# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c46078ac-3d4e-5f98-a9c3-ae16b60ccee3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-12-28
**Language:** de
**Title:** Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG. Die Beschwerden sind vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen. Entlastungsbeweis des Unfallversicherers gelungen
**Docket/Reference:** UV.2020.00060
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2020.00060.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2020.00060
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiber Müller
Urteil
vom
2
8.
Dezember 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsanwalt Michael
Steudler
, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
1955
, war seit
1. April 2011
als
Plat
t
enleger
bei der
Y.___
GmbH
angestellt und in dieser Eigenschaft bei
der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von
Berufs- und Nicht
berufsu
nfällen versichert (vgl. Urk. 9/
1
).
Der Versicherte liess die
Suva
mit
Schadenmeldung
UVG vom
13
.
Juni 2019
(Urk. 9/
1
) wissen, dass
er am 11. Mai 2019 beim Befestigen und Sichern der Ladung mit
einem
Spannset auf dem Anhänger den Oberarm und die Schulter gezerrt habe
.
Der
erstbehandelnde Arzt, welcher
vom
Versicherten am 12. Juni 2019 erstmals
aufgesucht
worden war
,
diagnostizierte
am 20. Juni 2019
eine Rotatorenmanschettenruptur
links
(Urk. 9/
8
/2
). Die
Suva
tätigte in der Folge medizinische Abklärungen
und
holte unter anderem bei
Kreisarzt
Dr. med.
Z.___
, Fach
arzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, ein
e
Aktenbeurteilung
ein (Urk. 9/
26
).
Am 26. August 2019 wurde der Beschwerdeführer an der linken Schulter operiert (Arthroskopie,
Bicepstenotomie
,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
[
Subsca
pu
l
arissehne
],
Akromioplastik
,
Bursektonmie
links [Urk. 9/56/3-4]).
1.2
Mit Verfügung vom
19
.
September
2019 (Urk. 9/
3
8
)
verneinte
die
Suva
einen Leistungsanspruch mit der Begründung, dass die Beschwerden des Versicherten weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche Körperschädigung zurück
zuführen seien
. Die vom Versicherten am
18
.
Oktober
2019 (Urk. 9/
46
) erhobene Einsprache wies die
Suva
mit Entscheid vom
17. Februar 2020
ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
17
.
Februar
2020
erhob der Versicherte am
19
.
März
20
20
(Urk. 1) Beschwerde und beantragte, dieser
sowie die Verfügung vom 19. September 2019 seien aufzuheben
und
es seien ihm als Folg
e des Unfall
ereignisses vom 11.
Mai 2019 die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Bundes
gesetz über die Unfallversicherung (insbesondere Heilbehandlungskosten) bis zum Erreichen des medizinischen Endzustandes, welcher noch zu ermitteln sein werde, auszurichten. Eventualiter sei ein neutrales, orthopädisches Gutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin anzuordnen
(S. 2).
Zudem reichte der Beschwer
deführer ein aktuelles Schreiben des behandelnden Arztes
vom 11. März 2020
ein (Urk. 3/3).
Die
Beschwerdegegnerin legte das nachgereichten Schreiben Kreisarzt Dr. med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor und schloss auch gestützt auf
dessen
orthopädisch-
chirurgische Beurteilung vom 8. Juni 2020 (Urk. 9/60) in ihrer Beschwerde
antwort vom 18. Juni 2020 (Urk. 8) auf
Abweisung
der Beschwerde.
Mit
Replik vom 26. Oktob
er
(Urk.
1
4
) hielt der Beschwerdefüh
rer an seinen Anträgen fest (S.
2).
Am 26. November 2020 (Urk. 17) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf Duplik, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. November 2020 (Urk. 18) zur Kenntnis gebracht wurde
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn
er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Dabei ist der Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendiag
nose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (analog zur Recht
sprechung zur Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG,
BGE 146 V 51
E. 8.2.2.1)
. Die vorwiegend durch Abnützung oder Erkrankung bedingte Verur
sachung hat der
Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachzu
weisen (E.
8.6).
1.3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit,
das Ereignis vom 11. Mai 2019 stelle kein
en
Unfall
im Sinne von Art.
4 des
Bundes
gesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
dar
(S. 5 f. Ziff.
6).
Kreisarzt
Dr.
Z.___
habe in seiner Beurteilung vom 6. Au
gust 2019 nachvollziehbar, schlüssig und insbesondere gestützt auf die vorlie
gende Bildgebung erklärt, weshalb die Rotatorenmanschettenruptur mit Pully-Läsion mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit vorwiegend auf Degeneration zurückzuführen sei. Hingegen vermöge die entgegenstehende Ansicht des behandelnden Arztes nicht zu überzeugen. So stehe dessen Aussage, das Schultergelenk würde keine wesentlichen Abnutzungserscheinungen zeigen
,
im Widerspruch mit dem von ihm
-
im Zusammenhang mit der MR-
Arthrographie
vom 15. Juli 2019
-
selbst
erhobenen
Befund einer ausgeprägten degenerativen Veränderung. Zudem
be
ruhten die Ausführungen des Behandlers auf der unzu
lässigen Argumentation, dass die Beschwerdesymptomatik durch das Ereignis vom 11. Mai 201
9
verursacht worden sei, weil die Beschwerden nach diesem Ereignis aufgetreten seien
. Weiter bedeute
-
gemäss der Klassifikation der fettigen Muskeldegeneration nach
Gouttailer
- der
Grad II bereits eine deutliche fettige Infiltration, wobei noch mehr Muskel als Fett vorhanden sei. Zudem habe sich in der
MR-
Arthrographie
vom 15. Juli 2019
auch eine AC-Gelenksarthrose gezeigt. Bei einer solchen handle es sich um eine durch Verschleiss und Abnutzung bedingte
degenerative
Erkrankung (
S.
6-9 Ziff. 7
; vgl. auch die Beschwerde
antwort [Urk. 8 Ziff. 7.1]
).
Mit Beschwerdeantwort
(Urk. 8) ergänzte die Beschwerdegegnerin
,
nachdem sie das vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde eingereichte aktuelle Schreiben des behandelnden Arztes
vom 11. März 2020
(Urk. 3/3) Kreisarzt Dr.
A.___
vorgelegt hatte (vgl. Urk. 9/60),
dieser
sei in seiner Würdigung zum Schluss gekom
men, dass das Vorliegen einer Listendiagnose zu verneinen sei und die Verände
rung am linken Schultergelenk des Beschwerdeführers vorwiegend und mit über
wieg
ender Wahrscheinlichkeit auf Degen
eration beruhe (
Urk. 8 Ziff. 7.3
)
. Die Ein
schätzung des behandelnden Arztes vermöge keinen Zweifel an den kreis
ärztlichen Einschätzungen von Dr.
Z.___
und Dr.
A.___
zu erwecken. Es sei auf diese abzustellen (Ziff. 7.4-7.5). Es lägen kein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG und keine Körperschädigung im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 ATSG vor.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1)
und seiner Replik (Urk. 14)
geltend,
Dr.
B.___
widerspreche sich nicht. Er hab
e
einleuchtend festgehalten, dass es keinen eindeutigen Beleg gebe, ob die Schäden degenerativ oder unfallbedingt seien. Die Angaben von Dr.
B.___
seien schlüssig und über
zeugten. Sie vermö
cht
en zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen Feststellungen von Dr.
Z.___
hervor
zurufen. Ohne dass die Berichte von Dr.
B.___
einem unabhängigen Spezialisten vorgelegt worden seien, könne nicht allein mit juristischen Argumenten (Hinweis auf
post
ho
c
ergo
propter
hoc-Argument und Hinweis auf die auftragsrechtliche Stellung von behandelnden Ärzten)
und basierend auf einem kreisärztlichen Bericht überzeugend behauptet werden, die Gesundheitsbeschwerden seien über 50 % abnützungsbedingt
(
Urk. 1
S.
6-8
, Urk. 14 S. 3 f.
).
3.
3.1
Am 12. Juni 2019 erfolgte die medizinische Erstbehandlung des Beschwerdefüh
rers in der Praxis
C.___
. Im
entsprechenden
Bericht vom 20. Juni 2019 (Urk. 9/8
/2
) wurde eine Rotatorenmanschettenruptur links diag
nostiziert.
3.2
Nach Vorlage der Akten hielt
Kreisarzt Dr.
Z.___
in seiner
Beurteilung
vom
6
.
August
2019 (Urk. 9/
26/2
)
– unter anderem gestützt auf ein
Arth
r
o
-
MRI der linken Schulter vom 15. Ju
l
i 2019 (Urk. 9/25) -
fest,
der Befund entspreche einem Sehnenriss und damit der Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG. Der Sehnenriss sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen. Bildgebend dargestellt werde gesamthaft ein degeneratives
Verschleissleiden des Schultergelenks. Es fänden sich
Akromionosteophyten
, eine AC-Gelenksarthrose, eine
Tendinopathie
der
Rotatorenmanschette
, eine Luxation der langen Bizepssehne, eine fettige Involu
tion der Muskelbäuche und eine Bursitis subacromialis. Die Kontinuitätsunterbre
chung, im Befund als Ruptur bezeichnet, finde sich an der Prädilektionslokalisa
tion für Verschleiss und der Beschwerdeführer habe das
Prädilektionsalter für Verschleiss erreicht.
3.3
Am 26. August 2019 wurde der Beschwerdeführer an der linken Schulter operiert (
Arthroskopie Schulter links,
Bicepstenotomie
,
Rotatorenmanschettenrekon
struktion
[
Subscapularissehne
],
Akromioplastik
,
Bursektonmie
links. Dr.
med.
B.___
von der Orthopädischen Klinik des Spital
D.___
führte
im Operations
bericht vom 27. August 2019 (Urk. 9/56/3-4)
unter anderem aus
,
es hätten sich glenohumeral alter
sentsprechende
Gelenkver
hältnisse
gezeigt
. Das vordere Labrum
sei st
abi
l. Der
Bizep
sanker
zeige sich m
i
t
deutlicher
Degeneration
im
Sinne einer
SLAP III
.
- IV
.
Grades. Im Verlauf
sei
die Sehne
deutlich
degenerativ
verändert mit Partialruptur bei
Einritt in den
Sulcu
s
bicipitalis
.
Es sei eine deut
liche Instabilität i
m
Sulcus
bicipitalis
bei Pu
l
ly-Läsion
feststellbar
.
Die
Subsca
pulari
ssehne
zeige sich mit Oberrandläsion und
intr
a
t
end
inö
ser
Rissbildung.
Die
Supraspinatussehne
sei
ohne
Anhalt
für
eine trans
murale Ruptur.
Die
Infraspi
nat
ussehn
e
sei
intakt
.
Beim Eingehen nach subacromial zeige sich eine ausge
prägte Bursitis subacromialis. Auch von subacromial zeige sich kein Anhalt für eine transmurale Rotatorenmanschettenruptur.
3.
4
Auf Rückfrage des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin führte Dr. med.
B.___
von der Orthopädischen Klinik des Spital
D.___
in seinem Schreiben vom 6. September 2019 (Urk. 9/37/
5
) aus, die Rotatore
n
manschettenruptur, vor allem
Supscapularissehne
mit Pully-Läsion, instabiler Bizepssehne, mit Subluxa
tion sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Sturzereignis vom 11. Mai 2019 zurückzuführen. Vor dem Ereignis vom 11. Mai 2019 hätten keinerlei Schulter
probleme links bestanden. Beim Spannen eines Spannsets habe der Beschwerde
führer einen plötzlich einschiessenden Schmerz in der Schulter verspürt. Weder im MR noch intraoperativ habe sich eine wesentliche degenerative Komponente, vor allem keine Sehnenretraktion, gezeigt. Eine fettige Involution der Muskel
bäuche werde MR-tomographisch
mit
I-II?
Goutallier
beschrieben, das heisse
sie
sei gering.
Bei der Operation habe sich vor allem ein partieller Ausriss der
Sups
capularissehne
mit Beteiligung des Pully gezeigt. Somit sei es zu einer
Bizepsseh
neninstabilität
gekommen. Das Gelenk zeige ansonsten keine wesentlichen Abnutzungserscheinungen. Ein eindeutiger Beleg, ob diese Schäden nun degene
rativ oder unfallbedingt entstanden seien, gebe es nicht. Mit hoher Wahrschein
lichkeit sei dies jedoch als Unfallursache anzusehen.
3.
5
Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben von Dr.
B.___
vom 11. März 2020 (Urk. 3/3) ein. Darin berichtete Dr.
B.___
,
die
Arthro
-MRI Untersuchung der linken Schulter, welche am 15. Juli 2019 im Spital
D.___
durchgeführt worden sei, zeige eine traumatische Rotatorenmanschettenruptur vor allem der
Subscapularissehne
, partiell auch von der Infraspinatus- und Sup
raspinatussehne. Des Weiteren zeige diese eine Bursitis subacromialis und
Sub
deltoidea
. Bei der am 26. August 2019 durchgeführten Schulterarthroskopie, Bizepstenotomie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Subscapularissehne
),
Akro
mio
plastik
und
Bursektomie
links habe sich vor allem eine ausgedehnte
Sub
scapularissehne
, welche mit grosser
Wahrscheinlichkeit auf das
Traumaereignis
vom 11. Mai 2019 zurückzuführen sei, gezeigt.
3.
6
Nach Vorlage der Akten und insbesondere des vom Beschwerdeführer im Beschwer
deverfahren eingereichten Schreibens von Dr.
B.___
vom 11. März 2020 (E. 3.
5
) hielt Kreisarzt Dr.
A.___
in seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 8. Juni 2020 (Urk. 9/60) fest, im vorliegenden Fall seien an Sup
ra
spinatus- und
Infraspinatussehne
Tendinosen
beschrieben worden. Die Verän
de
rungen würden in der Fachliteratur als Degeneration aufgefasst. Die
Subsca
pularissehne
habe eine Teilläsion aufgewiesen. Diese müsse allerdings ebenfalls als degenerative Veränderung bewertet werden, da der Muskelbauch der
Subsca
pularissehne
bereits eine fettige Infiltration
Goutallier
II aufgewiesen habe. Fettige Infiltrationen des Muskels
seien
Zeichen, dass das Erfolgsorgan des Mus
kels, nämlich die
Sehne, geschädigt
sei
. Die Verfettung
sage
jedoch nichts über die Ursache de
r
Sehnenschädigung
aus. Diese
könne
degenerativ bedingt sein oder durch einen Unfall verursacht werden. Der Grad der
fettigen Infiltration der Muskeln, deren Sehnen rupturiert
seien
, könn
t
en jedoch einen Hinweis auf
das Alter der Ruptur geben.
Beim Menschen
seien
die fettige Infiltration in der Bild
gebung erst erkennbar,
wenn die Symptome länger als 6 Monate dauer
ten.
Nach Melis
betrage
da
s Intervall zwischen
einer
Rotatorenmanschettenläsion
und einer Grad II-Degeneration des dazugehörigen
Rotatorenmanschettenmuskels
für die
Subscapularissehne
mehr als 2 Jahre.
Es
lägen
also in Zusammenschau mit den Veränderungen an der Supraspinatussehne wie auch an
der
Bicepssehne
, die im Operationsberic
ht von Dr.
B.___
selbst als «degenerativ verändert»
beschrieben
werde
, vorwiegend degenerative Veränderungen vor
(S. 4)
.
Weiter führte Dr.
A.___
aus,
das
Bicepspulley
sei eng mit dem Oberrand der
Sub
scapularissehne
und dem Vorderrand der Supraspinatussehne gekoppelt. Fänden sich hier Veränderungen, dazu reichten schon
Tendinosen
, seien Überbelastungen des
Pulleykomplexes
die Folge. Die rückhaltenden Bänder dehnten sich mit der Zeit
auf und verlören langsam ihre Funktion, bis es schliesslich zu einer Zusam
menhangstrennung und dann einer Luxation der
Bicepssehne
aus dem
Sulcus
bicipitalis
komme. Es sei also nicht überwiegend wahrscheinlich anzunehmen, dass die Bänder des
Pulleykomplexes
akut zerrissen, sondern ebenfalls einer Degeneration über längeren Zeitraum unterl
e
gen
gewesen
seien. Intraoperativ seien zudem eine SLAP-Läsion Grad III - IV beschrieben worden. Hierbei handle es sich um eine korbhenkelähnliche Ablösung des Labrum glenoidale im Bereich des
Bicepssehnenankers
. In der Fachliteratur gelte die SLAP III-Läsion als aus
schliesslich degenerativ verursacht. Eine mögliche, nicht näher definierte Teillä
sion der langen
Bicepssehne
sei ebenfalls als langsam fortschreitende Degene
ration zu werten. Bei einem zurückliegenden akuten Ereignis wäre es bei
einer
SLAP-Läsion Grad III überwiegend wahrscheinlich zu einer Sehnenzusammen
hangstrennung der langen
Bicepssehne
an ihrer Insertion gekommen. Die dege
nerativen Veränderungen mit Teilläsionen der langen
Bicepssehne
im weiteren Verlauf bis in den
Sulcus
bicipitalis
gälten per se als degenerativ (S. 5).
Dr.
A.___
kam aufgrund seiner Ausführungen zum Schluss, dass das Vorliegen einer Listendiagnose nach
Art.
6
Abs.
2 UVG zu verneinen sei und die Verände
rungen am linken Schultergelenk mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorwie
gend auf Degeneration beruhten (S. 6).
4.
4.1
Vorwegzu
schicken
ist, dass es sich bei
m
Ereignis am 11. Mai 2019
, wie dies die Beschwerdegegnerin korrekt feststellt hat (E. 2.1)
,
um keinen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG) handelt
.
Dies ist aufgrund der vorliegenden Akten ausgewiesen, ist doch beim Ereignis vom 11. Mai 2019 ein ungewöhnlicher äusserer Faktor
nicht zu erkennen
(ordentliches Befestigen und Sichern der Ladung mit einem Spannset [Urk. 9/1]).
Der Beschwerdeführer hat denn
dergleichen auch
nicht behauptet, sondern lediglich vorgebracht, es handle sich beim vorliegenden Sehnenriss bei der Rotatorenmanschettenruptur um eine in
Art.
6
Abs.
2 UVG genannte Körper
schädigung, was dazu führe, dass es sich um eine unfallähnliche Körperschä
digung handle, die vom Unfallversicherer übernommen werden müsse (vgl. Urk. 1 S. 5 f.)
.
4.2
Die mittels Bildgebung vom
15
. Juli
2019
(Urk.
9/25
) festgestellte
Rotatoren
manschettenruptur mit gelenkseitigen Partialrupturen der Sehnen des Musculus subscapularis, des Musculus infrasp
i
natus sowie des Musculus supraspinatus
der linken
Schulter
, welche am
26
. August
2019
operativ saniert
wurde (Urk. 9/56/3-4), fällt
unter die in Art. 6 Abs. 2
UVG aufgelisteten Körpersc
hädigungen im Sinne von Seh
nen
verletzungen (
lit
. f).
Demnach
muss
die
Behandlung vom Unfallversicherer übernommen werden, sofern nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, dass die Körperschädigungen zu mehr als 50 % auf Ab
nützung oder Krankheit zurückzuführen
sind (vgl. vorstehend E. 1.2).
4.3
Die
schlüssige
Beurteilung
von Dr.
Z.___
vom
6. August 2019
(E.
3.
2
) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche
Einschätzung
gestellten Anforderungen zu erfüllen.
So legte Dr.
Z.___
nachvollziehbar und widerspruchsfrei dar, dass vorliegend b
ildgebend gesamthaft ein degeneratives Verschleissleiden des Schul
tergelenks
aufzeigt
wird
.
Er begründete dies plausibel damit, dass sich
Akromio
nosteophyten
, eine AC-Gelenksarthrose, eine
Tendinopathie
der
Rotatoren
manschette
, eine Luxation der langen Bizepssehne, eine fettige Involution der Muskelbäuche und eine Bursitis subacromialis
finden und d
ie Kontinuitätsunter
brechung,
welche vorgängig
als
Ruptur bezeichnet
worden war
, sich an der Prädi
lektionslokalisation für Verschleiss
befindet
und der Beschwerdeführer das Prädi
lek
tionsalter für Verschleiss
schon
erreicht
hat. Folglich
beurteilte
er den
Sehnen
riss
zu Recht
als
mit
überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen
.
Dr.
Z.___
waren bei
seiner Beurteilung
die Vorgänge des Ereignisses vom 11. Mai 2019 – «Beim
B
efestigen und
S
ichern der Ladung auf dem Anhänger hat es plötzlich in der linken Schulter geknackt» (vgl. Urk. 9/26 S. 1) -
bekannt
. Zwar ist für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefah
renlage
im Sinne der Rechtsprechung zu
Art. 9 Abs. 2 UVV mehr vorausgesetzt. Lässt sich
bei den Abklärungen
kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter
beziehungsweise harmloser Art – wie dies vorlie
gend beim ordentlichen Verrichten der gewöhnlich getätigten Arbeit der Fall ist
so vereinfacht dies zwangsläufig d
en Entlastungsbeweis des Unfallver
si
cherers, denn bei der zu beurteilenden Abgren
zungsfrage ist das gesamte Ursa
chenspek
trum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen, nebst
dem Vor
zustand somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwer
den (
BGE 146 V 51 E. 8.6
).
4.4
Der Beschwerdeführer stützte sich zur Begründung seines Standpunktes auf die Berichte des ihn behandelnden und operierenden Arztes Dr.
B.___
. Von der Erfah
rungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen die Einschätzungen von Dr.
B.___
auch aus anderen Gründen die Beurteilung
von Dr.
Z.___
nicht
in Frage zu stellen.
Soweit Dr.
B.___
ausführte, vor dem Unfallereignis
habe
der Beschwerdeführer
keine
Beschwerden gehabt
, weshalb die Gesundheitsschädigung der rechten Schulter auf den Unfall zurückzuführen sei
(
vgl. Urk. 9/
24, Urk. 9/37/
5
, E. 3.4
-5
)
,
vermag dies nicht zu überzeugen.
So ist
im Geltungsbereich von Art. 6 Abs. 1 UVG die natürliche Vermutung, wonach Beschwerden unfallbedingt sein müssen, wenn eine vorbestehende Erkrankung bis zum Unfall schmerzfrei war, unfall
medizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich unzulässig (Formel «
post
hoc
ergo
propter
hoc», vgl. dazu SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, insb. E. 4.2; BGE 119 V 335
E. 2b/
bb
, Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2007 vom 6. Oktober 2008
E. 7.2.4, 8C_46/2010 vom 26. April 2010 E. 4.3 und 8C_332/2013 vom 25. Juli
2013 E. 5.1). Dies gilt ebenso im Falle einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, bei welcher zwar wie erwähnt kein unfallähnliches sinnfäl
liges Ereignis vorausgesetzt ist, wohl aber ein initiales
erinnerlich
es
und benenn
bares Ereignis (E.
4.3).
Des Weiteren führte
Dr.
B.___
den Riss mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Sturz am 11. Mai 2019
zurück
(vgl. Urk. 9/24, Urk. 93/37/6).
Der Beschwerde
führer gab kohärent an
,
beim Befestigen und Sichern der Ladung bei der Benüt
zung
eines
Spannsets sich eine Zerrung zugezogen respektive ein Knacken in der linken Schulter vernommen zu haben (vgl. Urk. 9/1, Urk. 9/12). Von einem Sturz, bei welchem somit ein
e
gewisse Kraft
ein
wirkung auf die Schulter
vorgelegen hätte
, war nie die Rede.
Dr.
B.___
ging schliesslich davon aus,
dass
ein
eindeu
tige
r
Beleg, ob
die vorhandenen
Schäden nun degenerativ oder unfallbedingt ent
standen seien, nicht geben
sei
.
Er folgerte aber – vor dem Hintergrund des von ihm angenommen Sturzes, welcher jedoch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht stattgefunden hatte – dass mit
hoher Wahrscheinlichkeit die Schäden als Unfallursache anzusehen
seien
(Urk. 9/37/
5-
6)
.
Weiter
setzte sich Dr.
B.___
auch nicht mit der eingehenden Begründung über
die degenerative Ursache der Schädigung von Dr.
Z.___
auseinander.
Dieser zeigte auf
– was durch die von Kreisarzt Dr.
A.___
im Nachgang zum Vorliegen des Schreibens von Dr.
B.___
vom 11. März 2020 (E.
3.
5
) erstellten
ortho
pädisch-chirurgischen Beurteilung vom 8. Juni 2020 (Urk. 9/60)
bekräf
tigt
wird
,
dass die Befunde
(
Akromionosteophyten
, AC-Gelenksarthrose,
Tendino
pathie
der
Rotatorenmanschette
, Luxation der langen Bizepssehne, fett
ige Involu
tion der Muskelbäuche und
eine Bursitis subacromialis
) sowie di
e Kontinuitäts
unter
brechung an der Prädilektionslokalisation für Verschleiss und
das Erreichen des
Prädilektionsalter
s durch den Beschwerdeführer
für
eine degenerative Ursache sprechen (E. 3.2)
. Auf diese Begründung ging
Dr.
B.___
in seinen nach
gängigen Stellungnahmen nicht
ein
und
benannte
keine
Aspekte, welche bei Dr.
Z.___
unberücksichtigt geblieben wären
(E. 3.3-3.
5
)
.
Vielmehr lassen die Äusserungen Dr.
B.___
s in seinem Operationsbericht vom 27. August 2019 (E. 3.3), dass sich der
Bizepsanker
mit deutlicher Degeneration im Sinne einer SLAP III
.
- IV
.
Grades
gezeigt habe und die
Sehne deutlich degenerativ verändert
sei
,
im Vergleich mit seinen späteren Einschätzungen, wo er von
keinen wesent
li
chen degenerativen Komponenten
ausging (vgl. Urk. 9/37/5)
,
Ungereimt
heiten erkennen
.
Die
Einschätzung
von Dr.
B.___
vermag demnach auch nicht geringe
Zweifel an der nachvollziehbaren und schlüssigen
Beurteilung
von
Dr.
Z.___
(vgl. E. 4.3 vorstehend) zu wecken.
4.5
Der medizinische Sachverhalt ist erstellt und die
vom Beschwerdeführer eventua
liter beantragte
orthopädische Begutachtung (Urk. 1 S
.
2
) erübrigt sich. Weitere
entscheidwesentliche
Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Damit ist gestützt auf die beweiskräftige ärztliche Einschätzung von Dr.
Z.___
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die frag
lichen Listenverletzungen vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung zurückzuführen sind. Damit ist der Ent
las
tungsbeweis der Beschwerdegegnerin erbracht u
nd die Vermutung der Leis
tungs
pflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG umgestossen. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht folglich zu Recht verneint.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
17
.
Februar
20
20
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubMüller