe gilt, soweit die Vorinstanz einen anteilsmässigen Anspruch des Klägers auf 
Auszahlung eines Cash-Bonus von brutto CHF 345'667.00 für das Jahr 2014 verneint hat 
(act. 73 Rz 57 und act. 77 Rz 132). Diese Klagepunkte bilden demnach nicht mehr 
Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens.

1.3 Weiter ist in prozessualer Hinsicht vorab Folgendes festzuhalten:

Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten 
Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das 
Berufungsverfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht der 
Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur 
des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. 
Entsprechend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei 
muss die Berufungsklägerin aufzeigen, inwiefern und weshalb sie den angefochtenen 
Entscheid in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb 
(zulässige) Noven oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen 
Anforderungen nachzukommen, genügt es nicht, wenn die Berufungsklägerin lediglich auf 
ihre Vorbringen vor erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere 
Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise 
kritisiert. Vielmehr muss sie im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die 
sie beanstandet, sich mit ihnen argumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke 
nennen, auf denen ihre Kritik beruht. Die Begründung muss hinreichend explizit sein, sodass 
sie von der Berufungsinstanz einfach nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_598/2019 vom 23. Dezember 2019 E. 3.1 m.w.H., insbesondere auf BGE 
142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 E. 4.3.1).

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraus-
setzung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich eines bestimmten 
Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die Berufungsinstanz darauf 
nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet nicht von einer gehörigen 
Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine Pflicht des Berufungs-
gerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich nicht um 
einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (vgl. Urteile des 

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Bundesgerichts 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 5A_342/2020 vom 4. März 
2021 E. 3.3, je m.w.H.).

2. Die Beklagte beanstandet zunächst, die Vorinstanz habe keine den gesetzlichen 
Anforderungen genügende Beweisverfügung erlassen.

2.1 Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen Folgendes vor (act. 73 Rz 8-16):

2.1.1 Die Beweisverfügung vom 2. Mai 2019 (act. 22) habe nur einen Teil der Klagepunkte, nämlich 
den Kündigungsgrund, die Höhe der Strafzahlung nach Art. 337c Abs. 3 OR und die Aktien der 
G.________ behandelt. Andere Klagepunkte, wie namentlich der Bonus für das Jahr 2014, die 
Abgangsentschädigung, die Aktien der J.________, die Dividenden auf den Aktien und die 
Vorteile aus Tax Benefits Shares seien in der Beweisverfügung überhaupt nicht behandelt 
worden, obwohl die diesbezüglichen Forderungen und Sachvorbringen des Klägers bestritten 
gewesen seien und beide Parteien zahlreiche Urkunden und Befragungen von Zeugen und 
Parteien zum Beweis und Gegenbeweis der jeweiligen Behauptungen offeriert hätten. 
Bezüglich dieser Themen sei somit bis zum angefochtenen Entscheid völlig unklar geblieben, 
welche Sachvorbringen das Gericht für entscheidrelevant und beweisbedürftig erachtet habe, 
welche Beweismittel zugelassen und abgenommen würden sowie welche Partei den 
Hauptbeweis und welche den Gegenbeweis zu erbringen habe. Es habe dazu schlicht gänzlich 
an einer Beweisverfügung gefehlt.

Zudem habe die Vorinstanz zu den Beweisthemen, die behandelt worden seien, lediglich 
pauschal und abstrakt i.S.v. Art. 8 ZGB festgehalten, welche Partei die Beweislast trage. 
Art. 154 ZPO und das rechtliche Gehör verlangten jedoch eine Beweisverfügung im 
konkreten Streitfall, die sich mit den strittigen und relevanten Tatsachen des konkreten Falles 
und den dazu offerierten und zugelassenen Beweismitteln befasse. Welche konkreten 
Sachvorbringen das Gericht als entscheidrelevant und beweisbedürftig erachtet habe, 
welche Beweismittel zugelassen und abgenommen würden und welche Partei für welches 
konkrete Sachvorbringen den Hauptbeweis und welche den Gegenbeweis zu erbringen 
habe, sei der Beweisverfügung vom 2. Mai 2019 nicht zu entnehmen. Dasselbe gelte für die 
Beweisthemen, zu denen die Zeugen M.________ und L.________ befragt werden sollten. 
Die Beweisverfügung vom 2. Mai 2019 lege offensichtlich kein "Programm" für die 
Beweiserhebung fest. Sie entspreche weder den Anforderungen von Art. 154 ZPO noch den 
Anforderungen, die in E. 1.5 des angefochtenen Entscheids formuliert worden seien. Die 
Vorinstanz habe Art. 154 ZPO und das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt, was diese im 
erstinstanzlichen Verfahren bereits mehrfach gerügt habe.

2.1.2 Dass gerade vorliegend eine Beweisverfügung wichtig gewesen wäre, zeige erstens der Um-
stand, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in zahlreichen Punkten der Beklagten 
lapidar unterstellt habe, den Beweis nicht erbracht zu haben, ohne sich auch nur mit einem 
Wort zu den von der Beklagten dazu offerierten Beweisen zu äussern. Die Vorinstanz habe 
die entsprechenden Beweisofferten der Beklagten entweder übersehen oder ignoriert, was 
durch eine ordnungsgemässe Beweisverfügung hätte vermieden werden können. Zweitens 
habe sich das für die Parteien transparente Beweisverfahren auf punktuelle Sachverhalte 
bezüglich des wichtigen [Kündigungs-]Grundes "reduziert". Welche Beweise die Vorinstanz zu 
anderen Themen der Klage abnehme oder nicht abnehme, was strittig sei, wer für welche 

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Tatsachenbehauptung die Beweislast trage usw. sei völlig offengeblieben. Den Parteien sei 
es damit auch nicht möglich gewesen, sich im Rahmen der Schlussvorträge substanziell zum 
Beweisergebnis zu äussern.

2.1.3 Der fehlende Erlass einer hinreichenden Beweisverfügung trotz mehrfacher Aufforderung 
seitens der Beklagten stelle einen schwerwiegenden Verfahrensmangel dar, der zur 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen müsse. Die Sache sei daher an die 
Vorinstanz zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, eine Beweisverfügung zu erlassen 
und gestützt darauf das Verfahren mit dem Beweisverfahren fortzusetzen.

2.2 Vor der Beweisabnahme werden die erforderlichen Beweisverfügungen getroffen. Darin 
werden insbesondere die zugelassenen Beweismittel bezeichnet und es wird bestimmt, 
welcher Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- oder der Gegenbeweis obliegt. 
Beweisverfügungen können jederzeit abgeändert oder ergänzt werden (Art. 154 ZPO); sie 
sind prozessleitende Verfügungen im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZPO (Leu, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 
154 ZPO N 24; Brönnimann, Berner Kommentar, 2012, Art. 154 ZPO N 5; Gasser/Rickli, 
Schweizerische Zivilprozessordnung – Kurzkommentar, 2. A. 2014, Art. 124 ZPO N 3 und 
Art. 154 ZPO N 1).

Der Wortlaut von Art. 154 ZPO lässt viel Raum für Interpretationen und seine Entstehungs-
geschichte ist komplex (vgl. Wuillemin, Beweisführungslast und Beweisverfügung nach der 
Schweizerischen ZPO [Beweisverfügung], 2018, N 80 ff.; ders., Probleme der Beweisver-
fügung nach Art. 154 ZPO [Probleme], ZZZ 2022, S. 12 ff., 17 ff.). Viele grundlegende Fragen 
zur Beweisverfügung sind deshalb umstritten und die praktische Handhabung unterscheidet 
sich zwischen den verschiedenen Kantonen und Gerichten erheblich (vgl. Wuillemin, Pro-
bleme, a.a.O., S. 15 f.). Die Meinungen, wie die ideale oder auch nur die korrekte 
Beweisverfügung auszusehen hat, gehen entsprechend weit auseinander. Wird die Thematik 
im Rahmen eines konkreten Gerichtsverfahrens diskutiert, darf jedoch nicht aus den Augen 
verloren werden, dass prozessuale Vorschriften kein Selbstzweck sind. Das Zivilprozessrecht 
ist vielmehr darauf ausgerichtet, dem materiellen Recht zum Durchbruch zu verhelfen (sog. 
dienende Funktion des Zivilprozessrechts). Die Berufungsinstanz hat dementsprechend nicht 
abstrakt zu prüfen, ob eine Beweisverfügung in diesem oder jenem Punkt lege artis erlassen 
wurde. Für sie ist letztlich entscheidend, ob und inwieweit eine Partei allenfalls beschwert ist, 
d.h. ob ihr aus dem Fehlen einer (korrekten) Beweisverfügung ein erheblicher Nachteil 
entsteht und ob insbesondere ihr grundrechtlicher Anspruch auf Gewährung des rechtlichen 
Gehörs verletzt worden ist (vgl. dazu Urteil des Obergerichts Zug Z1 2020 1 vom 27. 
November 2020 E. 2.2.1-2.2.3 und Urteil des Bundesgerichts 4A_30/2021 E. 4.1 m.w.H.; 
4A_541/2013 vom 2. Juni 2014 E. 3.4; 4A_78/2014 bzw. 4A_80/2014 vom 23. September 
2014 E. 8.1; Wuillemin, Probleme, a.a.O., S. 20). Offenbar verkennt dies die Beklagte, wenn 
sie – losgelöst von allfälligen, konkret von ihr erlittenen Nachteilen – geltend macht, der 
angefochtene Entscheid sei bereits deshalb aufzuheben und an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, weil die Beweisverfügung der Vorinstanz vom 2. Mai 2019 den 
Anforderungen von Art. 154 ZPO nicht genüge.

2.3 Aber auch sonst kann der Beklagten nicht gefolgt werden. Die Beklagte stört sich primär daran, 
dass mehrere von ihr offerierte Beweise von der Vorinstanz nicht abgenommen worden sind. 

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Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, hat die Vorinstanz auf die Abnahme weiterer Beweis-
mittel aber zu Recht verzichtet. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz ohnehin nicht verpflichtet 
war, nicht zugelassene Beweismittel in der Beweisverfügung zu erwähnen, was sich bereits 
aus dem Wortlaut von Art. 154 ZPO ergibt. Inwiefern der Beklagten aufgrund der 
Nichterwähnung der nicht abgenommenen Beweismittel in der Beweisverfügung vom 2. Mai 
2019 ein Nachteil entstanden sein soll, ist deshalb von vornherein nicht ersichtlich. Soweit die 
Beklagte sodann behauptet, es sei ihr nicht möglich gewesen, sich in den Schlussvorträgen 
substanziell zum Beweisergebnis zu äussern, überzeugen ihre Ausführungen ebenfalls nicht. 
Im Entscheid vom 4. Mai 2020 teilte der Referent im erstinstanzlichen Verfahren den Parteien 
unter anderem mit, dass das Beweisverfahren abgeschlossen sei, weshalb den Parteien 
Gelegenheit zu geben sei, zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (act. 55 S. 3 7. Lemma). 
Den Parteien war somit spätestens zu diesem Zeitpunkt klar, dass keine weiteren Beweise 
abgenommen würden. Weshalb es der Beklagten bei dieser Ausgangslage verwehrt gewesen 
sein soll, sich substanziell zum Beweisergebnis zu äussern, ist nicht nachvollziehbar. Die 
Beklagte legt denn auch nicht dar, welche entscheidenden Äusserungen sie konkret im 
Schlussvortrag gemacht hätte, wenn die Beweisverfügung alle ihrer Ansicht nach erforderlichen 
Informationen enthalten hätte. Inwiefern sich die Beweisverfügung konkret zu ihrem Nachteil 
ausgewirkt haben soll, legt die Beklagte somit nicht rechtsgenügend dar und ist auch nicht 
ersichtlich. Sie ist mit ihrer Kritik deshalb nicht zu hören.

3. In materieller Hinsicht ist zwischen den Parteien nach wie vor umstritten, ob die von der 
Beklagten ausgesprochene fristlose Kündigung gerechtfertigt war.

3.1 Gemäss Art. 337 OR kann der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis 
jederzeit aus wichtigen Gründen fristlos auflösen (Abs. 1). Als wichtiger Grund gilt namentlich 
jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die 
Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Abs. 2). Über das 
Vorhandensein eines wichtigen Grundes zur fristlosen Kündigung entscheidet das Gericht 
nach seinem Ermessen (Abs. 3).

3.1.1 Nach der Rechtsprechung zu Art. 337 OR ist eine fristlose Kündigung durch die Arbeitgeberin 
nur bei besonders schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese müssen 
einerseits objektiv geeignet sein, die für das Arbeitsverhältnis wesentliche Vertrauensgrundlage 
zu zerstören oder zumindest so tiefgreifend zu erschüttern, dass der Arbeitgeberin die 
Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zuzumuten ist, und anderseits auch tatsächlich dazu 
geführt haben. Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, müssen sie trotz Verwarnung 
wiederholt vorgekommen sein. Die Treuepflicht des Arbeitnehmers (Art. 321a Abs. 1 OR) gilt 
für leitende Angestellte in erhöhtem Masse, weshalb eine Verletzung dieser Pflicht durch 
solche Angestellte schwerer wiegt. Ob die dem Arbeitnehmer vorgeworfene Pflichtverletzung 
die erforderliche Schwelle erreicht, lässt sich nicht allgemein sagen, sondern hängt von den 
konkreten Umständen des Einzelfalls ab. Das Gericht hat in seiner Würdigung die Position und 
die Verantwortung des Arbeitnehmers ebenso zu berücksichtigen wie die Art und die Dauer des 
Arbeitsverhältnisses, die Art und die Schwere des vorgeworfenen Fehlverhaltens und die 
verbleibende Zeit bis zur ordentlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Je kürzer diese 
Dauer ist, umso gewichtiger muss der angeführte Grund sein, um zur fristlosen Entlassung zu 
berechtigen (Urteil des Bundesgerichts 4A_393/2020 vom 27. Januar 2021 E. 4.1.1; 

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4A_296/2020 vom 6. August 2020 E. 1.3.1 m.H.; 4A_349/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.2; 
4A_625/2016 vom 9. März 2017 E. 3.2; BGE 142 III 579 E. 4.2; 130 III 28 E. 4.1).

3.1.2 In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass Straftaten, die der Arbeitnehmer im Rahmen 
seiner Arbeitstätigkeit oder auch im Privatleben zu Lasten der Mitarbeiter, des Arbeitgebers, 
aber auch von Kunden oder Dritten begeht, einen wichtigen Grund für eine fristlose 
Entlassung ohne vorgängige Verwarnung bilden können. Allerdings kommt es auch in diesen 
Fällen massgebend auf die Umstände des Einzelfalls an, insbesondere auf die Schwere der 
Straftat und ob die Straftat unmittelbare Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis hat (Urteil 
des Bundesgerichts 4A_7/2018 vom 18. April 2018 E. 4.2.2; 4A_625/2016 vom 9. März 2017 
E. 6.2 m.w.H.).

Kündigt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer aufgrund von Anschuldigungen, die von einem 
anderen Mitarbeiter oder von einem Kunden erhoben werden, wird vom Arbeitgeber erwartet, 
dass er zuvor eine umfassende Untersuchung durchführt oder durchführen lässt, eventuell 
durch einen externen Beauftragten, wenn die Anschuldigung schwerwiegend ist. Dem an-
gezeigten Arbeitnehmer sind dabei Verfahrensgarantien vergleichbar einer strafrechtlichen 
Untersuchung einzuräumen, z.B. die Möglichkeit, seine Verteidigung vorzubereiten, einen 
Rechtsbeistand hinzuzuziehen und Beweise erheben zu lassen. Der Arbeitgeber muss sich 
bemühen, die angezeigten Tatsachen zu überprüfen. Im Lichte von Art. 328 Abs. 1 OR muss 
der Arbeitnehmer zudem Gelegenheit haben, seinen Standpunkt angemessen zu verteidigen, 
wenn seine Ehre angegriffen wird. Im Übrigen können die Anforderungen an die vom 
Arbeitgeber zu beachtenden Schritte nicht abstrakt festgelegt werden; sie hängen vielmehr 
von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab (Urteil des Bundesgerichts 4A_694/2015 
vom 4. Mai 2016 E. 2.4).

3.1.3 Die Beweislast für die Tatsachen, aus denen die Berechtigung zur fristlosen Kündigung 
abgeleitet wird, obliegt der Partei, welche die fristlose Kündigung erklärt hat (Art. 8 ZGB; Urteil 
des Bundesgerichts 4A_169/2016 vom 12. September 2016; BGE 130 III 213 E. 3.2). Es gilt 
das reguläre Beweismass. Der reguläre (strikte) Beweis gilt als erbracht, wenn der Richter von 
der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Er muss nach objektiven Gesichtspunkten 
vom Vorliegen der Tatsache überzeugt sein. Die Verwirklichung der Tatsache braucht indessen 
nicht mit Sicherheit festzustehen, sondern es genügt, wenn der Richter am Vorliegen der 
behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel 
als leicht erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 5A_578/2021 vom 24. Februar 2022 E. 3.3.3.3 
m.w.H.).

3.2 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Ergebnis, dass die Beklagte die von ihr 
geltend gemachten Gründe für die fristlose Kündigung nicht nachgewiesen habe und die 
fristlose Kündigung daher ungültig sei. Sie führte dazu zusammengefasst Folgendes aus 
(act. 72 E. 3-3.6):

3.2.1 Die Beklagte habe zur Begründung der fristlosen Kündigung im Wesentlichen vorgebracht, 
der Kläger habe über mehrere Jahre den ihm unterstellten Mitarbeiter M.________ dazu 
missbraucht, sich an die Adresse von dessen Eltern in Deutschland Pakete mit wertvollem 
Inhalt liefern zu lassen. M.________ habe diese Pakete anschliessend unter Umgehung des 
Zolls dem Kläger in die Schweiz bringen müssen. Dabei habe der Kläger M.________ 

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wissentlich und willentlich dem Risiko ausgesetzt, sich strafbar zu machen. Dazu habe er 
dreist die Wohnadresse der Eltern von M.________ als seine private Lieferadresse 
angegeben, ohne diese zu fragen, ob ihnen das recht sei, und ohne sich dafür erkenntlich zu 
zeigen. Dies habe der Kläger auch fortgesetzt, als M.________ krankheitshalber längerfristig 
arbeitsunfähig gewesen sei. M.________ habe dies sehr belastet. Er habe sich vom Kläger 
stark abhängig und unter Druck gesetzt gefühlt. Nachdem M.________ deswegen bei der 
eidgenössischen Zollverwaltung eine Selbstanzeige erstattet habe, habe der Kläger zudem 
seine Rolle als Vorgesetzter missbraucht, um M.________ zu einem Rückzug der Anzeige zu 
bewegen. Dazu habe er sich unangemeldet zu den Eltern von M.________ begeben und dort 
verschiedene Drohungen ausgesprochen. Ausserdem habe er einen weiteren Mitarbeiter, 
L.________, dazu gezwungen, M.________ sowohl am 21. Februar 2014 als auch am 
24. Februar 2014 mit Drohungen zum Rückzug der Strafanzeige zu bewegen.

3.2.2 Der Kläger habe bestätigt, dass er sich Pakete an die Adresse der Eltern von M.________ 
habe liefern lassen. Die Beklagte habe jedoch nicht nachgewiesen, dass er dabei 
widerrechtlich gehandelt habe. Das genannte Vorgehen sei nämlich grundsätzlich legal und 
im Grenzgebiet denn auch weit verbreitet. Es ermögliche, die im Verhältnis zu anderen 
Staaten höheren Einkaufspreise zu umgehen, welche Onlinehändler bei Einkäufen mit Liefer- 
oder IP-Adresse in der Schweiz typischerweise verlangen würden. Bis zum Freibetrag von 
CHF 300.00 werde keine Mehrwertsteuer (Einfuhrsteuer nach Art. 1 Abs. 2 lit. c MWSTG) 
erhoben, sofern die Waren für den privaten Gebrauch oder zum Verschenken bestimmt seien 
(Wertfreigrenze nach Art. 53 Abs. 1 lit. a MWSTG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 EFD-VO; SR 641.204). 
Eine spiegelgleiche Wertfreigrenze gelte auch für die Verzollung (Art. 5 Abs. 1 
Reisendenverkehrsverordnung; SR 631.251.1). Bis zum Freibetrag von CHF 300.00 wäre das 
dem Kläger vorgeworfene Verhalten somit nicht strafbar gewesen und ein Nachweis dafür, 
dass der Kläger diesen Freibetrag überschritten habe, habe die Beklagte nicht erbracht. Das 
Strafverfahren gegen den Kläger sei mit Verfügung vom 17. April 2014 denn auch eingestellt 
worden. Im Übrigen hätte selbst eine Verurteilung des Klägers aufgrund des vorgeworfenen 
Mehrwertsteuerdelikts nicht ausgereicht, um eine fristlose Entlassung des Klägers zu 
rechtfertigen. Eine weitere Zusammenarbeit wäre nämlich auch nach dem entsprechenden 
Delikt zumutbar gewesen, da man die vorgeworfene Übertretung nicht als schwer bezeichnen 
könne, sei doch keine erhöhte kriminelle Energie dafür notwendig, sich vereinzelt Pakete über 
die Grenze bringen zu lassen und so die (geringen) Zollgebühren und Mehrwertsteuern 
darauf umgehen zu können. Nach der Darstellung der Beklagten habe der Kläger dieses 
Delikt zwar wiederholt begangen. Nichts weise jedoch darauf hin, dass der Kläger sich in 
seinen 20 Jahren bei der Beklagten im Übrigen nicht korrekt verhalten habe. In Anbetracht 
seines beruflichen Aufstiegs sei sogar vom Gegenteil auszugehen. Auch stehe das 
vorgeworfene Delikt nicht im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Klägers oder 
des dazu angeblich missbrauchten Mitarbeiters M.________ und schädige den Ruf der 
Beklagten als Arbeitgeberin daher nicht.

3.2.3 Ferner sei die angebliche psychische Belastung von M.________ weder glaubhaft noch 
objektiv nachvollziehbar, habe dieser seine "Dienstleistung" doch über mehrere Jahre und 
nicht nur dem Kläger, sondern auch mehreren anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. 
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen von M.________ basierten wohl – wie die Beklagte 
selber ausführe – auf dessen traumatischen Erlebnissen im Zusammenhang mit zwei 
Raubüberfällen. Sodann werde auch nicht geltend gemacht, M.________ habe sich bis zur 

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Strafanzeige je gegen seine "Dienstleistung" gewehrt. Somit vermöge auch der dem Kläger 
vorgeworfene Missbrauch eines untergebenen Arbeitnehmers zur Ausführung des (ohnehin 
nicht erstellten) MWST-Delikts eine fristlose Entlassung nicht zu rechtfertigen. Die angeb-
lichen Drohungen des Klägers gegenüber M.________, dessen Eltern E.________ und 
F.________ sowie L.________ seien ebenfalls nicht nachgewiesen. L.________ habe im 
Rahmen der Zeugenbefragung den Inhalt des Gesprächsprotokolls vom 3. März 2014 nicht 
bestätigt, sondern erklärt, er sei damals unter Druck gewesen, da er im Konflikt zwischen der 
Arbeitgeberin und dem Kläger – als seinem Vorgesetzten – gestanden habe (auch wenn ihm 
keine "Vorgaben" zu den Antworten erteilt worden seien und sich der Zeuge auch nicht daran 
habe erinnern können, ob er sich bei den Antworten frei gefühlt habe). Das Gespräch vom 
3. März 2014 habe – gemäss L.________ – stattgefunden, da die Beklagte den Kläger habe 
"raushaben" wollen. Der Versuch, M.________ rechtshilfeweise einzuvernehmen, sei 
erfolglos geblieben. Der Inhalt des Befragungsprotokolls vom 4. März 2014 habe somit nicht 
verifiziert werden können. 

3.2.4 Entgegen der Auffassung der Beklagten könne sodann nicht unbesehen auf dieses 
Befragungsprotokoll abgestellt werden. So habe der Zeuge L.________ bestätigt, dass er 
"damals unter Druck gewesen" sei, was auch beim Zeugen M.________ nicht 
ausgeschlossen werden könne. Zudem sei es für eine Würdigung von (schriftlichen) 
Aussagen relevant, unter welchen Umständen sie gemacht worden seien. Im Übrigen sei es 
in Verfahren wie dem vorliegenden Aufgabe der Parteien, dem Gericht die Beweisofferten zu 
unterbreiten, wozu auch die Adressen von Zeugen gehörten. Die öffentliche Publikation der 
Zeugenvorladung sei sodann erst nach Aktenschluss beantragt worden. Die Befragung von 
Personen zu einem Sachverhalt, den sie nicht selber wahrgenommen hätten, helfe – wie im 
vorliegenden Fall – in der Regel nicht weiter und sei daher zu unterlassen. Selbst wenn aber 
auf die von der Beklagten eingereichten Gesprächsprotokolle abgestellt würde, wären die 
angeblichen Drohungen des Klägers nicht ausreichend, um eine fristlose Kündigung zu 
rechtfertigen. Insbesondere angesichts seiner langen Tätigkeit für die Beklagte von beinahe 
20 Jahren hätte die Beklagte den Kläger zuerst verwarnen müssen. Für ein solches 
Vorgehen spreche auch die relativ kurze ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten Die 
Zeugenbefragung von E.________ und F.________ zur Verifizierung des Inhalts des 
Gesprächsprotokolls vom 7. März 2014 habe somit unterbleiben können, da selbst dann, 
wenn dieser Inhalt bestätigt würde, kein Grund für eine fristlose Kündigung gegeben wäre. 
Die geforderte objektive Schwere eines Vorfalls sei nur mit grosser Zurückhaltung 
anzunehmen, wenn sich das Verhalten nicht direkt auf die Arbeitsleistung auswirke.

3.2.5 Um die ausserordentliche Kündigung doch noch rechtfertigen zu können, hätte die Beklagte 
sodann den Nachweis dafür erbringen müssen, dass sie alles ihr Zumutbare vorgenommen 
habe, um ihrer Aufklärungspflicht nachzukommen. Dies gelinge ihr nicht, da sie nicht 
nachweisen könne, dass sie im Rahmen ihres – nur zwei Tage andauernden – internen 
Untersuchungsverfahrens dem Kläger ausreichend ermöglicht habe, sich zu verteidigen. Der 
Inhalt des letzten Gesprächs zwischen den Parteien sei umstritten und nicht nachgewiesen. 
Ausserdem habe die Beklagte weder nachgewiesen noch mache sie überhaupt geltend, den 
Kläger vorgängig ausreichend informiert zu haben, sodass er sich auf dieses Gespräch hätte 
vorbereiten können. Folglich sei es dem Kläger auch nicht möglich gewesen, seine 
Verteidigung vorzubereiten, geschweige denn jemanden zu organisieren, welcher ihn während 
des Gesprächs hätte unterstützen können. Auch die Möglichkeit, entlastende Beweismittel zu 

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sammeln, sei ihm verwehrt worden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts reiche 
diese Nichtgewährung des rechtlichen Gehörs bereits aus, um einer fristlosen 
Verdachtskündigung die Legitimität zu entziehen.

Angesichts der langen Anstellungsdauer des Klägers sowie seiner Stellung bei der Beklagten 
und da sich ihr Verdacht im Kündigungszeitpunkt nur auf die Aussagen von M.________ und 
L.________ gestützt habe, wären Zweifel bezüglich der Vorwürfe angebracht gewesen. Dies 
gelte insbesondere deshalb, weil M.________ damals seit über einem halben Jahr aus psy-
chischen Gründen arbeitsunfähig und sein Arbeitsverhältnis zur Beklagten bereits gekündigt 
gewesen sei. Darüber hinaus entstehe der Anschein, die Beklagte habe bereits vor dem ab-
schliessenden Gespräch den Beschluss zur fristlosen Kündigung getroffen oder doch stark 
damit gerechnet. Hierfür spreche, dass die Beklagte vor dem abschliessenden Gespräch un-
bestrittenermassen bereits alle notwendigen Dokumente für die Kündigung vorgefertigt und 
einen Sicherheitsmann für den Konfliktfall organisiert habe. Insgesamt habe die Beklagte 
jedenfalls nicht nachweisen können, dass sie ein internes Untersuchungsverfahren im notwen-
digen Ausmass durchgeführt habe, das die unrechtmässige fristlose Verdachtskündigung doch 
noch hätte rechtfertigen können.

3.2.6 Somit stehe fest, dass die Beklagte den Kläger in ungerechtfertigter Weise fristlos entlassen 
habe.

3.3 Die Beklagte bringt dagegen mehrere Rügen vor. Zunächst beanstandet sie, die Vorinstanz 
halte in E. 3.2 "lapidar" fest, die Beklagte habe nicht nachgewiesen, dass der Kläger 
widerrechtlich gehandelt habe, weil die Beklagte keinen Nachweis dafür erbracht habe, dass 
die Pakete, die sich der Kläger durch M.________ habe in die Schweiz liefern lassen, den 
Freibetrag von CHF 300.00 überschritten hätten. Diese Feststellung sei aktenwidrig und 
verletze das Recht der Beklagten auf Beweis.

3.3.1 Zur Begründung führt die Beklagte aus, sie habe in Rz 11 der Klageantwort die Aussagen 
von M.________ zusammengefasst, die dieser in der internen Untersuchung gemacht habe. 
Als Beweis habe sie die Zeugenbefragung von M.________ und ihres Rechtsanwalts 
D.________ offeriert, der M.________ damals befragt habe, sowie das Befragungsprotokoll 
von M.________ als Beweisurkunde eingereicht. Die Befragung von M.________ als Zeuge 
sei gescheitert, weil dieser der Beklagten eine falsche Adresse angegeben und sich damit 
einer Befragung entzogen habe. Die beiden anderen Beweismittel der Beklagten habe die 
Vorinstanz schlicht ignoriert. Das Befragungsprotokoll (act. 6/3 S. 2) erbringe den 
Urkundenbeweis dafür, dass M.________ für den Kläger unter Umgehung der Einfuhrsteuer 
ein Paket im Wert von EUR 10'000.00 und damit weit über dem Freibetrag von CHF 300.00 
über die Grenze gebracht habe. Der Rechtsanwalt der Beklagten könne bezeugen, dass 
M.________ die protokollierte Aussage ihm gegenüber am 4. März 2014 gemacht habe.

3.3.2 In Rz 12 der Klageantwort habe die Beklagte zudem die Aussagen der Eltern von 
M.________ zitiert, die diese im Rahmen der internen Untersuchung am 6. März 2014 
gegenüber dem Rechtsanwalt der Beklagten im Beisein von M.________ gemacht hätten. 
Diese hätten unter anderem ausgesagt, es habe einmal ein grosses und schweres Paket von 
einem sehr exklusiven Auktionshaus für den Kläger gegeben, von dem es "geheissen" habe, 
es sei etwas sehr Wertvolles bzw. sehr Teures drin, wobei sie nicht gewusst hätten, was drin 

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gewesen sei. Zum Beweis habe die Beklagte die Befragung von M.________, dessen Eltern 
und des Rechtsanwalts der Beklagten als Zeugen sowie das Wortprotokoll der Befragung 
(act. 6/4) als Beweisurkunde offeriert. Auch diese Beweise habe die Vorinstanz kommentarlos 
ignoriert.

3.3.3 Weiter habe die Beklagte Fotos von den Paketen, die der Kläger von M.________ in die 
Schweiz habe schmuggeln lassen, ins Recht gelegt. Wie die Beklagte in Klageantwort Rz 13 
und Duplik Rz 107 ausgeführt habe, würden diese Fotos beweisen, dass sich der Kläger 
Pakete an die Adresse der Eltern von M.________ habe liefern lassen. Ausserdem sehe man 
auf den Fotos die Absender der Pakete. Es handle sich dabei um Händler teurer Sammler-
Modelleisenbahnen bzw. um die Inhaberin einer Auktionshalle, die unter anderem ebenfalls 
antike Modelleisenbahnen verkaufe. Deshalb habe die Beklagte geltend gemacht, dass die 
Pakete auf den Fotos antike Eisenbahnmodelle und/oder andere Waren enthalten würden, 
und zwar jeweils mit einem Warenwert über der Zollfreigrenze von CHF 300.00. Zum Beweis 
habe die Beklagte die Edition der entsprechenden Kaufbelege durch den Kläger, eventualiter 
von den jeweiligen Absendern, sowie deren Befragung als Zeugen beantragt. Sämtliche von 
der Beklagten offerierten Beweise seien von der Vorinstanz wiederum kommentarlos 
ignoriert worden.

3.3.4 Mit der Abnahme dieser Beweise könne die Beklagte den Beweis dafür erbringen, dass der 
Kläger gegen das MWSTG verstossen und dazu den ihm unterstellten Mitarbeiter 
M.________ missbraucht habe. Indem der Kläger M.________ über den Paketinhalt und 
dessen Wert angelogen habe, habe er M.________ zudem vorsätzlich dem Risiko 
ausgesetzt, sich beim Transport dieser Pakete in die Schweiz strafbar zu machen (act. 73 
Rz 19 ff.).

3.4 Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist in tatsächlicher Hinsicht unbestritten, dass 
M.________ für den Kläger Pakete vom Domizil seiner Eltern in Deutschland in die Schweiz 
brachte (vgl. act. 72 E. 3.2). Hingegen ist unter anderem umstritten, ob die so importierten 
Güter zumindest teilweise einen Wert von mehr als CHF 300.00 hatten, sodass deren un-
deklarierte Einfuhr in die Schweiz als widerrechtlich im Sinne des Mehrwertsteuergesetzes 
(MWSTG) zu qualifizieren wäre. Diesbezüglich gilt im Reisendenverkehr ein Freibetrag von 
CHF 300.00 (Art. 53 Abs. 1 lit. a MWSTG i.V.m. Art. 1 lit. c und Art. 2 Verordnung des EFD 
über die steuerbefreite Einfuhr von Gegenständen in kleinen Mengen, von unbedeutendem 
Wert oder mit geringfügigem Steuerbetrag). Irrtümlich wird im angefochtenen Entscheid 
zudem erwähnt, dass auch für die Verzollung eine spiegelgleiche Wertfreigrenze gelte. Die 
Reisendenverkehrsverordnung, auf die sich die Vorinstanz stützte, ist jedoch seit dem 1. Mai 
2007 nicht mehr in Kraft. Zwar sieht auch die neue Zollverordnung grundsätzlich eine 
Wertfreigrenze von (nur) CHF 300.00 im Reisendenverkehr vor (Art. 66 Abs. 1 Zollverordnung 
[ZV], SR 631.01). Das Eidgenössische Finanzdepartement, das gemäss Art. 68 Abs. 3 ZV die 
Pauschalansätze festlegt, schreibt eine Verzollung seither aber nur noch für gewisse 
landwirtschaftliche Produkte, alkoholische Getränke, Tabakwaren und Treibstoffe vor. Alle 
anderen Waren für den Eigenverbrauch sind seit dem 1. Mai 2007 im Reisendenverkehr 
zollfrei (vgl. Art. 2 und 3 i.V.m. Anhang 1 Zollverordnung des EFD [in den Fassungen, die bis 
zum 1. Juli 2014 in Kraft waren], SR 631.011). Die "Kuriertätigkeit" von M.________ begann 
gemäss dessen eigenen Angaben erst ungefähr im Jahr 2011 (act. 6/3 S. 3), weshalb 
jedenfalls das neue Recht zur Anwendung kam. Dass die Pakete, die M.________ für den 

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Kläger in die Schweiz brachte, landwirtschaftliche Produkte, alkoholische Getränke, 
Tabakwaren oder Treibstoffe enthalten hätten, hat die Beklagte nicht geltend gemacht. Eine 
Widerrechtlichkeit dieser Handlungen aufgrund des Zollgesetzes fällt deshalb – 
vorausgesetzt, die bestellten Waren dienten dem Privatgebrauch – ungeachtet des Werts der 
jeweiligen Pakete ausser Betracht. Dass die Pakete Modelleisenbahnen enthalten hätten, mit 
denen der Kläger später gehandelt habe, hat die Beklagte zwar behauptet (act. 12 Rz 109), 
aber nicht nachgewiesen. Die blosse Tatsache, dass der Kläger Gesellschafter und 
Geschäftsführer einer GmbH ist, die unter anderem den Handel, Import und Export von 
Modelleisenbahnen bezweckt (act. 12/18), genügt dafür nicht.

3.5 Die Beklagte ist der Auffassung, sie habe bewiesen – oder hätte bei Abnahme der von ihr 
offerierten Beweismittel zumindest beweisen können –, dass die transportierten Pakete 
teilweise einen Wert von deutlich über CHF 300.00 gehabt hätten. Sie habe zum Beweis 
dieser Tatsache die Protokolle der Befragung von M.________, von dessen Eltern und von 
L.________ sowie Fotos von einigen Paketen eingereicht. Ausserdem habe sie die 
Zeugenbefragung von M.________, von dessen Eltern und von ihrem Rechtsanwalt, der die 
protokollierten Befragungen durchgeführt habe, sowie von den Absendern der Pakete, die 
auf den eingereichten Fotos erkennbar seien, angeboten. Schliesslich habe sie die Edition 
der Kaufbelege zu den fotografierten Paketen entweder durch den Kläger oder durch die 
Absender beantragt. Die Vorinstanz habe ihre Beweismittel aber ignoriert.

3.5.1 Das Recht auf Beweis ist in Art. 152 ZPO gesetzlich vorgesehen und wird auch aus Art. 8 ZGB 
abgeleitet. Demnach hat die beweispflichtige Partei einen bundesrechtlichen Anspruch darauf, 
für rechtserhebliche bestrittene Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, wenn ihr 
Beweisantrag nach Form und Inhalt den Vorschriften des anwendbaren Prozessrechts 
entspricht. Das Recht auf Beweis schliesst eine vorweggenommene (antizipierte) Würdigung 
von Beweisen jedoch nicht aus. Eine solche liegt vor, wenn das Gericht zum Schluss kommt, 
ein an sich taugliches Beweismittel vermöge seine Überzeugung von der Wahrheit oder 
Unwahrheit einer strittigen Tatsache, die es insbesondere aufgrund der bereits abgenommenen 
Beweise gewonnen hat, nicht zu erschüttern. Bei dieser Überlegung hat das Gericht zu 
unterstellen, dass das Beweismittel zu Gunsten der Partei ausfällt, die es angerufen hat, und 
dafür spricht, dass die zu beweisende Tatsache zutrifft. Das Gericht kann auf eine Abnahme 
beantragter Beweismittel verzichten, wenn es ohne Willkür in vorweggenommener 
Beweiswürdigung annehmen durfte, eine weitere Beweiserhebung würde seine Überzeugung 
nicht beeinflussen. Der Gehörsanspruch ist nur dann verletzt, wenn einem Beweismittel von 
vornherein jede Erheblichkeit abgesprochen wird, ohne dass hierfür sachliche Gründe vorliegen 
(Urteil des Bundesgerichts 4A_412/2019 vom 27. April 2020 E. 4.2.1; 4A_285/2019 vom 
18. November 2019 E. 4.1 f.).

3.5.2 Im Übrigen ist das Gericht lediglich zur Abnahme von tauglichen Beweismitteln verpflichtet. 
Auf die Abnahme von Beweisen kann das Gericht daher auch dann verzichten, wenn es die 
beantragte Beweiserhebung von vornherein für nicht geeignet hält, die behauptete Tatsache 
zu beweisen (sog. unechte antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 2.1.1.2; 5A_723/2017 vom 17. Dezember 2018 E. 6.4.1). 
Verzichtet das Gericht (spätestens im Endentscheid) definitiv auf die Abnahme von 
Beweismitteln, hat es dies entsprechend zu begründen, weil ansonsten eine sachgerechte 
Anfechtung des Entscheids nicht möglich ist. Dies ergibt sich aus dem Anspruch der Parteien 

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auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, vgl. Sogo/Naegeli, in: Oberhammer/Domej/Haas 
[Hrsg.], Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 239 ZPO N 5 f. 
m.H.).

3.6 Die Kritik der Beklagten ist insofern berechtigt, als sich die Vorinstanz tatsächlich nicht dazu 
geäussert hat, wie sie die erwähnten Urkundenbeweise gewürdigt hat und weshalb sie – im 
Zusammenhang mit dem Wert der Pakete – auf die Abnahme der Zeugenbeweise und auf 
eine Edition verzichtet hat. Insofern verletzt der angefochtene Entscheid das Recht der 
Beklagten auf rechtliches Gehör. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des 
rechtlichen Gehörs kann jedoch ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den 
Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist 
darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die 
Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf 
und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 
Sache nicht zu vereinbaren wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_1022/2015 vom 29. April 
2016 E. 5.3 m.H.). 

Das Obergericht prüft die Vorbringen der Beklagten als Berufungsinstanz mit voller Kognition. 
Wie nachfolgend darzulegen ist, hat die Vorinstanz zudem im Ergebnis zu Recht auf die 
Abnahme der umstrittenen Beweismittel verzichtet. Auch ist der Vorinstanz beizupflichten, 
wenn sie zum Schluss kam, es sei nicht erwiesen, dass die Pakete zumindest teilweise einen 
Wert von über CHF 300.00 aufgewiesen hätten. Eine Rückweisung würde bei dieser 
Ausgangslage einem unnötigen formalistischen Leerlauf gleichkommen, weshalb davon 
abzusehen ist.

3.7.1 Zur (antizipierten) Würdigung der offerierten und abgenommenen Beweise ist vorab 
festzuhalten, dass der Kläger im Rahmen seines Gegenbeweises eine Einstellungsverfügung 
der Eidgenössischen Zollverwaltung vom 17. April 2014 eingereicht hat (act. 1/11). Daraus 
geht hervor, dass die Eidgenössische Zollverwaltung zwar gegen den Kläger ein Verfahren 
wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen das MWSTG eröffnete, das Verfahren am 
17. April 2014 – nachdem unbestrittenermassen eine Hausdurchsuchung durchgeführt 
worden war (vgl. act. 6 Rz 12 S. 14 unter Verweis auf act. 6/4; act. 9 Rz 247) – nach kurzer 
Zeit aber bereits wieder einstellte. Damit ist zwar nicht ausgeschlossen, dass (einzelne) 
Pakete mit einem Wert von über CHF 300.00 eingeführt wurden, was von den Behörden 
allenfalls übersehen wurde oder wofür es im Zeitpunkt der Untersuchung keine Beweise 
mehr gab, weshalb der Beklagten der Hauptbeweis grundsätzlich immer noch gelingen 
könnte. An diesen Beweis waren (und sind) aufgrund der eingestellten 
Verwaltungsstrafuntersuchung jedoch deutlich höhere Anforderungen zu stellen.

3.7.2 Die Beklagte reichte zum Beweis ihrer Tatsachendarstellung insgesamt drei 
"Befragungsprotokolle" ein: Ein erstes, welches den Inhalt der von L.________ am 3. März 
2014, 11:20-11:50 Uhr, gegenüber N.________ und dem (per Telefon zugeschalteten) 
Rechtsvertreter der Beklagten gemachten Äusserungen wiedergeben soll. Als Protokollführer 
wird in diesem Dokument der Rechtsvertreter der Beklagten bezeichnet (act. 6/2). An der 

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gerichtlichen Zeugenbefragung gab L.________ dann jedoch an, er selbst habe das Protokoll 
führen müssen (act. 45 Ziff. 20). Unterzeichnet ist dieses Dokument von niemandem. Weiter 
gibt es ein "Befragungsprotokoll" von einer Befragung von M.________ vom 4. März 2014, 
10:00 Uhr. Diese Befragung wurde gemäss Protokoll ebenfalls vom Rechtsvertreter der 
Beklagten durchgeführt, wobei zusätzlich O.________ als Protokollführerin und Zeugin 
("Minutes/Witness") zugegen gewesen sein soll. Dieses Dokument ist von M.________ und 
vom Rechtsvertreter der Beklagten unterzeichnet, nicht aber von der "Zeugin" und 
Protokollführerin O.________ (act. 6/3). Das dritte Dokument soll den Inhalt einer 
Besprechung wiedergeben, die am 7. März 2014 – also bereits nach der fristlosen Kündigung 
– zwischen 15:45 und 17:00 Uhr am Wohnort der Eltern von M.________ in Deutschland 
stattgefunden haben soll. Teilnehmer sollen wiederum der Rechtsvertreter der Beklagten, der 
die Eltern von M.________ befragte, die Eltern selbst und zudem M.________ gewesen sein. 
Wer in diesem Fall das Protokoll führte, geht aus dem Dokument nicht hervor. Auch trägt es 
keine Unterschriften (act. 6/4).

3.7.2.1 Wie die Beklagte grundsätzlich zutreffend festhält, handelt es sich bei diesen Beweismitteln 
um (private) Urkunden i.S.v. Art. 177 ZPO. Als solche unterliegen sie aber der freien 
Würdigung durch das Gericht (Art. 157 ZPO). Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, 
dass zwei der drei "Befragungsprotokolle" (act. 6/2 und 6/4) weder von den befragten 
Personen noch vom Protokollführer unterzeichnet sind. In diesen beiden Fällen ist zudem 
unklar, wer die Protokolle überhaupt verfasste und wann dies geschah. Falls die undatierten 
und nicht unterzeichneten Protokolle – genauso wie die Rechtsschriften auch – vom 
Rechtsvertreter der Beklagten erstellt wurden, fragt sich zudem, inwiefern sie sich überhaupt 
noch von (substanziierten) Parteibehauptungen unterscheiden. In beiden Fällen würde es 
sich dann nämlich lediglich um schriftliche Behauptungen eines Parteivertreters handeln. Die 
blosse Tatsache, dass die "Befragungsprotokolle" getrennt von den Rechtsschriften als 
Beweismittel eingereicht wurden, kann nicht ausreichen, um ihnen eine erhöhte Beweiskraft 
zukommen zu lassen. So oder anders ist die Beweiskraft dieser Urkunden jedenfalls von 
vornherein ausgesprochen gering.

3.7.2.2 Zudem wäre der Beklagten bezüglich des Werts der Pakete selbst dann nicht geholfen, wenn 
erstellt wäre, dass die Eltern von M.________ die im "Befragungsprotokoll" festgehaltenen 
Aussagen (act. 6/4) tatsächlich so gemacht haben. Über den Inhalt der Pakete wussten die 
Eltern von M.________ nämlich offenbar nichts Konkretes. Sie sollen vielmehr ausdrücklich 
erklärt haben, dies habe sie nicht interessiert. Ansonsten sollen sie zu diesem Thema lediglich 
angegeben haben, dass es bei einem grossen Paket "geheissen" habe, es habe etwas sehr 
Wertvolles bzw. Teures enthalten. Die Eltern von M.________ entnahmen dies offenbar einer 
Äusserung des "Lieferanten", der auch empfohlen habe, das Paket "ganz sicher" zu verwahren. 
Das Paket sei von einem sehr exklusiven Auktionshaus geliefert worden (act. 6/4 S. 2). Ab 
welchem Wert ein Gegenstand "wertvoll" oder "teuer" ist, ist aber erst einmal subjektiv. Zudem 
ist nicht bekannt, wie der "Lieferant" (dabei dürfte es sich letztlich um einen nicht fachkundigen 
Spediteur gehandelt haben) zur Auffassung gelangte, dass das Paket sehr "wertvoll" sei. 
Folglich könnte die Zuverlässigkeit dieser Angabe ebenfalls nicht gewürdigt bzw. eingeschätzt 
werden. Aufgrund der blossen Tatsache, dass der Paketbote das Paket als wertvoll oder teuer 
bezeichnet haben soll, kann deshalb nicht als erwiesen betrachtet werden, dass der Wert des 
Pakets CHF 300.00 überstieg. Dasselbe gilt für den Umstand, dass es offenbar von einem 
"sehr exklusiven" Auktionshaus gekommen sei. Letztlich handelt es sich in beiden Fällen um 

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blosse Indizien, die einen Wert des fraglichen Pakets von mehr als CHF 300.00 als plausibel 
erscheinen lassen. Wären diese Indizien – z.B. aufgrund einer Zeugenaussage – erstellt, würde 
das allenfalls genügen, um einen Wert von über CHF 300.00 glaubhaft zu machen. Ein strikter 
Beweis ist damit aber nicht zu erbringen.

3.7.2.3 Ferner unterscheidet sich das Protokoll der Befragung von M.________ am 4. März 2014 
von den anderen beiden Protokollen im Wesentlichen dadurch, dass es von M.________ und 
vom Rechtsvertreter der Beklagten auf der letzten Seite datiert und unterzeichnet wurde. 
Insofern ist dieses Dokument als schriftliche Zeugenbescheinigung zu qualifizieren. Als 
solche wird die schriftliche Erklärung eines Dritten bezeichnet, mit welcher er bestätigt, eine 
bestimmte Tatsache wahrgenommen zu haben. Dabei handelt es sich nicht um ein 
eigenständiges Beweismittel, sondern um eine Urkunde, die eine Behauptung enthält. 
Schriftliche Zeugenbescheinigungen haben dabei regelmässig einen geringen Beweiswert für 
die darin gemachte Aussage, weil der Verfasser einer Zeugenbescheinigung weder einer 
prozessualen Wahrheitspflicht unterliegt noch Sanktionen des Gerichts zu befürchten hat. 
Eine solche Urkunde kann eine formelle Zeugen- oder Parteiaussage keinesfalls ersetzen 
(Urteil des Bundesgerichts 5A_907/2020 vom 30. März 2021 E. 2.4.1; Schmid/Baumgartner, 
in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], a.a.O., Art. 177 ZPO N 5 und Art. 169 N 11 f.). Hinzu 
kommt, dass der Zeuge, der lediglich eine schriftliche Erklärung verfasst (oder wie hier: ein 
Protokoll unterzeichnet), sich nicht der Gegenpartei und deren Ergänzungsfragen stellen 
muss.

Vorliegend bestätigten M.________ und der Rechtsvertreter der Beklagten mit ihrer 
Unterschrift, das Gespräch wie im Protokoll dokumentiert geführt zu haben. Dies erhöht zwar 
den Beweiswert von act. 6/3 gegenüber den beiden undatierten und nicht unterzeichneten 
"Befragungsprotokollen" (act. 6/2 und 6/4). Dennoch handelt es sich nach dem Gesagten 
weiterhin um einen von vornherein schwachen Beweis für die darin festgehaltenen 
Behauptungen von M.________. 

3.7.2.4 Hinzu kommt die besondere Rolle von M.________ im vorliegenden Prozess. Ganz 
allgemein ist in Bezug auf die Glaubwürdigkeit von M.________ als Zeuge festzuhalten, dass 
dieser dem Kläger im Zeitpunkt der Befragung nicht neutral gegenübergestand. Gemäss 
seinen eigenen Angaben in der Zeugenbescheinigung traf er den Kläger im November 2013 
zu einer Besprechung, um zu klären, wie er nach seiner krankheitsbedingten Abwesenheit in 
den Betrieb der Beklagten reintegriert werden könnte. M.________ habe selbst vorerst nur in 
einem 20%-Pensum arbeiten wollen, was der Kläger abgelehnt habe. Dieser habe ihm 
gesagt, wenn er nicht 100 % arbeiten könne, werde er im Januar 2014 entlassen ("[He] said 
if I can't work 100 % I will be fired in January" [act. 6/3 S. 7]). Kurz darauf, d.h. im Dezember 
2013, machte M.________ eine Selbstanzeige wegen der Warentransporte, womit er den 
Kläger erheblich belastete und die zu einer Hausdurchsuchung beim Kläger führte. Später 
kam es dann tatsächlich zur Kündigung gegenüber M.________, was sicherlich nicht zur 
Entspannung des Verhältnisses zwischen ihm und dem Kläger beigetragen hat. Hinzu 
kommt, dass M.________ offenbar vernommen hatte, dass der Kläger bei der Beklagten 
herumerzählt habe, M.________ sei gar nicht wirklich krank ("[…] I know he was joking 
around […], he said I wouldn't have a real sickness, just try to stay home and do nothing" 
[act. 6/3 S. 7]). Die protokollierte Befragung fand am 4. März 2014 und damit in sehr nahem 
zeitlichem Zusammenhang zu all diesen Ereignissen statt. Mithin standen M.________ und 

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der Kläger damals mitten in einem persönlichen Konflikt, der M.________ durchaus zu den 
für den Kläger belastenden Aussagen veranlasst haben könnte. Aus diesem Grund ist es für 
die Würdigung von act. 6/3 von besonderer Bedeutung, dass sich M.________ einer 
formellen Befragung als Zeuge im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens entzogen 
hat. Dieser Umstand lässt jedenfalls ernsthafte Zweifel daran aufkommen, ob er noch zu 
seinen damaligen – im emotional aufgeladenen Zustand abgegebenen – Aussagen steht, 
zumal er offensichtlich nicht bereit ist, diese auch in Anwesenheit des Klägers und unter 
strafbewehrter Wahrheitspflicht zu wiederholen. Im Gegenzug spricht einiges dafür, dass es 
sich bei den Anschuldigungen gegenüber dem Kläger um eine Racheaktion von M.________ 
gehandelt haben könnte, mit der dieser heute nichts mehr zu tun haben will.

Im Ergebnis kommt auch act. 6/3 trotz der Unterzeichnung durch M.________ angesichts der 
gescheiterten Zeugenbefragung nur ein sehr geringer Beweiswert zu.

3.7.2.5 Dass M.________ zum Nachteil des Klägers zumindest übertriebene Aussagen gemacht haben 
könnte, trifft konkret insbesondere auf seine – für den Wert der transportierten Pakete einzig 
relevante – Behauptung zu, dass er in einem Paket, das er für den Kläger habe zurückschicken 
müssen, ein Signal für eine Modellanlage mit einem Preisschild von EUR 10'000.00 gesehen 
habe. Auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass ein besonderes Sammelstück einen solchen 
Preis erreicht, erscheint dieser für ein blosses Signal doch exorbitant hoch. Auf Ebay, wo der 
Kläger unter anderem seine Bestellungen aufgegeben haben soll, wird das teuerste Signal 
derzeit für weniger als CHF 1'000.00 angeboten. Die weit überwiegende Mehrheit der 
Angebote ("10'000.00+" von "11'000+" Angeboten) liegen preislich unter CHF 70.00. 586 
Ergebnisse werden zu einem Preis zwischen CHF 70.00 und 300.00 angeboten. Nur gerade 22 
Angebote liegen über CHF 300.00 
(<https://www.ebay.ch/sch/262316/i.html?_from=R40&_nkw=mo-
delleisenbahn+signale&_sop=3> [besucht am 7. Oktober 2022]). Wie hoch der Preis tatsächlich 
war, den M.________ gesehen hat – sofern er überhaupt einen gesehen hat –, lässt sich 
deshalb ohne formelle Zeugenbefragung nicht erhärten.

3.7.3 Als weitere Urkunden hat die Beklagte Fotos von Paketen eingereicht, die der Kläger an die 
Adresse der Eltern von M.________ bestellt hat (act. 6/5). Die Absender dieser vier Pakete, 
die für den Kläger an die Adresse ________, Deutschland (die Adresse der Eltern von 
M.________), geliefert wurden, waren P.________ aus München, "Q.________" aus Wien, 
R.________ aus Gütersloh und S.________ aus T.________. Ein Datum (12. März 2013) ist 
nur auf dem Paket von S.________ erkennbar. Dass der Kläger Pakete an die Adresse der 
Eltern von M.________ liefern liess, ist aber – wie schon erwähnt – anerkannt, sodass diese 
Fotos für sich allein keinen Beweiswert haben.

3.7.4 Dem von der Beklagten gestützt auf die Fotos (act. 6/5) gestellten Beweisantrag, der Kläger 
oder die jeweiligen Absender seien zur Edition der zu den fotografierten Paketen gehörigen 
Kaufbelege zu verpflichten, kann sodann nicht gefolgt werden. Ein Editionsverfahren setzt 
hinreichend bestimmte Behauptungen voraus und die zum Beweis vorgesehene Edition darf 
nicht zur Tatsachenausforschung dienen (Urteil des Bundesgerichts 4A_433/2011 vom 
27. Januar 2012 E. 3.5.2). Die Beklagte hat nicht geltend gemacht, bei einem der Pakete 
habe es sich um jenes Paket gehandelt, das nach Angaben der Eltern von M.________ "sehr 
wertvoll" gewesen sein soll. Auch andere konkrete Anhaltspunkte, dass es sich gerade bei 

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diesen Paketen um solche mit einem Warenwert von über CHF 300.00 gehandelt haben soll, 
liegen nicht vor. Daran ändert nichts, dass es sich bei den Absendern um 
Modelleisenbahnhändler bzw. um die Inhaberin der Auktionshalle T.________ handelt. 
Sowohl in den Modelleisenbahnshops von P.________ alias "________" und R.________ 
alias "________" auf Ebay als auch bei der Auktionshalle T.________ gibt es bereits ab 
wenigen Euro Waren zu kaufen (vgl. <________> [alle abgerufen am 7. Oktober 2022]). Das 
Einholen von Kaufbelegen aufgrund einer blossen Vermutung der Beklagten läuft deshalb 
auf einen unzulässigen Ausforschungsbeweis hinaus. Die Vorinstanz hat daher zu Recht 
darauf verzichtet. Dasselbe gilt im Übrigen für die Befragung der erwähnten Absender als 
Zeugen. Dass diese nach rund 10 Jahren noch aus eigener Erinnerung Angaben zu einer 
konkreten Bestellung machen könnten, ist zudem ausgesprochen unwahrscheinlich, wenn 
nicht sogar auszuschliessen, womit es sich auch um einen von vornherein untauglichen 
Beweis handelt.

Im Übrigen ist davon auszugehen, dass im Rahmen der beim Kläger durchgeführten 
Hausdurchsuchung sämtliche allenfalls beim Kläger noch vorhandenen Belege überprüft 
wurden. Etwas anderes hat die Beklagte nicht geltend gemacht. Dabei wurden offenbar keine 
Unregelmässigkeiten entdeckt, ansonsten das Verfahren gegen den Kläger nicht eingestellt 
worden wäre. Auf eine Edition von Belegen beim Kläger konnte und kann auch aus diesem 
Grund verzichtet werden.

3.7.5 Schliesslich hat die Beklagte die Befragung ihres Rechtsvertreters sowie der Eltern von 
M.________ als Zeugen offeriert. Die Vorinstanz konnte indessen auch auf die Abnahme 
dieser Beweismittel verzichten. Zwar fällt ein Parteivertreter als Zeuge nicht grundsätzlich 
ausser Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_118/2016 vom 19. April 2016 E. 2.1 und 
4A_140/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.3). Vorliegend ist die Befragung des Rechtsvertreters der 
Beklagten aber als untauglich zu betrachten, könnte dieser doch aus eigener Wahrnehmung 
höchstens bestätigen, dass die Befragungen wie protokolliert stattgefunden hätten, wobei 
wiederum davon auszugehen ist, dass er sich heute, d.h. rund 8 Jahre später, an den Inhalt 
der Gespräche nicht mehr im Detail erinnern kann. Aufgrund seiner offenkundigen 
Interessenbindung wären seine Aussagen zudem auch mit grosser Zurückhaltung zu 
würdigen. Vor allem aber vermöchte seine Befragung den Beweis für die Richtigkeit der 
Angaben der von ihm befragten Personen nicht zu erbringen. Gerade darauf käme es jedoch 
an. Daher konnte auch auf die Befragung der Eltern von M.________ in antizipierter 
Beweiswürdigung verzichtet werden. Selbst wenn sie die Aussagen gemäss act. 6/4 
bestätigen würden, würde dies nicht für den (strikten) Beweis genügen, dass der Wert der 
Pakete zumindest teilweise CHF 300.00 überstieg (vgl. dazu vorne E. 3.7.2.2). 

3.7.6 Zusammengefasst durfte die Vorinstanz ohne Verletzung des Rechts der Beklagten auf 
Beweis auf weitere Beweisabnahmen verzichten und feststellen, dass die Beklagte den 
Beweis für ein vom Kläger begangenes Mehrwertsteuerdelikt nicht erbracht hat. Die 
Berufung der Beklagten ist in diesem Punkt abzuweisen.

3.8.1 Die Beklagte moniert weiter, der Vorinstanz könne nicht gefolgt werden, wenn sie in E. 3.2 
ausführe, selbst eine Verurteilung des Klägers aufgrund des vorgeworfenen 
Mehrwertsteuerdelikts hätte nicht ausgereicht, um dessen fristlose Entlassung zu 

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rechtfertigen. Die Vorinstanz blende dabei aus, dass der Kläger nicht einfach wegen des 
Verdachts der Umgehung der Mehrwertsteuer fristlos entlassen worden sei, sondern weil er

- hierfür den ihm unterstellten Mitarbeiter M.________ missbraucht und diesen 
vorsätzlich dem Risiko ausgesetzt habe, sich strafbar zu machen;

- die Wohnadresse der Eltern von M.________ als seine private Lieferadresse 
missbraucht habe, ohne die Eltern zu fragen, ob ihnen das recht sei und ohne sich 
dafür erkenntlich zu zeigen;

- am Freitag, 21. Februar 2014, versucht habe, über einen anderen, ihm unterstellten 
Mitarbeiter, L.________, Druck auf M.________ auszuüben;

- am Samstag, 22. Februar 2014, unangemeldet um 8.30 Uhr bei den Eltern von 
M.________ erschienen sei und diese während Stunden unter Druck gesetzt habe, auf 
ihren Sohn einzuwirken, damit dieser die Selbstanzeige zurückziehe, wobei er den 
Eltern unmissverständlich zu verstehen gegeben habe, dass er in der Lage und gewillt 
sei, ihren Sohn beruflich und finanziell zu ruinieren und seine Zukunft zu zerstören, 
wenn dieser nicht spure, und die Eltern gleich zu Beginn des Gesprächs gezielt mit 
dem Hinweis verängstigt habe, dass er zuhause eine geladene Pistole habe, und ihre 
Bemerkung, dass sie dieses Gespräch nicht möchten, einfach ignoriert habe, was an 
Drohung und Nötigung gegrenzt habe;

- am Montag, 24. Februar 2014, L.________ missbraucht habe, um Drohungen gegen 
M.________ auszusprechen, und

- bei all dem seine Position als Vorgesetzter missbraucht habe, indem er den von ihm 
abhängigen Mitarbeiter M.________ und dessen Eltern für private, rechtswidrige 
Zwecke missbraucht habe, M.________ schwerwiegende arbeitsrechtliche 
Konsequenzen (nämlich die Ausstellung eines schlechten Arbeitszeugnisses und den 
Verlust von Mitarbeiteraktien) angedroht und einen anderen abhängigen Mitarbeiter, 
L.________, entgegen dessen erklärten Willen und während der Arbeit in die 
Angelegenheit einbezogen habe und über jenen schwerwiegende Drohungen 
gegenüber M.________ habe aussprechen lassen.

Dieses Verhalten des Klägers stehe in einem Zusammenhang mit seiner Position als 
Vorgesetzter bei der Beklagten und sei auch geeignet gewesen, den Ruf der Beklagten als 
Arbeitgeberin zu schädigen. Bezüglich des Umstandes, dass die Kündigung aus diesen 
Gründen ausgesprochen worden sei, habe die Beklagte die Zeugenbefragung von 
U.________, V.________, W.________ und X.________ angeboten, was die Vorinstanz 
aber ignoriert habe (act. 73 Rz 29 f.).

3.8.2 Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die von der Beklagten kritisierte erstinstanzliche 
Eventualbegründung ihre Relevanz insofern verloren hat, als ein Mehrwertsteuerdelikt des 
Klägers nicht nachgewiesen ist (vgl. vorne E. 3.7). Demnach könnte es ohnehin nur noch 
darum gehen, ob die von der Beklagten aufgelisteten übrigen Umstände geeignet wären, 
auch für sich allein eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Indessen hat die Vorinstanz 
nicht etwa "ausgeblendet", dass die Beklagte diese übrigen Umstände behauptet hat. 
Vielmehr ging sie (zu Recht) davon aus, dass die Beklagte den Nachweis für die angebliche 
Drohung gegenüber den Eltern von M.________ und den "Missbrauch" von L.________ 
ebenfalls nicht beweisen konnte (vgl. dazu hinten E. 3.12 und E. 3.13). Ferner hat der Kläger 
nicht substanziiert behauptet, dass die Beklagte die Kündigung (subjektiv) aus anderen 

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Gründen ausgesprochen habe (vgl. hinten E. 5.6.3), weshalb auf die Befragung der von der 
Beklagten diesbezüglich offerierten Zeugen ohne Weiteres verzichtet werden kann.

3.9 Unbehelflich ist auch der weitere Einwand der Beklagten, wonach die Vorinstanz – entgegen 
den Ausführungen der Beklagten in der Klageantwort (act. 6 Rz 4 f.) – aktenwidrig 
festgestellt habe, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich der Kläger während seiner 20-
jährigen Tätigkeit bei der Beklagten unkorrekt verhalten habe (act. 73 Rz 31-33). 

Einerseits kommt es nicht mehr darauf an, ob sich der Kläger über die Jahre korrekt verhielt, 
nachdem die Vorwürfe, mit denen die Kündigung letztlich begründet wurde, unbewiesen 
geblieben sind. Andererseits wirft die Beklagte dem Kläger zwar vor, dass er ein 
"Machtmensch" sei, gezielt Abhängigkeiten geschaffen habe, "auf eine unterschwellige Art 
unangenehm" habe sein können, seine Autorität auf Furcht gegründet und er sich mit einem 
anderen ehemaligen Kadermitarbeiter gegen die Beklagte solidarisiert und Mitarbeiter von 
der Arbeit abgelenkt habe. Offenbar hat aber keine dieser angeblichen (allesamt 
unbewiesenen) Verhaltensweisen des Klägers die Beklagte dazu veranlasst, eine 
Verwarnung auszusprechen oder den Kläger anderweitig dazu anzuhalten, sein Verhalten zu 
ändern. Vielmehr hat sie den Kläger – wie die Vorinstanz richtig festhielt – über die Jahre 
immer wieder befördert. Die Vorinstanz durfte daher ohne Weiteres davon ausgehen, dass 
die Beklagte mit den Leistungen und dem Verhalten des Klägers insgesamt zufrieden war.

3.10 Sodann beanstandet die Beklagte die Feststellung der Vorinstanz, wonach die angebliche [auf 
das Verhalten des Klägers zurückzuführende] psychische Belastung von M.________ nicht 
erstellt sei. Sie macht geltend, die Vorinstanz habe dabei die E-Mail von M.________ vom 
3. März 2014 (act. 6/1) sowie seine Aussagen in der Befragung durch den Rechtsanwalt der 
Beklagten (act. 6/3) nicht berücksichtigt und gewürdigt. M.________ habe glaubhaft 
geschildert, dass ihn die vom Kläger geforderten "Lieferdienstleistungen" belastet hätten und 
weshalb er sich dagegen nicht zur Wehr gesetzt habe. Auch habe er dargelegt, dass die vom 
Kläger geforderten "Lieferdienstleistungen" ganz andere Dimensionen gehabt hätten als 
diejenigen gegenüber anderen Kollegen und er sich vom Kläger unter Druck gesetzt und 
bedroht gefühlt habe. Weiter belege die E-Mail von M.________ an N.________ vom 6. März 
2014 (act. 12/20), dass sich M.________ vor dem Kläger tatsächlich gefürchtet habe. Darin 
schreibe er, dass er an jenem Tag die Polizei angeschrieben habe, weil der Kläger bei seinen 
Eltern von einer geladenen Waffe gesprochen habe. Es sei fraglich, ob die Vorinstanz all diese 
Beweismittel zur Kenntnis genommen habe. Zudem habe die Vorinstanz verkannt, dass das 
Befragungsprotokoll für sich den Urkundenbeweis erbringe und die Beklagte neben 
M.________ auch ihren Rechtsvertreter als Zeuge dafür offeriert habe, dass M.________ am 
4. März 2014 die Aussagen wie protokolliert gemacht habe (act. 73 Rz 34 ff.).

3.10.1 Auch diese Argumente der Beklagten überzeugen nicht. Zwar hätte die Vorinstanz 
tatsächlich auch hier darlegen müssen, wie sie die offerierten Beweismittel gewürdigt hat 
bzw. begründen müssen, weshalb sie diese nicht als relevant erachtet hat. Dieser Mangel 
kann jedoch – wie bereits erwähnt – im Berufungsverfahren geheilt werden (vgl. vorne E. 
3.6). 

Im Ergebnis ist der Vorinstanz sodann zuzustimmen. In Bezug auf den Beweiswert des Pro-
tokolls der Befragung von M.________ (act. 6/3) sowie der Befragung des Rechtsvertreters 

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der Beklagten als Zeugen kann auf die E. 3.7.2.3 f. und 3.7.5 verwiesen werden. Diese 
Beweismittel sind nicht geeignet, den erforderlichen Nachweis zu erbringen. Dies gilt auch für 
die E-Mails von M.________, auf welche die Beklagte verweist. In der E-Mail vom 3. März 
2014 an N.________ und W.________ schrieb M.________, der Kläger habe am 22. Februar 
2014 um 8:30 Uhr unangemeldet seine Eltern in Deutschland aufgesucht und er, 
M.________, habe am 24. Februar 2014 um 11:01 Uhr auf ausdrücklichen Wunsch des 
Klägers hin einen Anruf von einem Mitarbeiter aus dem "Tradingfloor" erhalten. Er habe die 
Information erhalten, dass der Kläger in der Lage sei, seine Zukunft negativ zu beeinflussen 
bzw. "ihm grossen finanziellen Schaden anzurichten". Dem Kläger sei sein 
Gesundheitszustand bekannt und er wisse, dass M.________ wegen des Arbeitsplatzverlusts 
seine Haussanierung nicht weiter vorantreiben könne. Infolge dessen habe er, M.________, 
am 25. Februar 2014 "psychologisch/medizinisch betreut" werden müssen. Er wolle von der 
Beklagten nicht mehr telefonisch und persönlich ohne vorherige Anmeldung kontaktiert 
werden (act. 6/1). Die E-Mail vom 6. März 2014 mit dem Betreff "diverses", die M.________ 
an N.________ schrieb, ist zu einem grossen Teil geschwärzt. Lesbar ist neben dem 
Grusswort nur folgender Satz: "Hallo N.________, ich habe heute die Polizei angeschrieben, 
weil A.________ [der Kläger] bei meinen Eltern von einer geladenen Waffe gesprochen hat, 
die bei Ihm lagert. Sobald ich diesbezüglich eine Antwort habe, werde ich es Dich wissen 
lassen […]" (act. 12/20). Diese E-Mails beweisen für sich genommen nichts, sondern 
enthalten lediglich schriftliche Behauptungen von M.________. Insofern sind sie grundsätzlich 
ähnlich zu würdigen wie eine Zeugenbescheinigung, weshalb auch hier auf E. 3.7.2.3 f. 
verwiesen werden kann. Weil sich M.________ einer Befragung als Zeuge entzogen hat, 
konnte der Wahrheitsgehalt seiner schriftlich (in Form des unterzeichneten Protokolls sowie 
der E-Mails) geäusserten Behauptungen nicht verifiziert werden.

3.10.2 Wie die Vorinstanz zudem zu Recht festhielt, führte die Beklagte selber aus, dass 
M.________ zu diesem Zeitpunkt (Anfang März 2014) seit rund 8 Monaten aus 
gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig gewesen sei, weil er innert kurzer Zeit zweimal 
Opfer eines brutalen Raubüberfalls geworden sei und in der Folge wegen eines 
Nervenzusammenbruchs gar habe hospitalisiert werden müssen (act. 6 Rz 7). Entsprechend 
war M.________ mit Bezug auf seine psychische Gesundheit offensichtlich zumindest 
schwer vorbelastet. Selbst wenn er – wie er in seiner E-Mail vom 3. März 2014 schrieb – am 
25. Februar 2014 hätte psychologisch/medizinisch betreut werden müssen, wäre eine 
Kausalität zwischen dem (unbewiesenen) Verhalten des Klägers und der psychischen 
Verfassung von M.________ trotz dessen Behauptung in der E-Mail deshalb höchst fraglich. 

3.10.3 Der E-Mail vom 6. März 2014 kann sodann ohnehin nichts zu einer allfälligen Belastung oder 
Verängstigung von M.________ entnommen werden. Vielmehr ist diese Mitteilung kühl und 
sachlich. Bemerkenswert ist dabei im Übrigen, dass er die Meldung bei der Polizei offenbar 
erst am 6. März 2014 machte, obwohl das fragliche Gespräch des Klägers mit den Eltern 
bereits am 22. Februar 2014 stattgefunden haben soll und M.________ spätestens am 
25. Februar 2014 darüber Bescheid wusste (in seiner E-Mail vom 3. März 2014 nannte er 
den Besuch des Klägers bei seinen Eltern als Grund dafür, dass er am 25. Februar 2014 
psychologisch/medizinischer Betreuung bedurft habe). Hätte es ihn tatsächlich derart 
verängstigt, dass der Kläger von einer geladenen Waffe gesprochen haben soll, hätte er wohl 
kaum neun Tage zugewartet, um den Vorfall der Polizei zu melden. Zumindest aber hätte er 
die angebliche Bemerkung des Klägers zur geladenen Waffe in seiner E-Mail vom 3. März 

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2014 bereits erwähnt. So aber wirkt der Schritt nicht durch Angst begründet, sondern 
durchaus kalkuliert. Zudem erscheint es nicht naheliegend, dass M.________ die Beklagte 
von sich aus über seinen Schritt informierte. Immerhin befand er sich im gekündigten 
Arbeitsverhältnis und 
die Beklagte hatte zu diesem Zeitpunkt auch gegenüber dem Kläger bereits die fristlose Kün-
digung ausgesprochen. Wie die Parteien ihren Konflikt weiter austragen würden, war für die 
Beklagte insofern nicht mehr von Belang. Daher entsteht der Eindruck, dass es bei dieser E-
Mail primär um die Schaffung eines Beweismittels gegangen sein könnte.

3.11 Weiter kritisiert die Beklagte, dass die Vorinstanz M.________ nicht mittels öffentlicher 
Publikation vorgeladen und als Folge der gescheiterten Zeugenbefragung nicht auf das 
"Befragungsprotokoll" der Beklagten vom 4. März 2014 abgestellt hat.

3.11.1 Die Beklagte führt dazu aus, M.________ habe sich der Befragung offensichtlich entzogen, 
was nicht der Beklagten anzulasten sei. Über die Gründe dafür könne nur spekuliert werden. 
Aufgrund der unbekannten Adresse von M.________ hätte die Vorinstanz diesen gemäss 
Art. 141 ZPO durch öffentliche Bekanntmachung vorladen müssen, wie es die Beklagte am 
17. August 2020 beantragt habe. Die Beklagte habe die öffentliche Publikation auch nach 
Aktenschluss beantragen dürfen, da sie vorher nicht damit habe rechnen müssen, dass sich 
M.________ durch Mitteilung falscher Adressen einer Zeugenbefragung entziehen würde. 
Dies habe sich erst nach Aktenschluss ergeben, weshalb es sich um ein echtes Novum 
gehandelt habe. Im Übrigen sei es gängige Praxis, die Adressen von Zeugen dem Gericht 
erst mitzuteilen, wenn es zu deren Befragung komme, da die Adressen zwischen Einreichen 
der Rechtsschrift und der Beweisverhandlung ja ändern könnten. Im Recht liege das 
detaillierte und von M.________ unterzeichnete "Befragungsprotokoll" vom 4. März 2014. Es 
gebe keinerlei Indizien, die Zweifel an den damaligen Aussagen von M.________ begründen 
würden. Seine Aussagen stimmten insbesondere auch mit denjenigen, die M.________ und 
seine Eltern im Gespräch vom 7. März 2014 gemacht hätten, sowie den Ausführungen in 
seinen E-Mails vom 3. und 6. März 2014 und den Aussagen von L.________ vom 3. März 
2014 überein. Die Vorinstanz habe dies bei der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt. 
Zudem hätte die Vorinstanz, so die Beklagte weiter, auch die Eltern von M.________, 
N.________ und den Rechtsanwalt der Beklagten als Zeugen befragen können und müssen, 
wenn sie Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit der Protokolle gehabt hätte (act. 73 Rz 41 f.).

3.11.2 Die Parteien sind zur Mitwirkung bei der Beweiserhebung verpflichtet (Art. 160 Abs. 1 ZPO). 
Die Mitwirkungspflichten sind in Art. 160 ZPO nicht abschliessend aufgezählt. Zu den in 
Art. 160 Abs. 1 ZPO nicht namentlich aufgezählten Mitwirkungspflichten zählt mitunter die 
Pflicht, dem Gericht (vollständige) Zeugennamen und -adressen zu bezeichnen (Higi, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., Art. 160 ZPO N 18; Schmid, Basler Kommentar, 
3. A. 2017, Art. 160 ZPO N 32 f.).

3.11.3 Die Beklagte war mit Verfügung vom 2. Mai 2019 aufgefordert worden, die "Privatadressen" der 
von ihr offerierten Zeugen anzugeben (act. 22). Dabei wusste sie, dass die Adressangaben 
dazu dienten, gegebenenfalls die rechtshilfeweise Zeugenbefragung durchzuführen, falls eine 
Befragung in Zug nicht möglich sein würde. Ihr war mithin ohne Weiteres klar, dass die 
Wohnadresse und nicht irgendeine Zustelladresse benötigt wurde. Die Beklagte wusste auch, 
dass M.________ im Jahr 2015 in den Iran gezogen war. Dies ergibt sich aus ihren 

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Ausführungen in ihrer Eingabe vom 13. Mai 2019 (act. 23). Dennoch fragte N.________ 
M.________ am 3. Mai 2019 per E-Mail an, ob seine Postadresse in Hünenberg noch aktuell 
sei. Dies geht aus einem E-Mail-Wechsel hervor, den die Beklagte später – auszugsweise – 
einreichte. M.________ antwortete am 5. Mai 2019 und teilte mit, dass die Adresse in 
Hünenberg schon seit Jahren nicht mehr aktuell sei. Dem fügte er hinzu: "Nimm einfach: 
M.________, ________" (act. 53/1). Aus der Formulierung "nimm einfach" geht deutlich hervor, 
dass es sich dabei gerade nicht um die korrekte Wohnadresse von M.________, sondern 
vielmehr um eine blosse Zustelladresse handelte. Dass M.________ diese Adresse (seiner 
Eltern) gerne als Zustelladresse benutzte bzw. diese auch anderen Personen zu diesem Zweck 
zur Verfügung stellte, war der Beklagten im Übrigen bestens bekannt. Immerhin handelt es sich 
doch gerade um exakt diejenige Adresse, an die auch der Kläger Pakete zwecks Imports in die 
Schweiz bestellt hat.

3.11.4 Trotzdem gab die Beklagte die Adresse der Eltern von M.________ gegenüber der Vorinstanz 
als dessen "Privatadresse" an und verletzte dadurch ihre Mitwirkungspflicht. Selbst als die Vor-
instanz mit Schreiben vom 20. August 2019 bekanntgab, M.________ nun an der von der 
Beklagten angegebenen Adresse in Deutschland rechtshilfeweise befragen zu lassen, schritt 
die Beklagte nicht ein. Ob sie lediglich hoffte, dass eine Befragung von M.________ in 
Deutschland gelingen könnte, obwohl er dort keinen Wohnsitz hatte, oder ob sie mutwillig 
handelte, um den Prozess zu verzögern, kann letztlich offenbleiben. Entscheidend ist, dass 
vergeblich ein erheblicher Aufwand betrieben wurde, um die Befragung des von der Beklagten 
offerierten Zeugen M.________ zu ermöglichen. Die Vorinstanz hat alle ihre Möglichkeiten 
ausgeschöpft und hatte deshalb nebst einem Verzicht auf die Befragung gar keine sinnvollen 
Optionen mehr. Zwischen der Anordnung der Zeugenbefragung und der Verfügung, mit der die 
Vorinstanz schliesslich auf die Befragung von M.________ verzichtete, lagen fast auf den Tag 
genau zwei Jahre (act. 22 und 55) und M.________ war offenkundig nicht bereit, sich als 
Zeuge im vorliegenden Verfahren vernehmen zu lassen. Eine zwangsweise Befragung wäre 
nur am Wohnort von M.________ in Teheran möglich gewesen. Dies fiel aber ausser Betracht, 
weil dazu seine genaue Wohnadresse erforderlich gewesen wäre, welche die Beklagte gerade 
nicht erhältlich machen konnte.

3.11.5 Die Beklagte vertritt zwar die Meinung, die Vorinstanz hätte den Zeugen noch gestützt auf 
Art. 141 ZPO mittels amtlicher Publikation vorladen müssen. Welchen Nutzen dies gebracht 
hätte, lässt sie dabei aber aus gutem Grund offen. Eine Person mit Wohnsitz im Ausland 
kann nicht zur Zeugenaussage in der Schweiz gezwungen werden. Dass sich M.________ 
plötzlich doch noch freiwillig einer Zeugenbefragung in Zug gestellt hätte, macht denn auch 
die Beklagte nicht geltend. Eine amtliche Publikation der Zeugenvorladung wäre bei dieser 
Ausgangslage offenkundig nutzlos gewesen. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf verzichtet 
und zwar ungeachtet der Frage, ob die Beklagte den Antrag rechtzeitig gestellt hat.

3.11.6 Weiter verlangt die Beklagte, dass nach dem Scheitern der Zeugenbefragung von 
M.________ auf ihr privates "Befragungsprotokoll" abzustellen sei. Diese Auffassung ist in 
rechtlicher Hinsicht nicht nachvollziehbar. Wie in E. 3.7.2.3 dargelegt, handelt es sich beim 
"Befragungsprotokoll" um eine Zeugenbescheinigung, die für sich allein für die darin 
aufgestellten Behauptungen einen geringen Beweiswert hat und eine Zeugenbefragung 
keinesfalls ersetzen kann. Folglich ist es logisch nicht zu begründen, weshalb gerade das 
Scheitern der Zeugenbefragung dazu führen soll, die Zeugenbescheinigung bezüglich ihrer 

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Beweiskraft aufzuwerten. Auch ändert sich am geringen Beweiswert der 
Zeugenbescheinigung nichts, wenn die Beklagte behauptet, es lägen keine Indizien vor, die 
Zweifel an den damaligen Aussagen von M.________ begründen würden. Abgesehen davon, 
dass dies nicht zutrifft (vgl. vorne E. 3.7.2.4 f.), würde es zu einer unzulässigen Umkehr der 
Beweislast führen, wenn eine schriftlich aufgestellte Behauptung so lange als richtig gelten 
müsste, bis die Gegenpartei Indizien vorgebracht hat, die gegen die Richtigkeit der 
Bescheinigung sprechen. Soweit die Beklagte schliesslich pauschal behauptet, die Aussagen 
von M.________ in der Zeugenbescheinigung stimmten insbesondere auch mit denjenigen 
von ihm und seinen Eltern im Gespräch vom 7. März 2014, seinen E-Mails vom 3. und 
6. März 2014 und den Aussagen von L.________ vom 3. März 2014 überein, so ist darauf 
nicht weiter einzugehen. Die Beklagte hat es versäumt, im Einzelnen darzulegen, inwiefern 
die konkreten Aussagen "übereinstimmten" und weshalb dies gerade für die Richtigkeit 
welcher darin enthaltenen Behauptungen sprechen würde. Insofern ist die Berufung 
unzureichend begründet (vgl. vorne E. 1.3).

3.11.7 Unklar bleibt schliesslich, worauf die Beklagte hinauswill, wenn sie geltend macht, es sei 
nicht ihr anzulasten, dass M.________ nicht als Zeuge habe befragt werden können. Dass 
sie als beweisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit trägt, wenn ihr Zeuge nicht 
befragt werden kann, entspricht dem Grundsatz von Art. 8 ZGB. Weshalb vorliegend etwas 
anderes gelten sollte, ist nicht einzusehen.

3.12 Im Weiteren beanstandet die Beklagte, dass die Vorinstanz Drohungen des Klägers 
gegenüber den Eltern von M.________ als nicht nachgewiesen erachtete. Auch diese 
Feststellung sei aktenwidrig und verletze das Recht der Beklagten auf Beweis. Sie habe für 
diese Drohungen die "Befragungsprotokolle" vom 4. März 2014 [Befragung von M.________] 
und vom 7. März 2014 [Befragung der Eltern von M.________] sowie M.________ und 
dessen Eltern als Zeugen offeriert. Die Vorinstanz habe es versäumt, diese Beweise 
abzunehmen und insbesondere die Eltern von M.________ als Zeugen zu befragen. Durch 
Abnahme der Beweise hätte die Beklagte den Beweis für die behaupteten, sehr 
schwerwiegenden Drohungen des Klägers gegenüber den Eltern von M.________ problemlos 
erbringen können. Zudem sei unklar, was die Vorinstanz mit der Bemerkung gemeint habe, 
M.________ sei damals "unter Druck gewesen". Dies erschliesse sich aus den Erwägungen 
nicht. Jedenfalls gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte M.________ unter 
Druck gesetzt habe. Aus den Akten ergebe sich, dass sich M.________ von sich aus bei der 
Beklagten über den Kläger beschwert habe (act. 73 Rz 43 ff.).

3.12.1 Diese Rüge geht im Wesentlichen am angefochtenen Entscheid vorbei. Die Beklagte 
übergeht, dass die Vorinstanz in diesem Punkt den Verzicht auf die Befragung der Eltern von 
M.________ als Zeugen sehr wohl begründete. So hielt sie fest, dass die angeblichen 
Drohungen des Klägers ohnehin nicht ausreichen würden, um eine fristlose Kündigung 
rechtfertigen zu können, selbst wenn auf die "Befragungsprotokolle" der Beklagten abgestellt 
würde. Angesichts der langen Tätigkeit des Klägers für die Beklagte hätte die Beklagte den 
Kläger auch in diesem Fall vor Aussprache der fristlosen Kündigung verwarnen müssen. 
Auch die relativ kurze ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten spreche gegen die 
Zulässigkeit einer fristlosen Kündigung ohne Vorwarnung. Die Zeugenbefragung der Eltern 
von M.________ habe unterbleiben können, da selbst dann, wenn diese ihre Aussagen 
bestätigen würden, kein Grund für eine fristlose Kündigung gegeben wäre. Die geforderte 

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objektive Schwere eines Vorfalls sei nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen, wenn sich 
das Verhalten nicht direkt auf die Arbeitsleistung auswirke (act. 72 E. 3.3 a.E.). Dagegen 
bringt die Beklagte (zu Recht) nichts vor.

3.12.2 Ob M.________ sodann "unter Druck" gewesen ist oder nicht bzw. was die Vorinstanz damit 
gemeint hat, kann offenbleiben. Als Zeuge befragt werden konnte M.________ nicht und 
seine Zeugenbescheinigung erbringt den Beweis für die von ihm aufgestellten Behauptungen 
für sich allein ebenfalls nicht (vgl. vorne E. 3.7.2.3 f. und 3.11). Zu den angeblichen 
Drohungen gegenüber seinen Eltern hätte M.________ ausserdem ohnehin nichts aus 
eigener Wahrnehmung berichten können.

3.13 Ferner bringt die Beklagte vor, es treffe entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht zu, dass 
der Zeuge L.________ den Inhalt des "Gesprächsprotokolls" vom 3. März 2014 nicht 
bestätigt habe. L.________ habe vielmehr ausgesagt, er könne sich nur noch vage an das 
Gespräch erinnern. An manche Punkte habe er sich noch erinnern können, an andere nicht. 
Jedenfalls habe er keinen einzigen Fehler im Protokoll identifiziert. Die Vorinstanz habe auch 
hier verkannt, dass das "Gesprächsprotokoll" vom 3. März 2014 (act. 6/2) für sich den Urkun-
denbeweis erbringe. Ausserdem habe sie wiederum ignoriert, dass die Beklagte zum Inhalt 
des "Gesprächsprotokolls" vom 3. März 2014 nebst L.________ auch N.________ und ihren 
Rechtsvertreter als Zeugen offeriert habe. Jedenfalls erwähne die Vorinstanz mit keinem 
Wort, dass sie diese Beweisofferten der Beklagten zur Kenntnis genommen und aus welchen 
Gründen sie davon abgesehen habe, sie abzunehmen. Mit diesen Zeugen hätte die Beklagte 
ohne Weiteres den Beweis dafür erbringen können, dass das "Gesprächsprotokoll" vom 
3. März 2014 den Inhalt des Gesprächs korrekt wiedergebe, L.________ von der Beklagten 
unter keinerlei Druck gesetzt worden und es einzig um die objektive und ergebnisoffene 
Sachverhaltsabklärung gegangen sei (act. 73 Rz 46).

3.13.1 Zum Beweiswert des "Gesprächsprotokolls" vom 3. März 2014 kann auf die E. 3.7.2.1 
verwiesen werden. Die Beklagte verkennt, dass dieses Dokument selbst dann nicht den 
Beweis für die geäusserten Behauptungen erbringen würde, wenn es von L.________ 
unterzeichnet worden wäre. Ausserdem übersieht die Beklagte auch hier, dass es nicht 
ausreicht, wenn der Zeuge "keinen einzigen Fehler identifiziert", um die in act. 6/2 
aufgestellten Behauptungen als erwiesen zu betrachten (vgl. vorne E. 3.11.6). Hinzu kommt, 
dass die Beklagte nicht in erster Linie beweisen muss, dass das Gespräch mit L.________ 
vom 3. März 2014 gemäss act. 6/2 geführt wurde. Beweisgegenstand ist vielmehr, ob 
L.________ tatsächlich vom Kläger dazu angehalten wurde, M.________ Drohungen zu 
übermitteln. Von den als Zeugen offerierten Personen kann einzig L.________ selbst aus 
eigener Wahrnehmung hierüber berichten. Mithin war von allen offerierten Beweismitteln 
ausschliesslich dessen Befragung als Zeuge überhaupt geeignet, um den Beweis für diese 
Behauptungen zu erbringen. Was die Befragung des Rechtsvertreters der Beklagten als 
Zeuge betrifft, kann auf E. 3.7.5 verwiesen werden. Die dort festgehaltenen Überlegungen 
gelten im Übrigen sinngemäss auch für N.________.

3.13.2 Im Weiteren ist zwar festzuhalten, dass die Vorinstanz die Zeugenaussagen von L.________ 
tatsächlich relativ oberflächlich würdigt. Insgesamt treffen ihre diesbezüglichen Erwägungen 
jedoch zu. So wurde L.________ in der Befragung act. 6/2 vorgelegt, worauf er das 
Dokument zunächst durchlas und dann erklärte, er könne sich vage daran erinnern. An 

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manche Punkte könne er sich erinnern und an andere nicht (act. 45 Ziff. 18). Auf die Frage, 
ob das Gespräch stattgefunden habe, antwortete er, er erinnere sich an ein Gespräch mit 
dem Rechtsanwalt der Beklagten und N.________. Auch erinnere er sich daran, dass es 
Differenzen zwischen M.________ und dem Kläger gegeben habe und er da manchmal ins 
Büro des Klägers gerufen worden sei (act. 45 Ziff. 19). Als L.________ gefragt wurde, ob er 
die Korrektheit des "Gesprächsprotokolls" bestätigen könne, führte er aus, er könne sich 
nicht mehr an alles erinnern; es sei sechs Jahre her. Und weiter: "Dass es seitens der 
J.________ festgehalten wurde, ist korrekt. Wir sassen zusammen und ich musste das 
Protokoll von dem, was gesagt wurde, führen. Dies war zusammen mit dem Anwalt im Büro 
von N.________. Ich wurde immer von einem Büro in das nächste geschoben. Danach 
haben wir Fragen zum Protokoll gestellt und ich musste sagen, was der Ablauf ungefähr war. 
Ich muss Ihnen gestehen, dass ich mich nicht mehr komplett an alles erinnern kann" (act. 45 
Ziff. 20). Als der Rechtsanwalt des Klägers gegen Ende der Befragung nachfragte, was er 
damit gemeint habe, wenn er im Zusammenhang mit dem Gespräch vom 3. März 2014 
gesagt habe, er sei "von Büro zu Büro geschoben worden", erklärte L.________, er habe ein 
Gespräch mit dem Kläger gehabt. "Dann normalerweise wurde ich entweder kontaktiert oder 
sollte wieder zurück zum HR, insbesondere zu N.________ gehen" (act. 45 Ziff. 28). Weiter 
gab er an, er meine, einmal ein Protokoll unterschrieben zu haben. Er wisse aber nicht mehr, 
was es gewesen sei; ob es ein Protokoll oder ein anderes Dokument gewesen sei (act. 45 
Ziff. 21). Auf die Frage, ob er wisse, was der Anlass für das Gespräch vom 3. März 2014 
gewesen sei, sagte er: "Ja. Man wollte A.________ raushaben" (act. 45 Ziff. 22). Daraufhin 
stellte ihm der Referent die Frage, ob Druck auf ihn ausgeübt worden sei, worauf L.________ 
antwortete: "Darf ich eine offene Frage stellen? Ich weiss nicht, ob das richtig ist, aber 
würden Sie sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, wenn Sie zwischen dem Chef und der 
Firma stehen würden? Der Chef, der Sie angestellt hat, und die Firma, die Ihren Lohn zahlt. 
In der Mitte zu sein, ist nie lustig" (act. 45 Ziff. 23).

3.13.3 Aus diesem Befragungsverlauf geht hervor, dass sich L.________ zwar noch daran 
erinnerte, dass ein Gespräch stattfand und es – seiner Erinnerung nach – darum ging, dass 
man den Kläger "raushaben" wollte. Aufgrund seiner Aussagen zur Frage, ob Druck auf ihn 
ausgeübt worden sei, ergeben sich zudem klar die Erwartungen, welche die Beklagte in 
diesem Zusammenhang dem Zeugen gegenüber hatte und dieser offenbar deutlich spürte. 
Zu den eigentlichen Vorwürfen der Beklagten, die mithilfe seiner Aussage hätten bewiesen 
werden sollen (dass nämlich L.________ vom Kläger dazu gezwungen worden sei, 
M.________ "Drohungen" weiterzuleiten), sagte der Zeuge nichts. Insbesondere blieb offen, 
ob dies zu den Punkten gehörte, an die er sich erinnern konnte oder gerade nicht. Dazu 
stellte im Übrigen auch die Beklagte keine Ergänzungsfragen. Ohnehin ist das meiste von 
dem, was L.________ sagte, diffus und unverständlich. So konnte er keine klaren Angaben 
mehr dazu machen, wie das Gespräch vom 3. März 2014 überhaupt abgelaufen sein soll. 
Dass er zunächst beim Kläger gewesen sein soll, wenn es eigentlich darum ging, dass man 
den Kläger "raushaben" wollte, macht keinen Sinn. Sollte es – wie von der Beklagten 
behauptet – darum gegangen sein, die Vorwürfe von M.________ gegenüber dem Kläger zu 
verifizieren, leuchtet ein solches Vorgehen erst recht nicht ein. Auch ist unklar, was 
L.________ damit meinte, wenn er sagte, sie ("wir") hätten nach dem von ihm protokollierten 
Gespräch Fragen zum Protokoll gestellt und er habe angeben müssen, was ungefähr der 
Ablauf gewesen sei. Jedenfalls passt dies – wie auch die übrigen Aussagen von L.________ 
zum Ablauf des Gesprächs vom 3. März 2014 – nicht zur Darstellung der Beklagten, wonach 

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man L.________ lediglich neutral und sachbezogen zu den Vorwürfen befragt und er dann 
spontan die Ausführungen gemäss act. 6/2 gemacht habe.

3.13.4 Zusammengefasst erbringt auch die Befragung des Zeugen L.________ den Beweis für die 
Richtigkeit der Angaben in act. 6/2 offenkundig nicht, sodass der Beweis misslungen ist.

Lediglich der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass – auch hier – eine fristlose 
Kündigung selbst dann nicht gerechtfertigt gewesen wäre, wenn die Behauptungen gemäss 
act. 6/2 als erstellt betrachtet würden. Gemäss act. 6/2 soll L.________ damals angegeben 
haben, dass d