# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31f98e49-eae1-5eba-9ffb-91071f1504b1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.08.2020 UV 2019/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-33_2020-08-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/33

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2020

Entscheiddatum: 12.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2020
Art. 6 UVG: Gutheissung der Beschwerde. Bejahung einer vorübergehenden 
oder richtungsgebenden Verschlimmerung im Sinne einer zunehmenden 
Beschwerdesymptomatik im Zusammenhang mit einem vorbestehenden 
Lipom nach einem Sturz mit dem Snowboard auf den Bauch (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2020, UV 
2019/33). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_587/2020.

Entscheid vom 12. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Michaela Machleidt 

Lehmann und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2019/33

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Bilgeri, Advokatur am Falkenstein, 

Falkensteinstrasse 1, Postfach 152, 9016 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. August 2005 als Elektroinstallateur bei 

der B.___ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1).

A.a. 

Am 2. März 2017 meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte sei am 3. Februar 

2017 beim Skifahren gestürzt und habe sich eine Prellung der Leiste zugezogen. Als 

erstbehandelnder Arzt wurde Dr. med. C.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, 

aufgeführt. Zudem wurde ab 3. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vermerkt 

(Suva-act. 1). Mit Schreiben vom 6. März 2017 sprach die Suva dem Versicherten für 

die Folgen des Nichtberufsunfalls vom 3. Februar 2017 die gesetzlichen Leistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 5).

A.b. 

Am 8. März 2017 reichte Dr. C.___ der Suva das Arztzeugnis UVG ein. Laut diesem 

hatte am 6. Februar 2017 eine Erstbehandlung stattgefunden. Der Versicherte hatte 

angegeben, dass er am 3. Februar 2017 mit dem Snowboard auf einer Eisplatte 

gestürzt sei. Dr. C.___ hatte als Befunde ein gespanntes Abdomen sowie einen leicht 

reduzierten Allgemeinzustand infolge der Schmerzen erhoben und die Diagnose eines 

stumpfen Bauchtraumas und eines Verdachts auf eine Rezidivhernie gestellt und ab 6. 

Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt (Suva-act. 6, vgl. auch act. 

51-2).

A.c. 

Mit Schreiben vom 21. März 2017 reichte die Klinik D.___ der Suva ein 

Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt zur Behandlung einer 

A.d. 

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Rezidivhernie links durch Dr. med. E.___, Facharzt Chirurgie FMH, ein (Suva-act. 7). Auf 

Zuweisung von Dr. E.___ war beim Versicherten am 15. März 2017 eine Sonographie 

durch Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, Ultraschalldiagnostik SGUM 

und Manuelle Medizin SAMM, durchgeführt worden, welche laut gleichentags 

erstelltem Ultraschallbericht ein indirektes (laterales) Inguinalhernienrezidiv links sowie 

einen im grössten Durchmesser 2cm messenden entzündlich veränderten 

Lymphknoten der Arteria/Vena femoralis gezeigt hatte (Suva-act. 16). Am 23. März 

2017 führte Dr. E.___ beim Versicherten bei der Diagnose eines indirekten 

Inguinalhernienrezidivs links bei Status nach TEP (total extraperitoneale Hernioplastik) 

im April 2013 (vgl. dazu Suva-act. 28) und Status nach Snowboardunfall mit starkem 

Bauchtrauma am 3. Februar 2017 eine Leistenrevision mit Leistenhernienrepair links 

nach Millikan/Rutkow mit Medium Perfix light Plug und Onlay Mesh durch (Suva-act. 

15-1). Laut Operationsbericht vom 24. März 2017 (Suva-act. 15-1) und 

Hospitalisationsbericht vom 27. März 2017 (Suva-act. 15-2) hatte sich intraoperativ ein 

etwa kleinfingergrosses präperitoneal herniertes bzw. durchgepresstes Lipom finden 

lassen, welches abgetragen worden war.

Mit Schreiben vom 27. März 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass zu 

den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung genommen werden könne. 

Sobald die Abklärungen durchgeführt worden seien, orientiere sie über ihre 

Leistungspflicht (Suva-act. 13).

A.e. 

Am 5. Juli und 11. August 2017 legte die Suva den Schadenfall ihrer Abteilung 

Versicherungsmedizin zur Beurteilung der Frage vor, ob das Hernienrezidiv eine durch 

den Unfall vom 3. Februar 2017 eingetretene Verschlimmerung des im April 2013 in der 

Klinik G.___ durchgeführten endoskopischen Hernienrepairs darstelle und falls ja, ob 

die Operationskosten vom 23. März 2017 vom Unfallversicherer zu übernehmen seien 

(Suva-act. 29, 33-1). Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt Chirurgie, verneinte dies am 

14. August 2017 und erklärte, dass es sich nicht um eine Hernie im eigentlichen Sinne, 

sondern um ein präperitoneales Lipom handle. Es trete also nicht im Sinne eines 

Rezidivs ein Herniensack durch eine Lücke vor, sondern nur ein gutartiger Fetttumor. 

Dies sei keine Unfallfolge. Zudem habe sich in der Sonographie weder ein Bluterguss 

noch eine Schwellung gezeigt (Suva-act. 33-2).

A.f. 

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Inzwischen hatte am 20. Juli 2017 eine Besprechung der Suva mit dem 

Versicherten stattgefunden, bei welcher dieser angegeben hatte, dass Dr. C.___ zuerst 

exakte Abklärungen in Bezug auf allfällige Blutungen im gesamten Bauchraum 

durchgeführt und gesagt habe, dass die Schmerzen in der Leiste keine Priorität hätten. 

Dies, obwohl die Leiste permanent derart geschmerzt habe, als ob ihm jemand ständig 

zwischen die Beine geschlagen hätte. Die Abklärungen bezüglich der Blutungen im 

Bauchraum hätten zwei bis drei Wochen in Anspruch genommen. Nachdem solche 

hätten ausgeschlossen werden können, seien die Abklärungen bezüglich der linken 

Leiste in die Wege geleitet worden (Suva-act. 30).

A.g. 

Mit Schreiben vom 23. August 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass in 

Bezug auf seinen Leistenbruch, welchen er auf das Ereignis vom 3. Februar 2017 

zurückführte, die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nicht 

gesamthaft erfüllt seien. Es könnten demnach keine Versicherungsleistungen erbracht 

werden (Suva-act. 34).

A.h. 

Mit Schreiben vom 20. April 2018 teilte der Versicherte der Suva sinngemäss mit, 

dass er mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden sei (Suva-act. 35 f.) und 

reichte einen Bericht von Dr. E.___ an Dr. C.___ vom 15. März 2017 (Suva-act. 36-2), 

ein Bestätigungsschreiben von Dr. E.___ vom 28. März 2018 (Suva-act. 36-3) sowie 

eine Zahlungsaufforderung für unbezahlte Kostenbeteiligungen über Fr. 2'022.75 

(Suva-act. 36-5) ein.

A.i. 

Am 1. Juni 2018 legte die Suva den Schadenfall erneut ihrer Abteilung 

Versicherungsmedizin zur Beurteilung der Unfallkausalität vor (Suva-act. 37). Kreisarzt 

Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt in einer 

ärztlichen Beurteilung vom 14. Juni 2018 zusammenfassend fest, dass mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Verschlimmerung durch den 

Unfall vom 3. Februar 2017 eingetreten sei und die Kosten der am 23. März 2017 

erfolgten Operation nicht durch die Suva zu übernehmen seien (Suva-act. 38).

A.j. 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2018 bestätigte die Suva die Ablehnung ihrer 

Leistungspflicht (Suva-act. 40).

A.k. 

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B.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. 

iur. D. Bilgeri, St. Gallen, mit Eingabe vom 22. August 2018 Einsprache (Suva-act. 44-1 

ff.). Mit dieser reichte er eine "Medizinische Begründung aus Sicht des behandelnden 

Chirurgen/Operateur" von Dr. E.___ vom 13. August 2018 ein, der eine 

Verschlimmerung durch den Unfall vom 3. Februar 2017 sowie eine Leistungspflicht 

der Suva in Bezug auf die Operation vom 23. März 2017 bejahte (Suva-act. 44-6 f.).

B.a. 

Am 29. November 2018 beauftragte die Suva das Kompetenzzentrum 

Versicherungsmedizin erneut mit der Frage, ob das Inguinalhernienrezidiv mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Februar 2017 zurückzuführen 

sei. Sie wies darauf hin, dass gemäss kreisärztlichen Beurteilungen keine Unfallfolge 

vorliege, während gemäss Beurteilung von Dr. E.___ eine solche gegeben sei (Suva-

act. 48). Med. pract. J.___, Facharzt Chirurgie, Facharzt Chirurgie und Unfallchirurgie 

(DE) sowie Facharzt für Viszeralchirurgie (DE), Kompetenzzentrum 

Versicherungsmedizin, beauftragte darauf die Suva, dem Dossier die zeitnah 

ergriffenen diagnostischen Massnahmen (wie z.B. eine CT) für den Zeitraum der 

Arbeitsunfähigkeit (wohl bis zum 20. Februar 2017) zuzuführen, um die Aussagen des 

Versicherten anlässlich der Besprechung mit der Suva vom 20. Juli 2017 zu überprüfen 

(Suva-act. 49). Dr. C.___ reichte der Suva am 24. Januar 2014 einen Auszug aus der 

Krankengeschichte des Versicherten vom 6. Februar 2017 ein (Suva-act. 51-2), erklärte 

jedoch anlässlich eines Telefongesprächs vom 5. Februar 2019 über keine Bildgebung 

zu verfügen (Suva-act. 53). Med. pract. J.___ nahm daraufhin in einer chirurgischen 

Beurteilung vom 12. Februar 2019 zur Kausalitätsfrage Stellung und schloss sich den 

kreisärztlichen Beurteilungen an, dass die am 23. März 2017 durchgeführte Operation 

nicht an Unfallfolgen adressiert gewesen sei (Suva-act. 54).

B.b. 

Die von der Suva ergänzten Akten wurden der Rechtsvertreterin des Versicherten 

mit Schreiben vom 15. Februar 2019 unterbreitet (Suva-act. 55), worauf diese mit 

Schreiben vom 11. März 2019 mitteilte, an der Einsprache vom 22. August 2018 

festzuhalten (Suva-act. 56). Zusammen mit dem Schreiben reichte sie eine weitere 

Stellungnahme von Dr. E.___ vom 22. Februar 2019 ein (Suva-act. 57).

B.c. 

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C.  

Mit Einspracheentscheid vom 21. März 2019 wies die Suva die Einsprache vom 

22. August 2018 gegen die Verfügung vom 21. Juni 2018 ab (Suva-act. 61).

B.d. 

Gegen den Einspracheentscheid erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 7. Mai 2019 Beschwerde mit 

folgenden Anträgen: 1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben. 2. Die 

Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die gesetzlichen 

Leistungen zu erbringen. 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren 

Sachverhaltsabklärung durch ein externes medizinisches Gutachten an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G1). Zusammen mit der Beschwerde reichte die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Aktenbeurteilung von Prof. Dr. med. 

K.___, Chirurgie, Spital L.___, vom 2. Mai 2019 ein (Suva-act. 69).

C.a. 

Mit Stellungnahme vom 3. Juni 2019 ersuchte die Beschwerdegegnerin das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen um Überprüfung der Rechtzeitigkeit der 

Beschwerde (act. G3). Mit Schreiben vom 5. Juni 2019 teilte das Versicherungsgericht 

der Beschwerdegegnerin mit, dass die Beschwerde rechtzeitig eingereicht worden sei 

(act. G4), worauf diese am 2. August 2019 ihre Beschwerdeantwort mit dem Antrag auf 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids einreichte (act. 

G5). Sie stützte sich dabei auf eine nach Einsichtnahme in die im Beschwerdeverfahren 

von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers neu aufgelegten medizinischen 

Stellungnahmen erstellte chirurgische Beurteilung von med. pract. J.___ vom 23. Juli 

2019 (Suva-act. 73).

C.b. 

In der Replik vom 10. Oktober 2019 hielt die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers unverändert an den Anträgen der Beschwerde fest (act. G9).

C.c. 

In der Duplik vom 13. November 2019 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an 

ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G11).

C.d. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in Bezug 

auf den am 23. März 2017 durch Dr. E.___ behandelten Gesundheitsschaden des 

Beschwerdeführers (Suva-act. 15) zu Recht verneint hat, weil zwischen diesem und 

dem Unfall vom 3. Februar 2017 kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Bei 

Bejahung einer Leistungspflicht wäre die Beschwerdegegnerin bis zur Heilung für die 

unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, 

Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) 

leistungspflichtig.

2.  

Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat 

der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) für einen 

Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 

(BGE 129 V 181 E. 3.2 ff. mit Hinweisen; André Nabold, in: Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung 

[UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 66 zu 

Art. 6 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung 

der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht von den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln 

zu beurteilen ist (vgl. UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6 UVG; BSK 

UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 

129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 

8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat 

2.1. 

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indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch 

keine selbständige Bedeutung. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

weiteres gegeben (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 

365 E. 5c/bb mit Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Ob ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70 

Rz. 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit 

Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der 

Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, demzufolge die 

versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten 

Wegfall der Kausalität der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, 

welche damals thematisiert worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung 

bildeten (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, 

auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Diese Beweisregel greift indessen 

erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55).

2.2. 

Mit Schadenmeldung UVG vom 2. März 2017 liess der Beschwerdeführer der 

Beschwerdegegnerin durch seine Arbeitsgeberin melden, er sei am 3. Februar 2017 

beim Skifahren gestürzt und habe sich links und rechts eine Prellung der Leiste 

2.3. 

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zugezogen. Eine Erstbehandlung habe bei Dr. C.___ stattgefunden und es bestehe seit 

3. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1). Angesichts dieser 

Ereignisschilderung bzw. Arbeitsunfähigkeitsmeldung ging die Beschwerdegegnerin 

von einem Nichtberufsunfall aus und sicherte dem Beschwerdeführer mit formlosem 

Schreiben vom 6. März 2017 die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld) zu (Suva-act. 4). Es ist jedoch offensichtlich, dass die Anerkennung einer 

Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt ohne weitere 

Angaben medizinischer Fachpersonen, welche ihr Auskunft über den konkreten 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gegeben hätten, erfolgt ist, und die 

Beschwerdegegnerin nur von einer erfahrungsgemäss innert kurzer Zeit ausheilenden 

Prellung der Leisten bzw. von einem absehbaren Heilverlauf ausging. Erstmalig mit 

Eingang des Kostengutsprachegesuchs vom 21. März 2017 erhielt die 

Beschwerdegegnerin Kenntnis von einer operativ zu therapierenden Rezidivhernie links 

(Suva-act. 7). Die Beschwerdegegnerin verlangte daraufhin zur Überprüfung ihrer 

Leistungspflicht, insbesondere im Hinblick auf den geplanten Eingriff, mit Schreiben 

vom 27. März 2017 von Dr. C.___, der Klinik D.___ sowie von Dr. F.___ sämtliche 

medizinischen Berichte, inklusive die Berichte über die durchgeführten radiologischen 

Untersuchungen, ein (Suva-act. 8 ff.). Zeitgleich kündigte sie dem Beschwerdeführer 

an, dass sie zu den Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen 

könne und ihn nach Durchführung der Abklärungen über ihre Leistungspflicht 

orientieren werde (Suva-act. 13). Die von ihr eingeholten medizinischen Unterlagen 

legte die Beschwerdegegnerin ihrer Abteilung Versicherungsmedizin zur Beurteilung 

ihrer Leistungspflicht mit der Frage vor, ob das Hernienrezidiv eine Verschlimmerung 

des im April 2013 in der Klinik G.___ durchgeführten endoskopischen Hernienrepairs 

darstelle und falls ja, ob die Operationskosten vom 23. März 2017 vom 

Unfallversicherer zu übernehmen seien (Suva-act. 29, 33-1), was Dr. H.___ am 14. 

August 2017 verneinte (Suva-act. 33-2). Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die 

Beschwerdegegnerin die Erbringung von Versicherungsleistungen für einen 

Leistenbruch mit Schreiben vom 23. August 2017 ab (Suva-act. 34). Nach einer 

weiteren kreisärztlichen Beurteilung durch Dr. I.___ vom 14. Juni 2018 (Suva-act. 38) 

folgte schliesslich am 21. Juni 2018 die verfügungsweise Ablehnung (Suva-act. 40). 

Angesichts der obigen Sachlage ist offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin von 

einem strukturellen Gesundheitsschaden in Form einer Rezidivhernie in der linken 

Leiste erstmals mit dem Kostengutsprachegesuch der Klinik D.___ Kenntnis erhielt, ihr 

also ein solcher im Zeitpunkt des Leistungszusageschreibens vom 6. März 2017 noch 

nicht bekannt war und somit auch nicht Gegenstand der Anerkennung bildete. Vor 

diesem Hintergrund hätte der Beschwerdeführer in Bezug auf die Frage, ob eine 

leistungsbegründende Unfallkausalität in Bezug auf den am 23. März 2017 durch Dr. 

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3.

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden 

Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie 

umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, 

von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis 

versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der Suva-

Kreisärzte und Kreisärztinnen bzw. der Ärzte und Ärztinnen des Kompetenzzentrums 

Versicherungsmedizin der Suva gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur 

geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 229 E. 

5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 

2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12, 8C_839/2016,  E. 3.2). Die 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten und 

Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im Vordergrund, in denen ein 

Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin nicht als Hausarzt oder 

Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte. Im Übrigen sind 

Anhaltspunkte, welche die medizinischen Feststellungen der versicherungsinternen 

Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu beachten, auch wenn sie von 

behandelnden Ärztinnen oder Ärzten stammen (vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild 

über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der 

E.___ operativ behandelten Gesundheitsschaden gegeben ist, die Folgen der 

Beweislosigkeit zu tragen (vgl. vorstehende Erwägung 2.2; vgl. dazu auch 

nachfolgende Erwägung 4.5.1).

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Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 

8C_780/2016, E. 6.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen zumindest keine 

formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. H.___, 

Dr. I.___ und med. pract. J.___ (Suva-act. 33-2, 38, 54, 73). Ob letztlich auf diese 

abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen 

Beurteilung zu prüfen.

4.

Materiellrechtlich ist zu prüfen, ob die operative Behandlung vom 23. März 2017 einem 

unfallkausalen Gesundheitsschaden gegolten hat.

Aktenkundig ist, dass beim Beschwerdeführer am 25. April 2013 bei Vorliegen 

einer indirekten Leistenhernie eine endoskopische Leistenhernienoperation in TEP-

Technik durch Dr. M.___ durchgeführt worden war (Suva-act. 28). In der nach dem 

Unfall vom 3. Februar 2017 beim Beschwerdeführer durchgeführten Sonographie vom 

14. März 2017 erhob Dr. F.___ sodann laut Untersuchungsbericht vom 15. März 2017 

den Befund eines indirekten lateralen Inguinalhernienrezidivs links (Suva-act. 16) und 

auch Dr. E.___ hielt im Operationsbericht vom 24. März 2017 als Diagnose ein 

indirektes Inguinalhernienrezidiv links fest (Suva-act. 15). Die Ärzte der 

Beschwerdegegnerin, Dr. H.___, Dr. I.___ sowie med. pract. J.___, wie auch Dr. E.___ 

und der von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beigezogene Prof. K.___ 

sind sich jedoch darin einig, dass am 23. März 2017 keine Leistenhernie im 

eigentlichen Sinne (= angeborene oder erworbene sackartige Ausstülpung des 

Peritoneum parietale [Bruchsack], die die anatomisch präformierten Lücken und 

Schwachstellen oberhalb des Leistenbandes als Bruchpforte haben, wobei Anteile der 

Baucheingeweide [Bruchinhalt] in die Leiste verlagert werden [Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston, S. 1037; Roche Lexikon, Medizin 5. Aufl. 

München 2003, S. 806]) bzw. kein mit der früher operierten Leistenhernie in 

Zusammenhang stehendes Leistenhernienrezidiv operiert wurde (vgl. Suva-act. 33, 38, 

44-6 f., 54, 57, 69, 73).

4.1. 

Laut Dr. H.___ wurde bei der Operation vom 23. März 2017 ein präperitoneales 

Lipom, d.h. ein gutartiger Fetttumor (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 1059; Roche 

Lexikon, a.a.O., S. 1118), operiert (Suva-act. 33-2). Auch Prof. K.___ geht von einem 

Lipom aus, welches bereits vor dem Unfall vom 3. Februar 2017 im linken Leistenkanal 

des Beschwerdeführers befindlich war, also nicht durch den Unfall verursacht wurde 

(Suva-act. 69-3, 73-10). Er bezeichnet das Lipom als Pseudorezidiv, unter welchem 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

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man ein während der Operation zurückgelassenes Lipom im Leistenkanal verstehe, 

welches eine ähnliche Symptomatik wie eine Leistenhernie verursachen könne und 

deshalb meist zu einer Reoperation führe. Aus diesem Grund müssten vorhandene 

Lipome aus dem inneren Leistenring während der endoskopischen Phase entfernt 

werden. Beim Beschwerdeführer habe bei der Zweitoperation vom 23. März 2017 

tatsächlich kein eigentliches indirektes Hernienrezidiv festgestellt werden können. Es 

sei ein Pseudorezidiv und zusätzlich noch im Bereich des Leistenrings ein Teil vom 

vorgängig eingelegten Netz entfernt worden (Suva-act. 69-2). Auch Dr. E.___ nennt im 

Operationsbericht vom 24. März 2017 (Suva-act. 15-1), im Hospitalisationsbericht vom 

27. März 2017 (Suva-act. 15-2) sowie in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019 

(Suva-act. 57) ein herniertes kleinfingergrosses präperitoneales, möglicherweise 

rumliegendes Lipom und hält in letzterer (Suva-act. 57-2) zudem fest, es sei korrekt, 

dass im Verlauf des Samenstrangs immer Fettgewebe vorliege und hier eben nicht von 

einer Neubildung gesprochen werden könne. Med. pract. J.___ schliesst sich in seiner 

chirurgischen Beurteilung vom 23. Juli 2017 den Ausführungen von Prof. K.___ zum 

Lipom an (Suva-act. 73-9 f.). Angesichts der aufgeführten, übereinstimmenden 

medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich beim Beschwerdeführer 

bereits zum Zeitpunkt des Unfalls vom 3. Februar 2017 im linken Leistenkanal ein 

Lipom befand und sich bei diesem Vorzustand die weitere widersprüchliche Diskussion 

in den aktenkundigen medizinischen Beurteilungen hinsichtlich Unfallkausalität mit der 

Frage befasst, ob in Bezug auf dieses Lipom durch den Unfall vom 3. Februar 2017 

eine (strukturelle) Verschlimmerung in der linken Leiste des Beschwerdeführers 

eingetreten ist.

Dr. E.___ bejaht diese Frage und stellt sich in seiner Begründung vom 13. August 

2018 (Suva-act. 44-6 f.) auf den Standpunkt, dass aus seiner Sicht Unfälle mit dem 

Snowboard hohe Bauchdrücke erzeugen könnten, was ein Durchtreten von vor dem 

Bauchfell liegendem Fettgewebe durch Öffnungen (in diesem Fall innerer Leistenring) 

hervorrufen könne. In seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019 (Suva-act. 57) weist 

er darauf hin, dass wohl die Druckerhöhung durch den Unfall die herumliegende 

Lipomstruktur durch den inneren Leistenring hinausgedrückt habe. Nach dem Sturz sei 

das Lipom im Leistenring stecken geblieben und habe Beschwerden gemacht. Stetiger 

leichter Druck führe zur Ausstülpung, was man irgendwann vielleicht mit einem kleinen 

Kraftakt bei der Arbeit verspüren möge und es dann erstmalig bemerke. Die 

Entstehung habe jedoch früher begonnen. Er vergleiche es immer mit einem vollen 

Fass, welches erst beim letzten Tropfen zu überlaufen beginne. In diesem Fall sei es 

absolut nachvollziehbar, dass durch den Druck, entstanden beim Trauma, eben dieses 

Lipom den Weg durch den inneren Leistenring nach aussen gefunden habe und im 

4.3. 

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Leistenring stecke. Hätte dieser Zustand schon früher vorgelegen, hätte der 

Beschwerdeführer schon vor dem Sturz entsprechende Beschwerden gehabt. Eine 

Druckentstehung im Bauch habe das lipomatöse Gewebe sofortig durch den 

Leistenring nach vorne pressen können und habe dem Beschwerdeführer ab diesem 

Zeitpunkt Beschwerden verursacht. Das Lipom sei nicht riesig gewesen, aber doch 

ursächlich für die Beschwerden, da diese postoperativ nicht mehr vorhanden gewesen 

seien. Das Fettgewebe werde als präperitoneales Lipom bezeichnet, weil es durch den 

inneren Leistenring ausgetreten sei und nicht im Verlauf des Samenstrangs, wo immer 

Fettgewebe vorliege, gelegen habe. Er sei der Meinung, dass der Druck im Bauch das 

möglicherweise rumliegende Lipom hinausgedrückt und deshalb zu Schmerzen geführt 

habe. Entsprechend habe er in der Begründung vom 13. August 2018 auch nicht von 

Fettgewebe im Leistenkanal im Sinne von im Samenstrang verlaufend geschrieben, 

sondern eben von Fettgewebe, welches von hinten durch den inneren Leistenring im 

Leistenring steckend herausgedrückt worden sei.

 4.4. 

Die Annahme von Dr. E.___ - das Lipom sei durch den Sturz durch den inneren 

Leistenring hinausgedrückt worden - hat als unbestritten und nachgewiesen zu gelten.

4.4.1. 

Bauch- und Unterleibsbrüche - dazu gehören auch Leistenbrüche - sind nach 

medizinischer Erfahrung in der Regel krankheitsbedingte Leiden und nur in seltenen 

Ausnahmefällen Unfallfolge. Eine Hernie kann als unfallbedingt betrachtet werden, 

wenn das Unfallereignis mit einer direkten, heftigen sowie bestimmten Einwirkung 

verbunden ist und die schwerwiegenden Symptome der Hernie unverzüglich und mit 

sofortiger, mindestens mehrstündiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. Die Leistenhernie im 

Besonderen kann nur als unfallbedingt qualifiziert werden, wenn anlässlich eines 

bestimmten einmaligen Ereignisses (Überanstrengung, unkoordinierte Bewegung, 

Sturz, Druck von aussen usw.) ein angeborener Bruchsack erstmalig und plötzlich mit 

Eingeweiden gefüllt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2008, 

8C_601/2007, E. 2.1). Das Bundesgericht qualifiziert also eine Leistenhernie (nur) im 

seltenen Fall eines angeborenen, also bereits bestehenden, Bruchsacks als 

unfallbedingt.

4.4.2. 

Der Beschwerdeführer ist beim Snowboardunfall vom 3. Februar 2017 

unbestrittenermassen auf den Bauch gestürzt. Wie bereits erwähnt, betrachtet Dr. 

E.___ den Sturz auf den Bauch als adäquates Ereignis für eine Verschlimmerung bzw. 

Veränderung des Vorzustandes. Der Sturz habe einen Druck auf den Bauch erzeugt, 

was wiederum ein Durchtreten von Fettgewebe durch den inneren Leistenring 

4.4.3. 

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hervorgerufen habe. Eine plötzliche Erhöhung des intraperitonealen Drucks bzw. eine 

im Einzelfall mögliche Entstehung einer Leistenhernie infolge einer plötzlichen 

Druckerhöhung im Bauchraum, schliesst offensichtlich auch med. pract. J.___ nicht 

aus (Suva-act. 73-9). So wird ein "Druck von aussen" auch in bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung als adäquates Ereignis für einen Leistenbruch anerkannt, wenn auch 

nur im seltenen Fall eines angeborenen Bruchsacks (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 10. Januar 2008, 8C_601/2007, E. 2.1). In der vorliegend bereits natürlich 

vorhandenen Lücke des inneren Leistenrings (Suva-act. 44-6 f.) ist jedoch ebenfalls ein 

Umstand zu sehen, der sich in die vom Bundesgericht sehr eingeschränkt definierte 

Unfallqualifikation einfügt.

Aus den medizinischen Akten geht sodann übereinstimmend hervor, dass das 

bei der Leistenhernienoperation vom 25. April 2013 eingelegte Kunststoffnetz den 

Eintritt von Gewebe in den Leistenring in der Regel verhindert. So konnte laut Prof. 

K.___ durch die korrekte Lage des eingelegten Netzes kein Rezidiv entstehen (Suva-

act. 69-2). Und auch med. pract. J.___ erklärt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 

23. Juli 2019 (Suva-act. 73-5) ausführlich die Funktion des Kunststoffnetzes, welches 

zuverlässig den Eintritt von intraabdominell gelegenem Gewebe in den inneren 

Leistenring und damit in den Leistenkanal, durch den beim Mann die Strukturen des 

Samenstrangs nach aussen treten, verhindert. Es sei somit nicht überwiegend 

wahrscheinlich, dass Fettgewebe, das vor dem Ereignis innerhalb der Bauchwand 

gelegen habe, im Rahmen des Unfalls vom 3. Februar 2017 durch den mittels des 

Kunststoffnetzes breitflächig abgedeckten inneren Leistenring in den Leistenkanal 

ausgetreten sei.

4.4.4. 

Streitig und zu prüfen bleibt damit einzig, ob das Lipom - wie von Dr. E.___ 

angenommen - überwiegend wahrscheinlich mit dem Sturz vom 3. Februar 2017 

symptomatisch wurde, was zur Operation vom 23. März 2017 führte.

4.5. 

Wird davon ausgegangen, dass die nach dem Unfall aufgetretenen Schmerzen in 

der linken Leiste Folge einer durch den Unfall lediglich aktivierten (zuvor stummen) 

vorbestehenden Gesundheitsschädigung sind, hat die Beschwerdegegnerin nur 

Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende 

Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen. Mit dem Erreichen des 

Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit (RKUV 1994 Nr. U206 S. 328 f. 

E. 3, mit Hinweisen; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6 UVG; UVG Kommentar-

Nabold, a.a.O., N 54 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; SVR 2010 UV 

Nr. 31 S. 125, 8C_816/2009, E. 4.3). Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch 

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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nicht wieder erreicht ist, hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG 

in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu 

übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Unter 

Umständen hat der Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine, operative Eingriffe 

miteinschliessende, zweckmässige Behandlung, wenn diese im Gesamtkontext 

gesehen letztlich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung 

der von den Unfällen zumindest mitverursachten Schmerzen dient und nicht gesagt 

werden kann, die Operation sei auch ohne den durch die Unfälle bewirkten 

Beschwerdeschub überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig 

geworden (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 

und 24. Juni 2008, 8C_326/2008). Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung 

ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Schaden auch ohne 

das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur 

hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war (Urteile 

des Bundesgerichts vom 19. Oktober 2011, 8C_515/2011, E.4.1, und 5. April 2007, U 

413/05, E. 4.2). Anzufügen bleibt, dass im konkreten Fall nicht die Beschwerdegegnerin 

den Nachweis des Dahinfallens der Kausalität zu erbringen hat, sondern der 

Beschwerdeführer hat zunächst die Unfallkausalität der von ihm geklagten 

gesundheitlichen Störungen zu belegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 

2017, 8C_819/2016, E. 4.3). Kann der Nachweis nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht werden, hätte er deshalb auch die Folgen 

der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Erwägung 2.3).

Laut Einschätzung von med. pract. J.___ in der chirurgischen Beurteilung vom 

23. Juli 2019 (Suva-act. 73-10) scheidet die Erhöhung des intraabdominellen Drucks 

als Ursache für eine Verschlimmerung des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers aus. Um das Gegenteil mit dem Mass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit bejahen zu können, müsste laut seiner Auffassung durch das 

Unfallereignis eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes eingetreten sein. Med. 

pract. J.___ hält fest, dass es, wäre zum Beispiel eine Einblutung im Bereich der linken 

Leiste sonographisch objektiviert worden oder wenigstens eine Schwellung, eine 

Schürfung im Bereich der Leiste oder auch ein oberflächliches Hämatom dokumentiert, 

nicht nur möglich wäre, dass eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes in der 

linken Leiste zufolge des Unfalls eingetreten wäre. Solche Zeichen einer 

Traumatisierung der linken Leiste seien jedoch mit den medizinischen Berichten nicht 

dokumentiert. Zudem seien die Leistenbeschwerden erst verzögert dokumentiert. Der 

Hausarzt erinnere sich zwar im Nachhinein daran, dass der Beschwerdeführer auch bei 

4.5.2. 

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der Erstvorstellung Leistenbeschwerden angegeben habe. Er habe dies jedoch weder 

dokumentiert, noch sei er diesen Beschwerden initial nachgegangen, wie es zu 

erwarten gewesen wäre. Eine gezielte Diagnostik der linken Leistenregion wäre 

notwendig geworden.

Med. pract. J.___ argumentiert unter anderem in dem Sinne, dass im Regelfall 

erlittene Verletzungen zu Schmerzen führen und unmittelbar im Anschluss an den 

Unfall oder zumindest unfallnah auch wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen 

Untersuchung beschrieben werden. Die Bedeutsamkeit der von ihm angesprochenen 

fehlenden Brückensymptomatik im konkreten Fall erscheint jedoch - soweit sie 

aufgrund der Akten überhaupt bestätigt werden kann - fraglich. Zunächst ist 

festzuhalten, dass bereits in der Schadenmeldung UVG vom 2. März 2017 eine 

Verletzung im Leistenbereich genannt wurde (Suva-act. 1). Zwar hatte die anlässlich 

der Erstbehandlung vom 6. Februar 2017 durch Dr. C.___ durchgeführte Sonographie - 

wie von Dr. I.___ in der ärztlichen Beurteilung vom 14. Juni 2018 zutreffend festgestellt 

(Suva-act. 38-2) - keine auffälligen Befunde gezeigt, dennoch stellte der Hausarzt die 

Verdachtsdiagnose einer Rezidivhernie (Suva-act. 6), welche sich sodann im Rahmen 

der weiteren Sonographie vom 15. März 2017 - letztlich in Form eines präperitonealen 

Lipoms (vgl. Erwägung 4.1.2) - auch bestätigte (Suva-act. 16). Vor diesem Hintergrund 

kann nicht gesagt werden, eine Leistenverletzung habe unfallnah nicht im Raum 

gestanden. Die Erklärung des Beschwerdeführers anlässlich der Besprechung mit der 

Beschwerdegegnerin vom 20. Juli 2017 - zunächst hätten die medizinischen 

Abklärungen bezüglich Blutungen im Bauchraum im Zentrum gestanden, die 

Leistenbeschwerden hätten keine Priorität gehabt - erscheint zudem angesichts der 

Gefährlichkeit allfälliger innerer Bauchverletzungen glaubwürdig und nachvollziehbar, 

auch wenn einzuräumen ist, dass die Abklärungen tatsächlich wohl keine zwei bis drei 

Wochen gedauert haben dürften (vgl. dazu Suva-act. 51-2). Ausgewiesen ist sodann 

auch eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit vom 3. Februar bis 18. April 2017 (Suva-

act. 1, 6, 17). Der Beschwerdeführer wurde schliesslich unbestrittenermassen von Dr. 

C.___ für eine Abklärung der Leistenproblematik an Dr. E.___ überwiesen. Der 

Behandlungsabschluss beim Hausarzt war bereits am 16. Februar 2017 erfolgt (Suva-

act. 6). Auch diese Fakten erlauben die Annahme eines zeitlich seit dem Unfall vom 3. 

Februar 2017 zusammenhängenden Sachverhalts in Bezug auf eine 

Leistenproblematik.

4.5.3. 

Med. pract. J.___ begründet weiter, dass für die Bejahung einer überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausalen Verschlimmerung des Lipoms durch das Unfallereignis 

eine strukturelle Veränderung des Fettgewebes eingetreten sein müsste. Zunächst ist 

4.5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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festzuhalten, dass das Lipom in gewisser Hinsicht durchaus eine strukturelle 

Veränderung erfahren hat. So ist, wie bereits dargelegt (vgl. Erwägung 4.4), 

unbestritten, dass dieses durch den Sturz vom 3. Februar 2017 durch den inneren 

Leistenring hinausgedrückt wurde und sich damit zumindest seine Position veränderte. 

Dass die Lageveränderung des Lipoms, wie von Dr. E.___ erklärt, zu Beschwerden 

führte, erscheint ohne weiteres schlüssig und plausibel. Dr. E.___ unterstützt sodann in 

seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2019 (Suva-act. 57) die Feststellung von med. 

pract. J.___, dass sich bei einer Operation Gewebezerstörungen mit Blutungen 

feststellen lassen sollten, insbesondere fünfeinhalb Wochen nach einem Trauma, nicht. 

Auch diese Auffassung lässt sich nicht ohne Weiteres in Abrede stellen. 

Erfahrungsgemäss heilen die von med. pract. J.___ beschriebenen typischen 

Prellungssymtome - anders als eine strukturelle Verletzung - nach fünfeinhalb Wochen 

ab, womit diese allgemeine Feststellung von Dr. E.___ schlüssig und überzeugend 

erscheint. Weiter nimmt er auf die konkrete Situation Bezug, welche keine strukturelle 

Veränderung des Fettgewebes verlange, um von einer unfallkausalen Verschlimmerung 

des Gesundheitszustandes in der linken Leiste ausgehen zu können. In seiner 

Begründung vom 13. August 2018 (Suva-act. 44-6 f.) und in der obgenannten 

Stellungnahme (Suva-act. 57) betrachtet er die Annahme von med. pract. J.___ insofern 

als unrichtig, als im konkreten Fall nicht die Leiste zerrissen sei. Diese sei nach der TEP 

im Jahr 2013 sogar noch hinten durch das eingewachsene Netz verstärkt gewesen. Die 

Druckentstehung im Bauch habe bewirkt, dass das Lipom durch den inneren 

Leistenring nach aussen habe hervortreten können. Die Öffnung habe bestanden und 

das Lipom sei rausgedrückt worden. Weil hier also gar nichts habe zerreissen müssen, 

seien alle Schilderungen von med. pract. J.___ wegen Hämatomen nicht 

nachvollziehbar. Es sei ein mechanisches Problem. Man habe ein Loch und etwas, das 

Durchtreten könne, wenn genügend Druck entstehe, womit gar nichts zerreissen, 

geschweige denn Einblutungen zeigen müsse. Analog schreibt Dr. E.___ in seiner 

Begründung vom 13. August 2018, dass die Beschwerdegegnerin bzw. Dr. I.___ (vgl. 

Suva-act. 38-2) einen akuten traumatischen Muskelriss forderten. Dies sei aus seiner 

Sicht nicht zwingend nötig. Zum einen sei die Muskulatur in diesem Bereich mit Netz 

von der Vororperation von hinten verwachsen und so geschützt bzw. sicher stabiler. 

Zum anderen sei das Fettgewebe vor dem Bauchfell dem Samenstrang entlang durch 

die natürlich vorhandene Bruchlücke (innerer Leistenring, dort trete der Samenstrang 

durch den Muskel) durchgedrückt worden. Es brauche hierzu keinen Riss der 

Muskulatur, aber genügend Druck, der dies bewirke. Es sei also durch eine vorhandene 

Lücke (= innerer Leistenring) Fettgewebe allein durchgepresst worden. Diese erkläre, 

weshalb keine Hämatome vorhanden sein müssten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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5.  

Nicht überzeugend ist auch die Annahme von med. pract. J.___, dass die 

Beschwerden des Beschwerdeführers auch im entzündlich veränderten Lymphknoten 

eine gute Erklärung finden würden. Nachdem es sofort nach der Operation vom 23. 

März 2017 zu einer Verbesserung der Beschwerdesymptomatik kam, kann mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass 

tatsächlich das Lipom die Beschwerden verursacht hat und nicht der Lymphknoten.

4.5.5. 

Für eine unfallkausale Verschlimmerung des Lipoms im Sinne einer durch den 

Unfall bewirkten Beschwerdesymptomatik spricht sich schliesslich auch Prof. K.___ in 

seiner Aktenbeurteilung vom 2. Mai 2019 aus. So sei zwar kein direkter 

Zusammenhang zwischen der Herniation mit einem einmaligen traumatischen und 

aussergewöhnlichen Ereignis als gegeben festzustellen, jedoch sei eine unfallbedingte 

Verschlimmerung eines Pseudorezidivs bzw. eines während der früheren Operation 

zurückgelassenen Lipoms im Leistenkanal mit akuter Symptomatik 

"erwähnenswert" (Suva-act. 69).

4.5.6. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der chirurgischen 

Beurteilungen von med. pract. J.___ vom 12. Februar 2019 (Suva-act. 54) und 23. Juli 

2019 (Suva-act. 73), gemäss welchen das Lipom nicht überwiegend wahrscheinlich mit 

dem Sturz vom 3. Februar 2017 symptomatisch wurde, Zweifel bestehen. Gegenteils 

ist durch die (medizinischen) Akten überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, dass 

das Lipom, das unbestrittenermassen bereits im Zeitpunkt des Unfalls im Leistenkanal 

war und durch diesen in den inneren Leistenring gedrückt wurde, unmittelbar 

Beschwerden verursachte. Zeitnah kam es denn auch am 23. März 2017 zur 

erfolgreichen Operation mit Entfernung des Lipoms. Eine Operation ohne das 

Unfallereignis wäre überwiegend wahrscheinlich nicht zur gleichen Zeit notwendig 

geworden (vgl. Erwägung 4.5.1), womit in Anlehnung an die Beurteilungen von Dr. 

E.___ und Prof. K.___ von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall vom 3. Februar 2017 und der Symptomatik durch das Lipom auszugehen ist. Die 

Beschwerdegegnerin ist damit bis zur Heilung für die unmittelbaren Operationsfolgen 

(Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten, 

Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) leistungspflichtig (vgl. 

Erwägung 1).

4.6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 21. März 2019 (Suva-act. 61) gutzuheissen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 21. März 2019 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, für die Operation vom 24. März 

2017 und deren unmittelbare Folgen die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu 

erbringen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung 

gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese 

ermessensweise - wie in vergleichbar aufwändigen Fällen üblich - auf pauschal Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.08.2020
	Art. 6 UVG: Gutheissung der Beschwerde. Bejahung einer vorübergehenden oder richtungsgebenden Verschlimmerung im Sinne einer zunehmenden Beschwerdesymptomatik im Zusammenhang mit einem vorbestehenden Lipom nach einem Sturz mit dem Snowboard auf den Bauch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. August 2020, UV 2019/33). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_587/2020.

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		2025-07-19T03:37:10+0200
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