# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfa3319d-4ebb-5ed4-bbd3-e6e1801b7111
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** VR240011-O2
**Docket/Reference:** VR240011-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/VR240011-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
Verwaltungskommission  

Geschäfts-Nr. VR240011-O/U

Mitwirkend: Die Obergerichtspräsidentin lic. iur. F. Schorta, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie die 

Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Beschluss vom 20. März 2025

in Sachen

A._____, 

Rekurrentin

vertreten durch Fürsprecher X._____

gegen

Fachgruppe Sprachdienstleistungen, 

Rekursgegnerin

betreffend Rekurs gegen den Beschluss der Fachgruppe/Zentrale Sprach-

dienstleistungen vom 28. November 2024 (Gesch. Nr. KB160018-O)

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Erwägungen:

I.

1.

A._____ (nachfolgend: Rekurrentin) wurde am 4. März 2010 für die Sprachen 

Russisch und Ukrainisch ins damalige Dolmetscherverzeichnis des Kantons 

Zürich  aufgenommen  (act. 7/2/14).  Nachdem  bei  der  Fachgruppe  Sprach-

dienstleistungen (fortan: Rekursgegnerin) am 14. November 2016 eine Rück-

meldung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eingegangen war, in 

welcher diese über ein eingeleitetes Strafverfahren gegen die Rekurrentin we-

gen  des  Verdachts  der  Erschleichung  einer  falschen  Beurkundung  nach 

Art. 253 StGB sowie Urkundenfälschung nach Art. 251 StGB informiert hatte 

(act. 7/5),  sperrte  die  Rekursgegnerin  die  Rekurrentin  im  Dolmetscherver-

zeichnis  mit  Beschluss  vom  25. November  2016  vorsorglich  für  sämtliche 

Sprachen (act. 7/10). 

2. Mit Schreiben vom 14. bzw. 21. Juni 2024 (act. 7/18, act. 7/21) informierte die 

Rekursgegnerin die Rekurrentin darüber, dass sie den Entzug ihrer Akkredi-

tierung in Betracht ziehe. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

ersuchte die Rekurrentin um Beibehaltung der Akkreditierung sowie um rück-

wirkende  Aufhebung  des  vorsorglichen  Entzugs  der  Akkreditierung 

(act. 7/24).  Mit  Beschluss 

vom  28. November  2024,  Geschäfts-

Nr. KB160018-O, entzog die Rekursgegnerin der Rekurrentin die Akkreditie-

rung als Behörden- und Gerichtsdolmetscherin für die Sprachen Russisch und 

Ukrainisch endgültig (act. 5). 

3.

Am 28. Dezember 2024 liess die Rekurrentin bei der Verwaltungskommission 

des Obergerichts des Kantons Zürich durch ihren Rechtsvertreter gegen den 

Beschluss vom 28. November 2024 innert Frist Rekurs erheben und die fol-

genden Anträge stellen (act. 1):

"1. Es sei der Beschluss der Vorinstanz vom 28.11.2024 aufzuheben.

2.  Der Rekurrentin sei die Akkreditierung als Behörden- und Ge

richtsdolmetscherin für die Sprachen Russisch und Ukrainisch zu 
belassen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer."

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4.

In  der  Folge  zog  die  Verwaltungskommission  die  Akten  Geschäfts-

Nr. KB160018-O (act. 7/1-30) bei (§ 26a des Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes [VRG, LS 175.2]). Mit Verfügung vom 31. Januar 2025 setzte sie der Re-

kursgegnerin  sodann  Frist  zur  Einreichung  einer  Rekursantwort  an  (act. 8; 

26b Abs. 1 VRG). Diese nahm mit Eingabe vom 5. März 2025 Stellung und 

stellte die folgenden Anträge (act. 9):

"1. Der Rekurs sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kostenfolge zulasten der Rekurrentin."

Die Rekursantwort (act. 9) ist der Rekurrentin mit dem vorliegenden Entscheid 

zuzustellen. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II.

1. Gemäss  § 19  der  Sprachdienstleistungsverordnung  vom  19. Dezember 

2018/7. Januar 2019 (SDV, LS 211.17) ist gegen Entscheide der Fachgruppe 

Sprachdienstleistungen, deren Ausschüsse oder ihrer Mitglieder der Rekurs 

an die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich zuläs-

sig. Dieser richtet sich nach den §§ 19 ff. VRG. Demzufolge ist die Verwal-

tungskommission zur Behandlung des Rekurses der Rekurrentin gegen den 

Beschluss  der  Rekursgegnerin  vom  28. November  2024,  Geschäfts-

Nr. KB160018-O, zuständig.

2.

Die Rekurrentin ersucht um Beizug der Akten des Strafverfahrens Geschäfts-

Nr. SB240184-O (act. 1 S. 5). Dieser erweist sich indes nicht als notwendig, 

da die Strafakten für das vorliegende Rekursverfahren nicht massgeblich sind. 

Die Frage, ob die gegenüber der Rekurrentin erfolgte strafrechtliche Verurtei-

lung in naher Zukunft allenfalls aufgehoben wird, hat keinen Einfluss auf die 

nachfolgend  zu  prüfenden  Akkreditierungsvoraussetzungen.  Die  Urteile  der 

II. Strafkammer  vom  22. Juni  2021,  Geschäfts-Nr. SB190476-O,  sowie  des 

Bundesgerichts vom 5. März 2024, Geschäfts-Nr. 7B_7/2021, 7B_6/2021, be-

finden sich ohnehin in den vorinstanzlichen Akten (act. 7/25/2-3). 

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III.

1.1. Die Rekursgegnerin begründete den ablehnenden Entscheid zusammenge-

fasst wie folgt (act. 5): Die Akkreditierung könne u.a. endgültig entzogen wer-

den,  wenn  die  fachlichen  oder  persönlichen  Voraussetzungen  hierfür  nicht 

mehr erfüllt seien. In fachlicher Hinsicht setze die Akkreditierung u.a. voraus, 

dass die akkreditierte Person Sprachdienstleistungen fachgerecht erbringen 

könne sowie über ein professionelles Rollenverständnis verfüge. In persönli-

cher Hinsicht müsse eine angemessene Erreichbarkeit und Verfügbarkeit ge-

währleistet  sein.  Fehlende  Praxiserfahrung  wirke  sich  negativ  auf  die  Dol-

metschleistung aus, insbesondere mit Blick auf das professionelle Rollenver-

ständnis und die Fähigkeit, die Leistungen fachgerecht erbringen zu können. 

Die Rekurrentin habe bereits seit rund zehn Jahren keine bzw. fast keine Ein-

sätze mehr als Behörden- und Gerichtsdolmetscherin im Kanton Zürich ge-

leistet. Bei einer derart langen Untätigkeit könne nicht mehr davon ausgegan-

gen werden, dass die Rekurrentin nach wie vor über praktische Dolmetsch-

fertigkeiten  und  ein  klares  Rollenverständnis  verfüge.  Sie  mache  nicht  gel-

tend, bei anderen Behörden oder Gerichten Dolmetscheinsätze geleistet zu 

haben. Sie verfüge nicht mehr über die nötige aktuelle Praxiserfahrung und 

erfülle  damit  die  fachlichen  Voraussetzungen  für  eine  Akkreditierung  nicht 

mehr. Die Anordnung der vorsorglichen Sperre sei nicht ungerechtfertigt ge-

wesen. Im damaligen Zeitpunkt sei gegen die Rekurrentin ein Strafverfahren 

wegen gravierender Delikte geführt worden. Selbst im Falle eines Freispruchs 

sei die vorläufige Sperre berechtigt gewesen. 

1.2. Weiter  liege  der  Wohnsitz  der  Rekurrentin  in  B._____/C._____.  Da  in  den 

Sprachen Russisch und Ukrainisch zahlreiche Personen in der näheren Um-

gebung akkreditiert seien, würden Aufträge kaum an Personen mit einem der-

art weit entfernten Wohnort vergeben. Es liege eine nicht mehr überschaubare 

Distanz vor. Der Umzugsplan sei noch nicht konkret. Der Entzug der Akkredi-

tierung erweise sich als verhältnismässig. 

2.1. Die Rekurrentin lässt zur Begründung ihres Rekurses (act. 1) im Wesentlichen 

das Folgende vorbringen: Die Rekurrentin habe im Jahre 2008 an der Univer-

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sität Zürich das Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen, nachdem 

sie bereits an der Moskauer Staatsuniversität ihr Studium als Juristin absol-

viert gehabt habe. Sie verfüge demnach über gute juristische sowie sprachli-

che Kenntnisse. Ukrainisch beherrsche sie wie ihre Muttersprache. Nach dem 

Studienabschluss in der Schweiz habe sie eine Vielzahl von Aufträgen für ju-

ristische Übersetzungen erhalten. Von 2010 bis 2016 sei sie als Dolmetsche-

rin für Russisch und Ukrainisch tätig gewesen. Sie habe jährlich bis zu zwan-

zig Dolmetscheraufträge erhalten. Im Jahre 2016 sei die Rekurrentin aufgrund 

einer  falschen  Anschuldigung  anlässlich  eines  Dolmetscherauftrags  für  die 

Bundesanwaltschaft verhaftet worden. In der Folge sei - ebenfalls zu Unrecht 

-  der  vorsorgliche  Akkreditierungsentzug  ausgesprochen  worden.  Im  Jahre 

2021 sei die Verurteilung der Rekurrentin als Mittäterin durch das Obergericht 

des Kantons Zürich erfolgt. Auch ihr Ehegatte sei verurteilt worden, wobei das 

Bundesgericht diesen Schuldspruch inzwischen wieder aufgehoben habe. Die 

Rekurrentin sei demnach zu Unrecht verurteilt worden. Das Revisionsverfah-

ren betreffend ihre Verurteilung sei hängig (Geschäfts-Nr. SB240184-O). Da-

mit  fehle  es  an  den  Voraussetzungen  für  die  heute  bestehende  Sperre  der 

Rekurrentin. 

2.2. Der angefochtene Beschluss sei die Reaktion auf den freisprechenden Ent-

scheid des Bundesgerichts. Die Gründe für den endgültigen Entzug der Ak-

kreditierung  seien  unzutreffend.  Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  der 

endgültige  Akkreditierungsentzug  gerade  jetzt  erfolge,  nachdem  acht  Jahre 

lang damit zugewartet worden sei, aber der ausstehende Entscheid der Straf-

kammer  noch  nicht  ergangen  sei.  Dieses  Vorgehen  sei  unverhältnismässig 

treuwidrig. Nicht nachvollziehbar seien sodann die Erwägungen zum fehlen-

den Rollenverständnis. In den Jahren 2010 bis 2016 sei es zu keiner einzigen 

Beschwerde  gekommen.  Erst  anlässlich  der  Verhaftung  bei  der  Bundesan-

waltschaft sei der Rekurrentin eine mangelhafte Übersetzungsleistung vorge-

halten worden. Die nicht perfekte Übersetzung sei Folge der gleichentags er-

folgten Verhaftung gewesen. Es sei nachvollziehbar, dass die Rekurrentin un-

ter diesen Umständen kaum arbeitsfähig gewesen sei. Die Rekurrentin habe 

ihren Sprachdienstleistungseinsatz in Hand- und Fussfesseln erbringen müs-

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sen, wobei der Bundesanwalt und die einzuvernehmende Person von Beginn 

weg negativ eingestellt und damit befangen gewesen seien. Die Einschätzung 

des Bundesanwaltes hätte daher in den vorliegenden Entscheid nicht einflies-

sen dürfen. Die von der Rekursgegnerin geltend gemachten Mängel hinsicht-

lich Qualität der Dolmetscherergebnisse würden jeglicher Grundlage entbeh-

ren und seien willkürlich. Auch bestünden keine Hinweise auf eine Unfähigkeit 

der  Rekurrentin,  welche  ihr  Rollenverständnis  in  Frage  stellen  würden.  Bis 

heute nehme sie im Familien- und Freundeskreis Übersetzungen vor. Bis auf 

die  ungerechtfertigte  Stellungnahme  der  Bundesanwaltschaft  habe  sie  dies 

ohne die geringste Beanstandung getan. 

2.3. Es sei ferner nachvollziehbar, dass sie, die Rekurrentin, nach der ungerecht-

fertigten Verhaftung, der Verurteilung, des Verlustes der Arbeitsstelle und der 

Trennung  von  ihrem  Ehemann  nicht  mehr  im  Kanton  Zürich  habe  wohnen 

können.  Der  kurz  bevorstehende  Revisionsentscheid  werde  diese  Situation 

ändern. Sie werde nach Zürich zurückkehren. Ihre Wohnung habe sie bereits 

per  31. August  2025  gekündigt.  Der  Strafregisterauszug  des  Ehegatten  der 

Rekurrentin sei leer. Seit 2020 sei das Ehescheidungsverfahren im Gang. Es 

stehe kurz vor dem Abschluss. 

2.4. Nicht nachvollziehbar sei, dass sie, die Rekurrentin, über keine Berufserfah-

rung  verfügen  solle.  Anlässlich  der  Aufnahme  ins  Verzeichnis  habe  sie  gar 

keine  Berufserfahrung  aufgewiesen,  was  kein  Hindernis  dargestellt  habe. 

Heute verfüge sie klarerweise über Erfahrung. Sie sei sechs Jahre lang als 

Dolmetscherin für die Kriminalpolizei Zürich und bei der D._____ als juristi-

sche Übersetzerin tätig gewesen. Ihre Erfahrung sei wesentlich grösser als im 

Zeitpunkt der Aufnahme ins Verzeichnis. In juristischer Hinsicht beherrsche 

sie die massgeblichen Sprachen aufgrund ihrer Studien besser als ein durch-

schnittlicher  Dolmetscher.  In  den  Jahren  2016  bis  2024  sei  sie  gezwungen 

gewesen, sich mit einer Vielzahl von eigenen Prozessen auseinanderzuset-

zen. Dabei habe sie ihre Sprachkenntnisse deutlich verbessert. Die unrecht-

mässige  Verhaftung  und  Verurteilung  hätten  der  Vorinstanz  als  Grund  ge-

dient,  um  sie  im  Dolmetscherverzeichnis  zu  sperren.  Nun  solle  ihr  kurz  vor 

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dem erwähnten Freispruch die Akkreditierung aufgrund eines Sachverhalts, 

für  welchen  die  Rekurrentin  nichts  könne,  endgültig  entzogen  werden.  Sie 

habe nicht zu verantworten, dass sie zu Unrecht gesperrt worden sei und sie 

ihrer Tätigkeit als Dolmetscherin nicht habe nachgehen können. Ein Entzug 

lasse sich daher weder mit einem schlechten Leumund aufgrund einer straf-

rechtlichen Verurteilung noch mit fehlendem Rollenverständnis bzw. fehlen-

der Erfahrung begründen. 

3.1.

In der Rekursantwort (act. 9) hält die Rekursgegnerin zusammengefasst das 

Folgende  fest:  Der  endgültige  Entzug  der  Akkreditierung  erfolge  aus  zwei 

Gründen. Zum einen habe die Rekurrentin seit rund zehn Jahren fast keine 

Einsätze als Behörden- und Gerichtsdolmetscherin mehr geleistet. Zudem be-

finde sich ihr Wohnsitz aktuell in B._____/C._____. Weder die Sprachkennt-

nisse der Rekurrentin noch die Rückmeldung der Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich vom 14. November 2016 seien für die Entscheidfindung mass-

geblich gewesen. Auch die Vorbringen des Bundesanwaltes sowie der Um-

stand, dass die Rekurrentin mit einem verurteilten Straftäter verheiratet gewe-

sen sei, seien unbedeutend gewesen. Es treffe nicht zu, dass es sich beim 

angefochtenen  Beschluss  um  die  Reaktion  auf  den  freisprechenden  Ent-

scheid des Bundesgerichts vom 5. März 2024 handle. Das vorliegende Vor-

gehen  der  Rekursgegnerin  sei  angestossen  worden,  bevor  ihr  der  genaue 

Stand des Strafverfahrens bekannt gewesen sei. Der Akkreditierungsentzug 

sei nicht Folge des Strafverfahrens. 

3.2. Die  Ausführungen  der  Rekurrentin  zu  ihrer  bisherigen  Dolmetschtätigkeit 

seien  unzutreffend.  Die  angegebene  Anzahl  von  jährlich  rund  zwanzig  Ein-

sätzen erscheine zu hoch. Unzutreffend sei sodann, dass sie von der Stadt-

polizei Zürich eine Festanstellung erhalten habe. Auch sei nicht richtig, dass 

die  Rekurrentin  "über  das  Dolmetscherverzeichnis"  von  der  D._____ 

(D._____ AG) als juristische Dolmetscherin fest angestellt worden sei. Es sei 

ohnehin  nicht  von  Bedeutung,  wie  viele  Einsätze  die  Rekurrentin  zwischen 

2010  und  2016  als  Behörden-  und  Gerichtsdolmetscherin  absolviert  habe. 

Wesentlich sei, dass sie seit mehr als acht Jahren unbestrittenermassen keine 

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Einsätze mehr geleistet habe. Der Grund für diese Untätigkeit sei nicht ent-

scheidend. Bei einer solch langen Absenz könne nicht mehr davon ausgegan-

gen werden, dass die Rekurrentin über praktische Dolmetschfertigkeiten und 

ein klares Rollenverständnis verfüge. Auch mangle es ihr an Wissen in Bezug 

auf  die  Weiterentwicklung  in  der  Zürcher  Justiz  im  Allgemeinen  sowie  im 

Sprachdienstleistungswesen im Besonderen. Vor ihrer Aufnahme ins Dolmet-

scherverzeichnis habe sie eine Schulung und eine Prüfung absolvieren müs-

sen. Sie habe ihre Fähigkeiten nachweisen müssen. Nach der erfolgreichen 

Akkreditierung werde die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen dadurch 

gewährleistet,  dass  akkreditierte  Personen  regelmässig  Einsätze  leisteten 

und Weiterbildungsangebote der Rekursgegnerin besuchten. In der Vergan-

genheit habe sich die Rekurrentin in keiner Art und Weise um die Akkreditie-

rung bemüht, anderweitig Dolmetscherfahrung gesammelt oder massgebliche 

Weiterbildungen besucht. 

3.3. Die Gründe für den Wohnortwechsel in den Kanton C._____ seien unbedeu-

tend. Die Voraussetzung der angemessenen Verfügbarkeit im Sinne von § 10 

lit. e SDV sei aktuell nicht gegeben. Die Umzugspläne seien vage und unbe-

legt. 

4.1. Nach § 3 Abs. 1 SDV ist es die Aufgabe der Rekursgegnerin, für eine hohe 

Qualität  der  Sprachdienstleistungen  zu  sorgen.  Zur  Gewährleistung  dieses 

Auftrags hat die Rekursgegnerin die Erfüllung der Voraussetzungen durch die 

akkreditierten Personen periodisch zu überprüfen und bei Bedarf das Notwen-

dige zu veranlassen. Dabei kann sie auf die in § 11 Abs. 3 SDV enthaltenen 

Massnahmen  zurückgreifen  (§ 13  Abs. 1  SDV),  namentlich  Gespräche  füh-

ren,  Sachverständige  beiziehen  oder  Prüfungen  anordnen.  Gemäss  § 15 

Abs. 1 lit. b SDV hat die Rekursgegnerin die Akkreditierung einer Person end-

gültig zu entziehen, wenn diese die fachlichen oder persönlichen Vorausset-

zungen nicht mehr erfüllt. 

4.2.

In fachlicher Hinsicht erfordert die Akkreditierung u.a. eine fachgerechte Er-

bringung der Sprachdienstleistung sowie das Vorliegen eines professionellen 

Rollenverständnisses (§ 9 lit. c und d SDV). Das Erfordernis der fachgerech-

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ten Erbringung von Sprachdienstleistungen wird in Ziff. 4.4 des Leitfadens für 

Dolmetscherinnen  und  Dolmetscher  (abrufbar:  www.gerichte-zh.ch,  Rubrik 

"Organisation",  "Obergericht",  "Sprachdienstleistungswesen")  näher  darge-

legt. Demnach müssen Dolmetschende die verschiedenen Dolmetschtechni-

ken kennen und sie situationsgerecht anwenden sowie eine adäquate Noti-

zentechnik  beherrschen.  Die  Voraussetzung  des  professionellen  Rollenver-

ständnisses im Sinne von § 9 lit. d SDV wird sodann in Ziff. 4.5 des erwähnten 

Leitfadens konkretisiert. Dieses beinhaltet die Pflicht zu neutralem und unpar-

teiischem Verhalten sowie zur wort- und sinngetreuen Wiedergabe des Ge-

sagten  ohne  Führung  von  unerwünschter  Korrespondenz  mit  den  Parteien 

bzw. von anderweitigen Einwirkungen auf diese (Leitfaden für Dolmetscherin-

nen  und  Dolmetscher  der  Fachgruppe/Zentralstelle  Sprachdienstleistungen 

vom 5. Juni 2019). 

4.3.1.  Die  Rekursgegnerin  schliesst  aus  der  langjährigen  fehlenden  Praxiserfah-

rung der Rekurrentin auf ein fehlendes Rollenverständnis sowie eine fehlende 

fachgerechte Dienstleistungserbringung (act. 5 E. 2.1 f.). Dies erscheint inso-

weit nachvollziehbar, als sich regelmässige Dolmetschereinsätze bei Behör-

den und Gerichten grundsätzlich als notwendig erweisen, um mit den gerichts- 

und  behördenspezifischen  Abläufen  und  Gepflogenheiten  sowie  mit  den 

massgeblichen  Rechtsnormen  und  dem  juristischen  Wortschatz  vertraut  zu 

bleiben und eine hohe Qualität der Sprachdienstleistungen zu gewährleisten. 

Insofern kann sich eine fehlende Praxiserfahrung negativ auf die Qualität der 

Dienstleistung als Dolmetscherin oder Dolmetscher auswirken. Die Nichterfül-

lung der erwähnten Voraussetzungen hängt jedoch immer von den konkreten 

Umständen des Einzelfalles ab. Massgeblich ist namentlich bspw., ob die be-

troffene Person anderweitig Dolmetscheraufträge bei Gerichten oder Behör-

den ausübt, im Rahmen einer weiteren (neben-)beruflichen Tätigkeit Berüh-

rungspunkte  zur  Justiz  aufweist  oder  trotz  Unterbruchs  Weiterbildungen  im 

Dolmetscherwesen besucht. Ebenso von Bedeutung sind die Dauer der bis-

herigen Akkreditierung oder vorhandene Rückmeldungen von Behörden. Es 

sind jeweils die konkreten Umstände des Einzelfalls zu würdigen (vgl. auch 

Beschluss  VK  OG  ZH  vom  26.  April  2022,  Geschäfts-Nr. VR220001-O, 

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E.III. 6.4). Im Rahmen der Prüfung des Akkreditierungsentzugs zu beachten 

ist ferner der Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Dieser besagt, dass eine 

staatliche Massnahme in Rechtsetzung oder Rechtsanwendung geeignet und 

erforderlich sein muss und dass die angestrebte Wirkung nicht in einem Miss-

verhältnis zu anderen zu beachtenden Interessen stehen darf (Schindler, in: 

Die  schweizerische  Bundesverfassung  –  St.  Galler  Kommentar,  Ehrenzel-

ler/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], 4. Auflage, Zürich/St. Gallen 2023, 

Art. 5 N 56). Im Zusammenhang mit dem Kriterium der Erforderlichkeit gilt es 

zu beachten, dass es der Rekursgegnerin im Rahmen der periodischen Über-

prüfung  der  Erfüllung  der  Voraussetzungen  nach  § 9  f.  SDV  zusteht,  die  in 

§ 11 Abs. 3 SDV vorgesehenen Massnahmen anzuordnen. Dazu gehört auch 

die Durchführung von Prüfungen (§ 11 Abs. 3 lit. d SDV). Gemäss Ziff. 9.2 f. 

der Richtlinien für den Bereich Dolmetschen werden im Zulassungskurs und 

der diesen abschliessenden Prüfung insbesondere das Vorliegen von hinrei-

chenden Kenntnissen in Bezug auf die Rechtsterminologie in der Amtsspra-

che, die grundsätzlichen Strukturen und Abläufe von Zivil- und Strafverfahren, 

die ethischen und rechtlichen Prinzipien im Aufgabenbereich von Behörden- 

und Gerichtsdolmetschenden, die grundlegenden Dolmetschtechniken und in 

Bezug  auf  die  Dolmetschfähigkeiten  sowie  eines  professionellen  Rollenver-

ständnisses geprüft. Die von der Rekursgegnerin in Frage gestellten Anforde-

rungen gemäss § 9 lit. c und d SDV sind im Rahmen des Zulassungsverfah-

rens demnach Prüfungsgegenstand. Gestützt auf § 13 Abs. 1 SDV i.V.m. § 11 

Abs. 3 SDV ist es möglich, deren Vorhandensein anlässlich der periodischen 

Überprüfung der Dolmetscherfähigkeiten zu untersuchen.

4.3.2. Die Rekurrentin stellt vorliegend nicht in Abrede, während zahlreicher Jahre 

nicht mehr als Gerichts- und Behördendolmetscherin im Kanton Zürich und 

auch nicht in anderen Kantonen oder beim Bund tätig gewesen zu sein. Im-

merhin verfügt sie aber über ein juristisches Studium der Universität Zürich 

und über einen ausländischen juristischen Abschluss (act. 7/2/4/4-5). Sie ist 

damit mit den Grundzügen der Juristerei vertraut. Zudem ist sie ihrer Sprach-

dienstleistungstätigkeit vor dem vorsorglichen einstweiligen Akkreditierungs-

entzug bzw. vor dem Dolmetschauftrag vom 31. Oktober 2016 in Bern über 

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Jahre hinweg anstandslos nachgekommen. Ein direkter Entzug der Akkredi-

tierung ohne Vornahme von weiteren Abklärungen im Sinne von § 11 Abs. 3 

SDV erweist sich unter diesen Umständen als unverhältnismässig. Das Rol-

lenverständnis und die fachgerechte Erbringung der Dolmetschtätigkeit könn-

ten  insbesondere  im  Rahmen  einer  Prüfung,  wie  sie  anlässlich  des  Zulas-

sungsverfahrens durchgeführt wird, überprüft werden. Ein direkter Entzug der 

Akkreditierung ohne Vornahme weiterer Abklärungen mit der Begründung des 

fehlenden  Rollenverständnisses  bzw.  der  fehlenden  fachgerechten  Dienst-

leistungserbringung im Sinne von Art. 9 lit. c und d SDV erscheint verfrüht. 

4.4. Die  Rekursgegnerin  begründet  den  Entzug  der  Akkreditierung  überdies  mit 

der Nichterfüllung des persönlichen Erfordernisses der Erreichbarkeit (act. 5 

E. 2.4, act. 9 S. 5). Gemäss § 10 lit. e SDV setzt die Akkreditierung eine an-

gemessene Erreichbarkeit und Verfügbarkeit voraus. Aus den gestützt auf § 3 

Abs. 1  lit. f  SDV  erlassenen  Richtlinien  zur  Konkretisierung  des  Akkreditie-

rungsverfahrens für den Bereich Dolmetschen ergibt sich zu letzterem Erfor-

dernis in Ziff. 6.2 lit. e, dass sich die angemessene Verfügbarkeit auf den zeit-

lichen und örtlichen Aspekt bezieht. In Ziff. 3.5 des Leitfadens für Dolmetsche-

rinnen und Dolmetscher wird sodann zur angemessenen Erreichbarkeit und 

Verfügbarkeit festgehalten, dass eine gewisse Mobilität und Flexibilität wün-

schenswert sei. Diese habe sich auch auf Nacht- und Wochenendeinsätze zu 

erstrecken  (siehe  auch  ABl  2019-02-01  Begründung  zur  SDV,  § 10  S. 27). 

Entsprechend den Ausführungen der Rekursgegnerin ist damit davon auszu-

gehen,  dass  sich  die  Sprachdienstleistenden  in  zeitlicher  und  örtlicher  Hin-

sicht so nahe beim Einsatzort aufzuhalten haben, dass eine sofortige Einsatz-

bereitschaft gewährleistet ist. Mit dem aktuellen Wohnort in B._____ im Kan-

ton C._____ erfüllt die Rekurrentin diese Anforderungen unbestrittenermas-

sen nicht. Jedoch plant sie offenbar einen Umzug in den Kanton Zürich, wobei 

sie die aktuelle Wohnung in B._____ gemäss eigenen Angaben bereits ge-

kündigt hat (act. 1 S. 8). Zwar hat die Rekurrentin davon abgesehen, diese 

Ausführungen näher zu belegen, bspw. mit dem Kündigungsschreiben oder 

einem  neuen  Mietvertrag.  Dennoch  erscheint  ein  definitiver  Entzug  infolge 

Nichterfüllung des Erfordernisses der angemessenen Erreichbarkeit und Ver-

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fügbarkeit im Sinne von § 10 lit. e SDV bei diesen Gegebenheiten zurzeit als 

unverhältnismässig,  soll  der  Umzug  doch  in  näherer  Zukunft  bevorstehen. 

Sollte  die  Rekurrentin  den  Wohnort  entgegen  ihren  Ausführungen  im  Som-

mer/Herbst 2025 nicht in den Kanton Zürich verlegt haben, steht es der Re-

kursgegnerin  frei,  nochmals  über  die  Erfüllung  der  fachlichen  und  persönli-

chen Anforderungen im Sinne von § 9 f. SDV zu entscheiden. 

5.

Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass es zurzeit an hinreichenden 

Gründen für einen definitiven Entzug der Akkreditierung der Rekurrentin als 

Dolmetscherin im Sinne von § 15 Abs. 1 lit. b SDV fehlt. In Gutheissung des 

Rekurses ist der Beschluss der Rekursgegnerin vom 28. November 2024, Ge-

schäfts-Nr. KB160018-O, daher aufzuheben. 

IV.

1.

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Rekursverfahrens  auf  die  Gerichts-

kasse zu nehmen (§ 13 VRG). Im Verfahren vor Verwaltungsbehörden sind 

keine  Umtriebsentschädigungen  zuzusprechen  (§ 17  Abs. 1  VRG).  Es  be-

steht kein Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen. Weder war das Ver-

fahren von besonderer Komplexität im Sinne von § 17 Abs. 2 lit. a VRG, noch 

war die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegründet (§ 17 Abs. 2 lit. b 

VRG). 

2.

Hinzuweisen  ist  schliesslich  auf  das  Rechtsmittel  der  Beschwerde  an  das 

Bundesgericht.

Es wird beschlossen:

1.

In Gutheissung des Rekurses wird der Beschluss der Fachgruppe Sprach-

dienstleistungen vom 28. November 2024, Geschäfts-Nr. KB160018-O, auf-

gehoben.

2.

Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

- 13 -

3.

4.

5.

Die Kosten des Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.

Es werden keine Umtriebsentschädigungen zugesprochen. 

Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:

-

-

die Rekurrentin, unter Beilage einer Kopie von act. 9, und

die Rekursgegnerin. 

Die beigezogenen Akten Geschäfts-Nr. KB160018-O (act. 7/1-30) werden 

der Rekursgegnerin nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. 

nach rechtskräftiger Erledigung allfälliger Rechtsmittel retourniert.

6.

Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von 

der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich 

nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfas-

sungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht (BGG).

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Zürich, 20. März 2025

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OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH

Verwaltungskommission

Die Gerichtsschreiberin:

versandt am:

lic. iur. A. Leu