# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e80f41b4-1615-5740-b01d-141ba7707da9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2008 C-5736/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5736-2007_2008-08-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5736/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Johannes Frölicher, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiberin Dominique Gross.

S._______ AG, 
vertreten durch Dr. iur. Kai-Peter Uhlig, 
VIGANÒ Anwaltskanzlei, Theaterstrasse 4, 8001 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Kultur BAK, Hallwylstrasse 15, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Ursprungszeugnis für den Film "L._______" von 
P._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5736/2007

Sachverhalt:

A.
Mit  Gesuch  vom  5.  September  2006  beantragte  die  S._______  AG 
(nachfolgend: Beschwerdeführerin)  dem Bundesamt  für  Kultur  (BAK) 
die Anerkennung des im Jahr 2006 hergestellten Films "L._______", 
Regie und Drehbuch von P._______, als Schweizer Film. 

B.
Das BAK forderte die Beschwerdeführerin am 6. September 2006 per 
Mail auf, eine vollständige Cast- und Equipenliste einzureichen. Jene 
übermittelte  der  Vorinstanz  gleichentags den  Vor-  und  Abspann des 
Films, wobei diverse Positionen ("Soccer Players, Extras, ADR Los An-
geles")  noch offen waren. Dabei  präzisierte  die  Beschwerdeführerin, 
dass – obschon in der Titelliste K._______ und D._______ als Produ-
zenten aufgeführt seien – P._______ und D._______ die Leitung inne-
gehabt hätten. Per Mail vom 8. September 2006 forderte das BAK die 
Beschwerdeführerin auf, ihre finanziellen Angaben zu präzisieren und 
namentlich  die  mit  K._______  und  mit  H._______  abgeschlossenen 
Verträge  nachzureichen,  da  das  Budget  und  der  Finanzierungsplan 
nicht kohärent seien. 

C.
Mit Schreiben vom 28. September 2006 teilte das BAK der Beschwer-
deführerin mit, dass der Film voraussichtlich nicht als Schweizer Film 
anerkannt  werden  könne,  und  gab  dieser  Gelegenheit  zur  Stellung-
nahme. Zur Begründung führte das BAK aus, die Produzentenverhält-
nisse sowie die Finanzierung des Films seien aufgrund der eingereich-
ten Dokumente unklar, so dass sich nicht schlüssig beantworten lasse, 
ob die Voraussetzung nach Art. 2 Abs. 2 Bst. b des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 2001 über Filmproduktion und Filmkultur (Filmge-
setz,  FiG,  SR  443.1)  erfüllt  sei.  Zudem  sei  die  Voraussetzung  von 
Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG nicht erfüllt.  

D.
Per Mail  vom 29. September  2006  trug  die  Beschwerdeführerin  vor, 
dass  es  sich  eindeutig  um  einen  Schweizer  Film  handle  und 
P._______ und D._______, die beide Schweizer seien, den Film pro-
duzierten. Am 20. November 2006 reichte die Beschwerdeführerin er-
gänzende Unterlagen betreffend die Produktion und die Finanzierung 
nach. Hinsichtlich der Mitwirkung von Schweizern beziehungsweise in 

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der Schweiz wohnhaften Personen legte sie dar, dass das Filmprojekt 
in der Schweiz nicht habe realisiert werden können, weil das BAK die 
Gewährung einer selektiven Förderung zweimal abgelehnt habe. So-
weit als möglich seien – vor Ort bei den Dreharbeiten in Los Angeles 
sowie  im Rahmen der  Postproduktion –  Schweizer  mit  den Arbeiten 
befasst  worden.  Per  Mail  vom  19.  Dezember  2006  brachte  die  Be-
schwerdeführerin vor, dass fast 90% des Films aus der Schweiz finan-
ziert und 75% des Geldes in der Schweiz ausgegeben worden sei. Re-
gisseur, Drehbuchautor, Kameramann, zwei Hauptrollen, eine Neben-
rolle, die erste Regieassistenz, zwei Produzenten, drei Koproduzenten 
sowie alle technischen Mitarbeiter seien überdies Schweizer. 

E.
Mit Mails vom 25. Dezember 2006, vom 15. Januar 2007 und sodann 
vom 31. Januar 2007 stellte das BAK einen Entscheid in Aussicht. Am 
22. Februar 2007 teilte das BAK der Beschwerdeführerin per Mail mit, 
dass der Film "L._______" nicht als Schweizer Film anerkannt werde. 
Gemäss der am 2. März 2007 nachgereichten Begründung wurde das 
Gesuch abgelehnt, weil Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG nicht erfüllt sei, seien 
doch die künstlerischen und technischen Mitarbeiter nicht einmal zur 
Hälfte schweizerischer Nationalität. 

F.
Am 12. März 2007 brachte die Beschwerdeführerin per Mail vor, dass 
gemäss  dem  (aktualisierten)  Abspann  45  Schweizer  und  41  Nicht-
Schweizer am Film beteiligt seien, und es überdies aufgrund des Ge-
setzes genüge, wenn die Stellen "soweit als möglich" mit Schweizern 
beziehungsweise in  der  Schweiz  wohnhaften Personen  besetzt  wür-
den. Am 26. April 2007 kam es zwischen den Beteiligten zu einer Aus-
sprache, die ohne Ergebnis verlief. Per Mail vom 16. Mai 2007 ersuch-
te die Beschwerdeführerin um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. 

G.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2007 wies die Vorinstanz das Gesuch um 
Anerkennung des Films "L._______" als  Schweizer Film ab. Zur Be-
gründung führte  sie  im Wesentlichen aus,  dass zur Anerkennung im 
Sinne von Art. 2 Abs. 2 FiG gemäss ständiger Praxis die Mehrheit der 
technischen  und  künstlerischen  Mitarbeiter  Schweizer  sein  bezie-
hungsweise in der Schweiz Wohnsitz haben müsse. Die mit der Her-
stellung beauftragten filmtechnischen Betriebe müssten eine feste Nie-

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derlassung in der Schweiz haben, und die technischen Arbeiten müss-
ten in der Schweiz vorgenommen werden.

Als künstlerische Mitarbeiter seien neben den Schauspielern auch der 
Kameramann, der Tonmeister, der Szenenbildner, der Kostümbildner, 
der  Maskenbildner  und  der  Editor  zu  betrachten.  Unter  den  techni-
schen Mitarbeitern seien unter anderem alle Assistierenden der künst-
lerischen Mitarbeiter  (Kamera-,  Ausstattungs-,  Kostüm- und Masken-
assistenten,  Schwenker,  Perch,  Requisite,  der  Produktions-  und  der 
Aufnahmeleiter, der Script, der Ton- und der Lichttechniker) zu verste-
hen. 

Die  Vorinstanz  legte  weiter  dar,  dass  im  vorliegenden  Fall  in  den 
Hauptrollen nur zwei Schweizer (N._______ und R._______) mitwirk-
ten,  jedoch  5  Schauspieler  (V._______,  W._______,  X._______, 
Y._______  und  Z._______)  ohne  den  erforderlichen  Bezug  zur 
Schweiz. Bei den Nebenrollen liege das Verhältnis bei 6 schweizbezo-
genen  Personen  zu  20  Personen  ohne  entsprechenden  Bezug.  Die 
überwiegende Mehrheit der weiteren künstlerischen sowie der techni-
schen Mitarbeiter hätten ebenfalls keinen entsprechenden Bezug zur 
Schweiz. Schliesslich seien für  die Herstellung des Films Dienstleis-
tungen von filmtechnischen Betrieben in der Schweiz und in den USA 
in Anspruch genommen worden. Die Voraussetzung nach Art. 2 Abs. 2 
Bst. c FiG sei somit nicht erfüllt.  

H.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe 
vom  20.  August  2007  Beschwerde  beim  Eidgenössischen  Departe-
ment  des  Innern. Sie  beantragte,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
19. Juni 2007 sei aufzuheben. Der Film "L._______" sei entsprechend 
dem Gesuch vom 5. September 2006 als Schweizer Film anzuerken-
nen. Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 19. Juni 2007 
aufzuheben und das Gesuch der Beschwerdeführerin vom 5. Septem-
ber  2006  um  Anerkennung  der  Filmproduktion  "L._______"  als 
Schweizer Film zur erneuten Entscheidung unter Berücksichtigung der 
Rechtsauffassung der Beschwerdeinstanz an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. 

In ihrer umfassenden Beschwerdeschrift  brachte die Beschwerdefüh-
rerin im Wesentlichen vor, die von der Vorinstanz dargelegte ständige 
Praxis, wonach namentlich die Mehrheit der technischen und künstleri-
schen Mitarbeiter Schweizer sein oder einen Wohnsitz in der Schweiz 

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haben müssten, werde der rechtlich notwendigen Einzelfallbetrachtung 
nicht gerecht, könne sie doch die entscheidende Frage, ob die Produk-
tion das ihr Mögliche getan hat, um schweizerisches Personal einzu-
beziehen, nicht beantworten. Zudem habe die Vorinstanz den Sachver-
halt  insofern  unsorgfältig  eruiert,  als  sie  die  Zusammensetzung  der 
Mitarbeiter im Wesentlichen anhand des Vor- und Abspanns bestimmt 
habe, ohne vorher mit  den Produzenten Rücksprache genommen zu 
haben. Dabei sei  intransparent,  welche Beteiligten und wie die Leis-
tungen gezählt worden seien. Weiter habe die Vorinstanz ihre Beurtei-
lung unzulässigerweise auf eine Unterteilung der Mitwirkenden in Ka-
tegorien  wie  Haupt-  und  Nebenrollen  gestützt  und  die  Mitwirkenden 
"nach Köpfen" in einer nicht nachvollziehbaren Weise in diese Katego-
rien  eingeteilt,  wobei  zudem  die  Beiträge  des  Regisseurs  und  des 
Drehbuchautors nicht berücksichtigt worden seien.

I.
Mit Schreiben vom 23. August 2007 übermittelte das Eidgenössische 
Departement des Innern die Beschwerde zuständigkeitshalber an das 
Bundesverwaltungsgericht. 

J.
Mit  Vernehmlassung vom 16. November 2007 beantragte die Vorins-
tanz die Abweisung der Beschwerde. 

Zur  Begründung führte  sie  im Wesentlichen aus,  dass  zur  Anerken-
nung als Schweizer Film die drei Voraussetzungen nach Art. 2 Abs. 2 
FiG kumulativ erfüllt sein müssten. Ob Art. 2 Abs. 2 Bst. b FiG vorlie-
gend erfüllt sei, lasse sich anhand der eingereichten Unterlagen letzt-
lich  nicht  beurteilen,  so  dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
19. Juni 2006 diese Frage offen gelassen worden sei. Betreffend die 
Voraussetzung nach Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG führte die Vorinstanz aus, 
dass in Anlehnung an Art. 8 Abs. 2 Satz 2 der Verordnung vom 20. De-
zember 2002 des EDI über die Filmförderung (FiFV, SR 443.113) beim 
Fehlen eines Koproduktionsabkommens ein Schweizer Anteil von min-
destens 50% verlangt werde. Gemäss ihrer Praxis würden sodann die 
Unterkategorien (künstlerische und technische Mitwirkende, filmtechni-
sche Betriebe)  zuerst  einzeln  betrachtet  und gewichtet  und erst  da-
nach zueinander in Relation gesetzt,  so dass ein Manko an Schwei-
zern in der einen Unterkategorie durch ein Übergewicht in einer ande-
ren kompensiert werden könne. Die unter Art. 2 Abs. 2 Bst. a FiG er-
fassten  Personen  würden  bei  der  Prüfung  der  Voraussetzung  nach 

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Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG nicht nochmals berücksichtigt. Ferner zählten 
in der Regel nur die Chefpositionen, ausser es dränge sich eine Kor-
rektur auf, weil eine Vielzahl der Mitarbeitenden in Assistenzpositionen 
aus dem einen oder anderen Land stammten. Im vorliegenden Fall sei-
en weniger als 50% der künstlerischen Mitarbeiter Schweizer (zwei, al-
lenfalls drei Schweizer von insgesamt sieben, allenfalls acht Hauptrol-
len;  hinsichtlich  der  Nebenrollen  und  Add. Cast  liege  ein  deutliches 
Übergewicht der USA vor; unter den weiteren künstlerischen Chefpo-
sitionen seien zwei Schweizer, gegenüber zwei, eventuell vier aus den 
USA  respektive  Italien;  in  den  entsprechenden  Assistenzpositionen 
seien ausnahmslos Personen aus den USA),  unter  den technischen 
Mitwirkenden seinen nur Personen aus den USA zu finden. Bei  den 
filmtechnischen Betrieben ergebe sich schliesslich ein Übergewicht an 
Schweizer Beteiligten.  

K.
Nach  Durchführung  eines  zweiten  Schriftenwechsels  mit  der  Replik 
vom 11. Januar 2008 und der Duplik vom 12. Februar 2008 wurde der 
Schriftenwechsel geschlossen. Der mit Verfügung vom 12. März 2008 
einverlangte  Kostenvorschuss in  der  Höhe von Fr. 3000.-  wurde am 
25. März 2008 bezahlt. 

L.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 32 Abs. 1 FiG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen die aufgrund des FiG ergehenden Verfügungen des BAK. 
Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 Abs. 2 FiG, wonach gegen Verfü-
gungen des Bundesamtes über Finanzhilfen gemäss Art. 14 FiG beim 
Departement Beschwerde zu führen ist, liegt nicht vor, bildet doch Ge-
genstand der angefochtenen Verfügung einzig die Frage, ob der fragli-
che Film als Schweizer Film zu qualifizieren ist oder nicht. Ebensowe-
nig ist eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VVG auszumachen.

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1.2 Die Beschwerdeführerin hat vor der Vorinstanz am Verfahren teil-
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-
rung,  so  dass  sie  im  Sinne  von  Art.  48  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) beschwerdeberechtigt ist. 

1.3 Wie die Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde ausgeführt  hat 
(vgl. Bst. E Ziff. 1 der Beschwerde), ist sie für die Gewährung der er-
folgsabhängigen  Filmförderung  auf  die  Qualifizierung  des  Films 
"L._______" als Schweizer Film angewiesen. Zudem legt sie dar, dass 
sie bei der Versagung dieser Qualifikation auch weitere insbesondere 
wirtschaftliche  Nachteile  erleiden  würde,  ermöglicht  doch  das  Ur-
sprungszeugnis je nach den örtlichen Bestimmungen namentlich den 
Zugang zu bestimmten Verleih- und Verwertungsförderungsmassnah-
men  (beispielsweise  zur  Förderung  der  Kinoauswertung  im  Ausland 
und  zur  Teilnahme  an  Festivals),  die  Einhaltung  medienrechtlicher 
Sendequoten durch Fernseheinkäufer und dergleichen (vgl. Bst. E Ziff. 
4  der  Beschwerde).  Die  Beschwerdeführerin  verfügt  somit  über  ein 
schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 25 Abs. 2 VwVG am Erlass 
einer  Feststellungsverfügung  und  mithin  an  der  Qualifizierung  des 
Films  "L._______"  als  Schweizer  Film  (zum  Ganzen:  ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 74 ff.).

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 50 ff. 
VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten.

2.

2.1 Als Schweizer Film gilt nach Art. 2 Abs. 2 FiG ein Film, der a) zu 
einem wesentlichen Teil von einem Autor mit schweizerischer Nationa-
lität oder mit Wohnsitz in der Schweiz realisiert wurde; b) von einer na-
türlichen Person mit Wohnsitz oder von einer Unternehmung mit Sitz in 
der Schweiz produziert wurde, an deren Eigen- und Fremdkapital so-
wie deren Geschäftsleitung mehrheitlich Personen mit Wohnsitz in der 
Schweiz  beteiligt  sind;  und  c)  soweit  als  möglich  mit  künstlerischen 
und  technischen  Mitarbeitern  schweizerischer  Nationalität  oder  mit 
Wohnsitz  in  der  Schweiz  und  durch  filmtechnische  Betriebe  in  der 
Schweiz hergestellt wurde (zur Schwierigkeit der Bestimmung der Na-
tionalität eines Films und den verschiedenen Regelungsansätzen in di-
versen Staaten siehe  CHRISTOPHE GERMANN, Diversité culturelle et libre-

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échange à la lumière du cinéma, Basel 2008, 230 ff.). Diese Voraus-
setzungen sind – wie sich bereits dem Gesetzeswortlaut  entnehmen 
lässt  –  kumulativ  zu  erfüllen  (siehe  auch  NATHALIE ZUFFEREY/PATRICE 
AUBRY, Loi sur le cinéma, Bern 2006, N. Art. 2 N. 31 und 73). 

2.2 Vorliegend hat die Vorinstanz dem Film "L._______" mit der ange-
fochtenen Verfügung vom 19. Juni 2007 die Anerkennung als Schwei-
zer Film versagt, da Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG nicht erfüllt sei. 

Streitig  und  vorliegend  vom  Bundesverwaltungsgericht  zu  klären  ist 
deshalb, ob der Film die Voraussetzung von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG er-
füllt,  ob  er  also  "soweit  als  möglich"  mit  künstlerischen  und  techni-
schen Mitarbeitern schweizerischer Nationalität  oder mit  Wohnsitz  in 
der Schweiz und durch filmtechnische Betriebe in der Schweiz herge-
stellt worden ist. 

2.3 Was die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs "soweit als 
möglich" betrifft,  verweist  die Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-
gung auf ihre Praxis, wonach zur Erfüllung von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG 
die Mehrheit der technischen und künstlerischen Mitarbeiter Schweizer 
sein oder Wohnsitz in der Schweiz haben müssten. Im Rahmen ihrer 
Vernehmlassung vom 16. November 2007 legte sie dar, dass sich die-
se Voraussetzung aus einer analogen Anwendung von Art. 8  Abs. 2 
Satz 2 FiFV ergebe, wonach bei "inoffiziellen" Gemeinschaftsproduk-
tionen – d.h. wenn kein internationales Koproduktionsabkommen an-
wendbar ist – der Schweizer Anteil wenigstens 50% betragen muss. Im 
vorliegenden  Fall  sei  die  Finanzierung  überwiegend  schweizerisch. 
"L._______" werde deshalb nicht schlechter gestellt als eine "inoffiziel-
le" Koproduktion im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV. "Offizielle" Ko-
produktionen im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Satz 1 FiFV habe der Gesetz-
geber hingegen bewusst privilegiert, indem sie den Schweizer Filmen 
gleichgestellt würden. Es könne deshalb bei der Auslegung von Art. 2 
Abs. 2 Bst. c FiG kein subjektiver Massstab angesetzt werden. 

2.4 Die  Beschwerdeführerin  rügte  in  ihrer  Beschwerde, dass  diese 
vorinstanzliche Praxis der rechtlich notwendigen Einzelfallbetrachtung 
nicht gerecht werde, könne sie doch die entscheidende Frage, ob die 
Produktion das ihr Mögliche getan hat, um schweizerisches Personal 
einzubeziehen, nicht beantworten.

2.5 Es gilt  deshalb  nachfolgend  zu  prüfen,  ob  die  in  Anlehnung  an 
Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV entwickelte vorinstanzliche Praxis dem Sinn 

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und Zweck von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG entspricht. Hierzu muss in ei-
nem ersten Schritt Art. 8 FiFV rechtlich eingeordnet werden (Ziff. 3.1). 
Sodann gilt es in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob und gegebenen-
falls  inwiefern  Art. 8  Abs. 2  Satz 2 FiFV – direkt  oder  analog – auf 
Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG anwendbar ist  (Ziff. 3.2). Falls  dies verneint 
werden muss,  ist  in einem dritten Schritt  zu eruieren,  nach welchen 
Kriterien Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG auszulegen ist (Ziff. 3.3). 

3.

3.1

3.1.1 Art. 8 FiFV bestimmt,  unter welchen Voraussetzungen ein Film 
als Gemeinschaftsproduktion zu qualifizieren ist. Die dieser Qualifizie-
rung zugeordneten rechtlichen Folgen,  die hier  der  inhaltlichen Dar-
stellung von Art. 8 FiFV vorangestellt werden sollen, ergeben sich na-
mentlich aus Art. 3 FiG und werden sodann in der FiFV verdeutlicht:

Nach Art. 3 FiG unterstützt der Bund die kulturelle Ausstrahlung, die 
wirtschaftliche  Leistungsfähigkeit,  die  Kontinuität  und  die  Entwick-
lungsfähigkeit  der  unabhängigen  schweizerischen  Filmproduktion. Er 
kann zu diesem Zweck Finanzhilfen und andere Formen der Unterstüt-
zung leisten für die Entwicklung von Projekten sowie die Herstellung 
und die Verwertung von a) Schweizer Filmen; b) zwischen der Schweiz 
und dem Ausland koproduzierten Filmen. Aufgrund dieser Bestimmung 
wird deutlich, dass Schweizer Filme einerseits und (unter bestimmten 
Bedingungen) zwischen der Schweiz und dem Ausland koproduzierte 
Filme andererseits – jedenfalls hinsichtlich der vom Bund zu leisten-
den  Unterstützung  –  rechtlich  gleichgestellt  sind  (vgl.  so  auch  Ziff. 
2.1.2.1.1 der Botschaft zum FiG). Diese Gleichbehandlung wird in der 
FiFV  präzisiert:  Namentlich  sind  aufgrund  von  Art.  36  FiFV  sowohl 
Schweizer Filme als auch Gemeinschaftsproduktionen (unter bestimm-
ten,  hier  nicht  interessierenden Bedingungen) zur erfolgsabhängigen 
Filmförderung zugelassen (siehe kurz ROLF H. WEBER/RENA ZULAUF, Film-
förderung und Recht  – Schwierige Ausbalancierung von Anforderun-
gen, in Jusletter 14. April 2003, Rz. 10). 

3.1.2 Nach  Art.  8  Abs. 1  FiFV  müssen  Gemeinschaftsproduktionen, 
unter  Einbezug der  Postproduktion,  einen Anteil  an  schweizerischen 
künstlerischen  und  technischen  Mitarbeitern  aufweisen,  der  dem 
schweizerischen  Finanzierungsanteil  entspricht.  Als  schweizerischer 
Finanzierungsanteil  gilt  der  Anteil  des  Schweizer  Produzenten.  Ge-

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mäss Art. 8 Abs. 2 FiFV ergeben sich "die Mindestanteile für eine An-
erkennung als Schweizer Film oder als Gemeinschaftsproduktion (...) 
aus den internationalen Koproduktionsabkommen. Wo ein solches Ab-
kommen fehlt, hat der Schweizer Anteil wenigstens fünfzig Prozent zu 
betragen." 

In  der  bis  zum 30. Juni  2006 in  Kraft  stehenden Fassung stand der 
entsprechende  aArt.  8  FiFV unter  dem Titel  "Reinvestitionsvorschrif-
ten"; aArt. 8 Abs. 1 FiFV regelte die schweizerische Mitwirkung aus-
drücklich sowohl für Schweizer Filme als auch für Gemeinschaftspro-
duktionen.  Entsprechend  konnte  nach  dem  Wortlaut  und  nach  Sinn 
und  Zweck  der  (unverändert  in  die  neue  Fassung  der  Verordnung 
übernommenen) Regelung von Art. 8 Abs. 2 FiFV ein bestimmter Film 
entweder  als  Schweizer  Film  anerkannt  werden,  oder  aber  als  Ge-
meinschaftsproduktion ("... Anerkennung als Schweizer Film oder als 
Gemeinschaftsproduktion..."). 

Nach der Revision der FiFV vom 22. Juni 2006, in Kraft getreten am 
1. Juli 2006, erweist sich jedoch der Wortlaut von Art. 8 Abs. 2 FiFV – 
soweit  er  eine  Anerkennung  "als  Schweizer  Film  oder  als  Gemein-
schaftsproduktion" vorsieht – als nicht mehr kohärent: Die neue Fas-
sung des Art. 8 FiFV steht nunmehr unter dem Titel "Gemeinschafts-
produktionen". Entsprechend regelt  auch der  revidierte  Art. 8  Abs. 1 
FiFV nur noch den erforderlichen Anteil  der Beteiligung bei Gemein-
schaftsproduktionen und nicht mehr, wie aArt. 8 Abs. 1 FiFV, auch bei 
Schweizer Filmen. Vor dem Hintergrund der in Art. 3 FiG angelegten, 
oben dargestellten Gleichstellung von Schweizer Filmen mit Gemein-
schaftsproduktionen  ergibt  es  keinen  Sinn,  eine  bestimmte  Gemein-
schaftsproduktion  (so  der  Titel  von  Art.  8  FiFV)  als  Schweizer  Film 
"oder"  (alternativ  oder  gleichzeitig)  als  Gemeinschaftsproduktion  zu 
qualifizieren. Vielmehr kann es bei der fraglichen Bestimmung einzig 
darum gehen, eine Gemeinschaftsproduktion – sofern sie die in Art. 8 
FiFV aufgeführten Voraussetzungen erfüllt – rechtlich so zu stellen, als 
ob es sich dabei um einen (reinen) Schweizer Film handeln würde. 

Als Gemeinschaftsproduktionen im Sinne von Art. 8 FiFV gelten dabei 
sowohl "offizielle" Gemeinschaftsproduktionen (so die Terminologie der 
Vorinstanz), d.h. Gemeinschaftsproduktionen von Personen aus Staa-
ten, zwischen denen ein Gemeinschaftsabkommen besteht, sofern die 
in den Abkommen vorgeschriebenen Mindestanteile erfüllt sind (Art. 8 
Abs. 2 Satz 1 FiFV), als auch "inoffizielle" Gemeinschaftsproduktionen 

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(Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV), d.h. Koproduktionen ohne entsprechendes 
zwischenstaatliches Abkommen, sofern der Anteil an schweizerischen 
künstlerischen und technischen Mitarbeitern mindestens 50% beträgt 
(Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV). Der Anwendungsbereich von Art. 8 Abs. 2 
Satz  2  FiFV  umfasst  also  (lediglich)  die  "inoffizielle"  Koproduktion, 
nicht aber den Fall, dass ein Film ausschliesslich durch einen Schwei-
zer Produzenten – aber unter Mitwirkung auslandbezogener Mitarbei-
ter – produziert wird. 

3.2 Beim  vorliegend  zu  beurteilenden  Film  "L._______"  handelt  es 
sich nach der unbestrittenen Meinung der Parteien nicht um eine ("offi-
zielle" oder "inoffizielle") Gemeinschaftsproduktion, wie die Vorinstanz 
namentlich  in  Ziff.  2a  ihrer  Duplik  festhält. Aufgrund der  Akten sieht 
das Bundesverwaltungsgericht  keinen Grund, diese Sachverhaltsdar-
stellung in Frage zu stellen. Entsprechend beantragte die Beschwerde-
führerin auch nicht die Anerkennung als Gemeinschaftsproduktion im 
Sinne von Art. 8 FiFV, sondern gemäss Art. 2 Abs. 2 FiG als Schweizer 
Film.  

Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG erfordert für die Anerkennung eines Films als 
Schweizer  Film,  dass  er  soweit  als  möglich  mit  künstlerischen  und 
technischen Mitarbeitern schweizerischer Nationalität oder mit Wohn-
sitz in der Schweiz und durch filmtechnische Betriebe in der Schweiz 
hergestellt wurde. 

In Anlehnung an Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV argumentiert die Vorinstanz, 
dass nach ihrer ständigen Praxis auch beim hier zu beurteilenden Film 
"L._______"  die  Mehrheit  der  technischen und künstlerischen Mitar-
beiter Schweizer sein oder Wohnsitz in der Schweiz haben müssten, 
während  die  Beschwerdeführerin  diese  Praxis  als  ungesetzlich  ab-
lehnt. 

Während diese Auslegung der Vorinstanz durch die frühere Fassung 
von Art. 8 (Abs. 2) FiFV vorgegeben gewesen wäre (vgl. Ziff. 3.1.2, 2. 
Abschnitt), steht die seit dem 1. Juli 2006 herrschende, vorliegend an-
zuwendende Rechtslage (siehe nur  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/  Basel/Genf 
2006,  Rz. 325 ff.,  mit  Verweisen auf  die  Rechtsprechung) einer  sol-
chen strikten Praxis entgegen. Wie aufgezeigt kann Art. 8 Abs. 2 Satz 
2 FiFV in der revidierten Fassung – namentlich aufgrund der Änderung 
des Titels von "Reinvestitionsvorschriften" in "Gemeinschaftsproduktio-
nen" und der Revision von Art. 8 Abs. 1 FiFV – lediglich "inoffizielle" 

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Gemeinschaftsproduktionen regeln, nicht aber den Fall, dass ein Film 
ausschliesslich durch einen Schweizer Produzenten, aber mit Rückgriff 
auf ausländische Mitarbeiter produziert wird. 

3.3 Nach Art. 1 Abs. 2 der Filmverordnung vom 24. Juni 1992 (FiV, SR 
443.113) galt als Schweizer Film ein Film, der (unter anderem) mehr-
heitlich durch Filmautoren und weitere Filmschaffende mit schweizeri-
schem Bürgerrecht oder mit dauerndem Wohnsitz in der Schweiz her-
gestellt worden ist. Aufgrund dieses klaren Wortlauts war bereits unter 
dieser Rechtslage für die Anerkennung eines Films als Schweizer Film 
eine Beteiligung von über 50 Prozent von Filmschaffenden mit dem ge-
nannten Bezug zur Schweiz erforderlich gewesen. 

Durch Art. 19 der Filmverordnung vom 3. Juli  2002 (FiV, SR 443.11) 
wurde die Filmverordnung vom 24. Juni 1992 und mithin deren Definiti-
on des Schweizer Films auf den 1. August 2002 aufgehoben. Nunmehr 
ist der Begriff des Schweizer Films wie dargelegt – und wie aus Grün-
den der Gewaltenteilung auch angezeigt – in Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG 
festgelegt. Wie aufgezeigt wird der Begriff seit der am 1. Juli 2006 in 
Kraft getretenen Revision der FiFV auf Verordnungsebene auch nicht 
mehr präzisiert.

Der sehr offene und unbestimmte Gesetzeswortlaut (allein) erlaubt es 
nicht,  für die schweizbezogene Mitarbeit  eine strikte Quote von über 
50% festzusetzen und somit Art. 8 Abs. 2 Satz 2 FiFV (analog) auch 
für Filme anzuwenden, die nicht koproduziert sind. Eine solche restrik-
tive, zu starre Praxis wird von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG nicht getragen.

Der offene und äusserst unbestimmte Wortlaut von Art. 2 Abs. 2 Bst. c 
FiG verlangt vielmehr nach einer Abwägung im Einzelfall, ob der fragli-
che Film – soweit  als  möglich  –  unter  Mitwirkung von Personen mit 
Schweizer  Nationalität  oder  mit  Wohnsitz  in  der  Schweiz  und  durch 
filmtechnische  Betriebe  aus  der  Schweiz  hergestellt  wurde.  Dabei 
kommt der Behörde ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu. 

3.3.1 Nur schon mit Blick auf den Umstand, dass es bei einem unbe-
schränkt grossen finanziellen und zeitlichen Aufwand sowie unter Ein-
schränkung  der  künstlerischen  Freiheit  theoretisch  beinahe  immer 
möglich  erscheint,  einen Film ausschliesslich  mit  künstlerischen und 
technischen Mitarbeitern schweizerischer Nationalität oder mit Wohn-
sitz in der Schweiz und durch filmtechnische Betriebe in der Schweiz 
herstellen zu lassen, muss der Rechtsbegriff "soweit als möglich" als 

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Zumutbarkeitskriterium verstanden werden, um eine praktikable, Sinn 
und  Zweck  der  Norm  entsprechende  Qualifizierung  des  Schweizer 
Films zu ermöglichen. Es ist also zu fragen, ob und inwiefern es den 
Herstellern eines bestimmten, unter den gegebenen äusseren und in-
neren Umständen realisierten Films zumutbar  war, für  die Wahrneh-
mung der verschiedenen Aufgaben auf schweizbezogene Mitwirkende 
zurückzugreifen.    

3.3.2 Dabei  ist  insbesondere  zu  berücksichtigen,  dass  seit  dem  In-
krafttreten  des  FiG  am  1.  August  2002  für  die  Anerkennung  als 
Schweizer Film hinsichtlich des Drehorts keine gesetzlichen Vorschrif-
ten mehr bestehen: Bereits Art. 5 Bst. e der Vollziehungsverordnung I 
zum Bundesgesetz über das Filmwesen vom 28. Dezember 1962 (e 
contrario)  hatte  es jedoch ermöglicht,  bei  einem Schweizer  Film die 
Aufnahmen im Ausland zu drehen, sofern sich dies aus thematischen, 
technischen  oder  organisatorischen  Gründen  als  notwendig  erwies. 
Ziff. 2.1.1.2 der Botschaft  führt  zur  Aufhebung dieser Voraussetzung 
aus, dass auf die Festlegung des Drehorts Schweiz verzichtet wurde, 
das Filmsujet solle den Drehort bestimmen. Aus dem Schweigen des 
Gesetzgebers in Art. 2 Abs. 2 FiG ergibt sich somit, dass die Drehar-
beiten nicht  mehr nur dann im Ausland durchgeführt  werden dürfen, 
wenn sich dies (aus thematischen, technischen oder organisatorischen 
Gründen) zwingend aufdrängt. Der Autor kann nun vielmehr im Rah-
men seiner künstlerischen Freiheit – unter Berücksichtigung des Film-
sujets, das seinerseits die Sprache und die Auswahl der Darstellenden 
des Films prägt – den Drehort frei wählen. Je nach (im Rahmen der 
künstlerischen Freiheit getroffenen) Wahl des Drehorts und des Film-
sujets sind deshalb an den Einbezug von schweizbezogenen Mitwir-
kenden nach Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG engere oder weitere Anforderun-
gen zu stellen (hierzu kurz:  NATHALIE ZUFFEREY/PATRICE AUBRY, Loi sur le 
cinéma, Bern 2006, Art. 2 N. 64).

3.3.3 Die wie dargelegt erforderliche Bewertung von Art. 2 Abs. 2 Bst. 
c FiG im Einzelfall, ohne strikte Quoten, entschärft ferner die Frage, ob 
die bereits unter Art. 2 Abs. 2 Bst. a FiG berücksichtigten Autoren zu-
sätzlich noch unter Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG in Betracht zu ziehen sind 
oder nicht. Trotzdem erscheint die entsprechende von der Vorinstanz 
mit  Verweis  auf  die  (nicht  begründete)  Lehrmeinung  von  NATHALIE 
ZUFFEREY/PATRICE AUBRY, Loi sur le cinéma, Bern 2006, Art. 2 N. 37, dar-
gelegte Praxis, wonach sich Autorschaft nach Art. 2 Abs. 2 Bst. a FiG 
und Mitwirkung nach Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG gegenseitig ausschlös-

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sen, zumindest bei Low-Budget-Autorenfilmen mit sehr wenigen (wei-
teren) Mitwirkenden als problematisch. Soll an dieser Praxis festgehal-
ten werden, so wäre dieser Problematik bei der Auslegung von Art. 2 
Abs. 2 Bst. c FiG ("soweit als möglich") gegebenenfalls Rechnung zu 
tragen. 

3.3.4 Entgegen dem Vorbringen der Vorinstanz steht auch der Grund-
satz  der  Rechtsgleichheit  einer  unterschiedlichen  Regelung  für  Ge-
meinschaftsproduktionen einerseits, für den wie vorliegend (allein) ge-
mäss Art. 2 Abs. 2 FiG zu beurteilenden Fall andererseits nicht entge-
gen: Zwar kann im Einzelfall wie dargelegt tatsächlich ein nicht kopro-
duzierter Film als Schweizer Film qualifiziert werden, obwohl weniger 
als 50% der Mitwirkenden den erforderlichen Bezug zur Schweiz auf-
weisen,  während  für  die  Anerkennung  einer  (inoffiziellen)  Gemein-
schaftsproduktion als Koproduktion im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Satz 2 
FiFV  ein  entsprechender  Anteil  von  wenigstens  50%  verlangt  wird. 
Diese  Favorisierung  der  nicht  koproduzierten  Filme  wird  jedoch  da-
durch relativiert, dass die Produktion im ersten Fall rein schweizerisch 
sein muss, so dass die Anforderungen an den "schweizerischen Cha-
rakter"  eines  Films in  dieser  Hinsicht  höher  sind  (in  diese Richtung 
wohl  auch  NATHALIE ZUFFEREY/PATRICE AUBRY,  Loi  sur  le  cinéma,  Bern 
2006, Art. 2 N. 65 ff.).  

3.3.5 Im Übrigen erweist sich jedoch die von der Vorinstanz dargeleg-
te Praxis bei der Auslegung von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG, wonach na-
mentlich zuerst die Unterkategorien (künstlerische und technische Mit-
arbeitende, filmtechnische Betriebe) einzeln betrachtet und sodann zu-
einander in Relation gesetzt werden, so dass ein Manko an schweiz-
bezogenen Mitarbeitern in der einen Kategorie durch ein Übergewicht 
in einer anderen kompensiert  werden kann und zudem – sofern sich 
nicht im Einzelfall eine Korrektur aufdrängt – nur Chefpositionen in die 
Erwägungen einbezogen werden, a priori als gesetzeskonform. Eben-
so erscheint die von der Vorinstanz praxisgemäss vorgenommene Ein-
teilung in die Kategorien der künstlerischen und technischen Mitarbei-
ter (vgl. Ziff. G) als unproblematisch. 

3.3.6 Aus Gründen  der  Rechtssicherheit  wäre  jedoch  eine  Präzisie-
rung von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG, allenfalls durch die Ausarbeitung ei-
nes Merkblatts, das nicht nur den Gesetzestext, sondern auch die (ge-
setzeskonforme) Praxis der Vorinstanz wiedergibt, sowie eine redaktio-
nelle Berichtigung von Art. 8 FiFV zu begrüssen.

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4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Praxis der Vorinstanz in-
soweit  nicht  gesetzeskonform  ist,  als  sie  bei  der  Überprüfung  des 
Films "L._______" auf dessen Übereinstimmung mit Art. 2 Abs. 2 Bst. 
c FiG und mithin zur Qualifizierung des Films als Schweizer Film strik-
te  verlangte,  dass  mindestens  50%  der  künstlerischen  und  techni-
schen Mitwirkenden sowie der filmtechnischen Arbeiten von Schwei-
zern oder in der Schweiz lebenden Personen oder Betrieben geleistet 
werden müssten, ohne die Umstände des Einzelfalles zu berücksichti-
gen. 

4.1 Aufgrund der von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterla-
gen und Vorbringen zum Sachverhalt – namentlich auch derer, die erst 
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorgebracht  wurden (vgl. nur 
ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 219 f.) – erweist es 
sich  für  das  Bundesverwaltungsgericht  jedenfalls  nicht  als  ausge-
schlossen, dass die Voraussetzung nach Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG vorlie-
gend erfüllt sein könnte. 

4.2 Die Beschwerde ist deshalb insoweit gutzuheissen, als das strikte 
Erfordernis,  wonach bei  der Herstellung des Films "L._______" min-
destens 50% der künstlerischen und technischen Mitwirkenden sowie 
der filmtechnischen Arbeiten von Schweizern oder in der Schweiz le-
benden Personen oder Betrieben geleistet werden müssten, ohne die 
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, als Verstoss gegen Bun-
desrecht im Sinne von Art. 49 Bst. a VwVG und deshalb als unzulässig 
zu erklären ist. 

Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  der Sache selbst  oder 
weist  sie  mit  verbindlichen  Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurück 
(Art. 61 Abs. 1 VwVG). Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts 
ist aufgrund von Art. 49 Bst. c VwVG an sich uneingeschränkt. Aller-
dings auferlegt es sich beim Urteil  über einen unbestimmten Rechts-
begriff  Zurückhaltung, wenn die begriffliche Offenheit  des Rechtssat-
zes auf einem Bedarf an Handlungsspielraum beruht. Ein solcher Be-
urteilungsspielraum ist namentlich dann geboten, wenn der Entscheid 
besondere  Kenntnisse  voraussetzt  (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, 
Allgemeines Verwaltungsrecht,  2. Aufl.,  Bern 2005,  § 26 Rz. 29). Sie 
greift  nicht  ohne  Not  in  die  Auslegung  unbestimmter  Rechtsbegriffe 
durch die Vorinstanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachver-

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stand auszeichnet und wenn sie über einen gewissen Handlungsspiel-
raum verfügen muss (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
Rz. 633 ff.). Das Bundesverwaltungsgericht hat nicht sein eigenes Gut-
dünken an die Stelle des Ermessens der fachkundigen Verwaltungsbe-
hörde zu setzen (BGE 129 II 342 E. 3.2).

Die Beschwerde ist deshalb an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit 
diese im Sinne der vorstehenden Erwägungen überprüft, ob der Film 
"L._______" das Kriterium von Art. 2 Abs. 2 Bst. c FiG erfüllt. 

4.3 Im Rahmen der angefochtenen Verfügung hatte die Vorinstanz of-
fen gelassen, ob Art. 2 Abs. 2 Bst. b FiG erfüllt sei, da die Frage auf-
grund der eingereichten Unterlagen nicht abschliessend habe beurteilt 
werden können. Aufgrund der Akten erscheint diese Darstellung dem 
Bundesverwaltungsgericht nachvollziehbar.  

Falls die Vorinstanz zum Ergebnis gelangen sollte, dass Art. 2 Abs. 2 
Bst. c FiG vorliegend erfüllt ist, so hätte sie daher in einem weiteren 
Schritt – nach vollständiger Erhebung des Sachverhalts – zu untersu-
chen, ob Art. 2 Abs. 2 Bst. b FiG erfüllt ist. 

5.
Zu entscheiden ist noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung. 

5.1 Obsiegenden Parteien sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 
Die Beschwerdeführerin  hat  somit  keine amtlichen Kosten zu tragen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und 
unterliegenden Bundesbehörden werden keine Verfahrenskosten auf-
erlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der Entscheid ergeht damit kostenfrei, so 
dass der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- der Beschwerde-
führerin auf ein von ihr anzugebendes Konto zurückzuerstatten ist. 

5.2 Der obsiegenden Partei kann nach Massgabe ihres Erfolges von 
Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachse-
ne notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen wer-
den (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Im vorliegenden Verfahren ist der Beschwerdeführerin auf Grund ihres 
Obsiegens eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen, die 
von der Vorinstanz zu bezahlen ist (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei-
tere notwendige Auslagen der Partei  (Art. 8 VGKE). Da sich die Be-
schwerdeführerin im Beschwerdeverfahren anwaltlich hat vertreten las-
sen und keine Kostennote eingereicht wurde, sind die Bestimmungen 
über die Anwaltskosten gemäss Art. 10 VGKE anzuwenden. Danach 
wird das Anwaltshonorar nach dem notwendigen Zeitaufwand des Ver-
treters oder der Vertreterin bemessen. Der Stundenansatz beträgt für 
Anwälte  und  Anwältinnen  mindestens  Fr.  200.-  und  höchstens 
Fr. 400.-. In diesen Stundenansätzen ist die Mehrwertsteuer nicht ent-
halten. Unter  Berücksichtigung dieser  Bestimmungen und des ange-
zeigten, notwendigen Anwaltsaufwandes – wobei die 43 Seiten umfas-
sende Beschwerdeschrift  und die 16-seitige Replik des Beschwerde-
führers zahlreiche Wiederholungen aufweisen und der  Fall  entgegen 
der  Vorbringen  in  seiner  Beschwerde  weder  aufgrund  des  Sachver-
halts noch aus rechtlicher Sicht besondere Schwierigkeiten bietet, die 
einen besonders hohen Aufwand rechtfertigen würden – erachtet das 
Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  insgesamt 
Fr. 3'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) als angemessen. Die Entschädi-
gung ist von der Vorinstanz zu leisten (Art. 64 Abs. 2 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als sie im Sinne der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  in  der 
Höhe von Fr. 3'000.- wird dieser nach Eintritt der Rechtskraft des vor-
liegenden Urteils zurückerstattet. Die Beschwerdeführerin wird aufge-
fordert, dem Bundesverwaltungsgericht die gewünschte Zahlungsstelle 
bekannt zu geben.

4.
Das Bundesamt für Kultur wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin in-
nert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine 
Parteientschädigung in der Höhe von  Fr. 3'500.- (inklusive Mehrwert-
steuer) auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
- das Eidgenössische Departement des Innern (Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Dominique Gross

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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