# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24a8a905-71dc-56fe-93f9-718f3fcb7639
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.05.2020 E-2131/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2131-2020_2020-05-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2131/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richterin Christa Luterbacher,    

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro, (…),  

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Bundesverwaltungsgericht, 

Postfach, 9023 St. Gallen. 

   

Gegenstand 

 
Revision; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1861/2020 vom 

14. April 2020. 

 

 

 

E-2131/2020 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest: 

dass das SEM das Mehrfachgesuch des Gesuchstellers vom 1. November 

2018 mit Verfügung vom 24. Februar 2020 ablehnte und die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf die mit Eingabe vom 2. April 2020 

gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde mit Urteil E-1861/2020 

vom 14. April 2020 nicht eintrat, mit der Begründung, die Beschwerde sei 

verspätet und daher offensichtlich unzulässig, 

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 21. April 2020 beim Bundesver-

waltungsgericht beantragt, das Urteil vom 14. April 2020 sei gestützt auf 

Art. 121 Bst. d BGG in Revision zu ziehen sowie aufzuheben, und das Be-

schwerdeverfahren sei entsprechend den Begehren der Rechtsmittelein-

gabe vom 2. April 2020 zu entscheiden, 

dass eventualiter beantragt wird, es sei die Unzulässigkeit, eventuell die 

Unzumutbarkeit, des Wegweisungsvollzuges festzustellen, 

dass der Gesuchsteller sodann beantragt, es sei ihm im Sinne einer vor-

sorglichen Massnahme zu gestatten, den Entscheid über das Revisions-

verfahren in der Schweiz abzuwarten und der zuständige Kanton unver-

züglich anzuweisen, von Vollzugshandlungen abzusehen, 

dass die Instruktionsrichterin am 22. April 2020 gestützt auf Art. 126 BGG 

mit superprovisorischer Massnahme den Vollzug der Wegweisung per so-

fort einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung: 

dass das Bundesverwaltungsgericht für die Revision von Urteilen zustän-

dig ist, die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. 

BVGE 2007/21 E. 2.1), 

dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundesverwal-

tungsgerichts die Art. 121‒128 des BGG sinngemäss gelten, 

E-2131/2020 

Seite 3 

dass der Gesuchsteller durch das Urteil vom 14. April 2020 besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än-

derung hat und damit zur Einreichung des Revisionsgesuchs legitimiert ist 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG),  

dass der Gesuchsteller geltend macht, der Sendungsverfolgung der 

Schweizerischen Post könne entnommen werden, dass ihm die Verfügung 

des SEM vom 24. Februar 2020 am 3. März 2020 eröffnet worden und die 

30-tägige Rechtsmittelfrist mit Eingabe vom 2. April 2020 somit gewahrt 

worden sei, 

dass das Gericht mithin in den Akten liegende Tatsachen aus Versehen 

nicht berücksichtigt habe, weshalb das Urteil vom 14. April 2020 gestützt 

auf Art. 121 Bst. d BGG in Revision zu ziehen und aufzuheben sei, 

dass die Eingabe innert 30 Tagen seit Eröffnung des angefochtenen Urteils 

eingereicht wurde (Art. 124 Abs. 1 Bst. b BGG) und die Begehren für den 

Fall eines neuen Beschwerdeentscheides sinngemäss enthält (Art. 67 Abs. 

3 VwVG i.V.m. Art. 47 VGG), weshalb auf das Revisionsgesuch einzutreten 

ist, 

dass gemäss Art. 121 Bst. d BGG die Revision eines Urteils unter anderem 

verlangt werden kann, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche 

Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat,  

dass gemäss Rückschein beziehungsweise der darauf enthaltenen hand-

schriftlichen Datumsangabe des Empfängers die Verfügung der Vorinstanz 

am 2. März 2020 empfangen und eröffnet wurde,  

dass aufgrund der vorliegenden Auszüge des Senderückverfolgungssys-

tems der Schweizerischen Post die Verfügung des SEM aber am 3. März 

2020 empfangen und eröffnet wurde, 

dass es sich bei der handschriftlichen Datumsangabe auf dem Rückschein 

somit – was im Revisionsgesuch auch eingeräumt wird – um ein Versehen 

handelt, 

dass die Beschwerdeeingabe mit Poststempel vom 2. April 2020 somit in-

nerhalb der 30-tägigen Rechtsmittelfrist eingereicht und der Entscheid der 

Vorinstanz vom 24. Februar 2020 damit rechtzeitig beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten wurde, 

E-2131/2020 

Seite 4 

dass der Barcode, welcher den Zugriff auf die Sendungsrückverfolgung der 

Post erlaubt, auf dem Rückschein enthalten ist, welcher seinerseits stets 

Bestandteil der Verfahrensakten bildet, 

dass – auch wenn sich das Gericht bei der Kontrolle der Einhaltung der 

Rechtsmittelfristen in den überwiegenden Fällen auf die handschriftlichen 

Datumsangaben der die Sendung empfangenden Person verlassen kann 

– im vorliegenden Falle eine in den Akten liegende erhebliche Tatsache aus 

Versehen nicht berücksichtigt wurde und das Revisionsgesuch demnach 

gutzuheissen ist,  

dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1861/2020 vom 14. April 

2020 demzufolge aufzuheben und als Folge davon das ordentliche Be-

schwerdeverfahren wieder aufzunehmen ist, 

dass dem Gesuchsteller bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten 

aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass angesichts des Obsiegens im Revisionsverfahren dem vertretenen 

Gesuchsteller in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG zulasten der Ge-

richtskasse eine Parteientschädigung für die ihm entstandenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des 

Reglements vom 22. Februar 2008 über die Kosten- und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) ist, 

dass der Rechtsvertreter einen zeitlichen Aufwand von 5.75 Stunden zu 

einem Stundenansatz von Fr. 240.– geltend macht und insgesamt einen 

Betrag von Fr. 1'500.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) in Rechnung 

stellt, 

dass der geltend gemachte zeitliche Aufwand als zu hoch erscheint, wes-

halb die Parteientschädigung – unter Berücksichtigung der massgebenden 

Berechnungsfaktoren (Art. 8, Art. 9 und 11 VGKE) – zu reduzieren ist, 

dass weiter zu berücksichtigen ist, dass das vorliegende Verfahren mitun-

ter aufgrund des vom Sendungsempfänger unkorrekt angegebenen Da-

tums auf dem Rückschein veranlasst wurde, 

dass gestützt auf das Ausgeführte die Parteientschädigung auf Fr. 500.– 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. 

 

E-2131/2020 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird gutgeheissen. 

2.  

Das Urteil E-1861/2020 vom 14. April 2020 wird aufgehoben und das Be-

schwerdeverfahren wieder aufgenommen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dem Gesuchsteller wird vom Bundesverwaltungsgericht für das Revisions-

verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 500.– ausgerich-

tet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Olivier Gloor 

 

 

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