# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f725b44d-02d1-57bf-b179-4c9200b4644f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 05.03.2013 S 2012 117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2012-117_2013-03-05.pdf

## Full Text

S 12 117

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 5. März 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. …, Jahrgang … und als arbeitslose Person bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch unfallversichert, 

stürzte gemäss eigenen Angaben am 28. September 2011 zu Hause beim 

Verschieben eines Möbelstücks. Am 30. September 2011 begab sie sich bei 

ihrem Hausarzt, Dr. med. …, in ärztliche Behandlung. Dieser diagnostizierte 

vorab eine Rippenkontusion rechts, evtl. links. Das Thorax-Röntgen vom 3. 

Oktober 2011 ergab keine Fraktur. Anlässlich der Folgekonsultation vom 7. 

Oktober 2011 klagte die Patientin auch über Schulterschmerzen links. Nach 

Durchführung physiotherapeutischer Behandlungen bescheinigte ihr Dr. med. 

… ab dem 7. November 2011 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit und 

schloss die Unfallbehandlung per 31. Dezember 2011 ab.

2. Am 27. März 2012 wurde … im Kantonsspital Graubünden ambulant 

untersucht. Gemäss dem entsprechenden Bericht von Dr. med. … und Dr. med. 

… bestünden nach Angaben der Patientin weiterhin starke Schmerzen im 

Bereich der linken Schulter und Rippen links sowie eine schmerzhafte 

Bewegungseinschränkung des linken Armes. Am 28. März 2012 wurde … 

durch einen Aussendienstmitarbeiter der Suva zu Unfallhergang und 

Heilungsverlauf befragt. Am 3. April 2012 wurde im Kantonsspital Graubünden 

ein Arthro-MRI der Schulter links durchgeführt, wodurch eine Partialruptur der 

Supraspinatussehne (vorwiegend gelenkseitig ansatznah) mit leichter Bursitis 

subacromialis, eine SLAP-2 Läsion sowie eine Arthrose zwischen os akromiale 

und Akromion festgestellt werden konnte. Gemäss Bericht von Dr. med. …, 

Leitender Arzt Orthopädie des Kantonsspitals Graubünden, vom 24. April 2012 

bestehe eine artikularseitige Partialläsion (PASTA) Supraspinatus Schulter links 

bei sobacromialem Impingement sowie ein os acromiale Schulter links. Es 

zeige sich eine Entzündungsproblematik subacromial bei Os acromiale mit 

Pseudoarthrose. Aufgrund der vorhandenen Schmerzproblematik und bei noch 

guter Kongruenz der Rotatorenmanschette könne ein konservativer 

Therapieversuch mit Infiltration subacromial durchgeführt werden. Am 4. Mai 

2012 wurde die Infiltration der Schulter links durchgeführt.

3. Mit ärztlicher Beurteilung vom 30. April 2012 hielt der Kreisarzt Dr. med. … fest, 

dass … am 28. September 2011 bei einem Sturz eine Kontusion des linken 

Schultergelenkes bei vorbestehendem Os acromiale mit Pseudoarthrose erlitten 

habe. Die unfallbedingte Behandlung sei per 31. Dezember 2011 

abgeschlossen worden, nachdem die Patientin ab 7. November 2011 voll 

arbeitsfähig geschrieben worden sei. Dementsprechend könne davon 

ausgegangen werden, dass die vorübergehende Verschlimmerung dieses 

Vorzustandes drei Monate nach dem Unfallereignis abgeschlossen gewesen 

sei. Die nachgewiesene Partialläsion der Supraspinatussehne bei 

subacromialem Impingement sei Folge der anlagebedingten Variante dieser 

Schulter mit Os acromiale. Diese Läsion gehöre demzufolge zum Vorzustand 

und habe mit dem Unfallereignis vom 28. September 2011 nichts zu tun. Die 

unfallbedingte Behandlung sei per Ende 2011 als abgeschlossen zu betrachten.

4. Mit Verfügung vom 3. Mai 2012 schloss die Suva den Fall ab und stellte ihre bis 

dahin erbrachten Versicherungsleistungen per Verfügungsdatum mit der 

Begründung ein, dass die bestehenden Schulterbeschwerden links nicht mehr 

unfall-, sondern ausschliesslich krankheitsbedingt seien. Im Übrigen bestätigte 

sie die von Dr. med. … festgelegte, volle Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit ab 

7. November 2011 wegen den Folgen des Unfalles vom 28. September 2011. 

Am 15. Juni 2012 erhob … dagegen Einsprache und reichte eine 

Stellungnahme von Dr. med. … vom 8. Juni 2012 ein, wonach eine hohe 

Wahrscheinlichkeit bestehe, dass die Teilläsion der Supraspinatussehne in 

kausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis gesehen werden könne. 

Beim zusätzlich im Röntgen festgestellten Os acromiale handle es sich zudem 

um ein Entwicklungsproblem, welches durch das Trauma akzentuiert worden 

sei. Dementsprechend werde beantragt, dass bis zum Abschluss der ärztlichen 

Behandlung weiterhin Leistungen auszurichten seien.

5. Im Rahmen des Einspracheverfahrens nahm Dr. med. …, Facharzt für 

Chirurgie FMH, Suva Versicherungsmedizin, am 28. August 2012 eine 

Aktenbeurteilung vor. Er kam zum Schluss, dass die Schulterprellung links vom 

28. September 2011 nicht geeignet gewesen sei, die im MRI vom 3. April 2012 

dargestellten Befunde (diskrete PASTA-Läsion Supraspinatus, Os acromiale) 

zu verursachen oder auch nur richtunggebend zu verschlimmern, weshalb die 

kreisärztliche Beurteilung vom 30. April 2012 bestätigt werden könne. 

Spätestens per 31. Dezember 2011 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

der Status quo sine wieder erreicht gewesen. Dr. med. … kenne die Patientin 

erst seit dem 23. April 2012 und nehme eine rein zeitliche Kausalattribution post 

hoc vor. Schon die Formulierung („im kausalen Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis gesehen werden kann“) sei widersprüchlich. Er erkläre nicht, wie 

eine gelenkseitige Supraspinatus-Tendinopathie an typischer Stelle ansatznah 

durch eine Prellung entstehen soll. Es handle sich dabei wahrscheinlicher um 

eine altersentsprechende degenerative Pathologie bei Impingement. Eine 

Muskelathropie fehle jedoch, die Rotatorenmanschette sei kongruent und das 

Gelenk zentriert. Es bestehe keine Operationsindikation. Die Floskel 

„akzentuiert“ bezüglich Os acromiale (vorbestehende Entwicklungsstörung) 

beweise ebenfalls nichts. Ein traumatischer Schaden sei bildgebend nicht 

nachweisbar.

6. Mit Einspracheentscheid vom 19. September 2012 wies die Suva die 

Einsprache von … ab.

7. Gegen diesen Entscheid erhob … (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 22. 

Oktober 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte die Aufhebung des Entscheides der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 19. September 2012. Die Beschwerdegegnerin sei 

zu verpflichten, bis zum Abschluss der ärztlichen Behandlung weiterhin Taggeld 

auszurichten. Laut Schreiben von Dr. med. … vom 8. Juni 2012 bestehe die 

hohe Wahrscheinlichkeit für einen Kausalzusammenhang zwischen den 

Beschwerden und dem Unfall. Zwar bestehe ein Entwicklungsproblem aufgrund 

eines Os acromiale, dieses sei jedoch durch das Trauma akzentuiert worden. 

Zur Beurteilung von Dr. med. … habe Dr. med. … mit Schreiben vom 8. 

Oktober 2012 Stellung genommen. Gemäss Auffassung von Dr. med. … gebe 

es zwei mögliche Auslegungen zur Betrachtung des Falles, weshalb nur ein 

Gutachten die Problematik klären könne. Solange die Beschwerdeführerin unter 

Schmerzen leide und dadurch ihre Beweglichkeit erheblich eingeschränkt 

werde, sei zuerst die weitere Behandlung und das daraus resultierende 

Ergebnis abzuwarten, bevor über den Abschluss des Falles entschieden 

werden könne. Allenfalls sei, wie von Dr. med. … in seinem Schreiben vom 8. 

Oktober 2012 angedeutet, eine unabhängige Expertise zur Beurteilung des 

Heilungsverlaufs und der Unfallkausalität durchzuführen. Die Einstellung der 

Taggeldzahlungen sei damit nicht gerechtfertigt. Da weder die 

Beschwerdeführerin noch ihr Ehemann über die nötigen Mittel verfügten, um die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens übernehmen zu können, und sie aufgrund 

mangelnder Kenntnis der schweizerischen Sprache der Komplexität des Falles 

nicht gewachsen sei, werde ausserdem ein Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsvertretung gestellt.

8. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Status quo sine vel 

ante sei spätestens am 3. Mai 2012 erreicht gewesen, weshalb der 

Fallabschluss rechtmässig erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 7. 

November 2011 wieder vollständig arbeits- und vermittlungsfähig gewesen. 

Insofern entfalle der Anspruch auf weitere Taggelder. Die notwendigen 

Sachverhaltsabklärungen seien getroffen worden. Dr. med. … habe am 28. 

August 2012 eine ausführliche ärztliche Beurteilung vorgenommen, unter 

Berücksichtigung sämtlicher massgebender Akten und Ergebnisse der 

bildgebenden Abklärungen. Diese Abklärung decke sich mit der ärztlichen 

Beurteilung von Dr. med. … vom 30. April 2012 und der ärztlichen Beurteilung 

von Dr. med. …. Dr. med. … habe sich eingehend mit der abweichenden 

Beurteilung von Dr. med. … auseinandergesetzt. Aus der im 

Beschwerdeverfahren neu aufgelegten ärztlichen Beurteilung von Dr. med. … 

vom 8. Oktober 2012 ergäben sich keine neuen Erkenntnisse. Dr. med. … 

bestätige eine krankheitsbedingte Vorschädigung. Ausserdem sage er selber, 

nachdem er anfänglich noch von einer hohen Wahrscheinlichkeit eines 

Kausalzusammenhangs ausgegangen sei, dass maximal eine 50%ige 

Möglichkeit eines Kausalzusammenhanges bestehe, was dem Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht genüge. Dr. med. … begründe nicht, 

weshalb die Schmerzsituation subacromial als eindeutige posttraumatische 

Problematik zu betrachten sei. Die Kausalattribution „post hoc ergo propter hoc“ 

genüge in beweisrechtlicher Hinsicht nicht. Dr. med. … bestätige in seiner 

Beurteilung vom 8. Oktober 2012, dass die Auslegung von Dr. med. … im 

Bereich des Möglichen liege, äussere sich aber nicht zum Status quo sine vel 

ante. Die Beurteilung von Dr. med. … vermöge daher ein Abweichen von der 

Beurteilung von Dr. med. … nicht zu begründen. Ausserdem müsse der 

Erfahrungstatsache Rechnung getragen, dass behandelnde und Hausärzte 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden. Infolgedessen sei auf die 

Beurteilung von Dr. med. … abzustellen. Sie sei in Kenntnis der gesamten 

Aktenlage abgefasst worden, sei schlüssig, nachvollziehbar und begründet, 

womit ihr volle Beweiskraft zukomme. Bei Dr. med. … handle es sich um einen 

Spezialarzt für Chirurgie, welcher über ausgeprägte Kenntnisse und 

Erfahrungen im Bereich von Schulterverletzungen verfüge. Seinen 

Ausführungen würden deshalb einen vorrangigen Beweiswert geniessen. 

Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich. Die Einstellung der Taggelder per 

7. November 2011 mit Erlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit sei zu Recht 

erfolgt. Da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Zustand, wie er sich auch 

ohne Unfall eingestellt hätte (Status quo sine vel ante) bereits am 31. 

Dezember 2011 und mit Sicherheit im Zeitpunkt der Verfügung erreicht 

gewesen sei und die fortdauernden Beschwerden ausschliesslich krankhafter 

seien, seien der Fallabschluss und die Einstellung der Heilkostenleistungen per 

3. Mai 2011 ebenfalls rechtmässig gewesen. Als Indiz für die Rechtmässigkeit 

des Einspracheentscheids spreche auch, dass der durch ihn betroffene 

Krankenversicherer (ÖKK) keine Beschwerde erhoben habe.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf den angefochtenen 

Entscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 19. September 2012. Streitig und zu prüfen ist, 

ob die Einstellung der Taggeldzahlungen per 7. November 2011 zu Recht 

erfolgt ist und ob die Leistungen für die Heilbehandlung der unfallkausalen 

Beschwerden zu Recht per 3. Mai 2012 eingestellt worden sind.

2. a) Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) hat die Versicherte Anspruch auf Taggelder, sofern sie infolge eines 

Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig ist. Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit 

richtet sich nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Der Anspruch auf Taggelder 

entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der 

Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder 

mit dem Tod der Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld des 

Unfallversicherers wird unter anderem dann nicht gewährt, wenn der Anspruch 

auf ein Taggeld der Invalidenversicherung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).

b) Vorliegend hatte der Hausarzt, Dr. med. …, der Beschwerdeführerin ab dem 7. 

November 2011 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Ärztlicher 

Zwischenbericht vom 21. Februar 2012 sowie den entsprechenden 

Unfallschein). Die vollständige Arbeitsfähigkeit selbst wird denn auch von der 

Beschwerdeführerin nicht bestritten; sie weist lediglich darauf hin, dass sie nach 

wie vor unter Schmerzen leide, weshalb ihrer Meinung nach kein Fallabschluss 

hätte erfolgen dürfen. Schliesslich ist auch den Akten keine anderslautende 

ärztliche Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Die 

Beschwerdegegnerin hat die Taggeldzahlungen damit zu Recht per 7. 

November 2011 eingestellt.

3. a) Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Einspracheentscheid auf ein 

Aktengutachten von Dr. med. … vom 28. August 2012. Die Beschwerdeführerin 

beantragt eine unabhängige Expertise zur Beurteilung ihres 

Gesundheitszustandes, namentlich auch zur Frage der Unfallkausalität der 

geklagten Schmerzen an der linken Schulter. Die Beschwerdeführerin 

bemängelt indes nicht den Umstand, dass Dr. med. … eine aktengestützte 

Beurteilung vorgenommen hat. Ein Aktengutachten bzw. eine aktengestützte 

Beurteilung ist nach der Rechtsprechung denn auch zulässig. Entscheidend ist, 

ob genügend Unterlagen vorliegen, was dann der Fall ist, wenn die Akten ein 

vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, 

sodass sich der Experte gesamthaft ein lückenloses Bild machen kann (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts U 330/02 vom 5. Dezember 2003 E.2.3; U 277/01 

vom 29. April 2002 E.3c).

b) Im vorliegenden Fall nahm Dr. med. … die Beurteilung in Kenntnis sämtlicher 

massgebender Akten und Ergebnisse der bildgebenden Abklärungen 

(namentlich die Röntgen-Bilder des Thorax vom 3. Oktober 2011 und 16. 

November 2011 sowie das MRI der Schulter links vom 3. April 2012) vor, 

sodass er sich ein gesamthaftes und lückenloses Bild machen konnte. Seine 

Beurteilung steht in Übereinstimmung sowohl mit der Beurteilung des 

Kreisarztes Dr. med. … vom 30. April 2012 als auch mit dem Ärztlichem 

Zwischenbericht des Hausarztes Dr. med. … vom 21. Februar 2012. Dr. med. 

… setzte sich aber auch mit der davon teilweise abweichenden Beurteilung von 

Dr. med. … vom 8. Juni 2012 auseinander (welche ihm allerdings nicht 

plausibel erschien [vgl. hinten E.4e/ff]). Der Beurteilung von Dr. med. … vom 

28. August 2012 kommt demnach voller Beweiswert zu. Zu prüfen bleibt, ob es 

in der Sache gerechtfertigt war, dass die Beschwerdegegnerin die 

Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen an der 

linken Schulter verneinte bzw. dass sie davon ausging, dass spätestens per 

31.Dezember 2011 der Status quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

wieder erreicht gewesen sei.

4. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) zunächst voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.

b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 112 V 

30 E.1a; 115 V 133 E.3). Blosse Teilursächlichkeit - auch nur in zeitlich 

bestimmender Weise – genügt somit (vgl. zum Ganzen BGE 129 V 177 E.3.1; 

129 V 402 E.4.3.1 mit Hinweisen). Zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG 

massgebenden Ursachen gehören auch Umstände, ohne deren Vorhandensein 

die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. 

Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann 

leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das 

versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit 

nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts conditio sine qua non war. 

Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache 

ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu 

rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des 

Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung 

anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_788/2010 vom 8. Februar 2011 

E.10.2 mit Hinweisen). Ist der Unfall eine anspruchsbegründende Teilursache 

und nicht bloss eine (anspruchshindernde) Gelegenheits- oder Zufallsursache, 

ist der obligatorische Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine 

vel ante und damit Wegfall einer Teilursächlichkeit leistungspflichtig (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_326/2006 vom 24. Juni 2008 E.4).

c) Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung 

ein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches 

noch nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1; 118 V 286 E.1b; 117 V 369 E.3a; 

Sozialversicherungsrecht Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 Unfallversicherung 

[UV] Nr. 11 E.3.1; SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 E.3.1.1).

d) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.3.2; 125 V 456 

E.5a; 123 V 137 E.3c; 122 V 415 E.2a; 121 V 45 E.3a; SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 

E.3.2.1; SVR 8-9/2003 UV Nr. 11 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhanges kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 129 V 177 E.3.3; 125 V 456 E.5c; 123 V 98 E.3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen (SVR 

9/2002 UV Nr. 11 E.2b). Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage (vgl. 

BGE 117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, 

sondern vom Richter zu beurteilen.

e) Was die Diagnose der von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen an 

der linken Schulter und deren allfälligem Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis vom 28. September 2011 betrifft, so liegen folgende ärztliche 

Beurteilungen vor:

aa) Gemäss Ärztlichem Zwischenbericht des Hausarztes Dr. med. … vom 21. 

Februar 2012 habe die Beschwerdeführerin am 7. Oktober 2011 über 

Schmerzen in der linken Schulterregion infolge eines Sturzes gegen ein 

Möbelstück geklagt. Er habe Physiotherapie für den Rücken und die linke 

Schulter verschrieben. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 7. November 2011 

wieder zu 100% arbeits- bzw. vermittlungsfähig gewesen, die Behandlung im 

Zusammenhang mit dem Unfall sei per 31. Dezember 2011 abgeschlossen 

worden. Die laufende Behandlung sei seiner Meinung nach krankheits- und 

nicht unfallbedingt.

bb) Gestützt auf das MRI der Schulter links vom 3. April 2012 hielt Dr. med. …, 

Leitender Arzt Radiologie im Kantonsspital Graubünden, in seinem Bericht fest, 

dass eine Partialruptur der Supraspinatussehne (vorwiegend gelenkseitig 

ansatznah) mit leichter Bursitis subacromialis, eine SLAP-2 Läsion sowie eine 

Arthrose zwischen Os acromiale und Akromion bestehe. Diese Diagnose wurde 

nach ambulanten Untersuchungen vom 27. März 2012 und 5. April 2012 durch 

Dr. med … und Dr. med. …, Leitender Arzt bzw. Assistenzärztin im 

Kantonsspital Graubünden, bestätigt.

cc) Gemäss Bericht von Dr. med. …, Leitender Arzt Orthopädie im Kantonsspital 

Graubünden, vom 24. April 2012 bestehe bei der Patientin eine artikularseitige 

Partialläsion (PASTA) Supraspinatus Schulter links bei sobacromialem 

Impingement sowie ein os acromiale Schulter links. Es zeige sich eine 

Entzündungsproblematik subacromial bei Os acromiale mit Pseudoarthrose. 

Aufgrund der vorhandenen Schmerzproblematik und bei noch guter Kongruenz 

der Rotatorenmanschette könne ein konservativer Therapieversuch mit 

Infiltration subacromial durchgeführt werden.

dd) Dr. med. …, Kreisarzt und Facharzt für orthopädische Chirurgie, hielt in seiner 

Beurteilung vom 30. April 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin beim Unfall 

(Sturz) vom 28. September 2011 eine Schulterkontusion links bei 

vorbestehendem Os acromiale mit Pseudoarthrose erlitt. Aufgrund der 

Behandlung habe der behandelnde Arzt (Dr. med. …) am 7. November 2011 

entschieden, dass die volle Arbeitsfähigkeit wieder gegeben sei. 

Dementsprechend könne davon ausgegangen werden, dass die 

vorübergehende Verschlimmerung dieses Vorzustandes drei Monate nach dem 

Unfallereignis abgeschlossen gewesen sei. Die nachgewiesene Partialläsion 

der Supraspinatussehne bei subacromialem Impingement sei Folge der 

anlagebedingten Variante dieser Schulter mit Os acromiale. Diese Läsion 

gehöre demzufolge zum Vorzustand und habe mit dem Unfallereignis vom 28. 

September 2011 nichts zu tun. Die unfallbedingte Behandlung sei per Ende 

2011 als abgeschlossen zu betrachten.

ee) In einem Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 

2012 hielt Dr. med. … fest, dass aus den Berichten seiner Untersuchungen der 

Beschwerdeführerin vom 23. April 2012 und 4. Mai 2012 eindeutig hervorgehe, 

dass diese ein Unfallereignis im September 2011 als Auslöser der 

Schmerzproblematik genannt habe. Im MRI sei eine Teilläsion der 

Supraspinatussehne gesehen worden. Es bestehe eine hohe 

Wahrscheinlichkeit, dass dieser objektive Befund im kausalen Zusammenhang 

mit dem Unfallereignis gesehen werden könne. Zusätzlich sei jedoch auch ein 

Os acromiale im Röntgen aufgefallen, welches klinisch nun relevant 

schmerzhaft sei. Dieses sei eine fehlende Verschmelzung von im Wachstum 

vorliegenden Knochenkernen des Schulterdachs und bedeute ein zusätzliches 

Wackelgelenk, was bei ca. 20-30% der mitteleuropäischen Bevölkerung 

vorkomme. Hier liege somit ein Entwicklungsproblem vor, welches durch das 

Trauma akzentuiert worden sei.

ff) Am 28. August 2012 nahm Dr. med. …, Facharzt für Chirurgie FMH, eine 

aktengestützte Beurteilung namentlich zur Frage nach der Unfallkausalität der 

von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen an der linken Schulter vor. 

Er kam zum Schluss, dass die durch den Unfall entstandene Schulter-Prellung 

links nicht geeignet gewesen sei, die im MRI vom 3. April 2012 dargestellten 

Befunde (diskrete PASTA-Läsion Supraspinatus, Os acromiale) zu verursachen 

oder auch nur richtunggebend zu verschlimmern. Insofern könne er die 

kreisärztliche Untersuchung vom 30. April 2012 (Dr. med. …) bestätigen. 

Spätestens per 31. Dezember 2011 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

der Status quo sine wieder erreicht gewesen. Dr. med. … kenne die Patientin 

erst seit dem 23. April 2012. In seinem „wohlwollenden“ Zeugnis für den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 8. Juni 2012 mache er eine rein 

zeitliche Kausalattribution post hoc. Schon die Formulierung („im kausalen 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis gesehen werden kann“) sei 

widersprüchlich. Speziell erkläre er nicht, wie eine gelenkseitige Supraspinatus-

Tendinopathie an typischer Stelle ansatznah durch die Prellung entstehen solle. 

Es handle sich dabei wahrscheinlicher um eine altersentsprechende 

degenerative Pathologie bei Impingement. Eine Muskelathropie fehle jedoch, 

die Rotatorenmanschette sei kongruent und das Gelenk zentriert. Auch 

ungeachtet von Versicherungsfragen bestehe keine Operationsindikation. Die 

Floskel „akzentuiert“ bezüglich Os acromiale (vorbestehende 

Entwicklungsstörung) beweise ebenfalls nichts. Ein traumatischer Schaden sei 

bildgebend nicht nachweisbar.

gg) In einem weiteren Schreiben an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, 

datiert vom 8. Oktober 2012, führte Dr. med. … aus, es müsse daran 

festgehalten werden, dass eine Vorschädigung im Sinne des Os acromiale 

bestanden habe, was eine angeborene Situation bezeichne. Desweiteren 

bestehe bei der 63-jährigen Beschwerdeführerin eine Partialläsion der 

Supraspinatussehne. Diese könne im Zusammenhang des Unfalles stehen, 

werde jedoch auch in dieser Altersgruppe oft im Rahmen einer degenerativen 

Veränderung dokumentiert. Somit bestehe auch hier maximal eine 50%ige 

Möglichkeit des kausalen Zusammenhanges mit dem Traumaereignis. 

Letztendlich könne als eindeutige posttraumatische Problematik die 

Schmerzsituation subacromial als Symptom betrachtet werden.

hh) Nach Würdigung der vorgenannten medizinischen Berichte gelangt das Gericht 

zum Schluss, dass die Beurteilungen von Dr. med. … die Beurteilung von Dr. 

med. …, welche die Unfallkausalität der geklagten Schmerzen verneint und auf 

die sich die Beschwerdegegnerin stützt, nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. 

Dr. med. … bestätigt die Vorschädigung im Sinne eines Os acromiale, was eine 

angeborene Situation bezeichne. Bezüglich der bei der Beschwerdeführerin 

bestehenden Partialläsion der Supraspinatussehne führt er aus, dass diese in 

Zusammenhang mit dem Unfall stehen könne, dies werde jedoch auch in dieser 

Altersgruppe (die Beschwerdeführerin ist 63-jährig) oft im Rahmen einer 

degenerativen Veränderung dokumentiert. Schliesslich hält Dr. med. … fest, 

dass auch hier maximal eine 50%ige Möglichkeit des kausalen 

Zusammenhanges mit dem Traumaereignis bestehe. Damit bestätigt er seine 

Beurteilung vom 8. Juni 2012, wo er noch von einer hohen Wahrscheinlichkeit 

des Kausalzusammenhanges zwischen der Partialläsion der 

Supraspinatussehne und dem Unfall gesprochen hat, nach Kenntnis der 

Beurteilung von Dr. med. … gerade nicht. Im Übrigen ist der 

Beschwerdegegnerin insofern Recht zu geben, als diese Einschätzung von Dr. 

med. … in sich widersprüchlich („Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass 

dieser objektive Befund [Teilläsion der Supraspinatussehne] im kausalen 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis gesehen werden kann“) ist bzw. den 

geforderten Kausalzusammenhang nicht schlüssig zu belegen vermag. Auch 

mit der von Dr. med. … festgehaltenen maximal 50%igen Wahrscheinlichkeit 

der Unfallkausalität der geklagten Schmerzen ist dem erforderlichen 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. vorne E.4c) 

vorliegend nicht genüge getan. Dr. med. … begründet sodann nicht, weshalb 

als eindeutige posttraumatische Problematik die Schmerzsituation subacromial 

als Symptom betrachtet werden könne. Auch äussert er sich nicht zum Eintritt 

des Status quo sine (Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte) bzw. des Status quo sine ([krankhafter] Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat). Seine Aussage im Schreiben 

vom 8. Juni 2012, wonach das Entwicklungsproblem (Os acromiale) durch das 

Trauma „akzentuiert“ worden sei, ist zudem zu wenig substanziiert und 

begründet, um daraus eine Teilursächlichkeit (im vorne unter E.4b 

beschriebenen Sinne) zwischen dem Unfallereignis und den von der 

Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen abzuleiten. Schliesslich ist in diesem 

Zusammenhang auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Haus- 

und behandelnde Ärzte eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 

351 E.3b/cc mit weiteren Hinweisen), wobei in diesem Zusammenhang 

anzufügen ist, dass selbst der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. …, 

die geklagten Schmerzen als krankheits- und nicht als unfallbedingt beurteilt 

hat. Insofern erscheint die Beurteilung von Dr. med. … vom 28. August 2012 

aufgrund der Aktenlage insgesamt als überzeugend, schlüssig und 

nachvollziehbar, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich der kreisärztlichen 

Beurteilung vom 30. April 2012 anschliesst und mit der hausärztlichen 

Einschätzung in Einklang steht. Der medizinische Sachverhalt stellt sich damit 

zugleich als genügend abgeklärt dar. Auf die Durchführung einer unabhängigen 

Expertise, wie sie die Beschwerdeführerin verlangt, kann deshalb verzichtet 

werden, da hiervon keine neuen, entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten 

sind (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 II 464 E.4a; Urteil des 

Bundesgericht 8C_818/2008 vom 20. Februar 2009).

f) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdegegnerin 

zu Recht auf die ärztliche Beurteilung von Dr. med. … abgestellt hat und dass 

sie die Kausalität zwischen den von der Beschwerdeführerin geklagten 

Schmerzen an der linken Schulter und dem Unfall vom 28. September 2011 zu 

Recht verneint hat.

5. a) Art. 10 UVG verpflichtet den Unfallversicherer, die Kosten für die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen zu übernehmen. Diese Leistung, im Gesetz unter 

dem Titel „Heilbehandlung“ aufgeführt, zählt zu den vorübergehenden 

Leistungen (BGE 133 V 57 E.6.6). Nach Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Versicherer 

die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der 

Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen abzuschliessen (BGE 

134 V 109 E.4.1 mit Hinweisen). Was unter einer namhaften Besserung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten zu verstehen ist, wird namentlich nach 

Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmt. Dabei 

verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, 

dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht 

fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 

E.4.3 mit Hinweisen).

b) Zur Beurteilung der Frage, bis zu welchem Zeitpunkt von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden kann, sind Sozialversicherer und 

Gerichte auf die Angaben medizinischer Experten angewiesen. Im vorliegenden 

Fall war bei der Beschwerdeführerin gemäss Dr. med. … der Status quo sine 

per 31. Dezember 2011 überwiegend wahrscheinlich erreicht. Bereits seit dem 

7. November 2011 war die Beschwerdeführerin wieder zu 100 % arbeitsfähig, 

weshalb eine Besserung ihres Gesundheitszustandes im Sinne der 

Rechtsprechung nicht mehr zu erwarten war. Der Fallabschluss per 3. Mai 2012 

ist somit, nachdem der Status quo sine bereits gut vier Monate zuvor (31. 

Dezember 2011) überwiegend wahrscheinlich erreicht gewesen war, nicht zu 

beanstanden.

6. Insgesamt lassen sich die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden 

an der linken Schulter nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 

Unfall vom 28. September 2011 zurückführen. Die Beschwerdegegnerin hat 

somit zu Recht den natürlichen Kausalzusammenhang und die Leistungspflicht 

für die geklagten Beschwerden verneint und die Versicherungsleistungen per 3. 

Mai 2012 eingestellt. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 1 UVG), weshalb das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. 

g ATSG e contrario).

8. a) Die Beschwerdeführerin begehrt sodann die unentgeltliche Rechtsvertretung. 

Das Gericht kann durch verfahrensleitende Verfügung oder mit dem Entscheid 

in der Hauptsache einer Partei auf Antrag die unentgeltliche Prozessführung 

bewilligen (Art. 76 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Nach Art. 29 Abs. 3 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat 

jede Person, die nicht über die notwendigen Mittel verfügt, Anspruch auf 

unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos 

erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie 

ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand (vgl. auch Art. 76 Abs. 

1 bis 3 VRG sowie Art. 61 lit. f ATSG).

b) Als finanziell bedürftig ist anzusehen, wer aus seinen Mitteln die zu 

gegenwärtigen Anwaltskosten nicht zu bestreiten vermag; weitere Kosten sind 

deshalb nicht zu berücksichtigen, weil im kantonalen Gerichtsverfahren im Falle 

des Unterliegens Gerichtsgebühren nicht anfallen und eine 

Parteientschädigung an den obsiegenden Versicherungsträger nicht zu 

entrichten ist. Die Grenze der Bedürftigkeit liegt höher als diejenige des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums und berücksichtigt, ob die Partei die 

in Frage stehenden Vertretungskosten aus ihrem realisierbaren Einkommen 

und Vermögen innert angemessener Frist effektiv bezahlen kann (KIESER, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, N. 106 zu Art. 61 ATSG). 

Die umfassende Beurteilung der Einkommens- und Vermögenslage hat zur 

Folge, dass neben den eigenen Mitteln auch die finanziellen Leistungen Dritter 

zu berücksichtigen sind, die gegenüber dem Gesuchsteller 

unterstützungspflichtig sind. Während sich die massgebenden eigenen Mittel 

auf die laufenden, tatsächlichen Erwerbs- und Vermögenseinkünfte sowie die 

Werte des eigenen Vermögens beschränken, ist der Kreis möglicher Leistungen 

Dritter weiter gefasst. Zu nennen ist in erster Linie die gegenseitige 

Beistandspflicht der Ehegatten. Die Pflicht des Staates, einem bedürftigen 

Gesuchsteller die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, ist zur 

Unterstützungspflicht des Ehe- und Familienrechts also subsidiär (vgl. BGE 115 

Ia 193 E.3a; 108 Ia 9 E.3). Ein Verfahren gilt als aussichtslos, wenn die 

Gewinnaussichten kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden können und 

eine Anhebung eines Verfahrens geradezu rechtsmissbräuchlich wäre (vgl. 

BGE 98 V 115 E.4). Angesichts der Komplexität der Fragestellungen im 

Sozialversicherungsrecht wird eine solche Aussichtslosigkeit nur zurückhaltend 

anzunehmen sein (KIESER, a.a.O., N. 107 zu Art. 61 ATSG). Bei der Frage der 

Notwendigkeit einer Vertretung ist danach zu fragen, ob eine nicht bedürftige 

Person unter sonst gleichen Umständen vernünftigerweise ebenfalls eine 

Vertretung beanspruchen würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist und 

das Interesse am Prozessausgang den Aufwand rechtfertigt (vgl. BGE 98 V 115 

E.3a; KIESER, a.a.O., N. 108 zu Art. 61 ATSG).

c) Aufgrund des von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten 

Berechnungsblattes für die Bemessung der Sozialhilfe bzw. der darin 

enthaltenen Angaben über die finanziellen Verhältnisse sowohl der 

Beschwerdeführerin als auch deren Ehemann erachtet das Gericht die 

Bedürftigkeit im vorliegenden Fall als gegeben. Überdies erscheint eine 

anwaltliche Vertretung im Hinblick auf die Komplexität des Falles sowohl in 

medizinischer als auch in juristischer Hinsicht und angesichts bescheidener 

Kenntnisse der deutschen Sprache bei der Beschwerdeführerin als nötig. Die 

Beschwerde erweist sich schliesslich nicht als aussichtslos, weshalb die 

unentgeltliche Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Dr. iur. … zu gewähren ist.

d) Art. 61 ATSG stellt Minimalanforderungen an das Verfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht. Subsidiär und ergänzend dazu gilt kantonales 

Recht. Die Bemessung der Entschädigung richtet sich – mangels 

bundesrechtlicher Regelung – nach kantonalem Recht (BGE 110 V 360 E.1b; 

KIESER, a.a.O., N. 102 zu Art. 61 ATSG). Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 

310.250) sieht bei unentgeltlicher Vertretung einen (reduzierten) Ansatz von Fr. 

200.-- pro Stunde zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer vor. 

Was den Umfang der zu erstattenden bzw. im Rahmen der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung zu genehmigenden Kosten betrifft, so können nur 

Aufwendungen und Auslagen geltend gemacht werden, die nach dem 

angefochtenen Einspracheentscheid angefallen sind (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG).

e) Im vorliegenden Verfahren hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine 

detaillierte Honorarnote von Fr. 2‘625.15 (11.2 Stunden x Fr. 200.--, exkl. 

Barauslagen [Fr. 190.70], exkl. MWST) eingereicht. Der Stundenansatz ist nicht 

zu beanstanden. In besagter Honorarnote sind jedoch Aufwendungen ab dem 

21. Mai 2012 enthalten. Vorliegend können jedoch nur Aufwendungen und 

Auslagen geltend gemacht werden, die nach dem angefochtenen 

Einspracheentscheid, datiert vom 19. September 2012, angefallen sind. Im 

Zusammenhang mit der Beschwerde vom 22. Oktober 2012 stehende 

Aufwände sind demnach erst ab dem 20. September 2012 entstanden und ab 

besagtem Zeitpunkt auch zu berücksichtigen. Somit können die angegebenen 

Arbeitsaufwendungen im Umfang von 4.55 Stunden, die vor dem 20. 

September 2012 angefallen sind, sowie die damit verbundenen Barauslagen in 

der Höhe von Fr. 59.50 nicht berücksichtigt werden. Für die unentgeltliche 

Rechtsvertretung ergibt sich demnach ein Betrag von total Fr. 1‘578.10 (6.65 

Stunden x Fr. 200.-- + Fr. 131.20 [Auslagen] zzgl. 8% MWST), welcher von der 

Gerichtskasse übernommen wird. Es gilt der Vorbehalt von Art. 77 VRG, 

wonach die vom Staat übernommenen Kosten zurückgefordert werden können, 

wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse der 

Beschwerdeführerin gebessert haben und sie zur Rückerstattung in der Lage 

ist.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) … wird in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. … ein Rechtsvertreter auf 

Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die Gerichtskasse mit Fr. 1‘578.10 

(inkl. MWST) entschädigt.

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie die Kosten der Rechtsvertretung zu 

erstatten (Art. 77 VRG).