# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a695551-49b4-59d6-8a30-8abbb4d2f334
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2008 E-2438/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2438-2008_2008-09-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2438/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Regula Schenker Senn als Einzelrichterin,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang,
Gerichtsschreiber Urs Wüthrich.

A._______, geboren _______,
Irak,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aufhebung der vorläufigen Aufnahme; Verfügung des 
BFM vom 17. März 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2438/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Vorinstanz ein erstes Asylgesuch des Beschwerdeführers – 
ein irakischer Kurde aus B._______, Provinz Dohuk – mit  Verfügung 
vom 24. September  2004  abwies  und  die  Wegweisung  sowie  deren 
Vollzug anordnete,

dass  eine  dagegen  eingereichte  Beschwerde  zufolge  unbekannten 
Aufenthalts  des  Beschwerdeführers  von der  ehemaligen  Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  (ARK)  mit  Beschluss  vom 2. Mai  2005 
als gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde,

dass der Beschwerdeführer am 30. Dezember 2005 ein zweites Asyl-
gesuch einreichte, auf welches mit Verfügung der Vorinstanz vom 30. 
Januar 2006, welche unangefochten in Rechtskraft erwuchs, gestützt 
auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht eingetreten wurde,

dass die Vorinstanz in dieser Verfügung gleichzeitig die Wegweisung 
angeordnet,  den  Beschwerdeführer  jedoch  zufolge  Unzumutbarkeit 
des Vollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenommen hatte,

dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  1.  Oktober  2007  dem  Be-
schwerdeführer mitteilte, es werde die Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme erwogen, da in den drei von der kurdischen Regionalregierung 
kontrollierten nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymanyia 
keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrsche  und  der  Wegweisungs-
vollzug daher grundsätzlich zumutbar sei,

dass dies auch für den Beschwerdeführer gelte, welcher gemäss eige-
nen Angaben aus dem Dorf C._______, in der Provinz Dohuk stamme, 
von ungefähr  1996 bis  zu  seiner  Ausreise Ende 2003 in  B._______ 
gelebt  habe,  seine  Mutter  sowie  Geschwister  ebenfalls  dort  leben 
würden und er mithin über ein gutes Beziehungsnetz verfügen würde,

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer Frist ansetzte für die Ein-
reichung einer Stellungnahme, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Oktober 2007 bean-
tragte, die vorläufige Aufnahme sei nicht aufzuheben,

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dass  das  BFM die  vorläufige  Aufnahme des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung vom 17. März 2008 aufhob mit der Begründung, der Weg-
weisungsvollzug erweise sich als zulässig, zumutbar und möglich,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung mit  Eingabe vom 
15. April  2008 Beschwerde eingereicht und beantragt hat,  die Verfü-
gung sei aufzuheben und auf die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 
sei zu verzichten, wobei die Sache eventualiter zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen sei,

dass der  Beschwerdeführer  in  prozessualer  Hinsicht  um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021]),  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses sowie Einräumung einer Frist zur Beibringung von Beweis-
mitteln ersucht hat,

dass mit  Instruktionsverfügung vom 22. April  2008 das Begehren um 
unentgeltliche  Prozessführung  zufolge  Aussichtslosigkeit  der  Be-
schwerde und das Begehren um Gewährung einer Frist  zur  Beibrin-
gung  von  Beweismitteln  abgewiesen  wurden,  letzteres  da  der  Be-
schwerdeführer  genügend Zeit  gehabt  habe für  die Beibringung von 
Beweismitteln und er zudem nicht konkretisiere, welche Beweismittel 
er beizubringen beabsichtige,

dass entsprechend ein Kostenvorschuss von Fr. 600.-- erhoben wurde, 
welchen der Beschwerdeführer fristgerecht leistete,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-

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se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass das BFM die vorläufige Aufnahme aufhebt und den Vollzug der 
Wegweisung anordnet,  wenn die Voraussetzungen für  die Aufnahme 
nicht  mehr  gegeben sind (Art. 84  des  Bundesgesetzes  vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]),

dass die Voraussetzungen für die vorläufige Aufnahme nicht mehr ge-
geben sind, wenn der Vollzug der rechtskräftig angeordneten Wegwei-
sung zulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG) und es der ausländischen Person 
möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4  AuG) ist, 
sich rechtmässig in ihren Heimat-, in den Herkunftsstaat oder in einen 
Drittstaat zu begeben,

dass der Vollzug nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grunde nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in welchem 

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sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-
den (Art. 5  Abs. 1  AsylG; vgl. ebenso Art. 33  des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  gemäss  Art.  25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  niemand der  Folter  sowie  einer  unmenschlichen 
oder erniedrigenden Strafe oder Behandlung unterworfen werden darf,

dass  Vollzug  der  Wegweisung  für  einen  Ausländer  unzumutbar  sein 
kann, wenn er im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-
nen wie Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner Gewalt  oder einer  medizini-
schen Notlage konkret gefährdet ist (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass im Falle der Feststellung einer konkreten Gefährdung unter Vor-
behalt von Art. 83 Abs. 7 AuG die vorläufige Aufnahme zu gewähren 
ist  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818),

dass die Vorinstanz die angefochtene Verfügung vom 17. März 2008 
damit begründet hat,  vorläufige Aufnahme sei aufzuheben, wenn der 
Vollzug der Wegweisung zulässig und es dem Ausländer möglich und 
zumutbar sei, sich rechtmässig in einen Drittstaat, seinen Heimatstaat 
oder jenes Land zu begeben, in welchem er zuletzt gewohnt habe,

dass diese Bedingungen für die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 
im Falle des Beschwerdeführers erfüllt seien,

dass nämlich rechtskräftig festgestellt worden sei, der Beschwerdefüh-
rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  da ein erstes Asylgesuch 
rechtskräftig  abgewiesen und auf  ein zweites mit  unangefochten ge-
bliebener Verfügung nicht eingetreten worden sei,

dass der Vollzug der Wegweisung somit das in Art. 5 AsylG und Art. 33 
FK verankerte Refoulement-Verbot nicht verletzen würde, setzten die-
se Bestimmungen doch die Erfüllung der in Art. 3 AsylG und Art. 1 Ab-
schnitt A FK umschriebenen Flüchtlingseigenschaft voraus,

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dass  dem  Vollzug  auch  keine  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  der 
Schweiz wie insbesondere Art. 3 EMRK und 3 FoK entgegenstehen 
würden,  da der Beschwerdeführer eine Verfolgung nicht  habe glaub-
haft machen können, 

dass sich der Vollzug vor dem Hintergrund der allgemeinen Menschen-
rechtssituation in  der Provinz Dohuk,  der Schutzfähigkeit  der staatli-
chen Machtträger und dem Persönlichkeitsprofil  des Beschwerdefüh-
rers als zulässig erweise,

dass sich der Vollzug zudem als zumutbar erweise, da in den drei von 
der kurdischen Regionalregierung kontrollierten Provinzen Dohuk, Er-
bil  und  Sulaymanyia,  entgegen  der  in  der  Stellungnahme  des  Be-
schwerdeführers vom 20. Oktober 2007 geäusserten Annahme, keine 
Situation allgemeiner Gewalt herrsche,

dass überdies keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzuges sprechen würden,

dass sich auch aus der türkischen Militärpräsenz an der Grenze zum 
Nordirak  keine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  ergebe,  da  der 
Truppenaufmarsch  eine  Bekämpfung  der  Aktivitäten  der  PKK,  nicht 
aber eine Intervention gegen die nordirakischen Kurden bezwecke,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen über ein Be-
ziehungsnetz in seinem Heimatland verfüge, jung sowie aktenkundig 
gesund sei und als Alleinstehender lediglich für sich selbst aufkommen 
können müsse,

dass ihm dies auch deshalb gelingen dürfte, weil er bereits vor seiner 
Ausreise im eigenen Gemüsegeschäft tätig gewesen sei und gestützt 
auf  die  erheblichen  Kosten  für  die  Ausreise  die  Annahme getroffen 
werden könne, er könne in seinem Heimatland auf entsprechende fi-
nanzielle Unterstützung zurückgreifen,

dass das Rückkehrhilfeprogramm „Irak“ des BFM die Reintegration im 
Heimatland zusätzlich erleichtern dürfte,

dass Hinweise auf gute Integration in der Schweiz einerseits sowie auf 
die schlechteren Zukunftsperspektiven in der Heimat andererseits un-
beachtlich seien, was die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges be-
treffe,

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dass die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung schliesslich nicht nur 
als zulässig und zumutbar, sondern auch als möglich erachtet,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  geltend 
macht, er könne nicht in seinen Heimatstaat Irak zurück kehren, da er 
bei einer Rückkehr befürchten müsse, wegen einer Familienfehde von 
der Nachbarsfamilie getötet zu werden,

dass  wegen  dieser  Fehde  auch  seine  Familienangehörigen  (Mutter 
und  Geschwister)  B._______  hätten  verlassen  müssen  und  er 
vermute, diese hielten sich nun in Mossul bei seinem Onkel D._______ 
auf, wobei er jedoch seit etwa zwei Jahren keinen Kontakt mehr habe 
mit ihnen,

dass  er  -  mangels  Unterkunft  –  nicht  mehr  nach  B._______ 
zurückkehren könne und er, da er keinen Beruf erlernt habe, aufgrund 
der hohen Zahl der Arbeitslosen und der niedrigen Löhne dort nicht im 
Stande wäre, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren,

dass sich die in der Beschwerde vom 15. April  2008 gemachten Vor-
bringen bei näherer Überprüfung als unbegründet erweisen,

dass nämlich die vom Beschwerdeführer geäusserte Furcht vor Rache 
durch  eine benachbarte  Familie  auf  tatbeständlichen  Vorbringen  be-
ruht,  welche im ersten Asylverfahren des Beschwerdeführers als un-
glaubhaft beurteilt worden sind (Verfügung des BFM vom 24. Septem-
ber  2004,  welche  rechtskräftig  wurde  mit  dem  Abschreibungsbe-
schluss der ehemaligen ARK vom 2. Mai 2005),

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 30. Januar 2006 - gestützt auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG - auf das zweite Asylgesuch des Beschwer-
deführers nicht eingetreten ist,

dass die  Vorinstanz  dabei  zur  Begründung unter  anderem ausührte, 
die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  seiner 
Gefährdungssituation seien durchwegs vage und ausweichend ausge-
fallen (Verfügung vom 30. Januar 2006 S. 2 letzter Abschnitt),

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des vorliegenden Beschwer-
deverfahrens Beweismittel zum Bestehen der geltend gemachten Fa-
milienfehde in  Form von Gerichts-  oder  Polizeiakten in  Aussicht  ge-
stellt  hat (Beschwerdeschrift  S. 3), welche „vermutlich“ innerhalb von 

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vier Wochen in der Schweiz eintreffen würden, diese jedoch bis zum 
heutigen Datum nicht eingereicht wurden,

dass die Erwägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung vom 
17. März 2007 zur allgemeinen Lage in den drei nordirakischen Provin-
zen  (Fehlen  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt)  und  die  daraus  im 
Hinblick auf  die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges gezogenen 
Schlussfolgerungen im Wesentlichen übereinstimmen mit den entspre-
chenden Erwägungen der Grundsatzurteile des Bundesverwaltungsge-
richtes vom 22. Januar 2008 (BVGE 2008/4) und vom 14. März 2008 
(BVGE 2008/5),

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  in  den  beiden  erwähnten 
Grundsatzurteilen ausführlich mit der Sicherheitslage im Nordirak be-
fasst  hat  und  gemäss  der  weiterhin  gültigen  Einschätzung  im  Urteil 
vom 14. März 2008 (BVGE 2008/5) innerhalb des von der kurdischen 
Regionalregierung (Kurdistan Regional Government [KRG]) kontrollier-
ten Gebietes keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht,

dass  gemäss  diesem  letztgenannten  Grundsatzurteil  die  Anordnung 
des Wegweisungsvollzuges in der Regel zumutbar ist für alleinstehen-
de, gesunde und junge Männer, die ursprünglich aus der Region stam-
men und dort  nach wie vor über ein soziales Netz oder Parteibezie-
hungen verfügen,

dass diese Bedingungen im Falle des Beschwerdeführers erfüllt  sind 
und für die Begründung im Wesentlichen auf  die Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung vom 17. März 2008 verwiesen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  hinsichtlich  der  Aufhe-
bung der vorläufigen Aufnahme gewährten rechtlichen Gehörs sowie 
auf  Beschwerdeebene  geltend  gemacht  hat,  seine  Mutter  und  Ge-
schwister  hätten  B._______  aufgrund  der  Familienfehde  ebenfalls 
verlassen müssen,

dass  sie  sich  vermutlich  in  Mossul  bei  seinem  Onkel  D._______ 
aufhalten würden, wobei er seit ungefähr zwei Jahren keinen Kontakt 
mehr mit ihnen habe, 

dass dieses Vorbringen jedoch lediglich behauptet und in keiner Weise 
belegt ist und überdies nicht nachvollziehbar ist, weshalb seine Familie 
aufgrund von Ereignissen, welche sich angeblich im Jahre 2000 oder 

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2001 zugetragen haben und als unglaubhaft erkannt worden sind, Do-
huk im Jahre 2006 verlassen haben soll,

dass  es überdies  lebensfremd anmutet,  der  Beschwerdeführer  habe 
vor zwei Jahren den Kontakt mit seinen Familienangehörigen verloren 
und seither nicht wieder herstellen können, zumal der Beschwerdefüh-
rer den Onkel und die Stadt, in welcher diese sich angeblich aufhalten 
sollen, anzugeben vermochte,

dass vielmehr - wie bereits ausgeführt in der Verfügung des Bundes-
verwaltungsgerichts  vom 22. April  2008 -  davon auszugehen ist,  der 
Beschwerdeführer  habe,  wie in  der  Kurzbefragung im Empfangszen-
trum vom 6. Januar 2006 dargelegt, ein Beziehungsnetz in der Provinz 
Dohuk,

dass  selbst  unter  Berücksichtigung  der  schwierigen  wirtschaftlichen 
Verhältnisse aufgrund der Berufserfahrung des Beschwerdeführers als 
Schafhirt und Besitzer eines eigenen Gemüseladens nicht davon aus-
zugehen ist, er würde bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende 
Situation geraten und er überdies die Möglichkeit  hat,  bei  der Vorin-
stanz Rückkehrhilfe zu beantragen,

dass der  Beschwerdeführer  zudem jung,  gemäss Akten gesund und 
ohne familiäre Verpflichtungen ist,

dass sich demzufolge eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seine 
nordirakische Heimat auch als zumutbar erweist,

dass  nach  dem Gesagten  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme 
und die  Anordnung  des  Vollzuges der  Wegweisung  durch  die  vorin-
stanzliche Verfügung vom 17. März 2008 zu bestätigen ist,

dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und an-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerde-
führer aufzuerlegen und mit dem am 30. April  2008 in gleicher Höhe 

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geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen  sind  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- [kantonales Amt] (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs Wüthrich

Versand:

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