# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06b2f5ad-bb50-50d8-9130-451c9c6395cc
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 29.06.2018 605 2017 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2017-64_2018-06-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2017 64
605 2017 65

Urteil vom 29. Juni 2018

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marc Sugnaux
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Patrik 
Gruber 

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Invalidenversicherung – Versicherungsmässige Voraussetzungen

Beschwerde vom 21. März 2017 gegen die Verfügung vom 15. Februar 
2017

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1966 in Bosnien, verwitwet, Mutter von drei erwachsenen Kindern 
(geb. 1986, 1989, 1990), wohnhaft in L.________, reiste am 11. September 2000 in die Schweiz 
ein. Vom Mai 2005 bis Dezember 2012 arbeitete sie in einem Pensum von 25% als Reini-
gungskraft bei der B.________ AG. Seit dem 15. Mai 2013 bestand eine ärztlich attestierte 
Arbeitsunfähigkeit.

Am 14. Mai 2014 meldete sie sich aufgrund von seit dem Jahr 2000 bestehenden psychischen Be-
schwerden für den Leistungsbezug bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg 
(nachfolgend: IV-Stelle), Givisiez, an.

Am 30. September 2014 ordnete die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung bei 
Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, an. Dieser hielt fest, aufgrund 
einer rezidivierenden depressiven Störung liege eine Arbeitsunfähigkeit von 40% vor. Aufgrund 
von Widersprüchen im Dossier ordnete die IV-Stelle am 13. Juni 2016 ferner eine psychiatrische 
Begutachtung durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, an. 
Diese ging seit der Einreise in die Schweiz von einer kompletten Arbeitsunfähigkeit aus.

Mit Verfügung vom 15. Februar 2016 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf IV-Leistungen. Die 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen würden seit den Jahren 1992–1995 bestehen, weshalb von 
einem Versicherungsfall ab 1993–1996 auszugehen sei. Die versicherungsmässigen Vorausset-
zungen seien nicht erfüllt. So habe sie vor Eintritt der Invalidität nicht während mindestens einem 
Jahr Beiträge bezahlt. Sie sei erst im Jahr 2000 in die Schweiz eingereist.

B. Am 21. März 2017 erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Patrik Gruber 
Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung der IV-Stelle vom 
15. Februar 2016 sei aufzuheben und ihr eine ganze Rente ab dem 1. November 2014 zuzu-
sprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die IV-Stelle 
zurückzuweisen. Ferner reicht sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (URP-Gesuch) ein. 
Relevant sei nicht der Beginn der gesundheitlichen Beeinträchtigung, sondern der Eintritt der Inva-
lidität. Dieser sei erst Jahre nach der Einreise in die Schweiz eingetreten.

Die IV-Stelle hält in ihren Bemerkungen vom 10. Mai 2017 an ihrer Verfügung fest und beantragt 
die Abweisung der Beschwerde.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels bringen die Parteien keine wesentlichen neuen Argu-
mente vor.

Mit Eingabe vom 20. Oktober 2017 reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht ihres behandeln-
den Psychiaters ein. Die IV-Stelle hält am 27. Oktober 2017 an ihrer Sichtweise fest.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung mass-
gebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

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Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 21. März 2017 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 15. Februar 2017 ist 
durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich zu-
ständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges 
Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie Anspruch auf 
eine Rente der Invalidenversicherung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung 
(IVG; SR 831.20) haben schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose 
Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden Bestimmungen. Art. 39 bleibt vorbehalten 
(Abs. 1). Sieht ein von der Schweiz abgeschlossenes Sozialversicherungsabkommen die Leis-
tungspflicht nur des einen Vertragsstaates vor, so besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente, 
wenn die von Schweizerinnen und Schweizern oder Angehörigen des Vertragsstaates in beiden 
Ländern zurückgelegten Versicherungszeiten nach der Zusammenrechnung einen Rentenan-
spruch nach dem Recht des andern Vertragsstaates begründen (Abs. 1bis). Ausländische Staats-
angehörige sind, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3, nur anspruchsberechtigt, solange sie ihren Wohnsitz 
und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], welches hier aufgrund von Art. 1 
Abs. 1 IVG zur Anwendung kommt) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität 
während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während 
zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben. Für im Ausland wohnhafte Angehörige dieser Per-
sonen werden keine Leistungen gewährt (Abs. 2).

Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Voll-
endung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Anspruch auf eine ordentliche Rente haben 
Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben 
(Art. 36 Abs. 1 IVG).

2.2. Auf Staatsbürger von Bosnien und Herzegovina kommt weiterhin das Abkommen vom 
8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik 
Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1) zur Anwendung 
(https://ww.bsv.admin.ch/dam/bsv/de/dokumente/int/uebersichten/Kurz%C3%BCbersicht-
Abkommen.pdf.download.pdf/Kurz%C3%BCbersicht%20Abkommen%2020180101%20DE.pdf). 
Dieses regelt in Art. 2, dass die schweizerischen und jugoslawischen Staatsangehörigen in den 
Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Gesetzgebungen (namentlich das IVG) ein-
ander gleichgestellt sind, soweit in diesem Abkommen und seinem Schlussprotokoll nichts Abwei-
chendes bestimmt ist.

Art. 8 des Abkommens sieht vor, dass Jugoslawischen Staatsangehörigen ein Anspruch auf Ein-
gliederungsmassnahmen nur zusteht, solange sie in der Schweiz Wohnsitz haben und wenn sie 
unmittelbar vor dem Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die 

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schweizerische Versicherung entrichtet haben. Eine spezielle Regelung hinsichtlich des Rentenan-
spruchs sieht das Abkommen nicht vor.

2.3. Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie durch ihre Art und 
Schwere geeignet ist, Anspruch auf die in Betracht kommenden Leistungen zu begründen. Der 
Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität muss objektiv gemäss dem Gesundheitszustand bestimmt 
werden; externe, zufällige Faktoren sind unerheblich. Es hängt insbesondere weder vom Datum 
ab, an dem ein Antrag gestellt wurde, noch von demjenigen, ab welchem um eine Leistung ersucht 
wurde, und fällt auch nicht zwangsläufig mit dem Zeitpunkt zusammen, in dem der Versicherte 
zum ersten Mal erfährt, dass sein gesundheitlicher Schaden Anspruch auf Versicherungsleistun-
gen begründen kann (BGE 140 V 246 / Pra 2014 106 846 E. 6.1). Die versicherungsmässigen 
Voraussetzungen müssen bei Eintritt der Invalidität erfüllt sein (BGE 126 V 5 E. 2c; 114 V 13 E. 2b; 
111 V 110 E. 3d).

3.

Es ist unbestritten, dass aktuell bei der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit besteht. Streitig ist demgegenüber der Zeitpunkt, ab wann vom Eintritt 
der Invalidität ausgegangen werden kann und damit verbunden die Frage, ob die versicherungs-
mässigen Voraussetzungen für eine Rente erfüllt sind.

3.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert, es sei nicht entscheidend, ab wann die gesundheitliche 
Beeinträchtigung bestanden habe, sondern zu welchem Zeitpunkt es zum Eintritt der Invalidität ge-
kommen sei. Sie sei zwar kurz nachdem sie mit ihren drei minderjährigen Töchtern in die Schweiz 
eingereist sei in psychiatrischer Behandlung gewesen, habe ihren Haushalt aber immer selber und 
ohne fremde Hilfe geführt. Ferner habe sie von Mai 2005 bis Dezember 2012 in einem Pensum 
von 25%–30% als Reinigungskraft gearbeitet. Erst im Jahr 2013 sei es zu einer Verschlimmerung 
gekommen, die es ihr unmöglich machen würde, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen.

3.2. Die IV-Stelle stützt sich für ihre Ansicht, wonach der Versicherungsfall bereits vor der Ein-
reise in die Schweiz eingetreten ist, auf das psychiatrische Gutachten D.________ vom 22. August 
2016 (IV-Akten, S. 61 ff.). Die Gutachterin erklärte, die traumatischen Ereignisse während des 
Bosnienkrieges (Vergewaltigungen, Ermordung des Ehemannes, Fehlgeburt wegen eines 
Granateinschlages) seien nicht nochmals exploriert worden, da die Beschwerdeführerin schon 
beim Ansprechen ihrer Vorgeschichte in Bosnien zu einer starken Hypervigilanz gekommen sei. 
Gemäss den Angaben der jüngsten Tochter sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 
psychischen Probleme bald nach der Einreise in psychiatrische Behandlung überwiesen worden. 
Sie kenne ihre Mutter nicht in einem gesunden Zustand. Trotz verschiedenster Behandlungen sei 
es laufend zu einer Verschlechterung gekommen. Die Mutter sei psychisch immer auffällig 
gewesen. Die Gutachterin hielt fest, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
bereits mit der Erkrankung eingereist sei, ansonsten wäre sie nicht sofort in psychiatrische 
Behandlung überwiesen worden. Die Krankheitssymptome würden weiter über das Bild einer 
posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; F 43.1) hinausgehen. Vielmehr sei von einer 
andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F 62) auszugehen. Als Diagnosen 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie namentlich eine andauernde 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F 62.0) mit Entwicklung einer PTBS (F 43.1) fest. 
Die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Arbeit bezeichnete sie als Nischenarbeitsplatz, da sie 
jeweils vom Unternehmensinhaber abgeholt und heimgefahren wurde und ihre Arbeit zusammen 
mit einer anderen Frau erledigt habe. Dies entspreche nicht einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft. 
Es sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit der Einreise in die Schweiz im Jahr 2000 
auszugehen.

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Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn erklärte am 21. September 2016 (IV-Akten, 
S. 55 f.), angesichts der von der Gutachterin gestellten Diagnosen sei es klar, dass die Invalidität 
schon bei der Einreise bestanden habe.

3.3. Im Übrigen ergibt sich was folgt aus den Akten. Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, war am 13. Dezember 2000 (IV-Akten, S. 190) der Ansicht, die 
Erlebnisse während des Krieges würden die Beschwerdeführerin weiterhin schwerstens 
beeinflussen.

Im Meldeformular Früherfassung vom 10. April 2014 (IV-Akten, S. 315 f.), ausgefüllt von 
Dr. med. G.________ von der Praxis von Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, wurde bei der Frage nach wiederholten (regelmässigen) Absenzen bzw. 
chronischen Kurzabwesenheiten angegeben, dies sei seit der Einreise in die Schweiz im 
Jahr 2000 wegen einer PTBS (F. 43.1) und einer Dysthymie (F. 34.1) der Fall. Ebenso in der IV-
Anmeldung vom 14. Mai 2014 (IV-Akten, S. 296 ff.) wurde notiert, die psychischen Problemen 
beständen seit dem Jahr 2000.

Dr. med. I.________ der Praxis H.________ diagnostizierte am 28. Juli 2014 (IV-Akten, S. 258 ff.) 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen 
Symptomen (F. 33.3), die seit langer Zeit (Bosnienkrieg 1994?) bestehe. Nach dem Krieg habe 
eine PTBS vorgelegen.

Im Protokoll zum Erstgespräch Frühintervention vom 19. August 2014 (IV-Akten, S. 254 ff.) wurde 
bei der medizinischen Situation gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin vermerkt, seit 
2000 liege eine PTBS sowie eine Dysthymie vor. Gemäss der beim Gespräch anwesenden jüngs-
ten Tochter habe die Beschwerdeführerin keine Lebensfreude, sie habe sie immer so gekannt.

Gemäss dem Gutachten C.________ vom 5. Dezember 2014 (IV-Akten, S. 218 ff.) ging es der Be-
schwerdeführerin nach den Kriegsereignissen in der Schweiz entgegen ihrer Erwartung psychisch 
nicht besser. Es sei anfänglich zu Alpträumen gekommen. Nach ihrer Einreise habe sie bei 
Dr. med. F.________ eine ambulante Behandlung aufgenommen. Vor zwei Jahren habe sie in die 
Praxis H.________ gewechselt. Der Gutachter attestierte aufgrund einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F 33.1), eine Arbeitsunfähigkeit von 40% 
und schloss wegen fehlenden Retraumatisierungen in der Schweiz eine PTBS aus. Nachdem eine 
Haushaltsabklärung (IV-Akten, S. 202 ff.) ergeben hatte, dass sich die Beschwerdeführerin nicht 
um ihren Haushalt kümmerte und stark depressiv erschien, was die jüngste Tochter bestätigte (IV-
Akten, S. 210), wurde eine Stellungnahme beim Gutachter eingeholt. Dieser ging am 21. April 
2015 (IV-Akten, S. 196 ff.) von erheblichen krankheitsfremden Faktoren aus. Die 
Beschwerdeführerin sei im Haushalt nicht eingeschränkt. Gestützt darauf erliess die IV-Stelle am 
15. Juni 2015 einen ersten negativen Vorentscheid (Invaliditätsgrad 0%; IV-Akten, S. 193 ff.).

In der Folge erklärte Dr. med. G.________ am 29. Juni 2015 (IV-Akten, S. 188 f.), die 
Beschwerdeführerin leide täglich an Wahnvorstellungen sowie häufigen optischen und akustischen 
Halluzinationen. Er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, derzeitig schwere 
Episode mit psychotischen Symptomen (F 33.3) sowie eine chronische PTBS (F 43.1). Am 
18. November 2015 (IV-Akten, S. 160 ff.) präzisierte er, die PTBS existiere seit 1991.

Ferner war die Beschwerdeführerin vom 23. September bis 19. November 2015 im J.________ 
hospitalisiert. Die Ärzte dieser Klinik hielten im Bericht vom 10. November 2015 (IV-Akten, 
S. 168 ff.) an die IV-Stelle die Diagnosen einer paranoiden Schizophrenie (F 20.0) sowie einer 
PTBS (43. 10) bestehend seit mindestens zehn Jahren fest. Im Austrittsbericht vom 4. Januar 

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2016 (IV-Akten, S. 147 ff.) präzisierten sie, es lägen langjährige, schwere psychotische Symptome 
und Gedächtnisstörungen vor, die infolge multipler seelischer Traumata im Bosnienkrieg 
aufgetreten seien. Ab dem 21. Juni 2016 war die Beschwerdeführerin erneut stationär in dieser 
Klinik. Am 8. Juli 2016 (IV-Akten, S.  99 ff.) hielten die Ärzte fest, die seit dem Bosnienkrieg 
bestehende PTBS sei ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Gegensatz zur paranoiden 
Schizophrenie, begründeten dies aber nicht weiter.

Am 22. Dezember 2016 (IV-Akten, S. 35) hielt Dr. med. F.________ in einem Zeugnis zu Handen 
der Beschwerdeführerin fest, er habe am 5. September 2012 bestätigt, dass sie seit dem 
13. November 2000 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung sei. Die Familie habe schwerste 
Kriegstraumatisierungen erlitten und die diesbezügliche Erkrankung dauere immer noch. Die 
Beschwerdeführerin stehe unter bedeutender Dauermedikation. Sie arbeite mit grösster 
Anstrengung und nach besten Möglichkeiten, aber wegen "ärztlichen/Zustandsgründen" sei sie 
bedeutend behindert.

3.4. In Anbetracht der dargestellten Akten und entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bei der Einreise in die Schweiz 
nicht nur gesundheitliche Beschwerden vorhanden waren, sondern dass auch die Invalidität spä-
testens zu diesem Zeitpunkt eingetreten war. Dies ergibt sich bereits aus dem, wenn auch kurzen, 
Bericht des langjährigen behandelnden Psychiaters vom 13. Dezember 2000, nur drei Monate 
nach der Einreise in die Schweiz sowie aus seinem Zeugnis von 2012, wonach die Beschwerde-
führerin aufgrund der erlebten Traumatisierungen schwerstens beeinflusst bzw. bedeutend behin-
dert sei. Ebenso gingen die Ärzte der Praxis H.________ übereinstimmend vom Vorliegen einer 
PTBS seit dem Bosnienkrieg aus, was aufgrund der vorgefallenen Ereignisse durchaus nachvoll-
ziehbar ist. Ebenfalls gefolgt werden kann der Gutachterin in der Qualifikation der früheren Arbeits-
stelle der Beschwerdeführerin als Nischenarbeitsplatz; dies nicht in dem Sinne, als dass die Tätig-
keit als Reinigungsfrau eine Nischenarbeit wäre, sondern wegen den besonderen Arbeitskonditio-
nen. Die Beschwerdeführerin wurde vom Unternehmensinhaber jeweils mit dem Auto zu Hause 
abgeholt und wieder heimgebracht. Insofern handelte es sich in einem gewissen Masse um einen 
geschützten Arbeitsplatz.

Selbst wenn zudem – rein hypothetisch – erst von einem Invaliditätseintritt im Jahr 2013 ausge-
gangen würde, ist es nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum nie 
erhöht hat. Es ist deshalb angesichts der soeben dargestellten medizinischen Unterlagen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die bereits eingetretene Invalidität hierfür 
die Ursache ist. Ferner ist es auch von Interesse, dass die Initiative für die Aufnahme einer Teil-
zeitarbeitsstelle nicht von der Beschwerdeführerin selber, sondern offenbar von ihrem behandeln-
den Psychiater Dr. med. F.________ ausging, wie es den Angaben der Beschwerdeführerin im 
Gutachten D.________ zu entnehmen ist.

Zu keiner anderen Ansicht führen die im Nachgang zum Gutachten D.________ eingereichten 
Berichte. So gibt Dr. med. H.________ am 2. Dezember 2016 (IV-Akten, S. 51) an, die Invalidität 
sei erst viel  später eingetreten, und begründet dies damit, dass die Beschwerdeführerin trotz den 
Symptomen einer PTBS in der Lage gewesen sei, mit ihren minderjährigen Kindern in die Schweiz 
zu reisen, diese ohne fremde Hilfe aufzuziehen und daneben einer Teilzeitarbeit als 
Reinigungsfrau nachzugehen. Er bestätigte diese Ansicht am 23. Dezember 2016 (IV-Akten, 
S. 27). Mit der gleichen Argumentation ist die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 
16. Dezember 2016 (IV-Akten, S. 46) der Ansicht, die Invalidität sei erst später eingetreten. Dies 
steht im Widerspruch zu ihren früheren Angaben, weshalb die Beweismaxime, wonach die 
sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und 

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zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können, zu beachten ist. 
Überdies gingen auch die Ärzte der Praxis H.________ in ihren älteren Berichten davon aus, dass 
seit dem Bosnienkrieg eine chronische PTBS vorlag.

In einer Stellungnahme zu diesen neuen Berichten erklärte die Gutachterin am 20. Januar 2017 
(IV-Akten, S. 24 ff.), die Beschwerdeführerin sei zumindest mit der Symptomatik einer PTBS in die 
Schweiz eingereist, wie dies vom erstbehandelnden Psychiater bestätigt wurde. In der Regel wür-
den die ersten Symptome der PTBS bereits kurz nach dem traumatischen Ereignis auftreten. Ent-
gegen den neuen Angaben sei die Beschwerdeführerin in der Schweiz immer von anderen Men-
schen unterstützt worden.

Schliesslich liegt ein während des Verfahrens eingereichter Bericht zu Handen des Rechtsvertre-
ters der Beschwerdeführerin von Dr. med. F.________ vom 19. Oktober 2017 vor. Darin erklärte 
dieser, die aktuelle schwere Krankheit sei nicht direkte, nachweisbare und kausale Folge der 
schweren psychischen Kriegsschädigung der Patientin und habe gesichert nicht vor der Einreise in 
die Schweiz existiert. Zum einen begründet er dies nicht weiter und zum anderen steht diese Aus-
sage auch in klarem Widerspruch zu seinen Vorberichten.

Aus den vorstehenden Gründen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.

Die Beschwerdeführerin stellte zusammen mit ihrer Beschwerde ein URP-Gesuch.

4.1. Gemäss Art. 61 Ingress Satz 1 ATSG bestimmt sich das Verfahren vor dem kantonalen Ver-
sicherungsgericht, unter Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), nach kantonalem Recht, welches gewissen 
bundesrechtlichen Anforderungen zu genügen hat. Art. 61 Bst. f ATSG sieht vor, dass das Recht, 
sich verbeiständen zu lassen, gewährleistet sein muss und der beschwerdeführenden Person ein 
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt wird, wo die Verhältnisse es rechtfertigen.

Wer nicht genügend Mittel besitzt, um ohne Beschränkung des notwendigen Lebensunterhaltes für 
sich oder seine Familie die Kosten eines Verfahrens bestreiten zu können, hat Anspruch auf un-
entgeltliche Rechtspflege (Abs. 1). Die unentgeltliche Rechtspflege wird nicht gewährt, wenn das 
Verfahren von vornherein aussichtslos erscheint (Art. 142 VRG Abs. 1 und 2).

4.2. Auch wenn die Beschwerde abgewiesen wird, kann das Beschwerdeverfahren nicht als aus-
sichtslos betrachtet werden. Ferner ist ebenso die Voraussetzung der finanziellen Bedürftigkeit ge-
geben. Die Beschwerdeführerin wird von der K.________ AG finanziell unterstützt. Überdies war 
die Vertretung angesichts der Komplexität der Materie und der fehlenden Kenntnisse der 
Beschwerdeführerin auf dem Gebiet der Sozialversicherungen notwendig.

Es rechtfertigt sich somit, der Beschwerdeführerin die vollständige unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren und Rechtsanwalt Patrik Gruber als Rechtsbeistand zuzuweisen.

5.

Zusammenfassend ist die Beschwerde (605 2017 64) abzuweisen und die Verfügung vom 
15. Februar 2017 zu bestätigen. Das URP-Gesuch (605 2017 65) wird gutgeheissen. 

Die Gerichtskosten werden auf CHF 800.- festgesetzt. Von deren Erhebung wird aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege abgesehen.

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Rechtsanwalt Patrik Gruber ist in seiner Funktion als amtlicher Rechtsbeistand und unter Berück-
sichtigung der am 13. Oktober 2017 eingereichten Kostenliste sowie von Art. 146 ff. des kantona-
len Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) und des Ta-
rifs vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungs-
justiz (SGF 150.12) eine Entschädigung von CHF 2'565.- (14.25 Stunden à CHF 180.-) zuzuspre-
chen. Zu diesem Betrag kommen die Auslagen von CHF 82.50 (Fotokopien à CHF 0.40) sowie die 
Mehrwertsteuer in der Höhe von CHF 211.80 (8% von CHF 2'647.50) hinzu. Die gesamte Ent-
schädigung von CHF 2'859.30 ist durch den Staat zu übernehmen.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde (605 17 64) von A.________ wird abgewiesen. 

II. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (605 17 65) von A.________ wird gut-
geheissen.

III. Die Verfahrenskosten zu Lasten von A.________ werden auf CHF 800.- festgesetzt. Von 
deren Erhebung wird aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege abgesehen.

IV. Rechtsanwalt Patrik Gruber wird im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
eine Entschädigung von CHF 2'565.- (14.25 Stunden à CHF 180.-), zuzüglich Auslagen von 
CHF 82.50 sowie der Mehrwertsteuer von CHF 211.80 (8% von CHF 2'647.50) zugespro-
chen. Der Totalbetrag von CHF 2'859.30 geht zu Lasten des Staates Freiburg.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Ent-
scheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht 
ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 29. Juni 2018/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: