# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b569af95-eeca-5c66-8fdb-7b157f5db8fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.04.2016 100 2015 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-20_2016-04-19.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 6. Juni 2016 abgewiesen 
(BGer 2C_457/2016 und 2C_458/2016).

100.2015.20/21U
HAT/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 19. April 2016

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Büchi

A.________
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuern 
2004 und 2005; Steuerbussen (Entscheide der Steuerrekurskommission 
des Kantons Bern vom 16. Dezember 2014; 100 12 84, 100 12 85, 
200 12 77, 200 12 78)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.04.2016, Nrn. 100.2015.20/21U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 28. April 2011 eröffnete die Steuerverwaltung des Kantons Bern ein 
Nach- und Strafsteuerverfahren gegen A.________, weil ihm gemäss Mel-
dung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) die B.________ AG 
verdeckte Gewinnausschüttungen habe zukommen lassen. Am 3. Oktober 
2011 erliess die Steuerverwaltung für die Kantons- und Gemeindesteuern 
sowie die direkte Bundessteuer Nachsteuer- und Bussenverfügungen, wo-
bei sie die von A.________ hiergegen erhobenen Einsprachen teilweise 
guthiess. Sie verpflichtete diesen mit Einspracheentscheiden vom 27. Ja-
nuar 2012, für die Jahre 2004 und 2005 Fr. 4'210.70 bei den Kantons- und 
Gemeindesteuern sowie Fr. 1'963.-- bei der direkten Bundessteuer nach-
zuzahlen, und auferlegte ihm wegen vollendeter Steuerhinterziehung Steu-
erbussen von Fr. 2'105.35 (Kantons- und Gemeindesteuern) sowie 
Fr. 981.50 (direkte Bundessteuer).

B.

Am 27. Februar 2012 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an 
die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Nachdem diese 
offenbar die Nachsteuerverfahren zuvor abgetrennt hatte, wies sie die ge-
gen die Steuerbussen gerichteten Rechtsmittel am 16. Dezember 2014 ab.

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 14. Januar 2015 hat A.________ 
bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten 
Bundessteuer 2004 und 2005 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er 
stellt (sinngemäss) den Antrag, die Entscheide der StRK seien aufzuheben.

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Mit Verfügung vom 15. Januar 2015 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte 
Bundessteuer vereinigt.

Obschon A.________ den mit Verfügung vom 28. Januar 2015 auf 
Fr. 1'500.-- bestimmten Gerichtskostenvorschuss fristgerecht bezahlt hat, 
hat er am 10. Februar 2015 noch um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. 

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung vom 
2. März 2015 bzw. Beschwerdeantwort vom 1. April 2015 je auf Abweisung 
der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdefüh-
rer hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenom-
men, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Eingabe 
ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um zwei verschiedene 

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Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in ge-
trennten Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in 
ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Die für die Erhebung der Strafsteuern massge-
blichen Bestimmungen des StG und des DBG lauten soweit hier relevant 
gleich, weshalb sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsicht-
lich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern rechtfertigt.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

1.4 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die 
Behandlung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

2.

2.1 Eine vollendete Steuerhinterziehung nach Art. 217 Abs. 1 Bst. a StG 
bzw. Art. 175 Abs. 1 DBG begeht, wer als steuerpflichtige Person vorsätz-
lich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt 
oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist. Als strafbares 
Verhalten kommt jedes Tun oder Unterlassen in Frage, das als Verletzung 
von Verfahrenspflichten zu würdigen ist. Weiteres notwendiges Tat-
bestandsmerkmal der vollendeten Steuerhinterziehung ist der Erfolg. Dem-
nach ist die Steuerhinterziehung erst vollendet, wenn beim Gemeinwesen 
ein Steuerausfall eingetreten ist (vgl. etwa BGE 122 I 257 E. 6c; 
BGer 2C_656/2013 vom 17.9.2013, E. 2.2.2, 2C_851/2011 vom 15.8.2012, 
E. 2.3, je mit Hinweisen; VGE 2012/17/18 vom 30.5.2013, E. 5.5 [bestätigt 
durch BGer 2C_629/2013 und 2C_630/2013 vom 22.2.2014]; Roman 
Sieber, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steu-
errecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 175 DBG N. 2). 

2.2 Der Beschwerdeführer war im hier interessierenden Zeitraum zur 
Hälfte an der B.________ AG beteiligt (vgl. Ziff. 12 des Einvernahme-
protokolls vom 5.9.2014; act. 7A pag. 50), in deren Verwaltungsrat er Ein-

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sitz hatte und für die er als einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer 
tätig war. Aufgrund der Geschäftsbeziehungen, welche die B.________ AG 
mit der C.________ AG unterhielt, richtete Letztere Rückvergütungen bzw. 
«Verkaufsboni» aus, die der Beschwerdeführer vereinnahmte und auf sein 
eigenes «Sparkonto 60 plus» einzahlte. Die Vorinstanz hat insoweit festge-
stellt, der Beschwerdeführer habe am 7. Januar 2004 Fr. 15'000.--, am 
18. Februar 2005 Fr. 11'000.-- und am 2. Dezember 2005 Fr. 10'000.-- er-
halten, wobei diese Mittel seiner Arbeitgeberin zugestanden hätten, aber 
ihm persönlich zugeflossen seien. Sie hat weiter erwogen, im Umstand, 
dass die B.________ AG auf die Herausgabe der Zahlungen verzichtet 
habe, sei eine verdeckte Gewinnausschüttung zu sehen. Der Beschwer-
deführer habe diese geldwerten Leistungen der Arbeitgeberin in seinen 
Steuererklärungen der Jahre 2004 und 2005 nicht deklariert und so zumin-
dest eventualvorsätzlich eine Steuerverkürzung bewirkt. – Der Beschwer-
deführer setzt sich mit diesen Erwägungen nicht näher auseinander, geht in 
seiner Beschwerdeschrift aber teilweise von einem abweichenden Sach-
verhalt aus oder erhebt punktuelle Einwände. So will er insbesondere für 
die Jahre 2004 und 2005 nur «Verkaufsboni» in der Höhe von Fr. 21'000.-- 
und nicht von Fr. 36'000.-- erhalten haben. Weiter seien «alle daraus resul-
tierenden Nachbuchungen in der Buchhaltung der B.________ AG […] 
ausgeführt worden» und er habe sich in einem Vergleich mit den neuen 
Besitzern der B.________ AG geeinigt. Er habe sich nie persönlich berei-
chert, sondern «alle Vorgehen im Zusammenhang mit den Boni-Zahlungen 
mit dem Verwaltungsrat der B.________ AG ausgeführt». Deshalb sei er im 
Strafverfahren, das der Kanton Basel-Landschaft wegen Veruntreuung 
geführt habe, auch bloss «der Falschbuchung verurteilt» worden, woraus 
erhelle, dass er «das Geld […] vollumfänglich für die Firma eingesetzt» 
habe; die entsprechenden «Unterlagen» habe er der Steuerverwaltung 
eingereicht. Schliesslich seien die Steuerbussen nicht seinem gegenwärti-
gen Einkommen als Altersrentner angepasst.

2.3 Bereits die Vorinstanz hat sich mit denselben Vorbringen des Be-
schwerdeführers auseinandergesetzt, wobei weder dargetan noch ersicht-
lich wäre, dass ihre Ausführungen Recht verletzten. Es kann deshalb 
grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen in den angefochtenen Ent-

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scheiden verwiesen werden; immerhin werden hier kurz folgende Hinweise 
zu den vorgetragen Einwänden gemacht: 

2.3.1 Der Beschwerdeführer wiederholt vor Verwaltungsgericht die Be-
hauptung, in den Jahren 2004 und 2005 nur Zahlungen über Fr. 11'000.-- 
und Fr. 10'000.-- vereinnahmt zu haben, ohne aber zur ersten Tranche 
in der Höhe von Fr. 15'000.-- konkret Stellung zu nehmen. Der 
eingereichten Ergänzungsabrechnung der ESTV vom 27. März 2008 
(act. 1C), die sich ohnehin bereits in den Akten findet (act. 7B pag. 92-91), 
sind lediglich die Korrekturen beim mehrwertsteuerpflichtigen Umsatz der 
B.________ AG zu entnehmen. Ersichtlich ist dabei, dass die C.________ 
AG dem Beschwerdeführer den «Verkaufsbonus 2003» in der Höhe von 
Fr. 15'000.-- mit Korrespondenzcheck vom 22. Dezember 2003 (act. 7B 
pag. 89) ausgerichtet hat. Aufgrund des einschlägigen Bankauszugs ist 
jedoch erwiesen, dass diese Checkzahlung dem Sparkonto des 
Beschwerdeführers am 7. Januar 2004 gutgeschrieben wurde (vgl. act. 7B 
pag. 62; angefochtene Entscheide, E. 4). Zudem hat die Steuerverwaltung 
auf Betreiben des Beschwerdeführers (vgl. Einsprache vom 25.10.2011; 
act. 7B pag. 74) entschieden, die Verkaufsboni der C.________ AG den 
Steuerjahren nicht aufgrund des Datums der Ausstellung der Checks, 
sondern der Gutschrift auf dem Konto des Beschwerdeführers zuzuordnen; 
diese Anpassung hat letztlich zur teilweisen Gutheissung der Einsprachen 
geführt (vorne Bst. A; Einspracheentscheide vom 27.1.2012, S. 2; act. 7A 
pag. 8). 

2.3.2 Die Behauptung, im Zusammenhang mit den Zahlungen der 
C.________ AG seien bei der B.________ AG «Nachbuchungen» 
vorgenommen worden, wird vom Beschwerdeführer weder näher erläutert 
noch belegt. Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern allfällige nachträgliche 
Anpassungen der Buchhaltung der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers 
für den Ausgang der vorliegenden steuerstrafrechtlichen Streitigkeit 
relevant sein könnten. Jedenfalls wird die Feststellung der Vorinstanz, die 
streitbetroffenen Zahlungen seien bei der B.________ AG nie verbucht 
worden (angefochtene Entscheide, E. 5.3), vom Beschwerdeführer nicht 
ernsthaft beanstandet (vgl. hierzu auch Ziff. 3 des Einvernahmeprotokolls 
vom 5.9.2014; act. 7A pag. 51).

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2.3.3 Obschon der Beschwerdeführer die Checkzahlungen der 
C.________ AG auf sein persönliches Bankkonto geleitet hat, verneint er 
nach wie vor eine Verwendung der Gelder für eigene Zwecke. Seine 
Erläuterung, wie er die Mittel zugunsten der B.________ AG bzw. deren 
Mitarbeitern verwendet habe, bleibt indes auch vor Verwaltungsgericht 
unsubstantiiert und gänzlich unbelegt. Diese Vorbringen sind nicht 
geeignet, die vorinstanzliche Beweiswürdigung in Frage zu stellen, wonach 
eine geschäftliche Verwendung der Gelder nicht erstellt sei (angefochtene 
Entscheide, E. 5.3). Im Übrigen behauptet der Beschwerdeführer bloss, der 
Steuerverwaltung «Belege» und «Unterlagen» eingereicht zu haben, ohne 
konkrete Angaben zu machen, welche Dokumente er ins Verfahren gelegt 
habe. In den Akten finden sich Eingaben vom 4. Mai 2011 (act. 7B pag. 19-
18) und vom 18. Mai 2011 (act. 7B pag. 29-28), in denen der 
Beschwerdeführer der Steuerverwaltung erläutert, wie er die Gelder der 
C.________ AG verwendet haben will. Die betreffenden Ausführungen sind 
indes ebenso oberflächlich gehalten, wie jene, die er im 
Rechtsmittelverfahren gemacht hat, und umfassen keinerlei Belege oder 
Hinweise auf solche; einzig der zwischen dem Beschwerdeführer und der 
B.________ AG geschlossene Vergleichsvertrag (act. 7B pag. 17-15) 
scheint beigelegt worden zu sein. Soweit der Beschwerdeführer sich 
zudem hinsichtlich der behaupteten geschäftlichen Verwendung der Gelder 
erneut auf den angeblichen Freispruch vom strafrechtlichen Vorwurf der 
Veruntreuung beruft, ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass ein solches 
Erkenntnis der Basel-Landschaftlichen Gerichtsbehörden den Ausgang des 
vorliegenden Verfahrens wegen Steuerhinterziehung nicht zu präjudizieren 
vermöchte. Da der Beschwerdeführer es unterlassen hat, das betreffende 
Strafurteil einzureichen (obschon er wusste, dass es sich nicht in den Akten 
findet; vgl. angefochtene Entscheide, E. 5.3), braucht darauf nicht weiter 
eingegangen zu werden. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass neben 
dem angeblichen Freispruch wegen Veruntreuung auch die rechtskräftige 
Verurteilung des Beschwerdeführers wegen vorsätzlicher Hinterziehung 
von Verrechnungssteuern zu beachten wäre (Strafbescheid vom 
20.1.2010; act. 7B pag. 36-31), in der zur Begründung ausgeführt wird, der 
Beschwerdeführer habe die Zahlungen der C.________ AG «direkt und 
persönlich vereinnahmt […], ohne dass er dafür eine entsprechende 
Gegenleistung an die Gesellschaft erbracht» habe (act. 7B pag. 32).

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2.4 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer in den Jahren 2004 
und 2005 Fr. 36'000.-- von der C.________ AG erhalten, ohne diese 
Einkünfte in den Steuererklärungen zu deklarieren. In der Folge sind die 
rechtskräftigen Veranlagungen der betreffenden Steuerjahre unvollständig 
geblieben und dem Gemeinwesen ist ein Steuerausfall entstanden. Der für 
das Vorliegen einer vollendeten Steuerhinterziehung erforderliche Erfolg ist 
mithin eingetreten, wobei der Beschwerdeführer diese Steuerverkürzung 
durch strafbares Verhalten (unterlasse Deklaration der betroffenen 
Einkünfte) im Sinn von Art. 217 Abs. 1 Bst. a StG bzw. Art. 175 Abs. 1 DBG 
«bewirkt» hat. 

3.

Der subjektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung setzt Vor-
satz oder Fahrlässigkeit voraus (Art. 217 Abs. 1 Bst. a StG; Art. 175 Abs. 1 
DBG).

3.1 Vorsatz ist gemäss Art. 12 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetz-
buches (StGB; SR 311.0) gegeben, wenn die Tat mit Wissen und Willen 
ausgeführt wird (sog. direkter Vorsatz) bzw. wenn der Erfolgseintritt für 
möglich gehalten und in Kauf genommen wird (sog. Eventualvorsatz; vgl. 
BGE 131 IV 1 E. 2.2 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung gilt in Steuerstrafverfahren der Nachweis des Vorsatzes als er-
bracht, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich die steuer-
pflichtige Person der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemachten 
Angaben bewusst war. Ist dieses Wissen erwiesen, so muss angenommen 
werden, dass sie auch mit dem Willen handelte, d.h. eine Täuschung der 
Steuerbehörden beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt 
(direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz). 
Diese Vermutung lässt sich nicht leicht entkräften, weil ein anderer Beweg-
grund für die Unrichtigkeit und Unvollständigkeit der gemachten Angaben in 
der Regel nur schwer vorstellbar ist (BGE 114 Ib 27 E. 3a; 
BGer 2C_290/2011 und 2C_291/2011 vom 12.9.2011, E. 2.1; zum Ganzen 
auch VGE 2011/395/396 vom 2.9.2013, E. 6.2, 2011/190/191 vom 

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14.2.2013, E. 4.2, je mit Hinweisen; Roman Sieber, a.a.O., Art. 175 DBG 
N. 31).

3.2 Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschwerdeführer habe aufgrund 
seiner Ausbildung und seiner beruflichen Erfahrung wissen müssen, dass 
er die bezogenen Mittel – sei es als verdeckte Gewinnausschüttung der 
B.________ AG oder als anderweitige im Zusammenhang mit seiner 
Tätigkeit für diese stehende Einkünfte – in seiner Steuererklärung zu dekla-
rieren hatte. Indem er dies dennoch unterlassen habe, habe er zumindest 
eventualvorsätzlich gehandelt und mithin den subjektiven Tatbestand der 
Steuerhinterziehung erfüllt. Der Beschwerdeführer nimmt hierzu nicht kon-
kret Stellung und weist bloss darauf hin, nicht ausgebildeter Buchhalter zu 
sein. Damit ist letztlich unbestritten, dass er sich der Unvollständigkeit der 
in den Steuererklärungen 2004 und 2005 gemachten Angaben bewusst 
war und eine zu niedrige Veranlagung zumindest in Kauf genommen hat. 
Mithin ist nicht nur der objektive, sondern auch der subjektive Tatbestand 
der vollendeten Steuerhinterziehung erfüllt.

4.

Die Busse wegen vollendeter Steuerhinterziehung beträgt in der Regel das 
Einfache der hinterzogenen Steuer, kann aber bei leichtem Verschulden bis 
auf einen Drittel ermässigt und bei schwerem Verschulden bis auf das 
Dreifache erhöht werden (Art. 217 Abs. 2 StG; Art. 175 Abs. 2 DBG). 

4.1 Damit ist das strafrechtliche Verschuldensprinzip vom Gesetzgeber 
nur teilweise verwirklicht worden. Zwar soll die fehlbare Person entspre-
chend ihrem Verschulden bestraft werden, doch ist für die vollendete Steu-
erhinterziehung eine Regelstrafe vorgesehen, was eine gewisse Schemati-
sierung mit sich bringt. Vom Regelstrafmass als Ausgangspunkt ist abzu-
weichen, wenn das Verschulden eine gewisse Schwere über- oder unter-
schreitet. Dabei hat die Behörde die entsprechenden Umstände zu würdi-
gen und den Verschuldensgrad individuell festzulegen (vgl. Roman Sieber, 
a.a.O., Art. 175 DBG N. 45 f. mit Hinweisen; Guido Jenny, Verschuldens-
prinzip und Strafzumessungsregeln im Steuerstrafrecht, in ASA 66 

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S. 258 ff.). Die Busse ist sodann je nach den Verhältnissen der fehlbaren 
Person so zu bemessen, dass diese die Strafe erleidet, die ihrem Ver-
schulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 i.V.m. Art. 333 Abs. 3 StGB). 
Nebst der Schwere der Verfehlung und der Vorwerfbarkeit der Verhaltens-
weise sind die persönlichen Verhältnisse bezogen auf den Zeitpunkt der 
Entscheidfällung zu berücksichtigen. Dazu gehören namentlich Einkommen 
und Vermögen, Familienstand und Familienpflichten, Beruf und Erwerb 
sowie Alter und Gesundheit. Von Bedeutung ist auch die Persönlichkeit des 
Täters bzw. der Täterin sowie allfällige Reue und Einsicht. Im Rahmen die-
ser Grundsätze steht den Strafbehörden bei der Strafzumessung ein weiter 
Ermessens- und Beurteilungsspielraum zu (vgl. Roman Sieber, a.a.O., 
Art. 175 DBG N. 47 mit Verweis auf BGE 114 Ib 27 E. 4a; 
BGer 2C_851/2011 vom 15.8.2012, E. 3.2 und 3.3; VGE 2011/190/191 
vom 14.2.2013, E. 5.1, 2009/421/422 vom 25.4.2012, E. 7.1, 2010/292/293 
vom 24.9.2010, E. 3.1; vgl. auch vorne E. 1.3).

4.2 Die StRK ging von einem mittelschweren Verschulden des Be-
schwerdeführers aus und berücksichtigte strafmindernd, dass dieser nicht 
mehr erwerbstätig sei, über ein Jahreseinkommen von Fr. 30'000-40'000.-- 
verfüge und sich im Verfahren kooperativ verhalten habe. Deshalb schützte 
sie die von der Steuerverwaltung auf die Hälfte der hinterzogenen Steuer 
festgesetzten Bussen, obschon sie diese als (an sich zu) «moderat» be-
trachtete (angefochtene Entscheide, E. 7). Der Beschwerdeführer setzt sich 
mit diesen Ausführungen nicht auseinander, macht aber geltend, die ihm 
auferlegten Bussen seien nicht seinem aktuellen Einkommen von angeblich 
Fr. 30'500.-- bis Fr. 33'000.-- angemessen. – Die Höhe der ausgefällten 
Bussen, die für beide Steuerjahre zusammen Fr. 2'105.35 bzw. Fr. 981.50 
betragen, ist mit der StRK als moderat zu bezeichnen. Angesichts des Ver-
schuldens, das auch die Vorinstanzen als mittelschwer beurteilten, wäre es 
wohl eher angezeigt gewesen, dem Beschwerdeführer eine Regelbusse in 
der Höhe des Einfachen der hinterzogenen Steuer aufzuerlegen, als eine 
Ermässigung auf deren Hälfte vorzunehmen. Auch wenn der Beschwerde-
führer heute als Altersrentner offenbar ein wesentlich geringeres Einkom-
men erzielt als früher als Geschäftsführer der B.________ AG, kann bei 
diesen Gegebenheiten keine Rede davon sein, dass die Bussenhöhe zu 
seinem Nachteil rechtsfehlerhaft wäre; ob sie allenfalls zu tief ist, kann mit 

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Blick auf das Verschlechterungsverbot, dem das Verwaltungsgericht ge-
mäss Art. 84 Abs. 2 VRPG unterliegt (BVR 2010 S. 169 E. 4.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 84 N. 8 und Art. 73 N. 2), dahingestellt bleiben.

5.

Damit erweisen sich die Beschwerden als unbegründet und sind abzuwei-
sen. Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer kos-
tenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Nachdem der Beschwerdeführer den Ge-
richtskostenvorschuss bezahlt hat (vgl. vorne Bst. C) und keine weiteren 
Verfahrenskosten angefallen sind, ist sein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 
VRPG). Im Übrigen wäre das Gesuch ohnehin abzuweisen, da die Pro-
zessführung vor dem Verwaltungsgericht als von vornherein aussichtslos 
bezeichnet werden muss (Art. 111 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikos-
ten sind nicht angefallen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG; 
Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2004 
und 2005 (Strafsteuern) wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2004 und 2005 
(Strafsteuer) wird abgewiesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.04.2016, Nrn. 100.2015.20/21U, 
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3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden abgeschrieben.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.