# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c89d5ea2-f55e-5054-b6d7-795a44cf68ea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.07.2015 200 2015 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-72_2015-07-27.pdf

## Full Text

200 15 72 UV
ACT/REL/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juli 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
seit dem 1. Oktober 2010 bei der C.________ als … angestellt und damit 
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA (SUVA bzw. 
Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfäl-
len obligatorisch versichert (Antwortbeilage der SUVA [AB] 1). Am 22. März 
2013 wurde er in seinem Heimatland als Gast in einem Taxi in einen Auf-
fahrunfall verwickelt: Ein hinter dem Taxi fahrendes Auto konnte nicht 
rechtzeitig bremsen und fuhr auf das Heck des Taxis auf (AB 1 Ziff. 6 und 
AB 7). Nachdem innert 24 Stunden Nackenbeschwerden aufgetreten wa-
ren, wurde der Versicherte vier Tage später durch die Ärzte der Notfallab-
teilung im Spital D.________ untersucht und es wurde im Rahmen der Be-
urteilung eines kranio-zervikalen Beschleunigungstraumas eine befristete 
100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (AB 7 und AB 12). In der Folge holte 
die SUVA medizinische Unterlagen ein, übernahm die Heilbehandlung und 
richtete Taggelder aus (vgl. AB 32 und AB 33). Nach der Durchführung 
eines ambulanten Assessments in der Klinik E.________ (AB 49), einer 
otoneurologischen Untersuchung (AB 54) sowie einer Duplexsonografie 
(AB 80) verfügte die SUVA am 30. April 2014 (AB 84) den Fallabschluss 
auf diesen Tag hin, da die bestehenden Beschwerden nicht unfallbedingt 
seien. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (AB 88 und AB 93) 
wies die SUVA – nach Einholen einer ärztlichen Beurteilung durch ihren 
Kreisarzt (AB 96) – mit Entscheid vom 10. Dezember 2014 ab (AB 99).

B.

Dagegen erhob der Versicherte – vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________ – am 26. Januar 2015 Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung des Einspracheentscheides und die Rückweisung der Sache zur 
Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung sowie zu neuem Ent-
scheid.

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Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2015 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art.  57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art.  54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art.  59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art.  58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art.  60 
ATSG) sowie Form (Art.  61 lit. b ATSG; Art.  81 Abs. 1 i.V.m. Art.  32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 10. De-
zember 2014 (AB 99). Streitig und zu prüfen ist, ob ein Anspruch auf Leis-
tungen der Unfallversicherung besteht und dabei insbesondere, ob die ak-
tuell geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausal-
zusammenhang zum Ereignis vom 22. März 2013 stehen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art.  56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art.  61 lit. c und d ATSG; 
Art.  80 lit. c Ziff. 1 und Art.  84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin – nachdem sie während 
des Einspracheverfahrens einen neuen Bericht ihres Kreisarztes eingeholt 
hatte (AB 96) – direkt den angefochtenen Einspracheentscheid vom 
10. Dezember 2014 (AB 99) erlassen, ohne dem Beschwerdeführer vorher 
Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt zu haben. Deshalb ist vorab 
von Amtes wegen zu prüfen (BGE 120 V 357 E. 2a S. 362; SVR 1999 UV 
Nr. 25 S. 75 E. 1a), ob mit diesem Vorgehen das rechtliche Gehör verletzt 
wurde.

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 42 Satz 1 ATSG). Es gehört 
zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass der Verfügungsadressat vor 
Erlass eines ihm nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stel-
lung nehmen kann. Das Akteneinsichtsrecht ist eng mit dem Äusserungs-
recht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die versicherte Person 
kann sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise 
führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt wird, die Un-
terlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung ge-
stützt hat (BGE 132 V 387 E. 3.1 S. 388, 115 V 297 E. 2e S. 302; RKUV 
1992 U 152 S. 198 E. 2c). 

2.3 Erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer der Bericht des Kreisarz-
tes Dr. med. F.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili-
tation FMH und Facharzt für Rheumatologie FMH, vom 4. Juli 2014 (AB 96) 
vor Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides nicht zugestellt wur-
de, weshalb eine Gehörsverletzung grundsätzlich zu bejahen ist. Die Nicht-
zustellung eines Berichts im Einspracheverfahren stellt jedoch dann keine 
schwere und der Heilung unzugängliche Verletzung des rechtlichen Gehörs 
dar, wenn die der Verfügung zugrunde gelegte Beurteilung bestätigt wird 
und der Bericht keine neuen entscheidrelevanten Gesichtspunkte enthält 

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(BGE 132 V 387 E. 5.2 S. 390). Dies ist vorliegend der Fall, denn der 
Kreisarzt Dr. med. F.________ führt in seinem Bericht vom 4. Juli 2014 
(AB 96) lediglich aus, dass die der Verfügung vom 30. April 2014 (AB 84) 
zugrundeliegende Beurteilung durch Dr. med. G.________, Facharzt für 
Chirurgie FMH, vom 15. April 2014 (AB 81) bestätigt werden könne und die 
Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als unfallfremd einzu-
stufen seien. Damit enthielt der Bericht von Dr. med. F.________ (AB 96) 
keine neuen entscheidwesentlichen Gesichtspunkte und die Verletzung des 
rechtlichen Gehörs ist hier geheilt.

3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Anspruch 
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem 
einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem 
Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 
3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

3.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

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("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

3.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

3.3.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die re-
produzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Anga-
ben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiese-
nen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erho-
benen Befunde mit apparativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen 
bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251).

3.3.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für 
die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf aus-
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzu-
beziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-

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traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 
Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103).

3.3.3 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 

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zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.4) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 
Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Je nach 
den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann 
zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fäl-
len im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem 
schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgepräg-
ter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Ein-
zelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so 
müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kri-
terien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um ei-
nen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müs-
sen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 
UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 
den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E. 4c 
S. 384). 

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In Präzisierung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht den Katalog 
der adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367, 117 V 369 
E. 4b S. 383) in BGE 134 V 109, E. 10.2 S. 127 und E. 10.3 S. 130, neu 
gefasst, wobei die Aufzählung der Kriterien abschliessend ist: 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 
- erhebliche Beschwerden; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert; 
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird – wie bereits erwähnt – bei 
der Beurteilung der vorstehend genannten Kriterien auf eine Differenzie-
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, weil 
hier nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga-
nisch und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 
E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 
272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung für die Anwendung dieser Praxis ist 
aber, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und 
zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfal-
lereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 
2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

4.

4.1 Zu Recht unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer am 22. März 
2013 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat (vgl. E. 3.1 vorstehend). Un-
bestritten ist weiter, dass nach diesem Ereignis Beschwerden aufgetreten 
sind, für welche die Beschwerdegegnerin Versicherungsleistungen erbracht 
hat (vgl. AB 32 und AB 33).

Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer – basierend auf dem 
besagten Unfall – über die von der Beschwerdegegnerin verfügte Leis-
tungseinstellung per 30. April 2014 hinaus weiterhin Anspruch auf Leistun-

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gen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist zu prüfen, ob die 
geklagten Beschwerden in einem anspruchsbegründenden natürlichen und 
adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 22. März 2013 
stehen. Die massgebenden medizinischen Unterlagen zeigen diesbezüg-
lich das folgende Bild:

4.1.1 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. April 2013 (AB 11) eine 
Distorsion der HWS und eine Cervikalgie (Ziff. 1). Der traumatische Verlauf 
sei kompliziert und der Beschwerdeführer klage immer noch über starke 
Cervikalgien sowie Parästhesien nach beiden Schultern. Unter Modifikation 
der Physiotherapie sollte sich die Situation bessern (Ziff. 2). 

4.1.2 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma vom 25. April 2013 (AB 12) hielt 
med. pract. I.________, Spital D.________, fest, dass 24 Stunden nach 
dem Unfall Nackenschmerzen, jedoch weder Gedächtnislücken noch Be-
wusstlosigkeit aufgetreten seien (S. 1 Ziff. 2.c und S. 2 Ziff. 4). Eine Rönt-
genuntersuchung der HWS und der BWS habe einen blanden Befund er-
geben (S. 3 Ziff. 6.g). Als vorläufige Diagnose wurde ein kranio-zervikales 
Beschleunigungstrauma zweiten Grades nach der QTF-Klassifikation fest-
gehalten und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 26. März bis zum 
7. April 2013 attestiert (Ziff. 7 und Ziff. 9).

4.1.3 Anlässlich eines MRI der HWS vom 29. April 2013 beschrieb 
Dr. med. J.________, Facharzt für Radiologie, im Bericht vom 30. April 
2013 (AB 17) eine links mediolaterale Bandscheibenprotrusion im Segment 
HWK5/6 mit mutmasslich reflektorischer Steilstellung der mittleren HWS, 
linksseitig intraforaminale C6- und fraglich intrazessale C7-Wurzelkom-
pression. Kein Hinweis auf vordere oder hintere Längsbandruptur, resp. 
ossäre Begleitverletzung.

4.1.4 Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte in seinem 
Bericht vom 21. Mai 2013 (AB 22) einen Status nach Auffahrunfall mit 
HWS-Distorsionstrauma mit nun persistierenden, invalidisierenden, haupt-
sächlich lokalen zervikonuchalen Schmerzen bei deutlicher Bandscheiben-

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protrusion mediolateral linksbetont C5/C6 sowie ein chronisches und chro-
nifiziertes Schmerzproblem nach Inguinalhernienoperation links vor ca. 
zwei Jahren wahrscheinlich infolge Einnähens eines Nervenastes. In der 
klinischen Untersuchung habe er wenig fassbare Befunde gefunden (S. 2). 
Es bestehe ein seit gut zwei Monaten persistierendes, lokales, zervikales 
und zervikozephales Schmerzproblem mit auch Arm- und Schulterschmer-
zen eher rechtsbetont, wahrscheinlich infolge der Diskopatie C5/C6 nach 
Auffahrunfall. Es liege aber mit Sicherheit bereits eine chronifizierte 
Schmerzproblematik seitens der Inguinalhernienoperation seit ungefähr 
zwei Jahren vor. Diese Chronifizierungsproblematik beeinflusse nun auch 
den Verlauf der HWS-„Verletzung“ (S. 2). Ob der Beschwerdeführer je wie-
der arbeitsfähig sein werde, hänge eigentlich von der Entwicklung seiner 
chronifizierten Schmerzproblematik viel mehr ab wie von der fassbaren 
Halswirbelsäulenpathologie (S. 3).

4.1.5 Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. L.________, 
Facharzt für Chirurgie, fasste in seiner ärztlichen Beurteilung vom 5. Juni 
2013 (AB 25) die vorliegenden medizinischen Akten zusammen und hielt 
danach fest, dass von einem offenbar nicht so schlimmen Unfallereignis 
auszugehen sei, wenn das Taxi nach dem Unfall direkt habe weiterfahren 
können (S. 2). Zudem sei nicht davon auszugehen, dass hierbei eine 
Bandscheibenläsion aufgetreten sei, da auch vier Tage danach bei der 
Erstuntersuchung keine radikuläre Symptomatik vorhanden gewesen sei 
und im MRI keine Befunde aufgetreten seien, die auf eine stärkere Gewalt-
einwirkung deuteten. Es handle sich lediglich um eine Distorsion ohne un-
fallbedingte strukturelle Läsionen und somit nicht um eine richtunggebende 
Verschlimmerung eines vorbestehenden Leidens (S. 2 f.).

4.1.6 Dr. med. M.________, Facharzt für Neurologie FMH, führte in sei-
nem Bericht vom 18. Juni 2013 (AB 40) aus, dass die Kopfschmerzen am 
ehesten als chronisches Spannungs-Kopfweh zu interpretieren seien und 
dass sich Hinweise auf eine zu Grunde liegende intrakranielle Pathologie 
nicht ergäben, der klinische Status sei normal. Es bestehe eine Diskrepanz 
zwischen dem doch eher leichtgradigen Unfall und den bis heute persistie-
renden heftigsten Schmerzen. Der Neurologe denke, dass psychogene 
Faktoren in der Unterhaltung der Symptome von Bedeutung seien.

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4.1.7 Die SUVA -Ärztin Dr. med. N.________, Fachärztin für Oto-Rhino-
Laryngologie FMH, hielt im Bericht vom 23. August 2013 (AB 54) fest, dass 
die otoneurologische Untersuchung eine periphere vestibuläre Funktions-
störung ausschliesse (S. 4). Die synkopalen Schwindelbeschwerden seien 
mit einem vestibulären Schwindel nicht vereinbar und bedürften weiterer 
Abklärung und Objektivierung. Die HNO-Ärztin beurteilte die Beschwerden 
mehrheitlich im Rahmen des Zervikalsyndroms.

4.1.8 Zur Duplexsonografie vom 4. Dezember 2013 führte Dr. med. 
O.________, Facharzt für Angiologie FMH und Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, in seinem Bericht vom 4. April 2014 (AB 80) aus, 
dass er eine Hypoplasie der Arteria vertebralis rechts als anatomische Va-
riante mit entsprechend kompensatorisch weitem Gefäss links finde. In 
beiden Gefässen herrsche aber ein orthograder Fluss, welcher sich auf 
Kopfbewegung nicht wesentlich ändere. Die extrakraniellen Karotiden seien 
unauffällig und es gebe keine Zeichen einer durchgemachten Dissektion. In 
der Untersuchung finde sich keine Erklärung für die geklagten Beschwer-
den.

4.1.9 In seiner ärztlichen Beurteilung vom 4. Juli 2014 (AB 96) fasste der 
Kreisarzt Dr. med. F.________ die medizinischen Akten zusammen und 
hielt abschliessend fest, dass die letzte Beurteilung bestätigt werden könne 
(S. 7): Sowohl den geklagten Kopf- und Nackenschmerzen, wie auch den 
zusätzlich geltend gemachten Schwindelbeschwerden fehle ein organi-
sches Substrat im Sinne einer unfallbedingten strukturellen Veränderung. 
Die Beschwerden seien deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 
unfallfremd einzustufen.

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 13

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352). 

4.3

4.3.1 Hinsichtlich des Fallabschlusses wird im Bericht von Dr. med. 
K.________ vom 21. Mai 2013 (AB 22) in schlüssiger und nachvollziehba-
rer Weise dargelegt, dass von weiteren medizinischen Behandlungen keine 
namhafte Besserung des Gesundheitsschadens erwartet werden kann 
(S. 2) und auch mit einer operativen Behandlung keine wirkliche Schmerz-
verbesserung erreicht werden könne, da eine überlagerte chronifizierte 
Schmerzproblematik bestehe. Auf diese überzeugende Einschätzung kann 
abgestellt werden. Folglich ist gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG der Fallab-
schluss mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Rente der Un-
fallversicherung zu Recht per Ende April 2014 erfolgt. 

4.3.2 Zur Frage, ob beim Auffahrunfall vom 22. März 2013 (AB 1 und 
AB 7) organische Unfallfolgen eingetreten sind, hält der Kreisarzt Dr. med. 
F.________ in seinem Bericht vom 4. Juli 2014 (AB 96) fest, dass den be-
klagten Kopf- und Nackenschmerzen sowie den zusätzlich geltend ge-
machten Schwindelbeschwerden ein organisches Substrat im Sinne einer 
unfallbedingten strukturellen Veränderung fehle (S. 7). Diese Einschätzung 
findet ihren Rückhalt in den weiteren medizinischen Unterlagen: so waren 
bereits die Befunde bei der Röntgenuntersuchung anlässlich der Erstkon-
sultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 26. März 
2013 bland (AB 12 S. 3 Ziff. 6.g). Im MRI der HWS vom 29. April 2013 
(AB 17) zeigte sich zwar eine Bandscheibenprotrusion im Segment 
HWK5/6, doch entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 14

Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien 
bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und 
ein Unfallereignis nur ganz ausnahmsweise und unter besonderen Voraus-
setzungen als Ursache in Betracht fällt (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 2 E. 2.3). 
Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor, war doch das Unfallgeschehen 
mit Sicherheit nicht genügend schwer, um diesen Schaden herbeizuführen. 
Sodann äussert sich auch Dr. med. K.________ in seinem Bericht vom 
21. Mai 2013 (AB 22) nicht zur Kausalität der geltend gemachten Be-
schwerden, sondern spricht nur von einer „Diskopathie C5/C6 nach Auffah-
runfall“. Hierbei handelt es sich offensichtlich aber nicht um eine Beurtei-
lung der Kausalität, sondern vielmehr um eine Angabe der zeitlichen Ein-
ordnung der Beschwerden. Abgesehen davon liefert der Orthopäde auch 
keine Begründung, weshalb der beschriebene leichte Unfall eine Band-
scheibenverletzung zur Folge gehabt haben sollte. Weiter schliesst der 
Neurologe Dr. med. M.________ in seinem Bericht vom 18. Juni 2013 
(AB 40) eine organische Ursache der Beschwerden implizit aus, indem er 
annimmt, dass psychogene Faktoren in der Unterhaltung der Symptome 
von Bedeutung seien. Auch konnten die Schwindelbeschwerden weder 
durch die otoneurologische Untersuchung der SUVA -Ärztin Dr. med. 
N.________ vom 22. August 2013 (AB 54 S. 4) noch bei der Duplexsono-
grafie vom 4. Dezember 2013 (AB 80) erklärt und auf organische Unfallfol-
gen zurückgeführt werden.

Damit ist erstellt, dass der Auffahrunfall vom 22. März 2013 – entgegen der 
Auffassung in der Beschwerde (S. 4 Ziff. 3) – zu keinen organischen Unfall-
folgen geführt hat.

4.4 Ob ein psychiatrischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit vorliegt, kann vorliegend offen bleiben, da es diesfalls – 
wie nachfolgend dargelegt wird – an der fehlenden Adäquanz des Kausal-
zusammenhanges mangelt (vgl. E. 5 nachfolgend).

4.5 Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt als 
genügend abgeklärt und die Akten ergeben ein schlüssiges Bild. Von weite-
ren Beweismassnahmen und insbesondere von der Erstellung einer poly-
disziplinären Begutachtung – wie sie vom Beschwerdeführer beantragt wird 
(vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 4.3) – sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 15

erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162), so 
dass darauf verzichtet werden kann (vgl. SVR 2008 UV Nr. 30 S. 113 
E. 5.1). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich die Rechtsprechung 
gemäss BGE 134 V 109 über die Notwendigkeit einer Begutachtung – auf 
welche in der Beschwerde verwiesen wird (S. 5 Ziff. 4.2) – auf die dem Be-
schwerdebild zu Grunde liegenden Verletzungen bezieht (BGE 134 V 109 
E. 9 in fine S. 122); diese sind hier jedoch nicht erstellt resp. können offen 
gelassen werden (vgl. E. 4.3 vorstehend bzw. E. 5 nachfolgend).

5.

5.1 Die für die Adäquanzprüfung relevante Frage, ob der Beschwerde-
führer beim Unfall vom 22. März 2013 ein Schleudertrauma erlitten hat, ist 
zu bejahen: Die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas 
gehörenden Beeinträchtigungen sind mit dem Auftreten der Nacken-
schmerzen (vgl. AB 12 S. 2 Ziff. 4) – zumindest teilweise – erstellt. Zur Prü-
fung der Adäquanz ist damit vorliegend die sogenannte Schleudertrauma-
Praxis anwendbar, wobei deren Anwendbarkeit jedoch letztlich offen blei-
ben kann (vgl. E. 3.3.2 hiervor).

5.2 Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsgemäss in der Re-
gel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert 
(z.B. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. März 2010, 
8C_812/2009, E. 5.1); es ist kein Grund ersichtlich, weshalb hier etwas 
anderes gelten sollte: Nach den Ausführungen des Beschwerdeführers im 
Erstgespräch vom 12. April 2013 (AB 7) sei während der Fahrt zum Flugha-
fen ein anderes Fahrzeug auf das Taxi, in welchem sich der Beschwerde-
führer befand, aufgefahren, wobei dieses keinerlei Schaden erlitten habe 
und der Fahrer gleich weitergefahren sei. Bei einem mittleren Unfall an der 
Grenze zu den leichten Unfällen liegen die nach der Rechtsprechung not-
wendigen Kriterien gehäuft vor, wenn vier davon erfüllt sind (vgl. E. 3.3.3 
hiervor). Dies ist hier nicht der Fall:

5.2.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist klarerweise zu verneinen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 16

was vom Beschwerdeführer auch ausdrücklich anerkannt wird (Beschwer-
de S. 7 Ziff. 4.4).

5.2.2 Die erlittenen Verletzungen waren weder schwer noch von beson-
derer Art; entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 7 Ziff. 4.4) 
genügt die Diagnose eines Schleudertraumas für sich allein nicht zur Beja-
hung des Kriteriums (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Dass die Disko-
pathie C5/C6 beim hier interessierenden Unfallereignis entstanden ist, ist 
nicht erstellt (vgl. E. 4.3.2 vorstehend). 

5.2.3 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 
Behandlung ist nicht zu bejahen: Die Therapie bestand bis anhin nur aus 
physiotherapeutischer (vgl. u.a. AB 24) und medikamentöser Behandlung 
(vgl. AB 40); die Häufigkeit und Dauer der erfolgten Behandlungen wurde 
durch die Fachärzte der Klinik E.________ als zu gering eingestuft (AB 49 
S. 2); damit kann von einer fortgesetzt belastenden Behandlung nicht die 
Rede sein. 

5.2.4 Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 
134 V 109 E. 10.2.4 S. 128). Der Beschwerdeführer bringt zwar in seiner 
Beschwerde vor, dass die Schmerzen seinen Alltag massiv beeinträchtig-
ten (S. 7 Ziff. 4.4), doch kann dieses Kriterium nur dann als erfüllt betrach-
tet werden, wenn die Beschwerden in Intensität und Ausmass von den übli-
cherweise bei Schleudertraumata und äquivalenten Verletzungen auftre-
tenden Beeinträchtigungen abweichen, ansonsten das Kriterium stets erfüllt 
wäre (Entscheid des BGer vom 18. April 2011, 8C_46/2011, E. 5.2.2). Al-
lein mit den Schmerzen des Beschwerdeführers, insbesondere im Nacken-
bereich, kann es nicht als erfüllt gelten. 

5.2.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfol-
gen erheblich verschlimmert hätte, finden sich in den Akten nicht und wer-
den vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.

5.2.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklag-
ten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden, nötig sind besondere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 17

Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (z.B. Entscheid des 
BGer vom 4. Februar 2011, 8C_680/2010, E. 5.3.4); solche sind hier aber 
nicht ersichtlich. Es genügt auch nicht zur Bejahung des Kriteriums, dass 
Beschwerden trotz medizinischer Behandlung anhalten (Entscheid des 
BGer vom 3. Juni 2009, 8C_768/2008, E. 4.2.4) resp. dass trotz verschie-
dener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann (Entscheid 
des BGer vom 11. August 2011, 8C_481/2011, E. 4.2).

5.2.7 Eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren-
gungen ist ebenfalls nicht zu bejahen. Anstrengungen der versicherten 
Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz 
allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch 
der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnah-
men zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der 
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins 
Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem 
Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 
UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1). In den Akten ist nicht ersichtlich, dass der Be-
schwerdeführer entsprechende Anstrengungen zur Wiedereingliederung in 
den Arbeitsprozess unternommen hätte. Vielmehr finden sich Hinweise, 
dass seine diesbezügliche Motivation nicht allzu gross ist, denn zum einen 
sei seine Selbstprognose hinsichtlich der Wiederaufnahme seiner bisheri-
gen Arbeit schlecht und zum anderen sehe er sich nicht fähig, seine Arbeit 
wieder aufzunehmen, solange er nicht beschwerdefrei sei (vgl. AB 49 S. 3). 

5.3 Damit liegt – selbst wenn das Bestehen psychischer 
Gesundheitsbeeinträchtigungen bejaht würde (vgl. E. 4.4 vorstehend) – 
keines der notwendigen Kriterien vor, weshalb der adäquate 
Kausalzusammenhang bei einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu 
den leichten Fällen nicht bejaht werden kann (vgl. E. 3.3.3 hiervor). Die 
Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht die Leistungen für den Unfall 
vom 22. März 2013 eingestellt bzw. einen Anspruch auf weitere Leistungen 
(Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung) verneint.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 18

6.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
10. Dezember 2014 (AB 99) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist 
unbegründet und deshalb abzuweisen.

7.

7.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG). Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin das recht-
liche Gehör verletzt hat (E. 2 vorstehend); denn der Beschwerdeführer hät-
te ohnehin Beschwerde erhoben, so dass kein zusätzlicher (und unnötig 
verursachter) Aufwand entstanden ist.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2015, UV/15/72, Seite 19

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- SUVA
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.