# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdbfc6f7-aea4-5e21-b09c-d09bdd1b8444
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2010 C-7095/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7095-2008_2010-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7095/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

X._______ GmbH,
handelnd durch A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7095/2008

Sachverhalt:

A.
Am 18. Juli  2008 beantragte der aus Nigeria stammende B._______ 
(geb. 1975, nachfolgend: Gesuchsteller) bei der Schweizerischen Bot-
schaft in Abuja die Erteilung eines Einreisevisums für die Dauer von 
einem Monat. Als  Zweck  der  beabsichtigten  Reise  gab  er  in  einem 
Begleitschreiben an die Schweizervertretung an, als Geschäftspartner 
und  Bevollmächtigter  der  Firma  X._______  GmbH  (nachfolgend: 
X._______  bzw.  Beschwerdeführerin)  in  Nigeria  möchte  er  bei  der 
Produktion  einer  kulturellen  Veranstaltung  auf  DVD dem Aufnahme-
team beratend zur Seite stehen. Zudem gehe es darum, die Erfolgs-
aussichten eines solchen Ton- und Filmträgers für den afrikanischen 
Markt zu testen.

Nach Verweigerung der Visumserteilung in eigener Kompetenz über-
mittelte  die  Schweizerische Vertretung  das Gesuch zur  Prüfung und 
zum Entscheid an die Vorinstanz und wies darauf hin, dass die frist-
gerechte Wiederausreise nicht gesichert sei.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Zürich bei der fraglichen 
Firma ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
9. Oktober 2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsauf-
enthalt könne nicht als gesichert betrachtet werden. Der Gesuchsteller 
lebe  in  einer  Region,  aus  der  als  Folge  der  dort  herrschenden 
wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse ein anhaltend starker 
Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Viele  seiner  Landsleute  ver-
suchten  –  einmal  in  der  Schweiz  –  ihren  Aufenthalt  durch  Aus-

schöpfung sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu verlängern,  um sich so in 

Umgehung  der  bundesrätlichen  Begrenzungsmassnahmen  eine  ver-

meintlich bessere Zukunft aufzubauen. Zudem sei aufgrund der Unter-

lagen  nicht  hinreichend  klar,  welchem  Zweck  die  Anwesenheit  des 

Gesuchstellers  tatsächlich  diene.  Insbesondere  sei  nicht  dargetan, 

inwiefern  eine  persönliche  Anwesenheit  in  der  Schweiz  erforderlich 

sei.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  4.  November  2008  beantragt  die 

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X._______, handelnd durch ihren Gesellschafter und Geschäftsführer 
A._______, die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Er-
teilung  eines  Visums  für  eine  Geschäftsreise  an  den  Gesuchsteller. 
Für  die  neu  gegründete  Firma  und  deren  Geschäfte  sei  es  sehr 
wichtig,  dass  der  Gesuchsteller  in  die  Schweiz  komme,  um  "beim 
Organisieren  und  Editieren  von Anlässen  zu  helfen,  damit  die  frag-
lichen  Produkte  auf  dem  afrikanischen  Markt  vertrieben  werden 
könnten". Im Weitern  weist  die  Beschwerdeführerin  darauf  hin,  dass 
sie  schon  verschiedentlich  Personen  aus  Nigeria  für  Anlässe  ein-
geladen habe; diese seien stets termingerecht wieder ausgereist. 

Der Eingabe war unter anderem die Stellungnahme der X._______ an 
das Migrationsamt des Kantons Zürich vom 25. August 2008 beigelegt.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  21.  November  2008  wurde  die  Be-
schwerdeführerin vom Bundesverwaltungsgericht aufgefordert, an der 
Sachverhaltsabklärung mitzuwirken. 

In der Folge reichte die Beschwerdeführerin Passkopien einiger ihrer 
früheren Gäste zu den Akten.

E.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 5.  Februar  2009  spricht  sich  die  Vor-
instanz  für  die  Abweisung  der  Beschwerde  aus  und  hält  ergänzend 
fest,  aus  den  Gesuchsunterlagen  ergäben  sich  keine  Hinweise, 
wonach  dem  Gesuchsteller  im  Heimatland  besondere  gesellschaft-
liche,  berufliche  oder  familiäre  Verpflichtungen  oblägen. Die  geltend 
gemachte  berufliche  Tätigkeit  in  einer  vom  Gastgeber  gegründeten 
Firma  sei  zu  wenig  konkret  dargetan.  Nach  wie  vor  sei  nicht  klar, 
weshalb  die  persönliche  Anwesenheit  des  Gesuchstellers  in  der 
Schweiz  nötig  sei,  um  die  Erfolgsaussichten  einer  auf  DVD  auf -
genommenen kulturellen Veranstaltung für den afrikanischen Markt zu 
testen, könne doch eine DVD problemlos geschickt oder deren Inhalt 
elektronisch übermittelt werden. Im Übrigen seien die Angaben zu den 
früheren  Besuchern  nicht  geeignet,  im  vorliegenden  Fall  die  frist-
gerechte Wiederausreise sicher zu stellen, müsse doch jedes Gesuch 
einzeln geprüft und entschieden werden.

F.
In ihrer Replik vom 6. März 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihren 
Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest und bringt vor, der 

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Gesuchsteller  sei  verheiratet  und  lebe  mit  seiner  Ehefrau  und  den 
beiden  Kindern  in  Nigeria.  Es  sei  zwar  richtig,  dass  auch  DVDs  in 
Nigeria  editiert  werden  könnten.  Die  X._______  benötige  für  ihre 
Produktion jedoch unbedingt einen Experten, der den gegenwärtigen 
Unterhaltungsmarkt in diesem Land kenne. Bei ihren Auftritten in der 
Schweiz müssten die afrikanischen Künstler neue Stücke singen oder 
Anekdoten  erzählen,  die  wiederum in  Nigeria  als  Neuigkeit  verkauft 
werden könnten. Der Gesuchsteller bringe dieses Wissen mit, um sich 
mit besagten Künstlern vor Ort abzusprechen.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  – 
unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde er-
lassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend 
Verweigerung  der  Einreisebewilligung,  welche  vom  Bundesver-
waltungsgericht  endgültig  beurteilt  werden (Art. 83 Bst. c  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde legitimiert.  Auf  die  frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 

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als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten  auch  –  grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-
länder  vom 8. März  2002,  BBl  2002  3774; BGE 135 II  1  E. 1.1  mit 
Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informati-
onssystem (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und 
keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-

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fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüberge-
hender Aufenthalt vorgesehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu BVGE 
2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage  kommenden 
Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks verweist Art. 5 
Abs. 2 SGK auf den Anhang I Art. 5 Abs. 3 SGK sowie Art. 2 Abs. 2 
und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreiseerfordernis  der 
ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L 81  vom  21.03.2001,  S. 1–7)  sind  diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im  Besitze  eines 
Visums sein müssen. Nigeria ist  in diesem Anhang aufgeführt,  wes-
halb der Gesuchsteller der Visumspflicht unterliegt.

6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Um-
setzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands 
[SAA, SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fort-
geführt (Art. 57 VEV).

7.
7.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung 
der  Verhältnisse  im  Herkunftsland  und  der  persönlichen  Lebensum-
stände  einen  ermessensfehlerfreien  Entscheid  getroffen  hat.  Dabei 
rechtfertigt  es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche In-
teressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck ei-
ner zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

7.2 Die  wirtschaftliche  Lage  Nigerias,  des  bevölkerungsreichsten 
Landes  Afrikas,  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  deutlich  verbessert.  
Relativiert  wird dieser Erfolg aber durch die seit  Anfang 2006 im öl-
reichen  Niger-Delta  entfachten  und  mit  erheblicher  Gewalt  und 

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Kriminalität einhergehenden Unruhen, welche zu eingeschränkten Öl- 
und  Gasförderquoten  geführt  haben  und  dadurch  auch  das  weit-
gehend  vom  Rohölexport  abhängige  Wirtschaftswachstum  bremsen. 
Die Unruhen sind ebenfalls mit  der Grund für eine Verschlechterung 
der  ohnehin  unzureichenden  inländischen  Energieversorgung.  Als 
Haupthinderungsgrund  für  die  wirtschaftliche  Entwicklung  gilt  aller-
dings  die  mangelhafte  Infrastruktur  des  Landes,  die  breiten  Be-
völkerungsschichten  schwierige  ökonomische  und  soziale  Lebens-
bedingungen  beschert  und  mehr  als  die  Hälfte  der  Bevölkerung  in 
extremer Armut (weniger als 1 USD/Tag) leben lässt. Auch wenn Präsi-
dent Yar' Adua, von Mai 2007 bis Mai 2010 amtierendes Staatsober-
haupt  und  gleichzeitiger  Regierungschef,  darum  bemüht  war,  die 
Reformpolitik  seines  Vorgängers  Obasanjo  fortzusetzen  und  auf  die 
genannten  Herausforderungen  einzugehen,  hat  die  Implementierung 
von  konkreten  Massnahmen  erst  seit  kurzem  begonnen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de, Stand März 2010, besucht im August 
2010;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-3303/2009 
vom 22. Juli 2010 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). Angesichts des mit 
solchen  Massnahmen  verbundenen  Kostenaufwands  kann  die 
nigerianische  Bevölkerung mittelfristig  nicht  mit  günstigeren Lebens-
bedingungen  rechnen,  wohl  auch  deshalb  nicht,  weil  die  weltweite 
Finanz-  und  Wirtschaftskrise  bis  auf  Weiteres  erhebliche  Aus-
wirkungen auf die von den Öleinnahmen abhängigen Staatsausgaben 
haben dürfte.

7.3 Vor  diesem  Hintergrund  besteht  erfahrungsgemäss  häufig  der 
Wunsch  zur  Auswanderung,  welcher  sich  vor  allem  bei  jüngeren 
Menschen  manifestiert.  Ein  bestehendes  soziales  Beziehungsnetz 
(Verwandte oder Bekannte) im Ausland ist ein wichtiges Element, das 
den Auswanderungswillen noch akzentuieren kann. Es gilt nach Mög-
lichkeit  zu  verhindern,  dass  Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  –  entgegen  der  ursprünglichen  Absichtserklärung  –  dazu 
nutzen, ein Asylgesuch einzureichen oder die fristgerechte Wiederaus-
reise auf andere Weise zu umgehen. Die schwierige Lage des Landes 
spiegelt sich im Übrigen in der schweizerischen Asylstatistik wider, in 
der Personen aus Nigeria im Jahre 2009 mit 1'786 Gesuchen (+80.8% 
gegenüber dem Vorjahr) die grösste Gruppe von Asylsuchenden stell-
ten. Auch im 1. und 2. Quartal 2010 war erneut Nigeria mit 408 bzw. 
421 Asylgesuchen wichtigstes  Herkunftsland; dies,  obwohl  nigeriani-
sche Asylsuchende kaum Aussicht haben, in der Schweiz Asyl zu er-
halten  (vgl.  kommentierte  Asylstatistik  2009 des  BFM,  S. 3  und 10, 

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sowie kommentierte Asylstatistik 1. und 2. Quartal 2010, je S. 2 und 8, 
im Internet unter: http://www.bfm.admin.ch, Themen > Statistiken). 

8.
8.1 Beim  Gesuchsteller  handelt  es  sich  um  einen  mittlerweile  35-
jährigen,  verheirateten  Mann,  welcher  in  Benin-City,  einer  Millionen-
stadt  im Süden Nigerias,  lebt. Auf  den ersten Blick  könnte  der  Um-
stand, dass er für die Dauer seines geschäftlichen Aufenthaltes in der 
Schweiz die Ehefrau sowie seine beiden Kinder in der Heimat zurück-
lassen  würde,  durchaus  für  eine  gewisse  Verwurzelung  sprechen. 
Andererseits  zeigt  die  Erfahrung,  dass  zurückbleibende  nahe  An-
gehörige  gerade  in  Situationen  angespannter  politischer  bzw. 
wirtschaftlicher  Verhältnisse  regelmässig  nicht  verlässlich  davon  ab-
halten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen; sei dies 
etwa  in  der  Hoffnung,  die  Zurückgebliebenen  aus  dem  Ausland 
wirtschaftlich effizienter  unterstützen oder später allenfalls  gar nach-
ziehen  zu können. Dass der  Zuwanderungsdruck von Personen aus 
Nigeria in grossem Ausmass anhält,  wurde bereits  erwähnt und von 
der Beschwerdeführerin denn auch nicht in Frage gestellt. 

8.2 Auch  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  bieten  keine  besondere 
Gewähr für eine Wiederausreise. Im Visumsantrag vom 18. Juli 2008 
gab der Gesuchsteller hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit an, er sei 
Geschäftspartner  und  Bevollmächtigter  der  X._______  in  Nigeria, 
ohne konkretere Angaben zu seiner Erwerbstätigkeit zu machen. Unter 
Hinweis  auf  einen  entsprechenden  Handelsregisterauszug  hielt  die 
Beschwerdeführerin  anlässlich  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  fest, 
die Firma X._______,  welche unter anderem sog. "Show-DVDs" von 
Veranstaltungen  mit  talentierten  afrikanischen  Künstlern  produziere, 
sei  im  Jahre  2007  in  Nigeria  integriert  worden,  mit  B._______  als 
Partner.  Welchen  Lohn  der  Gesuchsteller  mit  seiner  aktuellen 
Erwerbstätigkeit  erzielt,  kann  den  Akten  nicht  entnommen  werden; 
entsprechende  Arbeitsverträge  oder  allfällige  Einkommensbelege, 
welche  die  geltend  gemachten  beruflichen  Bindungen  des 
Gesuchstellers  in  Nigeria  zweifelsfrei  nachgewiesen  hätten,  wurden 
von  den  Beteiligten  nicht  vorgewiesen.  Vor  diesem  Hintergrund 
erscheint  fraglich,  ob  der  Gesuchsteller  tatsächlich  über  eine 
massgebliche  berufliche  Verankerung  bzw.  eine  gesicherte 
wirtschaftliche Existenz in seinem Heimatland verfügt, die das Risiko 
einer  nicht  fristgerechten Wiederausreise  nach einem geschäftlichen 
Aufenthalt  in  der  Schweiz  entscheidend  herabsetzen  könnte. 

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Infolgedessen müssen die  Beteuerungen auf  Beschwerdeebene, der 
eingeladene  Geschäftspartner  werde  die  Schweiz  nach  seinem Ge-
schäftsaufenthalt  fristgerecht  wieder  verlassen,  als  nicht  ausschlag-
gebend bezeichnet werden. 

9.
9.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz zu 
Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht hin-
reichend gewährleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer 
gesicherten  Feststellung  verdichten;  sie  genügt  jedoch,  um  die  Er-
teilung  einer  Einreisebewilligung,  auf  welche  ohnehin  kein  Rechts-
anspruch besteht, abzulehnen. 

An  dieser  Risikoeinschätzung  vermag  auch  der  Hinweis  der  Be-
schwerdeführerin,  alle  ihre bisherigen Gäste aus Nigeria seien stets 
fristgerecht wieder ausgereist,  nichts zu ändern. Zum einen sind bei 
der Abwägung des Risikos einer nicht  fristgerechten Wiederausreise 
nicht so sehr die Einstellung und die Absichten des Gastgebers bzw. 
Geschäftspartners in der Schweiz,  sondern in erster  Linie das mög-
liche Verhalten des eingeladenen Gastes selbst  von Bedeutung. Nur 
Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
und anstandslose Wiederausreise zu bieten (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). 
Zum  andern  lässt  sich  mangels  näherer  Angaben  einerseits  nicht 
eruieren,  unter  welchen Umständen diesen  Personen,  bei  denen es 
sich offenbar ebenfalls um Geschäftspartner der X._______ handelt, in 
der Vergangenheit ein Einreisevisum erteilt wurde. Andererseits weist 
jeder  Einzelfall  –  wie  vorliegend  belegt  –  eine  ihm  eigene  und 
spezifische  Konstellation  auf,  so  dass  er  nicht  ohne  weiteres  mit 
anderen, angeblich gleich gelagerten Fällen verglichen werden kann.

Der Beschwerdeführerin bleibt es freigestellt,  für die Produktion ihrer 
DVDs  in  der  Schweiz  auf  ihre  bisherigen  Geschäftspartner,  deren 
fristgerechte  Wiederausreise  von  der  Schweizervertretung  in  Abuja 
offenbar nie in Frage gestellt wurde, oder auf die von der Vorinstanz in 
der Vernehmlassung aufgezeigten Möglichkeiten zurückzugreifen.

10.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden, dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel -
tenden  Bestimmungen  entsprechend  gewichtete  und  dem  Gesuch-
steller die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung ist somit 

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im  Ergebnis  rechtmässig  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

11.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv Seite 11

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 5. Januar 2009 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH [...])

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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