# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbb5bbd5-65b8-53d8-919f-df8300b1cf3f
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.09.2024 BE.2024.19
**Docket/Reference:** BE.2024.19
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2024-19_2024-09-23

## Full Text

Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR)

Beschluss vom 23. September 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia 

   
 

Parteien 

  

BUNDESAMT FÜR ZOLL UND GRENZSICHERHEIT, 

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

A.,  

Gesuchsgegnerin 

 

 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2024.19 

(Nebenverfahren: BP.2024.85)  

 

 

 

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Sachverhalt: 

 

A. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Direktionsbereich Strafverfol-

gung, (nachfolgend «BAZG») hat am 21. März 2023 gegen A. ein Verwal-

tungsstrafverfahren wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Bun-

desgesetz über das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR;  

SR 313.0) und die Verordnung über das Ausstellen von Ursprungsnachwei-

sen vom 23. Mai 2012 (VAU; SR 946.32) eröffnet (act. 1.1). 

 

 

B. Anlässlich der Einvernahme von A. vom 6. August 2024 wurde deren Mobil-

telefon iPhone 14 Pro Max sichergestellt. Dabei verlangte A. die Siegelung 

des Mobiltelefons (act. 1.20 S. 1). Gemäss dem Untersuchungsbericht des 

BAZG vom 7. Oktober 2024 erklärte A. auf Nachfrage «sinngemäss, dass 

sich auf dem Gerät persönliche Daten, wie Fotos und Arztunterlagen befin-

den und [sie] deswegen die Siegelung wünschte» (act. 1.20 S. 2).  

 

 

C. Mit Gesuch vom 22. August 2024 an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts stellt das BAZG folgende Anträge: 

 

«Superprovisorische Anträge  

 

1.  Die Gesuchstellerin sei zu ermächtigen, das versiegelte Mobiltelefon der Marke 

iPhone 14 Pro Max (Siegelnr. 1805419) gemäss der Multimedia-Inventarliste 

vom 6. August 2024 an das Bundesamt für Polizei fedpol weiterzuleiten. 

2.  Dem Bundesamt für Polizei fedpol sei die Ermächtigung bzw. der Auftrag zu 

erteilen, eine forensische Sicherungskopie (Spiegelkopie) des Gerätes zu er-

stellen und anschliessend das Mobiltelefon sowie die forensische Kopie neu zu 

siegeln. 

3.  Das Bundesamt für Polizei fedpol sei zu ermächtigen bzw. zu beauftragen, die 

versiegelte forensische Kopie sowie das versiegelte Mobiltelefon der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts zuzustellen. 

 

Hauptanträge 

 

4.  Das Entsiegelungsgesuch sei gutzuheissen. 

5.  Die Gesuchstellerin sei zu ermächtigen, die gemäss den superprovisorischen 

Anträgen erstellte und versiegelte forensische Sicherungskopie zu entsiegeln 

und zu durchsuchen. 

6.  Unter Kostenfolge zu Lasten der Gesuchsgegnerin». 

 

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D. Mit Schreiben vom 23. August 2024 beauftragte die Beschwerdekammer das 

Bundesamt für Polizei fedpol, eine forensische Kopie des sichergestellten 

Mobiltelefons von A. (Asservat 1805419) zu erstellen. Zugleich wurde das 

BAZG beauftragt, das Asservat zur Erstellung der forensischen Kopie dem 

fedpol weiterzuleiten (BP.2024.85, act. 2).  

 

 

E. Am 5. September 2024 ging bei der Beschwerdekammer der Bericht des 

Bundesamts für Polizei fedpol vom 28. August 2024 zur Entsiegelung elekt-

ronischer Geräte und Datenträger ein (BP.2024.85, act. 3). Darin hielt es 

fest, dass eine Datenextraktion derzeit technisch nicht realisierbar sei, und 

stellte das Mobiltelefon wieder versiegelt (Siegelnummer neu: 004356) der 

Beschwerdekammer zu (BP.2024.85, act. 3 S. 3). Darüber wurden in der 

Folge beide Parteien informiert (act. 4).  

 

 

F. Mit Schreiben vom 27. August 2024 hatte die Beschwerdekammer A. eine 

Frist bis zum 9. September 2024 zur Einreichung einer allfälligen Gesuchs-

antwort angesetzt (act. 2). Das Schreiben war A. gemäss Sendungsverfol-

gung der Schweizerischen Post am Folgetag zugestellt worden (act. 5). A. 

reichte innert Frist und bis dato keine Gesuchsantwort ein.  

 

 

G. Auf die Ausführungen des BAZG und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Widerhandlungen gegen das VAU werden vom BAZG nach dem VStrR ver-

folgt und beurteilt (Art. 19 Abs. 3 VAU). Dies gilt ebenfalls für die in seinen 

Zuständigkeitsbereich fallenden Widerhandlungen gegen das VStrR.  

 

1.2 Die Bestimmungen der Eidgenössischen Strafprozessordnung (StPO; 

SR 312.0) sind insoweit ergänzend oder sinngemäss anwendbar, als das 

VStrR dies ausdrücklich festlegt (vgl. Art. 22, Art. 30 Abs. 2–3, Art. 31 Abs. 2, 

Art. 41 Abs. 2, Art. 43 Abs. 2, Art. 58 Abs. 3, Art. 60 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1, 

Art. 82, Art. 89 und Art. 97 Abs. 1 VStrR). Soweit das VStrR einzelne Fragen 

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nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grundsätzlich 

analog anwendbar (BGE 139 IV 246 E. 1.2, E. 3.2; Urteile des Bundesge-

richts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 1.1; 1B_91/2016 vom 4. Au-

gust 2016 E. 4.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1B_433/2017 vom 

21. März 2018 E. 1.1).  

 

1.3 Die allgemeinen strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze 

sind jedenfalls auch im Verwaltungsstrafverfahren zu berücksichtigen 

(BGE 139 IV 246 E. 1.2 und E. 3.2; TPF 2018 162 E. 3; TPF 2017 107 E. 1.2 

und E. 1.3; TPF 2016 55 E. 2.3). 

 

 

2. Die Durchsuchung von «Papieren» (bzw. von Aufzeichnungen und Gegen-

ständen oder Datenträgern, s. BGE 139 IV 246 E. 3.2 und Urteil des Bun-

desgerichts 1B_461/2021 vom 20. Dezember 2021 E. 3.2) hat mit grösster 

Schonung der Privatgeheimnisse zu erfolgen; insbesondere sollen Papiere 

nur dann durchsucht werden, wenn anzunehmen ist, dass sich Schriften da-

runter befinden, die für die Untersuchung von Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 

VStrR). Bei der Durchsuchung sind das Amtsgeheimnis sowie Geheimnisse, 

die Geistlichen, Rechtsanwälten, Notaren, Ärzten, Apothekern, Hebammen 

und ihren beruflichen Gehilfen in ihrem Amte oder Beruf anvertraut wurden, 

zu wahren (Art. 50 Abs. 2 VStrR). Gemäss Art. 50 Abs. 3 VStrR ist dem 

Inhaber der Papiere wenn immer möglich Gelegenheit zu geben, sich vor der 

Durchsuchung über ihren Inhalt auszusprechen. Erhebt er gegen die Durch-

suchung Einsprache, so werden die Papiere versiegelt und verwahrt. Dabei 

führt die Siegelung rechtlich zu einem (einstweiligen) Durchsuchungsverbot 

(JEKER, Basler Kommentar, 2020, N. 52 zu Art. 50 VStrR). Die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts entscheidet über die Zulässigkeit der 

Durchsuchung (Art. 50 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 VStrR und Art. 37 Abs. 2 

lit. b StBOG). Die betroffene Verwaltungsbehörde hat beim Stellen von Ent-

siegelungsgesuchen dem Beschleunigungsgebot ausreichend Rechnung zu 

tragen (Art. 29 Abs. 1 BV; BGE 139 IV 246 E. 3.2).  

 

 

3. Der Inhaber der sichergestellten Unterlagen hat im Entsiegelungsverfahren 

nicht nur die Schriften bzw. Daten zu benennen, die seiner Ansicht nach der 

Geheimhaltung im Sinne von Art. 50 Abs. 3 VStrR unterliegen, sondern auch 

die Berufs-, Privat- oder Geschäftsgeheimnisse glaubhaft zu machen, die 

seiner Ansicht nach dem öffentlichen Interesse an der Aufklärung und Ver-

folgung von mutmasslichen Straftaten vorgehen (BGE 137 IV 189 E. 4.2; 

Urteile des Bundesgerichts 1B_349/2018 vom 13. März 2019 E. 1; 

1B_671/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.6.1 m.w.H.). Nach der 

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bundesgerichtlichen Praxis trifft die Inhaberschaft von zu Durchsuchungs-

zwecken sichergestellten Aufzeichnungen und Gegenständen, die ein Sie-

gelungsbegehren gestellt hat, die prozessuale Obliegenheit, die von ihr an-

gerufenen Geheimhaltungsinteressen ausreichend zu substantiieren. Dieje-

nigen Aufzeichnungen und Dateien, die dem Geheimnisschutz unterliegen, 

sind zu benennen (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 7B_106/2022 

vom 16. November 2023 E. 3.2; 1B_473/2022 vom 12. April 2023 E. 3.1; 

1B_565/2022 vom 19. Januar 2023 E. 3.1; 1B_369/2022 vom 10. Oktober 

2022 E. 4.2; 1B_611/2021 vom 12. Mai 2022 E. 7.1; je mit Hinweisen). Mit 

der Substanziierungsobliegenheit wird vermieden, dass das Entsiegelungs-

verfahren rechtsmissbräuchlich oder trölerisch in Anspruch genommen wer-

den könnte (Urteil des Bundesgerichts 1B_637/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.6, 

nicht publiziert in BGE 139 IV 246; vgl. Beschlüsse des Bundesstrafgerichts 

BE.2017.14 E. 2.2; BE.2015.11 vom 20. Oktober 2016 E. 3.4). 

 

 

4. Gemäss dem Untersuchungsbericht begründete die Gesuchsgegnerin 

gegenüber der Gesuchstellerin die beantragte Siegelung damit, dass sich 

auf dem sichergestellten Mobiltelefon persönliche Daten, wie Fotos und Arzt-

unterlagen befinden würden (act. 1.20 S. 2). Trotz entsprechender Aufforde-

rung (act. 2) liess sich die Gesuchsgegnerin im Entsiegelungsverfahren 

weder innert Frist noch bis dato vernehmen. Sie hat im Entsiegelungsverfah-

ren somit weder die entsprechenden Daten benannt, die ihrer Ansicht nach 

der Geheimhaltung im Sinne von Art. 50 Abs. 3 VStrR unterliegen, noch die 

von ihr angerufenen Geheimhaltungsinteressen glaubhaft gemacht. Mangels 

substantiierter Vorbringen der Gesuchsgegnerin besteht somit kein Anlass, 

ein förmliches Entsiegelungsverfahren durchzuführen. Nach dem Gesagten 

ist auf das Entsiegelungsgesuch nicht einzutreten (vgl. hierzu das Urteil des 

Bundesgerichts 1B_464/2019 vom 17. März 2020) und der Gesuchsteller 

kann ohne Weiteres die Durchsuchung, Triage und allfällige Beschlagnahme 

der sichergestellten Daten vornehmen.  

 

 

5. Rein formal gesehen unterliegt der Gesuchsteller, indem auf sein Entsiege-

lungsgesuch nicht eingetreten wird, materiell indessen die Gesuchsgegne-

rin, fällt doch die von ihr angestrebte Unterlassung einer Durchsuchung 

ausser Betracht (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2022.17 vom 

26. September 2022). Folgerichtig sind die Gerichtskosten in analoger 

Anwendung von Art. 66 BGG (vgl. hierzu TPF 2011 25 E. 3) der Gesuchs-

gegnerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'000.-- festzusetzen 

(vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 sowie 8 Abs. 1 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

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Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf das Entsiegelungsgesuch wird nicht eingetreten. Das Mobiltelefon iPhone 

14 Pro Max (Siegelnummer alt 1805419 bzw. Siegelnummer neu 004356) wird 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Beschlusses zur Durchsuchung 

und weiteren Verwendung an das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, 

Direktionsbereich Strafverfolgung, herausgegeben.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird der Gesuchsgegnerin auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 23. September 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, Direktionsbereich Strafverfolgung 

- A. 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).