# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c47a5fda-d354-54e3-9804-720e9ac19f88
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 26.02.2004 I/1-2003/226
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2003-226_2004-02-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2003/226

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 26.02.2004

Entscheiddatum: 26.02.2004

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 26.02.2004
Art. 46 lit. a StG: Die Auslagen für die Behandlung der Unfruchtbarkeit durch 
In-vitro-Fertilisation mit Embryotransfer gelten als Krankheitskosten. 
(Verwaltungsrekurskommission vom 26. Februar 2004, I/1-2003/226)

Präsident Nicolaus Voigt, Mitglieder Erwin Müller, Regula Lanz-Baur, Fritz 

Buchschacher und Rudolf Lippuner; Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

In Sachen

G. und J. C.-H.,

Rekurrenten,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Einkommens- und Vermögenssteuern 2001

Sachverhalt:

A.- G. und. J. C.-H. wohnen in B. G.C. ist Inhaber einer Einzelfirma im Bereich der F.-

technik, während J. C.-H. als Physiotherapeutin selbständig erwerbstätig ist. Nachdem 

das Ehepaar C.-H. die Steuererklärung 2001b nicht fristgerecht eingereicht hatte, 

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wurde G.C. mit provisorischer Bussenverfügung vom 3. April 2003 zu einer Busse von 

Fr. 200.-- verurteilt. In der Folge nahm die Veranlagungsbehörde für die Staats- und 

Gemeindesteuern des Jahres 2001 eine Ermessensveranlagung mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 108'100.-- und ohne steuerbares Vermögen vor.

Innerhalb der Einsprachefrist reichten die Steuerpflichtigen die Steuererklärung samt 

den Jahresabschlüssen 2001 ein. Sie machten darin unter anderem einen Abzug für 

diverse Krankheitskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 16'513.-- geltend (vor Abzug 

des Selbstbehaltes). Mit Einsprache-Entscheid vom 25. August 2003 hiess das 

kantonale Steueramt die Einsprache weitgehend gut und nahm die Veranlagung 

entsprechend der nachgereichten Steuererklärung vor. Bei den Krankheitskosten 

wurden die Auslagen für die Vornahme einer In-vitro-Fertilisation-Behandlung bei 

Prof.Dr. H. Z. in A. (Österreich) in der Höhe von Fr. 8'798.90 nicht zum Abzug 

zugelassen. Es resultierte ein steuerbares Einkommen von Fr. 76'600.--.

B.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben G. und. J. C.-H. mit Eingabe vom 21. 

September 2003 Rekurs an die Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die 

Kosten für die Behandlung bei Dr. Z. seien als Krankheitskosten zum Abzug 

zuzulassen.

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. Oktober 2003 lehnte der zuständige 

Abteilungspräsident das Sistierungsgesuch des kantonalen Steueramtes ab.

Mit Vernehmlassung vom 4. November 2003 beantragt das kantonale Steueramt die 

Abweisung des Rekurses.

Auf die weiteren von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten 

Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 21. September 2003 ist rechtzeitig 

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eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Umstritten ist die Abzugsfähigkeit der Kosten für In-vitro-Fertilisation (IVF) mit 

Embryotransfer als Krankheitskosten im Sinn von Art. 46 lit. a StG. Die Rekurrenten 

liessen bei Prof.Dr. H. Z. in A. im März 2001 und im Juli 2001 je eine IVF-Behandlung 

durchführen. Die Kosten dafür belaufen sich inklusive Mehrwertsteuer auf insgesamt 

Fr. 8'798.90.

a) Die Rekurrenten machen geltend, Sterilität sei eine Krankheit, die mit verschiedenen 

Methoden behandelt werden könne, unter anderem mit homologer oder heterologer 

Insemination, mit Hormonverabreichung sowie mit IVF. Die homologe Insemination 

werde gemäss St. Galler Steuerbuch (abgekürzt: StB) zum Abzug zugelassen, die 

anderen Methoden nicht. Dies stelle eine Verletzung des Grundsatzes der 

Gleichbehandlung dar. Von der Krankenkasse werde die IVF nicht bezahlt, da sie nicht 

in der Leistungsverordnung aufgeführt sei. Für den Steuerabzug könne die Behandlung 

im Krankenversicherungsrecht jedoch nicht massgebend sein. Sei eine Leistung 

kassenpflichtig, so stelle sich die Frage nach dem Steuerabzug gar nicht. Ferner 

könnten beispielsweise Zahnarztkosten, die von der Krankenkasse nicht bezahlt 

würden, bei den Steuern vom Einkommen abgezogen werden, obschon es sich bei 

diesen Kosten ebenfalls nicht um Krankheitskosten im engeren Sinn handle. Die IVF 

habe zudem einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Betroffenen, auch wenn 

rein physisch gesehen lediglich von einer Symptombehandlung gesprochen werden 

müsse. Die medizinische Indikation sei vorliegend gegeben, die Möglichkeit, auf 

natürliche Weise oder durch homologe Insemination ein Kind zu bekommen, liege bei 0 

%. Auch volkswirtschaftlich sei es unsinnig, die IVF nicht zum Abzug zuzulassen, da 

aus diesen Behandlungen künftige Steuerzahler hervorgingen.

Die Vorinstanz bringt im Wesentlichen vor, in den einzelnen Kantonen existiere zur 

Frage der Abziehbarkeit der IVF als Krankheitskosten eine unterschiedliche Praxis. Der 

Kanton Zürich lasse den Abzug im Gegensatz zu den Kantonen Aargau, Solothurn und 

Obwalden zu. Da Krankheitskosten grundsätzlich als Lebenshaltungskosten zu 

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qualifizieren seien, rechtfertige sich eine einschränkende Interpretation derselben 

dahingehend, dass nur jene Aufwendungen zum Abzug zuzulassen seien, die in 

direktem und unmittelbarem Zusammenhang zur Krankheit stehen würden. 

Kinderlosigkeit an sich sei keine Krankheit, sondern höchstens die Folge einer solchen. 

Die Kosten für eine IVF würden sich daher nur indirekt aus einer allfälligen Krankheit 

ergeben und seien somit nicht abzugsfähig. Die Auffassung des Kantons Zürich, der 

auch Kosten für Behandlungen, die einen Krankheitszustand durch Ersatzmassnahmen 

beheben, zum Abzug zulasse, gehe zu weit. Die IVF behebe den der Kinderlosigkeit 

zugrunde liegenden Krankheitszustand nicht und stelle auch keine Ersatzmassnahme 

zur Überwindung oder Linderung der Krankheit selber dar. Die ursächliche Krankheit 

bleibe durch die IVF vielmehr völlig unbeeinflusst. Was die Weisung im Steuerbuch, 

wonach Kosten für die homologe Insemination abzugsfähig seien, angehe, so sei diese 

Weisung toter Buchstabe geblieben. Da die Krankenkassen die Kosten dafür 

übernehmen würden, habe sich diese Frage bis anhin noch gar nie gestellt. Diese 

Weisung werde jedoch nach dem definitiven Entscheid in dieser Sache entsprechend 

abgeändert. Die medikamentöse Hormonbehandlung greife korrigierend und 

unterstützend in den Hormonhaushalt ein und wirke damit heilend oder zumindest 

lindernd auf die gesundheitliche Störung. Folglich sei eine Differenzierung in der 

Behandlung der steuerlichen Abzugsfähigkeit zur IVF objektiv begründbar und 

angebracht.

b) Art. 46 lit. a StG sieht vor, dass die Krankheits-, Unfall- und Invaliditätskosten des 

Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen, soweit der Steuerpflichtige 

die Kosten selbst trägt und diese zwei Prozent der Nettoeinkünfte übersteigen, von den 

Nettoeinkünften abgezogen werden können.

Gemäss dem Kreisschreiben Nr. 16 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 14. 

Dezember 1994 (ASA 63, S. 727 f.) werden die Ausgaben für medizinische 

Behandlungen, d.h. die Kosten für Massnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung 

der körperlichen und psychischen Gesundheit, insbesondere die Kosten für ärztliche 

Behandlungen, Spitalkosten sowie Auslagen für Medikamente und Heilmittel, 

medizinische Apparate, Brillen etc., zu den Krankheitskosten gerechnet. Auch 

Zahnbehandlungskosten inklusive Dentalhygiene sind den Krankheitskosten 

gleichgestellt, ebenso ärztlich angeordnete Heilmassnahmen wie Massagen, 

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Bestrahlungen und Heilbäder, sofern die Leistungen von der Krankenkasse anerkannt 

werden. Die Auslagen für einen ärztlich verordneten Kur- oder Erholungsaufenthalt 

gelten ebenfalls als Krankheitskosten (vgl. Kreisschreiben, S. 728). All diese Kosten 

können jeweils in jenem Umfang abgezogen werden, in dem sie vom Steuerpflichtigen 

selbst bezahlt werden müssen, d.h. nicht durch Leistungen einer öffentlichen oder 

privaten Versicherungseinrichtung (Krankenkasse, Krankenversicherung, 

Haftpflichtversicherung eines Dritten) gedeckt sind oder sonst von einer Drittperson mit 

oder ohne Rechtspflicht (z.B. Verursacher eines Unfalls, Fürsorgeamt usw.) getragen 

werden. Die Möglichkeit, Krankheitskosten von den Einkünften abzurechnen, bildet 

eine Ausnahme vom Grundsatz, wonach Lebenshaltungskosten prinzipiell nicht 

abzugsfähig sind (vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher 

Steuergesetz, II. Band, Bern 1963, N 97 zu § 25). Es rechtfertigt sich daher 

grundsätzlich, den Begriff der Krankheitskosten einschränkend zu interpretieren und 

nur jene Aufwendungen zum Abzug zuzulassen, die in einem direkten Zusammenhang 

mit einer Krankheit bzw. einem Gebrechen stehen. Nicht als Krankheitskosten gelten 

demnach Auslagen für Verjüngungs- oder Schönheitsbehandlungen, für Schlankheits- 

oder Fitnesskuren und dergleichen (Kreisschreiben, S. 727). Bei gewissen Krankheiten 

bzw. Gebrechen, bei denen sich die Abgrenzung zwischen direktem und indirektem 

Zusammenhang als besonders schwierig erweist, wird in der Regel ein Pauschalbetrag 

als Krankheitsaufwendung zum Abzug zugelassen (VRKE I/1 vom 25. Februar 1999 i.S. 

H. u. A. T.-F., S. 3 f.; VRKE I/1 vom 15. Juni 1994 i.S. D. u. C. Sch., S. 5 f.).

In StB 46 Nr. 1 wird für zahlreiche ärztliche Leistungen aufgezählt, ob diese als 

Krankheitskosten abzugsfähig sind. Die Kosten für die homologe künstliche 

Insemination werden zum Abzug zugelassen, wobei festgehalten wird, dass diese 

Behandlung zu den Pflichtleistungen der Krankenkasse gehöre. Weder die Auslagen für 

künstliche Befruchtungen der Frau mit IVF und Embryotransfer noch jene für 

Hormonkuren zur Her- bzw. Wiederherstellung der Empfängnisfähigkeit der Frau stellen 

gemäss StB abzugsfähige Krankheitskosten dar.

c) Unter der Sterilität versteht man den Zustand der Unfruchtbarkeit der Frau bzw. der 

Zeugungsunfähigkeit des Mannes. Klinisch relevant ist eine ungewollte Kinderlosigkeit 

eines Paares über ein bis zwei Jahre trotz regelmässigem ungeschütztem 

Geschlechtsverkehr. Die Sterilität kann verschiedene Ursachen haben (vgl. Näheres 

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dazu in: W. Pychrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl. 2002, S. 1586). Als Folge 

der Sterilität ist der oder die Betroffene nicht in der Lage, auf natürliche Weise ein Kind 

zu zeugen. Je nach Ursache des Defekts stehen verschiedene Methoden zur 

Verfügung, um die Sterilität zu überwinden. In gewissen Fällen kann die Fruchtbarkeit 

bzw. Zeugungsfähigkeit mit einem operativen Eingriff wiederhergestellt werden. Mittels 

hormoneller Stimulation können Störungen der Eizellenreifung bei der Frau behandelt 

werden. Bei der künstlichen Insemination werden Samenzellen instrumentell ohne 

Geschlechtsverkehr gezielt und zum richtigen Zeitpunkt in die Gebärmutter eingeführt. 

Es wird unterschieden zwischen homologer und heterologer (mit Samenzellen eines 

Dritten) Insemination. Gametentransfer ist die instrumentelle Einführung einer 

befruchtungsfähigen Eizelle zusammen mit Samenzellen in die Gebärmutter oder in 

einen Eileiter zwecks Befruchtung. IVF ist die Verschmelzung einer Eizelle mit einer 

Samenzelle ausserhalb des Mutterleibes. Mittels Embryotransfer wird die befruchtete 

Eizelle anschliessend in die Gebärmutter eingeführt. Eine besondere Form der IVF stellt 

die sogenannte intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) dar. Hier wird das 

Spermium unter dem Mikroskop mit einer Glaspipette direkt in die Eizelle injiziert. Auch 

bei der IVF ist die hormonelle Stimulation erforderlich, um die Follikelproduktion der 

Frau anzuregen. Dadurch ist es möglich, mit einer einzigen Punktion mehrere Eizellen 

zu gewinnen. Die Erfolgsraten der IVF liegen derzeit bei rund 20 – 25 % pro 

Behandlungszyklus. Im Durchschnitt braucht es vier Behandlungszyklen, um eine 50%-

ige Geburtsrate zu erreichen. In der Schweiz sind heute ca. 1 % der Geburten auf eine 

IVF-Behandlung zurückzuführen (vgl. zum Ganzen Bundesgesetz über die medizinisch 

unterstützte Fortpflanzung, SR 814.90, abgekürzt: FMedG, sowie act. 2/5: publifocus 

zur IVF vom Juni 2003: "Wenn Kindersegen keine Selbstverständlichkeit ist", in Auftrag 

gegeben vom Bundesamt für Sozialversicherung und vom Zentrum für 

Technologiefolgen-Abschätzung, S. 7 f.).

d) Nach Art. 1a des Bundesgesetz über die Krankenversicherung (SR 832.10, 

abgekürzt: KVG) gewährt die soziale Krankenversicherung in erster Linie Leistungen bei 

Krankheit. Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (SR 830.1, abgekürzt: ATSG) ist unter Krankheit jede 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit, die nicht Folge eines 

Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder 

eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, zu verstehen. Gemäss dieser Definition handelt 

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es sich bei der Sterilität zweifellos um eine Krankheit. Das Eidgenössische 

Versicherungsgericht hat bereits vor Geltung des ATSG erwogen, dass der Sterilität in 

der Regel Störungen zugrunde liegen, die durch pathologische Vorgänge verursacht 

worden sind. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Sterilität daher als Krankheit, die 

grundsätzlich zu Pflichtleistungen der Krankenkasse Anlass gibt (BGE 125 V 296, 121 V 

296, 119 V 28).

Nach Art. 32 Abs. 1 KVG muss es sich bei einer Leistung, für welche die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung aufzukommen hat, um eine wissenschaftlich anerkannte 

Therapiemassnahme handeln, welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist. 

Ziel des KVG ist es, den Versicherten einerseits eine medizinische Grundversorgung 

von guter Qualität zu gewährleisten, sie jedoch andrerseits vor übermässiger, nicht 

mehr tragbarer finanzieller Belastung durch zu hohe Prämien und Kostenbeteiligungen 

zu schützen. Ferner obliegt es dem Gesetzgeber den Versicherungsnehmer vor 

wissenschaftlich nicht erprobten, mit Risiken verbundenen Therapiemassnahmen zu 

schützen und diese von der obligatorischen Leistungspflicht auszunehmen (StE 2003 B 

27.5 Nr. 5).

Gemäss Anhang 1 zur Krankenpflege-Leistungsverordnung (SR 832.112.31, abgekürzt: 

KLV) sind die Kosten für die künstliche Insemination (sowohl die homologe als auch die 

heterologe) aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (höchstens drei 

Behandlungszyklen pro Schwangerschaft) zu bezahlen. Die IVF mit Embryotransfer 

wird nicht bezahlt. Hormonbehandlungen der Frau sind kassenpflichtig, sofern das 

betreffende Medikament in der Spezialitätenliste aufgeführt ist.

Für die Abzugsfähigkeit aus steuerrechtlicher Sicht sind jedoch nicht dieselben 

Kriterien wie bei der Krankenpflegeversicherung massgebend. So können 

beispielsweise Zahnarztkosten, die von der Krankenpflegeversicherung grösstenteils 

ausgeschlossen sind (vgl. Art. 31 KVG), im Rahmen von Art. 46 lit. a StG geltend 

gemacht werden. Es ist ohnehin zu beachten, dass sich die Frage des steuerlichen 

Abzugs in all jenen Fällen, wo die Krankenversicherung Leistungen erbringt, gar nicht 

oder nur untergeordnet stellt (höchstens im Betrag des gewählten Selbstbehalts). 

Folglich ist unabhängig von der Leistungspflicht gemäss obligatorischer 

Krankenpflegeversicherung zu entscheiden, ob die Kosten für eine IVF-Behandlung im 

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Sinn von Art. 46 lit. a StG abziehbar sind. Im Rahmen der Behebung der Kinderlosigkeit 

ist lediglich zu prüfen, ob eine legale, ärztliche Behandlung medizinisch indiziert ist und 

zur Beseitigung oder Linderung eines Krankheitszustands führt oder zur Erhaltung der 

Gesundheit beiträgt.

e) In der vorliegenden Streitsache besteht beim Rekurrenten eine Sterilität und damit 

eine Krankheit. Die Rekurrenten haben deswegen im Jahr 2001 zweimal eine IVF-

Behandlung durchführen lassen. Bei der IVF mit anschliessendem Embryotransfer 

handelt es sich um ein in der Schweiz zulässiges Fortpflanzungsverfahren (vgl. 

FMedG). Die beiden Behandlungen wurden in Österreich vorgenommen. Unabhängig 

davon waren sie medizinisch indiziert und wurden von einem Arzt durchgeführt. Die 

Vorinstanz macht unter Verweis auf einen Entscheid des Solothurner Steuergerichts 

(StE 2002 B 27.5 Nr. 4) geltend, die Kinderlosigkeit sei nur die Folge einer Krankheit. 

Die künstliche Befruchtung habe keinerlei Einfluss auf die Krankheit selbst und stelle 

auch keine Ersatzmassnahme zur Überwindung derselben dar. Es lägen daher 

mittelbare Kosten vor, die sich nur indirekt aus einer Krankheit ergeben würden.

Es trifft zu, dass die Kinderlosigkeit selbst keine Krankheit, sondern die Folge einer 

bestehenden Krankheit, namentlich der Sterilität, ist. Die Besonderheit im Vergleich zu 

den meisten anderen Erkrankungen besteht jedoch darin, dass die Sterilität auf die 

körperliche Gesundheit des oder der Betroffenen in der Regel keine negativen 

Auswirkungen hat. Diese Personen haben meist keine krankheitsbedingten Symptome 

im klassischen Sinn, leben beschwerdefrei und bedürfen für ihr körperliches 

Wohlbefinden keiner medizinischen Behandlung. Die Krankheit äussert sich vielmehr 

darin, dass die Fortpflanzung auf natürlichem Weg nicht zustande kommt. Auf die 

psychische Gesundheit der Betroffenen kann die Sterilität hingegen umso grössere 

Auswirkungen haben. Die Ursache der Sterilität und damit die Krankheit an sich kann 

nur in wenigen Fällen – so beispielsweise bei Störungen der Eizellenreifung mit einer 

Hormonbehandlung (zumindest vorübergehend) oder bei Verwachsungen mit einem 

operativen Eingriff – beseitigt werden. Viel häufiger kommt es jedoch vor, dass die 

Sterilität nicht beseitigt werden kann. Die Befruchtung muss mittels Insemination 

begünstigt oder mittels IVF künstlich vorgenommen werden. Es ist auch zu beachten, 

dass die Behebung der Sterilität für sich allein kaum je den eigentlichen 

Behandlungszweck darstellen dürfte. Ziel der ärztlichen Vorkehren bei Sterilität ist in 

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der Regel die Herbeiführung einer Schwangerschaft und die Geburt eines Kindes. 

Insofern sind ärztliche Behandlungen bei Sterilität stets auf die Behebung der 

Kinderlosigkeit und nicht der Krankheit selbst gerichtet. Vor diesem speziellen 

Hintergrund kann es nicht angehen, für die steuerliche Anerkennung als 

Krankheitskosten in jedem Fall die Behebung der Krankheitsursache zu verlangen. Bei 

den beschriebenen Fällen und auch im vorliegenden ist die Ursachenbeseitigung und 

damit die Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit medizinisch gar nicht 

möglich. Es gibt jedoch medizinisch anerkannte Massnahmen, mit denen die 

ansonsten nicht stattfindende natürliche Befruchtung gezielt begünstigt oder künstlich 

vorgenommen werden kann. Die Aufwendungen dafür stehen mit der Erkrankung in 

einem direkten und unmittelbaren Zusammenhang. Ob es letztlich tatsächlich zu einer 

Schwangerschaft und Geburt eines Kindes kommt, spielt dabei keine Rolle. Es 

rechtfertigt sich daher, sowohl die künstliche Insemination als auch die IVF unter die 

Massnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit zu subsumieren und die Kosten 

dafür gemäss Art. 46 lit. a StG grundsätzlich zum Abzug zuzulassen. Hinzu kommt, 

dass diese Behandlungen in vielen Fällen, insbesondere bei erfolgreichem Abschluss, 

zur Wiederherstellung der psychischen Gesundheit der Betroffenen führen. Bei 

Ausbleiben des Erfolgs kann das Wissen daran, alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu 

haben, ebenfalls der Erhaltung der psychischen Gesundheit dienen.

Die Ansicht der Vorinstanz würde zum unbilligen Ergebnis führen, dass die Kosten 

einer operativen oder medikamentösen Behandlung der Sterilität im Gegensatz zu 

jenen einer künstlichen Insemination oder IVF steuerrechtlich als Krankheitskosten zu 

qualifizieren wären, obschon sich die einzelnen Massnahmen hinsichtlich des Ziels 

nicht unterscheiden. Ferner hält die Vorinstanz ihre Definition der Krankheitskosten 

selbst nicht konsequent ein. Gemäss StB 46 Nr. 1 sind Hormonkuren für die Her- bzw. 

Wiederherstellung der Empfängnisfähigkeit der Frau nämlich nicht abziehbar, obschon 

diese Behandlung die Krankheitsursache beseitigt. Da es sich im Fall der Sterilität um 

einen speziell gelagerten Einzelfall handelt, steht die bei der Anerkennung von 

Krankheitskosten grundsätzlich restriktive Interpretation der Zulassung nicht entgegen. 

Schliesslich ist zu beachten, dass auch bei anderen Erkrankungen (z.B. Diabetes Typ I 

oder Epilepsie) häufig keine Ursachenbeseitigung, sondern eine reine 

Symptombehandlung stattfindet.

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Anzufügen bleibt, dass sich bei diesem Ergebnis unweigerlich die Frage nach der 

steuerrechtlich zuzulassenden Anzahl solcher Behandlungen wie auch nach dem Alter 

der Frau stellt. Diese Fragen brauchen jedoch im vorliegenden Fall, wo lediglich zwei 

Behandlungen innerhalb eines Jahres durchgeführt worden sind und die Rekurrentin 

damals 39 Jahre alt war, nicht beantwortet zu werden.

f) Folglich sind die von den Rekurrenten für zwei IVF-Behandlungen selbst bezahlten 

Kosten in der Höhe von Fr. 8'798.90 zum Abzug zuzulassen sind. Insgesamt sind damit 

unter dem Titel Krankheitskosten nach Berücksichtigung des Selbstbehalts von 2 % 

(Fr. 1'811.--) Fr. 14'702.-- statt vorher Fr. 5'903.-- abzugsfähig. Daraus ergibt sich für 

das Jahr 2001 neu ein steuerbares Einkommen von Fr. 67'888.--. Die 

Vermögensveranlagung war nicht angefochten.

Der Rekurs ist demzufolge gutzuheissen und der Einsprache-Entscheid des kantonalen 

Steueramtes vom 25. August 2003 aufzuheben. Die Rekurrenten sind für 2001 mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 67'800.-- und ohne steuerbares Vermögen zu 

veranlagen.

3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu 

tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl. 

Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, den 

Rekurrenten den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

Entscheid:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid des 

kantonalen Steueramtes vom 25. August 2003 aufgehoben.

2. Die Rekurrenten werden für 2001 neu mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 

67'800.-- und ohne steuerbares Vermögen veranlagt.

3. Der Staat trägt die amtlichen Kosten von Fr. 1'000.--.

4. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, den Rekurrenten Fr. 600.-- 

zurückzuerstatten.

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Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

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