# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 628279df-8847-56c4-8b32-6589a74fd83e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 10.04.2006 AC050067
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC050067_2006-04-10.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AC050067/U/cap

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Herbert Heeb, An-

dreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und der

Kassationsrichter Rudolf Ottomann sowie die Sekretärin Daniela

Brüschweiler

Sitzungsbeschluss vom 10. April 2006

in Sachen

X.,
Angeklagter und Beschwerdeführer
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. ____

gegen

1. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich,

Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1
vertreten durch den Oberstaatsanwalt lic. iur. Martin Bürgisser, Oberstaatsanwaltschaft des Kantons

Zürich, Florhofgasse 2, Postfach, 8090 Zürich

2. Y.,
Geschädigte und Beschwerdegegnerin 2
vertreten durch ____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. ____

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc.

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der I. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Zürich vom 25. Januar 2005 (SE030010/U/eh)

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Das Gericht hat in Erwägung gezogen:

 I.

1. Am 16. Juli 1997 erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich Ankla-

ge gegen X. (nachfolgend als Beschwerdeführer bezeichnet) wegen versuchter

vorsätzlicher Tötung und wegen sexuellen Handlungen mit Kindern. Konkret wur-

de dem Beschwerdeführer vorgeworfen, er habe am 18. Mai 1996 die damals

siebenjährige Y. (Beschwerdegegnerin 2; nachfolgend als Geschädigte bezeich-

net) nahe des Ausgangs ihres Wohnhauses gepackt, in den Keller geschleppt und

dort mit der Absicht des sexuellen Missbrauchs misshandelt, wobei er ihren Tod

in Kauf genommen habe (OG act. 12). Gestützt auf § 198a Abs. 1 Ziff. 3 lit. c

StPO wurde der Fall dem Obergericht zur Beurteilung vorgelegt (OG act. 19).

2. Nach ergänzenden Untersuchungen wurde der Beschwerdeführer mit

Urteil vom 25. Juni 1998 der Gefährdung des Lebens, der versuchten sexuellen

Nötigung sowie der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig ge-

sprochen und mit fünf Jahren Zuchthaus, abzüglich 632 Tagen Haft, bestraft. Fer-

ner wurde eine strafbegleitende ambulante Massnahme angeordnet und über die

Zivilansprüche der Geschädigten entschieden (OG act. 62).

3. Gegen dieses Erkenntnis erhob der Beschwerdeführer kantonale Nichtig-

keitsbeschwerde. Mit Beschluss des hiesigen Gerichtes vom 20. Dezember 1999

(Kass.Nr. 98/450 S) wurde die Beschwerde gutgeheissen und der Fall zur Neu-

beurteilung an das Obergericht zurückgewiesen (OG act. 85). Die Vorinstanz ver-

anlasste sodann zum bereits von Dr. med. Z. am 17. Dezember 1996 erstellten

psychiatrischen Gutachten über den Beschwerdeführer (OG act. III/7/20) eine

weitere Expertise, welche am 30. April 2001 erstattet wurde (OG act. 102). Mit

Urteil vom 31. August 2001 bestätigte die Vorinstanz ihr Urteil vom 25. Juni 1998

im Wesentlichen, wobei sie eine Strafe von nunmehr dreieinhalb Jahren ausfällte

(OG act. 112).

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4. Gegen das Urteil vom 31. August 2001 liess der Beschwerdeführer erneut

kantonale Nichtigkeitsbeschwerde erheben (OG act. 123/1). Mit Beschluss vom

7. Juli 2003 hiess das Kassationsgericht auch diese Beschwerde gut und wies die

Sache an die Vorinstanz zurück (OG act. 123/14 bzw. OG act. 124). In der Folge

gelangte die Vorinstanz mit Ergänzungsfragen an den Wissenschaftlichen Dienst

der Stadtpolizei Zürich (OG act. 125), welche mit Ergänzungsgutachten vom

6. Februar 2004 beantwortet wurden (OG act. 128). Mit Präsidialverfügung vom

10. März 2004 wurde der bisherige amtliche Verteidiger - entsprechend des von

ihm eingereichten Gesuches (OG act. 129) - entlassen und neu Rechtsanwalt

lic. iur. ____ als amtlicher Verteidiger bestellt (OG act. 130). Mit Urteil vom

25. Januar 2005 bestätigte die Vorinstanz erneut ihre früheren Schuldsprüche, die

Strafe wurde demgegenüber auf 3 Jahre Zuchthaus reduziert. Zudem ordnete das

Obergericht eine ambulante Behandlung unter Aufschub des Strafvollzuges im

Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Ziff. 2 Abs. 2 StGB an. Der Geschädig-

ten wurde Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'515.30 und eine Genugtuung von

Fr. 10'000.-- zugesprochen und es wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer

der Geschädigten für die Kosten künftig notwendiger Therapien hafte (OG

act. 143 bzw. KG act. 2).

5.1 Der Beschwerdeführer liess auch gegen diesen Entscheid des Oberge-

richts kantonale Nichtigkeitsbeschwerde anmelden (OG act. 146 bzw. KG act. 4).

Er beantragt mit der am 2. Mai 2005 eingegangenen Beschwerdebegründung,

das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück-

zuweisen (KG act. 1 S. 2).

Die Frist zur Einreichung der Beschwerdebegründung lief am 28. April 2005

ab (vgl. OG act. 148; § 431 StPO). Aufgrund des Poststempels lässt sich nicht mit

Sicherheit erkennen, ob die Beschwerdebegründung am 28. oder am 29. April

2005 der Post übergeben wurde. Nachdem im vorliegenden Verfahren aber of-

fensichtlich von einem Fall notwendiger Verteidigung auszugehen ist, kann offen

bleiben, ob die Frist zur Einreichung der Beschwerdebegründung gewahrt blieb.

Erwiese sich die Beschwerdebegründung nämlich als verspätet, wäre die Frist

gemäss Praxis des Kassationsgerichts von Amtes wegen wiederherzustellen, an-

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sonsten keine effiziente Verteidigung gegeben wäre (vgl. Kass-Nr. AC030130,

Zwischenbeschluss vom 18.12.2003 i.S. M., Erw. 5.3 lit. d.; Graf, Effiziente Ver-

teidigung im Rechtsmittelverfahren, Dargestellt anhand zürcherischer Berufung

und Nichtigkeitsbeschwerde, Diss. Zürich 2000, S. 205 m.H. und S. 207 m.H.).

5.2 Die Oberstaatsanwaltschaft (Beschwerdegegnerin 1) hat auf Vernehm-

lassung verzichtet (KG act. 9). Die Vorinstanz reichte eine Vernehmlassung ein

(KG act. 10), welche den Parteien - soweit notwendig unter Ansetzung einer Frist

zur Stellungnahme - zugestellt wurde (KG act. 11).

Die Geschädigte liess mit ihrer Beschwerdeantwort die Abweisung der Nich-

tigkeitsbeschwerde beantragen (KG act. 13 S. 2). Der Beschwerdeführer reichte

mit Eingabe vom 17. Juni 2005 innert erstreckter Frist (KG act. 14) eine Stellung-

nahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung ein (KG act. 16). Die Beschwerde-

antwort der Geschädigten wurde dem Beschwerdeführer, die Stellungnahme des

Beschwerdeführers den Beschwerdegegnerinnen zugestellt (KG act. 17). Die

Oberstaatsanwaltschaft verzichtete ausdrücklich auf eine Äusserung (KG act. 19).

6. Eine eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wurde vom Beschwerdefüh-

rer nicht erhoben (vgl. KG act. 1 S. 2 und act. 6).

 II.

1. Zum besseren Verständnis erscheinen folgende Vorbemerkungen ange-

bracht: Der Beschwerdeführer wohnte im Tatzeitpunkt im selben Wohnblock wie

die Geschädigte. Nach (zusammengefasster) Darstellung des Beschwerdeführers

fuhr er zur fraglichen Tatzeit mit dem Lift in den Keller, um in seinem Kellerabteil

etwas zu holen. Beim Vorraum zu seinem Kellerabteil angelangt, habe er die Ge-

schädigte auf dem Boden liegen sehen. Zunächst habe er Hilfe holen wollen, sei

aber zur Geschädigten zurückgekehrt, als er ein von ihr ausgehendes Geräusch

gehört habe. Er habe der Geschädigten, die Rollschuhe getragen hat, beim Auf-

stehen geholfen. Hernach sei dann eine weitere Bewohnerin des Hauses, die

Zeugin A., in den Keller gekommen und habe den Beschwerdeführer und die Ge-

schädigte gesehen. Alle drei Personen hätten darauf den Keller verlassen.

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Der Beschwerdeführer bestritt während des gesamten Verfahrens eine Tat-

beteiligung. Er ist der Meinung, ein Dritttäter habe die ihm vorgeworfenen Taten

begangen und sich, gestört durch die Ankunft des Beschwerdeführers im Keller,

entweder versteckt oder sei ungesehen geflohen. Die Geschädigte sei zuvor der-

art gewürgt worden, dass sie zumindest kurz das Bewusstsein verloren und des-

halb das Verschwinden des Täters bzw. das Hinzutreten des Beschwerdeführers

nicht bemerkt habe. Aufgewacht aus der Bewusstlosigkeit habe sie als erste Per-

son den Beschwerdeführer gesehen und daraus geschlossen, er sei der Täter.

Der vorinstanzliche Schuldspruch stützt sich einerseits auf die vor oder wäh-

rend des Angriffs erfolgte Identifikation des Beschwerdeführers als Täter durch

die Geschädigte. Davon unabhängig verneint das Obergericht anderseits das

Vorliegen einer Bewusstlosigkeit der Geschädigten.

2. Der Beschwerdeführer bemängelt im Wesentlichen, die Vorinstanz sei bei

ihrer Beweiswürdigung in Bezug auf die Frage der Identifikation des Beschwer-

deführers als Täter sowie in Bezug auf die Frage einer Bewusstlosigkeit der Ge-

schädigten in Willkür verfallen und habe den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt,

womit Nichtigkeitsgründe im Sinne von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO gegeben seien

(KG act. 1 S. 2).

Die Beweiswürdigung des vorinstanzlichen Sachrichters kann nach der Pra-

xis des Kassationsgerichtes aufgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO dann mit Er-

folg gerügt werden, wenn sie sich nicht mehr im Rahmen des Gesetzes hält, son-

dern willkürlich, d.h. offensichtlich abwegig ist und einer missbräuchlichen Hand-

habung des richterlichen Ermessens gleichkommt (ZR 64 Nr. 54). Die Verneinung

eines den Freispruch bedingenden Zweifels wird als Kassationsgrund angesehen,

wenn diese bei ernsthafter Abwägung des "Für" und "Wider" schlechthin unver-

ständlich ist (Schmid, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung

des Kantons Zürich, Zürich 1996, N 21 zu § 430). Es ist zu berücksichtigen, dass

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisfüh-

rung erreicht werden kann; daher muss genügen, dass das Beweisergebnis über

jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (BGE 124 IV 88 E. 2a mit Hinweisen; ZR

72 Nr. 80, 69 Nr. 50; von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil– und

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Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Auflage, Zürich 1986, S. 34). Weiter

geht auch die Unschuldsvermutung im Sinne von Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 4

Abs. 1 aBV bzw. Art. 32 Abs. 1 BV nicht, denn diese Bestimmungen schliessen

einen Schuldspruch nur dann aus, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche

und unüberwindliche Zweifel am Tat– oder Schuldbeweis zurückbleiben (BGE

120 Ia 35 ff. mit Hinweisen).

Der in diesem Zusammenhang regelmässig angerufene Grundsatz "in dubio

pro reo" weist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und in Übereinstim-

mung mit dem Schrifttum zwei Aspekte auf: zum einen bezieht er sich auf die

strafprozessuale Beweislast, zum anderen wirkt er sich bei der Feststellung des

Sachverhaltes und der Würdigung der Beweise aus (BGE 120 Ia 31 ff., 127 I 38

E. 2a; vgl. Corboz, In dubio pro reo, ZBJV 1993, S. 403 ff. mit weiteren Hinwei-

sen). Als Beweiswürdigungsregel erschöpft sich der Grundsatz im Verbot der will-

kürlichen Beweiswürdigung (vgl. auch Schultz, ZBJV 1995, S. 852), während er

als Beweislastregel besagt, dass es Sache des Staates ist, die Schuld des Ange-

klagten nachzuweisen. Da der Grundsatz unter beiden in Frage kommenden

Aspekten verfassungsrechtlichen Rang hat, kann seine Verletzung vor Bundesge-

richt allein mit staatsrechtlicher Beschwerde (und nicht mit eidgenössischer Nich-

tigkeitsbeschwerde) geltend gemacht werden (vgl. schon BGE 102 Ia 203, 101 Ia

67 ff.; zum Ganzen M. Forster, ZStrR 1997, S. 61 ff.), womit in beiden Fällen auf

kantonaler Ebene die Nichtigkeitsbeschwerde zulässig ist. Hinsichtlich der Kogni-

tion des Kassationsgerichts ist von Bedeutung, dass die Beachtung der Beweis-

lastregel vom Bundesgericht im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde frei

geprüft wird (BGE 120 Ia 38, 127 I 38 E. 2a), womit ihr insoweit eine über das

Willkürverbot hinausgehende Tragweite zukommt; dem Kassationsgericht kommt

daher als vorgeschalteter Instanz sinnvollerweise ebenfalls freie Kognition zu,

soweit die Verletzung der Beweislastregel gerügt wird. Bei der Frage, ob die Be-

weiswürdigungsregel von der Vorinstanz verletzt worden ist, kommt hingegen

dem Kassationsgericht nach wie vor nur eine auf Willkür begrenzte Überprü-

fungsbefugnis zu (eingehend ZR 102 Nr. 12; vgl. auch BGE 127 I 38 E. 2c und

3a).

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3. a) Die Vorinstanz erwog, auch die Aussagen der Geschädigten zur Identi-

fikation des Angeklagten als Täter seien klar, nachvollziehbar und im Wesentli-

chen konstant. Die Geschädigte habe gute Informationen über die Person und

das Aussehen des Beschwerdeführers bzw. eben jenes Mannes abgegeben, der

sie im Keller misshandelt habe. Sie habe den Beschwerdeführer vom Sehen und

von seinen Familienverhältnissen her gekannt - sie habe konkret den Bruder und

die Schwester mit deren Namen erwähnt und deren Äusseres geschildert -, habe

aber sonst keine näheren Kontakte zu ihm gehabt. Es sei kein Grund ersichtlich,

weshalb sie den Beschwerdeführer zu Unrecht der Tat bezichtigt haben sollte.

Ebenso fehlten Anhaltspunkte dafür, dass die Geschädigte mit einer falschen An-

schuldigung allenfalls einen anderen, ihr bekannten (Missbrauchs-)Täter hätte

schützen wollen. Allein der Umstand, dass die Geschädigte einmal angegeben

habe, der Täter heisse Markus "vielleicht auch nicht", könne keinen vernünftigen

Zweifel an der Identifikation des Beschwerdeführers aufkommen lassen, zumal

dieser ja unbestrittenermassen mindestens an der letzten Geschehensphase be-

teiligt gewesen sei. Dasselbe müsse für die letzte Einvernahme vom 26. Januar

1998 gelten, als sich die Geschädigte wiederum nicht mehr an den konkreten

Namen des Beschwerdeführers erinnert habe, diesen jedoch wiederum anhand

der familiären Verhältnisse und des Aussehens gut habe beschreiben können

(KG act. 2 S. 37).

b) Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, er habe nie bestritten, dass

die Geschädigte ihn - nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit - als ihren

Nachbarn habe identifizieren können und sie subjektiv der Überzeugung sei, dass

es sich beim Beschwerdeführer um diejenige Person handle, die für die Tat ver-

antwortlich sei. Hingegen sei es willkürlich, von der Identifikation des Beschwer-

deführers durch die Geschädigte in der letzten Geschehensphase - nach den An-

griffen und nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit - auf eine Identifikation

des Täters zu schliessen, nur weil die Geschädigte in der Lage gewesen sei, die

familiären Verhältnisse des Beschwerdeführers zu schildern und nur weil kein

Grund ersichtlich sei, den Beschwerdeführer zu Unrecht zu belasten. Die Ge-

schädigte habe den Beschwerdeführer in der letzten Phase - nach dem Angriff

und nach dem Aufwachen aus der Bewusstlosigkeit - zweifellos erkannt, weshalb

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es weder zu erstaunen noch den Beschwerdeführer zu belasten vermöge, dass

sie ihn bzw. dessen familiäre Verhältnisse habe beschreiben können. Von Belang

sei auch das kinderpsychiatrische Gutachten vom 25. März 1997, worin die Gut-

achterin - selbst unter der Prämisse, dass die Geschädigte den Täter während

des Angriffes gesehen habe - festhalte, eine Verwechslung und damit eine unbe-

wusste Falschaussage sei möglich, wenn die Geschädigte infolge des Würgens

für kurze Zeit das Bewusstsein verloren hätte. Der Schluss der Vorinstanz, aus

der Identifikation des Beschwerdeführers durch die Geschädigte nach dem Auf-

wachen aus der Bewusstlosigkeit auf eine Identifikation des Täters durch die Ge-

schädigte zu schliessen, erweise sich auch vor diesem Hintergrund als unhaltbar

und willkürlich (KG act. 1 S. 4 f.).

c) Der Beschwerdeführer übersieht, dass das Obergericht mit seinen Über-

legungen weder eine Bewusstlosigkeit ausgeschlossen hat, noch ist es - an die-

ser Stelle - davon ausgegangen, die tatsächliche Identifikation des Beschwerde-

führers als Täter sei erstellt. Vielmehr handelt es sich um allgemeine Bemerkun-

gen zu den Aussagen der Geschädigten, mit welchen zum Ausdruck gebracht

wurde, dass an den Aussagen der Geschädigten nicht etwa deshalb zu zweifeln

wäre, als sie den Beschwerdeführer verwechselt haben könnte oder sie etwa den

Beschwerdeführer, nicht aber dessen Familie gekannt haben wollte. Eine weiter-

gehende Bedeutung kann den obergerichtlichen Erwägungen nicht entnommen

werden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind deshalb nicht geeignet, ei-

nen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen.

4. Der Beschwerdeführer wendet sodann (auch) mit der vorliegenden Be-

schwerdeschrift ein, die Vorinstanz gelange aufgrund willkürlicher Beweiswürdi-

gung zum Schluss, die Geschädigte habe ihn schon vor dem Zeitpunkt, den er

selber angebe (als die Geschädigte bereits im Keller reglos am Boden gelegen

habe), als Täter identifiziert (KG act. 1 S. 3 ff.).

4.1 Die Vorinstanz erwog, es lägen insgesamt drei Befragungen der Ge-

schädigten zur Sache vor. Die erste Befragung (vom 18. Mai 1996) sei vom Kas-

sationsgericht als fragwürdig eingeschätzt worden, weil nicht klar sei, wie weit das

Protokoll wörtliche Aussagen der Geschädigten oder eine zusammenfassende

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Formulierung der einvernehmenden Polizeibeamtin enthalte. Anlässlich der - nach

Ansicht des Kassationsgerichts - einzig verlässlichen Einvernahme vom

26. Januar 1998 habe die Geschädigte angegeben, sie habe den Täter vor dem

Zupacken gar nicht gesehen. Festzuhalten sei aber, dass eine weitere Aussage

der Geschädigten mit wörtlichem Protokoll vom 21. Mai 1996 vorliege. Diese Ein-

vernahme sei auch nach Auffassung des Kassationsgerichts rechtskonform zu-

stande gekommen und verwertbar. In jener Befragung habe die Geschädigte er-

klärt, der Mann sei unten beim Keller (gewesen) und sei nachher die Treppe her-

aufgekommen und habe sie die Kellertreppe hinuntergezogen, indem er sie hinten

am Pullover gepackt habe. Diese Aussage sei wörtlich dahin zu verstehen, dass

die Geschädigte den Mann bereits "unten" gesehen habe. Damit sei auch eine er-

ste Identifikationsgelegenheit für den Beschwerdeführer als Täter erstellt. Das

Kassationsgericht habe sich im zweiten Rückweisungsentscheid mit der Einver-

nahme vom 21. Mai 1996 nicht auseinandergesetzt, mithin eine Beweiswürdigung

unter Ausserachtlassung dieses Beweismittels vorgenommen. Bestehe damit kein

verbindlicher Entscheid zur Frage, wie das Beweisergebnis unter Miteinbeziehung

dieser weiteren Einvernahme zu würdigen sei, so liege keine Bindungswirkung für

das neue obergerichtliche Urteil vor. Sollte man diese Aussage in Übereinstim-

mung mit der Auffassung des Kassationsgerichtes zu den weiteren Aussagen

hingegen interpretieren und zwar in dem Sinne, dass die Geschädigte damit nur

die Richtung des Angriffes oder akustische Wahrnehmungen geschildert habe, so

müsste eine Identifikationsmöglichkeit für den Zeitpunkt unmittelbar vor dem Zu-

packen des Täters verneint werden. Diese Frage könne - wie noch zu zeigen sein

werde - aber offen bleiben. Immerhin habe die wörtlich protokollierte zweite Aus-

sage wegen ihrer zeitlichen Tatnähe hinsichtlich Verlässlichkeit und Präzision klar

Vorrang vor den Aussagen der Geschädigten in der dritten Einvernahme, welche

erst eindreiviertel Jahre nach dem Vorfall erfolgt sei und bei welcher die Geschä-

digte erklärt habe, den Täter vor dem Zupacken nicht gesehen zu haben. Die Ge-

schädigte habe sich bei dieser späten dritten Einvernahme nämlich nachweislich

nicht mehr an alle - selbst objektiv feststehende und unbestrittene - Details erin-

nern können. Dies sei angesichts des für ein Kind langen Zeitablaufes und ange-

sichts der zwischenzeitlichen psychischen Verarbeitung des traumatischen Ereig-

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nisses auch nur natürlich. Es könne daher nicht gesagt werden, diese dritte Ein-

vernahme vom 26. Januar 1998 sei grundsätzlich aussagekräftiger und zuverläs-

siger als frühere tatunmittelbare Befragungen und insbesondere auch verlässli-

cher als jene vom 21. Mai 1996.

Ginge man, ergänzt die Vorinstanz, - entgegen den vorstehenden Ausfüh-

rungen, aber in Übereinstimmung mit dem Kassationsgericht - davon aus, dass

die späte, dritte Einvernahme die einzig zuverlässige wäre, so müsste diesfalls

auch auf die dortige Aussage der Geschädigten abgestellt werden, wonach sie

noch im hinteren Teil des Kellers gesehen habe, was der Täter mit ihr gemacht

hat, und ausser ihr, dem Täter und der Zeugin A. niemand im Keller gewesen sei.

Es sei eine unzulässige Rabulistik der Verteidigung, wenn diese einwende, die

Geschädigte sei nicht gefragt worden, ob sie dabei den Beschwerdeführer oder

einen anderen Mann gesehen habe. Anlass zu einer solchen Frage habe nicht

bestanden, und angesichts ihrer genauen Beobachtungsgabe und ihrer absolut

ehrlichen und offenen Schilderungen hätte es die Geschädigte auch von sich aus

erwähnt, wenn sie dort einen anderen Mann und nicht den zuvor mehrfach er-

wähnten und stets als Urheber der Übergriffe bezeichneten Beschwerdeführer

gesehen hätte, zumal sie ja keinerlei Anlass für eine falsche Beschuldigung des

Beschwerdeführers gehabt habe. Im Weiteren sei nochmals darauf hinzuweisen,

dass der Täter die Geschädigte gemäss ihren konstanten Aussagen erst im Ab-

teilvorraum zu würgen begonnen habe und er sie zuvor während des Hinabzie-

hens über die Kellertreppe und des Schleppens durch den Kellergang bis hinein

in den Vorraum nur hinten am Pullover gepackt bzw. mit den Händen an der Taille

gezogen habe. Die Geschädigte habe jedenfalls nie gesagt, dass der Täter sie

schon beim Hinabziehen über die Kellertreppe und während des Schleppens

durch den Kellergang gewürgt oder ihr den Mund zugehalten habe. Doch selbst

wenn man entgegen den anderslautenden Aussagen der Geschädigten davon

ausginge, der Täter habe ihr schon auf der Kellertreppe und während des

Schleppens durch den Kellergang den Mund zugehalten, so schliesse dies nicht

aus, dass die Geschädigte in dieser Phase ihren Kopf oder Oberkörper so weit zu

bewegen vermocht habe, dass sie den Täter habe sehen und erkennen können.

Im Abteilvorraum habe der Täter die Geschädigte neben dem Schlagen dann

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auch zu würgen begonnen, indem er seinen Arm um ihren Hals gelegt und sie

dabei relativ fest an sich gedrückt haben müsse. Aber auch dieses Ansichpressen

könne nicht ununterbrochen und ausschliesslich von hinten mit voller Kraft erfolgt

sein. Mindestens für die Schläge auf den Rücken der Geschädigten - welche me-

dizinisch dokumentiert und durch die Aussagen der Geschädigten belegt seien -

müsse der Täter eine gewisse räumliche Distanz zum Körper der Geschädigten

geschaffen und mithin den Würgegriff und das Ansichpressen gelockert haben

und der Geschädigten so eine gewisse Bewegungsfreiheit verschafft haben. Zu-

dem habe es der Täter gleichzeitig schaffen müssen, der Geschädigten die Hose

herabzuziehen. Dass die Geschädigte nicht bis ins letzte Detail zu allen denkba-

ren Momenten einer Identifikationsmöglichkeit befragt worden sei (z.B. ob, an

welcher Stelle im Keller und wann und wie lange sie jeweils den Kopf oder den

Oberkörper noch habe bewegen können bzw. tatsächlich bewegt oder gedreht

habe), könne der Glaubhaftigkeit und Überzeugungskraft ihrer Aussagen zur Per-

son des Angreifers nicht schaden. Auch der Beschwerdeführer habe auf Ergän-

zungsfragen zu diesem Punkt verzichtet und müsse dies gegen sich gelten las-

sen. Im Übrigen könne eine grundsätzlich vom Aussehen her bekannte Person

durchaus auch aus einem seitlichen Blickwinkel (wieder)erkannt werden. Man

brauche dieser Person mithin nicht stets zu 100 % frontal gegenüberzustehen.

Auch sei ein blosses Wahrnehmen z.B. der Haare und der Kleidung einer Person

möglich, anhand derer man die entsprechende Einzelperson unmittelbar darauf

sofort wiedererkennen könne. Der Täter sei wesentlich grösser und breiter gewe-

sen als die Geschädigte. Sein Körper sei also mitnichten vollständig hinter demje-

nigen der Geschädigten verborgen geblieben. Dass die Geschädigte bei sämtli-

chen Einvernahmen ein sehr gutes visuelles Wahrnehmungsvermögen und Inter-

esse insbesondere hinsichtlich der Kleider, der Kleiderfarbe sowie der Haarfarbe

bewiesen habe, sei bereits ausgeführt worden.

Aufgrund dieser Erwägungen, schloss die Vorinstanz, sei daran festzuhal-

ten, dass die Geschädigte bis zum Einsetzen des Würgevorganges nach dem

Verbringen in den Kellerabteilvorraum und auch noch in diesem selber durchaus

die Möglichkeit gehabt habe, den Körper oder den Kopf zu drehen, um den An-

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greifer zu sehen und zu identifizieren, und diese Identifikation auch tatsächlich

erfolgt sei (KG act. 2 S. 48-52).

4.2 a) Der Beschwerdeführer wendet zunächst ein, die obergerichtliche An-

nahme, die Geschädigte habe den Täter bereits "unten" gesehen, sei sachlich

nicht vertretbar und willkürlich. Angesichts der tatsächlich protokollierten Äusse-

rung der Geschädigten anlässlich der Befragung vom 21. Mai 1996 könne von ei-

ner Identifikation des Täters keine Rede sein. Die Interpretation des Obergerichts,

die Aussage sei wörtlich dahin zu verstehen, die Geschädigte habe den Mann be-

reits unten gesehen, erweise sich als willkürlich. Anzumerken sei zudem, dass

aus der obergerichtlich festgestellten Identifikationsgelegenheit nicht auf eine tat-

sächlich erfolgte Identifikation geschlossen werden könne. Schliesslich bleibe die

Vorinstanz (erneut) eine plausible Erklärung dafür schuldig, weshalb die Aussa-

gen der Geschädigten in der Einvernahme vom 26. Januar 1998, worin sie zwei-

mal spontan erwähnt habe, den Täter zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen zu

haben, falsch sein solle. Der lapidare Hinweis auf die Tatnähe bzw. den Zeitablauf

zwischen der Tat und der Einvernahme vom 26. Januar 1998 sei nicht stichhaltig

(KG act. 1 S. 6 ff.).

b) Die Vorinstanz verweist an der angefochtenen Stelle auf Seite 7 f. des

Befragungsprotokolls vom 21. Mai 1996 (OG act. II/3/2) und damit auf folgende

Aussagen der Geschädigten:

"Bisch allei gsi. Häsch Du spezielli Schuhe aagha? Oder was
häsch aagha?

"Rollschuhe."

Rollschuhe, ja. Und wo bisch Du dänn usgstiege bim Lift?

"Det abe."

Det wo d'Huusigangstüre isch. Wo mer chan use?

"Hm (bejahend)"

Und wo isch dänn de Maa gstande, wo Dich dänn ghebt hät?

"Er isch det bim Keller .. und nachhär isch er d'Stäge ufe cho."

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Isch er dänn scho dune gsi?

"Hm (bejahend)
Bemerkung Mutter: Vom Keller her gekommen."

Bemerkung durch Schreibende an die Mutter:
Ich wäre froh, wenn [Y.] mir antwortet, damit wir die Aussagen
von [Y.] haben.
Also er isch det une gsi, wo mer die Türe mit de Kette fixiert
händ? Isch das det une gsi?

"Ja."

Und wo Du dete gsi bisch. Was häsch dänn welle mache?

"Ich han welle det an Spielplatz gha."

Welle use. Und was hät er dänn gmacht? Hät er öppis gseit zu
Dir?

"Nei."

Und dänn häsch gseit, hät er Dich da hine (Rücken) ..

"Ja."

Und was häsch Du dann gmacht, wo er Dich so packt hät da
hine?

"Nüt."

Häsch öppis gseit?

"Brüelet."

c) Diese Aussagen der Geschädigten lassen zwar die Interpretation zu, dass

die Geschädigte damit zum Ausdruck bringen wollte, sie habe den Täter bereits

vor dessen Zugreifen gesehen. Die vorinstanzliche Auffassung, die Geschädigte

habe wörtlich gesagt, den Beschwerdeführer als Täter bereits in diesem Zeitpunkt

gesehen und identifiziert zu haben, geht aber zu weit. Die Angaben der Geschä-

digten lassen nämlich ebenso die Möglichkeit offen, sie habe damit (nur) zum

Ausdruck gebracht, wahrgenommen zu haben, woher der Täter gekommen sei.

Zu Recht verweist der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf die Er-

wägungen des Kassationsgerichts in seinem Entscheid vom 7. Juli 2003, wonach

der Schluss, die Geschädigte habe den Täter gesehen, weil sie habe aussagen

können, dass er aus dem Keller gekommen sei, nicht nachvollziehbar sei (OG

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act. 124 S. 11 unten; nicht richtig ist in diesem Zusammenhang - dies sei der Voll-

ständigkeit halber angemerkt - die obergerichtliche Feststellung, das Kassations-

gericht habe sich mit der Einvernahme vom 21. Mai 1996 gar nicht auseinander-

gesetzt [KG act. 2 S. 49]; vgl. Kassationsgerichtsentscheid vom 7. Juli 2003,

S. 11).

Nicht zuzustimmen ist dem Beschwerdeführer zwar darin, dass die Vorin-

stanz - vor dem Hintergrund der obergerichtlichen Interpretation der Geschädig-

tenaussagen - keine plausible Erklärung dafür abgebe, weshalb die Aussagen der

Geschädigten in der Einvernahme vom 26. Januar 1998 falsch sein sollten. Die

vom Obergericht vorgenommene Gewichtung der tatnäheren Aussagen (KG

act. 2 S. 49 unten) wäre grundsätzlich nicht zu beanstanden und nachvollziehbar.

Diese Gewichtung basiert aber - wie vorstehend ausgeführt - auf der willkürlichen

Annahme, die Geschädigte habe eindeutig "wörtlich" ausgesagt, den Täter gese-

hen zu haben. Ist jedoch davon auszugehen, die Angaben der Geschädigten lie-

ssen verschiedene Interpretationen zu, so kann der (erheblich) späteren Aussage,

die Geschädigte habe den Täter vor dem Zugreifen nicht gesehen, ein anderer

Stellenwert bzw. mehr Gewicht zukommen. Jedenfalls erwiese sich bei dieser

Sachlage die Annahme, es sei erstellt, dass die Geschädigte den Täter zu diesem

frühen Zeitpunkt gesehen habe, unter dem Gesichtspunkt des Grundsatzes in du-

bio pro reo als nicht haltbar. Anzufügen bleibt, dass aufgrund des angefochtenen

Urteils nicht ganz klar erscheint, ob die Vorinstanz tatsächlich auf die Identifikation

vor dem Zugriff des Täters abstellte (KG act. 2 S. 49: "Sollte man diese Aussage

in Übereinstimmung mit der Auffassung des Kassationsgerichtes zu den weiteren

Aussagen hingegen interpretieren und zwar in dem Sinne, dass die Geschädigte

damit nur die Richtung des Angriffes oder akustische Wahrnehmungen geschil-

dert habe, so müsste eine Identifikationsmöglichkeit für den Zeitpunkt unmittelbar

vor dem Zupacken des Täters verneint werden. Diese Frage kann - wie noch zu

zeigen sein wird - aber offen bleiben"). Hingegen wird in der Vernehmlassung der

Vorinstanz ausdrücklich darauf hingewiesen, das Urteil gehe grundsätzlich von

einer Identifikation vor dem Angriff aus (KG act. 10 S. 2). Wie im Folgenden auf-

zuzeigen sein wird, ist die Beschwerde aus anderen Gründen abzuweisen. Die

-   15   -

tatsächliche Bedeutung der obergerichtlichen Erwägung braucht deshalb nicht

abschliessend beurteilt zu werden.

4.3 a) Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, es sei entgegen der oberge-

richtlichen Ansicht von massgeblicher Bedeutung, dass der Geschädigten nie die

Frage gestellt worden sei, wann sie den Beschwerdeführer (Unterstreichung ge-

mäss Beschwerde) zum ersten Mal gesehen habe bzw. wann sie ihn erkannt ha-

be. Die Geschädigte habe im fraglichen Zusammenhang auf die Frage "Häsch Du

dete dänn gseh gha, dass er das macht hät" und nicht etwa auf die Frage "hast

Du gesehen, dass es der Beschwerdeführer war, der dich gewürgt hat" geant-

wortet. Dieser Unterschied in der Fragestellung sei insofern relevant, als die

Wahrnehmung des Würgevorganges als solchen nicht (Unterstreichung gemäss

Beschwerde) mit der Identifikation des Täters gleichgestellt werden könne. Die

Annahme, man könne den Täter sehen, wenn man von hinten gewürgt werde, sei

und bleibe realitätsfremd und unhaltbar. Zurecht habe das Kassationsgericht in

seinem Entscheid vom 7. Juli 2003 festgehalten, dass die Geschädigte - selbst in

einer ruhigen Lage, wenn sie den Kopf frei um etwa 90° hätte drehen können - die

Person, die dicht hinter ihr gestanden sei, (wenn überhaupt) nur sehr schwer

hätte sehen, geschweige denn identifizieren können. Bei einer Person, die in ei-

ner extremen Stresssituation sei und deren Kopf in einem starken Würgegriff nach

vorne fixiert werde, erscheine eine Identifizierung des Täters geradezu unmöglich.

Auch gehe aus dem Kontext der Einvernahme klar hervor, dass die Geschädigte

einzig bejaht habe, sie habe das Würgen gesehen, nicht aber, wer sie gewürgt

habe (KG act. 1 S. 9 f.).

b) Anlässlich der Einvernahme der Geschädigten vom 26. Januar 1998 kam

auch eine mögliche Bewusstlosigkeit zur Sprache. Auf die Frage, ob sie damals

im Keller (im Sinne einer Bewusstlosigkeit) einmal geschlafen oder geträumt ha-

be, antwortete die Geschädigte, sie habe gemeint, dass sie träume. Anschlie-

ssend folgt die Protokollstelle, auf welche sich die Vorinstanz stützt (OG act. 37

S. 22):

"Ahm. Und wänn häsch dänn das gmeint?

-   16   -

Wänn er mich g'würgt hät.

Häsch Du dete dänn gseh gha, dass er das [g]macht hät?

Ja.

Und isch dänn ussert dem Maa und dere Frau, wo verzellt
häsch, isch suscht no öppert im Keller une gsi? Suscht no öp-
pert gseh?

Nei, nur die Frau."

c) Entgegen der Darstellung in der Beschwerdeschrift (KG act. 1 S. 10) lässt

sich dem schriftlichen Protokoll dieser Einvernahme nicht entnehmen, dass die

Befragerin ein Wort der Frage "Häsch Du dete dänn gseh gha, dass er das macht

hät?" besonders betont hätte. Liegt nämlich die Betonung auf dem "er", so erwie-

se sich die Folgerung einer Identifikation durch die Geschädigte als naheliegend.

Liegt aber die Betonung - wie der Beschwerdeführer meint - auf dem "das", so

wäre der Argumentation des Beschwerdeführers beizupflichten und der Schluss,

die Geschädigte habe mit der Bejahung der Frage eine Identifikation zum Aus-

druck gebracht, erwiese sich als unhaltbar. In der Beschwerde wird nicht darge-

legt, auf welche Aktenstelle sich die behauptete Betonung auf dem Wort "das"

stützen kann. Insbesondere macht der Beschwerdeführer nicht geltend, dies er-

gebe sich aus den Videoaufzeichnungen der entsprechenden Befragung. Damit

gelingt jedoch der Nachweis einer willkürlichen Würdigung durch die Vorinstanz

nicht. Hinzu kommt, dass entgegen der Behauptung in der Beschwerdeschrift

auch nicht zwingend erscheint, dass sich die entsprechende Protokollstelle einzig

auf den Vorgang des Würgens bezieht. Dies einerseits aufgrund der Überlegung,

dass das Erkennen des Würgens in erster Linie eine Sache des Spürens, und

nicht des Sehens ist. Anderseits ist aufgrund der Stelle der massgeblichen Frage

und Antwort im Hinblick auf das gesamte Befragungsprotokoll aber auch nicht un-

haltbar anzunehmen, dass "das" in der Frage der Polizeibeamtin beziehe sich auf

den gesamten - in diesem Zeitpunkt der Befragung bereits besprochenen - Vor-

fall. Bei dieser Sachlage erweist sich der Hinweis des Beschwerdeführers, das

Kassationsgericht habe bereits in einem früheren Entscheid festgehalten, ein Er-

kennen während des Würgevorganges sei kaum möglich, nicht als stichhaltig.

-   17   -

Vor diesem Hintergrund erscheinen sodann folgende Erwägungen der Vo-

rinstanz als massgebend (KG act. 2 S. 50): Das Obergericht hielt fest, der Täter

habe die Geschädigte gemäss ihren konstanten Aussagen erst im Abteilvorraum

zu würgen begonnen und er habe sie zuvor während des Hinabziehens über die

Kellertreppe und des Schleppens durch den Kellergang bis hinein in den Vorraum

nur hinten am Pullover gepackt bzw. mit den Händen an der Taille gezogen. Die

Geschädigte habe jedenfalls nie gesagt, dass der Täter sie schon beim Hinabzie-

hen über die Kellertreppe und während des Schleppens durch den Kellergang

gewürgt oder ihr den Mund zugehalten habe. Angesichts der vorstehend aufge-

führten Aussage der Geschädigten und deren willkürfreien Einschätzung der Vo-

rinstanz, erweist sich die weitere Kritik des Beschwerdeführers zur Frage, ob ein

Schlagen der Geschädigten und das Herabziehen ihrer Hose trotz des Würge-

griffes möglich gewesen wäre (KG act. 1 S. 10 und 11), als nicht (mehr) massge-

bend.

4.4 a) In der Beschwerde wird im Weiteren eingewendet, die obergerichtli-

che Annahme, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Geschädigte während des

Schleppens durch den Kellergang ihren Kopf oder Oberkörper so weit zu bewe-

gen vermocht habe, dass die den Täter habe sehen können, sei willkürlich und

finde in den Akten, insbesondere in den Aussagen der Geschädigten, keine

Grundlage. Entsprechend könne die Vorinstanz diese Hypothese in keiner Weise

untermauern, sondern stelle sie - in Verletzung des aus Art. 29 Abs. 2 BV flie-

ssenden Anspruchs auf rechtliches Gehör und der damit verbundenen Begrün-

dungspflicht - in den Raum (KG act. 1 S. 12).

b) Nach dem vorstehend Gesagten überzeugt die Argumentation des Be-

schwerdeführers nicht. Wie gesehen stützt sich die Vorinstanz auf die erwähnte

Aussage der Geschädigten, was aus dem angefochtenen Entscheid ohne Weite-

res ersichtlich ist (KG act. 2 S. 50). Ebenfalls bereits ausgeführt wurde, dass die

Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen davon ausging, nach der Aussage der Ge-

schädigten habe diese den Täter bereits vor dem Würgevorgang sehen können

und gesehen.

-   18   -

c) Wenn der Beschwerdeführer schliesslich anmerkt, aus der Aussage der

Geschädigten, ausser ihr, der Frau und dem Mann sei niemand im Keller gewe-

sen, lasse sich nicht ableiten, die Zeugin A. sei während des Angriffs bereits im

Keller gewesen, so ist der Beschwerde nicht zu entnehmen, wo sich eine solche

Erwägung im angefochtenen Entscheid findet. Vielmehr führt der Beschwerdefüh-

rer selber an, es sei unklar, ob die Vorinstanz einen solchen Schluss überhaupt

getroffen habe. Ein Nichtigkeitsgrund ist damit nicht dargetan.

Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass die Vorin-

stanz willkürfrei davon ausging, die Geschädigte habe den Beschwerdeführer als

Täter im Verlaufe des Angriffes (nach dem Zupacken aber vor dem Würgen) er-

kannt. Bei dieser Ausgangslage bleibt zu prüfen, ob eine Bewusstlosigkeit der

Geschädigten - wie in der Beschwerde behauptet - die festgestellte Identifikation

in Frage stellen könnte. Der Beschwerdeführer verweist auf das kinderpsychiatri-

sche Gutachten, worin festgehalten werde, selbst unter der Prämisse, dass die

Geschädigte den Täter während des Angriffes gesehen habe, sei eine Ver-

wechslung möglich, wenn die Geschädigte infolge des Würgens für kurze Zeit das

Bewusstsein verloren hätte. Aus diesem Grund, argumentiert der Beschwerdefüh-

rer, könne eine Verwechslung und unbewusste Falschaussage nicht ausge-

schlossen werden (KG act. 1 S. 5).

Die Beschwerde stützt sich auf folgende Stelle des Gutachtens (OG

act. III/7/5 S. 27):

"Auch eine unbewusste Falschaussage ist höchst unwahrscheinlich. Diese wäre,

wie es der Angeschuldigte vorbringt, im Sinne einer Verwechslung möglich: Wenn [Y]. in

Folge des Würgens kurze Zeit das Bewusstsein verloren hätte (gemäss Arztbericht wä-

ren einige Sekunden möglich), hätte sie kurze Zeit den Täter nicht gesehen und dann

den Angeschuldigten erblickt: Dies wäre möglich. Dagegen spricht aber, dass [Y.] be-

schrieb, sie hätte den Angeschuldigten bereits am Kellerabgang gesehen, und dass sie

dann detailliert den möglichen Tathergang beschrieb, der genau mit den situativen Ge-

gebenheiten und den vom Arzt aufgenommenen körperlichen Befunden übereinstimmte.

Unwahrscheinlich dabei ist, dass [Y.] genau das wesentliche Merkmal der Täterperson

ausgetauscht haben soll."

-   19   -

Entgegen dem offensichtlichen Verständnis des Beschwerdeführers be-

zeichnet die Gutachterin als mögliche Verwechslung, dass die Geschädigte den

Beschwerdeführer irrtümlich für den Täter hielt, weil sie ihn nach einer allfälligen

Bewusstlosigkeit als erste Person erblickte. Die im Gutachten als möglich ange-

führte Verwechslung zielt damit nicht auf die vom Beschwerdeführer erwähnte

Situation ab, wonach eine Verwechslung möglich wäre, obschon die Geschädigte

den Beschwerdeführer bereits vor der Bewusstlosigkeit identifiziert hätte. Dies er-

gibt sich daraus, dass festgehalten wird, eine solche Identifikation stehe der Ver-

wechslungstheorie entgegen. Die Argumentation des Beschwerdeführers, ge-

stützt auf das Gutachten werde der Stellenwert einer Identifikation durch eine

(kurze) Bewusstlosigkeit der Geschädigten beeinträchtigt, erweist sich damit als

nicht stichhaltig.

Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine Prüfung der im Zusammengang mit

der Frage des Vorliegens einer Bewusstlosigkeit stehenden Rügen der Be-

schwerdeschrift (KG act. 1 S. 13 ff.). Selbst wenn die Vorinstanz zu Unrecht da-

von ausging, eine Bewusstlosigkeit sei zu verneinen, vermöchte sich dies nicht

massgeblich zum Nachteil des Beschwerdeführers auf den Entscheid auszuwir-

ken.

5.1 Was der Beschwerdeführer unter Litera E Ziff. 1 der Beschwerdeschrift

ausführt (KG act. 1 S. 21 - 23) ist nach dem vorstehend Gesagten - die Vorinstanz

ist willkürfrei davon ausgegangen, die Geschädigte habe den Beschwerdeführer

als Täter identifiziert - nicht geeignet, einen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen.

Dass die Vorinstanz unter dieser Prämisse festhielt, die Theorie der Dritttäter-

schaft vermöge die Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von vor-

neherein nicht zu rechtfertigen, wirkt sich aufgrund der festgestellten Identifikation

nicht (mehr) zum Nachteil des Beschwerdeführers aus. Ebenso wenig muss von

einer Verletzung der Begründungspflicht gesprochen werden.

5.2 a) Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz habe

das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich betref-

fend Fasern an den Kleidern der Geschädigten und des Beschwerdeführers un-

zutreffend gewürdigt. Das Obergericht gehe zwar davon aus, dass wohl das Feh-

-   20   -

len der Fasern auf dem T-Shirt des Beschwerdeführers entlastend zu berücksich-

tigen sei, es verkenne aber, dass dies auch für die relativ schwache Faserüber-

tragung auf die Trainerhose des Beschwerdeführers gelte. Zum einen basiere das

Ergänzungsgutachten - entgegen der vorinstanzlichen Darstellung - nicht aus-

schliesslich auf den Fotos der Tatrekonstruktion, sondern vielmehr auch auf der

Darstellung in der Anklageschrift, welche wiederum auf den Aussagen der Ge-

schädigten beruhe. Hinzu komme, dass die Aussagen der Geschädigten nicht

willkürfrei dahingehend gewürdigt werden könnten, dass es während des Hinun-

terziehens über die Kellertreppe und des Weiterschleppens durch den Kellergang

bis in den Abteilvorraum nur zu einem lockeren gegenseitigen Körper- und Klei-

derkontakt gekommen sei. Auch wenn - entsprechend der Schilderung der Ge-

schädigten - davon ausgegangen werde, dass diese vom Täter mit den Händen

an der Taille gepackt und mit angewinkelten Beinen durch den Kellergang bis

zum Kellerabteilvorraum geschleppt worden wäre, müsse es während des

"Transports" zu einem intensiveren Körperkontakt zwischen dem Täter und der

Geschädigten gekommen sein. Anders wäre das Verbringen der Geschädigten in

den Kellerabteilvorraum nur dann möglich gewesen, wenn der Täter die Geschä-

digte quasi mit ausgestreckten Armen getragen hätte, was angesichts der Tatsa-

che, dass es sich von der Haustüre bis zum Kellerabteilvorraum um einen ver-

gleichsweise langen Weg handle, und das Tragen einer Person mit ausgestreck-

ten Armen - auch wenn es sich um ein Kind handle - mit einem sehr grossen

Kraftaufwand verbunden sei, sehr unplausibel sei. Den Schilderungen der Ge-

schädigten könne weder entnommen werden, dass sie auf eine solche Weise in

den Kellerabteilvorraum verbracht worden sei, noch könne ihren Ausführungen

entnommen werden, dass in dieser Phase kaum ein körperlicher Kontakt zwi-

schen ihr und dem Täter stattgefunden habe. Auch wenn der Täter die Geschä-

digte um die Taille gefasst und derart in den Vorraum transportiert habe, müsse

es auf dem Weg dorthin zu einem intensiveren Körperkontakt gekommen sein,

der sich mit der vom Wissenschaftlichen Dienst festgestellten geringen Fa-

serübertragung auf die Trainerhose des Beschwerdeführers nicht in Einklang

bringen lasse. Die Würdigung des Ergänzungsgutachtens durch die Vorinstanz

erweise sich mithin als willkürlich, weil der - für den Beschwerdeführer entlasten-

-   21   -

den - Tatsache der relativ geringen Faserübertragung auf seine Trainerhose mit

einer unhaltbaren Begründung keine Rechnung getragen worden sei (KG act. 1

S. 23 ff.).

b) Die Vorinstanz erwog, das Ergänzungsgutachten stütze sich in tatsächli-

cher Hinsicht auf die Fotos der Tatrekonstruktion. Diese würden indessen den von

der Geschädigten geschilderten Tatablauf teilweise unrichtig dokumentieren. Ins-

besondere habe der Täter die Geschädigte während des Hinunterziehens und

Weiterschleppens nicht an sich gepresst, sondern mit den blossen Händen am

Pullover oder an der Taille gepackt. Dies habe somit nur einen lockeren gegen-

seitigen Körper- und Kleiderkontakt zur Folge und sei daher mit der nur schwa-

chen Faserübertragung auf die Hose des Beschwerdeführers durchaus in Über-

einstimmung zu bringen. Aufgrund der Geschädigtenaussagen habe der Täter sie

erst im Abteilvorraum mit dem Arm gewürgt und sie mithin an sich gepresst. Da-

mit hätte auch ein Kontakt mit der Oberkörperbekleidung - also dem T-Shirt -

stattgefunden. Auf diesem habe der Gutachter keine Faserübertragung festge-

stellt. Der Grund dafür müsse offen bleiben. Auch wenn der Gutachter einen Fa-

serverlust als ungewöhnlich bezeichne, so schliesse er ihn doch auch nicht völlig

aus. Das T-Shirt sei sodann erst einen Tag nach der Tat und zusammen mit zwei

weiteren weissen T-Shirts des Beschwerdeführers in dessen Abwesenheit be-

schlagnahmt worden; die weiteren Umstände der Beschlagnahme und der Selek-

tion des letztlich untersuchten T-Shirts seien nicht bekannt. Selbst der Verteidiger

weise darauf hin, dass möglicherweise das falsche T-Shirt untersucht worden sei.

Im Weiteren habe der Beschwerdeführer die Geschädigte in jedem Fall - auch

nach seiner eignen Ablaufschilderung - mehrfach angefasst und trotzdem habe

keine Faserübertragung festgestellt werden können. Wie es sich damit auch ver-

halte: In jedem Fall müsse das Fasergutachten bzw. das Fehlen von Pulloverfa-

sern auf dem T-Shirt des Beschwerdeführers grundsätzlich zwar als entlastendes

Moment zu Gunsten des Beschwerdeführers beachtet werden. Angesichts der üb-

rigen Beweislage sei allein dieser Umstand aber nicht geeignet, rechtserhebliche

Zweifel am Ergebnis der Beweiswürdigung zu wecken oder dieses zu widerlegen

(KG act. 2 S. 58 f.).

-   22   -

c) Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass die Variante, der

Täter habe die Geschädigte nach dem Zugriff bei der Haustür bis zum Kellerab-

teilvorraum mit ausgestreckten Armen getragen, nicht plausibel erscheint und mit

der allgemeinen Lebenserfahrung nicht vereinbar wäre. Hingegen lässt der Be-

schwerdeführer ausser Acht, dass nicht nur die beiden Möglichkeiten "an sich

pressen" oder "mit ausgestreckten Armen tragen" bestehen. Die Vorinstanz ging

vielmehr davon aus, die Geschädigte sei geschleppt worden (KG act. 2 S. 58).

Bei einem Schleppen verblieben die Füsse der Geschädigten auf dem Boden,

mithin verringerte sich das den Täter belastende Gewicht und es ist durchaus

denkbar, dass es bei einem solchen Schleppen nicht zu einem derart intensiven

Körperkontakt zwischen dem Täter und der Geschädigten gekommen ist, dass

dies mit den Erkenntnissen des Gutachtens nicht mehr vereinbar wäre. Wenn die

Vorinstanz damit festhielt, das Schleppen habe nur einen lockeren gegenseitigen

Körper- und Kleiderkontakt zur Folge gehabt und sei daher mit der nur schwachen

Faserübertragung auf die Hose des Beschwerdeführers in Übereinstimmung zu

bringen, so ist dies nicht zu beanstanden.

Soweit der Beschwerdeführer geltend machen will, die Vorinstanz habe die

Aussagen der Geschädigten bezüglich der Frage, wie sie vom Täter gehalten und

zum Kellerabteilvorraum verbracht worden sei, willkürlich gewürdigt, so fehlen der

Beschwerde die Angaben zu den entsprechenden Protokollstellen. Der Be-

schwerdeführer legt nicht dar, welche konkreten Aussagen der Geschädigten aus

welchen Gründen die vorinstanzlichen tatsächlichen Annahmen unhaltbar er-

scheinen liessen. Diesbezüglich erfüllt die Beschwerde die Anforderungen an die

Begründung eines Nichtigkeitsgrundes nicht.

7. Zusammengefasst ergibt sich, dass der festgestellte Nichtigkeitsgrund der

willkürlichen Beweiswürdigung nicht zur Gutheissung der Beschwerde führen

kann, nachdem sich dieser nicht entscheidend auf das Urteil auswirkte. Die Nich-

tigkeitsbeschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

-   23   -

 III.

Dem Ausgang des Kassationsverfahrens entsprechend sind die Kosten, in-

klusive diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Geschä-

digtenvertretung, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 396a StPO).

Über die Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers sowie der un-

entgeltlichen Geschädigtenvertreterin wird unter Berücksichtigung der Honorar-

noten mittels Präsidialverfügung zu entscheiden sein.

 IV.

Den Parteien wird davon Kenntnis gegeben, dass ein Richter im Sinne von

§ 138 Abs. 4 GVG eine abweichende Ansicht zu Protokoll gegeben hat.

Das Gericht beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf:

Fr. 2'000.-- ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 544.--   Schreibgebühren,

Fr. 361.--   Zustellgebühren und Porti.

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens, einschliesslich diejenigen der amtli-

chen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung, wer-

den dem Beschwerdeführer auferlegt.

-   24   -

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die I. Strafkammer des Obergerichts

des Kantons Zürich sowie das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, je

gegen Empfangsschein.

______________________________________

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH
Die juristische Sekretärin: