# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f16fd63-f71a-521c-a845-f8e17da1ed5f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 08.11.2011 S 2011 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2011-14_2011-11-08.pdf

## Full Text

S 11 14

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 8. November 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) … ist seit dem 15. November 2007 bei der … AG als Nachtportier in einem 

100 %-Pensum tätig und dadurch bei der A. (nachfolgend: A.) obligatorisch 

gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 8. 

August 2009 stolperte … drei Treppenstufen hinunter, konnte jedoch den 

Sturz unter Zuhilfenahme des Geländers verhindern. Gleichentags begab er 

sich auf die Notfallstation des Spital ... Die behandelnde Ärztin, Dr. med. …, 

Fachärztin FMH für Innere Medizin, konnte ossäre Läsionen bildgebend 

ausschliessen und diagnostizierte eine linksseitige Kniekontusion. Die Ärztin 

veranlasste eine analgetische Therapie, verordnete die Ruhigstellung mittels 

Mikroschiene und attestierte vom 10. bis 14. August 2009 eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. Dr. … schloss am 14. August 2009 die Behandlung ab. … 

war ab dem 15. August 2009 wieder zu 100 % arbeitsfähig. Die A. erbrachte 

hierfür die gesetzlichen Leistungen (Schadenmeldung UVG vom 19. August 

2009 und Arztzeugnis UVG von Dr. … vom 4. September 2009. 

b) Rund neun Monate nach Behandlungsabschluss liess … einen Rückfall 

melden. Darin gab die Arbeitgeberin wieder, dass er ab Februar 2010 immer 

wieder unter leichten Schmerzen im Knie gelitten habe, welche in der Folge 

exazerbiert seien und am 7. Mai 2010 eine ärztliche Konsultation im Spital … 

erforderlich gemacht hätten. Der behandelnde Stationsarzt, Dr. med. …, hielt 

folgende Anamnese fest: "Der Patient berichtet über seit 1 Woche bestehende 

Schmerzen im Bereich des linken Knies und der medialen Wade. Die 

Beschwerden verstärken sich nach längerem Sitzen und Treppensteigen. Ein 

direktes Trauma sei den Beschwerden nicht vorangegangen, im August 2009 

war der Patient wegen einer Zerrung der Wade nach Treppensturz behandelt 

worden". Gestützt auf die Klinik und eine Ultraschalluntersuchung 

diagnostizierte Dr. … eine Baker-Zyste am linken Knie und behandelte mit 

Analgetika. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert (Ambulanter 

Kurzbericht von Dr. … vom 8. Mai 2010, Schadenmeldung UVG vom 12. Juni 

2010, Fragebogen für Rückfälle vom 1. Juli 2010 und Arztzeugnis UVG von 

Dr. … vom 9. Juli 2010).

c) In der Folge bat die A. Dr. med. …, Praktischer Arzt FMH, Facharzt für 

manuelle Medizin FMH und Facharzt Vertrauensarzt FMH, um eine 

Stellungnahme, welche dieser am 16. August 2010 einreichte. Darin führte 

der Vertrauensarzt aus: "Eine Bakerzyste ist in aller Regel nicht eine Folge 

eines Unfallereignisses. Es ist immer die Folge einer vorbestehenden Zyste, 

welche irgendwann ohne das Dazutun eines speziellen Ereignisses durch 

Gelenkflüssigkeit gefüllt wird. Ein Ereignis kann zu einer erstmaligen 

Auffüllung der Bakerzyste führen. Bedingung für die Anerkennung als 

Unfallfolge wäre aber die unmittelbare typische Symptomatik einer 

Bakerzyste. Diese Situation liegt im konkreten Fall nicht vor, so dass die 

natürliche Kausalität nicht überwiegend wahrscheinlich ist".

d) Mit Verfügung vom 25. August 2010 verneinte die A. deshalb ihre 

Leistungspflicht für die neu geltend gemachten Kniebeschwerden. Zur 

Begründung führte sie aus, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen diesen Beschwerden und dem Ereignis vom 8. August 2009 nicht 

rechtsgenüglich erstellt sei. Hiergegen erhob die B. (obligatorischer 

Krankenpflegeversicherer von …) mit Schreiben vom 23. September 2010 

Einsprache. Darin nahm die Einsprecherin Bezug auf eine undatierte 

mündliche Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med. …, Facharzt FMH 

für Allgemeine Medizin, wonach die Baker-Zyste überwiegend 

wahrscheinliche Unfallfolge sei. Aufgrund der widersprechenden 

vertrauensärztlichen Stellungnahmen beauftragte die A. den externen 

Gutachter, Dr. med. …, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, mit der 

Fallbeurteilung. In seinem Aktengutachten vom 10. November 2010 stützte 

der medizinische Fachexperte die Beurteilung der A. Aufgrund der langsamen 

Entwicklung und auf Grund des relativ unbedeutenden Traumas müsse davon 

ausgegangen werden, dass die Entwicklung einer Bakerzyste eher auf Grund 

degenerativer Ursachen und nicht auf Grund eines traumatischen Schadens 

entstanden sei. Die natürliche Kausalität sei nur möglich. In einer 

Stellungnahme dazu führte Dr. … Folgendes aus:

"Ein Stolpersturz erfolgt bekannter Weise unkontrolliert und beinhaltet neben dem eigentlichen Sturz 
(Kontusion) auch die Komponente einer Distorsion. Der Versicherte verspürt sofort einen Schmerz bei 
Kniebeugung und sucht noch am selben Tag die Notfallstation der chirurgischen Abteilung des Spital 
… auf. Es wird eine schmerzhafte Flexion ab 45° festgestellt und im Knieröntgen keine Hinweise auf 
ossäre Läsionen, Angaben über allfällige degenerative Veränderungen werden nicht gemacht. Ca. neun 
Monate später sucht der Versicherte erneut die chirurgische Abteilung des Spitales … auf wegen seit 
einer Woche bestehenden Schmerzen im Bereiche der linken Kniekehle und der medialen Wade. Es 
wird die Diagnose einer Bakerzyste gestellt und bestätigt, dass ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen. 
Unter Punkt zwei nimmt Dr. … Stellung zur Frage zum natürlichen Kausalzusammenhang. Darin 
erläutert er die Ätiologie der Bakerzyste, welche absolut korrekt ist, dies im Gegensatz zur Beurteilung 
von Dr. …, welcher feststellt, dass eine Bakerzyste unmittelbar nach Unfallereignis symptomatisch wird. 
Eine Bakerzyste entsteht durch einen chronischen Entzündungsprozess, welcher sowohl 
posttraumatisch wie auch degenerativ bedingt sein kann.

Die Schlussfolgerung von Dr. … zum natürlichen Kausalzusammenhang sind nicht schlüssig, da er zwar 
ein Unfallereignis anerkennt, aber gleichzeitig feststellt, dass das gehabte Unfallereignis nicht geeignet 
sei einen pathologischen Befund zu verursachen, dies möglicherweise in Unkenntnis der geschilderten 
Umstände, welche zum Unfall führten. Deshalb geht Dr. … von einem eher degenerativ bedingten 
Grund für die Entwicklung einer Bakerzyste aus, obwohl in keinem der medizinischen Berichte bei 
diesem 1971 geborenen Mann eine (mögliche) degenerative Veränderung beschrieben ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein komplexes Trauma (Distorsion und Kontusion) 
anlässlich eines Sturzes am 08.08.2009 stattgefunden hat, worauf sich der Versicherte gleichentags zur 
Untersuchung im Spital … einfand. Es wurde eine Kniekontusion links festgestellt und konservativ 
behandelt. Ca. neun Monate später suchte Herr … erneut das Spital … auf mit einer symptomatischen 
Bakerzyste, welche auch von den behandelnden Ärzten als rein unfallbedingt beurteilt wurde. Dies in 
Einklang mit der Definition einer Bakerzyste, welche in Folge einer persistierenden Entzündung über 
mehrere Monate entsteht. Bei absolut fehlenden Indizien von degenerativen Erkrankungen bei diesem 
39-jährigen Mann ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ausbildung der Bakerzyste 
unfallkausal."

Mit Entscheid vom 20. Dezember 2010 wies die A. die Einsprache ab.

2. Dagegen erhob die B. am 27. Januar 2011 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Einspracheentscheid 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen 

Leistungen auch für die Behandlungen im Zusammenhang mit der Bakerzyste 

zu erbringen. Ein Stolpersturz erfolge unkontrolliert und beinhalte - so laut Dr. 

… - neben dem eigentlichen Sturz (Kontusion) auch eine Distorsion. Deshalb 

habe am 8. August 2009 ein komplettes Trauma stattgefunden. Nach Dr. … 

und Dr. … entstehe eine Bakerzyste durch einen chronischen 

Entzündungsprozess. Diese Meinung hätten auch die Ärzte des Spitals … 

vertreten, nach welchen die Bakerzyste ausschliesslich Unfallfolge sei. Einzig 

nach Dr. … sei die Bakerzyste unmittelbar nach einem Unfallereignis 

symptomatisch. Die Schlussfolgerung von Dr. … zum natürlichen 

Kausalzusammenhang sei nicht schlüssig. Er gehe davon aus, dass der 

Versicherte drei Treppentritte hintergestürzt, jedoch nicht umgefallen sei. 

Gemäss Schadenmeldung sei er jedoch beim Sturz unglücklich auf das linke 

Knie gefallen. Die Einschätzung von Dr. … vom 7. Dezember 2010, zu 

welcher die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid nicht Stellung 

genommen habe, sei schlüssig und nachvollziehbar. Dass Dr. … nur 

Allgemeinmediziner sei, lasse nicht auf mangelnde Fachkenntnisse in 

Orthopädie schliessen. 

3. Die A. beantragte in ihrer Beschwerdeantwort die Abweisung der 

Beschwerde. Sie reichte damit eine Stellungnahme von PD Dr. med. …, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie, ein, in welcher er zum Schluss kam, 

dass die Bakerzyste keine Unfallfolge sei. Dafür sprächen auch die 

Beurteilungen durch Dr. … und Dr. ... 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest. Die Beschwerdeführerin reichte eine weitere ärztliche Stellungnahme 

von Dr. med. …, FMH für Rechtsmedizin, Vertrauensarzt, ein, der der 

Auffassung ist, dass die Bakerzyste mit praktischer Gewissheit eine 

Unfallfolge ist.

5. In der Folge holte die Instruktionsrichterin ein gerichtliches Gutachten bei Dr. 

med. Valentin …, Facharzt für orthopädische Chirurgie u. Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Klinik …, ein. Darin kommt Dr. … zum Schluss, dass 

der Unfall vom 8. August 2009 möglicherweise zumindest teilweise die 

natürliche Ursache der am 7. Mai 2010 diagnostizierten Bakerzyste am linken 

Knie sei. Die vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Kniegelenk sei am 

ehesten bzw. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer oder 

entzündlich rheumatischer Ursache. 

Während die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme dazu verzichtete, 

vertrat die Beschwerdeführerin die Auffassung, das gerichtliche Gutachten sei 

nicht schlüssig.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die 

Arztberichte wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der 

Einspracheentscheid der A. vom 20. Dezember 2010. Streitig und zu prüfen 

ist, ob die Vorinstanz zu Recht ihre Leistungspflicht für die mit Rückfall 

gemeldeten Beschwerden (Bakerzyste)  verneint hat, wobei einzig der 

natürliche Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 8. August 2009 

umstritten ist.

2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) zunächst voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingeklagten 

Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind 

alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

bestehe, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der 

Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119 

V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-

Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 

S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65). 

b) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) werden 

die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Laut 

Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern 

einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es zu ärztlicher Behandlung, 

möglicherweise zu weiterer Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht 

man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit 

organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders 

gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen 

somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können 

sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen 

den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim 

versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und 

adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 2). Bei 

Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen 

Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen 

dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, 

desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 

E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der 

versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E 3b). Werden durch 

den Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den 

durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere 

Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome 

gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts U 293/01 vom 17. Mai 2002 E. 1, mit 

Hinweisen auf die Literatur). 

3. a) Zur Beurteilung der im vorliegenden Fall umstrittenen und daher zu prüfenden 

Frage, ob zwischen dem Unfallereignis vom 8. August 2009 und den aktuell 

geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, sind der Versicherungsträger und das Gericht 

auf ärztliche Unterlagen angewiesen. Für den Beweiswert eines solchen 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 

352 E. 3a). Weil die Unfallversicherung in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur 

Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert 

beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen (BGE 122 V 157 E. 1c). Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung kann sodann auch einem Aktengutachten voller Beweiswert 

zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen 

nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 

2008 E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 330/02 vom 

5. Dezember 2003 E. 2.3, U 277/01 vom 29. April 2002 E. 3c; RKUV 1993 Nr. 

U 167 S. 95; 1988 Nr. U S. 366). Der Richter weicht bei Gerichtsgutachten 

nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des 

medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der 

Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 

medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 

Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes 

Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen 

gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn 

gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als 

triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu 

stellen, sei es, dass er die Überprüfung durch einen Oberexperten für 

angezeigt hält, sei es, dass er ohne Oberexpertise vom Ergebnis des 

Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 

Erw. 3.a aa, 118 V 290 Erw. 1b, BGE 112 V 32 f. mit Hinweisen).

b) Vorliegend hat das Gericht wegen der sich widersprechenden Arztberichte 

eine Gerichtsexpertise eingeholt. Der Experte Dr. … hat, nachdem er … 

untersucht und ein MRI des linken Knies veranlasst hatte (MRI vom  24. 

August 2011), zusammenfassend Folgendes ausgeführt: 

"Bei fehlendem kontinuierlich, anhaltendem oder regelmässig wiederholtem Reizzustand des 

linken Kniegelenkes mit entsprechender Ergussbildung unmittelbar nach dem Unfall, ist die 

Ausbildung einer Bakerzyste 9 Monate nach Unfallereignis nicht ausreichend erklärbar. 

Zumindest eindeutige Hinweise für eine Meniscusläsion oder eine entsprechende 

Kapselbandverletzung müssten als Gewebesubstrat mit entsprechender Pathologie 

voraussetzbar sein. Man müsste retrospektiv ein gefordertes Substrat situativ erklären 

können bzw. sich auf einen damaligen Befund abstützen können. Aufgrund der 

ausreichenden Angaben im Rahmen der Erstbeurteilung im Spital … (Frau Dr. … und Herr 

Dr. …, Oberarzt als ausgewiesener Facharzt) ergeben sich keine Hinweise für einen frischen 

Kniebinnenläsionsverdacht im Zusammenhang mit dem Unfall vom 08.08.2009. Ein allenfalls 

vorbestehender asymptomatischer Zystenbefund kann vorgelegen haben. Kleinere Zysten 

werden oft als Zufallsbefunde festgestellt. Es besteht demnach keine plausible Erklärung und 

es ergeben sich keine Hinweise für wesentliche fassbare mechanische-strukturelle Zustände 

(siehe MRI 24.08.2011) mit einer Symptomenkette seit dem Unfall. Es gibt keinen 

ausreichenden Hinweis, welcher für eine unfallbedingte primäre Befundskonstellation spricht, 

der eine Bakerzyste dadurch unterhalten hätte oder in der Zwischenzeit zustande gekommen 

wäre. Es ist kein hinlänglicher Befund im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 

08.08.2009 feststellbar, welcher wesentliche Kniegelenks- Binnenraumverletzungssubstrate 

betreffen könnte."

Der Gerichtsexperte kommt zum Schluss, der Unfall vom 8. August 2009 sei 

möglicherweise zumindest teilweise die natürliche Ursache der am 7. Mai 

2010 diagnostizierten Bakerzyste am linken Knie. Die Ursache der 

vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Kniegelenk sei jedoch am ehesten 

resp. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer oder entzündlich 

rheumatischer Ursache. Die Gerichtsexpertise liefert eine umfassende, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigende Beurteilung der streitigen Frage 

des natürlichen Kausalzusammenhangs. Sie wurde in voller Kenntnis der 

Unfallakten- und befunde und unter Berücksichtigung aller von den Parteien 

eingereichten Arztberichte erstellt. Sie wurde von einer medizinischen 

Fachperson in ihrem eigenen Fachgebiet verfasst, weshalb ihr gesteigerter 

Beweiswert zukommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2008 vom 12. 

August 2008 E. 3.3). Daran ändert auch die von Dr. …, Allgemeinpraktiker 

und Vertrauensarzt der Beschwerdeführerin, am Gerichtsgutachten 

geäusserte Kritik nichts, bezeichnet dieser doch die Bakerzyste bloss als 

naheliegende und damit nicht als überwiegend wahrscheinliche Unfallfolge. 

Von den sechs bei den Akten befindlichen ärztlichen Stellungnahmen 

bezeichnen drei (Dres. …) die Bakerzyste als unfallkausal, während die 

anderen drei (Dres. …) von einer höchstens möglichen wahrscheinlichen 

Unfallfolge sprechen. Gerade diese sich widersprechenden Aussagen 

belegen, dass es im Nachhinein nicht mehr gelingen kann, eine mehr als 

wahrscheinliche natürliche Kausalität nachzuweisen. Das Gerichtsgutachten, 

welches die Bakerzyste als teilweise mögliche, aber eben nicht überwiegend 

wahrscheinliche Unfallfolge beschreibt, erweist sich demnach in sachlicher 

Hinsicht als nachvollziehbar, widerspruchsfrei und schlüssig. 

4. Damit ist der Beschwerdeführerin der ihr obliegende Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhanges zwischen den mit der Rückfallmeldung geltend 

gemachten Beschwerden und dem Unfall vom 8. August 2009  nicht 

gelungen. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich als 

rechtmässig und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Vorinstanz 

(Beschwerdegegnerin) nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten 

der Abklärung, wenn er die Massnahmen angeordnet hat oder wenn diese für 

die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren. Dazu zählen nach Lehre 

und Rechtsprechung auch Gerichtsgutachten, die das Gericht einholen 

musste, weil die Abklärungen des Versicherers ungenügend waren (vgl. 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., 2009, S. 578 mit Hinweisen). Angesichts der 

sich widersprechenden Arztberichte war vorliegend die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens unerlässlich, weshalb dessen Kosten von der 

Beschwerdegegnerin zu tragen sind. Der in Rechnung gestellte Betrag von 

Fr. 3'828.35 erscheint ausgewiesen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten in der Höhe von Fr. 3'828.35 gehen 

zulasten der A. Unfall AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.