# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7d036dd-d616-5a7a-b64c-bdb0126ae48d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.10.2025 100 2024 202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2024-202_2025-10-06.pdf

## Full Text

100.2024.202U
MAM/TST/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 6. Oktober 2025

Verwaltungsrichterin Marti
Gerichtsschreiber Tschumi

A.________

gegen

Stiftung Stipendienfonds der Stadt Thun
handelnd durch den Stiftungsrat, Amt für Bildung und Sport, 
Hofstettenstrasse 14, 3600 Thun

Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Thun
Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

betreffend Ausbildungsbeitrag 2023/2024 (Entscheid der Regierungs-
statthalterin des Verwaltungskreises Thun vom 11. Juli 2024; vbv 6/2024)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.10.2025, Nr. 100.2024.202U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ studiert seit August 2020 …wissenschaften an der Universität 
B.________, wo sie im Studienjahr 2023/2024 das Masterstudium begonnen 
hat. Für das Ausbildungsjahr 2023/2024 gewährte ihr das Amt für zentrale 
Dienste der Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern (BKD), Abtei-
lung Ausbildungsbeiträge (AAB), mit Verfügungen vom 1. und 6. November 
2023 ein Stipendium von Fr. 4ʹ972.-- sowie ein Darlehen von Fr. 2ʹ500.--. Am 
8. November 2023 gelangte A.________ an die Stiftung Stipendienfonds der 
Stadt Thun und ersuchte für dasselbe Ausbildungsjahr um Gewährung eines 
kommunalen Stipendiums. Mit Verfügung vom 10. Januar 2024 verweigerte 
ihr der Stiftungsrat das beantragte Stipendium.

B.

Gegen diese Verfügung reichte A.________ am 7. Februar 2024 Be-
schwerde bei der BKD ein. Nach Durchführung eines Meinungsaustauschs 
leitete diese die Beschwerde mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2024 
zuständigkeitshalber an das Regierungsstatthalteramt (RSA) Thun weiter. 
Mit Entscheid vom 11. Juli 2024 wies die Regierungsstatthalterin die Be-
schwerde ab.

C.

Dagegen hat A.________ am 15. Juli 2024 (Postaufgabe: 17.7.2024) in 
französischer Sprache Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie bean-
tragt, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihr ein kommunales 
Stipendium im Umfang von Fr. 3'394.-- oder mindestens eines Drittels davon 
zu gewähren sei. Gleichzeitig hat sie um unentgeltliche Rechtspflege er-
sucht. Dieses Gesuch hat sie auf Aufforderung der Abteilungspräsidentin am 
29. Juli 2024 mit Belegen ergänzt.

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Das RSA Thun beantragt mit Vernehmlassung vom 20. August 2024 die Ab-
weisung der Beschwerde. Die Stiftung Stipendienfonds der Stadt Thun hat 
von der Gelegenheit, eine Beschwerdeantwort einzureichen, keinen Ge-
brauch gemacht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind einge-
halten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutre-
ten.

1.2 Im Streit liegt ein kommunales Stipendium für das Ausbildungsjahr 
2023/2024 im Betrag von Fr. 3ʹ394.-- (vgl. vorne Bst. C). Der Streitwert liegt 
mithin unter Fr. 20ʹ000.--. Der vorliegende Entscheid fällt somit in die einzel-
richterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist befugt, die Beschwerde an das Verwal-
tungsgericht in französischer Sprache zu erheben. Das Verfahren wird je-
doch in deutscher Sprache fortgesetzt (Art. 32 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 2 
Satz 1 VRPG).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

2.1 Die Regelung des Stipendienwesens obliegt grundsätzlich den Kan-
tonen (vgl. Art. 66 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Art. 45 Abs. 2 der 
Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) sieht im Sinn einer Staats-
aufgabe vor, dass der Kanton die Ausbildung durch finanzielle Beiträge oder 
andere Massnahmen zur Förderung der Chancengleichheit erleichtert. Diese 
Verfassungsbestimmung schliesst aber nicht aus, dass die Gemeinden er-
gänzend zu den kantonalen Ausbildungsbeiträgen eigene Beiträge ge-
währen. Die verfassungsrechtlichen Zuständigkeiten des Kantons sind in al-
ler Regel denn auch nicht als ausschliesslich zu verstehen (Ueli Friederich, 
in Kommentar zum bernischen Gemeindegesetz, 1999, Art. 61 N. 13 f. und 
16). Den Gemeinden steht es damit offen, die Gewährung von Ausbildungs-
beiträgen als selbst gewählte Aufgabe zu übernehmen (Art. 62 i.V.m. Art. 61 
Abs. 2 des Gemeindegesetzes vom 16. März 1998 [GG; BSG 170.11]). Hier-
für ist ein Erlass oder ein Beschluss des zuständigen Gemeindeorgans er-
forderlich (Art. 62 GG). 

2.2 Gemäss dem Stipendienreglement der Stadt Thun vom 24. April 
2008 (nachfolgend: STR; einsehbar unter: <www.thun.ch>, Rubriken «Politik 
Verwaltung/Politik/Reglemente und Verordnungen/4 Kultur, Ausbildung») 
gewährt die Stiftung des Stipendienfonds der Stadt Thun Beiträge in Form 
von Stipendien und Darlehen zur Finanzierung von Ausbildungen, die über 
die obligatorische Schulpflicht hinausgehen (vgl. Art. 1, 3 f. und 6 f.). Diese 
Beiträge sind einerseits zur Mitfinanzierung von Ausbildungen bestimmt, die 
gemäss dem kantonalen Gesetz über die Ausbildungsbeiträge (ABG; 
BSG 438.31) nicht anerkannt sind oder an die der Kanton aus anderen in der 
Stipendiengesetzgebung erwähnten Gründen keine Beiträge gewährt (Art. 5 
Bst. a STR). Andererseits sollen die Beiträge auch der Mitfinanzierung von 
nach dem ABG anerkannten Ausbildungen dienen, sofern dies keine Kür-
zung eines kantonalen Beitrags zur Folge hat; insbesondere zur Mitfinanzie-
rung von tatsächlichen Ausbildungs- und Reisekosten, welche den kantona-
len Höchstwert übersteigen (Art. 5 Bst. b STR). Nach Art. 11 Abs. 1 STR 
setzt der Stiftungsrat Art und Höhe der Beiträge im Rahmen der verfügbaren 
Mittel fest. Die Bemessung ist nach Art. 11 Abs. 2 STR abhängig von den 
finanziellen Verhältnissen der Auszubildenden, deren Eltern und gegebe-

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nenfalls anderer unterstützungspflichtiger Personen (Bst. a), von allfälligen 
weiteren Ausbildungsbeiträgen (Bst. b) und von den durch die Ausbildung 
entstehenden Kosten (Bst. c). 

2.3 Beim Stipendienreglement der Stadt Thun handelt es sich um kom-
munales Recht. Bei dessen Auslegung ist deshalb zu beachten, dass einer 
Gemeinde bei der Anwendung ihrer eigenen Rechtsnormen ein gewisser Be-
urteilungsspielraum zukommt. Es ist deshalb vorab Sache der Gemeinde zu 
bestimmen, wie sie ihre eigenen Vorschriften verstanden haben will. Wird die 
Anwendung einer solchen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdever-
fahrens, haben die Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die von der Ge-
meinde bzw. von deren Organen geltend gemachte Auslegung rechtlich halt-
bar ist. Sie auferlegen sich mit anderen Worten eine gewisse Zurückhaltung 
gegenüber der Auffassung der Gemeinde bzw. ihrer Organe, indem sie sich 
der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der umstrittenen Bestim-
mung ebenfalls möglich und rechtlich haltbar wäre (statt vieler BVR 2023 
S. 25 E. 5.5; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020 Art. 80 N. 21 und 23).

3.

Strittig ist, ob die Vorinstanz die Verweigerung des kommunalen Stipendi-
ums zu Recht geschützt hat.

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sowohl die Beschwerdegeg-
nerin als auch die Vorinstanz übersähen, dass die kommunalen Stipendien 
gemäss dem STR die kantonalen Ausbildungsbeiträge ergänzten. Der 
Zweck der kommunalen Stipendien bestehe darin, sicherzustellen, dass die 
Studierenden die tatsächlichen Kosten ihrer Ausbildung auch in denjenigen 
Fällen tragen könnten, in denen die kantonalen Stipendien nicht alle diese 
Kosten abdeckten. Die Beschwerdegegnerin sei für das Ausbildungsjahr 
2023/2024 von höheren Reisekosten ausgegangen als der Kanton. Entspre-
chend sei die Beschwerdegegnerin verpflichtet, diese zusätzlichen Kosten 
mit einem kommunalen Stipendium zu decken. Ihr sei das kommunale Sti-
pendium aber mindestens im Umfang eines Drittels des Fehlbetrags zu ge-

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währen, da es diesfalls zu keiner Kürzung eines kantonalen Beitrags kom-
men würde. Die Vorinstanz habe die Verweigerung des kommunalen Stipen-
diums daher zu Unrecht geschützt (vgl. Beschwerde Ziff. 3, 5, 6 und 7).

3.2 Nach Auffassung der Vorinstanz ist es nicht zu beanstanden, dass 
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin trotz des ermittelten Fehl-
betrags kein Stipendium gewährt hat (angefochtener Entscheid E. II Ziff. 7-
10). Die kommunalen Ausbildungsbeiträge seien gemäss Art. 5 Bst. b STR 
insbesondere zur Mitfinanzierung von nach dem ABG anerkannten Ausbil-
dungen bestimmt. Eine solche kommunale Mitfinanzierung setze aber vor-
aus, dass keine Kürzung eines kantonalen Beitrags erfolge. Diese Voraus-
setzung sei im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Gestützt auf die E-Mail der AAB 
vom 7. Februar 2024 sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
dem Kanton zwar nicht den gesamten Betrag eines allfälligen kommunalen 
Stipendiums zurückerstatten müsste, sondern nur zwei Drittel davon. Dies 
ändere aber nichts daran, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
ein kommunales Stipendium habe, da Art. 5 Bst. b STR klar bestimme, dass 
kantonal anerkannte Ausbildungen nur dann ergänzend finanziert würden, 
wenn dies (überhaupt) keine Kürzung eines kantonalen Beitrags zur Folge 
habe. Zu denken sei insbesondere an die Mitfinanzierung von tatsächlichen 
Ausbildungs- und Reisekosten, welche den kantonalen Höchstwert überstei-
gen würden. Ein solcher Fall liege hier aber nicht vor; vielmehr handle es 
sich um den explizit von jeder Unterstützung ausgeschlossenen Fall, in dem 
es aufgrund des kommunalen Stipendiums zu einer Kürzung des kantonalen 
Beitrags kommen würde.

3.3 Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Die AAB hat bei der Festset-
zung der kantonalen Beiträge für das Ausbildungsjahr 2023/2024 im Budget 
der Beschwerdeführerin einen Fehlbetrag von Fr. 7ʹ458.-- errechnet. Dieser 
ergibt sich aus dem anteilsmässigen Defizit im Familienbudget (Fr. 478.--), 
den Kosten für auswärtige Mahlzeiten (Fr. 1ʹ330.--), den Ausbildungskosten 
(Fr. 3ʹ000.--) sowie den Reisekosten, welche die AAB mit dem Preis für ein 
Generalabonnement Jugend (damals Fr. 2ʹ650.--) veranschlagt hat (vgl. Ver-
fügung vom 1.11.2023, Vorakten RSA pag. 32 f.). Gestützt auf diese Berech-
nung hat die AAB der Beschwerdegegnerin für das Ausbildungsjahr 
2023/2024 ein kantonales Stipendium von Fr. 4ʹ972.-- sowie ein Darlehen 

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von Fr. 2ʹ500.-- zugesprochen, wobei sie das Stipendium mit dem für das 
Ausbildungsjahr 2021/2022 zu viel gewährten Betrag (Fr. 310.--) verrechnet 
hat (vgl. Verfügungen vom 1.11.2023 und 6.11.2023, Vorakten RSA pag. 35 
und 25). Mit dem bei der Beschwerdegegnerin eingereichten Stipendienge-
such vom 8. November 2023 hat die Beschwerdeführerin erklärt, dass sie 
auf das vom Kanton gewährte Darlehen verzichte, weil sie während des Stu-
diums keine Schulden aufnehmen wolle. Zudem hat sie ausgeführt, dass sie 
die Reisekosten auf der Basis von Einzelfahrten zwischen Thun und 
B.________ (je Fr. 28.--) ermittelt habe, was für das Ausbildungsjahr 
2023/2024 insgesamt Fr. 4'945.-- ausmache (Vorakten RSA pag. 38). Aus-
gehend davon hat die Beschwerdegegnerin ein grundsätzliches Anrecht auf 
ein kommunales Stipendium in der Höhe von Fr. 3'394.-- anerkannt, welches 
der Summe der von ihr ermittelten Reise- und Ausbildungskosten 
(Fr. 5'481.-- + Fr. 2'575.--) abzüglich des vom Kanton für das Ausbildungs-
jahr 2023/2024 ausbezahlten Stipendiums (Fr. 4'662.--) entspricht (vgl. Ver-
fügung der Beschwerdegegnerin vom 10.1.2025, Vorakten RSA pag. 50; vgl. 
auch das entsprechende Berechnungsformular in Vorakten RSA pag. 45). 
Dennoch hat sie der Beschwerdeführerin das Stipendium verweigert, weil die 
Zusprache dieses kommunalen Stipendiums, was die AAB bestätigt hat, eine 
Rückforderung von kantonalen Ausbildungsbeiträgen zur Folge hätte (Ver-
fügung vom 10.1.2024, Vorakten RSA pag. 50). 

3.4 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im Ausbildungsjahr 
2023/2024 eine nach dem ABG anerkannte Ausbildung absolvierte, für die 
sie bereits kantonale Ausbildungsbeiträge erhalten hatte. Wie die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt hat, sieht Art. 5 Bst. b STR vor, dass solche Ausbil-
dungen (nur) dann durch kommunale Beiträge mitfinanziert werden, wenn 
dies zu keiner Kürzung eines kantonalen Beitrags führt (vgl. vorne E. 2.2). 
Zum Zweck dieser Regelung hat die Beschwerdegegnerin ausgeführt, dass 
kommunale Ausbildungsbeiträge lediglich als Ergänzung bzw. subsidiär zur 
kantonalen Unterstützung gesprochen würden, weil die Finanzierung von 
kantonal anerkannten Ausbildungen eine kantonale und keine kommunale 
Aufgabe sei. Gemäss ihrer Praxis liege daher von vornherein keine beitrags-
berechtigte Ausbildung i.S.v. Art. 5 Bst. b STR vor, sofern es aufgrund der 
Gewährung eines kommunalen Stipendiums zu einer Kürzung eines kanto-

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nalen Beitrags kommt (Beschwerdeantwort vor der Vorinstanz S. 4, Vorak-
ten RSA pag. 62). 

3.5 Für das Verwaltungsgericht sind keine Anhaltspunkte erkennbar, wo-
nach diese Auslegung rechtlich unhaltbar wäre. Es kann demnach dem 
Normverständnis der Beschwerdegegnerin gefolgt werden. Diese hat insbe-
sondere zutreffend ausgeführt, dass die (Mit-)Finanzierung von Ausbildun-
gen durch die Gewährung von staatlichen Beiträgen an die Auszubildenden 
in erster Linie eine kantonale Aufgabe darstellt (vgl. vorne E. 2.1 auch zum 
Nachfolgenden). Da es sich bei der kommunalen Ausbildungsfinanzierung 
um eine selbstgewählte bzw. freiwillig wahrgenommene Gemeindeaufgabe 
im Sinn von Art. 62 GG handelt, steht es der Gemeinde grundsätzlich frei, in 
ihrem Stipendienreglement zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen 
Anspruch auf eine solche ergänzende kommunale Finanzierung bestehen 
soll. Unter diesen Umständen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Be-
schwerdegegnerin gemäss ihrer Praxis die Gewährung von kommunalen 
Ausbildungsbeiträgen im Sinn von Art. 5 Bst. b STR vom Ausbleiben einer 
Kürzung von kantonalen Beiträgen abhängig macht. Dass die so verstan-
dene Regelung gegen höherrangiges Recht verstossen würde, ist nicht er-
sichtlich und wird auch nicht geltend gemacht. Anders als die Beschwerde-
führerin meint, lässt sich aus Art. 5 Bst. b STR dagegen nicht ableiten, die 
Beschwerdegegnerin habe die vom Kanton nicht vollständig abgedeckten 
Reisekosten in jedem Fall zu übernehmen. Richtig ist zwar, dass die kom-
munalen Ausbildungsbeiträge gemäss dem zweiten Teilsatz von Art. 5 Bst. b 
STR «insbesondere zur Mitfinanzierung von tatsächlichen Ausbildungs- und 
Reisekosten [bestimmt sind], welche den kantonalen Höchstwert überstei-
gen». Aus dieser Formulierung ergibt sich aber nicht, dass die Beschwerde-
gegnerin allfällige vom Kanton nicht gedeckte tatsächliche Reisekosten auch 
dann übernehmen muss, wenn es zu einer Kürzung von kantonalen Beiträ-
gen kommt. Zudem besteht mit Blick auf die Reisekosten auch kein kanto-
naler Höchstwert (vgl. Anhang 1 der Verordnung über die Ausbildungsbei-
träge vom 5. April 2006 [ABV; BSG 438.312]). Aus dem Umstand allein, dass 
die Beschwerdegegnerin höhere Reisekosten als die AAB berücksichtigt hat, 
vermag die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.

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3.6 Damit stellt sich noch die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht davon 
ausgegangen ist, dass die Gewährung des beantragten kommunalen Stipen-
diums mit einer Kürzung eines kantonalen Ausbildungsbeitrags verbunden 
wäre. In dieser Hinsicht lässt sich dem ABG entnehmen, dass der Kanton 
bei der Bemessung seiner Ausbildungsbeiträge die Mittel der Auszubilden-
den, der Eltern, der Ehegattin oder des Ehegatten, anderer Verpflichteter so-
wie Dritter zur Finanzierung der Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten der 
Auszubildenden zu berücksichtigen hat (vgl. Art. 15 Abs. 1 ABG). Als Ein-
kommen der auszubildenden Person gelten dabei Entschädigungen aus pri-
vatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis einschliesslich 
der Nebeneinkünfte, Erwerbsersatzleistungen, gerichtlich festgelegte Unter-
haltsbeiträge oder Beiträge auf Grund eines genehmigten Unterhaltsver-
trags, Renten aller Art, Ergänzungsleistungen sowie Beiträge von Gemein-
den oder anderen Institutionen (Art. 26 Abs. 2 ABV). Da es sich bei kommu-
nalen Stipendien um Beiträge von Gemeinden handelt, stellen sie folglich 
finanzielle Mittel dar, die für die Berechnung der kantonalen Beiträge mass-
geblich sind. Art. 19 Abs. 1 ABG sieht weiter vor, dass bei einer Änderung 
der Verhältnisse die Berechtigung und die Höhe des bewilligten Beitrags 
überprüft und die Beitragsverfügung angepasst werden sowie dass allenfalls 
zu viel bezogene Beiträge zurückzuerstatten sind. Die Vorinstanz ging folg-
lich zu Recht davon aus, dass die der Beschwerdeführerin für das Jahr 
2023/2024 bereits zugesprochenen kantonalen Ausbildungsbeiträge im Fall 
der Gewährung eines kommunalen Stipendiums nachträglich zu überprüfen 
wären und eine teilweise Rückerstattung verfügt werden müsste, da sich der 
neu errechnete Fehlbetrag unter Berücksichtigung der zusätzlichen kommu-
nalen Unterstützung verringern würde (vgl. angefochtener Entscheid E. II 
Ziff. 8). Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, gälte dies selbst dann, wenn 
der Beschwerdeführerin nur ein Teil des kommunalen Stipendiums ausbe-
zahlt würde. In diesem Fall würde der Rückerstattungsbetrag zwar geringer 
ausfallen; entgegen der Beschwerdeführerin trifft jedoch nicht zu, dass es zu 
gar keiner Rückerstattung kommen würde.

3.7 Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass die Be-
schwerdegegnerin einen teilweisen oder vollständigen Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf das beantragte kommunale Stipendium für das Ausbil-
dungsjahr 2023/2024 zu Recht verneint hat. Nach dem Gesagten ist entge-

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gen der Beschwerdeführerin (Beschwerde Ziff. 8) auch nicht ersichtlich, wes-
halb die Verweigerung des kommunalen Stipendiums auf ungenügenden 
rechtlichen Grundlagen basieren sollte. Inwiefern daran etwas ändern 
könnte, dass im vorliegenden Fall ein Sachbearbeiter der AAB die allfällige 
Rückerstattungspflicht mit E-Mail bestätigt hat, ist nicht erkennbar. Anders 
als die Beschwerdeführerin meint, liegt daher in diesem Zusammenhang 
auch kein Verfahrensfehler vor. 

4.

4.1 Insgesamt erweist sich die Beschwerde damit als unbegründet; sie 
ist deshalb abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfah-
renskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Die Beschwerdeführerin hat für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um 
unentgeltliche Rechtspflege ersucht (vorne Bst. C).

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 
nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können (BVR 2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1).

4.3 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend und klar 
dargelegt, weshalb die Verweigerung des kommunalen Stipendiums zuläs-
sig war. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde keine Argumente vor, weshalb die Erwägungen der Vorinstanz 
rechtsfehlerhaft sein sollten. Dass die Beschwerde unter diesen Umständen 
kein Erfolg beschieden sein konnte, musste auch für die Beschwerdeführerin 

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erkennbar sein. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher we-
gen Aussichtslosigkeit abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen 
wäre.

4.4 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endent-
scheid befunden wird, sind die Verfahrenskosten praxisgemäss bloss im 
Rahmen der üblichen Abschreibungsgebühren zu erheben (BVR 2014 
S. 437 E. 7.9). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG). 

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden der Beschwerdeführerin auf-
erlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin
- Regierungsstatthalteramt Thun

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.