# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d67587ad-df78-5b1c-b8c8-679072341fc2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.03.2016 B 2014/198, B 2014/199
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-198--B-2014-1_2016-03-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/198, B 2014/199

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.03.2016

Entscheiddatum: 24.03.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 24.03.2016
Steuerrecht. Art. 177 StG (sGS 811.1); Art. 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11). Art. 18 
Abs. 2 StV (sGS 811.11, in der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen 
Fassung) und Art. 5 Abs. 2 der Berufskostenverordnung (SR 642.118.1, in der 
bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung).  Ersetzung einer 
offensichtlich unrichtigen Ermessensveranlagung durch eine ordentliche 
Veranlagung. Materiell streitig waren die Kosten für die Verwendung eines 
privaten Motorfahrzeugs (Art. 39 Abs. 1 StG und Art. 26 DBG, beide in der bis 
31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung). Der Beschwerdegegner 
vermochte die steuermindernde Tatsache der von ihm behaupteten Auto-
Fahrkosten für den Arbeitsweg (tägliche Kilometerleistungen von 324 km) 
nicht zu belegen. Sodann war der Beschwerdegegner gemäss 
Steuererklärung im Jahr 2012 nicht Eigentümer eines Motorfahrzeugs. Der 
Umstand, dass dem Beschwerdegegner die Benützung der öffentlichen 
Verkehrsmittel wegen des Zeitmehrbedarfs und der Art der Tätigkeit 
(Schichtarbeit) unzumutbar war, vermag an der Nichterbringung des 
Beweises für die behaupteten Auto-Fahrkosten bzw. die tägliche Heimkehr 
nichts zu ändern (Verwaltungsgericht, B 2014/198, B 2014/199).  Entscheid 
vom 24. März 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Bietenharder, Zindel; Ersatzrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

 

Verfahrensbeteiligte

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

X.Y.,

Beschwerdegegner,

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Kantons- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2012); direkte 

Bundessteuer (Einkommen 2012)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.            

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

a. X.Y., geb. 1984, ist seit 30. Mai 2011 für die Q. AG (früher: Z. AG) in C./BE als 

Produktionsmitarbeiter tätig. Am 1. Juli 2011 zog er von A. nach B., wo er 

Miteigentümer eines Mehrfamilienhauses ist. Seit 1. August 2012 lebt er dort 

zusammen mit seiner Lebenspartnerin und den gemeinsamen Kindern (geb. 2007 und 

2011). Am 17. September 2013 veranlagte ihn das Steueramt ermessensweise für die 

Kantons- und Gemeindesteuern 2012 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

66‘500.-- (steuerbares Vermögen Fr. 0.--) und für die direkte Bundessteuer 2012 mit 

einem solchen von Fr. 67‘400.--, weil er nach zweimaliger Mahnung und Androhung 

einer Ermessensveranlagung keine Steuererklärung eingereicht hatte. Der 

Ermessensveranlagung legte das Steueramt unter anderem den Pauschalabzug für die 

übrigen Berufskosten von Fr. 2‘400.-- zugrunde (act. G 6/6 1.03 und 8.01). Die am 

15. Oktober 2013 von X.Y. eingereichte Steuererklärung behandelte das Steueramt als 

Einsprachen gegen die Ermessensveranlagungen. Darin wurden unter anderem Kosten 

2012 für die Verwendung eines privaten Motorfahrzeugs von Fr. 35‘021.-- deklariert. 

Der Aufforderung des Steueramtes, weitere Unterlagen (insbesondere Kopie 

Arbeitsvertrag einschliesslich Zusatzvereinbarungen, Service- und Benzinrechnungen, 

monatliche Lohn- und Spesenabrechnungen) nachzureichen, kam X.Y. teilweise nach 

(act. G 6/6 3.01-3.04), worauf das kantonale Steueramt die Einsprachen mit 

Entscheiden vom 16. Januar 2014 teilweise guthiess und Kosten für die Verwendung 

eines privaten Motorfahrzeugs von Fr. 8‘500.--, Wochenaufenthaltskosten von Fr. 

6‘000.-- sowie Verpflegungskosten am Wochenaufenthaltsort von Fr. 6‘400.-- anstelle 

des Verpflegungsabzuges von Fr. 3‘200.-- anerkannte (act. G 6/6 4.01 und 9.01).

b. Den gegen die Einspracheentscheide von X.Y. erhobenen Rekurs (Kantons- und 

Gemeindesteuern) bzw. die Beschwerde (direkte Bundessteuer) mit dem Antrag, die 

Fahrkosten 2012 von Fr. 35‘021.-- sowie Verpflegungskosten 2012 von Fr. 2‘460.-- 

seien zum Abzug zuzulassen, hiess die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. 

Gallen mit Entscheid vom 28. August 2014 teilweise gut, hob die Entscheide auf und 

bestätigte steuerbare Einkommen 2012 von Fr. 33‘400.-- (Kantons- und 

Gemeindesteuern) und Fr. 34‘300.-- (direkte Bundessteuer) sowie ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 0.-- (act. G 2).

 

B.            

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

a. Gegen diesen Entscheid erhob das kantonale Steueramt mit Eingabe vom 30. 

September 2014 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die 

Einspracheentscheide vom 16. Januar 2014 seien zu bestätigen.

b. In der Vernehmlassung vom 6. Oktober 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung 

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids und äusserte sich ergänzend zu Vorbringen in der Beschwerde (act. G 5). 

Der Beschwerdegegner und die Beschwerdebeteiligte verzichteten auf eine 

Stellungnahme (act. G 8).

c. Mit Replik vom 8. Dezember 2014 bestätigte der Beschwerdeführer seinen 

Standpunkt (act. G 11).

d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden 

Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die streitige Einkommenssteuerveranlagung fällt unter die harmonisierte 

Steuergesetzgebung (vgl. insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG). 

Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend die Kantons- und 

Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 

andererseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; 

unter diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer 

gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3.1). Ebenso ist es zulässig, 

dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. 

statt vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2; VerwGE B 

2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch).

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung 

http://www.gerichte.sg.ch

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 145 des Gesetzes über 

die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG, in Verbindung mit Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 

Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1). 

Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeerhebung legitimiert, und die Eingabe vom 

30. September 2014 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 64, Art. 48 Abs. 

1 sowie aArt. 30 Abs. 1 VRP, letzterer seinerseits in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 

Ingress und lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272; Art. 145 in 

Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 und 2 sowie Art. 133 Abs. 1 DBG). Auf die 

Beschwerden ist einzutreten.

Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die 

beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene 

Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder 

unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).

2.             

2.1.        Art. 177 StG bestimmt, dass eine Veranlagung nach pflichtgemässem 

Ermessen vorgenommen wird, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat mangels 

zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der 

Steuerpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt. Aufgrund von Art. 

132 Abs. 3 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, DBG) und Art. 180 

Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit 

angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige 

Beweismittel nennen (Satz 2). Die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung 

werden in Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 des Steuerharmonisierungsgesetzes (SR 

642.14, StHG) sowie Art. 130 Abs. 2 DBG gleich umschrieben. Auch bei einer 

Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund 

der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn 

sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen 

lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, Rz. 43 zu Art. 130 DBG). Gemäss 

Art. 126 Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles tun, um eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck muss er auf 

Verlangen der Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen. Kommt der 

Steuerpflichtige seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, muss die Veranlagungsbehörde 

im Sinne einer Schliessung von Sachverhaltslücken das steuerbare Einkommen 

aufgrund von Schätzungen ermitteln und eine Ermessensveranlagung vornehmen. 

Abklärungspflicht wie Ermessenseinschätzung bleiben jedoch auf den Bereich 

beschränkt, für den die Steuerbehörde die Beweislast trägt. Das gilt für 

steuerbegründende Tatsachen, d.h. für die Einkommensseite. Für die 

steuermindernden Tatsachen, also für die Abzugsseite, liegt dagegen die Beweislast 

beim Steuerpflichtigen. Soweit das Gesetz dem Steuerpflichtigen auferlegt, 

Behauptungen auf bestimmte Weise zu belegen, dürfen diese daher nicht auf dem 

Umweg über die Ermessenseinschätzung als erwiesen hingenommen werden. Vielmehr 

hat die Einschätzungsbehörde davon auszugehen, dass behauptete Tatsachen, die der 

Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon das Gesetz ihm die Beweispflicht 

auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische 

Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. Rz. 24; BGE 107 Ib 213 E. 5). Immerhin ist es möglich, 

dass auch hinsichtlich steuermindernder bzw. -aufhebender Tatsachen eine Schätzung 

nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen ist. Dies ist der Fall, wenn der 

Grundsachverhalt hinsichtlich der steueraufhebenden bzw. steuermindernden 

Tatsachen bewiesen ist, Unklarheit aber über den Umfang besteht (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Rz. 43 zu Art. 130 DBG; 

BGer 2C_681/2008 vom 12. Dezember 2008, E. 3.5).

2.2.       

2.2.1.    Erfolgte - wie dies vorliegend unbestritten der Fall ist - zu Recht eine 

Ermessensveranlagung, so hat der Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung (Art. 

132 Abs. 3 DBG, Art. 180 Abs. 2 StG) nachzuweisen; es kommt zu einer Umkehr der 

Beweisführungspflicht zu Lasten des Steuerpflichtigen. Die offensichtliche Unrichtigkeit 

der Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen 

werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit 

entfallen die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im 

Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Zum 

anderen steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass die Schätzung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist im Rahmen der 

Einsprache verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, 

a.a.O., Rz. 39 und 51 zu Art. 132 DBG).

2.2.2.    Aufgrund der während der Einsprachefrist nachgereichten Steuererklärung 

erwiesen sich konkret die Ermessensveranlagungen mit Bezug auf die im 

Zusammenhang mit der Berufsausübung stehenden Kosten als offensichtlich unrichtig, 

so dass die in der Folge erlassenen Einspracheentscheide (act. G 6/6 4.01 und 9.01) 

als ordentliche Veranlagungen die Ermessensveranlagungen ersetzten. Im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren streitig sind die Kosten für die Verwendung eines privaten 

Motorfahrzeugs (Art. 39 Abs. 1 StG und Art. 26 DBG, beide in der bis 31. Dezember 

2015 gültig gewesenen Fassung), welche vom Beschwerdeführer für 2012 in den 

Einspracheentscheiden mit Fr. 8‘500.-- anerkannt worden waren. Nach Art. 18 Abs. 2 

der Steuerverordnung (StV, sGS 811.11, in der bis 31. Dezember 2015 gültig 

gewesenen Fassung) bzw. Art. 5 Abs. 2 der Berufskostenverordnung (SR 642.118.1, in 

der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung) sind bei Benützung privater 

Fahrzeuge als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der 

öffentlichen Verkehrsmittel angefallen wären. Die Kosten des privaten Fahrzeuges 

werden nach Art. 18 Abs. 3 StV bzw. Art. 5 Abs. 3 Berufskostenverordnung gemäss 

den für die direkte Bundessteuer massgebenden Pauschalansätzen abgezogen, wenn 

kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder soweit dessen Benützung 

dem Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann, sowie für die Anfahrt bis zur 

nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrsmittels. Der Nachweis höherer Kosten 

bleibt vorbehalten. Nach der Praxis der Veranlagungsbehörde gilt die Benützung des 

öffentlichen Verkehrsmittels in der Regel als nicht zumutbar, wenn sehr schlechte 

Bahn- und Busverbindungen oder ein ungünstiger Fahrplan bestehen. Der zeitliche 

Mehraufwand kann als Begründung für die Benützung des privaten Verkehrsmittels nur 

angeführt werden, wenn bei einmaliger Hin- und Rückfahrt der zeitliche Mehraufwand 

mehr als 90 Minuten pro Tag beträgt (Steuerbuch [StB] 39 Nr. 3 Ziff. 2.2). Für einen 

Steuerpflichtigen, der zufolge unregelmässiger Arbeitszeit oder qualifizierter 

Präsenzpflicht die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur unter erschwerten 

Bedingungen beanspruchen kann oder der zur Mitnahme des Autos an den Arbeitsort 

gezwungen ist, weil er es dort für berufliche Fahrten einsetzen muss, kann die 

Benützung öffentlicher Verkehrsmittel trotz grundsätzlich guter Verbindungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unzumutbar sein (StB 39 Nr. 3 Ziff. 2.2; vgl. Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., II. Rz. 101 

f.).

2.3.       

2.3.1.    Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid unter anderem zum Schluss, 

es erscheine glaubhaft, dass der Beschwerdegegner täglich vom Arbeitsort C./BE an 

seinen Wohnort zurückkehre, wo er mit der Lebenspartnerin und den beiden Kindern 

im eigenen Mehrfamilienhaus wohne. Auch arbeite er im Schichtmodell, so dass er sich 

nicht zu den Hauptverkehrszeiten auf der Strasse befinde. Der Arbeitsweg könne 

praktisch ausschliesslich auf der Autobahn zurückgelegt werden; Zürich könne auf der 

Westtangente umfahren werden. Mit Blick auf die arbeitslosenversicherungsrechtliche 

Zumutbarkeit eines je zweistündigen Arbeitswegs (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG; SR 837.9) 

könne es nicht angehen, einem Steuerpflichtigen, der diesen Zeitaufwand auf sich 

nehme, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen, den Abzug steuerlich nicht zuzugestehen. 

Die Fahrt von B. nach C./BE dauere mit dem Zug ca. 180 Minuten; mit dem Auto 

reduziere sich die Fahrzeit auf ca. 100 Minuten. Die tägliche Zeitersparnis betrage 

daher 160 Minuten. Die Zurücklegung des Arbeitswegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln 

sei daher nicht zumutbar. Zwar hätten die Benzinkosten mit den eingereichten 

Bankbelegen nicht vollends geklärt werden können. Jedoch habe der 

Beschwerdeführer nicht damit rechnen müssen, jeden Benzinbezug belegen zu 

müssen, nachdem im Jahr 2011 für denselben Arbeitsweg die Autokosten anerkannt 

worden seien (act. G 6/6 6.01). Auszugehen sei von einem täglichen Arbeitsweg von 

zweimal 162 km (Google Maps) und 230 Arbeitstagen pro Jahr, woraus sich eine 

jährliche Fahrleistung von 74‘520 km errechne. Bei einem Ansatz von Fr. --.38 sei somit 

ein Abzug von Fr. 28‘317.60 zuzulassen (act. G 2 S. 5-7 mit Hinweis auf StB 39 Nr. 3 

Ziff. 6).

2.3.2.    Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, seitens der Vorinstanz sei 

unbestritten geblieben, dass der Beschwerdegegner den Nachweis für die tägliche Hin- 

und Rückfahrt zwischen Wohn- und Arbeitsort nicht erbracht habe. Trotzdem habe sie 

entsprechende Fahrkosten zum Abzug zugelassen. Dies erstaune nur schon deshalb, 

weil der Nachweis solcher Kosten aufgrund der geltend gemachten Kilometerleistung 

(sehr) einfach zu führen wäre. Das Beweismass der Glaubhaftmachung genüge nicht, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

um den Fahrkostenabzug mit dem Privatauto zu gewähren. Aus dem Umstand, dass 

der Beschwerdegegner im Schichtmodell arbeite, könne nicht abgeleitet werden, dass 

er nie zu Hauptverkehrszeiten unterwegs sei. Insbesondere zu den 

Hauptverkehrszeiten werde der Arbeitsweg (von je 162 km) über die chronisch 

überlastete Autobahn A1 regelmässig mehr als zwei Stunden betragen. Entgegen der 

Vorinstanz dürfte es damit an der Zumutbarkeit fehlen. Auch erweise es sich als 

unvernünftig, zweimal täglich einen Arbeitsweg von 162 km zurückzulegen. 

Erfahrungsgemäss werde bei solchen Verhältnissen (fast) ausnahmslos 

Wochenaufenthalt begründet. Auch aus diesem Grund sei ein substantiierter Nachweis 

über die tägliche Rückkehr zu verlangen. Daran fehle es indessen. Zu berücksichtigen 

sei im Übrigen, dass die Kilometerpauschale von Fr. --.38 eigentlich nicht Anwendung 

finden könne, weil das Fahrzeug dem Vater des Beschwerdegegners gehört habe und 

dieser - bis auf einzelne Tankfüllungen - für sämtliche Kosten aufgekommen sei (act. G 

1).

2.4.       

2.4.1.    Beweisrechtlicher Ausgangspunkt bildet vorliegend, dass der 

Beschwerdegegner die steuermindernde Tatsache der von ihm behaupteten Auto-

Fahrkosten für den Arbeitsweg zu belegen hat (vgl. vorstehende E. 2.1 und 2.2.1). 

Dieser Beweis kann durch die von ihm eingereichten Unterlagen (act. G 6/6 3.01-3.04) - 

anders als in BGer 2C_343/2011 vom 25. Oktober 2011, welchem ein Sachverhalt ohne 

vorangehende Ermessensveranlagung zugrunde lag - nicht als erbracht gelten. Zum 

einen vermögen die aus den Bankauszügen ersichtlichen Zahlungen an Tankstellen im 

Jahr 2012 von knapp Fr. 1‘000.-- die Benzinbezüge für tägliche Kilometerleistungen 

von 324 km (Fahrten zwischen B. und C./BE) bei Weitem nicht zu belegen. Dies umso 

weniger, als nicht einmal klar ist, inwieweit die Zahlungen effektiv für Benzin (und nicht 

auch für andere Artikel) erfolgten, und wenn ja, ob das Benzin nicht auch für Fahrten 

ausserhalb des Arbeitswegs zur Verwendung kam. Soweit er die Barzahlung von 

Benzinbezügen geltend macht (act. G 6/6 3.04), ohne entsprechende Belege vorweisen 

zu können, hat der Beschwerdegegner die daraus resultierenden Folgen der 

Beweislosigkeit zu tragen. Bei der zur Diskussion stehenden Kilometerleistung dürften 

zudem (unter anderem) Servicekosten angefallen sein; entsprechende Belege liegen 

ebenfalls nicht bei den Akten. Sodann war der Beschwerdegegner gemäss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Steuererklärung im Jahr 2012 nicht Eigentümer eines Motorfahrzeugs. Gegenstand des 

von ihm eingereichten Fahrzeug-Prüfungsberichts vom 27. August 2009 bildet ein 

Fahrzeug älteren Datums mit Kennzeichen ZH 000000 (act. G 6/6 3.02 Beilage), 

welches offenbar dem Vater des Beschwerdegegners gehörte (vgl. act. G 1 S. 5 und 

act. G 6/1 S. 2). Nicht belegt ist, ob bzw. inwiefern dem Beschwerdegegner dieses 

Fahrzeug für den Arbeitsweg tatsächlich zur Verfügung stand. Daraus lassen sich somit 

keine für die Klärung der vorliegend streitigen Frage relevanten Fakten ableiten. 

Letzteres gilt auch mit Bezug auf den eingereichten Anstellungsvertrag (act. G 6/6 

3.02).  

2.4.2.    Unbestritten blieb, dass der Beschwerdegegner seit dem Jahr 2012 mit der 

Lebenspartnerin und zwei gemeinsamen Kindern in B. in einem Mehrfamilienhaus 

wohnt, dessen Miteigentümer er ist. Diese Umstände sprechen zwar - wie die 

Vorinstanz zu Recht festhält (act. G 5) - nicht ohne Weiteres für die in den 

Einspracheentscheiden getroffene Annahme, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 

am Arbeitsort C./BE teilweise Wochenaufenthalter war (act. G 6/6 4.01 und 9.01 S. 3 

unten). Anderseits blieben jedoch die vom Beschwerdegegner behaupteten täglichen 

Fahrten mit dem Auto zwischen Wohn- und Arbeitsort im Jahr 2012 - und damit auch 

seine tägliche Rückkehr an den Wohnort - wie dargelegt unbewiesen. Die von den 

Parteien diskutierte Frage der Zumutbarkeit und “Vernünftigkeit“ des behaupteten 

Arbeitsweges (act. G 1, 5 und 11) braucht dabei nicht weiter untersucht zu werden, da 

deren Beantwortung nichts zur Klärung der Streitfrage beizutragen vermöchte. Vor dem 

geschilderten Hintergrund fallen die aus der Annahme eines teilweisen 

Wochenaufenthalts resultierenden Pauschalabzüge (Fahrkosten geschätzt Fr. 8‘500.--, 

Mehrkosten Wochenaufenthalt Unterkunft Fr. 6‘000.--, Mehrkosten Wochenaufenthalt 

Verpflegung Fr. 6‘400.--) insofern recht grosszügig zugunsten des Beschwerdegegners 

aus, als er höhere tatsächliche Fahrkosten als die ihm in den Einspracheentscheiden 

zugestandenen Beträge nicht belegen konnte. Eine Unangemessenheit der 

zugestandenen Beträge wird weder geltend gemacht noch ist eine solche aus den 

Akten ersichtlich. Im Gesamtergebnis erweist sich somit die in den 

Einspracheentscheiden getroffene Lösung mit Schätzung der angefallenen 

Berufskosten (vgl. dazu vorstehende E. 2.1 am Schluss) als sachgerecht und sogar 

eher grosszügig.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.4.3.    Der von der Vorinstanz angeführte Umstand, dass dem Beschwerdeführer die 

Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel wegen des Zeitmehrbedarfs und der Art der 

Tätigkeit (Schichtarbeit) unzumutbar war (act. G 5), trifft zu; er wird auch von Seiten des 

Beschwerdeführers nicht in Abrede gestellt (act. G 1 S. 4; G 11). Nur vermag diese 

Gegebenheit an der Nichterbringung des Beweises für die behaupteten Auto-

Fahrkosten bzw. die tägliche Heimkehr nichts zu ändern. Nicht weiter einzugehen ist 

unter den dargelegten Umständen auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass 

die Kilometerpauschale von Fr. --.38 eigentlich nicht zur Anwendung kommen könnte, 

weil das Fahrzeug dem Vater des Beschwerdegegners gehört und dieser die 

Festkosten getragen habe (act. G 1 S. 4 f.). Im Weiteren wies der Beschwerdeführer zu 

Recht darauf hin, dass die Veranlagungsbehörde bei der Ermittlung des steuerbaren 

Einkommens des Jahres 2012 nicht an die Veranlagung 2011 gebunden war (act. G 1 

S. 3 f.). Auch konnte der Beschwerdegegner im Verlauf des Jahres 2012 insofern nicht 

auf einen Autokostenabzug ohne Vorliegen entsprechender Belege vertrauen, als die 

Veranlagung 2011, mit welcher ein solcher Abzug (offenbar ohne Belege) zugestanden 

worden war, erst am 15. Januar 2013 ergangen war. Keine Bedeutung kommt im 

Übrigen in der das Jahr 2012 betreffenden Streitsache dem Umstand zu, dass sowohl 

auf kantonaler als auch auf eidgenössischer Ebene mit Wirkung ab 1. Januar 2016 

Obergrenzen für den Fahrkostenabzug eingeführt wurden, aufgrund welcher 

Streitfragen der vorliegenden Art sich künftig nicht mehr stellen dürften.  

3.           

3.1.        Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden betreffend 

Kantons- und Gemeindesteuern und direkte Bundessteuer 2012 gutzuheissen und der 

angefochtene Entscheid aufzuheben. Damit gelten die Steuerveranlagungen gemäss 

den Einspracheentscheiden vom 16. Februar 2014.

3.2.        In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen 

Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in 

Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Der Beschwerdegegner wird somit 

kostenpflichtig. Eine Gebühr von Fr. 1'500.-- erscheint für das vorliegende Verfahren 

angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222 

Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(Fr. 600.--) sind bei diesem Verfahrensausgang neu zu verlegen und ebenfalls dem 

Beschwerdegegner aufzuerlegen.

3.3.        Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP; 

Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren, SR 172.021). Der Beschwerdegegner ist unterlegen, und der 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der 

Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 

176), und beide haben auch keinen entsprechenden Antrag gestellt.

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerdeverfahren B 2014/198 und B 2014/199 werden vereinigt.

 

2.            Die Beschwerde betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2012 wird unter 

Aufhebung des Rekursentscheids vom 28. August 2014 gutgeheissen und der 

Einspracheentscheid vom 16. Januar 2014 bestätigt.

 

3.            Die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer 2012 wird unter Aufhebung 

des Beschwerdeentscheids vom 28. August 2014 gutgeheissen und der 

Einspracheentscheid vom 16. Januar 2014 bestätigt.

 

4.           

 

4.1.        Der Beschwerdegegner bezahlt für das Beschwerdeverfahren amtliche Kosten 

von  Fr. 1‘500.--.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

4.2.        Der Beschwerdegegner bezahlt für das vorinstanzliche Verfahren amtliche 

Kosten von Fr. 600.--.

 

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Schmid

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 24.03.2016
	Steuerrecht. Art. 177 StG (sGS 811.1); Art. 130 Abs. 2 DBG (SR 642.11). Art. 18 Abs. 2 StV (sGS 811.11, in der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung) und Art. 5 Abs. 2 der Berufskostenverordnung (SR 642.118.1, in der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung).  Ersetzung einer offensichtlich unrichtigen Ermessensveranlagung durch eine ordentliche Veranlagung. Materiell streitig waren die Kosten für die Verwendung eines privaten Motorfahrzeugs (Art. 39 Abs. 1 StG und Art. 26 DBG, beide in der bis 31. Dezember 2015 gültig gewesenen Fassung). Der Beschwerdegegner vermochte die steuermindernde Tatsache der von ihm behaupteten Auto-Fahrkosten für den Arbeitsweg (tägliche Kilometerleistungen von 324 km) nicht zu belegen. Sodann war der Beschwerdegegner gemäss Steuererklärung im Jahr 2012 nicht Eigentümer eines Motorfahrzeugs. Der Umstand, dass dem Beschwerdegegner die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel wegen des Zeitmehrbedarfs und der Art der Tätigkeit (Schichtarbeit) unzumutbar war, vermag an der Nichterbringung des Beweises für die behaupteten Auto-Fahrkosten bzw. die tägliche Heimkehr nichts zu ändern (Verwaltungsgericht, B 2014/198, B 2014/199).  Entscheid vom 24. März 2016

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte