# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 732edcb3-af38-5766-8cf0-92aed0216ddb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.01.2014 100 2013 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-72_2014-01-22.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 5. November 2014 abgewiesen, soweit sie 
nicht gegenstandslos geworden ist (BGer 2C_213/2014).

100.2013.72U
VBL/BDE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Januar 2014

Verwaltungsrichter Müller, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Häberli, a.o. Verwaltungsrichterin von Büren
Gerichtsschreiber Sieber

1. A.___
2. B.___
3. C.___
4. D.___ und E.___

gesetzlich vertreten durch ihre Eltern A.___ und B.___
alle wohnhaft …
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen (Entscheid der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern vom 31. Januar 2013; BD 314/11)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.___ und B.___ reisten am 8. April 1990 in die Schweiz ein und hatten seit dem 
29. November 1991 Wohnsitz in der Einwohnergemeinde (EG) F.___. Die drei 
gemeinsamen Kinder C.___ (geb. ….1994), D.___ (geb. ….1997) und E.___ (geb. 
…2000) wurden in G.___ geboren. Die Familie meldete sich per 30. April 2001 bei der 
EG F.___ ab und lebte in der Folge während zweier Jahre in ihrem Heimatland 
Kosovo; die Niederlassungsbewilligungen aller Familienmitglieder blieben auf Gesuch 
hin bis zum 31. Mai 2003 aufrechterhalten. Im April 2003 kehrte die Familie in die 
Schweiz zurück und meldete sich am 22. April 2003 wiederum in der EG F.___ an. 
A.___ blieb jedoch im Kosovo erwerbstätig und die ganze Familie hielt sich bis Mitte 
2012 mehrheitlich im Heimatland auf. Im Jahr 2006 wurde A.___ in der Schweiz 
eingebürgert; die Einbürgerungsgesuche der restlichen Familienmitglieder wurden 
sistiert. Die Kontrollfristen der Niederlassungsbewilligungen von B.___ und der drei 
Kinder wurden in den Jahren 2006 und 2009 um drei bzw. fünf Jahre verlängert. 

Am 27. Oktober 2011 stellte das Amt für Migration und Personenstand des Kantons 
Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), fest, dass die Niederlassungsbewilligungen von 
B.___ und der drei Kinder infolge langer Abwesenheit erloschen seien. 

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.___ und B.___ am 29. November 2011 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese wies 
das Rechtsmittel der Eltern, der minderjährigen Kinder D.___ und E.___ sowie der 
volljährigen Tochter C.___ mit Entscheid vom 31. Januar 2013 ab, soweit sie darauf 
eintrat. 

C.

Dagegen haben A.___, B.___ und C.___ am 4. März 2013 Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht erhoben mit den folgenden Rechtsbegehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 3

«1. Der Entscheid der POM vom 31. Januar 2013 resp. die Feststellung des MIP vom 
27. Oktober 2011 sind aufzuheben.

  2. Eventualiter sind die Niederlassungsbewilligungen der Beschwerdeführerinnen 
B.___ und C.___ sowie der Kinder D.___ und E.___ um vier Jahre aufrecht zu 
erhalten. 

3. Es ist eine öffentliche Verhandlung i.S. von Art. 6 EMRK anzuordnen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –»

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 12. März 2013 die Abweisung der 
Beschwerde. 

Am 18. März 2013 stellte die Familie … beim MIP Gesuche um Familiennachzug bzw. 
betreffend C.___ um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu Studienzwecken. Das 
MIP (MIDI) hat die Gesuche sistiert und die Akten am 26. Juli 2013 sowie am 8. Januar 
2014 dem Verwaltungsgericht zugestellt. 

Am 10. September 2013 hat die Instruktionsrichterin die Verfallsanzeige vom 
2. Dezember 2005 sowie die Einbürgerungsakten betreffend A.___ zu den Akten 
erkannt und den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit gegeben, sich hierzu zu äussern. 
Stellungnahmen dazu sind am 13. September bzw. 21. Oktober 2013 erfolgt. 

Am 26. November 2013 hat die Familie ... weitere Unterlagen eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die POM hat im 
Rubrum ihres Entscheids alle fünf Familienmitglieder als Beschwerdeführende 
aufgeführt und das Erlöschen der Niederlassungsbewilligung für die volljährige Tochter 
C.___ sowie für die beiden minderjährigen, gesetzlich durch die Eltern vertretenen 
Kinder D.___ und E.___ bestätigt (angefochtener Entscheid E. 2, 6). Letztere sind zwar 
in der Beschwerdeschrift nicht als Beschwerdeführende aufgeführt; indes ergibt sich 
aus Ziffer 2 des Rechtsbegehrens, dass sich die Beschwerde auch auf sie beziehen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 4

soll. Sie sind deshalb als Parteien ins verwaltungsgerichtliche Verfahren einzubeziehen 
(vgl. Art. 20a Abs. 1 VRPG; BVR 2012 S. 529, nicht publ. E. 1.3 [VGE 2011/386]; 
ferner BVR 2010 S. 129 E. 2, 2008 S. 261 E. 3.4.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 12 N. 4 f.; vgl. auch hinten E. 2).

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und haben 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist unter Vorbehalt von 
E. 1.3 einzutreten. 

1.3 Die Beschwerdeführenden beantragen neben der Aufhebung des Entscheids 
der POM vom 31. Januar 2013 auch diejenige der Verfügung des MIP vom 27. Oktober 
2011. Da ihrer Beschwerde an die POM voller Devolutiveffekt zugekommen und deren 
Entscheid an die Stelle der erwähnten Verfügung getreten ist, ist Anfechtungsobjekt 
vor dem Verwaltungsgericht ausschliesslich der Entscheid der POM. Soweit die 
Aufhebung der ursprünglichen Verfügung beantragt wird, ist auf die Beschwerde des-
halb nicht einzutreten (BVR 2010 S. 411 E. 1.4).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Die Beschwerdeführenden machen vorab geltend, das von der POM bestätigte 
Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen der drei Kinder C.___, D.___ und E.___ 
sei bereits deshalb gesetzeswidrig, weil es im Dispositiv der Verfügung des MIP vom 
27. Oktober 2011 nicht ausdrücklich angeordnet worden sei (Beschwerde, Art. 2). – 
Das MIP hat im Dispositiv seiner Verfügung lediglich das Erlöschen der 
Niederlassungsbewilligung der Mutter, B.___, festgestellt (Akten MIP 1303370 
[act. 3B], pag. 76). Im Rubrum führte es demgegenüber die Mutter sowie die drei 
Kinder auf und hielt am Schluss seiner Begründung fest: «Die Niederlas-
sungsbewilligung von Frau B.___ und ihren drei Kinder ist durch die lange 
Abwesenheit erloschen» (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 73 und 74). Wie die 
Vorinstanz zutreffend erwogen hat, geht damit aus der Verfügung vom 27. Oktober 
2011 eindeutig hervor, dass nach Auffassung des MIP auch die 

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Niederlassungsbewilligungen der drei Kinder erloschen sind. Das Dispositiv ist insofern 
offensichtlich unvollständig (angefochtener Entscheid, E. 2; Vernehmlassung des MIP 
vom 21.12.2011 in Vorakten POM [act. 3A], pag. 18; vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
a.a.O., Art. 52 N. 12). Der Rechtssicherheit halber ist die Berichtigung des Dispositivs 
der Verfügung vom 27. Oktober 2011 durch das Verwaltungsgericht urteilsmässig 
festzustellen (Art. 100 Abs. 1 VRPG; vgl. VGE 2011/89 vom 4.8.2011, E. 1.4.2 mit 
Hinweis). Niederlassungsbewilligungen erlöschen jedoch entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführenden (Beschwerde, Art. 3 und 8) bei Vorliegen eines 
Erlöschensgrunds von Gesetzes wegen, d.h. automatisch, ohne dass die Behörde eine 
entsprechende Feststellungverfügung erlassen müsste (vgl. Silvia Hunziker in 
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar AuG, 2010, Art. 61 N. 3). Die 
verfügungsmässige Feststellung, dass die Bewilligungen von C.___, D.___ und E.___ 
erloschen sind, wäre somit – ein Erlöschensgrund vorausgesetzt – ebenso wenig er-
forderlich gewesen wie die Einziehung der Dokumente oder dergleichen.

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) hielt sich zwischen 1982 und 1989 
regelmässig als Saisonnier in der Schweiz auf. Nach der Heirat im Januar 1990 reiste 
das Ehepaar A.___ und B.___ im April 1990 in die Schweiz ein und lebte ab 
29. November 1991 in der EG F.___ (Einbürgerungsbericht vom 22.5.2006 [act. 12A]). 
Nachdem der Beschwerdeführer im Jahr 2001 eine Arbeitsstelle bei einem Schweizer 
Unternehmen im Kosovo angenommen hatte, meldete sich die ganze Familie per 
30. April 2001 bei der EG F.___ ab; die Niederlassungsbewilligungen wurden jedoch 
auf Gesuch hin aufrecht erhalten (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 93, 94 f.). Im April 
2003 kehrten die Beschwerdeführenden in die Schweiz zurück und meldeten sich am 
22. April 2003 wiederum in der EG F.___ an. Der Beschwerdeführer behielt jedoch 
seine Arbeitsstelle im Kosovo und die ganze Familie hielt sich in den folgenden Jahren 
mehrheitlich im Heimatland auf, wo die Kinder ihre gesamte bzw. den Grossteil ihrer 
Schulzeit absolvierten. Während der Schulferien verbrachte die Familie jeweils zwei bis 
drei Monate im Sommer sowie einen Monat im Winter in F.___ (Akten MIP 1303370 
[act. 3B], pag. 27, 34, 50; Vorakten POM, pag. 11, 59). Eine Abmeldung bei der 
Einwohnerkontrolle nahmen die Beschwerdeführenden nicht vor (dazu auch hinten 

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E. 4.3). In der Schweiz verfügten sie indes über keine eigene Wohnung mehr; während 
ihrer Aufenthalte in F.___ wohnten sie ab 1. Oktober 2005 zur Untermiete bei einer 
befreundeten Familie (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 19 ff.). Gemäss eigenen 
Angaben standen ihnen dort zwei Schlafzimmer und das Wohnzimmer zur Verfügung 
(Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 51). Im Kosovo lebte die Familie im Haus des 
Bruders des Beschwerdeführers zur Miete (Vorakten POM, pag. 60). Im Jahr 2006 
wurde der Beschwerdeführer in der Schweiz eingebürgert; die Einbürgerungsgesuche 
der restlichen Familienmitglieder wurden mit der Begründung sistiert, die Familie 
wohne seit einiger Zeit im Kosovo, wo die Kinder die Schule besuchten, weshalb keine 
Integration in der Schweiz stattfinde (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 101). Das MIP 
verlängerte in den Jahren 2006 und 2009 die Kontrollfrist der 
Niederlassungsbewilligungen für drei bzw. fünf Jahre, nachdem die EG F.___ auf den 
Formularen keine Bemerkungen angebracht bzw. ausdrücklich «keine Einwände» 
gegen die Verlängerungen erhoben hatte (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 1 f., 4 f.; 
2144511 [act. 3C], pag. 1 f., 4 f.; 3251661 [act. 3D], pag. 1 f., 4 f.; 2569808 [act. 3E], 
pag. 1 f., 4 f.). 

3.2 Im Rahmen des noch hängigen Einbürgerungsverfahrens forderte die EG F.___ 
B.___ mit Schreiben vom 27. Januar 2009 zu einem persönlichen Gespräch auf, da 
festgestellt worden sei, dass sie sich nicht in der Schweiz aufhalte und die Kinder nicht 
die Schule in F.___ besuchten (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 24). Nach einem 
Telefongespräch zwischen dem Beschwerdeführer und dem Gemeindeschreiber der 
EG F.___ hielt dieser mit Notiz vom 4. Februar 2009 fest, dass «aus 
fremdenpolizeilicher Sicht zur Zeit kein Handlungsbedarf» bestehe (Akten MIP 
1303370 [act. 3B], pag. 27). Nachdem die Gemeinde weitere Abklärungen 
vorgenommen hatte, teilte sie dem MIP am 2. November 2010 mit, dass sich der 
Wohnsitz der Beschwerdeführenden vermutlich ins Ausland verlagert habe (Akten MIP 
1303370 [act. 3B], pag. 8, 22, 32 f.). Die eigenen Abklärungen des MIP führten in der 
Folge dazu, dass dieses das Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen von B.___ 
und der drei Kinder wegen langer Landesabwesenheit feststellte (Verfügung vom 
27.10.2011). Am 15. Juni 2012 teilten die Beschwerdeführenden der Vorinstanz mit, 
dass sie ihren Zweitwohnsitz im Kosovo aufgegeben hätten. Ab 1. April 2012 mietete 
die Familie eine Vierzimmerwohnung in F.___; per 1. Januar 2014 hat B.___ die 
Liegenschaft F.___ Gbbl. Nr. 1___ käuflich erworben (act. 18A und B). Der 
schulpflichtige E.___ besucht seit dem 5. Juni 2012 die Schule in F.___, währenddem 
D.___ ein berufsbegleitendes Schuljahr absolviert. C.___ hatte sich für ein Medizin-

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studium angemeldet und ist offenbar seit 12. September 2013 vollzeitig, aber befristet 
erwerbstätig (vgl. act. 1C/6; Einsatzverträge vom 11.9. und 12.12.2013 [act. 21A]). Der 
Beschwerdeführer ist seit Juni 2012 erwerbslos. B.___ steht seit 1. Juni 2013 in einem 
unbefristeten Anstellungsverhältnis (act. 7B und 7C; Vorakten POM, pag. 23 ff.).

4.

Zu prüfen ist, ob die Niederlassungsbewilligungen von B.___ sowie der Kinder C.___, 
D.___ und E.___ wegen Landesabwesenheit erloschen sind.

4.1 Auf die vorliegende Streitigkeit ist das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) anwendbar; zwar hat sich 
der massgebliche Sachverhalt grösstenteils vor Inkrafttreten des AuG (1.1.2008) 
ereignet. Das MIP hat die Überprüfung des Erlöschens der Niederlassungsbewilligung 
aber erst im Jahr 2010 eingeleitet und den Beschwerdeführenden am 26. Januar 2011 
das rechtliche Gehör gewährt (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 8, 31, 42). Die Be-
schwerde ist deshalb nach neuem Recht zu beurteilen (BGer 2C_327/2013 vom 
23.10.2013, E. 1.2 mit Hinweisen). Im Übrigen entspricht das vorher gültige 
Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG; BS 1 121) hinsichtlich der Regelung zum Erlöschen von 
Niederlassungsbewilligungen dem AuG (sogleich E. 4.2).

4.2 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt 
(Art. 34 Abs. 1 AuG). Der Ausweis wird zur Kontrolle für fünf Jahre ausgestellt (Art. 41 
Abs. 3 AuG). Diese Kontrollfrist hat weder Einfluss auf die Rechtsbeständigkeit der 
Niederlassungsbewilligung noch verhindert sie deren allfälliges Erlöschen (BGer 
2A.674/2006 vom 14.2.2007, E. 2.2, 2A.284/2001 vom 9.10.2001, E. 3e; Silvia 
Hunziker, a.a.O., Art. 41 N. 12). Die Niederlassungsbewilligung erlischt unter anderem 
mit der Abmeldung ins Ausland (Art. 61 Abs. 1 Bst. a AuG) oder wenn die Ausländerin 
oder der Ausländer, ohne sich abzumelden, die Schweiz für mehr als sechs Monate 
verlässt (Art. 61 Abs. 2 AuG). Die Niederlassungsbewilligung kann auf zuvor gestelltes 
Gesuch hin während vier Jahren aufrechterhalten werden (Art. 61 Abs. 2 AuG i.V.m. 
Art. 79 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Art. 61 AuG entspricht dem früheren Art. 9 
Abs. 3 Bst. c ANAG, weshalb die dazu ergangene Rechtsprechung massgebend bleibt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 8

(vgl. BGer 2C_327/2013 vom 23.10.2013, E. 2.1, 2C_1224/2012 vom 26.8.2013, 
E. 2.1, beide auch zum Folgenden). Danach erlischt die Niederlassungsbewilligung, 
wenn sich die ausländische Person während sechs aufeinanderfolgenden Monaten 
ununterbrochen im Ausland aufhält, wobei es weder auf die Motive für die 
Landesabwesenheit noch auf die Absichten der Betroffenen ankommt (BGE 120 1b 
369 E. 2c; BGer 2A.376/2004 vom 1.7.2004, E. 1.1, 2A.514/2003 vom 5.11.2003, 
E. 3.2). Die sechsmonatige Frist nach Art. 61 Abs. 2 AuG wird durch vorübergehende 
Besuchs-, Tourismus- oder Geschäftsaufenthalte in der Schweiz nicht unterbrochen 
(Art. 79 Abs. 1 VZAE). Somit erlischt die Niederlassungsbewilligung wegen 
Aufenthaltsunterbruchs auch dann, wenn die ausländische, während eines grösseren 
Zeitraums landesabwesende Person jeweils vor Ablauf von sechs Monaten für 
beschränkte Zeit in die Schweiz zurückkehrt, dies aber bloss zu Besuchszwecken tut. 
Bei solchen Verhältnissen bilden daher nicht etwa die (verschiedenen) Ausreisezeit-
punkte, sondern vielmehr die Frage nach dem Lebensmittelpunkt das aus-
schlaggebende Kriterium (vgl. BGE 120 Ib 369 [Pra 84 Nr. 98] E. 2c; 
BGer 2C_327/2013 vom 23.10.2013, E. 2.1, 2C_471/2012 vom 18.1.2013, E. 4.1, 
2C_609/2011 vom 3.4.2012, E. 3.2, 2A.31/2006 vom 8.5.2006, E. 3.2; Weisungen und 
Erläuterungen Ausländerbereich des Bundesamts für Migration [BFM; nachfolgend: 
Weisungen AuG], Ziff. 3.4.4 f.; Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 61 N. 19 ff.; Zünd/Arquint 
Hill in Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, N. 8.9). Der Lebens-
mittelpunkt einer Person befindet sich dort, wo der Schwerpunkt der sozialen, 
familiären und privaten Beziehungen angesiedelt ist. In der Regel müssen sich 
Ausländerinnen und Ausländer innerhalb eines Jahres mehrheitlich (d.h. während 
mindestens sechs Monaten) in der Schweiz aufhalten, ansonsten die widerlegbare 
Vermutung besteht, dass der hiesige Lebensmittelpunkt tatsächlich aufgegeben 
worden ist (BGer 2C_327/2013 vom 23.10.2013, E. 2.2.2; Silvia Hunziker, a.a.O., 
Art. 61 N. 21 f.). 

4.3 Die Vorinstanz erachtet es als erstellt, dass sich der Lebensmittelpunkt der 
Beschwerdeführenden während Jahren im Kosovo befunden hat, weshalb die 
Niederlassungsbewilligungen von B.___ und der drei Kinder automatisch erloschen 
seien (angefochtener Entscheid, E. 4). Demgegenüber bestreiten die 
Beschwerdeführenden, ihren Lebensmittelpunkt in den Kosovo verlegt zu haben 
(Beschwerde, Art. 4). Sie bringen vor, Art. 61 Abs. 2 AuG sei nicht anwendbar, weil sie 
die Schweiz nicht «ohne Abmeldung verlassen haben». Sie seien in engem Kontakt mit 
der Gemeinde gestanden, die über den Sachverhalt und die Wohnsitzsituation genau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 9

orientiert gewesen sei (Beschwerde, Art. 3, 4, 8). – Eine ausländerrechtlich wirksame 
Abmeldung im Sinn von Art. 61 Abs. 1 Bst. a bzw. Abs. 2 AuG liegt nur dann vor, wenn 
aus der Erklärung, die die ausländische Person gegenüber der zuständigen Behörde 
abgibt, klar und eindeutig hervorgeht, dass der Aufenthalt in der Schweiz definitiv 
aufgegeben werden soll (vgl. BGer 2C_100/2009 vom 19.10.2009, E. 2.1, 3.2 f.; Silvia 
Hunziker, a.a.O., Art. 61 N. 5). Eine andere Form der «Abmeldung» besteht entgegen 
der Auffassung der Beschwerdeführenden nicht. Insbesondere kann dem Erlöschen 
der Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 61 Abs. 2 erster Satz AuG nicht dadurch 
entgegengewirkt werden, dass die Behörden über den Auslandaufenthalt bloss in 
Kenntnis gesetzt werden; wer sich für länger als sechs Monate ins Ausland begeben 
will, ohne die Niederlassungsbewilligung zu verlieren, muss ausdrücklich darum 
ersuchen, dass diese (während vier Jahren) aufrechterhalten bleibt (Art. 61 Abs. 2 
zweiter Satz AuG). – Die Beschwerdeführenden machen selber nicht geltend, ge-
genüber der EG F.___ erklärt zu haben, die Schweiz definitiv zu verlassen, zumal in 
diesem Fall die Niederlassungsbewilligungen sofort mit der Abmeldung erloschen 
wären. Unstrittig ist zudem, dass die Beschwerdeführenden – anders als noch im Jahr 
2001 – kein Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligungen gestellt 
haben. Sie haben die Schweiz vielmehr verlassen, ohne sich im Sinn von Art. 61 
Abs. 2 AuG abzumelden. Zu prüfen ist demnach, ob die Niederlassungsbewilligungen 
wegen mehr als sechsmonatigem Aufenthalt im Ausland erloschen sind. Ob der «enge 
Kontakt» mit den Gemeindebehörden und der Umstand, dass die Familie die 
Gemeinde (angeblich) über ihren Wohnsitz im Kosovo informierte, dem Erlöschen der 
Niederlassungsbewilligungen entgegenstehen (vgl. Beschwerde, Art. 3), wird im 
Rahmen der Erwägungen zum Vertrauensschutz zu prüfen sein (hinten E. 5 und 6). 

4.4 Es ist unbestritten, dass sich die Beschwerdeführenden in den Jahren 2003 bis 
2012, mithin während fast zehn Jahren, mehrheitlich (acht bis zehn Monate im Jahr) im 
Kosovo und nur zweimal im Jahr für maximal zwei bis vier Monate in der Schweiz 
aufhielten. Bereits zuvor (2001-2003) lebten sie während zweier Jahre ausschliesslich 
in ihrem Heimatland (vorne E. 3). Angesichts dieses sehr langen Zeitraums mit 
überwiegenden Aufenthalten im Ausland besteht die (widerlegbare) Vermutung, dass 
sich der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführenden zwischen 2003 und Juni 2012 
im Kosovo befand. Damit kann dahingestellt bleiben, ob sie tatsächlich wie behauptet 
jeweils vor Ablauf von sechs Monaten für kurze Zeit in die Schweiz zurückkehrten; 
ausschlaggebend ist nach dem Gesagten, ob der Lebensmittelpunkt ins Ausland 
verlegt worden ist (vgl. vorne E. 4.2). Die Vorinstanz hat aufgrund verschiedener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 10

Umstände zu Recht angenommen, dass die Beschwerdeführenden ihren 
Lebensmittelpunkt in den Kosovo verlegt hatten (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4): 
So ging der bei einer schweizerischen Unternehmung angestellte Beschwerdeführer 
dort während zehn Jahren einer regelmässigen und seine Ehefrau zumindest teilweise 
einer Erwerbstätigkeit nach. Zudem besuchten die Kinder die Schule im Kosovo, wobei 
C.___ und D.___ die gesamte Schulzeit dort absolvierten. Dass die Kinder gemäss 
eigenen Angaben mit deutschen Lehrmitteln unterrichtet worden seien, fällt unter 
diesen Umständen nicht ins Gewicht. Da sich die ganze Familie im Kosovo aufhielt, ist 
der vorliegende Sachverhalt nicht mit Fällen vergleichbar, in denen die Kinder nur 
einen Teil ihrer Schulzeit im Heimatland absolvieren und die Ferien jeweils bei ihren 
dauernd in der Schweiz lebenden Eltern verbringen (vgl. BGE 120 Ib 369; BGer 
2C_609/2011 vom 3.4.2012, E. 3.6, 2A.66/2000 vom 26.7.2000, E. 4b). Hinzu kommt, 
dass die Beschwerdeführenden im Kosovo ein Haus bewohnten, währenddem sie 
offenbar ab Mai 2001 in der Schweiz über keine eigene Wohnung mehr verfügten; das 
Untermietverhältnis betreffend einzelne Räumlichkeiten in der Wohnung an der 
...strasse 2___ in F.___ bestand offenbar erst seit 1. Oktober 2005, weshalb unklar ist, 
wo die Beschwerdeführenden in den Jahren 2003 bis 2005 während ihren Aufenthalten 
in der Schweiz wohnten. Im Übrigen spräche auch der Umstand, dass die 
Beschwerdeführenden als ausländische Personen noch über eine Wohnung in der 
Schweiz verfügen, nicht gegen eine Verlegung ihres Lebensmittelpunkts ins Ausland 
(vgl. BGer 2C_147/2010 vom 22.6.2010, E. 5.1, 2A.31/2006 vom 8.5.2006, E. 3.2). Die 
Aufrechterhaltung der schweizerischen Krankenversicherungen, die Fahrzeugimmatri-
kulationen, das Ausfüllen der Steuererklärungen und die Bestätigung der Kinderärztin 
für einzelne ambulante Konsultationen in G.___ (Akten MIP 1303370 [act. 3B], 
pag. 29 f., 39, 53 ff., 99) vermögen weder für sich allein noch in ihrer Gesamtheit einen 
Lebensmittelpunkt in der Schweiz glaubhaft zu machen (vgl. BGer 2C_1224/2012 vom 
26.8.2013, E. 2.2, 2C_471/2012 vom 18.1.2013, E. 4.2.2). Bezüglich der Steuerpflicht 
ist zudem zu bemerken, dass die Beschwerdeführenden das Vorbringen der EG F.___, 
wonach sie in den vergangenen Jahren kein Einkommen oder Vermögen versteuert 
haben, nicht widerlegen konnten; die aktenkundigen Unterlagen bestätigen einzig, 
dass Steuererklärungen ausgefüllt wurden und keine Steuerschuld besteht, nicht aber, 
dass die Familie ihr Einkommen und Vermögen in der Schweiz (und nicht im Kosovo) 
versteuert hat (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 39, 53 ff.). Aus der bei der POM 
eingereichten Liste mit in der Schweiz lebenden Verwandten und Bekannten kann 
schliesslich nicht auf enge soziale Bindungen geschlossen werden, zumal die 
Beschwerdeführenden Intensität und Art dieser Kontakte nicht näher darlegen. Weitere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 11

Umstände, die gegen die Verlagerung des Lebensmittelpunkts in den Kosovo 
sprechen, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht (vgl. Beschwerde, Art. 4). 

4.5 Insgesamt ist von einer zehnjährigen Landesabwesenheit der Be-
schwerdeführenden unter Verlegung des Lebensmittelpunkts ins Ausland auszugehen. 
Die Besuchsaufenthalte in der Schweiz vermochten deshalb die sechsmonatige Frist 
von Art. 61 Abs. 2 AuG bzw. Art. 9 Abs. 3 Bst. c ANAG nicht zu unterbrechen. Damit 
hat die POM zu Recht geschlossen, die Niederlassungsbewilligungen von B.___ und 
der drei Kinder seien infolge längeren Auslandaufenthalts erloschen. Dem steht nicht 
entgegen, dass die Beschwerdeführenden seit ihrer Rückkehr in die Schweiz 
Integrationsbemühungen an den Tag gelegt haben. Die vor dieser Rückkehr 
erloschenen Bewilligungen können dadurch nicht wieder aufleben 
(vgl. BGer 2C_327/2013 vom 23.10.2013, E. 2.2.4, 2C_1224/2012 vom 26.8.2013, 
E. 2.3, 2C_609/2011 vom 3.4.2012, E. 3.8). Ebensowenig vermag der kürzliche 
Liegenschaftserwerb durch B.___ (vgl. act. 18B sowie vorne E. 3.2) das 
ausländerrechtliche Verfahren zu beeinflussen (vgl. Art. 6 Abs. 2 VZAE). Zu prüfen 
bleibt, ob sich das Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen aus Gründen des 
Vertrauensschutzes als unrechtmässig erweist.

5.

Die Beschwerdeführenden rügen, das Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen 
verstosse gegen den Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 9 BV der 
Bundesverfassung (BV; SR 101).

5.1 Sie machen geltend, sie hätten sich in den Jahren 2003 und 2006 sowohl bei 
der EG F.___ als auch beim MIDI erkundigt, ob ein Zweitwohnsitz im Kosovo zulässig 
sei (Beschwerde, Art. 5). Daraufhin hätten sie die Auskunft erhalten, dass dies 
gestattet sei, sofern sie während der Ferien regelmässig in die Schweiz zurückkehren 
würden (Stellungnahme vom 21.10.2013 [act. 16], S. 3). Gestützt auf diese Auskünfte 
hätten sie gutgläubig darauf vertraut, dass ihnen die Niederlassungsbewilligungen 
belassen würden, auch wenn der Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit im Kosovo 
fortsetzt. Demgegenüber vertritt die POM die Auffassung, dass sich die 
Beschwerdeführenden infolge offensichtlicher Unzuständigkeit der EG F.___ zur 
Auskunftserteilung nicht auf den Vertrauensschutz berufen könnten (angefochtener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 12

Entscheid, E. 5a/cc, auch zum Folgenden). Dass Mitarbeitende des MIDI ihnen eine 
falsche Auskunft erteilt hätten, sei unbelegt, weshalb die Beschwerdeführenden als 
Folge dieser Beweislosigkeit auch insoweit nichts für sich ableiten könnten. 

5.2 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen nach Treu und 
Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV; vgl. auch Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des 
Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Der Grundsatz verleiht einer Person den Anspruch auf 
Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, 
bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden. Vorausgesetzt ist, 
dass die Auskunft für einen bestimmten Einzelfall aufgrund einer vollständigen und 
richtigen Darstellung des Sachverhalts vorbehaltslos erteilt wurde, die Amtsstelle zur 
Auskunftserteilung zuständig war oder gutgläubig als zuständig erachtet werden durfte, 
die Unrichtigkeit der Auskunft bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit nicht ohne weiteres 
erkennbar war, im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft unwiderrufliche oder nicht 
ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen getroffen wurden und die 
Rechtslage sich seit der Auskunftserteilung nicht geändert hat. Selbst wenn diese 
Voraussetzungen erfüllt sind, scheitert die Berufung auf Treu und Glauben, wenn ihr 
überwiegende öffentliche Interessen entgegenstehen (vgl. BGE 137 I 69 E. 2.5.1, 
132 II 240 E. 3.2.2, 131 II 627 E. 6.1; BVR 2013 S. 85 E. 6.1, 2008 S. 563 E. 2.3, 2005 
S. 273 E. 3.4; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, 
N. 623, 627, 665, 669, 674, 680 ff.; Beatrice Weber-Dürler, Neuere Entwicklung des 
Vertrauensschutzes, in ZBl 2002 S. 281 ff., 288 ff.; Beatrice Weber-Dürler, Falsche 
Auskünfte von Behörden, in ZBl 1991 S. 1 ff., 10 ff.). 

5.3 Zu würdigen ist zunächst die Rolle der Gemeinde.

5.3.1 Gestützt auf die Akten erachtet es das Verwaltungsgericht als erstellt, dass die 
EG F.___ und insbesondere deren damaliger Gemeindeschreiber davon Kenntnis 
hatte, dass die Familie … schwergewichtig im Kosovo lebte, wo insbesondere der 
Beschwerdeführer arbeitete und die Kinder die Schule besuchten, die Gemeinde dem 
MIDI diese Umstände jedoch im Hinblick auf die Verlängerung der Kontrollfristen nicht 
meldete (vgl. Verfallsanzeigen vom 2.12.2005 betr. A.___ [act. 11] und B.___ [Akten 
MIP 1303370, act. 3B pag. 1 f.]; Einbürgerungsbericht vom 22.5.2006 in 
Einbürgerungsakten [act. 12A]; act. 1C/4 betreffend den der Gemeinde vorgelegten 
Untermietvertrag vom 28.9.2005). Eine konkrete Auskunftserteilung der Gemeinde ist 
zwar nicht erstellt, doch ist vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde über die Lebens- 
und Wohnsituation der Familie im Bild war, nicht auszuschliessen, dass sie den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 13

Beschwerdeführenden die falsche Auskunft erteilte, die Niederlassungsbewilligungen 
würden ihnen auch bei einem überwiegenden Auslandaufenthalt im Kosovo belassen. 
Wie es sich damit im Einzelnen verhält, kann mit Blick auf die nachstehenden 
Erwägungen aber offen bleiben. 

5.3.2 Zu prüfen ist zunächst, ob die Gemeinde zur Auskunftserteilung zuständig und 
ob eine allfällige Unzuständigkeit für die Beschwerdeführenden erkennbar war. Unter 
dem Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes genügt es, dass Private in guten Treuen 
annehmen durften, die Behörde sei zur Erteilung der Auskunft befugt. Der Schutz des 
guten Glaubens fällt jedoch dahin, wenn die Unzuständigkeit offensichtlich, d.h. klar 
erkennbar war. Ob dies zutrifft, muss auf Grund objektiver und subjektiver Elemente 
beurteilt werden. Objektiv fallen vor allem die Natur der gegebenen Auskunft und die 
Rolle der sie erteilenden Auskunftsperson in Betracht; subjektiv muss einer allfälligen 
besonderen Stellung oder Befähigung der Betroffenen, welche diesen die 
Erkennbarkeit der Unzuständigkeit erleichterte, Rechnung getragen werden (vgl. 
BGE 129 II 361 E. 7.2; Beatrice Weber-Dürler, Falsche Auskünfte von Behörden, 
a.a.O., S. 13; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N. 675, 682 zum Folgenden). Auch die 
Unrichtigkeit der Auskunft darf nicht erkennbar sein. Dabei kommt es entscheidend auf 
die Kenntnisse und Erfahrung der Adressaten an. 

5.3.3 Die Beschwerdeführenden bringen vor, sie hätten davon ausgehen dürfen, dass 
der damalige Gemeindeschreiber der EG F.___ die für die Auskunftserteilung 
zuständige Behörde sei: Anlaufstelle jeder ausländischen Person sei die jeweilige 
Wohnsitzgemeinde, die gegenüber der ausländischen Person die Position der 
Ausländerbehörde einnehme. Die Unrichtigkeit der Auskunft sei zudem nicht erkennbar 
gewesen (Beschwerde, Art. 5). – In ausländerrechtlichen Angelegenheiten ist das MIP 
(MIDI) die zuständige Vollzugsbehörde; den Gemeinden kommt nur unterstützende 
Funktion zu (vgl. Art. 1 und 4 Abs. 1 der Einführungsverordnung vom 14. Oktober 2009 
zum Ausländer- und zum Asylgesetz [EV AuG und AsylG; BSG 122.201]; Art. 1 und 5 
der Verordnung vom 19. Juli 1972 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
[BAG 01-9; in Kraft bis 31.12.2009; nachfolgend: Verordnung Aufenthalt und 
Niederlassung]; Vortrag des Regierungsrats betreffend EG AuG und AsylG, in Tagblatt 
des Grossen Rates 2009, Beilage 6, S. 2, 11). Anders als die Städte Bern, Biel und 
Thun sind die übrigen bernischen Gemeinden (wie hier die EG F.___) nicht im Rahmen 
von ihnen übertragenen ausländerrechtlichen Zuständigkeiten als 
Verwaltungsbehörden anstelle des Kantons (MIDI) tätig (vgl. VGE 2012/218 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 14

4.9.2013, E. 3.6 [Umkehrschluss]). Zu den kommunalen Aufgaben in 
ausländerrechtlichen Angelegenheiten gehören unter anderem die Überwachung von 
An- und Abmeldung ausländischer Personen, die Stellungnahme zu 
Verlängerungsgesuchen und die Überweisung der eingehenden Gesuche an den 
Migrationsdienst, unter gleichzeitiger Schilderung aller Umstände, die für den 
ausländerrechtlichen Entscheid massgebend sein können (Art. 4 Abs. 1 Bst. d, e und i 
EV AuG und AsylG; vgl. auch Art. 5 Abs. 2 Verordnung Aufenthalt und Niederlassung). 
Der Erlass von ausländerrechtlichen Verfügungen liegt jedoch ausserhalb des 
kommunalen Aufgabenbereichs. – Mangels Entscheidkompetenz in Fragen der 
Aufenthaltsberechtigung oder – wie hier – der Aufrechterhaltung der 
Niederlassungsbewilligung war die EG F.___ demnach auch für die Erteilung 
entsprechender Auskünfte oder Zusicherungen an die Beschwerdeführenden nicht 
zuständig (vgl. BGE 130 II 1 E. 2.2; VGE 22559 vom 6.6.2006, E. 5.2.1, 19068 vom 
15.3.1994, E. 2; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N. 674). 

5.3.4 Den Beschwerdeführenden ist insoweit zuzustimmen, als die Wohn-
sitzgemeinden für ausländische Personen für Fragen im Zusammenhang mit dem 
Aufenthalt häufig die ersten Anlaufstellen bilden (vgl. Art. 4 EV AuG und AsylG; 
«www.pom.be.ch», Rubriken «Migration», «Einreise und Aufenthalt», «Aufenthalt»; 
soeben E. 5.3.3); so sind beispielsweise die Verfallsanzeigen für Aufenthalts- und 
Niederlassungsbewilligungen jeweils bei der Wohnsitzgemeinde einzureichen, welche 
diese an die kantonale Migrationsbehörde weiterleitet. Es erscheint demnach 
grundsätzlich nachvollziehbar, dass ausländische Personen die Einwohnergemeinden 
in ausländerrechtlichen Fragen als zur Auskunftserteilung zuständig erachten (vgl. 
BGer 2P.245/2006 vom 6.11.2006, E. 2.3.2; vgl. auch BGE 130 II 1 E. 2.2). Dem 
Beschwerdeführer musste jedoch aufgrund seiner langen Anwesenheitsdauer in der 
Schweiz (von 1982 bis 2001; vorne E. 3.1) und der damit verbundenen Erfahrung in 
ausländerrechtlichen Angelegenheiten bekannt sein, dass für Fragen der 
Bewilligungserteilung – und damit auch für entsprechende Auskünfte – die kantonale 
Migrationsbehörde und nicht die Gemeinde zuständig ist. Diese 
Zuständigkeitsregelung ist bereits aus den Verfallsanzeigen ersichtlich. Zudem hatten 
die Beschwerdeführenden bereits im Jahr 2001 für ihren zweijährigen 
Auslandaufenthalt beim MIDI um Aufrechterhaltung ihrer Niederlassungsbewilligungen 
ersucht (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 93). Dass die Beschwerdeführenden selber 
von der Zuständigkeit des MIDI ausgingen, belegt schliesslich der Umstand, dass sie 
sich offenbar mehrmals bei diesem erkundigten, ob eine Zweitwohnsitznahme im 

http://www.pom.be.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 15

Kosovo möglich sei (dazu hinten E. 5.4). Mit der Vorinstanz ist daher einig zu gehen, 
dass den Beschwerdeführenden die Unzuständigkeit der EG F.___ zur Erteilung von 
verbindlichen Auskünften zur Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligungen 
aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung klar gewesen sein muss (vgl. BGE 130 II 1 
E. 2.2; VGE 19068 vom 15.3.1994, E. 2). 

5.3.5 Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführenden nicht gutgläubig davon ausgehen 
konnten, ihr Niederlassungsrecht bliebe bei einem überwiegenden und langjährigen 
Aufenthalt der ganzen Familie im Kosovo bestehen, auch wenn sie jeweils zweimal pro 
Jahr einige Wochen in der Schweiz verbringen würden: Zunächst werden Inhaberinnen 
und Inhaber von Niederlassungsbewilligungen mit einem Hinweis auf ihren Niederlas-
sungsausweisen darauf aufmerksam gemacht, dass Auslandsaufenthalte von mehr als 
sechs Monaten zum Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen führen und diese nur 
auf Gesuch hin um zwei bzw. vier Jahre aufrechterhalten werden können. Von dieser 
Möglichkeit machten die Beschwerdeführenden im Jahr 2001 ja auch Gebrauch und 
ersuchten das MIP für die Dauer ihres zweijährigen Aufenthalts im Heimatland um Auf-
rechterhaltung ihrer Niederlassungsbewilligungen (vgl. vorne E. 3.1). Aufgrund dieser 
einschlägigen Erfahrung musste den Beschwerdeführenden bewusst sein, dass 
Niederlassungsbewilligungen bei einem mehrjährigen Aufenthalt im Ausland erlöschen 
bzw. nur auf begründetes Gesuch beim MIP hin aufrechterhalten bleiben. Die 
Beschwerdeführenden hätten demnach die Unrichtigkeit der behaupteten Auskunft der 
EG F.___ bei gehöriger Sorgfalt erkennen können und müssen (vgl. Häfelin/Müller/Uhl-
mann, a.a.O., N. 657, 682; Beatrice Weber-Dürler, Falsche Auskünfte von Behörden, 
a.a.O., S. 13). Sie geben denn auch selber an, sich bewusst gewesen zu sein, «dass 
es sich bei der geplanten Zweitwohnsitznahme im Kosovo um eine Besonderheit 
handelte» (Beschwerde, Art. 6).

5.4 Die Beschwerdeführenden machen geltend, auch der MIDI habe ihnen in den 
Jahren 2003 und 2006 die Auskunft erteilt, dass es ihnen «erlaubt sei, einen 
Zweitwohnsitz im Kosovo zu nehmen», sofern die Familie mindestens alle sechs 
Monate für eine gewisse Zeit in die Schweiz zurückkehre (Beschwerde Art. 5 und 6; 
angefochtener Entscheid, E. 5a/bb). Die Darstellung der Beschwerdeführenden, sie 
hätten sich beim MIDI nach der Rechtslage erkundigt, erscheint angesichts der 
geschilderten Erfahrungen des Beschwerdeführers mit ausländerrechtlichen 
Bewilligungsfragen zwar nicht aus der Luft gegriffen. Aus einer Zusicherung seitens 
des MIDI können die Beschwerdeführenden jedoch nur dann etwas zu ihren Gunsten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 16

ableiten, wenn sie den Sachverhalt (beabsichtigter langfristiger und schwergewichtiger 
Aufenthalt der ganzen Familie im Kosovo, Schulbesuch der Kinder, nur kürzere 
Aufenthalte in der Schweiz) vollständig und richtig dargestellt haben und der MIDI 
ihnen gestützt auf diese konkrete Anfrage eine vorbehaltlose Auskunft erteilt hat, dass 
die Niederlassungsbewilligungen unter diesen Umständen nicht erlöschen. Wie die 
POM zutreffend erwogen hat, tragen die Beschwerdeführenden hierfür die Beweislast 
(vgl. BVR 2009 S. 415 E. 2.3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 6, 19 
N. 3; Tamara Nüssle, Tragweite der Informationspflicht der Behörden gemäss Art. 56 
AuG am Beispiel der Fristen für den Familiennachzug, in AJP 2010, S. 887 ff., S. 892). 
Im heutigen Zeitpunkt und aufgrund der Akten ist nicht erstellt, ob und unter welchen 
Umständen der Beschwerdeführer mit Mitarbeitenden des MIDI Kontakt aufnahm und 
ob ihm eine konkrete, vertrauensbegründende Auskunft erteilt worden ist. Daran ändert 
nichts, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im Frühjahr 2013 auf 
telefonische Anfrage hin (erneut) eine (falsche) Auskunft von einer Mitarbeiterin des 
MIDI erhalten habe (Beschwerde, Art. 6); auch bezüglich dieser Auskunft ist weder 
deren Inhalt noch die konkret unterbreitete Frage erstellt. Nicht ersichtlich ist, inwiefern 
eine Email des MIDI vom Juni 2012 betreffend die neuerliche (unproblematische) 
Wohnsitznahme der Familie in F.___ (act. 1C/3) eine allfällige Auskunft aus den Jahren 
2003 bzw. 2006 zu belegen vermöchte (vgl. Beschwerde, Art. 6). Mangels Beweises – 
blosse überwiegende Wahrscheinlichkeit genügt hier nicht (Beschwerde, Art. 7; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 19 N. 6 f.) – fehlt es somit an einer bestimmten 
und vorbehaltlosen Zusicherung des MIDI und damit an einer tauglichen 
Vertrauensgrundlage. 

5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es vorliegend an einer konkreten und 
vorbehaltlos erteilten Auskunft durch die zuständige Behörde fehlt. Die 
Beschwerdeführenden durften nicht davon ausgehen, dass die EG F.___ zur 
Auskunftserteilung zuständig war und sie hätten die Unrichtigkeit der behaupteten 
Auskunft bei gehöriger Sorgfalt erkennen müssen. Die Voraussetzungen des 
Vertrauensschutzes sind demnach nicht erfüllt. 

6.

Zu prüfen bleibt, ob sich der MIDI widersprüchlich verhalten hat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 17

6.1 Die Beschwerdeführenden werfen dem MIDI sinngemäss widersprüchliches 
und treuwidriges Verhalten vor, indem dieser in Kenntnis der Sachlage ihre 
Niederlassungsbewilligungen [richtig: die Kontrollfrist] zweimal (2006 und 2009) 
verlängert habe. – In seiner Bedeutung als Verbot widersprüchlichen Verhaltens 
untersagt der Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 5 Abs. 3 bzw. 9 BV den 
Verwaltungsbehörden, sich gegenüber anderen Behörden oder Gemeinwesen und 
gegenüber Privaten widersprüchlich zu verhalten. Behörden dürfen insbesondere nicht 
einen einmal in einer bestimmten Angelegenheit eingenommenen Standpunkt ohne 
sachlichen Grund wechseln (Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2009, § 22 N. 21 f.; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., 
N. 707 ff.).

6.2 Die blosse Verlängerung der Kontrollfrist einer Niederlassungsbewilligung 
verhindert weder ein allfälliges Erlöschen der Bewilligung noch begründet dieser 
administrative Vorgang für sich allein ein schutzwürdiges Vertrauen. Der rein 
administrative Vorgang beruht nicht auf einer materiellen Kontrolle und bezweckt nur, 
festzustellen, ob sich die Person noch in der Schweiz befindet (BGer 2A.674/2006 vom 
14.2.2007, E. 2.2 auch zum Folgenden, 2A.449/2002 vom 13.11.2002, E. 7, 
2A.284/2001 vom 9.10.2001, E. 3e; Silvia Hunziker, a.a.O., Art. 41 N. 12; Silvia 
Hunziker/Beat König, in Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar AuG, 
2010, Art. 34 N. 6). Eine vertrauensbegründende behördliche Zusage lässt sich darin 
nicht erblicken. Dazu kommt, dass dem MIDI bei der Verlängerung der Kontrollfristen 
sowie im Zusammenhang mit der Einbürgerung des Beschwerdeführers nicht 
sämtliche rechtserheblichen Umstände bekannt waren; die POM hat überzeugend 
dargelegt, dass der MIDI in den Jahren 2006 und 2009 keine Kenntnis vom 
überwiegenden Auslandsaufenthalt und der Wohnsitznahme der 
Beschwerdeführenden im Kosovo hatte (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5b/cc). 
Gemäss den Akten erfuhr der MIDI erstmals mit Schreiben der EG F.___ vom 
2. November 2010 (Akten MIP 1303370 [act. 3B], pag. 8) von den Lebensverhältnissen 
der Beschwerdeführenden. Aus dem unbestrittenen Umstand, dass es die EG F.___ 
(pflichtwidrig) unterlassen hat, dem MIDI die tatsächlichen Lebensumstände der 
Familie zu melden (vgl. vorne E. 5.3.3), kann diese nichts zu ihren Gunsten ableiten 
(vgl. Beschwerde, Art. 8): Die Gemeinde handelte nicht anstelle des MIDI, weshalb ihr 
Wissen diesem nicht angerechnet werden kann und allfällige, durch die Gemeinde 
erfolgte Zusicherungen den MIDI nicht binden. Dass der Beschwerdeführer auf seiner 
letzten Verfallsanzeige vom Dezember 2005 «Erwerbstätigkeit im Ausland» angekreuzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 18

hatte (vgl. act. 11), ändert daran nichts; der MIDI musste daraus nicht schliessen, dass 
die gesamte Familie ihren Lebensmittelpunkt in den Kosovo verlegt hatte. Die 
Beschwerdeführenden haben sich in diesem Zusammenhang zudem entgegenhalten 
zu lassen, dass sie im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht (Art. 90 Bst. a AuG) von sich 
aus auf den Verfallsanzeigen ihren überwiegenden Aufenthalt im Kosovo und den 
dortigen Schulbesuch der Kinder hätten angeben müssen, denn es war auch ihnen 
bewusst, dass es sich bei der «Besonderheit» der Wohnsitznahme im Kosovo um 
aufenthaltsrechtlich wesentliche Tatsachen handelte (Beschwerde, Art. 6). 

6.3 Soweit sie sodann geltend machen, der MIDI habe spätestens im Jahr 2006, 
anlässlich der Einbürgerung des Beschwerdeführers, Kenntnis davon nehmen können, 
dass sie einen Teil ihres Lebens im Kosovo verbringen (Beschwerde, Art. 3, 5 und 6; 
Stellungnahme vom 21.10.2013, S. 2 f.), zielen ihre Vorbringen ins Leere: Wohl geht 
aus dem Einbürgerungsbericht vom 22. Mai 2006 (in act. 12A) hervor, dass der 
Beschwerdeführer im Kosovo arbeitet und sich die Familie hauptsächlich dort aufhält 
(die trotzdem erfolgte Einbürgerung des Beschwerdeführers wirft daher gewisse 
Fragen auf). Zudem ist aufgrund der bei Änderungen des Bürgerrechts bestehenden 
Meldepflicht davon auszugehen, dass die Gemeinde dem MIDI die Einbürgerung des 
Beschwerdeführers meldete (Art. 4 Abs. 1 Bst. g EV AuG und AsylG i.V.m. Art. 39 
Abs. 2 Ziff. 4 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]). Dabei handelte 
es sich aber um eine schlichte Einbürgerungsmeldung ohne Schilderung der konkreten 
Umstände und ohne Zustellung der kommunalen Einbürgerungsakten. Der MIDI 
konnte somit von der im Einbürgerungsbericht geschilderten Lebenssituation der 
Beschwerdeführenden keine Kenntnis erlangen und musste aufgrund der 
Einbürgerung des Beschwerdeführers erst Recht nicht annehmen, dass die ganze 
Familie im Kosovo lebt. Die von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegte Email 
einer Mitarbeiterin des Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst (ZBD) vom 21. September 
2011 (act. 1C/2) belegt deshalb bloss, dass der ZBD im Rahmen der Erteilung des 
Kantonsbürgerrechts im Jahr 2006 Einsicht in alle Unterlagen und insofern von den 
konkreten Umständen Kenntnis nehmen konnte (vgl. Art. 14 Abs. 2 der Verordnung 
vom 1. März 2006 über das Einbürgerungsverfahren [EbüV; BSG 121.111]). Das 
Wissen des ZBD kann jedoch nicht dem MIDI zugerechnet werden; es handelt sich um 
zwei verschiedene Dienste mit unterschiedlichen Aufgaben, zwischen denen keine 
Meldepflicht und kein zwingender Informationsaustausch besteht (vgl. Art. 97 Abs. 2 
AuG; Art. 82 VZAE; Art. 8 f. Verordnung Aufenthalt und Niederlassung). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 19

6.4 Nach dem Gesagten erlangte der MIDI weder im Rahmen der Verlängerungen 
der Kontrollfristen, noch im Zug der Einbürgerungsmeldung Kenntnis davon, dass die 
Beschwerdeführenden längerfristig im Kosovo lebten. Nachdem er erstmals vom 
überwiegenden Auslandaufenthalt der Beschwerdeführenden erfahren hatte, nahm er 
umgehend weitere verfahrensrechtliche Schritte vor (vgl. Akten MIP 1303370 [act. 3B], 
pag. 31 und 42). Widersprüchliches Verhalten ist ihm folglich nicht vorzuwerfen. Ohne-
hin ist vorliegend davon auszugehen, dass die Niederlassungsbewilligungen im 
Zeitpunkt der Kontrollfristverlängerungen bzw. der Einbürgerung des 
Beschwerdeführers zufolge mehr als sechsmonatiger Landesabwesenheit gemäss 
Art. 61 Abs. 2 AuG bereits erloschen waren (vorne E. 2 und 4).

7.

Hinzu kommt, dass das öffentliche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung selbst 
einem allfälligen schutzwürdigen Vertrauen der Beschwerdeführenden in das 
Fortbestehen der Niederlassungsbewilligungen entgegenstehen würde: 

7.1 Es besteht ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass die 
ausländerrechtlichen Bestimmungen betreffend Zulassung, Aufenthalt und Integration 
von ausländischen Personen richtig und gleichmässig angewendet werden: Ein 
Aufenthaltsrecht besteht grundsätzlich nur, wenn und solange es durch die persönliche 
Anwesenheit ausgeübt wird (vgl. Weisungen AuG, Ziff. 3.4.4). Dies gilt auch für 
niederlassungsberechtigte Personen, deren tatsächliche Anwesenheit in der Schweiz 
mittels der Kontrollfrist regelmässig geprüft wird (Art. 41 Abs. 3 AuG). Die 
Niederlassungsbewilligung soll der ausländischen Person ermöglichen, dauerhaft in 
der Schweiz zu leben und sich in die hiesige Gesellschaft zu integrieren. Sie bezweckt 
indessen nicht, der ausländischen Person eine Anwesenheitsberechtigung und 
Arbeitserlaubnis einzuräumen, auf die sie sich falls nötig eines Tages berufen kann 
(BGer 2C_609/2011 vom 3.4.2012, E. 3.4). Die Aufrechterhaltung der 
Niederlassungsbewilligung ist denn auch auf höchstens vier Jahre beschränkt; damit 
soll den ausländischen Personen ermöglicht werden, sich für vorübergehende 
Aufenthalte (z.B. Absolvierung des Militärdienstes, Weiterbildung oder Ausübung einer 
befristeten Tätigkeit im Auftrag des schweizerischen Arbeitgebers) ins Ausland zu 
begeben oder die Integrations- bzw. Wiedereingliederungsmöglichkeiten im 
Heimatland abzuklären (vgl. Weisungen AuG, Ziff. 3.4.4). Mit dem Zweck der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 20

Niederlassungsbewilligung nicht vereinbar ist jedoch eine mehrjährige Landesab-
wesenheit unter Verlegung des Lebensmittelpunkts ins Ausland.

7.2 Die privaten Interessen der Beschwerdeführenden sind wie folgt zu beurteilen: 
Sind die Niederlassungsbewilligungen erloschen, verfügen B.___ und die drei Kinder 
über keinen Aufenthaltstitel mehr. Gemäss Art. 42 AuG hat der eingebürgerte 
Beschwerdeführer jedoch grundsätzlich Anspruch auf Nachzug seiner Ehefrau und der 
beiden minderjährigen Kinder D.___ und E.___ (vgl. act. 7B sowie vorne Bst. C zum 
am 11.3.2013 angehobenen Familiennachzugsverfahren). Die inzwischen volljährige 
C.___ kann nicht mehr in das Familiennachzugsgesuch einbezogen werden. Auch 
wenn es für sie schwieriger sein wird, (wieder) einen Aufenthaltstitel für die Schweiz zu 
erlangen, steht ihr die Möglichkeit offen, im derzeit hängigen Verfahren eine 
Aufenthaltsbewilligung gemäss Art. 27 AuG (oder allenfalls Art. 30 AuG) zu erlangen 
(vorne Bst. C). Ihr Interesse, als junge Erwachsene (mit ihren Geschwistern und Eltern) 
in der Schweiz niederlassungsberechtigt zu sein, ist zwar anzuerkennen, doch fällt 
unter Integrationsaspekten negativ ins Gewicht, dass sie den überwiegenden Teil der 
prägenden Kindheit und Jugend sowie die gesamte Schulausbildung im Kosovo 
verbracht hat (vgl. vorne E. 2 und 4.4). Sie ist sowohl mit der Sprache wie auch mit den 
kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten ihres Heimatlandes bestens 
vertraut, währenddem eine Integration in der Schweiz deutlich weniger weit gediehen 
ist. Dies gilt auch für D.___ und E.___, die ebenfalls die gesamte Schulzeit oder 
mehrere Jahre davon im Kosovo absolvierten und die Schweiz – abgesehen von den 
ersten Lebensjahren als (Klein-)Kinder – nur aus den Ferien kennen. Die Mutter lebte 
zwar gut zehn Jahre in der Schweiz, aber auch sie muss sich entgegenhalten lassen, 
dass sie seit zehn Jahren nicht mehr in der Schweiz lebt. Nach dem Gesagten sind 
deshalb die privaten Interessen der Beschwerdeführenden an der Beibehaltung ihrer 
Niederlassungsberechtigung wesentlich zu relativieren. 

7.3 Das öffentliche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiegt 
vorliegend die gegenläufigen privaten Interessen: Die Beschwerdeführenden hielten 
sich während zehn Jahren mehrheitlich im Kosovo auf; von einem bloss 
vorübergehenden Auslandaufenthalt kann nicht gesprochen werden (vgl. vorne E. 4.4). 
Die Integration, insbesondere der drei Kinder, fand im Wesentlichen nicht in der 
Schweiz, sondern im Kosovo statt. Sinn und Zweck der Niederlassungsbewilligung 
wurden dadurch gerade nicht erreicht. Die Aufrechterhaltung der 
Niederlassungsbewilligungen widerspräche damit den Grundsätzen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 21

schweizerischen Ausländerpolitik in einem nicht hinzunehmenden Mass und führte zu 
einer nicht zu rechtfertigenden Ungleichbehandlung gegenüber anderen ausländischen 
Personen, die mehr als sechs Monate im Ausland lebten und deren Niederlas-
sungsbewilligung erlosch bzw. nicht aufrecht erhalten wurde. Der Beibehaltung der 
Niederlassungsberechtigung stehen somit überwiegende öffentliche Interessen 
entgegen.

8.

8.1 Zusammenfassend stehen dem Erlöschen der Niederlassungsbewilligungen 
von B.___ und der drei Kinder C.___, D.___ und E.___ weder der Vertrauensschutz 
noch das Verbot widersprüchlichen Verhaltens entgegen. Der angefochtene Entscheid 
erweist sich als rechtmässig. Das Eventualbegehren der Beschwerdeführenden, die 
Niederlassungsbewilligungen von B.___ und der drei Kinder seien um vier Jahre 
aufrechtzuerhalten, da sie die Schweiz nicht im Sinn von Art. 61 Abs. 2 AuG dieser 
Bestimmung unangemeldet verlassen hätten und für sie daher keine Pflicht bestehe, 
«das Gesuch um Verlängerung der Niederlassungsbewilligungen innert einem halben 
Jahr einzureichen» (Beschwerde, Art. 8), erweist sich ebenfalls als unbegründet: Wie 
dargelegt haben die Beschwerdeführenden die Schweiz ohne Abmeldung verlassen, 
so dass ihre Niederlassungsbewilligungen von Gesetzes wegen nach sechs Monaten 
erloschen sind; besondere Umstände, die dem entgegenstehen würden, liegen wie 
dargetan nicht vor (vgl. BGer 2A.514/2003, E. 3.2; vorne E. 5 und 6). Der (nicht 
begründete) Antrag der Beschwerdeführenden auf Durchführung einer öffentlichen 
Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 101.1; vorne Bst. C Rechtsbegehren 3) wird ebenfalls abgewiesen, zumal diese 
Bestimmung auf ausländerrechtliche Verfahren nicht anwendbar ist (BGer 
2C_185/2011 vom 24.11.2011, E. 3.2.2, 2C_344/2011 vom 21.9.2011, E. 3). Weitere 
Sachverhaltsabklärungen würden schliesslich zu keinem anderen Ergebnis führen und 
können daher unterbleiben (vgl. BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 9); der von den Beschwerdeführenden 
gestellte Beweisantrag auf Durchführung eines Parteiverhörs wird abgewiesen. 

8.2 Der angefochtene Entscheid hält nach dem Gesagten der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf 
eingetreten wird. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.01.2014, Nr. 100.2013.72U, Seite 22

Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind nicht 
zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Ziffer 1 der Verfügung des Amts für Migration und Personenstand, Migrationsdienst, 
vom 27. Oktober 2011 wird wie folgt berichtigt: 

«1. Die Niederlassungsbewilligungen von Frau B.___ und ihren drei Kindern C.___, 
D.___ und E.___ sind nach Art. 61 AuG erloschen.»

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Beschwerdeführenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.