# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1200ac7-c842-581e-9d43-63da37da4998
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 28.05.2013 S 2012 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2012-136_2013-05-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 12 136

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser 

Vizepräsident Priuli, Aktuarin ad hoc Meier-Künzle

URTEIL
vom 28. Mai 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____
Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ Versicherungen AG
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andrea Tarnutzer-Muench, 

Beschwerdegegnerin
und

C._____,
Beigeladener

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. C._____ (nachfolgend Versicherter), geboren 1949, hat am 22. Mai 2012 

als Jagdaufseher des Kantons Graubünden zur Wildschadenverhütung 

aus dem beinahe geschlossenen Auto einen Hirsch erlegt. Nach der 

Schussabgabe hatte er über eine längere Zeit ein Pfeifen im Ohr. Mit 

Schadenmeldung vom 7. Juni 2012 wurde der Unfall bei der B._____ 

Versicherungen AG gemeldet, bei welcher der Versicherte zum Zeitpunkt 

des Ereignisses obligatorisch unfallversichert war. Am 4. Juni 2012 habe 

der Ohrenarzt einen Gehörschaden auf beiden Ohren festgestellt.

2. Auf Rückfrage der B._____ Versicherungen AG vom 14. Juni 2012 

präzisierte der Versicherte mit Schreiben vom 20. Juni 2012 den 

Ereignishergang. Er sei als Wildhüter verpflichtet, Kontrollfahrten in der 

Nacht zu machen. Im Gebiet P._____ bestünden Probleme mit Hirschen, 

die sich im Kulturland aufhalten würden. In dieser Nacht habe er einen 

Hirsch vom Auto aus erlegt. Das seien entscheidende Momente, wo man 

sich schnell zur Schussabgabe entschliessen müsse. Auf die Frage, ob er 

sich gegen den Knall der Schussabgabe geschützt habe, hielt er fest: „Im 

Schiessstand immer, aber wie zum Beispiel bei Verkehrsunfällen von Wild 

oder bei derartigen Aktionen nicht“. 

3. Aus dem Arztzeugnis UVG von Dr. med. H._____ zuhanden der B._____ 

Versicherungen AG vom 19. Juni 2012 geht hervor, dass die 

Erstbehandlung des Versicherten am 4. Juni 2012 erfolgte. Dr. med. 

H._____ diagnostizierte eine pantonale links- und hochfrequenzbetonte 

Innenohrstörung, möglicherweise lärminduziert. In der Folge führte die 

B._____ Versicherungen AG am 29. August 2012 eine 

Schadeninspektion beim Versicherten an dessen Wohnort durch (Bericht 

vom 7. September 2012). Der Versicherte führte unter anderem aus, bei 

seiner Tätigkeit komme es immer wieder vor, dass er aus dem Auto 

schiessen müsse. Je nach dem würde die Zeit nicht mehr ausreichen, um 

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aus dem Auto zu steigen. Ein Gehörschutz werde nur bei 

Schiessübungen im Schiessstand getragen. Er gebe ca. 50 Schuss pro 

Jahr mit dem Gewehr des Kantons ab. Nun leide er an einem Tinnitus mit 

verminderter Hörfähigkeit rechts. Am Familientisch könne er den 

Gesprächen nicht mehr folgen. Ausserdem ermüde er schneller und habe 

mit vielen Reizen, die auf sein Ohr prallen, Mühe.

4. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2012 verneinte die B._____ 

Versicherungen AG einen Anspruch des Versicherten auf 

Versicherungsleistungen. Das Schiessen aus dem Auto erfülle den 

Unfallbegriff nicht, da einerseits die Plötzlichkeit und andererseits der 

ungewöhnliche äussere Faktor auf den menschlichen Körper fehle. Eine 

unfallähnliche Körperschädigung könne ebenfalls nicht bejaht werden, da 

Dr. med. H._____ keine entsprechende Diagnose abgeben habe 

(hochfrequenzbetonte Innenohrstörung). Die Beschwerden würden auch 

nicht als Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG gelten. 

5. Gegen die Verfügung vom 3. Oktober 2012 erhob die A._____ als 

Krankenversicherung des Versicherten am 10. Oktober 2012 Einsprache. 

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genüge es, 

wenn das schädigende Geschehen eine Teilursache bilde. Ein 

degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesse eine 

unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches 

Ereignis den vorbestandenen Gesundheitsschaden verschlimmere oder 

manifest werden lasse. Dies sei hier der Fall. Es genüge das Vorliegen 

eines gesteigerten Gefahrenpotentials, welches bei einer Schussabgabe 

aus dem Auto zweifellos bestehen würde, da sich die Lärm- und 

Druckwelle innerhalb eines nahezu geschlossenen Raumes stärker 

auswirke. Die Abklärungen der Beschwerdegegnerin würden nicht 

genügen, um eine Leistungspflicht abzulehnen.

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6. Mit Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2012 wurde die Einsprache 

der A._____ abgewiesen. In erster Linie sei zu prüfen, ob der Unfallbegriff 

gemäss Art. 4 ATSG erfüllt sei. Der Schilderung des Versicherten sei 

nichts Aussergewöhnliches zu entnehmen. Infolge fehlender 

Ungewöhnlichkeit sei der Unfallbegriff nicht erfüllt. Grundvoraussetzung 

für die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung bilde das 

Vorliegen einer in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgeführten 

Körperschädigung. Die erhobene Diagnose falle nicht unter diese Liste. 

Rechtsprechungsgemäss stelle ein Tinnitus keine Trommelfellverletzung 

dar. Es liege demnach weder ein Unfall noch eine unfallähnliche 

Körperschädigung vor. Das Geschehene falle somit klarerweise in den 

Leistungsbereich der Krankenversicherung. 

7. Daraufhin erhob die A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 10. 

Dezember 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem Begehren, die B._____ Versicherungen AG sei zur 

Übernahme der Heilungskosten im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 

22. Mai 2012 zu verpflichten. Vor allem aufgrund der von einem mittels 

Schallmessungsgerät festgestellten Schallemissionen könne beurteilt 

werden, ob der unbestritten plötzlich aufgetretene Lärmpegel unge-

wöhnlich im Sinne der Rechtsprechung zu Unfallbegriff gewesen sei. Aus 

fachmedizinischer Sicht würden nur Knalltraumata mit Spitzenwerten 

zwischen 160 bis 190 dB in Betracht fallen. Die B._____ Versicherungen 

AG habe solche Schallmessungen gar nicht vorgenommen und damit ihre 

Abklärungspflicht verletzt. Zwar habe der Versicherte davon gesprochen, 

immer wieder aus dem Auto zu schiessen. Tatsächlich bilde das 

Schiessen aus dem Auto jedoch die Ausnahme. Wenn der Versicherte 

berichtet habe, dass er etwa 50 Schuss pro Jahr abfeure, so würden 

davon weniger als 10 % der Schüsse aus dem Auto heraus abgefeuert. 

Damit könne in keiner Weise von einer alltäglichen Situation gesprochen 

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werden. Als aussergewöhnlich sei in diesem Fall der grosse Zeitdruck zu 

erwähnen, denn es habe nicht einmal gereicht, das gegenüberliegende 

Fenster zu öffnen, um den Druck zu verringern. Ein degenerativer oder 

pathologischer Vorzustand schliesse eine unfallähnliche Körper-

schädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den 

vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest habe 

werden lassen. Der äussere Faktor sei ungewöhnlich, wenn er – nach 

einem objektiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liege, was 

für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich sei. Auch 

ausserhalb der unfallähnlichen Körperschädigungen könne es sich 

ergeben, dass von einer Auswirkung eines von aussen betrachtet regulär 

verlaufenden Geschehens zwangsläufig auf einen tatsächlich 

ungewöhnlichen Verlauf geschlossen werden müsse. Die rechtliche 

Bestimmung des Kriteriums der Ungewöhnlichkeit bestehe vorab darin, 

Unfälle von krankheitsbedingten Schädigungen der körperlichen oder 

psychischen Integrität abzugrenzen. Im vorliegenden Fall handle es sich 

um einen seltenen und damit um einen ungewöhnlichen Vorfall. 

8. Die B._____ Versicherungen AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 11. Januar 2013 die Abweisung 

der Beschwerde. Anlässlich der Befragung vom 7. September 2012 habe 

der Versicherte angegeben, dass es immer wieder vorkomme, dass er 

aus dem Auto schiessen müsse. Bei der Schussabgabe aus dem Auto 

bzw. beim Schiessen ohne Gehörschutz handle es sich somit um eine 

ganz gewöhnliche Aktivität des Versicherten. Der Zeitdruck sei laut dem 

Versicherten gerade ein Merkmal dieses Berufs und daher auch nichts 

Aussergewöhnliches. Insbesondere sei die Berechnung der Beschwerde-

führerin, wonach nur 10 % der Schüsse aus dem Auto abgefeuert würden 

nicht nachvollziehbar. Ein ungewöhnlicher äusserer Faktor sei in casu 

aber unabhängig vom behaupteten Prozentsatz der erfolgten 

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Schussabgaben nicht gegeben. Der ungewöhnliche Faktor müsse 

einmalig und nicht voraussehbar sein. Das Abfeuern des Gewehrs sei 

eine zielgerichtete und bewusste Tätigkeit gewesen, es handle sich nicht 

um ein unvorhersehbares Geschehnis. Für den Versicherten als 

Wildhüter sei das Abfeuern eines Gewehres aus dem Autofenster 

nachgewiesenermassen auch kein einmaliges Ereignis. Das 

Tatbestandsmerkmal der Plötzlichkeit sei somit nicht erfüllt. Dr. med. D. 

H._____ habe beim Versicherten eine hochfrequenzbetonte 

Innenohrstörung diagnostiziert. Bei dieser Diagnose handle es sich nicht 

um eine der in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgeführten Körper-

schädigungen. Es liege somit keine unfallähnliche Körperschädigung vor. 

Es spiele daher auch keine Rolle, ob das Schiessmanöver aus dem Auto 

ursächlich oder teilursächlich für den Gehörschaden des Versicherten 

gewesen sei oder aber der Gehörschaden alleine oder teilweise auf eine 

altersbedingte Degeneration zurückzuführen sei, da keine Verletzung im 

Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliege. In casu sei weder der Unfallbegriff 

erfüllt noch sei eine unfallähnliche Köperschädigung gegeben. Selbst 

wenn die Beschwerdegegnerin weitere medizinische Abklärungen zu den 

Schallemissionen vorgenommen hätte und ein Kausalzusammenhang 

zwischen dem Gehörschaden und den Schallemissionen festgestellt 

worden wäre, dann wäre die Leistungspflicht trotzdem zu verneinen 

gewesen. Die Vornahme einer Schallmessung durch die Beschwerde-

gegnerin sei in casu in keinem Zeitpunkt entscheidrelevant gewesen und 

die Beschwerdegegnerin habe ihre Abklärungspflicht beim Verzicht auf 

eine solche Schallmessung nicht verletzt. 

9. Der beigeladene Versicherte reichte keine Stellungnahme ein.

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den 

angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin für die 

Folgen des Ereignisses vom 22. Mai 2012 gestützt auf das Vorliegen 

eines Unfalles im Sinne von Art. 4 des Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG) oder einer unfallähnlichen 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV) leistungspflichtig ist.

2. Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) Versicherungsleistungen bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten. Gemäss Art. 4 

ATSG ist ein Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Streitig ist vorliegend, 

ob die Voraussetzungen der Plötzlichkeit sowie der Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors gegeben sind. 

3. a) Zu prüfen ist im Folgenden unter anderem, ob das Unfallbegriffsmerkmal 

des ungewöhnlichen äusseren Faktors nachgewiesen werden kann. Nach 

der Definition des Unfalls bezieht sich dieses nicht auf die Wirkung des 

äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die 

Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende Folgen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist 

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ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich 

Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im 

Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (SVR 2001 KV Nr. 50 S. 145 E. 3a; BGE 122 V 233 E.1). 

b) Mit dem Kriterium „Plötzlichkeit“ wird schliesslich ein zeitlicher Rahmen 

gesteckt. Verlangt ist eine Einwirkung während eines kurzen, 

abgrenzbaren Zeitraums. Dabei wird es sich in aller Regel um die 

Zeitspanne eines Sekundenbruchteils handeln. Allerdings hat die 

Rechtsprechung bisher keine zeitliche Maximaldauer festgelegt und die 

Einwirkungen während längerer Zeit noch immer als „plötzlich“ betrachtet; 

es ist davon auszugehen, dass es sich jedenfalls um eine relativ kurze 

Zeit handeln muss. Mit dem Erfordernis der Plötzlichkeit ist zwar nicht 

notwendig verbunden, dass die schädigende Einwirkung auf einen 

blossen Augenblick beschränkt ist, wohl aber muss sie plötzlich 

eingesetzt haben und eine einmalige gewesen sein (vgl. RUMO-JUNGO/ 

HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs-

recht – Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), 4. Aufl., Zürich 

2012, Art. 6 S. 51; KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 4 

N.13 f.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 71/05 vom 9. 

August 2006 E.3.2). 

c) Der Versicherte hat anlässlich der Befragung vom 29. August 2012 

angegeben, dass es bei seiner beruflichen Tätigkeit als Wildhüter, wo es 

primär darum gehe, krankes oder verletztes Wild zu finden und zu 

erlösen, immer wieder vorkomme, dass er aus dem Auto schiessen 

müsse. Je nachdem würde die Zeit nicht mehr ausreichen, um aus dem 

Auto auszusteigen, so dass die Schussabgabe aus dem Auto erfolge. Ein 

Gehörschutz werde nur bei Schiessübungen im Schiessstand getragen. 

Die hier fragliche Schussabgabe aus dem Auto ohne Verwendung eines 

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Gehörschutzes stellt somit nichts Ungewöhnliches dar, es handelt sich 

um eine für den Versicherten gewöhnliche, übliche Tätigkeit. Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin bildet Schiessen aus dem Auto 

damit nicht die Ausnahme. Daran ändert auch die von der Beschwerde-

führerin angestellte, jedoch nicht nachvollziehbare Berechnung nichts, 

wonach bei 50 Schüssen pro Jahr nur 10 % der Schüsse aus dem Auto 

erfolgen würden. Schliesslich führte der Versicherte in der Unfallmeldung 

vom 22. Mai 2012 aus, es müsse in solchen Momenten (bei der Sichtung 

eines Hirschen) sehr schnell gehen, es sei keine Zeit um einen 

Gehörschutz anzuziehen oder aus dem Auto zu steigen. Unter 

Berücksichtigung dieser Ausführungen ist damit auch der von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Zeitdruck für einen Wildhüter 

nichts Aussergewöhnliches. Sodann ist die Schussabgabe eines 

Wildhüters in solchen Momenten eine bewusste, zielgerichtete und nicht 

unerwartete Tätigkeit. Das Schiessen aus dem Auto ist gemäss 

Befragung vom 29. August 2012 für den Versicherten in seiner Tätigkeit 

als Wildhüter auch kein einmaliges Ereignis, es würde sogar „immer 

wieder vorkommen“. Somit fehlt es vorliegend nicht nur am Element der 

Ungewöhnlichkeit sondern auch am Element der Plötzlichkeit. 

d) Die Beschwerdeführerin verweist auf den im Sozialversicherungsrecht 

herrschenden Untersuchungsgrundsatz, wonach der Unfallversicherer 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln hat (Art. 43 ATSG). 

Vorliegend kann der Beschwerdegegnerin jedoch nicht vorgeworfen 

werden, diesen Grundsatz durch den Verzicht auf Schallmessungen 

verletzt zu haben. Denn selbst wenn aufgrund von solchen Abklärungen 

zu den Schallemissionen ein Kausalzusammenhang zwischen den 

Schallemissionen und dem diagnostizierten Gehörschaden festgestellt 

worden wäre, hätte dies an der Beurteilung und Verneinung des 

Vorliegens eines Unfalles nichts geändert. Bereits ohne Schallmessungen 

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war aufgrund der fehlenden Plötzlichkeit ein Unfall zu verneinen. 

Nachdem eine solche Schallmessung gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur für die Beurteilung der Ungewöhnlichkeit 

massgebend sein kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_317/2010 vom 3. 

August 2010 E.3.2), erübrigten sich weiterführende Abklärungen. 

e) Damit kann das Ereignis vom 22. Mai 2012 nicht als Unfall im Sinne von 

Art. 4 ATSG qualifiziert werden, weshalb diesbezüglich die Ablehnung der 

Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu Recht erfolgt ist. 

4. Schliesslich bleibt zu prüfen, ob allenfalls eine Leistungspflicht aufgrund 

einer unfallähnlichen Körperschädigung besteht. Gemäss Art. 6 Abs. 2 

UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall-

versicherung (UVV; SR 832.202) sind folgende Körperschädigungen den 

Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung 

oder eine Degeneration zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a), 

Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse, 

(lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) 

und Trommelfellverletzungen (lit. h). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung müssen mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch bei 

den unfallähnlichen Körperschädigungen die Tatbestandsmerkmale des 

Unfallbegriffs wie Plötzlichkeit, fehlende Absicht, äusserer Faktor sowie 

Schädigung erfüllt sein (BGE 129 V 466 E.2.2). Eine unfallähnliche 

Körperschädigung ist vorliegend zu verneinen, weil die von Dr. med. 

H._____ diagnostizierte panotale, links- und hochfrequenzbetonte 

Innenohrstörung, möglicherweise lärminduziert keiner der in Art. 9 Abs. 2 

lit. a bis h UVV abschliessend aufgeführten Körperschädigungen, 

insbesondere keiner Trommelfellverletzung (lit. h) entspricht. Eine 

unfallähnliche Körperschädigung wäre jedoch bereits deshalb abzulehnen 

gewesen, weil es, wie bereits ausgeführt (E.3c vorstehend), bei der 

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fraglichen Schussabgabe an der Plötzlichkeit fehlt. Unter diesen 

Umständen spielt es auch keine Rolle, ob das Schiessmanöver aus dem 

Auto ursächlich oder teilursächlich für den Gehörschaden des 

Versicherten gewesen war oder aber der Gehörschaden alleine oder 

teilweise auf eine altersbedingte Degeneration zurückzuführen ist. Es ist 

demzufolge nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine 

Leistungspflicht gestützt auf Art. 9 Abs. 2 UVV verneint hat.

5. Somit handelt es sich beim Ereignis vom 22. Mai 2012 weder um einen 

Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG noch führte es zu einer unfallähnlichen 

Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV. Die mit Einsprache-

entscheid vom 3. Dezember 2012 bestätigte Ablehnung eines 

Versicherungsanspruches ist damit rechtens und die Beschwerde ist 

abzuweisen. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG – ausser hier nicht 

zutreffenden Ausnahmen – grundsätzlich kostenlos ist. Eine ausser-

gerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

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