# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d19d923-c0d8-54d4-883f-df4ed219ab6d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2018 F-3844/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3844-2018_2018-07-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3844/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Andreas Trommer, 

mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;  

Gerichtsschreiberin Della Batliner. 

   

Parteien 

 
A._______, geb. (…), Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 15. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

F-3844/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 8. Februar 2018 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] A1), 

dass sie im Rahmen der Befragung zur Person (nachfolgend: BzP) vom 

28. Februar 2018 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel – zu 

ihren familiären Verhältnissen befragt – angab, sie sei verwitwet und habe 

eine Tochter in der Schweiz, eine weitere in Äthiopien und einen Sohn in 

Eritrea, zwei weitere Söhne seien unbekannten Aufenthalts (SEM-

act. A5/5), 

dass sie – zum Reiseweg befragt – ausführte, sie sei am 14. Juli 2017 in 

Italien eingereist und habe sich dort während sieben Monaten bei Verwand-

ten aufgehalten, ohne staatlich registriert oder daktyloskopiert worden zu 

sein (SEM-act. A5/6), 

dass ihr rechtliches Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gewährt wurde 

(SEM-act. A5/8), 

dass die Beschwerdeführerin gegen eine allfällige Zuständigkeit Italiens 

einwendete, sie würde von diesem Staat bestimmt zurückgeschickt und 

könne dort nicht leben, 

dass sie zur Frage nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen angab, sie 

habe Probleme mit den Augen, ihre Galle sei operativ entfernt worden und 

manchmal leide sie unter Rückenschmerzen, 

dass das SEM gestützt auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) die italienischen Behörden am 

12. März 2018 um Informationen über die Beschwerdeführerin und ihren 

Aufenthalt in Italien bat (SEM-act. A10 f.), 

dass das SEM – nachdem die Anfrage unbeantwortet geblieben war – ge-

stützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO die italienischen Behörden am 3. Mai 

2018 um Aufnahme der Beschwerdeführerin ersuchte (SEM-act. A12 f.),  

F-3844/2018 

Seite 3 

dass die italienischen Behörden am 13. Juni 2018 gestützt auf Art. 12 

Abs. 2 Dublin-III-VO der Aufnahme der Beschwerdeführerin zustimmten 

(SEM-act. A15), 

dass das SEM mit Verfügung vom 15. Juni 2018 – eröffnet am 26. Juni 

2018 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an-

ordnete und die Beschwerdeführerin – unter Androhung von Zwangs- 

massnahmen im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-act. A17), 

dass das SEM in seiner Verfügung gleichzeitig auf die einer allfälligen Be-

schwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hinwies, 

die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 

an die Beschwerdeführerin anordnete und den Kanton Aargau mit dem 

Vollzug der Wegweisung beauftragte,  

dass die Beschwerdeführerin mit einer Eingabe vom 3. Juli 2018 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die Verfügung 

vom 15. Juni 2018 sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, das 

Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylge-

such für zuständig zu erklären,  

dass eventualiter die Verfügung vom 15. Juni 2018 aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei,  

dass die Beschwerdeführerin in verfahrensrechtlicher Hinsicht sinngemäss 

um Anordnung vorsorglicher Massnahmen (Aussetzung des Überstel-

lungsvollzugs), um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbei-

stands ihrer Wahl gemäss Art. 110a AsylG ersuchte (Akten des Bundesver-

waltungsgerichts [BVGer-act.] 1], 

dass die vorinstanzlichen Akten am 5. Juli 2018 beim Bundesverwaltungs-

gericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass der zuständige Instruktionsrichter gleichentags gestützt auf Art. 56 

VwVG den Vollzug der Überstellung mit superprovisorischer Verfügung 

einstweilen aussetzte (BVGer-act. 2),  

F-3844/2018 

Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das  

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

F-3844/2018 

Seite 5 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO),  

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.21 m.w.H), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Artikel 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), 

dass sich die Beschwerdeführerin vor ihrer Einreise in die Schweiz unbe-

strittenermassen in Italien aufgehalten hatte, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 3. Mai 2018 – und damit in-

nerhalb der Frist von drei Monaten seit Einreichung des Asylantrags – um 

Aufnahme der Beschwerdeführerin ersuchte (Art. 21 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

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dass die italienischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 13. Juni 

2018 – also innert der Frist von zwei Monaten seit Erhalt dieses Gesuchs 

– gestützt auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO zustimmten (Art. 22 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO), 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe hauptsächlich 

geltend macht, ihre Tochter in der Schweiz sei – entgegen der Auffassung 

der Vorinstanz – als Familienangehörige zu betrachten,  

dass nur diese als wichtige Bezugsperson in der Lage sei, sie zu unterstüt-

zen, wenn sie Hilfe brauche, 

dass sie – entgegen dem Protokoll aus der BzP – keine Verwandten in 

Italien habe, dort vielmehr bei Landsleuten untergekommen sei,  

dass sie bereits 66 Jahre alt sei und in Italien völlig auf sich allein gestellt 

wäre, 

dass es sich gemäss zentralem Migrationsinformationssystem (ZEMIS) bei 

der in der Schweiz lebenden Tochter der Beschwerdeführerin um eine im 

Jahr 2012 eingereiste, volljährige Frau handelt, deren Asylgesuch am 

6. Januar 2014 gutgeheissen und die als Flüchtling anerkannt wurde, 

dass zwar gemäss Art. 9 Dublin-III-VO derjenige Mitgliedstaat für die Prü-

fung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, in dem – unge-

achtet der Frage, ob die Familie bereits im Herkunftsland bestanden hat – 

ein Familienangehöriger (Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO) in seiner Eigenschaft 

als Begünstigter internationalen Schutzes aufenthaltsberechtigt ist, sofern 

die beteiligten Personen diesen Wunsch schriftlich kundtun, 

dass aber nur minderjährige Kinder als Familienangehörige im Sinne von 

Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelten, weshalb das Verhältnis zur in der 

Schweiz lebenden Tochter der Beschwerdeführerin nicht in den Anwen-

dungsbereich dieser Bestimmung fällt, 

dass die Beschwerdeführerin bereits aus diesem Grund aus Art. 9 Dublin-

III-VO nichts für sich ableiten kann und sich eine Prüfung der weiteren  

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufung auf diese Bestimmung er-

übrigt, 

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Seite 7 

dass zwar gestützt auf Art. 16 Dublin-III-VO eine Person, welche beispiels-

weise wegen hohen Alters auf die Unterstützung seines Kindes angewie-

sen ist, das sich rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhält, in der Regel 

nicht von diesem getrennt beziehungsweise mit diesem zusammen geführt 

wird, sofern die familiäre Bindung bereits im Herkunftsland bestanden hat, 

das Kind in der Lage ist, die abhängige Person zu unterstützen und die 

betroffenen Personen ihren Wunsch schriftlich kundgetan haben,  

dass die Beschwerdeführerin aber im vorinstanzlichen Verfahren weder im 

familiären noch im medizinischen Kontext ein Abhängigkeitsverhältnis gel-

tend machte und entsprechende neue Behauptungen im Beschwerdever-

fahren äusserst pauschal ausgefallen sind,  

dass die Beschwerdeführerin mit dem blossen Hinweis auf ihr tatsächliches 

Alter und darauf, dass ohne eine (nicht näher umrissene) Unterstützung 

durch die Tochter keine Zukunftsperspektiven beständen, keine Umstände 

dargetan hat, die auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis schliessen 

liessen,  

dass sich die Beschwerdeführerin demnach nicht erfolgreich auf Art. 16 

Dublin-III-VO berufen kann,  

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Italien wiesen systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

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Seite 8 

dass die Beschwerdeführerin kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, sie aufzunehmen 

und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln 

der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben 

oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass die Beschwerdeführerin – unter Berufung auf die bereits erwähnten 

persönlichen und familiären Umstände – die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,  

dass für einen solchen Selbsteintritt aber kein Anlass besteht, zumal – wie 

bereits erläutert – nicht von einem eigentlichen Abhängigkeitsverhältnis 

auszugehen ist und die blosse Tatsache der Verwandtschaft zu einer in der 

Schweiz aufenthaltsberechtigten Person nicht ausreicht, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

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Seite 9 

und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb der am 5. Juli 2018 angeordnete Vollzugsstopp dahinfällt,  

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass das Gesuch um amtliche Verbeiständung gemäss Art. 110a AsylG 

ebenfalls abzuweisen ist, da Art. 110a Abs. 2 AsylG Dublin-Verfahren vom 

Anwendungsbereich ausnimmt und die Voraussetzungen des Art. 65 

Abs. 2 VwVG mangels Notwendigkeit ebenfalls nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Andreas Trommer Della Batliner 

 

 

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