# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42cfde75-6838-589d-857d-d45adbac53ba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2017 E-991/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-991-2016_2017-11-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-991/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

Schweizerische Vertretung in  (…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des SEM vom 10. Dezember 2015 / N (…). 

 

 

 

E-991/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._______, Colombo, stammender sri-

lankischer Staatsangehöriger singalesischer Ethnie, ersuchte mit Schrei-

ben vom 30. Januar 2012 an die Schweizer Vertretung (hienach Vertre-

tung) in Colombo um Asyl in der Schweiz. Mit Eingabe vom 29. Februar 

2012 wandte er sich an die Vertretung in C._______, D._______, und teilte 

mit, er sei am 13. Februar 2012 nach D._______ ausgereist, wo er seit 

dem 16. Februar 2012 wohnhaft sei. Mit Schreiben der Vertretung in 

C._______ vom 14. März 2012 wurde dieses Schreiben dem SEM unter 

Hinweis auf das bei der Vertretung in Colombo eingereichte Asylgesuch 

übermittelt. Mit Schreiben (E-Mail) vom 15. März 2012 teilte die Vertretung 

in C._______ dem Beschwerdeführer mit, dass sein Asylgesuch an die zu-

ständige Stelle übermittelt worden sei. Mit Schreiben der Vertretung in Co-

lombo vom 16. März 2012 wurde das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

an die Vertretung in C._______ übermittelt, welche es am 12. April 2012 

an das damalige Bundesamt für Migration (BFM; heute SEM) weiterleitete. 

A.b Am 3. April 2012 (Eingang: 11. April 2012) reichte der Beschwerdefüh-

rer bei der Vertretung in C._______ diverse Unterlagen ein (Korrespon-

denz mit der Vertretung in Colombo). 

A.c Mit Schreiben der Vertretung in C._______ vom 30. Mai 2012 wurde 

der Beschwerdeführer unter Fristansetzung aufgefordert, seine Vorbringen 

anhand von explizit aufgelisteten Fragen respektive Fragekomplexen 

schriftlich und detailliert zu vervollständigen, 

A.d Mit an die Vertretung in C._______ gerichteter Eingabe vom 25. Juni 

2012 kam der Beschwerdeführer dieser Aufforderung nach. 

A.e Am 12. September 2012 übermittelte das SEM der Vertretung in 

C._______ ein Schreiben, das dem Beschwerdeführer zur Beantwortung 

zuzustellen sei. 

A.f Mit Schreiben der Vertretung in C._______ vom 17. April 2014 wurde 

der Beschwerdeführer aufgefordert, sich am 7. Mai 2014 auf der Vertretung 

in C._______ zu einer Befragung einzufinden und allfällige Beweismittel 

vorzulegen unter Androhung, für den Fall eines unentschuldigten Nichter-

scheinens, das Gesuch abzuschreiben. 

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Seite 3 

A.g Am 7. Mai 2014 wurde er durch die Vertretung in C._______ zu seinen 

Asylgründen befragt. Das Befragungsprotokoll wurde mit Schreiben vom 

8. Mai 2014 unter dem Hinweis, dass die Anhörung durch Mitarbeiter der 

Vertretung in Colombo in C._______ durchgeführt worden sei, dem SEM 

übermittelt. 

Mit Schreiben der Vertretung in Colombo vom 1. Juni 2014 wurde dem 

SEM ein ergänzender Bericht vom 7. Mai 2014 zugestellt. 

A.h Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Gesuchs im We-

sentlichen aus, er sei Mitglied der politischen Organisation Revolutionary 

Liberation Organisation (RLO) gewesen. Das Ziel dieser Organisation sei 

gewesen, die Differenzen zwischen Singhalesen und Tamilen abzuschaf-

fen. Es seien Strassentheater mit dem Thema Frieden aufgeführt worden. 

Zudem habe man Kontakte zur Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 

und verschiedenen Politikern geführt. Wegen dieses Engagements sei der 

Beschwerdeführer von der singhalesischen Bevölkerung als „Sinhala Ti-

ger“ beschimpft worden. Er habe von 2006 bis 2007 als (…) bei der Zeitung 

„E._______“, welche von der RLO herausgegeben worden sei, gearbeitet. 

Er sei seit 2007 nicht mehr politisch aktiv, da sich die RLO aufgelöst habe. 

Er sei im Februar 2007 zusammen mit weiteren Personen unter dem Vor-

wurf, Verbindungen zur LTTE zu pflegen, verhaftet worden. Er sei danach 

während mehr als zwei Jahren im „F._______“ (Untersuchungsgefängnis) 

festgehalten worden, ohne dass eine Anklage erhoben worden sei. Am 

3. Dezember 2009 sei er schliesslich vom Gericht freigesprochen und am 

23. Dezember 2009 ohne Auflagen aus der Haft entlassen worden. Nach 

der Haftentlassung habe er bei Freunden und Verwandten gewohnt. Unbe-

kannte hätten ihn wiederholt bei seinem Vater und seiner jüngeren 

Schwester aufgesucht. Einmal, im Dezember 2011, habe er rechtzeitig 

durch die Hintertür des Hauses entkommen können. In der Folge sei er am 

13. Februar 2012 über Indien und D._______ ausgereist. Am 16. Februar 

2012 habe er sich in D._______ beim UNHCR registrieren lassen. Am 

15. Oktober 2012 sei er vom UNHCR in D._______ als Flüchtling aner-

kannt worden und würde seither vom UNHCR finanziell unterstützt. Der 

Beschwerdeführer reichte zur Untermauerung seiner Anliegen verschie-

dene Beweismittel (Gerichtsunterlagen, Haftbestätigung des ICRC, Zei-

tungsausschnitte, zwei Berichte von Amnesty international, Flüchtlingsan-

erkennung des UNHCR D._______ und Schreiben vom 4. Mai 2014) zu 

den Akten. 

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Seite 4 

A.i Mit Eingabe vom 17. August 2015 erkundigte sich der Beschwerdefüh-

rer unter Beilage eines Berichts des UNHCR in C._______ vom 17. August 

2015 nach dem Stand seines Asylverfahrens. Mit an die Vertretung in 

C._______ gerichtetem Schreiben (E-Mail) vom 21. November 2015 wies 

er auf die Situation von Flüchtlingen, darunter seine eigene, in D._______ 

hin. 

B.  

Mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 – eröffnet am 11. Januar 2016 – 

verweigerte das SEM die Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz, 

stellte fest, dass er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und lehnte das 

Asylgesuch ab. 

C.  

Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter, bei der Vertretung in 

C._______ am 8. Februar 29016 eingereichter, vom 26. Januar 2016 da-

tierter Eingabe ersuchte der Beschwerdeführer sinngemäss um Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und um Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens. Auf die Begründung 

wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel, so auch vorliegend endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (zur Kognition im 

Auslandverfahren vgl. BVGE 2015/2). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden unter 

anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen aus 

dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch fest, 

dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. Sep-

tember 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (Art. 12, 19, 20, 

41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind. 

Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen Bestimmungen be-

treffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

Der Beschwerdeführer wurde am 7. Mai 2014 durch Mitarbeitende der Ver-

tretung von Colombo in der Vertretung in C._______ zu seinen Asylgrün-

den befragt. Den verfahrensrechtlichen Anforderungen wurde damit ent-

sprochen (aArt. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, 

SR 142.311]).  

5.  

5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 

wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann 

oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3 

und Art. 7 AsylG sowie aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 

AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise 

zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 

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auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 

Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen er-

mächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft ma-

chen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Frei-

heit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht. 

5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. 

Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzge-

währung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und As-

similationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli-

chen damit, es würden sich aus den Akten keine konkreten Hinweise da-

rauf ergeben, dass die sri-lankischen Behörden nach der Haftentlassung 

des Beschwerdeführers noch ein konkretes Strafverfolgungsinteresse an 

ihm gehabt hätten. Diese hätten ihn in den zwei Jahren, die er danach noch 

in Sri Lanka zugebracht habe, nicht mehr belangt oder strafrechtlich ver-

folgt. Auch seien keine Anhaltspunkte vorhanden, wonach die sri-lanki-

schen Behörden zu weiteren Strafmassnahmen Anlass hätten, da er sich 

nicht mehr politisch und regimekritisch engagiert habe. Weiter könne sei-

nen Angaben zu den Nachstellungen durch unbekannte Dritte keine kon-

kreten Hinweise entnommen werden, wonach diese durch die sri-lanki-

schen Behörden veranlasst worden wären. Zwar komme es seit dem Ende 

der Kriegshandlungen im Mai 2009 vor, dass sich frühere Angehörige von 

bewaffneten Gruppierungen weiterhin kriminell betätigen und die lokale Be-

völkerung unter Druck setzen würden. Dabei handle es sich jedoch um 

Verfolgungsmassnahmen seitens Dritter, die von den sri-lankischen Behör-

den geahndet würden. Es bestehe für den Beschwerdeführer die Möglich-

keit, sich an die lokalen zuständigen Instanzen zu wenden, um Schutz zu 

ersuchen, zumal nicht von der Schutzunwilligkeit des sri-lankischen Staa-

tes ausgegangen werde. Dem Beschwerdeführer sei die staatliche Schutz-

infrastruktur auch objektiv zugänglich; es sei ihm schon einmal gelungen, 

mit Hilfe seines Anwalts seine Haftentlassung zu erwirken. Auch vermöge 

der Umstand, dass er von der singhalesischen Zivilbevölkerung als Verrä-

ter und „Sinhala Tiger“ beschimpft worden sei, die Flüchtlingseigenschaft 

im Sinne des Asylgesetzes nicht zu begründen. Im Weiteren würde allein 

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die subjektive Angst vor einer künftig möglichen Bedrohung nicht genügen, 

um auf das Vorliegen einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung zu 

schliessen. An dieser Einschätzung würden die eingereichten Beweismittel 

nichts ändern. Das Schreiben eines Freundes des Beschwerdeführers vom 

4. Mai 2014 sei nicht geeignet, eine konkrete Gefährdungssituation zu be-

legen, da dieses Schreiben auf einer subjektiven Einschätzung beruhe. Die 

Berichte von Amnesty International vom Dezember 2011 und April 2013 

würden sich inhaltlich zwar auf die Verhaftung von politischen Aktivisten 

beziehen, jedoch sei weder der Beschwerdeführer noch die RLO darin er-

wähnt. Die weiteren Beweismittel würden sich auf Umstände beziehen, de-

ren Glaubhaftigkeit nicht in Frage gestellt werde. Insgesamt müsse man-

gels Intensität der Verfolgung und der Abwesenheit von Anhaltspunkten für 

eine zukünftige asylrelevante Verfolgungsmassnahme eine einreisebe-

achtliche Verfolgung verneint werden. Der Beschwerdeführer erfülle daher 

die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

6.2 In seiner Rechtsmitteleingabe ergänzte der Beschwerdeführer seine 

bisherigen Angaben damit, die Regierung habe seinerzeit versucht, ihn und 

die RLO als Unterstützer der LTTE hinzustellen. Zeitungsartikel und andere 

Medienberichte aus jener Zeit würden davon zeugen, wie auf ihre Verhaf-

tung damals reagiert worden sei. Er hätte zu jeder Zeit wieder verhaftet 

werden können und habe davor weiterhin Furcht gehabt. Andere Personen 

aus der Gruppe, die zusammen mit ihm freigesprochen und aus der Ge-

fangenschaft entlassen worden seien, hätten in der Schweiz politisches 

Asyl erhalten. In vielen Fällen, in denen Personen verschwunden seien, sei 

dies von zivil gekleideten Personen ausgegangen. Von seinen damaligen 

Mithäftlingen seien drei durch paramilitärische Gruppen der Regierung ge-

kidnappt und umgebracht worden oder seien verschwunden. Auch wenn 

unterdessen ein Regierungswechsel stattgefunden habe, würde in der Re-

gierung und Politik weiterhin rassistisches Gedankengut vorhanden sein. 

Deshalb müsse er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka weiterhin mit einer 

Festnahme rechnen. Auch befinde er sich in D._______ erneut in Gefahr. 

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht vorlie-

gend zum Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, dass der 

Beschwerdeführer die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im 

Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Insbesondere ist festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer im Dezember 2009 vom zuständigen Gericht freige-

sprochen wurde – und damit u.a. vom Vorwurf, Verbindungen zur LTTE zu 

pflegen – und die Haftentlassung ohne Auflagen erfolgt war. Zudem soll es 

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seither zu keinerlei weiteren Massnahmen seitens der sri-lankischen Be-

hörden gekommen sein. An dieser Betrachtungsweise vermag auch der 

erwähnte Bericht eines Journalisten zur damaligen Behandlung „ihres 

Falls“ durch die sri-lankische Regierung nichts zu ändern. Im Übrigen 

machte der Beschwerdeführer geltend, die RLO existiere seit 2007 nicht 

mehr und er selber engagiere sich auch nicht mehr politisch (vgl. Akte A17 

S. 8). Aus diesen Gründen kann davon ausgegangen werden, dass die sri-

lankischen Behörden auch im heutigen Zeitpunkt kein Interesse mehr am 

Beschwerdeführer haben. Wie die Vorinstanz zudem zutreffend erwogen 

hat, können den Aussagen des Beschwerdeführers auch keine Hinweise 

dafür entnommen werden, wonach die geltend gemachten Nachstellungen 

durch Dritte von den sri-lankischen Behörden ausgegangen sind. Jeden-

falls lässt der in der Beschwerdeschrift gemachte Hinweis auf das Ver-

schwindenlassen von Personen, hinter dem paramilitärische Gruppen der 

Regierung stünden, keine solche Schlussfolgerung zu. Einerseits basieren 

die Befürchtungen des Beschwerdeführers, ein solches Schicksal zu erlei-

den, auf reinen Vermutungen; andererseits ist nicht nachvollziehbar, wes-

halb es den sri-lankischen Behörden in der Zeitspanne zwischen der Haft-

entlassung im Dezember 2009 und der Ausreise des Beschwerdeführers 

im Februar 2012 nicht gelungen sein sollte, ihn festzunehmen, sollten sie 

eine tatsächliche Verfolgungsabsicht gehabt haben. So hat er sich seit der 

Haftentlassung bei seiner Schwester und anderen Verwandten aufgehalten 

(vgl. A17 S. 3), wo man ihn ohne weiteres hätte auffinden können. Im Üb-

rigen wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er im Zusammenhang mit 

den Nachstellungen seitens Dritter die sri-lankischen Behörden um Schutz 

ersuch hättet, was er indes unterlassen hat, obwohl ihm diese Möglichkeit 

offen stand. Schliesslich gab er an lässlich der Anhörung an, die Besuche 

von Unbekannten bei seinem Vater hätten nachgelassen; letztmals sei dies 

im November 2013 geschehen. Den späteren Eingaben ist dazu denn auch 

nichts Neues zu entnehmen. Weiter kann aus den geltend gemachten Be-

schimpfungen durch Personen aus der Zivilbevölkerung („an manchen Or-

ten haben die Leute mir ins Gesicht gespuckt“, a.a.O. S. 4) bei objektiver 

Betrachtung keine asylrelevante Verfolgung abgeleitet werden, da diese 

nicht geeignet sind, einen unerträglichen psychischen Druck auf ihn zu be-

wirken. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Lage 

in Sri Lanka und besonders in der Herkunftsregion des Beschwerdeführers 

Colombo seit seiner Ausreise und dem seitherigen Regierungswechsel 

entspannt hat.  

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Das SEM hat überdies in seiner Verfügung unter Hinweis auf die Recht-

sprechung zu Recht darauf hingewiesen, dass bei Personen, die ein Asyl-

gesuch aus dem Ausland gestellt haben und sich in einem Drittstaat auf-

halten, im Sinne einer Regelvermutung, davon auszugehen ist, die betref-

fende Person habe dort bereits anderweitig Schutz gefunden, was in der 

Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Verweigerung der Einreise-

bewilligung führt. Weiter verwies es zutreffend darauf hin, dass gleichzeitig 

die Kriterien zu prüfen sind, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat 

als zumutbar erscheinen lassen, wobei diese mit einer allfälligen Bezie-

hungsnähe zur Schweiz abzuwägen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 21 E. 4; 

Urteil des BVGer E-7996/2008 vom 10. Dezember 2009). Das SEM hat 

eine solche Prüfung hinsichtlich des Beschwerdeführers zwar nicht vorge-

nommen, da es eine künftige Verfolgung des Beschwerdeführers in Sri 

Lanka ausgeschlossen hat. Trotzdem ist vorliegend festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer am (…) 2012 vom UNHCR in D._______ als Flüchtling 

anerkannt wurde und mittlerweile bereits seit über fünfeinhalb Jahren dort 

lebt, weshalb keine unüberwindbaren Hürden für eine zumutbare Existenz 

vor Ort bestehen dürften und ihm nach Auffassung des Bundesverwal-

tungsgerichts auch keine Abschiebung in die Heimat droht. Den Akten kön-

nen auch keine konkreten Indizien entnommen werden, wonach sich der 

Beschwerdeführer in D._______ „erneut“ in Gefahr befinde. Solche hat er 

jedenfalls nicht konkretiesiert. Auch die in der Beschwerdeschrift und mit 

Hinweis auf eine Internetseite geschilderte schwierige Lage von Flüchtlin-

gen in D._______ – die das Bundesverwaltungsgericht nicht verkennt – 

vermögen einen weiteren Verbleib in diesem Land nicht als unzumutbar 

erscheinen zu lassen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der 

Grundbedarf des Beschwerdeführers an Versorgung und Betreuung hinrei-

chend gedeckt ist und weiterhin bleiben wird. Jedenfalls lässt der nunmehr 

über fünfeinhalbjährige Aufenthalt des Beschwerdeführers nicht darauf 

schliessen, es sei ihm in D._______ die finanzielle Unterstützung und da-

mit die Lebensgrundlage entzogen worden. Im Weiteren hat der Beschwer-

deführer auch nicht geltend gemacht, es würden in der Schweiz nahe Ver-

wandte oder andere Bezugspersonen leben. 

7.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar-

zulegen. Die Vorinstanz hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die 

Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch aus dem Ausland 

abgelehnt. 

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Seite 10 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG 

und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 

173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzich-

ten). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die schweize-

rische Botschaft in C._______. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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