# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2f2f7f6-d5b0-5d72-bd73-475be2d9cad0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 22.09.2004 SB 2004 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-26_2004-09-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 22. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 26 (nicht/mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Vital und Schäfer 
Aktuarin ad hoc Bühler

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius 
Fryberg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 25. März 2004, mitgeteilt 
am 22. Juni 2004, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Fahren in angetrunkenem Zustand,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 17. September 1949 in A. geboren und wuchs gleichen-
orts zusammen mit einem Bruder bei den Eltern in geordneten Familienverhältnis-
sen auf. Nach dem Besuch von sechs Jahren Primar- und drei Jahren Sekundar-
schule begann er eine Lehre als Kunststeinmacher, die er jedoch nach einem Jahr 
aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Anschliessend absolvierte er bei 
der Garage S. mit Erfolg eine dreijährige kaufmännische Lehre. Von 1970 bis 1976 
war er bei der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft tätig, wo er sich zum 
Gruppenchef aufarbeitete. 1976 wurde X. zum Hauptagenturleiter der C.-Bank in B. 
gewählt. Bis 1990 war er in B. und anschliessend bis 1993 am Hauptsitz in D. tätig. 
Anfangs 1993 gründete er mit Partnern die Garage E. AG in B. und war Geschäfts-
führer dieser Garage. Im November 1994 gab er diese Tätigkeit wieder auf und 
nahm in Q. eine Stelle bei der I.-Bank an, wo er bis 1996 blieb. Danach war X. 
arbeitslos. Im Jahre 1998 erlitt er einen Unfall, bei welchem er drei Lendenwirbel 
brach. Die Rekonvaleszenz dauerte bis Ende Oktober 1999. Von November 1999 
bis April 2001 war er als kaufmännischer Leiter der Schreinerei F. in A. angestellt. 
Im April 2001 brannte die Schreinerei nieder. Seither ist X. arbeitslos. 

X. ist ausgesteuert und empfängt pro Monat Fr. 1'820.-- Sozialhilfe. Vermö-
gen ist keines vorhanden, hingegen Schulden von ca. Fr. 140'000.--.

Im Jahre 1974 verheiratete sich X. mit N.. Diese Ehe, welche kinderlos blieb, 
wurde im Jahre 1990 geschieden. Im Jahre 1994 verheiratete er sich mit R.. Auch 
diese Ehe blieb kinderlos und wurde im Jahre 2000 geschieden.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. nicht verzeichnet. Am 14. März 
1988 wurde er vom Kreispräsidenten P. wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrun-
kenem Zustand mit 30 Tagen Gefängnis, Probezeit zwei Jahre, und Fr. 500.-- Busse 
bestraft. Am 18. September 1990 wurde er vom Kreisgerichtsausschuss M. wegen 
vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit 60 Tagen Gefängnis bestraft. 
Schliesslich wurde er am 25. Februar 1997 vom Bezirksgericht Q. wegen Fahrens 
in angetrunkenem Zustand mit 75 Tagen Gefängnis bestraft. Gemäss Auszug aus 
dem SVG-Massnahmenregister musste ihm drei Mal der Führerausweis wegen An-
getrunkenheit (1988 für zwei Monate; 1990 für 14 Monate; 1996 für unbestimmte 
Zeit) entzogen werden. 

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden geniesst X. in A. 
einen guten Leumund. 

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B. Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens wurde X. psychiatrisch be-
gutachtet. Dr. med. K., Assistenzarzt der Psychiatrischen Klinik L., kam in seinem 
Gutachten vom 31. Oktober 2003 zu folgender Beurteilung:

„1. Diagnostische Einordnung:

Die vorliegenden Informationen sprechen dafür, dass der Expl. seit mindes-
tens 13 Jahren regelmässig Alkohol konsumiert und diesen seit mindestens 
7 Jahren nicht kontrollieren kann. Nachfolgend wird die postulierte Alko-
holabhängigkeit für den Zeitraum der aktuellen Tat anhand der WHO-Inter-
nationalen Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 diskutiert. Die si-
chere Diagnose “Abhängigkeit“ sollte nur gestellt werden, wenn irgendwann 
während des letzten Jahres drei oder mehr Kriterien aus einem Katalog von 
sechs erfüllt sind. Beim Expl. trifft dies für folgende Kriterien zu: Ein starker 
Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren (der Expl. hat wiederholt 
und zuletzt trotz aversiver Medikation Bier konsumiert.). Kontrollverlust be-
züglich Beendigung und Menge des Konsums (dokumentiert für mindes-
tens das letzte FiaZ-Ereignis im Jahre 2003). Toleranz (der Expl. ist wieder-
holt mit hohen Promillengehalten von der Polizei angehalten worden und 
hatte jeweils das sichere Gefühl das Fahrzeug noch lenken zu können). 
Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen 
(der Expl. beschreibt eine zunehmende Rückzugstendenz und Isolierung). 
Anhaltender Konsum trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen 
(der Patient hat trotzdem er seinen Führerschein wieder haben wollte bei-
nahe sieben Jahre gebraucht um die geforderte Abstinenz nachzuweisen. 
Geichzeitig immer wieder erhöhte Leberwerte). Somit erfüllt der Expl. zum 
Zeitpunkt der Tat fünf von sechs Kriterien, sodass die Diagnose gestellt wird:
Störungen durch Alkohol, Alkoholabhängigkeit ICD-10: F10.2.
Die Abhängigkeit entspricht einer Trunksucht im Sinne des Gesetzes.

Das vom Expl. beschriebene Stimmungstief in der Zeit vor der Tat gibt An-
lass zur Untersuchung auf das Vorliegen einer depressiven Störung. Zur Dia-
gnose einer depressiven Störung muss eine mindestens zwei Wochen an-
haltende depressive Stimmung vorliegen mit einem deutlichen Verlust von 
Interesse oder Freude an Aktivitäten die normalerweise angenehm sind. Im 
Weiteren wird zwischen einer leichten, mittelgradigen und schweren depres-
siven Episode unterschieden. Beim Expl. lassen sich neben der schon länger 
anhaltenden depressiven Stimmung und dem Verlust von Freude und Inter-
esse an Aktivitäten, auch ein verminderter Antrieb, ein deutlicher Verlust von 
Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, sowie Anzeichen von Unentschlos-
senheit, Unschlüssigkeit und Schlafstörungen feststellen. Ähnliche Episoden 
waren auch schon nach der ersten Scheidung und seinem Unfall aufgetre-
ten, sodass die Kriterien der Diagnose: Rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelschwer (ICD-10: F.33.1) erfüllt sind.“

Zur Frage der Zurechnungsfähigkeit äusserte sich der Gutachter wie folgt:

„Aufgrund der leichten Bewusstseinsbeeinträchtigung (Alkoholisierung unter 
Berücksichtigung der Toleranz) und der Beeinträchtigung der geistigen Ge-
sundheit (Alkoholabhängigkeit) zum Tatzeitpunkt, war der Expl. fähig das 
Unrecht seiner Tat einzusehen, jedoch vermindert fähig gemäss dieser Ein-
sicht in das Unrecht der Tat zu handeln. Die Zurechnungsfähigkeit war leicht 

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vermindert (Art. 11 StGB). Diese verminderte Zurechnungsfähigkeit kommt 
einerseits dadurch zustande, dass der Expl. aufgrund des krankheitsbeding-
ten Kontrollverlustes mehr trinkt als er sich eigentlich vornimmt und anderer-
seits, dass er durch die Toleranzentwicklung die konsumierte Trinkmenge 
nur vermindert wahrnehmen kann. Die depressive Episode erhöht im aktuel-
len Fall noch die Bereitschaft trotz Antabus und damit verbundener aversiven 
Reaktionen (erbrechen) Alkohol zu trinken.“

Der Gutachter führte ferner aus:

„4. Prognose

Da beim Expl. eine jahrzehntelange Alkoholabhängigkeit bestehend (recte: 
besteht) und er zum wiederholten Male den Alkoholkonsum und das Führen 
von Motorfahrzeugen nicht konsequent voneinander trennen konnte, ist 
seine Legalprognose von seiner Einsicht in die Problematik abhängig. An-
lässlich der Exploration, welche am Ende eines zweimonatigen Klinikaufent-
haltes stand, zeigte sich eine gewisse Einsicht in die Alkoholabhängigkeit 
und eine leichte Motivation eine spezifische Langzeitentwöhnungstherapie 
zu machen. Die Erkenntnis, dass eine Entwöhnungstherapie bei ihm etwas 
positives verändern könnte ist durch den ersten Klinikaufenthalt entstanden. 

Die Schwierigkeiten jedoch die der Expl. nach dem 3. FiaZ hatte, eine gefor-
derte Totalabstinenz nachzuweisen, um den von ihm stark gewünschten 
Führerausweis wieder zu erlangen, zeigen aber, dass die Legalprognose als 
unsicher einzustufen ist. Diese könnte jedoch durch eine mehrmonatige in-
tensive Entwöhnungstherapie verbessert werden. 

5. Therapie, sonstige Massnahmen

Die ausgeprägte Alkoholabhängigkeit wie sie beim Expl. besteht, macht eine 
langfristige spezifische medizinische Entwöhnungstherapie notwendig. Eine 
solche sollte mindestens sechs Monate dauern und unter stationären Bedin-
gungen erfolgen. Da die Tat im Zusammenhang mit der Alkoholabhängigkeit 
steht, würde besonders eine stationäre Behandlung die Verhaltensänderung 
im Alltag einleiten und damit zur Rückfallprävention beitragen. Daher emp-
fehlen wir eine Einweisung in eine Trinkerheilanstalt gemäss Art. 44 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB. Anschliessend wäre eine weiterführende ambulante Behand-
lung nötig. Der sofortige Vollzug einer Strafe wäre mit einer ambulanten Be-
handlung grundsätzlich vereinbar. Aus psychiatrischer Sicht ist die Anord-
nung einer Schutzaufsicht im Moment nicht nötig, könnte aber eine gewisse 
Hilfestellung bedeuten.“

C. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2003 wurde X. wegen vorsätzlichen 
Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG in Anklagezustand 
versetzt und der Fall gestützt auf Art. 346 StGB und Art. 48 StPO dem Bezirksge-
richtsausschuss Plessur zur Beurteilung überwiesen. Der Anklageschrift wurde fol-
gender Sachverhalt zugrunde gelegt:

„Am 15. Juni 2003 fuhr X. mit dem Fahrzeug BMW U., GR T., nach 
Chur und begab sich um 20.15 Uhr ins Bahnhofbuffett, wo er eine Ver-
abredung hatte. Da dieser Termin nicht zustande kam, fuhr der Ange-

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klagte mit dem Fahrzeug ins Parkhaus Arcas und begab sich ansch-
liessend zu Fuss ins Restaurant J., wo er einen Café konsumierte. 
Anschliessend mietete sich X. im Restaurant/Hotel J. ein Zimmer, be-
stellte 2 Flaschen Rotwein und konsumierte diese in seinem Zimmer. 
Gegen Mittag des folgenden Tages trank er im Restaurant J. noch 6 
dl Bier und 2 cl Cognac. In der Folge rief er seine Freundin H. an und 
bat sie, ihn und den Wagen abzuholen. Um seiner Freundin die Pro-
bleme beim Bedienen der Parkhausschranke abzunehmen fuhr er an-
schliessend mit dem erwähnten BMW U., GR T. vom Parkhaus über 
dessen Zufahrtsrampe auf den Churerhof-Parkplatz. Dort wurde er 
von der Stadtpolizei Chur angehalten und kontrolliert. Die in der Folge 
durchgeführte Blutprobe ergab gemäss Bericht des Institutes für 
Rechtsmedizin St. Gallen einen Mindestblutalkoholgehalt von 2,51 
Gewichtspromille. 

Der Führerausweis wurde dem Angeklagten von der Polizei auf der 
Stelle abgenommen. Mit Verfügung vom 20. August 2003 entzog ihm 
das Strassenverkehrsamt Graubünden den Führerausweis auf unbe-
stimmte Zeit, mindestens 24 Monate, mit Wirkung ab 16. Juni 2003.“

D. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte in der Ergänzung der An-
klageschrift vom 15. Dezember 2003 folgenden Antrag:

„1. X. sei des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand 
gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit fünf Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zugunsten einer stationären 
Massnahme gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aufzuschieben.

4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

E. Mit Entscheid vom 25. März 2004, mitgeteilt am 22. Juni 2004, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur:

„1. X. ist schuldig des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand nach Art. 91 Abs. 1 SVG.

2. Dafür wird X. mit 5 Monaten Gefängnis bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten einer stationären 
Massnahme nach Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aufgeschoben.

4. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 6'689.90 (Untersuchungskos-
ten der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 2'495.--, Gerichtsge-
bühr von Fr. 3'000.-- und Honorar der amtlichen Verteidigung von 
Fr. 1'194.90) gehen zu Lasten des Verurteilten.
Die Kosten des Strafvollzuges/Massnahmevollzugs gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden. 

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5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)“

Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid weitgehend auf das vorgängig aus-
zugsweise wiedergegebene psychiatrische Gutachten vom 31. Oktober 2003, wo-
nach eine ambulante Therapie nicht ausreichen würde. 

F. Gegen dieses Urteil liess X. mit Eingabe vom 13. Juli 2004 Berufung 
an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erheben. Die Berufung enthielt 
– neben den Anträgen, ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen sowie eine 
mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen – folgendes Rechtsbegehren:

„1. Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben 
und der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zu Gunsten einer ambulan-
ten Massnahme aufzuschieben.

2. Eventualiter: Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei 
aufzuheben. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Sinne von Art. 
41 Ziff. 1 StGB aufzuschieben. Die Probezeit sei auf 2 Jahre fest-
zulegen. Dem Berufungskläger sei die Weisung zu erteilen, die 
alkoholfürsorgerische Behandlung fortzusetzen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Zur Begründung wurde insbesondere geltend gemacht, dass sich die Situa-
tion des Berufungsklägers in verschiedener Hinsicht verändert habe, weshalb es 
sich verbiete, auf das nicht mehr aktuelle psychiatrische Gutachten vom 31. Oktober 
2003 abzustellen. 

G. Die Staatsanwaltschaft Graubünden liess sich mit Schreiben vom 19. 
Juli 2004 vernehmen. Sie beantragte die Abweisung der Berufung und erklärte, 
dass ihres Erachtens keine Veranlassung bestünde, eine neue Begutachtung 
durchzuführen. Zu korrigieren sei die Ziffer 4 Abs. 2 des Dispositivs des vorinstanz-
lichen Urteils; die Kosten des Massnahmevollzuges seien von Gesetzes wegen dem 
Verurteilten zu überbinden. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 2. August 
2004 auf eine Stellungnahme. 

H. An der Hauptverhandlung vom 22. September 2004 vor dem Kantons-
gerichtsausschuss von Graubünden waren der Berufungskläger und sein amtlicher 
Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. et oec. P. Fryberg, anwesend. Die Staatsanwalt-
schaft Graubünden verzichtete gestützt auf Art. 145 Abs. 4 StPO auf eine Teil-

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nahme. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden 
keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte.

Eingangs wies der Kantonsgerichtsvizepräsident darauf hin, dass ein Zusatz-
bericht zum Gutachten vom 31. Oktober 2003 bei den Akten liege, womit es sich 
nunmehr erübrige, ein weiteres psychiatrisches Gutachten einzuholen. Darauf 
folgte die auszugsweise Verlesung der Akten zur Person. In entsprechendem Zu-
sammenhang erklärte der Berufungskläger, dass er immer noch auf Arbeitssuche 
sei und nach wie vor bei seiner über 90jährigen Mutter wohne, welche er pflege und 
betreue. Bezüglich seiner finanziellen Verhältnisse führte er aus, er beziehe mo-
mentan monatlich Fr. 1‘084.-- von der Sozialhilfe. Seine Schulden würden sich auf 
ca. Fr. 110‘000.-- belaufen. 

Zur Sache befragt, anerkannte X. – wie bereits im erstinstanzlichen Verfahren – die 
Sachverhaltsdarstellung der Staatsanwaltschaft in allen Punkten. Im Rahmen der 
Verlesung des Berichts der Psychiatrischen Klinik Y. vom 26. September 2001 zur 
“Abklärung der Fahreignung“ räumte der Berufungskläger ein, dass es ihm lange 
Zeit nicht gelungen sei, den Nachweis der Totalabstinenz zu erbringen. Auf entspre-
chende Frage des Gerichtsvorsitzenden fügte er präzisierend hinzu, dass er den 
Führerausweis, welcher ihm nach dem dritten FiaZ-Ereignis am 6. Dezember 1996 
für unbestimmte Zeit entzogen worden war, erst im Januar 2003 wiedererlangt 
habe. Somit sei ihm das Fahren von Motorfahrzeugen von 1997 bis 2003 untersagt 
gewesen. Hinsichtlich des vorliegend in Frage stehenden FiaZ-Ereignisses 
bestätigte er, dass er den auf unbestimmte Dauer ausgesprochenen Führeraus-
weisentzug (Verfügung des Strassenverkehrsamtes des Kantons Graubünden vom 
20. August 2003) anerkannt habe. 

Im Rahmen der auszugsweisen Verlesung des Psychiatrischen Gutachtens vom 31. 
Oktober 2003 äusserte der Berufungskläger, dass seine Jugend im grossen und 
ganzen problemlos verlaufen sei. Er habe zwar bereits in der Jugendzeit die Ge-
wohnheit angenommen, nach der Arbeit (beinahe täglich) Apéros zu trinken, desta-
bilisiert habe sich die Lage jedoch erst mit den eintretenden Eheproblemen. Auf 
Vorhalt der im Gutachten festgehaltenen Aussage seines Hausarztes Y. vom 1. Ok-
tober 2003, wonach der Berufungskläger sehr uneinsichtig und schwer alkoholkrank 
sei, gab X. zu, dass es ihm an der nötigen Einsicht gefehlt habe. Er habe erst 
während des zweimonatigen Aufenthaltes in der Klinik L. gelernt, mit sich selbst und 
seiner Sucht umzugehen. Er habe dort dank kleinen Schritten erhebliche Forts-
chritte erzielt, was im Übrigen in den aktuellen Berichten bzw. im Zusatzgutachten 

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Niederschlag gefunden habe. Er sei seit seiner Entlassung sehr darum bemüht, sei-
nen Alltag sinnvoll zu gestalten. Eine grosse Stütze sei ihm dabei das zweimal mo-
natlich stattfindende Einzelgespräch mit W., Sozialarbeiter beim regionalen Sozial-
dienst in O., sowie die Gruppensitzung, welcher er in regelmässigen Abständen bei-
wohne. Zudem finde er sich zweimal monatlich bei seinem Hausarzt Y. ein, um Blu-
tanalysen durchführen zu lassen. Auf die Frage, wann er zum letzten Mal Alkohol 
getrunken habe, erwiderte der Berufungskläger, das sei am letzten Freitag an einem 
Fest gewesen, wo er ein Glas Wein konsumiert habe. Auf die Frage nach dem vor-
letzten Mal gab er das Churer-Fest (13. bis 15. August 2004) an. Er fügte hinzu, 
dass er von Montags bis Samstags nie trinke und bezeichnete dies als “kontrollier-
ten“ Alkoholkonsum. Langfristig sei das Ziel zwar die Totalabstinenz, momentan 
stünde jedoch die Depressionsbekämpfung im Vordergrund. 

Der amtliche Verteidiger verwies betreffend seiner Anträge auf die Beru-
fungsschrift vom 13. Juli 2004 und äusserte sich in der Hauptverhandlung haupt-
sächlich zu den Ergänzungsberichten (vgl. unten, Erwägungen Ziff. 2b). Daraus 
gehe hervor, dass X. sich im Sommer 2003 freiwillig einer etwas mehr als zwei Mo-
nate dauernden stationären Behandlung unterzogen habe. Im Anschluss daran 
habe er sich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, welche er regelmässig aufsu-
che und in der er sich aktiv beteilige. Schliesslich würden sich nicht nur W. vom 
Sozialdienst und Y. in den fraglichen Berichten zugunsten einer ambulanten Mass-
nahme aussprechen; auch der das Zusatzgutachten vom 14. September 2004 er-
stellende Gutachter halte eine ambulante Behandlung nunmehr für vertretbar. Es 
gehe zwar aus diesem Gutachten nicht hervor, ob der Strafvollzug mit einer ambu-
lanten Massnahme vereinbar wäre, er selbst sei allerdings der festen Überzeugung, 
dass eine unbedingte Strafe kombiniert mit einer ambulanten Massnahme die un-
vorteilhafteste Lösung für den Berufungskläger darstellen würde. Deshalb sei die 
Freiheitsstrafe bedingt auszusprechen oder, falls das Gericht auf eine unbedingte 
Freiheitsstrafe erkennen sollte, diese zugunsten einer ambulanten Massnahme auf-
zuschieben. Damit hielt der amtliche Verteidiger vollumfänglich an den in der Beru-
fung gestellten Anträgen fest.

In seinem Schlusswort beteuerte X. nochmals, dass er sich in einer intensiven Auf-
arbeitungsphase befinde und gesundheitliche Fortschritte mache. Er wünsche des-
halb, auf diesem Weg weiterzufahren. 

Auf die weitere Begründung der Anträge des Staatsanwaltes und des 
amtlichen Verteidigers sowie auf die richterliche Befragung des Berufungsklägers 

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anlässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen 
seit der schriftlichen Eröffnung des Entscheides in dreifacher Ausfertigung, unter 
Beilage des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen und hat 
darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob 
das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft den vorinstanzlichen Entscheid – 
trotz der ihm als Berufungsinstanz zukommenden umfassenden, uneingeschränk-
ten Kognition (Art. 146 Abs. 1 StPO) – grundsätzlich nur im Rahmen der in der Be-
rufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Berufung vom 13. Juli 2004 wird eingetreten.

2a) Es wurde von Seiten der Verteidigung weder bestritten, dass sich der 
Berufungskläger des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand nach Art. 91 
Abs. 1 SVG schuldig gemacht hat, noch wurde die durch die Vorinstanz ausgespro-
chene Freiheitsstrafe von 5 Monaten Gefängnis beanstandet. Angefochten wurde 
einzig die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 
StGB. Gegenstand der vorliegenden Berufung bildet damit hauptsächlich die Frage, 
ob in Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Gutachten vom 31. Oktober 2003 
auf eine stationäre Massnahme zu erkennen sei, oder ob – dem Antrag der Vertei-
digung folgend – eine ambulante Massnahme, deren Verhängung gemäss dem Zu-
satzgutachten vom 14. September 2004 als "vertretbar“ bezeichnet wird, den Vor-
zug verdient. Falls der zweitgenannten Lösung der Vorrang gegeben werden sollte, 
müsste weiter geprüft werden, ob ein gleichzeitiger Strafvollzug mit der ambulanten 
Massnahme vereinbar wäre, oder dieser vielmehr zugunsten der Massnahme auf-
geschoben werden müsste. Sollte der Kantonsgerichtsausschuss – gemäss dem 
Eventualantrag der Verteidigung – vorliegend zum Schluss gelangen, dass weder 
eine stationäre noch eine ambulante Massnahme anzuordnen sei, wäre ferner über 
die Gewährung des bedingten Strafvollzuges und allenfalls über die Erteilung einer 
Weisung zu befinden. Am Rande sei bemerkt, dass eine Massnahme im Sinne von 
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vorliegendenfalls von vornherein ausser Betracht fällt, da 

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die verminderte Zurechnungsfähigkeit des Berufungsklägers zum Tatzeitpunkt 
gemäss Gutachten vom 31. Oktober 2003 eindeutig auf die Alkoholisierung zurück-
zuführen ist.

b) Zu beachten ist schliesslich, dass im Berufungsverfahren neue Be-
weismittel beigezogen wurden, welche der Vorinstanz nicht zur Verfügung gestan-
den haben. Dabei handelt es sich um das durch Y. ausgestellte ärztliche Zeugnis 
vom 24. August 2004, den von W. verfassten Bericht vom 7. September 2004 sowie 
den Zusatzbericht zum Gutachten vom 31. Oktober 2003 der psychiatrischen 
Dienste Graubünden vom 14. September 2004. 

3a) Ist der Täter trunksüchtig und steht die von ihm begangene Tat damit 
in Zusammenhang, so kann der Richter seine Einweisung in eine Trinkerheilanstalt 
oder, wenn nötig, in eine andere Heilanstalt anordnen, um die Gefahr künftiger Ver-
brechen oder Vergehen zu verhüten. Der Richter kann auch eine ambulante Be-
handlung anordnen (Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Als Trunksüchtig im Sinne von Art. 
44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB hat derjenige zu gelten, der gewohnheitsmässig zu viel Alko-
hol trinkt und sich von dieser Gewohnheit aus eigener Willenskraft nicht lösen kann 
(BGE 104 Ib 47; Jörg Rehberg, Strafrecht II, 7. Auflage, Q. 2001, S. 148; Stefan 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Q. 1997, 
N 3 zu Art. 44; Ursula Frauenfelder, Die ambulante Behandlung geistig Abnormer 
und Süchtiger als strafrechtliche Massnahme nach Art. 43 und 44 StGB, Zürcher 
Studien zum Strafrecht, Q. 1978, S. 37 ff.). Vor allem im medizinischen Bereich 
werden verschiedene Grade der Trunksucht unterschieden, welche jedoch keinen 
Einfluss auf die Anwendbarkeit des Art. 44 StGB haben; bereits eine einfache 
Trunksucht reicht für die Anordnung einer Massnahme nach dieser Bestimmung 
aus (Ursula Frauenfelder, a. a. O., S. 39). 

b) Gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB holt der Richter, soweit erforderlich, 
ein Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des Täters sowie über 
die Zweckmässigkeit der Behandlung ein. 

Zunächst ist festzuhalten, dass ein Gutachter, der zur Beantwortung gewis-
ser Fragen (vorliegend die Frage, ob eine Massnahme und allenfalls welche Mass-
nahme anzuordnen sei) beigezogen wird, “Entscheidungsgehilfe“ des Richters ist 
(vgl. PKG 1994 Nr. 45), dessen Wissen und Erfahrungen er durch besondere Kennt-
nisse auf seinem Sachgebiet ergänzt (vgl. BGE 118 Ia 145). Im heute hochentwi-
ckelten und spezifizierten wissenschaftlichen Zeitalter kommt dem – beispielsweise 

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psychiatrischen – Gutachten eine wichtige Bedeutung zu. Das Gericht muss jedes 
Gutachten auf seine Überzeugungskraft hin eingehend prüfen. Dies setzt voraus, 
dass der Sachverständige seine Gedankengänge, Folgerungen und Werturteile ver-
ständlich, offenkundig und mit aller Gewissenhaftigkeit darlegt.

Wie jedes andere Beweismittel unterliegt das Gutachten der freien richterli-
chen Beweiswürdigung. Das Gericht ist demnach grundsätzlich nicht an den Befund 
oder die Folgerungen des Sachverständigen gebunden. Will der Richter allerdings 
von den Folgerungen einer Expertise abweichen, so hat er seine Auffassung ein-
lässlich zu begründen (BGE 101 IV 130; Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 231; Helfenstein, Der 
Sachverständigenbeweis im schweizerischen Strafprozess, Diss., Q. 1978, S. 254 
f.). Grundsätzlich ist ein Abweichen von einem Gutachten nur aus triftigen Gründen 
zulässig (BGE 107 IV 8; 129 I 57).

c) Gemäss dem durch Dr. med. K., Assistenzarzt in der psychiatrischen 
Klinik L., erstellten Gutachten vom 31. Oktober 2003 (act. 2.10), leidet X. an einer 
Alkoholabhängigkeit sowie an einer gegenwärtig mittelschweren rezidivierenden 
depressiven Störung. Während des ersten Klinikaufenthaltes sei beim Berufungs-
kläger die Erkenntnis entstanden, dass eine Entwöhnungstherapie bei ihm etwas 
positives bewirken könnte. Es habe sich mit anderen Worten am Ende des zweimo-
natigen Klinikaufenthaltes eine gewisse Einsicht in die Alkoholabhängigkeit und 
eine leichte Motivation, eine spezifische Langzeitentwöhnungstherapie in Angriff zu 
nehmen, gezeigt. In der Tat mache die ausgeprägte Alkoholabhängigkeit, wie sie 
bei X. bestehe, eine langfristige medizinische Entwöhnungstherapie unter statio-
nären Bedingungen notwendig. Eine Einweisung in eine Trinkerheilanstalt werde 
zur Verhütung einer allfälligen Rückfallgefahr als zweckmässig und indiziert erach-
tet, während eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
nicht ausreiche. Empfohlen wird ein mindestens sechs Monate dauernder Aufent-
halt in einer Trinkerheilanstalt und eine anschliessende, weiterführende ambulante 
Behandlung.

d) Da von Seiten der Verteidigung beanstandet wurde, dass auf das Gut-
achten vom 31. Oktober 2003 nicht abgestellt werden dürfe, da es veraltet sei und 
damit nicht die aktuelle Situation des Berufungsklägers widerspiegle, wurde ein Zu-
satzbericht zum Gutachten vom 31. Oktober 2003 in Auftrag gegeben. In diesem, 
ebenfalls durch Dr. med K. erstellten Gutachten vom 14. September 2004 wird fest-
gehalten, dass Y. und W. dem Berufungskläger offenbar einen vielversprechenden 

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Entwicklungsprozess bescheinigen (hierzu unten; Ziff. 3e). Gleichzeitig wird aber 
auch darauf hingewiesen, dass X. immer noch erhöhte Leberwerte und deutlich er-
höhte CDT-Werte vorweise. Dies zeige, dass er trotz seiner Angaben, die Sucht 
überwunden zu haben, noch grosse Mühe zu haben scheine, die Abstinenz aufrecht 
zu erhalten. Abschliessend wird festgehalten, dass gestützt auf die positiven Be-
richte von W. und Y. auch die Anordnung einer ambulanten Massnahme im Sinne 
von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 zweiter Satz StGB vertretbar sei. 

e) Bei den unter Ziff. 3d) erwähnten Berichten handelt es sich um Doku-
mente, die – wie an früherer Stelle bemerkt – erst nach dem erstinstanzlichen Ver-
fahren ins Recht gelegt wurden. Im ärztlichen Zeugnis vom 24. August 2004 
bestätigt der Hausarzt des Berufungsklägers, Y., dass dieser seit seiner Entlassung 
aus der psychiatrischen Klinik im November 2003 regelmässig und seit Februar 
2004 monatlich in seiner Praxis erscheine, um Blutanalysen durchführen zu lassen. 
Des Weiteren befürwortet Y. die Fortsetzung der Behandlung und Kontrolle der 
Suchtproblematik in seiner Praxis, sowie die Fortführung der Gesprächstherapie un-
ter der Leitung von W. und der Teilnahme in der Selbsthilfegruppe. Der zweite Be-
richt datiert vom 7. September 2004 und wurde von W. vorgelegt. Dieser attestiert 
dem Berufungskläger ein kooperatives Verhalten in den beratenden Gesprächen 
und Engagement im Rahmen der Selbsthilfegruppe. Der Verfasser des Berichts 
stellt bei X. grosse Fortschritte im Aufarbeiten seiner Suchtproblematik fest und ist 
der Auffassung, dass eine weitere stationäre Massnahme eine erfolgreich begon-
nene und freiwillig durchgeführte Massnahme abbrechen oder mindestens unter-
brechen würde. Es stelle sich die Frage, ob eine weitere stationäre Massnahme 
zum jetzigen Zeitpunkt noch Sinn mache und insbesondere, ob sie unter Umstän-
den nicht geradezu kontraproduktiv wirken könnte. Aus dem Bericht von W. geht 
aber auch klar hervor, dass X. während der stationären Therapie in der Klinik L. 
ganz neue Erkenntnisse und Einsichten bezüglich der komplexen Suchtproblematik 
erlangt habe. 

4. Nach der Würdigung aller entscheidrelevanten Beweismittel und auf-
grund der richterlichen Befragung des Berufungsklägers kommt der Kantonsge-
richtsausschuss zum Schluss, dass die von W. aufgeworfene Frage im Sinne des 
Gutachtens vom 31. Oktober 2003 zu beantworten ist. Zunächst ist zu fragen, wie 
die Aussage von Dr. med. K. im Zusatzbericht zum psychiatrischen Gutachten, eine 
ambulante Massnahme sei “vertretbar“, zu interpretieren sei. Der Terminus “vertret-
bar“ kann unter den gegebenen Umständen nicht anders verstanden werden, als 
dass es noch eine andere, wenn nicht sogar bessere Lösung gebe. Jedenfalls man-

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gelt es der Formulierung an der notwendigen Überzeugungskraft, welche eine am-
bulante Massnahme als zwingend und demzufolge als die zweckmässigste Lösung 
erscheinen liesse. Gemäss BGE 129 I 57 f. kann das Abstellen auf nicht schlüssige 
Gutachten gegen das Willkürverbot verstossen, wenn gewichtige, zuverlässig be-
gründete Tatsachen oder Indizien die Überzeugungskraft des Gutachtens ernstlich 
erschüttern. Aus den obigen Erwägungen erhellt, dass das Gutachten vom 31. Ok-
tober 2003 – welches höchstens in dem Sinne als “nicht schlüssig“ bzw. als ausle-
gungsbedürftig bezeichnet werden könnte, als es in zeitlicher Hinsicht nicht auf dem 
aktuellsten Stand ist, während es sich aber in Bezug auf die zu verhängende Mass-
nahme klar und unmissverständlich zugunsten einer stationären Behandlung aus-
spricht – weder durch den Zusatzbericht vom 14. September 2004 noch durch an-
dere Tatsachen oder Indizien in Frage gestellt oder gar erschüttert würde. Hervor-
zuheben ist insbesondere, dass die Ausführungen von Dr. med. K. im Gutachten 
vom 31. Oktober 2003 nach wie vor von grosser Aktualität sind, hat doch der Beru-
fungskläger die Alkoholabhängigkeit, welche hauptsächlich zu den Erwägungen im 
genannten Gutachten geführt hat, auch zum heutigen Zeitpunkt noch keineswegs 
überwunden. 

Die Skepsis von Dr. med. K. gegenüber einer ambulanten Massnahme zeigt 
sich ausserdem in den Ausführungen bezüglich der Blutanalysen, welche grenzwer-
tig erhöhte Leberwerte und deutlich erhöhte CDT-Werte anzeigen würden. Dies 
deckt sich mit den Aussagen des Berufungsklägers anlässlich der Berufungsver-
handlung, wonach er nicht konsequent auf den Konsum von Alkohol verzichte. Dem 
Kantonsgerichtsausschuss erscheint es gerade auch im Hinblick auf die Wiederer-
langung des Führerausweises, wozu der Berufungskläger gemäss der Verfügung 
vom 20. August 2003 des Strassenverkehrsamtes Graubünden (act. 3.7) eine “kon-
trollierte und lückenlose Alkoholabstinenz während mindestens 24 Monaten“ nach-
weisen muss, unverständlich, dass der Berufungskläger nicht die sofortige Totalab-
stinenz anstrebt. 

Für eine stationäre Therapie spricht schliesslich der Umstand, dass sowohl 
X. als auch W. eingestanden haben, die Therapie in der Klinik L. habe beim Beru-
fungskläger nicht nur etwas positives bewirkt, sondern sei geradezu der Auslöser 
für seine Suchterkenntnis gewesen. Inwiefern eine weitere stationäre Therapie die 
momentane Entwicklung unterbrechen oder ihr sonstwie abträglich sein sollte, ist 
daher nicht einzusehen, dies umso weniger, als im Anschluss an die stationäre Be-
handlung mit grosser Wahrscheinlichkeit wiederum eine (weiterführende) ambu-
lante Behandlung notwendig sein dürfte (vgl. Gutachten vom 31. Oktober 2003). Es 

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ist im Gegenteil davon auszugehen, dass der Heilungsprozess durch eine stationäre 
Massnahme intensiviert würde. Von einer Gefährdung des bisherigen Erfolges kann 
demnach keine Rede sein. 

Auch wenn die momentane ambulante Behandlung zugegebenermassen po-
sitive Wirkung auf X. zeitigt, gelangt der Kantonsgerichtsausschuss unter Berück-
sichtigung der gesamten Umstände und in Übereinstimmung mit dem Gutachten 
vom 31. Oktober 2003 sowie gestützt auf den Zusatzbericht vom 14. September 
2004, welcher sich nach dem oben Dargelegten nicht eindeutig und zwingend zu-
gunsten einer ambulanten Massnahme ausspricht, zur festen Überzeugung, dass 
dem Berufungskläger mit einer stationären Massnahme am besten gedient ist. Um 
die offensichtlich bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht erreichte Totalabstinenz – 
wie sie eben auch vom Strassenverkehrsamt zur Wiedererlangung des Führeraus-
weises vorausgesetzt wird – zu erreichen, bietet eine stationäre Massnahme zwei-
fellos die besten Aussichten. Triftige Gründe, um von den klaren und eindeutigen 
Ausführungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens vom 31. Oktober 2003 ab-
zuweichen, bestehen nicht.

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Berufung abgewiesen 
und der Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären Massname gemäss 
Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aufgeschoben wird. Entfällt die Anordnung einer ambu-
lanten Behandlung, so erübrigt es sich zu prüfen, ob ein gleichzeitiger Strafvollzug 
die Erfolgsaussichten einer ambulanten Behandlung beeinträchtigen würde und ob 
der Strafvollzug zugunsten einer ambulanten Massnahme aufzuschieben sei. In die-
sem Zusammenhang sei immerhin darauf hingewiesen, dass ein Aufschub des 
Strafvollzuges zwecks ambulanter Massnahme nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nur dann in Betracht kommt, wenn die Behandlung durch den Voll-
zug der Freiheitsstrafe klarerweise erheblich beeinträchtigt würde (BGE 120 IV 1). 
Insbesondere sind beim Entscheid über den Aufschub des Strafvollzuges die As-
pekte der rechtsgleichen Sanktionierung und der Generalprävention bzw. des ge-
rechten Schuldausgleichs (durch Vollzug der schuldadäquaten Strafe) in die Abwä-
gung einzubeziehen (BGE 129 IV 163 f.).

5. Der Vollständigkeit halber sei hinsichtlich des Eventualantrages der 
Verteidigung, es sei dem Berufungskläger der bedingte Strafvollzug nach Art. 41 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu gewähren, folgendes festgehalten: Die Gewährung des be-
dingten Strafvollzuges ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, bei deren Vor-
liegen der Verurteilte einen Rechtsanspruch darauf hat (vgl. Trechsel, a. a. O., N 5 

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zu Art. 41 StGB). Die objektiven Voraussetzungen wären erfüllt. In subjektiver Hin-
sicht ist der Aufschub der Freiheitsstrafe nur zulässig, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder 
Vergehen abgehalten; es muss ihm mit anderen Worten eine günstige Prognose 
gestellt werden können. Der Richter soll sich zur Beurteilung dieser Frage ein mög-
lichst vollständiges Bild der Täterpersönlichkeit machen. Er muss begründetes Ver-
trauen haben, dass der Verurteilte in Zukunft dauernd einen klaglosen Lebenswan-
del führen werde. 

Zunächst gilt es festzuhalten, dass eine im Zusammenhang mit einem be-
dingten Strafvollzug erteilte Weisung dem Sinn und Zweck einer stationären Mass-
nahme und der Art einer solchen Therapie nicht gerecht werden könnte. Mit Blick 
auf BGE 118 IV 97 ff. gilt es sodann festzustellen, dass dem Berufungskläger, trotz 
des verfügten Führerausweisentzuges für die Dauer von mindestens 24 Monaten, 
auch keine günstige Prognose gestellt werden könnte, solange der Therapieerfolg 
in Form einer Totalabstinenz nicht eingetreten und erhärtet ist. Insbesondere auf-
grund der Tatsache, dass er sich nach einem – mangels Nachweis einer 12monati-
gen Total-Alkoholabstinenz ca. 6 Jahre dauernden – Führerausweisentzug nur rund 
5 ½ Monate nach dessen Wiedererlangung erneut dazu hinreissen liess, in stark 
angetrunkenem Zustand (2,51 Gew.-0/00) ein Motorfahrzeug zu lenken, könnte der 
Kantonsgerichtsausschuss kein begründetes Vertrauen haben, dass er inskünftig 
von dem inkriminierten Verhalten abhalten und sich wohlverhalten werde. Das man-
gelnde Vertrauen gründet insbesondere auch im Umstand, dass X. vorliegend be-
reits zum vierten Mal wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand zur Verantwortung 
gezogen wird. Auch mangels günstiger Prognose würde eine bedingte Freiheits-
strafe damit ausser Betracht fallen. 

6. Bezüglich des Kostenentscheides betreffend des Massnahmevollzu-
ges gemäss Ziff. 4 Abs. 2 des angefochtenen Urteils bleibt festzuhalten, dass dieser 
unter Hinweis auf Art. 189 StPO und im Einverständnis mit Rechtsanwalt lic. iur. et 
oec. P. Fryberg von Amtes wegen zu Lasten des Berufungsklägers geändert wird. 
Da der Kantonsgerichtsausschuss das Urteil – ohne Einwilligung des Beurteilten – 
nur zu dessen Gunsten von Amtes wegen ändern kann (Padrutt, a. a. O., S. 375), 
sei die Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen, dass zur Anfechtung des Kosten-
entscheides grundsätzlich Anschlussberufung hätte erhoben werden müssen. Eine 
Vernehmlassung gilt nach kantonsgerichtlicher Praxis nicht als Anschlussberufung. 

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7. Nach diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Berufungs-
verfahrens von Fr. 1500.-- sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 
1100.-- gemäss Art. 160 StPO zu Lasten von X.. Die Kosten der amtlichen Verteidi-
gung werden vorschussweise vom Kanton Graubünden bezahlt (Art. 155 StPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Ziffer 4 Absatz 2 des angefochtenen Urteils wird von Amtes wegen dahin 
korrigiert, als die Kosten der Massnahme zu Lasten von X. gehen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1500.-- sowie die Kosten der 
amtlichen Verteidigung von Fr. 1100.-- gehen zu Lasten von X.. Die Kosten 
der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise vom Kanton Graubün-
den bezahlt.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: