# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35dbae5a-467a-5454-8744-993c57a19f22
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-29
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 29.08.2023 VBE.2023.201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-201_2023-08-29.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2023.201 / sb / fi  
Art. 104 

 

 

Urteil vom 29. August 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Berner 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____  

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 13. März 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1965 geborene Beschwerdeführerin meldete sich bereits mehrfach bei 

der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Rente, berufliche 

Massnahmen) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Zuletzt 

trat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 14. September 2018 auf 

eine Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 26. Oktober 2017 nicht 

ein. Am 20. Januar 2020 (Posteingang bei der Beschwerdegegnerin) mel-

dete sich die Beschwerdeführerin erneut bei der Beschwerdegegnerin zum 

Leistungsbezug an. Diese klärte daraufhin die gesundheitliche sowie er-

werbliche Situation ab. Insbesondere liess sie die Beschwerdeführerin 

durch die asim, Basel, polydisziplinär begutachten. Gestützt auf das am 

17. November 2021 erstattet Gutachten stellte die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 3. Januar 2022 die Abwei-

sung des Leistungsbegehrens betreffend Invalidenrente in Aussicht. Nach-

dem die Beschwerdeführerin dagegen am 2. Februar beziehungsweise 

1. März 2022 Einwände erhoben hatte, holte die Beschwerdegegnerin 

nach Rücksprache mit ihrem internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

eine ergänzende gutachterliche Stellungnahme vom 27. April 2022 ein. In 

der Folge gewährte sie der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör, ehe 

sie das Leistungsbegehren betreffend Invalidenrente mit Verfügung vom 

13. März 2023 abwies.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 26. April 2023 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Es sei die Verfügung aufzuheben. 
 
2. 
Es sei mir eine Invalidenrente zuzusprechen. 
 
3. 
Allenfalls sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen." 

 

2.2. 

Am 4. Mai 2023 leitete die Beschwerdegegnerin zudem eine Eingabe der 

Beschwerdeführerin vom 20. April 2023, wonach diese mit der Verfügung 

vom 13. März 2023 nicht einverstanden sei, als direkt eingegangene Be-

schwerde an das Versicherungsgericht weiter. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 1. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde.  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrer Verfügung vom 13. März 2023 geht die Beschwerdegegnerin ge-

stützt auf das von ihr eingeholte polydisziplinäre asim-Gutachten vom 

17. November 2021 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 350) und die ergän-

zende gutachterliche Stellungnahme vom 27. April 2022 (VB 364) im We-

sentlichen davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten 

Tätigkeit als Lageristin nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer angepassten 

Tätigkeit bestehe demgegenüber eine Arbeitsfähigkeit von 70 % im Rah-

men eines Vollpensums. Bei einem daraus resultierenden Invaliditätsgrad 

von 35 % habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invali-

denrente (VB 374). Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber zusam-

mengefasst geltend, es könne nicht auf das asim-Gutachten abgestellt wer-

den, weil dieses ihren psychischen Gesundheitszustand unzutreffend er-

fasse. Bei richtiger Betrachtung habe sie Anspruch auf eine Invalidenrente.  

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente mit Verfü-

gung vom 13. März 2023 zu Recht verneint hat. 

 

2. 

2.1. 

Vorgängig ist auf Folgendes hinzuweisen: Mit Verfügung vom 2. November 

2016 (VB 259; bestätigt durch Urteil des Versicherungsgerichts 

VBE.2016.767 vom 13. September 2017 in VB 275 und – betreffend Inva-

lidenrente – Urteil des Bundesgerichts 9C_436/2017, 9C_746/2017 vom 

14. Dezember 2017 in VB 281) wurde ein Invalidenrentenanspruch der Be-

schwerdeführerin verneint. Auf ein weiteres Leistungsbegehren vom 

26. Oktober 2017 trat die Beschwerdegegnerin mit rechtskräftiger Verfü-

gung vom 14. September 2018 nicht ein (VB 302). Es handelt sich dem-

nach beim hier zu beurteilenden Leistungsbegehren vom 20. Januar 2020 

(VB 306) um eine Neuanmeldung, weshalb insbesondere massgebend 

wäre, ob seit der letzten materiellen Prüfung des Rentenanspruchs eine 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, 

die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be-

einflussen (vgl. statt vieler BGE 134 V 131 E. 3 S. S. 132 f. und 133 V 108 

E. 5 S. 110 ff.). Dies kann indes mit nachfolgender Begründung letztlich of-

fen bleiben.  

 

2.2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

 - 4 - 

 

 

 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

 

3. 

3.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zu-

mutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder ver-

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

3.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-

ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-

chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-

che Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen).  

 

3.3. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

 - 5 - 

 

 

 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und 125 V 351 E. 3a S. 352). Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-

gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a 

S. 352 und 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b S. 352). 

 

3.4. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf Grund eingehender Beo-

bachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470 und 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 13. März 

2023 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das von ihr eingeholte 

polydisziplinäre asim-Gutachten vom 17. November 2021 (VB 350) inklu-

sive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme vom 27. April 2022 

(VB 364). Das Gutachten vereint eine internistische Beurteilung durch 

Dr. med. B., Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, eine rheumatologi-

sche Beurteilung durch Dr. med. C., Facharzt für Allgemeine Innere Me-

dizin sowie für Rheumatologie, eine psychiatrische Beurteilung durch 

Dr. med. D., Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie sowie für Psychiatrie und 

Psychotherapie, und eine neuropsychologische Beurteilung durch MSc. E., 

Fachpsychologin für Neuropsychologie. Es wurden folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (vgl. VB 350, S. 7):  

 - 6 - 

 

 

 

"1. 
Schizotype Störung ICD-10 F21 
 
2. 
Dysthymia ICD-10 F34.1 
 
3. 
Somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45.4 
 
4. 
Chronisches leichtgradiges thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom 
[…] 
 
5. 
Leichtes zervikovertebrales Schmerzsyndrom 
[…]" 

 

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten demgegenüber folgende 

Diagnosen (vgl. VB 350, S. 7 f.): 

 

"1. 
Rezidivierende depressive Störung, ggw. remittiert ICD-10 F33.4 
 
2. 
Hyperostotische sternoclaviculare Gelenksarthrose rechts mehr als links 
 
3. 
Leicht hypermobile reizlose Valgusknie beidseits 
 
4. 
Intermittierend symptomatische degenerative Veränderungen beider 
Hände ohne Zeichen eines entzündlich-rheumatischen Leidens (MRI 
Hände bds. 23.11.2015, 17. und 21.08.2018) 
[…] 
 
5. 
St. n. Hysterektomie 21.11.2007 bei Uterus myomatosus 
 
6. 
Adhäsiolyse und Tubenkoagulation bds. 20.09.2002 
 
7. 
Nikotinabusus 
 
8. 
St.n. subklinischer Hypothyreose, ED 2009 
[…] 
 
9. 
Diabetes Mellitus-Typ 2 (ED 2016) 
[…] 
 
10. 
Leichtgradige androgene Alopezie 
 

  

 - 7 - 

 

 

 

11. 
Voltaren-Allergie 
 
12. 
St.n. Vitamin D-Mangel 
[…] 
 
13. 
Adipositas Grad I 
[…] 
 
14. 
St. n. HWS-Distorsion bei Heckauffahrunfall ca. 10/2019, keine neurolo-
gischen oder bildgebenden Traumafolgen" 

 

Die Gutachter hielten aus gesamtmedizinischer Sicht zusammenfassend 

fest, die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Lage-

ristin voll arbeitsunfähig. In einer angepassten leichten bis gelegentlich mit-

telschweren Tätigkeit mit Gewichtsbelastungen von 5 bis 7 kg und gele-

gentlich von bis zu 12 kg, ohne repetitives Bücken, ohne gehäuft kauernde 

oder kniende Tätigkeiten, ohne wiederholte Überkopfarbeiten, ohne ausge-

sprochen handbelastende Tätigkeiten, ohne Tätigkeiten mit höheren Anfor-

derungen an die manuelle Koordinationsfähigkeit, ohne Tätigkeiten mit re-

petitiv-monotonen Bewegungsabläufen mit den oberen Extremitäten und 

idealerweise mit "erhöhte[r] Pausenmöglichkeit" sowie einem wert-

schätzenden Arbeitsumfeld bestehe psychisch bedingt eine Arbeitsfähig-

keit von lediglich 70 %. Diese Beurteilung gelte ab dem Begutachtungszeit-

punkt (VB 350, S. 9 f.). An dieser Einschätzung hielten die Gutachter mit 

ergänzender Stellungnahme vom 27. April 2022 im Wesentlichen fest 

(VB 364). 

 

4.2. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des asim-Gutachtens vom 

17. November 2021 fachärztlich umfassend und in Kenntnis sowie unter 

Würdigung der Vorakten (vgl. VB 350, S. 14 ff., S. 92 ff. und S. 110 ff.) und 

unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden untersucht. Es wurden 

ferner eigene Zusatzuntersuchungen durchgeführt (Labor- und Röntgenun-

tersuchungen; vgl. VB 350, S. 67, S. 92, S. 108 und S. 121 ff.). Dabei be-

urteilten die Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie die me-

dizinische Situation einleuchtend und gelangten zu einer nachvollziehbar 

begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätz-

lich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu. Es ist denn auch in 

somatischer Hinsicht unumstritten, was nach dem Dargelegten zu keinerlei 

Weiterungen Anlass gibt. 

 

4.3. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beurteilung des psychiatri-

schen Gutachters sei nicht nachvollziehbar und widerspreche der Ein-

schätzung ihres (aktuell) behandelnden Psychiaters Dr. med. F., Facharzt 

 - 8 - 

 

 

 

für Psychiatrie und Psychotherapie, welche ferner von ihrer Hausärztin 

Dr. med. G., Praktische Ärztin, geteilt werde. Diesbezüglich ist zu 

beachten, dass dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. D. zahlreiche 

Berichte behandelnder Ärzte der Beschwerdeführerin und insbesondere 

zwei Berichte von Dr. med. F. vom 21. Mai 2020 (VB 323) und vom 

20. Januar 2020 (recte: 17. Dezember 2019; VB 303) zur Verfügung 

standen, auf die er sich bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im retro-

spektiven Verlauf stützen konnte (vgl. den Aktenzusammenzug in VB 350, 

S. 58 f. sowie die entsprechende Aktenwürdigung im psychiatrischen Teil 

des asim-Gutachtens vom 17. November 2021 in VB 350, S. 92 ff. ). Des-

sen Beurteilung war dem Gutachter damit hinreichend bekannt und wurde 

berücksichtigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_145/2022 vom 5. Au-

gust 2022 E. 5.2, 8C_616/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2 und 

8C_209/2017 vom 14. Juli 2017 E. 4.2.2). Der Gutachter legte ferner nach-

vollziehbar begründet dar, dass im Speziellen der Diagnose einer Persön-

lichkeitsstörung durch Dr. med. F. nicht gefolgt werden kann, weil die 

hierfür geforderten prämorbiden Persönlichkeitsmuster nicht erstellt sind 

VB 350, S. 96). Zudem zeigte er plausibel und überzeugend auf, dass auf-

grund der Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin und wegen 

zahlreichen Inkonsistenzen mit Anhaltspunkten für Aggravation (vgl. hierzu 

insb. auch die neuropsychologische Beurteilung in VB 350, S. 80) – entge-

gen der Ansicht von Dr. med. F. – nicht von der Validität der Be-

schwerdeangaben der Beschwerdeführerin ausgegangen werden kann 

(vgl. insb. VB 350, S. 97 und S. 99, sowie die ergänzende gutachterliche 

Stellungnahme vom 27. April 2022 in VB 364). Vor diesem Hintergrund ver-

mag die von der Beschwerdeführerin angeführte Beurteilung von Dr. med. 

F. vom 10. Januar 2023 (VB 381, S. 12 ff.) das asim-Gutachten nicht in 

Frage zu stellen, hält dieser doch mit seiner Stellungnahme vom 10. Januar 

2023 dem Wortlaut ("halte nach wie vor an meiner Beurteilung […] fest") 

und dem Inhalt nach lediglich an seiner bereits zuvor geäusserten 

abweichenden Auffassung fest (vgl. SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148, 

9C_338/2016 E. 5.5, und Urteile des Bundesgerichts 9C_363/2018 vom 

10. Oktober 2018 E. 4.2.3 sowie 9C_465/2013 vom 27. September 2013 

E. 3.4), und sind dessen weiteren Berichten auch keine im psychiatrischen 

Teil des asim-Gutachtens unerkannte oder ungewürdigte Aspekte zu ent-

nehmen sind (vgl. hierzu statt vieler: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 

E. 2.1.1, und Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2019 vom 10. September 

2019 E. 3.4 mit Hinweisen). Daran nichts zu ändern vermag, dass 

Dr. med. G. in ihrem Bericht vom 6. Januar 2023 (VB 381, S. 11) im 

Wesentlichen der Einschätzung von Dr. med. F. folgt, denn diese verfügt 

nicht über eine psychiatrische Facharztausbildung, weshalb deren 

Einschätzung das fachärztliche Gutachten rechtsprechungsgemäss nicht 

in Zweifel zu ziehen vermag (SVR 2019 IV Nr. 29 S. 90, 8C_584/2018 

E. 4.1.1.2; siehe ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 

30. September 2019 E. 4.2.2 und 8C_290/2019 vom 25. September 2019 

E. 4.3).   

 - 9 - 

 

 

 

4.4. 

Nach dem Dargelegten kommt dem asim-Gutachten vom 17. November 

2021 inklusive ergänzender gutachterlicher Stellungnahme vom 27. April 

2022 Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien (vgl. E. 3.3 f.) zu. Es ist 

daher vom darin beschriebenen Gesundheitszustand sowie der dort attes-

tierten Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

 

5. 

In ihrer Verfügung vom 13. März 2023 nahm die Beschwerdegegnerin zur 

Berechnung des Invaliditätsgrads für das Jahr 2020 in Anwendung der all-

gemeinen Methode des Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG) ge-

stützt auf die Angaben der früheren Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 

und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2005 bis 2020 

ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 60'394.00 an. Das Invalidenein-

kommen bemass sie gestützt auf die Tabellenlöhne der schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2020 des Bundesamtes für Statis-

tik (BFS), Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen, und unter Be-

rücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 

41.7 Stunden sowie der Arbeitsfähigkeit von 70 % mit gerundet 

Fr. 39'000.00. Gestützt auf diese Vergleichseinkommen errechnete sie 

einen Invaliditätsgrad von 35 % (VB 374, S. 2). Diese Feststellungen der 

Beschwerdegegnerin hinsichtlich der aus invalidenversicherungsrechtli-

cher Sicht bestehenden erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsscha-

dens werden von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt und sind 

ausweislich der Akten auch nicht zu beanstanden, weshalb auf diesbezüg-

liche Weiterungen zu verzichten ist. Ein Invaliditätsgrad von weniger als 

40 % vermag keinen Anspruch auf eine Invalidenrente zu vermitteln (vgl. 

vorne E. 3.1.).  

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu.  

  

 - 10 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 29. August 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner