# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a636098-8439-5661-8084-8b05734329ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.04.2016 S 2015 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-34_2016-04-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 34

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 12. April 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, 

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ arbeitete seit dem 1. September 2008 bei der B._____ GmbH. 

Gestützt auf dieses Arbeitsverhältnis war er obligatorisch bei der Schwei-

zerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend SUVA) gegen die Fol-

gen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schaden-

meldung UVG ist es am 15. (recte: 16.) Mai 2012 bei einer Gelenks-

/Knochenoperation im Kantonsspital Graubünden zu einer akzidentellen 

Verletzung einer Beinarterie gekommen. In der Folge mussten mehrere 

Operationen durchgeführt werden, so am 17., 20., 21., 24., 27. und 

30. Mai 2012 sowie am 2. Juni 2012. In der chirurgischen Beurteilung 

vom 21. Juli 2014 kamen Dr. med. C._____, Dr. med. D._____ und 

Dr. med. E._____ von der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA 

zum Schluss, dass die akzidentelle Verletzung der Kniekehlenarterie bei 

der Tibiakopfosteotomie am 16. Mai 2012 weder einen Behandlungsfehler 

darstelle noch das Kriterium einer groben und ausserordentlichen Ver-

wechslung, mit der niemand rechne, erfülle. Das Komplikationsmanage-

ment sei fehlerhaft gewesen. Die an die intraoperative Komplikation 

adressierte Gefässrekonstruktion sei wesentlich zu spät erfolgt. Das nicht 

Gewährleisten des die Ischämie beseitigenden gefässchirurgischen Ein-

griffs innerhalb eines Zeitraums von etwa sechs Stunden stelle eine Ver-

letzung der Sorgfalt dar. Als Behandlungsfehler sei ausserdem das zeit-

lich verzögerte Spalten der Kompartimente zu werten. Die Verletzungen 

der Sorgfaltspflicht würden das Kriterium einer groben und ausserge-

wöhnlichen Verletzung oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand rechne, 

indes nicht erfüllen. 

2. Mit Verfügung vom 24. Juli 2014 verneinte die SUVA ihre Leistungspflicht, 

da gemäss eigenen Abklärungen weder ein Behandlungsfehler noch eine 

Verletzung der Sorgfaltspflicht ausgewiesen sei. Insofern seien die Vor-

aussetzungen zur Anerkennung eines Unfalls nicht erfüllt. Des Weiteren 

läge auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor. 

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3. Dagegen erhob die F._____ Versicherungen AG als obligatorischer Kran-

kenpflegeversicherer am 4. August 2014 vorsorglich Einsprache, welche 

sie am 6. August 2014 nach Prüfung der Unterlagen wieder zurückzog. 

4. Am 8. September beziehungsweise am 8. Oktober 2014 erhob A._____ 

gegen die Verfügung vom 24. Juli 2014 Einsprache mit den Anträgen auf 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Erbringung der gesetzli-

chen UVG Leistungen, insbesondere Aufnahme der Taggeldzahlungen 

und Übernahme der Heilungskosten. Zur Begründung führte er im We-

sentlichen aus, dass der Unfallbegriff erfüllt sei. Sowohl bezüglich der 

Operation vom 16. Mai 2012 als auch bezüglich des Komplikationsma-

nagements sei ein Behandlungsfehler gegeben und eine grobe und aus-

sergewöhnliche Verwechslung oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand 

rechne oder zu rechnen brauche, zu bejahen. Mit Entscheid vom 12. Fe-

bruar 2015 wies die SUVA die Einsprache von A._____ ab. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 10. März 

2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit folgenden Anträgen: 

"1. Der Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015 und die Verfügung vom 
24. Juli 2014 seien aufzuheben. 

2. Es seien A._____ Leistungen aus der Unfallversicherung zuzusprechen. 
Hierzu sei die Angelegenheit zwecks Festsetzung der Leistungen an die Su-
va zurückzuweisen.

3. Unter gesetzlicher Entschädigungsfolge zu Lasten der Suva."

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass 

beim operativen Eingriff vom 16. Mai 2012 die Kniekehlenarterie angesägt 

und der Nervus peronaeus wohl durchtrennt worden seien. Eine derart 

schwerwiegende Verletzung der Arterie hätte mit dem gebotenen Mass 

an Sorgfalt bereits während der Operation erkannt werden müssen. Es 

sei davon auszugehen, dass die Weichteile bei der Operation nicht aus-

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reichend geschützt und die Empfehlungen bezüglich Beugung des Knies 

zur Entspannung der Strukturen während der Operation nicht beachtet 

worden seien. Wären die Weichteile mit geeigneten Massnahmen ge-

schützt worden, hätte dies Eingang in den Operationsbericht gefunden. In 

der Folge habe das Komplikationsmanagement total versagt. Einerseits 

sei die Verletzung der Blutbahn zu spät festgestellt und behandelt und 

anderseits sei das Reperfusionssyndrom nicht mit der genügenden Sorg-

falt angegangen worden. Ein die Ischämie beseitigender Eingriff müsste 

innert sechs Stunden nach der Erstoperation erfolgen. Vorliegend sei die-

ser Eingriff erst knapp zwölf Stunden nach der Beendigung der Erstopera-

tion erfolgt. Bei der medizinischen Behandlung seien zahlreiche schwere 

Sorgfaltspflichtverletzungen mit gravierenden Folgen begangen worden. 

Jede einzelne Pflichtverletzung erfülle das Kriterium der Aussergewöhn-

lichkeit im Sinne von Art. 4 ATSG. Werde das Operations- und Komplika-

tionsmanagement als Ganzes betrachtet, müsse von einem totalen Ver-

sagen gesprochen werden. Die SUVA sei ihrer Abklärungspflicht nicht 

ausreichend nachgekommen. Sofern das Gericht deren Leistungspflicht 

nicht bereits aufgrund der bekannten Fakten bejahe, seien weitere Ab-

klärungen notwendig. Zudem seien die operierenden Ärzte Dr. med. 

G._____, Dr. med. H._____ und cand. med. I._____ zur Frage, ob anläss-

lich der Operation vom 16. Mai 2012 die Weichteile geschützt worden 

seien und das Knie gebeugt worden sei, als Zeugen einzuvernehmen. 

6. Die SUVA (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer Be-

schwerdeantwort vom 31. März 2015 die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des Einspracheent-

scheids vom 12. Februar 2015. Begründend führte sie im Wesentlichen 

aus, dass auf die chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 abgestellt 

werden könne. Sie erfülle alle Anforderungen, die hinsichtlich des Be-

weiswerts entscheidend seien. Danach stelle die Verletzung der Kniekeh-

lenarterie keinen unfallversicherungsrechtlich relevanten groben Behand-

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lungsfehler dar. Beim Sägen mit Oberschenkelblutsperre sei eine Arteri-

enverletzung möglich, ohne dass sie während der Osteotomie bemerkt 

werde. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass die Verletzung der 

Kniekehlenarterie auf eine grobe Ungeschicklichkeit zurückzuführen ge-

wesen sei oder sofort während der Intervention hätte bemerkt werden 

müssen. Ein Unfall im Rechtssinn sei nicht anzunehmen. Das Komplikati-

onsmanagement sei fehlerhaft gewesen. Die versicherungsmedizinischen 

Experten hätten eine unzureichende postoperative Überwachung und ei-

ne nicht zeitgerechte Durchführung der erforderlichen Untersuchungen 

festgestellt. Die zu spät erfolgte Gefässrekonstruktion und Kompartment-

spaltung müssten als Behandlungsfehler gelten. Ein korrekter Ablauf sei 

indes vom Zusammenspiel vieler einzelner Akteure unterschiedlicher Be-

reiche des Spitals abhängig. Das Misslingen der guten Zusammenarbeit 

könne nicht mit einer groben und ausserordentlichen Verwechslung oder 

Ungeschicklichkeit gleichgesetzt werden, mit der niemand rechnen müs-

se. Weitere medizinische Abklärungen und die Einvernahme von Zeugen 

würden sich erübrigen. Aufgrund der bereits umfassend vorgenommenen 

Abklärungen sei der massgebende Sachverhalt als überwiegend wahr-

scheinlich zu betrachten. 

7. Am 20. April 2015 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen An-

trägen fest und vertiefte seine Argumentation, ohne dabei wesentlich 

Neues vorzubringen.

8. Am 4. Mai 2015 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen 

fest. 

9. Am 14. Januar 2016 wurden vom streitberufenen Verwaltungsgericht in 

Anwesenheit des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, der Vertrete-

rin der Beschwerdegegnerin sowie dem Rechtsvertreter des Kantonsspi-

tals Graubünden in dieser Angelegenheit die operierenden Ärzte Dr. med. 

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G._____ und Dr. med. H._____ als Zeugen einvernommen. Im Nachgang 

zu diesen Einvernahmen reichten die Parteien am 16. Februar 2016 (Be-

schwerdeführer) beziehungsweise am 16. und 23. Februar 2016 (Be-

schwerdegegnerin) ihre Stellungnahmen zu den Einvernahmeprotokollen 

ein. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, die 

Aussagen der Zeugen anlässlich der Einvernahmen vom 14. Januar 2016 

sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-

gen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versi-

cherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versi-

cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorlie-

gend hat der Beschwerdeführer Wohnsitz im Kanton Graubünden, wes-

halb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichtes ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach 

das Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwer-

den gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in Sozialversiche-

rungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde unterlie-

gen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015, mit 

welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des heutigen Be-

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schwerdeführers abgewiesen und gleichzeitig ihre Verfügung vom 24. Juli 

2014 bestätigt hat, stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für 

ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als formeller und materiel-

ler Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwer-

deführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-

hebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit − unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwä-

gung 1b − einzutreten. 

b) Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde vom 10. März 

2015 die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 12. Februar 2015 

sowie der Verfügung vom 24. Juli 2014. Diesbezüglich gilt es zu beach-

ten, dass der Einspracheentscheid gemäss ständiger Rechtsprechung 

des Bundesgerichtes an die Stelle der Verfügung tritt und damit alleiniger 

Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Die Verfü-

gung, soweit angefochten, hat mit dem Erlass des Einspracheentscheids 

jede rechtliche Bedeutung verloren (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

8C_592/2012 vom 23. November 2012 E.3.2 mit Hinweisen). Soweit der 

Beschwerdeführer also auch die Verfügung vom 24. Juli 2014 anficht, ist 

darauf nach dem soeben Gesagten nicht einzutreten.

2. In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Be-

schwerdegegnerin für die Folgen der komplikationsbehafteten Operation 

vom 16. Mai 2012 beziehungsweise des postoperativen Komplikations-

managements gestützt auf das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von 

Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG leistungspflichtig ist. 

a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten, 

soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss der Legaldefinition 

von Art. 4 ATSG ist unter einem Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte 

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schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-

gen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat, zu verste-

hen. 

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der äussere Faktor un-

gewöhnlich, wenn er − nach einem objektiven Massstab − nicht mehr im 

Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und 

üblich ist (BGE 134 V 72 E.4.1, 118 V 283 E.2a). Dies gilt auch, wenn zu 

beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt 

(BGE 118 V 283 E.2b). Nach der Praxis ist es indessen mit dem Erforder-

nis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische 

Massnahme in Frage steht (BGE 121 V 35 E.1b, 118 V 283 E.2b). Die 

Vornahme des medizinischen Eingriffs muss unter den jeweils gegebenen 

Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zu-

dem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken in sich schliessen.

c) Ob der Unfallbegriff, namentlich das Merkmal des ungewöhnlichen äusse-

ren Faktors, im Rahmen einer Krankenbehandlung, für welche der Unfall-

versicherer grundsätzlich nicht leistungspflichtig ist, ausnahmsweise er-

füllt ist, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu prüfen. Die Fra-

ge ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den 

Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist, denn das 

Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des 

Unfallbegriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern al-

lein auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit 

ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete 

Folgen nach sich zog. Ein Behandlungsfehler kann den Unfallbegriff na-

mentlich dann erfüllen, wenn es sich um grobe und ausserordentliche 

Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche 

Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet oder zu rechnen 

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braucht. Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen Unfallversicherungs-

rechts vorliegt, beurteilt sich unabhängig davon, ob der Arzt oder die Ärz-

tin einen Kunstfehler begangen hat, der eine zivil- oder öffentlich-

rechtliche Haftung begründet. Ebenso wenig besteht eine Bindung an ei-

ne allfällige strafrechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (RUMO-

JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bun-

desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Un-

fallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 31 f.; LARGIER, 

Schädigende medizinische Behandlung als Unfall, Diss., Zürich 2002, 

S. 138; BGE 121 V 35 E.1b, 118 V 283 E.2b; Urteile des Bundesgerichtes 

8C_858/2014 vom 24. April 2015 E.2.2.2, 8C_283/2014 vom 2. Septem-

ber 2014 E.2.2.2, 8C_708/2011 vom 9. November 2011 E.6.1; RKUV 

2003 Nr. U 492 S. 371 E.2.3). 

3. Zur Beurteilung vieler sich im Sozialversicherungsrecht stellenden Fragen 

sind Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf Un-

terlagen angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen 

sind. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsge-

richtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdi-

gung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerich-

te die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfah-

ren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, 

von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, 

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streiti-

gen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wi-

dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist entschei-

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dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti-

gen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-

sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 

der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-

lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-

gen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1) Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 

E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es die Rechtspre-

chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar er-

achtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen 

des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezia-

lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersu-

chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Auch den Berichten und Gutach-

ten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann Beweiswert zu, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-

spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekti-

vität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

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lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzen-

de Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 

125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). 

4. a) Vorliegend wurde aufgrund einer beginnenden medialseitigen Gonarthro-

se und einer medialen Meniskusdegeneration links (bei Status nach dia-

gnostischer Kniearthroskopie links mit Teilresektion mediales Hinterhorn, 

Débridement Knorpeldefekt Femur medialseitig mit bone cracking am 

1. April 2009 und Status nach Kniearthroskopie links mit Narbenshaving 

antero-medial am 19. Mai 2009) im Kantonsspital Graubünden die Indika-

tion für eine gelenkserhaltende Chirurgie mittels Tibiavalgisationsosteo-

tomie gestellt, da sich lateralseitig intakte chondrale Verhältnisse gezeigt 

hätten und der Beschwerdeführer noch relativ jung sei. In der Folge wur-

de im Kantonsspital Graubünden am 16. Mai 2012 eine Arthroskopie des 

linken Knies sowie eine open wedge-Osteotomie der proximalen Tibia mit 

TomoFix-Platte links durchgeführt. Bei der Osteotomie mit der Säge wur-

de dabei die Kniekehlenarterie (arteria poplitea) verletzt, was weitere ope-

rative Eingriffe erforderlich machte (vgl. die entsprechenden Operations-

berichte vom 16. Mai 2012 [Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 4], 

17. Mai 2012 [Bg-act. 2, 5 und 7], 20. Mai 2012 [Bg-act. 6], 21. Mai 2012 

[Bg-act. 8], 24. Mai 2012 [Bg-act. 9 und 10], 27. Mai 2012 [Bg-act. 12], 

30. Mai 2012 [Bg-act. 11] und 2. Juni 2012 [Bg-act. 13] sowie die Akten-

zusammenfassung in der chirurgischen Beurteilung vom 21. Juli 2014 von 

Dr. med. C._____, Facharzt für Allgemein Innere Medizin, Dr. med. 

D._____, Facharzt für Chirurgie FMH und für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. E._____, 

Fachärztin für Chirurgie FMH und für Gefässchirurgie FMH [Bg-act. 87 

S. 2 ff.]). In der Folge wurde der Beschwerdeführer am 21. August 2012 

von Dr. med. K._____, Facharzt FMH für Neurologie, untersucht und neu-

romyographiert. Dabei wurde unter anderem eine ischämische Schädi-

gung des N. peronaeus und des N. tibialis sowie eine Partialnekrose des 

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M. extensor digitorum longus, des M. extensor hallucis longus sowie des 

M. tibialis posterior diagnostiziert. Dr. med. K._____ führte aus, dass kli-

nisch-neurologisch erhebliche motorische und sensible Ausfälle von Sei-

ten des N. peronaeus und des N. tibialis links vorlägen. Am störendsten 

seien für den Beschwerdeführer die sensiblen Defizite begleitet von bren-

nenden Dysästhesien und elektrisierenden Sensationen (vgl. den ent-

sprechenden Arztbericht von Dr. med. K._____ vom 24. August 2012 [Bg-

act. 46]). Dr. med. L._____, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumato-

logie FMH, führte im Arztbericht vom 21. Februar 2014 (Bg-act. 35) unter 

anderem aus, dass beim Beschwerdeführer postoperativ eine persistie-

rende eingeschränkte Beweglichkeit der linken unteren Extremität ver-

blieben sei. Es sei von einer dauerhaften Schädigung der linken unteren 

Extremität auszugehen.

b) Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass es anlässlich der Tibiaval-

gisationsosteotomie vom 16. Mai 2012 und damit im Rahmen einer medi-

zinischen Massnahme zu einer Verletzung − nicht aber zu einer Durch-

trennung (entgegen Frage 6 der beschwerdegegnerischen Zeugenfra-

gethema) − der Kniekehlenarterie gekommen ist. Des Weiteren lässt sich 

den medizinischen Akten entnehmen, dass beim Beschwerdeführer be-

reits am 1. April und 19. Mai 2009 zwei Kniearthroskopien durchgeführt 

wurden und dieser bereits rund eineinhalb Jahre vor dem operativen Ein-

griff vom 16. Mai 2012 an progredienten Schmerzen im linken Kniegelenk 

anteromedial gelitten hat. Die durchgeführten Abklärungen ergaben so-

dann eine medialseitige Gonarthrose und eine mediale Meniskusdegene-

ration links (vgl. der Operationsbericht vom 16. Mai 2012 [Bg-act. 4]). 

Folglich stellt die in der Folge durchgeführte Operation vom 16. Mai 2012, 

bei welcher es zur Verletzung der Kniekehlenarterie gekommen ist, eine 

Behandlung für Krankheitsfolgen dar, für welche der Unfallversicherer 

grundsätzlich nicht leistungspflichtig ist. Wie vorstehend bereits darge-

stellt kann ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfül-

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len, wenn es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und 

Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, 

mit denen niemand rechnet oder zu rechnen braucht (vgl. vorstehend 

E.2c). Zu prüfen ist im Folgenden somit, ob die anlässlich des operativen 

Eingriffs vom 16. Mai 2012 erfolgte Verletzung der Kniekehlenarterie ei-

nen ungewöhnlichen äusseren Faktor darstellt, mithin ein Behandlungs-

fehler vorliegt, und − bejahendenfalls − ob den operierenden Ärzten eine 

absichtliche Schädigung oder eine grobe und ausserordentliche Ver-

wechslung oder Ungeschicklichkeit vorzuwerfen ist, mit welcher der Be-

schwerdeführer weder rechnete noch zu rechnen brauchte. 

5. a) Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, mit dem fehlenden 

Schutz der Weichteile und der Nichtbeachtung der Empfehlungen bezüg-

lich Beugung des Knies bei der Erstoperation vom 16. Mai 2012, der un-

terlassenen apparativen Diagnostik trotz diverser Alarmzeichen nach der 

Operation, dem Zuwarten mit dem operativen Eingriff (Gefässrekonstruk-

tion) trotz Wissen um das fehlende Flusssignal in der Arterie sowie der 

unterlassenen Logenspaltung im unmittelbaren Anschluss an die Gefäss-

rekonstruktion trotz Kenntnis des Reperfusionssyndroms seien elemen-

tarste Sorgfaltspflichten verletzt worden. Diese Sorgfaltspflichtverletzun-

gen hätten zur fatalen bleibenden Schädigung am Unterschenkel des Be-

schwerdeführers geführt. Gemäss den beschwerdegegnerischen Versi-

cherungsmedizinern müsse von einem schweren Organisationsversagen 

gesprochen werden. Jedes einzelne Versagen für sich beziehungsweise 

jede einzelne Pflichtverletzung erfülle die Anforderungen an die Unge-

wöhnlichkeit und Plötzlichkeit. Auch die zu späte Sanierung der verletzten 

Arterie und die zu späte Logenspaltung erfüllten den Unfallbegriff. 

Demgegenüber verneint die Beschwerdegegnerin gestützt auf die chirur-

gische Beurteilung ihrer Versicherungsmediziner Dres. med. C._____, 

D._____ und E._____ vom 21. Juli 2014 (Bg-act. 87) das Vorliegen eines 

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ungewöhnlichen äusseren Faktors und damit eine Leistungspflicht ihrer-

seits. 

b) Zunächst gilt es festzuhalten, dass aufgrund der Akten und der chirurgi-

schen Beurteilung von Dr. med. C._____, Dr. med. D._____ und Dr. med. 

E._____ vom 21. Juli 2014 eine absichtliche Schädigung ausgeschlossen 

werden kann. Eine solche wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht 

geltend gemacht. Sodann wird in der chirurgischen Beurteilung der be-

schwerdegegnerischen Versicherungsmediziner vom 21. Juli 2014 (Bg-

act. 87 S. 8 f.) anhand der Akten schlüssig aufgezeigt, dass das bei der 

komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 zur Anwendung 

kommende Operationsverfahren vollumfänglich indiziert gewesen und die 

präoperative Planung mit der zu fordernden Sorgfalt durchgeführt worden 

ist. Bei den Akten finden sich keine Hinweise, die dem entgegen sprechen 

würden. 

c) Hinsichtlich der komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 ha-

ben die beiden vom streitberufenen Gericht am 14. Januar 2016 einver-

nommenen Zeugen Dr. med. G._____ und Dr. med. H._____, welche die 

fragliche Operation durchgeführt haben, übereinstimmend bestätigt, dass 

während der Operation keine Komplikationen aufgetreten seien. Die 

Weichteile seien mittels der dazu notwendigen Hebel/Haken geschützt 

worden und die Umstellungsosteotomie (Durchtrennung des Knochens) 

sei in Beugestellung des Knies vorgenommen worden. Ebenfalls überein-

stimmend sagten die Zeugen zur Frage, weshalb weder der Schutz der 

Weichteile noch die Beugung des Knies im entsprechenden Operations-

bericht vom 16. Mai 2012 erwähnt seien, dass es sich bei der fraglichen 

Operation um eine Standardoperation handle, bei welcher nicht jeder 

Standardschritt Eingang in den Operationsbericht fände. Solche Stan-

dardsachen, die ohnehin dazu gehörten, würden nicht explizit erwähnt 

und oftmals weggelassen, weil sonst der Operationsbericht viel zu lang 

- 15 -

werde (vgl. die entsprechenden Zeugenaussagen in den Einvernahme-

protokollen vom 14. Januar 2016). Bestätigt werden diese Aussagen auch 

durch die chirurgische Beurteilung der beschwerdegegnerischen Versi-

cherungsmediziner, wo ausgeführt wird, dass aus der fehlenden Angabe 

im Operationsbericht, mit welchen Instrumenten die Strukturen der Knie-

kehle bei der Osteotomie mit der Säge geschützt worden seien, kein Be-

handlungsfehler abgeleitet werden könne. Es handle sich beim Schutz 

der Weichteile um eine Selbstverständlichkeit, welche im Operationsbe-

richt nicht erwähnt werde (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 

[Bg-act. 87] S. 9). Inwiefern nach den übereinstimmenden Aussagen der 

Zeugen hinsichtlich Schutz der Weichteile weiterhin von einem ungenü-

genden Schutz derselben auszugehen wäre − wie dies vom Beschwerde-

führer in dessen Stellungnahme vom 16. Februar 2016 zu den Einver-

nahme-Protokollen behauptet wird − ist weder ersichtlich noch wird dies 

vom Beschwerdeführer näher ausgeführt. 

d) Gemäss Operationsbericht vom 16. Mai 2012 (Bg-act. 4) wurde die kom-

plikationsbehaftete Operation in Oberschenkel-Blutsperre links durchge-

führt. In der chirurgischen Beurteilung der beschwerdegegnerischen Ver-

sicherungsmediziner wird diesbezüglich ausgeführt, dass dies ein ge-

bräuchliches Verfahren sei und sich eine Gefässverletzung naturgemäss 

bei liegender Oberschenkelblutsperre nicht an einer Blutung erkennen 

lasse (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 9 f.). 

Dies ist auch für medizinische Laien nachvollziehbar und verständlich. 

Anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 14. Januar 2016 bestätigte 

Dr. med. H._____ denn auch, dass die Verletzung eines arteriellen Ge-

fässes nicht bemerkt werden könne, wenn die Operation in Blutsperre 

durchgeführt werde, da die verwendete Oberschenkeldruckmanschette 

den Blutfluss völlig sistiere (vgl. die entsprechende Zeugenaussage von 

Dr. med. H._____ im Einvernahmeprotokoll vom 14. Januar 2016 S. 5 f.). 

Dementsprechend kann aber aus der Tatsache, dass die Gefässverlet-

- 16 -

zung der Kniekehlenarterie anlässlich der Operation vom 16. Mai 2012 

von den Ärzten nicht erkannt wurde − entgegen der beschwerdeführeri-

schen Auffassung − nicht auf eine unsorgfältige Vorgehensweise ge-

schlossen werden. 

e) Nicht relevant hinsichtlich der Frage nach einem allfälligen Behandlungs-

fehler im Sinne einer groben und ausserordentlichen Verwechslung oder 

Ungeschicklichkeit ist sodann die Tatsache, dass bei der Operation vom 

16. Mai 2012 die Osteotomie (Durchtrennung des Knochens) offenbar 

nicht auf Anhieb geklappt hat. Dr. med. H._____ führte anlässlich der 

Zeugeneinvernahme vom 14. Januar 2016 diesbezüglich aus, dass die 

Durchtrennung des Knochens sehr selten auf Anhieb genau schön gelin-

ge. In den meisten Fällen müsse − wie vorliegend − noch etwas nachge-

sägt oder mit einem Meissel noch etwas nachgeholfen werden (vgl. die 

entsprechende Zeugenaussage von Dr. med. H._____ im Einvernahme-

protokoll vom 14. Januar 2016 S. 7). Vor diesem Hintergrund ist es − ent-

gegen der beschwerdeführerischen Auffassung − denn auch nicht zu be-

anstanden, dass die nicht auf Anhieb erfolgreiche Durchtrennung des 

Knochens keinen Eingang in den Operationsbericht gefunden hat, zumal 

es sich beim Nachsägen beziehungsweise bei der Nachhilfe mit einem 

Meisel offensichtlich um ein übliches, standardmässiges Vorgehen han-

delt.

f) Nach dem vorstehend Gesagten erweist sich das Fazit der chirurgischen 

Beurteilung von Dr. med. C._____, Dr. med. D._____ und Dr. med. 

E._____ vom 21. Juli 2014, wonach dem Operationsbericht nichts zu ent-

nehmen sei, dass vom üblichen Vorgehen abgewichen worden sei und 

keine Verletzung der Sorgfaltspflicht zu erkennen sei, als schlüssig und 

nachvollziehbar. Im Gegenteil dokumentieren − wie die beschwerdegeg-

nerischen Versicherungsmediziner zu Recht festhalten − weite Passagen 

des Operationsberichts ein besonders sorgfältiges Vorgehen. Ebenfalls 

- 17 -

nachvollziehbar und schlüssig anhand der Erläuterungen zur Lage der 

Gefässe in Relation zum Knochen und den Literaturangaben (vgl. chirur-

gische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 14 f.) ist sodann, 

dass es keiner groben und ausserordentlichen Verwechslung oder Unge-

schicklichkeit bedarf, um die Arterie zu verletzen. Die beschwerdegegne-

rischen Versicherungsmediziner führen diesbezüglich aus, dass das Ver-

letzen der Kniekehlenarterie bei einer Tibiakopfumstellungsosteotomie ei-

ne seltene aber typische Komplikation sei. Die besondere Nähe zwischen 

Gefässnervenbündel, hier der Arterie, und dem mit der Säge zu durch-

trennenden Knochen erkläre, warum es keiner groben und ausserordent-

lichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit bedürfe, um die dem Kno-

chen eng benachbarte Arterie zu verletzen. Es handle sich nicht um eine 

Komplikation, mit der niemand rechne. Es läge kein Hinweis vor, dass die 

komplikationsbehaftete Operation nicht mit der notwendigen Sorgfalt 

durchgeführt worden sei. Ein Behandlungsfehler für die Operation selber 

sei nicht ausgewiesen (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 

[Bg-act. 87] S. 15). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerde-

antwort vom 31. März 2015 zu Recht ausführt, gelten diese Ausführungen 

auch bezüglich des Nervus peronaeus superficialis. Entgegen den be-

schwerdeführerischen Ausführungen in dessen Beschwerdeschrift vom 

10. März 2015 haben sich die beschwerdegegnerischen Versicherungs-

mediziner auch zum Nervus peronaeus superficialis geäussert und fest-

gehalten, dass anlässlich der Operation vom 16. Mai 2012 eine ischämi-

sche Neuropathie des Nervus peronaeus resultiert habe und von einer 

dauerhaften Schädigung der linken unteren Extremität auszugehen sei 

(vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 12). Zu-

dem sei das Verletzungsrisiko des Nervus peronaeus gemäss Statistik 

um ein Vielfaches höher als die Verletzung der Kniekehlenarterie (vgl. 

chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 15). Wenn es 

aber aufgrund der besonderen Nähe zwischen Gefässnervenbündel und 

dem zu durchtrennenden Knochen bereits keiner groben und ausseror-

- 18 -

dentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit bedarf, um die Kniekeh-

lenarterie zu verletzen, muss dies aufgrund des höheren Verletzungsrisi-

kos erst recht auch für den Nervus peronaeus gelten. Im Übrigen lässt 

sich auch aus der Tatsache, dass iatrogen verursachte Verletzungen der 

Kniekehlenarterien sehr selten beziehungsweise auch Verletzungen des 

Nervus peronaeus selten sind, noch kein Behandlungsfehler ableiten. 

Denn die Komplikationshäufigkeit ist nach der Rechtsprechung bei der zu 

beantwortenden Frage nach dem Vorliegen eines Unfalls wohl mitzu-

berücksichtigen, kann aber nicht alleiniges, ausschlaggebendes Kriterium 

zur Bejahung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren Faktors bilden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichtes 8C_283/2014 vom 2. September 2014 E.3.5). 

Schliesslich erweisen sich die Schlussfolgerungen der Versicherungsme-

diziner Dres. med. C._____, D._____ und E._____, wonach die akziden-

tielle Verletzung der Kniekehlenarterie bei der Tibiakopfosteotomie weder 

einen Behandlungsfehler darstelle noch das Kriterium einer groben und 

ausserordentlichen Verwechslung, mit der niemand rechne, erfülle (vgl. 

chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 16), auch an-

gesichts der Zeugeneinvernahmen vom 14. Januar 2016 als schlüssig 

und nachvollziehbar. Die chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 ist für 

die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der Vorakten 

(SUVA-Akten, medizinische Berichte, Röntgendossier) abgegeben. Die 

Beurteilung ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen der Versiche-

rungsmediziner sind begründet. Dementsprechend kommt der chirurgi-

schen Beurteilung vom 21. Juli 2014 voller Beweiswert zu. Im Sinne eines 

Zwischenfazits lässt sich nach dem vorstehend Gesagten somit festhal-

ten, dass es sich bei der anlässlich des operativen Eingriffs vom 16. Mai 

2012 iatrogen verursachten Schädigung der Kniekehlenarterie (und des 

Nervus peronaeus) weder um eine grobe und ausserordentliche Ver-

wechslung noch um eine grobe Ungeschicklichkeit, mit der niemand 

rechnet oder zu rechnen braucht, handelt. Folglich liegt − zumindest hin-

sichtlich der komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 − kein 

- 19 -

Unfall im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG vor (zur Kasuis-

tik bei schädigenden medizinischen Behandlung vgl. RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 33 - 35; LARGIER, a.a.O., S. 99 ff.). Bei 

diesem Zwischenergebnis sowie angesichts der übereinstimmenden Aus-

sagen der operierenden Ärzte Dr. med. H._____ und Dr. med. G._____ 

kann in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung (vgl. BGE 

134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d) auf die 

vom Beschwerdeführer in dessen Stellungnahme zu den Einvernahme-

protokollen vom 16. Februar 2016 abermals beantragte Einvernahme des 

Assistenzarztes cand. med. I._____ verzichtet werden, da von dessen 

Aussagen keine weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten 

sind. 

6. Zu prüfen bleibt, ob das unmittelbar an die komplikationsbehaftete Opera-

tion vom 16. Mai 2012 anschliessende Komplikationsmanagement den 

Unfallbegriff im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG erfüllt und 

dementsprechend eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus-

zulösen vermag. 

a) Hinsichtlich des Komplikationsmanagements sind sich die Parteien inso-

fern einig, als dieses fehlerhaft war. In der chirurgischen Beurteilung vom 

21. Juli 2014 halten Dr. med. C._____, Dr. med. D._____ und Dr. med. 

E._____ zusammenfassend denn auch fest, dass das Komplikationsma-

nagement die zu fordernde Sorgfalt vermissen lasse. Die postoperative 

Überwachung sei unzureichend gewesen und die erforderlichen Untersu-

chungen seien nicht zeitgerecht durchgeführt worden. Es müsse als Be-

handlungsfehler angesehen werden, dass die Gefässrekonstruktion trotz 

konkreter Hinweise auf eine Minderdurchblutung des Beins nicht inner-

halb von sechs Stunden, sondern erst rund elf Stunden nach der kompli-

kationsbehafteten Operation erfolgt sei. Das nicht Gewährleisten des die 

Ischämie beseitigenden gefässchirurgischen Eingriffs innerhalb eines 

- 20 -

Zeitraums von sechs Stunden stelle eine Verletzung der Sorgfaltspflicht 

dar. Zudem sei auch die wegen des Reperfusionssyndroms erforderliche 

Logenspaltung zu spät vorgenommen worden. Auch dies stelle einen Be-

handlungsfehler dar (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-

act. 87] S. 11 f. und 15 f.). Die Versicherungsmediziner verneinen indes 

das Vorliegen einer groben und aussergewöhnlichen Verletzung oder Un-

geschicklichkeit, mit der niemand rechnen müsse. Sie begründen dies 

damit, dass an der postoperativen Überwachung, der postoperativen Dia-

gnostik sowie den Revisionsoperationen Ärzte und Pflegekräfte mehrerer 

Abteilungen beteiligt gewesen seien. Ein zähes Zusammenspiel dieser 

Abteilungen, das zu einer derartigen, schädigenden zeitlichen Verzöge-

rung führe, stelle ein Organisationsversagen dar. Da der korrekte Ablauf 

vom Zusammenspiel vieler einzelner Akteure unterschiedlicher Bereiche 

des Spitals abhänge, sei dieses Misslingen der guten Zusammenarbeit 

nicht gleichzusetzen mit einer groben und ausserordentlichen Verwechs-

lung oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand rechnen müsse (vgl. chir-

urgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 15 f.). 

b) Dieser Beurteilung ist im Ergebnis zuzustimmen, auch wenn die Begrün-

dung nicht vollends zu überzeugen vermag. Vorliegend gilt es die Aussa-

gen der Zeugin Dr. med. G._____ zum Ablauf nach Beendigung der kom-

plikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 zu beachten, nachdem 

der Beschwerdeführer unter starken Schmerzen aufgewacht ist. Danach 

seien nach einem Untersuch des Beschwerdeführers die Differen-

zialdiagnosen Hämatom im Rückenbereich, Kompartmentsyndrom und 

Gefässverletzung gestellt worden. Nachdem der Beschwerdeführer vom 

Kreuzspital an den Hauptstandort verlegt und ein Kompartmentsyndrom 

aufgrund normaler Druckverhältnisse im Unterschenkel habe ausge-

schlossen werden können, habe entschieden werden müssen, ob zuerst 

eine Magnetresonanztomographie (MRI) zur Klärung der Rückenproble-

matik oder eine Angio-Computertomographie (Angio-CT) zur Feststellung 

- 21 -

einer allfälligen Gefässverletzung durchgeführt werden solle. Weil das 

MRI noch in Betrieb gewesen sei, was für diese Tageszeit aussergewöhn-

lich sei, habe man sich entschieden, zuerst eine MRI-Untersuchung 

durchzuführen. Die entsprechende Untersuchung habe ergeben, dass im 

Rückenbereich alles in Ordnung sei. Danach sei die Angio-CT durchge-

führt worden, wobei die Bilder aufgrund technischer Probleme nicht sofort 

einsehbar gewesen seien, was zu einer Zeitverzögerung geführt habe. 

Rückblickend betrachtet sei die MRI-Untersuchung eine Zeitverzögerung 

gewesen, weil die Gefässverletzung früher erkannt worden wäre, wenn 

zuerst die Angio-CT durchgeführt worden wäre. Es sei eine Abwägungs-

entscheidung gewesen, welche Untersuchung zuerst durchgeführt wer-

den solle. Ein Hämatom im Rückenbereich, welches einen Nerv abdrü-

cke, sei auch eine Notfallsituation und könne schwerwiegende Folgen ha-

ben. Deshalb sei zuerst die MRI-Untersuchung und erst danach die An-

gio-CT durchgeführt worden. Nach Feststellung der Gefässverletzung sei 

die Gefässchirurgie informiert worden, welche sich in der Folge nochmals 

mit dem Radiologen abgesprochen habe. Daraufhin sei nochmals eine 

Sonografie der Kniekehle zur genauen Darstellung gemacht worden, be-

vor dann die Operation angemeldet worden sei (vgl. die entsprechende 

Zeugenaussage von Dr. med. G._____ im Einvernahmeprotokoll vom 

14. Januar 2016 S. 7 f.).

c) Diese Schilderungen der Zeugin Dr. med. G._____ lassen die Beurteilung 

der beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, wonach das zähe 

Zusammenspiel der involvierten Abteilungen zwar ein Organisa-

tionsversagen darstelle, welches aber nicht gleichzusetzen sei mit einer 

groben und ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit, 

mit der niemand rechnen müsse, plausibler erscheinen. Wie die Zeugin 

Dr. med. G._____ glaubwürdig darstellt, standen nach der komplika-

tionsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 drei Differentialdiagnosen im 

Raum, welche in der Folge mittels Differentialdiagnostik voneinander ab-

- 22 -

gegrenzt beziehungsweise mittels Ausschlussdiagnostik eine nach der 

anderen ausgeschlossen werden musste, um zur eigentlichen Diagnose 

zu gelangen. Nachdem ein Kompartmentsyndrom aufgrund normaler 

Druckverhältnisse im Unterschenkel relativ schnell ausgeschlossen wur-

de, entschieden sich die nachbehandelnden Ärzte − wie gesehen −, zu-

erst eine MRI-Untersuchung durchzuführen, weil ein Hämatom im Rü-

ckenbereich, welches einen Nerv abdrücke, ebenfalls eine Notfallsituation 

darstelle und schwerwiegende Folgen haben könne. Das in der Folge 

durchgeführte MRI konnte die akute Beschwerdesymptomatik indes nicht 

erklären. Bezüglich der durchgeführten MRI-Untersuchung bemängeln die 

beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, dass diese vor der 

Duplexsonographie und der Angio-CT durchgeführt worden sei, weil auf-

grund des abgeschwächten Fusspulses nicht zu erwarten gewesen sei, 

dass das MRI die akute Beschwerdesymptomatik erklären könne (vgl. 

chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 10 f.). In der 

Folge wurde nach Durchführung einer Duplexsonographie, mit welcher 

kein Flusssignal über der Kniekehlenarterie nachgewiesen werden konn-

te, eine Angio-CT durchgeführt, anlässlich welcher die Gefässverletzung 

erkannt wurde. Rückblickend betrachtet wäre es − wie Dr. med. G._____ 

anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 14. Januar 2016 selber einge-

stand − sicherlich sinnvoller gewesen, vor der MRI-Untersuchung eine 

Angio-CT durchzuführen, weil dadurch die Gefässverletzung früher er-

kannt worden wäre und dementsprechend die Gefässrekonstruktion 

früher hätte vorgenommen werden können. Dies zumal es gemäss den 

beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner aufgrund des abge-

schwächten Fusspulses − wie gesehen − nicht zu erwarten gewesen sei, 

dass die MRI-Untersuchung die akute Beschwerdesymptomatik erklären 

könne. Des Weiteren bemängeln die beschwerdegegnerischen Versiche-

rungsmediziner, dass im unmittelbaren postoperativen Verlauf die Fuss-

pulse nur durch Tasten beurteilt wurden und im Bereich der Grosszehe 

des operierten Beins kein Sensor einer Pulsoxymetrie befestigt wurde, 

- 23 -

welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit angezeigt hätte, dass die Durchblu-

tungsverhältnisse nicht intakt waren, wodurch das Ischämiesyndrom 

früher erkannt worden wäre (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 

2014 [Bg-act. 87] S. 10). Schliesslich sei es auch unverständlich, dass die 

Logenspaltung (Kompartmentspaltung) nicht im unmittelbaren Anschluss 

an die Gefässrekonstruktion, sondern erst mit einer Verzögerung von 

rund drei Stunden, durchgeführt worden sei (vgl. chirurgische Beurteilung 

vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 11 f.). Dennoch haben die Versiche-

rungsmediziner das Vorliegen einer groben und aussergewöhnlichen Ver-

letzung oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand rechnen müsse, ver-

neint, da an der postoperativen Überwachung und Diagnostik sowie den 

Revisionsoperationen Ärzte und Pflegekräfte mehrerer Abteilungen betei-

ligt gewesen seien und ein zähes Zusammenspiel dieser Abteilungen 

zwar ein Organisationsversagen, nicht aber eine grobe und ausserordent-

liche Verwechslung oder Ungeschicklichkeit darstelle, mit der niemand 

rechnen müsse (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-

act. 87] S. 15 f.).

d) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass die involvierten Ärzte nach der komplikationsbehafteten Operation 

vom 16. Mai 2012 wohl nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt 

haben; dennoch weist das Komplikationsmanagement − wie gesehen − 

einige Fehler auf. Insbesondere muss die postoperative Überwachung als 

unzureichend qualifiziert werden und die erforderlichen Untersuchungen 

wurden nicht zeitgerecht durchgeführt. Die unzureichende Überwachung 

und die nicht zeitgerecht erfolgten Untersuchungen in der postoperativen 

Phase sind − zumindest teilweise − auf ein Verkennen der Situation 

zurückzuführen. Sie vermögen indes keine Haftung der Beschwerdegeg-

nerin zu erfüllen. Analog einer falschen Indikation kann die Fehlbeurtei-

lung der Schmerzen und Symptome nämlich nicht als aussergewöhnlich 

bezeichnet werden (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerich-

- 24 -

tes U 368 vom 16. November 1999 E.3c, 3d und 4; LARGIER, a.a.O., 

S. 118 f.). Da das fehlerhafte Komplikationsmanagement die von der 

Rechtsprechung gesetzte Schwelle der Ungewöhnlichkeit nicht über-

schreitet, fehlt es vorliegend am Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit. 

Folglich liegt aber auch hinsichtlich des fehlerhaften Komplikationsma-

nagements kein Unfall im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG 

vor.

7. a) Da weder der operative Eingriff vom 16. Mai 2012 selber noch das post-

operative, fehlerhafte Komplikationsmanagement die von der Rechtspre-

chung gesetzte Schwelle der Ungewöhnlichkeit überschreiten, fehlt es 

vorliegend am Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit, weshalb ein Unfall 

im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG und damit verbunden 

auch die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen ist. Da 

die Aktenlage ausreichend ist, um den medizinischen Sachverhalt beurtei-

len zu können und der chirurgischen Beurteilung der Versicherungsmedi-

ziner vom 21. Juli 2014 (Bg-act. 87), auf welche die Beschwerdegegnerin 

zu Recht abgestellt hat, voller Beweiswert zukommt, sind weitere medizi-

nische Abklärungen nicht angezeigt, da hiervon keine weiteren Erkennt-

nisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 134 I 140 

E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). Der angefochte-

ne Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015 erweist sich somit als 

rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung desselben und zur Ab-

weisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt, soweit darauf einzu-

treten ist (vgl. vorstehend E.1b). 

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der obsiegen-

- 25 -

den Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten 

zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]