# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8e0cede-f9fa-5fc9-ab26-395a99df1fb6
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-18-11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-18-11_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA AA___ 
 
 

 
Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden , 

Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau 
 
 

 
Gegenstand Rente der Invalidenversicherung 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018 
 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 
Die vom Beschwerdeführer gegen dieses Urteil  
erhobene Beschwerde an das Bundesgericht  
ist dieses mit Entscheid vom 8. April 2019 
nicht eingetreten (8C_243/2019). 

Urteil vom 20. November 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter Ch. Wild, Dr. F. Windisch, S. Ramseyer, S. Plachel 
Obergerichtsschreiber J. Kürsteiner 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 18 11 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Januar 2018 sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine ganze 

Invalidenrente auszurichten. 

 2. Eventualiter sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

 3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

in der Person der Unterzeichnenden zu gewähren. 

 4. Dem Beschwerdeführer sei nach Gewährung der Akteneinsicht eine Frist zur 

nachträglichen, ergänzenden Begründung der Beschwerde anzusetzen. 

 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Der am XX.XX.1962 geborene, aus Deutschland stammende, als Holzbearbeiter und 

Sanitäter angelernte und zuletzt in der Reinigung tätige A___ meldete sich am 

15. Dezember 2005 (IV-act. 23.120) ein erstes Mal bei der Invalidenversicherung an, da 

er sich am 6. Juni 2005 in Ungarn bei einem Sturz vom Pferd den vierten 

Lendenwirbelkörper gebrochen habe und seither unter Bandscheibenproblemen leide (IV-

act. 11.181/187). Mit Verfügung vom 9. November 2011 (IV-act. 11.17) wies die 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich das Leistungsbegehren, ausgehend von 

einer vollständigen 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, bei einem 

Invaliditätsgrad von 10% ab. 

 

B. B.1 

 Am 26. Februar 2016 (IV-act. 11.10) meldete die Krankentaggeldversicherung der 

Arbeitgeberin, die das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 28. Januar 2016 (IV-act. 

13/19) auf Ende März 2016 gekündigt hatte, den Versicherten zur Früherfassung bei der 

Invalidenversicherung an, da er aufgrund eines chronischen Lumbovertebralsyndroms seit 

Mitte Oktober 2015 vollständig arbeitsunfähig sei. 

  

Seite 3 

 B.2 

 Gemäss Bericht von Allgemeinmediziner Dr. B___ vom 20. Januar 2016 (IV-act. 15/4) sei 

der Versicherte in der angestammten Tätigkeit derzeit wegen eines chronischen 

Lumbovertebralsyndroms mit Schmerzexazerbation nach einem Sturz im August 2015 

vollständig arbeitsunfähig. Möglicherweise sei in einer ergonomisch günstigeren Tätigkeit 

eine Teilarbeitsfähigkeit erreichbar (s. auch den Bericht Dr. B___ vom 27. Dezember 2015 

[IV-act. 11.11]). 

 

 B.3 

 Nach einer Stellungnahme des regionalärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung vom 

11. Mai 2016 (IV-act. 18), wonach sich beim Versicherten eine typische 

Anschlussdegeneration unterhalb der Spondylodese zeige, in einer adaptierten Tätigkeit 

derzeit jedoch trotzdem eine 50%ige und im weiteren therapeutischen Verlauf eine 80-

100%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar erscheine, gewährte die IV-Stelle am 12. Mai 2016 

(IV-act. 21) Arbeitsvermittlung. 

 

 B.4 

 Gemäss Bericht der Rheinburg-Klinik Walzenhausen vom 6. Juli 2016 (IV-act. 34/2) über 

einen stationären Aufenthalt vom 15. Juni bis 5. Juli 2016 betrage die Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit zunächst 50%, im Verlauf dann allenfalls sogar 100%, welche 

Einschätzung später vom regionalärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) mit 

Aktennotiz vom 24. November 2016 (IV-act. 36) übernommen wurde. 

 

 B.5 

 Nachdem der Versicherte der IV-Stelle gemäss Aktennotiz vom 10. Oktober 2016 (IV-

act. 29) mitgeteilt hatte, dass er weiterhin im Schmerzzentrum des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG) behandelt werde und sich nicht in der Lage fühle, an beruflichen 

Massnahmen teilzunehmen, schloss die IV-Stelle die berufliche Eingliederung nach einem 

entsprechenden Bericht vom 11. Oktober 2016 (IV-act. 30) mit Mitteilung vom 14. Oktober 

2016 (IV-act. 31) ab. Gemäss Bericht des KSSG vom 8. September 2016 (IV-act. 35) 

leide er unter chronischen Rückenschmerzen. In jenem vom 24. November 2016 (IV-act. 

42/18) wurde vermerkt, dass sich die analgetische Therapie bei verschiedenen 

Nebenwirkungen schwierig gestalte, weshalb der sich psychologisch gut aufgestellt 

fühlende Versicherte derzeit auf weitere Therapieversuche verzichten wolle. Im Bericht 

vom 23. Dezember 2016 (IV-act. 42/16) schliesslich hiess es, eine Prognose sei nur sehr 

eingeschränkt möglich, und man empfehle eine  Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit. 

  

Seite 4 

 B.6 

 Nach einem Bericht des KSSG vom 8. Januar 2017 (Bf. act. 16.15), wonach der 

Versicherte in einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode stecke und seit 

längerer Zeit in einem „Burnout-Zustand“ lebe, und einem Bericht Dr. B___ vom 

7. Februar 2017 (IV-act. 42/20), dass in der angestammten Tätigkeit zwar keine 

Arbeitsfähigkeit vorliege, in einer adaptierten jedoch schon, erging seitens der IV-Stelle 

am 1. März 2017 (IV-act. 43) ein Vorbescheid. Demnach sei das Leistungsbegehren bei 

einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit abzuweisen. 

 

 B.7 

 Den vom Versicherten am 7. März 2017 (IV-act. 44) am Schalter und mit Schreiben vom 

30. März 2017 (IV-act. 47) erhobenen Einwand, wonach für ihn auf dem ersten 

Arbeitsmarkt keine Erwerbstätigkeit mehr existiere, er die Medikamente wegen fehlender 

Wirkung und erheblichen Nebenwirkungen nicht mehr nehme und im KSSG ab 10. Mai 

2017 eine zweijährige Schmerztherapie vorgesehen sei, bezeichnete der RAD mit 

Aktennotiz vom 10. April 2017 (IV-act. 53) als nicht stichhaltig, empfahl aber eine 

orthopädische und psychiatrische Abklärung. Dem entsprechenden Gutachten der SMAB 

AG, St. Gallen, vom 2. August 2017 (IV-act. 64) ist zu entnehmen, dass aufgrund eines 

beidseitigen pseudoradikulären Lumbalsyndroms angestammt zwar keine Arbeitsfähigkeit 

mehr bestehe, diese adaptiert jedoch seit 9. November 2011 bei 100% liege. Zu 

empfehlen seien eine (weitere) Gewichtsreduktion und psychologische Gespräche, wozu 

der Versicherte allerdings nicht motiviert sei. Dieser sehe sich zu einer Erwerbstätigkeit 

nur noch während maximal einer Stunde pro Tag in der Lage, was deutlich mit seinem 

Aktivitätsniveau in Freizeit und Haushalt kontrastiere. Dieses Gutachten wurde vom RAD 

mit Aktennotiz vom 31. August 2017 (IV-act. 68) als beweistauglich bezeichnet. 

 

 B.8 

 Gemäss Bericht des KSSG vom 21. November 2017 (IV-act. 78) bestünden beim 

Versicherten eine COPD Gold 2B und ein leichtgradiges obstruktives 

Schlafapnoesyndrom. Nachdem der RAD mit Aktennotiz vom 17. Januar 2018 (IV-act. 79) 

neue medizinische Gesichtspunkte von Relevanz verneint hatte, erging seitens der IV-

Stelle am 26. Januar 2018 (IV-act. 2) eine Verfügung, wonach das Leistungsbegehren 

abgewiesen werde mangels eingeschränkter Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit, woran auch der pneumologische Bericht des KSSG vom 21. November 2017 

nichts ändere. 

 

C. C.1 

Seite 5 

 Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 26. und 28. Januar 2018 (act. 1 und 

2.2) sowie - nunmehr durch RA AA___ vertreten - vom 19. März 2018 (act. 7) 

Beschwerde. Auf die dortigen Vorbringen wird, soweit erforderlich, wie auch bei den 

übrigen Rechtsschriften im Rahmen der Erwägungen näher eingegangen. 

 

 C.2 

 Am 5. April 2018 (act. 9) erging die Beschwerdeantwort, am 15. Juni 2018 (act. 15) die 

Replik und am 21. Juni 2016 (act. 18) die Duplik, wobei beide Parteien am bisherigen 

Standpunkt festhielten. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass 

diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und 

Fristerfordernisse erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

 

2. Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 

19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) 

die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben versicherte 

Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu siebzig Prozent, auf 

eine Dreiviertelrente, wenn sie mindestens zu sechzig Prozent, auf eine halbe Rente, wenn 

sie mindestens zu fünfzig Prozent und auf eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu vierzig 

Prozent invalid sind. 

 

3. 3.1 

 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall 

das Gericht) auf Unterlagen, welche von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen 

medizinischen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (Urteile des Bundesgerichts 

9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 E. 4.2.1 und 4.2.2, 9C_922/2013 vom 19. Mai 2014 

E. 3.2.1, 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 3.2). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 

sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Seite 6 

Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4, 140 V 

193 E. 3.2). 

 3.2 

 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 

134 V 231 E. 5.1, 137 V 210 E. 6.1.2). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Berichten von externen Spezialärzten ist bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien dagegen sprechen. In Bezug 

auf Berichte von Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass deren Angaben mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 

ausfallen (BGE 125 V 351 E. 3, 135 V 465 E. 4.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_641/2013 

vom 23. Dezember 2013 E. 5.4, 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.2.2, 9C_203/2015 

vom 14. April 2015 E. 3.2, 9C_395/2016 vom 25. August 2016 E. 4.1, 9C_646/2016 vom 

16. März 2017 E. 4.2.1), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und 

Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag (Urteile des Bundesgerichts 8C_768/2012 

vom 24. Januar 2013 E. 3, 8C_107/2013 vom 23. April 2013 E. 3, 8C_454/2016 vom 

19. Dezember 2016 E. 4.2). Gleichwohl hat der Richter zu prüfen, ob eine von einer Partei 

eingeholte ärztliche Stellungnahme in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und 

Schlussfolgerungen des von der Verwaltung oder vom Gericht bestellten medizinischen 

Sachverständigen derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_62/2016 vom 7. Juli 2016 E. 4.1, 8C_452/2016 vom 27. September 

2016 E. 3). Was die Beweiskraft versicherungsinterner Berichte anbelangt, so lässt ein 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung 

eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 122 V 157 E. 1d, 125 V 351 E. 3b/ee, 135 V 465 E. 4.4, 

142 V 551 E. 8.3.1.1). 

 

4. 4.1 

 In der vorliegend angefochtenen Verfügung wurde eine gesundheitlich bedingte 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gestützt auf das SMAB-

Gutachten verneint. 

Seite 7 

 

 Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, mittlerweile leide er 

auch psychisch unter der ganzen Situation. Er stehe weiterhin im psychiatrischen Zentrum 

in Herisau und im Schmerzzentrum des KSSG in Behandlung. Deren Angaben und jene 

seines Hausarztes Dr. B___ liefen den Schlussfolgerungen im SMAB-Gutachten zuwider.  

 

 Dem hielt die IV-Stelle in der Beschwerdeantwort entgegen, das SMAB-Gutachten sei 

eindeutig. Dass Dr. B___ als Hausarzt zu einer anderen Einschätzung gelange, sei nicht 

weiter erstaunlich, doch komme der gutachterlichen Beurteilung höhere Beweiskraft zu. 

Unbestrittenermassen bedeuteten das nicht nach Wunsch verlaufende IV-Verfahren und 

die finanziellen Schwierigkeiten für den Versicherten eine psychische Belastung. Dessen 

Reaktion darauf sei jedoch normal und nicht als krankheitswertige komorbide 

Depressionserkrankung zu werten, welche Meinung auch der RAD mit Aktennotiz vom 

17. Januar 2018 vertreten habe. 

 

 In der Replik entgegnete der Beschwerdeführer, dass vorliegend zur Beurteilung eines 

allfälligen Rentenanspruchs nicht allein auf eine bidisziplinäre Begutachtung abgestellt 

werden dürfe. Vielmehr wäre angesichts seines starken Übergewichts, der dokumentierten 

Schlafstörung und der Schlaf-Apnoe ein zufallsbasiertes - die IV-Stelle habe eine ihr 

genehme Gutachterstelle einfach ernannt - polydisziplinäres Gutachten einzuholen 

gewesen, wobei wegen der massiven Fettleibigkeit insbesondere auch eine internistische 

Abklärung erforderlich sei. Ausserdem habe es die IV-Stelle trotz Kenntnis des Umstands, 

dass der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung gestanden habe, unterlassen, 

den Bericht über die psychologische Erstabklärung am KSSG einzuholen. Dem SMAB-

Gutachten hätten somit nicht die vollständigen Akten vorgelegen, weshalb auch keine 

Auseinandersetzung mit der Diagnose einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode 

habe stattfinden können. Vor diesem Hintergrund sei die Sache zu weiteren Abklärungen 

an die Verwaltung zurückzuweisen. 

 

 Die IV-Stelle meinte duplicando, dass die notwendigen Punkte abgeklärt worden seien. Der 

RAD halte das SMAB-Gutachten aus medizinischer Sicht für plausibel. Bezüglich der 

Fettleibigkeit sei der Beschwerdeführer auf die ihm obliegende Schadenminderungspflicht 

hinzuweisen. Mit Blick auf letztere müsste er auch das Rauchen aufgeben, was eine 

positive Auswirkung auf die Lungenbeschwerden und wohl auch das Schlafapnoesyndrom 

erwarten liesse. Im Übrigen lehne er auch psychologische Gespräche und 

Psychopharmaka ab, und es erscheine überdies als offen, ob der Zustand selbst mittels 

geeigneter Therapien überhaupt verbesserbar wäre. 

 

Seite 8 

 

 4.2 

 Was zunächst den Vorhalt des Beschwerdeführers, die psychiatrische Akten im SMAB-

Gutachten seien unvollständig, anbelangt, so trifft dies nur auf den Bericht des KSSG vom 

8. Januar 2017 zu, wobei dieser aber im Widerspruch etwa zum Bericht des 

Schmerzzentrums am KSSG vom 24. November 2016 - dieser Bericht wird bei den 

Vorakten im SMAB-Gutachten in Ziff. 72 wiedergegeben - steht, wonach sich der 

Versicherte psychologisch gut aufgestellt fühle und wegen verschiedenen Nebenwirkungen 

der Medikamente momentan auf weitere Therapieversuche verzichten wolle. 

 

 Hinsichtlich der Fettleibigkeit und dem Rauchen ist der Versicherte mit der IV-Stelle auf die 

ihm obliegende Schadenminderungspflicht hinzuweisen. Es ist deshalb an ihm, an diesen 

die gesundheitliche Situation beeinflussenden Risikofaktoren eigenverantwortlich zu 

arbeiten. Dass deshalb auch noch eine eigentliche internistische Abklärung notwendig sein 

sollte, ist nicht nachzuvollziehen. Jedenfalls war zum Zeitpunkt, als die IV-Stelle ein 

orthopädisches und psychiatrisches Gutachten in Auftrag gab, dieses bidisziplinäre 

Vorgehen ohne weiteres vertretbar. Nach dessen Erstellung hat das KSSG aber noch über 

ein COPD Gold 2B und ein obstruktives Schlafapnoesyndrom berichtet. Diese beiden 

Diagnosen konnten deshalb im SMAB-Gutachten nicht besprochen werden. Wenngleich 

der RAD sie in der Folge als nicht relevant beurteilte, so stellt sich dem Obergericht 

dennoch die fachärztlich zu beantwortende Frage, ob und wenn ja welche Auswirkungen 

die erwähnten Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. Die 

Sache ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zur zusätzlichen Abklärung an 

die IV-Stelle zurückweisen (Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2014 vom 11. Dezember 

2014 E. 3.2). Nach Vorliegen der zusätzlichen Berichte kann die Verwaltung noch die 

SMAB AG anfragen, ob die weiteren Berichte an der bisherigen Einschätzung etwas 

ändern. Vor dem Ergehen der neuen Verfügung, in der auch ein Einkommensvergleich 

vorzunehmen ist, wird ausserdem der RAD eine einlässlich begründete Beurteilung 

abgeben. 

 

5. 5.1 

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend sind vorliegend keine Kosten zu erheben, da die 

Rückweisung der Sache zu erneuter Abklärung (mit noch offenem Ausgang) für die Frage 

der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges 

Obsiegen gilt (BGE 141 V 281 E. 11.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_851/2012 vom 

Seite 9 

16. April 2013 E. 4, 9C_682/2016 vom 16. Februar 2017 E. 4, 9C_77/2018 vom 8. August 

2018 E. 4). 

 

 

 5.2 

 RA AA___ reichte am 25. Juli 2018 eine Kostennote über Fr. 5'930.80 ein, wobei sie einen 

zeitlichen Aufwand von 21.18 Stunden à Fr. 250.--, mithin ein Honorar von Fr. 5'295.-- 

geltend machte. Vor Obergericht wird das Honorar in Verwaltungssachen indessen 

pauschal bemessen (Art. 13 Abs. 1 lit. c der Verordnung über den Anwaltstarif vom 

14. März 1995 [bGS 145.53]), wobei die Bandbreite nach Art. 16 Abs. 1 AT von Fr. 1'000.-- 

bis zu Fr. 10'000.-- reicht und sich die Bemessung innerhalb dessen nach Art und Umfang 

der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und nach den wirtschaftlichen Verhältnissen 

der Beteiligten richtet (Art. 17 AT). Innerhalb der erwähnten Bandbreite bestehen folgende 

Kategorien: leichter Fall mit einem Honorar von Fr. 1'000.-- bis Fr. 4'000.-- und einem 

Mittelwert von Fr. 2'500.--, mittlerer Fall von Fr. 4'000.-- bis Fr. 7'000.-- und einem 

Mittelwert von Fr. 5'500.-- sowie schwieriger Fall von Fr. 7'000.-- bis Fr. 10'000.-- und 

einem Mittelwert von Fr. 8'500.--. Vorliegend ist von einem leichten Fall mit 

verhältnismässig umfangreichen Akten auszugehen, was ein Honorar von Fr. 3'600.-- 

rechtfertigt. Dazu sind die pauschalen Barauslagen von 4% in Höhe von Fr. 144.-- zu 

rechnen. Auf der Summe dieser Beträge von Fr. 3'744.-- ist noch die Mehrwertsteuer von 

7.7% zu veranschlagen, sodass dem Beschwerdeführer zulasten der IV-Stelle eine 

Parteientschädigung von insgesamt Fr. 4'032.30 zuzusprechen ist. Insofern ist der im 

Dispositiv erwähnte Wert von Fr. 4'000.-- zu rektifizieren. 

  

Seite 10 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen zwecks Einholung eines pneumologischen 
Verlaufsberichts des Kantonsspitals St. Gallen sowie zur anschliessenden Beurteilung 
durch den RAD und zur Neuverfügung durch die IV-Stelle. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der IV-Stelle eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'032.30 (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwältin, die Vorinstanz und an das 

Bundesamt für Sozialversicherungen. 
 
 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Der Obergerichtsschreiber: 

 

 

lic. iur. Joachim Kürsteiner 

 
 
 
 
versandt am: 14.03.19