# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a90d776-8060-550a-a9a1-f08bf3030a50
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.12.2010 U 2010 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2010-92_2010-12-14.pdf

## Full Text

U 10 92

3. Kammer 

URTEIL
vom 14. Dezember 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Sozialhilfe

1. … und seine Ehefrau … wurden seit dem 1. Mai 2007 öffentlich unterstützt. 

Mit Verfügung vom 20. April 2007 wurde den Gesuchstellern eine monatliche 

Unterstützung von Fr. 2'095.-- (zuzüglich Krankenkassenprämien) 

zugesprochen. Bis im September 2006 erhielt … Krankentaggelder von 

seinem letzten Arbeitgeber. Die Invalidenversicherung richtete ihm vom 1. 

September 2005 bis 30. Juni 2006 eine Teilrente aus. Seine Ehefrau erhielt 

infolge eines Autounfalls im April 2005 bis Ende März 2007 SUVA-Taggelder. 

Sie wurde ebenfalls bei der Invalidenversicherung für den Bezug von 

Geldleistungen angemeldet. Gemäss Verfügung vom 4. Juni 2009 wurde eine 

Rente für … jedoch abgelehnt. Um … wieder einigermassen zu integrieren, 

wurde über das Werknetz Graubünden eine Beschäftigung aufgegleist. Mit 

Verfügung vom 26. Januar 2009 wurde durch die Gemeinde … eine 

entsprechende Kostengutsprache erteilt.

2. Das Sozialamt der Gemeinde … erfuhr Mitte März 2010 durch Nachfrage bei 

der Pro Infirmis, welche die Familie … betreute, dass diese anfangs 

September 2009 einen Betrag von Fr. 85'000.-- von der 

Motorfahrzeughaftpflichtversicherung „…“ für den Unfall im April 2005 

erhalten habe. Diese Tatsache veranlasste die Gemeinde … dazu, mit 

Verfügung vom 24. Juni 2010 die öffentliche Unterstützung rückwirkend ab 

dem 1. Mai 2010 einzustellen. Die Familie … habe die Zahlungen von Fr. 

85'000.-- verschwiegen und für den Zeitraum vom 1. September 2009 bis 30. 

April 2010 trotzdem die volle Sozialhilfe angenommen. Ausgehend von Fr. 

85'000.-- abzüglich eines Vermögensfreibetrages von Fr. 8'000.-- verbleibe 

ein Betrag von Fr. 77'000.--. Bei einem monatlichen Verzehr von Fr. 2'405.-- 

inkl. Krankenkassenprämien würden sich 32 Monatsraten ergeben, weshalb 

davon ausgegangen werde, dass die Familie … bis am 30. April 2012 über 

genügend eigene Mittel verfüge, um damit leben zu können. Falls die Familie 

… ein neues Gesuch um Sozialhilfe stellen sollte, seien die vorstehenden 

Ausführungen zu berücksichtigen. Für die Zeit vom 1. September 2009 bis 30. 

April 2010 forderte die Gemeinde … den Betrag von Fr. 16'760.-- für 

unrechtmässig bezogene Sozialhilfe zurück. Die Prämien für die 

obligatorische Krankenversicherung und die Zusatzversicherungen wurden 

direkt von der Gemeinde gemäss Verfügung noch bis am 31. Dezember 2010 

bezahlt.

3. Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2010 erhoben die Eheleute … am 26. 

August 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden. Sie 

beantragten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Gemeinde … 

sei bei der Berechnung der Anzahl Monate, während welcher die 

Entschädigungssumme der … für die Deckung der Lebenshaltungskosten 

ausreichen soll, von einem zu niedrigen monatlichen Vermögensverzehr 

ausgegangen. Ausserdem habe sie die Genugtuungssumme von Fr. 10'000.--

, die bisherigen und künftigen Kosten und Spesen in der Höhe von insgesamt 

Fr. 4'200.-- sowie die Schulden von total Fr. 23'000.-- nicht von dieser Summe 

abgezogen. Schliesslich beanstandeten sie die Rückforderung der 

unrechtmässig bezogenen Sozialhilfe.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Oktober 2010 beantragte die Gemeinde … 

die Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie aus, dass die geltend 

gemachten Abzüge nicht genügend belegt seien. So würden keine Quittungen 

vorliegen, welche sich zu den Kosten und Spesen äusserten. Was die 

Schulden betreffe, sei auszuführen, dass keine Unterlagen vorliegen würden, 

die bewiesen, dass die Beschwerdeführer Fr. 8'000.-- für Ferien benötigt 

hätten und dass dafür zwei Darlehen à Fr. 4'000.-- bei dem Bekannten … 

aufgenommen worden seien. Die von den Beschwerdeführern eingereichte 

Bestätigung genüge nicht, um die Aufnahme und Rückzahlung der Darlehen 

zu beweisen. Ausserdem hätten sie gar keinen Anspruch auf Ferien und der 

Betrag von Fr. 8'000.-- sei unverhältnismässig hoch. Weiter liege auch kein 

Beweis für das bei … (Sohn) aufgenommene Darlehen über insgesamt Fr. 

15'000.-- vor. Die vom Sohn unterzeichnete Bestätigung, wonach er seinem 

Vater monatlich Geld geliehen und am 7. September 2009 den gesamten 

Betrag zurückerhalten habe, reiche nicht aus. Insbesondere würden die 

angeblichen Unterstützungszahlungen auch vor dem Hintergrund 

überraschen, dass … lediglich Fr. 4'000.-- monatlich verdiene. Selbst wenn 

von Seiten der Beschwerdeführer das Darlehen und dessen Rückzahlung 

ausreichend bewiesen werden könnten, wäre der Betrag von Fr. 15'000.-- bei 

der Berechnung nicht zu berücksichtigen. Diesbezüglich sei nämlich zu 

beachten, dass die öffentliche Unterstützung immer subsidiär zu den anderen 

Hilfsquellen geleistet werde. Betreffend die Rückforderung brachte die 

Gemeinde … vor, dass die Beschwerdeführer die Mitwirkungspflicht verletzt 

hätten, weshalb ein widerrechtlicher Leistungsbezug vorliege. Eine zu 

Unrecht bezogene Unterstützung dürfe samt Zinsen zurückgefordert werden. 

Schliesslich könnten die Beschwerdeführer im Rahmen der Anfechtung der 

vorliegenden Einstellungs- und Rückforderungsverfügung nicht wirksam 

beanstanden, dass die ausbezahlte Sozialhilfe nicht gereicht habe und sie 

Anspruch auf höhere Leistungen hätten.

5. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels wiesen die Beschwerdeführer in 

ihrer Replik vom 22. Oktober 2010 darauf hin, dass aus dem Schreiben von 

Rechtsanwalt … die Höhe der Genugtuungssumme sowie die Kosten und 

Spesen klar hervorgingen. Weiter treffe es nicht zu, dass ihr Sohn … lediglich 

Fr. 4'000.-- verdiene und dass darum kein Darlehen von seiner Seite möglich 

gewesen sei. Seine Ehefrau sei ebenfalls erwerbstätig und zusammen 

würden sie rund Fr. 6'000.-- netto im Monat verdienen. Ausserdem habe … 

die Summe von Fr. 15'000.-- nicht unter dem Titel familiäre 

Unterstützungspflicht geleistet, sondern es sei ausdrücklich vereinbart 

worden, das geborgte Geld werde bei der Auszahlung der Schadenssumme 

zurückerstattet. Abschliessend sei darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde … 

die Beschwerdeführer vor der Ausrichtung von Fürsorgeleistungen eine 

Abtretungserklärung habe unterschreiben lassen. Die Gemeinde habe von 

der Forderung der Beschwerdeführer gegenüber der … gewusst, weshalb es 

unverständlich sei, warum sie die Abtretungserklärung der Versicherung nicht 

vorgelegt habe. Somit treffe die Gemeinde … ein grosses Selbstverschulden 

am Umstand, dass sie von der Auszahlung der Schadenssumme erst so spät 

erfahren habe.

6. Die Gemeinde … nahm zu diesen Punkten in der Duplik vom 5. November 

2010 Stellung. Gestützt auf das Schreiben von Rechtsanwalt … könnten die 

Genugtuung sowie die Kosten und Spesen nicht als ausreichend bewiesen 

angesehen werden. Zur rechtsgenüglichen Belegung dieser zwei Positionen 

hätte die Versicherung angewiesen werden müssen, die Aufteilung der 

Schadenssumme aufzuzeigen und darzulegen, was unter welchem Titel 

zugesprochen worden sei. Dies wäre den Beschwerdeführern zumutbar 

gewesen. Weiter bringt die Gemeinde … vor, dass sie nichts von der 

Forderung gegenüber der … gewusst habe, weshalb es ihr gar nicht möglich 

gewesen sei, eine Abtretungserklärung zu deponieren. Ein Verschulden der 

Gemeinde liege nicht vor.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in den 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der Gemeinde … vom 24. Juni 2010. Streitgegenstand ist die 

Frage, wie lange die Beschwerdeführer nach der Auszahlung der 

Schadenssumme von Fr. 85'000.-- über genügend Mittel verfügen, um damit 

leben zu können. Die Beschwerde richtet sich nicht gegen die rückwirkende 

Einstellung der öffentlichen Unterstützung ab dem 1. Mai 2010.

2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger 

(Kantonales Unterstützungsgesetz, UG; BR 546.250) obliegt die 

Unterstützungspflicht der politischen Gemeinde, in welcher der Bedürftige 

seinen Wohnsitz hat. Als bedürftig gilt, wer für seinen Lebensunterhalt und 

den seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend 

oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 1 Abs. 1 UG). 

Diese Bestimmung bekennt sich zum Grundsatz der Subsidiarität von 

Sozialhilfeleistungen, welcher die öffentliche Unterstützung ganz allgemein 

prägt. Durch das Subsidiaritätsprinzip wird der ergänzende Charakter der 

Sozialhilfe betont und verlangt, dass zunächst alle anderen Möglichkeiten 

auszuschöpfen sind, bevor staatliche Fürsorgeleistungen in Anspruch 

genommen werden können. Anspruch auf entsprechende Leistungen des 

Staates hat die in Not geratene Person demzufolge nur, wenn sie nicht in der 

Lage ist, d.h. wenn es ihr rechtlich verwehrt oder faktisch unmöglich ist, selber 

für sich zu sorgen. Somit hat keinen Anspruch, wer solche Leistungen 

verlangt, obwohl er objektiv in der Lage wäre, sich – insbesondere durch die 

Annahme einer zumutbaren Arbeit – aus eigener Kraft die für das Überleben 

erforderlichen Mittel zu verschaffen. Solche Personen befinden sich nämlich 

nicht in jener Notsituation, auf die das Grundrecht auf Nothilfe zugeschnitten 

ist (BGE 130 I 71 E. 4.3 S. 75 f.; K. Hartmann, Vom Recht auf 

Existenzsicherung zur Nothilfe – eine Chronologie, ZBl 2005, S. 418 f.).

3. Gemäss Art. 1 der Ausführungsbestimmungen zum UG (ABzUG; BR 546.270) 

sind für die Bemessung der Unterstützung durch die zuständige Gemeinde im 

Sinne von Art. 2 ABzUG die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für 

Sozialhilfe (SKOS) für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe vom 

April 2005 einschliesslich des Kapitels "Praxishilfen" mit gewissen 

Konkretisierungen und Einschränkungen massgebend.

4. Die Beschwerdeführer haben gemäss den Sachverhaltsschilderungen eine 

Entschädigung über Fr. 85'000.-- erhalten. Sie machen geltend, dass die 

Gemeinde … bei der Berechnung der Anzahl Monate, während welcher die 

Entschädigungssumme für die Deckung der Lebenskosten ausreichen soll, 

nicht genügend Abzüge vorgenommen hätten. Im Folgenden sind die 

einzelnen Vorbringen zu prüfen:

a) Gemäss Art. 5 Abs. 1 ABzUG steht einem Ehepaar ein Vermögensfreibetrag 

von Fr. 8'000.-- zu. Die Gemeinde … hat diesen Betrag berücksichtigt. Es 

verbleibt eine Restsumme von Fr. 77'000.--.

b) Weiter stellt sich die Frage, ob in der Abgeltungssumme von Fr. 85'000.-- eine 

Genugtuungssumme von Fr. 10'000.-- sowie Kosten und Spesen in der Höhe 

von Fr. 4'200.-- enthalten sind. Das Schreiben von Rechtsanwalt … vom 5. 

Juni 2010 reicht nicht aus, um diese zwei Positionen zu belegen. Beim 

erwähnten Schreiben handelt es sich lediglich um den Auszug aus einer 

Korrespondenz zwischen den Beschwerdeführern und ihrem Rechtsvertreter. 

Wie die Gemeinde … zu Recht ausführt, wäre es den Beschwerdeführern 

zumutbar gewesen, die Zusammensetzung der Entschädigungssumme von 

der Versicherung ausweisen zu lassen. Es ist weder Aufgabe der Gemeinde 

noch des Verwaltungsgerichts, diese Auskunft einzuholen. Gemäss Art. 11 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) sind die 

am Verfahren Beteiligten trotz Untersuchungsmaxime verpflichtet, an der 

Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Für den Bereich der Sozialhilfe 

wird die Mitwirkungspflicht durch Art. 4 UG konkretisiert, wonach die zu 

unterstützende und die unterstützte Person verpflichtet sind, jede 

sachdienliche Auskunft zu erteilen und die nötigen Unterlagen beizubringen. 

Die Parteien tragen somit trotz Geltung der Untersuchungsmaxime die 

Beweislast (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2009 vom 15. Dezember 

2009, E. 3.2). Im vorliegenden Fall hätten die Beschwerdeführer genügend 

Gelegenheit gehabt, die Zusammensetzung der Abgeltungssumme 

darzulegen. Die Gemeinde … hat die Beschwerdeführer explizit darauf 

hingewiesen, dass sie belegen müssen, wie sie das Geld verbraucht haben. 

Gestützt auf die hier eingereichten Unterlagen können die 

Genugtuungssumme sowie die Kosten und Spesen jedoch nicht als 

ausreichend bewiesen angesehen werden.

c) Gemäss Ausführungen der Beschwerdeführer verbrachten diese in den 

Jahren 2008 und 2009 jeweils einige Wochen Ferien in Mazedonien. Dafür 

hätten sie ein Darlehen über Fr. 8'000.-- bei einem Bekannten aufnehmen 

müssen, welches sie am 8. September 2009 an den Darlehensgeber 

zurückbezahlt hätten. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass keine 

Unterlagen und Quittungen vorliegen, die beweisen, dass die 

Beschwerdeführer tatsächlich Fr. 8'000.-- für die erwähnten Urlaube benötigt 

haben. Bei den Aufzählungen über die Verwendung des „Feriengeldes“ 

handelt es sich lediglich um Behauptungen. Ferner liegen keine Bankauszüge 

vor, welche belegen könnten, dass tatsächlich zwei Darlehen à Fr. 4'000.-- 

ausbezahlt wurden. Die von den Beschwerdeführern eingereichte 

Bestätigung von … vom 4. Mai 2010 genügt nicht, um die Aufnahme und 

Rückzahlung der Darlehen zu beweisen. Bei derartigen Bestätigungen kann 

denn auch nie ausgeschlossen werden, dass diese zu Prozesszwecken 

erstellt worden sind.

Im Übrigen besteht im vorliegenden Fall gar kein Anspruch auf Ferien, was 

von den Beschwerdeführern nicht bestritten wird (vgl. Replik Ziff. 5). Gemäss 

Kapitel C.1.6 der SKOS-Richtlinien sollen langfristig unterstützten Personen 

Urlaubs- oder Erholungsaufenthalte ermöglicht werden, wenn sie nach 

Kräften erwerbstätig sind, Betreuungsaufgaben wahrnehmen oder 

vergleichbare Eigenleistungen erbringen. Die beiden Beschwerdeführer 

gehen weder einer Arbeitstätigkeit nach noch nehmen sie 

Betreuungsaufgaben wahr. Es wird auch nicht rechtsgenüglich belegt, dass 

ein Auslandaufenthalt unter gesundheitlichen Aspekten zwingend erforderlich 

gewesen wäre.

d) Die Beschwerdeführer machen ausserdem geltend, dass ihr Sohn ihnen vom 

April 2007 bis September 2009 monatlich Fr. 500.-- geborgt habe. Das 

Darlehen über insgesamt Fr. 15'000.-- hätten sie ihm am 7. September 2009 

zurückbezahlt. Zum Beweis dieses Darlehens reichten die Beschwerdeführer 

eine Bestätigung ihres Sohnes zu den Akten. Auch dieses Schreiben von … 

vom 5. Mai 2010 genügt nicht. Mit geringem Aufwand hätten die 

Beschwerdeführer durch Kontoauszüge den Nachweis erbringen können, 

dass dieses Geld tatsächlich zwischen ihnen und ihrem Sohn geflossen ist. 

e) Wie den vorstehenden Erwägungen zu entnehmen ist, bestehen weder über 

die Zusammensetzung der Versicherungsleistung noch über die einzelnen 

Verwendungszwecke rechtsgenügliche Beweise. Die Gemeinde … ist 

deshalb zu Recht von einem Betrag von Fr. 77'000.-- ausgegangen.

5. Neben den nicht vorgenommenen Abzügen bemängeln die 

Beschwerdeführer weiter, dass für die künftige Verwendung der 

Versicherungsleistung von einem zu niedrigen monatlichen 

Vermögensverzehr ausgegangen worden sei. Die Gemeinde … 

berücksichtigt monatliche Lebenshaltungskosten von Fr. 2'405.--, während 

die Beschwerdeführer diesen Betrag auf Fr. 2'650.-- nach oben korrigieren 

möchten. Zunächst gilt festzuhalten, dass die Beschwerdeführer im Rahmen 

der Anfechtung der vorliegenden Einstellungs- und Rückforderungsverfügung 

nicht beanstanden können, dass die bisher ausbezahlte Sozialhilfe ihre 

Lebenshaltungskosten nicht gedeckt habe und sie Anspruch auf höhere 

Leistungen hätten. Dafür hätten sie die entsprechende Verfügung vom 20. 

April 2007 anfechten oder später Beweise für eine Änderung der finanziellen 

Situation vorbringen müssen. Im vorliegenden Fall ist dies nicht geschehen. 

Vielmehr haben die Beschwerdeführer den Sozialhilfebetrag in der Höhe von 

Fr. 2'095.-- akzeptiert. Ausserdem ist zu bemerken, dass im Sozialhilferecht 

der Grundbedarf nicht um 20 % erhöht wird (vgl. Art. 2 f. ABzUG).

Im Sozialhilfebetrag von Fr. 2'095.-- sind minimale Integrationszulagen (MIZ) 

von Fr. 100.-- pro Person enthalten (Art. 6 Abs. 2 ABzUG). Die 

Krankenkassenprämien sind nicht eingeschlossen, weil diese direkt von der 

Gemeinde bezahlt wurden. Bei der Berechnung des monatlichen 

Vermögensverzehrs sind deshalb die Integrationszulagen vom Betrag von 

Fr. 2'095.-- zu subtrahieren (vgl. Art. 2 ABzUG) und die aktuellen 

Krankenkassenprämien abzüglich Prämienverbilligung zu addieren. Aus den 

Akten ist nicht ersichtlich, welche Zahlen die Gemeinde … für die 

Krankenkassenprämien einsetzte. Allem Anschein nach ist sie von einem 

Betrag von Fr. 510.-- (Fr. 2'405.-- minus Fr. 1'895.-- [Sozialhilfebetrag ohne 

MIZ]) ausgegangen. Ob dieser Betrag angemessen ist, kann offen bleiben. 

Falls die Beschwerdeführer ein neues Gesuch um Sozialhilfe stellen sollten, 

muss die Gemeinde sowieso anhand der aktuellen Verhältnisse entscheiden, 

ob die Versicherungsleistung von Fr. 85'000.-- bereits für den Lebensunterhalt 

aufgebraucht wurde. Dabei wäre auch zu berücksichtigen, dass die Gemeinde 

zwar ab September 2009 keine Sozialhilfe mehr ausbezahlte bzw. ihre 

Leistungen zurückforderte, die Krankenkassenprämien aber bis Ende 2010 

übernahm.

6. Mit der angefochtenen Verfügung wurde der Betrag von Fr. 16'760.-- für 

unrechtmässig bezogene Sozialhilfe zurückgefordert. Es handelt sich bei 

diesem Betrag um die Summe der zwischen September 2009 (Erhalt der 

Versicherungsleistung) bis April 2010 (per 1. Mai 2010 Einstellung der 

öffentlichen Unterstützung) ausbezahlten Sozialhilfegeldern. Die 

Beschwerdeführer beanstanden diese Rückforderung. In Kapitel E.3 der 

SKOS-Richtlinien wird eine Rückerstattung unter anderem bei 

widerrechtlichem Leistungsbezug empfohlen. Art. 11 Abs. 3 UG hält ebenfalls 

fest, dass eine zu Unrecht bezogenen Unterstützung mit Zinsen 

zurückerstattet werden muss. Indem die Beschwerdeführer den Erhalt der 

Entschädigungssumme verschwiegen haben, haben sie ihre 

Mitwirkungspflicht gemäss Art. 4 UG verletzt. Deshalb wurde die öffentliche 

Unterstützung für die Monate September 2009 bis April 2010 zu Unrecht 

ausbezahlt und kann zurückgefordert werden. Dabei hat die Gemeinde … 

darauf verzichtet, aufgelaufene Zinsen in Rechnung zu stellen. Es bleibt noch 

darauf hinzuweisen, dass der Rückerstattungsanspruch gegenüber den 

Unterstützten unverjährbar ist (Art. 11 Abs. 5 UG).

7. In der Replik bringen die Beschwerdeführer neu vor, dass die Gemeinde … 

ein grosses Verschulden am Umstand trage, dass sie von der Auszahlung der 

Schadenssumme erst anfangs des Jahres 2010 erfahren habe. Die Gemeinde 

habe die unterzeichnete Abtretungserklärung nicht bei der … deponiert, 

obwohl sie gewusst habe, dass die Beschwerdeführer gegenüber der 

Versicherung eine Forderung besässen. Es liegen keine Indizien dafür vor, 

dass der Gemeinde die Forderung gegenüber der … bekannt war. Deshalb 

ist davon auszugehen, dass sie erst nach der Auszahlung der 

Entschädigungssumme davon erfuhr. Die Gemeinde … trifft somit kein 

Verschulden. Zudem ist nicht ersichtlich, was die Beschwerdeführer aus 

einem Selbstverschulden der Gemeinde überhaupt ableiten möchten. Selbst 

wenn sie von der Forderung gegenüber der Versicherung gewusst hätte, 

hätten die Beschwerdeführer ihre Mitwirkungspflicht verletzt, indem sie die 

Auszahlung der Abgeltungssumme nicht mitteilten. Es würde sich somit nichts 

am unrechtmässigen Bezug der Sozialhilfe ändern.

8. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die angefochtene Verfügung in allen 

Punkten als rechtmässig erweist. Die Beschwerde wird damit abgewiesen. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden Beschwerdeführer. Der 

Gemeinde steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine ausseramtliche 

Entschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 1’066.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

Auf die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 25. März 2011 

nicht eingetreten (8C_157/2011).