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**Case Identifier:** f62d86d0-525e-5782-a95f-262d7313b429
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.11.2021 100 2020 219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-219_2021-11-02.pdf

## Full Text

100.2020.219U
DAM/GRS/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. November 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiber Grossrieder 

Bundesamt für Raumentwicklung (ARE)
Worblentalstrasse 66, 3063 Ittigen
Beschwerdeführer

gegen

A.________
Spielmatte 9, 3800 Unterseen
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegner 1

Gemischte Gemeinde Lütschental
Baupolizeibehörde, Briggmättli 38, 3816 Lütschental
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baupolizei; Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
bezüglich Weidhaus (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern vom 5. Mai 2020; BVD 120/2018/42)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ ist Eigentümer der Parzelle Lütschental Gbbl. Nr. 1________ in 
der Landwirtschaftszone, auf der sich unter anderem ein Weidhaus befindet 
(Gebäude Nr. …). Im Hinblick auf die Nutzung des Weidhauses als Ferien-
wohnung nahm A.________ im Zeitraum von 2001 bis 2003 ohne 
Bewilligung mehrere bauliche Veränderungen vor. Nachdem der Regie-
rungsstatthalter des Verwaltungskreises Interlaken-Oberhasli davon Kennt-
nis erhalten und Abklärungen getroffen hatte, ersuchte er die Gemischte Ge-
meinde (GG) Lütschental mit Schreiben vom 30. Oktober 2017 um Eröffnung 
eines Baupolizeiverfahrens. Am 23. März 2018 gab die GG Lütschental 
A.________ unter anderem Gelegenheit, ein nachträgliches Baugesuch ein-
zureichen, worauf dieser allerdings ausdrücklich verzichtete. Mit Verfügung 
vom 15. Juni 2018 ordnete sie die teilweise Wiederherstellung des rechtmäs-
sigen Zustands an. Aus Verhältnismässigkeitsgründen verzichtete sie auf 
den vollständigen Rückbau der ausgeführten Arbeiten, verhängte aber eine 
Nutzungseinschränkung (Nutzung lediglich während der schneefreien Mo-
nate Mai bis Oktober). 

B.

Gegen diese Verfügung führte das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) 
am 20. Juli 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 
des Kantons Bern (BVE; heute: Bau- und Verkehrsdirektion [BVD]) und ver-
langte den vollständigen Abbruch des ehemaligen Weidhauses. Die BVD 
wies die Beschwerde mit Entscheid vom 5. Mai 2020 im Wesentlichen ab. In 
einem Punkt ergänzte sie die angefochtene Verfügung und setzte insoweit 
eine neue Frist zur Wiederherstellung an. 

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C.

Dagegen hat das ARE am 5. Juni 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde er-
hoben. Es beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, soweit 
auf weitergehende Wiederherstellungsmassnahmen verzichtet worden sei. 
Es seien der vollständige Abbruch des ehemaligen Weidstalls samt Anbau-
ten und hangseitiger Stützmauer sowie die Wiederherstellung des Boden-
aufbaus als Kulturland unter Anpassung an den natürlichen Geländeverlauf 
anzuordnen; die Wiederherstellung sei zu verbinden mit einer Frist von nicht 
mehr als drei Monaten ab Rechtskraft und mit der Verpflichtung der Ge-
meinde, die Arbeiten wenn nötig unverzüglich ersatzvornahmeweise und un-
ter Androhung der Bestrafung auf Kosten von A.________ ausführen zu 
lassen. Eventuell sei die BVD oder die GG Lütschental anzuweisen, in der 
Sache die entsprechenden Anordnungen zu treffen. 

A.________ beantragt mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2020, auf die 
Beschwerde sei nicht einzutreten; eventuell sei sie abzuweisen. Die BVD 
schliesst mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2020 unter Hinweis auf die Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid auf Beschwerdeabweisung. Die Ge-
meinde hat sich nicht vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig.

1.2 Das ARE hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Nach 
Art. 79 Abs. 2 VRPG ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde unter anderen 
jede Behörde befugt, die durch Gesetz oder Dekret dazu ermächtigt ist. Das 
ARE ist gemäss Art. 48 Abs. 4 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 

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2000 (RPV; SR 700.1) im Bereich der Raumplanung nach den allgemeinen 
Bestimmungen über die Bundesrechtspflege beschwerdeberechtigt (vgl. 
auch Art. 89 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). Gemäss 
Art. 111 Abs. 2 BGG können Bundesbehörden, die zur Beschwerde an das 
Bundesgericht berechtigt sind, die Rechtsmittel des kantonalen Rechts er-
greifen und sich vor jeder kantonalen Instanz am Verfahren beteiligen, wenn 
sie dies beantragen. Das ARE ist daher zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
befugt (BGE 136 II 359 E. 1.2). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist 
entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners einzutreten (vgl. auch 
E. 1.3 hiernach).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Anders als der Be-
schwerdegegner meint (Beschwerdeantwort S. 2 f.), macht das ARE Rechts-
verletzungen geltend und verlangt nicht eine blosse Angemessenheits-
prüfung. Namentlich bei der Beurteilung, ob eine Wiederherstellung im öf-
fentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist, handelt es sich um 
Rechtsfragen, die in die Prüfungszuständigkeit des Verwaltungsgerichts fal-
len (vgl. etwa BGer 1C_730/2013 vom 4. 6.2014 E. 7 betreffend den Kanton 
Zürich). 

2.

2.1 Das streitbetroffene Weidhaus ist im «Richtplan Weidhäuser», Teil-
plan Gemeinde Lütschental der Region Oberland-Ost vom Februar 1997 
(nachfolgend: Weidhausrichtplan; Akten 3G), verzeichnet und gemäss den 
Angaben des Beschwerdegegners ca. 400 Jahre alt. Die landwirtschaftliche 
Nutzung wurde bereits vor mehreren Jahrzehnten aufgegeben, weshalb das 
Gebäude zonenwidrig ist. Auf dem im Jahr 1995 erstellten Objektblatt des 
Weidhausrichtplans wird der bauliche Zustand als «schlecht» beurteilt. Unter 
der Rubrik «Wichtige Massnahmen bei Sanierung/Umnutzung» wird festge-
halten: «erhalten und wiederherstellen (bergseitige Stützmassnahmen und 
neu untermauern)». Die Sanierung/Umnutzung des Gebäudes im Sinn einer 

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einfachen Wohnnutzung bezeichnet der Weidhausrichtplan als wünschens-
wert (Objektblatt Nr. 2________). Gemäss den Angaben des 
Beschwerdegegners sei das Weidhaus bergseitig «total eingestürzt» und 
überhaupt nicht mehr bewohnbar gewesen (unpag. Gesuch um Erlass einer 
Feststellungsverfügung nach bäuerlichem Bodenrecht vom 2.6.2017 S. 2, 
Akten RSA 3E; Protokoll des Augenscheins vom 7.9.2017, Akten 
Gemeinde 3B act. 3). Im Zeitraum von 2001 bis 2003 ersetzte der 
Beschwerdegegner daher – ohne vorgängig eine Bewilligung einzuholen – 
die eingestürzte bergseitige Rückseite durch eine Winkelstützmauer aus 
Stahlbeton («u-förmige Stützmauer»). Er betonierte zudem das 
Sockelgeschoss sowie die Böden und deckte das alte Schindeldach mit 
Eternitplatten neu ein. Auf der Südwestseite des Gebäudes errichtete er 
überdies einen offenen, überdachten Anbau. Das umgebaute Gebäude weist 
schliesslich verschiedene neue Türen und Fenster auf. Seither nutzt der 
Beschwerdegegner das ehemalige Weidhaus im Sommerhalbjahr 
sporadisch als Ferienwohnung (angefochtener Entscheid E. 3c; Protokoll 
inkl. Fotos des Augenscheins vom 7.9.2017, Akten Gemeinde 3B act. 3 und 
4).

2.2 Die GG Lütschental verpflichtete den Beschwerdegegner mit Wieder-
herstellungsverfügung vom 15. Juni 2018, den linksseitigen offenen Anbau 
(Unterstand) abzubrechen und bei sämtlichen betonierten Mauern das ehe-
malige äussere Gebäudebild wiederherzustellen, indem das sichtbare 
«Äussere» mit Steinplatten optisch in den alten Zustand versetzt werde. Auf 
die Wiederherstellung der neuen Dacheindeckung und der «u-förmigen» 
Stützmauer verzichtete sie jedoch aus Gründen der Verhältnismässigkeit 
(Akten BVD 3A pag. 9; vorne Bst. A). Die Vorinstanz hat diese Wiederher-
stellungsverfügung im angefochtenen Entscheid bestätigt und zusätzlich die 
vom Beschwerdegegner selber vorgeschlagene Entfernung einer Parabo-
lantenne an der Südostfassade des Weidhauses angeordnet (vorne Bst. B). 
Das ARE macht vor Verwaltungsgericht geltend, es gebe im vorliegenden 
Fall keine Gründe für einen Verzicht auf die vollständige Wiederherstellung 
des rechtmässigen Zustands. Würden die in den Jahren 2001 bis 2003 illegal 
errichteten Bauteile entfernt, stürze das Gebäude ein. Es bleibe daher nur 
dessen vollständige Entfernung. Die hierfür erforderlichen Massnahmen 
seien zusammen mit der Wiederherstellung des natürlichen Terrains zu ver-

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fügen, mitsamt Fristansetzung und Androhung der Ersatzvornahme (Be-
schwerde Ziff. 59; vorne Bst. C).

2.3 Zu prüfen ist somit, ob zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-
stands – wie vom ARE verlangt – das gesamte Gebäude zu entfernen und 
das natürliche Terrain wiederherzurichten ist. Nicht umstritten sind dagegen 
die bereits angeordneten Entfernungsmassnahmen (Anbau und Parabolan-
tenne). Der Beschwerdegegner hat diese akzeptiert und kein Rechtsmittel 
dagegen ergriffen. 

3.

3.1 Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung 
einer Baubewilligung ausgeführt, hat die Baupolizeibehörde gemäss Art. 46 
des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) ein Wiederherstel-
lungsverfahren einzuleiten (Abs. 1). Sie setzt der jeweiligen Grundeigentü-
merin oder dem Grundeigentümer eine angemessene Frist zur Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme 
(Abs. 2). Die Wiederherstellungsverfügung wird aufgeschoben, wenn die 
oder der Pflichtige innert 30 Tagen seit ihrer Eröffnung ein Gesuch um nach-
trägliche Baubewilligung einreicht (Abs. 2 Bst. b). Versäumt es die Bauherr-
schaft oder verzichtet sie – wie hier (Schreiben an die Gemeinde vom 
10.4.2018 S. 2, Akten Gemeinde 3B act. 12; vorne Bst. A) – ausdrücklich da-
rauf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen, so ist der Anspruch auf 
materielle Prüfung der Baurechtskonformität grundsätzlich verwirkt (BVR 
1992 S. 386 E. 4c; zuletzt VGE 2020/146 vom 24.8.2021 E. 4.1). Allerdings 
ist selbst in Ermangelung eines nachträglichen Baugesuchs (oder wenn auf 
ein solches wegen Verspätung oder sonstiger Ungültigkeit nicht eingetreten 
werden kann) wenigstens summarisch zu prüfen, ob die im Streit liegende 
Baute oder Nutzung materiell rechtswidrig ist, sofern darüber nicht schon 
rechtskräftig entschieden worden ist. Denn es wäre im Allgemeinen unver-
hältnismässig, eine an sich bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss we-
gen Fehlens der förmlichen Baubewilligung (formelle Rechtswidrigkeit) be-
seitigen zu lassen (BVR 2000 S. 416 E. 3a; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum 
bernischen BauG, Band I/II, 5./4. Aufl. 2020/2017, Art. 46 N. 15a mit weite-

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ren Hinweisen). Massgebend für die Prüfung der Bewilligungspflicht und der 
Bewilligungsfähigkeit ist grundsätzlich das Recht, das im Zeitpunkt der (un-
bewilligten) Ausführung des Vorhabens bzw. im Zeitpunkt der Nutzungsän-
derung anwendbar war. Späteres Recht ist namentlich anzuwenden, wenn 
es für die Bauherrschaft günstiger ist (BGE 123 II 248 E. 3a/bb; BGer 
1C_480/2019 und 1C_481/2019 vom 16.7.2020, in ZBl 2021 S. 503 E. 3.2; 
BVR 2011 S. 107 E. 4.2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 14a mit weiteren 
Hinweisen). Kommt die Baubewilligungsbehörde zum Schluss, dass das 
ganze Bauvorhaben oder ein Teil desselben nicht nachträglich bewilligt wer-
den kann, hat sie zugleich darüber zu entscheiden, ob und inwieweit der 
rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist; sie setzt dafür gegebenenfalls 
eine neue Frist (vgl. Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG).

3.2 Der Beschwerdegegner bestreitet nicht, dass die Bauarbeiten im 
Zeitpunkt ihrer Ausführung von 2001 bis 2003 der Baubewilligungspflicht un-
terstanden und dies unverändert gilt (Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; 
SR 700]; Art. 1a Abs. 1 BauG; Art. 7 Abs. 1 des Dekrets vom 22. März 1994 
über das Baubewilligungsverfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; 
BSG 725.1]; vgl. angefochtener Entscheid E. 3). Er stellt auch nicht in Ab-
rede, dass die fraglichen baulichen Veränderungen nachträglich nicht bewil-
ligt werden können (vgl. Beschwerdeantwort S. 6 f. und 9). Hingegen ist er 
der Auffassung, der Rückbau der Originalsubstanz sei von vornherein unzu-
lässig, da von der Rechtswidrigkeit der gesamten Baute (und deren Nutzung) 
keine Rede sein könne. So sei beispielsweise aktenkundig, dass die Koch-
gelegenheit rechtskräftig bewilligt worden sei. Ferner sei unbestritten, dass 
das Weidhaus bereits vor 1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt worden 
und die Wohnnutzung daher rechtens sei (Beschwerdeantwort S. 6).

3.3 Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die wie das Weid-
haus dem Zonenzweck nicht (mehr) entsprechen, gelten grundsätzlich als 
materiell baurechtswidrig (vgl. Art. 22 Abs. 2 Bst. a RPG). Ist eine Baute 
nicht mehr zonenkonform, aber noch bestimmungsgemäss nutzbar, ist sie 
nach Art. 24c Abs. 1 RPG allerdings grundsätzlich in ihrem Bestand ge-
schützt und gilt insofern als rechtmässig. Bestimmungsgemäss nutzbar ist 
eine Baute, wenn die Eigentümerin oder der Eigentümer durch angemesse-

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nen Unterhalt das fortbestehende Interesse an der Weiternutzung dokumen-
tiert hat. Dies äussert sich darin, dass die Baute gemessen an ihrer Zweck-
bestimmung betriebstüchtig ist und die tragenden Konstruktionen mehrheit-
lich intakt sind. Ein Umbau von Bauruinen zu wieder nutzbaren Bauten bzw. 
deren Abbruch und Wiederaufbau ist ausgeschlossen (BGE 1C_111/2020 
vom 11.8.2021 E. 4.2.2; BGer 1A.134/2002 vom 17.7.2003, in ZBl 2005 
S. 158 E. 4.3; Rudolf Muggli, in Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb 
der Bauzone, 2017, Art. 24c N. 16 und 40). Ein Wiederaufbau fällt somit von 
vornherein ausser Betracht, wo ein verfallenes oder über längere Zeit ver-
lassenes Gebäude ersetzt werden soll (BGer 1C_207/2015 vom 9.9.2015 
E. 4.1; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 24c N. 23 
S. 633).

3.4 Die Vorinstanz hat überzeugend dargelegt, dass das Weidhaus nach 
Massgabe dieser Kriterien vor Beginn der ab 2001 ausgeführten Umbauar-
beiten nicht mehr bestimmungsgemäss nutzbar war (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 4b), zumal der gemauerte Sockelbereich gemäss den eigenen 
Schilderungen des Beschwerdegegners grosse Risse aufwies, der Holzauf-
bau auf diesem Sockel talwärts verschoben und das Gebäude bergseitig so-
gar eingestürzt war (Akten BVD pag. 17 mit Hinweis auf die Fotografien im 
Weidhausrichtplan, Objektblatt Nr. 2________; vgl. auch vorne E. 2.1). Es 
kann daher nicht gesagt werden, das Weidhaus sei vor dem Umbau 
gemessen an seiner Zweckbestimmung noch nutzbar und die tragenden 
Konstruktionen seien mehrheitlich intakt gewesen. Der Beschwerdegegner 
macht zudem nicht geltend, er habe durch angemessenen Unterhalt das 
fortbestehende Interesse an der Weiternutzung des Gebäudes 
dokumentiert. Die Vorinstanz hat angesichts des baufälligen Zustands des 
Weidhauses somit zu Recht die bestimmungsgemässe Nutzbarkeit verneint 
und im Rahmen der summarischen Prüfung folgerichtig festgehalten, die 
Bewilligungsvoraussetzungen von Art. 24c RPG bzw. aArt. 24c RPG in der 
ursprünglichen Fassung vom 20. März 1998, der im Zeitpunkt der 
Bauausführung in Kraft war (AS 2000 S. 2042, 2044), seien nicht erfüllt.

3.5 Damit kann es allerdings nicht sein Bewenden haben: Aus dem nicht 
mehr gebrauchstauglichen Zustand des Gebäudes folgt nicht nur die Rechts-
widrigkeit der ausgeführten Arbeiten, sondern auch die Widerrechtlichkeit 

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der von den baulichen Veränderungen unangetasteten Originalsubstanz. 
Bereits vor den Sanierungsarbeiten war die Lebensdauer des verfallenen 
und nicht mehr bestimmungsgemäss nutzbaren Weidhauses abgelaufen 
und der Bestandesschutz von Art. 24c RPG folglich erloschen (vgl. BGE 
1C_111/2020 vom 11.8.2021 E. 4.2.2 mit zahlreichen Hinweisen auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung). Wie das ARE richtig ausführt, kann der 
einmal untergegangene Bestandesschutz nicht wieder aufleben (Be-
schwerde Rz. 55); ein Umbau von Bauruinen zu wieder nutzbaren Bauten ist 
wie dargelegt ausgeschlossen (vorne E. 3.3). Da die Originalsubstanz auch 
nicht gestützt auf einen anderen Ausnahmetatbestand von Art. 24 ff. RPG 
bewilligungsfähig ist, gilt (auch) sie als materiell rechtswidrig. Die vom dama-
ligen Regierungsstatthalteramt Interlaken im Jahr 2001 erteilte Bewilligung 
für die Umwandlung der offenen Feuerstelle im Gebäude in einen Kamin hat 
die verfallene Originalsubstanz im Übrigen ebenfalls nicht legalisiert. Bewil-
ligt wurde damals lediglich ein Kamin, nicht aber die dem Verfall preisgege-
bene Originalsubstanz (Akten Gemeinde 3C). Die Bewilligung hätte ange-
sichts der bereits eingetretenen Baufälligkeit des Weidhauses zwar nicht er-
teilt werden dürfen. Mit der Beschränkung auf den Kamin vermag sie an der 
Widerrechtlichkeit des Gebäudes aber nichts zu ändern.

3.6 Anders als der Beschwerdegegner meint, kann zur Wiederherstel-
lung des rechtmässigen Zustands somit grundsätzlich auch der Rückbau der 
im Jahr 1972 bereits vorhandenen Bausubstanz verlangt werden.

4.

Werden widerrechtlich errichtete Bauten in der Landwirtschaftszone nicht 
beseitigt, sondern auf unabsehbare Zeit geduldet, wird der Grundsatz der 
Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet in Frage gestellt und rechtswidriges 
Verhalten belohnt. Solche rechtswidrigen Bauten müssen grundsätzlich be-
seitigt werden. Die Anordnung des Abbruchs bereits erstellter Bauten kann 
jedoch nach den allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und Verwaltungs-
rechts (ganz oder teilweise) ausgeschlossen sein. Dazu gehört namentlich 
der in Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) 
festgehaltene Grundsatz der Verhältnismässigkeit (BGE 1C_145/2019 vom 

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20.5.2020 E. 5.1, 136 II 359 E. 6). Nach dem Verhältnismässigkeitsgrund-
satz kann die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unterbleiben, 
wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder nicht im öf-
fentlichen Interesse liegt. Gleiches gilt, wenn die pflichtige Person in gutem 
Glauben angenommen hat, die von ihr ausgeübte Nutzung stehe mit der 
Baubewilligung im Einklang, sofern ihre Fortsetzung nicht schwerwiegenden 
öffentlichen Interessen widerspricht (BGE 132 II 21 E. 6; BVR 2003 S. 97 
E. 3b). Für die Frage, ob die Vorinstanzen zu Recht einen lediglich teilweisen 
Rückbau der ausgeführten Arbeiten angeordnet und auf den Abbruch des 
ganzen Weidhauses verzichtet haben, ist somit entscheidend, ob die voll-
ständige Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands den Vertrauens-
grundsatz respektiert, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig 
ist. 

5.

5.1 Das ARE macht geltend, die Vorinstanzen hätten dem Beschwerde-
gegner zu Unrecht guten Glauben zugebilligt, soweit dieser fälschlicherweise 
angenommen habe, die zwischen 2001 und 2003 vorgenommen Umbauar-
beiten seien baubewilligungsfrei gewesen.

5.2 Die BVD hat erwogen, es sei nachvollziehbar, dass der Beschwerde-
gegner aufgrund des Weidhausrichtplans davon ausgegangen sei, er sei zur 
Bauausführung berechtigt. Der Weidhausrichtplan bezeichne das betroffene 
Gebäude als erhaltenswert, nenne konkrete Sanierungsmassnahmen und 
halte fest, dass die Sanierung/Umnutzung des Gebäudes für eine einfache 
Wohnnutzung wünschenswert sei. Vor diesem Hintergrund sei es glaubwür-
dig, dass der Beschwerdegegner davon ausgegangen sei, es bestehe eine 
Pflicht zur Erhaltung und Sanierung des Weidhauses. Das Gleiche gelte für 
seine Annahme, Erhaltungs- und Sanierungsmassnahmen würden als bau-
bewilligungsfreie Unterhaltsarbeiten gelten. Das während den Sanierungs-
arbeiten von seinem Vater für Kochstelle und Kamin gestellte Baugesuch 
zeige zudem, dass der Beschwerdegegner und sein Rechtsvorgänger der 
Baubewilligungspflicht nachkommen wollten. Aus den eingereichten Bauge-
suchsunterlagen seien sogar einige Sanierungsmassnahmen ersichtlich ge-

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wesen. Schliesslich hätten sich namentlich im Zusammenhang mit Baukon-
trollen in den Jahren 2001, 2007 und 2008 mehrmals Vertreter der Gemeinde 
im und um das Weidhaus aufgehalten, ohne die ausgeführten Arbeiten als 
unrechtmässig zu bezeichnen oder gar ein Baupolizeiverfahren einzuleiten. 
Damit hätten sie die Rechtswidrigkeit über rund 16 Jahre hinweg geduldet, 
obwohl ihnen dieser Zustand bekannt war oder hätte bekannt sein müssen. 
Aufgrund des Vertrauensschutzes sei der Anspruch auf Erlass von Wieder-
herstellungsmassnahmen, die über das vom Beschwerdegegner akzeptierte 
Mass hinausgingen, verwirkt (angefochtener Entscheid E. 5d).

5.3 Der Beschwerdegegner pflichtet den vorinstanzlichen Ausführungen 
bei und weist ergänzend darauf hin, er habe mit den ausgeführten Sanie-
rungsmassnahmen das Haus vor dem Zerfall bewahren wollen, so wie es im 
Weidhausrichtplan vorgesehen sei. Er habe nicht einfach «drauf los» gebaut, 
was auch der Umstand zeige, dass er für andere Vorhaben ein Baugesuch 
eingereicht habe. Zudem seien die fraglichen Arbeiten vor knapp 20 Jahren 
ausgeführt worden. Zu dieser Zeit sei die Praxis der Baubewilligungs- und 
Baupolizeibehörden deutlich weniger streng gewesen als heute. Die Behör-
den hätten ihn schliesslich über 16 Jahre lang nie darauf hingewiesen, dass 
die getroffenen baulichen Massnahmen baubewilligungspflichtig bzw. 
rechtswidrig sein sollen (Beschwerdeantwort S. 6 ff.). Dem hält das ARE ent-
gegen, der Weidhausrichtplan sei zu alt, als dass sich daraus zuverlässige 
Aussagen zur realen Schutzwürdigkeit des streitbetroffenen Weidhauses 
machen liessen. Selbst wenn ursprünglich Schutzanliegen bestanden hät-
ten, seien diese durch die illegalen baulichen Veränderungen und das Aus-
mass des Eingriffs in die Bausubstanz verloren gegangen. Sei die schutz-
würdige Substanz einmal beseitigt, könne sie nicht mehr gleichwertig wie-
derhergestellt werden. Entsprechende Arbeiten seien bei solchen Bauten 
zudem fachmännisch auszuführen. Wer über Grundeigentum ausserhalb der 
Bauzonen verfüge, müsse wissen, dass die gesetzlichen Vorgaben streng 
seien, und die Grundeigentümerschaft sei selber dafür verantwortlich, sich 
bei Bedarf von einer Fachperson beraten zu lassen. Stichwortartige Mass-
nahmen im Inventarblatt eines Richtplans ermächtigten nicht zur Ausführung 
solcher Arbeiten (Beschwerde S. 7-10).

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5.4 Die grundsätzliche Bewilligungspflicht für Bauvorhaben darf als allge-
mein bekannt vorausgesetzt werden (BVR 2006 S. 444 E. 5.4). Dies gilt erst 
recht bei Bauvorhaben in der Landwirtschaftszone (BGer 1C_578/2019 vom 
25.5.2020 E. 6.1, 1C_272/2019 vom 28.1.2020 E. 5.1). Eine Bauherrschaft 
kann nur dann gutgläubig sein, wenn sie bei zumutbarer Aufmerksamkeit 
und Sorgfalt davon ausgehen durfte, sie sei zur Bauausführung oder Nut-
zung berechtigt (BGE 136 II 359 E. 7.1 mit Hinweisen). Die blosse Untätigkeit 
einer Behörde berechtigt in der Regel nicht zur Annahme, das Bauen oder 
Nutzen sei rechtmässig. Bei der Deutung der Untätigkeit als Dulden oder gar 
als Zustimmung ist grosse Zurückhaltung geboten (BVR 2006 S. 444 E. 5.3). 
Behördliche Untätigkeit kann nur dann einen Vertrauenstatbestand begrün-
den, wenn die Behörde eine Rechtswidrigkeit bewusst hingenommen und 
während sehr langer Zeit auf ein Einschreiten verzichtet hat, die Verletzung 
öffentlicher Interessen nicht schwer wiegt und die Rechtswidrigkeit für die 
Bauherrschaft bei gebotener Sorgfalt nicht erkennbar war (BVR 2013 S. 85 
E. 6.2; VGE 2015/269 vom 19.5.2016 E. 4.5; Beatrice Weber-Dürler, Neuere 
Entwicklung des Vertrauensschutzes, in ZBl 2002 S. 281 ff., 301 f.; zum 
Ganzen Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. a).

5.5 Indem der Beschwerdegegner die fraglichen Umbau- und Wiederauf-
bauarbeiten des weitgehend verfallenen Weidhauses vornahm, ohne vor-
gängig eine Baubewilligung einzuholen und ohne die in diesem Zusammen-
hang nötigen Abklärungen zu treffen, hat er die pflichtgemässe Aufmerksam-
keit vermissen lassen. Er und sein Vater als Rechtsvorgänger haben für 
andere Vorhaben, namentlich für den Einbau eines Kamins im Weidhaus, 
denn auch ein Baugesuch eingereicht (vorne E. 3.5). Daraus erhellt, dass 
sich der Beschwerdegegner der grundsätzlichen Baubewilligungspflicht 
auch für kleinere Vorhaben bewusst war. Er hätte somit zumindest Zweifel 
haben müssen, ob er die hier interessierenden grösseren Um- und Wieder-
aufbaumassnahmen ohne Bewilligung vornehmen darf. Dennoch hat er so-
weit ersichtlich bei den Behörden nie nachgefragt, wie es sich mit der Bau-
bewilligungspflicht verhält. Unter diesen Umständen kann er grundsätzlich 
nicht als gutgläubig im baurechtlichen Sinn gelten.

5.6 Die Aufnahme des Gebäudes in den Weidhausrichtplan vermag da-
ran entgegen der Ansicht der Vorinstanz und des Beschwerdegegners nichts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
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zu ändern: Beim Weidhausrichtplan handelt sich um einen regionalen Richt-
plan, der für Private nicht verbindlich ist (vgl. Art. 57 Abs. 1 BauG und dazu 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 57 N. 4a; allgemein auch Markus Müller, in Her-
zog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 
N. 68). Er bezeichnet «Gebiete ausserhalb der eigentlichen Siedlungen», in 
denen im Hinblick auf den Schutz der charakteristischen Landschaft auch 
landschaftstypische Gebäude zu erhalten sind, und beschreibt die schutz-
würdigen Gebäude objektweise (Weidhausrichtplan S. 3). Die GG Lütschen-
tal hat diese Gebäude in ihrer Nutzungsplanung allerdings nicht unter Schutz 
gestellt (vgl. zu diesem Problemkreis auch BVE 22.2.2000, in BVR 2000 
S. 503 E. 4). Im Objektblatt Nr. 2________ zum hier interessierenden 
Weidhaus wird zwar festgehalten, bestimmte Sanierungsmassnahmen seien 
«wünschenswert» (vgl. auch vorne E. 2.1). Daraus durfte der 
Beschwerdegegner aber nicht schliessen, dass er sich im Einzelnen nicht 
um die Baubewilligungspflicht und die Baubewilligungsfähigkeit der konkret 
geplanten Massnahmen zu kümmern brauche. Dies gilt umso mehr, als der 
Weidhausrichtplan einleitend selber festhält, in der Landwirtschaftszone 
würden Baubewilligungen nur sehr restriktiv erteilt, speziell wenn es um 
Bauten oder Ausbauten von Wohnraum gehe (S. 1). Unter dem Titel 
«Beurteilung von Baugesuchen» wird zudem klargestellt, für die 
Nutzungsänderung eines im Richtplan enthaltenen Gebäudes sei in erster 
Linie das Raumplanungsrecht des Bundes massgebend, namentlich Art. 24 
der alten Verordnung vom 2. Oktober 1989 über die Raumplanung (aRPV; 
AS 1989 S. 1985) betreffend Ausnahmen ausserhalb der Bauzonen zur 
Erhaltung bestehender Bausubstanz. Zusätzlich werden Kriterien zur Bau- 
und Umgebungsgestaltung genannt, um die Schutzwürdigkeit des Objekts 
zu gewährleisten. Insbesondere sollen die bauliche Grundstruktur und 
Substanz erhalten bleiben (S. 6 f.). Der Weidhausrichtplan legt also nicht die 
Baubewilligungsfreiheit von baulichen Massnahmen an den verzeichneten 
Gebäuden nahe, sondern macht das Gegenteil deutlich. Der 
Beschwerdegegner durfte somit bei zumutbarer Aufmerksamkeit nicht davon 
ausgehen, die im Weidhausrichtplan ohnehin nur ganz grob umrissenen 
Massnahmen seien ohne weiteres baubewilligungsfrei.

5.7 Der Beschwerdegegner leitet seine Gutgläubigkeit weiter aus einer 
angeblich grosszügigen Praxis der Behörden zur Baubewilligungspflicht im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
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Zeitraum 2001 bis 2003 ab. Die allgemeinen Kriterien für die Baubewilli-
gungspflicht, wie sie nach Art. 22 Abs. 1 RPG und Art. 1a Abs. 1 BauG gel-
ten, sind allerdings gefestigt und in der Rechtsprechung seit langem aner-
kannt (vgl. z.B. BGE 118 Ib 49 E. 2). Umbaumassnahmen und Zweckände-
rungen sind seit jeher baubewilligungspflichtige Vorgänge; das gilt nament-
lich auch für neuen Wohnraum in der Landwirtschaftszone. So hielt das Bun-
desgericht beispielsweise in einem Leiturteil aus dem Jahr 1998 fest, bei 
Bauten ausserhalb der Bauzonen spiele der Zweck des Umbaus eine wich-
tige Rolle, weil eine Umnutzung nur in engen Grenzen zulässig sei (BGE 
124 II 538 E. 2c mit Hinweisen). Bereits in früheren Entscheiden hat die 
Rechtsprechung für das Bauen in der Landwirtschaftszone betont, ein 
Weidhaus dürfe nur in Ausnahmefällen Wohnzwecken dienen (vgl. etwa 
BGE 108 Ib 130; RR 15.1.1986, in BVR 1986 S. 120). Aus einer angeblich 
weniger strengen Behördenpraxis kann der Beschwerdegegner daher nichts 
zu seinen Gunsten ableiten.

5.8 Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner und der Vorinstanz 
kritisierte Untätigkeit der Gemeinde einen Vertrauenstatbestand begründet 
hat und der Anspruch der Behörden auf Wiederherstellung verwirkt ist: Das 
ist schon deshalb zu verneinen, weil der Beschwerdegegner nach dem vor-
stehend Gesagten die Rechtswidrigkeit seines Handelns bei gebotener 
Sorgfalt hätte erkennen müssen. Fraglich ist zudem, ob die Gemeinde den 
rechtswidrigen Zustand bewusst hingenommen hat. In diesem Zusammen-
hang ist der schlechte Zustand des Weidhauses von Bedeutung (Ruine), der 
eine Berufung auf die Besitzstandsgarantie ausschliesst (vorne E. 3). Aus 
den Akten geht nicht hervor, dass die Baupolizeibehörde hinreichende 
Kenntnis von dieser baulichen Situation hatte, auch wenn Vertreter der Ge-
meinde für Baukontrollen aus anderen Gründen wiederholt vor Ort waren. 
Wie es sich damit verhält, kann indes offenbleiben. Wer sich – wie der Be-
schwerdegegner – nicht mit Erfolg den guten Glauben berufen kann, vermag 
selbst aus einer langjährigen behördlichen Duldung des rechtswidrigen Zu-
stands nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (vgl. BGE 136 II 359 E. 7.1; 
BVR 2020 S. 255 E. 4.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
Seite 15

6.

6.1 Steht der Vertrauensschutz der Wiederherstellung nicht entgegen, ist 
weiter zu prüfen, ob die vollständige Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist.

6.2 Der Beschwerdegegner macht geltend, der Abbruch des Gebäudes 
liege nicht im öffentlichen Interesse. Das Interesse an der Trennung von 
Bau- und Nichtbaugebiet sei – wenn überhaupt – nur marginal verletzt. So 
sei das Weidhaus bereits vor dem Jahr 1972 nicht mehr landwirtschaftlich 
genutzt worden. Die bereits unter altem Recht vorgenommene Umnutzung 
sei durch die baulichen Änderungen weder erweitert noch intensiviert wor-
den (Beschwerdeantwort S. 7). Nach Ansicht der BVD sprechen Interessen 
des Landschaftsschutzes und der Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften 
ebenfalls gegen den vollständigen Abbruch. Die Vorinstanz hat erwogen, der 
Kanton Bern betrachte den Weiterbestand landschaftsprägender Bauten im 
Alpenraum, und damit den Landschaftsschutz und die Erhaltung traditionel-
ler Kulturlandschaften, als wichtiges öffentliches Interesse. Das umstrittene 
Haus sei im Weidhausrichtplan als erhaltenswert verzeichnet. Es handle sich 
damit grundsätzlich um eine landschaftsprägende Baute, die erhalten wer-
den solle. Da die Gemeinde die Objekte des Weidhausrichtplans (noch) nicht 
in ihre Nutzungsplanung überführt habe, biete die Planung zwar keine 
Grundlage für eine Erteilung der Bewilligung nach Art. 39 RPV für land-
schaftsprägende Bauten. Der Richtplan sei aber dennoch behördenverbind-
lich und zeige das Interesse am Weiterbestand des Weidhauses. Mit den 
von der Gemeinde angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen werde 
die äussere Erscheinung des Gebäudes im Wesentlichen gewahrt. Damit 
sprächen die Interessen des Landschaftsschutzes und der Erhaltung tradi-
tioneller Kulturlandschaften für die Erhaltung des Gebäudes und gegen ei-
nen vollständigen Abbruch. Den öffentlichen Interessen an der Einhaltung 
der baurechtlichen Ordnung und an der Trennung von Baugebiet und Nicht-
baugebiet stünden damit andere, überwiegende öffentliche Interessen ent-
gegen (angefochtener Entscheid E. 5c). 

6.3 Das ARE vertritt dagegen den Standpunkt, es gebe kein – oder zu-
mindest kein genügendes – öffentliches Interesse an der Erhaltung, um von 
einer Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands abzusehen. Die Wie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
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derherstellung sei zur Durchsetzung des Trennungsgrundsatzes und der 
Rechtsgleichheit dringend geboten. Die negativen Folgen eines Verzichts 
wären selbst durch ein gewisses Schutzinteresse am Erhalt des Weidhauses 
nicht zu rechtfertigen. Der Beschwerdegegner habe mit den illegalen bauli-
chen Veränderungen so stark in die Bausubstanz eingegriffen, dass eine al-
lenfalls einmal vorhandene Schutzwürdigkeit nicht mehr gegeben sei. Im 
Kontext von Art. 39 RPV ergebe sich diese Beurteilung direkt aus dem Bun-
desrecht: Wer eine Bewilligung nach Abs. 2 dieser Bestimmung für land-
schaftsprägende Bauten erhalte (für die hohe Anforderungen gälten) und bei 
der Bauausführung unbewilligt in die geschützte Substanz eingreife, verliere 
die Baubewilligung (Abs. 4) und müsse den rechtmässigen Zustand wieder-
herstellen (Abs. 5). Nur eine konsequente Wiederherstellung des rechtmäs-
sigen Zustands könne zudem verhindern, Anreize zur illegalen Beeinträchti-
gung geschützter Bauten zu schaffen. Beim hier interessierenden Weidhaus 
existiere der Sockel aus Natursteinen nicht mehr, ein erheblicher Teil des 
Konstruktionsholzes sei ersetzt worden und das Dach weise einen funda-
mental anderen Charakter auf. Hinzu kämen die zusätzlichen, teilweise auf 
den aktenkundigen Fotografien sichtbaren illegalen Veränderungen in und 
an der Baute sowie in deren Umfeld. Die Vorstellung der Vorinstanz, wonach 
das Problem des beseitigten Sockels aus Naturstein behoben werden 
könne, indem bei sämtlichen Mauern das ehemalige äussere, sichtbare Ge-
bäudebild mittels Steinplatten optisch imitiert werde, zeuge von einer ekla-
tanten Unterschätzung der Schutzanforderungen (Beschwerde S. 7 f.). 

6.4 Die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet stellt gemäss der Recht-
sprechung einen fundamentalen Grundsatz des Raumplanungsrechts dar. 
Dem konsequenten Vollzug des Baurechts ausserhalb des Baugebiets 
kommt deshalb besondere Bedeutung zu (BGE 132 II 21 E. 6.4; 
BGE 1C_469/2019 und 1C_483/2019 vom 28.4.2021 E. 5.5; BVR 2013 
S. 85 E. 5.2; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a mit weiteren Hinweisen). 
Werden in der Landwirtschaftszone widerrechtlich errichtete Bauten nicht 
zurückgebaut, sondern auf unabsehbare Zeit geduldet, wird der Trennungs-
grundsatz in Frage gestellt und rechtswidriges Verhalten belohnt. Solche 
rechtswidrigen Bauten müssen daher grundsätzlich beseitigt werden (BGE 
136 II 359 E. 6; BGer 1C_344/2017 vom 17.4.2018 E. 5.1; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 46 N. 10). – Das zonenwidrige Weidhaus widerspricht dem 

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Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet. Der durch den Verfall 
des Gebäudes geschaffene rechtswidrige Zustand ist nicht unbedeutend und 
es besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an seiner Korrektur (vgl. für 
diese Würdigung etwa BGer 1C_61/2018 vom 13.8.2018 E. 3.2). Daran än-
dert nichts, dass der Regierungsstatthalter des Verwaltungskreises Interla-
ken-Oberhasli am 20. November 2017 eine Feststellungsverfügung nach 
bäuerlichem Bodenrecht zugunsten des Beschwerdegegners erlassen hat 
(Ausnahme vom Zerstückelungsverbot und Nichtunterstellung unter das Ge-
setz; Akten RSA 3E). Die Beachtung des Trennungsgrundsatzes hängt nicht 
davon ab, ob das beanspruchte Land tatsächlich landwirtschaftlich bewirt-
schaftet wird; entscheidend ist allein die Zugehörigkeit zur Landwirtschafts-
zone (VGE 2018/122 vom 2.4.2019 E. 3.3). Es sprechen somit gewichtige 
öffentliche Interessen für den Rückbau des Gebäudes. 

6.5 Mildere Massnahmen als der Abbruch des Gebäudes sind nicht er-
sichtlich: Die Duldung der widerrechtlich gewordenen Originalsubstanz und 
von gewissen rechtswidrig ausgeführten Bauarbeiten ist nicht gleich geeig-
net zur Beseitigung der Zonenwidrigkeit wie der (vollständige) Rückbau (vgl. 
für diese Beurteilung auch BGer 1C_61/2018 vom 13.8.2018 E. 3.2). Na-
mentlich ändert am Fortbestehen der illegalen Bausubstanz nichts, wenn an 
das rechtswidrig betonierte Sockelgeschoss lediglich Steinplatten für eine 
verbesserte Optik gelegt werden, wie dies die Vorinstanzen angeordnet ha-
ben. Auch äusserlich nicht sichtbare rechtswidrige Bauteile widersprechen 
dem Trennungsgrundsatz und sind vom konsequenten Vollzug des Bau-
rechts nicht ausgenommen. Der vollständige Abbruch des Weidhauses ist 
damit erforderlich, um den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen (vgl. 
dazu auch BGer 1C_204/2019 vom 8.4.2020 E. 4.3 betreffend einen Weid-
stall). Von der Wiederherstellung ausgenommen sein könnte allenfalls der 
Kamin des Gebäudes, da hierfür eine Bewilligung vorliegt (vorne E. 3.5). Der 
Kamin im Dach des zu entfernenden Gebäudes kann jedoch nicht für sich 
allein bestehen, weshalb er ebenfalls zurückzubauen ist. Das ARE macht 
zudem geltend, das Gebäude stürze mit der Entfernung der illegal errichte-
ten Bauteile ein (Beschwerde S. 11 Rz. 59). Diese Darstellung wird vom Be-
schwerdegegner nicht bestritten und leuchtet angesichts des vor den Um-
bauarbeiten baufälligen Zustands des Weidhauses ein. Auch aus diesem 
Grund ist der vollständige Rückbau des Gebäudes erforderlich, um den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
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rechtmässigen Zustand wiederherzustellen (vgl. BGer 1C_204/2019 vom 
8.4.2020 E. 4.3). Allfällige entschädigungsrechtliche Fragen betreffend den 
Rückbau des Kamins sind im Übrigen nicht Gegenstand des vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens.

6.6 Der Abbruch des Weidhauses ist schliesslich auch zumutbar: 

6.6.1 Der Beschwerdegegner bzw. vor ihm sein Vater haben das Gebäude 
auf eigenes Risiko verfallen lassen. Mit der langjährigen Vernachlässigung 
haben sie zum Ausdruck gebracht, an der Originalsubstanz kein Interesse 
mehr zu haben (zur Anrechenbarkeit des Verhaltens von Rechtsvorgänge-
rinnen und Rechtsvorgängern vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. b 
mit Hinweisen). Durch den eigenmächtigen, nicht bewilligungsfähigen Wie-
deraufbau des stark vernachlässigten Weidhauses zu einer (temporären) 
Ferienwohnung wollte sich der Beschwerdegegner Vorteile verschaffen, auf 
die er in der Landwirtschaftszone keinen Anspruch hat. Dieser Wunsch nach 
einer Ideallösung vermag die entgegenstehenden und gewichtigen öffentli-
chen Interessen – konsequenter Vollzug des Baurechts sowie Trennung von 
Bau- und Nichtbaugebiet – nicht zu überwiegen. Der Beschwerdegegner 
kann zudem nicht als gutgläubig im baurechtlichen Sinn gelten (vorne E. 5). 
Damit fallen wirtschaftliche Interessen nicht ausschlaggebend ins Gewicht 
(vgl. BGer 1C_204/2019 vom 8.4.2020 E. 4.3; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 
N. 9c Bst. c mit weiteren Hinweisen).

6.6.2 Anders als der Beschwerdegegner und die BVD ausführen, stehen 
dem vollständigen Abbruch des Gebäudes auch keine überwiegenden öf-
fentlichen Interessen wie solche des Landschaftsschutzes und der Erhaltung 
traditioneller Kulturlandschaften entgegen. Art. 39 RPV berücksichtigt diese 
Interessen und lässt bei gegebenen Voraussetzungen eine Ausnahmebewil-
ligung für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen zu. Diese Voraus-
setzungen sind im vorliegenden Fall nicht erfüllt, was auch die Vorinstanz 
anerkennt (angefochtener Entscheid E. 4c). Es käme einer Aushöhlung der 
Vorschriften über die Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone und den 
Ausnahmebestimmungen dazu gleich, wenn widerrechtliche zonenfremde 
Bauten zwar nicht (nachträglich) bewilligt werden könnten, im Baupolizeiver-
fahren aus Gründen, die bei der verweigerten Bewilligung bereits berück-
sichtigt wurden, aber auf die Wiederherstellung verzichtet würde. Im Übrigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
Seite 19

kann der vorinstanzlichen Interessenabwägung auch inhaltlich nicht gefolgt 
werden: Das heutige, chaletartige Erscheinungsbild und die Grundstruktur 
des Gebäudes unterscheiden sich wesentlich vom ursprünglichen Weid-
haus. Ein Vergleich der im Weidhausrichtplan enthaltenen Fotos des ur-
sprünglichen Weidhauses mit den Fotos des umgebauten Gebäudes zeigt 
dies deutlich (Weidhausrichtplan Objektblatt Nr. 2________ und Akten 
Gemeinde 3B act. 4). Das charaktertypische Erscheinungsbild des 
vormaligen Weidhauses wäre selbst dann weitgehend verloren, wenn die 
vorinstanzlich angeordneten Massnahmen umgesetzt würden. Der 
Landschaftsschutz und die Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft 
haben durch das Verhalten des Beschwerdegegners bzw. seines 
Rechtsvorgängers massgebliche Beeinträchtigungen erfahren, die mit einem 
teilweisen Verzicht auf die Wiederherstellung nicht behoben werden können.

6.6.3 Der Rückbau des gesamten Gebäudes ist damit zumutbar und er-
weist sich insgesamt als verhältnismässig. Dass der Regierungsstatthalter 
dem Beschwerdegegner am Augenschein vom 7. September 2017 mitgeteilt 
hat, im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli sei es seines Wissens noch 
nie zu einem solchen Abbruch gekommen (Beschwerdeantwort an die BVD 
vom 16.8.2018, Vorakten BVD pag. 18; vgl. Akten Gemeinde 3B act. 3 S. 4), 
ändert daran nichts.

6.7 Entgegen der Vorinstanz sind somit keine Gründe ersichtlich, die den 
Verzicht auf den vollständigen Rückbau rechtfertigen könnten. Die Be-
schwerde erweist sich insoweit als begründet. Wie die vorstehenden Erwä-
gungen zeigen, stellt das Verwaltungsgericht für diese Beurteilung nicht auf 
die Dokumentationen zu Art. 39 Abs. 2 RPV aus dem Kanton Tessin ab, die 
das ARE in italienischer Sprache eingereicht hat (Beschwerdebeilagen 3 und 
4). Es erübrigt sich daher, die entsprechenden Unterlagen aus dem Recht 
zu weisen oder übersetzen zu lassen, wie dies der Beschwerdegegner ver-
langt (Beschwerdeantwort S. 7; vgl. Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 35 N. 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 02.11.2021, Nr. 100.2020.219U, 
Seite 20

7.

7.1 Das ARE beantragt in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu-
sätzlich zum Abbruch des ehemaligen Weidhauses erstmals ausdrücklich 
die Wiederherstellung des Bodenaufbaus als Kulturland unter Anpassung an 
den natürlichen Geländeverlauf (vorne Bst. C; vgl. enger noch die Rechtsbe-
gehren in der Beschwerde an die BVD vom 20.7.2018 S. 2). Von einer un-
zulässigen Ausweitung des Streitgegenstands kann nicht gesprochen wer-
den (vgl. einlässlich zu diesem Begriff Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 5 ff.). 
Denn der Abbruch des Weidhauses beinhaltet auch die Entfernung des Fun-
daments und damit Massnahmen zum Wiederaufbau des Bodens unter dem 
zu entfernenden Gebäude. Allerdings befindet sich das Haus in Hanglage 
(Fotos des Augenscheins vom 7.9.2017, Akten Gemeinde 3B act. 4; Fotos 
Weidhausrichtplan; vgl. auch angefochtener Entscheid Sachverhalt Ziff. 1). 
Es ist unklar, wie die Fundation des Gebäudes ausgestaltet ist und ob die 
Baute ohne Hangsicherungsmassnahmen entfernt werden kann. Sollten 
spezielle Massnahmen zur vorübergehenden oder permanenten Sicherung 
des Terrains notwendig sein, sind diese im Wiederherstellungsbefehl genau 
zu umschreiben. Davon hängt auch ab, ob und inwieweit der natürliche Ge-
ländeverlauf wiederhergestellt werden kann, wie dies vom ARE verlangt 
wird. Forderungen zur Art und Weise der Bodenwiederherstellung hat das 
ARE zudem wie erwähnt erstmals vor Verwaltungsgericht gestellt. Es ist 
unter den gegebenen Umständen nicht Sache des Verwaltungsgerichts, ent-
sprechend dem Hauptantrag des ARE reformatorisch zu entscheiden. Inwie-
fern das Bundesrecht einen reformatorischen Entscheid der Beschwer-
deinstanz «zwingend gebietet» (Beschwerde S. 2 Rz. 4), ist nicht erkennbar 
und wird in der Beschwerde auch nicht erläutert. Die genaue Umschreibung 
des Abbruchsbefehls und die dafür allenfalls nötigen weiteren Abklärungen 
sind Aufgaben, welche die Gemeinde aufgrund ihrer Sachnähe und Orts-
kenntnisse am besten vornehmen kann. Die Beschwerde ist somit dahin gut-
zuheissen, dass der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt der rechtskräf-
tig angeordneten Entfernungsmassnahmen (vorne E. 2.3) aufzuheben und 
die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinn der Erwägungen an die 
Gemeinde zurückzuweisen ist (Art. 84 Abs. 1 VRPG; vgl. Ruth Herzog, in 
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 84 N. 16). Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

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7.2 Das ARE beantragt schliesslich, eine Wiederherstellungsfrist von 
nicht mehr als drei Monaten anzusetzen sowie im Wiederherstellungsbefehl 
die Ersatzvornahme und die Ungehorsamsstrafe gemäss Art. 292 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) anzudrohen (vorne 
Bst. C). – Nach Art. 46 Abs. 2 BauG setzt die Baupolizeibehörde der jeweili-
gen Grundeigentümerin bzw. dem Grundeigentümer eine angemessene 
Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter Androhung 
der Ersatzvornahme. Ob die vom ARE geforderte dreimonatige Wiederher-
stellungsfrist angemessen ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschlies-
send beurteilt werden. Es wird Sache der Gemeinde sein, eine neue Frist 
festzulegen. Die Androhung der Ersatzvornahme ist gesetzlich vorgesehen 
und muss nicht gerichtlich angeordnet werden. Was die Bestrafung für den 
Fall der Nichtbefolgung angeht, steht Art. 50 BauG im Vordergrund (vgl. 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 10b; zur subsidiären Anwendbarkeit von 
Art. 292 StGB im Allgemeinen Herzog/Sieber, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 116 N. 6 mit Hinweisen). 
Auch insoweit erübrigen sich autoritative Anweisungen an die Gemeinde.

8.

8.1 Bei diesem Prozessausgang hat der Beschwerdegegner die Kosten 
des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Die Rückweisung der Sache an die Gemeinde dient nur der Umsetzung der 
Wiederherstellungsanordnung und bedeutet kein teilweises Unterliegen des 
ARE. Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 
VRPG).

8.2 Die im vorinstanzlichen Verfahren entstandenen Kosten sind nach 
den gleichen Grundsätzen zur verlegen. Der Beschwerdegegner hat daher 
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG), festgesetzt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'500.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
der Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsver-
waltung [Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21]). Parteikosten sind 
keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

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Seite 22

9.

Gegen das vorliegende Urteil kann grundsätzlich Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht geführt werden 
(Art. 82 ff. BGG). Soweit es sich um einen Zwischenentscheid im Sinn von 
Art. 93 BGG handelt (vgl. BGE 135 II 30 E. 1.3, 133 V 477 E. 4.1), ist die Be-
schwerde aber nur zulässig, wenn eine der zusätzlichen Voraussetzungen 
von Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt ist.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass der Entscheid der Bau- 
und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 5. Mai 2020 unter Vorbehalt 
der rechtskräftig angeordneten Entfernungsmassnahmen aufgehoben 
und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinn der Erwägungen 
an die Gemischte Gemeinde Lütschental zurückgewiesen wird. Im Übri-
gen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden dem Beschwerdegegner 
auferlegt.

b) Die Kosten des Verfahrens vor der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern, festgesetzt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, 
werden dem Beschwerdegegner auferlegt.

3. Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und vor der Bau- und Ver-
kehrsdirektion des Kantons Bern werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegner 1

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- Beschwerdegegnerin 2
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
- Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.