# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f780302f-8f72-5da6-b730-fba80be13e56
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 10.04.2025 WPR.2025.35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-35_2025-04-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.35 / Bu / lm  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 10. April 2025 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiber Manz  

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Bernhard Pigl, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Algerien 

z.Zt. im Zentralgefängnis, 5600 Lenzburg   

amtlich vertreten durch lic. iur. Burim Imeri, Rechtsanwalt, 

Schaffhauserstrasse 57, Postfach, 4332 Stein AG    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 16. Dezember 

2021 illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch (MI-

act. 35, 54).  

 

Mit Entscheid vom 10. März 2022 lehnte das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab und wies ihn gleichentags 

aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg (MI-act. 54 ff.). Auf die 

dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 3. Mai 2022 aufgrund Fristverfall nicht ein, wodurch der 

Entscheid des SEM in Rechtskraft erwuchs (MI-act. 101 ff.). Das SEM 

setzte dem Gesuchsgegner in der Folge eine neue Ausreisefrist bis zum 

20. Juni 2022 an (MI-act. 111). 

 

In der Zwischenzeit wurde der Gesuchsgegner am 28. März 2022 im Auf-

trag der Bundesanwaltschaft unter anderem wegen Verdachts auf Beteili-

gung an einer kriminellen resp. terroristischen Organisation vorläufig fest-

gehalten und am 29. März 2022 in Untersuchungshaft versetzt (MI-act. 4, 

164).  

 

Der Gesuchsgegner wurde am 10. Mai 2022 durch die algerischen 

Behörden als algerischer Staatsangehöriger identifiziert (MI-act. 107) und 

am 30. November 2022 aus der Untersuchungshaft dem SEM für eine 

konsularische Anhörung bei den algerischen Behörden zugeführt (MI-

act. 157). Im Anschluss an die konsularische Anhörung bestätigten die 

algerischen Behörden die Ausstellung eines Ersatzreisedokuments für den 

Gesuchsgegner (MI-act. 157).  

 

Mit Urteil vom 13. November 2024 verurteilte das Bundesstrafgericht den 

Gesuchsgegner unter anderem wegen mehrfacher Unterstützung einer 

terroristischen Organisation und mehrfachen Besitzes von Gewaltdarstel-

lungen zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Zudem wurde er gestützt 

auf Art. 66a Abs. 1 lit. l des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 

21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) für die Dauer von zehn Jahren des 

Landes verwiesen (MI-act. 22 ff.). Der Kanton Aargau wurde als Vollzugs-

kanton für die Landesverweisung bestimmt (MI-act. 23).  

 

Am 5. März 2025 gewährte das Amt für Migration und Integration Kanton 

Aargau (MIKA) auf Ersuchen des Migrationsamts des Kantons Zürich dem 

Gesuchsgegner das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft (MI-act. 219 ff.). Der Gesuchsgegner gab dabei an, 

nicht bereit zu sein, in sein Heimatland zurückzukehren (MI-act. 221). 

 

 - 3 - 

 

 

Nachdem der Gesuchsgegner am 21. November 2024 gegen das Urteil 

des Bundesstrafgerichts vom 13. November 2024 Berufung angemeldet 

hatte und die ausgefällte Freiheitsstrafe per 28. März 2025 vollständig 

verbüsst worden war, wurde der Gesuchsgegner mit Verfügung der 

Berufungskammer des Bundesstrafgerichts vom 28. März 2025 für die 

Dauer des Berufungsverfahrens in Sicherheitshaft versetzt, um dessen 

Anwesenheit im Berufungsverfahren zu sichern und ihm die Teilnahme am 

Berufungsverfahren zu ermöglichen (MI-act. 204 f., 229).  

 

Am 8. April 2025 erklärte die Verteidigung des Gesuchsgegners den Rück-

zug der Berufung (MI-act. 533 f.), worauf die Berufungskammer des 

Bundesstrafgerichts am 9. April 2025 die umgehende Entlassung des 

Gesuchsgegners aus der Sicherheitshaft verfügte (MI-act. 228 ff.).  

 

Das MIKA ordnete in der Folge gestützt auf § 12 des Einführungsgesetzes 

zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 (EGAR; SAR 122.600) die 

Festnahme des Gesuchsgegners per 9. April 2025, 9.00 Uhr, und 

Inhaftierung im Zentralgefängnis Lenzburg an (MI-act. 240).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

10. April 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 548 ff.). Der Gesuchsgegner gab 

dabei erneut an, nicht freiwillig nach Algerien zurückzukehren (MI-act. 549). 

Im Anschluss an die Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung 

der Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 9. April 2025, 09:00 Uhr. Sie wird in Anwendung von 
Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 8. Juli 2025, 12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 29): 

 

 - 4 - 

 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 30): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 09.04.2025 resp. 10.04.2025 angeordnete 
Ausschaffungshaft des MIKA sei nicht zu bestätigen. Der Gesuchsgegner 
sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 EGAR). Die Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der 

ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen Person zu laufen 

(vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Der Vertreter des Gesuchsgegners stellt sich auf den Standpunkt, seit dem 

27. März 2025 hätte kein Hafttitel mehr bestanden, wodurch der Gesuchs-

gegner seither unrechtmässig in Haft gewesen sei. Eine rückwirkende 

Anordnung der Ausschaffungshaft sei nicht möglich. Für die Haftüber-

prüfungsfrist der Ausschaffungshaft ist indes lediglich darauf abzustellen, 

wann die ausländerrechtlich motivierte Anhaltung stattgefunden hat. Wird 

die betroffene Person im Auftrag der Migrationsbehörden durch die Polizei 

festgenommen (§ 12 EGAR) und wird unmittelbar anschliessend eine 

Administrativhaft gemäss Art. 75 ff. AIG angeordnet, beginnt die 

Haftüberprüfungsfrist gemäss Art. 80 Abs. 2 AIG im Zeitpunkt der 

Festnahme zu laufen. In diesem Fall stellt der Zeitpunkt der Festnahme 

auch den Beginn der Administrativhaft dar (vgl. Entscheid des Verwaltungs-

gerichts WPR.2025.32 vom 29. März 2025, Erw. I/2).  

 

Im vorliegenden Fall befand sich der Gesuchsgegner bis am 9. April 2025 

in der durch das Bundesstrafgericht angeordneten Sicherheitshaft, um 

dessen Anwesenheit im Berufungsverfahren zu sichern und ihm die 

Teilnahme am Berufungsverfahren zu ermöglichen (MI-act. 204 f., 229). 

Nachdem der Gesuchsgegner den Rückzug der Berufung erklärt hatte (MI-

act. 533 f.) und damit die Grundlage für die Sicherheitshaft weggefallen 

war, verfügte das Bundesstrafgericht am 9. April 2025 die umgehende 

Entlassung des Gesuchsgegners aus der Sicherheitshaft (MI-act. 228 ff.). 

 - 5 - 

 

 

In diesem Zeitpunkt endete die strafprozessualrechtliche Inhaftierung des 

Gesuchsgegners. Die Verfügung des Bundesstrafgerichts ging am 9. April 

2025 um 9.03 beim MIKA per E-Mail ein, woraufhin das MIKA gestützt auf 

§ 12 EGAR per 9.00 Uhr die Festnahme des Gesuchsgegners angeordnet 

hatte. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Gesuchsgegner somit ausländer-

rechtlich motiviert angehalten, weshalb sowohl die Haftüberprüfungsfrist 

als auch die Ausschaffungshaft am 9. April 2025, 9.00 Uhr, zu laufen 

begonnen haben. 

 

Die mündliche Verhandlung begann am 10. April 2025, 13.30 Uhr; das 

Urteil wurde um 13.55 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung 

erfolgte somit, entgegen den Vorbringungen des Vertreters des Gesuchs-

gegners, innerhalb der Frist von 96 Stunden.  

 

3. 

Anzumerken bleibt, dass selbst wenn die durch das Bundesstrafgericht 

angeordnete Sicherheitshaft unzulässig gewesen wäre, dies keine 

Auswirkung auf die hier zu überprüfende Ausschaffungshaft hat. Die 

behauptete Unzulässigkeit der Sicherheitshaft ist gegenüber dem 

Bundesstrafgericht bzw. in einem entsprechenden Haftungsprozess 

geltend zu machen. Das Verwaltungsgericht ist hierfür nicht zuständig. 

 

II.  

1. 

Gemäss Art. 74 Abs. 1 lit. gbis des Bundesgesetzes über die Organisation 

der Strafbehörden des Bundes (Strafbehördenorganisationsgesetz, 

StBOG, SR 173.71) sind die Kantone für den Vollzug von Landesver-

weisungen zuständig, die von den Strafbehörden des Bundes angeordnet 

wurden. Die Strafbehörde des Bundes bestimmt gemäss Art. 74 Abs. 2 

StBOG in Anwendung der Artikel 31 bis 36 der Schweizerischen Straf-

prozessordnung (Strafprozessordnung, StPO, SR 312.0) im Entscheid, 

welcher Kanton für den Vollzug zuständig ist. Das Bundesstrafgericht hat 

mit Urteil vom 13. November 2024 den Kanton Aargau als Vollzugskanton 

für die Landesverweisung des Gesuchsgegners bestimmt (MI-act. 23).  

 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landesver-

weisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

 - 6 - 

 

 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG). 

 

Das SEM wies den Gesuchsgegner mit mittlerweile rechtskräftigem 

Entscheid vom 10. März 2022 aus der Schweiz weg (MI-act. 54 ff., 111). 

Zudem wurde der Gesuchsgegner mit rechtskräftigem Urteil des 

Bundesstrafgerichts vom 13. November 2024 für zehn Jahre des Landes 

verwiesen (MI-act. 22 ff., 229). Damit liegt nicht nur eine erstinstanzliche, 

sondern sogar eine rechtskräftige Landesverweisung sowie ein 

rechtskräftiger Wegweisungsentscheid vor. Die Voraussetzung von Art. 76 

Abs. 1 AIG ist damit erfüllt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

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der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar 

zum Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund des rechtskräftigen Wegweisungs-

entscheids des SEM (MI-act. 54 ff.) sowie aufgrund der rechtskräftigen 

Landesverweisung gemäss Art. 66a StGB (MI-act. 22 ff.) verpflichtet, die 

Schweiz auf legalem Weg zu verlassen. Dennoch gab der Gesuchsgegner 

wiederholt an, er werde nicht freiwillig in sein Heimatland zurückkehren, er 

wolle aus der Haft entlassen werden und die Schweiz selbständig 

verlassen (MI-act. 221, 549). Auch anlässlich der heutigen Verhandlung vor 

dem Einzelrichter des Verwaltungsgerichts gab der Gesuchsgegner an, er 

wolle die Schweiz verlassen, weigere sich jedoch nach Algerien 

zurückzukehren (Protokoll S. 3, act. 29). Indes konnte er keine gültigen 

Papiere vorlegen, die ihm erlauben würden, auf legale Weise die Schweiz 

in ein anderes Land als seinen Heimatstaat zu verlassen und bestätigte, 

dass er keine Reisedokumente besitze (Protokoll S. 3, act. 29). In dieser 

konsequenten Weigerung seiner Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein 

klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der 

Ausschaffung entziehen will (vgl. BGE 130 II 377, Erw. 3.2.2).  

 

Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. i AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie gemäss Erkenntnissen des Bundesamtes für 

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Polizei (fedpol) oder des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) die innere 

oder äussere Sicherheit der Schweiz gefährdet. 

 

Aufgrund vorgenommener Handlungen und Äusserungen des Gesuchs-

gegners sowie in Erwägung der gesamten Erkenntnislage kam das fedpol 

wiederholt und letztmals am 23. Februar 2025 zum Schluss, dass der 

Gesuchsgegner die innere und äussere Sicherheit der Schweiz gefährdet 

(MI-act. 162 ff., 166 ff., 483 ff.).  

 

Somit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 

lit. i AIG ebenfalls erfüllt. 

 

3.3. 

Zusammenfassend steht fest, dass die Haftgründe gemäss Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 und Ziff. 4 AIG (Untertauchensgefahr) sowie gemäss Art. 76 

Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. i AIG (Gefährdung der inneren 

oder äusseren Sicherheit) erfüllt sind. Damit kann offenbleiben, ob weitere 

Haftgründe erfüllt sind.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 3, act. 29). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht 

auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig und führt auch sonst 

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nicht aus, inwiefern die Haft unverhältnismässig wäre. Insgesamt sind 

keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft als unverhältnis-

mässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftver-

längerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor 

Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

 - 10 - 

 

 

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 10. April 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 8. Juli 

2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die 

Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau 

erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Burim Imeri, Rechtsanwalt, Stein 

AG, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlassung 

des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 10. April 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

      i.V. 

 

Busslinger Manz