# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c8fdbd8-8385-5fee-891f-6f33baf33bfe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.06.2020 D-5505/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5505-2019_2020-06-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5505/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; 

Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihr Kind 

B._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 18. September 2019. 

 

 

 

D-5505/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) suchte am 3. Au-

gust 2017 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in 

C._______ um Asyl nach. Dort wurde sie am 21. August 2017 zu ihrer Per-

son, zu ihrem Reiseweg sowie summarisch zu ihren Asylgründen befragt 

(Befragung zur Person [BzP]). In der Folge wurde sie für den Aufenthalt 

während der Dauer des Asylverfahrens dem Kanton D._______ zugewie-

sen, wo ihr Ehemann (E._______, N […]) als in der Schweiz vorläufig auf-

genommene Person bereits Wohnsitz hatte. Am (…) brachte sie das ge-

meinsame Kind B._______ zur Welt. Am 8. Oktober 2018 hörte sie das 

SEM eingehend zu ihren Asylgründen an.  

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachte sie im Wesentlichen vor, 

sie sei syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie und stamme aus 

F._______ (Provinz G._______), wobei sie die letzten vier Jahre vor der 

Ausreise mit ihrer Familie in H._______ (in derselben Provinz) gelebt habe. 

Syrien habe sie in erster Linie wegen des dort herrschenden Bürgerkrieges 

verlassen. Die frühere al-Nusra-Front (heute «Dschabhat Fath asch-

Scham»), der sogenannte «Islamische Staat» und andere bewaffnete Or-

ganisationen hätten für sie als Kurdin eine Bedrohung dargestellt. An ihrem 

letzten Wohnort in H._______ habe es zwar schon kurdische Familien ge-

geben, aber in den umliegenden Dörfern seien nur Araber gewesen, die 

den Kurden feindlich gesinnt gewesen seien. Ausserdem habe sie sich im 

Laufe des zweiten Studienjahres – im Jahr 2015 – nicht mehr an die Uni-

versität in der Stadt I._______ getraut, weil dort Araber und Leute vom Re-

gime gewesen seien. Sodann sei sie am 22. Januar 2017 zusammen mit 

ihrem (…) und anderen Familienangehörigen auf der Rückreise von einem 

Besuch bei einer (...) in F._______ nach H._______ gewesen, als plötzlich 

eine Mine unter ihrem Auto explodiert sei. Im Gegensatz zu anderen Fami-

lienmitgliedern sei sie selber nur leicht verletzt worden. Sie wisse nicht, wer 

die Mine gelegt habe beziehungsweise die Mine habe gezielt ihrer Familie 

gegolten, weil diese die Übernahme der Kontrolle in der Region J._______ 

(Distrikt K._______, Provinz G._______) durch die Kurden gefeiert habe, 

und Araber aus dem Dorf L._______ in den Angriff involviert gewesen 

seien. Nach diesem Vorfall habe es zwar keine negativen Vorkommnisse 

mehr gegeben, ihre Familie und sie seien aber auch nicht mehr aus dem 

Dorf hinausgegangen. Aufgrund der unsicheren Lage in Syrien, des psy-

chischen Drucks nach der geschilderten Minenexplosion und des Wun-

sches, mit ihrem Ehemann zusammenzuleben, sei sie im Februar 2017 

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aus Syrien ausgereist. Auf der Flucht habe sie ihre (...) M._______ (N […]) 

angetroffen, mit welcher sie zusammen in die Schweiz eingereist sei. 

A.c Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte sie ihren Pass, ihre 

Identitätskarte, einen Auszug aus dem Personenregister für registrierte 

Ausländer (Ajanib) in der Provinz G._______ vom 14. Januar 2003, ihr Fa-

milienbüchlein (jeweils im Original), eine vom Shariagericht ausgestellte 

Bescheinigung über ihre Eheschliessung vom 31. August 2016 (in Kopie) 

sowie diverse Ausbildungsbestätigungen (jeweils im Original) zu den Ak-

ten. 

B.  

Mit Verfügung vom 18. September 2019 (eröffnet am 20. September 2019) 

stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin und ihr Kind erfüllten die 

Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte ihr Asylgesuche ab. Gleichzeitig 

verfügte es die Wegweisung der Beschwerdeführerin und ihres Kindes aus 

der Schweiz, schob den Vollzug jedoch wegen Unzumutbarkeit zugunsten 

einer vorläufigen Aufnahme auf. 

C.  

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2019 ersuchte der rubrizierte Rechtsvertreter 

das SEM um Einsicht in die Verfahrensakten. Mit Ausnahme der Aktenstü-

cke D2/1, D3/1, D4/7, D5/1, D6/2, D7/1, D10/1, D11/1, D15/1, D18/1, 

D19/1, D20/1, D31/2 und D33/1 gewährte das SEM dem Rechtsvertreter 

mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 entsprechende Akteneinsicht.  

D.  

Mit Beschwerde vom 21. Oktober 2019 (Datum des Poststempels) liess die 

Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Verfügung vom 18. September 

2019 (Asylentscheid) anfechten. Sie beantragte, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben und die Sache dem SEM zur vollständigen und rich-

tigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei ihre Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und ihr und ihrem Kind Asyl zu gewähren. Subeventu-

aliter seien sie und ihr Kind als Flüchtlinge anzuerkennen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei ihr vollumfängliche 

Einsicht in alle A-Akten, alle B-Akten und alle C-Akten sowie in die Akten 

D3/1, D4/7, D6/2, D7/1, D10/1, D11/1 und D15/1 zu gewähren, eventualiter 

sei das rechtliche Gehör zu deren Inhalt zu gewähren und – nach der Ge-

währung der Akteneinsicht und eventualiter des rechtlichen Gehörs – eine 

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Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Im Weite-

ren ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklu-

sive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Eventualiter sei 

eine angemessene Frist zur Bezahlung eines Gerichtskostenvorschusses 

anzusetzen.  

Der Beschwerde beigelegt war – nebst der angefochtenen Verfügung und 

einer Fürsorgebestätigung vom 9. Oktober 2019 – ein Ausdruck der Karte 

«Situation in Northeast Syria: October 16, 2019, ISW INSTITUTE FOR 

THE STUDY OF WAR».  

E.  

Mit Schreiben vom 22. Oktober 2019 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerdeführenden sind als Ver-

fügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Frage der Flücht-

lingseigenschaft, der Asylpunkt sowie die Wegweisung. Der Wegweisungs-

vollzug ist nicht zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

und ihr Kind in der Schweiz vorläufig aufgenommen hat.  

2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 5 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-

che vorab zu beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine 

Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Die Beschwerde-

führerin wirft der Vorinstanz eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts so-

wie der Begründungspflicht (respektive allgemein des Anspruchs auf recht-

liches Gehör), die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts sowie eine Verletzung des Willkürverbots vor. 

 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Der verfahrensrechtliche Anspruch auf Akteneinsicht (Art. 26 VwVG) bildet 

Teilgehalt des in Art. 29 Abs. 2 BV verankerten Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, welcher in den Art. 29 ff. VwVG konkretisiert wird. So können sich 

die Betroffenen in einem Verfahren nur dann wirksam zur Sache äussern 

und geeignet Beweis führen beziehungsweise Beweismittel bezeichnen, 

wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, 

auf welche die Behörde ihren Entscheid stützt. Eine allfällige Einschrän-

kung des Akteneinsichtsrechts gegenüber den um Einsicht Ersuchenden 

ist grundsätzlich zulässig, muss aber nach Art. 27 VwVG konkret begrün-

det sein und sich im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung auf das Er-

forderliche beschränken. In interne Akten, die von der verfügenden Be-

hörde ausschliesslich für den Eigengebrauch beziehungsweise für die in-

terne Entscheidfindung erstellt werden, wie beispielsweise Notizen zuhan-

den einer Drittperson innerhalb der Behörde, Telefonnotizen, Anträge oder 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Entscheidentwürfe, ist keine Einsicht zu gewähren (vgl. BGE 115 V 303). 

Sofern die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert wird, darf auf dieses 

nur dann zum Nachteil der Partei abgestellt werden, wenn ihr die Behörde 

von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt Kenntnis und ihr ausserdem 

Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu be-

zeichnen (Art. 28 VwVG). 

4.3 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen 

des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die 

Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen be-

schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ord-

nungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung 

dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter 

belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn 

die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes 

wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachum-

stände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BIN-

DER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16). 

4.4 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe das Akteneinsichts-

recht verletzt, da sie ihr die A-Akten, B-Akten und C-Akten sowie die Ak-

tenstücke D3/1, D4/7, D6/2, D7/1, D10/1, D11/1 und D15/1 nicht zur Ein-

sicht zugestellt habe. Hierzu bringt sie im Einzelnen was folgt vor:   

4.4.1 Die Paginierung ihrer Akten beginne mit dem Aktenstück D1/2, so-

dass offensichtlich drei weitere Unterdossiers (A-Akten, B-Akten und C-Ak-

ten) vorliegen würden, in welche ihr keine Einsicht gewährt worden sei. 

Zwar handle es sich dabei vermutlich bei mindestens einem dieser drei 

Unterdossiers um die Akten ihres Ehemannes. Es sei aber unklar, welches 

Unterdossier ihren Ehemann betreffe und worum es in den beiden anderen 

Unterdossiers gehe.  

Es trifft zu, dass es sich bei den genannten Akten um diejenigen ihres Ehe-

mannes handelt (A-Akten [Asylgesuch]; B-Akten [vorläufige Aufnahme] 

und C-Akten [Gesuch um Familiennachzug]). Vor dem Hintergrund, dass 

die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren keine begründete 

Furcht wegen ihres Ehemannes geltend gemacht hat, und sich die Vo-

rinstanz bei der Entscheidfindung nicht zulasten der Beschwerdeführerin 

auf diese Akten abgestützt hat, war letztere nicht gehalten, der Beschwer-

deführerin das rechtliche Gehör beziehungsweise Akteneinsicht hierzu zu 

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gewähren. Schliesslich kann in Akten Dritter grundsätzlich nur mit einer 

Einwilligungserklärung Einsicht gewährt werden, was dem Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin bekannt sein dürfte. Eine solche Erklärung liegt 

dem Gericht jedoch nicht vor. Wie bereits festgehalten, ist den obgenann-

ten Akten das Potenzial zur Entscheidbeeinflussung ohnehin klar abzu-

sprechen.  

4.4.2 Bei den Aktenstücken D3/1, D7/1, D10/1, D11/1 und D15/1 handle es 

sich gemäss Bezeichnung um interne Mitteilungen, wobei es die Vorinstanz 

unterlassen habe anzugeben, worum es bei den entsprechenden internen 

Mitteilungen gehe.  

Zwar ist die Vorinstanz in Bezug auf die Aktenführung daran zu erinnern, 

dass die Bezeichnung «interne Kommunikation» grundsätzlich ungenü-

gend ist, da es sich dabei nicht um eine Beschreibung eines Dokuments 

handelt. Vorliegend hat die Vorinstanz aber – unabhängig vom Beschrieb 

im Aktenverzeichnis – die obgenannten Aktenstücke (D3/1 [Resultat betref-

fend daktyloskopische Erfassung]; D7/1, D10/1 sowie D11/1 [jeweils  

E-Mail-Korrespondenz betreffend medizinische Abklärung] und D15/1  

[E-Mail-Korrespondenz betreffend Aktenführung]) zu Recht als nicht dem 

Akteneinsichtsrecht unterliegende interne Akten im Sinne von BGE 115 V 

303 respektive der Geheimhaltung gemäss Art. 27 VwVG unterliegende 

Akten paginiert. Im Übrigen hat sich die Vorinstanz bei der Entscheidfin-

dung nicht zulasten der Beschwerdeführerin auf diese Aktenstücke abge-

stützt. 

4.4.3 Beim Aktenstücke D4/7 handle es sich um die Akten der Grenzwa-

che, welche die Vorinstanz fälschlicherweise als «Akten anderer Behör-

den» paginiert habe. Es sei offensichtlich, dass diese Unterlagen durch die 

Zustellung an die Vorinstanz zu Akten derselben geworden seien und somit 

die Vorinstanz für die Gewährung der Akteneinsicht zuständig gewesen 

wäre. 

Zunächst ist festzuhalten, dass für die Durchführung der Akteneinsicht die 

verfügende Behörde (vorliegend: das SEM) zuständig ist, und dies grund-

sätzlich auch bezüglich Akten anderer Stellen gilt, die sie in ihr Aktenver-

zeichnis aufnimmt (vgl. BGE 129 I 249 E. 4.2). Damit unterliegt das Akten-

stück D4/7 (Umschlag mit Dokumenten betreffend die Identitätsabklärung) 

grundsätzlich der Akteneinsicht. Diesbezüglich gilt aber festzuhalten, dass 

es sich dabei – mit Ausnahme der der Beschwerdeführerin bereits bekann-

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Seite 8 

ten Akten (Pass und Identitätskarte [in Kopie]) – um nicht dem Aktenein-

sichtsrecht unterliegende interne Akten im Sinne von BGE 115 V 303 res-

pektive der Geheimhaltung gemäss Art. 27 VwVG unterliegende Akten 

handelt. Folglich wurde diesbezüglich das Akteneinsichtsrecht – trotz der 

nicht zutreffenden Paginierung – im Ergebnis nicht verletzt.  

4.4.4 Beim Aktenstück D6/2 handle es sich offenbar um einen Bericht be-

treffend ihre Identitätsabklärung. Dieser Bericht sei jedoch in der angefoch-

tenen Verfügung weder erwähnt noch gewürdigt worden. Es sei offensicht-

lich, dass ein Bericht betreffend die Identitätsabklärung entscheidrelevant 

sei und Einsicht in diesen gewährt werden müsste.  

Auch diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Vorinstanz dieses Aktenstück 

zu Recht als nicht dem Akteneinsichtsrecht unterliegende interne Akten im 

Sinne von BGE 115 V 303 respektive der Geheimhaltung gemäss Art. 27 

VwVG unterliegende Akte paginiert hat. Des Weiteren sind in der ange-

fochtenen Verfügung die wesentlichen Vorbringen der Beschwerdeführerin 

in Bezug auf ihre Asylgründe aufgeführt und auch bei der Begründung des 

Entscheids berücksichtigt worden. Die Tatsache, dass die Beschwerdefüh-

rerin mit den Erwägungen der Vorinstanz inhaltlich nicht einverstanden ist, 

stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar.  

4.4.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die obgenannten Akten (im Er-

gebnis) zu Recht von der Akteneinsicht ausgenommen. Folglich sind auch 

die Gesuche um Gewährung des rechtlichen Gehörs hierzu und um Anset-

zung einer angemessenen Frist zur Beschwerdeergänzung abzuweisen.  

4.5 Seitens der Beschwerdeführerin wird ferner gerügt, die Vorinstanz 

habe es unterlassen, den Beizug des Dossiers ihrer in der Schweiz leben-

den (...) M._______ (N […]) mit einer Aktennotiz aktenkundig zu machen. 

Somit sei nicht nachvollziehbar, ob die Akten tatsächlich beigezogen wor-

den seien und weshalb die Konsultation des Dossiers keine Hinweise auf 

Verfolgung ergeben habe. Es sei daher offensichtlich, dass die Vorinstanz 

den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und den Sachverhalt unzu-

reichend abgeklärt und festgestellt habe. 

Zwar wäre eine Aktennotiz zum Beizug dieses Dossiers zu begrüssen; die 

Vorinstanz hat aber den Beizug in der angefochtenen Verfügung sowohl im 

Sachverhalt aufgelistet (Verfügung des SEM vom 18. Oktober 2019, 

Ziff. I/4.), als auch in den Erwägungen gewürdigt (vgl. a.a.O. Ziff. II/1.), wo-

mit diese Rügen ins Leere gehen.  

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Seite 9 

4.6 Weiter moniert die Beschwerdeführerin, die Situation in Nordsyrien 

habe sich seit der türkischen Militäroffensive vom 9. Oktober 2019 wesent-

lich verändert, weshalb die Sache zur vollständigen und richtigen Abklä-

rung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen sei. 

Zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung am 18. September 2019 hatte 

die türkische Militäroffensive vom 9. Oktober 2019 noch gar nicht begon-

nen, wodurch diese zwangsläufig auch nicht hat berücksichtigt werden 

können. Die Abklärungspflicht ist damit nicht verletzt.  

4.7 Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, die Vorinstanz habe 

den Untersuchungsgrundsatz dadurch verletzt, dass sie das Asylverfahren 

jahrelang verzögert habe, indem sowohl zwischen den Befragungen als 

auch zwischen der Anhörung und dem Asylentscheid ein Jahr gelegen 

habe. Vor diesem Hintergrund zu behaupten, sie habe keine detaillierten 

Ausführungen zu ihren Asylgründen gemacht, verstosse gegen den Grund-

satz von Treu und Glauben und sei willkürlich.  

Inwiefern die Verfahrensdauer eine Verletzung des Untersuchungsgrund-

satzes darstellen soll, wird in der Beschwerde nicht substantiiert. Die Be-

schwerdeführerin legt namentlich nicht dar, inwiefern ihr daraus ein Nach-

teil entstanden sein soll. Im Übrigen hätte es ihr offen gestanden, eine 

Rechtsverzögerungsbeschwerde einzureichen, wenn sie mit der Dauer 

des vorinstanzlichen Verfahrens nicht einverstanden gewesen ist. 

Schliesslich gehen auch die Rügen der Verletzung des Grundsatzes von 

Treu und Glauben und des Willkürverbots fehl. Hinsichtlich des ersteren 

Grundsatzes, bei dem es einerseits um die Frage geht, wie weit sich Pri-

vatpersonen auf eine im Widerspruch zum geltenden Recht stehende be-

hördliche Auskunft verlassen können, und andererseits die Behörden nicht 

ohne sachlichen Grund einen einmal in einer Sache eingenommenen 

Standpunkt wechseln können sollen (vgl. BGE 138 I 49 E. 8.3.1; TSCHAN-

NEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 22 

Rz. 1 ff. und 21 f.), liegt das gerügte Verhalten der Vorinstanz offensichtlich 

nicht im Anwendungsbereich dieses Grundsatzes. Sodann liegt Willkür 

nicht schon dann vor, wenn eine andere Lösung in Betracht zu ziehen oder 

sogar vorzuziehen wäre, sondern nur, wenn ein Entscheid offensichtlich 

unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, 

eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz klar verletzt oder in 

stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. MÜL-

LER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., 2008, S.11; BGE 133 

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Seite 10 

I 149 E. 3.1, m.w.H.). Hier wird jedoch weder näher ausgeführt noch ist von 

Amtes wegen ersichtlich, dass und inwiefern die Erwägungen der Vo-

rinstanz darunter zu subsumieren wären. 

4.8 Aufgrund des Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Rechtsbegehren ist abzu-

weisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ver-

schiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf 

kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).  

6.  

6.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden weder den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten.  

Im Einzelnen führte sie aus, die Vorbringen der Beschwerdeführerin be-

züglich des gezielten Minenangriffs durch die arabischen Nachbarn aus 

dem Dorf L._______ am 22. Januar 2017 seien in wesentlichen Punkten 

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Seite 11 

zu wenig konkret, detailliert und differenziert dargelegt worden und vermit-

telten den Eindruck, die Beschwerdeführerin habe das Geschilderte nicht 

selbst erlebt. Hinzu komme, dass sie diesbezüglich im Verlauf des Verfah-

rens zu wesentlichen Punkten auch unterschiedliche Angaben gemacht 

habe. So habe sie in der BzP lediglich von verletzten Familienmitgliedern 

gesprochen, während sie in der Anhörung ausgeführt habe, ihr (…), ihre 

(…) und ihre (…) seien dabei ums Leben gekommen. Des Weiteren habe 

sie über die Urheberschaft der Minenexplosion in der BzP noch nichts zu 

erzählen gewusst. Vielmehr habe sie ausgeführt, damals habe es wegen 

des Krieges einige verminte Strasse gegeben. In der Anhörung habe sie 

hingegen geltend gemacht, die Araber aus dem Dorf L._______ seien in-

volviert gewesen und die Mine habe ihrer Familie gegolten, weil diese die 

Übernahme der Kontrolle in der Region durch die Kurden gefeiert habe. Es 

sei jedoch nicht nachvollziehbar, wie die Araber aus dem Dorf L._______ 

erfahren haben sollten, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familie sich 

am Abend der Explosion auf dem Rückweg vom Besuch ihrer (...) in 

F._______ befunden hätten. Auf entsprechende Nachfrage habe sie zu 

Protokoll gegeben, möglicherweise seien jene von anderen Dorfbewoh-

nern informiert worden, was nicht zu überzeugen vermöge. Ferner habe 

sie auch nicht nachvollziehbar begründen können, weshalb gerade ihre Fa-

milie ins Visier der Araber aus dem Dorf L._______ geraten sein solle, 

schliesslich habe es in ihrem Dorf einige kurdische Familien gegeben. Im 

Übrigen seien auch den Angaben ihrer (...) M._______ (N […]) keine Hin-

weise zu entnehmen, wonach ihre Familie respektive die Beschwerdefüh-

rerin gezielt verfolgt und Opfer eines gezielten Minenangriffs geworden sei.  

Im Weiteren erwägt die Vorinstanz, dass der Krieg in Syrien und die daraus 

folgenden allgemeinen erschwerten Lebensbedingungen grosse Teile der 

Bevölkerung in ähnlicher Weise treffen würden. Demnach handle es sich 

bei den Vorbringen der Beschwerdeführerin rund um den syrischen Bür-

gerkrieg und die unsichere Lage nicht um Nachteile, denen asylrechtliche 

Relevanz im Sinne von Art. 3 EMRK zukomme. Sodann gebe es keine An-

zeichen dafür, dass Kurden in Syrien allein wegen ihrer ethnischen Zuge-

hörigkeit einer gezielten Verfolgung unterliegen würden. Solange Über-

griffe gegen das Kollektiv der Kurden nicht derart intensiv und häufig seien, 

dass jedes Mitglied der Gruppe einen Angriff befürchten müsse, müssten 

besondere Umstände vorliegen, damit aufgrund einer blossen Zugehörig-

keit zu einem bestimmten Kollektiv die Ernsthaftigkeit der Nachteile als er-

füllt beziehungsweise die Furcht davor als begründet erachtet werden 

könnten. Solche Umstände würden bei Kurden in Syrien gemäss Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht vorliegen. Daran habe 

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sich auch seit dem Beginn der Unruhen im März 2011 nichts geändert. Eine 

asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG bestehe deshalb al-

leine aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit nicht. Eine Furcht davor sei 

daher auch nicht als begründet im Sinne des Asylgesetzes zu erachten. 

Somit entfalte auch dieses Vorbringen keine Asylrelevanz.  

An dieser Einschätzung würden auch die eingereichten Dokumente nichts 

zu ändern vermögen. 

6.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet in der Rechtsmittelschrift im We-

sentlichen, bei einer Rückkehr in ihrem Heimatstaat sowohl durch die ara-

bischen Nachbarn aus dem Dorf L._______, die islamistischen Jihadisten 

als auch das türkische Militär und das syrische Regime einer asylrelevan-

ten Verfolgung ausgesetzt zu sein.  

Die Vorinstanz sei zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit ihrer Vorbringen 

bezüglich der gezielten Verfolgung durch die arabischen Nachbarn aus 

dem Dorf L._______ ausgegangen. Indem die Vorinstanz zur Begründung 

der Unglaubhaftigkeit unter anderem auf ihre Ausführungen anlässlich der 

BzP verweise, verkenne sie, dass es sich bei letzterer um eine summari-

sche Befragung handle. Es sei somit willkürlich zu behaupten, sie habe 

anlässlich der BzP keine detaillierten Ausführungen zur Urheberschaft des 

Minenangriffs gemacht. Im Rahmen der Anhörung habe sie sodann detail-

liert und glaubhaft geschildert, dass die Mine explodiert sei, als sie und ihre 

Familie mit dem Auto von einer Siegesfeier nach H._______ zurückgekehrt 

seien. Dasselbe gelte für ihre Ausführungen, dass die Araber aus dem Dorf 

L._______ einen grossen Hass auf sie und ihre Familie gehabt hätten. 

Schliesslich habe sie auch detailliert und glaubhaft geschildert, dass sie 

und ihre Familie nach der erwähnten Minenexplosion nicht mehr ins Dorf 

zurückgegangen seien. Es stehe somit fest, dass die konkrete Verfolgung 

der Beschwerdeführerin respektive der Familie durch die arabischen Nach-

barn aus dem Dorf L._______ weiterhin bestehe. 

Ferner hätten die Türkei und ihre islamistischen Milizen am 9. Oktober 

2019 einen völkerrechtswidrigen Angriff auf die kurdischen Gebiete in Sy-

rien gestartet, was aus der beigelegten Karte «Situation in Northeast Syria: 

October 16, 2019, ISW INSTITUTE FOR THE STUDY OF WAR» hervor-

gehe. Insbesondere handle es sich dabei um eine gezielte ethnische Ver-

folgung der kurdischen Bevölkerung in Rojava. Es sei somit offensichtlich, 

dass sie heute in Rojava Opfer einer Kollektivverfolgung der Kurden würde. 

Bei einer Rückkehr nach Syrien müsse sodann von einem Verhör durch die 

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syrischen Behörden ausgegangen werden, welches für sie eine ausseror-

dentliche Gefahr darstellen würde. Ihr Profil als Angehörige der kurdischen 

Minderheit verschärfe sich durch das Einreichen eines Asylgesuchs in der 

Schweiz noch zusätzlich. Die Wahrscheinlichkeit, einem willkürlichen Ver-

hör und asylrelevanten Massnahmen ausgesetzt und aufgrund ihres Profils 

gezielt asylrelevant verfolgt zu werden, sei ausgesprochen hoch. Hinzu 

komme, dass laut den jüngsten Aussagen des Generalmajors der Repub-

likanischen Garden des syrischen Regimes (Issam Zahredinne) alle 

Flüchtlinge Verräter seien, die bestraft werden müssten. Hierzu könne auf 

diverse allgemein zugängliche Internetartikel verwiesen werden. Dies sei 

ebenfalls ein Beleg dafür, dass ihr im Falle einer Rückkehr eine gezielte 

asylrelevante Verfolgung seitens der syrischen Regierung drohe. Insbe-

sondere sei festzuhalten, dass Rojava neu unter der Kontrolle des syri-

schen Regimes stehe.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten in 

materieller Hinsicht zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen 

zutreffend festgehalten hat, die Vorbringen der Beschwerdeführerin wür-

den den Anforderungen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftmachen eines 

Asyl begründenden Sachverhalts und jenen von Art. 3 AsylG an die flücht-

lingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen. Auf die betreffenden Ausfüh-

rungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. die Zusammenfassung der 

entsprechenden Erwägungen in E. 6.1 des vorliegenden Urteils) kann mit 

den nachfolgenden Ergänzungen verwiesen werden. Das eingereichte Be-

weismittel (vgl. Prozessgeschichte, Bst. D) und die Ausführungen auf Be-

schwerdeebene führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.  

7.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Auf-

grund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be-

troffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 

kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). Aus-

gangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage 

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Seite 14 

nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begrün-

deten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylent-

scheids ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfol-

gungsfurcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation 

im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zuguns-

ten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen 

(vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi 

Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

7.3 Was die im Rahmen der Anhörung erstmals geltend gemachte asylre-

levante Verfolgung durch die arabischen Nachbarn aus dem Dorf 

L._______ anbelangt, ist Folgendes festzuhalten:  

7.3.1 Zunächst ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die Beschwer-

deführerin anlässlich der BzP – auch auf entsprechende Nachfrage – keine 

individuellen Schwierigkeiten mit Drittpersonen geltend gemacht hat (vgl. 

SEM-Akten D14/13, Ziff. 7.02 S. 8). Der Versuch in der Rechtsmittelein-

gabe, diesen Widerspruch mit dem summarischen Charakter der BzP zu 

erklären, ist offensichtlich unbehelflich, zumal der Widerspruch ein Kern-

vorbringen betrifft. Abgesehen davon, hat die Vorinstanz weiter zutreffend 

festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin zu der geltend gemachten 

asylrelevanten Verfolgung durch die arabischen Nachbarn aus dem Dorf 

L._______ in der Anhörung lediglich pauschal und auf wenig substantiierte 

Weise geäussert habe. Auch auf (mehrmalige) Nachfrage vermochte die 

Beschwerdeführerin ihre Schilderungen nicht zu präzisieren (vgl. SEM-Ak-

ten D30/11 F47-53, F55-56). Die Sichtweise in der Beschwerde, dass ihre 

diesbezüglichen Aussagen plausibel und detailreich gewesen seien, findet 

im Anhörungsprotokoll somit keine Bestätigung. Vielmehr verwickelte sie 

sich in einen erneuten Wiederspruch, indem sie ausführte, dass ein Teil 

ihrer Familie, welche gemäss eigenen Angaben weiterhin durch die arabi-

schen Nachbarn aus dem Dorf L._______ asylrelevant verfolgt werde, 

nach wie vor in H._______ lebe und es ihnen – abgesehen von der prekä-

ren Sicherheitslage – gut gehe (vgl. SEM-Akten D30/11 F22-23, F25). 

7.3.2 Im Übrigen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sich auch den Ak-

ten der (...) der Beschwerdeführerin, M._______ (N […]), keinerlei Hin-

weise entnehmen lassen, wonach ihre Familie respektive die Beschwerde-

führerin seitens arabischer Nachbarn aus dem Dorf L._______ in Gefahr 

sei (vgl. daselbst A11/11 Ziff. 7.02; A53/11 F20-21, F26-27, F47-48).  

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Seite 15 

7.3.3 Somit ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzustellen, dass es 

der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt ihrer Ausreise 

aus Syrien bestehende oder drohende asylrechtlich relevante Gefährdung 

seitens der arabischen Nachbarn aus dem Dorf L._______ glaubhaft zu 

machen.  

7.4 Aus den im Zusammenhang mit der Bürgerkriegssituation in Syrien ste-

henden Vorbringen der Beschwerdeführerin (Angst, prekäre Sicherheits-

lage) kann sodann nicht auf eine gezielt gegen ihre Person gerichtete Ver-

folgung im Sinne von Art. 3 AsylG geschlossen werden. Die Beschwerde-

führerin hat anlässlich der Befragungen – abgesehen von der als unglaub-

haft eingestuften Verfolgung seitens arabischer Nachbarn aus dem Dorf 

L._______ – keine individuellen Schwierigkeiten mit den syrischen Behör-

den oder Drittpersonen geltend gemacht (vgl. SEM-Akten D14/13 Ziff. 7.02 

S. 8; D30/11 F57-59). Die kriegsbedingten Erlebnisse stellten für die Be-

schwerdeführerin zweifellos eine grosse Belastung dar, den Vorbringen 

fehlt es jedoch an einer gezielt gegen ihre Person gerichtete Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG, mithin sind sie nicht asylrelevant. Wie von der Vo-

rinstanz ferner zutreffend festgehalten, genügt die Zugehörigkeit zur kurdi-

schen Ethnie allein nicht, um eine flüchtlingsrechtlich relevante individuelle 

Verfolgung anzunehmen. Gemäss geltender Rechtsprechung ist nicht da-

von auszugehen, dass syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie im 

heutigen Zeitpunkt in besonderer und gezielter Weise aufgrund ihrer Ethnie 

in einem derart weiten und umfassenden Ausmass unter Anfeindungen zu 

leiden hätten, dass von einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden 

müsste. Auch unter dem Gesichtspunkt der heute veränderten Lage, ins-

besondere seit dem Einmarsch der türkischen Sicherheitskräfte und der 

verbündeten islamistischen Milizen in Nordsyrien, ist – entgegen der auf 

Beschwerdeebene vertretenen Ansicht – nicht davon auszugehen, dass 

sämtliche in Syrien und insbesondere in Nordsyrien verbliebenen Kurdin-

nen und Kurden derzeit eine objektiv begründete Furcht vor einer Verfol-

gung hätten (vgl. Urteile des BVGer D-6431/2019 vom 16. März 2020 

E. 5.2.3, E-937/2017 vom 16. Januar 2020 E. 6.3, D-5367/2019 vom 2. De-

zember 2019 E. 6.4). Der bürgerkriegsbedingten Gefährdungslage und der 

fortbestehenden Volatilität und Dynamik der Entwicklung in Syrien wurde 

von der Vorinstanz im Rahmen des Wegweisungsvollzugs respektive der 

in diesem Zusammenhang angeordneten vorläufigen Aufnahme der Be-

schwerdeführerin und ihres Kindes Rechnung getragen.  

7.5 Entgegen den Beschwerdevorbringen ist schliesslich festzuhalten, 

dass die blosse Tatsache der Asylgesuchstellung in der Schweiz nicht zur 

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Seite 16 

Annahme führt, die Beschwerdeführerin hätte bei einer allfälligen Rückkehr 

in ihr Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine menschen-

rechtswidrige Behandlung seitens der syrischen Behörden zu befürchten. 

Zwar ist aufgrund ihrer längeren Landesabwesenheit davon auszugehen, 

dass sie bei einer Wiedereinreise nach Syrien einer Befragung durch die 

heimatlichen Behörden unterzogen würde. Da in ihrem Fall nicht von einer 

Vorverfolgung ausgegangen und somit ausgeschlossen werden kann, 

dass sie vor dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Person ins Blick-

feld der syrischen Behörden geraten ist, ist nicht davon auszugehen, dass 

diese sie als staatsgefährdend einstufen würden, weshalb nicht damit zu 

rechnen wäre, sie hätte bei einer Rückkehr asylrelevante Massnahmen zu 

befürchten.  

7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

nichts vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr 

Asylgesuch daher zu Recht abgelehnt.  

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorste-

henden Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu 

gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 

nicht gegeben, weshalb das Gesuch ungeachtet der ausgewiesenen Mit-

tellosigkeit abzuweisen ist. 

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Seite 17 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstandslos gewor-

den. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Bettina Hofmann 

 

 

Versand: