# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77245220-4cbe-570c-8383-2fb4444eaa82
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 23.08.2018 SK 2018 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-8_2018-08-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 8

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. August 2018 

Besetzung Oberrichterin Bratschi (Präsidentin), Oberrichter Aebi, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________

Strafklägerin 1

und

D.________

Strafklägerin 2

und

E.________
vertreten durch Rechtsanwalt F.________

Strafklägerin 3

Gegenstand Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, qualifizierte ein-
fache Körperverletzung, Drohung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 13.9.2017 (PEN 2017 73)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Einzelgericht) erkannte mit Urteil vom 13.9.2017 
Folgendes (pag. 737 ff.):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflichten, angeblich mehrfach begangen 
vom 13.01.2010 bis 12.09.2010 in H.________, z.N. D.________ und G.________

2. wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung, angeblich mehrfach begangen vom 
13.01.2010 bis 12.09.2010 in H.________, z.N. D.________ und G.________;

3. wegen Drohung, angeblich mehrfach begangen vom 13.01.2010 bis 12.09.2010 in H.________, 
z.N. C.________;

wird zufolge Verjährung eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, mehrfach begangen:

1.1. vom 13.09.2010 bis ________2013 in H.________, z.N. D.________;

1.2. vom 13.09.2010 bis 18.08.2014 in H.________, z.N. G.________;

2. der qualifizierten, einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen:

2.1. vom 13.09.2010 bis 02.11.2011 in H.________, z.N. D.________;

2.2. vom 13.09.2010 bis Ende 2012 in H.________, z.N. G.________;

3. der Drohung, mehrfach begangen: 

3.1. vom 19.05.2014 bis 18.08.2014, in H.________, z.N. E.________;

3.2. vom 13.09.2010 bis 18.08.2014, in H.________, z.N. C.________;

4. der Beschimpfung, mehrfach begangen vom 19.05.2014 bis 18.08.2014 in H.________, 
z.N. D.________;

und in Anwendung der Art. 
19 Abs. 2, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 123 Ziff. 2 al. 2, 177 Abs. 1, 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a, 219 StGB
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten.

3

Die Untersuchungshaft von 176 Tagen wird im Umfang von 176 Tagen und die stationäre Mass-
nahme im Rahmen der Ersatzmassnahmen von 104 Tagen im Umfang von 26 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Es wird eine ambulante therapeutische Behandlung mit engmaschigem Setting gemäss Gut-
achten vom 22.01.2015 des Forensisch Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern angeord-
net. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der Massnahme aufgeschoben.

Für die Dauer der ambulanten Behandlung wird gemäss Art. 63 Abs. 2 StGB Bewährungshilfe 
angeordnet.

Für die Dauer der ambulanten Behandlung wird A.________ als Weisung gemäss Art. 63 Abs. 2 
StGB untersagt, 

mit seinen Kindern E.________, geb. ________1989, D.________, geb. ________1995 und 
G.________, geb. ________1999, sowie seiner Ehefrau C.________, geb. ________1963, per-
sönlich, schriftlich, telefonisch, über elektronische Medien oder auf irgendeine andere Weise di-
rekt oder über Dritte Kontakt aufzunehmen (Kontaktverbot);

sich in einem Umkreis von weniger als 200m um das Domizil H.________ aufzuhalten (Rayon-
verbot).

3. Zu einer Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 360.00.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Staatsanwaltschaft von 
CHF 4‘525.00, Auslagen der Staatsanwaltschaft von CHF 6‘175.85 und Gebühren des Gerichts 
von CHF 3‘000.00, insgesamt bestimmt auf CHF 13‘700.85.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 12‘700.85.

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 55.35 200.00 CHF 11'070.00

CHF 410.80
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'480.80 CHF 918.45

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 12'399.25

volles Honorar 55.35 250.00 CHF 13'837.50
CHF 777.40

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 14'614.90 CHF 1'169.20
CHF 0.00

Total CHF 15'784.10

nachforderbarer Betrag CHF 3'384.85

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 12‘399.25. 

4

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 3‘384.85 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) ist nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 
19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

[…]

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 13.9.2017 meldete A.________ (nachfol-
gend der Beschuldigte), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, am 
15.9.2017 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 745).

Mit Berufungserklärung vom 17.1.2018 beschränkte Rechtsanwalt B.________ die 
Berufung auf die Schuldsprüche nach Ziff. II des erstinstanzlichen Dispositivs und 
die Sanktion nebst Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er beantragte, der Be-
schuldigte sei vom Vorwurf der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, 
der qualifizierten einfachen Körperverletzung, der Drohung sowie der Beschimp-
fung – alles angeblich mehrfach begangen – freizusprechen. Dem Beschuldigten 
sei für die ausgestandene Untersuchungshaft von 176 Tagen eine Genugtuung in 
der Höhe von CHF 35‘200.00 auszurichten. Die Verfahrenskosten seien durch den 
Kanton Bern zu tragen und die amtliche Entschädigung der Verteidigung des Be-
schuldigten sei für das vor- und oberinstanzliche Verfahren gemäss eingereichter 
bzw. noch einzureichender Honorarnote festzusetzen (pag. 810 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 26.1.2018 auf die 
Erklärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nichteintreten 
auf die Berufung geltend (pag. 819 f.). 

Mit Verfügung vom 21.3.2018 stellte die Verfahrensleitung fest, dass sich die Straf-
klägerinnen C.________ (Ehefrau des Beschuldigten), D.________ sowie 
E.________ (Töchter des Beschuldigten) innert Frist nicht zur Frage der An-
schlussberufung bzw. des Nichteintretens vernehmen liessen. Die Parteien wurden 
über die vorgesehenen Befragungen von C.________, D.________ sowie 
E.________, Letztere vertreten durch Rechtsanwalt F.________, des Beschuldig-
ten sowie des Zeugen G.________ (Sohn des Beschuldigten) in Kenntnis gesetzt. 
Der provisorische Verhandlungsplan wurde bekannt gegeben (pag. 834 ff.).

Mit Schreiben vom 13.8.2018 beantragte Rechtsanwalt F.________, auf eine Kon-
frontation seiner Klientin E.________ mit dem Beschuldigten sei zu verzichten und 
seine Klientin sei mit Ausnahme ihrer eigenen Einvernahme von der oberinstanzli-

5

chen Hauptverhandlung zu dispensieren (pag. 885). Diese Anträge wurden mit Ver-
fügung vom 15.8.2018 gutgeheissen (pag. 888 ff.).

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten der Verlaufsbericht über die 
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung vom 4.7.2018 (pag. 862 ff.), der 
aktuelle Strafregisterauszug vom 25.7.2018 (pag. 879), der Leumundsbericht inkl. 
Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse vom 12.7.2018 (pag. 871 ff.) sowie 
der aktualisierte Situationsbericht der Bewährungs- und Vollzugsdienste (BVD) 
vom 15.8.2018 (pag. 891 f.; pag. 896 f.) ediert. 

Nach telefonischer Vorankündigung vom 20.8.2018 (vgl. pag. 900 f.) reichten 
C.________, D.________ und G.________ kurz vor Verhandlungsbeginn am 
21.8.2018 ein Gesuch ein, mit welchem sie die Vermeidung der Konfrontation mit 
dem Beschuldigten beantragten. C.________ und D.________ ersuchten ferner 
um Dispensation von der oberinstanzlichen Verhandlung mit Ausnahme ihrer je-
weils eigenen Einvernahme (pag. 902). Die Anträge wurden in der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung vom 21.8.2018 gutgeheissen (pag. 904). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21.8.2018 erfolgten die 
Einvernahmen der Strafklägerinnen D.________ (pag. 913 ff.), E.________ 
(pag. 918 ff.) und C.________ (pag. 923 ff.), des Zeugen G.________ (pag. 906 ff.) 
und des Beschuldigten (pag. 929 ff.). Der Beschuldigte reichte ferner das Schrei-
ben von Rechtsanwältin I.________ betreffend das Scheidungsverfahren ein 
(pag. 942).

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ bestätigte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung die in der Berufungserklärung vom 17.1.2018 gestellten Anträge 
(pag. 935 f.). 

Staatsanwältin J.________ beantragte Folgendes (pag. 936 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) 
vom 13. September 2017 in Rechtskraft erwachsen ist soweit das Verfahren – ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheiden von Verfahrenskosten – eingestellt worden ist wegen 
Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, angeblich mehrfach begangen vom 13.01.2010 bis 
12.09.2010 in H.________, z.N. D.________ und G.________; wegen qualifizierter einfacher Körper-
verletzung, angeblich mehrfach begangen vom 13.01.2010 bis 12.09.2010 in H.________, z.N. 
D.________ und G.________; wegen Drohung, angeblich mehrfach begangen vom 13.01.2010 bis 
12.09.2010 in H.________, z.N. C.________.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, mehrfach begangen:

1.1. vom 13.09.2010 bis ________2013 in H.________, z.N. D.________;

1.2. vom 13.09.2010 bis 18.18.2014 [recte: 18.08.2014] in H.________, z.N. G.________;

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2. der qualifizierten, einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen:

2.1. vom 13.09.2010 bis 02.11.2011 in H.________, z.N. D.________;

2.2. vom 13.09.2010 bis Ende 2012 in H.________, z.N. G.________;

3. der Drohung, mehrfach begangen:

3.1. vom 19.05.2014 bis 18.08.2014 in H.________, z.N. E.________;

3.2. vom 13.09.2010 bis 18.08.2014 in H.________, z.N. C.________;

4. der Beschimpfung, mehrfach begangen vom 19.05.2014 bis 18.08.2014 in H.________, z.N. 
D.________.

III.

A.________ sei in Anwendung der Art. 19 Abs. 2, 47, 48a, 49 Abs.1, 51, 123 Ziff. 2 al. 2, 177 Abs. 1, 
180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a, 219 StGB; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 176 Tagen und der stationären Massnahme im Rahmen der Ersatzmassnahme 
von 104 Tagen im Umfang von 26 Tagen.

2. Zu einer ambulanten therapeutischen Behandlung mit engmaschigem Setting gemäss Gut-
achten vom 22.01.2015 des Forensisch Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zugunsten der Massnahme aufzuschieben

Für die Dauer der ambulanten Behandlung sei gemäss Art. 63 Abs. 2 StGB Bewährungshilfe 
anzuordnen. 

Weiter sei A.________ für die Dauer der ambulanten Behandlung als Weisung gemäss Art. 63 
Abs. 2 StGB ein Kontakt- und Rayonverbot gegenüber seiner Familie aufzuerlegen.

3. Zu einer Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 360.00;

4. Zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

Rechtsanwalt F.________ stellte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 21.8.2018 für E.________ keine konkreten Anträge, beantragte jedoch 
sinngemäss die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils vom 13.9.2017 (pag. 939 
f.).

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4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punk-
ten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). 
Mangels entsprechender Berufung sind die Einstellungen gemäss Ziff. I des erstin-
stanzlichen Urteils (pag. 738) in Rechtskraft erwachsen. 

Von der Kammer zu überprüfen sind damit die Schuldsprüche wegen Verletzung 
der Fürsorge- oder Erziehungspflicht zum Nachteil von D.________ und 
G.________, wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung zum Nachteil von 
D.________ und G.________, wegen Drohung zum Nachteil von E.________ und 
C.________ und wegen Beschimpfung zum Nachteil von D.________ – alles mehr-
fach begangen – sowie die Sanktion (Ziff. II des erstinstanzlichen Dispositivs, 
pag. 738 f.) inkl. Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. III des erstinstanzlichen 
Dispositivs, pag. 740) und die Verfügungen (Ziff. IV des erstinstanzlichen Disposi-
tivs, pag. 740). 

Die Kammer hat bei der Überprüfung des Urteils volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO). Sie ist infolge alleiniger Berufung durch den Beschuldigten an das Ver-
schlechterungsverbot (auch «Verbot der reformatio in peius» genannt) nach 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

5. Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 8.2.2017

Mit Verfügung vom 8.2.2017 stellte die Staatsanwaltschaft Region Oberland das 
Verfahren gegen den Beschuldigten in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 Bst. a und 
Bst. d StPO wie folgt ein (pag. 617 ff.):

Das Verfahren wegen sexueller und körperlicher Gewalt zum Nachteil von 
C.________ (Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, mehrfach begangen in der 
Zeit von ca. 2003 bis ca. August 2013; einfache Körperverletzung und Tätlichkei-
ten, mehrfach begangen bis 18.8.2014) wurde eingestellt, weil die Ehefrau die 
Vorwürfe gegen ihren Ehemann einzig in der nicht parteiöffentlichen Befragung 
vom 25.8.2014 beschrieben hatte. In den folgenden Einvernahmen erwähnte sie 
die entsprechenden Vorfälle nicht mehr bzw. gab an, keine Aussagen machen zu 
wollen. Weil keine weiteren Beweismittel vorhanden waren, wurde das Strafverfah-
ren eingestellt (pag. 619).

Die Einstellung des Verfahrens wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil 
von E.________ (mehrfach begangen bis 18.8.2014) erfolgte, weil die Tochter 
ausgeführt hatte, letztmals von ihrem Vater geschlagen worden zu sein, als sie in 
der 7. oder 8. Klasse gewesen sei. Die Delikte stammen folglich ca. aus dem Jahr 
2003 und waren bereits verjährt (pag. 619).

Die Verfahren wegen Beschimpfung (mehrfach begangen bis 18.5.2014 zum Nach-
teil von E.________) und Drohung (mehrfach begangen bis 18.5.2014 bzw. 
ca. April 2014 zum Nachteil von D.________ und G.________) wurden eingestellt, 
weil innert der dreimonatigen Frist nach Art. 30 des Schweizerischen Strafgesetz-

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buches (aStGB; SR 311.0; vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. 16 hiernach) keine 
Strafanträge gestellt worden waren (pag. 619 f.).

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift und vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 3.3.2017 vorgeworfen, sich der 
Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht zum Nachteil von D.________ und 
G.________, der qualifizierten einfachen Körperverletzung zum Nachteil von 
D.________ und G.________, der Drohung zum Nachteil von E.________ und 
C.________ sowie der Beschimpfung zum Nachteil von D.________, alles mehr-
fach begangen, schuldig gemacht zu haben (pag. 623 ff.).

Unter Berücksichtigung der Einstellungsverfügung gemäss Ziff. 5 hiervor sind durch 
die Kammer noch folgende Sachverhalte zu beurteilen:

1. Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht (Art. 219 StGB)

mehrfach vorsätzlich begangen

1.1. In der Zeit vom 13.01.2010 - 03.04.2013 in H.________, z.N. D.________, geb. ________1995

A.________ bedrohte seine Tochter D.________ und die übrigen Familienmitglieder ca. ein- bis 
viermal pro Monat mit dem Tod. Er sagte ihr, er schlitze sie auf oder schlage ihnen den Kopf ab. 
Er schlug sie und die übrigen Familienmitglieder ca. ein- bis viermal pro Monat ohne ersichtli-
chen Grund, z.B. einfach weil er wütend war, einen schlechten Tag hatte oder die Kinder zu laut 
waren, mit den Händen oder Gegenständen wie Gürtel, Kabel, Pantoffeln, Fliegenklatsche, Fe-
derballschläger oder ähnlichen Gegenständen aus dem Haushaltsbereich an die Arme und Bei-
ne. Dadurch erlitten diese Hämatome. Auch beschimpfte er die Familienmitglieder. Diese an-
dauernde und sich wiederholende Verhaltensweise mit Gewalt, Drohungen und Beschimpfun-
gen, was als eigentlicher Psychoterror zu bezeichnen ist, führte dazu, dass D.________ Angst 
vor ihrem Vater hatte. Sie machte sich zudem Sorgen um das Wohlergehen der restlichen Fami-
lienmitglieder, zog sich zurück und konnte, wenn der Vater anwesend war, nicht frei mit den üb-
rigen Familienmitgliedern kommunizieren. Ab einem bestimmen Moment sprach sie nicht mehr 
mit ihrem Vater. Damit gefährdete er ihre psychische und körperliche Gesundheit sowie die see-
lische Entwicklung. Bei seiner Handlungsweise nahm A.________ dies in Kauf.

Privatklägerin: D.________ (Zivilklage: unbestimmt)

1.2. In der Zeit vom 13.01.2010 - 18.08.2014 in H.________, z.N. G.________, geb. ________1999

A.________ bedrohte seinen Sohn G.________ und die übrigen Familienmitglieder ca. ein- bis 
viermal pro Monat mit dem Tod. Er schlug ihn und die übrigen Familienmitglieder ca. ein- bis 
viermal pro Monat ohne ersichtlichen Grund, z.B. einfach weil er wütend war, einen schlechten 
Tag hatte oder die Kinder zu laut waren, mit den Händen oder Gegenständen wie Gürtel, Kabel, 
Pantoffeln, Fliegenklatsche, Federballschläger oder ähnlichen Gegenständen aus dem Haus-
haltsbereich an die Arme und Beine. Dadurch erlitten diese Hämatome. Auch beschimpfte er die 
Familienmitglieder. Diese andauernde und sich wiederholende Verhaltensweise mit Gewalt, 
Drohungen und Beschimpfungen, was als eigentlicher Psychoterror zu bezeichnen ist, führte 
dazu, dass G.________ Angst vor seinem Vater hatte und sich um das Wohlergehen der restli-
chen Familienmitglieder sorgte. Damit gefährdete er seine psychische und körperliche Gesund-
heit sowie die seelische Entwicklung. Bei seiner Handlungsweise nahm A.________ dies in 
Kauf.

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2. qualifizierte vorsätzliche einfache Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 2 Al. 2 StGB)

mehrfach begangen

2.1. In der Zeit vom 13.01.2010 - 02.11.2011 in H.________, z.N. D.________, geb. ________1995

A.________ schlug seine unter seiner Obhut stehende Tochter D.________ ca. ein- bis viermal 
monatlich mit den Händen und Gegenständen wie Gürtel, Kabel, Pantoffeln, Fliegenklatsche 
Federballschläger oder ähnlichen Gegenständen aus dem Haushaltsbereich an die Arme oder 
Beine. Dadurch erlitt diese Blutergüsse.

Privatklägerin: D.________ (Zivilklage: unbestimmt)

2.2. In der Zeit vom 13.01.2010 - ca. Ende 2012 in H.________, z.N. G.________, 
geb. ________1999

A.________ schlug seinen unter seiner Obhut stehenden Sohn G.________ ca. ein- bis viermal 
monatlich mit den Händen und Gegenständen wie Gürtel, Kabel, Pantoffeln, Fliegenklatsche 
Federballschläger oder ähnlichen Gegenständen aus dem Haushaltsbereich an die Arme oder 
Beine. Dadurch erlitt dieser Blutergüsse.

3. Drohung (Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a StGB)

mehrfach begangen

3.1. In der Zeit vom 19.05.2014 - 18.08.2014 in H.________, z.N. E.________

A.________ bedrohte E.________ ca. ein- viermal pro Monat mit dem Tod. Er sagte ihr, er ma-
che Hackfleisch aus ihr oder schneide ihr den Kopf ab. Dadurch wurde diese in Angst und 
Schrecken versetzt.

Privatklägerin: E.________ (Zivilklage: unbestimmt)

3.2. In der Zeit vom 13.01.2010 - 18.08.2014 in H.________, z.N. C.________

A.________ bedrohte C.________ mit dem Tod. Dadurch wurde diese in Angst und Schrecken 
versetzt.

Privatklägerin: C.________ (Zivilklage: unbestimmt)

4. Beschimpfung

mehrfach begangen in der Zeit vom 19.05.2014 - 18.08.2014 in H.________, z.N. D.________

A.________ beschimpfte D.________ ca. einmal pro Monat als „Schlampe".

Privatkläger(in): D.________ (Zivilklage: unbestimmt)

Die Vorinstanz erachtete diese Sachverhalte nach Gegenüberstellung der subjekti-
ven Beweismittel als erstellt (pag. 768 ff., S. 16 ff. der Urteilsbegründung). 

7. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet die obgenannten Vorwürfe vollumfänglich. Er macht 
geltend, es handle sich um eine Intrige seiner Ehefrau, die ihn loswerden wolle. 
Seine Ehefrau habe die Kinder dazu gebracht, falsche Angaben zu machen. Es 
handle sich bei den Aussagen von C.________, D.________, E.________ und 
G.________ um Lügen.

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Unbestritten ist jedoch, dass am 2.8.2014 ein Vorfall zwischen dem Beschuldigten 
und K.________, dem damaligen Verlobten von L.________, stattfand, bei wel-
chem die Polizei avisiert wurde. Ferner wohnte der Beschuldigte nach Entlassung 
aus der Untersuchungshaft bzw. aus der fürsorgerischen Unterbringung bis zur 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13.9.2017 wieder bei seiner Familie bzw. 
bei C.________ und G.________.

8. Beweismittel

Der Kammer liegen die Aussagen des Beschuldigten (pag. 164 ff.; pag. 171 ff.; 
pag. 180 ff.; pag. 704 ff.; pag. 929 ff.), von D.________ (pag. 186 ff.; pag. 191 ff.; 
pag. 198 ff.; pag. 718 f.; pag. 913 ff.), von E.________ (pag. 209 ff.; pag. 216 ff.; 
pag. 716 f.; pag. 918 ff.), von C.________ (pag. 227 ff.; pag. 240 ff.; pag. 263 ff.; 
pag. 708 ff.; pag. 923 ff.), von L.________ (pag. 270 ff.) sowie von G.________ 
(pag. 278 ff.; pag. 713 f.; pag. 906 ff.) vor. Auf eine Zusammenfassung dieser Aus-
sagen wird verzichtet. Der Vollständigkeit halber werden vorliegend einzig die obe-
rinstanzlich erfolgten Einvernahmen zusammengefasst wiedergegeben (vgl. Aus-
führungen Ziff. 10 ff. hiernach). Im Übrigen wird nur soweit notwendig im Rahmen 
der Beweiswürdigung auf die konkreten Aussagen eingegangen. Soweit weiterge-
hend wird vollumfänglich auf die amtlichen Akten verwiesen. 

Des Weiteren befinden sich folgende Beweismittel in den Akten: der Verlaufsbe-
richt der Bewährungshilfe vom 19.5.2015 (pag. 126 ff.), der Anzeigerapport vom 
28.8.2014 (pag. 135 ff.), der Nachtrag vom 28.10.2014 (pag. 152 ff.), das Haus-
durchsuchungsprotokoll vom 28.8.2014 (pag. 288 ff.), die Unterlagen der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Oberland Ost inkl. fachpsychiatrischem 
Gutachten von Dr. med. M.________ vom 15.12.2014 (pag. 306 ff.), die Vorabstel-
lungnahme von Dr. med. N.________ vom 22.1.2015 (pag. 386 ff.), das forensisch-
psychiatrische Gutachten von Dr. med. N.________ vom 13.4.2015 (pag. 398 ff.), 
die IV-Akten des Beschuldigten (separates Mäppchen), der Verlaufsbericht von 
Dr. med. O.________ vom 26.5.2017 (pag. 679 ff.) und vom 4.7.2018 (pag. 862 ff.), 
die Situationsberichte der BVD (pag. 683 ff.; pag. 896  f.), die von D.________ ein-
gereichten Fotos (pag. 197) sowie die amtlichen Akten im Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zum Nachteil von 
C.________ (nachfolgend Vorakten). Auch hier wird auf die amtlichen Akten ver-
wiesen und nur soweit notwendig im Rahmen der Beweiswürdigung darauf einge-
gangen.

9. Vorfall vom 28.3.1999

Der Beschuldigte wurde mit Urteil der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kan-
tons Bern vom 3.8.2000 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, begangen am 
28.3.1999 in H.________ zum Nachteil von C.________ schuldig gesprochen und 
zu vier Jahren Zuchthaus und einer fünfjährigen Landesverweisung mit Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt (vgl. Vor-
akten pag. 739 ff.).

Gemäss Beweisergebnis dieses Urteils wachte der Beschuldigte am Morgen des 
28.3.1999 auf und schlug seine Frau, während diese das jüngste Kind 

11

(G.________) stillte. Als Begründung führte der Beschuldigte aus, er habe seine 
Ehefrau geschlagen, weil sie ihm keinen guten Morgen gewünscht und mit ihrer 
Verwandtschaft telefoniert habe. C.________ gab demgegenüber an, der Beschul-
digte habe sich an diesem Morgen aufgeregt, weil er nach dem vorabendlichen 
Ausgang mit seinem Bruder habe ausschlafen wollen und die Kinder zu laut gewe-
sen seien. Der Beschuldigte habe sie drei oder vier Mal mit der Faust auf den Kopf 
geschlagen (vgl. Vorakten pag. 745; pag. 777). Nach dieser Auseinandersetzung 
verliess der Beschuldigte gegen die Mittagszeit die Wohnung. C.________ schloss 
sich mit ihren Kindern im Schlafzimmer ein. Der Beschuldigte nahm den Woh-
nungsschlüssel und den Stecker des Telefons mit. Letzteres damit C.________ 
nicht mit ihrer Familie telefonieren konnte (vgl. Vorakten pag. 747; pag. 777). Als 
der Beschuldigte am Abend zurückkehrte, konnte er die Haustüre nicht öffnen. Erst 
nach mehrmaligem Läuten öffnete ihm C.________ die Türe. Sie schloss sich da-
nach wieder mit ihren Kindern im Schlafzimmer ein (vgl. Vorakten pag. 747). Der 
Beschuldigte bedrohte C.________ anlässlich eines Telefongesprächs mit deren 
Bruder (er forderte diesen auf, C.________ abzuholen, ansonsten werde er sie 
umbringen) sowie während er an die Schlafzimmertüre klopfte und forderte, sie sol-
le die Türe öffnen, mehrmals mit dem Tod (vgl. Vorakten pag. 747; pag. 757). 
Während der Beschuldigte mit seinem Schwager telefonierte, schlich sich 
C.________ mit ihren beiden älteren Kindern (L.________ und E.________) aus 
dem Haus. Um zu hören, was der Beschuldigte ihrem Bruder am Telefon sagte, 
liess sie die Wohnungstüre einen Spalt offen, woraufhin der Beschuldigte sie an ih-
rer Jacke packte und ins Wohnzimmer bzw. in die Küche zerrte. Daraufhin stach er 
mit einem Küchenmesser sieben Mal in das Gesicht, den Hals, den Rücken und die 
oberen Gliedmassen von C.________ ein (vgl. Vorakten pag. 747; pag. 757). Das 
Küchenmesser brach im Verlauf der Stecherei zwei Mal ab. Letztlich fiel es dem 
Beschuldigten aus der Hand bzw. er warf es nach sieben heftigen Stichen weg. 
Daraufhin ging der Beschuldigte mit Fäusten auf seine blutend am Boden liegende 
Ehefrau los. C.________ gelang schwerverletzt die Flucht (vgl. Vorakten pag. 759 
f.). 

Der Beschuldigte beging die Tat in Anwesenheit seiner beiden Kinder L.________ 
(zum Tatzeitpunkt 11 Jahre alt) und E.________ (zum Tatzeitpunkt 9 Jahre alt; vgl. 
Vorakten pag. 783). Es ist lediglich glücklichen Umständen zu verdanken, dass 
C.________ den fraglichen Vorfall überlebte (vgl. Vorakten pag. 769). Sie musste 
während fünf Tagen in Spitalpflege bleiben. Gemäss Urteil des Obergerichts waren 
keine bleibenden organischen Schäden zu erwarten, jedoch war damit zu rechnen, 
dass die Narben (u.a. im Gesicht) immer sichtbar bleiben werden (vgl. Vorakten 
pag. 783). 

Der Beschuldigte war von Anfang an geständig, schwächte die Tat jedoch im Ver-
lauf des Verfahrens immer mehr ab. Er schob die Schuld an der Tat bzw. der fragli-
chen Konfliktsituation vom 28.3.1999 seiner Frau zu. Seiner Ansicht nach verwei-
gerte sie sich ihm in ungerechtfertigter Weise sexuell, entfremdete ihm gegenüber 
die Kinder und sie habe ihn «kaputt» machen wollen bzw. ihn generell nicht mehr 
respektiert. Das Geschehene tat dem Beschuldigten zwar leid, er war jedoch der 
Überzeugung, dass es seine Ehefrau gewesen sei, die ihn soweit getrieben habe 
und er bei der Bemühung, sich Respekt zu verschaffen, «halt zu weit gegangen 

12

sei». Das Obergericht des Kantons Bern hielt in der Begründung des Urteils vom 
3.8.2000 ferner fest: «Dass beim Angeschuldigten eine innere Wandlung im Sinne 
einer grundlegenden Änderung seines Verhalten gegenüber der ganzen Familie er-
folgt wäre, konnte bislang nicht festgestellt werden. So lässt er zu, dass seine Ehe-
frau und die unmündigen Kinder völlig unzutreffende Schreiben einreichen, wonach 
sie alle Schuld auf sich nehmen resp. ihre Aussagen als falsch zurückziehen wol-
len» (vgl. Vorakten pag. 795). C.________ gab sich im Verlauf des Verfahrens fer-
ner die Schuld am Vorgefallenen. 

Nach der bedingten Entlassung des Beschuldigten aus der Haft am 31.12.2002 
lebte dieser wieder mit seiner Familie zusammen (vgl. Vorakten pag. 755; pag. 791 
f.). 

10. Zu den oberinstanzlichen Einvernahmen vom 21.8.2018

10.1 Aussagen von G.________ (pag. 906 ff.)

G.________ führte aus, er habe das letzte Mal bei der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung vom 13.9.2017 Kontakt mit seinem Vater gehabt. Einmal habe der Be-
schuldigte zudem versucht, ihn telefonisch zu kontaktieren. Aber er habe nicht rea-
giert, weil er nicht mit ihm habe sprechen wollen (pag. 906, Z. 27 ff.). Der Beschul-
digte habe nach dieser Verhandlung nicht mehr im H.________ gewohnt (pag. 907, 
Z. 5). Seine Schwestern E.________ und D.________ würden zum Beschuldigten 
auch keinen Kontakt mehr haben (pag. 907, Z. 8). L.________ habe zumindest te-
lefonisch immer noch Kontakt mit dem Beschuldigten (pag. 907, Z. 8 ff.). Seine 
Mutter habe Kontakt mit dem Beschuldigten gehabt. Sie habe ihn einmal telefo-
nisch kontaktiert und einmal sei sie nach P.________ gegangen. Sie habe mit dem 
Beschuldigten sprechen wollen, weil die Berufung keinen Sinn mache. Aber das sei 
beim Beschuldigten glaublich nicht angekommen (pag. 907, Z. 30 ff.). 

Die Beziehung zu seinem Vater bezeichnete G.________ als «recht schwierig» 
(pag. 908, Z. 3). In seiner Kindheit habe seine Mutter immer versucht, aus der Si-
tuation das Beste zu machen. Sein Vater sei zu Hause immer aggressiv und 
wütend gewesen. Der Beschuldigte sei schnell ausgerastet und habe seine Mutter, 
seine Geschwister und ihn geschlagen. Er habe keine normale Kindheit gehabt. Sie 
hätten immer aufpassen müssen, damit man den Beschuldigten nicht verärgert ha-
be. Seine Kindheit sei ein Leben voller Angst gewesen. Er habe sich immer in Acht 
nehmen müssen. Sie hätten nicht normal miteinander umgehen und Gespräche 
führen können (pag. 908, Z. 12 ff.). 

Er sei zwar noch zu jung gewesen, um sich zu erinnern, aber er wisse, dass sein 
Vater 1999 versucht habe, seine Mutter umzubringen. Der Beschuldige sei deshalb 
im Gefängnis gewesen. Das der eigene Vater versucht habe, die Mutter, die immer 
für ihn da gewesen sei, umzubringen, sei für ihn das Schlimmste gewesen 
(pag. 908, Z. 23 ff.). Die Morddrohungen von seinem Vater seien das Negativste 
gewesen, das ihn selbst betroffen habe. Der Beschuldigte habe gesagt, er werde 
ihn umbringen, wenn er schlafe und ihm den Kopf abschneiden; er werde alle um-
bringen. Das von seinem eigenen Vater zu hören, sei schlimm gewesen. Er habe 
versucht, seinen Vater zu akzeptieren und eine gute Beziehung zu ihm zu haben. 
Aber das sei schlichtweg nicht möglich gewesen (pag. 908, Z. 31 ff.). Positive Er-

13

lebnisse seien gewesen, wenn sein Vater nicht zu Hause gewesen sei – wenn sie 
in Frieden und Ruhe hätten leben können (pag. 908, Z. 39).

Der Beschuldigte habe D.________ und ihn geschlagen, wenn ihm irgendetwas 
nicht gepasst habe, wenn es nicht nach seinen Vorstellungen gegangen sei oder 
ihm jemand widersprochen habe (pag. 908, Z. 44 f.). Als er sechs oder sieben Jah-
re alt gewesen sei, habe er einmal auf der Terrasse mit einem Ball gespielt. Des-
wegen sei sein Vater aufgewacht und habe ihn verprügelt. Der Beschuldigte habe 
ihn auch geschlagen, wenn er zu seinem Vater gesagt habe, dass dieser seine 
Mutter nicht beschimpfen oder schlagen soll sowie wenn sein Vater verärgert nach 
Hause gekommen sei. Sein Vater habe einfach geschlagen, wenn etwas nicht gut 
gewesen sei oder der Vater Probleme mit sich selbst gehabt habe. Das habe der 
Beschuldigte dann jeweils an ihm oder den Geschwistern ausgelassen (pag. 909, 
Z. 1 ff.). Die Schläge hätten aufgehört, als er ca. 14 oder 15 Jahre alt gewesen sei. 
Vielleicht habe der Beschuldigte gewusst, dass er sich nun auch zur Wehr setzen 
könne. Zudem habe er immer versucht, sich so zu verhalten, dass er den Beschul-
digten nicht verärgere. Das habe nicht immer funktioniert. Sie seien auch oft aus 
Angst im Zimmer geblieben. Die Schläge hätten zwar aufgehört, die Angst sei aber 
immer noch da (pag. 909, Z. 11 ff.). Er leide noch heute unter seiner Kindheit – wie 
solle man nicht darunter leiden, nach allem was geschehen sei (pag. 909, Z. 23).

Das Kontaktverbot erachte er als sinnvoll. Als er einen Sprachaufenthalt in 
Q.________ gemacht habe, habe er sich täglich um seine Mutter gesorgt und drei 
Mal pro Tag mit ihr telefoniert, um sich zu versichern, dass nichts geschehen sei. 
Zwar sei sein Vater damals in Untersuchungshaft gewesen. Aber er habe dennoch 
immer Angst gehabt, dass der Vater nach Hause gehe und versuche, seine Mutter 
umzubringen. Denn der Beschuldigte sei der Meinung, es sei alles ihre Schuld 
(pag. 909, Z. 30 ff.). Er habe noch heute Angst. Er wisse nie, ob sein Vater Rache-
pläne schmiede. Aufgrund des Kontaktverbots wisse er, dass sein Vater zumindest 
nicht nach Hause gehen dürfe (pag. 909, Z. 45; pag. 910, Z. 1 ff.).

Auf Fragen von Rechtsanwalt B.________ erklärte G.________ zudem, er habe in 
seiner Kindheit versucht, Gespräche mit seinem Vater zu führen. So hätten sie 
über seine Arbeit oder die vielen neu gekauften Autos seines Vaters gesprochen 
(pag. 910, Z. 35 ff.). Seine Mutter habe den Beschuldigten nach der Entlassung 
aus der Klinik R.________ wieder zu Hause aufgenommen, weil es für sie nichts 
Wichtigeres als die Familie und einen guten Zusammenhalt gebe. Sie habe das 
nicht aus böser Absicht gemacht (pag. 911, Z. 3 ff.). Solange sich der Beschuldigte 
nicht ändere, werde das jedoch nicht gehen (pag. 911, Z. 10 ff.). Es hätten alle 
Familienmitglieder gewusst, dass der Beschuldigte wieder zu Hause gewohnt habe 
(pag. 911, Z. 18 ff.). Sie hätten der Polizei nichts gesagt, weil sie einerseits ge-
wusst hätten, dass es nicht funktioniere. Andererseits sei es ihr Vater, den man ir-
gendwie brauche. Seine Mutter habe es vorgezogen, dass der Beschuldigte wieder 
zu Hause sei (pag. 911, Z. 25 ff.). Er habe das nicht gemeldet, weil er nicht noch 
überflüssig Öl ins Feuer habe giessen wollen. Sie hätten immer versucht, einen gu-
ten Weg zu finden und hätten bereits genügend Probleme gehabt (pag. 911, Z. 32 
ff.).

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10.2 Aussagen von D.________ (pag. 913 ff.)

D.________ führte aus, sie habe ihren Vater das letzte Mal bei der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung gesehen. Der Vater sei draussen ein paar Meter neben ihr 
gestanden. Aber sie hätten nicht miteinander gesprochen (pag. 913, Z. 26 ff.). Sie 
spreche schon sehr lange nicht mehr mit ihrem Vater. Das letzte Mal habe sie 
ca. zwei Jahre vor August 2014 mit ihm gesprochen (pag. 913, Z. 36 f.). Der Be-
schuldigte habe nur noch Kontakt zu L.________ (pag. 913, Z. 40).

Das Negative ihrer Kindheit sei ihr Vater gewesen – das Positive ihre Mutter und ih-
re Geschwister. Wenn ihr Vater zu Hause gewesen sei, hätten sie keine schöne 
Kindheit gehabt (pag. 913, Z. 17 ff.). Ihr Vater sei aggressiv und gewalttätig gewe-
sen. Als Kind habe sie das nicht verstanden und habe einfach damit klarkommen 
müssen (pag. 914, Z. 22 ff.). Der Beschuldigte habe ihr, ihren Geschwister und ih-
rer Mutter gegenüber Gewalt angewandt (pag. 94, Z. 27 f.). Die Fotos von ihren 
Verletzungen auf pag. 197 habe sie im Jahr 2011 mit ihrem Handy gemacht 
(pag. 914, Z. 32 ff.). Der Beschuldigte habe ihr gesagt, er werde sie umbringen, er 
sei ihr überlegen und sie habe keine Macht (pag. 914, Z. 38 ff.). Sie habe von ih-
rem Vater weder Liebe, Geborgenheit noch Zuneigung erfahren (pag. 915, Z. 2 ff.). 
Ihr Vater habe sie als «Schlampe» betitelt, ohne das es einen Grund dafür gege-
ben habe (pag. 915, Z. 9 ff.).

Sie leide noch heute unter ihrer Kindheit. Sie müsse an sich arbeiten, um alles zu 
verarbeiten (pag. 915, Z. 16 ff.). Sie habe ein sehr tiefes Selbstwertgefühl, weil sie 
immer das Gefühl gehabt habe, nichts wert zu sein. Sie könne sich nicht gut öffnen 
und habe kein Vertrauen, weil sie ihrem Vater nie habe vertrauen können. Sie leide 
unter Angst – befürchte, dass ihr Vater plötzlich irgendwo sein und sie beobachten 
könnte. Sie wolle keinen Kontakt mehr zu ihm. Die Angst sei immer noch da 
(pag. 915, Z. 23 ff.). Das Kontaktverbot finde sie sinnvoll (pag. 915, Z. 38). 

Sie erwarte vom Strafverfahren, dass ihr Vater eine psychiatrische Behandlung er-
halte und sich von ihr fern halte. Sie könne nicht beurteilen, was am sinnvollsten für 
ihren Vater sei. Das müssten die Psychologen oder ein Psychiater sagen. Aber es 
solle ihm helfen, damit es ihm besser gehe (pag. 915, Z. 42 ff.).

10.3 Aussagen von E.________ (pag. 918 ff.).

E.________ schilderte, sie habe sich während ihrer Kindheit zurückziehen müssen, 
wenn ihr Vater explodiert sei. Sie sei viel im Zimmer gewesen. Ihre Kindheit sei 
«einfach dunkel» (pag. 918, Z. 32 f.). Die Beziehung zu ihrem Vater sei angespannt 
gewesen. Es habe Tage gegeben, die ruhiger gewesen seien. Dann habe sie ge-
dacht, es sei in Ordnung. Aber im Hinterkopf habe sie immer gedacht, dass es wi-
der eskalieren könne (pag. 918, Z. 36 ff.). Es habe nicht viel gebraucht, um ihren 
Vater aus der Fassung zu bringen. Manchmal sei es aus dem Nichts gekommen 
oder sie habe nicht gewusst warum (pag. 918, Z. 41 f.). Manchmal habe sie mit ih-
rer Schwester gespielt und dann habe der Beschuldigte sie geschlagen (pag. 918, 
Z. 41 f.; pag. 919, Z. 2). Ein negatives Ereignis sei immer wieder präsent bei ihr. 
Sie sei eines Tages in die Schule gegangen und habe auf dem Schulweg zurück-
geschaut. Ihr Vater habe ihre Mutter geschlagen und diese sei am Boden gelegen. 
Sie habe dennoch in die Schule gehen müssen. Die Traurigkeit und das Bild ihrer 

15

Mutter seien immer noch präsent. Auch die Nacht von 1999, der Kampf im Wohn-
zimmer und als ihr Vater ihre Mutter in die Küche gezogen habe, sei immer noch 
präsent (pag. 919, Z. 12 ff.). Positive Erinnerungen seien, wenn es mal ruhig gewe-
sen sei. Das sei meistens gewesen, wenn ihr Vater nicht zu Hause gewesen sei. 
Dann habe sie aus dem Zimmer gehen und durchatmen können (pag. 919, Z. 21 
f.). 

Sie habe im Frühling oder Winter 2014 das letzte Mal mit ihrem Vater Kontakt ge-
habt. Sie sei zu Besuch gewesen im H.________. Nach dem Vorfall von August 
2014 habe sie ihren Vater nie mehr gesehen (pag. 919, Z. 25 ff.). Zu ihrer Mutter 
habe sie Kontakt (pag. 919, Z. 30). Ihre Mutter habe Kontakt zum Beschuldigten 
gehabt. Sie habe mit ihm telefoniert. Das habe sie jedoch von der Polizei erfahren. 
Ihre Mutter habe ihr nicht sagen können, warum sie das gemacht habe (pag. 920, 
Z. 26 ff.).

Der Beschuldigte habe sie bedroht (pag. 919, Z. 33), auf eine «gruusige Art» 
(pag. 919, Z. 36). Er habe ihr gesagt, dass er sie oder ihre Mutter umbringen wer-
de. Sie habe immer Angst davor gehabt, dass er das machen werde. Sie habe 
nächtelang durch das Schlüsselloch in das Wohnzimmer geschaut, um zu schau-
en, dass er nichts mache. Er habe beschrieben, wie er sie umbringen wolle. So ha-
be er gesagt, er werde eine «Armee» kaufen. Sie wisse jedoch nicht genau, ob er 
damit eine Armee von Waffen oder Menschen gemeint habe. Sie kenne die Bedeu-
tung des albanischen Wortes «Armee» nicht genau (pag. 919, Z. 39 ff.).

Das Kontaktverbot erachte sie als sinnvoll, weil ihr Vater so keine Macht mehr aus-
üben könne. Er könne sie nicht eingrenzen und sie könne sich so frei bewegen. 
Das Kontaktverbot gebe ihr Schutz und Sicherheit – damit wisse sie, dass der Be-
schuldigte nicht zu ihrer Mutter oder ihren Geschwistern gehe (pag. 920, Z. 16 ff.). 

Vom Strafverfahren erwarte sie einerseits Einsicht ihres Vaters. Und andererseits 
erwarte sie, dass ihr Vater von ihr ferngehalten werde, damit er die Drohungen 
nicht wahrmachen könne. Jemand müsse ihrem Vater sagen, dass man das nicht 
mache. Er verhalte sich jetzt gut, damit er nicht ins Gefängnis müsse (pag. 920, 
Z. 32 ff.). Sie wolle Abstand und er dürfe nie mehr eine Waffe in die Finger nehmen 
(pag. 921, Z. 2 ff.). 

10.4 Aussagen von C.________ (pag. 923 ff.)

C.________ erklärte bei ihrer oberinstanzlichen Einvernahme, sie habe ein Gesuch 
um Konfrontationsvermeidung mit dem Beschuldigten gestellt, weil sie emotional 
sehr aufgewühlt sei. Sie habe nie erwartet, dass alles so weit kommen werde. Im-
mer wenn sie die Wahrheit sage, reagiere der Beschuldigte, als ob sie die Unwahr-
heit sage. Das verletze sie und daher habe sie das Gesuch gestellt (pag. 923, Z. 25 
ff.). Sie habe versucht, den Beschuldigten anzurufen. Aber er habe nicht geantwor-
tet. Sie sei daher im Januar oder Februar nach P.________ gegangen, um mit ihm 
zu sprechen. Sie habe versucht, den Beschuldigten von der Berufung abzuhalten. 
Aber er habe nicht gut reagiert (pag. 923, Z. 34 ff.). Sie habe ihn dann einmal noch 
per Zufall in S.________ gesehen, als sie L.________ besucht habe. Er habe sie 
aber nicht begrüsst und sie beschimpft (pag. 924, Z. 2 ff.). 

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Es sei falsch gewesen, den Beschuldigten immer zu decken. Er habe nie auf-
gehört, daher sei sie nun gezwungen, die Wahrheit zu sagen (pag. 924, Z. 21 ff.). 
Der Beschuldigte verstehe nicht, was richtig sei und was nicht. Immer wenn er nicht 
zu Hause gewesen sei, seien die Kinder fröhlich gewesen, hätten gelacht und ge-
spielt. Wenn er zurückgekommen sei, hätten sie sich versteckt. In Einzelfällen sei 
es auch gut gegangen, aber meistens leider nicht (pag. 924, Z. 29 ff.). Der Be-
schuldigte habe die Kinder und sie beschimpft und geschlagen. Sie hätten keinen 
Widerstand leisten dürfen (pag. 924, Z. 38 ff.). Der Beschuldigte habe sie bedroht. 
Wenn es ihm nicht gut gegangen sei, habe sie sich in Acht nehmen müssen. Er 
habe gesagt, er werde ihr den Kopf abschneiden und er werde nicht sterben ehe er 
200-300 Leute und sie umgebracht habe (pag. 926, Z. 8 ff.). 

Es sei ihr Wunsch, dass die Familie zusammenbleibe und sie habe immer noch 
Gefühle für ihren Mann (pag. 925, Z. 14 ff.). Sie könne sich keine Scheidung vor-
stellen, daher sei sie nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen. Der Beschuldigte 
wolle die Scheidung nur, weil er meine, so eine IV-Rente zu erhalten (pag. 925, 
Z. 35 ff.). Sie habe es nie über das Herz gebracht, einen Antrag für ein Kontaktver-
bot zu stellen. Das sei vom Gericht gekommen. Sie akzeptiere das jedoch 
(pag. 926, Z. 27 ff.). Sie habe nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt, das belaste 
sie. Er reagiere extrem, wenn sie die Wahrheit sage und er fühle sich im Recht, 
wenn sie seine Sachen vertusche (pag. 926, Z. 38 ff.). Sie erwarte nichts Gutes 
von diesem Strafverfahren bzw. vom Beschuldigten könne man nichts Gutes erwar-
ten. Er verhalte sich nun still, weil er Angst habe, dass man ihn des Landes verwei-
sen könnte (pag. 926, Z. 43 ff.). Ob er bestraft werde, überlasse sie dem Gericht 
(pag. 927, Z. 2 ff.). Sie habe sich nie vom Beschuldigten getrennt, weil er gedroht 
habe, ihre Familie auszulöschen, wenn sie ihm die Kinder wegnehme. Das sei ihr 
Dilemma (pag. 927, Z. 13 ff.).

10.5 Aussagen des Beschuldigten (pag. 929 ff.)

In seiner oberinstanzlichen Einvernahme erklärte der Beschuldigte, die Therapie 
bei Dr. O.________ bringe ihm sehr viel. Er spreche mit ihr über viele verschiedene 
Themen, u.a. über die Familie, die Zukunft, warum seine Frau ihn nicht in Ruhe 
lasse, bei ihm vorbeikomme und telefoniere (pag. 930, Z. 4 ff.). C.________ habe 
mehrmals versucht ihn telefonisch zu erreichen. Als Beleg dafür zeigte er der 
Kammer die Anrufliste auf seinem Handy. Dabei waren verschiedene unbekannte 
und anonyme Anrufe, vier Anrufe unter der Nummer ________ und ein entgange-
ner Videoanruf von C.________ zu sehen (pag. 930, Z. 25 ff.). Im Weiteren führte 
er aus, C.________ habe ihn am 16.12.2017 in P.________ aufgesucht. Sie habe 
gesagt, sie sehne sich nach ihm und sie habe ein Auto gekauft. Sie habe ihn 
zurückholen wollen. Er habe sie weggeschickt. Sie sei gegangen und mit zwei Au-
tos zurückgekommen. In einem Auto sei sie und im anderen ein Mann gewesen 
(pag. 930, Z. 37 ff.). Er habe deshalb eine Anzeige aufgeben wollen, aber das habe 
die Polizei nicht gewollt. Seine Ehefrau sei dann nochmals gekommen, aber er ha-
be vergessen, ein Foto zu machen. Er sei wieder zur Polizei gegangen und habe 
keine Anzeige machen dürfen (pag. 931, Z. 2 ff.).

Er habe Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil eingereicht, weil alles Lügen 
seien. Die Vorinstanz habe ihn nicht angehört und er wolle erzählen, was gewesen 

17

sei. Dafür würden weder fünf Minuten noch 24 Stunden ausreichen (pag. 932, Z. 9 
ff.). Er habe nichts gemacht. 1999 habe er die Strafe für seine Tat erhalten, das 
habe ihn geschmerzt. Nun habe seine Ehefrau behauptet, er habe sie zum Sex ge-
zwungen. Das sei aber nicht möglich, weil er nicht mehr potent sei. Er habe auch 
gegenüber seinen Kindern keine Gewalt angewandt. Als seine Kinder klein gewe-
sen seien, habe er sie nie berühren dürfen. Wenn er sie gehalten habe, habe seine 
Frau die Kinder gekniffen, dann hätten diese geweint. Sie seien ohne ihn gross 
geworden (pag. 932, Z. 34 ff.). Als E.________ und D.________ mit 14 Jahren hät-
ten ausgehen wollen, habe er gefragt, mit 14 Jahren? Aber es sei alles gelogen 
(pag. 932, Z. 37 ff.). Er habe seine Kinder nie geschlagen. Die Kinder seien von 
seiner Frau unterdrückt worden. Er selbst habe gar nie Kontakt zu seinen Kindern 
gehabt. Er habe sieben Tage die Woche, 350 Stunden pro Monat gearbeitet und 
für so etwas keine Zeit gehabt (pag. 933, Z. 12 ff.; pag. 933, Z. 19 f.; pag. 933, 
Z. 23 ff.; pag. 933, Z. 25 ff.). Seit seine Kinder in der 9. Klasse gewesen seien, ha-
be er absolut keinen Kontakt mehr zu ihnen gehabt (pag. 934, Z. 3 ff.). 

Die erste Priorität seiner Ehefrau sei, dass sich die Kinder gegen ihn stellen. Seine 
Ehefrau hasse sein Wissen, weil er mit den Kindern gesprochen habe und es für 
sie interessant gewesen sei. Seine Frau sei immer gegen ihn gewesen. Die zweite 
Priorität sei, dass sie ihn ins Gefängnis bringen wolle. Sie habe dafür sicherlich mit 
jemandem gesprochen. Seine Kinder seien nicht Schuld daran, sie hätten immer 
unter dem Druck der Ehefrau gelebt (pag. 933, Z. 35 ff.). Er wisse nicht, wie lange 
er noch lebe. Er sei krank und ihm gehe es schlecht. Er habe nur seine Gesundheit 
im Kopf (pag. 934, Z. 12 ff.).

11. Würdigung durch die Kammer

11.1 Vorbemerkungen zur Beweiswürdigung

Betreffend die theoretischen Ausführungen zur Beweiswürdigung und zur Aussa-
genanalyse kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 759 ff., S. 7 ff. der Urteilsbegründung).

11.2 Zur Entstehungsgeschichte der Aussagen

Gemäss Berichtsrapport vom 13.8.2014 (erstellt für die KESB Oberland) sei es am 
2.8.2014 zwischen dem Beschuldigten und K.________, dem damaligen Verlobten 
und heutigen Ehemann von L.________, zu einer Auseinandersetzung gekommen. 
Um 18.35 Uhr habe sich C.________ telefonisch bei der Einsatzzentrale gemeldet, 
wonach ein Streit im Gange sei und ihr Ehemann ein Messer in der Hand habe. 
Daraufhin sei eine Patrouille ausgerückt und habe den Beschuldigten im Treppen-
haus des Domizils angetroffen. Er habe angegeben, es habe keinen Streit und kein 
Messer gegeben. Ebenfalls am Domizil angetroffen worden, seien L.________ und 
K.________. Diese hätten angegeben, es sei zu einem verbalen Streit zwischen 
dem Beschuldigten und K.________ gekommen. Nach einigen Wortwechseln habe 
der Beschuldigte in der Küche ein Messer behändigt und dieses in den Händen 
gehalten. Zu einer Bedrohung sei es nie gekommen. C.________ habe eine 
Angstattacke gehabt, weil sie vor 15 Jahren von ihrem Ehemann mit einem Messer 
verletzt worden sei. Daher habe sie die Polizei alarmiert. Am 13.8.2014 habe sich 
D.________ erneut bei der Polizei gemeldet und angegeben, in Absprache mit ih-

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rer Mutter seien sie nun bereit, den Beschuldigten anzuzeigen (pag. 324 f.; betref-
fend den Vorfall vom 2.8.2014 wurde allerdings nie eine Strafuntersuchung eröff-
net).

In den darauf folgenden Einvernahmen führte D.________ aus, der Vorfall vom 
2.8.2014 habe sie dazu gebracht, den Beschuldigten anzuzeigen. Sie sei an die-
sem Tag nicht zu Hause gewesen. Ihre Mutter C.________ habe ihr jedoch davon 
erzählt. Der Beschuldigte habe in seinem Zimmer einen Safe. Niemand wisse, was 
darin sei. Er sei aus dem Zimmer gekommen und habe ein Messer in der Hand ge-
habt. C.________ habe den Beschuldigten gefragt, was er damit wolle. Der Be-
schuldigte habe geantwortet, er wolle den Freund von L.________ nicht mehr se-
hen und umbringen. Er sei nach draussen gegangen und mit dem Messer auf 
K.________ zugegangen. L.________ und K.________ hätten daraufhin die Flucht 
ergriffen. Kurz darauf sei die Polizei gekommen (pag. 189, Z. 154 ff.; vgl. auch 
pag. 204, Z. 213 ff.). D.________ gab an, es sei ihr eigener Entscheid gewesen, 
zur Polizei zu gehen (pag. 201, Z. 100 ff.) bzw. eine Freundin, deren Vater Polizist 
sei, habe ihr dazu geraten (pag. 201, Z. 112 ff.). Seit diesem Vorfall habe sie gros-
se Angst, dass wieder etwas passieren könne. Der Beschuldigte habe ihre Mutter 
bereits einmal massiv mit einem Messer verletzt und wenn er jetzt wieder so weit 
sei und ein Messer nehme, wisse man nicht, ob «noch etwas» passieren werde 
(pag. 189, Z. 169 ff.; vgl. auch pag. 718, Z. 25 ff.).

E.________ erwähnte den Vorfall vom 2.8.2014 ebenfalls. Sie gab an, ihr Vater sei 
jederzeit fähig, etwas zu machen. Er sei unberechenbar, gerade weil im Jahr 1999 
bereits etwas passiert sei. Nun habe er am 2.8.2014 wieder ein Messer bei sich 
gehabt und gedroht, jemanden umzubringen (pag. 215, Z. 274 ff.). Auf Frage, war-
um sie nicht früher zur Polizei gegangen sei, erklärte E.________, sie habe immer 
Angst und Schamgefühle gehabt. Der Vorfall vom 2.8.2014 sei der Auslöser für ihre 
Anzeige gewesen. So gehe es nicht mehr weiter (pag. 219, Z. 113 ff.). Sie sei am 
fraglichen Tag nicht zu Hause gewesen. Sie wisse nur, dass der Beschuldigte ein 
Messer gehabt und herausgezogen habe. Er habe dieses aus dem Tresor im 
Schlafzimmer genommen (pag. 222, Z. 217 ff.).

Auch C.________ erwähnte bei ihren Einvernahmen den Vorfall vom 2.8.2014. Sie 
habe damals wirklich das Gefühl gehabt, der Beschuldigte werde seine Drohungen 
in die Tat umsetzen (pag. 230, Z. 150 f.). L.________ habe ihren Freund 
K.________ nach Hause gebracht. Nach einem Monat habe sich der Beschuldigte 
jedoch gestört, dass K.________ zusammen mit L.________ bei ihnen im Studio 
wohne. Er habe ihm verboten, kurze Hosen zu tragen und mit der Familie zu spre-
chen. Der Beschuldigte habe K.________ jeden Tag kritisiert. Am 2.8.2014 habe 
K.________ zu L.________ gesagt, sie solle nicht so viel rauchen. Der Beschuldig-
te habe in dieser Aussage eine Beschimpfung gegenüber seiner Tochter gesehen. 
Etwas später sei er ausser sich vor Wut in die Wohnung gekommen und habe ge-
sagt, er wolle K.________ aufschlitzen. Er sei wieder in den Garten gegangen und 
habe K.________ mit dem Messer bedroht. Sie habe die Polizei alarmiert. 
K.________ habe fliehen können (pag. 235 f., Z. 407 ff.; vgl. auch pag. 254, Z. 505 
ff.). Sie hätten zuvor nichts gesagt, weil der Beschuldigte so dominant gewesen sei 
und sie Angst vor ihm gehabt hätten (pag. 236, Z. 429 ff.). Am 2.8.2014 sei das 

19

passiert, was nicht habe passieren dürfen (pag. 246, Z. 214 f.). Bis dahin habe sie 
alles aushalten können (pag. 246, Z. 214; pag. 254, Z. 513). Aber danach habe sie 
gedacht, es sei nicht mehr auszuhalten, weshalb sie die Polizei gerufen habe 
(pag. 254, Z. 514 f.).

G.________ erklärte, er habe ebenfalls vom Vorfall vom 2.8.2014 erfahren. Auch er 
sei an diesem Tag nicht zu Hause gewesen. Seine Mutter habe ihm am Abend er-
zählt, dass die Polizei da gewesen sei, weil der Beschuldigte versucht habe, 
K.________ umzubringen. Es habe Streit zwischen dem Beschuldigten und 
K.________ gegeben. Daraufhin habe der Beschuldigte aus seinem Tresor ein 
langes Messer genommen und sei wieder nach unten gegangen, weil er 
K.________ habe umbringen wollen. K.________ habe jedoch davonlaufen können 
(pag. 282, Z. 188 ff.).

Sogar L.________ bestätigte den Vorfall vom 2.8.2014 gegenüber der Polizei (pag. 
272 ff.; vgl. nachfolgende Ausführungen).

Alle Familienmitglieder des Beschuldigten sprachen folglich von einem Vorfall vom 
2.8.2018, bei welchem offensichtlich die Polizei avisiert wurde. Sie beschrieben 
übereinstimmend, wie der Beschuldigte ein Messer in der Hand gehalten habe. Es 
gab mithin einen nachvollziehbaren Grund, weshalb sich C.________ und ihre Kin-
der entschieden, sich an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden. Zwar waren 
weder D.________, E.________ noch G.________ bei diesem Vorfall anwesend. 
Sie wurden durch C.________ und zumindest E.________ auch von Nachbarn 
(pag. 222, Z. 217 f.) darüber informiert. Es ist daher zumindest theoretisch möglich, 
dass eine Beeinflussung der Kinder durch C.________ erfolgte. Allerdings bestätig-
te selbst L.________, die in ihrer Einvernahme vom 4.9.2014 physische Gewalt ih-
res Vaters – im Gegensatz zu ihren Geschwistern – weitestgehend bestritt, den 
Vorfall vom 2.8.2014 zwischen dem Beschuldigten und K.________. Sie schilderte, 
der Beschuldigte, K.________ und sie seien am 2.8.2014 auf der Terrasse geses-
sen. Dann habe es Streit zwischen dem Beschuldigten und K.________ gegeben 
und sie seien ins Studio gegangen. Der Beschuldigte sei weggegangen. Sie habe 
das Gefühl gehabt, er werde ein Messer holen, daher sei sie mit K.________ hin-
ausgegangen. Der Beschuldigte sei wiedergekommen und habe am Hosenbund 
ein Messer gehabt. Er habe gesagt, sie sollten herkommen, aber sie hätten Ab-
stand gehalten. Ihre Mutter sei auf dem Balkon gestanden und L.________ habe 
ihr zugerufen, sie solle aufpassen, der Beschuldigte habe ein Messer. Der Be-
schuldigte sei dann ebenfalls auf den Balkon gegangen und sie hätten sich ent-
fernt. Der Beschuldigte habe sie daraufhin bedroht, er werde sie umbringen 
(pag. 271, Z. 29 ff.).

Die Verteidigung sprach gestützt auf diese Aussagen zu Recht davon, der Vorfall 
vom 2.8.2014 habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Dies ist vor dem Hinter-
grund des Vorfalls aus dem Jahr 1999 (vgl. Ausführungen Ziff. 9 hiervor) mehr als 
nachvollziehbar. Die Strafklägerinnen und G.________ beschrieben immer wieder 
die Angst, welche sie vor dem Beschuldigten hatten. E.________, D.________ und 
G.________ schilderten diese Angst bemerkenswert deutlich und individuell, kom-
biniert mit eindrücklichen persönlichen Erinnerungen. G.________ betonte immer 
wieder, wie er vor seinem Vater Angst gehabt habe (pag. 279, Z. 34; pag. 280, 

20

Z. 44 f.; pag. 283, Z. 238; pag. 713, Z. 38 f.; pag. 714, Z. 3 f.; pag. 714, Z. 13 ff.; 
pag. 908, Z. 17 f.). Er sprach davon, wie sie oft im Zimmer gewesen seien, weil sie 
Angst vom Beschuldigten gehabt hätten (pag. 909, Z. 18 f.). Als er einen Sprach-
aufenthalt in Q.________ gemacht habe und sein Vater in Untersuchungshaft ge-
wesen sei, habe er täglich Angst gehabt, der Beschuldigte könnte entlassen wer-
den und seiner Mutter etwas antun (pag. 909, Z. 30 ff.). Ferner habe es auch mit 
Angst zu tun gehabt, dass er sich nicht als Privatkläger im Verfahren habe beteili-
gen wollen. Er habe seinem Vater keinen Grund geben wollen, etwas gegen ihn zu 
haben. Als Zeuge müsse er einfach nur die Fragen beantworten, die das Gericht 
ihm stelle (pag. 714, Z. 28 ff. – wobei er kurz zuvor angab, es habe dafür keinen 
speziellen Grund gegeben, pag. 713, Z. 42). Auch D.________ sprach immer wie-
der von ihrer Angst (zum Teil von Todesangst) vor dem Beschuldigten (pag. 188, 
Z. 77 f.; pag. 189, Z. 169; pag. 194, Z. 147; pag. 195, Z. 216; pag. 200, Z. 91 f.; 
pag. 201, Z. 93 f.; pag. 203, Z. 173; pag. 719, Z. 22). Sie hoffte, er werde nichts 
davon erfahren, dass sie zur Polizei gegangen sei (pag. 188, Z. 77 f.; pag. 189, 
Z. 148 f.). Auch sie erzählte stimmig, wie sie in S.________ so schnell wie möglich 
irgendwo anders hinlaufe, wenn sie auf ihren Vater treffe und die Bars und Restau-
rants meide, in welchen er sich oft befinde (pag. 194, Z. 159 ff.). Besonders ein-
drücklich schilderte sie ferner: «Es ist das schlimmste Gefühl das ich kenne, nicht 
zu wissen, ob er etwas macht oder was er macht. Ich weiss nicht, ob er meiner 
Mutter, meinem Bruder oder sonst jemandem von der Familie etwas antut. Das ist 
kaum zum Aushalten, ich möchte dann jeweils am liebsten selber sterben oder ein-
fach nicht mehr auf dieser Welt sein» (pag. 718, Z. 29 ff.). Wenn sie zu Hause sei, 
räume sie alle Messer weg, damit er keines nehmen könne (pag. 189, Z. 173). Sie 
habe immer noch Angst, dass ihr Vater plötzlich irgendwo auftauchen könnte 
(pag. 915, Z. 27 ff.). Auch E.________ schilderte wiederholt, wie sie nächtelang 
aus dem Schlüsselloch geschaut habe, um zu kontrollieren, ob ihr Vater wieder et-
was mache (pag. 213, Z. 202 ff.; pag. 919, Z. 40 ff.). Sie betonte mehrfach ihre – 
immer noch vorhandenen – Ängste gegenüber ihrem Vater (pag. 213, Z. 206 ff.; 
pag. 214, Z. 263 f.; pag. 218, Z. 92; pag. 219, Z. 96 f.; pag. 219, Z. 113 ff.; 
pag. 221, Z. 176; pag. 717, Z. 6). Die Angst sei wie eine Lähmung (pag. 221, 
Z. 176). Einmal habe auch sie alle Messer im Haushalt versteckt und nur noch ei-
nes dagelassen, um zu kochen. Sie habe Angst gehabt, er werde wieder etwas mit 
den Messern machen (pag. 212, Z. 155 f.). Selbst L.________ schilderte, am 
2.8.2014 von ihrem Vater Angst gehabt zu haben (pag. 273, Z. 96). Die Angst war 
in der Familie des Beschuldigten folglich immer wieder ein zentrales Thema. 

Nach dem Gesagten schliesst die Kammer aus, dass die von E.________, 
D.________ und G.________ geschilderte Angst durch C.________ infiltriert wur-
de. Die Ängste wurden von G.________, E.________ und D.________ derart ein-
drücklich, individuell und mit markanten Details beschrieben, dass die Kammer 
nicht an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zweifelt. Dies gilt umso mehr, als 
C.________ immer wieder betonte, sie wolle trotz allem mit dem Beschuldigten zu-
sammen sein. Selbst bei der oberinstanzlichen Einvernahme kam für sie eine 
Scheidung nach wie vor nicht in Frage (pag. 925, Z. 35 ff.) und ihr grösster Wunsch 
ist, dass die Familie nicht auseinanderbricht (pag. 925, Z. 14 ff., insbesondere Z. 15 
f.). 

21

Das Ereignis von 1999 ist in der Familie des Beschuldigten immer noch sehr prä-
sent. Dies erstaunt in Anbetracht der Heftigkeit dieses Vorfalls nicht. E.________ 
kann sich aufgrund ihres Alters an den Vorfall vom 28.3.1999 erinnern. Dies 
bestätigte sie auch bei ihrer oberinstanzlichen Einvernahme, als sie vom Kampf im 
Wohnzimmer sprach und wie ihr Vater ihre Mutter in die Küche gezerrt habe 
(pag. 919, Z. 16 ff.). Für G.________ sei es das Schlimmste in seiner Kindheit ge-
wesen, zu wissen, dass sein Vater versucht habe, seine Mutter umzubringen 
(pag. 908, Z. 23 ff.). Dies ist durchaus verständlich, auch wenn er keine eigenen 
Erinnerungen an den Vorfall hat. Immerhin befand sich sein Vater mehrere Jahre 
im Gefängnis, seine Mutter trug Narben davon und seine zwei ältesten Schwestern 
waren beim Vorfall anwesend. Es ist natürlich, dass ein derart einschneidendes Er-
eignis immer wieder Thema war. Aufgrund dieser familiären Vorgeschichte und 
dem Umstand, dass der Beschuldigte seinen Familienmitgliedern wiederholt ge-
droht hatte, sie – ausgerechnet mit einem Messer – umzubringen, ist nachvollzieh-
bar, dass die Strafklägerinnen und G.________ den Vorfall vom 2.8.2014 ernst 
nahmen und sie sich schliesslich an die Polizei wandten. Eine Intrige gegenüber 
dem Beschuldigten entbehrt jeglicher Grundlage. Insbesondere könnte man sich 
fragen, warum die Strafklägerinnen und G.________ derart lange mit einer Anzeige 
zugewartet hätten, wenn es der Plan von C.________ gewesen wäre, den Be-
schuldigten loszuwerden. Vielmehr ist es geradezu opfertypisch, sich nicht umge-
hend, sondern erst nach reiflicher Überlegung an die Polizei zu wenden.

Den Aussagen von C.________ und deren Kindern ist im Weiteren zu entnehmen, 
dass diese den Beschuldigten nicht leichtfertig belasten. D.________ führte immer 
wieder aus, sie wolle nicht, dass ihr Vater einfach weggesperrt werde. Sie glaube, 
er sei psychisch krank (pag. 186, Z. 21 f.; pag. 205, Z. 261) und brauche Hilfe 
(pag. 206, Z. 312 ff.; pag. 719, Z. 3 ff.). Sie gab offen zu Protokoll, sie wolle einfach 
nur, dass der Beschuldigte weg von ihrer Familie sei und sie in Ruhe lasse 
(pag. 195, Z. 197 ff.). Von psychischen Problemen seines Vaters sprach auch 
G.________ (pag. 283, Z. 235 ff.). E.________ erklärte ebenfalls, ihr Vater sei 
krankhaft. Es sei ein Schutz für ihn, wenn er im Gefängnis sei, damit er sich nichts 
antun könne (pag. 219, Z. 100 ff.). Der Beschuldigte sei (psychisch) krank 
(pag. 221, Z. 205 f.; pag. 222, Z. 242; pag. 225, Z. 350 ff.). Sie würden ihn nicht 
einfach weghaben wollen – es sei einfach wegen den Drohungen und des Terrors, 
den er mache (pag. 224, Z. 316 f.; vgl. auch pag. 717, Z. 4 ff.). Er müsse nicht im 
Gefängnis sein, sondern brauche einfach Hilfe (pag. 219, Z. 109; pag. 225, Z. 351 
f.). Auch C.________ betonte wiederholt, der Beschuldigte sei krank (pag. 233, 
Z. 300; pag. 257, Z. 644) und sie wünsche sich Hilfe für ihn (pag. 233, Z. 310 ff.). 
Zudem gab sie im Verlauf des Verfahrens deutlich zur Kenntnis, sich nicht vom Be-
schuldigten trennen zu wollen (pag. 246, Z. 203; pag. 256, Z. 580 f.; pag. 268, 
Z. 191 ff.; pag. 269, Z. 198 f.; pag. 710, Z. 40 f.). Sie wolle nicht, dass die Familie 
auseinander gehe (pag. 246, Z. 205 f.; pag. 253, Z. 477 ff.). Selbst bei der oberin-
stanzlichen Einvernahme erklärte sie, eine Scheidung sei nicht in ihrem Sinne 
(pag. 925, Z. 37 f.). Dennoch sei es schwierig für sie, mit dem Beschuldigten zu-
sammenzuleben, weil er ihr die Schuld an allem gebe (pag. 708, Z. 35 ff.; pag. 710, 
Z. 9 ff.; pag. 710, Z. 26). C.________ schwächte ihre Aussagen mit zunehmender 
Dauer des Verfahrens ferner ab und gab sich teilweise selbst die Schuld an den 

22

Auseinandersetzungen mit dem Beschuldigten (vgl. nachfolgende Ausführungen). 
Dies hätte sie kaum getan, wäre es ihr nur darum gegangen, den Beschuldigten ins 
Gefängnis zu bringen. Zudem war der Loyalitätskonflikt bei C.________ während 
der oberinstanzlichen Befragung für die Kammermitglieder immer wieder spürbar. 
Es fiel ihr offenkundig schwer, gegen den Beschuldigten auszusagen. 

Nach dem Gesagten steht für die Kammer fest, dass C.________ ihre Kinder nicht 
manipulierte, damit sie fälschlicherweise gegen ihren Vater aussagten. Dagegen 
sprechen auch die glaubhaften Aussagen von D.________, E.________ und 
G.________ zu den konkreten Vorfällen (vgl. Ausführungen unter Ziff. 11.4 ff. hier-
nach). E.________, D.________ und G.________ sagten ferner übereinstimmend 
aus, C.________ habe sie nie beeinflusst. D.________ betonte, sie habe zwar zu-
erst mit ihrer Mutter gesprochen, aber es sei ihr eigener Entscheid gewesen, zur 
Polizei zu gehen (pag. 201, Z. 99 ff.). E.________ erklärte, ihre Mutter habe immer 
geschaut, dass alles gut gehe und funktioniere. Sie habe immer nachgegeben und 
für sie sei immer gut gewesen, was der Beschuldigte gesagt habe. Sie sei wie ein 
Untertan gewesen (pag. 223, Z. 261 f.). Wenn sie vom Beschuldigten geschlagen 
worden seien, habe ihre Mutter sie beruhigt und gesagt, es werde alles wieder gut 
(pag. 225, Z. 344 ff.). G.________ erklärte zudem von sich aus, der Beschuldigte 
sage immer, die Mutter sei schuld daran, dass die Kinder ihn nicht mögen würden. 
Sie habe jedoch immer gesagt, der Beschuldigte sei ihr Vater und sie sollten ihn 
gerne haben. Es seien vielmehr die Taten des Beschuldigten gewesen, die sie da-
zu gebracht hätten, ihn nicht zu mögen. Ihre Mutter habe jedoch nie etwas 
Schlechtes über den Beschuldigten gesagt (pag. 282, Z. 180 ff.).

Die Entstehungsgeschichte vermag nach Ansicht der Kammer folglich nichts an der 
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Strafklägerinnen sowie G.________ zu ändern. 
Es fehlt an konkreten Hinweisen auf ein Motiv für eine Falschbeschuldigung, zumal 
sich die Familie des Beschuldigten Hilfe für diesen wünscht und C.________ an-
scheinend sogar eine gemeinsame Zukunft mit dem Beschuldigten favorisiert. Ins-
besondere überzeugt nicht, dass C.________ über all die Jahre Pseudoerinnerun-
gen bei ihren Kindern gestreut haben soll. Die Aussagen der Strafklägerinnen und 
G.________ wirken selbst erlebt, sind nachvollziehbar, stimmig und beeindrucken 
immer wieder mit markanten Details und eindrücklichen, individuell geschilderten 
Erinnerungen. Die Kammer konnte sich einen persönlichen Eindruck von den 
Strafklägerinnen und G.________ machen. Während den Einvernahmen waren sie 
sichtlich betroffen, rangen um Worte, sprachen bedacht und überlegt. In Überein-
stimmung mit den Ausführungen von Staatsanwältin J.________ ist auch die 
Kammer der Meinung, dass es eine nahezu spektakuläre schauspielerische Leis-
tung darstellen würde, wenn dieses Verhalten nur gespielt gewesen wäre. Vergel-
tungstendenzen waren bei den Strafklägerinnen und G.________ ebenfalls keine 
erkennbar. Es ist auch nicht ersichtlich, worin der Gewinn für die Strafklägerinnen 
liegen könnte. Sie haben sich nicht als Zivilklägerinnen konstituiert. E.________ 
verzichtete sogar auf eine Entschädigung für ihre Auslagen im Zusammenhang mit 
der Vertretung durch Rechtsanwalt F.________. Mit Blick auf die Realkriterien in 
den Aussagen der Strafklägerinnen sowie jenen von G.________ (vgl. hierzu Aus-
führungen unter Ziff. 11.4 ff. hiernach) ist nach Ansicht der Kammer eine Beeinflus-
sung durch C.________ ausgeschlossen.

23

11.3 Zum Aussageverhalten des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt von Beginn an pauschal die Vorwürfe gemäss Anklage-
schrift begangen zu haben (pag. 167, Z. 86 ff.; pag. 174, Z. 118 ff.; pag. 175, 
Z. 137 ff.; pag. 175, Z. 155 ff.; pag. 704, Z. 22; pag. 932, Z. 9 ff.; pag. 932, Z. 34 ff.; 
pag. 933, Z. 12 ff.; pag. 933, Z. 23 ff.). Bezeichnend ist seine Aussage auf Frage, 
ob es in den letzten Jahren zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen ihm 
und seinen Kindern sowie seiner Frau gekommen sei: «Das ist seit 1999 nie mehr 
passiert. Wenn so etwas passiert wäre, hätte meine Frau sofort der Polizei telefo-
niert. Nun lügt meine Frau, sie kann schon lügen» (pag. 167, Z. 103 f.). Fakt ist al-
lerdings, dass seine Ehefrau bereits am 2.8.2014 die Polizei avisiert hatte, weil es 
zwischen dem Beschuldigen und K.________ zu einer Auseinandersetzung (vgl. 
Ausführungen unter Ziff. 11.2 hiervor) und schliesslich auch zum vorliegenden 
Strafverfahren kam. Es war allerdings die Tochter D.________, welche nach dem 
2.8.2014 Anzeige gegen ihrem Vater erstattete. 

Der Beschuldigte sieht in den gegen ihn gerichteten Vorwürfen einen Komplott sei-
ner Ehefrau, welche die Kinder manipuliert habe. Seine Frau wolle ihn nur loswer-
den, daher habe sie das geplant (pag. 169, Z. 204 f.; pag. 178, Z. 257 f.; pag. 704, 
Z. 37 ff.; pag. 933, Z. 35 ff.). Zwar erklärte der Beschuldigte, C.________ wolle die 
Scheidung (pag. 175, Z. 138), allerdings gab er nur kurz darauf an, er habe eigent-
lich schon lange gehen wollen, sei jedoch wegen den Kindern geblieben (pag. 178, 
Z. 238 ff.). Diese Aussagen vermögen nicht zu überzeugen. C.________ wehrt sich 
noch heute gegen eine Scheidung. Sie wünscht sich nach wie vor eine intakte Fa-
milie. Entsprechend ging sie nach der Entlassung des Beschuldigten aus der Klinik 
R.________ aktiv auf diesen zu und bewegte ihn, nach Hause zu kommen. Auch 
vor der oberinstanzlichen Hauptverhandlung suchte sie erneut den Kontakt mit dem 
Beschuldigten. Die entsprechenden Bitten und die Kontaktaufnahme mit dem Be-
schuldigten trotz verfügtem Kontakt- und Rayonverbot stehen dem angeblichen 
Plan von C.________, den Beschuldigten loswerden zu wollen, diametral entge-
gen. Des Weiteren ist nicht überzeugend, warum der Beschuldigte einzig wegen 
den Kindern bei der Familie hätte bleiben sollen. Denn nach seinen eigenen Anga-
ben seien die Kinder ohne ihn aufgewachsen und er habe sie kaum gesehen, weil 
er so viel gearbeitet habe (pag. 932, Z. 37; pag. 933, Z. 14 f.; pag. 933, Z. 23 ff.; 
pag. 934, Z. 3 f.; pag. 934, Z. 7 f.). Die Kinder hätten keinen Kontakt mehr zu ihm 
und würden nicht mit ihm sprechen, weil C.________ ihnen das verboten habe 
(pag. 167, Z. 107 ff.; pag. 705, Z. 12 ff.; pag. 706, Z. 29 ff.; pag. 705, Z. 15 ff.).

Teilweise hatte der Beschuldigte für den angeblichen Komplott von C.________ 
absurde Erklärungen. Weil er strafrechtlich relevante Sachen über den Bruder von 
C.________ wisse (wohl angeblicher Drogenhandel, vgl. Ausführungen 
Dr. med. M.________ pag. 354), habe ihn seine Frau angeschwärzt, um seine 
Glaubwürdigkeit herabzusetzen (pag. 169, Z. 193). Er wolle sie anzeigen 
(pag. 181, Z. 40 f.). Seine Ehefrau wolle ihn umbringen und habe dafür ihren Bru-
der geschickt (pag. 182, Z. 75 ff.; pag. 193, Z. 101 f.). Er habe daher Angst, ohne 
die Polizei alleine nach Hause zu gehen (pag. 184, Z. 147 f.). Die angebliche Angst 
vor dem Bruder seiner Frau ist nicht überzeugend, zumal der Beschuldigte offen-
sichtlich wieder bei C.________ einzog. Zudem war es der Beschuldigte, der am 

24

28.3.1999 gegenüber dem Bruder von C.________ drohte, diese umzubringen (vgl. 
hierzu Ausführungen unter Ziff. 9 hiervor). Er schien folglich zumindest früher keine 
Angst vor dem Schwager zu haben. Zudem ist von keinem Komplott von 
C.________ auszugehen (vgl. Ausführungen Ziff. 11.2 hiervor). 

Das Aussageverhalten des Beschuldigten ist gekennzeichnet von Gegenangriffen 
insbesondere gegenüber seiner Ehefrau. C.________ habe nicht für ihn gekocht, 
ihm kein Geld gegeben und nicht mit ihm gesprochen (pag. 166, Z. 61 ff.). Sie lüge, 
habe bei seinem Psychiater schlecht über ihn gesprochen und auch im Spital Lü-
gen über ihn erzählt (pag. 169, Z. 211; pag. 181, Z. 46 ff.). Sie habe fast täglich mit 
einem anderen Mann telefoniert und seit zwei Jahren einen neuen Freund 
(pag. 176, Z. 184 ff. – was sowohl C.________ wie auch die Kinder bestritten: 
D.________ pag. 206, Z. 289; G.________ pag. 282, Z. 179 ff.; E.________ 
pag. 223, Z. 274). Der Beschuldigte behauptete, C.________ habe ihm mit noch 
mehr Anzeigen gedroht, wenn er nicht wieder nach Hause komme (pag. 705, Z. 23 
f.). Sie habe ihn mehrmals telefonisch kontaktiert (wobei es sich in Tat und Wahr-
heit mehrheitlich um anonyme Anrufe oder unbekannte Nummern gehandelt hatte) 
und habe ihn zu Hause mit einem Mann in einem Auto aufgesucht (pag. 930, Z. 22 
ff.). C.________ habe die Kinder gekniffen, wenn er diese gehalten habe (pag. 932, 
Z. 34 ff.). Generell habe er 60% seiner Krankheiten nur wegen seiner Ehefrau 
(pag. 940). Es scheint typisch für den Beschuldigten zu sein, seine Ehefrau für al-
les verantwortlich zu machen. Entsprechende Befürchtungen erwähnten sowohl 
C.________ (pag. 232, Z. 235 f.; pag. 237, Z. 496 f.; pag. 252, Z. 432 f.; pag. 708, 
Z. 35; pag. 709, Z. 41 f.; pag. 710, Z. 9 f.) als auch D.________ (pag. 186, Z. 17 f.; 
pag. 189, Z. 148 f.). Der Beschuldigte neigte zudem bereits im früheren Strafver-
fahren dazu, seiner Ehefrau die Schuld an seinem Verhalten zuzuschieben (vgl. 
Ausführungen Ziff. 9 hiervor). Er behauptete sogar, seine Betreuerin in der Strafan-
stalt Witzwil habe ihm geraten, seine Ehefrau zu verlassen, weil sie ihn nur wieder 
ins Gefängnis bringen werde (pag. 185, Z. 177) Ein entsprechender Ratschlag von 
einer Betreuerin im Gefängnis, wo der Beschuldigte die Haftstrafe für die versuchte 
vorsätzliche Tötung an seiner Ehefrau vollzog, ist absurd. Bezeichnend ist diesbe-
züglich, dass der Beschuldigte den Vorfall von 1999 bagatellisierte (pag. 166, Z. 77 
ff.) und sich auch diesbezüglich als Opfer sah (pag. 932, Z. 21 f.: Er habe die Strafe 
bezahlt, das habe ihn geschmerzt).

Der Beschuldigte belastete teilweise auch seinen Sohn G.________. Dieser habe 
ihn geschlagen (pag. 175, Z. 149). G.________ habe auch D.________ jeden Tag 
geschlagen, daher habe D.________ die auf den Fotos dokumentierten Verletzun-
gen gehabt (pag. 704, Z. 30 ff.). Auch diese Angaben vermögen nicht zu überzeu-
gen. Bei den angeblichen Schlägen von G.________ sprach der Beschuldigte wohl 
den Vorfall an, welchen bereits G.________ und C.________ erwähnt hatten. Die-
se schilderten das Geschehen jedoch übereinstimmend anders (vgl. Ausführungen 
unter Ziff. 11.4 ff. hiernach). Ferner ist nicht einleuchtend, warum der Beschuldigte 
– hätte G.________ effektiv regelmässig Gewalt gegenüber D.________ ausgeübt 
– dies nicht von Anfang an konsequent aussagte. Vielmehr flüchtete sich der Be-
schuldigte immer wieder in pauschalisierende Erklärungen, warum es für ihn nicht 
möglich gewesen sei, seine Kinder zu schlagen: Er sei die Person mit der Nr. 573. 
Ein Mensch, der diese Nummer habe, provoziere weder seine Familie noch andere 

25

Menschen (pag. 705, Z. 3 ff.). Er behauptete ferner, er habe sieben Tage die Wo-
che und 350 Stunden pro Monat gearbeitet. Daher habe er seine Kinder nie gese-
hen und keine Möglichkeit gehabt, sie zu schlagen (pag. 932, Z. 37; pag. 933, Z. 14 
f.; pag. 933, Z. 23 ff.; pag. 934, Z. 3 f.; pag. 934, Z. 7 f.). Dieser Erklärungsversuch 
ist nicht überzeugend. Ferner ist fraglich, warum ihn C.________ diesfalls hätte 
hassen sollen (vgl. Angaben des Beschuldigten: pag. 933, Z. 35 ff.), zumal er keine 
Zeit gehabt hätte, sein Wissen an die Kinder weiterzugeben. Des Weiteren war der 
Beschuldigte seit 2012 arbeitslos (vgl. pag. 873), weshalb er spätestens ab diesem 
Zeitpunkt viel Zeit zur Verfügung gehabt hätte. 

Der Beschuldigte reagierte auf konkrete Fragen zu den Vorwürfen ferner mit Fra-
gen nach Beweisen, Spuren oder Zeugen (pag. 174, Z. 109; pag. 175, Z. 130; 
pag. 175, Z. 143 f.; pag. 704, Z. 26 f.; pag. 704 f., Z. 45) und Gegenfragen 
(pag. 174, Z. 113 f.; pag. 183, Z. 95; pag. 933, Z. 19 f.; pag. 933, Z. 25 ff.). Der Be-
schuldigte sah sich im ganzen Strafverfahren als Opfer, der kein Geld von seiner 
Familie erhalte (pag. 167, Z. 91 ff.; pag. 178, Z. 252 f.), obwohl er immer alles für 
seine Familie gemacht habe (pag. 166, Z. 69 ff.; pag. 706, Z. 23 ff.). Er sei bei be-
sonders schlechter Gesundheit (pag. 168, Z. 172 ff.; pag. 172, Z. 41 ff.; pag. 178, 
Z. 237 f.; pag. 181, Z. 16 f.; pag. 706, Z. 3 f.; pag. 934, Z. 12 ff.), wobei 60% seiner 
Krankheiten auf seine Ehefrau zurückzuführen seien (pag. 940). Seine schlechte 
Gesundheit brachte er auch vor als Grund, warum er gegen seine Ehefrau noch 
keine Anzeige habe erstatten können (pag. 181, Z. 10 f.). 

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten nicht glaubhaft. Sie sind gezeich-
net von pauschalem Abstreiten, Gegenangriffen, Gegenfragen und Selbstmitleid. 
Der Beschuldigte schob immer wieder seine gesundheitlichen Probleme in den 
Vordergrund und blieb strikt dabei, seine Ehefrau sei an allem Schuld. Er betonte 
immer wieder, wie viel er für die Familie gemacht habe, auch in finanzieller Hin-
sicht. Entsprechend sprach Dr. med. N.________ im forensisch-psychiatrischen 
Gutachten vom 13.4.2015 von ausgeprägten Leugnungs- und Bagatellisierungs-
tendenzen. Eigene Anteile am Konfliktgeschehen habe der Beschuldigte nicht er-
kennen können (pag. 444 – so auch bereits Dr. med. M.________ im fachpsychia-
trischen Gutachten vom 15.12.2014, pag. 354). Nach dem Gesagten kann nicht auf 
die Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden.

11.4 Zu den einzelnen Vorwürfen

11.4.1 Zur Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht z.N. von D.________ und 
G.________

D.________ führte aus, ihr Vater habe Tage gehabt, an denen es ihm gut gegan-
gen sei und an anderen Tagen wieder schlechter. An diesen Tagen sei er sehr ag-
gressiv gewesen, habe rumgeschrien und sie geschlagen. Er habe sie mit Ge-
genständen (pag. 186, Z. 21 ff.; pag. 200, Z. 84 ff.; pag. 914, Z. 27 f.), aber auch 
mit den Händen geschlagen (pag. 192, Z. 39 ff.). Das sei ihre ganze Kindheit so 
gewesen (pag. 187, Z. 26 ff.) und habe schon recht früh angefangen (pag. 192, 
Z. 35; pag. 201, Z. 119 ff.). Die Schläge hätten erst geendet, als sie nicht mehr mit 
ihrem Vater gesprochen habe und ihm aus dem Weg gegangen sei (pag. 193, 
Z. 114 f.). Der Beschuldigte habe auch ihre Mutter und ihre Geschwister geschla-

26

gen (pag. 202, Z. 162 ff.; vgl. zur physischen Gewalt eingehend Ausführungen un-
ter Ziff. 11.4.2 hiernach).

D.________ schilderte wiederholt, wie sie und der Rest der Familie von ihrem Va-
ter immer wieder beschimpft (pag. 194, Z. 176 f.; pag. 195, Z 181 ff.) und bedroht 
worden seien (pag. 187, Z. 56; pag. 193, Z. 119 ff.; pag. 200, Z. 84 ff.; pag. 203, 
Z. 169; pag. 203, Z. 197 ff.; pag. 718, Z. 37 ff.; pag. 914, Z. 38 ff.). Der Beschuldig-
te habe gesagt, wie er es machen werde, sei es mit aufschlitzen oder den Kopf ab-
schlagen (pag. 187, Z. 56 f.; pag. 203, Z. 169 f.) bzw. er habe die Macht und werde 
sie zerstören (pag. 193, Z. 125 f.). Diese Drohungen hätten früh angefangen 
(pag. 193, Z. 119 ff.; pag. 719, Z. 22) und seien aus dem Nichts gekommen. Der 
Beschuldigte habe ohne Grund aggressiv werden und alle beschuldigen können 
(pag. 187, Z. 60 f.; pag. 194, Z. 130 ff.). Oder es sei geschehen, wenn er wütend 
gewesen sei (pag. 194, Z. 136; pag. 203, Z. 203 ff.). Sie habe grosse Angst gehabt, 
er werde die Drohungen in die Tat umsetzen (pag. 194, Z. 147 ff.; pag. 203, Z. 173; 
pag. 206, Z. 302, pag. 206, Z. 308 f.).

Das Zusammenleben mit ihrem Vater beschrieb D.________ wie folgt: «Zu sagen 
ist noch, dass wir Kinder sowie meine Mutter nichts zu sagen haben. Wir dürfen 
unserem Vater nicht widersprechen – sonst könnte wieder etwas passieren. Wir 
haben mit den Jahren gelernt, dass wir am besten nichts sagen, wenn er zu Hause 
ist. Wir haben uns von ihm abgewendet. Wenn er nicht da war, haben wir als Fami-
lie gelebt und konnten lachen und hatten eine gute Zeit. Als er aber dann wieder da 
war, haben wir einfach gehorcht und nichts gesagt, um Konflikte zu vermeiden. Wir 
waren zu Hause wie in einem Gefängnis, wir durften nichts mit Kollegen abma-
chen. Wir haben dann geschaut, dass wir solche Sachen nur machten, wenn er 
nicht zu Hause war» (pag. 187, Z. 43 ff.). Sie schilderte wiederholt und eindrücklich 
die Angst vor ihrem Vater (pag. 188, Z. 77 f.; pag. 189, Z. 169; pag. 194, Z. 147; 
pag. 195, Z. 216; pag. 200, Z. 91 f.; pag. 201, Z. 93 f.; pag. 203, Z. 173; pag. 718, 
Z. 29 ff.; pag. 719, Z. 22; pag. 915, Z. 27 ff.;), wie sie ihm in S.________ aus dem 
Weg gehe (pag. 194, Z. 159 ff.) und zu Hause alle Messer versteckt habe 
(pag. 189, Z. 173). Es sei das schlimmste Gefühl das sie kenne, nicht zu wissen, 
ob er etwas mache, oder ob er ihrer Familie etwas antue. Es sei kaum auszuhalten. 
Sie wolle dann jeweils am liebsten selber sterben oder einfach nicht mehr auf die-
ser Welt sein (pag. 718, Z. 29 ff.; vgl. zur Angst von D.________ auch die Aus-
führungen unter Ziff. 11.2 hiervor). Insbesondere seit der Beschuldigte keine Arbeit 
mehr habe, sei alles viel schrecklicher geworden (pag. 190, Z. 184 ff.). Sie könne 
ihrer Mutter nicht erzählen, wie ihr Tag gewesen sei. Sie müsse immer warten, bis 
ihr Vater nicht mehr zu Hause sei (pag. 194, Z. 154 ff.). Es zähle nur die Meinung 
ihres Vaters. Er habe die Macht und alle anderen seien ihm unterlegen (pag. 205, 
Z. 256 ff.). Ihr Vater sei das Negativste ihrer Kindheit (pag. 914, Z. 17). Sie leide 
heute noch unter ihrer Kindheit, habe ein tiefes Selbstwertgefühl, Ängste und sie 
könne sich nicht gut öffnen (pag. 915, Z. 23 ff.). Des Weiteren bestätigte 
D.________ wiederholt, seit ca. 2011 nicht mehr mit ihrem Vater zu sprechen 
(pag. 190, Z. 178 f.; pag. 194, Z. 154 f.; pag. 205, Z. 269). Als Begründung gab sie 
an, sie habe sich dafür entschieden, ihr eigenes Leben zu leben. Sie habe sich 
rausgehalten, wenn es Streit gegeben habe, weil es ihrer Ansicht nach keinen Sinn 
gemacht habe (pag. 190, Z. 179 ff.).

27

G.________ schilderte seine Kindheit ähnlich. Der Beschuldigte habe ihn, seine 
Geschwister und seine Mutter immer wieder geschlagen (pag. 279, Z. 24 ff.). Er 
habe sie wegen Kleinigkeiten geschlagen. Wenn ihr Vater «geladen» gewesen sei, 
habe es schon ausgereicht, wenn etwas zu Boden gefallen sei (pag. 280, Z. 64 ff.). 
Die Gewalt habe schon früh begonnen. Er könne sich bis in den Kindergarten 
zurück erinnern, dass sein Vater ihn und den Rest der Familie geschlagen habe 
(pag. 280, Z. 68 ff.). Sein Vater habe sie mit Gegenständen geschlagen (pag. 280, 
Z. 78 ff.). Auch er – G.________ – habe blaue Flecken und Blutergüsse davon ge-
tragen (pag. 281, Z. 97 ff.). Die Schläge hätten ca. im Jahr 2011 oder 2012 auf-
gehört (pag. 281, Z. 126; pag. 284, Z. 248; pag. 284, Z. 295 f.; vgl. zur physischen 
Gewalt Ausführungen unter Ziff. 11.4.2 hiernach). G.________ beschrieb zudem 
einen konkreten Vorfall von März oder April 2014. Seine Eltern hätten miteinander 
um Geld gestritten. Der Beschuldigte habe die Mutter grob beschimpft. Daraufhin 
habe er – G.________ – seinem Vater gesagt, er solle dies nicht tun. Danach habe 
der Beschuldigte ihn am Hals gepackt. Er habe ein Glas in der Hand gehalten und 
seinen Vater wegstossen wollen, daher sei das Glas kaputt gegangen und habe 
den Beschuldigten am Kopf verletzt. Er habe seinen Vater jedoch nicht verletzen 
wollen (pag. 281 f., Z. 140 ff.; pag. 284, Z. 269 ff. – einen entsprechenden Vorfall 
beschrieben auch D.________ [pag. 187, Z. 38 ff.; pag. 204, Z. 234 ff.] und 
C.________ [pag. 231, Z. 214 ff.; pag. 253, Z. 490 ff.] wiederholt). Zudem habe ihn 
sein Vater einmal geschlagen, als er sechs oder sieben Jahre alt gewesen sei, nur 
weil er mit einem Ball draussen auf der Terrasse geprellt habe (pag. 909, Z. 1 ff.).

Der Beschuldigte habe sie auch oft mit dem Tod bedroht und gesagt, er werde ih-
nen den Kopf abschneiden (pag. 279, Z. 38 ff.; pag. 282, Z. 148 f.; pag. 283, Z. 200 
f.; pag. 284 f., Z. 296 ff.; pag. 714, Z. 7) und bevor er ins Gefängnis gehe, werde er 
zuerst alle umbringen (pag. 285, Z. 306 f.). Die Morddrohungen von seinem Vater 
seien für ihn das Schlimmste gewesen (pag. 908, Z. 31 ff.).

Das Verhältnis zu seinem Vater beschrieb G.________ als angespannt und nicht 
besonders gut. Es habe mit der ganzen Kindheit zu tun, wie sein Vater ihn behan-
delt habe (pag. 279, Z. 22 ff.). G.________ erwähnte wiederholt die Angst vor sei-
nem Vater (pag. 279, Z. 34; pag. 280, Z. 44 f.; pag. 283, Z. 238; pag. 713, Z. 38 f.; 
pag. 714, Z. 3 f.; pag. 714, Z. 13 ff.; pag. 908, Z. 17 f.; pag. 909, Z. 30 ff.) und dass 
er sich oft im Zimmer aufgehalten habe, weil er sich vor seinem Vater geängstigt 
habe (pag. 909, Z. 18 f.; vgl. zur Angst von G.________ auch die Ausführungen un-
ter Ziff. 11.2 hiervor). G.________ erklärte ferner, er glaube, sein Vater sei in der 
Lage, die Drohungen umzusetzen, weil er bereits 1999 versucht habe, seine Mutter 
umzubringen (pag. 283, Z. 230 f.). Aggressionen seines Vaters hätten zuhause 
vorgeherrscht. Er sei wütend gewesen und schnell ausgerastet. Er habe keine 
normale Kindheit gehabt. Sie hätten immer aufpassen müssen, was man sage, 
damit man den Beschuldigten nicht wütend gemacht habe. Er habe seine Kindheit 
in Angst verbracht und sich immer in Acht nehmen müssen. Ein normaler Umgang 
oder Gespräche untereinander seien nicht möglich gewesen (pag. 908, Z. 12 ff.). 
Positive Momente seiner Kindheit seien gewesen, wenn sein Vater nicht zu Hause 
gewesen sei (pag. 908, Z. 39). Als sein Vater ins Gefängnis habe gehen müssen, 
sei das für sie fast wie ein «Happy End» gewesen – sie hätten jahrelang in Angst 
gelebt und dann seien sie frei gewesen (pag. 283, Z. 237 f.).

28

Die Aussagen von D.________ und G.________ stimmen inhaltlich überein. Sie 
sprachen gleichbleibend, nachvollziehbar und stimmig davon, während ihrer Kind-
heit von ihrem Vater geschlagen und bedroht worden zu sein. Dabei beschrieben 
sie eindrückliche Situationen und waren in der Lage, ihre Ängste nachvollziehbar 
aufzuzeigen. In den Aussagen von D.________ und G.________ sind keine Struk-
turbrüche erkennbar. Sie sagten kongruent, über mehrere Einvernahmen gleich-
bleibend und ohne Übertreibungen aus. Die Ausführungen von D.________ und 
G.________ wirken jeweils individuell erlebt, beeindrucken jedoch ebenso durch 
die kongruenten Beschreibungen des Zusammenlebens in der Familie. Nach An-
sicht der Kammer sind die Aussagen von D.________ und G.________ glaubhaft. 
Dies gilt umso mehr, als ihre Schilderungen von den übrigen Familienmitgliedern 
bestätigt werden: 

Wie bereits ihre Geschwister beschrieb auch E.________, wie der Beschuldigte 
sie, ihre Geschwister und ihre Mutter wiederholt mit dem Tod bedroht habe 
(pag. 210, Z. 33 f.; pag. 212, Z. 143 ff.; pag. 218, Z. 82 ff.; pag. 221, Z. 172 ff.; 
pag. 919, Z. 33 ff.). Der Beschuldigte habe sie auch geschlagen (pag. 210, Z. 33 f.; 
pag. 212, Z. 143 ff.; pag. 218, Z. 82 ff.; pag. 221, Z. 172 ff.; pag. 222, Z. 235 ff.; 
pag. 919, Z. 33 ff.) und dafür oftmals auch Gegenstände gebraucht (pag. 210, Z. 54 
f.; pag. 219, Z. 123; pag. 210, Z. 66 f.; pag. 219, Z. 125; pag. 219, Z. 124 ff.). Das 
Zusammenleben mit dem Beschuldigten beschrieb sie eindrücklich und wiederum 
in Übereinstimmung mit den Schilderungen ihrer Geschwister. Auch sie betonte 
wiederholt ihre Angst vor dem Beschuldigten (pag. 213, Z. 206 ff.; pag. 214, Z. 263 
f.; pag. 218, Z. 92; pag. 219, Z. 96 f.; pag. 219, Z. 113 ff.; pag. 221, Z. 176; 
pag. 717, Z. 6; pag. 221, Z. 176), wie sie nächtelang aus Angst durch das Schüs-
selloch geschaut (pag. 213, Z. 202 ff.; pag. 919, Z. 40 ff.) oder die Messer im 
Haushalt versteckt habe (pag. 212, Z. 155 f.; vgl. zu den Ängsten von E.________ 
auch die Ausführungen unter Ziff. 11.2 hiervor). Es sei einfach nie gut gewesen, 
was sie gemacht hätten. Sie seien in ihre Zimmer gegangen, als ihr Vater von der 
Arbeit nach Hause gekommen sei. Sie hätten Angst gehabt, seien ihm aus dem 
Weg und nur zum Essen ins Wohnzimmer gegangen (pag. 213, Z. 183 ff.). Die Be-
ziehung zu ihrem Vater beschrieb E.________ ferner wie folgt: «Die Angst ist rie-
sengross. Mein Vater ist rachsüchtig und ich traue ihm alles zu. Wir sind noch heu-
te immer auf Strom und beobachten was er macht. Wir haben einfach Angst» 
(pag. 214, Z. 263 f.).

Selbst C.________ bekräftigte bei ihrer ersten Einvernahme vom 25.8.2014 die 
Schläge (pag. 229, Z. 117 ff.; pag. 230, Z. 147 ff.; pag. 231, Z. 211 ff.) und die Dro-
hungen des Beschuldigten (pag. 230, Z. 150; pag. 231, Z. 206 f.; pag. 232, Z. 224 
ff.; pag. 234, Z. 346 f.; pag. 237, Z. 475 ff.) gegenüber der Familie. Auch sie sprach 
von Schlägen aus dem Nichts bzw. mit der Hand oder mit Gegenständen, die ge-
rade in der Nähe gewesen seien (pag. 229, Z. 117 ff.; pag. 230, Z. 155 ff.). Zwar 
bestätigte C.________ ihre ersten Aussagen betreffend die (sexuelle und) physi-
sche Gewalt ihr gegenüber nicht mehr (insbesondere pag. 248, Z. 303; pag. 249, 
Z. 317 ff.). Die Gewalt gegenüber den Kindern bestätigte C.________ wiederholt 
(pag. 251, Z. 412; pag. 253, Z. 474; pag. 924, Z. 38). Zudem blieb C.________ 
auch bei den späteren Einvernahmen konstant dabei, dass der Beschuldigte oft 
gedroht habe, sie und die Kinder umzubringen (pag. 248, Z. 310; pag. 249, Z. 343 

29

f.; pag. 251, Z. 390; pag. 251, Z. 421 ff.; pag. 252, Z. 449; pag. 253, Z. 485; 
pag. 709, Z. 32 ff.; pag. 710, Z. 10 f.; pag. 711, Z. 21 ff.; pag. 711, Z. 40 f.; 
pag. 924, Z. 38; pag. 926, Z. 5 ff.; pag. 927, Z. 16 ff.). 

Das Leben in der Familie schilderte C.________ konstant und mit den Aussagen 
ihrer Kinder übereinstimmend: Sie hätten nur wie eine normale Familie gelebt, 
wenn der Beschuldigte nicht zu Hause gewesen sei (pag. 229, Z. 71 ff.; pag. 924, 
Z. 30 ff.). Sie habe immer vorausschauend sein müssen, um zu merken, wann sie 
nichts mehr sagen dürfe, damit der Beschuldigte nicht aggressiv geworden sei. 
Wenn sie sich so verhalten habe, habe es keinen Streit gegeben. Sie habe alles 
aufgeräumt, damit ihr Ehemann sich nicht geärgert habe. Dann seien es auch 
schöne Zeiten gewesen. Sie habe die Kinder erzogen und geschaut, dass sie nicht 
zu laut gewesen seien (pag. 229, Z. 107 ff.; vgl. auch pag. 244, Z. 150 f.). Wenn die 
Kinder jedoch von der Schule nach Hause gekommen seien und von ihrem Tag er-
zählt hätten, sei sie traurig und unglücklich gewesen, weil sie die Freude nicht mit 
ihnen habe teilen können (pag. 230, Z. 140 ff.). Ihr Ehemann habe alles kaputt ge-
macht. Wenn er ausgeflippt sei, hätten sie und die Kinder einfach still sein müssen, 
damit er ihnen nichts angetan habe (pag. 230, Z. 123 ff.; pag. 230, Z. 140 ff.).

Die Strafklägerinnen und G.________ sprachen folglich übereinstimmend von wie-
derholten Schlägen und Drohungen des Beschuldigten. G.________, D.________ 
und E.________ hatten grosse Angst vor dem Beschuldigten, was sie eindrücklich 
schilderten (vgl. Ausführungen unter Ziff. 11.2 hiervor). Ihre Aussagen überzeugen 
durch ihre Kongruenz und die immer wieder eindrücklichen Erinnerungen, von wel-
chen individuell und gleichbleibend berichtet wurde. Das Familienleben wurde von 
den Strafklägerinnen und G.________ einheitlich dargestellt: Sie zogen sich vom 
Beschuldigten zurück, um weiteren Eskalationen aus dem Weg zu gehen. 
D.________, E.________ und L.________ sprachen ferner mehrere Jahre nicht mit 
dem Beschuldigten bzw. D.________ und E.________ sprechen noch heute nicht 
mit ihrem Vater. Auch die Gewalt des Beschuldigten – die Schläge mit diversen 
Gegenständen oder den Händen, die ohne erkennbaren Anlass aus dem Nichts 
gekommen seien – wurde von den Strafklägerinnen und G.________ wiederholt, 
gleichbleibend und übereinstimmend beschrieben. Die Kammer sieht keinen 
Grund, an der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zu zweifeln.

Dies gilt umso mehr, als die Aussagen von L.________ entgegen den Vorbringen 
von Rechtsanwalt B.________ denjenigen der Strafklägerinnen und G.________ 
nicht diametral entgegenstehen. Zwar behauptete sie effektiv, weder Drohungen 
noch Tätlichkeiten des Beschuldigten mitbekommen zu haben (pag. 275, Z. 199; 
pag. 275, Z. 204 f.; pag. 275, Z. 214). Sie lebte jedoch auch nicht mehr in der glei-
chen Wohnung wie der Beschuldigte und ihre Geschwister, sondern in einem eige-
nen Studio im gleichen Haus. L.________ vermied es in ihrer Einvernahme vom 
4.9.2014 den Beschuldigten direkt zu belasten. Sie verneinte die Vorwürfe jedoch 
auch nicht. Sie bezichtigte ihre Geschwister nicht der Lüge, als ihr deren Aussagen 
betreffend die Gewalt und die Drohungen des Beschuldigten vorgehalten wurden. 
Sie beschränkte sich vielmehr darauf zu antworten, es habe schon seinen Grund 
dafür [für die Drohungen und Tätlichkeiten] gegeben (pag. 275, Z. 204 f.). Auf Fra-
ge, ob sie selbst bedroht oder geschlagen worden sei, erklärte L.________: «So 

30

viel ich weiss nicht. Es war nichts, bis zu diesem Vorfall [vom 2.8.2014]» (pag. 275, 
Z. 227). Diese Antwort ist bezeichnend. Die Aussagen von L.________ lassen zu-
mindest auf ein problematisches Verhalten des Beschuldigten schliessen, zumal 
auch sie während vier Jahren (2005-2009) nicht mit ihrem Vater sprach (pag. 274, 
Z. 183). Sie habe sich nicht mehr getraut (pag. 275, Z. 189). Die Aussagen von 
L.________ vermögen nach Ansicht der Kammer folglich nichts an der Glaubhaf-
tigkeit der Aussagen ihrer Geschwister und C.________ zu ändern. 

Gestützt auf die glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen der Strafklägerin-
nen und G.________ bestehen nach Ansicht der Kammer keine Zweifel am ange-
klagten Sachverhalt. Die unglaubhaften – sich auf pauschales Abstreiten, Gegen-
angriffe und Gegenfragen beschränkenden – Aussagen des Beschuldigten ändern 
daran nichts. Die Kammer kommt nach dem Gesagten zu folgendem Beweiser-
gebnis:

A.________ bedrohte seine Tochter D.________, seinen Sohn G.________, aber 
auch die übrigen Familienmitglieder vom 13.9.2010 bis ________2013 (betreffend 
D.________) bzw. 13.9.2010 bis 18.8.2014 (betreffend G.________) ca. ein- bis 
viermal pro Monat mit dem Tod. Er sagte ihnen, er schlitze sie auf oder schlage ih-
nen den Kopf ab. Er schlug die beiden Kinder und die übrigen Familienmitglieder 
ca. ein- bis viermal pro Monat ohne ersichtlichen Grund, z.B. einfach weil er wütend 
war, einen schlechten Tag hatte oder die Kinder zu laut waren. Er schlug sie mit 
den Händen oder Gegenständen wie Gürtel, Kabel, Pantoffeln, Fliegenklatsche, 
Federballschläger oder ähnlichen Gegenständen aus dem Haushaltsbereich an die 
Arme und Beine. Dadurch erlitten sie Hämatome. Auch beschimpfte er die Famili-
enmitglieder. Diese andauernde und sich wiederholende Verhaltensweise mit Ge-
walt, Drohungen und Beschimpfungen, was als eigentlicher Psychoterror zu be-
zeichnen ist, führte dazu, dass D.________ und G.________ Angst vor ihrem Vater 
hatten. Sie machten sich zudem Sorgen um das Wohlergehen der restlichen Fami-
lienmitglieder, zogen sich zurück und konnten, wenn der Vater anwesend war, nicht 
frei mit den übrigen Familienmitgliedern kommunizieren. Ab einem bestimmen 
Moment sprachen sie nicht mehr mit ihrem Vater respektive wussten, ihm aus dem 
Weg zu gehen.

11.4.2 Zur physischen Gewalt gegenüber D.________ und G.________

D.________ beschrieb, wie sie während ihrer Kindheit immer wieder geschlagen 
worden sei (pag. 187, Z. 34; pag. 200, Z. 84 ff.). Ihr Vater habe sie mit Gegenstän-
den wie Gürtel, Kabeln oder ähnlichem geschlagen (pag. 186, Z. 21 ff.; pag. 201, 
Z. 123; pag. 914, Z. 27 f.). Manchmal habe er auch eine Fliegenklatsche genom-
men (pag. 192, Z. 39; pag. 201, Z. 124). Er habe einfach mit Gegenständen, aber 
auch mit den Händen geschlagen (pag. 192, Z. 39 ff.; pag. 192, Z. 68 ff.). Das sei 
ihre ganze Kindheit so gewesen (pag. 187, Z. 26 ff.) und habe schon früh angefan-
gen (pag. 192, Z. 35; pag. 201, Z. 119 ff.). Zur Art und zu den Gründen für die 
Schläge führte sie aus: Der Beschuldigte habe gegen die Arme oder Beide ge-
schlagen (pag. 187, Z. 68) bzw. meistens dort wo er gerade getroffen habe 
(pag. 192, Z. 45). Manchmal sei sie geschlagen worden, weil sie laut gewesen sei 
(pag. 201, Z. 127 f.). D.________ erklärte zudem wiederholt, sie habe von den 
Schlägen immer wieder Blutergüsse, Hämatome und Flecken gehabt. Sie sei je-

31

doch nie zu einem Arzt gegangen (pag. 187, Z. 68 f.; pag. 192, Z. 49; pag. 202, 
Z. 133).

D.________ konnte einige Situationen benennen, bei welchen sie geschlagen wor-
den sei. So habe ihr Vater sie einmal im Auto geschlagen, als sie drei Jahre alt ge-
wesen sei und gequengelt habe (pag. 192, Z. 64 ff. – dieser Vorfall ist verjährt). Sie 
beschrieb originelle Erinnerungen, die selbst erlebt wirken: «Ich habe mich immer 
versucht zu verstecken. Manchmal im Kleiderschrank oder unter dem Bett, unter 
der Decke. Er hat mich dort gefunden und hat mich geschlagen. Ich schrie auch 
immer aus Angst – ihm war das aber egal (pag. 192, Z. 74 ff.).

Zur Häufigkeit der Schläge führte D.________ aus, wie oft der Beschuldigte sie ge-
schlagen habe, könne sie nicht gut sagen. Es sei mehrmals vorgekommen. Viel-
leicht nicht regelmässig, aber oft. Die Abstände seien verschieden gewesen. Es sei 
einfach immer geschehen, wenn er Ausbrüche gehabt habe. Er habe sie geschla-
gen, dann vielleicht drei Tage nicht mehr. Dann habe es jedoch auch Abstände von 
zwei Wochen gegeben. Es sei einfach unterschiedlich gewesen (pag. 192, Z. 58 ff.; 
so auch pag. 201, Z. 127 ff.). Das letzte Mal sei sie am 2.11.2011 geschlagen wor-
den (pag. 187, Z. 36 f.; pag. 202, Z. 136; pag. 914, Z. 32). Von den Verletzungen, 
die sie am 2.11.2011 davon getragen habe, habe sie ein Foto mit ihrem Handy 
gemacht. Damals sei sie mit dem Gurt von ihrem Vater geschlagen worden 
(pag. 193, Z. 99 ff.; pag. 202, Z. 136 ff.; pag. 914, Z. 35 – die Fotos übergab sie der 
Polizei anlässlich ihrer Einvernahme vom 19.8.2014, vgl. pag. 197). Als mögliche 
Begründung, warum die Schläge aufgehört hätten, erklärte D.________: Sie denke, 
nach dem 2.11.2011 habe ihr Vater sie nicht mehr geschlagen, weil sie nicht mehr 
mit ihm gesprochen habe und ihm aus dem Weg gegangen sei. Vielleicht denke er 
auch, dass sie nun erwachsen genug sei, zur Polizei zu gehen (pag. 193, Z. 114 f.; 
pag. 202, Z. 149 ff.; pag. 913, Z. 36 f.).

G.________ schilderte ebenfalls, häufig vom Vater geschlagen worden zu sein 
(pag. 279, Z. 24 ff.). Dies sei wegen Kleinigkeiten gewesen (pag. 280, Z. 64 ff.). Die 
Gewalt habe schon früh begonnen. Er könne sich bis in den Kindergarten zurück 
erinnern, dass sein Vater ihn und den Rest der Familie geschlagen habe (pag. 280, 
Z. 68 ff.). Der Beschuldigte habe mit Gegenständen – mit seinem Gurt, der Flie-
genklatsche oder manchmal auch mit der Hand geschlagen (pag. 280, Z. 78 f.). 
Eindrücklich schilderte G.________, wie sein Vater den Ledergurt aus seiner Hose 
gezogen und ihn doppelt genommen habe. Er habe das Ende sowie die Gurt-
schnalle in der Hand gehalten und so geschlagen (pag. 284, Z. 259 ff.). Er habe 
überall hin geschlagen, er habe einfach aufgezogen (pag. 280, Z. 80 f.). Meistens 
habe er auch mehrmals zugeschlagen (pag. 280, Z. 86). Wenn jemand am Boden 
gelegen sei, habe der Beschuldigte einfach weiter geschlagen. Er habe erst auf-
gehört, wenn er gedacht habe, es sei genug (pag. 281, Z. 112 ff.). Er habe immer 
geschlagen, wenn ihm irgendetwas nicht gepasst habe, wenn es nicht nach seiner 
Vorstellung gegangen sei, man ihm widersprochen habe oder er wütend nach Hau-
se gekommen sei (pag. 908, Z. 44 f.; pag. 909, Z. 4 ff.). Auch G.________ gab an, 
er habe von den Schlägen seines Vaters manchmal blaue Flecken und Blutergüsse 
bekommen (pag. 281, Z. 97 ff.; pag. 284, Z. 253 f.). 

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Zur Häufigkeit der Schläge erklärte G.________, es sei unterschiedlich gewesen. 
Manchmal habe der Beschuldigte ihn mehrmals in der Woche geschlagen und 
manchmal auch nur ein bis zwei Mal im Monat (pag. 280, Z. 88 f.). Das letzte Mal 
sei er im Jahr 2011 oder 2012 von seinem Vater geschlagen worden. Damals habe 
ihn sein Vater mit dem Gurt geschlagen und weitergemacht, als er bereits auf dem 
Boden gelegen sei (pag. 281, Z. 126 ff.; pag. 284, Z. 248; pag. 909, Z. 11 ff.; 
pag. 284, Z. 295 f.). Der Beschuldigte habe ihn danach wohl nicht mehr geschla-
gen, weil er älter und stärker geworden sei. Sein Vater habe vermutlich Angst ge-
habt, er könne zurück schlagen oder die Polizei avisieren (pag. 285, Z. 303 ff.; 
pag. 909, Z. 11 ff.).

E.________ bestätigte, ihre Geschwister, ihre Mutter und sie selbst seien vom Be-
schuldigten seit sie denken könne, geschlagen worden (210, Z. 31 ff.; pag. 210, 
Z. 49; pag. 218, Z. 84 ff.; pag. 219, Z. 120 ff.). Sie könne sich noch daran erinnern, 
wie er sie und L.________ einmal im Auto geschlagen habe, weil sie auf dem 
Rücksitz zu laut gewesen seien (pag. 210, Z. 40 ff.). Geschlagen habe der Be-
schuldigte jeweils mit Kabel oder mit einem Gurt. Den Gurt habe er ausgezogen 
und einfach drauflos geschlagen, ohne zu wissen, wo er sie treffe (pag. 210, Z. 54 
f.; pag. 219, Z. 123). Der Beschuldigte habe sie auch mit Badminton- oder