# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5dbc701-bd41-57cd-bc7a-339aff4f9e8c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2009 A-2081/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2081-2007_2009-08-31.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2081/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Michael Beusch, Richter Pascal Mollard,
Gerichtsschreiber Johannes Schöpf.

X._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (MWSTG / 1. Quartal 2001 bis 
2. Quartal 2006; Privatanteile an Fahrzeugen).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2081/2007

Sachverhalt:

A.
Die X._______ bezweckt insbesondere die Ausführung von Hoch- und 
Tiefbauarbeiten,  den  Betrieb  einer  Zimmerei,  einer  Bau-  und 
Möbeltischlerei  sowie  einer  Sägerei,  den  Betrieb  eines  Architek-
turbüros und den Handel mit Baumaterialien und Möbeln. Die Gesell-
schaft  ist  seit  dem 1. Januar 1995 in  dem von der Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  (ESTV)  geführten  Register  der  Mehrwertsteuer-
pflichtigen eingetragen. A._______ amtet seit  der Gründung der Ge-
sellschaft  im  Jahre  1969  als  Präsident  des  Verwaltungsrats, 
B._______  und  C._______  sind  leitende  Mitarbeiter,  seit  2. Februar 
2006  Mitglieder  der  Geschäftsleitung  mit  Zeichnungsberechtigung 
(Kollektivunterschrift zu zweien) bzw. seit 27. Juni 2007 Mitglieder des 
Verwaltungsrats.

Im Zeitraum vom 4. bis 12. September 2006 führte die ESTV im Be-
trieb  der  X._______  eine  Kontrolle  im  Sinne  von  Art.  62  des 
Bundesgesetzes  vom  2.  September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
(MWSTG, SR 641.20) durch und der Inspektor der Verwaltung bemän-
gelte die Mehrwertsteuer-Abrechnungen unter anderem – soweit hier 
interessierend –  im Bereich  Privatanteil  Geschäftsfahrzeuge. Mit  Er-
gänzungsabrechnungen (EA) Nr. ... und Nr. ... je vom 14. September 
2006  machte  die  ESTV  Mehrwertsteuernachforderungen  von  Fr.  ... 
bzw. Fr. ... (nebst Verzugszins) für die Steuerperioden 1. Quartal 2001 
bis 2. Quartal 2006 (Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 2006) 
bei der Gesellschaft geltend.

Am 23. Oktober 2006 verlangte die X._______ bezüglich Ziff. 6 der EA 
Nr.  ...  (Privatanteile  Geschäftsfahrzeuge)  von  der  Verwaltung  einen 
anfechtbaren Entscheid. Mit  Entscheid vom 29. November 2006 hielt 
die  ESTV an der  bestrittenen EA Nr. ... und der  Nachforderung von 
Fr. ... fest. Die Gesellschaft habe im kontrollierten Zeitraum insgesamt 
neun  Personenwagen  als  Geschäftsfahrzeuge  verwendet,  auf  dem 
Kaufpreis  von  sieben  der  neun  Fahrzeuge  habe  sie  den 
Vorsteuerabzug vorgenommen und schulde daher auf dem Privatanteil 
die Lieferungssteuer. Die ESTV habe diese Lieferungssteuer anhand 
der pauschalen Ermittlung mit  Fr. ... festgesetzt  (entsprechend Ziff. 6 
der EA Nr. ...).

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B.
Am 22. Dezember 2006 erhob die X._______ gegen diesen Entscheid 
bei  der  Verwaltung  Einsprache  und  beantragte,  die  aufgerechneten 
Privatanteile für die private Benutzung der Geschäftsfahrzeuge seien 
von  Fr. ...  um  Fr.  ...  auf  Fr. ...  herabzusetzen,  dies  führe  zu  einer 
Reduktion  des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrags  von  Fr. ...  auf 
Fr. ....

Mit Einspracheentscheid vom 16. Februar 2007 wies die ESTV die Ein-
sprache ab, hielt fest, dass der Entscheid vom 29. November 2006 im 
Umfang von Fr. ...  (nebst  Verzugszins)  in  Rechtskraft  erwachsen sei 
und  verpflichtete  die  Gesellschaft,  den  Betrag  von  Fr. ... 
Mehrwertsteuer zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem 31. August 2004 
(mittlerer  Verfall)  zu  bezahlen;  die  am  22. Oktober  2006  geleistete 
Zahlung  von  Fr.  ...  werde  an  die  Mehrwertsteuerforderung  ange-
rechnet. Zur Begründung führte die Verwaltung insbesondere aus, der 
Argumentation  der  Mehrwertsteuerpflichtigen,  wonach  die  Mitglieder 
der Geschäftsleitung bzw. des Verwaltungsrats A._______, B._______ 
und  C._______  ihre  Geschäftsfahrzeuge  niemals  für  Privatfahrten 
benützt hätten, könne nicht gefolgt werden. Erfahrungsgemäss müsse 
davon ausgegangen werden, dass auch Geschäftsfahrzeuge zuweilen 
für  private  Fahrten  benutzt  würden  und  sei  es  nur  für  Fahrten 
zwischen Wohn- und Arbeitsort. Bei den fraglichen Fahrzeugen handle 
es sich zumeist um Fahrzeuge der Luxusklasse und nicht um typische 
"Baustellenfahrzeuge", sodass eine private Nutzung sehr nahe liege. 
Die  Gesellschaft  habe  insbesondere  keine  Aufzeichnungen über  die 
tatsächliche  Verwendung  der  Fahrzeuge  (Fahrtenkontrolle)  geführt, 
sodass  sie  den  Nachweis  der  ausschliesslichen  geschäftlichen 
Nutzung schuldig geblieben sei.

C.
Mit  Eingabe  vom  20.  März  2007  erhebt  die  X._______  (Be-
schwerdeführerin)  gegen  den  Einspracheentscheid  vom  16. Februar 
2007 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht und verlangt die 
Herabsetzung des geschuldeten Mehrwertsteuerbetrags von Fr. ... auf 
Fr.  ....  Zur  Begründung  führt  die  Mehrwertsteuerpflichtige 
insbesondere aus, die fraglichen Fahrzeuge hätten sich im Eigentum 
der  Gesellschaft  befunden  und  alle  damit  zusammen  hängenden 
Aufwendungen habe diese bezahlt. Die Fahrzeuge seien während der 
Ferien  und  täglich  auf  dem  Firmengelände  abgestellt  und  nur  für 

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geschäftliche Zwecke verwendet worden. Die drei genannten Personen 
würden für ihre privaten Fahrten über private Fahrzeuge verfügen.

In  der  Vernehmlassung  vom  24.  April  2007  schliesst  die  ESTV  auf 
kostenpflichtige  Abweisung  der  Beschwerde  und  führt  insbesondere 
aus,  eine  angeblich  von  der  Beschwerdeführerin  erstellte  Fahrten-
kontrolle sei dem Inspektor der Verwaltung weder vorgelegt noch der 
Verwaltungsbeschwerde  beigelegt  worden.  Vielmehr  müsse  daher 
davon ausgegangen werden,  es existiere keine Fahrtenkontrolle,  der 
Nachweis  der  ausschliesslich  geschäftlichen  Nutzung  sei  nicht  er-
bracht worden.

Auf  die  weiteren Begründungen in  den Eingaben wird  –  soweit  ent-
scheidwesentlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht 
vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde zuständig.

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die 
Rüge  der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 73  Rz. 2.149;  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1758 ff.).

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2.
Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, 
ob  eine  rechtserhebliche  Tatsache  als  erwiesen  zu  gelten  hat  oder 
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn der Richter bzw. die Richterin ge-
stützt  auf  die  freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist, 
dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat. Gelangt 
der Richter bzw. die Richterin aufgrund der Beweiswürdigung nicht zur 
Überzeugung, die feststellungsbedürftige Tatsache habe sich verwirk-
licht,  so fragt  es sich,  ob zum Nachteil  der Steuerbehörde oder des 
Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Beweis-
losigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven Beweislastregel ist bei Be-
weislosigkeit zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast 
trägt (FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungs-
verfahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt die Beweis-
last für Tatsachen, welche die Steuerpflicht als solche begründen oder 
die Steuerforderung erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden 
und -mehrenden Tatsachen. Demgegenüber ist der Steuerpflichtige für 
die  steueraufhebenden  und  -mindernden  Tatsachen  beweisbelastet, 
das heisst für solche Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder Steuer-
begünstigung bewirken (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  75 
S. 495  ff.  E. 5.4;  statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-680/2007 vom 8. Juni 2009; Entscheid der SRK vom 18. November 
2002,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden [VPB] 
67.49 E. 3b/bb).

3.

3.1 Der  Mehrwertsteuer  unterliegen die  im Inland gegen Entgelt  er-
brachten Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen sowie 
der Eigenverbrauch (Art. 5 Bst. a bis c MWSTG).

3.2 Eigenverbrauch liegt  vor, wenn die mehrwertsteuerpflichtige Per-
son  aus  ihrem  Unternehmen  Gegenstände  dauernd  oder  vorüber-
gehend entnimmt, die oder deren Bestandteile sie zum vollen oder teil-
weisen Vorsteuerabzug berechtigt  haben, und die sie unter anderem 
für unternehmensfremde Zwecke, insbesondere für ihren privaten Be-
darf  oder  für  den  Bedarf  ihres  Personals  verwendet  (Art.  9  Abs.  1 
Bst. a  MWSTG;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-3974/2008 
vom 20. Mai  2009 E. 2.2).  Der  Unternehmer führt  den Gegenstand, 

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dessen  Einkauf  ihn  zum Vorsteuerabzug  berechtigte,  einem Bereich 
ausserhalb seiner unternehmerischen Tätigkeit zu (IVO GUT, Mwst.com; 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, 
Rz. 4 zu Art. 9 Abs. 1 MWSTG).

Bei der vorübergehenden Entnahme von Gegenständen oder ihrer Be-
standteile zum Eigenverbrauch nach Art. 9 Abs. 1 oder 3 MWSTG wird 
der Mehrwertsteuerbetrag von der Miete berechnet, die einem unab-
hängigen  Dritten  dafür  in  Rechnung  gestellt  würde  (Art.  34  Abs.  3 
MWSTG). Die  Eigenverbrauchsbesteuerung  erweist  sich  im Wesent-
lichen als Vorsteuerkorrekturregel, da diese den – sich im Nachhinein 
als  ungerechtfertigt  erweisenden  –  Vorsteuerabzug  rückgängig  zu 
machen hat (DANIEL RIEDO,  Mwst.com; Kommentar zum Bundesgesetz 
über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 13 f. zu Art. 9 MWSTG).

3.3 Verwendet  der  Mehrwertsteuerpflichtige  solche  Gegenstände 
(z. B. Geschäftsfahrzeuge) – die ihm dank des Vorsteuerabzuges ganz 
oder teilweise steuerfrei  zur  Verfügung stehen – sowohl  für  Zwecke, 
die zum Vorsteuerabzug berechtigen, als auch für andere Zwecke, so 
ist  der Vorsteuerabzug im Verhältnis der Verwendung zu kürzen (be-
reits  zur  Verordnung  vom  22.  Juni  1994  über  die  Mehrwertsteuer 
[MWSTV,  AS  1994  1464]  erlassenes  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.406/2002 vom 31. März 2003 E. 3.2). Besteht ein Mehrwertsteuer-
pflichtiger trotz gegenteiliger Anhaltspunkte darauf, dass das Fahrzeug 
nicht für unternehmensfremde Zwecke verwendet wird, so hat er diese 
im  Ergebnis  steuermindernde  Tatsache  –  weil  die  Steuerbehörde 
anders als etwa die Strafverfolgungsbehörden über keine besonderen 
Sachverhaltsermittlungsbefugnisse verfügt  – nicht  nur zu behaupten, 
sondern  auch  zu  belegen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.406/2002 
E. 3.4).

3.4 Gemäss  Verwaltungspraxis  zur  Verwendung  von  Fahrzeugen  für 
unternehmensfremde Zwecke kann der  Mehrwertsteuerpflichtige  den 
Anteil der privaten bzw. unternehmensfremden Verwendung entweder 
effektiv oder pauschal ermitteln (vgl. Wegleitung 2001 zur Mehrwert-
steuer,  herausgegeben  von  der  ESTV  im  Sommer  2000,  Rz. 497; 
Merkblatt Nr. 3 über die Vereinfachungen bei Privatanteilen /  Natural-
bezügen /  Personalverpflegung  [Nr. 610.545-03],  gültig  für  den Zeit-
raum vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2007). Bei der effektiven 
Ermittlung ist eine Fahrtenkontrolle zu führen, welche zuverlässig über 

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die Verwendung des Fahrzeugs für geschäftliche bzw. private Fahrten 
Auskunft gibt (Merkblatt Nr. 3, Ziff. 6.1).

Die  pauschale  Ermittlung  können  alle  Mehrwertsteuerpflichtigen  an-
wenden, welche Personenwagen vorwiegend geschäftlich,  aber auch 
privat  verwenden;  auf  die  Art  des  Betriebes  oder  die  Rechtsform 
kommt  es  nicht  an. Die  pauschale  Ermittlung  ist  nur  bei  Personen-
wagen zulässig, welche zu höchstens 50 % für Privatfahrten verwen-
det werden. Bestand beim Kauf des Fahrzeugs ein Vorsteuerabzugs-
recht,  gilt  pro Monat  1  % des Bezugspreises (exkl. Mehrwertsteuer) 
des Fahrzeugs – mindestens aber Fr. 150.-- – als Privatanteil, der zum 
Normalsatz zu versteuern ist. Beim Leasing tritt anstelle des Bezugs-
preises  der  im  Leasingvertrag  festgehaltene  Wert  des  Fahrzeugs 
(Merkblatt  Nr. 3 Ziff. 2). Bestand beim Kauf des Fahrzeugs kein Vor-
steuerabzugsrecht, gilt pro Monat 0.5 % des Bezugspreises des Fahr-
zeugs – mindestens aber Fr. 150.-- (exkl. Mehrwertsteuer) – als Privat-
anteil, der zum Normalsatz zu versteuern ist.

4.

4.1 Im  vorliegenden  Fall  stützt  die  ESTV ihre  Auffassung,  dass  die 
Fahrzeuge nicht nur geschäftlich genutzt worden seien, primär auf die 
Erfahrungstatsache,  dass  Mitglieder  der  Geschäftsleitung  bzw.  des 
Verwaltungsrats ihre Geschäftsautos zuweilen auch für private Fahrten 
benutzten und gerade bei den beiden Fahrzeugen des Typs BMW 540 
und BMW 550 eine private Nutzung sehr nahe liege. Zudem handle es 
sich nicht um typische "Baustellenfahrzeuge". Die Beschwerdeführerin 
ist hingegen der Auffassung, A._______ habe in den Jahren 2001 bis 
2006  (2006:  vier  Monate)  den  BMW  540  und  im  Jahr  2006  (zwei 
Monate) den BMW 550 ausschliesslich als Geschäftsfahrzeug verwen-
det. B._______ habe in den Jahren 2001 bis 2006 (2006: vier Monate) 
den Ford Mondeo bzw. im Jahr 2006 (zwei Monate) den Audi A4 von 
der Beschwerdeführerin als Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt 
erhalten und nur dafür benutzt. C._______ habe in den Jahren 2001 
bis  2006  (2006:  sechs  Monate)  einen  VW  Golf  2900  VR6  Syncro 
ausnahmslos als Geschäftsfahrzeug benutzt. Sämtliche Benutzer der 
Personenwagen hätten Wohnsitz in der Nähe des Firmengeländes und 
besässen eigene private Fahrzeuge.

4.2 Der ESTV ist  beizupflichten,  dass erfahrungsgemäss Geschäfts-
fahrzeuge auch für private Zwecke benutzt werden, und sei es nur für 
kurze Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsort, die ebenfalls als Privat-

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fahrten gelten, bzw. für private Erledigungen. Eine Person, die am Ar-
beitsplatz ein Geschäftsauto "greifbar" hat, wird nicht zuerst zu Fuss 
vom Arbeitsort zum (wenn auch nahe gelegenen) Wohnort gehen, um 
das dort abgestellte Privatfahrzeug für eine private Fahrt in Betrieb zu 
setzen, sondern das Geschäftsfahrzeug benutzen. Offen bleiben kann, 
ob die Auffassung der Verwaltung zutrifft, dass diese Folgerung umso 
mehr  für  die  Benutzung  von  Fahrzeugen  der  oberen  Preiskategorie 
(Kaufpreis ohne Mehrwertsteuer über Fr. 100'000.--) durch Mitglieder 
der Geschäftsleitung bzw. des Verwaltungsrats gerechtfertigt  ist. Hin-
gegen  ist  klar,  dass  der  Schluss  bei  "reinen  Baustellenfahrzeugen" 
nicht  gerechtfertigt  wäre.  Indem  sich  das  Bundesverwaltungsgericht 
auf die allgemeine Lebenserfahrung abstützt, ist der Beweis erbracht, 
ohne dass es weiterer Beweismittel  bedarf (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O., Rz. 3.141).

4.3 Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  (E.  3.3)  hat  die 
Mehrwertsteuerpflichtige  bei  Vorliegen  von  Anhaltspunkten  für  eine 
private Nutzung von Fahrzeugen die Möglichkeit, die steuermindernde 
Tatsache  der  ausschliesslichen  geschäftlichen  Nutzung  zu  belegen. 
Die Frage, ob es sich wirklich um den Beweis einer steuermindernden 
Tatsache handelt oder nicht vielmehr um den Gegenbeweis, dass eine 
steuerbegründende Tatsache nicht vorliegt, kann offen bleiben.

Der  Umstand,  dass  die  Fahrzeuge  im  Eigentum  der  Beschwerde-
führerin  stehen  und  diese  den  Unterhalt  bestreitet,  ändert  nichts 
daran, dass die Fahrzeuge auch privat benutzt werden können. Ohne 
Einfluss ist auch die Tatsache, dass sie nach der Darstellung der Ge-
sellschaft aus Gegengeschäften stammen.

Die Beschwerdeführerin wurde bereits im Rahmen der Kontrolle vom 
Inspektor der ESTV aufgefordert,  Nachweise für die ausschliessliche 
geschäftliche Verwendung der fraglichen Fahrzeuge zu erbringen, bei-
spielsweise durch Vorlegen einer Fahrtenkontrolle. Sie hat dies weder 
damals,  noch  im  Einsprache-  oder  im  Verfahren  vor  dem  Bundes-
verwaltungsgericht  getan,  obwohl  die  Verwaltung  sowohl  im  Ein-
spracheentscheid  als  auch  in  der  Vernehmlassung  ausdrücklich  auf 
das Fehlen von Fahrtenkontrollen hingewiesen hat. Vorgelegt hat sie 
lediglich andere Unterlagen, so die Fahrzeugausweise für die Privat-
autos  der  Mitglieder  der  Geschäftsleitung  bzw. des  Verwaltungsrats; 
damit  kann  aber  der  Nachweis  der  ausschliesslichen  geschäftlichen 
Nutzung der Geschäftsfahrzeuge nicht erbracht werden. Für ihre wei-

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teren Behauptungen, nämlich dass A._______ den BMW nur bei ge-
schäftlichen Fahrten über weite Strecken benützt habe, da er norma-
lerweise für kürzere Strecken einen Honda CR-V2.oi der Beschwerde-
führerin  eingesetzt  habe,  dass  für  den  BMW  und  den  Honda  eine 
Wechselnummer  eingelöst  gewesen sei,  dass  A._______ für  private 
Fahrten ausschliesslich einen Renault Mégane verwendet habe sowie 
die Frau von A._______ diesen auf sie eingelösten Wagen nie benützt 
habe,  hat  die  Beschwerdeführerin  keinerlei  Beweise  beigebracht,  so 
dass  die  ausschliesslich  geschäftliche  Nutzung  der  fraglichen  Fahr-
zeuge nicht nachgewiesen ist.

4.4 Damit ist die ESTV zu Recht davon ausgegangen, dass die Fahr-
zeuge auch privat genutzt worden sind. Sie hat  zulässigerweise den 
Privatanteil unter Verwendung der pauschalen Methode aufgerechnet, 
dessen zahlenmässige Ermittlung durch die Beschwerdeführerin nicht 
beanstandet wurde.

5.
Die Beschwerde ist  daher  in  allen  Punkten abzuweisen. Bei  diesem 
Verfahrensausgang  sind  der  Beschwerdeführerin  als  unterliegender 
Partei  sämtliche Kosten für  das Beschwerdeverfahren vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs. 1  VwVG). Die 
Verfahrenskosten werden auf Fr. ... festgesetzt (Art. 4 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]),  der  Be-
schwerdeführerin zur Zahlung auferlegt und sind mit  dem Kostenvor-
schuss von Fr. ... zu verrechnen.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. ...  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. ... 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

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- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Salome Zimmermann Johannes Schöpf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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