# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5c778b2-3513-57ec-a4fb-7c6edb8cf6f0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 23.03.2022 IV 2020/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-45_2022-03-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.07.2022

Entscheiddatum: 23.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2022
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung zweier psychiatrischer 
(Administrativ-)Gutachten. Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2022, IV 
2020/45).

Entscheid vom 23. März 2022

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2020/45

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,

Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend Versicherte) meldete sich im April 2005 unter Hinweis auf sehr 

starke und andauernde Schmerzen nach einem (Auffahr-)Unfall am 12. März 2004 zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen an (IV-act. 1). Die IV-Stelle führte verschiedenste Abklärungen durch (IV-act. 2 

ff.) und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei der Medas Ostschweiz. Dieses 

erging am 15. Januar 2007. Diagnostiziert wurden ein therapieresistentes 

cervikothorakospondylogenes und cervikocraniales Syndrom, eine weitgehend 

schmerzbedingte Belastbarkeitsminderung, ein Verdacht auf eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, eine Persönlichkeit mit histrionischen Zügen, eine 

leichte Knieinstabilität links, ein hypermobiles oberes Sprunggelenk (OSG) links, ein 

leichtes Sulcus ulnaris-Syndrom links sowie ein Status nach mehreren Operationen in 

den Jahren 1987 bis 1999. Die Arbeitsfähigkeit wurde als um 20 % eingeschränkt 

beurteilt (IV-act. 49). Mit Verfügung vom 11. Mai 2007 verneinte die IV-Stelle einen 

Anspruch auf eine Rente (IV-act. 61). Diese Verfügung blieb unangefochten.

A.a. 

Im März 2013 meldete sich die Versicherte erneut, unter Hinweis auf starke 

Schmerzen im rechten Sprunggelenk, zum Leistungsbezug bei der IV an (IV-act. 64). 

Die IV-Stelle trat auf die Wiederanmeldung ein (IV-act. 76-3), tätigte Abklärungen und 

holte medizinische Berichte ein (IV-act. 77 ff.). Am 26. Juni 2014 gewährte die IV-Stelle 

berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung; IV-act. 133), welche indes nicht zur 

Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt führten (IV-act. 189). In der Zwischenzeit hatte 

die Swica Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica), Winterthur, als 

obligatorischer Unfallversicherer betreffend die Problematik am rechten Sprunggelenk 

im Jahr 2014 bei der Swiss Health Services, Amriswil, sowie im Jahr 2016 bei der 

A.b. 

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B.  

SMAB AG, St. Gallen, Expertisen veranlasst (vgl. Fremdakten 49, 55). Gestützt auf das 

bidiszplinäre (orthopädische/neurologische) Gutachten der SMAB AG vom 9. März 

2016 verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Juni 2016 einen Anspruch auf eine 

Rente (IV-act. 193). Auch diese Verfügung blieb unangefochten.

Im April 2018 meldete sich die Versicherte erneut, unter Hinweis auf die 

Problematik nach dem Auffahrunfall und die Beschwerden am rechten OSG, zum 

Leistungsbezug bei der IV an (IV-act. 194).

B.a. 

Die IV-Stelle nahm erneut Abklärungen vor (IV-act. 195 ff.). Nach Vorlage des 

Falles bei Dr. med. B.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, regionaler ärztlicher Dienst 

(RAD; IV-act. 212), erliess die IV-Stelle am 9. Oktober 2018 einen Vorbescheid, welcher 

der Versicherten wiederum die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht stellte 

(IV-act. 220). Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die Procap C.___, am 9. 

November 2018 Einwand (IV-act. 224). Diesem wurde stattgegeben (IV-act. 226) und in 

der Folge die (medizinische) Aktenlage aktualisiert (IV-act. 227 ff.), ehe eine 

polydisziplinäre Begutachtung bei der MediCore AG (nachfolgend: MediCore) in Bad 

Ragaz in Auftrag gegeben wurde (IV-act. 253 ff.). Die Untersuchungen in den 

Disziplinen Innere Medizin und Psychiatrie durch med. pract. D.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin (D), sowie 

Orthopädie durch Dr. med. E.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, 

wurden am 23. Juli 2019 durchgeführt und das Gutachten am 4. Oktober 2019 erstellt 

(IV-act. 266). In der Konsensbeurteilung diagnostizierten die Gutachterin und der 

Gutachter Folgendes:

B.b. 

einen Status nach vorderer Kreuzbandersatzplastik mit Semitendinosus-

Transplantat infolge Kniegelenksdistorsionstrauma links vom 20. Mai 2005 mit 

isolierter vorderer Kreuzbandruptur

–

einen Status nach arthroskopischem Débridement, Adhäsiolyse und Resektion der 

Transplantatstümpfe am 18. Januar 2018 infolge erneutem 

Kniegelenksdistorsionstrauma links am 7. Mai 2017 mit verbliebener endgradiger 

Beugeeinschränkung sowie

–

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Diesen Befunden massen die Gutachterin und der Gutachter Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit zu. Im Weiteren diagnostizierten die Experten

Diesen Befunden massen sie keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 

266-7 f.). Es bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (IV-act. 

266-9, 64). Nach Vorlage des Gutachtens beim RAD erliess die IV-Stelle am 13. 

November 2019 einen Vorbescheid, welcher der Versicherten die Ablehnung eines 

Rentenanspruchs in Aussicht stellte (IV-act. 270). Mit Schreiben vom 17. Dezember 

2019 an die IV-Stelle hielt die Versicherte unter anderem fest, dass sie weder ein 

Alkohol- noch ein Opiatproblem habe. Sie werde mit einem Pilzmedikament behandelt, 

welches die Leber belaste und schlechte Blutwerte ergebe. Sie bitte um Hilfe bei der 

Suche nach einer geeigneten Stelle (IV-act. 276). Mit Verfügung vom 14. Januar 2020 

verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Rente (IV-act. 278).

C.

C.a. Gegen diese Verfügung vom 14. Januar 2020 reichte die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), neu vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ronald Pedergnana, 

St. Gallen, am 14. Februar 2020 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen ein (act. G 1). Die Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin 

eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein neutrales interdisziplinäres 

Gerichtsgutachten beim asim Basel, der Medas Zentralschweiz oder bei der GutAcht 

Expertisen AG einzuholen. Subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz 

zurückzuweisen zur Einholung eines neutralen Gutachtens. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin).

einen Status nach mehrfachen Operationen des rechtsseitigen OSG infolge 

rezidivierender OSG-Distorsionen mit verbliebener Bewegungseinschränkung.

–

eine linkskonvexe Thorakolumbalskoliose–

eine Chondropathia patellae rechts–

psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, sowie–

psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch.–

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C.b. Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c. Mit Replik vom 17. September 2020 liess die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Anträgen und deren Begründungen festhalten (act. G 13). Die 

Beschwerdegegnerin reichte am 30. September 2020 eine kurze Stellungnahme ein 

und verwies im Übrigen auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort (act. G 15).

C.d. Mit Eingabe vom 4. März 2021 teilte Rechtsanwalt Pedergnana mit, dass die 

Schweizerische Unfallversicherung (nachfolgend: Suva), welche – wie die Swica – als 

obligatorischer Unfallversicherer involviert ist, auf seine Einsprache hin eine 

Neubegutachtung vorsehe (act. G 17). Das Versicherungsgericht holte hierauf die Akten 

der Suva per 29. Januar 2020 ein (act. G 21 f.), woraus hervorging, dass ein 

polydisziplinäres Gutachten bei der Medas Zentralschweiz vorgesehen war. Mit 

Schreiben vom 7. April 2021 stellte die Verfahrensleiterin eine Sistierung bis zum 

Vorliegen der Expertise in Aussicht. Sofern die Parteien mit einer formlosen Sistierung 

nicht einverstanden seien, könnten sie einen förmlichen Zwischenentscheid verlangen 

(act. G 23). Davon machten die Parteien keinen Gebrauch, woraufhin das Verfahren 

sistiert wurde (act. G 26).

C.e. Am 17. September 2021 erging das polydisziplinäre Gutachten in den Disziplinen 

Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie der Medas Zentralschweiz (act. G 27.1). In der 

Konsensbeurteilung diagnostizierten die Gutachter und die Gutachterin der Medas 

Zentralschweiz

eine mässige Panarthrose links–

eine beginnende leichte femoro-tibiale und femoro-patellare Arthrose rechts–

eine unklare Bewegungseinschränkung des rechten OSG–

neuropathische Schmerzen am distalen Unterschenkel und Fuss rechts–

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren–

ein leichtes Cervikalsyndrom mit Residualbeschwerden–

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Aus orthopädisch-neurologischer Sicht sei eine leichte, wechselnd sitzende-gehende-

stehende Tätigkeit vollzeitig zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei eine 

Berufstätigkeit von maximal drei Stunden pro Tag möglich (act. G 27.1 S. 19 

Konsensbeurteilung).

C.f. In seiner Eingabe vom 8. November 2021 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin an seinem Rechtsbegehren fest. Mit dem neuen Gutachten sei ein 

Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen (act. G 27).

C.g. Die Beschwerdegegnerin reichte am 1. Dezember 2021 eine Stellungnahme 

inklusive Ausführungen des RAD ein (act. G 32, 32.1).

C.h. Am 19. Januar 2022 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (act. G 34).

C.i. Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

eine lumbale Hyperlordose und thorakale Hyperkyphose, Haltungsinsuffizienz–

plantare Fersensporne beidseits–

episodische Kopfschmerzen, hauptsächlich Migräne, z.T. mit ophthalmischer Aura, 

sowie

–

eine kombinierte dissoziative Störung der Bewegung und der Sinnesempfindungen.–

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

1.1. 

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verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20; in der bis 31. Dezember 2021 gültigen, im 

vorliegenden Verfahren anzuwendenden und im folgenden zitierten Fassung; vgl. dazu 

Rz. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 

[KSIR]) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid 

ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente. 

Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahres folgt (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei erwerbstätigen Versicherten 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

BGE 128 V 30 E. 1). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich 

tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 

kann, wird gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität in 

Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich (unter anderem im Haushalt) zu betätigen (spezifische 

Methode des Betätigungsvergleichs). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig 

sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, 

wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben 

1.2. 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/3b482e74-06e0-4951-8164-9d24d90585a9/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/source/document-link
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auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 

Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der 

unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 

der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden 

Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 27  der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201; in der bis 31. Dezember 

2021 gültigen, im vorliegenden Verfahren anzuwendenden und im folgenden zitierten 

Fassung]; gemischte Methode).

bis

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten (Administrativ-)Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4).

1.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

1.4. 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/3b482e74-06e0-4951-8164-9d24d90585a9/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/source/document-link
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https://www.swisslex.ch/doc/aol/3b482e74-06e0-4951-8164-9d24d90585a9/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/source/document-link

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2.

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 

61 lit. c ATSG). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 

ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen 

haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). Die Verwaltung resp. das 

Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem 

Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit 

eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht 

hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit 

Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs 

entscheidend auf das Administrativgutachten der MediCore vom 4. Oktober 2019 (IV-

act. 266), welches der Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit bescheinigt und der psychischen Problematik keine Einschränkung auf 

die Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. im Sachverhalt lit. B.b). Demgegenüber erachtet die 

Beschwerdeführerin das Administrativgutachten der Medas Zentralschweiz vom 17. 

September 2021 (act. G 27.1) für massgeblich, welches aus psychiatrischer Sicht 

lediglich eine Arbeitsfähigkeit von maximal drei Stunden pro Tag für zumutbar erachtet 

(vgl. im Sachverhalt lit. C.e). Zu prüfen ist nachfolgend, ob einem und wenn ja, 

welchem dieser aktuellsten Gutachten materiell-rechtlich gefolgt werden kann.

2.1. 

Vorab ist festzuhalten, dass die (objektivierbaren) orthopädischen und 

neurologischen Gesundheitsschäden, insbesondere an den Knien beidseits, am 

rechten OSG und am Rücken/an der Wirbelsäule, die Arbeitsfähigkeit in quantitativer 

Hinsicht überwiegend wahrscheinlich nicht einschränken. Diesbezüglich sind sich der 

orthopädische Gutachter der MediCore sowie der neurologische und orthopädische 

Experte der Medas Zentralschweiz einig (IV-act. 266-9, 266-50 ff.; act. G 27.1 S. 19 

2.2. 

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Konsensbeurteilung). Die erstellten Zumutbarkeitsprofile für angepasste Tätigkeiten 

überschneiden sich in weiten Teilen und scheinen den somatischen 

Beeinträchtigungen genügend Rechnung zu tragen (vgl. zu den Belastungsprofilen IV-

act. 266-64 sowie act. G 27.1 S. 18 orthopädisch-chirurgisches Teilgutachten). 

Entsprechend sind der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar. Nicht mehr zumutbar sind 

vorwiegend stehende oder gehende Tätigkeiten, Arbeiten auf unebenem Gelände, 

Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Knie- oder Sprunggelenke, Arbeiten auf Leitern 

oder Gerüsten, regelmässiges Treppensteigen sowie Tätigkeiten in feuchtkalter 

Witterung.

Dissens in den Gutachten besteht indes in Bezug auf eine psychiatrische 

Problematik bzw. deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich führt Dr. 

B.___ in seiner Stellungnahme vom 29. November 2021 aus, dass aus seiner Sicht 

beide Gutachten als umfassend und widerspruchsfrei zu bezeichnen seien. Es bleibe 

ihm nichts anderes übrig als festzustellen, dass die Gutachter der beiden Institute einen 

faktisch fast identischen Gesundheitszustand anders definiert und hinsichtlich der 

versicherungsmedizinischen Einschätzungen somit auch anders bewertet hätten (act. 

G 32.1). Dem kann nicht zugestimmt nicht. Zwar haben sich beide Teilgutachten 

bezüglich Aufbau an die Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten 

der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP, 3. 

vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) gehalten. Inhaltlich sind 

indes erhebliche Differenzen auszumachen.

2.3. 

Es fällt insbesondere auf, dass sich die psychiatrische Expertise der Medas 

Zentralschweiz einlässlicher mit den relevanten Punkten auseinandersetzt. Vorab 

beliess es Dr. med. F.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, in der Anamneseerhebung und dem 

Untersuch nicht bei der blossen Wiedergabe der Aussagen der Beschwerdeführerin, 

sondern liess sich auf diese ein, hinterfragte kritisch und gab ihr Raum zur Darstellung 

ihrer erlebten und aktuellen (Leidens-)Geschichte (act. G 27.1 S. 22 ff. psychiatrisches 

Teilgutachten). Sie veranlasste verschiedenste Testverfahren zur Validierung der 

Befunde (act. G 27.1 S. 35 ff. psychiatrisches Teilgutachten) und setzte sich mit den 

medizinischen Vorakten, welche einen Bezug zu einer möglichen psychischen 

Problematik haben (act. G 27.1 S. 46 f. psychiatrisches Teilgutachten), auseinander. 

Sie erhob den psychopathologischen Befund (act. G 27.1 S. 34 f. psychiatrisches 

Teilgutachten), erklärte nachvollziehbar die Verhaltensmuster der Beschwerdeführerin 

(Parathymie zum Selbstschutz, Selbsttäuschung und Fremdtäuschung bezüglich einer 

2.3.1. 

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psychischen Problematik [act. G 27.1 S. 53 ff., 58 psychiatrisches Teilgutachten], 

wobei eine Dissimulation einer psychischen Problematik bereits im Gutachten der 

Medas Ostschweiz vom 15. Januar 2007 festgestellt worden war [IV-act. 49-41]) und 

leitete lege artis in Abhandlung der einschlägigen Kriterien die psychiatrischen 

Diagnosen (chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 

kombinierte dissoziative Störung der Bewegung und der Sinnesempfindungen [act. G 

27.1 S. 48 ff. psychiatrisches Teilgutachten]) schlüssig ab. Auf diese Beurteilung von 

Dr. F.___ kann damit ohne weiteres abgestellt werden.

Das psychiatrische Teilgutachten der MediCore erscheint im Vergleich zu 

demjenigen der Medas Zentralschweiz lückenhaft. Es lässt vieles vermissen: Weder 

wurden – wohl mangels Zugangs zur Beschwerdeführerin oder aus Zeitgründen – die 

Anamnese sorgfältig erhoben, noch die entscheidenden medizinischen Vorakten 

thematisiert bzw. deren Befunde, insbesondere diejenigen des Schmerzzentrums des 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG; IV-act. 266-19, 22, 24 f.), nachvollziehbar verworfen. 

Der inadäquate Affekt wurde zwar festgestellt (IV-act. 266-40. 42), diesbezüglich aber 

keine Erklärung geliefert, sondern dieser zulasten der Beschwerdeführerin ausgelegt. 

Die Laborwerte, welche zu den psychischen (Abhängigkeits-)Diagnosen führten 

(psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom; 

psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch; IV-act. 

266-41), wurden fehlinterpretiert, ohne dass die Beschwerdeführerin mit den erhöhten 

Werten konfrontiert worden wäre. Erst im Nachgang zum Gutachten konnte sie sich 

dazu äussern und die erhöhten CDT-Werte plausibel erklären (vgl. IV-act. 276). Im 

Weiteren sind auch Ungenauigkeiten auszumachen. Während im MediCore-Gutachten 

an einer Stelle ausgeführt wird, es bestünden keine Störungen des Schlafs (IV-act. 

266-34), wird an anderer Stelle von Durchschlafstörungen berichtet (IV-act. 266-36). 

Solche werden auch in den Berichten des Schmerzzentrums des KSSG thematisiert 

(IV-act. 266-24 f.). Im Weiteren durchlief die Beschwerdeführerin im Schmerzzentrum 

des KSSG, entgegen den Angaben im Gutachten (IV-act. 266-33), auch 

psychosomatische Behandlungen. Der Schlussbetrachtung von med. pract. D.___ – die 

Schilderungen, Befragungen und psychopathologischen Befunde der 

Beschwerdeführerin würden keine Hinweise auf eine depressive oder eine 

schmerzbedingte psychiatrische Störung ergeben (IV-act. 266-42), womit keine 

erwerbsrelevanten psychischen Einschränkungen bestehen würden (IV-act. 266-45) – 

kann aufgrund der vorgenannten Mängel im Gutachten (keine umfassende 

Anamneseerhebung, ungenügende Auseinandersetzung mit der ergangenen 

2.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

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3.

Ausgehend von einer dreistündigen Leistungsfähigkeit pro Tag, was einer 

Arbeitsfähigkeit (im Erwerb) von rund 36 % (bezogen auf ein Vollpensum) entspricht (3 / 

8.34 Stunden x 100), ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. dazu vorstehende E. 1.2). 

Massgebend ist das Jahr 2018, nachdem bei (Neu-)Anmeldung im April 2018 ab 1. 

Oktober 2018 Rentenleistungen zur Diskussion stehen (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

medizinischen Aktenlage, Fehlinterpretation der Laborwerte, Widersprüche/

Ungenauigkeiten) nicht gefolgt werden.

Zu prüfen bleibt, ob dem psychiatrischen Teilgutachten der Medas 

Zentralschweiz auch in Bezug auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin gefolgt werden kann. Dr. F.___ legte der Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit (act. G 27.1 S. 53 ff. psychiatrisches Teilgutachten) den 

psychopathologischen Befund zugrunde, legte in Würdigung der 

Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin schlüssig dar, weshalb an der 

Leistungsmotivation nicht zu zweifeln sei (act. G 27.1 S. 54 f. psychiatrisches 

Teilgutachten) und führte eine Mini-ICF-Testung durch (act. G 27.1 S. 55 ff. 

psychiatrisches Teilgutachten). Gestützt darauf und in Würdigung der beruflichen 

Massnahmen gelangte sie zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin angesichts der 

Fähigkeitsstörungen mit überwiegend mittelschweren, vor allem aber der schweren 

Einschränkungen der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit noch in der Lage sei, 

einzelne Stunden, maximal drei Stunden pro Tag, einer vertrauten Arbeitstätigkeit 

nachzugehen (act. G 27.1 S. 59 f. psychiatrisches Teilgutachten). Dieser begründeten 

Einschätzung ist zu folgen. Dr. F.___ hat bei ihrer Beurteilung zwar nicht ausdrücklich 

die Indikatoren nach BGE 141 V 281 abgehandelt. Aus ihren begründeten 

Ausführungen geht indes hinlänglich hervor, dass die vorhandenen Ressourcen die 

gesundheitsbedingten Belastungen nicht in einem Masse aufzuwiegen vermögen, dass 

in Beachtung von Art. 7 Abs. 2 ATSG von einer höheren als der veranschlagten 

Leistungsfähigkeit auszugehen wäre. Auch der beweisrechtlich entscheidende Aspekt 

der Konsistenz führt zu keinem anderen Ergebnis. Aus dem Gutachten von Dr. F.___ 

geht ohne weiteres hervor, dass sich die gesundheitlichen Funktionseinschränkungen 

in sämtlichen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin relevant und gleichmässig 

auswirken (vgl. insbesondere auch die Fremdanamnese in act. G 27.1 S. 39 

psychiatrisches Teilgutachten).

2.3.3. 

Bei vorgenannter Arbeitsfähigkeit (drei Stunden pro Tag in Berücksichtigung des 

Belastungsprofils [vgl. dazu vorstehende E. 2.2]) steht der Beschwerdeführerin auf dem 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensichtlich noch ein genügend weites Feld an 

Beschäftigungsmöglichkeiten offen, womit die Arbeitsfähigkeit verwertbar ist. Ihr sind 

beispielsweise noch Stellen als Hilfsarbeiterin im Bereich von Überwachungs-, 

Administrativ-, und Kontrolltätigkeiten wie auch leichtere Verpackungs-, 

Maschinenbedienungs- und Sortierarbeiten zumutbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Dezember 2021, 9C_520/2021, E. 4.3.2). Auch eine Beschäftigung im Bereich 

der Wissensvermittlung (z.B. als Aufgabenhelferin) oder als Angestellte im Büro sind ihr 

nach wie vor zumutbar. Diesbezüglich bringt sie offensichtlich auch die nötigen 

Fertigkeiten mit (vgl. act. G 1 S. 12 Ziff. 38).

Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 80 % im 

Erwerb und zu 20 % im Haushalt/Aufgabenbereich tätig (IV-act. 277-2, 278-2). Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt die Qualifikation als 

Vollerwerbstätige. Die gut dokumentierte Erwerbskarriere lässt die Qualifikation als 

Teilerwerbstätige im Umfang von 80 % wahrscheinlicher erscheinen. Die 

Beschwerdeführerin war zwar auch nach der Geburt der Kinder immer erwerbstätig (IV-

act. 158), indes nie mehr in einem Vollpensum, auch nicht in der Zeit, als die Kinder 

keiner Unterstützung mehr bedurften. Das maximale Pensum hat im Alterszentrum am 

Schäflisberg 80 % betragen (act. G 27.1 S. 42 psychiatrisches Teilgutachten). Im 

Weiteren lebt die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann nicht in engen finanziellen 

Verhältnissen, sodass sich auch diesbezüglich nicht die Annahme einer 

Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall aufdrängt. Damit hat die Ermittlung des 

Invaliditätsgrads in Anwendung der gemischten Methode zu erfolgen (vgl. dazu 

vorstehende E. 1.2).

3.2. 

 3.3. 

Für die Bestimmung des Valideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin auf 

den Zentralwert des Kompetenzniveaus 1 der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn 

[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht) der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 ab. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

beantragt die Anwendung von Art. 26 Abs. 2 IVV, nachdem die Beschwerdeführerin aus 

invaliditätsbedingten Gründen (Rückenproblematik) eine berufliche Ausbildung im 

Pflegebereich nicht habe abschliessen können. Konnte die versicherte Person wegen 

der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht abschliessen, so entspricht 

das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, dem 

durchschnittlichen Einkommen einer Erwerbstätigen im Beruf, für den die Ausbildung 

begonnen wurde (vgl. Art. 26 Abs. 2 IVV). Echtzeitliche ärztliche Beurteilungen, welche 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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eine erwerbsrelevante Rückenproblematik nach der obligatorischen Schulzeit (ab dem 

Jahr 1987) dokumentieren, liegen nicht im Recht. Die Beschwerdegegnerin gab zwar 

mehrmals an, dass sie eine Ausbildung zur Krankenschwester aufgrund von 

Rückenproblemen habe abbrechen müssen (IV-act. 266-35; act. G 27.1 S. 41 f. 

psychiatrisches Teilgutachten). Erwähnt wird aber zudem, dass sie die Ausbildung 

auch wegen knapper schulischer Leistungen und damit aus invaliditätsfremden 

Gründen habe abbrechen müssen, woraufhin sie eine Ausbildung als G.___ absolviert 

habe (IV-act. 49-2, 49-25). Eine invalidisierende Rückenproblematik bereits nach der 

obligatorischen Schulzeit, welche ihr eine Ausbildung zur Krankenschwester 

verunmöglicht hätte, ist damit zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich 

ausgewiesen, weshalb Art. 26 Abs. 2 IVV nicht zur Anwendung gelangt.

Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird demnach am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. BGE 139 V 30 E. 

3.3.2). Bei ihrer letzten Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden – vor dem Unfall im Jahr 

2004 – erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2005 als G.___ bei der H.___bei einem 

Pensum von 58 % ein Einkommen von Fr. 27'365.-- pro Jahr (IV-act. 14-2). 

Hochgerechnet auf ein Vollpensum resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 47'181.-- 

(Fr. 27'365.-- / 58 x 100). Nominallohnindexiert bis 2018 ergibt sich ein Einkommen von 

Fr. 54'024.-- (Fr. 47'181.-- / 117.9 x 135.0). Dies entspricht in etwa dem Zentralwert 

des Kompetenzniveaus 1 der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach 

Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht) der Lohnstrukturerhebung 

(LSE) 2018, Total Frauen, welcher einen Wert von Fr. 54'681.-- ausweist (Fr. 4'371.-- / 

40 x 41.7 x 12). Von diesem Wert für ein 100 %-Pensum ist im Folgenden auszugehen.

3.3.2. 

Gestützt auf das Belastungsprofil (vgl. vorstehende E. 2.2) sind der 

Beschwerdeführerin als Verweistätigkeiten leidensangepasste 

Hilfsarbeiterinnentätigkeiten zuzumuten. Auch eine Tätigkeit als Büro- oder 

Aufgabenhilfe steht der Beschwerdeführerin, wie erwähnt, nach wie vor offen. 

Entsprechend ist das Invalideneinkommen unter Beizug des LSE-

Hilfsarbeiterinnenlohns zu bestimmen. Dieser beträgt jährlich, wie unter E. 3.3.2 

ausgeführt, bei einem Pensum von 100 % Fr. 54'681.--. Bei Zugrundelegung desselben 

Lohns auf Seiten des Validen- und Invalideneinkommens (bei einem Pensum von 100 

%) kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs 

vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2017, 9C_734/2016, E. 4.1, mit 

Hinweis). Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten beschränkt 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 

können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3). Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 

301 E. 5.2). Die Beeinträchtigungen sind mit der veranschlagten 64%-igen 

Leistungseinschränkung genügend abgedeckt. Im Weiteren rechtfertigen die 

qualitativen Einschränkungen keinen Abzug, nachdem der Tabellenlohn im 

Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 

umfasst (vgl. nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2017, 

8C_439/2017, E. 5.5). Der tiefe zumutbare Beschäftigungsgrad von 36 % rechtfertigt 

indes einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % (vgl. dazu – obwohl auf den 

vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung gelangend – auch den neuen, seit 1. 

Januar 2022 in Kraft stehenden Art. 26  Abs. 3 IVV). Es resultiert damit im 

Erwerbsbereich in Anwendung von Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 27  Abs. 

3 IVV ein Invaliditätsgrad von 54.08 % (Erwerbseinbusse 67.6 % [100 % - (36 % x 0.9)] 

x 0.8 [Beschäftigungsgrad 80 %]).

bis

bis

Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad im Aufgaben- bzw. Haushaltsbereich in 

Anwendung von Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 27  Abs. 4 IVV. Eine 

Abklärung im Jahr 2005 hat im Aufgabenbereich eine Einschränkung von rund 27 % 

ergeben (IV-act. 21). Im bidiszplinären (orthopädischen/neurologischen) Gutachten der 

SMAB AG vom 9. März 2016 wird von einer somatischen Einschränkung von rund 25 

% ausgegangen (Fremdakten 55-22). Auf beide Einschätzungen kann nicht (mehr) 

abschliessend abgestellt werden. Sie liegen zum einen zu weit zurück und lassen zum 

anderen die psychiatrische Problematik ausser Acht. Es erscheint hingegen vertretbar, 

aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf eine Rückweisung zu weiterer Abklärung, 

insbesondere zur Durchführung einer Haushaltsabklärung, zu verzichten. Denn gestützt 

auf das schlüssig begründete Gutachten der Medas Zentralschweiz ist die 

Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht angesichts der Fähigkeitsstörungen mit 

überwiegend mittelschweren, vor allem aber der schweren Einschränkungen der 

Widerstands- und Durchhaltefähigkeit in sämtlichen Lebensbereichen, damit auch im 

Aufgabenbereich, erheblich eingeschränkt (vgl. act. G 27.1 S. 59 f. psychiatrisches 

3.5. 
bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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4.  

Entscheid

Teilgutachten; vgl. ferner die Fremdanamnese in act. G 27.1 S. 39 psychiatrisches 

Teilgutachten). Hinzu kommen somatische Einschränkungen, welche (mittel-)schwere 

Tätigkeiten im Haushaltbereich nicht mehr zulassen (act. G 27.1 S. 19 

Konsensbeurteilung). Damit ist ohne weiteres davon auszugehen, dass sich die 

Einschränkung im Aufgabenbereich in einem Rahmen zwischen 30 % und 70 % 

bewegt, was bei einer Qualifikation von 20 % im Aufgabenbereich einem 

Invaliditätsgrad von 6 % (30 % x 0.2) bis 14 % (70 % x 0.2) entspricht und zusammen 

mit der Einschränkung im Erwerbsbereich (54.08 %) zu einem Invaliditätsgrad zwischen 

60 % und 70 % bzw. zu einem Anspruch auf eine Dreiviertelsrente führt (vgl. Art. 28 

Abs. 2 IVG). Zu erwähnen bleibt, dass auch die Qualifikation als Vollerwerbstätige bei 

einem Invaliditätsgrad von 67.6 % (100 % - [36 % x 0.9]) zu keinem anderen 

Rentenanspruch führte.

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 14. Januar 2020 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. 

Oktober 2018 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdeführerin hat gemessen an ihren Anträgen im Grundsatz und überwiegend 

obsiegt, weshalb es sich rechtfertigt, die Gerichtskosten vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

4.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

entgegen seiner Mitteilung vom 8. November 2021 (act. G 27) keine Honorarnote 

eingereicht. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Mit Blick auf vergleichbare Fälle und dabei 

anfallende Aufwendungen erscheint eine leicht überdurchschnittliche pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) bei 

umfangreicher Aktenlage angemessen. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin mit Fr. 4'500.-- zu entschädigen

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

14. Januar 2020 aufgehoben und der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2018 eine 

Dreiviertelsrente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.03.2022
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung zweier psychiatrischer (Administrativ-)Gutachten. Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. März 2022, IV 2020/45).

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		2024-05-27T01:47:58+0200
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