# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b2559bc-7f7f-5c2a-b01d-e18df0f1e3e5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.07.2021 SB200491
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200491_2021-07-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200491-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Amacker, 

Ersatzoberrichter lic. iur. R. Faga sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. M. Keller 

Urteil vom 5. Juli 2021 

 
in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlungen gegen das  
Betäubungsmittelgesetz etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 16. Juni 2020 
(DG190015) 
  

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 25. Oktober 2019 

(Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Beschluss und Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 61 S. 35 ff.) 

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird betreffend den Vorwurf der Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeitraum von 1. Oktober 2016 bis am 15. Juni 2017 

(Anklageziffer 1. lit. c) eingestellt. 

2. (Mitteilungen.) 

Es wird erkannt: 

1. Der beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG, 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG, 

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

5 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 5 Tage, die durch 

Untersuchungshaft erstanden sind, wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 2 Tagen. 

-   3   - 

5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, die bei Dr. med. 

B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ... [Adresse], geführte 

Psychotherapie so lange weiterzuführen, als dies Dr. med. B._____ für notwendig erachtet. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlag-

nahmten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 6 Monaten nach 

Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszugeben. Nach unbenütztem 

Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen: 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung' [A000'028'977; SH Kripo-Lager Nr. 2023], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'LG' schwarz [A012'559'727], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Sony Xperia' schwarz [A012'559'794], 

♦ 1 'iPad A1432' weiss/silber [A012'559'818], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung DuoS' [A012'559'976], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Apple iPhone A 1387' [A012'559'998]. 

7. Folgende ebenso sichergestellten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde 

herauszugeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

♦  3 Grow-Zelte mit Gestänge [A000'028'944; Schaffhauser Polizei B00130-2018, 
Lager-Nr 18/125], 

♦  1 Kiste mit Filtermaterial und Pumpen [A000'028'955; Schaffhauser Polizei B00130-
2018, Lager-Nr 18/125], 

♦  3 Lampen komplett mit Leuchtmittel (zwei mit separaten Vorschaltgeräten, eine mit 
eingebautem Vorschaltgerät) [A000'028'966; Schaffhauser Polizei B00130-2018, 
Lager-Nr 18/125], 

♦  Lüftungsrohre zu Grow-Anlage [A000'028'988; Schaffhauser Polizei B00130-2018, 
Lager-Nr 18/125]. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlag-

nahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses 

Entscheids definitiv beschlagnahmt und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

♦  2 Notizzettel [A012'559'465], 

♦  Taxkarte/SIM-Karte [A012'559'498]. 

9. Folgende weiteren unter den Lagernummern sichergestellten Betäubungsmittel und 

Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids eingezogen und der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

♦ B01833-2018 (6.3 g Kokain etc.), 

♦ B00130-2018 (460.2 g Marihuana etc.; Schaffhauser Polizei, Lager-Nr 18/125), 

-   4   - 

♦ B01303-2019 (23.5 g Marihuana etc.) 

♦ B02396-2019 (9.1 g Kokain etc.). 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 insgesamt 

beschlagnahmten Fr. 1'462.65 (Fr. 850.–, EUR 65.– [Fr. 72.65], Fr. 540.–) werden im 

Umfang von Fr. 172.65 nach Rechtskraft dieses Entscheids zugunsten der Staatskasse 

eingezogen. Der Restbetrag von Fr. 1'290.– wird nach Rechtskraft dieses Entscheids zur 

Deckung der Verfahrenskosten definitiv beschlagnahmt. 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr.  13'123.50   Kosten amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.). 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber im Fr. 1'290.– 

übersteigenden Umfang abgeschrieben. 

13. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine 

Bemühungen mit insgesamt Fr. 13'123.50 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten 

werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

14. (Mitteilungen.) 

15. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. S. 6 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 83 S. 2 f.) 

1. Es sei festzustellen, dass der Beschluss des Bezirksgerichtes Affoltern vom 

16. Juni 2020 und das Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 16. Juni 

2020 in Bezug auf die Schuldsprüche wegen mehrfacher Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d 

BetmG und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz im Sinne von Art. 19a Ziffer 1 BetmG, die Ausfällung der Busse, die 

-   5   - 

Erteilung der Weisung, die Entscheide bezüglich der beschlagnahmten und 

sichergestellten Gegenstände, Betäubungsmittel, Betäubungsmitteluten-

silien und des Geldes, sowie in Bezug auf die vorinstanzliche Kostenrege-

lung in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Der Beschuldigte sei im Übrigen in Bezug auf die Anklage Ziffer 1.a) be-

treffend Handel mit Kokain und Aufbewahren des Kokains der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. b, c und d BetmG schuldig zu sprechen. 

3a. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der erstandenen Haft von 5 Tagen 

mit einer Freiheitsstrafe von maximal 22 Monaten zu bestrafen. 

3b. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf zwei 

Jahre anzusetzen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 67 S. 1) 

Es sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 16. Juni 2020 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 13 ff.). Der Beschuldigte 

meldete mit Schreiben vom 18. Juni 2020 innert Frist Berufung an (Urk. 53).  

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 58 - 60) reichte der 

Beschuldigte am 14. Dezember 2020 fristgerecht die Berufungserklärung ein 

(Urk. 63). Mit Präsidialverfügung vom 16. Dezember 2020 wurde die Berufungs-

erklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Staats-

anwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder 

-   6   - 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 65). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 auf Anschlussberufung 

(Urk. 67).  

1.3. Am 29. Dezember 2020 wurde auf den 25. Februar 2021 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 69). 

1.4. Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 stellte die Verteidigung unter Beilage 

eines ärztlichen Zeugnisses den Antrag, die Berufungsverhandlung zu verschie-

ben. Die behandelnde Ärztin diagnostizierte eine depressive Episode, weshalb 

der Beschuldigte verhandlungsunfähig sei (Urk. 72 und Urk. 74). In Gutheissung 

des Antrags wurden den Parteien am 18. Februar 2021 die Vorladungen für die 

Berufungsverhandlung vom 25. Februar 2021 abgenommen (Urk. 72 und 

Urk. 75).  

1.5. Am 22. Februar 2021 ordnete die Verfahrensleitung gestützt auf Art. 406 

Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a StPO das schriftliche Verfahren an, da im Berufungs-

verfahren vorwiegend Rechtsfragen zu klären sind, sich der Beschuldigte mit der 

schriftlichen Durchführung einverstanden erklärte (Urk. 76) und die Staatsanwalt-

schaft einzig die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt. Gleichzeitig 

wurde dem Beschuldigten Frist zur Stellung von Beweisanträgen und schriftlichen 

Berufungsbegründung angesetzt (Urk. 77). Die Berufungsbegründung ging innert 

zweimalig erstreckter Frist am 27. April 2021 ein (Urk. 83). Am 4. Mai 2021 erstat-

tete die Staatsanwaltschaft innert Frist die Berufungsantwort (Urk. 86 und 

Urk. 90). Die Vorinstanz verzichtete auf Vernehmlassung (Urk. 88). Der Beschul-

digte verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme zur Berufungsantwort 

(Urk. 93 und Urk. 94). Das Verfahren ist spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte wendet sich gegen den Schuldspruch der mehrfachen 

qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er sei (nebst 

dem nicht angefochtenen Schuldspruch bezüglich der mehrfachen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG) wegen 

-   7   - 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG mit einer bedingten Freiheitsstrafe von höchs-

tens 22 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie mit einer Busse von 

Fr. 200.-- zu bestrafen. Unangefochten blieben die Einstellung des Verfahrens 

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeitraum von 1. Oktober 2016 bis zum 15. Juni 

2017 (Beschluss-Dispositivziffer 1) sowie die Schuldsprüche der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. b, c und d BetmG (Urteils-Dispositivziffer 1, 2. Spiegelstrich) und im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Urteils-Dispositivziffer 1, 3. Spiegelstrich). Unangefochten 

blieben weiter die Busse (Urteils-Dispositivziffer 2 [teilweise] und 4), die dem 

Beschuldigten für die Dauer der Probezeit erteilte Weisung (Urteils-Dispositiv-

ziffer 5), der Entscheid über die beschlagnahmten Gegenstände (Urteils-Dis-

positivziffern 6 - 9), die Verwendung der beschlagnahmten Barschaft (Urteils-

Dispositivziffer 10) und das erstinstanzliche Kostendispositiv (Urteils-Dispositiv-

ziffern 11 - 13). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 

StPO). 

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

3. Prozessuales 

Verfahrensprotokolle im Sinne von Art. 77 StPO halten alle wesentlichen Ver-

fahrenshandlungen fest. Sie geben unter anderem Auskunft über die von der 

Strafbehörde getroffenen Anordnungen (lit. f) und die Entscheide (lit. h). Beim 

vorinstanzlichen Protokoll fehlen die Seiten 4 und 5. Die Vorladung vom 

27. November 2019 endet auf Seite 3 und ab Seite 6 wird als Nächstes die 

(später verschobene) Hauptverhandlung vom 16. März 2020 protokolliert. 

Nachdem aus den vorinstanzlichen Akten (Urk. 30 ff. ) zwischen den besagten 

Daten keine wesentlichen Verfahrenshandlungen hervorgehen, muss es sich bei 

der Nummerierung des Protokolls um ein Versehen handeln. Gleiches gilt be-

treffend das Datum der ersten Hauptverhandlung, das im Protokoll mit "16. März 

-   8   - 

2019" vermerkt wird und damit eine falsche Jahreszahl trägt. Weiterungen dazu 

erübrigen sich deshalb. 

II. Sachverhalt 

1.  

1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift zusammengefasst zur Last 

gelegt, im Zeitraum ab ca. 1. Januar 2015 bis zum 23. April 2019 an ca. 15 bis 

30 Personen Kokain, Marihuana, Haschisch und Ecstasy in grossen Mengen 

verkauft zu haben (Kokaingemisch: 20-30 Gramm [2017], 216 Gramm [2018], 

87.5 Gramm [2019]; Marihuana: 9'600 Gramm [2015], 9'600 Gramm [2016], 

8'400 Gramm [2017], 3'600 - 4'800 Gramm [2018], 175 - 210 Gramm [2019]; 

Haschisch: 960 Gramm [2015], 960 Gramm [2016], 360 - 480 Gramm [2017], 

120 Gramm [2018], 35 Gramm [2019]; Ecstasy: 4 Pillen pro Jahr [2015 - 2018]). 

Weiter habe der Beschuldigte im Jahre 2018 an zwei Personen insgesamt 

ca. 22 Portionen Kokain zu ca. 0.1 bis 0.2 Gramm und ca. 10 Gramm Marihuana 

verschenkt. Zudem habe er in den Jahren 2018 und 2019 insbesondere an 

seinem Wohnort verschiedene Betäubungsmittel zwecks Verkaufs oder Eigen-

konsum aufbewahrt (Kokaingemisch 50.05 Gramm [38.5 Gramm reines Kokain]; 

Marihuana 947.1 Gramm; Haschisch 33.4 Gramm; Methamphetamin 

0.07 Gramm; Ecstasy 364 Pillen; Anklage Ziffer 1.a). Am 10. August 2019 habe 

der Beschuldigte 11 Portionen mit insgesamt 9.1 Gramm Kokaingemisch zwecks 

Weitergabe entgegengenommen (Anklage Ziffer 1.b). Schliesslich wird dem 

Beschuldigten zur Last gelegt, seit 1. Oktober 2016 bis zum 11. August 2019 

Marihuana, Kokain und Ecstasy konsumiert zu haben (Anklage Ziffer 1.c). Be-

treffend den letztgenannten Vorwurf stellte die Vorinstanz das Verfahren für den 

Zeitraum ab 1. Oktober 2016 bis zum 15. Juni 2017 ein. 

1.2. Der Beschuldigte anerkannte im Untersuchungsverfahren und vor Vor-

instanz den Anklagevorwurf (Urk. 16 S. 6 ff.; Urk. 47 S. 12 ff.). Gleichermassen 

lautet das Zugeständnis der Verteidigung vor Vorinstanz (Urk. 51 S. 3) und im 

Berufungsverfahren (Urk. 83 S. 3 f.). Hinweise, dass das Geständnis des 

Beschuldigten wahrheitswidrig wäre, sind nicht erkennbar. Vielmehr deckt es sich 

-   9   - 

im Wesentlichen mit dem Untersuchungsergebnis. Der anklagerelevante Sach-

verhalt ist insoweit erstellt (zum Reinheitsgrad des Kokains vgl. nachfolgend 

E. III.1.4.2 und IV.3.2). 

III. Rechtliche Würdigung 

1.1. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer 

Betäubungsmittel unter anderem unbefugt lagert oder befördert (Art. 19 Abs. 1 

lit. b BetmG), veräussert, verordnet, auf andere Weise einem andern verschafft 

oder in Verkehr bringt (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) sowie wer Betäubungsmittel 

unbefugt besitzt oder aufbewahrt (Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG). Der Täter wird mit 

einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden 

werden kann, bestraft, wenn er weiss oder annehmen muss, dass die Widerhand-

lung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen 

kann (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG). Eine Gefährdung der Gesundheit vieler 

Menschen liegt bei einer Kokainmenge von 18 Gramm vor, wobei die Menge des 

reinen Stoffs entscheidend ist (BGE 145 IV 312, Regeste und E. 2.1.3 S. 317 f.; 

138 IV 100 E. 3.2 S. 103; 120 IV 334 E. 2a S. 338; 109 IV 143 E. 3b S. 145; Urteil 

6B_1424/2019 vom 15. September 2020 E. 2.4.5; je mit Hinweisen).  

1.2. Die Verteidigung wendet sich gegen die Qualifikation im Sinne von Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG. Sie argumentiert im Wesentlichen, angesichts der konkreten 

Umstände könne nicht von einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz ausgegangen werden. Der Beschuldigte habe die Drogen aus-

schliesslich an Personen weitergegeben, die ihm bekannt gewesen seien und von 

deren bereits bestehender Abhängigkeit er gewusst habe. Er habe nie Drogen an 

eine Person abgegeben, die noch keine Erfahrung mit Betäubungsmitteln gehabt 

habe (Urk. 63 S. 2). Die Qualifikationstatbestände zielten auf nichtabhängige 

Händler, welche ohne Rücksicht auf die Gesundheitsgefährdung Dritter Profite 

machten und zu denen sich der Beschuldigte nicht zähle (Urk. 83 S. 5 f.).  

1.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, ein schwerer Fall im Sinne von 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liege bei einer Menge von 18 Gramm Kokain vor. Aus-

zugehen sei von der Menge des reinen Stoffs. Wenn auch der Reinheitsgehalt 

-   10   - 

hier nicht weiter bekannt sei, sei gleichwohl von hochwertigem Kokain aus-

zugehen. In den Jahren 2015 bis 2019 habe der Beschuldigte 323.5 respektive 

333.5 Gramm Kokain verkauft, was bereits bei einer Gassenqualität mit einem 

Reinheitsgrad von 40% einer Menge von 129 respektive 133.4 Gramm entspre-

che. Damit sei der mengenmässig schwere Fall deutlich überschritten. Mache der 

Beschuldigte geltend, die Drogen nur im Freundeskreis an bekannte und mit den 

Betäubungsmitteln vertraute Personen verkauft zu haben, verfange dies nicht. Bei 

einer Anzahl von 15 bis 30 Personen könne nicht von einem überschaubaren 

Freundeskreis ausgegangen werden. Zudem habe der Beschuldigte eingeräumt, 

mitunter auch an ihm vorher nicht bekannte Personen Drogen verkauft zu haben. 

Nichts zu seinen Gunsten ableiten könne der Beschuldigte aus der Argumentati-

on, die Betäubungsmittel nicht verkauft, sondern zusammen mit den Abnehmern 

konsumiert zu haben. Der Handel mit Kokain gemäss Anklage Ziffer 1.a sei 

deshalb als qualifizierte Widerhandlung zu würdigen. Gleiches gelte für das 

Aufbewahren von mindestens 38.5 Gramm reinem Cocain-Hydrochlorid gemäss 

Anklage Ziffer 1.a (Urk. 61 S. 7 ff.). 

1.4.  

1.4.1. Der Deliktszeitraum in Bezug auf den Handel etc. mit Kokain beschränkt 

sich entgegen der Vorinstanz auf die Jahre 2017 bis 2019. Im Übrigen sind die 

vorinstanzlichen Erwägungen zum qualifizierten Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG grundsätzlich nicht zu beanstanden. Bereits die vom Beschuldigten 

im Jahre 2018 aufbewahrte Menge von 38.5 Gramm reinem Cocain-Hydrochlorid 

stellt mehr als das Doppelte der Grenzmenge von 18 Gramm reinem Kokain dar 

(Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG).  

1.4.2. Dass der Beschuldigte darüber hinaus ein Vielfaches der fraglichen 

Grenzmenge in den Jahren 2017 bis 2019 verkaufte, kann mit Blick auf die um-

gesetzte Menge von 323.5 - 333.5 Gramm nicht ernsthaft in Zweifel gezogen 

werden. Betreffend die Qualität des Kokains ist mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 9) 

von weitgehend hochwertigem Kokain auszugehen. Im Gutachten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 11. Juli 2018 wird ein Reinheitsgehalt von 93% (in Be-

zug auf 6.3 Gramm; Urk. D1 7/1/7 S. 2) festgehalten, im Untersuchungsbericht 

-   11   - 

des Kompetenzzentrums Forensik der Schaffhauser Polizei vom 29. Juni 2019 ein 

Reinheitsgehalt von 71% (in Bezug auf 24.43 Gramm) respektive 79% (in Bezug 

auf 19.32 Gramm; Urk. D3 10/11 S. 3). Das Kokain wurde vom Beschuldigten laut 

eigenen Aussagen nicht gestreckt (Urk. 4 S. 3 f.; Urk. 13 S. 18 und 27; Urk. 47 

S. 15). Vor Vorinstanz betonte er, er habe keine schlechte Qualität gewollt. Er 

habe nichts verkauft, was er auch nicht selbst konsumiert habe. Er habe Kokain 

von guter Qualität verkauft. Es sei besser gewesen als Gassenqualität (Urk. 47 

S. 15 f.). Diese Darstellung spiegelt sich auch in den genannten Untersuchungs-

berichten wider. Unterstreicht der Beschuldigte die hohe Qualität der von ihm ab-

gesetzten Betäubungsmittel, ist er deshalb beim Wort zu nehmen. Selbst gestützt 

auf den von der Vorinstanz angenommenen tiefen Reinheitsgrad von 40% ist der 

Grenzwert der qualifizierten Tat um ein Vielfaches überschritten. Dies gilt erst 

recht gestützt auf die Betäubungsmittelstatistik der Gruppe Forensische Medizin 

SGRM in Bezug auf das konfiszierte Kokain in den Jahren 2017 (bei Mengen 

von 1 < 10 Gramm: mittlerer Reinheitsgrad von 65%; bei Mengen von 10 < 100 

Gramm: 69%), 2018 (bei Mengen von 1 < 10 Gramm: 65%; bei Mengen von 10 < 

100 Gramm: 70%) und 2019 (bei Mengen von 1 < 10 Gramm: 70.2%; bei Mengen 

von 10 < 100 Gramm: 73.2%; vgl. https://www.sgrm.ch/de/forensische-chemie-

und-toxikologie/fachgruppe-forensische-chemie/statistiken-kokain-und-heroin/).  

1.4.3. Die Verteidigung wiederholt ihren bereits vor Vorinstanz vertretenen Stand-

punkt, ein mengenmässig schwerer Fall liege nicht vor. Der Beschuldigte habe die 

Betäubungsmittel ausschliesslich an Personen abgegeben, die ihm bekannt 

gewesen seien und von deren Abhängigkeit er gewusst habe (Urk. 63 S. 2; 

Urk. 83 S. 5 f.). Diese Argumentation dringt nicht durch. 

Bei Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG handelt es sich um eine Widerhandlung, welche die 

Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Der Tatbestand ist als 

abstraktes Gefährdungsdelikt ausgestaltet (BERNARD CORBOZ, Les infractions en 

droit suisse, Vol. II, 3. Aufl. 2010, N. 76 zu Art. 19 BetmG). Führt der Beschuldigte 

aus, nur einen eng begrenzten Kreis von Abnehmern mit Kokain beliefert zu 

haben, kann ihm nicht gefolgt werden. Zum einen hielt er betreffend Anzahl der 

Abnehmer fest, es seien 20 - 30 respektive 15 - 30 Personen gewesen (Urk. 13 

-   12   - 

S. 36: "Sagen wir zwischen 20 und 30, es ist schwierig zu sagen. Die einen ge-

hen, dann kommen wieder neue"; Urk. 47 S. 16 [auf Frage, ob es sich bei den 

Abnehmern um die gleichen 15 bis 30 Personen gehandelt habe]: "Ja, es sind 

grösstenteils die gleichen, aber es sind zwei/drei Neue hineingerutscht […]. Die 

restlichen sind Freunde und Kollegen. Es sind immer nur Leute, die ich kenne"). 

Von einem überblickbaren kleineren Freundeskreis kann nicht gesprochen 

werden. Zum anderen übersieht der Beschuldigte das Wesen des zu beurteilen-

den Deliktes als abstraktes Gefährdungsdelikt, bei welchem der Nachweis nicht 

erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (BGE 111 

IV 31). Das Bundesgericht verneinte zwar einen schweren Fall bei einem Täter, 

der einen kleinen Anteil der (im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) grossen 

Betäubungsmittelmenge einem Freund abgegeben und den Rest für den eigenen 

Konsum verwendet hatte (BGE 110 IV 99). Ebenso wenig fiel unter den qualifi-

zierten Tatbestand der Täter, der 50 Gramm gestrecktes Heroin seiner drogen-

süchtigen Freundin gegeben hatte. Es habe eine enge Beziehung bestanden und 

der Täter habe ihr aus ihrer Situation heraushelfen wollen. Bei einer solchen 

Konstellation, bei der die Drogen lediglich an eine bereits süchtige Bezugsperson 

zum eigenen oder gemeinsamen Konsum abgegeben werden und bei der zudem 

die Gewissheit bestehe, dass diese die Drogen selbst konsumiere und nicht an 

Dritte weitergebe, könne die abstrakte Gefahr, dass Betäubungsmittel in die 

Hände unbestimmt vieler, unter Umständen auch gesunder Menschen gelangen, 

vernachlässigt werden (BGE 120 IV 334 E. 2b/aa S. 340 f.). Dies ist bei einem 

Kreis von 15 bis 30 Personen offensichtlich nicht der Fall. Im Übrigen kann dahin-

gestellt bleiben, ob die Abnehmer – wie von der Verteidigung geltend gemacht – 

ausschliesslich drogensüchtige Personen waren (Urk. 83 S. 5). Dies schliesst 

eine mittelbare oder unmittelbare Gefährdung der Gesundheit zweifelsohne nicht 

aus. 

1.4.4. Zum vorinstanzlichen Schuldspruch der mehrfachen qualifizierten Wider-

handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 

lit. a in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG ist Folgendes zu 

bemerken. 

-   13   - 

1.4.4.1. Der Grundtatbestand von Art. 19 Abs. 1 BetmG bezweckt, den gesamten 

Verkehr mit Betäubungsmitteln von der Einfuhr oder Herstellung an bis 

zum Verbrauch zu kontrollieren. Entsprechend werden von den Strafbestimmun-

gen praktisch sämtliche Handlungen vom Anbau bis zum Verbrauch erfasst 

(FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 3. Aufl. 

2016, N. 3 zu Art. 19 BetmG). Nach der Rechtsprechung hat jede der in Art. 19 

Abs. 1 BetmG aufgeführten Handlungen die Bedeutung eines selbständigen 

Straftatbestandes, sodass Täter ist und der vollen Strafdrohung untersteht, wer in 

eigener Person einen dieser gesetzlichen Tatbestände objektiv und subjektiv 

erfüllt (BGE 133 IV 187 E. 3.2 S. 193 mit Hinweisen). Die fraglichen Handlungen 

stellen verschiedene Entwicklungsstufen derselben deliktischen Tätigkeit dar 

(BGE 137 IV 33 E. 2.1.3 S. 39 mit Hinweis). Gemäss der Lehre und Recht-

sprechung hat lediglich ein Schuldspruch wegen Verkaufs zu erfolgen, wenn ein 

Täter zum Beispiel Betäubungsmittel im Ausland erwirbt, anschliessend in die 

Schweiz einführt und dort – wie von Anfang an geplant – an Konsumenten ver-

äussert (Urteil 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 10.4.3). Ein Schuldspruch 

wegen Drogentransports schliesst einen Schuldspruch wegen des vorgängigen 

Erwerbs derselben Droge demgegenüber nicht aus (vgl. Urteil 6B_518/2014 vom 

4. Dezember 2014 E. 10.6), da wer Betäubungsmittel transportiert, diese nicht 

zwingend auch erworben hat. Die entsprechenden Verhaltensweisen erfahren 

eine Erweiterung durch das Anstaltentreffen im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g 

BetmG. Gemäss BGE 138 IV 100 E. 3.2 S. 102 f. erfasst das Anstaltentreffen 

sowohl den Versuch im Sinne von Art. 22 StGB wie auch gewisse qualifizierte 

Vorbereitungshandlungen und wertet sie zu selbständigen Taten mit derselben 

Strafdrohung wie die übrigen verbotenen Verhaltensweisen auf (BGE 133 IV 187 

E. 3.2 S. 193 mit Hinweisen).  

1.4.4.2. Es stellt sich die Frage, wie es sich mit den allgemeinen Konkurrenz-

regeln im Bereich der qualifizierten Tatbegehung verhält. Nach HUG-BEELI liegt 

eine mehrfache Widerhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG vor, 

wenn jemand mehrfach Betäubungsmittel in einer qualifizierten Menge umsetzt 

(GUSTAV HUG-BEELI, Kommentar Betäubungsmittelgesetz [BetmG], 2016, N. 983 

zu Art. 19 BetmG). In dieser absoluten Form ist dem nicht beizupflichten. Zentra-

-   14   - 

les Kriterium für die Qualifikation im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG ist die 

Menge der Betäubungsmittel. Die in der Regel dafür nötigen Einzeldelikte gehen 

regelmässig in der Qualifikation auf. Anders verhält es sich, wenn der Täter 

während verschiedener, voneinander getrennter Zeitabschnitte qualifiziert 

delinquiert und den verschiedenen Phasen nicht ein umfassender Entschluss zu-

grunde liegt. In solchen Fällen, in denen ein zusammenhängendes Geschehen 

nicht vorliegt, sondern sich der Täter wiederholt zu einer qualifizierten Tathand-

lung entschliesst, ist eine echte Realkonkurrenz möglich. In diesem Sinne ist bei 

Handlungsmehrheit eine mehrfache Qualifikation der Einzeltaten denkbar, sodass 

echte Realkonkurrenz gegeben sein kann (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., 

N. 240 zu Art. 19 BetmG).  

1.4.4.3. Eine mit dem Verkauf des Kokains erfolgte mehrfache qualifizierte 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liegt entgegen der Vorinstanz 

(vgl. Urk. 61 S. 18 f.) nicht vor. Eine Zäsur in der fraglichen Zeitspanne (2017 - 

2019) ist nicht erkennbar. In Bezug auf den Verkauf des Kokains kann dem 

Beschuldigten mithin nicht zur Last gelegt werden, sich wiederholt zu einer 

qualifizierten (gemeingefährlichen) Tat entschlossen zu haben. Solches wäre 

im Übrigen auch nicht vom Anklagevorwurf erfasst (Anklage Ziffer 1.a; vgl. zum 

Anklagegrundsatz BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen).  

1.4.4.4. Ebenso wenig liegt mit dem Verkauf und dem Aufbewahren des Kokains 

eine mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG vor. Der Beschuldigte bewahrte am 6. und 8. Mai 2018 sowie am 30. Juni 

2018 (im Auto und an seinem Wohnort) insgesamt 38.5 Gramm reines Cocain-

Hydrochlorid auf. In derselben Zeit verkaufte er eine qualifizierte Menge Kokain. 

Der Besitz und das Aufbewahren sind als Auffangtatbestände konzipiert. Sie 

gelangen im Verhältnis zu anderen Erwerbs- oder Weitergabehandlungen nur 

subsidiär zu Anwendung (CORBOZ, a.a.O., N. 144 zu Art. 19 BetmG; FINGERHUTH/ 

SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 159 zu Art. 19 BetmG). Der mengenmässig schwere 

Fall schlägt sich hier damit ausschliesslich im Verkauf nieder. 

-   15   - 

1.4.4.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte schuldig zu sprechen der qualifi-

zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

IV. Strafzumessung 

1. Anträge/Anwendbares Recht/Grundsätze 

1.1. Die Vorinstanz bestraft den Beschuldigten mit einer teilbedingten Freiheits-

strafe von 28 Monaten unter Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs 

von fünf Tagen und einer Busse von Fr. 200.--. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids 

und damit des Strafmasses (Urk. 67).  

Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheits-

strafe von höchstens 22 Monaten unter Anrechnung des ausgestandenen 

Freiheitsentzugs von fünf Tagen zu bestrafen (Urk. 83 S. 2). 

1.2. Der Beschuldigte beging die Delikte teilweise vor Inkrafttreten der seit 

1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts; AS 2016 1249). Stehen 

mehrere Taten zur Beurteilung an, sind sie je einzeln unter die beiden Rechte zu 

subsumieren und ist in einem zweiten Schritt gegebenenfalls eine Gesamtstrafe 

zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 f.). In Bezug auf ein und dieselbe Tat 

kann nur entweder das alte oder das neue Recht zur Anwendung gelangen. Das 

Gericht hat aufgrund eines konkreten Vergleichs zu prüfen, welches Recht das 

mildere ist (Urteil 6B_287/2020 vom 17. August 2020 E. 1.5 mit Hinweisen). In 

Bezug auf den qualifizierten Drogenhandel (2017 - 2019) rechtfertigt es sich (wie 

bei einem Dauerdelikt), gesamthaft das neue Recht anzuwenden. Für die Beurtei-

lung der weiteren Straftaten gilt Folgendes. Nachdem das neue Sanktionenrecht 

für den Beschuldigten betreffend Strafmass und Vollzug nicht milder ist und der 

Grundsatz der lex mitior (Art. 2 Abs. 2 StGB) für die vor dem 1. Januar 2018 

verübten Delikte nicht zur Anwendung gelangt, fielen diese grundsätzlich unter 

das alte Recht. Jedoch ist auch bei den altrechtlichen Straftaten respektive beim 

-   16   - 

mehrjährigen Verkauf von Marihuana, Haschisch und Ecstasy (vgl. Anklage Seite 

3) eine zeitliche Zäsur nicht erkennbar. Deshalb sind sie wie der qualifizierte 

Kokainhandel als Ganzes unter dem neuen Recht zu beurteilen. Im Übrigen ist, 

wie noch zu zeigen sein wird, eine teilbedingte Freiheitsstrafe auszusprechen. Die 

Änderungen des Sanktionenrechts führen hier nicht zu unterschiedlichen Beurtei-

lungen. Damit ist im Folgenden ausschliesslich auf das neue Recht abzustellen.  

1.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die 

Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwen-

dung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1 S. 316 ff., 217 E. 2.2 und 

E. 3 S. 219 ff.; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67 f.; je mit Hinweisen). Darauf sowie auf die 

zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 61 S. 13 ff.) kann verwiesen 

werden.  

Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 

Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip 

nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere 

gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden 

einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällen würde. Dass die anzu-

wendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt 

nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.2 S. 267 f.; 138 IV 120 E. 5.2 S. 122 f.; je mit 

Hinweisen). Wie noch zu zeigen ist, wäre für jeden einzelnen Normverstoss 

eine Freiheitsstrafe auszufällen, weshalb die Voraussetzungen für die Bildung 

einer Gesamtstrafe gegeben sind. 

Ebenso steht damit fest, dass trotz zwischenzeitlich neuer Vorstrafe vom 

30. Dezember 2020 keine retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 49 

Abs. 2 StGB vorliegt, da dem Beschuldigten damals eine Geldstrafe auferlegt 

wurde (Urk. 92). Eine Zusatzstrafe kann nur ausgesprochen werden, soweit die 

Strafen der neu zu beurteilenden Delikte und die Grundstrafe gleichartig sind 

(BGE 145 IV 1 E. 1.3 S. 8; 142 IV 265 E. 2.4.2 S. 269; je mit Hinweisen). 

-   17   - 

2. Wahl Sanktionsart/Strafrahmen 

2.1.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-

keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 

IV 97 E. 4.2 S. 100 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 

soll nach konstanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden und 

hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen 

eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; Urteil 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 

E. 1.3.2; je mit Hinweis). 

Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). 

Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in 

die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 

S. 101, 82 E. 7.2.2 S. 90). Am Vorrang der Geldstrafe hat der Gesetzgeber im 

Rahmen der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der ursprüng-

lichen Stossrichtung festgehalten (BGE 144 IV 217 E. 3.6 S. 237 f. mit Hin-

weisen). Art. 41 StGB statuiert diese Priorität. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle 

einer Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen ist unter anderem zulässig, 

wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). 

2.1.2. Für den schweren Fall (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) steht einzig eine Frei-

heitsstrafe zur Diskussion. Die übrigen Delikte betreffen ebenfalls den verbotenen 

Umgang mit Kokain und weiteren Betäubungsmitteln. Sie stehen zum qualifizier-

ten Kokainhandel thematisch und zeitlich in engem Zusammenhang. Aufgrund der 

mehrjährigen Delinquenz und der einschlägigen Vorstrafe (Urk. 92) bestehen 

zudem erhebliche Zweifel an der spezialpräventiven Wirkung einer Geldstrafe. Es 

scheint deshalb geboten, für jedes der begangenen Delikte (Vergehen und Ver-

brechen) gedanklich je Einzelfreiheitsstrafen und damit eine Gesamtfreiheits-

strafe auszufällen.  

-   18   - 

2.2. Das Gesetz sieht für den schweren Fall (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) eine 

Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vor. Für die Bildung der Gesamt-

freiheitsstrafe erweist sich der Verkauf des Kokains (Anklage Ziffer 1.a) als 

schwerste Tat im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB.  

3. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

(Verkauf von Kokain) 

3.1. Bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist die Drogenmenge in 

der Regel ein wesentliches Strafzumessungskriterium, weil sie das Gefährdungs-

potential und damit das Ausmass der Rechtsgutverletzung widerspiegelt. Auch 

der Gesetzgeber definiert den schweren Fall in Art. 19 Abs. 2 BetmG unter 

anderem anhand der Drogenmenge. In der Praxis kommt diesem Kriterium häufig 

vorrangige oder ausschlaggebende Bedeutung zu. Richtigerweise kommt ihm bei 

der Strafzumessung eine wichtige, aber keine vorrangige Bedeutung zu. Die 

Strafe ist demnach nicht allein nach der Menge einer Droge, sondern auch und in 

erster Linie nach dem Verschulden des Täters zu bemessen (Urteil 6S.59/2005 

vom 2. Oktober 2006 E. 7.4 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 132 IV 132). Die 

genaue Betäubungsmittelmenge und gegebenenfalls ihr Reinheitsgrad verlieren 

an Bedeutung, wenn mehrere Qualifikationsgründe gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG 

gegeben sind, und sie werden umso weniger wichtig, je deutlicher der Grenzwert 

im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten ist (BGE 121 IV 193 

E. 2b/aa S. 196, 202 E. 2d/cc S. 206).  

Massgebend ist das Verschulden, und dieses hängt wesentlich auch davon ab, in 

welcher Funktion der Täter am Betäubungsmittelhandel mitwirkte. So trifft den 

Transporteur grundsätzlich ein geringeres Verschulden als denjenigen, der diese 

Betäubungsmittel verkauft oder zum Zwecke der Weiterveräusserung erwirbt 

(WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 2019, 

N. 100 zu Art. 47 StGB). Wesentlich ist auch die Stellung des Beschuldigten in 

der Hierarchie des Drogenhandels (Urteil 6B_286/2011 vom 29. August 2011 

E. 3.4.1). Jedoch kann auch derjenige, der nur Anweisungen ausführt, inner-

halb eines Verteilungsnetzes eine wichtige und unabdingbare Rolle spielen, 

-   19   - 

was einen erheblichen strafrechtlichen Vorwurf zu begründen vermag 

(BGE 135 IV 191 E. 3.4 S. 195). 

Liegt die angelastete Betäubungsmittelmenge ein Vielfaches über dem Grenzwert 

für die Annahme eines schweren Falls, darf die Menge der umgesetzten Drogen 

unter Berücksichtigung der damit einhergehenden Gesundheitsgefährdung vieler 

Menschen bei der Strafzumessung zusätzlich straferhöhend berücksichtigt 

werden. Eine Verletzung des sogenannten Doppelverwertungsverbots liegt nicht 

vor (Urteil 6B_294/2010 vom 15. Juli 2010 E. 3.3.2 mit Hinweis; vgl. zum Doppel-

verwertungsverbot BGE 142 IV 14 E. 5.4 S. 17; 120 IV 67 E. 2b S. 71 f.; je mit 

Hinweisen). 

3.2. Der Beschuldigte hat 323.5 - 333.5 Gramm Kokain verkauft. Die untersuch-

ten Betäubungsmittel wiesen laut Gutachten des Forensischen Instituts Zürich 

vom 11. Juli 2018 und Untersuchungsbericht des Kompetenzzentrums Forensik 

der Schaffhauser Polizei vom 29. Juni 2019 einen Reinheitsgrad von 71 - 93% auf 

(Urk. D1 7/1/7 S. 2 und Urk. D3 10/11 S. 3; vgl. E. III.1.4.2). Dies und auch die 

eigenen Aussagen des Beschuldigten, gute Qualität und nicht nur Gassenqualität 

verkauft zu haben, klammert die Vorinstanz aus. Geht sie im Rahmen der 

Strafzumessung von einem Reinheitsgrad von 40% respektive von einer tiefen 

Gassenqualität aus (Urk. 61 S. 19), ist dies deshalb nicht richtig und widerspricht 

auch ihren eigenen Feststellungen (Urk. 61 S. 9). Selbst wenn keine Drogen 

sichergestellt werden, kann für eine entsprechende Schätzung auf die durch-

schnittliche Qualität des in den Handel gelangenden Kokains abgestellt werden 

(Urteile 6B_237/2018 vom 24. August 2018 E. 1.4.1; 6B_1039/2009 vom 

16. Februar 2010 E. 1.4.3; 1P.624/2002 vom 10. Februar 2003 E. 3.3). Hier bleibt 

es nicht nur bei einer Schätzung, sondern die konfiszierten Drogen entsprechen 

(mindestens) der durchschnittlichen Qualität laut Betäubungsmittelstatistik der 

Gruppe Forensische Medizin SGRM (vgl. E. III.1.4.2). Aus einem mittleren 

Reinheitsgrad von 65% (2017 und 2018) und 70.2% (2019) und einer verkauften 

Menge von 20 Gramm (2017), 216 Gramm (2018) und 87.5 Gramm (2019) folgt 

eine reine Kokainmenge von 214.8 Gramm. Soweit die Vorinstanz auf eine reine 

Menge von 129 Gramm abstellt, kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. Den oben 

-   20   - 

erwähnten Grenzwert hat der Beschuldigte beinahe zwölffach erreicht. Dies ist 

straferhöhend zu berücksichtigen. Richtig ist, wenn die Vorinstanz auf die 

mehrjährige Deliktsperiode verweist. Art und Weise, wie der Beschuldigte mit den 

Abnehmern telefonisch Kontakt hatte und wie die Übergaben stattfanden, lässt 

hingegen keine hochgradige Organisation erkennen und ist neutral zu werten. 

Insoweit kann der Verteidigung beigepflichtet werden, wenn sie anführt, der 

Beschuldigte habe grundsätzlich "in einem simplen Mechanismus operiert" 

(Urk. 83 S. 7). Wenngleich eine hohe Stellung des Beschuldigten innerhalb der 

Drogenorganisation nicht erstellt ist, kann zudem mit Blick auf den Reinheitsgrad 

entgegen dem Dafürhalten der Verteidigung (Urk. 83 S. 5 und 8) nicht von einer 

bloss untergeordneten Hierarchiestufe und einer bloss ausführenden Funktion 

ausgegangen werden. Vielmehr war der Beschuldigte letztlich ein wichtiges 

Bindeglied zwischen Drogenproduzenten und Drogenabnehmern. Sein Gewinn 

betrug gesamthaft rund Fr. 13'000.--. Insgesamt offenbarte er eine nicht unerheb-

liche kriminelle Energie. Die objektive Tatschwere ist (bei einem Strafrahmen von 

1 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe) als noch leicht einzustufen. An dieser Stelle recht-

fertigt sich auch, den 22 Portionen zu 0.1 bis 0.2 Gramm Kokain Rechnung zu 

tragen, die der Beschuldigte im gleichen Zeitraum an zwei Abnehmern verschenk-

te. 

3.3. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere berücksichtigt die Vorinstanz das 

direktvorsätzliche Vorgehen. Dieses fällt straferhöhend aus. Zudem macht die 

Vorinstanz in Anlehnung an HUG-BEELI (a.a.O., N. 1165 ff. zu Art. 19 BetmG) 

Erwägungen zum Strafmilderungsgrund von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG und 

Art. 19 Abs. 2 StGB. Die Suchtproblematik des Beschuldigten (vgl. die ärztlichen 

Zeugnisse von Dr. med. B._____ vom 12. März 2020 und 3. Juni 2020, Urk. 49/1-

2) sei im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB leicht strafmindernd zu werten. Eine wei-

tere fakultative Strafmilderung im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG komme 

nicht in Frage, nachdem der Beschuldigte mit der Delinquenz nicht nur seine 

Sucht, sondern auch einen Teil seines Lebensunterhalts finanziert habe. Die feh-

lende Reue sei neutral zu gewichten (Urk. 61 S. 20 ff.). Diese Erwägungen kön-

nen übernommen werden. Insbesondere verzichtet die Vorinstanz entgegen der 

Argumentation der Verteidigung mit zutreffender Begründung auf eine weitere fa-

-   21   - 

kultative Strafmilderung im Sinne von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG (Urk. 61 S. 21 f. 

und Urk. 83 S. 8). Nach CORBOZ gelangt Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG nur zur 

Anwendung, wenn die Tathandlungen des von Betäubungsmitteln Abhängigen 

ausschliesslich der Finanzierung des eigenen Konsums dienten (CORBOZ, a.a.O., 

N. 117 zu Art. 19 BetmG; a.M. PETER ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des 

Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19-28l BetmG], 3. Aufl. 2016, N. 283 ff. zu Art. 19 

BetmG, wonach es ausreicht, wenn die Finanzierung der eigenen Sucht das vor-

herrschende, nicht aber das einzige Handlungsziel des Täters sei). Art. 19 Abs. 3 

lit. b BetmG gelangt damit nicht zur Anwendung. Selbst wenn dem Beschuldigten 

eine entsprechende Strafmilderung zugebilligt würde, wäre das vorinstanzliche 

Strafmass im Ergebnis gleichwohl zu bestätigen. Wie noch zu zeigen sein wird, 

erscheint insgesamt eine Freiheitsstrafe von 33 Monaten als angemessen. Auch 

bei einer zusätzlichen Strafminderung wäre die vorinstanzliche Strafhöhe von 

28 Monaten Freiheitsstrafe nicht zu unterschreiten. Insgesamt vermögen die 

Elemente der subjektiven Tatkomponente die objektive Tatschwere nicht zu 

relativieren. 

3.4. Bei einer Gesamtbetrachtung wird die objektive Tatschwere durch 

die Elemente der subjektiven Tatkomponente nicht relativiert. Dies führt zu 

einem Gesamtverschulden, welches als noch leicht zu bezeichnen ist. Damit 

rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe im unteren Bereich des unteren Straf-

rahmendrittels auf 25 Monate festzusetzen. 

Ein Blick auf das Strafmassmodel von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER (a.a.O., 

N. 37 ff. zu Art. 47 StGB) zeigt, dass diese Einsatzstrafe einem Vergleich zu 

anderen Urteilen in der Schweiz standhält, zumal der Abzug (Geständnis 

[vgl. nachfolgend] und leicht verminderte Schuldfähigkeit wegen eigener 

Drogenabhängigkeit) und der Zuschlag (einschlägige Vorstrafe [vgl. nach-

folgend] und deutlich mehr als fünf Geschäfte) sich die Waage halten.  

 

 

-   22   - 

4. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG (Verkauf von Marihuana, Haschisch, Ecstasy) 

4.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte während mehr als vier Jahren und damit über einen längeren 

Zeitraum eine grosse Menge Marihuana (rund 31 - 32 kg) und Haschisch (rund 

2.5 kg) verkaufte. Dabei fällt das ebenfalls abgesetzte Ecstasy (vier Pillen pro 

Jahr, 2015 - 2018) mit der Vorinstanz nicht ins Gewicht. Der längere Zeitraum und 

die grosse Menge sind straferhöhend zu berücksichtigen. Auch wenn bei Canna-

bis kein schwerer Fall gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG möglich ist, gilt diese 

Droge laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht als unbedenklich, kann sie 

doch insbesondere bei lange dauerndem und übermässigem Gebrauch durchaus 

zu psychischen und physischen Belastungen führen. Die Gefahren, die vom 

Konsum für die menschliche Gesundheit ausgehen, sind jedoch vergleichsweise 

gering und unterschreiten deutlich jene der harten Drogen (BGE 120 IV 256 E. 2c 

S. 259 f.; 117 IV 314 E. 2g/aa S. 322 f.). Marihuana ist deshalb im breiten Spekt-

rum der Betäubungsmittel auf einer im Vergleich zu den harten Drogen wie Heroin 

oder Kokain niedrigeren Gefährlichkeitsstufe anzusiedeln. Mit dem verkauften 

Marihuana und Haschisch erzielte der Beschuldigte einen Gewinn von insgesamt 

rund Fr. 31'000.-- respektive Fr. 7'000.-- (Urk. 16 S. 7 f.; Urk. 47 S. 13 ff.). In 

objektiver Hinsicht ist das Verschulden (bei einem Strafrahmen bis zu drei 

Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe) als nicht mehr leicht einzustufen. An 

dieser Stelle rechtfertigt sich auch, der Menge von ca. 10 Gramm Marihuana 

Rechnung zu tragen, die der Beschuldigte im gleichen Zeitraum einem Abnehmer 

verschenkte. 

4.2. Zur subjektiven Tatschwere kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen 

werden. Aufgrund des objektiv nicht mehr leichten Verschuldens, welches 

durch das subjektive Verschulden nicht relativiert wird, ist die Einzelstrafe 

gedanklich auf 15 Monate festzusetzen. Für die Asperation und die Bemessung 

der Gesamtstrafe ist dem Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihrem 

Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der 

Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungs-

-   23   - 

weisen Rechnung zu tragen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts wird 

dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und 

situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil 6B_323/2010 vom 23. Juni 

2010 E. 3.2). Der Verkauf des Marihuanas und Haschischs ging mit dem Kokain-

absatz Hand in Hand. Die Einsatzstrafe ist in Anwendung des Asperationsprinzips 

insgesamt um acht Monate zu erhöhen. 

5. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. b BetmG (Transport von Kokain) 

5.1. Der Beschuldigte übernahm am 10. August 2019 11 Portionen Kokain 

respektive insgesamt 9.1 Gramm Kokaingemisch, um die Betäubungsmittel an 

eine unbekannte Person weiterzugeben. Ausgehend von einem Reinheitsgrad 

von 70.2% (E. III.1.4.2) ergibt dies eine reine Kokainmenge von 6.3 Gramm. Als 

blosser Transporteur kam ihm gegenüber einem Verkäufer ein geringeres Ver-

schulden zu (vgl. vorstehend). Objektive Umstände, die im Zusammenhang mit 

dem Transport verschuldenserhöhend zu berücksichtigen wären, sind nicht 

erkennbar. Es handelt sich um einen einmaligen Vorfall. Die objektive Tatschwere 

ist (bei einem Strafrahmen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe) als 

leicht einzustufen. 

5.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Hält die Vorinstanz ihm zugu-

te, dass er sich in einer schwierigen Lebensphase zur Kurierfahrt habe hinreissen 

lassen (Urk. 61 S. 25), kann dies übernommen werden. Aufgrund des objektiv 

leichten Verschuldens, welches durch das subjektive Verschulden gering 

relativiert wird, ist die Einzelstrafe gedanklich auf vier Monate festzusetzen. Sie 

führt unter Berücksichtigung des zeitlich, sachlich und situativ engen Zu-

sammenhangs zum Kokainabsatz zu einer Asperation der Einsatzstrafe um 

zwei Monate.  

 

-   24   - 

6. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. d BetmG (Aufbewahren von Kokain, Marihuana, Haschisch, 

Ecstasy, Methamphetamin) 

6.1. Das Aufbewahren von Kokain (38.5 Gramm reines Cocain-Hydrochlorid), 

Marihuana (947.1 Gramm) und Haschisch (33.4 Gramm) gelangt im Verhältnis 

zum Verkauf nur subsidiär zur Anwendung (E. III.1.4.4.4. vorstehend). Der 

Unrechtsgehalt der entsprechenden Tathandlungen ist vom Verkauf erfasst und 

führt deshalb entgegen der Vorinstanz nicht zu einer Asperation der Einsatzstrafe. 

6.2. Das Aufbewahren von Ecstasy (364 Pillen) ist vom Verkauf in geringen 

Mengen nicht abgegolten, ebenso wenig der Besitz einer geringen Menge 

Metamphetamin (0.07 Gramm). Die Menge Ecstasy ist nicht unerheblich und war 

– selbst wenn ein Verkauf in den Jahren 2015 - 2018 nur im marginalen Umfang 

und im Jahre 2019 überhaupt nicht erfolgte – zumindest überwiegend für Dritte 

bestimmt (Urk. D1 13 S. 3). Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz und 

aus rein finanziellen Motiven. Bei einer Gesamtbetrachtung ist das Gesamt-

verschulden (bei einem Strafrahmen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe) als sehr leicht einzustufen und die Einzelstrafe gedanklich auf vier 

Monate festzusetzen. Sie führt unter Berücksichtigung des bereits erwähnten 

zeitlich, sachlich und situativ engen Zusammenhangs zu einer Asperation der 

Einsatzstrafe um zwei Monate. 

7. Täterkomponente und Zwischenfazit 

7.1.  

7.1.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 61 

S. 26 ff.). Aktualisierend führt die Verteidigung aus, dass sich der Beschuldigte 

seit November 2019 bei Dr. med. B._____ in einer ambulanten Behandlung be-

finde. Er absolviere eine Gesprächstherapie, um inskünftig ein deliktsfreies Le-

ben führen zu können. Der Beschuldigte zeige eine sehr gute Mitarbeit und 

nehme alle Termine regelmässig wahr. Zu berücksichtigen sei weiter dessen 

-   25   - 

Wohlverhalten seit August 2019 respektive seit fast zwei Jahren (Urk. 83 

S. 11). 

7.1.2. Den schwierigen Lebensverhältnissen ist leicht strafmindernd Rechnung 

zu tragen (vgl. BGE 117 IV 7 E. 3a/bb S. 9). 

7.1.3. Die Verteidigung hält fest, die Kinder des Beschuldigten seien nach wie 

vor auf dessen Unterstützung angewiesen (Urk. 83 S. 10). Soweit damit eine 

besondere Strafempfindlichkeit geltend gemacht wird, kann der Verteidigung 

nicht gefolgt werden. Die Kinder haben die Jahrgänge 1994, 1997, 1999 und 

2000 (Urk. 47 S. 2). Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass jedes 

Strafverfahren neben dem Schuldspruch und der Sanktion zusätzliche Belastun-

gen mit sich bringt. Einschränkungen im sozialen und beruflichen Umfeld sind 

eine gesetzmässige Folge jeder freiheitsbeschränkenden Sanktion (Urteil 

6B_301/2019 vom 17. September 2019 E. 1.4.1 mit Hinweisen). Aussergewöhn-

liche Umstände, die das durchschnittliche Mass übersteigen, sind beim Beschul-

digten nicht gegeben (vgl. zur Strafempfindlichkeit von Tätern als Eltern kleiner 

Kinder: Urteile 6B_364/2014 vom 30. Juni 2014 E. 2.4; 6B_243/2016 vom 

8. September 2016 E. 3.4.2; 6B_681/2013 vom 26. Mai 2014 E. 1.3.4). 

7.1.4. Straferhöhend zu berücksichtigen ist die einschlägige Vorstrafe. Der Be-

schuldigte wurde am 5. Januar 2015 wegen Vergehens gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG und mehrfacher Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a BetmG zu einer Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt (Urk. 62). 

Diese Vorstrafe liess den Beschuldigten unbeeindruckt, nachdem er die hier zu 

beurteilenden Taten teilweise unmittelbar im Anschluss daran beging. Zudem 

delinquierte er während laufender Strafuntersuchung (Transport von Kokain). 

Der einschlägigen Vorstrafe sowie der Delinquenz während laufenden Ver-

fahrens ist deutlich straferhöhend Rechnung zu tragen. Die Vorstrafe vom 

23. Februar 2011 ist indes inzwischen aus dem Strafregister gelöscht worden, 

weshalb sie nicht mehr berücksichtigt werden darf (Art. 369 Abs. 3 und Abs. 6 

lit. a StGB; Schlussbestimmungen der Änderung vom 13. Dezember 2002 

Ziff. 3 Abs. 1 [AS 2006 3459; BBl 1999 1979]). Die jüngste Vorstrafe datiert vom 

-   26   - 

30. Dezember 2020. Der Beschuldigte wurde wegen Führens eines Motor-

fahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis und wegen Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a BetmG zu einer Geldstrafe von 

60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt (Urk. 62). 

7.1.5. Die Voraussetzungen einer Strafmilderung gestützt auf Art. 48 lit. e StGB 

liegen zweifelsohne nicht vor. Verlangt der Beschuldigte eine Strafminderung 

aufgrund seines Wohlverhaltens (Urk. 83 S. 11), kann ihm nicht gefolgt werden. 

Ein Wohlverhalten seit der Tat wird gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

allgemein vorausgesetzt (Urteil 6B_291/2017 vom 16. Januar 2018 E. 2.2.4). 

Zudem kann von einem Wohlverhalten mit Blick auf die jüngste Verurteilung vom 

30. Dezember 2020 keine Rede sein.  

7.1.6. Mit der Vorinstanz ist das Geständnis des Beschuldigten, das die Straf-

untersuchung wesentlich erleichterte, deutlich strafmindernd zu berücksichti-

gen.  

7.1.7. Soweit der Beschuldigte seine Therapiebereitschaft und die regelmässi-

ge Einhaltung entsprechender Termine unterstreicht, spricht er Selbstverständ-

lichkeiten an. Die blosse Einhaltung entsprechender Weisungen während der 

Probezeit wird erwartet (vgl. Art. 46 Abs. 4 StGB). 

7.2. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanten Kriterien 

erscheint grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von rund 33 Monaten angemessen.  

8. Mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

Der Beschuldigte konsumierte ab 16. Juni 2017 bis zum 11. August 2019 

Marihuana, Kokain und Ecstasy, wobei er im Mai 2018 und April 2019 Betäu-

bungsmittel in geringen Mengen zwecks Eigenkonsum aufbewahrte respektive 

auf sich trug (vgl. Anklage Ziffer 1.c). Die dafür vorinstanzlich festgesetzte Busse 

von Fr. 200.-- blieb unangefochten.  

-   27   - 

9. Fazit 

Insgesamt erscheint eine Freiheitsstrafe von 33 Monaten als angemessen. 

Unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 

Abs. 2 StPO ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten und 

einer (rechtskräftigen) Busse von Fr. 200.-- zu bestrafen. Die erstandene Haft 

von fünf Tagen ist anzurechnen (Art. 51 StGB). 

V. Vollzug 

1. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für den bedingten Vollzug nach 

Art. 42 Abs. 1 StGB genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose, das heisst 

die Abwesenheit der Befürchtung, der Täter werde sich nicht bewähren (BGE 134 

IV 1 E. 4.2.2 S. 5 f.). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist 

anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen 

(vgl. dazu im Einzelnen: BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5 mit Hinweisen). 

Nach Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von 

mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn 

dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen. Für die Festsetzung des aufzuschiebenden und des zu vollziehenden 

Strafteils gemäss Art. 43 StGB gelten die gleichen Massstäbe. Als Bemessungs-

regel ist das Ausmass des Verschuldens zu beachten, dem in genügender Weise 

Rechnung zu tragen ist. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass 

darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und des-

sen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger 

die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss der 

auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingte Strafteil darf das unter 

Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten 

(BGE 134 IV 1 E. 5.6 S. 15). 

-   28   - 

Die teilbedingte Strafe ist als Mittellösung zwischen dem vollständigen Aufschub 

der Strafe und deren Vollzug eingeführt worden. Grundvoraussetzung für eine 

teilbedingte Strafe gemäss Art. 43 StGB ist wie bei Art. 42 StGB, dass die 

Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt. Der Hauptanwendungsbereich 

der teilbedingten Strafe liegt bei Freiheitsstrafen zwischen zwei und drei Jahren. 

Fällt die Legalprognose nicht negativ aus, tritt der teilbedingte Freiheitsentzug an 

die Stelle des in diesem Bereich nicht mehr möglichen vollbedingten Strafvoll-

zuges. Im überschneidenden Anwendungsbereich von Art. 42 und Art. 43 StGB 

zwischen einem und zwei Jahren Freiheitsstrafe ist hingegen der (vollständige) 

Strafaufschub die Regel. Der teilbedingte Vollzug kommt nur (subsidiär) zur 

Anwendung, wenn der Aufschub wenigstens eines Teils der Strafe aus spezial-

präventiver Sicht erfordert, dass der andere Strafteil unbedingt ausgesprochen 

wird. Ergeben sich – insbesondere aufgrund früherer Verurteilungen – ganz er-

hebliche Bedenken an der Legalbewährung des Täters, ermöglicht der Teilvollzug 

für die Zukunft eine bessere Prognose. Das Gericht kann mit Hilfe der teilbeding-

ten Strafe im Bereich höchst ungewisser Prognosen dem Dilemma "Alles oder 

Nichts" entgehen. Erforderlich ist aber stets, dass der teilweise Strafvollzug einer-

seits eine günstige Legalprognose erlaubt und anderseits für die Erhöhung der 

Bewährungsaussichten unumgänglich erscheint. Besteht hingegen keinerlei Aus-

sicht, dass der Täter sich durch den – ganz oder teilweise – gewährten Strafauf-

schub im Hinblick auf sein zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, 

ist die Strafe in voller Länge zu vollziehen (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1 S. 280 f. mit 

Hinweisen). 

2. Die auszufällende Freiheitsstrafe von 28 Monaten bewegt sich im 

Hauptanwendungsbereich der teilbedingten Strafe. Vom teilbedingten Vollzug 

ist bereits aufgrund des Verschlechterungsverbotes von Art. 391 Abs. 2 StPO 

nicht abzuweichen. Gleiches gilt, soweit die Vorinstanz den unbedingt vollzieh-

baren Teil auf das gesetzliche Mindestmass von sechs Monaten festsetzt. Damit 

ist der unbedingt vollziehbare Teil der Freiheitsstrafe auf 6 Monate und der 

aufgeschobene Teil auf 22 Monate festzulegen. 

-   29   - 

Mit Blick auf die einschlägige Vorstrafe vom 5. Januar 2015 und die daran 

anknüpfende langjährige Delinquenz (teilweise während laufender Strafunter-

suchung und trotz verbüsster Untersuchungshaft) verbleiben Zweifel an der 

Bewährung. Diesen ist mit einer Probezeit von vier Jahren zu begegnen.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren 

Das erstinstanzliche Kostendispositiv ist wie ausgeführt in Rechtskraft erwachsen 

(Urteils-Dispositivziffern 11 - 13).  

2. Kostenfolgen im Berufungsverfahren 

2.1. Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung 

des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob 

eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, 

hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. 

Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, 

in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 

2014, N. 6 zu Art. 428 StPO). 

2.2. Der Beschuldigte richtete sich mit seiner Berufung gegen den Schuld-

spruch der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz und beantragte eine tiefere Freiheitsstrafe. Er unterliegt mit 

seinen Anträgen vollumfänglich. Daran ändert nichts, dass im Unterschied zur 

Vorinstanz die qualifizierte Widerhandlung einfach und nicht mehrfach vorliegt, 

nachdem der angeklagte Sachverhalt in diesem Zusammenhang nicht in einem 

Freispruch mündet. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, 

aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für 

das Berufungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine allfällige 

Rückerstattungspflicht bleibt vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

-   30   - 

2.3. Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, macht einen 

Aufwand von 16.02 Stunden sowie Barauslagen von total Fr. 35.-- geltend, was 

einer Gesamtforderung von Fr. 3'833.45 (inkl. MwSt.) entspricht. Darin sind 

Abschlussarbeiten von 0.75 Stunden bereits enthalten. Der geltend gemachte 

Aufwand ist ausgewiesen und zu entschädigen. Die Entschädigung für die 

amtliche Verteidigung des Beschuldigten ist somit auf Fr. 3'833.45, inklusive 

Barauslagen und MwSt., festzusetzen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil und der Beschluss des Bezirksgerichts 

Affoltern vom 16. Juni 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen sind:  

"Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird betreffend den Vorwurf der Widerhandlung gegen das BetmG im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeitraum von 1. Oktober 2016 bis am 

15. Juni 2017 (Anklageziffer 1. lit. c) eingestellt. 

2. (Mitteilungen.) 

Es wird erkannt: 

1. Der beschuldigte A._____ ist schuldig 

- (…) 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG, 

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit (…) einer Busse von Fr. 200.–. 

3. (…) 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

-   31   - 

5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, die bei 

Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ... [Adresse], ge-

führte Psychotherapie so lange weiterzuführen, als dies Dr. med. B._____ für not-

wendig erachtet. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 

beschlagnahmten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 

6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszu-

geben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen: 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung' [A000'028'977; SH Kripo-Lager Nr. 2023], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'LG' schwarz [A012'559'727], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Sony Xperia' schwarz [A012'559'794], 

♦ 1 'iPad A1432' weiss/silber [A012'559'818], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung DuoS' [A012'559'976], 

♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Apple iPhone A 1387' [A012'559'998]. 

7. Folgende ebenso sichergestellten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes 

Verlangen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lager-

behörde herauszugeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese 

Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

♦  3 Grow-Zelte mit Gestänge [A000'028'944; Schaffhauser Polizei B00130-2018, 
Lager-Nr 18/125], 

♦  1 Kiste mit Filtermaterial und Pumpen [A000'028'955; Schaffhauser Polizei 
B00130-2018, Lager-Nr 18/125], 

♦  3 Lampen komplett mit Leuchtmittel (zwei mit separaten Vorschaltgeräten, eine 
mit eingebautem Vorschaltgerät) [A000'028'966; Schaffhauser Polizei B00130-
2018, Lager-Nr 18/125], 

♦  Lüftungsrohre zu Grow-Anlage [A000'028'988; Schaffhauser Polizei B00130-
2018, Lager-Nr 18/125]. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach 

Rechtskraft dieses Entscheids definitiv beschlagnahmt und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

♦  2 Notizzettel [A012'559'465], 

♦  Taxkarte/SIM-Karte [A012'559'498]. 

9. Folgende weiteren unter den Lagernummern sichergestellten Betäubungsmittel und 

Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

-   32   - 

♦ B01833-2018 (6.3 g Kokain etc.), 

♦ B00130-2018 (460.2 g Marihuana etc.; Schaffhauser Polizei, Lager-Nr 18/125), 

♦ B01303-2019 (23.5 g Marihuana etc.) 

♦ B02396-2019 (9.1 g Kokain etc.). 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 ins-

gesamt beschlagnahmten Fr. 1'462.65 (Fr. 850.–, EUR 65.– [Fr. 72.65], Fr. 540.–) 

werden im Umfang von Fr. 172.65 nach Rechtskraft dieses Entscheids zugunsten der 

Staatskasse eingezogen. Der Restbetrag von Fr. 1'290.– wird nach Rechtskraft 

dieses Entscheids zur Deckung der Verfahrenskosten definitiv beschlagnahmt. 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr.  13'123.50   Kosten amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.). 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber im 

Fr. 1'290.– übersteigenden Umfang abgeschrieben. 

13. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für 

seine Bemühungen mit insgesamt Fr. 13'123.50 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. 

Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt 

eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

14. (Mitteilungen.) 

15. (Rechtsmittel.)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der qualifizierten Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 5 Tage 

durch Haft erstanden sind.  

-   33   - 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'833.45   amtliche Verteidigung. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

6. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an  

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste  
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, 

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit den Formularen "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   34   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 5. Juli 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie 

vorerst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 5. Juli 2021
	Anklage:
	Beschluss und Urteil der Vorinstanz: (Urk. 61 S. 35 ff.)
	"Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird betreffend den Vorwurf der Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeitraum von 1. Oktober 2016 bis am 15. Juni 2017 (Anklageziffer 1. lit. c) eingestellt.
	2. (Mitteilungen.)
	Es wird erkannt:
	1. Der beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG,
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG,
	- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 5 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 200.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 5 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind, wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ...
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, die bei Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ... [Adresse], geführte Psychotherapie so lange weiterzuführen, als dies Dr. med. B._____ für notwendig...
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlagnahmten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszugeben. Nach un...
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung' [A000'028'977; SH Kripo-Lager Nr. 2023],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'LG' schwarz [A012'559'727],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Sony Xperia' schwarz [A012'559'794],
	♦ 1 'iPad A1432' weiss/silber [A012'559'818],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung DuoS' [A012'559'976],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Apple iPhone A 1387' [A012'559'998].
	7. Folgende ebenso sichergestellten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszugeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der La...
	♦  3 Grow-Zelte mit Gestänge [A000'028'944; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  1 Kiste mit Filtermaterial und Pumpen [A000'028'955; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  3 Lampen komplett mit Leuchtmittel (zwei mit separaten Vorschaltgeräten, eine mit eingebautem Vorschaltgerät) [A000'028'966; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  Lüftungsrohre zu Grow-Anlage [A000'028'988; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125].
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids definitiv beschlagnahmt und der Lagerbehörde zur Vernichtung üb...
	♦  2 Notizzettel [A012'559'465],
	♦  Taxkarte/SIM-Karte [A012'559'498].
	9. Folgende weiteren unter den Lagernummern sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	♦ B01833-2018 (6.3 g Kokain etc.),
	♦ B00130-2018 (460.2 g Marihuana etc.; Schaffhauser Polizei, Lager-Nr 18/125),
	♦ B01303-2019 (23.5 g Marihuana etc.)
	♦ B02396-2019 (9.1 g Kokain etc.).
	10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 insgesamt beschlagnahmten Fr. 1'462.65 (Fr. 850.–, EUR 65.– [Fr. 72.65], Fr. 540.–) werden im Umfang von Fr. 172.65 nach Rechtskraft dieses Entscheids zugunsten der Sta...
	11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber im Fr. 1'290.– übersteigenden Umfang abgeschrieben.
	13. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine Bemühungen mit insgesamt Fr. 13'123.50 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt ...
	14. (Mitteilungen.)
	15. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge: (Prot. S. 6 f.)
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

	1. Prozessgeschichte
	1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 16. Juni 2020 wurde den Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 13 ff.). Der Beschuldigte meldete mit Schreiben vom 18. Juni 2020 innert Frist Berufung an (Urk. 53).
	1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 58 - 60) reichte der Beschuldigte am 14. Dezember 2020 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 63). Mit Präsidialverfügung vom 16. Dezember 2020 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art...
	1.3. Am 29. Dezember 2020 wurde auf den 25. Februar 2021 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 69).
	1.4. Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 stellte die Verteidigung unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses den Antrag, die Berufungsverhandlung zu verschieben. Die behandelnde Ärztin diagnostizierte eine depressive Episode, weshalb der Beschuldigte verh...
	1.5. Am 22. Februar 2021 ordnete die Verfahrensleitung gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 lit. a StPO das schriftliche Verfahren an, da im Berufungsverfahren vorwiegend Rechtsfragen zu klären sind, sich der Beschuldigte mit der schriftlich...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der Beschuldigte wendet sich gegen den Schuldspruch der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er sei (nebst dem nicht angefochtenen Schuldspruch bezüglich der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmitt...
	2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.
	3. Prozessuales
	Verfahrensprotokolle im Sinne von Art. 77 StPO halten alle wesentlichen Verfahrenshandlungen fest. Sie geben unter anderem Auskunft über die von der Strafbehörde getroffenen Anordnungen (lit. f) und die Entscheide (lit. h). Beim vorinstanzlichen Prot...
	II.  Sachverhalt

	1.
	1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift zusammengefasst zur Last gelegt, im Zeitraum ab ca. 1. Januar 2015 bis zum 23. April 2019 an ca. 15 bis 30 Personen Kokain, Marihuana, Haschisch und Ecstasy in grossen Mengen verkauft zu haben (Kokaing...
	1.2. Der Beschuldigte anerkannte im Untersuchungsverfahren und vor Vorinstanz den Anklagevorwurf (Urk. 16 S. 6 ff.; Urk. 47 S. 12 ff.). Gleichermassen lautet das Zugeständnis der Verteidigung vor Vorinstanz (Urk. 51 S. 3) und im Berufungsverfahren (U...
	III.  Rechtliche Würdigung
	1.1. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer Betäubungsmittel unter anderem unbefugt lagert oder befördert (Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG), veräussert, verordnet, auf andere Weise einem andern verschafft oder in Verkehr...
	1.2. Die Verteidigung wendet sich gegen die Qualifikation im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Sie argumentiert im Wesentlichen, angesichts der konkreten Umstände könne nicht von einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz...
	1.3. Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liege bei einer Menge von 18 Gramm Kokain vor. Auszugehen sei von der Menge des reinen Stoffs. Wenn auch der Reinheitsgehalt hier nicht weiter bekan...
	1.4.
	1.4.1. Der Deliktszeitraum in Bezug auf den Handel etc. mit Kokain beschränkt sich entgegen der Vorinstanz auf die Jahre 2017 bis 2019. Im Übrigen sind die vorinstanzlichen Erwägungen zum qualifizierten Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG gr...
	1.4.2. Dass der Beschuldigte darüber hinaus ein Vielfaches der fraglichen Grenzmenge in den Jahren 2017 bis 2019 verkaufte, kann mit Blick auf die umgesetzte Menge von 323.5 - 333.5 Gramm nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Betreffend die Qual...
	1.4.3. Die Verteidigung wiederholt ihren bereits vor Vorinstanz vertretenen Standpunkt, ein mengenmässig schwerer Fall liege nicht vor. Der Beschuldigte habe die Betäubungsmittel ausschliesslich an Personen abgegeben, die ihm bekannt gewesen seien und...
	Bei Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG handelt es sich um eine Widerhandlung, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Der Tatbestand ist als abstraktes Gefährdungsdelikt ausgestaltet (Bernard Corboz, Les infractions en droit suisse, Vol...
	1.4.4. Zum vorinstanzlichen Schuldspruch der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG ist Folgendes zu bemerken.
	1.4.4.1. Der Grundtatbestand von Art. 19 Abs. 1 BetmG bezweckt, den gesamten Verkehr mit Betäubungsmitteln von der Einfuhr oder Herstellung an bis zum Verbrauch zu kontrollieren. Entsprechend werden von den Strafbestimmungen praktisch sämtliche Handlu...
	1.4.4.2. Es stellt sich die Frage, wie es sich mit den allgemeinen Konkurrenzregeln im Bereich der qualifizierten Tatbegehung verhält. Nach Hug-Beeli liegt eine mehrfache Widerhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG vor, wenn jemand mehrfac...
	1.4.4.3. Eine mit dem Verkauf des Kokains erfolgte mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG liegt entgegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 61 S. 1...
	1.4.4.4. Ebenso wenig liegt mit dem Verkauf und dem Aufbewahren des Kokains eine mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG vor. Der Bes...
	1.4.4.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte schuldig zu sprechen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	IV.  Strafzumessung

	1. Anträge/Anwendbares Recht/Grundsätze
	1.1. Die Vorinstanz bestraft den Beschuldigten mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten unter Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs von fünf Tagen und einer Busse von Fr. 200.--.
	Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids und damit des Strafmasses (Urk. 67).
	Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von höchstens 22 Monaten unter Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs von fünf Tagen zu bestrafen (Urk. 83 S. 2).
	1.2. Der Beschuldigte beging die Delikte teilweise vor Inkrafttreten der seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts; AS 2016 1249). Stehen mehrere Taten zur Beurteilung...
	1.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der Eins...
	Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere gleichartige Strafen li...
	Ebenso steht damit fest, dass trotz zwischenzeitlich neuer Vorstrafe vom 30. Dezember 2020 keine retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB vorliegt, da dem Beschuldigten damals eine Geldstrafe auferlegt wurde (Urk. 92). Eine Zusatzstra...

	2. Wahl Sanktionsart/Strafrahmen
	2.1.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 100 mi...
	Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101, 82 E. 7.2.2 ...
	2.1.2. Für den schweren Fall (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) steht einzig eine Freiheitsstrafe zur Diskussion. Die übrigen Delikte betreffen ebenfalls den verbotenen Umgang mit Kokain und weiteren Betäubungsmitteln. Sie stehen zum qualifizierten Kokainh...
	2.2. Das Gesetz sieht für den schweren Fall (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vor. Für die Bildung der Gesamtfreiheitsstrafe erweist sich der Verkauf des Kokains (Anklage Ziffer 1.a) als schwerste Tat im Sin...
	3. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Verkauf von Kokain)
	3.1. Bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist die Drogenmenge in der Regel ein wesentliches Strafzumessungskriterium, weil sie das Gefährdungspotential und damit das Ausmass der Rechtsgutverletzung widerspiegelt. Auch der Gesetzgeber definier...
	Massgebend ist das Verschulden, und dieses hängt wesentlich auch davon ab, in welcher Funktion der Täter am Betäubungsmittelhandel mitwirkte. So trifft den Transporteur grundsätzlich ein geringeres Verschulden als denjenigen, der diese Betäubungsmitte...
	Liegt die angelastete Betäubungsmittelmenge ein Vielfaches über dem Grenzwert für die Annahme eines schweren Falls, darf die Menge der umgesetzten Drogen unter Berücksichtigung der damit einhergehenden Gesundheitsgefährdung vieler Menschen bei der Str...
	3.2. Der Beschuldigte hat 323.5 - 333.5 Gramm Kokain verkauft. Die untersuchten Betäubungsmittel wiesen laut Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 11. Juli 2018 und Untersuchungsbericht des Kompetenzzentrums Forensik der Schaffhauser Polizei...
	3.3. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere berücksichtigt die Vorinstanz das direktvorsätzliche Vorgehen. Dieses fällt straferhöhend aus. Zudem macht die Vorinstanz in Anlehnung an Hug-Beeli (a.a.O., N. 1165 ff. zu Art. 19 BetmG) Erwägungen zum Strafmi...
	3.4. Bei einer Gesamtbetrachtung wird die objektive Tatschwere durch die Elemente der subjektiven Tatkomponente nicht relativiert. Dies führt zu einem Gesamtverschulden, welches als noch leicht zu bezeichnen ist. Damit rechtfertigt es sich, die Einsat...
	Ein Blick auf das Strafmassmodel von Fingerhuth/Schlegel/Jucker (a.a.O., N. 37 ff. zu Art. 47 StGB) zeigt, dass diese Einsatzstrafe einem Vergleich zu anderen Urteilen in der Schweiz standhält, zumal der Abzug (Geständnis [vgl. nachfolgend] und leicht...
	4. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Verkauf von Marihuana, Haschisch, Ecstasy)
	4.1. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte während mehr als vier Jahren und damit über einen längeren Zeitraum eine grosse Menge Marihuana (rund 31 - 32 kg) und Haschisch (rund 2.5 kg) verkaufte. Dabei fäl...
	4.2. Zur subjektiven Tatschwere kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden. Aufgrund des objektiv nicht mehr leichten Verschuldens, welches durch das subjektive Verschulden nicht relativiert wird, ist die Einzelstrafe gedanklich auf 15 Monate f...
	5. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG (Transport von Kokain)
	5.1. Der Beschuldigte übernahm am 10. August 2019 11 Portionen Kokain respektive insgesamt 9.1 Gramm Kokaingemisch, um die Betäubungsmittel an eine unbekannte Person weiterzugeben. Ausgehend von einem Reinheitsgrad von 70.2% (E. III.1.4.2) ergibt dies...
	5.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Hält die Vorinstanz ihm zugute, dass er sich in einer schwierigen Lebensphase zur Kurierfahrt habe hinreissen lassen (Urk. 61 S. 25), kann dies übernommen werden. Aufgrund des objektiv leichten Verschu...
	6. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Aufbewahren von Kokain, Marihuana, Haschisch, Ecstasy, Methamphetamin)
	6.1. Das Aufbewahren von Kokain (38.5 Gramm reines Cocain-Hydrochlorid), Marihuana (947.1 Gramm) und Haschisch (33.4 Gramm) gelangt im Verhältnis zum Verkauf nur subsidiär zur Anwendung (E. III.1.4.4.4. vorstehend). Der Unrechtsgehalt der entsprechend...
	6.2. Das Aufbewahren von Ecstasy (364 Pillen) ist vom Verkauf in geringen Mengen nicht abgegolten, ebenso wenig der Besitz einer geringen Menge Metamphetamin (0.07 Gramm). Die Menge Ecstasy ist nicht unerheblich und war – selbst wenn ein Verkauf in de...
	7. Täterkomponente und Zwischenfazit
	7.1.
	7.1.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 61 S. 26 ff.). Aktualisierend führt die Verteidigung aus, dass sich der Beschuldigte seit November 201...
	7.1.2. Den schwierigen Lebensverhältnissen ist leicht strafmindernd Rechnung zu tragen (vgl. BGE 117 IV 7 E. 3a/bb S. 9).
	7.1.3. Die Verteidigung hält fest, die Kinder des Beschuldigten seien nach wie vor auf dessen Unterstützung angewiesen (Urk. 83 S. 10). Soweit damit eine besondere Strafempfindlichkeit geltend gemacht wird, kann der Verteidigung nicht gefolgt werden. ...
	7.1.4. Straferhöhend zu berücksichtigen ist die einschlägige Vorstrafe. Der Beschuldigte wurde am 5. Januar 2015 wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes...
	7.1.5. Die Voraussetzungen einer Strafmilderung gestützt auf Art. 48 lit. e StGB liegen zweifelsohne nicht vor. Verlangt der Beschuldigte eine Strafminderung aufgrund seines Wohlverhaltens (Urk. 83 S. 11), kann ihm nicht gefolgt werden. Ein Wohlverhal...
	7.1.6. Mit der Vorinstanz ist das Geständnis des Beschuldigten, das die Strafuntersuchung wesentlich erleichterte, deutlich strafmindernd zu berücksichtigen.
	7.1.7. Soweit der Beschuldigte seine Therapiebereitschaft und die regelmässige Einhaltung entsprechender Termine unterstreicht, spricht er Selbstverständlichkeiten an. Die blosse Einhaltung entsprechender Weisungen während der Probezeit wird erwartet ...
	7.2. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanten Kriterien erscheint grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von rund 33 Monaten angemessen.
	8. Mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG
	Der Beschuldigte konsumierte ab 16. Juni 2017 bis zum 11. August 2019 Marihuana, Kokain und Ecstasy, wobei er im Mai 2018 und April 2019 Betäubungsmittel in geringen Mengen zwecks Eigenkonsum aufbewahrte respektive auf sich trug (vgl. Anklage Ziffer 1...
	9. Fazit
	Insgesamt erscheint eine Freiheitsstrafe von 33 Monaten als angemessen. Unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten und einer (rechtskräftigen) Bus...
	V.  Vollzug
	VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren
	2. Kostenfolgen im Berufungsverfahren
	2.1. Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegen...
	2.2. Der Beschuldigte richtete sich mit seiner Berufung gegen den Schuldspruch der mehrfachen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und beantragte eine tiefere Freiheitsstrafe. Er unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich...
	2.3. Die amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, macht einen Aufwand von 16.02 Stunden sowie Barauslagen von total Fr. 35.-- geltend, was einer Gesamtforderung von Fr. 3'833.45 (inkl. MwSt.) entspricht. Darin sind Abschlussarbeiten von ...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil und der Beschluss des Bezirksgerichts Affoltern vom 16. Juni 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen sind:
	"Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird betreffend den Vorwurf der Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeitraum von 1. Oktober 2016 bis am 15. Juni 2017 (Anklageziffer 1. lit. c) eingestellt.
	2. (Mitteilungen.)
	Es wird erkannt:
	1. Der beschuldigte A._____ ist schuldig
	- (…)
	- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG,
	- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit (…) einer Busse von Fr. 200.–.
	3. (…)
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, die bei Dr. med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ... [Adresse], geführte Psychotherapie so lange weiterzuführen, als dies Dr. med. B._____ für notwendig...
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlagnahmten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszugeben. Nach u...
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung' [A000'028'977; SH Kripo-Lager Nr. 2023],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'LG' schwarz [A012'559'727],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Sony Xperia' schwarz [A012'559'794],
	♦ 1 'iPad A1432' weiss/silber [A012'559'818],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Samsung DuoS' [A012'559'976],
	♦ 1 Mobiltelefon Marke 'Apple iPhone A 1387' [A012'559'998].
	7. Folgende ebenso sichergestellten Gegenstände sind dem Beschuldigten auf erstes Verlangen innert 6 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die Lagerbehörde herauszugeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der La...
	♦  3 Grow-Zelte mit Gestänge [A000'028'944; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  1 Kiste mit Filtermaterial und Pumpen [A000'028'955; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  3 Lampen komplett mit Leuchtmittel (zwei mit separaten Vorschaltgeräten, eine mit eingebautem Vorschaltgerät) [A000'028'966; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125],
	♦  Lüftungsrohre zu Grow-Anlage [A000'028'988; Schaffhauser Polizei B00130-2018, Lager-Nr 18/125].
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids definitiv beschlagnahmt und der Lagerbehörde zur Vernichtung üb...
	♦  2 Notizzettel [A012'559'465],
	♦  Taxkarte/SIM-Karte [A012'559'498].
	9. Folgende weiteren unter den Lagernummern sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden nach Rechtskraft dieses Entscheids eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	♦ B01833-2018 (6.3 g Kokain etc.),
	♦ B00130-2018 (460.2 g Marihuana etc.; Schaffhauser Polizei, Lager-Nr 18/125),
	♦ B01303-2019 (23.5 g Marihuana etc.)
	♦ B02396-2019 (9.1 g Kokain etc.).
	10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. Oktober 2019 insgesamt beschlagnahmten Fr. 1'462.65 (Fr. 850.–, EUR 65.– [Fr. 72.65], Fr. 540.–) werden im Umfang von Fr. 172.65 nach Rechtskraft dieses Entscheids zugunsten der Sta...
	11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber im Fr. 1'290.– übersteigenden Umfang abgeschrieben.
	13. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, wird für seine Bemühungen mit insgesamt Fr. 13'123.50 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Diese Kosten werden einstweilen auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt ...
	14. (Mitteilungen.)
	15. (Rechtsmittel.)"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 5 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschul...
	6. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit den Formularen "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.