# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df185420-8121-5285-9dab-40f30e132674
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-12
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 12.07.2024 RR.2024.55
**Docket/Reference:** RR.2024.55
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2024-55_2024-07-12

## Full Text

Auslieferung an Österreich; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG)
;;Auslieferung an Österreich; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG)
;;Auslieferung an Österreich; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG)
;;Auslieferung an Österreich; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 VwVG)

Entscheid vom 12. Juli 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni, 
Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 
Parteien 

  
A., zzt. in Auslieferungshaft, vertreten durch Rechts-
anwalt Lukas Oberholzer,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-
rung,  

Beschwerdegegner 
 
 

Gegenstand  Auslieferung an Österreich 
 
Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); unentgeltliche 
Rechtspflege (Art. 65 VwVG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.55 
Nebenverfahren: RP.2024.13 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Mit Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vom 23. Ja-
nuar 2024 ersuchten die österreichischen Behörden um Verhaftung und 
Auslieferung des österreichischen Staatsangehörigen A. zur Strafverfolgung 
wegen Beteiligung am illegalen Handel mit Drogen (insgesamt rund 28 kg 
Kokain) gestützt auf die vom Landesgericht Feldkirch vom 22. Dezem-
ber 2023 bewilligten Anordnung der Festnahme der Staatsanwaltschaft 
Feldkirch vom 21. Dezember 2023 (act. 4.1). 

 
 
B. Am 23. Januar 2024 wurde A. im Kanton St. Gallen festgenommen und mit 

Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend «BJ») vom glei-
chen Tag in provisorische Auslieferungshaft versetzt (act. 4.2). 

 
 
C. Mit Schreiben vom 29. Januar 2024 ersuchte das Bundesministerium der 

Justiz der Republik Österreich die Schweiz formell um Auslieferung von A. 
(act. 4.3). 

 
 
D. Nachdem sich A. anlässlich der Einvernahme vom 19. Februar 2024 in An-

wesenheit seines Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Lukas Oberholzer (nach-
folgend «RA Oberholzer») mit einer vereinfachten Auslieferung an Öster-
reich nicht einverstanden erklärte (act. 4.4), erliess das BJ am 20. Feb-
ruar 2024 gegen A. einen Auslieferungshaftbefehl (act. 4.7), der unange-
fochten blieb.  

 
 
E. Mit Schreiben vom 20. Februar 2024 ersuchte das BJ das Untersuchungs-

amt Altstätten um eine Stellungnahme betreffend Vorrang der Auslieferung 
von A. für Tathandlungen, für die auch eine schweizerische Strafhoheit be-
stehe (act. 4.8). Das Untersuchungsamt Altstätten liess sich mit Schreiben 
vom 18. März 2024 vernehmen und führte unter anderem aus, derzeit sei in 
der Schweiz gegen A. ein Strafverfahren anhängig, bei welchem es sich je-
doch lediglich um ein Spiegelverfahren handle. Dieses sei aufgrund der Er-
kenntnisse aus Österreich eröffnet worden und weil zusätzlich Hinweise be-
standen hätten, dass A. Hanfplantagen in Z. und Y. betrieben hätte. Das Un-
tersuchungsamt Altstätten wies auf diverse Gründe hin, weshalb das in der 
Schweiz geführte Verfahren einer Auslieferung von A. nicht entgegenstehe 
bzw. der Auslieferung der Vorrang zu geben sei (act. 4.14). 

 
 

- 3 - 

 

 

F. A. liess mit Eingaben vom 19. und 27. März 2024 schriftlich zum Ausliefe-
rungsersuchen und zur Eingabe des Untersuchungsamtes Altstätten Stel-
lung nehmen (act. 4.15-17).  

 
 
G. Mit Schreiben vom 5. April 2024 ersuchte das BJ die österreichischen Be-

hörden um Übermittlung von Zusatzinformationen. Namentlich bat es um 
eine genauere Beschreibung des A. vorgeworfenen Sachverhalts, insbeson-
dere des Tatortes, der Tatzeit, des Modus Operandi sowie von dessen ge-
nauen Rolle (act. 4.18). Die österreichischen Behörden liessen dem BJ mit 
Schreiben vom 9. April 2024 Zusatzinformationen zukommen (act. 4.19). 

 
 
H. Nachdem A. zu den Zusatzinformationen der österreichischen Behörden mit 

Eingabe vom 22. April 2024 Stellung genommen hatte (act. 4.21), verfügte 
das BJ mit Auslieferungsentscheid vom 8. Mai 2024 die Auslieferung von A. 
an Österreich für die im Auslieferungsersuchen des Bundesministeriums für 
Justiz der Republik Österreich vom 26. Januar 2024 zugrunde liegenden 
Straftaten (act. 4.22). 

 
 
I. Dagegen liess A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit 

Eingabe vom 12. Juni 2024 Beschwerde erheben. Er beantragt im Wesent-
lichen die Aufhebung des Auslieferungsentscheides vom 8. Mai 2024 sowie 
die Abweisung des Auslieferungsersuchens des Bundesministeriums der 
Justiz der Republik Österreich vom 29. Januar 2024. Eventualiter sei der 
Auslieferungsentscheid aufzuheben und zu neuem Entscheid an das BJ zu-
rückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragt er die Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung von RA Oberholzer als unent-
geltlicher Rechtsbeistand (act. 1, S. 2; RP.2024.13). 

 
 
J. Mit Schreiben vom 19. Juni 2024 übermittelte das BJ der Beschwerdekam-

mer aufforderungsgemäss die Verfahrensakten (act. 4). 
 
 
K. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wird verzichtet (Art. 57 Abs. 1 

VwVG e contrario). 
 
 
 

- 4 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Österreich sind pri-

mär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezem-
ber 1957 (EAUe; SR 0.353.1), sowie die am 17. März 1978, am 10. Novem-
ber 2010 und am 20. September 2012 ergangenen Zusatzprotokolle (ZP II; 
SR 0.353.12; ZP III EAUe; SR 0.353.13; ZP IV EAUe; SR.0353.14), denen 
beide Staaten beigetreten sind, sowie der Vertrag vom 13. Juni 1972 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich 
über die Ergänzung des EAUe und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV, 
SR 0.353.916.31) massgebend.  

 
 Überdies anwendbar sind das Schengener Durchführungsübereinkommen 

vom 14. Juni 1985 (SDÜ; CELEX-Nr. 42000A0922(02); ABl. L 239 vom 
22. September 2000, S. 19-62; Text nicht publiziert in der SR, jedoch abruf-
bar auf der Webseite der Schweizerischen Eidgenossenschaft unter 
«Rechtssammlung zu den sektoriellen Abkommen mit der EU», 
8.1 Anhang A; https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-
agreements/008.html) i.V.m. dem Beschluss des Rates 2007/533/JI vom 
12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des SIS der 
zweiten Generation (SIS II), namentlich Art. 26-31 (CELEX-Nr. 32007D0533; 
ABl. L 205 vom 7. August 2007, S. 63-84; abrufbar unter «Rechtssammlung 
zu den sektoriellen Abkommen mit der EU», 8.4 Weiterentwicklungen des 
Schengen-Besitzstands), sowie diejenigen Bestimmungen des Übereinkom-
mens vom 27. September 1996 über die Auslieferung zwischen den Mitglied-
staaten der Europäischen Union (EU-Auslieferungsübereinkommen; 
CELEX-Nr. 41996A1023(02); Abl. C 313 vom 23. Oktober 1996, S. 12–23), 
welche gemäss dem Beschluss des Rates 2003/169/JI vom 27. Feb-
ruar 2003 (CELEX-Nr. 32003D0169; Abl. L 67 vom 12. März 2003, S. 25 f.; 
abrufbar unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen Abkommen mit der 
EU», 8.2 Anhang B) eine Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands 
darstellen (d.h. die Art. 2, 6, 8, 9 und 13 des EU-Auslieferungsübereinkom-
mens sowie dessen Art.1, soweit er für die anderen Artikel relevant ist). Die 
zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmungen 
aufgrund bilateraler oder multilateraler Abkommen bleiben unberührt (Art. 59 
Abs. 2 SDÜ; Art. 1 Abs. 2 EU-Auslieferungsübereinkommen).  

 
1.2  Soweit diese Staatsverträge und die Zusatzprotokolle nichts anderes bestim-

men, findet ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung 
(Art. 22 EAUe), vorliegend also das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über 
internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) 

https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html
https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html

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und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverord-
nung, IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Güns-
tigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere Anforderungen 
an die Auslieferung stellt (BGE 142 IV 250 E. 3 S. 255; 140 IV 123 E. 2; 
137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der 
Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2008 24 
E. 1.1 S. 26).  

 
1.3  Für das Beschwerdeverfahren gelten zudem die Bestimmungen des Bun-

desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Ver-
waltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. 
Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 
Organisation des Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-
gesetz, StBOG; SR 173.71]).  

 
 
2. 
2.1  Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der Eröff-

nung des Entscheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 IRSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG 
und Art. 50 Abs. 1 VwVG).   

 
2.2  Als Verfolgter (vgl. Art. 11 Abs. 1 IRSG) ist der Beschwerdeführer zur Einrei-

chung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  

 
 
3. 
3.1  Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Auslieferungsvoraussetzungen grund-
sätzlich mit freier Kognition. Die Beschwerdekammer befasst sich jedoch nur 
mit Tat- und Rechtsfragen, die Streitgegenstand der Beschwerde bilden 
(BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 E. 1.4; TPF 2011 97 E. 5).  

 
3.2  Ausserdem muss sich die Beschwerdeinstanz nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-
setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann 
sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es 
genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von 
denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 
IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2). 

 
 

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4. 
4.1 Der Beschwerdeführer rügt in einem ersten Punkt eine Verletzung von 

Art. 14 EAUe. Indem die österreichischen Behörden eine «Generalklausel» 
für allfällige weitere Delikte nach dem 6. März 2021 in ihr Ersuchen aufge-
nommen hätten und die Vorinstanz dem Auslieferungsbegehren ohne Ein-
schränkungen nachgekommen sei, bestehe die ernsthafte Gefahr, dass der 
Beschwerdeführer auch für andere Delikte verfolgt werden solle. So werde 
neben den angeblichen weiteren Delikten im Auslieferungsbegehren auch 
kein Bezug darauf genommen, in welcher Teilnahmeform der Beschwerde-
führer an den deliktischen Tätigkeiten mitgewirkt haben solle. Im Ausliefe-
rungsersuchen werde nur genannt, dass der Beschwerdeführer bei den an-
geblichen Delikten «mitgewirkt» habe. Was genau darunter zu verstehen sei 
und wie dies rechtlich zu würdigen sei, ergebe sich weder aus dem Auslie-
ferungsbegehren noch den weiteren von den österreichischen Behörden ein-
gereichten Akten (act. 1, S. 5). 

 
4.2 Gemäss Art. 14 Ziff. 1 lit. a und b EAUe darf der Ausgelieferte wegen einer 

anderen, vor der Übergabe begangenen Handlung als derjenigen, die der 
Auslieferung zugrunde liegt, nur verfolgt, abgeurteilt, zur Vollstreckung einer 
Strafe oder sichernden Massnahme in Haft gehalten oder einer sonstigen 
Beschränkung seiner persönlichen Freiheit unterworfen werden, wenn der 
Staat, der ihn ausgeliefert hat, zustimmt (vgl. auch Art. 38 Abs. 1 lit. a IRSG) 
oder wenn der Ausgelieferte, obwohl er dazu die Möglichkeit hatte, das 
Hoheitsgebiet des Staates, dem er ausgeliefert worden ist, innerhalb von 
45 Tagen nach seiner endgültigen Freilassung nicht verlassen hat, oder 
wenn er nach Verlassen dieses Gebiets dorthin zurückgekehrt ist (vgl. auch 
die Erklärung der Schweiz zu dieser Bestimmung). Das Spezialitätsprinzip 
führt demzufolge nicht zu einem generellen Schutz des Betroffenen vor straf-
rechtlicher Verfolgung für weitere, vor der Übergabe begangene strafbare 
Handlungen. Vielmehr statuiert es die Pflicht, den Staat, an welchen das ur-
sprüngliche Auslieferungsbegehren gerichtet war, um Zustimmung auch zur 
Ahndung der weiteren Straftaten zu ersuchen (Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2013.34 vom 27. März 2013 E. 4.2).  

 
4.3 Mit Auslieferungsentscheid vom 8. Mai 2024 bewilligte das BJ die Ausliefe-

rung des Beschwerdeführers ausdrücklich nur für die dem Auslieferungser-
suchen des Bundesministeriums der Justiz der Republik Österreich vom 
29. Januar 2024 zugrunde liegenden Straftaten wegen Suchtgifthandels. Da-
bei führen die österreichischen Behörden in ihrem Auslieferungsersuchen 
aus, es bestehe der Verdacht, dass der Beschwerdeführer zumindest im 
Zeitraum vom 4. Juli 2020 bis 6. März 2021 im bewussten und gewollten 
Zusammenwirken mit anderen, gesondert verfolgten Personen am Ankauf, 
Verkauf, teilweisen Schmuggel bzw. als Vermittler oder Anbieter von 

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insgesamt 28,463 kg Kokain beteiligt gewesen sei: 13 kg Kokain seien von 
den Niederlanden und Belgien nach Österreich oder in die Schweiz ge-
schmuggelt worden, 2 kg Kokain an einen gesondert verfolgten Dritten an-
geboten, 7.453 kg Kokain im bewussten und gewollten arbeitsteiligen Zu-
sammenwirken mit abgesondert verfolgten Mittätern weitergegeben und ver-
schafft worden sowie 6 kg Kokain in einem Lager an einem noch festzustel-
lenden Ort deponiert worden. Im ergänzenden Schreiben machen die öster-
reichischen Behörden sodann detaillierte Angaben zu den dem Beschwer-
deführer vorgeworfenen Taten, welche zwischen dem 4. Juli 2020 und dem 
2. März 2021 begangen worden seien.  

 
 Art. 14 EAUe entfaltet in Österreich als Unterzeichnerstaat dieses Abkom-

mens direkte Wirkung. Nach dem im Rechtshilfeverkehr geltenden Vertrau-
ensgrundsatz wird das völkerrechtskonforme Verhalten von Staaten, die – 
wie Österreich – mit der Schweiz durch einen Rechtshilfevertrag verbunden 
sind, vermutet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_408/2007 vom 21. Dezem-
ber 2007 E. 2.2). Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Österreich das in 
Art. 14 EAUe verankerte Spezialitätsprinzip verletzen könnte, sind nicht er-
sichtlich. So hat denn auch der Beschwerdegegner im Auslieferungsent-
scheid darauf hingewiesen, dass trotz regelmässigem und umfangreichen 
Auslieferungsverkehr mit Österreich keine Fälle bekannt seien, in denen die 
österreichischen Behörden den Grundsatz der Spezialität verletzt hätten. 
Sollten die ersuchenden Behörden die Auslieferung des Beschwerdeführers 
für andere Taten verlangen als für jene im Auslieferungsersuchen und dem 
ergänzenden Schreiben vom 9. April 2024 erwähnten, insbesondere für sol-
che, die nach dem 6. März 2021 begangen worden seien, so hat laut Art. 39 
IRSG der ersuchende Staat ein erneutes Begehren um Auslieferung zu stel-
len. Der entsprechende Auslieferungsentscheid, welchen das BJ somit ge-
gebenenfalls zu treffen hätte, würde sodann wiederum der Beschwerde un-
terliegen. Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern die angeblich nicht kla-
ren Ausführungen der österreichischen Behörden zur Teilnahmeform des 
Beschwerdeführers gegen das Spezialitätsprinzip verstossen sollten. Auf-
grund der Umschreibung im Auslieferungsersuchen kann – prima facie – ohne 
Weiteres von einem mittäterschaftlichen Handeln ausgegangen werden.  

 
 Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet. 
 
 
5. 
5.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, beim Strafverfahren in der 

Schweiz handle es sich nicht um ein schlichtes Spiegelverfahren. Dem Be-
schwerdeführer würden in der Schweiz Geldwäscherei, der Betrieb von In-
door-Hanfplantagen, Verstösse gegen das Ausländer- und Integrations-

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gesetz, Verstösse gegen das Strafverkehrsgesetz etc. vorgeworfen. Dabei 
handle es sich ausnahmslos um eigenständige, in die Zuständigkeit der 
schweizerischen Behörden fallende Delikte, bei denen ausnahmslos der Tat-
ort unbestritten in der Schweiz liege. Im vorliegenden Fall liege der Schwer-
punkt der vorgeworfenen Handlungen unwidersprochen und eindeutig in der 
Schweiz. Entgegen dem im Entscheid RR.2024.8 des Bundesstrafgerichts 
zugrunde liegenden Sachverhalt führe im vorliegenden Fall das Untersu-
chungsamt Altstätten ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer. Im 
Antrag auf Untersuchungshaft habe das Untersuchungsamt Altstätten dem 
Beschwerdeführer teilweise dieselben Delikte vorgeworfen, für welche die 
Auslieferung erfolgen solle. Die schweizerischen Strafverfolgungsbehörden 
seien entsprechend auch von einer selbständigen Zuständigkeit der schwei-
zerischen Behörden zur Verfolgung der Delikte ausgegangen. Damit die 
Frage beantwortet werden könne, ob die Voraussetzungen von Art. 7 Ziff. 1 
EAUe erfüllt seien, werde die Edition der Verfahrensakten des schweizeri-
schen Strafverfahrens beantragt (act. 1, S. 7 ff.).  

 
5.2 Gemäss Art. 1 EAUe sind die Vertragsparteien verpflichtet, einander Perso-

nen auszuliefern, die von den Justizbehörden des ersuchenden Staates we-
gen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur Vollstreckung einer Strafe 
oder einer sichernden Massnahme gesucht werden. Nach der Bestimmung 
von Art. 7 Ziff. 1 EAUe kann der ersuchte Staat die Auslieferung des Verfolg-
ten wegen einer strafbaren Handlung ablehnen, die nach seinen Rechtsvor-
schriften ganz oder zum Teil auf seinem Hoheitsgebiet oder an einem die-
sem gleichgestellten Ort begangen worden ist. Es handelt sich hierbei um 
eine Kann-Bestimmung, die es dem ersuchten Staat erlaubt, von einer Aus-
lieferung abzusehen, ohne aber dazu verpflichtet zu sein (Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2012.309 vom 5. Juni 2013, E. 4.3.1 m.w.H.). Dem-
entsprechend sieht das schweizerische Recht vor, dass die Auslieferung zu-
lässig ist, wenn nach den Unterlagen des Ersuchens die Tat nicht der 
schweizerischen Gerichtsbarkeit unterliegt (Art. 35 Abs. 1 lit. b IRSG). Aus-
nahmsweise kann der Verfolgte für eine Tat, die der schweizerischen Ge-
richtsbarkeit unterliegt, ausgeliefert werden, wenn besondere Umstände, na-
mentlich die Möglichkeit der besseren sozialen Wiedereingliederung, dies 
rechtfertigen (Art. 36 Abs. 1 IRSG). Art. 36 Abs. 1 IRSG soll sicherstellen, 
dass gegen den Beschuldigten nicht zwei verschiedene Strafverfahren be-
treffend denselben Sachverhaltsvorwurf geführt werden. Die ausführende 
Behörde verfügt bei ihrem Entscheid, ob die schweizerische Strafgerichts-
barkeit eine Verweigerung der Auslieferung rechtfertigen kann, über einen 
weiten Ermessensspielraum. Grundsätzlich ist die Strafuntersuchung dort zu 
führen, wo der Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit liegt. Mehrere Mitange-
klagte sollten soweit wie möglich gemeinsam beurteilt werden. Zu beachten 

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ist zudem das Beschleunigungsgebot. Im Ermessensentscheid sind alle 
massgebenden Faktoren zu berücksichtigen: Ort und Datum der Straftaten, 
Staatsbürgerschaft des Täters und des Opfers, das Verhältnis des Verfolgten 
zum ersuchenden Staat und zur Schweiz, Stand der Ermittlungen, Zugäng-
lichkeit der Beweismittel, Strafverfolgungsinteresse der Schweiz und des er-
suchenden Staates etc. Unerheblich ist hingegen, ob die Strafdrohung für 
die fragliche Tat im ersuchenden Staat höher ist als in der Schweiz. Die Mög-
lichkeit der besseren sozialen Wiedereingliederung ist nur ein weiteres, bei 
der Anwendung von Art. 36 Abs. 1 IRSG zu berücksichtigendes Kriterium. 
Eine Hierarchie zwischen den Kriterien ist nicht vorgesehen (BGE 124 II 586 
E. 1.2; 117 Ib 210 E. 3b/aa; Urteil des Bundesgerichts 1C_515/2013 vom 
19. Juni 2013 E. 1.2; TPF 2013 88 E. 6.1; GARRÉ, Basler Kommentar, 2015, 
Art. 36 IRSG N. 4 f.; HEIMGARTNER Auslieferungsrecht, 2002, S. 157; vgl. 
zum Ganzen zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2019.141 
vom 30. Oktober 2019 E. 6.3). Insoweit steht der Auslieferungsbehörde ein 
weiter Ermessensspielraum zu (BGE 117 Ib 210 E. 3b/aa; Urteil des Bun-
desgerichts 1C_515/2013 vom 19. Juni 2013 E. 2.1.1; Entscheid des Bun-
desstrafgerichts RR.2016.251 vom 21. Juli 2017 E. 4.3.1; je m.w.H.). Wie 
früher das Bundesgericht in Anwendung von Art. 104 aOG greift die Be-
schwerdeinstanz gemäss Art. 80i Abs. 1 lit. a IRSG nur im Falle von Ermes-
sensüberschreitung bzw. –missbrauch ein; über die Angemessenheit des 
von der ausführenden Behörde getroffenen Entscheides spricht es sich nicht 
aus (Urteil des Bundesgerichts 1C_515/2013 vom 19. Juni 2013 E. 2.1.1; 
BGE 117 Ib 210 E. 3b/aa mit Hinweisen; Entscheid des Bundesstrafgerichts 
RR.2015.309 vom 12. Januar 2016 E. 2.1 m.H.).  

 
5.3 Die österreichischen Behörden werfen dem Beschwerdeführer vor, am 

4. Juli 2020 B. via Chat über Sky ECC 2 kg Kokain zum Kauf angeboten zu 
haben. Als Tatort geben die Behörden den Grossraum Vorarlberg/Schweiz 
an. Ebenfalls am oder vor dem 4. Juli 2020 soll der Beschwerdeführer in Bel-
gien insgesamt zehn Kilogramm Kokain nach Österreich oder in die Schweiz 
bestellt haben, welches zwischen dem 9. und 10. Juli 2020 geliefert worden 
sei. In der Zeit zwischen dem 26. und 29. Juli 2020 habe der Beschwerde-
führer zusammen mit seinem Bruder, C., zumindest versucht, in Belgien 
1 kg Kokain zu erwerben, um es nach Österreich oder in die Schweiz einzu-
führen. Der Beschwerdeführer soll sodann am oder vor dem 3. August 2020 
am Handel bzw. Weiterverkauf von zumindest 3 kg Kokain beteiligt gewesen 
sein, welches C. am 25. Juli 2020 bzw. am 1. August 2020 von B. übernom-
men habe. Der Tatort ist gemäss Ausführungen der österreichischen Behör-
den unbekannt. Am 17. November 2020 habe der Beschwerdeführer über 
Sky ECC C. darüber informiert, dass er am folgenden Tag für einen Kunden 
in der Schweiz 460 Gramm Kokain für EUR 20'000 benötige. C. habe dem 

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Beschwerdeführer als Übergabeort für den nächsten Tag X. in Österreich 
angegeben. Am 28. Dezember 2020 habe A. seinen Bruder C. darüber in-
formiert, dass ein unbekannter Dritter 2-3 Gramm Kokain benötige, der das 
Gramm immer für CHF 50 erhalte. Kurze Zeit später habe C. mitgeteilt, dass 
der unbekannte Dritte da gewesen sei und dass er CHF 200 erhalten habe 
und der Dritte damit ein Gramm Kokain zugute habe. Als Tatort geben die 
österreichischen Behörden Vorarlberg und die Schweiz an. Der Beschwer-
deführer soll weiter am oder in der Zeit nach dem 26. Januar 2021 bei einem 
Unbekannten Dritten zumindest versucht haben, 4 kg Kokain zu erwerben 
und es am oder vor dem 12. Februar 2021 zumindest übernommen und be-
sessen haben, um es danach gewinnbringend in Verkehr zu bringen. Am 
26. Januar 2021 soll der Beschwerdeführer ferner eine unbekannte Menge 
Kokain in der Schweiz von einem Lieferanten übernommen haben. Er habe 
am gleichen Tag mindestens vier weitere Kilogramm Kokain im Grossraum 
Schweiz und Vorarlberg besessen und seinen Bruder mit dem Verkauf von 
2 kg Kokain beauftragt. Die restlichen 2 kg soll er am 27. Januar 2021 in Z. 
an seinen Lieferanten zur Rückgabe oder zum Umtausch übergeben haben. 
Am 12. November 2020 soll der Beschwerdeführer eine unbekannte weibli-
che Lieferantin beauftragt haben, 2 kg Kokain von Amsterdam in die Schweiz 
zu schmuggeln. Schliesslich soll der Beschwerdeführer am oder vor dem 
2. März 2021 in der Schweiz mindestens 2 kg Kokain von einem Lieferanten 
übernommen, besessen und bereit gehalten haben, um es in der Folge ge-
winnbringend in Verkehr zu setzen (act. 4.19). 

 
5.4 
5.4.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen 

Handlungen (auch) der schweizerischen Gerichtsbarkeit unterliegen. Im 
Rahmen der Beurteilung der zwischen den Parteien umstrittenen Frage, ob 
vorliegend eine ausnahmsweise Auslieferung gerechtfertigt ist, sind die ge-
samten Umstände des konkreten Falls zu berücksichtigen. 

 
5.4.2 Der Beschwerdegegner führt hierzu im angefochtenen Auslieferungsent-

scheid im Wesentlichen an, dass der Beschwerdeführer gemäss den Auslie-
ferungsunterlagen die meisten Tathandlungen in Österreich oder der 
Schweiz begangen habe. Zwar würden bei den meisten Sachverhalten eine 
präzisere Angabe zum Tatort fehlen, dies sei jedoch vorliegend auch nicht 
notwendig. Die österreichischen Strafverfolgungsbehörden hätten gestützt 
auf das österreichische Recht eine Strafhoheit sowohl für die Taten, die in 
Österreich begangen worden seien sollen, als auch für diejenigen Taten, die 
der Beschwerdeführer als österreichischer Staatsangehöriger in der Schweiz 
oder in anderen Ländern begangen haben soll. Ebenfalls seien dem Be-
schwerdeführer die mutmasslichen Tathandlungen seiner Mitbeschuldigten 

- 11 - 

 

 

in Österreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz zuzurechnen. Die 
österreichischen Behörden hätten in diesem Sachverhaltskomplex bereits 
jahrelange Ermittlungen geführt, während in der Schweiz gegen den Be-
schwerdeführer zwar weitere Vorwürfe strafrechtlich verfolgt würden, es sich 
beim hängigen Strafverfahren jedoch hauptsächlich um ein Spiegelverfahren 
handle. Die Beweise befänden sich zudem grossmehrheitlich im Besitz der 
österreichischen und nicht der schweizerischen Behörden. Massgeblich ist 
gemäss Beschwerdegegner ausserdem, dass bei der durch die österreichi-
schen Behörden initiierten Festnahmeaktion am 23. Januar 2024 insgesamt 
12 Personen festgenommen worden seien, davon lediglich drei in der 
Schweiz. Eine dieser Personen sei bereits an Österreich ausgeliefert wor-
den, und gegen die dritte Person habe das BJ die Auslieferung verfügt. Der 
im Auslieferungsersuchen genannte Mitbeschuldigte des Beschwerdefüh-
rers, C., sei genauso wie der Vater des Beschwerdeführers, D., in Österreich 
festgenommen worden. Der Beschwerdegegner verweist in diesem Zusam-
menhang auf das Schreiben des Untersuchungsamtes Altstätten vom 
18. März 2024 sowie eine Pressemitteilung des österreichischen Bundeskri-
minalamtes vom 23. Januar 2024. Die gemeinsame strafrechtliche Verfol-
gung sämtlicher Beschuldigten in Österreich sei deshalb aus Gründen der 
Prozessökonomie und zur Verhinderung kontradiktorischer Urteile angezeigt. 

 
5.4.3 Der Beschwerdeführer vermag diesbezüglich nicht darzulegen, inwiefern der 

Entscheid des Beschwerdegegners nicht im Rahmen des weiten Ermes-
sensspielraums ist, über den der Beschwerdegegner bei seinem Entscheid 
verfügt.  

 
 Der Beschwerdeführer ist österreichischer Staatsangehöriger und macht gel-

tend, seit mehr als 10 Jahren in der Schweiz zu leben. Er habe in der 
Schweiz als Geschäftsführer eine grosse Anzahl Firmen gegründet, er sei 
geschäftlich aktiv und in diversen Geschäftsfeldern tätig. So besitze er meh-
rere Tattoo-Studios in der Ostschweiz, sei im Solarmarkt und Autohandel 
tätig und habe ein Bauunternehmen. Er habe 40 bis 50 Angestellte, für die 
er Sozialabgaben leiste und seit Jahren bezahle er in der Schweiz Steuern. 
Ausserdem habe er die E. Foundation gegründet, eine Wohltätigkeitsorgani-
sation im Bereich Kinder- und Jugendschutz. Der Beschwerdeführer habe 
ausserdem in der Schweiz ein Grundstück in W. erworben und das Haus so 
umgebaut, dass er es mit der Familie bewohnen könne. Er wohne zusam-
men mit seiner Verlobten in der Schweiz. Auch die Mutter seiner Tochter 
lebe in der Schweiz und sei in den Unternehmen des Beschwerdeführers 
tätig. Der Beschwerdeführer habe täglich seine Tochter von der Schule ab-
geholt. Den Bezug zu Österreich habe der Beschwerdeführer stark reduziert 
und dieser habe über die Jahre auch immer mehr abgenommen. Er habe 
keine Absicht, je wieder in Österreich sesshaft zu werden (act. 1, S. 3 ff.). 

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Der Beschwerdegegner hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, 
dass der Beschwerdeführer im Oktober letzten Jahres in einem Interview mit 
den österreichischen Medien erklärt habe, das grosselterliche Wohnhaus im 
zur Schweiz grenznahen V./Österreich kernsanieren und die untere Woh-
nung selbst bewohnen zu wollen (https://[...], abgerufen am 11. Juli 2024). 
Zumindest vor acht Monaten schien der Beschwerdeführer somit ein erneu-
tes Sesshaftwerden in Österreich nicht auszuschliessen. Dass der Be-
schwerdeführer diese Aussage in einem «Boulevard-Blatt» gemacht habe, 
ändert am Inhalt der Aussage nichts, genauso wenig wie der Umstand, dass 
der Beschwerdeführer in der Schweiz seit mehr als 10 Jahren geschäftlich 
tätig ist und dessen Tochter in der Schweiz lebt. Darüber hinaus sollen ge-
mäss Ausführungen des Untersuchungsamtes Altstätten vom 18. März 2024 
die Verlobte, die Eltern und faktisch auch der Bruder des Beschwerdeführers 
in Österreich wohnen (act. 4.14), sodass zumindest das Bestehen eines en-
gen Bezugs des Beschwerdeführers zu seinem Heimatland nicht verneint 
werden kann.  

 
 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die ihm von den österreichischen 

Behörden vorgeworfenen Sachverhalte hätten sich ausnahmslos in der 
Schweiz zugetragen, findet in den Akten keine Stütze. Gemäss dem Auslie-
ferungsersuchen und dem ergänzenden Schreiben der österreichischen Be-
hörden vom 9. April 2024 soll der Beschwerdeführer im bewussten und ge-
wollten arbeitsteiligen Zusammenwirken mit anderen Personen gehandelt 
haben. Dabei kann – wie bereits ausgeführt – prima facie ohne Weiteres von 
mittäterschaftlichem Handeln ausgegangen werden. Neun der zwölf Mitbe-
schuldigten wurden in Österreich verhaftet, und einzig der Beschwerdeführer 
und dessen Bruder haben, soweit ersichtlich, offiziell ihren Wohnsitz in der 
Schweiz. Als Handlungsorte werden im ergänzenden Schreiben der öster-
reichischen Behörden in der Regel denn auch die Schweiz und Österreich 
genannt. Der Beschwerdegegner hält im Auslieferungsentscheid zutreffend 
fest, dass dem Beschuldigten die mutmasslichen Tathandlungen seiner Mit-
beschuldigten im Ausland anzurechnen sind. Gestützt auf die Auslieferungs-
akten, aber auch die öffentlich zugängliche Pressemitteilung des österreichi-
schen Bundeskriminalamtes vom 23. Januar 2024 (https://www.bundeskri-
minalamt.at/news.aspx?id=57336E66373447654A2F513D, abgerufen am 
11. Juli 2024), darf ohne Weiteres davon ausgegangen werden, der Schwer-
punkt des deliktischen Verhalten liege in Österreich. Der Beschwerdegegner 
hält daher zu Recht fest, dass es mit Blick auf die Prozessökonomie und zur 
Verhinderung sich widersprechender Urteile angezeigt ist, sämtliche Mitbe-
schuldigten in Österreich zu verfolgen. Dies gilt – entgegen der Ansicht des 
Beschwerdeführers – unabhängig davon, ob die Beschuldigten gemeinsam 
oder allenfalls in separaten Verfahren verfolgt und beurteilt werden. Nicht zu 

https://%5B...%5D
https://www.bundeskriminalamt.at/news.aspx?id=57336E66373447654A2F513D
https://www.bundeskriminalamt.at/news.aspx?id=57336E66373447654A2F513D

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beanstanden ist sodann der Hinweis des Beschwerdegegners auf eine all-
fällige obligatorische Landesausweisung des Beschwerdeführers im Sinne 
von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB im Falle einer Verurteilung in der Schweiz, 
welche die Bedeutung des Kriteriums der sozialen Wiedereingliederung re-
lativiert. Inwiefern mit diesem Hinweis die Unschuldsvermutung des Be-
schwerdeführers verletzt werden soll, erschliesst sich nicht. 

 
5.4.4 Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Grundsatz «ne bis in idem» 

vorliegend nicht zur Anwendung gelangt (vgl. Art. 9 Ziff. 1 EAUe; Art. 54 SDÜ 
und Art. 5 Abs. 1 lit. a und b IRSG), da gegen den Beschwerdeführer in der 
Schweiz mit Bezug auf die ihm vorgeworfenen Drogendelikte bisher lediglich 
eine Strafuntersuchung eingeleitet worden ist und ein rechtskräftiges Urteil 
(noch) nicht ergangen ist.  

 
5.4.5 Vor diesem Hintergrund ist der Antrag des Beschwerdeführers um Edition 

der Verfahrensakten des schweizerischen Strafverfahrens (vgl. supra E. 5.1 
i.f.) im vorliegenden Auslieferungsverfahren nicht stattzugeben. 

 
 
6. Soweit der Beschwerdeführer sodann sinngemäss eine Verletzung von 

Art. 8 EMRK geltend macht, indem er ausführt, er könne im Falle eines Straf-
vollzuges in Österreich den Kontakt zu seiner Familie nicht in gleichem Aus-
masse aufrechterhalten wie bei einem Strafvollzug in der Schweiz, weshalb 
sein Familienleben erheblich gestört werden würde, ist Folgendes auszufüh-
ren: Ausnahmsweise kann zum Schutz des Familienlebens (Art. 8 EMRK), 
selbst ohne förmliches Gesuch um Strafverfolgung, das Auslieferungsersu-
chen abgewiesen werden und die Strafverfolgung stellvertretend in der 
Schweiz erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 1C_214/2019 vom 5. Juni 2019 
E. 2.7). Ein solcher Ausnahmefall ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung nur dann zu bejahen, wenn aussergewöhnliche familiäre Verhältnisse 
vorliegen. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Gemäss Angaben des Beschwer-
deführers lebt eine Tochter, welche aus der Beziehung mit seiner Ex-Frau 
stamme, in der Schweiz. Zum Alter seiner Tochter und zum Betreuungsver-
hältnis zu ihr schweigt er sich aus. Seine Verlobte soll den Angaben des 
Untersuchungsamtes Altstätten zufolge in Österreich wohnen, was vom Be-
schwerdeführer nicht bestritten wird. Von aussergewöhnlichen familiären 
Verhältnissen kann unter diesen Umständen keine Rede sein. Der Be-
schwerdegegner hat sodann zu Recht darauf hingewiesen, dass der Be-
schwerdeführer nicht etwa in ein Drittland, sondern in sein Heimatland aus-
geliefert werden soll. Eine Einschränkung des Familienlebens kann sowenig 
wie in jedem anderen Straffall vermieden werden, in welchem Untersu-
chungshaft angeordnet wird bzw. eine freiheitsentziehende Sanktion zu 

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verhängen ist. Der Auslieferungsentscheid hält damit auch vor Art. 8 EMRK 
stand und eine stellvertretende Strafvollstreckung ohne förmliches Gesuch 
drängt sich nicht auf. 

 
 
7. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 58 IRSG. Unter dem 

Titel «Vollzug» im 6. Abschnitt des IRSG regelt Art. 58 Abs. 1, dass der Voll-
zug der Auslieferung aufgeschoben werden kann, solange der Auszulie-
fernde in der Schweiz wegen anderer strafbarer Handlungen verfolgt wird 
oder sich einer freiheitsbeschränkenden Sanktion zu unterziehen hat. Nach 
Abs. 2 kann die vorübergehende Zuführung des Verfolgten indessen bewil-
ligt werden, wenn a) ein schweizerisches Strafverfahren dadurch nicht be-
einträchtigt wird und b) der ersuchende Staat zugesichert hat, den Verfolgten 
während seines Aufenthaltes in diesem Staat in Haft zu behalten und ihn 
ohne Rücksicht auf seine Staatsangehörigkeit zurückzuliefern.  

 
 Bereits aus dieser gesetzlichen Anordnung folgt, dass Fragen des Vollzugs 

und dessen Aufschubs (Art. 58 ff. IRSG) nicht Bestandteil des Entscheids 
über die Auslieferung an sich (Art. 55 f. IRSG) sind (Entscheid des Bundes-
gerichts RR.2022.23 vom 12. Juli 2022 E. 4.4). Über einen allfälligen Auf-
schub des Vollzugs der Auslieferung hat der Beschwerdegegner erst nach 
Vorliegen eines rechtskräftigen Auslieferungsentscheides nach seinem Er-
messen zu entscheiden (vgl. GLEISS/ECHLE, Basler Kommentar, 2015, N. 2 
zu Art. 58 IRSG). Auf die Rüge ist somit nicht weiter einzugehen. 

 
 
8. Andere Auslieferungshindernisse wurden weder geltend gemacht noch sind 

solche in den Akten ersichtlich. Die Auslieferung des Beschwerdeführers an 
Österreich ist daher zulässig und die Beschwerde erweist sich in allen Punk-
ten als von vornherein unbegründet. Die Beschwerde ist – ohne Schriften-
wechsel (Art. 57 Abs. 1 VwVG e contrario) – abzuweisen.  

 
 
9. 
9.1 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und bestellt 
dieser einen Anwalt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist 
(Art. 65 Abs. 2 VwVG). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaus-
sichten beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen 
gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und 

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Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer 
sind als diese (BGE 138 III 217 E. 2.2.4; 134 I 92 E. 3.2.1; 129 I 129 E. 2.3.1).  

 
9.2 Anhand des oben Ausgeführten erweist sich die Beschwerde als offensicht-

lich aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Demzufolge ist das Ge-
such des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und Verbei-
ständung abzuweisen. 

 
 
10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist 
auf Fr. 3'000.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 
sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]). 

 
  

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 
3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 12. Juli 2024 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Lukas Oberholzer 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung (unter Beilage einer Kopie 

von act. 1) 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 
 
Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der 
Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 
BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massge-
bend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die 
auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Ge-
genständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbe-
reich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein 
besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 
elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere 
Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).