# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 479a0d36-fe5b-57a2-a5c7-fa780b3cd056
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-01
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 01.03.2024 OG.2024.00004 (OGS.2025.179)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2024-00004_2024-03-01.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin lic. iur. Marianne Dürst
  Benedetti, Oberrichterin Monika Trümpi und Oberrichterin Ruth Hefti sowie
  Gerichtsschreiberin MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 1. März 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2024.00004

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Jacques Marti,
  Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats-
  und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
  vertreten durch lic. iur.
  Dorothea Speich,
  Staatsanwältin

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Haftentlassungsgesuch
  und Verlängerung der Untersuchungshaft

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge des
  Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom 13. Februar 2024
  [act. 17, S. 2], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Verfügung des
    Zwangsmassnahmengerichts vom 5. Februar 2024 in den Verfahren
    SG.2024.00013 und SG.2024.00014 vollumfänglich aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei das
    Haftentlassungsgesuch vom 25. Januar 2024 zu bewilligen und es seien
    Ersatzmassnahmen anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei die Untersuchungshaft
    nicht zu verlängern.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.

    

  

  
	
   

  
	
  Anträge der Beschwerdegegnerin
  (gemäss Eingabe vom 16. Februar 2024 [act. 20, S. 1]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Anträge des
    Beschwerdeführers vom 13. Februar 2024 seien vollumfänglich abzuweisen
    und es sei die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 5. Februar
    2024 zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter Kostenfolge zulasten des
    Beschuldigten.

    

  

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  1.         

  
	
  Die Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons
  Glarus (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") verdächtigt A.______
  (nachfolgend "Beschuldigter"), dass er auf diversen
  Online-Verkaufsplattformen (insbes. [...]) unzählige Gegenstände (z.B.
  Mobiltelefone, Uhren, Drohnen usw.) zum Verkauf angeboten und sich die
  entsprechenden Zahlungen von Käufern überweisen lassen habe, ohne
  anschliessend die gekaufte Ware zu liefern. Der Beschuldigte habe bei seinen
  unter fiktiven Identitäten getätigten Angeboten nie den Willen gehabt, nach
  Eingang der Zahlung seine vertragliche Leistung zu erbringen, sondern habe
  sich mit den betrügerisch erhaltenen Zahlungen seinen Lebensunterhalt
  gedeckt. Dem Beschuldigten werden ausserdem mehrfache Vergehen gegen das
  Waffengesetz, Raub, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und
  Urkundenfälschung vorgeworfen. Der Beschuldigte wurde zunächst am
  25. Januar 2023 sowie am 13. März 2023 und schliesslich am
  4. August 2023 festgenommen (vgl. zum Ganzen act. 1, S. 2;
  act. 3, S. 2 f.; act. 5/1, S. 2 f.;
  act. 5/2/2; act. 5/2/3 und act. 5/2/13).

  
	
  2.         

  
	
  Mit Eingabe vom 4. August 2023 an das
  Zwangsmassnahmengericht des Kantons Glarus beantragte die Staatsanwaltschaft,
  es sei gegen den Beschuldigten Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von
  drei Monaten anzuordnen (act. 5/1). Das Zwangsmassnahmengericht hiess
  diesen Antrag gut und ordnete die Untersuchungshaft mit Verfügung vom
  7. August 2023 bis längstens 3. November 2023 an
  (act. 5/6, S. 5, Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  3.         

  
	
  Mit Eingabe vom 23. Oktober 2023 an das
  Zwangsmassnahmengericht beantragte die Staatsanwaltschaft die Verlängerung
  der Untersuchungshaft um drei Monate und die Abweisung des ihr zuvor
  eingereichten Haftentlassungsgesuches des Beschuldigten (act. 6/1; vgl.
  auch act. 6/2/1 und act. 6/2/2). Zudem beantragte sie eine Sperrfrist
  für die Stellung weiterer Haftentlassungsgesuche von einem Monat
  (act. 6/1). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 verlängerte das
  Zwangsmassnahmengericht die angeordnete Untersuchungshaft antragsgemäss
  einstweilen längstens bis 3. Februar 2024, verzichtete aber auf die
  Anordnung einer Sperrfrist (act. 6/11, S. 8,
  Dispositiv-Ziff. 1). Die dagegen erhobene Beschwerde des Beschuldigten
  wies das Obergericht mit Beschluss vom 1. Dezember 2023 ab
  (act. 7/24, insbes. S. 13, Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  4.         

  
	
  4.1.    Mit
  Eingabe vom 25. Januar 2024 ersuchte der Beschuldigte erneut um
  Entlassung aus der Haft (act. 2). Die Staatsanwaltschaft leitete dieses
  Haftentlassungsgesuch mit Eingabe vom 29. Januar 2024 an das
  Zwangsmassnahmengericht weiter und beantragte dessen Abweisung, wobei dem
  Beschuldigten zur Stellung erneuter Entlassungsgesuche eine Sperrfrist von
  einem Monat anzusetzen sei (act. 1). Mit einer weiteren Eingabe vom
  29. Januar 2024 beantragte sie ausserdem die Verlängerung der
  Untersuchungshaft um sechs Monate (act. 3).

  
	
  4.2.    Mit
  Verfügung vom 5. Februar 2024 verlängerte das Zwangsmassnahmengericht
  die angeordnete Untersuchungshaft bis längstens 3. August 2024,
  verzichtete aber auf die Anordnung einer Sperrfrist (act. 13, S. 8,
  Dispositiv-Ziff. 2). Das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten schrieb
  es als gegenstandslos geworden ab (act. 13, S. 8,
  Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  4.3.    Gegen
  diese Verfügung erhob der Beschuldigte am 13. Februar 2024 Beschwerde
  (act. 17). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Eingabe vom 16. Februar
  2024 die Abweisung der Beschwerde (act. 20).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.         

  
	
  Das Obergericht behandelt als Rechtsmittelinstanz
  Beschwerden in Strafsachen (Art. 17 Abs. 2 lit. a GOG/GL; GS
  III A/2). Der vorliegend angefochtene Haftentscheid ist der Beschwerde zugänglich
  (Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m. Art. 222 StPO).
  Der durch die Haft unmittelbar betroffene Beschuldigte ist
  beschwerdelegitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO) und die
  Anfechtungsfrist ist vorliegend eingehalten (Art. 396
  Abs. 1 StPO; act. 15 und act. 17). Die übrigen
  Rechtsmittelvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die
  Beschwerde des Beschuldigten ist einzutreten.

  
	
  2.         

  
	
  Mit Beschwerde können in Bezug auf den angefochtenen
  Entscheid Rechtsverletzungen und eine unvollständige oder unrichtige
  Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden
  (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.         

  
	
  1.1.    Die
  Vorinstanz begründet die Verlängerung der Untersuchungshaft bis am
  3. August 2024 damit, dass der dringende Tatverdacht weiterhin zu bejahen
  sei. So habe sich der Tatverdacht betreffend den gewerbsmässigen Betrug
  erhärtet, wobei der Beschuldigte auch geständig sei. Der Beschuldigte würde
  ausserdem der Urkundenfälschung, der Vergehen gegen das Waffengesetz, der
  Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie des Raubes verdächtigt
  werden. Für einen Lebens- oder Sinneswandel würden keine Anhaltspunkte
  bestehen, weshalb aufgrund des bisherigen Verhaltens des Beschuldigten nach
  dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung
  wahrscheinlich sei, dass der Beschuldigte erneut delinquiere. Aufgrund des
  Vorwurfs des Verstosses gegen das Waffengesetz sowie der rechtskräftigen
  Verurteilungen betreffend Diebstahl und Hausfriedensbruch sei ernsthaft zu
  befürchten, dass der Beschuldigte anlässlich eines Vermögensdeliktes Waffen
  mitführen oder einsetzen und damit besonders schwere Vermögensdelikte begehen
  könnte. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte würden die
  Untersuchungshaft rechtfertigen und eine Überhaft sei nicht zu befürchten.
  Zudem sei auch kein milderes Mittel dazu geeignet, die Wiederholungsgefahr zu
  bannen. Der beträchtliche Umfang der Delikte, wobei seit der Verlängerung der
  Untersuchungshaft zahlreiche weitere Gerichtsakten hinzugekommen seien,
  rechtfertige eine Verlängerung der Untersuchungshaft um sechs Monate (vgl.
  zum Ganzen act. 13, S. 4 ff., E. 3 ff.).

  
	
  1.2.    Der
  Beschuldigte bringt dagegen vor, dass vorliegend eine Sicherheitsgefährdung
  und damit die Wiederholungsgefahr zu verneinen sei. Den Akten würden keine
  konkreten Anhaltspunkte entnommen werden können, wonach befürchtet werden
  müsse, dass der Beschuldigte bei erneuter Tatbegehung Gewalt anwenden würde.
  Der Beschuldigte habe bei keiner der ihm zur Last gelegten Taten die
  Sicherheit der Geschädigten gefährdet und für zukünftige schwere
  Vermögensdelikte würden keine Hinweise bestehen. Der Beschuldigte zeige
  ausserdem Reue und bemühe sich aktiv darum, seinen verursachten Schaden
  wieder gutzumachen. So arbeite der Beschuldigte im Gefängnis, um seine
  Schulden abbezahlen zu können. Der Beschuldigte habe ausserdem um
  Haftentlassung ersucht, damit er ausserhalb der Untersuchungshaft arbeiten
  und seinen Schaden wiedergutmachen könne. Der Beschuldigte habe sich auch an
  der Einvernahme bei der Kantonspolizei reumütig gezeigt. Zudem würden mit der
  Bewährungshilfe, der täglichen Meldepflicht, der Arbeitspflicht sowie dem
  Electronic Monitoring geeignete mildere Mittel als die Untersuchungshaft
  bestehen. So wäre der Beschuldigte unter ständiger Beobachtung, womit
  sichergestellt werden könne, dass er keine weiteren Straftaten begehen werde.
  Mit einem Hausarrest und dem Electronic Monitoring könne sichergestellt
  werden, dass der Beschuldigte direkt nach der Arbeit nach Hause gehe (vgl.
  zum Ganzen act. 17, S. 4 ff.). 

  
	
  1.3.    Die
  Staatsanwaltschaft bringt vor, dass sich seit dem Entscheid des Obergerichts
  vom 1. Dezember 2023 weder am Tatverdacht noch an der
  Wiederholungsgefahr noch an der Verhältnismässigkeit etwas geändert habe. Mit
  der nach dem vorinstanzlichen Entscheid eingegangenen Gerichtsstandsanfrage
  seien mittlerweile mehr als 80 Betrugsfälle pendent und viele weitere
  Delikte abzuklären. Dass der Beschuldigte an jeder Einvernahme seine Reue
  betone ändere nichts an der Rückfallgefahr, denn diese Betonung entspreche in
  keiner Art und Weise der Haltung des Beschuldigten. Dieser habe bis heute
  nicht verstanden, dass seine Taten nicht einfach nur ein Spiel gewesen seien,
  sondern es sich um Verbrechen handle. Es sei deshalb zu befürchten, dass er
  in Freiheit dieses "Spiel" weiterführe und ausserdem aufgrund
  seiner Waffenaffinität besonders schwere Vermögensdelikte begehen könnte.
  Ersatzmassnahmen könnten dem kein Einhalt gebieten, wobei insbesondere ein
  Hausarrest bei über das Internet begangenen Taten alles andere als sicher sei
  (vgl. zum Ganzen act. 20).

  
	
  2.         

  
	
  2.1.    Untersuchungshaft
  ist nach Art. 221 Abs. 1 StPO zulässig, wenn die beschuldigte
  Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist und ernsthaft
  zu befürchten ist, dass Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr
  (lit. b) oder Wiederholungsgefahr (lit. c) besteht. Nach der
  Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt ein dringender Tatverdacht im Sinne
  von Art. 221 Abs. 1 StPO vor, wenn das untersuchte Verhalten mit
  erheblicher Wahrscheinlichkeit die Tatbestandsmerkmale eines Verbrechens oder
  Vergehens erfüllen könnte, wofür konkrete Anhaltspunkte bestehen müssen (vgl.
  BGE 143 IV 330 E. 2.1).

  
	
  2.2.    Der Beschuldigte wird des gewerbsmässigen Betruges
  im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, des mehrfachen Vergehens gegen
  das Waffengesetz (Art. 33 WG; SR 514.54), des mehrfachen Vergehens
  gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Urkundenfälschung gemäss
  Art. 251 StGB sowie des Raubes gemäss Art. 140 StGB
  verdächtigt. Beim gewerbsmässigen Betrug, der Urkundenfälschung sowie dem
  Raub handelt es sich um Verbrechen und bei den weiteren erwähnten Delikten um
  Vergehen (Art. 10 Abs. 2 und Abs. 3 StGB), womit gleich
  mehrere Anlasstaten zur Anordnung von Untersuchungshaft vorliegen.

  
	
  2.3.    Wie bereits mit Beschluss vom 1. Dezember 2023
  festgehalten, ergibt sich der dringende Tatverdacht in Bezug auf den
  vorstehend geschilderten gewerbsmässigen Betrug (E. I.1) insbesondere
  daraus, dass beim Beschuldigten eine Vielzahl von Zahlungen von unter anderem
  verschiedenen Privatklägern eingegangen sind, wobei für diese Zahlungen keine
  Gründe ausserhalb des Betruges ersichtlich sind (vgl. act. 6/2/4, vgl.
  auch act. 5/2/4-7). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist der
  Beschuldigte diesbezüglich auch geständig (vgl. z.B. act. 4/3, S. 3 ff.,
  Ziff. 17, 34 und 50). Der dringende Tatverdacht betreffend den
  Verstoss gegen das Waffengesetz ergibt sich aus den in seiner Wohnung sowie
  im von ihm genutzten Hotelzimmer gefundenen Waffen (act. 5/2/2,
  S. 2 f., und act. 5/2/4/8.4.04, S. 2). Damit ist der
  dringende Tatverdacht sowohl in Bezug auf den gewerbsmässigen Betrug als auch
  auf den mehrfachen Verstoss gegen das Waffengesetz erstellt (vgl. zum Ganzen
  act. 7/24, S. 6, E. III.2.3, m.w.H.), was vom Beschuldigten –
  zu Recht – auch nicht bestritten wird (vgl. act. 17). Wie nachfolgend
  aufzuzeigen sein wird, genügen bereits diese beiden Tatverdachte zur
  Begründung der Untersuchungshaft, womit der dringende Tatverdacht in Bezug
  auf die Urkundenfälschung, den Raub sowie das mehrfache Vergehen gegen das
  Betäubungsmittelgesetz vorliegend nicht weiter zu prüfen ist.

  
	
  3.         

  
	
  3.1.    Wiederholungsgefahr
  nach Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO besteht, wenn ernsthaft zu
  befürchten ist, dass die beschuldigte Person durch schwere Verbrechen oder
  Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits
  früher gleichartige Straftaten verübt hat. Bei den früheren gleichartigen
  Straftaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche
  oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben, wie sie im hängigen
  Strafverfahren massgeblich sind (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1).
  Die Anordnung von Untersuchungshaft aufgrund von Wiederholungsgefahr kann
  gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dem Verfahrensziel der
  Beschleunigung dienen, indem verhindert wird, dass sich der Strafprozess
  durch immer neue Delikte verkompliziert und in die Länge zieht (BGE 146 IV
  136 E. 2.2; vgl. auch Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK).
  Erforderlich ist demnach eine ungünstige Rückfallprognose, wofür insbesondere
  die Häufigkeit und Intensität der untersuchten Delikte sowie einschlägige
  Vorstrafen massgebliche Kriterien bilden. Zu berücksichtigen sind ausserdem
  die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person, ihre familiäre
  Verankerung, die Möglichkeiten einer Berufstätigkeit und ihre finanzielle
  Situation (zum Ganzen BGE 143 IV 9 E. 2.8 und 2.10).

  
	
  3.2.    Die
  drohenden Delikte müssen zudem die Sicherheit anderer erheblich gefährden,
  wobei sich diese Gefährdung grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen
  kann. Im Vordergrund stehen dabei Delikte gegen die körperliche und sexuelle
  Integrität, wobei aber eine erhebliche Sicherheitsgefährdung auch bei
  Vermögensdelikten nicht ausgeschlossen ist. So können auch Vermögensdelikte
  die Geschädigten besonders hart bzw. ähnlich treffen wie ein Gewaltdelikt.
  Dies setzt allerdings voraus, dass es sich um besonders schwere
  Vermögensdelikte handelt (vgl. zum Ganzen BGE 146 IV 136 E. 2.2; BGE 143
  IV 9 E. 2.7 und Urteil BGer 1B_22/2023 vom 13. Februar 2023,
  E. 2.3). 

  
	
  Ob ein besonders schweres Vermögensdelikt droht, ist
  aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände im Einzelfall zu beurteilen.
  Bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte bei künftigen
  Vermögensdelikten Gewalt anwenden könnte, so spricht dies für eine erhebliche
  Sicherheitsgefährdung. Insbesondere trifft dies dann zu, wenn der
  Beschuldigte bei früheren Vermögensstraftaten eine Waffe mit sich geführt
  oder gar eingesetzt hat. Weiter ist die Schwere der vom Beschuldigten
  begangenen Vermögensdelikte zu berücksichtigen. So spricht ein sehr hoher Deliktsbetrag
  dafür, dass auch zukünftig die Begehung schwerer Vermögensdelikte zu
  befürchten ist. Einzubeziehen ist zudem die persönliche, namentlich
  finanzielle Lage der Geschädigten. Zielen die Taten des Beschuldigten auf in
  bescheidenen finanziellen Verhältnissen lebende Geschädigte, genügt für eine
  Sicherheitsgefährdung bereits ein geringerer Deliktsbetrag. Zu beachten sind
  ausserdem die Verhältnisse des Beschuldigten. Hat dieser weder Einkommen noch
  Vermögen und gleichwohl einen grossen Finanzbedarf, beispielsweise weil er
  einen luxuriösen Lebensstil pflegt oder an Spielsucht leidet, lässt dies
  darauf schliessen, dass er schwere Vermögensdelikte begehen könnte. Wurden
  Pläne für die Begehung schwerer Vermögensstraftaten entdeckt, können auch
  diese eine erhebliche Sicherheitsgefährdung begründen (vgl. zum Ganzen
  BGE 146 IV 136 E. 2.5).

  
	
  3.3.    Der
  Beschuldigte erklärte an seinen Einvernahmen vom 5. Dezember 2023 sowie
  vom 8. Januar 2024 mehrmals, seine Taten zu bereuen (vgl. act. 4/2,
  z.B. S. 4 und 7, Ziff. 27 und 79, sowie act. 4/3, z.B.
  S. 10 f., Ziff. 118 und 135). Er erkenne nun, dass er
  Fehler gemacht habe (vgl. act. 4/3, S. 7 und S. 12,
  Ziff. 67 und 153), und wolle den Schaden, welchen er anderen
  zugefügt habe, wieder gutmachen, sofern er die Möglichkeit dazu habe
  (act. 4/2, S. 15 und 20, Ziff. 189 und 274, sowie
  act. 4/3, S. 3 ff., Ziff. 18, 35  und 51). Ihm sei nun
  bewusst geworden, dass der einzige Weg die ehrliche Arbeit sei (vgl.
  act. 4/3, S. 6 und 14, Ziff. 66 und 171). Zudem lässt er
  behaupten, dass er im Gefängnis arbeite, um seine Schulden abbezahlen zu
  können (act. 17, S. 5). Der Beschuldigte erklärte ausserdem bereits
  anlässlich des letzten Haftverlängerungsverfahrens
  (OG.2023.00066/SG.2023.00096), dass er seine Situation nicht verschlimmern
  wolle und daher sicher nicht wieder mit betrügen anfange (act. 6/10).
  Die Untersuchungshaft habe ihm die Augen geöffnet, dass sein Handeln falsch
  war (act. 7/17, S. 3). Ob diese Aussagen des Beschuldigten als glaubhaft
  zu beurteilen sind und damit eine Rückfallgefahr zu verneinen ist, ist
  nachfolgend aufgrund der weiteren vorliegenden Indizien zu beurteilen.

  
	
  3.4.    Gegen den 22-jährigen Beschuldigten ergingen
  zwischen dem 5. August 2020 und dem 1. Februar 2023 bereits sechs
  Strafurteile, wobei das erste rund ein halbes Jahr nach seiner Volljährigkeit
  erlassen wurde. Der Beschuldigte wurde dabei unter anderem des Vergehens
  gegen das Waffengesetz sowie mehrfach des Betruges, des einfachen
  Diebstahles, des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung schuldig gesprochen
  (vgl. zum Ganzen act. 5/2/1, S. 3 ff.). Der Beschuldigte hat
  demzufolge bereits mehrfach Verbrechen bzw. Vergehen gegen gleichartige
  Rechtsgüter verübt. Die aktuellen staatsanwaltlichen Untersuchungsakten
  beinhalteten ausserdem bereits per 16. Oktober 2023 unter den
  Tatbestandsakten der Polizei 60 Dossiers, wobei es bei 52 davon um
  Betrugsverdachte und bei vier davon um Verdachte auf Widerhandlungen gegen
  das Waffengesetz geht (vgl. act. 6/2/6, S. 17 ff.). Dabei sind
  dem Aktenverzeichnis der Staatsanwaltschaft zufolge mindestens
  45 Privatkläger bzw. Geschädigte involviert (act. 6/2/6,
  S. 1 ff.). Zudem sind seither diverse weitere Tatverdachte
  hinzugekommen (act. 4/1/1-6 und act. 21). Aufgrund der bestehenden
  Tatverdachte erscheint es sehr wahrscheinlich, dass weder die Vorstrafen noch
  die bisherigen Verhaftungen den Beschuldigten bislang von strafbarem
  Verhalten abbringen konnten (vgl. act. 5/2/1, act. 5/2/2,
  act. 5/2/3 und act. 7/21). Hinzu kommt, dass dem Beschuldigten
  seiner eigenen Aussage zufolge bereits im Mai [2023] gesagt worden sei, dass
  er inhaftiert werde, wenn er weitermache (act. 4/2, S. 12,
  Ziff. 151). Sowohl die zahlreichen Vorstrafen als auch die Anzahl der
  aktuell zu untersuchenden Delikte sprechen für eine ungünstige Rückfallprognose.

  
	
  3.5.    Dass er Gegenstände online angeboten habe und das
  eingenommene Geld für sich behalten habe, ohne die Gegenstände den Käufern
  zuzustellen, begründete der Beschuldigte an mehreren Einvernahmen damit, dass
  er Geld gebraucht habe (vgl. z.B. act. 4/2, S. 5 f.,
  Ziff. 39 und 57, act. 4/3, S. 6 und 11, Ziff. 65 und 132,
  act. 5/2/9, S. 2, Ziff. 20, sowie act. 5/2/10, S. 2,
  Ziff. 15). Damit habe er sich damals seinen Lebensunterhalt verdient
  (vgl. z.B. act. 4/2, S. 16 f., Ziff. 204 und 221, sowie
  act. 4/3, S. 10 f., Ziff. 116 und 133). Bei seinen ersten
  Einvernahmen erklärte er noch, er habe mit dem Geld Rechnungen und Essen
  bezahlt (act. 5/2/9, S. 3, Ziff. 27, und act. 5/2/10,
  S. 2, Ziff. 20). Am 8. Januar 2024 erklärte er hingegen, dass
  er seine Rechnungen nicht bezahlt habe (act. 4/3, S. 3 f.,
  Ziff. 15 und 33). Vielmehr habe er mit den Einnahmen seine Sucht nach
  Drogen und Alkohol finanziert (act. 4/3, S. 3 ff.,
  Ziff. 14, 32, 48, 65, und 81). Der Beschuldigte erklärte hierzu,
  dass die Bezahlung von Rechnungen nur eine Ausrede gewesen sei, um seine
  Abhängigkeit (Sucht nach Marihuana, Codein und Alkohol) zu verbergen
  (act. 6/10). Ohne diese (nicht ernst gemeinten) Verkaufsangebote hätte
  er sich nicht den gleichen Lebensstil finanzieren können bzw. für diesen mehr
  arbeiten müssen (act. 4/2, S. 3 und 18, Ziff. 25
  und 240; vgl. auch act. 5/2/15, S. 3, N. 49 ff., und
  act. 5/2/9, S. 3, Ziff. 29). An der Hafteinvernahme vom
  4. August 2023 hatte er allerdings erklärt, dass er keinen zweiten Job
  hätte annehmen dürfen, weil er in der Lehre gewesen sei (act. 5/2/15,
  S. 3 f., N. 62 f. und N. 124 ff.). Es ist damit
  unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte mehr hätte arbeiten können.

  
	
  3.6.    Im
  Jahr 2022 ging der Beschuldigte seinen eigenen Aussagen zufolge auch im
  Zeitraum, in welchem ihm die vorstehenden Taten vorgeworfen werden, einer
  Arbeitstätigkeit nach (vgl. act. 4/2, S. 3 und 17, Ziff. 21
  und 226; act. 4/3, S. 12, Ziff. 151; act. 5/2/9,
  S. 3, Ziff. 21 f., und act. 5/2/10, S. 2,
  Ziff. 16). Von den erwähnten (nicht ernst gemeinten) Verkaufsangeboten
  abbringen können hätte ihn damals seiner Meinung nach, finanziell unabhängig
  zu werden und allenfalls einen zweiten Job anzunehmen (act. 4/2/15,
  S. 3 f., N. 59 ff.). Wie erwähnt erklärte der
  Beschuldigte aber auch, dass er dies gar nicht hätte tun dürfen. Es kann
  deshalb nicht von ernsthaften Bemühungen des Beschuldigten, sein Verhalten zu
  ändern, ausgegangen werden. Der Beschuldigte erklärt zwar am 8. Januar
  2024, dass er mittlerweile seine Einstellung geändert habe (act. 4/3,
  S. 12, Ziff. 153). Er sehe ein, dass er hätte arbeiten müssen und
  es nur den ehrlichen Weg gebe (act. 4/2, S. 11, Ziff. 129, und
  act. 4/3, S. 6 und 14, Ziff. 66 und 171). Allerdings
  erklärt er auch mehrmals, dass er sich durch die ihm vorgeworfenen Taten
  selbst geschädigt habe (act. 4/2, S. 3 und 20, Ziff. 21 und
  271). Ihm sei bewusst, dass ihm eine längere Haftstrafe drohe (act. 4/3,
  S. 4, Ziff. 35). Mit den beabsichtigten Rückzahlungen bezwecke er
  seiner eigenen Aussage zufolge (auch), dem Gericht zu zeigen, dass er sich
  geändert habe (act. 4/3, S. 17, Ziff. 222). Diese vorstehenden
  Aussagen des Beschuldigten erwecken den Anschein, als würde er vor allem die
  Konsequenzen seines Handelns bereuen, nicht aber sein Handeln an sich.
  Insbesondere deutet auch seine Erklärung, dass er es bereue, nach der
  Hausdurchsuchung und Einvernahme im gleichen Tempo weitergemacht zu
  haben, nicht auf eine Einsicht in das Unrecht der ihm vorgeworfenen Taten
  (act. 4/2, S. 22, Ziff. 293). Daran vermag auch seine
  Behauptung, dass seine Reue nicht nur durch die Untersuchungshaft begründet
  werde (act. 4/3, S. 15 f., Ziff. 188 und 205),
  nichts zu ändern. 

  
	
  3.7.    Der
  Beschuldigte erklärte ausserdem, dass er jahrelang Marihuana und Codein sowie
  exzessiv Alkohol konsumiert habe. Allerdings hat er gemäss seiner Erklärung
  den Konsum einzig aufgrund des aktuellen Gefängnisaufenthaltes eingestellt.
  Dafür, dass der Beschuldigte auch nach seinem Gefängnisaufenthalt auf Drogen-
  und übermässigen Alkoholkonsum verzichten kann und will, bestehen hingegen keine
  Hinweise. Insbesondere erklärt auch der Beschuldigte keine solche Absicht
  (vgl. zum Ganzen act. 6/10; act. 4/2, insbes. S. 3,
  Ziff. 24, und act. 4/3). Vielmehr erscheint es nach dem
  gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung wahrscheinlich,
  dass der Beschuldigte in Freiheit wieder Drogen und (übermässig) Alkohol
  konsumieren würde. Vor diesem Hintergrund scheint auch seine Aussage, dass er
  den Schaden durch eine Arbeitstätigkeit bereits vor der Haftstrafe wieder
  abzuzahlen beginnen will (vgl. z.B. act. 4/2, S. 15,
  Ziff. 189; act. 4/3, S. 6 und 9, Ziff. 51 und 101), wenig
  glaubhaft und nicht vielversprechend. Einerseits hat der Beschuldigte aktuell
  gar keine Stelle in Aussicht, sondern hofft lediglich eine solche zu finden
  (act. 17, S. 5). Andererseits konnte der Beschuldigte seinen
  eigenen Angaben zufolge bisher keine Arbeitsstelle über einen längeren
  Zeitraum behalten und fand auch keine mehr (act. 6/10). Bezeichnend ist
  auch, dass der Beschuldigte zwar behaupten lässt, er arbeite in der
  Untersuchungshaft, um seine Schulden abzubezahlen. Allerdings reicht er
  keinerlei Belege dazu ein oder erklärt zumindest, was er konkret an wen
  abbezahlt hat (vgl. act. 17, S. 5). Dass er mit Arbeitseinkünften
  tatsächlich Schulden zurückbezahlen will, scheint daher wenig glaubhaft.

  
	
  3.8.    Wie
  dargelegt, erscheint es vorliegend wahrscheinlich, dass der Beschuldigte nach
  der Entlassung aus der Untersuchungshaft wieder in die Alkohol- und
  Drogenabhängigkeit zurückfällt. Eine solche hat zur Folge, dass der Beschuldigte
  wiederum mehr Geld benötigt, um diese zu finanzieren. Ein allfälliger
  künftiger Lohn würde entsprechend vermutungsweise bereits dafür vollständig
  aufgebraucht. Zudem könnte ihn der gesteigerte Finanzbedarf wiederum – wie
  dies bereits in der Vergangenheit der Fall war – zu Vermögensdelikten
  verleiten. Angesichts dessen, dass der Beschuldigte von einem durch ihn
  verursachten Schaden von etwa CHF 40'000.‒ bis
  CHF 50'000.‒ ausgeht (act. 4/2, S. 21, Ziff. 276),
  scheint diese Gefahr aktuell noch erhöht. So hatten dem Beschuldigten in der
  Vergangenheit unbezahlte Rechnungen (und damit Schulden) Grund dafür gegeben,
  erneut Betäubungsmittel oder übermässig Alkohol zu konsumieren (vgl.
  act. 6/10). Beim Beschuldigten kann ausserdem auch nicht von einer
  starken familiären Verankerung ausgegangen werden, erklärte doch der
  Beschuldigte selbst, dass das Einvernehmen mit seiner Familie nicht sehr gut
  sei (act. 5/2/15, S. 4, N. 126 f.). Zusammengefasst kann
  dem Beschuldigten – wie dies bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt
  (act. 13, S. 6, E. 4) – keine günstige Rückfallprognose
  gestellt werden.

  
	
  3.9.    Die vorausgesetzte erhebliche Gefährdung der
  Sicherheit anderer ergibt sich insbesondere aus dem Vorwurf des Verstosses
  gegen das Waffengesetz bzw. der diesbezüglichen Verurteilung am 1. April
  2022 (vgl. act. 5/2/1, S. 5). Da auch bereits Waffen in einem
  Hotelzimmer des Beschuldigten gefunden wurden (act. 5/2/2,
  S. 2 f.), führte er bereits in der Vergangenheit Waffen mit sich.
  Es ist deshalb zu befürchten, dass er diese auch anlässlich eines
  Vermögensdeliktes mitführen oder einsetzen könnte. So wurde der Beschuldigte
  auch schon wegen Diebstahl verurteilt, womit nicht nur Vermögensdelikte über
  das Internet im Raum stehen. Der Beschuldigte ist ausserdem verschuldet und
  hat einen grossen Finanzbedarf aufgrund der von ihm selbst gestandenen
  Betäubungsmittelsucht und des exzessiven Alkoholkonsums (act. 6/10).
  Hinzu kommt, dass die Staatsanwaltschaft mittlerweile auch betreffend den
  Vorwurf eines Raubes ermittelt (act. 3, S. 3), welcher
  definitionsgemäss Gewalt, eine Androhung von Gefahr für Leib oder Leben oder
  "zum Widerstand unfähig machen" beinhaltet (vgl. Art. 140
  StGB). Aufgrund einer Gesamtwürdigung der vorliegenden Umstände ist demnach
  ernsthaft zu befürchten, dass der Beschuldigte besonders schwere
  Vermögensdelikte begehen könnte. Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist
  demzufolge vorliegend gegeben.

  
	
  Im Übrigen ist anzumerken, dass dem Beschuldigten
  auch ein Betrug gegen eine Geschädigte vorgeworfen wird, welche bereits davor
  betrogen wurde und lange sparen musste, um ihren vier Kindern eine Nintendo
  Switch zu kaufen (act. 4/2, S. 22 f., Ziff. 294 und 308).
  Es muss demzufolge davon ausgegangen werden, dass sich die dem Beschuldigten
  vorgeworfenen Taten auch gegen finanziell schwache Personen richteten. Zudem
  wird dem Beschuldigten auch vorgeworfen zumindest einmal dieselbe Person
  mehrmals geschädigt zu haben (act. 4/3, S. 18, Ziff. 239). Damit bestehen vorliegend noch weitere Hinweise
  dafür, dass der Beschuldigte in Zukunft besonders schwere Vermögensdelikte
  begehen könnte.

  
	
  4.         

  
	
  4.1.    Untersuchungshaft
  ist eine Zwangsmassnahme und darf nur angeordnet werden, wenn sie
  verhältnismässig ist, namentlich wenn das damit angestrebte Ziel nicht durch
  ein milderes Mittel erreicht werden kann und wenn die Bedeutung der Straftat
  die Haft rechtfertigt (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c und d
  StPO). 

  
	
  4.2.    Das
  mit der Untersuchungshaft angestrebte Ziel, die Begehung von weiteren
  schweren Straftaten des Beschuldigten zu verhindern, kann vorliegend nicht
  mit milderen Mitteln erreicht werden. Wie bereits mit Beschluss vom
  1. Dezember 2023 festgehalten, ist nicht ersichtlich, wie eine
  Arbeitspflicht den Beschuldigten von einer zukünftigen Tatbegehung abhalten
  können soll, liegen doch einige der ihm vorgeworfenen Taten auch im Zeitraum,
  als er einer Arbeitstätigkeit nachging (act. 7/24, S. 11,
  E. III.4.2). So erklärt der Beschuldigte sogar, die ihm vorgeworfenen
  Handlungen teilweise von seinem Arbeitsplatz aus vorgenommen zu haben (vgl.
  act. 4/2, S. 17, Ziff. 226). Die dem Beschuldigten
  vorgeworfenen Straftaten können zudem unabhängig von einem bestimmten
  Standort verübt werden, weshalb auch eine GPS-Fussfessel (Electronic
  Monitoring), Hausarrest oder das regelmässige Melden bei einer Stelle keine
  geeigneten Ersatzmassnahmen darstellen. 

  
	
  Eine Bewährungshilfe schliesslich kann vor allem
  fluchthemmende stabilisierende Rahmenbedingungen schaffen oder allenfalls die
  Einhaltung von Ersatzmassnahmen kontrollieren. Für eine weitergehende
  präventive Wirkung muss allerdings ein Vertrauensverhältnis bestehen, wobei
  der Aufbau dieses Vertrauensverhältnisses Zeit benötigt (vgl. Fabio Manfrin / Klaus Vogel, Basler 
  Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 80
  zu Art. 237 StPO). Beim Beschuldigten ist vorliegend nicht von
  Fluchtgefahr auszugehen und geeignete Ersatzmassnahmen sind keine
  ersichtlich. Zudem muss befürchtet werden, dass der Beschuldigte bereits kurz
  nach seiner Entlassung rückfällig werden könnte (vgl. E. III.3 vorstehend),
  womit keine Zeit für den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses bleibt. Offensichtlich
  ist ausserdem, dass auch ein Bewährungshelfer den Beschuldigten nicht dauernd
  überwachen kann. Eine Bewährungshilfe ist damit vorliegend ebenfalls nicht
  geeignet, den Beschuldigten von weiteren Straftaten abzuhalten. Die vom
  Beschuldigten vorgeschlagenen Massnahmen (act. 17, S. 5 ff.),
  können die Wiederholungsgefahr dementsprechend nicht mit genügender
  Sicherheit abwenden. Andere geeignete Ersatzmassnahmen sind ebenfalls nicht
  ersichtlich.

  
	
  4.3.    Der
  Beschuldigte befindet sich seit dem 4. August 2023 in Haft
  (act. 5/2/13). Ausgehend davon, dass der Beschuldigte unter anderem des
  gewerbsmässigen Betruges dringend verdächtigt wird, steht ihm eine längere
  Freiheitsstrafe konkret in Aussicht. Demgemäss droht keine Überhaft, wenn die
  Untersuchungshaft bis zum 3. August 2024 verlängert wird. Eine über das
  übliche Mass hinausgehende Verschlechterung seiner sozialen Verhältnisse oder
  der finanziellen Situation durch die Untersuchungshaft ist nicht ersichtlich.
  Wie bereits festgehalten, werden dem Beschuldigten vorliegend eine Vielzahl
  von Delikten vorgeworfen, wobei sich die Anzahl der Vorwürfe weiterhin
  laufend vergrössert (E. III.3.4; act. 4/1/1-6 und act. 21).
  Aufgrund des Umfangs der vorhandenen Akten ist absehbar, dass die
  Strafuntersuchung vorliegend nicht innerhalb von drei Monaten abgeschlossen
  werden kann. Zudem wird auch der Haftgrund weiterhin gegeben sein (vgl.
  BGE 146 IV 279 E. 2.5). Den vorstehenden Ausführungen zufolge rechtfertigt
  die Bedeutung der Straftaten, welcher der Beschuldigte verdächtigt wird, die
  Verlängerung der Untersuchungshaft bis am 3. August 2024.

  
	
  5.         

  
	
  Den vorstehenden Ausführungen zufolge sind die
  Voraussetzungen für die Verlängerung der Untersuchungshaft bis am
  3. August 2024 erfüllt und die Beschwerde des Beschuldigten ist
  vollumfänglich abzuweisen. Der Beschuldigte kann im Übrigen jederzeit bei der
  Staatsanwaltschaft ein Gesuch um Haftentlassung stellen (vgl. Art. 228
  Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist
  auf CHF 900.− festzusetzen (Art. 6 und Art. 8 Abs. 2 lit. b der Zivil-
  und Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5). Die Gerichtsgebühren sind
  zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden Behörden festzulegen und zu
  den Untersuchungskosten im Sinne von Art. 326 Abs. 1 lit. d StPO zu
  schlagen. Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigung wird
  dem Endentscheid vorbehalten (vgl. Art. 421 Abs. 1 StPO). Für die Kosten des
  vorinstanzlichen Verfahrens bleibt es ausgangsgemäss bei der Kostenregelung
  der Vorinstanz (Art. 428 Abs. 3 StPO e contrario).

  
	
   

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons
    Glarus vom 5. Februar 2024 in den Verfahren SG.2024.00013 und SG.2024.00014
    wird vollumfänglich abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird zuhanden der das
    Strafverfahren abschliessenden Behörde auf CHF 900.−
    festgesetzt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    Regelung der Kostenauflage und allfälliger Entschädigung wird dem Endentscheid
    vorbehalten.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]