# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6de677b8-4643-522e-9be7-0b584a994a95
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.05.2014 SB130513
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130513_2014-05-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130513-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann 

Winterhalter 
 

Urteil vom 5. Mai 2014 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,  

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. D. Eberle,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend  

vorsätzliche Tötung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom  
16. Oktober 2013 (DG130095) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. April 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 54). 

- 2 - 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 103 S. 100 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der vorsätzlichen Tötung im Sinne von  

Art. 111 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Jahren Freiheitsstrafe (wovon bis und 

mit heute 1051 Tage durch Haft erstanden sind).  

3. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

B._____ für allfällige von diesem bezahlte Bestattungskosten dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 

B._____ mit seinem Schadenersatzbegehren betreffend Bestattungs-

kosten auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

 b) Das Schadenersatzbegehren betreffend Versorgerschaden wird abge-

wiesen. 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ CHF 12'000 

zuzüglich 5% Zins ab dem 1. Mai 2010 als Genugtuung zu  

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

 

 

5. Die nachfolgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 25. März 2013 beschlagnahmten und unter den Sachkautions-

nummern ... und ... hinterlegten Gegenstände werden nach Eintritt der 

Rechtskraft zu den Akten genommen: 

- 3 - 

− Festplatte Western Digital 80 GB 

− Festplatte Hitachi 60 GB 

6. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 25. März 2013 beschlagnahmten und unter der Sachkautions-

nummer ... hinterlegten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft 

durch die Kasse des Bezirksgerichts Zürich verwertet. Der Erlös wird zur 

(teilweisen) Kostendeckung herangezogen: 

− Mobiltelefon Marke Apple Typ iPhone 4 

− Mobiltelefon Marke Nokia Typ 1600 

− Mobiltelefon Marke Nokia Typ 6600 

− Mobiltelefon Marke Nokia Typ E71-1 

− Waffenholster 

7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 25. März 2013 beschlagnahmten und unter der Sachkautions-

nummer ... hinterlegten Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft 

dem Privatkläger B._____ auf erstes Verlangen herausgegeben, andernfalls 

nach Ablauf von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet: 

− Mobiltelefon Marke Nokia Typ 6303 

− Videokassette 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

25. März 2013 beschlagnahmten und unter der Sachkautionsnummer ... hin-

terlegten verschiedenen Papierunterlagen und die Karte Depositenkonto 

Post werden nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet. 

9. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

25. März 2013 beschlagnahmte und unter der Sachkautionsnummer ... hin-

terlegte Reisepass Bosnien-Herzegowina, ltd. auf E._____, wird nach Eintritt 

der Rechtskraft der Botschaft von Bosnien-Herzegowina,  

Thorackerstrasse 3, 3074 Muri b. Bern, zugestellt. 

- 4 - 

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 15'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 113'720.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 30'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 100'716.30   Auslagen Untersuchung 

Fr. 88'750.20   amtliche Verteidigung 

Fr. 23'760.00   Rechtsbeistand Privatklägerschaft (Untersuchung) 

Fr.    Rechtsbeistand Privatklägerschaft (noch ausstehend) 
 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung) werden dem Beschuldigten 

auferlegt.  

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse  

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe dieser Kosten wird separat entschieden. 

13. Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers werden 

gemäss Art. 426 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen. Über die 

Höhe dieser Kosten wird separat entschieden. 

14. (Mitteilung) 

15. (Rechtsmittel)" 

 

 

- 5 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 19 ff.) 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 191 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf gemäss Anklage vom 2. April 2013 frei-

zusprechen. 

2. Die gestellten Zivilforderungen seien abzuweisen. 

3. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Untersuchungs- und Sicherheits-

haft eine angemessene Genugtuung sowie für die erlittene Einkommens-

einbusse Schadenersatz zuzusprechen. 

4. Der Beschuldigte sei aus der Sicherheitshaft zu entlassen.  

b) Der erbetenen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 190 S. 2) 

1. A._____ sei der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB für nicht 

schuldig zu befinden und von diesem Vorwurf freizusprechen. 

2. Auf die Zivilansprüche sei nicht einzutreten. 

3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien A._____ herauszugeben. 

4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien auf die Staatskasse zu  

nehmen, und A._____ sei aus dieser Kasse eine angemessene  

Entschädigung und Genugtuung zu bezahlen. 

 

 

- 6 - 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 192 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren zu be-

strafen; 

2. Im Uebrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 

16. Oktober 2013 zu bestätigen. 

d) Des Privatklägers B._____: 

(schriftlich; Urk. 183 S. 2) 

1. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers sei vollumfänglich 

abzuweisen und der Beschuldigte und Berufungskläger sei gemäss dem  

vorinstanzlichen Urteil schuldig zu sprechen und zu bestrafen; 

2. Es sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils festzustellen, dass  

der Beschuldigte und Berufungskläger gegenüber dem Privatkläger B._____ 

für von ihm bezahlte Bestattungskosten dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist und es sei der Privatkläger mit dem Schadenersatzbegehren 

hinsichtlich Bestattungskosten auf den Zivilweg zu verweisen; 

3. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei in Bestätigung des vorinstanzli-

chen Urteils zu verpflichten, dem Privatkläger B._____ CHF 12'000.-- zuzüg-

lich 5 % Zins ab dem 1. Mai 2010 als Genugtuung zu bezahlen; 

4. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers seien  

gestützt auf Art. 426 Abs. 4 StPO auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

- 7 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Vorinstanzliches Urteil 

1.1. Mit Urteil vom 16. Oktober 2013 sprach die 9. Abteilung des Bezirksgerichts 

Zürich den Beschuldigten der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

schuldig und bestrafte ihn – unter Anrechnung der bis dahin erstandenen Unter-

suchungshaft von 1051 Tagen – mit 15 Jahren Freiheitsstrafe. Weiter stellten die 

Vorderrichter fest, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger  

B._____ für allfällige von diesem bezahlte Bestattungskosten dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig sei. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches wurde der Privatkläger auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. Das Schadenersatzbegehren betreffend Versorgerschaden 

des Privatklägers wurde abgewiesen. Der Beschuldigte wurde weiter verpflichtet, 

dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 12'000.-- zuzüglich Zins 

zu 5 % seit dem 1. Mai 2010 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genug-

tuungsbegehren abgewiesen. Schliesslich traf die Vorinstanz diverse Anordnun-

gen betreffend verschiedene, von der Anklagebehörde beschlagnahmte Gegen-

stände, setzte die Kosten für das gerichtliche Verfahren fest und auferlegte diese 

– mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, welche sie unter dem 

Vorbehalt der Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse 

nahm – dem Beschuldigten. Die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung des 

Privatklägers wurden schliesslich auf die Gerichtskasse genommen, wobei über 

die Höhe dieser Kosten separat entschieden wurde (Urk. 103 S. 100 ff.). 

1.2. Der Beschuldigte liess durch seinen amtlichen Verteidiger noch anlässlich 

der Urteilseröffnung die Berufung anmelden (Prot. I. S. 19). Mit Schreiben vom 

1. November 2013 erstattete die amtliche Verteidigung in der Folge die Beru-

fungserklärung. Darin ficht sie das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an. Aus-

drücklich richtet sich die Berufung gegen den Schuldspruch, das Strafmass, die 

Regelung der Zivilansprüche sowie die Beschlagnahmungen und die Kosten-

- 8 - 

auflage (Urk. 104). Nicht angefochten ist die Abweisung des Schadenersatzbe-

gehrens betreffend Versorgerschaden gemäss Dispositiv Ziffer 3 b), die vor-

instanzliche Kostenfestsetzung gemäss Dispositiv Ziffer 10 sowie schliesslich die 

Übernahme der Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft 

auf die Gerichtkasse gemäss Dispositiv Ziffer 13 (vgl. auch Prot. II S. 21).  

1.3. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 erklärte die Anklagebehörde, sie  

erhebe Anschlussberufung. Die Berufung werde auf die Bemessung und den 

Vollzug der Strafe beschränkt, wobei zur Begründung auf die betreffenden  

Anträge der Anklagebehörde vor Vorinstanz verwiesen werde (Urk. 123).  

1.4. Die Vertreterin des Privatklägers stellte mit Eingabe vom 19. Dezember 

2013 ein Fristerstreckungsgesuch. Zur Begründung führte sie an, es sei ihr innert 

Frist nicht möglich, vom Privatkläger die notwendigen Instruktionen hinsichtlich 

der Erhebung einer allfälligen Anschlussberufung erhältlich zu machen. Mit  

Verweis auf Art. 400 Abs. 3 StPO (keine Fristerstreckung bei gesetzlichen Fristen) 

wurde das Fristerstreckungsgesuch abgewiesen (Urk. 129). In der Folge liess sich 

die Vertreterin des Privatklägers innert Frist nicht mehr vernehmen.  

1.5. Mit Eingabe vom 13. Januar 2014 reichte der amtliche Verteidiger des  

Beschuldigten dem Gericht acht Fotoaufnahmen ein. Die betreffenden Aufnah-

men wurden nach Angaben der Verteidigung von dieser selbst am 12. Januar 

2014 im Bereich der Zufahrt von der D._____-Strasse zum unbenannten Feld-

weg, welcher zum Leichenfundort führt, aufgenommen. Sinngemäss reichte die 

Verteidigung diese Fotoaufnahmen als Beweismittel ein (Urk. 143/1-9). Im  

Weiteren bemerkte die Verteidigung, es bleibe selbstverständlich dem Gericht 

überlassen, ob dieses ergänzend zu den Fotoaufnahmen vor oder anlässlich der 

Berufungsverhandlung einen Augenschein durchführen wolle. Einen eigentlichen 

Beweisantrag stellte die Verteidigung nicht (Urk. 141). Auf die Ausführungen der 

Verteidigung sowie die betreffende Stellungnahme der Vertreterin des Privat-

klägers (Urk. 153) ist nachfolgend im Rahmen der Beweiswürdigung soweit  

erforderlich einzugehen. Im Übrigen wurden keine Beweisanträge gestellt. 

- 9 - 

1.6. Mit Schreiben vom 21. Februar 2014 teilte Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

unter Beilage einer entsprechenden Vollmacht mit, er vertrete neu  

die Interessen des Beschuldigten (Urk. 155). Entsprechend wurde Rechtsanwalt 

lic. iur. X2._____ als erbetener Verteidiger neu in das Rubrum aufgenommen.  

1.7. In der Folge wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 160), welche am 5. Mai 2014 stattfand (Prot. II. S. 19 ff.). 

2. Umfang der Berufung  

2.1. Gestützt auf die oben zitierten Berufungserklärungen ist das vorinstanzliche 

Urteil mit Ausnahme der Abweisung des Schadenersatzbegehrens betreffend 

Versorgerschaden, der Kostenfestsetzung sowie dem Entscheid über die Kosten 

der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft vollumfänglich angefochten. 

Damit sind Dispositiv Ziffern 3b), 10 und 13 des Urteils vom 16. Oktober 2013 

nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.  

2.2. Die übrigen Ziffern stehen entsprechend zur Disposition und bilden den  

Gegenstand der vorliegenden Berufung. 

II. Prozessuales 

3. Anklagegrundsatz 

3.1. Vor Bezirksgericht stellte sich die amtliche Verteidigung auf den Standpunkt, 

im Umstand, dass die Anklageschrift keinerlei Hinweise auf die Tatausführung 

enthalte, sei eine Missachtung von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO und damit eine Ver-

letzung des Anklageprinzips zu erblicken (Urk. 83 S. 8). 

3.2. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Verteidigung sei insofern zu-

zustimmen, als der Anklagesachverhalt hinsichtlich des Tatzeitpunkts, des Tatorts 

und der Art und Weise der Tatbegehung unbestimmt formuliert sei. Dies sei  

jedoch nicht auf ein Versäumnis der Staatsanwaltschaft zurückzuführen, sondern 

auf den Umstand, dass die Leiche von †E._____ erst nach (geschätzt) mehrwö-

chiger Liegezeit im Wasser aufgefunden worden sei. Eine engere und damit auch 

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präzisere Umschreibung der Tatausführung sei daher nicht mehr möglich gewe-

sen. Weil der Tatzeitpunkt, der Tatort und die Art und Weise der Tatbegehung 

nicht mehr hätten ermittelt werden können, sei es gar nicht möglich gewesen, den 

Tatvorwurf genauer zu formulieren. Der Anklagesachverhalt sei ausreichend kon-

kretisiert und der Beschuldigte wisse, was ihm zur Last gelegt werde. Dem Be-

schuldigten sei es jederzeit möglich gewesen, sich effektiv gegen die erhobenen 

Vorwürfe zu verteidigen. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes sei mit Blick 

auf Art. 325 Abs. 1 lit. f. StPO nicht ersichtlich (Urk. 103 S. 12 f.). 

3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung rügte der erbetene Verteidiger erneut 

eine Verletzung des Anklageprinzips. Die Vorinstanz weise selbst darauf hin, dass 

der Anklagesachverhalt hinsichtlich des Tatzeitpunkts, des Tatorts und der Art 

und Weise der Tatbegehung unbestimmt formuliert sei. Wenn die  

Vorinstanz sodann ausführe, dass diese unbestimmten Formulierungen nicht auf 

ein Versäumnis der Staatsanwaltschaft zurückzuführen seien, sondern auf die 

Tatsache, dass der Vorwurf nicht präziser habe formuliert werden können,  

weshalb der Anklagesachverhalt ausreichend konkretisiert sei, so gehe dieser 

Schluss an der Sache vorbei. Beim Anklageprinzip gehe es nicht primär darum, 

dem Staatsanwalt Vorwürfe zu machen, sondern darum, ob ein Sachverhalt der-

art konkret behauptet werde, dass sich der Angeklagte auch verteidigen könne. 

Vorliegend werde aber objektiv weder der Tatzeitpunkt noch der Tatort noch die 

Art der Tatbegehung konkret umschrieben. Wie sich der Beschuldigte gegen  

einen solchen Vorwurf wehren solle, sei nicht nachvollziehbar. Subjektiv weise die 

Vorinstanz darauf hin, dass dem Beschuldigten "sinngemäss" vorgeworfen werde, 

den Tod seiner Ehefrau zumindest in Kauf genommen zu haben. Der Anklage-

grundsatz verlange aber nicht eine sinngemässe, sondern eine möglichst  

konkrete Umschreibung des relevanten Sachverhalts. In der vorliegenden  

Anklageschrift sei nichts zu finden, was dazu dienen könnte, die subjektiven Tat-

bestandselemente zu begründen. Die Vorinstanz erweitere den Anklagesachver-

halt gar in unzulässiger Art. Es sei sodann nicht nachvollziehbar, inwieweit die Art 

und Weise der Beseitigung der Leiche einen direkten Beweis für eine willentliche 

Herbeiführung des Todes von †E._____ darstellen sollte (Urk. 190  

S. 11 ff.). 

- 11 - 

3.4. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens und dient der Information der beschuldigten Person  

(Umgrenzungs- und Informationsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten 

Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, 

dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert 

sind. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte 

der beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_669/2013 vom 13. November 2013, E. 2 mit Hinweisen). 

3.4.1. In der vorliegend zu beurteilenden Anklage vom 2. April 2013 wird weder 

der Tatzeitpunkt, noch der Tatort respektive die Tathandlung, welche schliesslich 

zum Ableben von †E._____ führte präzise umschrieben. Die Anklagebehörde 

grenzt den Tatzeitpunkt auf die Zeitspanne zwischen dem Verschwinden von 

†E._____ am tt. April 2010 und dem Auffinden ihres Leichnams am tt. Mai 2010 

ein, wobei sie den späteren Nachmittag oder Abend des 3. April 2010 als vermut-

lichen Tatzeitpunkt nennt. Den Tatort bezeichnet die Anklagebehörde als "nicht 

mehr genau bestimmbare Örtlichkeit" wobei sie auch hier den vermutlichen Tatort 

benennt und "mutmasslich" davon ausgeht, dass der Beschuldigte am gemein-

samen Wohnort der Eheleute an der F._____-Strasse ... in Zürich derart auf die 

körperliche Integrität von †E._____ eingewirkt habe, dass diese dadurch zu Tode 

kam (Urk. 54 S. 2).  

3.4.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, lassen sich die genauen Tatum-

stände nicht mehr bis ins Detail rekonstruieren. Dies insbesondere deshalb, weil 

die Obduktion der zuvor mehrere Wochen im Wasser des ...gebietes BE._____ 

südwestlich des BF._____sees versenkten Leiche von †E._____ keine eindeuti-

gen und gesicherten medizinischen Erkenntnisse hinsichtlich des Todeszeitpunk-

tes und der Todesursache mehr zuliess. Dem Obduktionsgutachten von Prof. Dr. 

med. G._____ ist zu entnehmen, dass weder die  

Obduktionsbefunde (keine Verletzungsbefunde, keine krankhaften Veränderun-

gen der Körperorgane) noch die chemisch-toxikologischen Befunde gesicherte 

Rückschlüsse auf die Todesursache zuliessen (Urk. 19.2.5). Die Ungenauig-

keiten, welche die vorliegende Anklageschrift zweifelsohne aufweist, basieren 

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damit weder auf einer unzulänglichen Untersuchung, noch auf einer nachlässigen 

Anklageerhebung. Vielmehr sah sich die Anklagebehörde sozusagen aufgrund 

der Macht des Faktischen gezwungen, den Anklagevorwurf hinsichtlich der Tat-

zeit, des Tatortes und der Tatbegehung relativ offen zu formulieren.  

3.4.3. Dass eine dergestalt formulierte Anklageschrift den Anforderungen des  

Anklageprinzips genügt, hat das Bundesgericht beispielsweise in einem unver-

öffentlichten Entscheid vom 17. Juni 2002 bestätigt. Jenem Entscheid lag der Fall 

eines Dübendorfer Tierarztes zu Grunde, welcher am 16. Dezember 1999 durch 

das Zürcherische Geschworenengericht wegen der vorsätzlichen Tötung seiner 

Ehefrau verurteilt wurde (Prozess Nr. WG990005). Aufgrund des Umstandes, 

dass der Leichnam des Opfers, mit Ausnahme ihres Schädels, nie gefunden  

wurde, war die Anklagebehörde – ähnlich wie im vorliegenden Fall – nicht in der 

Lage, die genaue Todesursache, den Tatort und den genauen Zeitpunkt der  

Tötung zu nennen. Das Zürcherische Kassationsgericht kam in seinem Beschluss 

vom 17. Dezember 2001 in Übereinstimmung mit den Erwägungen des Geschwo-

renengerichts zum Schluss, die teilweise – gezwungenermassen – unbestimmt 

formulierte Anklageschrift stelle keine Verletzung des Anklageprinzips dar. Soweit 

es um Einzelheiten gehe, die nicht Bestandteil des gesetzlichen Tatbestandes  

bilden würden, ergebe sich bereits aus dem Gesetzeswortlaut, dass diese nur mit 

der Genauigkeit anzugeben seien, welche nach dem Inhalt der Akten bzw.  

gestützt auf das Untersuchungsergebnis möglich sei. Aber auch was diejenigen 

Punkte betreffe, aus denen der Ankläger die Erfüllung des zu beurteilenden Straf-

tatbestandes ableite, verlange § 162 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH nicht strikt die genau 

Angabe jeder Einzelheit, Vielmehr seien auch hier (nur) in möglichst präziser, 

aber knapper Umschreibung alle Tatsachen anzuführen, die bezüglich Tathand-

lung, Tatobjekt etc., den objektiven Tatbestandsmerkmalen der in Frage kom-

menden Strafnorm entsprechen würden. Wenn also gewisse Tatumstände nicht 

ermittelt werden könnten, führten darauf beruhende ungenau oder unpräzise An-

klageformulierungen – selbst wenn sie die tatbestandsmässigen Handlungen be-

schlagen würden – noch nicht zur Ungültigkeit der Anklage (Kass.-Nr. 2000/330, 

Beschluss des Kassationsgerichts des Kantons Zürich vom 17. Dezember 2002, 

S. 10 ff.) Dieser Ansicht schloss sich auch das Bundesgericht an (Urteil des Bun-

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desgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002). Diese noch unter dem Geltungs-

bereich der zürcherischen Strafprozessordnung ergangenen Entscheidungen  

haben auch im Anwendungsbereich der eidgenössischen Strafprozessordnung 

Geltung. Auch wenn Art. 325 StPO im Gegensatz zu § 162 Abs. 1 Ziff. 2 StPO/ZH 

nicht mehr expressis verbis erwähnte, dass die Angaben zu Ort und Zeit  

möglichst genau sein müssen, geht aus der Konzeption von Art. 325 StPO ohne 

weiteres hervor, dass nach wie vor lediglich "möglichst genaue" Angaben  

erforderlich sind. Da sich die Anklage in jedem Fall auf eine Hypothese stützt,  

erweisen sich lediglich erwiesenermassen tatsachenwidrige oder auf reinen  

Gerüchten oder Mutmassungen basierende Vorhalte als falsch bzw. inkorrekt.  

3.5. Zusammenfassend kann nach dem Gesagten mit der Vorinstanz festge-

halten werden, dass die vorliegend zu beurteilende Anklageschrift das dem  

Beschuldigten zur Last gelegte Delikte in ihrem Sachverhalt ausreichend präzise 

umschreibt. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sind in objektiver und subjektiver 

Hinsicht genügend konkretisiert und dem Beschuldigten ist und war es jederzeit 

möglich, sich effektiv zu verteidigen. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 

liegt daher nicht vor. 

4. Weitere prozessuale Einwendungen 

4.1. Vorbemerkung 

Gemäss Art. 448 Abs. 2 StPO bleiben Verfahrenshandlungen gültig, wenn sie 

gemäss dem zur Zeit ihrer Vornahme geltenden Recht gültig waren. Für die nach-

stehend zu prüfenden Verfahrenshandlungen, die noch unter dem Regime der  

alten Zürcherischen Strafprozessordnung vorgenommen wurden, wird für die  

Frage der Verwertbarkeit zu prüfen sein, ob diese Beweismittel unter altem Recht 

gehörig erhoben worden sind.  

 

 

4.2. Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten 

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4.2.1. Die Verteidigung monierte anlässlich der Berufungsverhandlung, die Aus-

sagen, welche der Beschuldigte vor Eröffnung des Verfahrens gegen ihn – also 

vor dem 6. Oktober 2010 – als Zeuge gemacht habe, seien unverwertbar. Unver-

wertbar sei sodann die erste Hafteinvernahme, da darin Bezug auf die unverwert-

bare polizeiliche Einvernahme genommen werde und der Beschuldigte nicht  

verteidigt gewesen sei, obwohl schon festgestanden habe, dass es sich um einen 

Fall notwendiger Verteidigung gehandelt habe (Urk. 190 S. 6). 

4.2.2. Der Beschuldigte wurde in der fraglichen polizeilichen Einvernahme vom 

5. April 2010 als "Auskunftsperson" befragt und wie folgt belehrt (Urk. 13/1 S. 1): 

"Sie können die Beantwortung von Fragen verweigern, mit denen Sie sich, nahe 

Verwandte oder Lebenspartner/in der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung aus-

setzen würden. Als Ehemann haben Sie das Recht, die Aussage zu verweigern.". 

Damit kann entgegen der Verteidigung nicht die Rede davon sein, der Beschul-

digte sei formell als "Zeuge" befragt worden. Die zitierte Belehrung durch die  

Polizei enthält keinen Hinweis auf eine Zeugnispflicht, sondern der Beschuldigte 

wurde vielmehr auf sein Aussage- und Zeugnisverweigerungsrecht hingewiesen. 

Da zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Hinweise auf eine Täterschaft des  

Beschuldigten bestanden, ist die Form der polizeilichen Einvernahme vom 5. April 

2010 keineswegs zu beanstanden und die Aussagen des Beschuldigten sind  

verwertbar. 

4.2.3. In der Hafteinvernahme vom 6. Oktober 2010 wurde der Beschuldigte  

sodann als "Angeschuldigter" befragt (Urk. 13/2 S. 1). Gemäss § 11 Abs. 1 StPO 

ZH war der Angeschuldigte zu Beginn seiner ersten Einvernahme darauf hinzu-

weisen, dass er jederzeit einen Verteidiger bestellen kann, dass er die Aussage 

verweigern kann und dass seine Aussagen als Beweismittel verwendet werden 

können. Dem Einvernahmeprotokoll vom 6. Oktober 2010 kann entnommen  

werden, dass der Beschuldigte entsprechend belehrt worden ist. Damit genügte 

diese Einvernahme den Vorschriften der damals gültigen Zürcher Strafprozess-

ordnung und bleibt gemäss Art. 448 Abs. 2 StPO gültig, auch wenn die neue 

Schweizer Strafprozessordnung in Art. 159 StPO nunmehr den "Anwalt der ersten 

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Stunde" kennt. Die Aussagen des Beschuldigten in der Hafteinvernahme vom 

6. Oktober 2010 sind verwertbar.  

4.3. Verwertbarkeit von Aussagen anderer Verfahrensbeteiligter 

4.3.1. Weiter führte die Verteidigung aus, die Aussagen von H._____  

seien unverwertbar, da dieser nie mit dem Beschuldigten konfrontiert worden sei. 

Aufgrund dieser Aussage sei bekannt geworden, dass I._____ einmal einen BMW 

besessen habe. I._____ sei daraufhin zu diesem BMW befragt  

worden. Gestützt auf Art. 147 Abs. 4 StPO und Art. 141 Abs. 4 StPO seien die 

Aussagen von H._____ und I._____ nicht verwertbar, dasselbe gelte für die da-

raufhin eingeholten Folgebeweise und Abklärungen bei eBay (Urk. 190 S. 7). 

H._____ wurde am 18. November 2010 durch die Polizei einvernommen 

(Urk. 19/8/3). Weder der Beschuldigte, noch sein Verteidiger waren bei dieser 

Einvernahme anwesend. Gemäss § 14 Abs. 1 der damals geltenden Zürcher 

Strafprozessordnung ist dem Beschuldigten und seinem Verteidiger Gelegenheit 

zu geben, den Einvernahmen von Zeugen, Auskunftspersonen und Sachverstän-

digen vor dem Untersuchungsbeamten beizuwohnen und an sie Fragen zu  

richten, welche zur Aufklärung der Sache dienen können. Einvernahmen, bei  

welchen die Vorschriften von § 14 StPO ZH nicht beachtet wurden, sind nichtig, 

soweit sie den Beschuldigten belasten (§ 15 StPO ZH). Da weder der Beschuldig-

te noch sein Verteidiger jemals Gelegenheit erhielten, einer Einvernahme von 

H._____ beizuwohnen und ihm Ergänzungsfragen zu stellen, sind die Aussagen 

von H._____ im Sinne von § 15 StPO ZH nicht zum Nachteil des Beschuldigten 

verwertbar. Daraus jedoch – wie die Verteidigung – auf die Unverwertbarkeit der 

Aussagen von I._____ und den gesamten Abklärungen zum BMW von I._____ 

auf eBay zu schliessen, ginge mit Hinweis  

auf die Bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Fernwirkung von Beweis-

verwertungsverboten zu weit.  

Folgebeweise, welche im Anschluss an die rechtswidrige Beschaffung eines  

primären Beweismittels an sich legal erhoben werden, sind nach der neueren 

Rechtsprechung unverwertbar, wenn sie ohne den rechtswidrig beschafften  

- 16 - 

primären Beweis nicht hätten erhältlich gemacht werden können (BGE 133 IV 329 

E. 4.5 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 IV 266 E. 5.3.2; BGE 137 I 218 E. 2.4 

sowie Urteil 6B_211/2009 vom 22. Juni 2009 E. 1.4.2; anders noch BGE 109 Ia 

244 E. 2b). Das Bundesgericht folgte im Entscheid BGE 133 IV 329 der Auffas-

sung von NIKLAUS SCHMID, wonach von der Unverwertbarkeit auszugehen ist, 

wenn "der ursprüngliche, ungültige Beweis Bestandteil sine qua non des mittelbar 

erlangten Beweises ist" (vgl. a.a.O., E. 4.5 mit Hinweisen). Die gleichen Grunds-

ätze sind nunmehr in Art. 141 Abs. 4 StPO verankert (BGE 138 IV 169 E. 3).  

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wäre im vorliegenden Fall  

I._____ als Sohn des Beschuldigten im Zuge der äusserst weitreichenden und 

gründlichen Ermittlungen ohnehin befragt worden. Es ist davon auszugehen, dass 

auch ohne die Aussagen von H._____ bekannt geworden wäre, dass I._____ 

einmal einen BMW besessen hatte. Damit stellt die Befragung von H._____ nicht 

Bestandteil sine qua non der Aussagen von I._____ und der darauf folgenden 

Ermittlungen dar, weshalb diese uneingeschränkt  

verwertbar sind. 

4.3.2. Die Verteidigung machte weiter geltend, diverse Personen seien polizeilich 

als Auskunftsperson einvernommen, aber falsch belehrt worden. Es betreffe dies 

folgende Personen: J._____ (Urk. 16.83.1), K._____ (Urk. 16.39.5), L._____ 

(Urk. 16.109.5), M._____ (Urk. 16.128.5), N._____ (Urk. 16.132.6), O._____ 

(Urk. 16.141.1), P._____ (Urk. 16.188.4), Q._____ (Urk. 16.215.4), R._____ 

(Urk. 16.123.1), S._____ (Urk. 16.10.5), T._____ (Urk. 16.121.5), U._____ 

(Urk. 16.159.1) sowie V._____ (Urk. 16.30.4), W._____ (Urk. 16.194.3) und 

BA._____ (Urk. 16.75.5). Mit BB._____ (Urk. 16.129.6) sei der Beschuldigte nie 

konfrontiert worden, weshalb ihre Aussagen nicht verwertbar seien. BC._____ 

und BD._____ (Urk. 19.9.1) seinen sodann befragt worden, ohne dass ein Proto-

koll erstellt worden sei, weshalb auch ihre Aussagen nicht verwertbar seien 

(Urk. 190 S. 7 ff.).  

Vorab kann festgehalten werden, dass die Aussagen von BB._____ unter Hinweis 

auf die vorstehenden Ausführungen (siehe Erwägung 4.3.1.) nicht zulasten des 

Beschuldigten verwertet werden können, da der Beschuldigte nie mit BB._____ 

- 17 - 

konfrontiert worden war (vgl. § 15 StPO ZH). BC._____ und BD._____ wurden nie 

protokollarisch im Sinne der Zürcher oder der  

Schweizerischen StPO befragt, weshalb ihre Aussagen mit der Verteidigung nicht 

verwertet werden können. Zu den übrigen von der Verteidigung angeführten  

Einvernahmen ist zu bemerken, dass es sich bei diesen Einvernahmen nicht um 

formelle Einvernahmen von Auskunftspersonen im Sinne der Prozessordnung 

handelte. Die Bezeichnung Auskunftsperson ist vielmehr als "untechnische"  

Bezeichnung im polizeilichen Ermittlungsverfahren zu verstehen (vgl. Donatsch/ 

Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, N 6 zu § 149a 

StPO ZH und Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, N 649). 

Es muss möglich sein, eine Person im Rahmen des polizeilichen Ermittlungs-

verfahrens kurz befragen zu können, um feststellen zu können, ob sie etwas zur 

Sache sagen kann. Es handelte sich bei den erwähnten Einvernahmen klar um 

Einvernahmen im polizeilichen Ermittlungsverfahren und nicht etwa um delegierte 

Einvernahmen. Somit musste keine Belehrung als formelle Auskunftsperson  

erfolgen und die Einvernahmen können alle verwertet werden, sofern diese  

Personen in der Folge unter Berücksichtigung der Teilnahmerechte des Beschul-

digten ein weiteres Mal formell einvernommen wurden. Damit erübrigen sich auch 

Ausführungen zu den weiteren Aussagen der vorstehenden Personen, die jeweils 

auf die erste polizeiliche Einvernahme Bezug nehmen. Da die polizeilichen  

Einvernahmen ohne weiteres verwertbar sind, gilt dies auch für die weiteren  

Einvernahmen.  

4.4. Telefonkontrolle 

4.4.1. Die Verteidigung rügte im Rahmen der Berufungsbegründung, dem  

Beschuldigten sei die gegen ihn gerichtete Telefonüberwachung bis heute nicht 

formell eröffnet worden, weshalb auch die Frist zur Erhebung einer Beschwerde 

dagegen noch nicht zu laufen begonnen habe. Auf die Ergebnisse der Telefon-

kontrolle könne somit nicht abgestellt werden (Urk. 190 S. 14). 

4.4.2. Den Akten kann tatsächlich nicht entnommen werden, dass dem Beschul-

digten formell eröffnet worden wäre, dass eine Telefonüberwachung statt-

gefunden hatte. 

- 18 - 

4.4.3. Nach Art. 10 Abs. 2 des hier anwendbaren Bundesgesetzes zur Über-

wachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) teilt die (die Überwachung) 

anordnende Behörde bis spätestens vor Abschluss der Strafuntersuchung oder 

Einstellung des Verfahrens Grund, Art, und Dauer der Überwachung unter  

anderem der verdächtigen Person mit. Nach Lehre und bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung ist – im Hinblick auf die Möglichkeit einer Beschwerde gemäss 

Art. 10 Abs. 5 BÜPF – eine formelle fristauslösende Verfügung mit Rechtsmittel-

belehrung erforderlich (Th. Hansjakob, BÜPF, Kommentar zum Bundesgesetz 

und zur Verordnung über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs,  

2. Auflage, N 23 zu Art. 10; Urteil des Bundesgerichts 1P.15/2003 vom 

14. Februar 2003). Gemäss Art. 10 Abs. 5 BÜPF kann, wie erwähnt, die Person, 

gegen die sich die Überwachung gerichtet hat, innert 30 Tagen nach der Mittei-

lung Beschwerde wegen fehlender Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit der 

Überwachung erheben. Es fragt sich, ob auch der Sachrichter die Zulässigkeit der 

Überwachung nachprüfen kann. Nachdem dafür das Rechtsmittel nach Art. 10 

Abs. 5 BÜPF geschaffen wurde, ist die Frage zu verneinen (Th. Hansjakob, 

a.a.O., N 50 zu Art. 10). Das bedeutet, dass im vorliegenden Verfahren nicht  

geprüft werden kann, ob die erfolgten Überwachungsmassnahmen – welche dem 

Beschuldigten nie formell mit Rechtsmittelbelehrung eröffnet wurden – recht-

mässig angeordnet wurden, was zur Folge hat, dass die Erkenntnisse aus den 

Überwachungen und rückwirkenden Teilnehmeridentifikationen der vom Beschul-

digten benützten Telefonnummern beweismässig nicht verwertet werden können. 

Uneingeschränkt verwertet werden dürfen hingegen die Erkenntnisse aus der 

rückwirkenden Überwachung der von †E._____ verwendeten Mobil-

telefonnummern. 

4.5. Verwertbarkeit Gutachten 

4.5.1. Hierzu führte die Verteidigung aus, der Auftrag zur Auswertung der  

Diagrammscheiben sei mündlich erteilt worden. Es sei nicht klar, wer wann zu 

diesem Gutachten beauftragt worden sei und wer auf die Straffolgen von Art. 307 

StGB hingewiesen worden sei. Ausserdem sei der Gutachtensauftrag wohl am 

22. Oktober 2010 erteilt worden, die Vergleichsfahrten seien offenbar aber schon 

- 19 - 

am 15. Oktober 2010 durchgeführt worden. Es könne nicht behauptet werden, bei 

den Vergleichsfahrten habe es sich um Grundlagen- oder Vorarbeiten im Hinblick 

auf die Erstattung eines Gutachtens gehandelt. Bei den Vergleichsfahrten handle 

es sich vielmehr um eine eigentliche Tatortrekonstruktion bzw. einen Augen-

schein. Nachdem weder der Beschuldigte noch die Verteidigung an diesen Ver-

gleichsfahrten hätten teilnehmen können, sei das Gutachten unverwertbar 

(Urk. 190 S. 14 f.). Auch beim Gutachten zu den Steinplatten sei nur ein mündli-

cher Auftrag erteilt worden und es sei nicht klar, wer konkret zu diesem Gutachten 

beauftragt und wer auf die Straffolgen von Art. 307 StGB hingewiesen worden sei. 

Sodann sei mit Blick auf Art. 184 Abs. 1 StPO mehr als fraglich, ob das Forensi-

sche Institut Zürich überhaupt berechtigt gewesen sei, selber den Auftrag zur  

Erstellung eines weiteren Gutachtens zu erteilen (Urk. 190 S. 16).  

4.5.2. Zunächst ist festzuhalten, dass nichts gegen eine mündliche Erteilung des 

Gutachtensauftrags spricht (Donatsch in: Donatsch/Schmid, Kommentar zur 

Strafprozessordnung des Kantons Zürich, N 7 zu § 113 StPO ZH). Sowohl aus 

dem Gutachten zur Auswertung der Diagrammscheiben des Fahrtschreibers 

(Urk. 19/9/10 S. 1 und 2) wie auch aus dem Gutachten zu den Steinplatten 

(Urk. 19/7/3 S. 1 und 2) ist ersichtlich, dass diese Gutachten in Kenntnis von 

Art. 307 StGB erstellt worden sind. Die mündliche Erteilung dieser Gutachtens-

aufträge ist daher nicht zu beanstanden. Nicht verwertbar ist mit der Vorinstanz 

und der Verteidigung das zweite Gutachten zu den Steinplatten, welches das 

Institut für Baustoffe der ETH Zürich erstellt hatte, da dieses nicht nach Hinweis 

auf Art. 307 StGB verfasst worden war (Urk. 19/7/3). 

4.5.3. Sodann kann zu den Vergleichsfahrten vollumfänglich auf die Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 103 S. 60; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die  

Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass es sich bei den Vergleichsfahrten weder um 

einen Augenschein im Sinne von §§ 107 ff. StPO ZH handelte, noch um eine 

Tatrekonstruktion. Vielmehr sind diese Vergleichsfahrten als Sammeln von  

Informationen im Rahmen des polizeilichen Ermittlungsverfahrens zu sehen. Im 

Gutachten ging es dann darum, diese sechs verschiedenen Fahrten durch einen 

Sachverständigen beurteilen zu lassen. Daher kann der Beschuldigte auch  

- 20 - 

daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, dass die Vergleichsfahrten bereits am 

15. Oktober 2010 – mithin eine Woche vor der Erteilung des Gutachtensauftrags 

– erfolgt sind. Der Verwertbarkeit des Gutachtens steht nichts entgegen.  

4.5.4. Sämtliche Erkenntnisse aus den Gutachten zur Auswertung des Fahrt-

schreibers sowie zu den Steinplatten – mit Ausnahme der Befunde des Instituts 

für Baustoffe der ETH Zürich – sind demnach uneingeschränkt verwertbar.  

III. Sachverhalt 

5. Zur Ausgangslage und allgemeines zu den Beweisregeln 

5.1. Dem Beschuldigten wird in objektiver Hinsicht zusammengefasst vorge-

worfen, er habe seine Ehefrau, †E._____, an einem nicht mehr genau  

eruierbaren Datum zwischen dem 3. April 2010 und dem 1. Mai 2010 (mutmass-

lich am späteren Nachmittag oder am Abend des 3. April 2010) an einem nicht 

mehr genau bestimmbaren Ort (mutmasslich in der ehelichen Wohnung an der 

F._____-Strasse ... in Zürich) getötet und deren Leichnam in der Folge in einem 

…gebiet namens BE._____ südwestlich des BF._____sees in Zürich  

…, … Domizils, versenkt. In subjektiver Hinsicht wird dem  

Beschuldigten vorsätzliches, zumindest aber eventualvorsätzliches Handeln vor-

geworfen (Urk. 54 S. 2). 

5.2. Sowohl während der Untersuchung als auch im Rahmen der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung hat der Beschuldigte den ihm zur Last gelegten Anklage-

sachverhalt vehement bestritten. Er habe keine Erklärung dafür, wie die belasten-

den Indizien wie beispielsweise die Steinplatten und die Kardanwelle an den  

Leichenfundort gelangt seien. Er habe absolut keinen Grund gehabt, seine Frau 

zu töten. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien haltlos und das Produkt irrer 

Fantasien des untersuchenden Staatsanwaltes. Er fühle sich absolut unschuldig 

(Urk. 13.21 S. 11, Urk. 79 S. 10 ff.). 

5.3. Der Beschuldigte bestreitet sämtliche ihm seitens der Anklagebehörde zur 

Last gelegten Vorwürfe. Damit ist der massgebende Sachverhalt aufgrund der 

- 21 - 

Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den all-

gemeinen Beweisregeln zu erstellen.  

5.4. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid allgemeine Ausführungen darüber 

gemacht, unter welchen Umständen eine strafrechtliche Verurteilung erfolgen 

kann und erläutert, wann der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in  

dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) zur Anwendung gelangt. Auch zu 

den Grundsätzen der Beweiswürdigung haben sich die Vorderrichter einlässlich 

und zutreffend geäussert und dabei Bezug auf die aktuelle Rechtsprechung sowie 

die massgeblichen Lehrmeinungen genommen. Weiter haben die Vorderrichter 

zutreffend erkannt, dass für die Sachverhaltserstellung weder direkte objektive 

Sachbeweise noch Aussagen von direkten Augenzeugen vorhanden sind. Ent-

sprechend sei bei der Sachverhaltserstellung auf Indizien abzustellen. In diesem 

Zusammenhang hat die Vorinstanz grundsätzlich korrekte Ausführungen zum  

sogenannten Indizienbeweis gemacht. Auf all diese Erwägungen kann vorab in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden (Urk. 103 S. 14 ff.). Damit 

hat die Vorinstanz die nötigen Ausführungen zur Sachverhaltserstellung und zu 

den allgemeinen Beweisregeln gemacht. Weiterungen hierzu erübrigen sich.   

6. Vorinstanzliches Urteil  

6.1. Die Vorinstanz hat sich mit der durch die Anklagebehörde ermittelten  

Indizienlage auseinandergesetzt und ist dabei im Einzelnen zusammengefasst zu 

folgenden Schlüssen gekommen: 

6.1.1. Betonplatten 

Die Gesamtsituation lasse keinen anderen Schluss zu, als dass die beiden  

unmittelbar beim Fundort der Leiche entdeckten Betonplatten dazu gedient  

hätten, die Leiche im Wasser zu beschweren. Dafür spreche insbesondere auch 

der Umstand, dass – trotz minutiöser Suche – im gesamten ...tümpel keine weite-

ren Betonplatten mehr auffindbar gewesen seien. Was die Art und die  

Beschaffenheit der Betonplatten anbelange, so seien diese nahezu identisch mit 

Betonplatten, welche auf dem Grundstück des Beschuldigten sichergestellt  

- 22 - 

worden seien. Dabei seien nicht bloss optische und masstechnische Überein-

stimmungen festzustellen. Besonders ins Gewicht falle, dass die am Fundort  

sichergestellten Platten auf der Unterseite einen spiegelverkehrten Abdruck der 

Tagesausgabe des Tagblatts der Stadt Zürich vom 2. Februar 1939 aufweisen 

würden. Dieser Abdruck sei auf die Produktionsweise der fraglichen Betonplatten 

zurückzuführen. Ein Vergleich der Platten ergebe, dass jede Unterseite der  

beiden am Tatort sichergestellten Betonplatten zumindest eine visuelle Überein-

stimmung mit einer anderen Plattenunterseite aus dem Sortiment der auf dem 

Grundstück des Beschuldigten sichergestellten Platten aufweise. Sämtliche  

Betonplatten seien auf Zeitungsseiten der Ausgabe des Tagblatts der Stadt Zürich 

vom 2. Februar 1939 gegossen worden. Ziehe man nun in Betracht, dass alle im 

vorliegenden Verfahren untersuchten Platten bei ihrer Produktion auf Zeitungs-

seiten von ein und derselben Ausgabe des Tagblatts der Stadt Zürich lagen, so 

sei dies als deutlicher Hinweis dafür zu werten, dass alle Platten im gleichen Zeit-

raum vom gleichen Hersteller angefertigt worden seien. Dieser Umstand stelle  

eine Verbindung des Beschuldigten zum Leichenfundort dar und sei somit als  

Belastungsindiz zu werten (Urk. 103 S. 20 ff.). 

6.1.2. Kardanwelle 

Es sei erstellt, dass die am Leichenfundort sichergestellte Kardanwelle aus dem 

BMW 540i stamme, mit welchem der Sohn der Beschuldigten, I._____,  

in Serbien einen Unfall gehabt habe. Weiter sei erwiesen und seitens der Ver-

teidigung unbestritten, dass diese Kardanwelle auf dem Grundstück des Beschul-

digten deponiert gewesen sei. Bewiesen sei schliesslich ebenso, dass sich die  

Kardanwelle am 3. April 2010 – dem Tag des Verschwindens von †E._____ – 

entgegen den Darstellungen des Beschuldigten noch auf dessen Grundstück be-

funden habe. Entsprechend bestehe zwischen der auf der Leiche sichergestellten 

Kardanwelle und dem Beschuldigten eine direkte Verbindung, was als gewichti-

ges Belastungsindiz zu werten sei. Dass das ab der Kardanwelle erstellte DNA-

Profil nicht interpretierbar gewesen sei, ändere nichts an diesem Ergebnis 

(Urk. 103 S. 25 ff.). 

6.1.3. Weitere forensische Untersuchungen 

- 23 - 

6.1.3.1. Auf der Leiche von †E._____ sei neben der Kardanwelle auch ein zuge-

sägter Teil eines Baumstammes vorgefunden worden. Aufgrund seiner Lage, der 

Grösse und des Gewichts stehe ausser Frage, dass er (neben der  

Kardanwelle und den Betonplatten) zur Beschwerung der Leiche im Wasser  

gedient habe. Interpretierbare DNA-Spuren hätten ab dem Baumstammstück 

nicht sichergestellt werden können. Der zugesägte Baumstammteil passe zwar in 

das von der Anklage gezeichnete Bild und stehe diesem nicht entgegen. Ein  

direkter Zusammenhang zwischen dem Baumstammstück und dem Beschuldig-

ten lasse sich indes aufgrund er Ermittlungen nicht herleiten. Entsprechend wirke 

es sich für den Beschuldigten auch nicht belastend aus (Urk. 103 S. 34 f.). 

6.1.3.2. Die Frage, ob die am Leichenfundort vorgefunden Birkenäste und Schilf-

rohre dazu gedient hätten, die Leiche zu verbergen, oder ob sie durch Wind und 

Wetter dorthin verfrachten worden seien, könne nicht abschliessend beantwortet 

werden. Interpretierbare DNA-Spuren hätten zudem weder ab den Ästen, noch ab 

den Schilfrohren sichergestellt werden können (Urk. 103 S. 34 f.).  

6.1.3.3. Am Leichenfundort wurden Bodenproben genommen, welche hernach mit 

Erdanhaftungen an diversen Schuhen des Beschuldigten verglichen wurden. Die 

Vorinstanz kam diesbezüglich zum Schluss, die betreffenden Feststellungen im 

Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich könnten nicht zum Nachteil des  

Beschuldigten verwendet werden, weil dem Kurzbericht keine Gutachtensqualität 

im Sinne von Art. 184 StPO zukomme. Es erübrige sich auch, diesbezüglich noch 

ein Gutachten einzuholen, da keine verfahrensrelevanten Erkenntnisse zu erwar-

ten seien. Entsprechend würden sich die vergleichenden Boden- und Erdboden-

untersuchungen für den Beschuldigten nicht als belastend erweisen. Sie seien 

aber auch nicht geeignet, den Beschuldigten zu entlasten (Urk. 103 S. 36).  

6.1.3.4. Schliesslich seien eine Vielzahl von Asservaten erhoben und Gegen-

stände sichergestellt worden, deren Auswertung keinerlei Verbindung zum  

Beschuldigten ergeben hätte. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse 

würden den Beschuldigten weder be- noch entlasten. Insbesondere sei darauf 

hinzuweisen, dass zwischen dem Verschwinden von †E._____ am  

3. April 2010 und der ersten Festnahme des Beschuldigten am 6. Oktober 2010 

- 24 - 

ausreichend Zeit verstrichen sei um allfällige Spuren zu beseitigen, so man dies 

denn gewollt hätte.  

6.1.4. Fundort der Leiche 

Aufgrund des Fundortes der Leiche und der Situation vor Ort liege es auf der 

Hand, dass ein Transportmittel, z.B. ein Personenwagen, verwendet worden sei, 

um die Leiche und/oder die Beschwerungsgegenstände ins BE._____ zu ver-

frachten. Weiter lasse der Fundort der Leiche vermuten, dass dorthin nur gelange, 

wer über ausreichende Ortskenntnisse verfüge. Der Leichenfundort befinde sich 

nicht nur in der Nähe des Wohnorts des Beschuldigten, sondern dieser kenne das  

Gebiet nach eigenem Bekunden auch von Spaziergängen und von Autofahrten 

her. Er habe selbst angegeben, vielleicht schon dorthin gefahren zu sein, wenn er 

mit einer Frau habe allein sein wollen. Dass der Beschuldigte über mehrere  

Motorfahrzeuge verfüge und sich im Gebiet des Leichenfundorts auskenne, wirke 

sich jedoch bei isolierter Betrachtung kaum belastend aus. Allerdings würden  

diese Umstände jedoch auch zwanglos in das von der Anklage gezeichnete Bild 

passen. 

6.1.5. Beziehung des Beschuldigten zu †E._____ 

Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, dass es in der Ehe des Beschuldigten mit 

†E._____ im Jahre 2010 – entgegen seinen anderslautenden Beteuerungen – er-

hebliche Probleme gegeben habe. Dabei sei es in erster Linie um das Thema 

Geld gegangen, wobei auch die Beziehung von †E._____ zu  

ihrem Sohn sowie die Seitensprünge des Beschuldigten für Spannungen gesorgt 

hätten. Aus der Sicht von †E._____ seien die Probleme derart  

gravierend gewesen, dass sie sich über eine Scheidung oder zumindest die  

Aufnahme des Getrenntlebens Gedanken gemacht habe. Dies allerdings unter 

dem Vorbehalt, dass dadurch ihr Verbleib in der Schweiz nicht gefährdet gewesen 

sei. Die eheliche Situation als solche stelle für sich alleine betrachtet noch kein 

den Beschuldigten belastendes Element dar. Berücksichtige man hingegen, dass 

der Beschuldigte aktuelle eheliche Probleme auf Befragen tatsachenwidrig in  

Abrede gestellt habe, so führe dies zu einem anderen Schluss. Sein schön-

- 25 - 

färberisches Verhalten sei der Glaubhaftigkeit seiner Sachdarstellung zum Tat-

vorwurf abträglich und stelle ein Belastungsindiz dar, wenn auch kein gewichtiges  

(Urk. 103 S. 38 ff.). 

6.1.6. Wochenende vom 3./4. April 2010 

6.1.6.1. Es sei erwiesen und im Übrigen seitens des Beschuldigten auch  

unbestritten, dass †E._____ die Absicht gehabt habe, am Abend des  

3. April 2010 per Reisecar nach Zagreb zu reisen, wo ihr Sohn sie am Morgen 

des 4. April 2010 hätte abholen und nach Bosnien fahren sollen. Erstellt sei  

sodann, dass es ihr bei dieser geplanten Reise nicht nur darum gegangen sei, ein 

paar Tage im Kreise ihrer Familie in der Heimat zu verbringen. Vielmehr habe sie 

auch beabsichtigt gehabt, an der auf den 6. April 2010 vom Bezirksgericht Kotor 

Varos angesetzten Scheidungsverhandlung teilzunehmen. Weiter sei nachgewie-

sen, dass †E._____ die geplante Reise nicht angetreten und den Reisecar nach 

Zagreb nicht bestiegen habe. Nach 15 Uhr habe sie ihr Mobiltelefon nicht mehr 

benutzt und sie sei trotz zahlreicher Versuche von Verwandten und Bekannten 

nach der fahrplanmässigen Abfahrzeit von 19 Uhr auch nicht mehr auf ihrem Mo-

biltelefon erreichbar gewesen (Urk. 103 S. 48 f.). 

6.1.6.2. Im Verlauf der Ermittlungen hätten mehrere Personen angegeben, sie 

hätten †E._____ nach dem 3. April 2010 noch lebend gesehen. Bei  

näherer Betrachtung der betreffenden Depositionen zeige sich jedoch, dass sich 

die betreffenden Augenzeugen im Datum respektive in der Person geirrt hätten 

(Urk. 103 S. 49 f.).  

6.1.6.3. Die Vorinstanz führte weiter aus, namentlich aufgrund der glaubhaften 

Zeugenaussagen von BG._____ sei – entgegen den anderslautenden Bestreitun-

gen des Beschuldigten – erstellt, dass es am Nachmittag des 3. April 2010 zwi-

schen dem Beschuldigten und †E._____ zu einem heftigen Streit  

gekommen sei. Ein Streit unter Eheleuten, und möge er auch heftig gewesen 

sein, sei nicht derart aussergewöhnlich, dass darin per se bereits ein Belastungs-

indiz im Hinblick auf ein Tötungsdelikt zu erblicken sei. Berücksichtige man aber 

weiter, dass der Beschuldigte den Streit wahrheitswidrig in Abrede gestellt habe 

- 26 - 

sowie dass †E._____ am 3. April 2010 um 14:54 Uhr ein letztes Telefonat geführt 

und im Anschluss daran auf ihrem Mobiltelefon nicht mehr erreichbar gewesen 

sei, so stelle dies einen Umstand dar, der in das von der Staatsanwaltschaft in der 

Anklageschrift gezeichnete Bild passe (Urk. 103 S. 50 ff.). 

6.1.6.4. Nach Auffassung der Vorinstanz sei das Aussageverhalten des Beschul-

digten zum Verlauf des Osterwochenendes vom 3./4. April 2010 in mehrfacher 

Hinsicht auffällig. Dies aus folgenden Gründen (Urk. 103 S. 55 ff.): 

a) Der Umstand, dass der Beschuldigte nicht ein einziges Mal versucht habe, 

†E._____ nach deren Verschwinden telefonisch zu erreichen,  

passe nicht wirklich zu seiner Behauptung, wonach sie eine gute Ehe  

geführt hätten. Seine diesbezügliche Passivität erstaune umso mehr, als er 

auch nach Erhalt der Mitteilung aus Bosnien, dass †E._____ dort nicht wie 

geplant angekommen sei, keinerlei Anstalten getroffen habe,  

um seine Ehegattin telefonisch zu kontaktieren. Sein "telefonisches Still-

schweigen" habe der Beschuldigte im Verlauf der Untersuchung in unter-

schiedlicher Manier zu begründen versucht. Nachdem er zunächst vorge-

bracht habe, er habe †E._____ nicht angerufen, weil er von  

diversen Personen erfahren habe, man erreiche nur ihre Combox, habe er 

später angegeben, wegen der hohen Roaming-Gebühren nicht angerufen zu 

haben. Danach habe er dann ausgeführt, er sei nicht dazu gekommen sie 

anzurufen, weil er entweder mit ihren Verwandten am Telefon besetzt  

gewesen, oder mit der Vermisstenanzeige beschäftigt gewesen sei. 

Schliesslich habe er dann zu Protokoll gegeben, es habe keine spezielle  

Erklärung dafür gegeben, dass er nicht angerufen habe. Weiter habe der 

Beschuldigte widersprüchliche Angaben betreffend Telefonate bei Ausland-

reisen gemacht. Während er zunächst ausgeführt habe, dass jeweils  

derjenige, welcher ins Ausland gereist sei, sich mit der im Ausland erworbe-

nen Sim-Karte beim Daheimgebliebenen gemeldet habe, habe er dies  

anlässlich der Befragung vom 14. Dezember 2010 wieder in Abrede gestellt. 

Dass das aufgezeigte Aussageverhalten des Beschuldigten nicht gerade für 

- 27 - 

die Glaubhaftigkeit seiner Depositionen spreche, liege auf der Hand  

(Urk. 103 S. 55 f.). 

b) Auch bezüglich der Umstände, welche schliesslich zur Erstattung einer 

Vermisstenanzeige geführt hätten, habe der Beschuldigte verschiedene  

Angaben gemacht. Anfangs habe er noch zu Protokoll gegeben, er sei  

gemeinsam mit der Nichte von †E._____, die ihn darüber informiert habe, 

dass Letztere nicht angekommen sei, auf die Idee gekommen, eine Vermiss-

tenanzeige bei der Polizei zu erstatten; auf Vorhalt von anderslautenden 

Angaben dieser Nichte (BH._____) habe er dann eingeräumt, dass er zuerst 

keine Vermisstenanzeige habe machen wollen, worauf BH._____ "ständig 

weiter Druck" gemacht habe. Wieder neue Aussagen dazu habe er im Rah-

men der Hauptverhandlung zu Protokoll gegeben. Dass der Beschuldigte 

nicht sogleich die Polizei habe informieren wollen, sei nachvollziehbar. Auch 

die Polizei habe die in den späten Abendstunden des 4. April 2010  

erstattete Vermisstenanzeige offenbar noch als verfrüht erachtet. Keine 

plausible Erklärung sei aber für das diesbezügliche Aussageverhalten des 

Beschuldigten ersichtlich. Es stelle sich diesbezüglich insbesondere die  

Frage, weshalb er anfangs tatsachenwidrig habe glauben machen wollen, 

die Vermisstenanzeige sei (auch) seine Idee gewesen (Urk. 103 S. 56 f.). 

c) Die Vorinstanz erwog weiter, der Beschuldigte habe die Frage, ob er 

†E._____ angeboten habe, sie in die Stadt zu fahren, unterschiedlich be-

antwortet. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er selbst  

jeweils zu Protokoll gegeben habe, er habe dies nicht getan, während er  

gegenüber mehreren Bekannten gesagt habe, er habe †E._____ angeboten, 

sie in die Stadt zu fahren, sie habe sein Angebot aber abgelehnt (Urk. 103 

S. 57).  

d) Widerlegt sei zudem die Behauptung des Beschuldigten, er habe am fragli-

chen 3. April 2010 in der Zeit von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr geschlafen. Dem 

Ergebnis der Telefonkontrolle könne nämlich entnommen werden, dass der 

Beschuldigte in der massgeblichen Zeitspanne auf seinem Mobilanschluss 

mit der 078-Nummer eine SMS erhalten und beantwortet habe. Zudem seien 

- 28 - 

auf seiner 076-Nummer zwei Anrufe eingegangen und geführt worden.  

Konfrontiert mit diesen Erkenntnissen habe der Beschuldigte seine Aus-

sagen dem Beweisergebnis angepasst, was nicht für die Glaubhaftigkeit 

seiner Schilderungen spreche (Urk. 103 S. 57). 

Der Beschuldigte habe nach dem Gesagten in mehrfacher Hinsicht widersprüchli-

che und unplausible Aussagen zum Verlauf des Osterwochenendes 2010  

gemacht. Dieses Aussageverhalten stelle – so die Vorinstanz zusammenfassend 

– fraglos ein ganz erhebliches Belastungsindiz dar. 

6.1.6.5. In Bezug auf den Personenwagen des Beschuldigten (der Marke Toyota) 

und dessen Verwendung in der Nacht vom 3. auf den 4. April 2010 erwog die Vor-

instanz zusammengefasst was folgt: Am 4. April 2010, kurz nach Mitternacht  

seien auf dem betreffenden Fahrtenschreibereinlageblatt im Taxi folgende Auf-

zeichnungen registriert worden: Von 00:43 bis 01:04 Uhr sowie von 01:29 bis 

01:59 Uhr sei das Fahrzeug still gestanden. Diese Zeitabschnitte seien durch den 

Beschuldigten mittels Handeintrag als Pausen deklariert worden. Von 01:10 Uhr 

bis 01:22 Uhr sei keine Geschwindigkeitsaufzeichnungen erfolgt, wobei gemäss 

Zeitgruppenaufschrieb das Fahrzeug lediglich zwischen 01:12 Uhr und 01:22 Uhr 

still gestanden sei (die Diskrepanz könne durch eine langsame Vor- oder Rück-

wärtsfahrt [Geschwindigkeit unter 5 km/h] verursacht worden sein). Der Weg-

streckenaufschrieb habe von 01:04 Uhr bis 01:10 Uhr (evtl. 01:12 Uhr) eine  

zurückgelegte Fahrtstrecke von ca. 2,5 km registriert; danach sei das Fahrzeug 

bis 01:22 Uhr still gestanden. In der Folge sei während sieben Minuten wiederum 

ein Wegstreckenaufschrieb von ca. 2,5 km erfolgt, wobei die beiden Weg-

streckenaufschriebe gespiegelt in etwa dieselbe Fahrtstrecke ergäben. Zudem 

ergebe sich aufgrund der Auswertung der Randdaten der vom Beschuldigten 

verwendeten Mobiltelefone, dass er sich am 4. April 2010, kurz nach Mitternacht, 

zunächst im Sende- und Empfangsbereich der Mobilfunkantenne an der 

BI._____-Strasse ..., … Zürich und kurz darauf im Bereich des Antennenstandorts 

BJ._____-Strasse ..., … Zürich aufgehalten habe. Gemäss den polizeilichen Er-

mittlungen liege sowohl der Wohnort des Beschuldigten als auch der Fundort der 

Leiche in diesem Antennenbereich. Gestützt auf diese Erkenntnisse habe die An-

- 29 - 

klagebehörde dem Forensischen Institut Zürich den Auftrag erteilt, die sicherge-

stellte Diagrammscheibe vom 3./4. April 2010 auszuwerten und mit der  

Diagrammscheibe der Rekonstruktionsfahrten zu vergleichen. Dabei habe sich 

ergeben, dass die Tachoscheibenaufzeichnungen der beiden fraglichen Fahrten 

des Beschuldigten mit seinem Taxi nach Mitternacht des 4. April 2010 Überein-

stimmungen mit den Aufzeichnungen, welche bei Rekonstruktionsfahrten vom 

Wohnort des Beschuldigten an den Leichenfundort und von dort auf gleichem 

Weg zurück erfolgten, aufweisen würden. Das Gutachten mache keinen Hehl  

daraus, dass die Aufzeichnungen toleranzbehaftet seien und nichts anderes  

könne auch für ein Computerprogramm gelten. Hinzu komme, dass das  

Geschwindigkeitsprofil nicht nur von der zurückgelegten Fahrtstrecke abhänge, 

sondern auch vom Verkehrsaufkommen und vom Verhalten der anderen  

Verkehrsteilnehmer. Nichtsdestotrotz seien die Aufzeichnungen auf der Dia-

grammscheibe vom 3./4. April 2010 vereinbar mit einer Fahrt des Beschuldigten 

am 4. April 2010, von 01:04 Uhr bis 01:10 Uhr von seinem Wohnort an der  

F._____-Strasse ... via D._____-Strasse an den Leichenfundort und nach  

ca. zehn- bis zwölfminütigem Stillstand einer weiteren Fahrt von 01:22 Uhr bis 

01:29 Uhr vom Leichenfundort via D._____-Strasse an den BK._____-Platz. Dort 

sei das Taxi erneut 30 Minuten still gestanden (Urk. 104 S. 58 ff.). 

6.1.6.6. Die Vorinstanz erwog weiter, der vom Beschuldigten in der Nacht vom 

3. auf den 4. April 2010 geleistete Taxidienst sei in verschiedener Hinsicht durch 

Besonderheiten gekennzeichnet gewesen, welche sich klar vom ansonsten  

routinemässigen Ablauf unterscheiden würden. Dass der Beschuldigte just zu 

diesen Besonderheiten keinerlei aufschlussreiche Angaben gemacht habe,  

sei erstaunlich. Einerseits habe er am 3. April 2010 kurz vor Arbeitsbeginn  

seine Frau das letzte Mal lebend gesehen. Andererseits falle auf, dass er am  

4. April 2010 um 00:29:02 Uhr den Taxifunk in der Region …platz ausgeschaltet 

habe. Dieser Umstand passe weder zu seinen Arbeitszeiten, noch zu seinen  

üblichen Gewohnheiten. Aus dem Funkprotokoll gehe nämlich hervor, dass er im 

Zeitraum 15. März 2010 bis 9. Mai 2010 den Taxifunk – mit der eben erwähnten 

Ausnahme – nie ausgeschaltet habe. Dennoch habe der Beschuldigte in der  

Untersuchung ausgeführt, er schalte den Taxifunk von Zeit zu Zeit am Wochen-

- 30 - 

ende nach Mitternacht aus, da es besser sei ohne Funk zu arbeiten, wenn es viel 

Arbeit gebe. Diese Aussage stehe im klaren Widerspruch zur Realität des Funk-

protokolls und müsse als unglaubhaft bezeichnet werden. Ebenfalls ausser-

gewöhnlich sei, dass der Beschuldigte in der fraglichen Nacht seine Taxifahrer-

tätigkeit innerhalb von nicht einmal einer Stunde durch zwei Pausen (von  

00:43 Uhr bis 01:04 Uhr bzw. von 01:29 Uhr bis 01:59 Uhr) unterbrochen habe. 

Einen Teil dieser Pause habe der Beschuldigte auch nach eigenen Angaben zu 

Hause verbracht. Dies lasse sich durch die aus der Telefonkontrolle gewonnen 

Erkenntnisse und das Fahrtenschreiber-Gutachten im übrigen verifizieren. Ins 

Gewicht falle nun aber, dass die beiden fraglichen Fahrten nicht nur zwischen den 

zwei Pausen stattgefunden hätten, sondern dass sie auch insofern ausser-

gewöhnlich gewesen seien, als sie in der Umgebung des Wohnortes des  

Beschuldigten stattgefunden, mit je rund 2 km Fahrtlänge eher kurz ausgefallen 

seien und teilweise in sehr langsamer Fahrt erfolgt seien. Zudem habe die zweite 

Fahrt nach zwölfminütigem Stillstand dort ihren Anfang genommen, wo die erste 

geendet habe. Aufgrund all dieser Besonderheiten sei es doch auffällig, dass sich 

der Beschuldigte nicht an diese Fahrten erinnert habe respektive dass er sich gar 

nicht darum bemüht habe, sich diese Fahrten in Erinnerung zu rufen. Mehr noch, 

er habe es sogar "als nicht nötig" erachtet, dem Staatsanwalt zu erklären, was  

er in jener Nacht gemacht habe. Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb  

sich der Beschuldigte in der Untersuchung geweigert habe, den Namen jener 

Person zu nennen, die über eine bosnische Mobiltelefonnummer verfügt habe (…) 

und mit welcher er in der Nacht vom 3. auf den 4. April 2010 in regem SMS-

Kontakt gestanden sei. Da der Beschuldigte zwischen 01:50 Uhr und 02:00 Uhr 

mit der erwähnten Nummer mehrfach in SMS-Kontakt gestanden sei, hätte sich 

die Befragung der betreffenden Person – unter der Annahme, dass die Sachdar-

stellungen des Beschuldigten zutreffend seien – allenfalls entlastend für den Be-

schuldigten auswirken können. Vor diesem Hintergrund sei nicht einzusehen, 

weshalb er den Namen dieser Person nicht genannt habe. Zusammenfassend 

kam die Vorinstanz zum Schluss, das Gutachten als solches stehe dem Anklage-

vorwurf zwar nicht entgegen, wirke sich per se aber auch kaum belastend aus. 

Ziehe man aber weiter das diesbezügliche Aussageverhalten des Beschuldigten 

- 31 - 

in Betracht, so sei insgesamt zumindest von einem schwachen Belastungsindiz 

auszugehen.  

6.1.7. Verhalten des Beschuldigten nach Ostern 2010 

6.1.7.1. Das Verhalten des Beschuldigten nach dem Verschwinden von †E._____ 

am Osterwochenende 2010 sei, so die Vorinstanz weiter, in mehrfacher Hinsicht 

nicht mit seinen Standpunkten in Einklang zu bringen, wonach er nicht gewusst 

habe, weshalb seine Frau die Reise nach Bosnien nicht angetreten habe und er 

mit deren Tod nichts zu tun habe (Urk. 103 S. 66 ff.).  

6.1.7.2. Namentlich falle auf, dass der Beschuldigte nur wenige Tage nach dem 

Verschwinden von †E._____ Bemühungen unternommen habe, um  

deren Krankenkassenprämie sistieren zu lassen.  

6.1.7.3. Weiter habe sich der Beschuldigte in diametral gegensätzlicher Weise zur 

Frage geäussert, ob er nach dem Ableben von †E._____ deren Familie in Bosni-

en besucht habe. Während er diese Frage zunächst klipp und klar bejaht habe, 

habe er im weiteren Verlauf der Untersuchung das genaue Gegenteil zu Protokoll 

gegeben. Überdies konstatierte die Vorinstanz, stehe seine Erklärung, wonach 

der unterbliebene persönliche Kontakt mit den Angehörigen der Verstorbenen zu-

fällig nicht zustande gekommen sei, in einem klaren Widerspruch zu  

seiner Deposition, wonach er auf Anraten von Dritten an der Beerdigung von 

†E._____ nicht teilgenommen habe, weil bei der Familie der Verstorbenen "Emo-

tionen vorhanden gewesen seien".  

6.1.7.4. Befremdlich sei auch der Umstand, dass der Beschuldigte im Sommer 

2010 das Grab von †E._____ in Bosnien besucht und dort den Text "PONIJELA 

SVOJU TAJNU U GROB" (dt. ihr Geheimnis hat sie mit in das Grab genommen) 

in den frischen Beton einer Mauer geschrieben habe.  

6.1.7.5. Weiter falle auf, dass der Beschuldigte bereits rund vier Tage bevor ihm 

der polizeiliche Sachbearbeiter mitgeteilt habe, dass die Leiche von †E._____ ge-

funden worden sei, anlässlich eines Telefongesprächs darüber  

- 32 - 

sinniert habe, dass sie getötet worden sei und auch darüber, wer es wohl  

gewesen sein könne.  

6.1.7.6. Eigenartig sei auch, dass der Beschuldigten am 10. Mai 2010 einer bos-

nischen Freundin am Telefon gesagt habe, es gebe irgendwelche Probleme "mit 

dieser Frau" und dass er deswegen nun zur Polizei müsse. Er werde vielleicht das 

Telefon abschalten und sie solle nichts machen, bis er sich wieder bei ihr melde. 

Eine plausible Erklärung für dieses Telefonat habe der Beschuldigte nicht  

abliefern können. Stattdessen habe er sich in die Behauptung verstiegen, er habe 

die Frau am Telefon abwimmeln wollen, dies nota bene nachdem er es gewesen 

sei, der die Frau kurz zuvor angerufen habe.  

6.1.7.7. Am Abend des 10. Mai 2010 habe der Beschuldigte während eines  

Telefonats ausdrücklich verneint, dass sich †E._____ das Leben genommen ha-

be, dies obwohl er bis dahin von der Polizei weder über die Todesart noch die 

Todesursache in Kenntnis gesetzt worden sei. Dazu befragt, wieso er sich am Te-

lefon derart dezidiert geäussert habe, habe der Beschuldigte keinen Kommentar 

abgeben wollen.  

6.1.7.8. Schliesslich zeige sich aufgrund der abgehörten Telefongespräche, dass 

sich der Beschuldigte in einem gesteigerten Masse dafür interessiert habe,  

worüber genau seine Verwandten und Bekannten von der Polizei befragt worden 

seien. Insbesondere gegenüber seinem Sohn I._____ habe sich der  

Beschuldigte mehrmals danach erkundigt, was er gefragt worden sei. Offenkundig 

habe er ein gesteigertes Interesse daran gehabt, in Erfahrung zu bringen, was die 

Polizei interessiere.  

6.1.7.9. Das gesamte Verhalten des Beschuldigten nach Ostern 2010 passe nicht 

zu seinem im Verfahren vertretenen Standpunkt, weshalb es insgesamt zumin-

dest als schwaches Belastungsindiz zu werten sei. 

6.1.8. Weiteres Aussageverhalten des Beschuldigten 

6.1.8.1. Unter diesem Titel erwog die Vorinstanz einerseits, dass der Beschuldigte 

im Verlauf der Einvernahme vom 14. Dezember 2010 erstmals gegenüber 

- 33 - 

†E._____ den Vorwurf erhoben habe, diese habe ein Doppelleben  

geführt. Bis zu diesem Zeitpunkt habe sich der Beschuldigte nie entsprechend 

geäussert gehabt. Sein diesbezügliches Vorbringen erscheine nicht nur haltlos, 

sondern es wirke überdies nachgeschoben, weshalb es nicht zu überzeugen ver-

möge (Urk. 103 S. 69).  

6.1.8.2. Dieses weitere Aussageverhalten sei bei isolierter Betrachtung für den 

Beschuldigten zwar kaum belastend. Es passe jedoch in das von der Anklage-

behörde gezeichnete Bild und stehe diesem in keiner Art und Weise entgegen 

(Urk. 103 S. 70). 

6.1.9. Dritttäterschaft 

Die Vorinstanz setzte sich weiter mit der Frage einer allfälligen Dritttäterschaft 

auseinander und kam dabei zusammengefasst zu folgendem Schluss: Ab-

gesehen von den entsprechenden Behauptungen des Beschuldigten habe die  

Untersuchung keinerlei ernstzunehmende Hinweise auf eine Drittbeziehung von 

†E._____ zu Tage gefördert. Im Rahmen der umfangreichen Befragungen im 

Verwandten- und Bekanntenkreis der Verstorbenen sei †E._____ unisono derart 

positiv beschrieben worden, dass nicht ersichtlich sei, wer einen Grund gehabt 

haben könne, sie umzubringen. Gegen eine Dritttäterschaft  

spreche zudem nicht nur die statistische Unwahrscheinlichkeit, sondern auch der 

Umstand, dass trotz Zeugenaufruf in den Medien, keinerlei konkrete Hinweise 

zum Verschwinden von †E._____ eingegangen seien. Wäre †E._____ am hell-

lichten Tag von einem unbekannten Dritten auf offener Strasse in dessen Gewalt 

gebracht worden, so wäre zu erwarten gewesen, dass ein solcher Vorgang nicht 

vollends unbemerkt vonstatten gegangen wäre. Weiter erwog die Vorinstanz, 

dass ein Dritttäter über Ortskenntnisse hätte verfügen müssen, um dorthin zu ge-

langen, wo die Leiche schliesslich gefunden worden sei. Damit aber nicht genug, 

er hätte nach der Tötung von †E._____ auch noch an  

deren Wohnort zurückkehren müssen, um dort die besagten Betonplatten und die 

Kardanwelle zu stehlen, dies alles nur, um den Verdacht auf den Beschuldigten 

zu lenken. Dies alles spreche klarerweise gegen eine unbekannte Dritttäterschaft. 

Hinzu komme, dass der Beschuldigte selbst bis zum 20. Dezember 2010 wieder-

- 34 - 

holt zu Protokoll gegeben habe, er könne sich nicht vorstellen, wer mit dem Tod 

seiner Frau etwas zu tun haben könne. Am 20. Dezember 2010 habe er dann 

erstmals einen serbisch sprechenden Mafioso namens BL._____ mit dem Able-

ben von †E._____ in Verbindung gebracht. Anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung habe er dagegen wieder in Abrede gestellt, diesen BL._____  

jemals verdächtigt zu haben. So, oder so überzeuge die Geschichte rund um den 

Mafioso BL._____ nicht. Zu guter Letzt scheitere die Theorie einer Dritttäterschaft 

auch daran, dass sie in keiner Art und Weise plausibel erkläre, weshalb sich der 

Beschuldigte – sei es im Verfahren oder ausserhalb – derart auffällig und wider-

sprüchlich verhalten respektive geäussert habe. Dass keinerlei ernstzunehmende 

Hinweise auf eine Dritttäterschaft auszumachen seien, stelle bei isolierter  

Betrachtung keinen den Beschuldigten belastenden Umstand dar, im Gesamt-

kontext allerdings durchaus (Urk. 103 S. 70 ff.). 

6.2. Im Rahmen ihrer Gesamtwürdigung der Indizienlage kam die Vorinstanz zu-

sammengefasst zum Schluss, dass sämtliche Indizien für die Berechtigung des 

Anklagewurfs sprechen würden (Urk. 103 S. 76 f.). 

6.2.1. Die Situation am Leichenfundort weise aufgrund der dort vorgefundenen 

Betonplatten und Kardanwelle eine starke Verbindung zum Beschuldigten auf. 

Der Beschuldigte habe nicht nur ein Motiv, sondern auch die Gelegenheit gehabt, 

das Problem aus der Welt zu schaffen. Er habe auch die Mittel und die Orts-

kenntnisse gehabt, um die Leiche ins "BE._____" zu transportieren. Sein  

Verhalten im Verfahren (insbesondere seine widersprüchlichen, schön-

färberischen und teilweise schlicht wahrheitswidrigen Aussagen) wie auch aus-

serhalb des Verfahrens passe ins Bild, das noch dadurch abgerundet werde, dass 

absolut keine Hinweise auf eine Dritttäterschaft auszumachen seien. In Würdi-

gung des gesamten Beweisergebnisses würden sich keine vernünftigen Zweifel 

daran ergeben, dass der Beschuldigte †E._____ getötet habe. Dabei habe er auf 

nicht mehr eruierbare Weise, an einem nicht mehr feststellbaren Ort (im Vorder-

grund stehe seine Liegenschaft an der F._____-Strasse ... in Zürich) und zu ei-

nem nicht exakt bestimmbaren Zeitpunkt (ab ca. 15 Uhr des 3. April 2010 stehe 

im Vordergrund, zeitnah später könne aber nicht ausgeschlossen werden) auf  

- 35 - 

deren körperliche Integrität eingewirkt und so den Tod von †E._____ verursacht. 

Die davon abweichende Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten sei als un-

glaubhafte Schutzbehauptung zu qualifizieren. Der äussere Anklagesachverhalt 

sei somit rechtsgenügend erstellt.  

6.2.2. In subjektiver Hinsicht stehe nach Massgabe der vorstehenden Erwägun-

gen ausser Frage, dass der Beschuldigte den Tod von †E._____  

wissentlich und willentlich verursacht habe: Sie habe für ihn zu Lebzeiten ein 

Problem dargestellt, das er – in gereizter Stimmung und nach einem heftigen 

Streit  – dadurch gelöst habe, indem er sie getötet habe. Mit der aufwändigen  

Beseitigung des Leichnams in einem ...tümpel habe der Beschuldigte dargetan, 

dass ihm daran gelegen sei, die Entdeckung der Tat zu vermeiden und die ihn 

fraglos belastende Todesursache zu verheimlichen, was nur durch eine  

willentliche Herbeiführung des Todes plausibel erklärt werden könne. Für die  

Annahme, der Beschuldigte habe den Tod von †E._____ aus pflichtwidriger Un-

vorsichtigkeit verursacht, bestehe aufgrund des Beweisergebnisses nicht der ge-

ringste Hinweis: Zum einen habe er selber nichts Dergleichen geltend gemacht, 

zum andern sei sein Verhalten nach der Tat, namentlich auch dasjenige während 

des Verfahrens, dadurch nicht ansatzweise erklärbar. Damit sei auch der innere 

Sachverhalt zweifelsfrei nachgewiesen. 

7. Vorbringen der Verteidigung 

7.1. Vor Vorinstanz führte die Verteidigung zusammengefasst aus, insgesamt 

bestünden nur wenige Indizien welche den Verdacht auf den Beschuldigten  

lenken würden. Er sei die letzte bekannte Person gewesen, die mit der Geschä-

digten zusammen gewesen sei, bevor diese am 3. April 2010 verschwunden sei. 

Zudem würden die Zementplatten und die Kardanwelle vom Grundstück des  

Beschuldigten stammen. Diese Gegenstände seien aber frei zugänglich gewesen. 

An diesen könne sich irgendjemand bedient haben. Weitere Beweismittel oder 

konkrete Indizien könne die Staatsanwaltschaft nicht präsentieren. Das Gutachten 

über die Auswertung der Diagrammscheiben sei aus formellen Gründen nicht 

verwertbar, aber auch beweismässig – vor allem wegen der Metallpfosten-

geschichte – unbrauchbar. Ebenfalls nicht beweisgenügend seien die Kurzberich-

- 36 - 

te zu den Erdanhaftungen und Bodenproben. Diesbezüglich sei ohnehin schleier-

haft, wie die Schuhe "Gallu-Tex" plötzlich auf eine Sicherstellungsliste über die 

Hausdurchsuchung vom 6. Oktober 2010 gelangt seien, nachdem die Urkunden 

über die betreffende Hausdurchsuchung keinerlei Hinweise auf diese Schuhe 

enthalten hätten. Alle weiteren Umstände würden keine harten Fakten darstellen 

und seien deshalb beweismässig von sehr untergeordneter Bedeutung. Wie  

genau die Ehe verlaufen, ob sie gut oder schlecht gewesen sei, ob der Beschul-

digte aussereheliche Beziehungen geführt habe, ob es zu verbalen Auseinander-

setzungen gekommen sei, all das spiele keine Rolle. Auch in einer schlechten 

Ehe und bei häufigen Streitereien werde der Ehegatte nicht einfach umgebracht. 

Zur Lösung dieser Probleme gebe es rechtliche Möglichkeiten, letztlich die  

Scheidung. Ein Scheidungsverfahren sei auch im vorliegenden Fall bereits  

anhängig gewesen. Der Beschuldigte als Kläger im Scheidungsverfahren habe 

sich allerdings nicht mehr für den Scheidungsprozess interessiert und sei den 

Verhandlungen fern geblieben, was wohl zur Abweisung der Scheidungsklage  

geführt hätte. Hingegen hätten Hinweise bestanden, wonach die Geschädigte 

nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung nicht mehr unbedingt an der Ehe habe 

festhalten wollen. Sie selber habe aber keine Scheidungsklage eingereicht. Selbst 

wenn es nach dem Willen der Geschädigten zu einer Scheidung gekommen wäre, 

hätte dies kein ersichtliches Motiv für den Beschuldigten geliefert, die Geschädig-

te umzubringen. Gewichtige finanzielle Nachteile wären dem Beschuldigten bei 

einer Scheidung nicht entstanden. Das sei ihm aufgrund seiner Kenntnisse aus 

den früheren Scheidungsverfahren ohne weiteres bewusst gewesen. Seine frühe-

ren Ehen habe er zudem in Anstand beendet. Wer die Geschädigte getötet habe, 

beziehungsweise was die genauen Gründe für ihren Tod seien, wisse der  

Beschuldigte nicht. Er sei diesbezüglich auch nicht beweispflichtig. Aus den um-

fangreichen Befragungen von Auskunftspersonen und Zeugen würden sich  

jedoch mögliche Alternativen ergeben. Es bestünden Hinweise auf eine Dritt-

beziehung der Geschädigten und auch darauf, dass sie die eheliche Wohnung am 

3. April 2010 tatsächlich verlassen habe. Es sei möglich, dass sich die Geschä-

digte am späteren Nachmittag des 3. April 2010 mit einem Liebhaber habe treffen 

wollen, allenfalls um mit diesem nach Bosnien oder auch sonst wohin zu reisen. 

- 37 - 

Falls diesem Liebhaber die Beziehung mit der Geschädigten lästig geworden  

wäre, beispielsweise weil er verheiratet war und die eigene Ehe nicht habe aufs 

Spiel setzen wollen, könnte dies durchaus ein Tötungsmotiv darstellen. Falls sich 

diese Tat im Bereich der Liegenschaft F._____-Strasse ... abgespielt habe, wäre 

es nicht weltfremd anzunehmen, dass der besagte Täter sich zur Beschwerung 

der Leiche an Materialien vom Grundstück des Beschuldigten bedient habe. Hier-

bei handle es sich zwar um eine Hypothese. Den Beweis dafür müsse jedoch der 

Beschuldigte nicht erbringen. Im Gegenteil dürfe er nur schuldig gesprochen 

werden, wenn unter Berücksichtigung des Beweisgrundsatzes "im Zweifel für den  

Angeklagten" seine Täterschaft ohne jeden vernünftigen Zweifel als bewiesen  

erscheine. Dies sei jedoch vorliegend nicht der Fall. Es werde deshalb ein vollum-

fänglicher Freispruch des Beschuldigten verlangt (Urk. 83 S. 2 ff.).  

7.2. Im Rahmen der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung was folgt 

vor: Die unbekannte Todesursache sei nicht nur im Zusammenhang mit den  

Anklagegrundsatz ein Problem, sondern auch in beweismässiger Hinsicht. Selbst 

wenn die Umstände am Leichenfundort am wahrscheinlichsten für eine vorsätzli-

che Tötung sprechen würden, so könne ein Unfall oder ein akutes Krankheitser-

eignis nicht ausgeschlossen werden. Der Beteiligte könnte in Panik die Leiche 

versteckt haben, um sich nicht einem strafrechtlich relevanten Verdacht auszu-

setzen. Die Steinplatten und die Kardanwelle seien frei im Garten des Beschuldig-

ten für jeden zugänglich gewesen. Der Beschuldigte habe entgegen der Vor-

instanz zu den Steinplatten und zur Kardanwelle nicht widersprüchlich ausgesagt. 

Seine Aussagen würden ihn nicht belasten. Zu den Ortskenntnissen des Beschul-

digten führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte habe aufgrund der penetran-

ten Befragungstechnik des polizeilichen Sachbearbeiter kaum ernstzunehmende 

Antworten gegeben. Dass der Beschuldigte weiter seine Ehe in einem eher zu 

positiven Licht schilderte, sei nachvollziehbar. Es sei sein Recht, vermeintlich  

belastende Umstände positiver darzustellen. Der Beschuldigte habe mehrfach auf 

die Doppelrolle der Geschädigten hingewiesen, die ihm gegenüber so getan  

habe, als sei alles in Ordnung, ihren Vertrauenspersonen die Ehe aber anders 

geschildert habe. BG._____ habe bestätigt, dass die eingereichte Scheidungskla-

ge fiktiv gewesen sei, es sei seit Einreichung der Klage zu keinem Konflikt mehr 

- 38 - 

zwischen dem Beschuldigten und der Geschädigten gekommen. Die Aussagen 

des Beschuldigten zur Ehesituation könnten nicht als belastendes Indiz gewertet 

werden. Im Zusammenhang damit, dass der Beschuldigte nicht versucht habe, 

die Geschädigte nach deren Verschwinden zu erreichen, gehe die Vor-instanz 

von der falschen Prämisse aus, dass es sich um eine gute Ehe gehandelt habe. 

Zwischen dem Beschuldigten und der Geschädigten habe kein reges Kommuni-

kationsbedürfnis bestanden, es habe den Gepflogenheiten entsprochen, sich ta-

gelang beim anderen nicht zu melden, insbesondere auch bei Auslandreisen. In 

den Aussagen des Beschuldigten seien keine Widersprüche auszumachen. Auch 

in den Aussagen zur Vermisstanzeige sei nichts Belastendes zu sehen. Es sei 

nachvollziehbar, dass der Beschuldigte zunächst angegeben habe, er sei ge-

meinsam mit BH._____ auf die Idee gekommen, um nicht als schlechter Ehe-

mann dazustehen. Falsch sei, dass der Beschuldigte zur Frage, ob er der Ge-

schädigten angeboten habe, sie in die Stadt zu fahren falsch ausgesagt habe. Er 

habe dies im Rahmen der Untersuchung stets verneint. Die Vorinstanz ziehe nicht 

in Betracht, dass die anderslautenden Zeugenaussagen von S._____ und 

BM._____ angesichts der Vielzahl der befragten Zeugen irrelevant seien und auf 

das ungenügende Erinnerungsvermögen zweier einzelner Personen oder auf ein 

Missverständnis zwischen dem Beschuldigten und diesen Personen  

zurückgeführt werden könnten. Sodann führte die Verteidigung aus, die Vor- 

instanz verletze Beweiswürdigungsregeln, indem sie den Beweiswert des Fahr-

tenschreibergutachtens anzweifle, dieses dann aber doch als Indiz gegen den 

Beschuldigten verwende. Der Fahrtenschreiber schliesse die fragliche Fahrt des 

Beschuldigten zum Leichenfundort aus – aufgrund der Metallpfosten. Ausserdem 

erscheine es praktisch ausgeschlossen, dass der Beschuldigte die Leiche im  

relevanten Zeitraum vom Abend des 3. April 2010 bis zum Morgen des 5. April 

2010 im BE._____ abgelegt habe. Da mangels anderer Anhaltspunkte davon 

auszugehen ist, dass derjenige, der die Leiche an der Fundstelle abgelegt habe, 

gleichzeitig der Täter sein müsse, schliesse dies die Täterschaft des Beschuldig-

ten weitgehend aus. Sodann habe nicht der Beschuldigte eine konkrete Dritttäter-

schaft zu beweisen. Solange eine Täterschaft des Beschuldigten nicht als  

erwiesen gelte, habe eine Dritttäterschaft immer als möglich zu gelten. Fehlende 

- 39 - 

konkrete Hinweise für eine Dritttäterschaft dürften deshalb in der Beweisführung 

nicht als belastendes Element gegen einen Beschuldigten berücksichtigt werden. 

Ausserdem würden durchaus Anhaltspunkte für eine Dritttäterschaft bestehen. 

Aus ihrer Sicht habe die Geschädigte eine schlechte Beziehung mit dem  

Beschuldigten geführt. Dass sie in einer Liebesbeziehung gestanden haben  

könnte, welche sie habe geheim halten wollen, sei nachvollziehbar. Weshalb  

sollte es im vorliegenden Fall ausgeschlossen sein, dass die Geschädigte einen 

heimlichen Liebhaber gehabt habe, welcher die Geschädigte in einer Kurz-

schlussreaktion umgebracht habe. Eine Dritttäterschaft komme sehr wohl in Frage 

und könne sogar mit der Verwendung der Steinplatten und der Kardanwelle in 

Einklang gebracht werden (Urk. 191 S. 2 ff.). 

8. Vorbringen der Anklagebehörde 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Anklagebehörde folgendes aus: 

Hinsichtlich des Schuldpunktes werde auf das sorgfältig begründete und auch 

fraglos nachvollziehbare Urteil der Vorinstanz vom 16. Oktober 2013 verwiesen. 

Der angebliche Dritttäter, mutmasslich der Liebhaber der Ehefrau, hätte frei auf 

die Platten und die Kardanwelle zugreifen können müssen. Dies stehe aber im 

Widerspruch zu den Ausführungen des Beschuldigten, da er ausgeführt habe, 

dass die Kardanwelle gar nicht mehr auf dem Grundstück gewesen sei. Sämtliche 

Autoteile ausser den zwei Autotüren seien vom Grundstück verschwunden  

gewesen. Dies mache die Theorie um den Dritttäter nicht plausibel. Es spreche 

schliesslich alles für den Beschuldigten als Täter (Urk. 192 S. 2; Prot. II S. 23). 

9. Beweiswürdigung 

9.1. Die Vorinstanz hat sich auf rund 55 Seiten gründlich mit den massgeblichen 

Beweismitteln auseinandergesetzt und die jeweiligen Erkenntnisse der Gutachter 

ebenso korrekt und vollständig wiedergegeben, wie die Aussagen des  

Beschuldigten und diejenigen der zahlreichen Zeugen. Mit Verweis auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz und unter Hinweis auf die vorstehenden 

Erwägungen zur Verwertbarkeit von diversen Beweismitteln kann auf Weiterun-

gen hierzu verzichtet werden (Urk. 103 S. 20 ff; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

- 40 - 

9.2. Wie die Vorinstanz einleitend zutreffend erwog, hat die vorliegende, umfang-

reiche Strafuntersuchung keinerlei unmittelbaren Beweise – weder Sachbeweise 

noch Augenzeugen – zu Tage gefördert, welche zur Erstellung des  

Anklagesachverhaltes dienlich wären. Fehlen solche direkte Beweise, so können 

auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen oder Indizien, einen für die 

Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die  

einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim 

Indizienbeweis wird mithin vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache  

gegeben ist, weil sich diese Schlussfolgerung aus bewiesenen Tatsachen (Indi-

zien) nach der Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten 

Beweis gleichwertig. Da ein Indiz jedoch immer nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrach-

tet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel (Hans 

Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; derselbe, 

Die Beweisführung in Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 

1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen 

Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrschein-

lichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern 

Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter 

zu schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_297/2007 vom 4. September 2007 

E. 3.4 mit weiteren Verweisen). 

9.3. Die Vorinstanz hat die vorhandenen und massgeblichen Beweismittel  

geradezu beispielhaft gründlich gewürdigt und dabei auch den Einwänden der 

Verteidigung Gehör verschafft und sich mit diesen kritisch auseinandergesetzt. 

Entgegen der Auffassung der Verteidigung kann keine Rede davon sein, dass nur 

wenige Indizien den Verdacht auf den Beschuldigten lenken. Vielmehr verhält es 

sich so, dass die vorhandene Indizienlage nur einen vernünftigen Schluss zu 

lässt, nämlich jenen, dass sich der Anklagesachverhalt so zugetragen haben 

muss, wie er dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 2. April 2013 zur Last 

gelegt wird. Es mag wohl – und insofern ist der Verteidigung zuzustimmen – bei 

einzelnen Indizien eine theoretische Restmöglichkeit bestehen, dass auch eine 

andere Interpretation möglich wäre. Entscheidend ist aber – und dies verkennt die 

- 41 - 

Verteidigung – dass die Gesamtheit der Indizien eine klare Sprache spricht. Das 

Zusammenwirken von – wenn auch lediglich indirekten – Sachbeweisen und das 

in höchstem Masse auffällige und widersprüchliche Verhalten des Beschuldigten, 

lassen letztlich nur einen Schluss zu, nämlich jenen, dass an der Täterschaft des 

Beschuldigten kein vernünftiger Zweifel bestehen kann. Ohne an dieser Stelle die 

im Ergebnis nicht zu beanstandende Beweiswürdigung der Vorinstanz wieder-

holen zu wollen, werden die massgeblichen Indizien noch einmal kurz und  

zusammenfassend dargestellt und soweit notwendig einzelne Ergänzungen  

angebracht: 

9.3.1. Zunächst kann kein Zweifel daran bestehen, dass †E._____ Opfer eines 

Verbrechens wurde. Soweit die Verteidigung vor Vorinstanz und im  

Berufungsverfahren ausführte, eine ungeklärte Todesursache lasse grundsätzlich 

sämtliche Optionen offen und es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass 

†E._____ aufgrund eines Unfalles oder eines akuten Krankheitsereignisses zu 

Tode gekommen sei (Urk. 83 S. 9; Urk. 191 S. 2 f.) ist dem entgegenzuhalten, 

dass die Situation am Fundort der Leiche im BE._____ vernünftigerweise nur ei-

nen Schluss zulässt, nämlich jenen, dass †E._____ Opfer eines Gewaltverbre-

chens wurde. Weshalb jemand den halbnackten Leichnam  

eines Menschen, welcher eines natürlichen Todes verstorben ist, in einem abge-

legenen …tümpel versenken und ihn dort mit einer Kardanwelle, Betonplatten und 

einem Baumstamm beschweren und bedecken sollte, ist schlicht nicht nachvoll-

ziehbar. Vielmehr gibt es für ein derartiges Verhalten nur eine vernünftige  

Erklärung, nämlich jene, dass †E._____'s Leichnam entsorgt wurde, um auf diese 

Weise das an ihr begangene Verbrechen zu vertuschen.  

9.3.2. Dass die am Fundort der Leiche sichergestellten Betonplatten und die  

Kardanwelle vom Grundstück des Beschuldigten stammten, wurde von der Vor-

instanz in optima forma dargetan und letztlich auch von der Verteidigung nicht in 

Abrede gestellt (Urk. 83 S. 35; Urk. 191 S. 3 f.). Dass diese Gegenstände damit 

einen direkten und starken Zusammenhang mit dem Beschuldigten aufweisen, 

kann nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden. Die Vorinstanz hat das Nötige 

hierzu ausgeführt, darauf kann verwiesen werden. Soweit die Verteidigung vor-

- 42 - 

bringt, diese Gegenstände seien frei zugänglich auf dem Grundstück des  

Beschuldigten gelagert und damit für jedermann verfügbar gewesen, so ist dies 

zwar zutreffend. Dafür aber, dass eine unbekannte Dritttäterschaft den Tod von 

†E._____ verursacht haben könnte, bestehen keinerlei konkreten  

Anhaltspunkte. Auch hierzu hat sich die Vorinstanz überzeugend geäussert 

(Urk. 103 S. 70 ff.). Dass eine unbekannte Dritttäterschaft †E._____ auf dem Weg 

zum Busbahnhof in Zürich entführt und getötet haben soll, wäre grundsätzlich 

denkbar. Wie gesagt bestehen hierfür jedoch keinerlei konkrete Anhaltspunkte. 

Weder haben entsprechende Zeugenaufrufe in den Medien (Zeitung und TV) 

noch die sehr zahlreichen Befragungen von Auskunftspersonen entsprechende 

Hinweise ergeben. Geradezu absurd wird die Dritttäter-These, wenn man  

bedenkt, dass sich diese (hypothetische) Dritttäterschaft nach der Tötung von 

†E._____ zu deren Wohnort hätte begeben und dort diverse Materialien (konkret 

Betonplatten und Kardanwelle) behändigen müssen. Diese Gegenstände hätten 

sodann mitsamt der Leiche zu dem für ortsunkundige Personen praktisch unauf-

findbaren ...tümpel im nahegelegenen Naturschutzgebiet BE._____  

verfrachtet und dort versenkt werden müssen. Selbst wenn man diese reichlich 

abwegige Hypothese noch als realistisch betrachten würde, liesse sich damit das 

widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten, namentlich in Bezug auf 

die in seinem Garten gelagerte Kardanwelle, nicht erklären. Hinzuweisen ist in 

diesem Zusammenhang darauf, dass der Beschuldigte im Verlauf der Unter-

suchung offenkundig glauben machen wollte, dass die von seinem Sohn im  

Garten gelagerten Autoteile im Zeitpunkt des Verschwindens von †E._____ nicht 

mehr auf dem Grundstück vorhanden gewesen seien. Diesbezüglich machte der 

Beschuldigte verschiedene Angaben und passte seine Aussagen dem jeweiligen 

Stand der Ermittlungen an. Die Behauptung des Beschuldigten, wonach die Palet-

te mit den Autoersatzteilen bereits vor dem 3. April 2010 leer gewesen sei, stellte 

sich im Verlauf der Untersuchung als unwahr heraus. Vielmehr konnte zweifelsfrei 

bewiesen werden, dass noch am 18. April 2010  

Autoteile auf dem Grundstück an der F._____-Strasse ... vorhanden waren. Die 

Vorinstanz hat hierzu das Notwendige ausgeführt, worauf verwiesen werden kann 

(Urk. 103 S. 25).  

- 43 - 

9.3.3. Während der Beschuldigte im Verlauf der Untersuchung den Standpunkt 

einnahm, seine Ehe mit †E._____ sei namentlich im letzten halben Jahr unprob-

lematisch verlaufen, förderte die Strafuntersuchung ein völlig anderes Bild zu Ta-

ge. Die umfangreichen Abklärungen der Untersuchungsbehörden im Umfeld der 

Eheleute A.E._____ machte deutlich, dass das Zusammenleben sehr wohl  

konfliktbehaftet und alles andere als harmonisch war. Dies wurde letztlich auch 

von der Verteidigung anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aner-

kannt, wo diese ausführte, es sei bei objektiver Betrachtung kein Geheimnis, dass 

es um die Ehe des Beschuldigten nicht zum Besten bestellt gewesen sei. Davon 

würden seine zahlreichen ausserehelichen Liebesbeziehungen zeugen, welche er 

auch nach dem Tod von †E._____ unterhalten habe (Urk. 85 S. 15). Selbstredend 

lässt sich aus der ehelichen Situation noch nichts zum Nachteil des Beschuldigten 

ableiten. Zieht man hingegen in Betracht, dass er offenkundig  

bemüht war, die eheliche Situation eben gerade nicht realistisch, sondern in 

wahrheitswidriger und schönfärberischer Manier darzustellen, so wirft dies ein 

zweifelhaftes Licht auf den Beschuldigten. Wenn die Vorinstanz in diesem  

Zusammenhang resümiert, das Aussageverhalten des Beschuldigten sei der 

Glaubhaftigkeit seiner Sachdarstellungen zum Tatvorwurf abträglich und stelle ein 

– wenn auch kein gewichtiges – Belastungsindiz dar, so ist ihr darin mit Verweis 

auf die betreffenden Erwägungen vorbehaltlos zuzustimmen (Urk. 103 S. 38 ff.). 

9.3.4. Namentlich gestützt auf die Zeugenaussagen von BG._____, einem  

Onkel von †E._____ (der Letztere im Übrigen auch als Vertrauens-person und 

Rechtsberater in der Scheidungssache zur Seite stand) ist erstellt, dass die Ehe-

leute A.E._____ am frühen Nachmittag des 3. April 2010 einen  

heftigen Streit hatten. BG._____ wurde vom 22. Mai 2012 in Zürich als Zeuge zur 

Sache einvernommen, nachdem er rund 2 Jahre zuvor bereits in BN._____ 

rechsthilfeweise befragt wurde. Er gab zu Protokoll, dass ihn †E._____ am fragli-

chen 3. April 2010 zwischen ca. 14 Uhr und ca. 15 Uhr angerufen und ihm mitge-

teilt habe, dass es zu einem heftigen verbalen Konflikt mit dem  

Beschuldigten gekommen sei. Dies weil sie dem Beschuldigten eröffnet habe, 

dass sie über Ostern ihre Eltern besuchen gehe. Der Beschuldigte habe daraufhin 

zornig reagiert und zu ihr gesagt, sie gehe nicht nur wegen Ostern zu den Eltern, 

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sondern sie gehe auch zur Gerichtsverhandlung vom 6. April 2010. Der Beschul-

digte sei geradezu ausser sich gewesen und habe gesagt, dass sie unter diesen 

Umständen nicht mehr in sein Haus zurück kehren könne (Urk. 17.13.9.1 S. 2; 

Urk. 17.13.9.5 S. 6, 17 ff.). Es besteht kein Grund, an der Glaubhaftigkeit dieser 

Zeugenaussagen zu zweifeln. Einerseits hat BG._____ auch nach zwei Jahren im 

Kern widerspruchslose Angaben gemacht und andererseits lassen sich seine 

Aussagen bis zu einem gewissen Grad auch anhand von Aussagen des Beschul-

digten objektivieren. BG._____ gab als Zeuge an, †E._____ habe ihm anlässlich 

dieses letzten Telefonates gesagt, sie habe durch das Fenster gesehen wie der 

Beschuldigte mit dem Fahrrad weggefahren sei (Urk. 17.13.9.5 S. 20). Der Be-

schuldigte selbst gab anlässlich der Hafteinvernahme vom 6. Oktober 2010 auf 

entsprechenden Vorhalt der Aussage BG._____'s zu Protokoll, er habe bis Mittag 

geschlafen, dann hätten er und †E._____ zusammen Kaffee getrunken. Gegen 

Mittag sei †E._____ dann schon am Packen gewesen. Es sei möglich, dass er im 

Verlauf des Nachmittags mit dem Velo draussen gewesen sei. Dass es einen 

Streit gegeben habe, stellte der Beschuldigte hingegen  

vehement in Abrede (Urk. 13.2 S. 11 f.). Dass man am frühen Nachmittag des  

3. April 2010 zusammen Kaffee getrunken habe, wurde im Übrigen auch vom 

Zeugen W._____ zu Protokoll gegeben. Bezeichnenderweise führte er aus, der 

Beschuldigte sei bei der eigentlichen Wohnungsbesichtigung lustlos und  

desinteressiert, aber ruhig gewesen. Er habe eine eigentliche "Läck-mir-am-

Arsch-Stimmung" verbreitet. Als sich hingegen †E._____ beim Kaffeetrinken zu 

ihnen gesetzt habe, habe der Beschuldigte innerlich geradezu vor Wut geglüht. Er 

habe zwar keinen Streit zwischen den beiden festgestellt, aber der Beschuldigte 

habe derart aggressiv gewirkt, dass er sich gedacht habe, die Frau werde be-

stimmt Prügel erhalten, sobald er weg sei (Urk. 16.194.3 S. 4 ff. und  

Urk. 16.194.5 S. 9 ff.). Hinsichtlich des Zeugen W._____ fällt auf, dass sein Aus-

sageverhalten nicht über alle Zweifel erhaben ist. Einerseits hat er anlässlich sei-

ner polizeilichen Befragung vom 21. Mai 2010 noch dezidiert zu Protokoll  

gegeben, †E._____ habe nichts darüber gesagt, dass sie eine Reise plane 

(Urk. 16.194.3 S. 6). Dieselbe Frage beantwortete er anlässlich seiner  

Zeugeneinvernahme vom 1. November 2011 jedoch folgendermassen: "Ich kann 

- 45 - 

mich noch daran erinnern, dass die Geschädigte †E._____ erwähnt hat, dass sie 

heute noch in die Ferien reise" (Urk. 16.194.5 S. 17). Den weiteren Aussagen von 

W._____ im Rahmen seiner Zeugenaussage lässt sich ent-nehmen, dass ihn das 

Schicksal von †E._____ offenbar berührt hat.  

Einerseits geht aus seinen Aussagen hervor, dass er die Berichterstattung in den 

Medien diesen Fall betreffend aufmerksam verfolgte und andererseits lässt sich 

seinen Aussagen mit Bezug auf den Beschuldigten eine gewisse Tendenz zu 

Übertreibungen nicht von der Hand weisen. Diese gipfelt beispielsweise in der 

Feststellung, der Beschuldigte sei ihm "wie der Mysteriöse in einem Kriminalfall 

vorgekommen", oder in der Einschätzung, "aus seiner Sicht sei der Beschuldigte 

zu 100% der Täter", "oder sonst habe er den Mord in Auftrag gegeben" 

(Urk. 16.194.5 S. 9 und 20). Immerhin muss aber gleichzeitig festgehalten  

werden, dass seine – von persönlichen Einschätzungen losgelösten – Aussagen 

betreffend den Kerngehalt des Geschehens stimmig und widerspruchslos sind. 

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich W._____ be-

reits am 12. Mai 2010 – nota bene also lediglich 11 Tage nach Entdeckung der 

Leiche von †E._____ und noch Monate bevor der Beschuldigte erstmals in Unter-

suchungshaft genommen wurde – aufgrund eines Medienaufrufs bei der Kan-

tonspolizei Zürich meldete. Bereits damals gab er an, er habe anlässlich der 

Wohnungsbesichtigung den Eindruck gehabt, das Ehepaar  

AE._____ habe Probleme gehabt. Konkret sei jedoch nichts in diese Richtung 

dem Gespräch zu entnehmen gewesen. A._____ habe auf ihn aber etwas  

Bedrohliches ausgestrahlt und dieser habe teilweise aufgebracht reagiert, wenn 

er mit der Ehefrau geredet habe. Es sei ihm vorgekommen, als würde der Ehe-

mann innerlich vor Wut platzen (Urk. 16.194.2 S. 2 sowie Urk. 16.194.3 S. 5). Der 

Umstand, dass der Zeuge W._____ diese Feststellung noch lange bevor der  

Beschuldigte überhaupt konkret in Verdacht geriet äusserte, spricht klarerweise 

für die Glaubhaftigkeit seiner Deposition. Diese wiederum passt zwanglos in das 

von BG._____ geschilderte Bild. Mit der Vorinstanz ist daher zweifelsfrei  

bewiesen, dass die Eheleute AE._____ am frühen Nachmittag des 3. April 2010 

heftig in Streit gerieten. Dass der Beschuldigte versuchte, diesen Umstand zu  

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unterschlagen und diesbezüglich offenkundig wahrheitswidrige Angaben machte, 

ist mit der Vorinstanz als belastendes Indiz zu werten. 

9.3.5. Unbestrittenermassen hat der Beschuldigte selbst während der ganzen Zeit 

des Verschwindens von †E._____ keinen einzigen Versuch unternommen, diese 

auf ihrem Mobiltelefon zu erreichen. Dass dieses Verhalten höchst verdächtig ist 

und als belastendes Indiz gewertet werden musst, hat die Vorinstanz ausführlich 

dargetan. Darauf kann verwiesen werden. Ergänzend ist unter diesem Titel noch 

folgendes anzuführen. Bekanntlich brachte der Beschuldigte verschiedene Erklä-

rungen vor, weshalb er nicht versucht habe, †E._____ telefonisch zu erreichen. 

Unter anderem gab er an, er habe nicht angerufen, weil er gewusst habe, dass 

†E._____ ihr Telefon jeweils wegen des teuren Roamings ausschalte. An anderer 

Stelle sagte der Beschuldigte, aus diesen Kostengründen habe jeweils derjenige 

Ehegatte, welcher ins Ausland  

gereist sei, dort eine SIM Karte erworben und sich mit dieser hernach beim  

anderen gemeldet (Urk. 13.1 S. 3 f. sowie 13.2 S. 5 f.). Abgesehen davon, dass 

es wenig plausibel ist, dass die derart kostenbewussten Eheleute bei jeder Reise 

in ihre Heimat immer wieder eine neue SIM-Karte kauften, anstelle die alte zu 

verwenden und neu zu laden, gilt es auch noch auf folgendes hinzuweisen. 

†E._____ war im Besitz eines Handys mit bosnischer Telefonnummer. Ein sol-

ches hatte ihr nämlich ihr Sohn just aus Gründen der Kostenersparnis  

geschenkt (Urk. 13.13.10.3 S. 11). Was für einen Grund hätte sie also gehabt, 

sich jeweils eine neue SIM Karte zu beschaffen und bis dahin telefonisch nicht  

erreichbar zu sein? Auch unter diesem Aspekt überzeugen die Erklärungs-

versuche des Beschuldigten nicht ansatzweise. Seine diesbezüglichen Ausflüchte 

und sein erneut offenkundig widersprüchliches Aussageverhalten müssen  

zwingend als belastende Indizien gewertet werden. Dass ein treusorgender Ehe-

mann – als solchen versuchte sich der Beschuldigte stets darzustellen – seine  

unter mysteriösen Umständen verschwundene Ehefrau im Verlauf eines ganzen 

Monats nicht ein einziges Mal telefonisch zu erreichen versucht ist schlicht  

undenkbar. Geradezu grotesk und lebensfremd wird das Aussageverhalten des 

Beschuldigten dort, wo er erklärt, er habe †E._____ deshalb nicht zu  

erreichen versucht, weil er von Dritten erfahren habe, dass auf deren Nummer  

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lediglich die Combox erreichbar sei. Ein solches Verhalten lässt sich vernünf-

tigerweise nur damit erklären, dass der Beschuldigte von Anfang an wusste, was 

†E._____ widerfahren war und dass sie Anrufe ohnehin nicht mehr entgegen 

nehmen konnte.  

9.3.6. Was das weitere Verhalten des Beschuldigten betreffend die Vorgänge am 

Osterwochenende 2010 anbelangt, hat die Vorinstanz korrekt erwogen, dass der 

Beschuldigte die Umstände welche schliesslich zur Erstattung der Vermissten-

anzeige führten, in unterschiedlicher Manier schilderte. Während er zunächst 

glauben machen wollte, die Initiative hierzu sei von ihm ausgegangen, musste er 

schliesslich einräumen, dass BH._____ "ständig weiter Druck machte", bis er die 

Anzeige bei der Polizei schliesslich erstattet. Ebenso widersprüchlich waren die 

Depositionen des Beschuldigten zur Frage, ob er †E._____ angeboten habe, sie 

zum Car-Parkplatz in die Stadt zu fahren.