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**Case Identifier:** 0a636e98-b4fd-5b7b-a55f-30c050b2a8f5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.10.2014 D-5510/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5510-2014_2014-10-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5510/2014 

thc/kna/ 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima;   

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 12. September 2014 / N (…). 

 

 

D-5510/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Afghanistans, gemäss 

eigenen Angaben am 22. Juni 2014 in die Schweiz gelangte und glei-

chentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum Z._______ um Asyl 

nachsuchte,  

dass er am 10. Juli 2014 summarisch zu seinen Asylgründen befragt 

wurde und ihm gleichentags – nach entsprechenden Abklärungen des 

BFM zu seiner Person auf sozialen Netzwerken – das rechtliche Gehör 

zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid aufgrund der mutmasslichen 

Verfahrenszuständigkeit Ungarns gemäss der Verordnung [EU] 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (ABl. L180/31 vom 29.6.2013; nachfol-

gend Dublin-III-VO) sowie zur Überstellung in jenen Staat gewährt wurde, 

dass er dabei im Wesentlichen geltend machte, er habe von der pakista-

nischen Botschaft ein Visum für die Einreise nach Ungarn erhalten, wor-

aufhin er am 14. oder 15. September 2013 in Ungarn eingereist sei und 

dort zu studieren begonnen habe,  

dass er aber die Kurse nicht bestanden habe, weshalb er Ungarn hätte 

verlassen und zurück nach Afghanistan gehen müssen,  

dass hinsichtlich seiner Asylvorbringen auf die Akten verwiesen wird,  

dass das BFM am 24. Juli 2014 Ungarn um Informationen im Sinne von 

Art. 34 Dublin-III-VO ersuchte,  

dass die ungarischen Behörden mit Schreiben vom 13. August 2014 mit-

teilten, der Beschwerdeführer habe über eine ungarische Aufenthaltsbe-

willigung (gültig bis 30. Juni 2014) verfügt, deren Verlängerung am 

7. August 2014 abgelehnt worden sei,  

dass die Aufenthaltsbewilligung auf Basis eines am 13. August 2013 aus-

gestellten Schengen-Visums zu (…) erlassen worden sei, welches bis am 

8. Juli 2014 gültig gewesen sei,  

D-5510/2014 

Seite 3 

dass das BFM am 25. August 2014 nach den Bestimmungen der Dublin-

III-VO ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne 

von Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO an Ungarn richtete, wobei es insbesonde-

re auf das Antwortschreiben der ungarischen Behörden vom 13. August 

2014 verwies,   

dass die ungarischen Behörden der Übernahme des Beschwerdeführers 

am 10. September 2014 explizit zustimmten,  

dass das BFM mit Verfügung vom 12. September 2014 – eröffnet am 

19. September 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Ungarn anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte,  

dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheids im We-

sentlichen ausführte, Abklärungen in sozialen Netzwerken hätten erge-

ben, dass sich der Beschwerdeführer in Ungarn aufgehalten habe, was 

auch durch die Auskunft der ungarischen Behörden, gemäss welchen der 

Beschwerdeführer über eine ungarische Aufenthaltsbewilligung verfügt 

habe, bestätigt worden sei,  

dass die ungarischen Behörden das Ersuchen des BFM um Übernahme 

gutgeheissen hätten und somit die Zuständigkeit für das Asyl- und Weg-

weisungsverfahren bei Ungarn liegen würde,  

dass es den ungarischen Behörden obliege, seine Asylgründe zu prüfen, 

seinen Aufenthaltsstatus zu regeln oder gegebenenfalls eine Wegweisung 

ins Heimatland anzuordnen,  

dass keine Hinweise vorlägen, dass die ungarischen Behörden das Asyl- 

und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würden, Ungarn 

zudem Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-

ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

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Seite 4 

(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der 

FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) sei und somit keine begründe-

ten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, wonach Ungarn seinen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme und dem Beschwerdeführer 

keinen effektiven Schutz vor Rückschiebung gewähren würde,  

dass der Wegweisungsvollzug nach Ungarn sowohl zulässig, zumutbar 

als auch technisch möglich und praktisch durchführbar sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. September 2014 (Post-

stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und zur Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewäh-

rung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumut-

barkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung 

einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantrage,  

dass er gleichzeitig um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht ersuchte, wie auch um Beiordnung einer 

amtlichen Rechtsvertretung,  

dass er ausserdem um eine Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde ersuchte, sowie um Anordnungen an das BFM 

betreffend die Nicht-Kontaktnahme mit den Behörden der Heimat, even-

tualiter eine diesbezügliche Information,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde in erster Linie auf seine 

Asylgründe einging und zur Situation in Ungarn im Wesentlichen ausführ-

te, sein Visum sei nicht verlängert worden, da er die Kurse (…) aufgrund 

psychischer Probleme nicht bestanden habe, weshalb er zurück nach Af-

ghanistan hätte gehen müssen,  

dass die Schweiz für ihn ein Land sei, das sich hilfsbedürftigen Menschen 

wie ihm annehme und viele humanitäre Organisationen beheimate, wes-

halb er die Schweiz als letzte Chance gesehen habe,  

dass Ungarn niemals Abklärungen bezüglich seiner Sicherheit in Afgha-

nistan machen werde, da das Klima für Ausländer in Ungarn eher un-

freundlich sei und er bei einer allfälligen Rückführung sofort ins Gefängnis 

kommen und dann nach Afghanistan gebracht werden würde, 

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Seite 5 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen ein Dokument in arabischer Spra-

che, ein Schreiben aus Budapest in ungarischer Sprache, das Programm 

seiner Schule in Afghanistan (in Englisch) und Dokumente der deutschen 

Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zu den Akten reich-

te,  

dass die vorinstanzlichen Akten am 1. Oktober 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vorbe-

haltlich nachfolgender Erwägungen einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

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Seite 6 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der 

Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochte-

nen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden 

Verfahrens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge 

nicht einzutreten ist,  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass sich die staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens aus der Dublin-III-VO ergibt,  

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-

zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in 

den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, 

nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-

geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt 

werden kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

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Seite 7 

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass den vorliegenden Akten sowie aus den Vorbringen des Beschwerde-

führers zu entnehmen ist, dass sich der Beschwerdeführer vor seiner Ein-

reise in die Schweiz in Ungarn aufgehalten hatte, 

dass das BFM die ungarischen Behörden am 25. August 2014 um Auf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO 

ersuchte, 

dass die ungarischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 

10. September 2014 explizit zustimmten, 

dass die Zuständigkeit Ungarns somit gegeben ist, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Ungarn würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-

lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Ungarn – wie dies bereits in der Verfügung des BFM ausgeführt 

wurde – Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK ist und seinen 

diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach-

kommt, 

dass Ungarn auf die unter anderem vom Amt des Hohen Flüchtlings-

kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) am ungarischen Asylsys-

tem geübte Kritik reagiert und sowohl auf gesetzlicher Ebene als auch in 

der Praxis die Behebung von Mängeln angekündigt beziehungsweise mit 

deren Umsetzung begonnen hat, wobei insbesondere der Verzicht auf ei-

ne quasi-systematische Inhaftierung von Asylsuchenden und auf die Ein-

stufung von Serbien als sicherem Drittstaat sowie die materielle Prüfung 

der Asylgesuche von allen Personen, welche im Rahmen des Dublin-

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Abkommens nach Ungarn überstellt werden (Dublin-Rückkehrer), hervor-

zuheben sind (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2093/2012 

vom 9. Oktober 2013 E. 5-8), 

dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem 

Urteil vom 6. Juni 2013 aufgrund dieser Verbesserungen zum Schluss ge-

langte, asylsuchende Personen seien bei einer Überstellung nach Ungarn 

gestützt auf das Dublin-Abkommen nicht einer realen und individuellen 

Gefahr einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt (vgl. 

EGMR, Mohammed gegen Österreich [Appl. No. 2283/12], Urteil von 

6. Juni 2013, § 106), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis davon 

ausging, Ungarn komme kraft seiner Mitgliedschaft im Dublin-System 

grundsätzlich seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach (vgl. etwa die 

Urteile D-443/2014 vom 22. August 2014, D-4044/2013 vom 23. Juli 

2013, D-4197/2013 vom 25. Juli 2013, E-4194/2013 vom 13. August 2013 

und D-4809/2013 vom 3. September 2013, D-2302/2014 vom 6. Mai 

2014), 

dass jüngere Entwicklungen in Ungarn Anlass zu erneuter Kritik gegeben 

haben,  

dass zum einen die Asylgesuchszahlen in Ungarn erheblich anstiegen, 

was offenbar zu einer spürbaren Verschlechterung der Aufnahmebedin-

gungen geführt hat (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. 8.3),  

dass zum anderen am 1. Juli 2013 Änderungen des ungarischen Asylge-

setzes in Kraft getreten sind, die eine neue rechtliche Grundlage für die 

Inhaftierung von Asylsuchenden schaffen (vgl. Hungarian Helsinki Com-

mittee [HHC], Information Note on Asylum-Seekers in Detention and in 

Dublin Procedures in Hungary, Mai 2014 [http://helsinki.hu/en/information-

note-on-asylum-seekers-in-detention-and-in-dublin-procedures-in-

hungary]), 

dass diese Gesetzesänderungen aus der Sicht der ungarischen Regie-

rung die Umsetzung der Neufassung der Richtlinie 2013/33/EU des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz 

beantragen, ins nationale Recht darstellen (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 

9. Oktober 2013 E. 8.2),  

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dass das UNHCR demgegenüber kritisiert, Ungarn habe die Neufassung 

der Aufnahmerichtlinie, insbesondere die Berücksichtigung der speziellen 

Schutzbedürfnisse von verletzlichen Personen (Art. 11 und Art. 22 Neu-

fassung Aufnahmerichtline), unvollständig übernommen (vgl. UNHCR, 

Comments and recommendations on the draft modification of certain mig-

ration-related legislative acts for the purpose of legal harmonisation, 

12. April 2013, S. 12, 23), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbe-

zug der aktuellsten Entwicklungen zum Schluss gelangt ist, dass die 

Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im Rahmen des Dublin-

Regelwerks nicht generell die Gefahr einer unmenschlichen oder ernied-

rigenden Behandlung oder einer Verletzung des Prinzips des Non-

Refoulement mit sich bringt und daher nicht generell unzulässig ist (vgl. 

Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013E. 9),  

dass daher das nicht weiter substanziierte Vorbringen des Beschwerde-

führers, Ungarn werde seine Asylvorbringen nicht prüfen, ihn in Haft 

nehmen und ihn nach Afghanistan zurück schicken, als unbegründet zu 

bezeichnen ist,  

dass jedoch die Vermutung, dieser Staat beachte die den betroffenen 

asylsuchenden Personen im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem 

zustehenden Grundrechte in angemessener Weise (vgl. E. 4.1-4.3), nicht 

uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann (analog zu Überstellun-

gen nach Malta, vgl. BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden auf der 

Grundlage der jeweils aktuellsten, zugänglichen Informationen im Einzel-

fall zu prüfen haben, ob die betroffene Person im Falle einer Überstellung 

nach Ungarn Gefahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asyl-

verfahrens und/oder der Aufnahmebedingungen eine Verletzung ihrer 

Grundrechte zu erleiden, und diese Person selbst nicht die volle Beweis-

last zu tragen hat, sondern lediglich, aber immerhin, ihre persönlichen 

Gründe (mit konkreten Hinweisen) geltend zu machen hat, die gegen die 

Zulässigkeit der Überstellung nach Ungarn sprechen könnten (vgl. Urteil 

E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. 9.2), 

dass die Verfügung des BFM in Lichte dieser Ausführungen als äusserst 

knapp zu bezeichnen ist, da kaum eine individuelle Prüfung der Situation 

des Beschwerdeführers vorgenommen und auf diese vertieft eingegan-

gen wurde,  

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Seite 10 

dass jedoch aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers nicht davon 

auszugehen ist, er habe in Ungarn keinen effektiven Zugang zum Asylver-

fahren gehabt und im Rahmen des rechtlichen Gehörs sowie auch in der 

Beschwerde keine Gründe geltend macht, warum die Überstellung für ihn 

nach Ungarn als jungen, ledigen und grundsätzlich gesunden Mann nicht 

zulässig sein könnte,  

dass die Ausführungen des BFM aufgrund der klaren Sachverhaltskons-

tellation vorliegend als genügend zu bezeichnen sind,  

dass auch davon ausgegangen werden darf, Ungarn anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des 

internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von 

Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtli-

nie), ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ausführt, er habe in 

Ungarn psychische Probleme sowie Lernschwierigkeiten gehabt und er in 

der Befragung ausführte, er habe Probleme mit den Augen, was zu Kopf-

schmerzen führe,  

dass diese geltend gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen un-

belegt blieben und somit nicht rechtsgenügend dargetan wurden und sich 

auch aus den Akten nicht schliessen lässt, inwiefern der Beschwerdefüh-

rer überhaupt eine massgebliche medizinische Betreuung benötigt, 

dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft zu machen vermag, die Über-

stellung nach Ungarn setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus 

und verletze damit Art. 3 EMRK,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nämlich nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstel-

len kann, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder 

terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7, mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR), was vorlie-

gend offensichtlich nicht der Fall ist,  

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dass, entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift, nicht ersichtlich 

ist, inwiefern im vorliegenden Verfahren Art. 17 Dublin-III-VO von Rele-

vanz wäre, da diese Bestimmung nur auf Ersuchen eines anderen Mit-

gliedstaates Anwendung finden kann (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., 

K19 zu Art. 17), weshalb sich Ausführungen dazu erübrigen, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Er-

messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle fest-

zuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht 

einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. 

auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen 

Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Ungarn angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, 

SR 142.311]),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

als gegenstandslos erweist, 

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache hinfällig wird, 

dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung abzuweisen sind, da 

die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als 

aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht erfüllt sind, 

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Seite 12 

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens Kontakte mit dem Heimatstaat 

ohnehin nicht in Betracht fallen, weshalb auch die diesbezüglichen Anträ-

ge gegenstandlos sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

und 5 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5510/2014 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

 

Versand: