# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b359f3c-7858-5476-82ec-7122532f3d74
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.10.2014 E-5919/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5919-2014_2014-10-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5919/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli,  

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…),  

alias B._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 

26. September 2014 / N (…). 

 

 

E-5919/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess die eritreische Beschwerdeführerin 

ihren Heimatstaat am (…) 2011 Richtung Äthiopien. Ein Jahr später sei 

sie nach einem Zwischenhalt in Khartoum (Sudan) nach Juba (Südsudan) 

zu ihrem Freund gereist, bevor sie über Khartoum nach C._______ ge-

fahren sei. Am (…) 2014 sei sie mit einem Motorboot nach Sizilien (Ita-

lien) gefahren, wo sie nach (…) Tagen Fahrt angekommen sei. Dort sei 

sie von den Behörden weder fotografiert noch verhaftet oder registriert 

worden. Nach ihrer Ankunft in Italien sei sie sofort über Mailand in die 

Schweiz weitergereist, wo sie am (…) 2014 angekommen sei (B7 S. 6 ff.). 

Dort wurde sie zusammen mit anderen Personen und einem Schlepper 

von der Urner Kantonspolizei verhaftet, wobei sie angab, sie heisse 

A._______ und sei im Jahr (…) geboren (B1). Die Beschwerdeführerin 

habe dann nicht um Asyl nachgesucht (B1 S. 2), weshalb sie gestützt auf 

Art. 64 ff. des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-

derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nach Italien weggewiesen 

wurde (B1 S. 2 ff., B2). Nach zwei Tagen sei sie wieder in die Schweiz 

eingereist und suchte am 18. Juni 2014 unter dem Namen B._______ 

(geboren am […]) um Asyl nach (B3, B7 S. 3). 

Anlässlich der Befragung vom 4. Juli 2014 im Empfangs- und Verfahrens-

zentrum (EVZ) Basel wurde der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör 

zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit einer 

Überstellung nach Italien gewährt, welches gemäss Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Be-

handlung ihres Asylgesuchs zuständig sei. Die grundsätzliche Zuständig-

keit dieses Mitgliedstaates wurde von der Beschwerdeführerin nicht 

bestritten. Jedoch machte diese geltend, sie wolle nicht nach Italien zu-

rückkehren, da sie von Anfang an in die Schweiz habe einreisen wollen. 

In Italien als Frau auf der Strasse zu leben bedeute, jeglicher Gewalt 

ausgesetzt zu sein (B7 S. 9). Im Übrigen gab sie an, dass ihre Schwester 

D._______ in der Schweiz wohnhaft sei. 

B.  

Mit Eingabe vom 11. Juli 2014 an das BFM (Eingang BFM: 14. Juli 2014) 

E-5919/2014 

Seite 3 

ersuchte die in der Schweiz aufenthaltsberechtigte Schwester der Be-

schwerdeführerin – D._______ (N […]) – um Zuweisung der Beschwerde-

führerin, deren richtiger Name B._______ laute, nach "E._______" (recte: 

F._______; Kanton G._______). 

C.  

Am 25. Juli 2014 ersuchte das BFM die italienischen Behörden um Über-

nahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO. Die-

ses Gesuch blieb innert der in den Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgese-

henen Frist unbeantwortet. 

D.  

Am 7. August 2014 gingen je eine Kopie einer eritreischen Student Card 

von B._______ (geboren am […]) und eines Fotos sowie eine mutmass-

lich originale Taufurkunde beim BFM ein. 

E.  

Mit Verfügung vom 13. August 2014 schrieb das BFM ein am 18. April 

2012 im Ausland eingereichtes Asylgesuch von B._______ ab. 

F.  

Mit Verfügung vom 26. September 2014 (eröffnet am 8. Oktober 2014) 

trat das BFM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht ein und verfügte die Überstellung nach Italien, 

welches gemäss Dublin-III-VO für die Behandlung ihres Asylgesuchs zu-

ständig sei. Gleichzeitig ordnete das BFM den Vollzug der Überstellung 

nach Italien an und stellte fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen 

den Entscheid keine aufschiebende Wirkung zukomme und die editions-

pflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis der Beschwerdeführerin aus-

zuhändigen seien. 

G.  

Mit einer Laienbeschwerde vom 13. Oktober 2014 (Poststempel: 14. Ok-

tober 2014) an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwer-

deführerin sinngemäss, nach Aufhebung der Verfügung vom 

26. September 2014 sei auf ihr Asylgesuch einzutreten, ihre Flüchtlings-

eigenschaft anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren. Zudem seien even-

tualiter Vollzugshindernisse festzustellen. In prozessualer Hinsicht 

beantragte sie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Ferner seien die 

E-5919/2014 

Seite 4 

Vollzugsbehörden anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimat- 

oder Herkunftsstaat sowie jede Weitergabe von Daten an denselben zu 

unterlassen; eventualiter sei eine bereits erfolgte Datenweitergabe an den 

Heimatstaat offenzulegen und die Beschwerdeführerin in einer separaten 

Verfügung darüber zu informieren. 

H.  

Die vollständigen vorinstanzlichen Akten sind am 16. Oktober 2014 beim 

Bundesverwaltungsgericht eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-

zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Das Verfahren richtet sich 

nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts an-

deres bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Sie ist da-

her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

– unter Vorbehalt nachfolgender Erwägungen – einzutreten. 

1.3 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

E-5919/2014 

Seite 5 

m.w.H.). Die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der 

Gewährung von Asyl bilden demgegenüber nicht Gegenstand des ange-

fochtenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorlie-

genden Verfahrens. Auf die entsprechenden Beschwerdeanträge ist des-

halb nicht einzutreten. 

1.4 Die vorliegende Beschwerde ist, wie nachfolgend aufgezeigt, offen-

sichtlich unbegründet, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 AsylG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde vorliegend zudem auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet. 

1.5 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts im Asylbereich und die 

zulässigen Rügen richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

2.  

2.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zu-

ständigen Staates prüft das BFM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dub-

lin-III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mit-

gliedstaat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das BFM, 

nachdem der betreffende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rück-

überstellung zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein. 

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird. Jedes die-

ser Kriterien wird nur angewendet, wenn das vorangehende Kriterium im 

spezifischen Fall nicht anwendbar ist (Prinzip der Hierarchie der Zustän-

digkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, ei-

nen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt 

hat, nach Massgabe der Art. 21, Art. 22 und Art. 29 Dublin-III-VO aufzu-

nehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO, sog. take charge-Verfahren). 

2.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich 

zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für 

die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen 

E-5919/2014 

Seite 6 

aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäi-

schen Union (EU-Grundrechtecharta; vgl. ABl. C 364/1 vom 18. Dezem-

ber 2000) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein 

anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein 

anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der die Zu-

ständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO). 

2.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht).  

3.  

3.1 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh-

rerin aus H._______ kommend illegal nach Italien eingereist ist. Dort ha-

be sie sich einerseits bei den Behörden nicht gemeldet und sei folglich 

auch nicht registriert worden (B7 S. 6 f. und 9). Anderseits sei sie in Ita-

lien von Polizisten angehalten worden, wobei sie den Namen A._______ 

angegeben habe (B7 S. 3). Nach ihrer ersten Einreise in die Schweiz 

wurde sie nach einer Festhaltung durch die Urner Kantonspolizei nach 

Italien weggewiesen und habe zweimal in einem Park in I._______ über-

nachtet bevor sie wieder in die Schweiz eingereist sei und hier am 

18. Juni 2014 ein Asylgesuch einreichte (B7 S. 7 f.). Das Bundesverwal-

tungsgericht geht im Folgenden davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

in Italien weder bei ihrem ersten noch bei ihrem allfälligen zweiten Auf-

enthalt von den italienischen Behörden festgehalten wurde. Bei der an-

geblichen Festnahme durch die italienische Polizei dürfte es sich vielmehr 

um die Festhaltung durch die Urner Kantonspolizei am 13. Juni 2014 

handeln (B1).  

Im Folgenden werden die Zuständigkeitskriterien geprüft (Art. 8-15 Dub-

lin-III-VO). 

3.1.1 Die Beschwerdeführerin A._______ (geboren im Jahr […]) – bzw. 

B._______ (geboren am […]) – ist eine volljährige junge Frau, welche 

über eine Schwester in der Schweiz verfügt. Diese wurde gemäss Art. 51 

Abs. 1 AsylG am 11. Februar 2010 als Flüchtling anerkannt.  

E-5919/2014 

Seite 7 

Die Anwendung von Art. 9 Dublin-III-VO (Familienangehörige, die Be-

günstigte internationalen Schutzes sind) ist bei dieser Konstellation zu 

verneinen, da die Schwester der Beschwerdeführerin, welche in der 

Schweiz zwar aufenthaltsberechtigt ist, nicht als "Familienangehörige" 

gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelten kann. Weiter hat die Beschwer-

deführerin nicht geltend gemacht, sie sei von ihrer Schwester im Sinne 

von Art. 16 Dublin-III-VO abhängig. 

3.1.2 Das BFM ersuchte aufgrund der illegalen Einreise der Beschwerde-

führerin nach Italien (Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO) die dortigen Behörden 

am 25. Juli 2014 um Aufnahme der Beschwerdeführerin, welche das 

Übernahmeersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehe-

nen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens im-

plizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). 

3.1.3 Die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens ist somit gegeben, was 

von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wurde. 

3.2 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwach-

stellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdi-

genden Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit 

sich bringen würden. 

3.2.1 Italien ist Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzproto-

kolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen 

diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Es darf davon 

ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, 

die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Par-

laments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie; für die Umsetzungs- und Übergangs-

bestimmungen mit Bezug auf die vorläufig parallel weiterbestehende bis-

herige Richtlinie vgl. Art. 51 ff. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von 

E-5919/2014 

Seite 8 

Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtli-

nie; für die Umsetzungsbestimmungen mit Bezug auf die vorläufig parallel 

weiterbestehende bisherige Richtlinie vgl. Art. 31 f. Aufnahmerichtlinie) 

ergeben. 

3.2.2 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO nicht gerechtfertigt.  

3.3 Die Beschwerdeführerin fordert mit ihrem Vorbringen implizit die An-

wendung der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO, was 

zum Selbsteintritt der Schweiz und zur Beurteilung des Antrags auf inter-

nationalen Schutz durch dieses Land führen würde. 

3.3.1 Die Beschwerdeführerin hat weder an der Befragung vom 4. Juli 

2014 noch in ihrer Rechtsmitteleingabe ein konkretes und ernsthaftes Ri-

siko dargetan, die italienischen Behörden würden sich weigern, sie auf-

zunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung 

der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch 

keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Italien werde in ihrem Fall 

den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in 

ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. 

Ausserdem hat die Beschwerdeführerin nicht dargetan, die sie bei einer 

Rückführung erwartenden Bedingungen in Italien seien derart schlecht, 

dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 

EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. 

Die Beschwerdeführerin hat auch keine konkreten Hinweise für die An-

nahme dargetan, Italien würde ihr dauerhaft die ihr gemäss Aufnahme-

richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Bei 

einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte sie sich im Übri-

gen nötigenfalls an die italienischen Behörden wenden und die ihr zuste-

henden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (Art. 26 

Aufnahmerichtlinie). 

3.3.2 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der 

Ermessenklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist 

festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht 

einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. 

E-5919/2014 

Seite 9 

auch BVGE 2010/45 E. 8.3, der auch unter der Dublin-III-VO Geltung ent-

faltet).  

3.4 Somit bleibt Italien der für die Behandlung des Asylgesuchs der 

Beschwerdeführerin zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO. Die-

ses Land ist verpflichtet, das Asylverfahren gemäss Art. 21, Art. 22 und 

Art. 29 Dublin-III-VO aufzunehmen. 

4.  

Das BFM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. Da 

die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). 

5.  

Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des 

Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind 

allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG unter die-

sen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10). 

6.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist, und die Verfügung des BFM zu bestätigen. Das Be-

schwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, weshalb 

sich das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

als gegenstandslos erweisen. Der Antrag, die Vollzugsbehörden seien 

anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimat- oder Herkunftsstaat 

der Beschwerdeführerin sowie jede Weitergabe von Daten an denselben 

zu unterlassen, ist abzuweisen, zumal weder den Akten entnommen wer-

den kann, dass solches unternommen worden wäre, noch im Rahmen ei-

nes Dublinverfahrens Anlass dazu besteht. Das BFM ist hingegen anzu-

weisen, der Beschwerdeführerin im Rahmen von Art. 26 ff. VwVG eine 

bereits erfolgte Weitergabe von Personendaten im Sinne von Art. 97 

Bst. a-c AsylG an die zuständige ausländische Behörde offenzulegen, 

sollte entgegen den Akten Derartiges geschehen sein. 

7.  

Die Beschwerdeführerin beantragte die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. Die Begehren haben 

E-5919/2014 

Seite 10 

sich aufgrund vorstehender Erwägungen als aussichtslos erwiesen, wes-

halb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt 

Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes abzuweisen ist. Bei die-

sem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1-3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-5919/2014 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Der Antrag, die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, die Kontaktaufnah-

me mit dem Heimat- oder Herkunftsstaat der Beschwerdeführerin sowie 

jede Weitergabe von Daten an denselben zu unterlassen, wird abgewie-

sen. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin der zuständigen 

ausländischen Behörde eventuell weitergegebene Personendaten offen-

zulegen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: