# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c866dc87-8830-5dec-83e1-24c14e68b334
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2009 D-5416/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5416-2009_2009-10-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5416/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

A._______ B._______, geboren [...],
Äthiopien,

vertreten durch lic. iur. Monique Bremi, 
Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, 
Repfergasse 21, Postfach 1210, 8201 Schaffhausen,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung
des BFM vom 31. Juli 2009 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5416/2009

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin stammt aus der Provinz Afar in Äthiopien und 
ist  Angehörige der tigrinischen Volksgruppe. Gemäss eigenen Anga-
ben verliess sie Äthiopien am 23. Juli 2000 zu Arbeitszwecken in Rich-
tung Jemen. Nach jeweils längeren Aufenthalten in Jemen und Saudi-
Arabien gelangte sie am 23. August 2008 in die Schweiz, wo sie am 
26. August 2008 ein Asylgesuch stellte. Im Rahmen ihres Asylgesuchs 
machte sie im Wesentlichen geltend, ihre Eltern seien eritreischer Ab-
stammung. Ihr Vater sei bereits vor längerer Zeit verstorben; ihre Mut-
ter  sei  aufgrund  ihrer  eritreischen  Herkunft  im  Jahr  2000  von  den 
äthiopischen Behörden nach Eritrea ausgewiesen worden. Sie selbst 
habe sich mit ihrem äthiopischen Pass nach Jemen begeben und dort 
bis ins Jahr 2004 gelebt. Aufgrund der schlechten Bezahlung in Jemen 
sei sie anschliessend nach Saudi-Arabien gegangen. Dort habe sie je-
doch keine Aufenthaltsbewilligung erhalten und sei deshalb im August 
2008 in  die  Schweiz  gereist. Eine Rückkehr  nach Äthiopien sei  auf-
grund  ihrer  eritreischen  Abstammung und  der  deswegen  drohenden 
Ausweisung nach Eritrea nicht möglich gewesen. 

B.
Mit Verfügung vom 10. November 2008 lehnte das Bundesamt für Mig-
ration (BFM) das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete 
deren Wegweisung aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an. Zur  Be-
gründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Bundesamt im 
Wesentlichen aus, es sei weder glaubhaft, dass der Beschwerdeführe-
rin  die  äthiopische  Staatsangehörigkeit  aberkannt  worden  sei,  noch 
dass sie in ethnischer Hinsicht eritreischer Abstammung sei. 

C.
Mit Eingabe vom 10. Dezember 2008 focht die Beschwerdeführerin die 
genannte Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei bean-
tragte sie, die angefochtene Verfügung sei im Vollzugspunkt teilweise 
aufzuheben und das BFM sei anzuweisen, infolge Unmöglichkeit  be-
ziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufi-
ge Aufnahme in der Schweiz anzuordnen. 

D.
Diese Beschwerde wurde durch das Bundesverwaltungsgericht mit Ur-
teil vom 30. März 2009 abgewiesen. Dabei führte das Gericht im We-

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sentlichen aus, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführe-
rin  Staatsangehörige von Äthiopien sei. Ausserdem bestünden keine 
Hinweise darauf, dass der Vollzug der Wegweisung nach Äthiopien un-
zumutbar sein könnte. 

E.
Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 2. Juni 2009 richtete die Be-
schwerdeführerin an das BFM das Gesuch, die Verfügung vom 10. No-
vember 2008 sei in Wiedererwägung zu ziehen. Dabei beantragte sie, 
das Asylverfahren sei wieder aufzunehmen und es sei materiell  über 
die Flüchtlingseigenschaft sowie die Asylgewährung zu befinden. Dies-
bezüglich machte sie im Wesentlichen geltend, seit Erlass der Verfü-
gung vom 10. November 2008 lägen neue erhebliche Beweismittel vor, 
aufgrund derer ihre Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen sei. Eventua-
liter seien die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen. Als  Beweismittel  übermittelte  die 
Beschwerdeführerin dem BFM eine Photographie, welche ihre Mutter 
in Eritrea zeige, sowie eine Auskunft der Schweizerischen Flüchtlings-
hilfe (SFH)  in Bezug auf die Lage von Personen eritreischer Herkunft 
in Äthiopien. 

F.
Mit  Eingaben ihrer  Rechtsvertreterin  vom 13. und vom 29. Juli  2009 
übermittelte die Beschwerdeführerin dem BFM insgesamt vier weitere 
Photographien als Beweismittel. 

G.
Mit Verfügung vom 31. Juli 2009 wies das BFM das Wiedererwägungs-
gesuch der Beschwerdeführerin ab. Dies begründete das Bundesamt 
im  Wesentlichen  damit,  es  sei  angesichts  der  gesamten  Umstände 
nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführerin die äthiopische Staats-
angehörigkeit  aberkannt  worden sei. Die mit  dem Wiedererwägungs-
gesuch  eingereichten  Beweismittel  seien  nicht  geeignet,  an  dieser 
Feststellung etwas zu ändern. 

H.
Diese  Verfügung  focht  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihrer 
Rechtsvertreterin  vom  23. August  2009  (Datum  des  Poststempels: 
27. August 2009) beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei beantrag-
te sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Rückweisung 
der  Sache zur  materiellen  Beurteilung an das BFM, eventualiter  die 
Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an 

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das  BFM,  subeventualiter  ihre  Anerkennung  als  staatenlose  Person 
sowie die vorläufige Aufnahme in der  Schweiz wegen Unmöglichkeit 
und  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung.  In  prozessualer 
Hinsicht  beantragte sie die  Gewährung der  unentgeltlichen Prozess-
führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Mit 
der Beschwerdeschrift reichte sie als Beweismittel zwei Textauszüge in 
Bezug auf die Praxis der Korruption in Jemen ein. Auf die Begründung 
der  Beschwerde wie  auch den Inhalt  der  eingereichten Beweismittel 
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen einge-
gangen.

I.
Mit  Zwischenverfügung vom 3. September 2009 wies der zuständige 
Instruktionsrichter  das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab 
und forderte die Beschwerdeführerin unter Androhung des Nichteintre-
tens im Unterlassungsfall auf, bis zum 18. September 2009 einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 600.-- zu leisten. Zugleich wurde festgestellt, es 
bestehe kein Anlass, den Vollzug der Wegweisung auszusetzen.

J.
Mit Zahlung vom 18. September 2009 überwies die Beschwerdeführe-
rin den verlangten Kostenvorschuss.

K.
Mit  Eingabe ihrer  Rechtsvertreterin  vom 18. September  2009  führte 
die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, die mit  dem Wiederer-
wägungsgesuch  beim BFM eingereichten  Beweismittel  seien  als  er-
heblich zu qualifizieren. Zugleich beantragte sie die Ansetzung einer 
Nachfrist  zur  Einreichung  eines  zusätzlichen  Beweismittels.  Auf  den 
weiteren Inhalt der Eingabe wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden 
gegen  Verfügungen,  die  gestützt  auf  das  Asylgesetz  vom  26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31)  durch das BFM erlassen worden sind, ent-
scheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  (Art. 105  AsylG 
i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist  legitimiert; auf ihre frist-  und formge-
recht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 6  AsylG  i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG).

2.
2.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrich-
terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfol-
gend aufgezeigt  wird,  handelt  es  sich  im vorliegenden Fall  um eine 
solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begrün-
den ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

2.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwech-
sel verzichtet.

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin stellte mit ihrer Eingabe vom 2. Juni 2009 
gegenüber dem BFM in erster Linie den Antrag, es sei ihr – insofern in 
Wiedererwägung der Verfügung des Bundesamts vom 10. November 
2008  –  in  der  Schweiz  Asyl  zu  gewähren  beziehungsweise  es  sei 
eventualiter  ihre  vorläufige  Aufnahme anzuordnen. Dabei  reichte  sie 
als Beweismittel eine Photographie und eine Auskunft der SFH in Be-
zug auf die Lage von Personen eritreischer Herkunft in Äthiopien ein. 
Mit ergänzenden Eingaben vom 13. und vom 29. Juli 2009 übermittelte 

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sie  dem  BFM  ausserdem insgesamt  vier  weitere  Photographien  als 
Beweismittel.  Nachdem  die  Verfügung  des  BFM  vom  10. November 
2008  –  aufgrund  der  Abweisung  der  diesbezüglichen  Beschwerde 
durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 30. März 2009 – in 
materielle Rechtskraft erwachsen war, brachte die Beschwerdeführerin 
damit sinngemäss den Revisionsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG 
(neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel) vor. Da jene Verfügung 
in  den  Punkten  der  Asylgewährung  und  der  Flüchtlingseigenschaft 
nicht angefochten worden war und insofern kein materielles Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts vorliegt, war für die Behandlung des Revi-
sionsbegehrens,  welches auf  die  Zuerkennung der  Flüchtlingseigen-
schaft und die Gewährung des Asyls gerichtet war, das BFM zustän-
dig.  Die  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  an  das  BFM  vom  2. Juni 
2009 ist daher als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch aufzufassen, 
für dessen Behandlung die Regeln eines Revisionsverfahrens in ana-
loger Weise Anwendung finden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 17 
E. 2a S. 103 f., mit weiteren Hinweisen). 

3.2 Revisionsgründe können einen Anspruch auf Wiedererwägung be-
gründen, sofern sie sich auf eine in materielle Rechtskraft erwachsene 
Verfügung beziehen, die entweder unangefochten geblieben oder de-
ren  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen  Prozessurteil  abge-
schlossen worden ist. Zugleich ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht al-
lerdings festzuhalten,  dass die Begehren der Beschwerdeführerin  im 
Rahmen ihrer Eingabe an das BFM vom 2. Juni 2009, es sei ihr wie-
dererwägungsweise Asyl zu gewähren beziehungsweise sie sei in der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen, durch das Bundesamt lediglich unter 
dem eingeschränkten Aspekt zu prüfen war, ob die dabei geltend ge-
machten  Tatsachen  und  Beweismittel  in  revisionsrechtlicher  Hinsicht 
erheblich  seien.  Aus  dem  gleichen  Grund  ist  im  vorliegenden  Be-
schwerdeverfahren auch die Prüfung durch das Gericht auf die Frage 
beschränkt,  ob das Bundesamt mit  der  angefochtenen Verfügung zu 
Recht zur Einschätzung gelangt ist, der geltend gemachte Revisions-
grund sei nicht gegeben. 

3.3 Diese Frage ist aus folgenden Gründen zu bejahen. 

3.3.1 Inhaltlich machte die Beschwerdeführerin gegenüber dem Bun-
desamt  wiedererwägungsweise  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei  in 
Äthiopien geboren und aufgewachsen und sei zu einem früheren Zeit-

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punkt im Besitz eines äthiopischen Passes gewesen. Ihre Eltern seien 
indessen beide eritreischer Herkunft, wobei ihr Vater schon vor länge-
rer Zeit verstorben sei. Ihre Mutter sei im Jahr 2000 im Zuge des äthio-
pisch-eritreischen  Konflikts  aus  Äthiopien  ausgewiesen  worden  und 
lebe seither in Eritrea. Die Beschwerdeführerin selbst sei der Deporta-
tion lediglich deshalb entgangen, weil sie zu jenem Zeitpunkt im Be-
griff gewesen sei, zu Arbeitszwecken nach Jemen auszureisen. Es sei 
ihr einerseits die äthiopische Staatsbürgerschaft entzogen worden, an-
dererseits  sei  sie  indessen  auch  nicht  im  Besitz  der  eritreischen 
Staatsangehörigkeit. Im Falle einer Rückkehr nach Äthiopien drohe ihr 
die Deportation nach Eritrea; in Eritrea drohten ihr als Äthiopierin eri-
treischer Herkunft willkürliche Haft und Misshandlung. Somit erfülle sie 
die Flüchtlingseigenschaft. Ferner ergebe sich aus den geschilderten 
Umständen  eventualiter,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht 
durchführbar sei. 

3.3.2 In der im vorliegenden Beschwerdeverfahren angefochtenen Ver-
fügung vom 31. Juli 2009 führte das BFM im Wesentlichen aus, es sei 
bereits  im  Entscheid  vom  10. November  2008  festgehalten  worden, 
dass die  Beschwerdeführerin  ihren äthiopischen Reisepass während 
ihres  Aufenthalts  in  Jemen habe verlängern  lassen. Dies  aber  wäre 
nicht möglich gewesen, falls ihr zuvor die äthiopische Staatsangehö-
rigkeit  aberkannt  worden wäre. Die eingereichten Beweismittel  seien 
nicht geeignet, an dieser Einschätzung etwas zu ändern.

3.3.3 Die Beschwerdeführerin hält dem im Rahmen ihrer Beschwerde 
entgegen, das BFM gehe fälschlicherweise von der Annahme aus, sie 
habe anlässlich der durchgeführten Befragungen ausgesagt, sie habe 
in  Jemen ihren  äthiopischen  Reisepass  verlängern  lassen. Vielmehr 
habe sie in Jemen ihr dortiges Visum beziehungsweise ihre Arbeitsbe-
willigung verlängern lassen. Diesbezüglich ist  zunächst festzustellen, 
dass die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Verlauf ihres Aufenthalts 
in Jemen ihren äthiopischen Reisepass oder ihr jemenitisches Visum 
verlängerte, letztlich nicht von entscheidender Bedeutung ist. Wesent-
lich ist vielmehr im vorliegenden verfahrensmässigen Zusammenhang 
– und somit unter dem eingeschränkten revisionsrechtlichen Blickwin-
kel –  einzig die Frage, ob die von der Beschwerdeführerin wiederer-
wägungsweise gegenüber dem BFM geltend gemachten Beweismittel 
tauglich sind, die betreffenden Vorbringen hinreichend zu belegen. 

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3.3.4 Die Eignung, die geltend gemachte Tatsache – nämlich die Ab-
erkennung der äthiopischen Staatsbürgerschaft der Beschwerdeführe-
rin  und eine damit  zusammenhängende asylrelevante Gefährdung in 
Äthiopien und/oder Eritrea beziehungsweise eine entsprechende Un-
durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs – zu belegen, ist den von 
der  Beschwerdeführerin  im Rahmen ihres  Wiedererwägungsgesuchs 
beim BFM eingereichten Beweismitteln jedoch offensichtlich abzuspre-
chen. Wie bereits mit der Zwischenverfügung vom 3. September 2009 
ausgeführt wurde, vermögen die eingereichten Photographien lediglich 
zu belegen, dass sich die Mutter der Beschwerdeführerin zu einem ge-
wissen Zeitpunkt in der eritreischen Hauptstadt Asmara aufhielt bezie-
hungsweise heute in Eritrea lebt und zudem mit gewisser Wahrschein-
lichkeit im Besitz eines eritreischen Identitätsausweises ist. Hingegen 
lassen diese Photographien keinerlei Rückschlüsse bezüglich der Be-
urteilung der Frage zu, ob der Beschwerdeführerin selbst, wie geltend 
gemacht,  die äthiopische Staatsbürgerschaft  entzogen wurde. Ferner 
ergeben sich auch aus der beim BFM als Beweismittel eingereichten 
Auskunft der SFH in Bezug auf die Situation von Personen eritreischer 
Herkunft in Äthiopien – auch wenn  der Fall  der Beschwerdeführerin 
den Anlass für  diese Auskunft  bot  – keine konkreten Anhaltspunkte, 
welche die erwähnte, die Beschwerdeführerin betreffende Tatsachen-
frage zu klären geeignet  wären. Aus der Tatsache an sich,  dass die 
Mutter der Beschwerdeführerin heute in Eritrea lebt – und möglicher-
weise im Jahr 2000 im Laufe des äthiopisch-eritreischen Konflikts von 
Äthiopien nach Eritrea ausgewiesen wurde – lassen sich keine ausrei-
chenden Rückschlüsse zur Beantwortung der Frage ziehen, ob die Be-
schwerdeführerin selbst im Falle einer Rückkehr nach Äthiopien zum 
heutigen Zeitpunkt mit einer Ausweisung nach Eritrea zu rechnen hät-
te. Gleiches gilt ferner offensichtlich auch in Bezug auf die mit der Be-
schwerdeschrift im vorliegenden Verfahren eingereichten Beweismittel, 
zwei Textauszüge in Bezug auf die Praxis der Korruption in Jemen.

3.3.5 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich aus den Protokol-
len der im ordentlichen Asylverfahren durchgeführten Befragungen er-
gibt,  die  Beschwerdeführerin  sei  im  Jahr  2000  aus  wirtschaftlichen 
Gründen nach Jemen ausgereist. Zu diesem Zweck habe sie in Addis 
Abeba  einen  äthiopischen  Reisepass  beantragt  und  auch  erhalten. 
Zwar machte die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer Beschwerde ge-
gen den ursprünglichen Entscheid des BFM vom 10. November 2008 
als auch im vorliegenden Verfahren geltend, sie habe den äthiopischen 
Reisepass bereits vor der Ausweisung ihrer Mutter aus Äthiopien be-

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antragt. Indessen geht aus ihren Aussagen anlässlich der Anhörungen 
hervor, dass sie ihre Ausreise nach Jemen im gleichen Monat des Jah-
res 2000 organisiert habe, in dem ihre Mutter ausgewiesen worden sei 
(Protokoll der Anhörung durch das BFM vom 16. Oktober 2008, S. 5). 
Ungeachtet der Frage, ob der Reisepass der Beschwerdeführerin eini-
ge Tage vor der behaupteten Ausweisung der Mutter beantragt bezie-
hungsweise ausgestellt  wurde, ist somit festzustellen, dass nach den 
Aussagen der Beschwerdeführerin beide Ereignisse mehr oder weni-
ger im gleichen Zeitraum erfolgten. Es erscheint als unglaubhaft, dass 
der  Beschwerdeführerin  durch  die  äthiopischen  Behörden  im  fragli-
chen  Zeitraum ein  äthiopischer  Reisepass  ausgestellt  worden  wäre, 
sollte sie damals gleichzeitig – wie ihre Mutter – vom Entzug der äthio-
pischen Staatsbürgerschaft und der Ausweisung nach Eritrea bedroht 
gewesen sein, wobei ihr Name auf einer entsprechenden behördlichen 
Liste vermerkt gewesen sei (ebd. S. 10). Zu erwähnen ist weiter, dass 
die Beschwerdeführerin zu Protokoll  gab, in Äthiopien lebe nach wie 
vor ihre Halbschwester  mütterlicherseits. Aus den Aussagen der Be-
schwerdeführerin  ergibt  sich nicht,  dass die Halbschwester  – die je-
denfalls mütterlicherseits ebenfalls eritreischer Abstammung ist – mit 
den äthiopischen Behörden Probleme gehabt  hätte. Auch dieser  As-
pekt spricht dagegen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer eri-
treischen Abstammung seitens ihrer Eltern gewissermassen automa-
tisch  durch  einen  Entzug  der  Staatsangehörigkeit  und  Ausweisung 
nach Eritrea bedroht gewesen wäre beziehungsweise heute ist. Soweit 
mit  Eingabe vom 18. September  2009 im vorliegenden Beschwerde-
verfahren des Weiteren geltend gemacht wird, die Beschwerdeführerin 
sei auf einer Deportationsliste aufgeführt gewesen, so ist ausserdem 
festzustellen, dass hierfür kein Beleg vorhanden ist. Zwar gab die Be-
schwerdeführerin  im  ordentlichen  Asylverfahren  ein  Bestätigungs-
schreiben  der  Kebele  (lokale  Verwaltungseinheit)  ihres  ehemaligen 
Wohnorts in Äthiopien zu den Akten. Aus diesem Dokument geht in-
dessen lediglich hervor,  die Mutter  der Beschwerdeführerin sei  nach 
Eritrea ausgewiesen worden, während die Beschwerdeführerin selbst 
das Land verlassen habe. 

3.3.6 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  im  Rahmen  des 
Wiedererwägungsgesuchs und im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
eingereichten Beweismittel nicht geeignet sind, den geltend gemach-
ten Sachverhalt zu belegen.

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3.4 Mit  der  Eingabe  vom  18. September  2009  beantragte  die  Be-
schwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin, es sei ihr eine Frist zur 
Einreichung  eines  zusätzlichen  Beweismittels  zu  gewähren. Bei  die-
sem Beweismittel handle es sich um eine Bestätigung des Wohnsitzes 
der Mutter der Beschwerdeführerin in Eritrea. Aus dem zuvor Gesag-
ten  ergibt  sich  jedoch,  dass  ein  solches  Dokument  ebenfalls  offen-
sichtlich nicht geeignet ist, den geltend gemachten Sachverhalt einer 
asylrelevanten  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  in  Äthiopien 
und/oder Eritrea beziehungsweise das Vorliegen eines Wegweisungs-
hindernisses glaubhaft zu machen. Der Antrag ist folglich abzuweisen. 

4.
Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass  das BFM mit der 
angefochtenen Verfügung zutreffenderweise zur Einschätzung gelangt 
ist,  der im Rahmen des Wiedererwägungsgesuchs geltend gemachte 
Revisionsgrund sei nicht gegeben. Das Bundesamt hat somit das Wie-
dererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  abgelehnt, 
und die vorliegende Beschwerde ist folglich abzuweisen.

5.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dessen  Kosten  der  Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kos-
ten  werden  auf  Fr. 600.--  festgesetzt  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]  i.V.m.  Art. 16  Abs. 1 
Bst. a VGG). Des Weiteren sind die Verfahrenskosten mit dem in glei-
cher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen, womit sie be-
reits gedeckt sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 600.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(in Kopie)
- das Migrationsamt des Kantons X._______, Ref.-Nr. _______, zur 

Kenntnisnahme (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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