# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f640823a-4e2d-5f8b-bc9e-13a1a465a283
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 D-6522/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6522-2006_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6522/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...), 
alias B._______, geboren (...),
Iran,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 9. April 
2003 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6522/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 27. Au-
gust 2001 unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz und er-
suchte am gleichen Tag in der Empfangsstelle (heute: Empfangszent-
rum) C._______ um Asyl. Anlässlich der Befragung vom 5. September 
2001 im Transitzentrum D._______ sowie der Anhörung vom 19. Okto-
ber  und  29.  November  2001  durch  das  Ausländeramt  des  Kantons 
E._______  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er habe im Jahre 1997 im Iran 
vor  Studenten  eine  Rede  zu  aktuellen  politischen  Fragen  gehalten, 
welche von islamischen Geistlichen gestört worden sei. Im Anschluss 
an diese Veranstaltung sei  er  festgenommen worden und habe eine 
Nacht  auf  einem Polizeiposten  verbracht.  Nach  einem Verhör  sei  er 
schliesslich wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Allerdings sei ihm 
in der Folge die Immatrikulation an der Universität verweigert worden. 

Im Jahre 1998 seien ihm bei einem "mysteriösen" Einbruch persönli-
che Sachen wie Computer, Faxgerät sowie einige Schriftstücke abhan-
den gekommen. Er habe sich trotzdem nicht  davon abhalten lassen, 
sich politisch zu engagieren, und sich im Jahre 2001 sogar als Präsi-
dentschaftskandidat aufstellen lassen. Er habe zudem mehrere regie-
rungskritische Artikel für die Zeitungen "F._______" und "G._______" 
geschrieben,  welche  auch  publiziert  worden  seien.  Dies  habe  ihm 
insoweit  Probleme  bereitet,  als  iranische  Arbeiter,  welche  sich 
aufgrund  seiner  Artikel  Sorgen  um  ihre  Beschäftigungsperspektiven 
gemacht hätten, die Scheiben seines Autos eingeschlagen hätten. Zu-
dem sei er im Dezember 2000 eine Woche lang von bewaffneten Per-
sonen festgehalten,  einvernommen und bedroht  worden. Schliesslich 
sei am 31. Juli 2001 eine ihn betreffende gerichtliche Vorladung an die 
Zeitung  "G._______"  geschickt  worden,  über  deren  Existenz  er 
telefonisch unterrichtet worden sei. Am 1. beziehungsweise 2. August 
2001 seien bärtige Personen an seinem Arbeitsort erschienen, die ihn 
hätten festnehmen wollen. Er habe deshalb den Verdacht  gehegt,  er 
werde wegen seiner journalistischen Tätigkeit  gesucht. Aufgrund die-
ser Sachlage habe er  seine Flucht  aus dem Heimatstaat  organisiert 
und sich zunächst ungefähr zwei Wochen in H._______ aufgehalten. 
Von dort aus habe er sich unter Umgehung der Grenzkontrolle in die 
Türkei durchgeschlagen.

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Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

B.
Zur  Untermauerung seiner  Vorbringen reichte  der  Beschwerdeführer 
die nachfolgend aufgeführten Beweismittel zu den Akten: Eine Bestäti-
gung seiner Kandidatur für das Präsidentenamt, einen Brief des Präsi-
dialamtes, eine Anzeige bezüglich des Einbruchs und die Polizeiproto-
kolle  dazu,  zahlreiche  Zeitungsartikel,  eine  Bestätigung  der  Zeitung 
"G._______" über die journalistische Tätigkeit des Beschwerdeführers, 
einen Strafregisterauszug, eine Bestätigung der Militärdienstbefreiung, 
einen  Auszug  aus  der  Geburtsurkunde  sowie  einen  Firmenprospekt 
seines Vaters.

C.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 9. April 2003 - eröffnet am 
10. April  2003 -  fest,  der Beschwerdeführer  erfülle  die Flüchtlingsei-
genschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es 
die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  und  den 
Vollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, der Be-
schwerdeführer  habe  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zu  zahlreichen 
massgeblichen Punkten widersprüchliche Angaben gemacht. Ausser-
dem  widersprächen  seine  Vorbringen  in  wesentlichen  Punkten  der 
allgemeinen  Erfahrung  oder  der  Logik  des  Handelns.  So  habe  er 
sowohl  bei  der Befragung vom 5. September  2001 als  auch bei  der 
Anhörung  am  19.  Oktober  beziehungsweise  29.  November  2001 
ausgeführt,  er  sei  an seinem Arbeitsplatz  gesucht  worden und hätte 
festgenommen  werden  sollen.  Es  müsse  aber  ausgeschlossen 
werden,  dass  es  die  iranischen  Sicherheitsbehörden  unterlassen 
hätten,  ihn  auch  zu  Hause  aufzusuchen,  wenn  sie  tatsächlich 
beabsichtigt hätten, ihn festzunehmen. Zudem ergebe es keinen Sinn, 
am  31.  Juli  2001  eine  Vorladung  zuzustellen  und  die  vorgeladene 
Person bereits einen beziehungsweise zwei Tage später verhaften zu 
wollen. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, er 
hätte festgenommen werden sollen und sei sogar mit dem Tod bedroht 
worden. Unter  diesen  Umständen sei  es  aber  nicht  nachvollziehbar, 
weshalb  er  vor  der  kantonalen  Behörde  auch  vorgebracht  habe,  er 
habe den Heimatstaat verlassen, um sich hier in der Schweiz zu bilden 
und um später  wieder in den Iran zurückzukehren. Seine Vorbringen 
seien  folglich  unglaubhaft.  Im  Übrigen  setze  der  Begriff  der 
Flüchtlingseigenschaft  einen  in  zeitlicher  und  sachlicher  Hinsicht 
genügend  engen  Kausalzusammenhang  zwischen  Verfolgung  und 

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Flucht voraus. Dementsprechend lägen die Ereignisse aus den Jahren 
1997 bis 2000 zu weit zurück, um noch als Anlass für die Flucht Ende 
August  2001  gewertet  zu  werden.  Ferner  liege  eine  asylrelevante 
Verfolgung bei Übergriffen durch Dritte nur dann vor, wenn der Staat 
trotz bestehender Schutzpflicht und Schutzfähigkeit den erforderlichen 
Schutz nicht gewähre. So handle es sich beim Einbruch im Jahre 1998 
und  bei  den  Übergriffen  der  unzufriedenen  Leute,  die  sogar  die 
Scheiben  seines  Autos  eingeschlagen  und  ihn  belästigt  hätten,  um 
Übergriffe  privater  Dritter.  Den  Akten  seien  keine  Hinweise  zu 
entnehmen, dass der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachgekommen 
wäre.  Dementsprechend  seien  auch  diese  Vorbringen  nicht 
asylrelevant.  Daran  vermöchten  auch  die  ins  Recht  gelegten 
Beweismittel  nichts zu ändern. Diese bezögen sich lediglich auf  den 
geltend  gemachten  Diebstahl  und  auf  die  von  ihm  veröffentlichten 
Zeitungsberichte. Diese Artikel gingen in ihrem Inhalt und ihrer Brisanz 
aber  nicht  über  das  hinaus,  was  regelmässig  in  iranischen 
Publikationen an Kritik zu lesen sei. Ferner gelte es festzuhalten, dass 
die weiteren Beweismittel wie die Kandidatur für das Präsidentenamt, 
der  Strafregisterauszug  und  die  Bestätigung  der  Befreiung  vom 
Militärdienst  in  keinem  direkten  Zusammenhang  mit  den  geltend 
gemachten  Vorbringen  stünden  und  keine  Hinweise  auf  eine 
asylrelevante  Verfolgung  beinhalteten.  Dementsprechend  hielten  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  auch  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.

D.
Mit  Eingabe  seiner  (damaligen)  Rechtsvertreterin  vom  9.  Mai  2003 
(Poststempel) liess der Beschwerdeführer bei der damals zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) die Aufhebung der vor-
instanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl in der Schweiz 
beantragen; eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs festzustellen. Zudem sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen, insbesondere sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses 
abzusehen. Auf die Begründung der Begehren wird, soweit wesentlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der  Beschwerdeführer  liess  mit  der  Rechtsmittelschrift  die  nachfol-
gend aufgeführten Beweismittel zu den Akten reichen: Einen Internet-
Beitrag vom April 2002 über den Iran, zwei Jahresberichte (reporters 
without borders) vom 24. April 2002 über den Iran, einen Brief des ira-
nischen Journalisten  I._______ nebst  englischer  Übersetzung,  einen 

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Bericht vom 22. April 2003 über diesen iranischen Journalisten sowie 
ein  Bestätigungsschreiben  des  iranischen  Journalisten  Fereidoun 
Gilani vom 7. Mai 2003.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2003 teilte der zuständige Instruk-
tionsrichter  der ARK dem Beschwerdeführer  mit,  er  könne den Aus-
gang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig 
wies er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis am 19. Juni 2003 einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu leisten und die Beweismittelbeilagen 
3 und 4 in eine Amtssprache übersetzen zu lassen.

Mit Eingabe vom 13. Juni 2003 liess der Beschwerdeführer die Über-
setzungen einreichen. Am gleichen Tag leistete er den einverlangten 
Kostenvorschuss.

F.
In seiner Vernehmlassung vom 30. Juni 2003 beantragte das Bundes-
amt  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  die 
Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Beschwerdeschrift enthalte keine 
neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Ände-
rung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Der Beschwerdeführer 
leide unter  einem übersteigerten Selbstwertgefühl. Unter  diesem As-
pekt sei auch das ins Recht gelegte Schreiben des inhaftierten Jour-
nalisten  I._______  zu  betrachten.  Der  Beschwerdeführer  versuche, 
seiner  angeblichen  publizistischen  und  politischen  Tätigkeit  eine  Di-
mension zu geben, welche sie nicht habe. Das Schreiben müsse als 
gefälscht betrachtet werden. Es liege bezeichnenderweise nur als Ko-
pie vor, und es sei unmöglich, dass ein Schreiben dieses Inhalts das 
iranische Gefängnis,  in  dem sich I._______ befinde,  habe verlassen 
können. Demgegenüber handle es sich beim Schreiben von Fereidoun 
Gilani lediglich um ein Gefälligkeitsschreiben, welches bezeichnender-
weise sehr  oberflächlich gehalten sei  und die angeblichen publizisti-
schen und politischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers und die da-
mit  geltend  gemachte  Verfolgung  in  keinem neuen  Licht  erscheinen 
lasse.

G.
Am  7. August  2003  (Poststempel)  liess  das  Deutschschweizer  PEN 
Zentrum der ARK ein Schreiben zukommen, dem eine Liste der Aufru-
fe zu Rapid Actions des internationalen PEN beziehungsweise irani-

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scher  Schreibender  und  Kulturschaffender  im  Jahre  2003  beigefügt 
war.  Mit  Eingabe  vom  25.  April  2005  (Poststempel)  liess  der 
Beschwerdeführer zudem ein Arbeitszeugnis zu den Akten reichen.

H.
Im Schreiben vom 19. September 2005 seines neu bestellten Rechts-
vertreters machte der Beschwerdeführer geltend, dass er sich auch in 
exilpolitischer Hinsicht in der Schweiz exponiert habe, weshalb er sich 
auf subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) berufe. Gleichzeitig liess er 
einen unter seinem Namen im Internet publizierten Artikel vom 6. Sep-
tember 2005 über I._______ sowie zwei ins Internet  gestellte Fotos, 
welche seine Teilnahme an einer Standaktion vom 3. September 2005 
in Zürich zur Unterstützung politischer Gefangener im Iran dokumen-
tieren, zu den Akten reichen.

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2005 reichte der Beschwerdeführer eine 
Kopie eines unter seinem Namen im Internet publizierten Artikels über 
Studienmöglichkeiten in der Schweiz der ARK ein, ausserdem die Ko-
pie seiner Zulassung zu einer Ausbildung im Kanton Tessin, ein Sch-
reiben an den Bundespräsidenten sowie zwei  weitere Fotos,  welche 
seine  Teilnahme an  einer  Kundgebung  der  iranischen  Exilopposition 
vom 24. September 2005 in Zürich dokumentieren. 

Mit Schreiben vom 5. Oktober 2005 wurden drei unter dem Namen des 
Beschwerdeführers im Internet publizierte, in arabischer Sprache ver-
fasste Artikel sowie der Text eines Interviews eingereicht. Zudem gab 
der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 26. Oktober 2005 eine Be-
schwerdeergänzung nebst weiteren Beilangen zu den Akten (vgl. das 
Beilagenverzeichnis in den Beschwerdeakten, S. 229). 

In weiteren Eingaben vom 15. November 2005 und 14. Februar 2006 
wurden  der  Text  eines  weiteren  Radiointerviews,  an  dem  der  Be-
schwerdeführer teilgenommen haben soll, mehrere unter dem Namen 
des Beschwerdeführers im Internet publizierte Artikel, einige Fotos von 
Kundgebungen,  an  denen  der  Beschwerdeführer  teilgenommen  hat 
sowie  ein  Referenzschreiben  des  iranischen  PEN-Zentrums  im  Exil 
eingereicht. 

Schliesslich liess der Beschwerdeführer am 12. Mai 2006 vier im Inter-
net publizierte Fotos von Kundgebungen in St. Gallen und Zürich, an 
denen  er  teilgenommen  hat,  das  Original  eines  Referenzschreibens 

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des Präsidenten der DVF (Demokratische Vereinigung für Flüchtlinge) 
sowie die Kopie des Mitgliederausweises der DVF einreichen.

I.
Mit Verfügung vom 10. März 2006 lud der Instruktionsrichter der ARK 
die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung hinsichtlich des 
Vorliegens  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  des  Be-
schwerdeführers ein. 

J.
In seiner Vernehmlassung vom 27. Juni 2006 verneinte das BFM das 
Vorliegen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  des  Be-
schwerdeführers und hielt am angeordneten Vollzug der Wegweisung 
fest. Für die weitere Begründung wird auf die Akten verwiesen. 

K.
Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2006 brachte der Instruktionsrich-
ter der ARK dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Vorins-
tanz vom 27. Juni 2006 zusammen mit der Stellungnahme des Auslän-
deramtes des Kantons E._______ vom 11. Mai 2006 zur Kenntnis und 
gab ihm Gelegenheit, sich dazu zu äussern.

L.
Mit Eingabe vom 3. Juli 2006 (Poststempel) nahm der Beschwerdefüh-
rer zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung. Darüber hinaus reich-
te  er  weitere  Beweismittel  zum  Nachweis  der  aktuellsten  exilpoliti-
schen und beruflichen Aktivitäten zu den Akten.

M.
Mit  Schreiben vom 21. November 2006 nahm die Schweizer Sektion 
von Amnesty International zur Frage der Wegweisung des Beschwer-
deführers in den Iran Stellung. Diesem Schreiben lag eine allgemeine 
Stellungnahme von Amnesty International bezüglich der Wegweisung 
von abgewiesenen Asylsuchenden in den Iran bei.

N.
Dem Beschwerdeführer wurde am 18. April  2007 gestützt auf Art. 14 
Abs. 2 AsylG durch die zuständige kantonale Behörde mit Zustimmung 
des BFM eine Aufenthaltsbewilligung ("B-Bewilligung") ausgestellt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 

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Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.3 Flüchtlingen wird kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Aus-
reise aus dem Heimat oder- Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhal-
tens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden 
(Art. 54 AsylG).

4.  

4.1 In  seiner am 26. Oktober 2005 eingereichten Beschwerdeergän-
zung rügt der Beschwerdeführer, anlässlich der Zweitbefragung sei le-
diglich summarisch protokolliert worden. Es sei daher nicht opportun, 
ihm ein widersprüchliches Aussageverhalten anzulasten. Indessen ver-
mag die Berufung auf  die entsprechende Bemerkung in der Bestäti-
gung des Hilfswerksvertreters vom 29. November 2001 nicht zu einer 
veränderten Betrachtungsweise zu führen, dies umso weniger, als der 
obgenannten Bestätigung auch zu entnehmen ist, der Beschwerdefüh-
rer sei  bei  seinen Ausführungen immer wieder in "weltpolitische Ge-
danken" abgewichen, welche für die Beurteilung seines Asylgesuchs 
unbeachtlich sind. Zudem bestätigte der Beschwerdeführer  nach der 
wörtlichen Rückübersetzung des kantonalen Anhörungsprotokolls vom 
19. Oktober und 29. November 2001, alle seine Vorbringen seien ab-
schliessend darin festgehalten und er habe diesen nichts mehr beizu-
fügen (act. A 5/15, S. 14). Dementsprechend muss sich der Beschwer-
deführer bei seinen Vorbringen, wie sie in das kantonale Anhörungs-
protokoll  Eingang gefunden haben,  behaften lassen. Dies  gilt  insbe-
sondere auch für  widersprüchliche Vorbringen,  zumal  er  im Rahmen 
der Rückübersetzung Gelegenheit gehabt hätte, das Protokoll berichti-
gen zu lassen.

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4.2 Die Vorinstanz qualifizierte die vom Beschwerdeführer geltend ge-
machte Verfolgung durch iranische Sicherheitsbehörden als unglaub-
haft, weshalb seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftig-
keit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten würden.

Wie den Akten zu entnehmen ist,  machte der Beschwerdeführer an-
lässlich  der  Befragung vom 5. September  2001 geltend,  am 31. Juli 
2001  habe  er  einen  Telefonanruf  von  der  Zeitung  "G._______"  er-
halten, wonach ein Telefonanruf seitens der "Vereinigung der Gerichte 
des  Imam Chomeini"  (Modjtama-e-Qazai  Imam Chomeini)  eingegan-
gen sei. Im Verlaufe des Gesprächs sei verlangt worden, er müsse sich 
bei dieser Vereinigung melden und dort seine vom Gericht ausgestellte 
Vorladung entgegennehmen (act. A 1/11,  S. 6 f.). Demgegenüber ist 
dem kantonalen Anhörungsprotokoll  zu  entnehmen,  das  obgenannte 
Gericht habe die Vorladung an die Zeitung "G._______" geschickt, und 
er  sei  von  einem  Angestellten  der  Zeitung  telefonisch  informiert 
worden, doch sei er der Vorladung nicht nachgekommen (act. A 5/15, 
S. 11).  Angesichts  dieser  beiden  unterschiedlichen  Versionen  ist  zu 
schliessen,  der  Beschwerdeführer  könne  bei  seinen  Schilderungen 
nicht auf Erinnerungen an tatsächliche Begebenheiten zurückgreifen, 
sondern  habe  eine  Verfolgungssituation  erfunden,  um  seinem 
Asylgesuch Nachdruck zu verleihen. Die Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers zeigt sich auch darin, dass er bereits am 
1. (Aussage anlässlich der Anhörung) oder 2. August 2001 (Aussage 
anlässlich der Befragung) am Arbeitsplatz - aber nicht zu Hause - von 
den "Bärtigen" habe festgenommen werden sollen. Ein derartiges Vor-
gehen  der  iranischen  Behörden  ergibt,  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht 
festgestellt hat, keinen Sinn. Im Übrigen erscheint auch das Vorgehen 
der Behörden wirklichkeitsfremd, eine Vorladung zuzustellen und die 
vorgeladene Person bereits einen oder zwei Tage später verhaften zu 
lassen.

Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  lassen  überdies 
seine  teilweise  widersprüchlichen  Äusserungen  in  Bezug  auf  seine 
Fluchtgründe in  der Befragung vom 5. September  2001 beziehungs-
weise in  den Anhörungen vom 19. Oktober und 29. November  2001 
aufkommen. Zum einen begründete er seine Flucht damit, dass er von 
den iranischen Sicherheitsbehörden habe festgenommen werden sol-
len und sogar mit dem Tod bedroht worden sei. Zum anderen sagte er 
in der kantonalen Anhörung aber auch aus, er sei weggegangen, um 
sich in der Schweiz zu bilden und später zurückzukehren (act. A 5/15, 

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S. 12). Unglaubhaft  erscheint  die vom Beschwerdeführer behauptete 
Verfolgung  durch  die  iranischen  Sicherheitsbehörden  auch  deshalb, 
weil er in der Anhörung überdies geltend machte, bei einer offiziellen 
Übergabe an die iranische Regierung durch die hiesigen Behörden im 
Falle  eines  negativen  Asylentscheides  hätte  er  keine  Angst 
(act.  A  5/15,  S.  12).  Würden  die  iranischen  Sicherheitsbehörden 
tatsächlich nach dem Leben des Beschwerdeführers trachten - so wie 
von ihm behauptet -, hätte sich der Beschwerdeführer nicht in dieser 
Form geäussert.

Gegen  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
sprechen überdies  seine widersprüchlichen  Aussagen bezüglich  sei-
nes Kontaktes mit Khatami, dem ehemaligen Präsidenten von Iran. An-
lässlich  der  Anhörungen  vom  19.  Oktober  und  29.  November  2001 
sagte er aus, er habe Khatami vorgeschlagen, ein Ministerium für die 
Jugend einzurichten. Dieser  habe ihm daraufhin gesagt,  er  solle  die 
Führung der Jugend übernehmen. Dann seien jedoch zwischen ihnen 
beiden  Meinungsverschiedenheiten  entstanden  und  die  Pläne  seien 
fallen gelassen worden (act. A 5/15, S. 11). Etwas später in der Anhö-
rung gab er demgegenüber zu Protokoll, er habe Kathami nie persön-
lich kennengelernt (act. A 5/15, S. 12).

Offensichtlich  lösten  die  begrenzten  journalistischen  Aktivitäten  des 
Beschwerdeführers  im Heimatstaat  (in  Wirklichkeit)  keine staatlichen 
Verfolgungsmassnahmen  aus.  Die  veröffentlichten  Zeitungsberichte 
zeigen vielmehr, dass die Zensurbehörde nicht eingeschritten ist und 
seine kritischen Publikationen nicht  als regimefeindlich gewertet  hat. 
Dementsprechend  ist  davon  auszugehen,  die  iranischen  Behörden 
schätzten ihn in Kenntnis seiner Aktivitäten im Heimatstaat  allenfalls 
als kritischen Journalisten, jedoch nicht als Regimegegner ein. An die-
ser Betrachtungsweise vermag das angeblich vom iranischen Journa-
listen I._______ verfasste Schreiben nichts zu ändern, zumal der In-
halt dieses Schreibens zum einen nicht den Eindruck erweckt, ein ge-
bildeter, aus politischen Gründen inhaftierter  Journalist  habe es ver-
fasst. Zweifel an der Echtheit des Schreibens begründet zudem auch 
der Umstand, dass in der Beschwerde in keiner Weise dargelegt wird, 
wie der Beschwerdeführer in den Besitz dieses im Gefängnis verfass-
ten Schreibens gekommen ist. Aus diesen Gründen ist dieses Schrei-
ben als Fälschung zu beurteilen, weshalb es gestützt auf Art. 10 Abs. 
4 AsylG einzuziehen ist. An dieser Stelle ist noch darauf hinzuweisen, 
dass  dieses  Schreiben  dem Bundesverwaltungsgericht  nicht  nur  als 

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Kopie vorliegt - wie von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 
30. Juni 2003 fälschlicherweise behauptet - sondern im Original.

Im Weiteren ist  -  übereinstimmend mit  der  Vorinstanz  -  das  Bestäti-
gungsschreiben  des  iranischen  Journalisten  Fereidoun  Gilani  vom 
7.  Mai  2003  als  Gefälligkeitsschreiben  zu  bewerten,  da  es  keine 
konkreten vom Beschwerdeführer in der Befragung vom 5. September 
2001 und den Anhörungen vom 19. Oktober und 29. November 2001 
vorgebrachten  Ereignisse  nennt,  sondern  lediglich  in  genereller  Art 
und Weise von einer Gefährdungssituation spricht,  die auf unzählige 
Personen zutreffen kann. Gleich verhält es sich mit dem Schreiben des 
Deutschschweizer PEN Zentrums vom 7. August 2003.

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerde-
führers, wonach er wegen seiner politischen und journalistischen Akti-
vitäten  im Iran von den iranischen  Sicherheitsbehörden verfolgt  und 
mit  dem Leben bedroht werde, als nicht überwiegend wahrscheinlich 
und somit als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten 
sind. Vielmehr ist übereinstimmend mit der Vorinstanz davon auszuge-
hen, dass es sich bei der behaupteten Verfolgungssituation durch die 
iranischen  Sicherheitsbehörden  lediglich  um  ein  Konstrukt  des  Be-
schwerdeführers handelt.

4.3 In der Eingabe vom 19. September 2005 machte der Beschwerde-
führer  geltend,  dass  er  sich  auch  in  exilpolitischer  Hinsicht  in  der 
Schweiz  exponiert  habe,  weshalb  er  sich  zusätzlich  auf  subjektive 
Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG berufe. Zum Beweis sei-
ner exilpolitischen Tätigkeiten reichte er in der Folge eine Vielzahl an 
Beweismitteln ein.

4.4 Allgemein  sind  subjektive  Nachfluchtgründe  dann  anzunehmen, 
wenn eine asylsuchende Person erst  durch die Flucht  aus dem Hei-
mat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Aus-
reise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Per-
sonen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, wer-
den jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a mit weiteren Hinweisen). Massgeblich ist, 
ob  die  iranischen  Behörden  das  Verhalten  des  Asylsuchenden  als 
staatsfeindlich einstufen und dieser  deswegen bei  einer  Rückkehr in 
den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten 
muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer be-

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gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Die vom Gesetz-
geber bezweckte Bestimmung subjektiver Nachfluchtgründe als Asyl-
ausschlussgrund  verbietet  auch  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, 
die für  sich allein  nicht  zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft  und 
zur Asylgewährung ausreichen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 
f., mit weiteren Hinweisen; 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 ff.).

4.5 Der Beschwerdeführer ist gestützt auf die Akten seit Januar 2006 
Mitglied der Demokratischen Vereinigung für Flüchtlinge (DVF), welche 
von Dr. M.M. im August 2004 gegründet wurde und sich seither als vor 
allem in der Schweiz aktive Exilorganisation durch gewaltlose öffentli-
che Auftritte gegen die aktuellen politischen Zustände im Iran bemerk-
bar gemacht hat. Der Beschwerdeführer hat seinen Angaben und den 
eingereichten Beweismitteln zufolge in der Schweiz an zahlreichen von 
der DVF organisierten Protestkundgebungen teilgenommen, anlässlich 
derer er auch (mehr oder weniger) erkennbar fotografiert  wurde. Zu-
dem hat er regimekritische Artikel verfasst, welche unter seinem Na-
men - wie auch die Fotos - ebenfalls im Internet veröffentlicht wurden.

Mit  Bezug  auf  den  Iran  ist  in  genereller  Hinsicht  festzuhalten,  dass 
durch die Neufassung des iranischen Strafrechts vom 9. Juli 1996 die 
politische  Betätigung  für  staatsfeindliche  Organisationen  im  Ausland 
unter  Strafe gestellt  ist  (Art. 498-500). Zudem überwachen die  irani-
schen Behörden die politischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im 
Ausland.

4.6 Das Gericht geht trotz dieser für die Annahme einer Gefährdung 
sprechenden Momente - wie nachfolgend ausgeführt wird - davon aus, 
dass vorliegend insgesamt keine subjektiven Nachfluchtgründe beste-
hen, die bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran zu ei-
ner für die Flüchtlingseigenschaft relevanten Verfolgung führen.

4.6.1 Vorab ist allgemein weiterhin davon auszugehen, dass sich die 
iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrie-
ren,  die  über  die  massentypischen  und  niedrigprofilierten  Erschei-
nungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen  wahrgenom-
men und/oder Aktivitäten entwickelt  haben, welche die jeweilige Per-
son aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben 
und als ernsthaften und gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen 
(vgl.  u.a.  SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE (SFH),  Iran: Rückkehrgefähr-
dung für  AktivistInnen und Mitglieder exilpolitischer Organisationen - 

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Informationsgewinnung iranischer Behörden, Bern, 4. April 2006, S. 7 
mit  Hinweisen auf  die Rechtsprechung der  Asylbehörden einer  Aus-
wahl europäischer Länder). Dabei ist nicht primär das Hervortreten im 
Sinne  einer  optischen  Erkennbarkeit  und  Individualisierbarkeit,  son-
dern  eine  derartige  Exponierung  in  der  Öffentlichkeit  massgebend, 
welche aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der äusseren 
Form seines Auftritts und nicht zuletzt aufgrund des Inhaltes der in der 
Öffentlichkeit  abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt,  dass 
der Asylsuchende zu einer Gefahr für den Bestand des Mullah-Regi-
mes  wird.  Der  soeben  dargelegte  Exponierungsgrad  kann  dem  Be-
schwerdeführer unter Berücksichtigung der von ihm in der Schweiz bis 
zuletzt ausgeübten exilpolitischen Aktivitäten nicht beigemessen wer-
den,  weshalb  eine konkrete  Gefährdung  des Beschwerdeführers  bei 
einer Rückkehr in den Iran auszuschliessen ist.

4.6.2 Mit Bezug auf die konkrete Funktion des Beschwerdeführers in-
nerhalb der in Frage stehenden Exilgruppierung fällt zunächst der Um-
stand ins Gewicht, dass die Organisation (DVF) selbst den Beschwer-
deführer  lediglich  als  "Mitglied"  bezeichnet  (vgl. Personalkarte  gültig 
bis  Ende  2006  in  den Beschwerdeakten,  S. 381). Eine gewöhnliche 
Mitgliedschaft stellt nach Ansicht des Gerichts keine hinreichend hohe 
und in der Öffentlichkeit exponierte Kaderstelle innerhalb der DVF dar, 
die einer eingehenderen Prüfung ihrer Flüchtlingsrelevanz bedarf.

Vor diesem Hintergrund lässt die im vorliegenden Verfahren durch die 
weiteren Beweismittel dokumentierte Beteiligung des Beschwerdefüh-
rers an exilpolitischen Aktivitäten - sei es als Teilnehmer an Kundge-
bungen, als Einrichter von Informationsständen, als Radiointerviewter 
oder als Verfasser von im Internet publizierten Beiträgen - von vornher-
ein nicht das Gefährdungspotenzial  ersehen, welches der Beschwer-
deführer daraus zu ziehen versucht. Insbesondere erwecken die Inhal-
te  der  vom Beschwerdeführer  im Internet  publizierten Beiträge nicht 
den Eindruck, dass er zu einer Gefahr für den Bestand des Mullah-Re-
gimes  werden  kann.  Im  Sinne  einer  Klarstellung  ist  sodann  die 
Anmerkung angebracht,  dass friedliche Propagandaaktionen in west-
europäischen Staaten, wie sie vorliegend und in einer Vielzahl anderer 
Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  dokumentiert  sind,  von 
den iranischen Sicherheitsbehörden durchaus unter realistischer Ein-
ordnung des -  ebenso evidenten wie unpolitischen - Interesses ihrer 
Landsleute interpretiert werden, im Gastland nach Möglichkeit ein Auf-
enthaltsrecht zu erwirken. Es geht bei dieser Argumentation nicht dar-

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um,  die  innere  (politische)  Gesinnung  eines  Asylsuchenden  auszu-
leuchten, vielmehr erschöpft sich der Prüfungsumfang der Asylbehör-
den darin,  die gegen aussen manifestierte,  aus Sicht  der iranischen 
Behörden  als  potenziell  gefährlich  zu  wertende  Oppositionstätigkeit 
der in Frage stehenden Person zu beurteilen. 

4.6.3 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  -  unter  Berücksichti-
gung  der  Vorbringen  und  eingereichten  Beweismittel  -  von  einer  in 
flüchtlingsrechtlicher Hinsicht fehlenden politischen Exponiertheit  des 
Beschwerdeführers auszugehen ist. So reicht eine (potenzielle) Identi-
fizierbarkeit als exilpolitischer Aktivist nicht aus, um daraus abzuleiten, 
er werde deswegen bei einer Rückkehr in den Iran verfolgt. Vor allem 
sind keine Hinweise aktenkundig, wonach er in der Schweiz in einer 
hohen und in der Öffentlichkeit exponierten Kaderstelle einer Exilorga-
nisation tätig  (gewesen)  wäre. Im Weiteren fehlt  es an einem Beleg, 
wonach gegen den Beschwerdeführer aufgrund seiner Aktivitäten im 
Iran ein Strafverfahren oder andere behördliche Massnahmen eingelei-
tet worden wären (vgl. zur Möglichkeit der Eröffnung von Strafverfah-
ren  in  Abwesenheit  SFH,  a.a.O.,  S. 10,  mit  weiteren  Hinweisen).  In 
letzter  Konsequenz  ist  hierbei  darauf  hinzuweisen,  dass  es  nicht 
Sache  der  schweizerischen  Asylbehörden  sein  kann,  jede  auch  nur 
ansatzweise  mögliche  Gefährdungssituation  im  Heimatland  einer 
asylsuchenden  Person  abzuklären.  Hier  findet  der  in  Art.  12  VwVG 
verankerte  Untersuchungsgrundsatz  vernünftigerweise  seine 
Schranken  und  ist  der  Beschwerdeführer  auf  seine  in  Art.  8  AsylG 
verankerte Mitwirkungspflicht zu verweisen.

4.6.4 Der Vollständigkeit halber und soweit mit Schreiben vom 21. No-
vember  2006  der  Schweizer  Sektion  von  Amnesty  International  zur 
Frage der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Iran sowie der 
allgemeinen Stellungnahme von Amnesty International  bezüglich der 
Wegweisung von abgewiesenen Asylsuchenden in den Iran eine Ver-
schärfung der politischen Lage im Iran und daraus folgend sinngemäss 
objektive Nachfluchtgründe des Beschwerdeführers  geltend gemacht 
werden,  bleibt  anzufügen,  dass die  Wahl  des  als  fundamentalistisch 
bekannten Mahmud Ahmadinejad zum Staatspräsidenten in einer der-
zeitigen Lageeinschätzung nicht erkennbar zu einer stärkeren Fokus-
sierung auf politisch aktive, iranische Exilgruppierungen geführt hat.

Zusammenfassend ist  festzustellen,  dass die vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe nicht zu einer asyl-

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rechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG führen und 
der  Beschwerdeführer  daher  auch  nicht  als  Flüchtling  anerkannt 
werden kann.

4.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die zahlreichen im Be-
schwerdeverfahren eingereichten Beweismittel  im Einzelnen einzuge-
hen, weil sie am Ergebnis nichts ändern. Desgleichen erübrigt es sich, 
weitere Beweise zu erheben oder den Beschwerdeführer nochmals an-
zuhören. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass 
der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen 
oder glaubhaft  machen konnte. Das Bundesamt hat sein Asylgesuch 
zu Recht abgelehnt.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 32 Bst. a der Asyl-
verordnung 1 vom 11. August  1999 über  Verfahrensfragen (AsylV 1, 
SR  142.311)  wird  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nicht  verfügt, 
wenn die Asyl suchende Person im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 
oder Niederlassungsbewilligung ist.

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt seit  dem 18. April  2007 über eine 
fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung, welche durch die zuständi-
ge kantonale Behörde mit Zustimmung des BFM gestützt auf Art. 14 
Abs. 2 AsylG ausgestellt  wurde. Die Anordnungen des Bundesamtes 
betreffend Wegweisung und Vollzug derselben (Ziffern 3-5 des Dispo-
sitivs der angefochtenen Verfügung) sind unter diesen Umständen als 
dahin gefallen zu betrachten, da diese gegenüber dem neu erteilten 
Aufenthaltstitel (Aufenthaltsbewilligung B) keinen Bestand haben kön-
nen (vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 11c S. 178; 2000 Nr. 30 E. 4 S. 251). 
Die Beschwerde ist somit zufolge Wegfalls des Streitgegenstandes in-
soweit gegenstandslos geworden, als darin die Aufhebung der Verfü-
gung vom 9. April  2003 im Umfang der Anordnung der Wegweisung 
aus der Schweiz und deren Vollzugs beantragt wird.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
hinsichtlich der Nichterfüllung der Flüchtlingseigenschaft sowie der Ab-

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lehnung des Asylgesuchs Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheb-
lichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist 
(Art. 106 AsylG). Die Verfügung der Vorinstanz vom 9. April  2003 ist 
demzufolge in Bezug auf die Nichterfüllung der Flüchtlingseigenschaft 
und Abweisung des Asyls zu bestätigen und die Beschwerde abzuwei-
sen. Hinsichtlich der Anordnung der Wegweisung und deren Vollzugs 
ist  sie  jedoch  als  gegenstandslos  geworden  abzuschreiben  (vgl.  E. 
5.2).

7.

7.1 Der  Beschwerdeführer  ist  im vorliegenden Verfahren unterlegen, 
soweit  er  beantragt,  die  Verfügung  des  Bundesamtes  vom  9.  April 
2003 sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewähren, weshalb er in-
soweit kostenpflichtig wird (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).

7.2 Wird das Verfahren - so wie im vorliegenden Fall - ohne Zutun der 
Parteien gegenstandslos, sind die Kosten aufgrund der Sachlage vor 
Eintritt  des  Erledigungsgrundes festzulegen (Art. 5  zweiter  Satz des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im 
konkreten Fall ist aufgrund der Aktenlage vor Eintritt der Gegenstands-
losigkeit hinsichtlich der Anordnung der Wegweisung davon auszuge-
hen, dass Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz zu be-
stätigen gewesen wäre, da gemäss Art. 44 Abs. 2 AsylG in der Regel 
die Wegweisung aus der Schweiz zu verfügen ist,  wenn das Asylge-
such abgewiesen wird. In  diesem Punkt  wäre der Beschwerdeführer 
somit unterlegen. Auch bezüglich des Vollzugs der Wegweisung wäre 
die angefochtene Verfügung der Vorinstanz zu bestätigen gewesen, da 
der  Vollzug  zulässig,  zumutbar  und  möglich  gewesen  wäre. Auch in 
diesem Punkt wäre der Beschwerdeführer somit unterlegen. Deshalb 
rechtfertigt es sich, die gesamten Kosten dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen. Diese sind auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 
VGKE)  und mit  dem am 13. Juni  2003 in  gleicher  Höhe geleisteten 
Vorschuss zu verrechnen.

7.3 Bei dieser Sachlage ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Diese werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Das Schreiben des iranischen Journalisten I._______ wird gestützt auf 
Art. 10 Abs. 4 AsylG eingezogen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
angefochtene Verfügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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