# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7610139-53fd-598d-a8d7-c221cfa37b47
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.08.2023 SB220324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220324_2023-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220324-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. B. Amacker, und 

die Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Donatsch 

Urteil vom 25. August 2023 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
Beschuldigte und I. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger (betr. 3.) 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. B. Groth, 

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (betr. Beschuldigter 3) sowie Anschlussberu-

fungsklägerin (betr. Beschuldigter 1) 

 

betreffend mehrfach versuchte Tötung etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dietikon  
vom 25. August 2021 (DG210007) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Januar 

2021 (Urk. 58) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 313 S. 143 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten 4 (D._____) wird eingestellt. 

2. a) Der Beschuldigte 1 (A._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten 

vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB. 

b) Der Beschuldigte 2 (B._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten schwe-

ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB. 

c) Der Beschuldigte 3 (C._____) ist schuldig der mehrfachen versuchten schwe-

ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB. 

3. a) Der Beschuldigte 1 (A._____) wird bestraft mit 12 Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 683 Tage durch Haft erstanden sind. 

b) Der Beschuldigte 2 (B._____) wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 678 Tage durch Haft erstanden sind. 

c) Der Beschuldigte 3 (C._____) wird bestraft mit 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 683 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der bedingte Vollzug bezüglich der gegenüber dem Beschuldigten 3 (C._____) mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 2. August 2018 ausge-

fällten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 70.– wird widerrufen. Die Strafe wird 

vollzogen. 

- 3 - 

5. a) Der Beschuldigte 1 (A._____) wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB für 

12 Jahre des Landes verwiesen. 

b) Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung gemäss Ziffer 5 a) im 

Schengener Informationssystem (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) an-

geordnet. 

c) Der Beschuldigte 2 (B._____) wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für 

8 Jahre des Landes verwiesen. 

d) Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung gemäss Ziffer 5 c) im 

Schengener Informationssystem (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) an-

geordnet. 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

24. November 2020 beschlagnahmten Gegenstände (lagernd beim Forensischen 

Institut Zürich) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen: 

− 1 Metallstange (Asservat-Nr. A013'106'622); 
− 1 abgebrochene Parkfeldholzplatte (Asservat-Nr. A013'106'428). 

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

24. November 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden dem jeweiligen Be-

rechtigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils innert drei Monaten auf erstes 

Verlangen hin herausgegeben, respektive nach ungenutztem Ablauf dieser Frist der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

a) an den Beschuldigten 1 (A._____): 

− 1 Paar Herren-Turnschuhe weiss/schwarz (Asservat-Nr. A013'107'410, 
Lagerort FOR Zürich); 

− 1 Herren-Pullover schwarz (Asservat-Nr. A013'107'421, Lagerort FOR 
Zürich); 

− 1 Herren-T-Shirt dunkelblau (Asservat-Nr. A013'107'443, Lagerort FOR 
Zürich); 

− 1 Herren-Trainerhose schwarz (Asservat-Nr. A013'107'454, Lagerort FOR 
Zürich); 

− 1 Herren-Pullover dunkelblau (Asservat-Nr. A013'107'465, Lagerort FOR 
Zürich); 

- 4 - 

b) an den Beschuldigten 2 (B._____): 

− 1 Trainerhose schwarz (Asservat-Nr. A013'126'471, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Paar Turnschuhe (Asservat-Nr. A013'126'493, Lagerort FOR Zürich); 
− Mobiltelefon iPhone weiss (Asservat-Nr. A013'126'584, Lagerort Kapo ZH, 

Asservaten-Triage); 

c) an den Beschuldigten 3 (C._____): 

− 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A013'107'294, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Paar Herren-Freizeitschuhe rot (Asservat-Nr. A013'107'330, Lagerort 

FOR Zürich); 
− 1 Paar Herren-Freizeitschuhe schwarz/weiss (Asservat-Nr. A013'107'341, 

Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Paar Herren-Turnschuhe rot von C._____ (Asservat-Nr. A013'107'352, 

Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Mobiltelefon Huawei von C._____ (Asservat-Nr. A013'107'501, Lagerort 

Kapo ZH, Asservaten-Triage); 
− 1 Mobiltelefon iPhone schwarz von C._____ (Asservat-Nr. A013'107'523, 

Lagerort Kapo ZH, Asservaten-Triage); 
− 1 Mobiltelefon iPhone schwarz von C._____ (Asservat-Nr. A013'107'534, 

Lagerort Kapo ZH, Asservaten-Triage); 
− 1 Mobiltelefon iPhone weiss von C._____ (Asservat-Nr. A013'107'545, 

Lagerort Kapo ZH, Asservaten-Triage); 

d) an den Beschuldigten 4 (D._____): 

− 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A013'116'944, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 T-Shirt gestreift (Asservat-Nr. A013'116'977, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Kapuzenpullover (Asservat-Nr. A013'116'988, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Paar Sportschuhe (Asservat-Nr. A013'144'086, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Mobiltelefon iPhone 8 (Asservat-Nr. A013'104'364, Lagerort Kapo ZH, 

Asservaten-Triage); 

e) an den Beschuldigten 4 (D._____) zuhanden von H._____: 

− 1 Herrenjacke (Asservat-Nr. A013'116'999, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Jeanshose (Asservat-Nr. A013'117'016, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 T-Shirt, blau (Asservat-Nr. A013'117'027, Lagerort FOR Zürich); 
− 1 Paar Schuhe Marke Nike (Asservat-Nr. A013'144'075, Lagerort FOR 

Zürich); 
− 1 Mobiltelefon Samsung (Asservat-Nr. A013'104'353, Lagerort Kapo ZH, 

Asservaten-Triage). 

- 5 - 

8. Die weiteren, lediglich als Beweismittel sichergestellten Asservate unter der 

Referenznummer 76524602, lagernd beim Forensischen Institut Zürich, werden der 

Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung überlassen. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. Februar 

2020 beim Beschuldigten 3 (C._____) beschlagnahmten Fr. 5'950.– werden zur 

Vollstreckung des Urteils betreffend den Beschuldigten 3 (C._____) verwendet. 

10. a) Der Privatkläger (A._____) wird mit allfälligen Zivilansprüchen auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Betreffend die Zivilansprüche des Beschuldigten 4 (D._____) wird von deren 

Rückzug Vormerk genommen. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 16'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 33'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 6'220.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 135'124.50   amtliche Verteidigung 

Fr. 67'519.75   Gutachten/Expertisen 

Fr. 1'632.00   Auslagen Untersuchung. 

12. a) Die in den Kostenblättern (act. D1/54-56) separat ausgewiesenen Kosten der 

Untersuchung (ausgenommen Entschädigungen der amtlichen Verteidigun-

gen sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) werden den jeweiligen 

Beschuldigten 1–3 auferlegt. Im weiteren Betrag werden die Untersuchungs-

kosten auf die Gerichtskasse genommen. 

b) Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der 

amtlichen Verteidigungen, werden dem Beschuldigten 1 (A._____), dem 

Beschuldigten 2 (B._____) und dem Beschuldigten 3 (C._____) zu je 5/16 

auferlegt und im Übrigen (1/16) auf die Gerichtskasse genommen. 

c) Die Kosten der amtlichen Verteidigungen des Beschuldigten 1 (A._____), des 

Beschuldigten 2 (B._____) und des Beschuldigten 3 (C._____) werden den 

jeweiligen Beschuldigten auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse 

- 6 - 

genommen; die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss Art. 

135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

 Ebenso bleibt eine allfällige Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 

StPO vorbehalten. 

d) Die Kosten betreffend den Beschuldigten 4 (D._____), einschliesslich diejeni-

gen der amtlichen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

13. a) Rechtsanwältin MLaw X2._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Ver-

teidigerin des Beschuldigten 1 (A._____) aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 60'434.45 (inkl. Barauslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) entschädigt. 

b) Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten 2 (B._____) aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 38'081.60 (inkl. Barauslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) entschädigt. 

c) Rechtsanwalt lic. iur. Z1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten 3 (C._____) aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 78'052.20 (inkl. Barauslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) entschädigt. 

d) Rechtsanwalt MLaw XA._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger und Geschädigtenvertreter des Beschuldigten 4 (D._____) aus 

der Gerichtskasse mit 21'000.– (inkl. Barauslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) 

entschädigt. 

14.  (Mitteilungen) 

15. (Rechtsmittel)" 

  

- 7 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 13 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten 1 (A._____): 

 (Urk. 390 S. 1 f.) 

1. Es seien die Ziffern 2a, 3a, 5a-b sowie 12 a-c des vorinstanzlichen Urteils 

vom 25. August 2021 aufzuheben. 

2. A._____ sei der mehrfachen versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB für nicht schuldig zu befinden und von diesem Vorwurf 

freizusprechen. 

3. A._____ sei des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen und angemessen zu bestrafen. 

4. Eventualiter sei A._____ der (mehrfachen) versuchten schweren Körperver-

letzung schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten 

zu bestrafen. 

5. Es sei von einer Landesverweisung abzusehen. 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien, unter Rückzahlungsvorbehalt 

von Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/10 auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

7. A._____ sei für die entstandene Überhaft eine angemessene Genugtuung 

zuzusprechen. 

b) Der Staatsanwaltschaft zum Beschuldigten 1 (A._____): 

(Urk. 391 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei mit 14 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 25. August 

2021 bezüglich des Schuldpunkts, der Landesverweisung sowie der weite-

ren Nebenfolgen des Urteils und den Kostenfolgen zu bestätigen. 

- 8 - 

c) Der Verteidigung des Beschuldigten 2 (B._____): 

 (Urk. 393 S. 1 ff.) 

 Hauptanträge 

1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2b des vorinstanz-

lichen Urteils vollumfänglich freizusprechen. Eventualiter sei die Anklage an 

die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. 

2. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung für die zu Unrecht erlittene Haft in 

der Höhe von Fr. 135'400.– zuzusprechen. 

3. Die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien in 

Abänderung der Dispositiv-Ziffern 12a, 12b und 12c des vorinstanzlichen 

Urteils auf die Staatskasse zu nehmen. 

Eventualanträge 

1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2b des vorinstanz-

lichen Urteils vom Vorwurf der mehrfachen versuchten schweren Körperver-

letzung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

Der Beschuldigte sei der mehrfachen einfachen Körperverletzung i.S.v. 

Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sie in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3b des vorinstanz-

lichen Urteils mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen, dies un-

ter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 

678 Tagen. 

3. Der Vollzug der Freiheitstrafe sei aufzuschieben, dies unter Ansetzung einer 

Probezeit von drei Jahren. 

4. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5c und 5d des vorinstanzlichen Urteils 

sei von einer Landesverweisung abzusehen. 

- 9 - 

5. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens, ausgenommen jene der 

amtlichen Verteidigung, seien dem Beschuldigten zu 5/16 aufzuerlegen und 

im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der Untersuchung 

und des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

Subeventualanträge 

1. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3b des vorinstanz-

lichen Urteils mit einer Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren zu bestrafen, unter 

Anrechnung der erstandenen Haft von 678 Tagen. 

2. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. 

3. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 5c und 5d des vorinstanzlichen Urteils 

sei von einer Landesverweisung abzusehen. 

4. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens, ausgenommen jene der amt-

lichen Verteidigung, seien dem Beschuldigten zu 5/16 aufzuerlegen und im 

Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der Untersuchung 

und des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

d) Der Staatsanwaltschaft zum Beschuldigten 2 (B._____): 

(Urk. 395 S. 1) 

1. Ich beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils des Bezirksge-

richtes Dietikon vom 25. August 2021. 

e) Der Verteidigung des Beschuldigten 3 (C._____): 

 (Urk. 396 S. 1) 

1. Die vorinstanzliche Urteil vom 25. August 2021 sei dahingehend zu bestäti-

gen, dass der Beschuldigte 3 (C._____) der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 StGB schuldig 

zu sprechen sei. 

- 10 - 

2. Der Beschuldigte 3 (C._____) sei hierfür zu bestrafen mit drei Jahren 

Freiheitsstrafe, wovon 683 Tage bereits durch Haft erstanden sind. Von 

diesen drei Jahren seien 24 Monate zu vollziehen und 12 Monate bedingt 

aufzuschieben. 

3. Die in den Kostenblättern (Urk. D1/54-56) separat ausgewiesenen Kosten 

der Untersuchung (mit Ausnahme der Entschädigung der amtlichen Vertei-

digung), seien zu 10% dem Beschuldigten 3 (C._____) aufzuerlegen. Die 

darüberhinausgehenden Kosten (inkl. diejenigen der amtlichen Verteidigung) 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Im Übrigen seien das vorinstanzliche Urteil, soweit es den Beschuldigten 3 

(C._____) betrifft, zu bestätigen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

6. Der amtlicher Verteidiger des Beschuldigten 3 (C._____) sei im Umfang der 

Honorarnote vom 24. August 2023 für das Berufungsverfahren zu entschä-

digen. 

f) Der Staatsanwaltschaft zum Beschuldigten 3 (C._____): 

(Urk. 397 S. 1) 

1. Der Beschuldigte C._____ sei der mehrfachen versuchten Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte C._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren zu be-

strafen. 

Die erstandene Haft sei anzurechnen. 

3. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 25. August 

2021 bezüglich der Nebenfolgen des Urteils und den Kostenfolgen zu bestä-

tigen. 

  

- 11 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Prozessuales 

1.1. Zum Prozessverlauf bis zum begründeten erstinstanzlichen Urteil wird auf 

die vorinstanzlichen Akten verwiesen (Urk. 1 - 308).  

1.2. Was die Vertretungen der Beschuldigten 1 - 3 betrifft, so ist zur Übersicht 

Folgendes zu rekapitulieren: 

Für den Beschuldigten 1 wurde in der Strafuntersuchung mit Verfügung vom 

14. Oktober 2019 Rechtsanwältin MLaw X2._____ als amtliche Verteidigung be-

stellt (Urk. D1/28/1). Während des erstinstanzlichen Verfahrens wurde diese auf 

Wunsch des Beschuldigten 1 widerrufen und Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ als 

erbetener Verteidiger aufgenommen (Urk. 210). Am 6. Dezember 2021, mithin ei-

nige Zeit nach der mündlichen Urteilseröffnung, jedoch vor Versand des schriftlich 

begründeten Urteils, ersuchte Rechtsanwalt lic. iur. X4._____ als amtlicher Ver-

teidiger eingesetzt zu werden. Die Vorinstanz wies das Gesuch ab, strich Rechts-

anwalt lic. iur. X3._____ aus dem Rubrum und nahm Rechtsanwalt lic. iur. 

X4._____ als erbetenen Verteidiger auf (Urk. 289). Ein weiteres Gesuch um Be-

stellung als amtlicher Verteidiger im vorliegenden Berufungsverfahren wurde prä-

sidialiter am 6. Juli 2022 abermals abgewiesen (Urk. 332), unter anderem mit dem 

Hinweis, dass sich der Beschuldigte 1 zu jenem Zeitpunkt zusätzlich durch einen 

zweiten erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt X5._____, vertreten liess (Urk. 332). 

Schliesslich wurde am 19. September 2022 auf Gesuch hin Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt (Urk. 359).  

Dem Beschuldigte 2 wurde zu Beginn der Strafuntersuchung als amtlicher Vertei-

diger Rechtsanwalt MLaw Y2._____ beigegeben (Urk. D1/32/2). Nachdem das 

Vertrauensverhältnis eine erhebliche Störung erfuhr, erfolgte am 2. April 2020 ein 

Wechsel zu Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ (Urk. D1/32/25).  

Der Beschuldigte 3 war seit Anbeginn durch Rechtsanwalt lic. iur. Z1._____ amt-

lich verteidigt (Urk. D1/30/2), wobei er ergänzend Rechtsanwalt lic. iur. Z2._____ 

punktuell für eine Zweitmeinung zuzog, jedoch nicht im Sinne einer Mehrfachver-

- 12 - 

teidigung (vgl. Urk. 351, 353 und 355/2).  

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Dietikon 

vom 25. August 2021 meldeten die Beschuldigten 1 - 3 sowie die Staatsanwalt-

schaft (beschränkt auf den Beschuldigten 3) fristgerecht Berufung an (Urk. 254 - 

257). Nach Versand des begründeten Urteils am 7. Juni 2022 erfolgten ebenfalls 

innert Frist die Berufungserklärungen (Urk. 310/1 - 5, 318, 323, 326 und 330), 

wobei die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte 3 nach entsprechender 

Fristansetzung zusätzlich Anschlussberufung erklärten (Urk. 334, 336, 340 und 

344). Der Beschuldigte 1 liess sodann mit Eingabe vom 15. November 2022 Ver-

fahrens- und Beweisanträge stellen, namentlich es sei anstelle der Expertise von 

Dr. med. E._____ eine neues Gutachten bei einem anderen Sachverständigen 

zur Schuldfähigkeit einzuholen (Urk. 361). Mit Präsidialverfügung vom 3. Januar 

2022 erfolgte die Abweisung des Antrages (Urk. 366). Mit Vorladung vom 30. 

März 2023 wurde schliesslich zur Berufungsverhandlung auf den 24. und 25. Au-

gust 2023 geladen (Urk. 372) und mit Präsidialverfügung vom 31. Mai 2023 der 

(nochmalige) Beweisantrag des Beschuldigten 1 vom 20. April 2023 teilweise gut-

geheissen und die Sachverständige Dr. med. E._____ zwecks Befragung eben-

falls auf den 24. August 2023 vorgeladen (Urk. 374, 379 und 381).  

3. Zur Berufungsverhandlung am 24. August 2023 erschienen die Beschuldig-

ten 1 - 3 mit ihren jeweiligen amtlichen Verteidigern und Staatsanwältin lic. iur. B. 

Groth (Prot. II S. 13). Sodann fanden am 24. August 2023 die Befragungen der 

Sachverständigen Dr. med. E._____ sowie der Beschuldigten 1 - 3 statt (Prot. II 

18; Urk. 389, 389A, 289B, 289C). Vorfragen waren keine zu behandeln. Der Ver-

teidiger des Beschuldigten 1 stellte indes erneut Beweisanträge (Prot. II S. 18 ff.). 

4. Soweit nachfolgend auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, 

erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit 

Erwähnung findet. Ferner ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die 

Berufungsinstanz nicht mit jedem einzelnen Vorbringen der Parteien auseinan-

derzusetzen hat. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 

werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Ent-

- 13 - 

scheid stützt (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 

II. Umfang der Berufung 

1. Die Berufung des Beschuldigten 1 richtet sich gegen den Schuldspruch, die 

Strafe, die Landesverweisung sowie die Kostenauflage (Dispositivziffern 2.a, 3.a, 

5.a und 12 a-c) (Urk. 323), diejenige des Beschuldigten 2 ebenso (Dispositivzif-

fern 2.b, 3.b, 5.c, 5.d, 12.a - c) (Urk. 330). Der Beschuldigte 3 moniert sowohl mit 

seiner Berufung als auch der Anschlussberufung die Strafzumessung und die 

Kostenauflage bezüglich des Gutachtens "3D-Vermessung und dynamische-

rekonstruktive Untersuchung" des FOR (Dispositivziffern 3.c und 12.a) (Urk. 326 

und 344). Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den Schuld-

punkt und die Strafe bezüglich des Beschuldigten 3 (Dispositivziffern 2.c und 3.c) 

(Urk. 318), ihre Anschlussberufung gegen die Bemessung der Strafe bezüglich 

des Beschuldigten 1 (Urk. 340).  

2. Folglich ist das vorinstanzliche Urteil vom 25. August 2021 im übrigen Um-

fang (Dispositivziffern 1 [Einstellung des Verfahrens gegen D._____], 4 [Widerruf 

betr. Beschuldigter 3], 6 - 9 [Beschlagnahme und Einziehung], 10 [Zivilansprü-

che], 11 [Kostenfestsetzung] 12.d [Kostenauflage betr. Beschuldigter 4] und 13 

[Entschädigungen amtliche Verteidigungen]) in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 

i.V.m. Art. 437 StPO), was mittels Beschlusses festzustellen ist.  

III. Anklagegrundsatz  

1. Die Verteidigung des Beschuldigten 2 macht eine Verletzung des Anklage-

grundsatzes gemäss Art. 9 StPO geltend. Sie bringt – wie bereits vor Vorinstanz – 

zusammengefasst vor, die Anklage vom 14. Januar 2021 halte lediglich chronolo-

gisch den gesamten Verlauf der Ereignisse fest und folgere in einer pauschalisie-

renden Gesamtwürdigung, dass sich der Beschuldigte 2 "dadurch" der mehrfa-

chen versuchten schweren Körperverletzung schuldig gemacht habe. Ein seiten-

langer Vorhalt verschiedener Handlungen ohne konkrete Bezeichnung, welche 

Handlung strafbar sei, verunmögliche eine Verteidigung. Der Beschuldigte 2 sei 

- 14 - 

damit gezwungen zu mutmassen, welche Handlungen ihm effektiv als versuchte 

schwere Körperverletzung angerechnet würden; so beziehe sich beispielsweise 

die Umschreibung des subjektiven Tatbestands lediglich auf einen Faustschlag 

und Fusstritte des Beschuldigten 2 gegen die Köpfe der Geschädigten, jedoch 

würden ihm auf den vorhergehenden Seiten der Anklage auch ein Schlag mit ei-

ner Glasflasche und ein Schlag mit einer Holzlatte vorgeworfen. Der Verteidigung 

sei es nicht möglich, die Anklage in Bezug auf Subsumtion und objektive Zurech-

nung zu interpretieren. Es existiere in der Anklage keine Subsumtion. Die Verlet-

zung des Anklageprinzips zeige sich denn auch darin, dass der Vorsitzende die 

Staatsanwaltschaft anlässlich der Hauptverhandlung vom 23. August 2021 aufge-

fordert habe, sich zum Schlag mit der Glasflasche zu äussern (Urk. 313 S. 12, 

Urk. 243 S. 4 ff., Urk. 393 S. 3 ff.). 

2. Nach zutreffender Darlegung der allgemeinen Voraussetzungen des Ankla-

geprinzips und der entsprechenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung sowie 

nach sehr einlässlicher Prüfung der vorliegenden Anklageschrift (Urk. 58) kam die 

Vorinstanz nach einer überzeugenden Würdigung zum Schluss, dass der Ankla-

gegrundsatz gewahrt ist (vgl. Urk. 313 S. 12 ff.). Darauf kann ohne Weiterungen 

verwiesen werden. Für den Beschuldigten 2 ist ausreichend erkennbar, wo, wann, 

wen und auf welche Art er die Geschädigten verletzt haben soll und welche Ver-

letzungen resultierten. Ebenso ist rechtsgenüglich umschrieben, was ihm in 

subjektiver Hinsicht vorgeworfen wird. Zwar ist nicht von der Hand zu weisen, 

dass die Anklageschrift eine unnötige Einleitung enthält und teilweise ausschwei-

fend ist, jedoch umschreibt sie das anklagerelevante Prozessthema genügend 

und ermöglicht ohne Weiteres eine angemessene Verteidigung. Soweit die Ver-

teidigung anlässlich der Berufungsverhandlung neu vorbrachte, in der Anklage 

fehle die Subsumtion (Urk. 393 S. 5), vermag sie auch damit keine Verletzung des 

Anklagegrundsatzes zu begründen, zumal dies nicht Aufgabe der Anklagebehör-

de ist, sondern vielmehr die Aufgabe des Gerichts. Abgesehen davon werden in 

der Anklageschrift die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftat-

bestände erwähnt, weshalb die formellen Anforderungen an die Anklageschrift 

namentlich auch mit Blick auf Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO erfüllt sind. 

- 15 - 

IV. Verwertbarkeit der Beweismittel und Beweisanträge 

1.   Die Vorinstanz hat sich einlässlich und differenziert mit der – von der Vertei-

digung des Beschuldigten 1 in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung in Zweifel 

gezogenen – Verwertbarkeit von diversen Beweismitteln auseinandergesetzt 

(Urk. 313 S. 17 ff.). Soweit die Verteidigung des Beschuldigten 1 erneut die Rüge 

der Unverwertbarkeit der Videoaufnahmen sowie diverser Einvernahmen anläss-

lich der Berufungsverhandlung wiederholte (Urk. 390 S. 3 ff.), kann auf die 

sorgfältigen und überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, 

welchen uneingeschränkt zu folgen ist. Insbesondere was die Verwertbarkeit der 

Videoaufnahme betrifft, ist diese – mit ihr – zu bejahen. 

2.   Die Verteidigung des Beschuldigten 1 bringt sodann – wie bereits mit Einga-
be vom 15. November 2022 (Urk. 361) – vor, das Gutachten von Frau Dr. 

E._____ sei nicht verwertbar, und beantragt die Einholung eines neuen Gutach-

tens zur Frage der Schuldfähigkeit des Beschuldigten 1 (Prot. II S. 19 ff.).  

2.1.   Sie stellt sich auf den Standpunkt, das forensisch-psychiatrische Gutachten 

von Frau Dr. C. E._____ sei mangelhaft, unvollständig und gehe von unzutreffen-

den Tatsachen aus (Urk. 390 S. 7; Prot. II S. 18 ff.). Diese materiellen Einwände 

gegen das Gutachten sind unbegründet, wie noch zu zeigen sein wird (vgl. Ziff. 

VII 2.2.2.). 

2.2.  Entgegen der Verteidigung (Urk. 390 S. 7) begründet sodann die Begutach-

tung dreier Mittäter durch denselben Sachverständigen keinen Anschein der 

Befangenheit, solange dieser sich bei der Erstellung des Gutachtens über einen 

Exploranden nicht in einer Weise festlegt, die ihn in seiner Freiheit bei der Beur-

teilung der anderen beeinträchtigt (BGE 141 IV 34 E. 5), was vorliegend nicht der 

Fall war. Schliesslich lässt sich auch aus dem Umstand, dass die Begutachtung 

durch die Staatsanwaltschaft veranlasst wurde – entgegen der Verteidigung des 

Beschuldigten 1 (Urk. 390 S. 7 f.) – keine Befangenheit bzw. Verletzung von Art. 6 

EMRK ableiten. Vielmehr ist die Staatsanwaltschaft als Verfahrensleitung im Vor-

verfahren gesetzlich beauftragt, wenn die Voraussetzungen im Sinne von Art. 182 

StPO erfüllt sind, eine sachverständige Person beizuziehen (Art. 182 ff. StPO).  

- 16 - 

Die Rüge der Befangenheit erweist sich mithin als unbegründet; entsprechend 

kann auch offen gelassen werden, ob sie überhaupt rechtzeitig im Sinne von 

Art. 58 Abs. StPO erfolgt ist, was zu bezweifeln ist, zumal sie erstmals vor 

Berufungsgericht, mithin Jahre später, vorgebracht wurde. Das forensisch-

psychiatrische Gutachten von Dr. E._____ ist entsprechend auch unter diesem 

Aspekt verwertbar. 

2.3.  Schliesslich besteht – entgegen der Verteidigung (Urk. 390 S. 8) – gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung weder aufgrund der StPO noch gestützt auf 

die Grundrechte der Bundesverfassung und der EMRK ein Anspruch des Vertei-

digers auf Teilnahme an der psychiatrischen Exploration des Beschuldigten durch 

die forensische sachkundige Person (BGE 144 I 253 E. 3.8).  

2.4.  Zusammengefasst erweisen sich die Vorbringen der Verteidigung des 

Beschuldigten 1 betreffend die Verwertbarkeit des forensisch-psychiatrischen 

Gutachten von Frau Dr. E._____ als allesamt unbegründet. Das Gutachten ist 

verwertbar. 

2.5.   Entsprechend ist der Beweisantrag auf Einholung eines neuen Gutachtens 

zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten 1 (Prot. II S. 19 ff.) abzuweisen. 

3.   Des Weiteren stellte die Verteidigung des Beschuldigten 1 an der Beru-

fungsverhandlung im Rahmen ihres zweiten Parteivortrags den Beweisantrag, es 

sei ein wissenschaftliches Gutachten betreffend die Blutalkoholkonzentration des 

Beschuldigten 1 im Tatzeitraum einzuholen (Prot. II S. 30).  

Dieser Beweisantrag ist nach Abschluss des Beweisverfahrens erfolgt, was denn 

auch die Verteidigung einräumt (Prot. II S. 30). Im Sinne von Art. 345 StPO wurde 

den Parteien vorher Gelegenheit gegeben, im Rahmen des Beweisverfahrens an 

der Berufungsverhandlung Beweisanträge zu stellen, was denn auch gemacht 

wurde. Diesen Beweisantrag hat die Verteidigung des Beschuldigten 1 indes erst 

nach Abschluss des Beweisverfahrens im Rahmen ihres zweiten Parteivortrags 

gestellt (Prot. II S. 30 f.; vgl. Art. 346 Abs. 1 und 2 StPO). Er ist entsprechend ver-

spätet erfolgt, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Selbst wenn jedoch darauf 

- 17 - 

einzutreten gewesen wäre, hätte dem Antrag nicht entsprochen werden können. 

Das aktenkundige Beweisfundament ist für die Beurteilung der Frage der Schuld-

fähigkeit aufschlussreich und ausreichend. Von einem wissenschaftlichen Gutach-

ten, welches ohnehin bloss auf den widersprüchlichen Aussagen des Beschuldig-

ten zu seinem Trinkverhalten fussen würde, wären keine weitergehenden und 

beweisrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. 

V. Sachverhalt 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Vorab ist festzuhalten, dass die Beschuldigten 1 - 3 nicht bestreiten, am 

12. Oktober 2019 um zirka 2.35 Uhr beim Club F._____ in G._____ [Ortschaft] in 

eine tätliche Auseinandersetzung mit D._____ und H._____ involviert gewesen zu 

sein und dass es bei D._____ und H._____ zu den in der Anklageschrift um-

schriebenen Verletzungen kam (vgl. zusammenfassend: Urk. 313 S. 67 ff., S. 74 

ff., S. 80 ff., Urk. 237, Urk. 240, Urk. 243 S. 16, Urk. 58 S. 5 ff.). Entsprechend 

beantragte die Verteidigung des Beschuldigten 1 sowohl vor erster Instanz als 

auch im Berufungsverfahren im Schuldpunkt eine Verurteilung wegen Raufhan-

dels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB (Urk. 237 S. 2, Urk. 390 S. 1). Die Vertei-

digung des Beschuldigten 2 beantragte aus formellen Gründen einen Freispruch, 

eventualiter einen Schuldspruch wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Urk. 243 S. 2, Urk. 393 S. 1 f.). Der Beschul-

digte 3 akzeptierte den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen mehrfacher ver-

suchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 326 S. 2, Urk. 396 S. 1).  

1.2. Die Vorinstanz ging bei der Urteilsfindung sodann richtigerweise davon aus, 

dass sich der anklagerelevante Sachverhalt auf den dritten Abschnitt der Anklage, 

mithin den obgenannten Vorfall vor dem Club F._____ ab zirka 2.35 Uhr, bezieht, 

welcher in der Anklageschrift (Urk. 58) ab Seite 5 wiedergegeben ist (vgl. Urk. 313 

S. 36). Etwas anderes wurde auch im Berufungsverfahren nicht zur Diskussion 

gestellt. Es ist nachfolgend deshalb nur dieser Teil der Anklage näher zu prüfen.  

- 18 - 

2. Sachverhaltserstellung 

2.1. Allgemeines 

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung sowie den Beweis-

mitteln und deren Verwertbarkeit ist auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen (Urk. 313 S. 16 ff., S. 36 ff. und S. 61). Insbesondere ist 

auf ihre berechtigten und kritischen Ausführungen zum interdisziplinären Gutach-

ten "3D-Vermessung und dynamisch-rekonstruktive Untersuchung" hinzuweisen 

(Urk. D1/23, Urk. 313 S. 58 ff.). In der Tat sind die Berechnungen der I._____ 

GmbH für die rechtliche Würdigung nicht sachdienlich. Sie können weder zuguns-

ten noch zulasten der Beschuldigten beigezogen werden. Zum einen wurden le-

diglich einzelne wenige Tritte ausgewertet, zum anderen ist es schlicht zu einsei-

tig, einzig aus der Wahrscheinlichkeit eines Schädelbruchs Rückschlüsse auf das 

Tötungsrisiko zu ziehen. Korrekt wies die Vorinstanz darauf hin, dass auch ande-

re schwerwiegende Verletzungen mit Todesfolge bei Schlägen auf den Kopf und 

den Nacken resultieren könnten. Ganz abgesehen davon ist beim subjektiven 

Tatbestand von Relevanz, was der Täter wusste und wollte, namentlich dessen 

innere Einstellung. Äussere Umstände dienen zwar dazu, auf diese Einstellung zu 

schliessen. Jedoch kann aus der Wahrscheinlichkeit eines Schädelbruchs nicht 

ohne Weiteres auf den Willen oder eine allfällige Inkaufnahme des Täters, mithin, 

was er bereit ist, als Folge seines Handelns hinzunehmen, geschlossen werden 

(vgl. zum subjektiven Tatbestand die allgemeinen Ausführungen unter Ziff. 

VI.2.1.3. nachstehend). Zu erwähnen ist sodann bezüglich der Gefährlichkeit der 

Fussstösse, welche das Gutachten physikalisch ebenfalls thematisiert, dass es 

rechtlich letztlich nicht entscheidend ist, wie intensiv die Tritte tatsächlich waren, 

sondern was für Folgen aufgrund der Tritte für möglich gehalten und in Kauf ge-

nommen wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 

E. 4.1 mit Hinweisen). Auch diesbezüglich ist das Gutachten nicht massgebend. 

Ebenfalls ist der Vorinstanz beizupflichten, was ihre jeweiligen Erwägungen zur 

Glaubwürdigkeit der einzelnen Befragten betrifft (Urk. 313 S. 63 ff.). Sodann hat 

sie die Filmaufnahmen der Überwachungskamera (Urk. D1/8/4) minutiös analy-

- 19 - 

siert und die Geschehnisse korrekt in Worten wiedergegeben (Urk. 313 S. 41 ff.), 

auch darauf wird ohne Ergänzungen verwiesen. 

2.2. Anklagesachverhalt betreffend den Beschuldigten 1 (A._____) 

Wie die Vorinstanz korrekt festhält, bestreitet der Beschuldigte 1 den äusseren 

Sachverhalt nicht und lässt sich dieser im Übrigen durch die Filmaufnahme erstel-

len (zusammenfassend: Urk. 313 S. 67 ff.). Zutreffend ist schliesslich die von der 

Vorinstanz auf Seite 6, dritter Absatz der Anklage (Urk. 58) vorgenommene Kor-

rektur des Anklagesachverhaltes, wonach nicht der Beschuldigte 1 "nochmals mit 

der rechten Faust gegen den Kopf von D._____" schlug, sondern der Beschuldig-

te 3. Die Filmaufnahme ist diesbezüglich unmissverständlich (Urk. 313 S. 69; Urk. 

D1/8/4, Datei: Video 11_2019-10-11_011500_2, Zeit: 01:36:36). Zudem sind die 

in der Anklageschrift genannten Verletzungen der Geschädigten D._____ und 

H._____ unbestritten und durch die ärztlichen Berichte und die Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung (Urk. D1/15/3, 4 und 6, Urk. D1/16/3 - 5) zweifellos 

dokumentiert. 

Der Beschuldigte 1 bestritt jedoch sowohl in der Untersuchung als auch im erstin-

stanzlichen Verfahren und im Berufungsverfahren vorsätzlich gehandelt bzw. töd-

liche Verletzungen der Geschädigten gewollt oder zumindest in Kauf genommen 

zu haben (zusammenfassend: Urk. 313 S. 67 f., Urk. 237 S. 15, Urk. 390 S. 12 f.). 

Zu prüfen bleibt damit der subjektive Tatbestand, mithin, was der Beschuldigte 1 

wusste, wollte oder in Kauf nahm. Da diese Frage sehr eng mit der rechtlichen 

Würdigung verknüpft ist, wird an jener Stelle näher darauf eingegangen werden 

(vgl. Ziff. VI.2.1. nachstehend). 

2.3. Anklagesachverhalt betreffend den Beschuldigten 2 (B._____) 

Auch der Beschuldigte 2 ist bezüglich des äusseren, durch die Filmaufnahmen 

erstellten Sachverhaltes geständig (zusammenfassend: Urk. 313 S. 74 f., ins-

besondere Urk. D1/9/9 S. 12 ff., Urk, 389B S. 9 ff.) und liess die dokumentierten 

Verletzungen unbestritten, jedoch stellte er in Abrede, dass er die Geschädigten 

habe schwer verletzen oder gar töten wollen. Er habe nicht gewollt, dass es so-

- 20 - 

weit komme (Urk. D1/11/3 F/A 225 ff., Urk. 389B S. 12 f,). Vielmehr erklärte er, er 

sei ängstlich, aufgebracht und wütend gewesen, da ihn die Geschädigten im und 

vor dem Club grundlos, auch mit einer Eisenstange, geschlagen hätten (Urk. 

D1/9/9 S. 15, Urk. 389B S. 9 ff.). Diesbezüglich bringt denn seine Verteidigung 

fälschlicherweise vor, der Beschuldigte 2 sei so verängstigt gewesen, dass er so-

gar zusammengezuckt sei, als der Beschuldigte 3, sein Kollege, sich ihm genä-

hert habe (Urk. 393 S. 11). Auf der Videoaufnahme ist ersichtlich, dass in dieser 

Szene der Beschuldigte 2 zusammenzuckt, als sich die zwei unbekannten Perso-

nen ihm bedrohlich nähern. Offenbar war den beiden unbekannten Personen zu-

nächst nicht klar, dass der Beschuldigte 2 zu den A._____ C._____ - Brüdern ge-

hörte und ihnen damit freundlich gesinnt war. Der Beschuldigte 3 kam dann hinzu 

um wie es scheint, die Situation zu klären (Urk. D1/8/4, Datei: Video 11_2019-10-

11_011500_2, Zeit: 01:36:30-01:36:36). Wie die Vorinstanz bereits festhielt 

(Urk. 313 S. 76), bedeutete der Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 3 in der Folge, 

zur Seite zu treten und brachte sich mit der Holzlatte in Stellung. Seine Körper-

sprache lässt dabei – entgegen der Verteidigung – einzig den Schluss zu, dass er 

mit der Holzlatte auf den am Boden liegenden D._____ einwirken wollte, jedoch 

liess er sich vom Beschuldigten 3 davon abhalten und liess die Holzlatte fallen. Es 

bleibt im Ergebnis auch beim Beschuldigten 2 der subjektive Tatbestand zu prü-

fen, was ebenfalls im Rahmen der rechtlichen Würdigung erfolgen wird (vgl. Ziff. 

VI.2.2. nachstehend). 

2.4. Anklagesachverhalt betreffend den Beschuldigten 3 (C._____) 

2.4.1. Ebenso ist der Beschuldigte 3 grundsätzlich bezüglich des äusseren Sach-

verhaltes geständig (zusammenfassend: Urk. 313 S. 80 f., Prot. I S. 55 ff., 

Urk. 396 S. 2 ff.). Jedoch nahm die Vorinstanz, zusammenfassend, zu Recht die 

folgenden Anpassungen des Anklagesachverhaltes vor (vgl. Urk. 313 S. 82 ff.): 

- Urk. 58, S. 6, 1. Absatz:  

Der Beschuldigte schlug mehrfach – im Sinne von zwei Mal – mit der Faust 

gegen den Kopf des auf dem Boden liegenden H._____ und versetzte ihm ei-

nen Fusstritt gegen den Kopf. Ein weiterer Fusstritt von oben gegen unten 

gegen den Kopf fand jedoch nicht statt.  

- 21 - 

- Urk. 58, S. 6, 3. Absatz:  

Aus der Filmaufnahme ergibt sich richtig, dass der Beschuldigte 3 nicht drei 

Mal mit dem rechten Fuss gegen den Oberkörper von D._____ tritt, sondern 

zwei Mal eine nicht genau feststellbare Körperregion trifft und ein Mal stattdes-

sen den Kopf. Sodann war es nicht der Beschuldigte 1 (A._____), welcher 

nochmals mit der rechten Faust gegen den Kopf von D._____ schlug, sondern 

der Beschuldigte 3. 

- Urk. 58, S. 6, 4. Absatz: 

Gemäss Vorinstanz schlug der Beschuldigte 3 mehrfach – im Sinne von zwei 

Mal – gegen den Kopf des am Boden liegenden D._____. Die Sichtung der 

Filmdatei ergibt jedoch, dass der Beschuldigte 3 sicher ein Mal gegen den Kopf 

schlug, ein zweiter Schlag ist nicht rechtsgenüglich erkennbar (vgl. Urk. D1/8/4, 

Datei: Video 11_2019-10-11_011500_2, Zeit: 01:36:42). Diesbezüglich ist die 

Vorinstanz zu korrigieren. 

- Urk. 58, S. 7, 2. Absatz:  

Entgegen der Anklageschrift trat der Beschuldigte 3 den auf den Boden liegen-

den H._____ mit dem rechten Fuss nicht gegen den Kopf, sondern gegen den 

Oberkörper: 

2.4.2. Wie der Beschuldigte 1 verneint auch der Beschuldigte 3 einen Tötungs-

vorsatz, anerkennt jedoch den vorinstanzlichen Schuldspruch betreffend die 

mehrfache versuchte schwere Körperverletzung (Urk. 326, Urk. 396 S. 6 ff.). 

Demgegenüber sieht die Staatsanwaltschaft den objektiven und subjektiven Tat-

bestand der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB als erfüllt (Urk. 318, Urk. 397). Darauf 

wird ebenfalls näher bei der rechtlichen Würdigung einzugehen sein (vgl. Ziff. 

VI.2.3. nachfolgend).  

 

- 22 - 

VI. Rechtliche Würdigung 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat sich in allgemeiner Hinsicht zutreffend zu den angeklagten 

Tatbeständen der versuchten vorsätzlichen Tötung sowie der versuchten schwe-

ren Körperverletzung geäussert. Sodann hat sie sich sehr ausführlich und korrekt 

mit der Rechtsprechung zum Versuch und dem Eventualvorsatz auseinanderge-

setzt, namentlich hat sie sehr einlässlich und differenziert die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen dem Tötungsvorsatz und dem subjek-

tiven Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung aufgezeigt (Urk. 313 

S. 86 ff.). Darauf kann vorbehaltlos und ohne Ergänzung verwiesen werden.  

2.1. Verhalten des Beschuldigten 1 (A._____) 

2.1.1. Mit der Staatsanwaltschaft qualifizierte die Vorinstanz das Verhalten des 

Beschuldigten 1 als mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von 

Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 313 Dispositivziffer 2 lit. a). Demgegen-

über beantragt die amtliche Verteidigung auch im Berufungsverfahren einen 

Schuldspruch wegen Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB, eventuali-

ter wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung (Urk. 237 S. 2, Urk. 

323 S. 1, Urk. 390 S. 11 ff.).  

2.1.2. Die Geschädigten D._____ und H._____ haben die inkriminierte Tat glück-

licherweise überlebt und auch keine schweren Körperverletzungen davon-

getragen. Nachdem die Staatsanwaltschaft das Verhalten des Beschuldigten 1 als 

Tötungsdelikt qualifiziert, ist deshalb von vornherein – unabhängig von der noch 

vorzunehmenden rechtlichen Qualifikation – von einem blossen Versuch auszu-

gehen, nachdem es am Erfolg, namentlich dem Todeseintritt fehlt. Indes ist in 

objektiver Hinsicht dennoch erforderlich, dass das Handeln des Täters hätte zum 

Tod führen können, was vorliegend mit der Vorinstanz ohne Weiteres zu bejahen 

ist (vgl. Urk. 313 S. 90 ff.). Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, dass 

gemäss erstelltem Sachverhalt der Beschuldigte 1 den Geschädigten mehrfach 

massive Faustschläge versetzte und mit erkennbarer Heftigkeit und Aggression 

- 23 - 

ebenfalls mehrfach blindwütig insbesondere gegen bzw. auf deren Köpfe kickte 

und stampfte. Dies tat der Beschuldigte 1 überdies ohne jedwelche Impulskontrol-

le oder Dosierung seiner Schläge und Tritte, sondern mit maximaler Gewalt. Das 

Verhalten des Beschuldigten 1 war ohne Weiteres geeignet, vor allem was seine 

Tritte gegen die Köpfe sowie das heftige Stampfen auf die Köpfe betrifft, die Ge-

schädigten derart gravierend zu verletzen, dass es zum Todeseintritt hätte kom-

men können. Das Institut für Rechtsmedizin hielt in seinen Gutachten zur körperli-

chen Untersuchung der Geschädigten zur Lebensgefahr denn auch fest, dass 

zwar die erlittenen Verletzungen nicht als lebensgefährlich einzustufen seien, je-

doch Schläge und insbesondere Tritte gegen den Kopf zu schwersten Verletzun-

gen im Sinne von Blutungen im Kopfinnern oder Brüche des Schädels mit Einblu-

tungen in das Schädelinnere führen könnten und somit als lebensgefährdender 

Vorgang zu werten seien (Urk. D1/15/4 S. 7 f., Urk. D1/16/4 S. 7).  

2.1.3. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Vorsätzlich handelt, wer eine Tat mit Wissen und Wil-

len ausführt. Eventualvorsatz liegt dann vor, wenn der Täter den Eintritt des Er-

folgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, 

weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, 

mag er ihm auch unerwünscht sein. Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich 

der Richter – soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich 

feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von 

den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Nach 

der Rechtsprechung darf er vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, 

wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich auf-

drängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur 

als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann. Zu den äusseren Umstän-

den, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbe-

standsverwirklichung in Kauf genommen, zählt die Rechtsprechung unter ande-

rem auch die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirkli-

chung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser die Wahrschein-

lichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtver-

letzung wiegt, desto näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der Täter habe 

- 24 - 

die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Zu den relevanten Umständen 

können aber auch die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung ge-

hören (vgl. zum Ganzen BGE 130 IV 58 E. 8.4 mit weiteren Hinweisen).  

Wie bereits erwähnt, bestreitet der Beschuldigte 1 einen Tötungsvorsatz. Es ist 

ihm zu glauben, dass er den Tod der Geschädigten nicht bewusst wollte. Im Übri-

gen lassen auch der Tathergang und das Beweisergebnis den Schluss auf einen 

direkten Vorsatz nicht zu. Hingegen ist mit der Vorinstanz und der Staatsanwalt-

schaft ein eventualvorsätzliches Handeln zu prüfen.  

Die Vorinstanz hat sich sehr ausführlich, differenziert und mit zutreffendem Er-

gebnis zum eventualvorsätzlichen Handeln des Beschuldigten 1 geäussert (Urk. 

313 S. 90 ff.). Ihrem Fazit kann – entgegen der Verteidigung (Urk. 390 S. 12 f.) – 

uneingeschränkt gefolgt werden. Es ist nochmals zu betonen, dass der Beschul-

digte 1 unkontrolliert, nicht dosiert und mit grosser Heftigkeit zuschlug und es sich 

vor allem auch um ein einseitiges Geschehen handelte. Die beiden Geschädigten 

wurden von mehreren Personen beinahe überfallartig äusserst aggressiv traktiert, 

zu Boden geschlagen und dabei auch teilweise festgehalten, ohne dass sie ir-

gendeine Chance hatten, sich zu wehren oder zu entkommen. Wie die Vorinstanz 

richtig ausführte, war es für den Beschuldigten 1 deshalb nicht absehbar, welche 

Auswirkungen die Schläge und Tritte für die Geschädigten haben konnten, weil 

von mehreren Angreifern eingewirkt wurde und das Geschehen eine unkontrol-

lierbare Dynamik aufwies. Es muss in der Tat von einem richtiggehenden Ge-

waltexzess gesprochen werden. All dies hielt den Beschuldigten 1 jedoch nicht 

davon ab, am Schluss der Auseinandersetzung nochmals zu dem regungslos und 

blutend daliegenden Geschädigten D._____ zurückzukehren, ihm abermals hefti-

ge Tritte gegen den Kopf zu versetzen und mehrfach auf seinen Kopf einzustamp-

fen, nachdem er ihn extra passend zurechtgerückt hatte. In der Untersuchung 

führte der Beschuldigte 1 auf Nachfrage aus, er könne nicht sagen, was für Ver-

letzungen entstehen könnten, wenn man mit einer solchen Wucht und Häufigkeit 

gegen den Kopf trete. Selbstverständlich könnten schlimme Verletzungen passie-

ren, er würde aber nicht sagen, dass sie lebensbedrohlich seien, aber schön sei 

es auf keinen Fall. Er glaube nicht, dass man sterben könne an solchen Verlet-

- 25 - 

zungen und er glaube auch nicht, dass man bleibende Schäden bekommen kön-

ne (Urk. D1/9/4 F/A 205 ff.). Zu Recht stufte die Vorinstanz diese Ausführungen 

als Schutzbehauptungen ein (Urk. 313 S. 69 f.). Wenn derart auf einen menschli-

chen Körper eingewirkt wird, wie es der Beschuldigte 1 tat, ist jedem dem Klein-

kindalter entwachsenen Menschen klar, dass dies zu lebensgefährlichen oder gar 

tödlichen Verletzungen führen kann. Dies musste auch dem Beschuldigten 1 be-

wusst sein, zumal bei ihm keinerlei Hinweise auf eine Intelligenzminderung oder 

eine psychische Störung vorliegen, die diesem Wissen entgegengestanden hät-

ten. Im Übrigen handelte der Beschuldigte 1 derart blindwütig und – insbesondere 

durch die Tritte gegen und das Stampfen auf die Köpfe – menschenverachtend, 

dass nur auf eine komplette Gleichgültigkeit geschlossen werden kann, was die 

körperliche Integrität der Geschädigten betrifft. Die Filmaufnahme zeigt deutlich, 

dass der Beschuldigte 1 seiner Aggression freien Lauf liess und keinerlei Anstal-

ten zeigte, sich zu kontrollieren. Letztlich liess er nur deshalb von den Geschädig-

ten ab, weil er von J._____ von weiteren Übergriffen abgehalten und weggeführt 

wurde. Der Beschuldigte 1 konnte bei diesem Verhalten nicht mehr ernsthaft mit 

einem harmlosen Ausgang der Auseinandersetzung rechnen, zumal noch weitere 

Beteiligte erheblich mit Schlägen und Tritten auf die Geschädigten einwirkten. 

Vielmehr drängte es sich geradezu auf, dass die Geschädigten tödliche Verlet-

zungen erleiden könnten. Der Beschuldigte 1 muss sich anrechnen lassen, dass 

er durch sein unermüdliches aggressives Verhalten den Tod der Geschädigten 

zwar nicht bewusst wollte, diesen jedoch zumindest in Kauf nahm. Es kann auf-

grund seiner grossen Risiko- und Gewaltbereitschaft nicht mehr ernsthaft davon 

ausgegangen werden, dass er darauf vertraute, der als möglich vorausgesehene 

Erfolg trete nicht ein. Die Folgen waren dem Beschuldigten 1 offenkundig 

schlichtweg egal. 

2.1.4. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist entsprechend zu bestätigen und der 

Beschuldigte 1 der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

Rechtsfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. Eine allfällige 

verminderte Schuldfähigkeit ist im Rahmen der Strafzumessung zu thematisieren 

(vgl. Ziff. VII.2.2.2. nachstehend).  

- 26 - 

2.2. Verhalten des Beschuldigter 2 (B._____) 

2.2.1. Der Beschuldigte 2 wurde von der Vorinstanz dem Antrag der Staatsan-

waltschaft folgend der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gespro-

chen (Urk. 313 Dispositivziffer 2 lit. b). Die Verteidigung beurteilte davon abwei-

chend das Verhalten des Beschuldigten als mehrfache einfache Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Urk. 243 S. 2; Urk. 393 als Eventualantrag). 

Sie argumentierte, mit dem Ergreifen der Holzlatte habe der Beschuldigte 2 die 

Schwelle zum Versuch einer schweren Körperverletzung nicht überschritten und 

es sei darin auch keine Vorbereitungshandlung zu sehen. Sodann habe der Be-

schuldigte 2 beim Faustschlag und den Tritten subjektiv keine schwere Körperver-

letzung in Kauf genommen. Zudem sei die Heftigkeit sichtlich und deutlich gerin-

ger als jene der anderen involvierten Personen. Gemäss Gutachten sei die Wahr-

scheinlichkeit einer Schädelfraktur bei unter 20 Prozent gelegen. Damit sei er-

stellt, dass der Beschuldigte 2 bei Weitem nicht genügend heftig zugeschlagen 

bzw. zugetreten habe, dass ihm Eventualvorsatz zur schweren Körperverletzung 

nachgewiesen werden könne (Urk. 243 S. 17 ff. und S. 19 f., Urk. 393 S. 12 ff.).  

2.2.2. Die Vorinstanz hat mit zutreffenden Argumenten, auf welche verwiesen 

wird, bezüglich der versuchten schweren Körperverletzung ein eventualvorsätzli-

ches Handeln bejaht. Sie erwog zusammenfassend, der Beschuldigte 2 habe auf 

die Köpfe der wehr- bzw. reglos auf dem Boden liegenden Geschädigten einge-

schlagen, als diese bereits von weiteren Personen traktiert worden seien. Er habe 

aufgrund dessen und der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgehen müssen, 

dass seine Schläge und Tritte zu schwerwiegenden körperlichen Beeinträchtigun-

gen führen könnten. Dennoch habe er ganz gezielt auf die Köpfe der Geschädig-

ten eingewirkt und dafür gar den Beschuldigten 3 noch zur Seite geschoben. Auf 

dem Weg zum Auto habe er sodann dem regungslos auf dem Boden liegenden 

Geschädigten H._____ im Vorbeigehen ins Gesicht gekickt, worauf dessen Kopf 

nach hinten geschleudert worden sei. Derartige Schläge und Tritte könne man 

nicht ausführen, ohne dass man mit schweren Verletzungen des Opfers rechnen 

müsse und man diese in Kauf nehme. Daran ändere auch nichts, dass seine 

- 27 - 

Schläge und Tritte weniger heftig ausgefallen seien als diejenigen der anderen 

Beteiligten (vgl. Urk. 313 S. 94 ff.). Dem ist uneingeschränkt beizupflichten. Es sei 

in diesem Zusammenhang auch nochmals an die Beurteilung des Instituts für 

Rechtsmedizin erinnert, welches in seinen Gutachten zur körperlichen Untersu-

chung der Geschädigten zur Lebensgefahr festhielt, dass Schläge und insbeson-

dere Tritte gegen den Kopf zu schwersten Verletzungen im Sinne von Blutungen 

im Kopfinnern oder Brüche des Schädels mit Einblutungen in das Schädelinnere 

führen könnten und somit als lebensgefährdender Vorgang zu werten seien. Zu-

dem hätte im vorliegenden Fall eine Prellung der Augen zu Verletzungen im Au-

geninnern und zur Ablösung der Netzhaut mit daraus resultierender Erblindung 

führen können (Urk. D1/15/4 S. 7 f., Urk. D1/16/4 S. 7). Dies korrespondiert denn 

auch mit der gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach es der all-

gemeinen Lebenserfahrung entspricht, dass Fusstritte und Faustschläge in den 

Kopfbereich eines am Boden liegenden Opfers – selbst wenn dieses sich zu-

sammenrollt und den Kopf mit den Händen zu schützen versucht – zu schwerwie-

genden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können. Für die Er-

füllung des Tatbestandes ist überdies nicht vorausgesetzt, dass neben den ei-

gentlichen Fusstritten oder Schlägen an den Kopf ein aggravierendes Moment, 

etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, die Wehrlosigkeit des Opfers, die Trak-

tierung mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer Personen hin-

zutreten muss. Sodann ist nicht entscheidend, wie intensiv die Tritte tatsächlich 

waren, sondern was für Folgen aufgrund der Tritte für möglich gehalten und in 

Kauf genommen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 

2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Es sind nach dem Gesagten keine Gründe ersichtlich 

und wurden vor allem auch von der Verteidigung nicht vorgebracht, die es recht-

fertigen würden, vorliegend von der zitierten höchstrichterlichen Rechtsprechung 

abzuweichen.  

Insbesondere vermag angesichts der geschilderten Umstände – die Geschädig-

ten lagen bereits wehrlos am Boden, als der Beschuldigte 2 mit behändigter Holz-

latte ins Geschehen eingreifen wollte und dabei nicht den Eindruck vermittelte, 

eingeschüchtert zu sein – nicht zu überzeugen, dass es sich von Panik und 

Schock geleitete Schutz- und Abwehrreaktion gehandelt haben soll, wie die Ver-

- 28 - 

teidigung geltend machen möchte (vgl. Urk. 393 S. 11 ff.).  

2.2.3. Der Beschuldigte 2 ist folglich der mehrfachen versuchten schweren Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. Rechtsfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen 

keine vor.  

2.3. Verhalten des Beschuldigten 3 (C._____) 

2.3.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten 3 der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig (Urk. 313 Dispositivziffer 2 lit. c). Während der Beschuldig-

te 3 den Schuldspruch akzeptiert, appelliert die Staatsanwaltschaft dagegen und 

beantragt einen Schuldspruch wegen mehrfacher versuchter Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 318, Urk. 397). Sie 

brachte zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe mit keinem Wort dargelegt, 

weshalb man dem Beschuldigten 3 keinen Eventualvorsatz betreffend Tötung 

unterstellen könne. Aufgrund der Art, des Umfangs und der Intensität sowie der 

Zeitdauer der Gewalteinwirkung des Beschuldigten 3 gegen die Geschädigten 

habe sich während des Angriffs in diesem dynamischen Geschehen mit mehreren 

Beteiligten die Möglichkeit des Todeseintritts als so wahrscheinlich aufgedrängt, 

dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Billigung des Todes gewertet wer-

den könne. Schliesslich habe der Beschuldigte 3 gar von den regungslosen Ge-

schädigten weg und zum Auto bugsiert werden müssen und habe nicht aus eige-

nem Antrieb aufgehört, die Geschädigten zu treten und zu schlagen. Auf der Vi-

deoaufzeichnung sei ein beängstigender Gewaltausbruch und Gewaltexzess des 

Beschuldigten 3 zu sehen. In objektiver Hinsicht sei der Übergriff grundsätzlich 

geeignet, den Tod der Geschädigten herbeizuführen, weshalb der Beschuldigte 3 

der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig zu sprechen sei 

(Urk. 318 S. 2 ff., Urk. 397 S. 2 ff., Prot. II S. 41).  

2.3.2. Zunächst kann auf die zutreffenden und sehr differenzierten Erwägungen 

der Vorinstanz zum Eventualvorsatz betreffend schwere Körperverletzung verwie-

sen werden (Urk. 313 S. 97 ff.). Dass der Beschuldigten 3 eventualvorsätzlich 

- 29 - 

zumindest eine mehrfache versuchte schwere Körperverletzung begangen hat, 

steht im Berufungsverfahren zu Recht nicht zur Diskussion. Jedoch bleibt zu prü-

fen, ob das Verhalten des Beschuldigten als eventualvorsätzliches versuchtes Tö-

tungsdelikt zu würdigen ist. 

Vorab sei nochmals auf die von der Vorinstanz aufgezeigte Rechtsprechung zur 

Abgrenzung zwischen der versuchten schweren Körperverletzung und der ver-

suchten eventualvorsätzlichen Tötung hingewiesen (Urk. 313 S. 88 f.). Für die Er-

füllung des Tatbestandes der versuchten schweren Körperverletzung setzt die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht voraus, dass neben den eigentlichen 

Fusstritten oder Schlägen gegen den Kopf ein aggravierendes Moment vorliegt 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_529/2020 vom 14. September 2020 E. 3.3.2). Für 

die Annahme eines Tötungsvorsatzes haben demgegenüber zum Wissensele-

ment erheblich aggravierende Umstände hinzuzukommen. So namentlich, wenn 

der Täter das ihm bekannte Risiko in keiner Weise kalkulieren oder dosieren kann 

oder der Geschädigte keinerlei Abwehrchancen hat (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_1250/2013 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 

6B_1180/2017 E. 4.1).  

Solche aggravierenden Umstände liegen beim Beschuldigten 3 noch nicht vor. 

Die Staatsanwaltschaft führt dabei den Vergleich mit dem Beschuldigten 1 an und 

setzt das Verhalten des Beschuldigten 3 auf die gleiche Stufe (Urk. 397 S. 6 ff.). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar ist es zutreffend, dass der Beschuldigte 3 

hemmungslos wiederholt heftige Fusstritte und Schläge versetzte, wie dies auch 

die Vorinstanz anschaulich darlegte (Urk. 313 S. 97). Jedoch zeigten sie sich – 

ohne die Tat verharmlosen zu wollen – nicht derart beharrlich, brutal und blindwü-

tig wie diejenigen des Beschuldigten 1. Der Beschuldigte 1 hat sich zusätzlich 

vorwerfen zu lassen, dass er mehrfach, nachdem die Geschädigten bereits re-

gungslos am Boden lagen, kräftigt auf deren Köpfe einstampfte und dadurch ein 

Bild abgab, als wolle er die Geschädigten tottreten. Ein solches Verhalten war 

beim Beschuldigten 3 nicht erkennbar. Auch war sein Aggressionsniveau nicht 

derart hoch wie dasjenige des Beschuldigten 1. Vielmehr handelte der Beschul-

digte 3 zwar derart, dass er durch sein Verhalten zweifelsohne schwere bzw. le-

- 30 - 

bensgefährliche Verletzungen der Geschädigten in Kauf nahm. Dass er jedoch 

darüber hinaus auch das Todesrisiko in Kauf nahm, kann ihm nicht nachgewiesen 

werden. Dies zeigt sich auch darin, dass er eine gewisse Differenziertheit an den 

Tag legte und beispielsweise den Beschuldigten 2 davon abhielt, mit der Holzlatte 

zuzuschlagen, um schlimmste Verletzungen zu verhindern, worauf die Verteidi-

gung zurecht hinweist (Urk. 396 S. 11). Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz 

ist nicht zu beanstanden und der Beschuldigte 3 der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. Rechtsfertigungs- oder Schuldausschluss-

gründe liegen keine vor. 

VII. Strafe 

1. Allgemeines 

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung sowie zum anwendbaren 

Strafrahmen bei allen drei Beschuldigten kann auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 313 S. 99 ff.).  

Ferner legte die Vorinstanz bei allen drei Beschuldigten die hypothetische Ein-

satzstrafe für die Tat gegen D._____ fest und erhöhte diese in der Folge für das 

Delikt zum Nachteil von H._____. Dieses Vorgehen ist sachgerecht und zu über-

nehmen, ebenso die Systematik. Einzig was die Strafminderungen für die 

jeweiligen Versuche betrifft, sind diese je separat pro Delikt vorzunehmen und 

nicht erst, nachdem die hypothetische Einsatzstrafe für die zweite Tat erhöht wur-

de.  

2. Strafzumessung betreffend den Beschuldigten 1 (A._____) 

2.1. Wie von der Vorinstanz korrekt dargelegt, ist für die vorsätzliche Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB von einem Strafrahmen von 5 bis 20 Jahren Freiheits-

strafe auszugehen und die hypothetische Einsatzstrafe so festzulegen, als wäre 

die Tötung vollendet worden (Urk. 313 S. 99 und 101).  

2.2.1. Zunächst ist für das Delikt zum Nachteil von D._____ die objektive Tat-

- 31 - 

schwere für die Verschuldensbewertung festzulegen. Dazu kann vorab vorbehalt-

los auf die sorgfältigen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 313 S. 102). Entgegen der Verteidigung (Urk. 390 S. 26) verstösst 

diese nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, da das Gericht dem Ausmass 

eines qualifizierenden oder privilegierenden Tatumstandes bei der Strafzumes-

sung Rechnung tragen darf und muss (BGE 118 IV 342 E. 2b; BGE 120 IV 67 

E. 2b). Ergänzend und teilweise rekapitulierend ist zu erwähnen, dass der Be-

schuldigte 1 eine enorm hohe kriminelle Energie aufwies und ihm zu Recht – im 

Verhältnis zu den anderen Beteiligten – der grösste Tatbeitrag anzulasten ist. Er 

handelte äusserst impulsiv und ohne jedwelche Empathie für die Geschädigten. 

Dabei stampfte er unter anderem äusserst menschenverachtend und sehr gezielt 

auf den Kopf des Geschädigten ein und brachte dadurch unmissverständlich sei-

ne enorme Geringschätzung gegenüber dessen physischer Integrität zum Aus-

druck. Immerhin kann zugunsten des Beschuldigten 1 erwähnt werden, dass es 

sich beim Geschädigten nicht um völlig unbekannte Personen handelte, die über-

fallartig zusammengeschlagen wurden, sondern dass der Tat bereits ein Konflikt 

im und ausserhalb des Clubs vorausging und die Gemüter entsprechend erhitzt 

waren. Insgesamt wiegt das objektive Tatverschulden dennoch erheblich.  

In subjektiver Hinsicht ist das eventualvorsätzliche Handeln und die nicht wider-

legbare Alkoholisierung verschuldensmindernd zu berücksichtigen. Jedoch fällt 

erschwerend ins Gewicht, dass der Beschuldigte 1 aus völlig nichtigen Gründen 

handelte und die in jeder Hinsicht primitive und sinnlose Tat ohne Weiteres 

vermeidbar gewesen wäre. Es ist davon auszugehen, dass es den Gebrüdern 

A._____ C._____ mit ihren Helfern darum ging, gegenüber den Gebrüdern 

D._____ H._____ Macht und Überlegenheit zu demonstrieren. Auch wenn der 

Beschuldigte 1 durch den nicht widerlegbaren Alkoholkonsum enthemmt gewesen 

sein mag, wäre dennoch von ihm zu erwarten gewesen, dass er eine andere 

Handlungsoption wählt, zumal zwischen der anfänglichen Auseinandersetzung 

rund 19 Minuten verstrichen waren und sich die Situation augenscheinlich bis zum 

Eintreffen des Beschuldigten 3 beruhigt hatte und man friedlich hätte auseinan-

dergehen können. Stattdessen wartete der Beschuldigte 1 auf seinen Bruder und 

verübte auf primitivste Weise Vergeltung. Entgegen der Würdigung der Vorinstanz 

- 32 - 

vermag die subjektive Tatschwere insgesamt die objektive nicht zu relativieren. 

Es ist insgesamt von einem erheblichen Tatverschulden auszugehen. Die hypo-

thetische Einsatzstrafe ist damit im mittleren Bereich des Strafrahmens bei 12 

Jahren festzulegen. 

2.2.2. Schuldfähigkeit 

2.2.2.1. Die Staatsanwaltschaft liess die Frage der Schuldfähigkeit des Beschul-

digten 1 zum Tatzeitpunkt gutachterlich durch die Sachverständige Dr. med. 

E._____ klären (Urk. D1/42/12). So resultierte die Diagnose eines schädlichen 

Gebrauchs von Alkohol (ICD-10: F10.1) zum Deliktszeitpunkt und die Sachver-

ständige beantwortete die Frage nach der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit wie 

folgt (Urk. D1/42/12 S. 55 f.): 

"Aus forensisch-psychiatrischer Sicht ergaben sich keine Hinweise darauf, 

dass die Realitätswahrnehmung und der Realitätsbezug des Expl. zum 

Zeitpunkt des vorgeworfenen Delikts gestört waren, weshalb er über die 

grundsätzliche Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der ihm vorgeworfenen 

Tat verfügte. Dies bedeutet, dass die Einsichtsfähigkeit erhalten war. 

Im Kapitel "Schuldfähigkeit" wurden Aspekte aufgeführt, die für und gegen 

eine relevante Minderung der Steuerungsfähigkeit von A._____ zum 

Deliktszeitpunkt sprechen. Zusammengefasst wird festgestellt, dass der 

Expl. über ausreichend kognitive, affektive und motorische Fähigkeiten ver-

fügte, denn seine Handlungen (sich gegen den Angreifer wehren, Versuch 

zu fliehen, Hilferuf bei Bruder, Warten auf Hilfe etc.) wirken sinnvoll, geord-

net und spiegeln eine zutreffende Einschätzung der Gesamtsituation wider. 

Gesamthaft wird aus forensisch-psychiatrischer Sicht die Erheblichkeits-

schwelle für eine Verminderung der Steuerungsfähigkeit von A._____ zum 

Zeitpunkt des vorgeworfenen Delikts nicht erreicht, weshalb zusammenge-

fasst die Schuldfähigkeit des Expl. zum Tatzeitpunkt als erhalten einge-

schätzt wird." 

2.2.2.2. Die Verteidigung brachte bereits im erstinstanzlichen Verfahren vor, es 

- 33 - 

sei entgegen der gutachterlichen Feststellung von einer mindestens mittelschwer 

verminderten Schuldfähigkeit des Beschuldigten 1 auszugehen (vgl. Urk. 237 Rz. 

66). Die Vorinstanz beurteilte das psychiatrische Gutachten als nachvollziehbar 

und gelangte zum Schluss, dass der Beschuldigte 1 aus der Tatsache, dass er 

betrunken gewesen sei und daraus allfällig eine leicht verminderte Steuerungsfä-

higkeit resultierte, keine erhebliche Strafminderung ableiten könne. Dabei berück-

sichtigte sie zwar die Alkoholisierung im Rahmen der subjektiven Tatschwere als 

leicht strafmindernd (Urk. 313 S. 104 ff.), sah aber implizit davon ab, dem Be-

schuldigten 1 den Strafmilderungsgrund der verminderten Schuldfähigkeit gemäss 

Art. 19 Abs. 2 StGB zuzugestehen.  

2.2.2.3. Im Berufungsverfahren stellt die (neue) Verteidigung das psychiatrische 

Gutachten erneut in Frage und holte dazu bei Prof. Dr. med. K._____, Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Schwerpunkt Forensische Psychiatrie FMH 

eine methodenkritische Stellungnahme ein (Urk. 361, 374 und 375). Die Verteidi-

gung rügt insbesondere mit Prof. Dr. med. K._____, dass das psychiatrische Gut-

achten von Dr. med. E._____ vor üblichen psychiatrischen Standards nicht Stand 

halte. Folglich könne auf das Gutachten nicht abgestellt werden und sei es nicht 

verwertbar (Urk. 374 und 375). Zusammengefasst ist der methodenkritischen 

Stellungnahme zu entnehmen, dass das Gutachten die wesentlichen überprüfba-

ren formalen Qualitätskriterien der Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit nicht 

erfülle. Zudem sei nicht hypothesengeleitet vorgegangen worden, indem Alterna-

tivhypothesen, explizit zum fraglichen tatzeitnahen Alkoholkonsum, nicht geprüft 

worden seien. Es sei nicht legitim, wenn Sachverständige sich auf eine, nicht vom 

Gericht rechtskräftig festgestellte, Annahme über den Tatvorlauf/-ablauf stützten. 

Schliesslich habe die Sachverständige eine Rechtsfrage beantwortet, indem sie 

beim Beschuldigten 1 einen schädlichen Gebrauch von Alkohol diagnostiziert ha-

be (Urk. 375 S. 2). Die Sachverständige Dr. med. E._____ wurde anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 24. August 2023 dazu befragt und äusserte sich zu 

den Kritikpunkten wie folgt: Es treffe nicht zu, dass ihr Gutachten den Qualitätskri-

terien der Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit nicht genüge. Sie sei sehr wohl 

hypothesengeleitet vorgegangen. Sie habe als Arbeitshypothese die Angaben der 

Staatsanwaltschaft in der Schlusseinvernahme genommen, was sie auch im Gut-

- 34 - 

achten dokumentiert habe. Sie habe die Angaben des Exploranden vollständig 

eingearbeitet und könne nicht nachvollziehen, was daran nicht nachvollziehbar 

oder unvollständig sein soll. Betreffend die Frage der Alkoholintoxikation führte sie 

aus, es habe keine objektiven Befunde, wie die Messung der Blutalkoholkonzent-

ration, gegeben. Es habe das von Beteiligten beschriebene und das auf den Vi-

deoaufnahmen beobachtbare Verhalten gegeben. Die Informationsbasis sei ge-

ring gewesen; gestützt darauf habe sie ihr Gutachten verfasst. Dabei sei sie krite-

riengeleitet vorgegangen. Sie habe sodann auch die Kriterien, welche für einen 

schädlichen Gebrauch sprechen würden, aufgeführt und entsprechend erweise 

sich die Herleitung der Diagnose als nachvollziehbar. Eine Entzugssymptomatik 

sei vom Beschuldigten verneint worden und eine solche sei auch objektiv nicht 

aufgefallen. Die Gutachterin räumte sodann ein, einen Fehler gemacht zu haben, 

indem sie sich zu einer Rechtsfrage geäussert und geschrieben habe: "keine 

schwere Störung im Sinne des Gesetzes" (Urk. 389). Schliesslich erläuterte sie 

auf entsprechende Ergänzungsfragen der Verteidigung, dass die reine Blutalko-

holkonzentration nichts über das entscheidende tatzeitnahe psychopathologische 

Syndrom aussage und entsprechend die Beurteilung bei unterschiedlichen Pro-

millewerten nicht anders ausgefallen wäre (Urk. 389). 

2.2.2.4. Die Sachverständige hat sich mithin zu der an in ihrem Gutachten ange-

brachten Kritik geäussert; Fehler hat sie eingestanden bzw. klar gestellt. Sie weist 

zu Recht darauf hin, dass aus dem Gutachten ersichtlich ist, auf welche Informa-

tionsbasis sich dieses stützt. Insbesondere hat sie im Gespräch den Beschuldig-

ten 1 zur Alkoholgewöhnung befragt, hat die Aussagen zum Verhalten des Be-

schuldigten, auch im Club, einfliessen lassen und die aufschlussreichen Video-

aufnahmen analysiert. Entgegen der Verteidigung ist sie sodann nicht von einem 

gewissen Promillewert ausgegangen. Die Sachverständige hat in sorgfältiger 

Analyse der vorhandenen Informationsbasis nachvollziehbar aufgezeigt, wie sie 

zu ihrer Einschätzung gelangt ist. Ihr ist sodann – mit Verweis auf die bundesge-

richtliche Rechtsprechung – auch zuzustimmen, dass es keine feste Korrelation 

zwischen Blutalkoholkonzentration und darauf beruhender forensisch relevanter 

Psychopathologie gibt; es sind stets Gewöhnung, Persönlichkeit und Tatsituation 

in die Beurteilung einzubeziehen (BGE 122 IV 49 E. 1b). 

- 35 - 

Zusammenfassend erweist sich, dass Dr. med. E._____ sämtliche von der Vertei-

digung gestreuten Bedenken klären konnte. Es bestehen keine Zweifel, dass das 

psychiatrische Gutachten vom 9. September 2020 klar, vollständig und lege artis 

erstellt wurde. Es ist für die Beurteilung der Schuldfähigkeit und die Rückfallgefahr 

des Beschuldigten 1 deshalb ohne Weiteres darauf abzustellen.  

2.2.2.5. Die Verteidigung äusserte sich anlässlich der Berufungsverhandlung zur 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten zusammenfassend dahingehend, dass 

vorliegend von einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 2.72 Promille, 

mutmasslich aber deutlich über 3 bis sogar 4 Promille, allenfalls sogar 5 Promille 

auszugehen sei, was eine Schuldunfähigkeit, mindestens jedoch eine starke 

Verminderung der Schuldfähigkeit nach sich ziehe (Urk. 390 S. 17 ff,). Die 

Staatsanwaltschaft argumentierte dagegen, die Berechnungen der Verteidigung 

seien spekulative Mutmassungen und stützten sich auf widersprüchliche Angaben 

des Beschuldigten 1. Der Blutalkoholgehalt sei nicht aktunkundig (Prot. II S. 29). 

Dieser sei auch nicht von Relevanz für die Beurteilung der Schuldfähigkeit; es 

seien die ganzen Umstände massgebend. Anhand von Symptomen könne man 

bestimmen, ob jemand schuldfähig sei bzw. wie hoch der Alkoholisierungsgrad 

sei. Dies habe die Sachverständige lege artis gemacht und überzeugend darge-

legt, wie sie zur Beurteilung der voll erhaltenen Schuldfähigkeit gekommen sei. 

Darauf sei abzustellen (Prot. II S, 22 f.). 

2.2.2.6. Unbestritten ist der Umstand, dass der Beschuldigte 1 bereits Stunden 

vor dem tatbeständlichen Verhalten mit dem Konsum einer insgesamt grösseren 

Menge Alkohol begann. Indes konnte die zum Deliktszeitpunkt bestehende Blut-

alkoholkonzentration nicht ermittelt werden. 

2.2.2.7. Das Bundesgericht legte in seinem Leitentscheid BGE 122 IV 49 fest, 

dass bei einer Blutalkoholkonzentration zwischen 2 und 3 Promille eine Vermu-

tung für die Verminderung der Schuldfähigkeit bestehe, diese jedoch durch Ge-

genindizien umgestossen werden könne.  

Folgt aus dem täterschaftlichen Verhalten vor, während und nach der Tat, dass 

ein Realitätsbezug vorhanden ist, dass sich der Täter an wechselnde Anforderun-

- 36 - 

gen der Situation anpassen, auf eine Gelegenheit zur Tat warten oder diese gar 

herbeiführen kann, ist nicht von einer schweren Beeinträchtigung, sprich einer 

verminderten Schuldfähigkeit, auszugehen (vgl. OFK/StGB-Donatsch, StGB 19 N 

12, mit Hinweisen auf bundesgerichtliche Entscheide).  

2.2.2.8. Sowohl die Vorinstanz als auch die Sachverständige setzten sich diffe-

renziert und einlässlich mit dem Verhalten und dem Zustand des Beschuldigten 1 

zum Tatzeitpunkt auseinander. Anhand der Filmaufnahmen sind keine massgebli-

chen motorischen Störungen des Beschuldigten 1 feststellbar. Zutreffend stellte 

die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte agil sowie reaktionsschnell wirke und 

die Situation mit unberechenbarer Dynamik beherrsche. Er habe sogar insoweit 

einen Überblick über das Gesamtgeschehen, als dass er Anweisungen an die üb-

rigen Beteiligten erteilt habe. Dass einzelne Schläge im dynamischen Geschehen 

keine Volltreffer seien, sei nicht entlastend, da im Lichte seiner Agilität keines-

wegs seiner motorischen Beeinträchtigung zuzuschreiben. Nichts zu seinen 

Gunsten ableiten könne der Beschuldigte 1 überdies aus dem Umstand, dass er 

im Club eingeschlafen sei und der letztlich bloss leichten Verletzungen der Ge-

schädigten (Urk. 313 S. 105).  

2.2.2.9. Die Sachverständige ging in ihrer Begutachtung davon aus, dass die 

Alkoholaufnahme am Tatabend als gesichert angenommen werden könne. In 

allgemeiner Weise hielt sie fest, dass die Kriterien für eine Intoxikation erfüllt sei-

en durch funktionsgestörtes Verhalten wie Enthemmung, Streitbarkeit, Aggressivi-

tät, Affektlabilität, Aufmerksamkeitsstörung, Einschränkung der Urteilsfähigkeit 

und Beeinträchtigung der persönlichen Leistungsfähigkeit plus mindestens eines 

der folgenden Anzeichen: Standunsicherheit, Gangunsicherheit, verwaschene 

Sprache, Nystagmus, Bewusstseinsstörung, Gesichtsröte oder konjunktivale In-

jektion. Beim Beschuldigten 1 seien die Symptome der Enthemmung und Aggres-

sivität zum Deliktszeitpunkt feststellbar. Durch das Zurückfallen auf den Sitz im 

Club könne auch eine gewisse Stand- und Gangunsicherheit angenommen wer-

den. Die anderen Symptome könnten jedoch nicht mit hinreichender Sicherheit 

nachgewiesen werden. Jedoch reichten die aufgeführten Symptome aus, um von 

einer Alkoholeinwirkung im Sinne einer Intoxikation auszugehen. Dabei müsse die 

- 37 - 

Alkoholgewöhnung des Beschuldigten 1 miteinbezogen werden. Dies bedeute, 

dass für eine Intoxikation oder um den gewünschten Effekt zu erreichen, grössere 

Mengen konsumiert werden müssten oder es träten bei Konsum derselben Men-

ge deutlich geringere Effekte auf. Auch sei die Alkoholabbaugeschwindigkeit deut-

lich erhöht. Insgesamt schloss die Sachverständige daher im Ergebnis auf eine 

leicht- bis mittelgradige Berauschung des Beschuldigten 1 (Urk. D1/42/12 S. 47 

f.). 

Die vom Beschuldigten 1 beschriebenen Emotionen zum Tatzeitpunkt – wie auf-

gebracht sein, Wut – stufte die Sachverständige als in der Situation normalpsy-

chologisch völlig nachvollziehbar ein; es lasse sich darin keine Beeinträchtigung 

durch Intoxikation erkennen. Sie führte weiter aus, der Beschuldigte 1 sei wäh-

rend des Konfliktes mit D._____ und H._____ durchgehend in der Lage gewesen, 

die Situation einzuschätzen, habe zunächst versucht, sich zur Wehr zu setzen 

und sich durch Wegfahren zu entziehen. Dadurch, und auch durch das Anrufen 

und um Hilfe-Bitten seines Bruders, zeige sich eine normalpsychologische nach-

vollziehbare, sinnvolle und geordnete Handlung. Aus forensisch-psychiatrischer 

Sicht ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die Realitätswahrnehmung und 

der Realitätsbezug des Beschuldigten 1 zum Zeitpunkt der Tat gestört gewesen 

seien, weshalb er über die grundsätzliche Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht 

der ihm vorgeworfenen Tat verfügt habe (Urk. D1/42/12 S. 50). Für eine foren-

sisch relevante Verminderung der Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten 1 spre-

che der angegebene Schwindel nach dem Aufwachen, wobei ein Teil der Müdig-

keit des Arbeitstages zuzurechnen sei. Der Sturz im Club könne bedingt sein 

durch eine alkoholbedingte motorische Unsicherheit, jedoch auch durch einen 

Schlag (ohne Alkoholeinwirkung). Weiter für eine Beeinträchtigung spreche, dass 

er von anderen Personen als betrunken wahrgenommen worden sei und durch 

die Einmischung in einen Konflikt (D._____/B._____) eine gewisse Kritikschwä-

che und Distanzminderung zeige. Die Enthemmung zeige sich im Rahmen seiner 

massiv gewalttätigen Handlungen nach Eintreffen des Bruders durch sein aggres-

sives Hineinsteigern, zumal er zuerst nur mit den Fäusten geschlagen habe. Ge-

gen eine relevante Verminderung der Steuerungsfähigkeit spreche, dass der Be-

schuldigte 1 sich durchaus detailreich an die Ereignisse bis zum Eintreffen des 

- 38 - 

Bruders erinnern könne. Zudem sei es ihm gelungen, Hilfe zu holen und abzuwar-

ten, bis diese eintreffe, bevor er zum massiven Gegenangriff angesetzt habe. Das 

spreche für eine ausreichend erhaltene Impulskontrolle. Zudem seien seine Hand-

lungen (zur Wehr setzen, Versuch zu fliehen, Hilferuf beim Bruder) geordnet und 

seine Einschätzung der Gefährlichkeit zutreffend gewesen. Die Alkoholgewöh-

nung müsse ebenfalls berücksichtigt werden, da der Beschuldigte 1 erst bei höhe-

ren Alkoholmengen überhaupt eine Wirkung verspüre. Gesamthaft werde aus fo-

rensisch-psychiatrischer Sicht die Erheblichkeitsschwelle für eine Steuerungsfä-

higkeitsminderung nicht erreicht. Eine gewisse Alkoholisierung sei zum Delikts-

zeitpunkt mit Sicherheit vorgelegen, jedoch liessen sich aus gutachterlicher Sicht 

nicht ausreichend alkoholbedingte kognitive, affektive und motorische Beeinträch-

tigungen feststellen, um von einer erheblichen Verminderung der Steuerungsfä-

higkeit auszugehen. Es werde aus forensischer Sicht keine relevante Minderung 

der Steuerungsfähigkeit gesehen und die Schuldfähigkeit als erhalten einge-

schätzt (Urk. D1/42/12 S. 50 ff.). 

2.2.2.10. Der Vorinstanz und der Sachverständigen kann uneingeschränkt gefolgt 

werden. Sie nennen beide massgebliche Gegenindizien, welche die von der Ver-

teidigung vorgebrachte Vermutung der verminderten Schuldfähigkeit bzw. der 

gänzlichen Schuldfähigkeit umzustossen vermögen. Im Zusammenhang mit der 

Alarmierung des Bruders kann sodann erwähnt werden, dass der Beschuldigte 1 

seinen Bruder, den Beschuldigten 3, nicht etwa auf dessen Mobiltelefon anrief, 

sondern dessen Club kontaktierte, wobei er wusste, dass immer Sicherheitsper-

sonal vor Ort ist. Dass sein Bruder wieder im Land war, wusste er zu diesem Zeit-

punkt nicht. In der Folge konnte der Beschuldigte 1 sodann dem Beschuldigten 3 

seine Lokalität bekannt geben, obwohl er vorher noch nie dort gewesen sein soll 

(vgl. D1/10/1 S. 4 ff., Urk. D1/10/3 S. 2). Diese sinnvolle und geordnete Vorge-

hensweise erfordert eine gewisse intellektuelle Leistungsfähigkeit, welche offen-

sichtlich beim Beschuldigten 1 im Tatzeitraum vorhanden war. Mithin stellt dies 

ein weiteres Gegenindiz dar, welches gegen eine verminderte Schuldfähigkeit 

spricht. 

Es wird weder von der Verteidigung differenziert dargetan, noch ist erkennbar, 

- 39 - 

inwieweit der Beschuldigte 1 nicht mehr hätte einsichts- und steuerungsfähig 

gewesen sein sollen. Vielmehr sprechen etliche Anzeichen gegen eine massgeb-

liche Beeinträchtigung. Der Beschuldigten 1 war ohne Weiteres in der Lage, auf 

die jeweiligen Situationen zu reagieren und sich zu orientieren, namentlich durch 

Abwehr, Flucht und Hilferuf und überschaute die Konfliktsituation. Ebenso war er 

auch kurz vor dem fraglichen Übergriff in der Lage, D._____ aufzuhalten, bis der 

Bruder eintraf. Zudem wirken seine Bewegungen während des Übergriffs – mit 

der Vorinstanz – agil, gezielt und reaktionsschnell. Sein Verhalten zeigte sich ins-

gesamt differenziert und macht deutlich, dass sich der Beschuldigte 1 der jeweili-

gen Situation bewusst war und diese einschätzen konnte. Äusserst eindrücklich 

sind sodann seine sehr einlässlichen und detailreichen Aussagen zum Gesche-

hen bis zum Eintreffen des Beschuldigten 3 – so etwa anlässlich der Hafteinver-

nahme vom 14. Oktober 2019 (Urk. D1/9/3) sowie der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahmen vom 21. November 2019, 4. Dezember 2019 und 21. April 2020 

(Urk. D1/9/4, D1/9/5, D1/9/9). Dies lässt nur den Schluss auf eine sehr gute 

Wahrnehmung sowie ein sehr gutes Erinnerungsvermögen zu, was selbst für voll-

ständig nüchterne Personen bei dynamischen Vorgängen eine Herausforderung 

darstellt. Der Realitätsbezug des Beschuldigten 1 war jederzeit vorhanden und 

sein sehr gutes Erinnerungsvermögen spricht klar gegen eine erhebliche Alkoho-

lisierung. Die Sachverständige vermag insgesamt mit ihrer Einschätzung vollstän-

dig zu überzeugen, wenn sie die Schuldfähigkeit des Beschuldigten 1 als erhalten 

einschätzt.  

2.2.2.11. Nach dem Gesagten zeigt sich, dass der Beschuldigten 1 zum Tatzeit-

punkt voll schuldfähig war. Der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB 

greift nicht. 

2.2.3. Für den Versuch ist schliesslich eine Strafminderung vorzunehmen. Es ist 

einzig dem Zufall – und nicht dem Zutun des Beschuldigten 1 – zu verdanken, 

dass der Geschädigte D._____ nicht getötet wurde oder irreversible Schäden 

davontrug, sondern nur leichte Verletzungen erlitt. Dennoch rechtfertigt das Aus-

bleiben von schwerwiegenden Folgen eine spürbare Strafminderung im Umfang 

von 4 Jahren, wodurch sich die hypothetische Einsatzstrafe auf 8 Jahre reduziert.  

- 40 - 

2.3. Was die Strafzumessung bezüglich der Tat zum Nachteil von H._____ be-

trifft, kann ebenfalls auf die ausgewogenen und überzeugenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 313 S. 107). Was die objektive und subjektive 

Tatschwere sowie die Strafminderung infolge des Versuchs anbelangt, gelten oh-

ne Weiteres die bereits im Zusammenhang mit der Tat zum Nachteil von D._____ 

genannten Strafzumessungsgründe. Es wäre für sich alleine betrachtet ebenfalls 

eine hypothetische Einsatzstrafe von 8 Jahren angezeigt. Jedoch ist in Anwen-

dung des Asperationsprinzips, wie dies die Vorinstanz ebenfalls tut (vgl. Urk. 313 

S. 107), zu berücksichtigen, dass die beiden Taten in einem unmittelbaren sachli-

chen und situativen Zusammenhang stehen. Die unter Ziff. VII.2.2. festgelegte 

hypothetische Einsatzstrafe von 8 Jahren ist deshalb für die gegen H._____ be-

gangene Tat um 4 Jahre auf 12 Jahre zu erhöhen. 

2.4. Täterkomponenten 

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 1 kann 

vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 

313 S. 109). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 1 er-

gänzend aus, er sei 1997 mit einem Touristenvisum in die Schweiz gekommen 

und habe entsprechend nach deren Ablauf die Schweiz wieder verlassen müssen. 

Später sei er dann aufgrund der Heirat wieder in die Schweiz gekommen. Für ihn 

bedeute sowohl der Kosovo als auch die Schweiz Heimat. Er sei vor seiner Ver-

haftung regelmässig in den Kosovo gereist, letztmals im Februar 2019. Zu seinen 

beiden Brüdern im Kosovo pflege er einen guten Kontakt (Urk. 389A S. 4 ff.). Zu-

treffend ist, das der Beschuldigte 1 für den Zeitraum 2014 bis 2019 sieben Vor-

strafen aufweist (Urk. 383). Da es sich um relativ geringfügige und nicht einschlä-

gige Delikte handelt, sind die Vorstrafen nicht in erheblichem Umfange beachtlich, 

jedoch ist mit der Vorinstanz zu konstatieren, dass der Beschuldigte 1 eine er-

kennbare Geringschätzung gegenüber der geltenden Rechtsordnung an den Tag 

legt. Das Vorleben ist deshalb mit einer Straferhöhung von 8 Monaten zu berück-

sichtigen. Was das Teilgeständnis des Beschuldigten 1 betrifft, so hat dies nicht 

zwingend eine Strafreduktion zur Folge. Weder hat es vorliegend zur Vereinfa-

chung noch zur Verkürzung des Strafverfahrens geführt. Im Übrigen kann qualita-

- 41 - 

tiv nicht von einem Geständnis gesprochen werden, der Beschuldigte 1 hat fak-

tisch lediglich bestätigt, was ohnehin auf der Filmaufnahme eindeutig zu sehen 

war. Hinzu kommt, dass auch keine Einsicht und Reue erkennbar ist, sondern 

sich vielmehr eine erschreckende Verharmlosungstendenz zeigt. Es ist deshalb 

für das Teilgeständnis keine Strafminderung vorzunehmen. Von einer Reduktion 

der Strafe aufgrund einer überlangen Verfahrensdauer sah die Vorinstanz zu 

Recht ab. Nicht gefolgt werden kann ihr jedoch darin, dass sie für ein "rücksichts-

loses Nachtatverhalten", namentlich weil der Beschuldigte 1 für die Geschädigten 

keine medizinische Hilfe organisierte, eine Straferhöhung von 5 Monaten vorsah. 

Ein solches "rücksichtsloses Nachtatverhalten" ist zum einen Körperverletzungs- 

und Tötungsdelikten inhärent und wäre zum anderen durch den Tatbestand der 

Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 StGB zu bestrafen. Jener Tatbe-

stand wird jedoch durch die versuchte vorsätzliche Tötung konsumiert (vgl. BGE 

87 IV 7) und wurde folgerichtig nicht angeklagt. Eine Berücksichtigung im Rah-

men der Täterkomponenten ist nicht statthaft.  

2.5. Zusammenfassend resultiert für den Beschuldigten 1 für die ihm zur Last 

gelegten Taten eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 8 Monaten.  

Entgegen der Verteidigung sind die von ihr aufgeführten Urteile (Urk. 390 S. 26 f.) 

nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichbar, zumal es sich in casu nicht um ei-

nen Grenzfall zwischen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung und 

eventualvorsätzlicher Tötung handelt und überdies die zu berücksichtigenden 

Strafzumessungsfaktoren nicht genannt werden, sodass die Bemessung der Stra-

fe nicht nachvollziehbar ist. 

Die bis heute erstandene Haft sowie der vorzeitige Strafantritt von insgesamt 

1413 Tagen sind anzurechnen (Art. 51 StGB). Ein bedingter oder teilbedingter 

Vollzug einer Freiheitsstrafe in dieser Höhe ist gesetzlich nicht vorgesehen (Art. 

42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 StGB).  

3. Strafzumessung betreffend den Beschuldigten 2 (B._____) 

3.1. Zum objektiven Tatverschulden betreffend das Delikt zum Nachteil von 

- 42 - 

D._____ erwog die Vorinstanz zusammengefasst zutreffend, dass die Schläge 

und Tritte des Beschuldigten 2 weniger heftig ausgefallen seien als diejenigen der 

Beschuldigten 1 und 3 und er insgesamt den geringsten Tatbeitrag geleistet habe. 

Jedoch komme erschwerend dazu, dass die Geschädigten bereits völlig wehrlos 

am Boden gelegen seien, als der Beschuldigte 2 auf sie eingeschlagen und ein-

getreten habe und er bei seinem Hinzukommen gesehen habe, dass diese bereits 

von mehreren Personen traktiert würden und von den Geschädigten keinerlei 

Gefahr ausgehen würde. Zudem sei er, nachdem er sich versteckt gehabt habe, 

geplant und rudimentär mit einer Holzlatte bewaffnet an den Tatort zurückgekehrt 

(Urk. 313 S. 113 f.). Dieser Würdigung ist uneingeschränkt beizupflichten. Das 

objektive Tatverschulden wiegt bereits erheblich und wird durch die subjektive 

Komponente nicht relativiert. Zwar handelte der Beschuldigte 2 lediglich eventual-

vorsätzlich und ist aufgrund des nicht widerlegbaren Alkohol- und Kokainkonsums 

von einer gewissen Enthemmung auszugehen, jedoch begab er sich, obwohl er 

angeblich unter Todesangst gelitten haben will, ohne Not, gezielt und erkennbar 

selbstbewusst an den Tatort und nahm die Gelegenheit wahr, den an ihm vorgän-

gig begangenen Übergriff auf primitive, feige und gefährliche Weise zu vergelten. 

Sein Handeln war komplett sinnlos und wäre ohne Weiteres, auch unter Alkohol-

einfluss, zu vermeiden gewesen. Daran ändert auch nichts, dass er zuvor von den 

Geschädigten provoziert und tätlich angegangen wurde. Es blieb ihm genug Zeit, 

sich zu beruhigen und sich vom Konfliktherd zu entfernen, stattdessen entschied 

er sich für die Konfrontation. Als er – mit der Holzlatte bewaffnet – dazu stiess, la-

gen die Geschädigten bereits wehrlos am Boden; von ihnen ging keine Bedro-

hung aus. Entsprechend sind – entgegen der Verteidigung (Urk. 393 S. 16 f.) – 

keine Strafmilderungsgründe gemäss Art. 48 StGB ersichtlich. Wenn die Vo-

rinstanz die hypothetische Einsatzstrafe (für den hypothetischen Fall der schwe-

ren Körperverletzung) bei 3.5 Jahren Freiheitsstrafe festsetzt, so ist dies ohne 

Weiteres angemessen und wohlwollend. Für die Strafminderung aufgrund der 

versuchten Tatbegehung kann auf die Ausführungen betreffend den Beschuldig-

ten 1 verwiesen werden (vgl. Ziff. VII.2.2.3. vorstehend). Vorliegend ist die hypo-

thetische Einsatzstrafe, welche sich aufgrund des Verschuldens zwischen 3.5 bis 

4 Jahren zu bewegen hat, demnach um rund 1/3 auf 28 - 32 Monate zu reduzie-

- 43 - 

ren.  

3.2. Eine verminderte Schuldfähigkeit wurde beim Beschuldigten 2 gutachterlich 

verneint (vgl. Urk. D1/44/10 S. 53) und ist demnach nicht strafzumessungsrele-

vant. 

3.3. Für die Bemessung der hypothetischen Einsatzstrafe bezüglich der Tat zum 

Nachteil von H._____ kann grundsätzlich auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 313 S. 114). Das Verschulden wiegt gerade 

noch leicht. Die hypothetische Einsatzstrafe für die vollendete Tat von 2.5 Jahren 

ist angemessen und nicht zu beanstanden und die versuchte Begehung ebenfalls 

mit einer Reduktion von rund 1/3 (10 Monate) zu berücksichtigen. Die hypotheti-

sche Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung zum Nachteil von 

D._____ ist in Anwendung des Asperationsprinzips entsprechend um 12 Monate 

auf 40 - 44 Monate zu erhöhen.  

3.4. Täterkomponenten 

Es kann für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 313 S. 115). Der Beschul-

digte 2 ergänzte anlässlich der Berufungsverhandlung, wegen seiner Karriere als 

Profisportler als Teenager eineinhalb Jahre im Kosovo gelebt zu haben. Sonst 

habe er keine Beziehung zum Kosovo, alle seine Verwandten lebten in der 

Schweiz. Er sei 2016 oder 2017 das letzte Mal im Kosovo gewesen. Er spreche 

nicht gut albanisch. Seit seiner Entlassung aus der Haft lebe er wieder mit seiner 

Familie zusammen und arbeite auf Stundenlohnbasis bei der L._____ als Eisen-

leger und verdiene monatlich zwischen Fr. 4'000.– und Fr. 5'000.– (Urk. 389B S. 2 

ff.). Gemäss aktuellem Strafregisterauszug weist der Beschuldigte zudem seit 

2015 vier Vorstrafen auf (Urk. 384), welche zwar nicht einschlägig, jedoch vielfäl-

tig sind. Es ist dabei eine Straferhöhung von mindestens 6 Monaten vorzuneh-

men, um der Uneinsichtigkeit des Beschuldigten 2 Rechnung zu tragen. Weitere 

Strafzumessungsrelevante Faktoren liegen nicht vor. Zum Teilgeständnis sowie 

die fehlende Einsicht und Reue kann auf das beim Beschuldigten 1 Gesagte ver-

wiesen werden, ebenso, was die nicht gerechtfertigte Straferhöhung wegen feh-

- 44 - 

lender Hilfeleistung betrifft (vgl. Ziff. VII.2.4. vorstehend).  

3.5. Insgesamt zeigt sich nach dem Gesagten, dass die von der Vorinstanz aus-

gesprochene Freiheitsstrafe von 4 Jahren angemessen und nicht nach unten zu 

korrigieren sowie in Achtung des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 

StPO) in ihrer Höhe zu respektieren ist. Der Beschuldigte 2 ist für die von ihm 

begangene mehrfache versuchte schwere Körperverletzung folglich mit 4 Jahren 

Freiheitsstrafe zu bestrafen, wobei bis zum Urteilszeitpunkt 678 Tage Haft 

anzurechnen sind (Art. 51 StGB). Ein bedingter oder teilbedingter Vollzug einer 

Freiheitsstrafe in dieser Höhe ist gesetzlich nicht vorgesehen (Art. 42 Abs. 1 StGB 

und Art. 43 Abs. 1 StGB). 

4. Strafzumessung betreffend den Beschuldigten 3 (C._____) 

4.1. Zum objektiven und subjektiven Tatverschulden äusserte sich die Vorinstanz 

in zutreffender Weise sehr einlässlich und differenziert (Urk. 313 S. 117 f.), worauf 

verwiesen wird. Es kann ihr ohne Weiteres gefolgt werden, wenn sie dem Be-

schuldigten 3 eine brutales Vorgehen attestiert und seine Schläge und Tritte als 

heftig taxiert. In der Tat erfolgten seine Schläge routiniert und in schneller Abfol-

ge, zum Teil bis zu neun Mal nacheinander. Sodann ist dem Beschuldigten 3 ein 

planmässiges Vorgehen anzulasten. Er fuhr, ohne vorher in die Auseinanderset-

zung involviert gewesen zu sein, mit zwei Begleitern vor, die umgehend mit ihm 

und dem Beschuldigten 1 die Geschädigten zusammenzuschlagen begannen, 

obwohl sich die Situation vor dem Eintreffen des Beschuldigten 3 ganz offensicht-

lich beruhigt hatte und keine Übergriffe mehr stattfanden. Der Beschuldigte 3 leg-

te durch sein gesamtes Verhalten eine deutliche kriminelle Energie an den Tag. 

Das objektive Tatverschulden wiegt erheblich. In subjektiver Hinsicht liegt zwar 

auch beim Beschuldigten 3 ein eventualvorsätzliches Handeln vor, jedoch ist zu 

erwähnen, dass es keinen erkennbaren Grund für das aggressive Verhalten gab. 

So liess er in äusserst unreifer Manier zusammen mit seinem Bruder, dem Be-

schuldigten 1, sowie zwei mitgebrachten Helfern die Situation zu einem richtigge-

henden Gewaltexzess eskalieren und musste schliesslich unter Körpereinsatz von 

Dritten davon abgehalten werden, weiter auf die Geschädigten einzuwirken. Auch 

sein Verhalten war völlig sinnlos, erfolgte aus einem nichtigen Anlass und hätte 

- 45 - 

ohne Weiteres vermieden werden können. Im Gegensatz zu den Beschuldigten 1 

und 2 war der Beschuldigte 3 weder erwähnenswert alkoholisiert, noch wurde er 

im Vorfeld von den Gebrüdern D._____ H._____ provoziert oder tätlich angegan-

gen. Wie bereits beim Beschuldigten 1 ausgeführt, bleibt der Eindruck haften, 

dass die Gebrüder A._____ C._____ gegenüber den Gebrüdern D._____ 

H._____ auf primitive Weise ihre Macht und Überlegenheit demonstrieren wollten. 

Ihm ist indes immerhin zu attestieren, dass er versuchte, schlimmste Verletzun-

gen zu verhindern und dass er namentlich den Beschuldigten 2 davon abhielt, mit 

der Holzlatte zuzuschlagen. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive nicht 

zu relativieren und es bleibt bei einem insgesamt erheblichen Tatverschulden. Es 

rechtfertigt sich eine hypothetische Einsatzstrafe für das vollendete Delikt im mitt-

leren Bereich des Strafrahmens von 5 Jahren bzw. 60 Monate.  

Für die Strafminderung aufgrund des Versuchs kann uneingeschränkt auf die 

beim Beschuldigten 1 gemachten Ausführungen verwiesen werden (vgl. Ziff. 

VII.2.2.3. vorstehend). Nicht zuletzt aufgrund der noch leichten Verletzungen der 

Geschädigten rechtfertigt sich auch hier eine Strafreduktion von rund 1/3 auf 40 

Monate.  

4.2. Für die Strafzumessung bezüglich der Tat zum Nachteil von H._____ kann 

ebenfalls auf die vorstehenden (Ziff. VII.4.1.) sowie die überzeugenden Erwägun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 313 S. 119 f.). Was die objektive und 

subjektive Tatschwere sowie die Strafminderung infolge des Versuchs betrifft, gel-

ten ohne Weiteres die bereits im Zusammenhang mit der Tat zum Nachteil von 

D._____ genannten Strafzumessungsgründe. Für sich alleine betrachtet wäre 

ebenfalls eine hypothetische Einsatzstrafe von 40 Monaten angezeigt. Jedoch ist 

in Anwendung des Asperationsprinzips, wie bereits bei den übrigen Beschuldig-

ten, zu berücksichtigen, dass die beiden Taten in einem unmittelbaren sachlichen 

und situativen Zusammenhang stehen. Die unter Ziff. VII.4.1. festgelegte hypothe-

tische Einsatzstrafe von 40 Monaten ist deshalb für die gegen H._____ 

begangene Tat um 20 Monate auf 5 Jahre zu erhöhen. 

4.3. Täterkomponenten 

- 46 - 

Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse zutreffend wiedergegeben (Urk. 313 S. 121 f.). In der Berufungsver-

handlung führte der Beschuldigte 3 dazu weiter aus, seit der Entlassung aus der 

Haft wieder bei der Familie zu wohnen, die Firma A._____ C._____ Group AG zu 

leiten und monatlich ca. Fr. 9'000.– zu verdienen (Urk. 389C S. 2 ff.). Aktuell weist 

der Beschuldigte 3 seit 2015 vier Vorstrafen aus; ein weiterer Eintrag erfolgte für 

ein fehlbares Verhalten nach der Entlassung aus der Sicherheitshaft während lau-

fendem Strafverfahren (Urk. 385). Die Vorstrafen erweisen sich zwar als einiger-

massen geringfügig und nicht einschlägig, jedoch zeigt sich auch bei ihm eine 

manifestierte Gleichgültigkeit gegenüber der geltenden Rechtsordnung. Die De-

linquenz nur gerade 9 Monate nach der Haftentlassung während laufendem Straf-

verfahren unterstreicht dies zusätzlich. Es hat deshalb eine Straferhöhung von 12 

Monaten zu erfolgen. Das übrige Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind 

ansonsten strafzumessungsneutral. Zum Nachtatverhalten ist auch hier anzumer-

ken, dass vorliegend die unterbliebene Hilfeleistung keine Straferhöhung nach 

sich zieht (vgl. dazu Ziff. VII.2.4. vorstehend). Sodann rechtfertigt sich auch beim 

Beschuldigten 3 aus qualitativen Gründen keine spürbare Strafminderung für das 

Teilgeständnis (vgl. dazu ebenfalls Ziff. VII.2.4. vorstehend). Jedoch scheint er 

immerhin eine Einsicht in das Unrecht seines Handelns zu haben, was sich nicht 

nur an seinem Schlusswort anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

zeigt (vgl. Prot. I S. 79 f.), sondern auch an dem Umstand, dass er von Anbeginn 

eine Verurteilung wegen mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung bean-

tragte (vgl. Urk. 240 S. 1). Des Weiteren ist ihm zu attestieren, dass er sich bei 

den Opfern aufrichtig entschuldigt, sich in der Zwischenzeit mit ihnen versöhnt hat 

und das Verhältnis wieder als freundschaftlich bezeichnet werden kann (Urk. 396 

S. 20 f.). Dies ist insgesamt mit einer Strafminderung im Umfang von 6 Monaten 

zu berücksichtigen. Zu Recht sah die Vorinstanz sodann davon ab, das Wohlver-

halten im Strafvollzug sowie die finanzielle Unterstützung der Familie strafmin-

dernd einfliessen zu lassen (vgl. Urk. 313 S. 123). Mit Verweis auf die bundesge-

richtliche Rechtsprechung ist nur bei aussergewöhnlichen Umständen eine erhöh-

te Strafempfindlichkeit zu bejahen, da die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für je-

de arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewis-

- 47 - 

sen Härte verbunden ist (Urteile 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3; 

6B_375/2014 vom 28. August 2014 E. 2.6; 6B_605/2013 vom 13. Januar 2014 E. 

2.4.3; 6B_740/2011 vom 3. April 2012 E. 3.4; je mit Hinweisen). Solche im Ver-

gleich mit anderen selbständig Erwerbenden aussergewöhnliche Umstände liegen 

entgegen der Verteidigung (Urk. 396 S. 18 f.) nicht vor. 

4.4. Zusammenfassend ist der Beschuldigte 3 für die mehrfache versuchte 

schwere Körperverletzung mit 5 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe zu sanktio-

nieren. Dabei sind ihm 683 Tage für erstandene Haft anzurechnen (Art. 51 StGB). 

Ein bedingter oder teilbedingter Vollzug einer Freiheitsstrafe in dieser Höhe ist 

gesetzlich nicht vorgesehen (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 StGB). 

VIII. Landesverweisung 

1. Landesverweisung des Beschuldigten 1 (A._____) 

1.1. Die Vorinstanz hat, mit der Staatsanwaltschaft, den Beschuldigten 1 für 

12 Jahre des Landes verwiesen und die Ausschreibung im Schengener Informati-

onssystem angeordnet (Urk. 313, Dispositivziffer 5 lit. a und b). Sie hat dabei die 

allgemeinen Voraussetzungen der Landesverweisung umfassend und zutreffend 

dargestellt (U