# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d88c79a7-f43c-5e76-a387-6c588c754c29
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.07.2018 UE180089
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE180089_2018-07-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE180089-O/U/HON/PFE 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

C. Gerwig und Oberrichter lic. iur. D. Oehninger sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Borer 

 

Beschluss vom 3. Juli 2018 
 

in Sachen 
 

A._____,  
Beschwerdeführerin 
 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

gegen 
 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 
 

1, 2 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 
 

betreffend Einstellung   
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft Zü-
rich - Sihl vom 12. Februar 2018, G-2/2016/10022476 (i.S. B._____ und 
C._____) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Schreiben vom 30. Juni 2016 liess A._____(nachfolgend: Beschwerde-

führerin) Strafanzeige erstatten gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 

1) und C._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 2) wegen Verletzung des Ge-

heim- und Privatbereichs, insbesondere wegen Verletzung des Schriftgeheimnis-

ses (Art. 179 StGB) und unbefugten Beschaffens von Personendaten 

(Art. 179novies StGB), und stellte zugleich den entsprechenden Strafantrag 

(Urk. 13/1). Mit Verfügungen vom 12. Februar 2018 stellte die Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen die Be-

schwerdegegner 1 und 2 ein (Urk. 3/1, 2 = Urk. 5, 6 = Urk. 13/21, 22). Dagegen 

liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. März 2018 rechtzeitig Be-

schwerde erheben und die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen und die 

Rückweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft zur Untersuchung bzw. Ankla-

geerhebung beantragen (Urk. 2, Beilagen: Urk. 3/1-8).   

2. Nachdem die Beschwerdeführerin die ihr auferlegte Prozesskaution innert 

Frist geleistet hatte (Urk. 7 = Prot. S. 2 f.; Urk. 9), wurde mit Verfügung vom 

25. April 2018 die Beschwerdeschrift samt Beilagen Urk. 3/1-8 den Beschwerde-

gegnern 1 und 2 sowie der Staatsanwaltschaft zur (freigestellten) Stellungnahme 

innert Frist übermittelt (Urk. 10 = Prot. S. 4). Sowohl die Staatsanwaltschaft (am 

26.4.2018; Urk. 12) als auch die Beschwerdegegner 1 und 2 (mit Eingabe v. 

3.5.2018; Urk. 14) haben auf eine Stellungnahme verzichtet. Damit ist das Verfah-

ren spruchreif. 

II. 

1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO erfolgt eine Einstellung des Verfahrens u.a. 

dann, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a) oder 

kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b). Der Entscheid über die Einstellung eines 

Verfahrens richtet sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore". Danach darf 

eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflo-

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sigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet wer-

den. Erscheint hingegen eine Verurteilung wahrscheinlicher als ein Freispruch, ist 

Anklage zu erheben. Halten sich die Wahrscheinlichkeiten eines Freispruchs oder 

einer Verurteilung in etwa die Waage, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 

schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 143 IV 241 Erw. 2.2.1 m.H.; 

Urteil BGer 6B_109/2018 v. 13.6.2018 Erw. 3.2).  

2.1 Dem vorliegenden Beschwerdeverfahren liegt folgender Sachverhalt zu-

grunde:  

 Die Beschwerdeführerin war Arbeitnehmerin der D._____ AG. Nach Beendi-

gung des Arbeitsverhältnisses gab sie am 27. Oktober 2013 ihrer Arbeitgeberin 

das erhaltene Firmen-Mobiltelefon – ein iPhone 5 – zurück (vgl. Urk. 13/18/11/2/8 

S. 3). Mit Schreiben vom 9. Juli 2015 reichten die Beschwerdegegner 1 und 2 

(Geschäftsinhaber bzw. Personalberater bei der D._____ AG) im Verfahren ge-

gen E._____, den Vater der Beschwerdeführerin, bei der Staatsanwaltschaft das 

fragliche iPhone 5 sowie Printauszüge von WhatsApp-Chats ein 

(Urk. 13/18/11/2/5, 7). 

 In ihrer Strafanzeige vom 30. Juni 2016 liess die Beschwerdeführerin vor-

bringen, sie habe vor der Rückgabe des iPhones 5 sämtliche sich darauf befindli-

chen Daten, insbesondere auch ihre privaten Nachrichten, gelöscht. Diese Daten 

hätten sich im Zeitpunkt der Rückgabe nicht mehr auf dem iPhone 5 befunden 

und seien somit nicht frei zugänglich gewesen. Die Beschwerdegegner 1 und 2 

indessen hätten diese Daten illegal wiederhergestellt. Eine automatische Wieder-

herstellung der Daten sei nicht möglich. Dadurch hätten sie sich der Verletzung 

des Schriftgeheimnisses (Art. 179 StGB) und des unbefugten Beschaffens von 

Personendaten (Art. 179novies StGB) strafbar gemacht (Urk. 2 S. 3 f.; Urk. 13/1).  

 Im Rahmen mehrerer Schreiben wurde seitens der Beschwerdegegner 1 

und 2 geltend gemacht, das fragliche iPhone stehe im Eigentum der D._____ AG 

und sei der Beschwerdeführerin während ihrer Anstellung gratis zur Verfügung 

gestellt worden. Bei ihrem Austritt habe sie es wieder zurückgegeben. Der PIN-

Code des iPhone 5 habe sowohl im Zeitpunkt der Übernahme durch die Be-

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schwerdeführerin als auch bei der Rückgabe "1234" gelautet (vgl. Schreiben v. 

9.7.2015 in Urk. 13/18/11/2/5 S. 1). Ferner sei es zutreffend, dass die Beschwer-

deführerin gewisse Daten auf dem iPhone 5 gelöscht habe. Ob es sich um sämtli-

che Daten gehandelt habe, sei jedoch unklar. Als das iPhone 5 kurz nach der 

Rückgabe an den Geschäftscomputer angeschlossen worden sei – sie wüssten 

nicht mehr, wer von ihnen beiden das getan habe –, habe eine automatische 

Synchronisation mit dem dort installierten Programm iTunes stattgefunden. Da-

raufhin seien die zuvor gelöschten Daten wieder auf dem iPhone 5 vorhanden 

gewesen. Offenbar habe die Beschwerdeführerin die Daten im iTunes nicht ge-

löscht, sodass diese im Rahmen der Synchronisation wieder auf das iPhone ko-

piert worden seien (vgl. Schreiben v. 22.4.2016 in Urk. 13/3 S. 1). 

 Am 10. Mai 2016 erteilte die Staatsanwaltschaft der Kantonspolizei Zürich, 

IT-Betrieb, Digitale Forensik, einen Ermittlungsauftrag, mit welchem sie um eine 

Datenanalyse betreffend das fragliche iPhone 5 ersuchte sowie um die Beantwor-

tung diverser, sich in diesem Zusammenhang stellender Fragen. Das Ergebnis 

wurde im Bericht zur Datenanalyse vom 24. Mai 2016 (nachfolgend: Bericht Da-

tenanalyse) festgehalten (Urk. 13/6).  

 Mit Schreiben vom 19. Januar 2018 stellte die Staatsanwaltschaft den Par-

teien den Erlass einer Einstellungsverfügung in Aussicht und gab ihnen Gelegen-

heit, innert Frist Beweisanträge zu stellen und allfällige Entschädigungs- und/oder 

Genugtuungsansprüche geltend zu machen (Urk. 13/17/1-5). Mit Verfügung vom 

26. Februar 2018 lehnte sie den seitens der Beschwerdeführerin gestellten Be-

weisantrag, die Beschwerdegegner 1 und 2 parteiöffentlich und in Anwesenheit 

eines Experten von der Polizei zu befragen, ab (Urk. 13/17/10, 11). 

2.2 Am 12. Februar 2018 verfügte die Staatsanwaltschaft die Einstellung der 

Verfahren gegen die Beschwerdegegner 1 und 2. Dazu erwog sie, laut Ergebnis-

bericht zur Datenanalyse vom 24. Mai 2018 könne nicht eruiert werden, ob die 

Daten auf dem ehemals durch die Beschwerdeführerin benutzten Mobiltelefon vor 

der Rückgabe überhaupt gelöscht worden seien. Doch selbst wenn dies der Fall 

gewesen wäre, sei die Wiederherstellung der Daten vermutlich automatisch aus 

einem Backup in der iCloud erfolgt, weshalb von einem komplizierten technischen 

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Verfahren nicht die Rede sein könne. Daher sei fraglich, ob die Beschwerdegeg-

ner 1 und 2 überhaupt wissentlich und willentlich Daten wiederhergestellt hätten. 

Weiter führte die Staatsanwaltschaft aus, dass und aus welchen Gründen die Da-

ten aus dem Mobiltelefon der Beschwerdeführerin im Verfahren gegen E._____ 

wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung etc. sowie im Verfahren gegen die Be-

schwerdeführerin wegen Geldwäscherei verwertbar seien (Urk. 5 und Urk. 6 je 

S. 2).  

3.1 Vorab ist anzumerken, dass es – wie der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin zu Recht anmerkt (vgl. Urk. 2 S.  f.) – im vorliegenden Verfahren nicht um 

die Verwertbarkeit der fraglichen iPhone-Daten in einem anderen Strafverfahren 

geht. Vielmehr ist zu prüfen, ob sich die Beschwerdegegner 1 und 2 aufgrund der 

Art und Weise, wie sie in den Besitz der iPhone-Daten gelangten, strafbar ge-

macht haben.  

3.2 Seitens der Beschwerdeführerin wird zunächst geltend gemacht, indem die 

Staatsanwaltschaft von einer Befragung der Beschwerdegegner 1 und 2 abgese-

hen habe, habe sie der Beschwerdeführerin in Verletzung des rechtlichen Gehörs 

und der Bestimmung von Art. 147 StPO das Stellen von Ergänzungsfragen ver-

unmöglicht (Urk. 2 S. 7 f.). Dazu ist Folgendes anzumerken: Gemäss Art. 147 

Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch die 

Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen 

Personen Fragen zu stellen. Dieser Anspruch auf Teilnahme und das Stellen von 

Ergänzungsfragen aus Art. 147 Abs. 1 StPO besteht jedoch nur für den Fall, dass 

überhaupt Beweise erhoben werden. Hingegen ergibt sich aus dieser Bestim-

mung kein Anspruch auf die Erhebung von – allenfalls von einer Partei genann-

ten, bestimmten – Beweisen. Die Untersuchungsführung und damit der Entscheid 

darüber, welche Beweiserhebungen im Einzelnen vorzunehmen sind, obliegt der 

Staatsanwaltschaft (Art. 16 StPO, Art. 61 lit. a i.V.m. Art. 62 StPO). Dabei ist es 

den Parteien unbenommen, konkrete Beweisanträge zu stellen, was von Seiten 

der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 22. Februar 2018 auch gemacht wor-

den war (Urk. 13/17/10). Eine Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO und in diesem 

Zusammenhang des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt somit nicht vor.  

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3.3 Weiter wird von der Beschwerdeführerin moniert, dass die Staatsanwalt-

schaft weder den Sachverhalt abgeklärt noch die notwendigen Beweise erhoben 

habe und daher gar nicht in der Lage sei zu beurteilen, ob sich die Beschwerde-

gegner 1 und 2 strafbar gemacht hätten. Zudem verkenne die Staatsanwaltschaft, 

dass bei zweifelhafter Beweis- und Rechtslage nicht sie (die Staatsanwaltschaft), 

sondern das Sachgericht über den strafrechtlichen Vorwurf zu entscheiden habe 

(Urk. 2 insbes. S. 7 f.). Hierzu ist Folgendes zu bemerken:  

 Gemäss dem Ergebnisbericht zur Datenanalyse befanden sich im Zeitpunkt 

der Datenauslesung des iPhones durch die Kantonspolizei Zürich am 18. Mai 

2016 auf dem iPhone u.a. mehrere Fotos, davon mehrere Bildschirmkopien von 

verschiedenen WhatsApp-Chats, und es war die App "WhatsApp" installiert. Al-

lerdings lasse sich nicht eruieren, ob die Daten von der Beschwerdeführerin oder 

einer Drittperson gelöscht und danach mit einem automatischen Backup via iTu-

nes wiederhergestellt oder aber gar nie gelöscht worden seien (Urk. 13/6 S. 4 f.). 

Der Vorwurf der unberechtigten Wiederherstellung der Daten kann den Be-

schwerdegegnern 1 und 2 aber nur gemacht werden, wenn die Daten zuvor tat-

sächlich gelöscht wurden. Gerade dies lässt sich jedoch laut Bericht Datenanaly-

se nicht mehr ermitteln. Es ist auch nicht ersichtlich, wie dies im heutigen Zeit-

punkt noch festgestellt werden könnte. Insbesondere erscheint eine Einvernahme 

der Beschwerdeführerin hier nicht hilfreich. Selbst wenn sie, wovon aufgrund der 

Ausführungen in der Strafanzeige auszugehen ist, aussagen würde, sie habe 

sämtliche Daten gelöscht, handelte es sich letztlich um eine blosse Behauptung, 

welche sich mit keinen weiteren Beweismitteln stützen liesse. Ohnehin wären zu-

verlässige Aussagen ihrerseits, welche Aktionen sie zwecks Löschung genau 

vorgenommen habe, illusorisch, zumal seither mehr als 4.5 Jahre vergangen sind. 

Auch sind weder bei einer Befragung der Beschwerdegegner 1 und 2 weitere Er-

kenntnisse zu erwarten noch sind andere Untersuchungshandlungen erkennbar, 

mit welchen sich zuverlässig ermitteln liesse, ob die Beschwerdeführerin vor der 

Rückgabe des iPhones tatsächlich die für eine vollständige Löschung der Daten 

erforderlichen Schritte unternommen hatte. Dementsprechend ist – entgegen der 

Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin – nicht zu beanstanden, 

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dass die Staatsanwaltschaft keine weiteren Beweiserhebungen vorgenommen 

hat. 

 Nach dem Gesagten ist somit nicht zu erwarten, ein Sachrichter gelänge bei 

vorliegender Beweislage zum Schluss, die Daten seien vollständig gelöscht wor-

den. Dies gilt umso mehr mit Blick auf den dort zu beachtenden Grundsatz in du-

bio pro reo (wonach bei unklarer Beweislage bekanntlich vom für den Beschuldig-

ten günstigeren Sachverhalt auszugehen ist). Lässt sich jedoch eine vollständige 

Löschung der Daten nicht nachweisen, lässt sich auch nicht nachweisen, die Be-

schwerdegegner 1 und 2 hätten diese Daten – allenfalls widerrechtlich – wieder-

hergestellt. Zu prüfen bleibt, ob sie sich auf andere Weise strafbar gemacht haben 

könnten.  

3.4 Wie erwähnt liessen die Beschwerdegegner 1 und 2 mit Eingabe vom 9. Juli 

2015 der Staatsanwaltschaft neben dem fraglichen iPhone auch Ausdrucke von 

auf dem iPhone gespeicherten WhatsApp-Chats einreichen (vgl. 

Urk. 13/18/11/2/5, 7). Dies lässt darauf schliessen, sie hätten sich Zugang zu den 

sich auf dem iPhone befindlichen Daten – zumindest zu den WhatsApp-Chats – 

verschafft und diese zur Kenntnis genommen.  

 Der Verletzung des Schriftgeheimnisses nach Art. 179 StGB macht sich 

strafbar, wer, ohne dazu berechtigt zu sein, eine verschlossene Schrift oder Sen-

dung öffnet, um von ihrem Inhalte Kenntnis zu nehmen. Tatobjekte von Art. 179 

StGB sind Schriften oder Sendungen beliebigen Inhalts, die mit einem Verschluss 

versehen sind, der darauf abzielt, die Kenntnisnahme des gedanklichen Inhalts zu 

verhindern. Als Verschluss kommt jede Vorrichtung in Betracht, welche einem 

Dritten ein deutliches Hindernis setzt, vom gedanklichen Inhalt der Schrift oder 

der Sendung Kenntnis zu nehmen (von Ins/Wyder, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 

BSK StGB II, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 179 N 17). Die Tathandlung schliesslich 

besteht im Öffnen der verschlossenen Schrift oder Sendung, d.h. in der Aufhe-

bung eben jenes Verschlusses, den die Vorschrift voraussetzt (Straten-

werth/Bommer, Schweizerisches Strafrecht, BT I, 7. Aufl., 2010 Bern, S. 263).  

- 8 - 

 Hinsichtlich der Frage, ob auch Daten und elektronische Post (E-Mail-

Verkehr, SMS, WhatsApp-Nachrichten etc.) Tatobjekte von Art. 179 StGB sein 

können, herrscht in der Literatur Uneinigkeit (vgl. Urteil BuVerwGer B-3588/2012 

v. 15.10.2014 Erw. 6.6; bejahend: Monnier, in: sic! 3/2009 S. 142 f.; verneinend: 

Schwarzenegger, Die internationale Harmonisierung des Computer- und Internet-

strafrechts durch die Convention on Cybercrime vom 23. November 2001, in: FS 

für Stefan Trechsel zum 65. Geburtstag, Zürich/Basel/Genf 2002, S. 321 f., von 

Ins/Wyder, BSK StGB II, a.a.O., Art. 179 N 28 ff., Rosenthal/Jöhri, Handkommen-

tar zum DSG, Zürich/Basel/Genf 2008, Ausgewählte Bestimmungen aus anderen 

Erlassen, Art. 328b OR N 87; offengelassen in Urteil BGer 6B_615/2014 v. 

2.12.2014 Erw. 5 sowie bei Trechsel/Lieber, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxis-

kommentar StGB 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 179 N 5, und Donatsch, 

Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 397). Ebenfalls unklar ist, 

wann eine elektronische Schrift als "verschlossen" gelten kann. Namentlich stel-

len nach Ansicht von Trechsel (Praxiskommentar StGB, a.a.O., N 5) und Do-

natsch (Strafrecht III, a.a.O., S. 397) ein Passwort oder ein Code keinen "Ver-

schluss" i.S.v. Art. 179 StGB dar (a.M. Ins/Wyder, BSK StGB II, a.a.O., Art. 179 

N 23, wobei gemäss diesen Autoren elektronische Post nicht als "Schrift" oder 

"Sendung" zu qualifizieren ist; offengelassen in Urteil BGer 6B_615/2014 v. 

2.12.2014 Erw. 5).  

 Vorliegend indessen können diese Fragen offen bleiben. Gemäss den An-

gaben des Verteidigers der Beschwerdegegner 1 und 2 in seinem Schreiben vom 

9. Juli 2015 war das iPhone sowohl bei der Übergabe an die Beschwerdeführerin 

als auch bei der Rückgabe mit dem den Beschwerdegegnern 1 und 2 bekannten 

PIN-Code "1234" versehen (vgl. Urk. 13/18/11/2/5). Es kann von der Richtigkeit 

dieser Äusserung ausgegangen werden. Es bestand für die Beschwerdeführerin 

keine Veranlassung, vor der Rückgabe des iPhones an die Beschwerdegegner 1 

und 2 anlässlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses das iPhone derart zu 

sichern – namentlich mit einem den Beschwerdegegnern 1 und 2 unbekannten 

Code –, dass diesen der Zugriff auf das iPhone verwehrt bliebe. So liegt doch der 

Sinn einer solchen Rückgabe darin, dass der Arbeitgeber das fragliche Mobiltele-

fon anderweitig weiterverwenden kann. Somit waren die Beschwerdegegner 1 

- 9 - 

und 2 ohne weiteres in der Lage, das Mobiltelefon zu entsperren und von den sich 

darauf befindlichen Daten Kenntnis zu nehmen. Selbst wenn man mit einem Teil 

der Lehrmeinungen davon ausgehen würde, bei einem Code handle es sich um 

einen "Verschluss" i.S.v. Art. 179 StGB, stellte er nach dem Gesagten im vorlie-

genden Fall für die Beschwerdegegner 1 und 2 kein Hindernis dar, weil der Code 

ihnen bekannt war. Damit fehlt es vorliegend im Hinblick auf den Tatbestand von 

Art. 179 StGB an der Voraussetzung des "Verschlusses".  

 Nach Art. 179novies StGB sodann macht sich strafbar, wer unbefugt beson-

ders schützenswerte Personendaten oder Persönlichkeitsprofile, die nicht frei zu-

gänglich sind, aus einer Datensammlung beschafft. "Nicht frei zugänglich" sind 

die Daten, wenn sich der Täter bei deren Beschaffung in Räumlichkeiten begibt 

oder sich an Anlagen zu schaffen macht, zu denen er keine Zutrittsberechtigung 

hat (Trechsel/Lieber, Praxiskommentar StGB, a.a.O., Art. 179novies, N 5; BBl 1988 

II 490). Wie erwähnt kannten die Beschwerdegegner 1 und 2 den PIN-Code für 

das fragliche iPhone und hatten damit auch freien Zugang zu den sich darauf be-

findlichen Daten. Damit entfällt vorliegend bereits aus diesem Grund die Anwend-

barkeit von Art. 179novies StGB.  

 Aus demselben Grund ist schliesslich auch die Anwendbarkeit des Tatbe-

standes der unbefugten Datenbeschaffung nach Art. 143 StGB nicht weiter zu 

prüfen. So wäre auch hier Voraussetzung, dass die fraglichen Daten gegen den 

unbefugten Zugriff des konkreten Täters (vgl. Weissenberger, BSK StGB II, 

a.a.O., Art. 143 N 18) gesichert sind. Das war hier jedoch wie ausgeführt gerade 

nicht der Fall.  

3.5 Nach dem Gesagten bestehen vorliegend keine konkreten Anhaltspunkte für 

ein strafrechtlich relevantes Verhalten der Beschwerdegegner 1 und 2. Damit fehlt 

es an dem für die Durchführung einer Untersuchung erforderlichen hinreichenden 

Tatverdacht. Untersuchungshandlungen, welche zur Aufklärung der entscheiden-

den Frage, ob die Beschwerdeführerin die für eine vollständige Löschung der Da-

ten auf dem fraglichen iPhone erforderlichen Schritte tatsächlich unternommen 

hatte, beitragen könnten, sind nicht ersichtlich. Jedenfalls wäre die Wahrschein-

lichkeit eines Freispruchs der Beschwerdegegner 1 und 2 weitaus höher als die 

- 10 - 

Möglichkeit eines Schuldspruchs. Somit hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren 

gegen die Beschwerdegegner 1 und 2 zu Recht eingestellt. Die Beschwerden er-

weisen sich als unbegründet und sind abzuweisen. 

III. 

1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in 

Berücksichtigung von Bedeutung, Aufwand und Schwierigkeit des Falles auf 

Fr. 1'000.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 GebV OG i.V.m. § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV 

OG). 

 Die Beschwerdeführerin hat für das Beschwerdeverfahren eine Sicherheits-

leistung für allfällige Kosten und Entschädigungen von Fr. 3'000.– geleistet 

(Urk. 9). Die ihr auferlegten Kosten sind von der Sicherheitsleistung zu beziehen. 

Im Restbetrag ist ihr die Sicherheitsleistung zurückzuerstatten – unter Vorbehalt 

allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates. 

2. Aufgrund ihres Unterliegens ist der Beschwerdeführerin für das Beschwer-

deverfahren keine Entschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 436 Abs. 3 StPO analog). 

Den Beschwerdegegnern 1 und 2 ist mangels erheblicher Umtriebe – sie haben 

im Beschwerdeverfahren auf eine Stellungnahme verzichtet (Urk. 14) – ebenfalls 

keine Entschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.–

festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und vorab aus der Kaution 

bezogen. Im Restbetrag wird die Kaution der Beschwerdeführerin zurücker-

stattet – unter Vorbehalt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates. 

- 11 - 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro-

chen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (zweifach, für sich und zuhanden der 
Beschwerdeführerin; per Gerichtsurkunde) 

− Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ (dreifach, für sich und zuhanden der Be-
schwerdegegner 1 und 2; per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad ref G-2/2016/10022476 (gegen 
Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad ref G-2/2016/10022476 (unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 13]; gegen Empfangsbe-
stätigung)  

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

 

- 12 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 
Zürich, 3. Juli 2018 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Borer 
 
 
 

	Beschluss vom 3. Juli 2018
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerden werden abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.–festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und vorab aus der Kaution bezogen. Im Restbetrag wird die Kaution der Beschwerdeführerin zurückerstattet – unter Vorbehalt allfälliger ...
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin; per Gerichtsurkunde)
	 Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ (dreifach, für sich und zuhanden der Beschwerdegegner 1 und 2; per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad ref G-2/2016/10022476 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad ref G-2/2016/10022476 (unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 13]; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.